Nr. 204 Erstes Blatt 184. Jahrgang Samstag, 1. September 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Beto alt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlversitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Staatssekretär Reinhardt sprach am Freitag im Rundfunk im Zusammenhang mit der soeben abgeschlossenen Leipziger Herbstmesse über die steuerpoliti- schen Maßnahmen, die für die kommende Arbeitsschlacht im Herbst und Winter durchgeführt werden. Er führte u. a. aus: Das neue Einkommen st euergeseh wird am 1. Januar 1 935 in Kraft treten und bereits auf diejenigen Einkommen > Anwendung finden, die im Frühjahr 1935 f ü r ' das Jahr 1 9 3 4 ju veranlagen fein ■ werden. Der Entwurf des neuen Linkommeu- ! fteuergefehes enthält eine Bestimmung, durch die das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen wesentlich erweitert wird. Diese Bestimmung erstreckt sich auf jegliche beweglichen Gegenstände des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals, deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfahrungsgemäß zehn Jahre nicht übersteigt. Sie erstreckt sich nicht nur auf Ersatzbeschaffungen, sondern auch auf Neuanschaffungen nicht nur auf Erneuerungen, sondern auch auf Erweiterungen des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals. Auf Erweiterungen insoweit, als es sich um kurzlebige Gegen st ände handelt. Als kurzlebig gilt jeder gewerbliche Gegenstand des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals, dessen betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfahrungsgemäß zehn Jahre nicht übersteigt. Die Aufwendungen für alle diese Gegenstände können vom Gewinn, des Jahres 1934 voll a b - gesetzt werden, wenn die Anschaffung oder Herstellung bis zum Schluß des Wirtschaftsjahres 1934, in den meisten Fällen also bis spätestens 31. Dezember 1934 erfolgt ist. Alle diejenigen Gewerbetreibenden und Landwirte, die die Vergünstigung für das Jahr 1934 erhalten wollen, müssen die Auftrage so rechtzeitig erteilen, daß die Lieferung noch vor Schluß des Wirtschaftsjahres 1 9 3 4 erfolgt. In dem Fall können die Aufwendungen für die betreffenden Gegenstände vom Gewinn voll a b g e s e h t werden, so daß die Steuer, mit der der Gewerbeitreibende ober Landwirt für 1934 zu veranlagen sein wird, sich entsprechend ermäßigt. Die Steuerermäßigung beträgt je nach der Lage des einzelnen Falles 10 bis 45 v. h. für den in Betracht kommenden Gegenstand. Die nächste E i n k o m m e n st e u e r e r k l ärung ist im Februar 1935 für das Kalenderjahr 1934 abzugeben. Jeder Gewerbetreibende und jeder Landwirt hat die Möglichkeit, sein zu versteuerndes Einkommen nach Belieben niedrig erscheinen zu lassen. Es kann sich für das Jahr 1934 sogar einkom - men- oder körperschaftssteuerfrei gestalten. Er braucht nur entsprechend hohe Summen für Anschaffung oder Herst e l l u n g e n von kurzlebigen Anlagen, Gegenständen oder für die Ersatzbeschaf f u n g langlebiger Gegenstände für die Zwecke des zivilen Luftschutzes oder Sanitätsdienstes oder Instandsetzungen und Ergänzungen für Gebäude aufzuwenden. Die gleiche Möglichkeit hat jeder Gebäudeeigentümer, auch wenn er nicht Gewerbetreibender ist, hinsichtlich der Aufwendungen, zu Zwecken des zivilen Luftschutzes und des zivilen Sanitätsdienstes und bei Instandsetzungen an seinem Gebäude. Eine weitere finanzpolitische Maßnahme ist d a s Gesetz zur Förderung der Eheschließungen. Diese Tatsache wird zu immer größerer Nachfrage nach Möbeln und Hausgerät, und, da die jungen Ehepaare Wohnungen brauchen, nach Kleinwohnungen führen. Wir haben die Nachfrage nach Gütern und Leistungen bisher in erster Linie durch Gewährung von Steuervergünstigungen verschiedener Art und durch Gewährung von Ehestandsdarlehen gefördert. Wir gehen jetzt dazu über, auch durch allgemeine Steuersenkungen die Nachfrage nach Leistungen und Gütern zu fördern, ohne Bindungen daran zu knüpfen. Das neue Einkommensteuergesetz wird den Familienvätern eine weitere Entlastung br' '-"n. Der Familienvater soll für feine Familie einen größeren Betrag als bisher für die Lebenshaltungskosten zur Verfügung haben. Durch die allgemeinen Steuersenkungen soll insbesondere die Derbrauchsgüterindustrie belebt werden. Es ist auch notwendig, daß der Binnengroßhand el wieder zur Lagerhaltung übergeht. Zu dem Zwecke wird im neuen Umsatzsteuergesetz, das mit Wirkung vom 1. Januar 1935 in Kraft treten wird, die Umsatzsteuer für den Binnengroßhandel einheitlich auf 0,5 v. H. festgesetzt werden. Bisher betrug die Umsatzsteuer für den lagerhaltenden Großhandel 2 v. H. Es gibt für jeden Gewerbetreibenden, Landwirt und G e b ä u d e e i g e n t ü m e r reichlich Möglichkeit, sich ein^ureihen in die Front der Kämpfer um die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Jeder, der entsprechend handelt, dient der Schanghai, 31. Aug. (DNB.) Lin schwerer Lifenbahnanschlag ist etwa 40 Kilometer südlich von Lharbin verübt worden. Banditen hatten die Schien en aufgerissen und brachten einen Personenzug zur Entgleisung. Darauf eröffneten sie ein wildes Gewehr- feuer auf die umgestürzten Eisenbahnwagen, wobei 21 Personen getötet und 25 verwundet wurden. Die Banditen ergriffen darauf die Flucht und entführten sechs japanische Reisende, zwei Amerikaner und einen Dänen. Japanische Vahnwachen lieferten den Banditen ein zweistündiges Gefecht, konnten jedoch nicht verhindern, daß die Räuber mit ihrer Beute entkamen. An die Stelle des Verbrechens ist ein Lazarettzug entsandt worden. Die Rettungsarbeiten und die Bergung der zum Teil entstellten Leichen wurden durch wolkenbruchartigen Regen stark beeinträchtigt. Sind russische Bahnbeamie die Drahtzieher? Japan kündivt schärfste Maßnahmen an. Mukden, 31. Aug. (DNB.) Die mandschurische Polizei erklärt, daß die Urheber der Katastrophe auf der Strecke Charbin—Tschangschun in den Reihen der russischen Eisenbahnan- ge st eilten der Ostchinabahn zu suchen seien. Die mandschurischen Zeitungen, die den japanischen militärischen Kreisen nahestehen, verlangen ein energisches Durchgreifen sowie die B e r - «Haftung einzelner führenderSowjet- 'beamten, die von der Presse beschuldigt werden, daß sie die Bandenübersälle nach Anweisungen des Kommandos der sowjetrussischen Fern-Ostarmee inszenierten. Auf Veranlassung des Führers der japanischen Militärabordnung in Eharbin A n d o wurde eine Untersuchung eingeleitet, die durch japanische und mandschurische Polizei beschleunigt durchgeführt werden soll, da die Ergebnisse dieser Untersuchung von großer politischer Tragweite für die weitere Gestaltung der Lage an der i chinesischen Ostbahn sein werden. Von mandschurischer Seite wird erklärt, daß mehrere Personen in Haft seien, die unmittelbar oder mittelbar andern U e b e r f a l l b e t e i l i g t sein sollen. Die japanischen Militärbehörden betonen, daß nunmehr rücksichtslose Maßnahmen getroffen werden würden, um dem chinesischen Banditentum energisch zu Leibe zu gehen. Der Oberbefehlshaber der japanischen Truppen in Charbin hat Verstärkungen aus Tschangtschun zum Schutze der chinesischen Ostbahn erhalten. ♦ Das Attentat auf einen Expreßzug südlich von Charbin wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verhältnisse in der nördlichen Mandschurei. Alle Maßnahmen der Japaner, namentlich gegen die sowjetrussischen Beamten der Ostchinesischen Eisenbahn, sind immer wieder damit begründet worden, daß nicht eher Ruhe und Frieden einziehen werde, bis die sowjetrussischen Vorposten verschwunden wären, die die Band it en stets von neuemmitWaffenund Geldausrüste- t e n. Wieweit diese Behauptung richtig ist, mag dahingestellt bleiben. Daß aber die Banden in der Nordmandschurei aus irgendwelchen unbekannten Quellen Waffen und Sprengmaterial beziehen, läßt sich wohl doch nicht bestreiten. Aus der Fülle der Anschläge — fast täglich finden Ueberfälle auf japanische Posten und Feldwachen, japanische Geschäfte und Niederlassungen, japanische Eisenbahnanlagen und Bauten statt — geht aber auch hervor, daß die mandschurischen Banden nach einem gut' durchdachten Plan operieren und daß hinter ihnen eine Kraft steht, die sie zielbewußt lenkt. Volksgemeinschaft, und zwar dadurch, daß er zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und sozialen Not und gleichzeitig zur Gesundung von Wirtschaft und Finanzen beiträgt und schließlich sich s e l b ft durch Verbesserung seiner Anlagen und durch Verminderung seiner Steuerschulden nützt. Für jeden Arbeitnehmer, insbesondere für jeden Familienvater, wird sich durch Senkung der Abgaben und Beiträge eine immer größere Möglichkeit ergeben, die Aufwendungen zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten seiner Familie zu erhöhen und auf diese Weise zur Belebung der Verbrauchsgüterindustrie beizutragen. Wenn es jetzt zu einer neuen großangelegten japanischen Strafaktion kommt, so wird sich im Grunde herzlich wenig ändern. Die Banditen verschwinden ebenso spurlos, wie sie auftauchen. Machen die japanischen Truppen Kehrt, dann sind auch die bewaffneten Banden wieder da. Man muß aber nach diesem schrecklichen Attentat damit rechnen, daß Japan jetzt in der Nordmandschurei wesentlich schärfer v o r g e h e n wird. Es hat bereits wegen der Kontrolle des Verkehrs auf der Ostchinefischen Bahn weitreichende Forderungen an die russische Adresse gerichtet, die wohl nur durch eine japanische Selbsthilfe erfüllt werden können. Aber gerade das ist es, wovor Tokio bisher zurückgeschreckt ist. Wenn auch Rußland bisher sehr viel eingesteckt hat, so ist es doch möglich, daß ein Griff nach der Ostchinesischen Bahn, über deren Schienenstränge nach japanischer Ansicht die Waffentransporte für die Banditen rollen, durch die Fernostarmee des Generals Blücher nicht unbeantwortet bleibt. Oer Kern der chinesischen Lustwaffe durch Brand vernichtet. Schanghai, 31. Aug. (DNB.) Im Flughafen von N a n t s ch a n g, dem Zentrum der von Dschiang Kai-schek begründeten chinesischen Luftstreitkräfte, hat ein Brand zwölf große Bombenflugzeuge vernichtet, die erst vor kurzem aus Amerika eingefüfjrt wurden. Es wird Brand st iftung vermutet. 70 Personen wurden verhaftet. Eine eingehende Untersuchung ist eingeleitet. Die Pläne zur Errichtung einer chinesischen Luftstreitmacht sind damit zunächst gescheitert. Die für den Herbst vorgesehenen Hebungen der Luftstreitkräfte mußten abgesagt werden. 6in sozialistischer Flügel in der Faschistischen Partei? London, 1. Sept. (DNV.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" bringt in großer Aufmachung einen Bericht seines Mailänder Berichterstatters, in dem es heißt, von maßgebender sozialistischer Seite verlaute, Mussolini plane eine der kühnsten Taten seiner Innenpolitik. Er sei an mehrere hervorragende Mitglieder der von ihm unterdrückten sozial!- stischen Partei herangetreten mit dem Vorschlag, sie sollten sich ihm anfchliehen und einen neuen „sozial!stischen Flügel der Fasch! st enparle!" bilden. Sie würden dafür hervorragende Posten in der Partei, besonders in den Behörden erhalten, die die Arbeiterfragen kontrollierten. Einer von den betreffenden Sozialisten sei der ehemalige Bürgermeister von Mailand. Eine endgültige Antwort sei noch nicht erfolgt 24 Todesopfer eines Eisenbahnanschlags in der Mandschurei. Sechs Japaner und 3 Ausländer von chinesischen Banditen entführt. Genf und Moskau. In den ersten Septembertagen wird der V ö l k e r • bunbsapparat wieder in Betrieb gesetzt. Die beiden Institutionen der Genfer Liga der Nationen, Rat und Völkerbundsversammlung, treten zu ihrer üblichen Herbsttagung zusammen. Es ist die 15. Versammlung seit Bestehen des Völkerbundes. Aber niemandem scheint der Sinn nach besonderen Jubelfeiern zu stehen. Und es ist ja auch tatsächlich kein Anlaß, in besonderen Festartikeln eines Geburtstagskindes zu gedenken, das Eltern wie Paten immer nur Sorge um sein bißchen Leben gemacht hat und allen an die Friedensmission der Wilsonschen Gründung aufrichtig Glaubenden Enttäuschung über Enttäuschung bereiten mußte. Durch das Fehlen der Vereinigten Staaten und Sowjetrußlands hat der Völkerbund niemals seinen Anspruch auf Totalität durchsetzen können. Unter englisch-französischem Einfluß wurde er durch die Verkettung mit den Pariser Friedensdiktaten zwangsläufig zu einem Werkzeug eines auf Erhaltung des Status quo gerichteten lebensfeindlichen Imperialismus. Der Austritt Japans und Deutschlands hat ihm den letzten Nimbus einer überstaatlichen und weltumfassenden Organisation genommen. Trotzdem ist der Völkerbund als Machtinstrument einer starken Mächtegruppe auch heute noch, wenn auch im andern Sinn, als sein Gründer und die idealistischen Freunde der Völkerbundsidee es sich gedacht haben, wichtig genug, um seine Beratungen vor und hinter den Kulissen mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Insbesondere Deutschland muß, wenn es auch nach seinem Austritt keinerlei Anlaß hat, die Bedeutung der Genfer Institution zu überschätzen, sich mit den Vorgängen im Völkerbund beschäftigen, sobald deutsches Volkstum in feinen lebenswichtigen Interessen von Genfer Beschlüssen berührt wird. Das ist auf der bevorstehenden Herbsttagung einmal im Minderheitenproblem, zum andern in der Organisierung der Saarabstimmung der Fall. Dem Völkerbund wird der von ihm eingesetzte Dreierausschuß durch seinen Vorsitzenden, den Italiener Aloisi, seinen Bericht über die Vorbereitung der Volksabstimmung im Saargebiet vorlegen. Die Mitglieder des Abstimmungsgerichts, durchweg Angehörige neutraler Staaten, find bereits ernannt worden. Nun aber hat die Regierungskommission noch einen Antrag in Genf ein- gebracht, der die P o l i z e i f r a g e erneut aufrollt. Es war im Juni vereinbart worden, daß die vorhandenen Polizeikräfte, falls sie zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nicht ausreichen sollten, durch Anwerbungen im Saargebiet selber verstärkt werden sollen. Nur falls dieses sich als unmöglich erweisen sollte, sollte die Regierungskommission auf Anwerbung deutsch svrechender neutraler Staatsangehöriger zurückgreifen dürfen. Es ist nicht bekannt geworden, ob Herr Knox überhaupt den Versuch gemacht hat, innerhalb des Saargebiets die von ihm für notwendig gehaltenen Verstärkungen anzuwerben. Die „Deutsche Front", in der die abstimmungsberechtigte Bevölkerung des Saargebiets so gut wie geschlossen zusammensteht, hat allen Provokationen der Separatisten und Emigranten eine 'eiserne Disziplin entgegengesetzt. Im deutschen Lager verneint man daher entschieden die Notwendigkeit, die vorhandene Polizei durch Ausländer zu verstärken und sieht in diesem gänzlich überflüssigen Antrag nur einen Versuch des Herrn Knox, die Weltöffentlichkeit über die wahre Stimmung im Saargebiet zu täuschen. Da die anzuwerbenden Ausländer deutsch sprechen sollen, kommen für die Verstärkung der Polizeikräfte neben Luxemburgern nur Schweizer in Betracht. In der Schweizer Presse hat man auf diese Anregung schon recht sauer reagiert. Die Entsendung einer geschlossenen Schweizer Polizeitruppe gleichsam von Staats wegen wird überall rundweg abgelehnt mit der Begründung, daß die Eidgenossenschaft nicht dazu die Hand bieten dürfe, daß ein Organ ihrer Exekutive der Zankapfel zwischen den beiden großen Nachbarnationen Deutschland und Frankreich werde. Aber die gleichen schwerwiegenden Gründe sprechen auch gegen eine freie Anwerbung schweizerischer Staatsangehöriger durch die Regierungskommission. Denn selbstverständlich würden die Bewohner des Saargebiets nicht unterscheiden zwischen schweizerischen Polizeibeamten und Beamten der Regierungskommission schweizerischer Nationalität. Es wären eben doch in jedem Falle Schweizer, auf die bei vorkommenden Reibungen, wie sie während des Abstimmungskampfes in einer durch die Tätigkeit der Emigranten beträchtlich erhitzten politischen Atmosphäre unvermeidlich sind, das Odium unfreundlicher Stellungnahme zwangsläufig fallen müßte. Wenn also der Schweizer Bundesrat klug beraten ist, so wird er auf diese Zumutung des Herrn Knox nicht hereinfallen und sich aus einer Sache heraushalten, bei der es für die Schweiz keine Lorbeeren zu pflücken gibt. Ein anderer Punkt der Genfer Tagesordnung, der Deutschlands Interesse verdient, ist der polnische Antrag, die Minderheitenschutzverpflichtungen, die man in den Pariser Vorortverträgen den aus dem Zusammenbruch der Donaumonarchie wie aus der Loslösung der westlichen Randvölker vom russischen Reich neu entstandenen Staaten auferlegt hat, auf alle Mitglieder des Völkerbundes auszudehnen. Deutschland hätte, falls es noch in Genf mitzuraten hätte, gegen diesen Antrag gewiß nichts einzuwenden gehabt, da es selber stets auch ohne Zwang seinen kulturellen Verpflichtungen gegenüber seinen wenigen und zahlenmäßig geringen Minderheiten mustergültig nachgekommen ist. Aber weit weniger begeistert von einem solchen Vorschlag ist man in Frankreich, das ja trotz des Anspruchs auf größte Homogenität nicht nur in Elsaß-Lothringen, sondern auch in Flandern, in der Normandie und Bretagne, in den Pyrenäen-Provinzen wie in Savoyen recht beträchtliche > Minderheiten hat. Auch Italien hat bisher nicht recht gezogen, und wie sich die ändern Staaten mit Minderheiten innerhalb ihrer Grenzen, wie z. B. Kanada, Belgien, Dänemark und Spanien, stellen werden, ist noch ungewiß. Bor allem zielt jedoch der polnische Antrag auf Rußland, das zwar als Bund nationaler Räterepubliken seinen Gliedstaaten erhebliche Autonomie eingeravmt hat, aber innerhalb dieser Gliedstaaten doch noch nationale Minderheiten (z. B. Polen in Weißrußland) enthält, die keinerlei Schutz genießen. Wenn Polen die Frage des Minderheitenschutzes mit besonderem Hinweis auf die Verhältnisse in Rußland gerade jetzt erneut aufs Tapet bringt, so geschieht das nicht von ungefähr. Denn der wichtigste Punkt in den bevorstehenden Erörterungen in Genf wird, auch wenn er bezeichnenderweise nicht auf der Tagesordnung.steht, die Frage der Ausnahme S o w j e t r rrß l ä n d s in den Völkerbund sein. Und gerade Polen hat neben einer Reihe anderer Staaten trotz allen energischen Zuredens aus Paris noch immer schwere Bedenken gegen den Einzug der Bolschewiken in Genf. Sie hängen eng zusammen hüt dem von DärthoU und Litwinow gemeinsam ausgeheckten Plan eines Nordostpakts, der als Ergänzung der unter französischer Vermittlung zustandegekommenen Annäherung zwischen der Kleinen Entente und Moskau die russische Westgrenze bis zum . Meer hin schützen soll für den Fall kriegerischer Verwicklungen im Fernen Osten. Deutschland sowohl wie Polen, die als innere Glieder der gemachten Mächtegruppierung die Leidtragenden bei irgendwelchen militärischen Konsequenzen aus dem vorgeschlagenen Pakt sein würden, haben beide bislang die kalte Schulter gezeigt, weil sie keine Lust verspüren, im Kriegsfälle der einen oder andern hochgerüsteten Flügelmacht ihre Grenzen für Truppendurchmärsche zu öffnen. Auch die als Mitglieder des Nordostpakts noch vorgesehenen baltischen Staaten scheinen wenig Neigung zum Beitritt zu haben, das eben zwischen ihnen, getroffene Abkommen über ein außenpolitisches Zusammengehen deutet jedenfalls nicht auf den Wunsch nach Anschluß an eine größere Mächtekombination hin. Polens Widerstand hat in Paris sehr verschnupft. Das Mißtrauen gegen den ältesten und einstmals unbedingtesten Bundesgenossen ist seit dem deutsch- polnischen VerständigungsabkomnieN in stetem Wachsen und man erwägt in Paris ernsthaft den Gedanken, auf dem machtpolitischen Schachbrett den polnischen Springer durch den russischen zu ersetzen. Frankreich ist es ja auch, das den neuen Freund mit allen Mitteln in den Völkerbund zu lancieren sucht. England scheint in überraschender Jnkorisecjueng zu seiner neuesten Politik im Fernen Osten der russischen Kandidatur zumindest keinen Widerstand entgegenstellen zu wollen. Da das gewohnheitsmäßig ganz im französisch-britischen Fahrwasser segelnde Völkerbundssekretariat vermutlich alle Künste einer geschickten Regie ins Feld führen wird, um seinen Meistern gefällig zu sein, wären die Aussichten der Bolschewiken, unter der Patronage Frankreichs ohne weitere Förmlichkeiten sich in Genf ins gemachte Bett legen zU können, nicht ungünstig, wenn nicht sich auf einer Seite Widerspruch geltend macht, von bet man solchen lange nicht mehr. gewöhnt war. Es sind diesmal die kleinen Mächte, die mit größter Abneigung die Bemühungen Frankreichs beobachten, die Sowjetunion durch die Aufnahme in den Völkerbund gleichsam salonfähig zu machen. Neben einer Reihe südamerikanischer Staaten (bei Argentinien spielt wie auch bei Polen die Eifersucht auf den Rußland einzuräumenden ständigen Ratssitz noch eine besondere Rolle), neben einigen britischen Dominions, ferner neben Holland und Belgien ist es in erster Linie b i e Schweiz, bas Gastland des Völkerbunds, die sich gegen die Aufnahme der Sowjetunion ganz energisch sträubt. Da gerade in her DölkerbuNosstadt selber, im Kanton Genf, nach heftigen Kämpfen, die fast die Form des Bürgerkriegs angenommen hatten, der extreme Sozialist Nicole die Regierung übernommen hat,.fürchtet man von einem Erscheinen bet Russen in Genf Die Entfesselung einet skrupellosen kommunistischen Propaganda im ganzen Gebiet her Eidgenossenschaft, Die bürgerliche Presse der Schweiz fordert daher einmütig und leidenschaftlich den Bundesrat auf, mit einem eindeutigen „Nelri^ die französischen Kulissenschieber in ihrer Arbeit zu stören und die andern kleineren Mächte zu gleichem Entschluß zu ermutigen. Es ist also, obwohl Frankreich alle Minen springen läßt Und sowohl England wie Italien ihm sekundieren, Noch keineswegs sicher, ob die Zweidrittelmehrheit in der Vötkerbundsver- sammluNg zusammengebracht werden kann, die für Die Aufnahme Rußlands ohne die vorgeschriebene Prüfung seiner Geeignetheit notwendig wäre. EiNe Prüfung müßte näwlich ergeben, daß die Sowjetunion weder „volle Selbstverwaltung" hat, noch die Gewähr bietet für die Erfüllung ihrer internationalen Verpflichtungen (kommunistische Propaganda im Ausland). Beides fordert Artikel 1 der Völkerbundssatzung von neuaufzunehmenden Dundesmitgliedern. Man wird also der Diskussion in Genf mit Interesse entgegensehen. Wenn Rußland mit solcher Energie feine Stellung in Europa zu festigen sucht, denn diesem Zweck dienen sowohl die Annäherung an die kleine Entente, wie die ^Bemühungen uni Öen Nordostpakt sind den Eintritt in den Völkerbund, so geschieht dies, wie schon angebeutet, im Hinblick auf die Z u ° spitzung der politifchen Lage im Fernen Osten. Auf die auffallende Verschärfung des Tons in den russisch-mandschurisch-japanischen Verhandlungen über den Verkauf der Ostchina- bahn wurde vor einigen Tagen schon an dieser Stelle hiNaewiesen. Die Lage scheint für die Machthaber