Dienstag, 2. ©Kober 193$ 184. Zahrgang r. 230 Erstes Blatt s 2 er o. 0 <6 S s -r 4 s W S* 2 5 feier auf dem Bückeberg an. Die Fahrt ging über Hildesheim, in den Harz, über dessen Berge der Herbst seine buntesten Farben ausgeschuttet hat. In einem Harzer Forsthause wurde kurze Rast gemacht. Bon Nordhausen ging die Fahrt dann m die Goldene Aue, aus der in sattesten Farben die Höhenzüge des Kyfshäusergebirges stiegen. In zahlreichen Serpentinen ging es dann empor zum Gipfel des deutschen Sagenberges, auf dem sich wuchtig das 1896 geweihte Kyffhäuser-National- d e n k m a l erhebt. Der Führer besichtigte das dem Deutschen Reichskriegerbund Kyss- h aus er gehörende Denkmal, insbesondere auch die E h r e n h a l l e . in der über Opferstemen die Fahnen der Kriegervereine aus den Gebieten ausbewahrt werden, die Versailles Deutschland nahm. In dieser Halle befindet sich jetzt auch eine G e - denktafel für die Gefallenen des Weltkrieges, der Freikorps und der Hitlerbewegung. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Bretts 60 Rpf. .Platzvorschrift oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins., gemein- nutzige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Unter den Symbolen, feierlichen Stunden und Gedenktagen, die der nationalsozialistische Staat aus dem Gemütsgut des deutschen Volkes teils wieder hervorgeholt, teils neu erschaffen hat, ist das große Treffen der deutschen Bauernschaft auf dem Bückeberg, das im letzten Jahre in großartiger Improvisation, in diesem Jahre in planmäßiger Gestaltung sich abspielte, vielleicht der glücklichste und bedeutsamste Gedanke. Wenn man sich der armseligen Bemühungen früherer Zeiten und Regiekünste erinnert, mit denen der Staat und die Parteien um bie*in der 3 r- Z er 3 P. d* a 2 » im Werden, das erst in Generationen volle Frucht tragen wird, das es aber jetzt schon in seinen An- °D^er" Tag^von ^Bückeberg und das Erntedankfest, das in ganz Deutschland gefeiert wird, war der Abschluß eines Jahres der Arbeit, die Verehrung der Erde und des heimatlichen Bodens, der uns trägt und nährt; am neunten Oktober beginnt das Hilfswerk des Winters, der neue große Ruf an die, die etwas haben, denen zu geben, die nichts haben. Nach dem Fest der Gemeinschaft eme neue Tat und Aufgabe. Der Führer Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.93 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11086 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür ©berhesien Druck und Verlag: vrühl'fche Unwerfitätz-Vuch- und S.-indruck-r-i «.Lange in Sietzen. Schrlftlettung und SeschSftgstelle: §ch«lftrahe7 auf dem Kyffhäufer. Sangerhausen. 1. DH. n j-'n-m Volke ist die schwerste, aber zugleich die höchste ttliche Aufgabe gerabe bes Staatsmannes Er hat all ferne persönlichen Empfindungen vergessen Die Sache des Volkes unb nur diese wird feine, eigene. Das vollzieht sich nicht ohne Spannung Es klingt an in bem Bismarck-Bekenntnis, baß die Po Hk ihn austrockne, in feiner Mage über ben Konflikt von „Patriotismus und Seligkeit". , ,, rt Auch Hindenburg ist als Staatsmann fachen Seelenkämpfen ausgesetzt gewesen. Me sie sich nn einzelnen in biefer großen Seele vollzogen davon weiß bie Öffentlichkeit nichts ober wenig. Das aber wissen wir, daß der Swger m tausend Schlachten auch in dem schwersten Kampfe, dem der Selbst- Überwindung, bem über das Ich, .^ger blieb. führte ben Deutschen m sich auf dem Schlachtfelde des eigenen Innenlebens zu emem vermchtenden Siege — zu einem Tannenberg! Doch das ist viel leicht das Größte an diesem Manne, baß sich vlle Spannungen in ihm lösten mit der Selbstverständlichkeit eines natürlichen Vorganges, und daß er sich dabei innerlich treu blieb. Er, bem als alt- preußischen Soldaten Politik em verbotenes Land roar, betritt disfen Boden, wird Staatsmann gan zer Staatsmann und blieb doch ^^dat Er der Monarchist ist, wird Präsident ber Republik deren Grundgesetz und Regierungsform nach femer Ueber- zeugung den wahren Bedürfnissen und ^enschaf ten bes Volkes nicht entsprach, er vollzieht Staatsakte, die feinen besten Freunden unb feinem e genen ^nnern zuwider waren. Dennoch blieb er t r eus 1 ch selbst: Sorge um das Leben seines Volkes erzwang solch bittere Entschlüsse. Sein Leben war ein- mal dem Volke geweiht. Semem Volke hat er den Treueid geleistet. So war es nur Treue zu diesem Eid, wenn er sein Ich opferte, Treue aber auch zu diesem seinem Volke geweihten Ich. Wir Männer bes Löbell-Ausschusses, bie wir 1925 ihm bie Reichspräsibentschaft anboten, waren nicht frei von ber Sorge, ob wir bieses einzige uns allen noch gemeinsame Symbol beutscher Einheit in das politische Leben hineinzerren durften. Der große alte Mann hat uns alle beschämt. Er würbe Staatsmann, warb nicht Politiker blieb ]en- seits von Gut unb Böse persönlicher Mtsich" Em tellung. Hinter ihm in wesenlosem Scheine lag alles Menschliche, Allzumenschliche — überwunden du ch P ücht am Volk. Erst in seinem Testam-nt fhfet er uns etwas wissen von inneren Kämpfen. -Smicht ba ber Solbat, ber Staatsmann, ber (Thrift ber Deutsche, ber Mensch, ber Weise, ber fchon Verklärte? Es sprach eine Persönlichkeit, es prach bie volksverbundene Persönlichkett Es sprach ein Mann, bem Treue bas Mark ber Ehre war. Es waltete ein tragisches Schicksal über bem Leben bieses Felbherrn. Unbesiegt, in tausend Schlachten siegreich, durste er mcht als S>-g°r sem ^eßr heimführen, verlor sein Volk ben Krieg. 210er bie Geschichte ist gerecht, unb sie rebet wuchtig. An seinem Sarge senkte bas Erbenrunb, senkten mit Ls unskre Fei'nbe,„sie, die ihn als Kri^verbr - cher" einstmals geachtet hatten den Degen. Ver Tod - nein, biefer Große selbst, gebot Sckweiaen ja Achtung. Der Geachtete unb ber Allgeachtet'e! Das ist Anteil der Geschichte. Die Achtung galt auch bem Felbherrn zwar, boch m h noch bU Menschen, besten Große Hirn und Herz ber Menschheit bezwang. — Das Urteil Geschichte ist gerecht - unb es fiel - dem Lau, der Geschichte sonst so ftemb — so rasch- All bie Männer, bie im Versailler Diktat sich selbst em weltgeschichtliches frevelhaftes Denkmal rnenWiche Schwäche irren Siegerubermutes fetzten, mußten von de? Bildfläche des Stllatenlebens verlchwinden die Wilson und Clemenceau, und wie sie a heißen Auch bas war Urteil ber Geschichte. Jtur Hindenburgs blieb. Unb er siegte ununterbrochen weiter. Wie wunbersam bieses Walten ber Ge- dichte In ber Tat: Dieser Mann ist einmalig. Hinbenburg schieb. — Er schlummert in Tannenberg in bem^Ehrenmal, bas Kunbe gibt von seiner, von seines Volkes Großtat. Nur dort durfte er schlummern Er gehört ja so ganz seinem Volke, W nur den Seinen. Aber dort fchlummert nur das Sterbliche. Das Unsterbliche l e b t, ebi in unserem Herzen. Der Emma ige ward äeitlos. Er soll auch in uns am Leben bleiben; denn fein Werk ist noch nicht vollenbet. Sterbenb sagte er getreten habe in dem Bewußtsein, daß in der inneren und äußeren Politik eine entsagungsvolle Vorbereitungszeit notwenoig war. Wie Goethe das Reich der deutschen -Zukunft erschaut, bekennt er, daß es nur auf einer Einheit „in Liebe" erbaut werden könne. Sterbend bekennt Hindenburg, daß selbst nach der Erhebung des deutschen Volkes, dieser Tat „von historischer Tragweite", noch viel zu tun bleibt, um diesen „Akt der nationalen Erhebung und des völkischen Zusammenschlusses" zu einem „Akt der Versöhnung" werden zu lassen, „der das ganze deutsche Vaterland umfaßt". Das ist sein Vermächtnis. Adol Hitler, Hindenburgs Kanzler, jetzt der Träger seines Amtes, der Führer und Kanzler des deutschen Volkes, der Mann des nie versagenden Willens, hat dies Vermächtnis des Toten übernommen. Das Vermächtnis Hindenburgs galt aber auch dem deutschen Volk, dem ganzen Volk. Am Geburtstage des Treuen gelobt ihm sein Volk treue Erfüllung dieses Vermächtnisses! Der Saarabfiimmungskalender. Ein Beitrag zum Winterhilfswerk an der Saar. Der Landes le iter der Deukfchen Front im Saargebiek, P i r r o, erläßt folgenden Ausruf: Der Abstimmungskampf im Saargebiet geht seinem Höhepunkt zu. Das ganze deutsche Volk muh diesen Kampf mit innerster Anteilnahme und ständigem Interesse verfolgen. Diesem Ziel dient der S a a r-A bstimmungs- k a l e n d e r (preis 1 RM.), der Mitte September erscheint, ein Abreißkalender, der 10 0 Tage, vom 5. Oktober 1 934 ab bis zum Tage der Saarabstimmung, dem 13. Januar 1 9 3 5, läuft. Er muh in diesen 100 Tagen in jedem deutschen Arbeitsraum hängen und an den Kampf unserer Volksgenossen im Saargebiet mahnen. Sein Reinertrag dient mit dazu, das Winterhllfswerk an der Saar aufzubauen. Herstellung und Vertrieb des Kalenders liegen in der Hand einer Gemeinschaft von Verlegern, die. wie alle an ihm tätigen Stellen, auf Gewinn verzichten. Es ist deshalb auch eine Ehrenpflicht des ganzen Volkes, sich an diesem hilfs- werk zu beteiligen, und die Ehrenpflicht aller beteiligten Stellen, diese große Aufgabe zu fördern. In seinem Inhalt zeigt der Kalender die schicksalhafte Verbundenheit der Saar mit dem Reich und bildet so ein großes und wichtiges Aufklärungswerk, an dem jeder Deutsche tätigen Anteil nehmen muß. * Ich bitte das ganze deutsche Volk, sich für dieses Hilfswerk an der Saar einzufehen, um den doppelten Zweck zu erreichen: Arbeit für die Saarabstimmung, Gewinnung von Mitteln für das Winterhilfswerk an der Saar. 15 Jahre Technische Rothilfe. Der Dank des Peichsinnenministers. DNB. Berlin, 1. Oft. Reichsminister Dr. Frick hat aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Technischen Nothilfe an die Reichsführung der Technischen Nothilfe das folgende Schreiben gerichtet: „Aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Technischen Nothilfe, nehme ich als der Reichsminister, dem die Technische Nothilfe untersteht, gern die Gelegenheit wahr, die großen Verdienste dieser Organisation um Volk und Staat anzuerkennen. Allen Schwierigkeiten und Anfeindungen zum Trotze hat die Technische Nothilfe durch mehrere Tausend erfolgreiche Einsätze unermeßliche Werte deutschen Volksgutes vor der Vernichtung bewahrt, die Lebensbedürfnisse der Allgemeinheit in Krisenzeiten sicheraestellt und in Katastrophenfällen zum Schutze von Leib und Leben der Bevölkerung ausgezeichnete Hilfe g e l e i st e t. Ihre ständige Bereitschaft während Deutschlands größter Not hat dazu beigetragen, für Staat und Volk gefährliche Situationen zu überwinden. Das selbstlose Beispiel der ihr angehörenden Männer der Tat hat schließlich vielen schwankenden Volksgenossen Glauben, Mut und Halt gegeben und dem Gedanken praktischer Volksgemeinschaft mit zum Siege verholfen. Ich danke den hauptamtlichen Angestellten, den ehrenamtlichen Führern und Mitarbeitern der Technischen Nothilfe für ihre zielbewußte, erfolgreiche, nationale Tätigkeit in den langen Jahren schwerer innerer Kämpfe, und ich banke jedem einzelnen der treuen Nothelfer für all das, was sie in der Vergangenheit im Interesse des Gemeinwohls für Volk und Staat geleistet haben. Mit den besten Wünschen für die weitere Zukunft der Technischen Nothilfe verbinde ich die Erwartung, daß ihre Angehörigen auch weiterhin im Wetteifer mit den anderen das n^ue Reich tragenden Organisationen dazu beitragen, die Ziele des nationalsozialistischen Staates zu verwirklichen im Sinne der Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung, die auch stets d i e der Technischen Nothilfe bildeten: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und „Einer für alle, alle für einen". In diesem Sinne vorwärts Nothelfer! Heil unserem Führer Adolf Hitler!" Die Abmeierung nach dem Reichserbhofgeseh. Die offenbar bestehenden Mißverständnisse hinsichtlich der durch das Reichserbhofgesetz ermöglichten sogenannten Abmeierung eines Bauern geben Veranlassung, auf folgendes hinzuweisen: Das Reichserbhofgesetz verlangt von einem Bauern, daß er bauernfähig ist. Zur Bauernfähigkeit gehört — neben der deutschen Staatsangehörigkeit und Rassereinheit — vor allem die Ehrbarkeit und die Fähigkeit zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Hofes. Nur wenn ein Bauer die Ehrbarkeit oder Fähigkeit verliert, kann das sogenannte Abmeierungsverfahren Platz greifen. Das Gesetz besagt darüber im einzelnen folgendes: Verliert ein Bauer seine Ehrbarkeit oder zeigt er durch seine Wirtschaftsweise, daß er zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Hofes nicht mehr fähig ist (hierin gehört auch der Fall, daß der Bauer seinen Schuldverpflichtungen nicht nachkommt, obwohl ihm dies bei ordnungsmäßiger Wirtschafts, führung möglich wäre), dann kann ihm auf Antrag des Landesbauernführers durch das Anerbengericht die Verwaltung und Nutznießung des Erbhofes entweder auf eine gewisse Zeit oder auf Dauer entzogen werden. Die Verwaltung und Nutznießung wird dann auf den Ehegatten des Bauern oder auf denjenigen übertragen, oer im Falle des Todes des Bauern der Anerbe wäre; vorausgesetzt, daß diese Person selbst bauernfähig ist. Wichtig ist also, daß die Uebertragung der Verwaltung und Nutznießung nur in einem gerichtlichen Verfahren durch den Spruch unabhängiger Richter erfolgt. In diesem Verfahren muß der Bauer natürlich gehört werden und zu Worte kommen. Er hat gegen die Entscheidung des Anerbengerichtes das Recht der sofortigen Beschwerde an das Erbhofgericht, gegebenenfalls noch die weitere Beschwerde an das Reichserbhof- aericht. Damit ist die Gewähr gegeben, daß die Entziehung der Verwaltung und Nutznießung nur Berlin, 1. Off. (DNB.) Aus Tilsit wird be- könnt, daß die Vertreter der Unterzeichnermächte des ZUemelabfommens, England, Frankreich und Italien, dieser Tage in fiorono im litauischen Außenministerium vorstellig geworden sind, um im Auftrage ihrer Regierungen gegen die litauischen Vertragsverletzungen im Rlemelgebiet Verwahrung einzulegen. Wie zuverlässig verlautet, haben die Vertreter der Mächte zum Ausdruck gebracht, daß die Maßnahmen der titanischen Regierung im Memelgebiet bei ihren Regierungen größte Besorgnis hervorgerufen hätten, und daß es mit Rücksicht auf den auch in Genf eingenommenen Standpunkt der Unverletzlichkeit der Verträge notwendig fei, die gesetzmäßigen Zustände im Memelgebiet unverzüglich wiederherzuslellen. Der litauischen Regierung soll ferner die Mitteilung gemacht worden fein, daß mit der Prüfung der kürzlich den Unterzeichnermächten in Genf überreichten Memelbeschwerde ein juristischer Ausschuß beauftragt worden sei. Sollte es sich Herausstellen, daß die Maßnahmen Litauens i n Widerspruch zum Memelstatut ständen, o würden die llnterzeichnermächte sofort weitere energische Schritte zur Wiederherstellung des Rechtszustandes unternehmen. ♦ Die Garantiemächte haben sich zwar reichlich Zeit gelassen, bis sie den Entschluß faßten, in Kowno energisch zu werden, wir dürfen diesen Schritt jedoch begrüßen. Er zeigt, daß man den Willen hat, die übermütig gewordenen Litauer in die Schranken zurückzuweisen und vor allem das