186. Jahrgang Gießener Anzeiger Rr. 256 Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 31. Oktober 1956 lkrjchetm lüg NH, nutzer mmhv a Sonntags und Feiertags 9BHH9 W Ä Annahme von Anzeigen Setlogen: Die Illustrierte 1 La A H _ ▼ für die Mittagsnummer Siebener Familienblätter äS 4b A j4k AA ML W A/4h 4lk jA A A AA bis 8'/,Uhr des Vormittags s* AmPKonpr /■ ii2Mni>r . 1'80 JI w iir I i W . M, ▲/! 11 BW I UM W I ▼V'l BV'li^vV vvIMVwVlV^V sss« von einzelnen Nummern TV Jy ® M infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise: BZM General-Anzeiger für Oberhessen ZZW Postscheckkonto: 1 1 1 1 gen, Bäder», Unterrichts-u. srankfurt am Main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatrvuch- und Steindruckerei R.Laage ln Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Me7genabschlüst/staMö DerKührersprichizurMmGardederNeichshauptstadi Die Iubiiäumskundgebung des Gaues Groß-Berlin im Berliner Sportpalast. Berlin, 30. Okt. (DNB.) Die 10-Iabresfeier der NSDAP. Gau Berlin, fand am FreWend chren Höhepunkt in der gewaltigen Kundgebung im °rtPalast. In zwölf Sälen der Reichshauptstadt, deren Namen fast alle ebenfalls an die Kampfjahre erinnern, fanden gleichzeitig Parallelversammlungen statt. Der Rundfunk übertrug die Kundgebung in das ganze Reich. 200 Fahnen und 10 Standarten marschieren ein. Biele von ihnen tragen die Namen von Männern, die ihr Leben für die Bewegung gelassen haben. Die gleiche lodernde Begeisterung, die den Berliner Gauleiter so oft an diesem Platz umjubelt hat, brach sich wieder Bahn, als Dr. Goebbels, gefolgt von den Trägern des Goldenen und Silbernen Gauehrenzeichens seinen Weg durch das SS.-Spa- Uer zum Podium nahm. Der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitz er gab dem Gedanken aller Ausdruck, als er die Kundgebung mit den Worten eröffnete: „Für 10 Jahre Kampf um Berlin und zu seinem Geburtstag gratulieren wir unserem Gauleiter Dr. Josef Goebbels! Sieg-Heil!". Ein Begeisterungssturm, Heilrufe, minutenlanges Händeklatschen und Füßetrampeln setzte ein. Immer wieder mußte Dr. Goebbels nach allen Seiten hin danken für diesen Ausdruck der Liebe und des Vertrauens. Dr. Goebbels spricht. Zu Beginn seiner Rede gedachte Dr. Goebbels der alten Partei garde, der in erster Linie die Tage des Gaujubiläums gegolten hätten. Diese Tage hätten für ihn unzählige Erinnerungen gebracht, als er wieder die Gesichter der alten Kampfgenossen sah und als die alte SA. wieder an ihm vorbeimarschierte. Das waren Idealisten in des Wortes bester Bedeutung! Denn es gehörte schon ein unerhörter Idealismus dazu, das tollkühne Wagnis zu unternehmen, auf dem Asphaltboden dieser bolschewistischen Stadt das Banner Adolf Hitlers aufzupflanzen im Kampfe gegen eine tausendfache Uebermacht, der alle modernen Hilfsmittel der Presse und des Rundfunks, die politische Macht der Parteien, der Gewerkschaften und des Geldes zur Verfügung standen! Dieser Idealismus ist meistens nicht bei der Intelligenz oder gar der Jntellektualität zu finden gewesen, sondern gerade in dem klein- sten und ärmsten Teil unseres Volkes. (Stürmische Zustimmung.) Es ist dabei gleichgültig, aus welchen Motiven der Einzelne zu uns kam — ausschlaggebend ist, daß er kam, daß er den Mut hatte, sich zu uns zu gesellen und alle Leiden und Gefahren auf sich zu nehmen, die mit der nationalsozialistischen Bewegung nun einmal verbunden waren. In eindrucksvoller Weise stellte Dr. Goebbels die einzelnen Etappen auf dem Wege zur Macht dar. Wir haben uns durch Terror und Verbote, Mord und Gefängnis, Gefahren und Schikanen nicht beirren lassen, sondern sind unfern Weg weitergegangen. Titan hak uns damals enkgegengehalken, wir hatten keine köpfe! Wir haben darüber gelacht und haben sie eines Besseren bekehrt. Wenn es einer kleinen Gruppe von wenigen hundert Wenschen gelingt, gegen eine Welk von Feinden eine ganze Stadk auf ihre Seife zu ziehen, dann können das keine Skrohköpfe fein, dann find das zum mindesten schon Köpfchen! (Stürmische Heiterkeit und langanhaltender Beifall.) 3n diesem Kampf entstand die eiserne Gefolgschaft, die später auch gegen jede Krise gewappnet war. Jeder Versuch des Gegners, uns zu zersplittern und Rebellen uns ins eigene Lager zu schicken, ist abgeprallt an der weltanschaulichen Festigkeit unserer allen Parteigenossenschaft. In leidenschaftlichen Worten lieh nunmehr Dr Goebbels den Endkampf um die politische Macht, die Geschehnisse des Jahres 1932 und die dramatische Wuckt der lebten Auseinander ehunaen mit dem Sn- stem oar den Hörern abrollen Der Reichstagsbrand war das letzte, lodernde Fanal einer Auseinandersetzung, die nun fällig war. Und wir haben dann aiick aebandelt Wir haben |ene Regungen der An- archie beseitigt und ihre Urheber, soweit sie nicht schon Über die Grenze waren, hinter Schloß und Riegel gebracht. Im Aus lande hat man das melfach mchk verstanden und verstchl cs milnnler auch Henle noch nichl, vor allem nichl in den Landern, d e selbst vom Bolschewismus bedroh« sind. Wir aber, fo erklörle Dr. Goebbels »»«er stürmischen Beifallskundgebungen, haben diese Ausein- -ndersehungen hlnler uns, und niemals wieder werden sie be. uns fällig werden Wenn der Kommunismus glaub«, daß für ihn nochmals der Hafer in Deutschland blühen tonnte, so irr« er. wir brauchten nur die fcslgchallencn Zügel der Partei elwas locker ,u lassen und die lehlen Hefte eines gegnerischen Widerstandes würden von dem Gewicht dieser Bewegung zermalmt werden. (Tosender Beifall begleitet diese Feststellung.) Wir sahen das Wunder einer nationalen Wieder- tzeburt. „Es sage mir keiner", daß Deutschland nicht anders geworden wäre! Deutschland ist nicht mehr wiederzuerkennen! Fragen sie einen, der vier oder fünf Jahre draußen war und nun zurückgekehrt ist! Er findet eine Nation vor, die nicht, wie früher so oft, vor den Widerständen kapituliert, sondern ihnen kämpfend begegnet. Wenn das Ausland bisher geglaubt haben sollte, so erklärte der Gauleiter unter stürmischer Zustimmung, „uns durch das Vorenthalten der Roh st offe sozusagen aushungern zu können, so wird die Nation nun beweisen, daß ein solches Unterfangen vergeblich und ergebnislos wäre!" Minutenlanger brausender Beifall erfüllte die Halle, als Dr. Goebbels in diesem Zusammenhang zum Ausdruck brachte, daß wir der Welt gegenüber auch den Kampf um unsere Kolonien ausgenommen haben, einen Kampf, von dem Deutschland nicht lassen werde. „Wie können da", so fragte er, „ausländische Zeitungen uns den geradezu beleidigenden Rat geben, wir sollten doch die Rohstoffe kaufen. Diese Schreiber sollten doch wissen, daß Deutschland die dazu notwendigen Devisen nicht hat. Aber die Rohstoffe müssen wir haben, und wenn wir sie nicht besitzen, dann muh man uns", so betonte der Minister unter erneutem Beifall, „teilhaben lassen an den Schätzen der Welk! Niemals hak der Führer auf deutsche Lebensansprüche verzichtet. Wir sind ein friedfertiges Volk, wir wollen und werden keinen Krieg führen. Wir wollen unserer Arbeit nachgehen und die großen Aufgaben im Innern unseres Landes lösen. Dir sind nicht von Revanchegedanken erfüllt. Man soll uns in Frieden lassen, uns aber auch nicht den Weg in die Welt versperren!" Opfer und Kamps waren nicht umsonst. Aus allen Ecken und Enden des Saales scholl Dr. Goebbels ein vielstimmiges und entschlossenes „Nein!" entgegen, als er sich dann wieder a n d i e alte Garde wandte und sie fragte, ob er ihr vor zehn Jahren vielleicht zu viel versprochen hätte. „Nein!" — das war die Antwort auf jede seiner Fragen: „Habe ich zuviel gesagt, als ich damals erklärte, es würde einmal das ganze Volk auf unserer Seite stehen? Als ich beim Tode unseres Horst Wessels sagte: Es wird der Tag kommen, da eine ganze, erwachte Nation sein Lied singt?" Und noch einmal brauste dem Eroberer Berlins das tausendfältige „Nein!" entgegen, als er schließlich die Frage stellte: „Sind Kampf und Opfer umsonst gewesen?" „Die alte Garde hat das historische Verdienst, die Bewegung kämpfend vorwärtsgetragen zu haben. Sie fordert keinen Lohn, aber sie hat ein Recht auf Anerkennung. Ohne diese alte Garde wäre Deutschland versunken, wäre heute vielleicht die Welt bolschewistisch. Nur wenige von ihnen tragen ihren Namen in die Geschichte. Das ist nun einmal so im Lauf der Welt. Es ist uns auch nicht jeder Grenadier Friedrichs des Großen mit Namen bekannt. Aber die Garde als Garde kennen wir heute noch. Sie alle zusammen haben den Ehrentitel: Altgardisten der Partei. Sie alle werden unsterblich sein, solange man deutschen Kindern den Nationalsozialismus lehrt, solange deutsche Soldaten nationalsozialistische Lieder siungen!" Dr. Goebbels fügte diesem Dank an feine alte Garde den herzlichen DankandenFührer hinzu dafür, daß er ihn mit dieser Aufgabe betraut und ihm gerade auch in den Zeiten der Krisen immer wieder Richtung und Ziel, Lebensinhalt überhaupt gegeben habe. „Wit ihm haben wir kämpfend und fechtend die Bewegung zum Siege geführt. Was wären wir ohne ihn gewesen! Was wäre aus Deutschland geworden ohne ihn! Ja, was wäre ohne ihn aus der Welt geworden! Mit ihm bilden wir den neuen Orden einer neuen Zeit!" Minutenlange Stürme des Beifalls durchtosten den Sportpalast, als Dr. Goebbels feststellte: E r, unser Führer, ist in allen Zeilen itntnet derselbe geblieben. Das soll auch unser Grundsatz sein: Und wie so oft von dieser Stelle aus der Ruf erscholl, so soll er auch heute erklingen: Die nationalsozialistische Bewegung und ihr Führer Sieg-Heil! Immer wieder aufbrandende Heilrufe folgten dem tiefen Widerhall, den diese Rede des Gauleiters in den Herzen seiner alten Kampfgefährten gefunden hatte. Kaum war der Jubel verklungen, kündigte der stellvertretende Gauleiter Görlitzer an, daß auch der Führer kommen werde, eine Mitteilung, die mit unbeschreiblicher Freude ausgenommen wurde. Als dann der Badenweiler Marsch ertönte und der Führer im Eingang der Halle sichtbar wurde, erdröhnte der Raum von der Begeisterung der Massen, die, auf den Plätzen stehend dem Führer zujubelten und deren Heilrufe kein Ende nehmen wollten. Lange stand der Führer auf dem Podium. Wohin er sich wandte, überschütteten ihn die Stürme der Liebe und der Verehrung seiner alten Getreuen. Der Jubel wiederholte sich, als Dr. Goebbels an das Mikrophon trat und verkündete: „Der Führer spricht". Erst nach Minuten kann der Führer, nachdem er erneut nach allen Seiten gedankt hatte, das Wort ergreifen. Dank an den Eroberer von Berlin. Unter atemloser Stille der alten Kampfgefährten ließ der Führer vor den Augen der alten Parteigenossen die Nachkriegszeit erstehen, in der viele empfunden hätten, daß Deutschland nach einem so unerhörten Widerstand während des Krieges nicht so elend zugrunde gehen dürfe. Es habe auch nicht an Ideen gefehlt, das Schicksal zu ändern, aber die Träger dieser Ideen hätten bei der überwältigenden Aufgabe schon verzagt, ehe sie nur den Versuch machten, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Es sei eine unendlich schwere Aufgabe gewesen, das Reich zu erkämpfen, und nur dadurch, daß überall, wo ein Nationalsozialist kämpfte, er seinen Gegnern Überlegen war, habe sich die Idee des Nationalsozialismus durchsetzen können. Der Führer schilderte, wie unbekannte Männer aus allen Schichten zu ihm kamen, die ihm die Jdöe weitertragen helfen wollten, Männer, deren Namen heute in der ganzen Welt bekannt seien. Nur in einer Stabt habe es nicht vorwärts gehen wollen, dem TNilliouenkoloh Berlin, in dieser Stabt, in ber bie Gegner alle Machtmittel in ben Händen hatten, bie Bewegung aber nichts als ben Glauben einiger Jbealisien. Die Rufe nach einer Führerperfönlichkeit für bie Hauptstadt bes Reiches feien immer häufiger unb immer lauter geworben. Er habe gewußt, baß zur Bezwingung biefer gewaltigen Stabt ein befonberer Mann erfärbe rl i ch gewesen fei. Nach zwei Jahren, erklärte ber Führer unter bem minutenlangen Jubel ber alten Berliner Garbe, habe er bann ben Mann in Dr. Goebbels gefun- ben, unb bamif habe bie Geschichte ber Bewegung in Berlin eigentlich erst begonnen. Mit wenigen Sätzen beschwor der Führer noch einmal die Kampfzeit herauf, die unendlich schwer, aber doch auch wundervoll gewesen sei. Mit etwas Wehmut denke man an die kleine Schar der Männer zurück, die die Kraft vermittelten, an das Volk zu glauben und der Dr. Goebbels voranmarschierte. Der Führer bankte ben alten Parteigenossen für ihre Treue, bie sie burch wechselvolle Zellen bewiesen. Er bankte unter erneuten minutenlangen Beifallsstürmen D r. Goebbels bafür, bah er bie Fahne, bie ber Führer ihm in bie Hand gegeben habe, 3 um Banner ber Nation in Berlin erhob. Der Name bes Berliner Gauleiters fei nicht mehr aus ber Geschichte ber Bewegung unb Deutschlanbs wegzubenken. Der Führer bankte aber auch unter tiefer Ergriffenheit ber Teilnehmer biefer kunbgebung ben Blutzeugen, bie ihr Leben für bie Partei unb bamit für bie Wieberauferstehung bes beutschen Volkes bahingegeben haben. Unter dem Zeichen des Hakenkreuzes, das sei die gewonnene Erkenntnis aus der Zeit des Kampfes, werde Deutschland gegen alle Widersacher siegreich sein und den Feind, den wir im Inneren bezwungen hätten, auch dann bezwingen, wenn er uns von außen bedrohe. Der Kampf, so betonte der Führer, habe mit dem Januar 1933 kein Ende gefunden. Der Nationalsozialismus fei eine Lehre der Volkserziehung und auch eine Erziehung an sich selbst, der Anpassung, der Rücksichtsnahme und der gegenseitigen Hilfe, die, von Generation zu Generation weitergetragen, immer lebendiger die Gemeinschaft der Zukunft forme. Noch einmal dankte ber Führer unter jubeln- bem Beifall Dr. Goebbels, ber 10 Jahre ein treuer, unerschütterlicher Schilbknappe ber Partei gewesen sei. Unter stürmischer Zustimmung erklärte ber Führer am Schluß feiner Ausführungen, baß er überzeugt fei, baß Dr. Goebbels unb auch er nach 10 weiteren Jahren roieber vor ber alten kämpferfchaft stehen würben, bie mit noch viel mehr Stolz bann auf bie Zeit bes Kampfes unb ber Gestattung bes neuen Deutschlands zurückschauen werde. In das Sieg-Heil, das der Führer auf seinen Berliner Gauleiter ausbrachte, fielen die Zehn- tausende jubelnd ein. Das Freiheitslied Horst Wessels und das Deutschland-Lied fangen sie als Bekräftigung dessen, daß sie ihm auch fortan in gleicher Treue folgen werden. HeuorientieransimgöbDfien? Ein Nebenschauplatz der Weltpolitik, der dank seines Spannungsreichtums die politische Wetterlage immer besonders empfindlich zu registrieren pflegt, der Südosten Europas, verdient im Augenblick unsere Beachtung. Es ist zwar hier alles noch irn Fluß und irgendwelche augenfälligen Veränderungen sind auch sobald nicht zu erwarten, aber die emsige Fühlungnahme der leitenden Staatsmänner des Südostens deutet darauf hin, daß hier vielleicht in absehbarer Zeit Entschlüsse von großer Tragweite heranreifen, die auch für die Große Politik nicht ohne Interesse sein werden. Südosteuropa hat wie kaum ein anderer politischer Raum durch die Pariser Vorortoerträge, die den Weltkrieg beendeten, eine grundlegende Umgestaltung erfahren. Das Nationalitätenkonglomerat des Habsburgischen Donaureichs hatte schon in den letzten Jahrzehnten vor dem Weltkrieg nur noch das gemeinsame Band des Monarchen mit Mühe zusammengehalten. Im Kriege wurde es zusehends lockerer und mit dem für die Mittel- möchte unglücklichen Kriegsausgang vollends gesprengt. Aus den Trümmern erhoben sich junge Nationalstaaten, entweder in völlig neuen Formen wie die Tschechoslowakei und Polen, oder im Anschluß an ältere Nachbarn wie Rumänien und S ü d s l a w i e n. Aber der Geist von Versailles hatte dafür gesorgt, daß der neue Zustand auch hier im Südosten von einem wahren Frieden weit entfernt war. Die alten Spannungen wurden auch in die neuen Verhältnisse übernommen, ja noch verstärkt durch die rein machtpolitische und daher gänzlich unzulängliche Lösung des Nationalitätenproblems, die mit Ausnahme des am Anschluß an das große Deutsche Reich gehinderten, vor schweren wirtschaftlichen Existenzkampf gestellten O e st e r r e i ch, eines um mehr als zwei Drittel verkleinerten, nach den Bedürfnissen der Nachbarn willkürlich zerschnittenen Ungarn und eines noch hinter seine alten Grenzen zurückgedrängten B u I g a r t e n statt reiner Nationalstaaten nur wieder neue Nationalitätenstaaten schuf, für die das Minderheitenproblem bald eine schwere Beeinträchtigung ihres jungen Glücks werden sollte. Hieraus mußten sich zwangsläufig nicht nur innerpolitische Schwierigkeiten ergeben, sondern auch Reibungen zwischen den Staaten des Süd- ostens untereinander wie mit den dem Südostraum benachbarten Großmächten. Polen, das ja nur mit einem Bruchteil seiner Interessen in diesen Zusammenhang gehört und daher hier nur eben gestreift werden soll, empfindet solche Reibungen mit der Tschechoslowakei wegen der zwar zahlenmäßig geringen, aber in hefttgem Kampf gegen die tschechischen Assimilierunasversuche stehenden polnischen Minderheit in Mähren. Eine gewisse Sonderstellung nimmt auch S ü d s l a w i e n insofern ein, als hier drei Staatsvölker, Serben, Kroaten und Slowenen, länger als ein Jahrzehnt um die Gestalt des neuen gemeinsamen Staates rangen, bis es dem in Marseille den Kugeln kroatischer und mazedonischer Fanatiker zum Opfer gefallenen König Alexander gelang, einen Weg zu finden, auf dem der innerpolitische Ausgleich seitdem verheißungsvoll fortschreitet. Der machtpoli- tische Gegensatz zu Italien, der sich um die Stellung an der Adria dreht, wo Südslawien das Erbe Habsburgs übernahm, hat bis in unsere Tage die Außenpolitik Belgrads bestimmt, die mazedonische Frage eine Annäherung an Bulgarien lange Zeit verhindert. Das neue Rumänien hat lange auf die Anerkennung feines Besitzes von Bessarabien, das vom alten russischen Zarenreich abgetrennt worden war, warten müssen. Die Zuteilung der Dobrudscha hat das neue Großrumänien mit dem bulgarischen Nachbarn, im Süden, die Siebenbürgens mit den Ungarn im Westen in Gegensatz gebracht. Die Tschechoslowakei schließlich ist das unorganischste Staatsgebilde der Nachkriegszeit. Nach allen Seiten greift der neue Staat weit-über den tschechischen Volksboden hinaus, so daß von einer Gesamtbevölkerung von rund 14,5 Millionen nur rund neun Millionen Tschechen und Slowaken sind. Deutsche, Ungarn und Ruthenen sind mit insgesamt fünf Millionen die stärksten Minderheiten. Diese neugeschaffenen oder aus der alten Habsburgermonarchie übernommenen Reibungsflächen machten es verständlich, daß die in den Pariser Vorortdtttaten neu entstandenen oder außerordentlich vergrößerten Staaten des europäischen Südostens das Bedürfnis empfanden, ihren Besitz gegen die Mächte zu sichern, auf deren Kosten die Neuverteilung von Land und Leuten im Donauraum vor sich gegangen war. Die Tschechoslowakei, Rumänien und Südslawien schlossen sich daher 1922 zur Kleinen Entente zusammen, die feüb»m 1929 und 1933 durch einen gegenseitigen Schiedsvertrag und die Einrichtung eines ständigen Rats, wie durch Bemühungen um wirtschaftliche Zu- ammenarbeit zu einem festen machtpolitischen Block gestaltet worden ist, der bisher alle Meinungsverschiedenheiten unter den Teilhabern überdauert hat. Das Ziel, die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Lage im Donauranm gegen alle Revi- ionsbeftrebungen, namentlich Ungarns, glaubte man am besten in engster Anlehnu ng an Frankreich zu erreichen, mit dem Militärverträge abge» chlosien wurden. In Frankreichs Gegensatz zu den an der Entwicklung im Donauraum vorwiegend interessierten Großmächten Deutschland und Italien ah man die beste Bürgschaft für die eigene Sicherheit Die erste Enttäuschung kam auf wirt- chaftlichem Gebiet. Weder konnten die drei Staaten der Kleinen Entente einen in sich selbst einen Ausgleich findenden Wirtschaftskörper bilden, noch vermochte der französische Verbündete außer Die sind den Henry Hallett-Dale (London) und Professor Otto Loewi (Graz) gemeinsam zu per* leihen wegen ihrer Verdienste auf dem Gebiete der Nervenforschung. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den früheren englischen Luftfahrtminister Lord Londonderry und Gemahlin. Vorher waren Lord und Lady Londonderry Gäste des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. König Eduard VIII. empfing Botschafter v. Ribbentrop zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens. In Begleitung des Botschafters befanden sich Gesandter Woermann, Botschaftsrat Für st Bismarck, Legationsrat Dielfeld, Legationsrat Freiherr Marschall v. Bieber st ein, Legationssekretär Dr. K o r d t sowie der Militärattache General Geyr von Schweppenburg, der Marineattachö Konteradmiral W a ß n e r und der Luftfahrtattache General der Flieger Wenninger. König Boris von Bulgarien stattete dem im Hafen von Warna liegenden Schulkreuzer „Emde n" einen Besuch ab. Der König, der mit militärischen Ehren begrüßt wurde, unterzog das Schiff einer eingehenden Besichtigung. Nach dem Besuch waren der Kommandant Kapitän z. S. Lohmann, einige Offiziere sowie Generalkonsul von Ungelter Gäste des Königs im Schloß Euxino- gr°z>. t Die Rede Mussolinis in Mailand am Sonntag, den 1. November, wird vom Deutschland se n d e r in der Zeit vom 16 bis 16 20 Uhr übertragen und anschließend von 16.45 Uhr in deutscher Uebersetzung wiederholt. wird. Politisch hat das deutsch-österreichische Abkommen vom 11. Juli dieses Jahres und die damit erfolgte Ausräumung des zwischen Deutschland und Italien stehenden Mißverständnisses auch für den Donauraum eine ganz neue Lage geschaffen. Denn es ist jetzt nicht mehr möglich, eine der beiden in Südosteuropa vorwiegend interessierten Großmächte gegen die andere auszuspielen. Durch das Juliabkommen wie durch den Berliner Besuch des italienischen Außenministers sind völlig klare Verhältnisse geschaften, die früher oder später von allen Ländern des Donauraumes eine eindeutige Stellungnahme verlangen. Dazu zwingt auch die revolutionäre Offensive des Bolschewismus gegen Europa. In völliger Verkennung ihrer europäischen Aufgabe hat die Tschechoslowakei als unbedingter Gefolgsmann Frankreichs sich im Frühjahr 1935 bereitgefunden, ebenfalls einen Militärpakt mit Sowjetrußland abzuschließen, auf Grund dessen das Land heute schon zu dem weit nach Mitteleuropa hinein vorgeschobenen Aufmarschgebiet der roten Armee Moskaus geworden ist. Ja, es hätte nicht viel gefehlt, so wäre auch Rumänien in die Operationsbasis des Bolschewismus einbezogen worden. Da die beiden neuer Verbündeten keine gemeinsame Grenze haben und Polen für derartige Pläne nicht in Betracht kommt, gingen die Bemühungen Moskaus und Prags dahin, Rumänien für den Ausbau einer strateaischen Bahn von Mohilew über Czernowitz und weiter südlich der polnischen Grenze über die Karpathen nach Marmarosch-Sziget zu gewinnen. Der Plan wäre vermutlich gelungen, wenn nicht im entscheidenden Augenblick T i t u l e s c u , Jahrzehnte hindurch Rumäniens allmächtiger Außenminister, gestürzt worden wäre und die neuen Männer in Bukarest anscheinend der jeder engeren Bindung an das bolschewistische Moskau feindlichen Stimmung in der öffentlichen Meinung Rumäniens Rechnung tragen wollen. . Inzwischen wurde die Erklärung des Königs der Belgier für eine nach allen Seiten hin unabhängige Politik, die Belgien aus allen Konflikten der Großmächte heraushält, auch für die Staaten im Südosten ein neues Warnungssignal. Irak innerhalb von zwei Stunden eine Militärdiktatur errichtet worden ist, hat in England b e - trächtlichesAuf-sehen erregt. Es ist bekannt, daß der eigentliche Urheber des Aufstandes, der kurdische General B e g S i d k y, wie auch der neue Ministerpräsident Hikmat Sulaiman, kein Freund der Engländer ist. Beide sind Gegner des gegenwärtigen englischirakischen Bündnisses, das anläßlich der Aufhebung des britischen Mandats über den Irak und des Eintritts des irakischen Staates in den Völkerbund im Jahre 1932 abgeschlossen worden war. Die beiden neuen arabischen Führer, die das Militär hinter sich haben, werden voraussichtlich eine intensive nationalistische Politik verfolgen. Sie werden möglicherweise auch die Bestrebungen zur Schaffung eines panarabischen Staates in Kleinasien und im mittleren Osten ermutigen. Infolgedessen rechnet man mit der Möglichkeit neuer, weit verbreiteter Unruhen in den arabischen Landern. Das neue Kabinett wird voraussichtlich die schon zu Stockholm hat beschlossen, den Nobel-Preis in Physiologie und Medizin für das Jahr 1936 Sir ‘ ~ ‘ Re chsmuMage -er HI. in Braunschweig eröffnet. R e i ch s m u s i k t a g e der Hitler- Jugend, die nach dein ooraufaegangcnen lungslager nunmehr einer breiten Oeffentlichkelt Zeugnis von dem musikalischen Schaffen der Hitler- fugend geben werden, wurden im großen Rittersaal der Burg Dankwarderode feierlich eröffnet Namens der braunschweigischen Staatsregierung sprach Ministerpräsident K l a g g e s Worte des Willkommens. Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Hesse dankte Reichsjugendführung, daß sie nunmehr schon die dritte große Veranstaltung innerhalb eines Jahres in Braunschweig durchführe, das sich mit der Jugend des neuen Deutschland besonders eng verbunden fühle. Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Das Lehrerkollegium des Karolinischen Institutes Staatsstreich im Irak. Arabische Nationalisten stürzen die Regierung in Bagdad. 1OOOOO Opfer des bolschewistischen Blutrausches in Spanien. Zunehmende Kampfmüdigkeit der roten Verteidiger Madrids. DerfowjettussWeMilttmMA leitet die Verteidigung Madrids. Enge Zusammenarbeit mit Moskau. P a r i s , 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Matin" handelt es sich bei dem sowjetrussischen General, der die Leitung d er militärischen Operationen zur Verteidigung der spanischen Hauptstadt übernommen hat, um den bisherigen Militärattache an der s o w j e t r u s s i s ch e n Botschaft in Madrid Soren). Gorew ist einer der jüngsten Generäle Sowjetrußlands. Er habe sich in der Revolutionszeit bei der Verteidigung von Zarizin gegen die Weißgardisten hervorgetan und in dem Kriege der Sowjetunion gegen Polen durch die Eroberung der Festung Grodnö ausgezeichnet. In London ist man über die enge Zusammenarbeit von Moskau und Madrid sehr beunruhigt, da dadurch der Krieg in Spanien nur noch verlängert würde. Die Sowjetregierung habe die sog. Madrider „Regierung" mit Tanks und Kampfwagen versorgt. Das wisse man in London aus ganz unparteiischer Quelle. Der rote „Ministerpräsident" Largo Caballero soll bei der Vorstellung des sowjetrussischen Generals G o - r e w vor dem Generalstab der marxistischen Milizen erklärt haben, daß zwischen Madrid und Moskau nicht nur Gemeinsamkeit der Weltanschauung, sondern auch der Waffen destehe.(l) Bemerkenswerte Disziplinlosigkeiten in französischen Marinearsenalen. Paris, 31. Okt. (DNB.) Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Matin" ist der Marine- ausschuß des Senats aufs höchste entrüstet über die Zwischenfälle, die sich vor einiger Zeit in den Marinearsenalen von Cherbourg anläßlich des Besuches des Unterstaatssekretärs für die Kriegsmarine, Blancho, ereignet haben. Es heißt, Angehöriger marxistischer Organisationen hätten sich im Innern der Kriegsarsenalanlagen drohende Lieder gegenüber den Marinebehörden und Offizieren erlaubt, die diese Beleidigungen Vomben auf das Regierimosgebäude. London, 30.Oft (DRV.) In Bagdad wurde ein Staatsstreich gemacht, der zu einem Regierungswechsel geführt hat. Es handelt sich um einen TNilitäraufstand, dessen Anstifter der Kurdenführer Veg Sidky sein soll. Der Aufstand begann bereits am Donnerstag. 