Aeitag,2. März 1934 184. Jahrgang Nr. 52 Erstes Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen , , Ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer Ä 4b d für die Mittagsnummer Sonntags unb Seiertags All» ■ ▼ . - T bis8>/,UhrdesB°rmittags sh Giekener Ammer ®h Auch Äi Nichterscheinen I U V B ”>5 «rmähigte Grundpreis-:^ von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemem- infolge höherer Gewalt — „ ** nützige Anzeigen sowie em. -KWtz General-Anzeiger sm Sberhessen DMZ richten. Anzeiger Gießen Vereins-u. Tageskalender Zranlfurt am Main llGse Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatsyuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 im Textteil 12 Rpf. je mm Eden überraschend schnell von Paris nach London zurückgetehrt. Noch feine (Stellungnahme Frankreichs zu den Abrüstnngsdenkfchristen Italiens und Englands, aber nur noch geringe Aussicht auf eine Verständigung. Die amtliche Mitteilung. Paris, 1. März. (DNB.) Großsiegelbewahrer Eden ist Donnerstag früh in Paris eingetroffen. Er begab sich sofort zur englischen Botschaft und hatte noch am Bormittag eine Besprechung mit Außenminister B a r t h o u, über die folgende arüt- liche Verlautbarung veröffentlicht wurde. Großsiegelbewahrer Eden ist von Rom zurückkommend, heute morgen in Paris eingetroffen und vom Ministerpräsidenten Doumergue und Außenminister B a r t h o u empfangen worden, die er über seine Besprechungen in Berlin und Rom in Kenntnis setzte. Im Verlaufe dieser Unterredung wurden die grundsätzlichen Richtlinien der britischen Denkschrift geprüft. Ministerpräsident Doumergue und Außenminister Barthou haben Herrn Eden angekündigt, daß sie diese Prüfungen fort- setzen werden und ihn in nächster Zeit von den Schlußfolgerungen unterrichten werden, die die französische Regierung treffen wird. Edin erklärte bei seiner Abreise von Paris: Es war der Mühe wert. Die Unterredung war weder positiv noch negativ. Ich muß jetzt die Mitteilung abwarten, die die französische Regierung finden wird, wenn sie die englische Denkschrift gründlich studiert hat. Frankreichs „Nein" wird vorbereitet. Die Pariser Presse über Edens Verhandlungen. Paris, 2. März. (DNB.-Funkspruch.) Die meisten französischen Zeitungen verbreiten bei der Erörterung des Besuches Eden die Anschauung, daß unter den gegebenen Umständen eine A b r ü - stung nicht in Frage komme. „Malin" berichtet, Außenminister Barthou habe Eden eine Abrüstungsstatistik unterbreitet, die au den Engländer einen großen Eindruck gemach habe. „I o u r n a l" erklärt, Außenminister Barthou habe Eden einen Bericht des Luftsahr t m i n i st e r s zur Kenntnis gebracht, der „keine Illusion über die Gefahren der deutschen Forderungen hinsichtlich des Flugzeugwesens bestehen lasse". Ferner habe Barthou Eden einen Bericht des Kriegsmini st ers Pe- t a i n über die Effektivbestände unterbreitet, der noch nicht einmal dem französischen Ministerrat vorgelegen habe. Dieser Bericht zeige nicht nur die Abrüstung, die Frankreich vorgenommen habe, sondern auch den „Ernst der Lage hinsichtlich des gegenwärtigen Standes der deutschen Streitkräfte". Schließlich habe Barthou ihm einen Bericht vorgelegt, den Senator Verenger im Auftrage des Landesverteidigungskomitees ausgearbeitet habe und den die Senatsausschüsse für Auswärtiges, sowie für Heer und Marine gebilligt haben. „Oeuvre" schreibt, Eden habe geltend zu machen versucht, daß auch die einfach st e Kontrolle immer noch besser wäre, als gar keine. Darauf habe man französifcherseits geantwortet, daß eine solche Kontrolle niemals den Verzicht auf die Aktionsfreiheit wettmachen könne. Die französische Reaierung solle beabsichtigen, vom Obersten Rat für Landesverteidigung einen Bericht über das Abrüstungsproblem anzufordern. Frankreich werde sich weigern, einen Rüstungsausgleich Deutschlands zu sanktionieren. Es werde am 10. April in Genf vor dem Büro der Abrüstungskonferenz das „Versagen Deutschlands" melden und bei dieser Gelegenheit in einem ausführlich gehaltenen Schriftstück die „französischen Opfer für die Abrüstung" anführen. „Echo de Paris" sagt, der Oberste Rat für Landesverteidigung werde demnächst zusammentreten und die französische Regierung werde seinem Gutachten entsprechend auf die vor einem Monat aus London gekommenen Vorschläge antworten, die unannehmbar seien. Durch Fortsetzung des zwecklosen Meinungsaustausches wurde man nur den Tag h i n aus f chieb en, an dem Frankreich und feine Verbündeten endlich die Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen ergreifen könnten, die notwendig seien, wenn der Friede gerettet werden solle. Der „Temps" wirft Deutschland vor, niemals die Abrüstung gewollt zu haben. Man habe oiejen Standpunkt nur vertreten, um die Genfer Arbeiten zu verwirren. Angesichts der deutschen und französischen Auffassungen verstehe man sehr schwer Die Haltung Englands und Italiens. Italien verfolge dabei wenigstens noch eine gewisse Logik, weil es aus der Freundschaft mit Deutschland politisch Nutzen ziehen wolle. England scheine aber gewillt zu fein, alle bisher erzielten Ergebnisse wieder fahren zu lassen. „Notre Temps" wirft der französischen Regierung vor, einen großen Teil der Verantwortung ür den augenblicklichen Stand der Rüstungsfrage zu tragen. Es habe eine Zeit gegeben, in der die ranzöfifche Regierung aufrichtig bereit gewesen sei, abzurüsten, um Deutschland nicht zur Aufrüstung London, 2. März. (DNB. Funkspruch.) Der am Donnerstagabend in London eingetroffene Groß- iegelbewahrer L d e n erklärte, daß sein Besuch in den drei Hauptstädten erfolgreich gewesen sei. Eine Reihe von Schwierigkeiten und Mihverstäud- nissen sei aus dem Wege geräumt worden. Er kenne seht die Ansichten von zwei Regierungen über das britische Memorandum und er erwarte, daß er in kürze st er Zeit auch die Ansicht der dritten Regierung erfahren werde. Eden wird am Freitag dem Staatssekretär des Aeu- ßern, Simon, dem Premierminister Macdo- n a l d und dem Lordpräsidenten des Geheimen Staatsrates, Baldwin, über das Ergebnis seiner europäischen Rundreise Bericht erstatten. „Daily Telegraph" schreibt, der Umstand, daß Eden in Paris nicht länger geweilt hat, um weitere Besprechungen mit den französischen Ministern zu führen, hat in britischen Kreisen einigermaßen überrascht. Er hatte früher die Absicht geäußert, seinen Aufenthalt um einige Tage zu verlängern, falls die französische Regierung zu Verhandlungen bereit sein sollte. Seine schnelle Abreise aus Paris gibt naturgemäß zu vielfachen Vermutungen Anlaß. Sicher fällt es dem französischen Kabinett nicht leicht, sich bei der schwierigen innerpolitischen Lage der Abrüstungsfrage zu widmen. Es gilt auch als sicher, daß in einem Koalitionskabinett, wie dem Kabinett Doumergue beträchtliche Gegensätze in dieser Frage bestehen, die sich erst im Laufe der Zeit ausgleichen lassen werden. Der französische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet aus Paris, Doumergue und Barthou hätten es zwar vermieden, die Tür für weitere Besprechungen zu verschließen, sie hätten aber d i e Hoffnungen auf eine Lösung der Abrüstungsfrage nicht sehr ermutigt. Paris, 2. März. (DRV. Funkspruch.) Das Innenministerium hat am Donnerstag in später Stunde der Presse eine Mitteilung über die A u f f i n d u n g der Staviskyschen S ch e ck a b s ch n i t t e übergeben. Sie lautet: „Die Staviskyschen Scheckabschnitte, die bisher nicht aufgefunden werden konnten, sind heute nacht dank der Bemühungen der Sicherheitspolizei in den Händen der Just i Z.- Innenminister Sattaul erklärte den Journalisten, daß der Name des letzten Inhabers der Scheckabschnitte für den Augenblick nicht genannt werden könne. Rach der Havas-Agentur sollen die Scheckabschnitte anfänglich von Frau Sta- visky ausgestellt worden und dann von einer Hand in die andere übergegangen sein, um sie den Nachforschungen der Behörden zu entziehen, bis sich ihr letzter Inhaber entschloß, sie auszuliefern. Der Untersuchungsrichter hat den geheimnisvollen Inhaber verhört und dann bis in die frühen Morgenstunden die auf den Scheckabschnitten enthaltenen Namen durchgesehen. Bor kurzem ging bekanntlich durch die Presse die Nachricht, der ermordete Gerichtsrat P r i n c e sei im Besitze von zwei Briefen gewesen, in denen er von General st aatsanwalt Pres- sard aufgefordert worden sei, sich mit dem Fall Stavisky nicht weiter zu beschäftigen, da er selbst den Fall bearbeiten wolle. „Echo de Paris" will nun melden können, daß nach Aufrollung der Stavisky-Angelegenheit Pressard im Gegensatz zu dem Inhalt der beiden Briefe, Prince zur Rede ge st eilt habe, weshalb er seinerzeit nicht gegen Stavisky eingeschritten sei. Prince habe nun, um sich von diesem Vorwurf zu entlasten, die beiden Briefe Pressards photographieren lassen wollen, wozu er jedoch nicht mehr gekommen sei. Seit seinem Tode f e h l - tennundiesevrie f e. Wie „Populaire" meldet, befindet sich in den Aufzeichnungen Princes eine Notiz, wonach er als Leiter der Finanzabteilung der pariser Staatsanwaltschaft eine Unter- zu veranlassen. Die neue französische Regierung habe diese Absicht aber vollkommen fallen gelassen. Ganz gleich, welche Entscheidung die französische Regierung heute auch treffen würde, sie werde die Aufrüstung Deutschlands nicht mehr a u f h a l t e n können. Es scheine, daß der brittsche Vorschlag für Frankreich nicht annehmbar sei. Der Oberste Rat der nationalen Verteidigung werde demnächst einberufen werden und von seinem Gutachten werde es abhängen, ob die britische Denkschrift angenommen wird oder nicht. Der Pariser Korrespondent der „Times" sagt u. a.: Die britischen und die italienischen Vorschläge würden selbst, wenn Deutschland ihnen zustimmte, vom französischen Standpunkt aus n o ch v i e l zu wünschen übrig lassen. Die italienische Politik werde insofern günstiger beurteilt als die britische, als sie es Frankreich ermöglichen würde, seine schweren Rüstungen zu behalten. Aber auf den Vorschlag, dafür sollte ein teilweises Aufrüsten Deutschlands zugelassen werden, antworte man, man könne seine Aufrüstung nicht rechtlich umgrenzen, da man nicht wüßte, wie weit es eventuell schon ausgerüstet habe. Die französische Regierung stehe jetzt vor der Wahl, entweder die britischen und italienischen Vorschläge rundweg abzulehnen ober ein Kompromiß anzunehmen, das sich auf diese Anregungen stütze. Die nächsten Tage würden zeigen, in welcher Richtung sich die fran- S Regierung entscheide. Die französischen - schienen jede Andeutung einer unnachgiebigen Stellungnahme vermieden zu haben. Auch der Pariser Korrespondent der „M o r - ning Post" ist der Ansicht, daß die Erwartung, der zweite Besuch Edens in Paris werde eine Entscheidung herbeiführen, enttäuscht worden sei. Immerhin sei beachtenswert, daß es Eden gelungen sei, eine neue Prüfung der britischen Denkschrift durch die französische Regierung zu sichern. Der Pariser Korrespondent des „News Chronicle" schreibt, gestern sei es klar geworden, daß die Haltung der französischen Regierung aller Voraussicht nach jeder weiteren Abrüstungsaussprache ein Ende bereite und eine Krise herbeiführen werde. s 8 ch u n g gegen eine der Staviskyschen Gründungen beantragt habe, die dann im Januar 1930 nach einer Besprechung zwischen dem damaligen Jusiiz- minister P e r e t, dem damaligen Finanzminister Raynoud und dem damaligen Arbeitsminister Laval niedergeschlagen worden sei. Eine junge Frau, die am Tage der Abreise priu- ces auf dem pariser Bahnhof Lose für einen wohltätigen Zweck verkaufte, konnte eine g e - naue Personalbeschreibung des Mannes geben, der mit stark ausländischem Akzent gesprochen haben soll. Diese Aussage gewinnt noch dadurch Bedeutung, daß die Personalbeschreibung mit den Erklärungen eines Russen überein st immt, der im Zug nach Dijon einen Mann bemerkte, der sehr auffällig alle Abteile beobachtete. Beim Eintreffen des Zuges in Dijon habe er sich an d i e Sperre gestellt und noch einmal alle Reisenden an sich vorübergehen lassen. Schließlich ist auch das Geschäft gefunden worden, in dem das Mes- f e r gekauft wurde, das blutbefleckt neben der Leiche princes lag. Kabinettskrisis in Spanien. Madrid, 1. März. (DNB.) Der spanische Ministerpräsident L e r r o u x hat dem Staatspräsidenten den Rücktritt des Kabinetts überreicht. Der Staatspräsident hat den Rücktritt angenommen. Man glaubt, daß Lerroux wieder beauftragt werden wird und er dürfte ein Kabinett mit Rechtsradikalen, Katalanischer Liga und Agrariern zu bilden versuchen. Ob die Katholische Do l ks- a k t i o n in die Regierung eintreten wird, erscheint fraglich, da Gil Nobles noch kein unbedingtes Bekenntnis zur republikanischen Staatsform abgelegt hat, was den Staatspräsidenten veranlassen könnte, auf seine Mitwirkung zu verzichten. Anderseits aber hat der Papst die spanischen Katholiken aufgefordert, vorbehaltlos die Repubik anzuerkennen. Vielleicht wird also der Führer der Volksaktion noch in letzter Stunde dem Willen des Vatikans entsprechend handeln. Gelähmtes Paris. Von unserem P.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) : Paris, 28. Februar. Das Pariser Straßenbild erhielt in den letzten Wochen seine charakteristische Note nicht etwa durch die verschiedenen Unruhen, deren Spuren man nur hier und da noch sieht, sondern durch das Fehlen der Autodroschken. Die unzähligen Taxis strei- f en, und die Pariser Straße ist dadurch irgendwie fremd und leer geworden. Man weiß auf den ersten Blick nicht recht, was eigentlich fehlt, aber man spürt, daß irgend etwas nicht in Ordnung ist. Freilich, wer in Paris etwas zu erledigen hat oder wer seinem Vergnügen nachgehen will, bekommt den Streik regelrecht zu fühlen. Schon mit den „taxi" war Paris die ermüdenste Stadt der Welt, so aber wird das Leben unerträglich kompliziert. Die Kraftdroschke ist hier eben eine höchst demokratische Einrichtung. Jeder benutzt sie: der Gemüsehändler, um seine Ware aus der Markthalle in den Laden zu schaffen, die Wäscherin, der eilige Geschäftsmann, der feinen eigenen Wagen nicht in den verkehrsreichen Straßen stehen lassen kann, und der Theaterbesucher, weil das Parken in der Nähe der meisten Theater so gut wie unmöglich ist. Die Theater und die sonstigen Vergnügungs- stätten haben viel Anlaß zu Klagen, man kümmere sich zu wenig um sie. Inter arma silent Musae. Auch die Karnevalszeit verstrich reichlich unbemerkt. Die Pariser haben anderen Zeitvertreib, aber keinen angenehmeren. Die Lektüre der Zeitungen müßte da' an erster Stelle genannt werden. Die Blätter werden massenweise gekauft und fieberhaft verschlungen. Man verfolgt erregt und unruhig die Sensationen, die sich seit Jahresbeginn überstürzen. Es wird überall politisiert und jeder spricht nur über Politik. In den kleinen Bars erörtert man den Staatshaushalt, und die Hausfrauen in den Krämerläden unterhalten sich über die Lage Oesterreichs und die Probleme der Donaustaaten. Beim Bäcker hört man die Worte wie „europäisches Gleichgewicht", und selbst die Putzfrauen sprechen über die Dekadenz des Völkerbundes Die Zeiten, da der Pariser das für den Franzosen zungenbrecherische Wort „Anschluß" für eine wissenschaftliche Bezeichnung etwa der Grippe oder für ein neues Wunder der Technik hielt, sind endgültig vorbei. All dieses Politisieren ist bei der großen Masse nur d e r Ausdruck der Kriegsangst : das einzige, worüber man beruhigt fein möchte, ist, daß kein Krieg droht. Alles andere greift die Gemüter weniger — selbst die innerfranzösischen Angelegenheiten treten dahinter zurück. Die Skandal- afsären haben — was man auch behauptet — die Menschen ermüdet, nach der ersten Reaktion der Empörung und Verwirrung wird man dieser Geschichten allmählich überdrüssig. Die Zeitungen bringen zwar täglich und besonders jetzt nach der neuesten Wendung ellenlange Berichte über die Stavisky-Affäre, aber nur die wenigsten Leser haben die Geduld, die komplizierten Artikel aufmerksam durchzuarbeiten. Und in der Tat gibt es nur erstaunlich wenige, die sich in diesem Korruptionssumpf noch ein- und auskennen. lieber die blutigen S t r a ß e n k ä m p f e, dis zum Sturz der Regierung Daladier führten, ist man aber freilich noch nicht hinweggekommen. Die Wunden sind noch zu frisch. Bei jeder Gelegenheit prallen die Leidenschaften aufeinander, und man ist eifrig auf der Suche nach den Verantwortlichen. Der Burgfriede zwischen den Parteien wird dadurch gefährdet. Die Rechte konnte nicht darauf verzichten, eine parlamentarische Untersuchungskommission über diese blutigen Ereignisse einzusetzen. Sie behauptet, die Regierung Daladier hätte nur um Paris einzuschüchtern Die friedlichen Manifestanten niedermetzeln fassen. Die Linke dagegen spielt auf einem faschistischen Putschversuch an, zu dem die Skandalaffären als Vorwand hätten dienen sollen. In dieser Frage sind sich Paris und die Provinz nicht einig; und was nach den Erfahrungen der Vergangenheit eigentlich paradox klingt: Paris steht rechts und das flache Land steht links. Das gibt auch den Anhängern der Kammerauflösung zu denken. Man zweifelt daran, ob das Land, durch Neuwahlen unx seine Meinung befragt, eine klare Antwort geben wird. Oder deutlicher ausgedrückt: Man befürchtet, daß die neue Kammer eine Linksmehrheit aufweisen könnte. Die politischen Streitigkeiten verstummten allerdings für ein paar Tage durch die Nachricht aus Brüssel über das Ableben des belgischen Königs. Sie wurde in Frankreich als nationale Trauerbotschaft empfangen, es mutete so an, als ob die Trauer einem französischen Staatsoberhaupt gegolten habe. Die Fäden, die Frankreich mit Belgien verbinden, wurden bei dieser Gelegenheit besonders betont. Der verstorbene König Albert I. war in Frankreich sehr beliebt; man fragt sich mancherorts, ob das auch bei feinem Nachfolger der Fall sein wird. Nichts vermag aber in den politischen Kreisen d i e Sorgen über d i e außenpolitische Lage vergessen zu machen. Und in dieser Richtung brachte auch die Regierung der nationalen Einigung keine Beruhigung.' Die Außenpolitik B arth ous wird, obgleich oder eben weil man feine Energie zu kennen meint, nicht für besonders glücklich gehalten. Daran ändert auch der Umstand nichts, daß seine Vorgänger nicht glücklicher waren. Man kritisiert mit Recht Barthous Verhalten in der Abrüstungsfrage; für die Oesterreich-Politik Frankreichs kann er aber nicht verantwortlich gemacht werden. Man beginnt den Fehler der französischen Einmischung einzusehen und ein itakenisch-österreichisch-ungari« Enttäuschung in London. Das Ergebnis der pariser Aussprache wenig ermutigend. Stavisky - Scheüabschmtte aufgesunden. Der entlassene Generalstaatsanwalt pressard schwer belastet. Spuren in der Mordsache prince. scher Block begegnet allgemeiner Ablehnung. Nicht das hat man gewollt; — weiß man denn eigentlich, was man überhaupt wollte? Auch die zollpolitischen Konflikte drücken schwer auf die Gemüter. Man versichert eifrig, daß die wirtschaftliche Lage Frankreichs so schlecht sei, daß die Regierungen nicht untätig zusehen könnten und die das Ausland verstimmenden Maßnahmen unumgänglich waren. Eine andere Frage freilich ist es, ob sie etwas nützen werden, denn das Hebel wurzelt darin, daß die Selbstkosten der französischen Wirtschaft über ein Drittel größer sind als die anderer Länder. Das Heilmittel wäre nach Paul Reynaud die Herabsetzung der Löhne und die Deflation: — und für den Fall, daß diese sich unmöglich erweisen sollten, halten manche das Schreckgespenst "der Frankenabwertung in Bereitschaft ... Italien und die Zukunft Oesterreichs. Mailand, 1. März. (DNB.) Die Aeußerungen deutscher Zeitungen zur Donaupolitik Italiens lösen in der italienischen Presse scharfe Gegenäußerungen aus. Fast sämtliche Blätter bringen stark polemische Leitartikel. „Corriere della Sera" schreibt, der Schutz der österreichischen Selbstän- folgtet! gehöre zu Italiens traditionellem Programm und sei begründet in politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Für Deutschland bestehe dagegen kein Bedürfnis, ein sacrum Imperium romanum neu zu gründen, das ja überdies nie funktioniert habe und weniger noch in Zukunft funktionieren würde. — Auf den Unterschied zwischen dem „heiligen römischen Reich deutscher Nation" des Mittelalters und der völkischen Grundidee des Nationalsozialismus geht das faschistische Blatt allerdings nicht ein. Die ausländische Presse und nicht nur die deutsche irre sich, so fährt das Blatt