Vertrauen der Völker in feierlich be» chw orene Verträge wieder herzustellen. Denn das dürfte man in den verschiedenen Haupt- täbten wohl allmählich gemerkt haben, daß es B u k a r e st, 1. Okt. (DNB.) Obwohl sich wieder- holt die Notwendigkeit einer Umbildung des Kabinetts Tatarescu bemerkbar machte, konnte sich der Ministerpräsident bisher nicht zu den erforderlichen Umbesetzungen entschließen, da zwi- chen ihm und dem Parteipräsidenten Constantin Bratianu offenkundig kerne Einigkeit über die Persönlichkeiten bestand, die bei der Re- aierunasumbildung berücksichtigt werden sollten. Die Gegensätze zwischen den älteren Politikern der Liberalen Partei und der Gruppe der Jungen machten auch hier sich geltend. Der Ministerpräsident hat nunmehr den Rücktritt des Handelsministers Theodo r e s c u und den Tod des Unterstaatssekretärs M a v r o d i zum Anlaß genommen, ein neues N i n i st e r l u m zusammenzusetzen, das den München des Königs und seinen Absichten entsprechen oll. Tatarescu will versuchen, auch außerhalb der Liberalen Partei stehende Persönlichkeiten in das Kabinett aufzunehmen. Außenminister Titu- l e s c u dürfte sich nicht bereit zeigen, das Außenministerium im neuen Kabinett Tatarescu wieder zu übernehmen. ♦ Die Regierungskrise in Rumänien hat in Paris alle die Geister auf den Plan gerufen, die in Titulescu den Hauptpfeiler der französischen Politik in Mitteleuropa und auf dem Balkan erblicken. Der Rücktritt dieses Staatsmannes hat eine Beunruhigung aus- gelöst, die in den Kommentaren der Presse eindeutig zum Ausdruck kommt. „Le Jour" weist auf den Zwiespalt hin, der König Karol und seinen Ministerpräsidenten Tatarescu von Titulescu trenne. Es handele sich nicht etwa nur um eine formale Kabinettsumbildung, sondern um eine viel ernstere Aenderung. Titulescu gehe, weil sein Ministerpräsident, seine Kollegen und die Mehrheit feiner ] nach gründlichster objektiver Prüfung der Sach- und Rechtslage erfolgt. Eine Entziehung des Eigentums findet nur dann statt, wenn weder ein bauernfähiger Anerbe vorhanden ist, dem die Verwaltung und Nutznießung übertragen werden kann. Den Antrag auf eine solche Entziehung kann nur der Reichsbauernführer stellen. Das Eigentum wird in diesem Falle auf eine andere bauernfähige Person übertragen, die der Reicbsbauernführer vorschlägt; bei diesem Vorschläge sollen geeignete Verwandte des Bauern, falls diese vorhanden sind, bevorzugt werden. künftig überhaupt nicht mehr mög- l i ch sein wird, vertragliche Abmachungen zustande zu bringen oder vorhandenes Mißtrauen zu beseitigen, wenn man im Memelgebiet einen Rechtsbruch nach dem anderen hinnimmt. Viel zu weit sind die Dinge in dem uns entrissenen Teil Ostpreußens schon gediehen, als daß einige Mahnungen genügten, um entstandene Schäden wieder aus der Welt zu schaffen. Schon vor mehreren Monaten hatte der deutsche Außenminister Frhr. v. Neurath die Vertreter der Garantiemächte auf die unhaltbaren Zustände im Memelgebiet hingewiesen und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Signatarmächte ihren Verpflichtungen gemäß eingreifen würden. Die litauische Regierung hatte sich aber nicht davon abhalten lassen, die Unterdrückungspolitik gegen das bodenständige Deutschtum des Msmellandes fort» zusetzen. Der Auflösung deutscher Parteien, der Zerstörung der Selbstverwaltung, der Ausweisung und Absetzung deutscher Beamter folgte noch in letzter Zeit ein Schlag gegen die evangelische Kirche, die historisch und vertragsmäßig mit der evangelischen Kirche Ostpreußens verbunden ist. Eine Anzahl von Pfarrern wurde ausgewiesen und damit die Absicht bekundet, die Entrechtung der Bevölkerung, die sich bisher auf das Gebiet der Politik, der Verwaltung und Schule erstreckte, auch auf die religiösen Einrichtungen auszudehnen. Bekanntlich hat eine Delegation der Memeldeutschen in Genf geweilt und den Versuch gemacht, dort Interesse für die Sache des gepeinigten Deutschtums ihrer Heimat zu wecken, zumal der Völkerbund durch das Memelstatut zu feinem Schutze verpflichtet ist. Die Garantiemächte werden — das sind sie ihrem Prestige schuldig — sehr energisch auftrumpfen müssen, damit die international festgesetzte und dem Schutz von vier Großmächten anvertraute memelländische Selbstverwaltung wieder restlos hergestellt wird. Nur nachdrückliche Energie kann den Leiden und Qualen der Memelländer ein Ende bereiten. Partei eine Politik ablehnten, die darauf hinauslause, den Wolf — d. h. Sowjetrußland — in die Hürde zu lassen. Sein Abtritt bedeute, daß Rumänien sich von Frankreich entferne. Das sei eine Folge der erstaunlichen sowjetfreundlichen Politik des Quai d'Orsay. Rumänien sei damit auf die Verlustliste zu setzen, auf der bereits Polen stehe. „Oeuvre" hält den Rücktritt Ditulescus, falls er endgültig werden sollte, für sehr beunruhigend für diejenigen Kreise in Frankreich und in Europa, die vor allem auf die Erhaltung des Status quo bedacht seien. In Bukarest mache sich wie fast überall in der Welt dus Bedürfnis nach neuen Formeln und neuen Männern bemerkbar. Die Gegner der Kleinen Entente würden besonders glücklich sein, wenn sie sich Titulescus entledigen könnten, der wohl am meisten für die Einheit der Kleinen Entente getan habe. — „Echo de Paris" spricht von einem außenpolitischen Druck, für den das Blutt B e r l i n (!), Rom und Warschau verantwortlich machen möchte. König Karol müsse sich klar werden, daß er jetzt zwischen einem Abenteuer, und der Befestigung der bisher erzielten Ergebnisse zu wählen habe. — „Excelsior" ist der Meinung, daß der 23 o i ft cf; des polnischen Außenmini sters Beck in der Miii.dcryeiten- frage in Genf direkt zum Ausbruch der Regierungskrise in Rumänien beigetragen habe. Titulescu habe wohl das Gefühl gehabt, in dieser Frage von seinem Ministerpräsidenten nicht energisch genug unterstützt worden zu sein. Wie jedenfalls auch die Krise aus- >gehen möge, F r an k r e i ch habe nur den einen Wunsch, daß bei den kommenden französisch-südslawischen und französisch-italienischen Verhandlung gen die Klei ne. Entente nicht zu schwan- k e n beginne. s dritten Mächten dürften in den Verhandlungen kaum eine Rolle gespielt haben, aber man hat sicher mit ihnen gerechnet. Auch in dieser Beziehung liegt ein engeres Einvernehmen durchaus im In- teresse beider Staaten. Nachdem durch bett türkisch - griechischen Grenzgarantiepakt und das Abschwenken der Türkei ins Lager der Antirevisionisten die Hoffnungen Bulgariens auf eine diplomatische Hilfe Ankaras zerschlagen worden waren, nachdem der darauf folgende Balkan- pakt eine weitere Isolierung Bulgariens herbeizuführen drohte, wandte sich das Interesse der Sofioter Regierung naturgemäß nach Westen, nach Südslawien. In Belgrad aber begrüßte man diese Wendung der bulgarischen Politik um so lieber, als sie gegenüber den italienischen Ausdehnungsbestrebungen an der Adriatischen Küste einen kräftigen Rückhalt zu geben versprach. Ieftitsch über das Ergebnis des Besuches in Sofia. Paris, 1. Okt. (DNB.) Der Berichterstatter des „Petit Parisien" hatte eine Unterredung mit dem südslawischen Außenminister Ieftitsch über die Ergebnisse der Sofioter Reise des südslawischen Königspaares. Ieftitsch erklärte, daß beide Teile sehr z u f rieben feien. Auf beiben Seiten sei man bemüht gewesen, eine Atmosphäre zu schaffen, die zur Festigung der augenblicklichen Lage beitrage. Gerade in oiefer Beziehung habe der Besuch des südslawischen Königspaares besonders günstige Ergebnisse gezeitigt. Was den Balkanpakt an- aehe, so beharre Bulgarien zwar auf seiner bisherigen Einstellung und wünsche keinen neuen Schritt zu tun, solange gewisse Fragen mit Griechenland nicht geregelt seien. Das hauptsächlichste Ergebnis der Besprechungen liege darin, daß sich die bulgarische Regierung bereiterklärt habe, ihre bisherige Außenpolitik insofern zu ä n • dem, als sie sie in Zukunft der südslawischen Politik anpassen und diese ergänzen werde. Ungarns außenpolitischer Kurs. Budapest, 1. Okt. (DNB.) Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der Regierungsübernahme durch Gömbös sprach der Ministerpräsident im Rundfunk. Das Zusammenwirken mit Italien sei unverändert fest und bilde einen starken Pfeiler der ungarischen Außenpolitik. Mit Oesterreich befinde sich Ungarn ebenfalls in freundschaftlichstem Verhältnis. Gegenüber Deutschland hege Ungarn unverändert ftarfe Sympathien und hoffe, daß das Dritte Reich in jeder Beziehung den ihm mit Recht gebührenden Platz in der Gemeinschaft der Nationen Europas einnehme und zu einer gewaltigen Quelle der friedlichen schöpferischen Arbeit des modernen Nachkriegseuropas werde. Er hoffe, daß feine Warschauer Reise das geistige und kulturelle Zusammenwirken zwischen Ungarn und Polen fördern werde. Die Freundschaft Frankreichs und die B e s - serung des Verhältnisses zur Kleinen Entente wünsche er aufrichtig. Eine conditio sine qua non der Freundschaft zu Frankreich sei, daß sich Ungarn der Kleinen Entente um den Preis des Verzichtes auf feine berechtigten nationalen Ansprüche nähere. Er würde sich der Annäherung nicht verschließen, wenn die objektiven Vorbedingungen hierzu vorhanden seien. Wenn man sich aber allen gerechten Wünschen Ungarns verschließe, und von Ungarn nur Opfer fordere, dann würde dies bloß eine neuerliche Erniedrigung bedeuten. Rücktritt der spanischen Regierung Die katholischeBolksaktion entzieht Samper ihre Unterstützung. Madrid, 1. Okt. (DNB.) Nach dreimonatiger Ferienpause trat das Parlament unter umfassenden Sicherheitsmaßnahmen der Polizei zusammen. Ministerpräsident Samper nahm sofort das Wort, um seine bisherige Politik zu rechtfertigen. Anschließend erklärte der Führer der Katholischen Volksaktion Gil Nobles, seine Partei werde die Regierung nicht mehr unterstützen. Die Kabinettsmitglieder zogen sich darauf zur Beratung zurück. Nach kurzer Zeit teilte der Landwirtschaftsminister der Presse den Rücktritt der Regierung mit. Der Präsident der Republik hat das Rücktrittsgesuch des Kabinetts angenommen. Samper gab dem Staatspräsidenten den Rat, das Parlament nicht aufzulösen, sondern aus ihm eine Mehrheitsregierung auf der Grundlage der Radikalen Partei mit Einschluß der Agrarier und der Katholischen Volksaktion zu bilden. Das Parlament hat sich bis zur Lösung der Krise vertagt. Am Dienstag wird der Präsident die Beratungen mit den Parteiführern aufnehmen. Die polizeilichen Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung von marxistischen Gewalttaten sind außerordentlich verschärft worden. Die Ausnutzung der Braunkohle für die Treibftoffgewinnung. Errichtung wirtschaftlicher Pflichtgemeinschaften in der Braunkohlenindustrie. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Das Reichswirt, s ch a f t s mi n i ft e r i u m teilt mit: Der Reichswirtschaftsminister hat eine Verordnung erlassen, dis ihn ermächtigt, zur neuen ober vermehrten Verwertung von Braunkohle, sofern er diese Verwertung im volkswirtschaftlichen Interesse für notwendig hält, Unternehmen ober Personen, bie Braunkohle gewinnen ober über Braunkohlenvorkommen verfügen, zu Vereinigungen zusammenzuschließen ober an bestehende Zusammenschlüsse anzuschließen (Wirt- sch östliche P f l i ch t g e m e i n s ch a f t e n). Die Verordnung steht im Zusammenhang mit den bekannten Plänen einer Ausnutzung ber Braunkohle zur Erzeugung zwecks Treibstoffgewinnung, wie sie durch unsere derzeitige Devisenlage geboten ist. Es würde unbillig sein, einerseits bie Investierungen, bie hierfür in Frage kommen, unb anbererfeits den Nutzen, der aus einer so zukunftsreichen Investion entspringt, Einzelunternehmungen zukommen zu lassen, vielmehr ist es erwünscht, die gefamte Braunkohle einheitlich an ber neuen Entwicklung teilnehmen zu lassen. Die Unternehmungen ber Braunkohlenindustrie haben ihre Mitwirkung für triefe neue Aufgabe zugesagt. Um jedoch eine völlig gleichmäßige Behandlung eintreten zu lassen, und um auch bie kleineren Unternehmungen heranzuziehen, ist es von ber Industrie selbst für zweckmäßig befunden worden, eine Regelung zu erlassen, die bie Rechte unb Pflichten ber Industrie hinsichtlich der neuen Unternehmung gleichmäßig regelt. Die von der Gemeinschaft zu errichtende Anlage bleibi Auf dem Wege zu einem bulgarisch-serbischen Ausgleich. Oer Königsbesuch in Sofia. — Direkte Verständigung. König Alexander von Südslawien ist bei feinem Eintreffen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia von dem hunderttausendstimmigen Jubelgeschrei des bulgarischen Volkes begrüßt worden. Die Straßen von Sofia waren in ein einziges buntes Meer von Flaggen, Girlanden und Transparenten getaucht, und die Stimmung auf den Märkten und Plätzen, in den Sälen und Gasthäusern erreichte Höhepunkte, wie sie selten in der Geschichte dieses armen Landes zu finden sind. Der hochoffizielle Besuch des benachbarten Staatsoberhauptes war nicht nur eine Angelegenheit der Diplomatie, sondern es war ein w a h r e s V o l k s fe st. Das ist der tiefere Sinn des letzten Königstreffens auf dem Balkan, und das macht seine Bedeutung aus. Was an festlicher Hoftafel bei dem Galadiner den Inhalt der Trinksprüche bildete, das fand im selben Augenblick einen lauten und kräftigen Widerhall in der Begeisterung des Volkes. Die wogende Menschenmenge, die sich, getrieben von enthusiastischer Vaterlandsliebe, bis spät in die Nacht in Den Straßen drängte, konnte sich nicht genug tun in stürmischen Kundgebungen für die slawischen Brüder aus dem Westen. Es sind keine Sensationen außenpolitischer Art von dem Königsbesuch in Sofia zu erwarten. Die Annäherung zwischen ben beiden Staaten liegt im Zuge einer natürlichen Entwicklung, aber man geht von beiden Seiten sehr vorsichtig und langsam zu Werke, um die Ausräumung der nun einmal vorhandenen Gegensätze nicht leichtsinnig zu erschweren. Man hat Zeit, viel Zeit auf dem Balkan und besonders in diesem Falle, wo die auswärtige Politik ausnahmsweise dem natürlichen Bedürfnis der Völker entspricht. Wenn in den offiziellen Reden das heute fo viel mißbrauchte Wort „Dien ft am Frieden" häufig wiederkehrte, fo hatte es hier keinen falschen Klang. Die Methode, burch birekte unb von britter Seite unbeeinflußte Aussprachen zu einer Verstänbigung zwischen zwei Nachbarstaaten zu gelangen, wirb heute von einem immer größer merbenben Kreis moberner Staatsmänner für ben gangbarsten Weg zur Aufrichtung eines wahren Völkerfriebens gehalten. Solche Politik läßt sich um so leichter burchführen, je mehr sie bem allgemeinen Volksgefühl entspricht. Dafür ist ber bulgarisch-sübslawische Ausgleich ein svrechen- bes Beispiel. Wenn trotz des Charakters der unmittelbaren Verständigung die Königsgespräche von Sofia in den Augen der übrigen Welt auf bem weiten Hin- Itergrund europäischer Politik erscheinen, so ■ ist bas keineswegs unnatürlich. Die Beziehungen zu Endlich ein Schritt der Garantiemächte des Memelstatuts in Kowno. Neues rumänisches Kabinett ohne Titulescu. Krankreich in Sorge um den Verlust seines besten Mannes auf dem Balkan. Eigentum der Gemeinschaft, an der die Mitglieder im jeweiligen Verhältnis beteiligt sind. Paragraph 1 Absatz 3 der Verordnung stellt dies ausdrücklich sicher, um erkennen zu lassen, daß es sich hier nicht ans Reinerth. Die erste Tagung des Reichsbundes findet vom 13. bis 20. Oktober in Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweltertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der ^dtschnft „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Bin. 5 Ul5 600 geg. gute Sicherheit und hohe Zinsen bei monatlicher Bttckzahlg. von Selbstgeb. a. IJahrz.lech.ges. Schr. Angeb. u. 04748 a. d.G.A. Junge schwarze Katze entlaufen. Abzu- neben gegen Erstattung derJut- terkosten 6723d Wrlhelmstr. 