Nr. 28 Erstes Blatt M- Jahrgang Zreitag, 2. Februar Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Dietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatrvezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe» Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Uiriverfitat§-Vuch- und Zteindruckerei R.Lange in Sieben. 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So lesen wir es tagtäglich in d e r W i e n e r S y ft e m - P r e s s e u n d in den französischen und tschechischen Blättern, die sich seit einiger Zeit vor lauter Selbstlosigkeit und Nächstenliebe gegenüber dem armen gefährdeten Oesterreich gar nicht lassen können. Und erst in der letzten Zeit hat ja Herr Dollfuß aus einen Wink von Paris, oder genauer gesagt: von Genf her eine internationale Aktion zur Garantierung der Unabhängigkeit in Gang zu fetzen gewußt. Gerade in diesem Augenblick ist es besonders interessant, einmal zu hören, wie man in wirklich unvoreingenommenen Kreisen über die angeblich von deutscher Seite fo schwer gefährdete Selbständigkeit Oesterreichs denkt. Da hat kürzlich das führende nationale Blatt Ungarns der „Magyarsag", dem man wirklich keine Oesterreich- Feindlichkeit vorwerfen kann und dessen Leitartikel erst kürzlich eine heftige Attacke gegen die angebliche Gefahr des Pangermanismus in Südosteuropa geritten hat, da hat dieses Blatt kürzlich in einem umfangreichen Artikel den Versuch gemacht, e i n genaues Bild der internationalen Lage Oesterreichs zu zeichnen. Unter anderem heißt es in diesem Artikel: „Die Wiener Gesandten verschiedener Großmächte bestimmen eigentlich heute die Innenpolitik Oesterreichs. Allein dieser Zustand bedeutet eine Verletzung der Souveränität Oesterreichs." Der Artikel vergleicht Dollfuß mit einem Findelkind, das von seinem Vormund gegängelt wird. Schon heute fei es so, daß die Wiener Gesandten jener Großmächte der österreichischen Regierung in alle Dinge Hineinreben, ohne daß man am Ballhausplatz diesen Zustand als absonderlich oder unwürdig empfände. Oesterreich sei heute zwar von Hitler Unabhängig, aber keineswegs unabhängig von den übrigen Großmächten, „die ein richtiges politisches Mandat über die kleine Republik ausüben." Im weiteren führt der Aufsatz des genannten Blattes aus, wie die verschiedenen fremden Mächte, alle mit anderen Mitteln, die „Unabhängigkeit" Oesterreichs zu erhalten trachten. Die einen unterstützen moralisch und finanziell die H e i m w e h r e n, weil diese die Durchführung eines a u st r o f a s ch i st i s ch e n K u r s e s versprachen. Die anderen wiederum fördern die legiti- mistische Bewegung in Oesterreich, weil sie hoffen, auf diesem Wege nicht nur Oesterreich, sondern auch Ungarn ganz in die Hand zu bekommen. Und wieder eine andere Macht läßt den ö st e r - reichischen Sozialdemokraten ihre Hilfe angedeihen, da sie wieder eine legitimistische oder auch eine austrofaschistische Entwicklung als Bedrohung für sich selber ansehen würden. Und mitten in diesem Durcheinander von politischen Absichten und Wünschen steht Herr Dollfuß und ist gen^ tigt, einmal nach dieser Seite und dann wieder nach jener Seite eine Verbeugung zu machen und ein Dankeswort zu murmeln, weil man so gütig war, die „Unabhängigkeit" Oesterreichs gegenüber dem Nationalsozialismus zu erhalten Das praktische Ergebnis dieser fremden „Hilfe ist aber auf der einen Seite ein unaufhaltsames Anwachsen der nationalsozia- listischen Bewegung, von der der Magyar- sag schreibt, daß sie immer bedrohlicher werde und sich seit dem Herbst sehr verstärkt habe. Auf der anderen Seite aber erwächst aus dieser fremden Unterstützung der verschiedensten politischen Strömungen in Oesterreich ein Kampf aller gegen alle im Regierungslager, was natürlich die Regierungsgewalt als solche empfindlich schwächt und es Dollfuß unmöglich macht, eine entscheidende Aktion zu unternehmen. Nicht unrichtig bemerkt das ungarische Blatt, daß Dollfuß ja eigentlich eine große Chance gehabt habe, nämlich die, den geistesverwandten Faschismus so zu fördern, daß er für die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich eben als etwas Verwandtes nicht abgelehnt und bekämpft worden wäre. Auf diese Weise so glaubt der ungarische Artikelschreiber, hatte Dollfuß der nationalsozialistischen Bewequng den Wind aus den Segeln nehmen können. Es ist mutz,g, hier d>e Frage zu erörtern, ob diese Ausfassung riditjg ist oder nicht. Bon Interesse ist hier nur festzustellen, warum Herr Dollsuh d,e austrofaschistische Bewegung nicht wirklich mit aller Kraft gefordert Hot. Da ergibt sich nämlich, wie das genannte ungarische Blatt auf Grund genauester Ermittlungen sest- stellt, daß es in erster Lsme Herr Bene sch, und weiter gewisse s r a n z ö s i s ch e F i n a n z k r e, s e gewesen sind, die auch hier wieder der österreichischen Regierung in den Arm fielen und in unverfrorener Weise Herrn Dollfuß ihren Willen aus- zwangen. , Der Schlüssel zu dieser Entwicklung liegt einmal in der berüchtigten Lausanner Per । r t a - vungs-Anleihe und weiter in der österreichischen Jnnenanleihe, die Ende des vorigen Jahres in Oesterreich aufgelegt wurde. Bei der Lausanner Anleihe mußte sich Oesterreich bekannt- tld) verpflichten, für weitere zehn Jahre seine „Unabhängigkeit" zu wahren, das heißt auf Deutsch: einem Anschluß an das Reich zu ent- Das Echo der Abrüstungsdenkschnsten. Kritik der Berliner presse. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die Presse befaßt sich erneut mit der italienischen und und der britischen Denkschrift. Die beiden Pläne werden kritisch miteinander verglichen, wobei sich übereinstimmend die Auffassung ergibt, daß der italienische Vorschlag dem deutschen Standpunkt in den entscheidenden Einzelfragen wesentlich Rechnung trägt und von dem gleichen Gesichtspunkt ausgeht, der die deutsche Auffassung bestimmt. Der italienische Plan wird als ein Plan der Realitäten bezeichnet, während man dem englischen Plan zum Vorwurf macht, daß er sich i m - mer noch in der Illusion bewegt, die hoch- aerüsteten Nachbarn Deutschlands wären bereit, eine Beschränkung i fixes Rüstungsbestan- des vorzunehmen. Die in beiden Vorschlägen gegebene Anregung, Deutschland möge nach Genf zurückkehren, findet in den Blättern kühle und zum Teil stark ablehnende Behandlung. Mussolini geht von der Ueberzeugung aus, so schreibt die „Deutsche Allgemeine Zei- t u n g", daß die Abrüstungsbestimmungen des Ver- sailler Vertrags nach Sinn und Umfang keine Aussicht aus Verwirklichung mehr haben. Nicht ganz so deutlich wie Mussolini macht sich die engliche Denkschrift diese Feststellung zu eigen. Es muß anerkannt werden, daß England mit seinen ernst gemeinten Vorschlägen mutig den Kreis der vertraulich Handelnden verlassen hat, um sich an die große Weltöffentlichkeit zu wenden. Andererseits hält die von England vorgeschlagene Frist von z e h u I a h r e n , die für die Abrüstungskonvention gelten soll, einer ernsthaften Erörterung nicht stand, da die bescheidenen Anfänge einer wirklichen. Abrüstung nicht so weit hinausgezögert werden können. Auch der „T a g" ist der Ansicht, daß der englische Vorschlag eine Hinausschiebung der wirklichen Gleichheit auf zehn Jahre bedeute, wobei Deutschland nach Abschluß von Nichtangriffspakten während dieser Frist den anderen Staten alle Sicherheit gewähren würde, ohne elbst gleichberechtigt zu fein. Der italienische Plan ehe demgegenüber wesentlich größere Möglichkeiten ür die Erreichung der geplanten Gleichberechtigung vor. Die „G e r m a n i a", die in den englischen Vorschlägen weitgehende Zuge st ändnisse an die französischen Forderungen erblickt und die unterstreicht, daß Italien auch in Zukunft auf einer effektiven Abrüstung bestehe, erklärt: Die Entscheidung liegt bei Frankreich, denn an seiner starren Haltung und seiner den Abrüstungsgedanken völlig ertötenden Rüstungspolitik sind alle bisherigen Versuche gescheitert. Das „Berliner Tageblatt" fragt: Warum wird in bezug auf die Luftwaffe eine zweijährige Studienzeit vorgeschlagen, die der verpönten Bewährungsfrist beinahe zum Verwechseln ähnlich sieht? Warum wird ferner für eine so vorsichtige, um nicht zu sagen mißtrauische Vereinbarung eine zehnjährige Dauer angeregt? Die „V o s s i - s ch e Zeitung" schreibt, wenn das Memorandum diese Fristverlängerung mit der Dauer des mit Polen abgeschlossenen Paktes begründet, so könnte man doch weit eher umgekehrt sagen, daß ein solcher den Frieden sichernder Vertrag zur Verkürzung, aber nicht zur Verlängerung der Frist führen sollte. Mussolinis Programm. Die Folgerungen ans den Tatsachen. Rom, 1. Febr. lDNB.) Die italienische Presse hebt die Parallelen hervor, die zwischen dem englischen und dem italienischen Memorandum zur Abrüstungsfrage bestehen. Gaida sagt im halbamtlichen „Giornale d'Italia", das Memorandum Mussolinis stellt das erste zusammenfassende Dokument einer der Bürgen von Locarno dar, das die Rüstungsfrage kläre und die entgegengesetzten Standpunkte Frankreichs und Deutschlands auszusöhnen versuche. Geist und Art der englischen Vorschläge entsprächen den italienischen vollkommen. Das italienische Schriftstück zeichne sich vor allem dadurch aus, daß es d i e T a t s a ch e n fest im Auge behalte. Diese Tatsachen seien u. a. das Recht auf Gleichheit, das Deutschland zustehe und ihm von den Großmächten zuerkannt worden sei, die Notwendigkeit eines nicht ableugbaren Minimums von Rücksicht, die auf die französischen Sicherheitsforderungen genommen werden müsse und die Unmöglichkeit, weitgehende Abrüstungsprogramme zu verwirklichen, weshalb die Gleichberechtigung nicht länger verzögert werden dürfe. Aus diesen Tatsachen ergebe sich das Programm Mussolinis: Rüstungsstillstand für die bewaffneten Staaten, teilweise Aufrüstung Deutschlands in den Effektivstärken und in den Verteidigungswaffen. Englands Aktion. Die Presse fordert größte Energie und mehr Mut. London, 2. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Nach der „Times" werden bei der Abrüstungsaussprache im Unterhause am kommenden Dienstag Sir John Simon und Eden für die Regierung sprechen. Ferner sei eine Rede Sir Herbert Samuels zu erwarten, der für den von ihm geführten Teil der Liberalen das Wort nehmen dürfte. An der Aussprache würden sich aller Voraussicht nach auch Lloyd George und Sir Austen Chamber- Washington, 2.Febr. (DRV.) Die amerikanische Regierung studiert mit großer Aufmerksamkeit die britische Abrüstungsdenkschrift. Eine Stellungnahme der Regierung wird abgelehnt, da die > Vorschläge mehr denn je erwiesen, daß es sich n o ch (immer um ein rein europäisches politisches Problem handele. Unter keinen Umständen wollen die Vereinigten Staaten sich in diese Dinge mischen, wenn sie auch dringend hoffen, daß I die deutsche und die französische Regierung bald zu ! einem Kompromiß gelangen möchten. Offenbar als Wirkung der britischen und der italienischen Stellungnahme ist eine gewisse Aende- rung der bisherigen starren ablehnenden Haltung der amerikanischen Regierung gegenüber einem Ausbau der deutschen Rüstungen zu erkennen. Dem Berlin, 1. Febr. (DNB.) Amtlich wird mit- geteilt: Der landesoerräterische Teil der Presse des Saargebietes weist immer wieder darauf hin, daß von deutscher Seite aus in unzulässiger Weise in den Saarabstimmungskampf eingegriffen werde. Es wird behauptet, daß zahlreiche Personen aus dem Reiche in das Saargebiet kämen, um dort Terror zu verüben und vor allem die Bevölkerung zu bespitzeln. Dieses Treiben gefährde die freie Abstimmung und die Sicherheit aller „Nichtgleichgeschalteten". Diese Klagen werden zum Anlaß genommen, in Eingaben an den Völkerbund und andere interessierte ausländische Stellen die Verschiebung der Wahl für unbestimmte Zeit oder aber die Besetzung des Saargebietes durch internationale Polizei ober gar durch französische Truppen zu fordern. Um dem Treiben der notorischen Landes- und Volksoerräter auch den geringsten Vorwand zu entziehen, wird erneut darauf hingewiesen, daß die Führung des Abstimmungskampfes innerhalb des Saargebietes lediglich Aufgabe und Recht der Saarländer selb st ist. Jede Einmischung van Unberufenen, seien es Amts- lain beteiligen. Wie dis „Times" weiter mitteilt, seien die englischen Minister van der Aufnahme dek britischen Abrüstungsdenkschrift in der Presse ihres Landes befriedigt. In den Wandelgängen des Parlaments bestehe wenig Neigung, das Schriftstück zu kritisieren. Die Opposition wünsche diese Aussprache wohl herbeizuführen, damit die Regierung die Angelegenheit mit der größtmöglichen Energie betreibe. Wenn es sich Herausstellen sollte, daß das Zustandekommen einer vorläufigen Vereinbarung der Mächte wahrscheinlich sei, würden Simon oder Eden bereit sein, z uwei - teren Besprechungen nach Paris, Rom und Berlin zu gehen. 4 In einem kurzen Leitaufsatz der „Daily Mail' heißt es, die Denkschrift der britischen Regierung habe, obwohl sie sehr geschickt abgefaßt sei, keinerlei Begeisterung hervorgerufen. Im übrigen werde sie aber die gute Wirkung haben, d i e Lage zu klären. Der beste Kurs für die Regierung würde der sein, an^ubeuten, baß Großbritannien bie Abrüstungskonferenz verlas- s e n würbe, falls bie Denkschrift ober ein onberer befriebigenber Plan bis Mitte März von b e n Möchten n i ch t angenommen worben fei. Das Blatt bezweifelt allerbings, ob bie Regierung ben Mut bazu finben werbe. Vertreter des DRV. wurde von zuständiger Seite erklärt, bah die Vereinigten Staaten selbstverständlich keinerlei Interesse daran hätten. Deutschland wehrlos zu erhalten. Ulan würde nur eine Situation bedauert haben, die Frankreich zu dem Entschluß gebracht hätte, seine bereits so starke Rüstung noch weiter z» steigern. Sollte sich also eine Lösung finden lassen, die Deutschlands Wünsche auf einen angemessenen Ausbau seiner Landesverteidigung erfüllt und gleichzeitig Frankreich veranlaßt, seine RÜ st ungen nicht zu vergrößern, so würde das in Washington nicht als Aufrüstung Deutschlands aufgefaßt werden. ober Parteistellen ober Privatpersonen, in ben Abstimmungskampf im Saargebiet hat baher zu unter b I e i b e n. Zukünftig wirb unnachsichtlich gegen alle biejenigen vorgegangen werben, bie sich im Saargebiet in bie politischen Angelegenheiten ber Saarbevölkerung einmischen, besonbers, wenn sie, wie bies schon geschehen ist, unwahrer Weise irgenb» welche Beziehungen zu Amts- ober Parteistellen vor- spiegeln. Die empfindliche RegiernngS- kommisfion. Die „Saarbrücker Zeitung" verboten. Saarbrücken, 1. Febr. (DNB.) Die Regierungskommission bes Saargebiets hat auf Grunb ihrer Verorbnung vom 18. Juni 1933 bie „Saarbrücker Zeitung" wegen bes Artikels „Sturmangriff am 30. Januar" in Nummer 31 vom 1. Februar auf brei Tage verboten. Die „Saarbrücker Zeitung" hatte in ihren Aushängen bie Bevölkerung zur Beflaggung aufgeforbert. Diese Aushänge würben bann von ber Regierungs- Amerika sieht in einem angemessenen Ansban der dentschen Landesverteidignng keine Ansrnßnng. Keine unzulässige Einmischung in den Abstimmungskampf im Saargebiei. sagen. Bei ber Jnlanbanleihe mußte sich Oesterreich für ben Preis auslänbischer Unterstützung einmal ebenfalls verpflichten, jebe Anschluß-Bewegung zu bekämpfen, unb zum anberen mutzte es auf bem Gebiet seiner Innenpolitik eine Reihe von Zuge- stänbnissen machen, unb zwar auch hier „roieber in erster Linie an bie „tschechischen Freunbe". Es ist auffallenb — so berichtet ber Magyarsag weiter —, baß noch vier Tage vor Schluß ber Zeichnungsfrist für bie Jnnenanleihe erst 160 Millionen Schilling gezeichnet waren, währenb bann bie Anleihe mit einem Ergebnis von 260 Millionen ab- schloß. Woher kamen im letzten Augenblick jene 100 Millionen Schilling? Im Zusammenhang mit biefer Frage ist bie Feststellung interessant, daß die Regierung Dollfuß bisher noch keine Liste der Änleihezeichner veröffentlicht hat. Man weiß nur, auf Grund von privaten Ermittlungen, daß 157,3 Millionen Schilling von verschiedenen österreichischen Geldinstituten und Privatpersonen gezeichnet worden waren. Nun erfährt man aus dem Artikel des genannten ungarischen Blattes, daß die fehlenden Betraae auf dem Wege über die Zentraleuropäifche Länderbank, hinter der f r a n z ö f i f ch e s G e l d steht, gezeichnet wurden, ferner von zwei belgischen Jnteressen- gemeinfchaften und — wie selbstlos! — von den in Wien und Oesterreich überhaupt arbeitenden tschechischen Banken, Jndustrieunternehmungen und finanziellen Interessengemeinschaften. Es ergibt sich also der interessante Schluß: Als die Anleihe drohte, ein Fiasko für Dollfuß zu werden, wandte er sich hilfesuchend an seine B e - schütz er in Prag und Paris. Und bekam auch die erbetene Hilfe. Allerdings offenbar nicht umsonst. Denn wie der Magyarsag weiter mitteilt, mußte sich Herr Dollfuß dazu verpflichten, erstens keine offene Diktatur zu errichten