Nr. 77 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, ZI. Marz 1956 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: ä Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen- Druck und Verlag: vrühl'sche Unloersitats-Vuch- und Steindruckeret R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Paris und die deutschen Wahlen. Starker Eindruck auf die Volksmeinung. — Eine reaktionäre Regierunasburokratie. Von unserem Dr. Jh.-Korrespondenten. Paris, 30. März 1936. Seit dem 7. März hat sich jeder Franzose wohl täglich mit der deutschen Frage beschäftigt, die für ihn das bedeutendste, ja das einzige außenpolitische Problem ist. Es gehört zu den Großtaten der deutschen Regierungsführung, daß gerade in den vergangenen Wochen die auf den 7. März folgten, keine Anstrengungen gescheut wurden, um die Welt mit den wahren Absichten Deutschlands bekannt zu machen, die nicht darauf hinauslaufen, den Frieden zu bedrohen, sondern ihn vielmehr auf gerechten und dauerhaften Grundlagen aufzubauen. Noch nie zuvor haben die Führer-Reden so durchdringend wie in der jüngsten Zeit das Ohr des französischen Volkes gefunden. Noch ist kein deutscher Wahlkampf mit solcher Aufmerksamkeit in Frankreich verfolgt worden. Und auch das Wahlergebnis selbst und die in ihm zum Ausdruck gebrachte Willenskundgebung hat auf die Franzosen einen bisher nicht gekannten, auf« rüttelnden Eindruck gemacht. Allerdings haben sich die französischen Zeitungen, die ohne Ausnahme eigennützigen Zwecken gewisser Finanz- und Parteibelange dienstbar sind, krampfhaft bemüht, den Eindruck der deutschen Wahlen von vornherein zu schmälern und zu untergraben. Sie veröffentlichen Hetzartikel ungenannter Verfasser, hinter denen unschwer jüdische Emigran- ten-Schreiberlinge zu erkennen waren. Sie brachten blöde Karikaturen, die den deutschen Wähler als geknebeltes Männlein mit schlotternden Knien darstellen, der mit vorgehaltenen Revolvern und sonstigen Mordwerkzeugen zur gewünschten Stimmabgabe gepreßt wird. Nur paßten dazu schlecht d i e Bilder von der jubelnden Begeisterung, die dem Führer des deutschen Volkes auf allen seinen Wegen entgegengeschlagen ist. Es war auch nicht damit der Beifallssturm in Einklang zu bringen, von dem sich jeder Franzose a m R a - d i o beim Anhören der Wahlkundgebung in allen Gauen Deutschlands überzeugen konnte. Ueberhaupt hat das Radio als Mittler zwischen den deutschen Kundgebungen und den französischen Funkhörern eine bisher in diesem Maße nicht gekannte Rolle gespielt. Es hat die Lügenwand der Pariser Presse an mehreren Stellen durchstoßen Es gestattet ihr nicht, die deutschen Wahlen totzuschweigen oder nebensächlich zu behandeln, wie sie zweifellos am liebsten verfahren wäre. Alle großen französischen Zeitungen haben Sonderberichter st a 11 e r zu den bedeutendsten Veranstaltungen der letzten Woche, insbesondere in Essen und Köln, und zur Uebermittlung des Wahlergebnisses nach Berlin gesandt, um das ungeheure Wissensbedürfnis der Leserschaft wenigstens notdürftig zu befriedigen. Zahlreiche Zuschriften an die Zeitungen zeigten trotzdem, daß die Leser, welche den Verlauf der Kundgebungen am Radio verfolgt hatten, über die mangelhaften Schilderungen der Sonderberichterstatter empört waren. Ich selbst erlebte es, daß am Samstagabend aus der Wohnung nebenan die Klänge des Niederländischen Dankgebetes herüberdrangen. Mein Nachbar, ein schwerkriegsbeschädigter Franzose, hatte die Feiern und die Führcrrede in Köln am Radio mitangehört. Es läßt sich nicht bestreiten, daß die deutschen Wahlen und die eindringlichen Hitler-Worte das französische Volk im Innersten aufgerüttelt und für den Gedanken einer vertrauensvollen Gestaltung der Beziehungen zwischen den beiden Völkern aufgeschlossen haben. Eine tatkräftige Regierung guten Willens würde gegenwärtig eine selten günstige Stimmung und ein fruchtbares Feld für eine große Saat vorfinden. Aber leider muß man es mit an» sehen, daß die französische Regierung sich anscheinend mit Händen und Füßen geaen einen solchen Gedanken des verständnisvollen Ausgleichs ft r ä u b t. Es ist kein Geheimnis mehr, daß der Postminister Mandel- Rotschild, der eigentliche Leiter des Kabinetts Sarraut, und dessen einflußreicher Gehilfe, der Staatssekretär beim Ministerpräsidenten Jean-Isidor Z a y , sich die erdenklichste Mühe gegeben haben, im Anschluß an den 7. März die Oeffentlichkeit in Frankreich aufzuputschen und die Spannung in den Beziehungen zu Deutschland 3U verschärfen, und daß sie erst durch den französischen Generalstabschef und Oberkommandierenden Gamelin und die britische Regierung zur Räson gebracht werden mußten. Daß eine solche Regierung nicht tatkräftiger Führer auf dem Wege zu neuen Entschlüssen sein kann, sondern lediglich als Hemmschuh wirksam ist, liegt auf der Hand. Obgleich es der wahren Volksmeinung kaum möglich ist, durch die Kruste der abhängigen Presse hindurchzudringen, werden doch hier und dort Stimmen laut, welche, wenn auch zumeist in verschleierter Form, die allgemeine Mißstimmung über die verständigungsfeindliche und reaktionäre Haltung der französischen Regierung zum Ausdruck bringen. Die eine Zeitung bringt eine Artikelserie über die „Verpaßten Gelegenheiten seit Kriegsende", die andere eine solche über die „Unfähig- keit der Regierenden in den letzten 15 Jahren." In dem Regierungsblatt, der radikalsozialen „Republique", schreibt der frühere Generalsekretär der Partei, Edouard Pfeiffer, unter anderem: „So erweitert sich von Tag zu Tag die Kluft zwischen der V o l k s m e i n u n g, die sich an Wirklichkeiten hält, und der Regierungs- Bürokratie, die sich an die Auslegung von Texten klammert und nicht mehr weiß, was im Ausland vorgeht, mit dem sie eine lebendige Verbindung verloren hat. Wie mit Italien und England müssen wir uns auch mit Deutschland offen aussprechen, und zwar auf direktem Wege, wie es sich für einen selbstbewußten Staat gehört?" Die Generalstabsbesprechungen der Aumpf-Locamo-Mchle. Starke Meinungsverschiedenheiten in London. — Scharfe Stimmen in Kabinett und Oeffentlichkeit gegen neue Bindungen und voreilige Festlegung Englands. London, 30. März. (DNB.) Wie Preß Association meldet, wird das britische Kabinett, am Mittwoch den Zeitpunkt für die geplanten Gene- ralstabsbesprechungen zwischen England, Frankreich und Belgien festsetzen. In der Zwischenzeit soll über gewisse Voraussetzungen gesprochen werden, unter denen die Besprechungen stattfinden werden. Die den Regierungskreisen nahestehenden Blätter betonen wiederum, daß die Besprechungen keinerlei neue politische Bindungen für England mit sich bringen würden und daß man ihnen angesichts ihres streng umgrenzten Charakters keine allzu große Bedeutung beimessen dürfe. „Times" meldet, daß auf der Ministerbesprechung am Montag einige Besorgnis darüber ausgedrückt worden sei, die Verhandlungen der Generalstäbe könnten einen zu großen Umfang annehmen. Um diese Gefahren zu vermeiden, habe man vorgeschlagen, yine Tagesordnung aufzustellen, an die die Vertreter des britischen Generalstabes streng gebunden sein würden. Sie würden angewiesen werden, alle Fragen dem Kabinett zur Entscheidung vorzulegen. Diesen Grundsätzen soll zugestimmt worden sein. „Daily Telegraph" will wissen, daß die Besprechungen wahrscheinlich schon in der nächsten Woche in Paris beginnen würden. Sie seien lediglich eine Vorsichtsmaßnahme. Denn man stimme jetzt allgemein überein, daß die Anwesenheit deutscher Streitkräfte im Rheinland keine Kriegsdrohung darstelle. „Morning Post" schreibt, die Bedeutung der Besprechungen sei großenteils „symbolisch", da die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Angriffes (!) während der „Zwischenperiode" nicht sehr groß sei. Die Opposilionsblälter „Daily Herald" und „News Lhronicle" melden in großer Aufmachung, daß im Kabinett beträchtliche Meinungsverschiedenheiten über die Generalstabsbespre- chungen bestünden. Die drei Minister der Simon- Liberalen, Sir John Simons, Drown und Sir Godfrey L o l l i n s ständen den geplanten Besprechungen sehr kritisch gegenüber. Sie seien der Ansicht, daß die Verhandlungen in der gegenwärtigen Lage außerordentlich herausfordernd und gefährlich wären. Diese Ansicht werde von Lord h a i l s h a m unterstützt, der gegen jede weiteren Verpflichtungen in Europa sei. Die Haltung des Handelsministers R u n c i m a n fei schwankend. Ein Teil der Minister sei für Aufschub der Besprechungen bis nach den französischen Mahlen. Die Un- terhaus-Abgeordnelen würden von ihrer Wählerschaft mit prote st briesen gegen militärische Verhandlungen mit Frankreich überschwemmt. Das Rothermereblatt „Daily Mail" spricht sogar von der Gefahr einer Kabinettskrise infolge der Meinungsverschiedenheiten über die Staatshandlungen. Die meisten Minister seien der Ansicht, daß die militärischen Verhandlungen die Aussichten auf erfolgreiche Verhandlungen mit Deutschland schädigen würden. Der Landesausschuß des von Lloyd George geschaffenen Aktionsrates betont in einer Entschließung die dringende Notwendigkeit, keine Hindernisse oder Bedingungen aufzustellen, die eine sofortige Erwägung der Vorschläge des Führers für eine europäische Regelung verzögern oder verhindern könnten. Der englische Generalstab solle in keine militärischen Besprechungen mit den Stäben anderer Länder eintreten, bevor die Konferenz für eine europäische Regelung stattgefunden habe, und das Parlament entscheiden könne, ob sie erfolgreich gewesen sei oder nicht und wo die etwaige Schuld für ein Scheitern liege. Zwei große Abendblätter kritisieren sehr scharf die Regierungspolitik. Evening News überschreibt ihren Artikel: „M an rasselt mit dem Säbel der Stabsgespräch e." Das Blatt meint, selbst der verärgertste oder verängstigtste Franzose habe nie ernsthaft glauben zu machen versucht, daß die paar Truppen, die Hitler ins Rheinland geschickt habe, ein Teil oder das Vorspiel eines Angriffes auf Frankreich gewesen seien. Wenn die Generalstabsgespräche nichts an» Paris, 31. März. (DNV.-Funkfpruch.) In der radikalsozialistifchen „Republique" beschäftigt sich der ehemalige französische Ministerpräsident und Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats Josef E a i l l a u x mit Zukunftsfragen. Er macht sich dabei die Auffassung des englischen Außenministers Eden zu eigen, wonach Frankreich die noch ungelöste deutsch-franzüsische Frage mit Unvoreingenommenheit und ohne Engherzigkeit in Angriff nehmen müsse. Eaillaux macht das wirtschaftliche Elend in erster Linie für alle Streitigkeiten verantwortlich, und fordert deshalb zu einer wirtschaftlichen und finanziel - len Zusammenarbeit der europäischen Länder auf. Frankreich müsse unbedingt zur Herstellung einer solchen Solidarität gelegentlich der Verhandlungen beitragen, die zweifellos nach der Beseitigung der augenblicklichen politischen Schwierigkeiten ausgenommen werden mühten. Ls sei selbstverständlich, daß die aus solchen Verhandlungen hervorgehenden Abkommen nur zwischen vollkommen gleichberechtigten Völkern abgeschlossen werden könnten. Lin offener Geist und deres als eine Vorsichtsmaßnahme wären, so hätte man die Tatsache, daß ein paar alte Generale ihre Köpfe zusammenstecken, nicht in dem Weißbuch so breit treten sollen. Wenn es sich tatsächlich nur, wie Eden auch versichert habe, um rein technische Besprechungen handele, so sei es sehr töricht, ein Paradepferd daraus zu machen. — Der Star erinnert daran, wenn man so viel von kollektiver Sicherheit rede, dann solle man sich gefälligst doch einmal überlegen, was die Abessinier angesichts der Bombenangriffe auf Harr ar dazu zu sagen hätten. Wenn England, Frankreich und jeder Staat, der sich von dem Aufbau einer kollektiven Sicherheit etwas verspreche, die Augen vor dem täglichen Unrecht schlössen, das in Abessinien begangen würde, so könnte das teuer z u st e h e n kommen. Man könne nicht das Völkerbundsprinzip in Afrika so und am Rhein anders auslegen, ohne die ganze Angelegenheit einer verächtlichen Schwäche auszuliefern. England, Frankreich und alle anderen europäischen Nationen sollten erst einmal die kollektive Sicherheit zu einer so unwiderleglichen Tatsache machen, wie sie die italienischen Bombenangriffe auf Harrar darstellten. Dieser Versuch, der schon längst hätte gemacht werden sollen, sei bisher leider weder von der französischen noch von der englischen Regierung gemacht worden. ein weiter Blick seien dazu notwendig, vor allen Dingen aber mühten diejenigen, die Frankreich regierten, sich darüber klar werden, dah die Friedensverträge wurmstichig seien: fi« feien zum größten Teil zusammen- gebrochen, und die Mauern dieses Gebäudes von Versailles seien auf Frankreich g e - st ü r z t, weil es hartnäckig darauf bestanden habe, sich hinter einem Bau zu schützen, dessen not- gedrungenen Zusammenbruch es nicht wahrhaben wollte. Paris wünscht Konferenz der Locarno- Mächte noch vor Ostern. Paris, 31. März. (DNB. Funkspr.) Wie das „Oeuvre" erfahren haben will, soll der französische Botschafter in London beim Foreign Office den Wunsch zum Ausdruck gebracht haben, noch vor Ostern in Brüssel eine Konferenz d e r Locarno- Mächte einzuberufen. In Paris wünsche man in der Lage zu fein, der fron» Zwischen Oeffentlichkeit noch v o r d e n Wahlen eine genaue Auslegung der französischen Politik zu geben. „Me MedensveriWe sind wurmstichig." Eine Mahnung des Senators Eaillaux. Behauptung und SereiGaff. Von Or. Hans von Malottki. Das einmütige Bekenntnis des deutschen Volkes hat seinen Eindruck auf das Ausland nicht verfehlt. Wird die Welt, so ist nun zu fragen, den außenpolitischen Sinn dieses Bekenntnisses erfassen? Wird sie in dieser beispiellosen Mobilisierung aller Lebensenergien eines Volkes nicht nur den Willen zur entschlossenen Behauptung des eigenen Anspruches, sondern ebenso die Bereitschaft zu wirklichem Ausgleich und ehrlicher Gemeinschaftsarbeit im Kreise der Völker erkennen? Es ist nicht immer böser Wille, nicht immer nur die primitive Vorstellung, ein großes Volk in niederer Stellung festhalten zu können, die hier im Wege stehen. Es ist einfach „nur" die Unfähigkeit, aus der starren Vorstellungswelt der westlichen Demokratien heraus eine ganz andere Lebensform zu verstehen. Man konnte dieser Schwierigkeit auch jetzt bei und nach der Wahl wieder deutlich beobachten. War das, was sich am 29. März in Deutschland abspielte, überhaupt noch eine Wahl? Diese Frage ist in der Presse der westlichen Demokratien mehr als einmal erörtert worden. In der Tat: mit den in jenen Ländern Üblichen Anschauungen läßt sich das Geschehen vom letzten Sonntag überhaupt nicht mehr erfassen. Das neue Deutschland hat seine schöpferische Gestaltungskraft auch darin erwiesen, daß es der Wahl einen anderen, größeren Sinn gegeben hat, einen Sinn, der zugleich auch das Verhältnis zwischen Wahl und Außenpolitik auf eine neue Grundlage gestellt hat. In den westlichen Demokratien sind Wahlperioden gleichbedeutend mit außenpolitischer I n a k t i o i t ä t. Bei diesen Wahlen geht es nicht um eine Befragung des Volkes über feine elementaren Daseinsfragen, sondern in erster Linie um den Austrag interner Zwistigkeiten, um eine Kraftprobe rivalisierender Gruppen. Die eigentlichen Schicksalsfragen des äußeren Lebenskampfes und der Gestaltung der zwischenstaatlichen Beziehungen werden gerade während dieser Zeit des „Appells an das Volk" aus „Wayl- rücksichten" ausgeschaltet. Jene Demokratien laufen dann gleichsam mit halber Kraft, bis sie nach der inneren Erschütterung des Wahlgetriebes wieder zum Normalzustand, zur Aktionsfähigkeit, zurückfinden. Von dieser Form der Wahl hat sich Deutschland allerdings gründlich entfernt. Wahlen im neuen Deutschland, — das sind nicht mehr Lähmungserscheinungen im Leben der Nation; sie sind vielmehr Nutzbarmachung der gesamten Volksenergie für den Einsatz nach außen. Die außenpolitische Aktivität wird durch die Wahl nicht unterbrochen, sie findet in diesem Akt vielmehr ihre Höch st e Entwicklung und Steigerung. Der Gleichklang zwischen Führung und Volk ermöglicht und trägt die geschichtlich bedeutsamen Entschlüsse und Handlungen der Nation. Reicht dieser Durchstoß zu einer wahren Demokratie aus, um uns in überheblichem Tone Belehrungen darüber zu erteilen, was Demokratie, was Wahlen seien? Wir haben dies nur berührt, weil auch an diesem aktuellen Beispiel wieder eine der Hauptschwierigkeiten dieser Zeit, eine der wesentlichsten Ursachen darüber erkennbar wird, daß der Prozeß der Verständigung mit uns so vielen Stockungen und Hemmungen unterliegt: Die Begriffe und Werte, mit denen in der zwischenstaatlichen Politik operiert wird, haben für uns vielfach einen anderen Sinn und Inhalt als etwa für die französischen Politiker. Was wir unter Recht verstehen und was man sich jenseits des Rheins darunter vorstellt, das ist nicht das Gleiche, sondern es stellt einen Gegensatz dar, dessen ganzes Ausmaß gerade durch den deutschen Schritt vom 7. März wieder einmal deutlich zu Tage getreten ist. Unter dieser Kluft zwischen einem Recht, das keines ist, weil es aus dem Geist der Versailler Diktate geboren wurde, und der Gerechtigkeit, auf die wir Anspruch erheben müssen, leidet diese Zeit. Hier liegt der Kern allen Hebels Die französische These, die zwischen Recht und Gewalt unterscheidet, ist deshalb sinnlos und falsch, solange nicht ein wirkliches Recht und eine wirkliche Rechtsordnung im Völkerleben geschaffen ist. Nur die Rechtsordnung kann sittlich verpflichtend sein, die auch wirklich das Gut der G e r e ch t i q - feit einschlieht. Die verheerende Wirkung der Friedensdiktate erschöpfte sich ja gar nicht in ihren materiellen Bestimmungen; viel schlimmer noch war die Tatsache, daß sie Gewalt und Willkür in die äußere Form des Rechtes kleideten. So entstand jene beispiellose Verwirrung, daß die Fortführung der Politik der Gewalt sich auf „Verträge" berufen konnte, während auf der anderen Seite die Versuche, wirkliches Recht zu schaffen, jenseits und oberhalb dieser Verträge beginnen mußten und deshalb von Frankreich stets mit dem Makel der „Gewalt" bedacht wurden. Die e n g l i s ch e Politik steht ganz deutlich im Zeichen dieses Zwiespaltes. Formaljuristische Erwägungen zwingen sie, sich zu einem „Recht" ju bekennen, dessen wahren Charakter man auch in London nicht mehr beschönigt. Wenn die „lime«" dieser Tage schrieb, daß England durch ein unnachgiebiges Recht gebunden sei, so sollte bas wohl nicht nur eine Entschuldigung, sondern auch eine Klage fein über frühere Versäumnisse und über eine Schuld, deren drückende Last man nun allmah- l'ch selbst schwer und schmerzlich empfindet. Politische Bindungen und Rücksichtnahmen England- Haben leider das Wirksamwerden dieser besseren Erkenntnis verhindert. Man hat sich der These vom deutschen „Vertragsbruch" angeschlossen, wir wissen heute, unter welchen Erwägungen England zu dieser Haltung getrieben worben, ist. Wenn man nur so Eine phantastische Entwicklung inZahlen Rom, Ende März. Viel stürmt in diesen Tagen auf den Zeitungsleser