Nr. 26 Erster Blatt 186. Jahrgang Aeitag, 31 Zanuar M6 Erschemi täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Amchrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Maio 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatrvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.25"/^ mehr. Ermässigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Eelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Stoffel B Deutschlands Opfer werden nicht vergeblich gebracht. „Solange hie Bewegung rein und aufrichtig ihrem Ziel nachstrebt, wird Deutschland stark sein und stark bleiben." Berlin, 30. Jan. (DNB.) Um 11 Uhr setzten sich in vier großen Marschsäulen die 30 000 oienstältesten SA. - Männer aus dem ganzen Reich in Bewegung zum Appellplatz, dem umgestalteten Lustgarten. Zum erstenmal ist hier durch die Abgrenzung der Grünfläche durch die Verschiebung der Brunnenschale und des DenkmalsFriedrichWilhelm III. die Sicht auf den prachtvollen Schinkelbau des alten Museums freigeworden, auf dessen Stufen, mit Tuch verkleidet, das Rednerpult errichtet ist. Das weite Rechteck ist mit hohen Fahnenmasten begrenzt. Stunden vor Beginn haben sich die braunen Kolonnen der alten Garde in Bewegung gesetzt. Nun stehen sie mustergültig ausgerichtet über die ganze Breite des Appellplatzes bis zum Schloß hin. Den Anschluß an die alte Garde bilden die Abordnungen der Gliederungen der Bewegung der Reichshauptstadt, die vor der ganzen Schloßfront Aufstellung genommen haben, während die Terrassen für HI. und BDM. freigehalten sind. Eine halbe Stunde vor Beginn erscheinen, barhäuptig, die Träger des Blutordens, von der Menge mit aufgehobener Rechten begrüßt, um ihren Ehrenplatz einzunehmen. Mit brausenden Heilrufen werden die SA.-Ober- gruppensührer Göring, der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, Reichsinnenminister Dr Frick, die Reichsleiter und Gauleiter und die höchsten Würdenträger des Reiches, soweit sie von der Menge erkannt werden, empfangen. Unter Vorantritt des Musikzuges der Gruppe Berlin-Brandenburg marschieren die 44 ältesten Standarten und die alten Sturmfahnen, die den Namen gefallener Freiheitskämpfer der Bewegung tragen, auf den Appellplatz. Die Standarten bleiben rechts und links vom Rednerpult stehen, während die Sturmfahnen zwischen die mächtigen Säulen und auf die innere Freitreppe treten. Wenige Minuten später verkünden Heilrufe d i e Ankunft des Führers. Langsam schreitet er, gefolgt von Stabschef Lutze, durch die Reihen seiner ältesten und treuesten Mitkämpfer. Begeisterte Jugend hat sich bis zur Freitreppe vorgeschoben, um dem Führer Blumen zu überreichen. Als der Führer die Freitreppe betritt und nun von den ungezählten Tausenden, die den Appellplatz umsäumen, erkannt wird, donnern ihm jubelnde H e i l r u f e entgegen. Der Stabschef meldet die angetretene alte Garde Dann tritt der Führer ans Mikrophon, um ihnen seinen Gruß zu entbieten, der mit einem donnernden „Heil, mein Führer!" beantwortet wird. Der Ruf klingt von allen Seiten des Platzes als mächtiges Echo zurück Der Appell begann mit einer Ansprache des Stabschefs der SA., Lutze, er erklärte: Heute vor drei Jahren um dieselbe Zeit wurde gemeldet, daß der greife Generalfeldmarschall den Führer der NSDAP, zum Kanzler und damit z u m Führer des deutschen Volkes gemacht hatte. Nach all den Jahren des Kampfes, nach all den Opfern und nach all der Arbeit endlich d i e Erlösung! Meine SA.-Männer, wenn Ihr nun hier um dieselbe Zeit auf dem historischen Platz in Berlin steht, dann finden wir dabei einige Kameraden nicht mehr, die früher jahrelang mit uns marschierten, die Kameraden, die den Kampf mitmachten, mit uns in unseren Reihen, die aber die erste Etappe des Sieges nicht mehr erreichen konnten und nicht mehr miterleben durften: U n se r e gefallenen Kameraden, die jetzt in der Horst- Wessel-Standarte marschieren und auch diese Stunde mit uns erleben. Der Stabschef besieht: Mützen ab! Senkt die Fahnen. — Das Lied vom guten Kameraden ertönt. SA.-Männer, wir haben unserer Toten gedacht und stehen jetzt wieder mit Sturmriemen herunter, um die Parole für das vierte Jahr nach dem nationalsozialistischen Kampf in Empfang $u nehmen. •wy M. . WEM V . v X. Ä' ■ M I '■ V px? >,' , *L___________8 .... • i Ein Schnappschuß von dem großen SA.-Appell im Lustgarten in Berlin. Mädchen des BDM. begrüßen den Führer bei seiner Ankunft im Lustgarten. (Scherl-Bilderdienst-M.) Darauf begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels als Berliner'Gauleiter die SA.-Männer im Namen der wieder deutsch gewordenen Reichshauptstadt. Er erinnert an den Tag vor drei Jahren, der die Entscheidung und den Sieg des Nationalsozialismus brachte und an die Aufbauarbeit, die in diesen drei Jahren geleistet worden ist. Er dankt noch einmal den alten SA.-Männern, den Trägern des nationalsozialistischen Gedankens, die gekommen sind, um dem Führer heute aufs neue Treue zu geloben. Mit dem Berliner Gauleiter rufen die 30 000 alten Kämpfer nun dem Führer, der jetzt an das Rednerpult tritt, ihren Schlachtruf zum Gruß entgegen: „Führer befiehl — wir folgen!" Der Führer fvrichl. In wundervoller Klarheit hallt dann die Stimme des Führers über den weiten Platz. Schon mit den ersten Sätzen, in denen der Führer an die Zeit des Kampfes erinnert, hat er wieder das Ohr und die Herzen feiner alten SA.-Männer in Bann geschlagen. Der Führer sagt: SA.-Männer! Nationalsozialisten! Parteigenossen! Wenn wir an diesem Tage einen Rückblick halten, dann kann er nicht enden im Jahre 1933, sondern er muß weiter zurückgehen. Denn was für viele, die unsere Bewegung nicht kannten, damals ein Augenblick der Ueberraschung war, war für uns und für Sie, meine alten Kämpfer, nur b i e Stunde der Erfüllung. Viele, besonders außerhalb Deutschlands, sie mochten am 30. Januar und in den folgenden Wochen und Monaten erstaunt gewesen fein über das Wunder, das sich vor chren Augen vollzogen hatte. Ich aber und Ihr, meine Kameraden, wir haben zusammen über ein Jahrzehnt auf diese Stunde gewartet, an sie geglaubt und auf sie gehofft. Für uns war das keine Ueberraschung, sondern es war nur die Erfüllung eines 14jährigen schweren Kampfes. Wir sind nicht blind ausgezogen, sondern sehend und glaubend. Und so erfaßt mich, wenn ich auf diesen Tag zurückblicke, eine tiefe Dankbarkeit, eine Dankbarkeit denen gegenüber, die es mir ermöglichten, diesen Tag vor drei Jahren erleben zu können. Sie sind als Pioniere und Bannerträger unserer Bewegung aus deck! ganzen Deutschen Reich heute hier versammelt, je zwei der ältesten aus einem Sturm. Sie haben das Werden unserer Bewegung, das Werden ihres Ringens, ihres Kampfes und ihrer (Erfolge alle miterlebt. Und ich selbst habe 14 Jahre lang über diesem Kamps gestanden. Ich habe ihn 14 Jahre lang geführt, habe auch diese SA. einst gegründet und bin in ihren Reihen und an ihrer Spitze 14 Jahre lang der Bewegung vorangegangen. Ich habe euch kennengelernt. Ich weiß: Alles, was ihr seid, seid ihr durch mich, und alles, was ich bin. bin ich nur durch euch allein geworden. (30000 SA.-Rlänner jubeln dem Führer begeistert zu.) Es kann in der Geschichte kein engeres Band gegeben haben, das Führer und Gefolgschaft zusammenfügte, als das unsere! Gemeinsam sind wir einen Weg gewandert, aus dem Nichts heraus und empor zu dieser stolzen Größe Das, was die andere Welt nicht begreift, es einfach als ein Wunder oder als einen Zufall ansehen möchte, das kennen wir als einen endlosen Kampf, als endlose Sorgen, als endloses Ringen. Dieser 30 Januar ist uns nicht als ein Geschenk des Himmels in den Schoß gefallen, sondern er ist blutig, schwer und bitter erkämpft worden! Und diese Zeit des Kampfes, sie hat uns zusammengefügt, sie hat Führer und Gefolgschaft sich gegenseitig verstehen und kennenlernen lassen. Und als daher dieser 30. Januar kam, da trafen wir nicht eine Macht an, um hinter dieser Macht das Volk zu erobern, sondern im Besitz des deutschen Volkes sind wir damals bereits g e - wesen. Der beste Kern der deutschen Nation stand an diesem Tage bereits in unseren Reihen. Das Beste unseres Volkes hat an diesem Tage uns bereits erwählt gehabt. Nur kleinliche Zweifler ober Unverständige, sie standen noch seitwärts. Aber auch in diesen Reihen sind nun tiefe. Breschen gelegt worden. Denn das, was heute gegen uns steht, das steht nicht gegen uns, weil wir Nationalsozialisten sind, sondern weil wir Deutschland wiederfrei und stark gemacht haben. (Tosender Beifall.) Das sind, die Feinde unseres Volkes in unserem eigenen Lande, die wir kennen aus der Zeit des großen Krieges, aus der Zeit der traurigen Revolte im Jahre 1918, und die mir kennen aus der Zeit unseres schlimmsten Verfalls. Sie sind die einzigen, die nicht nur den Wea zu uns nicht finden wollen, sondern die ihn auch niemals mehr finden können und auf die wir selbst Verzicht leisten. So stehen wir heute nach einem dreijährigen Kampf in der Macht wieder vor dem Kampf für unser deutsches Volk in der Zukunft, ein Kampf, der niemals enden wird. So, wie das deutsche Volk im ewigen Lebensringen bisher seine Stellung behaupten mußte auf dieser Welt, so wird es auch in der Zukunft sein. Dieser Kampf wird ihm nur leichter gemacht werden durch diese Bewegung. Denn was früher uns so oft in innerer Zerrissenheit die Kräfte verbrauchen ließ, das ist jetzt beseitigt. Das deutsche Volk hat durch die Bewegung ein Element der Einheit und der Einigkeit bekommen, das weiter wirken wird bis in die fernste Zukunft. Sie alle täuschen sich, die glauben, daß diese Bewegung heule noch gebunden wäre an eine einzelne Person. Ich war ihr Ruser. Allein aus einem Rufer sind heute bereits Millionen geworden. Wer auch von uns heute das Auge schließt, der weih: hinter ihm stehen 10 andere! Diese Bewegung wird nicht mehr vergehen. Sie wird Deutschland weiterführen und, wenn auch unsere Feinde das nicht wahr haben wollen, Deutschland wird nicht mehr zurückfallen in den Ausland dieser frauriaen Schmach, die wir erleben mußten. Und daß dies so ist, dafür seid Ihr mir, meine ältesten Parteikämpfer, SA.-, SS.-7Nänner und politische Soldaten, die Garanten! (Begeisterte Zustimmung.) Ihr seid die Garanten dafür, daß dieser Geist nicht ausstirbt. Wenn Ihr hier steht, aus dem ganzen deutschen Volke, aus allen Berufen, aus allen Ständen, aus allen klaffen heraus, aus allen Konfessionen, zusammengefügt zu einer Einheit, nicht mehr kennend als dieses Deutschland und den Dienst an ihm, so wird aus Euch heraus eine junge Generation wachsen. vom gleichen Geist beseelt, in Euch das Vorbild sehend und Euch nachfolgend. - < Wk—«® W 7. MM' H i 1,3 i w M • > ' ' M- -ä 'M -vN* ß W - HW kkkk WLM WV/v ...... ■ -' ©' > t ,v. Der Führer während feiner Rede. Rechts und links die Standarten auf der großen Freitreppe des Alten Museums im Berliner Lustgarten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Aufmarsch der SA. auf dem neugestalteten Lustgarten in Berlin zum großen Appell vor dem Führer. Im Hintergrund sieht man das Alte Museum, von dessen Stufen aus der Führer sprach. ä (Scherl-Bilderdienst-M.) ff» öeoeutung des historischen 30. Januar gleichen Stunde waren in allen Gauen Die Alte Garde der SA. huldigt dem Führer Die Wiederholung -es historischen Fackelzugs vom Tage -er Machtergreifung Der erste „SA-Rus" vor dem Führer an lebe Goebbels den mar- und HI. Schon Stunden vor Beginn des Marsches der Alten Garde, der symbolischen Wiederholung des Fackelzuges vom 30. Januar 1933, ist der weite Wilhelmsplatz schwarz von Volksgenossen, die Kopf an Kopf die Marschkolonnen erwarten. Tief gestaf- elt flauen sich begeisterte Massen auch in den anregenden Straßen. Die Erwartung der Zehntauende bricht immer wieder durch. Um besser sehen zu können, sind viele Jungen auf Bäume geklettert. Marschlieder erklingen und werden mitgesungen. Eiserne Zucht und vorbildliche Vorarbeit haben es zuwege gebracht, daß die Riesenschlange der Zwölferreihen, die sich vom Brandenburger Tor die ganze Charlottenburger Chaussee über' den Großen Stern hinweg bis fast zum Knie hinschlängelte, um 19.30 Uhr stand. Kurz vor 20 Uhr meldete der Aufmarschleiter, Briqadesührer Michaelis, dem Stabschef Lutze: „35 000 Mann zum Fackelzug angetreten!" Zwischen den beiden Fackelreihen, die das Ehrenspalier bilden, entzündet sich ein breiter brennender Strom, der sich in unabsehbarer Länge nach dem Westen hinzieht. Unter lautloser Stille sprach Dr. Goebbels zu den Kindern weiter von den großen Ereignissen, die !’$ an Jenem historischen 30. Januar des Jahres 1933 abspielten, zu einer Zeit, als noch die rote Internationale durch die Straßen des Beusselkietz marschierte und die Zukunft trostlos vor uns lag. „Dieser Tag hat eine völlige Umwälzung emgekitet. Wenn ihr, meine Jungen und Mädel heute Soldaten durch die Straßen ziehen seht,' so lernt begreifen, daß sie unser Volk und unsere Arbeit, die bis dahin jeder Willkür preisgegeben waren, schützen sollen, und daß die Wlederaufrichkung unserer Wehrmacht eines der wichtigsten Ereignisse der nationalsozialistischen Revolution ist. Deutschland ist wieder ein selbst- Voller Spannung und Aufmerksamkeit verfolgten die Kinder mit blanken Augen die weiteren Aus- ührungen, die Dr. Goebbels dann über den Kampf des Führers und seine Verbundenheit mit dem Volke machte. „Es ist dem Führer nicht leicht geworden, das Reich zu erobern, und niemals wäre ihm das gelungen, wäre er nichl selbst ein Kind von Trommeln und Pfeifen und der Marschmusik in dem Orkan des Jubels, der den Führer um- brandet, nichts mehr zu hören. Erst nach Minuten dringen die Klänge der Kapelle wieder durch. Die Garde kommt. Mit brausenden Heilrufen und erhobener Rechten werden die Standarten und die Sturmfahnen gegrüßt. Der Schein der sprühenden Fackeln wirft fein 2'cht an die Hauserwände und auf die Gesichter der in unzähligen Kämpfen erprobten politischen Sol- baten unferes 011^61:5. Fest und hart schallt der wchritt der Tausende in Zwölferreiyen schnur- geraöe ausaerichtet marschierender SA.-Männer auf dem Asphalt. Im Hinblick auf die endlosen Kolonnen kennt die Begeisterung der Massen keine Grenzern Immer wieder brechen Jubelstürme aus. Der Stabschef hat die Marschkolonnen verlassen und erscheint auf dem Balkon, wo er d e m Obersten S2l.-Fiihrer den Fackelzug meldet. Um den Führer haben sich feine engsten Mitarbeiter geschart, darunter der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, Ministerpräsident SA.- Odergruppenführer General Göring, der Ber- lmer Gauleiter Dr. G o e b b e l s , der Reichsführer- S>2. Himmler, Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, der Reichsbauernführer SS.-Obergruppenführer Darr6, der Reichsin- nenminifter Dr. Frick, Reichswirtfchaftsminister Dr. Schacht. In endloser feuriger Kette ziehen die Fackeln vorüber, jede Gruppe ein beschlossener Block, von immer neuem Beifall umtost. Prachtvolle und für die einzelnen Gruppen charakteristische Märsche begleiten den begeisterten Zug. Jedesmal, wenn die Lichtkegel der Filmoperateure am Balkon der bewußter, stolzer, aufrechter und souveräner Staat geworden; viele Früchte unserer Arbeit werden erst reifen, wenn ihr groß genug seid, sie zu pflücken und wenn chr so erzogen seid, daß wir das Schicksal des Reiches getrost in eure Hände legen können. Durch Arbeit und Kampf die Sicherheit und Zukunft der Nation zu festigen, das ist die bleibende Aufgabe jeder lebenden Generation." Der heutige Tag, an dem nicht nur die SA. mar- ichiere, und nicht nur die Kinder sich in den Schurn zu einer festlichen Stunde versammelten, sondern der auch durch Sonderspenden des Winterhilfswerks ein Festtag der Armen fei, er* fülle uns mit Erinnerung an die zurückliegenden örei Jahre der Arbeit, des Kampfes und der Sorge. „Wöge einwahrhafledler, nationalsozialistischer G e i st in den deutschen Schulen Einzug halten und den Lehrern die Kraft geben, der Jugend die Größe unserer Zeit zum Bewußtsein zu bringen. Jn diesem Sinne grüßen wir ans jungem Herzen in Liebe und Verehrung unseren Führer. Er ist das Symbol unserer Kraft, unserer Einigkeit und Stärke, er ist Deutschland, feine Hoffnung und feine Zukunft. Darum soll in dieser Stunde aus Willionen deutscher Kinderherzen der Wunsch und das innige Gebet zum Himmel emporsteigen: Lang lebe der Führer und ewig währe unser Reich!“ des Volkes gewesen. Die Ihr Jungen, so hat auch er einmal in einer deutschen Schule gesessen, und wie Ihr, so hat auch er die Rot des Lebens kennengelernt. Gerade weil er fein Volk und das Leben kannte und liebte, hat er selbst, aus der Tiefe des Volkes emporgestiegen, auch die Kraft gesunden, dieses Volk für eine große, neue Staatsidee zu gewinnen. Betll anläßlich Herrn bürg, a: heimral K (Sebent Äc Berit Reichst der Mac wünsche gen bet Ai Dotierung : llch ist, ba Führer spr die seiner i insbesonber scm rinlaf Dege fei Als der Minister geendet hatte, stürzte mit einem Schlage die ganze Schuljugend nach vorn und umringte jubelnd Dr. Goebbels. Es war ergreifend, - anzusehen, wie jedes dieser Kinder aus einem der ärmsten Viertel der Reichshauptstadt die Hände des Ministers zu erfassen und zu drücken suchte, um so feiner Begeisterung für das neue Reich Ausdruck . ZU geben. Die Einwohnerschaft der Rostocker Straße hatte sich zu vielen Tausenden unten versammelt und begrüßte den Minister mit begeiferten Heilrufen. Auch auf der ganzen Fahrt vom Beusselkietz zum Ministerium wurde Dr. * ' immer wieder von der Bevölkerung und schierenden Abteilungen der SA.,' SS. freudig begrüßt. Reichsminister Dr. Goebbels spricht zur deutschen Zugend. tlnfer (Staat hat aus festen Grün- gebaut, weil er in -er Liebe -es ganzen Volkes verankert ist. und das uns heilig und teuer ist jetzt in der Zeit der Erfolge: Unser Deutsches Reich, unser deutsches Volk und unsere einzige nationalsozialistische Bewegung: Sieg- Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! (Bis ins Innerste bewegt stimmten die 30 000 alten SA.-Kämpfer begeistert das Lied an: „Deutschland, Deutschland über alles!") Ammer wieder brausen begeisterte Heilrufe auf, als der Führer die Kampfparole für die kommende Zeit verkündet, die unverändert bleibt, bis das ganze deutsche Volk vom Glauben, Vertrauen und Zuversicht zur Idee der Bewegung erfüllt ist. Das erneute Bekenntnis des Führers zu einem Frieden in Ehren löst einen unbeschreiblichen Jubelfturm aus. Das Gelöbnis, ohne Furcht und ohne Scheu für das deutsche Volk einzutreten, mit Stolz jedes, $ebei Ben Aikows Stelle, « S^erbart ^ugenbli' ?er Nach t 6p Mcho, bi?0”1 QL ß,von L fei« m ub rL 1 T s'«te" e foW A F’Vi (k'/J reißend« Lied „Volk ans Gewehr". Ein paar Takte Schrittwirbel und dann erklingt in mächtigen Akkorden Horst W-,,els F r e i h e i t s l i ° d. Erneutes Locken der Trommeln und Pfeifen geht dem Schlußlied voran, dem Gelöbnis: „Durch Groß-Berlin marschieren mir, für Adolf Hitler kämpfen wir". S2l.-Rus ist verklungen. Kaum sind die Ehrensturme und Musikzüge abmarschiert, da ist für die begeisterte Menge kein Halten mehr. Die Absperrungen können die Massen nicht mehr zurück» haltem die bis an die Reichskanzlei Vordringen und unaufhörlich ihren Führer zu sehen verlangen. Unbeschreiblich ist das Bild dieses Menschengewoges das nicht wankt und weicht, jubelt und singt und nicht aufhören will, den Führer zu rufen. Ihren unentwegten Bitten wird auch Erfüllung. Noch einmal tritt d e r Führer mit dem Berliner ®au- (eiter auf den Balkon. Er grüßt nach allen Seiten und dankt damit der begeisterten Menge. Singend Ziehen die Formationen in ihre Standquartiere aber nur ganz allmählich verliert sich die Menge' Vom „Kaiferhos" herüber ziehen zwei Ehrensturme der Standarte 4 zur Reichskanzlei unter Öen Klängen des Nibelungen-Marsches, gefolgt von den Spielmanns- und Musikzügen der Berliner Brigaden 28, 29, und 30. Während die Berliner Standarten und Sturmfahnen vor dem Portal der Reichskanzlei aufmarschieren, bilden Spielmanns- und Musikzüge ein offenes Rechteck. An- und abfchwellender Trommelwirbel künden den großen S A. - R u f an. Nach dem Kreuz- ritter-Fanfarenmarsch singt die Menge Ernst Moritz Arndts Freiheitslied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine' Knechte". Die Ehrenstürme stimmen unter gedämpfter Begleitung die schönsten Kampflieder der Bewegung an. Dann leitet dumpfer Trommelwirbel zum Lied vom guten Kameraden über. Feierlich und getragen klingt die alte Weise über den Platz und erinnert an die, die auch heute im Geiste wieder mitmarschiert sind. Nach dem Locken setzt der schneidige Parademarsch der „Langen Kerls" ein. Mit den Ehrenstürmen singen zugleich auch die Zehntausende das mit- Deutschland wirb die Zeit des November 1918 nidyt mehr erleben Es kann jeder die Hoffnung aufgeben, dieses Rad der Weltgeschichte noch einmal zurückdrehen zu können. Die Stunde, in der wir uns hier versammeln, ift eine Stunde der Erinnerung. Sie ist aber auch eine Stunde des Gelöbnisses für die Zukunft. Wir wissen alle, was uns stark macht. &5 war nicht eine mechanische Organisation, es war nicht ein äußeres Lippenbekenntnis, sonder es war bie Kraft, die i n der Idee unserer Bewegung liegt, die Kraft, die sich übertragen hat auf tausende und hunderttausende von Herzen. Die einen nennen es Verstand, andere heißen es Instinkt, wir beißen es Glauben, Vertrauen, Zuversicht. Wir wissen, daß der Nationalsozialist nicht geboren wird, sondern daß er erzogen wird, daß er sich selbst erziehen muß. Wir wissen, daß Geburt und Herkunft uns eher zerreißen als vereinen. Aber wir fühlen es, daß wir ein Volk sind und den Weg zueinander finden müssen. Und so, wie diese alte Garde in langen Kämpfen den Weg zu einander gefunden hat, und aus dem ganzen Deutschen Reiche heute hier vereint steht, so muß auch in der Zukunft jeder einzelne Deutsche diesen Weg der Erziehung nehmen, um zum aufrichtigen und wirklichen N a - tionalsozialisten zu werden. Das ist die größte Parole, die uns unentwegt vor Augen zu stehen hat. Solange diese Bewegung rein und aufrichtig Ihrem Ziele nachstrebt, wird Deutschland stark sein und stark bleiben! Wir haben daher die Ideale aus der Zeit des Kampfes um die Dacht sortzupflanzen in die Zeit der großen Erfüllung. Eine junge Generation nach der anderen muh diesen Geist in sich ausnehmen. Und was heute noch nicht ganz gelingt, es wird sich später vollenden. Allmählich wird doch e i n Volk entstehen, eines Sinnes, eines Geistes, eines Willens, einer Tatkraft. Wir werden den Menschen für die Zukunst bilden, den unser Volk benötigt im Kamps um seine Selbstbehauptung. Der JNarsch durch das Vraudenburger Tor. Am Brandenburger Tor ist nach dem erlösenden: „Sie kommen!" die Spannung bis zum Ber- ten gestiegen. Dann ziehen die braunen Kolonnen heran und marschieren unter den Klängen von „Preußens Gloria" durch den breiten Mi'ttelgang des Tores hindurch. Musikinspizient und Führer des Musikzuges Berlin-Brandenburg, Standartenführer F uh sei, führt, wie vor drei Jahren, den Fackelzug an. Ihm folgen die Musikzüge der Gruppen Franken und Mitte. An der Spitze der Kolonnen marschiert Stabschef Lutze, hinter ihm die Amtschefs und in Zwölferreihen die zV.-Führer des Stabes der obersten SA.-Führung. Jubel begrüßt und umbrandet von immer neuen Heilrufen folgen die 44 Standarten und über 350 Fahnen, unter ihnen meistens Blutfahnen aus dem Weiche. Wieder kommen Spielmannszüge und Musikzüge, dann die alten Kämpfer der einzelnen Gruppen. An dem Blau der Spiegel und den Litzenfarben erkennt man die Gruppe Hoch- wnd, unter denen allein 50 Blutordensträger sind. JJlan sieht die Gruppe Kurpfalz in jatzdgrünen lucugen. Vor her Reichskanzlei. in?°m>?cr Reichskanzlei harrt inzwischen die rie- ige Menge auf das Nahen des Zuges. Laut- L^chermuslk vertreibt den Wartenden bk Zeit bis zum Hf" beF ersten Bataillone der Alten Garde. brüfrfhi1»6 q " .Äsendes schwarzes Meer. Plötzlich „?°utsprechermusik ab. Trommeln und n?en- G,e werden abgelöst von dem chneidigen Armeemarsch, mit dem der Musikzug b Vyslw'Rrandenburg einschwenkt. 