2H i - litärflugzeuge flogen über Bagdad und warfen Flugblätter ab, in denen die Regierung zum Rücktritt aufgefordert wurde. Zwei Stunden später kehrten sie zurück. Diesmal warfen sie Vomben auf die Regierungsgebäude. Daraufhin beschloß das Kabinett zuriick- zulreten. Der neue Regierungschef hikmat Sulaiman ist der frühere Innenminister. Er ist türkischer Herkunft. Der abgesehte INinister- präsident General H a s ch i m i, der Außenminister Nuri Pascha und der General Jafar Pascha sind aus Bagdad verschwunden. Gerüchte besagen, daß Jafa Pascha getötet worden sei, als er versucht habe, den Aufständischen entgegen- zutreten. Das Echo in London. Englandfemdlicher Kurs am Ruder. London, 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der militärische Staatsstreich, durch den im Königreich verstärkt durch die Enttäuschung über das Bündnis mit Frankreich, das durch die in dem Dreikönigspakt vom Januar 1935 gipfelnde Annäherungspoli- tik Lavals gegenüber Italien in seinem Wert für Südslawien erheblich geschmälert worden war. Der Abschluß eines italienisch-südslawischen Handelsvertrags zu Beginn dieses Monats ist die erste Frucht dieses neuen Kurses und die freundliche Aufnahme, die er in der früher so leidenschaftlich die Unversöhnlichkeit des Gegensatzes betonenden öffentlichen Meinung beider Länder gefunden hat, läßt auf eine dauernde Besserung des Verhältnisses zwischen Italien und Südslawien hosfen. Die Niederer st arkung Deutschlands unter dem Nationalsozialismus hat unter den Staaten des Donauraums, namentlich in Ungarn, Bulgarien und ^Südslawien großes Interesse gefunden. Es gründet sich einmal auf die gleiche Anschauung über den Kommunismus als staatszerstörendes Element, als welches ihn alle die genannten Länder am eigenen^Leibe kennengelernt haben, zum anderen auf die durchaus begründete Hoffnung, ihrer Wirtschaft neue Möglichkeiten zu erschließen, die ihnen bisher weder die namentlich von dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza entworfenen Wirtschaftspläne der Kleinen Entente noch die Abmachungen mit Italien hinreichend bieten können. Im ganzen Südostraum gibt die bäuerliche Wirtschaft den Ländern ihr Gepräge. Weizen, Mais, Gerste und Roggen sind die wichtigsten Ausfuhrgüter. In Südslawien z. B. sind von den 14 Millionen Einwohnern 76 v. H. in der Landwirtschaft beschäftigt und nicht anders ist das Verhältnis in Ungarn und Bulgarien. Für den Absatz ihrer Agrarprodukte kommen also nnrroi^ gend solche Länder in Betracht, die ein Zuschußgebiet für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind. Durch Vermehrung des Anbaus von solchen Agrarprodukten, die in Deutschland aus klimatischen und anderen Gründen nicht hinreichend erzeugt werden, wie z. B. Oelsaaten auf Kosten des bislang vorwiegend gepflegten Getreidebaus, beginnen sich die drei Länder wertvolle Ausfuhrwaren zu schaffen, die wir gerne aufnehmen, wenn wir dafür Erzeug- niffe der deutschen Industrie dort einführen können. An Maschinen hat z. B. Südslawien Bedarf, sobald es daranaeht, seine Industrie langsam auszubauen und dis Blei- und Kupferbergwerke, die heute in der Hand ausländischer Gesellschaften sind, in eigene Regie nimmt. So sind hier durchaus aussichtsreiche Ansätze zu einer Intensivierung der Wirtschafts- bezilHungen, die allen Beteiligten von Nutzen sein den bereitwillig gewährten Rüstungsanleihen einen wirtschaftlich hinlänglich wertvollen Ersatz zu bieten für die Ausschaltung des deutschen und italienischen Handels vom Donauraum. Dazu kam, daß Oester- reich und Ungarn sich Italien näherten und in den römischen Protokollen vom März 1934 eine feste Grundlage für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit fanden, die für die Entwicklung in Südosteuropa eine wachsende Bedeutung bekam. Fast gleichzeitig war zwar im Februar 1934 von Südslawien, Rumänien, Griechenland und der Türkei der Bal- k a n p a k t unterzeichnet worden, der die antireoi- sionistische Front der Kleinen Entente nach Süden verlängern sollte und dem deshalb auch Bulgarien und Albanien fernblieben, aber die verschieden gelagerten Interessen der Teilnehmer erlauben doch nur in einzelnen Fragen ein politisches Zusammenwirken. So schien der alte Brandherd Europas, der seit dem Einbruch der Türken und deren langsamer Zu- rückdrängung immer wieder die europäischen Staatsmänner in Atem gehalten hat und an dem sich schon so viele Kriege entzündet haben, wieder bestimmt zu sein, seine verhängnisvolle Rolle zu übernehmen. Aber drei Faktoren haben seitdem die Lage auch hier im Südosten erheblich verändert: einmal die Begründung des italienischen Imperiums, zum andern die Wiedererstarkung Deutschlands unter dem nationalsozialistischen Regime und schließlich die revolutionäre Offensive des Bolschewismus gegen Europa. Die gegen den italienischen Feldzug in Abessinien von England in Szene gesetzten Völkerbundssanktionen fanden die wärmste Unterstützung der Tschechoslowakei und Rumäniens, während Südslawien die koloniale Expansion Italiens als eine Entlastung feiner Adria- käste empfand, wenn es auch mit Griechenland und der Türkei das von England vorgeschlagene Mittelmeerabkommen mitmachte zum Schutze seiner dalmatinischen Küste. Nach dem Siege Italiens in Afrika sieht man in Belgrad die Möglichkeiten einer Entspannung im Verhältnis zu dem Adrianachbarn, da die Lösung der großen kolonialen Aufgaben in Abessinien für Italien Ruhe in Europa zur Voraussetzung hat. Der Wunsch nach einem Ausgleich, den man in Rom teilt, wird bei den Südslawen Der neue rumänische Außenminister Antone sku weilte in diesen Tagen in Belgrad, um mit seinem Kollegen Stojadinowitsch di« neue Lage zu besprechen. Auch ohne amtliche Verlautbarung über diesen Besuch kann man erraten, daß Südslawien aus seiner eingewurzelten Abneigung gegen jede Bindung mit dem Bolschewismus — es bot aut Grund der traditionellen Beziehungen seines Herrscherhauses zu den Romanows Den Resten der Wrangelarmee ein Asyl und hat bis heute noch nicht die Sowjetunion anerkannt — die Rumänen gewarnt hat vor der Schlinge des Pakts mit Sowjetrußland, und vermutlich wird dies auch der Hauptgegenstand des Gesprächs gewesen sein, das König Carol und sein Außenminister bei seinem Staatsbesuch inPrag mit dem tschechoslowakischen Präsidenten Dr. B e n e s ch gehabt haben. Hatte seinerzeit schon die Sanktionsfrage die Stabilität der Kleinen Entente auf eine harte Probe gestellt — heute sind Rumänien sowohl wie die Tschechoslowakei emsig bemüht, die Fehler wiedergutzumachen, die sie dem Ueberetfer der Herren Titu- lesku und Benesch zu verdanken haben — so stellt der Russenpakt die Staatsmänner der Kleinen Entente vor die noch weit schwierigere Frage, ob es möglich ist, daß ein Teilhaber so eng in ein Großmachtbundnis verflochten wird, daß er in jeden Konflikt zwangsläufig hineingezogen werden muß, während die beiden andern Teilhaber sich aus solchem Konflikt grade herauszuhalten wünschen und vielleicht sogar die Neigung haben, nach dem Beispiel Belgiens ihre Unabhängigkeit nach allen Seiten hin wieder zu gewinnen. Die Ankündigung, daß der rumänische Außen- Minister von Prag aus auch in Warschau einen Besuch abftatten wird, deutet jedenfalls auf die Absicht hin, auch außerhalb des Kreises Fühlung zu nehmen, der unter Titulesku für die rumänische Außenpolitik allein maßgebend war. Denn wenn auch zwischen Polen und Rumänien ein Bündnis besteht, so war doch der Draht Bukarest—Warschau äußerst dünn geworden. Ihn wieder fester zu knüpfen und vielleicht dabei auch auf die Besserung der Beziehungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei hinzuarbeiten, wird Antonesku in Warschau vermutlich versuchen. Gleichzeitig weilt der südslawische Außenminister Stoiadinowitsch in Ankara. Die Türkei hat bisher auf gute Beziehungen zu Sowjetrußland Wert gelegt. Die Meerengenkonferenz in Montreux hat dies Verhältnis getrübt, der Besuch König Eduards VIII. in Istanbul die Beziehungen zu England gefestigt. Vermutlich wird auch hier die Stelluna zum Bolschewismus Der Hauptgegenstand der Unterhaltung sein. So hat Frankreichs Pakt mit Moskau und Die revolutionäre Offensive des Bolschewismus auch den ganzen Südosten in Bewegung gebracht. Eine neue Konstellation zeichnet sich zwar noch nicht deutlich genug ab, um von ihr sprechen 3U können, aber die Vorgänge im Donauraum verdienen als Merkmale künftiger Entwicklungen auch weiter unsere Beachtung. * • Die Tschechosowale, Safis der roten Luftflotte. Eine aufschlußreiche Landkarte. Berlin, 30. Ott. (DRV.) Die tschechoslowakische Regierung fühlte sich noch vor nicht langer 3ey bemüßigt, — unter Bezugnahme auf eine Nürnberger Rede von Reichsminister Dr. Goebbels — die fow- jctrussischen Flugzeugstühpunkte auf tschechoslowakischem Voden abzuleugnen. Runmehr hat das Sowjetblatt „Ra Strasche" eine Landkarte veröffentlicht, die das Dementi der Tschechoslowakei in eigenartigster Weise beleuchtet. Die Landkarte trägt nämlich den Titel „Unsere Flugbasen in der Tschechoslowakei" und nennt als solche folgende Orte: Munkacs, Uzhorod, kaschan, prehburg, Olmüh, Brünn, Iglau, Pardubitz, Reichenberg, Prag, Vudweis, Pillen, Karlsbad, Eger. Das dokumentarische Zeugnis in einem Sowjetblatt beweist in eindeutiger Klarheit, wie sehr Deutschland mit feiner Behauptung von der Gefahr des sowjetrussisch-tschechoslowakischen Vündnisses recht hat. Angesichts einer derartigen Feststellung im befreundeten Lager dürften nun wohl weitere Dementis zwecklos fein. vor zwei Jahren vorgeschlagene allgemeine Militärdienstpflicht einführen. Ein Aufstand der irakischen Stämme ist nicht ausgeschlossen, da sie erbitterte Feinde Der allgemeinen Wehrpflicht sind. In Kairo und Jerusalem sind auch Gerüchte in Umlauf, daß die neuen Ereignisse im Irak mit Der Feindseligkeit gegen Die Juden zusammenhängen, Die in letzter Zeit sehr stark zutage getreten ist. Erst Anfang dieses Monats mehrere Juden in Bagdad und Basra von Arabern umgebracht worden. Sevilla, 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie das Nationalistische Hauptquartier in Valladolid bekanntgibt, stellen sich die Verluste an Der Südfront seit Kriegsbeginn für die Roten auf 17 000 Tote und für die Nationalisten auf 2000 Tote. Außerdem sind in dem von den Roten besetzten Gebiet nach den bisherigen Schätzungen 10 0000 Personen verschollen, von denen die Mehrzahl zweifellos dem bolschewistischenBlutrauschzumOpfer gefallen ist. Die Kampfmüdigkeit bei den roten Verteidigern von Madrid nimmt offensichtlich immer mehr xu. So hat sich der rote Sender in der Hauptstadt bereits veranlaßt gesehen, zu verkünden, daß sich nie- mand mehr in Madrid zeigen dürfe, der nicht e n t- ro e b er ein Gewehr oder einen Spaten trage. Wer nicht bereit sei, auf den Feind zu schießen, müsse mindestens Schützengräben aufsuchen. 47 Angehörige der marxistischen Miliz sind in Madrid unter der Beschuldigung, Spionage für den Feind getrieben zu haben, erschossen worden. Die Erschießung sand als warnendes Beispiel öffentlich statt. Bei Grinon, südwesllich von Madrid, ist eine vollzählige Kompanie Infanterie zu den Nationalisten übergegangen. Wie die Ueberläufer erkürten, traut die rote „Regierung" dem Militär, das sie in ihren Dienst gepreßt hat, nicht mehr. Die Soldaten müßten deshalb ständig innerhalb der Verbände der roten Milizen marschieren, und würden für die geringste Widersätzlichkeit mit der Todesstrafe bedroht. Die Verluste der roten Milizen sollen infolge ihrer Unerfahrenheit ungeheuer groß fein. Die tatsächlichen Mannschaftsbestände der einzelnen Abteilungen liegen teilweise bis 50 v. H. unter ihrer Sollstärke. Ursprünglich hätten die roten Horden selbst für it)r e Verpflegung ge = sorgt, indem sie die Ortschaften ausgeplun- bert hätten. Unmittelbar vor den Toren von Madrid sei diese Lebensmittelbeschaffung jedoch nicht mehr möglich, da die wenigen überlebenden Einwohner der zerstörten Dörfer selbst Hunger litten. Auch die herbstliche Kühle wirke sich äußerst unangenehm aus, da die Milizen weder Mäntel noch Decken hätten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Direktor Der Singakademie, Professor Dr. Georg Schumann, aus Anlaß seines 70. Geburtstages sein in Silber gerahmtes Bild mit einer persönlichen Widmung durch Staatssekretär Funk überreichen lassen. ♦ Im Einvernehmen mit dem Reichsärzteführer Dr. Wagner hat Hauptamtsleiter Hilgenfeldt die Oberin Käthe Böttger zur Generaloberin der NS. - Schwesternschaft ernannt. Zu gleicher Zeit ernannte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt Schwester Margarete L i e f e g a n g zur Oberin Der Freien NSV. -Schwesternschaft. schweigend über sich ergehen lassen mußten. Es handelt sich um eine Strophe der Internationale, in der davon gesprochen werde, daß die Kugeln für d i e eigenen Admiräle bestimmt seien. Diese Strophe sei mehr gebrüllt als gesungen worden, gerade^ als die Admirale, Offiziere und Ingenieur-Generäle in großer Uniform in Begleitung des Unterstaatssekretärs vorbei kamen. Während die Marinesoldaten ihre Gewehre präsentierten, hätten die umstehenden Marxisten die Offiziere beschimpft. Niemals so schließt der „Matin", habe man in der Geschichte der französischen Marine etwas Schimpflicheres erlebt. Neuyork im Wahlkampf. Hafenarbeiterstreik in den pazifischen Häfen Neuyork, 30. Okt. (DNB.) Die Wahlschlacht Der Republikaner erreichte ihren Höhepunkt mit einer Rede Landons im Madison Square Garden, wo ihm lebhafte Huldigungen dargebracht wurden. Eine regelrechte Wahlstimmung bemächtigte sich Der ganzen Stadt. Große Mengen durchzogen singend, johlend und fahnenschwenkend den Times Square. An allen Straßenecken sind Laut* sprecher aufgestellt, es bilden sich Gruppen, Die die Wahlaussichten lebhaft besprechen. Mehrfach mußte berittene Polizei die Menge auseinander treiben, wenn gegnerische Gruppen tätlich aneinanbergerieten. Die republikanischen Wahlrebner legen zusehends den Nachdruck auf ihre fommunifti- schen Wahlargumente gegen Roosevelt. So greifen sie besonders scharf den Sieb- lungsverwalter Tugwell mit Der Behauptung an, daß seine Mitarbeiter Kommunisten seien und daß die von ihm erbauten Siedlungen hauptsächlich Kommunisten zugute kämen. Die republikanischen Zeitungen stellen auch die Behauptung aus, daß der Jude Dubinsky, ein Neuyorker Kommunist und Gewerkschaftssekretär, als Wahlmann auser- sehen sei. Diese Vorwürfe werden von führenden Demokraten ebenso leidenschaftlich widerlegt wie Landon seine Wähler immer wieder versichert, daß er keine Rassenvorurteile hege, um die zahlreich umlaufenden Gerüchte zu entkräften, daß die Republikaner Antisemiten feien. Je näher der Wahltag rückt, um so unbestimmter erscheint der Wahlausgang. Ein unvorhergesehenes Ereignis, wie etwa ein großer Streik, könnte in letzter Stunde nach der einen oder anderen Seite den Ausschlag geben. Ein solcher ist in den Häfen der amerikanischen Pazifikküste am Freitagmorgen zum Ausbruch gekommen, lieber 200 Schiffe, davon allein in Der Bucht von San Franzisko 40, liegen still. Der Warenverkehr von 300 000 Tonnen, die täglich nach den Häfen der Ostküste verladen werden, ist unterbrochen. Außer Den Hafenarbeitern sind in San Franzisko noch 800 Speicherarbeiter in den Ausstand getreten, wodurch die großen Mühlen, Lebensmittelspeicher und Eislagerhäuser in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Es besteht die Gefahr, daß sich der Hasenarbeiterstreik auch auf die Häfen im Golf von Mexiko ausbehnt, da die Hafenarbeitergewerkschaft in New Orleans den Sympathiestreik angekündigt hat. Kunst und Wissenschaft. Umfassende Befugnisse des Reichskommifsars sür die Preisbildung Berlin, 30. Oft. (BJIB.) Durch Gesetz vom 29. Oktober 1936 hat die Reichsregierung die Befugnisse des zum Reichskommissar für die Preisbildung ernannten Oberpräsidenten und Gauleiters Joseph Wagner festgelegt. Aus dem Zusammenhang der Preisfrage mit dem Bierjahresplan ergibt sich, daß der Reichskommissar für die Preis- bildung dem Beauftragt en fürdenVier- jahresplan unter ft eh t. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf die Preise für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens und umfaßt auch die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung, den Verkehr mit Gütern und Waren sowie f o n st i g e L n t g e 11 e. Die Befugnisse, die bisher den obersten Reichsbehörden auf dem Gebiet der Preisüberwachung zustanden, gehen auf den Reichskommissar über. Durch diese Regelung ist der Reichskommissar in die Lage verseht, alle Rlaß- nahmen zu treffen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Verbrauchsgütern jeder Art zu angemessenen Preisen sicherzustellen. Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen des Reichskommis- fars werden mit Zuchthaus, Gefängnis oder haft oder Geldstrafen belegt. Der Reichskommissar Ist ermächtigt, Betriebe zu schließen oder die Weiterführung des Betriebes von Auflagen abhängig zu machen. * Josef Wagner, der Frontkämpfer ist, gehörte zu den ältesten Mitgliedern der NSDAP., bewährte sein organisatorisches Talent in der Parteileitung und als Gauleiter von Westfalen-Süd, wurde im Dezember kommissarisch mit der Leitung des Gaues Schlesien betraut und im Mai 1935 zum Oberpräsidenten dieser Provinz ernannt. Der neue Kommissar hat ein viel ausgedehnteres Gebiet als die bisherigen. Diese hatten nur die Möglichkeit, die letzte Phase der Preisbildung zu überprüfen, also die Preise, die dem Verbraucher abgefordert werden. Der neue Reichskommissar hat dagegen das Recht, die ganze Preisbildung vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu überwachen und regulierend einzugreifen. Da in unserer Wirtschaft höchst selten der Erzeuger direkt an den Verbraucher liefert, sondern die Ware durch eine Reihe von Zwischenhänden geht, ist die Aufgabe des Kommissars natürlich außerordentlich umfangreich und verantwortungsvoll. Aber wenn wir die Löhne stabil halten und sie auch stabil halten müssen, so ist das bei den Preisen in gleichem Maße notwendig. An und für sich ist jeder geneigt, die Ursache einer Preiserhöhung auf fremde Schultern abzuwälzen, der Produzent macht den Zwischenhandel verantwortlich und dieser wieder die letzte Verkaufsstation und umgekehrt. Die Folge war, daß zuletzt, weil alle schuldig waren, alle unschuldig sein wollten. Daran sind unter den früheren Regierungen Preiskommissare gescheitert, weil sie schließlich nur einen Ab schnitt des Ganzen unter ihre Kontrolle nahmep und keinerlei Recht hatten, auch Joseph Wagner. v , ZM r J das Ganze in den Machtbereich ihrer lieber» wachung zu ziehen. Das wird jetzt anders. Preiskommissar Wagner wird die jeweils geforderten Preise von den Produzenten über den Zwischenhandel bis zum letzten Käufer, dem Verbraucher, genau prüfen, und zwar nicht nur die jetzige Höhe er Preise, sondern auch wie der jetzige Preis für irgend ein Produkt zustande kommt, welches die Gewinnaufschläge sino, die die einzelnen Instanzen nehmen und ob sie berechtigt oder unberechtigt sind. Gerade eine solche Stelle, die autoritär die Preise feststellt, fehlte bis jetzt. Der Produzent, Zwischenhändler oder Kleinhändler, der ehrlich sich dem Dierjahresplan Görings verschrieben hat und weiß, daß die Erzielung von Extragewinnen im Kampf um das große Ziel ein Verbrechen ist, wird ebenso wie der letzte Verbraucher den Preiskommissar darin unterstützen, wenn solche Volksschädlinge mit der ganzen Schärfe der Gesetze getroffen werden, die nicht nach dem Grundsatz „Gemeinnutz vor Eigennutz" handeln. Die feierliche Grundsteinlegung zur Dr.-Goebbels-Heimstätte in Berlin. Das Modell der „Dr.-Goebbels-Heimstätte". — (Scherl-Bilderdienst-M.) G BÄ Berlin, 30. Oft. (DNB.) Am Rande des Fried» richshains im Nordosten Berlins, da, wo einst aufgewiegelte und irregeleitete Gegner haßerfüllt standen und mit Ingrimm den Anmarsch der „Arbeiterfeinde" zu den „Nazi"-Versammlungen im Saalbau" oder am Märchenbrunnen verfolgten, hatten sich Freitagnachmittag Tausende und Abertausende eingefunden, um der feierlichen Grund- steinleaung zur Dr.-Goebbels-Heimstätte berzuwoh» 'nen Wft dem Gelände von 50 000 Quadratmeter wird in Jahresfrist ein Block von z u na ch st 300 preiswerten und gut ausgestat- teten Wohnungen für -"-Kampfer gum bleibenden Gedächtnis an den sozlalrstlschen Tatwillen der Bewegung. Gauleiter Br. Goebbels gab auch hier feiner Freude darüber Ausdruck, daß fein Kampf um ein deutsches Berlin fehr bald die Unterstützung der Arbeiterfchaft gefunden hat. Die Erklärung dafür liege im fozialiftifch en Charatter d er Partei Der deutsche Arbeiter weint den alten ^genannten Arbeiterparteien keine Trane nach. Eie haben ihn mit Phrasen abgesp^st, wahrend w i r h a n d e ln. Es ist unsere größte Freude heute das verwirklichen zu können, was wir jahrelang nur in der Theorie predigen konnten, und damit der Nation zu beweisen. daß es uns m der Tat ornh ist mit dem Kamps um die sozialistische Neu- acitaltung ünferes Volkes. Ich weiß sehr wohl, daß es noch Not und Elend gibt. Auch wir können keine Wunder vollbringen. Aber: wir warten auch nicht auf Wunder vom Himmel. So spreche ich denn den Wunsch aus, daß in diesem Häuserblock wahrhafte Nationalsozialisten wahrhaft nationalsozialistische Familien gründen, und daß aus diesen Wohnun» gen eine wahrhaft deutsche Gesinnung hervorgehen möge, daß hier deutsche Arbeiter wohnen, die auf ferne und fernste Generationen den entschlossenen Willen vererben, die Ehre der Nation zu verteidigen und die soziale Gerechtigkeit zum größten Ziel ihres Lebenskampfes zu machen. In diesem Sinne lege ich den Grundstein zu diesem Häuserblock und gebe dem neuen großen Werk den Wunsch mit auf den Weg: Mögen hier immerdar wohnen Frieden, soziale Wohlfahrt und wahrhaft nationalsozialisttsche Volksgemeinschaft!" Mit diesen Worten vollzog der Gauleiter die drei Hammerschläge, denen die des Staatskommissars Dr. Lippert folgten, der sie „für die Ehre der Reichshauptstadt, für ein wehrhaftes Deutschland und für unseres Volkes ewige Zukunft" tat. Nach den Hammerschlägen des Bauleiters und des Poliers beendeten die Nationalhymnen die eindrucksvolle Feierstunde. Nach der Grundsteinlegung ehrte Gauleiter Dr. Goebbels den größten Toten der Berliner Bewegung, den SÄ.-Sturmführer H o r st Wessel, durch einige Minuten schweigenden Gedenkens an seinem Grabe. Eine Stistnng der Stadt Vertin für bedürftige Partei- und Volksgenoffen. Empfang des Gauleiters im Rathaus der Reichshauptstadt. Berlin, 30. Okt. (DNB.) Zu einem festlichen Ereignis wurde am Freitagmittag der Empfang des Gauleiters Dr. Goebbels durch den Staatskommissar der Hauptstadt Berlin Dr. Lippert im Rathaus. Dr. Lipvert stellte mit stolzer Genugtuung fest, daß von den 28 Männern, Die der Gauleiter mit dem Goldenen Erinnerungszeichen auszeichnete, zwölf im Dienste der Stadtverwaltung steyen. „Diese Tatsache", so betonte er, „läßt uns erkennen, wie eng, lieber Pg. Dr. Goebbels, Ihr Kampf um Berlin von feinem Beginn an mit der Arbeit der Berliner Kommunalverwaltung verknüpft ist. Deshalb glaubt die Stadtverwaltung, Ihnen zum heutigen Tage keine größere Freude machen zu können, als die Stiftung einer Summe von 200 000 Mark, die Sie nach Ihrem Belieben zur Unterstützung bedürftiger Partei - und Volksgenossen verwenden mögen. Ich habe nun die Ehre, Herr Reichsminister, die künstlerische Urkunde über diese Stiftung Ihnen zu überreichen, und ich darf Sie als unseren Ehrenbürger gleichzeitig bitten, sich in das Goldene Buch der Stadt Berlin einzutragen, damit der yeutige Tag auch hierdurch für die kommenden Geschlechter dokumentarisch festgehalten werde." Für die Stiftung dankte Gauleiter Dr. Goebbels mit einer warm empfundenen Ansprache. Dr. Goebbels bezeichnete es als besonders glücklich, daß diese Spende von 200 000 Mark den Aermsten der Armen zugute kommen soll, die unverschuldet in Not geraten sind. Er erinnerte daran, daß die ersten Nationalsozialisten in Berlin nicht aus Bürgern oder intellektuellen Kreisen bestanden: „Es waren Arbeiter, die sich damals um mich scharten, und Arbeiter sind immer meine treue ft en Kampfgefährten gewesen. Es kam mir in meinem Verhältnis zu ihnen immer zugute, daß auch ich in meiner Jugend nicht auf Rosen gebettet war, und daß ich in meiner Jugend nicht die Sprache der gebildeten Kreise, sondern die Sprache des Volkes gelernt hatte. Und ich war mir deshalb im klaren darüber, daß diese 4l/2-Millionen-Stadt dem Wesen nach eine Arbeiter st adt war. Wenn ich heute nach zehn Jahren diese an Kämpfen, Siegen und Erfolgen so reiche Zeit überblicke, dann bereitet es meinem Herzen eine besondere Genugtuung, daß es gerade Berliner Arbeiter gewesen sind, die mich mit ihrer besonderen Sympathie, Liebe und Anhänglichkeit begleitet haben. Wir waren eine Arbeiterbewegung in des Wortes schönstem Sinne. Es ist nur die Erfüllung einer primitiven Dankespflicht, wenn wir uns erinnern, woher wir gekommen sind, und was wir deshalb aus diesem Volksteil, aus dem wir kamen, schulden, daß wir niemals die Sprache dieses Volkes vergessen und verlernen und uns vor Augen halten, wie schwer diese Menschen zu kämpfen haben und rote schwer es ihnen darum oft sein muß, sich zu großen und leuchtenden Idealen zu bekennen. So, wie mir unser Ohr an das Herz des Volkes legen, so soll auch unser Herz immer das Ohr des Volkes haben. So wollen wir mit dem Volke eine Gemeinschaft üben und uns klar sein, was dieses unser Volk für unsere nationale Zukunft zu bedeuten hat! — Dr. Goebbels besichtigte dann eingehend die mit vielen Erinnerungen an die Kampfzeit verbundene Ausstellung im Rathaus „Zehn Jahre Kampf um Berlin" und nahm dann im Kreise seiner Mitarbeiter im Festsaal des Rathauses ein Eintopfessen ein, Eme Stätte 6er Erholung für Dr. Goebbels. Berlin, 30. Ott. «DNB.» Die Stadt B e r. l i n hat Dr. Goebbels zu seiner persönlichen Erholung ein schlichtes Blockhaus in einem städtischen Forst auf Lebenszeit zur freien Benutzung zur Verfügung gestellt. Darüber wurde folgende Urkunde ausgestellt: Die Reichshauptstadt gedenkt am Zehnjahrestage der Gründung des Gaues Berlin in dankbarer Verehrung ihres Ehrenbürgers, Gauleiters, Reichsministers Dr. Goebbels, der in langjährigen, schwersten Kämpfen zum Eroberer Berlins wurde und damit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wiederaufbau der Stadt Berlin einleitete. Um ihrem verehrten Ehrenbürger eine Stätte zu schäften, an der er nach der Mühe der tägliche» Arbeit im Dienste von Volk und Reich völlig losgelöst von den Störungen des weltstädtischen Getriebes Ruhe, Erholung und Samm» l u n g finden kann, hat die Reichshauptstadt i n einem städtischen Forst an den stillen Ufern eines schönen Sees ein schlichtes Blockhaus errichtet, das sie ihrem Ehrenbürger zum Zeichen ihrer inneren Verbundenheit mit seinem segensreichen Schaffen auf Lebenszeit zur freien Benutzung zur Verfügung stellt. Ausräumung von Härten bei der Vürgerflener. Berlin, 30. Okt. (DNB.) Das Bürgersteuer» gesetz vom 16. Oktober 1934 ist durch das Gesetz zur Aenderung des Bürgersteuergesetzes vom 27. Oktober 1936 (RGBl. 1, S. 1919) geändert worden, und zwar sowohl hinsichtlich der Bürgersteuer nach dem Vermögen wie auch hinsichtlich der Bürgersteuer nach dem Einkommen. Bisher mußte die Bürgerfteuer nachdem Vermögen erhoben werden, wenn sich dadurch eine höhere Bürgersteuer ergab als bei der Heranziehung nach dem Einkomm en. Dieser Zwang in Verbindung mit der Tatsache, daß bei der Berechnung des bürgersteuerpflichtigen Vermögens die Schuldendes Land - und forstwirtschaftlichen Vermögens und des Grundvermögens nicht abgezogen werden durften, hat vielfach zu ungerechten Ergebnissen geführt. Das neue Gesetz hat die Erhebung der Bürgersteuer nach dem Vermögen in das Ermessen der Gemeinden gestellt. Bemessungsgrundlage für die Heranziehung zur Bürgersteuer nach dem Vermögen bildet jetzt das Reinvermögen unter Berücksichtigung des Schuldenabzuges und der für die Vermögenssteuer zu gewährenden Freibeträge. Durch diese Aende- rungen ist eine gerechte Behandlung der Steuerpflichtigen sichergestellt. Für Land» und Forstwirte mußte mit Rücksicht auf ihre Sonderbehandlung im Einkommensteuergesetz eine Sonderregelung getroffen werden. Bürgersteuerpflichtige mit einem lanö» oder forstwirtschaftlichen Nohvermögen von mehr als 20 000 RM. sind mindestens nach einem Reichsschatz von 6 RM. zur Bürgersteuer heranzuziehen. Dadurch ist sichergestellt, daß in Gemeinden mit vorwiegend land- und forstwirtschaftlicher Bevölkerung die Heranziehung der felbftänöigen Landwirte genügend Erträge liefert. Im übrigen werden Land- und Forstwirte wie alle übrigen Steuerpflichtigen zur Bürgersteuer herangezogen. Ihnen stehen auch die Kinderermäßigungen, di- nach dem Gesetz zu gewähren sind, zur Seite, vor allen Dingen auch im Falle der Heranziehung nach dem Rohvermögen von mehr als 20 000 RM., zum Satz von 6 RM. Die außerordentlichen Einkünfte werden jetzt in ähnlicher Weise begünstigt wie bei der Einkommensteuer dadurch, daß die Bürgersteuer auf Antrag in dem gleichen Verhältnis ermäßigt wird, wie die Einkommensteuer Durch Anwendung Des § 34 EStG, ermäßigt worden ist. Dabei muß aber selbstverständlich Die Bürgersteuer entrichtet werden, Die der Steuerpflichtige zu entrichten gehabt hätte, wenn er Die einmaligen Einkünfte überhaupt nicht bezogen hätte. Landgerichtsprösident Gtigelt f. LPD. Mainz, 30. Oktober. In Mainz ist L-and- gerichtspräsiDent i. R. S t i g e 11 g e ft o r b e n. Der Verblichene war ein äußerst befähigter Richter, Der seine Laufbahn in Alzey als Gerichtsschreiber begann unD dann Amtsanwalt wurde. Später kam er nach Oppenheim, wo er Staatsanwalt wurde, um Dann in Mainz ßanDgeridjtsrat, Oberstaatsanwalt unD LanDgerichtspräsident zu roerDen. Er trat 1928 in Den RuhestanD. Der Rocker-Prozeh bis Dienstag vertagt. LPD. Mainz, 30. Okt. Die Frettagsverhandlung im Prozeß gegen Die Kartenlegerin Frau Rocker mar nur von kurzer Dauer. Da sich gestern bei Der Polizei Personen gemelDet unD neue Angaben gemacht haben, beantragte Der Staatsanwalt, zwecks Nachprüfung Dieser Angaben Den Prozeß auf Dienstag zu vertagen. Das Gericht enftprach diefem Antrag. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. 9lusgabeort Jranffurt Am NorDranDe Des über das europäische Fest- lanD sich erstreckenDen HochDruckrückens roanDern von EnglanD her TiefDruckstörungen ostwärts. Mit dem EinDringen mtlDerer Meeresluft stellt sich auch bei uns feuchte Mischluft ein, Die uns neblig-trübes Wetter unD leichte Regenfälle brachte. Eine Nord» ftörung wird uns bis Sonntag erreicht habe» und auf ihrer Rückseite Kaltluft heranführen. Aussichten für Sonntag: Zunächst neb« lig-trübes Wetter unD verstärkte Niederschlagstätig- keit, Dann veränderliche Bewölkung mit einzelnen Schauern, anfänglich noch mild, später bei lebhafteren, auf Nord Drehenden Winden Abkühlung. Aussichten für Montag: Bei Luftzufuhr kühleres, aufheiterndes Wetter, Doch immer noch nicht beftänDig. Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 3,9 GraD, abenDs 4,2 Grad; am 31. Oktober: morgens 6,3 GraD. Maximum 6,3 GraD, Minimum heute nacht 3,9 GraD. — ErDtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Oktober: abends 5,7 Grad; am 31. Oktober: morgens 6,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unD für Die BilDer: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck unD Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unD Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. iWH 10REnZ Lorenz-Rundfunkgeräte in den Preislagen von RM 76,— bis RM 395,— in ollen guten Fachgeschäften. Die LORENZ-SUPER mit dem RADIO-HERZ Werfen Sie bitte einmal einen Blick unter die Motorhaube eines alten und eines modernen Automobils. Dort ein unübersichtliches Durcheinander von Maschinenteilen und Aggregaten, ein Gewirr von Gestängen, Kabeln und Drähten und hier ein geradezu schön wirkender, glatter Motorblock, in dem alle Teile sauber und übersichtlich zusammengefaßt sind. Diese „innere Schönheit" ist aber nicht nur für das Auge da, sie erhöht vor allem die Betriebssicherheit. Dann lassen Sie sich von Ihrem Funkhändler das „Lorenz-Radio-Herz* zeigen. Wer etwas technisches Verständnis hat, wird Freude haben an dieser fortschrittlichen, übersichtlichen Konstruktion, die so viel zur Betriebssicherheit der Lorenz-Super-Geräte beiträgt. meßendes keißeMer Stellengesuche| 6950A | Vermietungen]|4Zin.Wii|. ort mann Stellenangebote! Aelteres Wir such.f.dauernde Beschäftigung Verkäufe | Marktplatz Laden. [< Weltfirma gute txiftenz Boden verbessert, Ertrag steigert Gaskoks Schwefelsaures Ständeplatz 31/. 6905V Sehr leistungsfähiges Werk der 6950A Ganz groß! M Katarrh Asthma Husten Ges. 1 Kleider- schranklz. Hälfte Fächer), 2 Kü- chenstühle. 04989 Wetzlarer Weg 37 P. Hustenkur mit Spitzwegeridisaft^ 115, 05052 Wir suchen für den Verkauf einen sucht für den hiesigen Bezirk einen Herrn, der sich durch Fleiß und vollen Einsatz seiner Person, wie viele unserer Herren, eine auf bauen will. Wir fabrizieren einen konkurrenzlosen Gebrauchsartikel und lassen unseren Mitarbeitern jede nur mögliche Unterstützung (V erkauf sschulung, großzügige Inseratwerbung usw. usw.) angedeihen. Tüchtigen Verkäufern bieten sich bei Bewährung innerhalb unserer Verkaufsorganisation auch gute Aufstiegsmöglichkeiten. Ausführliche schriftliche Angebote unter 6900V an den Gießener Anzeiger erbeten. Kinder- Klavpstühlchen zu verk. [05017 Bruchstratzell I. Möbl., behagl. Zimmer zu vermiet. 05032 Goethestr. 48II. dann Tee vom Aräuievhaus Jung Kessen Möbl. Zimmer Kliniksnähe, mit Bad, an berufstätige Dame evtl. m. Pension zu vermieten. Schr. Ang. unt. 6940V a.d.G.A. steuerfreier Stein-Wagen 4tür., gegen bar z. kaufen gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 05050 an d. Gieh. Anz. für Küche, Haushalt und zur Körperpflege durch den kleinen 6 AS - H EI S S Q U E L L Auf 15. November in Hausarb. erfahrenes Zweitmädchen gesucht. [05058 Frau Professor Walther, Liebigstr. 43. Eleganter Herren-Gehpelz im Preis sehr er- mätzigt, zu verk. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gieh.Anz. [05005 1,5 Guten 36er Brut, zu verkaufen. [05045 E. Balser, Friedensst.25H Drehbank,Bohr-> masch., Presse, Fräsmaschine, Revolverdrehbank, Schleif- masch., Motor z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 6922V an den Gieh. Anz. MÜBEL in firöhter Auswahl und guter Qualität durch Fortfall hoh. Ladenmiete sehr billig! Seltersweg 81 ist im l.St. eine r-g'ZWmer Wuno mit oder ohne Garten zu vermieten. [05038 Näh. bei Frau Emmy Nowack, Liebigstr. 21 L Televbon 2551. Wem« billig abzugeben. 05014 Braun, Walltorstr. 24. Gelegenheitskauf I 4 PS r Opel- Limousine in la Zustand, billig an Privat zu verkauf. 05021 Gietzen, Hammstr. 13 H. Der neue Gasherd Formschön, preiswert, leistungsfähig Jg. Mädchen 2lJ.,s.mögl.bald i. Haush. Stell, a. Stütze.Koch.gel. und gute Zeugn. Giehen bevorz. Lina Hundertmark Friedrichshagen 16 Post Fuhlen/Weser. Freundl. möbl. Zimmer in gutem Hause zu oerm. [05070 Daselbst guten Mittagstisch. Kaiserallee 49II 2 möblierte Zimmer in ruhiger Lage, in gutem Hause, evtl, mit voller ob. geteilt. Pension. Schr. Ang. unter 05035 an den Gieh. Anz. 4Vjähr. Fräul., ev., v. Ld., sym» vath. Aeuh. und Char., tadellose Vergangenheit, verf. i. Haush., Kochen u. Näh., sucht ev. Herrn i. sicherer Stellung a. Witwer, zw. Jfeivat Nur ernstgem. Zuschriften unt. Nr. 6250 an ie Bad-Nauheim r Zeitung, Bad- Nauheim. [6909 V Gut erhaltenes schwarzes viano v. Privat billig zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 05051 a.d.G.A. Neuer . Herren- Überzieher s. schlanke Figur z. verkauf. [05000 Zu erfr. in der Geschst. d. G. A. Wohnnng tu. Zentralheiz., zu verm. [6278V Archit.Mcolaus And.Fohannes- kircke 5. Schöne 6-ZimmeF-Wohiio. xxx. Badezimmer u. Balk., Liebig- ftraue 371, also, od. wät. zu vermieten. [6282V Näh.: A. Becker, Kevlerstratze 9, Telephon 3804. der gute Brennstoff für Hausbrand und Zentralheizung von Mk. 1.35 an ab Gaswerk Gebrauchte Schuhmacher- Nähmaschine m. dünn. Kopf, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Ang.m. Preis a. Alb. Kratz, Ober-Ohmen ü. Mücke. [6902V Bremer Kaffee-Grobrösterei bietet hohen Verdienst durch ge= werbsm. Vertrieb von la Röst- kaffee im Bekannten- u. Kundenkreise. Werbeunterstützung, eeosv Hagens &Schmidt,Bremen 529 A Möbliertes Mn- onö Slvlntzilninel mit Heizung und fliehend. Wasser zu vermieten. Schr. Ang. unt. 05019 a.d.G.A. Laden Lonneustratze 5 iof.ii. vermieten. Näh. A. Becker. Kevlerstrahe 9. Telephon 3804. Schlacht Autos Alteisen, Metalle a. Art z.d. höchst. Tagespr. kauft U. holt ab 6784V Gg.Travv, Ffm.