s • L'K/ d ■ Ä U 4- W -U : • /Z E WNM IUI f’H LS iS.T. W/V- -E MZM M RRW^- ' Donnerstag, 1. März 1954 18^. Jahrgang Nr. 51 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger )l ItiAiAM* «???*. WZ MeMner EMger WZ infolge höherer Gewalt —- Ä nützige Anzeigen sowie ein- ZZZM General-Anzeiger für Gberhessen SW- DflSfditrfföitto* Vereins- u. Tageslialender Zrankfutt am Main' 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilats Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im Textteil 12 Rpf. je mm Zar Boris von Bulgarien in Berlin sen. So hat Roosevelt es auch nicht schwer gehabt, zunächst einmal einige derartige Affären aus der Amtszeit feines Vorgängers zu entdecken. Die ganze zivile Luftfahrt und die Poft wimmelten von Aufträgen, die durch Bestechung erlangt waren Aber auch im eigenen Lager hat er zu seinem Schmerz entdecken müssen, daß nicht alle Westen weiß waren. Die Civil Works Administration, die man ms eine Mischung von Wohlfahrtserwerbslosen-Unterstutzung und örtlicher Arbeitsbeschaffung bezeichnen kann und in der über vier Millionen Menschen ihr Brot erhielten, hat sich als durch und d u r ch k o r - rupt herausgestellt, als em Riesenapparat zur Versorgung aller möglichen Parteiangehorigen, in dem dazu eine Riesenverschwendung getrieben wurde. Und endlich hat sich gezeigt, daß auch n der Rira, der großen Organisation, die die Jndu- stricoden (Löhne und Prerfe) regelt, amerikanische und dem Personal der bulgarischen Gesandtschaft begleitet. Am Ehrenmal wurde der König vom Kommandanten der Stadt Berlin empfangen. Eine Ehrenkompanie der Reichswehr erwies dem königlichen Gast die militärischen Ehren. Seme Majestät stattete abends dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg einen Besuch ab. Anschließend nahm der König beim Herrn Reichspräsidenten im kleinen Kreise das Abendessen ein, an dem auch Reichskanzler Adolf Hitler teilnahm. — Unsere Bilder zeigen den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie vor dem König und den König mit Gefolge beim Verlassen des Ehrenmals. Aufblähung der Staatsausgaben und Staatsaufgaben sehen, und die befürchten, daß das alles mit einem Kladderadatsch enden werde. Bereits im Sommer und Herbst finden bekanntlich die ersten Vorbereitungen für Neuwahlen zum Senat statt, bei denen es für die Rooseveltleute sehr darauf ankommen wird, was sie erreicht haben. Werden Rooseveltgegner gewählt, wer weiß, wie dann alles läuft, wenn der Kongreß nicht zu allem Ja und Amen sagt. Man kann es also wohl verstehen, wenn die Meinungen auseinandergehen — so sehr auch Roosevelt an der Arbeit ist. Wird er es schaffen? Wir wollen es hoffen! Da das ja nicht für die USA., sondern für alle Völker zweifellos gut wäre, wenn der Alpdruck einer neuen amerikanischen Katastrophe von der Welt genommen würde... Saarbrücken, 1.INärz. (DNB- Funkspruch.) mit dem 1 INärz hat sich das r e st l o s e A u f - gehen aller Parteien an der Saar vollzogen. Dieses Ereignis findet feinen Niederschlag in folgendem, von der faarländifchen Presse veröffentlichten Aufruf: „Deutsche INänner und Frauen! Mit dem heutigen Tage geht der Wunsch in Erfüllung, dessen Verwirklichung wir Saarländer ausnahmslos ersehnten. Es ist Schluß mit allem Parteihader. Wir haben die große Pflicht und Ehre, der Welt zu sagen, was in der Stunde des Gebotes es heißt: Deutsch zu fein. Am heutigen Tage schließen wir das heiligste Vündnis. Der Katholik geht in die katholische Kirche, der Protestant in die seine. — Aber beide sprechen das gleiche Gebet: Unser Deutschland. Der Arbeiter, der Bauer, der Unternehmer, der Beamte, jeder tut an seiner Stelle seine Pflicht, alle aber tragen sie das Gemeinsamem ihrem herzen: Unser Deutschland. Der Sozialdemokrat, der Kommunist, der Zentrumsmann, der Nationalsozialist, der Ehristliche Gewerkschaftler, der freie Gewerkschaftler, jeder mag politisch anders gedacht haben, nun aber treffen sie sich a l l e bei dem einen Gedanken: Unser Deutschland. Von diesem geschichtlichen Augenblick an sind wir eine eingeschworene Genossenschaft, in der einer für den anderen aufsteht. Mit diesem Wollen gehen wir nun an die Arbeit! Der Sieg wird unser sein! Es lebe die Deutsche Jront! Der Landesleiter der Deutschen Front. Gez.: P i r r o." 3n der Aufnahmeerktärung zur Deutschen Front im Saar gebiet heißt es: Ich bin Deutscher und bitte um Aufnahme in die Saar-Volks- gemeinfchaft „Deutsche Front". Gleichzeitig erkläre ich, daß ich mit dem Tage meines Eintritts in die Deutsche Front mich lossage von allem, was Partei heißt und nur die eine Parole kenne: „Unser Deutschland". In einem weiteren Aufruf an alle Na11 o- folgt ist, wird deshalb überall im Lande m i t einem lauten Echo begrüßt werden. Absage an die Internationale. Metallarbeiter im Laargebret verlassen die Freien Gewerkschaften. St. Ingbert, 1. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Vorstand der Ortsverwaltung St. Ingbert des Deutschen Metallarbeiterverbandes (ca. 20 Ortschaften umfassend) hat eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: „Die Ortsverwaltung St. Ingbert des Deutschen Metallarbeiterverbandes hat beschlossen, aus dem Bezirksoerband Saar des Deutschen Metallarbeiterverbandes auszuscheiden und ihre Geschäfte in der bisherigen Form s e l b st ä n d i g weiter zu führen. Als deutsche Männer wollen und können wir die frankophile Politik der Freien Gewerkschaften an der Saar nicht mehr mitverantworten. Als Sozialisten der Tat sind wir gewillt, ehrlichen deutschen Sozialismus in die Tat umzusetzen. Wir erwarten von der gesamten Arbeiterschaft, daß sie uns in diesem unserem Kampfe für Deutschland nach Kräften unter st ützt. Deutsch im Handeln, Fühlen und Denken! Auf zur Tat! König Boris von Bulgarien, der bei seinem Vater, Zar Ferdinand, in Koburg weilte, ist, wie schon gemeldet, in Berlin eingetroffen. Zu Ehren des Königs fand in der bulgarischen Gesandtschaft ein Diner statt, an dem u. a. tellnahmen: Vizekanzler von Pap en, die Reichsmimster Freiherr von Neurath, Dr. Goebbels, General Göring und der Staatssekretär des Reichspräsidenten Dr. Meißner. Am Nachmittag legte der König am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz für die Gefallenen Deutschlands, seinen Waffenbrüdern während des Weltkrieges, nieder. Der König war von seinem Adjutanten, dem bulgarischen Gesandten, zahlreichen Mitgliedern der bulgarischen Kolonie Md Roosevelt es schaffen? Von unserem He.-Äerichierstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! N e u y o r k, 21. Februar 1934. Nach dem ersten großen politischen Erfolg, den Roosevelt mit der Annahme seines Riesenarbeitsbeschaffungsprogramms erzielt hat, ist er nicht müßig gewesen. Sozusagen noch im Schatten des ersten Triumphes hat er dem Kongreß sein Dol ° l a r g e s e tz abgerungen, den berühmten Gold Reserve Act, der vielleicht — vielleicht aber auch nid)t — das Ende der Entwertung des Dollars bedeutet — sicherlich aber in einem unerwarteten Maße dazu beigetragen hat, den allgemeinen Opti- nismus zu beleben. Die Milliarde, die in Gold nach USA. geflossen ist, ist zwar nicht allein darauf zurückzusühren, daß auf das Goldgesetz hin Flucht- kapital zurückkehrte, sondern es hat sich dabei sicher auch weitgehend um Spekulationsgelder gehandelt, aber trotzdem bleibt der Vorgang sinnfällig genug; die Wirtschaft hat wieder Vertrauen, man nimmt an, daß es wieder zu verdienen geben wird — und wenn diese allgemeine Stimmung erst vorhanden ist, pflegt es bekanntlich in USA. bis zur Konjunktur nicht mehr weit zu sein. Roosevelt könnte also wohl zufrieden sein. Denn es hat den Anschein, als ob er sein Ziel einer Wiederbelebung der Wirtschaft fast erreicht hätte, oder es doch zumindest. nahe wäre. Wenn er troßdem selbst nicht so zuversichtlich scheint und wenn sogar aus dem Weißen Hause selbst Stimmen zu hören sind, die zu einer gewissen Vorsicht in der Beurteilung der Lage raten, so muß das wohl einen anderen Grund haben, der tiefer liegt. Und das ist in der Tat so. Wie der Präsident der Auffassung ist, daß er die Struktur und die Organisation der Wirtschaft umgebaut nicht nur „reformiert" hat, fo glaubt er auch daran, mit dem ewigen Wechsel von Konjunktur und Krise, oder, wie man hier sagt, von „Booms" und „Depression brechen zu können, wenn er die Märkte und die Preise reguliert und für eine «Regelung pes Absatzes auf dem Umwege über die Lohne (Nira) sorgt. Roosevelt, der mehr will, als nur vorübergehend der Wirtschaft einen Auftrieb geben, will den Kampf gegen die Krise überhaupt, er will sie mit Stumpf und Stiel ausrotten. Nur wenn man das weiß, versteht man, warum er zwei Erscheinungen so scharf verfolgt, die bislang zum amerikanischen Wirtschaftsleben, um nicht zu sagen zum nationalen Leben des Amerikaners so gehört haben, wie kaum etwas anderes, ohne daß irgendwer etwas dabei fand: Die Spekulation und die Korruption oder den „Graft" — ein Ausdruck, der sehr viel zarter ist als jede Uebersetzung, weil er so etwas von Erlaubtsein und Dazugehören an infl rit'^ 646 ,30 ,40 053 i,32 ,26 's! 795 652 . 518 ' 1,62 1,57 ,54 1,18 1,06 1.93 ,75 ,216 676 1,64 sich hat. Die Spekulation, die von der Regierung übrigens bereits in den letzten Vorgängen art der Börse gesehen wird — man hält die Kurserhohun- qen nicht für gerechtfertigt —, ist nämlich in Amerika ganz anders zu Haufe als bei uns. Wenn früher in Deutschland an den Börsen spekuliert wurde, so war das die Angelegenheit einer sehr kleinen Schicht, die mit dem Volke nichts zu tun hatte. In den USA. spekuliert aber sozusagen der Mann aus der Straße, der kleine Angestellte bis herab zum Zeitungsverkaufer. Und zwar nicht nur etwa in Papieren und Renten, sondern ebenso auch in Produkten aller Art, da es auch hierfür indirekte Möglichkeiten gab. Aber die Leute spekulieren nicht nur mit eigenem, sondern auch mit fremdem Geld. Wie man sich bei den Banken Geld zu Spekulationszwecken beschaffen konnte, wenn auch unter bestimmten Voraussetzungen so spekulierten auch die Banken nut jedem ihnen anvertrauten Geld, so daß man kaum auf ber Welt so ein Spekulationsfieber kannte wie in Amerika. Nur so ist es ja schließlich auch zu erklären, daß e i n schwarzer Freitag fast gereicht hat, um schlagartig beinahe ganz Amerika an einem Tage zu ruinieren, wie ja auch noch im letzten Jahre ein zwei schlechte Tage an der Börse gereicht haben, um die ganzen Erfolge des Rooseoelt- schen Wirtschaftsprogrammes m Frage zu stellen. Die Spekulation ist eben ^n Amerika wie ein grassierendes Fieber, das furchtbare Verheerungen änrichtet. Deshalb hat Roosevelt drakonische Maßnahmen vom Kongreß verlangt, tue bas in «Ku tun ft ünmöalich machen sollen. Die Börse soll zwar nicht vernichtet werden, aber so sehr auf bte etgrnt- ttche Ausgabe des tatsächlichen Warenau^au ch-s beschränkt werden, daß es keine eigentliche Spekula- tion mehr gibt sondern daß n u r n o ch e et) t e Kursbewegungen entstehen, d>° dem Pendel zwischen Angebot und Nachfrage enspreche. soll daher nicht mehr erlaubt sein, ^t Kred kn zu spekulieren, auf fremde Rechnung -- wie oiud> bas Bilden von Corners, Geschäfte >n eigenen Pap'- ren, unehrlich- Stützungen und anderes mehr ver^ boten sein sollen. Das wird alles unter totraie ge stellt und mit schwerer Geldbuße belegt — UM den Teufel auszutreiben, der so viel Unheil angerichtet Oie Deutsche Krönt an der Saar Keine Parteien mehr, nur noch Deutschland. Suppen gekocht werden, die einen leicht brenzlichen Geruch haben ... _ Gewiß hat der Präsident mit brutaler Energie durchqeqrisfen — aber die Beispiele zeigen, wie schwer es ist, neue Ideen in die Tat umzusetzen und an wievielen allzumenschlichen Klippen die besten Ideen scheitern können. Gibt es doch auch in Amerika Leute, die alles besser wissen wollen und sich nach den alten Zeiten zurücksehnen, in denen geschoben, spekuliert und bestochen wurde, und zu dieser Gruppe gehören vielfach gerade ehemalige Freunde des Präsidenten, die mit Schrecken sehen, daß aus dem demokratischen Fortschrittler ein Radikal" — wie man hier sagt, ein „Sozialist", wie Roosevelt es selbst sagt, geworden ist Und so beginnt gerade seine Großzügigkeit, sein Tempo die Gegner mobil zu machen, die sein Programm für Humbug halten, die nur die riesige „Partei". Er weiß, dah er in der großen deutschen Bewegung steht. Es geht ihm um die große Sache allein: Unser Deutschland! Er ist unter dem einen Ruf marschiert, der gerade auch im Saargebiet dem Nationalsozialisten allein Rettung war: Deutschland, nichts als D e u t s ch la n d ! Mit dem heutigen Tage fallen alle Parteien! Das große Einigungswerk ist endlich gelungen! Was der 12. November für das innere Reich bedeutet, bedeutet der 1. März für das deutsche Saarvolk. Wir treten nun gemeinsam unseren Marsch an. Wir werden eine verschworene Volksgenossenschaft sein, eine Gemeinschaft aller Deutschen an der Saar, wo sie auch in der Vergangenheit standen. Durch den einen Ring sind wir alle zusammengeschweißt: unser Deutschland! Die Saarbrücker Landeszeitung schreibt u. a.: Wir Deutschen an der Saar, die wir seit langen Jahren vom Reiche getrennt sind und in der Treue unserer nationalen Heimat neue Kraft für unseren sicheren Weg fanden, fühlen heute mehr als je die Pflicht, einen festen und unzerstörbaren Zusammenschluß unter uns zu schaffen. Die Nachricht, daß soeben im Sinne der Einheit und Einigkeit eine Aktivierung der Deutschen Front er- hat. . Ebenso bekämpft Roosevelt auch die Korruption, weil sie ja ähnlich wie die^ Spekula °n die Gelder des Staates in Kanäle lenkt, in die sie mch gehören und sie so dem Gemeinnutz entzieht.Doch hat gerade hier Roosevelt eine besonders schwere Erbschaft übernommen. Wie es in Amerika üblich gewesen ist, daß d i e A e m t e r nach gewon neuer Wahlschlacht unter die S i e g e r v erteilt wurden, so war es auch erlaubt, do» . „Kosten" des Sieges auf illegale Weise emgetr e ben mürben — indem nämlich alles mögliche nu durch Bestechung oder nach Bestechung geschah, was normalerweife hätte d o n f e l b ft funktionieren mus- nalfoziallsten der Saar wird ausgeführt: „Der Nationalsozialismus hat ein Ziel, die deu t- sche Volksgemeinschaft. Wo sind die Voraussetzungen, diesen Bund zu schaffen, mehr gegeben als bei uns an der Saar? Kein Deutscher will etwas anderes als die deutsche Volksgemeinschaft, er mag in dieser oder jener Partei bisher gestanden haben. Als aufrechte männer, die über allen Parteiegoismus die Schicksalsverbundenheit aller ander Saar stellen, sehen wir es als die höchste Ehrenpflicht an, beizutragen an dem heutigen Tage zu dem Vündnis mit allen: Katholiken mit Protestanten, Arbeiter mit Bauern, Beamten mit Gewerbetreibenden, Nationalsozialisten mit den männern und Frauen aus allen Parteien. Fort mit allen Gegensätzen. Wir echten Nationalsozialisten erklären ab diesen 1. INärz: Bei uns gibt es bei Anerkennung gleicher Rechte und P f l i ch t e n an der gleichen Front nur eines: Unser Deutschland!" Das Einigungswerk gelungen. Zu dieser restlosen Einigung im Saargebi^ auf der gemeinsamen Linie der Deutschen Front f$ret^ der n7ue Landesführer Pirro im Organ der Deutschen Front u. a. folgendes: Den deutschen Arbeitern an der Saar ist es unter den furchtbaren Nackenschlägen der letzten 14 Jahre bewußt geworden, wer ihm seine völlige Existenz rlehmer will. Sein Kampf um die Existenz ist ein Kamp um sein Deutschtum. Deutschland hat aus eigener Kraft die Parteien überwunden. Eine einzige gemeinsame Front gibt es m Deutschland. Die Deutsche Front. Da können wir an der Saar nicht zurückstehen. Wir wollen auch aus innerer Kraft die Parteien, das, was uns trennte, überwinden und uns Zusammenschlüßen und uns einqliedern in die große deutsche Front, in die Deutsche Front an der Saar Der historische Prozeß ist langst über die Parteien hinausgegangen. Im Reich sind sie liquidiert. Auch wir wollen sie restlos liquidieren. Der Nationalsozialist hängt nicht an dem Wort Lebhafte Anteilnahme der bulgarischen Oeffentlichkeit Sofia, 28. Febr. (DNB.) Die bulgarischen Blätter geben die Meldungen über den Besuch des Königs Boris in der Reichshauptstadt, der allen Kreisen zu diesem Zeitpunkt überraschend gekommen ist, in großer Aufmachung wieder. Das Matt „Siow o" schreibt, die bulgarische Oeffentlichkeit sei von dem schönen Gedanken des Königs, Berlin einen Besuch abzustatten, angenehm überrascht. Deutschland, um das die diplomatischen Kanzleien alle möglichen Intrigen zu spinnen versuchten, sei heute trotz allem ein mächtiger Faktor in Europa. Doch unabhängig hiervon seien Deutschland und Bulgarien, die im Weltkrieg in heldenhafter Waffenbrüderschaft zusammengestanden hätten, seither durch gemeinsames Schicksal, gegenseitiges Vertrauen und schließlich auch durch engste wirtschaftliche Beziehungen verbunden. Das bulgarische Volk sei zufrieden, daß König Boris die Gelegenheit benutzt habe, i5em deutschen Volk in der Person des verehrungswürüi- gen greisen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg die aufrichtigen und warmen Gefühle des bulgarischen Volkes zum Ausdruck zu bringen. Das Organ der nationalen Volksbewegung „Soro" hebt hervor, daß Bulgarien dein deutschen Volke schon längst die Aufmerksamkeit schulde, die ihm König Boris jetzt erweise, nicht allein weil beide Völker in schicksalsschweren Jahren Schulter an Schulter gekämpft hätten, und gleich st a r k unter den Friedensdiktaten litten. Die engen kulturellen und vor allem wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern seien es heute in erster Linie, die anläßlich dieses Besuches hervorgehoben werden müßten. Die Behauptung sei keineswegs übertrieben, daß die Zukunft der bulgarischen Volkswirtschaft in Mitteleuropa und in erster Linie in Deutschland liege. Wirischastsfriede mit polen. Günstiger Fortgang der deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlnngen. Warschau, 28. Febr. (DNB.) Die seit fünf Monaten in Warschau zwischen dem deutschen Gesandten und der polnischen Regierung geführten Verhandlungen wegen Beendigung des Zollkrieges sind so weit gefördert worden, daß das Abkommen in der nächsten Woche unterzeichnet werden kann, durch das alle aus dem Wirtschaftskrieg hervorgegangenen Kampfmaßnahmen r e st l o s beseitigt werden. Auf polnischer Seite müssen dazu nicht nur die Einfuhrverbote aufgehoben, sondern auch die Maximalzölle sowie die Beschränkungen des deutschen Zwischenhandels und der deutschen Schiffahrt beseitigt werden. Ferner war es notwendig, durch Gewährung von Kontingenten sowie Zusage der autonomen Zollnachlässe die tatsächliche Einfuhr der bisher verbotenen Waren zu ermöglichen. Polen soll dafür die Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen nach den we st europäischen Ländern unter Wahrung der veterinär- polizeilichen Erfordernisse zugestanden werden. Ferner sind zwischen der deutschen und polnischen Eisenindustrie sowie zwischen den deutschen Ostseeredereien und den polnischen Schifffahrtslinien private Verständigungen getroffen wor- den, die gleichzeitig mit dem Protokoll über die Aufhebung des Zollkrieges in Kraft treten werden. Edens Aufgabe in Paris. Wird Frankreich für Mitarbeit bereit sein? London, 1. März. (DNB.-Funkspruch.) „Times" schreibt u. a.: Wenn Eden jetzt mit den französischen Ministern zusammentrifft, wird er sie über den herzlichen Empfang unterrichten können, der ihm in Berlin und Rom bereitet worden ist. Er wird ihnen mitteilen können, daß der dringende Wunsch ausgesprochen worden ist, man möchte einen Ausweg aus den bestehenden Schwierigkeiten finden, damit die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten wieder aufnehme. Eden — so erklärt das Blatt weiter — habe in Berlin und Rom betont, daß die britische Denkschrift n i ch t d a s letzte Wort der britischen Regierung sei und daß die Minister bereit sein würden, die Denkschrift nach Entgegennahme des Berichtes Edens von neuem zu prüfen; sie seien der Ansicht, daß Deutschland ebenso wie Italien bereit sein würden, die Denkschrift als Grundlage künftiger Besprechungen anzunehmen. Ferner glaubten sie, daß die heutigen Pariser Erörterungen zeigen werden, ob Frankreich ebenfalls bereit ist, entsprechend den ausgezeichneten allgemeinen Richtlinien mitzuarbeiten, Richtlinien, die ein gewisses Maß von Aufrüstung für Deutschland enthielten, unter Gewährung einer Sicherheitsgarantie für andere Mächte. Das heiße Eilen Frankreich und die Rückkehr der Habsburger. Paris, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse erörterte am Donnerstag erneut d i e österreichische Frage. Man scheint die Auffassung offizieller Kreise sich zu eigen zu machen, daß die Wiederherstellung der Doppelmonarchie unter den Habsburgern nur Oel aufs Feuer gießen würde. „Wenn sich der Völkerbund", schreibt „L'Ordre", „unter dem Druck der Regierung Macdonald an dem österreichisch-ungarischen Problem desinteressiert, dann müssen Frankreich und Italien sich verständigen, um eine Lösung zu finden, die für beide und gleichzeitig für die Kleine Entente bindend ist. Das ist sicher auch die Ansicht Bar- thous, dessen Aufgabe darin besteht, unser Land zu seiner großen diplomatischen Traditio» zurückzu- führen." MeDrahtzieher des marxistischen Aufruhrs m Wien unter Anklage. Wien, 28. Febr. (DNB.) Regierung und Staatspolizei wenden sich gegen Meldungen südslawischer Zeitungen, wonach es in den verschiedensten Teilen Oesterreichs wieder zu blutigen Zusammen st ätzen gekommen sein soll. Ferner soll behauptet worden sein, daß die österreichischen Natio- nalsozialististen von Mittwoch ab die Kundgebungen gegen die Regierung wieder in verstärktem Maße ausgenommen hätten. Regie- rung und Staatspolizei stellen demgegenüber fest, daß in ganz Oesterreich völlige Ruhe herrsche und daß es nirgends zu irgendwelchen Zusammen st ößen gekommen sei. Die polizeilichen Untersuchungen gegen die verhafteten Funktionäre der Sozialdemokratischen Partei sind jetzt abgeschlossen worden. Gegen 20 Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes ist das straf- gerichtliche Verfahren eröffnet worden. Die verhafteten Mitglieder des Parteivorstandes haben an der Vorbereitung des Aufstandes teilgenommen, in ihren Händen befanden sich bereits seit langem die Pläne für die Durchführung des Aufstandes. Ferner haben sie aktiv an dem Aufstand teilgenommen und die Aktionen des Schutzbundes persönlich geleitet. Die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen die 20 Parteifunktionäre lautet daher auf Grund der polizeilichen Untersuchung auf öffentliche Auflehnung gegen die Staatsgewalt und Teilnahme am Aufruhr. Unter den Parteifunktionären, gegen die Anklage erhoben wird, befinden sich der Bürgermeister von Wien, Seitz, General Körner und der Schutzbundführer Eiffler, sowie mehrere Abgeordnete des Nationalrates. FeierlicheThronbesteiMg puyis als Kaiser von Mndfchuluo. Aelteste Zeremonien und modernste Technik nebeneinander. H s i n k i n g (Mandschukuo), 1. März (DNB- Funtspruch) Am Donnerstagvormittag erfolgte die feierliche Thronbesteigung Puyis der unter dem Namen K a n g T e h Kaiser von Mandschukuo geworden ist. Kurz vor acht Uhr Ortszeit führte ein Kraftwagen, der mit dem aus goldenen Orchideen gebildeten Wappenzeichen geschmückt war, den künftigen Kaiser nach dem Himmelstempel, wo die religiöse Zeremonie abgehalten wurde. Die eindrucksvolle Zeremonie, die nach dem Ritus der Chow-Dynastie durchgeführt wurde, dauerte nur etwa eine Viertelstunde. Ungefähr 200 der höchsten Beamten von Mandschukuo standen achtungsvoll am Fuß des Altars. Der Kaiser stieg zum Altar hinauf und warf sich zu Boden, um mit den Geistern seiner Ahnen Zwiesprache zu führen. Er brachte dem Himmel eine Anzahl von Opfern dar, darunter einen weißen Stier, den die Priester töteten, während der Kaiser betete. Vor dem Monarchen lag eine Rotlacktafel, auf der der Name seines frühesten Ahnherrn ausgezeichnet war. Acht Beamte überreichten dem Kaiser die Opfergabe, Weihrauch, ein Amulett aus Pade, eine Rolle heimischen Tuches und einen Kelch mit Reiswein. Alle Gaben streckte der Kaiser zum Himmel empor. Dann wandte er sich nach Süden und entzündete das heilige Feuer, dessen Rauch seine Gebete zum Himmel emportrugen. Nach der Opferung empfing der Kaiser sein Amtssiegel, worauf ein Salut von 101 Schuß ertönte. In sonderbarem Gegensatz zu dem uralten Zeremoniell stand es, daß von einzelnen Szenen Tonfilmaufnahmen gemacht wurden, daß Flugzeuge in der Luft kreisten und daß einzelne Berichte über die Feier im Rundfunk verbreitet wurden. Für die Krönungsfeierlichkeiten hat die Regierung 3Vz Millionen Dollar bewilligt Sportpalaslkimdgrblmg der Deusschen Christen. Reichsleiter und Reichsbischof über den Weg der Kirche im Dritten Reich. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Im überfüllten Sportpalast fand eine Kundgebung der Deutschen Christen statt. Nach Liedvorträgen des Sängerbundes begrüßte Gauobmann Pfarrer Tausch die Erschienenen, darunter Vertreter der Reichs- und Kommunalbehörden. Unter lebhafter Zustimmung betonte der Redner, daß der christliche Glaube nicht dazu da sei, um die Weltanschauung einer veralteten Bürgerlichkeit zu erhalten. Der Kampf in der Kirche sei tief religiös be- gründet. .Die Deutschen Christen wollten den Frieden, aber einen Frieden, aus dem das Leben sich gestalte. Sie wollten Aufbauarbeit leisten, und reichten allen Gegnern die Hand, indem sie ihnen zuriefen: Verschließt euch nicht der gottgegebenen Wirklichkeit der deutschen Gegenwart. Die Kirche Martin Luthers soll V o l k s k i r ch e sein. Oer neue Reichsleiter Or. jur. Kinder begann seine Ausführungen mit einer Absage an den auf kirchlichem Gebiet so verhängnisvollen Dilettantismus. Im Namen „Deutsche Christen" liege Aufgabe und Ziel. Die Deutschen Christen seien Deutsche und als Deutsche Nationalsozialisten. Sie bejahten das Programm der politischen Bewegung, die unser Volk vom Abgrund zurückriß aus innerster Überzeugung. Sie seien aber auch Christen und als solche stünden sie in freudiger Bejahung zur Kirche. Die Deutschen Christen wollten in tavferer Hingabe sich in die schicksalhafte Führung Gottes mit unserem Volke opferbereit und glaubensvoll mitten hineinstellen. Es handele sich heute nicht um leere Dogmenstreitigkeiten, sondern um das Ringen der Werte. Mit ganzer Hingabe und unbedingter Ehrlichkeit sollen aus dem Glaubensgut der Völker die auch für unsere Zeit geltenden Grundlagen in den Vordergrund gestellt werden. Durch den Aufbruch im Volksleben seien auch im kirchlichen Leben wertvolle neue Erkenntnisse entstanden. Zum Aufbruch in der Kirche gehöre aber auch Ordnung in der Kirche. Jedes aufbrechende neue Leben habe eine von innen her bestimmte wundervolle Ordnung. Deutsch sein heiße fromm sein. Die Deutschen Christen kämpften darum, daß sich der deutsche Aufbruch auch auf das Gebiet der innersten, der religiösen Handlung erstrecke. Die Kirche ruhe auf dem Bekenntnis und habe ihr Leben im Glauben. Die Deutschen Christen wollten Brücken bauen, die den Vormarsch des erwachten deutschen Volkes auch in den religiösen Raum, in das Erlebnis der Volkskirche hinein ermöglichen. Reichsbischof Müller erklärte sodann u. a.: Wenn in dieser Zeit harte Kritik am Christentum geübt würde, so sei das nicht einmal zu bedauern. Diese Kritik solle zu strenger Selb st Prüfung mahnen, wo die Schuld dafür zu suchen sei, daß sich große Massen von der Kirche abgewandt hätten, wenn die Diener der Kirche in eng st er Gemeinschaft mit dem Volke gestanden, die Sprache gesprochen hätten, die das Volk versteht, dann wäre der Zustand wahrscheinlich ein ganz anderer. Durch die Einigung der 28 Landeskirchen sei ein 400 Jahre altes Sehnen in Erfüllung gegangen. Christentum sei die Art, die Gott und sein Reich den Menschen näherbringe. Das Christentum sei nicht aus dem Judentum erwachsen, sondern im Kampfe gegen das Judentum geworden. Positives Christentum müsse wieder zum Gemeingut des Volkes werden. Das könne nur geschehen, wenn jeder einzelne sich wieder als ein Glied der Kirche fühle. Wenn aber die Führer nicht den Weg zum Herzen des Volkes fänden, dann sei das Ziel nicht zu erreichen. Die jungen Theologen müßten daher in die SA. und in die Arbeitslager. Sie müßten das Volk, seine Sprache, sein Denken und Fühlen verstehen lernen und sich so das Vertrauen ihrer Gemeinde erwerben. Der Reichsbischof schloß mit dem Appell, das zu überwinden, was uns trenne, Kämpfer für ein Ziel zu werden: Ein Volk, ein Staat, eine Kirche. — Im Schlußwort verlas Pfarrer Tausch ein Begrüßungstelegramm der Deutschen Christen aus dem Saargebiet und schloß mit einem Heil! auf den Führer, in das die Teilnehmer an der Kundgebung begeistert mit einstimmten. Das neue Deutschland fordert Achtung und VomrteilslMeit für seine Friedensarbeit. Reichsminister Goebbels vor der ausländischen presse. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hatte in den tfefträumen seines Ministeriums zu einem Empfang der Auslandspresse geladen, an dem auch fast das gesamte Diplomatische Korps teilnahm, ferner sah man eine Reihe von Reichsministern. Vor den Gästen führte Dr. Goebbels u. a. folgendes aus: Zweck und Sinn dieser Fühlungnahme zwischen der Reichsregierung und der öffentlichen Meinung der anderen Länder ist ein besseres und fruchtbareres Sichkennenlernen, die Möglichkeit, sich über schwebende Fragen von Mann zu Mann auszusprechen und damit bei Ihnen ein lebendigeres Verständnis für das junge Deutschland und die ihm innewohnenden geistigen, seelischen und politischen Kräfte zu erwecken. Sie, meine Herren, die Sie von den großen ausländischen Zeitungen nach Berlin geschickt worden sind, um Sie und Ihre Völker über Deutschland, sein Volk, seine Menschen, ihre Wünsche, Ansichten, Hoffnungen und Verzweiflungen aufzuklären, haben damit eine große und schwere Aufgabe übernommen. Die Verschiedenartigkeit der Auffassungen, die heute Europa bewegen,. ist ganz unverkennbar. Sie resultiert zu ihrem größten Teil aus den furchtbaren Schäden, die diesem Erdteil durch das Unglück des großen Krieges zugefügt worden sind, und Deutschland ist dabei derjenige Staat, der a m schwersten daran zu tragen hat. lllan halle sich leider in den anderthalb Jahrzehnten vor unserer 'Machtübernahme in der Dell daran gewöhnt, die deutsche Nation als mitbewegenden Faktor der europäischen Lnl- Wickelung nicht mehr in Betracht zu ziehen. Dieser Zustand ist durch die nationalsozialistische Revolution grundlegend geändert worden, und von dieser Tatsache hängt ein Teil der Mißverständnisse ab, die zu lösen und zu klären im Augenblick eine der wichtigsten Aufgaben der gesamten europäischen Diplomatie ist. Wir glauben, dem Ziel ihrer Lösung um einen gewaltigen Schritt schon näher gekommen zu sein, wenn wir dem deutschen Volk und der deutschen Regierung jenes Maß an Achtung und Sym- pathie zurückgewinnen, die man anderen Völkern und Regierungen als selbstverständlich entgegenzubringen pflegt. Die Verschiedenartigkeit der Auffassungen kann nur entwirrt werden auf der Basis der Gleichartigkeit der Achtung, die der eine dem anderen zuteil werden läßt. Es ist dem Ausland noch viel zu wenig klar geworden, daß der Sieg der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland eine neue Männergeneration in die Macht getragen hat, und daß diese neue Männergeneration von der edlen Absicht besessen ist, mit neuen Methoden alte Probleme, die mit alten Methoden unlösbar geworden waren, einer tatsächlichen Lösung zuzuführen. Es erscheint uns allzuerklärlich, daß die journalistischen Wortführer des Auslandes, die mit den in Deutschland gefallenen Mächten innerlich oder äußerlich solidarisiert waren, den gänzlichen Umschwung der Dinge nicht allzufreudig begrüßt haben. Wir können auch ein gewisses Verständnis dafür aufbringen, daß sie heute noch mit dem rechthaberischen Eigensinn des unbelehrbaren Besserwissers einen Tatsachenbestand nicht wahrhaben wollen, der unterdes längst von allen objektiv Denkenden als unabänderlich hingenommen wurde. Unklug aber wird, so meinen wir, dieses Verfahren dann, wenn es sich nicht mehr auf die persönliche Meinung des einzelnen beschränkt, sondern darüber hinaus zu einer voreingenommenen und damit falschen Darstellung der Lage für die Oeffentlichkeit führt. Man wird sich des wachsenden Verständnisses, das die Welt heute dem Führer und dem von ihm repräsentierten jungen Deutschland entgegenbringt, richtig erst bewußt, wenn man es in Vergleich setzt zu dem vollkommenen Mangel an Einfühlungsvermögen, der die öffentliche Meinung anderer Länder in den ersten Monaten unserer Macht von uns trennte. Man beginnt dort jetzt zu erkennen, daß der Nationalsozialismus eben anders ist, als man sich ihn vorgestellt hatte, daß mit ihm eine neue Generation an die Dinge herantrat, und daß sie einen Anspruch darauf hat, nach eigenen Werten gie m e f f e n zu werden und nicht nach den Werten, den ihre Gegner ihr zumessen. Den einen Vorteil hat das erste Iahr nationalsozialistischen Aufbaues wenigstens mit sich gebracht, daß die Diskussion der Well über Deutschland nichlmehrandenAeußer. lichkeiten kleben bleibt, nicht mehr das wesentliche in entweder ganz erfundenen oder stark vergröberten und entstellten Ausschreitungen dieser Revolution sieht, sondern vielmehr in dem grandiosen Versuch, mit vollständig neuen Methoden der Krise wirksamer als bisher entgegenzutreten. Diese neue Art, sich in der Welt mit uns aus- einanderzusehen, geht um so leichter vonstatten, als ja die großen wirtschaftlichen und politischen Erfolge, die das nationalsozialistische Regime bisher zeitigen konnte, unleugbar sind und vor jedermanns Augen offen Zulage liegen; und als diese Erfolge errungen wurden in einer Zeit, in der andere Staaten von schwersten politischen Krisen heimgesucht wurden und diese hinwiederum Opfer an Menschen und wirtschaftlichen werten forderten, denen gegenüber die Opfer der deut- schen Revolution fast in ein Nichts versinken. Es wurde zu oft betont, als daß es noch einmal wiederholt zu werden brauchte: Deutschland will den Frieden, es will in Frieden arbeiten und aufbauen, es bringt allen Völkern gleiche Achtung und gleiche Sympathie entgegen, es verlangt aber von ihnen, daß sie mit Respekt und Vorurteilslosigkeit feinem gigantischen Kampf gegen die Not gegenübertreten. Es hat Beweise seiner Friedensliebe gegeben. Man muß es hören, wenn es feine Forderungen auf Gleichberechtigung unter den anderen Nationen erhebt. Es hat ein Recht darauf, die vitalsten Bedingungen seiner nationalen Existenz garantiert zu sehen. Jedes ehr- liebende Volk wird dafür Verständnis aufbringen. Im Verkehr aber mit allen Nattonen bedient es sich der edlen Mittel, die bisher immer noch die größten politischen Erfolge zeitigten: der Wahrheit und der Klarheit. 15 Jahre nach Ende des Krieges liegt Europa immer noch in schwersten Krisen und Bedrängnissen. Seine Völker verlangen sehnsüchtig nach Frieden. Tragen wir alle zu unterem Teile mit dazu bei, daß ihr Ruf nicht unge- hört verhallt! Lebhafter Beifall dankte Reichsminister Dr. Goebbels. Der Sprecher des Vereins der ausländischen Presse, Louis P. L o ch n e r (Associated Preß), gab dem Danke der Auslandsjournaliften humorvoll und anerkennend Ausdruck. Die ausländische Presse danke der Reichsregierung für die gewährte Gastfreundschaft, sie wolle aber auch ihrerseits zeigen, daß sie an der Verständigung der Völker mitzuarbeiten bestrebt sei, aus diesem Grunde werde der Verein der ausländischen Presse künftig zwanglose Frühstücke veranstalten, bei denen Vorträge führender Männer des neuen Deutschland auf allen Gebieten die Würze zur Speise sein würden. Auch dadurch werde die Fühlungnahme gefördert und ein größeres Verständnis für das neue Deutschland herbeigeführt. Auch der Jahresempfang der ausländischen Presse für die Reichsregierung werde wieder stattfinden. Ministerpräsident Göring nahm dann Gelegenheit, gemeinsam mitReichsminister Dr. Goebbels tn freundschaftlichem Gespräch den Legenden entgegenzutreten, als ob es in der Frage der Freilassung der drei Bulgaren irgendeine Meinungsverschiedenheit gegeben habe. In der Frage habe völlige Einmütigkeit geherrscht. Die Hinausschiebung der Freilassung sei deshalb erfolgt, weil in der ausländischen Presse ein gewisser Druck auszuüben versucht worden sei, den er sich auf feinen Fall habe gefallen lassen können. Die Freilassung sei von vornherein eine beschlossene Sache gewesen. Nachdem die teilweise unfreundlichen ausländischen Pressestimmen etwas verklungen seien, habe er nun den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die Bulgaren nach Rußland ab- zuschieben. Er habe mit Absicht diese Abschiebung völlig unangemeldet und im Flugzeug vornehmen lassen, um jeden festlichen Empfang in Moskau und jedes Geschrei um diese Aktion von vornherein abzudämmen und zu verhindern. — Die Unterhaltung, an der auch russische Journalisten sich beteiligten, und die die Form eines lebhaften Frage- und Antwortspieles trug, ergab für den Standpunkt des Ministerpräsidenten großes Verständnis und mit einem Teil der Anwesenden eine völlige Übereinstimmung. Das Hilfswerk „Mutter und Kind". B e r l i n, 1. März. (DNB.) In einer von der Reichsführung der NS.-Volkswohlfahrt einberufenen Sitzung wurde der Reichsarbeitsausschuß für das Hilsswerk „Mutter und Kind" gebildet. Dieses Hilfs- werk steht unter dem Leitwort des Reichsminifters Dr. Goebbels: „Mutter und Kind sind das Unterpfand für die Unsterblichkeit eines Volkes." Das Volk soll Träger des Gedankens und der Tat werden, daß nur gefunbe Mütter und gesunde Familien den Volksbestand sichern können. Das Hilfswerk trägt den Charakter der zusätzlichen Hilfe und hat sich zum Ziel gesteckt, vorhandene Lücken auszufüllen, vorbeugend zu wirken und den bestehenden Hilfseinrichtungen neue Impulse für ihre Arbeit zu geben. Die beste Hilfe für Mutter und Kind ist die, daß dem Da- ter ein feiner Lebenslage und der Größe der Familie entsprechender Arbeitsplatz vermittelt wird. Es ist alles daranzusetzen, daß in diesem Sabre die Familienväter und vor allem d i e Vater kinderreicher Familien, soweit diese noch arbeitslos sind, Arbeit und Verdienst bekommen. Der Aufgabenkreis des Hilfswerkes umschließt Wirtschaftshilfe, Arbeitsplatzhilfe, Woh- nungshilfe, Müttererholung und Mütterfchulung, Hilfe für die werdende Mutter und Sondermaßnahmen für die ledige Mutter. Die Aufgabe kann nur gelöst werden, wenn jeder deutsche Volksgenosse durchdrungen ist von letzter Verantwortung und letzter Pflichterfüllung im Dienst an Familie, Volk und Staat. Keine Haftung der Deutschen Arbeitsfront für Verbindlichkeiten der Freien Gewerkschaften. Leipzig, 28. Febr. (DNB.) In den arbeits- rl .^a9en non zwei früheren Gewerk- schasts ekretaren des Deutschen Arbeiterverbandes der öffentlichen Betriebe und des Deutschen Textil" ar bei ter verbandes^ in Bielefeld gegen die Deutsche Arbeitsfront hat das Reichsarbeitsgericht am Mitt- iD0d)miitag unter Zurückweisung der Revision der Klager deren Gehaltsklage endgültig abgeroie« •« r s Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes ist besonders wichtig, da von einer Reihe früherer S.emerMaft5ferretdre' die wegen ihrer marriffl- 'chen Gesinnung ihren Platz nach der Glekchfchal- Der Rekordsiug der Brieftaube Aus aller Welt Das Ungeheuer von Loch Reh bekommt Konkurrenz. Am Strande bei Querqueville bei Cherbourg ist im be- ;rf) für starke Nachfrage. ng von Sittlichkeitsverbrechern. montier m schäfte v’ En Die Zu der Bar stehend schnell größere Mengen Alkohol zu vertilgen. Angesichts der Fortdauer der grimmigen Kälte, die am Mittwoch früh wieder 25 Grad un\r Null erreichte, wird die Rückkehr wär- '••iinfe allgemein begrüßt, und die Ge- Grohe Strafkammer Berlin hat Nachverfah.. die Entmannung von zwei reits mehrfach wegen Vergehens an Kindern unter 14 Jahren verurteilten Sittlichkeitsverbre- ch e r n angeordnet. Es handelt sich um den 66iäh- rigen August M e i s z e l, der dreimal wegen Sitt- lichkeitsverbrechens vorbestraft ist, und um den 27 Jahre alten Willi A r l t. Zuviel Wasser schadet! frau haben es nicht leicht. Fast ständig kommen sie mit Wasser in Berührung: beim Kochen, Tellerspülen, Reinemachen — vom Wäschewaschen ganz zu schweigen. Kein Wunder, daß die Haut darunter leidet, wenn sie nicht regelmäßig nach der Arbeit mit Leokrem gepflegt wird. Dadurch erhält die Haut nicht nur das ihr entzogene Fett wieder — vor allem lebt sie dann wieder ans, denn Leokrem enthält ja Sonnenvitamin und Lecithin. Dosen von 22 Psg. ab. tung der Gewerkschaften hatten räumen müssen, arbeitsrechtliche Klagen gegen die Deutsche Ar- beitsfront als angebliche Rechtsnachfolgerin der früheren Gewerkschaften erhoben worden waren. Diese Streitigkeiten hatten zu einer verschiedenartigen rechtlichen Beurteilung durch die zuständigen Landesarbeitsgerichte geführt. In der Begründung des Urteils wurde ausge- führt, daß der Kampf der NSDAP, sich besonders gegen den Marxismus, gegen den Klassenkamps und damit auch gegen die Freien Genje r k- schaften als die Organisationen gerichtet habe, in denen der Klassenkampsgedanke seinen stärksten Ausdruck gefunden hatte. So habe p ?}y.e2C hier etwas Neues zu schaffen. Die tatsächliche Entwickelung habe zu einer Umb.ldung der Arbeit e rv e r b ä n d e ge uhrt, bei deren Abschluß Ende Juni 1933 in der Arbeitsfront statt der 28 Verbände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes 14 neue G r u n d v e r b ä n d e gestanden Uebereianung sei nicht erfolgt, da es an diesen Voraussetzungen gefehlt habe. Bei der Besetzung der Gewerkschaftshäuser, der Benutzung ihrer Räume und Einrichtungen habe es sich nur um Besitz und Gebrauch gehandelt. 400000 Mark für eine wiffenschast- liche Akademikerhilfe. Der Präsident der Reichsanstalt für Ar- und Tabak. Schwere Unruhen in einem Reuyorker Zuchthaus. Kommissar MacCormick in Neuyork gab bekannt, daß im Zuchthaus und Hospital auf der in städtischem Besitz befindlichen Welfare-Jnsel wäh- rend der letzten achttägigen Unwetterperiode dauernd Belagerungszustand geherrscht habe. Die Wache habe infolge von Unruhen und beginnender Gesamtmeuterei fortgesetzt Ausnahmedienst versehen müssen. Eine von ihm kürzlich vorgenommene Besichtigung der beiden Anstalten habe Aufsehen erregende Enthüllungen ergeben. Rumschmuggler und Rauschgifthändler beherrschten die Zuchthausverwaltung und führten ein Wohlleben, während weniger glückliche Insassen hungerten. Kommissar MacCormick erklärte weiterhin, daß eine Explosion im Saal des Zuchthauses, durch die die Heizanlage außer Betrieb gesetzt wurde, der unmittelbare Anlaß zu den Ausschreitungen gewesen sei. Die Unruhen hätten sich bann über das ganze Zuchthaus ausgebreitet. 1300 Sträflinge hätten sich erhoben und gegen die schlechte Verpflegung protestiert. Die Gefangenen hätten die Speisen von den Tischen heruntergeworfen und laute Verwünschungen ausgestoßen, bis schließlich die Wache im Speisesaal erschienen sei und strenge Maßnahmen angedroht habe. Washington feiert die Aufhebung des Alkoholoerbotes. Am 1. März, also heute um Mitternacht, wurde nunmehr endlich auch die Bundeshauptstadt der Vereinigten Staaten von der langjährigen Trockenheit e r l ö st. Die Restaurants dürfen von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts alkoholische Getränke ausschenken; infolgedessen wird in der Nacht zum Donnerstag zwei Stunden lang die Wiederkehr des Alkohols gefeiert werden. Die Schankkonzession Nr. 1 wurde dem Nationalen Presseklub vom Leiter der Stadtverwaltung feierlich überreicht. Hunderte von Journalisten und deren Gäste versammelten sich in den Klubräumen, um Schlag 24 Uhr die Gläser zu ergreifen. Nicht erlaubt sind die früheren Stehkneipen; die Getränke dürfen nicht in Gegenwart der Gäste gemixt, son- dem müssta in einem verborgenen Winkel zubereitet werden, damit niemand verleitet wird, an Berlin, 28. Febr. (DNB.) Reichsjustizkommissar Dr. Frank sprach vor der Presse über die weiteren Aufgaben der Erneuerung des deutschen Rechts. Der Redner bezeichnete die Schaffung der Ju- st i z h o h e i t d e s Reiches als die wesentlichste Voraussetzung. Die weltanschauliche Grundlage der Reichsjustizreform ist ausschließlich das nationalsozialistische Ideengut in seiner Gesamtheit. Das bedeutet, daß die Zusammenarbeit mit den Landesjustizverwaltungen in Form einer absoluten U n - terorbnuna unter bi e Reichsinstanzen vor sich geht. Bis zur endgültigen autoritären Klärung durch das Reich werden die gegenwärtigen Maßnahmen und Gesetzgebungsakte der Länder unberührt bleiben. Die Untergerichtsinstanz in Form des Amtsgerichts bleibt erhalten, ebenso die zweite Instanz in Form des Landgerichts. In der Form des Oberlandesgerichts wird eine weitere Rechtsmittelinstanz sichergestellt. Es verschwindet das bayerische Oberlandesgericht als eigene Gerichtsbehörde. Beibehalten wird selbstverständlich das R e i ch s g e r i ch t als oberste Grohmütterchen sucht Abenteuer. Frau Torrey ist schon 82 Jahre alt. Dessen ungeachtet hat sie noch Lust, in die Wildnis zu reisen um dort Abenteuer mit wilden Raubtieren zu bestehen. Sie ist vom Flugplatz in Croyden zu einem Flug nach Südafrika aufgestiegen. Von Kapstadt aus will sie durch die Wildnis reisen. Ganz besonders ist es ihr darum zu tun, selbst einmal zu sehen, wie sich die wilden Tiere, insbesondere die Löwen, in der Freiheit be- nehmen. Man hat ihr versprochen, ihr dies in der Nähe von Nairobi zu zeigen. Frau Torrey gehört zu dem intimeren Kreis der Damen um die eng- ljkche Königin. Sie stammt von John Rolfe, der vor 300 Jahren die indianische Prinzessin Poca° bontas im nordamerikanischen Urwald heiratete und dadurch seinen Scalp rettete. Die Abenteuer- lust wird demnach wohl Frau Torrey von ihren indianischen Urahnen nach im Blute hegen- Stele Damen und Herren der Londoner Gesellschaft waren auf dem Flugplatz erschienen, um der alten Dame für ihre weite Reise Gluck zu wünschen. Spanischer SlratosphSrenslieger plan, neuen Höhenweltrekord. In diesem Sommer will der spanische Fliegex Emilio H e r r e r a einen Flugi n bi e S t r a to- sphäre unternehmen. Herrera hat sich um bas Fliegerwesen bereits sehr oerdien, gemacht vor allem ist ihm Deutschland zu Dank verpsttchtet. weil er sich bei der Einrichtung des Zeppelin Ber- kehrs über Spanien nach Südamerika für bie deutsche Sache eingesetzt hat. Er will einen n e wen Höhenrekord von etwa 23 000 Meter aufstellen. Professor Piccard und ber Amerikaner Settle haben Herrera ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt. Die russischen Stratospharenflieger haben jeboch bisher auf bie wiederholten Bitten des Spaniers keine Antwort gegeben. Herrera will nicht eine geschloffene Gonbel benutzen, wie sie Professor Piccard benutzt hat, sondern er will seine Gondel. Manche Menschen haben eine Leidenschaft für Brieftauben, weil diese Tauben die Eigenschaft haben, immer dorthin zurückzufliegen, wo sie an- säsfig find. Der Ehrgeiz des Brieftaubenzüchters liegt darin, eine Taube zu besitzen, die den Rückflug am schnellsten schafft. Brieftaubenkonkurrenzen stellen die tüchtigste Taube fest, deren Besitzer bann eine goldene Medaille bekommt. So hatten auch die Brieftaubenzüchtervereine von Hagen inWest- alen einen Wettkampf ausgeschrieben. Die Tauben . eilten von Insterburg nach Hagen zurück- liegen. Der Transport ber Tauben nach Insterburg wurde einem altbewährtem Brieftaubenzüchter an- vertraut. Es war ein alter bewährter Brieftauben- züchter, aber ein unglücklicher, denn noch niemals hatte ihm eine feiner lieben Tauben einen Preis eingebracht. Andere Tauben schafften es immer schneller. Das überdachte der Alte, als er bie Tau- ben zum Bahnhof brachte. Was hätte ihm genützt, seinen Tauben freunbliche Ermahnungen mitzugeben, sich diesmal etwas mehr anzuftrengen? Gar nichts hatte ihm das genützt, denn er hatte nun einmal kein Glück. Mann kann aber fein Unglück verbessern, bann wird Glüa daraus. Und heimlich nahm der unglückliche Taubenzüchter seine Tauben aus dem Korb heraus und nahm sie wieder mit nach Hause. Der große Tag des Wettbewerbs kam. Unser Züchter rechnete aus, wann die Tauben, wenn sie in Insterburg sofort nach der Ankunft des Zuges aufgelassen wurden, in Hagen eintreffen könnten. Einige Minuten vor der Zeit die er sich errechnt hatte, ging er mit seinen Tauben etwas abseits seines Hauses, ließ sie dort hochfliegen. Die Tauben zogen einige Kreise und flogen in ihren heimatlichen Stall zuruck. In allen Züchterkreisen herrschte bie größte Aufregung darüber, daß die Tauben jenes Züchters in einer phanta stischen Rekordzeit die Strecke Insterburg—Hagen durchflogen haben. Aber der unglückliche Taubenzüchter hatte wieder kein Glück, das heißt, er konnte sich nicht lange feines erschwindelten Glücks freuen. Denn es traf aus Insterburg ein Bericht ein, daß ber Zug mit ben Brieftauben Verspätung hatte, daß starker Gewittersturm herrschte, und man bie Tauben erst Diel, viel später auflaffen konnte. Der Betrug war klar: die Tauben des Züchters konnten gar nicht in Insterburg gewesen sein. Erst leugnete ber Züchter, bann aber gestand er vor dem Untersuchungsrichter, daß er schon feit fünfzehn Jahren Tauben züchte, baß er noch niemals einen Preis bekommen habe und endlich auch einmal mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wer- den wollte. Das Gericht verurteilte ihn zu einer geringen Geldstrafe. Doch eine goldene Medaille wird er niemals bekommen; die Vereine wollen ihn zu ihren Konkurrenzen nicht mehr zulassen. Unter dem Gesichtspunkte der Rechtsnachfolge könnte an eine Haftung der Beklagten für Verbindlichkeiten der früheren Gewerkschaftsverbände höchstens aus § 419 BGB. gedacht werden. Oie Reform derFustiz. Beibehaltung der vier Instanzen. — Einheitliche Prüfungsordnung. drei letzten Unterrichtsjahren in regelmäßigen Abständen Vorträge über bas (Schiet des Rechtes stattfinden. Im Rahmen des Studiums, das eine Mindestzeit von acht Semestern haben wird, wird eine Zwischenprüfung eingesetzt auf Charakterschulung, Weltanschauung und 'Erkenntnis der Rassenfragen. Der Staat, der von einem Manne verlangt, daß er sich in ben gesundesten Jahren seines Lebens darauf vorbereitet, dem Staate zu dienen, muß auch f ü r den Lebensunterhalt der Referendare sorgen. Die Frage ber HI., der SA.