3rn gleichen Augenblick hat der Führer den Balkon der Reichskanzlei betreten. Und nun ist Berlin, 30. Jan. (DNB.) Im Mittelpunkt der Schulfeiern im ganzen Reich stand eine Feierstunde in Öer 216. und 222. Volksschule am Beusselkietz in Moabit, auf der ©au= leiter Dr. Goebbels zur deutschen Jugend über Sinn und Bedeutung des historischen 30. Januar sprach. Zur gleichen Stunde waren in allen Gauen Deutschlands die deutschen Jungen und Mädel in ihren Schulen zum Gemeinschaftsempfang versammelt. Auf dem Schulhof, auf den Fluren und Treppen bis hinauf zu der einfachen, in schlichtem Festschmuck stehenden Aula bildeten HI., Jungvolk und BDM. Spalier. Jubelnde Heilrufe ertönten, als Dr. Goebbels mit seiner Begleitung erschien. Nach einem Sprechchor der HI. und einer kurzen Begrüßungsansprache des Rektors nahm der Gauleiter das Wort zu seiner Rede an die deutsche Jugend. Der Minister hob eingangs hervor, daß der Tag der Machtübernahme durch den Führer nicht etwa ein (Ereignis nur für die erwachsene Generation, sondern ein Geschehnis von weittragender Bedeutung gerade auch für die deutsche Jugend sei. Darum sei es auch kein Zufall, daß er an diesem dritten Jahrestage zur Jugend spreche und gerade eine Schule in einem der ärmsten Stadtviertel Berlins ausgesucht habe. Es symbolisiere sich in diesem Tage der Machtübernahme die seit Jahrhunderten ersehnte innere Einheit und Geschlossenheit unseres Volkes. Das Bismarck-Reich, so stolz und machtvoll es auch gewesen sei, habe schließlich doch nur eine Einheit der Fürsten bedeutet, während das Volk in Klassen zerfallen sei. Das nationalsozialistische Reich hin- ge^en habe d i e innere Vermählung d e r Führung mit dem gesamten Volke gebracht. Diele Patrioten hätten sich darum bemüht, das Bismarck-Reich wieder zurückzubringen, aber was in der Geschichte einmal vergangen sei, das komme nicht wieder. Dabei hat die deutsche Jugend von Anfang zu ihm gehalten, niemals schwankend in der Li und in der inneren Verbundenheit zu ihm. Das ist um so ergreifender, als es uns trotz allem Be- muhen noch nicht möglich gewesen ist, alle die Sicherheit der Arbeit und des täglichen Brotes zu gewährleisten. Gerade Ihr, die Ihr vor mir sitzt, feiö ja von den Sorgen des täglichen Lebens nicht verschont geblieben. Ihr gehört nicht zu den Glücklichen, die in Palästen geboren wurden, Ihr kommt aus den Hutten der Armut. Aber gerade darum H*63 ®ahrf)aft ergreifend und tröstlich für uns, daß Ihr zusammen mit Euren Eltern in heiliger Liebe und innerer Begeisterung zu Führer und k e i cf) steht. Wenn Eure Väter und Müter am heutigen Morgen in diesem armen Stadtviertel alle Fenster und Balkone mit den Fahnen des Reiches geschmückt haben, und wenn sie den Vertretern des Reiches zujubelten, so kann man wohl sagen, daß dieser Staat auf einem feften Grund baut und es versteht, feine Säulen in d e r Liebe des ganzen Volkes zu veran- k e r n.' Reichskanzlei haften, von dem der Führer seine ältesten Mitkämpfer um die deutsche Erneuerung grüßt, brausen neue Begeisterungswellen zu ihm hinauf. Schon ziehen die Gruppen der alten Kämpfer eine geschlagene Stunde vorüber und noch ist kein Ende des Zuges abzusehen. So marschieren Hochländer und Pommern, Westfalen und Schlesier Sachsen und Franken, so zieht das ganze Deutschland an seinem Führer vorüber. Die alten Kampfer der einzelnen SA.-Gruppen werden geführt von den Gruppenführern. Am Schluß des rZackelzuges marschieren die Berliner alten Kampfer unter Obergruppenführer von I a - g o w. Es folgen N S K K., P o l i t i f ch e L e i t e r, HI. und SS. Freudig grüßt die Menge alte be- kannte Oberführer mit Zuruf ihrer Namen, be- anders Oberführer Fiedler, der jetzt in West- deutschland Dienst tut. Die Massen, die während des mehrstündigen Vorbeimarsches nicht müde wurden, den Weqbe- reitern des Dritten Reiches, den tapferen und opferbereiten Gefolgsmännern des Führers für ihren Kampf um das neue Deutschland zu danken, wen- öen nun wieder all ihre Liebe und Verehrung oem Führer zu. Sein dankender Gruß löst neuen Jubel aus. Irgendwo in dem unübersehbaren Menschenmeer wird das Deutschlandlied angeftimmt in öas alle entblößten Hauptes einfallen. Dann schleudern die Scheinwerfer grelle Lichtbündel von der Reichskanzlei herüber zum Propaganda- Ministerium. Hell erleuchtet find die großen Fenster. Der Führer grüßt vom Balkon der Reichskanzlei herüber die Angehörigen sei- ner toten Kameraden. Die Menge nimmt diese Ehrung mit großer Begeisterung auf. auch das schwerste Opfer zu bringen, Im Stampf nicht zu erlahmen, bekräftigt das Sieg-Heil auf Reich, Volk und nationalsozialistische Bewegung. Entblößten Hauptes fingen die Zehntausende das Lied der Deutschen. Dann ermahnt Stabschef Lutze die alte Garde, die Worte des Führers tief in ihre Herzen zu senken und mit hinauszunehmen in ihre Heimatstürme und den Kampf in unwandelbarer Treue zum Führer fortzusetzen. Das Versprechen bekräftigt ein jubelndes Sieg-Heil. Mit dem alten Freiheitslied Horst Wessels ist der Appell beendet. Noch einmal nimmt der Führer den Weg durch die Reihen der alten Mitkämpfer, der Garde, die die Bewegung zum Siege geführt hat und ihre Zukunft verbürgt. h? a& heu letzten rungen- *4 Albst hkU Sin*.5' eorftel*' eigentln^, [ojinürt n°<° euren, «’ giMen- im Opfer ständig ne feines Da land ein 5 Festes nicht ni Kam Welt ernst uni> ernst erklang un wirklichen einem falt' Dabei iss Deutschen 1 stand, der rung gefar mlierung Keine En fremden Sl das einen des Ausla sagte, schiei Und doch d nur aus d klären. In täten der Führenoor gerade so verwirrend Was alles darauf nur und Scheu werden m immer der aus ßauw hrrvorwaä Stolzes, d liebe her War di Beitrag, 30. Äanu Erzieh xum rein Vermacht Wer es fahren, n frjieffiiiu an die i mef)r noej kommenden wachsen mi Wir wollen zugleich aber auch, fo wie wir im Inneren stets den Frieden in unserem Volke gepredigt haben, ein friedliebendes Element un ter den anderen Völkern fein. Wir können das nicht oft genug wiederholen. Wir suchen den Frieden, weil wir ihn lieben! Allein wir stehen Zur Ehre, weil wir ohne sie nicht leben wollen! (Brausende Heilrufe.) 14 Jahre lang vor der Machtübernahme haben wir zu diesem Bekenntnis gestanden! Drei Jahre lang erfüllen wir es nun in unserem Volke im Besitze der Macht. Und wir werben in der Zukunft nicht von etwas lassen, was uns nunmehr 17 Jahre lang der Inhalt unseres ganzen Lebens war! Das muß die Welt wissen. Deutschland wird friedliebend sein, wie nur ein Volk friedliebend fein kann, wenn diesem deutschen Volk nicht an feine Ehre getastet wird. Wer uns glaubt, als Sklaven be- handeln zu können, wird fühlen, daß es das störrischste Volk ist, das es auf der Welt geben kann, [o wie wir Nationalsozialisten störrisch und widerspenstig waren den Geistern gegenüber, die im Innern Deutschlands geglaubt haben, uns knebeln oder mißhandeln zu können! (Tosende Heilrufe.) Sie haben das Gegenteil erreicht und konnten doch nicht die Entwicklung verhindern. Wir wollen hoffen, daß in der Welt ein allgemeines Verständnis für die Rechte aller Völker immer mehr Platz greifen möge. Es wird dies die erste Voraussetzung sein, um einen wirklichen inneren tiefen Frieden über die Völker zu senken. So stehen wir heute drei Jahre nach der INachtübernahme am Abschluß einer ganz kurzen Periode der nationalsoziatisiischen Regierung. Was erreicht wurde, ist gewaltig! Roch niemals in der deutschen Geschichte ist in drei Jahren auch nur annäherndes geleistet worden. Ich glaube, man wird Dezennien und manchesmal vielleicht Jahrhunderte nehmen müssen, um ähnlich umwäl- zende Ergebnisse seststellen zu können, wie in diesen drei Jahren nationalsozialistischer Regierung. And dabei haben wir nicht eine glorreiche Erbschaft übernommen, sondern eine durch und durch verkommene. Heute können wir mit Stotz uns als Deutsche wieder vor der Welt sehen lassen. Dem deutschen Volke ist gerade in diesem letzten Jahre unseres Regimes auch die Ehre vor der Welt zurückgegeben worden. Wir find nicht mehr wehrlose Heloten, sondern sind freie und selb st bewußte „W elt - bürget“ geworden. Mit Stolz können wir diese drei Jahre an unseren Augen vorüberziehen lassen. Sie sind zugleich eine Verpflichtung für die Zukunft. Auch in den kommenden Jahren wird die Arbeit nicht geringer werden. Es gibt einzelne Menschen, die glauben, dem Nationalsozialismus einen Schlag versetzen zu können, indem sie sagen: Ja, aber es erfordert ja auc9 £Ke5 Opfer. Ja, meine würdigen Kleinbür- ßer, Opfer hat unser Kampf ununterbrochen gefordert. Das habt nur ihr nicht erlebt. (Stürmische Heilrufe.) Ihr bildet euch vielleicht ein, daß dieses gütige Deutschland geworden ift, weil ihr keine Opfer gebracht habt! Nein! Weil wir Opfer brin- aen konnten und bringen wollten, deshalb ift dieses . Eeutfdjlanö gefommen! Wenn also jemand uns er- ' flart: „Auch die Zukunft wird also Opfer erfor- ' öem , dann sagen mir: „Jawohl!" Der Nationalsozialismus ist keine Lehre der Trägheit, sondern , GMürt« St. rQ ?h5 Kampfes. Keine Lehre des ' (Slurfs, des Zufalls, sondern eine Lehre der Ar- i beitÄ e'ne Lehre des Ringens und damit auch । ~ne Lehre der Opfer. Das haben mir vor dem ' Kampfe so gehalten, und in diesen drei Jahren war es nicht anders, und in der Zukunft . wird es s o bleiben! (Eines nur ist entscheidend: Seit Jahrtausenden hat unser Volk für seinen Lebensweg und seinen 1 Lebenskampf Opfer bringen müssen. Nichts ist ihm geschenkt worden, aber nur zu oft sind ! die Opfer umsonst gewesen. Diese Garantie kann heute die Bewegung dem deutschen Volke geben: was du deutsches Volk an Opfern bringst, wird nicht mehr vergeblich lein, sondern aus diesen Opfern wird für dich immer ein neues Leben gewonnen werden. (Begeisterte Heilrufe.) And so wollen wir männlich an diesem Tage unser altes Kampfbekenntnis ablegen: Ohne Furcht und ohne Scheu einzutreten für unser Volk, für die Bewegung, die dieses Volk führt! Ohne Furcht und ohne Scheu jeden Kampf aufzunehmen, der uns aufgezwungen wird, und ohne Furcht und ' ohne Scheu die Entschlüsse zu treffen, die getroffen werden müssen. Das hak uns zum heutigen Tage geführt, und das wird uns in eine große Zukunft hineinbegleiten. So möchte ich euch, meine alten Mitkämpfer, denn an diesem Tage der Erinnerung hier in des Reiches Hauptstadt grüßen, indem ich euch danke für all d i e Treue und all den Glauben und all die Opfer, die ihr in langen Jahren gebracht habt für mich, für unser Volk und damit letzten Endes f ü r D e u t s ch l a n d. Und ich möchte euch bitten, mit mir wieder den Kampfruf auszu- stoßen auf das, was uns das höchste ist auf dieser Welt, für das wir einst kämpften und stritten und siegten, das mir nicht vergessen haben in der Zeit der Niederlage, das mir liebten in der Zeit der Not, das mir vergötterten in der Zeit der Schmach D Das Kabinett Garraut vor -er Kammer. Oie französische Außenpolitik bleibt bei derIorderung nach kollektiver Sicherheit. ♦ Die britische Regierung ist beim ägyptischen Ministerpräsidenten wegen der Unruhen verletzten Tage vorstellig geworden. Der britische Oberkommissar wies besonders auf den Zwischenfall hin, bei dem ein Motorradfahrer der britischen Nachrichtentruppe von Studenten in den Straßen Kairos aufgehalten wurde. Der britische Vertreter habe zum Ausdruck gebracht, daß die Aufrechterhaltung der Ordnung notwendig sei. Auf dem Konsulatsgebäude in Damanhur ist die e n g l i s cb e Flagge, die heruntergerissen worden war, am Donnerstagnachmittag feierlich wieder gehißt worden. Eine Abteilung ägyptischer Infanterie erwies ihr in Anwesenheit des britischen Generalkonsuls die Ehrenbezeugung. Sicherungen gegen die Regenzeit. Mussolini spricht im Ministerrat. Rom, 30. Jan. (DNB.) Im italienischen Ministerrat erläuterte Mussolini die Bedeutung der Siege an der Somali- und Eritreafront und schilderte den Mut der italienischen Truppen, deren Stimmung und Gesundheit vorzüglich seien. Außerdem wies Mussolini auf die in Gang befindlichen Transporte von 50 000 Arbeitern hin, die die Verkehrsverbindungen für den Nachschub sicherstellen und vervollkommnen würden, um sie auch während der großen Regenfälle des Sommers instand zu halten, bei denen übrigens im vergangenen Jahre 100 000 italienische Soldaten ohne nennenswerte Beschwerden gearbeitet und gelebt hätten. Das italienische Volk fahre fort, der Welt das Schauspiel einer kalten und ruhigen, aber unerschütterlichen Entschlossenheit zu bieten. Der Ministerrat hat dann eine Reihe militärischer Maßnahmen beschlossen. So wird für jeden Staatsbürger ein Stammbuch eingerichtet, in dem regelmäßig amtliche Angaben über Gesundheitszustand und Stand und Gang der militärischen Ausbildung eingetragen werden. Für jeden, der Arbeit und Anstellung sucht, ist das Stammbuch unentbehrlich. Weitere Maßnahmen betreffen Aenderungen im Aufbau des Landheeres, besonders auch der Carabinieri und in der Einteilung Italiens in Militärzonen, die von fünf auf acht erhöht werden, ferner die Aufstellung einer fünften Alpendivision einschließlich eines neuen 10. Alpenregiments und eines 5. Regiments Gebirgsartillerie. Schließlich soll die Dauer der Militärdienstzeit einheitlich geregelt werden. Heber die Dauer selbst ist noch nichts bestimmt. Ganze oder teilweise Befreiung bleiben je nach den Familienverhältnissen auch weiterhin möglich. Unter den wirtschaftlichen Beschlüssen ist die für Heeres- zwecke erforderliche Beschlagnahme der gesamten. inländischen Wolleerzeugung des Jahres 1936 besonders erwähnenswert. einig und schreitet unbeirrt auf seinem Wege fort. Deutschland weiß nicht nur, was es will, sondern auch, wie es seinen Willen durchzusetzen gedenkt. Deutschland hat diese neue Stellung in der Welt ganz allein einem Manne zu danken — Adolf Hitler. In der Reihe der Auserwählten, die seit dem Kriege zur Spitze emporgestiegen sind, hat er mehr vollbracht als irgendeiner, und sein Werk war ganz persönlich. Oie Glückwünsche der deutschen Künstlerschast. Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Vizepräsident, Staatssekretär Walter Funk, überbrachten dem Führer und Reichskanzler die Glückwünsche der gesamten deutschen Künstler und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und überreichten ihm dabei ein Gemälde von Feuerbach als Geschenk der Reichskulturkammer zum heutigen Tage zum Ausdruck des Dankes für die warmherzige und verständnisvolle Förderung, die der Führer der deutschen Kunst und den deutschen Künstlern in so überreichem Maße jederzeit zuteil werden läßt. Der Führer war über dieses Geschenk außerordentlich erfreut und dankte in herzlichen Worten für diese Gabe der deutschen Künstlerschaft. * Donnerstag vormittag wurde aus Anlaß der Wiederkehr des Jahrestages der nationalsozialistischen Revolution der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant und SS.-Obergruppenführer D a l u e g e, vom Führer und Reichskanzler empfangen. DieVetteuungherKriegergräber Berlin, 30. Jan. (DNB.) Im Dezember d. I. ist vom deutschen, britischen und französischen Bevollmächtigten ein Abkommen unterzeichnet worden, daß die Einsetzung eines gemischten Ausschusses für die Betreuung der deutschen Kriegergräber auf britischem Gebiet und auf britischen Friedhöfen in Frankreich, sowie der britischen Kriegergräber in Deutschland vorsieht. Dieser Ausschuß ist nun gebildet worden. Als Ehrenmitglieder sind in ihn berufen worden: Der deutsche Botschafter in London, v. Hoesch, und Generaloberst v. Seeckt, der britische Botschafter in Berlin, Sir Eric P h i p p s, und der Marschall der britischen Luftstreitkräfte, Lord Trenchard, sowie der französische Botschafter in Berlin, Fran- vois Poncet. Im übrigen setzt sich der Ausschuß aus den Vertretern der mit der Kriegergräberfürsorge betrauten deutschen, britischen und französischen Stellen zusammen. Die „Times" schreibt, daß das Abkommen zwar einem praktischen Zweck diene, aber gleichzeitig auch ein hohes Ideal verkörpere. Es verbinde Frankreich, das Britische Reich und Deutschland zu gemeinsamen Gedenken für die im Krieg Gefallenen ohne Rücksicht darauf, auf welcher Seite sie gekämpft haben. Diejenigen, die ihr Leben für ihr Land gelassen hätten, würden gemeinsam geehrt werden. Hierdurch würden die drei Völker in einer Weise zusammengebracht werden, die niemand vergessen könne. Zwischenfall an der mandschurisch- sowjetrussischen Grenze. Moskau, 31. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion meldet aus Chabarowsk: Donnerstag bemerkte eine Sowjetgrenzpatrouille drei Kilometer von der Grenze entfernt auf sowjetrussischem Gebiet vier unbekannte Japaner und Mandschuren in Zioilkleidern. Als die Patrouille versuchte, sie festzunehmen, eröffneten die vier Unbekannten das Feuer. Gleichzeitig tauchten noch zwei Gruppen bewaffneter Japaner und Mandschuren in Stärke von 30 Mann auf, und eröffneten gleichfalls das Feuer. Dom Sowjetgrenzposten herbeieilende Verstärkung begann unter Kämpfen, die auf Sowjetgebiet eingedrungenen Japaner und Mandschuren gegen die Grenze zurückzudrängen. Während dieser Zeit kamen neue Abteilungen Japaner und Mandschuren. Nach längerem Kampf, bei dem es zum Handgemenge kam, mürben die Japaner und Mandschuren gezwungen, sich auf mandschurisches Gebiet zurückzuziehen. Rücktritte m her österreichischen Regierung. Wien, 31. Jan. (DNB.) Der Bundespräsident hat den Bundesminister ohne Geschäftsbereich Dr. Karl B u r e s ch auf seinen Wunsch von seinem Amt entbunden, ferner den Staatssekretär für Land- und Forstwirtschaft August Kraft. Buresch soll zum Gouverneur der österreichischen Postsparkasse ernannt werden. Er war ursprünglich Landeshauptmann von Niederösterreich und dann lange Jahre Finanzminister. Bei der letzten Regierungsumbildung war an seine Stelle Dr. Draxler in dieRegierung eingetreten. Der zurückgetretene Staatssekretär Kraft war mit der besonderen Aufgabe, die Belange der Bergbauernschaft wahrzunehmen, in das umgebildete Kabinett Schuschnigg- Starhemberg berufen worden. Dieser Posten war damals geschaffen worden. Es heißt, daß Kraft zu- rückgtreten sei, weil die Bergbauernhilfe in dem neuen Staatshaushaltsentwurf gestrichen wurde, was große Unzufriedenheit bei den Bauern hervorgerufen habe. Das neue ägyptische Kabinett. Kairo, 31. Jan. (DNB.) Am Donnerstagabend wurde das neue ägyptische Kabinett durch A l i Mäher Pascha gebildet. Der Ministerpräsident Übernimmt gleichzeitig auch die Leitung des Außenministeriums. Zum Finanzminister wurde Abdel W a h a b Pascha ernannt. Freitag wird eine Abordnung für die V e r t r a g s v e r h a n d- lungen mit England gebildet werden. Die Abordnung wird ihre Tätigkeit am 15. Februar aufnehmen. Wie verlautet, soll die Abordnung aus sechs Mitgliedern des Wafd und fünf Mitgliedern der Nationalen Front bestehen. Die Führung der Abordnung wird in den Händen von Nahas Pascha, dem Parteileiter des Wafd, liegen. Die neue Regierung wird voraussichtlich bis zum 2. Mai, dem Taa der ägyptischen Parlamentswahlen, im Amte bleiben. wachsen roetben. Oer Führer dankt. 3 e r H n, 30. Jan. (DNB.) Dem Führerund Reichskanzler sind zum heutigen Jahrestag der Machtübernahme fo zahlreiche Glückwünsche, Dankschreiben und sonstige Bekundungen der Anhänglichkeit aus allen Schichten der Bevölkerung zugegangen, daß es ihm leider nicht möglich ist, darauf im einzelnen zu antworten Der Führer spricht daher allen Volksgenossen, die seiner am 30. Januar in Treue gedacht haben, insbesondere auch den Einsendern der ihm aus diesem Anlaß gewidmeten Gedichte, aus diesem Wege seinen herzlichen Dank aus. OerFühreranGeneralvonHindenburg/ Popen und Hugenberg. Berlin, 30. Jan. (DRV.) Der Führer hat anläßlich der Erinnerungsfeier des 30. Januar a n Herrn Generalmajor von Hindenburg, an Herrn von Papen und Herrn Geheimrat hugenberg telegraphifch Worte des Gedenkens gesandt. Dem Gedenken der Toten des 30. Januar. Gedenkstunde in der Maikowskistratze. Berlin, 31. Jan. (DNB.) Vor dem Hause Maikowski-Straße 52 in Charlottenburg, an der Stelle, an der vor drei Jahren Sturmführer Hans Eberhard M a i k o w s k i und Oberwachtmeister Zauritz von Rotmord erschossen wurden und, im Augenblick des Sieges ihr Leben ließen, fand in der Nacht zum Freitag eine Gedenkstunde statt. Spalier bildeten SA.-Männer. Aus hohen Opferschalen loderten Flammen und warfen ihren Schein auf die am Haus angebrachte Gedenktafel, die von Lorbeerbäumen flankiert war. Blumen und Kränze mit Hakenkreuzschleifen bildeten einen Sockel. Noch in später Stunde kamen Bewohner der umliegenden Häuser und legten Blumengebinde nieder. Kurz vor Mitternacht rückten unter Trommelwirbel die Ehrenformationen an. Die Feldzeichen und Fahnen nahmen vor dem Hause Aufstellung. Vor der Gedenktafel hatten die Eltern Hans Eberhard Maikowskis und die nächsten Angehon- gen mit General Daluege und dem Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Aufstellung genommen. Ein Choral und Trommelwirbel leiteten bie Weihestunde ein. Dann erklang leise das Lied vom guten Kameraden. In seiner Gedenkrede entwarf Standartenführer Hahn ein getreues Bild des Kämpfers Hans Eberhard Markowski dessen Schicksal das Schicksal der kämpfenden SA., war. Wahrend die Ehrenhundertschaft der Polizei die Karabiner präsentierte, sich die Fahnen und Standarten neigten, erklang noch einmal das Lied vom guten Kameraden. Mit dem Losungswort Markowskis „Nichts für uns, alles für Deutschland und einem Bekenntnis der ewigen Treue zum Führer schloß Lebhafter Meinungsaustausch in London. London, 30. Jan. (DNB.) König Eduard VIII. empfing am Donnerstagnachmittag den amerikanischen Sonderbotschafter Norman Davis sowie den Prinzen Zeid (Irak) in Audienz. Außenminister Eden hatte weitere Besprechungen mit ausländischen Staatsmännern, die sich noch in London aufhalten. Am Vormittag besuchte er den Prinzregenten Paul von Südslawien, nachmittags hatte er eine Besprechung mit dem sowjetrussischen Außenminister Litwinow, den er bereits am Mittwoch bei einem privaten Frühstück zu Gast hatte. Eden empfing ferner den türkischen Außenminister Dr. Aras und bie Außenminister von Albanien und Litauen. Die Gerüchte, wonach in den Unterredungen zwischen Eden und Litwinow die Frage einer A n« leihe für Sowjetrußland aufgeworfen worden fei, werden amtlich als falsch bezeichnet. Amtlich wird vielmehr mitgeteilt: „Die Atmosphäre, in der sich in den letzten Tagen die Staatsmänner in London getroffen haben, war für in s einzelne gehende Verhandlungen nicht geeignet. In gut informierten Kreisen besteht jedoch der Eindruck, daß dieser Meinungsaustausch allgemeinen Charakters, den der Staatssekretär des Aeußeren mit den ihn besuchenben Ministern hatte, sich als fruchtbar für bie Förberung einer allgemeinen Verständigung und die Schaffung eines gegenseitigen Vertrauens erwiesen hat, das eine wesentliche Grundlage für die auf dem Felde der internationalen Politik gestellten konstruktiven Aufgaben darstellt. Auf dem Boden einer weitgehenden europäischen Verständigung erklärt sich auch der gute Wille Des republikanischen Frankreichs, auf alle anderen friedlichen Willen einzugehen, in Deren erster Reihe das französische Land aufrichtigerweise den guten Willen Deutsch- I a n b s zu finden hofft. So würde der Wunsch unserer Helden aus dem Kriege in Erfüllung gehen, die in der Annäherung der Völker die höchste Belohnung ihrer Opfer erblicken. Die Regierung schenkt dem ganzen Volk das Vertrauen, daß es die Abenteurer beiseite schiebt, bie aus einer inneren Unorbnung bie Gefahr an ber Grenze heraufbeschwören würben. * Die beiben rechtsgerichteten Abgeordneten Laurent und Franklin-Bouillon kritisierten bie Zusammensetzung des Kabinetts scharf und hoben bie Widersprüche in der grundsätzlichen Einstellung der einzelnen Kabinettsmitglieder hervor. Laurent bestritt, baß die Regierung Sarraut ein Kabinett ber Aussöhnung sei. Der Burgfriede sei von der Linken gebrochen worden an dem Tage, als 5) e r r i o t Seite an Seite mit führenden Kommuni st en an einer kommunistischen Kundgebung teilgenommen habe. Franklin- Bouillon erklärte, das Kabinett Sarraut stelle den er st en Sieg der Volksfront über bie nationale Einigung dar. Dieser Sieg sei zum Teil der tätigen Hilfe des Auslandes zu verdanken. Zum Schluß sprachen noch ein Radikalsozialist und zwei Kommunisten. Man ist sich darüber im klaren, daß Sarraut am Freitagabend feine Mehrheit haben wird. Die S o z i a l i st e n werden für das Kabinett st i m m e n , und damit ist der Bestand der Regierung gesichert. Die Unterstützung der Sozialisten wirb wahrscheinlich nicht ohne Gegen! eist u n g e n erfolgen. Sarraut gerät auf alle Fälle in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zu