Nr. 151 Erstes Blatt M Jahrgang Montag, 2.Zuli 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zenrsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-Such- und Steiudruckerei R. Lange in Gießen. 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Die Reichspressestelle der RSDAP. teilt folgende Verfügung des Führers mit: Ich habe mit dem heutigen Tage den Stabschef Röhm feiner Stellung enthoben und aus Partei und SA. ausgestoßen. Ich ernenne zum Chef des Stabes Obergruppenführer Luhe. SA.-Führer und SA.-Män- ner, die seinen Befehlen nicht nachkommen oder zuwiderhandeln, werden aus SA. und Partei entfernt bzw. verhaftet und abgeurteilt. (Gez.): Adolf Hitler, Oberster Partei- und SA.-Führer. Obergruppenführer Lutzes Ernennung zum Stabschef. Der Führer hat folgendes Schreiben an den Obergruppenführer der SA. Luhe gerichtet: Mein lieber SA.-Führer Luhe! Schwerste Verfehlungen meines bisherigen Stabschefs zwangen mich, ihn feiner Stellung zu entheben. Sie, mein lieber Obergruppenführer Luhe, find feit vielen Jahren in guten und schlechten Tagen ein immer gleich treuer und vorbildlicher $ 21. - Führer gewesen. Wenn ich Sie mit dem heutigen Tage zum Lhef des Stabes ernenne, dann geschieht das in der festen Ueberzeugung, daß es ihrer treuen und gehorsamen Arbeit gelingen wird, aus meiner SA. das Jnstrument zu schaffen, das die Ration braucht und ich mir vorstelle. Es ist mein Wunsch, daß die SA. zu einem treuen und starken Gliede der nationalsozialistischen Bewegung ausgestaltet wird. Erfüllt von Gehorsam und blinder Disziplin muß sie mithelfen, den neuen Menschen zu bilden und zu formen. (Gez.): Adolf Hitler. Schleicher bei -er Verhaftung erschossen. Berlin, 30. Juni. (DRB.) In den letzten Wochen wurde festgestellt, daß der frühere Reichswehrminister General a. D. v. Schleicher mit den staatsfeindlichen Kreisen der SA.-Führung und mit auswärtigen Mächten staatsgefährdende Verbindungen unterhalten hat. Damit war bewiesen, daß er sich in Worten und Wirken gegen diesen Staat und seine Führung betätigt hat. Diese Tatsache machte feine Verhaftung im Zusammenhang mit der gesamten Säuberungsaktion notwendig. Bei der Verhaftung durch Kriminalbeamte widersetzte sich General a. D. v. Schleicher mit der Waffe. Durch den dabei erfolgten Schußwechsel wurde er undseine dazwischen tretende Frau tödlich verletzt. Sieben SA.-Führer erschossen München, 30. Juni. (DRV.) Die Reichspresseftelle der RSDAP. gibt bekannt: 3m Zusammenhang mit dem aufgedeckten Komplott wurden nach- stehende SA.-Führer erschaffen: Obergruppenführer August Schneidhuber (München), Obergruppenführer Heines (Schlesien), Gruppenführer Karl Ernst (Berlin), Gruppenführer Wilhelm Schmidt (München), Gruppenführer Hayn (Sachsen), Gruppenführer Hans Peter v. heydebreck (Pommern), Standartenführer Hans Erwin G r a f S p r e t i (München). Ernst Höhm erschosten. Berlin, 1. Juli. (DRB.) Dem ehemaligen Stabschef Rühm ist Gelegenheit gegeben worden, die Konsequenzen aus feinem verräterischen handeln zu ziehen. Er tat das nicht und wurde daraufhin erschossen. Treue, Disziplin, Opfermut! Stabschef Lutze an die SA. Der Chef des Stabes Lutze hat folgenden Aufruf erlassen: SA.-Kameraden! Führer und Männer! Der Führer hat mid) an eine Seite als Chef de« Stabes gerufen. Das mir dadurch geschenkte Vertrauen muß und werde ich rechtfertigen durch unverbrüchliche Treue zum Führer und restlosen Einsatz für den Nationalsozialismus und dadurch f ü r unser Volk. Als ich vor etwa zwölf Fahren zum ersten Male Führer einer kleinen SA. war, habe ich drei Tugenden an die Spitze meines Handelns gestellt und sie von der SA. gefordert. Diese drei Tugenden haben die SA. großgemacht, und heute, wo ich in schicksalsschwerer Stunde meinem Führer an hervorragender Stelle dienen darf, sollen sie erst recht Richtschnur für die ganze SA. sein: Unbedingte Treue! Schärfste Disziplin! hingebender Opfermut! So wollen wir, die wir Nationalsozialisten sind, gemeinsam marschieren. Ich bin überzeugt, dann kann es nur ein Marsch zur Freiheit werden. Es lebe der Führer! Es lebe unser Volk! Der Chef des Stabes: (gez.) Lutze. An die SA. her Gruppe Hessen! Der Führer der Gruppe Hessen, Gruppenführer Bewerte, erläßt an die S 21. der Gruppe Hessen folgenden Aufruf: Der Führer hat den Stabschef feines Amtes enthoben. SA.-Führer und SA.-Männer! Ich kenne eure Disziplin und eure bedingungslose Hingabe an den Führer. Durch blinde Treue zum Führer habt ihr das Reich miterobert. Mit blinder Treue zu ihm werden wir es halten. Es lebe der Führer! (gez.) Adolf Heinz B e ck e r l e, Gruppenführer. Erlaß an die Wehrmacht. Die Reichswehr dankt dem Führer durch Hingebung und Treue. Berlin, 1. Juli. (DRV.) Der Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat folgen- ben Erlaß an die Wehrmacht gerichtet: An die Wehrmacht! Der Führer hat mit soldatischer Entschlossenheit und vorbildlichem Muk die Verräter und Meuterer selb st angegriffen und niedergeschmettert. Die Wehrmacht als der Waffenträger des gesamten Volkes, fern vom innerpolitischen Kampf, wird danken durch Hingebung und Treue. Das vom Führer geforderte gute Verhältnis zur neuen SA. wird die Wehrmacht mit Freude pflegen im Bewußtsein der gemeinsamen Ideale. Der Alarmzustand ist überall aufgehoben. gez. von Blomberg. Berlin huldigt dem Führer. Berlin, 1. Juli. (DNB.) In der Wilhelmstraße herrschte heute den ganzen Morgen starker Verkehr. Der Bürgersteig vor der Reichskanzlei war von Polizei und SS. lose abgesperrt, sonst sah man nur hier und ba einen Polizeibeamten und einen SS.-Mann. In den übrigen Straßen waren Sicherheitsmaßnahmen nicht ergriffen. Die Menschenmenge vor der Reichskanzlei wuchs mittags gegen 1 Uhr immer stärker an, zumal der Vorbeimarsch der Wache erwartet wurde. Gegen 1 Uhr erschien der Führer mit General L i tz - mann und Reichsinnenminister Dr. Frick im ersten Stockwerk der Reichskanzlei an einem Fenster. Er wurde sofort von der Menschenmenge mit jtürmijdjen und brausenden heil- rufen begrüßt, die immer wieder neu aufflammten und minutenlang andauerten. Dann klang aus der Menge feierlich und wie ein Schwur das horst Weffel-Lied und das Deutfchland-Lied auf. Der Führer grüßte die Wache der Reichswehr, die unter den Klängen des Badenweiler Marsches an der Reichskanzlei vorbeimarschierte, mit erhobenem Arm und zog sich dann wieder vom Fenster zurück. Der Reichsjugendführer an die HF. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, hat folgenden Aufruf erlassen: „HJ.-Führer! Ich beziehe mich auf die Worte, die ich auf der Gebietsführertagung in Potsdam über die soeben abgesetzte Führung der SA. sprach und fordere euch auf, s o w i e bisher treu dem revolutionären Ideal zu bleiben, das in Adolf Hitler feine heroischste Verkörperung gefunden hat. Setzt allen Saboteuren des Nationalsozialismus, auch wenn sie sich als SA.-Führer tarnen, hie geschloffene Front der einigen deutschen Jugend entgegen. Schulter an Schulter mit den Kameraden der Alten Garde in SA. und SS. steht die Jugend Adolf Hitlers zum nationalsozialistischen Volksstaat der Arbeiter, Bauern und Soldaten gegen Korruption, Entartung und Verrat für Reinheit und Treue." * Baldur von Schirach hat Stabschef Lutze folgendes Telegramm gesandt: „In herzlicher Freude über Ihre Ernennung beglückwünsche ich Sie und die SA. im Namen der deutschen Jugend zu der großen Säuberungsaktion, die endlich die Voraussetzungen einer wirklichen Z u - fammenarbeit zwischen SA. und HI. schafft." Dr. Goebbels berichtet im Rundfunk über die Durchführung der Aktion gegen die Rebellen. Berlin, 1. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Sonntag, 19 Uhr, über alle deutschen Sender eine Ansprache an das deutsche Volk. Sie hatte folgenden Wortlaut: Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Noch sehe ich den F ü h r er um die Mitternachtsstunde des Freitagabend auf der Terrasse des Rheinhotels Dreesen in Godesberg stehen. Unten auf dem freien Platz ist die große Kapelle des westdeutschen Arbeitsdienstes zum Zapfenstreich angetreten. Der Führer schaut ernst und nachdenklich in'den dunklen Nachthimmel hinein, der sich nach einem reinigenden Gewitter über die weite, in Harmonie verglimmende Landschaft gelegt hat, und nimmt, mit erhobener Hand grüßend, die Begeisterungsstürme des rheinischen Volkes entgegen. Noch weiß niemand von all den vielen Menschen da unten, was unmittelbar droht. Auch von denen, die oben auf dsr Terrasse stehen, sind nur einige wenige informiert worden. Der Führer hat wieder, wie so oft, in ernsten und schwierigen Situationen nach seinem alten Prinzip gehandelt, immer nur d a s zu sagen, was man sagen muß, dem, der es wissen muß und dann, wenn er es wissen muß. Bewundernswert ist er für uns in dieser Stunde. Kein Zucken in dem angespannten Gesicht verrät auch nur die leiseste innere Bewegung. Und trotzdem wissen wir paar Menschen, die wir jetzt, wie in allen schweren $tunden, bei ihm stehen, wie tief verwundet er in seiner Seele, aber auch wie fest er in seinem Entschluß ist, mit aller Erbarmungslosigkeit zu handeln und die reaktionären Rebellen, die, unter dem Stichwort einer zweiten Revolution an ihm und dec Bewegung die Treue brechen, das Land in unabsehbare Wirren stürzen wollen, zu Boden zu werfen. Während noch die letzten Töne des Horst-Wessel- Liedes erklingen und ganz fern über dem Rhein der Gesang des Saarliedes herüberdringt, kommen von Berlin und München ernste Nachrichten. Es ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren. Eine Beratung von zwei, drei Minuten, und dann steht der Entschluß des Führers fest, nicht mehr bis zum Morgen zu warten, sondern sofort mit dem Flugzeug nach München abzureisen, um das Nest der Verschwörer persönlich auszuheben. Eine halbe Stunde später steigt die schwere breimotorige 9.infersmafcf)im vom Flim platz Hangelar bei Byon in den nebelverhängten Nachthimmel hinein. (£s ist eben 2 Uhr. Der Führer sitzt schweigend auf dem vordersten Sitz der großen Kabine und starrt unbeweglich in die weite Dunkelheit hinein, hin und wieder nur wird das eintönige Surren der Propeller von kurzen Fragen, Informationen oder hingeworfenen Beratungen unterbrochen. Um 4 Uhr morgens sind wir in München. Der Tag ist schon angebrochen. Auf dem Flugplatz erhält der Führer eingehenden Bericht über die Situation, und wir begeben uns gleich ins bayerische Innenministerium. Teile der Münchener SA. sind am Abend, getäuscht durch falsche und lügnerische Parolen, auf die Straße gegangen. Ihre wort- und treubrüchigen Führer werden sofort sistiert. Adolf Hitler wirft ihnen in zwei Sähen maßloser Empörung und Verachtung ihre ganze Ohne Widerstand zu finden, können wir in das Haus einbringen und bie Verschwörergilde noch beim Schlaf überraschen und sofort dingfest machen. Der Führer selbst nimmt die Verhaftung mit einem Mut ohnegleichen persönlich vor. Es sei mir erspart, die widerlichen und fast Brechreiz verursachenden Szenen zu schildern, die sich dabei unseren Augen bieten. Ein einfacher SS.-Mann faßte unsere maßlos empörte Stimmung in die richtigen Worte zusammen: „Ich wünschte nur, daß jetzt die Wände niederfielen und das ganze deutsche Volk Zeuge dieses Vorganges sein könnte, um zu verstehen, wie gut der Führer daran tut, jetzt hart und ohne Gnade die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und sie ihr Verbrechen an der Nation mit dem Tode bezahlen zu lassen." Kurz nach der Verhaftung trifft eine Stabswache von Röhm aus München ein. Der Führer tritt ihr aufrecht und männlich entgegen und gibt ihr in einem Satz den Befehl, augenblicklich die Rückfahrt anzutreten. Der Befehl wird sofort mit einem heil auf ihn ausgeführt. Unsere Rückfahrt nach München geht unter dramatischen Umständen vor sich. Manchmal In Schmach in die vor Angst und Ratlosigkeit bleichen und entstellten Gesichter hinein. Dann reiht er ihnen persönlich die Ehrenzeichen eines SA.-Führers von der Uniform herunter. Ihr hartes, aber gerechtes Schicksal wird sie bereits am Rachmittag treffen. Nun ist feine Zeit mehr zu verlieren. Der Führer ist entschlossen, persönlich das Nest der Verschwörer in W i e s s e e aufzusuchen, um es radikal und erbarmungslos auszuräuchern. Außer seiner regulären SS.-Begleitung dürfen noch seine treuen Kameraden Brückner, Schaub und Schreck sowie der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Diet - r i ch mitfahren. In rasendem Tempo geht es auf Wiessee los. Kein Mensch ist noch zu sehen. Die Straßen der Dörfer liegen verwaist und leer. Es ist 6 Uhr. Gegen 7 Uhr langen wir in Wiessee an. Abständen von nur einigen Minuten begegnen uns die Wagen der zur Tagung nach Wiessee fahrenden SA.-Führer. Die alten und treuen Kampfgefährten unter ihnen, die von allem keine Ahnung haben, werden kur; orientiert, die im Komplott verwickelten schuldigen Hochverräter verhaftet der Führer persönlich und überwies sie seiner SS.-Wache. Die Meldungen aus dem Reiche, die in München vorliegen, sind durchaus befriedigend. Oie ganze Aktion ist reibungslos verlaufen. Unser Parteigenosse Göring hat in Berlin nicht gefackelt. Mit fester Hand hat er in das dortige Verschwörernest der Reaktionäre und Ewiggestrigen hineingegriffen und, getreu dem Befehl seines Führers, Maßnahmen getroffen, die zwar hart, aber notwendig waren, um das Reich vor unabsehbarem Unglück zu bewahren. Dann spricht der Führer vor den versammelten SA.-Führern und politischen Leitern. Seine Rede ist ein en ußes <'trafgcrid)t über die kleine Gilde der nunmehi dingtest gemach» ten Verbrecher die im Bunde mit der Reaktion die ... im Schlaf überrascht und dingfest gemacht. Gewalt an sich reißen wollten, und selbst nicht davor I zurückschreckten, ohne Rücksicht auf die Gesamtsüua-I iion und die schwere Verantwortung, die der Fuy' rer trägt, Beziehungen zu einer ausländischen Macht anzuknüpfen, um damtt ihre verruchten, ehrgeizigen Pläne schneller zum Reifen zu bringen. Sie haben die Ehre und das Ansehen unserer SA. durch ein Lotterleben ohnegleichen in Verruf und Mißkredll gebracht. Sie haben durch Protzentum und Schl em - m e r e i e n den Gesetzen der Bewegung auf Einfachheit und persönliche Sauberkeit offen Hohn ge- prochen. <5it waren im Begriff, d,e ganze Führung der Partei in den Verdacht einer schimpflichen und ekelerregenden sexuellen Abnormität zu bringen. Sie haben d i e P l ä n e d e s F ü h r e r s, die auf weite Sicht eingestellt sind, durch engstirnige und boswil- lige Kurzsichtigkeit, nur ihren persönlichen Machtge- lüsten zuliebe, zu durchkreuzen versucht. Auf dem ganzen Lande lag der Alpdruck eines Verhängnisses, von dem zwar niemand außer eint- qen Eingeweihten seine Ursprünge, aber jedermann sein fast unausweichliches Kommen empfand und fühlte. Man hatte geglaubt, die Nachsichtigkeit, die der Führer ihnen gegenüber walten ließ, mit Schwäche verwechseln zu dürfen. Darauf hatte diese hochverräterische Clique ihr Projekt aufgebaut. Der Führer hat dann lange und schweigend zugeschaut. Oft und oft hatten die verantwortlichen Männer, die er in fein engstes Vertrauen zog, in der Oeffentlichkeit gewarnt. Ihre Warnungen wurden in den Wind geschagen oder gar mit überheblichem und zynischem Lächeln abgetan. Do es nun in Güte nicht ging, muhte es mit Härte geschehen. Und so wie der Führer in der Güte groß ist, so kann er auch groh sein in der Härte. Das sollte nun an diesem Beispiel gezeigt werden. Und auch die kreise der Reaktion, die hier mit im Bunde waren, sollten wissen, daß nun der Spaß z u Ende ist und der Ernst beginnt. Der Führer und seine Getreuen können und werden es nicht zulassen, dah ihr Aufbauwerk, unter unsäglichen Opfern von der ganzen Ration begonnen, durch das Intrigenspiel gewissenloser politischer Dilettanten in Gefahr gebracht wirk. Zwei Monate lang haben wir Abend für Abend vor den Massen des Volkes gestanden und «ihnen die schwierige Lage, in der Deutschland sich befindet, klar gemacht. Wir haben mit einer Nachsichtigkeit ohnegleichen das uns von den reaktionären Cliquen angetane Unrecht beantwortet. Das Volk hat mit einer bewundernswerten Vernunft unsere Gedankengänge gebilligt und uns weiterhin fein Vertrauen ausgesprochen. Jeden Tag konnten wir zur Wahlurne rufen, ohne befürchten zu müssen, daß auch nur einer aus der großen Front vom 12. November 1933 dem Führer untreu würde. Diese kleine Clique von gewerbsmäßigen Saboteuren aber wollte keine Ruhe geben. Sie wollte unsere Nachsicht nicht verstehen und nun hat sie der Führer mit der Härte seiner Strenge zur Ordnung gerufen. Maßlos verbittert und empört über das gewissenlose Vorgehen der Verschwörergilde stehen die SA.- Führer und politischen Leiter vor dem Mann, der auch in dieser kritischen Situation bewiesen hat, daß er wirklich ?i n Mann i st und daß er, wenn es das Interesse der Nation erfordert, o h n e R ü ck - sichtnahme auf Rang und Würde derer, die das Gesetz seines handelns trifft, Entschlüsse fassen kann und sie auch wirklich durchführt. Sein ganzes Leben gilt dem deutschen Volk, das ihn deshalb liebt und verehrt, weil er groß und gütig ist, aber auch erbarmungslos sein kann, wenn es notwendig wird. Der Führer pflegt alles, was er tut, ganz zu machen. Auch in diesem Fall. Wenn schon, denn schon. Die ewigen Quertreiber aber mögen aus diesem Beispiel lernen, was es heißt, sich an der Sicherheit des deutschen Staates und an der Unantastbarkeit des nationalsozialistischen Regimes zu vergreifen. Wir sind weit davon entfernt, kleinliche Meckereien und Rörgeleien, die nun einmal in der Ratur vieler Menschen liegen, allzu tragisch zu nehmen. Wer sich aber bewußt und planmäßig gegen den Führer und feine Bewegung erhebt, der darf davon überzeugt fein, daß er ein leichtfertiges Spiel mit feinem kopj treibt. Am Samstagnachmittag schon ergibt sich, daß die Lage im ganzen Reich vollkommen ruhig und geklärt ist. Die Verschwörernester sind aus- gehoben, und nun gibt der Führer dem Volke in seinen Erlassen Aufklärung über die Gründe seines Vorgehens. Die 12 Punkte feiner Proklamation an den neuen Chef des Stabes der SA., unseren alten Kameraden Viktor Lutze, decken mit schonungsloser Härte die Fehler und Schwächen auf, die sich durch das verantwortungslose Treiben der Verschwörergilde im öffentlichen Leben eingeschlichen hatten, Jetzt wird reiner Tisch gemacht unb. die Eiterbeule, nachdem sie ausgereift war, aufgestochen. Die Sauberkeit und Anständigkeit der Partei und all ihrer Organisationen ist durch die Ausmerzung dieser fragwürdigen Elemente vor der Nation wiederhergestellt. Die Millionen Dassen unserer Parteigenossen, SS.