-West, Werderstr. 241. Tel.73514. Postkarte wird verg. Stickstoff - Dünger für Garten- und Landwirtschaft Met öer IMionde gesucht. Schrift!. Ang. unt. 05066 an d. Gieh. Anz. Schöne 7-3lm.-lBotiii. in best. Zustand, mit Bad und Warmwasserversorgung zu vermieten. [05028 Hindenburg- wall 17, Büro. Zllleinstehender, beruftätig. Herr od. Dame findet gemütliches möbliertes WM (evtl, auch leer). Schr. Ang. unt. 6945 D a.d.G.A. Frdl. möbliertes Zimmer zu verm. [05039 Wernerwall3v. iillil a verkaufen: Cutaway- Anzug, Frack-2lnzug, Gehrockm.Weste (alles Maharb.), 1 Mädchen- Fahrrad, 2 Kinderstühlchen, 1 Bidet [05047 1 Fleischklotz. BleichsMe 101. 4-ZyL- Hansa gut erhalten, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 05041 a. d. G.A. MMtlnlos sowie noch fahrbereite Wagen kauft laufend Karl Btt Autoverwertung Gietzen, 05002 Marb. Str. 51. Gebrauchter Beiroagea für BMW gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 05053 a.d.G.A. Me Haiti gMW Markenöl-Firma suchtBertre- ter gegen hohe Provision zum Verkauf von Auto- u.Jndustrie- ölen. Schrift!. Angebote unter E. 43766 ( 6908V) a. d. Gieh. Anz. Gebr. [05036 ginöetroagen billig z. verkauf. Wasmuth, Liebigstr. 14 H. Lehrling aus guter Familie Herren-Bekleidunßshaas Gießen, Schalstr. 2 6893D Wir bieten hohen Verdienst regelmäßig u. steigend ohne Risiko, wenn Sie ehrlich und fleifeig sind. Schreiben Sie wegen Uebernahrne unserer gewerbsrnähigen Vertriebsstelle für unseren bekannt. Bremer Roland-Kaffee, Tee und Kakao an Röland-Kaffee-Handel Bremen, Postfach 644. [0907V 1 H.-Pelzmant. (od. Pelzfutt.) u. 1 Wintermantel, 1 Pupvenwag., K.-Schlittschuhe, Stelzen, dwers. Porzellan preiswert z. vk. [05008 Wo? sagt d. Geschähst, d. G.A. Zirka 5000 qm Land am Rande der Stadt zu kaufen gesucht. [05073 Angebote an Reinschmidt, Horst-Wessel- Wall 51. Telephon 3267. Fachmännische Beratung Gas-Gemeinschaft Gießen 6950A Laden Ecke Fnedrichstr. Franks. Str. 36 (seither Fneseur- geschäft) alsbald zu vermiet. 6555D Näh. A. Becker, Kevlerstrahe 9. Schöne Wohnung mit Etagenheiz., 6 Zimmer, groh. Mansarde,Badezimmer, Glasveranda, Balkon u. all. Zubehör Frankf. Str. 58 zu oerm. [6602D Gut möbliertes htinne Stadtmitte, frei. Schr. Ang. unt. 05048 a.d.G.A. | Mietgesuche | Ginfamilien' 01105 8—9 Zimmer, Zentralheizung, Garten zu mieten, eventuell zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 05022 a.d.G.A. Für sofort fleih., mögl. in allen Hausarbeiten erfahrenes Mädchen in kleinen Haushalt ges. [6952V Frau Jacobi, ' Schub ertstr. 10. Sü&teifmittelinbtirtete (Schleifscheiben aller Bindungsarten und lose Schleifmittel) hat die Vevtvetung füv de« Bezirk Gietzen wetzlav neu z« besetze«. Bedingung: Fachkenntnis oder Ausübung der Vertretung angesehener Werke mit einschlägigen Artikeln. Schriftliche Bewerbungen unter 04985 an den Grehener Anzeiger erbeten. 5-Zi-ihng. mit Zubehör z. 1. Jan. z. verm. Mietpreis 62 Mk. per Monat. Schr. Ang. unt. 05024 a.d.G.A. Witotel Gflfe BMttel oder MWsl von kapitalkräftigem Fach- | Kaufgesucüe"] Hochträchtiges Vogelsberger Rind oder frischmelk. Kuh zu kaufen gesucht. [05074 Wilh.Weimer8. Daubringen. filfloin sehr gut erhalten, aus Privathand, gegen Kasse sofort zu kaufen gesucht. Schriftl. Eilangebote unt. 05034 a.d.G.A. für Spezialartikel Bauen mit Glas für Gietzen und Umgebung per sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 6933V an den Gieh. Anzeig. Eisendreher Fräser Hodler Hammerschmiede Schr. Ang. unt. 59350 a. d.Gieh.Anz. Hin billig zu verkaufen. [05044 Steinftratze 56. 2 Zimmer zu verm. [05071 Wieseck, Ludwigstr. 6. 1 gebr. Werkzenoschleifmaschine Leit- und Zngspinde drehbank 1—2 m Flachenschleifmaschine Bohrwerk 60—80 mm Spindelstärke Universalfräsmaschine Vertikalfräsmaschine Schranbenantomaten 30—45 mm Bohrung Rnndschleifmaschlne . „ Revolverbänke gegen Kasse zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter F. M. 735 (6923V, an den Gießener Anzeiger erbeten. Ohne Kapital Führ. Unternehm, d. Branche sucht p. sofort tücht., rout.Ver- käufer als Alleinvertreter geg. auherordentl.hoh.Prov.u.hoh. Spesenzuschuh. Besond. gute Verdienslmöglichk. gar. Fachkenntnisse u. Kaution nicht erforderlich. Bei zufriedenstell. Leistungen evtl, feste Anstellg. u.Fahrzg.Eilangeb. unt. A1148 an Anzeig.-Hegemann, Büro Frankfurt/M.,Zeil 123. [5910v Pianos einige gebr., von RM. 200,— an Pianohaus Schönau Bahnhofstr. 76 (kein Schaufenster). [6918D Ammoniak der hochwertiger Mod., geraum. 5-Zim.-Wchnnng m. Bad, Balkon, Heiz. od. Dauerbrenner z. 1. 12. 36 od. 1. 1. 37 gesucht. Schriftl. Ang. unt. 05016 a. 0. Gieh. Anz. Arn 28. Oktober Autorad zwisch. Sichertshausen u. Lollar verloren. Abzug, geg. Belohnung [05061 Ludwig Wick, Gietzen, Ludwigstr. 27 p. Familiendrucksachen Vei'lobunosanzelQen Vermöhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.T | Empfehlungen] Künstliche Zähne Brücken, Plomben, zu billig. Preisen Frau Königer, Dentistin, [05033 Steinstrahe 31. Junge, ehrliche Mhln sucht für sofort od. später Stellung in d.Te^til- branche.Schriftl. Angeb. u. 05026 a. d. Gieh. Anz. Aelteres Fraulein mit all. Arbeiten in Haushalt und Garten bewand., suchtStellung bei ölt. Ehepaar 0. alleinst. Frau. Gute Zeugnisse vorhanden.Schr. Ang. unt.6888V a. d. Gieh. Anz. Vollständig emailliert Fachmännische Beratung Gas-Gemeinschaft Gießen Der kraftvolle Natur-Humusdünger Für Landwirt und Gartenbesitzer, Gärtner und Blumenfreund Schon im Herbst einen Teil, den Rest im Frühjahr gegeben,durchwärmt den Boden und fördert das Wachstum Mark 1.35 ab Gaswerk ab Biohumwerk ab Wasserwerk Queckborn bei Grünberg zuzüglich 15 Pf. für Fracht. Blumen-Packungen zu Mark 0.25, 0.40, 0.50. 6950A MUiitai. von Dauerrniet., 2 Personen, gesucht. Miete wird im voraus gezahlt. Schriftl. günstige Preisangeb. u. 05009 a. 0. Gieh. Anz. Unterofsz. sucht rZimmer und Küche. Schr. Ang. unt. 05023 a.d.G.A. MW sucht zum 15.11. od. 1. 12. Stellung, auch in frauenl. Haush. Geht a.n. ausw. Schr. Ang. unt. 05040 a. d.G.A. 7-Zimmer- Wohnung Badez., gr. Balkon, evtl. Gartenanteil zu vermieten. [05015 NäheresHinden- burgwall 16 I. Herrsch. Wohn., 6 oder 1 große Zimmer 1. Stock, Bad, Veranda, reichl. u. gr. Zubehörräume, neu hergerichtet zu vermieten. [05048 Gartenstratze 14 DaubringerStr.21 Ehestands-Darlehen! KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleipn. Wir suchen für den hiesigen Bezirk und Umgebung 1 Platzinspektor 1 Bezirksinspektor Direktionsvertrag mit Gehalt, Spesen u. Provision. Verschwiegenheit wird zugesichert. Nur Herren mit nachweisbaren Beziehungen und Erfolgen werden berücksichtigt. Angebote mit kurz. Lebenslauf an die Aachener und Münchener Lehens Versieh.-Aktien-Gesellschait, Kassel Suche f. meine Tochter, 15 I., Stelle für nachmittags zu Kindern in gutem Hause. Schriftl. Angeb. unter 05025 an den Gieh. Anz. Erfahrenes Mädchen sucht Beschäftigung, 2—3 mal m der Woche. Schr. Ang. unt. 05029 a.d.G.A. 2 Betten mit Matratze, iKleidersckrank, 2 Nachttische, 1 Korbsessel u. Korbstuhl nebst Tisch, 1 Sofa zu verkauf. [05054 Moltkestr. 20 p. 05010 Komvlett. Sfiiohimmer (Kavokmatr., Marmor, gute Bett'ed.)billigzu verkaufen. Näh. Dammstr. 43 I. 2-Zimm.-tommg oder 2 leere Zimmer, m. Heiz. u. Bad, möglichst Garage, in Gie- hen 00. Umgeb., von einzelnem Herrn gesucht. Schr. Ang. unt. 04998 a.d.G.A. Möbliertes Zimmer NäheZeughaus- kaserne, Tür die Zeit v. 10. b. 26. Nov. 36 gesucht. Schr. Ang. unt. 6916va.d.G.A. Universitäts- dozent sucht per sofort gutes Zimmer mit Badbenutz. u. Frühstück, privat od. i. Pens. Schr. Ang. unt. 6889va.d.G.A. Möbliertes Zimmer möglichst Stadtmitte, m. Heiz, u. Frühstück, von zwei Herren ab 9. 11. gesucht. Schr. aussührl. Ang. unt. 6901V a. 0. Gieh. Anz. Städt. Betriebe,Gießen Abteilung Gaswerk Wegzugshalb. z. verk. Weih.Herd, Radio, Photo- Vergr.-App.u.s. Zub.,Dam.-Rad Kdr.-Bett, Kdr.- Tisch, Puppenwagen u. -küche, Mürchenbüch. u. Märklin-Bauk. Walltorstr. 3911. Mehrere gebr., gut erhaltene Heide bill. abzug. osoes Hötz, Neuen Bäue 10. Klein. 3-3imm.- Altwohnung per 1. Dezember an nur ruhige Leute zu verm. Preis 30,- Mk. Schr. Ang. unt. 05063 a.d.G.A. 2 schöne, leere Zimmer zu vermieten. Schr. Ang. unt. 05030 a.d.G.A. Tages- mädchen f. sofort gesucht. Vorzustellen von 11-18 Uhr. [05013 Liebigstr. 68 11. Jüngeres Rädchen für die Morgenstunden gesucht. Vorstellung ab Montag, den 2. 11., im Aul- weg 109, vt. L, erbeten. [6936P Kinderliebes Mädchen täglich von 2 bis 4 V2 Uhr $um Ausfahren emes Kindes gesucht. Schr. Ang. mit Gebaltsford. u. 05057 a. d.G.A. MIMM m. Verpfleg, an §räul. zu verm. u erfr. Liebig- itr. 19 p rechts. Möbliertes Zimmer (Mansarde) an berufstätige Frau od. Fräul. zu vermieten. Seltersweg 32, 2. Stock. [ 05072 | Verschiedenes"! Schülerin findet Aufnahme m. voll. Verpflegung b. ält. Ehepaar. Schr. Ang. u.05027a.d.G.A. SOOOqm Gelände zwifch.Karlsruhe und Wellersburg od. an d. Strahe Klein-Linden gelegen, zu pachten gesucht. Kauf kommt später in Frage. Ängeb.an W. Bachmann Immobilien, Hypotheken, 6929D Gietzen, Gnauthstr. 14 I §10000 RM. evtl, geteilt, auf Stadtobjekt, 1. Hypothek, z. verleihen. Haus 2 od. 3 x 4 Zimmer, zu kaufen gesucht. Garten (Bauplatz) mit Obstanl., Nähe Aulweg, z. verk. ttnsmitlelpch. (alteingeführt) ausbaufähig, zu verpachten. Landhaus : 7 Zimmer, mit allem Komfort, I Nähe Lich, äuh. giinst. zu verk. j Näheres: [eoiiD ; Büro Kirchner, Seltersweg 8 I. Schöne S-Zimm.-Wohnung mit Zentral!), in Wiefeck sof. oder später z.g. Pr. z. verm. Dauerm. bevorzugt. Schr. Ang. unt. 05020 a.d.G.A. Gröhes, leeres Zimmer mit separat. Eingang an alleinstehende Person, Büro od. dgl. zu vermiet. [04999 Kaiserallee 231. Schönes, grohes, leeres Zimmer Parterre, in gut. Hause, zu vermieten. [05064 Döll, Rodbeimer Stratze 30. Gr. leeres Zimmer zum Unterstellen von Möbeln zu vermiet. [05042 Steinstr. 62 I I. 2 schöne, leere Zimmer und 1 möbliert. Zimmer sofort preiswert zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04987 a.d.G.A. Möbliertes SW- unö MnMnier mit kl. Küche sofort zu vermiet. Zu verkaufen: Gaskocher 2fL, wie neu, Ausguh von Ernail mit Zu- leitungs- u: Ablaufrohr, Mess.- Krahnen. [05001 Wartweg 44 I. Sehr gut erhalt. Mhö mit 4 Kochstellen u. einige elektr. Lamven sehr bill. abzugeben. 05049 Wernerwall 1,1 2 Stück WWen 5,00 x 18, kaum gebraucht, 2 St. SAeelelten ganz neu, ungebraucht, f. Reif. 5,00 x 18 billig z. verkauf. 6903v Förster & Nicolaus, Lich. UW! Für Schlossereibetrieb zu verkaufen: [04967 1 stationär. Dieselmotor (8 PS), 1 gr. Leitsvind.- Drehbank, 1 Hobel - Maschine, 1 Kaltsäge. Liebigstratze 58. Wel zu verk. [0505s Mühlstratze 22. Wenig gebr. I Radio Volksemvfäng., Wechselstrom, zu verk. 0. z. tausch, gegen Gleichstrom. [05037 Neustadt 43 I I. Näcbite Woche £oUer-te Viggarant. 6. Nov. 86*6 Gewmnp ii/r Tm <0268 9006 12000 12000 Los 50& "DooppfL V Portou.Liste 3M mmenk°mmt Aus dem Eltern- meradschast 'mit" feinen Unterführern geleistet hat unö eriäutert ben Eltern im Zusammenhang die 9frbeit Nu ihm kommen auch bie Eltern mit allen Wünschen, Entschuldigungen unb Beschwer- h.nn f e miffen, daß er bereit ist, bie Verantwortung für allen Dienst in seiner Formation zu "^ne^Befehle erhält der Fähnleinführer vom Runnbannfübrer, ber hauptamtlich eingesetzt ist und ReV etwa bas Gebiet eines Kreises der Rartei zu betreuen hat. Zwischen Jungbann- und Fäbnleinführer ist ber Stammfuhrer der - je nach An örtlichen Verhältnissen — drei bis fünf Fahnen übergeordnet ist. Beigeorbnet ist dem Fähn- e nführer ein Geldverwalter, der d e Beitrage em - -ieh und die Fähnleinkasse verwaltet, denn For- mationsdienst und Verwaltung sind m der HI. überall voneinander geschieden. llnteraeorbnet sind bem Fahnleinsuhrer tn ber m "'s drei Jungzugführer unö neun Jungenschafts- Ner Nach de? erfolgreichen Jungvolkwerbung im W dieses Jahres ist diese Zahl - entsprechen!) Ar vermehrten Zahl der Jungenschasten und Jung- Xx? — meist noch gewachsen, so baß man bannt rprbnen kann, baß ber Fähnleinführer runb 20 nSbrer a 5 Kameraden unb Helfer hat. 2ßäb= And ?er Fähnleinführer im Durchschnitt 17 bis 99 ^re alt ist, zählen bie jüngsten seiner Unter- fübrer 14 ober 15 Jahre. Daher ist es selbstver- ständlich daß die Unterführer regelmäßig zusam- inenaefaßt und geschult werben. Dies geschieht zunächst in wöchentlichen ober vierzehntagigen Füh- rerabenben bes Fähnleins, auf benen organisato- rifdje Dinge durchgesprochen, neue Lieber gelernt, Rpimabenbe und Veranstaltungen vorbereitet, die. Heimabende und Veranstaltungen vorbereitet, bie । tragen werben. Er entwirft ben Plan, ein altes, wichtigsten politischen Geschehnisse erörtert und halbverfallenes Häuschen zu einem Landheim ausweltanschauliche und politische Grundfragen erläu-1 Zubauen. Er gründet ein Orchester. Er bereitet den tert werden. Hin und wieder auch nimmt diese Zusammenkunft ganz die Form eines Heimabends an, den der Fähnleinführer leitet: da wird gesungen, erzählt, gelesen und gespielt — gerade so wie es bie Pimpfe in der Jungenschaft auf ihrem allwöchentlichen Heimabend tun. Diese Abende allein genügen dem Fähnleinführer jedoch nicht. Vielmehr geht er mit den Jungzug-, Jungenschafts- und auch den Hordenführern — die Horde ist die kleinste Einheit im Deutschen Jungvolk — von Zeit zu Zeit auf Führerfahrt. Einmal zeigt er ihnen hier praktisch, was die Pimpfe auf ihren Fahrten lernen sollen. Zeltbau unb Geländekunde, Kartenlesen, Gelänbespiele usw, Darüber hinaus aber bietet die Fahrt ganz andere Erziehungsmöglichkeiten wie ein kurzes Zusammensein in einem geschlossenen Raum: ein langer Marsch mit Gepäck, energisches frühes Wecken mit anschließendem Frühsport, Ordnungsübungen, Sport unb Geländedienst packen ben Charakter unb Willen ber Jungen in einer härteren unb viel entschiedene- ren Weise als eine Besprechung am runben Tisch. So erkennen wir als erste Aufgabe bes Fähnleinführers: dienstlich unb außerdienstlich feinen Unterführern unb Jungen ein Vordilb in ber gesamten Haltung zu sein. Zweitens ist es seine Aufgabe, seine Unterführer zu charakterfesten, kameradschaftlichen und selbstbewußten Jungen zu machen unb sie weltanschaulich unb politisch auszurichten. Drittens muß er seinen Unterführern Befehle unb Anregungen geben, bie bem Dienst Inhalt unb Lebendigkeit 'sichern. Sein Führertum besteht vor allem barin, immer wieber neue Jbeen zu haben unb bann in treuer Kamerabschaft mit ben Unterführern an ihrer Verwirklichung zu arbeiten. So veranstaltet er etwa ein Wettsingen ber Jungen- schaften ober schreibt einen Wettbewerb im Zeichnen ober Erzählen mit einigen Preisen aus. Unange- künbigt wirb er seine Jungen am Sonntagvormittag an einem roürbigen Platz zu einer Feierstunde zusammenrufen, bie von wenigen Kameraden in aller Stille vorbereitet war. Dann wieder gibt er die Parole aus: nächsten Samstag Geländespiel Besuch einer großen Fabrik ober einer Kaserne vor. So gibt es noch mancherlei Möglichkeiten. Mit allem bewahrt der Fähnleinführer die Jungen vor einer Gleichförmigkeit bes Dienstes. Der Dienst bes Fähnleinführers erschöpft sich also nicht in ber Ausfüllung einiger Meldebogen und ber „Kontrolle" bes Dienstes, nicht im Tragen einer grünweißen Führerschnur und nicht in der Abnahme von Appellen. Für bie Gestaltung bes Dienstes ist ihm große Freiheit gegeben, bie sich in ber Praxis besser auswirkt als ein Schematismus. Die Selbständigkeit löst auch bie Verantwortungsfreu- bigfeit der jungen Führer aus unb hält so ben Dienst all bie Jahre hindurch wechselvoll unb lebendig. Wendorff. Strolch. Die Geschichte eines Lagerhundes. Wenn ihr's genau wissen wollt: er hieß eigentlich gar nicht Strolch. Früher mußte er einmal Prinz ober Hektor ober so geheißen haben; man sah es ihm unb seinem trotz ber Magerkeit über alle Begriffe eleganten Körperbau an, bah er schon bessere Tage gesehen hatte. Aber wir hatten ihn eben Strolch genannt. Man sagt bas boch schon mal öfter so zu einem, ber sich in einem etwas heruntergekommenen Habitus nächtlicherweise burch bie Gegend schlängelt. Unb auch er für feine Person schien weiter nichts bagegen zu haben, baß wir ihn runbmeg Strolch nannten. Mit einer tragischen Selbstverstänblichkeit saß er an einem Sonnenmorgen vorigen Jahres vor bem Küchenzelt unseres Lagers, hatte seinen zerbissenen Schwanz zwischen bie blutigen Hinterhaxen geklemmt unb heulte ein leises Hunbeheulen vor sich hin. Zwei Pimpfe ber Wache sahen ihn zuerst, getrauten sich aber nicht, ihn zu vertreiben unb drohten mit giftigen Blicken und geballten Fäusten. Strolch war damals ein verwildeter, wüster Köter, mit raschen, hungrigen Augen. Sein musterhaftes gelbes Gebiß war eine Drohung, die einem Magenschmerzen verursachen konnte. In seiner Magerkeit und Verkommenheit sah er aus wie ein rasse- loser Aristokrat der Steppe. Werner und ich nahmen ihn schließlich in unsere Kur, hatten ihm kleine Reste mitgebracht unb ein paar freunblche Worte. Seine Schwanzspitze zuckte, als er voller Unterwürfigkeit unb Demut auf uns zugekrochen tarn: so, seid ihr gute Kerle, gebt ihr mir zu fressen, unb ich bin auch schon irgenbroie bankbar — bitte, beseht euch einmal mein Gebiß. So ober so ähnlich mußte er gebucht haben. Er hat geheult vor Freube, wie wir ihn mit Lappen, Job, Salben unb Pflaster verbunben hatten. Später warfen wir ihn in ben See, um etwaige Insekten an ihm zu ertränken, schruppten ihn mit Wurzel- bürften unb machten ihn salonfähig. Dann erst verliehen wir ihm bie Würbe eines Lagerhundes. Tage ber Großmut tarnen, in benen" er hinter Werner unb mir hertraben bürste, Tage voller Ausgelassenheit unb fetten Bissen. Wenn wir in ber prallen Mittagssonne irgenbroo lagen, lag Strolch bei uns, leckte uns in seiner stillen Ergebenheit Ameisen von ben Beinen unb lachte uns bankbar unb zusrieben entgegen. Er war einer ber 5)unbe, bie man lachen sieht, wenn man ihr Fell krault. Er gefiel mir auch immer mehr mit seinem wilden Gesichtsausdruck. Wäre sein Kopf nicht so stumpf, konnte man ihn fast für einen deutschen Schäferhunb halten. Wenn es so weit wäre, würbe ich ihn mit nach Hause nehmen, ich würbe ihn fabelhaft bressieren unb ihm ein guter Herr sein. Ich würbe sagen, ich hätte ihn aufgefangen, nachts, im Lager, er sei so ein verwilberter, ruppiger Kerl gewesen. Das machte Einbruck. Unb ich werbe erklären, baß er ein echter Mongolen-Köter wäre, mit stumpfen Ohren unb roilbem Blut. Aber vielleicht würbe ich ihn gar nicht soweit bringen. Auf bem Bahnhof würbe sich vielleicht ein ganz reicher Mann für meinen fonberbaren Hund mit bem wilben Gesichtsausbruck interessieren. Echte Mongolenrasse, werbe ich sagen. Unb er wirb mir vielleicht viel Gelb bafür bieten. Ja, ich wollte ihn verkaufen, aber Werner wollte ncht. Das ist unser Hund, hatte er gesagt. Und ich habe ihn nicht verkauft. Er ist heute bei mir, zählt genau so wie Tisch, Bücher, Schrank unb Lampe zu meinem Inventar. Man sagt, er sei mein Adju, ber Strolch. Er geht mit auf Fahrt als treuer, wachsamer Begleiter, besucht jeben Heim- abenb unb halb nehmen wir ihn mit ins Zeltlager. Unb er wirb sich genau so freuen, genau so tummeln burch kniehohes Gras, wie wir, wird schwim- men mit uns, wenn wir abends an ben See geben, wirb mit uns burch die grüne Küble des Waldes laufen, morgens, wenn der Nebel noch in den turnen hängt — ich glaube, er würde laut bellen vor Freude, der Strolch, wenn er wüßte, daß es bald losgeht. F. Tripp. welches, Als seinen Die Würde des Renschengesichis Äon Hans (Laroffa. Den folgenden Abschnitt entnehmen mir mit Genehmigung des Insel-Verlag» zu Leipzig dem soeben erschienenen neuen Weistum aus dem Blute gibt, instinktsicher und hellseherisch wie es ist, wertvoller und wegweisender und vor allem freier und „unabhängiger von aller Schule" ist als Katheder- Werk „Geheimnisse des reifen • Lebens" von Hans Carossa. Nachts, beim Lesen der Ilias befiel mich Erinnerung an den jungen österreichischen Offizier, der uns auf dem Berge Caneta so freundlich bewirtete. Ob wir uns heute noch so gut verstünden? Sein schmales Gesicht ist mir nicht mehr so deutlich wie die lange knochige, durch Narben verzogene Hand, die beim Sprechen sehr schüchterne Bewegungen ausführte. Ein Buch mit italienischen Gedichten lag vor ihm aufgeschlagen. Von Zeit zu Zeit sah er durch ein Scherenfernrohr in das feindliche Gebiet hinüber, wo er schließlich eine Truppenansammlung entdeckte. Pflichtgemäß rief er durch den Fernsprecher zu dem Geschütz hinunter, bezeichnete nach der Karte einen Punkt und gab an, mit wie vielen Granaten dieser belegt werden sollte. Dann goß er wieder Tee in die Feldbecher und erzählte sehr anmutig von seiner Frau und seinen Kindern, indessen die Luft von den Abschüssen bebte. Er war ein ausgezeichneter Soldat und hatte wieder einmal das Nötige getan, obendrein auf die sauberste, sachlichste Weise; kein Tröpfchen Blut haftete an seinem grauen Rock. Ihm wäre auch nicht eingefallen, ein unfreundliches Wort über den Gegner zu äußern, er dachte wohl gar nicht an die zerfetzten Leiber, die drüben verendeten. Was konnten sie ihm bedeuten? Schwerlich mehr als ein Schwarm schädlicher Insekten, der nun, Gott sei Dank, beseitigt war. Ach, und nun lese ich wieder die empörenden Szenen, wo wilde ruhmredige Helden ihre Feinde maßlos beschimpfen und mißhandeln. Achilleus rast vor Schmerz über den Tod seines Freundes; Mitleid und Gnade kennt er nicht mehr, und während er den getöteten Lykaon am Fuße packt und in den Strom wirft, frohlockt er ihm wahnwitzig nach: Liege nur jetzt bei den Fischen! Gefühllos werden sie dir das Blut von der Wunde saugen, und nimmer legt die dich Mutter mit Klagen auf das Totenbett." Hektor, dem Gefällten, der, kaum noch atmend, ihn anfleht, er möge doch nicht seinen Leib den Hunden der Achaier zum Fräße hinwerfen, und enendliches Gold und Erz als Lösung bietet, schreit er tobend seine Verweigerung zu; ja, nachdem die Seele schon den Leib verlassen hat, ruft er ihr noch das unversöhnlichste Wort auf den Weg zum Schattenreiche nach. Welch furchtbares Geschlecht war dies! Aber immerhin standen sich। Die AusdemmerkwürdigenNotizduch eines Bergsteigers. Bon Anton Schnack „Wir haben'« gewagt!" Zum lOjälyngen Bestehen des Gaues Berlin der NSDAP ii. „Wer Berlin hat, der hat das Reich. Wir studier- Streiter Aug in Auggegenüber, und nachdem der Pelide seinen Zorn und seinen Schmerz ausge- wütet hat, wagt sich nachts ber tiefgebeugte alte Vater Hektors in (ein Zelt; niebertmenb küßt er die schrecklichen Hänbe, bie ben meiften seiner Söhne bas liebe Lebenslicht ausgeloscht haben, und inbem er dem Achill Erinnerungen an seinen eigenen alten Vater wachrust, bittet er ihn um die Auslieferung bes Toten. Unb bie beiben Könige, der jugendliche und der greife, meinen, keiner ver- mag zu sprechen; laut, in unsagbarer Erschütterung, schluchzen sie, daß man weit über das Zelt hinaus es vernimmt, und fast wie eine Absage an die alten Götter klingt es, wenn Achilleus ihnen die Veranwortung zuschiebt für alles, was geschehen ist und noch geschehen muß. Doll Erbarmen zieht er ben Priamos zu sich empor; heimlich läßt er bie Leiche waschen, salben unb mit Hemd unb schönem Tuch umhüllen, damit ihr Anblick den Vater nicht aufs neue kränke; dann hebt er selbst sie behutsam auf ein Laaer. Geheiligt ist wieder der Feind, und mit ihm die eigene Seele. Ein gemeinsames Mahl wird bereitet, und nun erst, nachdem sie sich an Wein unb Speise gesättigt, schauen sich die beiben mit Verwunderung an, einer erquickt sich an der Erscheinung des andern, Priamos an der qottqleichen Gewalt und Größe des Peliden, dieser aber an dem gütigen Gesicht und an der menen Rede des unglücklichen Herrschers von Ilion, Gin Ruhebett mit purpurnen Kisten und Polstern laßt er dem Greis in die Halle stellen, und ehe dieser schlafen geht, fragt er ihn, mle viele Tage er den edlen Hektor zu feiern gedenke, denn er will für bie Dauer der Totenehrung seine Truppen vom Am Neujahrstag des Jahres 1129 kamen am Großen Sankt Bernhard zehn einheimische Berg- führer in einer Lamine um. Sie hatten den Bischof von Tours und den Abt von St. Troud beim Uebergang über den Großen St. Bernhard begleitet. Im Jahre 1521 bestieg ein Offizier des Cortez, des Eroberers von Mexiko, den 5391 Meter hohen Berg Popocatepetl. Ihn begleiteten zmei spanische Soldaten und ein Indio, der Führer war. Eine alpine Großtat ersten Ranges. Die erste gelungene Winterbesteigung des Montblanc wurde im Jahre 1876 von der Engländerin Miß S t r a t o n ausgeführt. Sie wurde von drei Führern aus Chamonix begleitet. Vorher war vielen männlichen Bergsteigern die Winterbesteigung bes Montblanc mißlungen. ♦ Von ben Dents de Veisivi (3425 Meter) stürzte Enbe August 1898 ber ßonboner Ingenieur M. John Hopkinson mit seinem achtzehnjährigen Sohn John und seinen zwei Töchtern Lina Evelyn (19 Jahre) unb Alice (23 Jahre) töblich ab. Der Sohn, der als erster ging, stolperte, verlor den Boden unter ben Füßen, stürzte unb riß die beiden Schwestern, die nach ihm am Seile gingen, mit. Der Vater, ber ebenfalls angefeilt mar unb als letzter ging, versuchte vergeblich die an ihm vor- überfotlernben Kinber aufzuhalten, aber alle vier würben in den gähnenden Abgrund hinuntergerissen. Die entsetzlich verstümmelten Leichen mürben unter großen Schmierigkeiten geborgen unb nach Sitten gebracht. * Jacques Balmat, ber erste Ersteiger des Montblanc (1786 mit Dr. Paccard) beton vom König von Sardinien den Adelstitel „Balmat du Mont Blanc". Balmat stammte aus Chamonix und mar ein berühmter Naturforscher, Kristallsucher und Me- tallschürfer. Noch als Zmeiundsiebzigjähriger durchforschte er das Montblancgebiet nach Gold und an- Kamps zurückhalten. Wer kann dies vernehmen, ohne sich gemahnt zu fühlen, daß nur dort noch echte Lebensformen blühen, daß nur dort noch Schmerz und Freude mahr sind, mo der Mensch den Menschen m Haß und Liebe völlig ernst nimmt? Stolz unb groß bemächtigt sich die Technik bes Planeten; die Flamme' der Seele aber scheint schwächer unb schwächer zu brennen, so mie ein Stern, im Fernrohr betrachtet, mohl mehr Einzelheiten erkennen läßt, aber an Leuchtkraft abnimmt. Wie oft in jener Frühzeit, geschieht es, daß zmei Krieger, die sich den tödlichen Kampf ansagen, einander noch als göttlich oder göttergleich bezeichnen! So stark war das Gefühl für die Würde des Menschengesichts, auch roenn ein Feind es trug. Und nun fragt sichs: können mir mit unseren Gegnern verfahren wie mit einer Masse antlitzloser Larven, ohne selbst larvenhaft zu meröen? Verläuft am Ende hier die feine Linie, mo uns die äußerste Vollendung der Maschine dem gesunden Erdensinn entmenöet und in eine glänzende Entartung hinüberführt? Hat von hier aus vielleicht schon die Auflösung des alten heiligen Menschenbiloes begonnen? Gau es in den letzten Jahren des Kampfes publizistisch ober propagandistisch leichter gehabt hätte, als in den ersten Jahren der Existenz des „Angriff". Gemiß, mit der emporschnellenden Mitgliederzahl stieg auch trotz der hohen Ermerbslosen- zifser die Summe der eingehenden Beiträge. Aber sie konnten kaum Schritt halten mit den immer größer meidenden inneren und äußeren Aufgaben des Gaues. Außerdem aber vergessen mir heute allzu leicht, daß das kleine Blatt des Gaues in den ersten Jahren seines Bestehens noch den offenen Kampf gegen fast 70 Blätter aufzunehmen hatte unb baß beifpielsmeife das kommunistische Boulevardblatt „Die Welt am Abend" eine Auflage von einer Viertelmillion hatte! Die planmäßige Hetze sämtlicher Linksblätter aller Schattierungen führte denn auch in der Geschichte des Gaues zu so grauenhaften Verbrechen mie ber Ermordung Horst Wessels am 23. Febr. 1930, ohne daß der Prozeß eine nennenswerte Sühne gebracht hätte, oder aber die Ermordung Kurt Nornacks am 11. Okt. 1931 oder des Professors Ernst Schwartz am 19. Jan. 1932 ober des Herbert Norkus ober Hans Mai- ko w s k i s , ber am Abenb nach bem triumphalen Marsch vom 30. Januar 1933 sein Leben lassen mußte. Die Ehrenliste ber gefallenen Kämpfer ber NSDAP, zählt nicht roeniger als 40 Namen aus ber Kampfzeit im Gau Berlin auf. Heute mie damals kann man nur sagen: die Gegner sind sich vermutlich in keiner Periode des Kampfes darüber klar gemefen, w e l ch e hu n d e r t- faltige Saat aus bem Blut der Gemordeten und Verwundeten des Gaues Berlin aufgehen mürbe. In ber parlamentarischen Geschichte aller Länber steht die sprunghafte Steigerung der Mandatszahlen ber NSDAP, in den Reichstagsmahlen einzig da. Gerade bei den Wahlkämpfen hatte ber Gau Berlin naturgemäß mit bie Hauptlast bes Kampfes zu tragen, da er sozusagen ständig dem Feind unmittelbar an der Klinge blieb. Kein Wunder, roenn bcifpiels- Die Bauernenkel sind es, bie bie Wett meistern. Wer wollte das bezweifeln in einer Zeit, ba eben dieser Satz sich neuerlich als wahr erwies? Ein Bauernenkel ist es ja, der Deutschland in den Nachkrieqstagen aufhorchen ließ und der jetzt schon längst die Welt in Atem hält. Das verriete schon sein Name, in bem sich linguistisch die Bezeichnung Hüttner oder Kleinbauer" verbirgt, roenn es dieses sprachwissenschaftlichen Hilfsmittels überhaupt noch bedürfe! Indessen bedarf es solcher Untersuchungen kaum: Wir missen um bie Vorfahren unseres Dolks- kanzlers, die urbajuoarischen Ostmärkler Hitler, Goeschl, Ledermüller, Peifsinger, Schicklgruber oder wie sie immer geheißen haben mögen, genau Bescheid, wissen, daß sie in Mühsal und Schollentreue Feld und Acker seit Jahrhunderten im Waldwinkel, im Bereich bes Stisterschen Hochwalbes, bestellt haben, sehen sie, so wir nur ihren Namen Horen, greifbar vor uns: Sonnengebräunte, scharsgeschnit- tene, mohl auch mühsalburchfurchte Charakterkop e, wie sie bie Maler immer roieber zu holzschnitt- mäßiger Wiebergabe gereizt haben. Unb angesichts bieser Ahnen rounbert es uns, bie mir bas Bauerntum roieber als Kraftquelle jeden nationalen Lebens erkannt haben, schon kaum mehr, den Nachfahren solch Dichter, aufrechter, arbeitsamer Menschen sich als Genie schlechthin be- roähren zu sehen. Erst der Anschauungsunterricht durch das Wunder Hitler hat freilich den Massen unserer sogenannten Bildungsschicht wieder beigebracht, daß es jenseits der ehestens die rationalen Fähigkeiten ber einzelnen Volksgenossen überprüfen« den akademischen Grade ein irrationales, deswegen aber doch auch von intellektueller Kraft gespeistes Bei sctäetMerVerdauung <- BlurfIf*i eil— S-Cff Jg weise nach ben Septemberwahlen von 1930 ber Gauleiter, ber sich selbst so schonungslos wie beispielhaft eingesetzt hatte, in seinen Aufzeichnungen schreibt: „Das waren Wochen, wie wir sie uns nicht wieder wünschen möchten". Er unb seine Mitarbeiter hatten in ber «,at bas Letzte aus sich herausgeholt — aber nur, um diese Leistungen bei den Wahlkämpfen ber folgenben zwei Jahre noch zu übertrumpfen. Es fällt in diesen Jahren ein Wort, vor besten Ueberzeugungsglut unb Vertrauensfestigkeit man auch heute noch, nach fast vier Jahren nationalsozialistischer Regierung in stummer Bewunderung steht. Am 4. Mai 1930 schreibt Dr. Goebbels: „Sie werden einmal das Reich crobern, bteje Männer voll schweigender, milder Leidenschaft . Dem Gau Berlin mar es vergönnt, zahlreiche Phasen der letzten Kämpfe unseres Führers vom Jahre 1932 aus nächster Nähe mitzuerleben. Daß gerade an diesen Höhepunkten der Offensive a u ch d i e stärksten Anforderungen an den Gau gestellt murden, ist klar. Wer es nicht selbst nuterlebt hat, braucht sich nur der Photos und der Schilderungen aus dem Jahre 1932 zu erinnern, aus denen man entnimmt, melche riesigen Volksmengen schon damals unseren Führer auf feinen Fahrten „vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" umjubelten. Das rote System hatte bereits so roeit abgemirt- schäftet, daß es sich dem Willen der vom Gau Ber- lin geführten Bevölkerung der Reichshauptstadt nicht mehr mit ben früheren Methoden bes Polizei- fnüppels entgegenzustellen roagte. Als am Abend des 30. Januar 1933 in dem riesigen Fackelzug auch der Gau Berlin am Führer vorbeimarschierte, mar er eingedenk der blutigen Opfer aus langen sieben Jahren, erfüllt aber auch von unbändigem Stolz darauf, daß er in vorderster Front des Kampfes sein gutes Teil dazu beigetragen hatte, daß jener Tag und jener abendliche Fackelzug vor dem Führer Wirklichkeit werden konnte. Das meiß niemand bester als Adolf Hitler selbst und sein Berliner Gauleiter. ten Volk und Atmosphäre mit einer fast missen- • schaftlichen Gründlichkeit; und bann sprachen mir zu Berlin die Sprache, die es verstand." Dies Wort aus den Aufzeichnungen des Gauleiters Dr. G o e b- b e l s steht wie ein Motto über den Jahren des Kampfes um Berlin, die der Verbotszeit unb ber Gründung des „Angriff" folgten. An ihrem Beginn steht jene ans Herz greifende Szene vom 30. Geburtstag des Gauleiters, mo bei einer ihn überraschenden Geburtstagsfeier im Kreise sämtlicher alten Mitkämpfer ihm 2000 Mark, mit den Groschen der ebenso Opferbereiten mie Unbemittelten gesammelt, für ben melieren Kampf überreicht mürben. Unb melche heiße Freude muh ferner den Gauleiter erfüllt haben, als ihm ein SA.