im Kreml inzwischen noch prekärer geworden zu sein durch eine sich anbahnende Verschiebung in der Konstellation der großen Mächte zum Problem des Fernen Ostens. Frankreich steht dank feiner geringen Interessiertheit an den Machtverhältnissen ringsum den Pazifik zu den beiden heftigsten Konkurrenten Rußland und Japan IN einem Dreiecksverhältnis, das Ihm erlaubt, zur Erhaltung des Friedens feine Vermittlung anzubieten. Amerika Und England indessen seheN ihre wirtschaftliche Stellung auf dem chinesischen Markt, in Ostindien, Afrika Und Südamerika durch die japanische SthleU- beraussuhr bereits ins Wanken geraten, aber auch ihre machtpolitischen Stützpunkte im Pazifik und an feinen Rändern sind durch die japanischen Rüstungen ernstlich bedroht. Das verhalf vor Jahresfrist Litwinow zu der günstigen Aufnahme in Washington. Die Beziehungen zwischen Den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sind inzwischen merklich abgekühlt, aber die Rückkehr der amerikanischen Kriegsflotte aus dem Atlantischen Ozean in die pazifischen Stationen an der kalifornischen Küste bellten an, daß Amerika Nach wie vor auf betn Quivive steht gegen Westen. England scheint es vorzuziehen, einen friedlichen Ausgleich mü zu suchen. .. . Um die Jahrhundertwende hat das Bündnis mit Japan den Engländern dazu gedient, einen Soldaten gegen Rußland zll findest» voll dem es sich von Afghanistan und China her in seiner mbischen Herrschaft bedroht fühlte. Politiker» wie der altere Chamberlain hatten damals bei Deutschland Deckung gegen Rußland gesucht» aber weder bei ihrem eigenen Premierminister Noch in Berlin genügend Unterstützung ihrer Pläne gefunden. ,So wandte man sich an Japan, das mit Hilft englischen Geldes seine Rüstungen so forcieren konnte, daß es wenige Jahre später den Krieg gegen Rußland wagte und gewann. Rußland wandte sich von Asien wieder seinen Interessen m Europa zu, die englische Flanke in Indien wär entlastet. Das englisch-japanische Bündnis hak den Weltkrieg überdauert» es wurde erst 1921 dem Flottenabkommen von Washington geopfert, das auch die Vereinigten Staaten zu Teilhabern machte. Aber für England ist die amerikanische Freundschaft immer weniger ein vollwertiger Ersatz für bas aufgegebene Bündnis mit Japan. Zumal seitdem Amerika sich anscheinend unter Verzicht auf die Philippinen mehr und mehr üuf seine Verteidigungsstellungen zurückzllziehM beginnt, ist England bei der Verteidigung des Empire dtif sich selbst angewiesen. So sucht es also durch eine Verständigung mit dem alten Bundesgenossen rechtzeitig einem kriegerischen Konflikt vorzubauen, dessen Ausgang immerhin zweifelhaft sein könnte. Diese Verständigung wird vielleicht eines Tages auf eine Teilung der Interessensphären in China zwischen England und Japan hinallslSufen, die letzterem gleichzeitig freie HäNd gegen Rußland lassen würde. Auch wirtschaftlich scheint England durch eintz ähnliche Verständigung die Fortsetzung des scharfen Konkurrenzkampfes vermeiden zu wollen, bet namentlich Mischen den Baumwollindustrien beider Länder entbrannt ist. Auch hier ist der Grundsatz „Divide et impera", teile und herrsche, füt beide Teile zweckmäßiger, als ein kostspieliger Kampf mit ungewissem Allsgang. Solange die japanischen Hafenstädte und Industriezentren von Wladiwostok her für die russischen Bombengeschwader in 6 bis 8 Stunden erreichbar sind, wird Japan kaum der Verlockung entgehen, durch eine machtpolitische wie wirtschaftliche Verständigung mit England sich nach einer Seite hin zu sichern, auch auf die Gefahr hin, von feinem imperialistischen Programm einiges abstreichen zu müssen. So steht die Genfer Herbsttagung des Völkerbundes mit Rußlands Kandidatur in großem weltpolitischen Rahmen und verdient scholl deshalb auch Unsere schärfste Aufmerksamkeit. Eine französische Gaardenkschrist für den Völkerbund. Darthou rechnet mit der Rückkehr des Gaargebiets zum Reich. Paris, 31. Aug. (DNB.) Im Ministerrat erstattete Außenminister Bärthou Bericht über die außenpolitische Lage. Der Minister ließ von seinen Kollegen eine Denkschrift über das Saarge b i e t gutheißen» die et dem Völkerbundsrat zll überreichen gedenkt Die Denkschrift richtet ü; a. an den Völkerbundsrat das Ersuchen, b e - reiis jetzt für den Fäll, daß die Wähler für die Rückgliederung an Deutschland stimmen sollten, die Fragen der DomaNiäl- gruben, des Währungssystems usw. zu regeln. Es handelt sich nach Ansicht der französischen Regierung darum, die Uebergangszeir, die elrten Höheitswechsel im Saargebiet gemäß dem Ergebnis der Abstimmung erforderlich machen könnte, möglichst kurz zu gestalten. Der Völkerbundsrat könnte beispielsweise für alle diese Fragen Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland anregert, entweder eine direkte Aussprache öder eine indirekte durch Vermittlung des DreiekaUöschllsses unter dem Vorsitz AloisiS. „Journal" glaubt weitet Mitteilen zu können, daß die Denkschrift auf die Dringlichkeit Hinweisen werde, eine absolute gerechte UNd fr 6 itz Durchführung der Abstimmung zu sichern und vor allem werde betont, daß sofort Maßnahmen ergriffen werden müßten» um die Saar bis zum Abstimmungszeitpunkt ,»ö o r einem Hand st reich z.U schützen". In gut unterrichteten politischen Kreisen verlautet dagegen, daß sich die Denkschrift in her Hauptsache auf wirtschaftliche und finanzielle Fragen beziehe. Sie soll von einem Ausschuß ausgearbeitet worden fein, dem außer dem Außenminister auch der Minister für öffentliche Arbeiten und det Finanzminister ange- hürten. IN det Denkschrift soll die angebliche Möglichkeit eines Wunsches der Abstimmungsberechtigten, die endgültige Entscheidung über die Staatszugehörigkeit des Saargebiets einem späteren Zeitpunkt v o r z u d e h a l t en, erwähnt werden, uNd gewisse Vorschläge für die Regelung des politischen Regimes im Saärgebiet, falls eine Mehrheit für den Status quo zustande kommen sollte. „Echo de Paris" meint, man stelle in gewisser Beziehung ein Vorurteil über den Ausfall der Wahlen auf, da man fräNzösischerseits bereits heute die Frage des Rückkauftzs der Gruben und die Umstellung der Währung anschneide. In Wirklichkeit habe Frankreich r e ch t s p ä t die Initiative ergriffen. Man hätte eine Regelung dieser Fragen vör Festsetzung des Äbstimmungs- zeitpunktes verlangen müssen. Der „Excelsior" Meint, daß Frankreich zugleich sein eigenes R e ch t und das SelbstbestiM- mungsttzcht der SaarbevolkeruNg wahren wolle. Das Blatt nennt als Fragen, die noch zu regeln feien: 1. das Schicksal bet französischen Staatsangehörigen Und der Schutz ihrer Person und ihres Eigentums. 2; Ditz künftige Stellung der ©aargrhben. 3; Die künftigen f k ä n z ö s i s ch - s a a t l ä n d i - scheu Handelsbeziehungen. Diese seien eine wichtige Frage, wenn man bedenkt, daß die Saär der viertbeste Abnehmer des französischen Außenhandels sei. Hoffentlich lenke die französische Denkschrift, so sagt das Blatt weiter, die Aufmerksamkeit des Völketbundsrates auch auf das künftige Militär- ft a t u t im Saakgebiet, das strategisch von höchster Wichtigkeit sei. Jede Nachlässigkeit in dieser Hinsicht könne etNste Rückwirkungen haben, auf die Aufrechterhaltung des Friedens. Auch fei Frankreich an der Polizeifrage interessiert. Ebenso fei_ die Frage der Minderheiten (!) und der Gicherhelts- bürgschäften für die Minderheiten zu behandeln, deNn sonst würde wohl die Gtzfdhr bestehen, daß die andersdenkende Bevölkerung in die Rach- bakgebiste flute. Wie stellt sich die Schweiz zur Frage der Saarpolizei? Bem, 31. AUg. (DNB.) Uebtzr die Haltung dek Schweiz zur Saarpolizei hat im Bundesrat ein Meinungsaustausch stattaefundem Aus den Ausführungen von Bundesrat Mottä konnte man entnehmen, daß es sich in keiner Weife üm die Zurverfügungstellung eines schweizerischen Kontingentes handeln kann, sondern nur um eine eventuell personr liche Rekrutierung von Schweizern durch Organe der Saarregierung. Ein offizielles Gesuch liegt nickt vor. Bunoesrat Motta ist darüber informiert wöroen, Laß die Frage von der Saarregierung erwogen wökdsN Ist. Der Bundesrat hat keinerlei Beschlüsse gefaßt. Frankreichs Bemühungen um die Aufnahme Rußlands in den Völkerbund. Paris, 1. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie die Blätter berichten, hat sich dtzt französische Ministerrat auch mit der Aufnahme S 0 wjetrutzi lands in dtzn Völkerbund beschäftigt. Nach dem „Petit Pakisien^ seien für einen Eintritt Sow- jetrUßländS kN den Völkerbund» soweit biS jetzt bei kannt» Frankreich, Großbritannien und Italien, dagegen seien die Schweiz» Holland, einige südamerikanische Staaten und vielleicht noch ärtoere Länder. Dennoch würde eine Mehrheit für d i e Aufnahme Rußlands zusläNdekommen. Eine an- d e r e Frage sei es allerdings» ob die zur Erlangung eines ständigen Ratssitzes erforderliche Einstimmigkeit erzielt werde. Deshalb fei die Entscheidung über diese Frage vorläufig Zurück ge st el.lt worden. „Temps^ erklärt u. ä„ Rußland in Genf bedeute wahrscheiNsich das Ende der asiatischen und in gewisser Weiss antieuropäischen Politik, die die Moskauer Regierung lange Zeit getrieben höbe UNd die, wie sie selbst zuzugeben scheine, keinen SiNN mehr habe, seitdem ihr Hauptgegner im Fernen ÖsteN (ein Haupt erhebe. Man müsse anerkennen, daß, solange die japanische Bedrohung bestehe, und Rußland wenigstens die Neutralität der europäischen Mächte brauche, es im Interesse der Sowjetregierung liege, in den Kolonien dieser Machte eine Propaganda ein zu dämmen, die übrigens feit einiger Zeit merklich nachgelassen zu haben scheine. Andererseits werde die Sowjetdiplomatie schon wegen der ständigen Fühlungnahme in Genf Mit den übrigen Mächten unvermeidlich und fogrtr gegen ihren Willen d i e Methoden ber europäischen Diplomatie annehmen müssen. Vön dort bis zu einer Aenderung ihrer geistigen Einstellung sei ein leichter Schritt. Wenn man schließlich im Völkerbund ein Hilfsmittel zUr Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung erblicke. Müsse man zugeben» daß die Zulassung Rußlands mit seinen 150 Millionen Bewohnern der Genfer Einrichtung etwas von jenem „ökumenischen" Charak- t e r wiedergeben werde, bett sie seit dem Austritt Deutschlands und Japans verloren habe. Der Eintritt ber Sowjets in die Genfer Familie werde eine DemUnftsehe sein. Wie alle solche Ehen werde sie Nicht aüf Unlösbarkeit Anspruch erheben können. Weiterhin ablehnend bleibt bas JoUknaf des Debüts, das als Kritiker der ftanzösischen Regie* Hing den Wunsch bezeichnet, die französisch-russische Allianz zu verwirklichen. Auch die Bemühungen um den Ostpakt laufen im Grunde genommen darauf hinaus, die Unterstützung Rußlands im Falle eintzs europäischen Konfliktes zu erhalten. Aber Man taufe, äuf diese Weise allerhand Gefahren. Schön die Garantie, die Frankreich für die russischen Grenzen übernehmen müsse, wäre eine höchst gefährliche Verpflichtung. Auf die militärische Hilfe der Sowjets rechnen zu wollen, wäre übrigens ein schwerer Irrtum. Die bolschewistischen Führer wüßten äUs dem Ekeignis den größtmöglichen Vorteil zu schlagen, sie hätten aber niemals einen Hehl daraus gewacht, daß sie sich durch keinerlei Verpflichtung gebunden fühlten. Das dürfe mäh niemals vergessen. Konferenz der nordischen Außenminister Oslo, 51. August. (DNB.) Auf Einladung ber 'schwedischen Regierung findet am 6. und 7. September in Stockholm eine Konferenz her Außenminister Norwegens, D ä - nemarks, Finnlands und Schwedens statt, um insbesondere übet eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den nordischen Ländern zu btzräten. Der baltische Pakt. Riga, 31. Aug. (DNB.) Wie das den lettländi- schen Regierungskreisen nahestehende Blatt „Rits" (d. h. „Morgen") meldet, ist der Rigaer Vertrag über die Zusammenarbeit der drei baltischen Staaten ausdrücklich nur politisch-diplomatischen Inhalts. Im Vertrage fei k e i n M i l i t ä r b ü n d- n i s ob er eine andere Abmachung .für den Kriegsfall vorgesehen. Selbst im. Falle eines Angriffs auf einen ber vertragsschließenden Staaten würde dieser von den anderen beteiligten Staaten nur durch politisch-diplomatische Maßnahmen Unterstützt werden. Ein Militärbündnis fei fölange nicht möglich, als. ein Staat (gemeint ist natürlich Litauen) seine Grenzangelegenheiten als nicht geregelt anfehe. Der in der amtlichen Verlautbarung enthaltene Hinweis über die Anschluß- m ö glichkeit dritter Staaten an den Rigaer Vertrag könne nur im Sinne eines eben1 tueüen Anschlusses Finnlands gebeutet werben, I da im Vertrage ausdrücklich rtur von baltischen s Staaten die Rede feu Der Vertrag dürfte schott th den nächsten Tagen der lettländischen Regierung zur Bestätigung unterbreitet werben. — In Reval begann am Freitag die baltische Wirtschaftskonferenz, an beC Vertreter der führenden Wirtschaftsorganisationen aus den drei baltischen Staaten teilnahmett. Vor einer Auslandsreise des Königs von Italien. _ $ ä t i 9,Sept. (KNB. Funkipruch.) Las „Petit Joütnal" will wissen, daß Mussolini nicht b e a d»f i ch t i g e, italienischen Boden zu verlassen, um den ausländischen Staatsmännern einen Besuch abzustatten, die ihn in Italien aufgesucht haben. Dagegen werde König Viktor Emanuel III. eine Reihe von Auslandreisen unternehmen. Man spreche bereits von wechselssitigen Besuchen des Königs und des Präfidenten dek französischen Republik und von Reisen des Königs nach London, Brüssel und vielleicht Nach Wiett. Ein deutsch-holländisches Transferabkommen. Berlin, 31. Aug. lDNB.) Zwilchen bc ■ beut« schen unb ber niederländischen Regierung ist ein Abkommen Unterzeichnet worden, das der Transferierung von Zinsen auf die privaten deutschen Anleihe und sonstigen Schuldverpflichtungen nach Holland regelt. Die für die Zinstransferierung im Rahmen dieses Abkommens erforderlichen Devisen wurden tri volltzr Höhe aus der Bezahlung für zusätzliche Warenlieferungen zur Verfügung gestellt, die Döh der niederländischen Regierung nach Deutschland vergeben werden. Die holländischen Gläubiger, die auf Grund des Abkommens befriedigt werden, verzichten auf einen erheblichen Teil ihrer Zinsansprüche. Die so fttzi werdenden Beträge dienen teilweise ber Amortisation der Schulbverhältnisse und zum änderen Teil der Förderung Der deutschen Ausfuhr. Mtor°SA und ASM vereint als selbständige Gliederung. Der Führer unb Reichskanzler hat folgenden Führer-Befehl erlassen: „Das NSKK. zusammen mit den Einheiten det Motöt-SA. werden üoft null ab HU einer Einheit „Nätionalsüzia- listisches Kraft fahr-Korps" gUsammtzn- gefaht- Es ist mir u n m i 11 el b a r unterstellt. Seine Führung übertrage ich dem Chef des Kraftfahrwesens der SÄ„ Öbergruppensührer H ü h n l e i n. . Die Aufgabengebiete Des Nationalsozialistischen Krafifahr-Körps und feine Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gliederungen der Bewegung werden gesondert geregelt." Der Reichsfühker der NSKK., Obergruppenführer Hühnlein,^wende^ sich mit folgendem Ta» g e s b e f tz h l an Motor-SA. Junb_ NSKK.: »»MSA.- unb NSKK.-Männer! Mit Erlaß vom 23. August 1934 hat der Führer als eine für die Weiterentwicklung sich ergebende Notwendigkeit die Zusam- m e n f a s s u n g, v o n Motor-SÄ. und NSKK. zu einer geschlossenen Einheit verfügt und mich zu ihrem Reichsführer ernannt. Diese neue Einheit — das ,»Nationalsozialistische Kraftfahr-Korps" — ist Unmittelbar dem Führer unterstellt und bildet damit gleich SA. und SS. von nun ab einen s elb- st ä n d i g e n Bestandteilder Bewegung. Für mich Und das gesamte Korps bedeutet dieser Beweis des Vertrauens unseres Führers größte Anerkennung und höchsten Ansporn zugleick. Wenn wir auch nunmehr aus dem Verbände der SA. a u s sch e i d e n, um als selbständige Gliederung fortzubestehen, so wird das NSKK. nicht neben ihr, sondern wie bisher in treuester Kameradschaft stets mit ihr sein. Eine Kameradschaft, in Not und Kampf gefeftigtK vermag nichts zu scheiden. Mögen SA. und NSKK, von nün ab auch äuf getrennten Wegen marschieren, dek gemeinsame Quell ihrer Kraft, ber Geist, ber sie verbindet, wird stets ber gleiche bleiben: ber alte stolze SA. - Geist ! Weitere Befehle über bie im Rahmen ber neuen Glieberung zu treffen« ben organisatorischen Maßnahmen folgen. Nr. Heiner, Stellvertreter des Gauleiters. Das Gaupresseamt teilt mit: Der im Rhein-Mcnngebiet allen Nationalsozialisten als selbstloser Kämpfer Adolf Hitlers seit Jahren bekannte Pg. Heinrich ReiNer wurde nunmehr offiziell zum Stellvertreter des Gauleiters von Heffen-Naffau ernannt. Den „NS -BritzfeN", Folge 26, entnehmen wir über bös arbeitsreiche Leben des Pg. Reiner folgendes! Heinrich Reiner ist ein Mann von meist wenigen, über um so sicherer entscheidenden Worten. Als Wik ihn um einige Daten seines Lebenslaufes batek, entwickelte tzr klar Und knapp ein kämpfte risches, unbeugsames Persönlichkeitsbild, das sich alle schmückenden Beiworte sparen kaNn Und sowohl dem Nationalsozialisten als auch dem Menschenkenner sägt, welcher Persönlichkeit der Gauleiter sein Vertrauen unmittelbar zuwendet, um sie th der politischen Führung des Rhein-Main-Gebietes wirken au lassen. Im Iahte 1892 zu Höf (Oberfranken) geboren, trat Reiner nach Besuch des Regensburger Gymnasiums als Fahnenjunker in das köNigl. bayr. 4. Pionierbataillon ein Unb erlebte bett Weltkrieg äh allen Brennpunkten in vorderster Linie. Im Herbst 1914 wurde er zum Leutnant befördert und zwei Jahre später zum Adjutanten des Generals Der Pioniere 6 ernannt. Wieder ein Jahr später meldete sich Reiner freiwillig zu ben Fliegern und erlitt im Februar 1918 einen Absturz aus 100 Meter Höhe. Nach seiner Wiederherstellung unb Beförderung zum Oberleutnant nahm er feine Ausbildung wieder auf und blieb auch nach der Novemberrevolte bei den aktiven Formationen. Während eines breimöriätigeh Urlaubs im Jähre 1919 trat Reiner dem Freikorps Epp bei und betätigte sich dort als Werbeoffizier. Im Verbände dieses Freikorps nahm er aktiven Anteil an der BefrsiUng Münchens von ber Räteherrschaft. Im Mai 1920 erfolgte auf eigenen Antrag seine Verabschiedung bet der Reichswehr. Die berufliche Tätigkeit in München, Ältjoch und Frankfurt a. M. wurde durch die jederzeit offen flum AUsbruck gebrachte nationalsozialistische.Einstellung erschwert unb brachte immer wieder Rückschläge und Kündigungen. Dies war um so schlimmer, als erst in dieser Zeit die Folgtzn der erlittenen Kriegsverletzungen sich bemerkbar machten. Reiners aktive Tätigkeit in _ber Hitlerbewegung geht bis ins Jähr 1921 zurück. Seine alle Mitglieds^ i Eindrucksvolle Zahlen trbrindUng i n b e h Wirtschaftsbelebung b 36 060 Quürtlsre Aus aller Welt >ef dem Aermelkanal wäh- Organisation und Darbietungen des Nürnberger Reichsparieiiags nS ip es n» m* e" jährlich bei in Mill. Mk. 546 339 144 95 77 g m ib ls er ib )0 ib Devisenknappheit in allen rohstoffarmen Industrieländern. lenweise gewittrige Störungen mit Niederschlägen. Aussichten für Montag: Fortdauer des wechselhaften Witterungscharakters. Lufttemperaturen am 31. August: mittags 17,9 Grvd Celsius, abends 9,9 (BraD; am 1. September Morgens 6 Grad. Maximum 18,6, Minimum 5,5 Grad. Erdtemperäturen in 1Ö cm Tiefe: am 31. August abends 16,1 Grad, am 1. September Mok- gens 12,5 Grad, Niederschläge 0,4 mm. SünNkN- scheindauer 6,4 stunden. ift lOÖÖt 696 3124 §452 2418 444? Ein bön der sich auffüllenden nördlichen Störung äbgetrenntek Ausläufer lagert mit seinem Kern über Böhmen und hat sich noch erheblich vertieft. Gleicher st. tt it* de er ifl \V das Fenster ins Freie, transportierten ihn auf einem in elfter nahegelegenen Wirtschaft geholten Bierkarren auf einen Kleeacker und öffneten ihn dvrt Mit Brechwerkzeugen. uns verwendet werden: Textilie ft Delfküchte, Oelfftäten und Öelkucheft Minekälöle Hauptschriftletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Khanat, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. Vll.34: 10 100. Druck UftÖ Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Stelndruckerei R. Lange, K.°G^ sämtlich in Gieße«, Das Rohstoffproblem und die techmscheForschung Von Dr. Leo Ubbelohde, Professor an der Technischen Hochschule Berlin. Lärm und den Sträßenverkehr wurden die Tiere scheu, gingen aus die Fußgänger los und verletzten mehrere von ihnen, meist Frauen. Ein Ochse stieß Mit seinen Hörnern eine große Schäu- feftsterscheibe ein, ein anderer ging gegen einen Kraftwagen vor. Der Gendarmerie blieb nichts anderes übrig, äls die gefährlichsten Tiere auf offener Straße abzUschietzen. Großer alpinistischer Erfolg bet schweizerischen kaukäsus ExpedilioN 1934. Der schweizertscheft Kaukasusexpeditivn 1934 unter Führung von Lorenz Saladin ist es nach über 100 Versuchen früherer Expeditionen Gelungen, die E r st b e st e i g u n g des M i s i r g i T a U (4925 Meter) dUrchzUfüyrßN. Die ölS schwierig geltende Besteigung hat in Rußland allgemeine Bewunderung ausgelöst, Die Expedition setzt sich aus Mitgliedern des Gchweizerischen Alpeftklübs zUsaMMen. USA.-3hig)eug vom Blitz getroffen. — Fünf Todesopfer. Ein Verkehrsflugzeug wurde während eines Nachtfluges in der Nähe von St. Joseph (Missouri) vom Blitz getroffen und stürzte brennend ab. Vier Fahrgäste und der Flugzeugführer wurden getötet. pofträuber erbeuten 4000 Mark. In die Postagentur Meitingen bei Augsburg wurde nachts eingeöröchen Und rund 4000 Mark geraubt. Die Beute bestand äUs 2500 Mark Bargeld, im übrigen aus verschiedenen Markenwerten. Um in den Raum zu gelangen, Zertrümmerten die Täter eine Fensterscheibe, hoben He innen angebrachten Schutzstangen heraus und stiegen ein. Den Kassenschraftk brachten stö durch bahn stellt 525 Sonderzüge. Die Leerzüge müssen teilweise bis zu 400 Kilometer von Nürn- berg gefahren und für den Rücktransport wieder herangeholt werben,, wozu der gesamte Lokomotive dienst und das entsprechende Personal erforderlich ist. Eine Aenberung im Programm ist inföfet'ft ein* getreten, als am Montagabend als Abschluß des gesamten Parteitages eine Huldigung der Wehrmacht vor dem Führer ftättsindet und zwar durch den Großen Zapfenstreich vor dem „Deutschen Hof". Das Volksfest. Das am SaMstag, dem 8. September, im ZMdion stattsindenive große Volksfest. foÜ Mit eifteM noch nie Dagetoeferteft gemischten Programm alle Arbsits* gebiete her NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zeigen. Das Neichsömt Volkstum und Heimat veranstaltet ein Massenchorspiel „Deutschland, gestern, heute und morgen", an dem 3506 Völks* genossen teilNehmen werden llftd das in dramatischer Steigerung Kriegs- Und Nachkriegszeit, den Kampf des Nationalsozialismus UM das Völk und seinen Sieg symbolisch darstellen wikd- Die NS:-Kulturgemeinde bringt litt Wäld- theater ein buntes Programm, ausgefüyrt von einer Münchener Truppe, Mit Häns-Sächs-Spieleft, Katzarett-VorführUngen, Mittskötterlicher Musik» Reigentänzen, Solotänzen, BallettvorführuNäen, BandoniüMvirtuosen, das berühmte Märionetten- theater Puhonny, die Puppeftspiele „Die Hohen- steiner" und die Truppe Jwoski aus Röntgen- tal bei Berlin, schließlich vier Mässeftchöke der Nürns berget Sängerschaft unter Leitung tiött Professok Biüdtzr. Das Amt „Reisen und Wandern" zeigt die Originalmodelle der „Bremen" und „Europa", des „Columbus" und des neuen Panzerkreuzers „Königsberg". Die Modelle werden auf beftt Dutzend- t e ich k'rtzuzeN. Das Amt „Schönheit der Abbeit" wird aus einem Ausstellungsstand über den Sinn und die bisher geleistete Arbeit seiftev. Aufääben- gebtetes vrientieren. Das Presse- und Pröpäganda- ungehört verhallen- denn wir werden in der Tat die Fesseln brechen, die man UNS in Form der Devisenknappheit angelegt hat. Das Ausländ muß. sich aber darüber klar sein, daß wir nicht in der Lage seift werden, jetzt Hunderte.von Millionen iN die Eigenherstellung von Rohstoffen zu stecken und später, wenn die Devisenlage sich gebessert haben sollte, neuerrichtete Fabriken wieder ft i 11 z U legen Und das investierte Kapital zinslos ruhen zu lassen. AUS der Tabelle, die Deutschlands Eigenverbrauch an eingeführten Stoffen im Jahre 1932 enthält, sehen wir, wtegroß die Mengen de r ausländischen Rohstoffe sind, die r Zapänlscher Dampfer gesunken. 