L6on Blum und verscherzt sich für die Zukunft jede Möglichkeit, auf eine wohlwollende Haltung der | Mitte rechnen zu können. Ohne Furcht und Scheu. Während in London verborgen vor aller Welt politische Gespräche gewechselt wurden, sprach Adolf Hitler, der Führer und Kanzler, im Herzen Berlins in Offenheit und Freiheit zu feiner SA., zu feinem Volk, zur ganzen Welt. Es war ergreifend, wie Adolf Hitler zu Beginn des vierten großen Kampfjahres der nationalsozialistischen Regierung mit dem flachen Wunderglauben der poli- ttschen Kinder und ewigen Außenseiter abrechnete. Es gibt keine Wunder, bie unoerbient, gleichsam aus einer Zufallslotterie bes Jenseits bie Menschen treffen. Was in ben letzten brei Jahren, was in den letzten achtzehn Jahren durch Adolf Hitler in Deutschland verändert wurde, ist schwer errungen, ist mit Blut und Opfern erkämpft und Gegenmächten abgetrotzt worben, die lange Zeit den meisten Deutschen unüberwindlich schienen. Selbst heute ist bie lange Kampfzeit bes täglichen Einsatzes, der beständigen Hingabe noch fast unvorstellbar. Und doch liegt in diesem Opfersinn die eigentliche Bedeutung und Weihe bes nationalsozialistischen Strebens. Der Nationalsozialismus hat nach ben Opfern bes Weltkrieges, bie einmalig waren, ein neues Deutschlanb ber ständigen Opfer geschaffen, daß keiner Wundertaten bedarf, weil es im Opfer selbst ein Wunder und in der Pflicht der ständig neuen Hingabe geradezu die Voraussetzung feines Daseins erlebt. Wenn dieses neue Deutschland ein Fest begeht, so kann bie Gesinnung biefes Festes nichts anderes als ein neuer Entschluß z u Kampf und Hingabe sein. Und da bie Welt ernst ist, so ist auch ein solches Fest ernst, stolz und ernst wie bie Rede des Führers, bie auf ihm erklang und die machtvoll wirkte, weil sie aus dem wirklichen Horizont unserer Tage und nicht aus einem falschen Festtaumel heraus gesprochen wurde. Dabei ist es erstaunlich und doch so gut für jeden Deutschen begreiflich, daß in dieser Rede kein Satz stand, der im Stil der üblichen politischen Erörterung geformt war. Es gab keine vorsichtige Formulierung zu einem bestimmten Tagesproblem. Keine Erwähnung fremder Mächte oder eines fremden Staatsmannes, überhaupt kaum ein Wort, das einen besonderen, erkennbaren Personenkreis des Auslandes ansprach. Alles, was ber Führer sagte, schien nur ein Bekenntnis der eigenen Brust. Und doch wäre es falsch, diese Worte im Lustgarten nur aus der rein weltanschaulichen Ebene zu erklären. In ihnen lag das Wissen um die Realitäten der Weltpolitik, aber ihnen wurde in den Führerworten ein Gegenbild entgegengehalten, das gerade so bedeutsam ist, weil es im Großen die verwirrende Fülle der „Details" zusammenfaßte. Was alles in der Welt geschieht, Deutschland hat darauf nur eine Antwort, den Willen, ohne Furcht und Scheu die Entschlüsse zu treffen, die getroffen werden müssen. Für diese Entschlüsse aber wird immer ber volle Einsatz erfolgen, weil sie niemals aus Laune ober einem blinden Machtfanatismus hervorwachsen, sondern weil sie Ausdruck des Stolzes, des Ehrgefühls, aber auch der Friedensliebe ber deutschen Nation sind. War dieses Bekenntnis des Führers der große Beitrag, den Adolf Hitler für den Festtag des 30. Januar lieferte, so waren die Worte über bie Erziehung ber deutschen Menschen zum reinen und aufrechten Nationalsozialismus ein Vermächtnis, das weit über den Tag hinaus griff. Wer es noch nicht wußte, konnte es erneut erfahren, wie ernst Adolf Hitler fein großes deutsches Erziehungswerk nimmt. Er denkt Dabei nicht nur an die gegenwärtige Generation, sondern weit mehr noch und stärker an die Geschlechter, die in kommenden Jahrzehnten in Deutschland heran- bens erheischt. Frankreich wünscht vor allem die Sicherheit und den Frieden. Wir wollen beides durch eine tets wachsame nationale Verteidigung und durch eine beständige internationale Zusammenarbeit sichern. Die Regierung will die Politik weiter verfolgen, die sich Frankreich feit bald 20 Jahren angelegen ein läßt: Aufrechterhaltung bes Friebens durch Achtung der internationalen Verpflichtungen und Förderung der kollektiven Sicherheit nach ben Grundsätzen des Völkerbundes. Die Regierung wird sich bemühen, alles zu begünstigen, was unter der Aegide bes Völkerbundes und in einem Geist freundschaftlichen Verständnisses die Regelung desitalienisch-abessinischen Streitfalles und die Einstellung ber Feindseligkeiten beschleunigen kann. Standartenführer Hahn feine Gedenkrede. Nach der nächtlichen Feierstunde beschloß ein Vorbeimarsch in der Richard-Wagner-Straße die Gedenkfeier. Der 30. Januar in Frankfurt und Darmstadt. LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Reicher Flaggenschmuck in den Straßen Frankfurts gab auch der alten Mainmetropole einen würdigen Rahmen zur Feier des dritten Jahrestages ber Machtergreifung burch den Nationalsozialismus. In den Betrieben und Schulen, bei den städtischen und taatlichen Behörden, überall fanden eindrucksvolle Feiern statt. Mit klingendem Spiel zog um die Mittagszeit die neue Wache ber Schutzpoli- z e i und der Feldjäger durch die Straßen, während auf dem Polizeipräsidium die Reichsdienst- lagge gehißt wurde. Die Johann-Wolfgang-Goethe- Inioer fität beging den Tag der nationalen Erhebung in Verbindung mit dem Gedenken an die Reichsgründung mit einem Festakt im großen Saal des Saalbaues. Nach dem Einzug der Fahnen des Studentenbundes und des Lehrkörpers hielt der Leiter des Instituts für Rassehygiene und Erb; biologie, Professor Dr. Freiherr von Bersch u e r, die Festrede über das Thema „Rassenhygiene als Wissenschaft und Staatsaufgabe". Der Rektor, Professor Dr. Platzhof f, gab die Er- gebnisse der Preisaufgaben bekannt und verkündete die neuen Preisaufgaben. In Darmstadt versammelten sich die Beamten und Angestellten der Gerichtsbehörden zu einer Feierstunde, in deren Mittelpunkt die Ansprache des Oberlandesgerichts-Vizepräsidenten Dr. Werner stand. — In der Ottv-Berndt-Halle der Technischen Hochschule hatten sich Lehrkörper, Studentenschaft und Vertreter von Partei und Behöben eingefun- den. Nach Dem Einzug der Fahnen hielt der Rektor Professor Dr.-Jng. Hübener die Festrede über bas Thema „Ausgaben aus bem Kriegsschiffsbau." Nach bem eindrucksvollen Sprechchor „Freiheitsfahne, wir grüßen dich" sprach der Führer des NSDStB. Darmstadt, Hellwig. Das Scho des Auslands. „Deutschland wird seinem Führer k-lgen." Paris, 31. Jan. (DNB. Funkspruch) Die großen Berliner Feiern werden in Der Pariser Presse eingehend gewürdigt. Der Berliner Berichterstatter des „Journal" stellt fest, daß das deutsche Volk wieder einmal mit seinem Führer em unzertrennbares Ganzes dargestellt habe. Der Berichterstatter Des „Matin" ist von Der Dauerhaftigkeit Des nationalsozialistischen Regimes überzeugt. 'Die Worte Hitlers seien wie Die eines Chefs zu feinen Männern gewesen. Man wisse nicht, ob bie Meckerer unb Kritikaster sich bei derartigen Gelegenheiten unter das Volk mischten oder es vorzögen, an Hand von Statistiken nachzuweisen, daß Das Regime nicht mehr lange Dauere. Was man aber wisse, sei, daß sie sich tauschten. Der Anblick dieser begeisterten Menge, die stundenlang und unermüdlich ihrem Führer zugejubelt habe, müsse sie davon überzeugen. Ungeachtet der schweren Opfer, die auf dem deutschen Volke lasteten, werde es feinem Führer folgen. Der Berichterstatter des „Jour" betont, , daß bas Dritte Reich noch nie auf so feierliche Weise den Jahrestag der Machtergreifung gefeiert habe. Gestern habe die nationalsozialistische Regierung ein en zufriedenen Blick aus das Jahr 1935 werfen können. „Deutschland allem ist einig." Amerikanische Stimmen. Neuyork, 30. Jan. (DNB.) Die amerikanische Presse hebt am dritten Jahrestag Der nationalsozialistischen Revolution hervor, Daß bas Deutsche Reich heute stärker sei als jemals seit Dem Weltkrieg. Dies sei in erster Linie Der Schaffung Des neuen Heeres, Der Kriegsmarine unb ber Luftflotte zu danken. Frederik T. B i r ch a 11 schreibt in der „Newyork Times" u. a.: Die besten Trumpfkarten im diplomatischen Spiel scheinen a u f der deutschen Seite des Tisches gespielt zu werden. Das Reich ist auf dem besten Wege dazu, wenn nicht bereits dabei, bas Gleichgewicht bes burch inneren Zwiespalt zerrissenen europäischen । Kontinents zu halten. Deutschland allein ist Paris, 30. Jan. (DNB ) Die Kammer wies am Donnerstagnachmittag bas übliche Bilb ber Regierungsvorstellung auf: Dicht gebrängte Zuschauer auf den Tribünen, fast vollständige Anwesenheit ber Ab- georbneten. Ministerpräsident Sarraut verlas bie Regierungserklärung ohne Störung unb nur vom Beifall ber Linken unterbrochen. Seine Ausführungen würben von Der Linken unb einem Teil ber linken Mitte beifällig aufgenommen. In ber Regierungserklärung hieß es u. a.: Die natürliche Aufgabe biefer Regierung scheint zu sein, ber großen Volksbefragung zur Erneuerung ber Kammer alle Bürgschaften der Abstimmungs- und Meinungsfreiheit zu sichern, bie bie Erhaltung ber Einrichtung ber Republik barstellen. Die Wirtschaftskrise erforbert entschlossenes Hanbeln. Unsere Lanbwirtschaft unb unser Weinbau, bereu Erzeugung als Hauptreichtum Frankreichs geschützt unb burch Regelung ber Schulden erleichtert werden muß, unser Handel und un- ere Industrie, unsere Kolonialwirtschaft, sie alle hegen günstige Zukunftserwartungen. Wir müssen die Sicherheit des französischen Kredits wahren, ber Vorbedingung einer wirtschaftlichen (Erneuerung, die auch Die fruchtbare Zusammenarbeit der Völker unb eine Atmosphäre bes Frie- Nachdenkliches zum Thema „Wellwirlschast". Von unterem H. T.'Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Harbin (Mandschukuo), Dezember 1935. Oer Kuli und d e Sanktionen. In einer großen nordchinesischen Stadt unterhält eine italienische Großbank eine Filiale. Diese Niederlassung hat aus Gründen, die als bekannt vorausgesetzt werden dürfen, soeben alle Kunden aufgefordert, ihre Konten in kürzester Frist abzudecken, weil ... Begründung bitte unter der Rubrik „Italien und die Sanktionen" nachzulesen. Zu den Kunden dieser Bank gehörte auch eine Elektro-Firma, die sich mit der Anlage von Lichtreklamen befaßt. Diese bunten Lichtreklamen sind bei den Chinesen sehr beliebt, sie werden von der besagten Firma auf Abzahlung geliefert und da es ein „todsicheres Geschäft" ist, arbeitete die bekannte Firma mit großen Krediten der besagten Jtalo- Bank. Als jetzt die Aufforderung kam, die Konten in kürzester Frist abzudecken, erklärte sich die Firma dazu — im Hinblick auf die Ratenzahlungen ihrer Kunden — außerstande. Sie wandte sich aber sofort an eine englische Bank mit der Bitte, die Jtalo- Bank „auszuzahlen" und dann an deren Stelle das Lichtreklame-Geschäft zu finanzieren. Die englische Bank lehnte dieses Ersuchen unter Hinweis auf die Sanktionsbestimmungen ab, so daß die Firma nun ihre Kunden „treten" mußte. Ein Teil davon berief sich auf die Abzahlungsverträge, ein anderer Teil versuchte das Geld auf andere Weise flüssig zu machen. Nämlich durch Verringerung der Geschäftsunkosten und durch Einsparungen jeder Art. Ein Opfer dieser Einsparungen wurde auch der Kuli F u, einer der vielen Bürodiener der Firma Wang, der sich nun als Arbeitsloser die Frage vorlegt: „Was habe ich mit Abessinien zu tun und warum soll es mir ,wehe tun', wenn man sich im fernen Afrika prügelt?" Da« billige Motorboot. In einem japanischen Spielwarenladen habe ich neulich ein kleines Motorboot gekauft. Aus Blech, I Länge etwa 45 Zentimeter. Schraubenantrieb: ein winziger Elektromotor, der wiederum von einer Taschenlampenbatterie gespeist wurde. Eine Reservebatterie wurde gratis mitgeliefert. Das Ganze kostete 3 Yen 50 oder rund 2,50. Das originelle Boot gefiel mir so, daß ich es einem kleinen Neffen nach Rumänien schickte. Das Porto kostete etwas über 4 Pen oder rund 3 Mark, also mehr als die Ware. — Heute, nach drei Monaten, bekomme ich aus Rumänien einen verzweifelten Brief, doch „um Gottes willen" keine Geschenke aus Japan mehr auf den Weg zu geben, das Zollamt verlange mit allen Nebenfpefen rund 1000 Lei oder etwa 25 Mark für das motorisierte Blechschiffchen ... der kleine Neffe sei zwar traurig, aber bei den schlechten Zeiten müsse man das Geschenk leider wieder zurücksenden. Ein Verfahren, das wohl wenig geeignet sein dürfte, die „Weltwirtschaft" wieder anzukurbeln! Ganz zu schweigen von der Widersinnigkeit, in scylechten Zeiten die Annahme von guten Geschenken verweigern zu müssen ... Das patentschloß Kürzlich traf ich einen deutschen Geschäftsreisenden. Mit Musterkollektion und so. „Na", fragte ich, „Wie geht das Geschäft?" — „Schlecht", meinte er, „mehr als ein M u st e r verkaufe ich nicht. Aber für das Kopieren genügt das ja!" „Wieso?" fragte ich. Und Herr Müller in Firma „Sicherheits-Patent- Schloß", erzählte mir folgende nachdenkliche Geschichte. Vor einiger Zeit hatte er in einer japanischen Stadt an eine japanische Firma ein einziges seiner Patent-Sicherheits-Schlösser verkaufen können. Mehr nicht. Es dauerte aber gar nicht lange, da wurde diese Stadt mit den gleichen Sicherheits- Patent-Schlössern — jedoch „Made in Nippon" — überschwemmt. Und zwar zu konkurrenzlos billigen Preisen. Nur ein kleines Versehen war der Kopierfirma unterlaufen: alle in der ganzen Stadt verkauften Schlösser waren dem Original so genau nachgebildet, daß sich alle diese unzähligen Patent-Sicherheits-Schlösser mit ein und dem gleichen Schlüssel öffnen ließen! Was wohl nicht der Zweck eines solchen Patent-Sicherheits- Schlosses ist ... (Sine verbogene beschichte. Besagter Herr Müller hat noch etwas anderes erzählt. Also: irgendeine japanische Firma hatte sich aus Deutschland einen Apparat kommen lassen. Geraume Zeit später bekommt der lokale deutsche Vertreter einen Anruf, er möchte doch mal „rüber" kommen, mit dem Apparat stimme irgend etwas nicht. Der Vertreter geht „rüber", sieht sich das Maschinchen an und tatsächlich: auf dem Transport ist etwas verbogen worden. Sagen wir mal: eine Welle, eine Achse oder sonst ein wichtiges Teilstück. Der Vertreter entschuldigt sich tausendmal und verspricht, sofort telegraphisch aus Deutschland ein Ersatzstück zu bestellen. Das geschieht. Aber schon drei Tage später läßt er dem ersten ein zweites Brandtelegramm folgen: Ersatzteil nicht abschicken, da sonst Markt verloren geht!" Was war geschehen? Die japanische Bestellfirma hatte den „verbogenen" Apparat sofort nach Erhalt mit dem Fehler zusammen im Massenverfahren kopiert und auf den Markt geworfen! Na und dann ... wären eben die Beschwerden der Kunden gekommen, der Apparat sei ja verbogen, er funktioniere nicht richtig und was der Klagen mehr sein können. Es herrschen schon heitere Zustände in der sogenannten Weltwirtschaft! Aus aller Wett. Zwei Todesurteile. Wegen Mittäterschaft bei der Ermordung der Haushälterin Anna Bräuer in Hergisdorf (Mans- ielder Gebirgskreis) verurteilte das Hallesche Schwurgericht die Hauptangeklagte Anna G r o s ch e zum Tode. Der Angeklagte Z i e r v o g e l aus Hergisdorf wurde wegen gewinnsüchtiger Begünstigung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Anna Bräuer war lange Jahre Haushälterin bei Zieroogel gewesen, der mit der verheirateten Anna Grosche ein Liebesverhältnis unterhielt. Um die verhaßte Nebenbuhlerin loszuwerden, hatte die Grosche einen gewissen Recke überredet, die Bräuer zu beseitigen. Im Walde bei Ahlsdorf ist am 4. April vorigen Jahres das Verbrechen verübt worden. Die Leiche wurde später zufällig von einem Maiblumensucher entdeckt. Der Mörder Paul Recke aus Ahlsdorf hatte sich, als er festgenommen werden sollte, vor einen Zug geworfen und war ums Leben gekommen. ♦ Das Saarbrücker Schwurgericht verurteilte die 25jährige Auguste K o e h l aus Pflugscheid im Koel- lertal wegen Mordes in Tateinheit mit schwerer Brand st iftung zum Tode. Die Angeklagte hatte sich am 1. Februar 1935 aus ihrer Wohnung entfernt, angeblich um Einkäufe zu besorgen. Ihre beiden 3- und 5jährigen unehelichen Kinder hatte sie allein zurückgelassen. Während ihrer Abwesenheit war Feuer ausgebrochen, und die beiden Km- der hatten nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden können. Die Koehl stand unter der Anklage, den Brand vorsätzlich gelegt zu haben, um sich ihrer beiden Kinder zu entledigen. Dies hat sie in der Voruntersuchung auch offen zugegeben. In der Schwurgerichtsverhandlung widerrief zwar die Angeklagte ihr Geständnis und blieb hartnäckig dabei, daß sie völlig unschuldig sei. Ihre Aussagen konnten aber keinen Glauben sinden, zumal sich ergab, daß den Kindern vor der Tat noch Malagawein eingeflößt worden war. IBefferbm'fit des Reichswetterdienstes. Ausaobeort Frankfurt. Unter dem ausgedehnten Druckfall stößt in Begleitung der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit erneut feucht-milde Meeresluft auf das europäische Festland vor. Sie bringt zur Zeit landregen, artige Niederschläge und wird den Abbau der streu- gen Kälte über Osteuropa beschleunigen. Wenn auch mit gelegentlich aufkommender Besserung gerechnet werden kann, so bleibt der Gesamtcharakter der Witterung doch recht unbeständig und für die Jahreszeit zu mild. Aussichten für Samstag: Noch überwiegend bewölkt, doch Nachlassen der Wirbeltätigkeit, bei lebhaften südwestlichen Winden, für die Jahreszeit zu mild. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Südwesten noch immer unbeständig und zu mild. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel DA. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Im Namen der Hinterbliebenen: Konrad Bingel Lollar, den 31. Januar 1936. Die Beerdigung findet am Samstag, 1. Februar, nachmittags %4 Uhr statt 623 d Stellenangebote Die führende naturkundliche Monatsschrift! Mittwoch nachmittag entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsre gute, treusorgende Mutter und Großmutter Elisabeth Bingel, geb. Göbel im Alter von 74 Jahren. Das Bügeleisen für jeden elektrischen Strom, verchromt, mit marmor arbe- nem Griff, Marke „Gros sag“, ebenso schön wie praktisch, kostet nur RM. 6.-. Automatische Bügeleisen- Modelle mit Spencer-Temperaturregler von RM. 9.90 bis RM. 14.25. „Grossag"-Elektrogeräte sind erhältlich bei: Freundlich mölil. Zinimer fürRM.20.-ein- schließl.Morgenkaffee und Bettwäsche zu verm. Verl.Bergstr. 35 „Der Naturforscher"!^ Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeg. von Oderstudienrat Or. N. Nein u. Prof. Or. W. Schoenichen. ^^r Naturforscher^ unterrichtet fortlaufend in Ä.ld und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Er ist die verständliche, aber hochwertigenaturwissenschastlicheMonatöschristfürgeistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. Vierteljährlicher Bezugspreis: NN. 2,50. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. - ©er Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen. Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Laden mod., 2 Schaufenster, Stadtmitte, ab 1.2.36 zu vermiet. Für Ausstellungszw. gut geeignet. Schr. Ang. unt. 624D a. d. G.A. | Mietgesuche | Behaglich möblierlZimmer heizb., mögl.mit sevar. Eingang, Nähe Bahnhofstraße v.lo.Febr. ob. spät, gesucht. Schriftl. Vlngeb. unt.0422 an den Gießen. Anzeig. In sonnig., freier LageL möbliert. Zimmer zusammen z.ver- mieten. 0416 Frankf.Str.l2U Gutmöbl.sonnig. 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Imheuser am Markt ---------- 603 A Kr. 26 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag. 31. Zanuar 1936 Ganze 12 Kilometer in der Stunde! Carl Benz und sein erstes Auto-Patent. Wenn in Kürze die diesjährige Autoausstellung ihre Pforten öffnet, und die Fachleute und Schaulustigen alles ansehen, was in einem Jahr von der deutschen Autoindustrie geleistet worden ist, dann wird es den wenigsten dabei zum Bewußtsein kommen, daß erst vor 50 Jahren das erste grundlegende Patent auf das Automobil genommen wurde. Der Name des Patentinhabers ist uns allen geläufig und er wird auch in der Geschichte des Verkehrs niemals vergessen werden: Carl Benz. Wir freuen uns, daß es zwei deutsche Männer, Benz und Daimler, gewesen sind, die aus eigener Kraft und unabhängig von einander, durch ihren Geist und ihre Arbeit dem Kraftfahrzeug die Bahn geebnet haben. Lange schon, bevor das Auto geboren wurde, hatte die Eisenbahn ihren Siegeszug durch die Welt angetreten. Der eiserne Weg beherrschte den damaligen Verkehr, und wenn ihm ein Nachteil anhaftete, dann der der Gebundenheit. Man konnte nicht beliebig dorthin fahren, wohin es einen trieb; man war an die Schiene gebunden. Zu den rastlosen Geistern, die sich mit dieser Frage beschäftigten, gehörte auch der junge Carl Benz, der 1844 als Sohn eines Lokomotivführers geboren wurde. Verständlich, daß er schon in irgendeiner Weise durch den Beruf seines Vaters „vorbelastet" war. Der „W agen ohne P ferde" reizte ihn schon als Kind ungemein. Seine große technische Begabung erwies sich bereits in der Schule. Physik und Chemie waren seine Lieblingsfächer, und nete Bremsvorrichtung, wobei mittelst Hebels, zweier ungleich großer Zahnräder und einer Kurbelscheibe, welche in die Gabel eingreift, durch eine Bewegung nach der einen Seite Die Bremse gelöst und dann das Fahrzeug in Gang gesetzt, durch eine Bewegung aber nach entgegengesetzter Sette das Fahrzeug vom Motor ausgelöst und dann gebremst werden kann." Zunächst land Carl Benz in seinem Vaterlande wenig Anerkennung. Stimmen wie: „Eine Spielerei, die nichts ist und nichts werden wird!", gab es genug. Aber der Ruhm des Benz-Wagens war auch in das Ausland gedrungen. Der Franzose Roger machte eine Probefahrt in dem „Velo", einem Wagen mit bereits vier Rädern, und war so begeistert, daß er ihn sofort kaufte und damit nach Paris fuhr, wo er berechtigtes Aufsehen und Zustimmung fand. Es fanden sich auch Käufer — in Frankreich, wohlgemerkt — und die Aufträge in Mannheim häuften sich. 1888 entschloß sich Benz, mit seinem „Velo" selbst zu der „Fuhrwerks- a u s st e l l u n g" in Paris zu fahren. Der Erfolg blieb nicht aus, und so begann damals die deutsche Autoausfuhr nach Frankreich, die bis zum Kriege eine sehr beachtliche Größe angenommen hatte. Die verbesserten Benz-Modelle, von denen der „Comfortable" mit Pneumatiks ausgerüstet war. (Kostenpunkt 2700 RM.) ermöglichte die Aufnahme der Großproduktion. Da inzwischen auch der A u t o s p o r t sich durchzusetzen begann. trat Carl Benz auch hierfür ein, und seit jenen Tagen häuften sich Erfolge und Lorbeeren auf den Benz-Erzeugnissen. Rapide ging es vorwärts, und als Benz einen Wagen mit einer Leistung von 2 0 0 P S herstellte, feierte dieser Wagen die höchsten Triumphe. In London auf der Brooklands- bahn wurde mit 205 Stundenkilometer ein Weltrekord aufgestellt. 1910 wurde auf der heute noch benutzten Rekordstrecke von Daytona (USA.) dieser Rekord auf 211 Stundenkilometer geschraubt. Schließlich erzielte auf der gleichen Strecke der Amerikaner Burman auf dem „Blitzbenz" eine Weltrekordgeschwindigkeit von 228 Kilometer in der Stunde, eine Höchstleistung, die für unüberbietbar gehalten wurde und erst im Jahre 1920 abgelöst werden konnte. Carl Benz, der den Sieg seines Werkes in bester Schaffenskraft erlebt hatte, zog sich nach Umwandlung seiner Fabrik in eine Aktiengesellschaft nach Ladenburg bei Mannheim zurück, wo es ihm noch lange Jahre beschieden war, den Aufstieg seines Werkes und seiner Schöpfung mitanzusehen. 1925 noch nahm er an einem Automobil-Korso des „A l l- gemeinen Schnauferl-Clubs" in München teil. Er lenkte dabei jenes Fahrzeug, das er 40 Jahre vorher gebaut hatte, den Dreiradwagen mit dem kleinen Dreiviertel-P8-Motor, der heute noch im Deutschen Museum steht. Am 4. April 1929 starb Benz im Alter von 85 Jahren, hochgeehrt von der ganzen Welt. Noch immer ist die Entwicklung des Kraftfahrzeugs im Fluß, täglich werden neue Verbesserungen und Erfindungen gemacht. Die Grundlage bleibt aber jenes Patent, das vor 50 Jahren Carl Benz für fein erstes Auto ausgestellt wurde. Aus aller Welt. so ist es nicht verwunderlich, daß man ihn den „Alchimisten" nannte. Bereits mit 17 Jahren verließ er die Schule, um Maschinenbau zu studieren. Das Geld langte nicht zur Vollendung des Studiums, aber Benz war Genie genug, um sich auch so durchzusetzen. Hatte er als Knabe mit Basteln sein Geld verdient, so scheute er sich nicht, jetzt als Arbeiter weiter seinen Weg zu gehen. Bis es ihm gelang, 1871 mit seinen Ersparnissen in Mannheim eine mechanische Werkstatt zu gründen, die sich bald besten Zuspruchs erfreute. Der Gedanke an „seinen" Wagen ließ ihm indessen bei aller Arbeit keine Ruhe. Er erkannte im Gasmotor die Möglichkeit zum Bau eines Kraftfahrzeuges. wie es ihm vorfchwebte. Bereits 1872 lief fein erster Gasmotor. Die Konstruktion bewährte sich und wurde verbessert. Das Geschäft blühte, und aus der kleinen Werkstatt, in der erst sechs Angestellte gearbeitet hatten, wurde die Mannheimer Gasmotoren-Fabrik A G., die 40 Arbeitskräfte beschäftigte. Und so reifte im Schutze der wirtschaftlichen Sicherung das Automobil von Carl Benz heran. 