fort, wenn sie Italiens Opposition gegen den Anschluß der Besorgnis zuschreibe, Deutschland an den Grenzen des Brenner zu haben. Das mache auf Italien keinen Eindruck, denn die Grenzen feien fest, und außerdem sei es auch nicht erwiesen, daß die geeinigten Deutschen m i t feindlichen Absichten an der Grenze stehen würden. Warum Italien besorgt sei, sei der Untergang einer so wichtigen und historischen Einheit wie Oesterreich, das seine eigene Aufgabe zu erfüllen habe." Hochverratsverfahren gegen den Parteivorstand der österreichischen Sozialdemokratie. Wien, 1. März (DNB.) Die Staatsanwaltschaft hat gegen den gesamten sozialdemokratischen Parteivorstand und die maßgebenden Führer der Partei, insgesamt gegen 2 4 Personen, das Verfahren wegen Hochverrates und Mitschuld am Hochverrat eröffnet. Unter den Angeklagten befinden sich die vier nach der Tschechoslowakei geflohenen Schutzbundführer Deutsch, Bauer, König und S ch o r s ch, sowie der frühere Staatskanzler Karl Renner und der Bürgermeister von Wien, Seitz. Gegen die vier geflohenen sozialistischen Führer kann das Auslieferungsbegehren nicht gestellt werden, da nach den geltenden internationalen Regeln für politische Verbrechen ein Auslieferungsantrag nicht in Frage kommt. Gegen die leitenden Beamten der aufgelösten sozialistischen Arbeiterbank, besonders gegen den Präsidenten der Bank, Dr. Freundlich, ist gleichfalls das Hochverratsverfahren eröffnet worden. Wandlung in der amerikanischen Handelspolitik Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß die Handelspolitik der Vereinigten Staaten eine grundsätzliche Wandlung durchmacht. Die sich anbahnenden Veränderungen können auch für Deutschland nicht gleichgültig sein. Diese neueren Entwicklungen sind besonders von Interesse auch deswegen, weil durch die Umstellung in der Handelspolitik d i e Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die im letzten Jahre immer mehr zusammenschrumpfte, g e ft e i g e r t werden soll. Erst vor kurzem wurde mit staatlichen Geldern in Washington eine Außenhandelsbank gegründet, welche die Ausfuhr finanzieren und m gewissem Umfange lenken soll. Der Landwirtschaftsminister Wallace hat vorgeschlagen, daß die I n - dustriezölle soweit gesenkt werden müßten, daß für eine halbe Milliarde Dollar mehr Waren jährlich nach den Vereinigten Staaten e i n- geführt werden könnten. Er begründet die Notwendigkeit einer Zollsenkung damit, daß nur durch eine Senkung der Jndustriezölle die Möglichkeit für einen vermehrten Auslandsabsatz landwirtschaftlicher Erzeugnise geschaffen werden könne. Diesen Gedanken scheint sich jetzt auch Präsident Roosevelt angeeignet zu haben, denn es wird aus Amerika gemeldet, daß sich der Präsident vom Kongreß die Ermächtigung zur Herabsetzung aller Zölle bis zu 5 0 v. H. im Wege des gegenseitigen Aushandelns mit den fremden Mächten geben lassen werde. Daraus können sich außerordentlich wichtige Folgerungen für die zukünftige Gestaltung des internationalen Handels ergeben. Während sich die amerikanische Handelspolitik früher damit begnügte, Meistbegünstigungsverträge mit anderen Ländern abzuschließen und im übrigen an den Vorteilen teilzunehmen, die sich dritte Staaten durch handelsoertragliche Abmachungen einander einräumten, soll jetzt allem Anschein nach der Versuch gemacht werden, auf dem Wege von Gegenseitig- keitsverträgen den amerikanischen Erzeugnissen neue Absatzwege zu erschließen. Bei diesen Bestrebungen wird man versuchen, den Außenhandel so planmäßig wie möglich zu gestalten. Die Regelung der Geireideivirtschast. B ei'4 i n, 1. März. (DNB.) Amtlich wird u. a. mitgeteilt: Mit der Einführung der F e st p r e i s e für Brotgetreide ist für den gesamten Getreidemarkt eine völlig neue wirtschaftliche Grundlage geschaffen worden. Die Aufgabe, der Landwirtschaft eine Verwertung ihrer Ernte an Roggen und Weizen, soweit zur Ernährung der Bevölkerung erforderlich ist, zu festen und gerechten Preisen zu sichern, ist durchaus gelöst worden. Darüber hinaus hat der R o g g e n m a r k t in seiner Gesamtheit einen so geordneten und organischen Verlauf genommen, daß er auch für den Rest des Wirtschaftsjahres als in sich gesund und gefestigt betrachtet werden kann. Arn We i z e n - ma r k t sind infolge des besonders großen Ertrages der letzten Ernte gewisse Stockungen des Angebots in den stachtungünstig gelegenen Gebieten, den sogenannten toten Winkeln, aufgetreten, die zeitweilig die Aufnahme von Weizen durch die öffentliche Hand erforderlich machte. Im Hinblick auf die große Weizenernte war schon zu Beginn des Wirtschaftsjahres in Aussicht genommen worden, durch Umtausch gegen ausländische Fu11ergerste, Mais und Dari für den überschüssigen Weizen Abfluß auf dem Weltmarkt zu verschaffen, sobald es die Lage auf dem inländischen Futtergetreidemarkt zulassen würde. Nachdem dieser Zeitpunkt jetzt gekommen ist, hat die Reichsregierung die notwendige gesetzliche Grundlage durch das Gesetz über Ausfuhrscheine vom 26. Februar 1934 geschaffen. Durch eine Ausführungsverordnung hierfür wird nunmehr mit Wirkung vom 8. März 1934 d i e Ausfuhr von Weizen bis zum 15. Juli 1934 mit der Maßgabe 3 u g e I a ff e n, das mit Hilfe der erteilten Ausfuhr- scheine bis zum 31. Juli 1934 ö i e gleiche Menge Futtergerste, Mais oder Dari zollfrei eingeführt werden kann. Die Reichsstelle für (Betreibe wird dem Inhaber des Ausfuhrscheines auf Antrag einen sogenannten Anrechnungsschein über 25 Mark nebst Zinsen für je eine Tonne ausgeführten Weizen bis zum 31. Juli 1934 ausstellen. Die Berechtigung aus den An- rechnungsfcheinen ist übertragbar. Die Reichsstelle nimmt die Anrechnungsscheine bei der Veräußerung von ausländischem Oelkuchen zum Nennwerte auzüg- lichlich Zinsen in Zahlung. Die Anrechnungsscheine müssen zur Einlösung bis zum 31. August 1934 vorgelegt werden. Weiterhin werden her Ausfuhr von Wei - zen und Müllerei-Erzeugnissen aus Weizen, dadurch neue Möglichkeiten eröffnet, daß der bisher im Rahmen des Austauschverfahrens geltende Zoll von 75 Pfennig je Doppelzentner bei der Wiedereinfuhr von Weizen fortfällt. Ausfuhrfcheine für Weizen und Müllereierzeugnisse aus Weizen werden nur erteilt, wenn die Waren von der Reichsstelle für (Betreibe verkauft finb. Wenn über Berkaus vor dem 8. März abge- schlossen worden ist, müssen die Waren bei foer Reichsstelle gebucht worden fein. Sodann sind die mit dem 30. Juni 1934 abgelaufenen Festpreise verlängert worden, bei Roaaen bis zum 15. Juli, bei Weiten bis zum 15. August 1934. Die Preishöhe ist die gleiche wie sie für den Juni festgelegt worden ist. Auf diese Weise wird erreicht, daß mindestens 500 000 Tonnen Weizen und etwa 200 000 Tonnen Roggen mehr als bisher zu den Festpreisen abgesetzt werden können. » Die Nachprüfungen über die Innehaltung Der Einlagerungsplicht der Mühlen werden verschärft und mit besonderer Genauigkeit durchgeführt werden. Durch wiederholte Kontrollen foer einzelnen Mühlen wird sichergestellt werden, daß am Auslauf des Wirtschaftsjahres die Mühlen die vorgeschriebenen Pflichtmengen an Weizen auf Lager haben. Schließlich ist, da der Weizenmarkt gerade an der Wende Feburar-März allgemein als besonders angespannt gelten mußte, die Reichsstelle für (Betreibe ermächtigt worden, noch einmal mit Weizenkäufen in den „toten Winkeln" einzugreifen, was eine starke Entlastung des Marktes herbeigeführt hat. Der Mchsstand der deutschen Industrie zur Mrischasts- und Sozialpolitik. Berlin, 1. März. (DNB.) Unter dem Vorsitz von Dr. Krupp von Bohlen unb Halbach trat her Ausschuß für allgemeine Wirtschafts- unb Sozialpolitik beim Reichsstanb foer Deutschen Jnbustrie zusammen. In ben Verhanblungen bilbete bei voller Würdigung foer auf bem Jnlandmarkt erfreulicherweise zu verzeichnenben Belebung bie Sorge um bie Erhaltung unb Stärkung unseres Auslandsabsatzes ben Hauptgegenstand in ben Berichten foer Ausfuhrindustrie. Einmütigkeit bestand darüber, daß unter Aufrechterhaltung der Währung Erleichterungen für die Ausfuhr im Gesamtinteresse der deutschen Volkswirtschaft dringend geboten seien. Generaldirektor Junghans berichtete über „Mittel und Wege zur Beseitigung der Äerlustwirt- schaft" in der Hauptsache bei mittleren unb kleineren Betrieben her F e r ti g i n d u - ft r i e, namentlich sofern sie als Exportindustrien um verschulbet in Not gekommen seien. Nur eine verlustfreie Jnbustrie könne selbst ober burch Anleihen Gelbmittel freimachen, um burch Erneuerung ihrer Anlagen bie Staatsinitiative bei foer Arbeitsbeschaffung zu unterstützen und wieder ein gesunder Träger für Steuern und Löhne zu werden. Es fei zu Haffen, daß die unfreundliche Einstellung ben Kartellen gegenüber foer Einsicht weiche, baß in foer Hand eines starken Staates bas Kartell ein Werkzeug fei, um im Interesse bes Staates unb foer Wirtschaft eine Drbnung bes Marktes herbeizuführen. Vom gemeinsamen Ausschuß für ben Geschäftsverkehr zwischen Jnbustrie und Handel wurden folgende Beschlüsse zur Ordnung des Geschäftsverkehrs der Jnbustrie mit ben Verteilergruppen gefaßt: 1. Volle Großhanbelsrabatte find von ber völligen Erfüllung ber Großhanbelsfunktionen abhängig. 2. Einzelmitglieber von Einkaufsgenossenschaften werben bei ihrer Belieferung burch bie Jnbustrie w i e Einzelhänbler behanbelt. 3. Warenhäuser, Kaufhäuser, Einheitspreisgeschäfte unb ähnliche Unternehmungen finb Einzelhänbler unb zu Einkaufspreisen bes Einzelhandels zu beliefern, gegebenenfalls mit ben in Frage fommenfoen Mengenrabatten 4. Heber bie Durchführung bes Gesetzes zur Drbnung ber nationalen Arbeit sprach Hanfoelskammerpräsident A. Pietzfch. Die Durch- Ein einig Volk von Brüdern. Oer Zusammenschluß der Deutschen Front im Saargebiet. Mit frecher Stirn haben sich Menschen, die nicht einmal abstimmungsberechtigt sind, in den letzten Monaten angemaßt, der Welt gegenüber zu behaupten, sie seien die Vertreter der Saarinteressen. Separatistische Kreise haben mit unglaublicher Frechheit ihr Unwesen im Saargebiet getrieben unb finb babei von französischen Kreisen unterstützt worben. Die Saarregierung hat Emigranten in amtliche Positionen gebracht unb biefe Emigranten haben an deutschen Saarbürgern ihr Mütchen gekühlt. Daterlandsverräter wie Max Braun haben ben Franzosen in bie Hänbe gearbeitet. Das Spiel würbe ihnen erleichtert, ba gewisse parteipolitische Differenzen an ber Saar noch immer vorhanden waren, bie von ben Separatisten ausgenutzt unb aufgebauscht würben. Die Arbeiterschaft im Saargebiet ist deutsch unb hat mit immer mehr steigen- bem Unwillen biesem Treiben ber Emigranten- unb Separatistenkreise zugesehen. Daher konnte es für alle Deutschen an ber Saar kein aufrichtigeres Bestreben geben, als enblidh eine Einheitsfront herzustellen unb ben entschlossenen Willen ber Saar- bevolkerung auch völlig geschlossen zum Ausbruck zu bringen. Das ist nun aeschehen. Die Parteien an ber Saar finb verschwunden. lieber alle sozialen unb beruflichen Schichtungen, über alle weltanschaulichen unb konfessionellen Verschiebenheiten hinweg ist ber Zusammenschluß aller Deutschen an foer Saar erfolgt. In foer Führung foer Deutschen Front des Saargebiets sind jetzt alle bisherigen Richtungen und Gruppen vertreten, um sich für Deutschland einzusetzen, um für das eine große Ziel zu kämpfen: die Heimkehr ins Reich. Einer steht für alle und alle stehen für einen, und nichts vermag mehr diese deutsche Front zu erschüttern. Was vergangen ist, das liegt in der Vergangenheit. Wer in dieser historischen Stunde sein Bekenntnis zum Deutschtum abgelegt hat, der ist Bruder unter Brüdern, und ein Hundsfott, wer ihn noch schmähen will, so oft sich vorher auch die Meinungen gekreuzt haben mögen. Den Landesverrätern, ben Emigranten und Separatisten ist mit diesem Zusammenschluß an ber Saar bas Wasser ab gegraben. Es gibt keinen Parteihaber mehr an ber Saar; es gibt nur noch Deutsche. Das ist ber Sinn bes Abkommens, bas ist bie Bedeutung ber Bilbung ber Deutschen Front. Aus allen Aufrufen zum 1. März klingt von ber Saar herüber größte Begeisterung und entschlossener Wille, burch Kampf zum Sieg zu gelangen. Kem Zweifel: Der Sieg wird errungen werden, allen offenen unb allen geheimen Feinden zum Trotz! Wozu bie Saar sich an biesem historischen 1. März bes Jahres 1933 bekannte, bas ist zugleich Erfüllung des schönsten Traumes, des herrlichsten Zieles, das den Besten unseres Volkes unter Adolf Hitlers Führung vorschwebt und um bas sie ringen. Es ist ein Bollwerk errichtet. Ein Bollwerk nicht wie die Festungen aus Eisen und Beton, mit benen Frank- reich seine Ostgrenze schützt, sonbern ein Bollwerk der Herzen! 11 nb ganz Deutschland ist daran, zu einem solchen Bollwerk ber Herzen zu werden, ein Bollwerk des inneren Erlebens, ber unverbrüchlichen Treue bes Opferbewußtseins für das deutsche Volkstum. Und wie an ber Saar bie Ränke an diesem Bollwerk zerschellen werden, so bietet für ganz Deutschland das Bündnis der Her- zen im nationalen und im sozialen Willen, ber Einigkeit einen festeren Damm gegen alle Sturmfluten von draußen, als es Schützengräben, Unter- stände, Kanonen und Maschinengewehre jemals zu tun» vermögen. Freudenstimmung im Saargebiet Saarbrücken, 1. März. (DNB.) In einzig- artiger Geschlossenheit unb Begeisterung hat d i e gesamte Saarbevölkerung bie frohe Kunde von ber Bilbung foer saarländischen Eidge- nossenschaft foer Deutschen Front ausgenommen. Saarbrücken unb alle Ortschaften bes Saargebiets finb ein Flaggenmeer. Fast jefoes Haus hat geflaggt, um ber Verbunfoenheit aller in diesem geschichtlichen Augenblick für das Saardeutschtum Ausdruck zu geben. Durch große Aufrufe in der Morgenprefse wurde die Bevölkerung von den Ge» fchehnissen in Kenntnis gefetzt. An den Zeitungsaushängen der Organe der Deutschen Front scha- ren sich dichte Menschenmengen, um die Aufrufe und Nachrichten über die Bildung der einheitlichen Front an der Saar zu lesen. Schlag 12 Uhr ertönte von allen Kirchen Saarbrückens Glockengeläut, um dem festlichen und erhebenden Tag eine ganz besondere Weihe zu verleihen. Alle Schranken konfessioneller, parteilicher und sozialer Bindungen sind damit gefallen. Die marxistische und separatistische Presse hatte von ben in Vorbereitung befindlichen Ereignissen keine Kenntnis unb hat foaher noch keine Notiz davon genommen. Wie ber Arbeiter für den neuen Staat gewonnen wurde. Dr. Ley über das Werden der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 1. März. (DNB.) Auf einem Emp- fangsabenfo bes Außenpolitischen Amtes ber N^sDAP. führte ber Führer ber Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley u. a. aus: Der foeutfche Arbeiter ist heute bie feste und treueste Stütze Adolf Hitlers. Ich ging zum Arbeiter selber, um ihm Die Hand zu bieten, erkundigte mich nach seinen Noten und seinen Wünschen, sprach als Mann zum Mann. Es war wundervoll zu beobachten, wie Schüchternheit, Niedergeschlagenheit, ja zum Teil auch gegnerischer Grimm und Haß durch den einfachen Händedruck zweier Männer überwunden wurden. Nicht ein einziger von den 60 000 Menschen, denen ich in diesen Wochen die Hand gedrückt habe, fraate mich, ob ich nicht höhere Löhne oder neue Tarifverträge in der Tasche hätte. Hier wurde mir bestätigt, daß ber Kampf bes Arbeiters nicht um Lahnpfennige, um Lohntüten gegangen ist, sonbern um seine Ehre, um seine Achtung. Nach foieser Vorbereitung kam bes Führers gewaltige Rebe. Was wir vorbereitet hatten, würbe hier vollenbet. Währenb biefes Ringens um bie Anerkennung, um ben Glauben, um bas Vertrauen vor sich ging, waren wir nicht mübe, gleichzeitig b i e Organisation in Drbnung zu bringen. Nicht weniger als 169 Arbeiter- unb Angestelltenverbände würben zu 21 Verbänben zusammengelegt. Die Verwaltungs- unb Pauschalkosten, bie bis bahin 55 v. H. bes Beitragsaufkommens be= beuteten, würben burch diese Maßnahme allein auf 35 v. H. gesenkt. Wir befriedigten alle Ansprüche, bie bie Mitglieder an bie ehemaligen Gewerkschaften hatten. Die Gewerkschaften waren führung müsse im nationalsozialistischen Geist foer Gemeinschaftsarbeit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern erfolgen, bie möglichst im Wege eigener verantwortungsbewußter Selbstverwaltung bie sich aus bem Gesetz ergebenden Aufgaben zu erfüllen hätten. Der Bilbung unb Zusammensetzung ber im Gesetz vorgesehenen Sachverstänbigenbeiräte unb Ausschüsse beim Treuhänber ber Arbeit komme wesentliche Bebeutung zu. Der Berichterstatter richtete an bas Unternehmertum ben bringenben Aufruf, als Führer ber Betriebe ihre verantwortlichen Aufgaben im Sinne echter Volksgemeinschaft durch- zuführen. Wenn so alle Teile — Unternehmer unb Arbeitnehmer — zusammenstehen, bann sei nicht baran zu zweifeln, baß bas Ziel bes Gesetzes, ben Klassenkampf endlich zu beseitigen, erreicht werden würde. > Arbeitermangel auf dem platten Lande in Schleswig-Holstein. Kiel, 2. März. (DNB.) Nicht besser können die Erfolge der Arbeitsbeschaffung illustriert werden als durch ein Ersuchen der La nd e s ba u e r n- schaft an bie Hanbelskarnrner in Kiel. Es setze, heißt es barin, jetzt durch Beschäftigung zahlreicher Kräfte bei den Landgewinnungsarbeiten an ber Meeresküste ein Mangel an lanbwirtfchaftlichern Personal ein wie in keinem Jahr bisher. Der Arbeitermangel auf bem Lanbe ist befonbers brüdenb in Eiberstabt, wie überhaupt an foer Westküste Schleswig-Holsteins, ferner im Kreis Flensburg. Weibliche Kräfte fehlen besonders stark in Öen Kreisen Rendsburg und Süder-Dithmarschen. Ein Familienrechtsausschuß der Akademie für Deutsches liecht. München, 1. März. (DNB.) Der Ausschuß für Familien- einschließlich Eherecht der Akademie für Deutsches Recht ist vom Präsidenten der Akademie, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, eingesetzt worden. Den Vorsitz hat Rechtsanwalt stark verschuldet. Wir zahlten diese Schulden unb konnten bereits in einigen Monaten dem Führer melden, daß wir nicht nur schuldenfrei geworden waren, sondern daß ein ansehnliches Vermögen vorhanden sei. Bereits am 27. November verkündete ich bann den Plan der F r e i z e i t g e st a l t u n g. Die moderne Entwicklung der Industrie, das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag bedingten jene verderbliche Rationalisierung, bie ben Menschen nur noch zur Maschine machte. Stoppuhr, Akkorb, Maschine, laufenbes Banfo zermürbten bie Nerven unb mechanisierten bie Menschen. Schon einige Monate nach Verkünbung ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" konnten Tausenbe unb Abertausende Arbeiter aus allen Gebieten Deutschlanbs in die Alpen, in ben Schwarzwalb, in ben Harz, in ben Bayerischen Walb unb ins Riesengebirge fahren. Genau wie hier mit größter Energie unb Tatkraft bas neue Wollen umgesetzt würbe, geschah es auf jebem Gebiet foieser NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Im Mai, Juni und Juli werden allein mehr als 100 000 deutsche Werkleute auf der hohen See fahren. Norddeutscher Lloyd und Hapag haben ihre Schiffe zur Verfügung gestellt. Was der Marxismus versprochen hat, wird der Nationalsozialismus in die Tat Umsetzern Die Werbung um den deutschen Arbeiter hat Erfolg gehabt. Er ist zurück- gekehrt zu seinem Volk, er hat sich eingeordnet in die Gemeinschaft und schafft nicht nur mit Fäusten, sondern mit dem Herzen am Neubau des Reiches, Dr. Ferdinand M ö ß m e r - Müpchen inne. Vizekanzler von Papen hat sich als Mitglied der Akademie für Deutsches Recht bereiterklärt, bem Ausschuß seine Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Die erste Sitzung findet am 6. unb 7. März in München statt. Zur Behanblung stehen grunb- sätzliche Fragen über bie Neugestaltung bes Familienrechts unb über bie Arbeitsmethoben des Ausschusses. liücktrittöerklärungen hamburgischer Kirchenführer. Hamburg, 1. März. (DNB.) Landesbischof D. Dr. Schoefsel hat sein Amt als Landesbischof niedergelegt. Gleichzeitig haben auch Hauptpastor D. Knolle bas Amt des Generalsuperintendenten und die Pastoren Mumssen, Wehrmann, D. Junge das Amt des Prob st es niedergelegt. Empfehlungsschilder aufgelöster Auwmobilklubs entfernen. Berlin, 1. Mär§. (DNB.) Die Ober st e nationale Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt (ONS.) teilt mit: Nach einer Verfügung des Führers des Deutschen Kraftfahrsports, Obergruppenführer Hühnlein, sind bis zum 5. März von den Hausfronten der Hotels, Gaststätten, Garagen unb Reparaurwerkftätten sämtliche Empfeh- lungsschilder ber früheren, nach Bilbung des DDAC. aufgelösten Automobilclubs unb -Derbänbe 3" entfernen. Dem in früheren Jahren von einzelnen, nur auf Gewinn eingestellten Kraft- fahrverbänden geübten Clubschilberhanbel wird mit dieser Maßnahme gleichfalls ein Ende bereitet Der Führer des Deutschen Kraftfahrsports hat es dem DDAC., der gemeinsam mit der NSKK. dis Front der deutschen Kraftfahrer verkörpert, zur besonderen Aufgabe gemacht, bas Recht zum Führen seiner E m p f e h l u n g s s ch i l fo e r nur an solche Hotels, Gaststätten, Garagen und u einer Beleihung s- erhalten. ein treuer und v Tr hinterläßt Fi die durch den Bk I gist^kk Schön sein ist gepflegt sein ! B der der en und Führer ei ge- s Der- Ein GA.