91 Personen vermißt. Auf dem koreanischen Grenzfluß Jatu ist ein Dampfer gesunken, der einer japanischen Jivilschiffahrtsgesellschaft gehört. Nach beft bisherigen Mitteilungen sind zwei japanische Militär- küstenschiffe, Sie den sinkenden Dampfer beobachteten, zu Hilfe geeilt, um die Ertrinkenden zU ketten. unbestätigten Meldungen zufolge befanden sich einschließlich Besatzung 200 Personen Sn Bökd. Davon werden 91 Personen vermißt. Nach weiteren unbestätigten Meldungen haben die beiden Küsten- schiffd 29 Personen gerettet. Die Nettuftgsoperatio- nen sind sehr schwierig, da sie durch Nebel behindert werden. lösung war Reifte? persönlicher Adjutant und die rechte Hand des Gäuleiter Sprenger. Mit der Er- Nennung des Gauleiters zum Reichsstatthalter in Hessen übernahm Pg. Reiner die Leitung des Büros des Reichsstatthältektz, wurde im Juli 1933 flüfh hessischen Regierungsrat ernannt und spater durch den Reichsvräsidertteft bestätigt. Gleichzeitig erfolgte die Bestellung zUM Gauinspekteur und Leiter der Abteilung Land Hessen des Gaues Hessen- Nassau. „Die stolzen Söhne von Kagujd." Erpressungsmanöver amerikanischen Sltts in 3etidL Vor dem Schöffengericht in Jena stäftd ein ®r> Krefferfall nach ü M e k i k ü ft i s ch e M Muster zur Verhandlung. Der ängeklägte 26 Jahre alte Rudolf Stickrath hatte einen juftg- ^erheirateten Geschäftsmann durch Drohungen aller Art elften Betrag von 5000 Mark für die „g s» Vlelftftlltzige Gesellschaft der stolzen Söhne von Ragllsa abnöttgen wollen. Zuerst versuchte es der Bursche Mit telephonischen Anrufen und meldete sich jedesmal mit den Worten „Hier find die stolzen Söhne von Ragusa". Dann schrieb dek Erpresser seinem Opfer elften Drohbrief nach dem anderen. Der Geschäftsmann und seine Frau wurden mit dem Tode bedroht, ihr zu erwartendes Kind sollte entführt werden. Er, der Bedrohte, entgehe feinem Schicksal nur bann, wenn er eine Anzeige erscheinen lasse mit den Worten': ^,Jch bin bereit". Der Bursche hätte auch Noch Vie Frechheit, sich bei der Polizei unter dem Namen des Geschäftsmannes telephonisch nach dem Stande der Erpres- ungssache zu erkundigen. Schließlich ding et aber der Polizei doch ins Gärft. Als er Boten ausg^ anbt hatte, um däs Geld Sbzuyoleft, wurden diese verhaftet. Aufgrund ihrer Angaben gelang es bann auch, den Erpresser zu schnappen. — Dor Gericht gab btzr Angeklagte äft, daß er durch das Treiben der amerikanischen Gangsters und durch die Lektüre von Krimiftalgeschichten auf den Gedanken gekorm men fei, auch in Jena einmal einen Versuch gleicher Art zu Machen. DNS Gericht hatte aber dafür keinerlei Verständnis und verurteilte Dey Angeklagten zu dnberbatb Jähren Zuchthaus und Vertust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Fünf Touristen stürzen in eine Gletscherspalte. Im Dachsteingebiet sttir z t e n fünf Wiener Bergwanderer auf dem Hallstätter Gletscher in eine Spalte. Der vorsusgehende Tourist hatte seine am Seil befindlichen Kameraden beim Sturz Mit- gerissen. Mit großer Mühe gelang es allen, sich aus der Spalte herauszuarbeiten- Alle hatten Verletzungen vävbngetragen. Vullenjagd tn den Straßen einer französischen Stadt. In den Straßen der südfranzösischen Stadt Perpignan kam es zu einem seltsamen Verkehrs - Unfall. Trotz Verbotes ließ ein Viehhändler eine Viehherde, in der such mehrere Bullen mären, durch die Straßen zum Schtachthof treiben. Durch den gebeten, die wir im Laufe des Monats September veröffentlichen werden. Im folgenden macht der Gründer des Deutschen ForschunAsiNstituts für Textilstoffe grundsätzliche Ausführungen zum Rohstoffproblem, auf Einzelheiten werden weitere Aufsätze eingehen. Ausläufer lagert mit seinem Kern über hat sich noch erheblich vertieft. Gleichzeitig ist der Luftdruck bei der Biskaya stark gefab len, so dätz das unbeständige Wetter noch afthält. Dabei werden lebhafte UNd wechselnde Winde aer* schiedenartigs Luftzufuhr Hervorrufen Und zu gewittrigen Störungen mit Niederschlägen Anlaß geben. Die TeMVerätureN, die vevschievenenörts größeren Schwankungen unterworfen fein werden, erreichen Nachts weiterhin niedrige Werte. Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes Wetter, teils stärker bewölkt, teils aufheiternd, ftel- nummer ist 28 795 vom 23. April 1923. Damals gründete er die Ortsgruppe Kochel am See und Benedikt-Beuren und war am 9. November 1923 beim „Hitlerputfche" in Wünschen beteiligt. Nach feinem Wiedereintritt in die Partei wurde Reiner als stellvertretender Ortsgruppenleiter einges setzt, übernahm 1930 den Vorsitz des Kreis-Uschla Frankfurt und 1931 den Vorsitz des Gau-Uschla Hessen-Nassdu-Süd. Hieran anschließend übernahm er die Gauaeschäftsführung und später die Adjutan- lur der Landesinspektion Süd-West. Nach deren Auf- antt wird Mit 15 Gköß-TöNfilM-Wagen aus Berlin Freilicht-FilmvvrWkUftgeN bieten und bringt U. a. den größten^ F r e i l l ch t - P t 0 j e k t .i 0 n s Z apparat des Kontinents mit 12X12 Meter Projektionsweite sowie ein, neugebildetes Wander- taöärett aufgeschlossener Bühne. Das SportaMt Zeigt in M a s s e n s v 0 r tl i ch e n DökfllhkUftZ gen ftöri etwa lOuO bis 1566 Flauen Uftb Männern einfachste MkssengyMnastik und Körperschule, wie sie in beft Sportkurfen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" geübt werden. Es gibt ein Reit-HippödröM, Schießstäftde, Ballspiele U. ä. m. Ein Jiiefenfeuerwerf. Die Krönung des ganzen bildet schließlich das Riesenfeuerwerk, das auf drei großen Fronten abgebrannt wird. In riesigen Schalen werden RötfeUer den Beginn des Feuerwerks am nächtlichen Himmel künden. Eine Riefenkrone bildet ift der HaUptkaMpfbahn den Abschluß des musikalischen Programms. Dänn fetzt das eigentliche Feuerwerk mit einem 1 Minuten dauernden TromMslfeuek, Unterstützt durch sog. GewehrseUekbatterien, oft den drei Fronten ein. BoMbenparädeft, Feuer- töpfe, Fallschirmraketen, Blitzdonnekgränaten und Kroftenparaden werden zu einem einzigartigen Schauspiel überleiten: „Aus Feuerrohren werden an drei Fronten bis zu 150 Meter Höhe @ejb = ftiMMerwäftde, mit röten Und blauen Sternen durchsetzt, ernporgeschofsen. Der ganze HirnMel wirb 3p Sekunden lang mit einem Sternen- Hagel übersät sein Nach einem Höhenfeuer ift Gold, Silber und blau sowie röt Und einem R a - ke teuf euer mit bisher Unerreichter Steighöhe wird ein Wasseksall in rötlichem, grünlichweißem und silberweißem Licht an drei Fronten niedergehen. Deft Abschluß bildet ein gewaltiges Pornbenfinale, während ein großer Scheinwerfer ein Riesenhakenkreuz am HiMMel Zeigt. Dieses Feuerwerk stellt eifte bisher unerreichte technische Höchstleistung der deutschen FeUerwerkindUstrie dar. 1 S 6 6 0 Brieftauben aUs tzeM tzäftZen Deutschen Reich, die in drei Abteilungen auf dem Volks- sestptatz lösgelassen werden, tragen mit kleinen Depeschen die Ründe von dieser lebeftdig, gewörde- fteft deutschen Volksgemeinschaft anläßlich des Reichspakteitöges hinaus ift alle deutschen Galle. Diplomaten auf Sem parteitaq. Berlin, 51. Aug. Der Führer hat auch in diesem Jähre die Chefs der ausländischen Missionen als seifte persönlichen Häste zur Teilnahme am Parteitage eingeladen. Ihr Grscheinen haben zugesagt die Botschafter von Japan Und dek Türkei- ferner die Gesandten von PenezUelä, Bölis vieft, DoMinira, Mexiko, Guatemala, Panama, Uruguay, Nicaragua, Aegypten, Griechenland, Polen, Chifta, Persien, Portugal, Luxemburg, Bulgarien, Litauen Ufto Ungarn. Den Diplomaten wird wiederum ein Schlafwagenfonderzug zur Verfügung gestellt werden, der sie zunächst zu einer Besichtigung der ifft Ball befindlichen Alpen- st r a ß e nach Berchtesgaden und dann zum Parteitag nach Nürnberg führen wird. Für die Hinterbliebenen der Gefallenen der Newe^un-. Nüknbtzrg, Bl. Slug. lDNB>) Die Pressestelle des Reichsparteitäges teilt Mit: DäesunMöglich war, alle Hinterbliebenen der gefallenen Kameraden zu dem diesjährigen Parteitag durch den Fühi rer einzuladen, haben n U r die Hälfte der Hin- tekbliebeften Einladungen erhalten. Die. übrigen sollen beim nächsteft RSichspakteitög berücksichtigt werden. Selbst, ein gewohnheitsmäßiger Nörgler wird nicht bestreiken, daß sich der Binnen markt in Deutschland durch die Maßnahmen der nationalen Regierung ft ä r r belebt hat. Dadurch, daß Millionen von Arbeitslosen wieder Arbeit und Verdienst erhielten, steigerte sich die Kaufkraft im Inlands, und die erhöhte Kaufkraft regte wieder die Produktion an. Flugzeugsühker Über dem Aermelkanal vvm Vllh Mftoffen. Ein PassagierflugMg auf dem Wegß von Paris Nach London wurde über Dem Aermelkanal während eines plötzlich ausgebrochentzn Gewitters vom Blitz getroffen. Das Gesicht des Flugzeugführers, seift Unter Arm und die linke Hälfte fei* ner Kleidung wurden versengt, aber der elektrische Schlag war nicht stark genügt um ihn dienstunfähig ,zu Machen. Er brachte das Flugzeug glücklich vis >an seinen Bestimmungsort. Der Funkapparat des Flugzeugs wurde zerstört. Die Ursache des merh ^würdigen Unfalles wird darin erblickt, daß die ^Plötzlichkeit des Gewitters.dem Fahrperional keine _3eit gelassen hatte, den Regeln entsprechend den sFUftkaufnahmeapparät außer Betrieb zu setzen. Nürnberg, 31. Aug. (DNB.) Die Presse wurde mit aufschlußreiche^ Einzelheiten Der Organisation des diesjährigen Relchsparteitages bekannt gemacht, die ein Bild davon geben, was art Vorarbeiten ge* leistet worden ist und wie sich der Parteitag gestalten wird. Besonders schwierig wird fein, die 1 10 000 SM -Männer aus Dem Zeltlager zUr Luitpoid-Ärena in Marsch zu bringen, wo vormittags der Führer zll seiner SA. sprechen wird. Rund 18 0 0 0 Ö politische Leiter werden aufmarschieren, Die in Zwölferreihen durch Nürnberg marschieren. Die emzelnen Züge werden sich schließlich ju zwei gewaltigen Marschsäulen vereinigen und so in die Zeppelinwiese einmarschiereft, Die Länge dieser beiden Säulen beträgt rund 15 Kilometer, fast drei Stunden brauchen sie, bis der Einmarsch auf der Zeppelinwiese vollzogen ist. Die ersten Gaue fetzen sich gegen 12 Uhr in tzewegufta und bis 17 Uhr wird der letzte politische Leiter auf der Wiese eingetroffen sein. Rund 21006 Fahnen nehmen am Einmarsch teil. Es Mußten UfttM* bringunas-Möglichkeiten für etwa 5 2Ö00Ö Mann geschaffen werden. Die größten Schwierigkeiten machte Die UnterbrinäUftL ift beft Fabriken, Da infolge der Wirtschaftsbelebung Innerhalb zweier Monate rund 30006 Quartiere gusfieien, für die Ersatz beschafft werden Mußte. Von., den , P r | 0 a t q u ä r f j e r e rt efttsällen auf die Städt Nürnberä 41 660. Es würben 600 Gkößs gelte und 2400 KleinZe11e errichtet; die hier in Anspruch genommene BobeNfläche beträgt 290 006 Quadratmeter. Für die Massenguartlere Mllßteft 80 ÖÖO Zentner Stroh beschafft werden. Die Reichs^ Die gesteigerte Produktion rief jedoch elften entsprechend größeren Rohstoff-Verbrauch und -Import hervor und so kam es, daß dis innerdeutsche Wirtschaftsbelebung, bei z. T. schwindender Ausfuhr, unsere Handelsbilanz durch Rohstoff-Einfuhr stärker als gewöhnlich belastet und zusammen mit Verpflichtungen aus Deft Auslands- krediten die augenblickliche Deviseftkftäpp- h e i t herbeigeführt hat. Devisenknappheit herrscht aber nicht nur in Deutschland, sondern in den meiften hochindustrialisierten und gleichzeitig rohstoffarmen Ländern, weil.die hochqualifizierten Jndustrieerzeugnisse Der eigentlichen Industrieländer nicht mehr genügend Absatz in den Rohstoffländern finden. Weltkrieg und Warenaustausch. Diese Störung des Warenaustausches sieht Man immer als eine Folge des Weltkrieges an, und das ist sie mindestens zu einem Teil, Denn der mehrjährige Abschluß der LanbesgrenzeN durch die Blockade hat iselbftverständlich die früheren Handelsbeziehungen Zum Auslande stark gestört. Die jahrelange Unmöglichkeit, deutsche Waren zu kaufen, zwang selbst die wenigen nicht feindlichen Länder dazu, sich nach änderen L i e f e,r a ft t e ft u m - Zusehen öder — was in diesem Siftne viel nachhaltiger wirkte — sich eigene ProdUktioNS- ft ä 11 e ft im eigenen Lande zu errichten. Diese Entwicklung ist nur schwer und in vielen Fällen Überhaupt nicht wieder rückgängig zu machen, weil sie einer an sich immer wieder vorhandenen Tendenz entspricht; denn man hat immer Daf)ift gestrebt, ausländische Naturerzeugftisse durch iftlän- dische Natur- . oder Kunsterzeugftisse zu ersetzen: Män denke z. P. äft die Synthese des Indigo, die die Einfuhr des ftätürlichen Indigo unnötig machte, Maft denke äft zätzlreiche andere Farbstoffe, Den Rübenzucker, an die Kunstseide usw. In normalen Zeitläufen hat sich diese Tendenz freilich immer nur langsam und mit Unterbrechungen — ja Nückläufen — Durchgesetzt, sprunghaft aber ist sie jedesmal gefördert worden, wenn der Welthändel gestört w.Uvde. So gdb d 14 Köftti - ft e ft t a l s p e r r e M Napoleons Zeit den Anstoß zur kontinentalen Sodasabrikation und damit zum Beginn der chemischen Großindustrie überhaupt. Der Weltkrieg gab den Anstoß zu der ungeheuren Entwicklung Der SnDuftrie -Des künstlichen Stickst 0 ffes und machte dadurch die Einfuhr des Salpeters von Uebenfee unnötig. Beispiele, von Denen noch sehr viele sich würden aft-führen lassen. Die Warnung des Führers an das Ausland, unsere Forscher und Techniker würden n e U e D e r - fahren finden, um ausländische Rohstoffe durch Jnlanderzeugnisse zu ersetzten, sollte deshalb nicht men hier zu eigenen Spinnstoffen/ die eine ganz neue Klasse därsiellen und denen Man Unrecht tun würde, wenn man sie etwa mit Dem Ausdruck „Ersatz" bezeichnete. Bei Dem Flachs handelt es sich um außerordentliche Züchtungserfolge und bei den künstlichen Fasern um technische Fortschritte von Bedeutung. Alls beide wird in einem folgenden Artikel noch näher eingegaftgen werden. Sie deutsche Ksaststofferzeugung. Nicht minder uneinehmbar erschien die Einfuhr^ stellung Der Mineralöle Und BituMina, auch ein Posten, Der hundert Millionen übersteigt, wie Die Tabelle zeigt. In Der Tat: Deutschland ist arm an Erdöl. Wenn auch vor kurzem zahlreiche ergiebige (SrÖöIqüeÜert erböyrt würden, und wenn wir Hoffeft, daß dank der energischen Förderung und finanziellen Bohrbeihilfen ber Regierung unsere Förderung erheblich steigern wird, so ist doch noch nicht Damit zu rechnen, daß unser Bedarf gedeckt werden kann. — Aber Kohle haben wir im Ueberfluß; Braunkohle sogar mehr als andere europäische Länder, und unsere. Technik entwickelte bis heute schon vollwertige, Verfahren, die ermöglichen, aus Braunkohle und Steinkohle durch Schwelen, Spalten und Hydrieren und durch geeignete Verknüpfung dieser Verfahren Mineralöle zu gewinnen. Auch die Hölzeinfuhr können mir vermindern, sobald man Die Waldwirtschaft intensiver gestaltet hat, was schon lange von Fachmännern auf diesem Gebiete gefordert wird. Bei intensiver Waldwirtschaft können auch Gerbstoffe und Harz in viel größeren Mengen als bisher in Deutschland gewonnen werden. — Daß wir bisher etwa 50 Prozent unseres Holzanfalles verbrannten, Dürfte nicht allgemein bekannt seift. Gesteigerte Erzgewinnung und Aluminium aus deutschen Rohstoffen. Sei Erzen und 5)1 e t 611 e n wsrden wir durch namhafte Steigerüng der Förderung inländischer Eisen- und Metallerze, Durch Verstärkung des Rostschutzes und vor allem durch inländische Herstellung von Leichtmetalleft fühlbar entlastet werden, weil wir Damit andere uns fehlende M e - talle ersetzen können, was bekanntlich schon jetzt durch Erlaß des Reichswirtschaftsministeriums gefordert wird und in zunehmendem Maße ge* ichieyt. Wir werden nach neuen Verfahren sogar Aluminium aus inländischen, genügend vorhandenen Rohstoffen gewinnen und dadurch die Einfuhr ausländischer Rohstoffe für Öle Aluminium- gewinnung einschränken können. Ein Pessimist, dek Diese Zeilen lieft, wird aber vielleicht doch noch sagen: „Ja, wenn wir auch alles Das schaffen werden, fo fehlen urts doch andere wichtige Rohstosfe. z. B. Kautschu-k, ohne den unsere Autos nicht fahren können." Soweit es den Kautschuk Betrifft, dürfte dieser Einwand berechtigt sein, wenngleich es keineswegs unmöglich erscheint, eines Tages synthetischen Kautschuk besser und billiger |U gewinnen als bisher. Aber der Pessimist hat dennoch ganz und gar Unrecht: Niemand predigt ja heute eine starke Autarkie, sondern was wir erreichen wollen, ist ja nur, d i e Knappheit an Devisen ZU beseitigen. Die Dinge liegen ja nicht sd, daß wir überhaupt keine Devisen hätten, wir haben nur z u wertig. Wenn wir aber einen Teil Der oben genannten Stoffe (Textilien, Mineralöle üsw.) nicht Mehr vom Aüs- läftDe kaufen, so sind genügend Zahlungsmittel für unentbehrliche Einfuhrartikel Da. — 3m übrigen haben technische Fortschritte der oben gezeigten Art oft dazu geführt, neue Ausfuhrartikel zu erzeugen, und Die oben erwähnten Spinnstoffe z. B. stellen eirte ganz neuartige Ware dar. Die ein Ausfuhrartikel werden kann. Zu Dem im Augenblick wohl am aktuell-1 stsn ThöMa: das deutsche Rohstoffproblem, I *C|ilir0|)fi0fyC. haben wir eine Reihe von führenden Deuf= Den größten Posten stellen die Textilien dar. schert Gelehrten und Forschem um Beiträge Er würde nach Den heutigen Preisen sogar nvch um einige hundert Millionen Mark höher sein, weil Die Preise der Tabelle sich auf eirt Jähr beziehen, in dem die Weltmarktpreise einen nie dagewesenen Tiefstand erreicht hätten. — Textilien gehörten bisher zu Denjenigen EinfUyrstoffen, welche man für absolut unersetzlich hielt, uftd das Ausland wird wohl nicht erwartet haben, daß wir einen erfolgreichen Angriff gegen diesen Einfuhrposten Unternehmen könnten. Das geschah aber dennoch: Der Forschung ist es durch langjährige angestrengte Arbeit gelungert, neue Fäser - fonibinätioheh zu finden, Die für manche Zwecke nicht nur ebensogut, sondern sogar besser sind als die traditionellen Spinnstoffe Wolle und Baumwolle, und die — das ift däs Wesentliche — in Deutschland und aus eigenen Rohstoffen gewonnen, werden können. Wir kom- Betrachten Sie sich bei Ihrem Spaziergang die Möbel-Ausstellung Hahn Goethestraße 6 5092 A Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. 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ThHeisen, Burg wirt Nr. 201 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, (.September 1934 " leareeeo® Äon den französischen Lvstmanövern Bombengeschwader auf dem Flugplatz von Chartres vor ihrem Start zum Angriff auf Paris. vor. Jahrtausenden ein allen Staatslenkern zur Entfaltung zu bringen. Wie die Pflanze Sonne felbstverfta«dsicher Gedankengang. Die Notwendig- und Regen, Wind und Wetter braucht, um wach- rPir npr '’npinprnnlhinn hör %onn[fnrnnn ... ...... r , .... , . . ! i lv 11, 111 tu UU3 HldlllvCl. UHU | v l H v 11UII u i y Ü "7 M w M " 1 v 11 V V L 1 w 11 V I , r t-esucht. Der Teil, der über Suez nach O st e n j wird. Von Eanton nach Shanghai ist schon seit läw cAer Port Said den Weg zu den Weltmeeren neunen, sind das Mittelmeer und seine Häfen ständig geistige Einheit richtig entwickeln kann. Notwendig aber ist, daß diese Widerstände so abgestuft sind, daß sie den natürlichen Kräften des trauens; nur, wenn auch oft unerbittliche, gerechte Gesetzlichkeit herrscht im Weltraum. Ii'fnglanö immer noch den Hauptanteil am Verkehr fallt, ist für Indien ohne weiteres verständlich. Leiter östlich aber tauchen immer häufiger hol- ländische und japanische und zuweilen französische Flaggen auf. Für Holland bet' utet der Ueberseeverkehr eine Lebensfrage. Muttwland und Kolonien, die über dreimal so groß tiie Deutschland sind, sollen mit den modernsten Mitteln des Verkehrs „einander immer näher gemacht werden". So entstand ein für die gewaltigen (Entfernungen (fast 12 000 Kilometer) außerordent- Iches Werk: die Flugverbindung Bata- f a — Amsterdam, die inzwischen zu einem b:r wichtigsten Verkehrslinien mit zahlreichen An- sillußverbindungen geworden ist. Äm äußersten holländischen Osten, in diesem Falle v>n ©oerabaja auf Java, setzen die A n - * Vgl. auch den Aufsatz „Durch den Suezkanal" ir Nr. 198 des „G. A." vom 25. August. nsche Dichtung, die zeigt, daß alles Vergängliche, rige Trennung des Saargel^ Deutschland" Hemmende immer wieder vom ewigen Grundstroms in Form eines Gedenkblattes zusammengefaßt sind, unseres Wesens weggerissen wird, die Dichtung, die Besonders gut gelungen sind die Bilder,' die Saar- uns daher auch in den schwierigsten Zeltlaufen - brücken während der Besatzungszeit und die unna- §^L-^«und UN. hoffen l^ wie sie in türliche Zollabschnürung des' Saarlandes zeigen felbstgestilligen Zeitläuften prophetische Warnung ist. > weiterhin die von der Jahrtausendfeier der Rhein- lande, von der deutschen Kulturarbeit an der Saar Wir hatten vorher und haben aber leider auch heute noch bei einem erheblichen Teil unserer' e r - iwerdstätigen Jugend die Tatsache zu oer- ! Zeichnen, daß mit ihren Kräften Raubbau getrieben iroirb. Kein Bauer ist so kurzsichtig, fein Fohlen vor den Pflug zu spannen, weil er weiß, daß er es auf diese Weise für künftige, wichtigere Arbeit in feiner Leistung schädigen würde. Wir haben, — und nur die Erkenntnis kann hier Besserung schaf- fen, — bisher mit unserer Jugend so gehandelt. Es wird in Zukunft sehr darauf ankommen, durch geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, daß die guten Erbanlagen zur vollen Entwicklung kommen; denn allein mit ihrem Vorhandensein in der Erbmasse nützen sie weder dem einzelnen noch der Gesamtheit'. Wir müssen auch besorgen, daß diese guten Erbeigenschaften mdjt durch ungeeignete Maßnahmen, soziale Um- stände oder unzweckmäßige Arbeitsweise in der Von der „Luise" führte der Weg gerade fort in die Zeit der Erhebung. Es entstand der Roman: „Das Volk wacht au f". Ich schrieb ihn in der Zeit nach unserem Zusammenbruch 1918. Alles um mich geknechtet, die Meisten gebeugt ober in Weltbe-1 ihv--------- - • - . ,, . «... .. . glückungsphrasen verfangen,' viel' Charakterlosigkeit licfa von dem ausgesagt, roie ich den historischen und wenig Echte. Aber'die Echten sind allein die Neman sah und sehe. j wichtigsten und haben auf die Dauer den Sieg. Mir Ui cf) war damals noch Elektroingenieur und hatte zum Trost schrieb ich nach dem Krieg „Das Volk ein eilige technische Vorbildung. Ich wußte von Eäüller wenig; er war mir in meiner Schulzeit Fahrt durch die englisch-indische Welt Von unserem nach Tokio entsandten X W.