1885 führ der erste Benz-Wagen durch die Straßen Mannheims, von vielen bestaunt, von vielen gefürchtet, von den meisten verspottet. Und doch hatte Carl Benz hier schon seinen Sieg errungen. Wenn man die alte Konstruktion betrachtet, so findet man in ihr fast alle Grundzüge des modernen Autobaues wieder, wenn auch dieser erste Benz-Wagen nur drei R,ä der besaß. Ein leichter Stahlrohrrahmen vermied totes Gewicht, ein nur 75 Kiloaramm wiegender Viertaktmotor verlieh dem Wagen eine Geschwindigkeit von immerhin 12 Kilometer in der Stunde, auch elektrische Zündung war schon vorhanden, ebenso ein Differenttal und ein Wechselgetriebe. So hatte der ortsfeste Zweitakt- Motor, den Benz in seiner Fabrik baute und — verkaufte, die Mittel zur Schaffung des Autos gegeben Am 29. Januar 1886 wurde, wie schon kurz berichtet, Carl Benz sein Patent erteilt. In der Patentschrift heißt es: „Es handelt sich um ein durch Gasmaschine betriebenes Fahrzeug, bei welchem folgende Einrichtungen gleichzeitig in Anwendung kommen: 1. Bei einem Gaserzeuger zum Motor die Vorrichtung zum Erkennen des Funktionierens und des Oelstandes im Gasbehälter; 2. die gezeich- Zeugenvernehmung *m Seefeld-prozetz Im Seefeld-Prozeß begann am Donnerstag die Zeugenvernehmung. Die ersten zwölf Zeugen wurden über das Vorleben und die Famttie des Angeklagten vernommen. Der Angeklagte Seefeld hat immer behauptet, daß feine Verwandten mehr oder roeniger heruntergekommene Manschen gewesen seien. So ist es eine gewisse Ueberrafchung, daß die ersten beiden Zeugen, ein 71jähriger Mann aus Potsdam und eine 66jährige Frau aus Spandau, die in ihren ersten Ehen mit Geschwistern des Angeklagten verheiratet waren, bekunden, daß die Eltern und Geschwister des Angeklagten alle fleißige, ordentliche und nüchterne Menschen gewesen seien. Wie der Oberstaatsanwalt einwandte, geht aus den Akten hervor, daß Seefelds Vater einmal wegen einer akuten Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert worden ist. Diese Feststellung wiederspricht aber nicht den Bekundungen der Zeugen, daß Seefelds Vater im allgemeinen kein Trinker war. Weiter geht, wie der Oberstaatsanwalt angab, aus den Akten hervor, daß sich Seefelds Mutter als geschiedene Frau von über 40 Jahren obdachlos mit Männern Herumgetrieben habe, wovon die Zeugen jedoch nichts wußten. Im weiteren Verlauf wurde der Verwaltungssekretär einer Hamburger Jrrenheilanstalt, wo Seefeld von 1917 bis 1923 gewesen war, vernommen. Aus den Angaben dieses Zeugen geht hervor, daß Seefeld, als er eingeliefert wurde, Lahmheit vortäuschte, ohne daß es klar wurde, ob er simulierte oder hysterisch sei. Seefeld wurde als ein sehr beharrlicher Sonderling und als ein undurchdringlicher Charakter angesehen. Dann werden Zeugen aus der Schweriner Umgegend gehört, bei denen Seefeld auf feinen Wanderfahrten gelegentlich Unterkunft fand. Bald nach dem Verschwinden der beiden später in Buchholz ermordeten Knaben Neumann und Zimmermann war Seefeld auch wieder in Goldenstädt und hat erzählt, daß er am 24. Februar in Schwerin gewesen fei. Das war der Tag nach dem Verschwinden des Schülers Zimmermann. Für die weitere Verhandlung wurde die Oef - fentlichkeit ausgeschlossen. Die nächsten Zeugen wurden zu den Si t tli ch k ei ts v erbrechen vernommen, die Seefeld in zahlreichen Fällen an Knaben und halbwüchsigen Burschen begangen hat. Schweres Eisenbahnunglück in Pennsylvania. In der Nähe des Städtchens Sunbury (Pennsylvania) entgleise ein Schnellzug bei lieber« fahren der Brücke über den Susquehanna-Fluß. Die Lokomotive, der Gepäckwagen und ein Schlafwagen stürzten in das eifige Wasser. Drei weitere Wagen stürzten von der steilen Böschung ab und blieben am Bahndamm liegen. Die Schwellen fingen Feuer, und bald war die ganze Eifenbahnbrücke in Brand gesetzt. Die Rettungsarbeiten werden durch die starke Kälte — es wurden 27 Grad Celsius unter Null gemessen — sehr erschwert. Etwa eine Stunde nach dem Unglück waren acht Todesopfer geborgen. Die Zahl der Verletzten beträgt nach den bisherigen Feststellungen 30. Man befürchtet, daß sich in den in den Fluß gestürzten Wagen noch weitere Tote befinden. Kabelbrand zerstört Fernfprechleitungen. Ein verhängnisvoller Kraftwagenunfall ereignete sich in Treptow bei Berlin. In der Nähe der Markgrafenbrücke fuhr ein Personenkraftwagen gegen einen Gaskandelaber und riß ihn um. Die Insassen des Wagens blieben unverletzt. Recht verhängnisvoll wurden jedoch die Folgen. Das aus- strömende Gas entzündete sich am Rohrstumpf. Eine Stichflamme schlug in den daneben gelegenen Postkabelschacht und setzte hier die Jsolier- maffen in Brand Noch ehe die Feuerwehr eingreifen konnte, war schon ein Teil der Fernsprech- anschlüsse Oberspree zerstört. Nach einer knappen Stunde konnten die Flammen durch Wasser und Schaumlöscher zum Ersticken gebracht werden. Durch den Kabelbrand sind nicht nur die Verbindungen mit den Teilnehmern des Amtes Oberspree unterbrochen worden, sondern auch teilweise die der Aemter Poseidon, Grünau, Köpenick, Friedrichs- Hagen und Adlershof. Auch der Schnellverkehr nach Erkner wurde in Mitleidenschaft gezogen. 75. Geburtstag August v Pa seoals. Professor August von Parseval, Major a.D., der Konstrukteur der bekannten Parseval-Luftschiffe, begeht am 5. Februar feinen 7 5. Geburtstag. Er konstruierte bereits im Jahre 1891 mitBartfch von Sigsfeld den Drachenballon und 1906 das Prall-Luftschiff, das unter dem Namen „Parseval" sehr bekannt wurde und nicht unwesentlich zur Entwicklung der Luftschiffahrt beigetragen hat. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Oer neue Präsident des hessischen Oberlandesgerichts. Darmstadt, 30. Jan. (LPD.) Der Führer und Reichskanzler hat, wie die Juftizpreffe- ftelle Darmstadt mitteilt, mit Wirkung vom 1. Februar d. I. den Präsidenten des Landgerichts Limburg Dr. S c r i b a zum Präsidenten des hessischen Oberlandesgerichts Darmstadt ernannt. Die feierliche Einführung des neuen Oberlandesgerichtspräsidenten durch den Herrn Reichsjusttzminister wird am 10. Februar 1936 erfolgen. Dr. Scriba, der aus Frankfurt a. M.-Höchft stammt, war vor feiner Berufung nach Limburg Landgerichtsrat und bann Landgerichtsdirektor in Frankfurt und Leiter der Justizpreffeftelle. Zum Kreisdirektor ernannt. * Alsfeld, 31. Jan. Durch Urkunde des Führers und Reichskanzlers vom 17. Januar 1936 wurde der Regierungsrat Dr. Hugo Lotz zum Kreisdirektor im Hessischen Landesdienst ernannt Landesverband Mein-Main im ROP., Bezirk Oberheffen. Die zweite Vollversammlung des Bezirks Oberhessen des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverband der Deutschen Presse, der die Kreise Gießen, Alsfeld, Friedberg, Lauterbach, Schotten und Wetzlar umfaßt, findet am Montag, 3. Februar, in Gießen pünktlich um 18 Uhr im Hotel „Hopfeld" statt. Im Mittelpunkt der Versammlung wird ein Vortrag des Landesverbandsleiters, Hauptschriftleiter Pg. Gustav S t a e b e, Frank- furt a. M., stehen. In Anbettacht der Wichtigkeit dieser Tagung ist die restlose Teilnahme sämtlicher Mitglieder aller Fachschaften dringend erforderlich. In erster Linie ergeht hiermit an die freien Schriftleiter des Bezirks ein nachdrücklicher Aufruf zur Teilnahme an der Versammlung. „Einer zuviel an Bord " Lichtspielhaus. Viele Besucher werden den Roman gelesen haben, der in einer großen illustrierten Zeitung unter dem gleichen Namen erschienen ist. Sein Autor Fred Andreas hat sich schon früher als ein begabter, phantasievoller und scharfsinniger Erzähler erwiesen, der mehr kann, als bloß einen ordentlichen Unterhaltungsroman schreiben. Er ist auch — zusammen mit Pbilipp Lothar Mayr i n q und Kurt Heuser — Verfasser des Drehbuchs, das sich in der Fabel, im Handlungsausbau und, was am mrer- essantesten ist, auch in der Technik ziemlich eng an die Vorlage anlehnt. Sehr spannende Sache mit stark kriminellem Einschlag: in einer stürmischen Nacht verschwindet während der Ueberfahrt der Kapitän eines deutschen Frachtdampfers; offenbar ist er von einer Sturzwelle über Bord gespült worden und ertrunfen So nimmt auch das Seemannsgericht an, das den Fall nach der Heimkehr des Dampfers untersucht. Da tauchen ganz unvermutet Verdachtsmomente auf; es gewinnt den Anschein, als ob es sich nicht um einen Berufsunfall sondern um ein Verbrechen gehandelt habe, um einen Mord nämlich, und zwar aus Eifersucht, und damit haben wir in diesem Film nicht nur einen Kriminalfall, sondern zugleich eine Liebesgeschichte. Es ist hier nicht von Interesse, zu beschreiben, wie der an sich einfache und durchsichtige Fall sich zu- fehpnbs öprn)i(f'3ft, imm^r mehr Persrni-m und o"ch immer mehr Indizien ins Spiel bringt, und wie die ganze Geschichte am Ende ausgeht und aufgeklärt wird. Das soll sich jeder im Kino selbst an« sehen Grundsätzlich interessanter scheint uns der Umstand, daß es sich wieder — zum wievielten gjiale’ — um die Verfilmung eines Romans handelt, was natürlich sofort zu Vergleichen herausfordert. Dabei liegt der Fall hier verhältnismäßig oünftiq insofern, als der Romanautor selbst an der Abfassung des Drehbuches beteiligt war und also doch wohl einen maßgeblichen Einttuß auf dessen Gestaltung hat ausüben können. Da er em gescheiter und begabter Mann ist, wird er emgesehen hoben, welche prinzipiellen Schwierigkeiten dem Unternehmen entgegenstanden. lEs ist an dieser Stelle bei zahllosen ähnlichen Gelegenheiten davon die Rede gewesen, und wir glauben, daß man immer wieder darauf zu sprechen kommen muß, wett es sich dabei um lebenswichtige Fragen der künstlerischen Filmgestaltung überhaupt handelt.) Bei diesem Ufa-Film war es richtig, Die Technik des Romans, die den Fall nach rückwärts auttollt, im wesentlichen.beizubehalten: der Film hatte dadurch die Möglichkeit, in feinem Element zu bleiben dergestalt, daß er nicht nur schnell und beliebig die Schauplätze wechseln, sondern auch einzelne Hand- lungsteile aus der Vergangenheit heraufholen und in den gegenwärtigen Ablauf einschieben konnte. Das ist nicht nur spannend im landläufigen Sinne, sondern auch einigermaßen filmgerecht, obwohl der Erzähler mit dem gleichen Kunstgriff arbeiten kann, was übrigens im Roman bei Andreas auch geschieht. Der Haken liegt wo anders: in der Konzentration der Fabel, die bei der Verfilmung eines Romans aus naheliegenden Gründen immer notwendig werden wird ; dadurch entstehen aber Lücken sowohl in der Fabel selbst als auch in der Charakterisierung der Personen. Man hat den Eindruck, als ob der Film die Kenntnis des Romans beim Besucher stillschweigend voraussehte. Es haben indessen nicht alle Besucher den Roman gelesen, und die ihn nicht gelesen haben, werden immerhin zuletzt noch einige Fragen stellen, die ihnen vielleicht teilweise im Programmheft beantwortet werden. Aber auch das dürfte nicht sein; Fragen müssen im Film selbst beantwortet werden, und zuletzt darf überhaupt keine Frage mehr gestellt werden, wenn der Film m Ordnung ist. Die Rolle des Fräuleins Sparkuhl zum Beispiel wird u. E. im Film nicht so deutlich, wie sie erscheinen müßte; und höchst unwahrscheinlich ist unter den geschilderten Begleitumständen die Rettung Moltmanns, die zuletzt mühelos jumv traditionellen Ufa«happy-end überleitet. Daß trotzdem ein fesselnder und bis zuletzt spannender Film zustandekam, sagten wir schon; merkwürdig bleibt jedoch die zum Nachdenken anregende Tatsache, daß der Roman in feinen Gestatten und in feiner Handlung viel klarer und plastischer wirkt als der Bildstreifen. Eigentlich müßte das doch — auf den ersten Blick — gerade umapfohrt sein (Serharb Lamvrecbt inszeniertgute, scharfe Photographie, geschickte Ueberblenbun« gen und Schnitte; er hat von der in der Vorlage angebotenen analytischen Technik nach besten Kräften Gebrauch gemacht; um zu beurteilen, wie weit er für die oben ermähnten Einwendunapn in Betracht kommt, müßte man das Drehbuch gesehen haben. Die Besetzung ist im Ganzen recht glücklich, am besten in ein paar szenenweise stark belichteten Chargen; wir nennen Rudolf Platte in der Rolle des Schauspielers Wresky und Grete Weiser als Barbamp Lou Schmidt. Von den Hauptfiguren wirkt Lida B a a r o v a „apart" im Sinne des Romans; das Gretchen-Orakel paßt allerdings weniger zu ihr, zumal man noch immer den fremden Akzent heraushört. Schoenhals als Moltmann sicher und einleuchtend; sehr gut Deltgen als Rohlfs in feinem finsteren, blinden, jäh aufwallenden Temperament. Auch Birgel als Untersuchungsrichter, G o l l i n g als Kommissar, Engel, H u s s e l s und Dannemann (von der Dampferbesatzung) geben sich, jeder an seinem Platz, überzeugend. — Im Beiprogramm: die Ufa-Wochenschau und malerische Städtebilder von einer Reise zwischen Main und Donau. —r— Der Kön«g badet. Don Peter Steinbach Man schrieb das Jahr 1765. Friedrich der Große hatte soeben in Landeck Quartier bezogen, um feine Gicht los zu werden. Die Nachricht von der Ankunft des Königs verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Landeck fühlte sich durch die Visite aufs höchste geehrt. Lediglich der Kandidat Kirle, der am selben Tage zur Kur eingetroffen war, merkte von alledem nichts. Der hatte vor lauter Gelehrsamkeit und Gliederreißen keinen Sinn für öffentliche Angelegenheiten. So hielt er sich auch den Wirt, dem die vornehme Neuigkeit auf der Zunge brannte, vom Leibe, legte sich vielmehr müde von den Beschwerden der Reise zu Bett und schlief ein. Am frühen Morgen, gestärkt vom Schlummer und aufs angenehmste überrascht von den Schönheiten der umliegenden Landschaft, begab sich der Kandidat wvhlaelaunt zum Badehaus. Dort stieß er auf Demoiselle Langenikel, der es oblag, die Heilungsuchenden im Gebrauch der Bäder zu unterrichten. Der Kandidat warf dem abretten Kind einen kecken Blick zu und war auch schon, als fei er hier zu Hause, in der nächstliegenden Zelle ver- schw"ndpn. „Was fällt Ihm ein?", schrie die Jungfer hinter ihm her. „Er ist in des Königs Badestube!" Der Kandidat war nicht auf den Mund gefallen und erwiderte dem Zuruf, den er guten Glaubens für einen Scherz hielt: „Sieht Sie nicht, daß ich der König bin?" Der König .. natürlich' Wer sonst kam wie der Wind angeweht, war da. war dort, bei ahnungslosen Schulzen, die den Staat um die Steuer betrogen, oder bei Schulmeistern, die ihre Buben dummes Zeug lehrten? Wer sonst war überall, wo man ihn nicht erwartete, nirgends gebührend empfangen und immer zu spät erkannt — wer anders als' der Königs Natürlich! Das sah ihm schon ähnlich, dem onädiasten L^ndesherrn, ganz allein1 am hellichten Morgen aufzutauchen und eine ehr-1 bare Jungfer zu erschrecken. „Der König", stammelte Demoiselle Langenikel, hatte sich aber gefaßt und begann, stolz auf die Ehre, dem hohen Herrn dienen zu dürfen, ein eifriges Hantieren. Auf einmal vernahm sie hinter ihrem Rücken ein Aechzen und sah, als sie sich umwandte, einen Unbekannten heranhumpeln, was nicht ohne Lärm geschah, denn der Ankömmling bearbeitete die Steinfliesen rücksichtslos mit dem Krückstock. „Still!" drohte die Jungfer. „Der König habet!" „Der König? Geruhen bie Jungfer mir mitzuteilen, um welche Majestät es sich handelt? Um ben König von Frankreich, Polen, Sachsen ober gar um ben Kaiser van China?" ,^till? Man wirb Ihn noch aufhängen, wenn Er so weiter lästert!" „Jawohl! Man wirb ihn aufhängen!" schrie der Kandibat hinter seinen Wänden hervor unb fuhrwerkte aufs höchste belustigt in ber Wanne herum, so baß unbänbiges Gelächter unb stürzenbe Wasser- fasfaöen ein absonderliches Konzert gaben. „Oh", sagte bie Jungfer, „... wie gnäbig ist unser Lanbesherr ... unb fügte hinzu: „zu Euerem Glück." „Mag Sie ihn benn, ben Fritz?" „Frag Er nicht so bumm!" Da schwieg ber wirkliche König unb wartete gebulbig, bis ber anbere brm fertig war. Als ber Kanbibctt Kirle enblich bie Babestube verließ. sah er sich seinem Herrscher gegenüber. Er wußte besser Bescheid mit königlichen Porträts als bie Jungfer Langenikel, unb weißer als bie weißeste Wanb fiel er sogleich in bie tiefste Ohnmacht aller Zeiten. Demoiselle Langenikel, selber am Ranbe bes Lebens, fing ben Besinnungslosen auf, unb ber König, umgeben von feinem inzwischen herbeigeeilten Gefolge, betrachtete amüsiert bie schwankende Pyra- mibe. Dann roanbte er sich zu ber Jungfer: „Sie hält eine Majestät in Ihren Armen. Se. Majestät ben Schelmenkönig. Mache Sie einen Mann aus meinem mißratenen Kollegen unb schenke Sie mir wo- möglich ein paar tüchtige Solbctten!" „Nach biefer Episobe begann ber König mit der Erfüllung seiner Kurpflichten, und schon nach kurzer Zeit konnte er in einem Briefe an General de la Motte-Fouque die Heilkraft der schlesischen Quellen rühmen... lieber ben Kanbibctten Kirle ist abschließenb zu berichten, baß bie Jungfer einen Ehebunb mit ihm schloß, ber sich gewaschen hatte. Gehorsam bem allerhöchsten Befehle nahm sie ihren Kanbibaten so gründlich vor, daß er sich im Gegensatz zu feinem König nur ungern der Landecker Kur erinnerte. Mitglied -er DAF. oder nicht? Deshalb heißt es nicht „Zwang oder freiwillige Mitgliedschaft der DAF.", sondern „Für oder wider die Volksgemeinschaft". Die Kreiswaltung Gießen der Deut- fchen Arbeitsfront bittet um Veröffentlichung der folgenden Ausführunben: In den letzten Wochen haben sich einige Zeitungen und Zeitschriften mit dem angeblichen Problem der Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeitsfront beschäftigt. Die Tatsache allein, daß diese Stellen die freiwillige oder eine gezwungene Mitgliedschaft als Grundlage über Erörterungen setzen, zeigt, daß sie weder das Wesen noch das Ziel der Arbeitsfront begriffen haben. Denn die Mitgliedschaft zur Arbeitsfront ist kein Problem und keine Frage, die zur Diskussion steht, sondern eine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Forderung unserer innenpolitischen Zielsetzung, woran nicht herumgedeutelt werden kann. Jeder, der das dritte Reich bejaht, der die historischen Aufaaben der jetziaen Generation erfühlt oder versteht, jeder, der Den gigantischen Kampf des Führers um ein ewiges Deutschland miterlebt, muß wissen, daß der Kern dieses Kampfes die Erfüllung ist und der Bestand des Dritten Reiches von der Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes getragen wird. Und zwar nicht nur von einem Gesichtswinkel aus oder einem Standpunkt aus gesehen, sondern von der breiten Ebene unseres politischen Totalitätsanspruches. In seiner Verordnung vom 24. Oktober 1934 sagt der Führer über die DAF.: „Die DAF. ist die Organisation der schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust. Die Mitgliedschaft bei der DAF. wird durch die Mitgliedschaft bei einer beruflichen, sozialpolitischen, wirtschaftlichen ober weltanschaulichen Organisation nicht ersetzt. Das Ziel der DAF. ist die Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen. Sie hat dafür au sorgen, daß jeder einzelne seinen Platz im wirtschaftlichen Leben der Ration in der geistigen und körperlichen Verfassung einnehmen kann, die ihn zur höchsten Leistung befähigt und damit den größten Nutzen für die Volksgemeinschaft gewährleistet. Die DAF. hat den Arbeitsfrieden dadurch zu sichern, daß bei den Betriebsführern das Verständnis für die berechtigten Ansprüche ihrer Gefolgschaft, bei der Gefolgschaft das Verständnis für die Lage und die Möglichkeiten ihres Betriebes geschaffen wird. Durch die Selbsthilfeeinrichtung der DAF. soll jedem ihrer Mitglieder die Erhaltung seiner Existenz im Falle der Not gewährleistet werden, um den befähigten Volksgenossen den Aufstieg zu ebnen oder ihm zu einer selbständigen Existenz, wenn möglich auf eigenem Grund und Boden, zu verhelfen." Ist dies die Zielsetzung eines privaten Verbandes, einer Gewerkschaft, oder ist das die sozialpolitische Marschroute für ein starkes und stolzes Volk, das sein Lebensrecht durch eigene Kraft erkämpfen will? Liegt nicht in diesem Auftrag die Verwirklichung aroeier großartiger Ideen, die die kommenden Jahrzehnte beherrschen werden, die Idee der Gemeinschaft und die der Leistung? Der Führer verordnete, daß die DAF. die Organisation der schaffenden Deutschen ist! Ausgenommen sind somit nur die Faulenzer und Nichtstuer, die nichts für die Nation leisten. Sie wird durch keine sonstige Mitgliedschaft, nicht einmal durch eine weltanschauliche ersetzt. Das bedeutet, daß jeder, der zur Bildung einer Leistungs- und Volksgemeinschaft beitragen will, in die DAF. gehört. Und hierzu berufen sind alle Deutschen, ohne Ausnahme! Eine Volksgemeinschaft wird nicht durch einen Teil der deutschen Menschen gebildet, sondern durch alle. Eine Leistungsgemeinschaft umfaßt nicht nur eine Berufsschicht, einen Stand oder eine gewisse Anzahl von Volksgenossen, die durch ein arteigenes Wirken zusammengehören, sondern alle Stände, Schichten und Berufe. Hierzu gehören ebenso die Angehörigen der Freien Berufe als die Angestellten, die Werkmeister und die Ingenieure, die Bergarbeiter, die Landarbeiter, der Arzt, die Krankenschwester und der Patient ohne Rücksicht auf seinen Beruf, der Kommerzienrat, der Generaldirektor und der Handwerker, der ungelernte Arbeiter und der Lehrling. Welcher schaffende Deutsche will sich freiwillig von dieser Zielsetzung ausschließen? Niemand, der sein Vaterland liebt und bereit ist, an einer besseren Zukunft mitzuarbeiten. Oder glaubt jemand ernstlich, daß er auf die Gemeinschaft verzichten und als Eigenbrödler fein Dasein fristen kann? Denn mehr als vegetieren kann er nicht! Die Zeiten der liberalistischen Ichsucht sind vorbei, wo alle gegen einen und einer gegen alle kämpfte! Er wird unbarmherzig durch den im Aufbruch befindlichen Gedanken der Gemeinschaft niedergetrampelt. Kein Titel und keine Stellung wird ihn hiergegen schützen. Der Trieb, der nur Rechte forderte, ist zurückgedrängt durch die Ethik der Pflichterfüllung all-r gegen alle. Das sollte jeder, der den Nationalsozialismus noch nicht begriffen hat, ernstlich bedenken. Von dieser Zielsetzung aus gesehen, wird jeder zustimmen, daß die Mitgliedschaft zur DAF nur eine freiwillige fein kann, denn das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft schließt Pflichten in sich gegenüber Volk und Staat, die nur freiwillig übernommen werden können. Diejenigen, die die Gemeinschaft verneinen ober sich außerhalb biefer Gemeinschaft als Gegner stellen, können unb bürfen wir niemals zwingen, in ihr aufzugehen. Denn baburch würbe ber Gebaute ber Volks- unb ßeiftungsgemeinfdjaft gesprengt unb zu einer Geste ohne Bekennermut unb ohne Opferwille herabsinken. Deshalb ist es verstänblich, baß sich Hanbwerker, Künstler, Aerzte, Rechtsanwälte unb Wirtschaftsführer zur Leistungsgemeinschaft bekennen: deshalb ist es verstänblich, baß Unternehmer, bie positiv zum Staat stehen, nur Mitarbeiter nehmen, bie bereit finb, am Aufbau unb an ber Erhaltung ber Gemeinschaft mitzuwirken; beshalb ist es verständ- lich, baß bas Arbeitsgericht bie Klage eines Gefolg- fchaftsmannes abwies, ber wegen Nichtzugehörigkeit zur DAF. entlassen worben war. Denn wer bie Gemeinschaft ablehnt, wirb auch durch diese Gemeinschaft verworfen. Der hohe Wert der freiwillig erfolgten Eingliederung und der freiwillig übernommenen Pflichterfüllung ist gerade der Kern der Gemeinschaft. Fachschaft der Weinverteiler im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. LPD. Frankfurt a. M., 30. Jan. Zur Zeit wird der Aufbau der Fachschaft der Weinoerteiler im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau durchgeführt. Zu diesem Zweck hat der Garten- und Weinwirtschaftsoerband Hessen-Nassau, Abteilung Wein, Frankfurt a. M., Arndtstraße 28, allen ihm bekannten Weinverteilern des Gebiets in den letzten Tagen einen Fragebogen zugehen lassen, der von diesen auszufüllen und bis spätestens 8. Febr. 1936 wieder zurückzusenden ist. Weinoerteiler, denen ein solcber Fragebogen nicht zugegangen ist, müssen diesen sofort bei der genannten Stelle anfordern. Zu den Weinoerteilern zählen alle Unternehmen, die als Eigenhändler (Groß- und Kleinhändler), Vermittler unb felbftänbige Weinvertreter gewerbsmäßig Umsätze in Weinbauerzeugnissen tätigen. Wer bie Anmeldung unterläßt, kann nicht bamit rechnen, später noch als Mitglieb ber Fachschaft ber Weinverteiler ausgenommen zu werben unb setzt sich der Gefahr der Untersagung der Berufs- ausübung aus. Wirtschaft. Oie Induftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 84: Neue Ausfuhrverbrauchsscheine der lieber» wachungsstelle für unedle Metalle ab 1. Febr. 1936. 