184. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 257 Erster Blatt_____ 184. Jahrgang Zreltag, 2.November 19ZH xert « • «*.--** AH AH Aü il Ai A AM Heimat im Bild Die Scholle fl H M AM W Z Ä M M M M DH M M y 1 W M A IW HT Grundpreise für! mm höhe Monatr-Vezugspretr: B H W B HZ B H ELz B M B B B Ak B/^ B B B Hy B für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 HD B B BT B ■ BT B B BT B B B B V Br B B B B< B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 W M H M M B B W . W B B ■ B WB B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr . „ ▼ W V W ■ WM W 60Rpf.,Platzvorschrift oder MW General-Anzeiger für Vberheffen ggg SronHur/am Main 11686 Drmft und Verlag: vrühl'sche UniverfiiSlL-vuch- und Steinönidcret R. Lange in Giehen. Schriftleilung und SeschSflrstelle: Zchulstrahe 7 M-Ng«nabsch?ün?staff«l'ö Feierabend. Don Ernst von 7l>ebelschüh Wir verbinden mit diesem Worte die Vorstellung von einer innerlich geadelten Arbeit, und es ist gut, daß man sich jetzt wieder auf die erneuern- d e n Kräfte der Ruhe nach der Arbeit besinnt. Im allgemeinen pflegt 'ja der moderne Mensch der Erfüllung der höheren Pflichten gegen sich selbst aus dem Wege zu gehen. Er hat dazu angeblich „keine Z e i t". Er hält es für einen Raub an der Gesellschaft, die ihm Arbeit gibt und dafür den vollen Einsatz feiner Kraft verlangt, auf die fordernde innere Stimme eine andere Antwort zu finden als immer die gleiche: „ich habe keine Zeit". Keine Zeit für sich selber zu haben, gilt a l s das Zeichen treuer Pflichterfüllung, es ist gleichsam die Kontrolluhr für die vorschriftsmäßig geleistete Arbeit. Und umgekehrt: wer sich heute noch die Muße nimmt, die er für erforderlich hält, wenn im maschinellen Betrieb der täglichen Arbeit der innere Mensch nicht ganz leer ausgehen soll, tut es beinah mit schlechtem Gewissen — scheint doch der Kräfteüberschuß, der im Zeithaben zum Ausdruck kommt, einen Fehlbetrag an schuldiger Arbeit aufzudecken. Run ist es doch aber eine mit Händen zu greifende Tatsache, daß auch der heutige Mensch, er mag von feinem Beruf noch so sehr in Anspruch genommen sein, noch immer über ein gar nicht so geringes Quantum von Freizeit verfügt. Nur daß • er sie nicht z u nutzen, nicht fruchtbringend zu > gestalten weiß. Hier also, in dieser Unfähigkeit, die 'Arbeit, die bezahlt wird, durch eine Arbeit, die sich sfelber bezahlt macht, finngemäß zu ergänzen und damit auch zu veredeln, liegt die eigent- lliche Fehlerquelle. Daß dem fo ist, zeigt allein schon »die Tatsache, daß ein großer Bruchteil der Un- kglücklichen, die unter dem gewiß schweren Schicksal Der Arbeitslosigkeit leiden, nicht dazu im- fftande ist, aus der Not eine Tugend zu machen, mämlich sich aus Ueberfluß an Zeit mit Dingen zu beschäftigen, zu denen sie unter normalen Verhältnissen die Ueberlastung mit Arbeit oangeblich nicht kommen ließ. Es scheint demnach, Laß der moderne Mensch nur noch die Wahl zwi- lschen Ueberbürdung und tödlicher Langeweile habe. Das Verhältnis von Arbeit und Muße bat seine produktive Spannung verloren. Das Hebel scheint also eine viel tiefere Ursache gu haben Man wird sie in der vom Maschinen- geitalter hervorgerufenen Seelenleere unseres Ledens sehen dürfen, im Kraftloswerden jener inneren Organe, ohne deren tätige Mithilfe eine wirk- iche Kultur gar nicht möglich ist. Junge und le- bensftarte Menschen bemühen sich aus dieser Erkenntnis heraus, dem schönen deutschen Wort ,,F e i e r a b e n d", das längst zu einer leeren stZhrase geworden war, seinen lebenserneuernden Inhalt wiederzugeben. „Feierabend" kommt ja wohl von dem Verbum feiern, und feiern setzt eine ilmdächtig-betrachtende Herzensstimmung, setzt die Fähigkeit der inneren Kräftesamm- u n g, einer meditativen Vor- und Rückschau vor- nus. Statt in diesem Sinne zu feiern und die getane Arbeit mit der bevorstehenden in einen harmonischen Einklang zu bringen, hatte sich der Mensch irin raffiniertes System der Selbstbetäubung vusgedacht, das er mit dem Hinweis auf die notwendige Entspannung feiner Nerven vor sich selbst j;u entschuldigen und zu rechtfertigen suchte. Es ist iiod) einfach nicht wahr, jedenfalls widerspricht es «der wirklich psychologischen Erfahrung, daß angestrengte Arbeit ihren Ausgleich nur in schalen Vergnügungen finden könne. Das Gegenteil ft richtig: je einseitiger der Berus, je mechanistischer die Art feiner Ausübung ist, um so mehr •ebarf die Arbeit eines vernünftigen Ausgleichs j Urch geistige Stärkungsmittel! Erst wenn dies von dien Kreisen erkannt und durch Erfahrung erprobt tjorbifn ist, werden unsere Theaterspielpläne — um r ur ein Beispiel zu nennen — nicht mehr auf die dbalternften Unterhaltungsbedürfnifse des Publi- !mms Rücksicht zu nehmen brauchen und wird der chöne Plan einer wahren Kulturbuhne sich m die Wirklichkeit umsetzen lassen. Verlegungen solcher Art stehen hinter dem dankenswerten Versuch, den arbeitenden Massen neue „Kraft durch Freude" zuzuführen. Nun ist ,kFreude" zwar ein dehnbarer und auslegungsfahi- cser Begriff, wenn er aber richtig, d. h. a l s e i n Mittel zur Selbstbesinnung verstanden wird, so darf man sich die besten Ergebnisse davon lgersprechen. Denn wirklich ist heute nichts wichtiger, Äs dem arbeitenden Menschen in seiner freien Zeit jsene innere Ruhe mitzuteilen, ohne die keine Urbeit gedeihen kann. Es ist sozusagen eine Modernisierung der mlttel- cillterligen Benedektinerregel „ora et labora“ — bete 11 nb arbeite! Denn was ist beten, wenn nicht em Weg, sich selbst zu erkennen, sein Inneres mit An- lAchtskräften zu erfüllen, die auch der Arbeit zu- I anite kommen? Beide Imperative, das beschauliche (lOra und das kräftige Labora, sollten sich gegenseitig das Gleichgewicht halten und haben es jahr- hmbertelang getan, wie denn keine Kultur ohne tmen weiten Ausblick auf ein geistiges Ziel denk- tnr ist, so wenig sie der Grundlage der Arbeit ent- inten kann. Wenn wir das Ora — im weitesten 5 .inne — verlernt haben (wir haben ja „keine $eit"), um so schlimmer für uns! Das tätige und das beschauliche Element g e - Ihiören zueinander, so wie das männliche und bis weibliche Prinzip erst, zm s a m m e n ein Ganzes bilden. „Unbedingte Tätigkeit", sagt Goethe einmal, „von welcher Art sie. auch sei, macht zuletzt bankrott". Bedarf die Beschaulichkeit, um sich vor b-r Moral zu rechtfertigen, der Ablösung durch Veit, so ist die Arbeit, um schöpferische Kraft blei- i»m zu können, darauf angewiesen, immer wieder England und die Gaarabstimmung. London Hali den französischen Aufmarsch für „durchaus angemessen".—Ein englischer Schritt ist vorerst nicht zu erwarten. 3m pariser Fahrwasser. England wünscht > eine eignePerantwortung London, 2. Nov. (DNB.-Funkspruch.) „Times" besaht sich in einem offenbar inspirierten Artikel mit der Saarpolitik. Das Blatt stellt fest: Großbritannien, das den Versailler Vertrag unterzeichnet hat, wünscht, daß die volksabstim- mung sich unparteiisch vollzieht, ohne daß auf die Wähler durch Drohung oder unzulässige Veeinslufsung irgendwelcher Druck ausgeübt wird. Die englische Regierung ist überzeugt, daß der Völkerbund angemessene Vorsichtsmaßregeln trifft, um dieses Ziel zu sichern. Die Regierungskommission ist vom Völkerbund ermächtigt worden, in neutralen Ländern zusätzliche Polizeikräfte anzuwerben, um die Wählerschaft gegen Störungen der Ordnung zu schützen. Am 21. November tritt der Völkerbundsrat zu einer Sitzung zusammen. Dabei werden die letzten Vorkehrungen für die Abstimmung und andere Saarfragen zur Erörterung stehen, so z. V. die Fortsetzung der Pensionszahlungen nach Abzug der Verwaltung des Saargebiets durch den Völkerbund. Die Politik der französischen Regierung geht hierüber hinaus. Sie faßt die Möglichkeit ins Auge, daß die palizeikräfte, die dem Präsidenten der Saarregierungskommission zur Verfügung stehen, einer Verstärkung bedürfen. Die britische Regierung ist über die französische Ansicht vollkommen unterrichtet. Die Vertreter Großbritanniens sind von Varthou informiert worden, der in Genf erklärte, feine Regierung sei bereit, wenn sie vom Völkerbund auf- gefordert werde, Truppen ins Saar- gebiet z u entsenden, die der örtlichen Polizei behilflich sein sollten, die Freiheit der Volksabstimmung gegen jede Beeinträchtigung zu sichern und jeder ernsten Ruhestörüng vorzubeugen. Die Vorsichtsmaßnahmen, die von der französischen Regierung für später noch ergriffen worden find, um den etwaigen Ausbruch ernster Unruhen im Saargebiet gegebenenfalls begegnen zu können, wurden der englischen Regierung gleichfalls mitgeteilt. Der französische Botschafter hat Sir John Simon dieser Tage bei einer Besprechung davon in Kenntnis gesetzt. Die britische Regierung betrachtet zwar die Haltung Frankreichs als „durchaus angemessen". Indessen besteht nach Auffassung der britischen Regierung keine Wahrscheinlichkeit dafür, daß der von der französischen Regierung befürchtete Fall eintritt, es fei denn, daß die Parteien im Saargebiet jedes Verantwortungsgefühl verlieren. Großbritannien beabsichtigt daher nicht, in dieser Angelegenheit vorzeitig irgendwelche besonderen Schrittezutun. Aehnlich, wenn auch mit geringerer Zurückhaltung, äußert sich die „M o r n i n g p o st". Das Blatt stimmt der Haltung der französischen Regierung geradezu begeistert zu und verbindet damit die bei ihm zur Gewohnheit gewordenen Eingriffe gegen Deutschland. Gin seltsames Mißverständnis. Herr Kno? soll um Hilfe bitten. Paris, 1. Noo. (DNB.) Der „Paris Soir" spricht von Mißverständnissen, die im Zusammenhang mit militärischen Vorbereitungen aufgetaucht seien und erklärt, die Vorbereitungen des Kriegsministeriums seien rein technischer 21 r t und ließen durchaus nicht darauf fchließen, daß es die Absicht habe, ins Saargebiet ein» z u r ü ck e n. Es stände weder den militärischen Behörden, noch der französischen Regierung zu, darüber zu beschließen. Außerdem habe Frankreich durchaus nicht den Wunsch, französische I Soldaten ins Saargebiet zu schicken, sondern wäre glücklich, wenn die internationale Polizei, die ausreichend zu verstärken sei, ihrer Aufgabe genügen würde. Frankreich würde ins Saargebiet nur dann Verstärkungen entsenden, wenn darum in klarer und formeller Weise nachgesucht würde und wenn der Völkerbundsrat seine Instruktionen von 1925 und 1926 wiederhole. Frankreich würde sich an andere Mächte ! wenden, um nicht allein d i e Verantwortung übernehmen zu müssen und hoffe dann auf Mitarbeit, die den internationalen Charakter dieses Schrittes bestätigen würde. „Die Wett ist sehr mißtrauisch". ' Basel, 1. Nov. (DNB.) Das „Berner Tagblatt" befaßt sich mit der Behauptung des „Ma- tin", nationalsozialistische Sturmabteilungen beabsichtigten einen Handstreich auf das Saargebiet, und deswegen habe Frankreich im Elsaß und in Lothringen Truppen bereitstehen. Das „Berner Tageblatt" stellt dazu setz: Schweizer, die Lothringen berichtet. Von dem angeblich beabsichtigten na- Z e i t über die dortigen militärischen Vorbereitungen berichtet. Vond em angeblich beabsichtigten nationalsozialistischen Handstreich sind wir noch 2Vi Monate entfernt, da er nach der Abstimmung erfolgen soll. Wenn jetzt militärische Vorbereitungen französischerseits im Grenzgebiet getroffen werden, wo die sogenannten Deckungstruppen innerhalb weniger Stunden marschbereit sind, so sieht das eher danach aus, als wollte man dem angeblichen nationalsozialistischen Handstreich 3,u d o r t o m m e n, d. h. vor der Abstimmung das Saargebiet besetzen. Wir nehmen bestimmt an, daß nur d i e Militärs an einen solchen Husarenstreich denken, nicht aber die Regierung Frankreichs. Seit der Abstimmung in O b e r sch l e- fien ist die Welt sehr mißtrauisch gegen eine Abstimmung „unter dem Schutz der Bajonette". Oie Gaarfrage am 21. November auf derTagesordnungdesVölkerbundsratS Genf, 1. Nov. (DNB.) Der Präsident des Völkerbundsrates hat beschlossen, die außerordentliche Tagung des Völkerbundsrates auf den 21. November einzuberufen. Als einziger Punkt der Tagesordnung ist die Saar frage vorgesehen. Somit ist entschieden, daß die Abrüstungsfrage der nächsten Sitzung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz vorbehalten bleibt. Die Befriedung der evangelischen Kirche. Oer Neichsbischof kündigt Maßnahmen zur Entspannung der kirchlichen Lage an. f . ... < • IM: ■ W > - WW8WWWW M ■Ö w $ W * \ MM W W WM M-M MM ÄWW' WM L, ■> MI? ■ -^1 i ■ d , s Die Landesbifchöse (von links nach rechts) D. Wurm (Württemberg), D. Marahrens (Hannover) und D. Meiser (Bayern) auf dem Wege zur Reichskanzlei, wo sie vom Führer und Reichskanzler in Gegenwart des Reichsministers des Innern zu einer Aussprache über kirchenpolitische Fragen empfangen wurden. Ueberprüfung der Rechtslage. Eindeutige Ordnung des Bekenntnisstandes Berlin, 1. Nov. (DNB.) Kirchenamtlich wird mitgeteilt: In Weiterführung der Wahnahmen zur Klärung der kirchlichen Lage hat der R e i ch s b i s ch o f besondere Waßnahmen getroffen. Vor allem sollen die umstrittenen punkte in der Rechtslage der Deutschen Evangelischen Kirche einschließlich der D i s z i p l i n a r f ä l l e sofort über prüf t werden. Wit maßgebenden Reichsstellen ist Verbindung ausgenommen. Ziel dieser Waßnahme ist, eine einwandfreie Rechtslage in der Deutschen Evangelischen Kirche unter allen Umständen sicherzustellen. Ferner ist vorgesehen, den Bekenntnis st and der Reichskirche eindeutig zu ordnen. Wit dem Erlaß einer Kirchengemeindeordnung, welche die Grundlage für eine Befriedigung der Kirche von den Gemeinden aus schaffen soll, wird gleichfalls in kürzester Frist zu rechnen fein. Es ist der Wille der Reichskirchenregierung, durch die rasche Erledigung dieser Wahnahmen eine Entspannung der Lage herbeizuführen. aus den metaphysischen Quellen zu schöpfen. Tut sie das nicht, fo ist und bleibt sie zermürbender Frondienst: mit Unlust getan, zum Unfegen verdammt. Eine ganz mumienhafte Anschauung ist es, die Arbeit rein um ihrer selbst willen, ohne Beziehung auf das Leben, zu achten und ihr womöglich deshalb, weil sie keinen Zweck als nur sich selbst kenne, das Prädikat der Würde beizulegen. Es gibt keine würdige Arbeit als allein die, welche den Willen und die Macht hat, Leben zu ge- ft alten und Leben z u erhöhen. Das aber kann jede Arbeit — auch die geringste und die an der wesenlosen Maschine — wenn nur der Mensch, der die Maschine bedient, über einen Vorrat von inneren Kräften verfügt, der ihn verhindert, selbst ein Mechanismus zu werden. Der technische Materialismus, äußerst erfinderisch im Ersinnen immer neuer Mittel, die letzten Endes nur dazu dienen, den Teufel durch Beelzebull auszutreiben, hat geglaubt, durch gutgemeinte soziale Einrichtungen die negativen Wirkungen der maschinellen Arbeit unschädlich machen zu können. Sie sind notwendig, und wir werden gewiß nicht für ihre Abschaffung plädieren. Wirkliche Kompensationen aber sind es nicht. Es gibt gegenüber der Intensität der modernen Arbeit nur ein einziges wirksames Mittel: die echte Feier, bestehend aus Ruhe, Andacht und Selbstbesinnung. Die seelische Gesundheit der Menschen wird in Zukunft wesentlich davon abhängen, ob der einzelne für sie wieder „Zeit hat" 0er Abschluß des E>A - Gruppenführer -Appells Berlin, 2.Nov. (DNB.) Der „Völkische Be- obachter" meldet: Der SA -Gruppenführer-Appell wurde am Donnerstag in Berlin forgefetzt und abgeschlossen. Im Mittelpunkt des Donnerstag-Appells standen richtunggebende Ausführungen des Chef des Stabes, Lutze, in denen er zu allen Gebieten der SA.- Arbeit Stellung nahm. Die Amtchefs der obersten SA.-Führung behandelten in Referaten ihre Arbeitsgebiete und die einzelnen Gruppenführer erstatteten Bericht über die Entwicklung in den einzelnen Gruppen während der letzten Monate. In den Besprechungen kam insbesondere die Entschlossenheit zum Ausdruck, die Erziehungsaufgabe, die der SA. vom Führer gestellt ist, in konsequenter Weise zu lösen. Insbesondere die Auswahl des SA. - Führer- ko r p s wird mit besonderer Schärfe durchgeführt werden. Die Ueberprüfung aller Beförderungen auf weltanschauliche Festigkeit und Führereigenschaften ist bereits in die Wege geleitet, um in festem Zusammenhalt mit allen Gliederungen der Bewegung mit dem Begriff des SA.-Führers wieder denselben kämpferischen Sinn zu verbinden, der ihn vor der Machtübernahme großgemacht hat raefuhrt wer- Devisen rund Das-euischenglischeZahlungsabkommen in Berlin unterzeichnet. Im Mittelpunkt der Wirtschaftserörterungen steht nach wie vor die durch die Devisenlage erzwungene Beschränkung der Einfuhr ausländischer Rohstoffe. Wenn wir uns vergegenwärtigen, in welchem Maße Deutschland bisher der Abnehmer der großen Kolonialreiche war, dann ist der teilweise Ausfall der deutschen Kundschaft geeignet, die Schwierigkeiten noch zu vermehren, in denen diese Staaten stecken. Und vor allem die Vereinigten Staaten, die 16'/- Millionen Arbeitslose aufweisen, werden kaum in der Lage sein, sich aus eigenen Kräften wieder hochzuarbeiten, da ein Teil dieser Arbeitslosen auf die Gebiete entfällt, die bisher ihren Ueberschuß vor allem nach Deutschland lieferten. Wenn Deutschland heute noch die Rohstoffe beziehen und mit seiner Ware bezahlen könnte, wäre die Krise nicht in ihrer verhängnisvollen Schwere in die Erscheinung getreten. Man muß sich vor Augen halten, wie weit die deutsche Industrie in der Lage ist, Rohstoffe zu ersetzen oder Neustoffe zu schaffen und wie weit der deutsche Boden, der heute Getreide usw. trägt, beschnitten werden kann zugunsten des Anbaues von Oelfrüchten usw. und der Haltung von Schafherden zur Wollerzeugung. Wenn das Getreide mehr bringt als die Schafherden, dann wäre es unsinnig, Getreideboden in Weideland für Schafe zu verwandeln. Als das in England geschah, war es aus mit der englischen Landwirtschaft, als die Schafe die Getreideböden auffraßen, wie die Engländer sagten, zog zwar die Industrie einen doch immerhin zeitlich bedingten Nutzen, der englische Landwirt aber wurde Industrieproletarier. Da im neuen Deutschland aber das Hauptgewicht auf die Erhaltung eines gesunden 'Sauern ft anbes gelegt wird, ist die Schafzucht nicht geeignet, uns von der Wollversorgung völlig unabhängig zu machen, soweit sie aus dem Ausland erfolgt. Einige Gebiete Kilogramm geschätzt, und die K u n st fas e rerzen g u n g kann höchstens auf 10 Millionen angenommen werden. Zudem kommt von dieser gesamten Produktion nur ein Teil als Ersatz für Baum» wolle in Frage, der andere wird zu selbständigen Geweben verarbeitet. Für Rohnessel gibt es Weltarbeitslosigkeit sind bisher wenig erfolgreich gewesen. Während es in Deutschland gelungen ist, die Zahl der Arbeitslosen um mehr als die Hälfte zu verringern, ist die Weltarbeitslosenziffer selbst in dem letzten Sommer, also in einer Zeit, in der sich aus jahreszeitlichen Gründen die Beschäftigungskonjunktur stets zu bessern pflegt, nach zuverlässigen statistischen Berechnungen nur von 22,5 Millionen auf 2 0,5 Millionen zurückgegangen. Im Herbst aber ist nach einer vom Statisti- jchen Reichsamt veröffentlichten Zusammenstellung in den meisten Ländern bereits wieder eine Verschlechterung der Beschäftigungslage eingetreten. Insbesondere ist in den Vereinig- t e n Staaten und in Frankreich die Arbeitslosigkeit aufs neue gestiegen, während in Eng- land und Italien der Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Stillstand gekommen ist. Im Gegensatz hierzu hat in Deutschland bekanntlich die Zahl der Arbeitslosen auch noch im September weiter beträchtlich abgenommen, ein klarer Beweis dafür, in wieviel wirksamerer Weise als in anderen Landern in Deutschland der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geführt wird. Man schätzt die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der ganzen Welt für Ende September d. I. auf 21,5 Millionen. Sie hat also im dritten Vierteljahr bereits wieder um eine Million zugenommen. Da in Deutschland in dieser Zeit die Zahl der Arbeitslosen eine erhebliche Verwinde- rung erfahren hat, ist die Steigerung der Arbeits- losigkeit in den anderen Ländern in Wirklichkeit noch größer. Ein ebenso gefährlicher Feind der nationalen Zukunst wie die Arbeitslosigkeit ist die A b n a h m e der Geburtenziffer. Auch dieser Erzfeind ist aber von der nationalsozialistischen Regierung seit der Machtübernahme mit größtem Erfolge be- kämpft worden. Nach einer in „Wirtschaft und Sta- tistik" veröffentlichten Zusammenstellung betrug in 356 deutschen Gemeinden mit über 15 000 Einwohnern die Zahl der Eheschließungen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 165 500. Das Oer deuische Student 1914-1934 Don Franz Eeldte, Deichsarbeitsminister. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Die deutsch-englischen Verhandlungen über Fragen des Zahlungsverkehrs haben mit der Unterzeichnung eines Zahlungsabkommens ihren Abschluß gefunden. Das Abkommen, das von Reichaußenminister Fr ei Herrn von Neurath ferner von Reichsbankprcifident Dr. Schacht, von dem königlich-britischen Botschafter Sir Eric P h i p p s und von dem Führer der englischen Delegation Sir Frederic Leith-Roß unterzeichnet worden ist, tritt sofort in Kraft. Das Abkommen regelt drei grundlegende Fragen: Die Bezahlung des laufenden Warenverkehrs zwischen Deutschland und Großbritannien, die Auflösung der rückständigen deutschen Verpflichtungen aus dem Warenverkehr, und schließlich die Liquidierung des Sonderkontos der Bank von England aufgrund des deutsch-englischen Abkommens vom 10. August 1934 sowie die Behandlung der lang« und mittelfristigen Finanzverpflichtungen. Es ist Vorsorge getroffen, daß zwischen der englischen Einfuhr nach Deutschland und den für ihre Bezahlung erforderlichen ausländischen Zahlungsmitteln ein festes Verhältnis hergeftellt wird, durch das die Entstehung neuer Rückstände im Warenverkehr vermieden wird. Damit ist dem Gesichtspunkt, daß Deutschland nur so viel einführen will, als es tatsächlich bezahlen kann, Rechnung getragen. Das Abkommen geht davon aus, daß bei dem ft a r f e n deutschen Aktivüberschuß im Handelsverkehr mit England auch ohne den Mechanismus eines Verrechnungsabkommens mit feinen handelshemmenden Wirkungen der Reichsbank genügende Devisenbeträge für die Be- Zahlung der laufenden englischen Einfuhr zufliehen werden. Demgemäß sollen als Grundlage für die Bereitstellung von Devisen durch die Reichsbank die beiderseitigen Handels statt st iken gewählt werden. Dabei ist man davon ausgegangen, daß der Umfang der englischen Einfuhr nach Deutschland zu dem der deutschen Ausfuhr nach England im Verhältnis von 55:100 der Struktur der beiderseitigen Handelsbeziehungen entspricht. Um bei einem unbefriedigenden Funktionieren des neuen Systems nochmalige Verhandlungen zu vermeiden, ist das ursprünglich erörterte Verrechnungs- Verfahren vorsorglich in die Form eines Vertrages gebracht worden, der bei Wegfall der vereinbarten Regelung an deren Stelle treten wird. Gerade bei der Bedeutung des deutsch-englischen Handelsverkehrs mußte der Versuch gemacht werden, nach dem Versagen der Clearingverträge neue Wege zu suchen, die dem Handel größere Freiheit und stärkere Entwicklungsmöglichkeiten gewährleisten als der starre Mechanismus dieses Clearingsystems, der zwangsläufig zu einer Schrumpfung des Handelsverkehrs, wenn nicht gar zu einer Umkehrung der bisherigen Bilanzverhältnisse führt. Die Anhäufung erheblicher rückständiger deutscher Verpflichtungen aus dem Der Bundesführer des Nationalfazialisti- fchen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahl- Helm), selbst alter Verbindungsstudent, hat dem vom Studentenwerk Berlin e. V. heraus- ausgegebenen „Berliner Hochschulführer für bas Winter-Semester 1934/35" die folgenden Geleitworte mitgegeben: Den deutschen Studenten habe ich, selbst alter Student, in dreifacher Form 1914 wieder neu kennengelernt. Im Alten Herrn, der die Schuljungen stehenließ, die Akten übergab, die Tür zum Laboratorium ins Schloß warf, den grauen Rock anzog und wissend, media in vita und tapfer in seinem grauen Rock Mann ober Führer war. Im aktiven Soldaten, der, mitten in seiner Dienstzeit begriffen, irgendeiner war in der Kompagnie. Und in jenem jungen k r i e g s f r e i w i l l i - gen Studenten, der zuerst mit einem höchst blassen Schimmer vom Mg., dann in Geist, Haltung, Liedersang und Patrouille, im Vorleben in der Kameradschaft und im Sturm und Sterben zum geschichtlichen Bilde geworden ist. In diesem Sommer, zwanzig Jahre nach alledem, ist das alles wieder in uns wach geworden. Das Lied, das durch die Straßen scholl: „Burschen heraus!" Die Burschenbänder, die sie unter dem feldgrauen Rock trugen. Der Tod von Flandern, der sie hinmähte, und den sie doch bei Langemarck besiegten. Der gläubiae, zähe Ernst, mit dem sie vorbildlich als brave Kameraden unter braven Kameraden, durch Dreck und Graben, durch Trichter und Schlammsümpfe ihrem Schwure für Deutschlands Freiheit treu blieben. Der Student von 1914 stand an der Quelle der Volksgemeinschaft. Wer redet von Ueberhebung und Volksfremdheit, der ihn gekannt hat? Noch sehe ich ihn im Herbst 1914 vor mir — Seite an Seite und Herz in Herzen mit dem Bauernburschen und dem jungen Arbeiter. Er trug wohl irgendein gelehrtes Buch im Tornister. Er las wohl feinen Kameraden vor. Er dichtete und redete und schrieb in der Nacht vorm Feinde feine Briefe über Freiheit und Vaterland. Er stürmte. Er fiel. Und er blieb am Leben und focht sich durch. Er kam 1918 heim. Ein harter, wissender Kämpfer mit tiefliegenden Augen, mit geschlossenen Lippen und bis aufs Mark erbittert über den Rückzug und über jenen Verrat, der damals Revolution heißen wollte. Er ging wieder auf die hohe Schule. Biß sich des Tages in feine Arbeit im Seminar und in den Kliniken hinein, faß des Nachts mit den Kommilitonen wieder zusammen und redete und tränt und fang die alten Lieder und gab es nicht auf, dennoch zu hoffen und zu kämpfen. Warenverkehr hat sich schon feit geraumer Zeit als eine schwere Belastung der gesamten Handelspolitik des Reiches erwiesen. Um die deutsch-englischen Handelsbeziehungen von dieser Belastung zu befreien, wird die Liquidierung die er rückständigen Schulden in einem Zeitraum von zwölf Monaten vorgesehen. Die Reichsregierung hat für diesen Liquidierungsprozeß sofort einen Betrag von 400 000 Pfund Sterling frei gemacht, um für die Handelsbeziehungen mit England möglichst rasch wieder normale Bedingungen herzustellen. Darüber hinaus sollen von den aus der deutschen Ausfuhr nach England der Reichsbank zufließenden Devisen monatlich 10 v. H. für die Zwecke dieser Liquidierung zur Verfügung gestellt werden. Der dritte in dem Abkommen geregelte Fragenkomplex betrifft den Dienst der Dawes - und Pounganleihe über den 31. Dezember 1934 hinaus sowie die Behandlung der Nichtreichs- a n l e i h e n britischer Inhaber. Die Regelung ist eine Fortsetzung der in dem deutsch-englischen Transferabkommen vom 4. Juli 1934 enthaltenen Vereinbarung mit dem Unterschied, daß den Inhabern von Nichtreichsanleihen 4proz. Fundierungsbonds mit der Maßgabe angeboten werden sollen, daß die Geltendmachung des Diskriminierungseinwandes bei Annahme dieser Bonds ausgeschlossen werden soll. Inwieweit die in das neue Abkommen gesetzten Erwartungen sich verwirklichen werden, wird die Zukunft lehren müssen. Jedenfalls wird das Abkommen nicht automatisch alle Schwierigkeiten des deutsch-englischen Handels aus dem Weg räumen können. Der deutsche Handel muß daher auch im Verkehr mit England sich der Schwierigkeiten bewußt bleiben, unter denen unsere gesamten Handelsbeziehungen zur Zeit leiden und auch hier d i s gebotene Vorsicht in feinen Dispositionen walten lassen. Befriedigung in England. ß o n b o n ,1 2. Nov. (DNB. Funkspruch). Das deutsch-englische Handels- und Zahlungsabkommen wird von der Presse mit Befriedigung begrüßt. Es wird aber darauf hingewiefen, daß es sich um einen Versuch handele, und daß noch nicht sicher sei, wie er sich bewähren werde. Allgemein herrscht Genugtuung darüber, daß es gelungen ist, die Einrichtung eines Clearing - Systems zu vermeiden. „Morning Post" gibt zu, daß Dr. Schacht „wesentliche Zugeständnisse" gemacht habe, weil er der Aufrechterhaltung des Handels mit England große Bedeutung beimesse. Das Blatt warnt aber vor „Fallgruben" und bemerkt, der Handel mit Deutschland bleibe nach wie vor riskant. Im „Financial News" heißt es, Deutschland habe nur mäßige Zugeständnisse gemacht, indessen könne man heutzutage nicht mehr verlangen. „Times" räumt ein, daß Dr. Schacht einen versöhnlichen Geist gezeigt habe. Wirtschaftliche Umschau. Oie Weltarbeitslosigkeit.