Nr. 256 Erstes Blatt 184. Zahrgang Donnerstag, i. November 1954 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat imBUd DieScholle Monarr-Vezngspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranttnrl am Main 11686 Giessener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnioersitStr-vuch- und Stcini)ruderet R. Lange in Stehen. 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In Erwar- welch eine ungeheure Verwirrung der Geister auch tung dessen aber könne ihm niemand das Recht absprechen, grundlegende Dorsichtsmahnah- heit zu erzeugen, sowie die Abstimmung selbst in wenn alle in Genf vertretenen Mächte entschlossen ligen Notizen in den Boulevardblättern nichts an: sich heraus, daß Frankreichs Botschafter Kämmen (Jiuun. im Vertrage vorgesehenen Abstimmungsoerfahrens und gedenkt in keiner Weife, die Abstimmung der Saarländer, die frei bleiben muß, zu beeinflussen. Sünde wider den Geist eindeutiger Verträge, die von Versailles her die Völker vergiftet. Wir brauchen uns keinen blauen Dunst vorzumachen: hier soll mit Gewalt etwas verhindert werden, was nach menschlichem Ermessen eintreten wird: die Rückkehr des deutschen Saarvolkes zum deutschen Vaterlande. Wir haben alle Ursache, wachsam zu sein. deutsche Regierung, wie sie am 4. Juni 1934 versprochen habe, sich enthalte, in den Volksabstimmungskampf einzugreifen, und wenn die Saarpolizei entsprechend verstärkt werde, dann sei es keineswegs notwendig, die französischen Garnisonen 3U bemühen. Frankreich lasse sich bei der ganzen Angelegenheit nur von einer internationalen Pflicht leiten. Es verfolge keine eigenen Vorteile. Sein einziges Interesse gehe dahin, daß die Verträge geachtet werden. Dann versteigt sich das Blatt aber zu Behaup- tungen, von denen man wohl sagen kann, daß grotesker die Wahrheit nicht auf den Kopf gestellt werden kann: Weder Frankreich noch die anderen Aeußerung des „I o u r", in der insbesondere die Nichtachtung des Völkerbundes bemerkenswert ist. haben von Frankreich aus (Eingang in ausländische Zeitungen gefunden. Es stellt sich jetzt heraus, daß diese Putschgerüchte nur der Vorbereitung für die von Frankreich nunmehr getroffenen Maßregeln dienen sollen. Die englische Negierung wird, wie wir annehmen, Interesse daran haben, sich für die Beseitiguna der entstandenen Beunruhigung einzusetzen. Sonst wüßten wir nicht, ob der Locarnogei st dort noch ver- Schwierigkeiten zu machen, sondern um auch durch Erfindung und Verbreitung solcher Gerüchte sich in Paris Geld zu verdienen und sich das im Saargebiet gefundene Asyl auch über den 13. Januar hinaus zu erhalten. Daß die englische Presse diesen Ausruf der Regierungskornmission des Saargebietes entsprechen zu können. So dargeboten benötigen diese Nachrichten eine R i ch t i g st e l l u n g. Frankreich hält sich strikt an die loyale Anwendung des Streitkräfte nötig machen, könnten nur in Aus- führung internationaler Verpflichtungen, die sich für Frankreich aus dem vom Völkerbundsrat 1925 und 1926 angenommenen Entschließungen ergeben, Platz greifen, und zwar a u f ausdrückliches Anfordern der Regierungskommission des Saargebietes, die als internationaler Organismus unter der Autorität m e n zu treffen. Eine besondere Anprangerung verdient die Fall, daß französisches Militär von irgendeiner Seite aus ins Saargebiet „berufe n" werden würde. Anlaß dazu sind Gerüchte, daß Deutschland (ausgerechnet Deutschland!) spätestens am 14. Januar einen PutschanderSaarzu inszenieren beabsichtige; einen Putsch also, nach dem menschlichen Ermessen zufolge der Abstimmungssieg bereits feststehen wird Man braucht nicht erst zu fragen, wer solche Redereien in die Welt gesetzt hat. Emigranten, Separatisten, französische Wirtschaftler, der französische Generalstab, sie alle — um nur eine Blütenlese zu nennen — haben ein greifbares Interesse daran, an der Saar Verwirrung zu stiften und einen deutschen Erfolg zu verhindern. Je Das „Echo de Paris" schreibt, die deutsche Presse beschuldige die französische Regierung, sie bereite einen Hand st reich auf dasSaar- gebiet vor. Die Männer in Berlin verstünden sich Paris, 31. Okt. (DNB.) Wie dem „Matin" aus Nancy gemeldet wird, sollen die französischen Militärbehörden alle Vorkehrungen zur sofortigen Durchführung eines „Abwehrplanes" getroffen haben, „für den Fall, Empörtes Echo in der deutschen presse. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Zu den durchsichtigen Manöoern Frankreichs an der Saar nimmt die Frage zu stellen? Deutschland will die Ab- stimmung, ebenso die Saarbevölkerung, denn beide wollen durch diese Abstimmung die Saarfrage erledigt wissen, aber die politischen Hochstapler, die seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus über die Grenze gegangen find, Landesverräter, denen das deutsche Volk völlig gleichgültig ist, sind es offenbar, die Gerüchte dieser Art erzeugen, um nicht nur dem deutschen Volke wirklich eil i'ranzösische Die französische Zurüstungen für einen Handstreich Vie französischen und englischen Berichte über die „Dorsichtsmahnahmen" des pariser Generalstabs. Paris arbeitet mit Knox Hand in Hand. Eine felfame Richtigstellung. - Frankreichs „Pflicht" ist einzig und allein die A chteinmifchung in das freie Selbstbestimmungsrecht des Saarlandes. Staaten, die wirklich dem Frieden ergeben seien, könnten zulassen, daß ein Diktator lediglich, weil er Diktator sei, und weil er bei sich die Grundfesten seiner Allmacht festigen wolle, sich das Recht anmaße, die S t i m m u n g e i n e r B e v ö l k e r u n g -------v ., . zu „ersticken" (??), der das internationale Ge-; worden. Die albernsten setz "d a s freie Selbstbestimmungsrecht' zuerkenne. Wenn dieser Anspruch stillschweigend zugelassen wurde, wüßten alle vom Deutschtum bedrohten Völker, daß es gefährlicher und unvorsichtiger sei, auf die Freiheit und aus die Unabhängigkeit zu setzen, als auf das Hitlersche Mitteleuropa. In Wirklichkeit „fürchte" sich der Reichskanzler außerordentlich vor der Saarabstimmung. Das sei „der Grund der Wut". Im Petit Parisien wird erklärt, gewisse neuerliche deutsche Presseäußerungen schienen dar- aushin zu deuten, daß Deutschland nur b t e vertragliche Abwicklung der Dolksab- stimmung wünsche und sich anschicke, die Saar- länder aufzufordern, vorbildliche Manneszucht zu wahren. Wenn diese Beteuerungen aufrichtig feien und befolgt würden, dann wäre da» um so besser. ft a n b e n wirb. Im „Völkischen Beobachter" heißt e« u. a., bie von Paris aus in bie Presse geschobenen Melbungen zeigten, wie man mit zwei v e r • schiebenen Lügen bas gleiche Geschäft betreibe. Nach ber einen Variation solle Deutsch- lanb einen Hanbstreich planen, ber „französisches Gebiet bedrohen könnte" und gegen den also Vov» sicherer bas beutsche Barometer steigt, um so eifriger sucht man, unsere Kreise zu stören. Französische, Blätter beeilen sich anzubeuten, baß bereits französisches Militär in ausreichenbem Maße bereit läge, um den zu erroartenben „beutschen Putsch" nieberzuschlagen. Man habe Wo rsorge getrof- f e n unb werbe gegebenenfalls nicht zaubern ... Einen Schritt weiter geht schon bie „Time s". Sie will als „Recht" erkannt haben, baß ber britische Saargewaltige Knox jeberzeit ermächtigt sei, französische Truppen zur Besetzung bes Saarlanbes anzuforbern. Jeberzeit: bas heißt bei etwaigen Unruhen, bie mit einer Hanbvoll Emigranten künstlich hervorgerufen werben könnten, auch wenn bie beutsche Saarbevölkerung nach wie vor absolute Ruhe unb Orbnung bewahrt. Jeberzeit: bas heißt, wenn etwa irgenbwoher eine gefälschte Urkunbe ober sonst ein zum „Dokument" gestempeltes Schriftstück auf den Tisch des Hauses flattert, aus dem man deutsche „Putschabsichten" konstruieren könnte. Jederzeit: das heißt, sobald es den Drahtziehern jenseits des Rheines gefallen sollte, zur Attacke überzugehen. Mit allem Nachdruck muß dagegen Einspruch erhoben werden, daß es Herrn Knox erlaubt sein soll, französische Truppen zum Beistand herbeizurufen, bas würde ein klarer Bruch der Saar- „O e u v r e" behauptet, daß der französische Botschafter in London (Sorbin Sir John Simon am Dienstag von den „technischen" Vorkehrungen i n Kenntnis gesetzt habe, die die französische Regierung getroffen habe, um den Präsidenten der Regierungskommission Knox in eine solche Lage zu versetzen, daß er bie erforderlichen Streitkräfte zur Verfügung habe, um jede aufrührerische Betätigung der nationalsozialistischen Organisation im 'Saargebiet im Augenblick der Volksabstimmung zu verhindern. Auch die „Times" meldet: Die französische Regierung hat dem General, der die Truppen an der Saargrenze befehligt, Weisungen erteilt, die sich auf den Fall beziehen, daß ber Präsibent ber Saar-Regierungs- kommission Knox um Beistanb ersucht. Zur Zeit der Räumung des Rheinlandes wurden die französischen Truppen aus dem Saargebiet zurückgezogen. Der Präsident der Regierungskommission hat das Recht, sich im Falle der Gefahr an Truppen außerhalb des Gebietes zu wenden. Die französische Regierung hat jetzt die notwendigen Weisungen gegeben, um es Mister Knox zu ermöglichen, binnen weniger Stunden eine ausreichende Streitmacht zur Verfügung zu haben, falls er sie benötigt, und zwar unter der Voraussetzung, daß eine solche Aktton nicht als eine (Erneuerung der Besetzung des Gebietes aufzufassen ist. Der Pariser Korrespondent ber „Times" berichtet, baß ber Stab bes in Nancy ftehenben 20. Korps unb bes in Metz stationierten 6. Korps Weisungen barüber erhalten haben, wie sie im Falle eines nationalsozialistischen Putsches im Saargebiet hanbeln sollen. Berliner Presse in ausführlichen Kommentaren Stellung. So sagt u. a. ber „Deutsch e": Das treibenbe Moment ber französischen Veröffentlichungen liegt einzig unb allein in ber Absicht, bie Bevölkerung im Saargebiet in Erregung zu versetzen, sie nach Möglichkeit zu Ausbrüchen zu verleiten unb gleichzeitig in ber europäischen Oeffent- lichkeit ben Einbruck zu erwecken, als sei ein gewaltsames Eingreifen von beutscher Seite in ber Saarfrage zu erwarten. Der „L o k a l a n z e i g e r" schreibt: Man soll bie beutschen Saarlänber ihr heiliges Recht in Ruhe unb in ber von ihrer Disziplin gewährleisteten Orbnung ausüben lassen, unb es wird nicht einen einzigen Streitfall geben, abgesehen davon, daß eine etwa noch austretende Meinungsverschiedenheit allein den Völkerbund und nicht den französischen Generalstab angehen würde. — Die „D A Z." schreibt: Wir möchten zunächst nicht an- nehmen, daß Herr Knox den Ehrgeiz haben könnte, sich zum Herrn über Krieg unb Trieben in Europa zu machen. Der Abstim- mungskampf ist nicht burch unsere Schuld verschärft " i Putschgerüchte Paris, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Zu ben Meldungen über ein etwaiges militärisches Eingreifen Frankreichs im Saargebiet bemerkt die Agentur Havas: „Im Auslande erschienene Nachrichten besagen, daß von den französischen Militärbehörden Vorkehrungen getroffen sein sollen, um einem etwaigen r ™ | Wer ist es eigentlich, der Gerüchte wie die, daß [Dill DUllCDßn f ! Deutschland bereit und entschlossen sei, sein eigenes r \ i Gebiet zu überrumpeln, immer wieder erfindet und (Es ist ein wesentliches Merkmal der französischen verbreitet? Wem nützt dies teuflische Verfahren, Politik, sich der Versuchsballons zu bedie- . das doch nur geeignet ist, Unruhe und Unsicher- nen, um mit ihrer Hilfe entweder die politische t "" 1 " streiches der SÄ. auf bas Saargebiet unmittelbar nach bem Tage ber Volksabstimmung am 13. Januar hin, burch ben ber Völkerbunb vor eine oollenbete Tatsache gestellt werden könnte. In einer (Eingabe der „Saar-Wirtschaftsver- e i n i g u n g" an den Völkerbund werde erklärt, daß auf Grund „vertraulicher Nachrichten aus glaubwürdiger Quelle" mit der Möglichkeit eines deutschen (Einfalls in das Saargebiet ernstlich gerechnet werden müsse. Die Verbreitung dieser Nachricht habe natürlich in den französischen Grenzbezirken wie auch in Paris und im übrigen Frankreich eine gewisse Beunruhigung ausgelöst. Man könne, so heißt es in dem Telegramm des „Matin", zur Beruhigung der öffentlichen Meinung Frankreichs sagen, ohne zu befürchten, dementiert zu werden, daß die Heeresleitung Frankreichs die Gelegenheit nicht verfehlt hat, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Einerseits werde die Ausbildung der kürzlich bei ihren Truppenteilen eingetroffenen R e - fruten in Elsaß-Lothringen in diesem Jahre besonders eifrig betrieben, andererseits seien sowohl bei den Stäben der Armeekorps von Metz und bei dem 20. Armeekorps in Nancy alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen. wären, jeden Putsch und jeden Druck zu verhindern, würde ihr gemeinsamer Wille platonisch bleiben, wenn er sich nicht in dem einzigen wirksamen Werkzeug verkörpern würde, daß, wie vertraglich vorgesehen, in zweckmäßiger Weise eingreifen könnte, nämlich in dem französischen Heer. Im Falle von Gewalttätigkeiten würde das Saarproblem, selbst wenn es diplomatisch zwischen Europa und Deutschland aufgerollt werden würde, militärisch doch zwischen Frankreich und Deutschland aufgerollt werden. Um wirksam einzugreifen, dürften daher bie französischen Truppen nicht ben internationalen Auftrag abwarten. Eine Frage an England. Unter ber Überschrift „Spiel mit bem Feuer" schreibt bie Deutsche Diplomatische Korresponbenz u. ä.: Wenn bie These bes englischen Staatsmannes B a l b w i n richtig ist, baß bie englischen Interessen am Rhein zu oerteibigen finb, bann fragt man sich, w o für Englanb bie Grenzen finb, innerhalb bereu es eine Bebrohung bes europäischen Friebens nicht b u l • ben würbe. Frankreich soll bie englische Zu - stimmung zu einem Einmarsch französischer Truppen ins Saargebiet erbeten haben, falls bie Regierungskommiffion bes Saargebietes einen ber- artigen Wunsch ausbrückt. Eine Besetzung bes Saargebietes burch franzöfche Truppen, unter welchem Vorwanbe auch immer, wäre eine Herausforderung nicht nur Deutschland unb eine Vergewaltigung eines Abstimmungsgebietes, bas unter ber Treu- häuberschaft des Völkerbundes steht. Die Disziplin ber Saarbevölkerung hat sich trotz aller Provokationen ber ihr Asylrecht mißbrauchenben (Emigranten bewährt, unb es ist für sie eine neue kränkenbe Zumutung, daß fie unter d i e Kontrolle einer militärischen Macht gestellt werden soll, deren einseitige Sympathien für niemand zweifelhaft fein können. Schon bas Spiel mit bem Gebanken einer berartigen Aktion sollte daher von ber gesamten Weltöffentlichkeit a u f bas schärfste zurückgewiesen werden. Die Verantwortung für biese äußerste Belastungsprobe, bie nur bazu geeignet ist, Europa in die Zeiten und Spannungen bes Ruhreinmarsches zurückzuwerfen, muß auf diejenigen zurückfallen, bie sie b u l b e n. beres als ein Versuchsballon qsmefen finb. Es stellt daß Deutschland einen tzand streich auf fi* heraus, baft Frankreichs Botschafter das Saargebiet unternimm , ber franzt> - Winbrichtung festzustellen ober bei biefer Gelegenheit schon auf gewisse anbere Himmelserscheinungen aufmerksam zu machen, bie in nächster ober fernerer Zeit eine Bebeutung spielen werben. So auf- gefaßt kommt gewissen Blättermelbungen ber letzten Zeit eine erhöhte Bedeutung zu, die von „notwendigen Vorsichtsmaßregeln" Frankreichs im Saargebiet sprachen, oder die darauf Hinweisen, daß am ehesten bie Armee geeignet fei, bie „Sicherheit ber Abstimmung" unb ben „Schutz bes Saarvolkes vor bem beutschen Terror" zu garantieren. Auch Marschall Petain hat es bei seiner letzten Aufrüstungsrebe vor bem Finanzausschuß ber Kammer nicht daran fehlen lassen, als Begründung für die Ausweitung des Heeresetats und für die Verlängerung der Militärdienstpflicht auf drei Jahre die Möglichkeit gewisser „Verwicklungen im Zusammenhang mit der Saarabstimmung" anzudeuten; ein Gesichtspunkt, der darauf schließen läßt, daß Frankreich den mit Sicherheit zu erwartenden deutschen Abstimmungssieg mit Waffengewalt zunichte machen möchte. Diese geradezu ungeheuerliche Vermutung wird bestärkt durch gewisse Vorgänge ber letzten Tage, die unzweifelhaft damit in Zusammenhang stehen und die darauf Hinweisen, daß tatsächlich die dama- in London Sondierungen angestellt hat für ben H f ch,e $ ®ebiet bebrofyen tonnte. Neuere —...... - • Nachrichten wiesen auf bie Möglichkeit eines Hanb- satzung fein. Als bas Rheinlanb noch besetzt war, ift allerdings einmal vereinbart worben, baß französische Truppen zur Sicherung ber A n - marschlinien für bie Besatzungstruppen im ^Rheinland im Saargebiet verwenbet werben können; aber es gibt heute keine Besatzungstruppen mehr am Rhein, so baß es folgerichtig auch kein Recht für Frankreich mehr gibt, , .... u- -- ........ auch nur einen bewaffneten Franzosen in bas Polizeimahnahmen, bie Einsetzung französischer 'Saargebiet einmarschieren zu lassen. Streitkräfte nntia marhen formten nur in Aus - Das würbe sich auch nicht mit bem Vertrag von Locarno vereinbaren lassen, der Englanb iverpflichtet, auch die deutschen Grenzen im Westen .zu schützen. Das Saargebiet gehört noch immer zu Deutschland, wird nach dem 13. Januar 1935 aber «auch in aller Form wieder Deutschland eingegliedert iwerden müssen. Es gibt doch genug Leute in Eng- -------m---------- —----------- -..... . lland, die alle völkerrechtlichen Fragen, die irgend- des Völkerbundes für bie Aufrechterhaltung Der rwie mit bem Saargebiet unb mit ber Saarabstirn-, Orbnung unb „unter allen Umftänben für ben enung in Derbinbung stehen, sehr grünblich kennen.' Schutz ber Personen und des (Eigentums im Saar« Bisher ist von dieser Seite noch kein Einspruch gebiet" verantwortlich ist." gegen den ungeheuerlichen Vorschlag erhoben wor- 'A~~ v Eben, daß es Herrn Knox gestattet sein soll, fran- gosische Truppen zum Beistand herbeizurufen. Die Saarbevölkerung will nichts von Frankreich wissen, wi. xjvc a/iunnet m ,------ •--/ damit sollte sich Frankreich doch endlich abfinden, auf Handstreiche und Putsche. Derartige „Mano- Das Saargebiet gehört völkerrechtlich zu Deutsch- ver" könnten kaum dazu führen, bie anberen tan- Tanb, so baß, wenn Knox ben Versuch machen will, ber in bie Irre zu führen. B.a r thou habe am wirklich einmal unparteiisch unb gerecht zu sein, 27. September in Genf ausbrücklich crJ!. --uppen überhaupt nicht in Frage reich lege keinen Wert barauf, selbst für Die Ordnung im Saargebiet sorgen zu wollen, wenn Die in (Englanb eingetreten sein muß. Schon ber Gebaute, ausgerechnet bie Gegenpartei, also Frankreich, mit ber Besetzung bes beutschen Saarlanbes zu „betrauen", ist so auf- regenb unb empörenb, baß kein Wort zur Geiße-. ------- .... lung biefer nieberträchtigen Umtriebe zuviel ist., Das Blatt verlangt, baß bie französischen Grenz- Man kennt bie spitzfinbigen juristischen Haarspalte- truppen gar nicht er ft ben intern atio- reien ber politischen Rechtsanwälte, mit benen sich snale n A u f t^r a g a b w a r t e^n ^sollen.^^Selbst alles, beweisen unb abstreiten läßt; man kennt bie..... *,f' ™ ' Bereitungen getroffen werden müßten, und nach der anderen solle Herr Knox vor der schrecklichen Gefahr stehen, daß sich nationalsozialistische Organisationen „aufrührerisch betätigen". Es ist nicht notwendig zu betonen, daß eine Variation s o verrückt ist wieBie andere, daß Deutschland, das weiß, daß das Saarvolk geschlossen für die Rückkehr in seine alleinige deutsche Heimat stimmen wird, keine Ursache zu irgendeinem Gewalt st reich hat. Dieser Wunsch könnte höchstens dort gehegt werden, wo der Abstimmung als der kommenden Aufdeckung einer 15jährigen Lüge mit gewisser Sorge entgegengesehen wird. Und damit werden die französischen militärischen Maßnahmen, die die alleinige Tatsache der Pariser Meldungen bleiben, zum Anlaß einer sehr e r n ft e n Beunruhigung, wobei wir allerdings hoffen, daß in den anderen Hauptstädten Europas bekannt wird, welches gefährliche Spiel Frankreich wieder einmal treibt Die „Germania" schreibt: Unruhen und Wirren wollen nur diejenigen in das Saargebiet Ym- eintragen, die ein Interesse daran haben. Das Recht in ein Unrechten v e r k e h r e n, und diese Elemente stehen im Lager und im Solde Frankreichs. Die militärischen Vorbereitungen zum angeblichen Schutz des Saargebietes sind eine Drohung, die selbst wieder Unruhe stiftet, damit jene Elemente im Trüben fischen können. Der Grundsatz, daß die Drohung mit den Waffen, der Krieg die ultima r a 11 o zur Wahrung des bedrohten Rechtes eines Volkes sei, wird hier ins Gegenteil verkehrt Denn hier wird zur ultima ratio gegriffen, um sie gegen das heilige Recht des Saarvolkes zu kehren. Em empörendes Urteil Oer Kriegsblinde Saarländer Rathke nach Lothringen gelockt und dort zu iVz Zähren Gefängnis verurteilt. Was tut die Regierungs- kommission? Saarbrücken. 31. Oki. (DRV.) vor dem Melzer Appellationsgericht wurde in dem sog. Röchling-Spionageprozeh das Urteil gefällt. Danach erhält der kriegsblinde Leiter der Röchlingschen Vetriebspolizei Rathke 2ll2 Jahre Gefängnis, Frischmann 3 Jahre, Balte 2*/a Jahre, Lihenburger 2'/- Jahre und Rupp 5 Jahre Gefängnis. Die beiden letzteren wurden in Abwesenheit verurteilt. Außerdem wurde auf Geldstrafe bis zu 1000 Franken und 10 bis 20 Jahre Landesverweisung erkannt. Dieses ungeheuerliche Urteil hat i m ganzen Saargebiet lebhafte Empörung hervor- gerufen. Noch steht allerwärts in Erinnerung, wie es überhaupt zuwege kam, daß Rathke auf französischem Boden fest genommen wurde. Durch ein fingiertes Telegramm hatte die französische politische Polizei Rathke aus dem Saargebiet nach einem lothringischen Grenzort gelockt, wo er sofort mit einem Begleiter wegen angeblicher Spionage verhaftet wurde. Der erhobene Verdacht wurde durch die Verhandlungen vor dem Metzer Gericht in keiner Weise erwiesen, da sich der Angeklagte überhaupt nie mit Spionage beschäftigt hatte. Allerdings unterhält die Firma Röchling in Völklingen ein politisches Büro, das sich mit den das Saargebiet betreffenden Fragen beschäftigt. Dieses Büro und ebensowenig der jetzt verurteilte kriegsblinde Rathke haben jedoch nie etwas mit Spionage zu tun gehabt. Den französischen Stellen kam es offenbar lediglich darauf an, unter bewußter Unterstellung falscher Tatsachen ein Exempel zu st a t u i e r e n , das an die schlimmsten Zeiten französischer Kriegsgerichte erinnert. Nach dieser willkürlichen Rechtsauffassung könnte also in Zukunst kein Saardeutscher mehr ungefährdet französischen Boden betreten, da m der einen oder anderen Richtung sich unvermeidlich jeder Saarländer in dem augenblicklichen Stadium der Abstimmungsoorbereitungen für den Abstimmungskampf einsetzt. Die Verurteilung Rathkes läuft überdies auf einen glatten Bruch des f 0 g. Garantie- abkommens vom Juni d. I. hinaus. In diesem haben sich in Genf die Regierungen Frankreichs und Deutschlands feierlich verpflichtet, sich jeder strafrechtlichen Verfolgung eines ab- stimmungsberechtigten Saarländers wegen der von ihm eingenommenen politischen Betätigung während der Abstimmungszeit z u enthalten. Das vorliegende französische Terror- urteil ist geradezu eine Verhöhnung dieser feierlich eingegangenen Verpflichtung. Bis jetzt hat die R e> gierungskornmission des Saargebietes noch nichts unternommen. Man mag ihr vielleicht zugute halten, daß sie bisher nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen wollte. Jetzt, nach der Urteilsverkündung, muß jedoch von ihr erwartet werden, daß sie gegen dieses Urteil, das Saardeutsche einzig und allein wegen ihrer vaterländischen Haltung im Saar- kamps zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, unter Berufung auf das Genfer Garantieabkommen Einspruch erhebt. Gchulgemeinde statt Elternbeirat. Zusammenwirken von Elternschaft/ Lehrerschaft und Hitlerjugend. Dmtlang der Erziehung. Ein Erlaß des Reichserziehungsministers. Berlin, 31. DEL (DRV.) Das Verhältnis zwischen Elternschaft, Schule und Hitlerjugend, soweit deren Angehörige Schüler sind, wird durch einen Erlaß des Reichserziehungsministers Rust neu geregelt: Statt des Elternbeirates wird die „S ch u l- aemeinde" eingeführt, die sich aus sämtlichen Lehrern der Schule, aus den Eltern der Schüler und aus den Beauftragten der HI. zusammensetzt. Führer der Schulgemeinde ist der jeweilige Schulleiter. Er beruft zu seiner Unterstützung in der Schulgemeinde — je nach der Größe der Anstalt — zwei bis fünf „Iugendwalter" aus d e n Kreisen der Eltern und Lehrer. Im Einvernehmen mit dem zuständigen Gebietsführer der Hitlerjugend wird in diesen Kreis der „Jugendwalter" auch ein HI. - Führer entsandt. In dem Erlaß heißt es u. a.: Wenngleich Elternhaus, Schule und Hitlerjugend, jede für sich, auch besondere Erziehungs-Aufgaben in eigener Verantwortlichkeit haben, so tragen doch alle gemeinsam die Verantwortung für das Gelingen des G e s a m t w e r k e s der Erziehung, also auch für die Einrichtungen erziehlicher Art, an denen sie nicht unmittelbar beteiligt sind. Alles Mühen um das erziehliche Wollen in den verschiedenen Gruppen der Erzieher erfüllt seinen Sinn doch nur dann, wenn es sich bewußt wird, daß es nur Teilschaffen im Gesamtjugenderziehungsplan des Staates ist. Aus dieser Begründung heraus hat auch der Reichsjugendführer der NSDAP, seine Zustimmung für die Entsendung von HJ.-Führem bzw. BdM.-Führerinnen in den Kreis der Jugendwalter gegeben. In den dem Erlaß beigegebenen Richtlinien werden die Aufgaben der Schulgemeinde folgendermaßen Umrissen: Die Erziehungsziele des neuen Staates sind darzustellen und dem Verständnis der Allgemeinheit zu erschließen. Hier sind staatliche Familienfürsorge, Rassefragen, Erblehre, Erbgesundheitspflege, Körperzucht, Arbeitsdienst und Jugendbund zu behandeln! Die freiwillige Mithilfe bei der Verbesserung von Schuleinrichtungen ist zu fördern! Durch Veranstaltungen wie Vortrags- und Lichtbildabende, Schulausstellung, Sportfeste, Schul- und Volksfeiern, Wanderungen, ist die Gemeinschaft aller Erziehungsbeteiligten äu pflegen. Erziehungs- kundliche Fragen sollen in Der Schulgemeinde besprochen und mit Verständnis nahegebracht werden. Dabei ist kein Tätigkeitsfeld ausgeschlossen, das dem Gedeihen der völkischen Erziehung in Haus, Schule und Jugendbund Dienen kann. Die Juaend- w alter werden zu Schuljahresbeginn auf ein Jahr bestellt. Vor ihrer Berufung wird der zuständige Drtsgruppenleiter Der NSDAP, gehört. * Solange die Menschheit lebt, spielt die Erziehung in ihrein Dasein eine große Rolle. Die Form der Erziehung des Nachwuchses hat im Laufe Der Jahrhunderte und Jahrtausende ständig gewechselt, lieber» lebtes wurde fallen gelassen, Neues und Unentbehrliches trat hinzu, bis auch hier wieder die Gegen- wart gebieterisch die Beseitigung veralteter Erziehungsmethoden erheischte. Wandelten sich die Aeuher- lichkeiten der Erziehung, änderte sich auch mitunter der materielle Untergrund, so blieb doch stets bei uns oft leider nur unbewußt, der Grundgedanke erhalten, daß in der Erziehung des Nachwuchses das Schicksal der Nation verankert ist. Eine neue Zeit ist angebrochen, ein Geist beseelt unser Volk. Damit ist auch der Erziehung eine feste Dahn bereitet worden, ohne daß nun die Erziehungs- Methoden erstarren und verknöchern sollen. Gerade das will Der Reichserziehungsminister Rust mit seinem Erlaß über die Schulgemeinde — Elternhaus, Lehrerschaft und Hitlerjugend — Derrn eitien, Die an Die Stelle Des Elternbeirates tritt. Soll das Werk gelingen und Die Erziehung lebendig bleiben, Dann muß Dieses Dreigespann harmo- nisch Zusammenwirken. Ein Unglück wäre es, wenn alle Drei glaubten, sich gegenseitig im Erzieherischen Den Rang ab laufen zu müssen. Der Leidtragende wäre doch nur der Nachwuchs, das Nachsehen hätte die Nation. Zwar sind Die Erziehungsaufgaben umrissen, aber nun müssen auch Die Er- ziehungsberechtigten voller Weisheit und Klugheit zu Werke gehen. Denn sie haben die Heranwachsende Generation zu formen, daß sie zurn f e st e n Grundstein für die Nation wird, damit unser Volk niemals wieder irgendwelchen Gefahren ausgesetzt wird, wie sie in Der Vergangenheit mehr als einmal grabe auf Dem Gebiet Der Erziehung hervorgerufen wurden. Der Trierer Philologentag. Trier, 31. Dkt. (DNB.) Am Dienstag wurden Die Arbeitssitzungen Der Generalversammlung Der deutschen Philologen und Schulmänner fortgesetzt. Besonders stark beachtet wurden die Vorträge in Der Fachgruppe Geschichte, in der Privatdozent Dr. L i n tz e l - Halle über „Die Eroberung Sachsens durch Karl den Großen" und Prof. Dr. Hofmeister (Braunschweig) über „Germanenkunde und nationale Bildung" sprachen. Der erste Vortrag versuchte, dem historischen Widerstreit zwischen dem Frankenkönig und dem großen Sachsensührer Widukind gerecht zu werden und die Begebenheiten um die Eroberung des Sachsenlandes durch die Franken geschichtswissenschaftlich zu klären. Dr. Lintzel schilderte Den Kampf um Sachsen als den Kampf Des Sachsenvolkes gegen Den Verrat Des ADels, Der sich um machtpolitischer Ziele willen Dem Frankenkönig zugewandt hat. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache In Der Abteilung für Sprache und Vorgeschichte kamen zu Wort Dr. Schmitt (Rostock) über das Thema „Volker, Staaten und Sprachen in der europäischen Geschichte", Dr. Schmidt- Rohr (Frankfurt) über das Thema „Sprachenkampf im Völkerleben" und Dr. Steche (Berlin) über „Wirkungen der Sprache im Volksganzen". Diese drei Vorträge ergänzten sich überaus glücklich. Sie wurden in der Nachmittagssitzung zu einer gewissen Abrundung geführt durch die Ausführungen von Professor Weisgerber (Heidelberg) über „Sprachforfchung und Volkswissenschaft". In dieser allgemeinen Sitzung sprach ferner Prof. Schoeff- l e r (Köln) über englische Sportentwicklung als Ausdruck der Volksart In den Sitzungen der Fachgruppen Erdkunde und Biologie sprachen Prof. Metz (Erlangen) über Landeskunde und Volkskunde, Privatdozent Dr. Overbeck (Aachen) über Standortfragen der Saarwirtschaft, Prof S ch r e p s e r (Frankfurt) über das Rhein-Main-Gebiet als Verkehrs- und Wirtschaftsraum sowie Dr. Krau (Köln) über die Industriegebiete Frankreichs. Die Fragen des biologischen Denkens im Unterricht behandelte Privatdozent Dr. H e i d e r rn a n n s (Bonn), während Prof. Reichenfperger (Bonn) das gegenwärtige aktuelle Problem der Naturschutz-Denkmalspflege aufzeigte. Vom schöpferischen Handwerk. Bereitet den Boden für die Wiedererweckung einer echten Volkskunst! Don Dipl.-Zng. Dr. Wilhelm Völler. VI. Guter Sinn in schöner Form Und nun endlich zum wertvoll-schönen Gegen- stand. . ... Es ist ganz natürlich, daß wir uns erst so spat noch einmal ihm zuwenden. Denn Die Hauptsache ist er nicht. Die Hauptsache ist Der Mensch. Ihm Dient er unD hat nur Wert, soweit er ihm Dient. Dies ist ein uralter Wesenszug Der Deutschen, Daß sie Die Dinge in ihrer Dinglich-greifbaren Gestalt nie über Gebühr geschätzt haben. Nicht was ein Ding i st, sonDern was es b e d e u t e t, Darauf kommt es ihnen an. Daher bleibt ihnen ein Gegen- ftanD, Der roeDer zum Beschauer noch zur Umwelt Zusammenhänge aufweist, tot und stumm, auch wenn er äußerlich schön unD linienrein erscheint. Heute roirD gegen Diese Deutsche Einstellung schwer gefünDigt, unD zwar geraDe Dort, wo sich Kunst unD Handwerk gesellen. Vielem eifrigen künstlerischen Streben blieb Der Erfolg versagt, weil es sich in formaler Schönheit erschöpfte. Man soll gewiß nach schönstmöglichen Linien unD Ornamenten suchen. Aber sie sinD Hilfsmittel künstlerischen AusDrucks. Das eigentliche Ziel sinD sie nicht. Wer im Ornamentalismus stecken bleibt, roirD auf Die Dauer in Deutschen Herzen feinen Widerhall finden. Dergleichen enDet zuletzt beim Kubismus ober beim Schnörkelstil. Man werfe nur einmal einen Blick auf kunstgewerbliche Auslagen. Auf Schritt unD Tritt Verirrungen ins Wesenlose. Auch Dies eine Auswirkung Des „M a f ch i n e n- zeitakter 5". Die Maschine braucht Ornamentik für ih^ss Schablonen. Sehr rasch entarten Dabei Die ursprünglich sinnvollen Ornamente zu inhaltlosen „Verzierungen". Man fabriziert Den Nutzgegenstand unD klebt ein wenig „Geschmack" Daran. Schaurig ist Die MethoDe. Man gebe endlich Der Maschine, was Der Maschine ist, unD Dem Menschen, was seiner menschlichschöpferischen Art entspricht! Auch vor Dem Maschinenzeitalter, Das wir ab etwa 1830 Datieren können, ist Die Entartung Des Sinnschaffens zum Formschaffen festzustellen. Im allgemeinen hat Das Mittelalter in reichem Maße Die Fähigkeit bewahrt, Dem Ge- Danfen unD Der Weltanschauung in Der Form Aus- Druck zu verleihen. Die reinsten Zeugnisse Dieser Fähigkeit sinD uns aber aus Der germanischen Vergangenheit überliefert. Diese Vergangenheit, Die lange verschüttet war, beginnt sich uns heute wieder zu erschließen, und wir haben allen Grund, uns eingehend mit ihr zu beschäftigen. Denn dort finden wir Den Einklang von Gotteserkenntnis und Alltag, von Kunst, Gewerbe und Wissen, um Den wir heute in heißem Bemühen ringen. Wenn unser germanischer Vorfahr handwerklich Meisterhaftes schuf — — man Denke nur an Die uns erhaltenen wunderbaren Schnitzwerke des Ose- berg-Fundes, den Goldschmuck von Hiddensö, die Schmiedekunst der aufgefundenen Waffen, die Steinmetzarbeit am Bildstein von Hornhausen--so lag es daran, daß er nicht willkürlich Schmucklinien ersann, sondern in stilisierter abwechslungsreicher Form Grundgedanken feiner Weltan» schauung zur Darstellung brachte. Er sprach durch seine Werke so, wie nach seiner Anschauung Allvater durch Die Erscheinungen Dieser Welt seinem Schöpferwesen AusDruck verlieh; unD er legte in seine Werke Die ganze Vielfalt seines Wesens, f0 Daß ein anDerer, je nach seiner Art, vielfältiges Daraus entnehmen konnte. Der Germane erkannte am innerlichsten vielleicht von allen Völkern Die Übereinstimmungen unD Gleichartigkeiten Der großen ErDenwelt mit Der kleinen Eigenwelt. So war ihm Die eigene Seele ein getreues SpiegelbilD Des sternenweiten Himmels unD umgekehrt Das feurige Himmelsgeftirn WiederbilD seines eigenen lebendigen Willens. Er erkannte in Den Mitwesen Das Ich Der Gleichartigkeit unD Damit Die TausenDfältigkeit Der Beziehungen unter Den Dingen. Der gegebene AusDruck Dieser Erkenntnis vom Zusammenhang unD Der Verbunden- heit aller Dinge ist Das von germanischen Meistern bevorzugte S ch I i n g m u ft e r, in Das sie mit einem von uralter Ueberlieferung zeugenden Geschick Sinnbilder, Zeichen und Darstellungen verwoben. Alles ist Rune, Das heißt reDenDes Sinn- bilD, auch Die wirklichen Erscheinungen, auch Die sogenannten Götter, Die erst eine fremDe mißver- stehenDe Zeit in Götzen umDichtete oDer Durch