ein, zu viel, als daß er alles verstehen und einordnen könnte. Die Unmöglichkeit, sich zurechtzufinden, braucht aber keinen zu verleiten, sich eine politische Unzulänglichkeit einzureden, denn auch der Fachmann kennt sich nicht mehr aus, kein Spezialist in außenpolitischen Dingen kann wissen oder auch nur ahnen, was die nächste Stunde an lieber» raschungen bringt. Blitzschnell wechseln die Achsen der wirbelnden Ereignisse, verschieben sich die Schwerpunkte. Gestern London, heute Rom, am Nachmittag schon Genf oder Tokio und über Nacht Moskau. Locarno — kaum gegrüßt, gemieden. Ueber den Rhein schieben sich die Dardanellen. Römische Protokolle, Balkanpakt, Sanktionen. Deutschland wieder souverän, Italien schreitet zur Autarkie, was ist mit Abessinien? Das einzige Beständige: der Wechsel. Alles in Fluß, wie jener griechische Weise sagte, es war wohl Heraklit, derselbe Mann, der vom Krieg behauptete, er sei der Vater aller Dinge und aller Dinge König. Und hat er nicht Recht behalten? Geht der ganze Wirbel nicht auf den Weltkrieg zu- nieder Krieg um Krieg zeugte? Ohne den afrikanischen Feldzug wäre Genf nicht in den Sank- twnskrieg hineingeschliddert und wären die Sanktionen nicht, so stände Italien nicht abseits von Locarno. Aber wichtiger und wuchtiger als alle diese konkreten Vorfälle istdieDölkerwanderung der Weltanschauungen, die sich aufgemacht haben und, alles zum Einsturz bringend, die Gei- steskontinente des vergangenen Jahrhunderts über* „Freudigen Herzens nehmen wir teil an dem Dank für das einmütige Bekenntnis zum Führer, zu Freiheit und Würde unseres Volkes, das der gestrige Tag uns geschenkt hat. Wir bitten die Landeskirchen, diesem Dank und der Fürbitte für die Bemühungen des Führers um einen wahren Frieden der Völker dadurch Ausdruck zu geben, daß sie für morgen, den 31. d. M., mittags von 12 bis 13 Uhr ein allgemeines Kirchengeläut anordnen." Denn die Bewegungen der Italiener im Nordwesten lassen die Annahme zu, daß man die Absicht hat, den rechten Flügel der Front, der bisher sehr weit zurück hing, nun so erheblich vorzuschieben, daß dadurch eine Frontverkürzung entsteht, die naturgemäß auch Fronttruppen frei macht. Aber diese Bewegungen südlich von Om Ager, in der äußersten Nordwestecke Abessiniens, haben noch eine andere Bedeutung: sie laufen in das Gebiet hinein, das die Engländer bisher als ihre Interessensphären betrachteten, sie gehen ziemlich genau auf den Tana-See zu, dessen Wasservorräte für die sudanesischen und ägyptischen Baumwoll- und Agrargebiete von unerhörter Bedeutung sind. Bombenabwürfe auf Gondar in der Nähe des Tana- Sees können nur als Vorbereitung einer Vorwärtsbewegung in Richtung dieser Stadt und des Sees gewertet werden. Denn die Italiener haben immer die wichtigsten Ortschaften hinter dem abessinischen Frontabschnitt bombardiert, der in ihren Offensivplänen gerade von Bedeutung war. Daß der Tana- See mit den ihn umgebenden reichen und fruchtbaren Provinzen auf Rom wie ein Magnet wirkt, ist schon zu verstehen. Denn Mussolini hat ja wiederholt erklärt, daß er kein Wüstensammler sei. Auf die wertvollen Gebiete Abessiniens kommt es ihm also lediglich an. Wenn er nun seine Truppen in das Gebiet am Tana-See einmarschieren läßt, wenn man sich daneben vergegenwärtigt, welche Sprache die britische Presse führte, als zu Beginn des Krieges auch an die Möglichkeit eines italienischen Vorstoßes an die Nilquellen gedacht wurde, dann muß sich Italien entweder sehr stark fühlen oder aber die Engländer müssen heute über den Wert des Tana-Seegebietes und über die Bedeutung einer Beherrschung der Tana-Wassermengen durch Mussolini wesentlich anders denken als noch vor einigen Monaten. Das letztere zu glauben liegt eigentlich kein Grund vor. Oie Kriegslage in Ostafrika. Neuer Vormarsch der Italiener an der Nordfroni. — Oer Tana-See. Alles fließt! Oie außenpolitische Lage Italiens. Don unserem römischen E.-Korrespondenien. 40 neue schweizerische Militärflugzeuge. Bern, 30. März. (DNB.) Der Schweizerische Bundesrat hat beschlossen, für die Beschaffung von vierzig neuen Militärflugzeugen dem Erneuerungsfonds für Flugzeuge einen Betrag von 5,1 Millionen Franken zu entnehmen. Es handelt sich um Flugzeuge, für die keine fremde Lizenz erforderlich ist und d i e in der Schweiz selb st her - g e st e l l t werden. Auch die Motoren werden schweizerisches Fabrikat sein. schwemmen. Dazu die wirtschaftlichen Elemente neuer Art ... Rom steht wie ein fester Punkt im flutenden Geschehen, aber selbst die Stentorstimme eines Mussolini wird jenseits der Alpen nur noch mühsam vernommen, so groß ist der Lärm in Europa. Wir wollen versuchen, mit wenigen Strichen die p o litt s ch e L a g e I t a l i e n s, wie sie in diesem Augenblicke ist, festzuhalten und dem Leser einen kleinen Ariadnefaden in die Hand zu drücken. Da wäre zunächst einmal der Krieg in O st - a f r i k a. Italien hat zwar, ebenso wie der Negus, dem Friedensappell des Völkerbundes im Prinzip zugestimmt, der Krieg geht aber selbstverständlich weiter, bis sich die Herren in Genf über das Prinzip geeinigt haben. Das heißt praktisch: Mussolini kümmert sich um das juristische und diplomatische Getue genau so viel wie im vorigen Jahr. Der Völkerbund hätte zwar die Macht gehabt, den Krieg zu verhindern oder die Einstellung der Feindseligkeiten zu erzwingen, aber er konnte sich nicht dazu entschließen, diese Macht zu gebrauchen. Nicht einmal über die Oelsperre konnte, besser: wollte er sich einig werden. Die Sanktionen macht jeder Staat so weit mit, als es ihm paßt: in Italien ist infolgedessen nichts von Mangel zu spüren. Zwei Staaten haben sogar den Mut gehabt, dem Völkerbund offen den Gehorsam zu verweigern, Ungarn und Oesterreich, und er hat sie nicht „zur Raison gebracht", wie er anfangs drohte. Jetzt sind diese Staaten förmlich mit Italien verbün- b e t, das Loch in der Sanktionsmauer ist so groß, daß man den ganzen Sühnemaßnahrnen schon jetzt noch annahm, 1,21 v. H. sondern gar nur noch ein einziges Prozent an Stimmen abgegeben worden, die nicht für die Liste und damit für den Führer sind. Bei diesem einen Prozent aber ist außerdem tfod) zu berücksichtigen, daß darin die ungültigen Stimmen bereits enthalten sind! Bei den ersten Wahlen des Jahres 1933 waren es noch 17,27 Millionen Wähler und Wählerinnen, die die Liste der NSDAP, wählten. Heute sind es fast 4 4,5 Millionen! Man kann es angesichts dieser enormen Entwicklung gewissen Teilen der Auslandspresse beinahe mit einem gewissen leicht spöttischen Mitgefühl nachempfinden, wenn sie ein paar Dutzend Berichterstatter in Deutschland — besonders im Rheinland und an der Saar, von Wahllokal zu Wahllokal reisen und sowohl in dem Wahlvorgang als auch in die bekanntlich öffentliche Auszählung Einsicht nehmen ließ. Inzwischen haben sich auch diese Kreise damit abfinden müssen, daß diese Wahlen die Volksabstimmung vom November 1933 um 4 v. H. und die vorn August 1934 gar um 9 v. H. übertreffen, und daß von den 5 Millionen der gegnerischen und neinsagenden Stimmen wenig mehr als eine halbe Million — immer unter Einschluß der ungültigen Stimmen! — übriggeblieben sind. Man wird auch im Ausland lernen müssen, die entscheidenden Zahlen dieser letzten Wahlen als einen unveränderlichen Posten in seine Kalkulation einzusetzen. * Nach einer Mitteilung des Deutschen Nachrichtenbüros bezeichnen in der gestern veröffentlichten Tabelle des Ergebnisses in den Wahlkreisen die Spalte 4 die Zahl der gegen die Liste und die Zahl der ungültigen Stimmen, die Spalten 5 und 6 die Zahl der für d i e Li sie und damit für den Führer abgegebenen Stimmen sowie ihren prozentualen Anteil an den insgesamt abgegebenen Stimmen. Deutschland hat sich selbst übertroffen. Sogar der Weltrekord aus der Nacht zum 30. März, kaum festgestellt, war wenige Stunden später schon wieder übertrumpft. Bei einer Wahlbeteiligung von 99 v. H. wurden 99 v. H. aller Stimmen für die Liste und damit für den Führer abgegeben. Man braucht nicht zu fürchten, daß man unter dem Eindruck dieses geradezu phantastischen Ergebnisses etwa übertreiben konnte, wenn man sagt, daß derartige Zahlen in keinem anderen Lande und von keinem anderen Staatsmann heute erreicht werden können. Der Vollkommenheitsgrad der Wahlen vom 29. März kennzeichnet die in steiler Kurve ansteigende zahlenmäßige Entwicklung, die die innere Einigung der Nation unter dem Nationalsozialismus genommen hat. Es gehört nicht zu den geringsten Anerkennungen des Auslandes, wenn man in fremden Blättern lesen kann, es sei schon eine ungeheure Leistung, solche Volksmassen überhaupt zur Wahlbeteiligung zu veranlassen. Wo bleiben heute die Zahlen der Wahlen vom 5. März 1933?! Und dabei erreichte doch damals die Wahlbeteiligung mit der Höhe von niemals für möglich gehaltenen 88,5 v. H. eine Stärke, die schon damals einen absoluten Rekord bedeutete, wobei wir uns daran erinnern wollen, daß schon jene ersten Wahlen im Dritten Reich der NSDAP, einen Stimmenzuwachs von 45 v. H. einbrachten. Bei den Wahlen am 12. November des gleichen Jahres wurden 42,988 Millionen Stimmen oder 95,2 v. H. abgegeben, wobei die NSDAP. 92,2 v. H. aller Stimmen auf sich vereinigte. Damals wurden noch 3,349 Millionen Stimmen oder 7,8 v. H. als ungültig gezählt. Bei der Volksabstimmung am 19. August 1934 wurden insgesamt 43,529 Millionen Stimmen abgegeben, was einer Beteiligung von 95,7 v. H. entsprach. Sie verteilten sich mit 89,9 v. H. auf die Ja- und 10,1 v.H. auf die Neinstimmen. Jenes Zehntel von damals ist also diesmal wieder dezimiert worden, ja mehr noch: es sind diesmal nicht 1,1 oder, wie man zuerst in der Nacht Der Führer und Reichskanzler hat an Gauleiter DÜrckel das nachstehende Telegramm gerichtet: „Tief beeindruckt von der an erster Stelle marschierenden Saarpfalz sende ich Ihnen, meinem alten verdienstvollen Gauleiter, zum heutigen Geburtstage meine herzlichsten Glückwünsche." 3ube( vor der Reichskanzlei. Berlin, 30. März. (DNB.) Nur während einiger Stunden der vergangenen Nacht lag Ruhe über dem Withelmsplatz. Aber schon mit dem Marge n g r a u e n erschienen wieder die ersten Berliner. Meistens waren es Arbeiter auf ihren Rädern, die auf dem Weae zur Arbeitsstätte einen Umweg machten, um vielleicht in früher Morgenstunde doch schon den Führer zu sehen. Von Stunde zu Stunde wuchs die harrende Menge. Eine Unzahl von Kindern benutzte den Ferientag zu einem Besuch des Regierungsviertels. Mehrmals zeigt sich der Führer auf dem Balkon, hrüßt dankend mit lackendem Gesicht die jubelnde Menschenmenge. Obwohl in den Mittagsstunden ein Dauerregen einsetzt, bleibt der Wilhelmsplatz mit einer dichten Menschenmauer besetzt. Gegen 17 Uhr, als das Bitten und Drängen der harrenden Menge immer eindringlicher wird, erscheint der Führer nochmals auf dem Balkon. Ein wahrer Blütenregen geht auf den Balkon nieder. Kinder werfen Frühlingsblumen zum Führer hinauf, Nelken, Tulpen, kleine Dergißmeinnichtsträuße. Ein großes Bund Anemonen Öffnete sich beim Wurf und streute feinen Blütenregen auf dem Balkon. Und während der ganzen Zeit branden die Heil-Rufe empor, ein einziger großer Dank. Heute läuten die Glocken. Berlin, 30. März. (DNB.) Der Reichskir- chenausschuß hat an die obersten Behörden der deutschen Evangelischen Landeskirchen folgende ttufforterung gerichtet: Rom, 30. März. (DNB.) Im italienischen Heeresbericht Nr. 168 heißt es u. a.: Nach hem Siege im Schire-Gebiet haben unsere Truppen, die den Takazze-Fluß überschritten haben, den Vormarsch in das Gebiet zwischen Wold- ebba und Tsellemti fortgesetzt und haben Addi Arcai erreicht. Nach Einrichtung der Nachschuborganisation sind sie wieder zum Angriff vorgegangen und haben nach lieber» Windung erheblicher Geländeschwierigkeiten den fast unersteigoaren Gebirgspaß von ßemolemo überschritten und den Hauptort des Wogera-Gebietes, D e b a r e f, einen bedeutenden Markt dieses Hochlandes, besetzt. Das III. Armeekorps stieß aus dem Gebiet von Feneroa vor und erreichte nach einem anstrengenden Marsch den Hauptort des Wag-Ge- bietes, S o c o t a , einen bedeutenden Karawanenknotenpunkt, an der von Dessie und Addis Abeba in das Gebiet das Tanasees und nach (Bobjam führenden Straße. An der Erythräa-Front ist ein Flugzeug nicht zu feinem Stützpunkt zurückgekehrt. Gestern belegten 33 Flugzeuge die Stadt Harr ar mit Bomben. Dabei wurden wohlbekannte militärische Ziele mit sichtbarem Erfolg getroffen. Trotz der heftigen Luftabwehr erhielt kein Flugzeug einen Treffer. Die italienische Nordfront in Abessinien zieht sich gegenwärtig von Nogara an der Sudangrenze schräg nach dem Südosten bis Sokota hin, das westlich vom Aschangi-See liegt. Täglich werden neue Orte von den Truppen Badoglios besetzt, ständig wächst das Gebiet, das unter italienische Kontrolle gerät. Gerade in den letzten Tagen sind mehrere tausend Quadratkilometer abessinischen Gebietes zu den alten Eroberungen hinzugekommen, so daß in verhältnismäßig kurzer Zeit die italienische Front etwa von Sokota genau westwärts bis an die Grenze des britischen Sudans reichen kann. das gleiche mißliche Ergebnis prophezeien kann, das der Kontinentalsperre Napoleons zuteil wurde. Ob nun die französischen Zöllner beide Augen zu- drücken oder die Adria nicht dicht hält, jedenfalls blüht ein Riefenschmuggel. Am italienischen Alltags- gesicht hat sich nichts geändert und der Krieg wird mit vermehrter Entschlossenheit vorwärtsgetrieben. Ein kleines äußeres Anzeichen dafür: die Kron- Prinzessin hat sich als „Crocerossina , als Rotkreuzschwester, nach Afrika eingeschifft. Die ersten Born- ber sind über Addis Abeba erschienen, Dschidschika und Harrar wurden völlig vernichtet. In seiner großen Rede vor der Nationalversammlung der Korporationen proklamierte Mussolini die bisher eroberten Gebiete als italienisches Land und ließ keinen Zweifel darüber, daß er den Feldzug bis zum Siege durchführen werde. Der ungarische Mlnisterpräsident und der öfter- reichische Bundeskanzler wurden Zeugen dieses unerbittlichen Siegwillens, lieber die „kleine Donaukonferenz" haben einiae französische und englische Journalisten so berichtet, wie ihre Zeitungen die Dinge gern haben möchten. In Wirklichkeit konnten sich die drei Staatsmänner mit der Rhein- und Locarnofrage natürlich nur betrachtend, nicht handelnd befassen. Schuschnigg blieb daher mit Recht bei seinen Erklärungen an die Presse- leute auf dem wirtschaftlichen Gebiet, und Gömbös konnte die blutenden Grenzen Ungarns auch nicht in den Vordergrund rücken. Es wurde zwar nach der bekannten italienischen Formel darüber eine Einigkeit erzielt, daß jede Lösung der Donaufrage ohne Italien eine Lösung gegen Italien und damit zu verwerfen wäre. Hinter dem Zusatzabkommen steht aber ebenso sichtbar die Erkenntnis, daß die Lösung auch nicht ohne Deutschland möglich ist. Aehnlich wie sich die Alliierten im Weltkrieg verpflichteten, keinen Separatfrieden zu schließen, so geloben die Mitglieder des „kleinen Dreibundes", auf außenpolitischem Gebiet zu keiner selbständigen Sonderaktion zu schreiten. Allerdings haben solche Abkommen zwischen einer Großmacht und einem kleinen Staat immer einen relativen Wert, um die Worte des österreichischen Bundeskanzlers zu wiederholen, die er bei der Betrachtung des deutsch-österreichischen Verhältnisses gebrauchte. Fest steht, daß sich Italien mit den Romprotokollen endgültig in den Komplex Mitteleuropa eingeschaltet hat, folglich auch bei jeder Bewegung der K l e i - - nen ßntenre und Balkanentente mitsprechen will. In den letzten Tagen hat nun das französische Liebeswerben um Italien um so offener, um nicht zu sagen ungestümer eingesetzt, je mehr sich das Verhältnis zu England zu trüben schien. Es heißt jetzt bereits ganz offen: freie Hand in Abessinien gegen Hilfe am Rhein. Italien macht, sich rar und erklärt nur: es könne keine Entscheidung treffen, solange d i e Sanktionen in Kraft seien. Der Krieg in Afrika müsse als Ding für sich betrachtet werden, als eine rein koloniale Angelegenheit, in die sich Italien nicht hineinreden lasse. Schlimmer konnte es Genf, Paris und London nicht in Verlegenheit bringen. Auf jeden Fall wird es Nutzen ziehen aus dieser Verwicklung. Doch Mussolini sieht bereits weiter. Für ihn steht Europa erst am Anfang einer unheilvollen Entwicklung. Unabwendbar, so rief er aus, scheint es zu sein, daß die Nation zur Feuerprobe des Krieges gerufen wird. Auf diese Stunde will er Volk und Nation vorbereiten. Und diesem Gedanken wird nun alles untergeordnet, die Rüstung mit der gleichen Sorgfalt und Aufwendung von Menschen und Material vorbereitet, wie vorher die Einleitung des afrikanischen Feldzuges. Italien ist zu einem einzigen Heerlager geworden. Die Wehrpflicht bei der Luftwaffe wurde als obligatorisch erklärt. Die große Industrie hat nur noch einen Kunden, sagt der Duce: den Staat! Folgerichtig tritt das Parlament der Redner und Politiker ab, um den Korporationen Platz zu machen. Mars regiert die Stunde. Die Verwendung von Giftgasen. Wachsendes englisches Interesse am Krieg in Abessinien. London, 31. März. (DNB. Funkspruch.) Im Oberhaus wies Lord Cecil auf ein Telegramm des Negus hin, in dem die Italiener beschuldigt werden, Giftaasbomben abgeworfen zu haben. Lord Halifax erklärte im Namen der Regierung u. « ht !U h)Qh. ll 1 s'Qnb bi( Neg, ^n, t .n> und btn lc.r griji ulgehktz» u*ien i5 auch z, ^te di! ung DOi amtliche,, n Der. ■•jungen 1 gab ej ^ndel. >del hat bereit; .Umsätze 'atzen im 1 noch er. mittelsach. laben wir ländlichen v-h., in von 27,3 und für ungen jo« zu berück« ligen Um« 'edingt ist >Ige gestie. Zeigt doch gegenüber Iätze auf> itjche Ein« onjunktur- ranffurt ng in den tzufuhr in ufftrebendt ren vieler-, sm begki« msgehende n England i ostwärtr reslust und irafter er- Veränderlich nzelne Ar- mild. ; 14,9 0rab morgens lum (heult Ocm lieft 31. März: leinfäauet m te iie !W'' Feuilleton: teil: H Verantwort' r Rummel Brühlicht inge.K^-' lich 25 Pf. 1935 gültig- füüüifliüÜR bH20v.H.ir lerhoWV* In'tWW 111111111155 insth ben- "r n Ü M : 4 •s3 ■ - . ■ - DMJ Ä Ur. 77 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 3t Marz (936 Aisblick von der Veranda des Hospitals auf das moderne Wohnviertel von Schanghai. (Aufn.: Dr. Noll.) angkai - scheck dem weitghende politische er Es klingelt oft in den ersten Tagen. Viele sucher kommen! Aber es sind nur Reisende! eine bietet eine Schreibmaschine an, der andere Instrumente, dieser Möbel und jener Schreibmaterial ... Am achten Tage endlich kommt der erste Patient: ein betagter Engländer! Er kommt mit reichlich intimen Fragen, die der junge Arzt weniger nach bestem Wissen, als nach bestem Gewissen beantwortet. Als der Engländer beruhigt das Sprechzimmer verläßt, liegen zehn chinesische Dollar auf dem Tisch des Hauses. Das erste Honorar! Ve- Der _ . Mit diesem Geld tut der junge Arzt das Vernüns- Assistenten-1 tigste (wie sich später herausstellt), was er tun Bei Lynker auf dem Schiffenberg. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Dr. Kurt Noll, ein Sohn unserer Vaterstadt, isisseit einem Jahrzehnt im Fernen Osten als Arzt töiH. Zur Zeit begleitet er den chinesischen Mini- ftepräsidenten Wang Ching Wei als Leibarzt auf eirr Europareise. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm iibir seine reichen Erlebnisse in Asien zu sprechen, int wir geben im Folgenden einiges aus seinen jprmenben Schilderungen wieder. (D. Schriftltg.) sticht einen Wächter und schreibt und schürt vom Kerker aus die nationale Revolution durch Kampfschriften weiter. Nach dem Sturz der Dynastie im Jahre 1911 wird er befreit und kommt nach seinerGenesung zu hohen Ehren. Seine Verteidigungsschrift, eine wertvolle geschichtliche Abhandlung, diktiert von einer heißen Liebe zu seinemVolke, ist in die klassische chinesische Literatur eingegangen und wird in den Schulen gelehrt. Aber Wang Ching Wei ist nicht nur Politiker, sondern auch Dichter und Philosoph. Jedermann in China kennt sein Bild. Seine Schriften, schriftkünstlerische Leistungen, sind hoch begehrt und schmücken die Wände des chinesischen Hauses. Er ist verehrt und geliebt. JBo ist Dr. Noll?!" Anfang November 1935 wird Exzellenz Wang das Opfer eines kommunistischen Mordanschlags, nachdem er in Verbindung mit dem Marschall Tschi- Zur gleichen Zeit zieht eine Jagdexpcdition 2000 Kilometer von Nanking entfernt in der nördlichen Mongolei durch das unwirtliche Gebirge des Schei- tan Ulan. Plötzlich tauchen am Horizont mongolische Reiter auf. In gestrecktem Galopp halten sie direkt auf die Jäger zu. Aber diese gehen sofort in Deckung in dem Glauben, einem räuberischen Angriff begegnen zu müssen. Aber die Mongolen geben durch Zeichen ihre friedliche Absicht zu erkennen. Der Anführer pariert in vollem Galopp sein Pony vor dem deutschen Arzt, greift in sein Wams und überreicht dem Verblüfften einen Brief mit der Aufschrift: „An Herrn Dr. Kurt Noll!" Der Brief enthält die Nachricht von dem Attentat und die Bitte um sofortige Rückkehr nach Nanking. phantastischer $lug von pautu nach Nanking. Tatsächlich: 24 Stunden nach dem Attentat hält der Deutsche die Nachricht von dem Mordanschlag in Händen. Es ist Samstag, kurz nach der Mittagsstunde! Nach siebenstündigem scharfem Ritt auf mongolischen Ponys, wie sie schon die Reiter des Dschingis-Khan sattelten, ist die 60 Kilometer südlich gelegene katholische Missionsstation erreicht. Dort steht ein Lastkraftwagen bereit, der den Arzt in stürmischer Nachtfahrt durch eine karge Landschaft nach Pautu bringt. Hier wartet bereits die Junkersmaschine J 32, ein sechssitziges Flugzeug mit dem deutschen Piloten Brom und einem deutschen Mechaniker an Bord. Um 7 Uhr morgens startet das Flugzeug. Die Berge find verhangen von dichten Schneewolken. Jede Sicht ist unmöglich. Unmittelbar nach dem Start verschwindet das Flugzeug in den tief hängenden Wolken. Eine Orientierung ist nicht möglich! Der Nebel verdichtet sich mehr und mehr! Kaum sind noch die Spitzen der Tragflächen zu erkennen. Und dabei ist ein von Nord nach Süd verlaufender Gebirgszug von über 3000 Meter Höhe zu überwinden! Der Pilot versucht, die Wolkendecke nach oben zu durchstoßen. Bald hat das Flugzeug 5000 Meter Höhe erreicht und befindet sich immer noch in Wolken. Es herrschte heftige Kälte. Zu allem Unglück vereist die Maschine, wird schwerer und schwerer, der Pilot kann das Flugzeug nicht mehr halten, es schmiert ab und nur mit Mühe gelingt es ihm, wieder Gewalt über die Maschine zu gewinnen. Der Höhenmesser zeigt 3000, 2000, 1000, 500 Meter — immer tiefer zieht das Eis das Flugzeug. Größte Gefahr! Mitten im Gebirge mit Bergen von 3000 Meter Höhe, muß sich der Pilot entschließen, noch tiefer zu gehen, um die Wolkendecke nach unten zu überwinden und das Flugzeug vom Eise zu befreien. Jeden Augenblick kann das Unglück geschehen! Erst bei 150 Meter gibt die Wolkendecke das Flugzeug frei. Die Maschine saust Dr. Noll und sein Söhnchen im Kreise von chinesischen Jagdhelfern nach einer Jagd auf Wasserrehe und Fasanen im Tale des Jangtsekiang. — (Aufnahme: Dr. Noll.) Zn der Weltstadt Schanghai. Unter der sorgfältigen Behandlung deutscher Aerzte überwindet er die schwere Krankheit. Der Genesene steht nun vor der Tatsache, sich eine neue Existenz schaffen zu müssen. An eine Rückkehr nach Ningpo ist nicht zu denken. Soll er nach Europa zurückkehren, sich dort belächeln lassen? Er erkennt: er muß in Schanghai bleiben! Aber wie eine Existenz aufbauen? Neun deutsche Aerzte praktizieren in Schanghai und betreuen die 800 Angehörigen der deutschen Kolonie. Durch ein Abonnementssystem stehen die Beamten und Angestellten der Firmen in dieser Weltstadt in fester ärztlicher Betreuung. Die Lage scheint aussichtslos. 20 deutsche Aerzte hatten schön versucht, sich in Schanghai eine Praxis zu gründen, alle mußten nach kurzer Zeit das Hoffnungslose ihres Unterfangens erkennen und kehrten nach Europa zurück. Auch diesmal rät der deutsche Konsul dringend ab. Trotz der Aussichtslosigkeit unternimmt der junge Deutsche den Versuch. In der Mitte der Stadt mietet er geeignete Räume, gibt eine Anzeige auf und wartet. Oer erste Patient. Ministerpräsident Wang Ching Weil (Aufnahme: Tsen-Tso-Min.) Nach einer Jagd auf Bären in der mandschurischen Taiga. — (Ausnahme 1 Moguschi.) Gießen - Genf—Ningpo. 'm Jahre 1923, nach bestandenem Examen, ver-, as der junge Arzt seine Vaterstadt Gießen, um in einem Genfer Krankenhaus eine Assistenten-1 (Sin Gießener Arzt erlebt Asien. Der Leibarzt des chinesischen Ministerpräsidenten.—Beim Manchen Lama.—Ein großes Leben der tatkräftige Arzt inzwischen einrichten konnte. Herr Wang beauftragt zwei Sekretäre, das Hospital zu besichtigen. Der Eindruck, den beide gewinnen, scheint gut zu sein, aber man stellt die Bedingung, em ganzes Stockwerk (8 Zimmer) für den Patienten frei zu machen. Der Arzt ist verblüfft! Kann aber zusagen! Der vornehme Kranke zieht am Freitag ein. Die Behandlung beginnt! Erst am Sonntagmorgen findet der Arzt in einer Schanghaier Zeitung ein großes Bild, das ihm zu feinem Erstaunen feinen Patienten inmitten einer Schar begeisterter Studenten zeigt. Die Unterschrift lautet: Wang Ching Wei, der Ministerpräsident, das Staatsoberhaupt der chinesischen Regierung in Nanking! Jetzt erst weiß der Deutsche, daß er den größten Mann Chinas in seinem Hospital beherbergt! Drei Wochen lang liegt der hohe Patient im Hospital. Alles wird aufgeboten, um feinen gesundheitlichen Zustand zu verbessern. Als er das Hospital verlassen kann, läßt er dem Arzt ein repräsentables Geschenk überreichen. Einem alten, schönen chinesischen Brauche folgend, läßt er, feiner Stellung entsprechend, eine mannshohe Tafel aus gediegenem Silber, die zwei Mann kaum zu tragen vermögen, bringen. Sie trägt in chinesischen Schriftzeichen ein Gedicht, das in der blumenreichen Sprache des Ostens davon erzählt, wie der Patient als „Herbst" in das Spital einzog, um es als „Frühling" wieder zu verlassen. Während der erfolgreichen Behandlung des Regierungschefs wird der junge Deutsche mit vielen Ministern und Würdenträgern des Reiches der Mitte bekannt. Bald zählen auch sie zum Patientenkreis des Arztes aus der kleinen oberhessischen Universitätsstadt Gießen. Wang Ching Wei, der Nachfolger Sun-^at-sens. Zwischen Wang Ching Wei und dem Deutschen bildel sich im Laufe der Jahre ein fast freundschaftliches Verhältnis heraus. Wang Ching Wei ist der Nachfolger Sun-Yat-sens und "führt mit glücklicher Hand das Werk des chinesischen Nationalheros fort. Als nationaler Revolutionär kämpft er mit Sun- Yat-sen, gewissermaßen als dessen Adjutant gegen die Mandschu-Dynastie. Im Kuomintang, der revolutionären Partei des Landes unter der Führung Sun-Yat-sens, wird er eines Tages durch das Los bestimmt, durch ein Bombenattentat den Prinzregenten der Mandschu zu beseitigen. Der Plan wird vorzeitig entdeckt. Umfangreiche Verhaftungen sind die Folge. Alle Mithelfer Wangs werden hinge- richtet. Wang selbst verzichtet auf eine mündliche Verteidigung, läßt sich Papier und Pinsel geben und schreibt im Zeitraum von zwei Stunden seine Verteidigungsschrift — eine große Anklage gegen die Mandschu-Dynastie. Er schildert, wie durch die Mandschukaiser das chinesische Volk durch Jahrhunderte hindurch niedergehalten und jede fortschrittliche Entwicklung verhindert wird. Diese Schrift bewahrt ihn zwar vor dem Tod, nicht aber vor schwerem Kerker. Was aber bedeutet „schwerer Kerker" in China?! Es heißt, mit schweren eisernen Ketten um Brust, Hände und Füße, an die Wand geschmiedet werden. Es bedeutet langsamen, aber sicheren Tod! Mit unvorstellbarer Willenskraft und durch eifriges Training der Hände (noch heute kann Wang die Hände soweit zurückbiegen, daß die Fingerspitzen den Unterarm berühren), befreit er sich von den Handfesseln, betet» zu übernehmen. Hier in Genf entscheidet sich eir ferneres Schicksal. Seine berufliche Tätigkeit ühit ihn mit einem chinesischen Studenten zusam- n?M der der Schweizer Armee zum Studium des Er itätswesens zugeteilt ist. Außerdem hat dieser jlin;.e Chinese die Aufgabe, einen europäischen Arzt |i verpflichten, der nach neuzeitlichen Gesichts- pcrtten die öffentliche Gesundheitspflege feiner . friniatftabt Ningpo organisieren soll. Da sich .ivichen den beiden jungen Männern eine nähere Zlimntschaft herausbildet und die gestellte Auf- jtb dem deutschen Arzt reizvoll erscheint, nimmt n mrz entschlossen das Anerbieten an, packt feine Spf-er und macht sich auf die große Reise. Auf hoffnungslosem posten. ipiingpo — uralte chinesische Handelsstadt! Lange Ai: größter Freihafen Chinas, erst in letzter Zeit Dir Schanghai überflügelt! Hafen aller Dschunken, die 1 Der Küste und auf dem Jangtse-kiang kreuzen! Jlrqpo hat 800 000 Einwohner und ist eine Stätte ilicter chinesischer Kultur, aber auch eine Stätte m schütterlichen konservativen Geistes. Der junge Sirapäer muß es nur allzu bald erkennen. Er wird flh gastlich aufgenommen. Ein großes chinesisches |n?5 steht ihm zur Verfügung, und zwar mit allem Rorafort. Aber der Komfort ist chinesisch! Es gibt tr.ter Messer noch Gabel! Sondern nur chinesisches Bjiccf: Stäbchen! Große Dienerschaft, aber Chi- nijin! Er trifft keinen Europäer, hört nur die chi- nüidje Sprache! Besonders schwierig ist seine Lage 'm Empfängen und Gastmählern, die zu Ehren senrs heimgekehrten Freundes veranstaltet werden. D:e beiden Ehrengäste sitzen weit voneinander ge- ternt an den Ehrenplätzen der Tafel. Von der dirgen Unterhaltung seiner höflichen Tischnachbarn flieht er nichts! Seine Antwort bleibt immer nur eh höfliches Lächeln. lias Schlimmste aber für ihn ist nach kurzer Zeit d Erkenntnis, daß er seine berufliche Aufgabe ncti erfüllen kann. Er scheitert am konservativer! Ishalten der Chinesen an uralten Heilmethoden. |i?raH wird er mit größter Höflichkeit aber ohne ü'ftänbnis empfangen. Seine Anregungen und ü Schläge werden nicht befolgt. Nach kurzer Zeit nn er erkennen, daß er auf hoffnungslosem l^en steht. Einer Entscheidung über seine weitere gleit in dieser Stadt wird er jedoch enthoben. 9ri) kaum zwei Monaten wirft ihn eine schwere Mittelohrentzündung auf das Krankenlager, dazu vn mt eine schwere tropische Malaria. Fieber schüt- fri ihn —+ zu Tode krank liegt er darnieder! Kein 0ri»päischer Arzt ist in der Stadt! Die Chinesen tr ühen sich aufmerksam um ihn, bringen Ge- rmfe und erlesene Speisen. Aber damit ist ihm lätt geholfen! Seine Lage wird täglich ernster! — D^u diesem Zeitpunkt besucht ihn zufällig ein nor= 'scher Kapitän, den er auf der Ueberfafjrt nach /r.gpo kennenlernte und der regelmäßig mit die Strecke Schanghai—Ningpo be- Wt Der Kapitän erkennt sofort den verzweifel- ™ 3uftanö des Fiebernden. Kurz entschlossen und Jl® fragen, ruft er einige Matrosen. Der ®'.rö auf das Schiff gebracht und 11« <5d) Stunden später auf dem Wege 20 Meter von einer Felswand entfernt in einem engen Felsental dahin. Verzweifelt bemüht sich der Pilot, das Flugzeug in diesem Tale zu halten, bc- müht sich, durch Seitentäler einen Ausweg zu finden. Alles vergeblich! Nur das Eis hat sich in. zwischen gelöst und zum zweiten Male, trotz aller Gefahr, treibt er die Maschine in der Wolkendecke wieder auf 5000 Meter Höhe, um auf westlichem Kurs möglichst schnell aus dem Gebirge zu kommen. Wieder reißt nach kurzer Zeit das neu angesetzte Eis die Maschine in die Tiefe. Als die Flieger unter den Wolken wieder Sicht erlangen, erblicken sie unter sich eine schier endlose Dunenlandschaft — die hohen Dünen der Ordos-Wüste, wie sie später fcftfteüen können. Zwei Stunden später finden sie einen Landeplatz in der Nähe eines Dorfes, etwa 50 Kilometer von ihrem Startplatz Pautu entfernt. Sieben Stunden lang sind sie in höchster Gefahr im Kreise geflogen. Der Pilot weigert sich, ein zwei- tesmal zu starten. Telegrammwechsel mit Nanking! Die „Eurasia" sendet ein zweites Flugzeug mit Blindflugeinrichtung und dem deutschen Piloten K ö st e r an Bord. Er hat mit schweren Sturm 3U kämpfen und braucht über 8 Stunden bis Pautu Montag mittag um 12 Uhr kommt die Maschine an. fünf Minuten später startet sie wieder in der Richtung Nanking Klirrender Frost liegt über der Landschaft. Klarblau leuchtet der Himmel, tiesver. und finanzielle Unterstütznug lieh —, einen heftigen und erfolgreichen Kampf gegen die kommunistischen Provinzen geführt hat. Von drei Kugeln getroffen, bricht er schwer verletzt zusammen. Schnellste Hilfe tut not! Der Leibarzt aber ist nicht zu erreichen! Die Zeitungen bringen die Bilder des Regierungschefs und seines Leibarztes unter der großen Überschrift: „Attentat auf Wang Ching Wei! — Dr. Noll in der inneren Mongolei!" „Dr. Noll wird noch gesucht!" „Dr. Noll noch nicht gefunden!" kann: er geht in ein feines Lokal und legt es in einem guten Abendessen europäischen Stils an. Hier trifft er den deutschen Vizekonsul von Schanghai, der ihm van seinen Besuchen im deutschen Konsulat her bekannt ist. Wenig später kommt zu ihnen der norwegische Generalkonsul an den Tisch. Ein glücklicher Zufall, der über das fernere Schicksal des jungen Deutschen entscheidet! Der Norweger zeigt lebhaftes Interesse für das Geschick des deutschen Arztes. Er hilft! Schon am nächsten Tage wird Dr. Noll zum norwegischen Konsulatsarzt ernannt und mit der Betreuung der Offiziere und Mannschaften auf norwegischen Schiffen beauftragt. Schiffsärzte kennt die norwegische Schiffahrt dort nicht. Der umfangreiche Schiffsverkehr an der Küste, wie auch ein großer Teil des transozeanischen Verkehrs liegt in den Händen der Norweger. So gibt es viel Arbeit: Untersuchungen, Impfungen, Behandlungen! Aber der junge Arzt ist glücklich. Seine Existenz ist gesichert. „Ein ganzes Stockwerk für Herrn Wang'" Eines Tages ein telephonischer Anruf: „Sofort zu Herrn Wang kommen' Sehr wichtig! Sehr eilig!" Der junge Arzt lehnt ab. Er hält gerade Sprechstunde! Zehn Minuten später wiederholt sich der Anruf, und wird wieder abgelehnt! Erst nach beendeter Sprechstunde macht sich Dr. Noll auf den Weg, um den ihm unbekannten Herrn Wang aufzusuchen. In dem ihm bezeichneten Haus begegnet ihm viel Pracht und große Dienerschaft. Der Arzt tippt auf Großkaufmann. Er wird sofort vorgelassen und nach gründlicher Untersuchung empfiehlt er die Aufnahme in das Hospital, das sich Frankfurter Getreidebörse. 30. März. Zum Monats- ein Links: Wirtschaft tour Hindi Frank,un a. Dl. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.2IL Berlin Schluß. U'ußk. Schatz, 'urs ^börse 'urs 30-3 114,5 114,5 A.E.tö. 0 Banknoten. 2W Lerlrn,Zg.Dlärz (Seid Binding 172, AG. für VA. 123,50, Hapag 15. 100,5 97,5 100,9 97 97 108,9 100,65 97,5 102,9 111,18 100,25 98,25 63,26 80,83 33,53 100,9 97 97 108,9 37,5 143,5 125,75 140 120,5 135 128,75 137,75 177,5 130 seine Wirkungs- erwarb und im sein und unser 37,4 143,9 125,25 140 121,4 134,75 128 129 138,75 177,25 130,5 97 117 123,5 92 132,5 87 85 36,5 144 125,5 139,5 119,25 134,25 126,75 127,65 138,25 179,9 130,5 2,441 41,96 54,73 12,28 16,345 168,08 61,67 110,9 100,25 98,25 96,4 96,65 116,9 123 91,5 163,5 132,5 86,13 84,13 111 100,1 98 96,4 101 92,13 119,5 114,75 96,5 101,13 101,4 97 97 108,9 96,5 117,13 124 92 132,5 87 85 37 143,5 125,25 139 120 134 127,65 137,5 179,5 130 95,75 117 122,5 91,5 132,75 86 84,25 110,7 100,05 98 96,4 101 92,25 119,25 114,25 96,5 101,13 101 97 97 108,9 Buderus Deutsche Erdöl er- bis zurückführen nach Schanghai an statte, an der er viel Ansehen besten Sinne Repräsentant für Vaterland wurde. i H 111 das Schlußk. Mittag« börse 30.3. 28 1,5 8,55 8,45 8,55 13,8 28 1,55 8,4 8,5 8,5 13,7 63,52 81,15 33,67 leihen und Industrie-Obligationen waren nur wenig verändert Auslandsrenten lagen geschäftslos, Anatolier gingen auf 40 Brief nach 40,75 Geld zurück. Im Freiverkehr eichöhten sich RSU. auf 113 (111,50) FMA. auf 103 (102), Adlerwerke ca. 98,50 (99). — Tagesgeld war ttotz des Ultimos sehr leicht und blieb zu 2,75 v. H. unverändert. Abendbörfe ruhig. An der Abendbörse herrschte auf nahezu allen Marktgebieten fast völlige Geschäftsstille. Die Kulisse zeigte Zurückhaltung, während Kundschaftsaufträge fehlten. Die Grundtendenz blieb zuversichtlich und Bekula io Elektr. Lieserungsgesellschaft... 6 Licht und Straft ........... ßyt Felten & Guilleaume 4 Gefellfch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektr e Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske Lahmeher L Lo.............. 7 2,461 42,12 54,95 12,32 16,405 168J6 61,91 1,4 8,5 8,5 13,6 9,13 8,5 8,5 13,9 9,13 300: Anbietung von Bürgschaftsforderungen gegen Ausländer. — 301: Die Behandlung der aus dem Ausland geschenkten Kupons und Scrips. — 302: Wirtschaftliche Entwicklung Schwedens im Jahre 1935. — 303: Urteile über Sumatratabakproben. — 304: Festsetzung der französischen Einfuhrkontingente für Holz und Holzwaren für das Jahr 1936. — 305: Aufgabe des freien Handels in Reichsmark in Rumänien. Benachteiligung des deutschen Ausfuhrgeschäfts. Auch im Verlaufe blieb die Kursentwicklung am Aktienmarkt uneinheitlich und das Geschäft beschränkte sich fast nur noch auf wenige Spezialwerte. Farben-Jndustrie erhöhten sich unter Schwankungen auf 161,50 nach 161, Reichsbank auf 180,50, nach 180, AEG. nuf 37 nach 36,75, Harpener auf 122,50 nach 122,25, anderseits gaben sich verschiedentlich Rückgänge um 0,25 0,50 v. H. Am Rentenmarkt hatten Altbesitz zu nach 110,90 etwas Umsatz, sonst war auch hier Geschäft äußerst klein. Pfandbriefe und Stadtanleihen zeigten die letzten Kurse, auch Staats-An- I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstall........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft...... 4% Österreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Golorente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vt% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdydbahn-Anleihe Serie I..................... U. a. notierten: Altbesitz 111, 6proz. Verein. Stahl, werke 103,13, 6proz. JG.