- und SA.-Männer, begrüßen dieses reinigende Gewitter. Wie von einem Alpdruck befreit, atmet die ganze Ration wieder auf. Sie hat erneut gesehen, daß der Führer entschlossen ist, keine Gnade walten zu lassen, wenn das Prinzip des Anstandes, der Einfachheit und der öffentlichen Sauberkeit angetastet wird, und daß die Strafe um so härter ist, je höher der steht, den sie trifft. Wir, die wir das Glück hatten, in diesen entscheidenden Stunden bei ihm zu sein, haben ihn wieher einmal schrankenlos verehren und bewundern gelernt in seiner Tapferkeit, in dem Tempo und der Durchschlagskraft seiner Entschlüsse, in seinem persönlichen Schneid, in dem Willen, sich selbst einzusetzen für seine Sache und nicht in der Etappe ^u bleiben, wenn es gilt, diesen Einsatz zu wagen. Und die Nation hat instinktiv das Gefühl, was wir erlebt haben. Aus den tausenden und aber tausenden von Glückwünschen und Treuekundgebungen kann der Führer ersehen, daß er wieder einmal dem Herzen des Volkes entsprechend gehandelt hat. Roch einmal sei es allen gesagt: Jede Hand, die sich uns entgegenstreckt, soll unsere Freund- schaftshand empfangen. Jede geballte Faust, die gegen den Führer und sein Regime erhoben wird, soll aufgebrochen werden, wenn nötig, mit Gewalt. Dir wünschen die Mitarbeit des ganzen Volkes, von Arm und Reich, von hoch and Riedrig: wer aber den Führer und die Ration in der Arbeit für Deutschlands Zukunft zu stören versucht, der wird zu Boden geschlagen. Und Pestbeulen, Korruptionsherde, Krankheitssymptome moralischer Verwilderung, die sich im öfentlichen Leben zeigen, werden ausgebrannt, und zwar bis aufs Fleisch. Die Verschwörer hausierten in ihren Konventikeln mit der Meinung, es müsse eine zweite Revolution gemacht werden. Nun, diese zweite Revolution ist gekommen, aber anders, als s i e sich das gedacht hatten. Sie hatten sich die uns eindliche Auslandspresse zu Hilfe gerufen. Sie faselten schon seit Wochen von Krisen des ^Systems. Sie mag nun wissen, wo Stärke und Autorität in Deutschland zu finden ist. Niemals stand irgendwo eine Regierung so fest wie die unsere, und niemals wurde sie von einem Manne von so großem persönlichen Mut geleitet, wie diese. Oft haben wir gesagt, wir sähen die Wühlmäuse zwar, aber wir wollten sie erst einmal aus ihren Löchern und Schlupfwinkeln herauskommen lassen. Sie haben uns mißverstanden und sind herausgekommen. Und nun traf sie ihr verdientes Schicksal. Das Volk aber kann sich nur zu den Ereignissen des 30. Juni beglückwünschen. Die breite Masse unserer SA.-Kameraden, die mit dem verwerflichen Treiben der Verschwörerclique gar nichts zu tun hatte, darf davon überzeugt fein, daß jetzt an ihrer Spitze wieder eine Führung der Sauberkeit und des Anstandes steht. Der SS. und ihrer Führung gebührt höchste» Lob und der Dank der Ration für ihre vorbildliche Treue und Disziplin, die sie, wie so oft schon in schwierigen Situationen, auch hier wieder bewiesen haben. Dem eigenen Volk aber und der ganzen Delt sei es hiermit gesagt: In ganz Deutschland herrscht Ruhe und Ordnung. Die öffentliche Sicherheit ist wiederhergestellt. Riemals war der Führer so Herr der Situation wie in dieser Stunde. Spekulationen auf innere Auseinandersetzungen in Deutschland sind fehl am Orte. Die Ration geht wieder an ihre Arbeit. Der Führer hat gehandelt. Die Früchte seines handelns wer- dem ganzen Volke zugute kommen. Gebe ein gütiges Schicksal uns die Gnade, daß wir mit Adolf Hitler unfer großes Werk zu Ende führen können. Er und feine Getreuen versprechen dem Volke, dah sie sich nicht schonen wollen und zu arbeiten und zu kämpfen ent- fchlossen sind für Deutschlands Leben und Gröhe. Das Reich steht und über uns der Führer." Die EinheitvonWrer und Volk erneut beteiligt. Oer Völkische Beobachter zu den Ereignissen der letzten Tage. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Der „VB." nimmt in einem „V o rw ä r t s" überschriebenen Artikel zu den Ereignissen wie folgt Stellung. Wer in diesen Tagen offenen Äugens die Rückwirkungen der großen Säuberungsaktion des Führers beobachtet, der muß eine einzigartige Einheit zwischen Führung und Volk eststellen, wie sie vor dem 30. Januar 1933 ein- ach undenkbar gewesen wäre. Die Durchdringung unseres Volkes mit nationalsozialistischem Gedankengut und die Früchte einer rastlosen Erziehungsarbeit durch Adolf Hitler und seine Bewegung kommen kaum klarer in Erscheinung als in dem heutigen Zusammenklang überlegener Staatsführung und einmütiger (9 e» f olgschaftstreue. Der durch ihn immer wiederholte Appell an die männlichen Tugenden ist, das ühlt heute der letzte deutsche Volksgenosse, nicht umsonst gewesen. So erklärt sich die einhellige Genugtuung über die schnelle und erfolgreiche Niederwerfung eines Aufstandsversuches gegen den neuen Staat. So erklärt sich vor allem aber der lebendige Widerhall derFührerbe- r u s u n g auf die Grundsätze der Ehre, Sauberkeit und Zucht, deren Mißachtung dem gesunden deutschen Empfinden unserer Zeit vielleicht noch schwerer wiegt, als der verbrecherische Anschlag auf den Staat selbst. Die Bekanntmachungen und Befehle des Führers, die Erklärungen feines Mitkämpfers G ö - ring, dem Deutschland neben dem Führer in erster Linie die Niederwerfung des Komplottes verdankt, und die mitreißende Rede des Propagandaministers ließen keinen Zweifel, wie die Dinge stehen. Wer als einzelner, wie als Staat ungebrochenem Mut und Schonungslosigkeit gegen sich selbst und gegen andere in dem Maße aufbringt, wie es die Reichsregierung Hitlers tut, an dessen Nerven und Kräften müssen alle Angriffsversuche ab- prallen. Nur Torheit oder mangelnde Kenntnis der Menschen und ihrer Geschichte konnte sich in dem Glauben wiegen, der Aufbau des neuen Staates und der neuen deutschen Volksgemeinschaft werde ohne Erschütterung vor sich gehen. Solange das junge Deutschland, verkörpert in der Kämpfernatur eines Adolf Hitler, diese Erschütterung so besteht, wie es in diesen Tagen geschah, kann nichts unseren Glauben an das neue Reich und das ewige Deutschland ins Wanken bringen. „politische Leitung und SA. wieder ein Herz und eine Seele." Staatsrat Or. Ley spricht in Köln. Köln, 1. Juli. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, hatte am Sonntagvormittag auf dem Messegelände einen Appell der politischen Leiter des Gaues Köln-Aachen abgenommen. In einer Ansprache kam er besonders auf die Ereignisse des gestrigen Tages zurück. Das, was der Führer gestern vollbracht habe, sei so gewaltig und groß, dah es dafür kein Beispiel in Der Geschichte gebe. Wieder habe man gesehen, wie der Führer sich vollkommen aufgebe, um allein seinem Führertum zu leben. Diese Hingabe an eine Idee, an die Idee unter Aufopferung feiner selbst, verpflichtet alle zu dem Gelöbnis, Fehler, die aus unseren menschlichen Schwächen kommen und noch anhängen sollen, abßulegen und uns ganz in den Dienst der großen Sache zu stellen. Eine der größten Handlungen und Taten des Führers sei es gewesen, daß er den Typ des politischen Leiters, des politischen Führertums und politischen Soldatentums geschaffen habe. Durch das energische Eingreifen des Führers sei auch jetzt wieder hoffentlich die Zeit da, wo SA. und politische Leitung wieder ein Herz und eine Seele seien, wie es im Anfang war. Die politischen Leiter hätten in erster Linie die Aufgabe, die Menschen zu führen. Grundbedingung in allem sei die einige Geschlossenheit. Jeder müsse bleiben wie er war, einfach, aerobe, aufrecht, treu und mutig. Aböls Hitlers Tat von gestern habe bem Volte, der Partei und Deutschland jenen gewaltigen revolutionären Impuls wiedergegeben, der notwendig sei und immer wieder notwendig sein werde, um Deutschland zu der Größe emporzusühren, wie es nun einmal das Schicksal fordere. Begeistert stimmten die tausende politischen Leiter in das dreifache Sieg-Heil ein, das Dr. Ley auf den Führer ausbrachte. An den Führer sandte Dr. Ley folgendes Telegramm: „An den Führer, Reichskanzlei, Berlin. In Fortsetzung meiner Besichtigungsredse durch die Gaue werde ich von der Bevölkerung und insonderheit vom deutschen Arbeitet, gedrängt, Ihnen, mein Führer, den unerschütterlichen Glauben an Sie und die Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Die Treue der politischen Führer Ihnen gegenüber nochmals zu beteuern, erachte ich für überflüssig, da wir uns nicht allein durch den Ihnen gegebenen Eid, sondern auch durch den jahrzehntelangen Kampf unlöslich mit Ihnen verbunden fühlen. gez.: Dr. Rodert Ley, Stabsleiter der PO." Die Aufgaben für den neuen Stabschef. Oer Befehl des Obersten SA -Führers. Adolf Hitler hat an den Ches des Stades, Lutze, folgenden Befehl gegeben: Wenn ich Sie heute zum Chef des Stades der SA. ernenne, bann erwarte ich, daß Sie sich hier eine Reihe von Aufgaben angelegen fein lassen, die ich Ihnen hiermit stelle: 1. Ich verlange vom SA.-Führer genau so wie er vom SA.-Mann blinden Gehorsam und unbedingte Disziplin. 2. Ich verlange, daß jeder SA.-Führer wie jeder politische Führer sich dessen bewußt ist, daß sein Benehmen und seine Aufführung vorbildlich zu sein hat für seinen Verband, ja für unsere gesamte Gefolgschaft. 3. Ich verlange, daß SA.-Führer — genau so wie politische Führer — die sich in ihrem B e - nehmen (n der Oeffentlichkeit etwas zuschulden kommen lassen, unnachsichtlich aus der Partei und der SA entfernt werden. 4. Ich verlange insbesondere vom SA.-Führer, daß er ein Vorbild in der Einfachheit und nicht im Aufwand ist. Ich wünsche nicht, daß der SA.-Führer kostbare Diners gibt ober an solchen teilnimmt. Man hat uns früher hierzu nicht ein- gelaben, wir haben auch jetzt dort nichts zu suchen. Millionen unserer Volksgenossen fehlt auch heute noch das Notwendigste zum Leben, sie sind nicht neidisch bem, den bas Glück mehr gesegnet hat, aber es ist eines Nationalsozialisten unwürdig, den Abstand, der zwischen Not und Glück ungeheuer groß ist, noch besonders zu vergrößern. Ich verbiete insbesondere, daß Mittel der Partei, der SA. ober überhaupt der Oeffentlichkeit für Festgelage unb dergleichen Verwendung finben. Es ist unverantwortlich, von Geldern, die zum Teil sich aus den Groschen unserer ärmsten Mitbürger ergeben, Schlemmereien abzuhalten. Das luxuriöfe Stabsquartier in Berlin, in bem, wie nunmehr festgestellt wurde, monatlich bis zu 30 000 Mark für Festessen usw. ausgegeben wurden, ist sofort aufzulösen. Ick untersage daher für alle Parteiinstanzen die Veranstaltung sogenannter Fe st essen und Diners aus irgendwelchen öffentlichen Mitteln. Und ich verbiete allen Partei- und SA.-Führern die Teilnahme an solchen. Ausgenommen davon ist nur die Erfüllung der von Staats wegen notwendigen Verpflichtungen, für die in erster Linie der Herr Reickspräsident und dann noch der Herr Reichsauhenminister verantwortlich sind. Ich verbiete allen SA.-Führern und allen Parteiführern im allgemeinen, sogenannte diplomatische Diners zu geben. Der SA.-Führer hat keine Repräsentation zu üben, sondern seine Pflicht zu erfüllen. 5. Ich wünsche nicht, das SA.-Führer in k o st - baren Limousinen ober Kabriolets Dienstreisen unternehmen oder Dienstgelber für bie Anschaffung berfelben verwenben. Dasselbe gilt für die Leiter der politischen Organisationen. 6. SA.-Führer oder politische Leiter, die sich vor aller Oeffentlichkeit betrinken, sind unwürdig, Führer zu sein. Das Verbot nörgelnder Kritik verpflichtet zu vorbildlicher, eigener Haltung. Fehler können jederzeit verziehen werden, scylechte Aufführung nicht. SA.-Führer, die sich daher vor den Augen der Oeffentlichkeit unwürdig benehmen, randalieren ober gar Exzesse veranstalten, sind ohne Rücksicht sofort aus der SA. $u entfernen. Ich mache die vorgesetzten Dienststellen verantwortlich dafür, daß durchgegriffen wird. Von den staatlichen Stellen erwarte ich, daß ste in solchen Fällen das Strafmaß Höher bemessen als bei Nicht- Nationalsozialisten. Der nationalsozialistische Führer und insbesondere der SA.-Führer soll im Volke eine gehobene Stellung haben. Er hat dadurch auch erhöhte Pflichten. 7. Ich erwarte von allen SA.-Führern, daß sie mithelfen, die SA. als reinliche und saubere I n st i t u t i o n zu erhalten, unb zu festigen. Ich möchte insbesonbere, baß jebe Mutter ihren Sohn in SA., Partei unb HI. g e- den kann, ohne Furcht, er könnte bort sittlich ober moralisch oerborben werben. Ich wünsche baher, baß alle SA.-Führer peinlichst barüber wachen, baß Verfehlungen nach § 175 mit bem sofortigen Ausschluß bes Schuldigen aus SA. und Partei beantwortet werden. Ich will Männer als SA.- Führer sehen und keine lächerlichen Affen. 8. Ick verlange von allen SA.-Führern, daß sie meine Loyalität mit ihrer eigenen beantworten unb burch ihre eigene unterstützen. Ich verlange von ihnen aber besonbers, baß sie ihre Stärke auf bem Gebiet suchen, bas ihnen gegeben ist, unb nicht auf Gebieten, bie anberen zukommen. Ich verlange vor allem von jebem SA.-Führer, baß i n bebingungsloser Offenheit, Loyalität unb Treue sein Benehmen gegenüber ber Wehrmacht bes Reiches einrichtet. 9. Ich verlange vom SA.-Führer, daß er an Mut unb Opfersinn von seinen Untergebenen nicht mehr forbert, als er selb st jeberzeit einzusetzen bereit ist. Ich verlange baher, baß er in seinem Benehmen unb in ber Behanblung bes ihm von mir anvertrauten beutschen Volksgutes sich als ein wirklicher Führer, Freunb unb Warner a b erweist. Ich erwarte von ihm, baß er auch in seinem Verbanb bie Tugenben höher einschätzt als bie Zahl. 10. Unb ich erwarte von Ihnen als Chef des Stabes, baß ber alte treue Parteigen osse, ber langjährige Kämpfer in ber SA. nicht vergessen wirb. I' ch w ü nsche nicht bie Aufblähung mit tausenb unnötigen, aber kostspießigen Stäben, unb ich will, baß man bei Be- förberungen nicht so sehr vom abstrakten Wissen ausgeht als von ber angeborenen Fähigkeit, Führer zu sein unb ber langjährig erprobten Treue und Opferwilligkeit. Ich habe in meiner SA. einen ungeheuren Stamm treuester und bravster Gefolgsmänner. Diese haben Deutschland erobert unb nicht bie gescheiten Spätlinge bes Jahres 1933 unb seitbem. 11. Ich will, baß ber SA.-Mann geistig unb körperlich zum geschultesten Nationalsozialisten erzogen wirb. Nur in ber weltanschaulichen Verankerung in ber Partei liegt die einzigartige Stärke dieser Organisation. 12. Ich will, daß in ihr der Gehorsam die Treue und bie Kameradschaft als Durchgehende Prinzipien herrschen. Und so wie jeder Führer von seinen Männern Gehorsam fordert, so fordere ich von den SA.-Führern Achtung vor dem Gesetz und Gehorsam meinen Befehlen. gez. Adolf Hitler. Oer neue Stabschef. Viktor Lutze wurde am 28. September 1890 in Bevergen im Bezirk Münster aeboren. Er besuchte die Rektoratsschule in Jbbenvühren, anschließend das Gymnasium in Rheine und wurde bann Postpraktikant. 1912 wirb er Solbat beim Infanterie-Regiment 55 in Höxter. Zu Beginn bes Krieges kommt Lutze ins Feld. Von Anfang bis Ende ist er an der Front. Mit bem Referve-Jnfan» terie-Regiment 15 kehrt er in bie Heimat zurück, bleibt zunächst noch bei ber Truppe, bis er Mitte August 1919 wegen Verlustes eines Auges aus bem Heer ausscheiben muß. 1922 schließt er sich ber nationalsozialistischen Bewegung an, wird ein Jahr später SA.-Führer unb beteiligt sich am Ruhrabwehrkampf. Später wirb er Gausturmführer bes Gaues Ruhr. Die Neuorganisation ber Verbänbe, ihre Einteilung, ihre Dienstgrababzeichen stammen von Lutze, ber sie bei seinen Formationen zum ersten Male einführte. 1927 wirb er SA.-Führer für das Ruhrgebiet. 1930 Führer ber niebersächsischen SA. Bei ber Neueinteilung ber SA. wirb er Gruppenführer Norb unb 1932 Obergruppenführer unb Führer ber Obergruppe 6 ber SA. in Hannover. Im Februar 1933 wirb Lutze Polizeipräsident in Hannover. Wenige Wochen später Oberpräsident der Provinz Hannover. Bei Bildung des Preußischen Staatsrates beruft ihn Ministerpräsident Göring auch in diese Körperschaft. Glückwunsch Blombergs an Lutze. Berlin, 1. Juli. (DNB.) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat an den Chef des Stabes der SA. Lutze folgenden Glückwunsch gerichtet: „Zu Ihrer Ernennung zum Stabschef, den großen Beweis des Vertrauens des Führers, sage ich Ihnen meinen herzlich sten Glückwunsch. v. Blomberg." polizeigeneral Oaluege mit der Neuorganisation von SA.« Gruppen beauftragt. Berlin, 1. Juli (DRV.) Ministerpräsident Göring Hal folgende Verfügung erlassen: $$.- Gruppenführer General der Landespolizel Daluege ist bevollmächligl, für die Neuorganisation der $21.- Gruppen Berlin-Brandenburg, Pommern, Ostmark, Schlesien, Milte die entsprechenden Maßnahmen im Einvernehmen mit den zuständigen Dienststellen der Partei und SS. zu treffen. * Die angeordnete Säuberungsaktion in Schlesien ist in vollkommener Ruhs und Ordnung durchgeführt worden, was um so leichter war, als alle Gliederungen der Partei geschlossen hinter dem Führer stehen. Auch die Nacht auf Sonntag ist in ganz Schlesien sehr ruhig verlaufen. Von der schlesischen SA. sind zahllose Ergebenheitstelegramme und Treuekundgebungen an den Führer abgesandt worden. Der Gauleiter hat dem Führer noch im Laufe der Nacht telegraphisch die reibungslose Durchführung der Aktion in Schlesien gemeldet. Arbeitsdienst und Bauerntum in Treue hinter dem Führer. Berlin, 1. Juli (DNB.) Am Samstagnachmittag sandte der Reichsarbeitsführer Hier! sowie der Gauleiter Sprenger folgendes Telegramm an den Führer: „Die bei Bingen versammelten Soldaten der Arbeit aus dem Gau Rheinland und -essen gedenken in Verehrung und unwandelbarer Treue des Führers Hierl, Reichsarbeitsführer. Sprenger, Gauleiter. Der Führer empfing am Sonntagvormittag den Reichsleiter des a g r a r p o l i t i s ch e n Apparates der NSDAP, und Reichsbauernführer Walter Darrs mit seinen Unterführern im Reichsnährstand. Immer steht das deutsche Bauerntum zum geschlossenen Einsatz bereit hinter seinem Führer Adolf Hitler, betonte Walter Darrs. Dr.-Jng. puppe Rohstoffkommissar. Berlin, 30. Juni (DNB.) Der Reichswirtschaftsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichskanzler Dr.