-Ausbildung und der Sportausbildung wird im Zusammenhang mit den anderen akademischen Berufen zu lösen fein. Der Jurist darf niemals Stubenhocker sein. Der Sprung zum Assessor wird nach wie vor im Rahmen einer großen staatl ich e n Prüfung zurückzulegen sein. Es ist unmöglich, ben Wünschen auf absolute Erleichterung der Prüfung zu entsprechen. Das Referendarlager könnte em Bestandteil ber Prüfung sein. Es könnte aber auch ein Bestandteil der Zeit fein, in ber der Referendar tätig ist. Das Lager könnte sogar nach ber Prüfung in Form einer Nachpraxis geschehen. Nach Bestehen der Staatsprüfung wird ber Assessor die Die im Kaspischen Meer auf einer Eisscholle abgetriebenen Fischer wurden durch Flugzeuge entdeckt. Zwei Flugzeuge versuchten eine Notlandung, bie aber miptang. Sie haben darauf Lebensrnittel abgeworfen. Nach bisherigen Mitteilungen find 123 Fischer in Sicherheit, lieber das Schicksal der an- deren kann noch nichts mitgeteilt werden. Neues Wintergewttter über Berlin. Nach stürmischer und regnerischer Nacht setzte am Dienstag über Groß-Berlin ganz plötzlich heftiges Schneegestöber ein, das von elektrischen Entladungen ' begleitet war. lieber Spandau wurden drei Blitzschläge beobachtet, denen heftiger Donner folgte. Der orkanartige Sturm richtete wiederum vielfach Schaden an. In den Außenbezirken stockte infolge des ungewöhnlich starken Schneetreibens kurze Zeit der Verkehr. So schnell wie das Unwetter hereingebrochen war, verzog es sich auch wieder. In den Berliner Straßen verwandelte sich der Schnee bald wieder in Wasser. Kunst und Wissenschaft. Jntendanlenwechfel beim Berliner und Frankfurter Rundfunk. Der bisherige Intendant der Berliner Funk- ftunbe, Friedrich Arenhövel, hat um Enthe- bung von feinem Amt gebeten, um sich wieder ausschließlich schriftstellerischen Arbeiten widmen zu können. Reichsminister Dr. Goebbels hat der Bitte entsprochen und an seiner Stelle den bis- hörigen Intendanten des Südweftdeutschen Rund- sunks, Walter B e u m e l b u r g, zum Intendanten der Berliner Funkstunde ernannt. Zum kommissarischen Intendanten des Südwestdeutschen Rund- funks in Frankfurt a. M. ist der bisherige Intendant des Deutschen Volkstheaters am Hermannplatz in Berlin, Hans Otto Fricke, bestellt worden. Wettervoraussage. Infolge Barometeranstiegs über dem Kontinent hat sich ein flacher Hochbruckrücken geb übet, ber sich oon bem Finnlandhoch in südöstlicher Richtung bis noch ber Biskaya erstreckt. In seinem Bereich wird zunächst ein Absinken der Luftmassen stattfinden, so daß der Himmel sich zeitweise aufheitert und das Wetter vorerst trocken bleibt. Auch tritt weiterhin Nachtfrost ein. Jeboch wirb ber hohe Druck sowohl von bem italienischen Tief, als auch von einer kräftigen Störung über Island angegriffen, wo- durch wärmere Luft heranbefördert und mit der Zeit Milderung und Verschlechterung der Wetterlage verursacht wird. Aussichten für Freitag: Neblig, wolkig mit Aufheiterung, Nachtfrost, trocken. Aussichten für Samstag: Rückgang zu milderem und stärker bewölktem Wetter. Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 2,5 Grad Celsius, abends —2,1 Grad; am l.März: morgens —3,5 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum — 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 0,7 Grad; am 1. März: morgens 0,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. Amtliche Winterfportnachrlchten. Vogelsberg Hoherodskopf: Wolkig, — 6 Grad, im Walde 40 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut. Sauerland Winterberg: Nebel, — 5 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Schwarzwald Feldberg: Schneefall, — 8 Grad, 55 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr -- gut. Alpen Garmisch-Partenkirchen: Wolkig, — 3 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit flut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und ' Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen, ein seltsames Seetier angetrieben, das der Oeffentlichkeit reichen Gesprächsstoff bietet, nachdem es um das Seeungeheuer von Loch Neß stillgewor- den ist. Das an der französischen Küste angetriebene Tier gehört einer völlig unbekannten Gattung an. Es ist acht Meter lang, von blau- grauer Farbe und hat zwei Seiten- und eine Rückenflosse. Auf dem etwa einen Meter langen Hals sitzt ein verhältnismäßig kleiner Kopf. Die Leiche wird oon Wissenschaftlern näher untersucht • werden. um Gewicht zu ersparen, aus gesirnistem Segeltuch berftellen lassen. Der Ballon soll etwa 25 000 Kubikmeter Gas fassen. Die Hülle besteht aus Seide. Der Aufstiea soll von Madrid aus erfolgen. Herrera rechnet in einer Höhe von 23 000 Metern mit einer Temperatur von 6 0 Grab unter Nu 11 im Schatten und ebenso viel Grade über Null in ber Sonne. Vor biesen großen Temperaturunterschieben will sich Herrera daburch schützen, daß er Drei 21n- uige aus verschiedenem Material anlegt. Der unterste Anzug soll mit Heizkissen ausgestattet werben, die jedes für sich an- unb ausgeschaltet werden können. Für die Atmung will Herrera einen Taucherhelm benutzen. Das in dem Helm befindliche große Glasfenster ist aus verschiedenen Glaslagen hergestellt und gegen die ultravioletten Strahlen und gegen das Beschlagen versichert. Die Kosten des Fluges werden auf etwa 150 000 Peseten veranschlagt. Die spanische Regierung hat sich bereit- erklärt, 100 000 Peseten beizusteuern, der fehlende Betrag soll von wissenschaftlichen Gesellschaften aufgebracht werden. Der Flug soll Ende August versucht werden. Schwerverbrecher hannack in Hamburg zum Tode verurteilt. Das Hanseatische Sondergericht in Hamburg verkündete nach mehrtägiger Verhandlung unter starkem Andrang des Publikums das Urteil in dem Prozeß gegen den berüchtigten „Ein- und Ausbrecherkönig" Ernst Hannack. Der Angeklagte wurde wegen Verbrechens gegen den h 1 des Gesetzes über die Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 in vier Fällen zum T o d e und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. — 3n der Begründung sagte ber Dorsitzenbe, nach bem heutigen Rechtsempfinden werde nicht der Erfolg der Tat, sondern der o e r - brecherische Wille des Taters bestraft. Hannack fei ein durch und durch asozialer Mensch, der mit verbrecherischen Energien geladen sei. Dor ihm Ls wird wieder mehr Fleisch gegessen. Wie die „Fleischer-Verbandszeitung" auf Grund eigener Berechnungen meldet, ist der Fleischverbrauch pro Kopf im Jahre 1933 gegenüber dem Vorjahr um 0,55 kg auf 49,42 kg geftiegen. Das ist eine erfreuliche Auswirkung der Wirt- chaftsbelebung, die sich verstärkt im letzten Viertel- fahr des Vorjahres zeigte. In dieser Zeitspanne liegt der Fleischverbrauch in ber Höhe der Jahre 1929 und 1930. Diese beachtliche Aufwärtsentwick- hing läßt vermuten, daß als Folge der efart- ührung ber Arbeitsschlacht im Jahre 1934 diese Verbrauchsmenge noch weiter steigen wird. Wüstenräuber plündern ein abgestürztes französisches Postflugzeug. Im Zusammenhang mit «dem Un fall eines französischen Postflugzeuges auf der Strecke Casablanca —Dakar war ursprünglich gemeldet worden, daß cs dem Hilfsflugzeug gelungen sei, außer der verletzten Besatzung auch die Post an Bord zu nehmen. In- zwischen hat sich herausgestellt, daß dieses Gerücht falsch ist. Erst ein zweites Hilfsflugzeug sollte die Postsäcke an Bord nehmen, mußte aber bei seinem Eintreffen feststellen, daß der zertrümmerte Apparat bereits von noch nicht unterworfenen Eingebo- renenftämmen ausgeplündert worden war. Die örtlichen spanischen Behörden haben sofort mit den Wüstenräubern Verhandlungen über die Herausgabe der Post aufgenommen. Germanischer Goldfund bei kottbus. Bei Grabungsarbeiten vor den Toren der Stadt Kottbus fand ein Arbeiter fünfArmringe aus massivem Golde im Gesamtgewicht von 856 Gramm. Das Prachtstück des Fundes, ein sogenannter Schlangenkopf-Armring, dürfte aus dem südlichen Schweden stammen. Man vermutet, daß die Ringe rund 1600 Jahre alt sind. Der Goldschatz wurde durch den staatlichen Vertrauensmann für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer in der Provinz Brandenburg, Professor Dr. Unverzagt, sicher- gestellt und vom staatlichen Museum für Dor- und Frühgeschichte zu Berlin erworben. Das Schicksal der im Kaspischen Meer abgetriebenen Fischer. müsse die Allgemeinheit geschützt werden. Nur die schwerste vom Gesetz vorgeschriebene Strafe, die Todesstrafe könne eine gerechte Sühne für Hannacks Verbrechen fein. Hannack nahm das Urteil ruhig entgegen. Hannack verbüßte zuletzt in der Strafanstalt Olslebshaufen bei Bremen eine längere Freiheitsstrafe wegen Raubmordes. Im Jahre 1932 entwich er von dort unb reihte in ber Folgezeit ein Verbrechen an bas anbere. So oft er auch verhaftet würbe, so oft gelang ihm auch die Flucht. Stets gab es einen erbitterten Kugelwechsel zwischen ihm und der Polizei. Erst am 26. Oktober 1933 konnte er nach einer wilden Schießerei, in deren Verlauf er selbst verwundet wurde, verhaftet werden. Eine gefährliche Wette. In Paris meldete sich bei bem Portier des Hauses, in dem der frühere Minister F r o t wohnte, ein löjähriger Iünglina, der nach Herrn Frot fragte. Das Benehmen des Burschen kam dem Portier verdächtig vor; er benachrichtigte die Polizei. Der junge Mann wurde auf die Wache geführt, wo ihm ein unter bem Mantel verborgener Dolch abgenommen würbe. Der Verhaftete bekannte unter Tränen, daß er ber Sohn eines reichen Jnbustriellen sei. Mit einigen Mitschülern habe er eine Wette abgeschlos - s e n und sich verpflichtet, „Herrn Frot für feine Missetaten zu bestrafen, nachdem die großen Persönlichkeiten sich ins Mauseloch verkrochen hätten". Die Polizei benachrichtigte die Familie des „Attentäters", bie bereits in heller Aufregung über das Verschwinden des Sohnes war. Den Spielkameraden erschossen. Der 13jährige Sohn des Oberingenieurs Luchter Hand in Neustadt a. d. H. besuchte feinen Spielkameraden, den 14jährigen Hein Pieper in dessen elterlichen Wohnung und zeigte ihm dabei eine Mauserpistole, die er mitgebracht hatte. Die Knaben stritten sich in spielerischer Art um den Besitz der Waffe, als sich plötzlich zwei Schüsse lösten, von denen einer den jungen Pieper i n s Herz traf. Auf dem Transport zum Krankenhaus starb der Knabe. Luchterhand flüchtete nach Gimmeldingen, wo er später in der Talmühle auf- gesunden wurde. Die Mutter des getöteten Knaben befindet sich zur Zeit im Krankenhaus, wo sie einer Geburt entgegensieht. Schweres Autounglück in Spanien. — Drei Frauen tot, drei weitere schwerverletzt. Bei Bilbao stürzte ein Personenwagen infolge Vereisung der Landstraße von einer Eisenbahnbrücke aus beträchtlicher Höhe auf die Schienen ab und wurde vollständig zertrümmert. Von den sechs Insassen — sämtlich Frauen — wurden drei sofort getötet und die drei übrigen lebensgefährlich verletzt. Fliegerhilfe für die im Kaspischen Meer treibenden Fischer. Die Flugzeuge, die zur Suche nach den auf Eisschollen ins Kaspische Meer hinaus- getriebenen Fischer aufgefttegen waren, haben etwa 200 Fischer, auf Eisschollen treibend, aufgefunden. Die Piloten landeten auf dem Eis unb versorgten die Fischer mit Brot, Medikamenten Instanz. Das Ziel der Reichsjustizverwaltung ist eine etn-.^^^v-" ~......V heitliche Prüfungsordnung für den deut- Möglichkeit haben, feinen Beruf zu suchen. Die scheu Juristen im weitesten Sinne. Der junge Jurist Justizreform habe selbstverständlich die U n a b- wird zweifellos die Mittelschule besucht haben müs- h ä n g i g k e 11 b er Richter und die Freiheit sen. Ich werde mich dafür einsetzen, daß in denldes Anwalts st and es zum Ziele. beitsoermittlung hat einen Betrag von 400 000 Mark für die Forderung von Maßnahmen für Erwerbslose Akademiker zur Verfügung gestellt, mit denen eine wissenschaftliche Akaoemikerhilfe durchgeführt werden soll. Träger der Arbeiten ist die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, die bereits ausführliche Richtlinien für die geplanten Maßnahmen aufgestellt hat. Es muh sich um Arbeiten handeln, deren wissenschaftliches Ergebnis unmittelbar der Allgemeinheit zugute kommt. Im Sinne der Kameradschaftsbildung im Volke wird es als wünschenswert bezeichnet, daß die einzelnen für die Arbeiten der Akademikerhilfe herangezogenen Kräfte nicht Dunue IJUU.|W1W o —---------,--------.als einzelne beschäftigt werden. Die Mit- Das Berufungsgericht habe bie Anwendung biefer arbeitet sollen vielmehr in von der Universität unb Vorschrift in erster Linie aber deshalb abgelehnt, > Instituten SA.-Männern bereitgestellten Räumen, weil eine Uebernahme kraft Vertrages auf dem Lande möglichst im Bauernhaus, gemein- nicht stattgefunden habe. Aber auch eine > fame Unterkunft finden. iiyiiiiyyiiiiyiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiii Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft uvd Technik Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Üer Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50 Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde IIUHIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII ir bestimmt statt 1271 D Märte :trg 12670 f Ortsgruppe Gieben. 01044 Lichibildliebhaber heraus! 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Es ist zu hoffen, daß die lichtbildnerischen Leistungen unserer Leser und Leserinnen viel Gutes stiften werden. Die Aufnahmen sollen einen sinnfälligen und überzeugenden Beweis für die Verbundenheit der heimatlichen Zeitung mit ihren Lesern führen. Sie werden veranschaulichen die einzigartige Stellung des Gießener Anzeigers als' vertrauten Begleiter, Ratgeber und Mitstrebenden im Leben des einzelnen und der Familie. 1934, vormittags 9%. Ahr, in fchafl zu Rlerlau: Derbstangen, Stück: Fichte Ruhreijer (Schichthaufen): 75 rm: 657 Buche, 7 Hainbuche, Bi bu Anläßlich meines Umzugs nachÄad- Nauheim sage ich allen Bekannten ein herzliches Lebewohl! KanzleiratKarlMöbuerWw. bei eu R kc Unsere Leser werden eingeladen, Bildaufnahmen einzusenden, die den Gießener Anzeiger als „zur Familie gehörend" zeigen. Für gelungene Aufnahmen sind 200 RM. als Vergütungen ausgesetzt. nach Bildaufnahmen umzusehen, die den Gießener Anzeiger in der Welt der Familie zeigen. Wir bitten um Bilder, die entweder die ganze Familie oder das einzelne Mitglied der Familie in irgendeine Beziehung zum Gießener Anzeiger bringen. Ernst und Scherz dürfen dabei zu ihrem Rechte kommen. Unsere Leser wollen solche Aufnahmen zur Veröffentlichung zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit einsenden. Für gelungene Bilder wird eine angemessene Vergütung gewährt. Wir wünschen also Familienbilder, auf denen auch der Gießener Anzeiger zu sehen ist in der Hand des einzelnen oder in einzelnen Blättern auf mehrere Mitglieder der Familie verteilt. Die Zeitung kann auch auf dem Tisch liegen oder an der Wand hängen; Hauptsache ni ba l es 2ße Sto gern fam tion Slot eine behc !°zi< jont jd)u ...J/iFl. 1.30 o. Gl. ... ,iil Fl. 0.70 o. Gl. per Liter 1.10 200 Reichsmark Zweck ausgesetzt. Für jedes zur Ver- Südweine Malaga........... Wermuth'Wein ... Tarragona, lose.... Rotweine Chile, 1930er..... Rosario. 1929er... n di bi Auf der Berliner Ausstellung „Die Kamera" lud unter vielen Tausenden von Bildaufnahmen besonders eine zu andächtigem Verweilen ein: Auf einem Zeitungsblatt lagen die gefalteten Hände eines alten Mannes. Die Hände schützten die Zeitung wie einen köstlichen Besitz. Man sah nur die Hände und die Zeitung, aber man ahnte auch den Menschen und Zeitungsleser. Wohl noch niemals wurde das Verhältnis des Menschen zu „seiner" Zeitung so künstlerisch dargestellt wie in diesem Bilde. Man sah aber auch Aufnahmen, die in manchen Einzelheiten zeigten, welche Rolle eine gute Zeitung im Hause und im Kreise der Familie spielt. Schon dem Abcschützen flößt sie Achtung vor dem gedruckten Wort ein. Sie ist es, die den Feierabend des Tages und des Lebens verschönt. Unermeßlich groß ist der Einfluß, den die Zeitung auf unsere Lebensanschauung und Lebensgestaltung ausübt. Wie manche wertvolle Anregung gibt sie uns! Wie oft beeinflußt sie unsere Entscheidungen. Als Familienzeitung unterrichtet sie die Öffentlichkeit über Geburt und Tod, Verlobung und Vermählung, Gründungen und Jubelfeiern. Ungezählten Lesern hat sie in ihrer beruflichen Laufbahn geholfen durch eine wichtige Nachricht oder Anzeige. Nur wenn die Zeitung über ihre Aufgabe als Nachrichten- und Unterhaltungsblatt weit hinauswächst und zur Familienzeitung wird, lebt sie sich in das Vertrauen ihrer Leser ein. Sie gehört dann gewissermaßen selbst zur Familie. Der Gießener Anzeiger ist in diesem Sinne eine vorbildliche Zeitung, ein überragendes Beispiel der boden- und familienverbundenen Heimatpresse. Dieser Gruppe von Zeitungen wünscht der neue Staat Bestand und weitere Entwicklung. Wir glauben, daß es für viele unserer Leser eine ReiBhsvertianfl Deutscher Handelsvertreter und GesthäfisreiseBtler (R.D.B.B.). e. V. der hörleschen TBirt- 1269D 47 1. Kl., 39 2. KL rm Fichte. Scheiter, 163 Eiche (hierunter 9 rm in Alter Heegwald und 19 rm in Linnen 7a, 2 m lg., zu Gartenpfosten), 4 Birke, 20 Aspe, 3 Lärche, 30 Kiefer, 20 Fichte. Knüppel, rm: 300 Buche, 12 Hainbuche, 132 Eiche (davon 30 rm 2 m lg. in Sinnes 7a) 20 Kiefer, 25 Fichte. Reiser 3. KL, rm: 892 Buche, 184 Eiche. H. Försterei Rieder-Ohmen: Freitag, den 9.März 1934, vormittags 9% Ahr, in der Ziegenhainfchen Wirtschaft zu Rieder-Ohmen: Dcrbstangcn, Stück: Fichte 11 1. Kl., 32 2. KL Ruhreiser: 103 rm Fichte. Scheiter, rm: 614 Buche, 30 Hainbuche, 7 Esche (1,50 m lg.) in Mühlberg 4d, 170 Eiche (hierunter in Mühlberg 1 und 4 12 rm 2 und 20 rm 2,20 mlg., der Rest teils rund, teils gespalten), 17 Birke, 10 Kirschbaum, 16 Kiefer, 12 Fichte. Knüppel, rm: 471 Buche, 174 Hainbuche, 190 Eiche, 14 Kirschbaum, 10 Aspe, Linde, 18 Kiefer, 15 Fichte. Reiser 3. kl., rm: 789 Buche, 114 Eiche. Brennholz mit rot unterstrichenen Nummern in der Försterei Rlerlau und blau unterstrichenen Nummern in der Försterei Nieder-Ohmen kommt nicht Zum Verkauf. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch die Herren Forster Edelmann, Merlau, und Landmann, Nieder- Dljmen, und die unterzeichnete Stelle. Personen, die ihre 1933er Domanialgefälle am 10. Februar 1934 mcht bezahlt haben, kann der Zuschlag nicht erteilt morden. Bei Zahlung nach dem 10. Februar 1934 empfiehlt sich Quittungsoorlage auf dem Forstamt und nicht in dem Versteigerungstermin. Voranzeige: Die große Ruhholzversteigerung (zirka 500 fm) findet am 15. März 1934 in Rlerlau statt. Grünberg, den 28. Februar 1934. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Sußner. Weißweine: Freilaubersheimer 1/1 Liter-Flasche 85 Pf. o. Gl. per Liter lose 80 Pf. Roxheimer Birkenberg 1/1 Liter-Fl 95 Pf. o. Gl. per Liter lose 90 Pf. Freilaubersheimer 1930er. 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April d. 3. stattfindenden Reichs-Verufswettkampf auffordern, tun wir es in der Erwartung, daß sich Deutschlands Jugend der Gröhe dieses Auftrages bemüht werden möchte und sich des Erbes seiner Väter würdig zeige, heil Hitler? Der Slabsleiter de pO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront: Dr. Robert Ley. Der Iugendführer des Deutschen Reiches: Baldur von Schirach. Der Reichsminister des Innern: Dr. F ri ck. Der Reichspropagandaminister: Dr. Goebbels. Der Reichsernährungsminister: Darre. Der Reichswirtschaftsminister: Dr. Schmitt. Der Reichsarbeitsminister: S e l d t e. * Unser Führer und Volkskanzler Adolf Hitler hat es immer wieder bekundet: Deutschland will Werke des Friedens bauen; Deutschlands Stolz sind die schaffenden Hände aller seiner Volksgenossen; Deutschlands Wille ist es, seine arbeits- samen Hände und Köpfe in den Wettstreit der Nationen zu führen; Deutschlands Platz unter den Nationen kann im Bereiche der Arbeit nur von einem hochqualifizierten Arbeitertum erkämpft und behauptet werden. Deswegen fördert der nationalsozialistische Staat die Berufsausbildung in so besonderem Mähe und hat der zusätzlichen Berufsschulung im Dienste der Hitler-Jugend einen bevorzugten Platz eingeräumt. 2m Zuge dieser Maßnahmen rufen wir auf zum Reichs-Berufswettkampf der deutschen Jugend in der Woche des Berufes vom 9. bis 15. April d. 3., durchgeführt von der Reichsjugendführung und der Deutschen Arbeitsfront. Deutsche Jugend, hitlerjungen und hitler- mädel! Der Reichs-Berufswettkampf ist die Sache des ganzen deutschen Volkes, im besonderen aber der ganzen berufstätigen deutschen Jugend. Er soll allen zugute kommen, nicht wie früher, nur wenigen. nämlich der Angestelltenjugend. Wir Huben die Dämme seiner Begrenzung niedergerissen für dich, du Jungarbeiter aller Berufsschichten, wir haben völlig neue Wege und Mittel geschaffen, damit du, fern von jeder Schulprüfung, dein berufliches Können und deine berufliche Erfahrung, weniger dein Wissen, einmal für dich selbst in der Form einer freiwilligen Selbstprüfung — das ist der Reichs-Verufswettkampf —unter Beweis stellen kannst. Mit deinen Kameraden im Frontabschnitt deiner Berufsgruppe sollst du deine Kräfte messen, sollst du feststellen, woran es dir fehlt. Du sollst kämpfen um die beste berufliche Leistung, wie du im Wettlauf auf dem grünen Rasen um den Sieg kämpfst. Wir wollen kein Strebertum, keinen Konkurrenzkampf aus ichsüchtigen Gründen, wir wollen deine Leistung zusammen mit der Leistung deiner Kameraden. Wir wollen die nationalsozialistische Gemeinschaftsleistung, den Dienst am deutschen Volk. Du sollst wissen: „Wenn du deinem Berufe dienst, dann dienst du Deutschland!" Führer der Betriebe! Die Leistung eurer Betriebsgesolgschaft ist die Leistung eures Betriebes, Eure schönste Aufgabe ist es, auch aus der deutschen Jugend eure besten Mitarbeiter zu erziehen. Deswegen muß euch die berufliche Ausbildung der Jugend besonders angelegen fein, und so wird der gewaltige Appell zum Reichs-Berufswettkampf der deutschen Jugend auch euer Appell. Unterstützt uns, indem ihr einen halben bis einen Tag lang, je nach Anforderung der betreffenden Reichsbetriebsgruppe der Deutschen Arbeitsfront, euren Lehrlingen und Jugendlichen die Teilnahme am Reichs- Be?ufswettkampf bei gleichzeitiger Lohnfortzahlung freistellt. Gebt für einen halben bis einen Tag kleinere Teile eurer Werkstellen und Arbeitsräume für den berufspraktischen Teil des Wettkampfes, wenn ihr von den örtlichen Wettkampfleitungen darum gebeten werdet. Laßt eure prüfungserfahrenen Praktiker in den Wettkampfleitungen Mitarbeiten. Lehrer und Praktiker! Seid bereit, an diesem großen Werk bei der Durchführung und Prüfung der Arbeiten mitzuwirken. Es fei euch gern erfüllte Ehrenpflicht, Teile eurer Ferien dafür hinzugeben. Deutsches Volk! Du fühlst von neuem den Herzschlag des über Stände und Klaffen geeinten deutschen Volkes. Jugend und HJ.