25. Wettervoraussage. Der hohe Druck schrumpft über dem Festland wei» terhin langsam zusammen, so daß der Einfluß der Störungstätigkeit im Norden immer mehr zunimmt. Neben verbreiteten Dunst- und Nebelbildungen dürfte es auch zu stärkerer Bewölkung kommen, so daß die Temperaturen tagsüber keine sonderlich hohen Werte mehr erreichen und die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht geringer werden. Da an der Rückseite des nördlichen Tiefs Kaltluft abwärts fließt, werden ohnehin die Temperaturen im ganzen noch zurückgehen, und bei dem Einbruch werden schauerartige Niederschläge hervorgerufen. Aussichten für Mittwoch: Neblig-dunstig, im ganzen kühler, stellenweise schauerartige Niederschläge. Lufttemperaturen am 1. Oktober: mittags 19,1 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 2. Oktober: morgens 12,1 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Oktober: abends 16,3 Grad; am 2. Oktober: morgens 14,6 Grad Celsius. — Niederschläge 3,1 mm. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden. Heuroerfung der deutschen Vorgeschichte. Seit mehr als 100 Jahren aeht der Kampf um die nationale Vorgeschichte und die hohen Kulturwerte des germanischen Altertums. Während im 19. Jahrhundert der überstarke Ro- manismus die richtigen Anschauungen nationaler Altertumsforscher wie F- Lisch und D a n n e i l immer wieder niederdrückte, entstand der jungen völkischen Wissenschaft der Vorgeschichte an der StoOttOeoter Gießen bmad Mittw., 3. Okt., 19.30 b. g. 22.30 1. Mittwoch- Abonnement Operettenpreise Der Zigenner- __ baron. Rom. Operette in 3 Akten von Johann Strauß. Gott der Allmächtige hat meinen lieben Mann, unseren gutenVater, Schwiegervater,Großvater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Karl Daubertshäuser Werkmeister nach längerem Leiden im 63. Lebensjahre zu sich gerufen. Im Namen der Hinterbliebenen : Elisabeth Daubertshäuser, geb Diehl Krofdorf, den 30. September 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Oktober, nachmittags 2 Uhr statt. Heizkissen elektrisch, ist jederzeit hilfsbereit. Sehr preiswert bei | J.B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Herzliche Teilnahme an dem Hin scheiden unseres lieben Werkmeisters Daubertshäuser Belegschaft der Filialfabrik Krofdorf der Firma Georg Philipp Gail. A-G., Gießen 5724 d | Vermietungen | Schöne Mansarden- Wohnung 4 Zimmer und Küche im Nordviertel an ruhige Leutesof.z.verrn. Schristl. Ang.u. 04753a.d. G.A. Hauptschriftleiter.- Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: in der Nähe der Lahn ganz oder geteilt zu verv. .vnynyc numev Ang. u. besprech.Führer- 04751 a. d. G. A. rat vollzählig. Arn 28. September starb unerwartet unser lieber Kamerad Dr. med. A. Szubinski Oberstabsarzt a. D. Als treuer Helfer immer tat- und opferbereit, steht der Verstorbene nicht nur bei Angehörigen und Frontkämpfern des ehemaligen Regiments 116, sondern allseits in bestem Gedenken. Dem treuen Kameraden werden wir ein ehrendes Andenken bewahren. „2nD feit auf ein Gebüsch gelenkt, aus dem starker Verwesungsgeruch drang. Bei näheren Nachforschungen bot sich ihm ein furchtbares Bild. Vier bereits stark in Verwesung übergegangene Leichen lagen mit zerschmetterten Schädeln nebeneinander auf dem Boden. Bisher konnte der rätselhafte Mord noch nicht aufgeklärt werden. Nach dem Befund der Leichenöffnung sind die Schädel der vier Ermordeten durch Revolverschüsse aus nächster Nähe zertrümmert worden. Da bei den Toten Patronen- und Revolvertaschen gefunden wurden, nimmt man an, daß es sich entweder um Räuber oder Komi- tadschis handelt, die einem persönlichen Racheakt oder auch einem Fememord zum Opfer gefallen sind. Banditen überfallen ein Gasthaus in USA. — Wildes Feuergefecht fordert vier Todesopfer. Eine Verbrecherbande überfiel am Sonntagfrüh in der Nähe von St. Jacobs in Illinois ein Gasthaus, in dem vier Gäste, zwei Männer und zwei Frauen, beim Frühstück saßen. Alle vier gehorchten sofort dem Ruf „Hände hoch!" Der Gastwirt Jackson jedoch, der sich nicht ohne Widerstand berauben lassen wollte, griff zum Revolver und tötete einen der Banditen. Es entspann sich ein wildes Feuergefecht, in dessen Verlauf sich der Wirt einen Augenblick zurückzog, um seinen Revolver neu zu laden. Diese Pause benutzten die Verbrecher, um einen der wehrlosen Gäste und einen alten Mann, der ahnungslos das Haus betrat, zu erschießen. Jackson nahm darauf den Kampf mit frischgeladenem Revolver von neuem auf und tötete einen zweiten Banditen. Hierauf traten die Banditen den Rückzug an und fuhren unter Mitnahme ihrer beiden toten Spießgesellen in ihren Kraftwagen davon. Vor einem Krankenhaus in St. Jacobs hielten sie einen Augenblick an, warfen die Leichen auf das Pflaster und fuhren davon. Schwere Strafen für ungetreue frühere NSBO.-Amtswalter. Nach viertägiger Verhandlung verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts in Münster vier ehemalige Amtswalter der NSBO. des Gaues Westfalen-Nord wegen Unterschlagung, Vermögensaneignung bzw. Untreue zu schweren Freiheits- und Geldstrafen. Es erhielten: Walter Nagel drei Jahre Zuchthaus und 6000 Mark Geldstrafe, Adolf U h l e zweieinhalb Jahre Zuchthaus und 3000 Mark Geldstrafe, Wilh. Blumenschneider ein Jahr Zuchthaus und 600 Mark Geldstrafe und August P i o n t e k zwei Jahre ein Monat Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Die Angeklagten Erich Nagel und Taver Bühl wurden freigesprochen. Uneigennütziger Menschenfreund gestorben: Graf Potocki, einer der reichsten Leute Polens. Graf Potocki, einer der reichsten Männer Polens, ist in Warschau g e st o r b e n. Er war ein bekannter Philantrop. Sein Vermögen, das auf einige hundert Millionen Zloty beziffert wird, vermachte er dem Staat. Er besaß u. a. 60 000 Hektar Land, zahlreiche Paläste in Polen, mehrere Hotels in Biarritz, Cannes, Juan-les-Pins und in Paris. Alle Vermögenswerte sollen in den Dienst der Bekämpfung von Krebs und Tuberkulose gestellt werden. Seine berühmte Sammlung von Kunstwerken und Büchern vermachte er dem Nationalmuseum und der Nationalbibliothek. Der Präsident der Republik, der von dieser letztwilligen Verfügung kurz nach ihrer Abfassung erfuhr, verlieh Potocki das Großkreuz des Ordens „Polonia". Diese Auszeichnung wurde dem Grafen kurz vor seinem Tode durch Staatssekretär S i e d l e ck i überbracht. Die Kinderlähmung in Nordschleswig flaut ab. Die Zahl der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung in Nordschleswig nimmt von i Tag zu Tag ab. Es konnten infolgedessen auch sämt- i liche Schulen des Kreises Hadersleben wieder ihren \ Unterricht aufnehmen. Im Kreise Sonderburg wer- t den in einigen Tagen ebenfalls die Schulen wieder * geöffnet werden. 1 Tüchtig.,reinlich. Mädchen fürKüche u.Haus für^Tag gesucht. Vorzustellen 5-7 Uhr. Näheres im Gieß.Anz. 57050 Tüchtiges Mädchen nicht unt.l8Jah- ren, das schon in Stellung war,für tagsüber sofort gesucht. 5714D Gnthardt Seltersweg38III In der Aussprache zu dem beifällig aufgenommenen Jahresbericht wurden wertvolle Anregungen für die Weiterarbeit gegeben. U. a. fand der Vorschlag von Pfarrer Knodt- Bad-Nauheim eine freundliche Aufnahme, in der K 0 l 0 n i a l-E h r e n- burg, die man in Bad-Nauheim zu errichten geplant habe, neben der Kolonialausstellung auch eine dauernde Missionsausstellung unterzubringen. Lehrer O st w a l d - Bad-Nauheim machte auf Wunsch der Versammlung nähere Ausführungen über die Entstehungsgeschichte des Plans, eine koloniale Saalburg im Stile der Feste Mpapua (Ostafrika) als Ehrenmal für unsere koloniale Tätigkeit auf dem Lichtenberg bei Bad-Nauheim zu erbauen. Pfarrer Groh- Gießen, der als der Senior der Goldküste- Mission besonders herzlich begrüßt wurde, stimmte der Anregung von Pfarrer Knodt zu und versprach, aus eigenen Sammlungen der geplanten Ausstellung Material zuzuführen. Missionar M 0 n n i n g e r sprach bann über „Entwicklung und Nöte der Kirche auf der Goldküste". Der Redner schilderte eingehend den Aufbau der Kirche der Baseler Mission, ging auf die Bestrebungen auf Schaffung einer Einheitskirche ein und verbreitete sich auch über die nationale Bewegung unter den eingeborenen Christen. Die von der Jugend unter Führung des Seminarlehrers Amee getragen wird und das Ziel hat, auch das kirchliche Leben mit neuen, auf dem Volkstum erwachsenen Formen zu erfüllen. Die Mission müsse bestrebt fein, dieses Verlangen der Jugend zu verstehen und in die rechten Bahnen zu leiten. Insgesamt zählt die Kirche auf der Goldküste nahezu 60 000 Glieder, dazu kommt ein jährlicher Zuwachs von 4000 Gliedern. Nachdem Missionar Laut noch für die große Liebe und Gastfreundschaft, die er in Oberhessen erfahren, herzlich gedankt und das Gebet gesprochen hatte, schloß Dekan G u ß m a n n die anregend verlaufene Tagung. ^g. Mädel us aut. Hauke i ’dit Stell s Haustochter um das Kochen zu lernen. Klein. Taschengeld und Jamielienanschi. erwünscht. Schr. Ang. unt. 5725D an d. Gieß. Anz. Erfahr., älteres Mädchen sucht Stellung als BanMn Schr. Ang. unter 5722D a.d.G.A. eine Rede des Reichsleiters Alfred Rosenberg über „Umwertung der deutschen Geschichte". 3m Zeichen deutsch-nordischer Kulturgemeinschast: hamsun-Feier in Hamburg. Im Staatlichen Schauspielhaus in Hamburg fand zu Ehren des norwegischen Dichters Knut Hamsun eine Festvorstellung seiner dramatischen Romanze „M unken Vendt" statt, die den Auftakt zu dem Zyklus „Drama der Völker" bildete. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Rektor der Hamburgischen Universität, Prof. Dr. Rein, begrüßte die Angehörigen der nordischen Nationen sowie zahlreiche Mitglieder der Deutsch- Nordischen Gesellschaft. Im weiteren Verlauf seiner Ansprache gedachte Professor Rein des 75. Geburtstages des Dichters Knut Hamsun und würdigte eingehend dessen Persönlichkeit und Schaffen. „Ich bin ein Mensch von Erde und Wald", so habe Knut Hamsun gesagt. Das sei es, was ihn uns so nahe bringe. Auch in einer Zeit, als Deutschland von einer Welt von Feinden umgeben gewesen sei, habe Knut Hamsun offen seine Sympathie für Deutschland zum Ausdruck gebracht. Abschließend sprach Professor Rein den Wunsch aus, daß dieser Abend dazu beitragen möge, der nordischen Kunst recht viele Freunde zu gewinnen, um das Band zwischen Deutschland und den nordischen Ländern zu befestigen. G/ESSEN*MÄUä&UR GIG 5531 A s Hess. Mädchen erf. in Haushalt, Kinderpflege u. schneidern, s. für sof.od.spät.Steilung. GuteZeug- niste vorh. Schr. Ang. unter A.Z. Postlag. 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In den Ortsgruppen der Gehörlosen und Schwerhörigen in Sachsen fanden in den ersten vier Monaten des Jahres 1934 insgesamt 26 Vorträge über das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses statt, von denen 1700 Personen erfaßt wurden. In der Aussprache zeigte sich, welches Unheil in den Herzen dieser Menschen dadurch angerichtet wird, daß die Oeffentlichkeit häufig einfach von Minderwertigkeit spricht, gegen die das Gesetz erlassen worden ist. Mit Recht empfinden die Gehörlosen und die Gehörgeschädigten ebenso wie die erblich Blinden oder erblich schwer Mißgebildeten derartige Ausführungen als Herabsetzung, da sie ja geistig durchaus auf gleichwertiger Stufe stehen und ihr Leiden auch ganz anders empfinden als beispielsweise geistig Erbkranke. Es muß immer wieder betont werden, daß das Gesetz keine Maßnahmen gegen Erbkranke bedeutet, sondern daß es für sie geschaffen wurde, um sie von der schweren Verantwortung etwaigen Nachkommen gegenüber zu befreien und sie trotzdem, soweit es ihr Schicksal irgend zulasse, an den Kulturgütern und Freuden des Lebens teilnehmen zu lassen. Der Staat will die Erbkranken weder entrechten noch auch nur auf ihre Teilnahme am deutschen Geistesleben verzichten. Er hat nur einen Wunsch, kommenden Generationen vor dem Unglück einer Erbkrankheit zu bewahren, und er hat die Hoffnung, daß gerade die geistig und seelisch den übrigen Volksgenossen nicht nachstehenden Erbkranken ihre Achtung vor der deutschen Zukunft und ihre Derantwortungs- freudigkeit dadurch beweisen, daß sie von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich freiwillig dem Gesetz unterzuordnen." Stungl Altbändler I Enöroig sfiöfer tauft alle u4736 Altmaterialien 5" vorgeschrieb. Verbandspreis. Lager: Rodhei- merstraße 35, Pferdemarktvl. 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Gießen Monatsversammlung mit Lichtbildervortrag : Donnerstag, 4. Okt. 207., Uhr Wanderung: 14-Oktober,siehe Aushang. ließeneF Schwimm- Verein Training im stoqD Vo ksbad ab 9. Oktober Dienstags von 18—19l/2 Uhr. Samstags von 19-2072 Uhr. Der Vorstand. 5 M. 250 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) Dienstag, 2. Oktober 1934 Der Oelbrand in Nienhagen. * .es Gast-1 unfertig. Hammerwerfen: 1. Unterfeldwebel Gugel, > Kursbesserungen in Nachwirkung einiger günstiger 28 80 Meter- 2 Kilo, 24,98 Meter; 3. Gren. Flach, .Abschlüsse m dieser Branche fort, wobei Licht 8- Äer^Hier 'mkß°"n°ch°Ng ?eLt ÄÄ* P sollen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. $ranf|uri a.M. Berlin Bert».. $rani|yn u. Dl. Xt’ >urt börse ,urt LDftober 23. September SM. aa- Sch.^ «äs* 'urs börse börse Dalum | 29-9- | 1-10 Datum 1.10- 95 97,65 26 25,5 101,1 Banknoten. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... — Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannes mann-Mhren 8 8 94,75 93,5 97,9 94 91,75 91,13 94,25 91,5 125 79 79 3 79,75 49,75 242,75 93,4 42,75 13,5 63,22 81,42 34,02 93,75 91,5 90,75 94,75 93,3 97,75 95 93,4 97,9 93,9 91,5 101 92,5 0 o 4 0 0 0 12 125 79,75 77,75 28,25 82,75 96 67,5 70,75 74 147 25,75 26 28,25 84 96,5 66.75 71,25 74,25 148,25 0 0 0 10 0 . 0 , 0 . 5 . 