-Berichterstatt?r*. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Penang, August 1934. Don Aden bis Colombo ist das Meer wie ausgestorben. Das liegt natürlich daran, daß wir uns jetzt schon auf ansehnlichen Gewässern bewegen. I m Mi11elmeer ist die Schiffahrt auf bestimmte Linien angewiesen; wenigstens zehn Staaten und doppelt so viel Schiffahrtsgesellschaften iberziehen das europäisch-afrikanisch-asiatische Binnen meer mit einem Netz der verschiedensten Fahrzeuge. Vom kleinsten Segler über den kleinen .Frachter" von rund 1000 Tonnen bis zu den Ul roßen Luxusdampfern Hollands, Frankreichs, Italiens, Englands und Japans, die bei Gibraltar cpo- )33: tter; dolf von 40 bis 100 von 100 bis 360 über 360 ping. Hrundsätzlich hat sich jedes Mitglied nach vor- Sender Beitragstabelle selbst einzuschätzen und bei Ltränderung des Gehalts die entsprechenden Be» trcge von sich aus unaufgefordert zu entrichten. Lediglich dort, wo infolge einer Uebereinkunft fcc: Beitrag von den Personal- und Lohnbüros ein» jev alten wird, erfolgt die Einstufung durch den kommen aus ihrer Tätigkeit, bei Einkommen aus Provisionen nach monatlichen Bruttoprovision einschließlich eventuellen Fixums, aber ausschließlich , Jibcr 100 Mk. die Klasse 3. Dem Mitglied ist es -( gestellt, in einer Beitragsklasse weiter zu zahlen, in seine Anwartschaft aus Unterstützung aufrecht- ilirhallen. Veitragsermäßigung für Mitglieder der NSDAP.» SA., SS., HI. und DdM. festgesetzt: Einkommen r L- rri!ii,ungseinrichtungen beteiligt sein, so müssen sie «r vollen Betrag ihrer Beitragsklasse zahlen. ))iese Verwaltungsgebühr ist zu entrichten bei tr *m Einkommen bis zu monatlich: 40 Mark Klasse 1 Mitglieder der NSDAP., die im Besitze der roten D -gliedskarte oder des Mitgliedsbuches sind, 621.= t|iu. SS.-Mäner (auch Fliegersturm, Marinesturm, $e tersturm und Motorsturm), jedoch unter Aus- thuß der Anwärter, Angehörige der Hitler-Jugend, Der BdM., die sich im Besitze eines ordnungsmäßi- |er Ausweises befinden, können, auf Antrag, Denn sie keinerlei Anspruch auf die Unterstützungs- »nrichtungen der DAF. erheben, gegen Zahlung ,en*r Verwaltungsgebühr Mitglieder der DAF. beitsverhältnis steht, während der Dienstleistung beim Freiwilligen Arbeitsdienst, falls das Mitglied während dieser Zeit in feinem Arbeitsverhältnis steht, wenn das Mitglied in das Ausland gewandert ist bis zu dem Zeitpunkt, in dem das Mitglied dort eine Beschäftigung erhalten hat. Diese Mitglieder können nur dann in ihr frühe- itn 8e. res Die die mb >9t, | ine mte her den er» irb i)t- 1. Während militärischer Dienstleistung, während des Besuches einer Schule, falls das Mitglied während dieser Zeit in keinem Ar- AM Muy W ihm der < 6ir.t er er Stod' jeuten i Durch Tod. 2. Durch Nichtbezahlung von 2 Monatsbeiträgen, falls die Beitragszahlung nicht von der Ortsgruppe gestundet worden ist. Reisespesen. Der Wert der Sachbezüge richtet sich nach Dwertung durch die öffentliche Krankenversiche- Die Beiträge für Einzelmitglieder der Deutschen - * " ‘--------l 1. Juli 1934 clt5 ihr monatliches Einkommen bis zu 40 Mark elträgt, die Derwaltungsgebühr der Klasse 1, über ) bis 100 Mk. die Derwaltungsgebühr der Klasse res Verhältnis zur Deutschen Arbeitsfront eintreten, wenn sie sich ordnungsgemäß abgemeldet und den Beitrag bis zum Abmeldungstage bezahlt haben. Innerhalb von 4 Wochen nach der Entlassung vom Militär, nach Beendigung des Schulbesuches, nach Ausscheiden aus dem Arbeitsdienst, hat sich das Mitglied unter Vorlage einer Bescheinigung über die Dauer seiner Dienstleistung bzw. des Schulbesuches bei seiner zuständigen Ortsgruppe der DAF. wieder anzumelden. Mitglieder, die ins Ausland gegangen sind, haben spätestens 8 Wochen nach Erlangen eines Arbeitsplatzes im Ausland der Gauwaltung Ausland beim Schatzamt der DAF., Berlin, hiervon Kenntnis zu geben. " ^iese Vergünstigung gilt nicht für Mitglieder der fclRÄ., SA.-Reserve I und II, des NSDFB., Kyft- Insserbundes und der Teno. ilragsermäßigung für Mitglieder der VSKOV. Mitglieder der NSKOV., die sich im Besitze eines itnungsmäßigen Mitgliedsausweises befinden, zah- ü bis zur Beitragsstufe 17 einschließlich gleichfalls i n ihrem Einkommen entsprechenden nächstniedri- r Beitrag. 1 iese Vergünstigung gilt jedoch nur für die Mit- । ioer, die keine Vergünstigung gemäß ihrem Fa- ii.enstand genießen. veitragsermäßigung für kinderreiche Familien. Mitglieder mit 1 bis 3 Kindern bis zum vollsten 18. Lebensjahr zahlen ihren Beitrag nach r ihrem Einkommen entsprechenden nächstniedri- r Beitragsklasse. Mitglieder mit mehr als drei rvern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zahlen XI. Kmji-alltumier des TV. 1816 Gießen 27 Mannschaften — über 50 Spiele. ** h w j lot I I r ni I ilen für' ? t cht kj 10^1 * doch «•£ ’er ft os J **?1 t i fr: diese Mitglieder aber, daß ihre Beiträge auf lu ftige UnteZtützungsleistungen angerechnet wer- |e:, so wird ihnen empfohlen, mindestens den h: i t r a g der Klasse 4 zu entrichten. Mitglieder, die infolge Alter, Invalidität oder Unfall erwerbsunfähig sind und keine Unterstützung ou der Deutschen Arbeitsfront beziehen, zahlen. In den letzten Tagen wurde der Aermelkanal gleichzeitig von zwei Schwimmern bezwungen. Während eine Oesterreicherin den Kanal von Calais nach Dover durchschwamm, legte ein Engländer dieselbe Strecke in entgegengesetzter Richtung zurück. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird man den Schwimmverkehr im Kanal polizeilich regeln müssen. den Beitrag zwei Beitragsklassen niedriger, als ihrem Einkommen entspricht. Die Unterstützungsleistungen für diese Mitglieder werden jedoch nach der dem Einkommen entsprechenden Beitragsklasse gezahlt, das heißt Mitglieder mit 1 bis 3 Kindern erhalten Unterstützung eine Beitragsklasse höher, als sie ihren Beitrag gezahlt haben, Mitglieder mit mehr als 3 Kindern zwei Beitragsklassen höher. Diese Vergünstigung gilt aber nur für die Mitglieder, die ein Einkommen bis zu dem für die Beitragsstufe 17 vorgesehenen beziehen. Für die Inanspruchnahme der Vergünstigungen ist maßgeblich der zu Beginn des Kalenderjahres oder bei Beginn der Mitgliedschaft in der Steuerkarte vermerkte Familienstand. Veränderungen im Laufe eines Kalenderjahres können erst vom kommenden Kalenderjahr an berücksichtigt werden. Die Vergünstigungen werden nur gewährt, wenn sie im Mitgliedsbuch eingetragen sind. Die Eintragung ins Mitgliedsbuch erfolgt nur auf Antrag des Mitgliedes durch die Ortsgruppe. Die Beiträge sind monatlich zu zahlen. Akkordlohn-, Tagelohn- und Wochenlohnempfänger können den Beitrag wöchentlich begleichen. Die monatliche Begleichung des Beitrags empfiehlt sich aber, weil das Mitglied im Laufe eines Jahres vier Wochenbeiträge dadurch einspart. Die Entrichtung des Beitrages wird durch das Einkleben einer entwerteten Marke in Höhe des gezahlten Betrages in der Mitgliedskarte bzw. in dem Mtgliedsbuch bescheinigt. Der Beitrag ist Meisters dieser Klasse, 3(9. Frankfurt a. Albessen Können am besten das Ergebnis 60:1 eines Spieles aus der diesjährigen Verbandsrunde kennzeichnet. Daneben wieder Offenbach, Tv. 1860 Frankfurt am Main, Postsportverein Frankfurt a. M. und Nauborn. Der Sieg der Frankfurter Meistermannschaft scheint außer Frage. Bei den Turnerinnen wäre es beinahe eine Angelegenheit des Gaues XIII, d. h. von Offenbach und Frankfurt geworden, wenn nicht MTV. Gießen, der Meister Nordhefsens, hinzukäme. Die Gießener Turnerinnen treffen auf alte Bekannte aus dem früheren Wittelrheinkreis und werden, ihrer Meisterwürde eingedenk, versuchen, den Wanderpreis, der bisher stets nach Frankfurt ging, auch einmal in Gießen zu behalten. Damit wäre das reichhaltige Programm dieser Veranstaltung umrissen. Der Schauplatz ist wiederum die prachtvolle Sportstätte der Universität, die in ihrer neuzeitlichen, weiträumigen Anlage dem Turnier auch einen würdigen äußeren Rahmen gibt. Leichtathletik der Gp.-Bg. 1900. Für Sonntag hat der Turn- und Sportverein Fritzlar zu Nationalen Wettkämpfen eingeladen. Die 1900er Farben werden dabei durch die beiden Werfer Unterfeldwebel Gugel (1/15) und Arthur Kilo vertreten. Es werden bestritten Diskuswerfen, Kugelstoßen und Hammerwerfen. Man sollte erwarten, daß sich die Spielvereinigungsleute in den beiden erstgenannten Wettbewerben erfolgreich durchzusetzen verstehen und auch mit guten Leistungen aufwarten. Im Hammerwerfen dürfte es noch an der notwendigen Sicherheit fehlen. Handball der Sp.-Dg. 1900. Am morgigen Sonntag erfolgt der Start für 1900s Handballer. Die erste Mannschaft empfängt die gleiche Els des Turnvereins Alsfeld, die zweite Garnitur fährt nach Lützellinden, um der ersten Mannschaft des dortigen Turnvereins entgegenzutreten. Zu einem recht interessanten Treffen dürfte sich das hier vor dem Ligaspiel vonstatten gehende Hand- Idallspiel gegen Tv. Alsfeld gestalten. Die Alsfelder stellen schon seit Jahren eine recht ausgeglichene, I kampfstarke Mannschaft ins Feld, die in der ver- grundsätzlich eine D r I n g s ch u k Ä, bu ch wenn er sonst ubiidjerweife eingezogen wird, und ist, falls der Einzug durch die Amtswalter der DAF. nicht fristgemäß erfolgt, bei der zuständigen Ortsgruppengeschäftsstelle der DAF. zu entrichten. Die Mitgliedschaft erlischt: PA Dge in der Woche tätig sind, zahlen, sofern sie von )adj: Q)t Deutschen Arbeitsfront keine Unterstützung frcäehen, die Verwaltungsgebühr der Klasse 1. Wol- 5>ie Mitglieder der ehemaligen Verbände zahlen «s zum 1. September 1934 weiter die bisher er» «denen Beiträge. Ab 1. September 1934 kommen die gleichen Sei» ikugssätze wie für die Einzelmitglieder der DAF. in Zurechnung. ... . _ .., pazie ß j te ii' i1 ch bk ngM । n 'W er d-° lviilbti iniM । ein2 r, aui jdjau2 W ^oeitgeber. Ts bleibt selbstverständlich jedem Mitglied über- J fri en, Beiträge einer höheren Klasse zu bezahlen, " ' |o hierdurch das Mitglied höhere Anwartschaften hnrhfipn« 1 Der morgige Sonntag bringt für den Gießener Turnverein mit seinem alljährlich steigenden großen Turnier den Abschluß der diesjährigen Sommerspielzeit, deren bedeutendster Erfolg für den Verein die Erringung der Gaumeisterschaft war. 3n den Spielen dieses Jahres, besonders bei dem reichsoffenen Turnier des 3(9. - Sportvereins Frankfurt, bewies die Mannschaft, daß sie sich wohl zur Spitzengruppe der deutschen Faustballmannschaften rechnen kann. Bei der eigenen Veranstaltung nun ist den Gieße- . nern nochmals Gelegenheit gegeben, im Kampf mit ausgezeichneten Mannschaften der Gaue XII und XIII zu zeigen, was sie können. Mit 27 Mannschaften am Start hat das Gießener Herbstturnier ein ausgezeichnetes Meldergebnis erfahren, wobei noch hervorzuheben ist, daß neben dem Gau Nordhessen auch der Gau XIII mit dem stattlichen Aufaebot von 18 Mannschaften vertreten ist. Wie alljährlich teilt auch diesmal Frankfurt, die Hochburg des Faustballspiels, ein besonders starkes Kontingent. Mit 12 Mannschaften beschicken die Frankfurter Vereine das Gießener Turnier. Eine berartiae Besetzung mit der damit verbundenen hohen Anzahl der auszutragenden Spiele stellt natürlich auch große Anforderungen an die Organisation. Ueber 30 Spiele sind nötig, um die Teilnehmer der Endrunden zu ermitteln. Mit weit über 50 Spielen, aus sechs Feldern ausgetragen, ist insgesamt zu rechnen. Von den pier Klassen, in denen die Spiele ausgetragen werden, kommt der Meisterklasse die größte Bedeutung zu. Sie vereinigt die Mannschaften von 1846 Darmstadt, Licht-Luft Offenbach, Tv. 1860 Ffm., Postsportverein Ffm., Friedberg, Halge- hansen (Eder) und Gießen. Eine Vorhersage nach dem Sieger zu treffen, ist kaum möglich, zumal Mannschaften darunter sind, die zum erstenmal auf Gießener Boden kämpfen. Bis auf Darmstadt und Friedbery treffen sich in der A-Älaffe diese Vereine wieder mit ihren zweiten Besetzungen, noch ergänzt durch IG. Frankfurt am Main, Nauborn und Weilmünster. Man wird kaum fehlgehen in der Annahme, daß hier die Frankfurter Vereine das Ende unter sich aus mach en, da ie über die größere Auswahl und die besser ge- chulten Spielermannschaften verfügen. Die Altersklasse bringt als Ereignis von besonderer Bedeutung die Teilnahme des Deutschen I gestuft von 5,— Mk. zu 5,— Mk. Auf diese Beiträge dürfen keine Sonderzuschläge «zoben werden. Die Beitragssätze der Klassen 1 bis 3a stellen nur H rwaltungsgebühren bar. Sie gewähren kein Recht dvll des Svess. Hiei sind Sie, was Sie suchen. Pens.- Preisb. best Berns!., Butterküche, Borsais v 3.80 nn. Sie sind entzückt und komm, wied Besitzei ftaf Nöckina. Tel 35 Vorbestell fiprhffpill (Vogelsberg) 455 m, yclU|lt|U Privaivension^ubel Tel. 47, bringt erstkl.Pens. i.Erinne* rung.Pensionsvr.3.5O^inkI. 8m,d Söhenlnftknrortvnnan(Westerwaldl ichon.waldr.Geg.sind.Erholung- '?^-AÄ?^"f"ahme. Beste Bernsi 4reich!.Mablz.: 3,25^Garn.ftrühst U.Nebenk.lStrandb.,Groß.Garten mn Lteaestübl. Eig. Landwirtschaft vasthofrur Pest.Tel.Marlenberg 9, L.Halmer HSgTflocHfiiÄ (Vogelsberg) Nuh.staubfr.Lg. dir. a. Walde. Anerk. g. K. (4 Mahlzeit.). Liegewiese a. Hause. Schwimmbad. Preis volle Pension 3.50^4 Privatpension,,Waldeslnst“P.Meier Bahnstation Ilbeshausen. w»d MkWUM bei Boppard / Pension Wirth Bolle Pension 3.25 bis 3.50 M. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Herrliche Lage - Rbein-Terrosse« Bad und WC. im Haufe. >50660 I Pension SonnenhUgel, Amorbach,Oden*. 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Es wird höchste Zeit, daß die Mutter sich eingehender mit ihren Kleinen beschäftigt. Denn naturgemäß hat das gesunde Kind eine reiche Phantasie. Alles wird ihm zum Wunder, wird ausgebaut und gestaltet. Dazwischen steht das Spiel und die Beschäftigung, die von außen kommt. Da bleibt kein Raum für Langeweile. Kinder, die diesen Verzweiflungsschrei von sich geben, haben wenig Phantasie, wurzeln im Irdischen, und es fehlt ihnen an sinnvoller Anregung, die sie darüber hinaus hebt. Sie sind nicht faul und nicht unbegabt. Ihre Gedanken laufen nur schwerer, und da sie den kühnen Flug nicht kennen, der die Altersgenossen ins Wunderland führt, so tritt eine nutzlose Kraftverschwendung ein. Sie würden sich gern beschäftigen, aber sie wissen nicht, warum sie etwas tun und wozu sie es machen müssen. Wenn man ihnen erklärt, daß hinter allem, auch hinter dem Kleinsten, ein Ziel steht, um das es sich verlohnt zu arbeiten, zu opfern und sich zu freuen, so können sie wohl meist sehr schnell verwandelt werden, wie man aus folgenden Beispielen ersieht. Ein kleiner Junge wollte durchaus nicht lernen. Die Buchstaben waren für ihn leere Gebilde. Nachdem sie den Reiz der Neuheit verloren hatten und er begriff, daß damit nicht gespielt werden sollte, fühlte er sich vergewaltigt und machte einfach nicht mehr mit. Darauf sagte man ihm: Es ist schade, daß du nicht lernen willst. Wir hatten gedacht, es wäre sehr schön, wenn wir uns in Zukunft mehr mit dir unterhalten könnten. Aber wenn du nicht willst, so spiele nur ruhig weiter. Es macht ja nichts und stört nicht sehr, wenn du dann dumm dabei sitzt, wenn wir plaudern. Wir glaubten auch, du würdest es später einmal brauchen, wenn du vielleicht schöne Reisen in fremde Länder machen willst, oder einmal einen Beruf haben willst. Nachdenklich blieb er sitzen. Nach Stunden kam er von selber und bat, man möchte ihm doch weiterhin Unterricht geben. Die Anregung der Phantasie und die Erkenntnis, daß er ohne diese Anstrengung am Schönsten vorbeigehen müsse, hatte dem Lernen- Müssen einen Sinn gegeben. Ein kleines Mädchen klagt über Langeweile, und die Mutter sagt: Du kannst mir in der Küche helfen. Nun, das Abtrocknen von Geschirr war nur vorübergehend eine reizvolle Arbeit, und die Kleine streikte schnell. Doch als man ihr klarmachte, daß ein Rädchen ins andere greift, daß man mit Ordnung und Sauberkeit erst das Heim behaglich macht, in dem Vati und Mutti und die Kinder glücklich sein wollen, kam der Schaffenseifer, denn hinter der Arbeit stand jetzt ein Sinn. Und darum, Mutter, wenn dein Bub oder dein Mädel sich langweilen, überhöre ihren Ruf nicht, auch wenn du glaubst, gerade jetzt keine Zeit zu haben. Nichts ist wichtiger als die seelische Entwicklung deines Kindes. In deine Hand und in dein Herz wurde diese Aufgabe gelegt. Sorge du, daß du ihr gerecht wirst. Mahnen heraus einladend und hübsch bereitstehenden Packungen tragen deutlich ganz bestimmte Namen und Marken, an denen man die einzelnen Fabrikate sofort wiedererkennt. Die Zeit für die namenlos von unbekannten Fabrikanten angebotene Ware ist vorüber: unsere Zeit ist die des „Markenartikels", d h. der Ware, die unter bestimmtem Namen und bestimmter Marke für einen festen Preis in immer gleicher, überall daher kenntlicher Aufmachung verkauft wird und für die der Hersteller mit dem guten Namen seiner Firma einsteht. Der Käufer, der ja nicht alles probieren kann, weiß, daß er beim Markenartikel keine Qualitäts- verschlechterung, keine Preiserhöhung zu fürchten hat: würde ein Markenartikel-Fabrikant auch nur einen solchen Versuch machen, so wäre in kurzer Zeit die betreffende Ware völlig unverkäuflich, und er könnte seine Fabrik schließen. Die Namensnennung bietet also eine Garantie, und weil der vorsichtige Käufer diese sucht, ist „anonym" nicht mehr beliebt. Fliegergeist und Treue! In gewaltigem Kampfe, dessen letzte Tiefen erst in Jahren begriffen werden können, formte Adolf Hitler die Wiederauferstehung des Vaterlandes aus Kameradentreue und Gemeinschaftsgeist. Aus dem Frontgeist erstand der Geist der neuen Zeit, wuchs der Kampf gegen Materialismus, gegen Pazifismus und Bruderstreit, gegen Unehre und Machtlosigkeit. Fliegergeist ist alter und doch immer neuer Geist, denn er ist Geist der Jugend, Geist vorwärts stürmender Begeisterung, die alles Werden bestimmt. Fliegergeist ebenso Ausdruck höchster Treue zum Daterlande, unsterblich erprobt und bewiesen im bahnhof Frankfurt und marschierte sogleich in das Lager am Ostpark, um dort im Block 13 der Zeltstadt die Nacht zu verbringen. Die oberhessische Hitler-Jugend nimmt heute vormittag bereits an den sportlichen Wettkämpfen teil. Rückkehr der Hitlerjugend von Frankfurt Am morgigen Sonntagabend bringen die Sonderzüge die HI. von Frankfurt zurück. Der Zug des Bannes 116 trifft in Gießen um 21.26 Uhr ein. Das Deutsche Jungvolk kommt schon um 20.01 Uhr in Gießen an. Oie Anmeldung zum Arbeitsdienst. Die Meldestelle für den Arbeitsdienst gibt hiermit bekannt, daß Anmeldungen zur Einstellung nur noch in den Vormittagsstunden von 8.30 bis 11.30 Uhr, Samstags von 8.30 bis 9.30 Uhr stattfinden können. Polizeibericht. Festnahmen. In letzter Zeit hat em gerissener Betrüger, der sich Heinz M o k r a u l nannte, eine ganze Anzahl Wohnungsvermieter in einer Reihe von Städten West- und Mitteldeutschlands hereingelegt. In Gießen trat der Betrüger vor einigen Tagen auf. Hier gab er sich als Abteilungsleiter der Firma Falter AG., Schokoladenfabrik in Tangermünde, aus und mietete eine geräumige Wohnung nebst Garage. Im Laufe der Verhandlungen erklärte er, es müsse auf Grund gesetzlicher Bestimmungen eine Stempelgebühr in Höhe von 26 Mark entrichtet werden, die von beiden Teilen zu tragen sei. Durch sein sicheres und gewandtes Auftreten gelang es ihm tatsächlich, die hiesige Vermieterin zur Hergabe von 13 Mark zu Das Volk wacht auf Roman von Lvaltev von Molo Eins der reifsten Werke des Dichters — ein Stück lebendig gewordener Geschichte — eine hinreißend gestaltete Chronik der nationalen Erhebung — ein Roman, der die Deutschen unserer Gegenwart innerlich angeht ab Montag, den 2. September kn den Gießener SamMerrblattern vom Samstag, 1. September, um 18 Uhr bis Sonntag, 2. September, um 19 Uhr. den deutschen Volksgenossen von der Saar und den 300 Schwerkriegsbeschädigten des Gaues kurhesten- kwiel der VSKOV., die am Samstag und Sonntag Gäste unserer Stadt sind, zum Gruß. Wir bitten alle Gießener Familien, in der oben angegebenen Zeit die Fahnen zu hissen. Kreisleitung Gießen der VSDAP. Deutsches Lied. Was ziehst du, Bauer, die Furche? Was ist der Stunde Gebot? Ich säe und ernte für Deutschland, Ich sorge fürs tägliche Brot. Was schwingst du, Werkmann, den Hammer? Was wirkst du Tag und Nacht? Ich wirke und schaffe für Deutschland, Ich sorge für Deutschlands Macht. Was sinnt ihr Dichter, ihr Denker? Sagt, was den Weg euch weist? Wir sinnen und forschen für Deutschland, Wir dienen dem deutschen Geist Was wiegst du, Mutter, das Kindlein? Was sorgst du treu und zart? Ich wache und bete für Deutschland, Ich sorge für deutsche Art. ■ Was steht ihr, Männer, in Reihen? Wem gilt die strenge Wehr? Wir leben und sterben für Deutschland, Wir kämpfen für Deutschlands Ehr'. Was hebst Du, Jugend, das Banner? Was ist dein Wollen, dein Recht? Auf unseren Fahnen steht Deutschland, Wir sind das neue Geschlecht. Was glüht dir, Volk, im Blute? Wem willst dein Leben du weihn? Dem Lande, das mich geboren, Mein Deutschland, dir allein Helene Steiner. Anonym — unbeliebt' Vergleicht man einmal Bilder von Ladengeschäften aus der Zeit vor wenigen Jahrzehnten mit dem Anblick, den ein Geschäft unserer Tage bietet, so drängt sich dem Betrachter ein grundlegender Unterschied auf, der von einer veränderten Einstellung des Käufers gefordert und durch sie ermöglicht wurde. Vor wenigen Jahrzehnten noch waren die Läden eine Sammelstätte von Stapeln und Stößen, von Kisten, Ballen und Tonnen, in denen die verschiedensten Waren des Käufers harrten. Hatte dieser seinen Wunsch ausgesprochen, so wurde die verlangte Menge umständlich aus der großen Masse heräusgesucht, abgewogen oder abgezählt, während das beim ersten Griff zuviel Entnommene in die Behälter zurückwanderte. Heute bietet jedes Geschäft eine Fülle von nach Menge und Gewicht bereits abgezählten und abgewogenen, sauber einladend, oft sogar luftdicht verpackten Waren, die der Kaufmann mit einem Griff richtig und nach Wunsch des Käufers auf den Ladentisch stellt. Und ein wesentliches Kennzeichen: Alle diese taufGroßen Kriege, in dem die Fliegerwaffe ihre Treue zahlenmäßig dadurch bewies, daß sie fast ebenso viele Männer opferte, wie sie überhaupt stark war. Das Wunder der deutschen Wiederauferstehung ist der gewonnene Gemeinschaftsgeist, als aufge- gangene Saat der Millionen von Gefallenen, die ihre Treue mit dem Leben bewiesen! Begreifst du nun, deutscher Volksgenosse, weshalb die Fliegerei auch dich sucht und braucht? Deine INitgliedschaft im Deutschen Luftsport- Verband beweist, daß du den Geist der toten Fliegerhelden erhalten und fortpflanzen willst und hilfst! Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952. Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Das Amt für Beamte, Kreis Gießen, veranstaltet am kommenden Dienstag, 4. September, um 20 Uhr einen Schulungsabend im Cafe Lew. Redner ist Pg. Böcher vorn Amt für Beamte, Gau Hessen-Nassau, der über das Thema „Untere grundsätzliche Auffassung über den Nationalstaat und die nationale Wirtschaft" sprechen wird. Sämtliche Beamte des Kreises Gießen und die Fachschaftsfahnen werden zu diesem Schulungsabend erwartet. Ami für Krieqsopferversorgung der NSDAP. Gießen. Zu dem Besuch der Kriegsbeschädigten von Marburg am morgigen Sonntag in Gießen mit dem kameradschaftlichen Beisammensein mit den Gießener Kameraden auf dem Schiffenberg und anschließend im Cafe Leib ist noch mitzuteilen, daß Fahrgelegenheiten um 12 Uhr, 12.30 Uhr und 13 Uhr mit Postautos vom Ludwigsplatz nach dem Schiffenberg zur Verfügung stehen. 7iE>.-Gemeinsck'akt,.Kraff durch Freude" Kreis Gießen. Achtung! Winzerfeftbefucher aus dem Lumdatal. Die Abfahrtzeit des fahrplanmäßigen, um 23 Uhr abgehenden Zuges wird für Sonntag, 2. September, um eine Stunde, also um 24 Uhr, verlegt. Abfahrt in Gießen 24 Uhr, Ankunft in Londorf 0.34 Uhr. Wir erwarten von den Orten Lollar, Staufenberg, Ruttershausen, Mainzlar, Allendorf, Climbach, Londorf und Kesselbach einen regen Besuch unserer Veranstaltung. Der Eintritt kostet, wie schon wiederholt bekanntgegeben, nur 20 Pfennig, dafür wird em ausgezeichnetes Variete-Programm, ausgefuhrt vom Gießener Stadttheater, geboten. Hitlerjugend und Jungvolk fahren nach Frankfurt Gestern abend fuhren das oberhessische Jungvolk und die Hitler-Jugend des Bannes 116 in drei Sonderzügen nach Frankfurt, um dort am „Tag der 100 000" teilzunehmen. Auch m unserer Stadt sammelte sich die Jugend zu langen Kolonnen und marschierte geschlossen zum Bahnhof. Der Zug, der das Jungvolk nach Frankfurt brachte, fuhr bereits um 20.25 Uhr ab, die HI. fuhr mit einem zweiten Sonderzug, der um 22.56 Uhr den Bahnhof Gießen verließ. Ein Sonderzug, der von Alsfeld kam, passierte kurz nach 22 Uhr unsere Stadt. Die oberhessische Hitlerjugend fuhr über Hanau zum Ostüberreden. Der Betrüger, der von zahlreichen Strafverfolgungsbehörden gesucht wurde, konnte nunmehr am 30. August in Worms festgenommen werden. Er entpuppte sich als der 31jährige Fredi Köllermann aus Bochum. Wer noch geschädigt worden ist, setze sich mit der hiesigen Kriminalpolizeistelle in Verbindung. Die Polizeiverwaltung Weilburg teilte gestern nachmittag der hiesigen Kriminalpolizeistelle fernmündlich mit, daß der Steinhauer Gottlieb O r t aus Weilburg nach Unterschlagung einer größeren Geldsumme zum Nachteil der Deutschen Arbeitsfront in Richtung Gießen flüchtig gegangen fei. Die sofort angestellten Ermittelungen hatten Erfolg. Ort wurde in hiesiger Stadt betroffen und festgenommen. Den größten Teil des Geldes hatte er bereits beiseite geschafft. Eigentümer gesucht. Bei der hiesigen Polizeidirektion ist, wie bereits früher veröffentlicht, seit 6. Juni ein älterer, zwei- räderiger Handkarren sichergestellt. Ferner hat eine hier sichergestellte Damenuhr ihren Eigentümer noch nicht gefunden. Die Uhr wurde im Juli d. I. im Schiffenberger Wald (Nizza) gefunden. Eigentumsberechtigte wollen sich mit der hiesigen Kriminalpolizeistelle ins Benehmen setzen. Luffscbufi>ehrirupp in Gießen. Vom Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, wind uns geschrieben: Der Luftschutzlehrtrupp 7 wird im Auftrage der Inspektion der Landesgruppe Hessen-Rheinland- Süd e. 23., Frankfurt a. M., in der Woche von Montag, den 10., bis Samstag, 15. September in Gießen einen Luftschutzlehrgang veranstalten, zu dem die Ortsgruppe Gießen 100 Teilnehmer zu stellen hat. Da der zivile Luftschutz jeden, ob jung oder alt, ob arm oder reich, gleichmäßig berührt, sollen auch alle Schichten der Gießener Bevölkerung bei diesem Lehrgang vertreten sein. Die NS. -Frauenschaft wird eine Anzahl Frauen namhaft machen können, die sich ihrer Verantwortung gegen Familie und Volk bewußt sind und sich gern bereitfinden werden, schon jetzt durch diesen Lehrgang das Rüstzeug zu empfangen, um im Ernstfall den hohen Anforderungen, die gerade an die deutsche Frau zu stellen sein werden, gewachsen zu sein. Da neben dem Schutz der Menschenleben die Erhaltung von Sachwerten eine dringliche Aufgabe des Selbstschutzes der Zivilbevölkerung ist, darf erwartet werden, daß die Hausbesitzer Gießens sich zahlreich für die Ausbildung zur Verfügung stellen, auch wenn persönliche und berufliche Opfer damit verknüpft sein sollten. Gilt es doch, ihr Eigentum, die Häuser, vor allzu großem Schaden zu bewahren. Es dürfte eine ganze Reihe von Hausbesitzern in Gießen geben, die nicht mehr in einem festen Berufsverhältnis stehen und sich deshalb ohne allzu große Opfer diese eine Woche der Ausbildung im Luftschutz widmen können. Was sie hier lernen, dient ja doch ihren eigenen Interessen. Auch von Mietern, die möglichst das 45. Lebensjahr überschritten haben und die sich körperlich gesund fühlen, kann eine ganze Anzahl in den Genuß dieser kostenlosen Ausbildung kommen. Es wird ihnen dringend empfohlen, sich umgehend auf dem Büro des RLB., Gartenstraße 2, zur Teilnahme an dem Kursus anzumelden. Damit auch die Jugend, die im Ernstfall in nicht geringem Umfange zur Hilfeleistung herangezogen werden muß, Gelegenheit findet, sich praktisch für den Luftschutz einzusetzen, werden je 20 Jugendliche der H I. und des B d M. an der Ausbildung teilnehmen. So gern gerade die nationalsozialistische Jugend sich für die Belange der Allgemeinheit einsetzt, so stehen leider ihrer Verwendung oft Schwierigkeiten entgegen, da Arbeitgeber zuweilen glauben, die Jugendlichen in ihrem Betrieb nicht eine Woche entbehren zu können, während die Eltern wegen der vermeintlichen Gefahren der Ausbildung Bedenken haben, ihre Einwilligung zu erteilen. Es fei auch an dieser Stelle noch einmal ein Appell an Arbeitgeber und Eltern gerichtet, den Jugendlichen die Einwilligung zur Teilnahme bereitwilligst zu geben und eigene Interessen zurückzustellen, wo es sich um eine derartig hohe Aufgabe wie den Selbstschutz der Zivilbevölkerung handelt. Die Woche, die der Jugendliche mit der Schulung im Luftschutz verbringt, ist für ihn selbst von höchstem erziehe-, rischem Werte, und die mannigfachen Kenntnisse, die er dort erwirbt, werden in vielfacher Beziehung seine menschliche und berufliche Fortbildung fördern. Als Selbstverständlichkeit sei noch erwähnt, daß die Ausbildung trotz aller Annäherung an die Praxis keinerlei Gefahren mit sich bringt. Vorläufig kein neues Gesangbuch. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen gibt bekannt, daß die Einführung eines neuen Gesangbuches in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 1. Sept. Auf dem heutigen Wachenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 8%, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 40, Tomaten 10 bis 12, Zyüebeln 12, Meerrettich 80, Rhabarber 8 bis 10, Kürbis 8 bis 10, Pilze 40 bis 60, Kartoffeln 5 Pf., der Zentner 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20 Pf., Falläpfel 3 bis 4, Pfirsiche 20 bis 35, Brombeeren 20 bis 30, Preißelbeeren 35 bis 40, Birnen 10 bis 25, Zwetfchen 8 bis 10, Mirabellen 15 bis 18, Reineclauden 15, junge Hähne 80, Suppenhühner 70, Gänse 80 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: NSLB., Fachschaft Volksschule, Kreis Gießen, 15.30 Uhr, Hotel Köhler, Besprechung der Bezirksarbeitsleiter. — NSG. „Kraft durch Freude", Volkshalle, 20 Uhr, Rheinlieder-Abend unter Mitwirkung der SA.-Standartenkapelle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schloß im Süden". — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Pflichtversammlung. — Caf6 Amend, Tanz anläßlich des Winzerfestes. — Tageskalender für Sonntag: NSG. „Kraft durch Freude", Volkshalle, ab 15 Uhr, großes Winzerfest, ausgeführt von dem Gießener Stadttheater. — Amt für Kriegsopfer, NSKOV., Bezirk Gießen, 13 Uhr Schiffenberg, ab 16 Uhr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schloß im Süden". — Aquarien- und Zierfischver- ein Gießen, Hotel Köhler, 9 bis 21 Uhr, Werbeschau. — Bergschenke, ab 16 Uhr, Künstler-Konzert. — 16 Uhr, Lahn, Städte-Achter Gießen-Wetzlar. ♦ ** D i e Vergebung von Steinanfuhr in den städtischen Waldungen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen. ** Die Fuhrwerkswaage in derFrank- f u r t e r Straße wird wegen Verlegung bis auf weiteres geschlossen. Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. ** D i e Badezeiten im städtischen V o l k s b a b betrifft eine Bekantmachunq in unserem heutigen Anzeigenteil. Unsere Mitbürger seien besonders darauf hingewiesen. ** Rindermarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vie-)Markt statt. ** E i n Ziegenmarkt in Gießen, verbunden mit Prämiierung, findet am Mittwoch nächster Woche auf dem Viehmarktplatz an der Margarethenhütte statt. Man beachte die heutige Anzeige des Kreisziegenzuchtvereins Gießen. ** Die Bewertung im Blumenschmuckwettbewerb des Verkehrsvereins wird tm Laufe der nächsten Woche erfolgen. (Siehe heutige Anzeige!) ** Der Verein Hundesport lädt alle Hundebesitzer für morgen auf den Schliefplatz an der „Liebigshöbe" ein. (Siehe heutige Anzeige.) ** Eine Werbeschau des Aquarien- und Zierfischvereins Gießen findet vom 2. bis 9. September hier statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeiae hingewiesen. ** Schwerer Verkehrsunfall. Gestern gegen 16 Uhr ereignete sich im Neuen Weg ein schwerer Verkehrsunfall. Das sechsjährige Söhnchen eines Anwohners vom Neuen Weg war auf noch nicht völlig geklärte Weife unter einen Lieferwagen geraten und anscheinend auch überfahren worden. Der Vater des Kindes brachte den bewußtlosen Jungen zunächst nach Hause. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde das bedauernswerte Kind dann in die Chirurgische Klinik gebracht. Bei der Untersuchung wurde ein Lungen- riß und eine Gehirnerschütterung festgestellt. Das Kind liegt schwer darnieder. Der Unfall ist um so bedauerlicher, als der Knabe nach einigen Tagen Krankenlager wieder die ersten Schritte auf die Straße tat. RVH. Von der Pflege des Hundes. Die Nahrung fei nie zu beiß und nicht zu kalt. Man füttere Jungtiere am Tage öfter mit kleineren Portionen, etma fünf- bis sechsmal, erwachsene Hunde früh, mittags und abends, wobei mittags die Hauptfütterung, abends etwas mehr als früh und du nur verhältnismäßig wenig verabreicht werden soll. Futter, welches nicht vollständig ausgenommen wurde, ist besonders im Sommer, wegen der Ge- fahr des Sauerwerdens, zu beseitigen, damit es nicht später gefressen, Darmkrankheiten erzeugt, bzw. zu einer Fliegenplage die Ursache gibt. Als Flüssigkeit stelle man reines, frisches Wasser zurecht. Deutschland noch viele ,ir alle wissen, daß es Wir alle wissen, daß es in Kreisamtsleitung der NSV. Willi Hainbach, Kreisprovaganda- und Prefse- walter der NSV. unterernährte Kinder gibt, wir ..... ... in Deutschland Mütter gibt, die in Sorge der Ge- burt entgegensetzen, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Kind ernähren sollen, wir alle wissen, daß in Deutschland noch viele Familien Jahr um Jahr in menschenunwürdigen Wohnungen hausen müssen! Was hast du, lieber Volksgenosse, getan, ujn diesen Aermflen zu helfen? hast du als Deutscher das Sehnen deines Volkes nach Leben und legen. Sozialistische Tat reißt trennende Schranken der Herkunft, des Namens, des Berufes und des konfessionellen Haders nieder und bildet die große Kaden Dienst an der Gesamtheit der Nation. Die Begeisterung einsatzbereiter Jugend erfüllt sie, ein einziger Glaube bestimmt ihr Handeln als junge fana- Kraft, nach Werden, Gestalten und Erhalten, nach Zeit und Ewigkeit verstanden? hast du wieder Glauben gewonnen an die unerschöpflichen Kräfte unseres Volkes, fo hast du auch wieder Glauben gewonnen an die Sendung deines Volkes, muht du dich beugen vor dem heiligen Mysterium von Mutter und Kind! Nur ein Volk, das von Glauben erfüllt ist an das ewige: Es werde! wird immer Kraft finden und sie zu gebrauchen wissen z-um Aufbau und als Garant für eine jahrtausendelang währende Zukunft und zum Segen für die nachkommenden Geschlechter! hilf auch du, trag auch du ein kleines Teilchen zum Gelingen bei! Denke immer daran, daß aus vielen kleinen Spenden ein Gröhes wird, dah das Wollen aller das Gelingen verbürgt! Gebe Zeder am Sonntag! Heil Hitler! Mitteilungen darüber werden in der Presse bekanntgegeben. - . , , _ Lieber die Aragen der Technik, insbesondere über die im Werden begriffene „Volkskammer der Technik", sowie über die zukünftige Gliederung in den technischen Verbänden und Vereinen wird der NSBDT. regelmäßig berichten. Alle dem NSBDT. noch nicht angehörenden Pg. werden aufgefordert, demselben beizutreten, was infolge der geringen Mitgliedsbeiträge, die insbesondere die Pg- und SA.-1Uänner zu bezahlen haben, kein nennenswertes Opfer be- deutet. Anmeldungen sind an den NSBDT., Gießen, Postfach 81, Fernruf 2044/2045 zu richten. Männer der Bewegung zum „Tag der 100 000" Nationalsozialistischer Bund deutscher Technik Früher KDAJ. Das eine ist so wichtig wie das andere. Der Hitler- junge muß auch erfüllt sein von dem Willen zur Disziplin und zur bedingungslosen Unterordnung. Wenn diese Eigenschaften in dem Hitlerjungen vereinigt sind, dann wird er das vollenden, was wir Alten unter der Führung Adolf Hitlers begonnen haben. Gaupreffeamlsleiter WoweneS: HJ.° und Jungvolk-Kameraden! Als ich mit lächerlich wenigen deutschen Jungens die Ehre hatte, vor nunmehr fast zehn Jahren am Aufbau einer nationalsozialistischen Jugendbewegung mitzu- arbeiten, erfüllte uns wenige Jungens damals schon der Glaube an die kommende Größe dieser Bewegung. Dieser Glaube hat gesiegt! Auch vom Sieg waren wir von Anfang an felsenfest üoerzeugt, aber das Tempo dieses Sieges, die Schnelligkeit des Wachstums der HI. in die Breite und Tiefe hat uns alle überrascht. Die Partei bewundert euren Eifer und den Fleiß eurer jungen Führer. Wir sind überzeugt, daß ihr den von der Partei frei gemachten Weg der deutschen Erhebung weitermarschieren werdet im Sturmgeist der ersten Angriffsjahre der NSDAP. Eurer Disziplin und Hingabe muß die restlose Eingliederung aller wirklich deutschen Menschen in unsere Weltanschauung total gelingen. Weil wir das ganze Deutschland lieben, soll Deutschlands ganze Jugend in euren Reihen stehen! Als wir anfingen, stand in Deutschland ein Mann gegen alle, wenn wir enden, soll Deutschland stehen wie ein Mann! Alle für einen und jeder für alle! DerMrerderSAGrupveHessen GruvpenMrer Veckerle: Dem Tag der 100 000 jungen Kameraden der HI. entbietet Frankfurts SA. mit den herzlichsten Willkommen-Grüßen ein freudiges Heil Hitler! Mögen die Stunden, die ihr in unserer Mitte verweilt, in euch nicht nur das Gefühl der Verbundenheit mit unserer schönen Vaterstadt, sondern auch mit seiner SA. vertiefen. Die Mssenlager der HZ. sind bezogen Gauleiter Sprenger bei der Zugend. Stoffe behandelten: Am 12. Juli 1933 berichtete der Bezirksleiter < über die Führer-Tagung des KDAJ. in I W e i m a r", die dort am 24. und 25. Juni 1933 । stattgefunden hatte. ! Am 12. September 1933 sprach Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm über „Bauordnung, Hypothekenfragen, Beleihungswesen und deren Auswirkung auf den Städte- 1 b a u". Am 10. Oktober 1933 fand ein Sprechabend statt, an dem der Bezirksleiter über „Das Leben und Wirken Gottfried Feders", Ober- I baurat Berck, der Leiter der staatlichen Betriebe Bad-Nauheim, über „Luftschutz und über b i e in Bad-Nauheim abgehaltene Luftschutzübung" sprachen. Einen für unsere oberhessische Heimat sehr aufschlußreichen Vortrag hielt am 14. November 1933 DbAbaurat Berck (Bad-Nauheim). Er behandelte die „M ineralquellen Oberhessens und deren Nutzung", insbesondere „die Thermalquellen in Bad-Nauhei m". 3m Januar 1934 wurde eine Organifatlons- Aenderung derart vorgenommen, daß der bis dahin bestehende Bezirk Oberhessen aufgelöst und in zwei Bezirke aufgeteilt wurde. Die kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten wurden in einen neuen nördlichen, die kreise Friedberg und Büdingen in den südlichen Bezirk Oberhessen zusammengesaht. Dadurch schieden die Mitglieder der kreise Friedberg und Büdingen, insbesondere die recht zahlreichen Mitglieder aus Friedberg und Bad- Nauheim, aus der Bezirksleitung Gießen aus. Am 9. Januar 1934 sprach Stadtbaurat ®ra = d e r t (Gießen) über „Die Entwicklung der Stadt Gießen, insbesondere über d i e bauliche Entwicklung des Stadtbildes in f r ü h e si e r Zeit". Dieser Vortrag fand im Kunstwissenschaftlichen Institut der Universität unter Vorführung von Lichtbildern statt und war insbesondere für Bau-Ingenieure und Architekten, sowie für alle geborenen Gießener von größtem Interesse, da er das Werden der alten Burg und der Stadt Gießen in außerordentlich interessanter Weise behandelte. Am 14. Februar 1934 sprach der Kanzler der Universität Pg. Prof. Dr. Hummel über „M a r- jismus, Liberalismus und Nationalismus" und eröffnete damit eine Reihe von teiligte. Für den 25. April 1934 hatte der KDAJ. den Kreis-Preffewart und Schulungsleiter Pg. Michel ür einen lehrreichen Vortrag über „Staatsbürger und staatsbürgerliche Verpflichtung" gewonnen. Am nächsten Schulungsabend, den 9. Mai 1934, prach Stadtbaurat Gravert über das Thema „Praktische Arbeitsbeschaffung in Gieße n", wobei er insbesondere über die Siedlungs-Projekte und sonstige von der Stadt Gießen geplante Anlagen, Bauten und Sportplätze sprach. Im Anschluß daran sprach Architekt Völker (Gießen) über „Der Architekt im national- ozialistischen Staa t", wobei er einen Vergleich zog zwischen der Tätigkeit der Architekten im Weimarer System und über deren Ausgaben im Dritten Reich. Am 23..Mai berichtete der Leiter der Abteilung „Erbgesundheits- und Rassenpflegs" Pg. Dr. med Kranz (Gießen) über die Maßnahmen des Dritten Reiches zur Gesundhaltung und Pflege von „Volk und Rass e". Sodann folgte am 6. Juni 1934 ein großer Film- und Lichtbildervortag im Lichtspielhaus, Seltersweg, bei dem Dr. Jng. Schliephake über „El ektrizitäts-Wirtfchaft im Dritten Reich" und Obering. Kurz über „Erzeugung, Umformung und Umrichtung des elektrischen Stromes" an Hand einer großen Anzahl von Lichtbildern und eines Filmes von etwa 45 Minuten Laufzeit, sprachen. Beschlossen wurden die Schulungsabende des Sommers 1934 durch einen Vortrag des stellvertretenden Kreisleiters Pg. H o p f e n m ü l l e r am 20. Juni 1934 über das Thema „W o steht der Nationalsozialismus heute." tische Kämpfer: der Glaube an den einzigen Führer, dessen Namen sie tragen: Adolf Hitler! DerheUcheStaafSministerIung Eine der wichtigsten Aufgaben, die der nationalsozialistische Staat hat, ist die Erziehung der Jugend im Geiste nationalsozialistischer Opferbereitschaft. Die Jugend muß aber auch wissen, daß von ihr in ihrem späteren Leben Leistungen verlangt werden. Auch dieser letzte Vortrag und Schulungsabend erfreute sich eines lebhaften Besuchs, wie überhaupt gesagt werden muß, daß die Mitglieder des KDAJ., nicht nur die in Gießen wohnen, sondern auch zahlreiche auswärtige Mitglieder, den Vorträgen stets lebhaftes Interesse entgegenbrachten und dies durch zahlreichen Besuch bestätigten. Auch aus technisch interessierten Kreisen der Bevölkerung Gießens waren die Vorträge zumeist lebhaft besucht, insbesondere der große Filmvortrag, der anscheinend über die Kreise der KDAJ. hinaus, lebhaftes Interesse erweckt hatte. Durch Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 31. Mai 1934 wurde der KDAJ. aufgelöst und an feiner Stelle der NS.Vund deutscher Technik (NSBDT.) errichtet, der nicht mehr dem „Kampfbund für die deutsche Kultur", sondern der politischen Organisation der NSDAP, unmittelbar unterstellt wurde. Gleichzeitig wurde die Abteilung Wirtfchafts- technik und Arbeitsbeschaffung (U 3 B) der po- Mischen Zentralkommission der NSDAP, aufgelöst und an deren Stelle das „Amt für Technik" bei der Reichsleitung, den Gau- und Kreisleitungen, errichtet. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle über die zukünftigen Aufgaben der NSBDT. und AfT. zu sprechen. Die Amtsleiter des AfT. sind Führer des NSBDT. für die betreffenden Dienstbereiche. Während des Sommers hatte der Gau-Amtsleiter des AfT. und Führer der NSBDT. im Gau Hessen- Nassau wiederholt Gelegenheit genommen, die Kreise Frankfurt a. M., 31. Slug. (LPD.) Der Ge- bietsaufmarsch der Hitlerj u g e nd des Gebietes 13, der „Tag der 100000' hat be- iionnen. In den beiden Riesenzeltstädten im Ost- und im Huthpark find über 100 000 Hitlerjungen und Jungvolkpimpfe zum größten Jugendaufmarsch der Welt zusammen gekommen, um aufs neue m feierlichem Bekenntnis dem Führer Treue zu geloben. Rund 1500 Zelte, jedes mit einem Fassungsvermögen von 75 Mann, bedecken in den beiden Parks eine Bodenfläche von 116 000 Quadratmeter. 5000 Zentner Stroh mußten angefahren werden, um als Lagerstreu zu dienen. Hunderte von elektrischen Lichtleitungen mußten gelegt werden. Telephone verbinden das Lager mit der Außenwelt. Eine eigene Post wurde errichtet. Sanitäts- und Verpflegungsanlagen werden allen in den nächsten beiden Tagen entstehenden Ansprüchen genügen. Besondere Wasserleitungen versorgen die riesigen Waschanlagen. Vor den Toren der Großstadt sind zwei neue Riesenstädte entstanden. Während immer neue Sonderzüge mit Teilnehmern an dem großen Gebietstreffen der Hitlerjugend auf dem Frankfurter Haupwahnhof eintref- fen, immer neue Kolonnen zum Lager im Ostpark marschieren, wurde dort die feierliche Eröffnung vorgenommen. Kurz vor 22 Uhr erschien Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger im Ostpark und begrüßte die vielen Tausende von Hitlerjungen, die sich hier zu abendlicher Stunde versammelt hatten und ihren Gauleiter und den Führer des Gebiets 13 der HI., Kramer, begeistert empfingen. Nachdem die Marschweisen einer HI.