Ur. 229 Erstes Blatt 18$. Jahrgang Montag, 1. Oktober 1934 -ftchemi tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: on einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zemsprechanschlüffe , unter Sammelnummer 2251 A^lschrist für Drahtnach« eichten: Anzeiger Giehen poftschecktonto: Kranttnrt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: Srühl'sche Univerfitütsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleltung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des «Bormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breits 60Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/n mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche AnzeigenbNpf. Mengenabschlüsse Staffel B Festtag des deutschen Bauern. Letzte Zurüstungen aus dem dückeberg Die Vorführungen der Reichswehr tra- Wir und Auf dem letzten Teil des Anfahrtsweges des Führers bilden das Reiterregiment 15 aus Paderborn unter dem Kommando des Obersten Frhr v. Biegeleben und Teile der ersten Abteilung des 6. A r t i l l e r i e r e g i m e n t e s aus Münster i. W., sowie das 6. P i o n i e r b a t a i l- [ o n aus Minden Spalier. Ungeheurer Jubel braust auf dem ganzen Felde auf, als die Wagenkolonne des Führers am Fuße des Bückeberges anlangt. Die Absperrmannschaften können kaum die Massen davon zurückhalten, auf den Wagen des Führers zuzueilen. Im Augenblick, als der Führer den Bückeberg betritt, bricht die Sonne durch die Wolken — fast ein Symbol —, nachdem seit Mittag der Himmel sich bezogen hatte und leichte Regenschauer niedergegangen waren. 21 Salutschüsse ertönen. Der Jubel der Massen hallt immer aufs ten Weg zur Ehrentribüne an den Trachtenträgern vorbei. Ihm folgen alle die Männer, die in den Jahren des Kampfes an der Seite des Führers gestanden haben, unter ihnen die Reichsminister Dr. Goebbels, Göring, Kerrl, Seldte und Rust, dem der Führer zu seinem heutigen Ge- burtstag gratulierte, sowie der Ehef des Stabes der SA. Lutze, Reichsführer der SS. Himmler, der Führer des NSKK. Obergruppenführer Hühn- lein. Der Reichsbauernrat und viele alte Kämpfer der NSDAP, schreiten hinauf zur Ehrentribüne. Die Musikkorps spielen den Badenweiler Marsch. Die vielen Trachten aus allen Teilen des Reiches finden das größte Interesse des Führers, der während des ganzen langen Weges den Berg hinauf seine Blicke immer gleichmäßig nach links und rechts gleiten läßt. Auf der Ehrentribüne an- .gelangt, begrüßt d e r Führer die Diplomaten und die übrigen Ehrengäste. Sodann eröffnet Reichsminister Dr. Goebbels Wie ein Erlebnis offenbart sich Hildesheim. So mag die Stadt an einem mittelalterlichen Turnierfest ausgesehen haben. Die himmelhohen Giebelhäuser mit den herrlichen Fachwerkfassaden, mit den Inschriften, Fahnen, Bändern, Blumen und Kränzen sind ein Genuß für das Auge, das gar nicht genug trinken kann von der Pracht dieses Städtchens. Da ist der Markt mit dem Knochenhauer Amtshaus, das mit seinen vielen Jahrhunderten, die es gesehen hqt, wie ein Gruß aus einer Zeit deutscher Pracht und Herrlichkeit wirkt. Die Jahreszahl 1318 liest man an einem Haus. Nun dröhnen vom Turm des Domes und aus den Schallöchern der Kirchtürme dumpfe Glocken übers Land, Glocken, die in der Geschichte wohl so manches Mal gerufen haben mögen, allerdings nicht zu fröhlicher Feier, nicht zu glückhaftem Sang, sondern zu Kampf und die Kundgebung. Landesbauernführerin Frau Hildegard v. Rheden tritt mit 300 Bauernfrauen und Landarbeiterinnen auf den Führer zu und überreicht ihm einen großen Erntekranz gewirkt aus den Aehren von Roggen und Weizen, Hafer und Gerste und geschmückt mit den sonstigen Früchten des Bodens. Die Frauen geloben dem Führer die Treue und überreichten dann auch dem Reichsbauernführer Darre einen großen Erntekranz. Der Leiter des Arbeitsdank der Reichsleitung des Verteidigung. Und heute ist das Reich eine feste Burg und des Führers Arm schützt und schirmt die Scholle des Bauern. Die ganze Bevölkerung Hildesheims ist an der Durchfahrtsstraße zusammen- geströmt und säumt vor den Giebeln die Straße als lebende Mauer. Ueber Elze geht die Fahrt, durch das fruchtbarste Land niedersächsischer Landschaft, vorbei an hügeligen Laubwäldern, durch Bauerndörfer, die Geschichte haben, nach Hameln. Die SA., die sich in ihrer Treue zum Führer durch nichts übertreffen läßt, bildet auch hier Spalier, wie sie es auf dem ganzen hundert Kilometer langen Weg getan hat. In den Dörfern spielen Feuerwehrkapellen. Alle Verbände und Vereine sind angetreten. Immer wieder muß der Wagen des Führers langsam fahren, damit er alle d i e Hände erfassen kann, die ihm entgegengestreckt werden. So kommen wir mit Verspätung lange nach 15 Uhr in Hameln an. Durch die prächtig geschmückte Rattenfängerstadt geht dann die Fahrt zum Bückeberg, der sich nun aus der Ferne wie ein lebe n b e r Ameisenhaufen darbietet. Kurz vor dem Bückeberg schwenkt der Wagen in die neu- geschaffene Fahrstraße ein, die unmittelbar an den Fuß des Bückeberges heranführt. : „Der junge Lüuer dankt —/„Wald und grundlegenden Gesetze verkünden, welche am Anfang der nationalsozialistischen Agrarpolitik stehen. Heute — nach einem Jahr können wir klar und eindeutig die Folgen jener Gesetze Überblicken, die wir damals erließen. , v v v ir , Es ist wenig über ein Jahr her, daß das deutsche Landvolk völlig verzweifelt war, von Schulden überlastet und den Zwangsversteigerungen eines feindlichen Systems ausgeliefert. In acht Jahren des Systems der Demokratie — von 1924 bis 1 932 — ist die Verschuldung der deutschen Landwirtschaft von drei um rund neun, also im ganzen auf zwölf Milliarden g e ft i e g e n. Andererseits war der Gesamter- lös aus der Arbeit des deutschen Bauerntums in wenigen Jahren von 10,2 Milliarden auf 6,5 Milliarden im Jahre 1932 herabgesunken. Außerdem zeigte sich immer deutlicher, daß die E r n ä h r u n g s g r u n d l a g e des deutschen Volkes von der deutschen Scholle weg und in fremden Raum hinein verlagert wurde. Das deutsche Volk hing dadurch von Faktoren ab, die außerhalb seiner Machtsphare lagern Insgesamt umfaßte das Totenfeld der kapltalistl- schen Ausbeutung des deutschen Bauern eine Flache, die ungefähr der land- und forstwirtschaftlich ge- nutzten Fläche Thüringens entspricht An diesem Bild mag man sich vielleicht am einfachsten di e ungeheure Verelendung des deutschen Landvolkes im alten demokratischen System vor Augen führen. Die Verzweiflung des deutschen Bauerntums war bereits so groß, daß dieser ruhig- deutsche Bauer zur schwarzen Fahne und 3U Bomben griff, um seiner tiefen Verzweiflung Ausdruck zu geben. Der Nationalsozialismus ist der Not des Bauern von Anfang an an d e r Wurzel des Hebels entgegengetreten. Heute, nach einem Jahr national» nigen Gesichtern, mit schwieligen Fäusten und erdverwachsen die Niedersachsen. Alte Kampskameraden trifft der Führer wieder, die er schon in den Jahren des Ringens sah, und tauschte mit ihnen Erinnerungen aus. Der Führer bringt in der Unterhaltung zum Ausdruck, daß die Arbeit der Bauernschaft ein tägliches Wagnis fei, da er gegenüber anderen Berufsständen niemals die Sicherheit habe, ob seine Arbeit auch bezahlt werde. Er sei abhängig von Wetter und Wind. Ein Tag könne ihm die Hoffnung eines Jahres rauben. So trage der Bauer das größte Risiko für die Ernährung des deutschen Volkes. Für dieses Risiko müsse man ihm danken. Als ersten Vertreter der Bauernabordnungen begrüßte der Führer den badischen Bauern Josef Schlageter aus Schönau im Schwarzwald, den Vater Albert Leo Schlageters, der in Begleitung seiner Schwägerin sowie des ehemaligen Regimentskameraden seines Sohnes, Hauptmann Pordom, erschienen war. Der achtzigjährige Vater Schlageters überreichte dem Führer das Buch „Organisation Heinz", das das Schicksal Albert Leo Schlageters schildert, und sein Bild zum Andenken an den heutigen Tag. Er trug ihm die Bitte vor, daß das Schlageterkreuz auf demJakobsberg an der Porta Westfalika zum Andenken an seinen Sohn errichtet werden möge. Auch Reichsminister Dr. Goebbels verweilte einige Minuten mit Vater Schlageter im Gespräch. Durch die Triumphsttaße zum Vüüeberg. Feststimmung. Neben der Polizei sind 5000 Arbeits- bienftmänner für die Absperrung angesetzt, dazu viele Tausende SA.- und SS.-Männer. Der Arbeitsdienst hat dem Bückeberg sein heutiges Aussehen gegeben. Hunderte von jungen Menschen in dem erdbraunen Kleid werden noch vier bis fünf Jahre hier oben tätig sein, um den Bückeberg zu einem vorbildlichen Thingplatz auszugestalten. Die Trachtengruppen ziehen auf den Festplah. in der Kaiserpfalz zu Goslar. Schon morgens um fünf Uhr hallten Goslars ene Straßen wider vom Gesang marschierender Können. Die ganze Bevölkerung war auf den Bnen, um Spalier zu bilden für die Einfahrt des Fhrers. SA., SS. und PO., Hitlerjugend und BR., Nationalsozialistischer Frontkämpferbund, sie all säumten die Straßen und dazwischen Musik- kwllen und Fahnen. Auf dem Marktplatz vor der Ktserworth die Goslarer Bergleute m ihren schürzen Trachten und grünen Kappen. Vor der Kaerpfalz waren zahlreiche Masten mit Ernte- krözen errichtet worden, von denen im Winde bwe Bänder winken. Vor der Kaiserpfalz Stan- bann und Fahnen der SA und eine Ehrenkompa- nieber Reichswehr. Auf dem Flugplatz Ehren- forationen aller Gliederungen der NSDAP. Um 10.6 sind die D 2600 des Führers und die Beglert- mahine gelandet. Der Präsentiermarsch erklingt müdem Deutschlandlied,als der Führer begrüßt wir und er dann die Ehrenformation abschreitet^ Bal darauf beginnt die Fahrt des Führers durch dasEhrenspalier. Vor der Kaiserpfalz steht, wie ausErz gegossen, die E h r e n k o m p a n i e ö e r Rechswehr, Goslarer Jäger, die vor ihrem Obe'efehlshaber präsentieren. Neichsbauernführer uniKeichsernährUngSniinister Darre Der Führer trifft auf dem Vöckeberg ein. Jubelnder Empfang. - Der Gruß der Reichswehr. - Oer Erntekranz für den Führer aus der Hand der Landesbauernführerin. Auf dem Bückeberg, 30. Sept. (DNB.) Das Erntedankfest hat im nationalsozialistischen Staat die wichtige Aufgabe erhalten, die Verbundenheit zwischen Stadt und Land immer mehr zu vertiefen. Deshalb finden sich heute zu dem Staatsakt auf dem Bückeberg nicht nur die A b - Ordnungen der Bauern und Landarbeiter aus Nord und Süd, Ost und West des Reiches zusammen, sondern Seite an Seite mit ihnen stehen der S A. - M a n n , die Angehörigen der N S B O. und des Arbeitsdienstes, Männer und Frauen aus allen Berufen, aus allen Schichten des Volkes, um zu zeigen, daß das deutsche Volk seine Verbindung mit dem Boden wiedergefunden und sich auf die Kraft des Blutes besonnen hat. Hameln im Festtrubel. Die schöne alte Weserstadt Hameln prangt im Festschmuck. Ueber allen Straßen hängen Girlanden imb Transparente mit den Sinnsprüchen des Tages, lllle Häuserfronten sind reich mit Fahnen, Blumen md Teppichen bekleidet. In den Fenstern sieht man üe Erzeugnisse des deutschen Bodens, Bilder des Führers und das Hoheitszeichen der Bewegung. Im Samstagabend erstrahlte die Stadt im hellen Han je der Lichter. Die Fenster waren mit bunten .erzen erhellt. Auf den Straßen brannten in langen etten die kleinen perlenartigen Glühbirnen. Ruhe Bauernhöfen grüßen, die geschmückte Sprüche gen und Jahre zählen, die Ehrfurcht erwecken, fahren durch eine Landschaft von Geschichte Tradition. Hildesheim und Hameln grüßen den Führer. Der Führer empfängt die Abordnungen der deutschen dauern. Als der Führer den Kaisersaal nach einer Stunde der Aussprache mit seinen deutschen Bauern wieder verläßt, überreichen ihm Bergleute aus dem Oberharz ein traditionelles Grubenlicht und tragen ihm eine Bitte vor. Nun tritt der Führer aus dem alten Bau der Kaiserpfalz heraus und besteigt seinen Wagen. Nun geht die Fahrt durch jene Triumphstraße, die der deutsche Bauer dem Führer bereitet hat. Mehr als hundert Erntetor e muß der Wagen auf der 100 Kilometer langen Strecke zum Bückeberg durchfahren, und 100 Kilometer steht das Spalier der Bauer n und der Stadtbevölkerung, die an diesem Tage ihre enge Verbundenheit mit dem Bauernstand herzlich bekundet. Ueberall hoch beladene und g e s ch m ü cf t e grntjmagen, Bauexn „mlt Ueber die vom Arbeitsdienst neu gebaute Straße von Latpferde werden die Ehrengäste auf die Höhe des Berges gefahren. Um 14 Uhr ist auch der Sonderzug der Diplomaten auf dem Bahnhof Welsede bei Bad Pyrmont eingetroffen. In Kraftwagen werden die Vertreter der ausländischen Mächte ebenfalls auf den Berg geführt. Ein Parkplatz von riesiger Ausdehnung ist für die zahlreichen Wagen der Tausende von Ehrengästen hergerichtet worden. Ueber dem Festplatz freuet eine Flugzeugstaffel. Tausende von Fahnen marschieren ein. Dann bietet sich dem Auge ein neues prächtiges und erhebendes Bild: Die Trachtengruppen marschieren ein. Heilrufe und Händeklatschen grüßen sie. Es kommen Bauern, Landfrauen, die Landarbeiter und Landarbeiterinnen aus allen Teilen des weiten Vaterlandes und deutschstämmige Bauern aus der ganzen Welt. Da sieht man die alten schönen eigenartigen Trachten der Friesen, der Schleswig-Holsteiner, der rheinischen Winzer, Schwarzwäldler, der Mädel und Frauen aus dem bayrischen Alpenland, der Bückeburger, der Schwälmer, der Hüttenberger und der Spreewälder. Bei den Pommern fallen die Trachten der Mönchsguter Fischer besonders auf. Es kommen die Bergleute von der Saar, aus dem westlichen Industriegebiet, aus Schlesien, die Sachsen und die Danziger und schließlich unter immer sich wiederholendem Jubel, die Sudetendeutschen und die Siebenbürger. Sie stellen sich Der Blick der Massen richtet sich nun gespannt auf die Ebene am Fuße des Bückeberges, wo jetzt die Gefechtsübung des Reichsheeres ihren Anfang nimmt. Grüne Leuchtkugeln geben das Signal. Gleichzeitig ertönt von der Höhe des Bucke- beraes das altbekannte Jnfanteriefignal zum Vorgehen und pflanzt sich in die Ebene fort Auf den Feldern südlich vom Bückeberg flackert das Feuer von Gewehrschüssen, leichten und schweren Maschi- nengewehren auf. Granaten scheinen einzuschlagen, und man erkennt, daß dort unten zwei ft ch 9 e - qenüberliegenöe Gefechts fronten sich heftig beschießen. Der Feuerkampf dauert geraume Seit an Artillerie und Kavallerie werden reichlich verwendet. Schließlich bricht das Signal „Das Ganze halt'." die Gefechtsübung ab. Der Führer verläßt dann mit seiner «Begleitung die Ehrentribüne und begibt sich wieder den Mittelweg hinab durch die Reihen der Trachtentrager aus die im Tal errichtete Rednertribüne. Wahrend dieses Weges, der länger als eine Viertelstunde dauert, da der Führer wiederum eingehend die Trachten mürdiat bringen die Arbeitsdie n st m a n - n e r Massenchöre und Volkslieder zu Gehör. Neben den anderen bekannten Liedern ertönt unter anderem das ergreifende Lied: "Du Volk aus der Tiefe, Du Volk in der Nacht, vergiß nicht das Feuer, bleib auf der Wacht!" Von der unteren Rednertribüne aus spricht bann der Reichsbauernfuhrer Reichsminister Darrs zu den Massen. Die Ansprache des Reichs- bauernsührers. Mein Führer, deutsche Bauern und deutsche Bäuerinnen! Als vor einem Jahre das deutsche Bauerntum seinen ersten Erntedanktay beging, da konnten wir von dieser Stelle aus diejenigen neue über das Feld. .. Musikkorps und Spielleute setzen mit dem Pra- sentiermarsch ein, die Ehrenkompanie präsentiert, der Kommandeur erstattet dem Führer Meldung. Auf dem rechten Flügel der Ehrenkompanie stehen, den Führer grüßend, mit ihren Adjutanten Reichs- w e h r m i n'i st e r Generaloberst v. Blomberg, der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie, Frhr. v. Fritsch, der Befehlshaber im Wehrkreis VI, Generalleutnant Fleck, und der Kommandeur von Münster, Oberst G l o k k e. Der Führer schreitet, gefolgt vom Reichswehrminister und dem Kommandeur der Ehrenkompanie, die Front -s «'S." 1 orr^itahionftps 'übergibt dem Führer die Ueberschnft des Bauern- Dann schreitet der Führer den ansteigenden brei-1 liebes im Beisein des Dichters Dr. Konrad Lisz. empngt und begrüßt den Führer und geleitet ihn in «n historischen Saal der Kaiser- p f ad- Dort stellt Reichsbauernfuhrer Darre dem Fühir die Bauernabordnungen aus allen Gauen vor, die zum Teil im Braunhemd, zum Teil in der Tracht ihrer Heimat erschienen [mb. Oer Führer unterhält sich nun mit den einzelne Bauernabordnungen lange Zeit, und es entwickel sich eine lebhafte Unterhaltung. Die Bauern erzähn von ihrem Wirken, sprechen über dse Lage der Lndwirtschaft und danken dem Führer f ü r i e tatkräftige Förderung ihrer Arbit und dafür, daß er sie zum ersten Stand Dcutscands gemacht hat. Der Führer fragt, wie die Eite gewesen sei, ob sie geborgen sei, erkun- diM si> nach den Fruchtbeständen, nach der Pferdezucht, agt die Bauern nach ihrem Schicksal. Und fo höriman, wie das Geschlecht des einen Bauern schon Usend Jahre auf dem rheinischen Hof sitzt, hnfe fRuern von der Saar anwesend sind, g e । iy m u u i c ~ ry~° * nrijner deren arnilien seit Jahrhunderten m i 11 Senjen «nb ©artner, h o r olle verwurzelt finb, man sieht An- Uniform. Inschriften wie. ab es in dieser Nacht nicht mehr. Am frühen Sonntagmorgen drängt sich schon die anze Bevölkerung und viele Zehntausende von 'ästen in den Straßen: alles will hinaus zum ’ücfeberg. In den sonst so friedlichen kleinen Ähnhöfen an der Eisenbahnstrecke Hameln—Pyr- lont laufen die Sonderzüge ein. Zweihunderttau- lld Menschen sind seit Samstagmittag hier aus- lladen worden. Dazu kommen viele Zehntausende fit Kraftwagen, Omnibussen, auf Fahrrädern und z Fuß. Die schon auf dem Festplatz eingetroffenen lassen werden durch Freiübungen von 1500 Ar- titsbienftmännern, burch ben Gesang von Kämpft, , - .. —- - - - -. h mrnb._ np. Ms- und Arbeitsdienstliedern unterhalten. Der zu beiden Seiten des in der Mitte des Platzes ge- tzsang wird von den Massen der heranrückenden zogenenen Weges auf, den d e r Führer ourch- Klonnen ausgenommen. Ueberall herrscht frohe l schreiten wird. sozialistischer Agrarpolitik, weiß jeder deutsche Bauer, daß nicht er, sondern daß auch seine Nach- kommen noch als freie Bauern auf freier Scholle sitzen werden. Während noch vor einigen Zähren die Abhängigkeit des deutschen Volkes vom Ausland so stark war, daß wir z. B. im Jahre 1928 für nahezu fünf Milliarden Mark Lebensmittel einführen mußten, stehen wir heute vor der Tatsache, daß die Ernähruna des deutschen Volkes in den wichtigsten Erzeugnissen auf der deutschen Scholle sichergestellt werden kann. Nur noch für rund eine Milliarde Mark ist heute eine Einfuhr notwendig. So ist nicht nur der Glaube des deutschen Bauern an seine Zukunft und damit sein Vertrauen in die deutsche Staatsführung wiedergewonnen, sondern auch das ganze deutsche Volk weiß, daß es heute von feindlichen Mächten nicht mehr durch den Hunger in die Knie gezwungen werden kann. Wenn wir sagen sollen, wodurch wir diesen Wandel hervorbrachten, so stehen am Anfang der nationalsozialistischen Agrarpolitik zwei Dinge: das Reichserbhofgeseh und das Reichsnährstandgefeh. Und zwar hat das Reichserbhofgeseh die Sicherheit des Bodens, das Reichsnährstandgefeh die Sicherheit des Bodenertrags zur Folge. Beide gemeinsam aber bedingen die Sicherheit des auf dem Boden lebenden Menschen und seines Arbeitsertrages. Als Folge dieser Gesetze schalteten wir bewußt die Börse als Regulator der Preise aus, da wir es für unnötig erachteten, mit Gütern, die zur Ernährung des Volkes dienen, Spekulation zu treiben. Dir haben bei unseren Maßnahmen bewußt den Preis als das Ergebnis von Angebot und Nachfrage aus« geschaltet und so durch das Reichsnähr- ftandgesetz eine Regelung erreicht, die die Lebenshaltung des deutschen Volkes vor jeder Preisspekulation sicher stellt. Damit sicherten wir auf der einen Seite dem deutschen Bauern seine Lebensmöglichkeit und verhinderten auf der anderen Seite die Verteuerung des täglichen Brotes für den Verbraucher, den deutschen Arbeiter in Stadt und Land. Der bewußte Verzicht des deutschen Bauerntums, in diesem Jahre auf eine Erhöhung der Brot - und Butterpreise hinzuwirken, kann gut und gerne veranschlagt werden mit über einer halben Milliarde Reichsmark. Dies konnte das Bauerntum jedoch nur tun, weil die Grundgesetze der nationalsozialistischen Agrarpolitik ihn unabhängig von den Gesetzen der Märkte das Dasein auf seiner Scholle sicherstellen. So haben wir auf den Lebensmittelmärkten nicht mehr einen Preis, der sich nach liberalistischen Gesichtspunkten richtet, sondern einen Preis, der den volkswirtschaftlichen Gerechtigkeiten folgt. Das deutsche Bauerntum hat damit seinen uralten Gegensatz zwischen Stadt und Land überwunden und dem deutschen Arbeitertum bewiesen, daß ihm der nationalsozialistische Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" keine leere Phrase ist, sondern tiefe sittliche Verantwortlichkeit. Aber nicht nur preispolitisch auf dem Gebiete der Ernährung ist die nationalsozialistische Agrarpolitik vorwärts gekommen, sondern auch an der gewaltigen und großen, von unserem Führer befohlenen Arbeltsschlachk Hal sie hervorragenden Anteil. Im vergangenen Jahr sind 200 000 Mehreinstellungen vorgenommen worden. Dazu kommen 160 000 bis 200 000 Landhelfer. Man kann sagen, daß die Landwirtschaft auf ihrem Gebiet die Arbeitslosigkeit — soweit es in ihren Möglichkeiten stand — überwund en hat. Wenn man bedenkt, daß die Landwirtschaft mehr Menschen beschäftigt als die Industrie und der handel zusammen, so läßt sich erkennen, von welcher volkswirtschaftlichen Bedeutung diese sichtbare Wende innerhalb der deutschen Landwirtschaft auf Grund der nationalsozialistischen Agrarpolitik gewesen ist. Ein Blick in die For st wirtschaft beweist ebenso deutlich, wie grundlegend sichhier die Dinge im letzten Jahr gewandelt haben. Während früher auf geringe Einschläge hingearbeitet wurde, damit die Preise nicht ins Uferlose absanken, gibt es jetzt keine Holzabsatzschwierigkeiten mehr. Darüber hinaus aber hat die nationalsozialistische Regierung nicht nur durch ein grunlegendes Gesetz gegen die Waldverwü st ungen frevelhafte Eingriffe in die deutschen Wälder verhindert, sondern auch darüber hinaus mit Hilfe von Reichsckrediten 160 000 Morgen aufgeforstet, eine wohl nur einem Forstmann in seiner ganzen Konsequenz restlos verständliche Arbeitsleistung. Diese Fläche entspricht etwa 35 bis 50 neuen preußischen Förstereien, wenn man eine solche Försterei mit zwei- bis dreitausend Morgen einsetzt. Auf dem Kongreß der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Nürnberg und vor wenigen lagen im Rundfunk konnte ich darauf Hinweisen, daß die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse weit über den Durchschnittspreisen des Auslandes liegen, und daß dies erreicht wurde, ohne den deutschen Verbraucher wesentlich zu belasten. So können wir nach einem Jahr nationalsozialistischer Agrarpolitik feststellen, daß wir wirtschaftliche Erfolge vorweisen können, wie sie kein Land außerhalb Deutschlands heute aufzuweisen vermag. Und damit ist nicht nur eine wirtschaftliche Besserung des deutschen Landvolkes erreicht worden, sondern es gelang uns in einem Jahr, die Verzweiflung der deutschen Bauern abzuwenden durch eine unbedingte Treue und eine unbedingte Zuversicht auf seine heutige Führung. So dürfen wir am heutigen Tage des zweiten Erntedankfestes aus ehrlichem Herzen heraus dem Manne Dank ab statten, dessen Lebenswerk und -kampf die Grundlagen dafür schufen, daß es heute dem deutschen Landvolk seelisch und wirtschaftlich besser geht. In diesem Sinne danke ich heute als verantwortlicher Reichsbauernführer unsrem Führer und Reichskanzler Adolf Hiller im Namen von Millionen Angehöriger des deutschen Landvolkes aus heißem und ehrlichen Herzen für das, was er dem deutschen Landvolk gegeben hat. heilt Des Führers Wort an den Bauern. Mit nicht endenwollendem Beifall empfangen, führte dann der Führer und Reichskanzler u. a. aus: Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Deutsche Bauern! Zum zweiten Male treffen wir uns heute hier auf diesem gewaltigen Abhang. 