-Mann in Tilsit ermordet. fft frohe Gibge» imnen. gebiete us hat diesem tschtum in der en Te. itunos« it scha. M die ng der Schlag Saar» Etlichen eihe zu Partei, gefallen, itte von n keine von ge> geraten sind. Zu dem Vorfall erfahren wir folgendes: Die beiden SA.-Sturmmänner Todenhöfer und Stiegel befanden sich in einem Tilsiter Gasthaus. Sie waren in Zivil, trugen jedoch das SA.-Abzei- 1 chen. Als Todenhöfer austreten wollte, wurde er von einem unbekannten Mann angepöbelt. Es kam zu einer Auseinandersetzung. Der Unbekannte verlies darauf das Lokal. Als die beiden SA.-Männer um Mitternacht aus dem Lokal gingen, erschien plötzlich der Unbekannte in einem anderen Ueberrock, so daß er von- den bei» Den SA.-Männern nicht sofort erkannt wurde und 'brachte Todenhöfer von hinten eine Stichverletzung in den Rücken bei. Als Stiegel Todenhöfer Hilfe leisten wollte, erhielt er einen Stich in den Unterleib. Der Täter flüchtete. Beide Verletzte begaben sich ins Gasthaus, von wo sie ins Krankenhaus übergeführt wurden. Stiegel ist an seiner Bauchverletzung nach einer schweren Operation gestorben. Die Verletzung Todenhöfers dürfte nicht ernster Natur sein. Ser DSA. zur Ermordung eines deutschen Schülers in Riga. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichsfuhrer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Br. Hans Steinacher, hat im Hinblick auf die Ermordung des deutschen Schülers Kurt Masting in Riga folgende Anordnungen getroffen: Die Gruppen des VDA. haben sofort eine schlichte und würdige Trauerfeier zu ver- linstalten. Sämtliche VDA.-Wimpel tragen vom L März bis 30. April Trauer. Außerdem richtet der DDA.-Reichsführer einen Aufruf an die jungen Kämpfer, in dem u. a. heißt: „Am 26. Februar nachmittags wurde unser drei- 1 zehnjähriger Schulkamerad Kurt Masting aus Riga ton einem lettischen Jungen ermorde t, weil er sich weigerte, sein Bedauern über das Singen eines deutschen Liedes aus- j.usprechen. Sein Tod legt Zeugnis ab von dem un- ! rbittlichen Kampf, den täglich Taufende unserer nmgen auslanddeutschen Kameraden um unser Deutschtum führen. Fast genau vor 7 Jahren I (19. Februar 1927) nahm man uns Deut' chen Öen deutschen Rigaer Dom. Die deutsche Gemeinde wurde vertrieben, die deutschen Kirchengüter geraubt. Ein neuer lebendiger deut- cher Dom ist entstanden, der weit und tief in die Herzen der deutschen Jugend gestellt ist. Deutsche Jungen und Mädel in aller Welt und mit ihnen das ganze deutsche Volk trauern um den jungen Volksdeutschen Kämpfer. Umflort die VDA.-Wunpel ■ um Zeichen Eurer Verbundenheit und Trauer." Kleine politische Nachrichten. König Boris von Bulgarien hatte Donners- >agnachmittag eine Unterredung mit dem Reichs- I I'anzler Adolf Hitle r.__ Oer tausendjährige Stammtisch Wie die „Oonnerwetterwurst" entstand. — Das llffschneidemeffer. Altberliner Kneiptradition. Don unserer Berliner Redaktion. in9tn ! >^n Xxi \ »! I )ieles, je bie jront, iolh nb iß en 3ll 5> bei 15 sür ar btt • her. bei iturm. Unter» als zu Tilsit, 1. März. (DNB.) In Tilsit wurde Sturmmann Albert Stiegel vom Sturm 13/41 Tilsiter SA. in der Nacht zum 24. Februar nach einem Kvm - einer Auseinandersetzung von muniften durch einen Messerstich in Öen Bauch so schwer verletzt, daß er am 28. Februar seinen Verletzungen erlag. Stiegel hatte sich nach 12jähriger Dienstzeit bei der Reichswehr sofort der SA. angefchlosfen und war ein treuer und vorbildlicher Kämpfer des Führers, “frau und zwei unmündige Kinder, ierluft des Ernährers in große Not Reparaturwerkstätten ufw. zu vergeben, die nicht nur alle sonstigen Voraussetzungen hierfür erfüllen, jonöern bei denen vor allem das Wort „Dienst am Kunden" nicht allein im Munde geführt, sondern praktisch bewiesen wird. Das NSKK. gibt ein eigenes Empfehlungsschild nicht heraus. Anträge auf Genehmigung zum Führen des DDAA- Schildes find an die Hauptverwaltung des DDAC. in München, Königinftraße 11a, zu richten. Neichsbürgschasien sür den Kleinwohnungsbau. d l>0" en > y; ne. W qlied der H dein iigung/ ) 7.W 9 6(5 3“’ oben der 1 Stück SOMg. SStück 65 Pf» PFEIIRING^iXbanolin Creme eSeife zog sich trotz äußerst starken Bodenwindes glatt. Das Begleitflugzeug, in dem sich der Chef des Generalstabes der nordafrikanischen Armee, General P o u p i n e l, und einige Begleiter befanden, wurde vom Sturm zu Boden gedrückt und stark beschädigt. Alle Jnsaßen wurden verletzt. Em dritter Apparat, der verankert worden war, ritz sich los und wurde ebenfalls beschädigt. Furchtbare Granatexplosion in Polen. — Fünf Tote, neun Kinder schwerverletzt. Dieser Tage fand ein Dorfbewohner in der Nähe von Pruschkow bei Warschau in einem Graben eine Granate, die er mit nach Hause nahm. Er versuchte nun, das Geschoß auseinanderzunehmen. Dabei explodierte es und tötete den Finder sowie vier Kinder. Neun Kinder wurden chwer verletzt. Die Kinder hatten zugesehen. Der große Spionageprozeh in Helsingfors. In Helsingfors begann im Hofgericht von Wasa die Verhandlung des sogenannten Wasa-Lapposchen S p i o n a g e p r o z e s s e s. Die Hauptangeklagte ist die Hausangestellte A n t t i l a. Auf der Anklagebank sitzen noch ein gewisser Nieminen und Maenpää. Die Anklageschrift bezichtigt die Anttila des Mordes und des Landesverrats und die übrigen Angeklagten des Landesverrats, bzw. der Mithilfe zum Landesverrat. In der Anklageschrift wird ferner festgestellt, daß in Finnland bereits seit mehreren Jahren bezahlte Kräfte tätig gewesen seien, die zu Gunsten einer fremden Macht Angaben über die staatliche Wehrmacht und das staatliche Verkehrsnetz gesammelt haben. An der Spionage haben besonders die drei Angeklagten teilgenommen. Der Staatsanwalt sagt, daß die Spionage auch zu Gunsten Sowjetrußlands erfolgt fei. Die Angeklagte Anttila gestand, Spionage getrieben und den Leiter der Patronenfabrik Lappo, den Oberstleutnant Asplund, ermordet zu haben. Aufsehenerregender Selbstmord eines französischen Sparkassenkassierers. Der Kassierer der Sparkasse von Brive (französisches Departement Cvrreze) namens Ruff in, der von den ihm anvertrauten Geldern 90 000 Francs für f i ch verbraucht, diese Summe aber später wieder zurückerstattet hatte, wurde vom Verwaltungsrat der Sparkasse nach Bekanntwerden dieser Tatsache abgesetzt. Der Kassierer hat sich jetzt das Leben genommen. Er fuhr mit der Kraftdroschke in einen 8 Kilometer entfernten Ort, bezahlte den Kraftwagenführer für die Hin- und Rückfahrt und übergab ihm einen Brief an feine Frau. In diesem Brief teilte er mit, daß er aus dem Leben scheide, da er diese Schmach nicht ertragen könne. Die unglückliche Frau machte sich mit Freundinnen auf die Suche und fand ihren Mann in einer Scheune an einem Balken erhängt auf. Russin war 68 Jahre alt, gehörte der Ehrenlegion an und war eine der bekanntesten Persönlichkeiten von Brive. Drei Scheunen niedergebrannl. bamer Stangenbier ausgescbenkt. Bald wurde es den Besuchern aber zuviel, immer nach der Sperlingsgasse zur Fleischfabrik Koschwitz zu laufen, um sich dort zu dem Bier die Wurst zu besorgen, ßimann war nicht zu bewegen, selbst Würstchen zu verkaufen, und erst als Koschwitz seinen Laden hier aufgab, ließ sich Limann erweichen und führte in feinem Geschäft Brühwürstchen ein. Der erste Gast, der den dampfenden Wurstkessel sah, rief hocherfreut aus: „Donnerwetter, Limann hat Würstchen!" Er hatte sich wohl damals nicht träumen lassen, daß dieser historische Augenblick den Limannschen Würstchen ihren Namen geben würde. Und tatsächlich verlangt heute niemand hier ein Paar Wiener ober Frankfurter, sonbern stets eine „Donnerwetterwurst". Inmitten bes grauen Häusermeeres hat sich hier in einer kleinen Seitenstraße ein Stück Altberliner Kneipentrabition in seiner frischen Ursprünglichkeit Berlin, 1. März. (DNB.) Durch Derorbnung vom 26. Februar 1934 hat der Reichsarbeitsmim- fter bie bisherigen Ausführungsbestimmungen für die Uebernahme von Reichsbürgschaften für ben Kleinwohnungsbau aufgehoben. Gleichzeitig finb neue Bestimmungen veröffentlicht worben, bie auch die Richtung ber vom Reich verfolgten Wvh- mungspolitik anzeigen. Das Ziel ist bie Bes chaf - -jung geeigneter Wohnungen für bie wirtschaftlich schwächere Bevölkerung. Dementsprechenb muß zur Erzielung von Mieten unb Lasten, bie von biesen Schichten wirklich getragen werben können, jeher überflüssige Aufwanb bei bem Bau ber Wohnungen o ernt i e b e n werben. Als Wohnung s g röße wirb bei Einfamilienhäusern eine Wohnfläche bis zu 100 Quabratmeter, in Ausnahmefällen bis zu 120 Quadratmeter und bei Geschohwohnungen bis zu 75 Quadratmeter, in Ausnahmefällen bis zu 90 Quadratmeter zugelassen. Voraussetzung ist dabei, daß die Bauvorhaben mindestens vier Einfamilienhäuser oder bei Geschoßbauten mindestens vier Wohnungen enthalten. Verbürgt werden nachstellige, in der Regel unkündbare Tilgung s h y p o t h e k e n, die sich Bauherrn selbst beschaffen müssen, biszueinerBeleihungs- grenze von 75 v. H. des geschätzten Bau- und Bodenwertes. Eigenkapital muß der Bauherr mindestens in Höhe bes Wertes bes aufgeschlossenen Grunbstückes beibringen. Besonbers ist barauf hinzuweisen, baß die Bauarbeiten vor der Entscheidung über die Reichs- baxvxi ti w xro» ' ligim len (m NenM Akkord. Mrven lige Mo- t ,M tausende i in die , in ben fahren. Tatkraft j es aus - ist durch in allein er hohe" 19 h°be" »er Mar- inaliojia- um den st zurück' ordnet m Fäusten, , Reiches, In dem Anwesen des Landwirts Eduard Rübe- fam I. in Nieberhvne bei Eschwege brach ein Brand aus, ber sich infolge bes reichlich vorhandenen Stroh- und Heuvorrats auf die Wirtschaftsgebäude der Landwirte Eduard Rüdejam II. und Wilhelm Mengel ausdehnte. Die drei großen Scheunen mit allen Futteroorräten wurden vollkommen vernichtet. Trotzdem die Bekämpfung des Brandes aroße Schwierigkeiten machte, konnten die Wohnhäuser und andere angrenzende Gebäude vor dem Uebergreifen des Feuers bewahrt werden. Vermutlich liegt Brandstiftung vor. Blutiges Eifersuchtsdrama in Berlin. In Berlin-Neukölln ereignete sich ein furchtbares Eifersuchtsdrama. Der erst vor etwa acht Tagen aus dem Zuchthaus entlassene frühere Zuhälter Gustav Schultze schoß auf offener Straße den 22jährigen Herbert S t a p a l, in dem er feinen Nebenbuhler erblickte, nieder. Dann stürzte er in ein Lokal, in dem sich seine Geliebte, eine geschiedene Frau Helga Winkler, befand und schloß sich mit ihr in einem Nebenzimmer ein. Einige Sekunden später krachten erneut Schüsse. Bei der gewaltsamen Deffnung der Tür sand man beide mit schweren Schußverletzungen auf. Auf dem Transport ins Krankenhaus starb die Winkler. Wettervoraussage. Die kräftige Jslandstörung schiebt über die britischen Inseln warme Lust östlich vor. Da diese zunächst in höheren Schichten auch auf das Festland gelangt, ist mit meist trübem Wetter zu rechnen. Dabei steigen die Temperaturen allgemein an und gehen nachts nicht mehr unter den Gefrierpunkt zurück. Vereinzelt ist auch mit dem Auftreten leichterer Niederschläge zu rechnen. Aussichten für Samstag: Vielfach neblig, wolkig, im ganzen milder, Neigung zu Niederschlägen. Aussichten für Sonntag: Ziemlich mildes unb meist bewölktes Wetter, vereinzelt etwas Nie- berschlag. Lufttemperaturen am 1. März: mittags 1,7 Grad Celsius, abenbs 1,5 Grab; am 2. März: morgens 0,9 Grab. Maximum 1,7 Grab, Minimum —3,7 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abenbs 0,4 Grab; am 2. März: morgens 0,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 1/io Stund«. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grab, im Walbe 40 cm Schnee, am Hang 12 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit im Walde gut bis sehr gut, am Hang mäßig. Sauerlanb. Winterberg: Nebel, — 4Grab Celsius, 30 cm Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut. Schwarzwald. Felbberg: klar, — 5 Grad, 55 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. 1.34: 11700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruderei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. idesbisch"! La"' N £ die P° FuE eg1- öfter n. ist- < e , in- di Der am Donnerstagabenb in Plymouth eingetroffene amerikanische ©onberbeauftragte für Abrüstungsfragen, Norman Davis, erklärte, baß er für brei Wochen zu einem priv a- ten Besuch nach Stockholm reisen werbe. Danach werbe er nach Lonbon zurückkehren. * In Kopenhagen ist ber Architekt Ebuarb Hei - berg vom Gericht zu 40 Tagen Haft verurteilt worben. Er hatte im September v. I. bem beutschen Gefanbten in Kopenhagen eine Entschließung übersanbt, in ber bie Reichsregierung beleibigt würbe. * Der Referent beim Preußischen Staatsmini- fterium, Dr. Baron v o n D a z u r, ist zum Direktor unb Rebakteur bes „Deutschen Reichsan- z e i g e r s unb Preußischen Staatsanzeigers" ernannt worben. Der bisherige Direktor, Ministerialrat Pfeiffer, würbe in ben Ruhestanb versetzt. Aus aller Welt. Flüchtlingsschicksal. Das Schicksal eines russischen Emigran- t e n entrollte eine Derhanblung vor bem Berliner Einzelrichter. Der russische Fürst Alexander Da- bischa-Kotromanicz unb seine Frau Ariabne Mana würben wegen Paßvergehens zu 50 bzw. 20 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Fürst war mit seiner Frau vor zwölf Jahren aus Rußland geflüchtet. Seine großen Besitztümer mußte er im Stich lassen, um das nackte Leben zu retten. In Berlin bezog das Ehepaar Wohlfahrtsunter» stützung. Der Fürst suchte zwar a l s C h a u s - f e u r seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, doch reichte der Verdienst nicht aus. So kam es, daß der verlängerte Nansenpaß, der im Polizeipräsidium ausgestellt war, von dem Fürsten nicht abgeholt werden konnte, weil er nicht im Stande war, bie geringen Kosten auszubringen. Das Ehepaar lebte daher seit Mitte Oktober 1933 ohne ben notwendigen Ausweis in Berlin. Fürst Dabischa-Kotro- manicz hat in den letzten Jahren die Oe fenthdjfeit in Deutschland wiederholt beschäftigt. Auf Grund von Familienforschungen, die der verstorbene Vater des Fürsten schon vor dem Krieg in Rußland betrieben hat, glaubte der Fürst berechtigt zu sein, Ansprüche aus den seit 1463 verwaisten kroatischen Königsthron erheben zu können. Der vor 470 Jahren von den Türken vertriebene König von Kroatien soll sein Urahn gewesen sein. Als 1928 die Sowjetregierung Kunstschatze aus russischen Schlössern in Berlin versteigern ließ, erregte es Aufsehen, als der Fürst auf einzelne Kunstgegenstände Eigentumsrechte geltend machte. Naturkatastrophe im Rheinland vor 150 Jahren: der furchtbare Eisgang von 1784. In diesen Tagen sind es 150 Jahre her, daß sich im Rheinland eine schwere Naturkatastrophe ereignete. Gemeint ist der Eisgang 1784. Hierzu schreibt ber Chronist: Die Wogen des Rheines und feiner Nebenflüsse fluteten wild dahin, schon zu Weihnachten 1783 ängstigten die Hochfluten die Bewohner des Rheinlandes. Es kam „An der alten und gerne und viel besuchten Berliner Kneipe ack der Friedrichsgracht ereignete sich gestern abend ein schwerer Unglückssall. Hier herrschte nämlich hinsichtlich eines bestimmten Oertchens ein gar böser Mißstand. Es ist nämlich viel zu eng. Als nun gestern ein Herr, bem es unter großen Mühen gelungen war, seinen gut- entwickelten Bauch in ben engen Raum hineinzuzwängen, ihn später verlassen wollte, gelang es ihm allein nicht mehr, so baß bie Feuerwehr alarmiert werben mußte, um ihn aus seiner verhängnisvollen Lage au befreien. Warum wirb denn biefes Oertchen nicht um einen halben Meter erweitert, bamit auch körperlich etwas stärker entwickelte Leute es ohne Schwierigkeiten in Anspruch nehmen können?" Diese Nachricht erschien vor einigen Jahrzehnten unter ben Lokalnotizen einer Tageszeitung, unb bis heute hat sich an biesem stillen Plätzchen, bas vor 150 Jahren bei ber Grünbung ber Schankstube ber Großbestillation Limann erbaut würbe, nichts geänbert. Kaum sichtbar liegt biefe älteste Berliner Kneipe neben bem „Französischen Hof", jenem Lokal, bas zur Zeit bes Großen Kurfürsten Berlins vornehmster Gasthof war, in ber Friebrichsgracht. Bekannt ist biefe Destillation vor allem burch ihren tausenbjährigen Stammtisch. Man sollte nun nicht etwa annehmen, baß ber Stammtisch selbst auf eine tausendjährige Trabi- tion zurückblicken könne. Es hanbelt sich vielmehr um eine Tafelrunbe von ehrbaren, alteingesessenen Berlinern, bie zusammen tausenb Jahre alt sinb. Das jüngste Mitglieb biefes eigentümlichen Vereins ist „nur" 66 Jahre alt, währenb bas älteste 85 Lenze zählt unb stets von Lichterfelbe aus hierher gefahren kommt. Auch kann man schlecht von einem eigentlichen Stamm tisch sprechen, benn in biefer im Jahre 1784 gegrünbeten Schankstube gibt es nur einige hölzerne Bänke, bie um eine wuchtige Tonne herumstehen. Seit bem Jahre 1872 ist diese schicksalsreiche Destillation im Besitz der Familie Limann. Sie hat ihr besonderes Stammpublikum. Es gibt Leute, die seit 50 Jahren schon Tag für Tag hier „einen hinter die Binde gießen". Es ist kein Wunder, daß sich ber Schifferknecht genau so wie der alte Herr Geheimrat hier zu Hause fühlen, denn hier findet man noch alten, ursprünglichen Berliner Humor. Die zahlreichen Bilder und Trinksprüche an den Wänden beweisen es. Ein eingerahmter Tausendmarkschein wird mit den traurigen Worten „Wenn ich dich seh, dann muß ich meinen" gekennzeichnet, und wenn bei Limann die „Maulwürfe" tagen, glaubt man bei einer Riesenversammlung im Sportpalast zu wei- dazu, daß vor den hohen Festtagen grimmige Kälte eintrat. Da diese anhielt, setzten die sich immer mehr verdichtenden Eismassen überall sest. Zuletzt erstarrte der Rhein im Eispanzer. Zwar versuchten die gigantischen Wasserkräfte sich wiederholt ihrer Fesseln zu entledigen. Doch war die Folge nur, daß desto machtvoller sich die „arktischen Landschaften" vergrößerten. Die Kälte erwies sich von unerhörter Hartnäckigkeit. Wochenlang hielt sie stand. Da lösten die Sorgen der bitteren Kälte weit schlimmere ab. Teilweise setzte sich das Eis in Bewegung. Das Wasser stieg dermaßen, daß am Morgen des 26. Februar in Köln in beängstigender Weise die Flut anstieg. Die vor Entsetzen flüchtende Bevölkerung wußte nicht mehr ein noch aus. Von Stockwerk zu Stockwerk, von tiefer gelegenen Haus- dächem flüchteten die Menschen. Die ungeheuren Eisgebirge wurden unter dem Druck des gewaltig steigenden Wassers gesprengt und brausten, Tod und Verderben bringend, heran. Grausig hallten die Todesschreie Ertrinkender, übertönt von dem Krachen der anstürmenden Eismassen und der zusammensinkenden Häuser. 