5 155 144 220 93,5 42,4 90,5 83,25 134 111,25 59,25 131,5 51 69,5 125,25 51,25 62,5 91,25 33,25 203,5 174,5 134 30,25 192,5 101,4 92 92 91,25 92 93 93 101,75 101,3 92 92 91,25 92 93 93 101,75 5 5 7 10 0 4 0 0 0 6 6 V 0 28,9 83 96 66,75 71,5 74,75 149,5 30 147,25 101,25 122 82,75 111,65 104 95 148,25 125 88,25 112,75 64,25 106 30,25 147 101,5 121 81,9 111,65 104,25 95,75 150 125,5 88 112,9 63,4 106,25 78,9 125 79,5 77,75 25,65 25,25 27,9 82,25 96,25 67,25 70,75 74 147,25 30 147,25 100,5 122,5 82 111,65 104,25 95,5 148,25 125,75 88 112,5 64,13 106 78,4 168 125,75 79 78,65 7 9 0 0 0 80 49 242,5 92,25 42,13 13,25 122,5 59,75 65 51 69,25 51 62 32,65 208 174,5 133,75 30 79,9 192 1,3 7,7 7 7,13 13 1,3 7,2 7,13 Kugelstoßen: 1. Unterfeldwebel Gugel (1/15) 14,13 Meter; 2. Kilo 12,68 Meter; 3. H. Müller 12 21 Meter; 4. Obergren. Rebscher (I. R. 15) 11,80 Meter. Gugel mit Abstand der Beste. Aber auch die übrigen können sich sehen lassen. Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt... Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Neichsbank ................' niedriger, auch Deutsche Erdöl gingen um 0,50 v. H. zurück. Schwächer setzten ferner ein: Reichsbank (— 2 v. H), Conti Gummi (— 0,90 d. $).), Rordd. Lloyd (— 0,65 v.H.) und die schon am Wochen- schluß gedrückten Valutapapiere wie AKU: (— 1,25 v.H.), Chade Lit. A bis C (— 3 RM.) und Lit. D (— 3 50 RM.). Sonst eröffneten u. a. Daimler 0,50 v. H., Junghans 0,75 v.H., Zellstoff Waldhof 0,40 v. $)., Hanfwerke Füssen 0,90 v. H., Hapag 0,50 v.H. fester. Ab heute wurden erstmals mit fortlaufender Notiz eingeführt: Mainkraftwerke 79,90 (80), Moe- nus-Maschinen 80,50 (79,25), Eßlinger Maschinen 53 (52) und Thüringer Lieferung 103 (103). Der Rentenmarkt war ebenfalls freundlicher, das Geschäft aber ziemlich ruhig. Altbesitz 98,13 (97,90), späte Reichsschuldbuchforderungen, Kommunal-Um- ichuldung, Zinsvevgütunasscheine und Stuhlverein- Bonds lagen behauptet. Am Markt der Genußrechte war das Geschäft bei unveränderten Kursen zunächst 29- J- j 1.10 129 9 Kenntnis. . , , Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich, da verschiedentlich Gewinnmitnahmen erfolgten, immerhin überwogen aber die Besserungen von durchschnittlich 0.50 bis 1 v. H. Lebhaftes Geschäft hatte der Montanmarkt bei ausgesprochen fester Tendenz. Gelsenkirchen, Stahlverein, Rheinstahl und Mannesmann erzielten Steigerungen bis zu 1,50 d. H., die übrigen Papiere erhöhten sich um 0,25 bis 0,75 v. H. Auch am Elektromarkt setzten sich die Buenos Atre» Brüssel..... .-Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Heliingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... Schluß!. Mitlag- börie 3°f437 101,25 120,25 81,5 111,25 104,25 95,4 149,25 125 87,5 113,25 63,5 106 93 93 101,75 31,25 1,35 7,5 6,9 7 13 93 93 101,75 31,25 1,35 7,6 7,1 7,13 13,6 Rheinische Elektrizität Schuckert & Go...... Siemens L Halske... Lahmeyer & Go..... Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Die Ergebnisse. 200 Meter: 1. W. Müller, 24,4 Sekunden; 2. K. Schmidt, 24,6 Sek.; 3. Bepperling, 24,7 Sek.; 4. Kilo, 24,8 Sekunden. Die 24,4 Sekunden entsprechen nicht Müllers wahrem Können. Er hat zu lange ausgesetzt. Die übrigen Teilnehmer schlugen sich um so tapferer. 4 0 0 Meter: 1. Bepperling 55,6 Sek.; 2. Franz Koch 56,7 Sek.; 3. Peters 56,9 Sek.; 4. Grenad. Bonstein (I.R. 15) 57,5 Sek. Ein befriedigender Durchschnitt. 1500 Meter: 1. Baumstieger 4:20,3 Min.; 2. Grenadier Maxeiner (I. R. 15) 4:29,6 Min.; 3. Peters 4:32 Min.; 4. Mootz 4:39,3 Min. Wohl das schönste Nennen. Baumstieger mit zügigem Schritt gewann unangefochten. 5000 Meter: 1. Baumstieger 17:16,5 Min.; 2. Richter 17:35 Min.; 3. Gustav Koch 18:57 Min.; 4. Franz Koch 20:29 Min. Baumstieger und Richter, der erstmalig die 1900er Farben im Wettkampf vertrat,liefen sehr gut. Für die verhinderten Faulfeit und Linsemann sprangen die Gebrüder Koch ein. Weitsprung: 1. K. Schmidt 5,90 Meter; 2. Grenadier Herrmann (I. R. 15) 5,62 Meter; 3. Bepperling 5,58 Meter; 4. Bonstein 5,56 Meter. 5,56 Meter sprang auch W. Müller. Dann folgten Pfaff mit 5,54 Meter und Krämer mit 5,52 Meter. Hochsprung: 1. Peters 1,55 Meter; 2. Bepperling 1,55 Meter; 3. Baumstieger 1,52 Meter; 4. Grenadier Herrmann 1:48,5 Meter. Hier machte sich das Fehlen von Krüger und Schlarb sehr stark bemerkbar. Herrmann vermochte bei weitem nicht an seine vorjährigen Leistungen anzuknüpfen. 144,13 220,25 95,65 42,5 90 83,5 I 119,5 134 1 noch unentwickelt. Im Verlaufe wurde das Geschäft auf allen Markten sehr ruhig und bei uneinheitlicher Kursgestaltung überwogen jetzt meist kleine Abschwächungen auf Grund von Gewinnmitnahmen. Reichsbank gaben nochmals 1 v. H., Aku 1 v. H., Mannesmann 0,75 v. H. usw. nach, während Junghans erneut 1 v. H., Phönix 0,50 v. H., Farbenindustrie 0,25 v. H., Bekula 0,75 v. H. und Deutsche Linoleum 1,50 v. H. anzogen. Chade-Aktien gaben ebenfalls noch etwas nach, und auch Schweiz. Bundesbahn-Anleihen waren angeboten und niedriger. . Der Rentenmarkt lag auch später sehr still bei behaupteten Kursen. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft ziemlich still, die letzten Kurse blieben meist unverändert von kleinen Abweichungen abgesehen. Stadtanleihen waren meist gefragt und von 0,50 bis 1 v. H. fester. Genußrechte blieben auch spater ruhig. Fremde Werte lagen sehr still. — Tagesgeld nach dem Ultimo mit 3,75 (4) etwas leichter. Abendbörse behauptet. Mangels besonderer Anregungen und auf Grund des nur geringen Ordereinganges herrschte an der heutigen Abendbörse weitgehendste Geschaftsstille. Die Stimmung war nach den tetlroi-ien Abschwächungen im Mittagsschlußverkehr nicht ^.unfreundlich eine ausgeprägte Tendenz war allerdings nicht festzustellen. Die wenigen Kurse, die späterhin zur Notiz kamen, lagen gegen den Berliner Schluß etwa behauptet. ,, , . -noc Kunstseide Aku fanden einiges Interesse bei 59,25 bis 59,75 bis 60 v. H., später gaben sie aber im Im Spiel der 2. Mannschaften wurden besonders während der ersten Halbzeit ganz beachtliche Leistungen geboten. Ein Unentschieden wäre dar 7' - tige Resultat gewesen. Die Läuferreihe des (9aft= 1 unfertig. bis 73. „.. „ Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., l.Okt. Das Geschäft am Getreidegroßmarkt nahm allgemein einen stillen Verlauf. Obwohl ab heute höhere Festpreise gelten, hat sich das Angebot der Landwirtschaft nicht verstärkt, weil diese infolge dringender Feldarbeiten in ihren Getreideablieferungen etwas behindert ist. Die Nachfrage der Mühlen hat indes aus den bekannten Ursachen auch keine Zunahme erfahren. Hafer und Futtergerste sind im Verhältnis zur Nachfrage weiterhin zu knapp angeboten. Am Kraftfuttermittelmarkt hielt die lebhafte Kauflust für ölhaltige Futtermittel bei weiter nur minimalen Zu- teilungen der Mühlen an, auch Mühlennachfabrikate blieben gefragt. Auch hier erfuhren die Preise mit Beginn des neuen Monats einen Zuschlag um 20 bzw. 10 Pf. Das Mehlgeschäft stockt weiterhin fast vollkommen. Rauhfuttermittel liegen wieder etwas Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je MO kg) in raL SBeijen w IX 200 W XIII 204 W XVI 208, Roggen R IX 160, R XIII 164, R XV 168, Futtergerste G IX 162, G XI 165, G XII 167, Hafer H XIII 160, H XIV 162, Weizenmehl W X I 26,90, W XVI 26,90, Roggenmehl R IX —, R XIII 23 35, R XV 23,75, zu allen Mehlpreisen kommen 0,50 RM. Frachtausgleich, Weizennachmehl 16,25, Weizenfuttermehl 12,50, Weizenkleie W XIII 10,40, W XVI 10,60, Roggenkleie R XIII 9,60, R XV 9,84, Soyaschrot 13,00, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Treber 17,25 bis 17,35, Heu 11,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 3,60 bis 3,75. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,10 RM., gelbsleischige 3,00 RM. Tendenz: ruhig. Daten für Dienstag, 2. Oktober. 1616: der Dichter Andreas Gryphius geboren; — 1839: der Maler Hans Thoma in Bernau (Schwarz, wald) geboren (gestorben 1924); — 1847: Reichspräsident von Hindenburg in Posen geboren (gestorben 1934); — 1927: der Physiker und Chemiker Svante Arrhenius in Stockholm gestorben (geboren 1859). 6% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 6% c^em.7% Dt.Reichsanl.v.1929 5’/»% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% etjem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 5V?% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Siqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5/i% ehem. 4/,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... V/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liyu.-Goldpse 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/r% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie ..................... mann Hohbein, Geier und Hofmann (Offenbach). Das Mannschaftsverfolgungsrennen sah den RV. Frankfurt in 4:58,30 erfolgreich von Mainz-Wies- baden. Die Sportveranstaltung der 2. SS.-Standarte. Die 2. SS.-Standarte führte am Sonntag im Frankfurter Stadion ein Sportfest durch, auf dem die allgemeine sportliche Ausbildung und Breitenarbeit der SS. in den Vordergrund gestellt wurde. Aus der Fülle der Wettbewerbe verdienen der leichtathletische Fünfkampf und der wehrsportliche Dreikampf für SS.-Angehörige Erwähnung. Zum Wehrsportdreikampf gehörte auch ein Gepäckmarsch über 18,5 Kilometer, der am Vormittag bei dichtem Nebel gestartet worden war. Sieger blieb Sturmmann Schneider (10/2) in 2:10 Std. Die leichtathletischen Einladungskämpfe am Nachmittag sahen eine Anzahl bekannter Leichtathleten der Frankfurter Sportvereine im Wettbewerb. Im Handball schlug die Frankfurter Polizei die Elf der SS.-Standarte 2 mit 13:6 Toren. Diel Interesse fanden die Grasbahnrennen und ein Geschicklich- keitsfahren für Motorräder der 11. SS.-Motor- Standarte. DfD.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn II — Spielvereinigung 1900 II 2:3 (2:1). In diesem Spiel bewies die Dritte einmal mehr, daß sie auch in dieser Verbandsserie keinen Gegner zu fürchten hat. Sie waren ihrem Gegner in feder Spielphase überlegen und siegten verdient. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 2. Mannsch. — Tv. Staufenberg 1. Mannschaft 10:1 (6:0). Die zweite Mannschaft empfing zum fälligen Verbandsspiel die Turnermannschaft aus Staufenberg Die Gäste waren den 1900ern, die diesmal eine bessere Mannschaftsaufstellung als am Vorsonntag herausgebracht hatten, nicht gewachsen und mußten eine hohe Niederlage entgegennehmen. Staufenberg gab sich zwar alle Mühe, war aber technisch und auch im Spielaufbau noch etwas Mansselder Bergbau ... Kvkswerke............ Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl............ Vereinigte Stahlwerke.. Otavi Minen ......... Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt Goldschmidt ........ Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cernentwerk Karlstadt.. Die Wettbewerbe um die Deutsche V e rein sm ei st er- schäft wurden am Samstag und Sonntag ourch die Spielvereinigung 1900 auf deren Platz durchgesuhrt. Dadurch, daß in jeder Disziplin mindestens vier Mann zu werten waren, kamen durchweg spannende Kämpfe zustande. Die Anwesenheit eines weiteren Gegners hätte wahrscheinlich das Leistungsmveau, das als recht gut bezeichnet werden kann, nur gehoben. Nicht gerade günstig beeinflußt wurde die Wertung durch die späte Saison und vor allem burd) bas Fehlen bewährter Kräfte wie Faulseit Linse- mann, Krüger, Schlarb, Felsing, Jung und Steines. Wenn trotzdem eine Punktzahl von 5993,68 heraus- fam — sie stellt die Summe der einzelnen Durchschnittszahlen dar —, so legt das Zeugnis ab von vorhandenem guten Können und zielbewußter Arbeit. Die beste Einzelleistung erzielte, wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, Unterfeldwebel G u - gel (J.-R. 15) mit einem Kugelstoß von 14,13 Meter. Nur wenig schlechter waren allerdings die 4:20,3 Minuten Baumstiegers über 1500 Meter zu bewerten. Ueberhaupt sammelten die Mittelstreckler die meisten Punkte. Die geringsten Punktzahlen waren im Hammerwerfen und Hochsprung zu verzeichnen. freien Markt infolge der neuerlichen Schwache einiger anderer Valutapapiere wieder auf 59,50 D H. nach. 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn kamen mit 184 um 5 v. H. niedriger, 3 v. H Schweiz. Elsen- bahnrente mit 140 um 3 v. H. unter Mittagskurs zur Notiz und blieben so angeboten. 3 5 vH. Schweiz. Bundesbahn lagen bei 171 bis 173 (174), Deutsche Anleihen lagen vollkommen geschaftslos bei unveränderten Kursen. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 97,75 Stahwer- ein-Bonds 79,25, 6 v. H. Franks. Hyp- Bank Gold R 1 bis 4 92, Schutzgebietsanleihe 9,10 Bank für Brauindustrie 116,90, Commerzbank 67,50, DD.- Bank 70,75, Dresdner Bank 74, Reichsbank 147, Gelsenkirchen 64,25, Harpener 106, Klöckner 79, Mansfeld 79,75, Phönix 49,75, Rhemstahl 93 40, Stahlverein 42,75, Bekula 147,25, Bemberg 65, IG. Chemie-Bafel volle 166, leere 133, Conti Gummi 133,75, Daimler 51, Scheideanstalt 220, Deutsche Linoleum 62, IG. Farben 144, Goldschmidt 93,50, Holzmann 83,25, Lahmeyer 125, Rheag 104, Rut- gerswerke 42,40, Schuckert 95, Westdeutsche Kaufhof 32,75 bis 32,65, Aschaffenburger Zellstoff 69,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Okt. A u f t r i e b : Rin- der insgesamt 1406 (gegen 1266 am letzten Montagsmarkt), davon 534 Ochsen, 125 Bullen, 346 Kühe, 401 Färsen. (Kälber 502 (626), Hammel 38 (28), Schafe 3 (6), Schweine 3946 (4490). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 37, b) 34 bis 36, c) 30 bis 33, d) 26 bis 29. Bullen, a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 28 bis 31, d) 23 bis 27. Kühe a) 33 bis 34, b) 29 bis 32, c) 23 bis 28, d) 12 bis 22. Färsen a) 36 bis 37, b) 34 bis 35, c) 30 bis 33, d) 23 bis 29. Kalber a) 48 bis 50, b) 40 bis 47, c) 32 bis 39, d) 24 bis 31. Lämmer und Hämmel b2) Weidemast 32 bis 34. Schweine al) 53, a2) 52 bis 53, b) 51 bis 53 c) 49 bis 53, d) 46 bis 51, gl) 48 bis 50 g2) 43 bis 47. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt blieben Rinder, Hämmel und Schweine ziemlich unverändert, geringe Rinder gaben leicht nach. Für Kälber gingen die Preise um 1 bis 2 Mark zurück. Marktoerlauf: Rinder mittelmäßig, geringer Ueberftanb (46, darunter 30 Ochsen und 16 Färsen). Kälber ruhig, Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft. Fleisch großmarkt. Beschickung: 780 Vier- tel Rindfleisch, 69 ganze Kälber, 25 ganze Hammel und 111 Schweinehälften sowie 4 Kleinvieh. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen» unb Rindfleisch b) 56 bis 60, c) 50 bis 55. Bullenfleisch b) 54 bis 56. Kuhfleisch b) 42 bis> 48, c) 28 bis 38. Kalbfleisch b) 64 bis 68, c) 56 bis 62 Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 29-9. 8ÖT" 100,25 49,13 242 92,9 42,75 13,5 123 123 154 143,9 95,25 42,25 91 I 83,25 I gebers, die in der zweiten Halbzeit abbaute, zeichnet in erster Linie für die Niederlage verantwortlich. Das Spiel beginnt mit einer Überraschung für die Platzbesitzer, die schon in der dritten Minute durch einen flachen unhaltbaren Schuß des Rechtsaußen in Führung gingen. Kurze Zeit spater erringen die Gäste den Ausgleich, dem bis zur Halbzeit die 2:1-Führung folgt. Nach Halbzeit verlor das Spiel an Interesse, da beide Mannschaften sich zu sehr ausgegeben hatten. Die Leute vom Trieb erringen den Ausgleich und stellen im Endkampf dank ihrer größeren Schnelligkeit durch em weiteres Tor den Sieger. VfB.