-Kapelle verklungen waren, begrüßte Reichsstatt- tzalter Sprenger in herzlichen Worten die Jungens: Vor einigen Jahren noch habe es nur hier und da einige wenige unerschrockene junge Kämpfer gegeben, die in der nationalsozialistischen Jugendbewegung Seite an Seite mit Partei und SA. gekämpft hätten. Heute feien allein aus dem Gebiet heffen-Nasfau 100 000 Wann in diesem herrlichen Lager versammelt. So fei die Saat, die Adolf Hitler einst gelegt habe, in herrlicher Ernte aufgegangen. Es fei die deutsche Jugend, die hier in ihre Zukunft marschiere. Sie fei die Garantien der Volksgemeinschaft, die unser Führer dem deutschen Volke aufbauen und schenken wolle. In der HI. dürfe niemand fein, der abseits stände. Die Bewegung dulde keine Prozentrechnung. Nie- seines Gaubereiches zu besuchen und mit denselben persönlich in Fühlung zu treten. Es besteht die Absicht, dies auch in Zukunft durchzuführen, damit der persönliche Zusammenhalt zwischen Gau, Kreis und den Mannern der Technik immer fester und vertrauensvoller werde. Der NSVDT. wird in Gießen etwa Ende September seine Vortragstätigkeil wieder aufnehmen, es wird voraussichtlich ein großer, allgemeinver- tändlicher Film-Vortrag für die Mitglieder des NSBDT., ferner aber auch für den Arber sdienst, die SA., SS., Technische Nothilfe im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, stattfinden. Dieser Film- und Lichtbildervortrag wird voraussichtlich die Verwendung der Elektrizität im Haushalt, in der ^u^ustrie, im Handwerk und der Landwirtschaft behandeln. Nähere Der KDAJ., feit dem Sommer 1934 NSBDT. genannt, hatte im Dezember 1932 den ersten Versuch gemacht, in Gießen eine Ortsgruppe aufzutun. Nur vier Männer erschienen zu der ersten Besprechung, die mitten in der Kampfzeit zwischen dem 6. November 1932 und der Machtergreifung lag. Ein Aufruf, der nach der Machtergreifung an die Technikerschaft erging, hatte den Erfolg, daß etwa 120 Ingenieure, Architekten, Techniker und Chemiker zur Gründungsversamm- lung am 10. Wai 1933 erschienen, von denen sich rund 60 als Mitglieder des KDAJ. meldeten. Damals waren die preußischen Kreise Wetzlar und Marburg noch bei der Gießener Ortsgruppe vertreten. Sie wurden kurz darauf als selbständige Ortsgruppen aufgetan, während die sechs oberhessischen Kreise einen KDAJ.-Bezirk mit dem Sitz der Bezirksleitung in Gießen bildeten. Die junge Ortsgruppe entfaltete eine lebhafte Propaganda- und Versammlungstätigkeit mit zumeist sehr gut besuchten Vorträgen, die folgende mand dürfe sich in der HI. vor einer Aufgabe drücken. Sie müsse in ihrer Haltung so vorbildlich sein, daß die deutschen Eltern ihre Kinder gern'zur Jugend Adolf Hitlers schickten. Der Führer habe in derPartei das Fundament für den Staat der Zukunft gelegt, die HI. müsse in dem Geist Adolf Hitlers die Zukunft ge st alten. Dann habe sie für ihre Zukunft den Weg bereitet — zu Ehren des Dritten Reiches und seines Führers! Tausendfach fielen die jungen Zuhörer in das Heil ein, das der Reichs? Statthalter auf den Führer ausbrachte. ©er Führer des Gebietes 13/ Kramer wandte sich dann an feine Gebietsgefolgschaft. Das Lager, zu dem sich hier die HI. zusammengefunden habe, sei ein Ausdruck der jungen Generation, die kraftbewußt vorwärts strebe. Die Jungens seien hierher gekommen, um gerade in diesem Gebiet, das früher durch drei Ländergrenzen zerrissen gewesen sei. ein Bekenntnis zum großen Deutschland abzulegen. Es gebe keine preußische, bayerische oder hessische HI., es gebe nur eine deutsche Hitlerjugend. Das Lager solle aber vor allem Kunde davon geben, daß die Hitlerjugend angefangen habe, aufzubauen. Ihre innere Daseinsberechtigung erweise die HI. durch ihre Leistungen. Siegesbewußt marschiere sie in die schwere Winterarbeit, die ein Ringen um die Jungens sein werde, die noch abseits ständen. Es sei zugleich ein Kampf um die Anerkennung bet allen. Die HI. müsse von jedermann als ein großer und wertvoller Erziehungsfaktor neben Elternhaus und Schule angesehen werden. Diesen Anspruch leite sie aus ihrem fanatischen Bekenntnis zum Führer und zum nationalsozialistischen Staate her. Fanatische Kämpfer sollten alle Zeit aus der HI. hervorgehen, die nicht nur in ihrer Jugend unbedingt zum Führer ständen, sondern für die auch im Alter Untreue oder gar Verrat eine Unmöglichkeit bedeuteten. Eine Jugend müsse erstehen, die nichts kenne als einen Führer, ein einiges Volk und einen unverbrüchlichen Glauben. Mit dem Bekenntnis zu Adolf Hitler eröffnete Gebietsführer Kramer das Lager und übergab es dem Leiter der Gebietsführerschule Fritz Handwerk. Mit der feierlichen Flaggenhifsung und dem Lied der Jugend fand die Kundgebung ihren Schluß. gangenbeit, auf Blut und Seele, erwachsen hier die Möglichkeiten, die kommenden Jahrhunderte zu meistern in dem Sinn der Sehnsucht und der Hosf- nung der vergangenen tausend Jahre. 100 000 Hitlerjungen marschieren? Zerstampft wird hier instinktloses Gerümpel liberalistischer und marxistischer Verirrungen. 100 000 Hitlerjungen marischieren! Hier marschiert ein taten- und hofsnungsfrohes Geschlecht. UmdeuL- Der Stellvertreter des Führers hat im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen die vom Amt für Volkswohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. für den 2. September 1934 vorgesehene Sammlung für das Hilfswerk „M utter und Kind" zugelassen. Das Hilfswerk „Muller und Kind" Hal die Aufgabe, im Sinne einer gefunden Vevölkerungs- polilik IHufter und Kind in gesundheitlicher und fürsorgerischer Hinsicht zu erfassen. Reichsstatthatter Gauleiter Sprenger: Hitlerjugend des Gebietes 13! 100 000 Hitlerjungen werden am 1. und 2. September ihr stolzes Feldlager vor der Reichsstadt Frankfurt beziehen und in einem gewaltigen Aufmarsch ihr leidenschaftliches Bekenntnis zum Führer, für Volk und Staat ablegen. In der Geschichte der nationalsozialistischen Jugendbewegung Hessen - Nassau ist es das erste Mal, daß ihr so zahlreich und geschlossen marschiert. Ein weiter Weg liegt zwischen dem ersten Auftreten der jüngsten Kämpfer bis zu diesem großen Massen- ckusmarsch. Ihr seid die stolze Sicherung der deutschen Erhebung für die Zukunft, seid ein neues Geschlecht, das sich über Klassen- und Konfessionsgegensätze hinweg zu einer lebendigen Kamerad- schäft verschmolzen hat. Ihr seid als junge Gefolgschaft der von uns erhobenen Fahnen Adolf Hitlers die Träger der nationalen Revolution und ihr Vollender in der Evolution. Auf euch schaut nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt. Ich grüße aufrichtig das junge Deutschland, bas ewige Deutschland der Zukunft! Gebietsführer Kramer: Marschierender Wille läßt hunderttausend Jun- gens, geläutert durch den Ernst und die Größe des Geschehens unserer Tage, als junge politische Soldaten in der alten Reichsstadt Frankfurt marschieren. Junge Kraft ist es, die hier marschiert. Als Bannerträger einer Weltanschauung kommen die Jungens von den rauhen Höhen des Westerwaldes ebenso, wie aus der sonnigen Pfalz, aus dem hohen Vogelsberg und dem Odenwald. Grenzen find gefallen! Zum Main, dem Strom, der oft Deutsche von Deutschen geschieden hat, sind sie gekommen, Bekenntnis zum großen Deutschland, der ewigen, sie alle verbindenden Schicksalsgemeinschaft abzu- Miflerwlraf MMausen: leniuneuen jiaoers iiieuet uhu vuuci uie «iuKe mu» A __ _ ' , . ... ... meradschaft, die nur eines kennt: die Leistung und . *00 000 Hltlerjungen markieren! Deutsches Vo k - -■ ’ - - - -- -- - •• - horch auf! Das vft der vernehmbare Gleichschritt deutschen Instinkts, deutscher werdender Kraft: das ist der unverfälschte Wille zur deutschen Zukunft. Aufgebaut auf den gesunden Fundamenten der Ver- Aufruf zur Sammlung für ,/Mutter und Kind^ am Sonntag, dem 2. September. richtete über „Den Tag der deutschen Technik in Le ipz i g". Im Rahmen der von der Reichsleitung angeordneten Schulungsabende hielt am 18. April 1934 der neue Kreisleiter, Gau-Inspekteur und Provin- zial-Direktor Klostermann, einen außerordentlich inhaltsreichen Vortrag über „National- Dualismus als Weltanschauun g". An- chließend daran sprach Bürgermeister Dr.-Jng. Hamm über „Arbeitsbeschaffung", daran knüpfte sich eine sehr lebhafte Wechselrede über die Aufgaben des Nationalsozialismus auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung, an welcher Aussprache sich insbesondere Pg. Klostermann sehr lebhaft be- Schulungsabenden, die insbesondere dem weltanschaulichen Programm des NS. galten. Am 10. und 11. März 1934 tagte die Reichsleitung des KDAJ. In Leipzig, woselbst der „T a g der Deutschen Technik" unter lebhafter Beteiligung aus oem ganzen Reich stattfand. Die Bezirksleitung Gießen war durch mehrere Mitglieder vertreten. Am 21. März 1934 sprach Universitäts-Professor Dr. Bötticher in außerordentlich fesselnder Weise über „Das Gesetz zur Ordnung der Nationalen Arbeit". Der Bezirksleiter be= sches Denken, Handeln, Giftpilze fiebgewordener Gewohnheiten versinken schwächlich murrend ton Grab. Altes deutsches Erbgut ersteht lebendig neu in ju- gendfrischer Kraft In einer selbstbewußten freudigen Jugend. Hier liegen unsere Hoffnungen und unser Wissen verankert, daß Deutschland lebt! Der Führer hat das Wunder vollbracht! Der Führer hat Deutschlands tiefsten Art- und Wefensgrün- ben neues, alles umfassendes Leben eingohaucht. Unüberwindlich ist die aussteigende Jugend! Darum, deutsche Jugend: Du bist unsere Freude, du bist unsere Hoffnung, du bist unser Glaube. HitlersugenÄ, du bist Deutschland her Zukunft'. Du bist der stärkste Eckstein zum Willen unseres Führers! Heil dem Volk, -em in feiner Jugend die stets werdende Erneuerung gegeben ist! Heil hem Führer! Der uns die ewige deutsche Jugend gab! Oberheffen. Einführung des neuen Pfarrers in Laubach. ch L a u b a ch, 31. Aug. Am kommenden Sonntag, 2. September, wird im Vormittagsgottesdienst der neuernannte Pfarrer Karl Schmidt durch den Dekan des Dekanats Schotten, Dekan Widmann, in sein Amt eingeführt. Pfarrer S ch m id t ist am 10. März 1898 in Hartershausen (Kreis Lauterbach) geboren als Sohn des nunmehr verstorbenen Dekans Fritz Schmidt (Schlitz). Nach dem Besuch der Gymnasien in Offenbach und Gießen studierte er in Gießen Theologie. Im Herbst 1922 bestand er das Fakultätsexamen, und nach einjährigem Besuch des Predigerseminars in Friedberg das theologische Schluhexamen. Am 7. Oktober — - ______' wer -en deutschen Lustsport s-r-ert, wen Rindt.ib.itg . Hilst Deutschland! 3 Verüe Mitglied im Deutschen Luftsport«verbaa-l 1923 wurde er in Gießen als Pfarrassistent ordiniert. Am 8. März 1924 kam als Assistent nach Offenbach, im Jahre 1926 als zweiter Pfarrer nach Schlitz. Pfarrer Schmidt hat den Krieg als Infanterist und nach einer Verwundung als Artillerist mitgemacht. Gott segne seinen Einzug! Möge unser neuer Pfarrer recht lange in Segen in unserer Stadt wirken. Landkreis Gießen. * Staufenberg, 31. Aug. Zur Werbung für unsere schöne Burg wird die Gründung eines Staufenberg-Vereins geplant, die in den nächsten Tagen vorgenommen werden soll. Der Verein soll sich auch die Sorge für die Herrichtung der gesamten Burganlage und für die Belange unseres kleinen Städtchens angelegen sein lassen. 00 Klein-Linden, 31. August. Die Gau- film stelle der NSDAP, und die hiesige Orts, gruppe hatten gestern zu einem Filmabend in den Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" eingeladen. Einleitend wurden ein Kulturfilm „Weimar, das ewige Bekenntnis zur deutschen Seele" und ein heiterer Film aus dem Kinderleben gezeigt. Das größte Interesse brachten die Besucher dann dem wundervollen deutschen Heimattonfilm „Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt" entgegen. Der schöne Abend war stark besucht und hat allen einige fröhliche Stunden bereitet. ? Lich, 31. Aug. Die feierliche Vereidigung der hiesigen Gemeindebeamten aus den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler wurde gestern nachmittag durch den Beigeordneten Ludwig Jhring vollzogen. co Aus der nördlichen Wetterau, 31.Aug. Die Grummeternte ist jetzt in unserer Gegend beendet. Die Arbeit lieh sich in diesem Jahre leicht und schnell durchführen, denn das Grummetgras stand auch hier sehr dünn und war infolge der großen Trockenheit kurz geblieben. Schon die Heuernte ließ viel zu wünschen übrig. Bei der großen Futterknappheit wurde in den Sommermonaten schon mancher Heuboden in Anspruch genommen, so daß sich der Pauer ernstliche Sorgen um das Winterfutter machen muß. — Die Dreschmaschine ist hier in vollem Betrieb. Der Körnerertrag ist trotz der Trockenheit zufriedenstellend. Das Stroh fällt allerdings knapp aus. Da die Erntearbeiten durch das sonnige Wetter rasch erledigt waren, beginnt man schon mit der Obsternte. Die Obstbäume liefern im Durchschnitt einen guten Ertrag. Allerdings ist die Nachfrage nur gering. Das Angebot, besonders bei Frühobst, ist sehr groß und dadurch der Preis niedrig. Die Kelteräpfel werden hier mit 2 Mark, gute gepflückte Birnen mit 3,50 bis 4 Mark bezahlt. Für Tafeläpfel werden 6 Mark geboten. Diese niedrigen Preise veranlassen viele Leute, jetzt schon zu keltern. So fährt die Kelter schon nahezu 14 Tage von Haus zu Haus, um Birnen zu Honig und Aepfel zu Wein zu keltern. Kreis Friedberg. 4- Butzbach, 31. Aug. Die Feldfrevel nehmen in der letzten Zeit im erschreckendem Maße zu. Obgleich das Feldpersonal Tag und Nacht auf der Hut ist und die Baumanlagen und Gärten kontrolliert, kommen fortgesetzt Diebstähle vor. Die Stadtverwaltung hat nach dem bewährten Muster der vergangenen Jahre auch dieses Jahr wieder ein schwarzes Brett am Rathaus aufhängen lassen, das die Ueberschrift „Der Panzer" trägt und auf dem die Namen und Straftaten aller derjenigen Personen veröffentlicht werden, die von den Feldschützen beton Diebstahl von Obst- und Feldfrüchten erwischt werden. Seit heute sind die ersten beiden Einwohner namentlich auf der Tafel verzeichnet, ein abschreckendes Beispiel für alle, die lange Finger haben. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 30. Aug. Im prächtig geschmückten Rathausfaale fand im Bestehn des Gemeinderats, des Stabes der politischen Leitung der NSDAP,, der Ortsgerichtsschiedsmänner und der Feldgeschworenen die feierliche Vereidigung der städtischen Beamten und des Beigeordneten auf den Führer und Reichskanzler statt. Die Vereidigung wurde von Bürgermeister L a t h e r porgenommen. Kreis Schotten. X Ulfa, 1.Sept. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Margarete Fleischer, geb. Eifer, kann am morgigen Sonntag, 2. September, ihren 9 0. Geburtstag feiern. — Durch Verfügung des Landesbischofs wurde Pfarrverwalter Flechsenhaar von hier beauftragt, die Verwaltung der Jugend- und Wohlfahrts- pfarrerfteUe in Mainz zu übernehmen. Dadurch ist die hiesige Pfarrei von neuem verwaist und wird von dem benachbarten Eichelsdorf versehen. Man sieht den beliebten Geistlichen von hier nur sehr ungern scheiden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 2. September. 14. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30 Uhr: Missionar Monnin- ger; 11: Kinderkirche für die Markus- und Matthäusgemeinde; Missionar Monninger; 14: Misstonsoersammlung. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Missionar Ruff; zugleich feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Missionar Ruff; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Ariedhofs. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Bechtolsheimer. — velruskapelle. 8.30: Christen- lehre für die Mädchen der Petrusgemeinde; Pfr. Trapp; 9.30: Missionar Walther; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgerneinde; Missionar Walther. — Wieseck. 9.30: Pfr. Naumann, Alten-Buseck; Kollekte. — Allen-Buseck. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptaottes- btenft; Kollekte für die Innere Mission; 11: Christenlehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die Mädchen; 10.15: Kindergottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Kirchweihpredigt. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30; Stiftspfr. Draudt; Hl. Abendmahl; Kollekte; 12.45: Kinderkirche; 14: Stiftsdechant Kahn; Kollekte. ~- Kloster Arnsburg, 10: Stiftsdechant Kahn. — Gar- benlelch: IQ; Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — hausen. 13: Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — -- Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Christenlehre. —r Bettenhausen. 8.45: Jugendgottes- oienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche. -- Langd. 13; Gottesdienst und Christenlehre. — BJkberg. 9.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 10.45: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Harbach. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Ober-Gleen. 7.45: Kindergottesdienst; 19.30: Hauptgottesdienst (der Eröffnungsgottesdienst des Konfirmandenunterrichts muß aus zwingenden Gründen verschoben werden). — Kirtorf. 8.45: Kindergottesdienst. 9.30: Feierlicher Gottesdienst zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — Lehrbach. 11: Hauptgottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, 1. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 2. September. 15. Sonntag nach Pfingsten, Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30; Vortrag und Andacht. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich, 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Neuapostoljsche Gemeinden, Gießen, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Gottesdienste: Sonntags 9.30 und 16 Uhr, Mittwochs 20 Uhr. Veffeytlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamtr Für Schließsachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. A e r z t e: Dr. Hofmann, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Engelapotheke. im 74. Lebensjahre llllllllllllllllllllllllllllll Gießen, Alsfeld, den 1. September 1934. 04218 Grüninßen, den 31. August 1934 In tiefer Trauer: Frau Emma Müller, geb. Blngel Friedrich Müller 2 Enkelkinder Beerdigung findet Sonntag, den 3. September, nachmittags 4 Uhr statt ______________________________ _____________________________________________5087 D Statt besonderer Anzeige Heute nachmittag 3 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Gast- und Landwirt Wilhelm Konrad Bingel 1 Für die herzliche Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, besonders der Oberschwester Carola und den Wärterinnen der Provinzialpflegeanstalt für die aufopfernde Pflege, und die schönen Trostworte des Herrn Pfarrers am Grabe sagt innigen Dank im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Elisabeth Schimpf, geb. Leib. TORPEDO nur RM. 188.- schon für 41*d 7.90 monatlich Alleinverkauf Nlederhausen&Co. Bahnhofstraße öeöenöb.Bote! Schütz HinilllllHHHHHIIIHI Wolle-Handarbeiten Strümpfe-Strickwaren nur im „Spezial-Wollgeschäft" ELSE DITTMAR Inhaber: Gustav Bergan jetzt Seltersweg 52 ____________________________ _________________5099 L> HERRENZIMMER iBEL SPEISEZIMMER SCHLAFZIMMER sind bekannt für gut und preiswert MÖBEL Süddeutsche Möbel-Industrie Qebr.Trefzger GmbH., Rastatt Frankfurt a. M. Große Friedbergerstraße Licht- d. Metallhuchstahen Firmenschilder und Tran sparente eigner Herstellung, konkurrenzlos im Preis, liefert 04239 Friedrich Volk, Metallbuchstabenfabrikat., Lannibaoh, Gießen-Land Sützev Traubenmost Liter 90 Pfennig Weinstube Seibel Gießen 5095 d Ludwigsplah Ala Anzeigen MengelellWH Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften cii -ciup- pen des Kardinalinfanten Ferdinand. Trotz der sich immer wiederholenden dringenden Bitten und Hilferufe der Stadt — dem erwähnten Wecker- lin war es noch zweimal gelungen, Nachricht des Kommandanten durch die feindlichen Linien zu bringen — konnte sich Horn, entgegen der Auffassung Bernhards von Weimar, nicht entschließen, die Kaiserlichen ndch vor Eintreffen der eigenen Verstärkung anzugreifen. Hierdurch wurde wertvolle ein Lied davon zu singen. Auch außerhalb der eigentlichen Kämpfe ist der Wald dem Soldaten Helfer und Freund. Er spendet Holz für die Fertigung der Waffen, für den Als der 5. September zur Neige ging, hatten die Schwebest eine Reihe von Vorteilen errungen, die bei zielbewußter Weiterverfolgung zum Sieg hätten fuhren können. Als aber der 5. September anbrach, Der Wald in der Kriegführung Naturverbundenen Völkern war der Wald von jeher ein vertrautes Lebens- und Kampfgebiet. In den Dickichten des Teutoburger Waldes schlugen unsere Vorfahren die römischen Legionen. In Die Unendlichkeit ihrer Wälder brachten sie bis in bte Tage des Dreißigjährigen Krieges Weib und Kind, Vieh und bewegte Habe in Sicherheit, wenn der Einfall räuberischer Nachbarn drohte. Das Fußvolk und die Reiterei der Ku'^rvölker, von den Griechen und Römern bis zu den Grenadieren und Kürassieren des großen Preußenkönigs, scheuten den Wald. Sie brauchten für ihre Karrees und Geschwader, . für die rangierte Schlacht, die Ebene. Seit der Wiederkehr der Volksheere, dem Entstehen der Massenheere, die das Kampfgelände sich nicht mehr aussuchen können, sondern es nutzen müssen, w'" lie es vorfinden, hat der Wald wieder für die K •/ ührung an Bedeutung gewonnen. Er breitet sein .chirmendes Dach über Bataillone und Regimenter, schützt sie vor den spähenden Blicken der Flieger, bietet Halt den mechanischen Waffen, den Straßenpanzerwagen und Tanks, nimmt der Artillerie, den Maschinengewehren die Beobachtung, tarnt den Verlauf der Hauptkampflinie des Verteidigers und kommt den Angreifern bei Bereitstellung zum überraschenden Vorstoß zu Hilfe. T>pr Kamns im Walde stellt an Führer und Ge- schlüsstgkeit in der Führung, nur langsam 19. August, als die Beschießung der Stadt begann, ruckten die Schweden bei Leipheim über die gegenüber. Auf der Seite der Kaiserlichen ----- fpfp man namhaften Zuzug durch die Reiterei Jo- ^zN oft leisteten Truvpen Frauen und Kindern, ich tatsächlich bis Bopfingen Kaiserlichen aus dem Ort. Auch aus zwei Kcastrad-Eskadronen, zwei Panzerwagen- Abteilungen. ein Regiment Dragans P°rt°es, leichtes Kampswagen-Bataillon und emer leichten motorisierten Artillerie-Abteilung bestanden. Die Verkrastung ganzer Kav°ller>-°Dwiston-n soll m Kürze durchgefuhrl werden. In Italien wie en die „Celeri", die schnellen Truppen, aus Reiter- und Radsahr - Regimentern gemischte Verband-i, eine große Rolle. Ueberall sind größeren R- t°r°°rban den als Ausklärungsorgane motorisierte Abteilunge (Straßen-Panzerwagen, Kraftrad-Schutzen, Klein kampfwagen, motorisierte Funkstationen) angegliedert, sind die ihnen zugeteilten schweren Artillerie-, Pionier- und Nachrichtenverbände motorisiert. In der Motorisierung d e r F e l d arttl = lerie ist man im allgemeinen vorsichtiger. Kürzlich kam aus Italien und den Vereinigten Staaten die Nachricht, daß es geglückt sei, für Feldartillerie- Geschütze gut gefederte Feldlafetten zu schaffen, die an geländegängige Zugmaschinen angehangt werden sollen. Die Feldartillerie der amen amschen National-Garde ist bereits auf diese Weise motorisiert worden. Die angelsächsischen