-Jng. Puppe (Düsseldorf) zum Rohstoffkommissar im Reichswirtschaftsministerium ernannt. Die Devisenlage zwingt zu sparsamster Verwendung ausländischer Rohstoffe und auch dazu, allen Möglichkeiten, heimische Rohstoffe zu gewinnen und zu verwenden, mit verstärktem Nachdruck nachzugehen. Beide Zielsetzungen müssen unter dem einheitlichen Gesichtspunkt stehen, die Güte der deutschen Jndustrieprodukte und damit auch ihre Absetzbarkeit im Auslande nicht nur zu sichern, sondern möglichst zu steigern. Bei der Lösung der sich hieraus ergebenden Aufgaben soll der Rohstoffkommissar den Reichswirtschaftsminister tatkräftig unterstützen. Es ist gelungen, für diese verantwortungsvolle und bedeutsame Tätigkeit einen hervorragenden Sachkenner zu gewinnen, dessen wissenschaftliche Erfolge und praktische Erfahrungen ihn besonders geeignet erscheinen lassen. Dr.-Jng. Puppe ist Kriegsteilnehmer: er gehört der SA. und der NSDAP, an. Er ist Ehrendoktor der Technischen Hochschulen Brünn und Breslau sowie Ehrensenator der Technischen Hochschule Charlottenburg. Die Durchführung des Konkordats. Berlin, 30. Juni (DNB.) Zwischen der Reichsregierung und den Vertretern der NSDAP, einerseits und den Vertretern des deutschen Episkopates andererseits haben Verhandlungen über die Ausführung des Artikels 31 des Reichskonkordats stattgefunden. Die Verhandlungen haben, getragen von dem festen Willen, vorhandene Unstimmigkeiten zu beseitigen und im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft zu arbeiten, befriedigende Ergebnisse gezeitigt. Die Vertreter des Episkopates wurden vom Reichskanzler in persönlicher Audienz empfangen. Auch diese Unterredung war gekennzeichnet durch ein aufrichtiges Streben nach einträchtiger Zusammenarbeit von Staat und Kirche. Voraussichtlich werden Bestimmungen über das Verbandsleben in der nächsten Zeit auf der hier gefundenen Grundlage erlassen werden, die eine Befriedigung auf diesem Gebiete erwarten lassen. Der Siapellauf des Panzerschiffes „Graf Gpee". Wilhelmshaven, 30. Juni. (DNB.) Wilhelmshaven stand im Zeichen des Stapellaufs des Panzerschiffes „C". Aus allen Teilen des Reiches strömten Besucher nach Wilhelmshaven, um den Feierlichkeiten des Stapellaufes beizuwohnen. Aus Berlin und vielen anderen Orten trafen Sonder- Aüge der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" m der Marinestadt ein. Das neue Panzerschiff ist d a s d r i t t e der neuen deutschen Klasse. Das Panzerschiff „Deutschland" wurde am 1. April 1933 in Dienst gestellt, das Panzerschiff „Admiral Scheer" geht zur Zeit auf der Marinewerft seiner Vollendung entgegen und wird demnächst Flagge und Wimpel hissen. Die Abmessungen des Panzerschiffes „C" decken sich mit denen der Schwesterschifse. Die Länge in der Wasserlinie beträgt etwas über 180 Meter, die Breite 21 Meter. Die Antriebsmaschinen sind acht Dieselmotoren von der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg, die dem Schiff einen großen Aktionsradius erhalten. Bei einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen in der Stunde können 10 000 Seemeilen und bei einer Geschwindigkeit von 14,5 etwa 16 000 Seemeilen ohne Brennstoffergänzung gefahren werden. Das entspricht einer Strecke von Hamburg durch den Suezkanal nach Yokohama und weiter nach San Franzisko oder von Hamburg nach Cap Horn und zurück. Das Panzerschiff „C" erhält wie seine Schwesterschiffe eine Artillerieausrüstung von sechs 28-Zentimeter-Geschützen in zwei Drillingstürmen, ferner acht 15-Zentimeter-Geschütze, je vier auf jeder Seite und schließlich noch eine Anzahl leichterer Geschütze. Den Taufakt nahm die Tochter des Grafen Spee vor, des berühmten Siegers von Coronel und bei den Falkland-Jnfeln. Präsidentschaftswahlen in Mexiko. Mexiko, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Präsidentschaftswahlen sind am Sonntag in ganz Mexiko unter stärkster Beteiligung ruhig verlaufen mit Ausnahme von Vera Cruz, wo im Verlause von tätlichen Auseinandersetzungen ein Wahlvorsteher ermordet wurde. Die Wahl brachte für den Kandidaten der Regierungspartei General Lazaro Cardenas einen überwältigenden Sieg. Kurz vor 24 Uhr lan folgendes vorläufige Ergebnis vor: Cardenas 1 093 854, Villa Real 17 161, Tejeda (Linkssozialist) 9477 Laborde (Kommunist) 6406 Stimmen. Interessiertes Echo im Ausland. Aufrichtiges Interesse in der italienischen Oeffentlichkeit. Rom, 1. Juli. (DNB.) Die Ereignisse in Deutschland haben nicht nur in der italienischen Presse stärkste Beachtung gefunden, sondern sind vor allem auch in weiten Volkskreisen mit ungeheurer Anteilnahme ausgenommen worden. Die Abendblätter veranstalteten am Samstag noch spät in der Nacht Sonderausgaben, die im Straßenverkauf reißenden Absatz fanden, ebenso wie die Sonntagsmorgenblätter. Das Interesse der italienischen Oeffentlichkeit ist keineswegs auf Sensation einaestellt. Man verfolgt mit ernstem und aufrichtigem Interesse die Vorgänae in Deutschland. Des- halb wurde auch die nach den ersten alarmierenden Berichten aus London und Paris eingetroffene Nachricht, daß in Deutschland vollstän- d i g e Ruhe herrsche, mit Befriedigung ausgenommen. Die Zeitunaen bringen noch keine eigenen Kommentare zu oen Ereignissen in Deutschland. Sie beschränken sich auf eine ausführliche sachliche B e» richterstattung ihrer Berliner Vertreter. Der Berichterstatter des „P o p o l o d'J t a l i a" schreibt: Das nationalsozialistische Regime hat einen Aufstand im Keime erstickt, der leicht in Revolution ausarten und unberechenbare Folgen hätte haben können. In Deutschland herrscht vollständige Ruhe und auch Berlin zeigt nicht die geringste Beunruhi- aung. — Der „Sortiere della Sera" hebt hervor, daß die Regierung Hitler die Lage beherrsche. Hitler, der zu den Unterführern immer wohlwollend und tolerant gewesen sei, habe im Falle Röhm eine sehr arohe Enttäuschuna erlebt. — Auch die katholische Zeituna „Italia' betont, daß die Regierung Herr der Lage sei. Der Berliner Korrespondent der „S t a m p a" schreibt, die NSDAP, habe zweifellos in letzter Zeit eine Krise durchgemacht. Von dem jetzt unterdrückten Aufstandsoersuch bleibe die Treue der großen Mehrheit unberührt. Der Berliner Gewährsmann des Blattes erwähnt auch die vollkommene Ruhe im Lande und betont, daß d i e Macht fest in den Händen der Regierung sei. — Die Turiner „Gazetta del Po- p o l o" veröffentlicht den ersten Bericht unter der Schlagzeile „Sofortige Unterdrückung eines düstern Komplottes gegen das Regime in Deutschland" und hebt die Tatkraft hervor, mit der das geschehen ist. Befriedigung in Ungarn. Budapest, 1. Juli. (DNB.) Die Budapester Presse behandelt die deutschen Ereignisse in breitester Ausführlichkeit. In den Blättern kommt große Befriedigung darüber zum Ausdruck, daß es dem Führer gelungen ist, mit kraftvoller Hand und einem einzigen Fausthieb die Widersacher unschädlich zu machen. Das Regierungsblatt „Függetlenfeg" schreibt u. a., nichts könne die Kraft der nationalsozialistischen Revolution und die unbeschränkte Macht Adolf Hitlers besser belegen als die Tatsache, daß Hitler es vermocht habe, innerhalb von Minuten die Aufwiegler unschädlich z u m a ch e n. Die Kraft, mit der Adolf Hitler diesen Aufruhr beseitigt habe, stehe gleich seiner Revolution in der Geschichte einzig da. So aufzutreten könne sich nur ein Mann erlauben, der im vollen Bewußtsein handele, die absolute Mehrheit der Nation st raff hinter sich zu "haben. Adolf Hitlers Revolution habe diese Feuerprobe nur bestanden, weil die deutsche Nation in Reichskanzler Hitler tatsächlich ihren Führer sehe. Hitlers Position sei heute stärker als je. Polen. Warschau, 1. Juli. (DNB.) Die sofortige Aburteilung der upgetreuen SA.-Führer wird hier als Beweis dafür ausgelegt, daß die Keime der moralischen Zersetzung restlos zerstört sind. Die Reini- London, 2. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die führenden englischen Blätter am Montag morgen bemühen sich, die letzten Ereignisse in Deutschland sachlich zu beurteilen. „Times , „Daily Telegraph" und „Daily Mail" sprechen ihre Anerkennung für das Vorgehen des Reichskanzlers gegen aufwieglerische und unsaubere Elemente in der NSDAP, aus. In einem Leitartikel der „T i - m e s" heißt es, die nationalsozialistische Bewegung sei tatsächlich gereinigt worden. Der 30. Juni werde ein Wegstein in der stürmischen Geschichte des Nationalsozialismus sein. Der Berliner Berichterstatter des Blattes meldet: „Hiftorich gesehen ist die hervorragende Tatsache die, daß die Reinigung wirkungsvoll eröffnet worden ist. Die Stärke der nationalsozialistischen Regierung ist neu bekräftigt worden, den Verschwörern und Reaktionären wurde eine entmutigende Lektion erteilt." „Times" wie andere Zeitungen stellen fest, daß das Vorgehen Hitlers in ganz Deutsch- land mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen worden ist und daß Hitler dadurch eine große Anzahl neuer lOOprozentiger Anhänger gewonnen habe. „Hitlers Tat" ist eine Sondermeldung des „Daily Telegraf" überschrieben: Hitlers Aktion, so erklärte Die Zeitung, habe einen u n - geheuren Eindruck der Stärke hinterlassen und Hitler selbst habe die oberste Führung fester in der Hand als jemals zuvor. Wie man die Ereignisse auch beurteilen mag — der Kanzler zeigte den Mut eines geborenen Führers. — „Daily Mail" berichtet aus Berlin: „Adolf Hitler, der deutsche Kanzler, hat sein Land gerettet. Rasch und mit unerbittlicher Strenge hat er Deutschland von Männern befreit, die eine Gefahr für die Einigkeit des deutschen Volkes und für die Staatsordnung geworden waren. Jetzt herrscht große Freude in Deutschland. Ein frischer Wind weht durch das Land. Niemals in der Geschichte Europas hat ein Herrscher mit solch dramatischer Geschwindigkeit gehandelt. Hitlers Stellung ist jetzt viel stärker, als sie jemals seit seinem Machtantritt gewesen ist. — Das Volk ist allgemein erleichtert. — Unter der Ueberschrift „Die eiserne Hand in Deutschland" schreibt „Daily Mirror": „Hitlers drastisches Vorgehen hat ohne Zweifel sein Ansehen verstärkt, besonders in der Jugend Deutschlands." — Im Gegensatz hierzu gung, die kommen mußte, habe die Atmosphäre geklärt, deren Trübung auch das Ausland betrachtet hätte. Die offiziöse „G az e t a P o l s k a" spricht von dem „gescheiterten Versuch eines Staatsstreiches", den Röhm planmäßig vorbereitet hätte. In der Tatsache, daß die Reichswehr nicht eingesetzt zu werden brauchte, erblickt das Warschauer Regierungsorgan einen neuen Beweis dafür, daß der Kanzler die Situation vollständig in der Hand habe. Indem er den Nachdruck in seinem Befehl an die SA. auf die Notwendigkeit einer m o • ralischen Säuberung der SA. legte, habe er sich die Sympathie des ganzen Volkes gesichert. stehen die „Morning Post", „Daily Expreß", „News Chronicle" und der sozialistische „Daily Herald", die die Ereignisse in Deutschland in völlig entstellter gehässiger Form behandeln. Das Echo in Dänemark. Kopenhagen, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die letzten Ereignisse in Deutschland beherrschen die öffentliche Meinung in Dänemark so stark, daß alles andere in den Hintergrund tritt. Besonders das scharfe, rücksichtslose Durchgreifen des Führers und die rasche Durchführung der Säuberungsaktion hat hier großen Eindruck gemacht. Der Berliner Vertreter von „Dagens Nyheter" hebt besonders die starke Stellung Hitlers und daneben die von Göring, Goebbels und Frick hervor. Fest- gestellt wird ferner, daß Hitlers Haltung den Respekt vor ihm gesteigert habe. Der Berliner Korrespondent der demokratischen „Politiken" führt u. a. aus: Die Stimmung in Deutschland läßt sich in die Worte zusammenfassen: „Hitler hat wieder richtig und klug gehandelt und das Ansehen der Regierung gesteigert. Sein Vorgehen hat ihm einen persönlichen Erfolg von unermeßlichem Ausmaße gebracht." In der „B e r l i n s k e T i - dende" wird insbesondere auf die Sympathiekundgebungen für den Führer, sowie darauf hinge- wiefen, daß in Deutschland überall Ruhe herrsche. Frankreich. Paris, 1. Juli (DNB.) Die gestrigen Ereignisse in Deutschland haben in Frankreich einen tiefen Eindruck hinterlassen. In Regierungskreisen verhält man sich außerordentlich zurückhaltend, mit dem Hinweis darauf, daß es sich um innerp-o litis ch e Vorgänge handelt. Einige Blätter sehen in dem Vorgehen des Reichskanzlers einen Schlag gegen links, andere gegen links und rechts, das heißt, gegen jede Reaktion, von welcher Seite sie auch käme. „Petit Parisien" hebt hervor, daß Hitler unbestrittener Herr der Lage sei. Das nationalsozialistische Regime, das feit 17 Monaten an der Macht fei, habe feine erste große Krise durch die energische Säuberungsaktion überstanden. Es sei unbestreitbar, daß der Führer und Göring einer Gefahr vorgebeugt hätten, die ihnen drohte. Starker Eindruck in England. »Adolf Hitler hat sein Land gerettete Der Gau Hessen-Nassau geschloffen hinter dem Führer. Wie das Gau-presseamt miffeUf, ist im Gau hessen-Rafsau absolute Ruhe, so daß es dem Gauleiter nach Feststellung dieser Tatsache möglich war, an der planmäßig vorgesehenen Besichtigung der Arbeitsdienstlager durch den Reichsarbeitssührer teilzunehmen und am Abend den Appell der alten Garde in Frankfurt a. W., welcher mit der Verleihung der goldenen Lhren-Abzeichen verbunden war, durchzuführen. Es hat sich erwiesen, daß der Gau Hessen-Rassau getreu seiner Tradition geschlossen wie ein Wann getreu hinter dem Führer steht. An den Führer sandte der Gauleiter folgendes Telegramm: Gau Hessen-Rassau vollkommen ruhig. SA. rückt vom Verhalten auswärtiger Führer entrüstet ab. Gau Hessen-Rassau steht wie immer geschlossen wie ein Wann hinter Ihnen. Wir harren Ihrer Befehle und werden sie rücksichtslos durchführen. Gez.: Sprenger. Erneute Treuekundgebung in Braubach. Frankfurt a. M., 1. Juli. Nachdem Gauleiter Sprenger am heutigen Vormittag die Weihe der neuen PO.-Fahnen des Kreises Groß- Frankfurt vollzogen hatte, weihte er im Anschluß daran das neue Heim d e r Kreisleitung ein. Nach dem von der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßten Vorbeimarsch Der einzelnen Abordnungen der PO., der SS. und SA. des Kreises begab sich der Gauleiter mit seinem Adjutanten und dem Gaupressechef in das Haus d e s Gruppen st abes der SA., Gruppe Hessen. Hier sprach der Gauleiter zu den versammelten Brigadeführern der Gruppe und verließ dann, von der Stabswache herzlichst begrüßt, das Haus. Der Nachmittag fand den Gauleiter, nach einem Besuch der Kreisleitung Wiesbaden, in Braubach am Rhein. Hier sollte ursprünglich heute der Führer einem Konzert des Meister- sängers Schlusnus beiwohnen. Auf den Straßen hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die aus dem Bereiche des ganzen Kreises zusammengeftromt war. Trotzdem das notwendig gewordene Fernbleiben des Führers bekannt war, wankten und wichen die Massen nicht, sondern fanden sich beim Eintreffen des Gauleiters zu einer spontan ausgebrochenen Treuekundg»ebung zum Führer zusammen. Der Gauleiter verfehlte nicht zu betonen, daß jeder das durch die ein- getretenen Ereignisse notwendig gewordene Ausbleiben des Führers mit herzlichem Bedauern empfinde. Das ganze Volk solle sich aber einig fein in dem Bekenntnis: E i n Volk, ein Reich, ein Führer. Im Anschluß an diese Kundgebung am Ufer des Rheins begab sich der (Bau? Leiter auf d i e Marksburg zum Konzert des Künstlers Schlusnus. Ein Telegramm mit folgendem Wortlaut ging, aus der Stimmung auf der Marksburg geboren, nach Berlin: „Die zum Burgkonzert in Braubach versammelten Massen bedauern die Abwesenheit des Führers und geloben unverbrüchliche Treue, gez. Sprenger, Gauleiter, gez. Schlusnus, gez. Brunnträger, Kreisleiter." Von Braubach aus eilte der Gauleiter bann nach Frankfurt a. M. zurück, um an der Eröffnungsvorstellung der Römerberg-Freilichtspiele noch teilnehmen zu können. Die Aushebung der Verschworenen. Ueberraschendes Zupacken des Führers. — Röhms Verhaftung in Wiesfee. Ein Augenzeuge berichtet. München, 30. Juni, lieber die Aktion des Führers vom 30. Ium d. I. erhält die NSK. von einem Augenzeugen folgende Schilderung der Ereignisse: „Sobald dem Führer durch die Ereignisse und die Nachrichten der letzten Tage über das gegen ihn und die Bewegung geschmiedete Komplott Gewißheit geworden war, faßte er den Entschluß z u handeln und mit aller Schärfe durchzugreifen. Während er in Essen weilte und in den westdeutschen Gauen die Arbeitsdienst- lager besichtigte, um nach außen den Eindruck absoluter Ruhe zu erwecken und die Verräter nicht zu warnen, wurde der Plan, eine gründliche Säube- u.ng vorzunehmen, in allen Einzelheiten festgelegt. Der Führer persönlich leitete die Aktion und 30-gerte nicht einen Augenblick, selbst den Meuterern gegenüberzutreten und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Zum Ches des Stabes — an Stelle Röhms — wurde der Obergruppenführer Lutze ausersehen und zur Aktion hinzugezogen. Trotzdem der Führer einige läge lang fast ohne Nachtruhe gewesen war, befahl er heute um 2 Uhr in Godesberg den Start vom Flugplatz Hangelar bei Bonn nach München. Von unerhörter Entschlossenheit war die Haltung des Führers bei diesem nächtlichen Flug ins Ungewisse. Als der Führer mit seinen Begleitern gegen 4 Ahr auf dem Wünchener Flugplatz landete, erhielt er die Rachrichl, daß d i e Wünchener S A. während der Rächt von ihrer obersten Führung alarmiert worden war unter der gemeinen und lügenhaften Parole: „Der Führer ist gegen uns, die Reichswehr ist gegen uns, SA. — heraus auf die Straße!" Der bayrische Innenminister Wagner halte inzwischen aus eigenem Entschluß Obergruppenführer Schneidhuber und Gruppenführer Schmid den Befehl über die SA.-Formalionen entzogen und diese wieder nach hause geschickt. Während der Führer vom Flugplatz in das Innenministerium fuhr, waren nur noch die letzten Reste der schmählich getäuschten und wieder abziehenden SA.-Formalionen zu sehen. 3m bayerischen Innenministerium wurden Schneidhuber und Schmidt in Gegenwart des Führers verhaftet. Der Führer, der ihnen allein entgegentrat, riß ihnen selbst die Achselstücke von der SA.-Uniform. Wit wenigen Begleitern fuhr der Führer dann unverzüglich um Vi 11 Ahr nach Bad Wiesfee, wo sich Röhm aufhielt. In dem Landhaus, das Röhm bewohnte, verbrachte auch Heines die Rächt. Der Führer betrat mit feinen Begleitern das Haus. Röhm wurde in feinem Schlafzimmer vom Führer persönlich verhaftet. Röhm fügte sich wortlos und ohne Widerstand der Verhaftung. In dem unmittelbar gegenüberliegenden Zimmer von Heines bot sich den Eintretenden ein schamloses Bild. Die widerliche Szene, die sich dann bei der Verhaftung von Heines abspielte, ist nicht zu beschreiben. Sie wirft schlagartig ein Licht auf die Zustände in der Umgebung des bisherigen Stabschefs, deren Beseitigung dem entschlossenen, tapferen und unerschrockenen Handel",Hes Führers zu verdanken ist. Mit Rohm wurde auch der größte Teil seines Stabes verhaftet. Die Stabswacke Röhms, die zur Ablösung gegen 8 Uhr auf Last» wagen in Wiesfee eintraf, fügte sich augenblicklich widerspruchslos dem Wort des Führers und brachte spontan auf ihn ein dreifaches „Heil" aus. Rach dem Abtransport der Verhafteten fuhr der Führer die Straße Wiesfee—Wünchen zurück, um eine Reihe weiterer schwer betasteter SA.