-Mann einen Briefumschlag gab, in bem bie zerrissenen Schuldscheine über jene 2000 Mark lagen, die Dr. Goebbels für die Gründung des „Angriff" auf feinen Namen zusammengeliehen hatte. Demgegenüber eine heitere Randglosse aus jenen Jahren, bie uns heute im Nachgeschmack no* immer dasselbe Vergnügen macht, mie bamals bem Berliner Gauleiter: Ein führender Beamter des berliner Polizeipräsidiums erzählte ihm einmal, daß er Dr. Goebbels, dem Staate im Jahre rund 35 000 Mark JÜr Schutz und Uebermachung unb so" koste. Aber -gleichzeitig läßt ihn Severing brei Jahre lang ununterbrochen bespitzeln, Aktenmaterial zusammentragen schließlich burch ben Oberreichsanmalt Antrag auf Aufhebung ber Immunität des Abgeordneten Dr. Goebbels und seine zwangsweise Vorführung stellen. Es ist die Zeit, in ber die Berliner Braunhemden beispielsweise in einer Woche nicht weniger als zwölf Schwerverletzte durch Rot« morb haben ober in ber der Gauleiter im knallrotesten Teil Berlins nächst dem Wedding, in Reu- kölln, bei einem kommunistischen Angriff mitten zwischen den rasenden Mob gerät, einen schweren Hieb über bie Schulter erhält unb im allerletzten Augenblick von feinen Getreuen herausgehauen wird. Es ist aber auch die Zeit, über der trotz aller Verfolgungen und blutigen Opfer wie ein zweites Motto bie Worte von Dr. Goebbels stehen: „Welch eine !>errliche Bewegung ist das! Wohin man schaut, Leben, Kampf, Aufbruch. Ein Volk marschiert". Tatsächlich mar ber Urgrunb für die spätere Kapitulation der Viermillionenstadt Berlin bereits durch die Gründung des „Angriff" gelegt; was das einstige Wochenblatt in den Jahren des Kampfes um Berlin für die Berliner Parteigenossen, für den Gau und für die ganze Bewegung bedeutete, das wird dem Teilnehmer am lOjähogen Bestehen des Gaues bann roieber am stärksten klar, wenn er das Buch des Gauleiters noch einmal lieft, das den^Namen des damaligen Gaublattes als Titel trägt. Mr. hatten schon hier darauf hinae- roiefen, daß ber ^„21ngriff/Z während ber ganzen Kampfzeit die Debatten um bie zahlreichen politischen, wirtschaftlichen und sonsttgen Skandale ber Systemzeit nicht mehr zur Ruhe kommen ließ, und wenn „Isidor" Weiß viel früher, als er es sich je hat träumen lasten, seinen hochbezahlten und einflußreichen Posten im Berliner „Alex" räumen mußte, so durfte er sich sagen, daß das in erster Linie auf die pausenlose, zielbewußte Arbeit des Berliner Gauleiters zurückging, ber auch zugleich der Herausgeber des „Angriff" war. So einfach, wie es sich hier lieft, verliefen die restlichen Jahre der Kampfzeit nicht. Je stärker der Gau wurde, je größer mit jeder Reichstagsroahl die politische Schlagkraft der NSDAP, wurde, um so dichter folgten einander die behördlichen Schikanen gegenüber dem Gau. Aber dieser hatte sich das Wort von Dr. Goebbels zu eigen gemacht: „Schlagt zu, schlagt zu! Jeder Schlag hämmert uns härter und trotziger!" Es war auch nicht so, als wenn der „man mus nicht die buchstaben innber lateinischen sprachen fragen / wie man fol Deutsch reden / sondern / man mus die mutter im Hause / die Kinder aufs der gaffen / ben gemeinen man auff bem marckt brumb fragen / unb ben selbigen auff das Maul sehen / wie sie reden / unb danach dolmetzschen / so verstehen sie es denn / unb merken / das man deutsch mit jn rebte". Weistum aus dem Blut! Welche Irrwege der Verbildung sind wir gegangen, bis uns btefer ewige, gottgewollte Grundsatz wieder begreiflich wurde — und oberstes Gesetz! Zunächst für unsere Rebefeldzüge. Darüber hinaus wird em neues nationalsozialistisches Schrifttum sich diese Emstel- lung ebenfalls zu eigen machen müssen, will es, wie das Volkswohl es erfordert, ber Gemeinschaft aller dienen! Das kann nur, roer „bem Volke aufs Maul schaut", roer, wie weiland Luther, abhold jeder Phrase und jedem schöngeistigen Geschwätz, alle Register volkstümlich kerniger Aus- drucksroeise beherrscht. Da dürfen weder schlichte Natürlichkeit noch ungezwungene Bildhaftigkeit, weder kühne Personifikationen noch ledendige Anreden, weder urwüchsige Derbheit noch sprichwörtliche Redensarten, kurzum nichts von dem, was ,dem gemeinen Mann in den Schnabel kommt, fehlen! Moderne Werke, die das aufzuweifen hatten, gibt es leider nur wenige: Luthers Schriften unb Bibelübersetzung bttunden aber diese Volks- bezogenheit mit jeder Zeile! Es ist nicht von ungefähr, daß zahllose volkstümliche Wendungen, die heute noch gang unb gäbe sind, von Luther zuerst deren Metallschätzen. Er tarn nicht mehr zurück. Niemals wurde sein öeicfjnam gefunden. In den Jahren 1852 bis 1857 wurde der Montblanc vierundsechzigmal erstiegen. Sechzigmal waren es Engländer. Der Montblanc war ein Modeberg geworden. * Der bedeutendste italienische Bergführer, Jean Antoine Carrel, aus dem Piemont stammend, ein ehemaliger Gemsjäger, roar der tollste Matter- hornberenner, der je gelebt hatte. Er zeichnete sich durch unbeschreibliche Hartnäckigkeit aus und war ein glühender Nationalist, der für Italiens Ruhm das Matterhorn erobern wollte. Der Engländer W h y m p e r kam ihm unter dramatischen Umständen am 14. Juli 1865 zuvor. Carrel liebte das Matternhorn mit einer unheimlichen, schicksalhaften Leidenschaft. Der Berg tötete ihn auch: am Futz des Matterhorn bricht Carrel, vom Schlage tödlich getroffen, zusammen. Er hatte gerade wieder eine Besteigung seines Lieblingsberges hinter sich. Es war das Jahr 1890. ♦ Der Bezwinger der vielumworbenen Aiguille de Geants in der Montblancgruppe, Jean Maqui- gnaz, außerdem ein berühmter Matterhornspe- ziattst, verschwindet spurlos am 18. August 1890 auf dem Bionnassaygrat im Montblancgebiet. Mit ihm verschwinden ebenso spurlos Conte U. di Vilanova und A. Castagneri. Um diese Zeit war ein riesiger Schneesturm ausgebrochen. „Mir passiert nie nix" war ber fatalistische Ausspruch bes großen Schweizer Bergführers Alexan- der fBurgener, ohne ben keine alpine Großtat in den Westalpen der 80er unb 90er Jahre bent- bar ist. Am 8. Juli 1910 beim Aufstieg im Jungfraumassiv fegte eine Lawine ihn, seinen Sohn Alois, die Führer Peter I n ä b n i t, Rubolf Jnäb- nit, Christian Bohren unb zwei weitere Bergsteiger in bie Tiefe unb in ben Tod. Nur fein Sohn Adolf Burgener und der Führer Fritz B r a w a n d entrinnen der Lawine mit schweren Verletzungen. Bildende Kunst im (5ou Hessen-Nassau. Herr Walter Kröll (Gießen), als Beauftragter des Obmanns der Reichskammer der bildenden Künste, Herrn Carl Fries (Ortenburg), bittet uns mttzuteilen, daß außer den in unserem geflogen Bericht genannten noch bie folgenden Künstler aus hiesiger Gegend auf der Ausstellung der Reichskammer im Frankfurter Römer vertreten sind: Bender, Herbom (Westerwaldlandschaft, Del), Großhaus, Lützellinden (Bauernkopf, Radierung) und Kröll, Gießen („Eisengießer", „Deutsche Jugend", Pinselzeichnungen). _ Kaiser Heinrich IV. im Jahre 1OT7 bekannten Buß gang nach Canossa unternahm, wurden vor dem Ueberschreiteit schwieriger Paßstellen und schneeverwehter Bergsteige die Gemahlin des Kaisers und ihr weibliches Gefolge in feste Rindshäute eingenäht. Dann ließ man die mit Stricken befestigten Häute die Berghalden und Felssteige hinab. So berichtet der deutsche Geschichtsschreiber Lambert v. Hersfeld in seinen „Annalen". gelehrsamkeit! Auf Grund dieser, jeden Unvoreingenommenen beglückenden Erfahrung sind wir roeit besser als zahlreiche Generattonen vor uns befähigt, ähnliche Wunder der Vergangenheit zu begreifen, beispiels- weife das Wunder des Bauernenkels Martin Luther, der seiner Zeit zur Achse einer neuen Weltentwicklung wurde, wie heute unser Führer, wenn auch in anderem Sinne. Ganz gleich also, ob es sich um Religion ober Politik handelt: Der Vorgang an sich ist derselbe und in jedem Fall von säkularer Bedeutung. Die Bauernenkel sind es, bie bie Welt meistern. Will man sich bas verstanbesmäßig in etwa erklären, wird man ein gut Teil ber roeltberoegenben Kraft dieser genialen Menschen ihrer ungewähn- licken rednerischen Begabung zuschreiben. Sie haben die herzbezwingende Kraft des Worts: des gesprochenen, aber auch des geschriebenen. Und sie haben sie deshalb, weil sie — unangetränfelt von der Kühle nur mehr bilbungs« mäßiger Eloquenz — wie „ber gemeine Mann" zu sprechen vermögen. In dieser Hinsicht darf man einem Hitler ebenso wie einem Luther nachrühmen: „Daß was er sagt unb singt unb tut eingeht bei Mann und Weibe. Er ist von ihrem Fleisch und Blut: Der Kerl hat Volk im Leibe!" (Hermann Burte.) Der Gprachschöpfer Martin Luther Ein Beitrag zum Reformationsfest am 31. Oktober. Don Dr. Jtoiner Schlösser, Präsidenten der Netchscheaterkammer. W-!l Luther „Volk Im Leibe" hatte, fand er auch zum Deutschen hin. Es war das für ihn, den Theologen, bekanntlich alles andere als naheliegend, unb er ist ja gewissermaßen auch erst über den Umweg Latein—Griechisch—Hebräisch, eine Dreiheit, bie er an ber Wittenberger Universität gepflegt wissen wollte, zur Muttersprache gelangt. Genug inbessen, baß er zu diesem Endziel vorstieß; hat er uns bann noch bie neuhochbeutsche Schriftsprache und damit letzten Endes die Voraussetzung für unsere ganze kulturelle Entwicklung bis aus den heutigen Tag geschaffen. „Geschaffen — dies Wort sie sollen lassen stahn, wenn auch zugegeben werben muß, baß ein einzelner, unb sei er von noch so überragender Bedeutung, im wörtlichen Sinne selbstverständlich keine Sprache zu schaffen vermag. Wohl aber kann er sprachliches Material, das sich zu einem Neuen entwickelte, durch schöpferischen Gebrauch verbindlich machen, „mit wahrem Leden erfüllen, zum vollen Ausdruck des geistigen Lebens erheben und für jedermann fruchtbar machen" (Bartels). Und bah der Reformator nicht nur des Glaubens dies getan hat: Wir wissen es. Gewiß, die Einheitlichkeit ber Sprache würbe feit dem 14. Jahrhundert durch einige fürstliche Kanzleien bereits angebahnt — aber was will bas, gemessen an ber Großtat Luthers, schon bebeuten? Er erst, als ber „urmächtige unter allen Meistern ber Sprache", „zog bem heiligen Bibelwort den berbdeutschen Adamsrock an" — um in einem Satz den Protestanten Chamberlain unb ben Katholiken Euringer zu zitieren! — unb schuf bamit ben genügen Felsengrunb, ben deutschen Prosastil, auf dem ein Klopstock, Lessing, Goethe unb Schiller ben Dom ber deutschen Dichtung errichten konnten. Sehr mit Recht ist darauf hingewiesen worden, baß diese Uebersetzung Jahrhunderte lang b as einzige Band unserer Nationalität gewesen ist — eine Tatsache, bie insbesondere der Nationalsozialist, sei er Protestant ober Katholik, zu würdigen wissen dürfte. Wie er gerade Luther auch um beffentroiüen lieben wird, daß er den Ewigen Deutschen in Gestalt des ihm so vertraut gewordenen gottbegnadeten Dolksredners verkörperte. Von ba her nämlich stossen ihm, wie schon angebeutet, bie besten Kräfte zu seinem Werke. Des Rätsels Lösung, wie es ihm gelang, eine „in bunke lm Uebergangsprozesse eben ausgegorene Sprache, bis zur anschließenden Gültigkeit zu „dichten , schließt Luthers volkhafte Auffassung von ber Kunst des Dolmetschens in sich ein, die da lautet: QUA btn lenb, tim. ‘beit, 'aus. | bis r o zu. ei er >chen assen eriol, °pfe- brem pflen btbat nicht n es. e seit tanj. 1?«" istern i den 1 Tutz lolilen .Skisti. >f dem r den en. lorben, bar litat :re bet atholik. Luther r den frtraut rerkör. schon e. Les i tun» pradje* chien", t Kunst inischen 'eben / i / bie in auff eldigen danach I und icge bet s dieser kgreiflich r unsere i neues Tinstel- will es, mein« r „bem Luther, jen ®e« r Aus« schlichte iftigkeit, ge An« ichwvrt» m, TOM . tommt, üsen hat« Schriften se Volks« von un> ingen, die her zuerst )t zurück. >er Mont« ial waren Mobeberg et, Lean ttrmmenb, e Matter- chnete sich und öaT int NutM Engländer chen UM' liebte das cksalhastrn am ifle tödlich eine r sich- 69 JduiU« de Maqu' I«r6or* lauft l89Ut k-S die,- 3" en. snsche W Nlexa"' ne ®*t i ^obit ** &r &*«•* »Sk M Deichs d«r sind- tret^ ’geO, »sch?"'«^ Neues für den Büchertisch leit .US« Und „Hie kan nicht sein ein böser mut, wo da singen Gesellen gut, hie bleibt kein zorn? zank, haß noch neid, weichen muß alles Herzeleid .. .* — Anna Hilaria von Eckhel: Die Familie Frohmeier. Roman. Neue wohlfeile Ausgabe. Ganzleinen 3,75 Mark. Bergstadtverlag, Breslau. — (274.) — Den im alten Oesterreich spielenden Roman zeichnet eine treffende ifi war, hielt zum 25jährigen Bestehen der Mite Fran^aise“, des Vereins zur Ausbreitung WiHer Sprache und Kultur, 1911 eine Rede, Mk- sagte- Mu hat traurige Rassen unter der Sonne, die ■W ist fröhlich. Der Himmel Frankreichs ist ijjren Lippen. Der französische Geist ist fun- Minder Verstand! Der wesenhafte Zug der ^'ü’iinen Seele ist die Liebe zum Ideal. Ja, das r^Tireinster Ruhm, darin bestehen das Gleichst die Ursprünglichkeit unserer großartigen Mt„ daß wir stets durch Ideen und für Ideen '4 f)::ben. Alles, was die französische Kultur ntri, ist gerecht gewonnen. Frankreich arbeitet W für die Welt, und seine Sprache, ein He; lFreiheitswerk, ist das gemeinsame Erbe ÜKnchheit." mit voller subjektiver Ehrlichkeit gespro- ,'V mpfindet jeder Franzose, der sich Gedan- üvr den Geist und die Berufung seines Vol- "rvtz Was andere Völker, namentlich wir, da- m tirMwenden hätten, ist nicht schwer zu sagen, r ag hier auf sich beruhen bleiben. In ihrer siim die Sätz Deschanels ein Meisterstück, um 9*em Gebiet den Glauben an die „Douce •cjt n charakterisieren. )e-r Nimmel Frankreichs ist auf unseren Lip- "u diesem französischen Himmel gehört die 'M Pfaden der Geschichte durch Frankreich Von Or. Paul Rohrbach. Was dem deutschen Reisenden, sobald er die Umgegend von Paris verlassen hat, besonders auf- Ia?i wirtschaftliche Verschwendung, die mit kulturfahigem Grund und Boden getrieben wird Unglaublich nachlässig ist die Waldwirtschaft. Frankreich ist baumreich, aber waldarm. Durch die Wie- sen und Aecker ziehen sich massenhaft zur Scheidung der Stucke gepflanzte Baumreihen. Dazu kommen die Obstpflanzungen. Die ganze Bretagne kann man beinahe ein lichtes Gehölz von Apfelbäumen nennen. Apfelwein ist dort das in unvorstellbaren Mengen konsumierte Volksgetränk. Im ganzen Westen ist der Eharakterbaum die Eiche, aber man eigentlich sagen, er wäre es, wenn nicht statt der Eichenwälder, die es sicher einmal gegeben hat, letzt ein gestrüppartiges Niederholz vorherrschte. Was da an dünnem, ungepflegtem, ungleichem Zeug aufwachst ist zu nichts Rechtem zu brauchen. Es gibt einen berühmten Eichenwald in der Landschaft Angoumois. Nicht weit davon liegt Cognac an der Charente. Der edle Alkohol, der dort aus Trauben fabriziert wird, muft in ftnffprn Ifinorn Milieuschilderung der Zeit des Biedermeiers aus. Wesentlicher aber sind die bewußt gezogenen Parallelen zwischen dem politischen Wollen des damaligen und des heutigen deutschen Menschen. Mit dem Medergang Napoleons erwacht der Gedanke großdeutschen Reiches. In diesen Rahmen ist die Geschichte der Familie Frohmeier eingebaut; sie verkörpert in ihrem Glück und Unglück die deutsche Familie, deren unzerstörbares Fundament in aller Not der Glaube und die Treue bilden. Fremde Erzähler. französische Erde. Ich habe jetzt ein gutes Stück von Frankreich gesehen: Paris, die Bretagne, den Westen von der unteren Loire bis an die Pyrenäen, die Mittelmeerlandschaften und die an der Rhöne und Saüne, von Nimes und Avignon bis hierher nach Burgund. Frankreich hat auch rauhe und großartige Landschaften. Die Cevennen, zu denen man westwärts aus dem Rhonetal aufsieht, und das vulkanische Zentralplatoau sind düster, Frankreichs Anteil an den Westalpen und Pyrenäen ist Hochgebirge mit Schneegipfeln. Dorthin gehen im Winter billige Sonderzüge für die Schneesportler, für die aktiven und die anderen, die sich an den Bars und auf den Tanzdielen wohler fühlen, als auf den Brettln (die zweite Art ist meist weiblichen Geschlechts). Zahlreicher aber und voller sind die Züge nach den behaglichen Badeorten am Kanal, an der atlantischen Küste und am Mittelmeer. Wenn der Franzose „Cöte d’Azur“ sagt — das ist die Strecke von Cannes über Nizza bis Mentone —, dann fühlt er einen Höhepunkt der Schönheit seines Landes. Daß gerade dies Stück zu denen gehört, mit denen sich Napoleon III. von den Italienern seine Hilfe gegen Oesterreich bezahlen ließ, ficht niemanden in Frankreich an; es wird wohl auch nur wenige Franzosen geben, denen dergleichen bewußt ist. Frankreich ist schön, wenn man den Maßstab der Ausgeglichenheit und Lieblichkeit an eine Land- schäft legt. Es ist der des lebendig gebliebenen antiken Empfindens, dem die Unwegsamkeit, die Felsen, das Eis und der Schnee des Hochgebirges mehr Grauen als Bewunderung einflößen. Äuch'der Italiener empfindet so. Wie lange ist es überhaupt her, daß sich die Schönheit des Hochgebirges unseren Augen offenbart hat? Albrecht von Hallers „Alpen" erschien erst vor 200 Jahren, 1729: von da an datiert man das Aufwachen des Sinnes für das Grandiose in der Natur. seits Montpellier. Der Südfranzose ist ein großer Weintrinker. Ein Gutsbesitzer in Toulouse erzählte mir, daß seine Arbeiter ein tägliches Deputat von vier Liter haben und für die Frau noch einen Liter extra. Nach diesem Schlüssel wird die Menge Wein, die einem Arbeiter für das ganze Jahr zu- steht, berechnet; hat er es vorher ausgetrunken, so muß er für einen überlchießenden Bedarf eine Kleinigkeit zahlen. In diesem Frühjahr war kaltes Wetter, und weil die Leute darum viel zu Hause saßen, hatten sie bis Ende Mai schon alles ausgetrunken, was ihnen bis zum Jahresende zustand. Wein ist billig, in Mittel- und Südfrankreich kann man zu jedem Essen beliebig viel trinken, ohne daß es berechnet wird. Der Gemächlichkeit des französischen Lebens entspricht seine Heiterkeit. Die Leute haben viel Humor, nur ist er stets spitzer als der deutsche, was auch in den gegenseitigen Neckereien der Bewohner verschiedener Landschaften zu Tage kommt. Die Aufschneiderei der Gaskognen wird mit zahllosen Witzen illustriert. Am schärfsten geht es über die Normandie her, wo bie Leute als gerissen und rücksichtslos auf den Erwerb gerichtet gelten. ,Je le jurerais bien, mais je le ne parierais pas!“ „Beschwören würde ich es ohne weiteres, aber nicht darauf wetten!" Das ist eine den Normandieleuten ins Stammbuch geschriebene Malice." Heber der ganzen „Douce France“ liegt das Verlangen nach einem das Behagen des Lebens ge« wahrleistenden Dauerfrieden gebreitet. Dabei ist cs dem Franzosen, bewußt oder unbewußt, das Selbst« verständlichste von der Welt, daß die übrigen Na- tionen Frankreichs „Sicherheit" als einen unantastbaren, gottgewollten Zustand anzuerkennen haben. von demselben Derfasier stammt das Volkslied „Vom Himmel hoch", der Trutzgesang von der festen Burg wie auch der Aufschrei „Aus tiefer Not"! Auch in der Dichtung repräsentierte Luther das deutsche Volk eben in der Totalität seiner Empfindungen. Nicht zuletzt deshalb lebt er noch heute selbst im Herzen derjenigen weiter, die ihm konfessionell längst abtrünnig wurden. Jeder einzelne ist und bleibt ihm zumindest völkisch verpflichtet, vorzüglich auch der Schauspieler, der Luthers sprachschöpferischen Großtaten im Grunde alles ver- dankt, gerade heute, wo das den Geist verkörpernde Wort als wesentlicher Baustoff des Theaters zu neuen Ehren gelangte. — Trygve Gulbraussen: Das Erbe von Björndal. Roman. Berechtigte Hebert setzung aus dem Norwegischen von Ellen de Boor. 339 Seiten. Leinen 6,50 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1936. — (352) — 3m „Erbe von Björndal" steht die Geschichte der Bauern aus dem norwegischen Bergwald im Mittelpunkt des Ganzen., jene Geschichte vom Leben und ‘ Sterben der Geschlechter und vom Kampf der Menschen miteinander, mit der Natur und mit Gott. Das reiche Erbe, über das die Vorfahren ihr Leben hindurch nach altem Brauch gewacht haben, ist bei Adelheid und dem jungen Dag in guter Hut. Ihre langsam sich entfaltende Liebe findet nach mancher« ler Spannungen und schmerzlichen Schicksalen, aus denen ihnen Zweifel, Unruhe und Gewissensnot erwachsen, ihre Erfüllung. Mit ihnen zusammen lebt der alte Dag, der stolze Herrscher über Hof und Land und Wälder, der in seinem langen Leben erfahren hat, daß Reichtum verpflichtet und Macht erst durch Güte ihr Recht erhält. Sein Wille lebt über den Tod hinaus in Dag und Adelheid weiter fort, die sein Werk erhalten, durch Fleiß und Opfer mehren und immer weiter ausbreiten. — Sigrid Unbfet: Olav Audunssohn. Herausgegeben von I. Sand me ier. 1174 Seiten. In Leinen RM. 7.80. Rütten und Loenina Verlag, Potsdam 1937. — (346.) — Die Unbfet gehört ohne Zweifel zu den erfolgreichsten und beliebtesten Autoren des bis vor kurzem in Frankfurt ansässiaen Verlages; besonders bei einer zahlreichen weiblichen Leserschaft waren die Bücher der Norwegerin vor einigen Jahren geradezu Mode, und wenn man von „Kristin Lavranstochter" ab« sieht, gründet sich ihr Ruhm und ihre Beliebtheit vor allem auf dieses umfangreiche Buch, das bisher nur in vier Bänden und zu einem dementsprechend sehr viel höheren Preise zu haben war. Der große Erfolg der früher erschienenen wohlfeilen einbändigen Ausgabe der „Lavranstochter" hat den Verlag bewogen, eine gleiche handliche Aus- gäbe auch von „Olav Audunssohn" herauszubrin- gen, dem, wie man sich vielleicht erinnert, die Unbfet die Verleihung des Nobelpreises zu verdanken hatte. Wir zweifeln nicht daran, daß der Verlag mit dem vorliegenden Bande dem großen Freundeskreise der Dichterin eine Freude bereitet, und wir glauben auch, baß diese Ausgabe der Unbset manche neuen Leser in Deutschland gewinnen wird, bie früher burch den äußeren Umfang des Werkes abgefchreckt wurden, sich mit der alten Saga um Olav Audunssohn und Jngunn Stein- slnnstochter vertraut zu machen. — Die verlegerische Ausstattung ist geschmackvoll und gediegen, hth. — Gunnar Gunnarsson: Der brennende Stein. Und andere isländische Novellen. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Helmut de Boor. 198 Seiten. Leinen. RM. 5.—. Verlag Albert Langen / Georg Muller, München 1936 — (332.) — Der heroische Geist, der die großen Romane des isländischen Dichters Gunnar Gunnarsson auszeichnet, tritt auch in diesem jüngsten Werk, einer Sammlung isländischer Novellen, zutage. Gunnarsson erzählt in diesen Geschichten Begebenheiten aus seiner Heimat, wie sie sich in alter und neuer Zeit in seinem Volke zu- getragen haben. Die gewaltige Landschaft seiner Heimat wird auf unheimliche Weise lebendig. Ein gefährlicher Zauber umwittert Schicksale und Abenteuer der Menschen dieses Jnsellandes, denen der harte Tod so selbstverständlich ist, wie das karge und mühsame Leben. Ernste, fast ins Mythische weisende Geschichten stehen neben zarten, oft von befreiendem Humor erhellten Erzählungen. Wer könnte das Erlebnis „Auf dem Grunde des Schneemeers" vergessen. — Anton Schnack: Zugvögel der Liebe. Roman. 270 Seiten. Paul List Verlag, Leipzig. — (318) — In diesem Roman von Anton Schnack, den die Leser des Feuilletons und der Unterhaltungsbeilage seit langer Zeit kennen und schätzen, geht es ähnlich zu wie in Ulrich Sanders Roman „Kliffsommer", den wir vor einiger Zeit an dieser Stelle angezeigt haben: Sommer und Herbst auf einer kleinen Ostsee-Insel werden hier beschrieben, das halb unruhige, halb beschauliche Leben der Feriengäste, wie sie die Reiseroute, der Sommer- fahrplan oder der Zufall zusammengewürfelt haben für eine kleine Frist. Die Einheimischen mischen sich mit den Fremden, den Zugereisten, Gesichter und Gestalten tauchen auf, rücken in die Mitte des Geschehens, verschwinden wieder; Beziehungen spinnen sich an in der kleinen, begrenzten Lebensgemeinschaft; Sehnsucht, Liebe und Eifersucht regieren das Tun und Treiben, Gedanken und Handlungen der wesentlichen Gestalten. Die eigentümliche Landschaft gewinnt in dieser Geschichte eine besondere, mitspielende Beziehung zum Handlungs- ablauf, und in dem Bilde der belebten Natur einer einsamen Inselwelt, im großartigen und rätselvollen Schauspiel des nächtlichen Vogelzuges findet der Erzähler das Sinnbild, das die wechselnden Schicksale in seiner Erzählung auf eine mehr als äußerliche und zufällige Weise miteinander verbindet. hth. — Hanns Johst: „Die Torheit einer Liebe." In Seinen geb. 4,20 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (331.) — Ein Spiel ist das Ganze, ein flüchtiger Traum und für ö-cn, der sich ihm hingibt, eine wirkliche Torheit. Denn er ist noch ein reiner Tor, den der schöne Schein verführt und um das ersehnte Glück der Erfüllung betrügt. Wie viel Sorgen, Pflichten und Opfer nimmt er nicht auf sich, um der angebeteten kleinen Baronin zu gefallen! Getrennt von ihrem Manne, der draußen in der Welt auf der Suche ist nach einer neuen besseren Zukunft, schlägt sie sich mit ihren fünf Kindern tapfer durchs Leben, dankbar für jede Hilfe, die ihr das schwere Dasein erleichtert und verschont. Seine Freundschaft ist darum gern gesehen, und er erweist sich dieser Auszeichnung wert, indem er im Haus die Handwerker, im Garten den Gärtner ersetzt, ja, als der Hunger droht, sogar wider Willen wildert und von fremden Aeckern Kartoffeln stiehlt. Er sorgt, während er mit den Kindern herurntobt und die Baronin beschützt, für das Wohlergehen aller, immer voller seliger Erwartung, von der angebeteten Frau erhört zu werden. Aber die Liebe hat bunte Flügel und fragt nicht nach der Not des Herzens. Als die Baronin wieder Nacyricht von ihrem inzwischen vermögend gewordenen Manne erhält, verschwindet sie ebenso plötzlich, wie sie auf- getaucht war und zerstört dem zurückgelafsenen Freund alle Wünsche und Träume. Menschliche Güte und herzhafter Humor leuchten aus dieser köstlichen Liebesgeschichte hervor und machen sie zu einem Dichtwerk von seltener Anmut. — Helene Christ aller, Adam geht aufWanderschaft. Roman. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinenband 5,60 Mk. — (294) — Es ist eine packende Entwicklungsgeschichte, innig, schlicht und dabei von einem gütig überlegenen Humor durchzogen. Adam ist ein gesunder Pfarrerssohn aus dem Schwarzwald mit rundem Bubengesicht und offenem Blick, aber zum Studium nicht geeignet. Wie Michelangelos Adam, von dem eine Abbildung in der Studierstube des Vaters hängt, so streckt auch der junge Mann in den entscheidenden Stunden seines Lebens die Hand nach Gott aus. Nach der Rückkehr aus dem Krieg Zieht er auf die Wanderschaft nach Italien und schlägt sich schlecht und recht durch, bis er in einem Häuschen über dem Lago Maggiore mit feiner Jugendfreundin, einem prächtigen, tapferen Men- i schenkind, eine Familie gründet. Nach dem Tode < ihres liebsten Kindes lassen Heimweh und äußere < Not Adam mit feiner Familie wieder den Weg in j bie Heimat finden, wo ihnen die. gütigen Pfarrers- < eitern eine neue bescheidene Lebensmöglichkeit ! schaffen. j inscmenbet mürben. Er hatte eben „feine aewiise operli^e eigene spräche im deutschen", sondern c?r?u l , gemeinen deutschen Sprache". Ge- aL.' deshalb gelang es ihm, den bis zu seiner Zs evbar spröden und ungelenken schriftlichen l < ? ^"sZUweiten, zu bereichern und zu ver- fefin, daß er den glaubensinnigen Abschnitten der eiligen Schrift ebenso gerecht wurde, wie dem inttlsch alttestamentarischen oder den schlichteren ?Iarien etwa der Spruchdichtung. Vom Religiösen «Wal ganz abgesehen: Allein schon die sprach- Wsferische Tat macht Luthers Bibelüber etzung zu liner völkischen Kraft- und Gesundheitsquelle [l[nD-rgIeid)en! Es hieße aber — das verdient hier Wychalten zu werden — die gewaltige Erobe- riuni:'arbeit im Bereich unserer Sprache unbillig niirhinem, wollte man unterstellen, all unseren Nvt gewaltigen flöge ihre Meisterschaft nur so zu 2lie Entwicklung von der ersten Ansprache des eben aus Lern Lazarett entlassenen Gefreiten Hitler bis 3IP l$n überwältigenden Reden des Volkskanzlers viiih:.end des letzten Wahlkampfes setzt ganz im Cieg-mteH ein unablässiges seelisch-geistiges Arbeite m sich selbst voraus, wie es dem Durchschnitts- nirkiichen kaum vorstellbar ist. Liu Ende eines schweren Arbeitsprozesses also W sich immer erst die klassisch gewordenen und ).!Mb uns heute zu zwanglos anmutenben glück- iM Formulierungen Luthers ein. Und das auch i rj deswegen, weil Luther nicht nur „Volk im !übi" hatte, sondern darüber hinaus, wie jeder iHp^rische Sprachbeherrscher, auch künstleri- ch e Mensch war. So sehr wir die Volksnähe Elch auch als grundlegend betrachtet haben, t&in ist sie selbstverständlich nicht dazu angetan' iNn Luther und Hitler zu bem zu machen, was ei ii Wahrheit waren und find. Vielmehr treten e Fnn auf, wenn Volksverbundenheit ud künstlerische Impulse sich zu i n m verdichten. Wie sehr bas bei Luther üf all gewesen ist, zeigt allein schon seine be- uhtti Erklärung, warum er den Ausbruck „Du bereu Dauben aus bem Eichenholz von Angoumois geschnitten sinb, sonst erreicht er nicht bie Krone seines Geschmacks. Darum wirb dieser Wald bewirtschaftet und gepflegt. In den Flußtälern, namentlich in den Bergen, haben Linden, Ulmen und süße Kastanien ein üppiges Wachstum, aber was wir Fortwirtschaft nennen, ist wenig vorhanden. Der ganze lange Cevennenhang gegen Osten und Süd- osten, den man auf der Fahrt beinahe von Carcassonne bis Lyon zur Linken hat, erscheint so gut mie kahl. Welche Wälder dagegen rauschen bei uns auf Schwarzwald und Odenwald, ja auch auf den verlorenen Vogesen! Für deutsche Begriffe wird auffallend viel Gelände nur als Weide benutzt, sogar für Schafe. Bei uns würde es unter den Pflug kommen. Man merkt auf Schritt und Tritt, daß Frankreich, obwohl es Deutschland ungefähr an Größe gleich ist, beinahe um zwei Fünftel weniger Einwohner hat. Die Menschen brauchen nicht mit dem Raum zu geizen, sie können sich auch in dieser Beziehung eine gewisse Sorglosigkeit leisten. Auch von der Intensität des Ackerbaues in Frankreich habe ich in diesem Jahre keine sehr hohe Vorstellung bekommen. Die Felder machten von Paris an einen mäßigen Eindruck. Weizen herrscht vor, daneben sieht man Gerste und Hafer. Roggen ist mir nur auf Dem mageren Granitboden der Bretagne begegnet, aber 'ch weiß nicht, wozu er in Frankreich verwendet wird. Man bekommt nur weißes Weizenbrot; Schwarzbrot dünkt dem Franzosen ein Zeichen bar- barischer Aermlichkeit. Das eindrucksvollste Stück Bodenkultur, bas mir in Frankreich vorgekommen ist, waren die unab- sehbaren Weinpflanzungen auf dem ebenen Boden vollanaden Maria ablehnen müsse. „Wer deutsch kan' — meinte er — „der weis wol / welch ein hertzlich fein Wort das ist / die liebe Maria / der lieb Gott / der liebe Kaiser / der liebe fürst / der lieb man / das liebe kind". Hier haben wir Luther, den Dichter, dessen ganze Wesen- heit von jener Kraft des Gemüts durchdrungen war, die allen Höchstleistungen Unseres Schrifttums noch immer zugrunde gelegen hat, Luther in seiner ganzen inneren Spannweite! Derselbe Starrkopf, dessen „dämonische Augen" die Sendboten Roms erschauern ließen, — er war im Kreise der Seinen gleichzeitig die Güte und Herzlichkeit selbst, vor allem den Kindern als seinen „liebsten Närrlein" und „feinen Singvöglein" innigst zugetan. Dom gemütlichen Scherz bis zur behaglichen Ironie war ihm keine humorige Stimmung fremd, — und er verleugnete das selbst in seinen ernsten Schriften nicht. Bekannt ist ja auch die Aeußerung Johann Mathesius über Luther, daß er „sich bei Tisch zu gelegener Zeit sehr lustig habe hören lassen'. Als Freund froher Geselligkeit endlich liebte er „Frau musicam" und huldigte dem Glauben: Die französischen Flüsse fließen gemächlich zwischen hügeligen, mit Reben und Kastanien bepslanz- ten, von manchem stolzen Schloß gekrönten Ufern. Die Loire und der Rhein verhalten sich zueinander wie eine Venus und eine Minerva. Frankreich hat wenig Ruinen — haben doch seine inneren und feine gegen den Ozean und das Mittelmeer gekehrten Landschaften feit mehr als einem Jahrtausend keinen Feind in einem wirklichen Kriege gesehen. Man staunt über den Reichtum, der sich in der kirchlichen und feudalen, aber auch in der bürgerlichen Architektur seit der Hochblüte der französischen Renaissance, vielfach sogar seit der Gotik, unbeschädigt erhalten hat. Hier in Dijon gibt es ganze Straßenfronten, die unverändert aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Wie anders bei uns in Deutschland, auf dessen Boden sich feit dem Dreizigjährigen Kriege die Nachbarländer einluden, ihre Händel einzutragen und sich dann mit einem Stuck Deutschland bezahlt zu machen! V. La Douce France. c» at fein Interesse, die Völker zu befragen, wie ih Land von Herzen nennen. Der Amerikaner agt: „Gods own country“, Gottes eigenes d Der Russe sprach zur Zarenzeit vom „Heiligen mjlciD". Der Engländer meint, trocken und selbst- 4us: „Dies Land ist eine Insel!" (Was be- i-itich nicht mehr stimmt.) Der Franzose sagt: Iducc France“. Man muß etwas nachdenken, udi. richtig zu übersetzen. Zu dem Süßen, Mil- nuiD Weichen, das im französischen Wort „doux“ !