12 Meter P e g e l h ö h e erreichte der Rhein bei Köln, 10,20 bei Koblenz. Unermeßlich waren bie Schüben. Hunderte von Häusern waren vom Erdboden verschwunden. Gewaltig war die Naturkatastrophe, bie bas Rheinlanb vor 150 Jahren heim- suchte. — Der seit dieser Zeit unbestritten schwerste Eisgang war ber um bie Jahreswenbe 1879/80, der aber bei weitem nicht von den Folgen begleitet war wie der vor anderthalb Jahrhunderten. Neue große Ausstellungsprojekte in München. In einer Besprechung des Vorstandes des Vereins Ausstellungspark in München gab Geheimrat Zentz bekannt, baß im Jahre 1935 in ben Hallen bes Münchener Ausstellungsparkes bie Ausstellung „D i e Welt ber Strahlen" burchgeführt werben soll. Der Anlaß zu biefer Ausstellung war bie im Februar v. I. abgehaltene Gebenktagung ber Bayerischen Röntgen-Gesellschaft aus Anlaß bes zehnjährigen Tobestages Röntgens. Weiter würbe beschlossen, im Jahre 1936 eine Ausstellung „Die Alpen" zu veranstalten. Demnächst soll entschieben werben, ob es eine beutsche ober eine internationale Ausstellung werben soll. Schweres Erdbeben in Ehile. In ber sübchilenischen Stabt Valbivia ereignete sich ein schweres Erbbeben, bas vier Minuten bauerte. In Temuco würben ebenfalls E r b ft ö ß e von einer Minute Dauer verspürt. Die Verbinbung zwischen Santiago be Chile unb Valbivia ist unterbrochen. lieber bie Zahl ber Opfer unb sonstige Einzelheiten ist noch nichts bekannt. Valbivia, eine Stabt von 31000 Einwohnern, hat einen großen Prozentsatz beutscher Bevölkerung, in beren Hänben sich ein bebeutenber Teil bes bärtigen Hanbels unb ber Jnbustrie befinbet. Notlandung französischer Militärflugzeuge in Nordafrika. Nach einer Meldung aus Algier mußte ein Militärflugzeug, in bem General Nogues eine Inspektionsreise unternahm, während eines heftigen Sanbsturmes in Amguib lanben. Die ßanbung voll- ftertetter unb ben sauren Persico. Bis in bie sechziger Jahre trank man hier überhaupt nur Korn ober Schnaps, bis eines Tages bann bie Schifferknechte plötzlich Bier verlangten. Bis heute wirb bas bamals hier eingeführte Pots- len. Dann treffen sich nämlich hier bie Mitglieber bes seit 75 Jahren bestehenben Gesangvereins „Cecilia Melobia", um mit kräftigen Stimmen bie beutschen Volkslieder erschallen zu lassen. Ihr Banner ist ein großer ausgeftopfter Maulwurf in einem Glaskasten. Auch ber kleinste Berliner Verein, ber nur aus vier Mann bestehenbe Skat-, tlub „Alt Cölln", verkehrt hier. lieber ber großen Ecktonne hängt bas gefürchtete „Uffschneibemesser". Sodalb einer ber Gäste unter bem Einfluß bes Alkohols hier allzu große Reben schwingt unb ben Munb etwas zu voll nimmt, ertönt plötzlich ein Glöckchen. Das ist bann bie Klingel bes Uffschneibemessers, bie mit einer roten Schnur an ber Wanb befestigt ist. „Wer sich bei't Uffschneiben läßt ertappen, ber muß ’ne ßage Korn berappen" steht beutlich lesbar auf biesem seltsamen Messer geschrieben, unb tatsächlich schenkt heute noch ber Wirt nach altem Brauch, sowie bas Glöckchen ertönt, eine Runbe Korn ein, bie auf bas Wohl unb auf Kosten bes jeweiligen Ausschnei- bers getrunken wirb. Aber auch sonst hat biefes ßokal feine Spezialitäten. In seltsam geformten Glasbehältern, fogenanten „Kluckerflafchen", befin- ben sich nach besondrerem Verfahren hergestellte Schnapsarten, bie ben alten Berlinern ebenso wie ben heutigen mobernen Grohstäbtern trefflich mun- ben. Die verblichenen Etiketts tünben ihre seltsamen Namen: Müller-träne, Antigrippina, alter Mün- büraschaft roeber begonnen, noch fest vergeben werden bürfen. Die Anträge sind bei ben von ben obersten ßanbesbehorben bestimmten Stellen unb gleichzeitig bei ber Deutschen Bau- unb Bvbenbank AG., Berlin W 8, Taubenstraße 48 bis 49, einzureichen, bie auch zu weiteren Auskünften bereit ist. 1 Würfel irlO^ Nachdruck verboten! s. Fortsetzung. (Fortsetzung folgt.) Rosemarie aber hatte ein wenig überlegen gelächelt. Sie fühlte ganz fest, daß sie ihren Weg gehen würde. In ihrer Seele trug sie das Erbe ihrer großen Mutter, das zur Entfaltung drängte und sie vorwärts trieb. Aber sie wußte es nicht. (Rosemarie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzner. Er konnte an jenem Abend nicht zu mir kommen, nachdem ich ihn so schwer enttäuscht hatte. So lieb hatte er mich wohl doch nicht, daß er mir bedingungslos hätte glauben können. Zu sehr sprach alles gegen mich. Du fragst, wann ich wiederkomme, Du Gute. Ich muß Dir sagen, daß ich erst etwas erreicht haben muß, ehe ich zurückkomme und — erst muß die furchtbare Schande vergessen sein, die mir anhängen wird bis an das Ende meines Lebens, und an der ich heute noch so schwer trage wie an jenem Tage, als ich Dich verließ. Es ist gut, daß Du allen Bekannten gesagt host, daß ich hier eine Stellung angenommen hätte. Es war die beste Lösung. Die Herren von Bachstedt & Co. haben ja wenigstens insofern meinen Namen geschont, als sie die Sache nicht der Polizei übergeben haben. Wörtlich stand in dem Briefe, der bei meinen Sachen lag: „Wir haben uns entschlossen, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Wir nehmen an, daß Ihre Jugend Sie zu diesem Fehltritt getrieben hat und daß Sie von selbst versuchen werden, Ihre Schuld durch einen in Zukunft einwandfreien Lebenswandel zu büßen. Ein Schaden ist uns ja glücklicherweise durch das schnelle Handeln von Herrn Bachmann nicht entstanden." Viele Tage später hatte ich erst den Mut, diesen Brief zu öffnen, aber dann hat es mich noch einmal gepackt, daß ich nicht wußte, was mit mir werden würde. Jetzt bin ich ruhiger, Tantchen; in harter Arbeit versuche ich zu vergessen. Diel verdiene ich ja noch nicht, aber für eine Person reicht's schon. Und dann — ich trage den Namen meiner Mutter. Rosemarie Neuß muß ausgelöscht sein. So bin ich für alle hier die Rosemarie Bergmann. Es gibt auch hier gute und schlechte Menschen. Aber jetzt will ich schließen. Acht Seiten sind schon voll. Morgen ist Heiligabend, da soll der Brief bei Dir sein und Dir von Deiner Rosemarie sagen, daß sie nun wieder tapfer ihren Weg geht. Behalte mich lieb, Du Beste. Wenn die Glocken das Fest einläuten, wollen wir aneinander denken und wenigstens im Geiste zusammen das hohe Fest der Liebe feiern. Leb wohl, liebste Tante, und habe wie ich den starken Glauben an den Sieg des Guten über das Böse. Innige Grüße und Küsse Deine Rosemarie. Rosemarie faltete den Brief und mußte acht- geben, daß nicht die schweren Tränen, die ihr über die Wangen liefen, auf das Papier rollten und zum Verräter wurden. Schnell trug sie den Brief zum Kasten. Dann stieg sie wieder hinauf in ihr kleines, sauberes Hofzimmer, das sie für wenig Geld bei guten älteren Leuten gemietet hatte. Sie überdachte noch einmal den Inhalt ihres Briefes und war überzeugt, daß sie richtig handelte, wenn sie Tante Berta in dem Glauben ließ, daß sie eine kleine Anstellung im Büro gefunden hatte. Oh, hätte die Tante geahnt, daß Rosemarie beim Theater gelandet war und als Statistin sauer ein paar Pfennige verdiente! Gleich mußte sie übrigens weg. In Eile würgte sie das magere Abendessen hinunter und eilte schnellen Schrittes durch die stark belebten, hell erleuchteten Straßen ins Theater. Als sie die Tür zu der Garderobe öffnete, schlug ihr schon eine warme Welle jenen Atmosphäre entgegen, die, ein Gemisch aus Blumenduft, Schminke, Erregung und Lebensfreude, so prickelnd ins Blut drang und deren heimlichen Zauber auch Rosemarie sich nicht entziehen konnte. Für diese Stunden am Abend, in denen sie, mit klopfendem Herzen, hinter der Kulisse stehend, das Schicksal fremder Menschen in sich erlebte, wich die Schwermut aus ihren schönen Zügen, und ihre wundervollen sprechenden Augen leuchteten wieder im alten Glanz. Alles um sie versank. Sie war nur noch Auge und Ohr, wobei sie wie entrückt die großartigen mimischen Darstellungen auf den Brettern verfolgte und wie einen köstlichen berauschenden Wein die Worte der Dichter in sich hineintrank. Rosemarie war nicht mehr die kleine Stenotypistin, die bei Bachstedt Briefe getippt hatte, die ihr so wesensfremd waren, daß sie sich manchmal begriffsstutzig vorgekommen war. Sie war aber auch nicht nur die kleine Statistin, die froh war, daß sie hier, wenn auch ganz bedeutungslos, so ein bißchen mitmimen konnte, und das Heil ihrer Seele darum gab, wenn einer der großen Schauspieler einmal ein paar Wochen mit ihr spazieren ging. Nein, das junge Menschenkind, das hier mit weit geöffneten Augen und Ohren hinter den Kulissen stand, war die Tochter der großen Helga Bergmann, die in diesem selben Hause Triumphe gefeiert hatte, von denen man in Bühnenkreisen heute noch sprach. Rosemarie fühlte, wie allmählich die Kunst ihre Seele erfüllte, wie sie mit linder Hand die schweren Wunden kühlte, die ihr das Schicksal geschlagen, und ihren Blick wieder frei machte für die Zukunft. Rosemarie wurde von den Kollegen und Kolleginnen der Statisterie weidlich gehänselt, und oft mußte sie hören: „Willst wohl eine zweite Bergmann werden — was, Küken? Schön genug bist du ja dazu, und den Namen hast du auch schon mitgebracht! Also halt dich mal ran! Was nicht ist, kann noch werden." Rosemarie lachte über diese Sprache. Sie kannte das Völkchen der Statisten nun schon sehr gut und wußte, daß der Spott meist gutmütig war. Einmal aber sagte sie ganz ernsthaft: „Na, bei der Statisterie will ich mal nicht hängenbleiben wie Ihr. Selbstverständlich will ich weiter." Da hatte es schallende Heiterkeit gegeben. Heiligabend... Da war der Tag, dem sie schon seit Wochen mit heimlicher Angst entgegenjah. Am Nachmittag hatte es noch eine Kindervorstellung gegeben, bei der die Statisterie vollzählig mitgewirkt hatte. Sie hatten unter der Maske von Teufelchen, Zwergen und allerlei phantastischen Tieren so tollen Unfug getrieben, daß die kind- lichen Zuhörer im Zuschauerraum gequiekt hatten vor Begeisterung, und des Tobens und Beifall- klatschens kein Ende gewesen war. Zum Schluß war im Hintergrund der übliche Weinachtsbaum erschienen, unter dem Rosemarie mit vielen anderen als Engel verkleidet gestanden hatte. Die kleinen Zuschauer waren minutenlang von dem strahlenden Glanz der Kerzen geblendet gewesen und hatten nicht gemuckst, als das Orchester zu dem wunderschönen Bild die uralte, ewig neue Weise „Stille Nacht, heilige Nacht" spielte. Rosemaries Gedanken waren in die Heimat geeilt. In heißer Sehnsucht lauschte sie der lieben vertrauten Weise. Hätte sie vor einem Jahre geahnt, daß ihr nächster Weihnachtsbaum im Großen Berliner Schauspielhaus stehen würde? In ihre Augen trat ein feuchter Glanz. Die Kolleginnen blinkten sich zu. Die Bergmann sah ja fast unirdisch schön aus in diesem Kostüm. Aber noch ein anderer hatte sie beobachtet: der „Alte", wie ihn das Bühnenvolk nannte, der Intendant. Einsam und unbemerkt hatte er in . seiner Loge gesessen und sich an dem frischen Zusammenspiel seines Personals und der kindlichen Zuhörer er- götzt. Das waren entschieden die dankbarsten Theaterbesucher. Für die gab es nur eine Kritik, und die hieß: Wundervoll war das! . . Ja, er hatte seine Erfahrungen hinter sich, der Alte. Andere Zeiten als diese hatte er erlebt. Gewiß, seine Besetzung war erstklassig. Die Schauspieler wurden verhimmelt. Aber — es fehlte dem Berliner Schauspiel doch wieder einmal ein ganz großer Könner — einer, der die Kassen füllte, das Publikum in Scharen ins Theater zog. „Helga Bergmann! Zu früh hast du deiner glänzenden Laufbahn entsagt. Nie wieder hat eine die Kunst so sehr zur göttlichen Kunst gemacht wie du, Begnadete. Dein Name auf dem Programm wirkte wie ein Magnet. Einen solchen Beifallsrausch haben wir nicht wieder hier erlebt. Dieses Klatschen vom Parkett bis hinauf in die Galerie... Der alte Herr lächelte in Erinnerung. Plötzlich wurden seine Augen starr. Narrte ihn ein Trugbild? Rosemarie wußte kaum, daß sie ihre Schritte zum Bahnhof lenkte. Mit stockender Stimme löste sie eine Karte nach Berlin. Berlin! Sie hatte nur unbestimmte Vorstellungen von dieser mächtigen Stadt; aber dort kannte sie keiner. Und wo Millionen lebten, würde auch sie irgendwo eine kleine Derdienstmöglichkeit finden. Mit ihren sechzig Mark war sie ja für die allernächste Zeit vor der bittersten Not geschützt. Als der Zug in die Nacht brauste, ahnte Rosemarie nicht, daß in entgegengesetzter Richtung vor wenig Stunden Wolfgang Wangenheim davon- gesahren war, und daß auch sein Herz Angst und quälende Ungewißheit erfüllt hatten. Kein einziger Mitreisender stieg in ihr Abteil. Da fühlte sie sich so trostlos einsam wie nie zuvor in ihrem Leben, und sie überließ sich einem haltlosen Schluchzen. 3. Kapitel. Berlin, im Dezember. Du liebe, gute, einzige Seele, die an mich glaubt, und an die ich noch glauben kann. Niemals im Leben kann ich die Nacht wieder gutmachen, in der ich mich nicht in Deine schützenden Arme flüchtete, sondern mit meinen letzten sechzig Mark hierher nach Berlin fuhr. Ach, liebe, gute Tante Berta, Du kannst mir nur verzeihen, wenn Du mir nachfühlen kannst, wie es in meiner Seele aussah. Es gab nur zwei Wege für mich: untertauchen und durch mühsame Arbeit vergessen lernen im großen Berlin — ober den Tod. Warum ich den ersten Weg wählte, weiß ich heute selbst nicht mehr. Ich glaube aber, es war das Bewußtsein meiner Schuldlosigkeit und der unversiegbare Glaube an eine große, ausgleichende, göttliche Gerechtigkeit. Ich habe manche Nacht ohne Schlaf unter fremdem Dach gelegen und gemeint, daß am Morgen mein Kissen naß war, so eine unbändige Sehnsucht nach unserem lieben stillen Heim und Deinem guten, guten Gesicht war in mir... und, Du mußt mich verstehen — nach Wangenheim, den ich lieben werde, solange noch ein Tropfen Blut in mir ist. Aber ich danke Dir, Tantchen, daß Du seine Briefe mit dem Vermerk „Adressat unbekannt verzogen!" zurückgehen ließest. Er hat mich verraten in der schwersten Stunde meines Lebens. Ich verstehe, er konnte nicht anders handeln. Sein Ruf, seine Stellung wären ja hin gewesen, wenn er sich schützend vor eine „Diebin" gestellt hätte. weil fiefo gut fdjmecken- deshalb sind MAGGP Suppen bei groß und klein so beliebt-Mehr als 30 Sorten preisgekröntes Eintopfgericht fl. preis beim Dettkochn, des Hausfrauen-DerelnS Diersen! Gemüse-Sintops mit Rindfleisch. Jür 4 Personen. (Einzelportion etwa 30 Pfennig). Zutaten: 3/4 Pfund Rindfleisch, 3 Pfund Kartoffeln, 4 Würfel Maggi's Frühling-Suppe, feingehackte Petersilie. Zubereitung: Das kleingewürfelte Fleisch in 1 3/4 Liter leicht gesalzenem Waffer halb gartochen. Inzwischen 4 Würfel Maggi s Frühling-Suppe fein zerdrücken, in 1/4 Liier kaltem Waffer glattrühren, den Ärei zum Fleisch gießen, die kleingeschnittenen Kartoffeln beifügen, gut durchrühren und bei kleinem Feuer garkochen laffen. — Dor dem Anrichten feingehackte Petersilie darüberstreuen. V •xjtciqluch. i 3 X täglich einige der bewährten Kaiser'« Brust-Cara mellen schilpen Sie in der rauhen Jahreszeit vor Husten. Heiserkeit und Katarrh. Aerztl. empfohlen. Ueber 15000 Zeugn. wrcaFirma Jetzt: Beutel 35PL Dose 40 u.75P. Zu haben in Apotheken, Droger. und wo Plakate sichtbar. snorV Samstag , pünktl. 20'/, Uhr Alonats- Dersammlung m. Vortrag. 12810 Ätwn Gießen. utoD Freitag, 2. März Vorstellung SokUspokUS fällt aus! Deutsche Stenogrufenichosl e B Orksgr. Sieben. Samstag, d.3.3. 20.30 Ubr Hereins-M (Monats- versammlunq) in derStadtLub Sieber Str. 59^ Ruhholzversteigerung Gießen lz.Z. st. Dieser Kommission gehören an: der Bürgermeister oder sein Vertreter, der örtliche Führer für Obstbau, Der die 24 Stundenzahlen von Mitter nacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- naismitto ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Sofern es nach Lage ... —......... Obstbaues zweckmäßig erscheint, ist die Ortspolizeibehörde berechtigt, von einer Aufforderung der Baumbesitzer, Nutzungsberechtigten oder deren Vertreter zur Vornahme der Arbeiten abzusehen und die Maßnahmen unter Leitung des Sachverständigen der Landesbauernschaft unter entsprechender Verteilung der Kosten auf die Besitzer oder Nutzungsberechtigten selbst ausführe« zu cii ein Baumwärter, _ , P) zwei vom Kreisbauernführer auf die Dauer von 3 Jahren bestimmte, am Obstbau interessierte Bauern (Landwirte). Wird der Aufforderung binnen der gesetzten Fristen von feiten der Baumbesitzer, Nutzungsberechtigten oder deren Vertreter keine Folge geleistet, so kann die Ortspolizeibehörde die erforderlichen der Besitzer oder Nutzungsberechtigten m. Der Bericht aus Peking, daß bereits ein Dalai Lama in der Umgegend von Lhasa )en worden sei, bestätigt sich nicht, und das auch ganz ungewöhnlich gewesen, denn in der wird der neue Herscher nicht ausfindig ge- bevor drei bis vier Jahre feit dem Tode Vorgängers verflossen sind. Der dahinge» ne Dalai Lama hinterläßt meistens einige ien darüber, wo das Kind, in dem er zu 1 Leben erwachen wird, gesucht werden soll. )t z. B. Anweisungen, daß man sich in einem umsehen müsse, das die und die besonderen eichen hat. Die Kinder, "bie zur Zeit des des alten Dalai Lama geboren wurden, n dann auf gewisse Merkmale genau unter» und unter diesen ist die Länge der Ohrläpp- >esonders wichtig und bedeutsam. Die Kinder, größte Anzahl dieser charakteristischen Zeichen 1, kommen in die engere Wahl, uiw eine e Ausscheidung geschieht auf Grund der Kluger Antworten, die sie geben. Die Namen der Uebrigbleibenden werben dann auf Blätter eben und in ein goldenes Gefäß gelegt, das inem früheren chinesischen Kaiser geschenkt . Beim Herausnehmen dieser Blätter bezeich- lsjenige, das nach einer bestimmten Reihen- gezogen wird, den neuen Dalai Lama. Die kschaft währt, bis der neue Herrscher 18 Jahre ist. teilt mit: v So wie es ein Volksbrauch geworden ist, an je= jedem Freitag im Gedenken an den Kreuzestod Christi zu fasten oder wenigsten nur Fisch zu essen, so ist auch das Eintopfgericht in kurzer Zeck ein deutscher Volksbrauch geworden. Die deutsche Nation begeht diese ernste Feier zum Gedächtnis an die Toten des Weltkrieges, in dessen Granatfeuer die Volksgemeinschaft aller Menschen deutschen Blutes geboren wurde. So wie damals Offizier und Mann,- Arbeiter und Akademiker aus einem Kessel speisten, so vereinigt uns auch heute einmal im Monat das Eintopfessen zu einer Gemeinschaft, die keine Unterschiede der Klasse ober des Standes kennt. Das Eintopfgericht ist jedoch nicht nur eine schöne Geste, eine sentimentale Erinnerung an vergangene Zeiten, sondern es ist ein Opfermahl, in dem immer wieder aufs neue der Gedanke der Volksgemeinschaft erlebt u n d verwirklicht wird. Das Eintopfessen vereinigt bereits in vielen E 58-60 56- 12-76 ifa $ 1,12 34,09 Die Kommission hat alljährlich bis spätestens lo. Oktober alle Obstbäume der Gemarkung daraufhin nachzusehen, in welchem Um ang die in 81 angeführten Maßnahmen erforderlich sind, und alsdann derOrtspolizeibehörde unter Angabe der Obstbaumbesitzer und der Beanstandungen Mitteilung zu machen. § 6. Die Ortspolizeibehörde hat die Baumbesitzer oder NutzungL'- ftrrpAfmfPtr nher deren Vertreter alsdann unverzüglich aufzu- Ä von de! Kommission für notwendig erachteten Maß- nabmen vorzunefimcn Dic Beseitigung der toten und abgängigen fiat toiteftcnS 18. Dezember und die Durchführung der übrigen im §1 im einzelnen aufgesührten Maßnahmen mit Aus- ünbm.. des Svriüens bis spätestens 15. Februar zu erfolgen. Für alle übrigen Maßnahmen bleibt die Fristsetzung der Ortspolizeibehörde vorbehalten. 8 7. Auf Beschwerden der Baumbesitzer oder ^kungsbe recht ißtc 11 gegen Anordnungen der Ortspolizeibehörde entscheidet das Kreis amt nach Anhörung des zuständigen Sachverständigen der Lanlev- bauernschaft endgültig. Die Beschwerde muß binnen 14 Tagen nach ergangener Aufforderung mit Begründung bei der Ort.Polizeibehörde eingelegt werden. 8 1. Zur Bekämpfung von allen pflanzlichen und tierischen Schädlingen des Obstbaues sind rechtzeitig alle erforderlichen Maßnah- men durchzuführen, insbesondere sind in der Zeit vom Herbst bis Frühjahr alle Obstbüume abzukratzen, zu bürsten und zu reinigen, die Baumkrone sachgemäß zu lichten und von ollen dürren Aesten zu befreien. Alle dürren und abgängigen Obst- bäume sind zu beseitigen und aus den Obstanlagen zu entfernen. Die ordnungsmäßig gereinigten Obstbäume sind einem planmäßigen Spritzverfahren zu unterwerfen. 8 2. Zur Durchführung oder Duldung der Maßnahmen des 8 1 sind die Besitzer der Obstbäume oder die Nutzungsberechtigten bzw. deren Vertreter verpflichtet. 8 3. Zur Feststellung der Notwendigkeit und des Umfanges der Maßnahmen und zur Ueberwachung derselben ist für jede Gemeinde eine Kommission zu bilden. 