85: Aenderungen im Post- und Telegraphenverkehr mit Litauen und dem Memelgebiet. 86: Der Außenhandel der Niederlande in 1935. Rhein-Mainische Börse. Mitlagsbörse fest. Frankfurt a. M., 30. Ian. Die Börse verkehrte am Aktienmarkt in fester Haltung und brachte bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen überwiegend Kurserhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Der Abschluß ber Siemens & Halske mit 8 (i. V. 7) und bie Wiederaufnahme ber Divi- benbenzahluna mit 5 v. H. bei Siemens-Schuckert gab ber Börse Anregung. Vorbörslich galten Siemens 179,50 nach 177,50 unb Schuckert 132,50 nach 130, währenb zum amtlichen Beginn die Kurse gegen gestern mit 177,65 bzw. 131 nur mäßig höher lagen. Es lagen jedoch einige Limite vor, die zur Ausführung tarnen, nach deren Erledigung vermochten Schuckert, bei denen man mit 6 (i. V. 4) v. H. Dividende rechnet, auf 132,50 anzuziehen. Lebhaft waren außerdem AEG. mit 38, 38,40, 38,13 (37,40), bie übrigen Elektrowerte lagen still unb voll behauptet. IG. Farben hatten mit 152,25 (151,25) größeres Geschäft, ferner stiegen Scheibeanstalt auf 213 (212,50). Montanaktien lagen ruhig unb kaum oeränbert, später zogen sie leicht an. Rheinstahl 113 (112,75), Mannesmann 84 bis 84,40 (84), Stahlverein 81,40 bis 81,50 (81,50), Hoesch unoeränbert 88. Kali Aschersleben gaben 1 v. H. auf 128 nach. Lebhaftes Geschäft hatten auf Divi- denbenhoffnungen Daimler Motoren mit 99,25 bis 100 (98,40), BMW. 123 (122,50). Eßlingen Maschinen bröckelten weiter ab auf 88,50 (89). Deutscher Eisenhanbel setzten ihre Befestigung auf die Wahrscheinlichkeit einer Dividendenerhöhung aus 6 (i. V. 4) v.H. auf 116,75 (115,75) fort, Metallgesellschaft gewannen 0,50 v.H. auf 118. Kunstseide AKU. zunächst ohne Notiz, später 53,75 (53,50). Sonst eröffneten u. a.: Reichsbank 184,75 (184,25), Brau- dank 116 (116,75), AG. für Verkehr 105,50 (105), Allgemeine Lokal & Kraft 122,75 (121,50), Holzmann 96,90 (96), Westdeutsche Kaufhof 33,90 (33,50) unb Norddeutscher Lloyb 16,75 (17,50). Nach ben ersten Notierungen war bie Haltung allgemein nach oben gerichtet und meist ergaben sich leichte Erhöhungen. Der Rentenmarkt lag still aber freundlich. Altbesitz 110 (109.75), Kommunal-Umschuldung unv. 87,15, Zinsvergütungsscheine etwa 92,90, späte Schuldbuchforderungen 96,50. Von fremden Werten Ungarn etwas höher, 4 v. H. Gold 9,13 (9,05), 1913er 8,97 (8,75). Im Verlaufe ließ das Geschäft am Aktienmarkt stark nach und auch die Kurse gingen zum größten Teil um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. zurück. Siemens 176 nach 177,65, Schuckert 132 nach 132,50. Daimler konnten sich mit 100 gut behaupten. Aku, IG -Far- ben, Montanwerte und Westdeutsche Kaufhof waren rückläufig. Zellstoffaktien blieben gut behauptet. Von Auslandwerten Chade D 285,50 (284). Am Kassa- marft kamen Gebr. Roeder nach Briefstreichung auf Basis der gestrigen Schätzung mit 91 (letzter Kurs 103) wieder zur Notiz. Ausgehend von AEG. wurde die Haltung im weiteren Verlauf erneut fest. Es ergaben sich meist Erhöhungen von 0,50 o. H. Siemens blieben aber unerholt. Renten lagen ebenfalls sehr still, aber gut behauptet. Späte Schuldbuchforderungen 96,65, Zinsvergütung 93. Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationspfandbriefen kleine Aenderungen. 5,5 Rheinische Liquidation 101,50 (101,90), 5,5 Psälz. Liquidation 101,25 (101,50). Stadtanleihen lagen im allgemeinen behauptet, etwas leichter Frankfurter. Auslandrenten lagen still: 5proz. äußere Mexikaner 13,50 (13,50), 3proz .inere 5 (5), Anatolier 37,75 (37,75). Im Freiverkehr erhöhten sich Growag auf 80 (79), Kleyer etwa 100 bis 101 (100,50). — Tagesgeld zum Ultimo weiter gefragt und 3 (2,75) v. H. Adendbörfe weiter fest. In Fortsetzung der Tendenz des Mittagsverkehrs ergaben sich heute abend bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen weitere durchschnittliche Gewinne von 0,50 v. H. Es lagen Kauforders der Kundschaft vor, daneben schritt die Kulisse zu weiteren Käufen. Besonders Daimler Motoren blieben beachtet mit 100,75 bis 101 (100,50), ferner Vereinigte Stahlwerke mit 82 bis 82,25 (81,75), IG. Farben mit 153,25 (153) und AEG. mit 39 (38,75) .Höher lagen außerdem Scheideanstalt mit 214 (213), Moenus Maschinen mit 83,25 (82,50), Iunghans mit 86,50 bis 86,75 (86), Deutsche Eisenhandel mit 117,25 (116,75), Mainkraft mit 91 (89,75) Holzmann mit 97 (96,50) und Zellstoffaktien. Etwas niedriger lagen Südd. Zucker mit 197 (198). Valutapaiere hatten ebenfalls feste Haltung, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 178 (176), 3,5 v. H. dergl. 169 (167), Anatolier 38 (37,75), woraus sich auch die relativ behauptete Haltung der AKU.-Aktie mit 53,25 (53,50) trotz des erneut schwachen Amsterdams erklärt. Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitzanleihe zu 110 (109,90) größeres Geschäft, im übrigen lag der Rentenmarkt ruhig und unverändert. Von fremden Werten notierten 5 v. H. innere Mexikaner mit 5,65 bis 5,70 (5,60) und 3 v. H. innere mit 5,13 (5). U. a. notierten: Altbesitz 110, 5 v. H. Stahlverein 98,50, 4,5 v. H. Stahlverein 92,25, 6 o. H. Siemens Debentures 159, 4 v. H. Rumänen 5,15, 4 v. H. SBB. 178, 3,5 v. H. SBB. 169, 5 v. H. Mexikaner innere 5,65 bis 5,70, 3 v. H. innere 5,13, Braubank 117, Commerzbank 87,25, DD-Bank 85,50, Dresdner Bank 68,75, Harpener 113, Rheinstahl 113, Verein. Stahlwerke 82 bis 82,25, AKU. 53,25, AEG. 39, Bekula 139, Chade A bis C E 290, D, E 285, IG. Chemie volle 169,75, Daimler 100,75 bis 101, Eisenhandel 117,25, Erdöl 109,25, Scheideanstalt 214, Linoleum 146, IG. Farben 153,25, Ges- fürel 131, Holzmann 97, Mainkraft 91. Frankfurter Schlack; tviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Jan. Auftrieb: 45 (gegen 19 am letzten Donnerstagmarkt) Rinder, darunter 2 Ochsen , 43 Kühe, Kälber 632 (860), Schafe 113 (108), Schweine 460 (497). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 58 bis 64 (am 23. 1. 57 bis 68), b) 48 bis 56 (46 bis 56), c) 38 bis 47 (36 bis 45), d) 28 bis 37 (24 bis 35); Lämmer und Hämmel b2) Weidemast 50 (50 bis 51), c) mittlere 48 bis 49 (48 bis 49); Schafe e) beste 44 bis 46 (—), f) mittlere 39 bis 43 (—); Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51) Markt- verlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt, lieber« stand: 19 Rinder, darunter 2 Ochsen und 17 Kühe. Großhandelspreise für F l eis ch u n ö für Fettwaren. Beschickung des Fleischgrotz« marktes: 675 Viertel Rindfleisch, 97 ganze Kalber, 22 ganze Hämmel, 492 halbe Schweine, vier Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77, c) 72 bis 75 (am 27. 1. 72 bis 74); Bullenfleisch b) 74 bis 77; Kuh- fleisch b) 68 bis 74, c) 72 bis 74; Kalbfleisch b) 74 bis 80 (84 bis 94), c) 66 bis 74 (74 bis 84); Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zentimeter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf mittelmäßig. Kirche und (Schule. Landkreis Gießen. 3 Leihgestern, 30. Ian. Unser dritter G e - meindeabend am Sonntag stand unter dem Thema: „Kann ein Deutscher ein Christ sein" und war für jeden ein unvergeßliches Erlebnis. Keiner war berufener, diese Frage zu beantworten, die im vergangenen Jahr der Führer der Deutschen Glaubensbewegung Prof. Hauer im verneinenden Sinn gestellt hatte, als Pfarrer P r o b ft in Frankfurt-Oberrad. Mit Hauer in der Missionsanstalt in Basel einst zusammen ausgebildet, später in Indien unmittelbar in dessen Nachbarschaft als Im Zeichen der Treue sammeln SA, SS, NSKK. und NSDS1B. für das Dinler- hilfswerk am 1. und 2. Februar. Zeige Deine Treue durch Dein Opfer! Missionar tätig, konnte er den einstigen Christen in seinem Gebetsleben schildern, aber auch die Linien aufzeichnen, die den Vorkämpfern der Deutschen Glaubensbewegung in seine heutige Stellung gegen das Christentum geführt haben. Waren Bismarck, Freiherr vom Stein, Ernst Moritz Arndt, General von Ziethen, dessen 150. Todestag auf den 26. Januar fiel, keine Deutschen, weil sie Christen waren? Pfarrer Probst vertrat den Satz, und er begründete ihn in tiefgehender, innerlich packenden Weise: ein Deutscher kann nicht nur, sondern er muß ein Christ sein, weil er nur als solcher, sich feiner höchsten Verantwortung bewußt, in Sturm und Not hinter Volk und Führer feinen Mann steht. Die Gemeinde — das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt — folgte in atemloser Spannung den l’^ftünbigen, mitreißenden Ausführungen, die von Liedern Der Gemeinde und des Kirchengefangvereins unter Leitung von Oberrealschullehrer Blaß- Gießen umrahmt waren. Das kurze Schlußwort des Ortspfarrers ließ als schönsten Dank für den Redner die Mahnung an die Gemeinde ergehen, im Geisteskampf der Gegenwart die von heiligem Ernst und einer heiligen Begeisterung getragenen Worte in sich nachwirken, und allezeit zu einem tapferen und freudigen Bekenntnis werden zu lassen; denn nur damit leisteten wir dem Vaterland und feinem Führer und Kanzler den besten Dienst. > Holzheim, 28. Jan. Die kirchliche Statistik vom Jahre 1935 weist folgende Zahlen auf: 34 Kinder wurden getauft (22 Knaben, 12 Mädchen), konfirmiert wurden 24 Kinder (11 Knaben, 13 Mädchen), 11 Paare wurden getraut, 22 Sterbefälle traten ein (14 männliche, 8 weibliche). 1489 Personen nahmen am hl. Abendmahl teil; es find dies 127 v. H. Rundsunkproaramm. Samstag, 1. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag — HI.-Sport. 10.15: Schulfunk. 10.45: Gaunachrichten. 11: Hausfrau, hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht: 15.15: HJ.-Funk. 16: Der frohe Samstag- Nachmittag. 18: „Mit den fliegenden Fahnen ..." Das Volk singt feine Geschichte. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Die große Sünderin. Operette in 3 Akten. 22: Nach- richten, Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetterbericht. 22.30: . . und morgen ist Sonntag. Ein frohes Wochenende mit Charlotte Gleisberg und dem Funkorchester. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deich loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jronnun o. 2)1. Berlin Schluß- kurS Schlupf. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. mittag« börse Oatum 29.1 30 1 29.1 30 1. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,5 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98 98 98 98 bV»°/o Doung-Anlcihe von 1930 .. 103,4 103,4 103,5 103 Deutsche Anl.-MlöI.«Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. <‘/i% Deutsche ReichSpostschatzan 109,75 110 109,9 110 to«i|unflen von 1934, I....... 6% etcm.8% Hess. Volksstaat 1929 99,85 99,85 99,9 (rückzahlb. 102%)............ *Vi% el>em.8% Hessische Landes 97,75 — — 97,75 banl Tarmstavt Gold R. 12.... 96,4 96,4 96,4 6y,% ehern. 4^% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadlLioui 101,1 101,05 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldjchuldverlchr R.ü 93 93 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Ausloi.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An- 119,5 — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,7 113,65 113,7 113,65 4Yi% ehk-m.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 6*4% ehern. 4yt% Franks. Hyp. Bank-Ltgu.«Psandbriese....... 6%% ehern 4y,% Rheinische Hhp.-Bank-Liyu.-Goldpfe. ... 4^i% ehern. 8% Pr. LandeSpfand- 101,7 101,7 — — 101,9 101,5 101,65 101,75 briesanslalt, Psandbriese R. 19 97 97 97 97 4%% ebcm. 7% Pr. Landcspsand- briesanst., Gold Komm. Lbl.VI 97 97 97 108,5 Steuergutfch.Berrechnungsk. 84-38 108,5 I 108,5 108^5 4% Oefterrelchische Goldrente.... — _ _ — 4,20% Oesterreichische SÜberreste 1,2 1,2 9,13 1,25 — 4% Ungarische Goldrente....... 9,05 9,05 9,1 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,8 8,9 8,85 8,9 4*4% desgl. von 1913.......... 8,9 8,975 9 9,10 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,5 13,5 13,6 13,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.................... 9,4 9,65 9,7 — Sranffurf a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börle Datum 29 1 30-1 29-1. 30.1 4% desgl. Serie II ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!4A»Rumän.vereinh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y<% Anatolier .............. Hamburg-Amerita-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prival-Bank ... o Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank........ 0 Reichsbank ................ 12 '11.6.®....................... Bekula.................... 10 Elektr. LieferungSgefelllchaft... 6 Licht und Kraft ........... ey. Felten & Guilleaume......... 4 Gefellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ « Rhein. Wests. Elettr..........« Schuckert S Eo................ Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Eo..............7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ............... Harpener.................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. B Ilse Bergbau ...............g Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 3 Mannesmann-Röhren........0 9,4 6,4 9,15 5,15 37,75 16 17,5 105 116 87,13 85,5 86,75 184,25 37,4 139 115 132,75 114 131,25 128 130 177,5 128 98 108,5 '13,5 88 159 129 84,75 84 9,65 6,5 9,2 5,15 38 16 17 106 117 87,25 85,5 86,75 39 139 116,13 133,25 114,25 131 129,13 132,25 176 129 97,75 109,25 113 88,5 160,5 129,25 85,25 84,64 6,5 9,35 5,2 37,9 16,25 17,65 104,75 117 87,13 85.5 86,75 184,9 37,13 138,9 115 133 113,9 131 128,25 129,75 177,25 128 97,75 108,25 113,5 88 160,25 129,13 84,5 84 9,2 5,15 37,75 16,13 27 16,9 105,5 117,5 87,25 85,5 86,75 185,75 38,75 139,13 115,75 133 113,75 130,75 129,4 132,25 176,65 128,25 97,75 108,75 112,75 88,5 129,4 85,25 84,75 Sranffurt a. M. Berlin Schluß« kurs Echlußf. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. mittag« börse Datum 29-1 30-1 29.1 30 1. Manöfelder Bergbau....... .. 6 _ 127 127 127 Kokswerke....... .. 6 —— — 120 120,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 218,5 219,5 219 219,75 Rheinstahl ............... .. 4 112,75 113 112,65 113,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 81,5 82,25 81,4 81,75 Otavi Minen ............. .. 0 18,13 18,25 18,25 18,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 129 128 128 128 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 120 — 120,25 121,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy. — 194 193,5 194 $. G. Farben-Jndustrie..... .. ? 151,25 153,25 151,25 153 Scheideanstalt............. .. 9 212,5 214 —— Goldschmidt .............. .. 5 112,65 112 112 112 Rütgerswcrke ............. .. 6 120,65 120,4 120 121 Metallgesellschaft........... .. 4 117,5 118 117 118 Philipp HoHmann......... Hemeniwerk Heidelberg .... .. 4 96 97 96,5 96,5 .. 7 124,5 123,75 - Sementwerk Karlstadt....... .. 6 128 128 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 97,9 97,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 53,5 53,25 54,4 53,5 Bemberg................. .. 6 93,25 — 93,25 93 Zellstoff Waldhos .......... . 5 119,5 121 119,5 120,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 82,5 84 82,75 84 Dessauer Gas ............. .. 7 — 122,25 121 Daimler Motoren.......... .. O 98,4 101 98,5 100,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 145 146 144,75 145,5 Orenstein & Koppel ........ . O — — 79,75 79,25 Westdeutsche Kaufhof....... . O 33,5 33,25 33,13 33 Chade.................... 7V. 287,5 290 288 290,75 Accumulaioren-Fabrik...... 12 174,5 — 173,75 Eonti «Gummi............. . 8 165 165,5 165 165,5 Sritzner.................. - 0 26,65 - 27 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 89,75 91 - Süddeutscher Zucker ....... 10 198 197 - 198 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 21L 29.Januar 30.Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung iveiv Bries Geld 1 Bries Buenos Lire. 0,680 0,684 0,680 0,684 Brüssel .... 41,91 41,9! 41,91 41,99 >Rfo de Ian. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia ...... 3,047 3,05- 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,85 54,95 54,89 54,99 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,285 12,315 12,29 12,32 HelsingforS.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ...... 16,39 16,4c 16,38 16,42 Holland .... 168,61 168,95 168,53 168,87 Italien..... 19,85 19,8$ 19,80 19,84 Japan ...... 0,717 0,71$ 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Lslo..... : 61,67 61,7$ 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm... 63,33 63,45 63,37 63,49 Schweiz ... 80,84 81,0C 80,82 80,98 ■spanten... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... Budapest ... 10,28 10,30 10,27 10,29 Reuyork ... 2,465 2,469 2,458 2,462 Banknoten _________Berlin, 30 Januar Seid Brie? Amerikanische Noten....... 2,41 2,43 Belgische Noten........... 41,76 41,92 Dänische Nolen .......... 54,63 54,85 Englische Noten .......... 12,255 12,295 Französische Noten........ 16,33 16,39 Holländische Noten ........ Italienische Noten......... Norwegische Noten ....... 61,50 61,74 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten........ —— Schwedische Noten........ 63,15 63,41 Schweizer Noten.......... 80,64 80,96 Spanische Noten.......... 33,63 33'77 Ungarische Noten......... ttr.26 Drittes Blatt GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 31. Zanuar 1936 s Der 30 Januar 1936 in Gießen Reichsgrimdlmgsseier der Nn'verW Gießen Feiern in den Schulen mittelt worden; die Feiern in den übriaen Schulen, über die heute vormittag kein Bericht bei uns oor- lag, dürften im gleichen Rahmen verlaufen sein und damit durch die abgedruckten Berichte hinlänglich mit registriert sein, so daß sich eine weitere Berichterstattung erübrgt. Die Stürme der S A.- Standarte 116 versammelten sich gestern abend in ihren Sturmlokalen, um dort die Rundfunk- Uebertragung des großen SA.-Appells vor dem Führer im Berliner Lustgarten am gestrigen Donnerstagmittag und anschließend den Rundfunkbericht über den Fackelzug der alten Kämpfer der SA. am gestrigen Abend vor dem Führer mit dem zum Abschluß zum ersten Male gespielten SA.-Ruf, dem Zapfenstreich der SA., zu hören. Die Ueber- tragung der Berliner Veranstaltungen und insbesondere die Rede des Führers, sowie die Ansprachen des Stabschefs Lutze und des Reichsministers Dr. Goebbels machten auf die SA.- Kameraden einen starken Eindruck. Das Treuegelöbnis der Gießener SA.-Männer für den Obersten SA.-Führer erhielt durch dieses starke Erleben am Schlüsse der gestrigen Sturmabende noch eine besondere Kraft, die im weiteren Dienst für den Führer und Deutschland sich allezeit einsatzbereit auswirken wird. Gauamtsleiter Heyse vor den Mitarbeitern der Gauleitung Hessen-Nassau. RSG. In tausenden Betriebsappellen, in unzähligen Gemeinschaftsempfängen, in zahlreichen Kundgebungen gedachten die Partei- und Volksgenossen Hessen-Nassaus des historischen Tages, an dem sich vor drei Jahren Deutschlands Schicksal zum Guten wandte. Aus der Fülle der Kundgebungen ragt vor allem in der Kompaktheit des Eindrucks der Appell der Mitarbeiter der Gauleitung im Adolf-Hitler-Haus hervor. In Vertretung des Gauleiters wies Gauamtsleiter H e y f e in durch ihre markante Kürze imponierenden Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Wer die Ehre hat, im Gauhaus dem Werk unseres Führers an exponierter Stelle zu dienen, unterliegt einer erhöhten Verpflichtung, die schlechtweg nicht überschätzt werden kann. Nur einer Gefahr müssen wir entgehen: in der Parteiarbeit zu versinken mit knöcherner Amtsmiene. Es ist die höchste Ausgabe und zugleich das heiligste Gelöbnis aller Mitarbeiter der Gauleitung, daß für uns wie auch für alle gilt: Wir müssen die Verbindung behalten zwischen der revolutionären Schwungkraft als National soziali st en und dem täglichen, unumgänglichen Dien st für die Partei. tum die Schlacht auf allen Linien verloren. Die inneren Verhältnisse des Reiches zwangen Otto I. zu jener entscheidenden Wendung der Politik, das Schwergewicht nun auf die Reichskirche zu verlegen. Dieses Ottonische System stellt den grandiosen Versuch dar, durch die Beherrschung und Einschaltung der Kirche den Universalismus ihrer Idee dem Reichsgedanken dienstbar zu machen. Bis in die Zeiten Heinrichs III., etwa 70 Jahre, hat das System sich bewährt. Aber seine Grundlagen mußten erschüttert werden, sobald das Papsttum sich wieder besann auf seine geistliche Macht. Mit der ungeheuren Ausweitung des Kampfgedankens und der zwangsläufigen Verlagerung des Schwerpunktes nach Italien werden schließlich dem imperialen Gedanken die wichtigsten Grundrechte des deutschen Königtums geopfert. Und so reißt der Sturz des Imperiums auch die Königsmacht in die Tiefe. Das „Heilige Römische Reich" bewahrt immer noch einen fahlen Glanz, so wenig es in der nüchternen Wirklichkeit Anspruch und Wesen dieser Idee erfüllt. Aber man gewöhnt sich daran, in den Kur- f ü r st e n nun die Säulen des Reiches zu sehen. Es ist seltsam zu sehen, wie das 14. und 15. Jahrhundert trotz der fortschreitenden Aufteilung der Macht, mit aller Anstrengung um Deutung und Inhalt des Reichsgedankens ringt, wie sich langsam in dieser Zeit der Begriff der Nation gestaltet. Aber der praktische Versuch einer eingreifenden Reform in der Zeit Maximilians scheitert an seiner inneren Unlösbarkeit. Ein „irreguläres Monstrum" nennt ein gelehrter Publizist nach dem Dreißigjährigen Krieg das Reich und bedauert, es nicht einmal mehr in irgendeine Kategorie des Staatsrechts einreihen zu können. 150 Jahre danach zerfällt das brüchige Gefäß falschen Glanzes. Aus der tiefen Sehnsucht der Nation nach der größeren Einheit, die im Wirbelsturm der Freiheitskriege geboren und auf den Schlachtfeldern von 1870 reif geworden ist, aus der staatenbildenden Kraft Preußens schmiedet Bismarck das neue Deutsche Reich. Und dieses Zweite Reich beweist in dem vien- jährigen Ringen gegen den Ansturm einer Welt, daß allen internationalen Verführungskünsten, allen auflösenden Liberalismen zum.Trotz der heilige Gedanke des Reiches, das Erlebnis des Vaterlandes, unvergessen ist. Nicht der mystische Abglanz eines Gottesreiches auf Erden, nicht der Weltenslug eines Imperators Augustus, nicht Kaiser und Reich, Legitimität und Dynastie sind uns heute Inhalt und Bürge des Reichsgedankens, sondern in aller Schlichtheit und aller Größe jene schwer errungene Einheit „Führer und Volk", die als unausrottbare Verpflichtung eingepflanzt ist — jedem einzelnen — mitten ins Herz! Im Anschluß an die Rede brachte das Kameradschaftsbaus des NSDStB. nochmals einen Sprechchor „Einer baut einen Dom" zum Vortrag. Hier-, auf erhob sich der JMfor der Landesuniversittii, Professor Dr. Pfähler, zu einer Ansprache, in der er etwa folgendes sagte: Man kann auf zweierlei Weise die Erinnerung an die Entscheidungsstunden deutscher Geschichte feiern. Deutsche Geschichte ist den einen ein aufgespeicherter Schatz, den sie an den nationalen Feiertagen beschauen, stolz und wohlgefällig wie etwas, das man ein für allemal besitzt und das einem niemand mehr rauben kann. Den anderen ist sie ein unaufhörlich fließender Strom, dem sie die Schleusen ihrer Herzen auftun. Wer in diesem Sinne in die Vergangenheit seines Volkes hinabhorcht, wird im Horchen zum Täter; während er mit der einen Hand in den Reichtum des Gewesenen greift, strafft sich die andere bereits zum Griff in die Zukunft/ Wie anders ist jener 18. Januar 1871, geschaut von der Warte des 30. Januar 1933 aus, und damit hineingestellt aus dem Tot- und Fürsichfein in den lebendigen Strom. So fern scheint die Zeit — und ist doch so nahe noch, in der auch beim besten Willen nationale Gedenktage für uns kaum mehr sein konnten als Museumsbesuche; wie sollte uns auch deutsche Vergangenheit zu lebendiger Kraft für die Zukunft werden, solange keiner da war, in dem Geschichte als Gewesenes und Geschichte als Kommendes zu einer Linie zusammenstießen, weil beide in ihm zu Entschluß und Ziel wurden. 