-Farben-Bonds 130, 1913er Ungarn 8,50, 4proz. Rumänen 5,55, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 197, Commerzbank 91,50; Bad. Bank 121, Frankfurter Bank 107, Harpener 122,50, Ilse Genuß 132,75, Mannesmann 84,25, Rheinstahl 117, Verein. Stahlwerke 85,75, Aku 49, Bekula 143,50, Conti Gummi 182,50, Deutsche Erdöl 117, Scheideanstalt 226, Deutsche Linoleum 167, Licht und Kraft 139, Elektr. Lieferungen 125,25, 3®,. Farben 161,25, Gesfürel 134, Holzmann 104,75, Muag 84,50, Moenus 87,75, Schuckert 137,50, Siemens 179,50, Südd. Zucker 198, Schöfferhof. Verkehr 109, Reichsbahn- Buenos Atre- Brüslel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... London.... HeljingsorS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork... Philipp Hoizmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Ausnahmetarifes beantragt. Dem Antrag hat die Deutsche Reichsbahn stattgegeben, so daß der Ausnahmetarif 19 B 1 nunmehr bis zum 30. September 1936 in Geltung bleibt. Der Geltungsbereich des Ausnahmetarifes erstreckt sich von allen im Deutschen Reich gelegenen Bahnhöfen nach allen Bahnhöfen und Grenzübergangspunkten mit Ausnahme des Verkehrs der im Tarif namentlich aufgeführten Kleinbahnen. Die Frachtsätze ergeben sich aus dem dem Tarif beigefügten Frachtsatzzeiger. Wirksam wird der Tarif jedoch nur für Sendungen, die dem Dersandbahnhof mit Landfuhrwerk, Kleinbahnen oder zu Schiff angebracht werden. Eine Einbringung mit der Eisenbahn schließt die Anwendung des Ausnahmetarifes aus, sofern die Anfuhr nicht von einem Lagerplatz oder Anschlußwerk des Versandbahnhofes erfolgt. Oie preise für Gpeisekartoffeln. Fwd. Mit dem 28. März 936 ist die Anordnung Rr. 46 der Hauptoereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft in Kraft getreten, die der Festsetzung der Preise für Speisekartofteln dient. Die für den Monat März gültigen Erzeugerpreise für Speisekartos- feln frachtfrei Empfangsstation werden ab 1. April 1936 um 5 Pfennig je Zentner erhöht. Weiterbin besagt die Anordnung, daß der Versandverteiler-Zuschlag zum Erzeugergebiet für Speisekartoffeln aus der Ernte 1935 nicht mehr als 25 Pf. je Zentner einschl. des Beitrages zur Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft betragen darf. Verstöße gegen diese Anordnung können satzungsgemäß mit einer Ordnungsstrafe bis zu 10000 RM. für jeden Einzelfall geahndet werden. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 297: Wirtschaftliche Entwicklung Dänemarks im Jahre 1935. — 298: Bekanntmachung KP 121 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 299: Neuregelung für Frachtzahlungen im Bahnverkehr Polen mit Deutschland. d £ ..................4 Harpener Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. S Ilse Bergbau ...............g Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ............... ManneSmann-R. Ihren o Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse uneinheiklich. Frankfurt a. M., 30. März. Das überwältigende Bekenntnis des deutschen Volkes zum Führer machte auch an der Börse einen ausgezeichneten Eindruck und gab den Märkten im Zusammenhang mit günstigen Wirtschaftsmeldungen eine weiter feste Grundlage. Indes fetzten sich die Kurssteigerungen an den Aktienmärkten nicht mehr einheitlich fort. In Erwartung der weiteren Entwicklung war die Unternehmungslust nach den letzttägigen Steigerungen etwas geringer, wobei auch der Ultimo mitsprach. Vereinzelt erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß die Kurse etwas uneinheitlich einsetzten. Von Montanwerten gingen Har- pener um 1,75 v. H. Mannesmann um 0,90 v. H. und Buderus um 0,75 v. H. zurück, Hoesch und Vereinigte Stahlwerke blieben gut behauptet. IG. Farben erhöhten sich bei etwas größerem Geschäft auf 160,75 bis 161 (160,25), ferner Scheideanstalt um 1,50 v. H. auf 225,50. Am Elektromarkt kamen die ersten Kurse überwiegend 0,25 bis 0,75 v. H. niedriger zur Notiz, RWE. gaben 1,13 v. H. und Gesfürel 1 v. H. nach. Etwas leichter lagen außerdem Deutsche Linoleum mit minus 2 v. H., Westdeutsche Kaufhof um 0,75 v. H., Kunstseide AKU. um 0,65 v. H., Hanfwerke Füssen um 1 v. H., Muag um 0,65 v. H., Holzmann um 0,40 v. H. und Schiffahrtswerte um 0,25 bis 0,50 v. H. Bankaktien lagen bis 1 v. H. fester, Feldmühle Papier zogen 1,40 v. H. und Junghans 0,40 v. H. an. Von Auslandsaktien stiegen Chade A—C auf 341 (337). Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Etwas fester notierten Altbesitzanleihe mit 110,90 (110,70), Zinsoergütungsscheine mit 94 (93,95). Späte Schuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung blieben behauptet. Zertif. Dollar-Bonds gingen um etwa 0,75 v. H. zurück. Von fremden Werten er-, höhten sich Anatolier I und II auf 40,75 (40,25), 4proz. Goldmexikaner auf 8,25 (8). schneit liegen die Berge. Nun aber kommt der Sturm den Fliegern zustatten. In einem Rekordflug von wenig mehr als fünf Stunden, teilweise mit einer Geschwindigkeit von 500 Stundenkilometer, wird die 2000 Kilometer lange Strecke nach Nanking überwunden! Mit einbrechender Dunkelheit setzt die Maschine auf dem Flugplatz von Nanking auf. Zehn Minuten später steht der Arzt am Krankenbett des Ministerpräsidenten. Die Verletzungen waren schwer, aber glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Pilot Brom aber und fein deutscher Mechaniker verunglücken 14 Tage später bei fast gleichem Wetter und über dem gleichen Gebirge tödlich. Beim panchen Lama. Eines Tages kommt der Panchen Lama, der lebende Buddha für das Gebiet der Mongolei, nach Hang Tfchao. Seit dem Tode des Dalai Lama, des Gebieters über Tibet, stellt er das Oberhaupt all derer dar, die an Buddha glauben. In Hang Tfchao, der heiligen buddhistischen Stadt Chinas, bat er die chinesische Regierung, ihm einen Arzt zu senden. In wenigen Stunden ist die Nachricht von der Konsultation eines europäischen Arztes durch den Panchen Lama bekannt geworden und als ir wenige Tage später in Schanghai einzieht, lenden ihm auch alle hohen Würdenträger, einer alten Sitte folgend, ihre Aerzte ins Haus. Nicht weniger als 14 Aerzte muß der hohe Geistliche empfangen. Keinen darf er unhöflich entlassen, um seine einflußreichen Freunde nicht zu kränken. Die Behandlung aber kann, das muß man einfehen, nur ein Arzt übernehmen! Um allen Schwierigkeiten zu begegnen, wird Buddha zur göttlichen Entscheidung angerufen. Der ganze Hofstaat versammelt sich. Von allen Wänden rauscht gelbe Seide. Der Ratschluß Buddhas wird auf folgende Art ermittelt: Elfenbeinstäbchen werden mit leichtem Schwung geworfen und aus der Lage der einzelnen Stäbchen zueinander wird Buddhas Meinung offenbar. Dreimal fallen die Stäbchen. Dreimal lautet die Antwort überraschend und übereinstimmend: Dr. Noll! Buddha hat gesprochen! Der Deutsche wird von der Regierung offiziell zum Leibarzt, des Panchen Lama ernannt. ZagdaufGroßtiereinSteppeundBusch Dr. Noll ist ein eifriger Jäger. Schon zu jener Zeit, da er noch nicht an China, an Schanghai, an den Panchen Lama und an die Würdenträger im Reiche der Söhne des Himmels dachte, durchstreifte er mit der Flinte den Schiffenberger Wald und £)atum ManSfelder Bergbau Kokswerke.................. Rheinische Braunkohlen Rheinstahl.................. Vereinigte Stahlwerke Otavi Minen ............... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth 7 Frankfurter Frühjahrsmesse. Umsätze weiterhin gut. Fwd. Arn zweiten Tage der Frankfurter Frühjahrsmesse hatte der Besuch gegenüber dem Eröffnungstage nachgelassen, dafür stieg die Zahl der tatsächlichen Messeinteressenten und Käufer. Die Möbelmosie verzeichnete wiederum gute Umsätze sowohl in den verschiedenen Zimmern, als auch in Küchen. Gefragt waren auch Einzelmöbelftücke. Kleinmöbel und Polstermöbel lagen ruhiger. Die Gesamtumsätze blieben hinter den Abschlüssen des Vortages zurück. Größeres Interesse ging von norddeutschen Käuferkreisen aus. Auch die saarländischen Firmen erweiterten erneut ihren Kundenkreis. Holzbearbeitungsmaschinen lagen etwas ruhiger, Spezialfabrikate fanden Beachtung und Absatz. Ziemlich still war das Geschäft bei Spielwaren, ebenso in den Abteilungen Haus- und Küchengeräte. Verlängerung des Ausnahmetarifes für Heu und Stroh. ZdR. Der am 1. Oktober 1934 herausgegebene Ausnahmetarif 19 B 1 für Heu und Stroh läuft am 31. März 1936 ab. Wenn auch die letzte Heu- und Strohernte die befürchteten Erwartungen hinsichtlich eines außerordentlich niedrigen Ausfalles nicht erfüllt hat, so ist in einigen Gebieten des Reiches doch ein Mangel an Rauhfutter eingetreten, der auch von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft im Wege der Notstandsmaßnahmen durch Gewährung einer weiteren Frachtermäßigung für Heu und Stroh für örtlich begrenzte Notstandsgebiete im Deutschen Reiche anerkannt worden ist. Da zur Durchhaltung des Viehbestandes eine ausreichende Zufuhr von Heu und Stroh unbedingt notwendig und im Zuge der nationalsozialistischen Agrarpolitik mit einer weiteren Drosselung der Futtergetreideeinfuhr zu rechnen ist, hat der Reichsnährstand, um eine erleichterte Belieferung der Landwirtschaft mit Heu und Stroh ficherzustellen, bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft die Verlängerung dieses das Busecker Tal. Jede Schneise und jeder Pfad in feinem Jagdrevier ist noch heute für ihn mit der Erinnerung an irgendein jagdlicbes Erlebnis verbunden. Manchem Forstmann unserer engeren Heimat, manchem Bauern, manchem Arbeiter im Forst ist sein Name bekannt. Auch im Fernen Osten ist er dem Weidwerk treu. Ja, es findet dort für ihn eine Steigerung in das Klassische in der Jagd auf Großtiere und Raubtiere. Er jagt das gefährlichste und herrlichste Raubtier, den prächtig gezeichneten Königs- oder Bengaltiger im Dschungel von Jndochina, er folgt den Spuren des urigen indischen Bergbüffels, des Gjaur, der heimtückisch den Menschen aus dem Hinterhalt annimmt, er geht auf die Jagd in Sibirien, um dort den Bären zu erlegen, deren einer ihm einmal im Nahkampf den linken Arm zerschlägt. Aber er jagt auch den indischen Elefanten, den flüchtigen asiatischen Hirsch, das Bergschaf Angali und das wilde Schwein. Wir sahen zahlreiche Bilder, die ihn teils mit feiner Jagdbeute, teils im Kreise der Eingeborenen, zeigten, die bei der Aufspürung des Wildes und bei der Bergung der Beute halfen. Es ist nicht möglich, an dieser Stelle von der Fülle der hoch- dramatischen Erlebnisse zu sprechen, die ihm be- schieden war. Erholungsurlaub in Europa. Wang Ching Wei befindet sich gegenwärtig mit zwei Ministern auf einem Erholungsurlaub in Europa. Er ljat die Reise auf einem Dampfer des Norddeutschen Lloyd anfang Februar angetreten und besucht über Marseille—Paris zur Zeit Prag. Anschließend wird er auch in Berlin Aufenthalt nehmen. Dr. Noll, der den Regierungschef als Leibarzt begleitet, fand zwischen Paris und Prag die Zeit, feiner Gießener Heimat, feinen Verwandten und Freunden einen Besuch abzustatten. Wir waren mit ihm zusammen auf dem Schiffenberg, wo er von der Höhe des im herrlichen Frühlingssonnenglanz liegenden Schiffenberger Altans die Heimat grüßte. Am gleichen Tage stattete er auch seinem alten Jagdguartier Großen-Buseck einen Besuch ab, kehrte beim „Gerlach" ein, wo er nach der Jagd häufig zu Gast war. Manch liebe Erinnerung verbindet ihn mit dem Busecker Tal. Da diese Zeilen im Druck erscheinen, befindet er sich bereits wieder im Kreise der exotischen Würdenträger, über Berlin und Amerika wird ihn die weite Reise wieder fest. Die günstigen Ausführungen auf der HV. ber Verein. Stahlwerke AG. blieben infolge der Ge- schäftsstille ohne Wirkung. Die Kurse zeigten gegen den Berliner Schluß nur Abweichungen um Bruchteile eines Prozentes und hatten überwiegend no« minellen Charakter. Mäßig höher lagen Scheideanstalt mit 226 (225,50). Auch der Rentenmarkt lag geschäftslos und brachte keine Veränderung. Don Auslandswerten gaben 4prozentige Schweiz. Bundesbahnen mäßig nach auf 197 (197,50), ferner bröckelten Aku um 0,40 v. H. auf 49 ab. 28 3. 100,25 97,9 b°°«uöhVGr 1 b in > Ei oNtqebrn W Kn W? M -t» K J?her »Z k° hu ? v* K'Ä < Vh •r 11 ’5.3* bildeten > und die । Nie @rup ' JP 9-fteUt ; *11«, wie i„ Sie Mu, 011,15 und die ftar fcS* । 0 Wlftou.r OtotQSr 30.März Amtliche Notierung Geld | 2Jrlt| 28-März Amtliche Notierung Geld | Brief H ffe' Ne Km »»urfÄM itev i r Datum 6% Deutsche Neichsanlethe v. 1927 " 4% Deutsche Neichtzanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 41/1% Deutsche Retchspostschatzau° Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ *y>% ehem. 8% Hessische Landes' banl Darmstadt Gold R. 12.... 5%% ehem. 4/,% Hess. Landes. Hypothekenbank DarmstavtLiaut 471% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbnese....... 471% ehem. 41/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe 471% ehem. 8% Pr. Landespfand. vttefanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 Sranffurt a. DI. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse 28-3. 30.3 28.3. 30-3. 5 136 135,5 135,5 136 6 — — 126 125,4 12 226,5 226,5 226,5 226,5 4 117,25 117 116,75 117 0 85,9 85,75 85,75 85,65 0 19,25 128,25 19,25 19,4 19,13 6 127 127 126,25 5 126 126 126 126 Wi 180 — 180 182 7 160,25 161,25 160,25 161,5 9 224 226 — 5 108,5 108,5 108,5 108,5 6 124 124 124,5 124,25 4 114,5 113,25 114 113,9 4 105,5 104,75 105,4 104,5 7 137,9 137,25 6 131 131 4 — — 100,65 101,75 0 50,25 49 50,5 49,4 6 83,5 82,5 83,5 82 5 124,75 124,5 124,9 124 0 88 87,5 87,65 88 7 — —- 132,5 132,25 0 98,9 98 98,75 98 8 168 167 168 167 0 —— — 78 77,5 0 35,5 34,9 35,5 34,75 71/, — 341 329 338 12 180 179 180,5 178,5 8 181 182,5 182,5 183 . 0 I 27 I 27,13 1 27,5 . 4 90 90,75 - - 10 1 198 I 198 1 199 1 198 Frankfurt a.M. Lettin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- bötte Datum 28-3. 30-3 28-3. 30-3- 4% beSgl. Sette 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 7*% Anatolier .............. Hamburg-Amettka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 9,13 7,13 9,6 5,55 40,25 15,25 16,4 110 111 92 91,75 91,75 179 9,13 7,25 9,65 5,55 40 15 15,9 109 91,5 91,5 91,5 180,5 9,05 7,4 9,7 5,65 40,25 15,4 16,25 110,25 111 92 91,75 91,75 179,25 9,05 7,25 9,7 5,8 40,5 15 25,25 16 109,25 112 91,5 91,5 91,5 180 0,681 0,685 Ö, 684 0,688 42,02 42,10 42,10 42,18 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3,053 3,047 3,053 54,86 54,96 54,98 55,10 46,80 46,90 46,80 46,90 12,285 12,315 12,315 12,345 5,41 5,42 5,425 5,435 16,365 16,405 16,395 16,435 168,63 168,97 168,50 168,84 19,70 19,74 19,68 19,72 0,716 0,718 0,718 0,720 5,654 5,666 5,654 5,666 61,73 61,85 61,88 62,00 48,95 49,05 48,95 49,05 11,14 11,16 11,17 11,19 63,32 81,03 63,44 63,48 63,60 81,19 81,01 81,17 33,93 33,99 33,87 33,93 10,265 10,285 10,28 10,30 —» ..... — —— 2,485 2,489 2,489 2,493 •• / i - * WC M * . * 1 K? V |M| x I »■ If4rj L U. 77 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Schöne stolze Schwäne aus vem Etchgärtenteich Seit einigen Togen haben— wir berichteten gestern darüber — Schwäne auf dem Eichgärtenteich Einzug gehalten. Die großen und stolzen Tiere mit ihrem leuchtend weißen Gefieder stellen eine schöne Bereicherung und Zierde der gesamten Anlage dar. Sie sind dem Schüße des Publikums empfohlen. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anzeiger.) land vorkommen wird, zusammengefunden hat. Alle diejenigen, die einst an der Volkwerdung der Deutschen zweifelten, sind durch das deutsche Volk von heute eines anderen belehrt worden, sie sehen jetzt, daß das deutsche Volk von 1936 ein anderes ist als das der Vergangenheit. Sie sehen, daß das deutsche Volk tatsächlich zu einer innigen Gemeinschaft zusammengewachsen ist, in dem gleichen Geiste, und daß es in Treue hinter seinem selbst erkorenen Führer steht. Mit unserer Freude und Dankbarkeit dafür, daß wir dieses große Geschehen unserer Zeit und des vorigen Sonntags erleben durften, wollen wir das Gelöbnis verbinden, daß wir die wahrgewordene deutsche Volksgemeinschaft allezeit hegen und pflegen wollen als das kostbarste und heiligste Gut des deutschen Volkes, daß niemals wieder Unfriede, Klassenhaß und Standesdünkel in das deutsche Volk einkehren sollen und daß wir für alle Zukunft dessen eingedenk sein müssen, daß das einst Trennende in unserem Volke der Vergangenheit angehören muß. Niemals sollen und dürfen wir vergessen, daß unser Einzel-Schicksal unlöslich verbunden ist mit dem Schicksal des deutschen Volkes, dem Geschick der gesamten Nation. Niemals wollen wir vergessen, sondern immer daran denken, daß wir all das Große, das wir in den letzten Jahren erlebt haben, nur einem Manne verdanken, der uns die neugewordene Volksgemeinschaft, die Wiedergesundung unseres Volkes und den deutschen Wiederauf- st i e g geschenkt hat: unserem Führer Adolf Hit- l e r, dem wir allezeit folgen werden, komme, was da kommen mag, und den wir in Treue, Liebe und Dankbarkeit grüßen mit dem dreimaligen Ruf: Unser Führer Adolf Hitler Sieg-Heil! Gewaltig brausten die dreimaligen Rufe auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis über den weiten Platz, begeistert reckten sich die Arme zum Gruß an den Führer empor. Mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des H^rst-Wessel-Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. Hierauf rückten die Stürme der SA. geschlossen zum Hofe des Standartengebäudes ab, wo noch ein kurzer SA.-Appell stattfand. Nach dem Aufmarsch der Stürme, in deren Viereck das Feldzeichen der Standarte und die Sturmfahnen als geschloffene Gruppe standen, hielt Standartenführer Lutter eine kurze Ansprache an seine SA.-Männer Er betonte einleitend, daß es alte Soldatenart sei, nach einer Schlacht zu einem Appell zusammenzutreten, um dabei zunächst der Kameraden zu gedenken, die nicht mehr in den Reihen der Kameraden mit- morschieren. Während sich nun das Feldzeichen und die Sturmfahnen senkten und der Musikzug die Melodie des Liedes vom guten Kameraden spielte, wurde der gefallenen Kameraden gedacht. Nach der Gefallenenehrung sprach Standartenführer Lutter seinen SA.-Männern Dank aus für die Einsatz-, Tat- und Opferbereitschaft, mit der sie am Wahltag und auch in den Wochen vorher dem Führer und damit dem Reich gedient haben. Die SA. habe mit diesem Dienst wieder eine Aufgabe gelöst, wie sie im Dienste des Führers nicht schöner und größer hätte sein können. Diese Aufgabe zum Wohle des Staates, des Volkes und der Bewegung habe gezeigt, daß der aus der Frontkameradschaft erstandene Gei st der alten SA. nach wie vor in der SA. fortlebe. In diesem Geiste werde die SA. auch weiterhin dem Führer in Opferbereitschaft folgen. Wie das ganze deutsche Volk heute einig zu dem Führer stehe, so werde die SA. allezeit im deutschen Volke wirken und es mit dem alten SA.