Heilige ersetzte. Auch in Der Wahl Der Farben verfuhr Der Germane - nicht willkürlich. Auch Die Farben waren „Runen", Die jeDe in ihrer Art und Anwendung einer besonderen Gedankenreihe Ausdruck verlieh. Es wäre nun gänzlich falsch, wollten wir durch die mechanische Nachahmung altgermanischer Kunst- formen versuchen, ein neues Zeitalter künstlerischer Lebensgestaltung heraufzuführen. Denn diese Nachahmung bliebe ein totes, stilwidriges Ding. Die alten Kunstformen, fo sehr sie in einzelnen Grundteilen brauchbar sind, würden uns anstehen, wie Dem Bub Des Vaters alte Staatskleiber. JeDe Zeit ist von Der vorangehenDen verschie- Den unD verlangt Daher im künstlerischen AusDruck neue, i h r angemessene Formen. Was wir uns Dagegen aus Der Vergangenheit zu eigen machen müssen, ist Das sinnvolle © e ft alten aus Dem eigenen We11bi 1D heraus. Ansätze Dazu finDen wir auch heute allerorten, aber vielfach noch gepaart mit einer eckigen, gekünstelten Manier. Es kommt einem oft Der Ge- Danke, als meinten Die BilDner, ein Ding müsse e n t ro e D e r sinnvoll 0 D e r schön sein. Die Mei- sterschast unserer germanischen Vorfahren bestand aber geraDe Darin, Daß sie Den guten Sinn in Die schöne Form zu fleiben wußten. Es ist an Der Zeit, ihnen Darin nachzueifern! Damit sinD wir am Ende unD können Doch nur sagen, Daß wir am Anfang stehen. Was wir vorhaben, ist eine Aufgabe, Die wir an Die kommenDen Geschlechter forterben müssen, zu Dem wir selbst nicht viel mehr als den Grundstein der Erkenntnis legen werden. Als Ganzes gesehen ein Teilausschnitt aus dem Wollen eines Volkes, das in Auflehnung gegen gleichgültiges Dahindämmern und fremden Ungeist sich einen neuen großen und beseelenden Lebensausdruck schafft. Der Hausbefitz in der Volkswirtschaft. Die Stuttgarter Kundgebung des deutschen Haus-! und Grundbesitzes, war nicht mit den Tagungen der Jnteressenverbände in früheren Zeiten zu vergleichen. Der Vermieter hat erkannt, daß er seine wirtschaftlichen Interessen im nationalsozialistischen Staate nicht im Kampfe mit der Mieterschaft fördern kann. Die Mieter aber haben aufgehört, im Hausbesitzer den Ausbeuter und Klassenfeind zu erblicken. Der neue Geist, Der auch Das Verhältnis zwischen Mieter unD Vermieter zu durchDringen begonnen hat, kommt am deutlichsten in Dem neuen Einheitsrnietoertrage zum AusDruck. Er ist nicht mehr einseitig Diktiert roorDen, sondern stellt Das Ergebnis einer zwischen der Organisation des Hausbesitzes und Der Vertretung d 7- Mieter auf Dem Wege Der Verhandlung zwischen Gleichberechtigten zustande gekommenen Vereinbarung dar. In diesem Einheitsrnietoertrage wird der Versuch gemacht, Vermieter und Mieter unter Dem Gedanken sozialer Gemeinschaftsaedanken zusammenzu- führen und alle früheren Gegensätze auszu- schalten. Man kann das Verhältnis, das zwischen Vermieter und Mieter besteht, am besten als das einer Hausgemeinschaft kennzeichnen, ebenso wie Das zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer nur unter Dem Gesichtswinkel einer Arbeitsgemeinschaft richtig betrachtet unD geordnet roerDen kann. Es kommt also hier wie Dort Darauf an, Daß Die gemeinsamen Interessen in Den VorDergrund gerückt, Die gegensätzlichen aber überbrückt unD durch eine Verständigung auf mittlerer Linie überrounDen werden. Vermieter und Mieter müssen miteinander leben und daher auch miteinander auskommen. Das ist aber nur möglich, wenn sie Die nötige Rücksicht aufeinanDer nehmen. Der Hausbesitzer, Der sich weigert, kinDerreiche Familien bei sich aufzunehmen, handelt unsozial und begeht eine Verfehlung gegen Den Gedanken Der Volksgemeinschaft. AnDerseits ist aber auch Der Mieter verpflichtet, sich in Die Hausgemeinschaft einzuordnen und seine Kinder so zu erziehen, daß sie auf Die berechtigten Interessen Des Hauseigentümers unD nicht zuletzt auch auf Die Der Mitbewohner Die erforderliche Rücksicht nehmen. Wo Mieter und Vermieter von diesem Geiste Der Volksgemeinschaft unD Der Verträglichkeit Durchdrungen sind, da kann es ein Kampfverhältnis Zwischen Vermieter und Mieter nicht mehr geben. Man könnte unter diesen Umständen vielleicht Die Frage aufwerfen, warum es, wenn alle Streitig- feiten unD Gegensätzlichkeiten in Dem Verhältnis Zwischen Mieter unD Vermieter ausgeschaltet sinD, überhaupt noch einer befonderen Organisation Des Hausbesitzes unD einer Hausbesitzer-Kundgebung bedürfe. Die Aufgaben und Ziele einer solchen Kundgebung liegen heute in der Tat nicht mehr auf dem Gebiete der Wahrnehmung einseitiger Gruppen- Interessen. Sie sind vielmehr in erster Linie wirt- schaftlicher Art. Der Haus- und Grundbesitz ist ein wichtiger Teil des deutschen Volks- vermögens, der unter der Auswirkung marri- siischer Klassenkampfgedanken und unter der Mißwirtschaft früherer Regierungen mit am meisten gelitten hat. Welche Werte hier mutwillig oder leicht- sinnig zerstört morden sind, geht am deutlichsten aus der Tatsache hervor, daß Der Wert des ftädti- schen Hausbesitzes tor dem Kriege auf 100 Milliarden Mark veranschlagt wurde, während er heute nur auf etwa ein Drittel dieser Summe geschätzt roirD. Geht es aber etwa DaDurch, Daß Der Haus- unD GrunDbesitzer wirtschaftlich an Den Rand Des Ruins gebracht wurDe, Den Mietern besser? Das Gegenteil ist auf GrunD Der Erfahrungen Der letzten 15 Jahre leicht festzustellen. Durch Die steuerliche Ueberlastung Des Hausbesitzes wurden zwei Drittel Der Mieteingänge weggesteuert. Nach einer lehrreichen statistischen Aufstellung Des Staatssekretärs FeDer stanDen in Den letzten Jahren einer Gesamteinnahme Des Hausbesitzes aus Den Mieten in Höhe von 3,7 bis 4 MilliarDen Mark Steuern von 2,4 MilliarDen, sonstige öffentliche Lasten von 0,33 unD Hypothekenzinsoerpflichtungen von 0,72 MilliarDen Mark gegenüber. Ein Ueberschuß für Den Hausbesitzer zur Deckung Der Verwaltungs- unD JnftanDsetzungs- kosten unD zur Vornahme Der erforderlichen Abschreibungen blieb also kaum mehr übrig oder er war zum minbeften völlig ungenügend. Was aber war b t e Folge bes Niedergangs bes städtischen Hausbesitzes für bie große Masse ber Mieter und Arbeitnehmer? Der Hausbesitzer konnte keine Jnstanbsetzungsarbeiten mehr vornehmen, ohne sich in immer größere Schukben zu verstricken. Die Neubautätigkeit kam, soweit sie nicht burch öffentliche Zuschüsse finanziert wurde, völlig zum S t i 11 st a n b. Die Folgen ber ungeheuren Arbeitslosigkeit hatten bie Arbeitnehmer zu tragen, bie doch in ihrer erdrückenden Mehrzahl Mieter sind. Was an dem Hausbesitz gesündigt wurde, das mußten die Mieter als A r - beiterund Ange st eilte in Gestalt einer noch nie dagewesenen Massenarbeitslosigkeit auf sich nehmen. Schließlich mußte dann der nationalsozialistische Staat durch Bauförderung, Siedlungssinanzierung und Gebäude-Jnstandsetzungszuschüfse den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit finanzieren. Was Der Nationalsozialismus Durch Staatshilfe begonnen hat, Das muh Der Hausbesitz nun Durch eigen' Initiative unD Selbsthilfe fvrtführen. Der wirtschaftliche WieDeraufbau Des Deutschen Haus- unD GrunDbesitzes roirD Daher Der Gegen« stanD Der Stuttgarter Tagung Des Hausbesitzes sein müssen. Die FunDamente sind gelegt: Der Haus- besitz ist steuerlich entlastet und wirtschaftlich ge« fördert. Die Interessengemeinschaft zwischen Vermietern und Mietern ist hergestellt. Es gilt nun, sie zu pflegen und weiter auszubauen. Der deutsche Hausbesitz ist als ein wichtiges Glied der Volkswirtschaft anerkannt und gewürdigt. Er wirb nun an bie Arbeit gehen, um ben Wiederaufbau der eigenen Wirtschaft und den ber Gesamtwirtschaft vollenben zu helfen. Zuchthaus für einen Schädling am Winterhilfswerk. W e f e r m ü n b e , 31. Oft. (DNB.) Vor der Großen Strafkammer hatte sich ber Kreisorganisationsleiter ber NSV. Stabtkreis Weser- münbe Richarb Henn zu verantworten. Henn hatte sich baburd) bereichert, baß er für eine Lieferung von sieben Tonnen Heringen an bie NSV. bes Landkreises Wesermünbe 210 Mark einnahm, roährenv er selbst für diese Heringe nur 154 Mark zu zahlen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 1 Vk Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere fünf Tage Zuchthaus. Außerdem hat Henn die Kosten des Verfahrens zu tragen. Landesverräter erhalten die Todesstrafe. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Die I u st i z p r e f fest e l l e teilt mit: Vor dem Dritten Senat des Volksgerichts hatten sich in letzter Zeit wiederholt Angeklagte zu verantworten gehabt, denen Landes- verratzugunsten auswärtiger Mächte zur Last gelegt war. Da es sich bei landesverräterischen Straftaten um die s ch w e r st e n und o e r- abscheuungswürdigsten Angriffe gegen den Bestand des Staates und des Gesamtlebens der Nation handelt, find in allen diesen Fällen vom Volksgerichtshof harte Strafen verhängt worden. Mehrere Angeklagte sind zum Tode verurteilt, in anderen Fällen sind Zuchthaus st rasen bis zu 15 Jahren verhängt worden. Nur in zwei besonders milde ge- lagerten Fällen sind Angeklagte mit Gefängnisstrafen davongekommen. Heroorzuheben ist aber, daß alle diese Urteile noch unter Amvendung der alten Gefetzesvor- schriften ergangen sind, da sämtliche bisher vor dem Volksgerichtshof zur Aburteilung gelangenden Straf- taten des Landesverrats vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften des Straf- rechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 begangen find. Dieses Gesetz sieht bekanntlich bei Landesverrat grundsätzlich nur die Todes- st r a f e vor. Es ist seit dem 2. Mai 1934 in Geltung. Seit dieser Zeit wird sich daher jeder Deutsche, der fein Vaterland verrät und sich damit außerhalb der Volksgemeinschaft stellt, dessen bewußt sein müssen, daß er in dieser Volksgemeinschaft nicht weiter geduldet werden kann und durch seine Tat seinen Kopf verwirkt hat. Nur ein solches schonungsloses Vorgehen gegen Landesverräter entspricht auch nationalsozialistischer Rechtsauffassung und dem gesunden Volksempsinden. GA-Gruppenführerappell in Berlin. Grundsätzliche Ausführungen des Führers. Berlin, 31. Off. (DNB.) Die RSK. berichlet: Am Mittwochnachmillag begann in Berlin in Anwesenheit des Führers ein Gruppenführerappell der S A., der am Donnerstag feine Fortsetzung finden wird. Der Chef des Stabes Luhe begrüßte den Führer und brachte in seiner einleitenden Ansprache zum Ausdruck, daß die Eröffnung des Appells durch den Führer ein Symbol dafür sei, daß das Dort des Führers Befehl für die SA. fei, daß die SA: nur einen Führer kenne und allein in feinem (Seifte arbeite. Der Führer umriß dann in klaren und eindrucksvollen Ausführungen das große und verantwortungsvolle Aufgabengebiet der SA. im Rahmen der umfassenden nationalpolitlschen Erziehungsarbeit am deutschen Volke. Die zum Appell in Berlin versammelten SA.-Gruppenführer waren am Abend Gäste des Führers in der Reichskanzlei. Der neue österreichische Staatsrat. Ueberwiegen ter Christlich-Sozialen. Wien, 1. Nov. (DNB.) Amtlich werden die ! Listen der auf Vorschlag der Bundesregierung vom !Bundespräsidenten ernannten Mitglieder der'Ver- tt r e t u n g s k ö r p e r der neuen Verfas- Isung, des Staatsrates, des Kulturrates und des : Wirtschaftsrates veröffentlicht. Unter den Namen üdes Staatsrates fällt vor allem auf, daß der ehe- i malige Obmann der Wiener Christlich-Sozialen lLeopold Kunsch a k, der bekannt durch scharfe An- |griffe auf die Heimwehr wurde, trotz des Wider- jstandes der Heimwehrkreise seinen Einzug in den iStaatsrat gehalten hat. Von sonstigen Christlich- Bozialen der alten Parteigarde findet man die Nonnen V a u g o i n und Dr. Kienböck. Die jüngere Michtung ist u. a. durch den Generalsekretär der Waterländischen Front Oberst Adam vertreten. £Der Heimatschutz ist weniger stark vertreten wls man ursprünglich erwartete. Ein ausgesprochener Arbeitervertreter wurde mit Ausnahme Kunschaks nicht in den Staatsrat berufen. Als Vertreter der monarchistischen Richtung wurde lLandesverteidigungsminister Für st Schönburg- Shartenstein ernannt. Von den 50 Staatsräten gehören nur 14 dem Heimatschutz an, während es 20 ausgesprochene Mitglieder der alten christlich- sozialen Partei im Staatsrat gibt. Auch der übrige Teil der Staatsräte kann den Christlich-Sozialen ^gerechnet werden. In den Bundeskulturrat wurden für die römisch-katholische Kirche sieben Vertreter, für die iwangelische Kirche ein und für die israelitische Kul- rusgemeinde ein Vertreter berufen, für die Wissenschaft vier, für die Kunst ebenfalls vier und für das Schul-, Erziehungs- und Volksbildungswesen 22 Vertreter. Im B un d e s w i r t s ch a f t s r a t hat die Land- rund Forstwirtschaft mit 29 die weitaus stärkste Vertretung bekommen. Industrie und Bergbau 15, Gewerbe 16, Geld- und Kreditwesen vier, freie Berufe nier und öffentliche Angestellte sieben Vertreter. Wieder 882 polnische Bergleute aus Frankreich ausgewiesen. W a r s ch a u, 31. Okt. (DNB.) „Kurjer Poranny" berichtet über die neuerliche Ausweisung von 882 polnischen Bergleuten aus Frankreich und hebt her- ?tor, daß gegen diese Leute Maßnahmen getroffen worden seien, die Mach bewußter Gewalt n d Böswilligkeit aussähen. Man könne ücht nur den französischen Unternehmern die Schuld an einer derartigen Behandlung I'ieben, da die Ausweisung ohne Mitwirkung der französischen Behörden nicht möglich gewesen wäre. Die steigende Zahl der französischen Ar- iiestslosen könne nicht allein der Grund für dieses Dorgehen fein, es müßten auch noch andere Be- neggrünbe mitspielen. In Polen fei man zunächst Iberrascht, aber diese Ueberraschung könne sich sehr laicht in eine lebhafte Entrüstung verwandln. Die Vernichtung der polnischen Bergleute ge- lseiche Frankreich nicht zum Ruhme. Auch Amerika braucht Außenhandel. Uebeririebene Schutzzölle schädigen die Kaufkraft des Binnenmarkts. Washington, 31. Okt (DNB.) Der amerikanische Handelsminister R o p e r erklärte auf der Jahrestagung der amerikanischen Vereinigung für Außenhandel, die Bundesregierung bemühe sich, dem amerikanischen Volke klar zu machen, daß es auf übermäßig hohe Schutzzölle verzichten und dem Ausland Ware ab- kaufen müsse, wenn es wolle, daß die amerikanische Binnenwirtschaft sich wirklich erhole. Autarkie sei selbst in einem sich größtenteils selbst versorgenden Lande wie Amerika keineswegs ein erstrebenswertes Ziel. Es gebe eine lange Liste fremder Erzeugnisse, die Amerika auf jeden Fall kaufen müsse, da noch keine Ersatzstoffe für sie erfunden seien. Güteraustausch mit allen Völkern sei daher unerläßlich, wenn nicht im Wege des Freihandels, so doch im Wege eines freieren Handels als gegenwärtig. Man dürfe nicht vergessen, daß Die Ausfuhr in den Vereinigten Staaten zwar selbst in guten Zeiten nur etwa 10 v. H. der Gesamterzeugung darstelle, daß aber gerade von der Ausfuhr die wichtigsten Lebensnerven der ame» rikanischen Kaufkraft berührt würden. 1929 seien 49 v. H. der Baumwolle, 41 v. H. des Tabaks, 33 v. H. Schmalz, 23 v. H. Roggen, 18 v. H. Weizen ausgeführt worden. Das seien sehr ins Gewicht fallende Zahlen, da von ihnen die Kaufkraft des Bauern abhänge. Die amerikanische Industrie solle sich diese Zusammenhänge klar machen und an der Vollendung des jetzt begonnenen Vertragswerts vorbehaltlos mitarbeiten, selbst wenn dies einen Verzicht auf übertriebene Schutzzölle bedeute. Keine Einigung auf der Flotienkonferenz. London, 1. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Der erste Teil der Flottenbesprechungen zwischen England, Japan und Amerika ist abgeschlossen. Die Bedürfnisse des Britischen Reiches und der Vereinigten Staaten gehen weit auseinander. Aber die beiden Abordnungen sind sich klar darüber, daß es sehr schwierig fein würde, die japanischen Vorschläge in ihrer jetzigen Form anzunehmen. Großbritannien z. B. hat unendlich lange Verbindungslinien zu schützen. Die Annahme einer gemeinsamen oberen Grenze würde der britischen Regierung nur erlauben, ihren eigenen Mindestbedarf zu bauen, aber zugleich anderen Mächten ohne Rücksicht auf die Wichtigkeit ihrer Verkehrswege gestatten, bis zum britischen Stand aufzurüsten. Die japanischen Vorschläge dünken den britischen und amerikanischen Vertretern noch nicht brauchbar. Auch ist noch nicht zu erkennen, daß die französische und die i t a l i e n i s ch e Regierung, die zu den Unterzeichnern des Washingtoner Vertrages gehören, eine weitgehende Abänderung seiner Bestimmungen begrüßen würden. Gänzliches Versagen der Planwirtschaft in Sowjetrußland. Moskau, 1. Nov. (DNB.) Amtlich wird festgestellt, daß der Jahresplan für die Fleisch- bereit st ellung bisher nur zu 62 Prozent erfüllt worden ist. Besonders schlecht sind die staatlichen Wirtschaften ihren Verpflichtungen nachgekoitzmen. Die Hauptfleischlieferanten, die Ukraine, Sibirien und Weißrußland, haben bisher in manchen Ortschaften nur 20 bis 30 Prozent des Planes erfüllt. Alle Mahnungen der Partei und der Regierung in dieser Hinsicht haben nicht gefruchtet. Die Partei- und staatlichen Organisationen sollen zur Verantwortung gezogen werden. Die schuldigen Beamten werden ihrer Aem- ter enthoben und gerichtlich abgeurteilt. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. G o e b b e l s spricht am Sonne r s t a g, 1. November, von 18.05 bis 18.25 Uhr zur Hitlerjugend. Die Rede wird auf alle deutschen Sender übertragen. Sie wird von Chören der Hitlerjugend umrahmt. Für die Hitlerjugend ist im ganzen Reich Gemeinschasts- empfang angeordnet. Die Deutsche Studentenschaft veranstaltete zu Ehren der anläßlich der Jahrtausendfeier für den persischen Nationaldichter F i r d o s i in Berlin weilenden zahlreichen ausländischen St u - dierenden einen Empfangsabend, in dessen Mittelpunkt eine Ansprache des Reichsleiters Alfred Rosenberg stand. * Um die zwischen den Nachbarländern Polen und Deutschland angeknüpften freundschaftlichen Beziehungen noch weiter au vertiefen und auszubauen, sind wieder 600 polnische Staatsbürger zu einem sechs- tägigen Besuch in Berlin eingetroffen. Die Gäste wurden in der großen Halle des Bahnhofes Friedrichstraße von Gaupropagandaleiter Schultze-Wexungen mit einer Ansprache begrüßt. * Paris, 31. Okt. (DNB.) Außenminister Laval hatte am Mittwochnachmittag eine Unterredung mit dem Kriegsminifter Marschall Pstain und dem Kriegsmarineminister P i 61 r i über Fragen der nationalen Verteidigung. Der Luftfahrt- minifter General Denain wurde vom Ministerpräsidenten Doumergue empfangen. * Der Finanzausschuß der französischen Kammer hat die Durchberatung des Staatshaushaltsplanes für 1935 zum Abschluß gebracht. Die Einnahmen sind aus 46 985 Millionen, die Ausgaben aus 47 672 Millionen festgesetzt worden, so daß ein Fehlbetrag von 587 Millionen verbleibt. ♦ Der südslawische Justizminister Bvzidar Maxi- m o w i t s ch ist zurückgetreten. Eine Begründung seines Rücktritts wurde nicht veröffentlicht. Persön- liche Gegensätze sollen zwischen Maximowitsch und dem Kriegsminifter General Ziv ko witsch bestanden haben. Da ein Ausgleich nicht möglich war, trat Maximowitsch zurück. Aus Bulgarien sind außer dem ehemaligen Handelsminister G i t s ch e f f, der in der vorigen Woche feftgenommen und nach der Stadt Berko- witza gebracht worden war, nunmehr auch der frühere Garnisonkommandant von Sofia General (3 e o r g i e f f sowie Die Obersten a. D. G o r b a ° no sf und Porkoff verbannt word en, weil sie durch Intrigen und Gerüchtemacherei versucht hatten, die Tätigkeit der Regierung und das große Werk der Armee zu stören. Den drei Offizieren soll die Stadt Lom an der Donau als Aufenthaltsort zugewiesen worden sein. ♦ Sir John Simon teilte im britischen Unterhaus mit, daß die internationale Vereinbarung zur Verhinderung der Lieferung von Waffen an Bolivien und Paraguay endlich i n Kraft gesetzt worden sei. Alle waffenherstellen- ben Länder hätten erklärt, daß sie die notwendigen Maßnahmen treffen würden ohne Rücksicht aus bestehende Verträge. Alle Versuche zu einer friedlichen Regelung des Streites feien gescheitert. Die Bemühungen um eine Versöhnung würden aber von dem Völkerbundsausschuß fortgesetzt werden. * । Die französische Regierung hat durch ihren Geschäftsträger i n R o m der italienischen Regierung ein amtliches Auslieferungsgesuch für die beiden im Zusammenhang mit dem Attentat von Marseille in Turin verhafteten südslawischen Emigranten Dr. P a w e l i t s ch und K w a t e r n i k überreichen lassen. Kunst und Wissenschaft. Ein neues deutsches fiulturinffifut in Japan Die gesamte japanische Presse berichtet ausführlich über die bevorstehende Eröffnung des Deut- schen Kulturinstituts in Kioto. Das Institut ist in einem breiten zweistöckigen Gebäude untergebracht. Es hat einen Hörsaal, der 500 Personen saßt, außerdem eine Bibliothek und Räume für die japanische Goethe-Gesellschaft. IHarconi über die Fortschritte in der Kurzwellensendung und Im Fernsehen. Bei der Erösnung der neuen italienischen Kurz- mellen ft ation in Prato-Smeralbo, die für den Dienst nach den Vereinigten Staaten bestimmt ist, führte der berühmte Erfinder und Präsident der italienischen Akademie M a r c o n i ein drahtloses Telephongespräch mit dem Präsidenten der Radio- Corporation von Neuyork, Strnoff. Er berichtete über die Fortschritte der Kurzwellensendung, die er bereits am 20. Juni 1922 in Neuyork in einem Bericht vor dem amerikanischen Ingenieur» inftitut als Methode der Zukunft bezeichnet hatte. Heute könne man sagen, daß alle Verbindungen auf große Entfernungen für Telegraph und für Telephon und Fernsehen auf Benutzung der Kur z- wellen beruhen. Marconi teilte weiter mit, daß es ihm gelungen sei, Ultrakurzwellen von 60 Zentimeter Länge auf eine (Entfernung von 258 Kilometer zu empfangen, d. h. auf achtfache Sehweite. Aber eine praktische Verwendung dieser Wellen sei heute erst auf Sehweite möglich. Nachdem Marconi dann noch von feinen Versuchen über drahtlose Schiffs st euerung im Juli d. I. im Golf von Genua gesprochen hatte, schloß er: „Vielleicht werde ich in wenigen Monaten über dieselbe (Entfernung neuerdings mit Euch über eine andere Arbeit sprechen und Euch nicht nur die neue akustische Anwendung der Mikrowellen zeigen, sondern Euch auch durch Fernsehen die Apparate erblicken lassen, die ich verwendet habe. Und vielleicht werde ich dann die Freude haben auch jemanden von Euch im Fernsehgerät zu sehen." Reue Wege zur Polarforschung. — Zusammenwirken von Luftschiff und Ueberrointerungsgruppe. Bei einer Gedenkfeier aus Anlaß des 525jährigen Bestehens der Universität Leipzig entwickelte der bekannte Meteorologe Professor Dr. Weidmann, Der seinerzeit an Der Polarfahrt Des Luftschiffes „Graf Zeppelin" teilgenommen hatte. Den Plan einer neuen PolarexpeDition zur Erforschung Des gänzlich unbekannten ungeheuren Gebiets zwischen Dem Pol unD Alaska sowie der Wrangel-Jnsel. Da Das Luftschiff allein nur einen Teil der vielen wichtigen Forschungsaufgaben erfüllen kann, sieht Prof. Dr. Weickmann Den größten Erfolg versprechenden Weg im Zusammenwirken eines Luftschiffes mit einer Ueberrointerungsgruppe von Gelehrten. Diese Ueberrointerungsgruppe von drei ober höchstens vier Wissenschaftlern, Die mit allen Fragen Der Geophysik, Der Ozeanographie, Der Biologie und Der anDeren in Frage fommenDen Wissenschaften vertraut sein müßten, wäre nebst allem, was sie brauchten, Durch ein Luftschiff in Den Mittelpunkt ihres ArbeitsfelDes zu bringen und nach getaner Arbeit roieDer abzuholen. Das einzige Lanb, Das zur Zeit ein sicheres Polarunternehmen ins Auge fassen könne, sei Deutschland, Das im nächsten Jahr über Das neue Zeppelinluftschiff mit fast unbeschränktem AktionsraDius verfügen roirD. Aus aller Wett. Es schnei! in London und Paris. In ganz England hat unvermittelt der Winter begonnen. In vielen Bezirken von England, Schottland und Irland fielen die Temperaturen am Mittwoch unter Null. Regen-, Hagel- und Schneefälle werden aus vielen Orten gemeldet. Besonders in Nordwales und mehreren englischen Grafschaften fiel starker Schnee. An einzelnen Stellen war die weiße Decke mehr als einen halben Meter tief. Auch in einigen Außenbezirken von London schneite es. Der Verkehr auf den Landstraßen war an vielen Stellen behindert, zeitweise sogar völlig unterbrochen. ♦ In den frühen Morgenstunden des Donnerstag fiel in Paris Der erste Schnee. Der Schneefall dauerte etwa 20 Minuten. Straßenbahnunglück bei Düsseldorf. — Zwei Schwerverletzte, 25 Leichtverletzte. Auf Der Vorortstrecke Düsseldorf—Ratingen ereignete sich in der Nähe von Ratingen auf einer eingleisigen Strecke ein folgenschwerer Zusam- menstoß zwischen zwei Straßenbahnlinien. Hierbei wurden Die Straßenbahnführer Der beiDen aufeinanderstoßenden Wagen schwer verletzt. Von Den zahlreichen Fahrgästen trugen ungefähr 25 leichtere Verletzungen Davon. Die Ursache Dürfte Darin zu suchen sein, Daß Der eine Wagen einen Kreuzungspunkt Durchfuhr in Der Annahme, Daß ein an Der Kreuzung stehender Dienstwagen Der fahrplanmäßige Straßenbahnzug' war. Blutiges Familiendrama bei Dresden. — Eine Frau tötet Sohn und Schwiegervater. In Bannewitz bei Dresden hat Die 35jährige Ehefrau Helene SchneiDer in ihrer Wohnung ihren zehnjährigen Sohn und ihren 70 Jahre alten Schwiegervater Durch mehrere Stiche in Kopf unD Nacken getötet. Die Frau selbst hatte sich ebenfalls schwere Verletzungen beigebracht. Sie wurDe in bedenklichem HustanD ins Krankenhaus übergeführt. Die Tat dürfte sie in krankhaftem Zustand ausgeführt haben. Prinzessin Warina in Paris. — Lin Zwischenfall und drei Verhaftungen. Die Verlobte des Prinzen Georg von England, Prinzessin Marina von Griechenland, weilt gegenwärtig in Paris, um ihre Einkäufe für die bevorstehende Hochzeit zu vervollständigen. Wie „Paris Soir“ berichtet, stürzten sich an einem her letzten Abende, als sie ihr Hotel verließ, zwei Männer und eine Frau auf ihren Kraftwagen. Der Sicherheitsdienst nahm die Betreffenden fest und brachte sie zur nächsten Polizeiwache, wo sie behaupteten, lediglich ein Anliegen an die Prinzessin gehabt zu haben. Waffen wurden bei den drei Verhafteten nicht gefunden, doch waren ihre Ausweispapiere nicht in Ordnung. Es handelt sich um einen gewissen Sulezar Adjelian, feine 50jährige Mutter und einen gewissen Djemail M a - daniäs. Die Polizei bemüht sich, festzustellen, in welcher Absicht die Verhafteten der Prinzessin sich zu nähern versucht haben. kanadisches Wotorschiff im Sturm gesunken. — 13 Wenschen ums Leben gekommen? In der St. Lorenz-Bucht im Osten von Nordamerika ist nahe der Insel Anticosti das Motorschiff „Roy Davis" aus Quebec während eines heftigen Sturmes untergegangen. Der Kapitän und vier Mann der Besatzung erreichten auf Holzflößen in der Nähe von Pigou die Küste. Sie berichteten, daß zwei Mitglieder der Besatzung bei dem Untergang des Schiffes ertrunken seien. Die restlichen sechs Mann der Besatzung und fünf Fahrgäste, die versucht hatten, in einem Rettungsboot Land zu erreichen, werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie in der stürmischen See ebenfalls ums Leben gekommen sind. Verwegener Raubüberfall auf eine arabische Bank. Ein verwegener 9taub üb erf all auf ein Bankhaus wurde in her westarabischen Stadt Baltzi verübt. Während sich sämtliche Beamte noch im Dienst befanden, drangen drei maskierte Männer mit vorgehaltenen Pistolen in Den Kassenraum ein; ein vierter blieb als Posten mit HanDgrannten an der Tür stehen. Die vier anwesenden Beamten wurden überwältigt, gefesselt und geknebelt. Als die Räuber in her Hauptkasse nicht genügend Geld sanden, gingen sie noch in den Direktionsraum, fesselten und knebelten dort den Direktor und einen weiteren Beamten und plünderten auch hier die Kasse aus. Die Beute betrug insgesamt 12 500 Mark. Die Verfolgung her Ban- hiten konnte erst aufgenommen werden, als Passanten in den Abendstunden die Bank noch offen sahen, auf das Stöhnen der Geknebelten aufmerksam wurden und sie befreiten. Regerfeindliche Ausschreitungen in Florida. In Marianna (Florida) wurde in der Nähe der Stelle, wo erst vor wenigen Tagen ein junger Neger gelyncht worden war, ein weiterer Neger nach einem kurzen Streit mit einem Weißen vom Scheriff verhaftet. Bei der Verhaftung sammelte sich sofort eine große Menschenmenge an, die hie Herausgabe hes Negers forherte, um ihn ebenfalls zu lynchen. Es gelang schließlich, hen Verhafteten ins Gefängnis zu bringen, hie rasende Menge ver- suchte aber, das Gebäuoe zu stürmen. Der Scheriff wandte sich hierauf an den Gouverneur des Staates Florida, der eine Kompanie Nationalgarde sowie ein Flugzeug mit Tränengas nach Marianna in Marsch setzte. Inzwischen hat die weiße Bevölke.- rung Mariannas alle Neger aufgeforhert, vor Sonnenuntergang die Stadt zu verlassen, da andernfalls das Negerviertel niedergebrannt würde. Wassensterben in einer afrikanischen Mädchenschule. In einer afrikanischen Mädchenschule des Tay- aanyika-Gebietes sind unaufgeklärte Todesfälle eingetreten. Bisher sind 33 Schülerinnen geftorben. Die Leiterin der Schule und die übrigen Schülerinnen sind schwer erkrankt. Auch ihr Zustand gibt Anlaß zu Besorgnissen. Die rätselhaften Krankheits- und Todesfälle sollen nach hem Genuß von Haifischtran aufgetreten sein. Die Regierung hat deshalb bis auf weiteres hen Gebrauch unb hen Vertrieb von Haifischtran untersagt. Aerzte unb Kriminalbeamte finb zur Aufklärung bes Massensterbens im Flugzeug entsandt worben. Wettervoraussage. Die am Mittwoch eingebrungenen Kaltluftmassen brachten auch bei uns erheblichen Temperaturrückgang und Verstärkung her Nieberschlagstätigkeit, wobei im Gebirge Schneefall einsetzte. Zur Zeit hat sich wieder ein mächtiger Tiefdruckwirbel, her seinen Schwerpunkt über Skandinavien hat, entwickelt, so daß mit her Fortdauer sehr unbeständiger Witterung gerechnet werden kann. Zunächst wirb zwar im Bereich der eingebrungenen Kaltluftmassen bei uns vorüdergehenb eine Beruhigung eintreten, wobei es aber unter verstärkter nächtlicher Ausstrahlung zu Frästen kommen kann. Aussichten für Freitag: Zunächst vielfach aufbeiternb unb auch noch vereinzelte Schauer, nachts Frostgefahr, westliche bis norbwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Ziemlich kaltes Wetter und voraussichtlich wieder zunehmende Niederschlagstätigkeit. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. NIVEA CREME rx Handelt wendet der Verfasser der Propaganda des - status quo - Standpunktes zu. Diese Scheinlösung, Oie Lag- im November Die Eicheln haben ferner große Flüge von Ringeltauben in unseren Revieren zuruck- aehalten, die jagdliche Abwechslung bieten. Nach den Erfahrungen aus dem Winter 28/29 werden sie die in Wirklichkeit eine französische Lösung bedeuten würde, würde den völkischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenbruch des Saargebietes bedeuten. Längst hat Frankreich erkannt, daß eine Abstimmung im Saargebiet zu seinen Gunsten mit lauteren Mitteln niemals zu erreichen ist. Deshalb ist es auch bereit, die Propagierung des status quo- Standpunktes heute offen und geheim zu unterstützen. Es gilt darum, den Deutschen an der Saar die ganze Gröhe dieser Gefahr jetzt aufzuzeigen. Völkisches und kulturelles Leben, Wirtschaft und Politik ketten das Saargebiet an Deutschland. Jede andere Lösung würde die Verewigung des deutsch, französischen Konfliktes bedeuten. auch hier überwintern. r _ Die Waldschnepfe ist auf dem Zug und kommt gelegentlich beim Treiben vor, oder wird auf dem Abendstrich beobachtet. Der E n t e n z u g war bis jetzt noch recht schwach. Der trockene Sommer ist den Enten schlecht bekommen, wie die Nachrichten aus großen Brutgebieten besagen. Vermutlich wird bei Einsetzen kälteren Wetters auch den Zuzug nordischer Enten bringen. Das Rebhuhn hat noch Schußzeit und kann gelegentlich noch bejagt werden. Die planmäßige Jagd ist zu Ende. Allmählich gewinnt das R a u b w i l d mehr Interesse, weil die Bälge gut werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß noch nicht alle Tellereisen zum alten Eisen gewandert sind. Es empfiehlt sich dringend, daß die Jagdherren ihr Personal auf das gänzliche Verbot des Fanges mit Tellereisen Hinweisen. Die Strafen sind sehr empfindlich. Wenn nun der Fuchsfang nicht mehr solche Strecken liefern wird wie seither, dann ist um so mehr mit schönen, erfolgreichen Drückjagden zu rechnen, die dann einsetzen, wenn der Balg wirklich einmal gut ist. Der Dachs ist jetzt am besten im Feist und wird gegraben. Neben der Vorbereitung der Winterfütterung sei bezüglich der Wildhege vor allem auf die Neubeschickung, oder Neuanlage von S a l z l e ck e n hingewiesen. Die Anlage im Frühjahr erfolgt meist zu spät und verfehlt ihren Zweck. Das Wild muß das Salz bereits kennen und angenommen haben, wenn es dieses aus gesundheitlichen Gründen nötig hat. Hubertus. — Fritz Reinhardt: Die neuen Steuergesetze, Jndustrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 35. Preis RM. 4,00. — (471.) — Die große Steuerreform ist mit den Gesetzen vom 16. Oktober 1934 um einen weiteren Schritt vorangekommen. Die damit geschaffenen Neugestaltungen stellen die heute im Rahmen des Möglichen liegenden ersten Ansätze der Verwirklichung eines vieljährigen Gesamtplanes dar, der auf grundlegende Vereinfachung des Steuerrechts, Anpassung an die Grundsätze des Nationalsozialismus und an die Umstellungen im Rahmen der Reichsreform sowie auf Senkung der Steuerlasten hinzielt. Staatssekretär Fritz Rein- Hardt, der Schöpfer der Steuerreform, hat es persönlich unternommen, die neuen Steuergesetze von diesen großen Gesichtspunkten her darzustellen. Sein Buch stellt sich zur Aufgabe, jeden Volksgenossen mit den vielen Neuerungen, die die Gesetze bringen, vertraut zu machen. Das geschieht in leicht faßlicher Sprache. Da schon die Veranlagung zur Einkommensteuer für 1934 nach den neuen Bestimmungen erfolgt, liegt schnelle Unterrichtung im persönlichen Interesse jedes einzelnen. Das gleiche gilt für die Vermögenssteuererklärung, die Körperschaftssteuer, erklärung und das Reichsbewertungsgesetz, Neuregelung der Lohnsteuer, der Bürgersteuer und des Steueranpassungsgesetzes. Das Buch enthält außer dem Wortlaut der 10 neuen Gesetze eine besondere Einführung zu jedem einzelnen Gesetz und eine Uebersicht über die Aenderungen gegenüber dem bisherigen Recht. — Paul von Elsner: Das „gelobte Land". Die Wahrheit über das heutige Rußland. Nach Erlebnissen eines Deutschen während der letzten 8 Jahre. Verlagsanstalt I. G. Huch, Berlin-Wilmers- dorf, Kaiserplatz 11. Einzelpreis 1,35 RM. — (362) — In Band 36 der bekannten, bei Stalling in Oldenburg erscheinenden