>:, ! uß man noch ein Gefühl des Wohligen und lM chen hinzufügen, ungefähr so, wie wenn man T OL-n guten alten Wein trinkt, Der hier in der . rglyne, an Der Garonne oDer in Anjou gewachsen Lii leicht ist Der Wein von Anjou der beste Jn- :relider „Douce France“. i h itte — vielleicht kommen diese Zeilen auch -w iranzösischen Leser zu Gesicht — es mir nicht . z. nehmen, wenn ich noch eine kleine Weile I ff. ateriellen bleibe. Burgund, aus dessen alter i PtfinDt Dijon Diese Zeilen Datiert sind, gilt als )i'imat Der besten Küche von Frankreich. Man es auf jedem Hotelplakat lesen, unD es ist auch i $ wahres daran. Nur eine LanDschast noch ibi.tie Konkurrenz bestehen zu können, das Peri- tl cit seinen Trüffeln unD Gänseleberpasteten. Riseum von Toulouse steht in einer Vitrine leigens große MoDell einer Bäuerin, die eine i s lairch einen Dem Tier in Den Schnabel ge- ItziiTrichter nudelt. Daneben liegt in Spiritus Leser, die einem solchen geschlachteten Tier !turnen wurde. Sie wiegt ein Kilo! rwig, man Darf nicht ungerecht sein. In Frank- i! f;ielt Das Behagen am Leben eine große i, weniger nach Der Seite Des Wohnens, wobei j sttuzosen anspruchslos sind, als nach Der Seite ksen, Trinken und behaglicher Muße. Der Igo - ist kein geschäftiger Mensch; so sparsam " ist ihm der bessere Teil Des Lebens doch in dem die Arbeit getan ist. Dabei gehört iil&be über alles Materielle hinaus zuerst Der Ifen Heimat, Daneben Dem Boden Des Vater- iE im ganzen. Auch bei uns ist Heimatliebe M riotismus, bei aller Verwandtschaft, doch ■ai-felbe. Sobald es sich um den französischen ■iO Die französische Kultur handelt, steigt der, D'che Patriotismus auf hohe Stelzen. Einer igiißenbften französischen Politiker, Paul Des- < ixr viele Jahre Präsident Der Kammer und «jät gegen Ende seines Lebens Präsident Der Unverbindliche Vorführung In Jedem Fed>geseh8ft! KÖRTING-RADIO DR. DIETZ & RITTER G M B H.. LEIPZIG O 77 DIE LEISTUNG ZU DEM PREIS, DAS GAB ES NOCH NICHT - Mit Schwundausgleich, automat. Trennschärfe-Regelung, Leucht-Amplimeter, Stummabstimmung, Blitzwähler usw. Wechselstrom RM 208.- m. R. Allstrom RM 222.- m. R. (o. Gleichr.-R.) Oberhessen. Ein Heim für den Kindergarten Großen-Buseck. Lin Appell an den Gemeinschaftsgeist! * Großen-Buseck, 30. DEL In weiten Kreisen unserer hiesigen Bevölkerung ist es im Laufe des vergangenen Jahres und insbesondere zu Zeiten der Ernte, lebhaft begrüßt worden, daß durch die NSV. in unserem Orte ein Kindergarten unterhalten worden ist, der den Erwachsenen für die Zeit der Arbeit auf dem Felde die Sorge um die Kinder abnahm. Dieser Kindergarten vereinigte viele Kinder unseres Dorfes im Saale Brück und bei gutem Wetter im anschließenden Garten. Die Kinder waren dort gut und zweckmäßig untergebracht. Leider ist es aber dem Wirt nicht mehr möglich, den Saal auch für das kommenden Jahr zur Verfügung zu stellen. Da die Bevölkerung den Kindergarten aber nicht entbehren möchte (er hat sich als sehr zweckmäßig erwiesen), erläßt gegenwärtig die Bürgermeisterei einen Aufruf zur Mithilfe an einem Werke, das nach Möglichkeit schon im kommenden Frühjahr bzw. Sommer Wirklichkeit werden soll. Es soll ein besonderes Gebäude und ein dazugehöriger Spielplatz ausschließlich für die Zwecke des Kindergartens gebaut werden. Allerdings ist es der Gemeinde gegenwärtig nicht möglich, einen solchen Kindergarten aus eigenen Mitteln zu erstellen. Verschiedene größere Arbeiten innerhalb der Gemeinde, insbesondere auch die Feldbereinigung, haben die Gemeinde vor große finanzielle Aufwendungen gestellt. So kommt es nun darauf an, daß sich die Bevölkerung des Ortes für den Bau des Kindergartens einsetzt. Durch Fuhrleistungen, durch eventuelle Mithilfe am Bau, an Planierungsarbeiten ufw. soll die Einwohnerschaft in freiwilliger Mitarbeit zum Gelingen des Werkes beitragen, das ja in letzter Konsequenz auch der Volksgemeinschaft in hohem Maße dienen wird. Der Appell der Bürgermeisterei verdiente, nicht ungehört zu verhallen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 31. Okt. Gestern morgen wurde hier durch die Gendarmerie ein fast neues Herrenfahrrad f i ch e r g e ste l l t. Der Eigentümer kann sich bei der Gendarmerie melden. Sachdienliche Mitteilungen sind ebenfalls an die Gendarmerie zu richten. Das Fahrrad hat einen Wert von etwa 80 Mark. } Lollar, 31. Okt. Gestern morgen kurz nach 11 Uhr heulten plötzlich die Sirenen der Bude- russchen Eisenwerks Feueralarm. In einem Raum neben dem Lager, der zur Aufbewahrung von Holzwolle und anderen Abfällen dient, war Feuer entstanden. Durch das rasche Eingreifen der Buderusschen Werkfeuerwehr und der Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr konnte der Brand bald gelöscht und ein Uebergreifen auf andere Teile des Werkes rechtzeitig verhindert werden. Der Schaden soll glücklicherweise nur ge- ^lNen-Buseck, 30. Okt. Für den verstorbenen Ortsgruppenleiter Freund wurde Bürgermeister Kahl von der Kreisleitung zum Orts- qruppenleiter ernannt. Aus diesem Anlaß wurden die Mitglieder der Ortsgruppe, sowie die Amtswalter, Führer und Führerinnen der Untergliederungen zu einer Versammlung eingeladen. In seiner Ansprache forderte Bürgermeister Kahl die Anwesenden auf, auch weiterhin in treuer Pflichterfüllung an dem Werk des Führers mitzuarbeiten und ihn bei der Ausübung der ihm übertragenen Pflichten in kameradschaftlicher Treue zu unterstützen. Die Ausführungen des Ortsgruppenleiters fanden lebhafte und freudige Zustimmung. * Lang-Göns, 30. Okt. Zahnarzt Bepp- ler von hier hatte das Glück, gestern abend einen stolzen Hirsch (Achtender) in den Taunuswaldern bei Weiperfelden zu erlegen. Da es in den hiesigen Gemeindewaldungen keine Hirsche gibt, bildete die Jagdbeute für unsere Einwohnerschaft ein Ereignis, und viele — besonders die Jugend — versäumten nicht, den Hirsch zu besichtigen. Das Tier wog schätzungsweise 2'/« Zentner. # Hungen, 30. Okt. Gestern abend fand im Saale des „Darmstädter Hof" ein Mitglieder- Appell der NSDAP, und ihrer Gliederungen des Ortsgruppenbereiches Hungen statt. Ortsgruppenleiter K i r ch h ö f e r meldete dem Kreisleiter Dr. Hildebrandt die Ortsgruppe zum Appell. Kreisleiter Dr. Hildebrandt hielt sodann eine längere, ziel- und richtunggebende Ansprache,-in der er zunächst von der Schreckensherrschaft des Kommunismus in Rußland und Spanien ausging und dieser das vielseitige Aufbauwerk des Nationalsozialismus in unserem Vaterland gegen» überstellte. Er kennzeichnete den Kommunismus als eine Weltgefahr und betonte, daß es zu bedauern fei, wenn man sich heute vielfach dessen nicht mehr erinnern wolle, wie in den Jndustriegegenden unter dem Sowjetstern die Masse der Arbeiter verhetzt wurde und in vielen Mordtaten Opfer auf Opfer fiel. Der Redner sprach dann eingehend über den neuen Dierjahresplan des Führers. Schließlich forderte der Redner- auf, Volksgemeinschaft zu pfle. gen, zusammenzuarbeiten, nicht abseits zu stehen bei der Spende für das WHW. und mit allen Kräften dem Aufbauwerk im neuen Vierjahresplan zu dienen. Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. (Siebener wochenmarktpreije. * Gießen 31. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten:' D. f. Molkereibutter, kg 1,57 Mk.. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1 55 bis 1 60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf.,' Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, Wirsing, V, ke- 6 bis 7 Pf., 50 kg 4,50 bis 6 Mk., Weißkraut, % kg 4 bis 5 Pf', 50 kg 3 bis 3,50 Mk Rotkraut, % ke, Dekorationen. Cd. MÖBEL-SCHAU wobn^rtig eingeckbteter R ä um e eirrscMiefd«di in erlesenem Geschmack und ditten Preislagen zur Auswahl. Borrmann in Schaufenster 13 und 14 Majolika-Fliesen mit vernickelter oder verchromter Armatur Borrmann g (Hießen, Neustadt 5, Fernruf 4166 _______________6947 A We=r zerfrgem-d£e WOHNKULTUR S »2U937 lloydI^w verlangen Öle das grolle Nelleprogramm: lloyö-]ubilQum8fQh[tenl937 fD185Z 21. Dezember 1936 bis 5. Januar 1937 Lloyds chneDdampfer »COLUMBUS« AFRIKA-MADEIRAFAHRT fröhliche Weihnachten an Bord / Silvester auf Madeira Hujdeafahrpreu o*A Maßgabe «orbandenen Pim® 16. Dezember 1936 bis 12. Januar 1937 mit Expressdampfer »EUROPA« NEWYORK-FLORIDAFAHRT Weihnachten in Washington / Silvester in Miam? I rund RM 1045.. | [einschl. Landaufenthalt! Öle eeßen Lloüö-Jubilöumafahrten beginnen (djon zu Ultihnaditen-ÖilDeltei Der stubenreine Dauerbrand- ölen für Union-Briketts (Allesbrenner oder anderer Brikettofen) spart Arbeit, Zeit und Geld. Er braucht nur wenige Union-Briketts den ganzen Tag und gibt dafür eine gesunde, wohlige Wärme. Sonntag, 10.15 Uhr, im Gloria-Palast „Die WflW des Glaubens kiarWerl" Eine Feierstunde der NSG. „Kraft durch Freude" und des Landschaftbundes Volkstum und Heimat, gestaltet von Angehörigen der Gliederungen und der Wehrmacht. Musikalische Umrahmung durch das Hellertion. Eintritt 30 Pfennig. 6020 D Statt Karten Für die uns zu unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus Ludwig Walz und Frau Karola, geb. Schlosser Ausbund unb psolpchte öued) entert Vertretungen unb IlorddeuMec Eloyö Diemen Gießen: I£retzschmar, Selters weg 24 Achtung! 6943D Gasthaus Stadt Berlin Heute Samstag, 31. Oktober: Konzert-Abend Bis 4 Uhr nachts geöffnet! Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeiger Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damltdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde £eistung ent scheidet! Gute Arbeit — prompte Bedienung! Machen Sie einen Versuch und überzeugen Sie sich von meiner Leistungsfähigkeit Schuhmacherei W.KEMLER nur Schulst ra ß e 5 6949 A Gießener Eisverein e. V. General-Versammlung am Donnerstag, dem 5.November 1936, 20l/i Uhr im Eissporthaus. Tagesordnung: 1. Berichte der Sportwarte 2. Rechnungslegung u. Entlastung des Vereinsrechners 3. Wahl des Vereinsführers 4. Verschiedenes 6921D Der Vereinsfuhrer. Klein-Linden Sonntag, den 1. November: TANZ Anfang 4 Uhr nachmittags 6906A Franz Rathenow. Sanitäre Anlagen Heizungen,Reparaturen nur beiWithofi vSeltersweg^S I Telefon 2037 Lich, den 31. Oktober 1936 6926 DI Moderne 6919D Klein- Pianos führend.Marken Pianohaus Schönau Bahnhofstraß.76 Kein Schaufenster Ihre Vermählung geben bekannt Willi Lecker Lina Lecker, geb. Hedn'ch Herborn Gießen, Lieblgstraße 72 1. November 1936 __________________________________________05001 Die Brille nach Maß! Brillen Beller Am Bahnhof Gießen Gewissenhafte Anpassung durch erfahrene Fachoptiker!' Lieferant aller Krankenkassen eoss* hV deAen Sie vieHelAl, ne, ja'«* junge Leute können •cNeek und (röhlidi sein. Aber die emd dieimal nicht Gewifi. euA lür di«i* Ist Dr. Richie» Flühslückiltreulerfee seh' von Nullen, »bet lür die allere Generation, die in die Breite gehl, iil Dr. Richten Frühilückikräulertee das einiig Wehre, um sddenk und froh tu bleiben. - Packung RM 1.80 und 2.25. AvdH* OMebleNenwhäM. Nehmen Sie aber nu/den echten Da, Ereil uatart feOlutOckikräyf Nr. 25b Drittes Matt Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberhchen) Samstag, 51.®tto6er 1956 Aus der Provinzialhauptstadl. Straßenspuk. Es war für die Arbeiter der Straßenreinigung in den letzten Tagen keine einfache Aufgabe, ihres Amtes, der Sauberkehrung der Straßen, zu walten. Insbesondere nicht der baumbestandenen. Denn hier war es so, daß sie, am Ende ein-r Straße angelangt, nur mit Unmut auf das Feld ihrer Tätigkeit zurückblicken konnten, weil das. was sie soeben mühsam entfernt hatten, wie durch Zauberspuk schon wieder dalag, nämlich Hunderte, tausende von Blättern. Und der Missetäter Sturmwind pfiff noch sein Spottliedchen dazu. Es konnte sich aber auch ereignen, daß den Arbeitswilligen die Arbeit sozusagen davonlief. Nun kann man ja wohl seiner Arbeit „nachgehen", aber hinter ihr herzurasen, kann weder verlangt, noch gutgeheißen werden. Und da die Blätter in ihrer tollen Massenflucht sich an nichts kehrten, blieb den wackeren Arbeitsmännern der Straßenreinigung ebenfalls nichts zu kehren. Aber es gibt ja nicht nur glatte Straßen, sondern auch Vorsprünge, Ecken und Winkel. Und an solchen sammelten sich die leichten Vagabunden des herbstes zu beachtlichen Haufen an. Jede Sache hat ihren Zweck. Er muß nur erkannt werden. Und daß viele Kinder darin genial sind, steht wohl fest. So hatten denn vier kleine Buben entdeckt, daß Kampfhandlungen einen bedeutend schmerzloseren Verlauf nehmen, wenn man den gegnerischen Freund statt auf den harten Bürgersteig auf die schwellende Weichheit eines Blätterhaufens niederwirft. Daher knufften, schubsten und stießen sie sich in reinster Lebenslust und Kameradschaft solange gegenseitig nieder, bis sie fanden, daß das Spiel noch eine Pointe bekommen müsse. Es fielen nunmehr je drei über einen her, warfen ihn auf den Rücken, erklärten: „Jetzt bist du tot!" und bedeckten den offiziell Unglücklichen, tatsächlich aber strahlend Vergnügten über und über mit Laubmassen. Der Schneid bestand darin, es solange wie möglich unter dem „angenehmen" Gemisch von Blättern, Feuchtigkeit und Straßenschmutz auszuhalten. Besonders großartig wurde die Angelegenheit, wenn nach einem dreistimmigen „Pssst!" der Verschüttete regungslos unter seiner bunten Decke verblieb, bis harmlos vorübergehende Kinder den still daliegenden Blätterberg passierten. Dann hob sich dieser vor ihren staunenden Augen, wie ein Spuk, wonach sich unter johlendem Geschrei der lebendig Begrabene herausarbeitete. Ein Scherz, der jedesmal in erschrockenem oder begeistertem Kreischen der Ueberraschten seinen Widerhall fand. Ob die Mütter der vier Humoristen später ebenso begeistert vom Zustand der Anzüge, Haare usw. ihrer Sprößlinge waren, kann man nicht wissen. Anzunehmen ist es ja nicht, aber Jungensmütter find schließlich allerhand gewöhnt. E. v. M. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Musikzug der SA.-Standarte 116: 16.00 bis 16.30 Uhr, Platzkonzert auf dem Kreuzplatz; 17 bis 18 Uhr, auf dem Bahnhofsplatz (zur Sammlung , für das WHW.). — NSLB. Gießen-Land: 15 Uhr, Besirksversammlung im „Burghof" (Ebel), Pg. Groß spricht über „Freimaurer und Juden". — Smdttheater: 20 bis 22.30 Uhr, ..Der Bettelstudent" sG schlossene Vorstellung der NSG. „Kraft durch Freude"). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Glücks- k'-idcr". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Mädel um Schubert". — Oberhessischer Kunstverein, Turmbaus am Brand: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Temvera. — Ausstellung „Das Buch" im Foyer des Stadttheaters. — Ski-Klub Gießen: Klubabend auf der Bergschenke. Treffpunkt, 20 Uhr, Universitäts-Bibliothek. Tageskalender für Sonntag. 10.15 Uhr, Feierstunde im Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" (NSG. „Kraft durch Freude" und Landschaftsbund Volkstum und Heimat). — Musikzug der SÄ.-Stan- darte 116: 11 bis 12 Uhr, Platzkonzert in der Plock- straße (zur Sammlung für das WHW.). — Stadttheater: 19 bis 22 Uhr, „Figaros Hochzeit". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Glückskinder". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Drei Mädel um Schubert". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. — Evangel. Bund: 20.15 Uhr, im Johannessaal, Pfarrer Germer, Großen-Linden, spricht über „Kirche und Volkstum in Siebenbürgen". Stadttheater Gießen. Heute abend findet eine geschlossene Vorstellung für NS.-G. „Kraft durch Freude" statt. Es geht der große Erfolg „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker in Szene. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Sonntag, 1. November, findet die zweite Wiederholung von „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Paul Walter. Die Spielleitung führt der Intendant. Anfang 19 Uhr, Ende 22.15 Uhr. — Dienstag, 3. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. „Don Carlos", Dramatisches Gedicht von Schiller. Spielleitung: Dr. Fr. H e l l m u n d a. G., Dienstag - Miete. 7. Vorstellung. — Mittwoch, 4. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.45 Uhr, „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Mittwoch-Miete. 7. Vorstellung. — Freitag, 6. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr, Erstaufführung „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehar. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Freitag-Miete. 8. Vorstellung. — Samstag, 7. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, geschlossene Vorstellung NS.-G. „Kraft durch Freude", „Der Bettelstudent", Operette von Carl Millöcker. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. — Sonntag, 8. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. 4. Morgenoeranstaltüng, „Kantaten" von E. Wolfgang Möller. Spielleitung: Der Intendant. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. — Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr, „Der Bettelstudent" Operette von Carl Millöcker. Musikalische Leitung: Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Außer Miete. Samstag und Sonntag Sammlung für das WHW. Aus Anlaß der am Samstag und Sonntag von SA., SS. und NSKK. durchzuführenden Sammlung für das WHW. finden durch den Musikzug der SA.-Standarte 116 folgende Platzkonzerte statt: Samstag: 16 bis 16.30 Uhr auf dem Kreuzplatz, 17 bis 18 Uhr auf dem Bahnhofsplatz. Sonntag: 11 bis 12 Uhr in der Plockstraße. Sonntag früh 8 Uhr: Weckruf durch den Spielmannszug der Standarte. Auch bei diesen Platzkonzerten werden die braunen und schwarzen Kämpfer des Führers das in fünf verschiedenen Ausführungen hergestellte, mit einem Edelstein besetzte Abzeichen verkaufen. Volksgenossen, IM v'y- Vildbmcht von der Vereidigung der Rekruten in Gießen. Links: Vereidigung der Rekruten auf ihre Waffe, das Geschütz. Rechts: Vereidigung der Infanterie auf den Degen des Offiziers. Unten links: Vorbeimarsch der Vereidigungsparade an Generalleutnant Oßwald. Unten rechts: Generalleutnant O ß w a l d begrüßt die zahlreichen Ehrengäste. (Aufnahmen [4]: Pfaff, Gießen.) JKÄII »MX Ä L M - Wicklung. * Man muß sich daran erinnern, daß noch „Kabale und Liebe", das letzte Drama Schillers vor dem „Carlos", den Zeitgenossen, welche es lasen oder auf dem Theater sahen, die Möglichkeit gab, gleichsam mit Fingern auf die unter ihnen lebenden Urbilder einiger Gestalten des Schauspiels zu weisen; es war, was uns heute meist nicht mehr recht klar wird, ein ganz aktuelles und ein ungeheuer aggressives Stück. Die Entstehung des „Don Carlos" reicht zwar in den ersten Ansätzen noch bis in die Bauerbacher Zeit von „Kabale und Liebe" zurück, aber - mit Schillers eignen Worten - „Karlos bleibt liegen, bis Luise Millerm fertig ist". * Noch war, 1783, die Zeit für den Jnfanten von Sp^nl»n nicht gekommen, noch zitterte in Schiller der oft unterdrückte Aufschrei „in tyrannos« nach, der sich in drei elementaren Ausbrüchen eines vergewaltigten Herzens und eines vom Herzog Karl Eugen und seinen Kreaturen geknechteten Menschentumes Luft machte: m den Räubern im „Fiesco", in der „Millerm". Selbst im Don Carlos" ist er noch zu spüren, abersehr viel leiser und gedämpfter; was dort eine ansage war, ist hier geläutert, vergeistigt und überlegen auf eine höhere Stufe der Auseinandersetzung gehoben. Auch das Generationsproblem aus den „Räubern" klingt noch nach, aber reilich schon seiner Aktualität entkleidet und ms Hlstorisch-Poli- tische gewendet. Die seelischen 1 'f?ie „Luise Millerm" noch mie sind aus dem Bürgerlichen tn die kühlere Luft und die entrückteren Bezirke der großen.Staatsaktion übertragen. Der Frelheitsgedanke des. ''Fiesco endlich wird zwar ebenfalls in historischer Em- Gießener Gtadttheater. Schiller: „Don Carlos". Es gibt ein zeitgenössisches Porträt der Prinzessin Eboli, das den heutigen Betrachter einigermaßen in Erstaunen zu setzen pflegt: man sieht darauf eine keineswegs besonders jugendliche, auch durchaus nicht hübsche Dame, deren eines Auge noch dazu mit einem schwarten Lappen bedeckt ist; alles in allem nicht gerade das Bild einer schönen und fürstlichen, einer anmutigen und zur Liebe verführenden Frau. Der Vergleich zwischen diesem historischen Porträt und dem Bilde der Gestalt, das uns von der Bühne her geläufig und vertraut ist, scheint uns charakteristisch zu sein, denn er bezeichnet gewissermaßen sinnfällig einen entscheidenden Wendepunkt in Schillers künstlerischer Entkleidung, aber auf einer nicht nur räumlich andern Ebene wieder ausgenommen; er wird zur gültigen Idee erhöht, ins rein Geistige übertragen, nicht mehr auf die Befreiung einer Stadt oder eines Standes angewendet, sondern auf die Freiheit und Würde des menschlichen Herzens, und also über alle zeitliche und nationale Begrenzung hinaus- gehoben. Indem wir sehen, wie sich der „Carlos" aus den drei vorausgehenden Dramen Schillers innerlich entwickelt, begreifen wir zugleich, wie entscheidend er sich von ihnen entfernt und über sie hinaus- wächst. Es würde zu weit führen, die verwickelte Entstehungsgeschichte des „dramatischen Gedichtes" hier im einzelnen zu verfolgen; die Bemerkung über jenes anfangs erwähnte Bildnis der geschichtlichen Eboli soll nicht zu der Annahme verführen, daß sich Schiller um das Historische überhaupt nicht gekümmert habe: er hat im Gegenteil, wie wir aus der Kenntnis der benutzten Quellen wissen, sehr gründliche Vorstudien getrieben, wie in allen seinen späteren Stücken auch. Aber das Historische war ihm bloßer Rohstoff im gleichen Sinn, wie er das persönlich und aktuell Gegenwärtige innerlich überwunden und künstlerisch in der ihm gemäßen Form zum Austrag gebracht hatte. * Schiller hat sich damals so leidenschaftlich in das Stoffliche der Fabel vertieft und verbissen, daß er zuletzt fast die Uebersicht über die „chaotische Masse" verlor, die er mit „Kleinmut und Schrecken" betrachtete; man mag selber nachlesen, wie er mit dem Stoff wahrhaft gekämpft hat, und mag — immer das Bild der vorausgegangenen Jugenddramen zum Vergleich vor Augen — ermessen, welch eine dramatische Energie, welch ein künstlerischer Wille einzusetzen war, um die verschiedenen Elemente eines Freundschafts- und Liebesdramas und eines politischen Schauspieles zur reinen, zeitlosen Dichtung zusammenzuschweißen, in der die Freiheit des Gedankens, die" unantastbare Würde des Menschentums verkündet und das „kühne Traumbild eines neuen Staates" errichtet wurde. * Rein äußerlich wird die entscheidende Stufe der Entwicklung, die im „Don Carlos" erreicht war, gekennzeichnet durch den Uebergang von der leidenschaftlich erhitzten, aufgewühlten und aufwühlenden Prosa der jungen Sturm- und Drangzeit zum klaren, kühleren Blankvers, zum edeln und strengen Maß der Klassizität und der echten Tragödie; dieser Uebergang muß als ein Symbol der inneren Wandlung und Entwicklung begriffen werden, in der das bittere Jugenderlebnis ins Unpersönliche sich mäßigt und mildert und zugleich zur großen. menschheitlichen Idee geweitet wird; im vollen Akkord der fünf mächtig ausladenden Akte verkündet sich eine neue geistige Form des absolutistischen und aufgeklärten Jahrhunderts: im streng stilisierten Szenengefüge Bekenntnis und Forderung oes deutschen Idealismus. — * Die Spielleitung hatte Dr. Friedrich Hell- mund a. G. Wir haben im allgemeinen gegen Gastspiele nichts einzuwenden, hatten allerdings erwartet, die erste große Klassiker-Aufführung durch den neu verpflichteten Oberspielleiter oder durch den Intendanten in Szene gesetzt zu sehen. Das Stück ist im Laufe einer jahrelangen Entwicklung zu einem .Umfang angewachsen, der das auch bei klassischen .Stücken gewohnte Maß beträchtlich überschreite^; einen völlig ungekürzten „Don Carlos" befommt,‘man kaum noch zu sehen, und so taucht bei jeder neuen Begegnung eigentlich nur die Frage auf, ob die vorgenommenen Streichungen zu billigen sind, was meist einer Gewissensfrage gleichkommt; in unserem Falle wird sie, wie wir glauben, im wesentlichen zu bejahen sein, obwohl manche Besucher die Schlußszene des fünften Aktes mit den berühmt gewordenen letzten beiden Versen vermißt haben werden. Wir glauben auch, daß der ideelle Gehalt des Werkes, von dem zuvor die Rede war, ebenso wie die Verknüpfung der wichtigsten Handlungselemente auf eine angemessene Weise herausgearbeitet waren; sie gipfelten in Posas großer Freiheitsrede vor dem König (III, 10). Daneben war die Regie sichtlich bestrebt, die starken theatralischen Qualitäten des Dramas gebührend auszuspielen, was vielleicht in der von Weihrauch umwölkten Schlußszene des Großinquisitors mit einer etwas äußerlichen Uebertonung geschah. Was die szenische Behandlung betrifft, so hätte gerade bei diesem Stück mit seinen zahlreichen Verwandlungen der Einsatz der neuen Drehbühne nahegelegen. Die Regie bevorzugte statt dessen einen durch Säulen und Pilaster begrenzten, feststehenden Szenenrahmen, innerhalb dessen der Schauplatzwechsel durch Vorhänge, Kerkergitter usw., auch durch eine nicht ungeschickte Zweiteilung in Vorder- und Hinterbühne angedeutet wurde. Die Bühnenbilder, aus Herrn Löfflers Werkstatt, waren auf eine strenge und großzügige Stilisierung zugeschnitten. ♦ Herr Rosenthal spielte den Carlos, und er konnte sich kaum eine Rolle wünschen, die ihm mehr Entfaltung seiner darstellerischen Mittel geboten und feiner Eigenart besser entgegengekommen wäre: er trug die große und schwierige Aufgabe sicher bis zum Ziel, er war ein jugendlicher und • leidenschaftlicher Prinz, zu heftigen Ausbrüchen eines edlen und feurigen Herzens geneigt, aber nirgends in feinen Möglichkeiten, auch stimmlich, so übersteigert, daß er Beherrschung und lieber« sicht verloren hätte. Eine schöne und klare Leistung; eine Gestalt, die am unverstelltesten den geistigen und gefühlsmäßigen Schwung des Schiller-Dramas in sich versammelte. Herr v. G e s ch m e i d l e r gab den Posa: sehr vornehm, sehr ritterlich, in Haltung und Sprache als der Reifere sich kennzeichnend, als der an Erfahrung und Lebenseinsicht Ueberlegene im richtigen Verhältnis zum Jnfanten; in manchen Szenen, auch in jener großen vor dem König, die den Scheitelpunkt des Dramas bildet, vielleicht um eine Spur zu kühl, zu bewußt, zu sehr vom Intellekt her sich äußernd; erst gegen Ende wieder von dem Gefühlsstrom getragen, der auch und gerade von der Gestalt des Posa ausgehen muß. Fräulein Birkmann (Elisabeth) bewies an dieser Rolle aufs neue ihre starke und ursprüngliche Begabung; ihr fehlte nichts von der maßvollen und fürstlichen Gehaltenheit, die die Gemahlin Philipps von jeher umgeben hat und umgeben muß, und entbehrte doch nicht der menschlichen Wärme und fraulichen Weichheit, die oft genug auf dem Theater hinter höfischem Zeremoniell und spanischer Tracht verschwindet. * Als Philipp sah man Herrn Neuhaus; er gab den König nicht durchaus in jener undurchdringlichen, absolutistischen Starrheit, die ihn in der Darstellung häufig kennzeichnet, sondern problematischer und aufgewühlter, doch schien uns die Betonung mehr auf der menschlichen als auf der politischen Seite seines Wesens zu liegen; dieser Philipp äußerte sich nicht so sehr als Monarch vielmehr als Gatte und Vater am unmittelbarsten — Herr Geiger gab den Alba ein wenig gebämnfter und verhaltener, als man ihn sonst fo zu sehen pflegt, nicht so völlig in abgründigen Fanatismus getaucht, dennoch unheimlich und für die Atmosphäre am spanischen Hofe charakteristisch genuq. — Frl. Prinz als Eboli: sehr jugendlich wirkend, eine zierliche Figur, mehr rührend als gefährlich, mehr Liebhaberin als Intrigantin Don den übrigen feien die Herren Geistler (Domingo), Kühne (der der Szene des Groß- inquiftitors einen ausaesprochen theatralischen Impuls gab), Volck (Lerma) und H u b (Medina Sidonia) hervorgehoben. — * Der Beifall, anfangs sehr zögernd, rief zuletzt anschwellend mit den Darstellern auch den Spiä« (eiter an die Rampe. httu helft alle durch Enver- von Abzeichen das heroische Hilfswerk des Führers zum vollen Erfolg werden zu lassen! »Oie Gefolgschaft des Glaubens marschiert/' Die Feierstunde im Gloria-Palast am morgmen Sonntag beginnt pünktlich 10.15 Uhr. Politische Leiter, NSBO.-Bereitschaft, 62L, SS., HI., BDM., Werkscharen, Arbeitsdank, DJ., eine Trachtengruppe und Wehrmacht wirken bei der Aufführung mit. Man beachte die heutige Anzeige. Ortsgruppe Gießen-Süd. Mnterhilfswerk 1936/37. — Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine „Serie Ä" am Mittwoch, 4. November, von 19 bis 20 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Hitler-Zugen- Bann 116 Gießen. Velr.: HJ.-Leiflungsabzeichen. Abnahme im Entfernungsschätzen und in den Leibesübungen. Zeit und Ort: Sonntag, 1. Nov., morgens 9 Uhr, Universitätssportplatz. Jgg. von allen Geff. können sich daran beteiligen. Beir.: Pressemeldungen. Die Pressestelle macht darauf aufmerksam, daß in Zukunft Berichte und Meldungen nur dann veröffentlicht werden können, wenn sie in drei- facher Ausfertigung der Pressestelle abgeliefert werden. Folgende Heimabende werden besucht: 3. Nov.: Alten - Buseck, Lang • Göns. 4. Nov.: Leihgestern, Klein-Linden, Reiskirchey, Grünberg, Weikartshain, Göbelnrod. 5. Nov.: Großen-Linden, Heuchelheim. Urlaubsfahrt der Kreisbauernschast. Bon der Kreisbauernschaft Oberhessen-West wird uns mitgeteilt: Am 21. November unternimmt die Kreisbauern- schäft Oberhessen - West eine achttägige Urlaubs- fahrt mit Ortsgefolgschaftswarten und Reichsnährstandsangehörigen in die Umgebung von Goslar. Die Fahrt wird mit einem Omnibus durchgeführt. Die Teilnehmer können einen achttägigen Urlaub im schönen Harz verbringen, an den Beranstaltun- aen des Reichsbauerntages und an verschiedenen Besichtigungen des Harzes und der Umgebung, und zum Abschluß an einem Kameradschaftsabend teilnehmen. Die Kreisbauernschaft erwartet von den Gefolgschaftswarten und Reichsnährstandsangehörigen, daß sie sich bis zum 1. November bei der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in FriedbexZ^ Homburger Straße 9, für diese Fahrt anmelden. Der Unkostenbetrag beträgt für die Hin- und Rückfahrt und Verpflegung 20 Mark. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Sonntag kann Frau Katharina Volz, Krofdorfer Straße 21, in voller Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag feiern. ** 30 Jahre Gastwirtschaft „Zum Adler". Am morgigen Sonntag können der Gastwirt Heinrich Jung und seine Frau kurzweg das „Lisbethche" genannt, ein Jubiläum feiern. Seit dreißig Jahren führen sie ihre Gastwirtschaft und haben sich durch Fleiß und stete Zuvorkommenheit das Vertrauen ihrer Gäste erworben. Besonders lst das Lokal als „Soldatenwirtschaft" weit und breit bekannt und für die Soldaten selbst sind viele Erinnerunaen damit verbunden. Während des Krieges schickte das Ehepaar manchem alten Stammgast Liebespakete. Durch Fleiß und Sparsamkeit gelang es ihnen, das Haus Marktplatz 20 käuflich zu erwerben. ** Die Grund stücksenteignung zum Zwecke der Erbauung eines Lazaretts in Gießen betrifft eine Bekanntmachung der Büraermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. Und wieder sammelt die SA. für das Winterhilsswerk! Zum vierten Male ziehen am kommenden Samstag und Sonntag die 52L, SS. und das NSKK. in den Kampf gegen Hunger und Kälte. Volksgenossen, denkt daran, daß es dem Führer nur durch unsagbar große Opfer gelungen ist, das heutige neue Deutschland zu errichten. Zeigt euch dankbar und verbunden mit dem Führer und seinem Werk, das er für euch geschaffen, und gebt den braunen Kämpfern am Samstag und Sonntag reichlich und freudig! Der Führer der SA.-Standarte 116. Standartenführer. MZahre Einigungswerk der ÄeuischenZugend. Kundgebung des Gießener Jungvolks auf dem Brandplah. Wieder einmal marschierte gestern das Jungvolk unserer Stadt, der Stamm der Chatten, in geschlossenen Kolonnen — voran die Spielmannszüge mit Trommeln, Landsknechtstrommeln, mit Pfeifen und Fanfaren! Auf dem Brandplatz sammelten sie sich und nahmen in einem großen Viereck Aufstellung. Der Anblick, den das Jungvolk gestern zu abendlicher Stunde bot, war, in symbolischer lieber» tragung, der einer kraftvollen Geschlossenheit; die Jungens standen wie eine schwarze Mauer und verkörperten die Einheit der deutschen Jugend allein schon durch dieses gemeinsame disziplinierte Auftreten. Trommeln und Fanfaren klangen über den Platz und eröffneten die Kundgebung. Das Lied „Lasset im Winde die Fahnen wehen!" folgte, Spruchworte von tiefem Gehalt wechselten mit weiteren Liedern ab und leiteten dann über zur Ansprache von Zungbannführer Taesler. Vor fünf Jahren wurde, so sagte er u. a., Baldur von Schirach vom Führer beauftragt, die deutsche Jugend zu einigen. Es wurde die Reichsjugeno- führung geschaffen. Adolf Hitler gab dem Reichsjugendführer den Befehl, die deutsche Jugend zusammenzufassen. Der Befehl ist nicht nur ausgeführt worden — sondern er wurde auch noch übertroffen. Die ganze deutsche Jugend lst geeint. Sie steht unter einer Führung, ist erfüllt von einem einzigen Willen, von einer einzigen Idee. Vor fünf Jahren tobte noch Kampf in Deutschland, herrschte fast ein Bürgerkrieg. So wie damals die Erwachsenen gegeneinander standen, so kämpfte auch die Jugend gegeneinander, denn es gab nicht nur die Jugendabteilungen der Parteien, sondern noch Hunderte von Gruppen und Grüppchen, die alle ein Lebensrecht verteidigen zu müssen glaubten. Und in jener Zeit entstand das Werk des Reichsjugendführers! Es war klar: alle diese Gruppen und Grüvpchen mußten zerschlagen werden! Heute, nach fünf Jahren, ist das Werk vollbracht. Aber so mancher hat für das große Werk sein Leben lassen müssen. Auch ein Herbert Norkus diente mit seinem Leben der großen 3bee. Der Kampf ging um die große Gemeinschaft der deutschen Jugend. Mancher Bund mußte gezwungen werden, sich aufzugeben, um sich in die ganze deutsche Jugend einfügen zu können. Heute ist es nun soweit, daß wir nichts anderes mehr kennen, denn HI., BDM. und Jungvolk. Unter dem heutigen Tag wollen wir uns deshalb verpflichten, daß das, was geschaffen wurde, immer erhalten bleibt. Heute, an diesem Tage nach fünf Jahren des Kampfes der Reichsjugendführung um die Einigung der deutschen Jugend, wollen wir uns verpflichten, daß es nie mehr zur Zerreißung der deutschen Jugend kommt, denn wenn die Jugend einig bleibt, dann muß Deutschland einig bleiben, leben und blühen... Mit einem Gruß an den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Vorwärts, vorwärts!" fand die Kundgebung ihren Abschluß. Aus einem Marsch durch die Stadt dokumentierte die Jugend dann sinnfällig ihre äußere und innere Geschlossenheit. Oie „Gießener Hütte". Von Or. Hermann Otto Vaubel. Am 14. November 1936 feiert die Sektion Gießen-Oherheisen des Deutschen und Oesterreicylschen Alpenvereins ihr öchähriges Bestehen. Es ist außer den Mitgliedern der Sektion nicht vielen bekannt, daß sie in einem der schönsten und gewaltigsten Teile der österreichischen Alpenländer, In den Hohen Tauern, ein eigenes Heim besitzt, die „Gießener Hütte". Auf Wunsch der Sektion Gießen und Oberhessen geben wir dem nachstehenden Artikel Raum, der sich mit einem Aufsatz deckt, den der Verfasser in Nummer 1 und 2 des Jahrgangs 1925 der „Heimat im Bild" des Gießener Anzeigers bereits veröffentlichte. D. Schriftltg. Die östlichen Hohen Tauern werden gegenüber den westlichen stark vernachlässigt, denn, wer in die lauern geht, kommt meist wegen des Großglockners und des Großvenedigers. Und doch ist gerade der östliche Teil so reich, mit seinen tiefen, langen Tälern, an deren Wänden die Wasserfälle nieder- rauschen, und den blinkenden Gletschergivfeln der Hochalmspitze, des Ankogels, der Triestenspitze, des Zaubernocks und des Großen Reißecks, von denen der Blick schweift vom Triglav im Süden bis zum Watzmann im Norden und von den Dolomiten bis in die grüne Steiermark. Bis hoch hinauf an den Berglehnen stehen die sauberen Kärntner Einzelhöfe, zum größten Teile aus Holz gebaut, mit tief heruntergebogenem breitem Dach, ähnlich den Schwarzwaldhöfen, vnd Blumen vor den Fenstern. An den kleinen Bächen, die in den Bergrinnen von oben herabplätschern, klappern lustig viele kleine Holzmühlen, denn jeder Bauernhof hat seine eigene Mühle. In geschützteren Lagen ist die Vegetation schon ganz südlich, mit den Kastanienbäumen, den Maisfeldern, den riesigen Kürbissen und Melonen. Auffallend sind die vielen blonden Menschen, denen man unter den Bauern begegnet, doppelt auffallend hier im Grenzland gegen Jugoslawien. Als Grenzländer aber sind sie sich von jeher ihres Volkstums bewußt. Hier in den östlichen Tauern, am Fuße der Hochalmspitze steht die „Gießener Hütte", in einer Höhe von 2230 Meter, da wo die grünen Almen ins Grau des Granitgerölls übergehen. Sie liegt am äußersten Ende des Gößgrabens, eines tiefeingeschnittenen Tales, das die Wasser sammelt, die von den Gletschern der Reißeckgruppe und der Hochalmspitze niederräuschen. In mehreren Stufen fallen die Hänge zum Talgrund ab. Die Grenze gegen den Himmel bilden die wilden Gipfelzacken. Ihre heftige Bewegung läuft unvermittelt in die sanfter geneigten Geröllhalden aus. An sie schließt sich die Region der Krüppelkiefern, der Latschen, die steil zum Talboden mederftürzt. Weiße Gießbäche, graue Granitabstürze und dunkelgrüne Latschenfläcken leiten zu ihm hinab. — Tag und Nacht tönt das Rauschen der Gießbäche zur Hütte herauf. Sonst kein Geräusch als das Brausen des Sturmes, der sich manchmal erhebt, oder das Plätschern des Regens. Sie ist wirklich ein „schmuckes Kasterl", die Hütte, — wie sie der einzelgängerische österreichische Beamte aus Spital a. d. Drau uns gegenüber einmal bezeichnete. Das Obergeschoß, das auf dem granitenen Unterbau aufsitzt, ist freundlich geschindelt und farbig leuchten die roten und weißen Fensterläden aus dem Grau und Braun. Im Innern sind die Wände mit hellem, gelbem Zirbenholz getäfelt. Auf den buntgedeckten Tischen stehen Blumensträuße. Wenn es draußen stürmt und die Kälte einen hineintreibt, ist es am gemütlichsten in der warmen Führerecke in der Küche. Es ist ein ganzes Stück Fahrt, bis man in die Gegend der Hütte gelangt. In München steigt man in den Schnellzug nach Triest, der über Salzburg— Schwarzach—St. Veit nach Bad Gastein fährt. Kurz dahinter braust er in den 8 Kilometer langen Tauerntunnel, in dem die Bahn das Haupt- massiv des Gebirges durchbricht. Am Ausgang des Tunnels liegt, 1200 Meter hoch, das Kärntner Dorf Mallnitz. Dort kann man übernachten und am nächsten Morgen den einen der beiden Hauptanstiege zur Hütte antreten. Er geht über das Dössental zum Artur v. Schrnid-Haus (4Vr Stunden) am schwarzen Dössensee, und bann in 2730 Meter Höhe über die Dössener (Mallnitzer) Scharte in den Gößgraben und hoch über dem Talgrund hin zur Hütte (3Vz Stunden). Es ist der kürzeste Zugang zur „Gießener Hütte", wenn man von Norden her, aus unserer Heimat, kommt. Für Geübte ist er leicht, nur bei ungünstigem Wetter zeigt er seine Tücken. In Nebel und Schneesturm ist er nicht zu empfehlen, da man bann leicht unterhalb der Mallnitzer Scharte in den Blockfeldern den Steig verliert. Gänzlich gefahrlos ist der andere Zugang. Man fährt noch über Mallnitz hinaus weiter mit der Bahn bis nach Spital an der Drau. Auf dieser Strecke ist die Tauernbahn eine der schönsten Hochgebirgsbahnen der Welt. Hoch über dem Talboden fährt der Zug dahin. Ringsum weiße Schneegipfel mit riesenhaftem Ausmaß, drunten im Grün der Talsohle weiße Dörfer mit hohen, spitzen Kirchtürmen. Heber Viadukte, die kühn rauschende Sturzbäche überspannen, durch Tunnels und Lawinenschutzhallen braust der Zug hernieder ins Mölltal. In Spital verläßt man ihn und fährt mit dem Postauto an der schäumenden Lieser aufwärts nach Gmünd, wo man im österreichisch behaglichen Gasthof von Kohlmayr am besten unterkommt. Wenn man ihn nicht bereits kennt, wird man sich dort den ersten, richtigen österreichischen Kaffee im Glas servieren lassen. Von Gmünd fährt man bann noch weiter bis zum Pflüglhof im Maltatal, der an der Seife 15u-25pf9- ■■■■■■■■■■■■■'•' G,esunde Haut | MOenisoetM ORoman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 38 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Leonhardt rasiert sich noch einmal, macht eine gehörige Plantscherei an der Wasserleitung, zieht sich frische Wäsche an und geht fort. Eine halbe Stunde später steht er in der Binger Straße und klingelt am Haus des Rechtsanwalts Dr. Brandes. Eine ältere Person macht ihm auf, und was er bann sieht, berührt ihn fast heimisch. Mitten in der Diele sitzt weiß und wie ein schönes Bild eine Katze. Für Sekunden kann er dem Tier in die blauen Augen sehen, bann erhebt es sich und ist mit einem Satz weg. „Das Schneferl, nicht wahr?" Die Köchin Ida weicht zurück. Sie kennt den Mann nicht, was weiß der von Hannas Schneferl — was will er bann — „Herr Dr. Brandes kennt mich, Fräulein. Ich hätte ihn gern einmal gesprochen. Sagen Sie ihm bitte, ich käme aus Bayern." Leonhardt im Wolde findet, daß der Nachsatz ganz angebracht ist, denn der Rechtsanwalt hat damals mehr scharfe Augen gemacht als ein besonders freundliches Wort. Auf Ida allein wirkt das wie ein Zauber. „Aus Bayern — meiner Seel! Kommen Sie von Fräulein Hanna?" „Ich sagte aus Bayern," ist die freundliche Antwort. Ida weiß nicht recht, was sie tun soll. — Einen Fremden einfach ins Haus lassen — aber bann sagt sie „Bitte" und öffnet eine Tür. Lang braucht der Mann nicht zu warten, Brandes kommt sofort. „Herr im Wolde — ick freue mich. Sie kommen aus Bayern, höre ich —" „Ich bringe Ihnen Grüße von Ihrer Tochter, Herr Doktor." „Bitte — erzählen Sie", fordert der Anwalt leise auf. Es hat ihm einen Stoß gegeben. Leonhardt hält sich nicht lange bei einer Vorrede auf, er erwähnt den Zufall bei der Prüfungsfahrt in Buchwald und fetzt hinzu, daß er tags darauf Fräulein Brandes besucht habe. „Wo bitte?" „Verzeihen Sie, Herr Doktor, wenn ich Ihnen darauf die Antwort schuldig bleiben muß, ich habe den Auftrag, Sie zu grüßen und darf aus eigener Ueberzeugung hinzufügen, daß es Fräulein Brandes gut geht." „Das ist mir sehr viel wert, Herr im Wolde, ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für Ihren Besuch. Ich hätte gern mehr gewußt —", gibt er zögernd zu. Er weiß nicht, wie er sich diesem jungen, bestimmt auftretenben Manne gegenüber geben soll. Was der weiß — ob es mehr ist, als ihm als Vater lieb ist? Vielleicht märe Melanie bie geeignetere — bann verwirft er bas wieber, fordert aber im Wolde auf zu bleiben. „Leider kann ich nicht annehmen, Herr Doktor, ich habe für diesen kurzen Berliner Aufenthalt sehr wenig Zeit und viel zu erledigen." „Sie wollen weg von Berlin?" „Ich will nach Bayern zurück, Herr Doktor." „Sie hatten doch eine Bücherei, nicht wahr?" „Ganz recht. Ich will sie einem Kameraden übergeben und selbst das Fach wechseln. Vom Buch zum Motor, Herr Dottor/ Das interessiert den Anwalt weniger, aber daß dieser junge Mann von seiner Tochter Grüße bringt, sie gesprochen hat und nun wieder zurück will, das interessiert ihn sehr. „Wo werden Sie denn arbeiten, Bayern ist doch groß?", lockt er, Leonhardt begreift das sofort, er braucht nicht zu überlegen. „In Unterwaching, im Konstruktionsbüro der Süddeutschen Motoren A.-G...." „Sehr gut, Herr im Wolde. Was erfinden Sie denn da?" „Allerlei, Herr Doktor." Brandes lächelt. „Unterwaching, die Gegend kenne ich ganz gut. Werden Sie meine Tochter noch einmal sehen?" „Ick hoffe. Ich habe ihr sogar etwas auszurnh- ten. Ich soll sie fragen, wie es dem Schneferl geht." Nun lächelt der Jüngere der beiden Männer, sie sehen sich an und — verstehen sich. „Gut, Herr im Wolde. Ich will mir daran genügen lassen, daß es meiner Tochter gut geht, obgleich ich — aber lassen mir bas. Sagen Sie ihr, daß ich mich über ihren Gruß gefreut habe, daß sich Prinzessin Schneferl durchaus wohl befindet und daß —" Der Anwalt wirb ironisch — „daß es auch uns gut geht." „Herr Doktor — verzechen Sie, ich will mich nicht um Dinge kümmern, bie mich nichts angehen dürfen. Ick habe aber den Eindruck, daß Fräulein Hanna sich sofort meldet, wenn sie das vergessen hat, was sie vergessen will." „Meine Tochter vergißt sehr schwer, Herr im Wolde. Ich weiß nicht viel von der Ursache ihrer plötzlichen Abreise — aber ich gestehe Ihnen offen, daß ich mich sehr sorge." „Soweit ich dazu in der Lage bin, und soweit mir Ihre Tochter die Möglichkeit gibt, sie wieber» zusehen, möchte ich gern versuchen, sie ein wenig aufzuheitern. Ich darf mich wohl nun verabschieden —" Es ist ein fester Händedruck, den die Männer tauschen. „Ich danke Ihnen noch einmal, Sie werden verstehen, wenn ich Sie bitte, mir einmal eine Nachricht zukommen zu lassen, Herr im Wolde." „3d) hoffe, daß Sie diese Nachricht von Ihrer Tochter selvst erhalten." Dann steht Leonhardt wieder auf der Binger Straße. Er ist versucht, zu lachen. Das ist ja nun ein Gespräch, sehr wenig nach seinem Herzen gewesen, so Rechtsanwälte haben es in sich, wenn sie mißtrauisch sind und etwas wissen wollen — Mit Mutter Ladegast wird er noch am selben Abend viel schneller fertig. Sie schwimmt im Namen ihres Jungen in einem Meer von Seligkeit, dazu tut sie ein übriges und bäckt den Beiden auf dem Gaskocher einen wunderbaren Eierkuchen und will sie dick mit Apfelmus bestreichen, das Fritz schleunigst noch vor sieben Uhr besorgen muß, natürlich rennt er um bie Ecke zu Liefe! Gottschalk. „Leonhardt ist wieder da. Er will aber auch gleich wieder fort, und ich nehme die Bücherei!" sagt er atemlos. „Nicht so schnell, Herr Fritz. Er ist da und will wieder fort, und Sie nehmen die Bücherei, was ist denn da passiert?" Das Aepfelchen steigt von der Leiter wieder herunter und packt die Büchse Apfelkompott sorgsam ein. „Sie wissen ja selber, wie bas so geht. Er ist durch seine Erfindung ein großes Tier geworben, er ist sogar schon angestellt. Jetzt bin ich ganz allein, Sie gehen ja nun auch bolb fort." Fritz greift sich bas Apfelkompott. „Wissen Sie was, kommen Sie doch mal mit rum, bann können Sie ihn ja selber fragen." „Mach ich." Im kleinen Galopp gehfs um die Ecke, schon im Interesse der Eierkuchen, bie vom Stehen ja nicht besser werden. Leonhardt freut sich und stiftet noch einmal Aufregung: „Fräulein Hanna läßt schön grüßen." „Sie sind wohl total verrückt. Kein Mensch hat eine Ahnung, und bann werden ausgerechnet Sie —" Liefe! ist beleidigt; wenn hier jemand was zu wiffey hat, wird sie bas sein. Aber sie muß sich enttäuschen lassen. Auch hier sagt Leonhardt nur das, was er sagen bars. „Schreiben Sie mal ein paar nette Zeilen, Fräulein Liese!, die nehme ich bann mit, erzählen Sie ihr von Ihrem Plan, aufs Land zu gehen und —" „Das ist kein Plan, sondern feststehende Tatsache. Ich gehe am 1. März nach Birkenhöhe und bin sehr, sehr froh darüber. Es ist auch sehr schnell gegangen. Herr Laverenz besuchte mich noch zweimal, fühlte mir schwer auf den Zahn, ob ich auch wirklich was von der Landwirtschaft verstehe, bann nahm er mich mal mit nach Birkenhöhe und ließ mich mit der Mamsell allein. Die hat mich auch nochmal in bie Zange genommen, aber mußte zugeben, daß ich doch noch auf der Hohe bin. Ich foll erst mal das Kleinvieh übernehmen —" Liese! bekommt vor Eifer rote Backen, Fritz macht ein trauriges Gesicht, seine Mutter rührt noch einmal Teig an, und Leonhardt hort geduldig zu. Er bat sich innerlich schon von vielen Dingen losgelöst. Er ist in seinem Laden, seinem Zimmer wie zu Besuch. „Na sehen Sie, was Sie für einen Stoff zum Brief haben? Sechs ganze Seiten!" „Stoff? Sechs Seiten ?"Liefel lacht. „Sechs Seiten brauche ich erst mal, um ihr die Meinung zu sagen, sechs für den Rest." „Sie werden ihr gar nicht die Meinung sagen, Liesel, verstanden? Sie werden einen sehr lieben Brief schreiben, viel von Birkenhöhe erzählen und Ihrer Freundin Hanna sagen, daß sie ja noch recht lange fortbleiben foll, denn in Berlin habe sie bet dem Wetter nicht viel versäumt. Verstanden? Sie werden noch sagen, daß —" „Und wo soll ich diesen haarsträubenden Schmus, den sie mir ja doch nickt glaubt, hinschicken, wie?" erbost sich das Aepfelchen. „Gar nicht schicken, mir mitgeben. Und schreiben werben Sie den haarsträubenben Sums, Sie kleine Kratzbürste. Hanna ist nämlich noch gar nicht gesund, da kommt man nicht eklig, sondern sehr lieb, verstanden?" „Deswegen brauchen Sie mich doch nicht gleich so anzuschreien, ich werde schon schreiben. Kran^ du lieber Gott, was hat sie denn? Da reden Sie doch auch nicht so in aufregenden Rätseln!" Aber Leonhardt im Wolde hört auf dem Ohr schwer. (Fortsetzung folgt) Mündung des GößgraLens liegt. An einsamen Almen und großartigen Wasserfällen vorbei zieht sich der Pfad dann allmählich an der einen Talseite empor zur Hütte (5 Stunden). Der „Huttenberg" der „Gießener Hütte" ist die Hochalmspitze (3362 Meter), eine „je nach den Anstiegen mittelschwere bis schwierige Gletschertour", die man auch als Geübter nicht ohne Führer oder wegkundige Begleitung machen sollte. Der Berg gilt als einer der schönsten Aussichtsberge der ganzen Ostalpen. Wenn man offen auf einem der beiden Gipfel steht, begreift man das wohl. Von Norden nack Süden überblickt man die ganzen Alpen vom Salzburgischen bis zu den Karawanken. Ein leichter Aussichtsberg, ein sogenannter „Damenberg", ist die Schneewinkelspitze (3049), die fast mühelos über Schneefelder von der Hütte zu erreichen ist. Ein wundervoller, leichterer Aussichtsberg ist auch das Säuleck (3080 Meter), das man am besten von der Mallnitzer Scharte aus besteigt. Sn ihrer Nähe liegt noch eine Reihe schwerer Gipfel, die für tüchtige und geübte Felskletterer ein dankbares Feld sind. Auch die Berge der Reißeckgruppe, auf der anderen Seite des Gößgrabrns, kann man von der „Gießener Hütte" aus aufsuchen. Wenn man dann wieder herabgestiegen ist aus dem Land der unendlichen Schneefelder, der grünen Glstscher und der weidenden Herden, hinab zu Tal, dann muß man noch einmal vor der Rückfahrt das südlich anmutende Gestade des Milstätter Sees aufsuchen, um die ganze Gegensätzlichkeit zu empfinden, deren die Landschaft dieses Südostzipfels des deutschen Sprachgebietes fähig ist. Es ist eine weite Fahrt bis zur „Gießener Hütte" — aber es hat sie noch keiner bereut, der sie gemacht hat. Sie wird verbilligt durch die Urlauos- karten auf dem deutschen Teile der Strecke und durch bis 50 v. H. Ermäßigung auf den österreichischen Bahnen. Und es liegt soviel Schönes noch außerdem an dieser Strecke: München, Salzburg, Bad Gastein, Spital, Milstätter See u. a. m. Daneben aber unterstützt man schwer ringende deutsche Brüder in ihrem Kampf an der Grenze Nundsunkproqramm Sonntag, 1. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. 10: Morgenfeier der HF. 10.30: Dichter im Dritten Reich: Jakob Kneip. 10.45: Von Gießen (aus dem Gloria-Filmpalast): „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert". Eine Feierstunde der Deutschen Arbeitsfront NS.° Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat". Gestaltung: Politische Leiter, NSBO.-Bereitschaft, SA., SS., HI., BDM., Werkscharen, Arbeitsdank, Jungvolk, eine Trachtengruppe, Wehrmacht. 11: Reichsmusiktage der HI.: Orchesterkonzert. 12.10: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: HJ.-Funk: „Vom Alpenrand zur Waterkant". 18.30: Wenn die Nacht herniedersinkt ... 19: Dom ewigen Heimweh eines deutschen Dichters. Funkfolge von Max Dauthendey. 19.50: Sportbericht. 20: Großes Orchesterkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 2. November. 6 Uhr: Morgenspruck. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozmldienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende- b-zirk). 13.15: Schl°hwnz°rt 14: Nachricht«« 14.10: Musik an Allerseelen. 15: Volk und Wirtschaft. Wah. rungen ohne Halt. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Nach- mittaaskvnzert. 16.45: Südwestdeutsche Erzähler: Otto Rombach. 17: Klaviermusik. 18: Fei-rabendmulik im November. 19: Volksmusik. 19.40: Der Z-itsunk hringt den Vages,piegel. 20: Nachrichten. 20.10: Die Hel- denfahrt des Kreuzergeschwaders,"®raf Ruhmesblatt aus dem großen Kriege^ 21.10: Unsere Marine. Märsche und Lieder zur See 22: NaA richten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Großes Orchesterkonzert. Für die Aermsien der Nation! Aufruf des Gruppenführers Beckerle. LPD. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen, Gruppenführer Beckerle, erläßt zu den Sammlungen am Samstag und Sonntag folgenden Aufruf: Deutsche Männer und Frauen! Venn hevte und morgen die Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung, die Mnner der S2L, der SS. und des NSKK. mit der Sammel- büchfe an Sie herantreten, so denken Sie daran, daß sie nicht für sich selbst sammeln, sondern für die Aermsien der Nation, denen nach Befehl des Führers von allen geholfen werden muß. Wenn wir, die politischen Soldaten des Führers, uns an die Spitze der heutigen Sammelaktion stellen, so erwarten wir, daß das gesamte Volk hinter uns marschiert. Der Führer sagte in seiner Eröffnungsrede: „Ich verlange von jedem anständigen Deutschen, daß er in dieser Kolonne mitmarschiert." Die Männer der SA„ der SS. und des NSKK. treten heute und morgen als die Treuhänder für des Führers werk vor Sie hin. helfen Sie mit, den Sinn wahrer Volksgemeinschaft zu erfüllen. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen: Beckerle, Gruppenführer. Abschießen der Schühengesellschast 1926 Gießen. Die Schützengesellschaft 1926 Gießen veranstaltet am Sonntag ihr offizielles Abschießen, welches mit einem Schießen auf die Vereinsmeisterschaft und einem internen Preisschiehen verbunden war. Die Vereinsmeisterschaft mit vier verschiedenen Waffenarten, Pistole, Kleinkaliber, Wehrmann und Scheibenbüchse errang Dr. Wil- Helmi-Gießen. Es errangen ferner auf 1 0 0 - Me - ter-Gabenscheibe: 1. Preis Ed. Gondner, 2. K. Heiß, 3. Willy Becker, 4. Hans Götz, 5. Conrad Becker, 6. Dr. Wilhelmi, 7. Fr. Dewald, 8. Joh. Roth, 9. H. Gebauer, 10. H. Herröder, 11. A. Vaekenstedt, 12. Heinz Becker. 100-Meter-Meisterscheibe: 1. Preis Ed. Gondner 34 Ringe, 2. Willy Becker 33 Ringe, 3. Hans Götz 32 Ringe, 4. K. Heitz 32 Ringe. 5 0 - M e t e r - Ga b e n f ch e i b e (Kleinkali- b e r): 1. Preis Dr. Wilhelmi 36 Ringe, 2. Johs. Roth 35 Ringe, 3. K. Heitz 34 Ringe, 4. Conr. Becker 33 Ringe, 5. H. Herröder 32 Ringe. 6. A. Vaekenstedt 31 Ringe, 7. Burkhardt, 8. Meckel, 9. Heinz Becker, 10. Fr. Dewald, 11. Gondner, 12. W. Becker. 50-Meter-Meifterscheibe (Kleinkali- b e r): 1. Preis A. Vaekenstedt 35 Ringe, 2. Dr. Wilhelmi 35 Ringe, 3. K. Heitz 35 Ringe, 4. Johs. Roth 35 Ringe, 5. H. Meckel 33 Ringe. Die Ehrenscheiben schossen: auf 100 Meter Willy Becker; auf 50 Meter Conrad Becker. Nach Schluß des Schießens nahm der Vereinsführer, Ed. Gondner, die Preisverteilung vor, dankte allen Sckützen für ihre Mitwirkung im abgelaufenen Scyießjahre und bei der Werbung neuer Mitglieder. Konnten doch im laufenden Jahre über 50 Mitglieder in die Schützengesellschaft neu ausgenommen werden. Zum Schluß ermahnte der Vereinsführer zur weiteren intensiven Mitarbeit aller Mitglieder, damit der Schießsport im Sinne unseres Führers Adol, Hitler im wahr- sten Sinne des Wortes zu einer- allgemeinen Volkssport werde. Handball-Lokalkamps AlW.-lSüü. Oie Begegnungen im Gportkreis Gießen. In der Bezirksklasse, die wiederum eine Reihe interessanter Spiele aufweist, überragt das Gießener Lokaltreffen Mtv. — 1900. Hier dürfte eine Gelegenheit vorhanden sein, für das zweifellos zurückgegangene Interesse am Handball in Gießen zu werben. Die Mannschaften müssen dann allerdings auch so spielen, dgß tatsächlich geworben werden kann. Im übrigen hat die Bezirksklasse Zuwachs bekommen. Die Mannschaft des To. Hochelheim, die im vergangenen Jahre so gut abschneioen konnte, hat nachgemeldet. Es werden nun antreten: Mtv. Gießen — Spvg. 1900 Gießen. Tuspo. Marburg — Tv. Lützellinden. Tv. Heuchelheim — Tv. Münchholzhausen. lieber den Ausgang des Lokaltreffens kann man verschiedener Meinung fein. Eine klare und einwandfreie Gewinnchance hat keine der beiden Mannschaften. Beide können gewinnen, ebenso aber auch den Kürzeren ziehen. Es ist zwar noch nicht bekannt, in welcher Aufstellung gespielt werden wird. Immerhin kann man vielleicht auf die Ergebnisse der Letztzeit einen Schluß ziehen, Danach haben die Mtoer vielleicht einen kleinen Vorteil. Denn die Mannschaft hat, wenn sie auch verlor, immerhin gute Leistungen gezeigt. Dazu kommt noch der Vorteil des eigenen Platzes, der ebenfalls von ausschlaggebender Rolle sein wird. Ob sich diese Vorteile aber verwerten lassen, mutz abgewartet werden. Lützellinden sollte, gemessen an feinen Leistungen in den letzten Spielen, mit Aussichten nach Marburg fahren. Die Platzbesitzer haben im letzten Spiel gezeigt, daß sie auch mit kompletter Mannschaft verlieren können. Die Aussichten für Heuchelheim sind nicht sonderlich gut. Denn man weiß, daß Münchholzhausen eine Mannschaft ins Feld stellt, die zur Zeit keinen Gegner zu fürchten braucht. Gegen diese Mannschaft zu verlieren, ist keine Schande, einen annehmbaren Erfolg zu erzielen aber ein Gewinn. 1. Kreisklasse. Tv. Dutenhofen — Tv. Holzheim Tv. Grünlngen — Tv. Dorlar Tv. Ahbach — Tv. Garbenheim Tv. kahenfurt — Tv. Hörnsheim Dutenhofen steht am Sonntag wieder recht gut, so daß es vielleicht zu einer kleinen Ueberraschung kommen könnte. Denn, wenn sich Holzheim nicht versieht, wird der Ausgang kaum anders fein, als am letzten Sonntag in Dorlar. Die Platzbesitzer stellen eine Mannschaft, die gerade in den letzten Spielen viel gelernt hat und die vor allen Dingen ihre Sache auch ernst nimmt. — Die Niederlage der Dorlarer am letzten Sonntag spricht keinesfalls dafür, daß die Mannschaft in ihrer Leistung zurück- gegangen sei. Grüningen muß sich auf eigenem Platz gewaltig strecken, um die Overhand zu behalten. Zwei gleichwertige Mannschaften, die sich sicher auch ein ausgeglichenes Spiel liefern werden, stehen sich in Atzbach gegenüber. Wer Sieger werden wird, wird die Tagesform entscheiden. — Schwer aber doch nicht aussichtslos ist der Gang von Hörnsheim nach Katzenfurt. 2. Kreisklasse. Tv. Allendorf (Lahü) — Tv. Dich Tv. Lang-Göns — Tv. Nauborn Tv. Hausen — MTV. Gießen II. Es werden Zweifel darüber, daß Lich in Allendorf Sieger bleiben wird, wohl nicht bestehen. Denn die Platzbesitzer machen augenblicklich eine Krise durch, bie teils durch Spielermangel, teils aber auch durch den fehlenden kämpferischen Einsatz aller Spieler bedingt ist. — Lang-Göns sollte eindeutig und klar gegen Nauborn gewinnen, zumal noch auf eigenem Platz. Die Mannschaft ist tatsächlich z. Zt. in einer Form, die zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt. — Auch Hausen hat eine Gewinnmöglichkeit, wenn auch die Mannschaft am letzten Sonntag nicht sonderlich gut gefallen konnte. In der Klasse der unteren Mannschaften stehen sich To. Heuchelheim II. und Tv. Dutenhofen II. gegenüber. Jugendklasse. Tv. Krofdorf — SpD. 1900 Gießen; To. Dutenhofen — MTV Gießen I; To. 1846 Gießen — MTV. Gießen II; Tv. Garbenteich — To. Lang- Göns; Tv. Cleeberg — To. Hochelheim; Tv. Ebersgöns — To. Lützellinden; To. Atzbach — Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes; To. Nauborn — Tv. Garbenheim; To. Burgsolms — To. Wetzlar; Tv. Londorf — Tv. Allendorf (Lumda); Tv. Grüningen — To. Holzheim. Fußball der heimischen Mannschaften. Die Bezirkskiaffe am Sonntag. SD Wehlar — Bissenberg (Post Wieseck). VfB.-R. Gießen — Frohnhausen (Gutmann Ahbach). Sinn — Naunheim (Grote Mainzlar). Dillenburg — 1900 Gießen (Weber Attenkirchen). Nach ihrer jetzigen Form müßten die Wetzlarer, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben, gegen Bissenberg knapp gewinnen. — Den VfBern kann man gegen Frohnhausen keine allzu großen Gewinnchancen einräumen. Eine weitere Niederlage ist durchaus möglich. — Nach ihrem Unentschieden in Burg haben die Naunheimer auch in Sinn eine für sie schwer lösbare Aufgabe vor sich. Ein Unentschieden wäre keine Ueberraschung. — Die Dillenburger werden am Sonntag alles daransetzen, durch einen Sieg über 1900 Gießen von dem Ende der Tabelle wegzukommen. Allerdings müssen sie andere Leistungen als bisher zeigen. VfB.-BeichSdaha Gießen. Der Tabellenführer auf dem Waldsporlplah. In diesem Jahre haben die Frohnhäuser eine Mannschaft zur Stelle, die in ihren seitherigen Spielen aufsehenerregende Erfolge errungen hat. Die Frohnhäuser, die sonst immer als typische Heimmannschaft gegolten haben, konnten in dieser Spielserie auch auf fremden Plätzen überzeugen Die Frohnhäuser Mannschaft spielt Zweckfußball Der gefährlichste Mannschaftsteil neben einer soliden Hintermannschaft ist der Sturm. Nach der Papierform müßten die Frohnhäuser über die Gießener siegen können. Da aber die Gießener Mannschaft sich ihrer Lage bewußt ist, so wird sie alles daransetzen, um vom Tabellenende wegzukommen. Durch die Einstellung von Haupt in dem Sturm glaubt man den richtigen Führer gefunden zu haben. VfB.-R. 2. — Frohnhausen 2. Da mehrere Spieler für die 1. Mannschaft noch nicht spielberechtigt sind, aber in der 2. Verwendung finden dürfen, so ist der Spielausschuß in der Lage, eine sehr spielstarke Mannschaft ins Feld zu stellen. Man hofft auf einen Sieg der Platz - befitzer. Iugendfußball bei VfB. VfB.-R. 1. — Klein-Linden 1.: Wenn auch die Klein-Lindener eine sehr eifrige Mannschaft stellen, so dürfte diese doch hinter dem Können der Gießener Jugend Zurückbleiben. VfB.-R. 2. — Lich 1.: Die 2. Jugendelf fährt zum fälligen Pflichtspiel nach Lich. Da die beiden letzten Begegnungen siegreich für die Gießener endeten, so Dürfte auch dieses Mal ein Erfolg möglich sein. Die 4. Jugend spielt in Wieseck gegen die dortige 1. Jugend. Bei der Spielstärke der Platzbesitzer hat sie nur die Aufgabe, diesen Sieg so schwer wie möglich zu machen. Die 1. Schülerelf fährt nach Alten-Buseck. Die 2. Schüler fahren nach Klein-Linden. (Spieteereinigung 1900 Gießen. Dillenburg —- 1900 Liga. Dieses Spiel ist für die Blau-Weißen von besonderer Bedeutung, denn im Falle einer Niederlage würde sich der Stand in der Tabelle nach unten richten, während bei einem Siege ein merklicher Sprung nach oben gelingen würde. Im vergangenen Jahre war die Lage dieselbe, und da erfuhren die Mannen um Lippert eine döse Enttäuschung. 