8 4. De« Vorsitz in der Kommission führt der Bürgermeister oder Zu der Kundgebung der NSDAP. Gießen am kommenden Sonntag 14.45 Uhr in der Volkshalle ist der Kartenvorverkauf auf der Kreisleitung, Löberstraße 9, bis zum morgigen Samstag 17 Uhr I im Gange. Soweit bis dahin nid)t alle Karten verbot ihnen bekräftigten Arbeitnehmerinnen unter der Bedingung Beihilfe, daß sie heiraten und ihre Ar» beitsstelle für männliche Arbeitnehmer frei machen. Diese Beihilfen sind grundsätzlich steuerpflichtig, da sie mit Rücksicht auf das Arbeitsverhältms gegeben werden. In einem Runderlaß vom 13. Februar 1934 (S. 2114 — 132 III) hat der Reichs- mtnifter der Finanzen unter Anerkennung ihres volkswirtschaftlich gesunden Zwecks derartige Hei- ratsbeihilfen aus B i 11 i g k e i t s g r u n d e n unter gewissen Voraussetzungen für st e u e r f r e i erklärt. Im einzelnen ist auf folgendes hinzuweisen: 1 Die Heiratsbeihilfen sind frei icht fo reiche, aber doch auch recht bemerkens- Himmelsgegend mit dem Krebs und darunter Zasserschlange. Im Krebs ist der Sternhaufen rippe (Prae-sepe), in der Wasserschlange der Alphard, der „Einsiedler", bemerkenswert, s einziger hellerer Stern in einer sonst ziem» »rnarmen Gegend erstrahlt. i den Wandelsternen ist vor allem der Jupi- affallend, der in der Jungfrau über deren ftern Spica steht und durch seinen hellen dem Abendhimmel sein Gepräge verleiht. Norgenhimmel steht die Venus etwa eine e vor Sonnenaufgang als Morgenstern. Am sie in der Stellung des „größten Glanzes", )er, weil der Frühling für Morgensterne un- g ist, nicht so lang andauert, wie in anderen n. Lichtgestalten des Mondes: Vollmond am 10. um 11 Uhr, letztes Viertel am 8. um 19 Uhr, 1. Viertel am 23. um 3 Uhr, Vollmond am 31. um 2 Uhr. Da der Februar keinen Vollmond gehabt hat, ist es recht und billig, daß der März zwei Vollmonde, uiru uw verum jjuu« *.i»v««. • • - Wenn | nach links, also nach Osten hm, eine an Hellen Ster» Eine seltsame Ehrung. iz Georg von England, der sich auf einer i Reise durch Afrika befindet, ist jetzt zum nrnal Gegenstand einer Ehrung durch die lorenen geworden, die dem Europäer gewiß merkwürdig erscheinen wird. In Port Elisa- >urbe er von einer großen Menge empfangen, us der gesamten Umgebung herbeigeströmt nd die ihn lärmend mit dem Ruf begrüßte: ( dir, o h mächtiger Elefant!" Dieser titel wiegt durchaus so schwer wie die Ordens- iung eines europäischen Staates. Der Prinz te nach seiner Begrüßung durch die Stammes- inge als Ehrengabe einige Spazierstöcke, die oßer Freude angenommen wurden. Sterne; Kleine Buchstaben Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen IO. Wirtschaft verein vi» uu, «v-vy. uv,«v, « ^uuvi *"v,“r“iv -'■ 135, Chade 165,50, Conti Gummi 157, Daimler Ware) 23 bis 26 (23 bis 26), Marktlage unver- I - / .... . . L:.. _ ma mm • * • z» ä» #4 1 •• u i C\<« -ZT*-------____ < -^.11 4E* — Cr^ «11. mehr ein. Der Rentenmarkt lag weiterhin recht ruhig und nur wenig verändert. Neubesitz notierte ebenso wie Schutzgebietsanleihe etwas höher, späte Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 93,65 v. H. behauptet. Umgetauschte Dollar-Bonds waren etwas angeboten und die erhöhten Mittagskurse blieben meist nur knapp gehalten. Stadtanleihen lagen teilweise etwas höher, Pfandbriefe sehr ruhig ebenso fremde Werte. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,40, Altbesitzanleihe 96, Schutzgebietsanleihe von 1908 bis 1911 9,60, do. von 1913 bis 1914 9,70, Reichsbank 170, Buderus 81, Gelsenkirchen 65,75, Harpener 95,50, Klöckner 68, Mannesmann 72,40, Phönix 51,50, Rheinstahl 91,50, Laurahütte 28 bis 28,50, Stahlverein 44,13 bis 44, AKU. 55, AEG. 29,50, Bekula Kempten, 28. Febr. Allgäuer Molkereibutter, 1. Qualität 125 Mark (letzte Notiz 125), Allgäuer Molkereibutter 123 (123), Sennbutter 116 (116), Bauernbutter 86 (86), Rahmeinkauf bei 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123). — Allgäuer Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt (grüne Gelegentlich einer Dollziehungsmaßnahme eines Friedberger Gerichtsvolliehers unter dem Schutz eines Gendarmeriedeamten kam es Tätlichkeiten gend etwas fester, ferner konnten sich 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn erneut um 1 d. Sy auf 145 Zweite Verordnung über Getreide- festpreise. In der im Reichsanzeiger vom 29. September v. I. veröffentlichten Verordnung über Preise für Getreide war eine Regelung vorgesehen, Die die Preisaufschläge gegenüber dem im Oktober geltenden Preise für Roggen und Weizen bis zum Juni 1934 festsetzte. Der Reichsanzeiaer vom 1. März bringt nunmehr eine weitere Regelung, derzufolge der Preisaufschlag für Roggen gegenüber Oktober-Lieferung 1933 für die Zeit vom 10. bis 15. Juni 1934 18 Mark je Tonne beträgt. Für Weizen beträgt der Preisaufschlag für Juli 1934 und in der Zeit vom 1. bis 15. August 1934 13 Mark je Tonne. Der Abschluß der Dresdner Bar In der Sitzung des Aufsichtsrates der Dres Bank wurde die Bilanz, sowie die Gewinn- Verlustrechnung für 1933 vorgelegt. Der Gesä abschluß erbrachte einen Betriebsgewinn Mk. 11 557 907,05 (im Vorjahr 8 476 6 Mk.), der sich ergibt einerseits aus Erträge, Zinsen, Devisen und Sorten 43 013 960,06 Mk Vorjahr 47 885 863,74 Mk.), Provisionen, Gebt und sonstigen Einnahmen 44 365 968,66 (47 391900,30 Mk.) und andererseits aus Au' düngen für Handlungsunkoften 71614 050,66 (81 832 685,58 Mk.), Steuern 3181678,74 (3 558 657, 80 Mk.), Abschreibungen auf Mol und Immobilien 1 026 292,27 Mk. (409 810,66 Von dem Betriebsgewinn werden 10 Mill Mark im Interesse einer weiteren Konsolidii zur Verstärkung der Rückstellungen verwendet füglich der 'verbleibenden 1 557 907,05 Mark Der Generalversammlung Vortrag auf neue nung vorgeschlagen. — In den ersten beiden Monaten des neuen schäftsjahres hat sich das Geschäft weiterhin b * die im Säuglingsalter häufig auftretenden epileptischen Krämpfe, die aber, vom Arzt sofort erkannt, erfolgreich behandelt werden können. — Auf jeden Fall haben die Eltern gleich beim Eintreten eines Krampfzustandes nach dem Arzt zu schicken, da immer festgestellt werden muß, welche Grundkrankheit die Krämpfe hervorgerufen hat. — Der Laie selbst kann nicht mehr tun, als das Kind durch vorsichtige Lagerung vor Verletzungen schützen und es in diesem Zustand auf keinen Fall einen Augenblick allein lassen. seitens der Angeklagten. Das Gericht sprach den Vater frei, gegen den Sohn erkannte es auf 150 Mark Geldstrafe. Sodann beschäftigte sich das Gericht mit der Berufung eines Ziegenhändlers aus Alsfeld, der vom dortigen Amtsgericht wegen Betrugs zu fünf Monaten zwei Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte verkaufte zweimal eine Ko- nus-Schermafchine. Dem zweiten Käufer.schickte er jedoch eine andere Maschine und schrieb auf dem Frachtbrief „Konus-Schermaschine", obwohl es eine andere Maschine war. Diesen Frachtbrief zeigte er bei der Dolksbank vor, worauf man ihm den Kauf- vreis von 300 RM. auszahlte. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts erkannte das Gericht auf vier Monate Gefängnis. Wegen eines weiteren Betrugsfalles wurde er freigesprochen, da ein hinreichender Beweis nicht zu führen war. 38,25, Metallgefellfchaft 83,50, Schuckert 105, L. Tietz 21, Zellstoff Waldhof 51, AG. für Verkehr 70,75, Lloyd 34,13. frankfurter Schlachwretzmarkt. Frankfurt a. M., 1. März. Auftrieb: Rinder 74 (gegen 86 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 1084 (900), Schafe 288 (220), darunter 194 (136) Härnrnel,- Schweine 790 (634). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber, Son. derklaffe nicht notiert, andere a) 44, b) 39 bis 43, c) 33 bis 38, d) 27 . bis 32. Lämmer und Härnrnel bl) Stallmasthämmel 34 bis 35, c) mittlere Mast, lärnrner 31 bis 33, d) geringere Lämmer und Ham- mel 28 bis 30. Schafe e) beste 30 bis 31, f) mittlere 27 bis 29, g) geringere 22 bis 26. Schweine a) nicht notiert, b) 44 bis 47, c) 42 bis 47, d) 41 bis 45, e) 35 bis 42, k) und g) nicht notiert. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben Kälber und Schweine um 1 Mark nach, während Schafe 1 bis 2 Mark und Härnrnel 1 Mark an- zogen. Marktverlauf: Kälber, Härnrnel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine schleppend, ge- ringer Ueberftanb. • Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1084 Viertel Rindfleisch, 177,5 ganze Kälber, 45 ganze Schafe bzw. Härnrnel, 625 Schweinehälften. Preis für em Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rind- fleisch! 48 bis 54, II 44 bis 50; Bullenfleisch 46 bis 52; Kuhfleisch II 36 bis 42, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis ,70, III 50 bis 60. Hammelfleisch 65 bis 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: lebhaft. Schwenremarkt in Butzbach. pb. B u tz b a ch, 1. März. Der Auftrieb zum heu- tigen Schweinemarkt betrug 237 Ferkel. Es wurden gezahlt für Ferkel von 6 Wochen 19 Mk., von 6 bis 8 Wochen 19 bis 23 Mk. Der Handel war lebhaft, es verblieb ein kleiner Ueberftanb. Allgäuer Butter- und Käfebörfe. an die Winterhilfe abführt. Der Staatsan-fKursen behauptet. Stadtanleihen gut gehalten und walt hatte beantragt, die gegen das Urteil des Vor-' bis 0,50 v. H. höher. Goldpfandbriefe und Kom- gerichts eingelegte Berufung zu verwerfen. munal-Obligationen waren bis 0,40 v. H. erhöht. Ein Landwirt und dessen Sohn zu Burg-Grafen-^wogegen Liquidationspfandbriefe 0,25 bis 0,50 rode hatten sich in der gestrigen Berufungsverhanb- v. H. nachgaben. Don Staatsanleihen zogen 6 v. H. lung wegen Widerstandes und Beleidigung einem j Reichsanleihe von 1927 um 1,40 auf 96,90 o. H. an. Vollziehungsbeamten gegenüber zu verantworten. Am Auslandsrentenmarkt waren Türken uberwie- xz. . J ff ■ f___________r____<__ fnGnr farrtor rnnnfpn firn 4 n n Meine Strafkammer Gießen. Wegen unerlaubten Waffenbesitzes wurde ein Mann aus Vilbel vorn dortigen Amtsgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte für einen früheren Kommunisten eine aus einem Diebstahl herrührende, in einem Paket verpackte Pistole verwertet. Er behauptete, von dem Inhalt dieses Paketes nichts gewußt zu haben. Diese Einlassung konnte ihm jedoch nicht geglaubt werden. In Anbetracht seines unbescholtenen Lebenswandels erging unter Aufrechterhaltung des vorinstanzlichen Urteils Beschluß, in dem dem Angeklagten unter der Bedingung die Strafe aufgeschoben wird, daß er 2 0 M a r t innerhalb 14 Tagen erhöhen. Tagesgeld war noch gesucht, so daß der Satz zu 4,75 d. Sy unverändert belassen wurde. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse zeigten sich nach der letzttätigen Aktienhausse gewisse Ermüdungserscheinungen. Vom Publikum fehlten neue Aufträge nahezu vollkommen, wodurch die Kulisse in ihrer Unternehmungslust gehemmt wurde und teilweise eher zu Glattstellungen bereit schien. Die freundliche Grundtendenz blieb indessen durchaus erhalten, und in einigen Spezialpapieren war immer noch relativ lebhaftes Geschäft zu bemerken. Die Kursgestaltung war im Vergleich zum Berliner Schluß etwas uneinheitlich, die Abweichungen hielten sich jedoch im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Daimler Motoren schwächten sich im Verlaufe um etwa 1 v. Sy ab und unterschritten damit wieder die heute mittag erreichte 50-v.-H.-Grenze, andererseits konnten sich Laurahütte um insgesamt 1 v. H. befestigen. Auf den übrigen Marktgebieten traten nennenswerte Veränderungen später nicht säßen möglich ist. Der Zinseingang hat sich gebessert, die Zahl der Zwangsversteigerungen abgenommen. Im Berichtsjahre hat sich infolge der Wiederherstellung des Vertrauens eine entscheidende Wendung zu besserer Kapitalbildung vollzogen. Frankfurter Börse. Mttagsbörfe: überwiegend fest. Frankfurt a. M. 1. März. Nachdem der Ultimo offenbar gut überwunden wurde, eröffnete die amtliche Börse «mit einer durchaus freundlichen Grundstimmung. Die Beteiligung der Kundschaft ist aber gegenüber den Vortagen verhältnismäßig klein geworden, so daß nennenswert lebhafte Um- frtba nPinafakaw nr>vt oivtiM«! dvia»t ntmartnvi vttrbf na« * Konkurse und Dergleichsverfaf im Februar. Im Februar sind durch „Reichsanzeiger" 227 Konkurse und 54 Vergl verfahren — ohne die wegen Massemangelgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — kanntgegeben worden. Die entsprechenden Z für Januar stellten sich auf 270 bzw. 51. * Die Reichsrichtzahl für bie Leb Haltungskosten im Februar. Die R richtzahl für die Lebenshaltungskosten (Ernäh Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung „sonstigen Bedarf" stellt sich für den Durchj des Monats Februar auf 120,7 (113/14 — 10( ist somit um 0,2 v. Sy niedriger als im Vorr (120,9). * Sie PreußischeLandespfandbr anstatt weist für 1933 einschl. 0,32 Mill Vortrag einen Reingewinn von 2,64 (2,61) T nen aus. Es wird vorgeschlagen, davon 25 v. H allgemeinen Reservefonds zuzuweifen und n 4 v. Sy Dividende zu verteilen. 0,30 Millionen den vorgetragen. Die Anstalt hat im Jahre aus eigenen Mitteln rund 11 Mill. Mark zur gäbe von Zwischenkrediten für den Eigenhei 3ur Verfügung gestellt, für die der Auszahl satz und die Laufzeit erhöht, dagegen der Zi gesenkt wurde. Sie ist entschlossen, darüber h alle verfügbar werdenden Mittel in dieser Ric einzusetzen. Die Zwischenkredite werden in gungshypotheken umgewandelt, sobald die ausgabe von Pfandbriefen zu entsprechenden Die hinter Den Pc Franksuri u. J)L Berl Schluß« hird Echlußk. Abend« dürfe Schluß« hird Datum 8.2. 1.3. 28-2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% eljem.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 6Ki% Doung-Anlethe von 1930 Deutsche Anl.-Wlüi.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. DeSgl. ohne Auölos.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bollüstaal 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6y.% Hess. LandeS^ypotheken« vank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 6% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyv.-Ban! Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 WA» ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-LtquzPsandbriese....... 6y,% ehem. !'/»% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse..... 6% ebem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutich. Verrechnungskurs 96,5 100 93,75 96,13 19,4 94,25 92,25 91 93,25 94,2 92,75 92,5 91,65 92,25 94 94 97,13 97,9 100 93,9 96 19,4 94,25 52,5 91,13 92,5 94 92,75 92,75 91,25 92 94 94 97,13 97 99,9 93,9 96 19,3 94,5 92,5 94,5 94 94 97,13 4% Oesterretchtsche Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% deögl.von 1913 ........ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe non 1911 4% Türkische Vagdaobahn-Anleihe Serie 1..................... 18,25 1,3 6,75 6,4 6,6 8,65 6,5 6,5 1,3 6,8 6,45 6,4 8,75 6,65 6,75 18,75 1,3 6,9 6,45 6,6 8,9 6,5 Zreitag, 2. Marz 1954 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger^Gberheffen) Nr. 52 Drittes Blatt Iugendlebens bringen wird. In Lied und Spiel I fragen" (Rundschreiben Nr. 5) lesen wir unter vor- oll vor den Einwohnern Hungens Zeugnis abge-1 stehender Uebcrschrift folgendes. ™ irf legt werden von neuer Festgestaltung und von an» „In Ergänzung der Maßnahmen • J dersartiger Auffassung von Kultur und Volksver- regieruna auf den, Gebiete der Forderung oer bundenheit. Eheschließungen gewahren viele Unternehmer den Aus der Provinzialhauptstadt bundenheit. zur besonders dankbar. Der Sternhimmel im März abbekommt, einen am : Beginn der Kund- der Kundgebung sind 9' Plan&SrL D1. Viertel (t) Vollmond (J letztes Viertel ® Mars (§) Jupiter Safurn Hitler-Jugend Oberjungbann IV/13. Jungen und unserer Sache um rege Beteiligung bitten. Für Bereithaltung von Quartieren sind wir von: a) Einkommensteuer (Lohnsteuer), b) Ehestandshilfe, (Nachdruck verboten.) Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 Uhr. Sonnenuntergang von 17.35 bis 18.30 Uhr. STERNBILDER; GROSZE BUCHSTABEN man will, kann man den letzten als „Frühlingsvoll- rnvnd" ansehen, dem wir es zu danken haben, daß mir an dem sich pünktlich am 1. April einstellenden Sonntag das Osterfest feiern können. Ich sage, ,.wenn man mlll , denn man darf nicht vergessen, daß der Frühlingsvollmond nicht der wirkliche am Himmel sichtbare Vollmond, sondern ein sich aus der Rechnung ergebender, aber immer in seine Nähe fallender Tag ist. So ist dieser Monat für die Sonne und den Mond bedeutungsvoll, denn die Sonne eilt in ihm besonders schnell nach Norden, woher ja die rasche Zunahme des Tages kommt; den Himmelsgleicher überschreitet sie am 21. um 8 Uhr 28 Minuten in nördlicher Richtung. Aber nicht nur für die Sonne und den Mond, auch für den Fixsternhimmel ist der Monat von Wichtigkeit. Bezeichnend für ihn ist, daß am westlichen Abendhimmel alle die herrlichen Winter- Heiratsbeihilfen der Arbeitgeber an ausscheidende Arbeitnehmerinnen. In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebencn „Aktuellen Steuer- Der Sonntagmorgen hat ein reichhaltiges Programm. An das Wecken wird sich in der Frühe der Morgensport anschließen. Später sind alle Führer zur Tagung vereinigt. Wir möchten die Eltern und Freunde unserer Der die 24 Stundenzahlen von Mittcr-\ nacht bis Mitternacht eines Tages ent- haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmclsuhr — in 23 Stunden und 66 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingczeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedroht, daß dieser auf die Bo- obachtungsstundo zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für jo 5 Tage vor der Mo- natsmitto ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte 7s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichl- gcstalt zeigt. orten verpflichtet. NSLN. Kreis Gießen. Beiträge für März, die bis zum 5. März 1934 bei der Kreiskasse nicht eingegangen sind, werden durch Nachnahme auf Kosten der Säumigen erhoben. gez.r N e b e l i n g, Kreisobmann. Nationalsozialistische Sriegdopfep versorgung/LandeSleitungGroß-Hessen Es wird das Gerücht verbreitet, daß das kommende Heeresoersorgungsgesetz Rentenkürzungen und -entziehungen bringen werde. Das neue Gesetz wird zur Zeit bei den m Frage kommenden Regierungsstellen bearbeitet. Solange es nicht unserer Organisation zur Begutachtung vor- liegt, kann von irgendwelchen geplanten Maßnahmen'nichts behauptet werden, insbesondere daß Kürzungen usw. bevorstehen. Es handelt sich hier sicherlich um unverantwortliche Schwätzer, die anscheinend nichts Besseres zu tun haben. Derartigen Gerüchten ist entgegenzutreten, und die Verbreiter find an die zuständigen Stellen der NSKOV. zu melden. Heil Hitler! I ö ck e l, Obmann für das Pressewesen. Zungvolksührertagung in Hungen. Am Samstag und Sonntag wird in Hungen eine Tagung aller Jungvolkführer des Oberjungbanns IV/13 stattfinden. Grundsätzliche Fragen über zukünftige Arbeit' sollen dort behandelt werden. Die bessere Ausgestaltung des Jungvolklebens verlangt Anregungen -Gemeinschast „Kraft durch Freude". Konzert des Stadttheater-Orchesters. Als erste Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fand gestern im Gießener Stadttheater ein Opern- und Ope rette n a b e n d des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Kapellmeister Fritz C u j e statt. Theaterraum und Bühne erstrahlten im Hellen Licht der großen Festbeleuchtung und waren reich geschmückt mit den Fahnen des Dritten Reiches, mit den Hoheitszeichen der Bewegung und mit dem Bilde des Führers. Als Motto des Abends standen die Worte „Kraft durch Freude" in wuchtigen Lettern über dem Bühnenrahmen. Kreiswart Pg. Betz eröffnete die Veranstaltung, hieß die Erschienenen herzlich willkommen, gab seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck und teilte mit, daß Fraulein Erna Renz vom Stadttheater ihre Mitwirkung wegen Krankheit leider habe absagen müssen. Darauf gab er dem Beigeordneten Pg. Bartholomäus als Vertreter der Stadt das Wdrt zu einer Ansprache, :n der u. a. folgendes ausgeführt wurde: Durch den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung fei auch das Gießener Stadttheater ein wahres Volkstheater im besten Sinne des Wortes geworden,Als Vertreter der Stadt entbiete er der ersten Veranstaltung der Gemeinschaft herzlichen Gruß und Gluckwunsch zu einem guten Beginn. Der Redner gedachte der Kämpfe, die um die Erhaltung des Theaters geführt werden mutzten; er betonte, daß die deutsche Kultur in den letzten vierzehn Jahren immer mehr verdrängt worden fei, während die nationalfozialistifche Bewegung non Anfang an deftrebt war die Guter der deutschen Kultur Allgemeinbesitz des Volkes werden zu lassen. Darum sei es zu begrüßen, daßi, durch die Gemeinschaft „Kraft durch ^"ude in Verbindung mit der Deutschen Bühne nun auch die Aerm ften der Armen teilhaben können an ewigen Werten der deutschen Kultur. Kuttur sei nicht mehr das Vorrecht einer gewissen Schuht oder Gesell- schaftsklasse; nach dem Wort des Führers fei vielmehr grade für die unbemittelten Volksgenossen das Beste grade gut genug. Die Festbeleuchtung, die heute abend erstrahle, möge ein Symbol jein, die deutsche Musik möge Widerhall finden in den Herzen der Besucher. Und die Gemeinschaft „Kraft durch Freuoe" als berufene Trägerin und Mittlerin deutscher Kultur möge nachholen, was früher an den Aermsten des Volks versäumt murde, auf daß auch im Kultur-Erleben die wahre deutsche Volksgemeinschaft verwirklicht werde. Anschließend hielt Kreisbetriebszellenleiter Pg. Wagner eine Ansprache, in der er etwa folgendes sagte: Wer heute noch nach dem Sinn unserer Organisation „Kraft durch Freude" frage, habe das Wesen des Nationalsozialismus nicht begriffen. Die Revolution habe die