- Führer, die unterwegs zu der befohlenen SA.-Führerbesprechung waren, auf der Straße zu verhaften. Die Wagen wurden während der Fahrt angehalten und ihre Insassen, soweit sie als schuldig festgestellt wurden, von der Begleitung des Führers nach Wünchen übergeführt. Line Reihe anderer an der Weuterei beteiligter SA.-Führer wurde auf dem Hauptbahnhof in Wünchen aus den Zügen heraus in haft genommen. Rach Wünchen zurückgekehrt, begab sich der Führer zwecks kurzer Anterrichtung zum Reichsstatthalter Ritter von Lpp und dann in das Innenministerium, von wo aus die weitere Aktion abgewickelt wurde. Dann sprach der Führer zu den versammelten SA.- Führern im Braunen Haus. Die Vermutung wurde hier zur Gewißheit, daß nur ein ganz verschwindend kleiner $21.- Führerklüngel hinter diesen hochverräterischen Plänen stand. Die Masse der SA.-Führer und die gesamte SA. aber wie ein Mann wie ein geschlossener Block, in Treue zum Führer steht. Was der Führer in diesen Tagen für die SA. und die Bewegung leistete, können nur diejenigen ermessen, die in der kurzen Zeit unerhörter Nervenanspannung und unglaublicher körperlicher Anstrengungen an seiner Seite standen. Wieder ist der Führer durch sein persönliches Beispiel der Bewegung ein leuchtendes Vorbild von Tatkraft und Treue gewesen. Die Früchte dieser Säube- rungsaktion wird das geeinte deutsche Volk ernten. Sie Sicherstellung der Gelreideversorgung durch das neue Getreidegmndgesetz. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Die Reichsregierung hat soeben ein Gesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft beschlossen. Es tritt am 1. Juli 1934 in Kraft. Es handelt sich dabei nicht um ein Gesetz, das lediglich die geordnete Abwickelung des neuen Getreidewirtschaftsjahres sichern soll, sondern um ein Getreidegrundgesetz, das auf Jahre hinaus die Voraussetzungen schafft, um den Bauern den Absatz der Ernte zu gerechten Preisen und dem deutschen Volk die Versorgung mit Brot für die Dauer zu gewährleisten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird durch das Gesetz ermächtigt, vorzuschreiben, in welcher Weise und in welchem Umfang 1 .Erzeuger von inländischem Roggen und inländischem Weizen solches Getreide für Zwecke der menschlichen Ernährung zu feff- gesetzten Preisen abliefern dürfen oder müssen; 2 . Genossenschaften. Händler und sonstige Verteiler Roggen und Weizen für x Zwecke der menschlichen Ernährung erwerben oder weiter veräußern dürfen oder müssen; 1 Z.Mühlen und sonftige Verarbei- t e r Roggen und Weizen für Zwecke der ' menschlichen Ernährung erwerben oder , in verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand weiter veräußern dürfen oder müssen. Die Gesamtmenge an Brotgetreide, deren Ablieferung zur Deckung des Bedarfes für die menschliche Ernährung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes notwendig ist, wird getrennt für Roggen und Weizen. Dieser Feststellung entsprechend soll die Liefermenge über die Liefergebiete, die der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt, auf d i e E r - zeuger verteilt werden. Dabei sollen bei der Festsetzung der Liefermengen für die Liefergebiete und die Erzeuger die eigenen berechtigten Bedürfnisse der Erzeuger und die bisherigen Ablieferungen der Liefergebiete und der Erzeuger angemessen berücksichtigt werden. Der Minister wird u. a. ferner ermächtigt, dieselbe oder eine ähnliche Regelung auch für die übrigen Getreidearten, d. h. insbesondere auch für Futtergetreide zu treffen. Er kann ferner Vorschriften über die Ausmahlung von Getreide und die Herstellung von Backwaren erlassen. Von besonderer Bedeutung ist schließlich die Ermächtigung, vorzuschreiben, daß Getreide und Getreideerzeugnisse nur durch eine bestimmte Reichs- st e l l e in den Verkehr gebracht werden dürfen. Da die Durchführung dieses Gesetzes für das Gesamtwohl des Volkes von ausschlaggebender Bedeutung ist und unter besonderen Umständen für die Nation geradezu lebenswichtig werden kann, war es notwendig, die Innehaltung der Anordnungen durch die Androhung schwerer Strafen zu sichern. Ein abschließendes Bild über die Durchführung dieses grundlegenden Gesetzes im neuen Getreidewirtschaftsjahr kann noch nicht gegeben werden, da noch kein sicheres Urteil über das Ernteergebnis möglich ist. Die erste Vorschätzung vom Statistischen Reichsamt wird erst Anfang Juli vorgenommen. Als sicher kann natürlich heute schon gelten, daß die neue Ernte die Rekordernte der letzten beiden Jahre nicht erreichen wird. Andererseits herrscht bei den verantwortlichen Stellen Klarheit darüber, daß die Brotgetreideversorgung für das Getreidewirtschaftsjahr 1934/35 gesichert ist. I m Osten des Reiches, aber auch i n Mitteldeutschland, hat der Saatenstand durch den Mangel an Winterfeuchtigkeit und durch den Mangel an Niederschlägen vom März d. I. ab bis heute zweifellos gelitten. Im W e st e n und Süden des Reiches ist der Saatenstand für Brotgetreide dagegen heute noch gut, und es fällt dort auch so viel Regen, daß mit einer Verschlechterung nicht gerechnet zu werden braucht. Aber auch im Osten des Reiches sind die Dürreschäden nicht überall gleich groß. In Öberschlesien, in Ostpreußen, aber auch in Brandenburg und Pommern gibt es Bezirke, die mit dem Saatenstand immer noch zufrieden sind. Die Getreidereserven. die sich in der Hand des Reiches und gemäß besonderer gesetzlicher Vorschrift bei den Wühlen befinden, sind überdies so groß, daß schon allein aus diesem Grunde mit einer glatten Vrotgetreidever- forgung der Bevölkerung bestimmt gerechnet werden kann. Ls ist vorgesehen, den Ausmahlungssah für Brotgetreide zu erhöhen, wodurch wiederum mehrere hunderttausend Tonnen Wehl zusätzlich gewonnen werden können. Es wird daher aller Voraussicht nach sogar möglich sein, auch am Ende des Wirtschaftsjahres 1934/35 eine Brotgelreidereferve z u halten, die zwar nicht die diesjährige höhe erreichen, aber doch nennenswert fein wird. Weniger günstig sieht im Augenblick-der Stand des Futtergetreides aus. Das wird um so mehr fühlbar sein, als infolge der Trockenheit auch der erste Rauhfutterschnitt nicht befriedigend war. Ein endgültiges Urteil über die Futterversorgung im Wirtschaftsjahr 1934/35 wird aber erst am Ende des herbstes möglich sein, wenn die Herbstfütterernte mit ihren Ausgleichsmöglichkeiten geborgen sein wird. Die Reichsregierung hat jedoch schon heute alle Schritte eingeleitet, um nicht nur auf dem Wege des Getreides vom Bauern zum Markt Ordnung zu schaffen, sondern diese Ordnung auch auf dem Wege vom Markt zum Bauern zu sichern. Es werden also im kommenden Wirtschaftsjahr auch Festpreise für Ger st e und Hafer geschaffen werden. Die Festpreise werden durchweg Festpreise im vollsten Sinne des Wortes sein, d. h. sie werden eine Begrenzung der Preisgestaltung nach oben und unten bringen. Festpreise dürfen demnach in Zukunft weder unter- noch überschritten werden. Dem entspricht es, daß die Reichsregierung vor wenigen Tagen zugunsten der Landwirtschaft fe st eP reise für Oelkuchen geschaffen hat und gegebenenfalls auch für die übrigen bedeutsamen Kraftfuttermittel Preissicherungen zugunsten der Bauern schaffen wird. Im Interesse einer geregelten Futterversorgung wird überdies in Kürze die Ausfuhr von Futter, aller Arb unmöglich gemacht werden, während anderseits schon jetzt die Beschaffung beträchtlicher Futtergetreidevorräte aus demAuslande ohne Inanspruchnahme von Devisen eingeleitet ist. Es wird sich dabei überdies nicht einmal um eine zusätzliche Einfuhr von Futtergetreide handeln, vielmehr werden dabei die in der Hand des Reiches befindlichen, aus dem ablaufenden Getreidewirtschaftsjahr stammenden Ausfuhrscheine für Futtergetreide zur Einfuhr benutzt werden. Diese Getreidemengen werden im Bedarfsfall den auf den Futterverkauf angewiesenen Wirtschaften zugeführt werden. Alle Maßnahmen der Reichsregie- ruNg werden sich nach dem Grundsatz richten: Bereit sein ist alles! Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Juli. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1236 Rinder (422 Ochsen, 111 Bullen, 328 Kühe, 375 Färsen), 469 Kälber, 43 Schafe (36 hämel), 3964 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 34 Mark, Bullen 20 bis 30, Kühe 10 bis 29, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 34; Kälber 20 bis 44, hämmel 28 bis 34, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund 45, sonstige 30 bis 43 Mark. — Marktverlauf ruhig. Wettervoraussage. Immer noch lagert über den britischen Inseln hoher Druck, der seine Ausläufer bis nach Deutschland erstreckt. Im wesentlichen wird von ihm die Wetterlage beherrscht, so daß es vorwiegend trocken bleibt und zeitweise Aufheiterung einsetzt. Da aber um das Hochdruckgebiet Störungen Herumfließen, die kühle Luft mit sich führen, wird teilweise auch Bewölkung entstehen. Die Temperaturen nehmen vorerst keine besonders hohen Werte an. Aussichten für Dienstag: Teils heiter, teils wolkig, zuerst nicht besonders warm, trocken. Witterungsvorhersage vom 1. bis 10 Juli. Ausgegeben von der staatlichen Forfchungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen in Frankfurt a. W. am 30. 3uni 1934 abends. Nach örtlichen gewittrigen Niederschlägen, besonders in Ostdeutschland, wird in der nächsten Woche im größten Teile Deutschlands, vor allem im Westen und Süden, warmes bis sehr warmes, schönes und trockenes Sommerwetter eintreten. Mit zunehmender Erwärmung ist etwa von der zweiten Hälfte der nächsten Woche ab mit etwas unbeständigerem und zu gewittrigen Störungen neigenden, im wesentlichen jedoch freundlichen Wetter, zu rechnen. Die Störungen werden wahrscheinlich in Norddeutschland östlich der Oder und in Schlesien häufiger auftreten, als im Westen. Der Mittelwert der Temperaturen wird im ersten Julidrittel über dem Regelwert liegen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Gießen (Am Nahrungsberg 77), Danzig, Frankfurt a. M., den 2. Juli 1934 3922 D ist am Samstagabend, 8 Uhr, im Alter von nahezu 81 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bintz und Frau Anna Weber, geb. Bintz Ferdinand Bintz Käthe Stahl, geb. Bintz Emilie Bintz Luise Bintz und 7 Enkelkinder Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag» 2 Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt Unser lieber treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Friedrich Bintz, Hausmeister L R. Dorf-Gill, Gießen, Darmstadt, den Ljuli 1934. Die Beerdigung findet In Dprf-Gifl am Dienstag, dem 3. Juli, nachmittags 3% Uhr statt Heute abend um 9 Uhr ist mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Martin Grieb im Alter von 86 Jahren heimgegangen, Im Namen der Hinterbliebenen; Elisabeth Grieb, geb. Gorr. 03339 O Eisschrank (eintürig), weiß lackiert, billigst abzugeben. [03339 Kaiserallee 8ll j Kaufgesuche | IIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIII 2 Mi-Schwärme z. kaufen gesucht. Angebote mit Prers an 03335 K.Schneider,Wle- seck, Karlstr. 12 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii | Verschiedenes] Darlehen v. 300 bis 30 000 M. gibt Spar- u. KreditG.m.b.H.Bed.u. kosten!. Ausk. d. Karl Kreuter, Daubringen Ub. Gießen, 6roßg.12. Darlehen v. 300 bis 30000 RM. gibt Spar- 11. Kredit GmbH. Bed. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Riegelpfad 94), Wieseck, den 2. Juli 1934. 3916 D 3921 D Todesanzeige! Am 30. Juni, abends gegen 7 Uhr, verstarb plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigen Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Luise Müller, geb. Koch Gießen, den 2. Juli 1934 zu vermiet. 03341 West-Garagen, Hammstraße. Achtung! 3897 d dÄML-WMq. Die Gastwirtschaft im Hause der Deutschen Arbeitsfront in Gießen, Schanzenstraße 18, soll in Kürze verpachtet werden. - Fachkundige P^., die sich für einen umfangreichen Gastwirts-Betrieb für geeignet halten, wollen ihre Bewerbungen einreichen und nähere Bedingungen erfahren bei d. Pfleger Walter, Gießen,Schanzenstr. 18II. Ludwig Schäfer im 75. 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Die GPU. wird in ihrer Bedeutung auch in Deutschland bekannt sein. Sie ist die Fortsetzung der Tscheka, und diese ist die Fortsetzung der zaristischen O s ch r a n a. Teilweise sind damals die gleichen Beamten übernommen worden, auf jeden Fall ist das System das gleiche geblieben: staatlicher Terrorismus zu Gunsten des jeweils herrschenden Systems. Am 10. Mai starb nach langer Krankheit der letzte Vorsitzende der GPU., Stalins alter Kampfaenosse M e n s ch i n s k i. Sta- lin selbst, der rote Zar des allmächtigen Sowjet» Imperiums, schritt hinter dem Sarge. Es war ein außerordentlich prunkvolles Begräbnis. Und die Gerüchte schweigen nicht, die davon reden, es fei gleichzeitig dasBegräbnis der GPU. selbst gewesen. Ihre Befugnisse sollen der Justizoerwal» tung übertragen werden, ihre Sonderformationen sollen eingegliedert werden in die Rote Armee. Eines jedoch soll man in Mittel- und Westeuropa niemals verkennen: die GPU. ist mehr als eine Verwaltungseinrichtung, sie ist ein Teil des gesamten Systems und wird niemals als geistige Wirklichkeit verschwinden, solange das jetzige System noch besteht. In Rußland ist man Meister in der Tarnung. Wenn eine Einrichtung des Staates unpopulär geworden ist, so wechselt man den Namen, so tauscht man die Führer aus, so hängt man ein neues ideologisches Mäntelchen darum, und schon ist man für eine Zeitlang wieder einmal gerettet. 1921, nach der ersten großen Terrorwelle der Tscheka, stand ein Volksaufstand gegen diese Henkergarden bevor. Lenin erkannte die Gefahr. Er wechselte den Namen, aus der Tscheka wurde die GPU., und der Terrorbetrieb wurde legalisiert. Nun wurde nicht mehr in aller Oeffent- lichkeit hingerichtet und beschlagnahmt, sondern nun geschah das ganz hinter verschlossenen Türen und mit sorgsamer staatlicher Buchführung. Auch wenn heute die GPU. verschwinden sollte, so ist damit noch nichts gesagt für das Verschwinden des Terrorismus selbst aus dem inneren Gefüge des einzigen marxistischen Großstaates der Erde. Für ein System, das durch die Diktatur einer kleinen Minderheit ein Volk von 170 Millionen beherrscht, ist eine Terrororganisation geradezu eine Lebensnotwendigkeit. Die GPU., die nicht nur eigene Truppen unterhält, sondern die auch das ganze Land mit einer Armee von Spitzeln überzogen hat, soll alle „Staatsfeinde" verfolgen und vernichten. Seither war sie hierbei vollkommen selbständig. „Je nach Zweckmäßigkeit", das war das Zauberwort, das der hemmungslosen Will- für Tür und Tor öffnete. Ohne an die Durchführung eines ordentlichen Rechtsverfahrens gebunden zu sein, konnten die Machthaber der GPU. Verhaft u n g e n vornehmen, Verbannungen anordnen und Hinrichtungen vollziehen. Die Zahl der ins Eismeer Verbannten wird niemals festzustellen sein. Sie schwankt zwischen 250 000 und einer halben Million. Der Russe, der nicht der Kommunistischen Partei angehörte, konnte aus irgendeinem nichtigen Grunde verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Entweder verschwand man dann im Eismeer ober man wurde in einem Keller eines GPU.-Gefängnisses erschossen. War es aus propagandistischen Gründen notwendig, die Verhandlung öffentlich durchzuführen, so inszenierte man regelrechte „S ch a u p r o z ess e", die durchs Radio ins letzte russische Dorf übertragen wurden und im allgemeinen mit einem reumütigen G e - st ä n b n i s der angeblichen Uebeltäter endeten. Diese Prozesse waren politisches Theater, nicht mehr! Das aber war gerade das furchtbare am GPU.-System, daß kein Mensch wußte, ob er nun zur Stillung des Rachegelüstes eines größenwahnsinnig gewordenen GPU.-Beamten dienen sollte, oder ob er dazu ausersehen sei, unfreiwilliger Statist in einer staatlichen Tragikomödie zu werden, die im allgemeinen mit der Hinrichtung oder Verbannung endete. Sollte die GPU. wirklich verschwinden, so trägt d i e Armee die Hauptschuld an dieser Maßnahme. Denn gerade die Rote Armee konnte sich auf die Restaurants auf Rädern. Es ist nun einmal eine unbestreitbare Tatsache, daß selbst der gesättigte Reisende, der eben noch ein fettes Eisbein mit Sauerkraut verzehrt hat, schon ein paar Minuten nach Abfahrt des Zuges einen mordsmäßigen Hunger bekommt. Familien, die mit ihren Kindern eine kaum dreistündige Reise antreten, nehmen nicht selten Mengen von belegten Broten, Obst und Süßigkeit mit, die sonst für viele Tage ausreichen würden. Eisenbahnfähren macht eben hungrig ... Die Mitropa, die die rollenden Restaurants der Deutschen Reichsbahn mit allen erforderlichen Lebensrnitteln versorgt, hat die Liebe des Reisenden zu einem guten Hsppen rechtzeitig erkannt. 200 Speisewagen rollen Tag für Tag über die blanken Schienenstränge, die kreuz und quer durch Deutschland laufen, lieber 40000 Fahr- g ä ft e suchen täglich die bequemen Wagenrestaurants der Eisenbahn auf, um sich in' ihrem Innern zu erfrischen und von den Anstrengungen der Fahrt zu erholen. Die Hälfte von ihnen erhält Speisen, deren Zutaten der winzigen Wagenküche ausschließlich von der Reichshauptstadt geliefert werden. Riesige (Speisekammer. In der Nähe des Schlesischen Bahnhofs in Berlin, in der Mühlenstrahe, befindet sich das Hauptlebensmittellager der Mitropa. Tag und Nacht find zahlreiche Helfer bemüht, hungrige Mägen zu sättigen. Vollbeladene Lastautos mit Fleisch und Geflügel, Obst und Gemüse überqueren ununterbrochen den Hof. Eine einstige Lokomotivhalle hat man als Lagerraum für die Riesenmengen verschiedenartigster Lebensrnittel eingerichtet. Denn außer zahlreichen Schlafwagen und Eilzügen werden täglich 60 Speisewagen von hier aus „reisefertig" gemacht. Die Berliner Zentrale der Mitropa gibt aus ihrer gewaltigen Speisekammer sämtliche notwendigen Nahrungsmittel in die geschulten Hände ihrer Küchenchefs. Die Lebensmittelmengen, die hier gekauft und verbraucht werdest, stellen einen nicht zu unterschätzenden Faktor im Rahmen des deutschen Arbeitsbeschaffungsprogramms dar. Zahlen beweisen. 