-Erhöhte Geburtenziffern. - Oie Rohstofflage Deutschlands sind allerdings für die Schafzucht vorzüglich geeignet. Der Hauptteil der neuen Rohstoffe wird von unserer Industrie geliefert. Dr. Schacht hat die Erstndung des synthetischen Kautschuks als Tatsache hingestellt. Wenn auch nähere Einzelheiten darüber noch nicht bekannt sind, so ist diese Tatsache doch geeignet, um uns vom Ausland unabhängig zu machen. Auf dem Gebiete der T r e i b ft o f f e ist neuerdings die R u h r - C h e m i e - A G. tätig, die vor allem nach dem Kohleverschwelungsverfahren künstlichesBenzin herstellt. Ein anderes Verfahren hat Geheimrat Fischer entdeckt. Geheimrat Fischer, der Leiter der Kohlenversuchsabteilung in Mülheim a. R., benutzt dabei als Ausgangsstoff den Wasserstoff. Nun hatten die westlichen Gruben- und Hüttenkonzerne große Kapitalien investiert, um künstlichen Stickstoff herzustellen, der das gleiche Grundmaterial benutzt. Diese Anlagen aber haben sich infolge der Preisentwicklung nicht rentiert. Für die Benzinerzeugung sind sie aber sehr geeignet, und neben der Ruhrchemie yat jetzt der Großindustrielle Peter Klöckner eine Gewerkschaft mit der Erzeugung von künstlichem Benzin betraut. Schwierig, aber nicht unlösbar sind die Fragen auf dem Gebiet der Fas e r d e r f o r g u n g. Wir haben im Vorjahre vor allem an Rodwolle, an Kammzügen und Kammgarnen rund 190 000 Ton- nen eingeführt. Davon können wir rund 20 Prozent durch Verspinnung von Vistra, der neuen Kunstfaser, sowie durch andere Wottstreckmittel ersetzen, so daß wir also rund 120 Millionen Reichsmark nicht ins Ausland gehen zu lassen brauchten. Schwierig dagegen ist der Ersatz von Baumwolle schon aus dem Grunde, weil der Ersatz 225 Prozent teurer ist als die Rohbaumwolle, die ein Naturprodukt bildet. Gegenüber 400 000 Tonnen, die wir 1933 einführten, wird die diesjährige Kun ft sei- denproduktion doch nur auf 40 Millionen bedeutet gegenüber dem ersten Halbjahr 1933 eine Zunahme um 43 900 oder um mehrals 36 Prozent. Die ehefördernde Gesetzgebung hat also ihr Ziel hundertprozentig erreicht. Gleichzeitig ist die Zahl der Geburten von Monat zu Monat gestiegen. In den gleichen Mittel- und Großstädten wurden in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 217 800 lebende Kinder geboren. Die Geburtenziffer hat damit gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres um 44400 oder um 2 5,6 Prozent zugenommen. Da auch die Sterb- lichkeitsverhältnisfe günstig blieben, ist in den Städten allgemein eine erhebliche Besserung der bevölkerungspolitischen Lage festzustellen. Der Geburten- Überschuß betrug 4 auf je 1000 Einwohner und war damit bereits wieder höher als der in den Jahren 1927 und 1928 erreichte. Selbst in den Großstädten, in denen in den letzten Jahren ein Ueberschuß der Sterbefälle über die Geburten registriert werden mußte, ist jetzt wieder eine natürliche Bevölkerungszunahme vorhanden. Die innere Oe- funbung des deutschen Volkes, für die auch bet Rückgang der Abtreibungen Zeugnis ablegt, macht erfreuliche Fortschritte. Der Ausweis über die Einnahmen unb Ausgaben des Reichs in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres 1934/35 läßt eine stetige Aufwärtsentwicklung des Steueraufkommens erkennen. Während das Jahressoll der Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben 5373 Millionen RM. beträgt, ist bereits in der ersten Jahreshälfte eine Einnahme von 3070 Millionen RM. erreicht worden. Die Gesamteinnahmen betrugen 3512 Millionen RM., was einem Jahresaufkommen von mehr als 7 Milliarden RM. entspricht, während das Haushaltsfoll nur 6,46 Milliarden RM. beträgt. Da die Ausgaben die Haushalts-Voranschläge im allgemeinen nicht überschritten haben, jo ist die Finanzlage durchaus günstig. Die in dem laufenden Rechnungsjahr in Anrechnung zu bringenden Steuergutscheine find größtenteils bereits eingelöft worden. Die außerordentlich zuversichtliche Rede, die dek Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsministek Dr. Schacht vor den mitteldeutschen Industriellen gehalten hat, findet in den Berichten, die aus Industrie und Handel vorliegen, volle Bestätigung. Der S i e m e n s k o n z e r n z. B. hat im letzten Jahre feine Belegschaft um 40 Prozent auf rund 110 000 Köpfe erhöhen können. Bei der Siemens & Halske AG. ist auf fast allen Betätigungsgebieten eine starke Belebung eingetreten, die ebensosehr auf die Steigerung der Aufträge der Privatkundschaft wie auf die Zunahme der Behörden- bestellungen zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist die Feststellung in dem Bericht der Siemens- Schuckertwerke, daß die mittlere und Hei* nere Industrie bei der Erneuerung tW Produktionsapparates bedeutend reger W als die großen Werke, daß aber auch bei diesen neuerdings eine verstärkte Projektierungstätigfar beobachtet wird. Der Auslandsabsatz des Siemens- Konzerns hat sich ungefähr auf der vorjährigen Höhe gehalten. Oie ungenügenden Sicherheitsmaßnahmen beim Königsbesuch in Marseille Paris, 2. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Beim Innenministerium ist der erste Bericht über die Sicherheitsmaßnahmen eingetroffen, die für den Besuch, des Königs Alexander von Südslawien getroffen worden waren. Der Bericht erklärt, daß die Marseiller Polizei keine Schuld treffe, dagegen trage der (inzwischen seines Posten enthobenen) Poll- z e i p r ä f e k t des Departements Rhone-Münduna Jouhannaud die Verantwortung. Er habe sich von den aus Paris gekommenen Sicherheitsbeamten Anordnungen auferlegen lassen, anstatt «m Gegenteil den Pariser Beamten Anweisungen zu erteilen. Außerdem habe der Präfekt nicht genügend Truppen angefordert. Zur st» also vorläufig keinen Ersatz. Nun hat 21. Jaumann in der Zeitschrift „Die Kunstseide" eine Vorausschau für das Jahr 1936 entworfen. Danach müssen mir, selbst wenn 100 Millionen Kilogramm Baumwolle in Verrechnung kommen, immer noch 100 Millionen Kilogramm einführen. Von der K u n st w o l l e , die 50 Millionen Kilogramm umfaßt, werden 30 Millionen Kilogramm im Inland gewonnen. Don der Wolleinfuhr von 100 Millionen Kilogramm können wir höchstens 40 Millionen erzeugen, von der Altwolle mit 80 Millionen Kilogramm 60 Millionen. Unseren Flachsbedarf von 46 Millionen Kilo- gramm können wir im Notfälle im Inland selbst decken, ebenso unseren Bedarf an K u n ft f e i D e und Kunstfaser mit je 100 Millionen Kilogramm, aber unser Verbrauch an Hanf mit 65 Mionen Kilogramm wird nur zu 30 Millionen tm Inland gedeckt und Jute mit 100 Millionen Kilogramm muß gänzlich aus dem Auslande eingefuhrt werden. Jaumann berechnet, daß wir an Devisen rund 300 Millionen Mark benötigen, uni die Rohstosf- mengen aus dem Auslande einzuführen. Ein Teil wird immerhin dadurch aufgebracht, daß wir Textil-Fertigwaren na* dem Aus- lande liefern. Eine völlige Ersetzung der aus- ländischen Rohstoffe aber kommt nicht in Betracht. Entgegen optimistischen Erwartungen sind wir also auf das Ausland angewiesen, entgegen pessimistischen aber muß darauf hingewiesen werden, daß wir, selbst wenn wir so viel Textilstoffe wie 1933 verbrauchen, was der obigen Verrechnung zugrunde liegt, in recht günstiger Position sind. Die Bemühungen um eine Ueberwindung der der Stellvertreter des Führers, Reichsminister H e tz, beteiligten. Staatssekretär Backe vorn Reichs- ernährungsminifterium gab zu den verschiedener Fragen, die von den Reichsstatthaltern vorgebracht wurden, die gewünschten Aufklärungen. OieReichsmanneamTage von Eoronel. Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h.c Raed er, richtete an Fregattenkapitän a. D. P och- Hammer, ehemaligen Ersten Offizier des von den Falklandinseln am 8. Dezember 1914 gesunkenen Panzerkreuzers „Gneis en au folgendes Tele gramm: . „Am heutigen Tag gedenkt mit mir die Reichs- marine mit Stoh d e r H e l d e n v o n C o r o n e l deren Taten in der Reichsmarme u n d e r g e ff e n bleiben werden. Ich bitte Sie a l s d e n a l t e st e n der überlebenden Kämpfer des rühm- reichen Kreuzergeschwaders, den Kameraden zum 20. Jahrestag meine Grüße zu übermitteln. Fregattenkapitän a. D. Pochhammer ant- wartete dem Chef der Marineleitung: „Ihnen und der Reichsmarine danke ich im Namen der überlebenden Mitkämpfer vom Kreuzergeschwader für treues Gedenken zur heutigen Wieder- kehr der Sturmschlacht bei Coronel. Im Geiste un- [eres Admirals, Graf Spee, und 2000 bei Falkland gefallener Kameraden kämpfen wir weiter für Deutschland." So sahen wir ihn überall wieder. Unter den ersten Stahlhelmkameraden, unter den Freikorps, gegen München und Ruhr, unter den ersten Nationalsozialisten. Und er vergaß bei allem feine Arbeit und sein Studium nicht. Nur der oder jener fand nicht mehr zurück. Der oder jener blieb irgendwo auf der Strecke, ein spätes Opfer eines ungeheuren Krieges, einer grausigen Not nach ihm. Die Not war nicht nur, daß es nirgends Mehr langen wollte, daß kein Geld mehr da war ini Elternhaus ober bei den Studenten selbst. Sie trugen im kargen Stolz immer noch ihr Bund. Aber die Not saß tief, und diese Novemberrevolte zerriß und verwirrte das Volk, hat unseren Gefallenen die ruhmreiche Fahne gestohlen, die Geldgier, den Schwindel, die Nachkriegsgewinnler, die moralische Pest gezüchtet. Und diese Novemberrevolte speit auf jeden, der „jo dumm" war, seine Knochen für sein Vaterland hinzugeben. Das war die schlimmste Not. Wer sollte in dieser Zeit dem Studenten die Gabe geben, klug zu sein, zu erkennen, zu hoffen und politisch richtig zu denken? Der Student von 1919 und 1920 und 1921 war zunächst nicht politisch. Er war erbitterter Trotz, leib- hastiger Zorn auf Weimar und Versailles. Zorn des Fontsoldaten und nationalen Kämpfers. Dann jammelte er sich, der Student. Formierte sich, vertiefte sich, bekam politische Vorstellungen und politischen Glauben. Er wuchs aus großen und bewährten Idealen und aus dem Neuen seines Kriegserlebnisses in die Zukunft hinein. Bei Adolf Hitlers Scharen oder im Stahlhelm oder in irgendeiner Formation der Zucht und Seele. Die Nach, kriegsjugend sah ihn, lernte von ihm, stürmte zu den Fahnen der kommenden nationalen Revolution. Verband sich mit Bauer und Arbeiter, wie er sich verbunden hatte während des großen Krieges, und bereitete den Boden zum 30. Januar, zum Tag der nationalen Erhebung. Zwischen den Hellen Stimmen, die vor zwanzig Jahren in jenen Augusttagen fangen: „Burschen heraus!" und den Hellen Stimmen, die heute sin- gen: „Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen", ist eine einzige Kette des Blutes, der Treue, der Tapferkeit, des Glaubens an Deutschland. Vom grauen Schützengraben- ftubenten zum grauen Stahlhelmmann und zum Braunhemd in den Kolonnen Adolf Hitlers geht ein Weg: der Weg der großen, echten, selbstlosen Verantwortung gegenüber Volk und Vaterland, der Weg vom Quell der Volksge- meinschaft des großen Krieges zu ihrer dauernden Erfüllung und Viertiefung im Frieden eines neuen, großen und stolzen Deutschen Reiches. und der ihn heute befähigen mutz, der weltcmschau- liche Erzieher von Generationen zu fein. In seiner Schlußansprache betonte Stabschef Lutze ganz besonders, daß dieser Gruppensührer-Appell das äußere Zeichen dafür fei, daß b i e innere Reorganisationsarbeit, die als Folge des 30.Juni geleistet werden mußte, in den Hintergrund getreten ist gegenüber der positiven Aufbauarbeit, die dem Führer wieder eine SA. gestalte, wie er sie für die Partei haben will. Vereidigung der Reichsstatthalter. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Die Reichsstatt- Halter wurden am Donnerstagnachmittag i n einer gemeinsamen Sitzung durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. Sämtliche Reichsftatthalter waren bei der Vereidigung anwesend. Die Reichsstatthalter leisteten den gleichen Eid wie die Reichsminister. Im Anschluß an die Vereidigung sprach der Führer über die politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen. Unter dem Vorsitz des Reichsministers des Innern, Dr. Frick, fand dann eine eingehende Aussprache über die L a n d w i r t s ch a f t s - und Ernährungspolitik statt, an der sich auch der preußische Ministerpräsident Göring und wachung der Straßen waren an sich 5000 Mann notwendig gewesen, in Wirklichkeit habe man aber nur 500 Mann als Ehrengarde eingesetzt. Erregter Kampf um die Verfassungsreform in Frankreich. Paris, 2. Nov. (DNB.-FunkspruM Die Un- gewißheit über die Aussichten der Derfassungs- reform hat zur Folge, daß sich der Presse eine gewisse Erregung bemächtigt hat. Man macht kein Hehl mehr daraus, daß innerhalb des Kabinetts keine Einigkeit herrscht. Wenn die Minister, so schreibt „Excelsior", nicht einmütig Ministerpräsident Doumergue folgen, werde dieser sich einfach wieder auf das Land zurückziehen. Die radikalsozialistischen Minister müßten vor einer solchen Verantwortung auch wegen der außenpolitischen Besorgnisse zurückschrecken. Im „Oeuvre" erklärt D a l a d i e r, daß durch die Wiedereinführung des royalistisch-bonar- partistischen Vorrechtes der Kammerauf- I ö f u na die Wirtschaftskrise nicht behoben werden könne. Wenn er überzeugt sei, daß die Wiederherstellung der persönlichen Macht das Land vor dem Ruin retten könne, würde er sich dieser Lösung ohne weiteres anschließen. Daladier bezweifelt, daß die Wiedereinführung der persönlichen Macht den Arbeitslosen Beschäftigung, den Kaufleuten wieder Kunden und der Jugend Stellungen bringen könne. Eine Staatsreform sei nur als wirtschaftliche Reform denkbar. — Im „Jour" erklärt M i l l'e r a n d aus seiner Erfahrung als ehemaliger Präsident der Republik u. a.: Ich bin überzeugt, daß es unbedingt notwendig ist, der ausübenden Gewalt das Recht der Auflösung der beiden Kammern zu verleihen. Ich habe schon 1919 eine Reform in diesem Sinne gefordert. „Echo de Paris" mahnt aus außenpolitischen Gründen zur Einigkeit. Frank- reich habe nichts von der Allmacht des ministeriellen Einflusses zu befürchten, sondern im Gegenteil von seiner Ohnmacht alles zu befürchten. Erfolge der Arbeiterpartei bei den Gemeindewahlen in England. L o n d o n , 2. Nov. (DNB.) Die Gemeindewahlen in 28 Londoner Wahlbezirken sowie in über 300 Wahlbezirken in England und Wales führten zu erheblichen Gewinnen der Arbeiterpartei. Die Arbeiterpartei hat in den Londoner Gemeindebezirken ihre vor drei Jahren erlittene schwere Niederlage nicht nur wettgemacht, sondern darüber hinaus Fortschritte erzielt. Sie beherrschte von 1928 bis 1931 in Groß-London acht Gemeinderäte. Bei ihrer Niederlage eine Woche nach den Parlamentswahlen 1932 verlor sie fünf davon, um dann später bei einer Ersatzwahl wieder einen zurückzugewinnen, so daß sie bei den jetzigen Wahlen vier Londoner Gemeinderäte beherrschte. In nicht weniger als 10 von 28 Gemeinderäten hat jetzt die Arbeiterpartei für die nächsten drei Jahre die Mehrheit. Elf Ergebnisse stehen noch aus. In der Provinz und in Wales wird in den Gemeinderäten jedes Jahr ein Drittel der Ratsmitglieder neu gewählt. Auch hier haben die Sozialisten in vielen Städten ihre Sitze zurückerobert. In Sheffield konnten sie ihre Mehrheit erhöhen. In Hüll und Stoke-on-Trent haben sie Sitze zurückgewonnen. Wahlen in Seutsch-Südwest. Im Mandatsgebiet Deutsch-Südwestafrika finden jetzt Wahlen zur Volksvertretung (Landesrat) statt. Die deutschen Mitglieder dieser Körper- schäft (7 von 18) hatten vor einigen Monaten ihre Mitarbeit e i n g e st e l l t, als sie in der Frage der doppelten Staatsangehörigkeit majorisiert worden waren. Der Rest der Landesvertretung (Engländer und Buren) hat darauf einstimmig den Beschluß gefaßt, das Mandatsgebiet möge als „fünfte Provinz" der Südafrikanischen Union eingegliedert, also neben Transvaal, Natal, Orangestaat und Kapland gestellt werden. Es wird nun in der Presse vielfach die Frage erörtert, ob nach den Neuwahlen die südafrikanische Partei eine Zweidrittelmehrheit in Deutsch-Südwest erringen und jenen Beschluß durchführen werde. Davon kann keine Rede sein. Die ehemals deutsche Kolonie ist der südafrikanischen Union auf Grund des Friedensvertrages als Mandat zugeteilt worden Ebensowenig wie D e u t s ch o st a f r i k a durch einseitige englische Maßnahmen in Uganda und Kenya einverleibt werden kannte, ebensowenig besteht ein Rechtstitel dafür, Deutsch-Südwest durch Beschlüsse seines Landesrats des Charakters als Mandatsgebiet zu entkleiden und mit der Union zu vereinigen. Kleine politische Nachrichten. Am 18. November nimmt der Stabsführer der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher, auf der Jugendburg Stahl- eck bei Bacharach die Grundsteinlegung zum Ausbau der größten deutschen Jugendburg vor. * Hauptamstleiter Dr. Max Frauendorfer spricht am Samstag von 18.15 bis 18.30 Uhr über den D e u t s ch l a n ds end er zur Verordnung des Führers über die DAF. ♦ Der Bundesführer des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister Franz Seldte, hat die Ehrenkameradschaft der Kameradschaftlichen Vereinigung der Inhaber des preußischen Goldenen Militär-Derdienst- k r e u z e s angenommen. Die gleiche Ehrung wurde dem Führer der NS. Kriegsopferoersorgung Oberlindober und dem Bundesführer des Reichskriegerbundes „Kyffhäuser", Oberst a. D. Reinhard, angetragen. Laut den beim Amtsantritt der Abstimmungskommission festgelegten Bestimmungen wird die Präsidentschaft der Abstimmungs- k o m m i s s i o n des Saargebiets abwechselnd zwei Monate von einem jeden der drei Mitglieder ausgeübt. Nach dem Holländer de Jongh übernahm der Schweizer Henry die Präsidentschaft am 1. November 1934. In Oesterreich wurde der frühere Titel „Feld- marschall-Leutnant" für Generäle des Bundesheeres wieder eingeführt, der dem deutschen Generalleutnant entspricht. Der Dienstgrad „General der Infanterie (Artillerie, Kavallerie)" kann dem rangältesten Feldmarschall- Leutnant, ferner Generälen verliehen werden,, die das Amt eines Ministers oder Staatssekretärs für Landesverteidigung innehaben. Das Rücktrittsgesuch des südslawischen I u - stizMinisters Maximowitsch ist angenommen worden. An seiner Stelle wird Landwirtschaftsminister K o j i t s ch zum Justizminister ernannt. * Die innerpolitische Lage in Aegypten verschärft sich. Der britische O b e r k o m m i s s a r hat es ab gelehnt, den ägyptischen Ministerpräsident Pehia Pascha zu empfangen und hat unmittelbare Verhandlungen mit der Umgebung des Königs eingeleitet, offensichtlich mit dem Ziele, den Sturz "des jetzigen ägyptischen Kabinetts herbeizuführen. Der König stellte für Samstag seine Entscheidung in Aussicht. Der Rücktritt des Kabinetts ist wahrscheinlich. Aus aller Wett. Es wird überall Winter. In Berlin fiel in der Nacht zum Freitag der erste Schnee. In den Straßen hielt sich der Schnee nur kurze Zeit. Aber draußen in den Vororten lag noch am Morgen die weiße Decke, die sich allerdings auch bald in den bekannten Matsch verwandelte. ♦ Im Allgäu ist der Winter eingezogen und hat im Tal eine Schneehülle von 10 cm gebracht. Aus den Bergen wird bei 5 bis 10 Grad Kälte 25 cm Neuschnee gemeldet. ♦ Die nördlichen Bezirke Schwedens wurden in der vergangenen Nacht von einem überaus heftigen Unsere deutscheIugend. Wie wollen wir die Träger der Zukunst unserer Nation sehen, wie wollen wir ihnen begegnen? Reichsmimsier Goebbels im Rundfunk. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach heute abend über alle Sender zur deutschen Jugend. Die Rede wurde von den Gefolgschaften der Hitlerjugend durch Gemeinschafts- empsang aufgenommen. Reichsminister Dr. Goebbels erklärte einleitend, daß es ihm eine besondere Freude sei, vor der Jugend zu sprechen, weil er s i ch s e l b st jung genug fühle, um wie zu Gleichgesinnten und Gleichgestellten zu sprechen. Dr. Goebbels wies darauf hin, daß er selber zu Hause In einer Familie mit vielen Kindern aufgewachsen und auch heute noch von Kindern und jungen Menschen umgeben sei. Er fuhr dann fort: „Es ist in der Tat eineganzneueJugend, die hier emporwächst, und ihr alle könnt stolz darauf sein, in ihren Reihen mitzumarschieren. Was sie von der Jugend vor allem der Vorkriegszeit unterscheidet und vor ihr auszeichnet, das ist die Aufgewecktheit ihres Geistes, die wache Spannkraft, die aus ihren Augen leuchtet, die Tatbereitschaft, die in ihrem Marschtritt mitklingt, die Tapferkeit, mit der sie das Leben nimmt, wie es ist, die Offenheit ihres Charakters, die jeder Duckmäuserei abhold ist, die Klarheit ihrer Auffassungen und die Unsentimentalität im Begreifen unseres deutschen Schicksals. Diese Tugenden sind das Liebenswerteste an euch, ihr Jungen und Mädels! Sie müssen in eren Reihen erhalten bleiben und sollen ewiges Erbgut einer sich stets erneuernden deutschen Jugend sein. Wenn ihr dazu noch das Wunder fertigbringt, sie zu paaren mit einer edlen und stolzen Bescheidenheit, die Achtung vor dem Alter und Respekt vor der L e i st u n g in sich schließt, dann seid ihr in der Tat die würdigen Nachkommen der Generation, die den Krieg durchkämpft und die deutsche Revolution zum Siege geführt hat. Denn eines dürft ihr nie vergessen: Nicht jeder, der aller ist als ihr, muß deshalb ein Reaktionär fein! Und nicht jeder, der etwas kann, verdient deshalb den Spott und die Verachtung derer, die noch jung find und deshalb etwas lernen müssen. Die Alter an sich kein Fehler ist, so ist Jugend an abend des Nürnberger Parteitages, euer Zeltlager besuchte, habe ich mit eigenen Augen feststellen können, wie weit ihr es schon in dieser Beziehung gebracht habt. Ein gleiches Beispiel eurer inneren Ordnung habt ihr am Anfang dieses Jahres in der großangelegten Durchführung des Reichsberufswettkampfes abgelegt. Ein gleiches Beispiel bietet auch eure Organisation des Land- b i e n ft e s und der Landhelfer. Ihr zeigt damit, daß es euch nicht um verzogene und verhätschelte Muttersöhnchen zu tun ist, sondern daß ihr Jungen und Mädels gewinnen und erziehen wollt, um für das harteLeben tüchtig gemacht zu werden. Leider paßt nur auf einen geringen Bruchteil von euch das Wort von der „wonnevollen Jugendzeit mit Freuden ohne Ende". Der Kampf um das Leben ist hart und grausam, und viele Hunderttausende von euch sind früh und manchmal leider allzufrüh in seinen Strudel hineingezogen worden. Es ist ein paar Wochen her, da stand morgens, als ich Zum Dienst ging, vor meinem Ministerium unter den wartenden Menschen ein kleinerJung- volkpimpfvon zehn Jahren. Die Mütze saß ihm schief und keck auf seinem Kops, sein verwegenes Jungengesicht war ganz von Sommersprossen übersät, und ein paar Helle und klare Augen schauten unternehmungslustig in die Welt hinein. Dieser Junge trat ganz unvermittelt an mich heran und fragte mich, ob er mich einmal persönlich in einer dringenden Angelegenheit sprechen könne. Ich war schon im Begriff, ihm das abzuschlagen, weil andere wichtige Arbeiten auf mich warteten. Aber dieser Junge sah mich so bittend an, daß ich ihn mit ins Haus hineinnahm, und dort erzählte er mir nun die kleine und doch so erschütternde Tragödie seines Lebens. Sein Vater hatte beim unvorsichtigen Hantieren mit der Pistole einen tödlichen Schuß erhalten, seine Mutter lag schwer- krank und gänzlich verlassen zu Haus und er selbst hatte nun versucht, durch Verkauf von Postkarten und Abzeichen am Tage ein paar Groschen zu verdienen, damit er seinen noch jüngeren G e - s ch w i st e r n etwas zu Essen nach Hause bringen konnte, bis ihm schließlich ein Schupomann seine Ware beschlagnahmte, weil er keinen Gewerbeschein besaß. Was wollte der Junge von mir? Geld, Fürsprache, Protektion, Unterstützung?! Nein, nichts von alledem! Er wollte nur einen Gewerbeschein! sich auch keine Tugend. Ls kommt immer darauf an, was man daraus macht. Ihr wißt ja selbst aus eurer eigenen Erfahrung, daß es Jungen von 16 Jahren gibt, bei denen man nur bedauert, daß sie keine Glatze und keinen Vollbart haben; ebenso gibt es natürlich auch Grauköpfe, in deren Druff ein herz schlägt, das genau so jung ist wie das Cure. Sie gehören zu euch und fühlen sich auch als zu euch gehörend. Sie sind euch mit ganzer fürforgender Liebe zugetan. Und wenn sie euch manchmal mit gutem Rat entgegenfreten, so horcht wohlauf, denn sie haben eine lange Lebenserfahrung hinter sich, aus der sie die Berechtigung schöpfen können, euch auf diesem oder jenem Gebiet Wegweiser zu sein. Denn das ist nun einmal so im Leben: man muß zuerst etwas lernen, um etwas leisten zu können. Von nichts kommt nichts! 