Sammlung der „Schriften an die Nation" schildert Friedrich Wilhelm Fl ei- scher in einer Novelle die phantastische Sturm- fahrt des kleinen Seglers „Tinto" im Jahre 1915 von der Küste Chiles bis nach den Ge- staden Nordeuropas. Der unverwüstliche Kampf- geist der Marine, die verwegensten Abenteuer aus wilder Zeit werden in dieser Schilderung wieder lebendig. — (140) — Büchertisch. — Professor D r. Friedrich Grimm: „Frankreich an der Saar". Der Kamps um die Saar im Lichte der historischen französischen Rheinpolitik. Mit 7 Abbildungen. Kart. RM. 2,00, Leinen RM. 3,50. Hanseatische Derlagsanstalt Hamburg, 1934. — (423.) — Mit Grimm, dem bekannten deutschen Verteidiger in vielen Prozessen während der Besatzungszeit ergreift einer der besten Kenner der traditionellen französischen Rheinpolitik das Wort in der Saarfrage. Die Saarfrage ist nicht allein aus dem Versailler Friedensvertrag zu verstehen. Grimm greift deshalb in die französische Geschichte zurück und zeigt die Zielrichtung der Politik Frankreichs zur Zeit Richelieus auf. Das ewige Ziel seit dieser Zeit war und ist der Rhein als Grenze. Richelieus Testament, die traditionelle historische Politik Frankreichs, wurde noch von allen seinen Politikern konsequent verfolgt. Klar weist Prof. Grimm in diesem Buch nach, daß Frankreich keinen natürlich begründeten Anspruch auf das Saargebiet geltend machen kann. Die Pläne, die es verfolgt, haben vielmehr einen rein annexioniftifchen Charakter. Seine ganze Aufmerk- verlängerung ist ja heute nicht, mehr gegeben, da nur noch im Rahmen des Abschußplanes, nicht aber nach freiem Ermessen eines Schießers gejagt wer- beDubrdhrfbie reiche Eichelmast ist der gesundheitlich- Zustand des Rehwildes sthr gut. und der Jager; dar, wohl zuversichtlich hosten, daß gute Gehörne. die Folge sein werden, während sie m diesem Jahre recht gering ausfielen. Wem sich Gelegenheit„bietet Eicheln zu sammeln und zu lagern, der sollte die günstige Gelegenheit nicht vorubergehen la sen. 9 Bei dem Abschuß des weiblichen Rehwildes sind- vor allem Schmalrehe und geringe Kitze abzu- j schießen. Wer viele Ricken von den Kitzen wegschießt, schadet sich selbst für Jahre und gefährdet fernen ^D^ Waldtreibjagden sind im Gange und gelten vorwiegend dem Hasen. Unsere Warnung im Oktober vor vielen kleinen Hasen wurde durch die Strecke verschiedener Jagden bestätigt. Auch litten bis jetzt die Waldstrecken z. T. darunter, daß noch sehr viele Hasen im Felde liegen, das in diesem Jahre durch den Anbau von viel Grunsutter auffallend viele Deckung bietet. Der Hase ist das für die Jaqdkasse wichtigste Wild. Darum schneidet der sich ins eigene Fleisch, der diese Jagd unpfleglich ausübt. Dazu gehört vor allem die häufige Sud)1 jagb, bei der eine Menge Hasen bei dem schlechten Schuh spitz von hinten angebleit werden. Wer ein einigermaßen großes Revier besitzt, bejagt fein Feld nur auf einer Treibjagd und schießt sich ferne Küchenhafen auf einem Jagdteil, der von der Treib- jagb ausgenommen wird. Leider sind sehr viele Reviere bei uns von dieser Art der Bejagung noch | weit entfernt. Man schießt nach Möglichkeit aml Waldrand, wenn der Hase abends zu Felde rückt, sucht dann in jeder freien Stunde und lädt dann noch einmal als besonders höflicher Gastgeber Gäste zu einer Treibjagd ein, um schließlich den Rest noch auf der „Nachsuche" nach dieser Jagd zu befunfen. Das sind Methoden, die mit Weidgerechtigkeit nichts zu tun haben und an den Pranger gehören. Sie sind üblich in den Revieren, in denen man alles hegt, was man beim Abschuß mit dem besten Willen nicht erwischen kann. Diese Revierinhaber haben keine Ahnung davon, wie sehr dankbar der Hase für eine schonende Bejagung ist, und wie sicher sie auch bann in schlechten Jahren mit einer erträglichen Strecke rechnen können. Musterbeispiele für beide Fälle gibt es bei uns genug. Hoffentlich fetzt auch hier recht bald die kräftige Hand einer energischen Jaqbbehörde ein. Der Fasanenbefatz hat sich erfreulich gehoben. Auch ihm kommt die Eichelmast zustatten. Aber trotzdem ist es unbedingt nötig, die Fütterungen mit Kaff zu beschicken, damit der Fasan weiß, wo er etwas findet, wenn der erste Schnee kommt. Der Abschuß von Hennen hat noch vollkommen zu unterbleiben. Der Bergwald scheint zu brennen, wenn die Herbftsonne auf die Buchen scheint, im Winde fällt Blatt um Blatt langsam zu Boden, der wie mit Gold überdeckt ist, das Fallaub raschelt, wenn der Hase durch den Hochwald zur Aesung hoppelt. Der November ist da, der Monat der Waldjagd, der Monat, in dem die Jäger ihr Fest des Jahres, den „Hubertus-Tag" (3. November) feiern. Im Rotwildrevier ist die Brunft vorüber, der Abschuß guter Hirsche, soweit solche überhaupt in diesem Jahre geschossen werden dürfen, meist beendet. So kann die Jagd nur noch schleckt veranlagten, aus hegerischen Gründen unerwünschten Ab- schußhirschen gelten. Dor allem aber muß es jetzt darum gehen, den notwendigen Abschuß an Kahlwild durchzuführen. Daß dieser Abschuß durchgeführt werden muß, ist immer wieder von den zuständigen Stellen betont worden. Denn nur damit läßt sich der Rotwildbestand Deutschlands auf die Dauer erhalten, daß das Heranhegen übergroßer Kahlwildmengen unterbleibt. Ein besseres Geschlechtsverhältnis verspricht ja doch auch in späteren Jahren dem Jäger viel sicherer das, was er sucht: mehr und bessere Hirsche. Dasselbe gilt für die Jagd auf das Damwild. Den Sauen ist in diesem Jahre, wie allem Wild, infolge der starken Eichelmast der Tisch reich gedeckt. In masttragenden Beständen wird daher auch am ersten mit der Möglichkeit zu rechnen sein, einem Stück die Kugel anzutragen. Eine planmäßige Bejagung wird aber erst einsetzen können, wenn Schnee fällt. In unseren einheimischen Revieren spielt zur Zeit der Abschuß des weiblichen Rehwildes eine besondere Rolle. Es sind in manchen Revieren mit starken Beständen nicht unerhebliche Abschüsse durch die Forstämter festgesetzt worden. Die Praxis hat auch in Revieren, in denen der Abschuß ohne Treibjagd' unter Auswahl der zu schießenden Stücke früher schon üblich war, in diesem Jahre erhebliche Schwierigkeiten mit sich gebracht, soweit es sich um Laubwaldreviere handelt. In Hessen begann der Abschuß am 1. Oktober, d. h. zu einer Zeit, wo in diesen Revieren kein Reh mehr auf Feld ober Wiese austrat, weil überall die Eicheln fielen. Im Walde aber deckte das Laub die Stücke so, daß ein sicheres Ansprechen oder ein sauberer Schuß meist unmöglich waren, falls das Wild Überhaupt zur Beobachtung kam. Das wird an sich jetzt besser werden, wenn der Laubfall einmal weiter vorgeschritten ist. Aber es wird in vielen Revieren bann in ber noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr möglich sein, ben Abschuß zu erfüllen. Diese Verhältnisse sind den zuständigen Stellen zur Kenntnis gebracht worden. Eine Verlängerung der Schußzeit für weibliches Rehwild ist auch in Hessen genau so wie in Baden, Württemberg u. a. mit Sicherheit zu erwarten, nur steht der Endtermin noch nicht fest. Die Gefahr eines Mißbrauchs der SchußzeitSuchen Sie Kleiderstoffe von Geschmack und Qualität? »426 A kaufen Sie beim Webereifachmann A« RlChtCP y GlößCIlj Selters weg 71 Statt Karten Professor Or. med. A. Herrmann und Frau Nuth, geb. Schwerter zeigen die glückliche Geburt eines kräftigen Mädels an Erfurt, Augustapark 7, den 30. Oktober 1934 64a D Gießener Radfahrer-Verein von 1885 e.V. Am Samstag, dem 3. November 1934, abends 8 Uhr, im Saale des Cafö Leib Winterfest mit saalsportlichen Darbietungen und Tanz. — Gäste sind herzlichst willkommen. DER VEREINSFÜHRER. 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Mit liniere Stadt hatte gestern die Freude und seltene Alegenheit, den bekannten und hochgeschätzten deut- fdpi Seehelden der Kriegsjahre und der Nachkriegs- zet Gras Luckner. in ihren Mauern zu haben. In Besuch dieses prächtigen ollen Seebären ver- dmken wir der Ortsgruppe Gießen des VDA., die wt einem Vortrag Luckners das in unserer Stadt dm jeher schon sehr große Interesse für die außen- dutsche Arbeit im Dienste unseres Volkstums noch nchr verbreitern und vertiefen wollte. Dieses Ziel h t die Ortsgruppe des VDA. mit dem gestrigen ^nrtragsabend des Grafen Luckner in der Neuen Sola der Universität in vollstem Ausmaß erreicht. i r Abend war für alle, die ihn erleben durften, dir unvergeßliches Ereignis schönster Art. den Gemarkung eine erstklassige Entwicklung ver- sprechen. Reichen die Mittel noch weiter, dann werden Anlagen zugelassen, die auf einem Grundstück Die Firma Bänninger in Gießen hat ihren im Weltkriege gefallenen Mitarbettern in pietätvoller Weise einen Gedenkstein vor dem Bürogebäude der Firma errichten lassen. Der Gedenkstein, den wir hier im Bilde zeigen, wurde von Bildhauer K ö d d i n g (Gießen) geschaffen. Mit einer schlichten Gedenkfeier am kommenden Samstagnachmittag soll dieses Ehrenmal seine Weihe erhalten. k,j Unterkommen mehr zu beschaffen war. 'oraf Luckner mit seiner unvermeidlichen und Du ui) seine Bilder ebenfalls allgemein bekannten Li-mannspfeife wurde beim Betreten der Aula von Ei'"in wahren Sturm von Beifallsklatschen empfan- j je,, der ebenso wie die überall freudestrahlenden Ge- jidSer bekundete, wie innig sich unsere Gießener mi diesem deutschen Volksmanne bester Art ver- buiiben fühlen. Die^gleiche herzliche Note konnte jnrn feststellen, als studienrat Dr. Glöckner na- mns der Ortsgruppe des VDA. einige kurze Ein- Mirungsworte sprach und dabei Luckner, den Helden de „Seeteufel", als ganze deutsche Persön- lich feit feierte. Gefolgschaft leisten müssen. Zn dieser Treue und völkischen Geschlossenheit liegt die bessere deutsche Zukunft begründet, die wir gegen jeden Pessimisten in Treue zu Adolf Hitler verteidigen und gewinnen müssen, denn „der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst". Und dabei müssen wir uns dem wir alle zum Heile und Segen unseres Reiches und des deutschen Volkstums unbedingte Treue und 'Zraf Luckner am Vonragspull in der Aula. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Ausdauer seit langer Zeit beispiellos in unserer Stadt, dankte die bis zum Schlüsse mit höchster Spannung folgende Zuhörerschaft dem fesselnden Erzähler. Die Sache des VDA. hat durch diesen Vortrag auch in Gießen einen neuen starken Gewinn erfahren. b e i t s r u h e herrschen. Oer Berkaus von Tabakwaren nach Ladenschluß. Die Polizeidirektion Gießen teilt dem Äuge zu lassen. Mit diesen Menschen des Grundsatzes „Mit die Dorderbeene rin in' Trog" redete Graf Luckner draußen in der Welt, aber auch gestern abend ein herzhaft kräftiges Wort, das mit Recht geradezu jubelnden Beifall der Zuhörer fand. Er kennzeichnete aber auch das große deutsche Erbübel der Zerrissenheit und Zerspaltung in alle möglichen Vereine und Vereinchen, die das Deutschtum in Amerika lahmlegen und es nicht zu einem wirkungsvollen Faktor im öffentlichen Leben des amerikanischen Kontinents werden lassen. Auch dabei sprach Luckner in einer so gewinnenden und Überzeugenden Weise, oft mit einer humorvollen Wendung unterbrechend, daß die innigste Gemeinschaft zwischen ihm und seinen Hörern bestand. In schönster Weise angeregt gönnte er dann „seinen Lieben" und sich selbst eine kurze Pause. Im zweiten Teile seines Vortrages berichtete er von seinen Beobachtungen und Eindrücken in weltpolitischer Hinsicht. Man erhielt dabei aus seiner Erzählung einen ungemein fesselnden Einblick in die Zeit der amerikanischen Prosperity, in den jähen Wechsel des amerikanischen Wirtschaftslebens durch den „Sturz des Königs Dollar", in das Treiben des raffsüchtigen internationalen Finanzkapitals nach dem Grundsatz: „Mit die Dorderbeene rin in' Trog!", in das Elend der amerikanischen Farmer und Arbeiter, in die furchtbare Not der rund 18 Millionen amerikanischen Arbeitslosen, denen jegliche soziale Stütze auf Grund gesetzlicher Vorschriften fehlt. Ferner erlebte man mit großem Interesse die Schilderung des stark überraschten amerikanischen, englischen und französischen Wachwerdens uen zimagen ten dürfte. Neben der Einheitsbewertung wurde des Besitzers mindestens 20 Hochstämme, Halb-fauch die Frage der allseits angestrebten Zinssenkung stämme oder Buschstämme oder diese zusammen umfassen. Nachdem kommen erst Pflanzungen von Gemeinden usw. an die Reihe. Es dürfen nur Standardsorten und nicht mehr als drei Sorten je Pflanzung geplanzt werden. Wer gegen diese Bestimmungen und noch weitere, die aus den „Richtlinien" ersichtlich sind, verstößt, geht der Beihilfe wieder verlustig. Die Richtlinien und Antragsformulare sind gegen Einsendung von 20 Pf. in Briefmarken an den zuständigen Obstbaubeamten von diesem zu beziehen. Vereidigung der pröbste und Dekane der Evangelischen Landeskirche Nassau-Heffen. Die Vereidigung der Pröpste und Dekane der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen auf den Führer und Reichskanzler wird am Freitag, 2. November, im Dienstgebäude der Landeskirche zu Darmstadt stattfinden. Wer ist zum Chorleiter geeignet? Auf der Tagung der Landesmusikerschaft in Darmstadt sprach das Mitglied des Musitbeirats im DSB., Staatskapellmeister Dr L a u g s , über die Frage der Eignung der Berufsmusiker zum Chorleiter. Dieses Problem hat in letzter Zeit viel Staub aufgewirbelt, weil heute zahlreiche Berufsmusiker, die bisher dem Chor fernstanden, dazu übergehen, die Leitung von Chören zu übernehmen. Dr. Längs erklärte u. a.: „Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, gediegene Chorleitertätigkeit werden leider von dem Berufsmusiker zu leicht unterschätzt, und gar mancher hat nach kurzer Zeit der Tätiggen. Damit wird erstmalig am kommenden 21. November auch bei uns in Hessen völlige A r - große Ganze des Gesamtdeutschtums innerhalb Reichsgrenzen und in den anderen Ländern aus gendes mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß der Verkauf von Tabakwaren nach 19 Uhr (7 Uhr abends) allgemein verboten ist. Eine Äusnahme hiervon ist nur für die neuerdings an offenen Verkaufsstellen, nicht aber für die in Wirtschaften usw. aufgehängten Verkaufsautomaten zugelassen. In letzter Zeit wurde vielfach die Wahrnehmung gemacht, daß Trinkhallen (Wasserhäuschen), die bis 22 Uhr (10 Uhr abends) offen halten dürfen, Rauchwaren in beliebigen Mengen verkauft haben, obwohl dies unter allen Umständen unstatthaft ist. Für Trinkhallen kann für die Folge nur dann von Anzeigeerhebung abgesehen werden, wenn Rauchwaren nur in ganz geringen Mengen, und zwar nur an Personen, die als Gäste anwesend sind, verkauft werden. Sollte auch in Zukunft festgestellt werden, daß Tabakwaren an Personen abgegeben werden, die überhaupt nichts an der Trinkhalle gegen Bezahlung getrunken haben, so wird rücksichtslos Strafanzeige erhoben. Die Inhaber von Gast- und Schankwirtschaften sind verpflichtet, in ihren Geschäften in gleicher Weise zu verfahren Es darf also nicht mehr Vorkommen, daß in Gaststätten, oder an Trinkhallen der Tabakwarenverkauf nach Ladenschluß noch stattfindet. Die Polizeibeamten sind angewiesen, ihr besonderes Augenmerk auf diese Mißstände zu richten und gegebenenfalls unnachsichtlich vorzugehen. Reichsbeihilfen für die Neupflanzung von Obstbäumen. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die bis jetzt einlaufenden Anträge lassen erkennen, daß die Antragsteller vielfach im Unklaren bezüglich der wichtigsten Bestimmungen über die Zuteilung der Beihilfen sind. Man beachte daher: Es werden in erster Linie nur Anträge aus obst- baulich-wichtigen Gebieten berücksichtigt, und hierbei sogenannte Gemeinschaftspflanzungen, d. h. Pflanzungen, die verschiedenen Besitzern gehören. Nachdem derartige Anträge berücksichtigt sind, kommen größere Pflanzungen durch Einzelbeßtzer mit 40 bis 60 und mehr Bäumen in Frage, die an Stellen vorgesehen sind, welche nach Boden, Klima und Stand des Obstbaues in der betreffen« Humor, Wärme und Begeisterung. Nicht das Konzert, sondern die S i n g st u n d e ist das „A und O", das Wichtigste in seiner Tätigkeit, sie interessant und anregend zu gestalten, die schönste, aber schwierigste Aufgabe. Wenn ihm seine Sänger nach Schluß der Arbeit sagen, „daß es heute wieder einmal herrlich schön war", hat er seine Aufgabe gut gelöst. Deshalb gehören auch zweitens außerordentliche menschliche Eigenschaften zur Eignung für den Beruf des Chorleiters. Schließlich hat er ja nicht mit Berufsleuten, sondern mit Laiensängern zu tun, denen die Freude am Singen mehr oder minder wirkliche Herzenssache ist. Diese Begeisterung zu erhalten, ist seine vornehmste Pflicht. Er kann und darf sich daher einer harmlosen Geselligkeit nicht verschließen, muß in den Proben G e - duld entwickeln, da leider das musikalische Analphabetentum noch sehr stark vertreten ist. Erst durch eine glückliche Reform im SchulgesangMesen könnte diesem Uebel mit Erfolg gesteuert werden. Auf großen geldlichen Gewinn darf er nicht hoffen, da die Vereinskassen infolge der Wirtschaftslage meistens recht mager sind. Er wird aber belohnt durch die oft geradezu rührende Anhänglichkeit seiner Sänger und durch das Bewußtsein, seinem deutschen Vaterland in Treue zu dienen." Versammlung der Neuhausbesitzer. Die Ortsgruppe Gießen im Reichsverband Deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer hielt — wie man uns berichtet — eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Cafe Ebel ab. Der Ortsgruppenvorsitzende Schirmbeck nahm in einem eingehenden Vortrag zu den Fragen der Einheitsbewertuna Stellung. Außer den gesetzlichen Bestimmungen wurden auch die Anregungen und Wünsche des Neuhausbesitzes behandelt, wie sie durch den Zweckverband des Neuhausbesitzes in Berlin an die maßgebenden Stellen herangetragen worden sind. Im Anschluß an den aufschlußreichen Vortraa erfolgten Unterweisung und Aussprache über die Ausfüllung der von den Finanzämtern zugestellten Ein, heitsbewertungsbogen, deren Ausfüllung dadurch auf eine einheitliche Grundlage gebracht wurde und den Mitgliedern keine Schwierigkeiten mehr berei« Zum Schluß feierte Luckner unter stärkster Zustimmung seiner Hörer und unter Hinweis auf die . straffe Geschlossenheit der Japaner, der „Deutschen des Ostens", die Ueberminbung des unseligen Par- _ _ teisystems in Deutschland, des „Schisses mit 34 Ka- Inb bann betrat Luckner bas Vortragspult. Zu-; pjtänen" burch die Machtergreifung Adolf Hitlers, rcchst mußte er einen neuen gewaltigen Beifalls- ■ „einzigen und großen Kapitäns Deutschlan'ds", firm über sich ergehen lassen, den er mit seinem • • * •' *- r Iie^gewinnenden fröhlichen Lachen und mit immer iDiiber dankender Handbewegung quittierte Hier- Luckner erobert Gießener Herzen. Eine Ladung Kinderherzen.