50 Zentner Kartoffeln, 8 Tonnen deutsche Butter, 7000 Portionen Speiseeis sind Durchschnittsrationen über einen warmen Sommertag. Dann wandert man durch das weite Depot. Hier liegen ganze Berge von frischen Gemüsen, dort lagern unzählige Bier- und Seltersflaschen. In einem anderen eisgekühlten Raum werden große Fleischvorräte aufbewahrt, während im Nebensaal ganze Armeen fertiggemachter Schinkenbrötchen ihrer Bestimmung entgegenharren. Sie sind Dauer nicht damit abfinden, daß neben ihr noch eine zweite staatliche Truppenmacht bestand, deren Spione im eigentlichen Heer des Staates saßen und den inneren Dienstbetrieb lähmten. Die Intellektuellen an der Spitze der GPU., die eine menschlich wahrhaft verabscheuungswürdige Mischung von überfeinerter Dekadenz und primitivster Grausamkeit verkörperten, wurden von der Armee zusehends mehr gehaßt und abgelehnt. Die Armee aber setzt sich langsam in der Sowjetunion durch. Man darf gespannt daraus sein, welche Methode Stalin nach dem Tode seines Freundes Menschinski jetzt einschlagen wird, um die Form der GPU. verschwinden zu lassen, aber ihren Geist zu erhalten. Denn daß dieser Geist erhalten bleibt, daran zweifelt der Kenner des modernen Rußland nicht. in fettdichte Tüten verpackt, deren Inhalt regelmäßig genau berechnet ist: 40 Gramm Schinken, 20 Gramm Butter und 45 Gramm Backware. Konserven und Hülsenfrüchte, Fische und Wurstwaren werden hier in Rationen aufbewahrt, von denen man annehmen möchte, daß sie für Monate ausreichen würden. „Das genügt noch nicht einmal für drei Tage", klärt der Leiter des Lebensmittellagers auf und führt den Besucher in einen Raum, in dem das Geflügel und die verschiedenen Fleischsorten für die rollenden Eisenbahnküchen zurechtgemacht werden. Hühner werden ausgenommen, saftige Filets gespickt, während aus der Räucherkammer ein scharfer, würziger Geruch bringt! Kasseler und Salamiwürste hängen wie rote Tropfsteingebilde an den Decken dieser Kammer. Unaufhörlich ist man in den riesigen Speisekammern daraus bedacht, selbst den verwöhntesten Reisenden zufrie- denzustellen, ihm eine schmackhafte Kost vvrzusetzen. Das Wirtschastslager. Dann wirst man einen Blick in bas umfangreiche Berliner Wirtschaftslager 40 00 0 Bier- gläser gehören zum eisernen Bestanb biefer größten deutschen Gastwirtschaft. „Geht nicht während des Fahrens viel Glas und Porzellan entzwei?" fragt man einen zuständigen Herrn und erfährt, daß der Gesamtbestand der Mitropa innerhalb eines Jahres fünfmal erneuert werden muß. lieber 200 000 Gläser werden also jährlich gekauft, um den Betrieb aufrechtzuerhalten! Ein Blick in die Ausstellungen der Speisewagengeschäftsführer macht diesen fast unerklärlichen Massengebrauch leicht verständlich. „In der Nähe von Wittenberg fiel einem Herrn eine Kaffeetasse aus der Hand und zerschlug" heißt es in einem Bericht. „Bei einer Kurve fiel eine Dame gegen einen Tisch, auf dem sich sechs Teller, drei Gläser und zwei Flaschen befanden." „In der Nähe von Bitterfeld geriet ein zum Abwaschen aufgestapelter Tellersatz ins Rutschen und ging in Trümmer Schon während einer einzigen Fahrt ist der Porzellanverschleiß recht erheblich. Dor einiger Zeit hat die Gesellschaft daher eine stabile Kaffeetasse eingeführt, die selbst, wenn sie mal die Bekanntschaft mit dem Wagenboden machen sollte, nicht unbedingt zu Bruch gehen muß. 20 Heimatstationen sorgen bereits während der Fahrt schon für eine schnelle Auffrischung der entzweigegange- nen Geschirrteile. Wenn dann zur Mittagszeit der Kellner von Abteil zu Abteil durch den Zug geht, an seinen Gong schlägt und die Fahrgäste aufforderte: „Bitte Platz nehmen zum ersten Mittagessen", so sollte sich der Reisende auch einmal darüber Gedanken machen, wieviele Vorarbeit und fürsorgliche Voraussicht jeder Happen einem vielköpfigen Personal verursacht, bevor er in seinen Magen wandert. H. 200Speisewagen rollen durch Deutschland Die Lebensmittelkammer der fahrenden Restaurants. Oberheffen. Lanokrcls Plenen. )( Hungen, 27. Juni. Gestern nachmittag fand im „Solmser Hof" dahier unter dem Vorsitz von Dekan Engel (Obbornhofen) eine Konferenz der evangelischen Geistlichen unseres Dekanats statt. Nach einer biblischen Einleitung und Gebet durch Pfarrer K ö d d i n g begrüßte der Vorsitzende zunächst den neu in das Dekanat eingetretenen Pfarrer Eitel (Wölfersheim) und gedachte feines aus dem Dekanat infolge Uebertra- gung der Pfarrstelle Mainz-Weisenau ausgeschiebenen Vorgängers, Pfarrer Herber (Wölfersheim). Im Mittelpunkt ber Verhanblungen stand ein Referat des ßanbesjugenbpfarrers ber Laubes- kirche Nassau-Hessen, Pfarrer Haas (Mainz), über „Jugenb unb Kirche". Einleitend zeigte der Redner auf Grund reicher Erfahrung die Stellung der Jugend zur Kirche und den letzten Fragen des Menschenlebens auf und legte dann die Aufgaben der Kirche klar. Die Arbeit an der Jugend ist vom Mittelpunkt alles kirchlichen Lebens, der Gemeinde, aus zu treiben, je besser die Gemeinde, um so besser ihre Arbeit an der Jugend. Neue Möglichkeiten bieten sich nur vorn Boden ber Gerneinbe aus. Die Arbeit im Äinbergottesbienft, Religions- unb Äon» firrnanbenunterricht, in ber Christenlehre, im Ge- meinbejugenbabenb fanb eine eingehenbe Besprechung. Die Kirche muß sich erneut auf ben Ernst ber Botschaft besinnen, nicht Resignation, fonbern zurück zu Christus unb vorwärts mit ihm ist auch für biefe Arbeit bas Gebot ber Stunbe. Eine rege Aussprache schloß sich an ben Vortrag an. An- schließend lud Pfarrer C h r i st i a n (Gambach) zum Missionsfest am 4. Juli in Holzheim ein. Das Gustav-Adolf-Fest bes Zweigvereins Solms soll in diesem Jahr in Münzenberg stattfinden. Kreis Büdingen. LPD. Nidda, 1. Juni, In ber Nähe von Salzhausen, wohin er sich zu einer geschäftlichen Besorgung begeben hatte, spielte ber 15 Jahre alte Metzgerlehrling Wilhelm Hühn, ber bei einem hiesigen Metzgermeister in ber Lehre ist, mit einer gelobe- nen S ch e i n to b pi st o 1 e. Dabei hielt ber Junge bie Pistole so unglücklich, baß ihm ein plötzlich los- gehenber Schuß in das Gesicht ging unb ein Auge ausriß, währenb das andere Auge schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Verunglückte mußte bewußtlos der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 29. Juni. Wie alljährlich kreist auch in diesem Jahre der „rote Mila n", gewöhnlich Gabelweihe genannt, Tag für Tag über dem Tal nach Beute spähend. Sein majestätischer Flug läßt immer wieder zu dem stolzen Segler der Lüfte aufblicken. Auf der Futtersuche weist dieser seltene Vogel weniger räuberische Veranlagung auf, als feine Artverwandten Habicht unb Bussard, die nicht selten bis in die Hühnerpferche bringen um bort ein Kücken ober gar altes Huhn zu schlagen. Bemerkt sei noch, baß ber Milan unter gesetzlichem Schutze steht. Preußen. 3 m der Schwingenmauser und dann flugunfähig. Ihr 2lb= schuh vor dem stöbernden Hund ist bei der Vorsicht und Gewandtheit der Rauherpel von besonderem Minuten. 4 X 1 0 0 - Meter: 1. Staffel der Sportstudenten 46 6 Sek.; 2. Merovingia 47,5; 3. Hassa-Rhenania. Olympische Staffel: (800, 200, 200, 400 Meter): 1. Turnerschaft der Hasso-Raffovia 4:14,6; 2. Merovingia 4:16,5 Min. Hochsprung: 1. Acker, P. (Fr.) 1,70; 2. Schuster, W., 1,55; 3. Schneider, K. (Chattia) 1,50 Meter. Weitsprung: 1. Acker, P. (Fr.) 6,58; 2. Luh, Abschuß, wie den zukünftigen (Kontrollvorschriften kommen!) es mit der Wahrheit sehr genau zu ne^ men. Denn im Hintergrund droht eines, was nach dem preußischen Jagdgesetz z. B. ausgesprochen werden muß: Entzug des Jagdscheines! Es ist bekannt, daß eine große Zahl von Jägern sich um diese Dinge noch nicht gekümmert hat, oder an eine laxe, unkontrollierende Handhabung denkt. Es wird anders kommen. .., , Bei dem Abschußplan wird es zunächst daraus ankommen, in dem einen oder anderen Remer den Wildstand zu erhöhen, in anderen ihn zu ver- ringern. Dabet spielen die Rücksichten auf die Landwirtschaft und Forstwirtschaft die wesentliche Rolle. Es wird sich aber allgemein darum handeln Die Gehmeisterschaft über 25 Kilometer konnte Paul Niemann von Kurhessen Kassel in 2 Stunden, 24 Minuten und 23 Sekunden vor seinem 46jährigen Konkurrenten Bendick (DfW Meisterschaft des Gaues XII (Nordhessen) im Marathonlauf ausgetragen. Gleichzeitig wurde auch die 25-Kilometer - Gehmeisterschaft bestritten. Für den Marathonlauf hatten sich acht Läufer eingefunden die sich über die 42,2 Kilometer lange Strecke aus den Weg begaben. Die erzielten Ergebnisse sind hervorragend zu nennen. Bon den acht Startenden konnten sechs das Ziel passieren. Sieger wurde Schranke! von DfB. Diez in der guten Zeit, von 3 Stunden 22 Minuten und 13,4 Sekunden. Den zweiten Platz belegte der Gießener 1900er Fauls eit, der zum ersten Male diese klassische Strecke hinter sich brachte, gemeinsam mit Reu- s ch e r von DfB. Diez in 3 Stunden, 24 Minuten und 31 Sekunden. In größeren Abständen folgten die übrigen drei Läufer. Die drei ersten Sieger liefen das Rennen in einer ganz hervorragenden Form, in wundervollem Stsl und waren im Ziel noch überraschend frisch. des Gaues Nordhessen. ....... ---------------- - ■ ■■ , Unter der Leitung de- Trainers W. Schmidt Friedberg) erringen. Wir werden über den Berlnus wurde gestern durchs die Spielnereinigung 1900 die! der Rennen noch ausführlich berichten. Das Gemeinschaslsfesl. der Sumer und Schützen in Friedberg 1. Bezirksturnfest des Bezirks Gießen im Turngau Nordheffen. Der Juli pflegt wenigstens in feiner ersten Hälfte meist ein jagdlich ruhiger Monat zu s om. !Der, Reh bock, dem seit dem Junianfana das besondere Inter esse des Weidmannes galt, tft m feiner Feistzeit, steht meist im Getreide und tritt nur auf die benachbarten Kleeäcker oder Wiesen zu kurzer Aefung aus. Das Bild ändert sich allerdings in der zwei ten Monatshälfte bald, denn dann tritt das R e h- Iwild in die Brunft, die erst in den ersten Aro gusttagen ihren Höhepunkt zu erreichen pflegt Um diese Zeit wird es auch schon unrumg auf den Feldern, die Sense klingt, die Mähmaschine rattert und bringt das Wild auf die Laufe. Dazu kommt I hns Suchen nach Ricken, die Heimlichkeit der Feiste ist vorbei, und den Weidmann erwartet wieder guter Anblick. I <5 t e q e r. Der Schützenverein Friedberg, der mit dem Bezirksturnfest die Feier 'seinesi 25- jährigen Bestehens verbunden hatte, und die Tarn. Friedberg marschierten um die Abendstunde geschlossen am Kriegerdenkmal auf, woselbst der I Führer der Turngemeinde, Studienrat Thierolf, I einen Eichenkranz mit einem Flaggerihiffung bei der Gau- und Bezirksoberturnwart R. Paul (Gießen) dem Vaterland und seinen Führern den Gruß der Turnerschaft entbot und unter dem Gesang „Die Fahne hoch" die Fahnen des dritten Reiches und das Banner der Turnerschaft am Mast hochstiegen. Anschließend begann, nachdem vorher schon der Stab der etwa 200 Kampfrichter und Riegenführer seine Weisungen entgegengenommen hatte, sofort die turnerische Arbeit. ! Die Kampfplätze, auf denen die Turner zum volkstümlichen Fünfkampf und die Altersturner zum volkstümlichen Dreikampf angetreten waren, boten ein frohbelebtes Bild, das seine bunten Farben noch erhielt als die Turnerinnen im blauen Kleide den erstmals in dieser Form veranstalteten Gemeinschaftskampf zum Austrag brachten. Im Turne r - Fünf kämpf, bei dem ganz ausgezeichnete Lei- ftungen gezeigt wurden, wurden Joh. Artz, Tv. Massenheim und Karl Michels, T v. 1846 Gießen mit 91 Punkten gemeinsam erste Gedenken an die Talen f niederlegte. Anschließend fand auf dem Festplatze die Uebergabe der Leitung des Bezirksfestes an Gauoberturnwart Paul statt. Mit herzlichen Gruß- roorten an die Turner und Turnerinnen des Bezirks übernahm der Oberturnwart die Leitung des Festes, das durchgeführt werden solle unter dem Leitgedanken „Treu unserem Volke, treu unserem Führer". Während die Schützen im Schuyenhaus einen Festakt begingen, wurden auf dem Festplatz in abwechselungsreicher Folge ansprechende turne- > rische Darbietungen der Tgm. Friedberg geboten, die dann gipfelten im Weisterschaftslurnen der Vezirksbesten die deutsches Geräteturnen m vollen v e - ter Form zeigten und damit immer wieder den starken Beifall einer großen turnfreudigen Fest- gemeinte fanden. Den Meistertitel d-- Bezirks erwarben sich babei: am Pferd: S). Fluck, Tv. Limburg, 54,5 P.i «m 53 a r r e n : S). B tu 6, Tv. Limburg, 57 P.; am Reck: Adolf Flnk, T.- u. Runde): 1. Landsmannschaft Chattia Platzziffer 3; 2. Landsmannschaft Merovingia Platzziffer 6; 3. Wingolf Platzziffer 9. Jede Korporation war durch je 4 Mann vertreten. Kleinkaliberschießen, Mannschaftsmehr- kampf (je 5 Schuß, liegend, kniend, stehend freihan- diq): 1. ATV. Rheinsranken 508; 2. Turnerschaft der Hasso-Nassovia 452; 3. Wingolf 445 Ringe. Em- zelmehrkampf (gleiche Bedingungen): 1. Schilling (Adelphia) 148; 2. Hirzel, W. (Hass.-Nass.) 137; 3. Obenauer (ATV. Rhein^ranken) 136 Ringe. Universitäts - Wettkampf Marburg g e a e n G i e ß en : 1. Landesunwersität Gießen 6982,975; 2. Universität Marburg 6810,725 Punkte. Wettbewerbe der Studentinnen. I 7 5 Meter: 1. Jäger, H. (Turnseminar) 11,0; 2. v. Baumbach (TS.) 11,2; 3. Bettinghausen, E„ 11,6 Sekungen. Kuaelstoßen: 1. Schüler, M. (TS.) 8,66; 2. Specht, I., 7,67; 3. Bettinghausen, E., 7,56 Meter. Speerwerfen: 1. Bettinghausen, E., 23,12; 2. Böher, O., 21,45; 3. v. Baumbach (TS.) 20,48 Meter Hochsprung: 1. Götze, L„ 1,30; 2. Jäger, H. (TS.) 1,26; 3. Rohmann, I., 1,25 Meter. Weitsprung: 1. v. Baumbach (TS.) 4,49; 2. Bettinghausen, E-, 4,30; 3. Kipper, H., 403 Meter. Dreikampf: 1. Bettinghausen, E., v. Baum- bach (TS.) je 49; 2. Schüler, M. (TS.) 45; 3. Götze, L., 39 Punkte. Kurze Sportnotizen. 100 Meter: 1. Müller (Fr.) 11,3; 2 Acker, P. (Fr.) 11,4; 3. Luh, O. (Fr.) 11,7 Sek. Müller lief das Rennen ziemlich sicher nach Hause. In Acker hatte er einen ernsten Konkurrenten. Mit \V» Meter Dorsprung ging Müller durch das Ziel. 8 0 0 Meter: 1. Sickinger, W., 2:06,5; 2. Ploch, E., 2:13,6; 3. Bell, W., 2:18,0 Min. 3000 Meter: 1. Schwarz, G. (Hass.-Rhen.) 10:50,0; 2. Staab, W., 10:53; 3. Jessen, W. 11:07 müssen, einen stärkeren Abschuß an weiblichem Wild und einen stärkeren Abschuß schlecht veranlagten männlichen Wildes zu erzwingen. Denn hier liegt der Grundfehler der seitherigen Abschuß- Methode: es wurden zu wenig Geißen geschossen und zu viele junge, gut veranlagte Bocke. Es wird dies in den nächsten Jahren anders kommen mus- en, um dann in wenigen Jahren ein günstigeres Geschlechtsverhältnis und wirklich gute Bocke zu erzielen. Das müssen die Grundlagen eines 21b- chußplanes sein und auch die Hauptgrundsatze, nach denen die Forstämter den Abschuß zu bewilligen haben. Das wird zunächst manchem Revierinhaber nicht passen, aber er wird schließlich doch einmal den Nutzen und die Freude davon haben. Der Rothjrsch, der Schonzeit hat, hat den Aufbau seines Geweihes bald beendet und fegt. Tiere und Ricken führen Kälber und Kitze und be- Die alte Reichsstadt F r i e d b e r g hatte die Zu- rüftung des 1. Bez-irksturnfestes des Bezirks Gießen im neuen Turngau Nordhessen übernommen. Bei herrlichem Sommerwetter und glanzvollem 25er- fouf wurde die reibungslose Durchführung zu einem vollen Erfolg für die gastliche Feststadt und die Turner und Schützen, die gemeinsam dieses Fest Der Volksgemeinschaft auf breitester Grundlage aufge- baut und damit ein nachahmenswertes Beispiel bester Volksfestkultur gegeben hatten Das Fest begann Samstagnachmittag aut oem herrlich gelegenen Fest platz der Stadt Friedberg mit der jeden Tag von hier und auswärts gepflückt. Da die Schasweide aufgehört hat, ist die Grasnarbe m - unseren großen Kiefernwaldungen groß und dicht , geworden und hat den Beeren die nötiae Feuchtig- । feit bewahrt, so daß sie trotz der sonst herrschenden Trockenheit außerordentlich dick sind und ein seines Aroma haben. Durch die Kreishaushaltungslehrerin Fräulein Adam findet in dieser Woche hier und in Naunheim je ein zweitägiger Ob ft« und Beerenverwertungskursus statt, Der hier von über hundert Personen besucht war. Lustschuh auf dem Lande? So mag mancher Volksgenosse fragen, dem diese Seilen zu Gesicht kommen. Aber selbstverständlich! Ziviler Luftschutz, wie er in allen Gauen des deut- schen Vaterlandes mit Tatkraft und Entschlossenheit in die Wege geleitet wurde, ist keineswegs em Vorrecht der Großstädte und der industriellen Be- lirte, auch das flache Land hat ein starkes Interesse, mit derselben Willenskraft an der Erziehung der Bevölkerung zu arbeiten, wie dies in den Großstädten zu beobachten ist. Das beste Beispiel bieten Deutschlands Nachbarn. Sie haben seit dem Ende des Weltkrieges keine Kosten gescheut und keine Mittel unversucht gelassen, um weiteste Kreise der Bevölkerung von der Notwendigkeit des Luftschutzes zu überzeugen. Alle uns Deutschen benachbarten Staaten haben bei ihren Völkern Verständnis und weitgehende innere Bereitschaft vorgefunden. Wie viel mehr mutz das deutsche Volk in allen feinen Schichten entschlossen fein, dem Rufe des Reichsministers Göring und des Reichsluftschutzbundes zu folgen, zu- mal durch das Diktat von Versailles keine Mog- lichkeit der Abwehr und Verteidigung m der Lust besteht. Revanche im Lokalkampf. 1900 verliert mit 6:3 Toren. Auf dem Waldsportplatz standen sich gestern die beiden -ften Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und VfB.-Reichsbahn wieder im Lokalkamps gegenüber. Den Vorkampf konnte die Spielvereini- gung mit 4:1 gewinnen. Das Rückspiel ging nun wesentlich anders aus, als es erwartet war. Die VfB.