2Uif Reden und Grohtun ist noch kein Staat aufgebaut worden! Und die Weltgeschichte fängt nicht erst mit euch an, sondern sie wartet nur darauf, von euch fortgesetzt zu werden." Muß man solche Jugend nicht lieben? Muß man nicht täglich und stündlich bestrebt sein, ihr zu helfen und, wo man kann, das Leben zu erleichtern, das ohnehin schwer genug ist? Die Besserwisser sagen: Das ist ein Einzelfall! Und doch hat der Einzelfall feine höhere Bedeutung. Es ist ein Einzelfall, an dem sich der herbe und phrasenlose Heroismus einer deutschen Jugend abwandelt, die hinter uns steht und einmal an unsere Plätze treten soll. Ihr Ellern und Lehrer mögt in diesen Jungen und Mädels nicht nur die vorlauten Naseweise sehen, die reden, ohne gefragt zu sein, sondern auch die kommenden Männer und Mütter unseres Volkes, denen wir doch einmal unsere ganze Zukunft anvertrauen müssen. Wenn sie in diesen Wochen und Monaten an euch herantreten und um Heime bitten, in denen sie sich versammeln können, sorgt mit dafür, daß sie sie bekommen; denn es ist besser, sie dienen in diesen Heimen nach bestem jugendlichen Vermögen der Nation und ihren Aufgaben, als daß sie taten- und hoffnungslos auf den Straßen herumlungern. Sie ringen. Einmal wird auch an uns alle die Stunde herantreten, da wir das Schlachtfeld des Lebenskampfes verlassen müssen. Wenn unsere Augen sich dann schließen, wollen wir wissen, was aus dem Werk werden soll, das wir begonnen haben. Eure ft arten Hände müssen es dann halten und tragen, auf daß es in guter Hut fei von Geschlecht zu Geschlecht!" haben ein Recht, von uns zu fordern, denn hinter ihnen kommen aufs neue Kinder, die bei ihnen dasselbe Recht geltend machen werden. Je mehr ihr ihnen euer herz öffnet, um so mehr werden sie euch mit zutraulicher Liebe und jugendlicher Unbefangenheit nahen. Und ihr Jungen und Mädels dürft davon überzeugt sein, daß wir, die wir durch die Kraft des Nationalsozialismus das Reich eroberten, immer, licht hat: die Einigung unserer Jugend! Niemand ist, so erklärte Dr. Goebbels u. a. weiter, euch Jungen und Mädels gram darüber, wenn ihr in frischer und ungebundener Daseinslust die jungen Jahre eures Lebens nach Kräften auszukosten und nutzbar zu machen versucht. Aber hinter jeder Ungebundenheit muß Zucht, Ordnung und Disziplin stehen. Als ich am Samstag- Eure Organisation zählt Millionen von Mitgliedern. Daß in diesem Riesenkörper manchmal auch Fehler und Mängel unterlaufen, das ist ganz selbstverständlich. Es wäre ein Wunder, wenn es sich anders verhielte. Aber die Erwachsenen sollen nicht nur eure wenigen Fehler, sondern sie sollen auch eure vielen Tugenden sehen. Ich weiß, daß euer Reichsjugendsübrer auf das ernftete bestrebt ist, etwa auftauchenoe Fehler und Mängel sofort und rücksichtslos zu beseitigen. Deshalb verdient er nicht, von rückschrittlichen Elementen umwispert und umklatscht zu werden. Und wenn eine deutschfeindliche Emigrantenpresse ihn verleumdet, > menn es sich um die Belange der Jugend handelt, । b e i euch stehen werden. Den Kampf um das . ,, Leben können wir euch nicht ersparen, denn er ist so soll ihn das in euren Augen nur noch höher Naturgesetz und von Gott gegeben; ihr müßt euch stellen. Eltern und Erzieher aber müssen, wenn sie । in ihm bewähren, und jeder ist dabei feines «und unvoreingenommen sind, zugeben, daß eigenen Glückes Schmied. Seid tapfer und erk eine große deutsche Hoffnung verwirk- aufrecht, und ihr werdet die Palme des Sieges er- Schnee sturm heimgesucht. Die Eisenbahnstrecken wurden beschädigt, Telegraphendrähte wurden zerstört, die Fähren mußten in der ganzen Gegend eingestellt werden. Einige Fahrzeuge und Boote sind gesunken. Eine Person fand den Tod, mehrere wurden verletzt. Bei Holmsung erreichte der Sturm eine Stärke von 36 Sekundenmeter. * In Mittelitalien hat nach einem ungewöhnlich warmen Oktober bereits der Winter seinen Einzug gehalten. In Toscana ist in den oberen Lagen bereits viel Schnee gefallen. Unweit von Via- reggio stieg bei einem Gewitter eine Wasserhose auf, die die Badehäuser drei Kilometer weit sort- schwemmte. Eine Anlegestelle wurde über 100 Meter weit aufs Land gespült. Auch die elektrischen Leitungen der Straßenbahn wurden zerstört. Don einem der großen Hotels wurde das Dach zerstört. Der Mordprozeh Schulz erneut vor dem Schweidniher Schwurgericht. Dem früheren kommunistischen Landtagsabgeordneten Schulz aus Waldenburg-Dittersbach, gegen den erneut die Todesstrafe beantragt worden ist, wird zur Last gelegt, im Juli 1932 seinen 10- jährigen Sohn Horst ermordet zu haben. Schulz hatte das plötzliche Verschwinden des Kindes zunächst damit begründet, daß er es nach Rußland geschickt habe. Als aber später die Leiche des Kindes im Stausee der Talsperre Breitenhain bei Schweidnitz gefunden wurde, behauptete er, Horst sei bei einem Fahrradausflug mit ihm in der Nähe der Talsperre verunglückt, und er habe dann die Leiche beseitigt aus Furcht, man würde (einen Angaben über den Unfall nicht glauben. Das Gericht hielt bei der Verhandlung im Februar 1934 Mord für erwiesen und verurteilte Schulz zum Tode. Auf seine Revision hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an das Schwurgericht Schweidnitz ^urück- verwiefen. Zu dem neuen Prozeß waren fünfzig Zeugen und drei Sachverständige geladen. Schulz behauptete diesmal, er habe wegen einer Lüge zu Hause seinem Sohne einige Ohrfeigen versetzt. Der Junge sei darauf zu Boden gefallen und nach einigen Augenblicken gestorben. Er habe die Leiche dann zu der Talsperre geschafft. Diese Darstellung wies aber viele Widersprüche auf. Außerdem traten im Verlauf des Prozesses — wie schon in der ersten Verhandlung — Zeugen auf, die den Angeklagten als einen äußerst gewalttätigen Menschen schilderten, der Frau und Kinder häufig aufs schwerste mißhandelte. Elche sollen im Spessart heimisch werden. Die hegerischen Pläne des Reichsjägermeisters Ministerpräsidenten Göring haben im naturliebenden Volk Verständnis und Anerkennung gehoben. Mit großem Interesse wirb bie Mitteilung ausgenommen werben, baß Reichsjägermeister G ö - ring versuchen will, in ben bichten Wälbern bes Spessarts bas übrige Elchwilb heimisch zu machen, bas heute nur noch in Ostpreußen haust. Nicht nur in Jägerkreisen besteht ber Wunsch, baß biefer Versuch mit einem vollen Erfolg gekrönt werbe. Der Wiesbadener Straßenräuber hat noch mehr auf dem Kerbholz. Der 20jährige Karl Reuter, ber — wie vor einiger Zeit berichtet — in Wiesbaden einen Raubüberfall auf einen Kassenboten verübte, habet aber festgenommen werben konnte, kommt, wie sich jetzt herausstellt auch noch für andere Straftaten in Frage: so hat er sich zwei Diebstähle von Schußwaffen zuschulden kommen lassen und roejtcr konnte ihm ein Einbruch nachgewiesen werben, bei dem er 1400 Mark erbeutet hat. Als Komplize des Reuter wurde der 21jährige Hermann Hahn verhaftet. Reuter hat Hahn in der Fürsorgeanstalt kennengelernt und sich später mit ihm angefreundet. Eines Tages machte Hahn den Reuter auf feinen Meister aufmerksam, bei dem „1400 Mark zu holen wären". Als Reuter der Einbruch geglückt war, gab er Hahn 250 Mark und eine gestohlene Pistole. Dann verjubelten bie beiden Burschen bas Gelb. Reuter hat beispielsweise Spritztouren nach Köln unb Frankfurt gemacht. Als Hahn verhaftet wurde, fand man bie gestohlene Pistole Reuters bei ihm. Grohfeuer in einer badischen Holzwarenfabrik. In ber Holzwarenfabrik Fertig in Buchen (Baben) würbe in einer ber vergangenen Nächte ein Brand entdeckt, ber sich in ganz kurzer Zeit zu einem Riesenfeuer entwickelte. Sofort nach Entdeckung rückte die Feuerwehr mit Motorspritzen an, ferner etwa 200 Mann vom Arbeitsdienstlager Buchen, bie bie Löscharbeiten tatkräftig unterstützten. So konnten wenigstens das große Holzlager, das Maschinenhaus und andere Gebäude gerettet werden. Es besteht ber Verdacht der Brandstiftung. Die Fabrik beschäftigt zur Zeit nur 150 Arbeiter und war modern eingerichtet. Der Schaden ist groß. An den Wiederaufbau soll mit der größten Beschleunigung herangegangen werden, so daß die Möglichkeit besteht, daß vor Eintritt des Winters der Betrieb wieder ausgenommen werden kann. Flugkapitän Wiskanl ist „Luftmillionärgeworben. Als erster ber Nachkriegsfliegergeneration kann jetzt Fluakapitän Hugo W i s t a n t von ber Deutschen Lufthansa auf eine Million Flugkilo- meter zurückblicken. Diese Leistung ist um so bemerkenswerter, als Wiskant, ber heute erst 35 Jahre alt ist, zunächst als Borbwart zum Luftverkehr kam. Dann würbe er Flugzeugführer. Am (Silbe bes Krieges war er junger Kanonier. Im Jahre 1919 ging er zur Fliegerabteilung Baltikum nach Kurlanb. Bis 1921 war er bann bei ben ost- preußischen Polizeifliegern. Schließlich würbe er von ber Danziger Luftpost unb vom Junkersflug- verkehr übernommen, wo er zum Flugzeugführer ausgebilbet würbe. Der Deutschen Lufthansa gehörte Hugo Wiskant seit ihrer ©rünbung an. Raubüberfall auf einen Postwagen. — Zwei Tote. In ber Nähe von ßublin in Polen haben bewaffnete B a n b i t e n einen Postwagen in einem Walb überfallen. Sie erschossen nach kurzem Kampf ben Wagenkutscher unb ben ihm zum Schutze beigegebenen Polizeiwachtmeister unb raubten bie Gelbsäcke, bie ber Wagen mitführte. Die Behörben haben umfangreiche Maßnahmen eingeleiten, um auf die Spur ber Banbiten zu kommen. Zuchthaus für Veruntreuungen beim Winterhilfswerk. Der 27jährige Joseph Stracke aus Olpe (Westfalen) wurde von ber NS.-Volkswohlfahrt in Olpe bei der Durchführung des letztjährigen Winterhilfswerkes beschäftigt. Das in ihn gefetzte Vertrauen bat Stracke in schmählicher Weise mißbraucht. Er fälschte Unterschriften auf Schecks, hob das Geld ab unb verbrauchte es bei Festgelagen. Insgesamt hat er auf biefe Weise 250 Mark veruntreut. Nun hatte er sich vor der Großen Strafkammer in Siegen zu verantworten, bie ihn zu 15 Monaten Zucythaus verurteilte. Das Gericht brachte zum Ausbruck, daß für solche Verbrechen nach bem Willen ber Reichsregierung unb dem gesunden Rechtsempfinden des Volkes die Zucht- Hausstrafe als einzig angemessene Sühne anzu- sehen sei. Wettervoraussage. Der Temperaturrückgang hat sich gestern noch weiter fortgesetzt und in der vergangenen Nacht auch in den Niederungen allerorts bis zu leichtem Frost geführt. In der Höhe oorgestoßene feuchte Ozeanluft gibt seit heute früh in Westwinden Anlaß zu verbreiteten und auch heftigen Schneefällen, bie in unseren Gebirgen eine weitere Erhöhung ber schon vorhanbenen Schneebecke bringen. Der Höhepunkt ber winterlichen Wetterlage bürste jeboch erreicht sein, wenn auch ein rascher Uebergang zu milbem Wetter kaum wahrscheinlich ist. Aussichten für Samstag: Nach Aufheiterung unb verbreiterten Nachtfrösten erneut zu- nehmenbe Unbestänbigkeit unb Nieberschläge (in ben Nieberungen meist Regen), tagsüber roieber milber als seither, westliche Winbe. Aussichten für Sonntag : Bei westlicher Luftzufuhr im ganzen milder, weiterhin sehr unbe- ftänbig. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. WOLLEN Gie/jen. 6456 D jetzt tfeltersiweg 52 Aus Anlaß der Gießen (Wilhelmftr. 9), 1. November 1934 6416 0 Geöffnet: Bis 4 Uhr nachts 05286 Wirtschaft zur Lahn Kaniochenziidlt-toM Bahnhof-Gaststätten n. Lungentee Vacublitse 60 und 90 Pf. meines Lagers. 6237 D 6447 A SPEZ /AL -TVQLLGESCHAFT Unser Brüderchen ist angekommen, es soll Wolfgang Theodor heißen Ich müßte mal persönlich mit Ihnen darüber sprechen. Deutsche SkenografeuschlM Himbeeren Preußen nesenfrüchtig kräftige Original vflan^. vom Züchter Gärtnerei Schwarz Fernruf 4082. In großer Freude Senate und Gerda du Mesnil de Istochemont Jahrelang bewährte Qualitäten in größter Auswahl zu niedrigen Preisen | Empfehlungen | Schlafzimmer Speisezimmer Köchen in ßröfjter Auswahl und fiuter Qualität durch Fortfall hoh. Ladenmiete sehr hillih! ter des Instituts Professor Dr. Busch allen, die an der Fertigstellung und Einrichtung des Instituts mitgewirkt haben. Er erläuterte dann die Einrichtung des Instituts und führte praktische Versuche aus dem Bereich der Fernmeldetechnik vor. Der Erbauer des Instituts, Regierungsbaurat Günther, gab einen interessanten Einblick in die Maßnahmen, hie getroffen werden mußten, um eine ungestörte Arbeit bei den Schallmeßversuchen im Institut zu gewährleisten. Den Abschluß bildete eine Besichtigung des Instituts. Technischen Hochschulen. Ministerialrat Ringshausen erinnerte an die Baugeschichte des Instituts, das erst nach der Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler in seiner . . Der Präsident der Oberpostdirektion Frankfurt, .Plein, überbrachte die Glückwünsche des Reichs- durchzuführen. Das deutsche Volk kann gewiß sein, daß auch die deutschen Kunstturner auf ihnen nicht fehlen werden, wenn es gilt, die deutschen Farben würdig zu vertreten. Die Deutsche Turnerschaft hat die älteste liebet» tieferung auf dem Gebiete des Kunstturnens, und wenn sie auch im internationalen Wettkampf noch nicht die Erfahrungen besitzt wie die Turnverbände des Auslandes, so ist bis 1936 noch Zeit genug, um das, was noch zu lernen ist, nachzuholen. Das Haus, das auch den verwöhnteften Anfprüchen gerecht wird! _____________6136 D Reinwollene Kammgarn-Anzugstoffe Damen-Mantelstoffe Die Geräteturn - Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft, die am morgigen Samstag und am Sonntag in Dortmund vonstatten gehen, lenken die Blicke auf ein Gebiet der Leibesübungen, das sich gerade in den letzten Jahren ganz besonders vervollkommnet hat und zu ungeahntem Aufschwung gediehen ist: auf das Kunstturnen. Wen hätte es noch nicht in den Bann gezogen mit den wagemutigen Schwüngen, mit den schwierigen lieber» gärigen und den oft kaum für möglich gehaltenen Abgängen vom Gerät? Kunstturnen ist der Gipfel des Geräteturnens. Es bedeutet Höchstleistung und Höchstentwicklung menschlicher Körperbehendigkeit, zugleich aber ist es die hohe Schule wertvollster Charakter- bildung. Während das Geräteturnen in seinen Anfängerund mittleren Schwierigkeitsformen unschätzbares Volkserziehungsmittel für alt und jung, den Ungelenken wie den Veranlagten ist, weil es vielseitigste Körperertüchtigung und Durchbildung schafft, so ist das Kunstturnen die Krönung des Könnens, der Prüfstein, ob die natürlichen Fähigkeiten recht entwickelt wurden, und endlich, das Ziel für die vorwärtswollende Jungmannschaft. Man soll über die einzelnen Zweige der Leibesübungen keine Werturteile abgeben, denn fie tragen alle ihre Werte in sich. Aber eins ist wohl sicher: Kaum eine andere Leibesübung bildet den Eharakter so wie das Kunstturnen. Wenn es darauf ankommt, den richtigen Schwung zu finden, den rechten Griff zu nehmen, in dem Bruchteil einer Sekunde den Körper vom Gerät zu lösen, will man nicht Mißlingen der Hebung, wenn nicht gar einen Unfall herbeiführen, dann bildet sich der Mut, dann erzieht metwsfamschaft Imkere V. KreiSgruvve Gießen. Am Sonntag, den 4. ds. Mts., 2 Uhr nachm. 5thu umtogung in der Restauration r^aulstich. Vortragender ist HerrDr.^reuden« stein, Marburg. Erscheinen ist Pflicht. 6444D Böhringer Gießen, 6oethestraße 22 Einweihung des Instituts für Iernmeldetechnil an her Technischen Hochschule Darmstadt. AchlungSlenogralen Unser 6441D Vereinsabend findet in der Stadt Lick statt. Winter-Mäntel Übergangs-Mäntel, Münchner Loden Fertige Anzüge Kaninchen ii.Produta-Scliau Sonntag, den 4. November im Caf€ Ebel 6442 B Geöffnet von 9 bis 18 Uhr Eintritt 20 Pfennig also auch Tr ordmiNL der Studentenschaft anwesend. i Nach der G uckwunschansprache tes> »arrnftait« Se. Magnifizenz Professor Dr. H ll b e n e r wies Oberburgermeisters^W^a m^b ° auf die Bedeutung des neuen Instituts hin. Durch das neue Institut werde der Hochschule die Möglichkeit gegeben, ein Teilgebiet der Elektrotechnik, das sich im letzten Jahrzehnt besonders stark entwickelt hat, in einem seiner Bedeutung entsprechenden Umfang zu pflegen. Auf diesem Fachgebiet marschiere Darmstadt mit seinen modernsten Einrichtungen nunmehr an der Spitze der deutschen DanbriagerStr.21 Ehestands-Darlehen Ohne Husten durch den Winter I m. Kräuterhaus- Eukalyptus-Oel, Husten kandis und gegen alten Schleim,Asthma Photo 6440 A Kreuzplatz 9 V. f. B. Reichsbahn Sonntag. 4. Novbr. vormittags 9 Uhr: Abturnen der Turn-AbleilunQ Ab 16 Uhr: FomilienansIluO nach der Karlsruh t. alle Abteilung. DerVoreinsIfthrer Heute Freitag MetzeUuppe im Rhein«»» r ______Ludwigstr.6 e4Sio Heuchelheim Morgen Samstag °5266 Men* M 8 M: VMM mit ßtflül Karl Volkmann VII. Jlcueröjffnurig am Samstag, dem 3. November KONZERT Metzgerei und Wirtschaft Zum Maberfca/ieu Der Besitzer: Erwin Schneider Heim-Aufnahmen mit künstliehern Licht sin d kinderleicht! Lassen Sie sich von mir beraten. Ich zeige Ihnen gerne die verschiedensten künstlichen Lichtquellen wie: Nitraphotlampe.......4.— Mk. Kollektor dazu ........7.50 Mk. Blitsllcht-Pulver .. . von 20 Pf. an a/mAiMovew/tet Zeichn ßutesOpfehs! v a X ■ • 'X r . u 0 jF •: > \ • ’j <<<;:<, V- \ ♦ ** X 5rellag,2.Novenibe' 1954 Jlr. 56 2. November Erscheint Diensiag und Freitag 1934 Aur durch die Post zu beziehen. ahlen. Die Gehälter sind ge ren dieselben Abzüge von Ki ;enau geregelt und er- !rankenkassenbeiträgen. dürfe. „Alle Geschenke und Gaben im Kindelbette an Kuchen, Semmeln, Wein. Butterwecken, noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß allein die Gewerbes beim Finanzamt nicht genügt, um einen werbeschein der einzusenden. Dabei wird V Ort für hat Tage im Hause des Verstorbenen aus, das nun seinem Sohn gehörte, und fuhr dann über Hamburg die gleiche lange Strecke zurück, auf der es erst vor einer halben Woche hergekommen war. Im Gepäcknetz über ihnen lag außer dem Koffer ein großes, flaches Paket: es enthielt ein Kinderbildnis der jungen Frau, das bis zu diesem Tage über dem Schreibtisch des Entschlafenen gehangen hatte und nun in das Eigentum der Dargestellten übergegangen war. Es hätte, mit den übrigen Dingen, die ihnen bei der Erbschaftsverteilung zugefallen waren, nachgeschickt werden können; indessen bat die Frau so herzlich, dieses Bild, das sie in die sorglosen Tage der Kindheit zurückversetzte, gleich mitzuneh- men, daß ihr Mann, der bei der Kurze der Reise ohnehin mit nur wenig Gepäck belastet war, gern in ihren Wunsch einwilligte. Sie trafen am Morgen wieder in München ein und fanden die Wohnung leer; wahrscheinlich war das Mädchen, dem sie die genaue Ankunftszeit Nicht mehr hatten mitteilen können, mit dem kleinen Jürgen zum Einkäufen in die Stadt gegangen Nachdem sie abgelegt und sich nach der Nachtfahrt erfrischt hat.en, suchten sie sofort einen Platz für das Bild ausfindig zu machen. Der Mann hätte es gern in seiner Rauchecke gesehen, seine Frau bei sich, es gab ein kurzes, freundlich-ernstes Hin und Her, schließlich schlug er vor, das Gemälde in das Spielzimmer des Jungens zu hängen, der, so denke er, sicherlich nicht weniger Freude an dem schmucken braun-lockigen Geschöpfchen haben werde als er selbst. Seine Frau war es einverstanden und sie • hatten das anspruchslose, aber durch seine Erinnerungen und Beziehungen werte Werk gerade an der Wand befestigt, als die Wohnungstür ging unb das Mädchen mit Jürgen von ihren Besorgungen heimkehrte. Der Knabe umarmte stürmisch die Eltern, die er so lange hatte entbehren müssen, und ließ sich darauf von ihnen in sein Zimmer führen, wo, wie ihm verheißen ward, ein nicht alltägliches Geschenk auf ihn warte. Sein Blick fiel auch sofort auf das goldgerahmte kleine Mädchen und er trat langsam näher. Eine geraume Weile betrachtete er das Bild, fturnm und mit dem düster-nachdenkli-l/en Ernst, der ihm während der Kopfarbeit eigen war und der, in Verbindung mit der dreieckigen Stirn- Vater der Braut, der die Hochzeitsgäste durch Hoch- zeitsbitter und Hochzeitsbitterinnen zu der Veranstaltung einlud, mußte tief in die Tasche greifen, denn die Kosten für den Hochzeitsschmaus überstiegen oft die Höhe der Mitgift. So währte die Hochzeit, die der Bäckermeister Veit Gundlinger 1496 in Äugsburg seiner Tochter ausrichtete, acht volle Tage. Man speiste an sechzig Tischen zu je zwölf Personen, und die Gäste verzehrten im Verlaus gemeßen |et rote setzt er leioer. würgen warf einen hurtigen verwunderten Blick auf die Mutter, die hoch und dunkel neben ihm stand, und schaute dann wieder seinem Vater aufmerksam, aber völlig ungläubig in das Gesicht. Der Vater wies ihn auf die weiten weißen Aermel, auf das rote Mieder und auf die feine Stickerei am Hals hin: so angetan sei die Mutter als kleines Kind immer umhergegangen. Wieder sah Jürgen zweifelnd zwischen dem weiß- roten Mädchen und der in ernstes Schwarz gekleideten Mutter, die ihm bestätigend zunickte, hin und her. Die Mutter, fuhr der Vater fort, komme aus einem Land weit oben im Norden, nahe bei der großen Stadt Hamburg mit den tausend Schiffen; dort kleideten sich die Menschen noch heute am Feiertag so schön wie die Mutter auf dem Bild. Wenn er erst größer geworden sei, würden sie mit ihm dorthin reisen und den Großvater auf dem Friedhof besuchen. Die Erwähnung der großen Stadt Hamburg mit den tausend Schiffen brachte Jürgen fürs erste auf andere Gedanken; als aber feine endlosen Fragen alle beantwortet waren, wandte er sich flugs wieder dem Bilde zu, hüpfte seinem Vater von den Knien und erklärte, daß er jetzt mit Schwesterchen spielen wolle. Topfgeld schenken, dann soll dies nicht über einen Silbergroschen betragen", besagte die Verordnung. „Die Frauen sollen innerhalb der Sechswochen, in oder nach allem Kirchgang, gar keine Gasterei haben, bei Strafe von drei Mark." Ein Ulmer Ratsbeschluß beschränkte die Zahl der Eingeladenen zum ersten Bad der jungen Mutter auf drei. Falls Wandergewerbescheine nur noch für das lausende Jahr (bis Ende Dezember 1934) ausgestellt werden sollen, ist dies in den Anträgen iauf der ersten Seite oben in der Rubrik besonders anzugeben. Hat der Antragsteller erst im laufenden Jahre seinen Wohnsitz in : Ihrer Gemeinde genommen, so ist, sofern nach Lage der Sache die Möglichkeit mißbräuchlicher Verwendung des Wandergewerbescheins nicht lausgeschlossen erscheint, durch Nachfrage bei der Polizeibehörde des früheren Wohnorts festzustellen, ob dem Antragsteller bereits ein Wandergewerbeschein erteilt war. Die Beantwortung der gestellten Fragen ist von Ihnen so eingehend zzu vollziehen, daß Rückfragen und damit Verzögerungen in der Aus- an oer 215ano ping, vrs tarn zwar zu reinem zweuen Anfall, Jürgen redete wieder friedlich mit dem Mädchen aus Farbe und Leinwand, wurde aber immer stiller und bekümmerter über ihr stetes Schweigen und ein sonst nie an ihm gekannter Hang zur Einsamkeit machte sich stärker und stärker bemerkbar. Sein Vater sagte seufzend zu feiner Frau, er wünsche den Tag herbei, an dem der Junge in die Schule komme und ein paar nette, frische Kameraden finde. Wenn sich nicht vorher doch noch ein richtiges Schwesterchen einstelle. Und wirklich, als die kleine Renate geboren war, beachtete Jürgen das Bild mit keinem Blick mehr, er blühte auf und wurde wieder so fröhlich wie 3uen, 1000 Gänse, 505 Waldvögel, 1500 Fische d Krebse. 270 Gäste, die sich den Magen verbor- i hatten, wurden am siebenten Tage „wie tot" 5 dem Hause getragen. „Der Hochzeitsfraß ist in trefflichen Schwung und Brauch kommen, daß kaum etwa höher steigen und zierlicher seyn ide, und so fliessig gehalten wird, daß auch die ingften Handwerker biß in die sechs, sieben oder t Tafeln voll Hochzeitsgäst' zu laden pflegen", verichtet ein Zeitgenosse. Und die Magistrate mußten strenge Hochzeitsordnungen erlassm, um der verschwenderischen Ueppigkeit dieser Mahle zu steuern. Aber auch bei den Kindbett-Schmäusen und Taufen kamen viele Gäste ins Bürgerhaus. Nachbarn, Verwandte und Bekannte besuchten die Wöchnerin und brachten ihr Geschenke mit, und es war selbstverständlich, daß sie festlich bewirtet wurden. Auch hier mußten die Behörden Verordnungen erlassen, damit die Gesundheit der jungen Mutter nicht durch den Gästetrubel beeinträchtigt wurde. In Magdeburg wurden 1544 durch eine Ratsverordnung die Wochen-Visiten an Sonn- und Festtagen untersagt und die Vorschrift erlassen, daß der glückliche Vater den Gästen nur Wein vorsetzen Inhaltsübersicht: Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Kalenderjahr 1935. — Gewerbelegitimationskarten für Kj. 1935. — Genehmigung von Bäckereien und Backwarenverkaufsstellen. — Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in der Stadt Gießen. — Ausbau der Wasserkraft in der Mühle des Heinrich Ludwig Frey in Mendorf a. d. Lda. — 17. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich von Schillers. Bekanntmachung. Betr.: Genehmigung von Bäckereien und Backwarenverkaufsstellen. Nach § 17 der Verordnung vom 14. Juli 1934 zur Ordnung der Getreidewirtschaft in der Fassung der Verordnung vom 16. Oktober 1934 (Reichsgesetzbl. S. 629 und 999) dürfen Bäckereien und Betriebe, die Getreide ober Erzeugnisse hieraus verteilen, nur mit Genehmigung der Hauptoereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft in Berlin neu errichtet werden. Für Bäckereien ist also gegenüber dem früheren Rechtszustand insoweit eine Aenderung eingetreten, als nunmehr eine Genehmigung zur Neu- Betr.: Gewerbelegitimationskarten für Kj. 1935. An die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wer als Handlungsreisender oder als Handlungsagent nach § 44 der Gewerbeordnung Warenbestellungen aufsucht oder Waren ankauft, bedarf hierzu einer Legitimationskarte, die nach § 44a der Gewerbeordnung für die Dauer des Kalenderjahres erteilt wird. Sie wollen die Interessenten, welche ihren Geschäftsbetrieb im Jahre 1935 fortzusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Erteilung der Legitimationskarte bei Ihnen so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitz der erforderlichen Legitimationskarten sein können. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars baldigst vorlegen. Zur Erstattung des Berichts ist die Bürgermeisterei des Nieder- lassungsortes der Firma zuständig, in Gießen die Polizeidirektion. In die Legitimationskarten ist ein Lichtbild des Inhabers einzukleben. Es sind nur unaufgezogene Lichtbilder zuzulassen, die eine Kops- größe von mindestens 1,5 cm haben, ähnlich, gut erkennbar, unab- gestempelt und in der Regel nicht älter als fünf Jahre sind. Auf der Rückseite des Bildes ist die Persönlichkeit sofort genau zu vermerken, damit Verwechslungen vermieden werden. Lichtbilder, die bereits in Legitimationskarten oder dergleichen eingeklebt und abgestempelt waren und zur Wiederverwendung in der neuen Legitimationskarte Ihnen Hochschulnachrichien. Professor Dr. Wilhelm Jansen an der Universität Würzburg hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für anorganische Chemie an der Universität Frankfurt a. M. angenommen. Der ao. Professor Dr. med. Dr. med. dent. Karl Hauen st ein an der Universität München ist zum ordentlichen Professor der Zahnheilkunde und Direktor der operativen Abteilung des Zahnärztlichen Instituts der Universität Leipzig ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Albert Wolfgang Schmidt von der Technischen Hochschule in Breslau bat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für chemische Technologie an der Technischen Hochschule in München erhalten. Firma der Jugend. Lie geht es nun in einer solchen Scheinfirma zu? z gesagt: wie in einem wirklichen B e - e b. Es ist ja keine Schule, sondern eine Firma, der jeder seinen bestimmten Posten bekleidet, hl werden die Uebungsleiter für ihre besondere gäbe in Schulungslagern noch besonders Dorntet und ausgebildet, aber auch sie kommen der Praxis und außerdem stehen ihnen be- )rte Fachleute für die einzelnen Abteilungen zur te, die wie die jungen Lehrlinge den ganzen einbetrieb mitmachen und für eine orbnungs- läfje Abwicklung bes manchmal recht komplizier- Gefchäftsverkehrs sorgen. Selche Firma aus ben vielerlei Geschäftszweigen i besucht, um sich ein lebenbiges Bilb von dem t herrschenben Betrieb zu machen, ist ziemlich chgültig. Ueberall wirb gleich emsig gearbeitet überall herrscht berfelbe schöne G e i st b e r merabschaft, ber biese Uebungsabenbe so tvvll macht. Wenn man in bas „Kontor" einer )en Uebungsfirma tritt, so sieht man allenthal- regstes Leben: Schreibmaschinen klappern, Dik- roerben laut, Bögen rascheln, Febern eilen r bas Papier — man fühlt sich tatsächlich in Geschäftsräume einer größeren Firma versetzt. Konkurs - unmöglich' besehen wir uns einmal etwa eine mittlere feeröst- unb Lebensmittelverpackungs-Maschinen- rif. An beherrschenber Stelle in bem weiten und en Raum sitzt ber Herr Prokurist, ein ganz ger Angestellter, ber gleichzeitig auch bas Sekre- at ber Firma verwaltet. Mit strahlenbem Ge- : versichert er, baß bas Geschäft ausgezeichnet e. Da er auch bie Personalabteilung er sich hat, erfahren wir einiges über bie Auf- me ber jungen Leute. Da hört man mit Ermen, baß sich ber „Stellungsuchenbe" zunächst nal in aller Form unb mit entsprechenben Unteren um feinen Posten in ber Uebungsfirma b e • r b e n muß unb erst nach genauer Prüfung er Bewerbung endgültig ausgenommen wirb. eine Stellung bei solch einer Firma ist burch- erstrebenswert, benn ein so gutgehenbes Ge- ft kann seine Angestellten auch recht anftänbig ftellung oermieben werben. Eine Beantwortung wie „unbekannt" hat zu unterbleiben, es sinb vielmehr bie erforberlichen Ermittlungen von Ihnen vorzunehmen. Ferner machen wir Sie noch barauf aufmerksam, daß Sie nicht berechtigt sinb, Bescheinigungen an bie (Seroerbetreibenben auszustellen, wonach solchen erlaubt ist, in ben Gemeinben zu hausieren usw. (§ 59, Ziffer 1 bis 4 GO.). Gießen, ben 19. Oktober 1934. Hessisches Kreisamt: gez. Weber. Anmelbung bes „ , Anspruch auf Ausstellung einer Legitimationskarte zu erwerben. Der vorgelegt werben, sinb unzulässig unb baher zurückzugeben. Der Ge- Firma ober bes Gewerbetreibenben ist gleichfalls mit- Hochzeit und Taufe vor 400 Jahren. In ber Zeit des Aufblühens ber deutschen Städte ruhte das bürgerliche Hauswesen auf der sicheren Grundlage eines Handwerker-Standes, der über ein ausreichendes Einkommen verfügte. Das Alltags- und Sonntagsleben der deutschen Bürgerfrau vollzog sich darum in einem ruhigen Gleichmaß, und nur die großen Familienfeste, vor allem Hochzeit und Taufe, waren von besonderem verschwenderischem Festesglanz umstrahlt, lieber den Aufwand bei einer solchen Hochzeit berichtet Vale- rian Tornius in „Reclams Universum". Der Da er auch in der Folgezeit unbeirrt an dieser Vorstellung festhielt, ließen ihn die Eltern lächelnd gewähren. Stundenlang oft konnte er vor dem Bilde hocken, zeigte ihm alle feine Sachen, unterhielt sich mit ihm und machte es zum Vertrauten seiner kleinen Gedanken. Freilich kostete es jetzt einige Mühe, ihn an die frische Luft zu bringen, wohin er Schwesterchen, das sein ganzes Herz ausfüllte, nicht mitnehmen konnte, und während er sonst am Sandkasten im Park eifrig mit allen seinen Altersgenossen gespielt hatte, erklärte er diese nun, besonders die Mädchen, geringschätzig für „Kinder von anderen Müttern" und beachtete sie kaum noch. Die erste Zeit ging noch alles in Maßen vor sich. Plötzlich aber gefiel es ihm nicht mehr, daß Schwesterchen immer so unbeweglich an der Wand hing, niemals zu ihm herabstieg, niemals ihren Mund auftat. Die Eltern, erschreckt durch lautes Schreien und Tobem fandent.ihn eines Nachmittage, wie er, -■ ~-r-: - - -------> ein kleiner Wüterich, die Napoleonslocke zerzaust dieses Festesi nicht weniger als 10 Rinder, 30 über der tief gefurchten Stirn, drohend mit den Hirsche, 40 Zicklein. 46 Kalber. 05 Schweine. 25 Antragsteller muß auch tatsächlich ein stehendes Gewerbe mit einer gewerblichen Niederlassung betreiben. Die Legitimationskarte berechtigt zum Aufkäufen von Waren und zum Aufsuchen von Bestellungen ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nur bei Kaufleuten oder solchen Personen, die bie Waren herstellen, ober in bereu Geschäftsbetriebe Waren der angebotenen Art Verwenbung finben. — Bei Entgegennahme ber Anträge wollen Sie genau hierauf achten unb bie Antragsteller entsprechet belehren. Zur Berechnung bes zu erhebenben Stempels ist in ben Berichten von Ihnen noch anzugeben, ob bas Geschäft bes Antragstellers einen großen, mittleren oder kleinen Umfang hat. Zur Vermeidung unnötiger Rückfragen und im Interesse der raschen Erledigung der Anträge machen wir Ihnen die genaueste Beachtung der im Vorstehenden gegebenen Anweisungen zur Pflicht. Gießen, den 19. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r. Aniisverkündigungsblatt für die provmzialöireküon Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Will ein Wandergewerbetreibender andere Personen von Ort zu mit sich führen, so hat er sie bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse den Kreis Gießen als Mitglieder anzumelden. Bei der Anmeldung . ber Arbeitgeber bie Beiträge für bie Zeit bis zum Ablauf bes Wanbergewerbescheins ober mit Erlaubnis bes Kasfenvorstanbes für kürzere Zeit im voraus zu entrichten. Die hierüber ausgestellte Bescheinigung ist gleichfalls bem Antrag auf Erteilung des Wanbergewerbefcheins beizuschließen. Wanbergewerbetreibenbe, bie in biesem Jahre ober früher bereits im Besitze eines Wanbergewerbefcheins waren, haben biefen bei Entgegennahme bes neuen Wanbergewerbefcheins zurückzugeben. Die Rückgabe ber ungültigen Wanbergewerbefcheine liegt im Interesse ber Wanber- geroerbetreibenben selbst, ba hierburch einer mißbräuchlichen Verwenbung dieser Scheine vorgebeugt wirb. Die Wanbergewerbetreibenben sinb bei Stellung ber Anträge auch hierauf befonbers hinzuweisen. >alibenversicherung, Steuer usw. wie im wirken Leben. Auf diese Weise lernt der junge An- ellte, wenn er auch im bargeldlosen Betrieb ier Abendfirma keinen klingenden Mammon in Finger bekommt, die ganze Gehalts- und Lohn- elung kennen. Auch eine nach den neuesten Keimungen des Gesetzes zur Ordnung der natio- en Arbeit ausgearbeitete Betriebsordnung vorhanden, wie überhaupt alle Neuerungen und chlichen Bestimmungen auf jedem Gebiet in ber nmgsfirma sofort praktisch zur Anwenbung imen. Sogar Auslands-Verbindungen. in ber Abteilung Verkauf wirb tüchtig geschwitzt, t heißen Köpfen fitzen brei junge Leute zusam- n, um gemeinsam ein größeres Werbeschreiben französischer Sprache abzufassen. Nebenan klap- n bie Schreibmaschinen, Briefe an neugegrünbete men, mit benen Geschäftsverbindung gesucht 4), gehen hinaus, Angebote werben oehanbelt. >e Firma hat ihre eigenen Briefbögen mit menaufbrurf, hat Formulare unb Stempel und e bei ber Größe bes Betriebes (jeweils rund i fingierte Arbeiter werben beschäftigt) nötige, fangreiche Registratur. Die Firmenkartei weist ichäftsoerbinbungen mit Englanb, Frankreich, »weiz, Norwegen usw. aus, benn auch in biefen ibern gibt es Uebungsfirmen, bie mit unseren itschen in Verbinbung stehen, was für bie Aus- )ung ber jungen Kaufleute in ber Auslanbs - rrefponbenz befonbers wichtig ist. )ie Verfanbabteilung hat gleichfalls alle Hände l zu tun. Von allen Schreiben über eingegangene o. erledigte Aufträge und dergleichen werden f Ausfertigungen hergestellt, die dann im ein- ien an die Buchhaltung, das Lager usw. gehen. Betr.: Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Kalenderjahr 1935. An die Polizeidirektion Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Sie wollen die Wandergewerbetreibenden, die den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1935 fortzufetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Erteilung des Wandergewerbefcheins bei Ihnen fo zeitig zu stellen, baß sie zu Anfang nächsten Jahres im Besitze bes erforberlichen Wanbergewerbefcheins fein können. Bezüglich ber in bie Wanbergewerbefcheine einzuklebenden Lichtbilder bemerken wir: Das Lichtbild muß unaufgezogen, ähnlich, gut erkennbar fein, eine Kopfgröße von mindestens 1,5 cm haben unb bars nicht älter als fünf Jahre fein; es ist zu erneuern, wenn in bem Aussehen bes Gewerbetreibenben eine wesentliche Veränberung eingetreten ist. Bei gemeinsamen Wanbergewerbefcheinen genügt das Lichtbild des Unternehmers, wenn ein Unternehmer nicht vorhanden ist, die eines Mitgliedes. Auf ben Ihnen vorzulegenben Lichtbilbern wollen Sie sofort auf ber Rückseite bie Persönlichkeit vermerken, bamit Verwechslungen oermieben werben. Lichtdilber, bie bereits in Wanbergewerbescheine eingeklebt unb abgestempelt waren unb von ben Wanbergewerbetreibenben wieber abgelöst unb zur Wieberverwenbung in neue Wanbergewerbescheine Ihnen vorgelegt werben, sinb unzulässig unb baher von Ihnen zurückzugeben. Wir machen barauf aufmerksam, baß bie ausgefertigten Wanbergewerbescheine von uns unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben unb von biefen nach Verwenbung bes gesetzlichen Urkunben- ftempels unb nach Regelung ber Wanbergewerbesteuerfrage an bie Wanbergewerbetreibenben ausgehänbigt werben. Sie wollen die Wandergewerbetreibenden bei Stellung der Anträge hierauf besonders Hinweisen. Die Wandergewerbescheine werden demnach nicht am Kreisamt mitgenommen, sondern müssen bei dem Finanzamt abgehott werden; das persönliche Erscheinen der Antragsteller bei uns ist daher zwecklos. Die Anträge wollen Sie uns unter Benutzung bes vorgeschriebenen Formulars balbigst vorlegen unb bas Lichtbild bes Antragstellers unb, wenn er im Umherziehen Druckschriften ober Bilbwerke feilbieten will, ein Verzeichnis berfelben mit eigenhänbiger Namensunterfchrift in zwei Ausfertigungen bem Berichte beisckließen. In bem Verzeichnis sinb bie Druckschriften unb Bilbwerke einzeln aufzuführen. früher. Sie sei noch ein bißchen klein, erklärte er von der ..... ............. „neuen" Schwester, aber sie schreie doch und stram- Zwischen ben Gevattern unb anberen Frauen, es pele mit Armen unb Beinen. ' ' ' 2—2........22.’... 22..''_____* Sein Vater konnte bas Kinberbilb feiner Frau Gelb usw. sollen ganz unb gar abgeschafft sein. Will über ben Rauchtisch hängen, ohne baß Jürgen auch । aber eine Mannsperson ben Frauen unb Mägben nur ein Wort barüber verloren hätte. ~ ...... ............ 2 — Die Geräteturn-D Treffen der beste Die Geräteturn - Meisterschaften der Deutj Turnerschaft, die am morgigen Samstag und Sonntag in Dortmund vonstatten gehen, le die Blicke auf ein Gebiet der Leibesübungen, sich gerade in den letzten Jahren ganz beson vervollkommnet hat und zu ungeahntem Aufschn gediehen ist: auf das Kunstturnen. Wen hätte noch nicht in den Bann gezogen mit den w mutigen Schwüngen, mit den schwierigen lh gangen und den oft kaum für möglich gehalt Abgängen vom Gerät? Kunstturnen ist der Gipfel des Geräteturner Es bedeutet Höchstleistung und höchstentwicklu menschlicher Körperbehendigkeit, zugleich ab ist es die hohe Schule wertvollster Eharakt, bildung. Während das Geräteturnen in seinen Anfäi und mittleren Schwierigkeitsformen unschätzb Volkserziehungsmittel für alt und jung, den gelenken wie den Veranlagten ist, weil es fettigste Körperertüchtigung und Durchbildung sck so ist das Kunstturnen die Krönung des Köm der Prüfstein, ob die natürlichen Fähigkeiten entwickelt wurden, und endlich, das Ziel für vorwärtswollende Jungmannschaft. Man soll über die einzelnen Zweige der Le Übungen keine Werturteile abgeben, denn sie tr alle ihre Werte in sich. Aber eins ist wohl st Kaum eine andere Leibesübung bildet den Ehar so wie das Kunstturnen. Wenn es darauf ankoi den richtigen Schwung zu finden, den rechten < zu nehmen, in dem Bruchteil einer Sekunde Körper vom Gerät zu lösen, will man nicht . linqen der Hebung, wenn nicht gar einen U herbeiführen, dann bildet sich der Mut, dann er Was Sie ! Wollt StriiBi 6456 D Unser Brüderchen if es soll Wolfgang XI In großer Freude ZRenafe und Gerda du Mesnil! errichtung von Betrieben erforderlich ist, während eine solche nach dem Einzelhandelsschutzgesetz nicht erforderlich war. Die Genehmigung der Hauptoereinigung ist ferner bei Errichtung von Backwarenverkaufsstellen einzuholen. Gießen, den 30. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. J.V.: Webe r. An die Bürgermeistereien des Kreises. Indem wir Sie auf vorstehende Bekanntmachung Hinweisen, empfehlen wir Ihnen, Interessenten entsprechend aufzuklären und etwaige Anträge auf Genehmigung an uns weiterzuleiten. Gießen, den 30. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r. Bekanntmachung. Betr.: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in der Stadt Gießen. Auf Grund des § 105e der Gewerbeordnung und der *§§ 146, 162 der Hessischen Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung werden die Verkaufszeiten an Sonn- und Feiertagen für Gewerbe, deren Ausübung an diesen Tagen zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist, für den Bereich der Stadt Gießen mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt: 1. Bäckereien 8—12 Uhr 2. Konditoreien 8—12 und 14—16 „ 3. Milchoerkauf 6—13 „ 4. Roheisverkauf 6—10 „ 5. Verkauf von Blumen und Gärtnereierzeugmssen 9—13 „ 6. Zustellung leicht verderblicher Expreßgüter 8—10 „ 7. Zeitungsvertrieb: a) Austragen von Haus zu Haus 6— 9 „ b) in Verkaufshäuschen 6—13 „ c) auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in Gaststätten 6—21 „ d) in stehendem Gewerbebetrieb 11—13 „ 8. Badeanstalten: * a) in der Stadt 8—12 Uhr b) Flußbad 6—20 „ 9. Verkauf von Obst, Speiseeis, Südfrüchten und geringwertigen Lebensmitteln auf öffentlichen Straßen und Plätzen 11—19 „ 10. Aufnahme von Lichtbildern 10—15 „ Die Bekanntmachungen des Polizeiamts Gießen vom 27. März 1919 und 23. Februar 1921 und des Kreisamts Gießen vom 12. Oktober 1926 und 28. November 1932 werden hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oktober 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r. Bekanntmachung. Betr.: Ausbau der Wasserkraft in der Mühle des Heinrich Ludwig Frey in Allendorf a. d. Lda. Der Mühlenbesitzer Heinrich Ludwig Frey zu Allendorf a. d. Lda. beabsichtigt den Einbau einer Turbine in seiner in der Gemarkung Allendorf a. d. Lda., Fl. IX, Nr. 80, Londorfer Straße 35 gelegenen Mühle. Die Pläne und Beschreibung liegen in der Zeit vom 7. bis 20. November d. 3. auf der Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen können innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich oder mündlich zu Protokoll auf der Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. erhoben werden. Nach Ablauf der Frist ist die Geltendmachung von Einwendungen ausgeschlossen. Gießen, den 1. November 1934. Kreisamt Gießen. I. V.: Grein. Betr.: 175. Wiederkehr des Geburtstages Friedrich von Schillers. Au die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Da der 10. November in diesem Jahre auf einen Samstag (Staatsjugendtag) fällt, find die Feiern zum Andenken an den 175. Geburtstag Friedrich von Schillers bereits am 9. November zu veranstalten. Gießen, den 1. November 1934. Kreisschulamt Gießen. I. V.: N e b e l i n g. Gießen (Wilhelmstr. 9), MMIWtUinWllMi Me ses Semen M Sonntag, den 4. November 19 vormittags 11 Uhr, im Stadtthe« 1. Ouvertüre zur Oper„Oberon", E. M. v. We 2. Ansprache der Äevörden 3. Intendant König liest Prosa 4. Festvortrag von Herrn Kreisschulrat Nebelinc 5. Einleitung zum 3. Akt (Tanz der Lehrbuben Festwiese) aus der Oper „Die Meistersinger Nürnberg*, Rich. Wagner 6. Rose Stirl spricht Gedichte l. Zwiegespräch über das Sud) (Rose Stirl Paul Nierenl 8. Gebet und Tempeltanz aus „Olaf Trygvasi Edv.Grieg OieMusik wird ausgeführtvon der GießenerMili kapelle. - Leitung: Overmusikmelster E. Kra Eintrittskarten sind kostenlos in den Gießener Suchhandlungen zu haben. Die anläßlich der Suchwoche im Wandelgang (erster Stock) des Stadttheaters veranstaltete Suchausstellung Über die ersten hundert von der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums empfohlenen Sucher ist täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet. 6448 D TtrxeroRwvr den unsterblichen Teppich Dieser einzigartige deutsche Teppich tvird einzeln mit der Hand gearbeitet, hat durchgehende Musterung. ist farbecht und sogar mottensicher. Wir bieten Ihnen eine reiche Auswahl, unter der Sie stets den passenden Teppich für jeden Raum finden werden- Bitte beachten Sie mein Sonder-Fenster — jeden Abend bis 22 Uhr beleuchtet — und besuchen Sie mich zu einer unverbindlichen Besichtigung meines Lagers. 6237 D Tapetenhaus OTTOTÄUBERT Seltersweg, Ecke Horst-Wesset-Wall Druck der Drü b l' sch en Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen Blltxllcht-Pnlver .. . von 20 Pf. an 60 und 90 Pf. Vacublitie 6447 A . 4.-Mk. . 7.50 Mk. desSehlHenbergs Dr. Walbrach. Gäste Willkomm. Lichtquellen wie: Nltraphot-Lampe. Betlektor dazu .. n. Lnngentee Mk. 0.20-1.30 Ich müßte mal persönlich mit Ihnen darüber sprechen. Jahrelang bewährte Qualitäten in größter Auswahl zu niedrigen Preisen durch den Winter! m. Kräuterhaus- Eukalyptus-Oel, Hustenkandis und gegen alten Schleim,Asthma Neichsfachschnft Imkere V Kreisgruvve Gießen. Am Sonntag, den 4. ds. Mts., 2 Uhr nachm. SltM UNgSllMNg in der Restauration Faulstich. Vortragender ist HerrDr.A-reudeN' stein, Marburg. Erscheinen ist Psticht. 6444V Bodenbender. Reinwollene Kammgarn-Anzugstoffe Damen-Mantelstoffe Heim-Aufnahmen mit künstlichem Licht sind kinderleicht! Lassen Sie sich von mir beraten. Ich zeige Ihnen gerne die verschiedensten künstlichen Böhringer Gießen, Goethestraße 22 Himbeeren Preußen rresenfrüchtig kräftige Original vsl an z. von: Züchter Gärtnerei Schwarz »Vernruf 4082. Preise ? Zeitgemäß I 06891 Winter-Mäntel Übergangs-Mäntel, Münchner Loden Fertige Anzüge | Vereine NS. Kuilumemeinde, Ring DeutscheBühne Svielvlan für Novemb. wurde wie folgt geänd.: Donnerst.,15.11. u.Samst.,17.11. Krach um Jolanthe. Donnerst.,29.11. u.Samst., 1.12., Braut von Messina Kartenausgabe für November: Donnerst «Mitgl. Samst., 3. Nov.; Samstag-Mitgl. Montag,12.Nov. jeweils von 16 bis 19 Uhr an der Theaterk. «4540 Photo 6440 A Kreuzplatz 9 ub55 Reichsbahn Sonntag. 4. Movhr. vormittags 9 Uhr: Ahlnrnen der Turn-Abteilung Ab 16 Uhr: Familienausflud nach der Karlernh t. alle Abteilung. DerVerelnaffthrer Das Haus, das auch den verwöhntelten Anfprüchen gerecht wird! 6136 D GasiEaus zum Taunus Qnitav Weinbrenner - Brandgaiie • Samstag, den 3. November, und Sonntag, 4. Novbr., von 16 Uhr ab Hajrtie Slioimings Kapeüe Seppi Filber Stimmung! 0S289 Humor} Heute Freitag LNetzelsuppe imrrh-r«sowr _______Ludwigstr. 6 64512 Heuchelheim Morgen Samstag 05266 Wune NSW: WEM mit fitaal Karl Volkmann VII. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 257 Zweites Matt 8reitag,2.Novembe 1934 drei Genau so wie b e i Tannenberg 1914, wo Rennenkampf trotz abends Direktor Tagsüber Lehrling Von den 2000 Llebungsfirmen der deutschen Angestelltenschaft. ten Mutter, an Kuchen, Semmeln, Wein, Butterwecken, jetzt mit Schwesterchen spielen wolle. 006 25110, iiumm Uiiu nm uvin uu j-lcl"u,t7u . n. > pcu uuu .vucii, funuf u. u^ll V'ite- ' •. . 1 ,, --s, -in m;Mh«r qn Ernst, der ihm während der Kopfarbeit eigen war i ein kleiner Wüterich, die Napoleonslocke zerzaust dieses Festes nicht weniger als 10 ^wder 30 und der, in Verbindung mit der dreieckigen Stirn-»über der tief gefurchten Stirn, drohend nut den Hrrfche, 40 Zicklein. 46 Kalber. 95 Schweine. 25 tätig stehen blieb und der Vernichtung seines persönlichen Feindes Sassanow zuschaute. Kleine Ursteuern. Aber auch bei den Kindbett-Schmäusen und Taufen kamen viele Gäste ins Bürgerhaus. Nachbarn, Verwandte und Bekannte besuchten die Wöchnerin un‘) brachten ihr Geschenke mit, und es war selbstverständlich, daß sie festlich bewirtet wurden. Auch hier mußten die Behörden Verordnungen erlassen, damit die Gesundheit der jungen Mutter nicht durch den Gästetrubel beeinträchtigt wurde. 9r Magdeburg wurden 1544 durch eine Ratsverordnung die Wochen-Visiten an Sonn- und Festtagen untersagt und die Vorschrift erlassen, daß der glückliche Vater den Gästen nur Wein vorsetzen dürfe. „Alle Geschenke und Gaben im Kindelbette : Zwischen den Gevattern und anderen Frauen, es kante unternommen, um ihrem Vater das letzte Geleit zu geben. Das Ehepaar hielt sich noch einige Tage im Hause des Verstorbenen auf, das nun feinem Sohn gehörte, und fuhr dann über Hamburg die gleiche lange Strecke zurück, auf der es erst vor einer halben Woche hergekommen war. Im Gepäcknetz über ihnen lag außer dem Koffer ein großes, flaches Paket: es enthielt ein Kinderbildnis der jungen Frau, das bis zu diesem Tage über dem Schreibtisch des Entschlafenen gehangen hatte und nun in das Eigentum der Dargestellten übergegangen war. Es hätte, mit den übrigen Dingen, die ihnen bei der Erbschaftsverteilung zugefallen waren, nachgeschickt werden können; indessen bat die Frau so herzlich, dieses Bild, das sie in die sorglosen Tage der Kindheit zurückversetzte, gleich mitzunehmen, daß ihr Mann, der bei der Kürze der Reise ohnehin mit nur wenig Gepäck belastet war, gern in ihren Wunsch einwilligte. Sie trafen am Morgen wieder in München ein und fanden die Wohnung leer; wahrscheinlich war das Mädchen, dem sie die genaue Ankunftszeit nicht mehr hatten mitteilen können, mit dem kleinen Jürgen zum Einkäufen in die Stadt gegangen Nachdem sie abgelegt und sich nach der Nachtfahrt erfrischt hat.en, suchten sie sofort einen Platz für das Bild ausfindig zu machen. Der Mann hätte es gern in seiner Rauchecke gesehen, seine Frau bei sich, es gab ein kurzes, freundlich-ernstes Hin und Her, schließlich schlug er vor, das Gemälde in das Spielzimmer des Jungens zu hängen, der, so denke er, sicherlich nicht weniger Freude an dem schmucken braun-lockigen Geschöpfchen haben werde als er selbst. Seine Frau war es einverstanden und sie hatten das anspruchslose, aber durch seine Erinnerungen und Beziehungen werte Werk gerade an der Wand befestigt, als die Wohnungstür ging und das Mädchen mit Jürgen von ihren Besorgungen heimkehrte. Der Knabe umarmte stürmisch die Eltern, die er so lange hatte entbehren müssen, und ließ sich darauf von ihnen in sein Zimmer führen, wo, wie ihm verheißen ward, ein nicht alltägliches Geschenk auf ihn warte. Sein Blick fiel auch sofort auf das goldgerahmte kleine Mädchen und er trat langsam näher. Eine geraume Weile betrachtete er das Bild, stumm und mit dem düster-nachdenkli^n Schlacht trotzdem ein Bild höchster Tapferkeit gegen große Ueberlegenheit, fast uneinnehmbare Stellungen und einen gleich tapferen Feind. Wieder zeigt sich auf preußischer Seite die wunderbare Kameradschaft, das „Marschieren auf den Kanonendonner", dessen Lärm alle benachbarten Truppenteile anzieht, wie das Licht die Mücken. Es ist das eine seltene Eigenschaft der Deutschen, die sich schon oft bewährt hat und noch bewähren wird. Ganz anders bei den Franzosen. In und um Saargemünd steht das V. Armeekorps Failly , in und um St. Avold das III. Armeekorps B a - zaine, das erstere etwa zehn, das letztere etwa fünfzehn Kilometer vom Schlachtfeld entfernt. .