-Führer, Lehrling und Meister, Jungarbeiter und Betriebsleiter, Schüler und Lehrer, Arbeitsfront und Reichs- juaendführung, Wirtschaftsführung und Staatsführung finden sich in diesem Willen zusammen. Wenn innerhalb einer Woche jeden Tag mit demselben Glockenschlag hunderttausende deutscher Jungen und Mädel in allen Orten zum Reichs- Berufswettkampf antreten, einen halben bis einen Tag lang ihre Kräfte messen, heute die jungen Graphiker wettdrucken, morgen die jungen Holzarbeiter wettschreinern, am anderen Tag die jungen Baugewerbler wettbauen und wettzimmern, die jungen Bauern wettarbeiten, die Mädel ihr hausfrauliches und mütterliches Können unter Be- LPD. Friedberg, 28. Febr. Im Stadtteil Fauerbach fand gestern in Anwesenheit des neuen Landesbischofs L i c. Dr. Dietrich- Darmstadt ein Dorfkirchenvorstehertag statt. Der Leiter der Tagung, Dekan S c r i b a - Nidda, wies in seinen einleitenden Begrüßungsworten darauf hin, daß die Teilnahme des Landesbischofs Dr. Dietrich und des Propstes Knodt zu der Hoffnung berechtige, daß die Ziele der Dorfkirchenbewegung auch an höchster kirchlicher Stelle wärmste Förderung erführen. Landesbischof Lic. Dr. Dietrich betonte in seinen Ausführungen, die evangelische Kirche Hessens und vor allem auch die Dorfkirchenbewegung verdanke seinem Amtsvorgänger Prälat Diehl außerordentlich viel. Die Verdienste dieses Mannes um die hessische Kirche seien allgemein bekannt. Von ganz besonderer Bedeutung seien seine großen Leistungen auf dem Gebiete der heimatgeschichtlichen Forschung innerhalb des kirchlichen Lebens. Für all das schulde man Prälat Diehl Dank und Verehrung. Als dessen Schüler unterziehe er sich gern der Abstattung dieses Dankes. Der Landesbischof führte dann weiter aus, hinsichtlich der Dorfkirchentage und der Dorfkirchenbewegung fei hervorzuheben, daß gerade weis stellen, dann ist das Helle und frohe Z u - k un fts musik für alle deutschen Ohren und Herzen! Wir glauben, wir arbeiten: Alles für Deutschland! heil Hitler! gez.: Franz Langer, OBF. und Referent in der RIF., Leiter des Jugendamtes in der DAF. gez. Artur Axmann, Obergebietsführer, Leiter der Abteilung III in der Reichsjugendführung. die hier geleistete Arbeit durch die besondere Betreuung der bäuerlichen Bevölkerung und ihrer Tätigkeit von feiten des Führers Adolf Hitler auch eine Anerkennung der Arbeit der Dorfkirchenbewegung bedeute. Die Dorfkirchenbewegung stelle ein Bekenntnis zu den Kräften dar, die uns aus dem Lande und dem bäuerlichen Volkstum zuwüchfen. Von hier aus könne auch der gefährlichen V e r st ä d t e r u n g , die schon ein erhebliches Ausmaß in Deutschland angenommen habe, entgegen- gewirkt werden. Familie, Volk und Staat, sowie die Naturverbundenheit als gottgewollte Ordnung könnten vom Lande, vom Bauerntum her wieder eine Kräftigung erfahren. Nach den mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Landesbischofs sprach Dekan Gcriba über das Thema „Die Dorfkirche und die neue Z e i t". Der Redner betonte u. a., aufgebaut auf Glaube, Sitte und Volkstum fei die Dorfkirche Wegbereiterin für die wahre deutsche Volksgemeinschaft. Auch in der neuen Kirche werde man die Dorfkirchenvorsteher als wertvolle Mitarbeiter brauchen. Deutschland könne nur als christlicher Staat bestehen. Mit einem Dankeswort an alle Teilnehmer schloß Dekan S c r i b a die arbeitsreiche Tagung. Der hessische Bußtag. EPH. Der Landesbischof hat verfügt: Die Feier des allgemeinen Buß- und Bettages am Sonntag Palmarum im Gebiet der bisherigen Evangelischen Landeskirche in Hessen wird für dieses Jahr beibehalten. Es sind dafür folgende Schristworte als Predigttexte bestimmt worden: Für den Vormittag. Römer 11, 22. „Darum schau die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, sofern du an der Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden." Für den Nachmittag. Jeremias 29, 13. „So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr." Die Feier des Bußtages ist am Sonntag vorher unter Mitteilung dieser Schriftworte und Auffor- derung zu gemeinsamer Beugung vor Gott den Gemeinden anzukündigen. Die Sühne für den Mord an SA.-Mann Handwerk. Das Todesurteil vom Reichsgericht bestätigt. LPD. F r a n k f u r t a. M., 28. Febr. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts verwarf die Revision im Strafverfahren gegen den Kochlehrling R e i t i n g e r aus Frankfurt a. M., der vom Frankfurter Schwurgericht am 5. Oktober v. I. wegen Mordes an Hem SA.-Mann Hans Handwerk, sowie schweren Landfriedensbruchs und Mordversuchs in drei Fällen zum Tode, dauernden Ehrenrechtsverlust und 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. puyls Krönung zum Kaiser der Mandschurei. r w < MM KM W-: M Links: Die Gattin Kaiser Puyis. — Rechts: Die Hauptstadt h s i n g k i n g, die in großartigem Aufbau begriffen ist. Seit einem Jahr wurden dort nicht weniger als 2500 Gebäude errichtet. — Unten: Kaiser Puyi. Der Landesbischos über die Dorskirchenbewegung Volle Anerkennung der Dorfkirchenarbeit.—Herzlicher Dank an Prälat Diehl. Gießener Stadttheater. Curt Götz: „Hokuspokus". Mit diesem Stück war, wie man sich vielleicht erinnert, Curt Götz zum erstenmal bei uns in Gießen zu Gast. Er kam später noch öfter, aber dies ist vielleicht das hübscheste, was ihm je gelungen ist. Dennoch gehört, wie wir finden, Schneid dazu, es nun, ohne Götz, wieder hervorzuholen. Denn erstens wird jede Aufführung, auch die beste, von der Erinnerung an das Original belastet. Und außerdem ist vieles in diesen drei Akten nicht mehr so aktuell wie damals. Die zwischen Schein und Sein wunderlich schwebenden Stücke des Italieners Pirandello zum Beispiel sind mittlerweile ein wenig aus der Mode gekommen. Und von dem Kritiker Alfred Kerr ist heute nun schon gar keine Rede mehr. (Oder nur noch eine sehr unrühmliche.) Ein Drama schreiben heißt, nach bekannter Definition, einen Gedanken zu Ende denken. Götz würde das wahrscheinlich anders formulieren; sein Ehrgeiz ist es, die Leute einen Abend lang brillant zu unterhalten, und zwar, bei Licht besehen, mit nichts. Die Mücke und der Elefant spielen daher auch nicht ohne Grund in seinem Stück eine so wichtige Rolle. * Scherz, Satire, Ironie — der Titel des Grabbe- schen Lustspiels ist die beste Devise für Götzens drei Akte; auf die „tiefere Bedeutung" kann zur Not verzichtet werden. Und Götz ist auch nicht so bissig und gallig wie der unselige Dichter aus Lippe- Detmold sondern heiterer, beweglicher aus seinem rheinhessischen Temperament, eleganter und anmutiger. Was er sagt, das sitzt, und wo er hinhaut, da wächst bis auf weiteres kein Gras mehr. Daneben geht sowieso nichts. * Was die Pleite der Theaterdirektoren angeht, so ist das Vorspiel und das Nachspiel auch nicht mehr besonders zeitgemäß; aber es gibt ja noch allerhand andere Sorgen und allerhand Diskussionen, an denen das Publikum jederzeit mit Vergnügen teilnimmt. Zumal der Blick hinter die Kulissen oder auch nur ins Theaterbüro ist immer beliebt. Und überhaupt: ein Sensationsprozeß auf der Bühne mit allen Schikanen wird jederzeit gern gesehen. Mit Staatsanwalt und Verteidiger, mit Zeugen, belastenden und entlastenden, mit gleich zwei Angeklagten und mit Geschworenen, die aber merkwürdigerweise nicht auf den gemeinhin für sie bestimmten Bänken, vielmehr auf lauter Parkettsesseln und sogar in Rängen und Logen herum-1 sitzen und noch dazu gegen alle Geschäftsordnung nach dem großen Plaidoyer des Verteidigers ganz ungeniert Beifall klatschen Und natürlich mit Indizien. Es gibt hier ein paar ausgesuchte Exemplare, zum Beispiel ein durchnäßtes und mit Schlamm bedecktes Sommerkleid, ziemlich kurz übrigens; eine vergessene Brieftasche, eine weibliche Singstimme und ein verdächtig reichlich bemessenes Trinkgeld; von mehreren heftig kompromittierenden Briefen ganz zu schweigen. Aber Indizien sind dazu da, um von der Verteidigung nach den Regeln der Kunst zerpflückt zu werden. Und die Verteidigung läßt sich ja denn auch in der Tat nicht lumpen. * Der dritte Akt erweist zwar die Haltlosigkeit des Indizienbeweises, aber zugleich auch noch verschiedene andere Umstände, auf die weder der Verteidiger noch der Staatsanwalt noch das Geschworenenpublikum gefaßt sein konnte. Wie der Mord geschah, und wer der Mörder ist, kann hier natürlich nicht verkündet werden. Man wird es aber erfahren auf diesem entzückenden, kleinen Fest, zu dem die aus Mangel an Beweisen freigesprochene Dame Agda den gesamten Gerichtshof eingeladen hat. Regie führte Wolfgang Kühne. Ihm darf bestätigt werden, daß er neben dem berühmten Vorbild in Ehren bestand. Die Aufführung war schon im äußeren Bild (Dekorationen der Herren Löff- l e r und Keim) dem Gastspiel-Original erfreulich angeglichen. Einige kleine Korrekturen: der Kritiker Knorr wurde umgetauft, die römischen Ziffern durch schlichte Sternchen ersetzt. (Miramteller konnte schlechterdings nicht umgetauft werden, weil sonst das ganze Stück hätte neu geschrieben werden müssen, was ohne Götzens Mitwirkung vermutlich auf Schwierigkeiten gestoßen wäre. Aber auch so blieben der goldenen Worte noch genug stehen, und der zweite Akt mit der Gerichtsverhandlung war gestern wie vor sechs Jahren der Clou des Abends. * Das Stück hat neben seinen übrigen unschätzbaren Vorzügen den, daß es über eine ganze Reihe brillanter Doppelrollen verfügt. Heinz-Albrecht M a r ck s verwandelte sich aus dem verblüffend echt sächsisch sprechenden Dichter-Dramaturgen des Vorspiels alsbald in den eleganten und gepflegten Kavalier Peer Bille, der feine Taschenspielerkünste mit jedem Akt und sogar noch nach seiner Rückverwandlung ins Sächsische übertrumpft. Herr Hub machte den Theaterdirektor (mit bestürzendem Wortschwall) und auch den Verteidiger unwiderstehlich; seine große Rede an die Geschworenen war von ähnlicher Durchschlagskraft wie die des Marc Anton auf dem Capitol. Den von Götz bevorzugten Dialogstil, trockene, leidenschaftslose Konversation, traf Kühne als Präsident (und als Justizrat) am sichersten. Fräulein W i e l a n d e r gab, anfangs beherrscht, später mit kokettem Temperament die Agda Kjerulf. Herr L ü p k e setzte sich mit schneidender Beredsamkeit für den Staatsanwalt ein. Herr Geiger fand als „erster Kritiker unserer Stadt" mit einem bemerkenswerten Gutachten allgemeinen Beifall. Das Publikum unterhielt sich, wie zu erwarten war, ausgezeichnet und ging in angeregter Stimmung nach Hause. hth. Scharnhorst bekennt sich zum Eintopfgericht. Preußens Not nach dem unglücklichen Feldzug von 1806,07 weckte seine besten Kräfte. Selbstverständlich, daß sich auch Scharnhorst dafür ein- setzte; er war es auch, der sich bemühte, seinen preußischen Volksgenossen Mittel in die Hand zu geben, mit denen sie die ärgste Not überwinden könnten. Im Jahre 1808 erschien in Lüneburg ein Kochbuch von ihm. In dem Vorwort bemerkte Scharnhorst: „Und so ist ein zerrüttetes Hauswesen nicht anders als ein zerrütteter Staat, öfter als man vielleicht glaubt, die Folge davon, daß wir uns von den Sitten unserer Vorfahren entfernt und alle Sorgfalt darauf verwandt haben, die üppige Seite statt der nützlichen auszubilden. Mit möglichst geringen Kosten und Mühen kochen soll die Hausfrau, eine reinliche, schmackhafte Speise bereiten. Wozu der Töpfe viele, wenn einer genug ist! Die nationalen Frauenzimmer sollen ihre Familie schlicht sättigen und kräftigen, zum Ränzleinmästen sind sie nicht bestellt. Dem Aermsten soll man decken, mit ihm teilen, das ist tätige Nächstenliebe. So wird auch der Geringste wissen, daß alle für ihn >da sind, und er für alle. Hält die letzte Not Wache vor der Tür, gibt es kein Ausweichen voreinander, sondern nur ein miteinander wieder Starkwerden ..." Scharnhorst empfahl als Eintopfgerichte: Für mindestens sechs Personen: Erbsensuppe mit Speck und Kartoffeln (das Leibgericht Scharnhorsts). — Ein Eintopfgericht für acht Personen: Anderthalb Pfund Rindfleisch in Würfel geschnitten, zwei Pfund Mohrrüben, vier Pfund Kartoffeln, vier Zwiebeln, Salz und Pfeffer nach Belieben, vier Eßlöffel Butter oder Schmalz. Das geschnittene Fleisch soll man in der Butter auf allen Seiten bräunen und mit den Zwiebeln schmoren lassen. Mit drei Liter kochender Fleischbrühe aufgefüllt, in einem gut schließenden Topf gargekocht, gibt das gar keine üble Suppe. Ferner empfahl er: Weißkohl mit Fleischklößchen. Kürbiswürfel mit gedünsteten Porreestangen und gebrühten Kartoffelscheiben soll ein bekömmliches Löffelgemüse ergeben. Gargequollene Graupen mit Kohlrabi, Mohrrüben, grünen Bohnen und einer kleinen Tasse Milch, um den Geschmack zu mildern, werden angeführt. Gehackte Kräuter sollen nach gut bürgerlicher Sitte unter allen Umständen verwandt werden, keine Suppe ohne reichlich Suppengrün, und im besonderen wird der Pellkartoffel ein Lob gesungen ... In der Lust geboren. Eine Foxterrier-Hündin, die man im Flugzeug von ihrem Zuchtstall in Worcestershire zu einem französischen Käufer sandte, war einer der meistbesprochenen Passagiere der Strecke Croydon—Le Bourget in der letzten Zeit. Kaum hatte das Flugzeug den Flughafen verlassen, als die Hündin ein Junges zur Welt brachte. Mutter und Kind wurden von dem Steward sorglich gewartet, so daß beide bei ihrer Ankunft „sich wohl befanden". Man mag sich die Ueberraschung des neuen Herrn vorstellen, als er statt des einen erwarteten Tieres gleich zwei in Empfang nehmen konnte. Hochschuinachnchten. Professor Dr. Rudolf Stammler, Berlin, konnte vor kurzem sein goldenes Professor renjubiläum begehen. Der seit 1921 im Ruhestände lebende Lehrer der Rechtsphilosophie, des römischen und des deutschen Bürgerlichen Rechts, ist am 19. Februar 1856 in Alsfeld geboren, wurde 1882 ao. Professor in Marburg, 1884, also vor 50 Jahren, Ordinarius in Gießen, siedelte 1885 nach Halle über und wirkte von 1916 bis zu seiner Emeritierung 1921 an der Universität Berlin. Der Gelehrte ist Doktor aller Fakultäten; von seinen fachliterarischen Arbeiten seien genannt: „Aufgaben aus dem römischen Recht"; „Die Lehre vom richtigen Recht"; „Theorie der Rechtswissenschaft"; „Lehrbuch der Rechtsphilosophie"; „Der Richter"; „Deutsches Rechtsleben in alter und neuer Zeit". — Der bekannte Greifswalder Germanist Wolfgang Stammler ist der Sohn des Jubilars. Professor Dr. Ernst G ö p p e r t, Ordinarius für Anatomie an der Universität Marburg, wird am 1. April d. I. von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Aus -er Provinzialhauptstadt. Der Städter und sein Hund. Von Graf von Schwerin, Berlin*. Unter den mannigfachen Freunden des tierliebenden Städters nimmt der Hund unzweifelhaft die erste Stelle ein. Und das mit vollem Recht. Denn welches Tier wiese so viele hervorragende Eigenschaften auf wie er, wer gliche ihm in Klugheit und Treue, Anhänglichkeit und Wachsamkeit? Eine Welt offenbart sich dir, wenn du ihm ins kluge, seelenvolle Auge schaust. Treue um Treue, Liebe um Liebe! Was du ihm im kleinen schenkst, das vergilt er dir tausendfach. Durch dick und dünn, in Freud' und Leid, im Sonnenschein wie im grauen Regen hält er zu dir. Wenn Not und Elend an deine Tür pochen und dich deine Freunde verlassen, wenn dir deine Mitmenschen das Leben vergällen, es dir zur Hölle machen — er hüll zu dir, hungert und darbt mit dir, entsagt und entbehrt. Und bringt dir genau so viel Liebe entgegen wie einst in besseren Tagen. Wenn du gramgebeugt, sorgenzerquält nicht mehr ein noch aus weißt, wenn es dich ekelt vor der Niedertracht und Falschheit einer faden Menschheit, wenn dir das Leben keinen roten Heller mehr gilt, wenn du dich überflüssig blinkst auf dieser Welt, verlassen — neuer Lebensmut wird dir kommen, wenn er bei dir ist, dein treuer Gefährte, wenn er sich an dich schmiegt, seinen Kopf auf deine Knie legt, dir die müde Hand leckt und dich mit seiner Gedenket der hungernden Vögel! stummen und doch so beredten Sprache bittet: „Sei nicht traurig, Herrchen, es wird ja alles wieder aut!" Fürwahr, wem ginge da nicht das Herz auf, bei so viel Liebe! Jedem, er hätte sonst kein Herz in der Brust, sondern einen Stein, er wäre denn gefühllos, innerlich kalt, tot. Er sei denn ein ausgekochter Bösewicht. Denn der Volksmund hat schon recht, wenn er sagt: Wer einen Hund nicht mag, der sei ein schlechter Mensch. Und doch, wie oft wird selbst die Langmut des Tierfreundes auf eine harte Probe gestellt. Und fährt er mal aus der Haut, so liegt es zumeist nicht am Hunde, sondern am Herrn, der sein Tier nicht zu erziehen verstand, der es verwahrlosen und verwildern ließ. Besitz verpflichtet! Mit liebevoller Behandlung allein, mit Verzärteln gar ist's wahrlich nicht getan. Gut muß man den Hund behandeln, richtig und vernünftig, ihn so erziehen, wie man es als gebildeter Mensch seinen Mitmenschen schuldig ist. Des Nachbars Hündin hat Junge. Gar zu putzig schauen sie aus, die kleinen Wollknäuel, zu ,-süß". Den ganzen Tag sitzt Klein-Elschen bei ihnen, hätschelt sie und spielt mit ihnen. Und bearbeitet immer wieder Vater, sich einen der Kleinen herholen zu dürfen, bis er ihr schließlich die Erlaubnis dazu gibt. Und nun hält er seinen Einzug, er, der kleine „Strolch". Ist das ein Jubel! Jeder muß ihn gern haben, den kleinen Kerl, und selbst der strenge Vater hat seine helle Freude an dem drolligen Wicht. Ab und zu wird zwar das gute Einvernehmen getrübt, wenn er einen See in die gute Stube ausgerechnet gute Stube, setzt, wenn er die neue Decke zerfranst,, die Mutter vom mühsam abgesparten Wirtschaftsgelde erstanden, oder wenn gar ein Stück Braten spurlos verschwunden ist. Nun, einmal ist keinmal, denkt Mutter, und läßt die Schandtaten durchgehen, weil „Strolch" doch gar zu niedlich ist. Aber als sich bei zunehmendem Alter die Missetaten mehren, da regt sich denn doch ihr Unmut; der Rohrstock wird hervorgeholt und dem Sünder die Jacke ausgeklopft, die nun schon recht „dickfällig" geworden. Aber oft ist's dann schon zu spät; aus dem kleinen „Strolch", dem possierlichen „süßen", ist ein großer „Strolch" geworden, ein abgefeimter Sünder, ein ausgekochter Taugenichts. Die für ihn gewiß recht schmerzlichen Lektionen mit dem Stecken vermögen ihn nimmer zu kurieren; denn „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Darum, lieber Leser, lehre deinen Hund schon von klein an, was recht ist und dulde keine Unart. Denn ein schlecht erzogener Hund bildet eine Quelle ständigen Aergers für dich und deine Mitmenschen. Ein gewisses Maß von Erziehung und „Benimm" soll und muß jedem Hunde zu eigen sein, ohne daß man etwa nun immer ein Dressurkünstler zu sein braucht. Gehorsam, Riemenführigkeit und Setzen sind aber das wenigste, was man auch von einem Stubenhund verlangen kann und muß. Und sicher weit wichtiger als „Schön machen", „Pfötchen schenken" und andere Künste mehr. Laß deinen Hund nie unbeaufsichtigt umherstromern, er gewöhnt sich sicher nichts Gutes dabei an. Führe ihn in belebten Verkehrsstraßen grundsätzlich an der Leine, ansonsten er dir eines Tages unweigerlich totgefahren wird. Wenn er umhertollen soll, so suche dazu eine stille Straße auf, einen freien Platz außerhalb der Stadt. Und dulde auch nicht, daß dein Hund den Bürgersteig verunreinigt. Abgesehen davon, daß dir dann die Polizei auf den Hals kommt und du in den Geldbeutel greifen mußt, soll es auch Menschen geben, die über einen solchen „Fehltritt" wenig erbaut sind. Die gute Behandlung dankt dir dein Hund hundertfach, die richtige bist du deinen Mitmenschen schuldig. * Aus der Zeitschrift „Der Hund" entnommen. D. Red. Amt für Beamte der NSDAP., Kreis Gießen. Die Zahl der bis jetzt im Vorverkauf bestellten Eintrittskarten für die große öffentliche Kundgebung in der Volkshalle am Sonntag, 4. März (Redner: Pg. Professor Werner), steht in gar keinem Verhältnis zur Stärke der im RDB. zusammengefahten Gesamtbeamtenschaft des Kreises Gießen. Es muß gerade von den Beamten des Dritten Reiches und ihrer Disziplin erwartet werden, daß sie durch vollzähliges Erscheinen zum Gelinaen der Veranstaltung beitraaen. Nur dienstliche Verhinderung wird als Entschuldigung anerkannt. Die ohne diesen Entschuldigungsgrund fernbleibenden Beamten sind mir von den Fachschastslei.tern und Hauptvertrauensmännern, die für peinlichste Durchführung der Anordnung verantwortlich gemacht werden, namen t- lich zu melden. Nachbestellungen von Eintrittskarten sind bis spätestens 2. März von den Fach- fchaftsleitern und Hauptvertrauensmännern an Pg. Abteilungsleiter Schwender, Finanzamt Gießen, zu richten. gez.: Heß, Kreisobmann. Zum Eintopf-Sonntag. Die Reichsregierung hat mit der Verordnung, daß jeder Deutsche am ersten Sonntag im Monat sein Eintopfgericht ißt und die Ersparnisse, die er dabei gegenüber dem üblichen Sonntagsbraten macht für arme Volksgenossen abgibt, dieses einfache 'Gericht auf einen Ehrenplatz erhoben. Was ist ein Eintopfgericht? Eigentlich sagt es ja schon der Name. Trotzdem wird vieles als Eintopfgericht angegeben, was eigentlich keines ist. Voraussetzung muh sein, dah ein ganzes Essen, also Gemüse, Fleisch und Kartoffeln, die in diesem Falle die wichtigsten Bestandteile unserer Vahrung, nämlich Eiweiß, Fett und Kohlehydrate enthalten, in einem Topf gekocht wird. Es kann natürlich auch eine Pudding- oder Auflaufform sein. Eine Beigabe von Soße oder Salat kann man gelten lassen; aber so köstlich em Blu- menkohlauflaus oder Sauerkrautauflauf mit Fisch chmeckt, können wir diese Gerichte nicht dazu rechnen, weil die Kartoffeln gesondert gekocht werden müssen. Das Eintopfgericht ist eigentlich das deutsche Gericht. Es war die Kochweise unserer älteren Vorfahren, und es wurde nur verdrängt durch den Fremdenverkehr und hier im Westen des Reichs durch die Nachbarschaft Frankeichs, das ja eine seh hohe Eßkultur besitzt. Bei uns finden wir diese Art des Kochens noch auf dem Lande, bald in Thüringen und in Ost- und Westpreuhen wird es noch viel häufiger gegessen. Die Königin aller Eintopfgerichte ist das „Pichelsheimer Fleisch". Es war Bismarcks Lieblingsessen und wird aus den ersten Gemüsen des Jahres, wie Spargel, Erbsen, Karotten, Kohlrabi, Kartoffeln und Rindfleich heraestellt. Jede Hausfrau kann sich natürlich selbst Rezepte für Eintopfgerichte Herstellen. Nur muß sie berücksichtigen, daß die für unsere Ernährung wichtigsten Bestandteile Fett, Eiweiß und Kohlehydrate darin enf- • halten sind. Fettträger sind: Butter, Schmalz, Margarine und Oele. Eiweißträger sind: Fleisch, Fisch, Ei, Milch, Hülsenfrüchte. Kohlehydrateträger sind: alle Getreidearten, Kartoffeln, Reis, Hirse, Graupen. In diesem Sinne vollwertig sind also Graupengemüse mit Schinken, Makkaronipudding und Tomatensoße, Brühkartoffeln und Rindfleisch. Blumenkohlreis und Rindfleisch. Eine Zusammenstellung wie Makkaroni-Auflauf in Mürbeteig oder Graupen, Kartoffeln und gelbe Rüben ist unzureichend, weil Eiweiß fehlt. Es gibt Hunderte von Rezepten über Eintopfgerichte, und die Hausfrau braucht nur zu wählen, welche dem Geschmack ihrer Familie und der Leistungsfähigkeit des Geldbeutels entsprechen. Es ist nicht das Wichtigste, ein raffiniertes und womöglich noch teures Gericht auf den Tisch zu bringen, sondern der moralische Wert der Einführung des Ein- topfsonntags ist, dah j e d er e i n z e l n e bemüht das Opfer bringt, um anderen deutschen Volksgenossen zu helfen. Wo aber eine Hausfrau auf wenig Gegenliebe stößt, wenn sie das Eintopfgericht bringt, ist es ihre Pflicht, dem abzuhelfen; denn Hausfrau fein heißt die Familie zu erziehen zu der opferbereiten Einstellung, die allein uns die Gegenwart meistern läßt. Einige Rezepte. Graupengemüse mit Schinken: Ein Pfund feine Graupen, 100 Gramm Fett, Suppengrün, Zwiebel, ein halb Pfund gekochten Schinken. Suppengrün und Zwiebel in feine Würfel geschnit- Wer das Eintopfgericht am 4. März nicht hält, versündigt sich an derVolkSgemeinschast! ten und in Fett gedünstet. Die Graupen dazu geben, zwei Liter Wasser auffüllen, 40 Minuten kochen lasten. Vor dem Anrichten den in Würfel geschnittenen