6:0 wurden sie damals überfahren. Diese Niederlage machte sich bei den weiteren Spielen erheblich hemerfbar, denn die Mannschaft hatte von die- fern Zeitpunkt an viel von ihrem Selbstvertrauen verloren. Inzwischen hat sich wohl einiges geändert. Bei den Blau-Weißen ist man mit der Mannschaftsleistung noch nicht recht zufrieden, wenn sich auch einiges gebessert hat. Bei Dillenburg fehlt die Haupttriebkraft, der Halblinke Heil. Das Fehlen dieses Mannes hat sich auf die Gesamtleistung der Mannschaft sehr nachteilig ausgewirkt. Dieser Umstand soll aber nun nicht dazu angetan sein, daß 1900 vielleicht glauben könnte, daß das Spiel so ohne weiteres au gewinnen wäre. Im Gegenteil, es bedarf jeder Anstrengung, wenn beide Punkte sichergestellt werden sollen. Die Aufstellung, in der das Spiel bestritten wird, ist dieselbe wie in den letzten Spielen mit Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Mank, Lehrmund; Schneider, Schellhaas, Heilmann, Garth, Heuser. Iugendsplele bei 1900. Ein reichhaltiges Proaramm ruft am kommenden Sonntag wieder alle Mannschaften auf das Spielfeld. Einen harten Kampf und eine schwere Probe wird die erste Jugend in Wetzlar gegen den Sport- verein zu bestehen haben. Den Blauweißen ist es bisher tn diesem Jahr noch nicht gelungen, einen Sieg von Wetzlar mit nach Hause zu bringen. Es erscheint fraglich, ob das im kommenden Spiel der Fall fein wird. Anders ist es bei der zweiten Jugend, die alle bisherigen Spiele gegen den Sportverein gewinnen konnte. Es ist anzunehmen, daß auch' dieses Spiel gewonnen wird, da die Mannschaft durch Zugang einiger Spieler verstärkt wurde. Die dritte Jugend muß wiederum nach auswärts, diesmal nach Lollar. Infolge Verletzung zweier Spieler muß auf Ersatz zurückgegriffen werden. Auch die Schülermannschaften spielen am Sonntag wieder. Der Galt der ersten Schüler, Wieseck, hat in letzter Zeit schöne Erfolge errungen. Eine kombinierte Mannschaft fährt nach Garbenteich, um gegen die dortige Elf ein Freundschaftsspiel auszutragen. Die Kreisklaffenspiele. Wetzlar 2. —- Bissenberg 2. (Reh, Wetzlar); VfB. 2. — Frohnhausen 2. (E. Arnold, Heuchelheim); Sinn 2. — Naunheim 2. (Philipp, Burg); Dillenburg 2. — 1900 2. (Schäfer, Haiger); Leih- gestern — Klein-Linden (Volkmar, Wetzlar); Ruppertsburg — Steinberg (Beck, Flensungen); Lich gegen Hungen (Böcher, Gießen); Garbenteich gegen Steinbach (Koob, Garbenheim); Tv. 1846 gegen Heuchelheim (Deis, Nauborn); Großen-Buseck gegen Rodheim (Törner, Staufenberg); Daubringen gegen Alten-Buseck (Bender, Fellingshausen); Hermann- stein —Ulm (Knietsch, Wetzlar); Holzhausen — Aßlar (Dörr, Werdorf); Philippstein — Albshausen IWeber, Ehringshausen); Steindorf — Oberbiel (Gerhard, Steinbach); Leun — Nauborn (Rinn, Rodheim); Bieber — Steinberg 2. (Rühl, Naunheim); Staufenberg — Launsbach (Hofmann, Wieseck); Rüddings- Hausen — Flensungen (Hillebrecht, Großen-Buseck); Grüningen — Muschenheim (Eckard, Großen-Lin- den); Großen-Linden — To. 1846 2. (Weinandt, Leihgestern); Wißmar — Londorf (Wissemann, Lollar); Münchholzhausen — Burgsolms 2. (Ranft, Hermannstein); Aßlar 2. — Schmalbach (Räuber, Waldgirmes); Niedergirmes 2. — Büblingshausen (Bornhold, Wetzlar). , FC.Teutonia^ Watzenborn-Steinberg Ain Sonntag fährt die 1. Mannschaft zum Der- bandsspiel nach Ruppertsburg. Dadurch, daß Happel wieder im Tor steht, bekommt die Mannschaft wieder einen ganz anderen Mut und das Spiel am vergangenen Sonntag soll für jeden eine Warnung sein. Vor allem muß in der ersten Halbzeit auch gekämpft werden, um zu einem Siege zu kommen. Wenn auch andere Vereine in Ruppertsburg nicht viel erreichen konnten, so hofft man doch, daß jeder einzelne das Können eines vorjährigen Bezirksligisten zeigt, um nicht wieder Punkte einzubüßen. Die 2. Mannschaft fährt zum Verbandsspiel nach Bieber. Obwohl Bieber den Vorteil des eigenen Platzes hat, sollte man doch den Teutonen ein kleines Plus zurechnen. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen-Linden I — Muschenheim I. Morgen stehen alle Mannschaften von Großen- - Linden im Punktekampf. Die erste empfängt nach der schweren Niederlage in Steinberg den Neuling Muschenheim. Trotzdem die Gäste Anfänger sind und ihre Spielstärke hier wenig bekannt ist, haben die Platzbesitzer, die diesmal in ganz veränderter Mannschaftsaufstellung auf den Plan treten, keine Ursache, das Spiel auf die leichte Schulter zu neh- men. Vorher liefern sich Großen-Linden erste Jugend und Leihgestern 1. Jugend einen Lokalkampf. Da beide Mannschaften über ausgezeichnete Könner verfügen, ist ein spannendes Spiel zu erwarten. Die zweite Jugend fährt nach Steinbach um gegen die dortige 1. Jugend zu spielen. Wenn die Mannschaft komplett antritt und mit dem nötigen Ernst bei der Sadje ist, sollte es ihr möglich sein, ein ehrenvolles Resultat herauszuholen. Spielabteilung $».1889 Klein-Linden Die I. Mannschaft des Turnvereins Klein-Linden steht morgen in Leihgestern der dortigen ersten Els im Verbandsspiel gegenüber. Wer den Sieger stellen wird, läßt sich kaum voraussagen. Man erwartet einen harten, aber doch fairen Kamps. Die bessere Tagesform wird entscheiden. Die Klein-Lindener haben in den letzten Kämpfen bewiesen, daß sie ihren Mann stellen. Auch auf fremden Plätzen schnitten sie gut ab. Man darf deshalb dem Kamps mit besonderem Interesse entgegensehen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samslagnoch. mittag geschlossen. Millionen Seutsche leben von der Fjerftellung des deutschen Bieres (bas ist etwa soviel wie die kinwobner von Hamburg und München zusammen!. Gibt es einen besseren Beweis für die volkswirtschaftliche Bedeutung des deutschen Bieres, das unübertroffen in der ganzen Welt? vier ist deutsches Volksgetränk, vier regt an und ist bekömmlich Z Damen- und Kindermäntel mit und ohne Pelz, in großer Auswahl Elegant verarbeitet und besonders preiswert! Frauenmäntel, auch für die stärkste Dame passend, finden Sie bei uns am Lager HJfaßssMcM | INH: WILHELM HORN UND SOHN Gießen • Kreuzplatz 15 Herren- und Knabenmäntel in vielen Formen und Preislagen Gute Verarbeitung bietet Gewähr für guten Sitz! Ueberzeugen Sie sich unverbindlich von unserer Auswahl. Wir führen auch ModellstQcke bester Schneider-Handarbeit ........................................... iiii.iiiiiiiiii........."""...... """""...... """' Beachten Sie bitte unsere Ausstellung Kreuzplatz 1 Gießen (Steinstraße 58), den 31. Oktober 1936. 94994 6942 D 6927 D 6913D £ Eigentümer Q 1 2 3 des Weigel, Ernst Ludwig, in Allendorf a. d. L., hat Lud- Auf Grund der 68996 W haben wir in einer sehr großen Auswahl am Lager. Wir führen moderne Gewebe in tragfähigen Qualitäten und richtigen Farben. Wir verkaufen zu bekanntniedrigen Preisen Mein Büro befindet sich ab 3. Nov. 1936 Stephanstrafee 41 p außerdem bin ich von da ab an das Fernsprechnetz unter Nr 4112 angeschlossen In tiefer Trauer: Die Kinder. Gießen, Essen, Wilhelmshafen, den 31. Oktober 1936. __05367 seinen Wohnsitz in Münchholzhausen a) Volk, Erwin b) Volk, Erich, Großen-Linden Theiß, Elisabethe geb. Weigel, Ehefrau des wig Theiß des Ersten, in Klein-Linden Weigel, Wilhelm, in Frankfurt a. M. Sie brauchen ein Fahrrad welches Sie auf allen Wegen und bei jeder Witterung fahren können, viele Jahre aushält, leicht läuft und nicht teuer ist. — Fordern Sie sofort unsern Katalog, über V2 Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt. Das konnten wir wohl nimmermehr, wenn unser Edelweißrad nicht gut und billig wär. Edelweiß-Decker Deutsch-Wartenberg 707 Loos, Karl a) Lotz, Luise geb. Löber, Witwe des Louis Lotz, zu ¥2 b) Löber, Alwine geb. Aßmann, Witwe des Karl Löber, in Nürnberg c) Löber, Else d) Mayer, Luise geb. Löber, Ehefrau des Robert Mayer, in Nürnberg a) Hebstreit, Georg b) Hebstreit, Marie geb. Leidig, dessen Ehefrau Verfügung des Reichsstatthalters in Hessen — Gießen, den 28. Oktober 1936. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhals. Bekanntmachung. Betr.: Enteignungsverfahren zumZwecke derErbauung eines Lazaretts in Gießen. Für den Bau eines Lazaretts in Gießen hat der Wehrmachtfiskus, vertreten durch die Wehrkreisverwaltung IX, Kassel, die Enteignung olgender Grundstücke beantragt: Lenz, Marie geb. Weigel, Ehefrau des Friedrich Lenz des Ersten in Klein-Linden a) Winn, Heinrich b) Winn, Sophie, geb. Haas, dessen Ehefrau a) Müller, Luise geb. Winn, Wwe., in München zu ¥2 b) Müller, Hans, in München c) Müller, Alix, in München d) Müller, Gertrud, in München, zu ¥2 a) Kahl, Wilhelm, zu ¥2 b) Kahl, Ludwig, zu ¥2 a) Hebstreit, Georg b) Hebstreit, Marie geb. Leidig, dessen Ehefrau Volkmann, Marie geb. Jung, Ehefrau des Heinrich Volkmann in Klein-Linden a) Weber, Johannes, in Klein-Linden b) Weber, Marie geb. Weigel, dessen Ehefrau, daselbst Weigel, Philipp der Siebzehnte, in Klein-Linden Germer, Johann Friedrich, in Klein-Linden Hörder, Luise geb. Germer, Ehefrau des Gustav Hörder in Klein-Linden Lenz, Friedrich a) Lindenstruth, Wilhelm b) Lindenstruth, Eva geb. Reitzel, dessen Ehefrau Rinn, Wilhelm der Dritte, in Klein-Linden Grünewald, Wilhelm, Dr., Justizrat Schäfer, Anton der Zweite, in Klein-Linden TfäHuhnecaugefi an denTeh'n fußen gehn» 0. junget TKann, du schaffst dir Leid, TUjnm „ Labe/üohT- noch istesied! Lebewohl gegen Hühneraugen u. Hornhaut Blechd. (8 Pflast.) 68 Pf., in Apoth.u.Drog. Sicher zu haben: Med.'Qrog.Hans Hindenburg H.Elges, Selters weg 68 a; Löwen-Drog. W. Kilbinger Nach!., Seltersw. 69; Germania-Drog. C. Seibel Frankf.Str.39 Danienschneiderei Inderthal - Leonhard an das Fernsprechnetz unter Ur. 4035 angesehlossen. Gediegene bis eleganteste Ma&anleni^uoß von Sport-, Nachmittags- n. Abend- Kleidern, Complets und Mäntel. Gießen, Bromberger Str. 1 Ostmarkenviertel. IgmD Für die innigste Teilnahme, sowie Kranz- und Blumenspenden bei dem Verlust unsrer lieben Mutter Frau Emilie Geiß, Witwe danken wir herzlichst OHäume jeder Art. Günst. Einkaufsauelle f. Wiederverkäufer. 04822 Brch.Gruber & Sohn Baumschulen Alten-Buseck. W. Bachmann Immobilien, Hypotheken, Wohnungsvermittlung Danksagung Allen, die uns beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Herrn Ludwig Deibel ihre Teilnahme bewiesen, sagen wir herzlichen Dank. Kath. Deibel und Kind Lollar, Daubringen, den 31. Oktober 1936. a) Möser, Heinrich der Erste, zu ¥2 b) Möser, Katharina geb. Rodenhausen, dessen verstorbene Witwe, zu ¥2 Kempff, Walter Borger, Katharine geb. Jung, Ehefrau des Ernst Borger Jung, Ludwig der Neunzehnte, in Klein-Linden Schaum, Elisabeth geb. Schäfer, Ehefrau Ludwig Schaum des Zweiten, in Klein-Linden Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. aeaD J. Wellhöf er, Telephon 2313, Marb.Str.24. . 1 ■ Wj verzehren die besten Kräfte Ä H wj Drum vernichte die Parasiten PULMAKO Schachtel KM. 1.— bei Äug- Noll, Kreuz - Drogerie Bahnhofstraße 52. fi925D worden. Das Verfahren wird durchgeführt nach den Bestimmungen des Gesetzes, die Enteignung von Grundstücken betreffend, in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. 9. 1899, in Verbindung mit dem Gesetz über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren vom 4. 10. 1935. Der Plan, aus dem die Lage der zu enteignenden Grundstücke ersehen werden kann, die Eingabe und die sonstwie erforderlichen Nachweisungen nach Art. 23 des Enteignungsgesetzes liegen in der Zeit vom Freitag, dem 30. Oktober 1936 bis Donnerstag, dem 12. Swvember 1936 einschließlich auf Zimmer 3 des Stadthauses Gießen, Bergstraße 20, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen. Zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung sowie zur Beschlußfaisung über die Enteignung wird Tagfahrt vor der Lokalkommission auf Freitag, den 13. November 1936, vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes, Landgraf-Philipp-Platz 3, anberaumt. Tie Beteiligten, insbesondere Eigentümer, Pächter, Mieter, dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung beteiligte Personen werden hierdurch aufgefordert: a) Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschränkung; b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebots; c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen; d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19 des Enteignungsgesetzes) bei Meidung des Ausschlusses von solchen; e) Anträge auf Errichtung und Unterhaltung von Anlagen, die für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung gegen Gefahren und Nachteile notwendig sind oder werden, bei Meidung des Ausschlusses mit solchen; f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück bei Meidung des Ausschlusses mit solchen in dem obengenannten Termin vorzubringen. Die Einwendungen gegen den Plan können gegen die Notwendigkeit der Verwendung des beanspruchten Eigentums, gegen Größe und Grenzen desselben, gegen Art und Umfang der beantragten Beschränkungen und gegen Zweckmäßigkeit und Vollständigkeit der von dem Unternehmer gemäß Art. 14 des Enteignungsgesetzes in Aussicht gestellten Anlage gerichtet sein. Zugleich werden die Eigentümer bzw. deren Rechtsnachfolger oder gesetzliche Vertreter aufgefordert, die Namen dritter Personen, die als dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung beteiligt sind, sofort nach Zustellung der Bekanntmachung uns mitzuteilen, widrigenfalls sie für deren Ansprüche gemäß Art. 27 Abs. 2 des Enteignungsgesetzes verantwortlich bleiben. Der Wehrmachtfiskus bzw. dessen Vertreter wird zu dem Termin unter Meidung der Annahme der Verzichtleistung auf Fortsetzung des Enteignungsverfahrens und Belastung mit den bis dahin entstandenen Kosten für den Fall seines Ausbleibens geladen. Zu dem Termin werden ferner die Eigentümer der oben aufgeführten Grundstücke, die aus den öffentlichen Büchern ersichtlichen Personen, Pächter, Nebenberechtigte, dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung beteiligten Personen geladen. Einzelladungen der Beteiligten im Sinne der Art. 25, 26, 27 des Enteignungsgesetzes finden nicht statt. Beteiligte, die trotz dieser Ladung ohne Entschuldigung ausbleiben, werden mit den unter den oben unter a—f aufgeführten Einwendungen ausgeschlossen; der Ausschluß bewirkt insbesondere, daß die im Art. 35 Abs. 3 des Enteignungsgesetzes zugelassene Beschreitung des Rechts- weges gegen die Entscheidung der Lokalkommission über die Entschädigung, die Sicherheitsleistung und die Ausdehnung der Enteignung nicht mehr stattfinden kann. Die Lokalkommission spricht den Ausschluß der bei der Verhandlung vor ihr unentschuldigt Ausgebliebenen mit Anträgen und Einwendungen nach Art. 24 des Enteignungsgesetzes aus, eröffnet den Ausgeschlossenen den Ausschluß unter Bekanntgabe der Höhe der Entschädigung und weist sie aui die Vorschriften über die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Art. 58) hin. Die der Einweisung des Unternehmers in den Besitz der Grundstücke durch den Herrn Kreisdirektor nach Art. 3 des Gesetzes über ein verein- ■ sachtes Enteignungsverfahren mit den Eigentümern und, wenn ein anderer Besitzer des Grundstückes ist, auch mit diesem voranzugehende Einweisungsverhandlung wird mit der Tagfahrt vor der Lokalkommission : verbunden. Auf Antrag der Grundeigentümer, der Besitzer oder des Unternehmers ist der Zustand der Grundstücke in der Einweisungsverhandlung oder einer besonderen Verhandlung schriftlich festzulegen. Derartige Anträge sind spätestens in der Einweisungsverhandlung zu stellen, - andernfalls sie keine Berücksichtigung finden können. Genau,schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE M AfiMIIQ der Optiker 6937a IWAUNUu Ihres Vertrauens Gießen,Se tersweg 33-Lieferant all.Krankenkassen Fahrräder RM. 10,- An- zahlg., Wochenrate RM. 2,50, Svezial-Räder RM. 38,- an. 6775V Fahrrad- Seuffert, Frankfurts. M., Mertonstraße 29 Briefumschläge bei Brühl, Gießen Wollene Kleiderstoffe Completstoffe und Mantelstoffe Stoffspezialhaus BernarcLSohn Gieren, Plockstraße 14-16 __6911 A Landesregierung — vom 23. 10. 1936 ist gemäß Art. 1 des Hessischen Gesetzes über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren vom 4.10. 19351 aus Gründen des öffentlichen Wohls das vereinfachte Enteignungsverfahren hinsichtlich der oben aufgeführten Grundstücke angeordnetl Bekanntmachung. Betreffend: Enteignungsverfahren zum.Zwecke der Erbauung eine' Lazaretts in Gießen. Nachstehende Bekanntmachung des Kreisamtes Gießen vom 28. £ tober 1936 bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 29. Oktober 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Für alle Beweise herzlicher Anteilnahme an dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst und Heinz Vogt Ein grausamer Unglücksfall nahm uns am 29. Oktober plötzlich, aus ihrem arbeitsreichen Leben, unsere liebe, gute, stets besorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Elisabeth Hauser Wwe. geb. Abel im fast vollendeten 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Agnes Bender, geb. Hauser, und Familie Heinrich Hauser und Familie Johanna Petry, geb. Hauser, und Familie Hans Hauser und Familie August Hauser und Frau. Gießen, Rodheim a. d. B., Wetzlar, den 31. Oktober 1936. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 2. November, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen rriedhof statt Flur Nr. qm VII 224 1212 VII 226 658 VII 230 ca. 836 VII 226 1174 VII 236 ca.1659 VII 223 5606 VII 221 954 222 1014 VII 220 5753 VII 219 2890 VII 217 1101 VII 218 1101 VII 216 1438 VII 215 1719 VII 214 1121 VII 213 1257 VII 212 1090 VII 5/ '10 211 1092 212 1092 VII 227 2024 VII 228 1144 VII 229 922 VII 231 ca. 583 VII 232 ca.1971 2 VII 233 ca.7321 3 VII 234 ca.1173 i VII 234 ca.1174 5 VII 5/ '10 235 ca.2128 5 VII 210 2603 7 VII 237 1594 MF « *ff ?W i MF MM I 1 GE U ehrend der i Widung sowie zur er Lokal» *i, dinglich Enteignung siusses und tung oder j des Aus- [rt.19 des 'ld)en; , die für bte und Nach" chsWMs ad es allen nd bei Gerung Önnen, Je aus- ht läuft ü teuer tosern lelweiß. 1 ]ahren l(en wir r Edel- 8 wär. Ker 9 707 ru-s/r VkKrt em Termin ctsetzung des ,^tstlmdenen Personen, en sonstiger ausbleibeN' 'wcndAZ dc" R-chi-' ic EnO-^ ignungmch« Kerf«*"1 s> etn.nrt ein d' ^^hende $>* l JjLSJrt 11*45# Nr. 256 vierter Blatt Samrtag. ZI. Oktober 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhelfen) Kinderspeisung — dankbares Arbeitsfeld des Winterhilfswerkes. t e n erhalten, die das Arbeitsdienst und Wehrmacht stellen sich in den Dienst der Kleidersammlung. Volks- Während wir bei den Sammlungen die nalen Kraft des ganzen Volkes eingestellt ist. Für- wahr, es kann keine größere und schönere Auf-1 nicht minder eifrig sind die Frauen in den NS.- gabe für eine Volksgemeinschaft geben als diese, die | Frauenhaften und in den Frauenhilfen auf dem Lande tätig, um auch dort und Kartoffelspenden der Bauern helfen in der Stadt über schwere Zeit. beim Kleiderausbessern derjenigen Männer und sich unter das erhabene Wort „Einer für alle, alle für einen" stellt. Die Jungen der Nation helfen dem WHW. mit größter Begeisterung. zwecks Spenden an die große Aufbauwerk des beizuschaffen für das Führers. walter und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Trägerorganisation des Winterhilfswerkes, der N S.° Volkswohlfahrt, tätig sind, die nach ihrer täglichen Berufsarbeit allabendlich stundenlang an den Arbeitsstätten des WHW. schaffen, die auch vielfach ihre Sonntagsruhe opfern müssen und deren vornehmste Sorge immer darauf gerichtet sein muß, daß die organisatorischen Grundlagen dieses Hilfswerks zu jeder Zeit einsatzbereit und tragfähig sind, um bei dem Aufmarsch der gewaltigen Schar von Spendern in vollem Umfange aufnahmefähig zu sein. Neben diesen Aktivisten des WHW. ist ebenso ehrenwert der opfernde und helfende deutsche Mensch, der sich vielfach — wie das ja auch der eigentliche Sinn des WHW. ist — ein Opfer von seiner eigenen Lebenshaltung auferlegt, um den deutschen Brüdern und Schwestern zu Hilfe zu kommen, die es in ihrem Leben noch schwerer haben als der Helfer selbst. Und über aller Gemeinschaftsarbeit leuchtet als schönster Lohn das erhebende Bewußtsein, seine Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft im Geist des Führers in rechter Weise erfüllt zu haben, den deutschen Sozialismus des Führers im Dienste des Wiederaufbaus der Nation praktisch anzuwenden und dadurch Bausteine hergenossen von der jungen Generation bis zu den Männern im grauen Haar auf den Straßen und in den Häusern tatfroh helfend und sammelnd bei der Arbeit sehen, lassen die Frauen an ihren Arbeitsplätzen in der Stille der Stube die gleichen Kräfte wirken zum vollen Gelingen des edlen Werkes. Da sehen wir Frauenhände bei eifriger Arbeit in dem Kleidersammellager und in der Kleiderausgabe des WHW. Wir sehen die Frauen eifrig schaffen an den Nähmaschinen in der Nähstube, sie arbeiten aber auch emsig an den Herden in der Küche des WHW., um dort durch Einkochen von Gemüsen und Früchten den hilfsbedürftigen Familien einen schönen Wintervorrat zu schaffen; beiter der Stirn In uneigennütziger Arbeit sind viele Helferinnen tätig. Faust und alle übrigen, bei der bisherigen Arbeit bewährten Hilfskräfte haben noch besondere Aufgaben zu erwarten, selbstverständlich wird auch der Eintopf-Sonntag allmonatlich seine segensreiche Funktion erfüllen. Vor allem ist jetzt daran zu denken, daß die Trägerin des WHW., die NS.-Volkswohlfahrt, an die Volksgenosse mit der Aufforderung herantreten wird, die Spende von W e i h n a ch t s paketen wie in den früheren Jahren ins Auge zu fassen. Die Weihnachtsfeiern für die hilfsbedürftigen Familien werden in diesem Winter von den Ortsgruppen der Politischen Organisation mit Unterstützung des WHW. zur Durchführung kommen. In diesem Zusammenhänge sei erwähnt, daß die Kreisamtsleitung der NSV. sich vorbehält, auch in diesem Winter Gr°ß° VorbereitungS^rbett^st^ftrndiedLebei^mMelverteilung notwendig. In umfangreichen Lebensmittelausgaben wird vielen Volksgenossen geholfen. Wenn wir unseren Blick auf die kommenden Aufgaben der Sammeltätigkeit fürdasWHW. lenken, so ist uns klar, daß zu deren Erledigung ebenfalls alle Kräfte unserer Volksgemeinschaft freudig bereitstehen werden. Die Wehrmacht und der Arbeitsdienst, die HI. und die Vereine, die Ares seine Aufgaben in richtiger Weise erfüllen soll. Neben den allgemeinen Betreuungsmaßnahmen, die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Brennmaterial an kinderreiche bedürftige Familien, hat das WHW. auch noch Sonderausgaben zu erfüllen. Wie umfangreich dieser Aufgabenkreis ist, wird jedermann deutlich werden, wenn er vernimmt, daß die Zahl der vom WHW. im Kreis Wetterau Betreuten sich zur Zeit auf 18 160 Köpfe beläuft, die nach einem schwierigen Schlüsselverfahren in gerechter, aber durchaus nicht kleinlicher Weise ermittelt worden sind, weiterhin nach diesen Gesichtspunkten geführt und betreut werden. Bei dieser großen Zahl der Betreuten gewinnen vor allem auch die monatlichen Pfundspenden ihre besondere Bedeutung. Wenn jede Familie in unserem Kreisgebiet Wetterau monatlich nur e i n Pfund an Lebensmitteln geben würde, so könnte die Kreisführung des WHW. monatlich mit etwa 75 000 Daß unsere Volksgenossen im Kreise Wetterau mit aller Opferfreudigkeit an diesem Gemeinschaftswerk mitarbeiten, hat der Verlauf der bisherigen Winterhilfen eindrucksvoll gezeigt. Der Auftakt für die neue Hilsarbeit 1936 und 37 hat sich bei den ersten Sammlungen verheißungsvoll offenbart. Nun wird die Sammlung der SA., SS. und des NSKK. am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag einen weiteren Höhepunkt an Tatkraft und Opferfreudigkeit vonSammler und Spender bringen. Unsere SA., SS. und das NSKK. hat für diese Sammlung von der Kreisamtsleitung der NSV. 5500 0 P'laket durch eifriges Einkochen ansehnliche Zufuhren für das Lebensmittellager des WHW. zu schaffen. Es ist eben überall so: das ganze Volk ist angetreten zum Opfern und Helfen im WHW. Männer und Frauen, Buben, Jünglinge und Mädchen in Stadt und Land sehen ihre besondere Ehre darin, in dieser Gemeinschaft der Helfer in Reih und Glied mitzumarschieren und ihren Anteil beizutragen zu dem großen sozialistischen Gemeinschaftswerk, das im Geiste des Führers arbeitet zum Wohle der Gesamtheit unserer Nation. Bei dieser Arbeit liegt die Hauptlast naturgemäß auf den Schultern Frauen, die als Amts- Zum vierten Male erleben wir das Winterhilfswerk. Wir sprechen hier bewußt von einem Erleben, denn das, was bei dieser Gemeinschaftsarbeit zutage tritt, ist nicht gleichzustellen mit dem Ablauf irgendeines Arbeitsvorganges des Alltags, oder mit einer Angelegenheit, die sich mechanisch an der Oberfläche des Lebens erledigt. Das Werk der Winterhilfe ist vielmehr ein lebendiges Dokument der Kameradschaft und der Verbundenheit von Millionen deutscher Menschen, die eine Arbeits- und Opfergemeinschaft zu einem höheren Zweck bilden, der in gleicher Weise auf die Wiederaufrichtung von hilfsbedürftigen Menschen, wie auch auf die Stärkung der natio- Vereine heranzutreten, die aber diesmal nicht aus Vereinsmitteln Geldspenden darbringen sollen, sondern aufgefordert werden dürften, zu Weihnachten Weihnachts-Wunschpakete auf Kosten der Vereine zu übernehmen und dergestalt ihre Hilfe für das WHW. kundzutun. Daß die Veranstaltungen der Vereine, wenn sie das Geleitwort „Zu Gunsten des WHW." tragen sollen, auch ein entsprechendes Opfer in geldlicher Hinsicht darstellen müssen, ist selbstverständlich; unter dem vorerwähnten Geleitwort können derartige Veranstaltungen der Vereine durchgeführt werden, wenn 40 v. H. der Bruttoeinnahmen dem WHW. zufließen. Wünschenswert wäre aber auch noch, daß wiederum — wie im vorigen Winter — ein Militär-Konzert im Gloria-Palast zugunsten des WHW. stattfinden würde. Es dürfte natürlich jedermann klar sein, daß das WHW. auch in unserer engeren Heimat, im Kreise Wetterau, erhebliche Geldmittel haben muß, wenn Edelsteinabzeichen dieser Sammlung in vier verschiedenen Arten bringen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß auch dieses schöne Abzeichen, ebenso wie die Landschafts- und Grenzlandwappen bei der ersten Reichsstrahensammlung, glatten Absatz finden werden. Es hat sich überhaupt bereits herausgestellt, daß bei der anerkennenswerten Opferfreudigkeit unserer Volksgenossen im Kreis Wetterau die Kreisamtsleitung der NSV. eigentlich einen Plakettenbedarf von 6 0 0 0 0 Stück für jede Sammlung ins Auge fassen muß, ein weiterer erfreulicher Beitrag zur Arbeitsbeschaffung, der mit diesem Plakettenverkauf verbunden ist. Die Kameraden der SA., SS. und des NSKK. werden sich auch bei diejer Sammlung, ebenso wie bei ihrem Einsatz zu früheren Sammelaktionen, mit ganzer Kraft ihrer Aufgabe widmen, und daher darf man wohl ins Auge fassen, daß der Plakettenvorrat schon verhältnismäßig schnell vergriffen sein wird, ein Gesichtspunkt, der zum frühzeitigen Erwerb der Plakette Anlaß sein sollte. Das WHW. eine Quelle reichen Segens 3m Kreis Wetterau über 18000 Betreute. — Große Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten durch das WHW. —NSD.-Arbeit geht weiter! Unser alter Bekannter, der gute Eintopf- Sonntag, war in diejem Jahre der erste Gefechtsabschnitt in dem großen Kampf gegen Hunger und Kälte. Die schaffenden deutschen Menschen oller Stände und Berufe, in der Deutschen Arbeitsfront vereint, übernahmen den nächsten Abschnitt mit der ersten Reichsstraßensammlung, die in unserem Kreise Wetterau das sehr erfreuliche Ergebnis von 14 607 RM. erbrachte. Das Jungvolk folgte dann mit seiner Brotsammlung, die mit dem ganzen Schwung und Eifer der Jungens in Stadt und Land durch'geführt wurde und im Kreise Wetterau einen Ertrag von rund 23 000 Broten zeitigte. Nun steht, während wir diese Zeilen schreiben, die Wehrmacht mit dem Arbeitsdienst und den NSV - W altern in der vordersten Kampffront mit der Sammlung von Kleidungsstücken, die den hilfsbedürftigen Familien eine sehr schätzenswerte Beisteuer für das Leben in den kalten Winterwachen bringen foll. Unb am Samstag, sowie am Sonntag werden die Männer der S A., S S. und des NSKK. mit den Sammelbüchsen des WHW. auf dem Plan erscheinen um weitere Geldspenden entgegenzunehmen für bte Erfüllung der großen Aufgaben, die auch m diesem Winter wieder die Anspannung aller Kräfte notwendig machen. Pfund -- 750 Zentner Lebensmittel der verschiedensten Art rechnen. Dadurch würden die aufkommenden Geldspenden für Bekleidungsstücke und andere Sachgegenstände frei werden, so daß die Hilfe für die Notleidenden insgesamt eine viel umfangreichere werden könnte. Diese Ueberlegungen mögen sich vor allem diejenigen Volksgenossen zu Herzen nehmen, bei denen die NS. - Frauenschafk bis jetzt noch vergeblich um eine regelmäßige Pfundspende gebeten hat. Erfreulich ist es, daß nunmehr auch die Sonderabteilung „Mutter und Kind" im Winter weitergeführt wird, wobei die NS.-Frauenschoft und die NS.