700 000 Männer und Frauen sind zusammengekommen, um erneut ein Bekenntnis abzulegen zum deutschen Volke und zum Deutschen Reiche. Vielleicht wird morgen wieder eine Pariser Zeitung schreiben, wie viele Millionen wohl die deutsche Reichskasse an die einzelnen Menschen ausgeteilt haben mag, die heute hier am Bückeberg versammelt sind. (Protestruse.) Es ist ihnen unbegreiflich, daß Hundert- und abermals Hunderttausend aus eigenem Willen und unter eigenen Opfern an einem solchen Tage zusammenströmen, ohne dafür einen zunächst sichtbaren Vorteil materieller Art gewinnen zu können. Rätselhaft bleibt ihnen das Wunder dieser deutschen Auferstehung, weil sie selbst im Partei- und Klassenwahn befangen sind. Dir aber wissen, daß diesem symbolhaften Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft auch ein ungeheurer fachlicher Gewinn verborgen ist. Wenn die Zerrissenheit unseres früheren Lebens das deutsche Volk und Deutsche Reich in endlosen inneren Krisen die beste Kraft unserer Menschen zwecklos verbrauchen ließ, dann seht die von diesem Vruderkampf erlöste deutsche Nation ihre innere Stärke nunmehr wahrhaft schöpferisch und damit werteschaffend an. Diese konzentrierte Kraft zur Daseinsbehauptung braucht unser deutsches Volk aber heute dringender denn je, nicht weil wir Natio- tionalsozialislen regieren, sondern weil 15 Jahre lang vor uns andere regiert haben (Beifall.) Denn uns hat ja leider das Scbicksal nicht zu Erben eines blühenden Geschäftes, sondern eines durch und durch bankrotten Unternehmens gemacht. Wenn es daher heute Leute in Deutschland gibt, die sagen, daß wir dauernd mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, bann kann ich ihnen das nur aufrichtig bestätigen. Es sind die Schwierigkeiten, die ein Mensch zu überwinden hat, der mit dreifachem Fleiß und unter zehnfachen Sorgen das wieder gutmachen muß, was andere faul und leichtsinnig zugleich in 15 Jahren vorher verwirtschaftet hatten. (Beifall.) Und ich frage euch, meine deutschen Bauern, die ihr in dieser Stunde hier und im ganzen Reiche mich hört, habt ihr selbst in den letzten Jahren etwa keine Sorgen gehabt? Ich glaube, mehr als genug! Hattet ihr keine Schwierigkeiten? Sicherlich mehr als zu viel! Was kann man aber von einer Regierung anders erwarten, die in. einer solchen Zeit die Führung der Geschäfte einer Nation übernimmt, als daß sie selbst die g l e i ch e n S o r g e n zu tragen und dieselben Schwierigkeiten zu überwinden hat, die das ganze Volk bedrücken? Nicht wir Nationalsozialisten und nicht ich haben zum Beispiel den deutschen Bauern Sorgen geschaffen, aber die Sorgen der deutschen Bauern haben uns schwer bedrückt und zu schaffen gemacht. Siegreicher Kamps gegen Verzweislung und Gleii Wir haben hinter uns eine Zeit, die mit zu den schwersten der deutschen Geschichte gehört. Ich sehe als das Schlimmste dieser Zeit an die planmäßige Zerstörung jedes Vertrauens unseres Volkes auf feine eigene Kraft und damit auf die wichtigste Vorausfetzung zu jeder Da- seinserhaltunb- Das war die schwerste Not, gegen die wir ankämpfen mußten, diese Verzagtheit, Verzweiflung oder Gleichgültigkeit, dieses Alles-gehen-lassen und Alles-mit-sich-geschehen-lassen. Und dagegen kann man auch nicht mit Erklärungen ankommen, mit Zureden oder beschaulichen Selbst- Überlegungen. Man muß einem Volk bann wieder die Harle Lehre beibringen, daß das Schlimmste, was geschehen kann, immer ist, wenn gar nichts geschieht. (Beifall.) Daß deshalb sich nicht einer von der Saat drücken darf, weil am Ende doch der Hagel alles zerfchägt, oder einer das Mähen aufgibt, weil der Regen vielleicht das geschnittene Korn verdirbt. Nein! Man muß sich wieder zu Entschlüssen durchringen, muh den Kampf um das Leben aufnehmen? Man darf nicht in eine Selbstaufgabe und -Preisgabe versinken, und man darf vor allem nicht deshalb die Hände in den Schoß legen, weil vielleicht aus der Arbeit doch nichts wird. Und das kann ich Ihnen sagen, meine deutschen Volksgenossen, auch wir konnten die Hände nicht in den Schoß legen und haben sie auch wirklich nicht in den Schoß gelegt. Wir haben den Kampf gegen das Laster der Gleichgültigkeit, Verzagtheit und Lethargie entschlossen ausgenommen! Und ich verstehe sehr wohl, warum so viele angesichts dieses Kampfes beifeitestanden, kopfschüttelnd nur unsere Arbeit kritisierten. Die einen konnten aus ihrer eigenen Kleingläubigkeit heraus an keinen Erfolg mehr hoffen, und die anderen hatten weniger Angst vor unserem Mißerfolg als vielmehr vor unserem Erfolg. (Beifall.) Und dieser Erfolg, mein deutsches Volk, ist gekommen. Und wenn ich von ihm rede, dann denke ich zunächst gar nicht an die unbestreitbaren realen Ergebnisse z. B. unserer Arbeitsschlacht, sondern an den gewaltigen Erfolg der Wiederaufrüttelung des deut- schen Menschen (Beifall), der Wiedererweckung seiner Entschlußkraft, der Wiederanfachung seines Glaubens und seiner Zuversicht. Denn das, meine Volksgenossen sind am Ende die realsten Grundlagen für jeden endgültigen durchschlagenden irdischen Erfolg. Und wenn ich Sie, die Hunderttausende hier vor mir sehe, und weiß, daß Millionen andere im Deutschen Reich in dieser Stunde verfolgen und hören was hier geschieht, dann scheint mir dies ein Zeichen einer wahrhaft triumphalen Ueberwindung der deutschen Gleichgültigkeit und Verzagtheit zu sein. (Beifall.) Ein Beweis, so groß und gewaltig, daß unsere Gegner ihm fassungslos gegenüberstehen und dies einfach nicht begreifen. Denn das ist sicher: Wenn eine Nation in solcher Art sich wieder eins fühlt und ihrer Kraft inne und bewußt wird, dann könnte die Welt voll Teufel sein, es wird ihr am Ende doch gelingen, sich und ihren Kindern das tägliche Brot wieder zu sichern. (Beifall.) Überwindung von Hunger und Kälte. Das Zweite, was hinter uns liegt, ist ein schwerer Winter. Es würde frevelhaft sein, wollten wir bestreiten, daß wir mit vielen Sorgen in ihn hineingegangen sind. Wohl gemerkt, meine Volksgenossen, verstehen Sie mich gut und mißverstehen Sie mich nicht: Wenn ich von Sor- gen rede, denke i ch niemals an Kapital ati o n! (Stürmischer Beifall.) Wir gingen in diesen Winter hinein in der drückenden Angst angesichts der zahlreiche unserer Volksgenossen bedrohenden Not, allein mit dem fanatischen Entschluß, alles irgendwie Menschenmögliche zu versuchen und zu tun, um sie zu vermindern. Und wenn auch dieses irdische Leben leider für nur zu viele Menschen einem Jammertal gleicht, so glauben war doch, vielen Jammer, wenn schon nicht bezwungen, dann wenigstens gemildert zu haben. An diesem Tage vor einem Jahre verkündete ich hier zum ersten Male das große Win - terhilsswerk, das unser Parteigenosse Dr. Goebbels organisiert. Auch darüber hatte man am Anfang gespottet und gewitzelt. Allein allmählich werden die Besserwisser immer kleiner und kleiner. Das reiche Deutschland der Friedenszeit vor dem Kriege benötigte 20 Jahre, um 6000000 Mark für das Vol - kerfchlachtdenkmal in Leipzig aufzubringen; die größte nationale Begeisterung konnte dem Grafen Zeppelin nur 7 000 000 Mark sammeln. Die größten Hilfsaktionen damals haben niemals mehr als 3000000 bis 4000000 Mark Überschritten. Wir aber haben in sechs Monaten in unserem materiell verarmten und ausgebluteten Deutschland aus freien Stücken 350 Mil- lionenlHarf mobilisiert (Beifall) und in den Kampf gegen die Not unserer ärmsten Volksgenossen geworfen. Ist das nicht ein wunderbares Zeichen der Kraft, die über ein Volk kommt, das von Partei- und Klassenhaß erlöst, einen starken Mut gefunden hat, um den Kampf für seine Selbstbehauptung aufzunehmen? (Beifall.) Als der Frühling kam, brachte er uns allen nicht nur das Glück des neuen Lebens, sondern auch die Freude der Genugtuung, einen schweren Kampf für unser Volk glücklich überstanden zu haben. Und nicht minder groß waren die Gesamtschwierig- feiten dieses hinter uns liegenden Jahres auf den wirtschaftlichen Gebieten unseres nationalen Lebens. 2lls wir die Macht übernommen haben, führten wir einen Schlag nach dem anderen gegen unsere Arbeitslosigkeit; denn ihre Beilegung war ja eine Voraussetzung nicht nur zur Rettung des deutschen Arbeiters, sondern auch zur Rettung einer ganzen Reihe anderer Berufs- und Lebensinter- essen. Und wenn in diesem Kampf uns manche Handlung nicht den Erfolg brachte, den man vielleicht glaubte erwarten zu können, dann hat dies dennoch nichts zu sagen, entscheidend ist das Gesamtergebnis. Wir gehören nicht zu den Männern, die jemals ein Rückschlag oder ein Mißerfolg irre ober gar schwach machen könnte. Das Ergebnis aber kann sich geschichtlich sehen lassen. In knapp anderthalb Jahren ist die Arbeitslosenzahl nm rund zwei Drittel gesenkt worden, d. h , wir ho^cn die Arbeitslosen schneller in Arbeit gebracht, uls sie die anderen vor uns von der Arbeit einst vertreiben konnten. Und wenn auch der Lebensstandard von unzähligen Deutschen noch ein vollkommen ungenügender ist, so kann mich das nicht irre machen. Wir haben nicht die Absicht, uns auf den errungenen Lorbeeren zur Ruhe zu legen. Was in den ersten zwei Jahren nicht geschehen kann, wird in den nächsten zwei Jahren versucht, und was die nächsten zwei Jahre nicht bringen, wird in den kommenden erst recht in Angriff genommen. Am Ende wird auch hier d e r z ä h e W i l le u n d derharteSchä- del den Erfolg erringen. Unsere politischen Gegner haben einst behauptet, daß eine Nation auch ohne Ehre und Freiheit ganz auskömmlich leben könne. Wir waren und sind vom Gegenteil überzeugt. Das Deutschland der sklavischen Unterwürfigkeit und Unwürdigkeit hat mit seiner Ehre am Ende auch die Voraussetzungen zum Leben verloren. Wir Nationalsozialisten werden Ehre und Leben als etwas Unzertrennliches ansehen und, indem wir für das eine ein» treten, das andere sichern. Und wir haben in dieser Zeit immer wieder vor der Welt das bekundet, was jedes einzelnen Deutschen lieber« zeugung und aufrichtiger Wunsch ist: Deutschland und das deutsche Volk wollen nichts anderes als den Frieden. Sie werden aber niemals Verzicht leisten auf das gleiche Recht. (Starker Beifall). Angefangen von der Notwendigkeit, den Völkerbund zu verlassen, bis zum Ableben unseres Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls beinhaltet dieses Jahr eine Unsumme von politischen Anstrengungen und auch Sorgen. Immer wieder mußten Entschlüsse getoffen werden und wir haben sie geschlossen. Der Nörgler sieht an ihnen nur, was nach seiner Meinung falsch ist. Dis Nachwelt aber wird einmal im Buche der Geschichte die Gesamtsumme der Lei- stunden dieses Jahres finden, und sie wird dann chr Zeugnis ausfteöen nach dem Ergebnis und den Erfolgen. (Beifall). Deutschland aber ist in diesen zwölf Monaten nicht schwächer, sondern stärker geworden. (Anhaltende Bravorufe). Dabei wurde dieses Ringen um die Wiedergs- nefung unseres Volkes dauernd erschwert durch die Tatsache, daß zahllose Menschen den für die Nation so notwendigen Erfolg einfach deshalb nicht wünschten, weil er ihrer Parteidoktrin und ihren besonderen Interessen widerspricht und entgegensteht. Wir konnten nie von diesen Menschen vernehmen, daß sie sich etwa selbst besorgt die Frage vorlegen, ob unser Kampf für die Freiheit und bas tägliche Brot unseres Volkes wohl Erfolg haben werden Nein, es war nur immer ihre förmliche Enttäuschung, wenn der erhoffte Mißerfolg ausblieb. Vieles würde in Deutschland besser und vor allem leichter gehen, wenn nicht diese Interessenten der deutschen Zersplitterung und Ohnmacht auf jede nur mögliche Weise der Auferstehung der Nation Hm> dernisse bereiten würden. Indem der Wunsch der Vater ihrer Gedanken ist, offenbaren sie uns das Bild ihrer innersten Absichten und Hoffnungen. Vor dem 3 0. Januar 1933 da wußten sie genau, daß die nationalsozialistische Bewegung niemals in Deutschland die Macht bekommen würde. Es ist anders gekommen. Ich war aber noch nicht drei Tage in der Wilhelmftraße, da fixierte man bereits die Dauer der nationalsozialistischen ^Regierung auf vier Wochen und besonders Gnädige gaben noch zwei hinzu. Am 5. März hat das deutsche Volk uns mit 17V2 Millionen Stimmen damals bann die Mehrheit gegeben. Nun versicherte man, daß der Mißerfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in längstens vier bis fünf Monaten die Massen gegen das neue Regiment aufbringen würde. Die Arbeitslosigkeit ging zurück. Die Massen drängten in die Deutsche Arbeitsfront. Das deutsche Volk fand den Weg zur Volksgemeinschaft. Der nächste Termin unseres Zusammenbruches war der Winter: Die hungernden Massen würden auf die Straße gehen und in blutigem Kampf bas nationalsozialistische Regime beseitigen, so hofften es bie Emigranten in Prag, Saarbrücken, in Paris usw. Das deutsche Volk aber sprach uns sein höchstes Der« trauen aus. Die Massen wählten einen zu 90 v. H. nationalsozialistischen Reichs« t a g. Dem Hunger traten wir mit dem Winter« hilfswerk entgegen. Und — u t e Revolte blieb aus. Nun kamen immer neue Hoffnungen und damit neue Termine. Außenpolitische Schwierigkeiten sollten unser Regiment beseitigen. Sie haben es nur gefestigt! Devisen- und Rohstoffsorgen boten die nächsten Motive für die Prophezeiung unseres Zusammenbruchs. Sie werden uns niemals niederzwingen, sondern im schlimmsten Fall eher noch unabhängiger machen! (Beifall) Dann schrieben sie: „Die S A. steht vor der Revolution." Wieder eine Hoffnung mehr auf den deutschen Zusammenbruch, und ich glaube, sie sind wieder um eine Enttäuschung reicher geworden. Lin paar wahnsinnige Verbrecher sind gefallen. Aber die Partei in allen ihren Organisationen einschließlich der SA. ist n u r n o ch f e st e r und st ä r k e r geworden. Eine nächste Hoffnung knüpft sich an die Krankheit des greisen Reichsoberhauptes. Wieder brach plötzlich die innere Gesinnung durch alle Schranken der Vernunft und Klugheit hindurch. Deutschland würde nun in ein Ehaos kommen. Das nationalsozialistische Deutschland stehe heute fester als je zuvor, und der 19. August war die eindeutigste und beste Bestätigung für diese Tatsache. Allein, das müssen Sie verstehen, meine Volksgenossen, daß es schwer ist, den Kampf für die Wiederaufrichtung eines zufammengebrochenen Volkes und einer vernichteten Wirtschaft zu führen, wenn so viele Interessenten an der Vernichtung dabei ihre Widerstände ausüben. Und ebenso müssen Sie dann aber erst recht auch zugeben, daß der trotzdem erreichte Erfolg dann um fo höher einzuschähen ist! und Zu- die der un- man mäßigen Gegenpol gegenüber der Intellekt eilen Verstädterung. Stirn und Faust gehören zusammen. Weh aber, wenn in einem polte bie Stirn sich in eine schwankende, ewig selb — sichere Geistigkeit verwandelt. Mit der fanr kaum ein Volk regieren, unter gar keinen U ftän- Wenn ich nun als Nationalsozialist und Führer des deutschen Volkes und Reiches mich verantwortlich fühle für Dasein und Zukunft des galten deutschen Volkes, so freue ich mich doch, am Erntedankfest heute Sie, meine deutschen Bauern, wird er vor mir zu sehen. (Beifall.) Denn neben dem KcMpf gegen die Arbeitslosigkeit haben wir einst als Ime der wichtigsten Aufgaben, die vordringlich glöft werden müssen, bie Rettung und Sibe - rung unseres Bauerntumes angeihen und bezeichnet. Die Uebernahme dieser Aus abe ist für den Nationalsozialismus deshalb ewas Selbstverständliches, weil er in nüchternster und sachlicher Ueberlegung eine Zukunft unseres T lkes nicht sehen kann, wenn nicht das Fundanenk auf dem Bauerntum beruht. (Lebhafte ftimmung.) In ihm sehen wir nicht nu Quelle der Ernährung, sondern aud Erhaltung unseres Volkes. Wir ehen aber weiter im Bauerntum den gesunden rauens den aber eins tragen Wir sind nahe an b Ge- ein !. Sa Der- mals eingebildet sein. Nur bas oberflächlil .. Wissen verleitet zu allen Zeiten zum Eig-dünkel und zur Ueberheblichkeit. Wenn aber ein Btaats- regiment feine Wurzeln ausschließlich in dter solchen Schicht hat, bann taugt es auf die puer fo wenig wie eine menschliche Gesellschaft, tie einseitig nach der intellektuellen Schicht hin oflanifiert ist. Die Tatsache der Gleichgültigkeit früBrer Regierungen dem Bauerntum gegenüber ist pher be- ..... Einvolksfremden geistigen Oberschicht über eine ndlich nicht mehr wollende breite Masse von handc »eiten» ten Menschen. Der wirklich Gebildete tt d nie- ........ halbe fahr herangekommen, daß man dank einer feitigen Ueberschätzung der sogen inten geistigen Arbeit nicht nur sachlich die Bezie ragen zur Handarbeit verlor, sondern endlich auchihre ideelle Einschätzung vergaß, nich mehr kannte, ja am Ende sie geradezu verachtet- wenig es nun auf die Dauer eine Diktatjr des Proletariats über den Verstand gibt, so we,g gibt es eine Diktatur einer eingebildeten und ver ldeten gründet in der übergebührliche schätzung der intellektueller ftabterung, im Mangel an Justin» für di- Notwendigkeit der Existenz eines Ausglevssattors, Die Schule der Volksgemeinschaft Der Helfer des Dauern Eine Anordnung Dr. Leys Festlicher Ausklang Amerika hält am Ma-System fest. Das Scho im Ausland (DNB.) Aus Anlaß des Berlin, 30. Sept. Ä feg Ä'ßÄifflÄ ÄÄÄ Slrbeitsbienft ha. der Reich-- Eine Rundfunkrede des Präsidenten. vereinigt, kann auf die Dauer ein Volk erfolgreich seinen Lebenskampf bestehen. Dazu aber ist es nötig, daß der Hochmut der einzelnen Stände und Klassen ausgerottet und beseitigt wird, besonders aber, daß nicht ein Stand sich einbildet, die Arbeit des anderen schon als solche geringschätzig beurteilen zu können. (Heilrufe.) Solange daher der jüdische Intellektualismus unser deutsches Leben vergiftet, ist eine Sicherheit für den Bestand des deutschen Bauern- und Arbeitertums nicht gegeben. Damit aber erscheint die Zukunft der Nation, die wesentlich von diesen Schichten mit in erster Linie getragen wird, fraglich zu sein. Wir haben gerade deshalb aber diesem Geist den schärfsten Kampf angesagt. TNifsion der Verteidigung des eigenen Volkes hineinhob, so wird dereinst die Arbeitsdienstpflicht die Handarbeit im primitivsten Sinne erlösen von ihrer gesellschaftlich verächtlichen Einschätzung. Sie wird daher neben . den anderen Einrichtungen der Partei und des Reiches eine Institution sein jur lieber- 1 Windung der Klassengegensätze und der Bildung einer wahrhaften Volks- ten, wollen in diesem Volke säen und mit Gottes gnädiger Hilfe einst auch ernten. Und wenn auch manches Wal der Hagel möglicher Dummheit und Gemeinheit dieses ober jenes vernichtet: Es soll uns das nie wankend machen. Wenn Menschen ein richtiges Ziel ins Auge fassen und es dann unentwegt verfolgen und jede ihnen vom Himmel geschickte Prüfung mit starkem Herzen bestehen, dann wird ihnen am Ende eines Tages die allmächtige Vorsehung größere Streiks vorgekommen seien, so müsse doch anerkannt werden, daß die Wucht und die Ausdehnung der Erschütterungen viel weniger schwer gewesen seien, als früher. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer hätten beide Schuld, wenn sie die Schlichtungsbehörde nicht voll in Anspruch nähmen und statt dessen durch Streiks Verluste erlitten. Dann behandelte Roosevelt mit besonderer Wärme die Jrage der öffentlichen Arbeitsbeschaffung. Er rief aus: Kein Land kann sich die Verschwendung menschlicher Arbeitskraft leisten. Ich st ehe oder falle mit meiner Weigerung, eine dauernde Armee von Arbeitslosen als notwendigen Zustand für unsere Zukunft hinzunehmen. Wir müssen im Gegenteil unsere Wirtschaft fo planen, daß wir mit der Arbeitslosigkeit sobald wie möglich aufräumen und die Wiederkehr dieses Zustandes verhindern. Die Leute, die vor dem Sturm Unterschlupf gefunden haben, kommen jetzt heraus und vergessen, daß es überhaupt stürmisch gewesen ist. Sie zeigen auf England und behaupten, daß England durch die P oll* tik des Richtstuens aus der Krise herausgekommen sei. hat England die Dinge einfach gelassen? Ist England beim Goldstandard geblieben, als die Reserven in Gefahr waren? Ist England heute zum Goldstandard zurückgekehrt? Kein! England ist sei 1909 in den Fragen der sozialen Fürsorge viel weiter als Amerika. Und da werfen uns manche Leute vor, daß wir die Verfassung verletzten. Das ist reaktionäres Gerede von Juristen und Politikern, die in der Verfassung eine Schranke gegen den Fortschritt anstatt eine breite Bahn zu wahrem Fortschritt erblicken. — Präsident Roosevelt schloß mit der Dieses Jahr der gemeinsamen Arbeit aller Deutschen wird für die Bildung der deutschen Volksgemeinschaft dereinst mehr bedeuten als heute überhaupt vorauszusehen ist. So wie die allgemeine Wehrpflicht den Soldaten aus der Ebene des Söldners in die ehrenhafte erleiden. Dafür aber ist fein Leben von vornherein nicht zum Erfolg mehr bestimmt. Wir aber wollen unser Deutsches Reich beftet- wache des Reichsheeres am Tannenberg» denkmal aufziehen. Je ein Doppelposten wird am Sarkophag, vor dem Marschallturm und am Haupt» eingang des Denkmals aufgestellt werden. Der Be» fehlshader im Wehrkreis I wird i m Auftrag des Führers einen Kranz niederlegen, der die Aufschrift trägt: „In Dankbarkeit und Treue. Adolf hitler". Ein weiterer Kranz, der mit einer Schleife in den Farben der Reichskriegsflagge geschmückt ist, wird im Auftrag des Reichswehrministers niederge» legt und trägt die Beschriftung: „Die deutsche Wehrmacht". von diesen Dienststellen bevollmächtigten Organe sind berechtigt, Beiträge zu erheben und Leistungen auszuzahlen. 2. Für alle Gliederungen der Deutschen Arbeits» front sowie der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der NSBO. sowie der NS.-Hago gibt es nur eine Kassenführung. Das Schatzamt der Deutschen Arbeitsfront ist von mir angewiesen, für diese Gliederungen einen ordentlichen und einen außerordentlichen Etat für die Erfüllung ihrer Aufgaben aufzustellen. 3. Für die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird innerhalb dieser einheitlichen Kassenführung besonders Buch geführt. Das Schatzamt der Arbeitsfront überweist auf diese gesonderte Buchführung pro'Mitglied und pro Monat 0,20 Mark. Ebenso werden die Ausgaben besonders ausgezeichnet. 4. Vera nt wörtlich jedoch für die gesamte Kassenführung ist mir der verantwortliche Dienst- stellenleit er der Deutschen Arbeits- front. 5. Die Reichsberufsgruppe der Angestellten sowie dieReichsbetriebsgemein- schäft Landwirtschaft werden von dieser Umschaltung nicht betroffen. Die Reichsbe- rufsgruppe der Angestellten wird am 1. Dezember dieses Jahres in die Organisation der Arbeitsstont überführt. Die Ueberführung muß bis zum 1. Januar 1935 abgeschlossen sein. 6. Die Bezirkswalter und Gauwalter der Deutschen .Arbeitsfront melden bis zum 15. Oktober, daß die Umschaltung durchgeführt ist. gez. Dr. R. Ley, Führer der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 29. Sept (DBB.) Das Winlerhilfswerk des deutschen Volkes wird am 9. Oktober durch den Führer eröffnet. Erst an diesem Tage beginnen die Sammlungen für bas IBin- terhilfswerk. Die Sammlungen der landwirtschaftlichen Spenden für das Winterhilfswerk werden zum erstenmal durchdie Organisation des Reichsnährstandes unter der Leitung der Landesbauernführer vorgenommen. Spenden, die zu anderen Sammlungen vor dem 9. Oktober gegeben werden, kommen also dem „Winterhilfsweck des deutschen Volkes nicht zugute. Arbeitsdienst und Nährstand. Gott hat noch niemanden verlassen, der sich nicht selbst verließ Roosevelts Erfolge im Kampf gegen den Wirtschastsverfall der dann In erster Linie im Bauern, tn zweiter 'im Arbeiter zu suchen ist. Wir Nationalsozialisten wissen sehr wohl, daß der Geist die Direktiven für dieses Leben erteilt. Allein wir wissen auch, daß der Geist seine dauernde Erneuerung und Ergänzung aus den bodenständigen Elementen eines Volkes zu zie- hen hat. Eine Ration von Professoren, Staatsbeamten, Gelehrten ufw. allein kann schon deshalb nicht existieren, weil die natürliche Entschlußkraft, die Kraft des Willens und des Herzens dann allmählich mehr und mehr erlischt. (Starker Beifall.) Rur wenn sich die Weisheit mit der primitiven Kraft der Selbstbehauptung Zondon, 1. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die en g- .chen Blätter bringen Berichte über das ltedankfest auf dem Bückeberg. Die „Times t hervor, daß die Bauern auf dem Buckeberg fällige Gründe zu festlicher Stimmung hatten. i neue Regime habe den Bauern angemessene ise für ihre Erzeugnisse, Sicherheit: in ber ®r’ ung ihrer Höfe und em Erbsystem gebracht, viele Schwierigkeiten, die sich in der Ver- ienheit aus Verpfändung und lLerschuldung er- n, beseitigte. Die Bauern seien der Mittelpunkt Anschauung von Blut und Erde gewesen, m idie Rassenlehre des Nationalsozialismus ihren druck finde. Zu den Bauern werde die Jugend Mation geschickt, um Gesundheit, Kraft, eine rüngliche Lebensausfassung und Geringschätzung s)ie städtische Zivilisation zu erwerben. Die Yen Blätter können es sich nicht versagen, auch dieser Gelegenheit ihren unfreundlichen Gesuy- lqegenüber dem nationalsozialistischen lcAusdruck zu geben. „Morning Post hebt den wrischen Teil des Festes besonders hervor, wah- rt„Daily Herold" bemerkt, das Fest aus dem Werg sei mehr eine nationalsozialistische Pro- pcdaversammlung gewesen als ein Erntedankfest. Die Vollsgemeinschast des Arbeilsdienftes Besuch im Arbeitsdienstlager auf dem Bückeberg. französische Presse hebt aus der Rede des Füs die Aeußerung besonders hervor, daß der Rcalsozialismus nicht kapitulieren werde. Aun Siegeszug des Nationalsozialismus durch allllksschichten und deren Begeisterung weist der Fo" hin, stellt jedoch die lächerliche Behaup- iumf daß „mit der Bauernschaft die Militari- fier des Dritten Reiches ihre Vollendung erfah- 1 hfl SRnrie" kflwitht um Die Worte des Führers rufen einen Sturm der Freude hervor. Die Heilrufe wollen schier kein Ende nehr nehmen. Mit erhobener Hand singen die 00 000 Menschen das Horst-Wessel-Lied. Der teichsobmann des Reichsnährstandes, Staatsrat Jl e i n b e r g, bringt ein dreifaches Sieg» ) eil auf Führer und Volk aus, das be- eistert ausgenommen wird. Das Deutschlandlied lingt machtvoll auf. Die Kundgebung wird ae- hlossen. Der Führer und seine Begleitung be- eigen die Kraftwagen und verlassen unter den nmer wieder sich erneuernden Heilrufen der Menge is Festgelände. Nun werden in kurzen Abständen 00 Fallschirmbomben abgefeuert. Wäh- nd die Massen dem prächtigen Schauspiel zusehen, folgt die Abfahrt der Ehrengäste in einer st endlosen Wagenkolonne. Auch die Massen setzten h dann zum Abmarsch in Bewegung. Ein großer »il der Festteilnehmer verbringt die Nacht in den oßen Zeltquartieren. Stundenlang noch bewegen h die sieben endlosen Kolonnen auf den Landaben nach ihren Auflösungsplätzen. Alles vvll- ht sich in der gewohnten Ordnung und Disziplin. heute sehen wir dieses Ziel in der Ferne Es kommt aber die Zeit, da wird es das deutsche Volk unter seiner nationalsozialistischen Führung erreichen. Denn so wie wir in den hinter uns liegenden Jahren unverrückt auf unser Ziel losmarschierten, werden wir auch in der Zukunft den Weg zu halten wissen. Und so wie wir uns in der Vergangenheit niemals beirren ließen durch das Geschrei derer, die den Erfolg gar nicht wollen, oder durch die Warnungen jener, die an den Erfolg nie glauben durch die Rückschläge, die das Schicksal keinem, der tätig ist, erspart und die von den Zuschauern dann als Mißerfolg bezeichnet werden, wollen wir auch in der Zukunft nicht )as alte Sprichwort vergessen, daß dort, wo ge- )obelt wird, natürlich auch Späne fliegen. (Starker Beifall.) Wer niemals seinen Acker bestellt hat, vird selbstverständlich auch niemals einen Mißerfolg bauernführer DarrS den Reichsarbeits- i führer hierl in d en Reichsbauernrat i berufen. Gleichzeitig hat Reichsarbeitsführer 1 hierl den Reichsbauernführer Darrö ' zum Ehrenführer des Arbeitsdienstes mit der Uniform eines Ober-Arbeitsführers ernannt. An Hindenburgs Geburtstag Ehrenwache am Tannenbergdenkmal. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Anläßlich des Geburtstages des verewigten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall v. Hindenburg, wird am 2. Oktober von 8 bis 20 Uhr eine Ehren-1 hier seien alle Schichten unseres Volkes vertreten, und die große Volksgemeinschaft geschaffen, die der Nationalsozialismus von jeher ersehnt habe, hier setze die gegenseitige Erziehung ein, durch die jeder den anderen achten lerne. Der Reichsarbeitsführer gedachte dann des Führers, dem alle Liebe und Treue gehöre, und brachte dann ein dreifaches heil auf den Ehren arbeitsführer D r. Goebbels aus, das aus dem Arbeitsdienst heraus mit einem Sieg- heil auf den Reichsarbeitsführer hierl beantwortet wurde. Reichsarbeitsführer hierl und Reichsmini» fier Dr. Goebbels fuhren dann die Lagerstraßen ab, umjubett von den vielen Hunderten von Arbeitsmännern, von denen so mancher nach den Händen dieser beiden Männer haschte, um sie zum Zeichen der Verbundenheit und der Verehrung herzhaft drücken zu können. Das Arbeitsdienstlager war auch das Ziel von vielen Tausenden von Besuchern, die immer wieder staunten über die Schönheit und Zweckmäßigkeit, mit der das Lager anaelegt ist, für den Arbeitsdienst allerdings eine Selbstverständlichkeit, denn man hat bisher von ihm nur Gutes I gesehen. Bückeberg, 30. Okt. (DNB.) Reichsministcr Dr. Goebbels und Staatssekretär hierl statteten am Samstag gegen 15 Uhr dem Lager des Arbeitsgaues XVIII, dessen Formationen auf dem Goebbels-Hof des Lagers mit ihren neuen Fahnen angetreten waren, einen Besuch ab. Der Reichsarbeitsführer zeigte die Verbundenheit des Arbeitsdienstes mit dem Bauerntum, die nicht nur bei Festen in Erscheinung trete. Der Arbeitsdienst rode O e d l a n d, um dem Bauern Aecker zu ' Er entwässere Wiesen, um dem jauern Weideland zu geben, er baue Deiche, um des Bauern Scholle zu schützen, und erschasfe Wege, >damit der Bauer sein Land erreichen könne. So trage auch der Arbeitsdienst seinen Teil gemeinf d)af L dazu bei, die Ernährungsfreiheit des deutschen Vol- SMSWDWWS Politik ansehen. ^ravo! heilrufe, starker ®eifaK-) benn hier lebten und wirkten junge Männer aus VoUk^ist^und ^as V'olk nichts ist, wenn es keinen den Großstädten gemeinsam mit solchen vom Lande. Eigenen Bauer besitzt, (Beifall.) - w Der Umbau der OAF. abgeschlossen Oie bisherigen Verbände in die Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen aufgegangen. Meine deutschen Bauern! Sie sehen hier auf dem Felde unter Ihnen tausende Männer des deutschen Arbeitsdienstes. Verstehen Sie, daß wir damit für die Bildung einer wirklichen deutschen Volksgemeinschaft und damit für die Rettung Ihres eigenen Standes mehr tun als alle sonstigen Regierungsmaßnahmen jemals fertigbringen könnten. (Erneuter stürmischer Beifall.) Denn indem wir jeden einzelnen Deutschen veranlassen, mit hacke und Schaufel in fleißiger Arbeit seinem Vaterlande zu dienen, führen wir einen Krieg gegen den Hochmutsteufel, der nur zu gern vom Throne der geistigen Beschäftigung auf die Mitmenschen (minutenlanger, nicht endenwollender Beifall) der körperlichen Arbeit herabsieht. Denn unser Arbeitsdienst ist nicht eine Einrichtung, um einzelne unglückliche Erwerbslose auf billige Weise zu beschäftigen, sondern eine Maßnahme, jedem einzelnen Deutschen — gleichgültig welcher Herkunft, welchen Standes und welch späteren Berufes — die Schaufel in die Hand zu geben und ihn zu zwingen, nunmehr im Kreise aller Volksgenossen und im Schweiße seines Angesichts das tägliche Brot zu verdie-i n e n. (Erneuter stürmischer, nicht endenwollender Beifall.) 1 Berlin, 29. Sept. (DNB.) Die Arbeitsfront ist die Organisation der Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen. Arbeitnehmer und Unternehmer sind in ihr zusammengefaßt in der Erkenntnis, daß die Arbeit jedes Deutschen ein Dienst am Volke ist. Dieser Dienst verpflichtet den einzelnen gegenüber der Gesamtheit und gibt dem einzelnen das Recht, für diesen Dienst von der Gesamtheit Schutz und Achtung zu verlangen. Aus dieser Erkenntnis waren die Jnteressenverbände liberalisti- scher und marxistischer Prägung (Gewerkschaften und Arbeitgeber-Verbände) im nationalsozialistischen _____ , Deutschland unmöglich. Der nationalsozialistische doch noch die Früchte ihres opfervollen Rin- Staat verlangt einen gerechten Ausgleich gens geben. Denn Gott hat noch keinen auf der berechtigten Interessen der einzelnen dieser Wett verlassen, ehe er sich nicht selbst Menschen. Die nationalsozialistische Partei und die verlassen hat. ihr angeschlossenen Gliederungen, insonderheit die '' J e Deutsche Arbeitsfront, betrachten sich als die ehrlichen Makler für diesen Ausgleich. Deshalb war es notwendig, die Verbände aufzulösen und an ihre Stelle nach dem Vorbild der nationalsozialistischen Partei die _ s . .Menschen ohne Unterschied von Klasse und Berufe Ueberall herrscht Begeisterung über die Eindrücke Blocks, Zellen, Betriebsgemeinschasten, Ortsgrup- dieses Feiertages. n . , pen, Kreise und Gaue zusammenzufassen. In Rheden, dem Wohnsitz des Landesbauern- \r Arbeit ist nun vollendet. Nach dem ührers von Rheden, fand das Dankfest des dem- Lger,j)t bcr verantwortlichen Dienststellen ist die neue chen Volkes einen Abschluß, wie man sich ihn md)t Drqaniiation der Deutschen Arbeitsfront entspre- chöner und besser denken konnte. Aus der ganzen . d dem Dienstbuch der DAF. durchgesührt. Umgegend waren die Bauern herbeigeeilt, um dem M qxdne i ch an: Reichsbauernführer ihren Dank sur me am 1 Verwaltung, Einzug der Beiträge und Bauerntum geleistete Arbeit abzustatten. Den hohe- Auszahlung der Leistungen der bisherigen 23er» punkt des Abends bildete ein riesiger Fackelzug bänb°e get)t auf die Dienststellen der zu Ehren des Reichsbauernführers, an Dem tau- Deutschen Arbeitsfront über. Nur die sende Volksgenossen aus dem ganzen Kreise teil-' nahmen. Frau von Rheden überreichte dem Reichsbauernführer nach altem Brauch die Ernte- trone mit den Worten, die deutschen Bäuerinnen wollten damit ihren Dank ausdrücken, daß auch sie jetzt im Reichsnährstand eingegliedert seien. Reichsbauernsührer Darrö gab feinem tiefstgefühlten Dank Ausdruck. Die Menge stimmte dann begeistert in das auf Führer, Vaterland und Landvolk ausgebrachte Sieg-Heil ein und fang das Deutschland- und das Horst-Wefsel-Lied. I Washington, 1. Okt. (DNB. - Funkspruch.) ♦ Präsident Roosevelt hielt am Sonntagabend sozialistischen Regimes, sei die Erklärung, daß eine über sämtliche amerikanischen Sender eine Rede Welt von feindlichen Mächten heute nicht mehr über die Wirtschaftspolitik feiner ^g^rung. Roose- Deutschland auf die Knie zwingen könne. Die übri- vell betonte eingangs, daß sich diegesamte wirt- aen Blätter sind auf den gleichen Ton gestimmt, schaftliche Lage in den Vereinigten Staaten seit dem Der vom Führer erneut betonte Friedenswille Frühjahr 1933 o^^nsichtllch g e b e ss e *t ^be und Deutschlands wird kurz angedeutet. Seme Fest- vechcherte, daß er an dem neuen Kurs und stelluna dak Deutschland sckt einem Jahre nicht a n de m N i r a - S y ste m se st h a 11 e n w e r o e. ichwächer sondern stärker geworden sei, veranlaßte Dann wandte sich der P^^^dent^gegen die Kritiker, wKMTlta kann Adolf di- ihm Verschwendung offentücher MMel oorwur- HM-r ouss Wort glauben. Unbestreitbar ist ,en, und erklärte, daß das Nrra-Syst-M mU ge- Deutschland seit dem Tage, an dem es den Volker- wissen Aenderungen zu em« dauernden E *••**•*■ Beginn »es Wmterhilsswerks g,— AM tobcr» pital und Arbeit erprobt werden könne Roosevelt bemühte sich, die Wirtschaft darüber zu beruhigen, daß er n i ch t den Unternehmer- g e w i n n a b s ch a f f e n und den Staatskapitalismus einführen wolle. Er habe die meisten Banken, die vor dem Zusammenbruch standen, gerettet, sowie darüber hinaus den Gläubigern und den Schuldnern aebolfen Er habe auch der wilden Börsenspekulation einen Riegel vorgeschoben und der Privatwirtschaft aus dem Weg der Erholung geholfen. Unter der ßeituna des N i r a - S y st e m s wurde die Rmber» arbeit abgeschafft, die Arbeitszeit verkürzt, Mindestlöhne eingeführt und andere Lohne den steigen- nenLebenshaltungskosten angeglichen. Vier Millionen Arbeitslose wurden neu ein» ae(teilt und die Arbeitgeber erfreuen sich nach einer Zeit der Geschäftsverluste seit einem Jahre eines ständig sich hebenden Gewinnniveaus. Er l-chn- auf die Kräfte, die in der überlieferten, ame. rikanischen Privatinitiative und in dem Anreiz an» gewes enen privaten Gewinns stecken, als wesentliche Hilfsmittel in biesem Kamps. Wenn auch einige Versicherung, bah ble Zelt aufgeböd habe, in der eine kleine Schar Bevorzugter das ganze amerikanische Volk allmählich immer mehr zu ihren Dienstsklaven herabdrücken könnten. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem König und der Königin sowie dem Kronprinzenpaar von Italien zur Geburt der Prinzessin von Italien telegraphisch seine aufrichtigsten Glückwünsche übermittelt. * Aus Anlaß der kürzlichen Taifunkatastrophe in Japan hat der Führer und Reichskanzler an Seine Majestät den Kaiser von Japan nachstehendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von der furchtbaren Katastrophe, die Japan, heimgesucht und soviele Opfer an blühenden Menschenleben gefordert hat, spreche ich Eurer Majestät und dem japanischen Volke zugleich im Namen des deutschen Volkes d i e wärm st e Anteilnahme aus. (Gez.) Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." ♦ Der deutsche Gesandte in Wien, Herr von P a - p e n, ist für einige Tage zur Jagd bei Bekannten in Budapest eingetroffen und hat bei dieser Gelegenheit dem Ministerpräsidenten G ö m b ö s einen Besuch abgestattet. * Die Geheime Staatspolizei konnte in Berlin vier führende KPD. - Funktionäre fe st nehmen, darunter den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Thielen aus Koblenz. Die Festgenommenen waren als Reichskuriere bzw. als sogenannte Oberberater der KPD. tätig. Es gelang, in der Nähe von Heidelberg zwei weitere Spitzen- funktionäre festzunehmen, die für die Bezirke Mannheim und Frankfurt a. M. bestimmt waren. Sämtliche Personen wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat dem Richter vorgeführt. * Am Samstagabend fand in der Wiener Ste- phanskirche eine Trauerkundgebung für Dr. Seipel und Dr. Dollfuß statt, an der Bundespräsident Miklas teilnahm. Nach der feierlichen Einsegnung durch Kardinal-Fürsterzbischof Dr. Jnnitzer wurden die beiden Särge i n d i e G e - dächtniskirche zur endgültigen Beisetzung übergeführt. Das südslawische Königspaar ist am Sonntagfrüh in Begleitung des Außenministers Jeftitsch aus Sofia abgereist. Zum Abschied hatten sich am Bahnhof der König und die Königin von Bulgarien eingefunden. Eine große Menschenmenge brach immer wieder in begeisterte Kundgebungen aus. In seinem Geburtsort Coro Piceno starb Kardinal Joseph Mori im Alter von 84 Jahren. Damit hat sich nunmehr die Zahl der Mitglieder des Kardinalkollegiums, die eigentlich 65 betragen soll, auf 4 5 vermindert. Der Völkerbundsrat beschäftigte sich mit dem Eintritt Ecuadors in den Völkerbund. Ecuador gehört als Mitunterzeichner des Versailler Vertrages zu den Gründevstaaten des Völkerbundes, hat aber bisher van dem Recht, Mitglied des Völkerbundes zu sein, niemals Gebrauch gemacht. Jetzt, nach 15 Jahren, hat es den Entschluß gefaßt, doch noch Mitglied des Völkerbundes zu werden. Das neue Mitglied wurde, vor allem von den Südamerikanern, im Völkerbundsrat herzlich begrüßt. * Der kürzlich vom Posten des lettländischen Gesandten in Paris enthobene frühere marxistische Außenminister Seelen wird von der Staatsanwaltschaft wegen Verwendung staatlicher Gelder zum Zweck des Ankaufs von Waffen für die lettische Sozialdemokratische Partei zur Verantwortung gezogen werden. Die bei dem früheren Parlamentsvorsitzenden Dr. Kalnin und anderen Sozialdemokraten gefundenen Waffen sind seinerzeit von Zeelen in seiner Eigenschaft als Außenminister aus Mitteln des lettländischen A u ß e n r e s s o r t s gekauft worden. Verheerender Brand im Nienhagener Oelgehiet bei Celle. Ein Bohrturm in Klammen. - Elf Arbeiter verwundet, fünf weitere vermißt. — Beträchtliche Verluste der deutschen Wirtschaft. (SeHe, 29. Sept. (DRV.) Lin großer Oel- brand entstand in einer von der Düsseldorfer Firma Haniel & Lug im Nienhagener Oeigebiet niedergebrachten Bohrung. In wenigen Augenblicken stand der große Bohrturm in Flammen. Die dort stehende, aus 16 Mann bestehende Belegschaft geriet in die größte Gefahr. Das Feuer war zunächst nicht zu löschen, da die Versuche, mit dem Schaulöschverfahren dem wütenden Element Einhalt zu tun, fehlges chlagen sind. Der große st n 0 Peine Braunschweig Mter Ate/ZeX GR. moor / Nienhagen. Ein Cageplan des Erdölgebietes von Nienhagen. eiferne Turm ist umgestürzt. Die Flammen schlagen aus dem Boden, und große, mächtige Rauchschwaden ziehen über die Gegend. Die Wehren beschränken sich darauf, Gräben zu ziehen und Sandwälle aufzuwerfen, um die Bohrtürme zu schützen. Elf von den Leuten im Turm war es gelungen, sich durch Abspringen vom Turm in Sicherheit zu bringen. Alle bis auf einen hatten aber schon mehr oder weniger schwere Brandwunden davongetragen. Sie wurden nach Lelle ins Krankenhaus gebracht. Der Oberbohrmeister kiel aus Nienhagen ist besonders schwer mitgenommen, aber glücklicherweise bestehl auch bei ihm keine Lebensgefahr. 3m Laufe des Vormittags wurde die traurige Feststellung gemacht, daß fünf Leute vermißt werden. Es muh angenommen werden, daß sie, durch Gase betäubt, in der furchtbaren Glut einen schnellen Tod gefunden haben lieber öie Entstehungsursache des Brandes ist man, wie erwähnt, noch nicht ganz im klaren. Die größte Wahrscheinlichkeit sand die Annahme, daß bei der riesigen Gewalt des Gasausbruches ein Stein gegen ein Eisenstück oder das Drahtseil geschleudert worden war und dabei einen Funken ausgelöst hat. Anderseits kann es auch sein, daß dieser Funke durch die reibende Bohrkette ober sonstwie, etwa bei der Schaltung, entstanden ist. Die Gewerkschaft Nienhagen (Tochtergesellschaft der Wintershall AG. in Kassel) als Eigentümerin der in Brand geratenen Bohrung hat zur Linderung der er st en Not der Verletzten und Vermißten bzw. für deren Angehörige 5 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt. Am Sonntagvormittag ist es gelungen,' den Brand der Sonde Nienhagen 22 zu löschen. Die Bohrfirma Haniel & Lueg in Düsseldorf hat zur Linderung der ersten Not der Verletzten und Angehörigen der Vermißten ebenfalls 50 0 0 Mark zur Verfügung gestellt. Die B r a n d k a t a st r o p h e im Nienhagener Erdölgebiet stellt sich als ein Unglück dar, wie es in der heimischen Erdölindustrie noch nicht daoe- wesen ist. Der an sich erfreuliche Augenblick des Anbohrens einer ergiebigen Ader ist durch höhere .Gewalt, gegen die alle menschliche Vorsichtsmaß- ! nahmen wirkungslos bleiben müssen, zum Verhängnis für viele brave Arbeitskameraden geworden. Daneben find aber auch der deutschen Wirtschaft b e - trächtliche Verluste entstanden. Denn abgesehen von den Bohreinrichtungen, die zehntausende von Mark gekostet haben, sind g e w a l t i ge Mengen Rohöl verloren. Erbitterter Kampf gegen das entseffelte Element. Ueber die Vorgänge am Samstag und Sonntag sind noch folgende Einzelheiten nachzutragen: Man bemühte sich, da dem Feuer mit gewöhnlichen Mitteln nicht beizukommen war, Schaumlöschgeräte zu erhalten. Es war geplant, den ganzen Brandherd mit einer riesigen Schaum decke zu überziehen, um das Feuer auf diese Weise zu ersticken. Dach stellten sich dieser Löschmethode unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg, da man vor allem die Reste des Bohrturmes nur schwer wegschaffen konnte. Kurz nach 21 Uhr wurde deshalb der Generalangriff auf das Feuer eingestellt. In den ersten Nachtstunden ging die Häufigkeit der Eruptionen langsam zurück. Die Gas- und Oelstöße, die sich den ganzen Samstag über in regelmäßigen Abständen von etwa zwei Minuten wiederholt hatten, traten jetzt etwa alle sieben Minuten auf. Da kam am Sonntag früh gegen 5 Uhr eine neue Eruption, die die ganze Umgebung in schwarze Rauchschwaden hüllte. Die Lage war äußerst kritisch. Da knickte zum Glück die eiserne Düse um, aus der das Erdöl sprudelte, und v e r st o p f t e so selbst dem kostbaren Brennstoff den Ausweg. Jetzt konnten die Schaumlöschapparate eingesetzt werden, die man hier zum erstenmal im Ernstfall in Deutschland verwendete. Die beiden eingesetzten Löschrohre deckten das brennende Oel in einer Minute mit etwa 15 Zentimeter Schaum zu. Nach etwa 20 Minuten waren am Sonntagmorgen die letzten Flammen verschwunden. Blick auf einen Teil der Bohrtürme von Nienhagen. Di ? ■ Aus alter Wett. Der,e>d)iencn$cpp" in Frankfurt. Auf einer Betriebsfahrt tarn am Sonntag der „Fliegende Hamburgs r", der Schienenzepp, zum erstenmal nach Frankfurt. Um 7.10 Uhr wat die Abfahrt in Berlin erfolgt. Fahrplanmäßig um 12.09 Uhr lief der Zug auf dem Frankfurter Haupt- bahnhof ein. An der Fahrt hatten u. a. Oberbürger« meister Staatsrat Dr. Krebs und Bürgermeister Linder teilgenommen. Imponierend war der An« blick, wie der zweiteilige Triebwagen beinahe ge« räuschlos in die Frankfurter Bahnhofshalle einlief. Nach einer schlichten Feier fand eine F ühr ung durch den Schienenzepp statt. Dabei wurde in Aus« sicht gestellt, daß der regelmäßige Schnell« triebwagenverkehr Berlin — Frank« f u r t bereits im Frühjahr 1935 eröffnet werde. Bisher fei der „Fliegende Hamburger" der erste Zug dieser Art. Dreizehn weitere seien von der Deutschen Reichsbahn bereits in Auftrag gegeben worden. Der Sinn dieses Schnellverkehrs fei es, die Reisezeiten auf den innerdeutschen Fernstrecken erheblich zu verkürzen. Wesentlich sei, daß der „Fliegende Hamburger" seit seiner Einführung durchaus rentabel sei. Oft sei der Zug restlos ausverkauft. Um 14.05 Uhr trat der Schienen« zepp nach zweistündigem Aufenthalt die Rückfahrt nach Berlin an. Ein gemeingefährlicher Terrorist in Hamburg hingerichlel. Das vorn Hanseatischen Sondergericht am 25. September ausgesprochene Todesurteil gegen den Terroristen Johann Wilhelm Jasper, geboren 1898 zu Meldorf, ist im Hofe des Untersuchungsgefängnisses in Hamburg durch das Beil vollstreckt worden. Jasper war Funktionär der Roten Marine. Er leitete schon 1932 hinterlistische Feuerüberfälle auf Angehörige der SA. und HI. und ist besonders beteiligt gewesen an einer großen Anzahl feiger schwerster Gewalttätigkeiten, bei denen 18 Volksgenossen verletzt und zwei g e • tötet wurden. Da es sich bei Jasper um einen führenden Funktionär der Roten Marine handelt, der noch weit mehr niedrige Gesinnung, Hinterlist und Heimtücke als die bereits abgeurteilten und Hingerichteten Mittäter Fischer und Schmidt ge- zeigt hat, hat der Herr Reichsstatthalter es abgelehnt, in diesem Falle von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen. Churchill schreibt ein Filnttexlbuch zum Regierungsjubiläum König Georgs. Der bekannte englische Staatsmann Winston Churchill schreibt augenblicklich im Auftrage der Firma London Film Production limited das Textbuch für einen Film „Die Regierung König Georgs V.", der im nächsten Jahr anläßlich des 25. Regierungsjubiläums des Königs aufgeführt werden soll. Churchill ist für diese Aufgabe besonders geeignet, da er von seiner politischen Tätigkeit her genaue Kenntnisse über die letzten 25 Jahre der englischen Geschichte mitbringt. Der Film soll in 200 bis 300 Exemplaren her gestellt werden, so daß er gleichzeitig in allen Teilen des britischen Reiches aufgeführt werden kann. Wettervoraussage. Das festländische Hoch wird von der nördlichen Störungstätigkeit abgebaut, die den Witterungscharakter wechselhafter gestaltet. Da an ihrer Vorderseite ozeanische Lust mit verschieden temperierten Staffeln heranbefördert wird, ist weiterhin mit dem' Auftreten von Regenschauern zu rechnen. Zwischendurch kann die Wolkendecke auch aufreißen, jedoch wird es vorerst nicht mehr zu überwiegend freundlichem und tagsüber warmem Wetter kommen. Aussichten für Dienstag: Dunstig und! wechselnd bewölkt, vereinzelt auch zwischenzeitlich aufheiternd, zeitweise Niederschläge, tagsüber mäßig warm, nachts geringere Abkühlung. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckere R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen. heißt fchön fein. Zu dick ift ungefund. Erfolgt. Wirkung immer (ft ' * "die einzig- d u rch„Jl€UUH artigen Ent- fettungstabletten. Garantiert unschädlich. RM 1.75, Kurpackung RM 4.50. In allen Apotheken erhältlich. 