(Siehe Skizze.) Da er auch in der Folgezeit unbeirrt an dieser Vorstellung festhielt, ließen ihn die Eltern lächelnd gewähren. Stundenlang oft konnte er vor dem Bilde hocken, zeigte ihm alle seine Sachen, unterhielt sich mit ihm und machte es zum Vertrauten seiner kleinen Gedanken. Freilich kostete es jetzt einige Mühe, ihn an die frische Luft zu bringen, wohin er Schwesterchen, das sein ganzes Herz ausfüllte, nicht mitnehmen konnte, und während er sonst am Sandkasten im Park eifrig mit allen seinen Altersgenossen gespielt hatte, erklärte er diese nun, besonders die Mädchen, geringschätzig für „Kinder von anderen Müttern" und beachtete sie kaum noch. Die erste Zeit ging noch alles in Maßen vor sich. Plötzlich aber gefiel es ihm nicht mehr, daß Schwesterchen immer so unbeweglich an der Wand hing, niemals zu ihm herabstieg, niemals ihren Mund auftat. Die Eltern, erschreckt durch lautes Schreien und Tobem fnndem.ihn eines Nachmittage, wie er, Hochzeit und Taufe vor 400 Jahren. In der Zeit des Aufblühens der deutschen Städte ruhte das bürgerliche Hauswesen auf der sicheren Grundlage eines Handwerker-Standes, der über ein ausreichendes Einkommen verfügte. Das Alltags- und Sonntagsleben der deutschen Bürgerfrau vollzog sich darum in einem ruhigen Gleichmaß, und nur die großen Familienfeste, vor allem Hochzeit und Taufe, waren von besonderem verschwenderischem Festesglanz umstrahlt, lieber den Aufwand bei einer solchen Hochzeit berichtet Vale- rian T o r n i u s in „Reclams Universum". Der Vater der Braut, der die Hochzeitsgäste durch Hoch- Man mag im Handelsregister nachsehen und im Adreßbuch oder im Telephonverzeichnis, man mag bei "Bankfachleuten sich erkundigen oder bei Schuhgeschäften und Textilhandlungen -nirgends wird man Firmen wie etwa das Bankhaus 3E. u. Co., die Schuhfabrik P. oder die Spinnerei und Weberei Z. ausfindig machen können. Und doch sind es lauter Unternehmungen mit durchschnittlich über 100 Arbeitern und Angestellten, deren Geschäftsverbindungen in alle deutschen Gaue und sogar über die Grenzen hinaus reichen. Nur daß diese und ähnliche Firmen alle zusammen ein Leben für sich führen, nicht mit jedermann Geschäftsverkehr pflegen und überhaupt ihren Betrieb immer erst am Abend aufnehmen, wenn die normalen Werke ihre Pforten bereits geschlossen haben. Es sind die llebungsfirmen d e r deutschen Angestelltenschaft, deren es im ganzen Reiche weit über zweitausend gibt und bei" denen alle Geschäftszweige vertreten find, die irgendwie im praktischen Leben vorkommen. Schein — und doch Wirklichkeit. Wohlgemerkt: es handelt sich dabei nicht etwa um eine Spielerei, wenn auch der Lehrling dabei oft den Prokuristen „spielen" darf und die ganze her. Die Mutter, fuhr der Vater fort, komme aus einem Land weit oben im Norden, nahe bei der großen Stadt Hamburg mit den tausend Schiffen; dort kleideten sich die Menschen noch heute am Feiertag so schön wie die Mutter auf dem Bild. Wenn er erst größer geworden sei, würden sie mit ihm dorthin reifen und den Großvater auf dem Friedhof besuchen. Die Erwähnung der großen Stadt Hamburg mit den tausend Schiffen brachte Jürgen fürs erste auf andere Gedanken; als aber seine endlosen Fragen alle beantwortet waren, wandte er sich flugs wieder dem Bilde zu, hüpfte feinem Vater von den Knien und erklärte, daß er Herrlichkeit immer nur zwei bis drei Stunden eines Abends in der Woche dauert. Die Einrichtung solcher Scheinfirmen ist eine wirtschaftliche Tat, die nicht nur die Weiterbildung junger Angestellter zugute kommt, sondern unserem gesamten Wirtschaftsleben überhaupt. Schon die früheren An- gestelltenverbände hatten solche llebungsfirmen errichtet und jetzt, nach der Zusammenfassung aller Angestellten in einer einzigen großen Organisation, der Deutschen Angestelltenschaft, wird dieses Firmenwesen im ganzen Reiche immer mehr ausgebaut und unter der Führung der Hitlerjugend zu einem der wichtigsten und erfolgreichsten Mittel für die zusätzliche Berufsschulung der jungen Angestellten gestaltet. Keine Kurse werden hier abgehalten, keine Theorien gepredigt, sondern es wird praktische Arbeit geleistet, wie sie tagtäglich im Leben vorkommt, wie sie aber der Angestellte oft nach zehn- und zwanzigjähriger Tätigkeit im Betriebe gleichwohl nicht kennen lernt, weil er an seinen Arbeitsplatz gebunden ist und mit dem Tätigkeitsfeld anderer, vor allem höhergestellter Kollegen, nicht oder doch nur unwesentlich in Berührung kommt. zeitsbitter und Hochzeitsbitterinnen zu der Veranstaltung einlud, mußte tief in die Tasche greifen, denn die Kosten für den Hochzeitsschmaus überstiegen oft die Höhe der Mitgift. So währte die Hochzeit, die der Bäckermeister Veit Gundlinger 1496 in Augsburg seiner Tochter ausrichtete, acht volle Tage. Man" speiste an sechzig Tischen zu je zwölf Personen, und > die. Gäste verzehren im Verlaus Topfgeld schenken, dann soll dies nicht über einen Silbergroschen betragen", besagte die Verordnung. „Die Frauen sollen "innerhalb der Sechswochen, in oder nach allem Kirchgang, gar keine Gasterei haben, bei Strafe von drei Mark." Ein Ulmer Ratsbeschluß beschränkte die Zahl der Eingeladenen zum ersten Bad der jungen Mutter auf drei. Das Kinderbild. Bon Joachim Lange Der alte Herr Eggers war, fast siebzig Jahre alt, gestorben und feine Tochter hatte mit ihrem Manne die weite Reise von München bis an die Wasserbeendet sein, dafür hat das Versailler Diktat bereits vorgesorgt. Jedenfalls stehen wir heute genau wieder vor der Frage: Was wird mit dem Saar-Gebiet geschehen? Wird es der französischen List und Gier gelingen, das Saar-Land oder Teile von ihm trotz aller Abstimmungsergebnisse an sich zu reißen, wie es mit Ober-Schlesien geschah, oder mit Hilfe des Völkerbundes (lies Frankreich!) den sogenannten status quo aufrechtzuerhalten, oder wird es wieder zu einem Heb er fall auf Saarbrücken kommen, wie er im August 1870 erfolgte? Als „Beauftragte" des Völkerbundes, von dessen Urteil nach dem Versailler Diktat ja selbst bei günstigster Abstimmung des Saar-Landes für Deutschland dessen zukünftiges Geschick abhängen soll, werden dann vielleicht wieder französische Truppen von Forbach aus, das wir 1919 verloren, über das blutgetränkte Schlachtfeld von S p i ch e r n nach Saarbrücken marschieren, um dem Saar-Land aufs neue französische Kultur, französische Gloire und französischen Edelmut in weißer und schwarzer Farbe zu bringen?! Jedenfalls hat die heutige Lage eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der von 1870, die durch den Sieg bei S p i ch e r n ein für allemal zu unseren Gunsten erledigt zu sein schien. Damals wie heute richten sich tue Blicke auf dieses französische Einfalltor nach der Saar. Denn ebenso, wie 1870 stehen hinter den Spicherner Höhen, auf denen sich jetzt starke Befestigungsanlagen der Franzosen befinden, ihre Truppen und Tanks zur beliebigen Verwendung bereit, und ebenso wie 1870, ja noch mehr, ist Saarbrücken ungeschützt, das am 2. August 1870 wenigstens von einem deutschen Bataillon und Hochschulnachrichten. Professor Dr. Wilhelm Jansen an der Universität Würzburg hat einen Rus auf den Lehrstuhl für anorganische Chemie an der Universität Frankfurt a. M. angenommen. Der ao. Professor Dr. med. Dr. med. dent. Karl Hauen st ein an der Universität München ist zum ordentlichen Professor der Zahnheilkunde und Direktor der operativen Abteilung des Zahnärztlichen Instituts der Universität Leipzig ernannt worden. Der Privatdozent Dr. Albert Wolfgang Schmidt von der Technischen Hochschule in Breslau bat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für chemische Technologie an der Technischen Hochschule in München erhalten. drei Schwadronen gegen den Angriff von französischen Armee-Korps verteidigt wurde. Diese Erwägungen habe ich vorausschicken zu müssen geglaubt, um zu erklären, weshalb ich es für notwendig erachte, d i e Erinnerung an die Schlacht bei Spichern zu wecken und zu erneuern. Besonders für die Jugend, die kaum noch etwas von den Heldentaten des Krieges 1870/71 weiß und doch aus ihnen Gewaltiges lernen kann. Die Schlacht bei Spichern ist eine der merkwürdigsten Schlachen, die je geschlagen worden sind. Entstanden gegen den Willen der obersten Heeresleitung, die erst am 9. August mit allen versammelten Kräften der ersten und zweiten Armee die Saar überschreiten wollte, begannen infolge des Ungehorsams und der Hartnäckigkeit eines Heerführers (Steinmetz) und der Verschiebungen seiner Divisionen nach vorwärts in der Besorgnis, er könne zu spät an den Feind kommen, durchgeführt ohne eigentlichen Oberbefehl und Schlachtenleitung lediglich durch die Initiative der Unterführer, bietet die Füßen aufstampfte und Schwesterchen befahl, sogleich herunterzukommen und mit ihm zu spielen. Mit sanften Worten beruhigte die Mutter den Jungen, der gänzlich außer sich war, und legte ihn ins Bett, wo er sofort in fieberheißen Schlummer fiel. Das Bild wurde abgenommen und versteckt, was jedoch die entgegengesetzte Wirkung hatte: Jürgen wurde richtig krank, bangte und rief nach Schwesterchen und beruhigte sich erst, als das Bild wieder an der Wand hing. Es kam zwar zu keinem zweiten Anfall, Jürgen redete wieder friedlich mit dem Mädchen aus Farbe und Leinwand, wurde aber immer stiller und bekümmerter über ihr stetes Schweigen und ein sonst nie an ihm gekannter Hang zur Einsamkeit machte sich stärker und stärker bemerkbar. Sein Vater sagte seufzend zu seiner Frau, er wünsche den Tag herbei, an dem der Junge in die Schule komme und ein paar nette, frische Kameraden finde. Wenn sich nicht vorher doch noch ein richtiges Schwesterchen einstelle. Und wirklich, als die kleine Renate geboren war, beachtete Jürgen das Bild mit keinem Blick mehr, er blühte auf und wurde wieder so fröhlich wie Erinnerung an 1870. Frankreichs Einfall in das Gaargebiet. - Oie Schlacht bei Spichern Don Rudolf Mohr, Generalmajor a. O., Gießen. I. Seit dem Abdruck meines Aufsatzes in Nr. 168/34 des „Gießener Anzeigers" über das Gefecht bei Saarbrücken am 2. August 1870 und meinem Hinweis auf die damalige Lage im Vergleich zu der heutigen läßt sich eine Besserung der außenpolitischen Verhältnisse kaum feststellen. Unsere wiederholten Friedensangebote und die offenen, klaren Darlegungen des Führers bei jeder Gelegenheit haben auf französischer Seite bisher wenig Gegenliebe gefunden. Im Gegenteil! Der verstorbene Außenminister B a r t h o u und mit ihm eine Anzahl französischer Blätter haben offen mit dem Einmarsch französischer Truppen in das Saar-Gebiet „zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung" gedroht. Jedes Wort, um nachzuweifen, von wem zur Zeit im Saar- Gebiet Ruhe und Ordnung bedroht ist und werden Firma der Jugend. Wie geht es nun in einer solchen Scheinfirma zu? Kurz gesagt: wie in einem wirklichen Be- trieb. Es ist ja keine Schule, sondern eine Firma, in der jeder seinen bestimmten Posten bekleidet. Wohl werden die Uebungsleiter für ihre besondere Aufgabe in Schulungslagern noch besonders vorbereitet und ausgebildet, aber auch sie kommen aus der Praxis und außerdem stehen ihnen bewährte Fachleute für die einzelnen Abteilungen zur Seite, die wie ine jungen Lehrlinge den ganzen Scheinbetrieb mitmachen und für eine ordnungsgemäße Abwicklung des manchmal recht komplizierten Geschäftsverkehrs sorgen. Welche Firma aus den vielerlei Geschäftszweigen man besucht, um sich ein lebendiges Bild von dem dort herrschenden Betrieb zu machen, ist ziemlich gleichgültig. Ueberall wird gleich emsig gearbeitet und überall herrscht derselbe schöne (3 e i ft der Kameradschaft, der diese Uebungsabenbe so wertvoll macht. Wenn man in bas „Kontor" einer solchen Uebungsfirma tritt, so sieht man allenthalben regstes Leben: Schreibmaschinen klappern, Diktate werben laut, Bögen rascheln, Febern eilen über bas Papier — man fühlt sich tatsächlich in bie Geschäftsräume einer größeren Firma versetzt. Konkurs - unmöglich' Besehen wir uns einmal etwa eine mittlere Kafseeröst- unb Lebensmittelverpackungs-Maschinenfabrik. An beherrschenber Stelle in dem weiten und Hellen Raum sitzt der Herr Prokurist, ein ganz junger Angestellter, der gleichzeitig auch bas Sekretariat der Firma verwaltet. Mit strahlendem Gesicht versichert er, daß bas Geschäft ausgezeichnet gehe. Da er auch bie Personalabteilung unter sich hat, erfahren wir einiges über bie Aufnahme ber jungen Leute. Da hört man mit Erstaunen, baß sich der „Stellungsuchenbe" zunächst einmal in aller Form unb mit entsprechenden Unterlagen um seinen Posten in der Uebungsfirma b e • werben muß unb erst nach genauer Prüfung dieser Bewerbung endgültig ausgenommen wird. So eine Stellung bei solch einer Firma ist durchaus erstrebenswert, denn ein so gutgehendes Geschäft kann seine Angestellten auch recht anständig bezahlen. Die Gehälter sind genau geregelt unb erfahren dieselben Abzüge von Krankenkassenbeiträgen, Invalidenversicherung, Steuer usw. wie im wirklichen Leben. Auf diese Weise lernt ber junge An- aefteUte, wenn er auch im bargeldlosen Betrieb seiner Abendfirma keinen klingenden Mammon in bie Finger bekommt, bie ganze Gehalts- unb Lohnregelung kennen. Auch eine nach ben neuesten Bestimmungen des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit ausgearbeitete Betriebsordnung ist vorhanden, wie überhaupt alle Neuerungen unb gesetzlichen Bestimmungen auf jedem Gebiet in ber Uebungsfirma sofort praktisch zur Anwenbung kommen. Sogar Auslands-Verbindungen. In ber Abteilung Verkauf wird tüchtig geschwitzt. Mit heißen Köpfen fitzen drei junge Leute zusammen, um gemeinsam ein größeres Werbeschreiben in französischer Sprache abzufassen. Nebenan klappern die Schreibmaschinen, Briefe an neugegrünbete Firmen, mit denen Geschäftsverbindung gesucht wird, gehen hinaus, Angebote werden behandelt. Jede Firma hat ihre eigenen Briefbögen mit Firmenaufdruck, hat Formulare und Stempel unb eine bei ber Größe bes Betriebes (jeweils rund 100 fingierte Arbeiter werben beschäftigt) nötige, umfangreiche Registratur. Die Firmenkartei weist Geschäftsverbindungen mit Englanb, Frankreich, Schweiz, Norwegen usw. aus, denn auch in biefen ßänbern gibt es llebungsfirmen, bie mit unseren deutschen in Verbindung stehen, was für die Ausbildung der jungen Kaufleute in der Auslands- korrefpondenz besonders wichtig ist. Die Versandabteilung hat gleichfalls alle Hände voll zu tun. Von allen Schreiben über eingegangene bzw. erledigte Aufträge und dergleichen werden fünf Ausfertigungen hergestellt, die dann im einzelnen an die Buchhaltung, das Lager usw. gehen. Pfauen, 1000 Gänse, 505 Waldvögel, 1500 Fische und Krebse. 270 Gäste, die sich den Magen verdorben hatten, wurden am siebenten Tage „wie tot" aus dem Hause getragen. „Der Hochzeitsfraß ist in so trefflichen Schwung und Brauch kommen, daß es kaum etwa höher steigen und zierlicher seyn künde, und so fliessig gehalten wirb, daß auch die geringsten Handwerker biß in die sechs, sieben ober acht Tafeln voll Hochzeitsgäst' zu laben pflegen", berichtet ein Zeitgenosse. Und bie Magistrate mußten strenge Hochzeitsorbnungen erlasst», um ber verschwenderischen Ueppigkeit dieser Mahle zu Wieder sah Jürgen zweifelnd zwischen dem weiß- roten Mädchen und der in ernstes Schwarz gekleide- die ihm bestätigend zunickte, hin und tter, fuhr der Vater fort, komme aus locke, stark an gewisse Darstellungen des vom Glück verlassenen Napoleon erinnerte. Dann hellte sich sein Gesicht allmählich auf, er klatschte in die Hände, sprang hoch und erklärte auf das bestimmteste, daß nun das Schwesterchen doch noch gekommen sei. Sein Vater sah lächelnd auf seine Frau, nahm ihn auf den Schoß und sagte ihm, dieses Bild sei ein Bild der Mutter; ein Maler habe sie mit buru ten Farben auf Leinwand obgemalt, als sie so klein gewesen sei wie jetzt er selber. Jürgen warf einen hurtigen verwunderten Blick auf die Mutter, die hoch und dunkel neben ihm stand, und schaute dann wieder seinem Vater aufmerksam, aber völlig ungläubig in das Gesicht. Der Vater wies ihn auf die weiten weißen Aermel, auf das rote Mieder und auf bie feine Stickerei am Hals hin: so angetan sei die Mutter als kleines Kinb immer umhergegangen. sachen — ein heftiger Streit und Zusammenstoß beider Führer auf dem Bahnhof von Mukden im russisch-japanischen Feldzug — große Wirkungen als Folge! Und weiter: Genau wie am gleichen Tage b e i Wörth aus einem kleinen Vorpostengefecht, entsteht die Schlacht bei Spichern „aus einer vorgefaßten Meinung, der schlechtesten aller Operationsbasen" (Urteil des Generals v. Alvensleben), nämlich der, daß die Franzosen im Rückzug seien und nur noch eine Nachhut gegenüberstände. Da diese aber auf beherrschender Höhe — der rote Berg — sich befand und ein Angriff auf sie über eine weite deckungslose Ebene führte, griff man sie zuerst nur auf beiden Seiten umfassend an, während die Front unbeschäftigt blieb bzw. nur unter Artilleriefeuer genommen wurde. Das widersprach direkt allen Grundsätzen der preußischen Armee, in denen nachdrücklich gefordert wurde: „Vorbedingung für die Umfassung ist Fesselung des Feindes in ber Fron t." Am hervorragenden sehen wir biese Grundsätze bei Tannenberg befolgt, wo das XX. Armeekorps die Russen tagelang in der Front fesselte und die Hauptlast des Kampfes trug, dafür aber auch den übrigen Korps die Umgehung auf beiden Flügeln und die Einschließung der Narew-Armee ermöglichte. Ein ähnlicher großer Erfolg hätte sich auch bei Spichern durch eine allerdings unbewußt großzügig angelegte und den größten Erfolg versprechende Aktion beinahe erzielen lassen. Die 13. Division des VII. Armeekorps war für den 6. August zum lieber« schreiten der Saar bei Völklingen angesetzt worden und dort 11 Uhr vormittags ohne Kenntnis des bei Saarbrücken entbrannten Kampfes eingetroffen. Erst um 2 Uhr nachmittags ging die erste Nachricht über die Schlacht ein und brachte die Division wieder in Richtung auf Forbach in Bewegung, wo sie etwa um 5 Uhr nachmittags eintreffen und eine geradezu unberechenbare Wirkung hätte erzielen können. Denn Forbach war nur mit schwach«» französischen Kräften besetzt und der Stoß der 13. Division hätte direkt in den Rücken des noch kämpfenden Armeekorps Froffard geführt. Eine Katastrophe schlimmster Art wäre die Folge ge- mefen. Aber das Glück war mit den Franzosen. Sehr mangelhafte Aufklärung, schlechte Verbindung und sich kreuzende überholte Befehle ließen die 13. Division erst bei Eintritt der Dunkelheit vor Forbach erscheinen und von einem Angriff auf die in Wirklichkeit ganz schwachen französischen Postie- rungen absehen. Ein Jammer! Denn der Erfolg wäre ein Tannenberg gewesen ober hätte es werden können. (Schluß folgt.) früher. Sie sei noch ein bißchen klein, erklärte er von der „neuen" Schwester, aber sie schreie doch und strampele mit Armen und Beinen. . Sein Vater konnte das Kinderbild seiner Frau Geld usw. sollen ganz und gar abgeschafft sein. Will über den Rauchtisch hängen, ohne daß Jürgen auch । aber eine Mannsperson den Frauen und Mägden nur ein Wort darüber verloren hätte. ~ ..... * * ............ kann, mürbe 311 Diel fein. Immer mehr Versuche i Deuiiich schalli der Kanonenbonner zu beiben herber Franzofenfront, Verwirrunq zu stiften ober bie 1 über, fnlfe beischenb! Dach k e 1 n er rührt sich, Abstimmung zu verschieben, treten in bie Erschei- der „kluge Gelehrte, ber Prmzen-Erzieher Fros- nung. Man weih unb fühlt es, baß ber Abstim- l°ri> kann ja zeigen was er tann unb feinen mungstag ein gewaltiger beutfdjer Sieg werben Kampf allein ausfechten. *' wirb unb macht verzweifelte Anstrengungen, ihm $ a n n bc ? ? 1 4 , WO Rennenkampf trotz möglichst Diel Steine in ben Weg zu werfen. Mit aller Befehle feiner Borgefetz en, rotz dreitägigen bem 13. Januar wirb ber Kampf noch lange nichts Kanonendonners ,n feiner linken Flanke, trotz aller - - - -- ---- - • Hilferufe der umzingelten Narew-Armee fast un- n 0- M % Xs-' A , ,! er ^rloms ,7". > v v>* & / Kirche und Schule Mö es -er Wirtschaft öffnen. kreis Schotten. heu- r.: ; t3' * V Deolfenmart» Berlin — Arantfurl a. Bl. ^rannun fl.Dl. Srannun u. Dl. Äerlin -öeriia ®g* SS' IU*B börse 31-10. | 1.11. 28 28 28,13 Philipp Hol»mann . . .. Aemeniroert Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 78 1 113,25 133 | 78,25 Banknoten. 102,13 102,2 102,13 102.2 119,13 291 84,25 186 | 29,75 BI 8 —1 Ungarische Not« Die hinter den Papieren 96,25 93 96 95,65 104 96,25 93,25 101,4 93,5 96 96 104,9 96.25 93 93,65 96,4 96 ” 96,4 95,5 104,13 96 93,25 87,4 104,5 61 106,5 O| 0 0 28,75 1,25 8,05 7,55 13,2 ren den 30,5 79 95,5 71,25 73,5 75,5 144,25 28,13 141,75 101,75 117,5 75,5 111.25 93,25 140,5 120 28,5 24,5 30,4 79,25 95,5 71 73,5 75,5 145 28,13 143,13 102 118,25 75,5 111,4 99 94 141 120 87-13 104 61,13 106,4 77,75 144 119,25 75,9 76,9 7 S 0 0 0 61,25 133,25 48 65,5 49.25 59,65 33,4 214 163 131,5 141,75 210,5 93,25 38,9 141 92,4 97-13 85 78,25 96 47,75 220 91,25 40,65 12,75 111,25 •111,75 154,4 142 92,75 98 84,5 63,63 80,80 33,83 27,75 141,65 101,5 117,5 75,4 111,25 99 93,25 142 119 118,75 75,25 76,75 29-75 79 95,25 71 73,5 75,75 145 78,25 48,13 213,25 90,5 40,75 22,75 112 110,5 154 78,25 48 219 91 40,5 12,5 111,65 111 154 110,13 61,25 135 47,75 65,13 120,65 49,25 60 90,5 32,5 213 163,5 132 63,89 81,12 33,97 29-65 79,25 95,5 71 73,5 75,75 145,5 60,9 134,5 47,75 65,75 49-25 60 33 213 163,25 132 110,5 61,13 135 48 66 120,25 49,5 60 89,5 33 212-5 163 132 101,25 93 93 93,25 94,75 94,75 101,13 93 93 94,25 94,4 94,75 86 104,25 61,5 106,25 28 143,25 102 118-25 75 111,75 99 94 140,5 120 101,25 93 86,5 104,5 61,75 106,4 77,75 141,75 119,13 75,65 77 Schlußk. Mitlagbörse zu M den Hand deuts Tat i Ao, Buchh deren einmal hing b\ bann a mG a rM i Nahm men de? 2 Di. Man Derc muh 11 Frankfurter Börse. rMllagsbörse: Aktien freundlich. 78,5 96 48-25 214,25 90,65 40-9 12,5 111,75 111 154-5 94,9 94,75 94,9 94,75 8,2 7,6 7,45 13,2 bergbibel von 1454. In einem großen Saal liegen auf drei Tischreihen in der Mitte die Lutherbibeln; am Eingang die Exemplare der Zeit von 1534 bis gegen 1800 und in der Mitte von 1800 bis heute. Dabei bekommt man auch einen Eindruck von Bibel. 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterceichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% deSgl. von 1913.......... 5% abgesi. Gvldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l ................ Mansselber Bergbau ... Koktzmerke........... Pbonix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Ascheröleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G- Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt RütgerSwerke Metallgesellschast Nach tlittsoi Kinach Datum 0 .......0 .......0 10 .......0 0 .......0 5 5 29 1,3 8 7,4 29 1,3 8,1 7,55 7,45 13 falten kichlen hast,1 lich „ de war- swgei feina und di M, öesb ftffl1 W ‘ HM ® 5-5 E eing Lach hulchK8 htli in Siege leh« Die ÜJ sus, Kun höheren len und aenbe '1 Mr Reichsni ganda < Buches" Wir und Lc freudig beteilig terftütz Wo treten, Berbu jchen Gerne Buche der £ Dc richt zuste deut Frankfurt a. M., 1. Nov. Auch an der , tigen Börse dauerte die Geschäftsstille fort, die noch durch den katholischen Feiertag in weiten Teilen des Reiches verschärft wurde. Infolgedessen war der Auftragseingang seitens der Prioatkundschaft auf ein Minimum beschränkt, wodurch die Unterneh- illustrationen von Dürer bis zum heute lebenden Rudolf Schäfer. Rechts werden die Lutherschriften in Originaldrucken ihrer Zeit gezeigt, mit den schö. nen Randleisten von Lucas Cranach und anderen Meistern des Holzschnittes. Daneben gewährt ein Tisch einen Eindruck von der Fülle des Schrifttums über Luther und den Fleiß und die Leistung dieses großen Mannes. Da werden Ausgaben der Lutherwerke aus dem 16. Jahrhundert bis hin zur großen Weimarer Ausgabe der Gegenwart gezeigt. Links sieht man die lateinischen Bibeln und die Fülle der Bibeln in vielen fremden Sprachen, u. a. in Holländisch, Dänisch, Französisch, Italienisch, sog. Polyglotten in zehn und mehr Sprachen. Besonders interessant für die Laubacher ist die stattliche Abteilung der aus unserer Stadt leihweise zur Verfügung gestellten Bibeln, Andachts- und Gesangbücher, die noch heute überall im Privatbesiß sich erhalten haben. Gar manche Eintragung in ihnen gibt dabei Auskunft über die Geschichte alter Laubacher Familien. Der heutige Tag führte schon sehr viele Besucher in die Ausstellung, die regstem Interesse begegnet. Wir Laubacher freuen uns über diese besondere Feier des Bibeljubiläums und find gewiß, daß viel der Bibel davon ausgeht. Die Ausftel- * Konkurse und Vergleichsverfahren im Oktober. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat Oktober durch den „Reichsanzeiger" 267 neue Konkurse, ohne die wegen Massem'angels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 80 eröffnete Vergleichsverfah- bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Vormonat stellten sich auf 208 bzw. 67. 141,25 210 92,25 38,65 83,5 I 77,5 I ' 113,25 1 133 I gestrichen, b) 51 bis 53, c) 48 bis 53, d) 46 bis 52, e, k und g gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt zogen Kälber um 1 bis 2 Mark an, Schweine blieben unverändert, während Hammel um 1 Mark und Schafe um 2 bis 3 Mark zurückgingen. Marktverlauf: Kälber rege, ausverkauft. Hammel mittelmäßig, geräumt. Schafe langsam, Ueberstand (7). Schweine ruhig, Ueberstand 50 Stück. G r o ß h a n d l e s p r e i s für Fleisch- und für Fettwaren: Beschickung: 1121 Viertel Rindfleisch, 166 ganze Kälber, 59 ganze Schafe bzw. Hammel und 575 Schweinehälften. Preise per 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 58 bis 62, Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38. Rindfleisch b) 58 bis 62. Kalbfleisch c) 66 bis 72, d) 58 bis 64. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 72 bis 75. Roher Speck unter 7 cm 80 bis 83, Flomen 90. Marktverlauf: ruhig. Allerheiligenmarkt in Hungen. Q] Hungen, 1. Roo. Heute wurde hier der Allerheiligenmarkt abgehalten, der auch in diesem Jahre außerordentlich gut besucht war. Es waren aufgetrieben: 487 Ferkel und 267 Schafe, ferner war Großvieh aufgetrieben. Auf dem Rind- viehmarkt wurden trächtige Rinder mit 300 Mark verkauft. Ferkel kosteten bis zu 6 Wochen alte Tiere bis zu 10 Mark, 7 Wochen alte bis zu 12 Mark, 8 Wochen alte bis zu 15 Mark, 9 bis 13 Wochen alte 16 bis 25 Mark. Der Handel war sehr aut, so daß der Markt bald restlos geräumt war. Sehr rege war der Handel auf dem Schafmarkt, so daß nahezu alle Tiere verkauft wurden. Es kosteten Hämmel- und Mutterlämmer 23 bis 27 Mark, Mutterschafe und Hämmel 30 bis 36 Mark, ältere abgängige Zuchtböcke bis zu 45 Mark. Der Krämermarkt war in diesem Jahre besonders gut besucht. Zu beiden Seiten der Straße von dem Bahnübergang bis zum Untertor standen die Verkaufsbuden. Die Besucher, die sich in den Nachmittagsstunden nur durch die Straßen schoben, hatten hier Gelegenheit, ihre Kauflust zu befriedigen. Auch die einheimischen Geschäfte hatten sicher durch den regen Marktbesuch guten Absatz. fcmbi in h Et „9i ermä, ren 3 miede N. i herz, immer m, als mad)t‘ werbe' Ebe w'tT Renten Da voriibe Leg Mmpl" lbm n . -$ti \\ N mbtf bet hier Und gesc leid bar, [pro Tag hier Neui . "N lehba Cd an. j eMi "ler M si Rut .-He Miü Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v. H, Lombardzinsfutz 5 o. H. Gritzner 01 Wainkraftwerke Höchst a.M..