-Schwesternschaft in der Betreuung von Familien und Kindern dem WHW. wertvolle Hilfe leisten. Die Hilfeleistung erstreckt sich auf die Beschaffung von Betten, Wöchnerinnen- und Tuberkulose-Fürsorge, Mütterheim- und Kinderheim-Verschickung. Zur Zeit befinden sich aus dem Kreisgebiet Wetterau 21 Mütter in den Heimen des Gaues in Alsbach (Odenwald), Falkenstein und Schönberg (Taunus) sowie in Nassau. In der Kinderheim-Verschickung werden zur Zeit in dem Kinderheim der Provinz Oberhessen in Gießen 21 Kinder aus Rüdesheim betreut, während aus unserem Kreis- Gebiet 10 Mädchen in der Steinmühle bei Friedberg sind, und im November 10 Knaben nach Bingerbrück kommen. Daneben ist ein weiteres sehr wichtiges Gebiet die Kinder-Landoerfchickung. Hierdurch erhalten viele Kinder unserer engeren Heimat die Möglichkeit, hinaus aufs Land in andere Gegenden des Reiches, oder auch zu ftammesverwandten Familien im Auslande zu kommen und sich durch den Klimawechsel und durch kräftige Ernährung den Körper zu stählen, gleichzeitig aber auch in früher Jugend schon den Blick zu weiten für die großen Dinae unseres Volkes und Reiches. Für unsere Leser dürfte es besonders interessant sein, in diesem Zusammenhänge zu hören, daß sich gegenwärtig 30 Jungen, und zwar 15 aus Gießen und 15 aus Lollar, in einem Heim bei Innsbruck in der herrlichen Tiroler Landschaft erholen und dort unseren Brüdern und Schwestern von daheim erzählen können. Diese Jungen wurden aus den Mitteln der NSV. von Kopf bis zu Fuß vollständig neu eingekleidet, so daß sie wie aus dem Ei gepellt unsere Heimat würdig vertreten können. Die Gießener und Lollarer Buben werden einen sechs- wöchigen Aufenthalt In Tirol genießen und noch sder deutschen Brüder und Schwestern der Die Groschen oder Fünfziger oder Markstücke B. NSV.! bei der zu jein, sie fühlen sich aber auch innerlich verbunden mit dem Staat, von dem sie in gerechter Weise bis Anfang November in diejer schönen Landschaft verweilen. Die Adolf-Hitler-Freiplatz- einzelnen Spender bedeuten also einen reichen Strom von brüderlicher und schwesterlicher Liebe zum deutschen Menschen, aber auch ein gewaltiges Kraft- moment für die Arbeitsbeschaffung und für den Wiederaufbau unserer Wirtschaft und damit unseres nationalen Wohlstandes. Deshalb seien alle Volksgenossen zu jeder Zeit willens und bereit, an ihrem Teile zu spenden und vor allem zu opfern, damit die NSV. ihre Aufgabe des Winterhilfswerks und auch ihre Betreuungsmaßnahmen im Laufe der Sommerzeit umfassend und wirksam erfüllen kann. Zeder deutsche Mann, jede deutsche Frau spende und opfere aber nicht nur sondern sei auch Mitglied der NSV.! Wer so handelt, kann gewiß sein, daß er dem Willen und dem Geist unseres Führers gerecht wird und sich dadurch als ein wertvolles Glied unserer Volksgemeinschaft beim Aufbau unseres herrlichen Reiches erweist! Für jeden Deutschen, soweit er kann, heißt also die Parole: Zum Spenden und Opfern in die Front der wie in diesem Einzelfalle, so ist es allenthalben sämtlichen Betreuungs- und Hilfsmaßnahmen NSV. Schutz und Förderung erfahren, in dem sie zu jeder Zeit ihren Freund und Helfer erblicken können. Wie umfangreick sich die Hilfsaktionen der NSV. allein in unserem Kreis Wetterau auswirken, ist z. B. daraus ersichtlich, daß allein bei der jüngsten Verteilung von Fischkonserven 15 000 Stück Konserven ausgegeben wurden, um der Fürsorgeauf- aabe gerecht zu werden. Man stelle sich vor, welche Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten beim Fisch- fäng, in der Fischkonservenindustrie, in der Blechwarenindustrie usw. herauskamen, um diese Fifch- konseroenaktion, die natürlich nicht auf unsere engere Heimat beschränkt blieb, durchzuführen. Und Spende, besonders für die alten Kämpfer der SA. und der SS., ist ein tzleichgeartetes Fürforge- gebiet der NSV., das zur glücklichen Betreuung ebenfalls allerlei Anstrengungen erforderlich macht. Nach den erforderlichen Vorarbeiten ist eine weitere Abteilung des Arbeitsgebietes der NSV. nun so weit aediehen, daß sie außerordentlich fruchtbare Arbeit leistet. Es handelt sich dabei um die Jugend- Hilf e, deren Aufgabe es ist. Jugendliche, die als Vollwertige durch ihre Umweltseinflüsse gefährdet erscheinen, zu betreuen, ferner, falls notwendig, bei den Vormundschafts-, Jugendgerichten usw. zu vertreten. Die Kreisamtsleitung übernimmt für diese Jugendlichen gegebenenfalls auch die Vormundschaft. Man ersieht also schon aus dieser Darstellung in großen Zügen, wie dringend erforderlich die Spenden für die NSV. und für das W H W. sind, und welch' reicher Segen mit diesen Mitteln zum Besten von hilfsbedürftigen Volksgenossen geschaffen werden kann. — * Neben diesem sozialen Erfolg steht aber auch ein sehr bedeutsamer wirtschaftlicher Vorteil. Man denke nur daran, daß durch die Beschaffung der Abzeichen für das WHW. ein erheblicher Teil von Arbeits- möglichkeiten für Volksgenossen erschlossen wird, die vor der Machtergreifung des Führers viele Jahre lang, im Sommer und im Winter, dem furchtbaren Elend der Arbeitslosigkeit preisgegeben waren und dadurch von Monat zu Monat immer tiefer in das Meer der Not und des Elends versanken. Alle diese Volksgenossen, z. B. im Thüringer Wald, in der Bayerischen Ostmark, im Erzgebirge usw., ferner in unserer engeren Heimat, z. B. in Offenbach, im Odenwald und in Idstein gewinnen durch die Arbeit für die NSV. und das Winterhilfswerk Verdienst und Brot für sich und ihre Familien, sie erhalten das Gefühl zurück, vollwertige Menschen in der Gemeinschaft Wirtschast. Spezialisierung in der Fahrzeug-Industrie. Spezialisierung, stärkste Konzentration auf bestimmte Fabrikationszweige ist für die großen Werke der deutschen Fahrzeug-Industrie eine unbedingte Notwendigkeit. Beides ist heute die unerläßliche Voraussetzung zur Lösung der durch die Motorisierung gestellten vielseitigen und umfangreichen Aufgaben. Aus diesem Grunde hat Deutschlands größte Automobilfabrik, die Adam Opel AG., Rüsselsheim, sich entschlossen, den seit fast 60 Jahren betriebenen Fahrradbau aufzugeben, um alle Kraft für den Automobilbau freizumachen. Aus dem gleichen Gedankengang heraus haben die NSU. - D- Rad Vereinigte Fahrzeugwerke AG., Neckarsulm, schon vor mehreren Jahren unter gleichzeitiger Kündigung der bekannten Jnteressen-Gemeinschaft mit den Fiat-Werken den Entschluß gefaßt, ihren Automobilbau aufzugeben und sich ganz auf das diesem Unternehmen eigene Gebiet des Baues von Zweirad-Fahrzeugen — Fahrräder, Motorfahrräder und Motorräder — zu spezialisieren und deren Fabrikation in großem Umfang weiter auszubauen. Zwischen diesen beiden ältesten deutschen Fahrzeugfabriken ist soeben ein für den deutschen Fahrradmarkt bedeutsamer Abschluß zustande gekommen. NSU. übernimmt die Rüsselsheimer Fahrrad- Fabrikation und leitet die im Laufe von zwei Generationen aufgebaute Opel Fahrrad-Verkaufsorganisation auf die NSU.-Verkaufsorganisation über. Diese Maßnahme dürfte sich sowohl für beide Werke als auch für den Verbraucher als besonders nutzbringend erweisen. Infolge der Fabrikationsumschichtung wird NSU. künftig zu den bedeutendsten Zweirad-Fahrzeug-Fabriken Deutschlands zählen und Opel dem Ziel der weiteren Vervollkommnung seiner Automobile zustreben können. Rhein-Mainische Börse. BNttagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 30. Okt. Die Börse eröffnete an den Aktienmärkten mit uneinheitlichen Kursen, da auf dem erhöhten Stand einige Glattstellungen und Gewinnmitnahmen erfolgten. Dagegen lagen vom Publikum weitere Kaufaufträge vor. Im ganzen bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen. Später wurde die Haltung wieder fester, wobei auch einige günstige Wirtschaftsberichte etwas anregten. In fester Haltung verkehrten Kunstseideaktien, Aku 92,40 bis 94,25 (91) bei einem holländischen Kurs von etwa 43,75, Bemberg mitgezogen auf 119 bis 119,50 (117,50). Von chemischen Werten lagen Goldschmidt weiter fest mit 132 (129,50), auch Scheideanstalt und Rütgerswerke je 1 v. H. höher dagegen JG.-Farben 177 bis 177,50 (178,75) und Metallgesellschaft 154,50 (155). Glattstellungen erfolgten besonders am Montanmarkt, wo die ersten Notierungen zumeist 0,50 bis 1,50 vom Hundert schwächer einsetzten. Schwankend waren Verein. Stahl mit 127 bis 126,50 bis 127,40 (127) und Mannesmann mit 119,75 bis 120,50 (120,75). Von Kaliaktien kamen Westeregeln nach eintägiger Panse mit 141,50 (135,50) wieder zur Notiz. Von Elektroaktien zogen Felten 2 und Licht und Kraft 0,90 v. H. an, dagegen büßten Siemens 3,25 und Schlickert 0,50 v. H. ein im Zusammenhang mit den im AR.-Bericht erwähnten Einbußen tm Spaniengeschäft. Maschinenaktien lagen mir knapp gehalten, auch Reichsbank und Westdeutsche Kaufhof etwas nachgebend. Von Zellstoffaktien gewannen Aschaffenburger 2.25, Feldmühle 0,65 v. H., dagegen lagen Waldhof etwa 2,50 v. H. niedriger. Fest lagen noch Jul. Berger mit 145 (143,50). Am Rentenmorkt zeigte sich Nachfrage nach der Gemeinde-Umschuldungsanleche zu 90,45 bis 90,50 (90,25), auch Altbesitz etwa 0,25 v. H. höher. Zinsvergütungsscheine unv. 93,85, ebenso späte Schuldbuchforderungen mit 98,50. Zertif. Dollar- Bonds lagen bei behaupteten Kursen geschäftslos. Von Auslandrenten bröckelten Ungarn Gold auf 13,13 (13,35) ab, auch Mexikaner trotz höherer Pariser Kurse schwächer, 5proz. äußere Gold 15,13 (15,50), aber 5proz. Tehuantepec 9,13 (8,80). Im Verlaufe war der Aktienmarkt überwiegend fest. Das Geschäft konnte sich etwas beleben. Sehr fest lagen Th. Goldschmidt mit 134,90 bis 137,25 bis 137,50 nach 132 und gestern 129,50, auch JG.-Farben auf 179,50 nach 177 erholt, ferner Metallgesellschaft 155,75 bis 160 nach 154,50. Montanwerte zogen zumeist 0.50 bis 1 v. H. an, Mannesmann 121,50 nach zutiefst 119,75. Am Kassa- markt blieben Bankaktten weiter gefragt. Von Jn- dnstriewerten Memeler Zellstoff weiter gestrichen Brief, die Taxe ermäßigte sich auf 70 nach 75 (l. K. 86). Auch Dresdner Schnellpresse weiter angeboten. Am Rentenmarkt tarnen Altbesitz nur knapp behauptet mit 119,20 (119,25), per Kasse aber mit 119,40 (119,13) zur Notiz. Kommunal-Umschuldung schwankten zwischen 90,30 bis 90,40 (90,50). Am Kassarentenmarkt bestand bei meist unveränderten Kursen Nachfrage. Ueberwiegend fester lagen Stadtanleihen, 4% pro ft. Baden 94 (93), im übrigen betrugen die Erhöhungen 0,25 bis 0,50 v. H. Don Prooinzanleihen Oberhessen weiter fest mit 130,50 (130). Am Auslandrenten-markt lagen Mexikaner und Rumänen zumeist etwas fester. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 107,50, Auto-Union 124 bis 125, NSU. 156, Pokorny 122,75, Wayß & Freytag 129, Vereinigte Deutsche Metall 151, Kali Wintershall 145, Growag 90,50. — Tagesgeld war zum Ultimo gefragt mit 3 (2,75) v. H. Abendbörse still. An der Abendbörse zeigte sich etwas Zurückhaltung. Die Umsätze waren ziemlich klein. Die A k - tienkurfe konnten sich überwiegend nur knapp behaupten. Teilweise ergaben sich noch kleine Rückgänge über den schon etwas schwächeren Berliner Schluß hinaus, insbesondere am Montanmarkt bröckelten die Kurse ab. Hoesch 119,50 (120,65), Verein. Stahl 127,13 bis 126,90 (127,75), Buderus 127,50 (128,25), Klöckner 128,50 (129,25). JG.- Farben notierten 178,90 (179,50), Th. Goldschmidt, die mittags bis auf 137,25 angestiegen waren, blieben ohne Notiz, die Taxe lag beim Berliner Schluß von 133 v. H. Etwas fester waren noch Metallgesellschaft mit 160,50 (159,75), Felten mit 143,25 (142,50) und Zement Heidelberg mit 163 (162,50). Am Einheitsmarkt bröckelten DD-Bank auf 110,50 (111) ab, Commerzbank noch 0,25 v. H. höher mit 108,50. Brown, Boveri notierten nach Pause 115 (113). Der Rentenmarkt lag bei gut behaupteten Kursen sehr still. Von Ausländern waren Rumänen eher gefragt, Mexikaner nicht ganz behauptet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 119,40, Reichs- bahn-VA. 125,90, 6proz. Mainkraft 100,90, 4,5proz. Heidelberg 91,40, JG.-Farben-Bonds 139, Schutzgebietsanleihe von 1908 und 1909 10,85 Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 30. Okt. Das Gemüseangebot, besonders Rot-, Weiß- und Wirsingkohl, blieb reichlich. Geschäft sehr ruhig. Preise fOt Feldsalat und Rosenkohl gefallen, sonst unverändert. Ausl. Tomaten in geringen Mengen angeboten. U. a. notierten: Blumenkohl 20 bis 35, Es- karol 5 bis 10, Feldsalat 30 bis 50, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln 50 Kilogramm 3,00 bis 3,20, Juli-Nieren 6,75 bis 7,00, Mäuschen 6,00, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat unter Glas 5 bis 10, Meerrettich 40 bis 45, Römischkohl 5 bis 6, Rosenkohl 16 bis 20, Rote Rüben 3,5 bis 6, Rot- kraut 2 bis 4, Sellerie je nach Größe 8 bis 35, Spinat 12 bis 17, Schwarzwurzel 16 bis 25, Tomaten Freiland 20 bis 30, do. Haus 35 bis 40, holl. 37 bis 40, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 2,5 bis 5, Zwiebel 5 bis 6. Obst und Südfrüchte: Reichliches Angebot von Aepfeln und Birnen, sonst genügend. Geschäft in Aepfeln bei leicht sinkenden Preisen sehr schleppend, Birnen besonders schwer verkäuflich. Ausländische Trauben reichlich angeboten, Geschäft bei etwas höher liegenden Preisen befriedigend. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 46, II 20 bis 28, Goldparmänen I 30 bis 35, Boskoop I 30 bis 35, Schafsnase 16 bis 18, Birnen la 30 bis 32, I 22 bis 28, II 15 bis 20, Mollebusch I 16 bis 18, II 12 bis 14, Clairgeau I 25 bis 28, Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm netto 5,00 bis 5,50 Kamerun, 6,00 bis 6,50 Westind., 4,50 bis 5,00 Bros., Haselnüsse 33 bis 38 ital., Kranz-Feigen 25 Kilogramm 10,50 bis 11,50, Trauben 50 bis 55 holl., 28 bis 35 bulg., 26 bis 30 griech, Walnüsse 30 bis 35, Zwetschen 20, Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 10,00 bis 11,50. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 1.November. Reformationsfest. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrverwalter Damerau; 17: Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Ordination des Pfarramtskandidaten Bangert durch Propst Knodt; zugleich Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. — Zohannessaal. 20: Gemeindeabend des Evangelischen Bundes; Redner: Pfr. Germer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrasfistent Weckerling; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarr- affiftent Weckerling; 20: Reformationsfeier. — Pe- truskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Tvieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; Kollekte; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Allen-Duseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 13: Gottesdienst zum Beginn des Konfirmandenunterrichts. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Reformationsfestgottesdienst; hl. Abendmahl; Kollekte. — Albach. 12.30: Reformationsfestgottesdienst; Kollekte. — Rödgen. 9: hl. Abendmahl für Verheiratete. — Annerod. 13: hl. Abendmahl für Verheiratete. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; Kollekte; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Jungverheirateten bis zum 40. Lebensjahr. — Treis a. d. Lda. 13: Hauptgottesdienst; Pfr. Andres, Allendorf a. d. Lda. — Klein-Linden. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Watzenborn-Steinberg. 13: Reformationsgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors; 19: Beichte und hl. Abendmahl für jüngere Eheleute. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 13: Gottesdienst.— Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte; hl. Abendmahl. — Nieder-Befsingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 19.45: Abendmahlsfeier für die Mittelgruppe der Eheleute. — TNünzenberg. 11: Gottesdienst mit Beichte und hl. Abendmahl für die Alten; Kollekte; 14: Hausabendmahle. — Trais- Murnenberg. 9: Gottesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Reformationsfestgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 14.15: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Kirchberg. 10: Festgottesdienst: anschließend hl. Abendmahl für die Jugend von Staufenberg, Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für die Alten. — Lollar. 20: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für die Alten. Mittwoch, den 4. November. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Kapelle des Alten Friedhofs. 20: Gottesdienst zum Jahresfest der Inneren Mission; Pfr. Lenz, Darmstadt. Donnerstag, den 5. November. Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde im Johannessaal. Katholische Gemeinden. Samstag, den 31. Oktober. Gießen. 16.30 bis 18.30 Uhr und ab 19 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, 1.November. Fest Allerheiligen. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe mit Kommunion; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: hl. Messe mit Predigt; 14.30: Vesper mit Segen; 17.45: Rosenkranz. 18: Allerseelenpredigt mit Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt und Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt und Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: hl. Messe mit Predigt. Montag, den 2. November. Allerseelen. Gießen. 6, 6.30 und 7 Uhr: hl. Messen; 8: Requiem für alle Verstorbenen; 9.30: hl. Messe für die Gefallenen des Weltkrieges; 17.30: Versammlung des III. Ordens; 20: letzte Rosenkranzandacht. Mittwoch, den 4. November. Hungen. 7.30 Uhr: hl. Messe. Freitag, den 6. November. Lich. 7.15 Uhr: Segensmesse. Evangelische Sladlmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 1. November. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (Mitglieder). 16: Jungfrauenstunde; 20.15: Eoangelila- tionsvortrag. — Mittwoch, 4. November. 20.30 Uyr: Vortrag aus der Arbeit an Gefangenen. — Samstag, 7. November. 20.30 Uhr: Jugendbibelkreis (Jünglinge). Ehristliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 1. November. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 3. November. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 1. November. 20.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. — Mittwoch, 4. November. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, 5. November. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 1. November. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 4. November. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Oeffentlicher Sonntagsbienft Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Wolf. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Zahnarzt: Dr. Fischer. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankturt 0. M. Berlin Sranffurt o.M. Berlin Frankfun a. M. Berlin Schluß* kurs Schlußk. Abend* börse Schlußkurs Schlußk. Mittag* börse Schlußkurs Schluß«. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börke Schlußkurs Schluß!. Abend- börs- Schluß* kurs Schlußk. Mittagbörse Dalum 29 10. 30 10. 29 10 30 10- Dalum 29-10- 30 10 29-10 30.10 Datum 29.10. 30 10 29-10 | 30 10 6% Deuttche Relchsanleihe o. 1927 4% Deutsche Reichsan 1. von 1934 6/2% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil Auslo».-Rechten ............ 4¥t% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... *¥*% ehem. 8% Hessischer BolkS- ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 4/2% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12.... 6/2% ehem. 4/r% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiqu. *Vi°/o ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe tnii Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4/2% ehemH% Franks. Hyv.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1936 6/2% ehem. 4/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 6/2% ehem. 4/2% Rheinische Hyp.-Bonk-Ligu.-Goldpfe. ... 4/2% ehem. 8% Pr. Landespfank briefanftah, Pfandbriefe R. 19 4/2% ehcin. 7% Pr.Landespfand hriesanst., Gold Komm. £61.20 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreicyische Silberrente 4% Ungarische Goldrenle ....... 101,5 97,9 103 119,25 99,9 97 100,5 93 130 123 97 100,4 100,75 97,5 95 109,8 3,1 13,35 10,5 10,65 15,5 101,5 97,9 103,65 119,4 99,9 97 100,5 93 130,5 122,75 97 100,4 100,75 97,5 95 109,8 3,1 13 10,5 10,65 15,13 101,5 97,13 103,13 119,2 98,65 97 129,75 122,75 101 97,5 95 109,9 31,5 3,15 13,4 10,4 10,25 15,13 101,5 98 103,25 119,4 100,25 98,75 97 122,75 101 97,5 95 109,9 32,75 3,25 13,1 10,7 10,65 4% oesfli. Serie u ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/2%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . 2)4% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket v Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................ 12 R.E.S......................0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 8 Licht und Kraft .............7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer & Co......... . ... 7 Buderus ......... 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harvener................. 2/2 Hoeicb Eilen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ............. e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 8 Mannesmann-Röhren........ 8 7,7 11,3 7 40 15,75 15,9 126 126,25 107,75 111 109 193 40,75 166,5 135,5 160,5 139,25 144 140,25 163 207 154 126 148 158,5 120,5 152,5 129,4 120,75 7,9 11,75 7,2 40 16 16,25 126,25 126,25 108,5 110,5 108,75 193 40,5 166,25 135,5 161,5 143,25 144,5 140,5 164 203,75 155 127,5 149 158,5 119,5 153 128,5 120,75 8 11,4 7 15,75 39,5 15,75 125,9 127 107,5 110 108,5 193 40,4 167 135 160,75 139,75 143,75 135,5 140,25 163,13 208 153,5 126,25 147,65 158,75 120 202 152,5 129 120,5 7,95 11,75 7,15 39,75 16 38,13 16,13 126,5 126,75 108,25 111 108,75 191,75 40,5 167 135,25 161,75 142,5 144,5 136 140,65 164,5 207 154 128,25 149,25 158 120,65 205,75 155 129,25 121 Mansseider Bergbau....... 6/, Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstabl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8/1 Otavi Akin en ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/t 3. G. Farben-Jnduftrie.......7 Scheidean statt...............9 Goldschmidt ........ 6 Rütgerswerke ...............6 Metallgesellschaft.............5 Philipp Holz mann...........4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Zementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................b Zellstoff Waldhof ............6 Zellüoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 dbabe......................9 Accumularoren-Fabrik....... 12 Contt-Gummi 11 Gritzner....................u Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 161,5 237,5 156,5 127 45,4 145 197 178,75 279 129,5 140,5 155 139 160,5 158 91 117,5 173 145 127,75 168,5 63,65 424 207 176 99,25 208,25 161 237 156.65 126,9 45,9 146 141,5 198 178,9 280 137,25 141,5 160,5 139,75 163 93,75 121 171,5 146,5 127,25 169,9 63,65 426 174,75 30,75 100 207 160 141,25 ’ 237 156,5 126,75 45,4 145 139 199,75 178,9 129,5 141 153 138,5 102,25 90,65 119 172 145.5 110 126,75 168,5 94,13 63,4 420 207 174,25 31,13 208 162 142,75 238,5 156,5 127,25 45,9 145,75 141 197 179,5 133 141,4 159,75 140,25 102,9 93,75 120,5 171,75 147 111,25 127,65 169,5 95,25 63,4 428 210 174,5 30,5 209 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4'. nei-fli. von 1913......... 5% abgest. Goldmexitaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1......... .......... Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. KL 29 .Oktober 30-Oktober Am liche Roilerung Amtliche Rotierunq Geld Brief Geld Brie >uenud Au 0,691 0,695 0,692 0,696 Brüssel ... 41,93 42,01 42,10 42,18 Rio de Jan. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,34 54,44 54,32 54,42 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,17 12,20 12,165 12,195 HeliingforS. 5,375 5,385 5,37 5,38 Paris _____ 11,58 11,60 11,57 11,59 Holland ... 134,62 134,88 134,72 134,98 .Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Zavan ..... 0,711 0,713 0,709 0,711 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... 61,16 61,28 61,13 61,25 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lisiabon... 11,055 11,075 11,05 11,07 Stockholm.. 62,75 62,87 62,72 62,84 Schweiz ... 57,17 57,29 57,16 57,28 Spanien... 22,73 22,77 22,73 22,77 Prag...... 8,771 8,789 8,771 8,789 Budapest .. — — Reuyork .. 2,489 2,493 2,489 2,493 Banknoten. Berlin, 3g. Oktober <5715 3rTef Amenlanuche Noten.............. 2,451 2,471 Belgucbe Noten.................. 41,96 42,12 Dänische Noten ................. 54,16 54,38 Englische Noten ................. 12,14 12,18 Französische Noten............... 11,52 11,56 Holländische Noten............... 134 38 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 60,97 61,21 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.............. — — Schwedische Noten............... 62,55 62,81 Schweizer Noten................. 57,01 57,23 Spanische Noten................. Ungarische Note«................ — — Das rhein-mainische Giedlungswerk Gründung des „Gemeinnützigen Vereins zur Förderung des nationalsozialistischen Siedlungswerks^ und der „Giedlerschule^. tragten soll diese Siedlerschule auch eine einheitliche Schulung der Architekten, die sich mit dem Siedlungswesen befassen, herbeiführen. Ferner wird die neue Siedlerschule dem In titut für Siedlung und Planung sowie dem Zoologi chen Institut der Universität Frankfurt zur prakti chen und wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Hörer zur Verfügung stehen. Seit Bestehen des Gau-Heimstättenamts sind 4 515 Siedlungsbewerber zugelassen worden, von denen mehr als 1000 ihre Stellen bereits beziehen konnten. Außerdem wurden unter direkter Mitwirkung des Gau-Heimstättenamts 135 Eigenheime und 335 Mietwvhnungseinhei- t e n in Bau genommen. Insgesamt befinden sich 165 Gruppenprojekte mit mehr als 8000 Stellen in Arbeit, bei denen mangels anderweitiger Planungshilfe die Bebauungspläne und größtenteils auch die Hauspläne vom Gau-Heimstättenamt bearbeitet werden müssen. Der Presse, der sich leitende Persönlichkeiten des Gaues unter Führung von Gauleiter Sprenger und seines Stellvertreters Reiner angeschlossen hatten, wurde Gelegenheit argeben, auf einer Rundfahrt die Heimstättensiedlungen Heddernheim, Bonames, Bad Vilbel, Langen, Groß-Gerau und Rüsselsheim zu besichtigen. Man konnte feststellen, daß den Volksgenossen in dem Siedlungswerk praktische und freundliche LPD. Frankfurt a. M., 30. DEL Im Gau Hessen-Nassau ist ein weiterer Schritt zur Förderung des Siedlungswerks erfolgt. Im Beisein des Gauleiters Sprenger, der schon vor der Machtübernahme mit Nachdruck auf die Bedeutung des Siedlungswerks hingewiefen hatte, und unter dessen tatkräftiger Mitwirkung auch bereits im Jahre 1933 der Bau der Jakob-Sprenger-Sieülung in Bad Vilbel in Angriff genommen wurde, ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung des nationalsozialistischen Siedlungswerks im Rhein-Main-Gebietgebildet worden, der unter der Schirmherrschaft des Gauleiters steht und dem führende Persönlichkeiten der Partei, Vertreter der am Siedlungswerk arbeitenden Stellen, die Universität Frankfurt u. a. anae- hören. Vereinsführer ist der Gauamtsleiter Generaldirektor Avieny. Zweck des Vereins ist das «Siedlungswerk auf jode Art zu fördern. Als nächste Aufgabe hat sich der Gau die Gründung einer «Siedlerschule gestellt. Die Frankfurter Uni- versität hat zur Verwirklichung dieses Planes bereits ihr Schulungslager in Oberursel zur Verfügung gestellt, das im Frühjahr zweckentsprechend ausgebaut werden soll und dem zwei vollständig ausgestattete Muster-Siedlungs- Däuser angegliedert werden sollen. Neben der Schulung der Siedlungswarte und SiedlungsbeaufDie Angeklagte Oesterls wirb wegen Mitwifler- schast eines Verbrechens des vollendeten Mordes zü drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt; die bürgerlichen Ehrenrechte werben ihr auf fünf Jahre aberkannt. Acht Todesopfer eines Raubüberfalls in Rumänien. Ein grauenhaftes Verbrechen wurde in Ga- latz (Rumänien) im Hause eines Bäckermeisters aufgedeckt. Als der Laden zur üblichen Zeit nicht geöffnet wurde und sich auch im Hause kein Lebenszeichen regte, verschaffte sich die Polizei gewaltsam Zutritt. Beim Oeffnen der Tür stießen die eindringenden Polizeibeamten auf die blutüberströmten Leichen des Bäckermeisters und seiner Frau. Im nächsten Raum wurde die Leichen von drei Bäckergesellen in einer Blutlache liegend gefunden. Beim weiteren Durchsuchen des Hauses fand man im Keller die Leichen zweier Kinder und eines Greises, die offenkundig vor den Mördern geflüchtet waren. Bemerkenswert ist, daß die Mörder ihre furchtbare Tat nicht mit Waffen, sondern mit Hilfe von Selterswasserflaschen verübt hatten. Die Schädel der Opfer waren durch wuchtige Schläge zerschmettert. Es wird angenommen, daß es sich um mehrere Täter handelt. Ein Geldsckrank, der sich im Laden befand, war aufgebrocyen und ausgeraubt. Weitere Indizien und Spuren der Verbrecher fehlen bisher. Landesverräter hingerichkel. Der vom Dolksgericht am 23. Mai 1936 wegen Landesverrat zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilte 27jährige Robert Wendel aus Kiel-Holtenau ist Samstagmorgen in Berlin hingerichtet worden. Wohnstätten zur Verfügung gestellt worden sind, deren volkswirtschaftliche Bedeutung auch daraus hervorgeht, daß z. B. in einer Siedlung von 900 Häusern nicht weniger als 12 000 Hüyner und 15 000 Kaninchen gehalten werden, und daß der Ertrag aus dem reichlich zur Verfügung gestellten Gelände auf jährlich 300 bis 400 Mark je Anwesen geschätzt werden darf — eine schlagende Widerlegung des Vorwurfs, daß der Landwirtschaft durch die Siedlungstätigkeit zu viel Boden entzogen worden fei. Aber auch rein menschlich wirkt sich das Siedlungswerk segensreich aus. Die Siedler, die hier ein freundliches Heim gefunden haben, sind glücklich, aus der Enge der Stadt in Luft und Sonne, auf eigene Scholle gekommen zu sein. Aus ihren Augen spricht der Dank, daß das national» sozialistische Siedlungswerk ihnen das gegeben hat, was immer ihr Sehnen war: ein eigenes Heim, eigenen Grund und Boden. Aus aller Wett. Todesurteil im Ravensburger Giflmordprozeß. Das Schwurgericht Ravensburg fällte in dem Prozeß gegen den Giftmörder Guth und seine Helfer folgendes Urteil: Johann Baptist Guth wird wegen dreier Verbrechen des vollendeten Mordes zum Tode verurteilt, wegen eines Verbrechens des versuchten Mordes zu zwölf Jahren Zuchthaus; dem Verurteilten werden die bürgerlichen Ä)renrechte auf Lebenszeit aberkannt. Der Angeklagte Sieber wird wegen Beihilfe zum vollendeten Mord zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt; die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf zehn Jahre aberkannt. Ueberdies ist Polizeiaufsicht angeordnet. mit schöner Bettwäsche .dann mag der Winter kommen 1 Diese schönen Dinge liefert preiswert IlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUllllllllillllllJIllllllllllllllllllllllllllllllllll sie nützen. Deshalb s p a bei Ist die billigste I Herausgabe der besten Drucksache i sie CARL]\| nwArx (Ein Buch für den Naturfreund! Waldweben GIESSEN SELTERSWEG 81 omiu Beachtenswert Ist die 13“ 13“ 24« 23“ Darum brennt 8 U/CDDC DRUCKSACHEN WEIXDC Brühl, Gießen Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! JNHABER"- CARL HEINZ SCHLÜTER Refiger „HÖHENSONNE“ - (TryiHal Für Allesbrenner, eisemeOfen, Kachelöfen mit Einsatz, Kachelöfen mit Rost. Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut FRANZ VOGT & CO. Goethestr. 32 Seitenweg 44 Fernsprecher: Gießen 24*4 Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 llllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Möbelfabrik und Einrichtungshaus Gebr.Trefzger, Frankfurt a.M.,Gr.Friedbergerstr. 33 Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er» mäßigten Grundpreis von 5 Pf. fürdteIVtllimeter» teile veröffentlicht Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Werbeblatt d. Firma c.NWMLKo.,Mnldelg,bei ')H0vtOut —- dass sich die Damen so gern bei uns kleiden. Dabei sind wir gar nicht mal feuer! Hier schon einige überzeugende Beispiele: DIE IDEALEN la. Speise- MH gelbfleisch.,wohl- schmeck. Sorten liefert zu d. festgesetzten Preisen H.Trechsler Steinstr. 73 Tel. 3581 ein guter, molliger Kolter Es könnte noch viel kälter werden dann wären die Anthrazit• Eierbriketts immej noch nicht am Ende ihrer Heizkraft. Spielend heizt auch ein kleiner Ofen mit Anthrazit-Eierbriketts gegen den grimmigsten Frost ohne daß dauernd nachgelegt werden braucht. Und dann die Sauberkeit! ParMöta reinigen u. abziehen bei [05018 A. Beutel Asterweg 25. ANTHRAZIT ffiljetts Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard u. amm Städtische Ausstellungshallen am Dienstag, dem 3. November 1936, vorm. 11 Uhr Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos) durch die MslsülWe vrovlnWl - viehverwerkungs - GenossenslWl e.G.m. b.H., Münster i.W., Windthorststraße 20, Ruf 26644/45. - Ständige Vermittl. von Vieh aller Art (Fett- u.Weidevieh, Ferkel,Läufer,Pferde usw.) innerhalb 7 Tagen fällig 100,— sowie auf Postscheckkonto ......... - - - - - - 3. Wechsel, Schecke und unverzmslrche Schabanwetsungen a) Wechsel (darunter Einzugswechsel 4719,16 RM.). b) Schatzwechsel und unverzmslrche Schatzanwer- sungen des Reiches und der Länder............ WkWlölM WWN und Literatur zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote uni. 04992 an den Gießener Anzeiger. Daunendecken 79.- 65-- 59- 58.- 49.- Gebr. Schreibmaschinen 1 Underwood «»«d 1 Triumph mit Setztabulator Stets Gelegenheiten Baums & Tveibkg Büromaschinen und-Organisationen, Reparatur - Werkstatt. Ideal- und Erika-Vertretung. Gietzen,Wolfstr.l2,Fernruf 3700. Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei e) Privatbanken.! 66541,46 Summe 12568001,03 darüber hinaus bis zu 3 Monat, fällig 864242,22 Stepp-Decken »us der eigenen Fabrik Kunsteeide S5--28.- I weiße Schafwolle 19.56 1M0 IW I 3&- 3fc- »- Gewinn- und Bevlufi-Rechnuns Aufwand für das Jahr 1935 Ertrag NS.-Kulturgemein(le - Theaterring Spielplan Ittr November 14.11. Oskar Wilde Ein idealer Gatte Beginn 20 Uhr. 16.11.: Nur für das Militär Millöcker. Der Bettelstudent . Beginn 20 Uhr 23.11.: Nur für das Militär Harald Bratt, Gustav Kilian. Beginn 20 Uhr 28.11.: Mozart, 6924D Figaros Hochzeit. Beginn ausnahmsweise 19'/, Uhr Kartenausgabe 5. November: 18—20 Uhr und 9. November: 18—20 Uhr. Theaterkasse, JohannesstraBe. b) Sonstige kurz- fristigeKredite c)Langsr.Darleh. Summe nach mehr als 3 Monaten fällig 1606798,97 Metall-Betten Kinder-Betten 23.50 a.- 17.50 15.- 17.50 1&50 14- Anfarbeiten v. Kissen u. Deckbetten Matratzen^telllj aus der eigenen Fabrik fcttgrM 22.- 1950 | B o s s h a ar - MneA-- 27.- 22.- I Ideal - MatreWen , Schlaraffia* > , A50 5.- t- 8.80 250 2.- 1.60 b. 65 ff Deckbetten Ä- 96.- 89 - 29.- A.- 22.-18-- d. 1050 MW ■ II ZweckLöekümpwngo« Fohrcnhlllo Schwarzarbeit | /1||| Jfcliolllll K können «rbeits.Ange- | ItlllVwIlUIV bot, von Handwerken, — a» ■ Mali D 4. Guthaben b. and. dentsch.Geldanst. innerhalb 7 Tagen fällig a) eig. Girozentr. 2448126,43 davon a.Li-Kto. 2150000,— b) Sparkassen... c) Kommunalbank, d) andereöffentl.- rechtl. Banken 1504,97 51828,17 davon a.Li-Kto. FR Ü H fr R BUCHDAHL Vogtsche Privat-Hondelsschule Gießen, Goefhesfr.32 Stadttheater1