und auch der Heimwehr keinen entscheidenden Einfluß zu geben. Zweitens: die österreichische Sozialdemokratische Partei nicht aufzulösen und die rote Herrschaft in Wien nicht gänzlich zu vernichten unb brütens: unter keinen Umftänben bie Rückkehr ber Habsburger vorzubereiten. Unb ba bas Oesterreich bes Herrn Dollfuß natürlich ein völlig felbftänbiger unb unabhängiger Staat ist, würben biefe entroürbigenben Bedingungen — prompt angenommen. Damit aber nicht genug. In biefen Tagen reift ber österreichische Finanzminister Dr. B u r e s ch nach Prag, um bort einen Vortrag zu halten. Auch über biefen Vortrag weiß bas ungarische Blatt Magyarsag Interessantes zu berichten. Es erzählt nämlich, baß bie Reise von Buresch bem Zwecke biene, bie von ber Tscheschei seinerzeit versprochene Beteiligung an ber Lausanner Anleihe in Höhe von 30 Millionen Schilling nun enblich zu verwirklichen. Demnach scheint es also mit ber Finanzlage Oesterreichs nicht sehr glänzenb bestellt zu sein. Natürlich wirb man so wie vor einigen Monaten bei ber Beteiligung an ber österreichischen Jnnenanleihe auch jetzt roieber entsprechend Bebingungen stellen. Bebingungen, bie roieber zeigen werben, wie selbst- stänbig unb unabhängig bieses Dollfuß-Oesterreich ist. Es ist gut, baß biefer aufschlußreiche Artikel jenes führenben nationalen ungarischen Blattes gerabe in bem Augenblick erscheint, in bem Herr Dollfuß scheinheilig in Berlin gegen bie angebliche Verletzung ber Unabhängigkeit bemonftriert. Denn ber Aufsatz zeigt, baß es auch im Auslanb noch Kreise gibt, bie boch noch nicht den Blick für die Wahrheit verloren haben. Mit begrüßenswerter Offenheit und Deutlichkeit hat jenes ungarische Blatt vor aller Welt aufgezeigt, wer in Wirklichkeit die Unabhängigkeit Oesterreichs nicht nur bedroht, son- dern eigentlich schon vernichtet hat. Und daß diesr Enthüllungen gerade von ungarischer Seite kommen, erhöht noch ihre Ernsthaftigkeit unb Bebeutung. Man kann also nicht nur Herrn Dollfuß, sondern auch gewisse Herren in Genf, wie in Prag unb Paris bie Lektüre jenes ungarischen Artikels nur bdn- genbft empfehlen! Senischland weist die Wiener Beschwerden als unbegründet zurück. Neuraths Antwort auf die Dollfuß-Note. kommission beschlagnahmt. Dennoch prangte am Tage der nationalen Revolution ganz Saarbrücken in einem festlichen Fahnenschmuck. Am Nachmittag erschien dann der berüchtigte Polizeikommissar M a ch t s in Begleitung von Feuerwehrleuten mit Leitern und Feuerhaken und ließ einen großen Teil der Transparente und Girlanden entfernen, die über die Straßen gespannt waren. Die „Saarbrücker Zeitung" hat Dann in ihrem lokalen Teil diese Vorgänge unter der Überschrift „Sturmangriff am 30. Januar" ironisch glossiert. Die Regierungskommission ist in diesem Punkte sehr empfindlich und dürste sich besonders durch den letzten Satz dieser Kritik getroffen gefühlt haben, der wie folgt lautet: „Der Hohen Kommission unterbreite ich die gehorsamste Bitte, mir eine längere Leiter liefern und mich in die nächsthöhere Gehaltsklasse la versetzen zu wollen. K r a ch t s , Emigrantenkommissar, Saareinwohner, aber nicht abstimmungsberechtigt." Daladier prüft den Stavisky- Skandal. Auch Polizeipräfekt Chiappe und andere hohe Beamte belastet? Paris, 2. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Unter den höheren Beamten, gegen die die Regierung im Zu- sammenhang mit dem Stavisky-Skanbal scharfe Maßnahmen beabsichtigt, befinden sich nach dem sozialistischen „Populaire" der Pariser Polizeipräfekt Chiappe, der Generalstaatsanwalt Douat-Guigue, der Staatsanwalt Pre- färb, ein Schwager Chautemps und der Direktor der allgemeinen Sicherheitspolizei, ThomS. Blätter behaupten, daß Daladier beabsichtige, auch die näheren Umstände des Selbstmordes Sta- viskys nachprüfen zu lassen. Die Oeffentlichkeit, so meint das Blatt, werde Daladier Dank wissen, ein Geheimnis aufzuklären, das immer noch große Beunruhigung auslöse. Die Aussichten der Regierung werden im allgemeinen von vielen Blättern als nicht sehr rosig bezeichnet. „Le Jour" erklärt, die jetzige Kammer sei nicht zu regieren. Es sei notwendig, das Parlament möglich st bald aufzulösen. Das Kabinett sei eine Ue-bergangserscheinung. Eine neue Schwindetfabrik in Lyon entdeckt. Paris, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Große Betrügereien, auf die auch hochstehende Politiker hereingefallen sind, wurden in Lyon aufgedeckt. Hier hatte ein gewisser Blain mit seiner Freundin im Jahre 1932 ein Unternehmen für Luftfahrtwerbung ins Leben gerufen. Blain führte den Titel eines Präsidenten, feine Freundin war General- Sekretärin. In den Vorstand wurden zwei bekannte französische Industrielle gewählt. Dem Ehrenausschuß gehörten u. a. an: Edouard Herri ot, der frühere Luftfahrtminister Laurent - Eynac, und die bekannten Flieger C o st e s und F o n ck. Das Unternehmen veranstaltete' auch zwei „S ch a u f l ü g e", bei denen jedoch, da die Flugzeuge fehlten, nur ein Motorradfahrer Akrobatenkunststücke vorführte. Das ganze war nur der Vorwand zu einem groß angelegten Schwindel. Das Pärchen schrieb vor 3roei Wochen eineTom - bola aus und fand für 25 000 Lose zu zwei Francs reißenden Absatz, da als Gewinne ein Flugzeug, ein Kraftwagen, Motorräder usw. ausgesetzt waren. In Wirklichkeit war nicht ein einziger Gewinn vorhanden. Schließlich kam die Polizei dahinter und setzte das Paar fest. Man glaubt, daß die beiden noch andere Betrüge- reien auf dem Kerbholz haben. Das Transferproblem. Eine neue Konferenz mit den Auslandsgläubigern. Die Berliner Besprechungen mit den Vertretern der Auslandsgläubiger haben zu dem Ergebnis geführt, daß noch einmal der Versuch gemacht werden soll, eine endgültige Lösung des Transferproblems in loyaler Zusammenarbeit mit allen Gläubigern zu finden. Zu diesem Zweck wird in der ersten Hälfte des Monats April abermals eine Konferenz mit den Vertretern der lang- und mittelfristigen Gläubiger Deutschlands zu dem Zweck einberufen werden,einen einheitlichen Schuldenzahlungsplan aufzustellen. Bekanntlich hatte ein Teil der Gläubiger über die deutschen Vereinbarungen mit der Schweiz und den N i e d e r l a n d e n, durch die den Gläubigern dieser Länder die Möglichkeit gegeben wird, mit Hilfe zusätzlicher Käufe deutscher Waren einen 100prozen- tigen Schuldentransfer zu erreichen, Beschwerde geführt. Diese Vereinbarungen behalten aber gleichwohl bis zum 30. Juni 1934 Geltung. Bis dahin wird sich übersehen lassen, ob ein allgemeiner Schuldenplan diese Vereinbarungen beizubehalten gestattet oder überflüssig macht. Vis zu diesem Termin wird die Golddiskontbank auch die Skrips der übrigen Gläubiger vorläufig zu 67 Prozent an ft att bisher zu 50 Prozent ihres Nennwertes einlösen. Hierdurch wird zweifellos die deutsche Goldreserve noch stärker als bisher beansprucht werden. Es handelt sich aber nur um eine vorläufige Regelung, durch die eine end- gultlae Lösung des deutschen Auslandsschuldenproblems erleichtert werden soll. Auch die Vertreter der ausländischen Gläubiger erkennen grundsätzlich an, daß diese Lösung von einer Wiederzunahme des Welthandels und einer Verbesserung der deutschen Außenhandelsbilanz abhängig ist. Günstige Aufnahme in Amerika. Washington, 1. Febr. (DNB.) Das Staats- Departement hat mit Befriedigung von der Berliner Verständigung über die Zinsenzahlung Kenntnis genommen. Als besonders erfreulich bezeichnet man die Tatsache, daß sich Reichsregierung und Reichsbank diesmal mit sämtlichen Gläubigern an den Verhandlungstisch setzten. Wenn das Abkommen die amerikanischen Gläubiger zufriedenstellt, so sei dies, betont man, natürlich auch der amerikanischen Regierung recht, und sie betrachte ihre Einschaltung in diese Angelegenheit als beendet. Man spricht hier die Hoffnung aus, daß d i e K o n f e r e n z i m April den gleichen guten Verlauf nehmen werde. Der estländische Generalstabschef unter Anklage. R e v a l, 1. Febr. (DNB.) Die Untersuchung über den Verkauf der e st ländisch en Kriegsschiffe an Peru hat eine Reihe von Korrupt tionsfällen ergeben. Die estnische Regierung beschloß daher, den Vizeminister der Wehrmacht und Berlin, 1.Febr. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath hat heute nachmittag den österreichischen Gesandten, Herrn T a u s ch i h, zu sich gebeten und ihm d i e Antwort der Reichsregierung auf die am 17. v. 21L überreichte Notiz ausgehändigt, worin die Beschwerden der österreichischen Regierung ü b e r angebliche Einmischungen Deutschlands in die inner - österreichischen Angelegenheiten enthalten waren. Paris, 1. Febr. (DNB.) Der „Jntransigeant" veröffentlicht eine Erklärung, diePapstPius XI. einem Vertreter des Blattes gegenüber gemacht habe. Es heißt darin u. a.: Die Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den verschiedenen Völkern werde den Beginn des wirklichen Friedens- reiches in der Welt bedeuten. Der Friede sei weniger eine Tatsache, als eine Willensrichtung. Die Bemühungen zur Wiederversöhnung könnten für die einen oder die anderen Opfer der Eigenliebe fordern. Aber es scheine, daß man durch solche Opfer das Ergebnis erzielen könne, das alle Völker feit dem Abschluß des letzten europäischen Krieges vergeblich suchten. Man dürfe sich nicht darüber täuschen, daß die Konfliktsgefahren, wenn sie zur Wirklichkeit würden, Europa und die ganze Welt in schlimmere Uebel bringen und vielleicht zum Zusammenbruch der ganzen christlichen Kultur führen würden. Es gebe fein anderes Heilmittel gegen alle diese Uebel, als eine schleunige Rückkehr der menschlichen Gesellschaft zu Jesus Christus. Das sei das ernsteste Problem, das Präsident Roosevelt ist ein Mann der Überraschungen, er hat ganz plötzlich den entscheidenden Schritt zu einer Stabilisierung des Dollars vollzogen und die Abwertung auf genau 59,0 6Prozent fe ft gelegt. Der neue Dollar stellt sich also auf 2,48 Mk. gegenüber einem Goldwert von 4,20 Mk. Das Preisniveau in den Vereinigten Staaten wird sich schnell diesem neuen Dollargoldkurse anpassen. Für die amerikanische Wirtschaft bedeutet es eine große Erleichterung, daß sie nun endlich wieder mit festen Preisen rechnen kann. Ein bekannter Wahrungssachverftän- diger hat kürzlich berechnet, daß bei einem Dollar- kurse von 60 Prozent der früheren Goldparität das Niveau der amerikanischen Preise um etwa zwei Drittel höher sein wird als vor einem Jahre. Mit einer solchen Preiserhöhung darf die amerikanische Wirtschaft und insbesondere der amerikanische Export also auch weiterhin rechnen. Das Hauptziel, das Roosevelt mit der Dollarabwertung verfolgte, ist hiernach erreicht worden. Ob damit auch eine dauerhafte Belebung der amerikanischen Wirtschaft und eine Verminderung der großen Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten gesichert ist, wird sich sehr bald zeigen. Durch die Abwertung des Dollars auf 59,06 Prozent feiner früheren Goldparität fließt dem amerikanischen Staate infolge der höheren Bewertung seiner Goldreserven in der neuen Dollarwertung ein rechnungsmäßiger Gewinn von 2600 Millionen Dollar zu. Hiervon sollen bekanntlich zwei Milliarden Dollar an einen Stabilisierungfonds abgeführt werden, mit dessen Hilfe eg dem amerikanischen Währungsdiktator nicht schwer allen wird, etauige Angriffe auf die neue Währung siegreich abzuwehren. Roosevelt hat sich ausdrücklich das Recht vorbehalten, eine weitere neue Bewertung allein auf dem Verordnungswege anzuordnen. Er könnte also jederzeit unter die neue Stabilisierung heruntergehen, da ihm ja nach der Generalvollmacht, die er bekommen hat, die Spanne zwischen fünfzig und sechzig Prozent für den neuen Geldwert offen gelassen ist. Er hat sich aber selbst über seine weiteren Absichten noch nicht geäußert, wohl, weil er zunächst abwarten will, was nun d i e Engländer tun. Denn das Verhältnis von Pfund und Dollar wird ja für die ganze weitere Entwicklung bestimmend sein. Was wir in den letzten Monaten erlebt haben, l war ein Wettlauf nach unten. Die Amerika-1 Die deutsche Antwort stellt noch einmal die grundsätzliche Haltung der Reichsregierung gegenüber dem österreichischen Problem fest und widerlegt au Grund der angestellten Ermittlungen Punkt für Punkt die einzelnen öfter- reichischen Beschwerden. Zugleich bringt die Antwort zum Ausdruck, daß nach Ansicht der Reichsregierung das Problem einer internationalen Behandlung nicht zugänglich ist und auf diesem Dege nicht gelöst werden kann. die Regierungen zu lösen hätten. Von der Lösung dieser Frage hänge der Frieden der Welt ab. Alle diese Uebel seien eine Folge des letzten Krieges, von der nicht nur die besiegten Völker betroffen worden seien, sondern die auch schwer auf denjenigen Völkern lasteten, die daran nicht teil- genommen hätten, und selbst auf denjenigen, die aus ihm siegreich hervorgegangen seien. Man habe eine Zeitlang gehofft, daß die Krise langsam beseitigt werden könne, aber die Erfahrung lehre, daß bieg nicht bet Fall sei unb baß die zahlreichen Fühlungnahmen zwischen ben Leitern unb ben Vertretern ber verschobenen Regierungen z u unzu - reichenben Ergebnissen geführt hätten. Daraus folge, baß bie zwischen ben Völkern be- stehenbe Spannung ft ä n b i g zunehme, ohne baß man wisse, was geschehen solle, um biefe Entwicklung aufzuhalten. Die Völker hätten biplorna- tische Abkommen vorbereitet, feierliche Pakte gewollt. Aber der Friede könne nicht nur in solchen Schriftstücken enthalten, sondern er müsse gewollt fein. ner haben ihren Dollar gedrückt, zum Teil um auf dem Binnenmarkt die Kaufkraft zu heben, zum Teil aber auch, um den Export zu forcieren. Die Engländer haben eine ganz andere Tendenz verfolgt. Sie haben die Inlandspreise eisern festgeschraubt, mit der Senkung des Pfunoes also nur daraufhin gearbeitet, durch Valutadumping ihren Anteil an dem Welthandel möglickst zu steigern. Unb weil roeber ßonbon noch Washington nachgeben wollten, ist bie Abwertung immer weiter gegangen. Sie war jetzt auf bem kritischen Punkt angekommen, wo eigentlich als letzter Ausweg ein Währungskampf, übrig blieb, ber beiben Säubern nicht nur große Kosten gemacht hätte, fonbern auch ihrem Hanbel schwere Wunben schlagen konnte. Die Erkenntnis, baß biefer Währungskrieg zu kostspielig werben würbe, mag also für ben Präsidenten Roosevelt ausschlaggebend) gewesen sein, baß er jetzt bazu überging, ben Dollar zu stabilisieren. Aber er wirb baran nur festhalten, wenn die (Eng- länber nun mit sich reben lassen unb eine Parität zwischen den beiden Währungen hergestellt wird, die dem Unterbieten ein Ende macht. Womit dann der Anfang für einen allgemeinen Neuaufbau aller Währungen gegeben wäre, ber unter Umftänben auch wieber ben Anfang einer Gesunbung ber ganzen Weltwirtschaft bebeuten könnte. Jnbesien, es wäre verfehlt, heute bereits so weitgehenbe Hoffnungen äußern zu wollen. Dazu ist bie Lage noch zu wenig geklärt. Immerhin bleibt ber Schritt bes Präsidenten Roosevelt ein wesentliches Entspannungsmoment. Folgen der Oollarwertminderung. Washington, 1. Febr. (DNB. Reuter.) Das amerikanische Schatzamt teilt mit, daß bie Golb- beftänbe ber Vereinigten Staaten, bie durch bas neue Währungsgesetz (Eigentum ber Re- gierung geworben finb, 4 Milliarden Dollar betragen. Durch bie von Roosevelt burchgeführte N e u- s e st s e tz u n g bes Dollarwerts auf 59,06 Pence erhöht sich ber Wert biefer Bestänbe auf u n - gefähr 6,8 Milliarben Dollar. Der Unterschied zwischen diesen beiden Summen kommt als Gewinn der Negierung zugute. Beamte des amerikanischen Schatzamtes erklären, die Wertverminderung des Dollars habe die europäischen Kriegsschulden an Amerika um 4 0,94 v. H. vermindert. sehen unb" werben hiernach aus Haushaltsmitteln ber Neichsanstalt geförbert. Da den technischen Lehrstürmen der SA. nicht nur Jugendliche angehören, sondern in erheblichem Umfange auch ältere arbeitslose Facharbeiter, hat der Präsident der Reichsanstalt die Möglichkeit gegeben, bie Förberung auch auf diese zu erstrecken. Schließlich wird durch Zusammenarbeit mit den örtlichen Stellen des Winterhilfswerkes dafür gesorgt werden, daß den Teilnehmern an den Werk» furjen eine warme Mahlzeit gewährt wird. Oberst Reinhard an den Kyffhäuserbund. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der neue Bundes- führer des Deutschen Reichskriegerbundes Kyff- hause, Oberst a. D. Reinhard, richtete an die Mitglieder des Kyffhäuserbundes eine Kundgebung, in ber es u. a. heißt: „Der Frontgeist des Soldatentums von 1914/18 und ber Kämpfergeist der nationanlsozialistischen Revolution gehören zusammen. Auf ihrer Grunblage baut sich das Dritte Deutsche Reich auf. In dieser Anschauung werde ich ben Kyffhäuserbund führen. Das neue Deutschland braucht jeden Mann. Unsere Zeit duldet keinen Stillstand. Jeder muß schaffen und mithelfen, jeder muß Gemeinnutz vor Eigennutz stellen. Beispielgebend sollen die Männer, bie ber Kyffhäuserbund aus allen Volksschichten umschließt, hierin vorangehen; sie sollen bie Kameradschaft unb bas Pslichtbe- wußtsein der Front zu neuem Leuchten bringen unb lebenbig verbinben bie Generation des großen Krieges mit Der Generation des nationalsozialistischen Sieges." Oie finanzielle Auseinandersetzung mit dem vormals regierenden hessischen Fürstenhaus. Darmftabt, 1. Febr. (LPD.) Zu bem Gesetz über bie Auseinandersetzung zwischen dem Volksstaat Hessen und dem vormals in Hessen regierenden Fürstenhause teilt das Staatspresseamt mit: Die finanzielle Auseinandersetzung, die zwischen dem hessischen Staat unb bem vormals regierenben lanbesfürstlichen Hause notaenbig würbe, ist bekanntlich schon früher vereinbart worben. Nachbem bie zum Vollzug ber Vereinbarung erforberlichen Arbeiten inzwischen abgeschlossen worben finb, ist jene Uebereinfunft nunmehr auch in Form eines Gesetzes veröffentlicht unb bamit bas (Eigentum bes Laubes an ben auf e s übergehen- ben Domänen ausaesprochen worben. Die Regierung hat bamit eine Angelegenheit zum förmlichen Abschluß gebracht, bie in vergangener Zeit bas öffentliche Leben vielfach beschäftigt Wiederherstellung des Kirchenfriedens in Württemberg. Stuttgart, 1. Febr. (DNB.) Im roürttem- bergischen Innenministerium fand auf Veranlassung von Präsibent Matthei eine Aussprache zwi - d) e n Vertretern ber Kirche, des Staats und den Führern der verschiedenen religiösen Gruppen über die Lage der Deutschen Evangelischen Kirche Württembergs statt. Die unter dem unmittelbaren Eindruck ber Rebe bes Führers in versöhnlichem Geist geführten Auseinanbersetzungen können als ber Abschluß bes kirchenpolitischen Streits in Württemberg betrachtet werben. Don allen Anwesenden würben in einer einstimmig gebilligten Erklärung Richtlinien aufgestellt, nach benen bie Beziehungen ber vergebenen Gruppen enbgültig geregelt werben sollen. Starker Nückgang der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Berlin, 1. Febr. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister teilt folgenbes mit: Die Zuschüsse für Juftanbsetzungs- unb Umbauarbeiten Haden sich im letzten Vierteljahr 1933 auf bem Arbeitsmarkt außerordentlich günstig ausgewirkt. Gegenüber ben Zahlen aus ben gleichen Monaten bes Jahres 1932 war bie Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zurückge gangen: im Oktober 1933 um 32 o. H., im November 1933 um 35 v. H., im Dezember 1933 um 22 v. H. Die Zahl der Ar- beitslofen im vierten Vierteljahr 1933 lag ogor unter den entsprechenden Zahlen )es Jahres 1 9 3 0, obgleich bamals bie Be- chäftigung noch burchaus günstig mar. Der geringere Rückgang ber Arbeitslosigkeit im Dezember 1933 ist auf das langanhaltende Frostwetter zu- rückzusühren. Hierbei ist zu berücksichtige, baß ber Dezember 1932 burch eine in den meisten Gegenden verhältnismäßig warme unb ungewöhnlich uieber- chlagsarme Witterung gekennzeichnet war. Ein Neichsausschuß für Holzwirtschast Berlin, 1. Sehr. r. Schmi11die Berufung eines Neichsausschusfes für Holzwirtschast beschlossen. Es soll Aufgabe dieses nach besonderen Gesichtspunkten ausgewählten Sach- verstänbigenkreises sein, der Reichsregierung in holzwirtschaftspolitischen Einzelfragen mit Rat und Vorschlägen auf Anfordem zur Verfügung zu stehen. Die auf den verschiedensten Fachgebieten von ber Forstwirtschaft als Urerzeugung angefangen bis zum letzten Zweig der Holzverarbeitung ausge- wählten Sachverständigen, Vertreter der Forstwirtschaft, des Holzhandels, der Sägeindustrie, der holzverarbeitenden Industrie, der Bauwirtfchast, der Zellstoff-, Papier- und Pappenindustrie, sowie des Bergbaues werden selbst durch die Beratungen am gemeinsamen Tisch eine wertvolle Schulung im Sinne nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung erfahren, die sie bei der Spezialarbeit in ihrem Wirtschaftsgebiet aufs beste verwerten können. Der neue Sachverständigenrat der Holzwirtschast stellt also eine tragfähige Brücke dar zwischen den holz- wirtschaftspolitisch entscheidenden Stellen des Reiches und der verarbeitenden Praxis der gesamten Holzwirtschast. Gesucht wird Material über die Parteigeschichte. Der Reichsschulungsleiter der NSDAP, und ber DAF., Reichstagsabgeorbneter Gohbes hat an bie Gauleitungen ber NSDAP., bie Kreis- unb Ortsgruppenleitungen, die Gruppenführer ber ozl. unb SS., die Polizeipräfekten unb Genbar- meneftationen, bie Gefängnisverwaltungen, bie Frauenschaften ber NSDAP., bie Fachschaften der Photographen und bie Zeitschriften- unb Bilbver- lage einen Aufruf gerichtet, ber sich mit ben Vorbereitungen zur Beschaffung mahgebenben Materials ber Parteigeschichte beschäftigt. Der Aufruf bittet Efjef ber Generalstabes General Toerwanb eines Amtes zu entheben unb gegen ihn eine gerichtliche Untersuchung wegen Mißbrauchs ber Amtsgewalt einzuleiten. Ebenso werben ber General a. D. ßebebem unb ein leitenber Beamter bes Staatskontrollhofes vor Gericht gestellt. Das Untersuchungsmaterial ber Regierung wirb bem parlamentarischen Untersuchungsausschuß zugeleitet, ber einerseits zu entscheiben hat, wie weit Parlaments- mitglieber, vor allem Angehörige ber Regierung Toenisson, unter ber ber Verkauf zustanbekam, an ben Schiebungen beteiligt finb. Die Anklageerhebung gegen ben Generalstabschef Toerwanb hat in Estlanb gewaltiges Aufsehen erregt. Toerwanb galt als überaus fähiger Offizier, ber große Verbienste um bie Entwicklung ber estnischen Wehrmacht hat. So hat Toerwanb im Weltkrieg als Stabschef verfchiebener russischer Armeen eine bebeutenbe Rolle gespielt. Berufswettkämpfe der Jugend. Berlin, 31. Jan. (DdZ.) Für das kommende Frühjahr ist vom Sozialen Amt ber Reichsjugenb- übrung gemeinsam mit bem Jugendamt ber Deutzen Arbeitsfront ein Berufswettkampfber Jugenb geplant, an bem sich außer der Arbeits- rontjugenb zum erstenmal auch bie Hitler- jugenb beteiligen wirb. Im Rahmen einer „Woche bes Berufs" werben in allen Orten Deutschland an allen Wochentagnachmittagen unb Sonntagvarmittagen die verschiebenen Berufsgruppen ber erwerbstätigen Jugenblichen zum Wettkampf um die beste berufliche Leistung antreten. 2lm 1. Mai, dem Tag ber nationalen Arbeit, sollen bie Sieger geehrt werben. Im Mai werben schätzungsweise 16 000 Lehrgänge in etwa 600 otabten laufen, bie ber erwerbstätigen Jugenb eine giünbliche (Elementarbilbung vermitteln sollen. Be- sonbers bie erwerbslose Jugenb soll zu bie- sen Kursen herangezogen werben. Auch Betriebsbesichtigungen finb in biefem Rahmen geplant. Nie Wiedereingliederung arbeitsloser SA.-Kameraden in die Wirtschaft. Berlin,!. Febr. (DNB.) Zwischen ber Obersten SA.-Fuhrung unb ber Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung haben Besprechungen ftattgefunben mit bem Ziel, dieArbeitbertechnischenLehr- fturme ber SA. stärker in ben Dienst ber Wiebereingliederung arbeitsloser SA.-Kameraden in die Wirtschaft zu stellen. Die SA. hat an vielen Orten technische Lehrstürme in Verbindung mit den Lehrwerkstätten errichtet. Ein besonderes Ziel dieser technischen Lehrstürme ist bie berufliche Schulung ber arbeitslosen Mitglieber, damit sie der Wirtschaft als voll verwendungsfähige Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden können. Die Lehrwerkstätten der technischen Lehrstürme werden auf Anweisung ber Obersten SA.-Führung noch stärker auf die Beschulungsaufgabe ausgerüstet werben unb bamit ben Charakter beruflicher Schulungsstätten für arbeitslose Facharbeiter ber SA. erhalten. Die „ Lehrgänge der Werkstätten der technischen Lehrstürme finb, soweit bie Teilnehmer Arbeitslose finb, als berufliche Bildungsmaßnah- m e n im Sinne ber gesetzlichen Bestimmungen anzu-1 Alle Völker müssen den Frieden ernstlich wollen. Eine Friedensmahnung des Papstes. Die Stabilisierung des Dollars. Eine Etappe zur Gesundung der Währungen. geblieben. ♦ durch einen B r a n d völli PFEILRING CREME von 15 Pf, an h Kleine politische Nachrichten. Der evangelische Feldbischof der Wehrmacht, D. Schlegel, tritt mit Ablauf des Monats März 1934 auf eigenen Antrag i n d e n Ruhestand. D. Schlegel hatte schon vor drei fahren die Altersgrenze erreicht, sein Ausscheiden ist nur auf sein hohes Alter zurückzuführen, lieber die Nachfolge D. Schlegels ist noch nicht entschieden. Einbeziehung einer früher erkannten Zuchthausstrafe von drei Jahren zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 15 Jahren. Weiter wurden verurteilt 12 Angeklagte wegen versuchten Mordes zu insgesamt 107 Jahren Zu chth aus, einer zu 11 Jahren Zuchthaus. Vier weitere Angeklagte wurden wegen Vergehens gegen das Schußwaffengesetz oder wegen Begünstigung zu Gefängnisstrafen bis zu 18 Monaten verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Neues Verfahren in der deutschen pholoindustrie. Einer der dringendsten Wünsche der Fachphotographen, wie auch der Amateure, wird jetzt endlich in Erfüllung gehen: Der unerfreuliche Streit um die Scheiner-Grade wird aufhören.Wir stehen nämlich, wie das DdZ.-Büro mitteilt, unmittelbar vor der Einführung eines neuen, einheitlichen Verfahrens für die Prüfung und Kennzeichnung der Empfindlichkeit von Platten und Filmen. Daher sollen die Scheiner-Grade, die übrigens ursprünglich nur als Grundlage für astronomische Aufnahmen bestimmt waren, durch die den bildmäßigen Aufnahmeverhältnissen besser gerecht werdenden Din-Grade ersetzt werden. Die Weltgeltung der deutschen Photoindustrie dürste dadurch noch erheblich gestärkt werden. Der Funkmast bei Grimsby in Flammen. Der 165 Meter hohe Mast der Funkstation der ging in der ganzen Stadt infolge Springens einer Hauptsicherung im Elektrizitätswerk das elektrische Licht aus. Viele Kraftwagen sind im Schnee stecken- einer Nation! Es ist klar, daß diese neue Einigkeit im deutschen Volk gebieterisch auch nach der ihr gemäßen äußeren Form des völkischen Zusammenlebens verlangt. Die historische Aufgabe unserer Zeit ist die Schaffung des kraftvollen nationalen Einheitsstaates an Stelle des bisherigen Bundesstaates. Für Länder im bisherigen Sinne und für Landesgrenzen ist im neuen Deutschland kein Platz mehr! Niemand wird verkennen, daß auch die Länder sich geschichtliche Verdienste, besonders auf kulturellem Gebiet erworben haben. Der in der Tradition verwurzelte Nationalsozialismus ist der letzte, der das nicht anerkennen wollte! Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß eine neue Zeit ihre eigenen neuen Ausdrucksformen verlangt. Wollen wir, wie das Volk es am 12. November bekannte, den starken geschlossenen völkischen Staat, so dürfen wir nicht aus Pietät, Sentimentalität oder lieber Gewohnheit an Einrichtungen und Formen festhalten, die zu anderen Zeiten und unter anderen Voraussetzungen ge- Der Neichsinnenniinisler über den Neuaufbau des Reiches JBei Olälie und IVind eds Schutz und zurffflege der^aut’ Feuer, das ungefähr 10 Meter vom oberen Ende des Mastes entfernt begann, fraß sich langsam hinunter. Schließlich brach der ganze Mast zusam- men. Durch rechtzeitiges Lösen der Halteseile war es gelungen, den Sturz des Antennenmastes auf । die anliegenden Geoaude zu verhindern. Der Mast I lag nach dem Einsturz wie eine riesige Feuerschlange auf der Erde. Das Personal der Funkstation löschte den Brand. Fährunglück in Korea. — 23 Bauern ertrunken. Nach einer Meldung aus Korea sank auf einem Nebenfluß des Jalu in der Nähe des koreanischen Dorfes Tafchin eine Fähre. Dabei find 23 Bauern ertrunken. Auch eine Anzahl Vieh fiel den Fluten zum Opfer. Mordanfchlag auf den Präsidenten von Panama verhindert Die* Polizei von Panama hat einen Mordan - schlag auf den Präsidenten Dr. A r ias verhindert. Das Attentat sollte erfolgen, als Dr. Arias zum Wochenende im Kraftwagen zum Landsitz seiner Mutter in Penonome fuhr. Die Polizei verhaftete die Führer von zwei Kraftwagen, die die Attentäter abholen sollten. Die Chauffeure sollen ein Ge- tändnis abgelegt haben. Die Nachricht wurde geheimgehalten, weil einer der Chauffeure ausgesagt hatte, einer der Attentäter sei der Sohn eines Kabinettsministers. Bedürftigen Erfindern wird geholfen. Der Verband Deutscher Patentanwälte läßt im Hinblick darauf, daß im amtlichen Verfahren kein Armenrecht besteht, bedürftigen An- Meldern, sofernihreAnmeldungAussicht auf Erfolg bietet und sofern die Bedürf- t i g k e i t in gleicher Weise nachgepiesen wird wie bei Beanspruchung des Armenrechtes vor den ordentlichen Gerichten, die toftenlofe Beratung und Vertretung durch einen Patentanwalt zuteil werden. Die amtlichen Gebühren und Barauslagen für die Anfertigung vorschriftsmäßiger Zeichnungen, muß der Anmelder selbst tragen. Vater und Sohn am gleichen Tage gestorben. Im Heidelberger Stadtteil Wieblingen hat sich der Fall ereignet, daß in einer Familie Vater und Sohn am gleichen Tage starben, ohne daß eine besonders schwere oder ansteckende Krankheit vorgelegen hätte. Nachmittags starb der 82jährige Arbeiter Jakob Zimmer, abends sein 53jähriger Sohn. Merkwürdiger Unfall auf einem irischen Friedhof. In Londonderry (Nordirland) ereignete sich ein unheimlicher Vorfall. Die seitliche Stützmauer eines an die katholische Kirche Lang Tower grenzenden Friedhofs, der sich 9 Meter über dem Niveau einer anliegenden Straße befindet, brach plötzlich in einer Breite von 15 Metern ein. Dabei stürzten mit lautem Getöse große Mengen von Erdmassen wie eine Lawine herab, vermischt mit menschlichen Schädeln und Gebeinen, geborstenen Särgen und zerbrochenen Grabsteinen. Ein Passant wurde durch einen herabstürzenden Grabstein am Kopf verletzt. — Auf dem Fried- hof sind mehrere irische Heilige bestattet. Professor Dr. Carl Schmitt bespricht im „Völkischen Beobachter" das neue Verfafsungsgesetz. Da das Reich die Hoheitsrechte der Länder übernommen habe, beziehen sich alle an den Begriff „Staat" gebundenen juristischen Folgebegriffe — wie Staatsangehörigkeit, Hoch- und Landesverrat ufw. — jetzt nur noch auf das Reich, nicht mehr auf die einzelnen Länder. Die Frage, was aus den heute noch vorhandenen Dermal- t u n g s k ö r p e r n der einzelnen Länder (Preußen, Bayern, Württemberg ufro.) werden soll und was an ihre Stelle zu treten hätte, ist nun keine Frage der „Reichsreform" mehr, sondern Sache der p r attischen Verwaltungsreform. Die Reichs- Statthalter, so führte Professor Dr. Schmitt weiter aus, sind die Untergebenen des Reichsministers des Innern. Ob man nach dem Inhalt der Länderhoheit überhaupt noch von Reichsstatthaltern reden könne, sei eine Zweckmäßigkeitsfrage. Preußen hat keinen Reichsstatthalter, weil hier der Reichskanzler selbst die Befugnisse des Reichsstatthalters ausübt, oder sie durch den Ministerpräsidenten ausüben läßt. „Infolgedessen untersteht zwar die preußische Landesregierung der Reichsregierung in der gleichen, eben bargelegten Weise wie jede andere Landesregierung, nicht aber ist der Preußische Ministerpräsident wie ein Reichsstatthalter durch das neue Gesetz der Dienstaufsicht des Reichsmini- fters des Innern unterworfen." Die 10. Tagung des W e 1 t p o ft v e r e i n s wurde in Kairo durch den ägyptischen Kronprinzen an Stelle des erkrankten Königs eröffnet. * Der Chef der Roten Armee im Fernen D ft e n , General Blücher, wurde von Kriegskommissar Woroschilow empfangen. Die Aussprache galt der politischen Lage im Fernen Osten. Vor kurzem ist Blücher auch von Molotow, Stalin und Litwinow empfangen worden. Aus aller Welt. Heftige Schneestürme an der Wasserkante und im Sauerland. Am Mittwochabend tarnen über dem ganzen nordwestdeutschen Küstengebiet östliche Winde auf, die sich in der Nacht zum vollen Sturm entfalteten. Es wurde Windstärke 8 bis 9, in einzelnen Böen sogar 12, also Orkan st ärke, erreicht. Der Sturm, der bereits wieder abgeflaut ist, war von heftigem S ch n e e t r e i b e n begleitet. Aus der Horner Rennbahn bei Hamburg wurde das große hölzerne Dach der Tribüne II vom Sturm abgerissen. Die Trümmer wurde gegen Häuser und Schuppen geschleudert und verursachten erheblichen Sachschaden. In Hamburg sind vielfach Bäume entwurzelt, Reklameschilber und Fennsterscheiben ein- ?edrückt worden. — Der 3000 Tonnen große Damp-- er „Elbe" wurde in der Nacht durch eine Schiree- böe auf der Elbe bei Stadersand auf eine Buhne geworfen. Dem Dampfer war vorher bei einem Manöver die Ankerkette gerissen. Das Schiff konnte trotz Schlepperhilfe bis jetzt noch nicht freikommen. Etwas weiter stromabwärts in der Nähe der Alten Schwinge ist ein mit Sprengstoff beladenes Motorschiff, dem Anker und Kette ver- loren gegangen sind, gleichfalls auf Strand ge- raten. Dänemark ist in der Nacht zum Donnerstag von einem heftigen Schnee ft u r m heimaesucht worben In Gjedser und auf Seeland fiel fast em Meter Schnee. Die Eisenbahnfähre aus Warne- münbe traf mit Verspätung ein. Zu allem Unglück Am Mittwochabend fetzte in Westbeutschland heftiger Schnee sturm ein, der die ganze Nacht über anbauerte