Schinken dazu geben, mit Salz ab- schmecken. Makkaroni, Pudding und Tomatensoße: Dreiviertel Pfund Makkaroni, dreiviertel Pfund gehacktes Schweinefleisch, 1 feingeschnittene Zwiebel, 1 Ei, etwas Salz. Die Makkaroni werden weich gekocht. Mit den übrigen Zutaten gemischt, in die Puddingform gefüllt und dreiviertel Stunden im Wasferbad gekocht. Dann stürzen, mit Tomatensoße reichen. Spanisch Frico: 3 Pfund Kartoffeln in Scheiben, ein halb Pfund Schweinekamm, ein halb Pfund Kalbsbug in Stücke schneiden, mit 50 Gramm Butter und einer in Würfel aeschnittenen Zwiebel anbraten. Einschichten: Kartoffeln, Fleisch, wieder Kartoffeln, Salz und Pfeffer. Das Ganze mit ein viertel Liter saurer Sahne begießen und 45 Minuten im Wasserbad kochen. Heringskartoffeln: 3 Pfund gekochte, in Scheiben geschnittene Kartoffeln, 4 Heringe entgrätet und in Stücke geschnitten, 200 Gramm Speck und 2 mittlere Zwiebeln in Würfeln, ein achtel Liter Milch mit einem Ei verquirlt. Speck und Zwiebel werden in einem Bräter geröstet, bann gibt man die Kartoffeln dazu, läßt sie ordentlich durchröften, gibt die Heringe bei, gießt Milch und Ei darüber, rührt noch einmal durch und läßt es zugedeckt 5 Minuten auf schwachem Feuer stehen. Mit rohem Salat zu Tisch geben. Ehrung für Professor Or. Heuser. Die Philosophische Fakultät der Universität Marburg hat zum heutigen Tage einem verdienten Bürger unserer Stadt, Herrn Oberbibliothekar i. R. Professor Dr. Emil Heuser, das Doktordiplom, das er vor 50 Jahren sich dort erwarb, in feierlicher Form erneuert. Das neue Diplom hebt die besonderen Verdienste des Jubilars um die Gießener Universitäts-Bibliothek hervor, in deren Dienst er 39 Jahre lang gestanden hat. Im Jahre 1885 konnte der damals selbst erst vor kurzem berufene Leiter der Bibliothek Dr. Hermann H a u p t nur mit seiner erfolgreichen Unterstützung einen groß angelegten Neuaufbau der Anstalt beginnen. Die verantwortungsvolle Aufgabe, den Ueberzug aus dem alten Bibliotheksgebäude am Brand in das neue Haus vorzubereiten und durchzuführen, hat Dr. Heuser mit großer Umsicht gelöst. Es war eine verdiente Anerkennung, die ihm aus Anlaß des Unioersitäts- jubiläums im Jahre 1907 sein Landesfürst das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens verlieh. Sein ebenso bewußt nationaler wie sozialer Sinn ließ ihn aber auch über den engeren Beruf hinaus an einer Reihe gemeinnütziger Bestrebungen, zum Teil an führender Stelle, sich beteiligen. Besondere Anerkennung wurde ihm zuteil für feine hin geb ende vaterländische Tätigkeit in und nach dem Kriege, vor allem im Dienste des Roten Kreuzes. Der Fahnengruß. Der Hessische Staatsminister hat an alle unterstellten Behörden folgende Verfügung erlassen: Von der nachstehend wiedergegebenen Bekanntmachung der Reichsregierung ist allen Beamten, Angestellten und Arbeitern der öffentlichen Verwaltung mit dem Hinweis Kenntnis zu geben, daß der Fahnengruß eine Ehrenpflicht jedes einzelnen Deutschen ist. Jung. Für die Angehörigen der SA. besteht die Verpflichtung, sämtliche Sturmfahnen und Feldzeichen der SA., SS., des Stahlhelm und der Polizei, sowie alle Fahnen der alten Armee zu grüßen, ferner die Fahnen der politischen Organisationen der Bewegung und der Hitlerjugend, sofern sie im geschlossenen Zuge mitgeführt werden; ausgenommen sind die Kominandoflaggen der SA., sowie die Wimpel des Bundes Deutscher Mädel und des Jungvolkes. Für die Wehrmachtsangehörigen hat der Reichswehrminister angeordnet, daß die Fahnen der nationalen Verbände bei Aufmärschen geschlossener Abteilungen oder öffentlichen nationalen Kundgebungen zu grüßen sind. Es entspricht dem Wesen wahrer Volksgemeinschaft im nationalen Staat und dem freudigen Bekenntnis zu ihr, daß auch die übrige Bevölkerung ihr Verhalten diesen Bestimmungen anpaßt. Jeder deutsche Volksgenosse wird es daher, ohne daß es hierzu besonderer Vorschriften bedarf, als seine selbstverständliche Ehrenpflicht betrachten, den Fahnen der nationalen Erhebung — der Hakenkreuzfahne und der schwarzweißroten Fahne — wenn sie im geschlossenen Zuge oder bei einer öffentlichen nationalen Kundgebung gezeigt werden, seine Achtung durch Erheben des rechten Armes zu erweisen, genau so wie es schon immer für jeden guten Deutschen Brauch und Sitte ist, die ruhmreichen Fahnen der alten Armee zu grüßen. Lleberwachung von Theateraufführungen. Ministerialrat Rings Hausen hat unter dem 22. Februar folgende Verfügung erlassen: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen von unberufener Seite, besonders auf dem flachen Lande, Theateraufführungen veranstaltet werden, die dem hohen Ziel der deutschen Bühnenkunst, am kulturellen Wiederaufbau des deutschen Volkes mitzuarbeiten, in keiner Weise gerecht werden. Es handelt sich oft um künstlerisch ganz minderwertige Machwerke, mitunter wird sogar versucht, aus dem tiefen Erleben der nationalen Erhebung und ihrer Helden, oder aus der nationalen Begeisterung unserer Volksgenossen Geschäfte zu machen. Die Wiedergabe liegt meist in der Hand ganz unzulänglicher Truppen. Es kann nicht geduldet werden, daß die großen kulturellen Aufgaben des neuen Staates durch solche Machenschaften sabotiert werden. Gerade für den noch unverbildeten und darum aufnahmefähigen Sinn der Bevölkerung der kleineren Orte ist nur das Beste gut genug. Bis zu einer vom Reich zu erwartenden allgemeinen Regelung beauftragen wir daher im Einverständnis mit der Reichstheaterkammer die Intendanten des Landestheaters in Darmstadt (für die Provinz Starkenburg), des Stadttheaters Gießen (für die Provinz Ober- Hessen), des Stadttheaters Mainz (für die Provinz Rheinhessen) mit der Ueberwachung aller Theateraufführungen und der gutachtlichen Entscheidung über den künstlerischen Wert einer Theatertruppe und ihrer Darbietungen. Falsche Gerüchte über parteiamtliche Drucksachen. Das Staatspresseamt teilt mit: In letzter Zeit wurde wiederholt das an Plakatsäulen usw. auf’ gehängte, von der Reichsführung der NS.-Volks- wohlfahrt in Berlin herausgegebene Plakat „Gesunde Eltern — gesunde Kinder" beanstandet und teilwiese sogar entfernt, weil auf der Schürze bes größeren Mädchens angeblich zu lesen sei „Tot HI." und der von demselben Mädchen getragene Henkelkorb beim Umdrehen des Bildes einen eingeschlagenen Schädel, der ausgestreckte Arm desselben Mädchens den Stiefel, der den Schädel eingeschlagen haben soll, darstellen sollen. Es ist einwandfrei festgestellt, daß auf dem Original, das von einem durchaus einwandfreien Künstler entworfen ist, die gleichen Zeichen enthalten find, wie auf dem zur Veröffentlichung gelangten Abdruck. Eine kommunistische Verfälschung kommt nicht in Frage. Anscheinend werden von irgendeiner Stelle systematisch über parteiamtliche Drucksachen Gerüchte verbreitet mit der Behauptung, sie enthielten versteckte kommunistische Propaganda. Das Ziel dieser Gerüchtemacher ist, leichtgläubige Volksgenossen derart zu beeinflussen, daß sie von sich heraus derartige Drucksachen der Partei oder sonstiger amtlicher Stellen vernichten. Das Plakat „Gesunde Eltern — gesunde Kinder", sowie die gleichnahmige Broschüre werden auf Anordnung der Reichsleitung der NSDAP., Abteilung Reichsführung der NS.- Wohlfahrt, weiter aufgehängt bzw. verbreitet. Jeder Volksgenoste hat, wenn er Personen, die Gerüchte dieser Art verbreiten, antrifft, diese festzustellen und insbesondere nach dem Urheber dieser Redereien zu forschen. Meldungen dieser Art sind an die nächste Polizeibehörde zu geben. Die Aufhebung der Oberpostdirektion Darmstadt. Von der Pressestelle der Oberpostdirektion Darmstadt wird mitgeteilt: Durch das von der Reichsregierung am 27. Febr. beschlossene Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung wird die Oberpostdirek- t i o n Darmstadt am 1. April 1934 auf» ge Hoden. Wie wir hierzu von zuständiger Seite erfahren, wird die Auflösung der Oberpostdirektion nur ganz allmählich durchgeführt werden. Die Oberpostdirektion als solche hört zwar am 1. April zu bestehen auf, sie arbeitet aber zunächst während einer längeren Ueberga n g s z e i t als Abteilung einer Nachbar - Oberpostblrektwn weiter. Es wird schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß durch diese Neuregelung eine Schöbt- gung der Verkehrsinteressen der Bevölkerung und der Wirtschaft in keiner Weife eintreten wird. Alle örtlichen und bezirklichen Verkehrseinrichtungen der Deutschen Reichspost bleiben unverändert in Tätigkeit. Selbstverständlich wird das erforderliche Personal nach wie vor zur Verfügung stehen. Auch hinsichtlich der Vergebung von Aufträgen der Deutschen Reichspost wird die Aufhebung der Oberpostdirek- tion keine Benachteiligung der Gewerbetreibenden des Orts und des Bezirks zur t^olge haben Es wird vielmehr dafür gesorgt werden, daß Gewerbe, Handel und Industrie auch künftig an den Lieferungen für die Deutsche Reichspost in derselben Weise beteiligt werden, wie bisher Für die Oef entlichkeit liegt mithin kein Anlaß vor, sich durch die Aushebung der Dberpoftbireftion b e - nachteiligt zu fühlen. Nationalsozialistische Tat. Die Abiturientinnen der Studienanstalt Gießen haben auf die Abhaltung einer Abschiedsfeier verzichtet und den Gesamtbetrag ihrer Klassenkasse in Höhe von 50 Mark dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Bravo! Zur Nachahmung empfohlen! Hauptversammlung des Geflügelzuchtvereins Gießen. Der Geflügelzuchtverein Gießen hielt dieser Tage bei Mitglied Sentier seine Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende hieß die Teilnehmer willkommen. Die Erstattung des Geschäfts- und des Kassenberichts fand schnelle Erledigung. Sodann schritt man zur Wahl des Vorsitzenden. Herr F e I • sing mußte sich mit Rücksicht auf seine Gesundheit entschließen, den Vorsitz niederzulegen. Unter der Voraussetzung, daß die Mitglieder des Vereins treueste Gefolgschaft leisten, übernahm Herr Bauer den Vorsitz des Vereins und zugleich die Leitung der Versammlung. Er dankte dem bisherigen Vereinsführer für das redliche Bemühen um den Verein und ernannte fobann Herrn Brauer zum Kassierer und Herrn Heß zum Schriftführer. Seinen weiteren Ausführungen fei folgendes entnommen: Die Mitgliederzahl des Vereins fei in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die Geldmittel feien fast völlig aufgebraucht. Die Züchtertätigkeit müsse völlig neu aufgebaut werden. Wenn etwas Ganzes geleistet werden solle, müßten alle Kräfte gufammengenommen werden. Alle Mitglieder müßten sich freudig in den Dienst der Sache stellen. Die Arbeit werde sich auf drei Hauptpunkte konzentrieren müssen: 1. Aufbau und Förderung der Zucht, 2. Erhaltung und Erhöhung des Mitgliederbestandes, 3. Durchführung von größeren Geflügelschauen. Die Mitglieder müßten sich umgehend für eine bestimmte Rasse entscheiden, sofort mit der Zucht beginnen und mit zäher Ausdauer an deren Vervollkommnung arbeiten. Wer jedes Jahr mit der Raffe wechsele, werde nie zu Erfolgen kommen. Jeder Züchter müsse sich umgehend in den Besitz einer Musterbeschreibung seiner Rasse setzen. In der nächsten Versammlung solle eine Gratisverlosung stattfinden, die einer finanziellen Unterstützung eines Teiles der Mitglieder gleichkommen soll. Die Auszahlung der Preise sei abhängig von der Erwerbung mindestens eines Satzes Bruteier oder eines Zuchttieres. In zweiter Linie brauche der Verein einen Stamm wirklicher Züchter. Es werde gegenwärtig noch zu wenig Wert auf die Fütterung gelegt. Um höhere Legeleistungen zu erreichen, werde der Verein künftig für die Tiere feiner Mitglieder das Legemehl selbst mischen. Es solle damit eine Ersparnis in den Futterkasten verbunden sein. In der Volkshalle stehe den Geflügelzüchtern eine geradezu ideale Ausstellungshalle zur Verfügung. Es muffe dazu kommen, daß der Verein in jedem Jahre eine größere Ausstellung durchführt. Durch sparsame Wirtschaft müsse man bemüht sein, zu eigenem Käfigmaterial zu kommen. Die monatlichen Vereinsabende sollten der Besprechung von Zucht- und Organisationsfragen, sowie der Schulung in den Ausstellungsbestimmungen dienen. In jedem Monat solle außerdem eine Besichtigung der Zuchtanlagen der Mitglieder und im Spätherbst eine Bewertung der Tiere durch einen anerkannten Preisrichter stattfinden. Für all diese Arbeit bedürfe der Vorsitzende der Unterstützung durch die Mitglieder. Zu diesem Zwecke bestimmte er drei Kommissionen, und zwar für 1. statistische Feststellungen (Obmann F e l s i n g), 2. Futterbeschaf- fung und Belehrung über zweckmäßige Fütterung (Obmann D e e g), 3. Stallanlagen und Geräte (Obmann Philippi). Der Vorsitzende wies schließlich darauf hin, daß die Arbeit des Geflügelzuchtvereins nicht nutzlose Spielerei, sondern wertvolle Kulturarbeit sei, außerdem auch eine große volkswirtschaftliche Aufgabe bedeute, wenn man bedenke, daß jährlich noch 200 Millionen Mark für Auslandseier aus- gegeben würden. Die Beschäftigung mit der Geflügel- und Kleintierzucht schaffe außerdem zufrie- bene Menschen, bie mit ber Scholle unb mit ber Heimat unlöslich verbunben feien. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 1. März. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Lanbbutter, bas Pfunb 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,05 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische) 8 big 9, Wirsing, bas Pfunb (gelb) 15 bis 18, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 30 Pf., Feldsalat 1,20 bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis y/i Pf., ber Zentner 2,80 bis 3,— Mk., Aepfel, bas Pfunb 18 bis 20 Pf., Birnen 12 bis 20, junge Hähne 80, Suppenhühner 75 bis 80, Tauben, bas Stück 45 bis 50, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 25 bis 30, Enbivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. L5ornoti^en. — Tageskalenber für Donnerstag. Stabttheater: 20 bis 22 Uhr, Konzert bes Stabt- theater-Orchefters. — Gießener Konzertverein: 20 Uhr, Universitäts-Aula, Symphonie-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor unb Viktoria". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Flucht vor bem Gestern". — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Branb, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Hausbesitzer-Verein Gießen: 20 Uhr, „Hinben- burg", Hauptversammlung. — Verein Krebitreform: 17 Uhr, in ben Geschäftsräumen bes Vereins, General-Versammlung. — Frauenschaft Gießen- Norb: 20.30 Uhr, Schillerschule, Turnstunbe. — Stabttheater Gießen. Morgen, Freitag, 20 Uhr, die brei Akte „Hokuspokus" von Curt Oie Jagd im März Oberheffen ;en= farl Kreis Schotten □ Laubach, 28. Febr. Bei der im schossen werden. Das Thema der Hundeschäde'n steht mit Recht zur Zeit im Mittelpunkt von vielen Erörterungen in der Jagd- und Tagespresse. Sicherlich hat es immer Hundeschäden gegeben, aber in solchem Maße wie in den letzten Jahren doch nicht. Es sei dem Jäger gestattet, an dieser Stelle auf das kurz einzugehen, was von einem Verteidiger der Schäferhunde vor wenigen Tagen im „Gießener Anzeiger" geschrieben wurde. Es ist sicherlich richtig daß auch Rottweiler, Dobermänner und schlecht beaufsichtigte Jagdhunde jagen, es ist auch weiterhin richtig, daß der Schäferhund ein hervorragender Hund in der Hand seines Führers ist, wenn dieser in der Lage ist, einen Hund zu führen. Wer wie der Schreiber dieser Zeilen, den Schäferhund im Trommelfeuer der Flandernschlacht als Meldehund Großartiges leisten sah, wer die Arbeit der Sanitätshunde aus eigener Anschauung kennt und wer immer wieder den Schäferhund als treuen Kameraden der Blinden bewundert, der kann gar nicht daran denken, diesen Hund in Bausch und Bogen zu verurteilen. Der Grund zu der immer stärker werdenden Kampfstellung der Jäger gerade gegen den Schäferhund beruht darin, daß dieser Hund, der eine starke Hand der Führung braucht, sich in Händen befindet, die von Führung und von Gefährlichkeit des schlecht geführten Tieres feine Ahnung haben. Das hat der Verfasser des Eingesandts richtig erkannt. Es ist aber dem Jäger nicht möglich, diesen Unfug einzudämmen, unter dem er am meisten leidet. Warum muß heute der Bauernhof von dem Schäferhund bewacht werden, wahrend z. B der brave Hofspitz, der „Bommer" früherer Jahre, vollkommen verschwunden ist und mit ihm ein völlig wildreiner Hund? Ist es nicht ein Unhund nachts von der Kette kommt und frei hinläuft, wohin ihn sein Tatendrang treibt? Und ist es dann nicht naiv, wenn der Besitzer sich wundert, daß der Hund eines Tages nicht wiederkommt? Bei aller Anerkennung der Leistungen des Schäferhundes in der Hand des Führers ist jene vorher geschilderte Sorte von Schäferhunden und Bastarden neben dem Wilddieb zur Zeit der größte Feind unserer Wildstände, der außerordentliche Werte an Volksvermögen vernichtet. Es ist notwendig, daß mit aller Schärfe darauf hingewiesen und die Jägerwelt zur aktiven Abwehr angehalten wird. Wer seinen Hund in der Hand hat und so für ihn sorgt, wie es sein muß, braucht um ihn nicht bange zu sein. Die preußischen Jäger und die Pächter preußi- Stück verendet ist. Mitunter wird der Hals je nach der Lage des Rehes im Genick gefaßt, ein kräftiger Biß genügt dann, um die Wirbelkörper zu durchbrechen, so daß die Verletzung des Rückenmarks sofortige Lähmung zur Folge hat. Vor weniaen Tagen ist mir ein Rehbock übergeben worden, der als Schwerkranker von dem Jagdhund eines mir befreundeten Herrn auf solche Weise gegriffen worden war. Die Haut zeigte kaum Verletzungen, aber die Wirbelsäule war gebrochen. Rach der Ueberwältigung des Rehes würgt der wildernde Hund meist noch einige Zeit am Halse, es ist die ein Frönen in Mordgier, die der Schäferhund mit seinem nahen Verwandten dem Wolfe gemeinsam hat. Manche reißen die Decke am Halse ein und durchnagen diesen vollständig. Sie nehmen dabei nur wenig Muskulatur auf, es gelangen dabei aber viele Wildhaare in den Magen und Darm des Köters, so daß durch Untersuchung des Kotes in glücklichen Fällen sehr leicht nachgewiesen werden kann, daß gewildert wurde, denn die Haare der einzelnen Tiergattungen sind sehr charakteristisch. Daher kann durch mikroskopische Untersuchung ihre Herkunft sicher ermittelt werden. Es sollte kein Jager versäumen, einen im Revier abgeschossenen Hund auf Magen- und Darminhalt untersuchen zu lassen, und bei positivem Ergebnis den Besitzer des Tieres für den entstandenen Wildschaden haftbar machen. Der Schaden kann nur durch Aussetzen von lebendem Wild, das für Geld zu bekommen ist, einigermaßen wieder gutgemacht werden. Manchmal wird das gerissene Wild auch an anderen Körperstellen als dem Hals angeschnitten, so werden die Keulen teilweise aufgefressen, die Eingeweide herausgerissen und verspeist. Im allgemeinen aber frönt der Schäferhund nur seiner Mordgier und läßt sich zuhause ernähren. Daher kommt es vor, daß manchmal zahlreiche Rehe gerissen werden, die Köpfe fehlen, und das übrige Wildbret unangetastet bleibt. t . • Das Wildern der Hunde hat seit der starken Zunahme der Schäferhunde sich so verheerend für die Wildbestände ausgewirkt, daß unter Laien sehr leicht die Ansicht genährt werden könnte, ein Luchs treibe sein Unwesen. Leider sind auch recht viele Jäger dieser Ansicht, aber so lange mit dieser Auffassung nicht gründlich aufgeräumt wird, wird das zielsichere Vorgehen gegen den Schrecken unserer Jagdreviere gelähmt. Alle Jäger, denen Diana die Freuden des Weid- werkes beschert, haben die unweigerliche Pflicht, ihr Wild nach ganzen Kräften zu hegen, zu pflegen und vor allen Dingen vor dem grausamen Reißen durch wildernde Hunde zu schützen. Wer diese Aufgabe gegenüber seinem Wilde nicht erfüllt, verdient nicht, im Jagdgebiet die Büchse zu schultern, er gehört nicht in den Wald und soll seinen Köter auf dem Asphalt an der Leine führen. Landkreis Gietzen. t Londorf, 28. Febr. Der Geflügelzüchter v e r e i n Allendorf a. d. Lda. und Umgegend hielt bei Wirt Bögen, hier, seine Vierteljahresversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende Nachtigall gab einen ausführlichen Bericht über den Verlauf der Kreisversammlung vom 18. d. M. und teilte mit, daß die Kreisgeflügelschau vom 16. bis 18. Dezember in Lang- Göns stattfinden soll. Hier kann nur Geflügel mit Klubringen ausgestellt werden. Den Hauptgegenstand der Versammlung bildete ein eingehender Vortrag von Dr. Br o ck m a n n (Allendorf a. d. Lda.) über Geflügelkrankheiten. Er besprach die Erkennung, Bekämpfung und Heilung der Kückenruhr, des Hühnertyphus, der Geflügeltuberkulose, der Geflügelcholera, der Geflügelpest, der Diphtherie, des ansteckenden Schnupfens und vieler anderer Krankheiten des Geflügels. * Queckborn, 28. Febr. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes läßt unsere Gemeinde einen Teil des Dorfes kanalisieren. Die Ausführung und die Materiallieferungen find Baumeister Jäger von hier Übertragen worden. Da ein Teil Der Rohre schon angefahren ist, dürfte mit dem Beginn der Arbeiten in kürzester Zeit zu rechnen sein. — Der Verkauf der V D A. - P l a k e 11 e n für das Winter- hilfswerk erbrachte in unserer Gemeinde den Betrag von 18 Mark. scher Jagden seien auf folgende Folgerungen aus dem preußischen Jagdgesetz aufmerksam gemacht: 1. Am 1. April laufen alle Passe ab. 2. Der neue Paß muß bei dem Kreisiagermeister beantragt werden (Anschrift siehe Amtliches Ver- kündigungsblatt des jeweiligen Kreises). 