ewige Aufgabe, um die Seele des deutschen Menschen zu ringen; der Nationalsozialismus habe die marxistischen Verbände und Vereine aufgelöst, die nur Stätten des Klassen- kampfes gewesen sind. Der Redner richtete dann eine scharfe Kampfansage gegen die verschiedenen Klubs und Gesellschaftsvereine, für die im Dritten Reich kein Platz mehr sei. Die Einheit des deutschen Volkes dürfe durch nichts beeinträchtigt werden; es sei ein Segen, daß es derartige Organisationen und Vereine nicht mehr gebe. Der deutsche Mensch brauche ein seelisches Erlebnis, wenn er abends oon der Arbeit heim kommt. Was da versäumt wurde, sei die Schuld des alten Systems. Der Führer habe nun in der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" den rechten Ersatz geschaffen; sie solle dem deutschen Menschen nach dem Werktag den Feierabend bringen. Deshalb sei das gewaltige Werk ge- schassen, das mehr geben wolle als seichte Unterhaltung: Kraft durch freudiges Erleben deutscher Kunst. Grade der deutsche Arbeiter müsse zum ewigen Quell der deutschen Kunst geführt werden, die ja in der Seele des Volkes wurzelt. Aus der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wachse eine neue Volksgemeinschaft im gemeinsamen großen Erleben. So sei auch dieses Werk Dienst am Volke, getragen oon der gewaltigen Idee des Nationalsozialismus und unseres herrlichen Führers Adolf Hitler. — Die Ansprachen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Das Programm des Abends war mit Geschick und Verständnis zusammengestellt; es war volkstümlich im besten Sinne des Wortes und entsprach in der Auswahl der einzelnen Stücke durchaus den Erfordernissen und Zielen der Veranstaltung. Der erste Teil umfaßte Werke romantischen und klassischen Charakters. Die Ouvertüre zur Oper „Der Wildschütz" oon Lortzing gab den schwungvollen Auftakt; anschließend horte man die graziöse Bal ett- musik aus „Undine", ferner die wahrhaft deutsche, oon blühendem Melodienreichtum uberquellende Phantasie aus dem „Freischütz" von Carl Maria von Weber. Die Einleitung zum 3. Akt des „Lohengrin" von Wagner be-schloß mit ihren feierlichen Klängen, mit kraftvollem Einsatz zum Vortrag gebracht, den ersten Teil der Vortrags- 1 folge. Kapellmeister Cuj 6 leitete sein Orchester, energisch akzentuierend, mit fester und sicherer Hand, mit feinsinniger Einfühlung in den Geist und die musikalische Wesenheit der einzelnen Werke; er verfügt, wie schon früher mehrfach festgestellt werden konnte, mit seinen Leuten über einen Klangkörper von erfreulicher Geschlossenheit, in dem sich insbesondere der warme, gesättigte Klang der Streichinstrumente wohltuend bemerkbar macht. — Als Solistin steuerte Fräulein Maria Perry vom Stadttheater zwei Gesangseinlagen bei: die anmutig heitere Arle der Frau Fluth aus Nicolais „Lustigen Weibern" und dann im zweiten Teil das vielberühmte Lied „Wer uns getraut" aus dem „Zigeunerbaron". Beide Stücke wurden mit geschulter Stimme ausgezeichnet zum Vortrag gebracht und mit reichem Beifall belohnt; zuletzt gab es eine Wiederholung. Der zweite Teil des Programms war der heiteren Muse gewidmet. Aus dem klassischen Operettenschatz wienerischer Prägung von Johann Strauß und Lanner dis zu Millöcker und Franz von S u p p 6 hatte man eine Reihe der beliebtesten und volkstümlichsten Konzertstücke zusammengestellt, die alle ihrem Charakter nach gerade für ein Theater-Orchester hervorragend geeignet schienen und unter der schwungvollen Leitung von Cuj6 trefflich zu Gehör gebracht wurden. So wurde die erste Veranstaltung der (ftemein- schast „Kraft durch Freude" ein schöner Erfolg bei vollem Hause, das seine Dankbarkeit für die Darbietungen durch reichen Beifall bekundete. Kreis« wart Pg. Betz gab diesem Dank der Gemeinschaft an alle Mitwirkenden zuletzt mit einigen Worten Ausdruck und beschloß den Abend mit einem freudig aufgenommenen, dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. — Am Ohrläppchen erkennt man den Daiai Lama. Es wird noch etwa drei bis vier Jahre dauern, bevor Tibet feinen neuen Dalai Lama als Gott und Herrscher erhält. So viel Zeit nehmen die überaus schwierigen Vorbereitungen und Prüfungen in Anspruch, die mit der Auswahl des Nackfolgers verknüpft sind. Der Ober-Lama des Reling-Klosters, der ein Hutuktu, d. h. die Verkörperung eines der Boddhisatwas ist, hat die Regentschaft über Tibet übernommen, bis der neue Gott-König entdeckt ist. Gebete werden jetzt durch das ganze Land zum Himmel gerichtet, die eine rasche Wiederverkörperung des dahingegangenen Dalai Lama auf Erden erflehen. Der Bericht aus Peking, daß bereits ein neuer Dalai Lama in der Umgegend von Lhasa gefunden worden sei, bestätigt sich nicht, und das wäre auch ganz ungewöhnlich gewesen, denn in der Regel wird der neue Herscher nicht ausfindig gemacht, bevor drei bis vier Jahre feit dem Tode feines Vorgängers verflossen sind. Der dahinge- schiedene Dalai Lama hinterläßt meistens einige Angaben darüber, wo das Kind, in dem er zu neuem Leben erwachen wird, gesucht werden soll. Er gibt z. B. Anweisungen, daß man sich in einem Dorf umsehen müsse, das die und die besonderen Kennzeichen hat. Die Kinder, "ble zur Zeit des Todes des alten Dalai Lama geboren wurden, werden dann auf gewisse Merkmale genau untersucht, und unter diesen ist die Länge der Ohrläppchen besonders wichtig und bedeutsam. Die Kinder, die die größte Anzahl dieser charakteristischen Zeichen besitzen, kommen in die engere Wahl, und eine weitere Ausscheidung geschieht auf Grund der Klugheit der Antworten, die sie geben. Die Namen der zuletzt Uebrigbleibenbcn werben bann auf Blätter geschrieben unb in ein golbenes Gefäfz gelegt, bas von einem früheren chinesischen Kaiser geschenkt würbe. Beim Herausnehmen bieser Blätter bezeichnet basjenige, bas nach einer bestimmten Reihenfolge gezogen wirb, ben neuen Dalai Lama. Die Regentschaft währt, dis ber neueHerrscher 18 Jahre ist. Eine seltsame Ehrung. Prinz Georg von Englanb, ber sich auf einer großen Reise Durch Afrika befmbet, ist jetzt zum zweitenmal Gegenstand einer Ehrung durch bie Eingeborenen geworben, bie bem Europäer gewiß zuerst merkwürbig erscheinen wirb. In Port Elisabeth würbe er oon einer großen Menge empfangen, bie aus ber gesamten Umgebung herbeigeströmt war unb bie ihn lärmenb mit bem Ruf begrüßte: „Heil bir, 0 h mächtiger Elefant!" Dieser Ehrentitel wiegt burchaus so schwer wie bie Ordens» Verleihung eines europäischen Staates. Der Prinz verteilte nach seiner Begrüßung burch bie Stammes- Häuptlinge als Ehrengabe einige Spazierstöcke, bie mit großer Freube angenommen würben. ( Sockschulnackrichten. Der namhafte Staats-, Verwaltungs- unb Kir- chenrechtler ber Universität München, Geh. Hof- rat Professor Dr. Anton D y r 0 f f, begeht am 5. März feinen 7 0. Geburtstag c) Schenkungssteuern, d) Abgabe zur Arbeitslosenhilfe, und zwar unter folgenden Voraussetzungen: a) Die Heiratsbeihilfe darf frühestens beim Ausscheiden aus dem Arbeitnehmerverhältnis gezahlt werden; b) die Arbeitnehmerin muß dem Arbeitgeber ihre bevorstehende Verheiratung durch Uebergabe einer standesamtlichen Bescheinigung über das Aufgebot glaubhaft machen; c) der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Finanzamt davon Mitteilung machen, wenn er steuerfreie Heiratsbeihilfen gewährt. Im einzelnen hat er den Namen und Wohnsitz der Arbeitnehmerin und ihres zukünftigen Ehemannes, sowie den Betrag der Heiratsbeihilfe anzugeben. 2. Nachträglich fällt die Steuerbefreiung fort, wenn die Ehe nicht innerhalb eines Monats nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitnehmerverhältnis geschlossen wird. In diesem Falle muß die Lohnsteuer, Ehesta/rds- hilfe und Abgabe zur Arbeitslosenhilfe nach Ablauf eines Monats seit Empfang der Heiratsbeihilfe nachgezahlt werden. a) Die Nachzahlung hat in Form des Steuer- abzugs vom Arbeitslohn zu erfolgen, wenn die Arbeitnehmerin wieder im Betrieb des Arbeitgebers tätig ist, von dem sie die Heiratsbeihilfe erhalten hat. b) Ist sie nicht mehr in diesem Betriebe tätig, so hat die Arbeitnehmerin nach Ablauf eines Monats seit Empfang der Heiratsbeihilfe die Lohnsteuer und Ehestandshilfe unmittelbar an das Finanzamt und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe unmittelbar an die Krankenkasse abzuführen. 3. Den Finanzämtern ist zur Pflicht gemacht, in geeigneter Weise zu überwachen, ob die Voraussetzungen, unter denen die Steuerfreiheit für Heiratsbeihilfen gewährt ist, bestehen bleiben und erforderlichenfalls die geeigneten Maßnahmen zur nachträglichen Einziehung der Steuern zu treffen." Oie Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend. EPH. Nach Mitteilung des Reichsjugendpfarrers wird der Abschluß der Eingliederung der eogl. Jugendverbände in die HI. lediglich in einem Gottesdienst von HI., Jungvolk und BDM. Sonntag, 4. März, erfolgen. Nach einer Anweisung der Reichsjugendführung sollen HI., BDM. und Jungvolk an ihren Standorten in würdiger Form versammelt werden und die Uebertragung des um 9 Uhr im Berliner Dom stattfindenden Gottesdienstes anhören. Von der Ansprache des Reichsbischofs und des Reichsjugendführers am gleichen Tage und einer Feier mit sämtlichen Fahnen in der ursprünglich vorgesehenen Form ist Abstand genommen worden. Der Reichsjugendführer wird in einem besonderen Tagesbefehl' zum 4. März, der durch die gesamte Presse gehen wird, die neuen Kameraden willkommen heißen. Äornotrzen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Flucht vor dem Gestern". — VHC. Gießen, 20.15 Uhr im Hopfeld: Monatsversammlung. ** Von der Landesuniversität. Entlassen wurde mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung der Landesunioersität Gießen am 15. Oktober 1933 der ordentliche Professor Dr. Rudolf Herzog aus dem Amte des Kanzlers der Landesuniversität Gießen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten ausgezeichneten Dienste. ** D i e heutige Stadttheatervorstellung fällt aus! Das Stadttheaterbureau macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die heutige Vorstellung „Hokuspokus" ausfällt. ** Wer i ft der Finder? Das Gaupreffeamt teilt mit: Der Pg. Christian Eichhorn, Bensheim, Mitgliedsnummer 70 720, hat beim Treffen der „Alten Garde" in Frankfurt a. M. am 24. Februar das große Ehrenzeichen der „Alten Garde" verloren. Sollte dasselbe aufgefunden werden, so wird gebeten, es bei der Gau-Geschäftsführung, Frankfurt a. M., Adolf Hitler-Haus, abzugeben. ** Falsche Fünf- und Zweimarkstücke in Umlauf. Trotz häufiger Warnung in der Presse gelingt es den Falschmünzern immer wieder, Falschgeld abzusetzen. Neuerdings laufen wieder Zwei- und Fünfmarkstücke um, die leicht als gefälscht zu erkennen sind. Bei den Zweimarkstücken handelt es sich vorwiegend um gegossene Stücke, die an ihrer schlechten Versilberung, ihrem grauen Aussehen und groben Fehlern auf den Schauseiten, als auch an der Randriffelung leicht erkennbar sind. Beim Fallen auf den Boden zerspringen diese Stücke. Unter den falschen Fünfmarkstücken erscheint in-letzter Zeit besonders eine Prägung, die an vielen Fehlern der Beschriftung und an der scharfen Randriffelung erkennbar ist. Der in der Prägung dargestellte Eichenbaum zeigt links oben einen dürren Ast, der eine 5 darstellt. Diese 5 ist größer und bedeutend stärker als bei echten Stücken. Die Fälschung besteht anscheinen aus einer Silberlegierung und trägt die Jahrezahl 1931 D. Die Ziffern 1 der Jahreszahl stehen nach links geneigt. Es wird auf größte Aufmerksamkeit hingewiesen. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Februar wurden 1284 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 6, Zeitschriften 19, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 831, Jugendschriften 143, Länder- und Völkerkunde 100, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographie 91, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und 'Technologie 30, Heer- und Seewesen 7, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 5, Staatswissenschaft 21, Sprachwissenschaft 1, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 33 Bände. ** Der Wandervogel HöhenflugGie- ß e n, Ortsgruppe des Westerwaldvereins e. hielt — wie man uns berichtet — in seinem Vereinslokal Caf6 Ebel seine diesjährige Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war. Aus dem Bericht des Vereinsführers ging hervor, daß im vergangenen Jahre sehr viel geleistet worden ist. U. a. sei besonders erwähnt, daß 25 Wanderungen zustande kamen, darunter eine viertägige Wanderung nach Thüringen. Zugunsten der Stiftung für Opfer der Arbeit wurde ein Theaterabend veranstaltet, der einen guten Erfolg hatte. Der seitherige Vereinsführer Georg Mader wurde als Ortsgruppenleiter bestätigt. Er bestimmte feine Mitarbeiter. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wurde die Versammlung mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler und Reichspräsident von Hindenburg geschlossen. Schafft Arbeitsplätze für Lehrlinge und Junggehilfen! Der Treuhänder der Arbeit Dr. Lüer, der Landesobmann der NSBO. und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker und der Gebietsführer der Hitlerjugend Kramer erlassen folgenden Aufruf: Alle Führer der Betriebe tragen mit uns gemeinsam die Sorge um die Erziehung und das Schicksal der Heranwachsenden Jugend. Unverhältnismäßig vielen Schulentlassenen gilt es in diesem Jahre eine Stelle als' Lehrling zu verschaffen. Die auslernenden Lehrlinge sollen als Jung- g e h i l f e n weiterbeschäftigt werden, damit erworbenes Können der Volksgemeinschaft nicht verloren geht, sondern ihr vertieft und erweitert zugute kommt. Die Betreuung und Förderung der Lehrlinge und Gehilfen ist jedoch nicht nur eine Frage wirtschaftlicher Augenblickserwägungen. Denn in der Disziplinierung unserer deutschen Arbeitsjugend liegt zugleich ein großes Stück politische Zukunft beschlossen. Aus dieser Erkenntnis heraus hat auch der „Haupt- ausschuß für Berufserziehung beim Rhein-Maini- schen Industrie- und Handelstag, Sitz Frankfurt a. M.", der von der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront für Hessen und Hessen-Nassau mitge- tragen wird und sich auf die Mitwirkung der Hitlerjugend stützt, seine erste und vordringlichste Aufgabe darin gesehen, einen ausschlaggebenden Teil der Schulentlassenen in zweckentsprechend eingerichteten Berufserziehungswerkstätten durch eine fog. VorIehre mit dem Arbeitsleben zu verbinden. Auf diese Weise erhalten zu Ostern 1934 allein in Frankfurt a. M., Mainz und Darmstadt fast 900 junge Menschen, für die keine ordentliche Lehrstelle zur Verfügung steht, eine mustergültige n a - t i o n a l s o z i a l i st i s ch e A r b e i t s s ch u l u n g. Freudig und dankbar erkennen wir bei dieser Gelegenheit an, daß die Vertreter der Industrie den Bemühungen des Hauptausschusses für Verufser- ziehung nicht nur großes Verständnis entgegen- gebracht, sondern auch die Verwirklichung seiner Absichten durch Bereitstellen der Mittel ermöglicht haben. Da trotz der Vorlehre eine erhebliche Zahl der aus der Schule zu Entlassenden bis heute noch wenig Aussicht auf Unterbringung in der Wirtschaft hat, richten wir hiermit an alle Betriebsführer die dringende Mahnung, weitere Lehrstellen und neue Junggehilfen- (Gefellen-) Stellen zu schaffen, soweit es die Wirtschaftslage irgend gestattet. Wie schon angedeutet, darf dabei nicht der augenblickliche Bedarf an Arbeitskräften entscheidend sein, sondern es muß für kommende wirtschaftliche Entwicklungen Vorsorge getroffen werden. Durch diese dringliche Aufforderung hoffen wir, nicht nur der rhein-mainischen Wirtschaft zu dienen, die bisher immer bewiesen hat, daß sie in allen Angelegenheiten, bei denen es sich um die politische Verantwortung handelt, gewillt ist, beispielhaft voranzugehen. Wir hoffen, dadurch auch die Sorge vieler Eltern um die Zukunft ihrer Kinder zu verringern. Wir hoffen schließlich, der Jugend selbst den Weg zu ebnen für eine hingebungsvolle Arbeit am Aufbau des neuen Reichs. Meldungen von Lehrstellen find sofort an die Lehrstellenvermittlungen der Arbeitsämter oder der Deutschen Angestelltenschaft zu richten. Genoffenschasts-AuWen im Dritten Reich. Versammlung der Vertreter der Kredit- und Warengenoffenschasten in Gießen. Der Ländliche Genvssens ch a f t s d e r = band Rhein-Main-Neckar e. V. Frankfurt a. M. im Reichsnährstand — Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung IIL — hatte für gestern nachmittag die Verwaltungsorgane der Kredit- und W a r e n g e n o s s e n s ch a f t e n im Bezirk Gießen zu einer Versammlung in das Cafe Leib eingeladen. Stabsleiter Beck-Frankfurt a. M. begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den landwirtschaftlichen Kreisfachberater D ö r r s ch u ck, und führte sodann u. a. aus, es gebe jetzt nur noch Genossenschaften im Bezirk der Landeshauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau des Reichsnährstandes. Alle anderen Organisationen seien ausgeschaltet. Die Genossenschaft sei einer der bedeutendsten Faktoren im Reichsnährstand. Für die Genossenschaften fei es Aufgabe, sich hundertprozentig einzusetzen. Sie arbeiteten bisher stets im Interesse der Gemeinschaft, gegen den Wucher und für die Unterstützung des wirtschaftlich Schwachen. Alle Arbeit vollziehe sich nunmehr unter einheitlicher Führung. Der hauplabkeilung III innerhalb der Landes- bauernschafl Hessen-Nassau gehörten gegenwärtig insgesamt etwa 2054 Genossenschaften der verschiedensten Art an. Für die zu leistende Arbeit bedürfe es einer positiven Einstellung aller zu den bevorstehenden Aufgaben. In Zukunft dürfe es innerhalb der Vorstände und der Aufsichtsräte nur noch tätige Mitglieder geben. Im übrigen müsse die Jugend zur Arbeit in den Genossenschaften geschult und herangezogen werden. Gegenwärtig sei man bestrebt, junge Revisoren, die aus dem Bauernstand heroor- gehen, heranzubilden, um Kräfte an der Hand zu haben, die mit den Dingen in engster Berührung stehen. Intensive Werbung müsse für die Schaffung von Spareinlagen einsetzen. Besonders brauche man den Kleinsparer. Für das Kreditgeschäft gelte die alte Forderung: Sicherheit. Was nicht einwandfrei gesichert sei, müsse dauernd kontrolliert werden. Im Genossenschaftswesen müsse, wie im nationalsozialistischen Staate, äußerste Disziplin herrschen. Verpflichtungen müßten restlos erfüllt werden. Böswillige Schuldner verdienten keine Unterstützung. In Zukunft werde mit der Schaffung eines Warklverbandes zu rechnen fein. Der gesamte Warenverkehr werde dann über diesen Warktverband geleitet werden. Der Bauer werde sich klar entscheiden müssen, ob er in Zukunst mit dem christlichen Landhandel oder mit der Genossenschaft arbeiten wolle. Es werde in Zukunft kein Gegeneinanderausspielen mehr geben. Mit Nichtmitgliedern dürfe kein Geschäft mehr gemacht werden. Jeder müsse Pflichten übernehmen, wenn er Rechte für sich in Anspruch nehmen wolle. Die ganze Arbeit gehe im Interesse des Bauern darauf hinaus, den Markt zu einer regelmäßigen, wohlabgewogenen Beschickung zu führen. Das ländliche Versicherungswesen werde eine klare Regelung erfahren. Die aufgebrachten Prämiengelder dürften in Zukunft nicht mehr an irgend welche rein kapitalistische Unternehmungen gehen und schließlich in das Ausland wandern, .sondern müßten dem Bauernstand erhalten bleiben. (Lebhafter Beifall!) Or. Hillemann-Zrankfurt a. M. als Vertreter des Ländlichen Genossenschaftsverbandes Rhein-Main-Neckar sprach sodann über die neuen B i l a n z v o r s ch r i st e n. Die Veröffentlichung der Bilanzen müsse nach wie vor geschehen. Für die Folge müßten in der Bilanz auch die Gewinn- und Verlustrechnung, die Giroverbindlich- keiten, die unechten und echten Rückstellungen, sowie fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile erscheinen. Schulden der Vorstands- und Aufsichts- s?^mitglieder seien besonders auszuweisen. Für amtliche Genossenschaften würden neue Muster- c?"Un?