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ANSTALTEN L •unter 10 0*0/ OlsffiF v POLEN Die Speisekarten, die uns aus der ältesten Periode der jüngeren Steinzeit erhalten sind, bestehen nicht aus glattem Papier, auf das fein säuberlich eine Anzahl Gerichte mit Preisangabe gedruckt wird, sondern es sind Tonscherben, auf denen sich schwarze kohlige Streifen befinden. Nicht nur der Laie wurde erhebliche Zweifel daran äußern, aus den beiden Jahren haben, zu schließen, was und rme die Steinzeitmenschen geschmaust haben. Auch Professor Grüß (Berlin), der die Untersuchung anstellte, hatte zuerst recht wenig Hoffnung. Denn selbst die feinste Methode braucht doch Material in einem gewissen Ausmaße, um sichere Schlüsse ziehen zu können, und das Material bestand hier nur m runden und länglichen Flecken, ihre Schicht war ehr dünn und fest mit dem Ton verbunden. Um so bewundernswerter sind Scharfsinn und Genamg- l 0 . den können. Obwohl die dis dahin angewandten Versuche zu keinem Erfolge geführt hatten, konnte schließlich doch festgestellt werden, daß es sich hier um Stärke handle. Es ließen sich nämlich in den braunen Körnern Zellen der Deckspelze vom Emmerkorn fest- j stellen und eine Samenschale vom Emmerkorn. Emmer ist eine Weizenart, die von alten asiatischen Kulturvölkern angebaut wurde, und die sich von dort aus verbreitet hat. Außerdem wurden in der Braunkohle Bestandteile gefunden, die von Tannen- Holz herrühren! Verbindet man diese Beobachtungen miteinander, dann kann man eine Erklärung für den Vorgang geben, durch den uns diese Speisereste über Jahrtausende hinweg erhalten geblieben sind. Der Topf, in dem die Nahrung der Steinzeitmenschen gekocht wurde, stand in einem Holzfeuer. Wenn der Mehlbrei überlief und an dem Topf herunterrann, wurde er durch das lodernde Feuer zur Kohle. Ein i Vorgang, wie er ja auch in den Küchen unserer Hausfrauen nicht eben selten ist, ließ Steinzeitkost, wenn auch in ungenießbarem Zustand, auf unsere Tage kommen. Wenn aber der Verlaus dieser stein- zeitlichen Küchenaffäre sich aller Wahrscheinlichkeit nach so zugetragen hat, dann hat man auch eine Erklärung dafür, weshalb die chemischen Proben, die anfangs angestellt wurden, um das Vorhandensein von Stärke zu prüfen, versagten. Das Starke- körn besteht nämlich aus Zwei Bestandteilen, von denen nur das eine, die Amylose, auf die ange- wandten chemischen Proben reagiert, das andere aber, das Amylopektin, nicht. Bei der Verkohlung I der Stärke aber verschwindet die Amylose, und es I bleibt nur das Amylopektin. Deshalb konnten die zuerst angestellten Versuche keinen Erfolg bringen. Durch ein sinnreiches Experiment konnte Professor Grüß eine Bestätigung für seine Annahmen finden. Der gleiche Zustand, in dem sich die verkohlte Stärke auf den steinzeitlichen Scherben befindet, muß sich ergeben, wenn man Weizenstärke zum Verkohlen bringt. Tatsächlich erwies die vorgenommene Verkohlung und die nachfolgende Behandlung diese I Annahmen als richtig. I Aus allen Einzelheiten, die diese wissenschaftlichen Untersuchungen zutage brachten, ergaben sich nun sehr interessante Tatsachen zur Lebenshaltung dieser I Steinzeitmenschen. Aus dem von ihnen verwandten I Getreide muß man schließen, daß sie Ackerbauer und seßhaft waren. Ihre Nahrung gewannen sie aus diesem Getreide, indem sie die Körner zerstampften, dann kochten und so eine Art Brei gewannen. Welche außerordentliche Beharrung solche Eßsitten haben, kann man daran erkennen, daß eine gleiche Verwendung des Getreides noch bis etwa 1000 n. Ehr. herrschte. Denn man hat auch aus dem Mittelalter Topfscherben mit solchen kohllgen Stärkestreifen gefunden, späte Nachfahren einer in früherer Menschheitsperiode üblichen Sitte. Allerdings darf man dabei einen großen Unterschied nicht übersehen. Während nämlich jene Steinzeitmenschen, von denen die aufgefundenen Tonscherben so viel zu erzählen wissen, die Erzeugung von B r o t ersten Male, daß der demokratische Kandidat von seinen Parteianhängern mehr Stimmen erhielt als der republikanische von den seinen; eine Tatsache, die in den anderen Staaten übrigens fast überall auch zu beobachten war. Die Aufstellung des bekannten sozialkritischen Schriftstellers Upton Sinclair als demokratischer Wahlkandidat in Kalifornien wird in den USA. nicht mehr als sensationelle Bedeutung beigemessen, nachdem er sich aus seiner salon-kommunistischen Larve als bedingungsloser Roosevelt-Demokrat entpuppt hat. Seine vielgepriesenen Sozial-Maßnahmen, die in der Ver- taatlichung aller stilliegenden kalifornischen indu- triellen und landwirtschaftlichen Betriebe und deren Neufinanzierung mit Staatsmitteln zwecks Unterbringungen Erwerbsloser gipfeln, werden, falls er wirklich zum Gouverneur gewählt werden sollte, wahrscheinlich planmäßig an dem parlamentarischen Widerstand der kalifornischen Volksvertretung scheitern, die die zu seinem Experiment benötigten 300 Millionen Dollars kaum bewilligen dür- machen. Es gelang, die dünne Schicht abzunehmen unö sie als Kohle festzustellen. Die wichtige Frage war, ob es sich bei dieser Kohle um Stärkekohle handele, d. h. ob man am Vorhandensein von Stärke die Speise erkennen könne, die in diesem steinzeitlichen t^,OH bitte", sagte Brighton, der Verlagsbuchhändler" „was das mit der Flaschenpoft zu tun hat?' Seit der Zeit, wo ich jede Woche ein paar solcher Flaschen in die Themse werfe, habe ich schon vier« undneünzig Exemplare verkauft." ms Zwei Bestandteilen, von die Amylose, auf die ange« sich vor den tödlichen Insektenstichen zu schützen. 1 1 Walker. Nachschrift: Falls es der Finder nicht weiß: Der Tempel Js ist die letzte Zufluchtsstätte der Azteken, des früher regierenden Stammes in Mexiko, gewesen. Aus allen Tempeln haben sie hier ihre Schätze zusammengetragen. Alles übrige haben der Urwald und das tödliche Klima getan." UNTERSTÜTZTE GEMEINDEN Os unter SO OB 100-150 Qs 50-100 9-150-200 ®s über 200 t=Unterstützte Ausbildungsanstel- ten für Pfarrer U= Stipendiaten, die mit Hilfe des GAV in Deutschland ausgebildet werden Flaschenpost aus Mexiko Äon Hans JRiebau. FRANKREICH,'^« 0€a E feit der Arbeitsweise, die zu einem vollen Erfolge führten und diese beiden so unscheinbar aussehenden Scherben zu einem wichtigen Kulturgegenstand aus jenen vorgeschichtlichen Zeiten der Menschheit Mann zu mir, ein Mann, der einen verwahrlosten Eindruck machte, aber von gutem Herkommen schien. Er bat mich um eine Unterredung m einer ebenso wichtigen wie geheimnisvollen Angelegen- 1 heit, ließ sich bestätigen, daß ich Geograph und Spezialist für Nord- und Mittelamerika sei, nahm mir mein Wort ab, über das, was ich nun erfahren sollte, zu schweigen wie das Gkab, und dann zog er aus seiner Manteltasche — eine Whisky-Flasche. „Haha!" lachte die Tafelrunde. Colsmith runzelte die Stirn. „Es gab da nun eigentlich", fuhr er fort, „keinerlei Anlaß zu lachen. Die Whiskyflasche war leer. Und wenn sie nicht ganz und gar leer gewesen war, als der junge Mann sie in der Themse aufgefischt hatte, so lag das an diesem höchst interessanten Zettel —- ^01= smith legte ein vergilbtes Papier auf den Tisch „der sich damals in eben der Whiskyflasche befunden hatte." „Also eine Flaschenpost!" rief die Tafelrunde. „Eine Flaschenpost", nickte Colsmith, „und zwar eine außerordentlich wichtige. Das Schreiben ist datiert vom 12. August 1931. Es lautet folgendermaßen: „An den Finder! Wenn dieses pier sich in Ihren Händen befindet, bin ich langst tot. Ich bin der Letzte. Der letzte von sieben Studenten der Harvard-Universität, die auszagen, um zu suchen und zu finden. Wir haben gefunden, aber der Fluch des Goldes ist noch nicht erloschen. Meine sechs Kameraden sind tot. Ich kenne die Krankheit : nicht, die sie und mit ergriffen hat. Aber ich fühle, auch ich bin am Ende. Die Jndos, die uns hierhergeführt haben, sind in panischem Schrecken geflohen. Sie haben uns zuruckgelassen und damit zum Tode verurteilt. Ich sitze im Vorraum des Tempels Js und schreibe aus einem Goldbarren, den sieben Menschen nicht zu heben vermögen. Greentown, mein Freund, hat die Schatze dieses Tempels auf zweihundert Millionen Dollar geschätzt. Aber der Urwald und die Moskitos sind bessere Tempelhüter als moderne Armeen. Ich bin am Ende. Mit meinen Sextanten habe ich ein genaues Besteck auf genommen. Der Tempel Js befindet sich 88 Grad, 12 Minutem Sekunden westlicher Länge und 14 Grad, 20 Minuten, 2 Sekunden nördlicher Breite. Der Weg zu »hm ist nur zu Wasser und im Faltboot möglich, über den Rio bei Caya. Von der Mündung gerechnet müssen die Boote in die achtzehnte Abzweigung nach Unks em- biegen, und 164 Kilometer stromaufwärts fahren. Unsere Landungsstelle und der weitere Landweg sind markiert. Aber ob die Marken noch da sind, wenn diese Flaschenpost gefunden wird? Ich werfe die Flasche tn den Fluß. Der Fluß fließt in den Rio bei Caya unb ber Rio del Caya in das Karibische Meer. 200 Millionen gehören dem Finder, wenn er den Weg findet, und em Mittel, ^HOLLfr- zweiten Frage des Kriminalbeamten waren alle unsere Hoffnungen zerschlagen. Die erste Frage lautete: „Wo haben Sie die Flasche gefunden? * Der junge Mann antwortete: „In der Themse. „Die Themse ist ein langer Fluß", sagte ber Beamte, „ich frage: W o haben Sie sie gefunden? „Am Bootsanleger in Oxford." „Das genügt mir", lächelte der Beamte, „die Flutwelle der Themse reicht im äußersten Falle nur bis Reading. Nie und nimmer kann ein Gegenstand aus der Nordsee die Themse weiter als bis hier hinauftreiben. In Oxford läuft — verstehen Sie? — das Wasser stets „ab", nie „auf". „Nun", Colsmith räusperte sich — „wir alle waren wie vor den Kopf geschlagen. Wir waren mit der größten Skepsis an die Sache herangegangen, wir hatten jede Täuschungsmöglichkeit m Rechnung gestellt, stets den ungünstigsten Fall angenommen, wir hatten genau zu rekonstruieren versucht, welche Strömungen die Flasche von Mexiko nach der Nordsee hatte befördern können; aber auf die Frage — wie weit sie denn eigentlich durch die Flut die Themse h i n a u f g e t r i e b e n werden konnte — darauf waren wir nicht gekommen." , __ Die Herren lachten. „Ja, unb„—? fragte Tur- ning, was geschah dann weiter?" „ „Die Trümmer unseres Expeditionsplanes , seufzte Colsmith, „lagen dann wochenlang mit den Trümmern all der anderen Pläne zusammen in Scotland Yard. Die Lage des englischen Buchhandels — hatte ich nicht schon davon gesprochen? — ist immerhin so--" „Aber ich bitte dich", rief Turning, und jetzt war er wirklich ärgerlich geworden, "verschone uns mit deinem Buchhandel, und schließe deine Geschichte mit einer vernünftigen Pointe ab." „Ich bin schon dabei", nickte Colsmith. „Die Be- mühungen Scotland Yards schienen nicht erfolglos geblieben zu sein. Jedenfalls wurde ich eines Tages zu einer Unterredung gebeten, und dabei platzte td) mitten in die Vernehmung des Verlagsbuchhanb- : lers Brigthon hinein. Der vernehmende Inspektor , war anscheinend recht wenig zufrieden. „Jetzt haben ! Sie uns schon dreimal erzählt", sagte er: zu dem ■ Buchhändler, „daß Sie das große funfbandige Werk = von Jennington „Kultur und Schicksal der Azteken i verlegt haben, daß jeder Band zwei ^unbSter. i [inq kostet, und daß die Lage für den Buchhandel , sc, schlecht sei. Was aber hat das alles m drei - Teufels Namen mit der falschen Flaschenpost zu Colsmith schwieg. Sein Gesicht war ernst. Die anderen aber lächelten skeptisch. „Glaubst du wirklich an die Echtheit dieser Flaschenpost? U«gte Turning. „Ich meinerseits bin der Ansicht, daß der Schreiber im Kino gewesen ist, sich einen wllden Abenteuerfilm — „Der Fluch des Goldes konnte er heißen — angesehen hat und dann-- Colsmith machte eine Handbewegung. „Natürlich glaubte ich zunächst nicht an die Echtheit", sagte er. Ich lachte den jungen Mann aus und erklärte ihm, daß so eine Flasche nicht vom Golf von Mexiko ausgerechnet in die Themse schwimmen könne, und daß ich die ganze Sache für den schlechten Scherz eines Londoners halte. Aber der junge Mann hatte besser beobachtet als ich. Er hatte festgestellt, daß die Flasche mit einem Kork verschlossen war der den Stempel einer mexikanischen Brennerei trug. Er zeigte mir das Wasserzeichen des Papers, aut- bem die Nachricht geschrieben war, und ich' konnte mich überzeugen, daß es aus Ar kan sas (und mcht etwa aus England) stammte. Und schließlich gab er mir einen Brief der Harvard-Universttat, aus dem hervorging, daß in den vergangenen Jahren tatsächlich auffallend viele Studenten Expeditionen aller Art unternommen haben, und daß sich unter den zahlreichen Vermißten auch ein Walker be- 0/ Q Dbjjtun Ichi-tz nur los", fugte schließlich Turning um der peinlichen Verwunderung ein Uwe zu machen aber verschone uns mit den Buchhand- Ln und ihren Hunden und erkläre uns was es mit den Mexiko-Expeditionen auf sich hat. Collmith fuhr sich mit der Hand über die Stirn, -ick wur le bst in eine solche Expedition verwickelt , murmelte er, „unb ich muß fügen, daß der eng. "^Mfo Mte^ttopfte Turning aus den Tisch, „zur b°^ie Sache", I°gt° Calsmich, „die Sache war so" Bor einem Vierteljahr etwa tarn em junger finde". , , , Colsmith nahm sein Glas und krank. Darm fuhr er fort: „Unter diesen Umständen sah ich mich denn doch veranlaßt, her Sache ein wenig nachzugehen. Ich verglich vor allem einmal die Positionsangabe unb stellte fest, baß sich ber angegebene Ort tatsächlich im unwegbaren unb so gut rote unerforschten Urroalb befanb. Nun, meme Herren ich will Sie nicht mit organisatorischen Einzelheiten langweilen- Wir fanben in Lorb L. einen Finanzier, wir kauften uns bas sehr umfangreiche unb teure Sveüalwerk von Jennington über bie Aztekenkul- tur, wir hatten sogar schon Faltboote bestellt Gewehre Munition unb Spezialkleibung, bie jeben Jnfekt'enangriff abwehren sollte, ba geschah etwas — ich muß schon sagen — außerorbentlich Peinliches Die Polizei in Scotlanb Yarb nämlich begann sich für unsere Expebition zu interessieren. Ich erfuhr bei biefer Gelegenheit, baß eine ganze Anzahl ähnlicher Unternehmen in Vorbereitung war. Aber viel wesentlicher unb, wie gesagt außerorbent- lich peinlicher war bas Resultat bes Verhörs bem wir uns unterziehen mußten. Denn schon nach ber x SPANIEN O i Der alte Colsmith, Herausgeber einer geographischen Zeitschrift, nahm nur selten seine Pfeife aus dem Mund, um eine Geschichte zu erzählen. Tat er es aber doch einmal, so fing er die Geschichte, so schien es, völlig verquer und ohne Zusammenhang mit dem, was er im Grunde berichten wollte, an. So auch neulich im Square-Club, wo die Rede auf Mexiko, auf Kaiser Maximilian unö auf die Azteken kam. Ein junger Marineoffizier hatte in das Gespräch eingegriffen und auf eine merkwürdige Erscheinung hingewiesen. „Es sind im letzten Jahr", so hatte er erklärt, „nicht weniger als fünfzehn Expeditionen von England aus nach Mexiko unternommen bzw vorbereitet worden. Niemand weiß so recht, was all die Expeditionen eigentlich noch erforschen und entdecken wollten, und da die Leiter dieser Unternehmungen mit der Sprache nicht herausrückten, hat es die SJMrinet Seiner Majestät abgelehnt, ihre Hilfe und Unterstützung zur Ver- Die ^Herren "schüttelten verwundert die Kopfe. Fünfzehn Expeditionen? Nach Mexiko? In einem d^sem^Au gen blick aber nahm Colsmith, der Geograph, seine Pfeife aus dem Mund, räusperte sich ein wenig und sagte: „Hm, nun ja. Im Grunde recht merkwürdig, gewiß. Wer liest heute noch Bucher in England? Die Buchhändler klagen. Die Verleger rechnen in ihrer Konkursmasse herum unb der Autor ber es wagen mürbe, em Manuskript (unb ein wissenschaftliches wohl gar) 3umiSrutf an- aubieten auf ben würbe man oie Hunoe gegen. Vorausgesetzt allerbings" — Colsmith starrte „noch- d-nwch sich hin - „daß Verlagsbuchhandler sich überhaupt Hunbe halten können « Di- lafetrunbe faß stumm und st-'si D-W-S unb Turning — sie waren mit Colsmith Dejreunoei unb kannten seine Art, in bie Debatte einzugreifen — lächelten. Die anberen aber wußten nicht. Hatte Colsmith zu viel Whisky getrunken, rebete er irre, pnmärwahlen inttSA. Don unserem H.W v. L).-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Neuyork, EnÄe September 1934. Amerikanische Parteiwahlen und lokale Wahlen in ben einzelnen Bundesstaaten haben im allgemeinen kein beon^erks Interesse. Aber die diesjährigen amerikanischen Herbstwahlen, m denen tn vielen der 48 Bundesstaaten neue Senatoren und nen. Abgeordnete zum Bundeskon- J „ewählt werden, erheben deshalb Anspruch aus verstärkte Beachtung, weil sie die erste Reaktion b-r Volksmeinung aus die Wieberaufbaupolitik Roosevelts feit dessen Amtsantritt im Marz 1933 barstellen. Kürzlich fanden nun in verschiedenen Bundesstaaten die Primärwahlen für die noch im Herbst durchzuführenden Wahlen statt, in denen die beiden amerikanischen Parteien, nämlich die Republikaner und die Demokraten, ihre Kandidaten wählten, die sich dann später als Gegenkandidaten gegenüberstehen werden. Das Ergebnis dieser Primärwahlen, die schon heute ein gutes Bild über den zu erwartenden Ausgang ber Herbstwahlen im allgemeinen und für bie Fortdauer ber Roosevelt-Politik im besonderen abgeben, hat nun gezeigt, daß Roosevelt nach wie vor i n allen Sätteln f e st s i tz t. Darüber hinaus haben sie aber auch bewiesen, daß sich die politischen Gegensätze innerhalb ber beiden Parteien ver - (OBwESTLD' fen. Alles in allem genommen beuten bie bisher statt- gefunbenen Primärwahlen also barauf hin, baß Roosevelt seinen eingeschlagenen Kurs burch die be- vorstehenben Herbstwahlen bestätigt erhalten wird Wozu ihm bann außer ber Qualität seines Topf vor Jahrtausenben enthalten gewesen ist-Nachpolitischen Programms zweifellos noch ein weiterer bem einige Kohlenteile, mit verschobenen Stoffen Punkt verhalfen haben wirb: die rast- und ruhelose behanbelt, einer mikroskopischen Untersuchung zu- Propaganda, mit der er sein „New Deal" durch gänglich geworden waren, zeigten sich in dieser Tausende und aber Tausende von direkten und in- Kohle verstreute Korner von hell- und dunkelbrauner direkten Kanälen täglich und stündlich in bie Köpfe Farbe Diese Körner wurden nun verschiedenen von 120 Millionen Amerikanern hineinpaukt. chemischen Proben unterworfen, aus denen sich bie Anwesenheit von Starke ergibt, ohne daß in diesem Fall damit ein positives Resultat hätte erzielt wer- schärst haben. Der kleine, neuenglische Bundesstaat Maine machte den Anfang. Aus historischen Gründen hat er immer als erster amerikanischer Bundesstaat seine Stimmen abgegeben und ist daher zum politischen Barometer der jeweilig herrschenden politischen Atmosphäre geworden. „Wie Maine wählt, so wählt die Nation!" lautet ein amerikanisches, innerpolitisches Sprichwort. Und das Wahlergebnis von Maine übt deshalb auch auf die späteren Wahlen der anderen Bundesstaaten einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Einfluß aus. Das konservative und jahrzehntelang republikanische Maine wählte nicht nur zum ersten Male in seiner Staatsgeschichte einen bemotrati» schen Gouverneur, der 1932 seine erste Wahl dem überroältigenben, bemokratischen Wahlsieg Roosevelts verbankte, unb es bestätigte nicht nur bie beiben ebenfalls 1932 gewählten bemokrati- f dj e n Abgeordneten, während es dem einzigen republikanischen Senator und dem dritten (republikanischen) Abgeordneten einen Wahlkampf um Leben und Tod lieferte, sondern es unterstrich die Wiederwahl eines demokratischen Gouverneurs und der beiden demokratischen Abgeordneten noch durch eine beträchtliche demokratische Stimmenmehrheit verglichen mit 1932 und durch den gleichzeitigen Widerruf seines 50 Jahre alten, staatlichen Prohibitionsgesetzes! Nach dem psychologisch nicht zu unterschätzenden Anfangserfolg in Maine wählten wenig später a ch t weitere Bundes st aaten, nämlich Süd- Karolina, Colorado, Delaware, Louisiana, Michigan, New-Hampshire, Vermont und Washington. In allen acht war genau bie gleiche Richtung ber Volksmeinung zu beobachten: die Wähler stimmten für d i e Kandidaten der extremen P a r t e i f l ü g e 1, d. h. im demokratischen Lager für die Anhänger Roosevelts und im republikanischen für die konservativen, schwerkapitalistischen „Tories", während die gemäßigteren Kandidaten beider Parteien a-n die Wand gedrängt wurden. Besonders beachtenswert ist außerdem, daß die Demokraten nicht nur ihre an sich schon starke Stellung verteidigt,, sondern sogar weitere Fort- 7..... schritte auch in traditionell-republikanischen Staaten Topfscherben, die in ewer stemMtlichen Siedlung gemacht haben. So geschah es z. B. in der Ge- bei Herkheim im Nordlmger Rieß z.». gefunöen schicht? des Bundesstaates Washington zum worden find, und die em Alter von jdmaJ)0(^0 In Gegenwart zahlreicher evangelischer Kirchenführer aus allen Teilen des deutschen Volksund Sprachgebietes diesseits und jenseits der Rrichsgrenzen finde die Reichstagung des Gustav-Adolf-Vereins vom 1. bis 3. Oktober tn Königsberg statt. Unsere Karte zeigt das weitgespannte Netz ber Arbeit bes Gustav-Abolf-Dereins in Europa. Was aßen unsere Urahnen? Eine Speisekarte der Steinzeit. Äon Dr. $. Berger. r-____~ ;BULGAR. Oer Sternhimmel im Oktober. «Sonnenaufgang von 6.00 bis 6.50 Uhr. — Sonnenuntergang von 17.40 bis 16.35 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 15. um 20 Uhr, Vollmond am 22. um 16 Uhr, letztes Viertel am 30. um 9 Uhr. Wie im vorangegangenen, so nimmt auch in diesem Monat der Tag um etwa zwei Stunden ab, im Norden Deutschlands noch etwas mehr, im Süabgesehen von dem tieferen Stand und dem immer früher erfolgenden Untergang kaum wahrnehmbar. Am Morgenhimmel ist zunächst die Venus kurze Zeit als Morgenstern zu sehen; bald nach Mitternacht erscheint der Mars, der bis in die Morgendämmerung hinein sichtbar bleibt. Am Fixsternhimmel gewahren wir im Westen noch die Sommerbilder Schwan und Adler und auch STERNBILDER: Sterne, ja STABEN 119 Mars © Jupiter Saturn Mond: D1 Viertel §) Vollmond ([ letztes Viertel Lasch' Kleine Buch• < staben Z’ -D' Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei- ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht- baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo* natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil V» Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. den etwas weniger. Daß sich diese Abnahme auf den Morgen und Abend ungleichmäßig verteilt, ist keine Himmelserscheinung, sondern nur eine Eigentümlichkeit unserer Uhr. Aber jedenfalls hat diese Einengung der Tageshelligkeit und Ausdehnung des nächtlichen Dunkels verbunden mit dem monatlichen Weiterwandern der Sonne beträchtliche Aenderun- aen am Sternhimmel zur Folge. Nur zögernd, infolge der immer früher einsetzenden Dunkelheit, verschwindet der Arctur vom nordwestlichen Abendhimmel, während wir anderseits überrascht sein werden, wie schnell der Orion heraufkommt, sobald wir ihn erst einmal, zuerst in späten Abendstunden, am östlichen Himmel erschaut haben. Denn hier unterstützen sich das Weiterrücken der Sonne und die früher einsetzende Dunkelheit gegenseitig. Von den Wandlern ist am Abendhimmel nur der Saturn zu sehen. Bei der Langsamkeit seiner Bewegung ist eine Aenderung gegen den Vormonat, die Wega im Nordwesten. Nach Süden zu folgen dann der Pegasus und die Andromeda, aus deren Sternen das Himmelsquadrat besteht, und weiterhin der Stier als erster Vortrupp der Winterbilder. Unter der Andromeda erblicken wir die zwei Dreiecksgruppen des Dreiecks und des Widders, von denen der Widder als Eröffnungsbild des Tierkreises allgemein bekannt ist. Tief unter ihnen liegt das langgestreckte Bild des Walfisches, mit den Hauptsternen Deneb Kaitos, das heißt Schwanz des Walfisches, und der Mira, dem „Wunderstern", die der erste Stern war, dessen Veränderlichkeit erkannt wurde. Es war der friesische Pfarrer Fabrizius, dem im Jahre 1596 diese grundlegende Wahrnehmung gelang. Er bewies damit, daß es nicht nur zwischen Himmel und Erde, sondern auch mitten im Himmel Dinge gibt, wovon sich die ältere Schulweisheit nichts träumen ließ. überhaupt noch nicht kannten — erst in einem späteren Stadium der neueren Steinzeit lernte man es, Brot zu gewinnen — kannte man die Herstellung von Brot in jenen mittelalterlichen Zeiten wohl und vermiet) es nur teilweise aus Bequemlichkeitsgründen, bis technische Fortschritte in der Konstruktion von Backöfen um das Jahr 1200 n. Ehr. diese steinzeitliche Methode, aus Getreide Nahrung zu gewinnen, gänzlich zurückdrängten. Oberhefsen. Landkreis Gießen. * Leihge ft e r n, 30. Sept. Heute gegen 18.20 Uhr ereignete sich hier in der Bahnhofstraße ein Unfall. Der Telegraphenarbeiter Heinrich Mohr von Daubringen wollte mit seinem Motorrad ein Bauernfuhrwerk überholen, kam dabei dem Fuhrwerk aber anscheinend etwas zu nahe, denn plötzlich schlug das Pferd aus, zertrümmerte mit dem Hufe den Scheinwerfer des Motorrades und traf außerdem den Fahrer so heftig gegen den Unterleib, daß er sofort das Bewußtsein verlor. Nachdem sich ein Arzt um den Verunglückten bemühte und der bedauernswerte junge Mann das Bewußtsein wiedererlangt hatte, wurde er nach Hause gebracht. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. cnd Langsdorf, 30. Sept. Es läßt sich jetzt ein abschließender Ueberblick gewinnen über die Leistungen, die in den Jahren 1932 bis 1934 durch den Freiwilligen Arbeitsdienst und durch Notftandsarbeiten vollbracht wurden. Etwa 1000 laufende Meter Feldwege wurden chauffiert, dazu der Langsdorfer „Heuweg" in einer Länge von annähernd 1600 laufenden Metern. Diese letztere Arbeit ist für die hiesige Landwirtschaft von besonderer Bedeutung: Als gegen Ende des Mittelalters die Bewohner des Dorfes Haufe n im oberen Wettertal ihre Siedelung aufgaben, verteilten sie sich auf die umliegenden Gemeinden. Ohne Zweifel sind viele von ihnen nach Langsdorf gezogen, denn hiesigen Ackerleuten gehört ein großer Teil der „Häuser Wiesen". Als Zufahrtsweg zu diesem Wiesengrund wurde durch den Langsdorfer und Licher Wald der Heuweg hergestellt. Durch die Arbeiten der letzten Jahre ist er jetzt fast ganz chauffiert. Als Notstandsarbeiten wurden ferner im Entenvfuhl 18 000 Quadratmeter Neuland gerodet, die Heuer schon schonen Kartoffelertrag bringen. Im Zusammenhang mit den Feuerschutzbestrebungen der letzten Zeit wurde endlich der alte Brandweiher an der Hungener Pforte geräumt, vertieft, und mit einer (Steinmauer befestigt. Mit all diesen Arbeiten wurde nicht nur erreicht, daß unsere kleine Zahl von Arbeitslosen beschäftigt wurde, es find auch Dauerwerte geschaffen worden. Kreis Büdingen. A Rohrbach, 29. Sept. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich heute gegen 17 Uhr am Eingang der Straße vom hiesigen Ort in die Provinzialstraße nach Büdingen beim Bahnwärterposten 41. Von Bleichenbach kommend stieß ein Ortenberge r Motorrad in voller Fahrt gegen das Auto der Landkraftpost. Das Motorrad fuhr noch 2 bis 3 Meter weiter gegen einen Eisenmast und wurde vollständig zertrümmert. Der Fahrer erlitt eine schwere Verletzung an dem Knie, während der Gewerbelehrer Kreisschulungsleiter Hermann I e ck e l aus Ortenberg schwer im Gesicht und an der Brust verletzt wurde. Ein Auto brachte beide in das Büdinger Krankenhaus. Kreis -Ilsfeld. * Bleidenrod, 30. Sept. Der 25 Jahre alte Otto Schönhals, der am Postamt Nieder-Ge- münben als Pofthelfer beschäftigt ist, verunglückte am Samstagabend auf dem Wege von Nieder- Gemünden nach Bleidenrod durch einen Sturz von seinem Fahrrad. Er war von einem entgegenkommenden Radfahrer angefahren worden und erlitt durch den Sturz einen Schädelbruch sowie erhebliche Kiefer, und Nasenverletzungen und mußte noch am Samstagabend nach Gießen übergeführt werden. ss. Grebenau, 30. <^ept. Die dieser Tage in unserer Gemeinde durchgeführte O b st b a u m z ä h- l u n g hatte folgendes Erdgebnis: Apfel: Hochstamm 1087 Stück, Busch und Spalier 51 Stück; Birnen: Hochstamm 136 Stück, Busch und Spalier 48 Stück; Kirschen: Hochstamm und Spalier 47 Stück, Pflaumen und Zwetschen: Hochstamm 435 Stück; Mirabellen: Hochstamm 5 Stück; Walnußbäume 2 Stück. Beim Vergleich mit der letzten Obstbaumzählung in 1932 konnte erfreulicherweise festgestellt werden, daß sich die Stückzahl hauptsächlich bei Aepfeln und Birnen um fast 200 erhöht hat, während bei anderen Sorten fast die gleiche Stückzahl wie in 1932 vorhanden war. — Die Kartoffelernte geht nun ihrem Ende zu. Man kann die diesjährige Ernte in unserer Gegend als Durchschnittsernte bezeichnen. Preußen. Kreis Wetzlar. Rodheim an der Bieber, 30. Sept. Der Verwalter auf dem hiesigen Hofgut Schmitte, Herr Ludwig Dudenhöfer, konnte am Freitag sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum feiern. Im September 1884 trat er, unmittelbar nach Erfüllung feiner Militärpflicht beim Jnf.-Reg. Nr. 88 in Mainz, in den Dienst der Familie Freiherr van der Hoop auf der Schmitte, der er in drei Generationen auf dem verantwortungsvollen Vertrauensposten als Verwalter des großen Gutes in seltener Treue nun ein halbes Jahrhundert gedient und in guten und bösen Tagen in schlichtem Pflichtgefühl zur Seite gestanden hat. Seine Herr- schäft hat ihm in Anerkennung feiner Treue im kleinen Kreise eine Jubiläumsfeier veranstaltet. Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat ihm zu diesem Tage in Anerkennung seiner treuen Dienste mit eigenhändiger Namensunter» schrifr ein ehrenvolles Glückwunschschreiben gesandt, und im Rundfunk des Reichssenders Frankfurt wurde mit Glückwunsch seiner ehrend gedacht. Auch wir wünschen dem trotz seiner 74 Jahre noch rüfti« gen, umsichtigen und treuen Verwalter noch manches Jahr eines sonnigen, friedvollen Lebensabends, getragen vom Vertrauen feiner Herrschaft und unserer ganzen Gemeinde. ^unbfunfprogramm. Dienstag, 2. Oktober. 6 Uhr: Vauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Für die Frau! 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittag s k o n 3 e rt. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.15: Aus Wirschaft und Arbeit. 18.30: Die dunkle Treppe — juristisch beleuchtet. Von Rechtsanwalt Dr. Otto Nickel, Frankfurt a. M. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Kurzprogramm. Alle Abteilungen des Reichssenders Frankfurt wirken mit. 22: Nachrichten. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Arn Frankfurter Schlachtviehmarkt, wie auch an den übrigen Märkten des rhein-mainlschen Wirtschaftsgebietes, stehen zur Zeit die Rinder- märkte stark im Vordergrund: In Frankfurt ist bekanntlich die Marktbelieferung kontingentiert. Da in dieser Woche das Kontingent von 1350 Stück Großvieh nicht erreicht wurde, vielmehr für den Hauptmarkt am Montag nur 1263 Stück zur Verfügung standen, war schon dadurch eine Preiserhöhung gegeben. Besonders gute Tiere erbrachten Preise bis zu 40 Mark pro Zentner, wodurch auch die weniger guten Qualitäten profitierten, so daß im allgemeinen eine Erhöhung der Rinderpreise um 1 bis 3 Mark eingetreten ist. Nach regem Geschäft wurde der Großviehmarkt bei insgesamt 1452 Stück Zufuhr nahezu geräumt, wobei 52 v. H. des Auftriebs in die umliegenden Persorgungsge- biete ausgeführt wurden. Am Kälber markt machte die faifonmäßige Aufwärtsbewegung der Preise in dieser Woche keinen Fortschritt, da der Markt mit 1680 (in der Vorwoche 1265) Stück ziemlich gut beschickt war; eine Kontingentierung ist hier bekanntlich nicht vorgesehen, da sich der Markt ziemlich von selbst ausgleicht. Nach ruhigem bis mittelmäßigem Handel und bei gleichbleibenden Preisen wurde der Markt geräumt. Am Schasmarkt blieben die Preise ebenfalls unverändert, die Zufuhr hat sich um 9 auf 210 Stück gegenüber der Vorwoche erhöht. Infolge des kühleren Wetters und des guten Frischgemüseverzehrs war der Absatz befriedigend. Am Schweine markt hielt die Stabilität der Preise an, so daß gute Fett- und Speckschweine weiterhin 52 bis 53 Mark pro Zentner erzielen. Für geringe Schweine haben die Preise eine leichte Ermäßigung erfahren, da diese Tiere zur Zeit nur schwer verkäuflich sind. Die Beschickung stellte sich auf insgesamt 4913 gegen 4617 Stück, so daß das Kontingent um nahezu 250 Tiere überschritten wurde. Nach mittelmäßigem Geschäft verblieb etwas Hebenftanb. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 29 Sept. Auch an der Wochenschlußbörse erhielt sich verhältnismäßig lebhaftes Geschäft. Während die Kulisse überwiegend zu Realisationen schritt, nahm die Kundschaft einige Käufe vor, so daß auch die Kursentwicklung eine sehr uneinheitliche war. Im allgemeinen war die (Stimmung etwas unsicher, wobei die Schwäche der Valutapapiere von Einfluß war. Eine von uns dieser Tage bereits gerüchtweise angedeutete Erhöhung der ablieferungspflichtigen Devisenerlöse von 25 auf 35 v. H., ist nunmehr durch eine Verordnung bestimmt worden. Die vorgenannten Papiere waren mehr oder minder stark angeboten und wurden mehrprozentig schwächer taxiert. So Chade A bis C mit 217 Brief (221), do. D 209 Brief (214). Kunstseide AKU. unterlagen heftigen Schwankungen mit 62—62,50—61—61,50 (63,65) und auch Schweizer Bundesbahnen waren angeboten und niedriger genannt. Am Rentenmarkt zeigte sich für deutsche Anleihen etwas Interesse bei leicht anziehenden Kursen für Altbesitz, Stahlverein- Bonds, Kommunal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen. Genußreckte lagen sehr unregelmäßig, wobei aber die sogenannten guten Werte 1 bis 2 v. H. über den gestrigen Kursen gesucht waren. Der Aktienmarkt hatte einige Spezialbewegungen. So lagen AG. für Verkehrswesen mit 82,75 (81) weiter fest, dazu kamen heute Conti Gummi mit 134,65 (131,50) und Felten 31,50 (79,50), Von den einzelnen Marktgebieten ist besonders die überwiegend festere Haltung der Bergwerksaktien zu erwähnen bei Kurserhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., nur Ilse Genuß (— 1 v. H.) lagen schwächer und Harpener und Klöckner knapp gehalten. Far- beninbuftrie litten unter einigem Angebot und gaben 0,50 v. H. nach, Scheideanstalt urtb Rütgers- gerswerke lagen gut behauptet. Am Elektromarkt eröffneten AEG. 0,65 v. H. Schuckert 0,40 v. H., Siemens 0,25 v. H. leichter, Gesfürel und Lechwerke je 0,50 v. H. höher. Von Zellstoffaktten Waldhof plus 0,75 v. H., dagegen Aschaffenburg minus 0,50 v. H. Sonst eröffneten u. a. Clement Heidelberg 0,25 v. H. leichter, Westdeutsche Kaufhof unverändert, Hanfwerke Füssen 0,75 v. H. Nordd. Lloyd 0,25 und Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. freundlicher. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit recht lebhaft und trotz gewisser Unsicherheit war die Haltung aber überwiegend fester. Einige Spezialwerte, wie Felten, Cement Heidelbera, Phönix usw. waren nochmals bis zu 0,75 v. H. höher. Im übrigen lagen die Kurse auf dem Anfangsstand ziemlich behauptet. Kunstseide AKU. blieben bei 61,50 gehalten. Chade- aktien gingen dagegen weiter zurück und zwar A bis C auf 214 und Lit. D auf 207 bis 208. 4pro= genüge Schweizer Bundesbahn lagen bei etwa 187 bis 188 (196,75) und 3V2progentige bei ca. 177 bis 178 (183). Am Rentenmarkt bröckelten Altbefitz etwas ab, im übrigen blieben die variabel gehandelten Werte behauptet. Der PfandbriefmÄkt zeigte meist etwas festere Kurse und zwar von 0,25 bis 0,50, auch Stadtanleihen zogen etwas-an. Am Auslandsrentenmarkt gingen Mexikaner und Rumänen etwas zurück. — Am Kassamarkt waren Gebr. Adt weiter gesucht und fest. Tagesgeld war zum Ultimo gefragt und wurde auf 4 v. H. (3,75 v. H.) erhöht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Oktober. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1406 Rinder (534 Ochsen, 125 Bullen, 346 Kühe, 401 Färsen), 502 Kälber, 38 Hämmel, 3 Schafe, 3946 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 39 Mark, Bullen 24 bis 35, Kühe 14 bis 34, Färsen (Kalbinnen) 25 bis 38, Kälber 24 bis 49, Hämmel 29 bis 33, Schweine 42 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Rinder mittelmäßig, Kälber und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H, Lombardzinsfuß 5 v. H. Fraiiiiuri a. -Ul Berlin Schluß« furd Schlußk. Abendbörse Schluß« fürs Schlußk. Mittagbörse Datum 28.9. 29.9. 28-9- 29-9. 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 95,25 94,75 — 95 6% et>em.7% Dt.ReichsanI.v. 1929 — —— — — 5%% Boung-Anleihe von 1930 .. 93,25 93,5 —— 93,4 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 97,75 97,9 97,75 97,9 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — — — 6% ehern.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 93.75 93,75 93,5 93,9 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 91,5 91,5 91 91,5 6Yi% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui......... 90,85 90,75 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 100,25 101,4 101,1 101,1 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Vank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 91,75 92 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 91,75 92 67i% ehern. 47i% Franks. Hyp.- Bauk-Liqu.-Pfandbriefe....... 90,75 91,25 67i% ehern. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 92 92 _ 6% ehern. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,75 101,75 101,75 101,75 4% Oesterreichische Goldrente.... 31,5 _ 31,25 31,25 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,3 1,3 1,35 4% Ungarische Goldrente....... 7,6 7,2 _ 7,75 7,15 7,6 7,1 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7,2 4'/r% desgl. von 1013.......... 7,25 7,13 7,25 7,13 6% abgest. Goldmerikaner von 99 13,75 14 13,6 4% Türkische Zollanleihe von 1911 ■— 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... 8 8 — — U. 2)1. • Berlin Schluß- kurs Schlußt. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 28-9. 29.9 28-9. 29-9. 4% desgl. Serie 11 ........ 8 8 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,95 4,95 4,95 4.9 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.i913 7,5 7,5 7,7 7,55 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,4 4,25 4,35 4,4 2 7<% Anatolier............... 38,75 38,25 39,25 38 Hamburg-Amerika-Paket .....o 25,5 25,5 25,5 25,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 27 26 Hansa-Dampfschiff...........o —— —— — — Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Berkehrsweftn Akt. .. o 28,5 28,9 28,25 28,25 81 83 81,25 84 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 96 96 96,25 96,5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 66,5 66,75 66,5 66,75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft........... 0 71 71,5 71 71,25 Dresdner Bank..............0 74,75 74,75 74,75 74,25 Reichsbank ................12 150,25 149,5 149,13 148,25 A.E.G......................0 30,4 30,13 30,4 30,25 Bekula.....................0 146,75 147 146,5 147 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 102 101,25 101.5 101,5 Licht und Kraft ............. 6 120 120,25 119,9 121 Felten & Guilleaume......... 0 79,5 81,5 79,75 81,9 Gesellsch.f.Elektt.Unternehmung. 5 110,75 111,25 110,65 111,65 Rheinische Elektrizität ........5 104 104,25 104 104,25 Schuckert L Co...............6 95,75 95,4 96 95,75 Siemens L Halske............7 149,5 149,25 149,5 150 LahmeyerLCo.............10 123,5 125 126 125,5 BuderuS ...................o Deutsche Erdöl .............. 4 86,9 113,5 87,5 113,25 87,5 113 88 112,9 Gelsenkirchener..............0 63 63,5 62,4 63,4 Harpener...................o 106,25 106 106,25 106,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — — 78 78,9 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse ........ 6 —— — — —— 126,5 125 126 125 Klücknerwerke ........ 0 80,5 79,75 80,25 79,5 Mannesmann-Röhren........ 0 77,5 77,75 77,25 77,75 Frankiun a.M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 28-9. 29-9. 28-9. 29.9 Mansselder Bergbau....... .. 0 — 80 79 80,4 Kokswerke................ .. 0 —— — 100 100,25 Phönix Bergbau........... .. 0 48,5 49 48,5 49,13 Rheinische Braunkohlen .... . 10 241 242,5 240 242 Rheinstahl................ .. 0 92 92,25 92 92,9 Vereinigte Stahlwerke...... .. o 41,75 42,13 41,75 42,75 Ltavi Minen ............. .. u 13,75 13,25 13,4 13,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — 122,5 123 123 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 — — 122,5 123 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 17z 154 — 153,25 154 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 144,75 144,13 144,65 143,9 Scheideanstalt............. .. 9 221 220,25 —— Goldschmidt .............. .. O 95,5 95,65 95,5 95,25 Rütgerswerke ............. .. O 42,13 42,5 42,13 42,25 Metallgesellschaft........... .. 0 91,5 90 91 91 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. O 83 83,5 82,75 83,25 .. 0 .. O 119 134 119,5 134 - Schultheis Patzenhofer ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 .. 0 63,65 62,5 113,5 64,25 113,75 61,9 Bemberg................. .. 0 66 66,25 132,5 133,9 Zellstoff Waldhof.......... .. 0 49,5 50,25 49,25 49,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 69,5 69 70 69,9 Dessauer Gas............. .. 7 —— — 126 126,75 Daimler Motoren .......... .. o 50,9 50,9 50,75 51,4 Deutsche Linoleum......... .. 0 59,25 60,5 59 61,75 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 91,75 91,75 Leonhard Tietz ............ .. 0 33,75 34,5 33,25 33,75 Chade .................... ..10 221 211,5 221 213,75 Accumulatoren-Fabrtk...... .. o 178 178,75 178 179,5 Conti-Gummi............. .. ü 131,5 134,65 130,9 133 Gritzner............... .. 0 29,9 - 29,75 30 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 80 80 Süddeutscher Zucker....... .. 8 192 192 192 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 28-September 29-September Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung I Brie- Geld Brie» Buenos Air 0,649 0,653 0,651 0,655 Brüssel ... 58,34 58,46 58,33 58,45 Rio de Jan. 0,204 0,206 0,204 0,206 Sofia .... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,01 55,13 54,82 54,92 Danzig... 81,67 81,83 81,47 81,63 London... 12.325 12,355 12,275 12,305 Helsingfors Paris .... 5,44 16,48 5,45 16,52 5,42 16,44 5,43 16.48 Holland .. 169,65 169,99 169,03 21,38 169,37 Italien... 21,46 21,50 21,42 Javan.... 0,725 0,727 0,719 0,721 Jugoslawien 5,714 5,726 5,714 5,726 Oslo..... 61,94 62,06 61,70 61,82 Wien..... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.. 11,18 11,20 11,14 11,16 Stockholm. 63,54 63,66 63,31 63,43 Schweiz .. 81,60 81,76 81,35 81,51 Spanien.. 34,19 34,25 34,09 34,15 Prag..... 10-415 10,435 10,39 10,41 Budapest . — — Neuyork... 2-482 2-486 2,475 2,479 Berlin, 29-September Geld Bries 2,427 58,17 2,447 58,41 Belgische Noten.................. 54,66 54,88 Englische Noten ................. 12.24 12.28 Holländische Noten............... 16,40 168,61 21,26 16,46 169,29 21,34 Italienische Noten................ Norwegische Noten ............ 61,54 61,78 Deutsch Oesterreich, h 100 Schilling Rumänische Noten............... _ _ Schwedische Noten......... 63,14 63,40 Schweizer Noten................. 81,17 81,49 Spanische Noten............. ... Ungarische Noten ................ 33,95 34,09 Nr. 220 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oder Wen) Montag, (.Oktober (034 * M MM MW W ' . zy,s;< L) O. 'L Ri 3 ■ 5- v U Mr' • XV $ tiLV-- >< MW MW^E v MM MMMM A >1 Blick auf den Festzug in Leihgestern. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Weile bemüht waren. Wie wird der Kreuzotterbiß behandelt? tief'über den Sattel gebeugt die staunenoeni a g » erreichen. Eine rote Rinne auf das Pferdepaar gerichtet, von der Seite auf der zu)netz, me^ ^e blutete stark. Da den Stier los. Sie mußten tm Dumpfen Win ju naH alten Trommelrevoloer, der sammentreffen. Dieser Hengst, vom 3u9^rL^f.naen K nUr im Winter bei Wolfsgefahr gebraucht andere Stute bestimmt, hatte eigene Anschauungen Mft^nur Flasche und legte auf den über die Liebe und war der unzertrennllche B glei wuroe, er fam nicht zum Schuß. waren. öocbfcbulnorhricbten Großen-Linden. Unmittelbar nach der Ankunft der marschieren- ' den Gießener Kolonnen setzte sich vom Ortseingang, aus der Richtung Großen-Linden, ein Festzug nach dem Festplatz in Bewegung. Die Spitze des Zuges bildeten Spielleute der SA. und Musiker der Gießener Reichswehrkapelle, dann folgten SA. und HI., Jungvolk, hierauf die von Leihgesterner Mädchen getragene Erntekrone, geschmückte Handwagen mit allerlei Früchten des Feldes, eine Kinder- qruppe, der BdM., anschließend geschmückte landwirtschaftliche Gespanne und Maschinen, hierauf dre Gießener SA. und HI., dann die Amtswalter unter Führung des Ortsgruppenleiters Schw arz, weitere Gießener SA und BdM. Der Festzug wurde allenthalben im Orte herzlich begrüßt. Auf dem Festplatz, der in allen Teilen stark besetzt war, wurde nach der Ankunft des Festzuges die Erntekrone feierlich auf einem Podium gehißt. Anschließend hielt der SA.-Truppführer Rektor Siegfried (Großen-Linden) eine Ansprache, in der er zunächst den Gästen aus Gießen herzliche Willkommengrüße der Leihgesterner Volksgenossen enthot und dann in prächtigen Worten den Sinn der Erntedankfestfeier deutete. Er hob hervor, daß unsere Alten recht daran getan hätten, uns zu lehren, auch am Erntefest die Hände zu falten und dem allmächtigen Gott Dank zu sagen. Zur menschlichen Arbeit gehöre der Segen Gottes. Das Erntedankfest feiere man auf dem Lande als einen Tag großer Freude und der Erholung nach langer anstrengender Arbeit. Bei diesem Fest handele es sich darum, daß der Mensch sich im Geist dem All- der Kirchturm von Steinbach in Sicht und bald war auch das stattliche, schön gelegene Dorf erreicht. Steinbach hatte festlichen Schmuck angelegt. Von allen Häusern flatterten die Fahnen. Ueberall sah man Tannenzweiggebinde unter den Fenstern, über Tor und Tür waren an manchen Häusern in origineller Anordnung die Früchte des Feldes und des Gartens aufgehängt und boten einen lustigen Anblick. Die ganze Bevölkerung des Ortes war auf den Straßen oder lag in den Fenstern, als die Städter einmarfchierten und sich dem Festzug anschlossen, den die Gemeinden Steinbach und Albach zusammengestellt hatten. So bewegte sich ein stattlicher Iug durch die Straßen des Dorfes. Aus den Orten Steinbach und Albach beteiligten sich SA., SAR., HI., IV., Frauenschaft und BdM., eine Musikkapelle (DT.) und ein Spielmannszug, sowie die politische Leitung mit dem Ortsvorstand. Die Gemeinden Steinbach und Albach hatten sich um die Ausgestaltung des Festzuges große Mühe gegeben. Viele Wagen, etwa 18 an der Zahl, wur- > den mitgeführt. Frühling, Sommer, Herbst und : Winter waren symbolisch dargestellt. Die Arbeit = des Landmannes war vielfältig versinnbildlicht. In t geschickter Weise standen sich dabei das „Einst und - ^Jetzt" gegenüber. Man sah den Säemann mit dem > umgebundenen Sack, hinter ihm die Säemaschine, sah Mäher und Mähmaschinen, Mädchen in der Heuernte und dann die Grasmähmaschine und Heu- wendemaschine usw. Der Erntewagen und der Schal- pflüg fehlten nicht, der Erntosegen des Herbstes aus dem Obstgarten und aus Len Aeckern war auf einem Handlung, mit der den Schlangenbißverletzungen wirksam begegnet werden kann. Kam-s in der Steppe. Von Peter Uhl. Gießen Ost in Steinbach. Die Ortsgruppe Gießen-Ost der NSDAP, und mit ihr alle Volksgenossen, die sich an der Feier des Erntedankfestes in Steinbach beteiligten, wurden am gestrigen Sonntag zu einer einzigen großen Familie. Mit Kind und Kegel waren die Volksgenossen an der „Stadt Lich" erschienen und fügten sich bereitwilligst in die Reihen ein. Kurz vor 13 Uhr erklang dann das Kommando zum Aufbruch, und unter Trommelklang machte man sich auf den Weg. Voran marschierten ein aktiver Sturm der SA., dann eine Gefolgschaft der HI., eine Gruppe Jungmädchen und eine Gruppe des BdM. Ihnen folgten in bunter Reihe Männer, Frauen und viele Kinder. Die PO. der Ortsgruppe Gießen- Oft beschloß den stattlichen Zug. Man marschierte in flottem Tempo, und es war war kaum eine Stunde vergangen, da hatte man den Wald bereits hinter sich, bald kam dann auch zur Stute und griff sie mit gesenkten Hornern an. Aber er hatte sie noch nicht erreicht, als der Schimmel, an ihm vorbeiflitzend, ihn wieder kräftig traf. Dies brachte den Riesen nochmals zum Stehen. Und jetzt folgte Angriff auf Angriff, Schlag auf Schlag, wie Maschinengewehrfeuer. Der Stier stürmte los, wurde getroffen, zurückgeschlagen taumelte und es schien offenbar, daß er überhaupt nichts mehr sah. Er torkelte wie ein Betrunkener im Kreis umher, brüllend und stampfend, hartnäckig verfolgt von seinen zwei Peinigern Der Hirt wagte sich nicht in die Nähe des Kampfes. Offenqeftanden machte ihm die Sache im Geheimen Spaß. Denn es war nicht sein Stier. Wohl aber ging es um seine Pferde. Jetzt gelang es dem Stier der blind wütend immer wieder und wie- ' . ' r, ■ . r. S.1- awaiAm'M fFtflO TOfP N INNe uuer uiv «icuc unu wui un ...... ' - , ter der braunen Dame, feit Wochen schon. Der Hirt mußte, trotz aller Gefährlichkeit des Augenblicks lächeln. In diesem Moment stoben die Zwei Pferde an ihm vorbei und jetzt kam mit unheimlicher u>e- schwindigkeit die schwarze Bestie, die Horner gesenkt, die Augen glühend vor Wut Der Hirt war, die Schlinge, stemmte sich rückwärts tm toattei und wurde im nächsten Augenblick von unbeschrew- licher Kraft wie ein Kreisel durch die Luft gewirbelt. Er stand gleich auf den Beinen und sprang, das Messer aus dem Stiefelschaft reißend, gerade noch zur rechten Zeit hinzu, um den Riemen durchschneiden zu können. Dieses Tier war nicht aufzuhalten Sein Hengst lag mit gebrochenem Genick reglos da. Noch stand eine dünne Staubwolke über dem leblosen Körper. Da packte auch den jungen Menschen die Wut. Er schüttelte bew Fäuste gegen den Himmel und begann zu mufern Kein Pferd in der Nähe. Vorn mußte etwas nut dem Stier und den Pferden los Jem, denn eine neue, mächtigere Staubwolke qualmte gege Himmel Zum Glück kam ein Lufthauch und gab die Sicht frei. In diesem Augenbuck blieb der Hirt wie angewurzelt stehen und rieb sich die Augen, Das Pferdepaar war, offenbar einer *l™n . Verabredung gehorchend, plötzlich nach beiden Sei- ; ten ausgebogen und hatte mitten iw Lauf den schwarzen Teufel mit den Hufen bearbeüet Der stand und fuhr sekundenlang wie irre mtt Dem dicken Kopf im Halbkreise herum, ohne sich für eins der beiden Tiere entscheiden zu können Da drehte sich die Stute noch einmal um u^b e,ner Hufe blitzte vor den Hörnern des Schwarzen auf Der Hirt, der in eiligem Lauf naher kam, sah Blut aufspritzen. Jetzt freilich wandte sich der Schwarze Schwarzen an. Aber er kam nicht zum Schuß. Denn der weiße Hengst richtete sich kerzengerade m der Luft auf. trompetete schrill und stürzte wie em Besessener auf den Stier los. Er Übersprang ihn in weitem Bogen und jedesmal trafen ferne Hu e Kopf Augen und Maul des Ungeheuers^ Die Stute stand zitternd abseits. Aber jetzt, vom Anblick dieses grandiosen Kampfes angefeuert, griff aud) fie noch einmal an. Und da - der junge Hirt glaubte vor Aufregung falsch zu sehen - wandte sich der schwarze König mit einem iahen Ruck und ergriff kläglich schnaubend die ^ucht. Er trollte ftd) m die' Richtung des heimatlichen Gehöfts davon. Die Pferde standen und fahen ihm nach. Der Hengst hielt den Kopf schützend über den Nacken der Stute. Und da beschloß der junge Mensch der begeistert und mit wirren Haaren dabeistand eme Eigenmächtigkeit zu begehen. Gegen der' Willen des Züchters. Denn er war überzeugt davon daß die Zwei laut höherer Fügung füreinander bestimmt mächtigen nahe und dem ewigen Gott feine Dank- barkeit zum Ausdruck bringe. Mensch, Natur und Gott, das sei die große Freiheit, um die es sich i hier handele. Diese ewigen Lebensquellen seien . lange verschüttet gewesen, erst unser großer Führer < Adolf Hitler habe den Schutthaufen über die- , sen Quellen mit gewaltiger Faust hinweggeraumt, da er klar erkannt habe, daß es zum Verhängnis werde, wenn das Volk sich von Gott abwende. Das Erntedankfest zeige die deutsche Bauernschaft einig und geschlossen hinter der Reichsregierung. Die Not des Bauern, die ihm früher die schwarze Fahne m die Hand zwang, habe jetzt ein Ende weiter solle dieser Tag des Bauern das Bewußtsein seiner neuen Grundstellung im deutschen Staate hervor- heben und befestigen: er solle weithin sichtbar die staatliche Anerkennung des Bauernstandes als Nährftand des deutschen Volkes bekunden und dar- tun, daß der nationalsozialistische Staat alle Kräfte an panne, um das Bauerntum als beste Quelle gefunden deutschen Blutes zu erhalten und zu starken. Auf der Arbeit des Bauern beruhe das Wohler- gehen und die Zukunft der Nation. Dank denen die unermüdlich dafür arbeiteten und trotz aller Opfer diesem Ziele treu geblieben sind, Dank Denen, die sich nicht von jenen erbärmlichen Kreaturen beeinflussen liehen, die nur leben können, wenn sie Haß und Zwietracht sehen. Dank dem, der immer neuen Segen in die fleißigen Hande der Bauern wachsen lasse, Dank aber auch un ftrem .großen Führer A d o l f H i 11 e r , der es versteht, sein Volk immer wieder an die Quellen dieser Lebensweis- heit zu führen. Dies fei der Sinn des Erntedank- festes des Dritten Reiches. Freudig erklang aus vielen Hunderten von Kehlen der von dem Redner ausgebrachte dreimalige Sieg-Heil-Ruf auf den Führer, den deutschen Bauer und das deutsche Volk. Nach einer feinen Darbietung der GWner Reichswehrmusiker folgte eine von dem Leihgester- ner Heimatdichter Georg H e ß dufammengeftent Hörfolge, bei der Rektor Siegfried die führende Sprechrolle übernommen hatte, wahrend Gruppen von SA.