„ 4 Süddeutscher Zack« ......... I| Hamburg-Amerika-Paket o £>ainbut0..Sübam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfjchiff....... 0 Norddeutscher Lloyd o AG. für Bcrkedrswefen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft............. 0 Dresdner Ban! .. 0 Reichsbank ......... *12 Leriin,!.November Amerikani>che Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten .... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten .... Schweizer Noten Spanische Noten (D Schotten, l.Nov. Zu einem Höhepunkt kirchlichen Lebens gestaltete fiqj die gestriae Feier des Reformationstages in unsrer Stadt- kieche, in der ein sehr gut besuchter, liturgisch reich ausgestalteter Gottesdienst stattfand. Sämtliche Schuler des Kirchspiels Schotten I hatten sich unter der Führung ihrer Lehrer eingefunden und erfreulicherweise auch eine sehr große Anzahl erwachsener Gemeindeglieder. In sinnvoller Reihenfolge wechselten Lutherworte, Bibelworte, Lied, Gebet und Sprechchor der Konfirmanden miteinander ab und erhöhten die Wirkung der Feier, die dann schließlich gipfelte in der Festansprache von Lehrvikar Staiger über das Jesuswort Matthäus 10, 23. 32. Auf Grund davon wurde aufgerufen zur Entscheidung für Gott und Jesus Christus und ermahnt, diese Entscheidung auch im Leben durch Wort und Tat zu bekennen. Die Feier hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. nur ein Papierdasein führt. Am Ende des Kontors haust die Buchhaltung, das Herz der Firma. Hier werden sämtliche Geschäftsvorgänge schriftlich niedergelegt und zwar auf neuzeitliche Art nach dem Durchschreibesystem. Eigene Scheck- und Postscheckformulare ermöglichen eine wahrheitsgetreue Nachahmung des gesamten vraktischen Zahlungsverkehrs a u f ~ m o - o e r n ft e r Grundlage — bargeldlos nämlich. Eine eigene Mahnabteilung ist da für die so beliebten Briefe: „Bei Durchsicht unserer Bücher .. ." Und wenn es mal mit einem faulen Oie Sparkasseneinlagen im September Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen haben sich im September weiter günstig entwickelt. Besonders trifft dies für die Auszahlungen im Sparoerkehr zu. Die Auszahlungen haben sich um 3,8 Mill. Mark auf 414,2 Mill, vermindert Die Einzahlungen im Sparverkehr verringerten sich um 11,9 Mill. Mark auf 429,8 Mill. Da die Einzahlungen stärker abgenommen haben als die Auszahlungen, hat sich auch der Einzahlungsüberfchuß im Berichtsmonat wieder verringert, er stellte sich auf 15,6 gegenüber 23,7 Mill. Mark im August. Die Verminderung des Einzahlungsüberschusses war aber geringer, als in den vergleichbaren Vorjahren. Zu dem Einzahlungsüberschuß treten noch Zinsgutschriften im Betrage von 1,0 Mill. Mark und Aufwertungsgutschnften im Betrage von 34,7 Mill. Mark. Von den Aufwer- tungsgutschriften entfallen 34,5 Mill. Mark auf die hefsischen Sparkassen, die nun ebenfalls die Aufwertungsrechnung und die Markrechnung statistisch zusammengelegt haben. Weiter übernahm noch im Berichtsmonat eine großstädtische Sparkasse die Einlagen einer Werksparkasse im Betrage von 0,2 Mill. Mark auf Spareinlagenkonto. Insgesamt stieg somit der Spareinlagenbestand der deutschen Sparkassen auf 12 213 Mill. Mark. An dem Einzahlungsüberschuß im Sparverkehr war die Mehrzahl der Länder und Landesteile beteiligt. In einigen Ländern und Landesteilen waren jedoch die Auszahlungen wieder größer als die Einzahlungen. In der Grenzmark Pofen-Westpreußen, H e s s e n und im Freistaat Sachsen glichen sich die Ein- und Auszahlungen annähernd aus. Die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Sparkassen verringerten sich im Berichtsmonat um 23,5 Mill. Mark und 1385.2 Mitt. Mark, die Einlagen bei den Anlagen des fäckstüchen Gironetzes um 0,2 Mill. Mark auf 272,0 Mill. Mark. Faßt man die Spareinlagen und die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Sparkassen (einschl. sächsisches Gironeh) zusammen, so ergibt sich, daß die Gesamteinlagen im September, ohne Berücksichtigung der Aufwertungsgutschriften im Sparverkehr, um 6,7 Mill. Mark auf 13 870 Mill. Mark abgenommen haben. Thomasmehl-Preissenkung. Bei den Kalidüngemitteln war mit Wirkung vom 16. Oktober neben einer Verringerung der Düngersorten und der Einführung von Frankopreisen eine erhebliche Senkung der Preise durchgeführt worden. Aus Grund längerer Verhandlungen des Reichsnährstandes mit dem Verein der Thomasmehlerzeuger hat dieser ebenfalls feine Verkaufspreise mit Wirkung vom 1. November ab um rund 10 v. H. gesenkt. Ab 1. November beträgt der Preis für Thomasmehl nach der Frachtparität Aachen- Rote Erde 22 Pfennig ausschließlich Sack je Kilogramm zitronenlösliche Phosphorsäure, während der frühere Preis 26'/r Pfennig allerdings einschließlich Sack betrug. Dieser Preis erhöht sich dann um die Sackgebühr bei Verwendung von Jutesäcken um 2 Pfennig, bei Papiersäcken um rund 1 Pfennig, je Kilogramm zitronenlösliche Phosphorsäure. Der Bauer hat die Wahl, ob billigere ober teuere Verpackungsart benutzt werden soll. Die bisherige Senkung des Grundpreises beim Frühbezug wird beibehalten. Kunden gar nicht klappen will, dann wird nicht gefackelt, dann flattert erbarmungslos auch einmal ein Zahlungsbefehl hinaus. Die Lohnabteilung errechnet für jeden der nicht vorhandenen Arbeiter die Bezüge und die abzusührenden Beitrage. Aus einer Buchung ersehen wir, daß auch sozia er G e i st in hohem Maße bei der Firma herrscht. Die Geschäftsleitung hat eine Anzahl Arbeitsfront- anzüge gestiftet, für die in aller Ordnung der entsprechende Betrag abgebucht wird. Wahrend wir noch die gut geführten Bilanzbucher besehen, kommt geschäftig der Prokurist angesturzt: ,,Herr Sirettor, ein auter Auftrag! NN. & Cie. hat soeben telepho- nisch eine Kaffeeröstmaschine bestellt!" Natürlich wird der erfreuliche Auftrag sofort bearbeitet. Rüstzeug fürs Leben. Im Dorübergehen bemerken wir noch einen Anschlag für die demnächst bei der Firma ftattfinbenbe Vertrauensmännerwahl. Dann gelangen wir in bie R e k l a m e a b t e i l u n g, wo drei junge Leute mit Entwürfen für zugkräftige Werbung beschäftigt sind. So ist also der ganze Betrieb bis ins kleinste nach der Praxis aufgebaut und organisiert und vermittelt den dort tätigen Angestellten ein wirkliches unverfälschtes Bild vom Geschäftsleben in einer Maschinenfabrik. Hermann Eckerle. Staatsrenten und Industrie-Anleihen waren ruhig. Von fremden Werten zogen 4 v. H. Rumänen auf 4,2250 nach 4,13 an, im Freiverkehr erhöhten sich Warschau-Wiener um je 0,25 v. H. Tagesgeld war leichter und wurde auf 2,50 v. H. ermäßigt. Abendbörfe lustlos. An der Abendbörfe herrschte infolge des Fehlens jeglicher Aufträge starke Gefchäftsstille, die Haltung war ausgesprochen lustlos. Die Kurse brachten im Vergleich zum Berliner Schluß kaum eine Aenderung, wo eine solche eintrat, gingen sie auf Kosten der Geschäftslosigkeit. Farbenindustrie allerdings waren leicht angeboten und gaben um 0,25 v. H. auf 141,75 v. H. nach, Buderus lagen dagegen erneut 0,25 v. H. freundlicher. Auch der Rentenmarkt stagnierte nahezu vollkommen und die zur Notiz gekommenen Papiere waren zumeist nominell, so Altbesitz, die 0,13 v. H. verloren. Von Staatsanleihen blieben 6 v. H. Dollarschatzanweisungen des Reiches von 1923 mit 76,25 unverändert. Etwas Interesse zeigte sich vorübergehend für Schutzgebietsanleihen zu 9,80 bis 9,90 (9,80); eine amtliche Notiz fand nicht statt. Bon fremden Werten kamen Lissaboner Stadtanleihe von 1886 in Anpassung an Berlin mit 55,25 um 2,25 o.H. höher zum Kurs. U. a. notierten: Altbesitz 104, 6 t>. S). Siahioerem 80, 4,50 v. H. Ungarn von 1913 7,40, 4 v. H. do. Goldrente 8, 4 v. H. Rumänen 4,20, Braubank 114,75, Franks. Hyp.-Bank 79,75, Rhein. Hyp.-Bank 111,75, Buderus 87,40, Gelsenkirchen 61. Srantfurfer Schlachiviehmarkt. Frankfurt a. TI., 1. Nov. Auftrieb: Rinder 35 (gegen 14 am letzten Donnerstagsmarkt), davon 5 Ochsen, 3 Bullen, 25 Kühe und 2 Färsen. Zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: 7 Bullen, 4 Kühe. Kälber 700 (836), Schafe 317 (330), Schweine 410 (412). Notiert wurde per 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber, Sonderklasse —, andere a) 53 bis 56, b) 44 bis 52, c) 36 bis 43, d) 30 bis 35. Lämmer und Hammel b2) 35 bis 37, c) 32 bis 34, d) 27 bis 31. Schafe e) 30 bis 32, f) 24 bis 29, g) 15 bis 23. Schweine al und a2 Geld 2,438 57,91 55,09 12,335 16,34 167,77 21,08 62,00 gritC 2,458 58,15 55,31 12,375 16,40 168,45 21,16 62,24 Buderus Deutsche Erdöl 4 Gelsenkirchener o Harpener...................O Hoesch Eisen—Köin-Neuessett .. o Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse € Klöch,erwecke........ ..... O Mannesmann-Röhreu........ O Reformationstag undBibelauSstellung in Laubach £ Laubach, 31. Oft. Der Reformation s- t a g nahm hier einen schönen Verlauf. Fast die ganze Stadt feierte den Tag durch Arbeitsruhe und gab ihm dadurch einen würdigen Rahmen. Der Gottesdienst um 10 Uhr war sehr gut besucht, em Beweis, daß der Gedanke, den Reformationstag am 31. Oktober zu begehen, immer mehr Boden findet. Der Predigt, von Pfarrer Schmidt gehalten, lag das Wort des 118. Psalms zugrunde: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen." Dieses Wort ist wahr geworden in dem Werk der Bibelübersetzung, das Luther auf der Wartburg begann, bis dann 1534 die erste ganze Bibel deutsch, von Martin Luther übersetzt, vorlag. Er, der deutsche Mann, hat sie aus seinem deutschen Empfinden in fein Volk eingedeutscht. Er tat es, weil er in ihr sein Heil gefunden hatte und dieses Heil allen seinen Volksgenossen zugänglich machen wollte. Und so hat die Bibel das deutsche Volk im In- und Ausland zusammengeschweißt, hat es erfüllt mit Bibelgeist und fähig gemacht zu Dienst und Opfer und Kampf. Daß die Bibel heute wieder lebendig wird, darauf kommt alles an. Im Anschluß an den Gottesdienst fand die feierliche Eröffnung einer B i b e l a u s st e 11 u n g statt, zu der freundlicherweise einige Räume des Schlosses zur Verfügung gestellt worden waren. Pfarrer Schmidt übergab sie der Besichtigung mit herzlichen Dankesworten an Seine Erlaucht den G r a - fen 3u Solms-Laubach und den Schöpfer her Ausstellung, Seine Erlaucht Dr. Graf Ernst Otto zu Solms-Laubach in Frankfurt a. M. Dieser führte dann in den Sinn und den Aufbau im einzelnen ein. Don 1534 bis 1545 folgten der ersten Ausgabe schon fünf Originalausgaben der Lutherbibel, Luther selbst hat allein vom Neuen Testament seiner Übersetzung noch 85 Auflagen erlebt. Von den zu Lebzeiten Luthers gedruckten Bibeln wird eine aus dem Jahr 1543 aus Laubacher Privatbesitz gezeigt. Die Ausstellung soll in großen Zügen aus dem zufällig in der Gräflichen Bibliothek vorhandenen Material einen Eindruck von der Bedeutung der Bibel überhaupt und insbesondere der Lutherbibel geben. Im (Eingangsraum sind eine Anzahl Frühdrucke der Bibeln des 15. Jahrhunderts als Beispiele der herrlichen Drucktypen der handgemalten und gedruckten Großbuchstaben und der Einbände ausgestellt. Straßburg, ein Hauptort für Bibeldrucke, Basel, Nürnberg und andere Druckorte sind hier von 1477 bis 1500 vertreten. Ein Neudruck zeigt Seitenbeispiele der 42zeiligen Guten- damit jede Abteilung über den Geschäftsverlauf im Bilde ist. Alles ohne Bargeld. Nun geht es zur Einkaufsabteilung, die bei den reichlichen Mitteln, die dieser gutsituierten Firma zu Gebote stehen, ebenfalls Arbeit zur Genüae hat. Und dann vermehrt man sich diese Arbeit oft noch selber nach dem Grundsatz: Warum einfach, wenn kompliziert auch geht? Mit anderen Worten: es eben nicht alle Geschäftsvorfälle ohne weiteres werden nicht alle Geschäftsvorfälle ohne weiteres auf dem einfachsten Wege alatt erledigt, sondern man sucht dann und wann selber Komplikationen, wie sie die Praxis oft und oft mit sich bringt, um die jungen Leute gerade auch für diese schwierigeren Fälle zu schulen. Der Einkaufsabteiluna ist noch die Kantineverwaltung angegliedert, die leider auch mungsluft der Kulisse naturgemäß gehemmt wurde, um so mehr als auch nennenswerte Anregungen aus der Wirtschaft fehlten. Die Grundstimmung war indessen freundlich. Am Aktienmarkt lagen die Kurse zumeist etwas fester. Insbesondere am Elektromarkt, an dem offenbar der günstige Geschäftsgang bei Siemens nachwirkte. Lahmeyer, Schuckert und Licht & Kraft gewannen je 0,75 ü. Sy, im übrigen ergaben sich Besserungen von 0,25 bis 0,50. Farbenindustrie eröffneten mit 141,50 um 0,25 v. Sy freundlicher und fliegen später auf 142 — 142,25 an. Goldschmidt waren in Weiterwirkung der befriedigenden Geschäftslage ebenso wie Moenus Maschinen um je 0,50 d. Sy auf 93 bzw. 78 d. Sy befestigt. Montanaktien lagen nickst einheitlich, fester waren Buderus mit plus 0,65 v. Sy und Klöckner mit plus 0,25 v. H., Mannesmann und Mansfeld lagen behauptet, wogegen Rheinstahl 0,25 v. Sy, Laurahütte 0,50 v. Sy und Otavi Minen 0,50 RM. verloren. Etwas höher setzten noch u. a. ein: Reichsbankanteile (plus 0,75 v. Sy, Deutsche Linoleum (plus 0,40 v. H.). Dagegen gaben Schiffahrtswerte bis 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H., Cement Heidelberg und Zellstoff Waldhof je 0,25 v. Sy nach. Daimler, Thür. Lieferung und Kunstseide AKU. lagen behauptet. Am Rentenmarkt hat sich die Umsatztätigkeit erheblich vermindert. Fester notierten nur späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,13 (95,75), während Altbesitz 0,50 und Kommunal-Umschuldung um 0,25 ü. Sy auf 84,90 d. Sy nachgaben. Lebhafter und fest waren im Freiverkehr Warschau-Wiener- Bahn, Stücke-Obl. 15,25 (14,40), do. Mark-Obl. 16,25 (15,40). Im Verlaufe blieb das Geschäft klein und die Kurse waren am Aktienmarkt auf dem Anfangsstand zumeist behauptet. Farben zogen bis auf 142,50 an, gingen aber später wieder auf 142 v. Sy zurück. Sehr fest lagen Rhein. Braunkohlen, die mit plus-Zeichen erschienen und auf 220 nach 213,25 anzogen. Merklich fester lagen außerdem Bekula mit 143,50 (plus 2 v. H.) und Holzmann mit 78,50 bis 79 (plus 1,50). Daneben zogen Buderus erneut um 0,65 v. Sy an. Am Rentenmarkt blieben Altbesitz mit 104,40 bei kleinem Umsatz unverändert, ebensv späte Schuldbücher, Kommunal-Umschuldung waren mäßig höher (85). Reichsmark-Anleihen erhöhten sich meist um 0,25 bis 0,50 v. Sy, Städte-Altbesitz lagen bei ca. 96 behauptet. Goldpfandbriefe und Kommunal-Oblig. zeigten nur geringe Abweichungen, auch Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich, während Liquidationspfandbriefe überwiegend um 0,25 d. Sy fester lagen. Schultheis Patzen Hofer O Mu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg.................. O Zellstoff Waldhof O Zellstoff Aschaffenburg O Dessauer GaS ............. 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum....... O Lrenslein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............O Chade............... 10 Aecu mulatoren-Fabrik o Conti-Gummt O 29,75 I 29,25 I 84,13 - 1861 —I 31-10 | 1.11. Schluß- lurs 31.10. Schluß- kurö 31-10. Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Rcichöanl.v. 1929 6*/2% Voung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit Anslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ehem.8% Hess. Volksstaai 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 18.................. 6'/z% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui......... Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auclos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mitAuölos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Golvpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehe in. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6Vi% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbckese....... 6Vi% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. A.E.G n Bekula ’’ 0 Elekrr. LieferungSgesellschaft'6 Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume....... * o Gesellsch.s.Elektr.Unternehmuna. 6 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co............... Siemens L Halske Lahmeyer LLo Freude an der Bibel davon ausgeht. Die Ausstellung wird noch einige Zeit bestehen bleiben und wird gerne auch auswärtigen Besuchern ihre Räume Gchlußk. Mittag- börse 1-11. .vrantiun u. DI. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse. Datum 31.10- 1.1b 31-10. 1.11- 4% desgl. Serie 11........... 8 8 — — 6% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 4,25 4,4 4,3 — ^?"o.N"m"mt,ereinh.Rentev.l913 6,5 6,6 6,7 6,6 4"o Rumänische vercinh. Rente .. 214% Anatolier ............... 4,13 4.2 4,15 4,15 34 34 34 33,9 - 31. Oktober 1-November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Selb 23riet Geld 25ne Buenos Stiret 0,639 0,643 0,639 0,643 Brüssel----- 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kovenhagen. 55,32 55,44 55,24 55,36 Danzig..... 81,12 81,28 81,12 81,28 London ..... 12,39 12,42 12,37 12,40 HelstngsorS.. Paris ...... 5,475 5,485 5,445 5,455 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,11 168,45 168,19 168,53 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan...... 0,722 0,724 0,720 0,722 Jugoslawien 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.....: 62,26 62,38 62,16 62,28 Wien....... 48.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,245 11,265 11,23 11,25 Stockholm... 63,90 64,02 63,80 63,92 Schweiz .... 80,92 81 08 80-98 81,14 Spanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — Neuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 greitag, 2. November 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 257 Drittes Blatt Montagabend selbst Vorstellung hat. (Siehe heutige %lnd wie steßt es mit ÜXerrn 3ßrendet? "Wer ßat das ÜKatsßandgestofjten? in Nachdruck verboten! 5 Fortsetzung holen?" (Fortsetzung folgt!) Armierungssoldaten erhalten das Ehrenkreuz. im die gekommen. Seitdem hatte sie keinen arroeren nnh banfbar An danken gehabt als durch ihre Arbeit der geliebten fühlen, so bin ich schon glücklich und dan ^r ^n «ÜPiff SifsÄiÄK «.*.= 3—1" »*'»■ ‘"I >* * «•' Edelgard war aufgesprungen, als Kutschner hereingekommen Nun reichte sie ihm mit einem wehen Lächeln die Hand. „Fräulein Edelgard", sagte Kutschner bewegt, „es geht mir nahe, Sie und Ihre hochverehrte Frau Mutter in Kummer zu sehen. Ist es etwas Ve- „Zum zweiten Mal hat der Führer zum Winterhilfswerk aufgerufen. Immer noch herrscht in weiten Kreisen des deutschen Volkes bittere Not, die uns zwingt, Hand anzulegen und zu helfen. Aber nicht die Not allein soll uns zu diesem Werk antreiben; stärker als sie ist die Tatsache, daß das deutsche Volk wieder eins geworden ist, und daß darum über alle Unterschiede der Klassen, Stände und Konfessionen hinweg das Gefühl gemeinsamer Verbundenheit Ausdruck finden soll. zitterte. „Edelgard, liebes Fräulein Edelgard, tut es Ihnen ein wenig leid, daß ich fortgehe?" Er fragte es leise, stockend. „Weh tut es mir", gab Edelgard zur Antwort. „Ich kann es mir gar nicht denken, Herr Direktor, wie es ohne Sie im Büro gehen soll!" „Nur im Büro?" fragte Kutschner heiß. „Edel- : gard, dürfte ich hoffen, daß Sie mich ein wenig t vermissen? Nicht nur als Chef, sondern auch als ! Menschen?" Nun sah sie auf. Sein Ton hatte etwas, was sie aus tiefster Seele. Ich weiß, witvi» — ---------- zwischen uns liegt. Ich bin gegen Sie ein alter Mann. Sie stehen erst am Anfang des Lebens. Ihre Fugend und Schönheit haben ein Recht, das Höchste zu fordern. Aber Fräulein Edelgard, vielleicht ist die reife Liebe eines Mannes, der, wie ich, einsam geblieben ist, weil er den richtigen Menschen noch nicht fand, vielleicht ist diese Liebe ein besserer Schutz und Schirm für ein junges Menschenkind als die jugendliche Leidenschaft eines Gleichaltrigen. Die Sorgen Ihrer Frau Mutter um Ihre Zukunft, Fräulein Edelgard, Ihr eigenes Bangen, daß Sie einmal einsam und schutzlos im Leben dastehen — alles wäre mit einem Schlage vergangen, könnten Sie sich mir fürs Leben anvertrauen. Fräulein Edelgard, Edelgard schwieg Sie wußte nichts zu erwidern. Die leidenschaftlichen und doch angstdurchzitterten Worte des Mannes hatten sie vollkommen verwirrt. Was sollte sie ihm antworten? Ob sie für ihn fühlte? Gewiß tat sie das. Aber doch wohl in einem anderen Sinne. Liebte sie ihn? Nein! Sie liebte ihn wohl nicht. Aber wußte sie denn, was überhaupt Liebe war? Nein! Auch dies Wissen war ihm fremd. Sie hatte noch nicht einmal in Gedanken davon geträumt. Als sie zum Erwachsensein herangereift, war gerade der Zusammenbruch des mütterlichen Vermögens gekommen. Seitdem hatte sie keinen anderen Ge- meifter der NSDAP, vom 10. Oktober mitgeteilt, wonach im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen der Verkauf der Zeitschrift „Der Kriegsruf" durch die Heilsarmee im ganzen Deutschen Reich, und zwar mit sofortiger Wirkung, auf öffentlichen Straßen und Plätzen, von Haus zu Haus, in Gast- und Vergnügungstätten, oder an anderen öffentlichen Orten zugelassen wird. Eine Verwendung von Sammelbüchsen und von Musikkapellen ist bei dem Vertrieb nicht gestattet.________ Edelgard." ,r , Er wollte stürmisch ihre Hande ergreifen. Doch er bezwang sich. Er fühlte ihr unmerkliches Zuruc^ weichen fühlte, was sie sagen wollte. Und er sprach eg aus, was auf ihren Lippen und in ihrem Herzen Seine ernsten Augen sahen mit so tiefer Liebe in die ihren, seine Stimme gab so sehr die Bewegung eines gütigen Männerherzens wieder, daß Edelgard Schritte im Nebenzimmer. Die Mutter kam. Warum wollte sie nur, daß Kutschner noch nicht sprach? War es nur darum, weil in ihr selbst alles noch zu unklar war und sie die Mutter vor Unklarheiten bewahren wollte? Oder war es etwas einen Direktorposten drüben in der amerikanischen Zentrale. An meine Stelle kommt ein anderer Herr." „O Gott", sagte Edelgard. Ihre Hand, die noch immer selbstvergessen in der des Mannes ruhte. sprechen?" „Bitte nicht!" sagte Edelgard hastig. „Lassen Sie mir Zeit, Robert. Es ist jetzt alles in mir so oer- Das hätten Sie wohl nicht gedacht, daß dieser nette und sympathische junge Mann sich unver» sehens in einem so zweideutigen Licht prasen« fieren würde, wie es in der heutigen Fortsetzung unseres Romans „Das Halsband" in den Famil'enblättern geschieht. Vermutlich haben Sie Herrn Ewald Brendel, als Verwandten des Hauses Finkendey, bisher für mindestens ebenso unschuldig und unverdächtig gehabten wie etwa den tüchtigen Assessor Luzius ober gar den Herrn Konsul. Die Geschichte mit den beiden Briefmarken mag ja auch allenfalls noch hingehen, und wahrscheinlich fanden Sie sogar Herrn Brendels Haltung in dieser etwas peinlichen Situation, in die der junge Veußner sich Hals über Kopf hineinmanöveriert hatte, ebenso kameradschastlich wie wir selbst. Aber wie steht es heute? Nehmen die Dinge etwa unversehens eine bedrohliche Wendung für Herrn Brendel? Was sind das für verfängliche Fragen, die man plötzlich an ihn stellen muß? Zwar bestreitet er lächelnd, sich in letzter Zeit in Geld. Verlegenheit befunden zu haben, und ist sogar bereit, sich von Herrn Assessor Lusius anpumpen zu laßen,- aber was ist das mit dem vorerst rätselhaften Namen Auerbach auf einem hauptpostlagernden Brief nach Hannover? Das ist doch Brendels Schrift, er gibt es selber zu, und der Brief spielt eine fatale Nolle in unserer Halsband- geschichte. Was hallen Sie davon? Schreiben Sie uns bitte Ihre Meinung. Am Sonntag, 4. November 1934, ist der letzte Einsendungstermin. Wer ist der Oiev? Edelgard schwieg, ihre schönen Augen füllten sich mit Tränen. „Aber daran vermag ich gar nicht zu ELP. Zum Winterhilfswerk hat der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen folgenden Ausruf erlassen: anderes? Wie schwer ihr Herz plötzlich schlug! Sie wollte es nicht wissen und wußte es dennoch: Sie fürchtete die Aussprache mit der Mutter, weil erst dann unentrinnbar die Bindung an Robert Kutschner gegeben war. Erst dann hatte sie sich ihm wirklich versprochen. „Weißt du, was Liebe ist?" klang eine geisterhafte Stimme in ihr. „Ich weiß es nicht!" antwortete etwas in ihrer Seele. .. £ „Aber du wirst es wissen, später einmal!" tonte wieder diese unerbittliche Stimme in ihr. „Einmal, wenn es zu spät ist." „Was ist Ihnen, Edelgard?" fragte Kutschner besorgt. Er sah, wie Edelgards zarte Gestalt zusam- menschauerte. „Es ist plötzlich so falt!" antwortete sie mühsam. „Kalt?" fragte Kutschner erstaunt. „Aber es rührt sich doch kein Lüftchen. Und es ist heute so schwül wte im Hochsommer. Soll ich Ihnen einen Mantel Aus der Provinzialhauptstadt Oer Winter ist da! mittag ebenfalls geschneit, die Schneedecke ist, wie der Klubwirt Bender uns auf Anfrage mitteilt, durchweg etwa 10 Zentimeter hoch. Heute früh wurden auf dem Hoherodskopf 6 Grad Kälte festgestellt, in Gießen waren es in der letzten Nacht 1,4 Grad. Lehrerschaft und Reichs-Buchwoche. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Wir weisen hiermit auf den durch den Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erlassenen Aufruf zur „Woche des deutschen Buches" hin. Wir erwarten, daß sich die Lehrerschaft in Stadt und Land als die mit in erster Linie Berufenen freudig an der Durchführung der Reichsbuchwoche beteiligt und die eingesetzten Arbeitsausschüsse unterstützt. Wo solche etwa auf dem Lande nicht in Tätigkeit treten, wird der Lehrer eine Möglichkeit finden, in Verbindung mit der Bürgermeisterei, den politischen Organisationen und den Ortsgeistlichen der Gemeinde den Sinn der „Woche des deutschen Buches" nahezubringen, sei dies auch nur an Hand der Orts- und Schülerbücherei. Darüber hinaus ist vornehmlich im Deutschunterricht der Schule das Buch als Kulturgut herauszustellen, wobei auch auf die sprachschöpferische Bedeutung der Bibel hinzuweisen ist." Veranstaltungen zur „Woche des deutschen Buches". Man schreibt uns: Die in der Vorbesprechung mit den Vertretern der Regierung und Behörden behandelten Pläne zur Ausgestaltung der „Woche des deutschen Buches" konnten leider nicht alle in die Tat umgesetzt werden. Vor allen Dingen ist es die von den Gießener Buchhändlern geplante große Buchausstellung, deren Ausführung auf Schwierigkeiten stieß, weil einmal ein für die Dauer der achttägigen Ausstel^ hing benötigter Raum nicht zur Verfügung stand, dann aber auch, weil die hierfür nötigen Mittel nicht aufgebracht werden konnten. Die Ausstellung wird nunmehr, wenn auch m wesentlich kleinerem Rahmen, im Foyer des Stadttheaters zustandekom- men und für die Besucher zu bestimmten Stunden des Tages geöffnet fein Die große Kundgebung, die ursprünglich auch am Montag, 5. November, abends, gleichzeitig mit der Veranstaltung in Berlin zusammen stattfinden sollte, mußte auf Sonntag, 4. November, vormittags 11 Uhr vorverlegt werden, weil das Theater am ELP. Zur Durchführung des Deutschen Bibeltages 1934 ist für die Landeskirche unter Leitung des Pfarrers Prof. Lic. Dr. Allwohn, Frankfurt a. M., ein Arbeitsausschuß gebildet worden, der die tätigen Kräfte des kirchlichen und staatlichen Lebens organisatorisch erfaßt. Der Ausschuß will die Dekanate und die Gemeinden bei der Veranstaltung von Bibelfeiern und -festen beraten und im übrigen darauf hinwirken, daß die kulturellen Stellen im Staate, in Schule und Universität das große Gedenken, daß wir 400 Jahre Lutherbibel und damit 400 Jahre Schriftdeutsch haben, in seiner Bedeutung für Volkstum und Volksleben würdigen. In den Städten und in den größeren Gemeinden werden unter der Leitung der Prödfte und der Dekane örtliche Unterausschüsse gleicher Zusammensetzung gebildet, die :~ , Einvernehmen mit dem Landesausschuß für Durchführung des Deutschen Bibeltages sorgen. DNB. Der Reichsmimster des Innern weift Beantwortung verschiedener Anfragen darauf hin, daß die in seinem Erlaß vom 15. Oktober 1934 enthaltene Anweisung, wonach Armierungs-Arbeiter Ob Edelgard!" Wie Sonnenleuchten floß es über Kutschners Züge. „Ich bin Ihnen also nicht zuwider? , Sie fühlen sich wohl in meiner Nähe? Oh, das gibt Hoffnung. Das ist ein Hoffnungsstrahl, Fräulein Sie meinen, Fräulein Edelgard, liebhaben ist nicht Liebe. Ob. ich weiß, es ist ein Unterschied, wie zwischen einem winzia kleinen Blütenkeim und einer strahlend erblühten Blume Aber sowie der zarte Keim sich voll und üppig entfalten kann, wird er treu gehütet: so ist es auch mit der Liebe. Wenn ich nur weiß, daß Sie em wenig für mich WUUMSMW? Noman von Klothilde v. Etegmann. dadurch erschüttert war. „Wenn Sie mit diesem Wenigen zunächst vorliebnehmen wollen, dann ist es gut." Sie lächelte ihn schüchtern an. Und sie duldete es, daß er leise seinen Mund auf ihre Stirn drückte. „Und die Mutter, Edelgard?" fragte Kutschner, nachdem er sich zart von Edelgard gelost hatte. „Darf ich Ihrer Mutter von meiner Hoffnung Unserer evangelischen Kirche ist hierin seit alters her der Weg gewiesen: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." (Matth. 25, 40). Es ist niemand anders als Gott selber, dem wir durch Lindern der Not die Ehre geben. Nationaler Wille zu helfen und christliche Liebe müssen daher Hand in Hand gehen. Die Glieder unserer Kirche, insbesondere diejenigen, die ein Amt in der Kirchengemeinde verwalten, werden darum gerne ihre ganze Kraft zum Gelingen dieses gewaltigen Werkes miteinsetzen." „Oer Kriegsruf" der Heilsarmee darf verlaust werden. In einer Mitteilung des Hessischen Staatsministers vom 25. Oktober (Abt. Ib — Innere Verwaltung) wird ein Rundschreiben des Reichsschatzzubilden. An freien Sonntagen arbeitete sie mit dem alten Gärtner zusammen in dem Garten. Soweit es in ihren Kräften stand, sollte der geliebte Heimatbesitz nicht verkommen. So hatte sie niemals Zeit gehabt, gleich anderen jungen Mädchen über die Liebe zu reden oder von ihr zu träumen. Vor allem hielt .... o ., ,, ■ x eine tiefe unbewußte Scheu sie ab, mit ob er fläch- wirrt. Ueberlassen Sie mir den Zeitpunkt, zu dem lichen Gedanken und Worten an dies heilige Geheim- ich mit der Mutter sprechen will.' nis zu rühren. „Ich tue alles, was Sie wollen, Edelgard! sagte So wußte sie jetzt in ihrer Verwirrung tatsächlich er glücklich. „Ich verstehen Ihre Scheu. Sie wollen nicht ob das Liebe war, was sie für Kutschner sich noch bedenken, prüfen Sie wollen Ihre Frau empfand. s Mutter nicht mit ungewissen Dingen beunruhigen. Kutschner spürte ihre Verwirrung. Er spürte, wie Aber, nicht wahr, Edelgard, Sie werden die Wart^ ihre Hand die eben noch so lebenswarm in der ! frist nicht zu lange setzen? Ich mochte Ihnen doch ' ' . . „ .....-S.1 r: J. ... rxr-- l hürfon ITnh fwinilichkeiten vor und seitdem man ihr diesen Ausspruch hinterbracht, Hoffnung und Gewißheit hinausgehen in die Ferne? - ■ " " - von ihren Jugendfreundinnen zurück- . Darf ich drüben hoffen und glauben, daß Sie meiner ..... * " " 7 ein wenig liebevoll gedenken? Dann will ich warten In dem Rundschreiben des Reichsschatzmeisters der NSDAP, wird ausdrücklich festgestellt: „Maßgebend für diese außerordentliche Entscheidung war der Wille des Führers, der gewünscht hat, daß die Arbeit der Heilsarmee, die sich überdies politisch ja niemals betätigt hat, nicht behindert werde. Ich konnte mich auch davon überzeugen, daß die von der Heilsarmee gesammelten Mittel nicht in das Ausland fließen, sondern im Inland bleiben und zum größten Teil zu charitativen Zwecken verwendet werden." Nie Schiller-Gedenkfeier in den Schulen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat den Schulleitungen folgendes mitgeteilt: Da der 10. November in diesem Jahre auf einen Samstag (Staatsjugendtag) fällt, sind die Feiern zum Andenken an den 175. Geburtstag Friedrich v. Schillers bereits am 9. November zu veranstalten. Oas Betreten und Befahren des Flughafens Gietzen. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß der durch rotweiße Bretter kenntlich gemachte Flughafen durch das Publikum betreten und mit Fuhrwerken aller Art befahren wurde. Verschiedentlich wurden auch Reiter beim lieber- queren des Flughafens beobachtet. Das Publikum wird auf die bestehende Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen nochmals aufmerksam gemacht. Nach der Verordnung ist das Betreten und Befahren des Flughafens sowie das Reiten auf demselben verboten. Mit Rücksicht auf die erheblichen Gefahren, die nicht allein dem Publikum, sondern auch den Fliegern entstehen können, darf erwartet werden, daß das Publikum der Polizeiverordnung mehr Beachtung schenkt, damit die mit der lieber« wachung des Flughafens beauftragten Polizeibeamten nicht zum Einschreiten gezwungen werden. Deutsche Arbeitsfront. Derufsgemeinschaft der Techniker. Die nächste monatliche Zusammenkunft findet nicht am 3. November, sondern erst am Samstag, 10. November, im Hotel Hindenburg, Seltersweg, statt. Es spricht Pg. Georg H e ß, Mitglied der Vereinigung zur kolonialen Wiedergewinnung, über „Mit Lettow-Vorbeck im Kampf um Deutsch-Ostafrika". Deutscher Bibeltag 1934 denken", schloß sie leise. Da war es mit Kutschners Selbstbeherrschung vorüber. Den ganzen Weg hierher, diesen letzten Weq des letzten Abends, hatte er schon mit sich gekämpft, ob er sprechen sollte. Nun war diese Szene ihm wie ein Wink des Schicksals. „Fräulein Edelgard", sagte er und hielt noch immer die Hand des jungen Mädchens, die sie ihm, in ihren trüben Gedanken versunken, noch immer überlassen hatte, „Fräulein Edelgard, wäre es nicht möglich, Ihrer hochverehrten Mutter etwas von der Zukunftsangst um ihr einziges Kind zu nehmen? Die Leiden der Vergangenheit, den Kummer — und den Verlust des Sohnes kann man nicht un- konnten Sie ein wenig sur Mich fühlen? geschehen machen. Vielleicht aber wurde sie alle- ■ leichter tragen, wüßte sie ihre einzige Tochter geborgen. Fräulein Edelgard, ich hätte noch nicht gesprochen, aber auch für mich ist heute ein schwerer :iag. Ich habe meine Abberufung aus der Zentrale hier erhalten und muß in den nächsten Tagen nach Neuyork abreisen." „Nach Neuyork? Aber Sie kommen doch in absehbarer Zeit wieder?" Edelgard sah mit ehrlichem Erschrecken Kutschner «an. Das konnte doch nicht sein, daß dieser Mann, lden sie als Chef und Mensch gleicherweise verehrte, won hier fortging. Sie arbeitete so von Herzen gern mnter ihm. Sie konnte es sich gar nicht vorstellen, Daß sie einem anderen unterstellt werden sollte. Kutschner sagte jetzt leise und schwer: ,Nein, Fräulein Edelgard, ich komme voraus- Nichtlich für viele Jahre nicht wieder. Ich übernehme Nachdem der Winter am 18. Oktober seine Antrittsvisite auf einen Tag im hohen Vogelsberg gemacht hatte, ist er heute früh auch bei uns in Gießen eingekehrt. Nach einer verhältnismäßig kalten Nacht mit stark bedecktem Himmel und nach sonderes, was sie beide bedrückt? Kann ich Ihnen in irgend etwas helfen?" Edelgard schüttelte wehmütig den Kopf: „Nein, Herr Direktor, das können Sie nicht. Ich ----- - — , erwähnte nur in einem Gespräch mit Mutti unse- unruhig machte, erschreckte. Aber sie konnte nicht ren Joachim, da brach der ganze Schmerz in Mutti sprechen. Kutschner, der das Gefühl hatte, daß er wieder auf. Und der Arzt yctt mir ausdrücklich ge- nun weiterreden müßte um jeden Preis, ehe das saat, jede schmerzliche Erregung wäre Gift für ihr Mädchen etwas erwidern konnte, ehe er den Mut. Herz. Mutti ist nicht gesund. Ich versuche ihr das verlor, fuhr leidenschaftlich fort: ,AI immer auszureden; aber ich glaube, sie tut nur so als ließe sie sich darüber Hinwegtäuschen. Sie macht sich wohl oft große Sorgen, was aus mir werden soll, wenn sie einmal nicht mehr „Fräulein Edelgard! Horen Sie mich an, ich kann nicht von hier fortgehen. Ich kann nicht von li^be^Sie 0^räul^ein^Edelaard^^Jch^"liebe Sie'ihre Hand, die eben nocy |o ievenswarm in oer I srisi niaji zu lu.^r icpcu- ' Äfft« wi-m°I^r-uu-nd°s Mm g-rubll kalt wurde, sich zu lafen ”^ud)te. 1 butjen. Unt, nor Wtffrn uns liegt. Ich bin gegen S>° em aller Er trat zuruck. ^°rt mich! Haus ^öffnet hat - nein, Edelgard, bas wäre als Schweinen Fräulein Edelgard? Dann weiß ich Ihrer und meiner nicht würdig " . genug Sie lieben mich nicht." „Ich spreche mit Mutter, sobald ich es. irgend Seine Stimme klang schmerzvoll. Tiefe Trauer lag ’ kann!" sagte Edelgard und brach hastig ab. Sie horte auf seinem gütigen männlichen Gesicht, (fbelgarb : ‘" "" nm konnte es nicht ertragen, ihn so zu sehen. So habe ich es nicht gemeint", flüsterte sie. „Verzeihen Sie, ich bin so verwirrt. Ich habe Sie gewiß lieb. Ich bin immer froh, wenn Sie in meiner Nähe Anzeige.) Den Abschluß der „Woche des deutschen Buches" bilden eine große Sonderveranstaltung des Goethe- Bundes, sowie ein Platzkonzert der Reichswehrkapelle am Sonntagvormittag vor dem Stadttheater. Außerhalb dieser offiziellen Veranstaltungen sind innerhalb der einzelnen Organisationen noch folgende Veranstaltungen geplant: Ende November im aeoen 81/» Uhr erft xnd- Rahmen der NS -Kulturgemeinde ein Kriegsdichter- kiih em Morgen begann es geger18/. Uhr erst zag. ferner an einem noch festzusetzenden Tage hast, dann imme rf 9 z ch sch ß Vorlesungen und Ausstellung für das Jungvolk (am Ä-i Nachmittag, unb bi- HI. unb ben (am war. Natürlich hat der Schnee auf den 23ürger= i 21benb)_, . , ft eigen und den Fahrbahnen bis zur Stunde noch ; HirdlC UN0 WmteryttfLlWerf. fein weißes Kleid zustande gebracht, aber die Dächer | unb die Bäume haben von ihm ein winterliches Gewand erhalten. Unsere Jugend und die Freunde > des Skisports werden über diesen verhältnismäßig frühen Einzug des Winters besondere Freude empfinden — ob aber die weiße Herrlichkeit Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Auf dem Hoherodskopf hat es gestern nachhatte sie sich von ihren Jugendfreundim gezogen. Was sollte sie auch mit ihnen? Ihre Interessen waren so ganz andere wie ihre und Geduld haben.' eigenen. Ueberdies war sie nach der Berufsarbeit .......""" viel zu müde. Ihre wenigen Freistunden waren ihr zu schade zu einem oberflächlichen Gespräch über Kleider, die neuesten Modetänze, Filmhelden und zum Klatsch über allerhand Menschen. Sie zog es vor, des Abends bei der Mutter zu bleiben, zu lesen, ihre Sachen auszubessern oder sich in Sprachen fort- das Ehrenkreuz nicht erhalten können, da sie im Sinne des Absatzes 1 zur Ziffer 3 der Durchfüh. rungsoerordnung keine Kriegsdienste geleistet haben, auf die Armierungs soldaten keine Anwendung findet. Diese waren, im Gegensatz zu den Arrnie- rungsarbeitern, eingezogen und sind daher bei der Verleihung des Ehrenkreuzes zu berücksichtigen. Sie können auch das Frontkämpferkreuz er- halten, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. „Durchgehende Arbeitszeit gesundheitlich unerwünscht/' LPD. Der ärztliche Ausschuß der Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygiene hat „Richtlinien für die Regelung der Arbeitszeit und Pausen nach gesundheitlichen Gesichtspunkten" aufgestellt, die, wie das amtliche Organ der hessischen Regierung, die „Darmstädter Zeitung", mitteilt, einige bemerkenswerte Empfehlungen enthalten. Die erst in der Nachkriegszeit in Deutschland zur allgemeinen Verbreitung gelangte durchgehende Arbeitszeit wird als gesundheitlich unerwünscht grundsätzlich ab- gelehnt, und es wird die geteilte A r b e i t s- z e i t überall da empfohlen, wo die Verkehrs- und Betriebsverhältnisse der Gefolgschaft die Möglichkeit Oie Trommel rüst! Jungvolkwerbeabend des Stammes Welfen: Sonntag, den 4. November 1934, 20.15 Uhr im Laf6 Leib. geben, eine etwa zweistündige Mittaaspause zum Aufsuchen der eigenen Häuslichkeit zu benutzen. 2i5o diese Voraussetzung fehlt, soll die Einführung der durchgehenden Arbeitszeit an die Bedingung geknüpft sein, daß durch entsprechende Arbeitspausen und Bereitstellung der erforderlichen Einrichtungen die Gelegenheit zur Einnahme einer warmen Mit- tagsmahlzeit im Betrieb geboten wird. Zur Gewährleistung ausreichender Erholung wird die Sicherstellung regelmäßiger freier Sonntage bei Schichtarbeit gefordert und die Verkürzung der Arbeitszeit an Samstagen, sowie die Einführung der Sommer- zeit empfohlen. Die Regelung des Anspruchs auf einen aus- reichenden Jahresurlaub soll bei Bemessung der Urlaubsdauer dem größeren Erholungsbedürfnis der jugendlichen und alternden Arbeiter, sowie der in gesundheitsschädlicher Beschäftigung Tätigen de- sonders Rechnung tragen. Graf Luckner beim NEDFÄ. (Stahlhelm) Gießen. Die Kameraden des N S D F B. (Stahlhelm) hatten gestern abend zu später Stunde noch die Freude, Graf Luckner, der zur Zeit in unserer Stadt weilte, in ihrem Heim begrüßen zu dürfen. Trotzdem es nicht mehr möglich war, alle Kamera- Len rechtzeitig zu benachrichtigen, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach kurzen, herzlichen Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters, Kameraden L o p p e, schilderte Graf Luckner in seiner launischen, oft von köstlichem Humor gewürzten, aber von tiefem vaterländischen Gefühl durchdrungenen Rede seinen Werdegang als Seemann und seine Taten im Kaperkrieg auf seinem Segel- schiff „Seeadler". Bei aller Rauheit, die dem Kriegshandwerk anhaftet, hat er niemals die Regeln des vornehmen, ritterlichen Seemannes den Feinden gegenüber verleugnet. Was er während des Krieges geleistet hat, wird immer ein Ruhmesblatt unserer Marine bleiben, und was er durch seine Propagandafahrten für das Deutschtum im Ausland nach dem Kriege gewirkt hat, das kann man als eine hervorragende diplomatische Leistung bewerten. Er versprach den begeisterten Zuhörern, daß er bald einmal wiederkommen werde, und da wird nur zu hoffen sein, daß die gesamte Jugend Gießens Len Worten dieses hervorragenden Seemannes lauschen könnte, denn was er der Juaend von Mannesmut und Tapferkeit, von Kameradschaft und Vaterlandsliebe zu erzählen hat, das wird für immer in den Herzen haften bleiben. Graf Luckner mit feiner Piep wird, ähnlich wie General von Seydlitz mit feiner Tabakspfeife, in die Seele des deutschen Volkes eingegraben bleiben. Der stürmische Beifall bewies, daß ■feine Ausführungen, die mit einem begeisterten „Sieg-Heil" auf unseren Führer Adolf Hitler ausklangen, in den Herzen der alten Kameraden einen tiefen Widerhall gefunden hatten. Als er sich mit seiner Gattin verabschiedete, da klang ihm das alte Flaggenlied entgegen, dem er leuchtenden Auges und dankbaren Herzens lauschte. Daten für Freitag, 2. November. 1766: der österreichische Feldmarschall Franz Karl Graf Radetzky in Trzebnitz geboren (gestorben 1858); — 1827: der Orientalist Paul de Lagarde in Berlin geboren (gestorben 1891); — 1918: Waffenstillstand zwischen Oesterreich-Ungarn und der Entente. Vornolizen. — Tageskalender für Freitag. Kreisamtsleitung der NSV., NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr, Caf6 Leib, Bunter Abend (Abschiedsabend für die Saarländer). — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Traviata". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Krach um Jolanthe".— Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Schüsse aus dem Hinterhalt". — VHC.: 20.30 Uhr, Monatsversammlung. — Stadttheater Gießen. Heute, Freitag, abend die Oper „Traviata" von Verdi. — Die Heimatvereinigung Schiffenberg veranstaltet am Sonntagnachmittag in Gemeinschaft mit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat eine Besichtigung des Klosters Schiffenberg (Führung: Saurat Kuhlmann, Gießen). Außerdem hält Dr. Walbrach (Gießen) einen Vortrag über die Geschichte des Schiffenbergs. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft im Saale des Schiffenbergs statt. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ ** Perfonalie aus der Reichszoll- Verwaltung. Der Vorsteher des Hauptzollamts Gießen, Zollrat Horn, wurde mit Wirkung vom 1. November 1934 zum Oberzollrat ernannt. ** Aus der Justizverwaltung. Die Stelle des dienstaufsichtführenden Richters bei dem Amtsgericht in Vilbel ist neu zu besetzen; Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerbungen sind bis spätestens 10. November bei der Ministerialabteilung I c (Justiz) einzureichen. ** 2 5 Jahre im Dienste der oder- hessischen Tierzucht. Sein 25. Dienstjubiläum konnte am gestrigen 1. November der in weiten Kreisen der oberhessischen Tierzüchter und der Landwirtschaft bekannte Kanzlei-Obersekretär am Von Professor Or. K.Bürter-Gießen, Qm Mittelpunkt.des stofflichen Geschehens unseres Körpers steht das Blut, zu allen Organen füeftt es, von allen Organen kommt es, und dient o den chemischen Wechselbeziehungen, die zur Auf. rechterhaltung des Lebens unbedingt notig sind. Bet dieser bedeutsamen Aufgabe wird das Blut von allen Ereignissen mehr oder weniger mitbetroffen werden, die die Organe treffen, und m der Tat wird es wenig Erkrankungen geben, bei denen man heutzutage nicht eine Blutuntersuchung zur Erkennung und richtigen Behandlung für nützlich hielte. . r tJ „ 6 Voraussetzung für eine solche Erkennung von Krankheiten ist aber die genaue Kenntnis von dem Verhalten des Bluts bei diesen Krankheiten. Diese Kenntnis ist heute schon sehr weit gediehen, gibt es doch eine ganze Wissenschaft vom Blut, die H a e m a t o l o g i e. Die Grundlage für diese Wissenschaft ist aber erst gegeben, wenn die normalen Blutwerte feststehen, die ihrerseits vom Alter, dem Geschlecht, der körperlichen Verfassung und von der Umwelt abhängig sind insofern, als hier besonders der Luftdruck bzw. der Aufenthalt in verschiedenen Höhen eine bedeutsame Rolle pielt. Gerade das Gießener Physiologische Institut bemüht sich schon seit Jahren, diese Grundlagen zu schaffen. Dazu mußten neue Apparate konstruiert werden, die die Blutwerte exakt er- assen. Solche Apparate werden von den Optischen Werken C. Zeiß in Jena und E. L e i tz in Wetzlar hergestellt. Die Untersuchungen mit diesen Apparaten lassen ich aber nur durchführen, wenn sich Versuchspersonen zur Verfügung stellen, es handelt sich dabei nur um einige Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Leider muß man in dieser Beziehung manchmal hören: „Ich bin doch kein Versuchskaninchen!" Das ist eine sehr kurzsichtige Auffassung. Jeder Mensch sollte dafür Sorge tragen, daß feine normalen Blutwerte bekannt sind, damit der Arzt in Krankheiten feststellen kann, welche Abweichungen vorliegen. Dies um so mehr, als nicht etwa eine Norm für ein bestimmtes Alter und Geschlecht besteht, ondern eine erhebliche, aber, wie sich noch ergeben wird, ganz gesetzmäßige Schwankungsbreite. Der Schmerz, der bei Erzeugung der kleinen Wunde zur Erlangung des Bluts entsteht, ist unbedeutend. Wir elbft haben uns hunderte und aber hunderte Male Blut entzogen. Noch vor kurzem erforderte eine Arbeit, die ein Schüler von mir, Herr G. Nelz, durchgeführt hat, nicht weniger als etwa tausend Blutentziehungen, die er opferfreudig an sich selbst vornahm. Es muß also der Wissenschaft ein Opfer gebracht werden, das sich im gegebenen Fall lohnt, da als Entgelt die Blutwerte mitgeteilt werden. Wer Opfer bringt, hat dann aber auch ein Recht zu fragen wozu? Diese Frage soll beantwortet werden. Es wurde schon oben erwähnt, daß nicht eine Norm bei den Blutwerten besteht, sondern eine erhebliche Schwankungsbreite. Don den vielen Blutwerten, die gegebenenfalls bestimmt werden müssen, eien hier nur folgende berücksichtigt. Im Blut befindet sich der für die Sauerstoffübertragung so außerordentlich wichtige Blutfard- tosf. Dieser ist in winzigen Gebilden, den roten Blutkörperchen, untergebracht, von denen nicht weniger als etwa fünf Millionen schon in einem ber£anbe0unfoerfitdt Kubikmillimeter Blut enthalten sind. Es muß nun der größte Wert darauf gelegt werden, den absoluten Gehalt des Bluts an diesem Farbstoff und die absolute Zahl der Blutkörperchen in der Volumens- einheit Blut zu ermitteln, um aus diesen Werten den mittleren Gehalt eines Blutkörperchens an Blut- « berechnen zu können. Während nämlich tfarbstoffgehalt und die Blutkörperchenzahl stark schwanken können, aber immer in gleichem Sinn (niederer Gehalt — niedere Zahl, hoher Gehalt — hohe Zahl), ist der mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff in Tagen der Ge- sundheit beim Erwachsenen recht konstant, erfährt aber bei Erkrankungen erhebliche Abweichungen nach unten und oben. Jede derartige Abweichung muß daher den Arzt veranlassen, zu erkunden, woher sie rührt. Es war nun notwendig, festzustellen, ob dieser mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff vom Alter, Geschlecht, der körperlichen Verfassung und der Umwelt abhängig ist und wie stark im einzelnen die Ausgangswerte, der Blutfarbstoffgehalt und die Blutkörperchenzahl, schwanken. Derartige Feststellungen werden nun seit Jahren im Physiologischen Institut vorgenommen. Von Herrn R. Börner wurde das Blut des Neugeborenen untersucht, das einen so hohen Blutfarbstoffgehalt aufweist, wie nie mehr später im Leben, nämlich bis zu 24 Gramm in 100 Kubikzentimeter Blut. Auch der Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff ist hier wesentlich höher, als beim Erwachsenen. Dabei sind die Blutwerte unabhängig vom Geschlecht, das sich erst bei der Geschlechtsreife geltend macht. Für junge Männer fand Herr L. H o r n e f f e r Schwankungsbreiten im Blutfarbstoffgehalt von 14 bis 18 Gramm, für junge Frauen Fräulein G. Schmoll solche von 12 bis 16 Gramm, der mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff erwies sich aber für Männer und Frauen als recht konstant, war aber bei Männern etwas höher als bei Frauen. Gegenwärtig wird das Blut von 60 bis 70 Jahre alten Männern und Frauen untersucht, da noch nicht genau feststeht, wie sich die Blutwerte in diesem Alter verhalten. In Aussicht genommen sind ferner Untersuchungen im Kindesalter, da zu dieser Zeit die Ausgangsblutwerte den tiefsten Stand, erreichen; es muß aber genau ermittelt werden, wann dies der Fall ist und wie sich der Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff in dieser Zeit verhält. Bei all diesen Blutuntersuchungen ist es nun wichtig, di e verschiedenen sozialen Schichten der Bevölkerung zu erfassen, den Arbeiter der Stirn und Der Faust, den Städter und den Bauer, zu welchem Zweck wir uns auch das Blut aus den Dörfern der Nachbarschaft holen. Allen denen, die das kleine Opfer nicht gescheut haben, möchte ich hier öffentlich danken, aber auch die Bitte aussprechen, uns bei den weiteren Untersuchungen durch Hergabe einiger Tröpfchen Blut zu unterstützen. Das Wort Blut kommt nach Grimm von „Blühen". Wer sich also das Blut gut erhält, darf hoffen, die Blüte seines Lebens zu verlängern. Um festzustellen, ob das Blut gut und auf eine weitere Blüte zu rechnen ist, tut aber Blutuntersuchung not. Blutuniersuchung iui not Direktor desphysiologischenZnstituis Tierzuchtinstitut Gießen, Herr Karl Philipp aus. Watzenborn-Steinberg, begehen. Der Jubilar kam im Jahre 1909 an den Landwirtschaftskammer-Aus- chuß der Provinz Oberhessen. Er war in den ersten Jahren Herdbuchführer und erhielt später für 20- jährige Tätigkeit die seltene Auszeichnung der silbernen Medaille des Reichsverbandes der Ziegen- züchter als Herdbuchsührer. Seine Tätigkeit für die oberhessische Viehzucht wurde nur unterbrochen durch vier Jahre Frontdienst im Osten und Westen beim Infanterie-Regiment 168 bzw. 224, wofür er die Tapferkeitsmedaille erhielt. Philipp ist langjähriger Geschäftsführer des Kreisziegenzuchtverbandes und hat sich um diesen, wie um die Geflügelzucht besondere Verdienste erworben. Als Preisrichter, aber auch als Ziegen- und Geflügelzüchter, als der er selbst zahlreiche Auszeichnungen erwerben konnte, ist er weiten Kreisen der oberhessischen Bauern als Sachkenner, aber auch als allzeit gefälliger und hilfsbereiter Mensch bekannt. An seinem Ehrentage sprach ihm vor den versammelten Mitarbeitern der Direktor des Tierzuchtamtes, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Dank und Anerkennung und die Glückwünsche der Mitarbeiter aus, die ihm ein schönes Andenken überreichen ließen. ** Instandsetzung des Bürgersteigs der äußeren Frankfurter Straße. Gegenwärtig werden an der Frankfurter Straße um- fangeiche Arbeiten vorgenommen, um den Bürgersteig auf der östlichen Seite ab Nervenklinik an der Straße „Am Steg" bis zur Thaerftraße in Ordnung zu bringen. Die teilweise fast bis zu acht Meter breite Straßenhälfte neben dem Fahrdamm wird an der Häuserreihe her mit einem Bürgersteig von knapp drei Meter Breite versehen. Der Bürgersteig wird mit Randsteinen abgeschlossen und mit Basaltsplitt unter Zusatz von Teer eingedeckt. Der übrigbleibende immer noch recht breite Straßenstreifen wird aufgefüllt und eingeebnet. ** Aushebung der Wetterdienststelle Gießen. Zwecks Vereinfachung des öffentlichen Verwaltungsapparates ist mit Wirkung von gestern ab die Wetterdienststelle beim Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen mit der Frankfurter Wetterdienststelle vereinigt worden. Das bisherige Arbeitsgebiet der Gießener Wetterdienststelle wird nunmehr von dem Frankfurter Institut aus mit versehen. ^HunOfunfprogramm. Samstag, 3. November. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Kammermusik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. 15: Jugend-Stunde. 16: Nachmittags- konzert. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 18.45: Tagesspiegel. 19: Die Eroberung der Alpen. Eine Funkfreska. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: „Lustige Funkfahrt ins Blaue". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Lustige Funkfahrt ins Blaue (Fortsetzung). 24 bis 2: Orchesterkonzert. Oberhessen. Schweres Derkehrsnnglück bei Klein-Linden. ♦ Klein-Linden, 1. Nov. Bürgermeister Heinrich Schneider aus Frankenbach begegnete gestern abend, als er sich mit seinem Motorrad auf der Fahrt zwischen Klein-Linden und Dutenhofen befand, einem Auto, dessen Lenker die Scheinwerfer des Kraftwagens nicht abblendete. Dadurch wurde Bürgermeister Schneider so stark geblendet, daß er die Sicht über die Straße und die Herrschaft über fein Motorrad verlor. Er rannte mit feiner Maschine gegen einen Sa« m und stür.ste so unglücklich, daß er mit schweren Verletzungen liegen blieb. Straßenpassanten fanden ihn einige Zeit später und veranlaßten seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 1. Nov. Auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung standen insgesamt 17 Punkte. Zur Genehmigung des Wirtschaftsplanes des S t a d t w a l d e s für Das Jahr 1935 bedurfte es der Beachtung einer Verfügung des Reichssorst- meifters. Danach muß der Hiebsatz 150 v. H. betragen. Nach Ausführungen durch Forstmeister Suß - ner ist dies sehr wohl möglich, und zwar ergibt der Holzschlag danach 4800 Festmeter. Der Erlös von 500 Festmeter muß an die hessische Staatskasse zur Abdeckung rückständiger Beiträge abgeführt werden. Außerdem wurde beschlossen, in Zukunft aus wirtschaftlichen Gründen und sonstiger Vorteile wegen mehr Mischwald anzupslanzen. 5 Zentner Bucheckern sollen angekauft werden. Der Bürger ft euerfa^ für 1935 wurde auf 400 v. H. festgesetzt. Ein Antrag des Stammführers Becker auf Umbenennuna des Winterplatzes in Herbe r t - N or k u s - P l a tz wird abgelehnt. Zur Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft 1934 wurden 60 NM. bewilligt Einem Antrag der NSDAP., Ortsgruppe Grünberg, auf Uebernahme der anläßlich Des diesjährigen Erntedankfestes entstandenen Unkosten wurde stattgegeben. Auf der Tagesordnung stand weiter die Auslosung der Anleiheablösungsschuld der Stadt Grimberg im Oktober 1934, und zwar 5 Stücke, 3 lit. A zu je 25 NM. (die Nummern 48, 58, 10), 2 lit. B zu je 12,50 NM. (die Nummern 38 und 27). Die Zustände am unteren Teich im Brunnen tat bedingen eine baldige Ausbesse- rung. Die Arbeiten sollen als Notstandsarbeiten durchgeführt werden, und zwar wurde der Unternehmer Kühn mit dem Erdaushub beauftragt. Die Bauleitung hat Architekt Balser. Die Sommerschafweide 1935 erhält Johann Kalbert zu 2000 RM. Abgelehnt wurde ein Antrag der Butzbach- Licher-Eisenbahn AG. um Erlaß von Gemeindeumlagen. Die Neuoerpachtung der Jagdbezirke III, IV und V für die Zeit ab 1. Februar 1935 soll durch eine öffentliche Versteigerung erledigt werden. Die Stadt übernimmt eine Bürgschaft für den Turnverein in Höhe von 3000 RM. anläßlich der Aufnahme eines weiteren Schuldscheindarlehens zwecks Erweiterung der Turnhalle. Die Gebühren für das Herftellen von Gräbern wurden neu festgesetzt, und zwar für Erdbestattung eine Gebühr von 7 RM., für Urnen- beftattung eine solche von 3 RM. Siadtvorstandssihung in Alsfeld. cxd Alsfeld, 1. Nov. In der jüngsten «Stabt. Vorstandssitzung wurde zunächst das neue Ratz, Mitglied Wilhelm I o st, der an Stelle Des vergangenen Sommer Durch einen Motorradunscül töDlich verunglückten Ratsmitglieds Schierholz getreten ist, verpflichtet. Als erste Vorlage stand die Festsetzung der Bürge r ft e u e r für Das Jahr 1935 auf der Tagesordnung. Es wurde beschlossen, diese wie im Jahre 1934 mit 500 v. H. des Reichssatzes zu erheben. Wie der Vorsitzende dabei mitteilte, ist durch die neuen Steuerermäßigungen für Familien mit zwei und mehr minderjährigen Kindern mit einem geringeren Steueraufkommen als im Vorjahre zu rechnen. Mietvertrag mit der Firma Mechanische K l e i b e r f a b r i f Georg Dietrick Bücking. Die Firma statte seither für ihr Werk 11 in Alsfeld die Räume des früheren städtischen Elektrizitätswerkes gemietet. Der abgelaufene Mietvertrag wurde mit Wirkung vom 1. November 1934 ab auf drei Jahre erneuert und Der darüber vorgelegte Vertrag genehmigt. Zugleich wurde Der erforderliche Kredit für Den Einbau eines Oberlichtes in Den Fabrikräumen bewilligt. Aufwertung aus Der Teilung Des gemeinschaftlichen Waldes Homberg. Durch Vertrag vom 15. November 1921 war der früher dem hessischen Staat- und der Stadt Alsfeld gemeinschaftlich gehörende Wald Homberg real geteilt worden. Aus Grund der damaligen Vertragsbestimmungen machte der hess^che Staat Aufwertungsansprüche gegen die Stadt geltend. Hierüber fanden wiederholte Verhandlungen statt. Es wurde beschlossen, an Den hesischen Staat eine Aufwertungssumme von insgesamt 6000 Mark zu zahlen. Die Aufwertungssumme soll in jährlichen Raten von 1000 Mark vom Rechnungsjahr 1935 ab bezahlt und vom 1. April 1934 ab mit 5 v. H. verzinst werden. Für die Alfred-Klostermann-Siedlung in der Rambach wurde die Mietzahlung geregelt in Der Weise, Daß Die Mieten erst vom 1. Januar 1935 ab zur Erhebung kommen. Für Dieses Entgegenkommen haben sich die Mieter die Waschküche herzurichten. Soweit für den Ausbau des Dachgeschosses die Kosten von Der StaDt vor- lagsweise bezahlt roorben sind, soll Der Ersatz Durch Zuschlag zu Der Miete ab 1. Januar 1935 in monatlichen Raten erfolgen. Landkreis Gießen. H Alten-Buseck, 2. Nov. Gestern abend sand im Saale von Gastwirt Rühl ein gutbesuchter Schulungsabend der NSDAP, statt, bei Dem Pg. Dr. RöDer (Gießen) über Die Aufgaben Des Deutschen Volkes gegenüber Den Zielen und Bestrebungen unseres Führers, ein freies unabhängiges Deutsches Reich zu gestalten, sprach. Der Redner wies in treffenden Worten darauf hin, daß jeder Volksgenosse, ob Parteimitglied oder nicht, seine höchste Aufgabe Darin zu sehen habe, sich in Die Volksgemeinschaft voll unD ganz einzu- fügen. Nicht Eigennutz und Selbstsucht, sondern aufrichtige Nächstenliebe und brüderliche Zuneigung Dem Volksgenossen gegenüber müsse vorherrschend sein. Vor allem aber sei notroenDig Der unverbrüchliche Glaube unD restloses Vertrauen an das Werk Adolf Hitlers, Das nur Dann seine Vollendung finden könne, wenn die moralische Macht des ganzen Volkes dahinter stehe. Die im vergangenen Jahre so mächtig hervorgetretene Begeisterung für die Person und die Politik Adolf Hitlers Dürfe nicht einer armseligen Mutlosigkeit Platz machen, wenn Schwarzmaler und Miesmacher ihre dunklen Geschäfte im Interesse ausländischer Ausbeuter und Unterdrücker zu machen suchten. Das deutsche Volk habe keinerlei Grund, sorgenvoll in die Zukunft zu blicken. Als das „Volk der Erfinder" habe es bis jetzt immer verstanden, wenn Not am Manne war, sich selbst zu helfen und vom Ausland unabhängig zu machen. Zahlreiche bedeutungsvolle Erfindungen aus neuester Zeit stellten diese Behauptung aufs beste unter Beweis. Starker Beifall und lebhafte Zustimmung dankten dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen. Mit dreifachem „Sieg- Heil" auf den Führer schloß Bürgermeister Kahl die Veranstaltung. § Mainzlar, 1. Nov. Für kommenden Samstagnachmittag plant die Deutsche Angestelltenschaft Ortsgruppe Wetzlar mit ca. 80 Berufskameraden als Gäste Der DA.-Ortsgruppe Lollar, Sitz Mainzlar, eine Betriebsbesichtigung Der Bu- Derusschen Werke Lollar. Anschließend ist ein Besuch der Burganlage Staufenberg geplant, um dort einige Stunden in Kameradschaft zu verbringen. 4 Dorf-Gill, 30. Oktober. Am Tag Des deutschen Handwerks zeigten zahlreiche Häuser unseres Dorfes Flaggenschmuck. Die Handwerker versammelten sich bei NS.-Hagosührer Gastwirt Reuhl, um die Rundfunkübertragungen zu hören. — Die durch bas Jungvolk getätigte Brotsammlung hatte das schöne Ergebnis von 78 Laib. — Bei der Sammlung für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge gingen 37,10 Mark ein. 4- Steinheim, 1. Nov. Die hier durchgesübr/e Sammlung für die Kriegsgräberfür« sorge brachte den Betrag von 31 Mark zusB' men. Ein erfreuliches Ergebnis! Kreis Büdingen. tz. Nidda, 1. Nov. Die seit einer Reihe von Jahren bestehende getrennte Lage von Finanzamts' und Finanzkassengebäude machte sich sowohl für diese Aemter, als auch für das Publikum unangenehm bemerkbar. Zum Zwecke der Abstellung dieses Uebelstandes wurde vor kurzer Zeit ein mehr« {torfiger Flügel in gleicher Höhe ast das Finanzamtsgebäude gebaut, >n dem in Kürze die Finanzkasse, inzwischen anderweitig notdürftig untergebracht, ihre Unterkunft findet. Das seitherige Gebäude wurde zu Wohnungen für Den Finanzamtsvorsteher und einen Finanzamtsbeamten eingerichtet. z. Ni DDa, 1. Nov. Wie Die Eisenbahn seither ab unD zu eine „Fahrt ins Blaue" unternahm, so richtete Der hiesige Zweigverein Des VHC. einen „Bum* m e I ins Blaue" ein. Da erwünschtes Wanderwetter herrschte, folgten etwa 60 Teilnehmer dem Wanderführer, Der sie Durch Den herbstlichen Harb' walD mit seiner jetzigen Farbenpracht zur Herv^ eiche (wegen Dicke, Höhe und sehr breitem Laum dach sehenswert) und dann nach Bad Salzhausen sührte. Hier machte man kurze Rast und begab sich dann wieder auf den Heimweg. Kreis Schotten. x Schotten, 1. Nov. Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Schotten, hielt am Dienstagabend in der dichtbesetzten Turnhalle anläßlich der Eingliederung der DAF. m die Partei eine Massenkundgebung ab. Nach einleitenden Musikstücken der Sturmbannkapelle unter ihrem neuen Leiter Span genberqer begrüßte Kreiswalter der DAF. Schneldmul- ler die Versammlung. Pg. Uhl.ch aus Schlüchtern hatte das Referat für den Abend übernommen. Die ieüiaen Nooembertage mahnen, fo führte der Redner u a. aus, an die großen Geschehnisse des g November. Es ist das größte Verdienst des Füh- rers alle schaffenden Menschen der Stirn und der Faust zu einer Einheit verschmolzen und dem deutschen Arbeiter wieder sein Vaterland lieb und wert gemacht zu haben. Die ganze Welt schaue auf uns, wie wir das große Arbeitslosenproblem anpackten und lösten. Die nationalsozialistische Bewegung sei weit mehr als eine Lohn- und Arbeitsfrage; ein geistig und menschlich hochstehendes Volk von kulturellem Höchststand wollen wir erziehen und feine Wider- standsfähigkeit stärken. Großer Beifall folgte den Ausführungen, wie auch dem Schlußwort, das der Redner sprach. Kreiswalter Schneidmüller sprach den Dank der Versammlung aus. Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied folgten. Die Fahnen wurden feierlich aus dem Saale geleitet. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 1. Nov. Anläßlich des 400jährigen Jubiläums der Lutherbibel fand gestern abend im hiesigen Gotteshause eine Feier statt. Sie wurde eröffnet durch einen Kanon, gesungen von den Konfirmanden und der evangelischen Jugend unseres Dorfes. Darauf folgten einige Vorträge der Konfirmanden. Die Jugend sührte dann das Festspiel „Luther der Kämpfer" auf. Pfarrer K a l b h e n n zeichnete in seiner Predigt ein Bild von den Vorgängen und der Sprache der Reformationszeit. 00 Nieder-Ohmen, 1. Nov. Gestern ereignete sich im Steinbruch einer hiesigen Firma ein schwerer Unglücksfall. Durch den während des ganzen Tages niedergegangenen Regen kamen Erd- und Steinmassen ins Rutschen und begruben im Niederbrechen den 28jährigen verheirateten Konrad Guntrum unter sich. Der bedauernswerte Mann erlitt einen Unterschen- k e l b r u ch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne von Gießen in die Klinik nach Gießen gebracht werden. § Nieder-Ohmen, 31. Okt. Dieser Tage haben in den Waldungen des Forstamts Nieder- Ohmen die Holzhauerarbeiten begonnen. Dabei fanden wieder etwa 25 erwerbslose Volks- aenossen Arbeit und Brot. Der Rest der Erwerbslosen findet jetzt noch Arbeit und Brot bei einer Notstandsarbeit in dem Nachbarort Elpenrod. # Ruppertenrod, 31. Okt. Die Holzhauerarbeiten in den Freiherr!. Riedeselschen Waldungen der Revierverwaltung Ober-Ohmen haben seit einigen Tagen begonnen. Die hiesige Rotte ist schon beschäftigt, während die von Ober- Ohmen in Kürze mit der Arbeit beginnen wird. Die Holzhauer von Unter-Seibertenrod haben ebenfalls mit der Arbeit begonnen. Im Bereich der Revierverwaltung Ober-Ohmen ist dadurch einer größeren Anzahl Arbeiter Erwerbsmöglichkeit geboten. # Ober-Ohmen, 29. Okt. Gestern abend fand hier im Saale der „Krone" eine Versammlung der NSDAP, mit Pg. Schäfer- Vadenrod als Redner statt. Er streifte in großen Zügen die allgemeine politische Lage und wies dabei besonders auf die internationale Rüstungsindustrie hin, deren Bestreben dahin ziele, unter den Völkern ein neues Blutbad anzurichten. Pg. Schäfer erklärte bann, die.große Aufgabe laute heute, das deutsche Volk zu Nationalsozialisten zu erziehen. Die Redner der Partei seien gewissermaßen Aerzte, die ständig zu untersuchen hätten, ob und wo sich noch Krankheitskeime des alten Systems breitmachten, um sofort mit nationalsozialistischer Medizin bei der Hand zu sein. Der Redner kam dann auf das Winterhilfswerk au sprechen und forderte zu wirklichen Opfern auf. Bis jetzt habe im Kreise Alsfeld nur einer geopfert: Willy Weber, der fein Bestes, fein Leben, hergab. Die Meckerer sollten immer daran denken, daß, wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre, die bolschewistischen Machthaber nicht gebeten, sondern einfach genommen hätten. Wenn das Dritte Reich untergraben werde, so folge darauf das Chaos: denn niemals mehr würde es gelingen, das Volk so unter einen Hut zu bringen, wie unter Adolf Hitler. Redner behandelte bann noch bie Ju- benfrage. Mit einem Sieg-Heil auf ben Führer schloß er seine Ausführungen. Bürgermeister Horst wies zum Schluß ebenfalls noch auf bas Winterhilfswerk hin. 3n Schutzhast genommen. LPD. D a r m st a b t, 31. Okt. Das Staatspresseamt teilt mit: Die jübische Hausiererin Margarete G o l b ft e i n, wohnhaft Darmstabt, Schlagerstr. 101, wurde wegen verächtlicher Aeußerungen gegen ben nationalsozialistischen Staat unb schikanöser Behandlung einer Verkäuferin des Kaufhauses Gebr. Rothschild in Darmstadt auf die Dauer von zwei Wochen in Schutzhaft genommen. 600 Prozent Bürgersteuer in Mainz LPD. Mainz, 1. Nov. Der Stadtrat be- schloß einstimmig, den B ü r g e r st e u e r s a tz für 1935 in der gleichen Höhe wie in diesem Jahre zu erheben. Demnach wird sich also im kommenden Jahr bie Bürgersteuer auf 600 o. H. des Reichssatzes belaufen. Gefängnis wegenBeleidigungderGA. LPD. Dillenburg, 1. Nov. Am 10. August unterhielten sich in bem Ankleiberaum einer Werksanlage mehrere junge Gefolgschaftsmitglieber über den Ehrendolch, ber Der SA. verliehen worben war. Ein hiesiger Mann griff in bas Gespräch ein unb machte abfällige Aeußerungen über ben Ehrenbolch unb seine Träger. Nachbem er bereits wegen bieser Aeußerungen seinen Arbeitsplatz verloren hatte, stand er jetzt wegen Beleibigung ber SA. vor bem Schöffengericht Siegen. Er verteibigte sich u. a. ba- mit, er sei verärgert gewesen, bah ber Mann, besten Name auf dem Dolch stand, seinen Führer treulos verraten habe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen, wobei seine sonstige gute Führung und seine Verdienste im Kriege als strafmildernd ins Gewicht fielen. Der entscheidende Teil ides Urteils kann an dem Wohnort des beleidigten 'SA.-Mannes sowie an dem Sitze der SA.-Stan- ldarte öffentlich zum Aushang gebracht werden. Oie Saarländer in Gießen. Bunter Abend anläßlich der Fahrt unserer Saar-Kameraden ins JRdd? am Freitag, 2. November 1934, im (Lass Leib Mitwirtende: Mitglieder des Stadttheaters und des Musitzuges 3. sterium für Volksaufklärung und Propaganda ge^ve» xuiiiiciipuiu tu u « = v ut ~ bildete Propaganda-Ausschuß für die Olympischen hineinzutragen. Spiele Berlin 1936 haben es sich zur Aufgabe ge- \ ^ie einzelnen Veranstaltungen selbst werden in stellt, den olympischen Sportgedanken im deutschen Filmvorführungen, Lichtbildervorträoen, Volk zu vertiefen. Die Durchführung liegt in Han- Ski - Trocken- und Gymnastikkursen den des beim Propaganda-Ausschuh gebildeten . foroie fonftigen Vorführungen und Vorträgen aller Amtes für Sportwerbung. ' bestehen, die zum großen Teil kostenlos, zum In der Erkenntnis, daß olympische Siege und geringeren mit kleinen Unkostenbeiträgen durch« überhaupt Spitzenleistungen nur aus einer körper- "" ' Oie Woche des Buches. An alle hessischen Turner und Sportler! Der Leiter d e s staatlichen Turn - und Sportamtes und Unterbeauftragte des R e i ch s f p o r t f ü h r e r s für die hessischen Teile der Gaue XII und XIII, Löwer, erläßt folgenden In der Zeit vom 4. bis 11. November 1934 wird in ganz Deutschland die Woche des Buches durchgeführt. Diese achttägige Werbewoche soll dem deutschen Volke den Wert des Buches als Kulturträger der deutschen Nation in eindringlicher Weise ins Bewußtsein bringen. Die nationalsozialistische Deutsche Turn- und Sportbewegung nimmt an dieser Aktion den regsten Anteil. Der heutige Staat hat sich mit aller Schärfe von dem seitherigen System der allein vorherrschenden Körperkultur abgewandt und erstrebt die harmonische Erziehung des jungen Menschen zu körperlicher und geistiger Vollendung. Der Reichssportführer hat zur Erfüllung dieser Aufgabe die Dietwarte eingesetzt, deren Arbeit es ist, die geistige Erziehung des deutschen Turners und Sportlers neben der körperlichen Ausbildung in die Wege zu leiten und durchzuführen. Das deutsche Buch ist bei dieser Schulungsarbeit Ergebnissen nach zu urteilen, recht fraglich. Die Gäste sind den Einheimischen in den meisten Belangen überlegen. Staffel II: Tv. Albach — Tv. Lich. Lich geht einen schweren Gang und wird kaum Aussicht haben, die beiden Punkte mit nach Hause zu nehmen. Tv. Holzheim — Tv. Heuchelheim. Die Gäste, bisher ungeschlagene Tabellenführer, stehen in Holzheim vor einer Der schwersten Aufgaben. To. Lang-Göns — VfB.-Reichsbahn Gießen. Lang-Göns ist nunmehr noch in diese Staffel als sechster Verein neu hinzugekommen. Die Mannschaft sollte in ihrem ersten Spiel sicher zu zwei Punkten kommen, denn die Gäste haben keine Aussicht auf Punktgewinn. Kreisklasse II. kaum etwas zu holen sein. Ob Staufenberg im' Olympia-Heftreihe werden erste Fachleute die Käme» Lokalkampf gegen Ruttershausen zu Punkten kommt, raden aus anderen Sportzweigen und Laien über ist abzuwarten. ihr Sportgebiet zusammenfassend unterrichten. Sämt« Staffel III: Tv. Garbenteich I — Mtv. Gie- liche Parteigliederungen, sowie vor allem die 23er- Ißen II; Tv. Hausen — Tv. Grüningen. Offen ist eine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübun- die Begegnung in Garbenteich gegen die Mto.er gen, werden sich an dieser Werbung beteiligen. Auf aus Gießen. Auch in Hausen sollten die Punkte Grund eines Erlasses des Reichsministeriums des noch nicht verteilt sein. j Innern werden auch die Behörden der Länder und Staffel V (Sogelsberg): Tv. Alsfeld - Tw' der Gemeinden durch polizeiliche Erleichterungen Homberg! Tv. Burggemunden - Tv. Romrod. Im und verwaltungsmäßig- Forderung die Werbe, ersten Spiel sollte Äisseld zu zwei sicheren Punkten arbeit unterstützen. Die Gememdeaufsichtsbehorden kommen. In Burggemunden steigt das Haupttreffen stnd angewiesen, in allen Gemeinden über 500 Ein. dieser Staffel gegen Romrod. Beide Mannschasten wohner Vertrauensleute zu bestellen die dem Amt haben in dieser Gruppe stets di- Meister,chast unter; ur Sportwerbung als Sachbearbeiter zur Der. sich ausgespielt. Es wohnt daher diesen Kämpfen "miMn 0 ein besonderer Reiz inne. Staffel I: To. Hochelheim — Tv. Groß-Rech- tenbach. Hochelheim wird in diesem Spiel vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Die Gäste haben in den letzten Spielen recht gute Leistungen gezeigt. ,........---y-------, ..... . v . Tv. Dornholzhausen— To. Hörnsheim. Die Gäste heißen. Ueberraschungen sind allerdings in jeder werden sich mächtig anstrengen müssen, wenn sie, Form möglich, auf die Punkte reflektieren. Dornholzhausen hat zu' Hause stets einen schweren Gegner abgegeben. Spo. 05 Wetzlar — To. Krofdorf. Ob Wetzlar hier etwas ausrichten kann, erscheint den bisherigen Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr.3888. Schriften kostenlos Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Frequenz 1 9 3 3: 1 7 200 Arterienverkalkung [Mietgesuche Kinder-Fäustel rei« woiie 0.50 0.45 0.75 0.60 0.50 1.35 1.20 0.90 1.35 0.95 0.75 1.95 1.75 1.50 1.75 1.20 0.90 n 6439 a Beamter sucht sofort gut möbliert. Zimmer evtl. m. Pension, mögl. Zentralh. u. nabe Landge- richt.Schr.Ang.u. 05294 a. d.G.A. weiß und farbig Kinder-Handschuhe weiß und farbig Kinder-Handschuhe mit Stulpen Damen-Handschuhe gestridkt Damen-Handschuhe mit aparter Stulpe Damen-Handschuhe Baumwolle und Seide, gefüttert Herren-Handschuhe 1.95 1.20 0.95 Trikot, gefüttert Herren-Handschuhe 2.50 1.95 1.75 gestrickt 2-3-Zimm.-Wohn, in Gießen oder nächster Umgeb, zu miet, gesucht. Schriftl. Angeb. unt.05285anden Gießen. Anzeig. 2 3-Zim. Wohn, von ruhig. Ehepaar zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 03282 a. d.G.A. Student sucht schönes, gut möbl. Zimmer in gutem Hause, mögl. Universit.- Nähe. Schriftl. Angeb. u. 05288 a.d.Gießen.Anz. Husten J. Verschleimung Keuchhusten zu hohen Blutdruck, Gicht, Rheuma, Blagen-, Darmstörungen, vorzeitige Alterserscheinungen beugen Sie vor durch: Knoblauch - Beeren Geschmack- und geruchlos. Zu haben; Drogerie Winterhoii, Kreuzplatz 10; Drogerie Kilbinger, Seltersweg 69; Central • Drogerie, Schulslraße. 5444 b Junges Ehepaar (Beamter) sucht zumI.Dez.od.zu Anfang, d. nächsten Jahres Zy.-M-Ziim- Wohnung Schriftl. Angeb. unt. 05280 a.den Gietzen.Anzeiger Husta-Glyci ist ein ganz vorzügliches Prä- Leupin-Creme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, ’e,t langen Zähren beronbr* bei Flechte-Hautjmken Ausschlag, Wundsein usw. Drog.Winterbosi,Z1reuzvl.1v.57«ev Am Montag, dem 29. Oktober, ist unsere liebe Mutter und Großmutter, meine liebe Schwester Frau Agnes Noll, geb. Kahl im kaum vollendeten 88.Lebensjahr sanft eingeschlafen. Familie August Noll, Horst-Wessel-Wall 9 Familie Ferdinand Noll, Liebigstraße 76. Gießen, den 1. November 1934. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. ___________6458 v parat und kann man dasselbe mit ruhigem Gewissen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung und Keuchhusten bestens empfehlen. Zülpich, den 14. Febr. 1933. R. Heiland. Von Ärzten u. Prof, empfohlen. Husla-Glycin Fl. M. 1,65 u. 1,— Hustobons ( Bonb.) Dose M. —,75 Di og Otto Winterhoff, Kreuzpl.10 Med.-Drog.Haus Hindenburg 6287v Drog. Kilbinger Nacht. Seit,p.rsw. Höher. Beamter sucht für sofort gut möbiiect. Zimmer Achr. Ang. mit Preisnng. unt. 05301 a.d.G.A. Vermietungen | Scböne 3 Z. Wohn. m.Wohnk.,Balk. u.Zub.,abgeschl. Korrid.sow.Gartenanteil, Nähe Gießens, auf d. Lande, 2 Min. v. Bahnh., sof. od. spüt.z.verm. Pr. 35 -X Zu erfr. im Gieß. Anz. 05291 Frdr.Teipel 16 Markt 16 Ausstellungsraum Mäusburg Nr. 4 im Hause C. Berg großes Lager s«M«M gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05277 an d. Gießen. Anzeig. Suche sofort anständig.,sauberes Fräulein als Verkäuferin L. Rühl, Gießen Kantine 05290 Neue Kaserne. Zum 1. Dezbr. zuverläss. älteres Tages- mädchen gesucht. 05276 StaatsanroaltGlaö Goethestr. 65 II. Haus? mädchen für alle Hausarbeit für sofort gesucht. 05279 Gartenstr affcltt. Hataebev- \ 'M beim Wnf elfttttf - - - Führer und Gefolgschaft meines Hauses betreuen Sie bei jedem Einkauf. Bei mir haben Sie stets das Gefühl zuverlässig und preiswert bedient worden zu sein. Mäntel jeder Art: 29-35-39-47-55-68- u. hoher 6453 A AM Anzeigen AktlengelellsSüsl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften MW.SAlsWeM.7 I Verkäufe | 60 neue Mannorolalten für Nachttisch, in verschied.Farben und Größen, per Stück RM. 5.- zu verkauf. 052BS Stückrath Asterweg 47 Schneider- Nähmaschine (Pfaff) in gutem Zustand billig zu verkaufen. 05293 Asterweg 441. GaS- und elektr. Lampen neu, per Stück 5.- RM. zu verk. 06376 Lndwigstr. 40 Fast neuer Herren-Mantel preiswert zu verkaufen. 0.296 Tiefenwea 61. Mündlich können (Sie eSnutr teigen sagen, smriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es Allen Zwangsversteigerung KIs31 Am Montag, dem 5. November 1934, vormittags 10 Uhr, findet im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die Zwangsversteigerung der im Grundbuch von Gießen, Band XI, Blatt 506, aus den Namen des a) Heinrich Noll in Chemnitz zu b) Frieda Lösch, geb. Noll, Ehefrau des Franz Lösch in Gießen, zu und zwar nur die der Franz Lösch Ehefrau, Frieda, geb. Noll, zugeschriebene ungeteilte Eigentumshälfte, statt. 6129V Flur I, Nr. 1000, Hofreite Neustadt Nr. 47 und 49, 1797 qm. Hier: Anteil der Franz Lösch Ehefrau, Frieda, geb. Noll, Vi. Schätzungsbetrag.- 22 187,50 RM. Brandtaxe der ganzen Hofreite.- 56 810 RM. Einheitswert der ganzen Hofreite vom 1.1.31: 28 200 RM. Gießen, den 19. September 1934. Im Auftrag des Hessischen Amtsgerichts Gießen: __________S o l dan, Ortsgerichtsvorsteher.________ Geschäfts-Drücksachen 5e,ch"u"oen öri eTDiaTter Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 GeachSftskarten So praktisch kauft man am Oswaldsgarten! Mehr als einmal haben wir schon dieses Lob geerntet! Sei es nun solch’ vielseitiger Kochofen, ein guter Dauerbrandofen, ein schöner Herd, in allen diesen Dingen finden Sie bei J. B. Häuser am Oswaldsgarten gute Beratung und reiche Auswahl. Nehmen Sie sich bald einmal Zeit zu einem Besuch und halten Sie Umschau in unseren weiten Räumen. Das wird auf jeden Fall lehrreich und interessant sein. J. 0. H AUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Ruf 2145/2146. 5544 A