-Reichsbahn III — Spielvereinigung 1900 III 4 :2. 1.10 79,9 100,13 49,9 243 93,75 42,9 13,4 121,5 122 154,5 144 93,5 42,5 90,5 I 83,25 62,5 66,25 50,25 69 50,9 60,5 34,5 211,5 178,75 134,65 I 801 I 1921 ♦ Verlängerung der oorlau f i g e n Marktregelung in der Zi g ar e tt e n - i n b u ft r i e. Der Reichswirtschaftsminister hat Die Geltungsdauer einer vorläufigen Marktregelung in der Zigarettenindustrie vom 19. April 1934, m der die Zigarettenindustrie zu einem Konditionenkartell zusammengeschlossen und ein Verbot der Errichtung von Unternehmungen zur Herstellung von ..^ftaret- ten erlassen worden war, bis zum 31. Marz 1935 verlängert. Gleichzeitig ist durch die Ergänzung der Anordnung vom 19. April 1934 klargestellt worden, daß es als Zigarettenherstellung im Sinne des Errichtungsverbotes auch anzusehen ist, wenn eine Unternehmung in Lohn Zigaretten in einer Unternehmung herstellen läßt. Frankfurter Börse. Mitlagsbörse: freundlich. Frankfurt, a. M., l.Okt. Die Börse setzte auch zum Wochenbeginn ihre feste Haltung fort. Nachdem der Ultimo glatt überwunden ist, erfolgten einige Rückkäufe, zumal vom Publikum einige Auftrage vorlagen, wenn diese auch meist nur auf bestimmte Marktgebiete abgestellt waren. Größere Kaufe Der Kundschaft erwartet die Börse indessen erst in em paar Tagen aus den freigewordenen Pupongelbern. Daher war heute die Kulisse Hauptträger des teilweise ziemlich lebhaften Geschäftes. Die anhaltend guten Berichte aus fast allen Zweigen der Industrie geben der Tendenz weiterhin einen Auftrieb. So vermerkte man vor allem die stetige Aufwärtsentwicklung in der westdeutschen Montanindustrie. Mit Befriedigung nahm man auch von dem deutsch- argentinischen Handels- und Zahlungsabkommen Deutsche Lereinsmeisierschasl 1934 der Leichtathleten. Spielvereinigung 1900 erreicht fast 6000 Punkte. 4 X 100-Meter-Staffel: 1. Mannschaft (Kilo, Rebscher, K. Schmidt, W. Müller) 46,4 Sek.; 1 2. Mannschaft (Bonstein, Pfaff, Herrmann, Baum- ftieger) 48,9 Sekunden. 4 X 800 - Meter - Staffel: Mannschaft: Maxeiner, Bepperling, Peters, Baumstieger, 8:37,8 Minuten. Die Zeit ist als gut zu bezeichnen, hatte aber bei besserer Tempoeinteilung fast aller Läufer nicht unwesentlich verbessert werden können. Kurze Sportnotizen. Einen neuen deutschen Rekord im beidarmigen Diskuswerfen stellte der Berliner Polizist Fritsch mit einer Gesamtleistung von 85.10 m auf. Rechts warf Fritsch 47,65 m, links 37,45 m. Bisheriger Rekordhalter war Zehnkampfmeister Sievert mit 81,33 m. * Die Weltmeister im Z w e i e r - R a d b a l l Schreiber-Blersch (RD. Germania-Wanderlust Frankfurt) gastierten am Sonntag in Dresden, wo sie die sächsischen Gaumeister Beeger-König (Dresden) mit 9:3 und die Mannschaft von Südwest Dresden mit 6:3 besiegten. Auf bem Müggelsee wurden die Deutschen Segler-Meisterschaften ausgetragen. Die einzelnen Klassen brachten Siege von „Oh Monah" Grätz- Pohl (Berlin), „Winnetou III" Dr. Bischoff-Sprmger (München) und „Freiweg" Steffen (Berlin). ♦ Die Internationalen Tennismeisterschaften von Paris wurden im Herren-Einzel von Boussus, bei den Damen von der Schweizerin Payot gewonnen. * Beim 14. Meraner Tennis-Turnier schlugen Denker-Lund Mangold-Quintavalle 6:2, 6:3. Menzel-Henkel unterlagen gegen Malfroy- Artens. In den Trostspielen errang W. Menzel zwei Siege, Frl. Sander bei den Damen einen Sieg. Frau Sperlin - Artens schalteten im Gemischten Doppel Ullstein-Lund aus. ♦ Otto Schmidt, der langjährige erfolgreiche Jockey bei A. und C. von Weinberg wird nach Ende der Rennzeit die blauweißen Farben dieses Stalles ablegen. Für wen Schmidt in Zukunft reiten wird, steht noch nicht fest. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zlfsern geben die Hohe der zuletzt beschlagnen Dividende an. - Reichsbankdiskan. 4 Lambardzin-fuß 5^ Hamburg-Amertka-Paket 0 tamburg-Südam. Dampfschiff. 0 ansa-Dampfschiff...........0 A.E.G 0 Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ...........6 Selten & Guilleaume 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 2,445 58,33 54,73 12,245 16,44 169,14 21,41 61,61 Schultheis Patzenhofer .......o Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein & Koppel 0 Leonhard Tietz..............0 Chade......................10 Accumulatoren-FabrU 0 Conti-Gummt...............0 Gritzner °| Mainkrastwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8| 113,75 61,9 133,9 49,5 69,9 126,75 51,4 61,75 91,75 33,75 213,75 179,5 133 I ”1 ,yrani;un u. DL Berlin’ Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Diittag- börsc Datum 29.9. 1-10 29-9. 1-10. 8 8 — —— 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,95 4,9 4,9 — 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l91Z 7,5 — 7,55 4% Rumänische vereinh. Renke .. 4,25 4,4 4,4 4,2 2 y4% Anatolier ............... 38,25 — 38 Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Brie' Geld Brie 0,651 0,655 0,650 0,654 58,33 58,45 58,25 58,37 0,204 0,206 0,204 0,206 3,047 3,053 3,047 3,053 54,82 54,92 54,67 54,77 81,47 81,63 81,37 81,53 12,275 12,305 12,24 12,27 5,42 5,43 5,405 5,415 16,44 16.48 16,42 16,46 169,03 169,37 168,88 169,22 21,38 21,42 21,45 21,49 0,719 0,721 0,714 0,716 5,714 5,726 5,694 5.706 61,70 61,82 61,53 61,65 48,95 49,05 48,95 49,05 11,14 11,16 11,11 11,13 63,31 63,43 63,13 63,25 81,35 81,51 81,28 81,44 34,09 34,15 34,02 34,08 10,39 10,41 10,39 10,41 2,475 2,479 2,473 2,477 ‘ Lerlin, 1 .Oktober Geld Amerikanische Noten.............. 2,425 Belgische Noten.................. 58,09 Dänische Noten ................. 54,51 Englische Noten ................. 12,205 Französische Noten............... 16,38 Holländische Noten............... 168,46 Italienische Noten................ 21,33 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling 61,37 — Rumänische Noten ............... — Schwedische Noten............... 62,96 Schweizer Noten................. 81,10 33,88 — Nr. 230 Drittes Blatt Tlehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen) Dienstag, 2. Oktober 1034 Die Erntedankfestfeier auf dem Lande. Watzenborn-Steinberg: Ein Wagen mit Feldfrüchten im Festzug. W" - -- "<■ 1 6 ... » : W- -w I r' Hausen: Der Festwagen des Obst- und Gartenbauvereins. r ! V J W Lang-Göns. tn. Der Tag des deutschen Bauern gestaltete sich in unserer Gemeinde zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Zum Vormittagsgottesdienst marschierten alle Formationen der Partei in geschlossenem Aufmarsch zur Kirche. Der Altar war mit Früchten des Feldes reich geschmückt. Vor ihm nahmen die Konfirmanden, die einen mit bunten Bändern gezierten Erntekranz und mit Blumen geschmückte Arbeitsgeräte trugen, Platz. Der Posaunenchor leitete den Gottesdienst ein. Der Gesangverein „Frohsinn" trug unter Leitung von Karl Faber zwei Chöre vor. Der Predigt lag der Text Psalm 95 1 bis 8 zu Grunde „Kommt herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken ..." Der Ortsgeistliche wies darauf hin, daß in früheren Jahren das Erntedankfest wohl etwas später gefeiert wurde, daß es ein rein kirchliches und fast ausschließlich ein ländliches Fest gewesen sei. Das sei heute anders. Das ganze deutsche Volk feiere mit, und darin müßten wir ein schönes Zeichen der Volksverbundenheit erblicken. Die Arbeit des Bauern werde von allen Volksschichten anerkannt und gewürdigt. Mit frohem Herzen könnten wir das Erntedankfest begehen, denn im Gegensatz zu anderen Gegenden des deutschen Vaterlandes sei in der hiesigen Gemarkung die Ernte sehr gut und reichlich ausgefallen. Das verpflichtet zum Danke Gott gegenüber. Am Nachmittag ging ein Festzug, unter Vorantritt der hiesigen SA.-Reiterei und der Kapelle der Motor-SA., durch die mit zahlreichen Fahnen geschmückten Straßen. Den Mittelpunkt des Festzuges bildete ein großer Erntewagen, der mit einer Schar junger landwirtschaftlicher Helfer und Helferinnen mit ihren Arbeitsgeräten bevölkert war. Er führte die Aufschrift „Blut und Boden" und verkörperte die 2lrbeit und den Erfolg des Bauern. Auf dem Festplatz begrüßte Ortspressewart Spies alle Erschienenen, besonders eine Abteilung Motor-SS (Gießen) und gab dann das Wort dem Ortsbauernführer Albert Weil. In kurzer Ansprache wies dieser auf die Bedeutung des Tages hin und erinnerte daran, daß heute Taufende und Abertausende von Bauern versammelt seien, um den Führer auf dem Bückeberg zu sehen und zu hören. Und so hätten sich auch im ganzen Vaterland alle Bauern zusammengefunden mit den anderen Volksgenossen, um das Erntedankfest zu begehen. Der Bauer bedeute für den Staat die Grundlage. Das hätte die nationalsozialistische Regierung erkannt, und sie handele danach. Unser Dank für die gute Ernte gebühre zunächst Gott, dann aber dem Führer, der in immerwährender Arbeit dafür sorge daß durch neue Maßnahmen dem Bauernstand geholfen werde. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Ortsbauernführer seine Ausführungen. Der gemeinsame Gesang der beiden Nationallieder schloß sich an. Von der Schar des BDM. wurden sodann alte deutsche Volkstänze vorgeführt, die mit Beifall ausgenommen wurden. Ein gemeinsamer Chor der beiden Gesangvereine „Frohsinn" und „Germania" „Nun schweige mir jeder von seinem Leid" fand ebenfalls lauten Beifall. Unter Begleitung der Musikkapelle wurde dann das Saarlied von allen gemeinsam gesungen. Bürgermeister Wenzel erinnerte daran, daß unsere Zukunft in unserer Jugend liege. Sie solle dereinst die Früchte unserer Arbeit ernten, aber sie solle sich auch freuen. Deshalb wurden Würstchen und Brezeln für die Buben und Mädchen bereitgefteUt, die nun in lustigem Wettstreit errungen wurden. Die SA.-Kapelle unterhielt die Versammelten mit musikalischen Einlagen bis zur Uebertragung der Rede des Führers, die überall ausgezeichnet verstanden werden konnte. Volksfest mit Tanz schloß die Feier. Lollar. # Das Erntedankfest wurde hier unter regster Anteilnahme der ganzen Einwohnerschaft in schönster Weise gefeiert. Am Morgen zogen die Gliederungen der Partei und Ortsvereine unter Vorantritt der SA.-Kapelle in geschlossenem Zuge nach Kirchberg, wo in dem mit Blumen und Früchten schön geschmückten Kirchlein Festgottesdienst stattfand, bei dem Pfarrassistent Arnold die Feftpre- das großen Beifall fand. Nach einem weiteren Gedicht zweier Schulkinder folgte der Gesang der „Sängervereinigung (Dir. Meyer) „Mahnung" vor Heinrichs, der ebenfalls beifällig ausgenommen wurde. Werbeleiter Pg. P e t r a s ch ergriff hierauf das Wort zu seiner Festansprache, die darin gipfelte, daß wir dem Himmel dankbar fein müßten für die Ernte, die trotz langer Dürre zur Zufriedenheit ausgefallen fei, aber auch dafür, daß er die Saat unseres Führers, den Nationalsozialismus, in den Herzen der Deutschen trotz widriger Umstände habe aufgehen lassen. Nach einer Pause hörten die Versammelten dann die Uebertragung der Erntefeier Steinbach: Der Festzug mit dem Erntekranz an der Spitze. bigt hielt, und bei dem die SA.-Kapelle (Dir. Deines) mitwirkte. Nachmittags bewegte sich ein langer Festzug durch die festlich geschmückten Straßen unseres Ortes, dessen Spitze ein Vorreiter in Bauerntracht mit dem Zeichen des Reichsnährstandes, dem ein Säemann folgte, bildete. Eine Reihe schöner Festwagen des Reichsnährstandes zeigte den Bauer bei seiner Arbeit, bei der Ernte und Erzeugnisse seines Fleißes. In langem Zuge schlossen sich dann hinter der SA.-Kapelle an: Ortsoorstand, Parteioorstand, Ehrenabteilungen der SA. und SAR., NS.-Hago, Beamtenbund, Hitlerjugend, BDM., Vereine und Schule. Auf dem Schulplatz angekommen, eröffnete Bürgermeister Wagner die Veranstaltung. Hieraus trug ein Schulkind ein Erntegedicht vor. Alsdann sang der gemischte Chor des Turn- und Gesangvereins ein vom Leiter des Vereins, Lehrer Eberle, für diesen Tag komponiertes Erntefeftlied, auf dem Bückeberg und die Rede des Führers voll innerer Anteilnahme an. Am Abend versammelten sich die Volksgenossen in verschiedenen Lokalen des Ortes zu frohem Erntetanz. GroßeN'Bufeck. wg. Die Straßen unseres Dorfes prangten aus Anlaß des Erntedankfestes in prächtigstem Flaggenschmuck. Am Kirchgang des Vormittags nahmen die Organisationen der NSDAP, geschlossen teil. Der Altar war mit Blumen und Früchten prächtig geschmückt. Pfarrer Müller hielt die Predigt. Der Posaunenchor trug zur Verschönerung bei. Vor der Rundfunkübertragung am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf. Auf vielen Wagen wurde die Arbeit des Bauern symbolisiert. Starken Anklang fand auch die Trachtengruppe der NS.-Frauenschaft, die Trachten aus der Zeit von 1830 bis zur Gegenwart, außerdem auch ein Hochzeitswagen zeigte. Die HI. stellte einen Wagen unter dem Motto „Blut, Boden, Ehre". Bürgermeister R e b h o l z eröffnete die Kund, gebung. Ortsbauernführer Schmidt sprach so. dann über die Bedeutung des Erntedanktages. In einer Pause zeiate der BdM. Volkstänze und Reigen, die Hitlerjugeno brachte außerdem einen Sprechchor und zwei Lieder zu Gehör. Im Anschluß daran hörte man die Feier vom Bückeberg. Volks- fest und Tanz beschlossen den Abend. Saasen. XDer Tag des Erntedankfestes, auch in unserer Gemeinde würdig begangen, wurde mit Wecken des Jungvolks eröffnet. SA., Frauenschaft, BdM., Gesangverein und viele Volksgenossen nahmen dann geschlossen am Kirchgang teil. Der Gesangverein verschönte den Gottesdienst mit zwei Chören. Nach Tisch wurde zum Festzug angetreten, dem der Erntekranz vorausgetragen wurde; viele Wagen, prächtig geschmückt, folgten. Alte Leute drehten auf einem der Wagen Strohseile, auf einem anderen Wagen waren die Früchte des Gartens und der Felder gezeigt (u. a. eine 23pfünbige Dickwurz und ein 43 Pfund schwerer Kürbis), roieber ein anberer Wagen war als Spinnstube hergerichtet, unb schließ, lich würbe auch bas Honigkochen gezeigt. SA., Jungvolk, Gesangverein unb Kriegerverein beteiligten sich am Festzug. Jrn Saale von K. Schmitt Wwe. hörte man fobann bie Erntebankfestfeier vom Bückeberg. Die Bevölkerung unseres Ortes brachte burch bie starke Teilnahme an ben Veranstaltungen des Erntebankfest-Sonntags ihre Treue zum Führer unb Vaterlanb zum Ausdruck. Harbach. § Am Sonntag würbe hier in roürbiger Weife das Erntefest gefeiert. Morgens um acht Uhr fanb ein Danfgottesbienft statt. Die Kinber hatten am Tage vorher bie Kirche prachtvoll ausgeschmückt. Schon lange vor Beginn ber Feier war unser Gotteshaus bis auf ben letzten Platz besetzt. Der Fest- prebigt ging Altarbienst voraus, ber von Liebern, Sprechchören unb Gebichten umrahmt war. Pfarrer Volz hielt fobann eine tief burchbachte, zu Herzen gehenbe Predigt. Im Hinblick auf bie über Erwarten so reich ausgefallene Ernte ermahnte er die Gemeinde, das gläubige Vertrauen zu Gott und dem Führer des deutschen Volkes zu festigen unb zu vertiefen. Um 13 Uhr bewegte sich ein färben* prächtiger Festzug burch bie Straßen bes Dorfes. Der Zug würbe burch eine SA.