-Männern, HA-, BdM. und^erne^ fenhafte, schwarze Leib des Durchgängers heran. Die Hufe der Pferde kamen in Bewegung. Sie stoben rechts und links vor dem Ungeheuer auselnanDer, aber die Überrumpelung war dennoch vollkommen, daß manche von ihnen von den spitzer. Hornern gestreift und verwundet wurden. Die Pferde schrien wie Menschen in höchster Bedrängnis. Dann brach die Panik aus. Wie der Sturmwind fegten sie davon, verfolgt vom schwarzen König. Sie zerstreuten sich nach allen Richtungen so ihre Verfolgung erschwerend. Vorn aber, dicht vor der Nase des Schwarzen, flüchteten em Schimmel und eine braune Stute dicht neben einander. Der Hiri schwang den langen Lederriemen, der zum umfangen' störrischer junger Hengste diente, unö ritt, tief über den Sattel gebeugt, die staunenden Augen ' . f. £ .1 — - — X AV- (cAöl to HUT In Deutschland ist die Kreuzotter die einzige m Freiheit vorkommende Giftschlange. Ihre Kenn- Zeichen sind die dunkle, über die Länge des ganzen Rückens verlaufende Zickzacklinie, die kreuzartige Kopfzeichnung, die ihr den Namen gegeben hat und die besonders breite Kopfform. Das Tier beißt eigentlich nur in der Verteidigung, wobei es den Kopf zuerst zurückzieht und dann blitzschnell aus einen Gegner losschießt. Die Kreuzotter ist übrigens eine gute Schwimmerin, eine Tatsache, die viel zu wenig gewürdigt wird. — Die Bißmarke ist, wie Dr. Sigurd Frey in einem Aufsatz der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" ausführt, an den beiden dicht nebeneinander stehenden Stichwunden der Giftzähne zu erkennen. Die Starke der Gift- wirkung richtet sich nach der eingedrungenen Gift- menge und nach der Stelle des Bisses, der besonders gefährlich ist, wenn das Gesicht oder eine Vene getroffen ist. Sonst aber wird die Gefährlichkeit des Kreuzotterbisses stark übertrieben; die Sterblichkeit beträgt höchstens 2 v. H. Nach dem Litz entsteht bald um die Wunde herum eine schnell wachsende Schwellung, die sehr ausgedehnt sein kann und eine bläulichrote Färbung annimmt; außerdem können Erbrechen und Durchfall, Leib- schmerzen, Schwindel, Angstgefühl und Müdigkeit auftreten. Aber nur in ganz ernsten Fallen dauern diese Erscheinungen länger als einige Tage Wo der Tod eintritt, ist Lähmung des Atmungszentrums erfolgt. In der Dolksmeinung gelten Aussagen der Wunde und Abbinden des verletzten Gliedes als die wirksamsten Mittel zur ersten Hilfeleistung bei Schlangenbissen. Das Aussaugen kann fedvch kernen Erfolg bringen, es fei Denn, man macht zwei Ein- schnitte an der Bißstelle und benutzt ein Saugglas. , Das aber find Voraussetzungen, die dem Laien im : rechten Augenblick nicht zur Verfügung stehen. Das i Saugen mit dem Munde kann überdies zu gefahr- ! liehen Infektionen am Gesicht fuhren. Auch das Abbinden des verletzten Gliedes ist zwecklos denn es hat keinen Sinn, das Gift an einer Stelle des Körpers an.mftauen, um es dann plötzlich nach erfolgtem Lösen der Binde in größerem Umfang in das Gefäßsystem fließen zu lassen. Es sind sogar bei Kranken, deren Glieder sofort abgebunden morden waren, schwere GesunDheitsbeeintrachttgungen festgestellt worden. - Zur erfolgreichen und be- chleunigten Behandlung kommt vor allem dit Injektion von Schlangenserum in Frage, das — rechtzeitig angewandt — zuverlässigen Schuh gegen das Kreuzottergift gewährt. Feuchte Umschläge und flbrhnnho nurnnlhtandiaen die Be- Schwarz und mächtig stand er in der Sonnen- i clut Die Hörner nach vorn gekippt rote zwei spitze i Ganzen, das Fell in zuckender Bewegung zur Abwehr von Fliegen und Mücken, sich wiegend in den Hobigen Hüften. Vorne im Kopf, klein und dumpf die Augen. Morgen sollte er in einem eigens gezimmerten Käfig aus eichenen Balken zur Rrn- derausftelhmg gebracht werden. Sern Rus war ihm durch die ungarische Steppe oorausgeeilt in die Hauptstadt, denn er wog mehr und war schöner als sämtliche Stiere des Landes. Da geschah es, zufällig oder aus Uebertnut, daß der Geselle des Schlächters, der mit einem Trog voll Innereien und Gedärmen auf dem Köpft vorbeikam, einen Fetzen roten, noch dampfenden Fleisches Über den Zaun fallen ließ, hinter dem der Schwarze in der Mittagsglut dösend stand. Das Stuck Fleisch klatschte mit'leichtem Schlag gegen die Stirn des Stieres, Blut troff in die kleinen zufammenzucken- den Augen. Es wurde abgeschüttelt und em ro er Nebel verhüllte sekundenlang den weiten, blau glühenden Horizont. Aber neues Blut tropfte nach und wieder leuchtete das Licht rot auf, dumpf und böse. Der Geselle war schon fern mit bem Xrog, auch be- fand sich zufällig niemand auf dem Hofe, denn noch rourden die lebten Pfähle an dem Kaftg des schwarzen Königs festgemacht, als der Stter emen dumpfen nicht allzu lauten Ton ausstteß. Seme Flanken ilo gen bereits, der buschige Schwanz Rute eines Vollbluthundes steil auftenchtet er scharrte mit den Hufen in hart gestampften Boden und ein Glanz kam in feine kleinen, noch mmer zeitweilig vorn Blut Überronnenen Augen, wie von nahenden Gewittern. Die Wut fraß sich m. h , wie ein Feuer, das der Wind zum Brand a f h - er senkte den breiten Schädel. Dann g'Ng ■ Die Umzäunung zersplitterte unter demi b Schlag dieses lebenden Hammers und als Die j-eure schreiend mit Heugabeln und Geräten im W aui- tauchten war er schon fern in einer Staubwolke und »erlor sich im endlos grünen Teller des We.de- landes, in südlicher Richtung. Als der junge, braun gebrannte und Zweifellos mutige Pferdehirt die dumpfen, knallenden Stoße Stterhufe im Lärm der um ihn bewecst graftn- Den Herde erkennen konnte, war es 5" >pat. ur laa auf dem Rücken und war etwas benommen non der Sonne. Aber er sprang sofort auf d.e B^ne taumelte ein, ätr->i Schritte weiter pfiff Hnem Mengst fah sich um und war gleichzeitig be- lls im Sattel. V°n Norden her, ganz dich n° der Herde, brauste wie eine Kan menkugel der r.e- Die Gießener Crntedankfestfeier. Herzliche Volksgemeinschaft mit den deutschen Volksgenossen auf dem Lande Die Aufführung der Hörfolge von Gg. H e ß in Lekhgestern; oben in der Mitte Der sprecher Rektor Siegfried (Großen-Lrnden). —2Ustnahme^Photo-Pfaff^ Gießen-Süd in Leihgestern. In Leihgestern vereinigte sich gestern die Ortsgruppe Gießen-Süd zur Erntedankfestfeier mit den dortigen Volksgenossen. Der Besuch aus Gießen war außerordentlich stark. Die politischen Leiter, die SA., HI. und der BdM., denen sich zahlreiche Volksgenossen angeschlossen hatten, marschierten nach Leihgestern, ein sehr großer Teil der Besucher benutzte die Bahn bis nach .Anzahl Volksgenossen einzelne Sprechrollen ver- I sahen bzw. im Sprechchor auftraten. Das fein gestaltete Hörspiel brachte den hohen sittlichen Wert der Arbeit aller schaffenden deutschen Stande für die Volksgemeinschaft und für den einzelnen zum Ausdruck,'es bekundete die innige Verbundenheit von Stand zu Stand, von Arbeit zu Arbeit und aller zusammen zum großen und ewigen Vaterland, das Deutschland heißt. Die Spielfolge, der man allenthalben stärkste Aufmerksamkeit widmete, war ein packendes, die Herzen beschwingendes und mitreißendes Bekenntnis zu dem großen Werte Adolf Hitlers, zu der von ihm geschaffenen unvergänglichen deutschen Volksgemeinschaft. Die unter Rektor Siegfrieds Leitung in feiner Gestaltung und Form wiedergegebene Dichtung war das stärkste, aus heimischem Schaffen erstandene Erlebnis des Tages. r , . . .. Nach etwa einstündiger Kaffeepaufe, bei der die Gießener herzlich willkommen geheißene Gaste in den Leihgesterner Häusern bzw. auf dem Festplatz waren und wobei die Leihgesterner Gastgeber 1 in glänzender Weise ihre Besucher mit Kaffee und ■ Kuchen bewirteten, vereinigte man sich zum Gemeinschaftsempfang der Übertragung vom Bucke- berq Am Schluffe stimmte die Menge von Herzen in die Sieg-Heil-Rufe auf Führer und Vaterland ein Ebenso bekannte sie sich mit den gleichen Rufen mit Freude zu dem Werke Adolf Hitlers als Rektor Siegfried am Abschluß des Tages darauf hinwies, daß man in diesen Stunden gemeinsam ein Stück nationalsozialistischer Volksgemeinschaft erlebt habe, für dessen Erweckung dem Führer und Kanzler Adolf Hitler herzlich zu danken fei. Am Abend zeigten die Leihgesterner Volksgenossen wiederum herzlichste Gastfreundschaft, indem sie die Gießener Besucher in die Häuser zum Abendessen einladen ließen bzw. auf dem Festplatz mit einem Imbiß versorgen. Dafür gebührt den Leih- gefterner Gastgebern mit Recht Dank und volle Anerkennung, Dank aber auch der Leihgesterner und der Gießener Frauenschaft der Ortsgruppe Süd, foroie dem BdM., die für die Bewirtung und Bedienung der Menschenmenge in vorbildlicher ftür die Zeit vom 1. September 1934 bis zum 31 August 1935 wurde der ordentliche Professor der Maschinenbaukunde Professor Dr.-Jng. Hub en er zum" Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt ernannt. Der Oberingenieur bei den Drown ooen- Kreuzottergift gewayn. yeuajie umiujiuyc Werken in Mannhe ?vJng h ruhigstellende Verbände vervollständigen die Le. Bucho 1 d wurde zum ordentlichen Professor । r | hor h?n ^ckllanaenbikverlekunaeri Elektrotechnik in Darmstadt ernannt. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Leben wie ich, dann wird man bescheiden. Und ich denke, daß das arme, kleine Ding, das heimatlose, auch recht zufrieden wäre, wenn's nur erst mal so an die siebzig Mark im Monat verdienen konnte." Olga Schieber lächelte. „Na ja! Aber unsereins? Ich bin nach Berlin gekommen auf die Versprechungen eines Lumpenkerls hin. Ich hab' mich schon als Filmdiva gesehen? Und was ist geworden? Ach — wär' ich doch daheim geblieben!" „Ja, das hätten Sie wohl muffen. Und — wollen Sie nicht mehr zurück?" „Wollen? Ja — ich möchte gern. Aber Vater bleibt unerbittlich, und er hat der Mutter verboten, mit mir in brieflicher Verbindung zu bleiben. Da Mütterchen nie etwas ohne Vaters Willen getan hat, habe ich nun schon sehr lange nichts mehr von daheim gehört. Doch wozu von etwas sprechen, was „Liebes Fräulein, werden Sie abgeholt? Wenn nicht, dann können Sie bei mir wohnen. Ich ver- Betriebsordnungen bis 1. Oktober! Eine Anordnung des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen erläßt folgende Anordnung: Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit verpflichtet den Führer eines Betriebes, eine Betriebsordnung für die Gefolgschaft des Betriebes nach vorheriger Beratung im Vertrauensrat schriftlich zu erlassen. Die Reichsregierung hat als endgültigen Termin für den Erlaß von Betriebsordnungen den 1. Otober 19 3 4 festgesetzt. Die Betriebsführer sind wiederholt auch von meiner Seite aus auf die Einhaltung dieses Termins aufmerksam gemacht worden. Ich nehme an, daß der Verpflichtung allgemein entsprochen wurde. Nachdem nunmehr der Termin abgelaufen ist, fordere ich hierdurch die Betriebsführer auf, gemäß Die Herren zogen ihre Mäntel an. Udo wiegte sich ein wenig hin und her und meinte dann: „Ein bißchen hart war es schon. In der zweiten ist's bestimmt bequemer." „Es hat uns nichts geschadet. Und obendrein war's dein persönlicher Wunsch." „Ja doch! Dabei bleib' ich auch. Lieber im Viehwagen zwischen zwei preisgekrönten Ochsen, als mit der Tante Bredow im Extraluxuszug!" „Udo, du sprichst von deinen Verwandten." „Don wem denn sonst! Kann ich denn dafür, daß die Bande so ekelhaft ist?" Resigniert schwieg Arndt von Berken. Aber um fernen schön geschnittenen Mund lag doch ein leises Lächeln. Käthe blieb noch sitzen. Sie wagte sich gar nicht hinter ihrem Mantel hervor. Aber als der Zug anruckte, dann stehenblieb, da sprang sie auf, griff nach ihrem Koffer, wollte den Mantel anziehen Da klang die schöne, tiefe Männerstimme dicht neben ihr: „Kommen Sie, ich helfe Ihnen ein bißchen!" Und er half ihr beim Anziehen des Mantels. „Danke — danke vielmals!" Käthe war dunkelrot, bückte sich nach ihrem Koffer und stieß mit dem Fremden zusammen, der auch nach dem billigen kleinen Köfferchen gegriffen hatte. Er lachte sie an, entschuldigte sich, sagte: „Ich helfe Ihnen noch ein bißchen beim Aus-' steigen. Sie fahren wohl nicht allzuoft mit der Eisen- bahn?" „Ich fahre das erste Mal. Ich war immer in unserer kleinen Heimatstadt", sagte Käthe |meu Und dennoch war eine unermeßliche Freude in ihr weil er mit ihr sprach. Das Durcheinander des Aussteigens. Hasten. Lachen. Schimpfen. Rufen nach einem Dienstmann. Und dann stand Käthe allein, hielt ihren Koffer in der Hand und sah den beiden Herren nach, die eilig der Sperre zuschritten. Und dann ging sie langsam vorwärts. Sie sah sich aber plötzlich eingekeilt mitten zwischen eine Schar junger Mädchen, und eine hagere, ältere Dame stand steif aufgerichtet und äugte scharf durch die Lorgnette. „Dumme Person", sagte sie verächtlich, als Käthe sich verlegen aus dem Kreise entfernte. Und Käthe mußte ein bißchen lachen. Das war doch die Tante Bredow, mit der der blonde, lustige Udo nicht hatte fahren wollen. Der andere hieß Arndt! Wie gut, daß sie feinen Namen wußte. Arndt! Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen begleitete mit einigen gut ausgerüsteten Mitgliedern die Volksgenossen nach Steinbach und hatte in einigen kleineren Fällen einzugreifen. Ein SS.-Mann verunglückte mit seinem Motorrad, erlitt eine Prellung und einen Bluterguß in den Knien und wurde ebenfalls behandelt. Gießen-Tlord in Heuchelheim. In schlichter und würdiger Weise beging die Ortsgruppe Nord den Tag des Erntedank- feftes gemeinsam mit den Volksgenossen in H eu - aussprach, die man in Heuchelheim gesunden habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß im nächsten Jahre die Volksgemeinschaft noch gefestigter dastehe, um dann erneut die Verbundenheit mit Stadt und Land zum Ausdruck bringen zu können. Recht frohe und vergnügte Stunden verlebte man noch, bis die Zeit zum Aufbruch nahte. Gießen-Mitte in Watzenborn und Hausen. Vom „Württemberger Hof" aus marschierte die Ortsgruppe G i e ß e n - M i 11 e ab. Für sie war in Watzenborn-Steinberg die Beteiligung am Erntedankfest vorgesehen. Der BdM. vorweg, gefolgt vom Jungvolk, den Amtswaltern, der SA., den Parteigenossen und der HI., wurde der Marsch angetreten. Die Familienangehörigen waren schon vorher vereinzelt aufgebrochen. Die Frauenschaft ließ sich im Postomnibus nach Watzenborn-Steinberg bringen. Ein zweiter Omnibus war für die Fußkranken und solche Volksgenossen bereitgestellt, die sich erst später frei machen konnten. An der Wegkreuzung Haufen-Schiffenberg wurden die Ankommenden von den Ortsgruppen Watzenborn-Steinberg und Hausen erwartet. Die Parteigenossen aus Hausen hatten reitende SA. als Vorboten und einen Spielmannszug der SA. zum Abholen der Gäste entsandt. Da sich die Beteiligung für Watzenborn-Steinberg als zu zahlreich erwiesen hatte, wurde die Ortsgruppe Mitte aufgeteilt, und ein Teil der Volksgenossen marschierte nach Hausen, der größere Teil nach Watzenborn-Steinberg. Ein Musikzug, eine SA.-Abordnung und eine Hakenkreuzfahne hatten die Watzenborn-Steinberger ihren Gästen entgegengesandt. Mit Marschmusik ging es über die Bahnstation Schiffenberg nach Watzenborn hinein, wo die Gießener Bolksgenosfen dem Festzug eingegliedert wurden, mit dem sie bis nach Steinberg hinein und dann zurück bis zur Schule in Watzenborn geleitet wurden. Das Jung, volk, der BdM. und die Schuljugend gingen vorweg. Nach einem Musikzug und den Fahnen folgten die Amtswalter, von Ortsgruppenleiter Horst (Gießen) geführt. Hinter den Vereinsfahnen schritten in stattlichem Zug die Gießener Gäste, den Beschluß bildete die SA. Standartenführer Lutter in Begleitung feines Adjutanten, Sturmbannführers Münker, nahmen im Auto den vorbeiziehenden Festzug ab, freudig begrüßt von den Parteigenosfen und den SA.-Männern. Im Festzug waren landwirtschaftliche Geräte und u. a. ein schö- ner Wagen mit Früchten aller Art, zum Schluß ein Wagen mit kartenspielenden Bauern im bunten Kittel eingefügt. Im geräumigen Schulhof in Watzenborn fand die Uebertragung vom Bückeberg statt. An dem stattlichen Schulhaus waren zwei lange Hakenkreuzfahnen angebracht, vor denen die Rednertribüne stand. Horizontal zu den großen Fahnen schmückten Fahnenbänder die Hausfront. Neben der Rednertribüne hatten die Hakenkreuz- und die Vereins- fahnen Platz gefunden. Bis zum Beginn der lieber« tragung fang ein Massenchor das Lied „Deutschland, heiliger Name". Den Willkommensgruß an die Gäste brachte ein „Pimpf", Karl Jung, durch ein von dem Heimatdichter Degen verfaßtes Gedicht zum Ausdruck. Die Sänger brachten noch ein weiteres Lied zu Gehör. Auf dem Schulplatz wogte das Leben hin und her. Dann kam die Uebertragung vom Bückeberq. Bei deren Schluß wurden das Horst-Weffel-Lied und das Deutschlandlied mitqe- fungen. Für die Amtswalter begann jetzt der schwerste Teil der Arbeit, die Unterbringung der Menschen in die Quartiere, da außer den Gemeldeten noch eine Anzahl unanaemeldeter Personen erschienen waren. Ortsgruppenleiter Horst hatte alle Hände voll zu tun, um nach dem Rechten zu sehen. In den Häusern, in denen die Gastgeber sich opferbereit um ihre Städter kümmerten, bahnten sich Freundschaften und Bekanntschaften an, die Brücken schlagen vom Land zur Stadt und Stützpunkte werden für die Volksgemeinschaft, wie sie der Führer erstrebt. Durch die hab' ich ja auch meinen Posten bekommen. Wenn ich auch nichts, absolut nichts bin, wenn die Berani spielt, dann bekomme ich meine kleine Kom- parsenrolle. Das weiß nun Hilpert und richtet sich danach. Uebrigens kommt mir ein fabelhafter Ge- danke, und daß er mir erst heute kommt, gibt mir 3U denken, ob ich nicht etwas beschränkt sein könnte. Die Berani — was macht die mit ihren vielen Klei- dern? Sie wird mir ein paar schenken — ich brauche es ihr nur zu sagen. Ich hätte das schon ! ^Pmer ?un müssen. Statt dessen mußte ich für mein ©elö diese wertlosen Fetzen kaufen, von denen der j Kenner ja doch sofort sieht, was sie wert sind. Und der Hilpert, der Dramaturg, der hat einen Blick dafür. Einen Blick — dem macht keine was vor. Und den Jürgens, den hat er gestern angebrüllt: roenn der noch einmal in feinem gepumpten glän- 3enben Kellnerfrack auf der Bildfläcye erschiene — Bildfläche ist übrigens gut —, dann wolle er ihn fortblasen. Hm! Also dem Hilpert werde ich etwas vormachen in den Kleidern der Berani. Die hat mich nun mol gern, und sie sagte erst neulich, ihr gefiele mein loses Mundwerk so sehr. Sie sehen also, Mama Kulick, daß man auch damit weiterkommen kann. Wenn die Berani Kleider herausrückt, dann kleide ich das arme Wurm, das sich da so bargeldlos bei uns ein« genistet hat, mit ein. Wirklich, es soll mir nicht darauf ankommen. Vielleicht schaut die Käthe sehr gut aus, wenn sie die richtigen Sachen anhat. Und ein Paar Schuhe ... Hm! Daran wird's natürlich hapern. Die Berani lebt auf großem Fuß, aber sie verdeckt das fabelhaft. Ich kann diese Schuhnummer gerade noch vertragen, aber die Kleine niemals. Die hat einen zu kleinen Fuß, der ihr übrigens Chancen bringen wird." Mutter Kulick lächelte. Das hatte sie ja gewußt, was für ein lieber Kerl diese burschikose Olga Schieber war. Unb sie wußte Käthes Sache nunmehr in ben besten Hänben. Olga sagte: „Wo bleibt denn die Käthe eigentlich? Sie soll doch endlich hier frühstücken kommen, sie wird auch Hunger haben. Ich will doch mal sehen, was da los ist." Und Olga Schieber schlug den dunkelroten Vorhang, den sie malerisch um ihre schlanke Figur gelungen hatte, übereinander. Dieser Vorhang hatte droben auf dem Hängeboden einige Reisekörbe zu- gedeckt. Aber Olga hatte ihn sich von Mama Kulick erbeten. Und die hatte den Vorhang gewaschen, und Olga hatte ihn sich als Morgenkleid drapiert? uebrigens sah die Sache fast königlich aus. Jawohl! Und siegte sich graziös zur Tür. In ein paar Gold« schuhchen, von denen der sine Absatz abgerissen war. „Nanu, was machen Sie denn?" (Fortsetzung folgt 1) 2. Kapitel. „Ja, was machen wir denn bloß mit der Kleinen? Sie hat ja nicht einmal ein anständiges Kleid, Mama Kulick. Ein schönes Gesichtchen hat sie ja, und das wäre ja schließlich die Hauptsache. Aber soll sie denn auch noch mit da hinausfahren? Und soundso oft enttäuscht wieder nach Hause kommen? Wann bekommen wir armen Komparsen denn wirklich mal was zu tun? Das hängt ja doch auch davon ab, wen man bis zu dem Filmgewaltigen vorläßt. Ich hab's satt — satt bis obenhin. Und verdient man wirklich einmal ein paar Mark, dann möchte man sie gleich wieder für ein paar neue Kleider verwenden, damit man recht bald wieder Arbeit bekommt." Mißmutig kaute Olga Schieber an ihrer Semmel. Unb Mama Kulick, bie kleine alte Dame, die Käthe am Bahnhof abgeholt hatte, die sah ihr zu. Sah r auf den hübschen Mund. Und dann strich Mama Kulick über das schwarze Wuschelhaar. „Na ja, mein Kind! Aber immerhin haben Sie im letzten Jahr ganz nett verdient." „ -Nett! Ha, daß ich nicht lache! Im Monat kaum siebzig Mark. Was Sie aber auch netten Verdienst nennen, liebe, alte, bescheidene Mama Kulick." Die alte Frau nickte mit dem Kopfe. „Wenn man soviel hat durchmachen müffen im Wagen in prächtiger Weise vereinigt. Spinnstube unb Müllerwagen bildeten den Beschluß des impo- fanten Zuges. Sofort nach dem Umzug durch das Dorf sammelte sich alles in Hof und Garten des Gasthauses „Zum Hessischen Hof" (Görlach). Die Musikkapelle unterhielt zunächst mit einigen schneidigen Märschen und bie beiben Gesangvereine in Steinbach fangen im vereinigten Chor unter der Leitung von Diri- gent Schneider einige schöne Lieder. Ein Mädchen in bäuerlicher Tracht brachte einen schönen Vorspruch zum Vortrag. Der Propagandaleiter der Ortsgruppe Steinbach, Pg. Größer, hielt die Begrüßungsansprache, in der er die Gäste aus der Stabt ganz befonbers herzlich willkommen hieß. Er sprach davon, wie durch dieses Fest eine Verbundenheit zwischen Stadt und Land geschaffen werde, die praktische Volksgemeinschaft darstelle. Arbeiter der Stirn und der Faust seien hier in schöner Gemeinschaft beieinander. Die ganze Nation bekenne sich heute zum deutschen Bauern, den Erneuerer des deutschen Volkes. Und Hunderttausende marschierten heute zum Bückeberg, um ein großes Bekenntnis zu Führer und Vaterland abzulegen. Mit einem prächtigen Verswort („Ob Bürger, Bauer, Arbeitsmann ...") beschloß her Propaggndaleiter feine beifällig aufgenommene Ansprache. Der Ortsgruppenleiter Pg. Rink gedachte in kurzen Worten des Erntedankfestes als eines Tages des Dankes an Gott. Er sprach von der deutschen Einigkeit, die uns den Platz an der Sonne wieder verschaffen werde, von dem Glauben an uns selbst, der uns alle Kraft zurückgebe, und uns den Vorabend einer neuen Zeit erleben lasse. Das Haken- kreuz sei sieghaft aufgegangen. Wir glaubten an die Mission des Führers, der uns den Weg in eine neue Zukunft bereitet habe und immer neu bereite. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland beschloß der Redner seine Ansprache. Inzwischen war es 16 Uhr geworden, und die Volksgenossen lauschten nun der ausgezeichnet wiedergegebenen Rundfunkübertragung vom Bückeberg, der Rede des Reichsbauernführers und des Führers und Kanzlers des deutschen Volkes. Begeistert wurde zum Schluß das Horst-Weffel-Lied und das Deutschlandlied mitgesungen. Nachdem der stellvertretende Ortsgruppenführer Pg. Gerhardt noch eine kurze Schlußansprache gehalten hatte, in der er den Dank an alle jene zu- sammenfaßte, die zur Durchführung und zum schönen Verlauf des Festes in Steinbach beigetragen hatten, fand die eindrucksvolle Kundgebung ihr Ende. In herzlicher Gemeinschaft verbrachten die Stadtbewohner, die überall in den Bauernhöfen zum Abendbrot zu Gaste waren, einige Stunden in schönster Gemeinschaft. Und überall konnte man merken, immer wieder, konnte man es hören, daß sich Städter und Bauer glänzend verstanden. Es gab manche angeregte Unterhaltung in den Häusern, und in vielen Höfen statteten die Städter auch den Diehställen einen kurzen Besuch ab, um die Bauern bei ihrer schweren täglichen Arbeit zu sehen. Erst zu später Stunde machte man sich auf den Heimweg. Zu Fuß und im Omnibus kehrten die Volksgenossen der Ortsgruppe Gießen-Ost in angeregtester Stimmung zurück. Der ereignis- und erlebnisreiche Tag wird allen lange in Erinnerung bleiben. Wie gut der Name zu ihm paßte! „Ihre Karte, bitte!" Käthe zuckte ängstlich zusammen. Völlig in Gedanken war sie durch die Sperre gelaufen. Sie gab ihre Karte ab, und nun lächelten sie hinter ihr her. Sie sah sich nicht mehr um. Mit dem Menschenstrom ging sie die breiten Treppen hinunter. Und stand auf dem großen, schönen Platz. Droschken fuhren vor, Droschken fuhren ab, Menschen drängten in die Eingänge des Bahnhofs, Lichtreklame glitzerte ihr entgegen. Große Hotels standen dort drüben. Lärm ringsum. . lje allein in diesem Lärm, diesem Treiben, dieser Weltstadt! Einsam, unbekannt, allen Gefahren ausgeliefert! Eine kleine, alte Dame kam an sie heran. Sie hatte das Mädchen schon einige Male umkreist. Endlich sprach sie es an. chelheim. Schon von vornherein darf gesagt werden, daß durch die vortreffliche Vorarbeit, die der Ortsgruppenleiter Thomas im Zusammenwirken mit der Ortsgruppenleitung Heuchelheim leistete, der reibungslose Verlauf der Veranstaltung ohne weiteres gesichert war. Ganz Heuchelheim war auf den Beinen. Der Ort stand ganz im Zeichen des Ehrentages der deutschen Bauern; in reichem Flaggenschmuck und mit Blumen gezierten Häusern erwartete es seine Gäste aus Gießen. In großer Anzahl waren die zum Bereich der Ortsgruppe Nord gehörenden Volksgenossen dem Rufe des Ortsgruppenleiters gefolgt. Schon kurz nach Mittag setzte eine wahre Völkerwanderung nach Heuchelheim ein; aber auch das „Bieberlieschen" hatte Hochbetrieb. Die männlichen Mitglieder der Ortsgruppe nahmen zur festgesetzten Stunde vor der Turnhalle am Oswaldsgarten Aufstellung. Verstärkt durch SA., durch Abteilungen der Hitlerjugend und den BdM. fetzte sich der stattliche Zug gegen 13 Uhr nach Heuchelheim in Bewegung. Die Ortsgruppenleitung Heuchelheim hatte eine Musikkapelle zur Verfügung gestellt, und mit guter Marschmusik ging es bei herrlichem Sonnenschein über die Lahnbrücke dem Ziele entgegen. In Heuchelheim wurden die Gäste aus Gießen von der Ortsgruppe der NSDAP, unter Führung des Ortsgruppenleiters Wob ker empfangen. In tadelloser Ordnung vereinigten sich die Heuchelheimer Parteigliederungen und Formationen mit ihren Gasten, und wenige Augenblicke später setzte sich ein überaus stattlicher Festzug in Bewegung, der durch die Hauptstraßen von Heuchelheim führte. Angeführt wurde der Festzug von einer mit Blumen reich geschmückten Reitergruppe, der der Spiel- mannszug der Heuchelheimer Feuerwehr folgte. Dann ertönte der stramme Schritt der SA.-Kolon- nen, die, in Sechserreihen formiert, mit frischen frohen Liedern tadellos durch die Straßen zogen. Die Abteilung der Hitlerjugend folgte. Dann wieder leuchteten hell in der Mittagssonne die weißen Blusen des BdM., die ebenfalls in stattlicher Anzahl sich an dem Festzug beteiligten. Hierauf folgten die Gruppe der Festwagen, landwirtschaftliche Wagen und Maschinen, blumengeschmückte Schnitterinnen und Schnitter mit ihren ebenfalls reich geschmückten Arbeitsgeräten. Mit Frucht hochbeladene Wagen schwankten durch die Straßen, mit sinnreichen Sprüchen geziert. „Eßt deutsches Obst!" war die Mahnung eines reichgeschmückten Wagens, der in schöner Anordnung die besten Erzeugnisse heimischer Obstzucht zeigte. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Gruppe junger Mädel, die in ihrer schmucken Rhöntracht ein farbenprächtiges Bild boten. Den Festwagen, die mit außerordentlich viel Mühe und sorgfältig aufgebaut unb zusammengestellt waren, folgte 'die PO., ausgeführt von dem Führer der Gießener Ortsgruppe Nord, Ortsgruppenleiter Thomas, und dem Führer der Ortsgruppe Heuchelheim, W o b k e r. An der Turnhalle in Heuchelheim, in „Ja, das tun Sie nur. Aber jetzt ist's doch gut, daß Sie das haben. Und daß Sie bei mir wohnen, Olgachen — nicht wahr?" „Ja! Ich steh' mich tatsächlich noch glänzend mit meinen siebzig Mark, weil ich bet Ihnen wohnen kann. Für uns beide langt es also, weil Sie sehr gut kochen können und nicht viel dazu brauchen Ich muß also sehr zufrieden sein, daß ich hier sein kann, altes, gutes Mamachen Kulick. Ja, das war nun ein kleiner Reinfall. Die Sophie Klenger die hat immer pünktlich ihr Zimmerchen bezahlt 'Und nun dachten Sie, am Bahnhof würde es wieder klappen, weil Sie uns anderen alle am Bahnhof verlassen aufgefischt haben. Na ja, aufgefischt haben Sie ja ein verlassenes Menschenkind, aber es kann Ihnen ja nichts zahlen. Das ist's, was anders gekommen ist, und wozu Sie sich nicht hätten in die Winternacht zu stellen brauchen, daß Sie nun hier herumhusten und ich mich um Sie sorgen muß." „Sie hatte solch liebes, verängstigtes Gesicht, und ich sah gleich, daß es wieder solch verlassenes Menschenkind war, das ich ein bißchen schützen mußte! Und so hab' ich die kleine, schöne Käthe Randolf eben mitgebracht, ohne zu fragen, ob sie auch lange genug zahlen kann. Eine Woche hat sie ja auch gezahlt — nun hat sie eben nichts mehr. Und das arme Kmd ist ganz verzweifelt, daß es nichts mehr hat. Ja, ich kann sie nicht hinauswerfen — ich kann's nun mal nicht." Olga Schieber dachte nach, hatte das kecke Näschen hoch in die Luft gereckt und sann und grübelte. Plötzlich rief sie aus: . ''Wir werden es versuchen. Ich muß aber sehen, Daß ich die Berani für die Sache interessieren kann. § 26 der zweiten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 10. März 1934 zwei Abdrucke der Betriebsordnung bis zum 15. Oktober 1934 bei mir einzureichen. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß der Führer des Betriebes mit in der Regel über 50 Beschäftigten, insoweit die Höhe des Arbeitsentgelts durch die Betriebsordnung geregelt ist, zwei Abdrucke der Betriebsordnung dem Statistischen Reichsamt, Abteilung für Sozialstatistik, Berlin, einzufenden hat. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen: gez.: Schwarz. nicht mehr zu ändern ist?! Ich bleibe nun hier. Und der Traum von großen Gagen, einem eigenen Auto, Männern, die mir zu Füßen liegen, der schon eine große Anzahl der Angehörigen der Gießener Teilnehmer des Festzuges Platz genommen hatten, fand der Festzug seine Auflösung. Während die Gießener Gäste in die Turnhalle einzogen, wurden die übrigen Volksgenossen, insbesondere die SA., auf die einzelnen Gasthäuser oerteiltt, um hier die Uebertragung der großen Rede des Führers und des Reichsbauernführers D a r r £ zu hören. Bis zu diesem Zeitpunkt sang man gemeinschaftliche Lieder, die Musikkapelle, verstärkt durch die Kapelle der Feuerwehr, umrahmte mit ihren vorzüglichen Darbietungen das Programm. Viel Beifall fand auch die Rhongrrrppe des Versuchsgutes, die Gedichte vortrug und gemeinschaftliche Lieder fang. Als Vertreter der Heuchelheimer Bauernschaft richtete Bürgermeister Rinn (Heuchelheim) eine Ansprache an die Versammelten. Sein besonderer Gruß galt den Gästen aus Gießen, die gekommen seien, um gemeinschaftlich mit der Landbevölkerung den Tag des Bauern zu feiern. Dank der Maßnahmen der Reichsregierung fei heute das Erntedankfest zu einer Sache des gesamten deutschen Volkes geworden. Im Sinne dieser Maßnahmen liege es, daß bie Stadtbevölkerung auf das Land ziehe, um damit die Verbundenheit mit der Heimaterde zu dokumentieren. Das Erntedankfest fei ein Fest der Freude; mit feierlichem Gottesdienst fei es in Heuchelheim begangen worden. Das Alter, die Jugend und alle Teilnehmer müßten sich freuen und das Bewußtsein mit nach Hause nehmen, daß wir einen Führer und e i n Deutschland hätten. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen von Bürgermeister Rinn folgte die Uebertragung der beiden Hauptreden auf dem Bückeberg. Die Uebertragung der Reden war sehr gut, und ergriffen lauschte die Volksgemeinschaft den Worten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und den Ausführungen von Reichsbauernführer Walter D a r r 6. Als zum Schluß der Führerrede das Horst-Weffel-Lied ertönte, erhoben sich sämtliche Volksgenossen spontan von ihren Plätzen, um gemeinschaftlich bas Lieb mitzufingen; gemeinschaftlich würbe auch bas Deutschlandlied gesungen. Damit hatte ber offizielle Teil ber Veranstaltung seinen Abschluß gefunben. Die Gießener Gäste begaben sich nunmehr in ihre Quartiere, um hier von ihren Gastgebern mit bem Besten, was Küche unb Keller boten, bewirtet zu werben. Nachdem man sich gestärkt hatte, versammelte man sich am Abend wieder in der Turnhalle. Gemeinschaftliche Lieder, Musikvorträge und Darbietungen der Rhöngruppe wechselten in bunter Reihenfolge. Aber auch bas Tanzbein würbe eifrig geschwungen, unb insbefonbere bie Jugenb ist babei voll auf ihre Kosten gekommen. Im Verlaufe des Abends ergriff Ortsgruppenleiter Thomas (Gießen) das Wort zu kurzen Ausführungen, in denen er mit warmen Worten feinen Dank und den Dank der gesamten Ortsgruppe für bie Gastfreunbfchaft M kleine MM. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Derlag, Halle (S.). miete Zimmer. Klein und bescheiden zwar, aber ®e^.en^,en un& - .. q ~ - immerhin ist's doch ein Dach über dem Kopfe. Unb lJ* Ian0J! "usgetraumt. Ich bleib also vorläufig - geschützt sind Sie bei mir auch. Das wollt' id) ""d "enn es mal wieder besser wird im Ihnen bloß noch sagen" \ alten schonen Deutschland, dann werde ich mir Käthe sah die kleine Dame an. Wie aus einer irgendeinen anderen Beruf suchen." anderen Welt kam die ihr vor mit ihrem verhutzelten Gesicht und dem großen altmodischen Hut mit dem ziegelroten Federstutz. Noch einmal sah das Mädchen der alten Dame in bie Augen, bann ging Käthe mit. Ein neuer Lebensabschnitt begann. Aus der Provinzialhauptstadi e- den Rahmen von den übrigen Konzerten unterscheiden. Den Auftakt zu diesen Abenden wird die Auffuh- runq von Schillers „Glocke" in der Vertonung schaffen. Bornott^en. Hi- e plan nicht starr festzuliegen brauchen. Bel aeer^ Jnruhesetzung des Lehrers Habicht wirkte netem Wetter sichert somit em S tiefer am gestrigen Sonntag zum letztenmal als körperliche Erziehung einer Woch . Organist in^der Johanneskirche. Aus diesem Anlaß Darüber hinaus bleibt aber or I» fanden sich nach dem Gottesdienst die Pfarrer und diesen Unterricht eine gedeckte Arbeit s 3 Kirchenvorsteher der Lukas- und der Johannesge- fügung zu haben. meinbe zu einer kleinen Abschiedsfeier Zusammen. a il a r i r t Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen Süd. gearbeitet, die Turnunterricht erteilenden Lehrkräfte ] Obermu. sprachen ergänzt und mit gemeinsam gesungenen passenden Chorälen ausaeschmückt. Bei allen Besprechungen kam zum Ausdruck, wie nötig es für uns Menschenkinder ist, daß wir in die innerliche Treue zu Gott gestellt werden, in die Treue, die Gott bei uns alle Tage immer wieder neu werden läßt. Gott immer in Verbindung zu bleiben, im Wort und Gebet, ist unablässige Notwendigkeit. Zur Treue gehört auch, daß man allzeit bereit ist, Gottes Aufträge auszuführen, wie uns dies die Gottesmänner aus dem Testament gezeigt und vorgelebt haben. Wir sind unlöslich mit unserm Gott und unserm Volk, in das er uns gestellt hat, verbunden, deshalb müssen wir ringen um die Seele unseres Volkes, daß es sich heimfindet zu Gott und Sicherung des Turnunterrichts bei schlechter Witterung. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unter- richtsanstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Seit nahezu einem Jahr wird m den Arbeitsgemeinschaften für Turnen des NSLB. darauf hm o < • । . i s.: - orfotf Ptlhptl Lehrkräfte Abschiedsfeier für Organist Habicht von der Iohanneskirche. richts." Oie Fortbildung der Turnlehrkräste. Beisammensein. Aenderung des Nachtbackverbots. DNB. Durch das Gesetz vom 26. 3. 1934 war der Arbeitsbeginn in Bäckereien und Konditoreien für Vorarbeiten auf 4 Uhr, für den vollen Betrieb auf 4 30 Uhr und der Beginn der Abgabe von Backer- j und Konditorwaren auf 6 Uhr morgens festgesetzt worden. Da dieses Gesetz nur für die Zeit vom 1 April bis zum 30. September Geltung hatte, tritt vom 1. Oktober ab durch das Gesetz zur Aenderung der Bäckereiverordnung vom 26. September 1934 eine Neuregelung des Nachtbackverbots ein. Danach darf der Betrieb künftig erst um 4.30 Uhr morgens ausgenommen werden, gleichviel ob es sich um Vorarbeiten oder um andere Betriebsarbeiten handelt. Dementsprechend ist die Abgabe von Backer' und Konditorwaren aus dem Herstellungsbetrleo an die Verbraucher vom 1. Oktober ab erst von 6 30 Uhr, die Abgabe zur Versorgung von Wieder- Verkaufsstellen erst von 6.15 Uhr morgens ab zu- lässig. Der Beginn des Verkaufs aus offenen Der- kaufsstellen wird von den zuständigen Behörden gleichfalls auf 6.30 Uhr morgens festgesetzt werden. Der vorübergehend bis zum 30. September zu af- siqe 4-Uhr-Beginn war durch ernahrungspolitifche Rücksichten bestimmt worden, nach deren Wegfall ergibt sich die Festsetzung des Betriebsbeginns auf 14.30 Uhr, also um eine halbe Stunde spater als erforderlich, um zwischen den Wünschen nach möglichst frühem Beginn und dem notwendigen Schutz der Arbeiterschaft einen gerechten Ausgleich zu v d d i* id ► r. hütun g". Anschließend wird ein Film der Reichsamtslei- tunq des Amtes für Volkswohlfahrt gezeigt. Alle Volksgenossen und Mitglieder der NSV. sind hierzu eingeladen. Neuordnung desGießenerMusiklebenS. Mitarbeiten." Oienstjubiläum des Kriminaloberinspektors Schönefeld Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: „ _ . . f Am heutigen 1. Oktober begeht Herr Kriminal- oberinfpektor Schönefeld fein fahriges Dienst- ueuev Roman ^DaS Halsband beginnt heute in den Familienblättern. Zugleich beginnt die Zagd nach dem Täter im Sinne unserer Ankündigung vom Samstag Vversftrase r LVer ist der Dieb? Die Sonne steht schon tief am Horizont. Wir ver- lassen unseren schönen Platz und summen auf dem Heimweg das alte Kinderlied: Leb wohl, du schöner Wald! ^Seinen ^Wohnsitz hat Herr H a b ich t nach Bad- Nauheim verlegt. Als Nachfolger für Herrn Habicht ist Musiklehrer N e b e l i n g zum Organisten der Kirche ernannt worden. Man schreibt uns: Nachdem schon vor einigen Monaten zwischen der Reichsmusikkämmer und dem Deutschen Gemeindetag Vereinbarungen von grunb- legender Bebeutung über die Gestaltung des deutschen Konzertlebens getroffen worden sind hat Herr Oberbürgermeister Ritter, diesen Richtlinien entsprechend, auch für Gießen einen Mufikaus- schuß einberufen, der in seiner ersten Sitzung eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt hat. Danach wird der Gießener Konzertverein auch m diesem Winter acht Konzerte und em Sonderkonzert geben, nämlich vier Orchesterkonzerte, em Chorkonzert mit Orchester und vier Solistenkonzerte. Die vier Orchesterkonzerte finden im Stadt-1 theater unter Mitwirkung des Theater-Orchesters und der gesamten Reichswehr-Kapelle und unter der Leitung von Professor Temesvary und ' Obermusikmeister K r a u ß e statt. Diese Konzerte . wie das ja schon in den Vornotizen des ~ 1 * * —i — gleichzeitig nut der Unerschöpfliche. Nur mit langsamen Schritten wandern wir vorsichtig weiter. Ein Abschiednehmen geht durch tue Natur. Da kann man nicht laut dahinstürmen. Nur bann und wann hören wir den Schrei eines Eichelhähers, sonst herrscht Stille. Die reifen Eicheln fallen zur Erde. Helle Sonnenflecken wechseln aus dem Boden mit den langen Schatten der Bäume. Dann wieder blitzen die roten Beeren der Ebereschen auf, am Wegrand leuchten die Hagebutten. { An einem sonnenbeschienenen Abhang halten nur 1 Rast. Hier ist es schön. Die ganze Herbstpracht , des Waldes liegt ausgebreitet vor uns. Unter einem | wilden Rosenstrauch ruht es sich gut. Wir schauen . hinaus in die blaue Landschaft, wir lassen uns von den letzten Sonnenstrahlen bescheinen und können wieder träumen. , , , _ . Nicht lange. Denn neben uns hat eine Spinne ihr Netz vom Strauch zur Erde gewebt. Ein Sum- ; men läßt uns aufschauen. Eine Wespe, die wohl nach Brombeeren suchte, hat sich m dem Netz gefangen. Mit allen Kräften versucht sie, sich zu be* freien. Wo ist eigentlich die Spinne? Ob sie sich nicht heranwagt an die Wespe? Sobald doch eine Fliege in das Netz geht, ist sie da, um ihre Beute auszusaugen. Aber nun ist sie nUgends sichtbar. Ob sie die Wespe mit ihrem Stachel kennt? Wie zerrt und reißt das gefangene Tier an den dünnen Fäden, die sich aber nun doch als sehr stark erweisen. Einige hat sie durchgebissen, aber nut ihren rauhen Beinen hängt sie noch fest. Sie bäumt sich auf, ihre Flügel furren wie Propeller, aber sie kommt nicht ab von dem Faden. Eine andere Wespe nähert sich. Will sie ihr helfen? Nein! Sie fliegt wieder weg. Sie hat die Gefahr erkannt. Die andere zerrt und reißt wieder. Einmal ist das eine Bein glücklich frei, dann hangt sie schon wieder fest. Wie sie beißt und sich wehrt! Wie ihr Stachel erscheint und in die Luft sticht! Viele, viele Minuten schauen wir zu. Schließlich tut uns auch eine Wespe leid. Vorsichtig lösen wir einen starken Faden, der das Netz mit einem Zweig verbindet. Nun ist das Netz locker. Die Wespe schaukelt hin und her, aber frei ist sie immer noch nicht. Sie scheint nur Atem schöpfen zu wollen. Nun fängt sie von neuem an. Sie arbeitet mit Flügeln Beinen und Freßwerkzeugen, sie windet und dreht sich nach allen Seiten. Da, jetzt hängt sie nur noch mit einem Bein fest. Und jetzt — jetzt ist sie frei! Taumelnd fliegt sie weiter. Was mag dieser Kampf für das kleine Tierchen bedeuten! Aber sie ist ja jubiläum. ... . Der Jubilar trat nach einer fünfjährigen Mültar- dienstzeit am 1. Oktober 1909 als Schutzmann bei dem Polizeiamt Darmstadt ein. Durch ausgezeichnete Dienstführung und vorzügliche Leistungen wurde Kriminaloberinspektor S ch o n e f e l d am 1. März 1920 zum Kriminal-Wachtmestter ernannt. Im Jahre 1923 unterzog er sich d" Knml^ missar-Prüfunq, die er mit gutem Erfolg ablegte. Nachdem der Jubilar am 1. Juli 1927 "i Darmstadt zum Kriminalkommissar befördert worden war, tarn er am 1. Juli 1928 in gleicher Dienste lg-nfch°st zur Polizeidirektion Gießen und wurde Lerter Kriminalabteilung. Am 1. Dezember 1931 wur er zum Kriminaloberinspektor befördert. Kriminaloberinspektor Schönefeld, der bet feinen Vorgesetzten, seinen Untergebenen und glei- cherweise auch bei der Gießener Bevölkerung in hoher Achtung steht, hat es infolge seiner kriminalistischen Befähigung und seinen vorzüglichen diens lichen Eigenschaften verstanden, die Krimmalabtel lung zu einem dem Volksganzen dienenden Inst ment zu machen. Hoffentlich ist es dem beliebten Beamten vergönnt, noch viele Jahre dem nationalsoziallstlschen Staate wie seither treue Dienste zu leisten. nicht beachteten. Es geht heute nicht mehr an, daß man sich die körperliche Erziehung in der Schule zu mehr oder minder stärkerem Teil übertragen laßt, ohne auch teilzunehmen an der Vertiefung und Fortentwicklung des Wiffens und Könnens auf diesem Gebiet. Die Zeiten sind auch vorüber, in denen die Turnstunden nur als nötige Ergänzung zur PsUcht- stundenzahl übernommen wurden. In Anbetracht der besonderen Bedeutung der körperlichen Erziehung wird daher von den Turnunterricht erteilenden Lehrkräften erwartet, daß ste in der Arbeitsgemeinschaft für Turnen tm NSLB. je einem Konzert in je eine Abonnements-Reihe des Theaters eingebaut. „ I Das Chorkonzert wird, gleich allen übrigen | Konzerten, unter dem Zeichen der Gewinnung! weiter Kreise für die Werke unserer großen Meister stehen und der Feier des 250. Geburtstages der | Meister Bach und Händel dienen. , Für die Solistenkonzerte sind namhafte Kräfte gewonnen. Unter reger Mitarbeit aller musikalischen Kräfte der Stadt werden auch die musikalischen Veranstaltungen der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" stattfinden und sich sonach nur durch — Tageskalender für Montag. Deut- sche Arbeitsfront, Deutsche Angestelltenschaft, 20 Uhr, Cafä Leib, Eröffnungsfeier der Berufsblldunas- arbeit 1934/35. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der 6d)immetreiter". - Astoria-Lichtspieü E-l- tersweg: „Die Fabel von Kmg-Kong . —NSDFB., 8.45 Uhr, Antreten am Heim zur Irauerfeier für Kam. Szubinfki. — 20.30 Uhr, Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Dolks-Missions-Dortrag. — Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Morgen eröffnet das Stadttheater seine Spielzeit 1934/35 mit einer szenischen Neu- bearbeitung der romantischen Operette „Der Zlgeu- nerbaron" von Johann Strauß unseres Oberspielleiters Paul Wrede, der auch die Spielleitung hat. Kapellmeister Fritz Cujä hat die musikalische Leitung. Als Gast für die choreographische Leitung Hannah Spohr, die bekannte westdeutsche Tanz regisseurin, die auf der Reichstagung der „Deutschen Bühne" zu Eisenach und auf dem Relchsparteltag zu Nürnberg mit starkem Erfolg auftrat. In biefer Operette stellt sich gleichzeitig unser gesamtes Ope- rettenpersonal dem Gießener Publikum vor. Die Operette steht als erste Vorstellung 'w Dienstag-, Mittwoch- und Freitag-Abonnement auf dem ^piel plan. e ** Städtische Stiftung für Kriegs- beschädigte. Der Stadtrat der Stadt Gießen hat durch B-f-hluß vom 30. September 1927 aus An- laft des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Stiftung von lahrlich 500 RM. errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1934 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt Es wurden ^ Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebenen mit je 50 RM. bedacht. ** Der Erweiterungsbau der katholischen Kirche, über den wir oor einigen Tagen in umfassender Weise berichteten, ist am letzten Donnerstag in Angriff genommen worden. Zur L LiriU UUll xjuiiuvi^ ff w 1 von Mar Bruch bilden. Der Gießener Sangerkranz unter der Leitung von Kapellmeister Albert Kasten hat diese Aufgabe übernommen. Als Ausklang der winterlichen Veranstaltungen wird im Juni 1935 das große Sange r f e st des Gaues Hessen im Deutschen Sängerbund noch einmal alle musikalischen Kräfte, vor allem unsere Männerchöre, vereinigen. Kreisabteilung Gießen des Hessischen Gemeindetages. Am Mittwoch, 3. Oktober findet, wie bereits be- fanntgegeben wurde, eine Versammlung der Bur- aermeister des Kreises Gießen statt. Hierzu wird ergänzend mitgeteilt, daß das Referat des M <3' Inspektors Allendorfer über „®Fbreä)t, Tefta-1 mentserrichtung, insbesondere tue Errichtung des Nottestaments" abgesetzt werden mußte. Statt dessen wird der Leiter der Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Dr. G ö b , über das Thema „Der Stand der kommunalen Gesetzgebung" sprechen. ,. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht daß die Tagung nicht im Kaufmännischen Vereinshaus, sondern im Hotel Hindenburg, Seltersweg 6 8, stattfindet. Lebhafter Sonderzugverkehr bei der Reichsbahn. Herbstzauber im deutschen Waide. Rote und gelbe Blätter leuchten aus dem Grün. Der Wald feiert seine goldne Hochzeit. Funkelnd fangen die bunten Blätter jeden Sonnenstrahl auf, und das weiche Wogen der Zweige füllt die Luft. Das Laub der Buchen glänzt bernsteingelb und blutrot, dahinter ragen schmale, hohe Tannen auf, die wie schwarzgrüne Schatten die Landschaft ab= schließen. Der Waldbach rauscht und rieselt. Er ist wieder so lebhaft wie im Frühling, denn neues Wasser pendet die Quelle. Aus den Wiesen am Waldrand blühen Herbstzeitlosen Leicht bewegen sie sich im Winde. Es ist, als ob sie frören. Ihre violette Farbe fügt sich harmonisch in das Bunt des Herbstes ein. Der Duft fehlt aber auf dem frischen Grün der Wiesen erinnern sie uns an ihre Frühlingsschwestern im Garten, die Krokus. Ein tiefdunkelblauer Himmel überspannt die ganze Welt. Noch krabbeln hier und da kleine Käfer zwischen den Gräsern, noch schweben kleine Schmetterlinge zu den letzten Blüten, und in der Luft schwirren Tausende von Fliegen und Mücken. Eine Spinne läßt sich nieder aus dem Geäst, sie hat sich emporgerungen zur Höhe, nun sucht sie wieder die Erde auf. Der Wind hat sich gelegt. Ganz still ist es im Wald. Nun kannst du träumen. Was will die Welt draußen bedeuten? Du hörst sie nicht mehr. Der deutsche Wald spricht in seinem großen Schweigen zu dir, zu deinem Herzen. Wenn man so im Walde sitzt, dann zieht tiefe Andacht bei uns ein. Es ist uns wie beim Gottesdienst. Deine Seele schwebt in die Unendlichkeit. Hoch droben am blauen Himmel segeln ein paar weiße Wölkchen, und deine Gedanken segeln mit. Es ist so schön, daß die „laute" Welt nicht bis hierher in den Wald kann. Er ist uns wie ein Ge- unbbrunnen, aus dem wir neue Kräfte schöpfen. Inb jeder Mensch hat in seinem Herzen noch Raum ür den Zauber des deutschen Waldes. Er hat schon o vielen geholfen. Er hat Zwiesprache gehalten mit den Traurigen, er hat gejubelt mit den Fröhlichen. Der deutsche Wald ist der ewig Schenkende, Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r widmete dem Scheidenden herzliche Worte des Dankes Jur die treue und hingebende Tätigkeit im Chor und Dr ganiftenbienft, die er feil dem Jahre 1 * 9 - her Liebe ausübte. Er hob besonders hervor, daß Lehrer Habicht stets mit großemEsteruni) ohne Opfer an Zeit zu fcheuen, sich der ^lusica sacra gewidmet habe. Im Anschluß an die Feie ' reichte Pfarrer Bechtolshelmer dem Schei- denden ein Bild, die Emmaus-Jünger darstellend. Herr Habicht bankte in ,ehr bewegten Worten Das ist zu erreichen durch: . 