-Elf erwies sich der Elf der Spielvereimgung überlegen und siegte mit 6:3 ^ren- ^ur stand bas Spiel 2:1 für DfB. Di- Mannjchast ter Blauweißen, die technisch zwar nicht schlecht spielte, war nicht widerstandsfähig genug, um den Grun- weißen die Waage halten zu können. In der Mannschaft der Spielvereinigung standen nicht weniger denn fünf Jugendliche. VfB. hatte seine bewahrten Kämpen zur Verfügung. Wir berichten noch ausführlich über das Spiel. _ . , Die komplette Mannschaft der Spielvereinigung konnte am Samstag gegen die Liga von VfB. Friedberg ein höchst ehrenvolles 3:3 erzielen. Mm die Marathon-Meisterschaft Auftakt der Großereignifse im Gießener Sportleben am Wochenende stellte die Austragung der Leichtathletikmeisterschaften der Universität Gießen am Samstagnachmittag auf dem Unwersitats- sportplatz bar. Vor etwa 300 Zuschauern wurden die Wettkämpfe, bene* bie Ausscheibungen bereite am Mittwoch vorausgegangen waren, m rascher Folge ausgetragen. Mit ben Meisterschaften der Universität war auch diesmal wieder der Hochschulwettkampf der Universitäten Gießen und Marburg verbunden Dieser Hochschulwettkampf wurde von ber Universität Gießen mit 6982,975 Punkten gegen 6810,725 Punkten der Universität Marburg gewonnen. Zur Austragung der Meisterschaften gehörte auch ein Wettkampf im Kleinkaliberschießen, der sowohl als Mannschafts- wie auch als Einzelwettkampf bestritten wurde. Zur Bereicherung des Programms des Nachmittags trug auch das Sportlehrer-Seminar bei, indem es mit einer Reihe von hervorragend schönen Hebungen der Körperschule des Bodenturnens und mit Kampfspielen aufwartete. Neben den Studenten nahmen auch die Studentinnen und die Mitglieder des Turnseminars der Aliceschule teil und zeigten gute Leistungen. Die Wettkämpfe selbst brachten besonders in den Läufen recht interessante Begegnungen. Die Zuschauer wurden ständig durch die Bekanntgabe der Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten. Mit besonderer Freude wurde festgestellt, daß es sich Ministerialrat Ringshausen nicht nehmen ließ, den Studenten auch auf dem Sportplatz einen Be- such abzuftatten. Er interessierte sich lebhaft für die Wettkämpfe. D«e Ergebnisse: Wettbewerbe der Studenten: Gewaltig sind die Werte, die es auf dem flachen! Lande zu schützen gibt. Kirchen Häuser, Scheunen, Diehställe, öffentliche Gebäude aller Art müssen für den Ernstfall ebenso gesichert werden, wie in den großen und größeren Städten. Voraussetzung ist die Erziehung der Bevölkerung. Möglichst zahlreiche Volksgenossen müssen bereit sein, sich in Kursen ^Jede Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes gibt I gern Auskunft. Wenn sich an einem Orte noch keine Ortsgruppe befindet, so setze man sich mit der Landesgruppe des Reichsluftschutzbundes in Frankfurt a. M., Schumannftrahe 52a, in Verbindung. Rundfunkprogramm. Dienstag, 3. Juli. 5 50 Uhr: Gymnastik. 6.15: Gymnastik. 6.40: Frühmeldungen. 6.55 von Donaueschingen: Früh- konzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9 45: Eigene Sen- duna. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschlage | für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11^50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert. 13.50: Rachrichten. 14-' Mit- tagskonzert: La Traviata. 14.30: Nachrichten 14.40: Stund? der Frau. 15.35: Wirtschaftsbericht 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Buchbesprechung. 17^45: Kleine Diolinmusik. 18: „Das ,dumme -uhn« ist doch nicht so dumm!" Eine kleine psychologische Plauderei vom Hühnerhof. Bon vr. meci. Zaiß, HA^kreuz- steinach. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit .18.25. Uebertraguna nach Stuttgart: Italienischer Sprach- i unterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: RWtarkonzert ■ aus unseren Gauen VIII. 20: Nachrichten. 20.15. . Stunde der Nation: Hausmusik aus alter Zeit. 20.4b, t Die Schwalm", ein urdeutsches Bauernland, Hör« folge. 21.30: Leichte Unterhaltungsmusik. Die letzten Vorrundenspiele um den „Adolf-Hitler-Fuhballpokal" wurden am Sonntag in Saarbrücken und Stuttgart ausgetragen. In Saarbrücken siegte der Gau Südwest vor 20 000 Zu- chauern mit 3:1 (2:1) über Westfalen, während Bayern vor 12 000 Zuschauern in Stuttgart mit 4:1 (1:0) über Württemberg erfolgreich war. * Einen deutschen und zwei englische Siege gab es beim Großen Motorradpreis von Deutschland in Hohenstein-Ernstthal. Der Nürnberger L e y (DKW) fuhr in der Halbliterklasse den Sieg vor dem Schweden Sundquist (Husquarna) heraus. In der 250er-Klasie blieben Tyroll-Smith auf Rudge und in der 350er-Klaffe Simpson (Norton) Sieger. AuchderachteLänderkampfder Wasserballmannschaften von Deutschland und Holland endete mit einem deutschen Sieg. Vor 3500 Zuschauern Kim Düsseldorfer Rheinstadion die deutsche nschast mit 7:3 (4:2) Toren. Spv. Marburg, 57,5 Punkte. Es war ein selten schöner Festabend auf dem im L'chterglanz prangenden Festplatze zu Füßen der alten Reichsstadt. Die turnerische Arbeit des Sonntags begann m aller Frühe mit einer einstimmenden Morgenfeier, bei der cand. theol. Launhardt die rechten Wort« über den Sinn der Wettkampfe sand. Mit dem Liede „Turner auf zum Streite marschierten dann die vielen hundert Turner und Turnerinnen in 47 Riegen zu den Hauptkampfen des Festes aus, die den ganzen Vormittag über das weite Feld der Seewiese mit frohem turnerischen Schaffen belebten. Bei dem schönen Wetter wurden in. al en Wettkampfstufen in den Zwölf- und Zehnkampsen der Turner sowohl als auch in den Sechskampsen der Turnerinnen ausgezeichnete Leistungen geboten, die überzeugend zum Ausdruck brachten daß der neue Bezirk nicht nur in bezug aus die turnerische Breitenarbeit in Ehren bestehen, sondern daß er sich auch mit den Bestleistungen seiner Spitzengruppe sehen lassen kann. Den Zwölfkampf ber lurner-Sonbetfhife gewann A. Fink vom Turn- und Sportverein Warburg mit 185 Punkten, ben 'Zwölfkampf der Turn er-Oberstufe Heinrich D e ch e n t, Turngemeinde Friedberg, mit 209 Punkten und im Sechskampf der • Turnerinnen» Oberstufe setzte sich Elisabeth Kreßmanm von der Tgm. Friedberg mit 109 Punkten an die Spitze. Nachmittags führten nach einem stattlichen Festzug ter Turner und Schützen auf dem von vielen tau- send Besuchern belebten Festplatze turnerisch Gemeinschafts darbte tun gen in bunter Folge zum Höhepunkt und Ausklang des Festes. Anmutige Tanzvorführunge n der Turnerinnen die W.-Will-Staffel der Turnkrelse, die der Turnkreis Lahn-Dill vor Wetterau-Vogelsberg gewann ein Handballspiel des Kreises Wetterau- Vogelsberg gegen Maln-Kmzrg und dann zuletzt die allgemeinen Keulen- u n d F r e t u b u n - gen der Turnerinnen und die Rrassenfrei- Übungen der Turner zeigten die turnerische Breitenarbeit in überzeugenden Bildern. Gauoberturnwart R. Paul konnte, stolz befriedigt von dem in jeder Hinsicht so eindrucksvoll und erfolgreich verlaufenen ersten Dezirksturnfes, nachdem als Vertreter des Gaues Gaukasfenwart Herzog-Kassel noch kurz gesprochen hatte das Fest beschließen mit Dankesworten an die Stadt . Friedbera, die Turngemeinde, den Schutzenverein und alte Mithelfer und mit einem Dreugelobnts: Die deutschen Turner und Schützen «erden nie ihre Pflicht dem Führer, dem Volke und der Geschichte gegenüber vergessen! Als die Flaggen wieder eingezogen waren, war ein Gemeinschaftsfeft ausgeklungen, wie man es schöner und erlebnisreicher nicht hätte feiern können, ein Fest der Arbeit und der Ernte, ein Fest das alle Beteiligten mit neuer Tatkraft für die Arbeit, für den Dienst an Volk und Vaterland erfüllt hat. lieber weitere Ergebnisse der Wettkämpfe be- Die Jagd auf den Bock in der Brunft ist eine | Jagdart voller Reize und der Aussicht auf verdientes Weidmannsheil, wenn sie der wahre Jager mit Mah und Ziel ausübt, der Safler, ber es ge- lrent hat, auch dm Fmger gerade zu lassen. Ebenso i t es aber auch nur zu gut bekannt, in welcher Weise gerade dieser Abschuh von S»,ehern dazu benutzt worden ist, um auf alles zu fdjiejen, roas । die Dummheit befaß auf das Locken des Jagers , auf dem Blatt zu fprmgen. Dabel feierte ter Schrotfchutz auf den Bock noch besondere Triumphe. Die weidgerechte Jagerei atmet auf, daß diest Schinderei endlich ihrem Ende entgegengeht Rach dem Vorbild Preußens und ast aller d°utschen Länder hat 5) e ((e n auch am 19. Ium eine Der ordnung betr. den Abschuh von Schalen wild erlasien. Diese stellt nad; eine Mfammrae Lösung dar, da sie nur den Zustand bis zum Erscheinen des längst erwarteten Reichsiagdgesetzes Überbrücken soll. Aber es ist bezeichnend für den Geist bestimmter Teile der Yagerei daß sich> d e Verordnung nicht vermeiden ließ, sollten nicht Wild und Verpächter schwer geschädigt werden. In der richtigen Erkenntnis, daß dem uneingeschränkten Schatten und Walten ein Riegel, vorgeschoben würde, hat in einzelnen Revieren ein Dvckabschuh eingesetzt, der jedem weidmännischen Empfinden ms Gesicht schlägt. Die nachbarlichen Grenzen sind da- bei besonders beliebt, vom Spießbock aufwärts ist altes jagdbar. Nun haben die Herrfchaften a Ge- legenheit, über ihr Tun Rechenschaft abzulegen. Denn bis zum 1. Juli muß ein A b f ch uß p lan für Schalenwild an das zuständig« Forstamt eingereicht werden, wobei das seither Erlegte anzugeben ist. In manchen Revieren durfte damit^der , Abschuß an Rehböcken bereits erfüllt fem! Joden- falls ist dem grenzenlosen Abschuß m der Blattzeit > damit ein Riegel vorgeschoben. Daß dies kouimen würde, und daß es gut sei, sich freiwillig bereits einem Abschußplan zu unterstellen, war bereits an dieser Stelle im April angeraten wvrden Wer seitdem sich ernstlich bemüht hat, em Bild feines Reh- oder sonstigen Schalenwildbestandes zu be- Ä" IuiTÄUWn-fö männlichen -Ze- mtsb’er angeraten merteu, bei der Aufstellung des schlechtes wetdmanntfch emroanbfre. Planes und bei den Angaben über den erfolgten1 nut)crlu O (Fr.) 6:31; 3. Lindenstruth (Chattia) 5,95 Meter., InWimoieoon! K e u l e n w u r f: 1. Luh, O. (Fr.) 67,20; 2. Wen-1 in den Einzelspielen fett. m\, W. (Hasf.-Nass.) 66,10; 3. Jakob, E. (Fr.) 65,15 Crawford, Stoeffen, A: Meter. Speerwerfen: 1. Acker, P. (Fr.) 50,75; 2. Jakob, E., 48,52; 3. Hofmann, H., 46,10 Meter. Kuqelstoßen: 1. Luh, O. (Fr.) 14,08; 2. Acker, m (ftr) n,77; 3. Schott, W. (Adelphia) 11,46 Meter. Fünfkampf für Fortgeschrittene (100, 1500 Meter, Diskus, Speerwurf, Hochfprung): 1. Acker, P. (Fr.) 3116; 2. Schuster, W. (Fr.) 2103; 3. Franz, W. (Fr.) 1845 Punkte. Korporativ ns - Mannschaftskamps. Dreikampf (Kugelstoßen, Weitsprung, 4X% M - "' K< J -t*> -*> M r~ ■ ri ' 1 TA nerifche r.4515 gießen. irschristen i zu neh' oas nach fien wer» 5 ist be° sich um f cm eine Es wird m, war nan es können, est, das Arbeit, jllt bat. Vir de- n tau- ische bunter Festes, -nerin- se, die rlsberg tterau- zuletzt ibun- i|t daraus Revier den zu oer' i auf d'e oefentM' m 1)«*" befrie- )H und . nach- ienwart tte, das ; Stadt moerein ' elöbnis: nie chre eschichte inrich 309 nnen» von -pitze. ten in- ibt. in jfl** • d>-, £„ 'bis »K’ilt tto* „ö zen unb Meere hinweg eng verbunden fühlt. Die Jahresfeier der Ltniverfiiät en - geordnet, einen Bri-fwechjel.mit Miß Grab. Fand Ann nächften Margen ließ sie sich °°n der Zas- geordnet, einen Brtefroea)jei mir ’-uciß U/rao. uu,,u Sie Briefe, die Ebele an Malte und Malte an Edele Nachdruck verboten! 19 Forttetzung Was mein einst war... Vornan von Klothilde von Stegmann Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme. Verlag Halle (S.) Am Samstag feierte unsere Universität, wie in jedem Jahre, ihr S t i f t u n g s f e st. Am Vormittag fand der traditionelle Festakt in der Aula statt. Die Aula war aus Anlaß des „Dies acade- micus“ festlich geschmückt. Schon lange vor Beginn der Feier war sie bis zum letzten Platz besetzt. Die Korporationen waren vollzählitz mit Fahnen und Chargierten erschienen. Pünktlich begann die Jahresfeier mit einem schneidig vorgetragenen Marsch und mit dem Einzug des Rektors, des Kanzlers und der gesamten Dozentenschaft. Der akademische Gesangverein brachte unter Leitung von Professor Dr. Temesvary einen Chor: „Lied der jungen Schar" wirkungsvoll zu Gehör. Nach diesem Liede bestieg Er. Magnifizenz der Rektor Professor D. Bornkamm. entschwunden war. * Madame de Lormes hatte inzwischen surchtbare Tage verbracht. Zwar sllhrte sie das Leben weiter, das Liewen ihr aufgezwungen hatte, lachte, scherzte, war in dem eleganten Hotel zum Nachmittagtee und abendlichen Bällen. Sie zog die Manner wie -ine Circe hinter sich her, an den Spieltisch wo die Kreaturen Li-wens arbeiteten und mit gesaftch- ten Karten den verzauberten'Männern, die neben Madame de Lormes alles übersahen, das Geld Qbslbe™unter der lächelnden schonen Maske die Madam- de Lormes trug, bebte d,e Angst. Was war mit jener Edele, deren Bild ft- gesunden hatte? Was war mit der plötzlichen Reise Siemens? S,e muhte Gewißheit haben. Unter dem Vorwand, daß ein Kasten in ihrem Toilettentisch nicht schlösse, »erschafft- sie sich b-> einem Schlosser verschiedene Schlussel und schlich sich abends durch die geheime Verbindungstur m ^enbüd)^fönb'lie' einen Schlüssel, der den Schreib- tisch ausschlotz. Sie zwang ihre bebende Erregung nied-ri st- muhte ganz behutsam suchen, damit Liewen keine Veränderung in der Lage der ver- schiedenen Schriftstücke und Briese bemerkte Endlich fand sie, wonach sie spähte. Fand einen Aktendeckel mit der Notiz „Edele". Fand, nach Jahrgangen geschrieben hatte. Mit tiefer Wehmut las sie die rührenden, kindlichen Briefe dieses unbekannten Mädchens, und Maltes ungelenke, scheue Knabenworte. — Rein und herzergreifend stand hier das Werden einer jungen Liebe vor ihr, — erinnerte sie an eine Zeit, in der sie selbst jung, rein, vertrauend und schuldlos gewesen war. cvx. Das war die Zeit, ehe sie Liewen in Biarritz kennengelernt hatte. Damals war sie ein gehütetes, unschuldiges junges Menschenkind gewesen, wie jene Edele es sein mußte. Aber was hatte Liewen mit diesem Mädchen, das fast noch ein Kind war, vor? Da fand sie zuletzt, sorglich chronologisch geordnet, die Bilder, die man von Edele auf der Insel Wight gemacht hatte. Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen. Dieses wunderschöne, kindhafte Mädchen mit den sinnend rührenden Augen in dem engelhaften Gesicht — es würde ihre Nachfolgerin werden. Mit einem Laut der Verzweiflung riß sie die Bilder nochmals hervor — sah sie an, prüfte jeden Zug. Oh, man konnte sich auf Siemens Kennerschaft verlassen. — Dies Mädchen würde einmal alle Frauen an Schönheit überstrahlen, auch sie selbst. Aber sonderbar, zum ersten Male, daß sie keinen Haß empfinden konnte gegen eine Nebenbuhlerin. Zum ersten Male, daß sie nicht in wilder Leidenschaft aufflammte, daß in Ihr nicht der Wunsch aufstieg, die Rivalin zu vernichten, unschädlich zu machen. v . Angesichts dieses flehenden Kindergeslchts, das aus dem Bild sie ansah, empfand sie nichts als heißes Mitleid. Es war, als stiege ihre eigene Jugend vor ihr auf und flehte um Schutz und Rettung. v , Tränen dunkelten Madame de Lormes Blick — wieder ein Opfer mehr in der langen Kette! Und würde dies kindhafte Mädchen das letzte Opfer fein? Es war genug, übergenug! Es mußte ein Ende haben. Für sie war ja doch alles vorbei. War diese Edele nicht ihre Nachfolgerin, so würde es eine andere sein. Aber vielleicht hatte das Geschick bestimmt, daß sie sich entsühnen sollte, durch die Rettung dieses Mädchens mit den traurigen Kinder- äugen. v . Ein wundersamer Glanz kam in Madame de Lormes' Augen — scheu strich sie mit der Hand über das Bild Edeles, ein heimlicher Entschluß keimte in ihr huf. Sorgsam schichtete sie die Bilder wieder zusammen, legte sie in eine Mappe; aber von den Briefen nahm sie diejenigen, die Liewen am stärksten belasteten, sowie einige Briefe von Edele und Malte an sich. Dann verschloß sie den Schreibtisch, zog den Schlüssel ab und schlüpfte wieder in ihr Zimmer. Lange lag sie wach und überlegte ihren Plan. Erst gegen Morgen, als sie endlich einen Weg sah, fiel sie in einen unruhigen Schlummer. das Frühstück bringen, dann schloß sie sich in ihr Zimmer ein und begann einen Brief zu schreiben. Bogen um Bogen füllten sich mit ihrer Schrift. Endlich am Mittag war sie fertig. Sie versiegelte den Brief. Er war an den einzigen Menschen be- stimmt, von dem sie auf der Welt wußte, daß er ihr seine Hilfe nicht versagen würde. Und sie schickte ein heißes Gebet zum Himmel, daß dieser Brief zur richtigen Zeit in die richtigen Hände kommen möge. Und als hätte ihr Gebet einen magischen Einfluß auf die Geschehnisse: am gleichen Tage kam Madame de Lormes auf die Spur von Siemens jetzigem Aufenthalt. Sie sah, wie sie an der Telephonzelle des Schreibzimmers im Hotel vorüberging, daß einer der Angehörigen von Siemens Bande rntt allen Zeichen der Erregung ein dringendes Gespräch nach einem Tiroler Bergdorfe verlangte. Wie em Blitz fuhr es durch Madame de Sannes' Gedanken, daß dieses dringende Gespräch mit Siemen zu tun haben müsse. Während der Mann mit dem Rucken zu ihr stand, schlüpfte Madame de Sormes eilig in die danebenliegende Telephonzelle und lauschte atemlos. Bald hörte Madame de Sormes ihn in einer Ge- Heimsprache sprechen, aus der die Erfahrene genau erkannte, daß der unsichtbare Teilnehmer am anderen Ende der Seitung kein anderer sein konnte als Siemen. Nun mar alles klar. Der kleine Ort, von dem Celia in ihrem Briefe an Siemen gesprochen hatte, mar der gleiche, von dem aus Siemen jetzt mit dem Manne telephoniert hatte. Vermutlich hatte er jene Edele dort verborgen, und mer sie retten mollte, mußte sehen, dort hinzukommen. Madame de Sormes martete, bis der Mann aus der Telephonzelle heraus mar. Dann ging fie eilig an einen der kleinen Schreibtische und fugte ihrem Briefe noch ein Postskriptum mit der mutmaßlichen Adresse Siemens in dem kleinen Tiroler Dorfe an. Zum Schluß verschloß sie den Brief sorgfältig und trug ihn selbst zur Post. ♦ Am Abend martete der Marquis d'Estrelle ver- geblich auf Madame de Sormes, die versprochen hatte, mit ihm zu soupieren. Statt ihrer erschien die Zofe und teilte ihm mit, daß Madame sich stark erkältet fühle und leider den Abend mit dem Marquis nicht verbringen könnte. Sie hätte sich gelegt und müßte ein paar Tage das Bett hüten. Die gleiche Nachricht erhielten auf Ummegen die Genossen der Spielerbcmde die in Siemens Abmesenheit den kleinen Spielsalon leiteten. Madame de Sormes aber, in ihrem Zimmer, ging geräuschlos hin und her und packte in ihren kleinen Suitcase die nötigsten Sachen für eme kurze Reise. Dann suchte sie das unauffälligste, schlichteste Kostüm, das hinten vergessen im Schrank hing, einen kleinen dunklen Hut mit einem Schleier unb zog sich an. (Fortsetzung folgt.) das festlich geschmückte Rednerpult, stürmisch begrüßt von der Festversammlung. Nach kurzen Worten der Begrüßung führte der Rektor ungefähr folgendes aus: „In einem so schicksalsvollen Jahre, mo die an die Hochschulen gestellten Aufgaben härter waren als sonst, ist es der Sandesuniversität ein besonderes Bedürfnis, wie alljährlich öffentlich Rechenschaft abzulegen von ihrer Arbeit. Wenn es nach altem akademischen Brauch die erste Pflicht des Rektors ist, aus feinem Fachgebiet ein Beispiel der wissenschaftlichen Arbeit der Universität zu geben, so muß er sich in einem solchen Jahre bewußt (ein, daß nicht eine beschauliche geschichtliche Betrachtung seine Aufgabe fein kann." Professor Bornkamm wählte daher als Kirchenhistoriker das Thema, das hinter den religiösen Kämpfen der Gegenwart in ihren breitesten Fronten verborgen ist: „P r o t e st a.n t i s m u s und Mystik". Er sagte: Nicht vergangene Mächte werden damit beschworen, sondern die Fragen des Menschen der Gegenwart, der in der Natur draußen, im Rauschen seines Blutes oder im Adel seiner Mit diesem Bescheid wurde Malte entlassen — und wußte, daß nun keine Hoffnung mehr war, denn bis die Recherchen eingeleitet und durchgeführt worden wären, konnte das Schrecklichste schon ge= chehen sein. Und als er im Hotel erfuhr, daß Herr von Siemen mit Mündel und Gesellschafterin noch in der Nacht abgereift sei, da nickte er bitter. — Es war schon zu spät. Edele war ihm entrissen und ging einem furchtbaren Schicksal entgegen. Er packte seinen Koffer — er mußte fort, fort von hier, wo ihn alles an Edele erinnerte. Sem Herz war tot, ihm war, als wäre er elendig gestorben — nichts konnte er mehr denken, nichts üblen, leer und öde lag das Sehen oor ihm. Auf dem Bahnhof von Baden-Baden angelangt, wußte er noch nicht einmal, wohin er fahren sollte. Der Hoteldiener glaubte, sein Auftraggeber wäre nicht ganz bei Verstand, denn auf seine Frage: „Zu welchem Zug soll ich das Gepäck aufgeben? , bekam er die Antwort: „Zu dem ersten Zug, der geht — ganz egal wohin. Holen Sie nur eine Fahrkarte." Kopfschüttelnd ging der Trager und nahm eine Karte zu dem erstbesten Zug. Er wartete immer noch, daß der merkwürdige junge Herr sich im letzten Augenblick besinnen und ihm die Karte zurückaeben würde. Aber Malte sah nur ganz gleichgültig auf das Bellet: „Gut!" sagte er und folgte Als er^in seinem Abteil in der Ecke saß, fchlof} er wie in tiefer Erschöpfung die Augen; er wollte nichts mehr sehen von der Welt, aus der ihm Edele ** D i e Vorgänge in München und In Berlin wurden am Samstag sowohl, wie gestern in unserer Stadt mit völliger Ruhe und in festem Vertrauen zum Führer ausgenommen Durch Rundfunk wurde die Bevölkerung fortlaufend und mehrfach wiederholt über den Gang der Ereignisse unterrichtet. Auch am Sonntag wurde der Nachrichtendienst der Regierung durch Inanspruchnahme des Rundfunks fortgesetzt. Da für unsere Stadt die Möglichkeit der Benachrichtigung der Bevölkerung durch Herausgabe von Extrablättern bis zur gestrigen Mittagsstunde nicht zweifelsfrei klargestellt war, muh sich die Heimatpresse auf die Unterrichtung ihrer Leser in der heutigen Ausgabe beschränken. ** Eine öffentliche Versteigerung von Fahrzeugen (Auto, Motorrad und Fahrrad) kündigt die Polizeidirektion Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil an. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Der Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, veranstaltete am gestrigen Sonntag eine pflanzenkundliche Wanderung in den Hangelstein, die unter Füherung von Prof. Dr. Funk stand und der sich rund 50 Natur- und Heimatfreunde aus Gießen, Wieseck und Rödgen angeschlossen hätten. Nachdem Prof. Funk kurz den Boden und feine Zusammensetzung geschildert hatte, auf dem der Bergwald des Hangelsteins steht, betonte er, daß die eigentliche Zeit der „Spezialitäten" des Berges vorüber sei. Denn diese Pflanzen gehören der Vorfrühlings- und Frühlingsflora an und verleihen um diese Zeit dem dortigen Wald seinen Blütenreichtum. Wenn also bei dieser Wanderung mehr nur das Alltägliche gezeigt werden konnte, so ergeben sich doch auch setzt für den Menschen, der mit offenen Augen die Natur durchstreift, eine Menge von Beobachtungsmöglichkeiten. Es kam dem Führenden vor allem darauf an, feinen Hörern die Pflanzengemeinschaft Wald zu zeigen in ihrer verschiedenen pflanzlichen Zusammensetzung, je nachdem ob wir uns auf der Süd- ober Nordseite, auf Basalt oder tonigem Sandboden, auf trockenem oder feuchtem Untergründe, im Sichtholz oder Schattenholze befinden. Hinzukommt ferner, daß der Hangelstein einen gewissen Reichtum an verschiedenen Holzarten aufweist, die in ihren Vertretern gezeigt werden konnten. Auch Krankheitserscheinungen wie Fichtenrost, Blasenrost der Weymouthskiefer u. a. ließen sich beobachten. Der Anblick zahlreicher verstümmelter Seidelbaststräucher lieh den Wunsch und die Bitte laut werden, im kommenden Frühjahr durch Warnung und Belehrung mitzuhelfen bei der Erhaltung dieses herrlichen Schmuckes unseres Wal- des und in hartnäckigen Fällen gegen Verstöße gegen das Naturschutzgesetz mit Strafen einzuschreiten. Bei kurzer Rast mit herrlichem Blick auf das Sumbatal unb seine Höhenwälber sprach Kulturinspektor Vogt in seiner Eigenschaft als Vertrauensmann für Naturschutz über bie beabsichtigte Jnschutzstellung ber gesamten Pflanzenwelt bes Hangelsteins unb teilte mit, bah bie hessische Regierung die baldige Bearbeitung ber Frage in Aussicht gestellt habe. Am Schlüsse ber Wanberung, bie über bie prachtvolle „Schöne Aussicht" führte unb bort bie ganze Schönheit unserer Heimat auf Auge unb Herz wirken ließ, bankte Ortsrinaführer Dr. Michel bem Führenden und bat alle Teilnehmer, weiterhin für die Arbeit des Ortsringes zu wirken, der die große Aufgabe hat, Volk und Heimat wieder miteinander in lebendige Fühlung zu bringen. Menschen im Seelengrund und in der Natur draußen umfange. So bleibe in der Mystik die Frage ber Schuld ungelöst. Sie durchschlage radikal die traumhaft schöne Ausflösung des Ich in dem übermächtigen Sehen ber Natur. Sie komme in dem Menschen, der um Verantwortung wisse, auch dort nicht zum Schweigen, wo er sich des angeborenen Adels seiner Seele trösten möchte. Der Mystiker könne sie höchstens abstreifen. Aber er streife damit zugleich sein Ich ab, aus dessen Geschichte nicht gestrichen werden dürfe. Mit dem echten Personsein des Menschen sei das Ernstneh- men ber Schuld untrennbar verbunden. Und echte Person werde der Mensch erst dort, wo er sich von Gott ganz gefordert wisse. Die Aufgabe des Hi« storikers sei erschöpft, wenn er versucht habe, den Wesensunterschied der beiden Religionsfvrmen, des Protestantismus und der Mystik aufzudecken. Der Protestantismus müsse gegen jeden Versuch, ihn zu einer Reformation aus dem Geiste der Mystik zu überreden, einen harten und entschlossenen Grenzkampf führen. Die Wiederaeburt, deren der Protestantismus bedürfe, so schloß Der Rektor, könne ihm nur aus den Quellen seines eigenen Wesens unb bem Gesetz seiner eigenen Senbung kommen. Nach ber Festrebe bes Rektors fang ber Chor das Sieb von Prof. Temesvary „Deutscher Glaube". Im Anschluß daran begrüßte der Rektor den inzwischen eingetroffenen Vertreter der Hessischen (Staatsregierung, Ministerialrat Ringshausen, der es trotz Arbeitsüberlastung möglich ge- macht hatte, zu dem Festakt zu erscheinen. Seme Magnifizenz verlas dann einen Auszug aus der Iahreschronik der Landesuniversität. Zuerst gedachte er der Angehörigen der Universität, die im vergangenen Jahre durch den Tod abberufen wurden. Zum Gedächtnis der Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen. Er sagte dann u. a., daß in diesem Semester an unserer Hochschule 1584 Studenten immatrikuliert seien. Ferner sprach er von der neuen Verfassung, die die Sandesuniversität am 15. Oktober 1933 erhalten habe und erwähnte besonders die Ernennung von Prof. Dr. Hummel zum Kanzler' Weiter berührte er noch die neuen Satzungen des Studenten- Werkes und bas am 6. Dezember v. Js. von unserem Gauleiter Sprenger eingeweihte Kamerab- schaftshaus ber Gießener Stubentenschaft. Wie alljährlich würbe auch bei bieser Jahresfeier ber Ruf ■ nach einer Turnhalle für bie Universität laut. Am i Schlüße ber Jahreschronik sprach bann ber Rektor , noch von ben Stiftungen für bie Universität unb ' dankte im Namen dieses Institutes dafür. Anschließend gab Prof. D. B o r n k a m m die Er« : gebniffe ber Bearbeitung der preisaufgaben i bekannt. Preisträger würben: 1 stud. theol. Rubolf Damerau mit einer [ Arbeit über bas Thema: „Die Sehre von ber Offen- - barung unb bem Worte Gottes bei Gabriel Biel . Seele Gott unmittelbar genug spürt, um alle Gedanken unb Bilder von ihm darüber fahren zu lassen. Alle Mystik habe ihr Ziel, so fuhr der Rektor fort, in einer unmittelbaren Gottesgewißheit. Es erhebe sich die Frage: „Ist in der Mystik nicht die wesensnotwendige Fortbildung des Protestantismus gewiesen? Ist Widerstand dagegen nicht ein Sichklam- mern an eine überwundene Stufe der Religion?" Die Frage werde verstärkt durch bie geschichtliche Behauptung, ber Protestantismus sei selbst aus ber Wurzel ber mittelalterlichen beutschen Mystik (Meister Eckhart, Tauler) entsprungen. Diese Anschauung sei aber, obwohl man sie heute in neunzig von hunbert Büchern über bie Geschichte bes beutschen Geistes lesen könne, grunbfalsch. Sie träfe roeber für Suther zu, ber vor feiner Bekanntschaft mit ber beutschen Mystik alle wesentlichen Erkenntnisse in einem bitter einsamen Ringen erworben hätte, noch für bas beutsche Volk. Denn bie beutsche Mystik des Mittelalters wäre überroiegenb eine Klosterbewegung gewesen unb bränge nur wenig in breite Volkskreise. Es hätte stärkerer Energie beburfi, um bie Revolution Suchers zur (Entlobung zu bringen. Wenn also bie Geschichte ein einbeutiges Urteil über bas Verhältnis von Protestantismus unb Mystik versagt habe, so bleibe nur bie Aufgabe, es aus ber Wefensbestimmung von beiben selbst zu entwickeln. Dazu müßten beibe über ihre Deutung ber Wirklichkeit befragt werben. Zunächst ihre Deutung ber Natur. Die Naturmystik sei bie reichste Quelle bes reliaiösen Empfin- bens bes mobernen Menschen. Aus der Mystik der Renaissance (Giordano Bruno) sei ein pantheistisches Naturempfinden in Deutschland eingeströmt, bas im jungen Goethe seinen schönsten Ausbruck unb bei Schleiermacher bie stärkste Berührung mit bem Christentum gefunben habe. Sucher sei mit ber Mystik einig in ber innigen Durchbringung ber Welt durch Gott. Sein Gott sei ebenso wenig wie der Goethes „ein Gott, der nur von außen stieße". Aber er habe die Wirklichkeit anders als die harmonische Naturmystik geschaut. Tod, Kampf und Seid in der Natur hätten es unmöglich gemacht, Gott eindeutig aus ber Natur zu erkennen. Darum verbecke bie Natur Gott, statt ihn zu offenbaren. Eine bebeutenbe Verbinbung lutherischer unb mystischer Naturanschauung zeige die Mystik Jakob Böhmes. Auch in ber Deutung bes menschlichen Daseins sei bie Mystik, z. B. Meister Eckharb geneigt, bie harten Seiten ber Wirklichkeit zu übersehen. Sie wolle ben Menschen gegen Seib unempsinblich machen unb rufe ihn heraus aus ber Welt bes Streites. Sie fei barum keine kämpferische Religion. Auch bie Tiefe ber eigenen Seele, in ber sie bie Gottesbegegnung suche, sehe nach Suchers Ueberzeugung anders aus, als die Mystik sie schildere. Die Mystik halte die Schuld bes Menschen für etwas Wesenloses, wäh- renb sie nach protestantischer Auffassung aus bem Ich bessen, ber sie begangen habe, nicht ausgestrichen werben könne. Die Mystik wolle baher folgerichtig bas Ich bes Menschen überhaupt auslöschen. Sie entpersönliche ihn, benn bas wahre Wesen liege allein in ber überinbioibuellen Einheit, bie ben Der Kommissar sah ben aufgeregten jungen Mann mit eigentümlichen Blicken an: „Hören Sie", meinte er etwas scharf, „Sie sollten es sich überlegen, ehe Sie einen Menschen so ohne Beweise verbächtigen. Was soll benn Herr von Liewen mit bieser jungen Dame Furchtbares Vorhaben? Sie denken sicherlich an Mädchenhand^ unb so. Lieber Herr, bas kommt eigentlich nur noch in Romanen vor, aber nicht mehr im Sehen! Unsere Häfen finb jebenfaUs so gut bewacht, und unsere Polizei ist so gut organisiert, daß es verdammt schwer fallen dürfte, ein junges Mädchen gegen ihren Willen außer Sandes zu bringen, unb vollenbs zu solchen Zwecken, wie Sie vermuten. Nein, nein, bas sinb alles Phantasien, bie bas Publikum aus Schauerromanen schöpft. — Der Vormunb will eben nicht, baß fein Munbel sich so jung binbet. Das mag für Sie bedauerlich sein, aber es ist gesetzlich nichts dagegen zu machen. „Aber verstehen Sie doch!" schrie Malte außer ^er Kommissar erhob sich und machte eine halbe Bewegung: „Wenn Sie durchaus auf Ihrem Verdacht bestehen, Herr, dann wenden Sie sich bitte an ben norwegischen Konsul — bem liegt ja vertragsmäßig der Schutz seiner Sandsleute ob. Erst wenn der einen Grund zum Einschreiten sieht, sind wir zuständig." Der Ton des Beamten war scharfer geworben. Malte wollte noch etwas sagen, aber bann schwieg er unb lief grußlos hinaus. Der Kommissar sah ihm nach: „Auch einer, ben bie Eisersucht Gespenster sehen läßt", sagte er halblaut zu bem Aktuar hinüber. „Wofür bie Polizei alles gut fein soll?!" Unb mit einem kleinen Seufzer vertiefte er sich in ben Morgenrapport. * Mit müden Schritten kam Malte eine Stunde später von dem norwegischen Konsul zurück. Der Konsul hatte seine Erzählung ebenso ungläubig angehört wie der Polizeikommissar. Aus Maltes Drängen hin erklärte er sich endlich bereit in Norwegen recherchieren zu lassen, ob es mit der Vormundschaft des Barons von Siemen feine Richtigkeit habe. Wenn dort alles in Ordnung ist, mein Herr, dann können wir nichts tun — unb wollen es auch nicht!" diaskopifch projiziert unb durch einen Futterungs- oersuch würbe gezeigt, wie biese Spinnentiere ihre Beute ergreifen unb töten. Nie Reichskolonialflagge weht. Die Mitglieber ber Vereinigung für koloniale Wiebergewinnung unb eine Anzahl Gäste hatten sich am gestrigen Sonntag um 11.30 Uhr zur feierlichen Hissung ber Reichskolonialflagge zusammen- gefunben. Kolonialfreunb Holtz -Winbhuk ergriff bas Wort zu einer kurzen Ansprache unb führte u. a. folgenbes aus: Wenn heute am Tage bes 50jährigen Kolonialjubiläums am Mast ber Bereinigung für koloniale Wiebergewinnung bie Reichskolonialflagge hochgehen wirb, so soll uns bieser Festakt mit erneutem Nach- bruck an bie Forberung auf Wieberherausgabe unserer geraubten Kolonien erinnern. Es ist bies bas erste Mal im jungen Deutschland baß in unserer Heimatstabt Gießen, dem jahrelangen Sitz kolonialen Schaffens und Wirkens, diese Fahne gehißt wird. Zusammen mit bem siegreichen Revolutionsbanner unb ber alten ruhmreichen schwarz-weißroten Flagge soll bte uns immer ein Symbol sein an unsere vorerwähnte Forberung, bie Kolonien zurückzuerobern, so lange sie von fremben Mächten verwaltet werben. Neuen Mut unb Schaffenskraft soll uns bie Fahne verleihen, bis bas Moraenrot bes Tages anbrechen wirb, an bem jene Sanbe, geschaffen burch beutschen Geist unb beutsche Arbeit, wieder unser Eigentum finb. Dort im Süden unter der heißen Tropensonne Afrikas liegt so mancher tapfere deutsche Soldat und mutiger Kolonialpionier begraben. In dieser Feierstunde geziemt es uns, daß wir uns ihrer Entbehrungen und ihres Heldenmutes erinnern. Niemals dürfen wir es dulden, daß unsere Kolonien für immer in ben Besitz frember Mächte übergehen. Es erfolgte bann bie Flaggenhissung, unb mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf unser Deutsches Vaterlanb, seinen starken Führer Aböls Hitler unb ben kolonialen Berbänben würbe bie einbrucksvolle Feier geschlossen. Anschließenb fanb bie Besichtigung bes Vereins- heims statt. GratiSzündhölzer beim Tabakwarenkauf verboten. Das Einigungsamt für Wettbewerbsstreitigkeiten beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag hat einen Spruch gefällt, der sich mit der unentgeltlichen Verabfolgung von Zündhölzern beim Verkauf von Tabakwaren befaßt und für den Einzelhandel von erheblicher Bedeutung ist. Der Spruch lautet: Die unentgeltliche Verabfolgung von Zündhölzern in Buch- und Schachtelform beim Verkauf von Tabakwaren im Kleinhandel an ben Verbraucher ist als verbotene Zugabe im Sinne ber Verorbnung vorn 9. März 1932 anzusehen. Es hanbelt sich bei bem oorliegenben Fall um Zünbhölzer in Buchform, sog. Jupiterzünbholzer. bie auf ber Innenseite ben Stempelaufbruck bes Beklagten trugen, ferner Zünbhölzer in Schachteln, bet welchen auf ber Vorberseite die gedruckte Firmen- angabe des Beklagten aufgetlebt war. Vornonzen. — Tageskalender für Montag: Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr, Cafä Leib, Schulungsabend. — Amt für Beamte, Fachschaft Reichspost, 20.30 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schulungs- und Kameradschaftsabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Polizeiakte 909". — Verein ehemaliger 116er, 20.30 Uhr, „Poftkeller", außerordentliche Mitgliederversammlung. ♦ ** Wechsel im Vorstand ber Luft- Verkehrs - Gesellschaft Oberhessen- Lahngau. An Stelle ber ausgeschiebenen Vor- ftanbsmitglieber ber Luftverkehrsgesellschaft Ober- Hessen-Lahngau Hauptmann Behrenbs unb Regierungsrat Schmibt ist Provinzialrat Vogt in Gießen zum Vorftanbsmitglieb ber Luftverkehrsgesellschaft Oberhessen-Lahngau bestellt worben. 2. Den vollen Leydheckerprels erhielt Erich K l u s k a für feine Arbeit: „Das Gemeindeideal Wicherns". 3. stud. phil. Liselotte Röder mit der Arbeit: „Oliver Wendell Holmes als Vertreter amerikanischen Diktorianertums." 4. Rudolf Wefenberg- Gießen mit einer Arbeit: „Es soll Entstehung und Wesen, Geschichte und Formentwicklunq des deutschen Sakramenthauses im besonderen an Beispielen Hessens und des Mittelrheingebietes dargestellt werden." 5. Aloys Seiler, Hochheim bei Worms mit der Arbeit: „Beiträge zur Geschichte des Bistums Worms." 