und befonbers im Hochsauerland zu erheblichen Verkehrsstörungen geführt hat. In Lüdenscheid liegt der Schnee stellenweise bis zu einem Meter hoch, so daß Donnerstag früh starke Kräfte eingesetzt werden mußten, um die Hauptverkehrsadern freizuhalten. Der Autvbusoerkehr im Sauer- lanbe mußte vorläufig eingestellt werden, da die Wagen im Schnee stecken blieben. Zahlreiche Ortschaften sind von jedem Verkehr abgeschnitten. Die Leichen der Slralofphärenflieger in Moskau. Wie aus Moskau gemeldet wird, trafen die sterblichen Ueberrefte der drei verunglückten Stratosphärenflieger am Donnerstag in Moskau ein. Auf dem Bahnhof hatte sich eine tausendköpfige Menschenmenge eingefunden, um den Forschern die letzte Ehre zu erweisen. Auch eine Ehrenwache der Roten Armee erwies den Toten militärische Ehren. Die Beisetzung findet am Freitag auf dem Roten Platz in Moskau statt. An einer Trauerfeier für die verunglückten Stratofphären- flieger nahmen Vertreter der Regierung und der Partei teil. Sühne für den Mord an dem hillerjungen Bioecker. In dem Prozeß wegen des kommunistischen Feuer- überfalls am Lockstedter Weg am 26. Februar 1933 fällte das hanseatische Sondergericht in Hamburg das Urteil. Der Angeklagte Retslag wurde wegen vollendeten Mordes an dem Hitlerjungen Bloecker, sowie wegen versuchten Mordes in zwei Fällen zum Tode verurteilt, ferner unter Am 8. Februar findet in Celle die erste Sitzung des nach den Bestimmungen des Erbgesetzes errichteten Landeserbhofgerichtes statt. Der Sitzung geht eine kurze Feier voraus, der Justiz- minifter 'Kerrl und Staatssekretär Freister beiwohnen werden. Das badische Geheime Staatspolizeiamt teilt mit: In Freiburg i. B. wurden am 30. Januar auf dem Münfterplatz Flugblätter der illegalen KPD. verteilt. In der Nach vom 30. auf 31. Januar wurden daraufhin durch die badische Geheime Staatspolizei 15 ehemalige Mitglieder der KPD., die im Verdacht der Mittäterschaft stehen, erneut in Schutzhaft genommen. schaffen wurden, deren Zeit aber nun erfüllt ist. Sie können heute als Anreiz zu volksfeindlichen monarchistischen Parteibestrebungen sogar schädlich wirken. Dieser Wille, der jetzt nach Gestaltung ringt, entspringt her uralten tausendjährigen deutschen Sehnsucht nach dem starken einheitlichen Staat. Das „Gesetz zum Neuaufbau des Reichs" gibt diesem Willen den äußeren staatsrechtlichen Ausdruck. Es bestimmt in Artikel 1, baß bie Volksvertretungen der Länder aufgehoben werben. Mit ber Beseitigung ber ßanbtage haben bie Länder ihre souveräne Grundlage gänzlich verloren, nachdem bie ursprünglichen Träger ihrer Souveränität, bie Bunbesfürsten, bereits im November 1918 ver- schwunben waren. Aus biefer Tatsache zieht Artikel 2 den folgerichtigen Schluß, daß bie Hoheitsrechte ber Länder auf bas Reich übergehen unb baß bie ßanbesregierungen ber Reichsregierung unterstehen. Von heule an gibt es keine selbständige Landeshoheit mehr. Trager der gesamlen Staatsgewalt ist ausschließlich das Reich. Der Einheit des nationalen Willens entspricht bie Einheit ber Staatsführung. Für alle Zeiten ist damit irgendwelchen separatistifchen ober föderalistischen Bestrebungen ein verfassungsmäßiger Riegel vorgeschoben. Deutschland ist aus einem Bundesstaat zum Einheitsstaat geworden, auch wenn die praktische Durchführung des neuen Gesetzes noch Jahre erfordern wird. Die Landesregierungen sind von heute an nur noch Ausführungsorgane des Reiches. Sie behalten zwar vorerst ihre bisherigen Zuständigkeiten, find dabei aber verpflichtet, Anordnungen ber Reichs- regierung burchzuführen. Die weitere organische Entwicklung wirb sich ohne Störung ber laufenden Verwaltungstätigkeit durch Gesetze ber Reichs- regierung unb Rechtsverorbnungen unb Verwaltungsvorschriften bes Reichsinnenministers vollziehen. Das Gesetz gibt ber Reichsregierung für ben verfassungsmäßigen Neubau bes Reiches u n - beschränkte Vollmacht. Die Neichsregierung wirb sich aber bei allen ihren Schritten leiten lassen von dem Gefühl tiefster sittlicher Verantwortung vor Vergangenheit, Gegenwart unb Zukunft bes deutschen Volkes! Oie Folgerungen des Verfaffungsgefetzes. britischen Admiralität in Waltham bei Grimsby ist ranb völlig zerstört worben. Das gefähr 10 Meter vom oberen Enbe Berlin, 31. Jan. (DNB.) Reichsinnenminister Dr. Frick sprach am Mittwochabend im Rundfunk über den Neuaufbau des Reiches. Der Minister führte u. a. aus: Der 30. Januar 1934, der für bas beutfche Volk ein Tag bes Rückblicks auf ein äußerst arbeitsreiches unb nicht minber erfolgreiches Jahr bebeutet, wirb zugleich als ber Beginn einer neuen, so Gott will, segensreichen Entwicklung in bie Geschichte des deutschen Volkes einziehen. Denn das auf Grund der Erklärungen des Führers vorn Reichstag einstimmig angenommene „Gesetz über den Neuaufbau des Reichs" bringt dem deutschen Volk endlich die langersehnte staatliche Einheit. Solange es Deutsche gibt, solange besteht wohl die Sehnsucht des deutschen Menschen, seinem Leben als Volk auch die äußere geschlossene staatliche Form zu geben. Unb boch ist in einer über tausendjährigen Geschichte des deutschen Volkes dieser Wunsch nur einmal erfüllt worden. In einem großen historischen Rückblick zeigte Dr. Frick, wie zur Zeit ber Sachsen- unb Frankenkaiser ein starker, in sich geschlossener Nationalstaat bestaub, der in der Lage war, die geballte Kraft des Volkes gegen feine Feinde zu wenden, um nach außen feine Grenzen zu schützen und im Inneren dem Frieden zu bienen. Nach bem Zerfall bes Reichs baute aus Den Taten ber großen Preußenkönige, insbesondre Friebrichs bes Großen, unb aus den Opfern des Preußenvolkes in den Freiheitskriegen Bismarck fein zweites Reich. Es war ein Reich, das ber Verwirklichung bes alten Traums der besten Deutschen nahekam, sie aber nicht vollendete. Der schwerste Fehler des zweiten Reiches war es, daß man es trotz weilgehender materieller Fürsorge nicht verstand, die Massen der deutschen Arbeiterschaft innerlich dem Staat zu verbinden und sie zusammen mit dem deutschen Bauern zu Trägern des neuen Staates zu machen. An diesem Fehler zerbrach letzten Endes am 9. November 1918 das zweite deutsche Reich. Revolutionen nach verlorenen Kriegen haben nur bann einen geschichtlich gerechtfertigten Ginn, wenn sie gemacht werden, um die Kraft eines Volkes zur letzten Selbstbehauptung, zum äußersten Widerstand zusammenzufassen unb rücksichtslos mit neuen großen Jbeen ben Neuaufbau bes Staates zu beginnen. Don solchen Jbeen war bei den Novembermännern nichts wahrzunehmen. Es gab sogar Zeiten unter diesem System, in denen die Reichseinheit selbst gefährdet war. Zu dieser Zeit begann Adolf Hitler sein heroisches Ringen um die Seele des deutschen Volkes. Wohl bie größte Leistung bes Führers ist die Zusammenschweißung des deutschen Volkes zu Versuche mit einem neuen französischen ABootsmodell. Im Hafen von Cherbourg fanden sehr interessante Versuche mit einem neuen Unterseebootsmodell statt, das nach ber Erklärung bes Erfin- bers niemals ber Gefahr ausgesetzt sein sott, nicht roieber an bie Wasseroberfläche zu gelangen. Nach ben bisherigen Erfahrungen gab es für ben Aufstieg eines U-Bootes nur zwei Möglichkeiten, ent« racher bas Wasser aus ben Balastbehältern zu pumpen ober ben Bleiballast vom Rumpf zu lösen. Die neue Erfinbung sott sich jeboch roeber auf bie eine noch auf bie anbere Möglichkeit stützen, fonbern es soll bem Erfinber gelungen fein, fein Mobell, bas 1250 Kilogramm wiegt, mit gefüllten Ballastbe- hältern roieber flott zu machen. Die Einzelheiten bic« fer neuen Erfinbung werben streng geheimgehalten. Im kommenben Monat sollen bie Versuche mit einem außer Dienst gestellten U-Boot wieberholt werben. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat nunmehr auch über Deutsch« lanb Platz gegriffen unb bestimmt die Wetterlage. Daher bleibt vorerst bei vielfach aufflarenbem Himmel ber starke Frost erhalten. Heber Skanbi- navien ist aUerbings eine kräftige Störung erschienen, bie bort unter Zufuhr warmer Luft einen sehr schnellen unb kräftigen Temperaturanstieg hervorgerufen hat. Die Kaltluftzufuhr hört also auch bei uns auf, unb Ausläufer bes Skanbinavientiefs werben späterhin, befonbers im nörblichen Teil des Reiches, Bewölkungsaufzug unb etwas milberes Wetter verursachen. Aussichten für Samstag: Noch meist heiter unb starker Frost, trocken. Aussichten für Sonntag: Aufkommenbe Bewölkung unb einsetzenbe Milberung. Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags —1,0 Grab Celsius, abenbs —3,9 Grab: am 2. Februar: morgens —5,3 Grab. Maximum 1,1 Grad, Minimum — 5,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 u!nod)ri(f>ten. Auf der Durchreise ft a r b in Basel im Aller von 66 Jahren ber bekannte Chemiker Professor Dr. phil. Fritz Haber. Haber würbe 1868 in Breslau geboren, ftubierte in Berlin, Heibelberg und Char- lottenburg, promovierte 1891 in Berlin, habilitierte sich 1896 in Karlsruhe, wurde dort 1906 ordentlicher Professor. Als 1911 in Berlin-Dahlem bas Kaiser- Wilhelm-Institut für physikalische unb Elektrochemie geschaffen würbe, übernahm Haber beffen Leitung und erhielt später auch eine ordentliche Professur an der Universität Berlin als Nachfolger von Emil Fischer. Haber tat sich zunächst auf dem Gebiete ber Elektrochemie hervor. Sein Werk über technische Gasreaktionen prädestinierte ihn, während des Krieges, bei dessen Ausbruch er sich freiwillig meldete, die Zentralstelle für die Forschungen unb Versuche auf bem Gebiet bes Gaskampf- unb Gasschutzwesens zu leiten. Habers bebeutenbfte Leistung ist bie 1910 gelungene Darstellung des Ammoniaks aus ben Elementen Wasserstoff unb Stickstoff, eine Synthese, bie nicht nur wissenschaftlich, fonbem auch weltwirtschaftlich von größtem Interesse ist. Das Habersche Verfahren, kurz Stickstoff aus ber Luft benannt, liefert jetzt schon zwei Drittel ber Wettprobuktion an Ammoniak unb brei Viertel ber Wettprobuktion an künstlich hergestelltem Salpeter. 1919 erhielt Haber ben Nobelpreis für Chemie für bie Nutzbarmachung bes Stickstoffes in ber Ammoniaksynthese. Er war Mitglied der Akademie ber Wissenschaften In Berlin, Göttingen, München, Leningrad, Stockholm und Harvard. gehörigen Kleinkaliberschützenvereine des Kreises Gietzen-Nord ihre Frühjahrsoersammlung in Ullendorf (Lda.) ab, wobei die einzelnen Schießen für das Jahr 1934 festgelegt wurden. Nachmittags fand auf dem Schiehstand zu Allendors das Winterschießen statt, das sehr gute Resultate zeigte. Es schossen: Mannschaft Allendors 395 Ringe, Rüddingshausen 362 Ringe, Geilshausen 343 Ringe, Steinbach 343 Ringe, Bersrod 326 Ringe, Oueckborn 309 Ringe, Allertshausen 255 Ringe. Bester Einzelschütze war Ernst Becker, Bersrod, mit 88 Ringen. Bei den Jungschützen erzielten: Rüddingshausen 201 Ringe, Allendors 199 Ringe. Oie Deutschen Winterkampfspiele durch Schneesturm unterbrochen. Die Durchführung der Deutschen Winterkampfspiele in Braunlage-Schierke wurde am Donnerstag durch einen allzu reichen Schneefall abermals gestört. Ein toller Schneewirbel jagte über die beiden Harzstädtchen hin und im Nu war die Eisbahn, fester, ferner entwickelte sich kleines Geschäft in neuen Türken. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 18,75, Altbesitzanleihe 96,50, Schutzgebietsanleihe 9,85, Reichsbank 166,50, Gelsenkirchen 60, Klöckner 59,50, Mannesmann 61 bis 61,50, Phönix 46 bis 47, Rheinstahl 88,75, Laurahütte 24,75 bis 25,25 bis 25,13, Stahloerein 39, AEG. 28 bis 28,25, Betula 124,75, Chade 160, Daimler 44,65 bis 0,50 bis 0,65, Scheideanstalt 179, IG. Farben 125,65, Gesfürel 94,75 bis 95,50, Metallgesellschaft 74 bis 74,50, Schuckert 103,25, Siemens 145,25, Reichsbahnvorzugsaktien 113,40, Hapag 29,75, Nordd. Lloyd 31,25. Nachbörse: Klöckner 60 Geld, Phönix 47, Daimler 44,50 Geld, IG. Farben 125,50 bis 125,75. Frankfurter SchlachtvrchmarLt. Frankfurt a.M., 1. Febr. Auftrieb: 37 Rinder (gegen 92 am letzten Donnerstagmarkt), darunter befanden sich 5 Ochsen, 3 Bullen, 15 Kühe, und 14 Färsen, 931 (882) Kälber, 394 (133) Schafe, darunter 288 (113) Hämmel, 562 (684) Schweine. No- 56,2. Am Spätnachmittag ließen die Schneefälle etwas nach, so daß noch zwei Rodelmeisterschaften entschieden und das Junioren-Kunstlaufen begonnen werden konnten. Die Kampfspiel-Meisterschaft im L e n k e r - Z w e i s i tz e r gewannen K. Seidel (Finsterwalde) und Otto Marschall (Friedrichs- roda) 2:09,8 Minuten. Dritte wurden hier Fritz Herborn und Armin Schlosser (Mainz-Wiesbaden) in 2:12 Minuten. Die Zweisitzer-Meister- schäft auf Kunstbahnen gewannen die Gebr. Feist (Bad Flinsberg) in 2:17,1 Minuten. auf der diesmal die Schnellauf- und Kunstlauf-1 Kurse konnten sich aber voll behaupten Bon Aus-s Meisterschaften in Angriff genommen werden soll-! landsrenten waren Schweiz. BundesbalM-Anlelhen ten, mit einer 15 Zentimeter dicken Schneedecke t-ck "eines Geickmtt in überzogen Es konnte nur das 500-Meter-Laufen der Junioren zur Durchführung kommen. Sieger wurde der Münchener Hielte in 52,6 vor Dieser (München) 53,3, Jülge 54,2 und Gloger (Berlin) fiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mk.: Kälber a) 43 bis 45, b) 37 bis 42, c) i>0 bis 36, d) 24 bis 29. Lämmer, Hämmel und Schafe: Stall- masthämmel 31 c) mittlere 28 bis 30, d) geringere 23 bis 27. Schafe e) beste 26 bis 28, f) mittlere 24 bis 25, g) geringe 18 bis 23. Schweine a) 48 bis 50, b) 48 bis 50, c) 47 bis 50, d) 44 bis 48, e) 42 bis 46. Im Preisvergleich zum letzten Don- nerstagmarkt zogen Kälber 2 Mk., Schweine eben- falls 2 Mk. an, während Hämmel 1 bis 2 Mk. und Schafe 1 Mk. nachließen. Marktverkauf: Kalber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Sck)weine ruhig, ausoerkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 880 Viertel Rindfleisch, 151% ganze Kälber, 100 ganze Hammel bzw. Schafe, 632 Schweinehälften. Preir für ein Zentner frisches Fleisch in Mk.: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 42 bis 50. Bullenflcisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 34 bis 40, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 48 bis 60. Hammelflei ch 60 bis 68. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Wirtschaft. Oer erste Großbank-Abschluß für!933 Berliner Handels-Gesellschaft wieder 5 v.H. Dividende. Der erste Großbankabschluß für 1933, der der Berliner Handelsgesellschaft — Dividendenvorschlag wieder 5 v. H. bei erhöhtem Gewinnvortrag — bringt im großen und ganzen keine Ueberraschungen. Zwei Merkmale gaben, wie aus den Gewinn- und Verlustrechnungsziffern der Bank hevorgeht, dem Berichtsjahr das Gepräge: 1. der weitere Abbau der ausländischen Gelder, die in der Wirtschaft arbeiten, eine Liquiditätserscheinung, die sich fortgesetzt hat und ihren Ausdruck in geringeren Zinseinnahmen findet, 2. der Wiederaufbau normaler Ges ch ä f t s gebt e t e, der sich in der Zunahme der Provisionseinnahmen und in der Aufrechterhaltung der Wertpapier-, Konsortial- und Sondergewinne widerspiegelt. Die gleichen Merkmale finden sich auch in den Bilanzziffern wieder und sind auch bei Betrachtung der Bilanzsumme von 277,2 Millionen gegen 325,7 Millionen Mark im Vorjahre und der Gesamtumsätze von 8,5 Milliarden Mark gegen 9,5 Milliarden Mark im Vorjahre zu berücksichtigen. Die Erfolgsrechnung zeigt im einzelnen folgendes Bild: Haben: Zinsen, Wechsel und Devisen 5 041526 (im Vorjahr 5 792 684), Provisionen 3 245 531 (2 749 507), Wertpapier-, Konsortial- und Sondergewinne 1000 000 (1000 000). Soll: Steuern 851 469 (im Vorjahre 1 046 071), Verwaltungskosten (einschl. Tantiemen) 4799351 (4526422), Pensionsleistungen 799 619 (802 399), Abschreibungen und Rückstellungen 1000 000 (1500 000). Einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre von 692 309 Mark verbleibt ein Reingewinn von 2 528 927 gegen 2 092 309 Mark im Jahre 1932. Der Verwaltungsrat hat auf Antrag der Geschäftsinhaber beschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die auf den 10. März 1934 einberufene Generalversammlung, die Dividende auf das Kom- mandit-Kapital von 28 Millionen Mark auf 5 v. H. (im Vorjahr 5 v. H.) festzusetzen und die verbleibenden 1 128 927 Mark (im Vorjahr 692 309) vorzutragen. Jrn neuen Jahre setzen sich nach Auffassung der Bankleitung die Anzeichen zu normaler Geschäfts- bildung weiter fort. * Konkurse und Vergleichsverfahren i m Januar. Jrn Januar sind durch den „Reichsanzeiger" 270 Konkurse und 51 Vergleichsverfahren — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — bekanntgegeben worden. Die entsprechenden Zahlen für Dezember 1933 stellten sich auf 197 bzw. 65. Die Steigerung der Konkurse ist saisonmäßig begründet. Sie dürfte aber auch darauf zurückzuführen sein, daß die Verwertungsmöglichkeiten für Konkursmassen größer geworden sind, so daß verschiedene mangels geeigneter Verwertungsmöglichkeit der Masse zurückgestellte Konkurse nunmehr abgewickelt werden. frankfurter Börse. TNitlagsbörse: im verlaufe befestigt. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Börse fand eine Reihe von Anregungen aus der Politik und der Wirtschaft vor. Der Abschluß der Transferverhandlungen, die weitere Auslandserörterung über die letzte Rede des Führers, die Ausführungen Dr. Fricks über den Neuaufbau des Reiches gaben der Börse einen Rückhalt. Die amerikanischen Stabilisierungserklärungen über den Dollar und die Abschlüsse von Siemens waren zu beachten. Trotzdem hatte die Börse nicht den erwarteten Auftrieb, da die Beteiligung der Bankkundschaft in engen Grenzen blieb. Infolge des ruhigen Geschäftsverlaufs waren die Kursbesserungen nicht allgemein. Limite lagen zu Beginn des neuen Monats noch kaum vor, wodurck) sich auch die vereinzelten Kursrückgänge infolge Zufallsaufträge erklären. Besonders Montanwerte lagen etwas schwächer. Rheinstahl verloren 1,13 v. H., Mansfeld 0,40 v. H., Mannesmann und Buderus je 0,50 v. H. Farbenindustrie eröffneten 0,25 o. H. niedriger. Elektrowerte, durch die Siemens-Abschlüsse angeregt, freundlicher. Siemens 0,50 v. H., Licht Straft 0,75 v. H., Gesfürel und Fetten je 0,40 v. H., Bekula und Rheag je 0,25 v. H. fester. Kunstseidenwerte in Erwartung einer Neuordnung der Exportbeziehungen fester, Bemberg um 1 o. H., Aku um 0,40 v. H. Transportwerte eher niedriger, so Nordd. Lloyd um 0,50 v. H., AG. für Verkehrswesen um 0,13 v. H., dagegen waren Reichsbahn-Vorzugsaktien erneut 0,25 v. H. höher. Sonst eröffneten Neichsbankanteile 0,50 v. H. schwächer, Daimler 0,13 v. H. freundlicher. Am N e n t e n m a r f t waren die Umsätze ebenfalls sehr gering. Altbesitz 0,25 v. H. freundlicher, Neubesitz behauptet, späte Neichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. niedriger. Reichsmark-Obligationen lagen sehr still und zumeist unverändert, nur Gulden- Phönix 0,50 v. H. fester. Von Auslandsrenten waren Ungar. Goldanleihe 0,25 o. H. hoher. Im Verlaufe wurde das Geschäft am Aktienmarkt etwas lebhafter, und die Kurse zeigten bemerkenswerte Befestigungen. Vor allem Elektrowerte lagen fest, Elektr. Lieferungen 93,50 bis 95,50, Felten 58,90 bis 59,75, Gesfürel 91,75 bis 94, Siemens 143 bis 144,50, ferner Schiffahrtsaktien, Ha- pag 27,50 dis 29, Nordd. Lloyd 29 bis 30,65. Außerdem Reichsbank 165 bis 166,50, Aku 42,90 bis 44, Bemberg 44 bis 45. Daimler 41,50 bis 43,75. Montanaktien waren ebenfalls meist um 0,25 bis 0,75 v. H. erholt, während Farbenindustrie vernachlässigt und mit 125,75 v. H. unverändert lagen. Sehr fest lagen noch Chade mit 159,50 (plus 5,50 Mk.), sowie Metallgesellschaft 72,50 bis 73 (gestern abend 70,75 v. H>), Scheideanstalt 178,50 (177). Ruhig lag dagegen der Nentenmarkt: die Kurse bröckelten ineift ab. Altbesitz 96,65 bis 96,25, Neubesitz 18,90 bis 18,8250, 6 v. H. Stahlverein 71,90 bis 71,50. Staats- und Länderanleihen lagen eher freundlicher, 6 o. H. Hessen von 28 95 (plus 0,75 v. H.), do. von 29 97 (plus 1 d. H ). Stadtanleihen bei stillem Geschäft behauptet. Am Pfandbriefmarkt gingen die Kurse überwiegend bis 0,50 vom Hundert zurück, Kommunal-Obligationen lagen dagegen etwas fester. Von fremden Werten waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen etwa 1 bis 1,50 v. H. fester. Am Geldmarkt trat noch keine Erleichterung ien, der Satz blieb unverändert 4 v. H. Abenbörse: weiter befestigt. Die Abendbörse erfuhr in Fortsetzung des Mit- tagsschluhverkehrs eine weitere Befestigung. Das Geschäft war auf Grund von in größerem Umfange eingetroffenen Kauforders der Kundschaft ziemlich lebhaft, zumal auch die Kulisse Deckungs- und Meinungskäufe tätigte. Die vorläufige Stabilisierung des Dollars auf 2,48 Mk. gab dabei einige Anregung. Stärker gesucht waren wieder Daimler Motoren mit plus 1 v. H., ferner am Elektromarkt Gesfürel mit plus 1,40 v. H. Fest lagen außerdem Metallgesellschaft mit plus 2 v. H. Im übrigen traten gegen oen Berliner Schluß Befestigungen von ca. 0.50 bis 1 v. H. ein. IG. Farben waren vernachlässigt und fast ohne Geschäft. Auch der Nentenmarkt lag sehr ruhig und brachte keine Kursveränderungen. Im Verlaufe setzten sich die Kurssteigerungen fort, und zwar ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen um 0,50 bis 1 v. H. So u. a. bei Phönix, Gesfürel, Mannesmann, Laurahütte, Mansfelder Bergbau und Schuckert. Daimler unterlagen kleinen Schwankungen, waren aber nicht mehr wesentlich verändert. Farbenindustrie und der gesamte Rentenmarkt blieben vernachlässigt. Gegen Schluß der Börse wurde es allgemein etwas ruhiger, die höchsten Der Eisensteinbergbau an Lahn, DM und in Oberheffen inl933. Der Berg- und hüttenmännische Verein zu Wetz- lar berichtet: Die Förderung des Jahres 1933 ist mit 338 595 t gegen die des Jahres 1932, die mit 175 262 t einen katastrophalen Tiefstand zeigte, u m 9 3 v. H. g e ft i e g e n , der Absatz zeigt mit 365153 t gegenüber 206 034 t im Jahre 1932 eine Steigerung von 7 7,1 8 v. H. Im benachbarten Siegerland beträgt die (Steigerung von Förderung und Absatz 54 bzw. 57 v. H. Der Vergleich der beiden Jahre an sich vermittelt jedoch noch nicht das richtige Bild, denn sowohl im Siegerland als auch an Lahn, Dill und in Oberhessen setzte die Belebung erst mit dem Monat Juni 1933 ein, da sich erstmals in diesem Monat die Abnahmeverpflichtung der Rheinisch-Westfälischen Hütten auswirkte. Daher werden besser die letzten sieben Monate der Jahre 1932 und 1933 verglichen. Dann ergibt sich für das Lahn-Dillgebiet und Oberhessen eine Steigerung der Förderung von 107 387 t land zeigt sich auch bei den Vorräten. Das Verhältnis von Produktion und Absatz des Siegerlandes zu dem des Lahn-Dillgebietes und Ober- Hessens kann normal als 2:1 angenommen werden. Demgegenüber fallen die völlig umgekehrten Verhältnisse bei den vorrätigen Erzen besonders ins Gewicht. Das Siegerland konnte seine Vorräte auf 48 251 t gegenüber 115 248 t des Vorjahres verringern. Im Lahn-Dillrevier und in Oberhessen betragen sie Ende 1933 noch 185 000 t gegen 211000 t Ende 1932. Im richtigen Verhältnis zum Sieger- Zeder muß bis zum 10. Februar die Hausplakette erworben haben! auf 250 701 t 133,55 o. h. Steigerung des Absatzes von 136 756 t auf 267 826 t - 96 v. h. Wie diese Zahlen zeigen, ist das richtige Verhältnis von Absatz und Förderung noch nicht erreicht worden. Mit 133,55 v. H. Steigerung ist die Forderung um über ein Drittel mehr gestiegen als der Absatz, und auch auf das ganze Jahr bezogen zeigt die Absatzsteigerung mit 77,18 v. H. ein erhebliches Zurückbleiben gegen die Fordersteigerung von 93 v. H. Hier zeigt das Siegerland eine viel gesündere Entwicklung, indem die Steigerung von Förderung und Absatz sich ziemlich gleich geblieben ist. Die Steigerung des Absatzes der Erze im besonderen von Lahn-Dill und Oberhessen stellt sich somit als die dringendste Maßnahme innerhalb des Notstandsgebietes während der nächsten Monate dar. Die derzeitige monatliche Förderung an Lahn- Dill und Oberheffen von rund 38 000 t dürfte zum mindesten in 1934 erhalten bleiben, so daß mit einer Jahresförderung für 1934 von 450000 bis 500000 t wohl gerechnet werden kann. Wie sehr aber auch eine solche Förderung hinter der Kapazität des Gebietes zurückbleibt, zeigt die Entwicklung der Förderung ab 1924: 1924: 470 082 t 1925: 777 673 t 1926: 696 222 t 1927: 1 015 455 t 1928: 958 357 t 1929; 890 400 t 1930: 706 982 t 1931: 353 781 t 1932: 175 262 t 1933: 338 595 t 1934: 450000 bis 500000 t (schätzungsweise). Also auch mit der für 1934 geschätzten Förderung wird erst die Hälfte der Kapazität des Lahn- Dillgebiets und Oberhessens, die man wohl mit einer Jahresförderung von einer Million Tonnen ansetzen kann, erreicht. Die Belegschaft war Ende des Jahres wieder bis auf 1570 Ittann gestiegen, gegenüber dem Tiefstand des August 1932 mit 582 Tllann. Seit Anfang des Jahres 1933 (804 ITlann) ist sie. um rund 100 v. h. gestiegen. Das ungünstige Verhältnis von Förderung und Absatz im Lahn-Dillgebiet und in Oberheffen im Vergleich zu der gesunden Entwicklung irn Siegerland dürften sie statt 185 000 t nur ein Drittel der Vorräte des Siegerlandes, also 16 000 t betragen. Die relativ enorme Vorratsmenge, gegenüber der sehr viel geringeren des Siegerlandes zeigt ebenso wie das für den hiesigen Bezirk sehr viel ungünstigere Verhältnis von Produktion und Absatz die Dringlichkeit der Absahfrage für den Eisenstein von Lahn-Dill und Oberheffen. Innerhalb aller Maßnahmen für das Notstandsgebiet steht die Forderung auf Erweiterung des Absatzes aus diesem Teil des Notstandsgebietes mit an erster Stelle. Meine Strafkammer Gießen. Wegen Betrugs wurde ein Lederhändler, jetzt in Frankfurt, zu' 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte versprach einer hiesigen Geschäftsfrau, gegen Abgabe eines schriftlichen Hah- lungsversprechens die Zwangsversteigerung in Warenbestände zu unterlassen. Nachdem er die schriftliche Erklärung in den Händen hatte, erschien d r Angeklagte nach kurzer Zeit mit einem Gerichtsvollzieher, um entgegen den getroffenen Abmachungen zu pfänden. Die gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. Ein in Marburg wohnhafter Schausteller verletzte, nachdem er dem Alkohol zugesprochen hatte, die Frau eines Schaustellers von hier durch Schläge mit einem Holzpfahl schwer am Kopfe. Darauf schlug er die Scheiben des Wohnwagens entzwei. Vorn Amtsgericht Gießen erhielt er wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung 3 Monate (Gefängnis. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das vorinstanzliche Urteil zu einem M o - n a t Gefängnis abgeändert. Briefkasten Der Redaktion. (Rechksgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) A. B. 101. Ein Hausmädchen, welches im Jahre 1933 zwanzig Jahre alt geworden ist und einen Monatslohn von 20 bis 22 RM. bar bekommt, ist für das ganze Jahr bürgersteuerpflichtig, da die freie Station mit 25 RM. angenommen und damit ein Einkommen von über 45 RM. erzielt wird. Dieser Betrag übersteigt den Richtsatz der Wohlfahrtsfürsorge für alleinstehende Personen. Es besteht somit Bürgersteuerpflicht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzi beldjloflenen Dividende an — Relchsbankdlskont 4 o H Lvmbardzinsfuß 5 o. H. Froimur u. j)i. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS (Schluß!. Abend- börse Gchluß- fure (Schluß! Mittag- börse (Schluß- kurS (Schlußi. Abend- börse (Schluß- furd (Schluß!. Mittag, börie Datum 31 1 1-2. 31.1. 1-2. Datum 31-1. 1.2. 311- | 1.2. •% Deutsche Reichsanleide v. 1927 6% ct)em.7% Ti. Rctchsanl. v. 1929 5Vi% Bvung-Anleihe uon 1980 .. Deutsche Anl.-Ablüi.-Schuld mit Auilos.- Rechten ......... DeSgl. ohne Ausloi.-Rechte...... 6% ebem.8% Helt. Boiküstaat 1929 trückzahld. 103%) ....... 6% Heil. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ..... Helt. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liout..... Oberwellen Provinz-Anleihe mit Auslos..Rechten Deultchc Stomm. Eammclabl. An. leihe Serie 1 mit Au01o|.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ®% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 »V,% ehern. rhnnh<>n 1(^91 linh thro (9 lies genügen. Die Reichsleitung des Winterhilfswerks hat sich in Zusammenarbeit mit bewährten Fachkräften bemüht, solche Eintopfgerichte herzustellen, die sämtlich innerhalb der vorgeschriebenen Preisgrenze von Berlin Gelegenheit, sich von der Schmackhaftigkeit dieser Gerichte zu überzeugen. Für Zuckerkranke gab es da fleischgefüllte Sellerie und Stangenporree und Tomaten, ein Gericht, das schon in seiner hübschen Farbenzusammenstellung lecker aussieht. Prinzip der Zuckerdiät muß sein, alle stärke- und zuckerhaltigen Nahrungsmittel zu vermeiden und den nötigen Kalorienbedarf durch Fett, Fleisch und Gemüse zu decken. Die Gallenkranken bekommen ein gemüsegefülltes Rinderfilet, da sie kein Fett, nur zartes Fleisch und keine blähenden Gemüse essen dürfen. Die Magenkranken, bei denen es auf möglichste Schonung der Magenfunktionen ankommt, können sich an einem im Wasserbad gekochten Pudding erfreuen, in dem das fein zerkleinerte Kalbfleisch mit pürierten Karotten und fein zerkleinerten Kartoffeln geschichtet ist. Für Nieren- die im prächtigen Kupfertiefdruck die verschiedensten Ausnahmen aus Deutschland hehrer Geschichte zeigen und geradezu zum Sammeln anregen. Siehst du, dem nahen Glück wärest du um ein Haar aus dem Wege gegangen — wenn —, Aber nein, dasWenn existiert nun sicherlich nicht mehr! Und außerdem hast du ja als guter Deutscher das Herz auf dem rechten Fleck und sagst dir: „Fünfzig Pfennige für die Winterhilfe-Lotterie" habe ich schon noch übrig. Erstens stifte ich damit bei, daß so und soviele Glücksmänner, die vielleicht sonst arbeitslos wären, ihr Brot für Monate finden. Zweitens helfe III) uaniour lein, UUfj |u uieie xycivgciuuim; ui sicht stehen; wenn ich auch vielleicht nicht einer der glücklichen Gewinner werde, so tröstet es mich, daß es einer meiner Freunde wird. Halten wir nicht alle fest und treu zusammen? Das Glück, das dem einzelnen Deutschen wird, gilt ja dem Volksganzen! Erhebung stehenden Verbänden (SA. und ihre Gliederungen, Hitlerjugend, Luftsportverband, Reichsluftschutzbund), sowie den Mitgliedern der dem Rcichsinnenministerium unterstellten Technischen am 4. Februar 1934 in der Volkshalle zu Gießen. mit der deutschen Jugend zusammen geleistet werden. Im Anschluß an den Vortrag fand, veranstaltet von den Studenten des Kameradschaftheimes, ein Kameradschaftabend statt, der im Zeichen des Arbeitertums stand. Der Führer des Kameradschaftsheimes Seipp sprach einleitende Worte. Eine vorzügliche musikalische Darbietung wurde dankbar ausgenommen. Dann folgten in raschem Wechsel Sprechchöre, Gesang, Rezitation von Gedichten, Vorlesungen aus verschiedenen Werken, in denen durchweg das Schicksal des Arbeiters in ein- Viele Menschen glauben, daß eine Million Mark ungeheuer viel Geld sei. Das ist an sich ganz rich- Oie Volkshalle wird seit Dienstag geheizt. Eintrittskarten zu 50 Pf sind zu haben bei den Orlsgruppenleitern der Jl$D2Tp., im NS.-Vuchladen, Settersweg, in der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers", in der Geschäftsstelle der „Oberhessischen Tageszeitung". lung einstimmig wiedergewählt, der alsdann zu Amtswaltern der Deutschen Stenografenschaft folgende Schriftfreunde bestimmte: Diplom-Handelslehrer Paul D e h m e r zum stellvertretenden Leiter und Unterrichtsobmann; Heinrich Graf zum ersten Schriftführer und Werbeobmann; Karl Heß zum Kassenwart. Ferner wurden für besondere Arbeiten folgende Mitglieder bestimmt: August Siebert, Leiter der Schnellschreiben; Andreas Merle, Leiter der Schön- und Richtigschreiben; Zeitungsund Pressewart: Willi Brückmann; zweiter Schriftführer: Fritz D ö r f n e r ; Leiter der Vereinsabende: Fritz Ziegler und Fritz Rispel; Bücherei: Elly Rieß und Johanna Bohl; Führer der Unterrichtsleiterbesprechungen: Paul Dehme r, Stellvertreter Fidel Balken. Das nächste Kreiswettschreiben findet in Bad- Nauheim statt. Nachdem unter Punkt „Verschiedenes" noch einige interne Angelegenheiten besprochen worden waren und auf das im Februar stattfindende Schülerleistungsschreiben hingewiesen wurde, schloß der Leiter der Ortsgruppe die Versammlung mit der Ermahnung, für die kommenden Wettkämpfe und Aufgaben zu rüsten, denn das begonnene Jahr werde ein weiteres Kampfjahr um die Revolutionierung der Geister sein. * ♦* Aus dem Stadttheater. Wie die Intendanz mittelst, werden infolge Erkrankung des Herrn H u b am nächsten Sonntag nicht die beiden Operetten-Einakter „Der betrogene Kadi" und „Die Nürnberger Puppe" zur Aufführung kommen., jön« dern das Lustspiel „Der Herr Senator" von. Schön« than und Kadelburg. — Die Intendanz macht weiter darauf aufmerksam, daß Abonnements nicht mehr an der Abendkasse eingelöst werden können, weil dadurch der rechtzeitige Beginn und das pünktliche Ende der Vorstellungen gefährdet werden. Künftig können Abonnementseinlösungers nur wäh- Nothilfe gestattet ist. Amt für Beamte der NSDAP. Kreis Gießen. Nachdem die bisher vom Amt für Beamte veranstalteten Schulungsabende zur Verhütung einer Zersplitterung des Hörerkreises abgesetzt worden sind, haben die dem „Reichsbund der Deutschen Beamten" angehörenden Berufskameraden für die Folge an dem von der NS. Gauleitung für Gießen eingerichteten, von Pg. Dr. Schmidt geleiteten Schulungskursus teilzunehmen. Nächster Schulungsabend am Montag, 5. Februar, um 18.30 Uhr, im Cafe Leib. Vollzähliges Erscheinen selbstverständliche Pflicht. Entschuldigungen nur in ganz dringenden Fällen schriftlich an die Fachschaftsleiter, die sie an das Amt für Beamte weiterzuleiten haben. gez. Heß. „Reichsbrmd der Deutschen Beamten", Lrtsgruppe Gießen. Erstmalige Ortsgruppenversammlung am, Donnerstag, 8. Februar, um 20 Uhr, im Cafe Leib. Redner des Abends: Ortswart Pg. Hch. Jockel und stellv. Leiter des Amts für Beamte Pg. Gustav Ulrich. Vollzähliges Erscheinen der Berufskameraden wird als selbstverständlich vorausgesetzt. gez. Jockel. NSLB. Kreis Gießen. Der Monatsbeitrag ist ab 1. Januar 1934 2,50 Mark. Berufsgenossen im Ruhestand zahlen ab 1. Januar 1934 den halben Beitrag. Rückständige Beiträge für Januar sind bis zum 5. Februar 1934 auf Postscheckkonto 64849, NSLB., Kreis Gießen einzuzahlen, andernfalls Einziehung durch Postnachnahme erfolgt. Beiträge für Februar sind an die Kassenwarte der Bezirke bzw. Schulgruppen zu leisten. Schützt die Tiere vor der Kälte! Die gegenwärtige Kälte gibt Veranlassung, an die Tierhalter erneut die Mahnung zu richten, den ihnen anvertrauten Geschöpfen hinreichenden Schutz zu geben. Pferde lasse man nicht ohne Decken stehen und sorge für einen warmen Stall. Der Hof- und Wachhunde gedenke man an kalten Tagen besonders! Die Hütten der Hunde sollen so beschaffen sein, daß Wind und Wetter durch Spalten und Ritzen nicht eindringen können. Das Dach soll mit Decken und warmhaltenden Stoffen belegt werden. Das Innere ist mit Stroh zu versorgen. Gedenkt auch der hungrigen Vögel und streut ihnen reichlich geeignetes Futter. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22 Uhr, „Die lustigen Wel- dringlichster Weise geschildert wurde. Die Folge der Dichtungen war bestimmt von einem großen Gedanken, der über die Schicksalsschilderung zum Suchen, zum Kampf des Arbeiters um Existenz und Sinn der Existenz führte; die Gedankenfolge wurde geschichtlich fortgeführt in Dichtungen, in denen die Verführung des Arbeiters und die daraus sich ergebenden Wirrnisse gekennzeichnet wurden. Dann hörte man vom Volkserlebnis des Krieges, von dem erneuten Zerfall nach dem Kriege, und schließlich von der Erfüllung des Lebens des Arbeiters in der Volksgemeinschaft. Mit einem Abriß aus Adolf Hitlers Rede vom 1. Mai 1933 und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Brüder aus Zechen und Gruben" fand die Reihe der Vorlesungen ihren Abschluß. Der Zyklus vermittelte Arbeiterdichtungen von Lersch, Engelke, Walter Flex, Bröger usw., ferner Vorlesungen aus Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf" und verschiedenes anderes mehr. In einer Pause war den zahlreich erschienenen Gästen Gelegenheit gegeben, das Kameradschafrs- haus zu besichtigen. Im unterhaltenden Teil des Abends fand man noch Gelegenheit, die Gedanken, die der erste Teil der Veranstaltung vermittelte, fortzuführen. Der reiche Abend hinterließ bei allen Teilnehmern den besten Eindruck. Jahreshauptversammlung der Deutschen Stenografenschast, Ortsgruppe Gießen. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung und der neuen Satzungsbestimmungen erstattete der Leiter der Ortsgruppe einen ausführlichen Bericht überdie Tätigkeitinnerhalb derOrts- gruppe Gießen feit dem Bestehen, über die Neugestaltung und Neuorganisation der Deutschen Stenografenschaft und über die Verhältnisse innerhalb des Gau- und Kreisgebiets. Aus dem Bericht war zu ersehen, daß das Jahr 1933 auch für die Einheitsstenografen den erhofften und erkämpften Sieg brachte. Nachdem sich im Mai 1933 die NSDAP, für die Einheitskurzschrift (jetzt Deutsche Kurzschrift) erklärt hatte, brachen die letzten Hoffnungen der Systemgegner zusammen. Seit der Einheitskurzschrist vor acht Jahren hat kein Ereignis die deutsche Stenografenwelt so freudig bewegt, wie dieser Entschluß, und wir schulden der NSDAP, aufrichtigen Dank dafür, daß sie bei all den großen Aufgaben der Gegenwart auch der deutschen Kurzschrift ihr tätiges Interesse zugewandt hat. Die NSDAP, hat eine Denkschrift herausgegeben, die für alle Regierungen und Gauleitungen der Partei bestimmt ist. Nach dieser Denkschrift ist die deutsche Kurzschrift nunmehr pflichtmäßiger Lehrgegenstand an allen deutschen höheren Schulen. Der Unterricht ist von staatlich geprüften Lehrern zu erteilen. Bei den Behörden sollen alle Beamten, ohne Unterschied des Alters und der Stellung, die deutsche Kurzschrift kennen und verwenden: der Nachweis einer gewissen Fertigkeit ist zu erbringen. Bei den Behörden wird zukünftig von der Kurzschrift derjenige Gebrauch gemacht werden, den die Stenografen seit langem erstreben. Der Leiter der Ortsgruppe berichtete ferner über die Neugründung der Deutschen Stenografenschaft, der seit dem 1. Oktober 1933 alle in Deutschland bestehenden Stenografenvereine angehören. Zum Reichsleiter wurde durch den Führer des NS.-Lehrerbundes, Staatsminister Schemm, Schulrat Karl Lang in Kulmbach bestimmt. Alsdann schilderte er die Gleichschaltung bzw. Zusammenschließung der beiden Gießener Einheitsstenografenvereine (I. Reichskurzschriftgesellschaft und Kurzschriftverein von 1861) und dankte den seitherigen Vorstandsmitgliedern für ihre Mitarbeit. Die Ortsgruppe Gießen hat seit ihrem Bestehen einen Anfänger-, einen Fortbildungs-, einen Redeschrift-, einen Praktiker- und sechs Diktatkurse mit insgesamt 194 Teilnehmern durchgeführt. Bei dem Verbandswettschreiben in Friedberg am 2. 7. 1933 konnten durch die Gießener Stenografen 11 I. und Ehrenpreise, 36 I. Preise, 17 II. Preise und 10 III. Preise errungen werden. Die Handelskammerprüfung bestanden zwei Mitglieder in der Abt. 200 und ein Mitglied in der Abt. 120 Silben. Aus dem Bericht des Kassenwarts Karl H e ß war ein für die Ortsgruppe z. Z. ungünstiges Bild zu erkennen. Dies ist aber darauf zurückzuführen, daß die früher b"standenen Vereine sich in Liquidation befinden und das eventuelle Vermögen der Ortsgruppe noch nicht zur Verfügung steht. Im Anschluß an diesen Bericht wurde unter Füh- ; rung des Leiters des Kreises der seitherige Leiter der Ortsgruppe, Gg. Wahl, von der Versamm- Oie englische Jugend. Das Hauptamt für Grenz - und Außenpolitik der Studentenschaft der Universität Gießen hatte für gestern abend in das Studentenhaus am Leihgesterner Weg zu einem Vortrag eingeladen. Herr Allan Colingridge, der sich auf einer Studienreise durch Deutschland befindet, sprach nach kurzen einleitenden Worten des Führers der Gießener Studentenschaft, cand. jur. Adam, über das Thema: „D i e englische Jugend, wie sie denkt und wo sie st eh t". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: England kenne eine eigentliche Jugendbewegung nicht. Dafür gebe es mancherlei Gründe. Englands Entwicklung gehe von einem Zentralpunkt nach außen. Das setze Einheit im völkischen Leben voraus. Die Grundlagen dieses Lebens sollten nicht geändert werden, wenn man auch strebe. Der Zusammenhang unter den verschiedenen Generationen sei stärker als in anderen Ländern. Die Jugend sei einverstanden mit dem Wirken der Aelteren, die Aelteren selbst machten keinen Versuch, die Freiheit der Jugend zu beschränken. In großer Betrachtung könne man sagen: Deutschland marschiere, England sei am Ziel. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit der Klasse der 40- jährigen, die den Krieg an der Front erlebten, den 30jährigen, die den Krieg als Jugendliche in der Heimat und in der Schule erfuhren, und den 20- jährigen, die den Krieg nur von Hörensagen kennen und unproblematischer im Leben stehen. In sorgfältiger Gegenüberstellung kennzeichnete der Redner die Unterschiede dieser Generationen und deren Auswirkung im geistigen Leben Englands. Sodann wandte sich der Vortragende den Lebensäußerungen insbesondere der 20jährigen zu. Der Sport werde sehr wichtig genommen, und zwar um der von ihm vermittelten Energie willen, die Technik interessiere außerordentlich. Die junge Generation sei stark intelligent, fast zu modern, wisse aber, daß es gefährlich sei, nur intelligent zu sein. Die englische Jugend wolle auch Aktivität und Werte des Gefühls. Englische Jugend wolle eine starke innere Verbindung mit der deutschen Jugend, jedoch ohne sich selbst aufzugeben. Ein Verlassen der eigenen geistigen Linie würde als unorganisch und unmoralisch empfunden werden. Englische Jugend möchte vor allem Antwort geben auf die immer drängender werdenden Fragen der Ueberwindung der Krise der westlichen Zivilisation. England sei zwar stabil, hoffe auch, stark zu bleiben, erhoffe ein Vorwärtskommen, weniger aber in geographischer Hinsicht als in kultureller Beziehung. Die englische Jugend wolle etwa gleiche Wege beschreiten, wie die deutsche Jugend. Die Jugend in England wünsche sich mehr Arbeit, mehr Möglichkeit der Energie- Aeußerung. Vor allem aber dominiere der Wunsch nach kulturellem Fortschritt. Die Arbeit in diesem Sinne könne, das sei seine Ueberzeugung, am besten 30 Tage! . , Wir sind alle darauf angewlesen, daß wir einer dem anderen helfen. Das ganze Leben beruht aus einer solchen Zusammenarbeit. Keiner von uns könnte in der Eisenbahn fahren, wenn er allein oder mit wenigen Freunden dafür sorgen müßte, daß die Bahnen und die Lokomotiven gebaut werden. Eine Schnellzugslokomotive kostet 300 000 bis 400 000 Mark. Ein Schnellzugswagen kostet nicht weniger als 100 000 Mark. Für eine Million bekommt man also nicht mehr als zehn einfache Personenwaggons. Aehnlich ist es beim Straßenbau. Für eine Million Mark können nur etwa 3,5 Kilometer der neuen Reichsautobahn mit ihren vier Fahrbahnen gebaut werden. Es gibt Gebäude, die viele Millionen verschlingen. Der Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin hat nicht weniger als 30 Millionen Mark gekostet. Nun kann man sich vorstellen, welche Summen erforderlich sind, um etwa 16 Millionen notleidende Volksgenossen den ganzen Winter lang gegen Hunger und Kälte zu schützen. Es kommt dabei auf jeden Pfennig an! Aber hundert Millionen Pfennige machen erst eine Million Mark aus. Und eine Million Mark ist sehr wenig! Das müssen wir uns immer vor Augen halten und wirkliche Opfer bringen, um den Kampf gegen Hunger und Kälte zu gewinnen. Eintopfgericht als Diätkost. Wenn am ersten Sonntag eines jeden Monats in jeder Familie und bei jedem Gastwirt das Eintopfgericht auf dem Tische dampft, dann stellten sich regelmäßig bei einem nicht unerheblichen Teil unserer Volksgenossen Minderwertigkeitsgefühle ein, die darin ihren Grund hat, daß ihnen infolge irgendeiner Krankheit Diätkost vorgeschrieben war und sie infolgedessen am Eintopfgericht nicht teilnehmen konnten. Wir wissen, daß die Zahl derjenigen, die auf Diätkost angewiesen sind, nicht gering ist. Es ist auch mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, diese Personen zum Eintopfgericht heranzuzichen, namentlich wenn man mit dem Eintopfgericht nicht nur das allgemein bekannte, wie Löffelerbsen mit Speck oder Hammelfleisch mit grünen Bohnen, geben darf. So erwächst sowohl für einen Teil der Hausfrauen, wie für die Leiterinnen von Diätküchen eine neue Aufgabe: Eintopfgerichte zusam- menzustellen, die ganz bestimmten Anforderungen Bunter Abend im Gtadttheater. Leitung und Personal des Stadttheaters veranstalten am Samstag, 3. Februar, um 2 0.15 Uhr, im Stadttheater unter dem Motto: „W i r helfen alle!" zu Gunsten des Winterhilfswerks einen großen „Bunten Abend." Bei dieser Veranstaltung wird unter Mitwirkung erstklassiger Artisten und auswärtiger Bühnenkünstler ein launiger Abend mit Scherz, Humor und Tanz, mit allerlei und vielerlei artistischer und kabarettistischer Kurzweil aufgezogen. Ich bitte die Bevölkerung von Gießen und Umgegend, diese Vorstellung durch recht zahlreichen Besuch zu unterstützen, zumal die kleinen Preise jedem Volksgenossen den Besuch ermöglichen und der Reinertrag zum Wohle der Hilfsbedürftigen verwandt wird. Heil Hitler! K l ö ß, Kreisführer des WHW. Mohaupt, Kreisgeschäftsführer des WHW. SS. bläst zum Sammeln gegen Hunger und Kälte. Zu dem am Sonntag, 4. d. M., um 8.30 Uhr in der V o l k s h a l l e in Gießen stattfinden- den Konzert, ausgeführt von dem Musikzug der II. SS.-Standarte Wiesbaden, werden hiermit alle Volksgenossen eingeladen. Dieser Abend, der nicht nur allein in musikalischer Beziehung einen vollen Erfolg gewährleistet, wird durch die Gesangsvorträge des Pg. M ü n n i ch , Tenor des Staatstheaters Wiesbaden, noch besonders verschönt. Für jung und alt dürfte diese Veranstaltung einige genußreiche Stunden bieten. Infolge des äußerst niedrigen Eintrittspreises ist es jedem Volksgenossen möglich, dieses Konzert zu besuchen. Ich ersuche daher die Bevölkerung Gießens, sowie der näheren Umgebung, diesem Konzert recht zahlreich beizuwohnen, da dasselbe zu Gunsten des Winterhilsswer- k e s durchgeführt wird. Heil Hitler! Gez: K l ö ß , Kreiswalter des WHW. F. d. R.: gez.: Mohaupt, Kreisgeschäftsführer des WHW. kranke ist ein süßes Eintopfgericht in Form eines Nudel-Apfel-Auflaufes vorbereitet, da sie das Essen ohne Fleisch und ohne Kochsalz erhalten müssen. Auch Gicht- und Rheumakranke müssen fleischfrei ernährt werden; sie erhalten eine schon für das Auge appetitanregende Spinat-Pastete. Für die Patienten mit perniziöser Anämie (Blutarmut) gibt es Grünkohl mit Haferflocken zufammengekocht. Da ihnen möglichst rohe Leber gemeinsam mit viel Vitaminen gegeben werden soll, sind zum Schluß kleine rohe Leberknödel zugegeben. Das sind alles nur kleine Anregungen, und der Fantasie und der Intelligenz der Verantwortlichen bleibt es überlassen, sie weiter auszubauen. Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah! Auf dem Kreuzplatz, am Seltersweg, am Bahnhof, überall begegnest du jetzt dem guten Glücksmann, der dir schon von weitem in seinem grauen, wehenden Mantel und seiner forschen rotbebänderten Soldatenmütze freundlichst entgegenwinkt. Einen braunen G l ü ck s b r i e f möchte er dir gar zu gern zustellen. Und da willst du achtlos an ihm vorübergehen? Es hat gar keinen Zweck, daß du dich letzt m so tiefsinnige, sorgenvolle Fragen, die du nicht ohne weiteres zu lösen vermagst, vergräbst! Du willst in eine ferne, sorgenfreie Zukunft schauen und übersiehst ganz die glückliche Gegenwart. Denn dieser Glücksmann, dem du jetzt überall in der Stadt ve- gegnest, verkauft dir L o s b r i e f e, die nur 50 Pfennig kosten und dir ein recht annehmbares Geldsümmchen in Aussicht stellen... Gewiß waren schon viele Sammlungen auf der Straße. Ich weiß, du bist skeptisch geworden. Aber hat es schon jemals eine Straßenlotterie gegeben, die außer dem sofortigen Gewinnentscheid Haupt- •geroinn: 5000 Mark! — nocheinenPrämien- »schein enthielt, der bei feiner späteren Verlosung 'auch noch mal 5000 Mark erzielen konnte? Und da- bbei sind 30 Serien solcher braunen Glücksbriese im Umlauf. Das bedeutet also d r e i ß i g m a l die Aussicht auf den Höchstgewinn von zweimal 5000 Mark. Ferner erhält jedes Los der NSDAP. - Win - tterhilfe-Lotterie noch drei Bildpostkanen, ber von Windsor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme der Liebe". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt". — Saal der Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Evangelisations-Vortrag. — Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30Uhr, Zellei, „StadtLich", Zellenabend. — Der Oberhessische Kun st verein lädt im heutigen Anzeigenteil auf morgen, Samstag, nachmittag zu einem Vortrag von Professor Rauch über „Deutsche Plastik des Mittelalters" ein. (Siehe Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, hielt — wie man uns berichtet — am Samstagabend im Caf6 Ebel ihre satzungsgemäße Generalversammlung ab. In einer kurzen Begrüßungsansprache hieß der Leiter der Ortsgruppe, Wahl, den Leiter des Kreises der Deutschen Stenografenschaft, K. H. Kuhl, die Unterrichtsleiter und die Mitglieder herzlich willkommen. tig, wenn man von der Lage eines Privatmannes j ausgeht. Für den privaten Verbrauch ist eine Million Mark so viel Geld, daß ieber glaubt, man könne dafür die halbe Welt kaufen. Sehr wenig ist aber eine Million Mark, wenn man sie einmal im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit innerhalb einer Stadt betrachtet. Wenn wir in der Zeitung lesen, daß bei der Sammlung für das Eintopfgericht in Berlin eine halbe Million Mark zusammengekommen ist, dann freuen wir uns und denken: Das reicht ja wieder für eine Weile. Nun muß das Winterhilfswerk in Berlin aber für mehr als eine Million bedürftige Volksgenossen sorgen. Somit würden auf den Kopf des Bedürftigen aus der Eintopfsammlung noch nicht einmal 50 Pfennig entfallen. Davon kann er sich einmal sattessen. Der Winter dauert aber sechs Monate, und jeder Monat hat im Durchschnitt rend der Kossenstunden an der Tageskasse vorgenommen werden. ** Rindermarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Der nächste Schweinemarkt ist aus den 21. Februar anberaumt worden. ♦* Dekanats-Kirchenchorfest in Gießen. Unter dem Vorsitz von Pfarrer Staubach (Watzenborn) versammelten sich hier im Gasthaus „Hindenburg" die Vorsitzenden und Chormeister der Im Dekanat Gießen bestehenden 19 evangelischen Kirchenchöre, darunter 5 Frauenchöre, um über die Abhaltung und Ausgestaltung des diesjährigen De- konats-Kirchenchorfeftes, das wie alljährlich am Sonntag vor Pfingsten stattfinden soll, zu beraten. Als Ort Les Festes wurde unsere Stadt bestimmt und der hiesige Verein mit der Wahl des Lokales und des Festplatzes für die Nachversammlung beauftragt. Der Festgottesdienst wird um 14 Uhr in der Stadtkirche abgehalten werden, wobei sämtliche Verbanüsvereine in Massenchören mitwirken. In der Nachverfammlung wird zunächst ein Massenchor dargeboten werden, dann werden die einzelnen Vereine Proben ihrer Winterarbeit ablegen. Auch die Posaunenchöre von Klein-Linden und Lich haben ihre Mitwirkung zugesagt. ** E i n Sonderzug der Reichsbahn zum Wintersport in den bayerischen Alpen wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes angekündigt. Interessenten seien auf die Anzeige hin- gewiesen. * Gleichschaltung des Vereins für Sterbeunterstützung (Sterbekasse.) Man berichtet uns: Der Verein für Sterbeunterstützung hielt am vorigen Sonntag ini „Postkeller seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Schriftführer des alten Vorstandes verlas das Protokoll. Hierauf erstattete der Rechner den Kassenbericht, der eine Gesamteinnahme von 28 697,55 Mark aufwies, während die Ausgaben insgesamt 17 492,95 Mark betrugen. Auf das neue Rechnungsjahr wurde somit eine stets verfügbare Reserve von 11204,60 Mark übertragen. Alsdann wurde seitens der Versammlung bestätigt, das bisher gezahlte Sterbegeld in Höhe von 370 Mark auch für das Jahr 1934 zu belassen. Der Mitgliederbestand beträgt zur Zeit 1771, ausbezahlt wurden im letzten Jahr 44 Sterbefälle. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde durch eine Abordnung der Kreisleitung der NSDAP, die Gleichschaltung vorgenommen. Sinn und Ziel des Führergedankens sind in unserem Dolkskanzler verkörpert, und alles vereinspolitische Geschehen muß dem bewußten Willen unseres Führers unterordnet werden. Der neue Vorstand fetjt sich wie folgt zusammen: Vereinsführer Pg. Karl Zimmer, Karl- Vogt-Straße 8, Stellvertreter: Arthur T r ä n k n e r, Schriftführer: Heinrich I o e d t, Rechner: Jean Dürr, Beisitzer: Heinrich Loos fen. In den Aufsichtsrat wurden berufen als Vorsitzender: Gustav L a i ch i n g e r ; Mitglieder wurden: Kaspar B e k - ter, Straßenmeister, Karl Schmidt, Schlossermeister, Konrad Bender, Kaufmann, Philipp Eise, Rentner, sämtlich wohnhaft in Gießen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler schloß der neue Vereinsführer Zimmer die gut besuchte Versammlung, welche darauf die erste Strophe des Horst-Wessel- Liedes fang. MenAr-Berkause 1934 unter neuer Ordnung. Von Johannes Müller, Berlin. „Preise im Jnoenturverkauf bis 50 v. H. herabgesetzt", „Früher 50,— RM., jetzt 2,95" —, diese und ähnliche marktschreierische Ankündigungen waren früher das Kennzeichen der alljährlich wiederkehrenden Verkäufe, in denen der Textilwaren-Einzelhandel die vom Wintergeschäft übr-iggebliebenen Waren beschleunigt abzusetzen pflegte. Die neugeschaffene Ordnung, die der nationalsozialistische Staat überall eingeführt hat, hat auch Handel und Wandel umgeprägt. Ehrlichkeit und Lauterkeit im kaufmännischen Wettbewerb und Schuh des Verbrauchers vor Uebervorteilung durch gewissenlose Elemente ist heute der Grundsatz, der überall zielbewußt durchgeführt wird. Die alljährlichen Inventur-Verkäufe bildeten bisher jahrzehntelang einen Tummelplatz wüster Schleuderei; manches unreelle Angebot und große Mengen minderwertiger Ware, die für diese Verkäufe besonders angefertigt wurde, fanden hier den Weg in die Verbraucherschaft. Mit dieser wenig rühmlichen „Tradition" der Inventur-Verkäufe soll jetzt gebrochen werden. Statt der „Lockvögel", die die Hausfrau zu unüberlegten Geldausgaben veranlaßten, ist künftia nur noch Raum für das ehrliche, klare Angebot, und statt der Massen-Ramschware — Blusen für 45 Pf., Hosen für 1,95 RM. und Hemdentuch, das mehr aus Kartoffelstärke und Kleister als aus Baumwolle bestand — verlangt der Käufer heute brauchbare Qualitäten, die den an sie gestellten Anforderungen im Gebrauch genügen. Eine Käuferschaft, die auf der Kulturhöhe des deutschen Volkes steht, lehnt es in ihrem gefunden Empfinden ab, sich durch Schundware übervorteilen zu lassen. Die Hausfrau will und muß preiswert kaufen und benutzt die Inventur-Verkäufe gern zu diesem Zweck, wenn sie ihr Gelegenheit hierzu bieten; aber sie will keinen Merger und Verdruß, sondern Freude am Kauf haben, sie will ihr Geld nicht mehr für Ladenhüter und Ausschuß hinauswerfen, sondern gute, tragbare Ware kaufen, und sie will das knapp bemessene Haushaltsgeld in der bestmöglichen Weife fo ausgeben, daß sie dafür eine vollwertige Gegenleistung erhält. Wieviel Enttäuschungen, wieviel Unfrieden, Aerger und Auseinandersetzungen zwischen Mann und Frau sind schon dadurch entstanden, wenn die Hausfrau in dem Ausoerkaufstaumel einen Berg billiger Schundware zusammengekauft hatte, in dem Glauben, eine „nie wiederkehrende Gelegenheit" aus- nützen zu müssen, und wenn sich hinterher zu Hause bei nüchterner Betrachtung herausstellte, daß die Größen nicht paßten, daß die Farben unschön, die Muster häßlich waren, und der Einkauf besser unterblieben wäre. Die redlichen Kaufleute haben seit langem gegen dieses System der Uebervorteilung der Käuferschast angekämpft — früher leider vergeblich. Jetzt aber ist dies anders geworden. Mit starker Hand geht man daran, eine neue Ordnung i m kaufmännischen Wettbewerb aufzurichten und alle die Mißstände, die in der Vergangenheit bei der Veranstaltung der sogenannten „Inventur- und Saisonschlußverkäufe" an der Tagesordnung waren, zu beseitigen. Die Spitzenverbände des Einzelhandels haben zu diesem Zweck Richtlinien aufgestellt, die einen festen Rahmen schaffen. Eine einheitliche Regelung, die das ganze Reichsgebiet umfassen soll, ist in Vorbereitung; sie soll künftig den redlichen Kaufmann vor dem skrupellosen Wettbewerber schützen und die Verbraucherschaft vor Uebervorteilung bewahren, damit die Hausfrau auch die Gewähr hat, ihr Geld gut und richtig anlegen zu können. Durch die Ausmerzung der Ramschware wird der Gütebegriff „Deutsche Ware" eine weitere Festigung erfahren. Der Begriff „Deutsche Ware" hat im Sprachgebrauch den festumrissenen Sinn der Güte und Echtheit. Solche „Qualitätsware" ist wirklich ihren Preis wert. VekanntmachlWen des personalamles. Ernennungen. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat auf Vorschlag der Hessischen Regierung am 29. Januar 1934 ernannt: Len Rechtsanwalt Karl M e i s e l zu Darmstadt unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem Kreisamt Darmstadt; den Kreisdirektor Dr. Karl I a n n zu Schotten mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Bensheim; den Regierungsrat Dr. Otto Straub zu Groß- Gerau mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Groß-Gerau; den Regierungsassessor Dieter S t a m m l e r zu Offenbach unter Berufung in das Beamtenoerhält- nis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Dieburg; den Regierungsrat Dr. Hans Reinhard Koch zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. März 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Offenbach; den Rechtsanwalt Theo Peters zu Alzey unter Berufung in das Beamtenoerhältnis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Oppenheim; den Bürgermeister Heinrich Ritter zu Bingen unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Bingen; den Oberbürgermeister Otto S ch w e b e l zu Worms unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Worms; den kommissarischen Bürgermeister Alfred Zürtz zu Groß-Gerau unter Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Februar 1934 zum Kreisdirektor bei dem hessischen Kreisamt in Schotten; den Rechtsanwalt Hans Becker zu Mainglied. den lemeini ottes r W Teföng Mst Dir eine nch bii ®ebad)| 1 Sanier N bei ^eine er ngoereir ei. Mi chsprösi Iren Chloroformnarkose gefährlich fei, und daß sie dem Patienten deshalb nicht aufgezwungen werden könne. Bei dem heutigen Stand der medizinischen Wissenschaft erscheint diese Auffassung nicht weiter vertretbar. Bei der Beurteilung der Frage der Operationspflicht müssen immer die besonderen Verhältnisse maßgebend sein, denn der Begriff der Gefährlichkeit und des Schmerzes ist durchaus relativ. Unbestritten ist noch, ob sich ein Verletzter zur Begründung seiner Ablehnung eines operativen Eingriffs darauf berufen kann, „daß er dem Manne seines Vertrauens, einem nicht approbierten Heilkundigen, folge, der die Operation für nicht ratsam halte". Nach Ansicht des Verfassers muß diese Frage verneint werden, denn wer in einer so ernsthaften Angelegenheit einem Laien vertraut, handelt schuldhaft. Die Geschichte eines Kriegspferdes. Es hatte immerhin schon seine drei Jahre auf dem sorgfältig gestriegelten Pferderücken, als der Krieg ausbrach. Seine Heldengeschichte aber begann erst mit diesem großen Weltereignis, als es mit seinem Besitzer, Lord Mottistone, im August des Jahres 1914 in den Krieg zog. Sein Herr behauptet steif und fest, daß es nicht nur dem Pferdeglück zu danken war, wenn der vierbeinige Kämpe alle Gefährnis und Mühsal der Kriegsjahre wohlbehalten überstand, darunter auch eine furchtbare Schlacht, in der ungefähr 800 Pferde in weniger als einer Stunde getötet wurden. Es erwies sich uar ütr 5DAl it einer ^arteige Seife vei > ichen bi "sprich ropago- urmsK 2I.-KM mwieb-r 1933 ur! lebteni «19$ bei in 51011« etz im Sinne des Gesetzes handeln. Die anderen müssen durch den nationalsozialistischen Staat zum Nationalsozialismus geführt werden durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Da wir von unseren Arbeitern höchstmögliche Leistungen verlangen, müssen wir ihnen etwas geben, was einen gewissen Ausgleich schafft. Und dieser Ausgleich kann beim- Arbeiter der Faust nur geistige Tätigkeit sein. Wir müssen das gesamte deutsche Geistesgut aller kulturgebiele au unsere Arbeiter heranbringen, zumal wir verlangen, daß die durch den Marxismus verführten Arbeiter wieder zurückkehren zur deutschen Nation. Wie könnten mir aber fordern, daß ein Arbeiter seine Nation liebt, deren Wesen er überhaupt nicht kennt? Deshalb schuf der Führer der Deutschen Arbeitsfront die Organisation „Kraft durch Freude". Ihr Ziel ist, den deutschen Arbeiter mit der deutschen Kunst, der deutschen Musik und dem deutschen Theater bekannt zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, das deutsche Vaterland durch Reisen kennenzulernen. Für das Jahr 1934 prophezeite der Redner eine erneute Abnahme der Arbeitslosen um weitere zwei Millionen und belegte diese Annahme mit Zahlen aus der Wirtschaft, die diesen Schluß rechtfertigten. Nach seiner Auffassung bedürfe der Führer des Volkes nicht der vier Jahre, die er sich ausbedungen hatte, um alle Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Stürmischer Beifall belohnte die klaren Ausführungen des Pg. Mehnert. ag bi! lutir »er M -es Lil! rche e ie Ort " ttxxxxv tr. digt. fr iltele!’• Sun!' lderie I; Ereigne P, er c: ulturdlr gerne;' le @oit‘ chlußm terfiillun as N “ auf bi' 1 w tl ,n- SU er H 1 1 kn» ‘ onber, M. Up« zwungen werden kann, an fick eine Operation vornehmen zu lassen, beschäftigt Aerzte und Juristen bereits seit langem. Wie Landgerichtsdirektor Liebig in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt, kann, auch auf Grund der bisher vorliegenden Gerichtsentscheidungen, eine allgemein gültige Antwort nicht gegeben werden. Wenn das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper auch bisher grundsätzlich nicht bestritten worden ist, so ist anderseits doch anerkannt worden, daß hier in besonderen Fällen Einschränkungen gemacht werden müssen, daß ein Verletzter also auch gezwunge werden könnte, sich einer Operation zu unterziehen, wenn diese zu seiner Heilung bzw. zur Wiederherstellung seiner Erwerbsfähigkeit notwendig erscheint. Eine derartige Verpflichtung besteht nach den bisherigen Gepflogenheiten nicht, wenn die Operation lebensgefährlich ist, wenn sie mit bedeutenden Schmerzen verknüpft ist oder wenn die Aussichten auf ein Gelingen zum mindesten zweifelhaft sind. Ein Verschulden des Verletzten liegt jedenfalls dann vor, wenn er die Vornahme einer Operation aus reinem Eigensinn oder aus Rücksichtslosigkeit gegen den Schadensersatzpflichtigen, z. B. eine Dersicherungsinstitution, verweigert. In einer Entscheidung des Reichsgerichts vorn Jahre 1913 wird noch ausgeführt, daß eine Operation in Die Wirtschaft steht nicht mehr neben, sondern in dem Staat. Der Staat ist in Zukunft das Kontrollorgan der Wirtschaft, und er wird bestimmen, ob die Wirtschaft ihre pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft erfüllt. Die Soldaten des Staates in der Wirtschaft, in den Betrieben sind die Mitglieder der NSBO. Die NSBO. hat dieselbe Gliederung wie die Partei und durchsetzt die gesamte Wirtschaft der Nation. Wird irgendwo gegen das genannte Arbeitsgesetz verstoßen, so greift der Treuhänder der Arbeit mit eigener Befehlsgewalt ein und stellt Mängel ab, denn er ist verantwortlich für die im Betrieb beschäftigten Arbeiter und Angestellte. Damit soll der Unternehmer nicht etwa an die Wand gedrückt wer- Amtliche Bekanntmachungen aus dem Kreise Wetzlar. Satzung. Auf Grund des § 8, Kapitel II der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 (GS. S. 255) i. d. F. der Verordnung room 27. September 1932 (GS. S. 315) beschließt der Kreisausschuß des Kreises Wetzlar folgende Satzung: § 1. Im Landkreise Wetzlar treten mit dem 1. April Ü934 die in der Rheinprovinz geltenden Vorschriften über die Verfassung und Verwaltung der Aemter außer Kraft. § 2. Der Kreiskommunalverband Wetzlar tritt als Ge- 'amtrechtsnachfolger in die bestehenden Rechte und Pflichten der Aemter ein. 671C Wetzlar, den 20. November 1933. Der Kreisausschuß des Kreises Wetzlar. Ärillo. vr. Hensoldt. Haus. Desch. Krauß. Wagner. Gauorganisaüonsleiter pg. Mehnert führte in fast zweistündiger Ansprache etwa folgendes aus: Das große Ziel des Nationalsozialismus nach der Machtübernahme war die Ueberroinöung der Vergangenheit und der Aufbau eines neuen deutschen Volkskörpers. Diesem Aufbau dienten die verschiedenen Gliederungen der Bewegung, die nicht etwa Selbstzweck, sondern Mittel zum gesteckten Ziele sind. Der Aufbau des Volkes in diesen Gliederungen ist ganz unkompliziert und wird von jedem Volksgenossen verstanden werden. von besonderer Bedeutung ist in unserem heutigen Staat die Verbundenheit zwischen dem Führer und der Gefolgschaft. Es wäre verkehrt, zu glauben, die Führerschicht sei berufen, die Gefolgschaft zu unterdrücken. Das Verhältnis zwischen beiden muß, sich auf gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Dann erst ist eine Regierung, eine Führerschicht, in der Lage, nach dem Willen des Volkes zu regieren. Regieren heißt im nationalsozialistischen Staate, die Gedanken des Volkes verwirklichen. Um diese Gedanken kennenzulernen, gehen die Führer in das Volk hinein und sprechen zu ihm. Demselben Zweck dienten auch die verschiedenen Gliederungen der Partei, die ihre Wurzeln in allen Volksschichten bis in die kleinsten Zellen hinausstrecken. Der Nationalsozialismus hat die Arbeit wieder geadelt. Um die Arbeitskraft jedes einzelnen Volksgenossen so zu verwerten, daß sie nicht nur ihm selbst, sondern dem ganzen Volke zum Segen gereicht, wurde das „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" geschaffen. Dieses Gesetz ist nicht von irgend jemand erdacht, der der Arbeit in den Betrieben fernsteht. Es ist aus dem praktischen Leben erwachsen und für das praktische Leben bestimmt. Besonders in diesem Gesetz kommt der nationalsozialistische Gedanke von Führer und Gefolgschaft zur Anwendung. Die NSBO. hat an der Arbeit an dem, Gesetz größten Anteil. Im Dritten Reiche spielt die Höhe des Reingewinns bei einem Wirtschaftsunternehmen keine len N iNDflW ng W ! in Df. mW', t Schotten, 30.Jan. Zu einer großen Ver- «den. Unternehmer, die Nationalsozialisten sind, sammlung der Deutschen Arbeitsfront in Schotten, ■ wnr>'"M sn«itCAnmnin- bei der der große Saal der Turnhalle dicht besetzt war, waren als Redner gewonnen: Gauorganisationsleiter Pg. Mehnert und Gaubetriebszellen- infpekteur Pg. Göbel. Der Betriebszellenleiter des Kreises Schotten, Pg. Schneidmüller, eröffnete um 20 Uhr die Versammlung und begrüßte die Redner. Er gedachte der Opfer der Bewegung. Die SA.-Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden, während sich die Versammlung von ihren Sitzen erhob. Vorstehende Satzung nebst der Genehmigung des Preußischen Staatsministeriums wird hiermit ver- iftentlicht. Wetzlar, den 31. Januar 1934. Der Vorsitzende des Kreisausschusses; Grills. pg. GauSeinebszellenmspsNeur Göbel als zweiter Redner des Abends betonte, daß es unsere Aufgabe sein müsse, alle Deutschen für das Vaterland zu gewinnen. Hierzu fei die Mitarbeit aller Volksgenossen erforderlich. Er wies weiter darauf hin, daß heute schon ein ganz neuer Geist in den Betrieben herrsche und daß aus dem Arbeiten gegeneinander ein Arbeiten miteinander geworden sei. Der nationalsozialistische Gedanke; „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" werde zwar langsam, aber fieber Gemeingut der ganzen Nation. Er rief alle Arbeiter auf, sich einzugliedern in die Deutsche Arbeitsfront, denn wer Rechte haben wolle, müsse auch Pflichten übernehmen. Nach der resklosen Beseitigung der Arbeitslosigkeit werde die Regierung an die Frage der Altersversorgung aller schassenden Stände Herangehen. Der Führer ist uns Garant, daß auch diese Frage zum Nutzen des einzelnen und der Allgemeinheit gelöst wird. Unser großes Ziel muß immer bleiben: Ein Deutschland der Einheit und ein Deutschland der Stärke, das getragen ist von sozia - ler Gerechtigkeit. Reicher Beifall wurde Pg. Göbel für seine Ausführungen zuteil. Kreisleiter pg. Kromm dankte den Rednern und wies darauf hin, daß wir heute uns wieder mit Stolz Deutsche nennen dürfen. Tiefster Friede im Innern und wachsende Bedeutung nach außen sind die schon heute sichtbaren Erfolge des neuen, des Dritten Reiches. Pg. Kreisbetriebszellenleiter Schneidmüller ermahnte alle Anwesenden, die von den Rednern geprägten Gedanken mit hinauszunehmen und sie weiterzugeben. Die Feier war umrahmt mit Märschen der SA.- Kapelle unter der Leitung des Pg. Groth. ,5)as Grossformat verlängert denfoenuss!" MIT BILDERN: WIE DIE ANDEREN GEROSTET SIND.1... TROTZ VERTRAGLICHER ABROSTUNGSPFLICHT. ORIENTALISCHE CIGARETTEN COMPAGNIE „YOSMA“ G. M. B. H. BREMEN Bekanntmachung. Die Lieferung nachgenannter Kanalbaumaterialien für den städtischen Kanalbetrieb soll auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen ösfent- , lich vergeben werden: 660D 1. ein 10-t-Waggon Kanalgußeisenteile, 2. ein 10-t-Waggon Steinzeugrohre. Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvor- idrucke sind bei uns erhältlich. Die Angebote sind in einem Briefumschlag ohne !Firmenaufdruck mit entsprechenden Aufschriften vergehen spätestens am Eröffnungstermin am Dienstag, dem 13. Februar 1934, vormittags 10 Uhr, tan bas Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 'Nr. 9, abzugeben, wo die Eröffnung der eingegange- men Angebote im Beisein der etwa erschienenen An- Ibieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 1. Februar 1934. Städtisches Hoch- und Tiefbauarnt. G r a o e r t. « Dorf-Güll, 1.Febr. Der hiesige Obstund Gartenbauverein hielt im Rathaus eine Versammlung ab, die vom Führer des Vereins Heinrich G a u b geleitet wurde. Im Mittelpunkt des Abends stand ein lehrreicher Vortrag des Obstbauinspektors Re n t sch (Friedberg), der über die Anpflanzuna von Obstbäumen, über gängige Sorten und besonders über die Schädlingsbekämpfung sprach. — Am 30. Januar wurde von der NS.-Frauenschaft eine Sammlung von Räucherw aren durchgeführt. Die Sammlung ergab 79 Pfund, die vom Zellenwart S a - m e 5 an das Winterhilfswerk abgeliefert wurden. Kreis Büdingen. W Nidda, 1. Febr. Amtsgerichtsrat Hahn vom hiesigen Amtsgericht ist nach Wöllstein (Rheinhessen) versetzt worden. — Die Zwillin g s - Pfennig - Sammlung brachte in den ersten 14 Tagen ihres Bestehens einen Ertrag von 36 Mk. r Aus dem Niddatal, 1. Febr. Wer eben die obstgesegneten Teile unserer Feldmark durchwandert, dem bietet sich ein nie erschautes Bud: Apfel-, Birn- und Z w e t s ch e n b ä u m e stehen schmuck und sauber da, als hätten sie ihr Festgewand angezogen. Die graue Rinde ist fein säuberlich abgekratzt, die Baumkrone ist gelichtet und verjüngt, dürre Aeste sind entfernt. Alte Baum- t n o r r e n , die schon ein gutes Jahrzehnt auf die erlösende Axt warteten, liegen am Boden. Klebringe umspannen die weißgekalkten Stämme. Alles sieht so ordentlich und vielversprechend aus, daß der Uneingeweihte kaum ahnen dürste, wie die Baum» pflege von vielen Obstzüchtern vernachlas- s i g t war. Kreis Schotten. )—( 9t u p p e r 15 b u r g, 31. Jan. Heute fand die Verpachtung unserer Gemeindefischerei — etwa 3% Kilometer Horlofflauf — auf weitere 12 Jahre statt. Der seitherige Pachtpreis betrug 74 Mk. Heute wurden 172 Mark erzielt. Pächter wurden die Herren Dr. Massing (Laubach) und Wilh. Horst und Otto Meckel von hier. Kreis Alsseld. st. Kirtorf, 1.Febr. Dieser Tage hielt in der Gastwirtschaft „Zum offenen Helm" das Forstamt Kirtorf bei zahlreicher Beteiligung die erste diesjährige Nutz- und Brennholzversteige- rung ab. Es wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse 20 bis 24 Mark, 2. Kl.' 16 bis 20 Mk.: Eichenscheiter 12 bis 20 Mk.: Buchenknüppel 1. Kl. 12 bis 18, 2. Kl. 10 bis 14 Mk. je vier Raummeter und Buchenreiserholz 3. Kl. durchschnittlich 0,90 bis 1 Mark. W- S. Juni 1885^genehmigt. Berlin den 16. Jcmua 1 0 bli U' o, E;; toi 4, i Iirkep , * E kauft. 1 Bch 9U" )as rlittM, zte in 6,1 werben, i n m Der »'■ iS Aus aller eli silles, was zu einer guten Suppe gehört, * > 2TenCr 0559 Wetzlar, Gießen, Heudielheim, den 1. Februar 1934, 668 D 664 D 0538 Besichtigen Sie bitte meine Spezialfensterl G!ESSEN* NLAUBBURG lö 666 A Irusf-CorQrhellen Die Beerdigung findet Samstag, den 3. Februar, nachm. 3 Uhr, von der Neuen Friedhofskapelle in Wetzlar aus statt. - Beileidsbesuche dankend verbeten. Kameraden essen aus einem Topf: Hattetam4.Februardas6iniopfgericht! Kataloge bei Brühl, Gießen 1 Würfel -dD Visenverbrechens. Der Angeklagte erwart, im April 1931 120 Golddollars und im Juni 1932 etwa 400 tschechische Kronen, ohne sie, wie es seine Pflicht war, der DevisenbewirtschaftungssLelle anzugeben und anzubieten. Er verwahrte die Gold- dollars in einer Kaffeetonne unter dem Kaffee. Auch nach dem Erlaß des Gesetzes gegen den Verrat der deutschen Volkswirtschaft vom 12. Juni 1933 zeigte kürzester Zeit 800 umgekommen sind." — Als ein gereifter Krieger kam „Warrior" zusammen mit er den Besitz nicht an. Er handelte dabei nach der Ueberzeugung des Gerichts vorsätzlich und wurde zu zwei Jahren Zuchthaus und 550 Mark Geldstrafe verurteilt. Die beschlagnahmten Devisen wurden eingezogen. Explosion in einer Färberei. — 1 Toter, 2 Verletzte. In den Betriebsräumen der Färberei Nette in Neuoetting (Oberbayern) ereignete sich eine Explosion, durch die der 19jährige Färbergehilfe Willi Kaier getötet und zwei weibliche Hausangestellte verletzt wurden. Die Betriebsräume wurden zerstört, eine Hausmauer teilweise zum Einsturz gebracht. Die Fensterscheiben der benachbarten Gebäude wurden zertrümmert. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt. Ein durch die Explosion heroorgerufener Benzinbrand konnte bald gelöscht werden. In tiefer Trauer: Familie Karl Leschhorn Gießen (Ederstraße 6), den 2. Februar 1934. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Beisetzung in aller Stille statt. || Stellenangebote! Braves, tüchtig. Haus- mäddien nicht unter 16 Jahren, tagsüb. gesucht. 0538 Wilhelmstr.45 v Jetzt: Beutel 35PL Dose 40 n. 75 Pi. Zu haben in Apotheken, Droger. und wo Plakate sichtbar. 6Wv Im Namen der tief trauern den Hinterbliebenem Albert Rinn. Preußen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 1. Febr. Der bisherige kommissarische Landrat unseres Kreises, Kreisleiter G r i l l o, ist nunmehr definitiv zum Landrat ernannt worden. enthalten MAG GIs Luppen MAGGI5 Suppen sind im großen so hergestellt,wie die Hausfrau eine gute Suppe im kleinen zubereitet Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen Herrn Joh. Peter Urrigshardt Zugführer i. R. sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Besonderen Dank dem Eisenbahn-Fahrbeamtenverein und den Alterskollegen von 1861-1911 für die trostreichen Worte und Kranzspenden am Grabe. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, im Januar 1934. Todesanzeige Nach einem arbeitsreichen Leben nahm Gott der Herr meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter,Großmutter,Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Schaum, geb. Schäfer nach kurzem, mit großer Geduld ertragenen Leiden, im Alter von 57 Jahren, zu sich in die Ewigkeit. T _ In tiefer Trauer: Ludwig Schaum II. und Kinder Klein-Linden, den 2. Februar 1934. nebst allen Angehörigen Die Beerdigung findet am 3. Februar, nachmittags 2 ’/2 Uhr, vom Trauerhause, Wetzlarer Straße 32, aus statt. KaswTüß® begünstigen Erkältung» kxankheiten. Geben Sie deshalb Ihren Kindern Am 29. Januar, nachts 1V, Uhr, verschied nach schwerem Leiden unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder Willi Leschhorn im Alter von 30 Jahren. Heute nacht 2 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine innigst- geliebte Gattin, meine herzensgute, treubesorgte Mutter, meine liebe Tochter. Schwiegertochter und Schwester, unsere gute Schwägerin und Tante Frau Ria Rinn, geb. Becker im 41. Lebensjahre. 1.75, 1.25 2.25, 1.95 2.75, 2.25 4.25. 3.50 0.95, 0.78 1.50, 1.25 1.95, 1.75 0.70, 0.50 0.95, 0.75 0.80, 0.55 gereifter seinem Herrn nach Hause, aber nicht — was ihm Damen-Kittel ohne Arm, sehr vorteilhaft........ Damen-Kittel mit Arm, nett garniert............ Damen-Kittel ohne Arm, aus gutem Siamosen Damen-Kittel mit Arm, schwere Qualität........ Damen-Schürzen, Siamosen und Indanthren Damen-Schürzen, die beliebten Noppenmuster. Damen-Schürzen, 100 weit, solide Qualitäten Knaben-Schürzen, mit bunter Paspel, Größe 40 Knaben-Schürzen, schwere Köperqualität, Gr. 40 Mädchen-Schürzen, aus gut. Indanthren, Gr. 40 Billige Schürzen und Kittel! zwang sich sichtlich, nicht den Kopf zu verlieren," erzählt Lord Mottistone von seinem treuen Kriegsbegleiter und fährt fort: „Auf die Gefahr hin, für einen Phantasten zu gelten, muß ich doch sagen, daß mein Pferd genau wußte, welche Unfälle man mit Ergebung hinnehmen muß wie ein Unwetter oder einen Blitz und gegen welche man sich mit Vorsicht und Aufmerksamkeit schützen kann." Dieser vierbeinige Kriegsteilnehmer, der mit Recht den stolzen Namen „warrior" (Krieger) trägt, entging mit knapper Not häufig dem Tod. An einem Tage wurde ein Pferd in der unmittelbaren Nähe von einem Schrapnellsplitter buchstäblich in zwei Hälften zerrissen. „An dem entsetzlichen 30. März des Jahres 1918, als meine Leute den Feind angriffen, um den Forst von Moreuil wiederzunehmen, befand sich „Warrior" inmitten der Pferde, von denen in Vom Reichsverband Deutscher Dentisten. Seit der Ernennung des Reichs führ ers der deutschen Dentisten durch das Reichsministerium des Innern und die Oberste Leitung der NSDAP., ist die gesamte Organisation des Standes in der Umformung nach strengsten nationalsozialistischen Grundsätzen begriffen. Vorab wird dem A u s b i l - oungswesen des Berufsnachwuchses größte Aufmerksamkeit geschenkt. Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Tagung der Ausbildungs- und Sozialreferenten des Reichsoerbandes Deutscher Dentisten in Erfurt, am 26. Januar 1934. Besonders vorbildlich ist die Anordnung des Reichsführers, daß alle die jungen Dentisten, die in nächster Zeit ihre technische Ausbildung vollenden, nicht ihre Arbeitsplätze verlieren sollen, sondern noch ein halbes Jahr weiterbeschäftigt werden müssen! Bis dahin ist spätestens zu erwarten, daß die Krankenkassen als ein besonders kluges Kriegsroß, das sich sehr! schnell an die fremde und laute Umwelt gewöhnte. I „Es zeigte geradezu eine verächtliche Geringschätzung gegenüber dem Kanonendonner und dem Schrapnellfeuer, aber über Gewehr- und Maschinengewehrfeuer war es ganz deutlich verärgert und bestürzt. Es zitterte ein wenig, wenn das die Luft durchschneidende Peng, Peng nicht aufhören wollte und Rheinisches Eintopfgericht Für 4 Personen. (Einzelportion etwa 30 Pfennig) 3utat cn: 8/4pfuiit> Schweinefleisch, 2 Pfund Kartoffeln, 3 Würfel Maqgi'ü Rheinische Suppe, Suppengrün. Zubereitung: OaS kleingewürfelte Fleisch mit dem Suppengrün in VIa Liter Wasser halb garkochen. Inzwischen 3 Würfel Maggi's Rheinische Suppe in V« Liter kaltem Wasser glattrühren und mit den kleingeschnittenen Kartoffeln zum Fleisch geben, gut burchrühren und nach dem Wiederaufkochen noch '/, Stunde bei kleinem Feuer garkochen. Dor dem Anrichten den Salzgeschmack prüfen. drei Sachverständige geladen. Der Feuerüberfall erfolgte etwa drei Wochen nach dem Mord an dem Sturmführer M a i k o w s k i und dem Polizeioberwachtmeister Z a u r i tz, fast an der gleichen Stelle. Der Prozeß dürfte etwa zehn bis zwölf Tage dauern. Deutscher Nationalsozialist Opfer eines politischen Anschlags in Brasilien? Wie der „Rosenheimer Anzeiger" erfährt, ist der frühere Studierende am Holztechnikum Rosenheim (Oberbayern) Karl B r e d e r e ck , der sich in Rio Le Janeiro als Sportlehrer und Führer der Hitler- Jugend betätigte, dort ein Opfer politischer Gegner geworden. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Deutsche Siedlungsausstellung München 1934. Die deutsche Siedlungsausstellung München 19 34 findet vom 2. Juni bis 14. Oktober 1934 in München statt. Leitgedanke dieser großen Ausstellung sind die Worte Adolf Hitlers: „Ich will dem deutschen Volke auch die Lebensfreude wieder geben." Die Vorarbeiten sind im Gange. Eine Anzahl berufener Architekten arbeitet an der Ausgestaltung der umfangreichen Hallenschau, die alles umfaßt, was die Begriffe „Heim" und „Siedlung" in sich schließen. In München-Ramersdorf entsteht eine Siedlung von 200 bezugsfertigen Häusern, die als zweiter großer Teil der Ausstellung errichtet werden. Auch hier wird Tag und Nacht gearbeitet. Die deutsche Siedlungsausstellung München 1934 wird für das gesamte deutsche Volk von größtem Interesse sein, und es lohnt sich, schon im Sommer 1934 die Hauptstadt Bayern auf einige Tage zu besuchen. Golddollars in der Kaffeetonne. Zwei Jahre Zuchthaus für einen Devisenverbrecher. Das Sondergericht für den Freistaat Sachsen in Freiberg verhandelte gegen den Feinkosthändler Albert Baikowski aus Dresden wegen D e - |Vermietungen1] Lager- und Bhrorftume Dammstr. 35/37, zu verm. 0562 Näh. A. Becker, Keplerstr. 9. | Mietgesuche | 3Zim.-Wohng. außerhalb Gießens für 3 erwachsene Personen zu mieten gesucht. Schr. Ang. unter 0550 a. d. G. A. ihren Mitgliedern wieder den so dringend benötigten Zahnersatz gewähren können und damit Arbeitsmöglichkeit geben. Die soziale Fürsorge der Dentisten umfaßt sämtliche Standesangehörige. Wie es z. B. gelungen ist, den Gau Thüringen des Reichsverbandes frei von arbeitslosen jungen Dentisten zu bekommen, so wird es dem Reichsführer bald gelingen, alle Not auch von den alten und notleidenden Dentisten fernzuhalten. Die Ermordung des SS.Mannes von der Ahe. Vor dem Berliner Sondergericht begann der P r 0-5 e ß gegen 18 Kommunisten, die an dem Feuerüberfall am 17. Februar 1933 beteiligt waren, bei dem der Scharführer der SS. von der Ah 6 sein Leben lassen mußte. Während die Angeklagten im Maikowski-Prozeß noch nach den alten Strafbestimmungen abgeurteilt wurden, werden in diesem Falle bereits die strafverschärfenden Bestim-i mungen der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 angewendet. Zur Verhandlung sind 64 Zeugen und I nach den langen Leiden und Entbehrungen zu gönnen gewesen wäre — um sich zur Ruhe zu setzen, sondern um ein arbeitsreiches Friedensleben zu' beginnen. Inzwischen ist das brave Pferd 23 Jahre alt geworden, trägt seinen Herrn aber noch immer unermüdlich in den winterlichen Jagden auf der Insel Wight hinter der hetzenden Meute her — wie vor 12 Jahren. Mit Stolz verkündet Lord Mottistone von seinem tapferen Kriegsbegleiter und eifrigen Jagdgefährten: „Warrior" vereint die Tugenden oller Tiere in sich. Er hat so viele Leben wie eine Katze, die Treue des besten aller Hunde, den Geist eines Tigers und außerdem gewiß noch so viel Intelligenz wie ein durchschnittliches menschliches Lebewesen. Bekanntmachung. Dienstag, den 6. Februar 1934, findet in Gießen Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 21 Februar 1934. 663C Gießen, den 3. Februar 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. ■Illlll..........■■■■III....................I..................Illll utw solche mit stetren Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLk mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasso! in Orisslnatüaschen und weisen Sie Nachahmungen zuruck. Allem Hersteller:Errnelavotbeke(ließen iu baden in allen Avotlieken. Unwiderruflich Ziehung: 9. Februar 1934 Eisenacher Geld-Lotterie 3386 Gewinne zusammen RM 12500 Höchstgewinn auf 1 Doppellos RM. 5000 Hauptgewinn auf 1 Einzellos RM 2500: Ine ä 50 Pfg. Doppellese i 1.— RM. Nachnahme 20 Pfg., Porto und Liste 30 Pfg. mehr. Zu haben bei, staati. LotL- Einnahmen u.d. Plakate kenntl Verkaufsstellen Verschiedene Möbeln I Klavier/Kredenz Büfett und Kücheneinrichtung zu verkaufen.0548 Gießen, Kirch- Üratze 6. 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