3. Dem Antrag ist beizufügen a) Versicherungsnachweis; b) Paßbild; c) letzter Paß oder Angabe pon Jlr. und Behörde, die ihn ausstellte; d) Mitgliedskarte des Landesverbandes der Preußischen Jäger (jeder Jäger muß eintreten!). Wer seine Jagd kundigen will, muß dies bis zum 1. April 1934 gefan haben. In Revieren mit Schalenwild muß ein Abschuhetat aufgestelU werden. Er ist auf 3 Jahre zu berechnen und muß bis zum 31. März dem Kreisjagermeister vorliegen. Hubertus. der Turngemeinde Laubach 1848 wurde beschlossen, mit allen sporttreibenden Vereinigungen unserer Stadt zum Zwecke des Zusammenschlusses in Verbindung zu treten. Kreis Alsfeld. ll. Rieder-Ohmen, 28. Febr. Am Sonntag fand in der Gastwirtschaft Döll ein sehr gut besuchter Heimatabend statt. Pfarrer Alt, der hierzu eingeladen hatte, hielt einen außerordentlich aufschlußreichen Vortrag über die Geschichte des O r t e s , die er an Hand der Dokumente im Staatsarchiv in Darmstadt studiert und vom Jahre 1008 an verfolgt hatte. Aus jener Zeit stamme der Name des Ortes, der damals „Niddern-Ahmen" gelautet habe. In feinen Ausführungen beschäftigte sich der Redner noch mit der Geschichte der verschiedenen Waldschmieden, die es hier gegeben hat, und ging auch hier den verschiedenen, noch heute lebendigen Namen nach. Aus dem Vortrag konnte manches Gemeindemitglied von seinen Vorfahren hören. Der Vortrag wurde von musikalischen und gesanglichen Darbietungen des Musik- und des Gesangvereins umrahmt. ss. Grebenau, 28. Febr. Bei der H o l z v e r- fteigerung in der Turnhalle wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Scheite: Buche 1. Kl. 8,08 Mark, 2. Kl. 6,80 Mark; Eiche 1. Kl. 6,04 Mark, 2. Kl. 4,43 Mark; Birke 1. Kl. 6,11 Mark; Ahorn 1. Kl. 6 Mark. Erle 1. Kl. 4,27 Mark, Espe 1. Kl. 2 Mark; Kiefer 1. Kl. 4,75 Mark, 2. Kl. 3,85 Mark; Weymouthskiefer 1. Kl. 3,06 Mark; Knüppel: Buche 5,31 Mark, Hainbuche 5,50 Mark; Eiche 3,65 Mark; Birke 4,67 Mark; Esche 4,40 Mark; Erle 2,67 Mark; Wie wildern Hunde? Von Geheimrat Dr. Olt, Gießen. Zwar liegen Feld und Wald zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen unter einer dicken weißen Decke, aber es ist doch nur ein Rückzugsgefecht des Winters. Am 25. Februar wippten schon wieder weiße Bachstelzen an den Usern der Wieseck und ließ die Singdrossel ihr Lied erschallen. Bald wird der Rotschwanz wieder knicksend auf dem Gartenzaun sitzen. Dann leuchten der Salweide Silberkätzchen am Waldrande, duftet hyazinthengleich der Seidelbast, sprießt frisches Grün am Waldbach, indes Kranich und Wildgänse rufend gen Norden ziehen und der Tauber von der Spitze der hosten Fichte seiner Liebten ruft. Der Frühling kehrt ein, und überall findet >er Weidmann, der mit offenen Augen und emp- änglichen Sinnen sein Revier durchstreift, feine Borboten. Das Jagen selbst tritt ganz zurück. Nur der „Vogel mit Dem fangen Gesicht" verleiht dem Weid- merf im März eine besondere Note. Denn die Waldschnepfe ist jetzt auf dem Rückzug aus ihren nordafrikanischen Winterquartieren (eine im Sommer 1932 an der Spree beringte Jungschnepfe wurde am 12. Januar 1934 aus Marokko als geschossen zurückgemeldet) und pflegt je nach Wetterlage meist um die Monatsmitte bei uns in größerer Zahl eintreffen. Die Bejagung, und zwar Die maßvolle auf Dem Strich, sollte im Frühjahr Die einzige Jagdart fein. Der Rothirsch wirft ab und wird nicht mehr besagt, selbst wenn ihn das Gesetz, wie in Hessen, hoffentlich dieses Jahr zum letztenmal, noch freigibt. Der Rehbock hat geschoben, und ein Pirschgang kann dem Jäger schon allerlei über das neue Jagdjahr verraten, denn gegen Monatsende beginnt oft schon das Fegen. Gegen die Gefahren der kommenden Grünäsung sind Salzlecken unbedingt einzurichten. Die ersten Junghasen sind da und in dem deckungsarmen Gelände vielen Gefahren ausgesetzt. Da gerade das Sengen der Raine und Hecken immer eine Menge Häschen vernichtete, sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nach dem Naturschutzgesetz das Sengen, Roden und Schneiden der Raine und Hecken nach dem 1. März verboten ist. Es empfiehlt sich, bei Zuwiderhandlungen unbedingt Anzeige zu erstatten. Damit Diese JagD unD Vogelschutz in gleicher Weise schäDigenDe Maßnahme endlich eingeschränkt wirD. Die im Naturschutzgesetz angedrohten Strafen sind hoch genug, um eine Wiederholung unwahrscheinlich zu machen. Im Dachsbau sind Junge, seine Insassen staben Schonzeit. Die Winterketten der Rebhühner lösen sich auf. Paarhühner bieten die beste Gelegenheit, um den jungen Hund im Gebrauch seiner Nase zu üben und zu prüfen. Bald läßt auch der Fasanenhahn seinen rauhen Balzruf wieder hören. Aus Grund der günstigen Erfahrungen der Vorjahre stat auch in diesem Jahre der Verein „Hubertus" wieder 60 Fasanen (meist Hennen) bezogen, die in verschiedenen Revieren zum Aussetzen kommen. Es wäre allerdings zu wünschen, daß nun auch in allen Revieren die Feinde des schönen Vogels, vor allem die Eier- räuber, gründlich bekämpft würden. Nur wenn alle Reviere Hand in Hand arbeiten, kann der Maß- Jn letzter Zeit ist die Frage, ob die vielen gerissenen Rehe von Hunden oder dem sagenhaften Luchs gemordet worden sind, reger Gegenstand der £agespreffe gewesen. Daher ist die Frage zu beantworten, wie der H u n o wildert und Wild reißt. Die Hunde fangen ihre Opfer auf verschiedene Weise: Wenn zwei Hunde sich zu gemeinsamen Jagen zusammenfinden, pflegt der kleine zu stöbern uno der stärkere an den Wechseln vorzustehen, um entgegenkommendem Wilde an die Drossel zu springen. Wenn Der kleinere WilDerer aufgescheuchtes Wild laut verfolgt, roirD Dem großen Damit Der Weg gezeigt, wie er entgegenfommenDe Rehe ober Hasen abfangen kann. Diese Art Des Jagens bleibt Den Jägern unD Dem Forftpersonal nicht verborgen, sehr bald werden laut jagende Hunde abgeschossen. Der Jäger weiß sofort, was in feinem Revier vor- qeht, wenn sich solche Hunde bemerkbar machen. In Den letzten Jahren hat eine andere Art des Jagens durch wildernde Hunde Schule gemacht. Der deutsche Schäferhund — ich nenne ihn Wolfshund (Wolfshund ist streng genommen eine ganz andere Raffe, als die hier gemeinte) — ist heute Moderaffe — leider! Fast jeder, der sich einen Hund zulegt, glaubt einen Wolfshund führen zu sollen, als gäbe es andere Hunderassen gar nicht mehr. Dieser Hund müßte aus nachstehenden Gründen ständig an der Leine geführt und doppelt versteuert werden, damit endlich einmal wieder Ruhe in unsere schwer heimgesuchten Wildstände tarne, Eine Ausnahme ist selbstredend bei jenen hochzuschätzenden Wolfshunden zu machen, die als Führer von Blinden sowie zum Schutze von Herren in exponierter Stellung gehalten werden ober für Den Polizei- und Militärdienst abgerichtet sind und so durch eine gebotene strenge Erziehung bas Wilbern nicht kennenlernen. Wolfshunbe wilbern meistens als schlaue, verschlagene Einzelgänger so geschickt, baß sie selten in ben Schußbereich bes Jägers kommen unb beim Jagen unb Reißen bes Wilbes überhaupt nicht gehört werben. Wie biefe Köter hierbei vorgehen, ist mir aus eigener Anschauung unb langjähriger Erfahrung als altem Jäger genau bekannt. Diese Wilberer suchen gegen ben Winb unb gehen baher auch geschickt jebem Menschen aus bem Weg. Nähert er sich bem Wilbe, wittert er biefes auf eine ge- wisse Entfernung, in ber er noch nicht eräugt worben ist, bann rückt er immer langsamer gegen sein Opfer vor (wie bei ber Hühnerjagb), zuletzt so vorsichtig unb in kurzen Schritten, baß er beim Wilbe, bas sich niebergetan hat, auf 3 bis 4 Meter herankornrnt. Hierauf stürzt er sich pfeilschnell auf fein Opfer. Hasen packt er so, baß sie nur noch wenige Klagelaute von sich geben können. Den Rehen springt ber Morbgierige an bie Drossel, oft faßt er auch ben Kehlkopf unb würgt, bis bas Goetz unter der Spielleitung Wolfgang Kühnes. (Siehe heutige Anzeige.) ** Kirchenbuchauszüge finb gebührenfrei. Die evangelischen Pfarrämter finb verpflichtet, alle Nachweise ber arischen Abstammung bis zu ben Großeltern unentgeltlich auszustellen. Alle Anforberungen barüber hinaus (Urgroßeltern) finb nur gegen Entrichtung ber orbentlichen Gebühren zu erfüllen, falls nicht ein besonders namhaft gemachtes Ersuchen bes Staatsministeriums vorliegt. ** Eine Achtzigjährige. Frau Katstavine A r n b t, Kaplansgafse 10, kann am morgigen Frei- tag, 2. März, in voller geistiger unb körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Die Jubilarin ist in weiten Kreisen ber Gießener Bevölkerung gut bekannt. Nach heute obliegt sie ihren dienstlichen Verpflichtungen als Leichenfrau. ** Jahreshauptversammlung ehemaliger 116er. Der Verein ehemaliger 116er hielt dieser Tage — wie man uns berichtet — seine Jahreshauptversammlung ab. Nach ber Begrüßung unb Bekanntgabe bes Jahresberichtes durch ben Vereins- führer Kamerab Bill, erstattete ber langjährige Rechner Kamerab Volz ben Kassenbericht, ber mit einem burchaus befrtebigenben Bestaub abschloß. Dem Antrag ber Rechnungsprüfer entsprechen!) würbe bem Rechner Entlastung erteilt unb ihm gleichzeitig ber Dank ber Versammlung ausgespro- chen für seine treue Mitarbeit im Verein, insbesondere für seine schon mehr als 22jährige Tätigkeit als Vereinsrechner. Im weiteren Verlaufe der Besprechungen gab ber Vereinsführer noch bekannt, baß Die Vertreterverfammlung bes Verbanbes ehern. 116er, bie im Oktober vorigen Jahres in Lauterbach ftattfanb, beschlossen habe, 1934 eine größere Wie- bersehensfeier ber 116er bes ehemaligen Regiments unb seiner Kriegs- unb Tochterformationen in G i e- ßen zu veranstalten, bie voraussichtlich im August ftattfinben werbe. Diese Mitteilung würbe mit Beifall ausgenommen. Gilt es boch, eine Wiebersehens- feier in" bem nach hartem Kampf um seine nationale Ehre roieber erwachten Deutschlanb zu begehen, mit ben 116ern bes Dritten Reiches, in bereu Stürmen zahlreiche alte 116er bas braune Ehrenkleib tragen. Die oorbereitenben Arbeiten sollen in einer in Kürze ftattfinbenben Sitzung besprochen werben. Nach einem Rückblick auf bas abgelaufene Jahr unb feine Bebeutuug für Volk unb Vaterlanb würbe bie Versammlung mit einem breifachen „Sieg Heil" nähme bes Aussetzens, von der jeher Revierinhaber etwas haben kann, Erfolg beschiebeu fein. Der Raubvogelzug ist im Gauge. Es.muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß sämtliche Raubvögel, außer Habicht unb Sperber, ganzjährig geschützt siub. Es gibt eben immer noch Jäger genug, bie für bie Schönheit des Raubvogels keinen Sinn haben. Auch ber Bussarb ist in Preußen wieder geschützt, während in Hessen bis zum 31. März ein Abschuß noch gestattet ist unb bei zu großer Zahl auch angebracht fein kann. Nicht unsere so stark bezimierteu Raubvögel siub bie großen Feinde ber Nieberjagb, souberu Krähe, Elster, Wiesel, Katze und Hunb. Wer feine Jagb hegen unb hochbringen will, barf an jenen Schädlingen nicht vorübergehen. Wenn in ben nächsten Wochen bie Brutkräheu sich einstelleu, bann heißt es handeln. Wo Abschuß, Ausschießen der Nester usw. nicht zum Erfolg führen, muß unter Umständen zum Phosphorei gegriffen werden. Das Wiesel aber bedroht Ei, Brutvogel, Juugvogel, Junghase in gleicher Weise und mordet, was vor es kommt. Au eine wirksame Bekämpfung ist nur mit der Wieselfalle zu denken. Gegenüber der Katzeuplage hat ja das Gesetz in Hessen, wie in Preußen dem Jäger mehr Freiheit gegeben, denn jede Katze, die sich weiter als 200 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt, darf unb soll abge- auf den Reichspräsidenten, sowie den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler geschlossen. Gemeinsam wurden bann noch je ein Vers bes Deutschlanb- unb bes Horst-Wessel-Liebes gesungen. RVH. Des Pferbes Bitte! Füttert, tränket unb pfleget mich gut. Selb gütig zu mir. Reißet mich nicht unsanft an den Zügeln. Schlaget mich nicht, Denn ich verdiene Dies nicht. Gebt mir nicht zu schwere Lasten. Beschlaget meine Hufe gut. Schützet mich im Sommer vor sengender Hitze und im Winter vor Kälte, indem ihr mir eine Decke gönnet. Streichelt und koset mich doch manchmal. Ich trage euch, ich ziehe euch, und lebe doch nur für euch. Ihr wisset, daß ich nicht sprechen kann, doch Gott wird euch die Liebe zu mir lohnen. Und zuletzt, wenn meine Kräfte erschöpft finb, bann gebt mir einen humanen Tod. Schöffengericht Gießen. Ein Einwohner aus Kirchhain, Otto Knopf, stand gestern vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte gab sich auf dem Lande als Homöopath bzw. als Heilkundiger aus und fand auch bei leichtgläubigen, ahnungslosen Leuten Interesse. Er behandelte, ohne bie behörbliche Genehmigung zu haben, einige Patienten und besorgte ihnen die Heilmittel. Außerdem wußte er sich von einem Manne, dem er ein Darlehen zu verschaffen versprach, einen erheblichen Geldbetrag zu erschwindeln. Das Gericht fällte nach längerer Beratung folgendes Urteil: 1. Wegen Betrugs im Sinne bes § 263 1 Jahr 8 Monate Gefängnis; 2. wegen Vergehens gegen den § 147 Abs. 1 Z. 3 ber Gew.-O. 1 5 0 Mk. (3 e l b ft r a f e evtl. 30 Tage Haft; 3. wegen lieber« tretung ber §§ 56a Z. 1 unb 148 Z. 7a ber Gew.-O. 100 Mark Gelbstrafe; 4. wegen Übertretung ber Verorbnung bett ben Verkehr mit Arzneimitteln vom 21. Oktober 1901 in Verbinbung mit § 367 Z. 3 StGB. 10 Tage Haft. Außerbem trägt ber Angeklagte bie Kosten bes Verfahrens. Unter Ausschluß ber Öffentlichkeit verhanbelte bas Gericht bann gegen einen 33 Jahre alten Angeklagten wegen widernatürlicher Unzucht, begangen an über 14 Jahre alten, jedoch nicht volljährigen Personen. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten unter Anrechnung von 1 Monat 2 Wochen Untersuchungs- | haft. _ — ,, _ „Schützt fug, wenn tt"7ine'm ein^nen^Gehft'^e" Hostör! Hof" unter dem, Dorsch des Vereinsführers nacf) eigener Erklärung des Besitzers der Schäfer- D o n»(5 i f f II. ftattgefunbenen Hauptversammlung Der Raucher hat Vertraue 'Eiksteins rund dick - ohne Md st. Immer war und ist sie auf der Höhe ihrer Zeit. MMhi Hel-engedenkfeiern die SA., die der Gesang- der SA., des in Lützel- am Kriegerbes, b) die Erweiterung bestehender Betriebe nach Art und Umfang, c) die Aenderung der Betriebsart, d) die Anschaffung und der Einbau von Maschinen und Anlagen, e) die Neuerrichtung eines Milchbearbeitungs- und Milchverarbeitungsbetriebes. — Die Genehmigung ist auch für solche betriebsändernde Maßnahmen erforderlich, die bei Inkrafttreten dieser Anordnung bereits begonnen wurden, aber noch nicht abgeschlossen sind. denkmal statt. Gesangverein und Posaunenchor leiteten die Feier mit einem Chorlied ein. Pfarrer Koch hielt die Gedächtnisansprache, Bürgermeister Norsch legte als Vertreter der Gemeinde einen Kranz nieder. Auch die Führer der Vereine legten Kränze nieder. Das Lied „Ich hatt' einen Kameraden", vom Posaunenchor gespielt, beschloß die Feier. Die Feier in Bieber vereinigte die Formationen der NSDAP., die SA. und alle Vereine am Kriegerehrenmal. Der Posaunenchor verschönte die Feier. Pfarrer Vömel hielt die Ansprache. Kriegeroereinsführer Brück hielt ebenfalls eine Ansprache und legte einen Kranz nieder. Nach einem Chorlied des Posaunenchors und dem Schlußwort des Ortsgeistlichen war die Feier beendet. Die Feier in R o d h e i m führte am Ehrenmal der Gemeinde auf dem Kirchenplatz eine sehr große Trauergemeinde (NSDAP, mit allen Gliederungen einschließlich SA., HI., JV., BdM., Oberklasse der Volksschule, Posaunenchor, die Kriegervereine Rodheim und Vetzberg, Gesangverein, Turngemeinde usw.) zusammen. Pfarrer B ö m e l eröffnete die Feier mit einem Vorspruch. Vorträge des Gesangvereins, Gedichtvorträge von Volksschülern, gemeinsamer Gesang und die Gedächtnisansprache des Ortsgeistlichen folgten. Zum Schluß legte der Führer des Kriegervereins O. Müsse- ner im Namen aller beteiligten Organisationen und Vereine einen Kranz nieder. Bei gesenkten Fahnen ertönte das Lied vom guten Kameraden. Ein Segensspruch des Geistlichen beschloß die würdige Feier würdige Feier abgehalten, an der SA.-Kapelle, der Kriegeroerein und verein geschlossen teilnahmen. Kreis Wetzlar. Nach dem gemeinsamen Kirchgang Stahlhelm und der Vereine fand linden eine schlichte Gedenkfeier Da die Gedenkfeiern auch in allen übrigen Orten den gleichen würdigen Verlauf genommen haben lieber die Feier des Heldengedenktags liegen uns Berichte vor, die erkennen lassen, daß der Tag der ehrfurchtsvollen und dankbaren Erinnerung an unsere gefallenen Brüder im Weltkrieg und im Freiheitskampf der nationalsozialistischen Bewegung überall würdig begangen wurde. Landkreis Gießen. In Steinbach nahmen die SA., SAR., SA.- Reserve II, Hitlerjugend und viele Gemeindemitglieder am Gottesdienst teil. Der Gesangverein „Germania" verschönte die Feier durch zwei Chöre. Pfarrer Döll gedachte in seiner Predigt der gefallenen Helden. — In Albach fand eine ähnliche Feier statt. Die Gemeinde Holzheim beging den Tag unter Teilnahme der SA., SAR., Stahlhelm, Kriegeroerein, Gesangverein, Turnverein, Posaunenchor und Schuljugend. Nach einem Posaunenchoral, nach Liedern und Sprechchören der Schuljugend und nach zwei Liedvorträgen des Gesangvereins „Harmonie" hielt Bürgermeister Buß die Gedächtnisrede und legte im Namen der Gemeinde einen Kranz am Ehrenmal nieder. Das Lutherlied beschloß die Feier. In Dorf-Gill wurde mittags ein Gottesdienst abgehalten, an dem die SA. und die SAR. teilnahmen. Am Nachmittag nahmen die SA., SAR., BdM., Jungvolk und alle Vereine an der Feier am Kriegerehrenmal teil, die mit Gemeindegesang, mit Liedern des Gesangvereins „Heiterkeit" und einem Jungvolk-Gedicht eingeleitet wurde. Lehrer Jung hielt die Gedächtnisansprache. Bürgermeister K n ö p- p e r legte einen Kranz nieder. Nach einem Lied des Gemischten Chores, einem Gedichtvortrag des BdM. wurden der erste Vers des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Der Heldengedenktag wurde im Kirchspiel Lol - l a r unter stattlicher Beteiligung der Einwohnerschaft begangen. Im Gottesdienst zu Kirchberg, zu dem die fünf Krtegervereine der Gemeinden mit ihren Fahnen erschienen waren und der durch die Mitwirkung der SA.-Kapelle (Dirigent Deines, Daubringen) verschönt wurde, hielt Dekan Guß - mann die Predigt. Nach dem Gottesdienst fand eine Heldenehrung am Gefallenendenkmal vor der Kirche statt. Hier hatten auch die SA. und SAR., da die Kirche nicht alle Teilnehmer fassen konnte, Aufstellung genommen. Nach dem Luther-Lied hielt Pfarrassistent B e r n b e ck (Lollar) die Gedächtnisrede. Die Sängeroereinigung Lollar (Dirigent Meyer, Wieseck) sang zwei Lieder. Don der SAR., Sturm 37/116 und Sturm 2/116, sowie SAR.-St. 36'116 und R.-St. 3/116, sowie von den Kriegervereinen wurden Kränze niedergelegt. Sodann erklang das Lied vom guten Kameraden. Dekan Gußmann trug ein von Gemeindemitglied Ludwig Becker (Ruttershausen) verfaßtes Gedicht vor. Mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied klang die Feier aus. An dem Gedenk-Gottesdienst in Großen- B us e ck nahmen die NSDAP., die SA., die SAR., der Kriegerverein, ferner „Konkordia", Gesangverein „Germania" und der Posaunenchor teil. Gesangverein und Posaunenchor trugen zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Pfarrer M ü l - l e r hielt die Predigt. Nach dem Gottesdienst wurden durch die Gemeinde und den Kriegeroerein am Gefallenenehrenmal vor der Kirche Kränze nieder- gelegt. Die aktive SA. legte auf dem Friedhof am Grabe eines Kameraden einen Kranz nieder. Auch die Hitlerjugend ehrte die Toten in gleicher Weise, während Unterbannführer W. Schneider in einer Ansprache der Gefallenen des Weltkrieges und des deutschen Freiheitskampfes gedachte. In Göbelnrod nahmen die NSDAP., die SA. und die HI., sowie die örtlichen Vereine geschlossen am Gottesdienst auf dem Wirberg teil. Der Gesangverein „Eintracht" trug zwei Chöre vor. Bei der anschließenden Feier am Gefallenen-Denkmal auf dem Friedhof hielt Lehrer Allendörfer die Gedenkrede. SA.-Mann Noll legte einen Kranz nieder. — In Weickartshain vereinigten sich die SA., SAR., Hitlerjugend, Gesangverein, Kriegerverein und Gemeinde am Gefallenen-Denkmal auf dem Friedhof. Pfarrer Diehl (Freienseen) hielt die Gedächtnisansprache. SA.-Mann Theiß legte einen Kranz nieder. Der Männergesangverein (Leitung: Hessen an: Wer als Inhaber oder Leiter eines Milcherzeugerbetriebs, eines Milchbearbeitungs- oder Milch- oerarbeitungsbetriebs oder eines Milch-Handels- betriebes betriebsändernde Maßnahmen ergreift, die den Betrag von 1000 Mark übersteigen, bedarf hierzu der Genehmigung des Milchwirtschaftsverbandes. Als betriebsändernde Maßnahmen gelten insbesondere: a) die Wiederaufnahme eines stillgelegten Milchbearbeitungs- oder Milchverarbeitungsbetrie- Lchrer Ranft, Stockhaufen) bereicherte die Feier mit einigen Liedern. Zum Schluß wurden gemein« fum das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Kreis Schotten. Der Heldengedenktag wurde in L a u b a ch zunächst mit einem Gottesdienst begangen, an dem sich die SA., der Kriegeroerein und die Hitlerjugend beteiligten. Pfarrer Kornmann hielt die Gedenkpredigt. Nach einem Chorlied des Kirchengesangvereins wurden unter Glockengeläut die Namen der im Weltkrieg gefallen Laubacher verlesen. Nach dem Gottesdienst legte Sturmbannführer B ö ch e r am Kriegerdenkmal 1914/18 einen Kranz nieder. Die Kapelle des Laubacher Musikvereins beschloß die Feier mit dem Lied vom guten Kameraden. In Groß-Eichen wurde die Gedächtnisfeier am Gefallenen-Denkmal abgehalten, an der sich sämtliche Formationen der NSDAP, und Vereine der Gemeinde geschlossen beteiligten. Die Ansprache hielt Pg. Pfarrer König. Lieder des Gesangvereins und der Schulkinder, sowie Sprechchöre der Kinder und des Jungvolks verschönten die Feier. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied wurde die Ehrung beschlossen. Eine gleich würdige Feier wurde am Gefallenen-Denkmal zu Klein- Eichen abgehalten. Auch hier hielt Pg. Pfarrer König- Groß-Eichen die Gedenkrede. Kreis Alsfeld. Am Gedenk-Gottesdienst in Flensungen nahmen alle Organisationen der NSDAP., die Krie- aeroereine von Flensungen, Ilsdorf und Stockhausen, sowie der Gesang- und Musikverein Flensungen teil. Pfarrer K a l b h e n n hielt die Predigt. Der Musikverein begleitete den Gemeindegesang. Nach dem Gottesdienst verlas Pfarrer Kalbhenn am Kriegerdenkmal die Namen der Gefallenem Der Gesangverein verschönte die würdige Feier mit einem Lied. Nachdem der Musikverein das Lied vom guten Kameraden gespielt hatte, beschloß der Geistliche die Ehrung mit einer kurzen Ansprache. 3fi Merlau wurde nach dem Gottesdienst auf dem Friedhof am Ehrenmal der Gefallenen eine Hitler schafft Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms im Rhein-Main-Gebiet: Maßnahme: Tagewerke: Ausbau der Diele und des Achenbaches sowie Verbesserung der anliegenden Wiesen durch Gemeinde Oberdieten 3000 Ausbau von Wegen im Umlegungsbezirk durch Gemeinde Weilbach 3600 Aufforstung einer ertragslosen Obslpflan- zung durch Gemeinde Wolfsanger 600 Espe 2,40 Mark; Kiefer 3,60 Mark; Lärche 3,79 Mark; Fichte 1,43 Mark; Douglas 2,60 Mark, Weymouthskiefer 1,82 Mark; Reisig: Buche 1. Kl. 1,67 Mark; Hainbuche 1. Kl. 1,80 Mark; Eiche 1. Kl. 1,36 Mark; Kiefer 1. Kl. 1,33 Mark und Buche 3. Kl. 1,03 Mark. — Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms werden zur Zeit mit einer Not - standsarbeit in Grebenau, Schwarz und Bieben von einer Kolonne von 8 bis 10 Mann sämtliche Ob st bäume gekratzt, ausgeputzt und dürre, nicht mehr tragfähige Bäume gefällt. Nach Beendigung dieser Arbeiten sollen noch sämtliche Bäume gespritzt werden. preutzer». Kreis Wetzlar. —!— Lützellinden, 28. Febr. Die Bade- gemeinschaft Lützellinden hielt ihre Generalversammlung ab. Der Führer, Lehrer Gou - b e a u d , ermahnte die Mitglieder, mehr Interesse zu zeigen, damit man zum Ziel gelange. Wenn auch die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres das Interesse jeden einzelnen voll in Anspruch genommen haben, so sei doch kein Grund vorhanden, das Ziel, die Schaffung eines Oie NS.-Dolkswohlfahrt sorgt für bedürftige Volksgenossen. Werdet Mitglieder! Bades für unser Dorf, aus dem Auge zu verlieren. Die Badegemeinschaft wurde im vergangenen Jahre ins Vereinsregister eingetragen. Es ist ferner ein Grundstück am Lindbach, ca. 17 Ar groß, zur Errichtung einer Badeanstalt käuflich erworben worden. Nach erstattetem Kassenbericht wurde der Beschluß gefaßt, den Bau des Bades im Jahre 1935 in Angriff zu nehmen. In diesem Jahre soll das gekaufte Stück mit Kartoffeln bestellt werden. Um die Inangriffnahme des Objektes 1935 zu ermöglichen, sollen sich die Mitglieder je nach Möglichkeit schriftlich verpflichten, bis zur nächsten Generalversammlung den dreifachen Jahresbeitrag im voraus zu zahlen. Bildung des Molkereiverbandes Hessen. LPD. Darmstadt, 27. Febr. Der Beauftragte des Neichskommissars für die Milchwirtschaft für den Milchwirtschaftsverband Hessen hat durch Anordnung vom 20. Februar 1934 die Milch oder Milcherzeugnisse be- und verarbeitenden Betriebe in den Gebieten der Milchversorgungsverbände Rhein- Main und Kurhessen zum Molkereiverband Hessen zusammengeschlossen. Der Verband hat seinen Sitz in Frankfurt a. M, Hermann-Göring- Ufer 31 (Telephon 34721). Führer des Molkereiverbandes Hessen wurde Landeshauptabteilungs- leiter III, Carl Sinning, Helmshausen (Bezirk Kassel), Geschäftsführer der Oberrevisor Bartholomäus Lingg, Frankfurt a. M., Hermann-Göring- Ufer3k Der Molkereiverband Hessen ist bei der Durchführung seiner Maßnahmen an die Anordnungen des Milchwirtschaftsverbandes Hessen gebunden. Zu seinen Obliegenheiten gehört u. a. die Unterstützung der Maßnahmen des Milchwirtschaftsverbandes zur Hebung und Förderung der Qualität ,uon Milch und Milcherzeugnissen und die Durchführung von Kontrollen bei Beanstandungen, sowie Unterweisung und Beratung der Erzeuger und be- und verarbeitenden Betriebe zur Erzeugung von Qualitätserzeugnissen. Die Anordnung tritt am 1. März in Kraft. * An einer Anordnung vom 23. Februar 1934 ord- nct der Beauftragte des Reichskommissars für die Milchwirtschaft für den Milchwirtschaftsverband werden, schließen wir mit der Wiedergabe der bis heute früh eingegangenen Mitteilungen die Berichterstattung über diesen Gedenktag. dauplch innere Stadt,für Ein- oder Zweifamilienhaus, zu 9Jif.250Ö zu verk. Schriftl. Angeb. U.01090a.d.G.A. 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Gewähr 143518 189642 390677 131723 198325 306953 357853 105668 43913 266489 32283 8052 31729 44839 64263 74182 12350 35336 49452 68030 88682 26041 44404 64090 74064 97007 10397 24912 44750 55456 72420 78552 92446 100417 116092 142174 154853 172753 189033 198742 208145 217963 227683 246684 254418 261036 270556 285515 301612 311957 319224 326073 348350 368650 385286 10494 35176 49367 66122 78585 105555 118200 139024 156007 167552 180079 198883 220603 228542 240324 265221 272690 288769 299129 315557 336720 348276 362172 385084 12220 32005 44994 56107 74506 80275 93978 16478 32687 45199 56933 74700 80492 95424 17234 36488 55172 70592 89284 34946 47049 58761 75223 80928 98270 20838 35943 47826 60977 76292 85106 98583 214938 224406 243994 250800 258132 266368 275499 296289 311091 317123 325809 333507 365488 381562 1 20885 r 36184 > 51297 ' 62656 ! 