-Geist immer wieder erfüllen, damit das deutsche Volk immer mehr erkenne, daß der Führer und seine Bewegung es aufwärts führen und daß die Bewegung ihre "Versprechungen gehalten hat und auch weiter erfüllen wird. Das sei die Aufgabe, deren Lösung der Führer jetzt von seiner SA. verlange. In dieser Taibercit- schaft für den Führer werde die SA. weitermarschieren! Hierauf wurden das Feldzeichen und die Sturmfahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches zum Fahnensaal des Standartengebäudes getragen. Darauf rückten die Stürme zu ihren Sturmlokalen ab. i n k s: Blick auf den Landgraf-Philipp-Platz während der Kundgebung nach dem Fackelzug. — Rechts: Kreisleiter Dr. Hildebrandt (unmittelbar vor dem Baum erhöht stehend) während seiner Ansprache. — (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff.) Gießen huldigt freudig dem Führer. Kroßer Kackeizug und eindrucksvolle Treuekundgebung der Partei und ihrer Gliederungen diesige Beteiligung der Bevölkerung. Boic -die Mtz Ausnahme Rutsche As, n steht Zutscher nfüg geleo? ! hte M. ! nb - Jm der Freude der Gießener Volksgenossen über tu1- gewaltigen Abstimmungssieg des Führers bei dc Reichstagswahl am Sonntag auch sichtbar Asdruck zu geben, fand am gestrigen Montagabend eii Fackelzug der Parteigliederungen stct, dem die Volksgenossen und Volksgenossinnen luterer Stadt in inniger Verbundenheit mit dem Dirk des Führers ihre herzliche Sympathie bekun- dc.-n. Obwohl die Veranstaltung erst am gestrigen Uitag der Oeffentlichkeit bekanntgeworden war, holen sich doch in den Abendstunden, ganz abge- sel'n von der überaus starken Zahl der marschierenden Kolonnen, Tausende von Männern und Fr.:uen beiderseits der Marschstraßen und am Scllusse der Veranstaltung auch zu der gemeinsamen Kudgebung vor dem Gefallenendenkmal auf dem La dgraf-Philipp-Platz eingefunden. Neben dem iibiraus reichen Flaggenschmuck, den unsere Stadt in-allen Straßen zeigt, bereicherten am gestrigen db nb eine Anzahl festlich beleuchteter Häusersron- Itn das Bild in wirkungsvoller Weise. Dazu kam l»!e große Länge der doppelreihigen Feuerschlange de« Fackelzugs, die insbesondere in den langge- stEen geraden Straßenfluchten ein schönes Bild bot 1 ie Aufstellung des Zuges erfolgte am Ludwigs- sta?; und in den angrenzenden Seitenstraßen. Die :pge mit der SA. und ihrem Spielmanns- und lür ikzug stand im östlichen Teile der Ludwigstraße. Irjbem die SA.-Stürme auf dem Landgraf- -*) ipP-Platz vor dem Standartengebäude angetre- ka und dem Führer der Standarte 116, Standar- ea ihrer Lutter, gemeldet waren, erfolgte gegen h.O Uhr der Abmarsch von dort zum Sammel- der Fackelzug-Formationen. Umgeben von HW großen Menschenmenge wurden während iw kurzen Marschpause am Ludwigsplatz die Stellt angezündet, dann ging der Zackelzug in Viererreihen auf den Marsch. An der Spitze, Jwr der SA.-Musik, schritt Standartenführer ipir: ter, gefolgt von dem Feldzeichen der Stan- : hrx, von den SA.-Reserve-Stürmen, der aktiven 1 EL_ ber Marine-SA., bem NSKK. unb dem Mo- : Itroturm. Die Stürme führten ihre Fahnen inner- I cll ihrer Einheiten mit sich. Die zweite Gruppe i k;.Zuges bildeten die Politischen Leiter mit ihren : ihen und die Fahnengruppe der Arbeitsfront. !:e dritte Gruppe wurde von der HI. unb dem i irrjoolf gestellt. Am Schlüsse des großen Zuges :»u'chierte, wie immer bei solchen Gelegenheiten, i i sS. Die Musik der SA., des Marine-Sturm- ifcmis unb bie Fanfaren-Bläser unb Trommler bes l^ryvolks spielten bie altbekannten flotten Marsch- i im, ferner würben' von manchen Stürmen alte 3 neue Kampflieber ber Bewegung, bekannte < liLatenlieber gesungen, so baß ber ganze Fackel- i ijtDom starken Rhythmus der Musik" und des Ge- s ns getragen war, der im Einklang stand mit i n wuchtigen Tritt der Marschkolonnen. Der Zug • |ii( vom Ludwigsplatz aus durch bie Lubwigstraße, 'vLihstraße, Hinbenburgwall, Horst-Wessel-Wall, ! kilihofstraße, Neustabt, Wernerwall, Walltor- \ |w-.e, Linbenplatz, Kirchplatz, Schulstraße, Sonnen- ssb^e, Kreuzplatz, Seltersweg, Hinbenburgwall, ! l! i m-Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz zum Land- ijni'Philipp-Platz. Ueberall auf feinem Wege 1 Birne der Zug von der großen Menge der Volks- iM'Uen mit starkem Interesse in Augenschein ge- i urnen, wurden die Fahnen des Führers und ilcirit dieser selbst in herzlicher Weise gegrüßt. Viel- s oi) standen die Menschenmassen mehrere Glieder : r nufgebaut, je mehr sich der Zug aber seinem 'lli'ichziele näherte, desto stärker versammelten sich ini die Zuschauer auf dem Landgraf-Philipp- um hier Zeuge der Kreuefuttögebung für den Führer n w \ 1 42-2 Ij IW #lln HS ‘enNrtt t St' K ■ yc e Erdöl- n 167, t . 1'25,25, \ > lann en Sutterr über den ; ter leicht rr >d- 3n 3k. ! Nachftag, lüe5 übrifli ff 13 211,* Jen R 12 f ^handelspn biete. Für 13 28,35, V igenmetjl R 19 23,50 f wchmehl V 13,25. Wei- 9 11,00, V 5 10,15, B ab MW ikuchen m reber 17^0 'lspreis ab' d Noggenf 3,20—3^0 r Gegend i >eiß-, rot« . per 501 ruhig- narft Huftrhll Dlontagsmtf M, 63« ch. Kälber I1 4220 (395J chendgemchi" 15), b) 41 IC he a) 421-' f, d\ 25 0' x a) WA s 53). bis 50). W; 0, a2) 51 IS I 53), d) 51 I? 5 57 (53 bis' auf: fRinb«- lebhast,^ am, Uebe^ ine. Fleischs : 1031 nrntel, 228 V । KilograE :eis i 58. Ä* fleisch & ;iiÄ es; sseld. n h-s-»L mtentMj- i« Set* « ilk D-« t, es oeM ^.98 2,80 ts 16,395 IS'Z DJ’® & 11,01 y । |i isin. Zu dieser packenden nächtlichen Feier vor >«n Kriegerdenkmal hatten die Kolonnen ber SA., !5ii Formation ber Politischen Leiter, bie HI., das «|in,|Dolf und die SS., ferner die riesige Zuschauer- :rnize in dichtgedrängten Massen Aufstellung ge- Hmen. Die Polizei' und die SS. versahen ge- witifam in der bekannten vortrefflichen Art den ) Ob ungsdienst. Nach dem Aufmarsch der Forma- imin hielt, umgeben von den Fahnen der Bewe- pib der Kreisleiter Dr. Hildebrandt eine hie? Ansprache, in der er u. a. betonte, daß der 2- März 1936 in der deutschen Geschichte bis in ’ ■ ernsten Zeiten fortleben wirb als ein Tag, der il «en größten gehört, die deutsche Menschen je nhen durften. Das deutsche Volk, einst in sich zer- f'ei unb durch Hader und Zwietracht geschwächt, Wh an diesem Tage durch seinen geschlossenen Ein- K1 Ibefunbet, baß es jetzt bereit ist, mit vollem seiner Kräfte bas beutsche Schicksal zu mei- Lr2 unb daß es die Größe dieser Zeit und das Mvitt ber Stunde begriffen habe. Wir alle können «ivar dafür sein, daß wir diesen Tag erleben rrhen, an dem sich das deutsche Volk in :J1®r Einheit und Geschlossenheit, die »r Geschichte aller Völker noch nie zu sehen r uno wohl auch nirgendwo jo wie in DeutschTier- und Pflanzenwelt unter verstärktem Schuh. 24 Pflanzenarten vollkommen geschützt! 3m Reichsgesetzblatt ist dieser Tage durch den Reichsforstmeister Hermann Göring eine neue, sehr wichtige unb weitgehende Verordnung zum Schutze der wild wachsenden Pflanzen und der nicht jagdbaren, jedoch wild lebenden Tiere erlassen worden. Das bis ins kleinste gehende neue Gesetz bringt umwälzende Neuerungen auf allen Gebieten des Naturschutzes. Es gab bisher in den meisten deutschen Ländern schon einige Pflanzen, die geschützt waren. Nunmehr stehen jedoch alle wildwachsenden Pflanzen im gesamten Reichsgebiet unter Naturschutz. Es zählen hierzu u. a. die unbefugte Entnahme von Schmuckreifig, wozu in Zukunft ein Erlaubnisschein des Besitzers des betreffenden Grundstückes oder der zuständigen Ortspolizei- behörde erforderlich ist: das Niederschlagen von Stauden und Uferpflanzen, sowie das unbefugte Abbrennen der Pflanzendecke. Auch wenn kein wirtschaftlicher Schaden hierbei für irgend jemand entsteht, sind derartige Eingriffe in das Landschaftsbild fortan unbedingt zu unterlassen. Es gibt nunmehr nach dem Gesetz 24 vollkommen geschützte Pflanzenarten in Deutschland, die weder beschädigt, noch gepflückt oder sonstwie entfernt werden dürfen. Es zählen hierzu vor allem der Königsfarn, sämtliche Orchideenarten, die weiße Seerose, Stranddistel, Alpenveilchen, Alpen-Anemone, sowie Edelweiß unb Enzian. Bei anberen wilbwachsenben Pflanzenarten, darunter Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Christrose, sowie Himmelschlüssel und Primeln, bezieht sich das Verbot hauptsächlich auf die Wurzel- stocke, Zwiebeln und Rosetten. Man darf also z. B. wohl Schlüsselblumen pflücken, jedoch nicht ihre W u r z e l st ö ck e mit nach Hause nehme n. Schließlich ist nunmehr auch das Sammeln nicht geschützter wildwachsender Planzenarten zu Handelszwecken ohne Erlaubnisschein untersagt. Grund- Dienstag, 3s.Marz 1936 sätzlich soll ein solcher nicht mehr erteilt werden für Eibe, Wacholder, Schlangenmoos, Meerzwiebel und Schwertlinien. Auch soll das Landfchaftsbild durch Aernhalten ausländischer Pflanzen oder Gewächse, die in der betreffenden Gegend nicht schon seit langer Zeit beheimatet sind, nach Möglichkeit in seiner ursprünglichen, rein deutschen Form erhalten werden. Natürlich hat diese Bestimmung für Grundstücke in Privatbesitz, Garten- ober Parkanlagen. Aecker, Versuchsfelder ober begleichen, keine Gültigkeit. Auch Gemeinben unb Genossenschaften können weiterhin nach Belieben auslänbische Pflanzenarten aussäen ober anpflanzen lassen. Nicht minder umfangreich sind die neuen Bestimmungen zum Schutze ber wilb lebenben, nicht jagdbaren Tierwelt. Es sind nunmehr für das gesamte Reichsgebiet sämtliche Vogelarten mit Ausnahme der Nebel-, Raben- und Saatkrähe, ber Elster, bes Eichelhähers, sowie bes Feld- unb Haussperlings gesetzlich geschützt. Man bars jeboch auch biesen sieben „vogelfreien" Arten nicht mehr zur Nachtzeit ober mit Leim, Schlingen, Tellereisen unb Lockvögeln, Schlag- ober Zugnetzen, künstlichem Licht unb Giftstoffen nachstellen. Auch bas Aufsammeln von toten, kranken ober verletzten Vögeln, sowie bie Heranziehung von Kinbern zu ber Beseitigung von Nestern ober bem Vogelfang ist verboten. Unter Naturschutz genommen wurden neuerdings an freilebenden Tieren außerdem der Igel, Spitz- und Fledermäuse, die Haselmaus, Eidechsen, Blindschleichen und Ringelnatter, sämtliche Froscharten mit Ausnahme des Das- serfrofches, sowie Salamander, Kröten und Unken. Auch Segel- unb Apollofalter, sowie Hirschkäfer und rote Walbameisen bürfen nicht mehr ohne berechtigten Zweck gefangen ober getötet werben. Grunblegenbe neue Bestimmungen, auf die man schon seit Jahrzehnten gewartet hat, bringt die Naturschutz-Verordnung über die Haltung von Katzen und Stubenoögeln. Gegen unbeaufsichtigte Katzen darf demnach in Zukunft vom 15. März bis 15. August und solange Schnee den Boden deckt, durch Grundstückseigentümer, Nutzungsberechtigte ober deren Vertreter zum Schutze ber Vogel- und Kleintierwelt vorgegangen werben. Allerbings bürfen bie Tiere nicht getötet werben, sanbern können lebiglich gefangen unb in „Sicherungsverwahrung" genommen werben, bis sie ber Eigentümer auslöst ober bie Ortspolizeibehörbe über ihr Schicksal entscheibet. Auch ist es untersagt, in Hausgärten ober unmittelbarer Nachbarschaft bewohnter Gebäube Katzen durch Köder anzulocken. In der Nähe von Großstädten und in Industriegebieten ist in Zukunft der Fang von Stubenoögeln grundsätzlich nicht mehr gestattet. Dagegen kann eine beschränkte Anzahl gefieberter Hausgenossen von eigens zu biefem Zweck von ben höheren Naturschutzbehörden aufgestellten, zuverlässigen Leuten in bestimmten Landbezirken nach wie vor gefangen werden. Sämtliche Stubenvögel müssen ferner in Zukunft beringt fein. Bei noch im Handel befindlichen oder frisch gefangenen Stubenvögeln hat dies unverzüglich mit dem amtlich vorgeschriebenen Fußring zu erfolgen, während bei in Privatbesitz befindlichen die Berin- cung erst bis zum 1. Januar 1938 beendet fein muß. Bei ausländischen Vögeln ist dagegen eine Kennzeichnung nicht erforderlich. Zuwiderhandlungen werden mit Haft- oder Geldstrafe bis zu 150 Mark geahndet, an deren Stelle in besonders schweren Fällen sogar Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren treten können. Verbilligte Abgabe von Frnchtmns. Wenn im Frühjahr die Vorräte an felbstein- gemachtem Obst so ziemlich aufgebraucht find, dann steht die Hausfrau vor der nicht leichten Aufgabe, die entsprechende Lücke bis zur neuen Ernte irgendwie auszufüllen. Dazu soll ihr, wie im Vorjahr, 'auch m diesem Jahr ein verbilligter Brotaufstrich aus deutschem Obst dienen, der mit deutschem Zucker (kein Süßstoff) hergestellt wird. Berücksichtigen wir, daß in den uns umgebenden Landern, insbesondere in England, die Marmelade in der Volksernährung eine bedeutend größere Rolls spielt als bei uns, unb baß in manchen ßänbern ber Verbrauch ein brei- bis vierfach stärkerer ist, so sehen wir, baß bie Marmelabe in Deutschlanb' zu Anrecht etwas in ben Hintergrunb getreten ist, woran wohl zweierlei bie Schuld trägt: erstens wirkt noch bis zum heutigen Tag eine gewisse „Kriegsmarmeladenpsychose" in Verbraucherkreisen nach, Zweitens smd die Preise des nicht verbilligten Frucht- muses, insbesondere für kinderreiche Familien, nicht immer tragbar. Die Hersteller verbilligter Marmeladen sind verpflichtet, die gesetzlichen Bestimmungen der Verarbeitung von Obsterzeugnissen strengstens einzuhalten. Damit ist die Gewähr gegeben, baß nur beste Er- Zeugnisse zur Auslieferung an bie Verbraucher kommen. Die Qualitäten find also genau so vollwertig wie jeher anbere Brotaufstrich. An verbilligten Erzeugnissen gibt es: Viersrucht- marmelaben. Gemischte Marmelaben, Aepfelnach- pressegelee mit Himbeeraroma, Pflaumenmus aus Trockenpflaumen mit Zusatz von frischen Pflaumen Gemischtes Mus, Apfelkraut gesüßt. Die brei ersten Arten finb am meisten bekannt unb wurden schon vor der Verbilligung als hauptsäch- lieber Brotaufstrich verbraucht. Die verschiedenen Pflaumenmussorten sind in der Frankfurter unb Hanauer Gegend, sowie vor allem im gesamten mitteldeutschen Gebiet verbreitet, während Apfelkraut in der Hauptsache im Rheinland und in West- falen verwendet werden. Die verbilligte Marmelade setzt sich zusammen zu 0 , H aus deutschen Aepfeln unb zum Teil aus deutschen Birnen: bie weiteren 50 v. H. sind Pflaumen, Kirschen, Himbeeren, Joh Leben und stellte der „alten Stumpfnase", denn Tode, eine recht späte Begegnung in Aussicht. Groh-VarielL der NSG. „Kraft durch Freude" am 31. März in der Gießener Volkshalle. Wer denkt nicht noch gerne an das wundervolle Gastspiel des Frankfurter Schumanntheaters zurück, das im November 1935 mit beispiellosem Erfolg stattfand. Jeder dachte: „So etwas gibt es nur einmal". Und das stimmt auch bis zu einem gewissen Grade, denn jedes Programm ist nur einmalig. Wir bringen am heutigen Dienstag, 31. März, ein Barietö-Programm, das bestimmt nur einmalig und grundverschieden ist von dem Programm im No. vember. Trotzdem ist es in seinem Aufbau und seiner Wirkung bestimmt genau so gut, wenn nicht noch besser, wie unser letztes Programm. Nicht weniger als vier Nummern haben in letzter Zeit im Wintergarten Berlin gearbeitet. Wenn wir dieses VarietL unter den vielen anderen nennen, bann deshalb, weil der Wintergarten Berlin auch heute noch die führende Bühne dieser Art ist. Wenn also ein Artist über diese Bühne gegangen ist, dann muß seine Nummer schon erstklassig sein, weil zweit, klassige Artisten dort nicht arbeiten können. Aber auch die anderen in der Tournee mitwirkenden Kräfte sind ganz ausgezeichnet und werden den Beifall unserer Besucher in jeder Hinsicht fiyben. Ein Name leuchtet aus dem Programm, den schon ein großer Teil unserer Volksgenossen kennt: Rudotf Klaus. Bereits im November war dieser hervorragende Akkordeonvirtuose in unserer Gau« tournee. Ueberall waren die Zuschauer begeistert von seiner großen Kunst. Der Beifall steigerte sich von Stück zu Stück, und so mußte Klaus Zugabe um Zugabe bringen. Zwei Adaros, unter die« fern Namen stellen sich zwei Parterre-Akrobaten vor, die jetzt nach ihrer zweijährigen Amerika- Tournee zum erstenmal wieder in Deutschland auftreten. Drei Ninons, ist eine Tanzgruppe von internationalem Ruf, die jeden in Entzücken versetzen wird. Streth - Stre eth, vom Eismeer bis Kapstadt lachten und staunten Menschen aller Rassen über die unerreichten Meisterkaskadeure. In allen fünf Erdteilen, in nicht weniger als 40 Staaten in der Welt, sind Streth-Streeth aufgetreten. Und überall, wo sie auch arbeiteten, war der Erfolg riesengroß. C h r i st o p h, die gesamte kontinentale Presse nennt ihn „Deutschlands originellsten Zauberer". Das muß schon so sein, sonst hätte ihn die Kultur« abteilung der Ufa nicht für ihre Wissenschaft" lichen Filme verwendet B uster und 3o«: Strobl, der tanzende Mann auf dem Brett,, zeigen eine artistische Leistung, die den Re/^ Ser- amerikanischen Grotesk-Kunst mit den Köstlichkeiten eines gelockerten, der ganzen Welt verständlichen Humors und bester Varietä-Tradition verbindet.. Die Besucher unserer November-Tournee werden sich noch recht gut an Bobby Hasmann, diesen sympathischen, seriös humorvollen Ansager aus Düsseldorf erinnern. Auch diesmal wird er es verstehen, den Kontakt mit unseren Besuchern gleich von vornherein herzustellen und ihnen die mit" wirkenden Künstler im rechten Licht zu zeigen.. Jedenfalls versprechen wir mit diesem Programm die Presse gehenden Meldungen von Kapitalverbsi" chen der Unterwelt in USA. und gibt einige schlußreiche Einblicke in den auf beiden Seiten tn® den Hilfsmitteln der modernen Technik geführt' Kampf, besonders in die Anwendung des drübeiu sehr ausgebauten und beweglichen Polizeifunks. ™ es sich bei dem vorliegenden Fall indessen nicht upr eine Reportage handelt, sondern die Vorgänge Form eines Spielfilms dargestellt wurden, lieher die Hersteller, zur Erzeugung der erforderliche Spannung, die Polizei zunächst eine nicht befow ders rühmliche Rolle spielen; es ergeben sich Situ^' tionen, die dem erfahrenen Kinobesucher ein Lackes abnötigen, weil er ooraussieht, daß es auf diese nicht gutgehen kann. Zum Schluß sind aber, nM etlichen aufregenden Autojagden (die Solidität, o» amerikanischen Reifen ist zu bestaunen) die tüchüg^ Beamten, wie es sich gehört, obenauf. Von den Do»' fteUern sind zu nennen: Fred Mac Murray, Guy Standing, Ami Sheridan. — Film läuft seit gestern im G l o r i a - P a l a st Beiprogramm sieht man u. a. eine Pantherjagd _ Florida, einen Kulturfilm von der Kurischen rung und die Fox-Wochenschau. Bei seinem Aufenthalt in München im Jahrü 1811 lernte Karl Maria von Weber u. a. audji den ausgezeichneten Klarinettisten der München«' Kapelle Heinrich Bärmann kennen, und baßi waren die beiden durch Bande der Freundschaft! genähert. Das frohe Können Bärmanns auf feinem Instrument nahm Weber völlig gefangen, und eini Concertino für Klarinette, das er bald daran!! schrieb, sand bei dem ersten Konzert im Hoftheatet. das Weber veranstaltete, so den Beifall des an ■ wesenden Königs, daß dieser ihm den Auftrag ffr' zwei weitere Klarinettenkonzerte erteilte. Wedel' erfüllte diese Aufgabe mit ganz besonderem Interesse-. denn es eröffnete sich ihm hier bei der vollen Suf nützung des Klangcharakters der Klarinette ('nl Fülle von Möglichkeiten und neuen Klangfarben, die seinen künftigen Werken neue, unverbraucht Ausdrucksmittel gab. Unter den Weberschen JnD" mentalkonzerten sind gerade die für die Klarinette auch heute noch in die erste Linie zu stellen; na" mentlich aber die langsamen Sätze geben ein Spit" gelbild der schwärmerischen romantischen Entwio* lungsepoche des Meisters. Dr. H. NSG. ,Kraft durch Freude": 20.30 Uhr in der Gießener Dolkshalle „Lache mit uns". 