-Abteilung zu Pferbe eröffnet. Es folgten Partei- unb Vereinsformationen, Jungvolk unb Schule unb schließlich bie sinnvoll zusammengestellten (Erntegruppen. Ein Trupp berittener Jungbauern schloß ben Zug, ber dem Sportplatz zustrebte. Hier fanb eine größere Feier statt. Propaganbaleiter Otto Münch eröffnete bie Veranstaltung unb übergab Lehrer Söhngen bie weitere Ausführung. Nach einem gemeinsamen Liebe hielt biefer bie Festrebe. Nachbem er bie Bebeutung bes Bauernstanbes für Volk unb Staat gekennzeichnet hatte, stellte er noch einmal in großen Zügen bie Lage bes Nährstanbes vor ber Machtergreifung Hitlers bar. Dann roürbigte er bie Verbienste, welche sich bie nationalsozialistische Regierung um bie Lanbwirtschaft erworben hat. Es folgte fobann ein abwechslungsreiches Programm. Dabei beteiligten sich mit viel Erfolg ber unter Leitung von Lehrer S ö h n g e n stehenbe Gesang- 0 f J & H O", •>- i W I Heuchelheim: Die Darstellung der Getreibeernte im Festzug. Heuchelheim; Der Festwagen des Tierzuchtinstituts Oberer Hardthof. und als ein festes Bekenntnis zum deutschen Bauern. Aus der Provinzialhauptstadt auch nichts. E. v. M. reudig jener Tag ein L , „ , . gangen wurde. Damals, ja damals hoffte man noch, daß die Würfel des Kriegsgottes zu unseren ©unten fallen würden. Still verläuft der erinnerungs- volle Tag diesmal in ernster Stimmung. Nur, als die getreuen Mitarbeiter sich zu flüchtiger Mahlzeit versammeln, formt Ludendorff den einen Satz: er hervor, daß heute besonderer Grund zur Dankbarkeit vorliege, weil uns Gott in der Person des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler einen Mann geschenkt habe, der nur darauf bedacht sei, sein deutsches Volk und Vaterland glücklich zu machen. Verfchönt wurde die Feier durch die Konfirmanden, die unter Vorzeigung der einzelnen Früchte und Gewächse passende Bibel- und andere Sprüche hersagten und einige Lieder unter Leitung von Pfarrkandidat Andres, Sohn des Ortsgeistlichen, recht stimmungsvoll vortrugen. Am Nachmittag fand eine Kundgebung der NSDAP, auf dem mit Fichtenbäumen, Blumen und Fahnen reich geschmückten, nahe an der Stadt gelegenen Sportplatz statt. Hierzu hatten sich die Mitglieder aller Organisationen fast vollzählig und viele „Je schwerer die Not des Vaterlandes, desto fester steht der Generalstab zu seinem Chef, die Armee zu ihrem Febdmarschall!" Kein Hoch, kein Tusch, aber die Augen aller ruhen in Liebe und Verehrung auf dem, der Hort und Stütze ist, die Zuversicht des leidenden, bedrohten Vaterlandes, der die ganze Höhe eines taten- und arbeitsreichen Lebens erfahren hat, und jetzt die tiefste Bitterkeit, die je einem Sterblichen zuteil geworden. Und der doch nicht verzagt, nicht dem Unheil weicht, sondern einzig an die Rettung der Heimat denkt. An jenem 2. Oktober 1918 schrieb ein Offizier der Operations-Abteilung, der in Avesnes geweilt hatte, in sein Tagebuch: „Eng um unseren Feldmarschall geschart, in täglich wachsender Liebe zu ihm auf. blickend, ertragen wir das Schwerste, was deutschen Soldaten zugemutet werden kann. Er ist bei uns geblieben, dicht bei uns, bei seiner Armee und seinem Volke. Wohin wären wir gekommen ohne ihn! Und mag auch unser Weg noch durch Not und Elend führen, durch Scham und Herzeleid, das Bild seines großen Herzens wird uns stärken und aufrichten, es wird uns voranleuchten, wenn es wieder aufwärts geht, der Zukunft entgegen, b i e uns doch gehört — trotz allem und allem!" 6od)fd>ulnod)rid)fen. Der ao.Professor Dr. Rudolf Mond von der Universität K i e l hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Ham- bürg erhalten. Hindenburgs letzter Geburtstag im Weltkrieg. Eine Erinnerung zum 2. Oktober. Von Paul Lindenberg. Man saß im kleinen Kreis zusammen, an einem Empfangsabend im Reichspräsidenten-Palais, in einer Ecke des großen Saales. Die Mehrzahl der Gäste war bereits gegangen, einige Getreue hatte Hindenburg mit freundlichen Worten zurück- behalten. An dem runden Tisch, auf den die Diener die Gläser mit frischem Münchener Bier gestellt, bildete er natürlich den Mittelpunkt. Hin und her ging das Gespräch, Erinnerungen tauchten auf, auch an den Krieg, man erwähnte der damaligen Hoffnungen und Erwartungen und wie alles so anders gekommen. Dann kam das Gespräch auf den bevorstehenden 80. Geburtstag, den diesmal bedeutenden 2. Oktober. „Er wird viel Anstrengungen für Sie, Herr Feldmarschall, bringen, ganz Deutschland wird freudig teilnehmen. Wenn Sie, Herr Feldmarschall, eine Chronik Ihrer Geburtstage angelegt hätten, es wäre ein stolzer Wegweiser geworden, in die Höhe führend/ lieber Hindenburgs ehernes, durchfurchtes Gesicht lief ein leises Zucken, und seine Augen blickten sinnend in die Weite. Mit abwehrender Handbewegung sagte er mit seiner tiefen Stimme: „Es gab auch recht schwere Tage darunter, einen besonders!" Wir blieben nachher noch zusammen, nachdem Hindenburg sich verabschiedet hatte. Auf die Frage: „Welchen Geburtstag mochte denn der Feldmarschall mit jenem besonders schweren Tag meinen?" antwortete ein Major: „Wohl jenen in Avesnes, den vom 2. Oktober 1918, dem ich beigewohnt habe!" Von Spaa waren Hindenburg und Luden- d o r f f, sowie ein engerer Stab der Obersten Heeresleitung nach Avesnes, dem kleinen französischen Städtchen, übergesiedelt, um den geplanten großen Operationen nahe zu sein. Schwer fiel es, Unterkunft zu finden; die wenigen geeigneten Häuser beherbergten Verwundete. Hindenburg entschied, daß sie bleiben müßten, auch die Bewohner, wenn es nicht unbedingt notwendig war, ste andsrs- challs. Die Gedanken fliegen zurück, wie festlich und Jahr zuvor in Kreuznach he- Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag: Ortsgruppe Gießen-Ost, Zelle 4, 20.30 Uhr bei samkeit. Mit dem Gruß an den Führer und Polks- kanzler Adolf Hitler und dem Gesang des Horst- Wefsel-Liedes und des Deutschland-Liedes wurde die Kundgebung geschlossen. Der Abend vereinte nochmals viele Volksgenossen in rechter Volksgemeinschaft in der Turnhalle Und den verschiedenen Lokalen der Stadt beim Volksfest und Tanz. Großen-Linden. y Die Feier des diesjährigen Erntedankfestes wurde in unserer Stadt sehr würdig begangen. Am Sonntagmorgen fand in der altehrwürdigen Kirche Gottesdienst statt, an dem die SA. und SA.-Reserve teilnahmen. Um den Altar waren die verschiedensten Früchte aufgebaut worden und mit Blumen reich geschmückt. Die Predigt hielt Pfarrer Schultheiß. Umrahmt wurde die Andacht durch zwei Chöre des Kirchengefangvereins unter Leitung feines Dirigenten Lehrer i. R. R ö - mer und einem Sprechchor der Schülerinnen. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Feft- zug durch die Straßen der Stadt, an dem sich die hiesige SA., SA.-Reserve I, SA.-Reserve II, NSDFB. (Stahlhelm), HI., BdM., Jungvolk und sämtliche Vereine beteiligten. Von Gießen waren außerdem noch drei Stürme der SA.-Reserve vertreten. Ein estlich geschmückter Wagen führte Erzeugnisse der diesjährigen Ernte mit, während ein anderer Wagen eine lustige Schnittergruppe zeigte, die durch schöne, alte Volkslieder besonders auffiel. Auf dem großen Platz vor der neuen Schule eröffneten die beiden Gesangvereine „Harmonie" und „Germania" die Feier mit einem gemeinsamen Chor, geleitet von Chormeister Schüttler- Gießen. Danach sprach Sturmführer Willi Becker einige Worte zur Begrüßung und übergab dann das Wort dem hiesigen Ortsbauernführer Pg. Wilhelm Wenzel. Dieser würdigte den Tag in seiner Bedeutung mit treffenden Worten und betonte, daß der Bauer trotz schwerer Zeiten und schwerer Arbeit nicht verzagen werde, das Glied in einer großen Kette voll und ganz zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes auszufüllen. Nachdem die stattliche Menge die Uebertragung der Feier des Erntedanktages vom Bückeberg mitangehört hatte, schloß Sturmführer Becker die Veranstaltung mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. Anschließend und am Abend verbrachten Einheimische und Gäste noch einige gemütliche Stunden bei Tanz und Bier. Allenborf a. d. Lumda. Zum Ernte dankfe st, das auch diesmal hier wiederum in recht würdiger Weise begangen wurde, hatte die Stadt überreichen Fahnen- und Blumenschmuck angelegt. Zum Vormittagsaottesdienst in der Kirche hatten sich so viele Andächtige eingefunden, daß das Gotteshaus fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Ortsgeistliche, Pfarrer A n - dres, legte feiner Predigt das Bibelwort Brief Jakobus, Kapitel 1, Vers 17 zugrunde. Hierbei hob Alle Gliederungen der Partei, voran der Reiter- sturm, sämtliche Vereine und sonstige Gruppen mit zwei sinnvoll hergerichteten Wagen der Bauern- schäft und des Obst- u. Gartenbauoereins hielten unter den Klängen der Musikkapelle und des Pfeifer- und Trommlerkorps des Turnvereins einen Umzug durch Gleiberg und Krofdorf. Alle Häuser prangten im Schmuck der Fahnen und Kränze; überall wiesen die mannigfach ausgelegten Früchte auf die Bedeutung des Tages hin. Im Hofe und Garten der Gastwirtschaft Moos löste sich der Zug auf. Ortsgruppenleiter Schmidt sprach kurz über den Sinn der Veranstaltung und die Arbeit des Führers für den Bauernstand. Auf das Sieg-Heil folgten Horst- Wessel-Lieb und Deutschlandlied, sowie Das Saarlied. Ein Gedicht über den deutschen Bauern, vortragen von Hilde Leib, gab eine gute Einstimmung auf die Uebertragung vom Bückeberg mit der Rede des Führers, die man begeisterten Herzens anhörte. Die Gesangvereine „Germania"-Krofdorf und „Her- manus"-Gleiberg fangen gemeinsam nationale Lieder, die Turnerinnen warteten mit Tänzen und Keulenübungen auf, zwei jugendliche Mitglieder des Radfahrvereins zeigten ihr Können im Kunstfahren, ein Schießftand fand regen Zuspruch und für die Grimberg. + Aehnlich wie im vorigen Jahre, nahm auch diesmal wieder die Motorstaffel I/M 49 aus Frankfurt am Erntedankfeft in Grünberg teil und verlieh ihm dadurch eine besondere Ausgestaltung. Am Samstagnachmittag trafen die Frankfurter Gäste in stärke von 400 Mann mit etwa 150 Fahrzeugen hier ein; eingeholt wurden sie vom Grün- berger Motorfturm. Die Stadt zeigte reichen Flaggenschmuck. Am Marktplatz fand durch Propagandaleiter Schmidt und den Bauernführer L. Großhaus die Begrüßung der Gäste statt. Ihre große Zahl erforderte es, daß ein Teil von ihnen noch in den Nachbarorten Quartier beziehen mußte. Der Abend brachte einen Unterhaltungsabend in der Turnhalle, der recht vielseitig und genußreich war: Musikoorträge der 40 Mann starken Kapelle der Frankfurter Motorstaffel, Fecht- und akrobatische Turnvorführungen, Darbietungen eines Jongleurkünstlers und besonders wirkungsvolle Vorträge eines Humoristen. Um Mitternacht schloß sich auf dem Marktplatz der Zapfenstreich an. Der Festgottesdienst am Sonntagmorgen, bei dem Pfarrer Matthäus über Psalm 118,1 predigte und der durch die Mitwirkung des Kirchen- Den Mittelpunkt des Tages bildete der Festzug durch die Stadt, an dem sich die Spitzen der Behörden, die NS.-Verbände und Vereine äußerst zahlreich beteiligten, begleitet von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr und von Ernte- und Festwagen, denen der Sinn des Festtages zugrunde gelegt war. Nach Eintreffen des Festzuges an der Turnhalle eröfnete der Schulungsleiter der Ortsgruppe der NSDAP., Pg. Stiftspfarrer Draudt, die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er Sinn und Zweck des Erntedanktages und dessen symbolhafte Bedeutung erläuterte und zugleich auf das Winterhilfswerk 1934/35 einging. Konzert der Feuerwehrkapelle, Gefangsvorträge der verschiedenen Chöre, turnerische Vorführungen der Turnerriege des Tv. 1860 Lich und ein Reigen der Turnerinnen, die alle großen Beifall ernteten, füllten die Pause bis zum Beginn der Uebertragung der Nationalkundgebung auf dem Bückeberg. Der Rede des Führers folgte alles mit gespanntester Aufmerkverein und Gemischte Chor. Bei dieser Gelegenheit trat auch zum ersten Male die Singschar des B d M. an die Öffentlichkeit. Sie trug zwei mehrstimmige Lieder vor und bewies damit, daß sie trotz geringer Zahl etwas Schönes zu leisten vermag. Zwischendurch wurden von Schülern und Erwachsenen Gedichte und Bauernsprüche vorgetragen. Ortsbauernführer Karl Stumpf sprach das Schlußwort. Bürgermeister Heinrich Münch dankte Lehrer S ö h n g e n für die schöne Ausgestaltung des Festes. Mit dem Horst-Wessel-Lied fand die; harmonisch verlaufene Feier ihr Ende. wo unterzubringen. So blieb zur Wahl nur ein sehr bescheidenes Haus am Stadtrande; in vier schmalen Zimmern mußten sich die Offiziere einrichten. Ludendorff faß in einem so engen Gemach, daß dies fast völlig durch einen zum Arbeiten dienenden Tisch und durch einen zweiten für die Karten ausgefüllt wurde. In einem größeren Zimmer standen weitere Kartentische, mehrere Fernsprecher bimmelten dort durcheinander, man hinderte sich gegenseitig. Einen Empfangsraum gab es nicht, dazu diente der Treppenflur, wo alle warten mußten, Fürstlichkeiten und höchste Offiziere. Hindenburg wohnte in einem nahen, von kleinem Garten umgebenen Häuschen. Immer hoffte man noch, die Fronten halten zu können; man hatte wohl mancherlei Nackenschläge bekommen, aber auch da und dort Erfolge erzielt. Da kam der „schwarze Tag". Ludendorff faß Stunde um Stunde am Fernsprecher, bald den Blick auf die nahe liegende Karte des Kampfgebietes richtend, bald flüchtige Worte und Zahlen aufs Papier werfend. Befehle schwirrten durch den Draht zur Front. An heftigen Worten, an Mahnungen und selbst an Drohungen fehlte es nicht. Erschöpfte und in Reserve gehaltene Truppenteile wurden hier- und dorthin geworfen. Bleischwere, trübe Stunden, so trübe wie draußen der graue Nebeltag, der die Sonne nicht durchdringen läßt. Der Abend sinkt herab, lastend, unheimlich, wie von bangen Ahnungen durchflutet. Kraftwagen rattern heran; Generale und Stabsoffiziere entsteigen ihnen, bestaubt, beschmutzt, wettergebräunt, mühsam die innere Erregung bezwingend. Sie erstatten dem Feldherrn Bericht von den Vorgängen da vorn, erzählen von zähestem Aushalten, von heldenhaften Taten, freilich auch von Versagen und Verzagen. Schwer atmet der greife Feldmarschall. Seine Augen scheinen zuweilen umflort, aber fest bleiben Haltung und Stimme. Mit knappen Worten wird der Heeresbericht nach feinem Diktat niedergeschrieben, fliegt in die Heimat, fliegt in die Fremde, Unheil im Schoß. In dieser Nacht, die drückend hereinbricht, während in der Ferne die Geschütze grollen und der Himmel gerötet ist, gibt es wenig Schlaf. Meldungen laufen ein, müssen sogleich beantwortet werden. Hoffnung glimmt zuweilen auf, daß noch manches zu retten ist, sinkt wieder zusammen. Eiserne Pflicht hält den Feldmarschall aufrecht. Wenn es auch in ihm bebt, bewahrt er äußerlich seine Ruhe, sieht den Ereignissen, die er richtig einschätzt, mit Fassung entgegen — nur jetzt nicht die Nerven verlieren! Nein, der alte Haudegen verliert sie nicht, so sehr auch 'Ne Not Des Vaterlandes, das Unglück der drückenden Enttäuschungen an ihm zerren. Bange Tage, bange Nächte? Neue Hiobsposten treffen ein. Die Westfront bebt unter feindlichen Stürmen. Divisionen fallen aus: „Schickt uns Hilfe, wir können nicht mehr!" Und Hilfe ist nicht vorhanden. Aus Mazedonien und Oberitalien Dringen Die gleichen Rufe: „Rettet uns! Alles ist sonst verloren!" Und in Berlin: Irrungen und Wirrungen, jämmerliche Streitigkeiten, überflüssige Redereien! Mehr und mehr schwankt und wankt alles. Da muß der Feldherr erst recht die Augen offen haben, in Der Nähe, in der Ferne. Engländer, Franzo-sen Amerikaner stürmen an, diese mit frischen Kräften^ in ungeheuerer Zahl, gut genährt, glänzend ausgerüstet, stürmen an gegen unsere müden, halbverhungerten, ausgepumpten Truppen, die lieber- menschliches leisten. Der Name Wilsons schrillt öfter und öfter. Im Hauptquartier traut man feinen Vorschlägen nicht, muß sich trotzdem mit ihnen beschäftigen. Die Staatsmänner daheim versagen. Ludendorffs Nerven sind am Ende. Mit gütigen Worten greift häufig Der Feldmarschall ein. Er sieht, wie Der unermüdliche Waffengefährte sich oft kaum noch aufrecht erhallen kann, befiehlt ihm dienstlich, sich um 11 Uhr.nachts zur Ruhe zu begeben. Er selbst empfängt noch spät die wichtigsten Nachrichten, erledigt sie; wenn auch Die Augen übermüdet sind, greift Die feste HanD noch zur Feder, um der geliebten Frau in Hannover Kunde zu geben. Ihr Bild, bas der Kinder steht auf dem Schreibtisch. 