6. Heinz Thomas, Gießen, mit einer Arbeit über: „Die Sehnenkongruenz der algebraischen gewundenen Kurve dritter Ordnung ist Trägerin eines ternären Gebietes. Man soll die Geometrie der automorphen Transformationen der Sehnenkongruenz studieren, die durch die linearen Substitutionen des ternären Gebietes induziert werden." Sämtlichen Preisträgern ist von den Fakultäten der volle Preis zuerkannt worden. Den Diezpreis erhielt Studienreferentar Hans Zinser auf Grund der von ihm eingereichten Arbeit: „Jerome-Jean Tharaud und Romain Rolland. Problemstellung und Problembehandlung im Umkreis der zeitgenössischen französischen Literatur". Don der Osann-Beulwitz-Stiftung wurde nach den Gutachten der Fakultäten folgenden Studierenden je ein voller Preis zuerkannt: cand. med. Leonhard Backmann für seine Arbeit: „Die in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen seit 1896 behandelten Fälle von Hirngeschwulst sollen zusammengestellt, nach bestimmten Gesichtspunkten geordnet und besonders im Hinblick auf die psychischen Symptome beschrieben werden". stud. med. Karl 21 r mb ruft für seine Arbeit: „Deutung komplizierter Ohrmuschelformen bei Säugetieren". stud. med. Georg Relz für seine Arbeit: „Vergleichende Untersuchungen über Blut- und Milchge- rinnung". cand. phil. Ludwig H ö r r für seine Arbeit: „Aufklärerische und romantische Züge im Werke Percy Bysshe Shelley". cand. phil. Johann Hummel für seine Arbeit: „Die Reste griechischer Wirtschaftsbücher in der Papyrussammlung der Gießener Universitätsbibliothek und in der Sammlung Janda sollen entziffert und erläutert werden". cand. rer. nah et math. Karl Ernst Rhein- furth für seine Arbeit: „Welche wiederkehrenden Wettertypen sind im Ablauf des Jahres in Deutschland festzustellen?" Von den für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber ausgeschriebenen Preisen wurde ein solcher zuerkannt: Prof. Lic. D. Adolph- Gießen für die Bearbeitung des Themas: „Die Auseinandersetzung des gegenwärtigen Protestantismus mit dem Existenzproblem". Seine Magnifizenz sprach den Preisträgern seine herzlichen Glückwünsche aus. Rach dem Rektor sprach für die Gießener Studentenschaft der Hochschulgruppenführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Gießen pg. Bernhard Edler von Graeve. Er nahm für die Studenten in Anspruch, daß sie das lebendige politische Gewissen der Universität darstellten und daß bei der erfolgreichen Zusammenarbeit im letzten Jahre die Studenten die aktivere Rolle gespielt hätten. In den Vordergrund seiner Ausführungen stellte der Redner das Problem Staat und Bewegung in ihrer gegenseitigen Beziehung. Man könne erst vom totalen Staat sprechen, so fuhr er weiter, wenn es gelungen sei, den totalen Menschen zu formen. In dieser Aufgabe gäbe es keine Trennung von Politik, Kultur und Religion. Der deutsche faustische Drang nach Einheit sprenge in seiner Lebendigkeit starre Formen. Bei aller Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit wäre es das Gesetz des Handelns, zu verhindern, daß die bisher erstrebte Reinheit der Wissenschaft nicht in den doppelsinnigen Ausdruck der Sterilität münde. Der Hochschulgruppenführer wandte sich damit auch gegen alle Phrasen von gesetzmäßiger organischer Entwicklung, die sich im Massenwahn des Marxismus selbst gerichtet hätten. So wie es vom Steinhaufen züm stolzen Bau eines Domes keine Entwicklung gäbe, sondern nur Arbeit und verantwortungsbewußte Gestaltung von Natur und Lebensgesetzen, so könne auch der Bau des Staates nur durch die Leistung entstehen. Darum gelte es, wirkliche Werkverbundenheit gegen abstrakte Geistesakrobatik zu erziehen. Die politische Schulung der Gießener Studentenschaft habe im wesentlichen zwei Aufgaben. Einmal, dem jungen Menschen die innere Haltung zu geben, die ihm gestatte, seine Aufgabe an Staat und Volk aus der tiefsten Verantwortung seines Seins zu erfüllen; zweitens aber, ihm auch das positive Wissen als Rüstzeug für diese Aufgabe in die Hand zu geben. In dieser Erziehungsaufgabe fände sich die Studentenschaft mit allen wertvollen Kräften der Hochschule in gemeinsamer Arbeit, für deren bisherigen Erfolg der Redner dem Rektor und den mitarbeitenden Professoren dankte. Man sei zufrieden, so fuhr von Graeve fort, wenn an der Hochschule ein kleiner, fest geschlossener Kreis von verantwortungsbewußten und von der gemeinsamen Aufgabe durchdrungenen Menschen vorhanden sei. Heute, wo irgend welche Verräter an der nationalsozialistischen Revolution nach zwanzig Jahren Freiheitskampfes der Deutschen an der Zielsetzung und Ausgangsstellung unseres revolutionären Kampfes sich vergängen, sei es besonders wichtig, daß diese Aufgaben im Vordergrund stünden. Millionen des Weltkrieges und Hunderte von Toten der nationalsozialistischen Revolution seien für ein anderes neues Deutschland gestorben. Die Zerschlagung des Verrats von Versailles und Weimar fei nicht das Endziel unserer Revolution. Die Ausgangsstellung und Geisteshaltung unseres Kampfes sei nicht der spießerische Herdeninstinkt von Ruhe und Ordnung, sondern < immerwährender Kampf und Bewegung. Was immer auch kommen möge, der Nationalsozialismus fände in feinen wirklich Getreuen eine Gewalt, die es uns gestatte,'von vorne anzusangen. Wir haben ein Jahr in friedlicher und ruhiger Aufbauarbeit an Staat und Volk gewirkt, und wenn man uns heute zwänge, die Revolution in ihren Grundfesten vor Verrat zu schützen, sind wir bereit, nach alter Weise auf der Straße für sie zu kämpfen. Dann würde aber die Schuld auf jene fallen, die uns zu diesem Schritt zwängen. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem Wort Walter Hänsels: „Und wird die. Faust uns schwach von Schwielen, wir glauben unsren erogen Zielen und glühen Feuerbrände und hoffen tief in harter Schmach auf Deutschlands Sonnenwende." Oer Ausklang des Tages. Der Nachmittag brachte sportliche Darbietungen uno die Endwettkämpfe der Studentenschaft auf dem Universitätssportplgtz. Unter den zahlreich erschienenen Zuschauern sah man auch u. a. Ministerialrat Ringshausen. Der Abend vereinigte Dozenten und Studenten mit ihren Familien und die Gießener Bevölkerung in der Volkshalle zu einem gemütlichen Zusammensein mit Tanz. Im Verlaufe des Abends war die Siegerverkündigung und Verteilung der Preise der nachmittags stattgefundenen Wettkämpfe. Die Reichsjugendwettkämpfe der Schulen in Gießen. Oie Wettkämpfe der Mädchen. Wegen der ungünstigen Sportplatzverhältnisse mußten die Wettkämpfe der Mädchen schon vor dem eigentlichen Termin stattfinden. Die Wettkämpferinnen aller Mädchenschulen sammelten sich am Wernerwall und zogen gemeinsam unter Gesang zum Universitätssportplatz. Eine kurze unvorbereitete Körperschule leitete den Dreikampf ein. Durch die ungünstige Witterung waren die Leistungen in den Kämpfen beeinträchtigt. Trotzdem wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. Siegerlifte der Mädchen. Jahrgang 1 922 /23 (Teilnehmerzahl 104, Sieger 62): 1. Schmidt, Gertrud (Lyzeum), 60 Punkte; 2. Heißler, Elisabeth (Schillerschule), 56 P.; 3. Stein, Inge (Pestalozzischule), 54 P.; 4. Krausch, Liselotte (Lyzeum), 53 P.. 5. Emmrich, Liselotte (Schillerschule); Burkhard, Lotte (Lyzeum), je52P.; 6. Licher, Liselotte (Goetheschule); Grau, Wilhelmine (Goetheschule); Buß, Hermine (Gymnasium), je 51 P.; 7. Hartmann, Elli; Wurm, Ilse; Ferger, Margot (sämtlich Schillerschule), je 48 P.; 8. Pflü- aer, Hilde; Repp, Hilde (sämtlich Schillerschule); Knorr, Sieglinde (Goetheschule); Bender, Marie (Goetheschule); Strauch, Käthe (Pestalozzischule); Pfeffer, Hilde (Lyzeum), je 47 P.; 9. Sievers, Emmi; Vogel, Erika; Herrmann, Anneliese; Frey, Elfriede (sämtlich Goetheschule); Markart, Friedel (Schillerschule); Meyer, Annemarie (Lyzeum); Clarius, Heilwia (Lyzeum), je 46 P.; 10. v. Bentheim, Erika (Lyzeum); Zöll, Helga (Pestalozzischule), je 45 P. Jahrgang 1920/2 1 (Teilnehmerzahl 107, Sieger 63): 1. Seim, Else (Lyzeum), 65 Punkte; 2. Schäfer, Liselotte (Lyzeum), 63 P.; 3. Schaefer, Erika (Lyzeum); Kröck, Annemarie (Lyzeum), je 59 P.; 4. Sessous, Dorette (Lyzeum), 58 P.; 5. Reibeling, Ilse (Schillerschule); Wolf, Ortrud (Lyzeum), je 57 P.; 6. Wahl, Frieda (Schillerschule), 56 P.; 7. Georg, Anneliese; Köhlinger, Margot; Keßler, Lotte; Ockel, Marianne (sämtlich (Lyzeum), je 55 P.; 8. Schember, Erna (Schillerschule), 50 P.; 9. Schickel, Gertrud; Löffler, Elli; Gans, Gertrud (sämtlich Schillerschule); Ludwig, Else (Goetheschule), je 49 P.; 10. Jakoby, Lilli (Goetheschule); Treusch, Liselotte; Becker, Hildegard; Becker, Liselotte; Hubing, Anneliese (sämtlich Lyzeum); Schmitz, Liesel (Schillerschule), je 48 P. Jahrgang 1918/19 (Teilnehmerzahl 26, Sieger 13): 1. Seipel, Liselotte (Lyzeum), 52 Punkte; 2. Jochum, Greta (Goetheschule), 50 P.; 3. Fuchs, Hildegard (Oessentl. HEelslehranstalt); Kreuzburg, Margot (Lyzeum), je 49 P.; 4. Lenz, Liselotte (Lyzeum), 48 P.; 5. Bauer, Gertrud (Lyzeum); Georg, Otti (Lyzeum), je 46 P. Jahrgang 1916/17 (Teilnehmerzahl 8, Sieger 4): 1. Weyel, Margrit (Lyzeum), 55 Punkte; 2. Seim, Marie (Oeffentl. Handelslehranstalt), 49 P. Oie Giegerliste der Knaben. Jahrgang 1 922/23: 1, Klinke! (O-R.) 65 Punkte; 2. Kuse (O.-R.), Luh (Rea ), Knaus (Realg.) je 62 P.; 3. Ehmann (Goe.) 61 P.; 4. Gilbert (Rea.), Neuser (Rea.), Schneuker (Rea.) je 58 P.; 5. Kauß (OR.), P. Kümmel (OR') je 57 P.; 6. Boll (Rea.), Engel (OR.), Heinz (Pe.j, Grah (Rea.), Demper (Pe.) je 56 P.; 7. Eckel (Pe.), Frischholz (Pe.), Obermann (Rea.) je 55 P.; 8. Mootz (Goe). Hainer (Pe.), Rein (Goe.) je 54 P.; 9. Kraft (Pe), Krieger (HP.), Gottschalk (Rea.), Launsbach (Rea.), Kleemann (P.), Teubert (Rea.), Schmidt (HP.), Schom- 6er (Pe.) je 53 P.; 10. Döll (Rea.), Feuster (Pe.), Renner (Gy.), Rupventhal (OR.) je 52 P.; 11. Funk (Pe.), Jsheim, (OR.), Limberger (Rea.), Meurer (Pe.) je 51 P.; 12. Balser (Schi), Gaß (Gy.), Maier (Rea.) je 50 P.; 13. Bischoff (Gy ), Dunkel (Pe.), Hellroia (Rea.), Rochlitz (Goe.), Theis E. (Pe.), Theis W. (Pe.), Stratmann (OR.), Schädlich (Pe.), Schmidt (Rea.), Stieler (Ooe.) je 49 P.; 14. Herrmann (Goe.), Knapp (OR.), Schunk (Rea.) je 48 Punkte; 15. Erlemann (Pe.), Rausch (Pe.), Schenk (OR.), Schmidt (Pe.), Schneider (Pe.), Wack (Pe.) je 47 P.; 16. Hirsch (Pe.), Pfeiffer (Pe.), Seitz (Goe.) je 46 P., 17. Baumann (Pe.), Becker (Gy.), Dietrich (Pe.), Mahr (Pe.), Roth (Schi.), Simons (HP.), Schlosser (Gy.), Schröder-(Goe;), Wolf(Goe.), Sturm (OR.) je 45 P.; 18. Rodhagen. (Goe.), Knorr (OR.), Lock (Pe.), Manns (Gy.), Maus (Goe.) Schütz (OR.), Schmittdiel (Pe.) je 44 P.; 19. Kramarznk (Schi.), Köttgen (Gn.), Adolph (Pe.), Müller (Goe.), Nutzenberger (Pe.), Schönte (Pe.), Volk (Rea.), Wagner (Gy.), Wallenfels (Gy.) je 43 P.; 20. Ewald (Gy.), Keil (Pe.), Heeg (Pe.), Koch (Goe.), Kretschmann (Pe.), Müller (Rea.), Pötz (Pe.), Schmidt (Gy.), Schulz (Schi.), Wolgast (Pe.) je 42 P.; 21. Althaus (Goe.), Habeth ($oe.), Dingler (Gy.), Veith (Goe.), Mohr (Goe.), Wickert (Goe.), Strauch (Goe.) je '41 P.; 22. Happel (Rea ), Lippert (Rea.), Rink(Pe.), Stephan (Rea.) je 40 Punkte. Jahrgang 1 920/21: 1. Goß (Gy.) 90 P.; 2. Uhrberg (Rea.) 83 P.; 3. Ott (OeH.) 76 P.; 4. Göbel (Gy.), Wank (OR.) je 71 P.; 5. Vogt (Rea.) 69 P.; 6. Berkenloff (HP-), Brückel (Rea.) je 67 P.; 7. Schreier (Goe.), Stock (VH.) je 66 P.; 8. Rinn (OR.), Will (OR.) je 65 P.; 9. Schmidt (Pe.), Jung (Pe.) je 64 P.; 10. Pflüger (Pe.), Topp (Rea.) je 63 P.; 11. Binfel (Rea.), Braun (Rea.), Hermes (OR.), Pletfch (Goe.), Schwarz (Goe.), Stehr (Rea.), Jughardt (Rea.), Merker (Rea.), Rücker (Rea.) je 62 P.; 12. Schlitz (Pe.), Seim (Goe.) je 61 P.; 13. Berg (Goe.), Kirdorf (Rea.), Scherer (Goe.), Schneider (OR.), Werner (Goe.), Möckel (Rea.) je 60 P.; 14. Ganz (Rea ), Weigel (OR.), Linkmann (Goe.) je 59 P.; 15. Amend (OR.), Müller (Goe.), Schaub (Rea.), Schwender (Rea.) je 58 P.; 16. Fuchs (Rea.), Bördner (Pe.), Siegfried (Rea.), Zück (OR.) je 57 P.; 17. Balfer (OR.), Müller (Rea.), Brück (OR.), Tag (VH.) je 56 P.; 18. Brück (OeH.), Hallenberger (Rea.), Rüsch (OR.), Noll (P.), Zimmer (Rea.) je 55 P.; 19. Babel (Goe.), Brüggemann (Gy.), Heisler (Pe.), Feller (Rea.) je 54 P.; 20. Hahn (OR.) 53 P.; 21. Adolph Ph. (Gy.), Becker (HP.), Hausrath (Pe.), Hengst (Rea.), Hölters (OR ), Gemmer (Pe.), Gilbert (Goe.), Trommers- höuser (OR.), Schlamp (Pe.), Volkert (P.), Heller (Goe.) je 52 P.; 22. Bonarius (Pe.), Gaubach (OR.), Wagner (Goe.), Oberlies (Pe.), Otto (OR-), Wagner (VH.), Schmuck (VH.), Müller (Pe.), Weingärtner (Goe.), Winterhoff (Rea.) je 51 P.; 23. Lehmann (GyZ, Lutze (Goe.). Steinmüller (OeH.), Wolf (Goe.) je 50. P.; 24. Mayer (Rea.), Rausch (Rea.), Volk (Rea.) je 49 P.; 25. Bernard (Pe.), Engelbach (OR.), Heog (Pe.), Kirchner (Pe.), Röh» mig (VH.), Storck (Pe.) je 48. V.; 26. Franz (Rea.), Jäger (Goe.), Otto (Goe.), Sahl (Pe.), Weiß (Rea.), Willaredt (Pe.) je 47 P.; 27. Frenk (Rea.). Deibel (Rea.), Pfeiffer (HP.), Schieferstein (Rea.), Schwarz (Ve.), Seuling (Pe.) je 46 P.: 28. Kraft (Pe ), Schmidt (Goe.), Schwarz H. (Goe.), Schwarz O. (Goe.), Stehr (Goe.) je 45/P.; 29. Bühler (Gy.), Buffier (Rea.), Hassend (Goe.), Hebstreit (Rea.), Linkmann (Goe.), Meissinger (OeH.), Müller (Rea.), Klein (OR.), Otzwald (OR.), Schmittdiel E. (OeH.) je 44 P.; 30. Nachtigall (Rea.), Rullmann (Goe.), Törner (Goe.). Sammet (Pe.). Weimer (Goe.) je 43 P.; 31. Adam (Rea ), Köttgen (Gn.)/ Riebeck (Ve.), Schuld! (Ve.) je 42 P.; 32. Götz (Pe.), Lotze (Gy.), Ludwig (Gy.), Reichmann (Rea.), Semmler (Goe.) je 40 Punkte. Jahrgang 1918/19: 1. Klen (OR.) 82 Punkte: 2. Löw (HP.) 74 P.; 3. Möll (Rea.) 73 V:; 4. Allmenröder (HP.) 68 V.; 5. Dormann (OeH.), Setzer (Rea.) je 65 P.; 6. Hönae (Reo.), Jäger (HP.) je 64 P.: 7. Deiker (VH.) 63 V.: 8. Gitbert (Rea.), Göbel (OR.), Martern (OR.) 58 P.; 9. Herrmann (HP). Ortbwein (Gn.), Schmidt (OR.) je 57 P.; 10. Bork (Rea.) 56 V.: 11. Häuser (DH ), Manns (Gy.) je 54 P.; 12. Hasenzahl (OR.), Kraft (VH ), Langsdorf (Rea.) 53 P.; 13. Hofmann (OR.), Neu (Rea.). Reinewald (Gy.), Seibert (OR.) je 52 P.; 14. Christ (OR.), Butter (Rea.), Haas (VH.), Lenz (OR.) je 51 P; 15. Krenzien (Gy.) 50 P.; 16. Heller (Pe.), Jmmel (Rea.), Wiegand (OeH.) je 49. P.; 17. Hoffmann (Rea.). Genanaqel (VH.)> Krömer (OeH.), Ovvenheimer (Rea.), Seibert (OeH.), Werth (HP.) fe 48 D.; 18. Fink (VH ), Häuser (VH.), Weiß (Rea.), Wacker (Rea.), Zimmer (HP.) je 47 P.; 19. Einhäuser (Rea.), Voael (OeH.) je 46 P.; 20. Damm (DH.), Göbler (HP.), Töpfer (Rea.), Teppler (Rea.), Weyel (OR.) fe 45 P.; 21. Glänzer (OeH.) 43 P.; 22. Dapper (Goe.), Kröck (HP.), Möll (Rea.) je 42 P. Jahrgang 1916/17: 1. Menges (OR.) 58 Punkte; 2. Volk (Rea.) 54 P.; 3. Pieper (Rea.) 52 P.; 4. Blaß (Rea) 51 P.: 5. Seibert (Rea ), Weitel (Gy.) je 50 V.; 6. Feist (Gn.) 49 P.; 7. Binget (HH.), Noll (Gn.), Schraub (Gy.) je 48 P.; 8. Falls (Gy ), Doat (VH.), Wagner (Rea.) je 47 V.; 9. Ktingetböfer (HP.), Lautenbach (Rea.) je 46 P.; 10. Hill (OR.), Laudon (OR.). Schmutbach (Rea.) je 45 P.; 11. Kern (HP.), Müller (Gy.), Sorg (Rea.) je 42 P.: 12. Reuning (Gy.), Seim (Gy.) je 41 P.: 13. Hummel (Rea.), Kreiling (OR.), Schmittdiel (HH.) je 40 P. Jahrgang 1915 und älter: 1. Rieder (OR.) 58 Punkte; 2. Strack (Ren.) 56 D; 3. Rodri- auez (Gy.) 55 P.: 4. Linper (OR.) 50 P.; 5. Knapp (OR.) 49 P.; 6. Diehl (Rea.) 42 P. Karl Dieter Albert Unsere Brigitte hat heute ein Brüderchen bekommen 3ofef Röder und Frau Maere, geb. Beil z. 3- Evangelisches Schwesternhaus Gießen Gießen (Bückingstraße 5), den 30. Juni 1934 3926 D 2326 A und zum Bauen Abermann Lichtspielhaus •Gießen Ab heute Montag täglich 4, 6 und 8.30 Uhr: Liane Haid Viktor de Rowa in dem spannenden und geheimnisvollen Kriminal-Film 3909C Polizei-Akte 909 I(Der Fall Tokeramo) j mit Paul Henkels und Bern- I hard Götzke. Vorher ausgezeichnet. Beiprogramm, u. a.: I Carnera-Paolino I im Kampf um die Welt-Meisterschaft. I Außerdem die Ufa-Ton-Woche. I Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 26. Juni 1934 bei der Firma h. Schaffslaedl, Gesell- schaft mit beschränkter Haftung in Gießen, eingetragen: Otto Bergen -ist als Geschäftsführer ausgeschieden. Ferdinand Wagner in Gießen ist zum zweiten Geschäftsführer bestellt; er ist nur zusammen mit einem Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Karl Fester in Gießen ist Prokura erteilt mit der Maßgabe, daß er nur zusammen mit dem zweiten Geschäftsführer zur Vertretung berechtigt ist. 39250 Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 27. Juni 1934 bei der Firma Luffverkehrakliengesell- schaft Oberhessen-Lahngau, Gießen, eingetragen: Prooinzialrat Heinrich Vogt in Gießen ist zum Vorstandsmitglied bestellt. Hauptmann Behrends in Gießen und Regierungsrat Ludwig Schmidt, daselbst, sind als Vorstandsmitglieder ausgeschieden. Hessisches Amtsgericht. 39240 Bekanntmachung. Freitag, den 6. Juli 1934, um 14 Ahr, werden im Hofe der Polizeidirektion Gießen nachstehende Fahrzeuge öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 39150 1 Personenkraftwagen (Limousine), Marke „Chevrolet", Baujahr 1929, 46 PS, 3137 ccm, fünffach bereift, gut erhalten. 1 Motorrad, Marke „Zündapp", Baujahr 1928. 1 Herrenfahrrad, Marke „Diamant". Die Fahrzeuge sind eine Stunde vor der Versteigerung am Dersteigerungsort zur Besichtigung ausgestellt. Gießen, den 28. Juni 1934. Hessische Polizeidirektion. I. A.: Beat e. Alsfeld, den 1. Juli 1934. Betreff.: Hotel „Oeutfches Haus" in Alsfeld Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß obiges Anwesen von dem seitherigen Inhaber Hermann Schmal! vom i.Zuli ab unveräm dert weitergeführt wird. 3914 D Bürgermeisterei Alsfeld. Or. Dölsing. 3908 V Sauerkirsch- Süfckirsch- Marmelade Opekta Aus Früchten gewonnen Rezept 3 Pfund entsteint gewogene Sauerkirschen und 1 Pfund entsteinte möglichst dunkle Süßkirschen sehr gut zerkleinert» und mit 4 Pfund Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten stark durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfennig hinzurühren und sofort In Gläser füllen. — Ausführliche, Illustrierte Rezepte für alle Früchte und Etiketten für Ihre Marmel^dengläser liegen jeder Flasche bei. Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für 31/» Pfd. Marmelade 45 Pfennig, für Tortenüberguß 23 Pfennig. — Genaue Rezepte sind aufgedruckt. Achtung! Rundfunk! Sie hören während der Einmachzeit über alle deutschen Sender jede Woche den interessanten Lehrvortrag aus der Opekta-Küche „10 Minuten für die fortschrittliche Hausfrau**. — Rezeptdurchgabe! Die genauen Sendezeiten ersehen Sie aus den Rundfunk-Zeitungen. •Mit 0ftekta M4*d 3&ie Mawneßaele £ifäigeb! Früher — ohne Opekta — nahm man auf 4 Pfund Früchte etwa 3 Pfund Zucker; das waren zusammen 7 Pfund. Man mußte jedoch eine Stunde und noch länger kochen, bis die Masse endlich fest wurde; dann war aber durch das stundenlange Kochen ein Drittel bis fast die Hälfte eingekocht. Von 4 Pfund Früchten und 3 Pfund Zucker, also von zusammen 7 Pfund, erhielt man nur etwa bis höchstens 5 Pfund Marmelade Solche Kochverluste gibt es mit Opekta nicht mehr; denn die Kochzeit beträgt ja heute nur noch 10 Minuten. Und jetzt überlegen Sie einmal I Man erhall ohne Opekta: aus 4 Pfd, Früchten + 3 Pfd, Zucker ca, 4*1 q Pfd, .Marmelade mit Opekta: aus 4 Pfd. Früchten 4- 4 Pfd. Zucker ca, 8 Pfd. Marmelade Wenn man Opekta verwendet, erhält man also so viel an Marmelade mehr, daß man das Opekta nicht allein ganz umsonst hat, sondern daß außerdem noch jedes einzelne Pfund Marmelade erheblich billiger in der Herstellung wird. ... MndL 4aga tagt xU» xla$u? „Opekta kann man mit Appetit verwenden, da bs ein natürliches Produkt ist, wos sogar noch Aroma und Geschmack der Marmelade erhöht. Bin auf meinen Marmeladenschatz sehr stolz, besonders, da ich viel Geld gespart habe." L.