76303 > 85170 I 99870 112513 137250 147805 167910 186554 193342 206225 228056 275141 298310 231709 268646 299856 311613 317767 325866 337798 365503 383455 ) 9032 22453 37170 54933 68224 78226 90291 100292 115639 142111 151108 170431 188584 194136 207710 217306 227030 245553 251037 258923 265752 281174 131666 196323 282392 349660 105705 118325 141749 159512 168474 180867 199597 221419 231004 244321 266263 273304 290104 301003 316614 340561 350884 370252 388974 102332 128233 146173 156054 172879 192427 203511 211444 221921 234271 250291 255756 262287 271361 289367 309355 314906 321965 330242 362196 377603 398292 108079 126666 144837 159601 171250 183558 201869 222423 232117 245593 270709 276704 290239 301556 317262 341778 352731 375994 392628 20041 42691 58185 71173 95250 22033 43045 63217 71761 95855 111693 133788 152408 160903 171702 191758 203293 225988 237883 257881 271999 280915 296337 307552 323946 345410 358353 381159 399552 102322 120252 145905 155459 172870 192166 201533 209481 221529 233113 247130 255462 262058 270696 289143 302939 314454 321951 329340 357924 368793 395866 103842 130538 147526 157209 173816 193304 205858 212422 224130 238674 250473 258009 262946 274795 294477 310318 315743 325006 331521 362304 381217 110238 130469 146237 160442 171303 191737 201923 225967 237663 253965 271365 280237 295806 302538 323210 343906 357060 379348 395989 32190 104762 268403 378433 138594 143850 203478 212172 312155 319668 382581 104859 117706 135342 153287 164461 179122 194509 219589 227778 239395 262862 272289 286428 296430 307:99 324099 346045 358730 381601 2603 7837 7978 30688 54374 133544 189371 212732 216940 260078 303924 319150 352792 179935 187358 233484 279856 342539 347555 2 Gewinne zu 10000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 6 Gewinne zu 2000 M. 6 Gewinne zu 1000 M. 62 Gewinne zu 500 M. 2 Gewinne zu 20000 M. 8 Gewinns zu 5000 M. 399314 18 Gewinne zu 3000 M. 227290 228657 241605 4 Gewinne zu 2000 M. 12 Gewinne zu 1000 M. 194141 336018 398982 50 Gewinne zu 500 M. ---- ----- 45131 49003 75088 87752 100671 104032 109296 171898 215075 218880 231155 274903 276547 301748 306328 374540 5. Klasse 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Preuß.) Staats-Lotterie 379786 381616 394506 364 Gewinne zu 300 M. 1134 2988 7198 ----- ----- ----- 18356 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 75000, 4 zu je 30000, 12 zu je 10000, 78 zu je 5000, 138 zu je 3000, 244 zu je 2000, 420 zu je 1000, 1232 zu je 500, 7998 zu je 800 und 260 Tagesprämien zu je 1000 Mark. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 10U0 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 54599 70491 140499 167703 292743 350246 63231 280366 26693 157787 3555 24255 r ......... ’ • * I | IM II I | I III Es ist nicht \1 P1111 Äußerest nimm uGludi und Du bleibst \ dabei Gcfest Bohnerwachs und Wachsbeize ca^itiDoSe ca1»D0Se ca 2-tiDose Rm.-,4o Rm-,75 Rm. 1,40 Thompson-Werke gmb.h Düsseldorf ■ K • - - '■ ' • - - ' "GF SU 5 Donnerstag, (.März 1954 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen) Llr. 51 Drittes Blatt Zuerst trieb sie sich als Schmieren- yerum, wo sie nicht recht auffiel. Den 34 ne Nachdruck verboten! 4. Fortsetzung. Tube l TU/* I HO >46 !77 >66 >23 !92 >60 )62 129 539 ’63 182 359 706 342 287 151 '22 >09 >89 78 195 62 39 18 10 )9 99 145 130 601 7 2 7 2 0 2 3 3 2 3 0 18 4 6 1 12 19 1 >8 il 54 56 10 )6 50 )3 37 23 )2 74 )6 13 37 36 98 03 55 üose II: 1940 uje u je u je 1 hört, so zu honorieren, daß es sich den Kunstgenossen gleichen Ranges auch pekuniär gleichgestellt sieht." Sie verlangt ein Jahresgehalt von 1200 Gulden. Auf Dingel st edts Betreiben, der inzwischen Direktor geworden war, wurden ihr schließlich 1000 zugestanden. Auch im Kampf um die Rolle erweist sie sich sehr tüchtig. Als sie einmal eine erhält, die ihr nicht zusagt, sendet sie sie mit dem Bemerken zurück, sie könne sich doch nicht mehr „Bebe" nennen lassen. Im Gegenteil bittet sie, man möge sie „als ein recht ausgewachsenes Mädchen betrachten." Als einmal Kathi Frank vom Stadttheater in „Kabale und Liebe" am Burgtheater gastierte und die Claque die Rivalin demonstrativ feierte, fordert die Wolter kurzerhand ihre Entlassung. Ein Brief Dingelstedts, den sie daraufhin erhielt, zeigt die väterliche Freundschaft dieses Mannes. „Frieden! Frieden! Frieden mit sich! Frieden unter uns! Daß man Sie aus dem Burgtheater nicht ziehen läßt, begreifen Sie selbst, wenn Sie unbefangen urteilen wollen. Ihre eigene Empfindung muß Ihnen dazu sagen, daß auch Sie das Burgtheater nicht lange entbehren können. Sie haben bereits eine offizielle Genugtuung erhalten, die den Unfug der Claque offen brandmarkt. Nun holen Sie sich vom Publikum die letzte und höchste Satisfaktion. Charlotte, liebe Charlotte, überhören Sie die Stimme Ihres wahren Freundes nicht. Sie wissen, daß ich es als eine meiner teuersten Theatererinnerungen betrachte, Sie nicht nur auf dem ersten Schritt in Ihrer Laufbahn begleitet, sondern auch deren Höhe geführt zu haben, an die Stelle der ersten Tragödin der Gegenwart." Am 23. Juni 1896 stand die Wolter zum letzten Mal auf der Bühne. Fast genau ein Jahr später starb sie. Es war ihr Wunsch, daß sie auf dem Hietzinger Friedhof im Kostüm der „Iphigenie" begraben werde. Kaum ein Wort kann besser Aufschluß geben, welche Wirkung von dieser Frau ausging als das Grillparzers: „Solch eine Schauspielerin, welche Anmut und Talent vereint, hätte mich, wenn sie mir in meiner Jugend begegnet wäre, schon durch den Wunsch, wie würde sie dieses oder jenes spielen, zu Vielem begeistert und angeregt, zu Dichtungen bestimmt, welche durch den Hauch der Persönlichkeit wachgerufen werden und welche, weil mir in den Jahren, da ich produktiv war, eine solche fehlte, unterblieben." fische Vollendung, der sie auch ihrer Gestalt, obzwar sie nur mittelgroß war, zu geben verstand. War sie die Darstellerin so hoheitsvoller Rollen wie „Iphigenie" und „Sappho", so blieb sie im Leben die unfeierliche Rheinländerin, ein Kind des Volkes. Als am 12. Oktober 1888 das alte Burgtheater am Michaelerplatz feine letzte Vorstellung gab, da es abgebrochen werden sollte, spielte die Wolter die „Jphiaenia". Beim Parzenlied übermannte sie die Rührung, so daß sie nur mit Mühe einen Tränenausbruch zurückhalten konnte. Dabei bekam ihre Stimme die unvergleichliche Modulation, die die Zuhörerschaft hinriß, alles klatschte stürmisch Beifall, weinte und schluchzte. Als die Künstler dann beim Abschiedsessen zusammensaßen und die G a b i l l o n , die neben die Wolter zu sitzen kam, nun auch von der allgemeinen Stimmung ergriffen wurde, stieß sie die Wolter an und sagte: „Aber Gabillon, Sie werden doch nicht weinen, weil wir aus dieser Dreckbude 'raussollen." Heinrich Laube gebührt das Verdienst, sie entdeckt zu haben. Unter seinem Nachfolger aber, dem Dichter Friedrich Halm, litt sie sehr unter zunehmender Vernachlässigung. Er schreibt sogar einmal an den Obersthofmeister, „daß die Stimmittel der Wolter allmählich immer fühlbarer abzunehmen beginnen und es ihr in wenigen Jahren kaum möglich sein dürfte, das Rollenfach, das sie inne hat, genügend zu versehen, weshalb es schon jetzt geboten sei, sich um eine Nachfolgerin umzusehen." Halms Plan verwirklichte sich nicht. Im Gegenteil gelang es ihr, unter dem Grafen W r b n a einen ihr günstigen Vertrag zu sichern. „Es ist eine Pflicht des Künstlers", schreibt sie damals an ihn, „in der Zeit, in welcher er in Vollkraft des Wirkens und Schaffens' steht, mit seinem Talent zu wuchern und sich für spätere Zukunft sicherzustellen. So hoch ich nun auch die Ehre schätze, dem ersten Kunstinstitut Deutschlands anzugehören und ihm meine Kraft widmen zu dürfen, so hat hingegen auch dieses Institut wieder die Verpflichtung, ein Talent, welches nicht zu den alltäglichen ge- „Man muß sie nur gehört haben, wenn sie als Messalina die Worte sprach: Mich und ihn, den Erdkreis unter meine Füße treten", heißt es in einem Nachruf über Charlotte Wolter. „Bei dem Worte ,Erdkreis' hob sie den rechten Arm in weitem Bogen hoch empor, und während sie, wie wir in der wildesten Energie pflegen, in den Worten ,unter meine Füße treten', jede Silbe gleich stark und gedehnt aussprach, lieh sie den kleinen Zeigefinger der rechten Hand langsam und tief heruntersinken, bis sie ihn endlich mit einem gebieterischen Rucke fest und steif nach unten streckte... Ihre Gestalt erschien in solchen Augenblicken noch einmal so groß, und man sah wirklich den Erdkreis unter ihren Füßen liegen." Solche Schilderungen der Wolterschen Kunst gibt es viele, und sie beweisen, mit welcher Hingabe die Zuschauer diesem unvergleichlichen, bis in die feinsten Einzelheiten von Sprache und Bewegung beherrschten Spiel lauschten. Charlotte Wolter war, was man eine „Naturmacht" nennen könnte. Sie zog das Publikum, ja selbst ihre Partner in einen Bann, so daß oft männliche Schauspieler von hohem Rang, wie Josef Lewinsky, alle Mühe aufwenden' mußten, um ihr überhaupt standzuhalten. „Wenn ich an die Wolter denke", sagt der spätere Burgtheater-Direktor W i l b r a n d t, „so fühle ich, was man nicht häufig findet, daß ich vor einer mächtigen Tat der Natur stehe, die einmal alles zusammenrafft, was zur Vollendung gehört." Sie war in Köln geboren und kam aus den sehr ärmlichen Verhältnissen einer Familie, die aus den Eltern und 12 Kindern bestand. Mit sechzehn Jahren verließ sie das Vaterhaus, um Schauspielerin zu werden. . . , Komödiantin herum, wo sie nicht recht auffiel. Den —--।-------—----------- Rosemarie, (Rosemarie... Roman von Käthe Metzner, „Wem gehört dieser Mantel?" Aller Blicke richteten sich auf den dunkelblauen Tuchmantel. Keiner sah das haßerfüllte Lächeln der Genugtuung, das in dieser Sekunde um die Lippen der Lobe huschte. „Mir gehört er." Rosemarie Neuß sagte es ruhig und erstaunt. „Dann schlüpfen Sie aber schnellstens hinein, mein sauberes Fräulein, und scheren Sie sich zum Teufel! Langfinger kann ich in meinem Betrieb nicht dulden! Ihr Gehalt reichte wohl nicht — was? Daß Sie sich an fremdem (Selbe vergreifen mußten. Einen sicheren Blick haben Sie gehabt, das muß man Ihnen lassen..und zu den anderen gewandt, fuhr er fort: „Meine Damen und Herren! Verzeihen Sie, wenn ich Sie hierher bitten mußte eines Vorfalls wegen, wie er in unserem Betrieb noch nicht vorgekommen ist. Beim Nachzählen der Lohnbeutel der Angestellten fehlte der Beutel von Herrn Heidenreich mit vierhundert Mark. Ich habe die Garderobe durchsuchen lassen und fand den Beutel zerknüllt in der Tasche eines dunkelblauen Mantels, der, wie sich soeben herausstellte, dieser netten Dame da gehört." Durch die Angestellten ging ein Schaudern und leises Raunen. Um Rosemarie drehte sich alles: der Chef, Herr Bachmann, die Angestellten, der ganze Speisesaal. Ein furchtbarer Aufschrei gellte durch den Raum. „Ich — ich habe ihn nicht genommen!" Dann brach Rosemarie zusammen wie ein auf den Tod verwundetes Tie» und um ihr Denken legten sich die schweren dunklen Schleier der Ohnmacht. an dem furchtbaren Diebstahl; aber es würde ihr ja doch keiner glauben ... Keiner? „Soll ich Sie begleiten, Fräulein Neuß? Ich glaube. Sie sind noch etwas schwach." Rosemarie schüttelte schweigend den Kopf. Fürsorglich half ihr der Arzt in den Unglücksmantel und blieb an ihrer Seite, bis sie an dem hohen Gittertor standen. Als es sich hinter ihr schloß, überfiel Rosemarie mit einem Male die ganze Wucht des Geschehenen. Ausgestoßen war sie durch dieses Schandmal aus der Gesellschaft der ehrlichen Menschen. Würde Doktor Wangenheim an ihre Schuldlosigkeit glauben? Was sollte sie jetzt tun? Sollte sie nach Hause fahren und Tante Berta das Herz so unendlich schwer machen. Sollte sie diese liebe, gütige Frau mit hineinziehen in die unglückliche Verkettung ihres eigenen Schicksals? Vielleicht stand morgen schon alles in der Zeitung. Dann würde man mit Fingern auf sie zeigen. Sie rang verzweifelt die Hände. Um acht Uhr hatte sie sich mit Wolfgang verabredet. Sie würde ihm alles sagen. Er war ja selbst in dem Zimmer gewesen die ganze Zeit über, als die Lahnbeutel auf seinem Schreibtisch lagen. Und zuletzt war doch Fräulein Lobe in seinem Zimmer gewesen? Rosemaries Gedanken waren auf dem richtigen Wege zur Klärung der Schuld, aber ihre reine Seele machte halt davor, einem anderen Menschen ein so furchtbares Verbrechen zuzumuten. Es mußte anders fein. Aber nie würde sie es ergründen, nie ihre Schuldlosigkeit beweisen können. Langsam verging die Zeit. Endlich war es halb acht Uhr. Mit gesenkten Augen stand Rosemarie am Park-Pavillon, wo sie sich immer getroffen hatten. Gleich würde er kommen, und er würde ihr glauben, ohne viele Worte glauben. Sie lehnte sich müde an einen Baum. Eine Viertelstunde schon wartete sie. Wolfgang war doch sonst immer so pünktlich gewesen. Es mußte etwas dazwischen gekommen sein. Wieder wartete sie. Aber plötzlich packte sie die furchtbare Erkenntnis: er würde nicht kommen, nie mehr kommen! Auch in seinen Augen war sie schuldig? Nun war sie ganz allein? Wie gestern drehten sich um sie die feuchten Herbstnebel und formten gespenstische Figuren. Aber heute floh sie vor ihnen nicht. Wohltuend empfand sie den schweren grauen Dunst, der sie vor den Blicken Neugieriger schützte. Müde irrte sie umher. Wohin? Wohin? Der Tod war die einzige Erlösung. Aber sie war jung und trotz des falschen Scheines schuldlos, wenn auch nur vor sich selbst und vor Gott. Fort, nur fort aus der Stadt, in der sie alle lebten, die von ihrer Schuld überzeugt waren — und in der Wolfgang Wangenheim lebte, der den Glauben an sie verloren hatte. (Fortfehung fylgt.) Als sie endlich wieder zu sich kam, war es schon sechs Uhr dreißig Minuten. Die Fabrik war bereits geschloffen. Rosemarie konnte sich gar nicht erinnern, was geschehen war. Wo war sie? Träumte sie? ’ Da sah sie neben sich den Betriebsarzt, der ihr beruhigend über das Haar strich. Langsam sammelten sich ihre Gedanken, als ihr Blick plötzlich auf den dunkelblauen Mantel fiel, der an einem Haken an der Wand hing. Da wußte sie alles. Ein trockenes Schluchzen war in ihrer Kehle, aber sie fand keine erlösenden Tränen. Man hatte sie in das kleine Zimmer neben der Portiersloge gebracht. Ihre Sachen lagen wohlgeordnet äuf' bem Tisch, und dabei lag ein Brief der Direktion. Rosemarie stand schwankend auf. Der freundliche Arzt, der ehrliches Mitgefühl mit dem jungen Mädchen empfand, wartete auf ein paar Worte. Vielleicht hatte sie aus Not gehandelt... Wie schön und jung sie war... Aber in Rosemarie schien alles tot und erstarrt zu fein. Was sollte sie diesem fremden Manne sagen? Sie allein wußte, daß sie unschuldig war Doktor Wangenheim hastete durch sein Zimmer. Erledigte Telephongespräche, traf Anordnungen. Dann rief er den ersten Prokuristen und übergab ihm die Lohntüten der Angestellten zur Erledigung. „Es stimmt alles, Bachmann. Ich habe selbst alles eingezählt und beschrieben. Sie brauchen heute abend nur ausgegeben zu werden." „Jawohl, Herr Doktor!" Bachmann nahm das große Zahlbrett, auf dem die Beutel einer neben dem anderen standen, und ging damit hinüber in die Buchhaltung. Wangenheim ging hinüber in die Privatwohnung und ließ seine Sachen packen. Vor sechs Uhr abends ging kein Schnellzug wieder nach Frankfurt am Main. Noch einmal nahm er das Telegramm aus der Tasche. „Herr Kommerzienrat schweren Schlaganfall. Bitte sofort kommen!" hatte ihm der Direktor seines Vaters telegraphiert. Wolfgang drückte die Handflächen gegeneinander. Vor elf Uhr würde er nicht an Ort und Stelle sein können! Oh, diese Qual der Ungewißheit! Er hatte nicht einmal die Ruhe, an Rosemarie noch ein paar erklärende Worte zu schreiben. Morgen früh, von daheim aus, würde er das tun. Seine Gedanken eilten voraus zu seinem Vater. Langsam vergingen die Stunden. Endlich fuhr unten der Wagen vor. Als der Zug sich m Bewegung fetzte und die Großstadt hinter ihm versank, grüßten ferne Augen noch einmal schmerzlich bewegt zuruck. In der Buchhandlung von Bachstedt & Co ging es sehr lebhaft zu. Stimmen schwirrten durcheinander. Harte Geldstücke flirrten. Große Scheine ^Prokurist Bachmann hatte das Zahlbrett an bie erste Buchhalterin, Fräulein Wendt, ordnungsgemäß abgegeben. Die Beutel wurden bis zur Auszahlung im Geldschrank verwahrt. Die Angestellten kamen erst gegen Abend daran. Zuerst wurden die Arbeiter ausgezahlt. ff Wie immer am Ultimo, war die Stimmung aller Angestellten rosig. Wenn auch jeder rechnen mutzte und schließlich nicht viel übrigblieb — eme grotze Summe war es doch, die man da in die Hande bekam, wenn sie auch einen ganzen Monat lang reichen mußte. Endlich war es so weit, daß auch die Auszahlung der Angestellten beginnen konnte. Beutel für Beutel ersten großen Erfolg fand sie in Berlin, wo sie die „Hermione" in Dingelstedts Bearbeitung des „Wintermärchens" spielte: damals wußten Kenner bereits, daß mit ihr ein neues Genie erstanden fei. Als sie dann am Wiener Burgtheater als „Iphigenie" auftrat, war der Beifall so groß, daß sie ein Jahr später, am 12. Februar 1863, Mitglied dieser Bühne wurde, die damals die erste Europas, ja der Welt war. Während der folgenden 35 Jahre trat sie 2100 Mal in 127 Rollen auf, die berühmteste Tragödin, die je über diese Bretter gegangen. Ihre elementare Gewalt war es, die sie unwiderstehlich machte, weniger die technische Leistung. Heinrich Laube, der dies wohl erkannte, sagte von ihr oft, daß sie „der artistischen Leitung" bedürfe. Ihre Fehler hafteten ihr auch bis ins Alter an: sie konnte große Teile der Rolle einfach herunterleiern, wenn es ihr so paßte, doch hob sie umgekehrt ein Machwerk zu einer unerhörten Höhe. Auch bemängelte man gern an ihr die Umbildung Tatsächlich erhielt sie erst durch ihren Gatten, Grafen O ' S u l l i v a n, den nötigen Schliff. Er ließ keine Vorstellung vorübergehen, wo sie auftrat: fein Platz war immer der linke Ecksitz der ersten Reihe. Ihr Organ wird als ein „Mezzosopran von dunkler Färbung" geschildert. Die Stimme vibrierte bei ergreifenden Szenen und schwoll dann zu einer Höhe und Stärke an, die „wie der schrillste Natur- laut ans Herz griff", — der berühmte Wolter- schrei. Ihr Gesicht verglich man einer Kamee. Anfangs zeigte es noch nicht das Oval und die edle Profillinie: die Backenknochen traten hervor und zeugten von den Hungerjahren, die sie durchgelitten hatte. Später aber, besonders während der Glanzzeit der Sechzigerjahre, bekam es die klas- diese fünf Minuten später mit 4:3 in Führung lagen. In der 20. Minute mußte der Wohnbacher rechte Läufer nach einem unglücklichen Zusammenprall für einige Zeit verletzt den Platz verlassen. Nach beiderseitig verteiltem und schnellem Spiel von Tor zu Tor wurden mit 7:5 für die Gastgeber die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit war Wohnbach meist überlegen, konnte aber nur noch viermal einsenden. Dagegen hatte der wendige und schnelle Sturm der Gäste nach verschiedenen Durchbrüchen der Wohnbacher Hintermannschaft das Nachsehen und war noch dreimal erfolgreich. Schiedsrichter Schmidt (Butzbach) leitete aufmerksam. Reit Turnier in Dortmund. Das große Dortmunder Reit- und Fahrturnier hatte schon am Mittwoch, seinem Eröffnungstage, einen schönen Publikumserfolg zu verzeichnen. Auch der Sport brachte durchaus Befriedigendes. In der Eignungsprüfung für leichte Pferde ließ sich Frl. Schröder den Sieg nicht nehmen, während in der schweren Klasse Bacharach auf den ersten Platz unter 13 Konkurrenten Beschlag legte. r> Der Reichssportführer wird bei der am 3. März in Stuttgart stattfindenden Abschlußfeier des 15. Deutschen Turnfestes teilnehmen. * Der deutsche Sprinter meifter B o r ch- metjer wird demnächst in Ettlingen an einem mehrwöchigen Kurs für den Kurzstreckenlaus neben Waitzer, Brechenmacher und Busch als Lehrkraft teilnehmen. Oie Tragödin der Wiener Burg Zum 100. Geburtstage der Schauspielerin Charlotte Wolter am 1. März. Ron Robert Braun. Die Dreffurprüfung für Reitpferde sah in der Abteilung der Amateurreiter Hauptmann Fou- quet mit Necker in Front. In der Einspänner- Wagenprüfung triumphierte wieder einmal die Reichswehr, Vöglein (Rittm. Stein) und Modena (Wachtmeister' Haid) hießen hier die ersten Pferde. Viel Anklang fanden wieder die Schaunummern. Kurze Sportnotizen. Im Rahmen der O l y m p i a v o r b e r e i t u n g e n der Wasserballer werden im März und April zwei weitere Kurse abgehalten. In Magdeburg bzw. Berlin wird eine Nachwuchsmannschaft gegen die bisherige deutsche Nationalmannschaft spielen. Ohne Führer ist augenblicklich der österreichi- sche Sport, da der bisherige Präsident, Dr. Schmidt, und seine Stellvertreter Gsur und Dr. Schwarz von ihren Aemtern zurückgetreten sind. Auf der Haupversammlung des Oesterreichi» schen Hauptverbandes für Körpersport konnte über eine Neuwahl keine Einigung erzielt werden. Deutsche Turnerschast und Reichsbund für Volkstum und Heimat. Der Dietmar! der DT., Münch, wird, um die Beziehungen zwischen den beiden Verbänden enger zu gestalten, dem Führerrat des Reichsbundes für Volkstum und Heimat beitreten und ein führendes Mitglied des Reichsbundes in den engeren Diet- ausschuh der DT. berufen. Handball im Gau XII der DT. Wohnbach — (Brimingen 11:8 (7:5). Am Sonntag trugen die ersten Mannschaften der genannten Vereine auf dem Wohnbacher Platz ein Freundschaftsspiel aus. Die Gäste, die nur mit zehn Mann erschienen waren, spielten recht ruhig, eifrig und aufopfernd, während die Einheimischen zu wünschen übrig ließen. Sie nahmen anfangs den Gegner zu leicht. Trotzdem sahen die Zuschauer ein abwechslungsreiches und faires Spiel, das nur wenige Härten zeigte. Bereits in der achten Minute führte Grüningen unverhofft mit 3:1. Eine Umstellung der Einheimischen machte sich bald bemerkbar, so daß wurde noch einmal schnell durchgesehen, ehe die Telephone in alle Abteilungen klingelten, um die Empfänger zur Abholung zu rufen. Aber da! Das Gesicht der ersten Buchhalterin verfärbte sich. Sie hatte doch alles genau durchgesehen. „Kinder, der Beutel von Herrn Heidenreich fehlt ja!" , v Mit bebenden Händen sah sie mit ihren beiden Gehilfen sämtliche Beutel noch einmal durch. Dann wurde im Geldschrank nachgesehen. Herrn Heidenreichs Lohnbeutel mit vierhundert Mark fehlte! Die erste Buchhalterin zitterte vor Aufregung. Vierhundert Mark! Es ging um ihren Ruf, um ihre Stellung, wenn der Beutel sich nicht fand. Dem alten Fräulein, das schon lange Jahre bet der Firma diente, standen die Tränen in den Augen, als sie sich endlich entschloß, den ersten Prokuristen, Herrn Bachmann, der das Zahlbrettt mit den Beuteln ja herübergebracht hatte, davon m Kenntnis zu setzen. ... . Bachmann zweifelte nicht einen Augenblick an der Ehrlichkeit seiner Hauptbuchhalterin. Aber die Gehilfen sah er mißtrauisch an. Doktor Wangenheims Zimmer wurde durchsucht. Nichts fand sich. r . Welche Angestellte war zuletzt hier? Bachmann war soeben im Begriff, das feststellen zu lassen, als ihm ein anderer Gedanke durch den Kopf schoß. Ehe man die Kriminalpolizei in Kenntnis setzte, wollte man erst einmal selbst eine kleine Untersuchung vornehmen. Die Telephone rasselten in alle Abteilungen des Büros. . „Alle Anaestellten haben sich sofort tm Speise- saal zu versammeln!" Die Anordnung löste allgemeines Erstaunen aus. Mutmaßnahmen flogen hin und her. Was war geschehen? Herr Bachstedt wurde benachrichtigt, und nun gingen die beiden Herren mit dem Betriebsleiter Höhne als einwandfreien Zeugen zunächst einmal in die Garderobe. Sämtliche Mäntel und Taschen wurden durchsucht. Und siehe, der Plan, den Bachmann so ichnell instinktiv gefaßt hatte, war von raschem Erfolg. Ties in die Tasche eines dunkelblauen Damenmantels vergraben, fanden sie vierhundert Mark in der Lohntüte des zweiten Prokuristen Heidenreich. Die Herren waren sichtlich erfreut, aber auch unangenehm überrascht. Pfui, also war doch ein Langfinger unter den Angestellten. Wer hatte das geahnt, wo man doch stets eine so sorgfältige Auswahl getroffen zu haben glaubte. Kurze Zeit darauf betraten sie mit gorngeroteten Gesichtern den Speisesaal. Der Betriebsleiter Hohne trug einen dunkelblauen Mantel über dem Arm. Totenstille. Erwartung. Da sagte Bachstedt schneidend kalt in die Stille hinein: Wirtschaft lon Elektrowerten sind bestahl 0,13 v. Bax S ra h» Mr?