^n herausgegeben, die anzuerkennen seien. Für die Zukunft müsse nicht nur der Vorstand Ü . rn auch der Aufsichtsrat entlastet werden. Die' Revlsionsmethoden würden nicht grundsätzlich ge- andert. Zusammenschlüsse örtlicher Genossenschaften mußten, wenn die sachliche Notwendigkeit vorliege unbedingt vollzogen werden. Persönliche Gegensätze oder Berücksichtigung eigener Vorteile dürften Iber Einigung in keinem Falle entgegenftehen^ lieber aller Arbeit stehe das Interesse des gesamten deutschen Bauernstandes. Direktor Eidtmann-Frankfurt a. M. von der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar sprach im weiteren Verlaufe der Versammlung über die genossenschaftliche Geldwirtschaft. Die Kreditorganisationen seien das Rückgrat der Genossenschaften. Das Arbeitsfeld für die Kreditgenossenschaften fei durch die verschiedenen Neuregelungen auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Wertevermittlung riesengroß geworden und müsse aus diesem Grunde ganz besonders straff organisiert sein, wenn das allgemeine Vertrauen erhalten bleiben und auf breite Basis gestellt werden solle. Große Aufgaben seien insbesondere auf dem Gebiete der Bewirtschaftung der Milch, der Eier, des Obstes und des Gemüses zu erfüllen. Besonders stark werde sich der Ueberweisunasverkehr entwickeln. Das erfordere, daß alle Aufklärung in den Dörfern in die Tat umgesetzt werde, wenn eine reibungslose Arbeit gewährleistet werden solle. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den Voraussetzungen für Die Krediterteilung durch die Landesbauernkasse, ferner mit Fragen der Steuergutscheine und deren Verwertung. Er betonte die unbedingte Notwendigkeit, daß die Genossenschaften ihren Verpflichtungen aus einzuholenden Außenständen nachzukommen versuchen müßten. Die Landesbauernkasse könne lediglich Hilfsstellung leisten anderseits verbürge sie sich für alle Spareinlagen, die bei ihr eingezahlt würden. Alles Streben müsse darauf aerichtet sein zu eigenem Kapital zu kommen. Im Kreditverkehr müsse unbedingt Ordnung herrschen, anderseits müsse man aber auch vom Gläubiger im gegebenen Falle Nach- stcht erwarten dürfen. Man hoffe, demnächst auch zu einer Zinssenkung zu kommen. Für die Kreditgewährung sei für die Folge nicht mehr nur der Sachwert allein als Sicherung maßgebend, sondern vor allem die Persönlichkeit des Kreditnehmers. Das setze voraus, daß man zu einer geiftigen Umformung komme, zur absoluten Ehrlichkeit zurückkehre. Direktor Strasburger-Krankfurt a. M. sprach sodann über den genossenschaftlichen War enverkehr. Das Jahr 1933 habe, so führte er u. a. aus, eine gute Ernte, insbesondere m Weizen, gebracht. Die Preisfrage für die landwirtschaftlichen Produkte, insbesondere für Getreide, fei schwer zu lösen gewesen. Seit dem 1. Oktober habe der Bauer aber einen Anspruch auf einen Festpreis. Es werde auch auf dem Getreidemarkt zu völlig einheitlichen Regelungen kommen, da ja alle verarbeitenden Kreise angehalten seien harmonisch zusammenzuarbeiten. Vor allem sei jetzt der Erzeuger geschützt Der Bauer habe berechtigten Anspruch darauf, daß er innerhalb eines geregelten Bedarfs seine Ware richtig bezahlt erhalte. Der Fettplan solle die Landwirtschaft aum Anbau von wirtschaftseigenem Futter veranlassen, solle den Fettpflanzen- und Maisanbau fordern. Es solle auch der Anbau der Sojabohne in Deutschland versucht werden. Eine große Rolle werde auch die Süßlupine zu spielen haben. Die voraussehung für die Materialbeschaffung in der Landwirtschaft seien aber immer gesunde Kreditverhältnisse. Durch die bewußte Planung in der Wirtschaft müsse es zu einer Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Bauern kommen. In der Behandlung der Schuldner werde man sich nach wie vor aller Rücksicht befleißigen. Die bäuerliche Hauptgenossenschaft stelle schon jetzt eine mächtige Organisation dar wie sie in diesem Ausmaß von bestimmter Seite nie für möglich gehalten worden wäre. Alle Arbeit aber gelte dem Wohl des Bauern und damit des Vaterlandes. Rechts- und Steuerberater Or. Hamm sprach in einem kurzen Vortrag über die gesetz. l'chen Bestimmungen des Sondervollstreckungsschutzes für Erbhöfe und eine Reihe weiterer eintägiger Fragen. (Wir weisen darauf hin, daß diese Themen im „Gießener Anzeiger" schon wiederholt behandelt wurden, so daß sich ein näheres Eingehen auf diesen Vortrag erübrigt. Die Red.) Inzwischen traf der Laudeshauptabteilungsleiter III Pg. Wirth ein und begrüßte die Versammlung. Als letzter Redner sprach Diplom-Landwirt Or. Haak-Irankfurt a. M. über das wichtige Gebiet der Absatzfragen. Alle Gesetzgebung habe, so führte er u. a. aus, den Zweck, den Jnlandmarkt zu ordnen. Die Zeit, da der Jnlandmarkt zugunsten des Auslandsmarktes vernachlässigt werde, sei vorbei. Man könne den Markt auf zweierlei Weife ordnen: durch die Einführung von Mindest- oder Festpreisen, außerdem aber durch Marktregulierung. Lange Zeit seien die Preise geftaüet worden von Leuten, die mit der Bauernschaft nur sehr lose Verbindung hatten. Ein gerechter Preis für den Erzeuger bedeute immer einen vertretbaren Preis gegenüber dem Verbraucher. Die Reichsgefetzgebung mache die Gesetze nicht für Grüppchen, sondern für den gesamten Bauernstand. Einige Härten würden sich Dabei nicht vermeiden lassen. In der E i e r e r f a f f u n g bahnten sich Gedenket der hungernden Vögel! völlig klare Verhältnisse an. Die Genossenschaften würden die hauptsächlichsten Träger der Eierbewirtschaftung fein. Die Frage des Viehabsatzes fei Lebensfrage für den Bauern unseres Wirtschaftsgebietes. Die gesetzliche Regelung des Viehabsatzes werde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Jn Zukunft müsse die ganze Vieherzeugung durch die Genossenschaft erfaßt werden. Erfassung und Verkauf müßten dabei ebenfalls, wie bei der Milch und den Eiern, klar getrennt sein. Hier gebe es noch viel Arbeit. Mit den Genossenschaften könne alle Arbeit bewältigt werden. Stabsleiter Beck forderte in seiner Schlußansprache auf, alle lauen Mitglieder der Genossenschaften zu wirklichen Genossenschaftlern zu erziehen, damit das Wollen der Hauptabteilung III verwirklicht werden könne. Die Hauptabteilung III müsse vorbildlich in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau und die Landesbauernschaft vorbildlich im Reichsnährstand werden. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Reichspräsidenten, auf den Volkskanzler und den Landesbauernführer wurde die Versammlung geschlossen. Gewinnauszug 5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Predß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 18. Ziehungstag 28. Februar 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 106926 4 Gewinne ,u 5000 M. 299574 313918 6 Gewinne,u 3000 M. 40972 79604 91399 6 Gewinn« zu 2000 M. 68007 311886 384610 20 Gewinne xu 1000 M. 104089 112064 136373 185224 193038 211600 280275 286246 300602 360999 54 Gewinne za 500 M. 191 7718 65143 98955 105455 108688 112268 113553 120556 132783 136142 151254 153512 154187 167412 193278 229002 239942 247609 250648 280993 309855 332710 357123 366662 369924 397628 390 Gewinne zu 300 M. 2185 3566 4645 6831 6975 10364 15208 17257 18456 19849 19964 24423 25381 26478 28008 28935 30521 31797 33484 35676 37703 42465 44270 44630 44758 61727 53123 55036 57168 60617 60980 62462 65569 67230 67568 68640 69039 69214 69293 73946 75129 76273 77653 84390 85093 86798 88597 89319 91257 95058 95894 98026 100723 102596 102776 103156 108110 111377 117825 118642 119033 119929 121780 127902 132244 138925 144091 145015 145565 147300 148717 152941 155177 155675 157101 158758 161200 162745 163205 163713 165027 166646 173654 174731 178880 181723 182582 185006 187198 188700 188928 194123 200971 202350 203019 205362 208840 209174 213986 214771 215061 215327 215603 223225 223830 224102 226286 226567 228147 228913 230440 237382 240613 242913 243998 245237 246167 248958 250213 250765 251354 251508 251732 252169 255345 257043 258995 260923 268045 268983 271451 273021 274837 276074 276102 277613 277615 283866 284212 288803 289060 290202 291160 292172 293714 293968 294080 295619 295847 298014 299462 299745 303238 304206 306305 307635 308710 310588 313706 313841 314380 314734 318063 320737 322599 323367 323744 323969 326212 330224 332900 332919 333581 337003 341877 349036 350788 352227 354462 357396 361543 364004 365101 368593 368710 378922 379001 379172 381086 383481 384176 384920 387516 394597 398130 18. Ziehungstag 28. Februar 1934 1126 73214 74307 159546 138321 212159 3176 5717 340834 49998 14950 107366 302644 25223 34489 57109 80576 19926 34186 43800 66342 96620 12744 29724 38024 59135 83819 56887 187318 317747 31348 40112 60318 93386 104640 126076 144535 156210 174312 180917 203236 211428 218433 229435 236994 253464 268810 284895 312085 328240 345816 363461 375920 22092 34260 50993 73203 102067 105274 130403 146484 167207 177268 192475 207469 212446 227830 231472 238550 260543 278789 290235 322430 332990 351278 370882 378754 102111 109860 131125 148300 168793 177459 193957 208073 212997 227834 232963 242993 263597 280437 295560 322509 334947 356140 372240 397839 103058 118410 134875 152023 172176 180400 198915 208432 216363 227985 233434 243253 264582 280814 305249 325787 340475 356202 374789 398194 15435 30632 39866 60024 92379 104356 120186 137786 152495 172658 180639 200824 210279 216672 228529 234883 244443 267871 282217 308708 326642 343534 362838 375738 24724 132292 313483 104746 129988 145961 165415 176890 181457 206444 212033 218449 229847 237249 258001 275949 285178 314437 331247 347770 369936 376233 25241 37348 59078 83295 54084 80802 113305 10 Gewinn« zu 3000 M. 173942 291326 16 Gewinne zu 2000 M. 236014 241367 330399 12 Gewinne zu 1000 Q2L 247332 248122 261716 36 Gewinne zu 500 M. 71632 91507 102694 217318 242001 300892 343826 372272 399067 302 Gewinne zu 300 W. 15508 ----- ----- - 3n bei heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 9166 24306 48926 124491 161661 237601 255207 339084 185987 228397 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 75000, 4 zu je 80000, 10 zu je 10000, 74 zu je 5000, 122 zu je 3000, 222 zu je 2000, 888 zu je 1000, 1142 zu je 500, 7806 zu je 800 und 240 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Bei Wundsein: Penaten-Creme in ÄPOtK^Drag- . Oberheffen e i m L, Rich. Oberheim III., Ernst Vonalt uni) Richard Dinges. Kreis Alsfeld. Der Führer Allendörfer begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den Kolonnenarzt, und dankte ihm für die im abgelaufenen Vereinsjahr unentgelt- Kundgebung der NSDAP. inLich f u n die Kundgebung. Volk und Vaterland gehabt hätten, und wenn nicht ihr fester Glaube an Adolf Hitlers Sendung sie immer wieder zum Kampf gestärkt hätte, so wäre das Riesenmaß der Leistungen nicht möglich gewesen: nur der einfache SA.-Mann sei es gewesen, der Deutschland gerettet habe aus einer Rot, in der man vergeblich auf die Mithilfe aus den bürgerlichen Kreisen und aus der intellektuellen Schicht des Volkes gewartet habe. Unendlich groß seien die Opfer gewesen, die die alten SA.-Leute gebracht hatten, unendlich groß gegenüber den kleinen Opfern, die heute von allen Volksgenossen gefordert nach erworbener Mitgliedschaft strenge Pflichterfüllung von jedem einzelnen Mitglied verlangt werden müsse. Schriftführer Göbel erstattete so- Man müsse einmal zurückdenken an die schwierigen 14 Jahre dauernden Kämpfe, die mit dem früheren System auszufechten gewesen waren. Man hätte würden. Leider gebe es heute noch viele Deutsche, die den Sinn der dpfer, die zur Linderung der Not der bedürftigen Volksgenossen gefordert werden müßten, nicht begreifen könnten und wollen. Diese kleinen Opfer zu bringen sei jetzt keine besondere Leistung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Nationalsozialismus verlange auch dem Jungvolk eine kleine Spende. Einem Gesuch der Notstandsarbeiter um Befreiung von der Bürgersteuer konnte der Gemeinderat, der allgemeinen Folgen halber, nicht entsprechen. Der Gemoinderat begrüßt das Ga st spiel des Gießener Stadttheaters und empfiehlt Opfer- und Einsatzbereitschaft, wie ihn die alten SA.-Kameraden von 1933 bewiesen hätten. Pg. Haug wandte sich dann scharf gegen die Konjunkturpolitiker, die immer dort zu finden seien, wo ie glaubten, etwas für sich zu erreichen, und nahm energisch Stellung gegen die Denunzianten, deren verwerfliches Treiben er scharf verurteilte. Auch berührte der Redner die von gewisser Seite aufgeworfene Kaiserfrage, die aber im Volk keine Freunde finde. Für uns sei nur ein Mann als der Führer anzusehen: AÄ o l f H i t le r, der für sein Volk gekämpft und gelitten habe und der im ersten Jahr seiner Regierung durch seine großen Erfolge seine Führerschaft begründet habe. Die Aufgaben, die unser harrten, seien noch sehr groß. Der Nationalsozialismus beginne erst mit seiner Arbeit, die aber nicht nur in der Machtergreifung ihr Ziel habe, sondern es gelte die Gewinnung und Eroberung der deutschen Menschen. Zusammenarbeit aller Kräfte im Volk sei nötig, um diesem Ziel näherzukommen, und die Mitarbeit aller Deutschen am großen Werk sei das Gebot der Zukunft. Anhaltender starker Beifall lohnte die überzeugenden Ausführungen des Redners. Ortsgruppenleiter Kaufmann Karl Kuhn dankte dem Redner für die markanten Ausführungen und überreichte ihm als geborenen Licher unter dem Beifall der Menge ein von der Ortsgruppe Lich der NSDAP, gestiftetes Bild des Führers mit beigefügter Widmung. Das gemeinsam gesun- igene Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Qied, vom Posaunenchor exakt begleitet, beendeten die 1932er Voranschlags wurde om voraussichtliches Defizit von 14 000 Mark Wohlfahrtslasten offengelassen und auf Ersatz aus Reichsmitteln gehofft. Diese Reichshilfe blieb aus. Anderseits kam dem 1 m • v ..._____Xi.A > m i f n orrnlrtr» Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Gülerrechl. Da Ihr Schwiegervater ohne Hinterlassung einer letztwilligen Verfügung verstorben ist und Sie mit Ihrer Ehefrau im Güterstand der allgemeinen Gütergemeinschaft leben, gehört die Ihrer Ehefrau angefallene Erbschaft zu dem Gesamtgut, d. h. die einzelnen Gegenstände werden gemeinschaftlich, ohne daß es einer Uebertragung durch Rechtsgeschäft bedarf. Dieses Gesamtgut unterliegt der Verwaltung des Ehemannes, der insbesondere berechtigt ist, die zu dem Gesamtgut gehörigen Sachen in Besitz zu nehmen, über das Gesamtgut zu verfügen, sowie Rechtstreitigkeiten, die sich auf das Gesamtgut beziehen, im eigenen Namen zu führen. Sie haben also das Recht, alle das Gesamtgut betreffenden Fragen selbständig, auch ohne Einwilligung Ihrer Ehefrau und ohne besondere Vollmacht von ihr, zu regeln. Die Einwilligung Ihrer Ehefrau ist lediglich notwendig zu einem Rechtsgeschäft, durch das Sie sich zu einer Verfügung über das Gesamt gut im ganzen verpflichten, sowie zu einer Verfügung über Gesamtgut, durch die eine o Lich, 1. März. Zu einer Kundgebung der NSDAP, am Dienstagabend in der Turnhalle hatte sich eine große Menschenmenge — es mögen vielleicht 900 bis 1000 Personen gewesen sein — eingefunden. Aus unserer Stadt nahmen sämtliche Untergliederungen der NSDAP, und viele Vereine geschlossen teil. Auch aus den Nachbarorten waren zahlreiche Besucher erschienen, um aus berufenem Munde die Arbeit des ersten Jahres der nationalsozialistischen Regierung kennenzulernen. Nach Eröffnung durch schneidige Marschmusik des hiesigen Posaunenchors, geleitet von stud. theol. Heinrich Schäfer, ergriff pg. Stistspfarrer ©raubt das Wort, begrüßte alle Besucher, besonders herzlich aber den Redner des Abends, NSV.-Gauleiter Bürgermeister Wilhelm Haug (Darmstadt), einen Sohn unserer Stadt. Pfarrer Draudt gedachte dann noch des Heldengedenktags, der den Opfern des großen Krieges und den Gefallenen der nationalsozialistischen Revolution gewidmet war. pg. Bürgermeister Wilhelm Haug behandelte dann in fast zweistündigem Vortrag das Thema „E i n I a h r n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e R e g i e r u n g". Der Redner beleuchtete die großen Erfolge des ersten Regierungsjahres und führte u.a. aus, daß heute allenthalben in Deutschland geordnete Verhältnisse herrschten, wie dies namentlich auch von den nach Deutschland fommenben Ausländern anerkannt werde. Die aufwärtsstrebende Entwicklung fei der unermüdlichen Arbeit der nationalsozialistischen Regierung zuzuschreiben. bann ben Jahresbericht, in bem u. a. bie lieber» eignung einer fahrbaren Trage burch bie Sanitätskolonne Gießen dankend erwähnt würbe. Ein Betriebshelferkursus, nach dem 21 Mitglieder die Prüfüng ablegen konnten, fand im Laufe des Winters statt. Bei sieben größeren Veranstaltungen trat die Kolonne geschlossen in Tätigkeit. An Hilfeleistungen wurden im Jahre 1933 644 Fälle erledigt, 15 Transporte und 10 Wachen ausgeführt. Rechner Einolf trug die geprüfte Jahresrechnung vor. Die Einnahmen betrugen 592 Mark, die Ausgaben 518 Mark, der Ueberfchuß 74 Mark. Die Kolonne besteht aus 45 Mitgliedern, darunter befinden sich sechs Helferinnen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Kammerbericht, durch Zeug- wart Müller vorgetragen, zeugte von gewissenhafter Geschäftsführung. Zum Schluß wurden acht Mitglieder der Kolonne neu verpflichtet. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler wurde die Versammlung geschlossen. Preufeen. Kreis Wetzlar -!- Lützellinden, 1.März. Bei der Holz- versteigerung im hiesigen Oberwald wurden für je zwei Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenknüppel 20 bis 23 Mk., Kiefernknüppel 12 bis 14, Buchenwellen je 50 Stück 8 bis 10, Buchen- forstwellen 10 bis 12, Eichenwellen 6 bis 8 und Weichholzwellen 5 bis 7 Mark. * Lützel linden, 1. März. In der Gastwirtschaft Arnold fand eine Versammlung des Reichsbundes der Kinderreichen statt, in der Bundesgenosse Lehrer K r a u s k o p f aus Wetzlar einen interessanten Vortrag hielt. Der Erfolg des Abends fand in zehn Neuanmeldungen seinen Ausdruck. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde eine Ortsgruppe gegründet, der bisher 18 Mitglieder angehören. Zum Ortsgruppen« wart wurde Kaufmann Fr. Allendörfer ernannt. Kreis Biedenkopf. (D Bischoffen, 1. März. In einem unbewachten Augenblick machte sich das dreijährige Töchterchen eines hiesigen Einwohners am Herd zu schaffen. Die Kleider des Kindes fingen Feuer und im Nu stand das Kind i n Flammen. Es erlitt derartige Brandwunden am ganzen Körper, daß man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. ©ersoffener HausbalisvoranschlagI»ÄÄ ttn'Z für 1934. stimmt. Für 20jährige aktive Mitgliedschaft erhiel- - • ' ten folgende Kameraden Auszeichnungen: Ludwig Sieger, Karl Limpert II., Karl Ober- allgemeine Beteiligung. Der Gemeinderat begrüßt ben Plan der Schaf- g von Kleinsiedlungen und den Bau von Wohnhäusern, besonders für kinderreiche Familien, unter Mitwirkung der Nassauischen Heim- ftätt-e. Die restlichen Bauplätze in der Karl-Weber- Straße werden zu diesem Zweck zur Verfügung F Schotten, l.März. Der Gemeinderat befaße fid) l" Junefkn 6iSung äunad;^ mit .VJ Schari,' G - y - r. Für Ivj-ihrig- TO™ 1 C(?