2. Oktober. 71. Geburtstag des Feldmar- Abschied vom Dreimarkstück. Wer hätte nicht schon von den „Fallstricken des Geldes" gehört, welcher von Natur tugendhafte Mensch wäre ihnen nicht gelegentlich zum Opfer gefallen? „Geld allein macht nicht glücklich, man muß es auch haben", lautet ein anderes bedeutsames Wort. Aber da liegt der Hase im Pfeffer, liegt, und zwar feit gestern, ein neuer, besonderer Fallstrick des Geldes vor. Denn feit gestern ist das bisherige Dreimarkstück fein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Kein Bäcker, kein Metzger, kein sonstiger Gewerbetreibender, kein Kellner, kurz gesagt niemand braucht seine Ware auf ein hingelegtes Dreimarkstück zu verabfolgen. Doch noch findet man Erbarmen. Die Staats» und Landeskaffen nehmen mit gütigen Händen dieses Geld, Das seit gestern kein richtiges GelD mehr ist, in Zahlung oDer tauschen es ein. Aber mit Jahresschluß ist auch hier letzter Schluß mit diesem Entgegenkommen. Dann gehört das Dreimarkstück der Vergangenheit an. Wir meinen seinem Fortfall keine Träne nach. Was war es schließlich? Ersatz für einen Vorgänger von Format, von historischer Bedeutung — kurz vom Thaler, der als Patenthaler seine gewichtig bürgerliche Rolle spielte, als Mietsthaler eine Verpflichtung für Geber und Empfänger bedeutete, bindend wie ein Gefetzesparagraph. Zuerst wurde er im böhmischen Joachimsthal geprägt, wonach er „Joachimsthaler" genannt rouroe. Die Zeit schliff den Vornamen ab, nur der Thaler blieb, dem eine neue Rechtsschreibung auch noch das „h" nahm. Und nach diesem Verlust, und infolge längst bestehender Markwährung, ging er ein. Sofern er nicht eingeschmolzen wurde, zur beschaulichen Ruhe in den Münzsammlungen. Nachfolger müssen sich immer erst durchsetzen. Dem Dreimarkstück gelang es nie. Gleichgültig wurde es hingenommen, und gleichgültig hätte man es verschwinden sehen, wenn ihm nicht in letzter Zeit das neue Fünfmarkstück zur Seite getreten wäre, bas als befreiende Tat das alte, Geldbörsenruinierende beglückend ablöste. Doch Drei- und Fünfmarkstück waren einander nun so ähnlich geworden, daß Verwechselungen schmerzlichster Art vorfielen. Also, fort mit diesem Fallstrick des Dreimarkstückes. Bald wird seine Existenz vergessen sein. Doch Der Taler wird, wie alles, was eine bedeutende Vergangenheit hat, noch lange weiterleben, dort, wo volktümlicher Besitz sich am längsten erhält: im Kinderspiel- und Lied. Junge Mütter werden, wie einst ihre Groß- und Urgroßmütter, den Kleinsten ins Händchen patschen „Da hast 'nen Thaler, geh auf den Markt, kauf dir ’ne Kuh ..." und die Kinder im Kreis werden immer wieder lustig fingen „Thaler, Thaler, du mußt wandern", auch wenn sie nicht mehr wissen, was ein Thaler war. Aber das schadet Zeitschriften. „Deutscher Arbeitsdienst für Volk und Heimat", die Führerzeitung Des deutschen Arbeitsdienstes (Verlag Berlin Sw 11, Dessauerstraße 38) bringt ein Sonderheft über den Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf dem Nürnberger Reichsparteitag heraus, das mit feinen zahlreichen wohlgelungenen Illustrationen und den in Wortlaut wiedergegebenen Reden und Ansprachen ein wert- volles Blatt der Erinnerung für alle Teilnehmer darstellt, gleichzeitig aber auch allen einen ungemein tarfen Eindruck von dem Wirken dieser „Schule der Volksgemeinschaft" vermittelt. chors verschönt wurde, wies durch die Teilnahme aller NS.-Formationen und Vereine sowie der Frankfurter Gäste einen sehr starken Besuch auf. In üblicher Weise hatten die Schüler des letzten Schuljahres den Altar reich mit Blumen und Früchten aus Garten und Feld geschmückt. Im Anschluß an den Gottesdienst sand am Denkmal vor der Kirche eine Gefallenen-Ehrung statt, bei der Staffelführer Zück (Frankfurt) eine kurze Ansprache hielt und einen Kranz nieDerlegte. Ein Platzkonzert, das bann bie Kapelle ber Frankfurter Motorstaffel auf bem Marktplatz veranstaltete, hatte viele Zuhörer herbeigezogen. Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch die Straßen der Stadt: an Der Spitze die Bauernschaft mit einem Erntewagen, dann die einzelnen NS.-Forrnationen und Vereine, am Schluß die Frankfurter Motorstaffel. Die Kapelle der Frankfurter mit Spielmannszug, sowie die Kapelle des Grünberger Motorsturrnes sorgten für flotte Marschmusik. Auf dem Sportplatz an der Gießener Straße folgten dann allerlei sportliche Darbietungen der Frankfurter: Tauziehen, Eierlaufen, Schubkarrenrennen und Geschicklichkeitsfahren auf Motorrad, das von den zahlreichen Zuschauern mit Interesse verfolgt wurde. Nach Schluß der Darbietungen zog alles nach dem Marktplatze, um hier die Rundfunkübertragung ber Rede bes Führers vom Bücke- bera anzuhören. Alsdann fuhren die Gäste wieder ab. Auch aus der Umgegend waren zahlreiche Zuschauer nach Grünberg gekommen. Lich. ? Der Tag Des deutschen Bauern und Ernte- danktag wurde auch in unserer Stadt festlich begangen. Reicher Flaggen- und Grünschmuck an allen Häusern Der Stadt trugen wesentlich zur Feststimmung bei. Am Vormittag sand in Der festlich geschmückten Marienstiftskirche Festgottesdienst statt, an Dem Die nationalen Verbände unD Vereine geschlossen unD Die GemeinDe recht zahlreich teilnahm. Eingeleitet wurde Der GottesDienst Durch ein liturgisches Erntedankfestspiel, bei welchem eine große Anzahl Schüler unD Schülerinnen mitwirkte. Der Kirchenchor und ein Schülerchor trugen durch wohl- gelungenen Vortrag von Chorgesänaen unter Leitung von Lehrer Stein zur Verschönerung Des FestgottesDienstes bei. Die Festpredigt hielt Stifts- dechant Kahn über Psalm 136, Vers 1. Er wies in seiner Ansprache insbesondere auf die Bedeutung des Tages hin, zeigte durch Verlesung eines Briefes aus Sowjetrußland den gewaltigen Unterschied Der Stellung Des Bauern im Sowjet„paradies" und der im nationalsozialistischen Deutschland, würdigte in eingehender Weise die großen Verdienste der nationalsozialistischen Regierung um die Rettung und Hebung des Bauernstandes und ermahnte alle, Gott zu danken, weil er nicht nach unserer Würdigkeit, sondern kraft seiner Zusage uns wieder eine reiche Ernte beschert hat. Volksgenossen elngesunden. Ortsbauernfühver Wilh. Rein hielt eine Ansprache, die in einem Treue- gelöbnis für den Führer ausklang. Von einigen SA.. Männern wurden Gedichte Dorgetragen, trip den Bauernstand und Die Scholle verherrlichten. Die Hitler-Jugend trug einen Sprechchor vor. Volkstänze und Reigen unter Ziehharmonikabegleitung durch HJ-Führer Gustav Nachtigall wurden durch den Bund deutscher Mädel unter Leitung von Frl. Gerda Rein und Emilie Reinhardt aufgeführt. Zwischendurch spielte der Spielmannszug der hiesigen SA. unter Leitung von Fritz Leutner einige Märsche, außerdem trug der hiesige Männergesang- oerein zwei Chore wirkungsvoll vor. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und der Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes beschloß die Kundgebung. Die Rede bes Führers vom Bückeberg wurde sodann gemeinschaftlich angehört. Krofdorf-Gleiberg. Unsere Gemeinde hatte Ursache genug, den Tag des E r n te d a n k e s festlich zu begehen, da die Weber, Kaiferalle 52: Zellenabend. — Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süb, 20 Uhr, großer Hörsaal des Physiologischen Institutes: Feuerschutzabend mit Vortrag von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier über „Brandverhütung". — Stadttheater, 20 bis gegen 23 Uhr: „Der Zigeunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schimmelreiter". — Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft, 20.30 Uhr: Volks-Mission-Vortrag. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe '«'7* * . Trockenbeize U seresam W» odernass mt » Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen 51 Erscheint Dienstag und Freitag.2. Oktober Äur durch die Post zu beziehen. 1934 ?!hflSbcr^f: Dienststunden. — Verordnung zur Aenderung der Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen LnD ^etrankewagen, vom lb. JJlai 1934. — Straßensperren-Aushebungen. — Flugveranstaltung in Gießen am 7. Oktober 1934. — Dienstnachrichten. Mittwoch, r-Gltoberl-ri er Annahme van »«zeigen für die Miltagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr ErmShigte Grundpreise: Bekanntmachung. Vctr.: Dienststunden. Für die Zeit vom 1. Oktober 1934 bis 31. März 1935 sind die Diettststunden des Kreisamtes wie folgt festgesetzt: Montags bis Freitags von 8 bis 16 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr. Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt darauf hingewiesen, daß die Amtstage nur Dienstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr vormittags jeder Woche find und nur an diesen Vormittagen die Dienst- zlmmer des Kreisamtes für das Publikum offen stehen. Personen, die außerhalb der Amtstage vorsprechen, können, sofern es sich nicht um Falle allerdringendster Art handelt, auf Abfertigung nicht rechnen. Gießen, den 1. Oktober 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. J.V.: vr. S ch ö n h a l s. Verordnung zur Aenderung der Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen, vom 16.2Uai 1934. — Vom 26. September 1934 — J^uf Grund des § 14 des Gaftftättengefetzes vom 28. April 1930 (RGBl. I, S. 146) wird folgendes verordnet: I. Der § 2 der Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen, vom 16. Mai 1934 (Reg.- Dlatt S. 84) erhält folgende Fassung: „Der Beginn der Polizeistunde für Trinkhallen und Getränkewagen wird auf 22 Uhr festgesetzt." II. Diese Verordnung tritt mit dem 1. Oktober 1934 in Kraft. Darmstadt, den 26. September 1934. Hessisches Staatsministerium Ministerialabteilung la (Polizei). Der Hessische Staatsminister: Jung. Bekanntmachung. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Gießen—Marburg, Ortsdurchfahrt Lollar, wird ab Dienstag, 2. Oktober aufgehoben. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Reiskirchen—Liu- denstruth—Grünberg ist wieder aufgehoben. Gießen, den 28. September 1934. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. Betr.: Flugveranstaltung in Gießen am 7. Oktober 1934. Polizeiverordnung. Auf Grund des Art. 65 des Gesetzes, betreffend die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vorn 8. Juli 1911 werden im Einvernehmen mit der Provinzialdirektion Oberhessen für die am 7. Oktober 1934 auf dem Flughafen in Gießen stattfindende Flugveranstaltung innerhalb der von dem Herrn Reichsverkehrsminister bestimmten Flughafenzone folgende Sicherheitsmaßnahmen angeordnet: § 1. Während des 7. Oktober 1934 wird für die Zeit von 13 Uhr bis 18 Uhr das innerhalb der nachstehend näher bezeichneten Grenzen liegende Gelände polizeilich gesperrt: Im Süden: 100 Meter südlich entlang an der Straße Gießen— Roden von der 4. Schneise bis zur Ueberführung der Bahnlinie Gießen—Fulda. I m O st e n : Bahndamm von Kreuzung Bahnlinie Gießen—Fulda, Rödgener Straße bis zum Ostrande des Waldes, genannt der Junkernstrauch, sodann in nordwestlicher Richtung' durch den Wald bis zur Struppmühle. Im Norden: Von der Struppmühle dem Lauf der Wiefeck entlang bis zur Gansmühle. Die Straße Wiefeck—Alten-Bufeck ist nur für den Durchgangsverkehr geöffnet. Im Westen: Dem von der Gansmühle in südwestlicher Richtung nach dem Trieb führenden Weg entlang, Ostrand der Wiesecker Spielplätze bis zur Straße Gießen—Rödgen. § 2. Für die Dauer der Sperrzeit ist das Betreten des innerhalb der obengenannten Grenze liegenden Gebiets nur mit Ausweisen der Flugleitung oder nach Lösung der von dieser ausgegebenen Eintrittskarten und lediglich auf den von der Flugleitung hierzu bestimmten Zugangswegen gestattet. § 3. Die Straße Gießen—Rödgen ist von 13 bis 17 Uhr nur für den Durchgangsverkehr von Gießen nach Rödgen und umgekehrt geöffnet. § 4. Der von dem Stadtwald unmittelbar nach dem Flughafen führende Feldweg wird von 15 bis 18 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. 8 5. Den Anweisungen der Polizei ist Folge zu leisten. § 6. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafen bis zu 90 Reichsmark bestraft. Gießen, den 1. Oktober 1934. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: vr. S ch ö n h a l s. Dienstnachrichten -es Kreisamts. Dem Zentralausschuß für die Innere Mission der Deutschen evangelischen Kirche in Berlin-Dahlem wurde die Genehmigung zur Sammlung von Sach- und Naturalspenden im ganzen Reich für die Zwecke der Inneren Mission in der Zeit vom 23. September bis 7. Oktober 1934 durch den Reichsschatzmeister der NSDAP, namens des Stellvertreters des Führers und im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen erteilt. Druck der Drübl'schen Hniversitäts-Bucb- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen. ernähren, ] 0) e 11 c r t e vor einigen Monaten wahr- fcheinlich nur an dem energischen Widerspruch einer auswärtigen Macht. Auch in das Spiel der Parteienwelt sind neue Faktoren eingetreten, die der Krone eine stärkere Regierungsgewalt übertragen möchten. Der Streit zwischen dem jüngeren und älteren Flügel der regierenden liberalen Partei ist ja bekannt. Mit der nach dem Weltkriege beginnenden Industrialisierung des Landes und der daraus folgenden politischen Aufklärung des Volkes ist der Ansturm der jungen Kräfte immer stärker geworden. Wo früher nur eine dünne reiche Oberschicht und ein völlig verarmtes Landproletariat sich gegenüberstanden, hat sich im Laufe der Nachkriegsjahre ein aus Bauerntum und Stadtbevölkerung bestehender Mittelstand entwickelt, der nun das Hauptkontingent für die nach Selbständigkeit und nationaler Wiedergeburt drängenden neuen Bewegungen stellt. Wieweit und wie schnell sich diese Kräfte durchsetzen werden, ist bei der Verschachtelung der politischen mit persönlichen Interessen in diesem Lande schwer vorauszusagen. Von der liberalen Partei des Einflusses auf die Regie- rungsführung beraubt, stehen noch immer im Hintergrund d i e fiebenbürgischen Bauern Manius, die die Trennung König Karols von seiner Freundin Frau Lupescu als Vorbedingung ihres Mitwirkens fordern, der greife Marschall Averescu, dessen lautere Persönlichkeit noch immer viele Anhänger wirbt, die große Partei der Nationalzaranisten und schließlich die Eiserne Garde" Codreanus, die zwar verboten ist, aber trotzdem ihr Gedankengut durch aeheime Agitation erfolgreich zu verbreiten versteht. Die wirtschaftliche Lage Rumäniens ist denkbar schlecht. Die Bauern haben eine ausgesprochene Mißernte in die Scheuern gebracht und die Industrie vermag ihre Produkte nicht los- werden da ihr der natürliche mitteleuropäische Absatzmarkt zum Teil aus politischen Gründen verboten wird. Dementsprechend st auch die Lage der Staatsfinanzen keineswegs befried nonh Trnh energischer Sparmaßnahmen, mit denen Ln' „n* iabrelanger Mißwirtschaft nun endlich beginnen^ will, übersteigen die Pension-nn,pruche Paris, 3. Okt. (DNB. Funkspruch.) Im Wahlkampf für die am nächsten Sonntag stattfindenden Kantonwahlen sprach Herr io t in Lyon zugunsten eines radikalsozialistischen Kandidaten. Seine Ausführungen waren der Versuch einer Rechtfertigung der radikalfozialistischen Politik. Herriot beglückwünschte Frankreich zum Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund. Die Sowjetunion habe versprochen, mit Frankreich zusammen für den Frieden zu arbeiten. (!) Innenpolitisch sind seine Darlegungen insofern von Interesse, als sie die in letzter Zeit mehr und mehr zutage tretende Absicht der Radikalsozialisten zu bestätigen scheinen, die Führung einer Front der Mitte, in der alle wahrhaft bürgerlichen republikanischen Elemente geeint wären, zu übernehmen und so einen Block gegen den Extremismus von rechts und links zu bilden. Im „Echo de Paris" begrüßte de Kerillis, der von einer längeren Rußlandreife zurückgekehrt ist, die Staatsreformpläne als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des vollständigen Zusammenbruchs. Das Land müsse wählen: entweder eine mehr oder weniger kommunistische Revolution mit allen sie begleitenden Schritten und den Krieg als Abschluß, oder eine mehr oder weniger faschistische Re- volut i o n mit ebenso ernsten Folgen, Bürgerkrieg und anschließend vielleicht auch dem Kriege, oder endlich eine sehr schnelle, energische, aber nicht brutale Evolution zu einem autoritärem Regime mit einem erneuerten Parlamentarismus. Die von Doumergue geplante Staatsreform wird auch vom Führer der Frontkämpfervereinigung „Feuerkreuz", Oberst de la Rocque, als dringend erforderlich bezeichnet. Gärung in Tunis. Paris, 3. Okt. (DNB.) Unruhen in Tunis haben in der letzten Zeit zur Zwangsver- s ch i ck u n g führender Persönlichkeiten der einheimischen Bevölkerung nach den südlichen Provinzen । des Landes geführt. Der Generalresident von Tunis hatte jedoch vor kurzem einen Gnadenaktin! Aussicht gestellt, vorausgesetzt, daß sich die politischen Leidenschaften legten und neue Zwischenfälle bis zum 3. Oktober nicht mehr zu verzeichnen seien. Am Dienstag hat der Generalresident dieses Gnadenversprechen rückgängig gemacht, da es in verschiedenen Provinzen doch wieder zu feindlichen Kundgebungen gekommen fei, die Bevölkerung sei verschiedentlich zu Streiks aufgefordert worden, und auch Boykottversuche seien mehrfach zu verzeichnen gewesen. Außerdem habe die Verbreitung von Propagandaschristen nicht aufgehört. Autoritärer Kurs in Estland. Auflösung des Parlaments. Reval, 3. Okt. (DNB.) Staatspräsident Paets hat das e st ländische Parlament aufge- l ö ft. Das Parlament hätte verfassungsmäßig b e - r e i t 5 am 1. M a i d. I. seine Tätigkeit einstellen sollen, da aber nach der Schaffung der autoritären Regierung Paets-Laidoner und der Verhängung des Ausnahmezustandes die Parlaments- wählen verschoben wurden, blieb das bisherige Parlament im Amte. Seine Rechte wurden allerdings stark beschnitten. Die Regierung ließ den Abgeordneten mitteilen, daß eine zersetzende Kritik der Regierungshandlungen nicht zugelassen werde. Als dennoch zwei Abgeordnete die Regierungsmaßnahmen kritisierten erfolgte die Auflösung des Parlaments. Bezeichnend ist, daß einer der Oppo- fitionsrebner zum Bauernbund gehörte, also zu der Partei, aus der auch der Staatspräsident hervorgegangen ist. Der Presse ist es verboten worden, Einzelheiten zu bringen. Auch die Derössent- lichung der Oppositionsreden wurde verboten. Es ist nicht anzunehmen, daß in absehbarer Zeit Neuwahlen erfolgen werden. Die Regierung Paets dürfte vielmehr ohne Parlament weiterregieren. Damit ist der letzte demokratische Ansttich, den sich die Regierung Paets durch die Beibehaltung des Parlaments gab, verschwunden und Estland ist äußerlich in die Reihe der völlig autoritär regierten Staaten getreten. Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. ... _ behördliche Anzeigen 6Rpf. dchMstrayE 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 rdenburgs Geburtstag. lm Grabe des Feldmarschalls im Tannenberg-Denkmal. nstein, 2. Okt. (DNB.) Bereits in den Dtorgenftunben hat am heutigen Geburts- verewigten Reichspräfibenten, leralfelbmarschcllls von Hinbenburg, cheurer Menschenstrom ganz wie am Tage c feierlichen Beisetzung zum Tannenberg- eingesetzt. Generalmajor von Hinben- legte als Erster am Grabe bes toten schalls gegen 7 Uhr morgens einen Kranz ysanthemen unb Veilchen nieber. Unzählig« harrten bis 8 Uhr vor bem noch verschlos- annenbergbenfmal. Um 8 Uhr zog b i e wache auf: zwei Poften vor bem Fellini, zwei Posten in ber Gruft unb zwei vor bem Außenportal. Generalleutnant rauchitsch, ber Wehrkreiskornrnanbeur hrkreifes I, legte einen Kranz bes r s , bes Reichswehrministers Generaloberst l o m b e r g unb ber Wehrmacht nieber. en Teilen Ostpreußens erschienen Adorb- bie Kränze aus ben einzelnen Stäbten, von •en usw. überbrachten. Um 12 Uhr traf auptmann Blunk ein, ber im Namen rpräfibenten Koch einen Kranz nieberlegte, Schleife ben Aufbruck trug: „D e m Ret- r Heimat namens ber bantbaren Pro- O st preuße n". Oberbürgermeister Dr. legte einen Lorbeerkranz nieber, besten die Farben der Stadt Königsberg und hrift „Unserem unvergeßlichen Ehrenbürger, dt Königsberg" trug. Im Auftrage des hen Ministerpräsidenten wird Vizeadmiral t h g e einen Kranz niederlegen, der die ft trägt: „Das dankbare Land j e n, der Ministerpräsident". Der ASDF9. Hindenburgs Geburtstag. in, 2. Okt. Der Frontkämpfer» rdienst schreibt zu Hindenburgs Geburts- l: Es ist selbstverständliche Ehrenpflicht für Deutschen Frontkämpfer-Bund l h e I m), am 2. Oktober feines h e i m g e- nen Ehrenmitgliedes, des Reichsten und Generalfeldmarfchalls von Hin - r g, zu gedenken. Wenn an diesem Tage mwache der Reichswehr vor dem Feldherrn- es Tannenberg-Denkmals aufziehen wird, auch wir Frontkämpfer im Geiste an feinen eten und i h m danken für das, was er r, ist und fein wird: Vorbild in uneigen* t Dienst an Volk und Vaterland, erfüllt von datengeift, den auch wir in uns tragen, urg kannte und wahrte in sich den Z u - enhang neuen Geschehens mit coßen Vergangenheit. So wurde er iefter Tradition. Und er schaute doch vorlebte nicht in der Vergangenheit oder gar Zurückführung, sondern in der Gegenwart Zukunft, für die er nicht nur kämpfte, son- ren Vorkämpfer er war. Er erkannte die digkeit der Pflege dessen, was „Frontsol- tum" in bestem Sinne heißt. Er bekannte er auch zu unserem „Stahlhelm, B. d. F.", Lhrenmitgliedschaft er annahm und dessen - und Schirmherr er bis in die letzte ir. Auch nach der Umgründung des alten Im in den NS. Deutschen Frontkämpferbund ’lm) blieb fein Verhältnis zu dem Bunde uus yic iche. Das danken wir ihm von Herzen, nicht um unserer selbst, sondern um der Zukunft willen. Er hat uns in der „Umgründungsakte" d i e Pflege ber solbatischen Irabition zur Aufgabe gemacht, bamit wir Vorkämpfer ber nationalsozialistischen Jbee unb Bewegung fein unb bleiben können. Damit finb wir Erben eines Vermächtnisses geworben, bas uns bem großen Toten unb ben jetzt unb künftig ßebenben gleichermaßen verpflichtet. Dieses Vermächtnis zu erfüllen, ist auch für uns kein Entschluß, fonbern eine Selbst- verstänblichkeit. Der Führer in Weimar. Weimar, 2. Okt. (DNB.) Der Führer, ber am Montagabend vorn Kyffhäuser kommend in Weimar eingetroffen war, verlebte am Dienstag bei wundervollstem Wetter einen Tag in Weimar. Herrliche Spaziergänge durch die Parks von Tiefurt und Belvedere, Besichtigung des Schlosses Tiefurt und eine Stunde Mittag unter ben begeisterten Weimarern waren das Kennzeichen bes Tages. Der Führer stattete ferner ber Frau Förster-Nietzsche, der Bewahre- rtn bes Nietzsche-Archivs, einen Besuch ab. Abends besuchte der Führer die Neuinszenierung von „L o h e n g r i n" im Nationaltheater zu Weimar. Die Neuinszenierung an dieser klassischen Stätte deutscher Kunst kann voll und ganz als gelungen bezeichnet werden. Die Bevölkerung, die sehr schnell von der Anwesenheit des Führers in Weimar erfahren hatte, hatte sich zu Taufenden vor dem Na- tionaltheater eingefunden und brachte dem Führer begeisterte Huldigungen dar. Eine Verfügung des Neichsschahmeisters der NSDAP. DNB. München, 2. Okt. Reichsschatzmeister Schwarz hat folgende, die Mitgliedersperre betreffende Verfügung erlassen: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß meine Verfügungen 36/33 vorn 29. Sept. 1933 sowie 56/33 vom ,1. Oktober 1933 bzw. Folge 60 vom 30. November 1933 nach w i e vor zu recht bestehen. Bis zur Aufhebung dieser Verfügungen MM MW Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle 3. Fortsetzung. Nachdruck verb Olga Schieber sah erstaunt auf das Made das quer über dem Bett lag, und dessen K zuckte und förmlich hin und her geworfen w Käthe hörte nicht. Sie rührte sich auch nicht, der Körper zuckte weiter. Da ging Olga einfa ihr hin, setzte sich aufs Bett und nahm das V chen in ihre Arme. „Na, mein Armes, nun sagen Sie mir sc was es gibt. Ich kann nämlich einen Menschen weinen sehen. Ich heule entweder mit — oöi werde eklig ruppig. Beides werden Sie nicht w und darum sagen Sie mir schnell, was oiac los ist." 0 "Ich kann es nicht ertragen, Ihnen beiden zur Last zu sein. Ich habe doch geglqubt, hier i großen Stadt würde ich gleich Arbeit finden, dann hätte ich doch alles bezahlen können. Ich doch gar nicht mit Frau Kulick gegangen, wer hätte wissen können, daß man auch hier keine S für mich hat." „Dummerchen! In Berlin?! Ausgerechnet in lin wird man auf dich kleines Dummerle ger haben. Nein, Käthe, hier gibt's mehr Arbe als an irgendeinem anderen Ort, und die 9i furchtbar. Aber ich will etwas mit dir bespr Wenn du willst, kannst du vielleicht schon r Woche etwas verdienen." Käthe hob den Kopf mit dem goldblonden- Und fast ein bißchen neidisch blickte Olga auf seidenweiche blonde Gelock, dann aber war die verständliche Regung schon vorüber, und Olga lieb und verständlich mit Käthe, wie sie sich da« gedacht hatte. Käthe blickte ganz erschrocken. „Ich soll zum Film? Ich kann das nicht. I da viel zu schüchtern, ich kann vor den Leut nicht — ich weiß gar nicht, wie man das mack Käthe hatte einige Filme in ihrer kleinen H stadt gesehen, und sie war selig gewesen da Aber selber? Sie sollte auch wie Henny Portei die Leinwand gleiten? Oder wie Liane Haid? Das würde sie nicht können. Und sie war ni armes, kleines Mädel, und das waren Frauen! Wunderschöne Frauen! Olga machte ihr lächelnd die Sache klarer man als Komparsin ja gar nicht zur Geltunc daß man aber doch gebraucht wurde. Da wurde Käthe zutraulicher. Wenn sie n was verdienen konnte! Dann war ja alles gu ■arbeiten. Irgend etwas. Sie würde auch g, ein Gasthaus zum Tellerabwaschen gehen. Meschule Beginn neuer Kurse am 22. Oktober 1934 1. '/Jährige gausDaltungsftOnle 2. VMiiger gofljtutfus 5539 D Setr.: R< Auf dii ausgehän tragten s toffeln zu Interesse! macht. Gießen Anmeldungen: Ali ceschule, Stein- strafre Itt, werktags von 11-13 Uhr. Voranzeige! Donnerstag und folgende Tage täglich 4, 6 und 8.30 Uhr: Sonder- Vorführungen M1 Des Ali Schriftlü die 5, 11 haben, b ZrauD Mit ck Schi Eige modej Deutschland« WeltmachteteUang erregt Neid und Mißgunst 0^* Serajewo HU Mobilmachung Der schnelle Aufmarsch unsererTruppen Deutsche Soldaten überall siegreich! Der eiserne Hindenburg Masuren — Tannenberg Die Deutlchen vor Poris! in tragischer Verkennung der Lage wird der — — Rückzug befehlen! Marneschlacht Der Wettlauf nach dem Meer! Die Kriegsfreiwilligen von Lonremarck! Die mörderischen Geschütze Gaskampf — flüssiges Feuer Flieger — Tanks — Minen Des Volkes Heldengang! Karten IHk. 0.60, 0.80, 1.—, 1.20 Kinder nachmittags halbe Preise Astoria Lichtspiele .... und zum Bauen 2326 A Äberimamn HappelS Co. Müh!str.18,Ruf3925 Allen Bekannten, Gästen und Kunden teile loümit, daß ich die seither von meinem Manne geführte n iit schäft und das Kolonial Warengeschäft in gleicherweise weiterführen werde. Ich bitte das meinem Manne geschenkte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, Sie in jeder Hinsicht bestens zufrieden zu stellen. Gießen, den 2. Okt. 1934. IMaLaidiWer Wilhelmstraße 49 „Znm Graf Zeppelin“ 047 7 Kunstdünger Düngekalk Mnnll i empfiehlt billigst HdtMsler Steinstr. 73 Tel. 3581 gegen Verschandelung; der Heimatnatur! .......................................................... Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschutzarbeit von Prof. Or. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpfleqe in Preußen und weiter der Fachstelle Naturschutz im Neichsdund Volkstum und Heimat Mit 24 Bildtafeln Preis: Gebunden Reichsmark 3.60 Naturschutz ist Dolkssoche geworden! Wegweisend gingen die führenden Männer des neuen Reiches voran, sicherten dem deutschen Wald und Wild wirksamen gesetzlichen Schutz und zeigten planvoller DolkStumSmbeit große, edle Ziele auf. - Dieses grundlegende Such über den Naturschutz aus der Feder des Leiters der deutschen Naturschutzbewegung geht jeden einzelnen Volksgenossen an. SS gilt, die natürliche Schönheit unserer Heimat in liebevoller Sorge und naturverbundener Gemeinschaftsarbeit zu erhalten für uns und für die, die nach uns fein werden. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde wirtschaftlichen .?.< Universal- Trockenbeize , oder nass mir der billigen. 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