20.30 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schombs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die unvollkommene Ehe". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Polizeiauto 99". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Letzte Rose". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brand- ____ Mittwoch, 1. April, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungs- einzeichnung bereitzuhalten. «fifoWj5 le Ä« £ Die deuMe Rrbcitefront n.3.=6emeinfdiaft „firaft öurd) freute Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen Oie Aufnahmeprüfung. nen Jchs sich nicht immer zur Lebensbejahung durchringen läßt. So klingt der Höhepunkt seines symphonischen Schaffens, die s e ch st e Symphonie in h-moll, in Resignation, ja, in Verneinung aus. Wir haben eben bei ihm weniger einen aktiv auf eine bestimmte Tendenz des Werkes gerichteten Willen, wie ihn die Höhenwerke der deutschen Symphonik bezeugen, sondern mehr ein Wiedergeben erlebter Gefühlsmomente, die sich, entsprechend den dem russischen Temperament eigentümlichen starken Kontrasten, wohl zu steigern vermögen, aber selbst nach stärkster Erhebung nicht den eisernen Willen zur konsequenten Durchführung, zur Tat, finden, sondern melancholisch absinken. Die d-moll-Symphonie, auch wohl die „Pathetische" genannt, (diese Bezeichnung rührt von dem Bruder des Meisters, Modest Tschaikowsky, her) läßt sich schwerlich nach rein formalistischen Prinzipien als Symphonie erfassen. Wenn man aber den Blick auf das Sinngemäße des Inhalts lenkt, so wird man verstehen, daß sich für dieses Werk nur diese eine Möglichkeit der Formung ergab. Nein äußerlich betrachtet, zerfällt der Eingangssatz der Symphonie in verschiedene getrennte Abschnitte. und Männer im Volksbad: von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen im Volksbad. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit- inftitut, Brandplatz. (Neuanmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegen.) Reichsverbilligungsscheine zugunsten der Minderbemittelten. Im heutigen Anzeigenteil ruft das Wohlfahrtsamt diejenigen Volksgenossen, die nicht laufende Fürsorge vom Wohlfahrtsamt oder Arbeitsamt erhal- ten, aber ebenfalls zum Bezug der Fettverbilligungs- scheine berechtigt sind, zur Empfangnahme der Scheine für April, Mai und Juni 1936 auf. Aus diese Bekanntmachung und die darin für Bezugsberechtigte und Verkaufsstellen enthaltenen Hinweise werden alle Interessenten aufmerksam gemacht. die vorgesetzten Dienststellen vornehmen zu können, werden die Inhaber aller im Geschäftsverkehr mit dem WHW. stehenden Firmen und Betriebe aufgefordert, ihre Ansprüche an die Kreisführung Gießen des WHW. bis spätestens zum 5. April geltend zu machen. Rechnungen, die, in doppelter Ausfertigung einzureichen sind, und die bis zu dem obigen Termin nicht eingegangen sind, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Kreisführung des WHW. Gießen. Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mite. Bett. Pfundsammlung. am Nachmittag durckgeführt. Unter den Gasten, die den Verlauf der Prüfung aufmerksam verfolgten, sah man Schulrat Nebeling, den Syndikus der In- dustrie- und Handelskammer Lemke, den Sachbearbeiter des Amtes für Berufserziehung und Arbeitseineinsatz der Deutschen Arbeitsfront, M e r - t h e s, ferner den Leiter des Amtes für Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen, Dr. Wagen- b a ch. . Die Prüfung in ihrer Gesamtheit nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Dor allem konnte dabei festgestellt werden, daß das Leistungsniveau der Schüler aus den Volksschulen durchweg hoher liegt, als in den Jahren vorher. So kam es denn auch, daß nur eine geringe Anzahl Schüler „bedingt Aufnahme finden kann, bzw. es wird nut den Eltern der betreffenden Prüflinge noch einmal Rücksprache genommen. Im übrigen findet für aUejene, die verhindert waren, an der gestrigen Prüfung teilzunehmen, eine Nachprüfung statt. Erfreulicherweise kann berichtet werden, daß die Oeffentliche Handelslehranstalt Wert daraus legt, möglichst nur solche Schüler aufzunehmen, die sich bereits in der Berufsberatung des Arbeitsamtes Gießen einer Vorprüfung ihrer Fähigkeiten unterzogen haben. Diejenigen Mädchen und Jungen, die aus der Stadt Gießen zur Aufnahmeprüfung erschienen, waren durchweg durch die hiesige Berufsberatung gegangen. platz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Richard Geßner (Düsseldorf). Slabttheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung der neuen Lustspieloperette „Die unvollkommene Ehe" von Albrecht Nehring. Musikalische Leitung: Kapell- meister Ernst Bräuer. Die Spielleitung hat Paul W r e d e. 24. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. 4. Symphonie-Konzert. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Donnerstag, 2. April, 20 Uhr, findet das vierte Symphoniekonzert des verstärkten Städtischen Orchesters statt. Dieses Konzert — unter der Leitung von Professor Dr. Temesvary — ist das letzte Symphonie-Konzert dieser Spielzeit. Die Vortragsfolge enthält ausschließlich romantische Werke. Die „Polowetzer Tänze von Borodin können wohl als eines der urwüchsigsten Werke der russischen Musikliteratur angesehen werden. Werke fremden Volkstums, die sich in so echter Art ausdrücken, werden uns immer willkommen fein. Ferner enthält das Programm das k-moll-Konzert für Klarinette von C. M. von Weber; die Solopartie in diesem Konzert übernimmt Heinrich Grau vom städtischen Orchester. Den Beschluß bildet die pathetische Symphonie von Tschaikowsky, ein Werk von packender Leidenschaftlichkeit, das immer wieder gern gehört wird. Die Werke von Weber und Borodin werden in Gießen erstmalig zu Gehör gebracht. Das Konzert ist außer Abonnement. Kartenverkauf nur bei Chai- Her, Neuenweg. Ende des Konzertes 22 Uhr. Der Splelplan der AS.-kulturgemeinde Gießen, King Deutsche Bühne wird zu April und Mai im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Es handelt sich durchweg um Stücke, die eine gelungene Aufführung verbürgen dürften, so daß der diesjährige Spielplan, der bisher befriedigt hat, auch erfolgreich abschließen dürfte. Man beachte die heutige Anzeige. An alle Einzelhandelsgeschäste und Zirmen derGtadtund desKreisesGießen Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes wird am 31. März 1936 abgeschlossen. Um in der vorgeschriebenen Zeit eine endgültige Abrechnung an Butter und als Belag zum Vesperbrot gibt es für diese verbilligten Sorten noch vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, z. B. als Füllmasse für Kuchen, Krapfen, zum Bereichern und Verzieren von Flammeris, Puddings und Torten. Diese Marmelade ist auch als Beigabe zu Milch und Brot ein vorzügliches und leicht verdauliches Nachtessen für Kinder. Ferner ilt sie als Zukost für Pfannkuchen usw. vor- züalich geeignet. Der Äadenverkaufspreis von 32 Pfennig für das Pfund ist absichtlich so niedrig wie möglich gehalten, um jedem Volksgenossen den Erwerb dieser preiswerten Nahrungsmittel zu ermöglichen, die ohne jegliche Bedenken empfohlen werden können. Aus der provinzialhaupistadt. Oer heimliche Tyrann. Wenn sich jemand dazu hergibt, einen anderen zu denunzieren, ohne sich selbst zu nennen, so ist er ein erbärmliches Subjekt. Denn in diesem Falle ist er ein Schütze aus dem Hinterhalt, der womöglich noch mit vergifteten Pfeilen schießt. Wenn aber jemand einen Ausweg sucht, um seine eigene Haltung zu erklären, so finden wir das häufig genug in der Ordnung. Nur eine kleine Blütenlese: Man sagt, daß der vom Unglück Betroffene selbst die Schuld an den Vorgängen trägt ... Man erinnert sich, daß das Mädchen schon vor Jahren einen bösen Leumund hatte ... Man ist der Meinung, daß es einfach nicht mit diesen Methoden geht, daß vielmehr radikalere Mittel zur Anwendung kommen müssen ... Es ist unglaublich, was „man" alles weiß, kann und noch durchführen wird. Frau Müller kann sich nicht genug damit tun, allen Nachbarn zu erzählen, was „man" über ein gewisses Verhältnis denkt. Frau Meier hingegen ist gern bereit, allen, die es wissen wollen, zu sagen, wie „man" Frau Müller beurteilt. Und Frau Schulze wiederum läßt es feine Ruhe, zu verbreiten, was „man" von dem Ganzen zu halten hat. Wirklich, es ist eine tolle Sache, welche Rolle der Anonymus „man" spielt. Er ist in den Gassen zu Hause und in den Wirtshäusern, in den Büros und auf der Eisenbahn. Er dringt in die verborgenden Schlupfwinkel, wittert politische Maßnahmen und scheut selbst vor Schlafzimmergeheimnis, fen nicht zurück. Er ist immer und überall auf dem Posten, und retten kann sich eigentlich niemand vor ihm. Dabei ist er ein heimlicher Tyrann und ein unerbittlicher Allesbeherrscher. Wehe, wenn die junge Frau jenen Hut nicht besitzt, den „man" trägt. Was soll „man" davon halten, wenn Krauses einen Kin- berroagen fahren, wie „man" ihn längst nicht mehr benutzt? Und ist es nicht ganz und gar erschreckend, wenn Onkel Gustav von einer Angelegenheit erzählt, über die „man" längst nicht mehr spricht? Nur einen Widersacher hat der unsichtbare und furchtbar über allen Dingen schwebende Anonymus: den Mann mit der eigenen Meinung. Den Mann nämlich, dem es höchst schnuppe ist, was „man" jagt ober spricht, wie „man" sich kleidet oder trägt. Der das meint, was er in ehrlichem Bemühen um gerechte Beurteilung für richtig hält und der das tut, rofcs ihm nach Prüfung der Dinge geraten er- scheint. Und wäre es nicht gut, wenn wir uns alle be- mühten, dem Anonymus und heimlichen Tyrannen ein wenig das Wasser abzugraben. H. W. Sch. Dornolizen. Tageskalender für Dienstag. Gestern morgen versammelte sich vor dem Hause „Justus von Liebig" in der Liebigstrahe eine große Anzahl von Jungen und Mädchen, die gekommen waren, um sich der Aufnahmeprüfung für die Oes- ftntliche Handelslehranstalt zu unterziehen. Die Schülerinnen und Schüler kamen zum großen Teil aus Gießen, viele jedoch auch von auswärts, von Butzbach, Grünberg, Lich, Wetzlar usw. Zahlreiche Eltern fanden sich ebenfalls ein, um zum Schluß zu hören, wie die Prüfung ausgefallen ist. m Pünktlich zur vorgesehenen Zeit traten alle Prüf- finge im Flur der Schule an. Gemeinsam wurde bann ber erste Vers bes Liebes „Siehst bu im Osten das Morgenrot?" gesungen. Laut hallte es von ben Wänben roiber. Der Leiter ber Schule, Dr. Kruse, hielt fobann eine Ansprache an biß Eltern und an die Schulter, in der er auf den Sinn dieser Vrüfung hinwies, der nicht darin bestehe, soundso viele Schüler abzulehnen, sondern die Prüfung sei viel- mehr so zu betrachten, daß diejenigen nicht die Schule besuchen sollten, die entsprechend ihren Befähigungen keinen Nutzen davon haben könnten. Mit der Aufforderung zu frisch-fröhlicher Arbeit schloß er seine Ansprache. Der Verlauf des Vormittags brachte fobann die schriftliche Prüfung der etwa 130 Schülerinnen und Schuler, die in fünf verschiedenen Gruppen geprüft wurden. Die Aufnahmeprüfung verlangte eine Dik- tatschrift, einen Aufsatz und eine Rechenaufgabe. Die mündliche Prüfung in verschiedenen Fächern wurde Paramount in deutscher Sprache; er wirkt wie Zeit zu Zeit burfc von Kapitalverbri" verbrauchtheit volksgebundener Kunst. Sie entstammen Borodins Oper „Fürst Igor", die, durch Rimski-Korssakow und Glasunow vollendet, drei Jahre nach dem Tode des Komponisten aufgeführt wurde. (1890.) Der tartarische Chan, in dessen Gefangenschaft Igor geraten war, führt diesem die Tänze seiner Polowetzer vor und stellt so dem Russen das asiatische musikalische Volkserleben gegenüber. Dieser rein national gerichteten Novatorengruppe reihten sich vermittelnd Anton Rubinstein und sein Schüler Peter Tschaikowskn an; namentlich dem letzteren gelang es, der russischen Musik über die Grenzen des Vaterlandes hinaus übernationale Weltgeltung zu verschaffen. Bei ihm könnte man fast von einem ähnlich liegenden Fall wie bei Chopin sprechen: ein russischer Vater und eine einer französischen Emigrantenfamilie entstammende Mutter gaben seinem Schaffen eine doppelte blutsmäßige Verankerung, einmal nach der russischen Nationalmusik hin, zum andern aber eine Orientierung nach Westeuropa. Damit wurde er ber berufene Mittler für bie Binbung russischen Volkswesens in ber Musik, inbem er Anschluß an die überkommenen symphonischen Formen sucht, und in dieser Weitung des Nationalen, wobei manches spezifisch Russische eine gehörige Glättung erfahren hat, gab er ben Zugang für biefe frembartige, bisher wenig gekannte Musikwelt. Seiner äußerst sensiblen Natur, bie sich ebenso tief aufgewühlt erregbar gibt, wie sie in Feinnervigkeit sich kundtut, bindet sich ein starker Einschlag zum Melancholischen, der den Komponisten in der Erkenntnis seines eige- Diez uwaltunfl 3“ “ flin 1. ■ w SjgrJ 4?j ' Stabt W “ II® Umfans« i In Ingen d-- « itirtflina zu bringe. SÄ Ä«.i SW w W en uchttt 6iabt i 23er ReichsstaW em - hat eine itung zum Schutze Di twnDfs bestimmt wi' f § 1: 3m Walde - Wäldern dürfen Zelti til besonderer fchr Mizeibehörde und r ^schein freigegebem 2: 3n der Zeit c imber 1936 ist im A ron Wäldern verbot Mr Licht anzuzünd Licht mit sich zu fü !»erbot erstreckt sich ■ lüid die zur Erricht iwgerstätten freigege i § 3: Zuwiderhan! i 5 zu 150 Mark oi I § 4: Diese Aerordi luindlmg in dem A Uierung folgenden Menget auf öem Hfo Wmtati Sc W hauptvchmnü Ws statt. Die la, baulichen Sera u'der Einladung zi i^er Zweigvei W.üt weiter mit, da M °U9 sinanzi Umstellt werde, S früher f Mau-zu stellen, 'Lausig entspre, bisher oorl H Sendung ein diesen Lrläl Siebener Giesien 3i m ^lasteten: Leben für ben Zaren" (1836) bie Geburtsstunde der russischen Musik nennt, so hatte doch dieser russische Komponist wie die meisten seiner Vorgänger die entscheidende musikalische Ausbildung durch die italienische Schule erhalten. Für eine nationale Musik typisch russischer Prägung traten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die fünf Novato- ren Balakirew, Cui, Borodin, Rimski-Korssakow und Mussorgski ein, von denen die meisten erst auf Umwegen zur Musik als ihrer Hauptberufung kamen. Beispielsweise schreibt Rimski-Korssakow bie erste russische Symphonie auf einer Weltumseglung, an ber er als Ofizier teilnaym, ebenso war B o r o b i n von Hause aus Militärarzt unb in späterer Zeit Professor ber Medizin an der Petersburger Militärakademie. Daß diese Betonung des nationalen Elements gerade von Außenseitern angeregt und durch das Beispiel oertreten wurde, beweist um so stärker die ursprüngliche Kraft dieser ganz aus dem Volkstum herauswachsenden Bewegung. Wenn sich auch in einzelnen Werken Grenzfälle, die sich der westeuropäischen Musikausübung annähern, nicht verleugnen lassen, so bedeutete doch ihr Streben ein Eingehen ber russischen Volksseele unb ihrer musikalischen Aeußerungen als Volkslied und Volkstanz in die nationale Kunstmusik. Dafür mußten neue Ausdrucksmittel erst gewonnen werden. Die harmonische Durchbildung mag unsere Ohren zunächst fremdartig berühren (sie erhielt ihre extremste Formung sicher durch Mussorgski), vielleicht haben ge» rabe typisch russische Volksinstrumente, wie die Ba- Oie erste Reichsstraßensammlung der RG.-Volkswohlfahrt. NSG. Arn 4. unb 5. April finbet bie erste Reichsstraßensammlung ber NSV. statt. Die Sammlung wirb von ben NSV.-Waltern unb -Helfern unb den NSV.-Mitgliedern durchgeführt. Es werden hand- gemalte Porzellanabzeichen verkauft, die acht verschiedene Schmetterlinge darstellen. Bei der Wahl der Abzeichen ist ganz besonderer Wert auf geschmackvolle Ausführung gelegt worden, damit ein großer Absatz erzielt wird. Der Verkaufspreis der Schmetterlinge beträgt 20 Rpf. Der Ertrag aus der ersten Reichsstraßensammlung soll den Beginn der Sommerarbeit der NSV. sichern. Die NSV. hat noch große Aufgaben zu erfüllen, die der Aufbauarbeit des Führers an unserem Volke dienen. Sportamt „Krast durch Sreufre". Heuke folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen. Von 20 bis 21 Uhr für Frauen Im Hinblick auf die innere Organik des Werkes bedeuten diese Teile aber einzelne Entwicklungsstadien, die wir durchaus mit der üblichen Aufstellung der Themengruppen gleichsetzen können. Im Adagio des Anfangs führt das Fagott in tiefer Klanglage das Grundmotiv ein, aus ihm erwächst in mehrfachen Anläufen und Aufsteigerungen die Aufstellung des ersten Themas; sie verliert sich in einsamen Klängen ber Bratsche. Ein ähnliches Bilb zeigt die zweite Themengruppe die sich aus weicher Lyrik erhebt und im vierfachen Piano der Klarinette und sechsfachem Piano des Fagotts versinkt. Mit dissonantem Aufschrei bricht ein allegro vivo herein; die Durchführung beginnt in deren Verlauf das Hauptthema von den Streichern kontrapunktisch verarbeitet wird und die Bläser ein dem Seitenthema verwandtes Motiv einführen. Leidenschaftliches Aufwallen, Versinken in Resignation kennzeichnen den weiteren Fortgang des Satzes. Nach der Reprise gibt ein kurzes Andante zu dem Piz- zikato der Streicher in den Bläsern ein Trost erhoffendes Verklingen. An Stelle des in der Symphonie üblichen Adagio steht nun ein allegro con grazia, das sich im Gegensatz zu dem dunklen Grundton des Eingangssatzes abhebt. Eigenartig berührt hier der unserem Ohre weniger geläufige Vi-Takt. Dem leicht beschwingten,' anmutigen Grundthema tritt der Mittelsatz (con dolcezza e flebile) mit seinem klopfenden Orgelpunkt gegenüber. Das folgende allegro molto vivace erhebt sich über den eigentlichen Scherzocharakter, es laßt ein rhythmisch prägnantes Thema herauskristallisieren, dem sich Gegenthemen verbinden und steigert sich zu triumphalen Klängen (Schlagzeug) auf. Es läßt alle Register Tschaikowskyscher Jnstrumentations- kunst spielen vom Huschenden bis zum Ausbreiten in gespanntesten unisono-Passagen unb Aufstrahlen in heroischem Glanze. Diese Erhebung des Impulses ist dem Komponisten kein dauernder Zustand. Das Schicksal oder vielmehr seine persönliche Stimmung läßt ihn in Resignation verfallen. Dem gibt er Ausdruck in einem adagio lamentoso, das sich zwar zu klanglichen Höhepunkten auswächst, dann aber absinkt unb mit bem gehaltenen h-moll-Dreiflang in ben tiefsten Lagen der Celli und Bässe sich verliert. Wie letztes Flackern eines Lichtes geistert bas Piz- zikato ber Kontrabässe hinein — Zusammenbruch — Vernichtung; ein Selbstbekenntnis, bas an die tiefsten Gründe menschlichen Erlebens rührt. Man hat die düstere Grundstimmung, die diese Symphonie durchzieht, als ein Todesahnen des Meisters deuten wollen. Es ist wohl aber mehr als ein Zufall anzusehen, daß er wenige Wochen nach der Uraufführung ber Symphonie (16. Oktober 1893) der tückischen Cholera erlag (16. November 1893). Denn bei seinem merin Wte\ । spreche. - lalaika, hier bestimmend gewirkt. Dazu tritt eine unverbrauchte Farbigkeit bes Klanges, in ber ber einzelne Ton selbst Eigenwert erhält, unb die unserem Ohr zum mindesten fremdartig, ungewöhnlich erscheint, aber andererseits wieder durch eine ursprüngliche Frische gefangen nimmt. Das Erleben der- Natur, der weiten ausgedehnten Ebene in ihrer Einsamkeit unb Verlassenheit wie auch ein