1. Restlose Auswertung der an einem Dd vor- handenen Schulturnhallen. Es geht mcht mehr an, baß an manchen Orten Turnhallen unb ihre Einrichtungen von einer einzigen Sch nur teilweise ausgenutzt werden, wahrens z. -ö. Volksschulen des gleichen Ortes ohne ausreichende oder überhaupt keine gedeckten Turn räume verfügen. Die Turnhallen haben künftig der Gesamtjugend zur Verfügung zu stehem 2 Einbeziehung der Vereinsturnhallen. Gerade ®ier liegen Dunstige fchulstche Zeiten ungenutzt unb es wird nicht schwierig sein, Die -öe 3 SStung,‘unbU SÄ größeren Räumen anberer Art. Angestellte Erm.ltlun. gen haben ergeben, daß es vielfach gar Nicht Den Direktionen der höheren Schulen und den Kreis- und Stadtschulämtern ist von der Mlniste- rialabteilung für Bildungswesen Kultus, Kunst und Volkstum die nachstehende Mitteilung zugegangen. „Unsere klimatischen Verhältmsie und ungünstige Witterung lassen es nicht möglich ein, den Turn imterricht regelmäßig und ohne Storung im Freien durchzuführen. Daher muß bas Bestreben jeher Schulleitung dahingehen, die korp^liche Erziehung von dieser Abhängigkeit freizumachen. Wir haben “nig b^s SXf liegt, Ä^fÄÄriÄ körperlichen Erziehung gerecht werden. Die starken Unterschiede in der Vor- und Ausbildung der Lehrkräfte auf dem Gebiet des Schulturnens ließen weiterhin dieser Lehrarbeit besondere Notwendigkeit und Bedeutung zukommen. Im zurückliegenden Jahr haben die Beobachtungen gezeigt, daß viele Lehrer und Lehrerinnen mit außerordentlich starkem Interesse die Fortbildung^ gelegenen im NSLB. auswerten. Es ist aber auch die Tatsache festgestellt worden, daß Lehrkräfte, die nicht unerheblich im Turnunterricht eingesetzt sind, die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft für Turnen Wie am vorvergangenen Sonntag, an dein zwölf Sonderzüge der NS.-G emeinschaft „Kraft durch Freude" den hiesigen Bahnhof passierten, so verkehrten auch am vergangenen Samstag und Sonntag wieder eine Reihe von Sonberjugen, ine Angehörige biefer Gemeinschaft beforbertem Die meisten Züge kamen aus bem Rbemlanb (Koblenz, Ehrenbreitstein, Komgswinter Lorch, Bad Ems Neuwied, Osterspai), einige fuhren auch, Berlin I und Bremen kommend nach dem Rheinland. Alle Züge hatten in Gießen Erfrischungsaufentha^ Rückkehrenden konnte man die Freude über bas Er lebte an den Augen ablesen. Sie waren voll des Lobes über diese Einrichtung, die ihnen die Möglichkeit gegeben habe, für wenig Geld die Schönheiten der deutschen Heimat kennen zu lernen wehen den Sonderzugen „Kraft durch Freude fuhren am vergangenen Samstag vier Sonderzuge aus d-r G-g°nd von Rüd-sheim N.°d°rl°hnstem, Weinheim und Offenburg kommend zum> Ernt-dank. felt nach bem Bückeberg bei Hameln. Dre Festteu^ taa zurück Der erste Sonderzug, der nach Offen- tag zurua. i ig 1? ut)r, her zweite für We?nhe°m um 17 51 Uhr, der dritte für Riederlahn- ^in und Rüdesheim um 19.56 in Gießen em. Die Tettnehmer für Gießen und Umgegend werden m,t dem Sonderzug, Gießen an 19.56 Uhr -mtr-ffen. Lehrer-Gemeinschastskonferenz. Am Samstag fanb im Vereinshaus ber Inneren Jon (Serge zur Heimat) die Lehrer-Gemem- ifhafMonfereiu evangelischer Lehrer aus Frankfurt am Main und Umgegend statt. Am fanden Parallelversammlungen für die Sudhessen in Auerbach, für die Nordhessen in Marburg statt. Nach gemeinsamem Choralgesang und Gebet er öffnete Konrektor Weimar (Frankfurt a. M.) ' JiLr 21nbad)t über Galater 4 die Tagung, die ganz der Arbeit am Worte Gottes unb ber inneren schwierig und auch ohne viel Unkosten möglich ist, solche Räume zu beschaffen. Leerstehende Räume in Fabrikgebäuden ober auch ber Schule selber können eine starke Sicherung zur ungestörten Arbeit im Schulturnen abgeben. Hierher gehört auch bie Ueberprüfung ber Möglichkeit, die Turnsäle zu benützen, bie sich bie örtlichen Turnvereine in Gasthausern gemietet haben. Da hier auch gleichzeitig bie B« nützung ber Dereinsgeräte in Frage kommt, ist mit einer solchen Regelung mancher Mißstand zu beseitigen. Mit all diesen Hinweisen, das sei nochmals besonders betont, soll unter keinen Umständen die Arbeit im Freien zugunsten einer Hallenarbeit gekürzt werden. Nur bie Regelmäßigkeit und Sicherung der schulturnerischen Arbeit ist in der Auswertung der angegebenen Möglichkeiten zu gewährleisten. Zu gegebener Zeit werden wir Bericht emfor- dern über die erfolgte Sicherung des Turnunter- M ü n f e r unb SA.-Obertruppführer Kurz, ber Ortsgruppenleiter und Bürgermeister von Lollar Wagner, eine große Anzahl Lollarer Einwohner, Arbeiter der Buderusschen Werke und ber Fliegerhorst Lollar erschienen. Der ßeiter des Fliegerhorstes Lollar, Ingenieur S c r a b a d , begrüßte zunächst die Versammlung und rotes auf die Bedeutung ber Stunde hin. Hier- lauf sprach der Führer der Flieger-Ortsgruppe Gie- ßen, Oberregierungsrat Dr. S ch o n h a l s , der dem Fliegerhorst Lollar für seine vorbildliche Arbeit unb Mühe dankte und ben Bau der beiden Segelflug, zeuge mit Anerkennung hervorhob. Diese Tat lasse darauf schließen, daß in Lollar wertvolle fliegerische Aufbauarbeit geleistet unb hier in emsiger, zäher Arbeit dazu beigetragen werde, der deutschen fliegerischen Sache zum Erfolg zu verhelfen. Wetter sprach der Ortsgruppenleiter unb Büvgermetster Wagner (Lollar) namens der dortigen Bevälke- rung. Sodann vollzog der Führer der Flieger- I Untergruppe Oberhessen Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubacsi die Taufe der beiben Segelflugzeuge, die die Namen „Buderus I unb „Buderus II" erhielten. Der Redner zollte habet ebenfalls bem Fliegerhorst Lollar für sein vor- bildliches Bemühen volle Anerkennung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Fliegerhorst auch weiterhin so opferfreudig an feinen Aufgaben arbeiten möchte, wie bisher. Im Anschluß an die Flugzeug-Taufe fand eine kurze Besichtigung der Segelflugzeuge und Der für diesen Bau in Anspruch genommenen Werkstatt statt. Am Abend vereinigte sich der Fliegerhorst Lollar mit ber Bevölkerung zu einem kameradschaftlichen richstraße, ein Feuerschutzabend der Ortsgruppe Gießen-Süd statt. Es spricht Kreisfeuerwehrinspek- tor Bouffier über das Thema: „Brandver - daß es den rechten Weg zum Himmelreich geht. Mit Gebet unb gemeinsamem Choralgesang klang bie Versammlung aus. Segelflugzeugtaufe in Lollar. Am Samstagnachmittag fanb in Lollar bie Taufe zweier Segelflugzeuge (Flächen- gleiter) statt, die von dem Fliegerhorst Lollar in ! aufopferungsvoller und anerkennenswerter Arbeit erbaut worden sind. Zu ber Feier waren der Führer der Flieger - Untergruppe Oberhessen Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, der Führer der Flieger-Ortsgruppe Gießen, Ober- regierungsrat Dr. Schönhals mit seinen beiden Vertretern Standartenabjutant, Sturmbannführer Erbauung gewidmet war, unb in ber am Dormittag bas Thema „Gottes Treue , in ber Nach^ mittaasversammlung bas Thema „Unsere Treue Am Dienstag, 2. Oktober 2° Uhr findet im Umer°7 wL Themen" auf Grund"7°^ ter Bibeltexte ausgiebig besprachen, durch freie Aus- 25,90 Meter; Llm die deutsche Motorradmeisterschast 5693 0 Der Vorstand 5696 D fffiftpr Wnif Amtliche Bekanntmachung lUDCl ♦llUjl Xa/v ‘UTaMam des Landratsamts Wetzlar. 5699 l) 4,10 Meter. Baldauf 9,49 Die Vereinigung Alter Landsmannschaf ter in Gießen betrauert tief das Ableben ihres lieben Verbandsbruders und langjährigen Mitglieds, Herrn Reg.Med.*RatDr.Szubinski Teutoniae Mü et Palaio-Silesiae Ehre seinem Angedenken! 1500- 2000 öeut- . Sieg- Schön R. Fi- Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Tannhäuser Frankfurter Str. Der Führer der V. A. L. Gießen : Prof. Decker, Darmstadtiae __________________________________5689 D Betonplatte von 11,50 Meter im Quadrat erhalten — muß diese Arbeit zunächst erledigt werden, um dann die Fundamentierung der Kirche anzuschließen. Die Ausschachtungs-, Beton- und Maurerarbeiten werden von der Baufirma Abermann ausgeführt. bürg in den Ring. Sie siegten gegen eine starke Würzburger Stadt-Acht verdient mit 9:5 Punkten. Ein weiteres Angebot, durch das der Wimbledonsieger Fred Perry seine Amateureigenschaft aufgeben müßte, hat der Engländer jetzt abgelehnt. Diesmal hat ihm eine Filmgesellschaft in Hollywood 70 000 Dollar geboten, wenn er in einigen Kurzfilmen als Tennisspieler mitwirken würde. Vor 50 000 Zuschauern kam in Cardiff der erste Kampf um die britische Fußball-Länder- Meisterschaft zwischen England und Wales zum Austrag. Die Engländer waren klar überlegen und siegten verdient mit 4:0 (2:0) Toren. Zeit sind die Ausschachtungsarbeiten im Gange, die etwa zwei bis drei Wochen dauern werden. Anschließend werden die Betonarbeiten am Turm, hierauf die Fundamentarbeiten für den erweiterten Kirchenbau folgen. Da der Turm tiefer fundamen- tiert wird als die Kirche — der Turm wird eine Diskus (3 Pfund): 1. K. Schmidt 2. G. Baldauf 25 Meter; 3. Müller. Alte Herren. Weitsprung: 1. G. Baldauf Kugel st oßen (10 Pfund): 1. G. Meter. Alters-Vereinigung 1875 — 1925 Am 28. September starb unser allseits verehrter lieber Alterskollege Herr Dr. med. Alfred Szubinski Wir verlieren in dem leider so früh Dahingeschiedenen einen vortrefflichen Kameraden,dem wir einnie verlöschendes Gedenken bewahren werden Ungarns Boxer gingen nach ihren Kämpfen in München und Nürnberg am Samstag in Würz- Das Hamburger Stadtpark-Rennen, der letzte Lauf zur deutschen Motorrad-Straßenmeisterschaft, hatte am Sonntag einen großen Erfolg zu verzeichnen. Nahezu 90 000 Zuschauer umsäumten die herrliche Rennstrecke und bekamen in allen Klassen packende Kämpfe zu sehen. In der 350er-Klasse kam es zu einem scharfen Duell zwischen dem Godesberger L o o f (Jm- peria) und R i chn o w (Rudge). Loof hatte die schnellere Maschine und fuhr mit 111,7 den besten Stundendurchschnitt des Tages heraus. Bei den 2 5 0 er- Maschinen trug der DKW.- Fahrer Walfried Winkler (Chemnitz) den erwarteten klaren Sieg davon, er lag stets im Vordertreffen und war nie in Gefahr, zumal Kahrmann (Fulda) wegen Motorschaden aufgeben mußte. Im Regen fuhren die Beiwagen-Maschinen. In der 600er-Klasse gewann der Münchener Löhner vor dem Düsseldorfer Schneider, da Europameister Moritz (München) schon in der zweiten Runde mit seinem neuen Jap-Motor liegen blieb. In der großen Beiwagen-Kategorie kam Weyres (Aachen) zum Siege und zur Meisterschaft. Loof (Godesberg) blieb über 350 ccm erfolgreich und erreichte seinen zweiten Sieg. Spannend bis zum Ende verlief die Fahrt der 500er-Solomaschinen. Der Nürnberger Ley arbeitete sich mehr und mehr nach vorn, um schließlich den Münchener Steinbach im Ziel um Vorderradlänge zu schlagen. Soenius (Köln) triumphierte in der größten Klasse vor Rüttchen-Erkelenz (ebenfalls NSU.). Die neuen deutschen TNolorradmeister. 250 ccm: W. Winkler, Chemnitz (DKW.), 350 ccm: Loof, Godesberg (Jmperia), 500 ccm: Ley, Nürnberg, (DKW.), 1000 ccm: Soenius, Köln (NSU.), Seitenwagen: 350 ccm: Loof,Godesberg (Jmperia), 600 ccm: Schumann, Nürnberger (NSUJ, 1000 ccm: Weyres, Aachen (Harley-Davidson). I Die Technische Nothilfe ist ein Machtmittel des Staates. Im Großen Preis von Karlshorft, der mit einem Ehrenpreis und 20 000 Mark ausgestattet war, siegte Prevoyant unter Jockei Weber vor Courtisane und Kyksos. * Deutscher Dereinsmeister in der Leichtathletik wurden die Stuttgarter Kickers, die bei der Leistungsprüfung am Sonntag 8837,87 Punkte erreichten und damit die bisherige Bestleistung von München 1860 (8654,52 Punkte) bedeutend übertrafen. Im Rahmen der Kämpfe stellten die Kickers auch über 4 X 800 m mit der Mannschaft Koch, Dvorak, Paul, Dessecker in 7:52 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf. Edmund Conen wirkte am Sonntag erstmals wieder in einem Fußballspiel seines Vereins, des FV. Saarbrücken, mit. Conen ist vollkommen wiederhergestellt, er war an dem 8:0-Sieg seines Vereins über Gersweiler mit drei Toren beteiligt. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Wegestrecke von Garbenheim bis Block Dorlar im Zuge des Landweges Wetzlar—Garbenheim—Dorlar in der Zeit vom 3. Oktober bis 18. Oktober 1934 für Öen Kraftfahrzeug- und Fuhrwerksverkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Wetzlar—Niedergirmes-Dorlar und umgekehrt. 5692C Fußball-Ergebnisse der Gießener Mannschaften. Am gestrigen Sonntag gelangten innerhalb unserer Stadt, neben einigen Spielen der Jugend, auch einige Kämpfe der aktiven Mannschaften zum Austrag. In Lokaltreffen standen sich die 2. und 3. Mannschaft der Spieloereinigung 1900 und des VfB.« Reichsbahn gegenüber. Beide Spiele kamen auf dem Waldsportplatz zum Austrag. Das Spiel der zweiten Mannschaften konnte von den Blauweißen mit 4:3 Toren gewonnen werden, das Spiel der dritten entschieden die VfBer mit 4:2 Toren für sich. Das Spiel der Bezirksklasse im Bezirk Gießen- Dill, der mit großer Spannung erwartete Kampf der Mannschaften der Spvg. 1900 gegen die Elf des Spv. 05 Wetzlar endete mit einer Niederlage der Gießener. Mit 3:0 Toren konnten die Wetzlarer auf ihrem Platz das Spiel für sich entscheiden. Fußball in den Gauen. Der Punktekampf im Gau Südwest. Das vorgesehene Fußballprogramm der Gauliga Südwest war durch Absetzungen auf drei Spiele zusammengeschrumpft. Der glänzend eingeführte Neuling Union Niederrad setzte sich weiter erfolgreich durch. Er besiegte den Tabellenführer Phönix Ludwigshafen mit 4:0 (1:0), womit die Pfälzer in ihrem ersten auswärtigen Treffen auch ihre ersten Punkte verloren. Relativ stehen jetzt die Niederräder, die gegenüber Ludwigshafen mit einem Spiel im Rückstand find, an der ersten Stelle. Der FK. Pir- masends verteidigte seinen dritten Platz durch einen unerwartet glatten Sieg mit 5:1 (3:0) in Neunkirchen über Borussia und der FSV. Frankfurt hat sich durch einen 4:1- (3:0)-Sieg über Kaiserslautern auf den vierten Platz vorgearbeitet. Die Spiele in Bayern. Im Gau Bayern stand die Begegnung des 1. FC. Nürnberg mit Bayern München im Vordergrund des Interesses. Dem Spiel, das mit 1:1 (0:0) endete, wohnten rund 10 000 Zuschauer bei. Bayern München mußte u. a. auf Bergmaier verzichten, bot aber trotzdem die bessere Gesamtleistung und hätte zweifellos einen knappen Sieg verdient. Er wurde ihnen streitig gemacht in erster Linie durch die hervorragende Nürnberger Abwehr. — Nach einem mäßigen Spiel trennten sich in Nürnberg der ASV. und der FC. Schweinfurt unentschieden 0:0. Auf beiden Seiten versagten die Stürmerreihen, die eine ganze Reihe guter Torgelegenheiten verpaßten und auch sonst sehr wenig zeigten. — Einen glatten Sieg errang die Spvg. Fürth, die den BC. Augsburg auf eigenem Platze mit 5:1 (2:1) abfertigte. Leichtathletik-Veremsmeisterschasten des DfB.-Reichsbahn. Am vergangenen Sonntag trug die Leichtathletikabteilung des VfB.-Reichsbahn ihre Vereinsmeisterschaften aus. Es wurde manche schöne Leistung gezeigt, aber es gab auch Ueberraschungen, denn verschiedene Male mußten sich die bekannten Leute von dem besser kämpfenden Nachwuchs geschlagen bekennen. Die in diesem Jahr sehr erfolgreich gewesene 1. Rennmannschaft zeigte hier und da Spuren der harten Saison. Manche vollbrachten nur noch Durchschnittsleistungen. Die Ergebnisse: Klasse I. 100 Meter: 1. Luh 11,1 Sek.; 2. Rodriauez 11,2 Sek.; 3. R. Fischer 11,5 Sek. 200Meter: 1. Rodriguez 23,5 Sek.; 2. R. Fischer 24 Sek.; 3. Schön 24,5 Sek. 800 Meter: 1. Schön 2:08,9 Min.; 2. Pfaff 2:13 Min.; 3. Ochlich 2:18 Min. 1 5 0 0 Meter: 1. Sobezak 4:35 Min.; 2. Weber 4:42,8 Min.; 3. Berghöfer 4:48 Min. Handball der Gauliga in Nordheffen. Von den drei im Gau Nordhessen angesetzten Treffen fielen zwei wegen des Erntedanktages aus. Im einzigen Spiel des Tages unterlag der Tv. Esch- wege 61 dem vorjährigen Gruppenmeister Tuspo. 86/09 Kassel mit 4:5 Toren. SA-Fernfahrt vor dem Abschluß. Die vorletzte Etappe der SA.-Radfernfahrt führte die Teilnehmer am Samstag von Rudolstadt über Jena, Naunburg nach Halle a. d. Saale. Der Berliner Sturm 10/2 war auch auf dieser 102,4 Kilometer langen Etappe der Schnellste und da die Berliner auch die gleich zu Beginn der Strecke eingelegte geländesportliche Prüfung zur besten Zufriedenheit lösten, wurden sie auch diesmal nach einer Fahrzeit von 4:31:37 Stunden Etappensieger. Den zweiten Platz belegte diesmal Sturm 10/3 Berlin vor der Offenbacher Standarte 168 und Sturm 12/11 Breslau. Die SA.-Radfernfahrt Berlin—München—Berlin wurde dann am Sonntag mit der 12. Etappe über 166,7 Kilometer von Halle nach Berlin abgeschlossen. Siegreich war wieder der Sturm 10/2 Berlin mit 5:05 Stunden vor 12/11 Breslau, 10/3 Berlin und Standarte 168 Offenbach. Im Gesamtergebnis siegte 10/2 Berlin mit 68:31 Stunden vor 168 Offenbach mit 70:45 Stunden und 10/3 Berlin mit 71:20 Stunden. Deutsche Mannschasts-Meisterschast im Ringen. Der Vorschlußrundenkampf um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft im Ringen zwischen Siegfried Ludwigshafen und CfK. 93 Köln ist bereits zugunsten der Pfälzer entschieden, obwohl | 3000 Meter: 1. Pfaff, 9:58,4 Min.; 2. Bormuth 10:02,9 Min.; 3. Weber 10:15 Min. 10 000 Meter: 1. Sobezak 37:52,8 Min.; 2. Berghöfer eine Runde zurück. Kugel: 1. Luh 13,50 Meter; 2. Pieh 10,63 Meter; 3. Rodriguez 10,62 Meter. Diskus: 1. Luh 35,13 Meter; 2. Rodriguez 31,32 Meter; 3. Pieh 28,46 Meter. Speer: 1. Pieh 43,30 Meter; 2. Luh 42,50 Meter; 3. Siegmund 39,24 Meter. Stein: 1. Luh 8,48 Meter; 2. Pieh 6,85 Meter; 3. Rodriguez 6,35 Meter. Weitsprung: 1. Luh 5,60 Meter, 2. Rodri- Am28.September wurde unserKamerad Alfred Szubinski zur großen Armee abberufen.—In tiefer Trauer stehen wir an der Bahre des im Knege und seit 1926 in unseren Reihen bewährten, immer hilfsbereiten Kameraden. Wir ehren sein Andenken. Die Ortsgruppe Gießen des N. S. Deutschen Frontkämpfer* Bundes Stahlhelm 5686 D Wir betrauern schmerzlich den Verlust unseres gestern verstorbenen Werkmeisters Karl Daubertshäuser Krofdorf Der Entschlafene, ein Mann von lauterstem Charakter, war uns nahezu 50 Jahre lang ein treuer, pflichtbewußter Mitarbeiter, dessen Andenken bei uns als Vorbild fachlichen Könnens und unermüdlicher Schaffensfreude immer in uns fortleben wird. guez 5,51 Meter; 3. Schön 5,02 Meter. Klasse III. Weitsprung: 1. Pieh 5,30 Meter; 2. mund 5,29 Meter; 3. Becker 5 Meter. Kugel: 1. Siegmund 9,41 Meter; 2. 8,89 Meter; 3. Becker 8,81 Meter. Diskus: 1. Siegmund 24,17 Meter; 2. ' scher 23,87 Meter; 3. Becker 22,46 Meter. Jugend. Anerkannt wurde vom Fachamt Leichtathletik der am 8. August von dem deutschen Meter-Meister Schaumburg-Mülheim über Meter mit 5:32,3 Minuten aufgestellte neue sche Rekord. 10 0 Meter: 1. Weber 13 Sek.; 2. Huppert 13 Sek.; 3. Schneider 13,2 Sek. Kugel: 1. Schneider 8,32 Meter; 2. Weber 7,92 Meter; 3. Huppert 7,86 Meter. Speer: 1. Huppert 24,83 Meter; 2. Weber 23,38 Meter; 3. Mandler. Weitsprung: 1. .Huppert 4,85 Meter; 2. Schneider 4,79 Meter; 3. Müller 4,70 Meter. Fußballer. Kugel (10 Pfund): 1. K. Schmidt 9,75 Meter; 2. Reeh 8,07 Meter; 3. Nuhn 7,91 Meter. Weitsprung: 1. K. Schmidt 4,73 Meter; 2. Reeh 4,30 Meter; 3. Nuhn 3,90 Meter. Wiederum ist die Offizier-Vereinigung des alten Gießener Kaiser-Regiments Nr. 116 in tiefe Trauer versetzt worden. Unser treuer, lieber Kamerad Oberstabsarzt a. D. Dr. med. Szubinski ist ganz unerwartet zur großen Armee eingegangen. Tausenden hat er in Krieg und Frieden geholfen, nicht allein durch seine große ärztliche Kunst, sondern auch durch seinen Rat und seine menschliche Güte. Warmherzig mitfühlend, ist er allen, die seine Hilfe suchten, ein wahrer Tröster und vorbildlicher Freund gewesen. Für uns vom alten Regiment war und blieb er stets der treueste Kamerad, der niemals versagte. Unser Dank und unser Gedenken wird unauslöschlich sein. Rudolf Mohr, Generalmajor a. D. --------- 5698 D beide Gänge nur in sechs Gewichtsklassen ausgetragen wurden und die beiden Schwergewichtskämpfe zwischen Gehring-Ludwigshafen und Müller-Köln noch ausstehen. Aber selbst wenn Köln durch Müller zu zwei entscheidenden Siegen und damit zu sechs Punkten kommen würde, könnte das den Gesamtsieg Ludwigshafens nicht mehr gefährden, denn nach dem 8:6-Sieg in Köln erzielten die Pfälzer im Rückkampf ein 10:3 und damit insgesamt 18:9 Punkte. Siegfried ist also Gesamtsieger und für die Endrunde gegen Hörde 04 qualifiziert. Der Rückkampf in Ludwigshafen, der vor verhältnismäßig wenig Zuschauern im Ufa-Theater vor sich ging, sah die einheimische Staffel in glänzender Form. Die Kölner kamen nur im Leichtgewicht durch den vorzüglichen Schlangen zu einem Sieg und durch Drewing zu einem Unentschieden im Halbschwergewicht. Es waren durchweg temperamentvolle Kämpfe, die von dem württembergischen Sportwart Bramm-Stuttgart-Münster vorzüglich geleitet wurden. Auch alle Entscheidungen des Kampfgerichtes waren einwandfrei und wurden immer einstimmig gefällt. Im Schwergewicht gab es einen Einlagekampf zwischen Gehring-Ludwigshafen und Lägeler-Untertürkheim, den Gering entscheidend gewann und damit die Niederlage bei den Kampfspielen wieder wettmachte. Gau Mitte-Nordheffen am Harz. Die Fußballgaue Mitte und Nordhessen haben für den 14. Oktober einen Gaukampf vereinbart, der auf dem neu erbauten, 10 000 Zuschauer fassenden städtischen Sportplatz in Bleicherode am Harz stattfindet. Kurze Sportnotizen. D r. von Halt, der Führer der deutschen Leichtathleten, hat an seine Athleten für die großartigen Leistungen der abgelaufenen Saison seinen Dank ausgesprochen. - Hans Stuck siegt auf dem Masaryk-Ring ' 200 000 Zuschauer erlebten am Sonntag auf = dem 29,1 Kilometer langen Masaryk - Ring bei i Brünn ein Automobilrennen, das die besten Wagenfahrer Europas am Start sah. Gleichzeitig hatten : die Zuschauer Gelegenheit, die Ueberlegenheit der : deutschen Rennwagen von Auto-Union und Mer- > cedes-Benz bewundern zu können. Hans Stuck i auf Auto-Union, der in diesem Jahre erfolgreichste Rennfahrer, setzte sich im über 17 Runden führenden : Kampf der „Großen" wie gewöhnlich gleich nach : dem Start an die Spitze und fuhr sein Rennen . vorne in gleichmäßigem Tempo für sich. In । 3:53:27,9 ließ er Fagioli (Mercedes-Benz) und den Italiener Tazio Nuvolari (Maserati) hinter sich. Um den deutschen Triumph vollständig zu machen, belegte Prinz zu Leiningen auf dem zweiten Auto- Union-Wagen den vierten und Ernst Henne auf Mercedes-Benz den sechsten Platz. In der kleinen Klasse bis 1500 ccm kam der Italiener Farina auf Maserati in 3:58:49 Stunden siegreich. Der Berliner Burgaller belegte mit seinem Bugatti den zweiten Platz. Ergebnisse: Wagen über zu 1500 ccm: (17 Runden = 495,414 km) 1. H. Stuck-Deutschland (Auto-Union) 3:53:27,9 (127,044 Stöhn.), neuer absoluter Streckenrekorö, 2. L. Fagioli - Italien (MerceÖes-Benz) 3:56:24,5 Stö., 3. Tazio Nuvolari- Italien (Maserati) 3:57:14,1, 4. Prinz Leiningen- Deutschlanö (Auto-Union) 4:02:05,2, 5. A. Varzi- Italien (Alfa-Romeo) 4:04:08,9, 6. Ernst Henne Deutschlanö (Merceöes-Benz) 4:02:09,6 Stunöen. Wagen bis 1500 ccm: l.Farina-Jtalien (Mase- rati) 3:58:49 (109,8 Stökm.), 2. Burggaller-Deutsch- lanö (Bugatti) 3:59:32,4 Stö. (15 Runöen). Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben un- ffh) seres lieben Kameraden Ferdinand Sturm geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand. Die Beerdigung findet Dienstag, 14V3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. __56^7 D Todes* Anzeige. Samstag morgen 7% Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser innigstgeliebter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ferdinand Sturm im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Die Kinder und Enkelkinder. Gießen (Buddestraße 9), den 1. Oktober 1934. Die Beerdigung findet Dienstag, l«i/2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Gießen, den 1. Oktober 1934. Georg Philipp Gail, A-G, Zigarrenfabriken.