-ni?nhmp^inh ^lusaabe mit je Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Rich. Diehl II., M&ÄÄS Ä SÄ: «-s-VÄ&kW ™; Ä' u 1 • -• —Hermann Weitz, Heinrich Beyer, Heinrich । Haas IV., Karl Franz III., Richard Ober» Kreis Büdingen. O Nidda, 1. März. Zu Ostern treten 40 Kinder in die hiesige Volksschule ein, wahrend nur 28 die Schule verlassen. In Anbetracht der alljährlich steigenden Kinderzahl reichen die Schulbänke nicht aus, so daß Neuanschaffungen notwendig werden. — Direktor H e I f e r t vom hiesigen Landwirtschaftsamt wurde nach Büdingen versetzt. — Friseur Heinrich Ferro vollendete dieser Tage bei geistiger Frische sein 8 4. Geburtsjahr. Ferro ist Mitbegründer der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Kreis Schotten. -y Gedern, 1. März. In der Generalversamm- lung der Freiwilligen Feuerwehr untef Leitung des Brandmeisters Karl Limpert gab der Schriftführer Karl Franz IV. den Tätigkeitsbericht für das verflossene Geschäftsjahr bekannt. Der Rechner Ernst V o n a l t trug den Kassenbericht vor, worauf dem Rechner, sowie dem gesamten c ____ ____ . —Homberg, 1. März. In der Gastwirt- neuen Gemeindevoranschlag die inzwischen erfolgte schäft von L. Helm fand die Generalversammlung Gemeinden ms chuldung zugute. Durch die der F r e i w i l l i gen S a n i t ä t s k o l o n n e statt, dadurch entstandene Zinsermäßigung auf Der Führer Allendörfer begrüßte die Teil- 4 v. H. wurde für die Stadt eine Ersparnis^ nehmer, insbesondere den Kolonnenarzt, und dankte von 10 000 Mark erzielt. Die Stadt ist ihre ihm für die im abgelaufenen Vereinsjahr unentgelt- Schulden gegenüber den Banken und Kassen lich geleistete Arbeit. Er führte weiter aus, daß in der Hauptsache losgeworden, der der Eintritt zur Kolonne wohl freiwillig sei, aber Umschuldungsverband ist an deren Stelle getreten. mntrhk Ihm gegenüber hat die Stadt ihre umgewandelte Schuld mit 4 v. H. zu verzinsen und ab Oktober 1936 mit 3 v. H. zu tilgen. Im übrigen sind bie Einnahmen und Ausgaben in den einzelnen Rubriken des Voranschlags gegenüber dem Vorjahr im wesentlichen gleich geblieben. Die Gemeinde- umlagen wurden etwas gesenkt und auf 52 000 Mark festgesetzt. Der Gemeinderat nahm den vom Finanzausschuß vorberatenen Voranschlag ohne weitere Debatte an. Ebenso wurde der Vorairschlag für das städtische Krankenhaus angenommen; er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit je 47 400 Mark ab. Zur Deckung der großen Verwaltungsunkosten wurde der NSDAP, ein Zuschuß bewilligt, ebenso gestellt. . , v Für eine bessere Verkehrsverb mdung mit der Kreisstadt durch verbesserte Führung der Post - Kraftwagen soll gesorgt werden. Auch Stornfels soll, was sich leicht erreichen läßt, berührt werden. Dem Gedanken einer Post- Autolinie Gedern — Schotten — La n - dach — Grünberg und damit einer guten Verbindung der genannten Städte und deren Bahnlinien soll nähergetreten werden. Mit der Oberpostdirektion werden Verhandlungen darüber stattfinden. Landkreis Gießen. cx) Langsdorf, 1. März. Bei der zweiten Holzversteigerung in unserem Gemeindewalde wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: je zwei Raummeter Buchenscheitholz 19 Mark, Buchenknüppel 13, Eichenknüppel 10, Fichtenstöcke 4 Mark; Sechs Raummeter Buchenreiser 7 Mark. Fichtenderbstangen: 1. Kl. 1 Mk., 2. Kl. 0,70 Mk., 3. Klasse 0,20 Mark. „ , 0 Weiters Hain, 1. März. Bei der Holz- versteigerung in den Waldungen der Gemeinde wurden nachstehende Preise erzielt: Buchenscheitholz 7,25 Mark, Bucheknüppel 5, Fichten- knüppel 3,75, Buchenreiser 2 Mark, Buchenstocke 4,50 Mark je Raummeter. Kreis Friedberg. auf ben Abschluß *----- - unb diese Rechnung infolge der damaligen unge- heuren Wohlfahrtslasten mit einem Fchlbetrag von 13 000 Mark abschloß. Schon bei der »eratuiig bes y pb. Butzbach, 1. März. Unter Vorsitz des ----- ------ - Oberschulrats Dr. Leip von der Kultusverwaltung 1 auf der Gegenseite zuletzt vor den gröbsten Gewalt- in Darmstadt fand gestern an der hiesigen W e i - maßnahmen gegen die Anhänger der NSDAP, nicht big «Werner-Oberrealschule die diesjäh- ] zurückgeschreckt, wie dies die Opfer bewiesen. Wenn riae Reifeprüfung statt. Von 14 Oberprima- nicht die alten SA.-Kameraden bie große Liebe zu nern bestanden 10 die Prüfung. m-,e """" "*** Deutschland macht mit dem Stecilisierungsgeseh Weltgeschichte! Das ist das Urteil eines ausländischen Gelehrten von Weltruf über das deutsche Gesetz zur Bekämpfung erbkranken Nachwuchses, das am l. Januar 1934 in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz ist von einschneidender Bedeutung für die gesamte Zukunftsentwicklung des deutschen Volkes. Wer das Gesetz und die wichtigsten Teile seiner Begründung liest, wird überrascht sein von der unangreifbaren Folgerichtigkeit feiner Ge. danken. Jeder Deutsche muß ben Wortlaut dieses Gesetzes und das ihm zugrundeliegende Material kennen und begreifen Die dritte Aufklärungsschrift, „Gesunde Eltern — gesunde Kinder!", bie die N. S. Volkswohlsahrt im Rahmen der bevölkerungspolitischen^ Aufkla- rungsattion herausbringt, gibt diese Möglichkeit. Sie vermittelt in unterhaltsamer Form alles Wissenswerte und Wichtige über diese Frage Verbände und Vereine beziehen sie in Sammelbestellungen durch die Ortsgruppen der N S. D. A. P. Einzelexemplare werden an jedem Post' fd)alter im ganzen Deutschen Reich für 10_ Pf. abgegeben. Auch die ersten beiden Broschüren, „Mütter, kärnpst für eure Kinder«" unb „Die kornrnenbe Generation klagt an!", sind noch bei benfelben Stellen zu haben. ohne Zusttrnrnung ber Frau eingegangene Verpflichtung dieser Art erfüllt werben soll. Die Einwilligung ber Ehefrau ist weiter notwendig zur Verfügung über ein zu bem Gesamtgut gehörenden Grunbstück, sowie zur Eingehung ber Verpflichtung zu einer solchen Verfügung unb schließlich zu einer Schenkung aus bem Gesamtgut, sowie zu einer Verfügung über Gesamtgut, burch welche bas ohne Zustimmung ber Ehefrau erteilte Versprechen einer solchen Schenkung erfüllt werben soll, wobei solche Schenkungen ausgenommen sind, burch bie einer sittlichen Pflicht ober einer auf ben Anstanb zu nehmenden Rücksicht entsprochen wirb. Aus aller Welt. Ein Begnadigter wird erneut zum Tode verurteilt. Am 14. Februar 1927 hatte ber Schlächter Friedewald im Hamburger Gängeviertel bie Witwe Ottilie Richter, mit der er ein Verhältnis unterhalten hatte, schwer und den mit ihr zusammenwohnenden Schlächter Oswald tödlich verletzt. Das Hamburger Schwurgericht verurteilte ihn am 20. Oktober 1927 wegen Mordes zum Tw b e und wegen versuchten Mordes zu 6 Jahren Zuchthaus. Später wurde der Angeklagte zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Er betrieb dann das Wiederaufnahmeverfahren, das auch eingeleitet wurde. Das Hamburger Schwurgericht hielt jedoch am 30. Oktober 1933 das erste Urteil aufrecht, mit bem einzigen Unterschieb, baß bie 6jährige Zuchthausstrafe als verbüßt erklärt würbe. Friebewald suchte nun feine letzte Zuflucht beim Reichsgericht in Leipzig. Hier machte er erneut geltenb, baß er in höchster Erregung unb Notwehr gehanbelt habe. Diese Darstellung hielt aber bas Reichsgericht durch die Feststellung des Hamburger Schwurgerichtes für widerlegt. Der Tötungsvorsatz und die (Überlegung erschienen dem Reichsgericht als einwandfrei nachgewiesen, so daß die Revision verworfen wurde. Damit ist das Todesurteil gegen ihn rechtskräftig geworden. Die frühere Begnadigung ist durch das vom Angeklagten betriebene Wiederaufnahmeverfahren hinfällig geworden. Drei Jahre Zuchthaus für brutale üindesmißhandlung. Die grauenvolle Leidensgeschichte eines Kindes wurde vor dem Schöffengericht Zweibrücken (Pfalz) in der Verhandlung gegen den 35- Uns drückt nichts uns zwickt nichts darum sind wir stets guter Laune in unserem guten, bequemen JJteyia Mutter sagt: Die Anschaffung von -Kleidung lohnt sich doppelt! KfV 1286 A JETZT AUCH EIN Verschiedenes Deutsche Geld-Lolterie Zieh, sicher 10. März 7 SM Gewinne ins. 25000 1110000 iioooo Los 50 Pis. Doppeltes Mk. 1 - Porto u.Liste 25 Pfg. KftlnSl Lotl- 41 Slly Elnncnm. Darmstfitii Schulstr. 15, Postscheck 24500 Franke. a. alle Vtriaolisi Auto-Ausstellung 1934, Berlin, 8-18. Mörz: Halle II, Stand 210 Kraftwagen-Vertretungen: Otto Faber, Gießen, Mühlstraße 22, Ruf 3096. — Kraftwagen-Verkaufsbüro Frankfurt am Main, Schumannstraße 2, Ruf 71 878. 350 M. gegen Sicherheit uno pünktliche Rückzahlung zu leihen gesucht. Schr. Ängeb. u. 466 V 01107 U.Ü.G.A. Das Eintopfgericht ist der Prüfstein nationaler und sozialer Gesinnung! Wer am 4. März nicht opfert, steht außerhalb der Volksgemeinschaft! jährigen Reisenden Andreas Zipfel aus Landstuhl aufgerollt. Er war wegen fortgesetzter Kindes- mißhandlung angeklagt. Der Angeklagte, der als sehr nervöser und leicht reizbarer Mensch bekannt ist, der nur seinen eigenen Willen kennt, hatte sein am 3. April 1928 geborenes Söhnchen schon von dessen erstem Lebensjahr an in ganz unmenschlicher und grausamer Weise mißhandelt. Da das körperlich schwächliche Kind an Blasenleiden litt und das Bett näßte, schlug er es in brutalster Weise, wovon blaue blutunterlaufene Stellen am ganzen Körper Zeugnis ablegten. U. a. legte er dem Kind auch eine Klemmvorrichtung an, die eine Eiterung nach sich zog. Der Angeklagte stellte jede Mißhandlung in Abrede; er habe das Kind durch seine „Erziehungsmaßnahmen" nur zu einem kräftigen Menschen herandilden wollen. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus. Zahlreiche Opfer einer Pilzvergiftung auf einer kalifornischen Farm. Wie aus San Luis Obispo (Kalifornien) gemeldet wird, sind neun auf einer Farm bei Arroyo- grando beschäftigte Filipinos nach dem Genuß eines Pilzgerichtes gestorben. 22 weitere Personen, darunter die beiden weißen Arbeitgeber der Verstorbenen, sind schwer erkrankt. Nach starken Regengüssen traten in der ganzen Gegend riesige Mengen von Pilzen auf, die von den Filipinos ge- ammelt wurden. Offenbar konnten die Filipinos )ie eßbaren von den giftigen Pilzen nicht unter» cheiden. Hausplakette Anstecknadel Die amtliche, oon Oer Aeichstührnog Oes W. tz. w. herousgegebeae Opferpiafetle für Öen Monat März Oie deutschen Kampfspiele in Nürnberg. Vom 21. bis 29. Juli werden in Nürnberg die deutschen Kampfspiele 1934 veranstaltet. Ein Vergleich mit den Kampfspielen früherer Jahre ist unmöglich, weil die deutschen Meisterschaften der einzelnen Sportoerbände nicht innerhalb der Kampfspiele, sondern zu anderer Zeit und an anderen Orten ausgetragen wurden. Mit dieser Hebung hat die neue nationalsozialistische Führung des Sportes in Deutschland nunmehr gebrochen. Alle b e u t =' schen Verbände tragen in Nürnberg in der Zeit vom 21. bis 29. Juli ihre Meisterschaften aus. Die Sieger der einzelnen Wettbewerbe erringen demnach den höchsten deutschen Sporttitel, den des deutschen Meisters. Dieser eine Umstand allein hebt die deutschen Kampfspiele Nürnberg 1934 weit über die Linie ihrer Vorgängerinnen hinaus. Die Nürnberger Veranstaltung des letzten Julidrittels bildet in allen deutschen Sportarten den Höhepunkt. Es handelt sich bei den deutschen Kampfspielen in Nürnberg 1934 des weiteren nicht mehr um eine Angelegenheit der einzelnen Sportverbände, sondern um eine offizielle Veran- staltung des Reiches, an deren Spitze der durch den Führer Adolf Hitler berufene Leiter des deutschen Sports, Reichssportführer, SA.-Gruppen- führer oon Tschammerund Osten, steht. Die Nürnberger Veranstaltung wird aber auch durch die Zahl der aktiven Teilnehmer alle früheren Veranstaltungen weit übertreffen. Es beteiligen sich an ihr nicht nur die Spitzenkönner des deutschen Sports, sondern auch die Verbände selbst und die Reichswehr. Dadurch wird den deutschen Kampfspielen Nürnberg 1934 ein Ausmaß, ein Glanz des äußeren Rahmens und ein Echo im deutschen Volke geschaffen werden, wie es bei einer sportlichen Veranstaltung der letzten Jahrzehnte kaum der Fall gewesen sein dürfte. Dieses erste große zentrale Sportfest des deutschen nationalsozialistischen Staates wird ein noch lange nachklingender Höhepunkt der neuartigen Auffassung deutscher Körpererziehung werden. Wie bei den Reichsparteitagen, so werden sich auch bei den deutschen Kampfspielen zehntausende deutscher Volksgenossen ein Stelldichein in der alten Noris geben. Neue Zusagen auf die Olympia-Einladung. Auf die Einladungen, die die Organisations- Komitees für die XL Olympiade und für die IV. Olympischen Winterspiele Ende vorigen Jahres an die olympischen Komitees der ganzen Welt gerichtet haben, sind in den letzten vier Wochen zwei neue Zusagen in Berlin eingegangen. So hat das Türkische Komitee durch seinen Präsidenten Resit Saffet Bey mitgeteilt, daß es alles tun werde, um die türkische Kampfmannschaft für Berlin 1936 so groß und stark wie möglich zu machen; nachdem^ erst im vergangenen Winter der Skisport in der Türkei eingeführt worden sei, hoffe man auch zu den Winterspielen einige Aktive entsenden zu können. Die zweite Zusage kommt von Ungarn. Wie bereits bekannt, haben früher schon zugesagt Oesterreich, die Tschechoslowakei, Lettland, Finnland, Norwegen, die Schwei,; und Belgien. Die Komitees einiger Länder, z. B. Frankreich, den USA., und oon Kanada, haben mitgeterlt, daß die Ausschüsse oder Vollsitzungen, die über die Einladungen zu befinden haben, in Kürze zusammentreten werden. Alles klar für Holmenkollen! Deutschlands Skiläufer vor neuen Kämpfen. Am morgigen Samstag beginnen auf Holmenkoll bei Oslo die klassischen norwegischen Skirennen, bei denen Deutschland mit der stattlichen Streitmacht von 14 Läufern und Springern vertreten sein wird. Die Deutschen werden auch hier nur lernen können, denn die bei den kIS-Rennen in Solleftea gewonnenen Erfahrungen werden nach so kurzer Zeit noch nicht zu einem Erfolge ausreichen. Die Besetzung der einzelnen Wettbewerbe der Holrnenkoll-Rennen ist stärker als je ausgefallen. Die Gesamtzahl der von Norwegen, Finnland, Deutschland und Oesterreich abgegebenen Meldungen beträgt 467. Davon entfallen auf den 18-Kilometer-Langlaus 103, auf den zusammengesetzten Lauf 89, auf den 50-Kilo- meter-Dauerlauf 129 und auf den großen Sondersprunglauf 146 Teilnehmer. Die Startplätze für sämtliche Prüfungen wurden bereits ausgelost. Am stärksten ist die deutsche Beteiligung am kombinierten Lauf. Von bekannten Bewerbern haben hier der Finne Lauri Valonen (3) und der norwegische FIS=<5ieger Oddbjörn Hagen (7) recht ungünstige Plätze erwischt. Auch Franz Reiser, Partenkirchen, steht hinter unserem Amateurlehrer Rolf Kaarby (19) mit Nr. 25 noch recht weit vorn. Eine halbe Minute hinter ihm geht Helmuth Lantschner ab. Die übrigen Deutschen haben folgende Startnummern: Alfred Stoll, Berchtesgaden (48); Gustl Müll e r, Bayrischzell (56); Willi Bogner, Traunstein (62); Walter Motz, München (65); Anton Eis- gruber, Partenkirchen (74); Matthias Wörndle, Partenkirchen (79). Den 18 - Kilometer - Sonderkauf bestreiten drei Deutsche, von denen Friedl D ä u b e r , Berchtesgaden, schon frühzeitig mit Nr. 8 auf die Reise gehen muß. Der lange Breslauer Herbert Leupold hat die Startnummer 35 ausgelost und der junge Josef Schreiner, Aschau, startet als Nr. 53. t Für den großen Sprunglauf sind nur die jungen deutschen Nachwuchskräfte Hans Ostler, Partenkirchen, Andreas Hechenberger, Bayrischzell, und Karl Dietl, München, gemeldet worden. Ohne deutsche Beteiligung geht dek 50- Kilometer-Dauerlauf oonftatten. In dieser Prüfung sind in Abwesenheit der Schweden, die an den gleichen Tagen ihre Meisterschaften veranstalten, die Norweger und Finnen unter sich. Oer OFB. bereitet vor ... Der Deutsche Fußball-Bund ist zur Zeit in gesteigertem Maße mit den Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaften, deren Schlußspiele bekanntlich in diesem Sommer (27. Mai bis 10. Juni) in Italien zur Durchführung kommen, beschäftigt. Der DFB. ist mit allen Kräften bemüht, für die Schlußspiele eine kampfstarke Mannschaft auf die Beine zu bringen und plant daher einen Hebungskursus, der in der Zeit vom 7. bis 19. Mai im westdeutschen Verbandsheim in Duisburg oonftatten gehen soll. Außerdem hat der DFB. zur Vorbereitung unserer jungen Spieler die bekannte englische Berufsspieler-Mann- schaftvon Derby County zu vier Hebungsspielen verpflichtet. Eine National-Mannschast der Straße. Nach dem Muster des Amateur-Fliegersports soll in diesem Jahre auch erstmalig eine deutsche Nationalmannschaft der Straßenfahrer gebildet werden. Als Gradmesser für das Können der Fahrer und die jeweilige Zusammensetzung der Mannschaft sollen die mit den Berufsfahrerrennen parallel laufenden Amateur-Straßenrennen der Klaffen A und B dienen. Die genauen Ausführungsbestimmungen werden noch erlassen. Das Dortmunder Neit-Turnier. Im Mittelpunkt des Dortmunder Reit-Turniers stand am Mittwochabend vor 4000 Zuschauern ein mittelschweres Jagdspringen der Klasse M, das dem bekannten Turnierreiter Axel Holst auf „Egly" erneut Gelegenheit bot, fein großes Können unter Beweis zu stellen. Er kam zu einem überlegenen Siege vor Wachtmeister Weidemann auf „Christel", vor Frau Franke auf „Hartherz". Die Kämpfe des Donnerstagnachmittag wurden eingeleitet mit einer Eignungsprüfung für Jagdpferde, die in beiden Abteilungen mit sicheren Siegen von Frau Franke mit Tegethoff bzw. Ingo endete. In der Dressurprüfung für Reitpferde erhielt Otto Loerke mit Moselländer die goldene Medaille. Earnera bleibt Weltmeister. Der italienische Schwergewichtsweltmeister Primo Camera verteidigte am Donnerstagabend in Miami (Florida) seinen Titel gegen den amerika- 4 4 nischen Herausforderer Tommy Loughran mit Erfolg und schlug auf Grund feiner körperlichen Heberlegenheit feinen Gegner über 15 Runden sicher nach Punkten. Handball im Gau XII her DT. heuchelheitn I — OSL. Gießen I 8:4. Der Turnverein Heuchelheim konnte am Sonntag die angesetzten Spiele sicher gewinnen. Bei dem Treffen der ersten Mannschaften sah es -zwar zunächst nicht nach einem Sieg der Einheimischen aus. Schon kurz nach Anstoß gingen die Gaste durch ihren Halbrechten in Führung, erhöhten auf 2-0 und verwandelten bald darauf einen gegebenen Strafwurf. Dann aber taute Heuchelheim auf und Tor auf Tor fiel. Erst gegen Ende der zweiten Halbzeit konnte Gießen einen weiteren Treffer anbringen. Heuchelheim II — OSL. Gießen II 5:3. Im Spiel der zweiten Mannschaften waren die Einheimischen körperlich unterlegen, trotzdem stand aber ihr Sieg nie in Frage. Gerätemannschastskampf Atzbach - Leihgestern—Wieseck. Am morgigen Samstag wird ein Geräte-Mann- schaftskampf zwischen Turnern der Vereine Atzbach, Leihgestern und Wieseck ausgetragen. Die Veranstaltung findet in Wieseck statt. Der Verein Leihgestern verfügt über eine sehr gute Mannschaft. Wieseck muß mit Ersatz antreten. Welche Mannschaft den Kampf für sich entscheiden wird, ist nicht vorauszusagen. Kurze Sportnotizen. Einen interessanten Versuch unternimmt der Schwirnrnwart der Deutschen Turnerschaft, der gute Geräteturner als Wasserspringer ausbilden lassen will. Da von den Springern voll- endetste-Körperbeherrschung verlangt wird und diese bei jedem erstklassigen Kunstturner erstes Erfordernis für feine Leistungen ist, dürfte dieser Versuch zweifellos manchen Erfolg bringen. * Weltrekordmann Marty sprang bei den amerikanischen Hallenmeisterschaften außer Konkurrenz erneut die stattliche Höhe von 2,05 m im Hochsprung, während im Wettbewerb der Deutschamerikaner Spitz auf 2,01 m kam. * Helen Wilks, die lange Jahre die beste Tennisspielerin der Welt war und feit ihrer Verletzung im vergangenen Jahre keinen Schläger mehr in der Hand hatte, will wieder einen Versuch unternehmen, ob sie ihr altes Können noch besitzt bzw. wieder erlangen kann. Die Kampfspiel-Tenniswettbewerbe werden, da es in Nürnberg an einer geeigneten Anlage mangelt, vom 24. bis 28. Juli in München ausgetragen. * Frankfurts Hallenhandbalkturnier wurde einmal mehr eine Beute der Sportgemeinde „Eintracht" Sie ging aus dem mit acht Mannschaften besetzten Turnier als Sieger hervor, nachdem sie im Endspiel den überraschend so weit gekommenen Tv. 57 Sachsenhausen 6 :2 besiegte. * Für das am 9. März beginnende Berliner Sechstagerennen haben bisher folgende Fahrer Verträge erhalten: I. van Kempen-Braspen- ning, Rausch-Lohmann, Zims-Jppen, Dorn-Mac- zinsky, Ehmer-Korsmeier, Hmbenhauer-Hoffmann und der Belgier Sonde. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 2. März. Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Lenz. — Pelruskapelle. 20: Passionsandacht; Pfarrassistent Balz. Geschäftliches. Der heutigen Gesamtausgabe liegt ein Werbebkatt der Fa. Dr. med. h. Schulze, Berlin-Charlottenburg, über Fregalin bei. 1294V y C W-S u Cu' Sg. ü 5 5*° KRUPP Lastwagen Generalvertretung r Gustav Seusev, SvaEuvt a.M. •’onnnnpr Landstraße 200, .Ünf: Earvlns 41987/88. [iosrV III llllllllllllllilllllilllllillllllllllllllllllllllll HIHI F eischer-lDDung Gießen Unsere diesjährige Gesellenprüfung soll Mitte März d. I. stattsinden. Anmeldungen va der Gesellenprüfung erbitten wir längstens bis zum 10. März bei unserer Geschäftsstelle, Neustadt 61, vorzunehmen, woselbst auch jede weitere Auskunft in Bezug auf Anmeldung usw. erteilt nurb. Gießen, den 26. Februar 1934. Der Vorsitzende des GesellenvriisungSauöschusses. gez. Louis Bogt. i2sod MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH BremerKaMroßrösterei sucht Wiederverkäufer für la Bremer Original-KafFee BT Bel ernsthaftem Interesse TW erfolgt persönlich.Besnch. Ausführliche Eilanfragen an Schwenke&Co., Bremen. utoV Kraulern 17 Jahre alt, zur Erlernung des Geschäfts, für sofort gesucht. Es kommen nur Damen aus guter Familie in Frage. Vorerst nur schriftliche Angebote mit Abschrift des Schul-Zeugnisses erbeten an MersWee-GeWsi.GleW _________Mäusbnrg i267D Bücherfürden Naturfreund und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm. VonK.O.Bartels. 164Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM. 3.90, gebunden RM. 4.80 Waldweben.DieLebensgemeinschaft des deutschenWaldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext v.K.Gerhard u.G. Wolff. Ganzleinenband RM.4.80 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Sittenbuch von W.Scnoenichen. Broschiert RM.3. gebunden RM.4.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. 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