-„Mit die Dorderbeene rin in' Trog.^ Zm Osten geht die Sonne auf. tau begann er zu erzählen. Er plauderte mit der tarzen Frische und goldigen Urwüchsigkeit des ollen s<|) lichen Seemanns, des einfachen und ungekünstel- stn Menschen, des Kameraden im besten Sinne des W. rtes, des für sein deutsches Volkstum aufs höchste gegeisterten und einsatzbereiten Volksgenossen. Er fühlte von 20.30 Uhr an bis gegen 23 Uhr, nur Zerbrochen durch eine einmalige kurze Pause. Icion nach wenigen Minuten hatte er die Herzen her Zuhörer in vollem Umfange gewonnen. Mit Maltiger Spannung lauschte alles seinen von köst- fem Humor gewürzten Erzählungen, die oftmals )■ dem frohen Lachen der seelisch stark beschwing- n Zuhörerschaft unterbrochen war. Und als er nxn 23 Uhr endete, hätte man ihm zweifellos noch in ober zwei Stunben lang mit Spannung zuge- Yi, benn was er zu erzählen wußte von seinen irrten als Pionier des deutschen Gedankens und o seinen Eindrücken und Beobachtungen, das war in einziges großes Erleben. «im ersten Teile seines Vortrages erzählte er in mchaulichster Weise von seiner großen Aufklärungs- sch-t über den Atlantik nach Amerika und durch lir amerikanischen Kontinent. Er berichtete von i’i „Ladung Kinderherzen", die er auj feinem Levelschiff „Vaterland" bei dieser Fahrt mitgenom- jri hatte, womit er die herzlichste Dankbarkeit bischer Kinder und Mütter für das Liebeswerk 11 amerikanischen Quäker nach Kriegsende am latschen Volke und insbesondere an den deutschen ‘.ilbern meinte, das Werk, das durch deutsche Dank- Meit den Weg zum amerikanischen Volke und Landers wieder zum amerikanischen Kinde öffnete. I W dann erzählte er von seiner mit vielfachen Schwierigkeiten und doch auch mit starken inneren i(r?bnissen verbundenen Werbefahrt für Deutsch- UirlO und das Deutschtum burch den amerikanischen Wo ltinent, um dort „den Grünspan der Kriegslügen ’c?n Deutschland" abzuputzen und damit in der oZsmeinung Amerikas die deutsche Ehre wieder- -I,ustellen — ein Unternehmen, das ihm denn ifi allenthalben in vollem Ausmaße geglückt ist ü sogar den Erfolg hatte, die unter dem Eindruck ; r Lügenpropaganda der Feindbundmächte im kii'ge verbotene deutsche Sprache im amerikanischen lulunterricht wieder zur Einführung zu bringen, i dieser Fahrt, wie auch bei ihrer Vorbereitung i Deutschland hatte er u. a. auch gegen mancherlei eschen zu kämpfen, die nur eins kannten: „Mit ? Morderbeene rin in' Trog", nämlich immer nur ti« eigenen Interessen und materielle Gesichtspunkte Iten Vordergrund zu schieben, daneben aber das über die Pläne und Maßnahmen Japans, nachdem dieses mit Hilfe der amerikanischen Bankens drei große amerikanische Baumwollernten und un-l gezählte amerikanische, englische und französische Schiffe für ein geradezu lächerliches Trinkgeld an sich gebracht hatte, und nun nicht nur den asiatischen, sondern auch den amerikanischen und den europäischen Markt, kurz gesagt den Markt der ganzen Welt mit seinen überaus billigen Waren überschwemmt und damit die gewaltige Wirtschaftsnot bis zum höchsten Ausmaß steigert. An diese mit höchster Lebendigkeit gegebene Schilderung der wirtschaftlichen Machtverschiebung knüpfte Luck-j ner außerordentlich fesselnde welt- und macht-! politische Ausblicke, durch die das Geschehen im Fernen Osten, wie im Pazifik, aber auch die Ursache (Diktat von Versailles) und Rückwirkung in Europa eindrucksvoll und überzeugend zutage traten. Als Gewinner des großen Rennens der Mächte der Welt tritt Japan überragend auf den Plan,' und dieses Merkmal der Entwicklung müssen nach Luckners Meinung gerade wir Deutschen, die unter dem i Diktat von Versailles gelitten haben und noch schwer leiden, besonders im Auge behalten, denn „im | Osten geht die Sonne auf", während sie im Westen | untergeht. Wie ein weithin leuchtendes Fanal wirkte die an diesen Hinweis auf die Sonne geknüpfte Betrachtung des Vortragenden, zualeich eine Mahnung, die uns Deutsche dringend ans Herz legt, in unserer ganzen Gesinnung und Haltung innerlich so groß zu werden wie das japanische Volk, das sich selbst — unter Bezugnahme auf die Erfahrungen des Weltkrieges und die damalige Haltung des deutschen Volkes — als „die Deutschen des Ostens" bezeichnet. Die Verehrung für Luckner kam rein äußerlich sch>n dadurch in stärkster Weise zum Ausdruck, daß ®ii Aula nicht nur bis zum allerletzten Plätzchen be^-tzt und bestanden war — es mögen wohl an« ranernb 1000 Personen gewesen sein, die gestern ob nb dort saßen und bis in den letzten Winkel [krjben —, sondern daß auch viele vor dem Saale umher umkehren mußten, weil beim besten Willen Gießener Einzelhändler werben! Die heutige Sonderseite mit Empfehlungsanzeigen vertrauenswürdiger Geschäfte des Gießener Einzelhandels weist einen neuen Holzschnitt auf in der Reihe von Darstellungen über die Entwicklung des deutschen Einzelhandels. Es wird hier ein Kaufgewölbe um die Mitte des 16. Jahrhunderts gezeigt. Die Entwickelung des Schaufensters und des Ladenbaues bis zu den heutigen Äusmaßen tritt hier besonders wirksam hervor. Nachdem am Arbeitsbeschaffungsprogramm der deutschen Wirtschaft alle Kräfte im Reiche am Werk sind, dürfen die Gießener Einzelhändler mit Recht fordern: Trage auch deinen Teil bei! kaufe beim Einzelhändler! Hessischer Bußtag von jetzt ab im November. Die Neuordnung auf allen Gebieten des deutschen Lebens hat nunmehr auch den hessischen Buß - und B e 11 a g ergriffen. Dieser kirchliche Feiertag, der bei uns in Hessen bisher mit dem Sonntag Palmarum verbunden war, wird von jetzt ab nach der bisherigen preußischen Regelung begangen, d. h. der im Volksmunde bekannte „dicke Mitt- w o ch" kommt für uns Hessen durch den künftig für das ganze Reich gemeinsame Bußtag mit sofortiger Wirkung in Fortfall. Nach einer Anordnung der hessischen Landeskirchenregierung wird künftig der Buß- und Bettag in Hessen auf Grund der reichsgesetzlichen Regelung für die ganze deutsche evangelische Kirche ebenfalls am Mittwoch vor dem letzten Trinitatissonntag, d. h. am 21. November 1934, als | fett einsehen müssen, daß er „fehl am Orte war", 'gesetzlicher kirchlicher Feiertag began->So sei es vorausgesagt, daß nur derjenige Fachmusiker sich auch als Chorleiter durchsetzen wird, der für die den Hausbesitz belastenden Hypotheken behandelt. Aus den geschäftlichen Angelegenheiten war u. a. zu entnehmen, daß erfreulicherweise der Mitgliederbestand der Ortsgruppe feit der letzten Versamm. lang verdoppelt werden konnte. Besonderes Interesse fand die durch den Stabsleiter der PO. Staatsrat Pg. Ley erfolgte Berufung des Reichsverbandsvorsitzenden Pg. Fischer (Berlin) als Vertreter des gesamten Neuhausbesitzes im Reich in den Beirat der Reichsfachschaft „Wohnhaus". Diese ehrenvolle Berufung sei zweifellos die Anerkennung der bisher vom Reichsoerband Deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer unter seinem Vorsitzenden geleisteten Arbeit, die nunmehr durch diese Berufung zu einer noch engeren Zusammenarbeit mit der PO. und den maßgeblichen Reichs- und Landesbehörden führen werde. Daten für Donnerstag, 1. November. 1760: Schlacht Friedrichs des Großen bei Torgau; — 1880: der Grönlandforscher Alfred Wegener in Berlin geboren (gestorben 1931); — 1914: deutscher Sieg unter dem Vizeadmiral Graf von Spee bei Coronel (Küste von Chile) über die Engländer. Gießener Wochenmarklpreise. * Gießen, 1. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40, Matte 20 bis 25 BL Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 PL der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 60 bis 80, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF.: Lerufsgemeinschaft der Kaufmannsgehilfen, Ortsgruppenheim, Lonystraße 18, Zusammenkunft. — NSLB., Kreis Gießen, Technische Lehrerinnen, 20 Uhr, Saal der Deutschen Arbeitsfront, Besprechung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Krach um Jolanthe". — Astoria - Lichtspiele, Seltersweg, „Schüsse aus dem Hinterhalt". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung. — D e r Gießener Radfahrervere i n von 1885 veranstaltet am kommenden Samstag, 3. November, ein Winterfest, mit dem saalsportliche Darbietungen verbunden sein werden. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerkfam gemacht. * ** D i e Hubertusjagd unseres Truppenteils, an der die Offiziere, die berittenen Unteroffiziere und Mannschaften des Standorts Gießen und Mitglieder des Reit- und Fahrklubs teilnehmen, wird in der üblichen Weise am kommenden Samstag, 3. November, dem Hubertustage, geritten. Die Reiter versammeln sich zum Stelldichein am Südrand des Waldes, 1200 Meter nördlich von Wieseck an der Landstraße Gießen—Lollar. Non dort beginnt die Jagd um 15 Uhr über die Ludwigsburg bis in die Gegend von Trohe, dann zum Flughafen, wo das Halali geblasen wird. Oberleutnant Freiherr von Gall, der die Jagd angelegt hat, wird als Fuchs reiten. Gäste sind willkommen. Anmeldungen zur Jagd bis zum 2. No- Oie Deutsche Arbeitsfront NS.-Gemeinschast „Krast durch Ireude"in Verbindung mit der NS.-Vottswohlfahrt Bunter Abend anläßlich der Fahrt unserer Saar-Kameraden ins Neich am Freitag, 2.November 1934, im (5afe Leib Mitwirkende: Mitglieder des Stadttheaters und des Musikzuges 3.0R.15 unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße. Vortragsfolge: 1. Erösfnungsmarsch 2. Konzertstück (Egmont-Ouverture) 3. Paul Nieren: Heitere Plauderstunde 4. Musikstück 5. Frl.Salzmann-„Einmal möcht ich wieder tanzen"aus„Gräfin Mariza" 6. Armeemarsch Pause I. Musik 8. Paul Nieren: Plaudereien und Rezitationen 9. Musik 10. Paul Wrede: Ballada vom lieben Augustin 11. Musik 12. Frl. Salzmann: „Einer wird kommen" aus „Zarewitsch" 13. Paul Wrede: Spaziergang durch Alt-Wien 14. Musik IS. Paul Nieren: Auf Wiedersehen am 13. Januar 1935! 16. Schlußmarsch Beginn: 20 Uhr! Wir bitten um rege Teilnahme! Eintritt: 20 und 30 Pf.! Kreisamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". vember an das Geschäftszimmer der Kaserne, Fernruf 2954, 2955 und 3914. Die Veranstaltung dürfte bei der sporttreibenden Bevölkerung, insbesondere bei der an dem schönen Reitsport interessierten Jugend, starke Aufmerksamkeit finden. ** Dienstjubiläum. Am Dienstag, 30. Oktober, konnte der beim Zollamt Gießen-Bahnhof beschäftigte Zollsekretär August Schmalz auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Zollverwaltung zurückblicken. Anläßlich dieses Jubiläums wurde ihm vom Vorsteher des Hauptzollamtes in Gegenwart seiner Berufskameraden ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichkanzlers ausgehändigt, worin, der Dank für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste zum Ausdruck gebracht wird. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. C. Ein Selbsterzeuger darf Butter an Verbraucher nicht verkaufen. Milch kann nur bei Vorlage einer Bezugsbescheinigung der zuständigen Bürgermeisterei an Verbraucher abgegeben werden. Jedoch ist jeder Erzeuger verpflichtet, die Milch an die zuständige Milchabsatzgenossenschaft zu liefern.— Ein Landwirt kann nicht das ihm evtl, von seinem Nachbar weggeackerte Stück Land zurückackern. Er kann einen Antrag auf Neuvermessung stellen. Die entstehenden Kosten hat der Gegner zu tragen, falls festgestellt wird, daß er sich tatsächlich zu Unrecht Land angeeignet hat. — Es ist jemand nur strafbar, wenn man ihm die strafbare Handlung nachweisen kann. Oberhessen. Bürgermeister Fendt-Hungen tritt in den Ruhestand. * Hungen, 1. November. Am gestrigen Mittwoch trat unser Bürgermeister Fendt in den Ruhestand. Er hat die Altersgrenze erreicht und scheidet nach 30jähriger Tätigkeit aus dem Amt. Seine Amtszeit war eigentlich schon im Juli ab- gela'ufen, auf Ersuchen der Regierung führte er jedoch die Geschäfte des Bürgermeisters noch bis in diese Tage. Am gestrigen Mittwoch sand aus Anlaß der Verabschiedung des Bürgermeisters aus dem Amt im Rathaussaal eine Feier statt, die einen sehr würdigen Verlaus nahm. Als Vertreter des Kreisamtes Gießen war Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s erschienen, der Gemeinderat, der Beigeordnete nahmen teil. Die Bevölkerung der Stadt nahm ebenfalls regen Anteil. Der Ortsgruppenleiter Pg. K i r ch h ö f e r würdigte in einer kurzen Ansprache die Verdienste des scheidenden Bürgermeisters, er kennzeichnete das stete gute Einvernehmen, das zwischen dem Bürgermeister und dem Gemeinderat geherrscht habe, sprach von der ständigen guten Zusammenarbeit und der umfassenden Sachkenntnis in allen gemeindlichen Dingen, die den Bürgermeister besonders auszeich. nete. Er habe sich stets der Gemeinde verantwortlich gefühlt. Trotzdem Bürgermeister Fendt in schwerster Zeit für das Gemeinwesen zu wirken hatte, seien alle Schwierigkeiten bewältigt worden. Als Andenken und Ehrengabe übermittelte der Beigeordnete dem scheidenden Bürgermeister eine künstlerisch ausgeführte Urkunde, auf der die wesentlichsten Schöpfungen des Bürgermeisters, die wäh- rend seiner Amtszeit in Hungen geschaffen wurden, im Bilde wiedergegeben waren. Die Urkunde tragt neben den Unterschriften des Gemeinderats das Siegel der Stadt. Oberregierungsrat Dr. Schönhals hielt als Vertreter des Kreisamtes ebenfalls eine Ansprache in der er zunächst an die Ausführungen des Ortsi gruppenleiters anknüpfte. Genau vor 30 Jahren habe hier ebenfalls ein Vertreter des Kreisamter gestanden und den Bürgermeister eingeführt. Der Bürgermeister habe gelobt, sein Amt mit Gewissen. Hastigkeit und Eifer zu verwalten. Bürgermeister Fendt habe sein Versprechen voll erfüllt. Heute, da er seine Wirkungsstätte verlasse, stehe wieder ein Vertreter des Kreisamtes an dieser Stelle, nicht zu- letzt deshalb, weil der scheidende Bürgermeister $um Kreisamt und zu den Beamten des Kreisanür? ganz besonders enge Beziehungen unterhalten habe. Bürgermeister Fendt sei lange Zeit Vorsitzender des Kreisvereins der Bürgermeister gewesen, habe im Vorstand des Landesverbandes hessischer Bürger, meister, wie auch im Vorstände des hessischen Land- gerneindetages gewirkt. Die Tatsache, daß er neben seinem Amte als Bürgermeister so viele Ehrenämter bekleidete, seien ein Beweis der Wertschätzung, deren er sich im ganzen Hessenlande erfreue. Bürgermeister Fendt stehe im ganzen Kreise im Rufe eines äußerst pflichttreuen Beamten, der mit groß, ter Gründlichkeit seine Amtsgeschäfte versehen habe. Er, der Redner, nehme als Vertreter des Kreis, amtes Veranlassung, ihm Dank und Anerkennung für die der Stadt Hungen und dem Staat geleisteten Dienste auszusprechen. Nachdem Oberregierungsrot Dr. Schönhals noch die unter der Initiative des Bürgermeisters Fendt geschaffenen neuzeitlichen Einrichtungen innerhalb der Stadt gewürdigt hatte, übermittelte er dem aus dem Amte scheidenden Bürgermeister die besten Wünsche für einen gesegneten Ruhestand. Im Anschluß daran übergab Oberregierungsrat Dr. Schönhals dem Beigeordneten Pg. Hof. mann die Geschäfte des Bürgermeisters und verpflichtete ihn. Im weiteren Verlauf der Feier hielt Bürger- meister Fendt eine längere Ansprache. Er erinnerte daran, wie er vor 30 Jahren den Eid geleistet hatte. Er sprach davon, wie ihm auch aus Anlaß seiner 25jährigen Amtstätigkeit schon viel Dank ausgesprochen worden sei. Er habe auch damals betont und tue es heute wieder, daß der Dank nicht ihm allein gebühre, sondern insbesondere fei« I nen Mitarbeitern, dem Gemeinderat, den Beamten der Stadt und des Kreisamtes. Zwischen den Beamten, dem Gemeinderat und ihm habe stets das beste Einvernehmen geherrscht. Er habe sich nie als Vorgesetzter gefühlt, sondern immer als primus inter pares. In seinen weiteren Ausführungen sprach Bürgermeister Fendt von den Verhältnisien. in Hungen, von den schweren Zeiten des Kriegezi und sagte im Zusammenhang damit allen Beamten,, sowie dem Preisamt und seinen Beamten herzlichem Dank aus, für die Unterstützung, die ihm immer zuteil geworden sei. Er betonte, daß er insbesonders beim Kreisamt stets sehr viel Verständnis gesundem habe. Das gleiche gelte auch von der Provinzialdirektion. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amte bleib« er, obwohl er viel in der Fremde gewesen sei, im angestammter Liebe zur Heimat, in Hungen. Gr wünsche der Stadt auch unter der neuen Leitung weiteren Fortschritt und weitere Aufwärtsentwi^ lung. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil! auf Öen Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam qefun« genen Horst-Wessel-Lied fand die würdige Abschieds- feier ihren Abschluß. 4 Fortsetzung. Nachdruck verboten! ie ein paar purpurrote vollerblüh!. Rosen in der tenn sie am Abend neben der Edelgard war um den Tisch herumgeeilt und hatta Personal eine Köchin, eine Mamsell und mehrere , ^ch nid)t vorstellen, Mutti! Ich bin sicher, jedes Küchenmädchen hielt, hatte sie in der Küche nicht viel Mädchen, das von Kürschner geliebt wird, muß ihn zu sagen gehabt. Jetzt freilich kochte sie, aber man auch gern haben." So waren die Zweifel und Wünsche in Robert Kutschner hin- und hergegangen. Oft schon hatte er langte, war sie auch beruhigt. Wirklich hatte ja auch Edelgard alles aufs zierlichste hergerichtet. Woher das Kind das nur hatte? Von der alten Marie bestimmt nicht. Denn die war im Dönitzfchen Hause nur eine Art Faktotum gewesen. Zu den Zeiten, da man unter dem zahlreichen mußte ihr manches nachsehen. Diese zierlich angerichteten Schüsselchen aber, verlockend und bunt, wie „Auch wenn es ein junges Mädchen wäre?" „Warum nicht?! Kutschner wirkt doch trotz feiner vierzig Jahre außerordentlich jung." Nun ging Frau von Dönitz ein wenig aus ihrer Reserve heraus. Da Edelgard selbst das Gespräch auf diesen verfänglichen Punkt gebracht hatte, konnte sie sich nicht enthalten, zu fragen: es auf den Lippen gehabt, das Geständnis feiner Liebe zu Edelgard. W ändert, und man mußte sich gleichfalls ändern. Als sie sah, wie dankbar und mit wie gutem Appetit Kutschner bei dem frugalen Abendbrot zuglaube", fügte sie ernster werdend, hinzu, „wenn: Joachim noch lebte, ich stünde so mit ihm. Könnte; so über alles mit ihm sprechen/' „Wenn Joachim noch lebte, ja, Kind, dann wärt; vieles, vieles anders." Ihre Lippen zuckten. Ihre Augen umflorten sich . „ Sie hatte Kutschner und ihre geheimen Wünsche m sein wie bei ihm." i bezug auf Edelgard im Augenblick vollkommen oer- grau von Dönitz, die in ihrem bequemen Korb- geisen. Auch daß Edelgard ihre tastende Frage mit! stuhle aus der Terrasse saß, hatte von ihrer Lektüre diesem unbefangenen Lachen beantwortet hatte, wow aufgesehen. Sie hatte sich schon allerlei Gedanken ihr kaum zum Bewußtsein gekommen. Edelgards „So?! Meinst du das, Edelgard? Könntest du dir zum Beispiel vorstellen, daß ein junges Mädchen wie du Kutschner liebhaben könnte?" „Ich?" Edelgard lachte unbefangen auf. „Ich? Aber Mutti, welch ein drolliger Gedanke! Ich habe Direktor Kutschner gegenüber immer das Gefühl, als wäre er so etwas wie ein älterer Bruder. Ich« nicht geheiratet hat, möchte ich wissen. Ich glaube, bei keinem Manne könnte eine Frau so geborgen Edelgard ruckte bte kleine Porzellanschüssel mit den grünen Kresseblättern auf dem zierlich geschnitte- nen Röstbrot handgerecht. Dann sah sie erstaunt auf: „(Sine unglückliche Liebes Das kann ich mir wirk- Nach anfänglichen Einwendungen hatte Frau von ------- u—- ~ . .. Dönitz sich darein gefügt, Direktor Kutschner so i gemacht, seitdem Kutschner sooft ins Haus gekommen Worte hatten sie wieder ganz in die Vergangenhm aufzunehmen, wie es ihren jetzigen Lebensverhält-! war. Aber sie war p1"n n:s-a—x-----”t-— --"h »«• fr»*** nm hon Tryh ihre« nisien ,r ' ' 1 ' " ' " ' '' ’" v' r halten konnte, und ihre eigene Arbeit. Da wäre eine Ehe mit einem Manne wie Kutschner Hundertlachen Kristallschale inmitten des spitzenverzierten Tischtuches ordnete. „Er ist auch wirklich ein prächtiger Mensch. Ich glaube, es gibt nichts Gütigeres und Besseres aus der Welt als ihn. Warum er nur Mutter ihm gegenüber saß, das feine Haupt in die Hand gestützt, an seinen Lippen hängend; wenn er von der Welt draußen erzählte oder in klugem Zwiegespräch geschäftliche Fragen mit ihr erörterte — immer wieder sagte er es zu sich selbst: Wage es! ' Sprich ihr von deiner Liebe! Tue es, ehe vielleicht ein anderer, jüngerer dir zuvorkommt! Oft, wenn er mit ihr ein paar Stunden gewandert war, ehe sie bei Frau von Dönitz zum Abend einkehrten, hatte er aeglaubt, dies beherrschte Neben- ihr-Gehen nicht mehr ertragen zu können. Sie einmal an sich ziehen, ihr Haar, ihre reine klare Stirn, ihre strahlenden, grauen Augen mit Küssen bedecken, Zärtlichkeit geben und Zärtlichkeit fühlen — es war ein Traum, süß und berauschend zugleich. Aber immer wieder hatte er sich bezwungen. Sich gesagt, lieber warten, bis man Gewißheit hatte, ob in Edelgard etwas von Liebe für ihn lebte. Solange er noch schwieg, vermochte er noch zu hoffen. Hatte er aber erst gesprochen, dann war die Entscheidung da. Konnte diese Entscheidung nicht auch ein „Nein!" sein? Davor aber fürchtete sich Robert Kutschner wie vor nichts auf der Welt. Und nun war es zu spät. Nun konnte er nicht mehr um Edelgard werben. Nun mußte er fort. Es konnte Jahre dauern, bis er wieder hierher zurück- kehrte. Wer weiß, was in diesen Jahren geschah? Edelgards Schönheit entfaltete sich immer mehr. Wie lange würde es dauern, und Edelgards Herz würde wirklich zur Liebe erwachen? Aber würde irgendein Mann auf der Welt Edelgard inniger und reiner lieben können als er? War ein treues Herz nicht mehr wert als die Jugend von zwanzig Jahren? Es mußte zur Entscheidung kommen, ehe er abreiste. Und dann war es zur Entscheidung gekommen. Der Gemüsesalat ist auch eignes Gewächs. Und die weiße Henne hat mir zuliebe heute schnell noch frische Eier gelegt. Marie hat zwar gebrummt. Sie wollte die Eier zum Sonntagskuchen aufsparen. Aber wie ich ihr gesagt habe, daß Direktor Kutschner kommt, da ist ihr Herz weich geworden. Für Kutschner hat ie eine Schwäche", fügte EdeL-.rd hinzu, während IWBJIISWI? Vornan von Klothilde v. Gtegmann. blaßte Gesicht Edelgards gestrichen: „Mach' dir keine Vorwürfe, mein Liebling — diese Wunden sind ja nie verheilt. Ich selbst bt1* zwinge mich nur, nicht selbst an sie zu rühren. M sie schmerzen doch immer." Edelgard hatte ihren Kopf ganz fest an Ö^J)erj der Mutter gelegt. Wie dies Herz klopfte unds°M schlug! . „Mütterchen", sagte sie leise, ich weiß ja, Mensch kann einen anderen geliebten Menschen el“ setzen. Aber denke doch wenigstens daran, was du mir bist. Du darfst dich nicht in diesem stillen verzehren. Das schadet dir so sehr. Und was wm- aus mir, wenn du krank bist? Ich habe ja niemM den auf der Welt wie dich allein." In diesem Augenblick öffnete sich die Tür vom Gartenzimmer zur Terrasse. Hinter dem Gartn war Direktor Kutschner erschienen. w „O Verzeihung", sagte er, „ich störe wohl? Frau von Dönitz faßte sich mühsam: „O nein, Sie1 stören durchaus nicht, mein uev Herr Direktor!" antwortete sie mit etwas zuter der Stimme. „Ich habe nur mit Edelgard über Vergangenheit gesprochen. Manchmal überkom es einen dann so traurig. Aber nun wollen nur an die Gegenwart denken. Entschuldigen mich einen Augenblick!" . < Etwas mühsam hatte sie sich erhoben und M das Taschentuch vor die Augen haltend, in tt)r 2v y zimmer, das neben der Terrasse gelegen war. (Fortsetzung folgt!) aus einem ersten Geschäft, waren unmöglich unter Maries Händen entstanden. „Und mit ganz wenig Mitteln, Mütterchen!", hatte ... _______ Edelgard fröhlich gesagt. „Die Tomaten habe ich aus Herren bei ihm. öo erfuhr Edelgard auch von den idem Garten, die Radieschen und die Kresse auch. An dem läge, an dem er den Brief aus Neu- vork bekam, hatte er Edelgard nur flüchtig sprechen können. Er war den ganzen Tag zu Konferenzen unterwegs. Edelgard hatte ihn zwar begleitet, um die Stenogramme gleich bei den Besprechungen mit aufzunehmen. Aber im Auto, während sie von Konferenz zu Konferenz fuhren, waren sie nicht allein. Immer war einer ober der andere seiner sam sein, nicht vor der Zeit an diese Dinge rühren. „Warum er noch nicht geheiratet hat?" nahm sie scheinbar harmlos die Frage Edelgards auf. „Nun, er wird wohl noch nicht die Rechte gefunden haben, Kind! Vielleicht hat er eine unglückliche Liebe." Angestellten im Büro nichts über die Abberufung Kürschners. Kutschner merkte, sie war vollkommen ahnungslos. Und das war ihm lieb. Er wollte es ihr selbst sagen, ganz unvorbereitet sollte sie sein. Aus der Art, wie sie seine Nachricht aufnehmen würde, konnte er vielleicht endlich spüren, wie sie zu ihm stand. Es war ein wunderbarer Spätsommerabend. Der Himmel war mit den flimmernden Goldpunkten der Sterne bestickt. Die Milchstraße zog sich wie ein weißer Seidenschleier quer über das Firmament. Aus dem Park der Villa Dönitz dufteten Lilien und Levkojen in schwermütiger Süße. Der alte Gärtner hatte die große Korblampe mit dem mattgrünen Schirm soeben auf der Terrasse entzündet. Man hatte zusammen zu Abend gegessen. -----' klug genug, Edelgard gegenüber zurückgeführt und zu dem Schmerz um den Tod ihres entsprach. Edelgard hatte sanft, aber be- nichts von diesen Gedanken zu äußern. Das Kind Sohnes. stimmt erklärt: ! war in allen Gefühlsdingen so unendlich scheu. Es Edelgard war um den Tisch herumgeellt und haM „Liebe Mutti, so wie ich Herrn Direktor Kutschner war noch so ganz unerwacht. Ein unbedachtes Wort die Mutter zärtlich umfaßt. Sie war vor ihr nieber beurteile, kommt er nur öfter zu uns, wenn er bas ; konnte da etwas verderben, dessen Entstehen sie doch gekniet und hatte bittend gesagt: Gefühl hat, daß wir uns seinetwegen weder Um«' im geheimen so innig wünschte. , „Verzeih, Mütterchen! Habe ich dich traurig gl? i stände noch Ausaaben machen. Er weiß zu genau, > Sie hatte es wohl bemerkt, mit welcher geheimen macht? Ich unvernünftiges Ding, muß ich immm । wie sich unsere Verhältnisse verändert haben. Daß Sehnsucht Direktor Kürschners Blicke Edelgard folg- wieder die alten Wunden in dir aufreißen?" mir nur noch in ganz bescheidenem Rahmen Ge- tem Freilich, Kutschner war viel älter als Edelaard ! Liebevoll hatte Frau von Dönitz über das jeüigtot pflegen können. Aber glaubst dul mcht daß yn einer früheren Zeit hätte Frau Gertraude ge- 'st' £men wie Kutschner lieber xadezu gelächelt über den Gedanken einer Serbin- । einjad) aufzunehmen und ihm dafür das Bewußt- öung zwischen einem Freifräulein von Dönitz und sein Zu geben: er kann jederzeit kommen? Außer- einem einfachen Herrn Kutschner I dem ist Kut chner em o be cheidener Mensch und t b ? 1 / , w 9r ! lieht l° wenig auf den äußeren Schein, daß ich st H^e^aber? Wenn^ ft- «nmal Au^n schlaß mich geradezu schämen wurde, chm etwa- oarzu- Sicherheit nur bas ton® V rmaaen auf b r ‘ tauschen, was wir doch nicht mehr sind. 1 snan# s' hn_ „nn oer Da hatte Frau von Dönitz nachgegeben. Es wurde baIt ' fOnnte unh ihr» otnon»*1 i ihr nicht leicht, denn sie verfiel noch zu gern in die < ' . rnLnno9m?o ©f.1«!«' Jv? Gewohnheiten früherer Zeiten, da das Haus Dönitz , nnrxUA;pkpn nomof»» ^"tfchner hundert- roegen seines Essens und seiner erlesenen Weine f f • 3 J heJ S’J£?n behüt- ; berühmt war. Aber die Welt hatte sich eben Der ' ’am ’ein' md)t DDr ber *Rett an 2hnap r,,hrpn (lebt ku: Gie Ai na Gr Un Kr; ter vorg! die 6ir rienausen! fanM ui führt mui o r Hl «rau Kc Unserer j Grabe gc I S3or fieber ebene Fk fl Fiem. Di xel'ebtheü jrauerfeie I Die sich bi HW11,';" a Mlistliche 2 M bemerkbar bedeute 1 * tfler Schär Giej öle' besä i ° kol^' i ft, bie ! l w i! i^Lqqa iM HÄ SÄ tiS Pf*»! 6,8 ffi« ft MdM - i VI*. hßollar Undwer! Häuser Mag sa !er im ö eiter ber begrüß germeifti bann ve' des M Mrsammlui [Km in B< 83efang be Mebes ans SLe'üer auf ü Regierung ü fid) aber c U Ochtung u aitzuschließ 3 Sinn mit fi^amilienal ^schönen Li § Mai m t s f e i MS2W. c Heiter ber 3 Wer Volksha Uftut besetzt. 8 Abends, jfri imann, fad wg. (hol I des Hand Irtes mit $ | schmückt St wrderten a' stützen Am h „Germania ötuiruf bei M die Mert : Deutschen 8 Montag t I Gießen, Chemnitz, den 1. November 1934. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Heinrich Noll Familie Willi Noll Familie Franz Lösch. GraueHaare verschwinden unauffällig durch Am 28. Oktober verschied infolge eines Unglücksfalles nach einem arbeitsreichen Leben unser lieber Vater und Großvater, der Landwirt Heinrich Noll VII. kurz vor Vollendung seines 88. Lebensjahres. Wir betrauern im Sommerhalbjahr das Ableben unserer Bundesbrüder Oberforstmeister i. R. Hugo Kirchner Bad-Nauheim (aktiv 87) gest. 6. 5. 34 Landwirtschaftsrat Dr. Friedrich Karl Eckert Abteilungsleiter d. Landesbauernschaft Schleswig-Holstein Kiel (aktiv 14) gest. 27.8. 34 verunglückt auf einer Dienstfahrt zu Plön im Alter von 40 Jahren Apotheker Heinrich Matzat Grubenapotheke Dudweiler (Saar) (aktiv 94) gest. 20. 10. 34 verunglückt beim Umsteigen auf dem Bahnhof Neunkirchen. Em aufrechter Kämpfer um die deutsche Saar DieGießenerBurschenschaftFrankonia Der Bundesleiter Adolf Fischer, Studienrat 6dZ9P Die Beerdigung fand in aller Stille statt. 6436 D ! I vf - O Unser Die ter lein ist am 28. Oktober nach kurzer Krankheit von uns ßeßanßen. Familie Wilhelm Hohmeier und Angehörige. Gießen (Bleichstraße 27), 1. November 1934. Die Beerdißunß fand in der Stille statt Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen 6420 u .3 Zur je ehnt. Landkreis Gießen. S o 11 q r , 29. Okt. Der Tag des deutschen 1131 Mei ; ramerfeier zeugte von oer zia Wr sich die Verblichene nicht 1662 1 ■ WERB EHKHÄSH in Alle das Versammlung der oberhessischen Zmker - Ortssachgruppenführer. ijl ■k it b bas, nv. im (W chn iw flirten en.. äefo n/w h mit eiftß ms? Del k deit & in )ei nt it. I» ebtheit. Die überaus große Beteiligung bei der -cmerfeier zeugte von der Achtung und Verehrung. ' 't nur in unserer Ge- Schädlingsbekämpfung und auf anderes mehr aufmerksam gemacht. Aehnlich verhielt es sich auch auf dem Gang durch die von privater Seite angelegten Baumstücke. Hier wurde besonders das häufige Antreffen von Baumruinen, das teilweise zu geringe Auslichten der Bäume, das verkehrte Absägen von 1 Aesten und das enge Beisammenpflanzen der Bäume gerügt. Vorbildliche Baumpflege sowohl als mustergültige Schädlingsbekämpfung wurden lobend erwähnt und zur Nachahmung empfohlen. Von der Neuanpflanzung von Kernobstsorten auf dem Kal- ten-Rain, dem Häuptobstbaumgebiet Steinheims, wurde abgeraten, da der Boden baummüde sei. Steinobstsorten kämen nach Ansicht des Sachverständigen nur noch in Frage. War dieser Rundgang für die Teilnehmer schon äußerst lehrreich und anregend, in Zukunft mit allen zu Gebote stehenden Kräften auf dem Gebiete des Obstbaues vorbildliche Arbeit zu leisten, so war der anschließende Vortrag des Inspektors Rentsch über Schädlingsbekämpfung genau so interessant. Auf das Auftreten der hauptsächlichsten Schädlinge in unserer Lage, wie des Frostspanners, Ringelspinners, Apfelwicklers, der Blatt-, Blut- und Schildläuse, sowie des besonders gefürchteten Apfelblattsaugers oder des Apfelblattflohes, wie er noch anders genannt wird, wurde hingewiesen. Zeitpunkt und Mittel zu ihrer Bekämpfung, sowie deren richtige Anwendung, die Vorbedingung zu einem durchschlagenden Erfolg sei, wurden erwähnt. Der Gemeinde wurde es zur Pflicht gemacht, in allen Arbeiten auf dem Gebiete des Obstbaues tatkräftig mit gutem Beispiel voranzugehen, denn, und damit schloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen, Hebung unseres deutschen Obstbaues sei nationale Pflicht jedes Obstzüchters. Eine anschließende Aussprache klärte noch manche Unklarheit. Der Vereinsvorsitzende dankte Herrn Obstbauinspektor R e n t s ch für die von tiefer Sach- und Fachkenntnis getragenen Worte und ermahnte die Anwesenden, diesen Aufklärungen in der Praxis die Tat folgen zu lassen. Der Krieg und die heutige Zeit Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen - Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. H| fit! Gegen die Saboteure des Winterhilfswerks! Es mehren sich wieder die Fälle, daß Sammler mit irgendwelchen Broschüren von Haus zu Haus gehen und behaupten, daß der Reinertrag dem Winlerhilfswerk zufliehe. Ebenso werden wieder in ständig steigendem Blaße Karten und Programme für irgendwelche Veranstaltungen von Haus zu Haus oder in Gastwirtschaften verkauft. Weiter macht sich auch daL Vettelunwesen wieder in stärkerem Blaße bemerkbar. Alle Volksgenossen werden ausgefordert, Sammler, die nicht im Besitze eines RSV.-Ausweis e s zum Sammeln für das Winterhilfswerk sind, unter allen Umständen abzuweisen oder gegebenenfalls anzuzeigen, da diese Sammler, gleichgültig woher sie kommen, nur als Saboteure an dem grohen Werk des Führers, dem Winterhilfswerk, angesehen werden müssen. Generalvertretung: Gustav Heuser, Frankfurt a.M. Ruf: Carolus 419 87/88 Hanauerlandstraße 200 meinde, sondern auch in der näheren und weiteren Umgebung erworben hatte. — Anläßlich der Sammlung für d e n Gustav-Adolf- Verein, die von den Konfirmandinnen unserer Gemeinde durchgeführt wurde, meldeten sich zahlreiche Einwohner als Mitglieder an. Die Sammj lung ergab einen beachtenswerten Ertrag. — Vorgestern trafen hier einige Saarkinder ein. Sie stammen vorwiegend aus den Grenzgebieten unserer Saar und machen einen vorzüglichen Eindruck. Die Pflebeeltern nahmen die Kinder mit großer Herzlichkeit auf. (D Grüningen, 31. Okt. Die Ortsgruppe Grüningen her NS. - Hago hielt am Sonntagvormittag eine Kundgebung aus Anlaß d e s Tages d e s Handwerks in der Turnhalle ab. Der Ortsgruppenamtsleiter der NS.