Lander, England und die Vereinigten (Staaten, finD in der Motorisierung ihrer Armeen am weitesten vorgeschritten. Frankreich sucht den m der Nachkriegszeit verloren gegangenen Vorsprung letzt auf- zuholen. Rußland hat im Rahmen des »uns- jahres-Programms große Fortschritte gemacht. Po - len war bisher durch ferne noch im Aufbau befindliche Motoren-Jndustrie gehemmt. Italien und S ü d s l a w i e n sind durch den gebirgigen Charakter ihres Landes zur Vorsicht gezwungen. Japan nimmt die Motorisierung auf Grund der günstigen Kampferfahrungen in der Mandschurei mit der seinem Volke eigenen Tatkraft in Angriff. Wo immer aber in der Welt nicht einem Heere wie in Deutschland durch die Bestimmungen des Friedensvertrages die Freiheit der Entschlußfassung : genommen ist, macht sich das Bestreben geltend, i durch Ausnutzung des Motors der Truppe tue , höchstmöglichste taktische und operative Bcweglich- Donau und setzten Dann langsam ihren Marsch über Giengen, Heidenheim nach Aalen fort. Es gelang ihnen überall die feindlichen Reiter zu verdrängen. Man beabsichtigte von hier aus Kbie Belagerer vorzugehen. Einem verwegenen rn Adam Weckerlin war es gelungen, aus der belagerten Stadt herauszukommen und den Schweden den dringenden Hilferuf des Kommandanten und des Magistrats der Stadt zu übermitteln. Mit Trostesworten, daß die Schweden, sobald die erwarteten Verstärkungen eingetroffen seien die Belagerer angreifen würden, wurde er entlassen. Die Bald kam man an den ersten toten Franzosen vorbei, und ferner Kanonendonner ließ sich hören. Gegen mittag kam der Aufmarschbefehl. Wie m Döberitz entfaltete sich das Regiment, getreu seiner Erziehung, jede Geländefalte ausnutzend. Unter dem Schutze der Höhen, zwei Kilometer nördlich des Dorfes St. GLrard, wurden die Bataillone entwickelt. Das Dorf war als besetzt gemeldet und bildete das Angriffsziel des Regiments. Das I. Bataillon war in vorderster Linie, links daneben das II. Bataillon, dahinter das Füsilierbataillon. Die Höhen, die der Entwicklung bisher zum Schutze gedient hatten, lagen unter dem Artilleriefeuer des Feindes. Nun galt es, sie mit möglichst wenig Verlusten zu überwinden. Der Leib-Kompanie und der dritten war dies gut gelungen. Auch der vorderste Zug der 2. Kompanie waren fast verlustlos hinübergelangt bis in die Ferme.HLbuterne, die, vorwärts im Grunde liegend, das nächste Ziel für die Kompanie bildete. Der folgende Zug aber, bei dem sich d i e F a h n e des I. Bataillons befand, erhielt schweres Granatfeuer von einer feindlichen Batterie, die sich inzwischen auf den Berghang eingeschossen hatte. Das stolze silberne Fahnentuch zog besonders den Eisenhagel auf sich. Und nun geschah das Denkwürdige, das in der Geschichte des Leib-Regiments der preußischen Könige für alle Zeiten mit ehernem Griffel eingezeichnet steht. Der F a h n e n t r a g e r, der tapfere Sergeant Gehrke, fällt durch einen Kopfschuß. Lage auf Lago kracht auf Den Berghang und die stürmenden Gardisten. Vierzig von ihnen stürzen tot oder verwundet. In der Nähe des Führers der Leib-Kompanie läuft der Einjährig- Freiwillige Bartels. Er ist bereits über den verderblichen Abschnitt glücklich hinaus. Da Zeit verloren. , ., Mit einem Mute sondergleichen wehrten sich die tapferen Bürger Nördlingens, immer in der Hoffnung, daß die Schweden ihnen Hilfe bringen würden.' Alle Angriffe der Kaiserlichen wurden unter schweren Verlusten für diese abgeschlagen, aber die Not stieg von Stunde zu Stunde, die Verteidiger sahen mit Grauen den Augenblick kommen, wo ihre Kräfte versagten und die Kaiserlichen in die Stadt sengend und'brennend eindringen würden. Da traf am' 3. September bei den Kaiserlichen mit Jubel begrüßt Iohann von Werth und der Kardinal- infont Ferdinand mit etwa 18 000 Mann Verstärkung ein. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Angriff der Schweden sank dadurch immer mehr. Trotzdem gelang es dem Stadthauptmann Welsch, die 'Nördlinger immer wieder von Neuem zum Widerstand anzufeuern, und als am 4. September em kaiserlicher Trompeter vor der Stadt erschien und sie zur Uebergabe aufforderte, lehnte Welsch eine solche ab und erbat drei Tage Bedenkzeit. Die Frist wurde abgelehnt und der Sturm begann mit neuer Kraft. Mit allen Mitteln damaliger Angriffsmethoden wurde die Stadt berannt, aber nach stundenlangem Ringen — siebenmal wurde die Stadt berannt — gelang es der heldenmütigen Verteidigung, die Kaiserlichen mit einem Verlust von etwa 1500 Mann abzuweisen. Eine nochmalige Aufforderung zur Uebergabe wurde abgelehnt. Endlich sahen , sich die Schweden durch die fortwährenden Hilferufe > und Notsignale vom Turm der Stadtkirche veranlaßt, ; am 5. September zum Angriff vorzugehen. Ein er- i bittertes Ringen begann. Den 27 000 Schweben i ftanben aber jetzt 50 000 Kaiserliche gegenüber. Der ! Angriff der Schweben erfolgte in zwei Kolonnen. 'u allein— an- übst. ! sich nach £, als blickt er zurück unb sieht, wie bie bahne des taillons, die Fahne des ersten Bataillons des eöestcht. Regiments ber preußischen Armee unter ®ra0 ein einschlägen versinkt. Er hat, ber einfache EiNsam^ns biefer Fahne Treue bis zum lobe ge1^n ren. An biefen Schwur bentt er letzt, als er jeinen Fahne nicht mehr im Winbe flattern steht. Bis greift ihn, ber noch wenige Tage zuvor sern^ Don von Krieg unb Heldentum, der Mut und die. fchloffenheit des wahren heldischen Manschen, et stürzt ohne Bedenken zurück in die Holle des Granathagels, nimmt bie Fahne aus den Händen des gefallenen Fahnenträgers, stürmt mit ihr weiter unb führt sie der siegreichen Truppe voran bis in die feindlichen 2mien hinein. „Seine Tat wirb nachkommenden Geschlechtern ein Vorbild sein für rücksichtslose Hingebung an Ehre unb Pflicht nach altpreußischer Art unb nach ber Lehre unserer großen Hohenzol- lern-Könige." So rühmt bie Leistung bes ElNsahng- Freiwilligen Bartels ber letzte Kommanbeur des 1. Garbe-Regiments zu Fuß, Graf zu Eulenburg -Wicken, der sie in eigener Erzählung selbst für bie Nachwelt aufbewahrt hat Nachbem bas Dorf St. Gerard befehlsgemäß genommen war, erscholl bei sinkender Sonne der Dankchoral von Leuthen über das Schlachtfeld. Den Einjährigen Bartels aber beförderte der dama- liqe Regimentskommandeur Prinz EUel-Fnedrich zur Belohnung für seine außergewöhnliche Tat 3um Sergeanten; es ist dies wohl der einzige Fall im preußischen Heere, in dem dieser Dienstgrad einem Einjährigen verliehen worden ist. Bartels hat, inzwischen zum Leutnant befördert, am 11. November 1914 bei Ypern als Zugführer seine Treue zur Fahne mit dem Tode besiegelt. Das protestantische Heer war vernichtet, bie Stabt mußte kapitulieren. Der gewaltige Sieg gab ber kaiserlichen Armee bie Herrschaft über Oberdeutsch' land zurück. Die Reste der Schweden zogen sich völlig demoralisiert, plündernd und raubend nach Norddeutschland zurück, sie, die bisher immer siegreich gewesen waren, hörten auf, Schützer des Protestantismus zu sein, sie verloren das Vertrauen aller Bundesgenossen und haben es trotz späterer Erfolge niemals mehr ganz zurückerobert. Jetzt trat auch Frankreich auf den Plan. Hierdurch wurde der Kriegsschauplatz vergrößert und dem ganzen Krieg ein anderer Sinn gegeben. Während es sich ursprünglich um einen religiös-politischen Kamps handelte, trat nunmehr das religiöse Moment mehr unb mehr zurück, es brehte sich nun um bie Frage der Erhaltung ber Machtstellung bes Kaisers unb bei Frankreich um die (Erringung des politischen Uebergewichts in Europa, ein Streben, bas man in der Politik Frankreichs bis auf den heutigen Tag feftfteüen kann. Noch 14 Jahre nach ber Schlacht bei Nörblingen tobte ber Krieg burch die deutschen Gaue, weil keine Macht ber anderen so überlegen war, um sie nieberzuringen. Die Sache der Protestanten hat aber burch die Schlacht vom 5./6. September 1634 einen Schlag erlitten, dessen Wirkung bis in unsere Tage zu verspüren ist. ftellung zum überraschenden Vorstoß z Der Kamps im Walde stellt an Füh führte hohe Anforderungen. Der Zusammenhalt der Truppe, bie Verbindung mit Stäben unb Nachbarn gebt leicht verloren, die Kampfgeräusche verdoppeln unb verbreifachen sich, gewinnen an Schrecken, ber Zusammenstoß mit bem Feinde erfolgt meist über» raschenb auf kürzeste Entfernung. Da tritt die Ueberlegenheit der Zahl gegen die Tapferkeit des einzelnen in den Hintergrund, da entscheibet das selbständige Handeln des Einzelkämpfers. Wir, die wir im Priesterwald, in den Vogesen, in den Ar- gonnen kämpften, die im Juli 1918 an der Wende des Krieges den feindlichen Angriff aus dem Walde von Villers-Cotterets hervorbrechen sahen, wissen erlitt die Reiterei ber Schweden unter Führung von Oberstleutnant W i tz l e b e n, bie sich entgegen dem Befehl, zu weit vorgewagt hatte, eine empfinbliche Schlappe unb schieb infolgebessen für weitere Kampf» Handlung aus. Immer neue Truppen griffen auf ber Seite ber Kaiserlichen ins Gefecht, Horn wurde in Flanke unb Rücken bedroht, unb als dann noch bei einem Sturm auf eine Schanze ein Pulverlager in bie Luft flog unb ben Schweben ganz empfindliche Verluste zufügte, ba war ein Hatten nicht mehr möglich. Auch ber energische Angriff B e rnhards von Weimar konnte bas Schicksal bes Tages nicht mehr retten. Das ganze Heer der Schweden löste sich in wilder Flucht auf. Horn geriet in Gefangenschaft, der ganze Troß ging verloren, 8000 Schweden waren gefallen, 4000 wurden gefangen genommen, 80 Geschütze, 1200 Pferde unb 300 Fahnen unb Stanbarten fielen in bie Hänbe ber Kaiserlichen, beren Verluste verhältnismäßig gering waren. Die Schlacht bei Nördlingen. 5 unb 6 September 1634. Dreihundert Jahre finb in diesen Togen verflossen, seit ber denkwürbigen, für bas protestantische Deutschlanb so schicksalschweren Schlacht bei Nörb- Imgen. Sie ist ein Beweis bafür, daß der Ausgang einer einzigen Schlachthandlung das Schicksal eines ganzen Volkes auf Jahrhunderte hinaus bestimmen kann. Der zweite Teil des dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) stand unter dem Eindruck br-r machtvollen Persönlichkeit des Schwedenkönigs Gustav Adolf, dem es durch seine vorsichtige, zielbewußte Kriegsführung, unterstützt durch ein wohldiszipliniertes Heer und durch sein diplomatisches Geschick gelungen war, im Bunde mit ben protestantischen Truppen einiger deutscher Fürsten, einen großen Teil Deutschlands zu besetzen. Seine Nachfolger in der Kriegsführung auf protestantischer Seite, ber schwebische General Horn und ber deutsche Herzog Bernhard von Sachsen- Weimar, suchten ihm zwar nachzueifern, konnten ihn aber mit ihren Leistungen nicht erreichen. Horn war zwar ein Mann von ungewöhnlicher Begabung unb Bildung, aber allzu vorsichtig und unentschlossen; Bernhard von Weimar ein Mann ber Tat und mit hervorragenden Führer- Erstes Bataillon Garde, Parad' ober Schlacht Ihm wenig „Differenzen macht", Ob in Potsbam sie trommelnb auf Wache ziehn. Ob sie stehen und fallen bei Kollin, Ob Patronenverknattem, ob Kugelpfiff, Immer derselbe feste Griff, Dieselbe Ruh'. Jede Miene druckt aus: Ich gehör' zur Familie, bin mit vom Haus! Theodor Fontane. PUG. Das I. Bataillon des 1. Garde-Regiments zu Fuß hatte die Nacht vom 22. zum 23 August im Biwak bei Schloß Mielmont m Belgien zugebracht. Jetzt brach der Morgen des 23. an. Es war ein Sonntag. In der Frühe hielt der Bataillonsführer, Graf S. zu Eulenburg-Wik- k e n, einen kurzen Feldgottesdienst. Dann versammelte der Regimentskommandeur, Prinz E i t e l- Friedrich von Preußen, das Regiment um sich und verkündete die Nachricht von dem großen, am 20. und 21. August burch die 6. und 7. Armee unter Kronprinz Rupprecht von Bayern in Lothringen errungenen Siege. Ein strammer Präsentiergriss und Drei Hurras auf den Kaiser folgten, darauf gedachte der Regimentskommandeur des ersten Gefallenen des Regiments, des Füsiliers Menge von der 11. Kompanie. Die Truppe ehrte ihn mit dem Gesänge des Liedes vom „Guten Kameraden'. So zog die „Potsdamer Wachtparade" in der rechten Stimmung zu ihrer erstenFeuerprobe, ohne zu wissen, daß ihr diese bevorstand. Der Marsch war langsam und heiß, manche Fuß- wunde schmerzte Aber immer zahlreicher wurden bie Nachrichten von ber Nähe des Feindes, unb sie wirkten erfrischenber auf bie Lebensgeister, als Musik unb Wassertrinken nach anstrengenden Schießübungs-Tagen in Döberitz. Der Motor frohlockt: „Mein ist der SiegF gehört bas Schlachtfeld der Zukunft!" Das Pferd steht still beiseite: „Wartet meiner der Schlachthos? Der Soldat schlägt die Brücke von einem §um anderen. Er kennt beider Schwächen, beider Vorzüge. Er fchaltet sie aus, er setzt sie em, wo, wann unb wie er glaubt, baß sie ber Landesoer- teibigung am besten nützen. Er hält sich an Die Parole: „Nicht Pferb ober Motor, sondern Pferd u n d M o t o r !" Der Motor ist ber Fortschritt. Der Motor ist bas Element ber Schnelligkeit, ber Beweglichkeit. Der Motor spart bie Kräfte von Führern unb Geführten. Der Motor ist aber ein Kinb unserer Zett' unserer Zivilisation. Wo sie noch nicht herrscht, wo bie Straßen, bie Brücken, bie Uebergange noch nicht auf Motorfahrzeuge zugeschnitten smb, ist er auch im Heere nicht am Platze, muß auf bas Pferb zurückgegriffen werden. Der Motor-Enthusiast wirb hier einwenden: „Wozu gibt es denn gelänbegängige Fahrzeuge?" Gewiß, gro&e schritte finb gemacht: gelanbegangige Fahrzeuge durchqueren bie Wüste, überschreiten bas Sump - lanb. Aber sie kosten viel Gelb, sind zu unwirtschaftlich im Tagedienst bes Werklebens Sie sind zur Stunde noch reine Kriegsfahrzeuge. Kem Heer der Welt aber ist in ber Lage — und wäre sein Staat noch so reich -, sich schon im Frieden den gesamten, rasch oeraltcnben Kraftwagen-Park bereit zu stellen. Es ist darauf angewiesen, die Masse fei- ner Kraftwagen im Mobilmachungsfalle aus der Wirtschaft zu entnehmen und wird dort kaum geländegängige Fahrzeuge finden. Ja, es wird in , manchen Ländern innerhalb unb außerhalb Euro- ( pas sogar an straßengängigen Lastkraftwagen man- . nein unb auch hier das Pferb, ber Pferbewagen m , Anspruch genommen werben müssen. I Straßengebunbene Lastkraftwagen-Kolonnen ver- , langen sorgsamer burchbachte Marschorbnung, sorg- , samer burchdachten Luftschutz als Reiter-Regimenter und Pferde-Kolonnen, die durch Hmuberwechseln auf Nebenwege, aufs freie Feld und in Deckungen Marschstockungen ausgleichen, dem Feuer der Fern- Artillerie, dem Bombenabwurf der Flieger ausweichen können. Als im März 1918 var Amiens die Lücke klaffte, war es nicht bie auf Lastkrast- wagen gesetzte infanteristische Reserve, bie sie ausfüllte, sonbern die Kavallerie, bie, wahrend die motorisierten Kolonnen auf den verstopften Straßen sich langsam vorwärtsquälten, sie abseits der Straße im schlanken Trabe überholten, so baß ihr kein Geringerer als der französische Oberbefehlshaber, Marschall P 6 t a i n , ins Tagebuch schrieb: „Wenn man gesagt hat, daß das Heer Frankreich gerettet hat, so muß man auch sagen, daß d 1 e Kavallerie bas Heer gerettet hat." Wohl ist das Pferd nur bedingt leistungsfähig, wohl erfordert es viel Pflege unb ausreichendes Futter. Aber auch bas motorbewegte Fahrzeug bebarf nach einigen Arbeitstagen der Ueberholung, der täglichen Pflege. Unb die „Futter"-, d i e Brenn st offrage, sie hat den Militärmächten, die nicht über eigene Erdölquellen verfügen, schon manches Kopfzerbrechen gemacht. Vieles ist somit zu bedenken, ehe man die Brücken hinter sich abbricht, ehe man auf den alten Karnpf- oesellen aus Tausenden von Feldzügen unb Schlachten verzichtet unb sich ganz Dem Motor verschreibt. Kein Staat hat es bisher gewagt, von ben Massen- heeren, beren Motorisierung taktisch, technisch und geldlich unmöglich Ist, zu den kleinen motorisierten unb mechanisierten Heeren überzugehen, bie ben begeisterten Lobpreisern bes Motors als Zukunftsideal vorschweben. Im Gegenteil. Auch bie im Aufbau ihrer Rüstungen durch keinerlei Friebensbiktate gehemmten Staaten haben nur so weit dem Motor Raum gegeben, wie es mit ber erdräumlichen und wirtschaftlichen Lage ihres Landes zu vereinbaren ist. Erinnert fei in diesem Zusammenhang on den sprachtechnischen Unterschied zwischen Motorisierung unb Mechanisierung. Unter Motorisierung versteht man bie Ausrüstung bes Heeres Motorfahrzeugen zur Beweglichmachung ber Truppe, ! Ä“fen und ihres Trnsies, unter M-ehnn.- s e r u n g bie Aufstellung motorisierter Kampf, watten (Tank-, Strahenpanzerwagen, Motor-Ä. schützverbänbe). Heute soll nur von ber Motorisierung bie Rebe lein, bie Meckamsterung nur soweit gestreift werben, wie sie unser Thema Pferb unb JJ^ur Aufstellung großer motorisierter u n d mechanisierter Derbänbe ist es bisher überhaupt* nir- qcnbs gekommen. Nur E n g l a nb unterhalt seit Jahren eine motorisierte Dersuchs-Brigabe. Dagegen ist man in foft allen rüstungsfreien Lanbern bazu übergegangen, bie gesamten Nachschub-Kolonnen, vielfach bis einschließlich ber leichten Munitions- Kolonnen ber Artillerie, bie mittlere unb schwere Artillerie, bie Nachrichten« unb Pionier-Forrnatto- nen zu motorisieren. Die Infanterie mit ihrem Gefechtstroß iff fast burchweg noch auf Fußmarsch unb Pferbezucht angewiesen. Doch machen sich — vor allem in ben Vereinigten Staaten von Amerika — Bestrebungen geltenb, zum minbeften ihre schweren Kampfwaffen (Begleitgeschütze, Minen- werfer unb schwere Maschinengewehre) zu motorisieren ober in Kleinkampfwagen einzubauen. Um bie Kavallerie geht ber Kampf am härtesten. Die Meinungen spalten sich, ob man ihre Einheiten in „reinrassige" motorisierte oder m „gemischt" motorisierte unb pferdebewegte Verbände umroanbeln soll. England hat schon seit längerer Zeit zwei Husaren-Regimenter völlig unb ben Trotz aller übrigen Kavallerie-Regimenter motorisiert. In Frankreich finb von 44 Kavallerie-Regimentern nur noch 33 reine Reiter-Regimenter. Zehn Kavallerie-Regimenter finb halb, eins völlig motorisiert. Ieber Kavallerie-Division ist ein Bataillon motorisierter Infanterie (Dragons Portees) in Stärke von 124 gelänbegängigen Kraftwagen, 41 Krafträdern z. T. mit Beiwagen. 36 leichten Maschinengewehren. 16 schweren Maschinengewehren, zwei leichten Minenwerfern und einem motorisierten Ge° schütz zugeteilt. Bei den letzten französischen Mano-1 feit zu verschaffen, oern find mechanisierte Brigaden ausgetreten, diel Bernhard vonWeimar sandte 500 Schwe- Schweden ruckten aui ben unter Führung bes Obersten Daunitz nach oor unb marfen bie , . Nörblingen zum Schutze der Stadt, bie aber gelang es ihnen, bie Hohen links bes Baches Eger von ben Einwohnern wegen ber vorhanbenen Nah- von feindlichen Truppen zu säubern. Beibe Heere rungssorgen nicht allzugern ausgenommen wurden, standen sich nunmehr in gleicher Starke kampfbereit Unmittelbar darnach rückten die Kaiserlichen an gegenüber. Auf der Seite der Kai erlichen erwar- unb trafen Vorbereitungen für die Belagerung ber tete man namhaften Zuzug ourcy oi Stabt. Tage schwerster Sorge kamen über die Stabt. Hann von Werth s und die spanischen Tiup- Nahrungsmangel und Pest, die schon in ben ersten — finfnnh»« Ferdinand Tmh her Tagen ber Belagerung auftraten, stellten die Nerven ber Nördlinger auf eine harte Probe. Aber mit eigenschasten begabt, aber manchmal zu draufgängerisch unb unvorsichtig. An ber Spitze bes kaiser- jichen, katholischen Heeres ftanb der junge König F e r b i n a n b , der älteste Sohn bes Kaisers Fer- binanb II., dem General Gallas unterstellt war. Zu Beginn des» Jahres 1634 marschierte Bernhard von Weimar aufs neue nach Oberösterreich. Der kaiserlichen Armee kam es in erster Linie Darauf an, Regensburg in ihre Hänbe zu bekommen, weil tiefe Stadt strategisch wichtig war. Nach langem unb tapferem Widerstand mußte die Stabt am 26. Juli 1634 den Kaiserlichen die Tore öffnen. Bernhard von Weimar konnte den Fall ber Stabt nicht verhindern, er zog nach Augsburg, um von hier aus bie wetteren Maßnahmen ber Kaiserlichen zu beobachten. Als diese nach der Einnahme von Regensburg donauaufwärts marschierten und Donauwörth eroberten, rückten die Schweden nach Günzburg vor, um die Kaiserlichen am Einmarsch in bas Württembergische zu hindern, wohin diese über die Stadt Nördlingen zu kommen suchten. lfr< von Baracken und Unterständen. Er liefert M^bstoffe, Kork, Ersatzstoffe für Seide und Baum- ' de, für chemische und pharmazeutische Stoffe. Er rt vor allem das Papier, die „Munition" für s der modernsten Kriegsmittel: die Propaganda, tnkreich hat schon vor 70 Jahren seine zwälder unter staatlichen -Schutz gestellt. Jetzt es diesen Schutz auf alle Wälder im Lande «Zehnen. Es hat den Tag des Waffenstillstandes rMTag der Wälder erklärt, an dem mit Wort und Frankfurter Börse. TNlllagsbörse: knapp gehalten. Frankfurt a. M., 31. Aua. Die Börse verzeichnete eine steigende Geschäftsschrumpfung. Zum Monatsende hielten sich die Großbanken und Kulisse stärker vom Geschäft zurück, so daß die wenigen Aufträge schon die Kurse nach oben oder unten beeinflußten. Das Hauptgesprächsthema bleibt die Rede Dr. Schachts, worüber man noch den Widerhall im Auslande abwarten will. Werte, die in letzter Zeit ansehnlich gestiegen waren, gaben wieder etwas mehr nach, so Westd. Kaufhof erneut um 1,40 v. H., Daimler zunächst mit 50,13 v. H. etwas über Vortag, dann mit 49,25 abgeschwächt. Gut gehalten blieben im Freiverkehr Adlerwerke mit 40,50, Chemiewerte widerstandsfähig, vor allem Farben, die bei 148,25 gut gehalten waren. Auch Metallgesellschaft unv. Im Gegensatz hierzu Montanwerte fast alle 0,25 v. H. schwächer, Buderus um 0,75 v. H. Gut gehalten wieder Schifffahrtswerte, während Bahnaktien in Reaktion auf die letzte Steigerung um den Bruchteil eines Prozentes verloren. Am Kunstseidemarkt zogen AKU. und Bemberq um 0,25 v. H. an. Zellstoffwerte kaum verändert. Am Elektromarkt bröckelten infolge der Eeschästsstille die meisten Werte leicht ab, gut gehalten AEG., Felten und Rheag. Der Rentenmarkt lag außerordentlich ruhig und infolgedessen nur knapp gehalten. Altbesitz, Kommu- nalumschuldungsanleihe je 0,25, Zinsvergütungsscheine 0,13 v. 5). niedriger. Späte Schuldbücher bei 94,25 behauptet. Auslandrenten ohne Bewegung. Im weiteren Verlaufe setzte das Geschäft vollkommen aus, die Stimmung war sehr zurückhaltend und eher schwächer. Kursverschiebungen von Belang traten nicht mehr ein. Das trifft für den Aktien- und Rentenmarkt zu. Geldpfandbriefe und Stadtanleihen behauptet. Tagesgeld zum Monatsende gesucht und auf 3,50 v. j). erhöht. Abendbörse: behauptet. Die Abendbörse war ohne Sonderbewequnaen und zumeist gegenüber den Berliner Schlußkurfen und der Frankfurter Schlußbörse behauptet. Westd. Kaufhof zum gedrückten Mittagsschlusse von 26, auch Daimler mit 47,75 notiert. Farbenindustrie unverändert. Etwas Interesse bestand für Auslandswerte, so AKU. 0,25 v. Sy höher, Schweiz. Bundesbahnen etwa 1 v. S). fester genannt. Renten sehr still. Reichsanleihen unverändert, Zinsoergütungsschein 0,25 v. $). schwächer. Im weiteren Verlaufe blieben die Umsätze gering. Westd. Kaufhof gaben noch 0,50 v. 5). nach, AKU. dagegen bis 65,50, also 0,50 v. H. höher gehandelt. Renten blieben umsatzlos. Ausländer etwas lebhafter, Mexikaner gewannen um Bruchteile eines Prozentes, fünfprozentige insgesamt 0,40, vierprozentige Schweizer Bundesbahnen mit 182 v. H. rationiert. Am Kassamarkt Banken uneinheitlich, während Dedi- 0,25 v. H. einbüßten, zogen Commerzbank ebensoviel an. Auch Grün & Bülfinger waren mit plus 2 v. H. stärker beachtet. Die übrigen Werte dieses Marktes blieben unverändert. S ch l u ß k u r s e : Altbesitz 95,40 Geld, Reichs- bank 155, Harpener 104,50, Ilse Genüsse 131,25, Phönix 46,75, Rheinstahl 90, Stahlverein 40,25, Aku 65,50 bis 65,75, AEG. 27,13, Scheideanstalt 222,50, Farben 147,90, Gesfürel 108,75, Grün & Bülfinger 223, Rhein. Elektro Mannheim 102,50, Siemens 146, Schuckert 92,50, Westd. Kaufhof 26 bis 25,50, Reichsbahn-Vorzüge 112,40, Norddeutscher Lloyd 30,50. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt» Frankfurt a. M., 31. Aug. Gemüse: Zufuhren im ganzen reichlich, sehr stark von Gurken und Tomaten. Preise hierfür weiter gefallen, sonst wenig verändert. Nachfrage nur für Blumenkohl und Bohnen befriedigend, im übrigen langsames Geschäft. In Gurken und Tomaten Ueberstände. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 45, Buschbohnen 7 bis 8, Stangenbohnen 12 bis 14, Eskarol 5 bis 10, Gewürze! (großes Bündel) 20 bis 35, Salatgurken 3 bis 12, Elnmachgurken (Essig) 20 bis 40, dieselben (Salz) 50 bis 60, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln (gelbe, runde) 3,90 bis 4, dieselben (Juli-Nieren) 6, dieselben (Mäuschen, gelbe) 8,50 bis 9, Knoblauch (Ausland) 20 bis 25, Kohlrabi (ober) 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 12, Lauch 2 bis 8, Petersilie 15, Pilze Schrift für die Wiederaufforstung des yemnfchen Bodens geworben werden soll. Die nationalsozialistische Regierung in Deutschland wandelt ähnliche Bahnen. Sie wendet sich unter der tatkräftigen Leitung des Reichsforstmeisters Göring der Förderung der deutschen Waldwirtschaft besonders zu. Sie will damit nicht nur dem Volksvermögen nützen, sondern auch eine bisher in der Landesverteidigung klaffende Lücke ausfüllen. (Pfifferlinge) 35 bis 38, Rettich 3 bis 6, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, Spinat 8 bis 9, derselbe (Neuseeländer) 8 bis 10, Schnittlauch 20, Tomaten I 3,5 bis 4,5, dieselben II 2 bis 3, Weißkraut 4,5 bis 5, Wirsing 6 bis 8, Zwiebeln (Pfälzer) 5,75 bis 6,50, dieselben (ital.) 6,50. Obst: Sehr starkes Angebot von Aepfeln, Dirnen, Pfirsichen und Zwetschen. Preise weiterhin sehr gedrückt. Geschäft leicht gebessert. Ueberstände vorwiegend in Aepfeln und Birnen. Es erzielten: Eß- Aepfel 7 bis 10, Wirtschaftsäpfel 4 bis 5, Falläpfel 2 bis 2,5, Alexanderäpfel 6 bis 8, Lebeläpfel 5 bis 7, Tiroler-, Gravensteiner-Aepfel (Ausland) 6 bis 12, Goldparmänen (Ausland) 10 bis 14, Bananen (Kiste, 12,5 Kilo netto, Ausland) 5,5 bis 6, Jam., dieselben (Bras.) 4 bis 4,5, Tafelbirnen I 8 bis 12, Eßbirnen II 5 bis 6, Kochbirnen 3 bis 4, Williams I 8 bis 12, dieselben II 5 bis 6, Philipps 4 bis 6, Amanlis B.-B. 3 bis 6, Gellert B.-B. 8 bis 10, Andenken an Kongreß I 8 bis 10, dieselben II 5 bis 6, Erdnüsse (Ausland) 20, Waldbrombeeren 20, Pfir- Buntes Statistik eines Schauspielers. Herr M., ein bekannter Schauspieler, ist im Laufe der Jahre seiner Bühnentätigkeit zu folgender Statistik gekommen. In seiner 50jährigen Bühnenlaufbahn hat Herr M. 2480 Schwiegermütter gehabt, 2318 Liebeserklärungen sind von seinen ippen geflossen, mit dem Erfolg, daß ihm 1930 Mädchen und 980 Frauen treublieben, wie viele es nicht blieben, verschweigt die Statistik. Er selbst hat allerdings von 2300 Treueschwüren nur 1500 gehalten. An Mitgift hat er bei den vielen auf der Bühne eingegangenen Ehen rund 13 Millionen mitbekommen. Den Ausbruch des Krieges hat er 3000mal erlebt und 2100mal ist er selbst ins Feld gezogen. 3500mal hat er Gäste zu sich eingeladen und nur 900mal welche hinausgeworfen. 170mal wurde er gefangen genommen, teils sogar von Räubern, es hat aber seiner kräftigen Natur nichts anhaben können. Man sieht aus Der Statistik: Die Schauspielkunst ist trotz aller Aufregungen ein gesunder Beruf, denn Herr M. wirkt heute noch mit weißen Haaren unverbraucht und jung. Der gelehrige Papagei. Der Papagei nimmt in Der Tierwelt eine einzigartige Stellung ein. Denn obwohl sein Stimm-Organ eigentlich zum Gebrauch wenig geeignet erscheint, kann er doch nicht nur einzelne menschliche Worte und Sätze nachahmen, sondern er ist auch imstande, schwierige und komplizierte Geräusche mit der Genauigkeit eines Grammophons wiederzugeben. Ja, er ist als Laut-Imitator ein unübertroffener Virtuose. Dafür führt ein Papageien-Freund einige erstaunliche Beispiele an: „Wir hatten einmal", so schreibt er, „einen grauen Papagei, Der das Klirren Der Messinaringe beim Wegziehen eines Vorhanges so täuschend nachahmte, daß die Hausfrau im Nebenzimmer fragte, warum man Denn jetzt schon Den Vorhang wegziehe. Dieser Papagei, Der im Sprechen gar nicht besonDers begabt war, konnte die merkwürDigsten Geräusche hervorbringen, so Das Zischen beim Herauslassen Des Selterswassers aus einem Siphon oDer Das Knallen eines Pfropfens. Der Papagei ist überhaupt an allen Geräuschen interessiert und studiert sie geradezu. So pflegte ein kleiner grüner Papagei auf Dem Tisch herumzuhüpfen, Teelöffel aufzupicken, sie in Die Luft zu werfen unD fallen zu lassen. Er legte das Köpfchen auf die Seite, lauschte aufmerksam, und wenn er ein neues Geräusch vernahm, so machte er es ausgezeichnet nach." Papageien, die gute Sprecher sind, beherrschen eine gewisse Anzahl von Sätzen und wiederholen diese immer wieder. Dabei kann es Vorkommen, daß ein solcher Satz, den sie vor sich hinplappern, gut in eine Situation hineinpaßt, und so entsteht Der Glaube, Der Papagei habe eine verständige Bemerkung gemacht. Sicherlich verknüpfen Die Vögel gewisse Geräusche mit anderen. Wenn man Die Namen von Hunden ausspricht, wird fast jeder Papagei ein schrilles Pfeifen ertönen lassen. Auf Grund Dieser Assoziationen vermag man einen Papagei zu lehren, einen bestimm- fraje i 12 bl« 1R "Ä 5 10, öieftÄcn brutto 18 bis 30 (ital.), Preiselbeeren 25 bis 28, Finnl. Trauben 14 bis 15, Di elf elf) en, brutto 18 bis 21 (ital.), dieselben (-span.) 20 bis 22, dieselben (ungar.) 15 bis 16, Zwerchen 4,5 bis 6. Frankfurter Mcrmarkt. Frankfurt a. M., 31. Aug. Der Frankfurter Eiergroßhandelsmarkt zeigte gegenüber dem letzten Markt keine Veränderung. Die Holländer liefern vorläufig keine Eier mehr nach Deutschland. Auch Bulgaren und Jugoslawen waren diesmal nicht notiert. Es besteht Die Wahrscheinlichkeit, Daß Die Preise für Deutsche Eier ab Montag etwas anziehen. Die offiziellen Verkaufspreise Des Groß- hanDels an Den MeinhanDel stellten sich in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Markeneier Kl. S 11, Kl. A lOV-i, Kl. B 9'/-, Kl. C 83/«, Kl. D 8. Frankfurter Butlermarkt. Frankfurt a. M., 31. Aug. Am Frankfurter Buttermarkt war Die Lage gegenüber Dem letzten Markttag unoeränDert, da Die Preise für Die nächste Woche noch nicht festgesetzt wurden. Auch Den Vuttermarkt werDen Die großen holländischen Butterverbände vorläufig nicht mehr beliefern. Mainzer Getreidegrotzmartt. Mainz, 31. 2Iug.; Es notierten (Großhandels- Einstandspreise je 100 Kilogramm loko Mainz) in RM.: Weizen 20 bis 20,50, Roggen 16 bis 16,50, Hafer 15,90 ab Station. Braugerste 19,50 bis 20,50, Jndustriegerste 19, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie, fein 11 bis 11,50, Dto. grob 11,60, Roggenkleie 12 bis 12,75, Biertreber 16,90 bis 17, Soya- schrot 15. Allgemeintendenz: abwartend. Allerlei. ten Ausspruch unter bestimmten Bedingungen zu tun, und so werden überraschende Wirkungen erzielt. Ein Papagei, dem jemand ein Butterbrot vorhielt, erklärte sofort, er wünsche Butterbrot. Bei einer Ausstellung sprechender Papageien gewann ein Mann den ersten Preis, weil sein Vogel, als er hereingebracht und aufgedeckt wurde, ausrief: „Was für eine Menge Papageien!" In anderen Fällen ist eine sinngemäße Wendung, Die Der Papagei hören läßt, reiner Zufall. Die berühmteste Geschichte dieser Art ist die von dem Papagei, Der aus seinem Bauer entkam unD mit einem Zug Schnepfen über Das Moor flog. Als Der Jäger gefragt wurDe, warum er nicht geschossen habe, erklärte er, er habe eine Stimme vom Himmel gehört, Die Deutlich sagte: „Was tust Du Da?" und sei so erschrocken, daß er nicht zum Schuß gekommen sei. Es wird dem Menscyen schwer, sich in das Wesen eines Geschöpfes zu versetzen, das sich geradezu an Geräuschen berauscht und ununterbrochen alle möglichen Laute ausstößt, die ihm Spaß bereiten. Bisweilen bringt ein Papagei ohne ersichtlichen Grund eine Skala von rauhen Schreien hervor und kann nur zum Schweigen gebracht werden, indem man Den Käsig zudeckt. Ein anderer wiederholt immerfort dieselben Lautfolgen und Sätze, wie wenn er mit seiner Leistung nicht zufrieden wäre und sich üben wollte. Eine Familie brachte einen Papagei mit, der während des Essens neben den Hauspapagei gesetzt wurde. Der Hausbewohner kletterte sofort von seiner Stange, drängte sich so nahe wie möglich an seinen Besucher heran und unterhielt ihn eine Viertelstunde lang mit einem geflüsterten Monolog. Er sprach eindringlich, blickte manchmal nach Der Tischgesellschaft, und es machte ganz den Eindruck, zumal er sonst sehr laut und deutlich sprach, wie wenn er den Gast über die Familie unterrichtete. Wahrscheinlich aber war es nur eine Nachahmung des Stimmengewirrs bei der Tischunterhaltung. Die „Verschütteten^ am Biertisch. Wenn Die Sonne am Himmel brennt und die Kehle trocken ist, wenn man Dazu in einer Kiesgrube tüchtig zu schuften hat, dann führt einen das nahe gelegene Wirtshaus gar sehr in Versuchung. Dies gestanden sich auch Die beiden Arbeiter, Die in Der städtischen Kiesgrube von F. in Mittelfranken ihre Schubkarren vollschaufelten, und nach einer raschen IßerftänDigung steckten sie ihre Spaten in den Sand und trabten hinüber, um rasch mal einen zu kippen. Als sie verschwunDen waren, nahte Der kontrollierende Vorarbeiter. Mit zusammengezogenen Augenbrauen nahm er Die verlassene Kiesgrube in Augenschein und war gerade Dabei, Die Namen 'Der beiden Sünder zu notieren, als er die Handgriffe Der beiden Spaten aus dem inzwischen nah- gerollten Kses ragen sah. Natürlich mußte er jetzt denken, es fei ein Unglück geschehen und die beiden Arbeiter seien verschüttet worden. In wenigen Minuten war Die Feuerwehr zur Stelle, die Die Kiesgrube gründlich untersuchte und bereits bis über rfte Ohren em Sanve steckte, als Die beiden „Verschütteten", aufgeschreckt durch den unvermuteten Lärm, in Der Tür Der Gastwirtschaft erschienen und verstörten Angesichts dem Treiben zusahen. Die Gardinenpredigt, die der Vorarbeiter Den Ausreißern hielt, läßt sich hier nicht wiedergeben. Gewinnauszug 5. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 20. Ziehungstag 30. August 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 60000 Dt. 188054 2 Gewinne zu 10OOO M. 309246 6 Gewinne zu 5000 M. 29879 258742 330817 6 Gewinne zu 3000 M. 96932 124682 258541 16 Gewinne zu 2000 M. 36296 73513 101955 141296 151155 180847 826321 369670 44 Gewinne zu 1000 M. 11446 17516 35434 42729 61855 103529 105215 126105 169193 197745 222902 231537 269072 273723 282757 290761 304284 305355 365404 369267 362808 395736 78 Gewinne zu 500 M. 4750 18068 50950 66396 68644 79952 106125 115278 124535 133004 157833 167233 168788 192563 196267 203776 210162 222554 226762 237509 243582 253352 255583 256538 276887 303903 304324 313530 318717 323407 329131 330451 334001 346973 348647 350457 359410 382624 388190 330 Gewinne zu 300 M. 2529 2686 6445 6514 8075 14781 15777 16531 21120 21223 21997 23144 24506 25098 26990 28470 29917 30969 35382 35829 38830 43145 46190 48793 50030 65253 57950 64892 76280 81605 82374 86034 88679 89024 91113 97587 98554 98667 99138 102474 115004 117862 118666 119906 122826 123654 128914 130589 132042 132907 134665 135492 136519 140281 145997 146857 152842 155145 155994 163798 164784 168264 174254 179954 181382 183735 184766 186738 188637 195887 200054 203218 204295 207033 207123 211307 213121 214471 216019 217240 217673 217838 222543 224687 226900 231172 231981 232182 235223 235406 237083 238535 240105 242109 242298 245565 246206 247674 251499 251920 252808 257353 262685 263148 267621 273314 273605 274509 275260 276066 278667 279057 279146 279391 280124 280158 285963 286308 288818 293202 293821 295912 296481 301684 305295 310999 311950 314566 315222 319828 319912 323004 323266 323406 334932 335038 335129 336095 338815 339657 342846 347228 347972 351634 359716 359774 361762 363220 366566 366844 369952 371055 373212 374592 375693 377206 377477 380538 380883 381433 385899 386198 387883 398125 398471 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 149573 375296 21381 21276 3885 9385 9668 18681 22176 40581 43568 38176 76899 72284 20 Tagesprämien. 112479 161144 249578 327521 233168 148463 325515 116520 123930 144887 171275 183291 194619 211672 224515 272306 285216 303167 311278 337729 359850 370581 389090 397329 38956 230642 337055 102272 6196 15617 31064 97750 134451 199645 288017 376396 111290 121157 132429 162424 176592 192972 209072 217668 236693 260404 278695 293181 307950 324057 347493 363734 375949 394760 272269 284461 301882 310031 337346 358870 370239 383145 396742 26174 80946 114507 172200 280619 336771 88279 127526 194265 286576 369000 111865 142440 222589 307338 339685 112989 123604 136789 166967 181033 194214 211249 223401 240167 266881 278778 299156 309147 324310 350907 366147 380696 396247 15198 29663 44972 71533 82686 1 108830 117606 127159 147881 174800 185835 199312 214334 228046 252102 273570 287268 305776 313775 342394 361261 372515 392027 17443 37567 104575 140152 211275 299132 382532 109093 121094 128023 150640 175686 191872 208549 217305 229044 257963 275819 287274 306504 322228 342737 361966 374026 393681 353674 355908 357724 78 Gewinne zu 500 M. 321 4632 19309 45439 50592 55212 65831 66771 68181 294 Gewinne zu 300 M. ---- ----- i8043 10047 26841 44548 70809 81116 105310 116670 125530 145152 174' 3 183.-6 197820 212097 225172 245338 248910 48521 53341 58901 63497 70638 ----- ----- ----- 78079 78267 71954 83952 87686 88427 101430 103297 38 Gewinne zu 1000 M. 48192 62499 63000 93706 115777 221181 244333 244575 250284 279526 302128 80106 120003 167571 206531 231971 243433 253577 292517 329035 380668 Im Gewinnrade verblieben: 200 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 30000, 4 zu 20000, 16 zu 10000, 66 iU 5000, 126 zu 8000, 286 zu 2000, 578 zu 1000, 1518 zu 500, 6006 zu 300 M. 6 Gewinne zu 3000 M. 20 Gewinne zu 2000 M. 5783 116469 204935 214505 21989° 261928 292131 Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu (e 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lomdardzinsfuß 5 v. H Franksuri a. JJl Lerlin Schluß« kurS Schluß!. Abend« börse Schluß- fnrd Schlußk Mittag- bffrfe Datum 30-8. 1 31-8. 30-8 | 31-t, •% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 95,25 95,25 95,25 95,25 <% eljem.7% Dt.Relchsanl. v. 1929 — — •y*% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche ölnl.-Ablös.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten ........... 93,75 93,3 93,4 93,25 95,65 95,4 95,75 95,4 kvesgl. ohne Auslol.-Rechte...... •% ehem.8°/, Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... — — 92,75 92,25 92,25 92,5 •% Hess. Landesbank Darmstadt 89,25 Gold M. 12........... 69,25 89,25 —— WVz% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liaui....... 90,25 90 — — Mberhessen Provtn^Anleth» mit1 Auslos.-Rechten........ 97,25 97,25 — _ Deutsche Komm. Cammelabl. An- leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 97,4 98,3 98 98 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 89,9 89,9 •— V Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 89-9 89,9 ** — WVz% ehem. 4Vi% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Plandbriefe...... 90 90,4 _ »yt% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. 91,5 91 — _ |% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 g% ehem. 7% Pr. Landespsand- 93 93 93 93 94 93 briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 94 Ltruergutich. Verrechnungskurs 100,9 101,4 101,4 101,4 U% Oesterretchlsche (Solbrente... •,20% Oesterreichische Silberrente 28,25 1,1 28 1,05 1,13 7,1 7,13 7.2 7,15 U% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,8 6,8 W4% desgi. von 1913 ...... v% «bgesl. Goldmextkaner von 99 t.% türkische ZoNanleihe von 1911 7 9,75 6,8 9,4 9,6 6,9 9,5 l^e*llf4e ÖO6ba6ha6n,8tolet^ 8 8 e*- Frankfurt a.M. Berlin Schluß« furd Schlußk. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Millag« Mrfe Datum 30-8- 31 8- 30-8. 31-8. 4% desgi. Lene 11 8,1 8,1 — — 5% Shimän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,3 4,3 — ^°H.R"m°""ereinh.Remev.lSlS 4% Rumänische verciah. Rente .. —- — — — 3,85 3,8 3,9 3,8 8%% Anatolier ....... 34,4 34,13 34,25 — Hamvurg-üimerlka-Paker ..... o Hamburg-Lüdam. Dampfschiff. 0 — 26 25,9 26 25 Hanja.Dampfschifs ......... o Norddeutscher Lloyd ......... 0 29,9 30,5 30,25 30,4 Ö.@. für SerlebrSwesen Akt. .. 0 72 71,5 72 71,5 Berliner Handelsgesellschaft ... * 91,5 92,5 62,25 92 92,25 Sommer,- und Privat-Bmik . 0 61,5 61,75 62,25 Deutsche Bank und Disconto- 69,75 Gesellschaft...... o Dresdner Bank.............. 0 69,75 72,5 69,25 72,5 69,5 72,5 Reichsbank ....... 12 155 155 155,5 155,5 Ä.E.G.......... 0 27,5 27,13 27,13 27,25 Bekula..................... 0 144,65 144,13 144,13 144,13 Dekrr. Lieferungsgesellschaft... 6 102 102 102,5 102,5 Licht und Kraft ... 6 112,75 112 112,25 112 Felten S Guilleaume..... 0 74 73,75 74,25 73,75 Gesellsch.f.EIekir.Unternehmung. 6 109 108,75 109-4 109 Rheinische Elektrizität ........ 6 ■ 02,5 102,5 102 Schurken L Co.............6 92,5 92,5 93 93 149 146 147 146 Lahmevei L Go. ............10 119 118,5 119 119 87 86 86,5 85,5 Deutsche Srdvl ..............* 116 114,25 114,65 113,75 Gelsenktrcheuei..............0 61,75 60,5 61,5 60,5 105,5 104,5 106 104,9 Hoesch Esten—«öln-Neuessea .. 0 *•" 72,5 71,75 Alle Bergbau ..............• Ilse Bergbau Genüss«........• E— W 131 131,4 130,9 131,75 75,5 75 75,5 75 MamteSmaun-RdvvM ........ 0 71 70 70.65 69,75 $ranffun a. M. ZJerlin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kur 6 Schlußk. Minag- börse Datum 30-8. | 31-8. 30.8. 31-8. «cmsselder Bergbau......... O| KokSwerke ............0 Phonir Bergbau 0 Äfoeinifdie Braunkohlen 10 Rhetnstahl 0 Bereinig» Stahlwerke ... 0 Olavi Minen ...........0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetturtb .... 7Vt| fl. ®. Farden-Jndustrte 7 Schetdeanstalt...............9 Goldschmidt .......... 0 Rütgerswerke ......0 Melallgeiellichaft 0 Phtltpp Holzmann....... O| Zementwerk Heidelberg ..... 0 Lementwerk Karlstadt.........0| Schultheis Patzenhofe: 0 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. 0 Vemberg 0 £llstoff Waldhof 0 llstoff Aschasjenburg 0 Hauet Gas ...............7 Daimler Motoren ........... 0 Deutsche Linoleum........... 0 Orensletn & Koppel ......... 0 Leonhard Tietz ..............0 Thade......................10 Leru mulatoren-Fabrik 0 Lonti-Guwmi .........0 Gritzna.................— ®| Mainkrastwerke Höchst 0.SL... 4 Süddeutscher Sude« Li 77,75 77 77,5 77,25 — — 95,25 95,4 47,75 46,75 48,5 46,75 241,25 241,13 241 241 91,25 90 91 90 41 40,25 41 40,4 14,25 14 14,13 14 127,5 127 128 127,5 128 127 128 127,5 164 165 164,5 165,25 148,25 147,9 148 148,25 223,5 222,5 — — 86.5 85,75 86,25 85,75 40,4 40 40,25 40 87,75 87,4 87,9 — 72,5 73 73 73,5 105-25 105,5 128,5 128,5 — — _ 116 114,25 65-25 65.75 65,13 65,13 70,65 71,9 71,5 71 47,25 47,25 47,5 47,75 65,13 65 65 65 — — 124,5 125 50 48,5 50 47,9 58,25 57,65 58 58 ■w •— 88,25 80,5 29,25 25,5 29,4 26,13 202 — 200 — 174 177,25 174 130 129,5 129,65 129,13 27^41 27,4 27 27,25 78 78,5 - - 185 184 184 184 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Banknoten. 30.August 31 .August Amtliche Ronerung Amtliche Geld Notierung Vrie <*e1b I Sfle Buenos Aires 0,676 0,680 0,674 0,678 Brüssel..... 58,81 58,93 58,69 58,81 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,54 55,66 55,26 55,38 Danzig..... 82,07 82,23 82,07 82,23 London ..... 12,44 12,47 12,375 12,405 Helsingfors.. 5,490 5,000 5,46 5,47 Paris ...... 16,50 16,54 16.50 16,54 Holland .... .69,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,60 21,64 21,63 21,67 Japan ...... 0,742 0,744 0,740 0,742 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 62,52 62,64 62,19 62,31 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,29 11,31 11,24 11,26 Stockholm... 64,14 64,26 63,79 63,91 Schweiz ... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — Reuyorl... 2,477 2,481 2,481 2,485 Serlin, Zs.August Zrie? Amerikanisch« Roten.............. 2,433 2,453 Belgische Roten.................. 58,53 58,77 Dänische Roten .•••••••••••••••• 55,11 55,33 Englische Roten.......... ...... 12,34 12,38 Holländische Roten............... 16,46 169,31 1^ Italienische Roten................ 21-51 21,99 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling 62,03 62,27 Rumänische Noten ............... Schwedische Not«............... Schweizer Not«................. 63,62 81,49 34-18 fä 34-32 Spanische Not«...............^ Uaaartsche Biota.............— HsOWttM -Tapete« bekannt durch GOVntzM ÄARMA WVO^WNVhWtKtt 507 A 5096 D rV-'.l ’S- ■ U Städtisches Volksbad Gießen Badezeiten vom 4. September 1934 Sescftäftsii&emaftme Am 1. September übernehme ich die seither von Frau Steinhauer in der Kaiserallee 1 betriebene Jfcifiman&el Durch jahrelange Erfahrung in dem Wäschereibetrieb bin ich in der Lage, meine Kundschaft in jeder Weise zufriedenstellend zu bedienen 0124l Otto Fuchs/Giefoen Schwimmbad Wannenbad Brausebad Schwitzbad Familienbad Damen Herren Herren u. Damen Herren u. Damen Herren Damen Montag..... 10-11 141/2-19 11-12 12-13 10-13 141/2-19 10-13 141/2-19 gesch bssen Dienstag.... 7-8 S 8-16 1 ^Schulen/ 16-19 — — 7-13 141/2-19 7-13 141/2-19 141/2-19 — Gardinen Neulieferungen Abänderungen Aufhängen prompt und fachgemäß bei Gebr. Seelbach Seltersweg 20 • Femsprech-Anschluß Nr. 3627 991 A Mittwoch.... 10-11 141/2-19 11-12 12-13 10-13 141/2-19 10-13 141/2-19 10-13 14/2-19 Donnerstag.. 7-8 V 8-16 \ ISchulenl 16-201/2 — — 7-13 141/2-20/2 7-13 Ui/2-201/2 9—13 14i/2-20i/2 — Freitag..... 9-10 12-201/2 10-11 11-12 9-201/2 9-201/2 9-13 13-201/2 Samstag ... 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