/ Wider Erwarten zeigten Kunstseidenwerte keine die Gruße des Gaues und in kurze- Aufwärtsbemegung, s-mberq -0,50 d. S). Don vor yfiichihritnn ftmtHo or hi» nnnnn hioip HP« , „ •? , Sport besprach er und gab der Ueberzeugung Aus- Zement Heidelberg lagen be- eine end- ge- die den vor den druck, daß bei einem guten Einverständnis reibungslose Arbeit möglich sei. Sportleiter Deibel trug nun das Sportprogramm für das laufende Jahr vor. Die einzelnen Tage konnten noch nicht Ter Ausführung streifte er die hohen Ziele des DRV. Auch das Verhältnis zwischen SA. und umgetauschten Dollar-Bonds waren die billigen etwas fester, zertifizierte konnten nach ermäßigtem Beginn später teilweise etwas anziehen. tung „Der erste Schritt". Anschließend überbrachte Herr Gauführer E g - gültig festgelegt werden, da den Vereinen Gelegenheit gegeben werden soll, sich um die eine oder andere Veranstaltung zu bewerben. Der Termin für diese Meldung wurde auf den 15. März festgelegt. Wohl einer der wichtigsten Sportveranstal- hauptet. Der Rentenmarkt litt in seinem Geschäftsumfang noch etwas unter dem Monatsultimo, der auf die Unternehmungslust drückte. Späte Schuldbücher gaben 0,13 v. H. nach, Altbesitz eröffneten unverändert, Neubesitz waren leicht erhöht. Von sonstigen Papieren eröffneten Kali Aschersleben und Deutsche Linoleum Genehmigung erteilt worden ist, können sie in betreffenden Verein ausgenommen werden; Beginn aller radsportlichen Veranstaltungen ist Anwesenden der deutsche Gruß entgegenzubringen; sonders Lahmeyer mit + 1,50 v. H. zu erwähnen, Gesfürel und Betula gewannen bis 1 v. H., nur Siemens waren um 1 v. H. gedrückt. Daimler Motoren profitierten mit 4- 0,75 o. H. von der bevorstehenden Automobil-Ausstellung. Verschiedene Spezialwerte gaben allerdings leicht nach, so Farbenindustrie und Deutsche Erdöl um je 0,50 v. H., Rütgerswerke um 0,25 v. H. Reichsbankanteile waren angeboten und 2 v. H. schwächer. Der Verkehrsmarkt war dagegen fester, AG. für Verkehrswesen + 0,40 v. H., Hapag +1 v. H. lgen Papieren erossr 2 v.H., Zellstoff Waldhof bis 1 v. H. fester, Zemer ..... ,r..... . , v , umgetauschte Dollar-Bonds auf der Mittagsbasis In der zweiten Börsenstunde entwickelte sich auf'gut gehalten; für letztere zeigte sich wieder Jnter- festgelegt. Am Nachmittag begann im Hotel Schütz zu Gießen der Bezirkstag. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Bezirksführerring war geschloffen anwesend, außerdem auch der Gauführer Herr Eggert (Kassel). Herr Stammel eröffnete den Bezirkstag und begrüßte den Gauführer und alle Sportkameraden im neuerbauten Deutschen Radfahr-Verband. Der Bedeutung des Taaes bewußt, gedachte der Vorsitzende unserer gefallenen Brüder. Die Versammlung erhob sich von den Plätzen und hörte das Lied vom guten Kameraden. An Hand eines längeren Referates gab sodann der Bezirksführer Stammel die Richtlinien und den Aufbau des Deutschen Radfahr-Verbandes bekannt. Als besonders wichtig aus diesem Referat sei bemerkt: Das Geschäftsjahr aller Radfahrvereine muß vom 1. Oktober bis 30. September gehen; von jedem Radfahrverein wird eine kaufmännische Buchführung , aller Vereinsbücker verlangt; die Rao- fahroereine dürfen nur noch Mitglieder arischer Abstammung aufnehmen; Angehörige früherer marxistischer Vereine müssen erst dem Verbände meldet werden und erst, nachdem von dort den meisten Marktgebieten sehr lebhaftes Geschäft. Im Vordergrund standen Kunstseidenaktien, von denen AKU. um 3 v. H. auf 56 v. H. und Bemberg um 1,50 v. H. auf 55,50 v. H. stiegen; die einprozentige Dioidendenerhöhung der Snia Viscosa wirkte sich erst später in größeren Aufträgen aus. Stärkere Kursgewinne hatten außerdem Kaliwerte, so Aschersleben erneut um 3 v. H., Salzdetfurth um insgesamt 4,50 v. H. und Westeregeln um 2,50 v. H. Lebhaftes Geschäft hatten Farbenindustrie, die bis 135,50 v. H. anzogen (+ 1,25 v. H.), später dann auf 135 abbröckelten. Ziemlich belebtes Geschäft wiesen auch Montanaktien, besonders Mannesmann auf, ferner gingen Elektroaktien und Daimler Motoren in größeren Posten um. Die Börse schloß überwiegend zu den höchsten Tageskursen. Am Kassamarkt waren Bankaktien bis 0,75 v. H., Hypothekenbankaktien bis 2 v. H. und Bank für Brau sogar 3 v. H. fester. Jndustriewerte verzeichneten Befestigungen bis 2 v. H., von Brauereien Dortmunder Ritter + 3 v. H., Württemb. Hohen- zollern + 4 o. H., aber Schöfferhof-Binding — 5 v. H. Am Rentenmarkt unterlagen deutsche Anleihen Schwankungen, Altbesitz 96,40 bis 96,25 bis 96,50 bis 96,25, Neubesitz 19,45 bis 19,65 bis 19,40, späte Schuldbücker unverändert 93,75 v. H., dagegen Wiederaufbauzuschläge fest und mit 58,75 bis 59,50 v. H. etwa 1 v. H. höher. Dollar-Bonds waren ruhiger, aber gut beyauptet. Pfandbriefe hatten nur kleines Geschäft, wobei Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen teilweise etwas abbröckelten, Liquidationspfandbriefe gut behauptet blieben und zum Teil etwas fester waren. Staats- und Länderanleihen lagen ruhig. Stadtanleihen uneinheitlich, 6 v. H. Darmstadt gestr. Brief, Taxe etwa 84 nach 85,25 v. H., dagegen wertbest. Stadt Frankfurt v. 26 mit 81,25 (4- 1,25 v. H.). Von fremden Werten konnten sich Anatolier Eisenbahn etwas erhöhen, ferner gewannen Schweiz. Bundesbahnanleihen etwa 1,50 o. H. Tagesgeld war zum heutigen Ultimo stark gefragt und mußte erneut um 0,50 v. H. auf 4,75 o. H. heraufgesetzt werden. Abendbörse: fest. An der Abendbörse erhielt sich die feste Tendenz, wenngleich stärkere Kursveränderungen nicht zu verzeichnen waren. Das Geschäft war wieder recht lebhaft, insbesondere in Farbenindustrie (plus 0,25 o. H.). Neben kleinen Aufträgen der Kundschaft, die hauptsächlich für Kassawerte zur Ausführung kamen, beteiligte sich die Kulisse lebhaft an der Umsatztätigkeit. Im Vergleich mit den Berliner Schlußkursen traten überwiegend Befestigungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein, einzelne Papiere gewannen auch bis zu 1 v. H. So u. a. Kali Aschersleben, Lahmeyer und Zellstoff Waldhof. Nur wenige Werte bröckelten geringvrozentig ab. wie Gelsenkirchen und AEG. mit je minus 0,40 n. H, Goldschmidt mit minus 0,65 v. H. und Holzmann mit minus 0,50 v. H. Etwas stärker gedrückt waren allerdings nach der Steigerung von heute mittag am Kunstseidenmarkt Aku, die um 1,25 v. H. zurückgingen. Im Verlaufe wurde das Geschäft stiller, die Tendenz blieb aber fest, und die Börse schloß mit voll behaupteten, teilweise auch weiter leicht erhöhten Kursen. Am Rentenmarkt machte sich wieder etwas Nachfrage nach deutschen Anleihen bemerkbar, wo Alt- Bezirkstag der Radfahrer. Oie Bezirksführung.-Hichtlinien für die Aufbauarbeit.-Olympiavorbereitung. Lehmann ir. (Nidda), O. Schumann und W. Göbel (Herborn), E. Welter (Friedberg), S t ü b e l i n g (Wetzlar). Ferner wurde durch den Sportleiter noch bekanntgegeben, daß für Bahnrennen eine Bahn zur Verfügung stehe und zwar eine neuerbaute Zementbahn in Kassel, die unter Aufsicht des Gauführers steht. Außerdem hat er mit einem Gießener Rasen- sportverein Verhandlungen angeknüpft und glaubt, daß auch in Gießen eine Dahn für Bahnrennen zur Verfügung gestellt werden kann. Zum Schlüsse seiner Ausführungen brachte er einen Ausschnitt aus der „Kurhessischen Landeszeitung" zur Verlesung, wonach im Gau Brandenburg das Verhältnis zwischen SA. und Sportvereinen zur vollen Zufriedenheit für alle Beteiligte geklärt ist und den Sportvereinen völlige Entfaltungsmöglichkeiten biete. Zum Schluffe des Bezirkstages wurden noch viele Anfragen verschiedener Vereine erledigt. Der Vorsitzende schloß mit einem „Sieg-Heil!" auf unsere Reichsregierung und den Reichssportführer die Versammlung. ebenso müssen bei allen Veranstaltungen, bei denen Eintritte erhoben werden — gesellige und sportliche —, Sportgroschengutscheine verkauft werden; es darf kein Radfahrer zu irgend einem Wettbewerb zugetassen werden, der nicht an seinem Rade den Steuerrohrring des DRV. befestigt hat. Der Bezirksführer gab weiter bekannt, daß sich der Bezirksführerring entschlossen habe, soaenannte Kreisobmänner zu bestimmen. Diese Kreisobmänner sind keine Derbandsbeamte, sondern sie haben die Aufgabe in dem Bezirk bis in die kleinsten Orte hinein den Gedanken der Radfahrgemsinschaft zu tragen und die Verbindung zwischen Bezirksführerring und Vereinen aufrecht zu erhalten und zu erleichtern. In diesem Sinne wurde auch ein dementsprechender Antrag an den Gau bzw. Verband gerichtet. Als Kreisobmänner in unserem Bezirk wurden bestimmt: Limburg und Umgebung: B ü t - tendorf (Freiendiez); Friedberg, Wetterau und Taunus: Frz. Keßler (Friedberg-Fauerbach); Alsfeld und Umgebung: K. Bellinger (Alsfeld); Herborn und Umgebung: O. Schumann (Herborn). Die Schlußausführungen des Bezirksführers galten den einzelnen Mitgliedergruppen im DRV. und der Werbung der Jugend durch die Deranstal- ♦ Außergewöhnliches A u s lands- interesfe für die Leipziger Frühjahrsmesse. Bei den Vorbereitungsarbelten zur Leipziger Frühjahrsmesse zeigt sich immer mehr, daß für diese Messe ein ganz ungewöhnliches Interesse namentlich auch im Auslande besteht. In der Zeit vom 19. bis 25. Februar sind auf dem Gelände der Technischen Messe 75 v. H. Mehranmeldungen von Wagenausladungen erfolgt, als im gleichen Zeitabschnitt der Vorbereitungsarbeiten im letzten Jahr. Es sind 50 v. H. mehr Stückgüter oingetrofsen. Man hört aus Dänemark, daß die Zahl der Messebesucher um vieles höher sei als im letzten Jahr, und man hört aus Holland, daß der erste Sonderzug für die Messebesucher bereits völlig ausverkauft fei. * Das Märzkontingent d e r Roggen- und Weizenmühlen. Im Monat März Varf jede Mühle Roggen und Weizen in voller Höhe des Februarkontingents verarbeiten, also ohne den für Februar festgesetzten Abzug von 10 v. H. Ein Austausch von Roggen und Weizen im Rahmen der Kontingentsmenge ist verboten. Lahn- und Umtauschmüllerei liegen im Kontingent. Es wird von iber Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die vom 1. September 1933 bis 28. Februar 1934 und die ab 1. März 1934 verarbeiteten Mengen auf das Kontingent jeder Mühle verrechnet werden. Das erste Kontingentsjahr jeder Mühle umfaßt also die Zeit vom 1. September 1933 bis 31. August 1934. Sranffurfer Börse. VUttagsbärse fest. Frankfurt a. M., 28. Febr. Der Aktienmarkt war weiter ganz überwiegend fester bei meist lebhaften Umsätzen, die allerdings bei Eröffnung der Börse nicht ganz den Umfang des gestrigen Tages erreichten. Die Glattstellungen sind nunmehr fast völlig abgewickelt, und man nimmt schon wieder Vorkäufe für den nächsten Monat vor. Hinzu kommt, daß das Publikum infolge der weiter günstigen Wirtschaftsmeldungen anlagesuchend auftrit't. Man knüpft besondere Erwartungen an die fortschreitende Geschäftsbelebuna in der Groß-Eisenindustrie. Am Montanmarkt betrugen die Besserungen 0,50 bis 1 v. H., Ilse Genuß stiegen um 1,65 v. H., Buderus gaben 0,40 v. H. und Rheintungen in diesem Jahre ist der Wettbewerb für die Jugend „Der erste Schritt". Mit diesem Wettbewerb sollen Jugendliche gefunden werden, die dazu befähigt sind, den Deutschen Radfahr-Verband auf der Olympiade zu vertreten. Der Wettbewerb ist offen für alle Jugendliche, die radfahren, einerlei, ob sie einem Verein angehören oder nicht. Dieser Wettbewerb wird an folgenden Plätzen unseres Bezirkes ausgetragen: Gießen, Limburg, Alsfeld, Friedberg, Wetzlar. Anschließend gab Herr Deibel noch die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse bekannt. Diese sind: Wettfahrausschuß: Vorsitzender A. Deibel (Gießen). Kampfgericht: Göbel (Nieder-Girmes), Keßler (Wieseck), D ö r i e (Alsfeld), B ü t t e n d o r f (Freiendiez). Ballsvielleiter: Stommel und Hauck (Gießen). Die Abnehmer für das Turn- und Sportabzeichen, sowie die Durchführung des „Ersten Schrittes : E. Heß (Gießen), H t n t e r s i n (Weilburg), Schneider (Alsfeld), B ü t t e n d o r f (Limburg), Noch vor einem Jahre zählte man im deutschen Vaterlande 56 Radfahrverbände. Die nationale Revolution hat auch zur Freude fast aller Sportler dieses Gebiet erfaßt und heute gibt es nur einen Verband: Deutscher Radfahr-Vervand e. V., Fachgruppe 12 im Reichssport-Führerring. Unsere engere Heimat gehört zum Gau XII Nordhessen und hier wiederum zum Bezirk 2 Gießen. Die Leitung des Gaues liegt in Händen des Herrn Eggert Kassel. Der Bezirksführerring wurde wie folgt bestimmt: Bezirksführer K. Stommel (Gießen), Geschäftsführer E. Hauck (Gießen), Sportleiter A. Deibel (Gießen), Leiter des Presse- und Propagandawesens K. Türk (Friedberg), Fachwart für Straßensport E. H e ß (Gießen), Fachwart für Saalsport W. Göbel (Wetzlar-Nieder-Girmes), Fachwart für Wandersport Hch. Großhaus (Friedberg), Jugend-Fachwort E. Schneider (Alsfeld), Fachwart für Radfahrwege A. Kircher (Gießen). Das Bezirksgebiet umfaßt den Regierungsbezirk Wiesbaden mit Ausnahme des Rheingaukreises, Main-Taunuskreifes, Stadtgebiet Wiesbaden und Frankfurt, den Kreis Wetzlar und die Provinz Oberhessen. Am Sonntag wurde nun der erste Bezirkstag abgehalten. Am Vormittag fand in Gießen eine Bezirksführerring-Sitzung statt. Es wurden alle grundlegenden Richtlinien für die künftige Bezirksführung besitz 0,13 v. H. und Neubesitz 10 Pf. gewannen. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 93,75 bis 94 nur wenig verändert, ebenso blieben esse für niedrig im Kurs stehende Werte. Festverzinsliche Papiere lagen ruhig und kaum verändert, auch Auslandsrenten waren still veranlagt. U. a. notierten: Neubesttzanleihe 10,40 Mtbesstzanleihe 9613 6vroz. Stahlverein-Bonds 73, Schutzgebiets- anleihe von 1914 9,50, Commerzbank 52,25, DD.- Bank 67 50, Dresdner Bank 69,25, Buderus 81,50, Gelsenkirchen 65, Harpener 96, Kali Asch^sleben 123 Klöckner 68,13, Mannesmann 72,13, Mans- eld ^,75 Phönix 51,25, Rheinstahl 9140, Stahlverein 43,75, Aku 54,75, A^G- 2940, Betula 135,50, Gement Heidelberg 93, Conti (Summt 157, Daimler 49 bis 49,13, Deutsche Erdöl N3' Scheldeanstalt 186,25, Deutsche Linoleum 52,50 bis 52,75 • Licht & Kraft 106, IG. Farben 135,50, Gesfürel 100,40, Goldschmidt 64,90, Holzmann 72. i Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Febr. Wenn auch das Geschäft am heutigen Markt keine nennenswerte Belebung aufwies, so war die Grundstimmung doch unverkennbar etwas freundlicher. Das Angebot der Landwirtschaft war angesichts der im kommenden Monat höheren Festpreise etwas geringer. Die Mühlen bekundeten für Brotgetreide etwas bessere Kaufmeinung als seither, da das Mehlgeschaft insofern etwas belebter war, als der Konsum möglichst seine alten Kontrakte abruft, um nicht die Verzugszuschläge bezahlen zu müssen. Die Preise für Brotgetreide und Mehl blieben unverändert, für Weizen war jedoch hier und da eine leichte Erhöhung zu erzielen. Gerste blieb vernachlässigt, während ^afer auf dem erhöhten Montagsniveau gut behauptet blieb und bei weiter verringertem Angebot auch kleine Abschlüsse nach dem Rheinland zu verzeichnen hatte. Der Kraftfuttermittelmarkt lag stetig, jedoch bei sehr stillem Geschäft. Trockenschnitzel und Treber gingen im Preise weiter leicht zurück. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm im Mark): Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 147,50 bis 150, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29,40 bis 29,95, do. ohne 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0 bis 60prozentige Ausmahlung 23,50 bis 24, do. südd. Spez. 0 24, Weizenkleie 10 bis 10,10, Weizenfuttermehl 11,35, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Soyafchrot 15,25 bis 15,45, Palmkuchen 15,05 bis 15,15, Erdnußkuchen 16,30 bis 17,10, Treber 15,60 bis 15,75, Trockenschnitzel 9,70 bis 9,80, Heu südd. 6 bis 6,40, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 1,90 bis 2. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 28. Febr. Am Gemüse- markt waren sehr starke Zufuhren in ausländischem Blumenkohl, Spinat, Eskarol und Kopfsalat zu verzeichnen. In Gärtnerware war das Angebot genügend. Die Preise für Karotten und Weißkraut sind leicht gestiegen. Das Geschäft war Im allgemeinen zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 425 bis 550, ital.; Eskarol, Steige 18, 24, 30 und 32 Stück, 250 bis 400, ital.; Gewürzel, großes Bündel, 35 bis 40; Feldsalat 80 bis 100; Karotten 7 bis 9; Jndustrie- kartoffeln, 50 Kilo, 300 bis 325; Mäuschen, rot, 50 Kilo 500 bis 600, dieselben, gelb, 700 bis 800; Erdkohlraben 5 bis 6; Kopfsalat, Steige 24 Stück, 275 bis 400, span.; Lattich (Treibhaus), 90 bis 100, Meerrettich I 20 bis 25, II 12 bis 15; Radieschen Bd. 10bisl4; Rosenkohl 22 bis 25; Rote Rüben 5bis8; Rotkraut 6 bis 7, dasselbe, holl., 8; Sellerie, je nach Größe, 5 bis 25; Spinat 15 bis 20, derselbe, ital., 18 bis 22; Schwarzwurzeln 12 bis 20; Tomaten, Kistchen etwa 10 Kilo, 450 bis 500, Pan.: Weißkraut 6 bis 7, dasselbe, holl., 7; Wirsing, spitz 14 bis 15, derselbe, rund 10 bis 12, derselbe, holl. 7 bis 8; Weihe Rüben 8 bis 9; Gärtnerzwiebeln, 50 Kilo, 600. Bei Ob st und Südfrüchten waren die Zufuhren gut. Die Preise für Aepfel haben leicht angezogen, im übrigen blieben sie unverändert. Der Verkauf gestaltete sich nur teilweise befriedigend. Es erzielten: Aepfel I 24 bis 30, II 16 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 14, Aepfel, amerikanische, Kiste etwa 40 Pfund netto, rote 775 bis 950, dieselben, gelbe 1025 bis 1200; Apfelsinen, blond 11 bis 16, span., Blut 16 bis 19, span., Apfelsinen, ital., blond 13 bis 14, Blut 18 bis 22; Bananen, Kiste 12,5 Kilo, 550 Jam., 500 Bras.; Birnen, Kiste etwa 40 Pfund, 1300 bis 1400, amerk., Eßbirnen 15 bis 20, Kochbirnen 6 bis 9; Mandarinen 11 bis 17; Zitronen, Korb, 200 Stück, 300, ital. — Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise, sie sind, sofern nichts anderes angegeben, auf ein halbes Kilo bzw. Stück in Pfennigen umgerechnet und verstehen sich bei Abnahme am Verkaufsstand, also ausschließlich Versandkosten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 1. März. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 16 Rinder, 1084 Kälber, 288 Schafe, 730 Schweine. Es kosteten: Kälber 25 bis 44 Mark, Hümmel 28 bis 34, Schafe 22 bis 29, Schweine 40 bis 49 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine langsam, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Franksun a. 2JL Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend, börse Schlußkurs Schlußk. Mittag» börse Dalum 7.2 28.2- 27.2- 28.2- •% Deutsche RetchSanleihe v. 1987 «% e^em.7% Dt. Reicheanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechlen ......... Desgl. ohne Auslos.-Rechie...... 6% ehem.8% Hess. Dolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Höss. Landesbank Darmstadt Gold R. 12........... 6¥i% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ..... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 S’/i% ehem. 4% deSgl. von 1913 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Geriet 18,25 1,4 6,9 6,4 6,5 9 6,5 18,75 1,3 6,85 6,55 6,45 9,2 18,75 1,3 6,9 6,45 6,6 8,9 6,5 18,25 1,3 6,75 6,4 6,6 8,65 6,5 Frankfurt a.M Serlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 27-2. 28.2- 27.2. 28.2- 4% desgl. Serie 11 ............. 6,5 6,5 — 6,8 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,2 5,13 — 5,1 4^%RumSn.vereinh.Rentev.lV13 7,3 7,25 7,3 7,15 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,3 4,3 4,3 4,3 L%% Anatolier ............. 31,5 31,4 31,9 31,9 vamvurg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 28,5 29,5 28,65 26,5 29 28 Hansa-Dampfschifs.........0 — — — — Norddeutscher Lloyd ....... 0 33 33,5 32,5 33,13 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 72 71,5 72,75 71 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,25 95 94,75 94,75 Commerz- und Privat-Bank ... 0 51,5 52,25 51,5 52 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ o 67 67,5 67 67,5 Dresdner Bank..............0 68,5 69,25 68,5 69,25 ReichSbank ................ 12 175 172,5 173,25 172,4 A.E.«......................0 30 29,4 29,75 29,75 Bekula................... 0 134 135,5 134,4 135 ®eta. Lieferungsgesellsch^lft ... 6 102,25 103,25 101,75 102,9 Licht und Kraft .... g 105,25 106 105,25 105,9 ^el,ten & ®utlleaume......... 0 60,75 61,75 61,25 61,65 ^®Ui^.'f-®.Ie,tt-Untetne6muna. 6 100,5 100,4 100,25 100,13 Rheinische Elektrizität ...... ß Schuckert LCo........... 6 Siemens S Halske..... 7 Lahmeve, L Lo..........*„“10 95,75 103,5 151,4 96,5 104,75 150,5 95,65 103,25 151,75 96,25 104,5 150,75 117,75 119,75 117.5 119 Buderus .................. n 81 81,5 81 81,4 Deutsche fcbfll ..............] 112 113 110,5 112,75 Gelsenkirchener............... 64,75 65 64,13 65,4 Harpener.................. < 96 95,9 95,9 Voesch Eisen—Köln-Neuessea .. 0 77,9 78,4 Alse Bergbau .......... „ — — 138 Alse Bergbau Genuss«........j 118,5 119,5 119 119,75 Klöcknerwerke ............. < 68 68,13 67,75 68,13 Mannesmann-RS ..... ® 70,75 72,13 70,4 72,13 Frankfurt a. M. Serlin Schiuß- kurs Schlußk. Abend- böxle Schluß« kurs Schlußk. Minag- börse Datum 27-2- 28.2- 27-2 28.2. ManSselder Bergbau .. ....... 0 38,25 38,75 37,9 38,75 Kokswerke ....... 0 —— — 91,25 92 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen 0 50,5 51,25 50,5 51 0 206 204 206,4 204,25 Rheinstahl ........... 0 91 91,4 90,75 91,13 Bereinigte Stahlwerke. 0 43 43,75 42,75 43,65 Otavi Minen ........ 0 14,5 14,65 14,9 14,5 Kaliwerke Aschersleben. 6 117,5 123 118,5 122 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth 6 119 121,5 119 122,5 .....IV» 151 155,5 153 155 9. G. Farden.Jnvustrw 7 134,75 135 134,25 134,75 Scheldeanstalt........ 9 186,5 186,25 — — Goldschmidt ......... 0 64,25 64,9 64,65 65,5 Rütgerswerke ........ 0 59,9 59,9 59,9 59,8 Melallgelellschaft...... 0 81,5 83 80,25 83 Phtltpp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg 0 71,5 72 71,9 72,5 0 93 93 Lementwert Karlstadt.. 0 100 100,75 Schultheis Patzenhoser 0 — — 104,65 104,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 53 54,75 53,4 56 Bemberg............ 0 54,5 55,5 54,5 55,5 Sellsiofs Waldhof ..... ....... 0 51 51,75 50,4 51 Zellstoff Aschaffenburg 0 40,75 41 39,75 41,75 T>essauer Gas ........ 7 — — 121 121,65 Daimler Motoren..... 0 47,4 49,13 47,4 48,9 52,75 Deutsche Linoleum.... 0 51,65 52,75 52 Orenstein L Koppel ... ....... 0 — 71,75 71 Leonhard Tie- ....... 0 23,25 22 22,65 22,13 Lhade ............... IC 165 165 163 165,65 Lotumulatoren-FabrS 0 185,5 185 185 182,25 Lonti-Gummt........ 0 156,5 157 157 157,25 Grttzner............. 0 1 29 I 29,25 30 Mainkrastwerke Höchst a,M.-.. 4 75 Süddeutscher Kncker .. 8 1 175,5 1 172,5 I 175,25 '72 Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. M Banknoten. 27. Februar 28-Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 3rie' Geld Drie' Helstngfor».. 5,634 5,646 5,624 5,636 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10,38 10,40 BudapeA ... Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,98 169,32 168,83 169,17 Oslo....... 64,14 64.26 63,99 64,11 Kopenhagen. 56,99 57,11 56,84 56*96 Stockholm... 65,83 65,97 65,63 65,77 London ..... 12,765 12,795 12,725 12,755 Buenos Aires 0,648 0,652 0,648 0,652 Neuyork.... 2,512 2,518 2,512 2,518 Brüssel..... 58,50 58,62 58,50 58,62 Italien..... 21,53 21,57 21,81 21,85 Poris ...... 16 50 16 50 Schwetz .... 81'02 81,18 81,02 81'18 «panien.... 34,00 34,06 34,03 34,09 Danzig..... 81,77 81,93 81,77 81,93 Japan ...... 0,757 0,759 0,754 0,756 Rio de Jan. . 0,214 0,216 0,214 0,216 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Lissabon .... 11,62 11,64 11,59 11,61 Berlin, 28-Februar Geld Ärles " Amerikanische Noten.............. 2,465 2,485 Belgische Noten.................. 58,34 58,58 Dänische Noten ................. 56,59 56,81 Englische Noten . ............... 12,68 12,74 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16,46 168,41 16,52 169,09 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,69 63,82 21,77 64.08 Deutsch Oesterreich, i 100 Schwirr- Rumänische Noten............... _ _ Schwedische Noten............... 65,47 65,73 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 Spanische Note»................. 34^03 Unaarilche Note» ................