-Hago Weiß gab in seiner Ansprache einen Rückblick auf die Maßnahmen der Regierung zugunsten des Handwerks und Handels. An Hand von Zahlen veranschaulichte er die Belebung in der Beschäftigung des Handwerks durch die Ehestandsdarlehen. Im Anschluß an seine beifällig aufgenommenen Ausführungen hörte man vom Rundfunk die Uebertra- gung der Reichstagung des deutschen Handwerks. e _j_ Stein heim 31. Okt Die Mitglieder des hiesigen Ob st-undGartenbau Vereins und eine Zahl von Freunden des Obstbaues, insgesamt annähernd 50 Personen, fanden sich am Sonntagnachmittag zu einem Rundgang durch d i e Ob st anlagen unserer Gemeinde zusammen. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden des Vereins. Lehrer Sommer, der bei dieser Gelegenheit Herrn Obstbauinspektor Rentsch (Friedberg-Gießen) vorstellte, der nachher die Führung übernahm, begann der Rundgang mit der Besichtigung der Obstkulturen. Die von der Gemeinde vor einigen Jahren geschaffene Kirschbaum- anlaqe wurde zuerst in Augenschein genommen. Es wurde von Herrn Rentsch auf richtigen Schnitt der jungen Bäume auf intensive Bodenbearbeitung und harmonische Düngung, auf die Wichtigkeit der Niemand hat es mehr nötig, Deutschland betteln z u gehen, finden die notwendige Unterstützung durch Winterhilfswerk. Jeder Bettler ist daher umgehend Anzeige zu bringen. Gez.: Müller- Scheid Gedächtnisfeier der Gießener SA. Kartenbedarf der Stürme umgehend bestellen! Die SA.-Standarte 116 veranstaltet am 9. November für die $21. des Standorts Gießen int Stadkthealer eine Gedächtnisfeier für die am 9. November 1923 an der Zeldherrnhalle in München gefallenen SA.-Kameraden. Im Anschluß an die feierliche Ehrung der Feldherrnhallen-Gefallenen wird das Schauspiel „Langemarck", der Opfergang der deutschen Zugend, aufgeführt. Die $21.-Stürme des $tandorts Gießen melden ihren Bedarf an Eintrittskarten zu diesem Abend der Heldenehrung bis zum Samstag, 3. November, vormittags, an die $landarte 116, $tandartengebäude. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlag s- erzeucnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher1 Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Gestern fand auf Einladung des Gauführers Braun (Rodheim v. d. H.) eine Versammlung der Ortsgruppenführer und des Beirates im Hotel Hindenburg statt, die fast von allen Ortsfachgruppenführern des Gaues besucht war. Nach kurzer Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden gab der Vereinsrechner einen Ueberblick über den Kassenstand, der als sehr günstig bezeichnet werden kann. Der Voranschlag für 1935 beläuft sich auf 6300 Mark in Einnahmen und Ausgaben. Jedes Mitglied ist von Vereins wegen für seine Völker und besetzte Wohnungen gegen Brand, lieber» schwemmung, Einbruch, Frevel und Diebstahl versichert. Der Gau besitzt fünf Slockwagen, zu denen im nächsten Jahr noch je einer in Büdingen, in Schotten und in Lauterbach hinzukommen. Die Beiträge werden künftig nach der Zahl der Völker berechnet, um die kleineren Imker zu entlasten. Dem Rechner wurde für seine umsichtige Kassenführung Entlastung erteilt und ihm der Dank des Vereins ausgesprochen. Sodann erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, der von einer guten Honigernte berichten konnte, aber auch von großen Anstrengungen für die Weiterbildung der Imker in verschiedenen praktischen und theoretischen Lehrgängen, deren Besuch den Mitgliedern sehr empfohlen wird. Oie Einführung der Dürgersteuer abgelehnt. L Bad-Nauheim, 31. Okt. In der jüngsten «jung des Stadtrats stand als Hauptpunkt ,. der Tagesordnung die Einführung der Bür- , isteuer. Nach dem von der Verwaltung ae° Liten Antrag läßt sich die Einführung dieser Ejer für das Jahr 1935 nicht mehr umgehen. das Jahr 1934 wurde von einem dahingehen- Ü Antrag der Verwaltung abgesehen, weil nach L damaligen Sachlage bestimmt damit gerechnet «eiöen konnte, daß die Bürgersteuer im Jahre ui.3> in die Reichseinkommensteuer einbezogen pH*- Nachdem dem nicht ist, macht der im w 1934 im Voranschlag festgestellte Fehlbe- Via von 50 000 Mark, zu dem im Jahre 1935 iui5i die Senkung der Sondergebäudesteuer noch in Ausfall von 40 000 Mark hmzukommt, es not- öe bia Beschluß über die Einführung der Bürger- Iteir 1935 zu stellen. Es wurde deshalb von der kt maltuna beantragt, die Bürgersteuer im 3a re 1935 in der Stadt Bad-Nauheim mit 500 » j;., des Reichssatzes zu erheben. Stadtratsmitglied Dr Hammann als Sprecher der nationalsozia- lifti chen Stadtratsfraktion kam zu einer Ableh - rt ung d e s Antrags. Er führte u. a. aus, daß )ie Einführung der Bürgersteuer in einem Mo- flg-t, wo die nationalsozialistische Regierung Steuersenkungen vornehme, aus grundsätzlichen pMschen Erwägungen abzulehnen fei, ganz ab- geliben davon, daß sie für die Bürgerschaft un- tinbar sei. Man müsse vielmehr versuchen, alle Mglichkeiten eines Etatsausgleichs au überprüfen. Da eben hoffe man auch, daß sich der allgemeine vl-schaftliche Aufschwung im nächsten Jahre fühl- öqi bemerkbar mache. Die Ablehnung der neuen Btiuer bedeute auf der anderen Seite aber, daß mii aller Schärfe gegen die säumigen Steuer- ,ailer vorgegangen werde. Bei der Abstimmung Dirfce die Einführung der Bürger st euer ab» hondwerks wurde auch hier festlich begangen. Alke Häuser prangten in festlichem Schmuck. Am Soimittag fand eine Pflichtversammlung der Hand- oeiker im Gasthaus „Germania" statt. Ortsgrup- iet eiter der NS.-Hago Weimer eröffnete diese 'ml begrüßte den Ortsgruppenleiter der Partei, Zügermeister Wa gner, sowie alle Erschienenen. 11‘öann verlas Malermeister Hettche den Auf- ufDes Reichshandwerksmeisters. Hierauf hörte die S ammlung die Rundfunkübertragung der Ta- • mq in Braunschweig, woran sich der gemeinsame -3e*ng des Deutschland- und des Horst-Wessel- Jit es anschloß. In seinem Schlußwort wies der feer auf die verständnisvolle Zusammenarbeit der fteierung und der Handwerksführung hin, woraus idiinber auch für jeden Handwerksmeister die Verrichtung ergebe, sich nicht nur den Pflichtinnungen iMschließen, sondern auch in nationalsozialistischem Bin mitzuarbeiten. Am Abend sand noch ein ^anilienadend in der „Germania" statt, der einen xhinen Verlauf nahm. Auch die Vereinsredner haben eine rege Tätigkeit entfaltet. Besonderer Wert ist auf die Trachtver- befferung durch Pflanzung der Küblerweide zu legen. Das neue Seuchengesetz ist dankbar zu be» grüßen und wird der Verbreitung der Bienenseuchen großen Abtrag tun. Die Mittel der Seuchen» taffe, die bisher gesammelt worden sind und nicht mehr erhöht werden, sollen zur Ausbildung von Seuchensachverständigen verwendet werden. An der 2. Reichskleintierausstellung in Frankfurt a. M. vom 30. November bis 3. Dezember, an der die Bienenzucht aus dem ganzen Reich beteiligt ist, wird sich auch der Gau Oberheffen mit 23 Ortsgruppen beteiligen. Für das Winkerhilfswerk fallen van jedem Imker nach besten Kräften Honig- spenden gegeben werden. die vorn Ortsgruppenführer eingefarnrnelt werden fallen. lieber die neuen Satzungen der Reichsfachgruppe DeutscherJrnker berichtete Oberamtsrichter K l ietfch (Büdingen) in eingehenden, allgemein verständlichen Ausführungen, für die ihm der Dank der Versammlung ausgesprochen wurde Sodann wurde noch das Seuchengesetz in Hinsicht auf die Ausbildung der Seuchenwarte beraten. Bezüglich der Winterarbeit wird die Behandlung der Zanderschen Vorschläge empfohlen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Vaterland und Führer wurde die Versammlung geschlossen. üHt wurden. " Harbach, 31. Okt. Am Montag wurde frju Katharina Münch, geborene Dörr, eine inrer ölte ft en Einwohnerinnen, zu SjrJbe getragen. Sie stand im 85. Lebensjahre. So sieben Wochen war es ihr noch vergönnt, das (Ihne Fest der diamantenen Hochzeit zu den. Die Verstorbene erfreute sich allgemeiner Wiederhersteller ^lascheRM.1.80 extra stark 2.50. Löwen Drogerie Wilh.KilbingerNachf. Seltersweg 69. Mh7d Mündlich können (SieeS nurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie eS allen mit lüft- ttitb wassergekühl- »Hk fett Vergaser- oder Siefei- 7j motoren für 2-81 Nutzlast $ Mainzlar, 30. Okt. Gestern nahmen die Irtsleiter unserer Ortsgruppe der -DAP. am Schulungsabend für die Amts- 3r der NSDAP, und Ämftswalter der DAF. in -Wolkshalle zu Londorf teil. Der Saal war sehr I besetzt. Die Ausführungen der Redner des iribs, Kreiswalter Wag n e r und Dr. Wlß - ün n, fanden bei den Zuhörern reges Interesse, ng. Großen-Buseck, 31. Okt. Am Tage Handwerks waren die Häuser unseres j s mit Fahnen des Dritten Reiches festlich gerückt Schriftbänder an den Straßenkreuzungen •Isrten auf, deutsche Handwerksarbeit zu unter» iken Am Sonntagvormittag fand im Saale der iirmania" eine Versammlung statt, bei der der inruf des Reichshandwerksführers verlesen und e Uebertragung der Reichsfeier zum Tage des Kitschen Handwerks angehört wurde. — Am Bntag trafen hier die Saarkinder zum Fermaufenthalt ein, die vom BDM. feierlich emp- f äugen und mit Gesang zu ihren Pflegeeltern ge- hätten uns zur Genüge gezeigt, daß die Ernäh» rungsfrage in unserem Vaterland eine volks- und staatspolitische Frage ersten Ranges sei. Unser ganzes Bestreben müsse darauf hinzielen, uns unabhängig vom Auslands zu machen, Selbstversorger zu werden. Das erfordere aber von jedem Landwirt und von jedem Obftzüchter, daß er die nötigen Kenntnisse darüber besitze, mit welchen Mitteln und auf welchem Wege die Leistung in feinem Betriebe in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu steigern fei. „Dienst an der Aufwärtsentwicklung unsers deutschen Obstbaues ist ein Stück Arbeit am Aufbau unseres Vaterlandes", das waren dis Schlußworte des Vereinsvorfitzenden. 3 Obbornhofen, 31. Okt. Auf Veranlassung der Ortsgruppenleituna der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gab hier das Mainzer Kasper- und Puppen» spieltheater „R a d i r u l l a l a" im Saale des Erich Henzel vor zahlreich erschienenem Publi- kum eine Vorstellung, deren Reinertrag dem Winterhilfswerk zufließt. Am Tage war für die Schul- klassen der Gemeinden Bellersheim, Wohnbach und Obbornhofen eine gemeinsame Vorstellung. Die mit schneidigem Humor und viel Talent gespielten Stücke — u. a. „Kasperle im Saargeknet" und „Kasperle im Völkerbund" — brachten wahre Lachsalven. Starker Beifall und ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer beschlossen die Abendvorstellung. — Die Ersparnisse vom E i n t o p f s o n n t a g ergaben in unserer Gemeinde einen Ertrag von 26 Mark. Die in rühriger Weise vom Jungvolk betriebene Brotsammlung brachte 90 Vierpfünder zusammen. An Bernsteinplaketten wurden für 10,70 Mark verkauft. Kreis Alsfeld. + Deckenbach, 31. Okt. Unser Ort, der 450 Einwohner zählt, hat ein außerordentlich gesundes Klima zu verzeichnen. Krankheiten, auch Kinderkrankheiten sind hier sehr selten. Die Einwohner» schäft erreicht ein hohes Alter. In unserem Orte wohnen fünf Leute, die bereits über 80 Jahre (89, 88, 85 und je 80 Jahre) alt sind. st. Kirtorf, 30. Okt. Nach dem Auszug der Stadtapotheke hat unser ehrwürdiges Rathaus während der Sommermonate eine durchgreifende Neugestaltung und Verschönern n g erfaßen. Insbesondere sind die Räume der Bürgermeisterei zweckmäßig neu gestaltet worden. Durch Entfernung verschiedener Wände wurden größere Räume geschaffen. Der Rathaussaal wurde in altdeutschem Stil hergerichtet. An den Wänden hängen alte Waffen, formschöne Geräte und das Kirtorfer Stadtwappen. Ein großes Bild des Führers gibt dem Raum ein besonderes Gepräge. Hinter dem Rat» Haussaal befinden sich das Bürgermeisteramt, das Bürgermeisterzimmer und das Gemeindearchiv. Eine besonders schone Ausgestaltung hat auch der Raum für die standesamtlichen Trauungen erfahren. Gießener EinzelhanMMben! Denke verantwortungsbewußt kaufe 811? U Ü Ihr Fischlieforant sei das Fachgeschäft Ist’s die Brille Brennholz 61420 6102 0 609Q D rq»1? 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Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. 0 76 o 113,5 o| 133 63,99 81,06 33,97 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstctn L Koppel .. Leonhard Tietz...... Chade .............. Aeenmulatoren-FabrU LontittKnmmt....... Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke....... ManneSmann-Röhreu 29,25 1,3 8,05 7,6 7,5 1,3 8,15 7,7 7,6 13,2 29 1,3 8,1 7,55 7,45 13 GrtNner....................01 Matnkraftwerke Höchst a,M...« 4 Süddeutsch« Zuck« flj 29,5 I 83,5 i W I 29 1 92,75 1 84,25 - 1861 186! 4% Oesterreichische Goldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *vi% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 *% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Sette 1..................... Frannur, a. Di. Berlin Schluß« kurS Schluß». Abend, bflrfc Schluß« turs Schlußk. Dliiiag- bSrse Oatuin 30 10- 31-10 30 10. 31-10- 6% Deutsche Reichüanleihe v. 1927 95,75 96 96,4 96,4 6% ehem.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 —— 5*/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 95,25 96 95,5 96 Deutsche Aul.-Ablös.-Schuld mit 105 104 9 ........ Desgl. ohne Auölos.-Rechte...... — _ 6"., ehem.8% Hess. Bvlksstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 96 96,25 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 93 93 93 93,25 bHess. Landes-Hypotheken- bunt Darmstadt Ligut......... 93,5 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Ao llos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Sette 1 mit Auölos.-Rechten 101 101,25 101,25 101,4 6% ehcm. 8% Franks. Hyp.-Baiil Gvldpse. 15 unkündbar bis 1935 93 93 —- 93,5 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Gvldpfe. 16 unkündbar bis 1936 93 93 — 6'/i% ehem. 4'/,% Franks. Hyp.- Baiik-Liqu.-Psaiidbriefe....... 6V*% ehem. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 94,5 94,75 94,65 94,9 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand. bttefanstalt, Pfandbttefe N. 19 94,75 94,75 94,75 94,75 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- bttefanstalt, Pfandbriefe R. 10 _ _ _ Steucrgutsch. Verrechnungskurs.. 102,13 102,13 102,13 102,13 .S-raiiriun u. JJL Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend, börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 30-10- 31-10. 30-10- 31-10 4^4 desgl. Sette II ............. 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4,4 8 4,25 4,13 4,3 41/,%Ruman.vereinh.»ttentev.lSlL 6,5 6,5 — 6,7 i .o jKiimduiiche vercinh. Rente 4,05 4,13 4 4,15 <2%% Anatolier............. 34 34 33,9 34 Hamburg-Amettka-Paket ..... 0 28,25 28,13 28,5 28,5 vamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 25 24,5 Hansa-Tampsschifs........... Norddeutscher Lloyd ......... 0 0 31 30,5 31 30,4 W.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 79,4 79 79,13 79,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,5 95,5 96 95,5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 70,5 71,25 70,5 71 Deutsche Bank und DtLconto- Gefellfchaft...... 0 73,5 73,5 73,5 73,5 Dresdner Bank..... 0 75,5 75,5 75,5 144 9 75,5 Reichsbank ............... 12 144,5 144,25 145 A.E.G................ 0 28 27,75 27,9 28,13 Bekula............ Dektr. Lieferungsgesellf'ch'aft *' 0 6 140,9 101,75 141,65 101,5 140,65 101,9 141,75 101,75 Licht und Kraft ....... 8 117 117,5 117 117,5 Felten & Guilleaume ... 0 74,5 75,4 74,5 75,5 ^eieu ch.f.Meltr.Unteniehinung. 5 Rheinische Elektrizität ... ° ß 111,75 111,25 99 111,5 111,25 Schuckert »Co. ........ 5 93 93,25 92,75 93,25 Siemen» L Halske........... 7 140 142 140 140,5 Lahmeyer LEo............. 10 119,5 119 119,5 120 30-Oktober 31 .Oktober Amtliche ffielh Notierung l Frlct Amtliche Notierung Geld | »rief Buenos Alle. 0,642 0,646 0,639 0,643 Brüssel .... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,24 55,36 55,32 55,44 Danzig..... 81,12 81,28 81,12 81,28 London ..... 12,37 12,40 12,39 12.42 HelsingsorS.. 5,465 5,475 5,475 5,485 Patts ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,19 168,53 168,11 168,45 Italien..... 21,30 21,34 21,30 21,34 Japan ...... 0,718 0,720 0,722 0,724 Jugoslawien Oslo.....: 5,694 5,706 5,694 5,706 62,16 62,28 62,26 62,38 Wien....... 48,95 49,05 48.95 49,05 Lissabon .... 11,23 11,25 11,245 11,265 Stockholm... 63,80 63,92 63,90 64,02 Schweiz .... 81,04 81,20 80,92 81.08 Spanten.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — Neuyork... 2,486 2,490 Bantnoteti 2,486 l. 2,490 Lettin, 31 .Oktober Meld Amerikanische Roten.............. 2,438 Belgische Noten.................. 57,91 Dänische Noten ................. 55,17 Englische Noten ................. 12,355 Französische Noten............... 16,34 Holländische Noten............... 167 69 Italienische Noten................ 21,08 Norwegische Noten .............. 62,10 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,73 Schweizer Noten................. 80,74 Spanische Noten................. 33,83 Ungarische Noten................