starker religiöser Einschlag waren bie Grundquelle für bie symphonischen Werke. Die Vielfältigkeit bes Aus- vrucks im russischen Volksliebe, bie uns bie Kosakenchore in unserer Zeit so nahe gebracht haben, würbe bas ©runbmaterial; hier, wie aber besonbers in bem Tanz, bestimmt eine zwischen größter Deh- nung und überhitzten Temperamentsausbrüchen penbelnbe Rhythmik bas Bild mit schroff wechseln- den Taktarten, die in ihrer Grundgestalt von den unfrigen gewohnten abweichen. Borodins Polowetzer Tänze sind ein markantes Beispiel dieser Ursprünglichkeit unb Un- E*n. Ä fc*' * Ml ------------ rMr *e sc Dies ist ein amerikanischer Kriminal-Film j ‘ *,e6 l Entgegenkommen re Menst:' auf dem Hoherodskopf. lt veMM Verwendung eines Teils der gezeichneten Gel- k i e ß e n, 31. März. Auf dem heutigen Wochen- Oie Tippgräfin Vornan von Klothilde v. Stegmann. O'o konnte nicht begreifen. Hastig eilte sie dem für diesen vorläufigen Plan einverstanden sind. Gießener Wochenmarktpreise. Kn kommenden Samstag, 4. April, findet nach- mttlc^s auf dem Hoherodskopf eine Außerordent- n -lfi zuviel, wenn wir sagen: Kommen Sie zu uns, v reifen Sie für einen Abend des Tages Mühe uch affen Sie sich wieder einmal einige Stunden aJf as Beste unterhalten! geht in der Stadt das Gerücht, daß am Abend r unb M if dem tri' topu Baruti, Lippu Baruti, Bibi Jlaro — iDI . ’U schnell!" Ki allen Zeichen der Bestürzung kamen Me- rechnik und Fatoma jetzt aus dem Urwald, in den hatten, herausgestürzt und n t'r auf die beiden Weißen zu, die sich hastig er» und den wieder Zurückeilenden folgten. ,Zita-Bata, Ente-Ente dort oben!" riefen die fcir i *en Mädchen dabei und wiesen aufgeregt und 81 wanden Leibe zitternd in die Luft. ,.3ita — was soll das heißen? Seit wann ■ n fatoma und Mejenga vor einer Ente, fßen.) s Aufbau in r. llem Umfange zu wahren und sie mit dem ut wenn - WÄmgen des einzelnen Bürgers in gesunden [ramm ' Elnking zu bringen. In dieser Rolle als Mittler lekter'^h S äften Verwaltung und Bevölkerung, zugleich nn wir hr0 6 Vorsteher des großen städtischen Verwaltungs- npnnpn ? a cpc ates und enger Mitarbeiter des Oberbürger- lin nn* 'IN!istrs hat sich Direktor Kolb stets mit vorbild- ist ®Pnn • Diensttreue, gewissenhafter Erfüllung feiner ist dan Mnt^f lichten, bestmöglichem Entgegenkommen , ' ;,nn F Meiuber dem einzelnen und weitmöglicher Hilfs- ^vckeii'schaft betätigt und sich dadurch um das Ge- d'tihli unserer Stadt verdient gemacht. e minmrfeiL' unserer (? fl'iinbs bestimmt wird: lauer heget' § Im Walde oder in gefährlicher Nähe von ill fteigerk1 l^äDern dürfen Zelte oder sonstige Lagerstätten nur Klaus Zu: wit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forst- a s, unter P>?lizUbehörde und nur innerhalb der im Erlaub- lerre^fro? nie»fein freigegebenen Flächen errichtet werden, eigen Am' § *- In der Zeit vom 1. April 1936 bis 30. Sep- )eutiditanb ^inbir 1936 ist im Walde und in gefährlicher Nähe anwruppe D(tn ®ätöern verboten, im Freien offenes Feuer ssntriick-n - oiler.Licht anzuzünden, unverwahrtes Feuer oder mit sich zu führen oder zu rauchen. Dieses hen aller? * erstreckt sich auch auf die öffentlichen Wege ...... ft.' uwti »ie zur Errichtung von Zelten und sonstigen 40 Staaten LHise-stätten freigegebenen Flächen. § Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe b!!5M 150 Mark oder mit Hast bestraft. ... liche Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen- utwn Ciub. statt. Die Tagung wird sich mit dem Projekt /' 4i;.. z : r«ser Vorstellung besorgen! *!(8- -ivZahre im Dienste der Stadt Gießen. De. Verwaltungsdirektor der Gießener Stadtoer- nultinfl Karl Kolb kann am morgigen 1. April r Quf-1 aiof ine 40jährige Dienstzeit bei unserer Stadtver- ytt miiltng zurückblicken. Herr Kolb, ein geborener nen W @fie| ner, trat am 1. April 1896 in die Dienste der geinach: Slivt Gießen ein, war zunächst 7V2 Jahre lang bei Ölir t'tadtkasse tätig, vom Oktober 1903 ab wirkte er in Sekretariat der Stadtverwaltung, am 1. April 1:05 erfolgte seine Anstellung als Beamter. Im Aigender 1919 wurde er zum Bürodirektor er» ninr, dann erhielt er den Titel Verwaltungsdirek- » tcir. 3n dieser Dienststellung, die ein Hauptpunkt 2 «W billr i ädtischen Verwaltung ist und die man wohl 3lt5baUe. a;ü rechte Hand des Oberbürgermeisters bezeich- - öunberrf ti '.n >arf, hatte sich Direktor Kolb in den langen leaters iu, Jchrn seines Wirkens mit den vielfältigsten Auf- llosem ff-;" Mei der Stadt Gießen zu beschäftigen. Hier wur- bl es nur d'A ms dem Kreise der Bevölkerung Wünsche und inem qm' Dlmen der verschiedensten Art an ihn herange- einmaiia tnifld, von deren Erfüllung der einzelne oder auch 1. Man ' dl- gesamtheit der Bevölkerung Nutzen erhoffte, 'einrnalio Düibi roar es immer erforderlich, die natürlich in amm jm r€»tei Linie stehenden Interessen der Allgemeinheit nchen im 5» > b 8 r U- , v l t [) c II, ui. vviuif). uuu i/cunytn mvuyni- ber ^UJC Mi rfi kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., nnen, uiw. ■— ....... ■ ■mihum—— der FreuB p» ,anns auf V efanflen, er to»* rt im W* I ............... ........... msjfqll tzen 2lufttt- I lhiverrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, 68. nderemL^ 2tZ.jZ),rtsetzung. Nachdruck verboten! der volle" «L zähl von meiner großen Schwester, Vater!" Klarinette tn:lii .'-»laro jetzt träumerisch. Sie verdankte diesen ,en KlanO gTinm der Akkasrau, die sie mit ihren Kindern zu- unoerbic m:------- .... in« , - . ff W Führer spreche. Dies ist nicht der Fall — es "Mfi, E-Itnr sich also jeder Volksgenosse bedenkenlos Karten LiLLK 8Diese Verordnung tritt mit dem auf die 93er- ti.1nb.mg in dem Anzeiger der Hessischen Landes- ihn die W. folgenden Tage in Straft. “ Die Frage des Klubhausbaues recknik 51 unb Fatoma dnng.K !i'./?..öuruckg°z°ge i h (jih $ruQ'° fOim« man oegreisen. kiuc |ic ucm ’ i "ach. Jetzt war die kleine Lichtung er- ö’e "hiaus zu stellen, der den derzeitigen Bedürfnis- auf ein If sedtzo rläufig entspreche. Man erhofft von den Zeich- umpsnose'.: nrr 2er bisher vorliegenden Spenden, daß sie mit in Aussicht M •-------"......! ------ di. 7 unoerv^, sqM^n unter Giovannis liebevoller Aufsicht auf- teberfe11/. Denn Jlaro hießen viele Mädchen des jjie M Gier nes, und bald hatte sich auch der Fürst so zu stellk". di r:, gewöhnt, daß er den Namen Irene ganz neben ei« - ließ. Öfchen ßr> ^cumerisch sah Giovanni in die Ferne: $r ,2 ine große Schwester, meine kleine Jlaro? E:ic>e:lich ist sie schon verheiratet — hat einen , ALm, der sie lieb hat und für sie sorgt. Wenn ich ). di r^-itrechnung noch richtig im Kopfe habe, wird minal'8^ V ' bald einundzwanzig Jahre sein. Sicherlich ist ^mirkt li2 io schön und blond und gut geworden wie ihre er ® 3?ir Attt r." fuo- - - - — - »"Ji eil# lafl, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, Enteneier 9 bis 12, Wirsing, das Pfund 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 18, Rotkraut 20 bis 22, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 45 Pf., Zwiebeln 12 bis 18, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln 5, 10 Pfund 44 Pf., der Zentner 3,60 bis 3,80 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 45 Pf., Nüsse 45 bis 50, Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 25 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. ♦ * * Pers 0 nalie. Der Landesjugendpfarrer zu Darmstadt, Lic. Hans von der Au, wurde mit Wirkung vom 5. Februar unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Studienrat an der Liebig- Oberrealschule zu Darmstadt ernannt. * * Arbeitsjubiläum. Der Vorarbeiter im Kanalbetrieb unserer Stadt, Heinrich W i ß n e r , Lahnstraße 3, kann am kommenden Donnerstag auf eine 30jährige Dienstzeit zurückblicken. * * Mieterjubiläum. Am morgigen Mittwoch, 1. April, wohnt das Ehepaar Heinrich Schmidt und Frau Margarete seit 25 Jahren in dem Hause Kirchenplatz 18. ** Geschäftsjubiläum. Am morgigen 1. April kann der Inhaber des Korbwarenhauses Henkel, Herr Julius Henkel, auf ein 60jähriges Bestehen feiner Firma zurückblicken. Der Jubilar hatte das Geschäft von seinem Vater übernommen, der im vergangenen Jahre im hohen Alter von 83 Jahren verstarb. Das Geschäft entwickelte sich aus kleinen Anfängen und gewann einige Bedeutung, als es noch lohnte, Korbstühle in Handarbeit anzufertigen. Zu jener Zeit gingen viele Wagen voll jelbstangefertigter Stühle und Korbwaren aus dem Hause Sonnensttaße in die nähere und weitere Umgebung. Die Entwicklung der Herstellung von Korbwaren auf maschinelle Art hat dem alten Handwerkszweig allerdings Abbruch getan. Der Inhaber führt zusammen mit seiner rührigen Gattin das Geschäft der langjährigen Tradition entsprechend fort. ** Das Gießener Rote Kreuz am Wahltag. Das Deutsche Rote Kreuz in Gießen hatte sich anläßlich der Wahl zur Hilfeleistung mit feiner ganzen Einrichtung zur Verfügung gestellt. Im Dienst waren 70 Sanitätsleute und 15 Helferinnen, 4 Krankenwagen sowie 2 von Mitgliedern der Kolonne zur Verfügung gestellte Personenwagen. Es wurden in Gießen 54 Transporte aus- aefuhrt, und in verschiedenen Wahllokalen waren ständig Sanitätsmänner und Helferinnen zur Hilfeleistung anwesend. Die der Kolonne angeschlossenen Abteilungen standen in ihren Standorten zur Hilfe bereit. Auch sie wurden in vielen Fällen herangezogen. ** D i e Baulandumlegung im Eich- gartengebiet betrifft eine Bekanntmachung des Umlegungsausschusses im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Ein Opfer des Böllerschießens. Vor etwa acht Tagen wurde die 16 Jahre alte Landwirtstochter Erna Bach aus Heinzenberg (Kreis Usingen) in die hiesige Chirurgische Klinik eingeliefert. Das Mädchen war beim Böllerschießen anläßlich einer Hochzeitsfeier in Heinzenberg dem Böller in dem Augenblick zu nahe gekommen, als ein Schuß abgefeuert wurde, und es hatte dabei durch Schußoerbrennungen erhebliche Verletzungen am rechten Arm erlitten. Am nächsten Tage machten sich Erscheinungen von Starrkrampf bemerkbar, so daß das Mädchen zur weiteren Behandlung der hiesigen Klinik zugesührt wurde. Hier ist es am gestrigen Montag an den Folgen des Starrkrampfes leider verstorben. Die bei dem Böllersckießen aleich- falls verletzte 15 Jahre alte Hildegard Nieder- Häuser, die ebenfalls der hiesigen Klinik zugeführt wurde, befindet sich erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung. SJt.-'Svoit SA. darf in Sportvereinen schießen. Der Ches des Führungsamtes der Obersten SA.- Führung, Gruppenführer Jüttner, gibt über die Mitgliedschaft der SA.-Männer bei Schützenvereinen folgendes bekannt: „Verschiedentlich haben Führer von Einheiten ihren Sturmangehörigen die Mit- aliedschaft bei Schützenvereinen untersagt oder ihren Austritt aus den Vereinen gefordert. Damit wäre den SA.-Männern die Möglichkeit genommen, am sportlichen Schießen, sowie an Schießwettbewerben des Reichsbundes für Leibesübungen teilzunehmen. Die Mitgliedschaft von SA.-Anaehörigen in Vereinen des Deutschen Schützen-Verbandes ist durchaus zulässig. ßin Ehrenpreis von Or. Frick. Dr. Frick, der Reichs- und Preußische Innenminister, hat zu den Deutschen Amateurbox-Meisterschaften, die vom 31. März bis 5. April in Westdeutschland stattfinden, — Endkämpfe am 5. April in Dortmund — einen Ehrenpreis gestiftet. Den Preis erhält der Gau, der beLben Meisterschaftskämpfen am erfolgreichsten abscyneidet. Neichsbund-Kundgebung in der Berliner Deutschland-Halle. Nachdem die organisatorischen Vorbereitungen beendet sind, wird die Einheit des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen am 18. und 19. April in feierlicher und festlicher Form dem deutschen Volke kundgetan werden. Am 18. April finden in Berlin abschließende Tagungen sämtlicher früheren Verbände des DRL.' statt, die die vollzogene Einheit und den Zusammenschluß zum großen Bund feststellen. Am 19. April findet in der Deutschland- Halle eine große festliche Kundgebung vor der Oef- fentlichkeit und allen Abgeordneten des Bundes statt, bei der die Arbeit, die Ziele und die Möglichkeiten der DRL. durch weit über 3 0 0 0 Turner und Sportler aus dem Reich und aus Berlin, von der Schulung des Kindes bis zur Höchstleistung unserer Vertreter im internationalen Wettkampf vorgeführt werden. Bei dieser Gelegenheit wird in einem aroßen Schlußbild die Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen zum ersten Male auf Befehl des Reichssportführers aufsteigen. Frühjahrs-Waldlauf des Kreises Gießen. Der für die Gruppe Gießen-Wetzlar am 5. April 1936 in Lollar angesetzte Frühjahrswaldlauf findet dort vormittags 9.30 Uhr statt, nicht wie ursprüng- lick vorgesehen, um 14 Uhr. Die Vorverlegung erfolgt mit Rücksicht auf das nachmittags in Gießen (1900-Sportplatz) zum Austrag kommende Entscheidungsspiel um die Gau-Meisterschaft im Frauenhandball. 111 Starter beim Eilenriede-Rennen Die Zahl der Meldungen für das Eilenriede- Rennen, mit dem am 5. April auf der bekannten 4,8 Kilometer langen Strecke bei Hannover die neue Motorsportzeit eingeleitet wird, hat sich noch erhöht. Insgesamt sind für die einzelnen Rennen 111 Nennungen eingegangen. Diese verteilen sich auf die einzelnen Klassen wie folgt: Bis 250 ccm: 17 Fahrer, bis 350 ccm: 35 Fahrer, bis 500 ccm: 27 Fahrer, Seitenwagen bis 600 ccm: 18 Bewerber, Seitenwagen über 600 ccm: 11 Bewerber. 500 Fahrer bei Berlin-Cottbus-Berlin Mit dem traditionellen Rennen Berlin—Cottbus—Berlin über 260 Kilometer wird am 5. April die deutsche Straßen-Rennsaison eröffnet. In vier Gruppen untergeteilt, gehen unsere besten Amateur- und Berufsfahrer, rund 500 an der Zahl, an den Start. Unter den 36 Berufsfahrern, die im Gegensatz zu den früheren Jahren diesmal allein die Strecke zu bewältigen haben, befindet sich alles, was von den deutschen Fabriken verpflichtet wurde. Obwohl verschiedene Fahrer durch Starts im Ausland bereits Trainingsmöglichkeiten hatten, ist es doch schwer, unter den „Assen" irgendwen als wahrscheinlichen Sieger zu bezeichnen. Noch erbitterter wird der Kampf der Amateure werden. In der mit 157 Teilnehmern besetzten A-Klasse, die entsprechend den Besttmmungen für das Olympiajahr nur 105 Kilometer zu fahren hat, sind unsere besten Fahrer am Start. Nach dem Ergebnis wird auch die Nationalmannschaft neu gebildet, doch ist diesmal dafür nicht nur die Endplacierung maßgebend, sonoern auch die auf der Strecke gezeigte* Leistungen werden berücksichtigt, so daß vermieden wird, daß befähigte Fahrer durch unglückliche Zufälle ausgeschaltet werden. Das unübersehbare Feld Der B- (42) und OFahrer (260) wird in zwei Gruppen in einem Vorgabewettbewerb gestartet. Aufruf des Zieichssportführers zu den DeutschenAmateur-Box-Meisterschasten Die Meisterschaften des Fachamtes Boxen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen find mir ein willkommener Anlaß, dem deutschen Amateurborsport für die Tage vom 31. März bis zum 5. April 1936 meine herzlichsten Wünsche auszusprechen. Unsere Boxer treten in diesen Tagen zur letzten großen Heerschau vor den Olympischen Spielen 1936 zu Berlin an. Jeder der Kämpfer muh und wird ganz erfüllt sein von dem Gedanken an die kommenden Spiele. Jeder muß sein wie es wahres Boxen voraussetzt: männlich und einsatzbereit, hart gegen sich selbst und ritterlich gegen den Gegner! Im Zeichen dieses Geistes sollen die Amateur - Boxmeisterschaften stehen — mit dem Wunsche grüße icy alle Teilnehmer! Gez.: von Tschammer und Osten, Reichssportführer. Arbeitsdienstpflichtige für Wehlar. Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, mußte der Versammlungsort und Termin für die zum 3. April einberufenen Arbeitsdienstpfilchtigen abgeändert werden. Danach haben sich sämtliche Dienstpflichtige, die zum 3. April 1936 10 Uhr nach Wetzlar, Domplatz, einberufen waren, am gleichen Tage bereits um 9 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude in Wetzlar einzufinden. Schriftliche Mitteilung hierüber geht den Dienstpflichtigen nicht mehr zu. Selbstmordversuch mit dem Schießapparat. LPD. P f u n g ft a b t, 30. März. Ein hiesiaer Metzgermeister litt feit einiger Zeit unter nervösen Störungen und verließ am Nachmittag, nachdem er noch zusammen mit feinem Bruder gearbeitet hatte, die Küche, um sich in ein Zimmer zu begeben. Plötzlich krachte dort ein Schuß, und die entsetzt her- beieilenden Verwandten fanden einen Schwer» verletzten vor, der mit einem zum Töten der Schlachtschweine dienenden Schießapparat Hand an sich gelegt hatte. In bedenklichem Zustande mußte er in das Krankenhaus eingeliefert werden. Nundfunkprogramm Mittwoch, 1. April. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gyrnnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 11: Hausfrau, hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Die alten Frankfurter Speicher, Funkberichte. 15.30: Bücherfunk. 15.45: „Der Kiebitz", eine Frühlingserzählung von Hans Franck. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Die Fischer von Höchst, Funkbericht aus einer alten Zunft. 18: April! April! 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. 20.45: Lachender April. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 1. April. Gießen. Johanneskirche. 18 Uhr: 6. Passionsan. dacht; Pfr. Ausfeld. Donnerstag, den 2. April. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfarrassistent Weckerling. Freitag, den 3. April. Gießen, petruskapelle (Wetzlarer Weg). 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. Himmel auf. An dem blauen Himmelsgewölbe bewegte sich ein eigentümliches Etwas; es sah trotz seiner Größe wirklich einer Ente ähnlich, die am Firmament ihre Kreise zieht, ehe sie sich niedersenkt. „Vater!" Mit einem schrillen Angstschrei klammerte sich das Mädchen an Giovanni. „Still, still, Jlaro!" sagte hastig Giovanni di Bonaglia. „Es geschieht dir nichts, Kind. Vielleicht ist das das Wunder! Das Wunder unserer Befreiung!" In geheimnisvoller Abenddämmerung hatten sich Walter Heßling und Pepita Arlesi mit ihren Begleitern zum Fluge fertiggemacht. Ihr Luftschiff hatte eine eigentümliche Veränderung erfahren. Das leuchtende Kleid aus Aluminium hatte einen hellgrauen Anstrich erhalten, der es Wolken und Himmel täuschend ähnlich machte. Motoren und Propeller, die ganz kurz gehalten waren, arbeiteten völlig geräuschlos. Eine bestimmte Art von Rauchbomben, die Walter griffbereit bei sich führte, vermochte die Maschine zu vernebeln, ohne daß die Fernsicht dadurch getrübt wurde, und Lebensrnittel sowie Waffen und Munition gab es gleichfalls genügend an Bord. „Mariella, für dich und deine Zukunft!" rief Doktor Heßling laut, als sich die Maschine in die Luft erhob. Noch hallte ihm und seinem mutigen Begleiter das „Glück ab!" der Kameraden im Ohr. Dann schwebte er über afrikanischer Erde, und bald war er den Blicken der Zurückbleibenden entschwunden. — Nun schwebte er über der Lichtung. Noch hielt sich das Schiff in großer Entfernung vom Erdboden, um gute Sicht zu haben. Pepito Arlesi führte das Schiff mit einem Begleiter zusammen. Walter Heßling kniete am Boden des Schiffes und schaute durch das angebrachte Teleskop scharf herunter. Da — ein glühender Freudenschreck durchzuckte ihn — er sah tief unten auf einer sonnenumflimmerten Lichtung zwei Ge- stallen. Ein weißes, blondhaares Kind, das, das Antlitz in den Armen verborgen, am Boden lag — neben ihm ein Mann, der bestimmt kein Farbiger war, wenn Sonne und Witterung feine Züge auch bronzebraun gefärbt haben mochten. Dieser Mann winkte wie rasend nach oben und schrie aufgeregt und halb irrsinnig abwechselnd: „Salute, salute!", und: „Nehmen Sie uns auf, landen Sie, wer Sie auch sein mögen! Wir sind weiße Gefangene der Akka!" Jaan, der Begleiter von Arlesi, winkte ebenso rasend wie Walter Heßling. Doch gleich darauf ging die Maschine wieder hoch, änderte ihren Kurs und war bald den Blicken des Prinzen entzogen. „Wieder eine Enttäuschung!" murmelte er. Dann kam es wie ein Hauch über feine Lippen: „Oh, Mariella!" Und Tränen rannen über feine aebräunten Wangen. Doch als er sich tief über ylaro beugte, um sie au beruhigen, fand er feine Selbstbeherrschung wieder. Die beiden schwarzen Zwergmädchen hatten angstvoll und völlig begriffsstutzig das ganze Erlebnis mit angesehen. Aber als Giovanni ihnen streng befahl, bei Todesstrafe nichts von dem Erlebnis zu verraten, gelobten sie es zitternd. 18. Kapitel. Der eine Schritt vom Wege. Halb bewußtlos hatte Mariella nach ihrer Freilassung das Auto Renates bestiegen und war mit ihr hinaus in die Freiheit gefahren. Diese Freiheit, die freilich nur kurze Zeit Dauern würde, hieß zunächst Villa Liliput. Es war ein wunderschöner Sommertag, als sie durch die Straßen fuhren. Mariella war fast schwindlig geworden. Waren es erst wenige Tage her, seitdem sie die Stadt gesehen? Oder war sie schon monatelang in der Untersuchungshaft gewesen? Alles verwirrte und betäubte sie: der Straßenlärm, das Klingeln der Elektrischen, das Hupen der Autos, das ganze bunte Leben der großen Stadt. Und wenn sie die fröhlichen Gesichter der vorübergehenden Menschen sah, sorgloses Lachen und Plaudern horte, dann ging es ihr wie ein Schwert durch das Herz. Sie war ja abgetrennt von allem Glück. Der Mann, den sie geliebt, war tot. Ihr Opfer war vergebens gebracht. Ja, sie hatte ihn durch ihren Diebstahl in den Tod getrieben. Was sollte sie noch auf der Welt? Verzwei- feit schloß sie die Augen und öffnete sie erst wieder, als Renate das Auto anhielt und sanft sagte.- „Nun, mein liebes Herz, jetzt bist du in Sicherheit. Gott segne deinen Einzug bei mir." Renate hatte die zu Tode Erschöpfte selbst zu Bett gebracht und ihr ein Schlafmittel gegeben. So hatte Mariella fest und traumlos die erste Nacht unter Renates Dach geschlummert. Helle Sonne weckte sie jetzt. Sie öffnete die Augen und sah sich erstaunt um. Wo war sie? Was war das für ein Zimmerchen mit feinen bunten Bauerngardinen und den weißen, freundlichen Möbeln? Aber plötz- lich begriff sie. Der Schlaf hatte barmherzig die Erinnerung weggenommen. Mit dem Erwachen kehrte sie zurück. Das grenzenlose Elendgefühl der verflossenen Tage nahm wieder Besitz von ihr. Ein Tränenstrom erschütterte ihren Körper. Es klopfte an die Tür. „Herein!" rief Mariella und bemühte sich, das Weinen zu unterdrücken. Renate kam schnell auf sie zu. „Aber, aber, Mariella! Schon wieder in Tränen? Kind, du darfst doch nicht so mutlos fein!" Sie streichelte zärtlich über Mariellas gesenkten Kopf. Als aber das Schluchzen nicht gelinder wurde, meinte sie: „Nun, vielleicht versteht jemand anders, dich besser zu trösten. Komm nur herein, Lore!" Mariella hob ihr verweintes Gesicht aus den Händen. Ungläubig schaute sie zur Tür. Wirklich, da stand Lore. Schon war die Freundin bei ihr, umschlang sie zärtlich, indes Renate leise das Zim- mer verließ. „Core, Lore! Daß du gekommen bist!?" flüsterte jetzt Mariella. „Wie danke ich dir! Oh, Lore, wie habe ich mich nach dir gesehnt! Du bist ja der ein- zige Mensch, seitdem ..." Sie konnte nicht weitersprechen. Die Erinnerung an Erhard war zu schmerzvoll. „Und diesem einzigen Menschen hast du mißtraut, du Böses?!" vollendete Lore. Sie selbst war tief bewegt. Aber um Mariellas willen nahm sie sich zusammen. „Lore, du weißt?" Mariella erglühte in Scham. „Ja, ich weiß, daß du an meiner Freundschaft gezweifelt hast, Jella. Aber ich nehme es dir nicht übel. Es gibt wohl Zeiten, in denen ein Menschenherz an allem zweifeln kann." (Fortsetzung folgt!) Oberhessen. Einrichtung einer Poststelle in Reiskirchen. Mit Wirkung oom 1. April 1936 wird in R e i s - kirchen (Kreis Gießen) die Postagentur in eine Poststelle umgewandelt. Die Bezeichnung der Postanstalt lautet wie seither „Reiskirchen über Gießen". Die Verwaltung der Poststelle ist Herrn Karl Rocker übertragen. Kerckhoff-Sedächtnisfeier LPD. Bad-Nauheim, 30. März. Anläßlich des 80. Geburtstages des Stifters des Herzforschungsinstituts, G. William Kerckhoff, fand am Montagvormittag in der Gedächtnishalle des Kerck- Hoff-Jnftituts eine schlichte Gedenkfeier statt. Professor Dr, Koch gab in einer längeren Rede ein anschauliches Lebensbild des Amerikaners, der aus Dankbarkeit für die Heilung seines Herzleidens die Kerckhoff-Stiftuna ins Leben rief, aus deren Erträgnissen das Bad-Nauheimer Kerckhoff-Jnstitut gegründet wurde und unterhalten wird. Dr. Koch schmückte die Büste Kerckhoffs mit einem Lorbeerkranz. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 30. März. In den Tagen oom 24. bis 29. März stand unsere Kirchengemeinde unter der Arbeit der Volksmission. Missionar Bender (Karlshütte bei Biedenkopf) von der Hermannsburger Missionsgesellschaft hielt allabendlich in der Kirche Missionsvorträge. Sie waren namentlich von Frauen verhältnismäßig gut besucht. Kirchenchor und Posaunenchor trugen mit ihren Vorträgen zur schönen Ausgestaltung der Abende bei. 2ln einigen Nachmittagen sanden auch Bibelstunden statt. Die Kollekten der Abende und der Erlös aus dem Verkauf von Missionsschriften kommen der Hermannsburger Mission zugute. * Lang-Göns, 29. März. Im Saale der HI. hatten unsere BDM. und Jung-Mädel eine Werkausstellung veranstaltet, die äußerst rege besucht wurde. Man konnte hier die schönen Handarbeiten, die in den winterlichen Heimabenden angefertigt worden waren, besichtigen. Neben praktischen Haushaltungsgegenständen, wie Einkaufstaschen aller Art, Einbanddecken, Kleider- und Schlüsselhaken usw., zog besonders das große Modell eines Bauern-Erbhofes die Blicke aller auf sich. Dieser Hof war mit einer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit zusammengestellt, daß man darüber immer wieder bewundernde Lobesworte hören konnte. Auch nicht das kleinste war vergessen worden und alles in einem vorbildlichen Maßstab geformt. Bei der Ausstellung in Gießen hat unser BDM. für dieses Modell schon einen ersten Preis erhalten. Auch auf der Gauausstellung wird der „Erbhof" vertreten sein § Lang-Göns, 29. März. Am heutigen Sonntag fand die V o r st e l l u h g und Prüfung dxr diesjährigen Konfirmanden durch den Ortspfarrer in der dichtbesetzten Kirche statt. In diesem Jahre wird ein verhältnismäßig starker Jahrgang eingesegnet werden. Von den 35 Konfirmanden — 19 Mädchen und 16 Knaben — konnte ein Knabe wegen einer Verletzung, die er bei einem Autounfall erlitten hatte, nicht erscheinen. — Am Mittwoch nach Ostern findet die Aufnahme der Schulneulinge statt. Es sind diesmal 38 Kinder. s. Lang-Göns, 31 März. Am morgigen Tage, dem 1. April, feiert unser Mitbürger Schreinermeister Heinrich Boller II., Obergasse, seinen 81. Geburtstag. Der alte Herr ist geistig und körperlich noch äußerst rüstig und verrichtet noch viele Arbeiten in Haus und Hof. Sein Gesundheitszustand ist vorzüglich. Z Li ch, 30. März. Die Freiwillige Feuerwehr L i ch ist durch amtliche Verfügung mit sofortiger Wirkung als öffentliche Feuerlöschpolizei anerkannt worden. Sie erhielt gleichzeitig das Recht zum Tragen des polizeilichen Hoheitsabzeichens sowie zur Teilnahme am diesjährigen Tag der deutschen Polizei am 28. und 29. April. Der Führer der Wehr, Oberbrandmeister Christian Zimmer, nahm vom 1. bis 8. März an einem Lehrgang an der Feuerwehrfachschule in Mainz teil. Dieser Tage hielt die Wehr im hiesigen Gemeindehaus eine außerordetliche Hauptversammlung ab, in welcher der Wehrführer die in dem Lehrgang gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiete der Brandbekämpfung, des Rettungswesens und der Schadenoerhütung den zahlreich anwesenden Wehrkameraden in klaren und leichtfaßlichen Darlegungen vermittelte. ch Lauter, 30. März. Gestern fand hier die Vorstellung der diesjährigen Konfirmanden statt. Die Konfirmation findet am nächsten Sonntag statt. Konfirmiert werden dieses Jahr 13 Kinder, und zwar 6 Knaben und 7 Mädchen. * Odenhausen, 30. März. In der Zeit vom 30. März bis 3. April werden durch die Forstbehörde Gifteier zur Vertilgung der Raben ausgelegt. Durch öffentliche Bekanntmachung ist die Bevölkerung und insbesondere die Eltern darauf aufmerksam gemacht worden, die Kinder auf die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung durch das Aufheben von Gifteiern oder toten Raben hinzuweisen. — Reichsbahnagent Stroh konnte dieser Tage das Jubiläum einer 25jähri- gen Dien st zeit feiern. Kreis Schotten. G L a u b a ch , 29. März. Am heutigen Sonntagnachmittag fand unter starker Beteiligung der Gemeinde die Vorstellung unserer diesjährigen K o n- f i r m a n d e n statt. Pfarrer Schmidt legte seiner Ansprache den Text zugrunde: „Herr, wo sollen wir hingehen-? Du hast Worte des ewigen Lebens." Die anschließende Prüfung zeitigte gute Ergebnisse und bewies, daß die Konfirmanden die in den Vorbereitungsstunden empfangenen Kenntnisse und Unterweisungen mit Verständnis ausgenommen und bewahrt haben. 13 Knaben und 16 Mädchen werden am kommenden Palmsonntag in unserer Stadtkirche eingesegnet werden: Adolf Leidner, Georg Gä bisch, Otto Stoffel, Karl Heinz Geh- ringer, Hans Högel, Otto D o m st e i n , Ernst M ö l l, Erwin Neuß, Hans S ch u d t, Walter rjtr auf?, Karl Lotz, Hermann B o n - Ei f f, Herbert Schuck, Elisabeth Göbel, Gretel Diehl, Anna Schmidt, Johanna Schmidt, Else Jager, Erni Högel. Else Jochem, Marie S a l z m a n n , Emma Wahl, Gertrud Röm- Held, Else S i l ß, Minna Franz, Anna L a u t h , Annemarie G ö bei, Annemarie Kraut- w u r st, Anneliese Högel. Kreis Friedberg. * Gambach , 30. März. Am vergangenen Sonntag fand im Anschluß an den Vormittagsgottesdlenst durch Herrn PetervonderAuaus Mainz ein volkstümliches Orgelkonzert statt. Pfarrer Christian erläuterte den Sinn der Feierstunde. Das Konzert brachte Kompositionen altdeutscher Meister (Pachelbel und Buxtehude), ferner Werke der klassischen Meister Bach und Händel, schließlich aber Musik der Meister der Romantik Schumann, Liszt, Rheinberger und Reyex. Mit Gebet und Gemeindegesang fand die Feierstunde ihren Abschluß. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 30. März. Heute gegen 15.00 Uhr entlud sich hier das erste Frühlingsgewitter, begleitet von star- Fen, mit Hagel untermischten Regengüssen. Kreis Lauterbach. LPD. Lauterbach, 30. März. Ein schwerer Unfall ereignete sich in dem Kreisort Crainfeld, bei dem ein drei Jahre altes Kind ums Leben kam. Als der Landwirt Wilhelm Neu der zusammen mit seinem Vater eine Fuhre Schwemmsteine in seinen Hof einfuhr, sah er zu seinem Schrecken vor einem Holzstapel sein Kind unter einem Baumstamm liegen. Mit Hilfe einiger Männer konnte das Kind unter dem Baumstamm hervorgezogen werden, doch war der Tod bereits eingetreten. Vermutlich hatte das Kind vor dem Holzstapel gespielt, als einer der Stämme ins Rutschen kam und das Kind erschlug. £ Lauterbach, 29. März. Der Männer- gesangverein „Liederkranz" 1 9 00 hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Krömmelbein gab einen Bericht über die Dereinsarbeit im vergangenen Jahre. Aus dem Geschäftsbericht war besonders der große Erfolg des Schubertabends hervorzuheben. Der Singstundenbesuch war besser als im Jahre vorher. Der Mitgliederstand des Vereins hielt sich auf gleicher Höhe der Vorjahre. Die Kassenverhältnisse hatten eine Besserung zu verzeichnen. Im Verlauf der Versammlung erklärte Vereinsführer Krömmel- b e i n infolge Arbeitsüberlastung seinen Rücktritt. An seiner Stelle wurde der rührige bisherige stellvertretende Dereinsführer Fritz Wächter gewählt. Mit der Kassenführung wurde Johannes Schmidt beauftragt. Dem bisherigen Rechner wurden Dank und Anerkennung ausgesprochen. Der übrige Vorstand blieb in seinen Aemtern. In einer anregenden Aussprache befaßte man sich mit dem Arbeitsplan für das laufende Jahr. Im Mai findet das Kreiswertungssingen in Lauterbach statt. Konzert und Liederabend sind für den Herbst vorgesehen. Weitere gesellige Veranstaltungen werden das Dereinsleben anregend gestalten. Mit dem deutschen Sängergruh und einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf -en Führer fand die Versammlung Abschluß. * Engelrod, 30. März. Unser Dorf murfri heute morgen durch Feueralarm in Unrujl versetzt. Im Anwesen des Landwirts Georg Lang war Feuer ausgebrochen, das der Besitzer der reite gegen 6 Uhr morgens bemerkte. Scheune un8 Stallung standen rasch in hellen Flammen. Dos Feuer erhielt in den Heu- und Strohvorräten reich, Nahrung, so daß sich die herbeigeeilte Feuerrot in der Hauptsache darauf beschranken mußte, V anliegende Wohnhaus zu schützen, das ebenfalls etwas in Mitleidenschaft gezogen worden mar Scheune und Stallung brannten bis auf: d i e Grundmauern nieder. Der entstanden Schaden ist erheblich. Die Ursache des Brandau- bruches konnte bisher nicht ermittelt werden. Zuchthaus für Einmiete-Dieb. Frankfurt a. M., 30. März. (LPD.) Der zi.. j jährige Helmut Bethke betätigte sich in Frankfurt und in Wiesbaden in 2 7 Fällen als Ein» m i e t e d i e b. Der mehrfach vorbestrafte Angk„ klagte, der sich jetzt vor dem Schöffengericht verantworten mußte, verfuhr bei seinen Straftaten nach folgendem Rezept: Er erschien bei einer Jin,.. | mervermieterin, ließ sich ein möbliertes Zimmer' zeigen und erklärte, nachdem er sich bereiter^ hatte, das Zimmer zu mieten, daß er noch auf bekommen eines Freundes warten wolle. Als man | ihm dann das Zimmer vorläufig überließ, stahl c: Kleider, Wäsche, Schmuck und was sich so gerabü erbeuten ließ. Er machte sich dann schleunigst ausi dem Staube, um die Sachen bei nächster Gelegt, heit zu verkaufen. Der Angeklagte wurde zu zwrii Jahren neun Monaten Zuchthaus urüi drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Zwei Heiratsschwindler festgenomim LPD. Frankfurt a. M., 30. März. Sin , Frankfurter Kriminalpolizei konnte zwei Hei., ratsschwindler fe st nehmen. In dem einen Falle handelt es sich um den 22jährigen Wed j Herger. Er hatte mit einer Hausangestellten eil j Verhältnis angeknüpft, ihr die Heirat versprochen I und es verstanden, ihr 100 RM. abzuschwinde^, angeblich um für sich und die zukünftige Frau ein I Geschäft zu kaufen. Dieses Geld hat er nach und nach restlos für sich verbraucht. Der andere hei" ratsschwindler ist der 37jährige Karl König, bet: mit einer Anzahl von Mädchen Beziehungen amje» knüpft und ihnen die Heirat versprochen fjattL. Bei verschiedenen Mädchen ging er sogar so M; sich mit ihnen zu verloben. Kreis Dehlar. LPD. Wetzlar, 30. März. In dem benachbal- ten Kröffelbach kam der 14 Jahre alte M- firmand Willi Spieker auf tragische Weise ums Leben. Der Junge war Vollwaise und lebte seit feinem dritten Lebensjahr bei einem Landwirt 'm Kröffelbach an Kindes Statt. Als der Junge am Grabe seiner Eltern weilte, stürzte hink! ihm ein Grabstein um und schlug ihn nieben j Er hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß fl-t bald darauf st a r b. - wie unschön - werden schnell zum Kochen u von 25 an FERTIG UND ß O)NZ£H MASS Photo-Kino «oza Kreuzplatz 9 Für die Betr.: 19950 .und zum Bauen dem Unterzeichneten erheben. Gießen, den 27. März 1936. Größte Auswahl finden Sie bei KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleien. eine praktische, handliche Photo- Kamera, mit der c Sie bei Ihren Spaziergängen und Ausflügen ^herrliche Aufnahmen knipsen — kinderleicht und billigt Wissenschafti. 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Die f „Schusswofre im Frühlings Ab Mittwoch täglich frische VJtrVjIfUfir 3um Stichtag 2003 b billige Bahnhofitratze 61, Telephon 3866 TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 108Sa Bahnhofstraße G. m. b. H. Gießen, Marktplatz Bekanntmachung. Betr.: Baulandumlegung im Eichgärtengebiet der Gemarkung Gießen. Gemäß Artikel 36 Abs. 1 des Gesetzes über die Umlegung von Bauland in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1927 bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der vom Umlegungsausschuß beschlossene Umlegungsplan nebst Unterlagen in der Zeit vom 1. April bis einschließlich 30. April 1936, werktäglich von 8 bis 12 Ahr, irrt Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 15, offenliegt. Gegen den Plan können die Beteiligten innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich Erinnerung bei Gardinen und sämtliches Zubehör kauft man. besonders preiswert bei Ludw. Haas, Gießen Blockstraße 7, Telephon 3305 Beachten Sie bitte meine Auslagen! Ji. Slicfitet Seltersweg 71 / gegenüber dem GLORIA 2010 A Kohlen Koks 1>t Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 Für folgende Bezugsberechtigte, die nicht laufende Unterstützung vom Wohlfahrtsamt oder Arbeitsamt beziehen, nämlich: Empfänger von Kurzarbeiter-Unterstützung, Notstands- oder Fürsorgearbeiter, Empfänger von Krankengeld, auch solange die etwa vorher bezogene Arbeitslosen- oder Krisen-Un- terstützung beim Arbeitsamt ruht, Personen, deren Gesamteinkommen den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich übersteigt, werden die Derbilligungsscheine für April, Mai und Juni 1936 ausgegeben wie folgt: Mittwoch, den 1. April 1936: Familiennamen mit dem Anfangsbuchstaben A—K, Donnerstag, den 2. April 1936: desgleichen L—Z, nachmittags von 15 bis 17 Uhr im Amtsgebäude Lonystraß" 2 (Erdgeschoß, Zimmer 6). Auf Anordnung der Reichsregierung wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die einzelnen Abschnitte nur während des aufgedruckten Monats Gültigkeit haben und nach Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht mehr in Zaylung genommen werden dürfen. Ebenso ist es unstatthaft, die noch nicht fälligen Abschnitte vorzeitig zu verwenden. Verkaufsstellen, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, werden von der weiteren Annahme von Verbilligungsscheinen ausgeschlossen. 1994D Gießen, den 28. März 1936. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Schells., I. Qual., i.Ausschn. a 40 Filet Marke „Fist", tb von 35 an Veilbutt, Flutzbecht, frisch.Zander, lebende Karpfen, lebende Schleien emvstehlt billigst 2ooeA A.-KotHÄachfolgev Mäusburg 15 Telephon 3612 Stoffe für FRÜHJAHR und SOMMER stets preiswert, stets große Auswahl Frühjahrs-Saison halten wir ein besonders reichhaltiges Lager zu Ihrer Verfügung und bitten um Ihren unverbindlichen Besuch Unsere Maßabteilung ist als führend bekannt 1996 A gj) Ho