1924 schrieb Adolf Hitler in der Landsberger Kerkerhaft die Worte nieder: „Wenn Menschenherzen brechen und Menschenseelen verzweifeln, dann blicken aus dem Dämmerlicht der Vergangenheit die großen Ueberwinder von Not und Sorge, von Schmach und Elend, von geistiger Unfreiheit und körperlichem Zwange auf sie hernieder und reichen den verzagenden Sterblichen ihre ewigen Hände. Wehe dem Volk, das sich schämt, sie zu erfassen." Ein Begnadeter gibt den hellen wie den dunkelsten Stunden unserer Geschichte Sinn, indem er ihnen Gegenwartswirkung und Zukunftsträchtigkeit verleiht. Nicht, weil ihn die Ursachen an sich „interessierten", sondern weil ihre Erkenntnis in ihm Ursache geschichtlicher Ereignisse werden will. Einzig und allein Adolf Hitler hat uns die Möglichkeit geschenkt, die nationalen Gedenktage wieder so zu feiern, daß das Geschichtliche in ihnen Kraft und Willen zur Zukunft gibt. Kein Geschlecht vor uns hat es so großartig erlebt, daß Sinn oder Unsinn des Vergangenen lebendig wird allein aus einer Gegenwart, die stürmischen Willens auf eine Zukunft losgeht. Daß keiner den schlafenden Barbarossa aus dem Berge befreit, es fei denn, er stürme den Berg und mache selber Geschichte. Das hat Adolf Hitler für uns getan. In dieser seiner Tat liegt für die deutschen Universitäten ein besonderes Geschenk. Der Führer hat uns gezeigt, daß geschichtliche Kräfte nur der wirklich erkennt, der in das Dunkel der Vergangenheit mit dem Licht eines geballten Willens zu einem Ziel hineinleuchtet; über Wert und Unwert des Vergangenen nur entscheiden kann, wer zuvor sich für einen Weg in die Zukunft eindeutig entschied. Damit hat er zugleich all unserem Forschen ein Ziel gesteckt. Vor allen Gedanken zum 30. Januar steht darum der eine: das Wort aus der Landshuter Kerkerzelle in heißer Dankbarkeit auf Adolf Hitler selbst anzuwenden: „daß die Bewunderung vor der Größe nicht nur einen Dankes- zoll an diese darstellt, sondern auch ein einigendes Band um die Dankenden schlingt." Damit aber, daß die Universität sich Mann für Mann dem vom Führer gewiesenen Weg und Ziel unterstellt, wird ihr die Feier des 30. Januar zur politischen Feier im tiefften Sinne des Wortes. Der Rektor Pros. Dr. Pfähler übergab dann das Wort dem Kreisleiter z. b. D. Oberbürgermeister Witter, Gießen, als einem der alten Kämpfer der Bewegung, der u. a. folgendes ausführte: Oberbürgermeister Ritter sagte zu Beginn, er freue sich, daß an den deutschen Universitäten die echte Volksverbundenheit und eine Volkwerdung im Marsche sei. Der Vortrag Professor von Guttenbergs habe einen Auszug aus der deutschen G- schichte gegeben, und es habe sich gezeigt, daß immer einzelne Männer hervorgetreten seien, die als Mahner und Rufer vor das Volk getreten wären. Erft einige unerschrockene Männer, die an das deutsche Volk und seinen gesunden Sinn appellierten, hätten beseelt von einem unerschütterlichen Glauben an Deutschland, die neue Fahne vorangetragen. Der Führer selbst habe in der ersten Zeit des Kampfes öfter gesagt: „Und wenn ihr alle den Glauben verloren habt, gebt mir die Fahne, ich glaube an Deutschland". Ein Wille und ein Mut zu Wahrhaftigkeit habe dem Führer und seinen Getreuen den Austrieb gegeben, die anderen Parteien allmählich zur Niederlage zu bringen. Nachdem es dem Führer gelungen sei, den größten Teil der- Jugend an sich zu reißen, da sei die Stunde gekommen, wo der damalige Reichspräsident von Hindenburg sich über die anderen Parteien stellen konnte. Trotz vieler Befürchtungen habe der Führer die Regierung übernommen. Sofort sei das ganze Judentum in aller Welt geschlossen gegen diesen Mann aufgetreten. Der gesamte Weltmarxismus und die Freimaurerei sei Sturm gelaufen, und die Not für das deutsche Volk schien immer größer zu werden, aber Adolf Hitler habe gewußt, daß ein unerschütterlicher Glaube Berge versetzen könne. Was wir aus unserem kleinen Gesichtswinkel seither an Erfolgen gesehen hätten, sei nur ein kleiner Bruchteil der großen Probleme, die in Angriff genommen worden seien. Seit der Machtübernahme sei nach keiner Hinsicht ein Rückschlag zu verzeichnen. Obwohl überall Krisen und Krieg die anderen Völker erschüttern, gehe Deutschlands Wirtschaft langsam voran. Von der großen Verschuldung der einzelnen Gemeinden seien in den letzten Jahren durch die besonderen Sparmaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung viele Millionen Mark Schulden schon getilgt worden. Wenn Parteigenossen an führenden Stellen eingesetzt worden seien, so sei dies eine Verpflichtung dem deutschen Volke gegenüber, um möglichst schnell den Willen des Führers auf breitester Basis durchzufetzen. Durch die Wiedergabe der Wehrfreiheit fei es möglich geworden, eine machtvolle Politik zu gestalten. Es gelte noch, die letzten inneren Schwierigkeiten zu überwinden und den noch in einigen Köpfen spukenden Liberalismus gänzlich auszurotten. Jedem Volksgenossen sei die Möglichkeit gegeben, an dem Wiederaufbau mitzuarbeiten. Das gewaltige Winterhilfswerk zeige ja jedes Jahr schon die immer größer werdende Geschlossenheit unseres Volkes. Auch sei für die deutsche Frau hier ein großes Arbeitsfeld gegeben. Selbst <>ei kleineren Uebelständen von Unterführern dürfe man sich nicht beschweren, weil immer einmal ein Irrtum möglich sei, denn jeder verantwortliche Führer handele aus Treue zum Führer. An den Gräbern ermordeter Kameraden habe sich gezeigt, wie sehr die Liebe zum Führer in den Herzen der einzelnen Menschen verankert sei, denn viele seien gestorben mit den letzten Worten „Für dich, mein Führer, sterbe ich gern". Dies alles sei nur möglich gewesen, weil hier eine uralte Wahrheit zum Durchbruch gekommen sei, daß der, der nichts für sich will, sondern nur für die anderen arbeitet, die Sympathien des Volkes sich erwerben könne. Wenn alle dem Führer Folge leisten und gemeinsam ans Werk gehen und bei der Arbeit mithelfen wollten, dann könnten wir sagen: „Heil uns, heil unserem Führer". Nach dem vom Rektor ausgebrachten und von der Versammlung freudig aufgenommenen dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler wurde die Reichsgründunqsfeier mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes sowie mit dem Ausmarsch der Fahnen und des Lehrkörpers beschlossen. denen Uniformen der nationalsozialistischen Bewegung der Feier der Oeffentlichen Handelslehranstalt bei. Mit dem gemeinsamen Lied „Siehst du im Osten das Morgenrot" wurde die Feier eingeleitet. Ein Gedicht: „Steig' auf du Jahr der deutschen Schicksalswende" versetzte alle Anwesenden im Geist in die entscheidungsvolle Zeit des Jahres 1933 zurück. Dieses Erleben wurde veranschaulicht durch die feierliche Enthüllung eines großen Bildes „Deutschland ist erwacht", auf welchem der historische Marsch der SA. durch das Brandenburger Tor dargestellt ist. Gedichte und Sprechchöre leiteten zu der Ansprache des Leiters der Anstalt, Dozent Dr. Kruse, über. Er legte seinen Ausführungen die Worte zugrunde: „Wir leben in einer Zeit, die so groß ist, daß wir es nicht ermessen können", und gab einen genauen Ueberblicf über den weiten Weg der Innen- und Außenpolitik des Führers. Er schilderte dann im einzelnen die großen Erfolge auf dem Gebiete der Sozial- und Kulturpolitik des neuen Reiches, das in jugendlicher Frische ein Hort des Friedens und der Kultur in der bewegten Welt darftellt. So unermeßlich groß, wie die Zeit ist, in der wir leben, so unermeßlich groß und stark erscheint uns der eine Mann, der alles meistert, unser Führer. Nach weiteren Gedichtvorträgen und gemeinsamen Liedern wurde die Feier nach dem Deutschland-Lied und dem Horst-Wessel-Lied mit einem feierlichen Bekenntnis zum Führer beschlossen. Bogtsche Pnvat-Handelsschule. In der Vogtschen Privat-Handelsschule wurde gestern — wie man uns schreibt — entsprechend der Würde des Tages der 30. Januar feierlich begangen. Eingeleitet wurde die Schulfeier mit dem Lied „Volk ans Gewehr". Es folgte dann ein Gedicht von Friedrich Wilhelm Hausmann: „Das Grab im Sachsenwald" sowie ein Gedicht „Dem Führer" von Heinrich Anacker. Nach dem Sprechchor „Wille ist Macht" zeigte Dr. Henning den Schülern den 30. Januar als Wendepunkt in der deutschen Geschichte und nannte diese Feierstunde den Geburtstag des Dritten Reiches. Die Geschichte der Deutschen in den letzten tausend Jahren und der Kampf der Deutschen bis zur Schaffung des Dritten Reiches gab ein klares Bild über die deutsche Volkwerdung. Stammesgegensätze, religiöse und soziale Gegensätze, kardinale Fehler der Deutschen müssen erkannt und beseitigt werden. Aus den Fehlern des Ersten und des Zweiten Reiches wollen wir lernen und daran arbeiten, dem Dritten Reiche, dem Reiche des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler, ewige Dauer zu verleihen. Die Mitarbeit eines jeden einzelnen Deutschen ist hier heiligste Pflicht. Marschieren müssen wir mit Horst Wessel dem Siege entgegen Nachdem der Schulleiter das Treuegelöbnis unö Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des Dritten Reiches ausgebracht hatte, schloß die Feier mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Deutschlandlied. In der mit den Fahnen des Dritten Reiches und mit der Büste des Führers würdig geschmückten Neuen Aula fand gestern vormittag die Reichs- grünbungsfeier der Ludwigs-Universität statt. Nach dem Einzuge des Lehrkörpers und der feierlichen Einbringung der Fahnen unter Rührtrommelklang wurde die Feier durch einen machtvollen Chorgefang des Akademischen Gesangvereins eingeleitet. Nach einem erhebenden Sprech- chor des Kameradschaftshauses des NSDStB. unter dem Titel „Der Führer" betrat Archivrat Dozent Freiherr von Guttenberg das Podium zu feiner Festrede über das Thema „23 o m Werden und Wandel des Reichsgedanken s", in der er u. a. etwa folgendes ausführte: Am 13. Januar gedenken wir der befreiten Brüder an der Saar, heute — am 30., jährt sich zum vierten Male der Tag, da wir Deutschen des Dritten Reiches durch den Willen unseres großen Führers und den Marschschritt seiner Gefolgen nicht nur ein einheitliches Reich, sondern ein einheitliches, in sich geschlossenes Volk geworden sind. Das deutsche Volk mit dem Reichtum seiner aus Stamm und Landschaft erwachsenen kulturellen Gaben hat eine Einheit gewonnen in feiner staatlichen Geschlossenheit des neuen Reiches. Wenn wir heute diesen Tag als einen Tag der Erfüllung des deutschen Schicksals mit Freude begehen, dann sind wir uns bewußt, daß ein langer, beschwerlicher Weg auf den Gipfel geführt hat. Geschichte erleben und werten ist ein Weg zur völkischen Selbsterkenntnis. Die Worte des Führers sind uns oft genug Zeuge dafür, wie er selbst mit dem Sinn der Geschichte gerungen hat, wie er ihre tiefsten Werte bewahrt und würdigt. In diesem Sinne spreche ich heute vom Werden und Wandel des Reichsgedankens. Reich und Reichsgedanke, ein vieldeutiger und wechselvoller geschichtlicher Begriff. Warum sprechen wir von den Reichen der Goten, Vandalen und Langobarden und schließlich von Frankenzeit und zur gleichen Zeit noch nicht von Reichen der innerdeutschen Stämme der Bayern, Alemannen und Sachsen? An der Schwelle der Reichsbildungen steht der Führergedanke in seiner schärfsten Ausprägung. Am deutlichsten vollzieht sich die Wandlung zur Alleinherrschaft eines starken Einzelnen im Licht der Geschichte bei den Franken. Der überlegene Machtwille des Merowingers Chlodwig ist Voraussetzung für Reichsgründung und Königsherrschaft., Mit rücksichtsloser Härte beseitigt Chlodwig die verschiedenen Teilkönige seines Stammes und Geschlechtes; mit harten Kriegsschlägen schafft er die räumliche Grundlage für sein Reich. Diese fränkische Reichsgründung ist ganz auf den Machtgedanken, auf die überlegene Kratt der Persönlichkeit gestellt. Dieses mervwingische Königtum nimmt aber auch die Mittel, wie sie sich bieten. Aber noch liegt die Vorstellung einer Erneuerung des römischen Reichsgedankens fern. Als Ueberwinder fühlt sich der Franke. Aber dieses erstarkte Volksgefühl ist reines Stammesbewußtfein. Nur die Königsmacht bindet die in das Reich gezwungenen Stämme. Und als ein neues und kraftvolleres Geschlecht die Karolinger die selbstherrlichen Stammesherzogtümer wieder hineinzwingt in eine neue staatliche Einheit, da wahrt es noch lange den Schein dieses Mero- wingischen Königsrechtes. Pivpins Sohn, der gewaltige Karl, erneuert das Werk seiner Väter, beseitigt in rücksichtsloser Strenge die letzten Träger der Absonderungsgelüste, die Stammesherzöge und zwingt in jenen furchtbaren und blutigen Sachsenkriegen, in denen das Kreuz an das Schwert gebunden wird, auch den germanischen Norden in den Raum dieses Riesenreiches von der Nordsee bis über die Alpen. Er verkörpert noch einmal den Reichsgedanken als Machtgedanken. Aber nun kommt' ein Neues hinzu. Räumlich wird ein neues Reich, das eroberte Langobardenreich in Italien, an das fränkische Regnum gebunden. Die Kaiserkrone Karls des Großen war der Abschluß dieser Entwicklung des 8. Jahrhunderts. Nicht dem Papst verdankter die Kaiserkrone, Gott gilt als Spender. Die germanische Kraft willensstarker Führerpersönlichkeiten hat dieses Reich geschaffen! Unter den schwachen und streitsüchtigen Spätlingen des karolingischen Hauses zerbrach das weiträumige Frankenreich, die Kaiserkrone wird zum Zankapfel der Teilkönige. Weder die Kaiferidee des Imperiums noch die völkische Blutsverwandtschaft bewährt in dem gefahrdrohenden Augenblick, als die oftfrankl- schen Karolinger mit einem Kinde ins Grab sinken, eine einigende Kraft, sondern das alte funkische Regnum und die Erinnerung an eine gebaute Macht unter Karl dem Großen. Und schließlich erneuert der Sachsenkönig Otto I. das Kaisertum, nicht aus dem Anspruch auf Weltherrschaft, sondern als fränkisches Erbe Karls des Großen. Es sind die Gipfelpunkte der Macht, die sich an die Namen der größten deutschen Kaiser knüpfen, an den Sachsen Utto Den Großen, den Salier Konrad II. und den Hohenstaufen Friedrich den Rotbart. Aber am Ende des stausischen Zeitraumes hat das König- und Kaiser- Der gestrige Jahrestag der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde in Gießen würdig begangen. In den Straßen sah man ein Meer von Fahnen, das sichtbar zum Ausdruck brachte, in welcher Geschlossenheit unsere Gießener Bevölkerung sich zum Führer und seinem großen Werk bekennt. In den Betrieben hörte man von 8.30 Uhr ab die Rundfunkübertragung einer Feier in dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk in Frankfurt a. M.-Nied. Die Leiter der Behörden versammelten ihre Mitarbeiter um sich und wiesen in Ansprachen auf die hohe Bedeutung dieses Gedenktages hin. Bei unserer Garnison fanden Gedenkfeiern innerhalb der einzelnen Truppenteile statt, bei denen die Soldaten Ansprachen der Kommandeure hörten. Die Universität beging in eindrucksvoller Weise ihre Reichsgründungsfeier in Verbindung mit dem Gedenken des 30. Januar, über die nachstehend berichtet wird. In den Schulen gedachten Lehrer und Schüler in gemeinsamer Feierstunde gleichfalls des Führers und feines Aufbauwerkes mit vielseitig ausgeftalteten Feiern, deren Höhepunkt die Ansprache des Reichsministers Dr. Goebbels war; aus dem Bereich dieser Veranstaltungen sind uns die nachstehend wiedergegebenen Berichte über- Landaraf-LudwigS-Gyninasium. Der dritte Geburtstag des Dritten Reiches wurde in unserem Gymnasium in einer stimmungsvollen Feierstunde begangen. Ein flotter Marsch, Lieder und Sprechchöre leiteten die Stunde ein. Im Mittelpunkt stand die Gedenkrede von Studienrat Dr. Buß. Er gedachte des Reiches Bismarcks und feiner Schicksalsstunde im November 1918. Mit dem 30. Januar 1933 war die Zeit des Niedergangs zu Ende. In dreijährigem Kampfe schuf der Führer den deutschen Einheitsstaat, gab allen Volksgenossen Arbeit und Brot, erweckte im ganzen Volke eine neue Geisteshaltung und befreite Deutschland von den Fesseln des Versailler Diktats. Das Treuebekenntnis am Schluß klang aus in dem Gruß an den Führer und dem Gesang der deutschen Lieder. Goetheschule. Zur Feier des Gründungstages des Dritten Reiches fanden sich — fo berichtet man uns — die Oberklassen in der Turnhalle zusammen. Die musikalische Ausgestaltung der Feier lag in den bewährten Händen von Lehrer Dietrich. Lehrer Otto Müller gab zunächst einen Ueberblicf über die vergangenen Reiche. Das Erste Reich mußte zu Grunde gehen an der Uneinigkeit der deutschen Fürsten. Das Zweite Reich Bismarcks brachte zwar von außen gesehen die langersehnte Einheit, aber im Innern blieb das Volk zerrissen durch Grenzpfähle, Parteien und Klassenunterschiede. Als der Führer am 30. Januar 1933 die Macht übernahm, setzte er sich das Ziel, nach seinem gewaltigen Kampf um die deutsche Seele in einem noch gewaltigeren Kampf all jene liebel und Mißstände zu beseitigen, an denen das deutsche Volk seit Jahren gelitten und die eine wahre Einheit verhindert hatten: Auflösung der Parteien, Beseitigung der kommunistischen Gefahr und des zersetzenden Einflusses der jüdischen Internationale. Es folgte der innere Aufbau: Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Einsetzung der Reichsstatthalter im Zuge der Reichsreform, Betreuung der Aermsten des Volkes durch das Winterhilfswerk. Heute, nach drei Jahren, zeigen sich überall die Erfolge der Arbeit unseres Führers. Den inneren Aufbau begleitete die Wie- derwehrhaftmachung und damit die Wiederherstellung der Ehre und Freiheit nach außen. Die Rede wurde wirksam unterstützt durch Gedichtvortrag, Gesang und Sprechchor. Als Abschluß der Feierstunde hörten wir die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels, der über alle deutschen Sender zu der Schuljugend sprach. Oeffentliche Haudeislehranstatt Gießen Man berichtet uns: In dem mit den Fahnen der Bewegung und Lorbeerbäumen geschmückten Fest- raum wohnten Lehrer und Schüler in den verschie- Aus der Provinzialhaupisiadt. Schlachten und Aufbewahren lebender Zische. ZdR. Während bisher in den Ländern Bestimmungen galten, die teilweise voneinander abwichen, ist durch eine neue Reichsverordnung eine einheitliche Vorschrift für das Töten und Schlachten sowie für die Behandlung lebender Fische geschaffen worden. Nach dieser Verordnung müssen alle lebenden Fische, die für den menschlichen Genuß bestimmt sind, ordnungsmäßig geschlachtet werden, vorher sind sie mit einem genügend harten, schweren Gegenstand durch Kopfschlag zu betäuben. Der Kopfschlag kann nach dieser neuen Verordnung wegfallen bei Aalen und Plattfischen, für die dann besondere Schlachtvorschriften gelten. Durch diese Schlachtbestimmungen soll vor allen Dingen das rasche Ausbluten des Tieres gewährleistet sein. Lebende Fische dürfen nur dann vom Verteiler an den Käufer lebend abgegeben werden, wenn dieser einen geeigneten Behälter mit genügendem Wasservorrat mit sich führt. Ebenso sind über das Halten lebender Fisch- in Behältern Anordnungen getroffen. Hierbei ist aber der Praxis dadurch Rechnung getragen worden, daß widerstandsfähigere Fische, wie z. B. Aale und Plattfische, in deren Kiemenhöhlen sich die Feuchtigkeit ohnehin besser hält, auch in genügend feuchter Verpackung, also z. B. in feucht gehaltenen Kisten usw., befördert werden können. Dagegen ist das Zurschaustellen lebender Krebse unmittelbar auf Eisstücken verboten, d. h. also, daß irgendeine Unterlage aus Stoff oder anderem Material auf die Eispackung gelegt werden muß. Für die Zurschaustellung von lebenden Fischen in Wasserbehältern ist ausdrücklich angeordnet, daß diese nicht so stark gefüllt sein dürfen, daß die Fische über die Oberfläche des Wassers hinausragen. Schließlich enthält die Verordnung noch Bestimmungen über das Töten von Krebsen, Hummern und anderen Krustentieren sowie über das Töten von Fröschen, die durch schnelles Abschneiden des Kopfes getötet werden müssen, bevor die Schenkel abgetrennt werden. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": Ab 20.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. — NSLB., Abteilung „Höhere Schule", Fachschaft „Neuere Sprachen": 16 Uhr in der Oberrealschule Sitzung. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der Maskenball". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Postillon von Lonjumeau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Einer zuviel an Bord". — VHC., Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr Monatsversammlung. Skadtlhealer Gießen. Heute von 20 bis 23 Uhr, Verdis Meisteroper „Maskenball". Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: der Intendant. 16. Freitag- Abonnement. Obst- und Gartenbauverein Gießen. Am kommenden Sonntag, 2. Februar, findet im Kausm. Vereinshaus, Wernerwall, die Hauptversammlung statt. Näheres in der heutigen Anzeige. NSB., Ortsgruppe Sießen-Ost. Oebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Osi. Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, von Der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. X Vie deutle Rrbcitefront WZ n.S.=Oemein{chaft„firaftdurchfrcuöc" Urlaubsfahrt IX/4/36 Allgäu vom 7.—16. Februar. Die Fahrkarten für diese Fahrt können von den Teilnehmern auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Die Fahrt geht ab Frankfurt a. M. am 7. Februar, 10.43 Uhr. Rückfahrt erfolgt am 16. Februar. Ankunft in Frankfurt a. M. 19.54 Uhr. Wissenschaft im Dienst am deutschen Volke. Am Montag, 3. Februar, findet im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, 20 Uhr, der nächste Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienste am deutschen Volke" statt. Es spricht Professor Dietz über „Deutschesund römisches Recht". Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer). Don 2.30bis21.45 Uhr: Lyzeum. Dammstraße 46; von 19.45 bis 21 Uhr: Großen- Buseck, Neue Schule. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr: Lollar, Kantine der Firma Buderus. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs. Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr: Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 bis 22.15 Uhr: nur für Frauen, Volksbad. Oie Studentenschaft in einer Front mit dem WHW. Die ganze Gießener Studentenschaft stellt sich am kommenden Sonntag geschlossen in den Dienst des WhW. Nachmittags von 12 bis 17 Uhr sammeln die Studenten in ganz Gießen. Am gleichen Abend lädt die Studentenschaft zellenweise 500 bedürftige Gießener Volksgenossen zu einem Abendessen und Kameradschaftsabend ein. Diesen Volksgenossen gehen bis Ende der Woche schriftliche Einladungen zu. Gießener Bürger! Unterstüht uns in unserer Arbeit und zeigt, daß ihr nach wie vor hinter euren Studenten steht! Sportlehrer sammeln für das WHW. Die dem Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im NSLB. angeschlossenen Sportlehrer und Gymnastiklehrerinnen veranstalten in Verbindung mit der NSG. „Kraft durch Freude" am kommenden Sonntag, 2. Februar, 20 Uhr, im Caf6 Leib einen Vorführungsabend „Deutsche Gymnasti k". Aus dem reichhaltigen Gebiet der Leibesübungen werden viele Vorführungen gezeigt, die bestimmt auch das Jnterresfe des Nichtsportlers erregen dürften, Reine Gymnastik wechselt ab mit Darbietungen aus Bodenturnen, Tanz, Boxen usw. Der Eintrittspreis beträgt 0,50' Mark. Der Ertrag fließt dem WHW. zu. Nach den spoprtlichen Vorführungen findet Tanz statt. Krastpostverbindung mit Allendorf (Lahn). Vom 1. Februar ab wird der Ort Allendorf (Lahn) in die Kraftpostlinie Gießen—Rechtenbach —Hochelheim einbezogen und somit einem lang ersehnten Wunsche der Bevölkerung der Gemeinde Allendorf Rechnung getragen. Bisher ist der Ort von der Kraftpost nicht durchfahren worden, weil sich die frühere Gemeindeverwaltung geweigert hatte, sich an der Gewährleistung einer Mindesteinnahme zu beteiligen. Die Fahrzeiten, zu denen Allendorf durchfahren wird, sind in die Fährpläne bereits ausgenommen. Anmeldung zur Kaufmannsgehilfenprüfung. Die Industrie- und Handelskammer Gießen fordert nochmals alle Firmen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, bei denen kaufmännische Lehrlinge ihre Lehrzeit bis zum 30. Juni dieses Jahres beenden, auf, umgehend die Anmeldung dieser Lehrlinge zur Kaufmannsgehilfen - Pflichtprüfung vorzunehmen. Der späteste Anmeldetermin ist der 5. Februar 1936. Nettelbeck und der Luftschutz. Jeder weiß, daß im Winter 1806/07 Nettelbeck die Festung Kolberg gegen alle Angriffe des Feindes erfolgreich verteidigte. Wie machte er das möglich? Er rief die gesamte Bürgerschaft, einschließlich der Frauen und Jugendlichen, zur Brandbekämpfung auf und erreichte auf diese Weise, daß die Beschießung der Stadt keine Katastrophe und Panik zur Folge hatte. Bei Nettelbeck hatte jeder seine bestimmte Aufgabe. Wie dieser Volksheld gehandelt hat, so muß in ganz Deutschland bei einem zukünftigen Krieg gehandelt werden. Da kein Dorf und keine Olympia der Arbeit, der Reichsberufswettkampf der Beitrag der deutschen Zugend zum wirtschaftlichen Wiederaufbau. Stadt vor Luftangriffen sicher ist, muß im Geiste Nettelbecks schon im Frieden, Mann, Frau und Heranwachsende Jugend lernen, wie man zweckmäßig die Heimat verteidigt. Der Reichsluftschutzbund hat die Aufgabe, alle Volksgenossen praktisch auszubilden. Werdet Mitglied! Nehmt an den Ausbildungskursen teil! Der Führer hat die Mütterschulung in den Mittelpunkt des großen Frauenwerks gestellt und hat den Frauen Aufgaben zugewiesen, die bewußt den Familiensinn wieder stärken und der deutschen Frau den Platz zurückgeben sollen, der ihr zugehört und ihr zugehören muß, wenn sie zum Segen ihrer Familie und damit des ganzen Volkes werden soll. Segen kann aber nur ausgehen von dem Menschen, der den Platz auszufüllen versteht, auf den er gestellt ist, Der für feine Aufgabe die schöne Sicherheit mitbringt, dadurch daß er sie beherrscht. Jeder Beruf will erlernt sein und muß erarbeitet werben. Aber jahraus, jahrein sind junge Mädchen aus ihren Arbeitsstätten in Geschäften und Fabriken in die Ehe gegangen und brachten nur den guten Willen mit, sich mühsam und allmählich die Kenntnisse anzueignen, die von der Hausfrau und Mutter verlangt werden. Wie bitteres Lehrgeld mußte da bezahlt werden, wieviel Kummer folgte daraus! hier seht die Reichsmütlerschulung ein und ruft euch alle, ihr Frauen und Mädchen, ob ihr älter seid oder jünger, ob ihr in früher Jugend euer täglich Brot in harter Arbeit er- Für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet wurde die Kaufmannsgehilfen-Prü- fung vor einiger Zeit zur Pflichtprüfung erklärt. Jeder Kaufmannsgehilfe hat sich nach Abschluß seiner Lehrzeit vor dem eingesetzten Prüfungsausschuß dieser Prüfung zu unterziehen. Die Anmeldung wird bei der zuständigen Jndustrie- und Handelskammer durch den Lehrherrn oorge- nommen. Nachdem nun bereits einige Prüfungstermine angesetzt waren und in den stattgefundenen Prüfungen eine Reihe von Prüflingen erfaßt wurde, bilden die vorliegenden Prüfungsakten und deren Auswertung gutes Material, um sich über die PfUichten des Lehrherrn gegenüber seinem Lehrling und die Erfüllung dieser Pflichten ein Bild machen zu können. Der Kaufmannschaft wurde im Interesse des Berufsnachwuchses durch die Einführung der Kaufmannsgehilfenprüfung als Pflichtprüfung ein großer Dienst erwiesen. Diese Prüfung und ihre Auswertung bieten ein objektives Bild darüber, welche Betriebsarten und welche Betriebe im Prüfungsgebiet zur Ausbildung von Kaufmannslehrlingen geeignet find. Beim Vergleich von vorliegenden Prüfungsarbeiten ist es auch nicht schwer, festzustellen, welche Lehrherrn sich um die Ausbildung ihrer Lehrlinge reichlich sorgen und welche Lehrherrn in dem Lehrling immer noch die billige Arbeitskraft erblicken, der gegenüber sie keine Ausbildungspflichten zu erfüllen bereit sind. Jahrelang wurde um die Einführung der Kaufmannsgehilfenprüfung gekämpft. Der Kampf führte im Interesse des seinen Beruf ernst nehmenden und seinem Nachwuchs gegenüber verpflichteten Kaufmanns zu dem erfreulichen Ergebnis, endlich auch *♦ Ein voreiliger Frühlingsbote wurde uns gestern von einem langjährigen Bezieher unseres Blattes in Gestalt eines Maikäfers vorgezeigt, den das ganz unzeitgemäß warme Wetter schon zu einem Ausflug in die Lahngärten verlockt hatte. Kleine Strafkammer Gießen. Die I. D. aus Büdingen erhielt seinerzeit wegen Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz durch Strafbefehl 10 Mark Geldstrafe. Gegen diesen Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein, und sie wurde vom Amtsgericht Büdingen zu einer Geldstrafe von 3 Mark verurteilt. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde festge« stellt, daß die Angeklagte als Inhaberin einer Gastwirtschaft im August vorigen Jahres Vanilleeis zum Verkauf anbot, obwohl das Eis der gesetzlichen Bestimmung zuwider nicht den nötigen Eigehalt hatte und daher nur als Speiseeis verkauft werden durfte. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde kostenpflichtig verworfen. kämpfen mußtet oder als behütete und um- sorgte Kinder groß geworden seid, alle wollen wir euch erfassen! Gemeinsam sollt ihr lernen, was eurem Frauentum den Sinn gibt, die ed)te Mütterlichkeit, die nicht beim eignen Kinde Halt macht, die hinausstrahlt zu jedem, der ihrer bedarf! In Gießen beginnt ein Säuglings- Pflegekursus am 5. Februar in Der Universitäts-Kinderklinik. Hier finden die jungen Frauen und Mädchen in gemeinsamer praktischer Betätigung bei Lichtbildern und Vorträgen die ersten wertvollen Grundlagen für die Betreuung der werdenden Mutter und des ^Neugeborenen. Weiter beginnt am 4. Februar ein Lehrgang für Gesundheitslehre und häusliche Krankenpflege im Sanitätsdepot. Neben den allgemeinen Richtlinien über vernünftige Lebensweise, Ernährung, Kleidung, Abhärtung und Körperpflege werden im praktischen Lehrgang Verbände bei Verletzungen und Verbrennungen, die erste Hilfe bis zum Eintreffen des Arztes gezeigt. Anmeldungen für beide Kurse werden noch angenommen bei: Frau Schön, Moltkestraße 22. für den Kaufmannsberuf eine Prüfung eingeführt zu wissen, die Dem Kaufmannsgehilfen durch die Prüfungsurkunde bestätigt, daß er in Der Lage ist. Den Anforderungen, die im Rahmen eines Betriebes an ihn zu stellen sind, gerecht werden zu können. Leider ist aber Das Bewußtsein, daß ein Lehrherr bei der Einstellung eines Kaufmannslehrlings diesem gegenüber große Ausbildungspflichten zu übernehmen hat, noch nicht in allen Kreisen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Prüfungsarbeiten liefern hierfür Den notwendigen Beweis. Die Tatsache, daß man durch Den Lehrherrn anläßlich Der Anmeldung einen Fragebogen ausfüllen läßt, in Dem Diesem einige Fragen über den Ausbildungsgang feines Lehrlings vorgelegt werden, bietet Die Möglichkeit, sich einen genauen Ueberblick zu verschaffen. In sehr vielen Fällen ist schon allein aus diesem Fragebogen zu erkennen, daß viele aus der Lehre Tretende den Anforderungen eines Kaufmannsgehilfen auf Grund ihrer Gesamtausbildung nicht gerecht werden können. Die Denkweise und Wirtschaftsgestaltung in Der Zeit Des Liberalismus hat Die Ausbildung unseres Berufsnachwuchses oft in Bahnen gedrängt, die meist zu einseitigem Spezialistentum führte. Das nationalsozialistische Deutschland fordert im Interesse von Staat und Wirtschaft eine Lehrlingserziehung auf breiter und sicherer Grundlage Der manuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten und des beruflich-fachlichen Wissens und Könnens, Die eine Erziehung des jungen Berufstätigen zum leistungsfähigen und leistungswilligen Volksgenossen ermöglicht. Es geht deshalb auch in der Kaufmannsgehilfen-Prüfung nicht darum, etwa Spitzenleistungen feststellen zu'wollen. Reichsmiillerdienst im Deutschen Irauenwerk. Erfahrungen aus derKaufmannsgehilsen-prüsung 23on Kreis-Berufswalter der OAF., Dipl.-Kfm. Wilh. Wertes, Gießen. MIMn WM«. Roman von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sein Angebot blieb erfolglos bis auf eine Ausnahme. 3m Flur der zweiten Halbetage wurde gesungen. Ein blondes Mädchen öffnete, nahm mit freundlichem Gruß die Karten entgegen. Ein Ausruf des Entzückens: „Aber die sind ja reizend! Wieviel, sagten Sie? Handgemalt? Einen Augenblick, bitte. Drinnen die frische junge Stimme: „Mutti, sieh mal, wir brauchen doch Karten für die Geburtstage --nur fünfundzwanzig Pfennig, doch geschenkt, nicht?" Eine andere Frauenstimme, die dem Wartenden in ihrem tieferen, weicheren Klang irgendwie bekannt vorkam. Dann lachte das helle Mädchengesicht ihn wieder an. „Vier Stück, bitte — und weiter guten Erfolg!" Wieder erhob sich Gesang hinter dem die Treppe Hinuntersteigenden. Eine kleine tröstliche Freude war in ihm und ein großes Wundern. Daß es noch solche fröhlichen Menschenkinder gab! — Unten im Flur blieb Drau stehen, holte seine kleine Barschast hervor und zählte. Zwei Mark zehn. Mit dem Verdienst der letzten Tage etwa acht Mark. Nun konnte er endlich, endlich die nötigen Farben kaufen, weiterarbeiten, das Bild vollenden, von dem er wußte, daß es fein bestes Werk werden würde. Tiefaufatmend straffte er die Schultern. Was scherten ihn Not, was Scham und Demütigung — der Kunst dienen dürfen, war das nicht jegliches Opfer wert? Er tat ein paar Schritte, im Begriff, das Haus zu verlassen — blieb plötzlich wie angewurzelt stehen und starrte durch die Glasscheibe der Tür hinaus. Ein eleganter, langgestreckter Sechssitzer war vorgefahren — hielt. Der Führer sprang ab, trat an den Schlag, nahm von der im Wagen sitzenden Dame ein Paket entgegen, eine Weisung wiederholend. Der hinter der Haustür hinausstarrende Mann hatte alles verstanden. Da der Chauffeur ihn beim Eintreten ins Haus dort stehen sehen mußte, machte er sich schnell an seiner Brieftasche zu schaffen. Aber der beachtete ihn gar nicht weiter, sondern eilte der Treppe zu, die er leichtfüßig hinaufsprang. Die Frau im Wagen saß still da und sah vor sich hin, ganz in Gedanken versunken, Die nicht sehr fröhlich schienen, denn tiefer Ernst lag auf dem schönen Gesicht, das der Mann nun von seinem versteckten Winkel aus in Muße betrachten konnte. Wundervoll edel geschnitten waren die feinen Frauenzüge, reifer und weicher, als er sie in Erinnerung gehabt. Wieder lag Der schwermütige Hauch wie ein Schleier Darüber, verhaltene Trauer um Dem Mund, dessen berückende Süße zu Lachen und Küssen bestimmt schien. Das Kinn war fest, die Stirn trat offen und klar unter dem kleinen Hut hervor. Alles aber überstrahlten die Augen, jene tiefblauen Augen, die er seit jenem Silvesterabend nicht hatte vergessen können. Schöner, bedeutender war diese holde Frauenerscheinung, als er sie auf dem Bild festgehalten. Gottlob, daß er Geld hatte! „Gesegnet sei jede spendende Hand," dachte er, seinen kleinen Schatz in der Tasche befühlend, ohne den Blick abzuwen- den, „nun kann ich sofort das Fehlende hinzu- fügen —" . üben ein Helle Mädchenstimme. War es nicht dieselbe, die ihn vorhin so freundlich begrüßt? Da kam der Wagenführer schon wieder die Treppe hinuntergeeilt. Schnell entschlossen trat Drau auf Die Straße, knöpfte seinen Mantel zu, sah Dabei wie zufällig in Den haltenden Wagen. Für Sekunden- lange traf sich beider Blick. Beugte sich das blonde, von edlem Pelzwerk eingerahmte Frauenhaupt nicht ein wenig vor? — Der Chauffeur trat an den Schlag, Drau ging langsam weiter. Gleich darauf rollte der Wagen leise an ihm vor- !>t.Crr: -uCr diesmal sah seine Insassin geradeaus. Ob sie ihn wohl erkannt hatte? — _ „ . 11. Kapitel. Es klopfte. ??nr? versunken in Schaffensseligkeit, horte es nicht. Erst als zum dritten Mal gegen Die Tür gedonnert wurde, erwachte er zur Wirklichkeit. Deutlich genug stand sie vor ihm in Gestalt seiner Wirtin, die ohne weiteres eingetreten. „Ach, Sie malen," lächelte sie, näherkommend, Den Mann im weißen, farbenbeklecksten Kittel an, der sich schon wieder seiner Arbeit Angewandt hatte. Warum kam die Frau — Das Licht war günstig wie selten, von einer gedämpften Helle, die alle Farben klar und lebendig aufleuchten lieh. „Wollten Sie etwas, Frau Müller?" fragte er, nach einem noch feineren Pinsel auf dem Holztisch suchend. Es schien, daß Frau Alma allerlei auf dem Herzen hatte. Eine ganze Weile plätscherte ihr Redestrom munter dahin, auf dem einzelne Worte wie „Bruder — Theater-Billets —" wie dicke Brocken obenauf schwammen. „Ja," sagte Drau aufs Geratewohl, als eine unumgänglich nötig gewordene Atempause eintrat, denn ihm war, als sei er etwas gefragt worden. ,„So is recht, das is fein," freute sich die Dicke. „Aber werden Sie auch pünktlich fein? Sie wissen doch nie die Zeit!" in," erwiderte Drau verträumt und betrachtete ten Blicks sein Werk auf der Staffelei. Nun 5 vollendet. Nur eine hauchfeine Verstärkung d -oldschimmers auf den Schläfenhaaren, und da ein leichtes Mildern des Lichtreflexes auf dem Pelz-- Frau Alma lachte. „Wenn man dieses Lachen malen konnte, so würde es aus lauter Fettflecken bestehen," dachte Drau. Und mußte beim Gedanken lächeln — was Frau Alma auf ihre letzte Bemerkung bezog. Sie trat noch näher, so nahe, daß Drau die Wärme ihres Körpers spürte, betrachtete Das Bild und schnalzte mit der Zungenspitze. „Herrlich is das geworden, aber ganz prima," lobte sie, die Hände über den Leib gefaltet, der nirgends anfing und nirgends aufhörte, „wie Sie Das so aus’m Kopfe bringen —!" Die kleinen Augen blinzelten zu ihm empor, listig neugierig, mit einem Schuß von Mißtrauen. „Phantasie" hatte er auf Befragen erklärt. Na ja, hier war noch nie ein MoDell gewesen. Aber ob er am Ende auswärts —? So ein schöner Mann--Sie seufzte zärtlich. Der war anders als Die anderen, denen schon ihr Herz gehört. Bloß ein bissel zu ernst! Den mußte man aufmuntern, daß er endlich mal merkte, auf welcher Seite sein Brot gebuttert war! So ein luftiger Schwank wie heute abend loste Zunge und Herz. „Das wird Ihnen schon gefallen," sagte sie aus ihren Gedanken heraus, „wir haben feine Plätze. Der Herr, wo sie meinem Bruder gegeben hat, das ist nämlich Der Held. Was Der wohl verdient in der Woche? Wer Das hätte, was?" „,3a, ja," tagte Drau, Da es offenbar von ihm erwartet wurde. Noch eine Idee Gold ... „Ci Gott, hoffentlich is mein Kohl nich angebrannte! Wenn ich große Wäsche hab, koche 'ich immer Rindfleisch mit Kohl, da nützt man das Feuer aus. Ihre Oberhemden hab ich gleich mitge- waschen. Aber die sehen bös aus. Sie, Da müssen große Flicken rein. $)aben Sie schon gehört. Daß die Emma — was die Tochter vom Dienstmann Abel ist — von ihrem Bräutigam sitzengelassen wurde? Na ja, wenn eine immer in Seide und Pelz herumlaufen will, da weiß ein Mann Bescheid, da steckt nichts Solides hinter, nich?"--- Dem schweigend Arbeitenden war es, als ob mit Der unaufhörlich schwatzenDen Frau eine erstickende Wolke von Küstendunst und Wäschedampf ins Zimmer gedrungen war. Das soeben noch von taulicher Stille, von hehrem Schöpfungswunder erfüllt gewesen. Nun machte Der Alltag sich breit. Wich Die holde Erscheinung auf der Leinwand nicht ängstlich und abweisend vor ihm lurücf, verloren die Farben nicht den leuchtenden (yranj, der eben noch sein Herz entzückt? Wann ging das Weib endlich? Die grelle Stimme stach weiter in sein Ohr. „Wenn sie noch ein Wort sagt, erwürge ich sie," dachte Drau in Dumps auf- steigendem Grimm. Unerträglich war das Gewäsch. Seine Hand krampfte sich um Die Palette. „Also, um sieben gehen wir los," plapperte es weiter, „ich ziehe Das neue blaue an, muß mich doch feinmachen für Sie, was?!" Ein fteundschaft- licher Puff in die Seite. Seine Hand, ohnehin unsicher geworden, rutschte aus — aus einem haarfeinen Strich wurde ein breiter Goldstreifen, Der lief quer über Den ganzen Hintergrund. „Na sowas," sagte die Dicke ganz gemütlich — und verstummte vor dem flammenden Zorn in des Mannes Augen, der mit fahlem Gesicht herumgefahren war und mit der Hand nach Der Tür wies — „Raus!" (Fortsetzung folgt!) Kundgebung der Ortsgruppe Lich der ASDAP und zum Bauen WOndrich-MeWea 303 V Warum ist Einweichen wichtiger als Waschen? Werbe-Drucksachen liefert Bröhl'sche Druckerei Viele Frauen stehen auf dem Standpunkt, daß das Waschen die Hauptsache ist. Das ist aber falsch. Beim Waschen wird die Wäsche strapaziert, und der Schmutz - besonders fett-, ei weiß- und ölhaltiger Schmutz - geht doch nicht ganz heraus. Immer mehr kommt man heute zu der Überzeugung, daß das Einweichen die Hauptsache beim Waschen ist. Schon beim Einweichen muß fest aller Schmutz, aller Kitt aus Eiweiß und Fett, der den Schmutz am Gewebe festhält, gelöst werden. Natürlich gehört zu dieser kräftigen Schmutzauflösung auch ein stark wirkendes Mittel - das ist Burnus. Man sollte zum Einweichen nur Burnus benutzen, weil es die Wäsche weitgehend schont. Es kann niemals wie andere Ein weich-, Waschoder Bleichmittel auf das Gewebe wirken, sondern einzig und allein auf den Schmutz. Dadurch schont es die Wäsche einerseits - andererseits löst es den Schmutz derart kräftig, wie es bei keinem anderen Einweichmittel möglich ist. Große Dose Burnus 49 Pfg., überall zu haben. Gutoclieiu C3105 Rn Rügt* Jacobi Darmstadt Senden Sie mir Kostenlos eine Ttrfntf* Packung VurmrL Same —. - um eine Auslese der Leistungsfähigsten vorzuneh- I men. Diese Prüfung darf keinesfalls mit einem j Berufswettkampf verglichen werden. Bei der Kauf- ; mannsgehilfen-Prüfung soll die allgemeine« Leistungsfähigkeit des Berufsnachwuchses festgestellt 1 werden. Auch soll diese Prüfung die Möglichkeit i bieten, den Beruf vor völlig ungeeignetem Nachwuchs zu bewahren. Die Forderung: „So nahe wie ' möglich an die Praxis heran!" findet deshalb be- । sondere Beachtung, will man doch ein objektives : Bild über die Leistungsfähigkeit des jungen Kauf- : manns erhalten, das nicht durch rein auswendig gelernten Stoff erstellt werden soll. Auf diesem : Grundsatz ist dann auch der gesamte Prüfungsstoff, d. h. die Prüfungsaufgaben aufgebaut. Neben den schriftlichen Arbeiten, die die Kenntnisse in Deutsch, Buchhaltung, kaufmännischem Rechnen, Kurzschrift und Maschinenschreiben unter Beweis stellen sollen, ist von dem Prüfling eine mündliche Prüfung, die sich besonders auf dem Gebiet der praktischen Situationsaufgaben aus der Branche des Prüflings und insbesondere der Warenkenntnis bewegt, abzulegen. Eine selbstverständliche Forderung bedeutet es, wenn man von einem Kaufmannsgehilfen Verständnis für grundlegende Zusammenhänge des Wirtschaftslebens und über die Wesensfrage der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft verlangt. Die Prüfung in ihrer Gesamtheit gibt jedenfalls eine einwandfreies Bild über die praktische Lehre, die der Prüfling durchlaufen hat. Es ist beabsichtigt, den Lehrherrn nach Abschluß einer Reihe im Gange befindlicher Verhandlungen mit den einzelnen Wirtschaftsgruppen Ausbildungsrichtlinien für den Kaufmannslehrling zuzustellen, um hierin noch einmal klar die Ausbildungspflichten zu umreißen. Abgesehen von diesen kommenden Ausbildungsrichtlinien wird aber jeder Lehrherr, der es mit seiner Ausbildungs-Verpflichtung, die er nun einmal seinem Lehrling gegenüber bei Abschluß des Lehrvertrages übernimmt, ernst nimmt, den richtigen Weg finden, um im Interesse des gesamten Berufsstandes den Nachwuchs mit heranzuziehen, der für die Wirtschaft notwendig ist. Eine Reihe von Betrieben hat bereits den richtigen Weg gefunden, ohne daß es des Anstoßes von außen bedurfte, und damit unter Beweis gestellt, daß die gesamte Aus- bildungsfrage zum großen Teil abhängig ist von dem guten Willen und der Freude zur Leistung, mit der man an diese übernommene Verpflichtung geht. Endlich muß damit ein Ende gemacht werden, in dem Kaufmannslehrling nur eine billige Arbeitskraft, oder einen Laufburschen zu sehen. Die Kaufmannsgehilfen-Prüfung wird in Zusammenarbeit mit der Lehrlingsrolle, die bei den Zndustrie- und Handelskammern geführt wird, schnell einen Ueberblick darüber bieten, wer sich nun einmal nicht für die Heranziehung eines wirklich tüchtigen und leistungsfähigen Kaufmannsnachwuchses eignet. Auch die Deutsche Arbeitsfront, die durch die Abteilung für Arbeitsführung und Berufser- ziehung die notwendige Verbindung mit den Stellen, die sich mit den beruflichen Prüfungen und dem beruflichen Einsatz der Menschen befassen, aufrechterhält, roirt) mit großer Aufmerksamkeit gerade die Betriebe beobachten, von denen es zweifelhaft ist, ob sie in der Lage sind, einem jungen, in den Beruf tretenden Menschen das Rüstzeug für seine berufliche Laufbahn mitzugeben. Falls dies nicht zutrifft, muß mit aller Strenge in Zusammenarbeit der vorgenannten Stellen durchgegriffen werden. Es ist einem strebsamen jungen Menschen wirklich nicht damit geholfen, wenn er zu Beginn seiner Lehrzeit an einen Platz gestellt wird, von dem er nach Ablauf der drei Jahre Lehrzeit wieder abgeht, ohne in eine andere Abteilung des Betriebes je gesehen zu haben. Müssen wir von einem Kaufmannsgehilfen verlangen, daß er Verständnis für die Zusammenhänge des gesamten Wirtschaftslebens aufbringt, so müssen wir an erster Stelle von dem Btriebsführer verlangen, daß er seinem Lehrling die Möglichkeit bietet, die Zusammenhänge des Betriebes kennen zu ler- n e n. Erst aus dem Kennenlernen der betrieblichen Zusammenhänge wird die Befriedung in der Arbeit erwachsen, und aus der Befriedung wird die Freude an der Arbeit entstehen. Kommen zu dieser praktischen Tätigkeit dann noch die Unterweisungen der Berufsschule in den verschiedenen kaufmännischen Fächern, so wird jeder Lehrling, von dem natürlich auch der nötige Ernst gegenüber seinem Beruf vorausgesetzt werden muß, bald Freude an seiner täglichen Arbeit finden. Auch hierbei muß selbstverständlich jeder Lehrherr beratend und fördernd zur Seite stehen, um das in der Schule Aufgenommene zu vertiefen. Wenn anläßlich der letzten Kaufmannsgehilfen-Prüfung im Herbst 1935 festgestellt werden mußte, daß 50 v. H. der Prüflinge keine Kenntnisse in Kurzschrift aufzuweisen hatten und weitere 25 v. H. die Prüfung in diesem Fach nicht bestehen konnten, wir weiter berücksichtigen, daß das Resultat in Maschinenschreiben noch schlechter war, so ist hieraus die Lehre zu ziehen, daß der Lehrling auf die Notwendigkeit des Erlernens dieser für den Kauf- mannserüf unbedingt erforderlichen Fertigkeiten noch mehr hinzuweisen ist. Bei dem Einsatz von Angestellten, die im Rahmen der durchgeführten Arbeitsschlacht wieder in Arbeit und Brot vermit- telt werden konnten, machte sich das Fehlen dieser Fertigkeiten oft unar^genehm bemerkbar. Mit etwas gutem Willen von feiten der Betriebsführer muß es gelingen, eirM Nachwuchs heranzuziehen, auf den die Kaufmannschaft stolz sein kann, denn von dieser selbst wird ja der Nachwuchs herangebildet. Leider hat sich aber auch in vielen Kreisen die Meinung eingeschlichen, daß sie sich zur Einstellung eines Lehrlings nur dann bereiterklären können, wenn dieser bereits „Vorkenntnisse" aufzuweisen hat. Es gab sogar Zeiten, die endlich überwunden sind, in denen wir Anzeigen in Zeitungen beobachten konnten, die einen „bilanzsicheren Lehrling" oder einen Lehrling, der „perfekt in Englisch und Französisch" ist, suchten. Der Unsinn solchen An- innens muß jedem vernünftig denkenden Menschen einleuchten, wenn er sich vor Augen hält, daß wir es bei einem Lehrling mit einem Menschen zu tun haben, der noch in der Ausbildung steht oder erst in diese eintreten will. Erst nach der Lehrzeit wird der Lehrling zeigen können, was er auf beruflichem Gebiet gelernt hat. Von einem Schreiner z. B. wird man auch nicht verlangen können, daß er bei Beginn seiner Lehrzeit bereits in der Lage ist, ein sauber hergestelltes Möbelstück anzufertigen. Leider hat aber doch die Meinung, nur Lehrlinge einstellen zu können, die bereits über Vorkenntnisse verfügen, «fei es auch nur Kurzschrift oder Maschinenschreiben- in vielen Betrieben Platz gewonnen. Nicht jedem ist es vergönnt, sich eine vor der praktischen Lehre liegende schulische Ausbildung zu leisten, ohne deren Wert hiermit be- preche'n zu wollen. Keinesfalls darf diese aber für die Einstellung und Beurteilung der Qualität des Lehrlings ausschlaggebend sein. Es kann einem Schüler nicht zugemutet weichen, sich bereits während der Schulzeit um die Aneignung solcher Fertigkeiten zu bemühen. Durch diesen Versuch würden die Schüler leicht in die Gefahr kommen, andere )) Lich, 31. Jan. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hatte für gestern abend zu einer Groß- kundgebuna eingelcrden. Schon lange vor Beginn füllten zahlreiche Partei- und Volksgenossen die geräumige Turnhalle bis auf den letzten Platz. Mit schneidig von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich gespielten Märschen und der Einbringung der Fahnen fand die erhebende Feierstunde ihren Auftakt. Zunächst wurden die Reden des Führers und Dr. Goebbels übertragen. Im Anschluß an die Übertragung richtete Ortsgruppenleiter Kuhn herzliche Worte der Begrüßung an die Teilnehmer und entbot insbesondere dem Redner des Abends den Willkommensgruß. Stürmisch begrüßt ergriff Bürgermeister pg. Haug, Darmstadt ein Sohn unserer Stadt, das Wort, um in seiner etwa einstündigen Rede seinen Zuhörern ein plastisches Bild vom Wollen und Ziel des Nationalsozialismus zu vermitteln, den er als eine vollkommen neue Geisteshaltung und Geistesrichtung bezeichnete. In markanten Sätzen erinnerte er an den jahrelangen Kampf unseres Führers um die Seele des deutschen Volkes, zeigte er, wie Adolf Hitler immer wieder dem deutschen Volke klar machte, daß nur durch das Zusammenarbeiten aller Stände und Berufe das Wohl des Staates und des ganzen deutschen Volkes erreicht werden könne. Der Glaube an Deutschland und an die Zukunft habe den Führer und seine Getreuen solch große Werke vollbringen helfen, wie sie seit der Machtergreifung durch die vom Führer ins Leben gerufene nationalsozialistische Bewegung vollbracht worden seien. Nun sei es aber an jedem einzelnen Volksgenossen, mit dieser Bewegung zu gehen, weil es ohne diese Bewegung keine Zukunft für ihn wie für das gesamte' deutsche Volk mehr gäbe. Jeder deutsche Volksgenosse müsse das Letzte hergeben für das große Werk des Führers im Interesse des deutschen Volkes. Es gebe heute nur ein geeintes deutsches Volk und in diesem deutschen Volk kenne der Nationalsozialismus keine Unterschiede, sondern jeder deutsche Volksgenosse habe gleiche Rechte, aber auch die Pflicht, mit allen seinen Kräften beizutragen zur Arbeit für die Gesamtheit. Nachdem der Redner kurz das Fühlen und Denken in früheren liberalistischen Jahrzehnten gestreift hatte, ging er in ausführlicher Weise auf den vom Nationalsozialismus vorangetragenen Gedanken der Volksgemeinschaft ein, der sich insbesondere im Winterhilfswerk des deutschen Volkes, dem größten Hilfswerk aller Zeiten, so grandios offenbare. Der Gedanke dieser Volksgemeinschaft, der nichts kenne von den überlebten Begriffen bürgerlicher Ueberheblichkeit und marxistischer Irrlehre, der das einigende Band aller schaffenden deutschen Menschen in den Vordergrund stelle, auf ihm werde der na- tionalsozialistische Staat ewig bestehen. Die deutsche Volksgemeinschaft, die bahnbrechend auch einmal für die ganze Welt gelten werde, müsse sich aber im Opfer des einzelnen Volksgenossen zeigen. Es solle nicht nur von dem gegeben werden, dem es nicht schwer falle. Jeder solle Opfer bringen! Wäre der für Buchenfcheit etwa 16 Mark und für Buchenknüppel etwa 9 Mk. je 2 Raummeter im Durchschnitt erzielt wurden, hoben sich die Preise bei der vierzehn Tage später vorgenommenen Versteigerung nicht unwesentlich, so daß Buchenscheitholz mit 18 bis 22 Mark, Buchenknüppel mit durchschnittlich 11 bis 12 Mark bezahlt wurden. Buchenstöcke erbrachten ungefähr 10, Eichenscheit 10 bis 12, Eichenknüppel 9, Eichenstockholz etwa 8 Mark je zwei Raummeter. Kiefernknüppel 4 bis 5 Mark. Ziemlich stark war in diesem Jahre der Anfall von Buchenstammholz, das sehr schön ausfiel und darum bei dem Submissionsverkauf entsprechend günstige Preise brachte. )-( Hungen, 30. Jan. Die Reichsarbeitsdienstabteilung 2/225 „Otto Böckel" Nidda veranstaltete im Saale des „Darmstädter Hof" einen Kameradschaftsabend, der von der Einwohnerschaft gut besucht war. Nach einem flott gespielten Eröffnungsmarsch des Spielmannszuges ergriff der Abteilungsleiter, Oberftfeldmeifter Wettlauffer, das Wort, um in feiner Begrüßungsansprache insbesondere der Einwohnerschaft von Hungen Dank für die gastliche Aufnahme auszusprechen und im weiteren Verlaufe den Besuchern ein anschauliches Bild über Sinn und Hweck des Arbeitsdienstes und seines volkser- ziehenschen Wertes zu geben. Hierauf entbot Ortsgruppenleiter K i r ch h ö f e r namens der Ortsgruppenleitung der NSDAP, und der Stadt Hungen den Männern des Arbeitsdienstes den Willkom- mensgruß. In abwechslungsreicher Folge erfreuten dann die Männer des Spatens mit musikalischen und theatralischen Darbietungen und gymnastischen Vorführungen eines Trupps Arbeitsmänner. Die Zuschauer dankten mit lebhaftem Beifall. Tanz hielt dann die Teilnehmer noch lange in froher Stimmung beisammen. Ein Viertel des Reinae- winnes wurde zu Gunsten des Winterhilfswerkes der NSV. Ortsgruppe Hungen als Spende überwiesen. 4= Lauter, 30. Jan. Am Dienstag feiert die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Elisabeth Schmidt, ihren 88. Geburtstag. Leider ist die Gesundheit der Jubilarin nicht auf voller Höhe. — Am heutigen Tage feierte Heinrich Feldmann in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. — Am Dienstagabend fand eine Versammlung der Orts - bauernschaft statt. In dieser erklärten sich die Bauern bereit, eine Fläche Flachs anzubauen, um so an der Erzeugungsschlacht mitzuhelfen. ch Ettingshausen, 30. Jan. Bei der gestrigen Nutzholzverfteigerung in unserem Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Fichtenstämme 3a- bis 4b-Klasse 22 bis 24 Mark, Kiefernstämme 3a- bis 3b-Klasse 25 bis 30 Mark, Buchenstämme 4. Klasse 24 bis 30 Mark, Fichten- Derbstangen 1. Klasse 1 bis 1,20 Mark, 2. Klasse 50 bis 60 Pf., 3. Klasse 30 bis 40 Pf. > Göbelnrod, 30. Jan. Zahlreiche Frauen der hiesigen NS. - Frauenschaft unter Führung von Frau Velten besichtigten gestern die Molkerei Geilshausen. Direktor Reinheimer von der Molkerei zeigte den Frauen den Molkereibetrieb in allen Teilen in anschaulicher Weife. Nach dem Besuch vereinigten sich die Frauen in der Wirtschaft von Hillgärtner zum Butterbrot mit Käse. * Grünberg, 31. Jan. Arn Sonntag, 2. Febr., findet in der Turnhalle um 20 Uhr, veranstaltet von der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude", ein Heiterer Abend statt. Es wirken mit: Rudi Morgcmi als Ansager und Humorist, die 2 Moowatts, der wachsende Kerzenleuchter, Edy Plankel, Akrobat, Slow Fips, Rollschuhexzenttiker. Anschließend Tanz. Eintritt 0,40 und 0,80 RM. Kreis Irledberg. — Butzbach, 28. Jan. Die Leitung der N S.- Kulturgemeinde brachte gestern abend im großen Saale des „Hessischen Hofes" die vierte Winterveranstaltung für ihre Mitglieder und Freunde. Diesmal gelangte das Lustsptel „Die drei Eisbären" von Maximilian Vitu, dargestellt von Künstlern des Rhein-Mainischen Künstlertheaters, unter Leitung von Paul Roland und den Bühnenbildern von Paul Schönte, zur Aufführung. Von Anfang bis zu Ende wurden die Zuhörer in Spannung und froher Stimmung gehalten. Die trefflichen Leistungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 30. Jan. Vor etwa einem Vierteljahr begann das Ueberlandwerk Oberheffen damit, das von der Gemeinde erworbene Ortsnetz überholen zu lassen. Die Arbeiten wurden von der Abteilung Ledermann nunmehr nahezu abgeschlossen. Die Hausleitungen wurden überprüft und bestehende Fehler behoben. Die Ortsstraßenbeleuchtung hat eine erhebliche Verbesserung erfahren insofern, als zahlreiche neue Brennstellen geschaffen wurden. Kreis Alsfeld. ch Deckenbach, 29. Jan. Bei der jüngsten Holzversteigerung der Oberförsterei Homberg wurden je 4 Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 1. Klasse 20 bis 28; 2. Klasse 15 bis 20; Fichtenscheitholz 1. Klasse 9 bis 10, Das Heinialbuch vom deutschen Walde Walöweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes in herrlichem Kupfertiefdruck mit einem auf» fchlubrcichenlkinführungstextvonK.Gerhard und G. Wolff. Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Waid mit seinen großen und kleinen Geschöpfen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenen Augen durch die Natur gehen sollen. Die Tier- und Pflanzenwelt in ihrer naturwahren Vielgestaltigkeit tritt dem Beschauer in bildhafter Schönheit vor Augen unh wird zum Grlebnis.Preis in Leinen geb.RM.4,80 Sitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! — Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo VermühlerVeclag Derlin-Lichterfelüe Fächer, wie Deutsch, Rechnen usw., deren Kenntnisse unerläßlich sind, zu vernachlässigen. Ein guter Schüler, der auch die Fähigkeiten zum Kaufmannsberuf mitbringt, wird bei entsprechender Ausbildung ein tüchtiges Glied der Gemeinschaft werden, während ein weniger Begabter, der aber bereits bei Eintritt in die Lehre auf einige Kenntnisse in Kurzschrift und Maschinenschreiben verweisen kann, seine Lehrzeit nicht mit dem Erfolg des ersteren durchlaufen wird. Bleiben wir also bei unseren Anforderungen, die wir an einen Kaufmannslehrling stellen, in natürlichen und vernünftigen Grenzen. Die Pflicht jedes Lehrherrn, mit dem Lehrling und dessen gesetzlichem Vertreter einen Lehrvertrag zum Abschluß zu bringen, der in der Lehr- lingsrolle zur Gintragung kommt, dürfte auch von jedem verantwortungsbewußten Betriebsführer begrüßt worden fein. Diese Einrichtung bietet die Möglichkeit, jedes Lehroerhältnis genau zu überwachen. Wenn der Lehrverttag auch beiden Teilen das Recht zuspricht, ihn im Laufe der ersten drei Monate, die als Probezeit zu gelten haben, wieder zu lösen, so kann dies aber nur unter Angabe der Gründe über die zuständige Industriell nd Handelskammer erfolgen. Die Kaufmannsgehilfenprüfungen lassen also ein genaues Bild über die Befolgung der Ausbildungspflichten in jedem Betrieb zu und geben den hieran interessierten Kreisen immer wertvolle Aufschlüsse und Anregungen. Die Industrie- und Handelskammer hat bereits zur Kaufmannsgehilfen-Prüfung, die im Frühjahr wieder ftattfinbet, aufgerufen. Nicht bis zur letzten Minute sollen die Anmeldungen aufgeschoben werden, da die eingereichten Akten von dem zuständigen Ausschuß genau gesichtet werden müssen. Also nicht zu lange warten! nationalsozialistische Staat nicht gekommen, hätte Adolf Hitler nicht in letzter Stunde die Macht in seine Hände genommen, dann würde wohl beute keiner fragen, ob man Opfer bringen wolle; bann wäre der Bolschewismus, das Blut- und Schreckensregiment, in Deutschland am Ruder, dann würde wohl jedem alles genommen sein. Opfern müsse ein Volk, wenn es in Not sei, opfern müsse es, wenn es gemeinschaftlich wieder gesunden wolle. Jeder, der in Arbeit und Brot steht, müsse sich verpflichtet fühlen, mit dafür zu sorgen, daß der deutsche Volksgenosse, der Not leide, ausreichende Hilfe erhalte. Es feien große Opfer in den letzten Jahren vom deutschen Volk gefordert und gebracht worden, und diese Opfer feien Zeichen eines praktischen und wahrhaften Sozialismus. Nachdem der Redner noch einzelne Zeitfragen gestreift und erläutert und verschiedene Angaben über die gewaltigen Umsätze des Winterhilfswerkes gemacht und Worte der Anerkennung und des Dankes an alle ehrenamtlich Beauftragten des Winterhilfswerkes gefunden hatte, schloß er seine mit stürmischen Beifall aufgenommene Ansprache mit einem flammenden Appell an die Versammlung zur Opferbereitschaft im Sinne des Führers, im Sinne einer neuen Geisteshaltung zur Wiedergewinnung eines neuen Staates durch den deutschen Sozialismus der Tat, für Deutschland. Mit der begeisterten Huldigung an den Einiger Deutschlands, unfern großen Führer, und dem Gesang der nationalen Lieder schloß die erhebende Feierstunde. Oberhesien. Landkreis Gießen. *Lang-Göns,31. Jan. Am morgigen Samstag findet in der Turnhalle um 20.30 Uhr, veranstaltet von der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", ein Heiterer Abend statt. Es wirken mit Rudi Morgani als Ansager und Humorist, die 2 Moowatts, der wachsende Kerzenleuchter, Edy Plankel, Akrobat, Slow Fips, Rollschuhexzentriker und Hilde Plank, Tänzerin. (Eintritt 0,50 RM. 0 Hungen, 30. Jan. Der feit einigen Monaten hier ansässige Arzt Dr. Hahn, ein geborener Hungener, hat einen an der Gießener Straße gelegenen Bauplatz erworben, auf dem er einen größeren Wohnhausneubau zu errichten beabsichttgt, mit dem alsbald begonnen werden soll. — Einer unserer jüngeren Landwirte, Ernst Hofmann, wird unter Ausgabe feines hiesigen Betriebs im Laufe des nächsten Monats seine Heimat verlassen, um sich in der Mark Brandenburg, in der Nähe von Berlin, auf einem Erbhof anzufiedeln. — Die hiesige Freiwillige Feuerwehr wird am 19. Februar ihr 60jähriges B e - st e h e n feiern. Don einer größeren Feier soll jedoch abgesehen werden, man will sich auf einen einfachen Unterhaltungsabend beschränken. < Hungen, 30. Jan. Die Holzhauerei in unserem Gemeindewald nähert sich ihrem Ende. Bei den bisherigen Holzversteigerungen, bei denen nur Brennholz in Betracht kam, waren die Preise verschieden. Während bei der ersten Versteigerung Vetter- Qnalitäs- Möbel end Preise sind Leistungsbeweise. wiftD Ausstellung und Verkauf nur WiesenstraSe 6. | Kaufgesuche | Iavplatz 300-500 qm bar zu kauf, gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 0425 an den Gießen. Anzeig. Gebrauchte Stauch- und Bieg-Maschine zukaufengesucht. Schr.Angeb.unt. 0413 a, d. G. A. Großes ezoD Mergestell z. kaufen gesucht. Fischer r Friedri chstraße6. Verkäufe "~| ,2 Zwergbühner zu verkauf. 0430 Zud.Müblenl4. Gut erhaltener Mnwo zu verkaufen. o«i Neustadt 28 in. Modern, weißer ginoenuagen u.öpotlroagen billig zu verkauf. Äu der 0421 Kaserne 17111 r. GaS- und elektr. Lampen neu, v. Stück 5- NM., z. vk. !oi85 Ludwigstr. 40. Suns! Freitag, Samst. Verkauf v. gebr. Möbeln u Hans- gebr. - Gegenst. zu äuß. billigen Preisen. Besuch lohnt. Ludwig Schäfer, 9tob= beim. Str. 50. SJlxfpont Statt Karten 3t?re Vermählung geben bekannt Gießen Oberndorf 30. Januar 1936 619 D T,2? IIIIIIIIIIUI......................................... CARLIMdwäcx eieD 612 A 1 GIESSEN SELTERSWEG 81 613 A Einspaltige Kleinanzeigen Gießen Kreuzplatz 10 |JNHABER ■■ CARL HEINZ SCHLÜTER, Vortrag von Herrn Dr. Wassewitz von der Hauptstelle für Pflanzenschutz, über mit ge- Es war nicht anders zu erwarten, als daß die erste nationale Motorsportoeranstaltung des Jahres 1936 eine ausgezeichnete Besetzung erfahren würde, die Kraftfahrzeug-Winterprüfung vom 3. bis 6. Deutscher Bob fuhr Rekord in SL Rkorlh. Beim Training auf der Bobbahn in St. Moritz gelang es den deutschen Olympiaanwärtern Fritz Wiese (Hannover) und Adolf Hinrichs einen neuen Bahnrekord für Zweierbobs aufzustellen. Die deutschen Bobfahrer verbesserten die bisherige Bestzeit von 1:24,4 auf 1:23. Am gleichen Tage mußte auch der seit 1929 von dem Amerikaner Heaton mit 58 Sekunden gehaltene Bahnrekord für den Cresta-Run in St. Moritz sein Leben lassen. Der amerikanische Olympiasieger Fiske, der auch in Garmisch-Partenkirchen starten wird, bewältigte die gefährliche Strecke in der erstaunlich kurzen Zeit von 56,9 Sekunden. Briefkasten der Tteöoffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Haftung. Jeder Arzt kann für einen sogenannten Kunstfehler, d. h. eine nachweisbar medizinisch ganz falsche Behandlung, haftbar gemacht werden. 1877. Eine genaue Beantwortung wäre nur bei Vorliegen des Klebebuches der Arbeitsfront möglich. Wir empfehlen Ihnen, sich unter Vorzeigung des Buches auf der Verwaltungsstelle der Arbeitsfront, Gießen, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18,, zu erkundigen. h. TB. in Gr. B. Mit der Uebergabe der verkauften Sachen geht die Gefahr des zufälligen Untergangs derselben oder einer zufälligen Verschlechterung auf den Käufer über. Der Käufer kann nur wegen eines sogenannten Hauptmangels Wandlung ober Minderung verlangen. Ein solcher Mangel liegt hier nicht vor. Für einen Schaden der vorliegenden Art würde der Verkäufer nur dann haften, wenn er bei Abschluß des Kaufvertrags ausdrücklich Fehlerfreiheit der Kuh zugesichert hätte. 2 Pi. 21 710. Wenn 25 v. H. des gesamten Baupreises Eigengeld vorhanden sind, erhalten Sie bis zu 40 v. H. auf Grund einer erststelligen Hypothek von einer Sparkasse. Die restlichen 35 v. H. übernimmt das Reich. In Gegenwart des Führers erzielte die Hamburger Reiterin Frl. Irmgard G e o r g i u s mit ihrer holsteinischen Stute „Fürstin" beim Internationalen Reit- und Fahrturnier in Berlin einen überraschenden Erfolg im „Kanonen-Jagdspringen" um den Freiherr-von-Langen-Erinnerungspreis. Obwohl sich Ein Teil der Auszeichnungen, die F r e g in schweren Rennen errang. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Rudolf Zülch Tilly Zülch, geb. Dem Fußball zweimal 45 Minuten. Pause bei allen Spielen mindestens 5 Minuten. 3. Beginn der S p i e l r u n d e n : Da die zur Verfügung stehende Zeit sehr kurz ist, muß sofort begonnen werden. Mohr, Provinzobmann. Oie Siegerin im Kanonen-Jagdspringen. die dringlichsten Maßnahmen zur Durchführung der Erzeugungsschlacht. Bezirksbauernführer Langsdorf sprach über das Thema „Das nationalsozialistische Gedankengut in der Agrargesetzgebung des neuen Staates". Rach einer Aussprache wurde die Versammlung durch den Ortsbauernführer einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schlossen. Oberschirrmeister F r e y (im Bilde rechts) mit seinem Beifahrer Unteroffizier Studtrucker vor dem Antritt der Fahrt nach Bad Harzburg. Februar mit Bad Harzburg als Start und Titisee als Ziel. Insgesamt liefen bei der ONS. 350 Nennungen ein, 195 Fahrer davon bilden 65 Mannschaften, die übrigen 155 nehmen als Einzelfahrer teil. Die 350 Nennungen verteilen sich auf 99 Krafträder, 54 Gespanne, 151 Personenkraftwagen und 46 Lastkraftwagen. Lediglich in den Wertungsgruppen 10 und 11 der „nicht serienmäßigen Personenkraftwagen mit besonderen Konstruktionsmerkmalen oder neuartigen Einrichtungen" bis bzw. über 1,8 Liter wurde nicht genannt. Die Erkundung der Strecke, die inzwischen von der Fahrtleistung — mit der Durchführung ist das NSKK. betraut — vorgenom- men wurde, hat ergeben, daß sowohl im Harz als auch im Thüringer Wald die Straßen vereist und in der Ebene stark aufgeweicht sind, während aus dem Schwarzwald reichlich Neuschnee gemeldet wird. Die Prüfung führt am ersten Tage von Bad Harzburg durch den Thüringer Wald nach Bayreuth, mit der zweiten Etappe durch den Steiger-, wald, Odenwald und den Spessart nach Heidelberg und am letzten Tag durch den Schwarzwald zum Endziel am Titisee. Dabei werden insgesamt 165 Kontrollen aufgebaut. Die einzelnen Tagesetappen erfahren eine Unterteilung, so daß Krafträder, Personenkraftwagen und Lastkraftwagen das jeweilige Ziel auf verschiedenen Wegen erreichen und sich nicht gegenseitig behindern. Täglich können bis zu 25 Kontrollen angefahren werden, ihre Auswahl ist den Fahrern anheim gestellt. Nach Ablauf der Fahrt unterziehen sich die Fahrer freiwilligen Sonderprüfungen, nämlich einer Rund- streckenprüfung, einer Bergprüfung und einer Schneefahrt. * 3“ r?ieleF erffen Motorsport-Prüfuna im Jahre 1936 startet auch der Oberschirrmeistec Frey, der Oer Gießener Eisverein bei den deutschen EiSschießmeisterschasten. Die deutschen Meisterschaften im Eisschießen, die am kommenden Sonntag und Montag in Mittenwald ausgetragen werden, sehen neben der Hauptstreitmacht der Bayern eine kleine Anzahl Mannschaften aus dem Reich im Kampf, darunter den Gießener Eisverein, der zum drittenmal an den deutschen Meisterschaften teilnimmt. Die Bayern bildeten bisher, schon allein wegen der günstigen Eisverhältnisse, eine Klasse für sich, und noch niemals gelang es bis jetzt einer Mannschaft aus dem Reich, in die geschlossene Front des bayrischen Eisschießsports eine Bresche zu schlagen. Auch die Gießener Mannschaft, mehrfacher Gaumei- st e r der Gaue IX — XIII, die sich in diesen Wettkämpfen bisher an der Spitze der außerbayrischen Teilnehmer hielt, hatte nur Teilerfolge zu verzeichnen. So schlug sie in Braunlage den bayrischen Meister und brachte ihn damit um die sichere Meisterschaft, ebenso im vergangenen Jahre den Spitzenreiter im letzten Spiel, der damit ebenfalls der Meisterschaft verlustig ging. In der Gesamtplacierung jedoch behaupteten sich die Bayern geschlossen auf den ersten Plätzen, und aller Voraussicht nach wird es auch in diesem Jahre bei dem für die mittel- und norddeutschen Vereine so schlechten Winter kaum eine Aenderung darin geben. Die Wettkämpfe umassen Mannschaftsschießen, Einzelschießen und Weit- chießen. Die Gießener Sportler beteiligen sich an ämtlichen Wettbewerben. Oie Winterkampfspiele der hessischen Schulen. Durchführung in der Provinz Oberhessen. Wegen der Spielrunden teile ich noch folgendes mit: 1. Aenderung der Jahrgänge: Mittelstufe: die Jahrgänge 1919—1921; Oberstufe: die Jahrgänge 1916—1918; Unterstufe: bleibt. 2. Spielzeit: Unter- und Mittelstufe: Handball zweimal 20 Minuten; Fußball zweimal 30 Minuten. Oberstufe: Handball zweimal 30 Minuten; Ein Männlein sieht im Walde., aber es ist nicht allein! Es lebt in einer Welt von Kräutern, die sich der Mensch seit Jahrhunderten zu Heilzwecken >ammelt. Ich führe sämtliche Kräuter und bin darin sehr leistungsfähig. — Beliebt sind meine großen Beutel Plellerminz-and Kamillentee Ifir 55 Wenn Sie irgendein Heilkraut biauchen, kommen Sie zu mir. denn alles ist da. Vertrauen Sie Ihrem Fachdrogisten Winlerschrl - erstes Mlorsporlereignis 1936 Frey-Gießen startet nach Bad Harzburg. YawiHietiVie, bald, denn die Preisvorteile ifür moderne, fesche ■ Damen kleid ung sind erfreulich gross im h INVENTUR N VERKAUF I; bei Werden Sie schöner je älter Sie werden durch regelmäßige Hautpflege mit den ELIZABETH-ARDEN - Präparaten. P1. , Frau Anni Koch, die soeben von einem Elizabeth Arden-Kursus aus Berlin zurückgekehrt ist, wird sich freuen, Sie beim Einkauf der Präparate zu beraten. Parfümerie Koch • Gießen ♦ Seltersweg 63 Telephon 4026 6mD seit einiger Zeit in Gießen stationiert ist. Er ist einer der aussichtsreichsten Bewerber bei dieser Fahrt und in feiner Klasse. Er startet für die Wehrmacht. Seine Maschine ist eine Beiwagenmaschine BMW. mit einem 750-Kubikzentimeter-Motor (zwei Zylinder). Oberschirrmeister Frey ist in den Kreisen der Motorsportler, wie auch in den Kreisen der Anhänger des Kraftfahrsportes eine der hervorragendsten Erscheinungen. Mit Recht kann er gegenwärtig als der beste deutsche Motorradfahrer (Amateur) bezeichnet werden, der es mit jedem Berufsfahrer aufnehmen kann. Aus einer Unzahl der schwersten Wettbewerbe ging er bisher als Sieger hervor. Nicht weniger denn 16 goldene Medaillen für strafpunktfreie Fahrten in großen Wettbewerben konnte er bisher erringen. Sieben erste Preise errang er auf Zuverlässigkeitsfahrten, Bergprüfungen und Mehrtagefahrten. Zu großen Ehren kam er im Verband der Wehrmacht. In den vergangenen vier Jahren konnte er gegen die zahlreichen ausgezeichneten Kraftfahrer des Reichsheeres jedesmal den Titel des Deutschen Heeresmeisters für Krafträder mit Seitenwagen erringen. Die Ehrenurkunden, die er gleichzeitig mit Ehrenpreisen erhielt, tragen die Unterschrift des Reichswehrministers von Blomberg. Mancher silberne und goldene Pokal wurde ihm als Ehrenpreis zuteil. Einer seiner größten Erfolge war, daß er die vorjährige strapaziöse Sechstagefahrt strafpunktfrei und damit in vorderster Linie unter vielen Wettbewerbern siegreich beenden konnte. Für den bevorstehenden Wettbewerb startet Frey ebenfalls mit besten Aussichten auf Erfolg. Er nimmt an dieser Konkurrenz, ebenso wie an manchem früheren Wettbewerb, für die Wehrmacht teil. , Im Beiwagen begleitet ihn diesmal der ebenfalls in Gießen stationierte Unteroffizier Studtrucker. Oberschirrmeister Frey, wie auch Unterofsizier Studtrucker sind gebürtige Nürnberger. Frey war lange Zeit in München und wurde vor einiger Zeit nach Gießen versetzt. Er wohnt in Wieseck. Für die Freunde des Kraftfahrsportes in unserer Stadt wird es von besonderem Interesse sein, das Abschneiden dieses hervorragenden Sportsmannes zu ' verfolgen. Wir werden über die Winterfahrt laufend berichten. Krankheiten und Schädlinge im Kleingartenbau — Ausstellung von Präp;. t aten Gäste willkommen. Gratisverlosung Cichenscheitholz 8 bis 12, Buchenknüppel 14 bis 17, Hainbuchen 13 bis 16, Fichtenknüppel 1. Klasse 8 bis 9, 2 Klasse 5 bis 6, Eichenknüppel 7 bis 9, Erlenknüppel 10 bis 12, Eichenknüppe! (2 Meter lang) 11 bis 13, Buchenstockholz 14 bis 16, Buchen- reifer 6 bis 8 Mark. Homberg, 28. Jan. Die NSG. „Kraft durch Freude" hielt am Sonntag unter Mitwirkung der Kleinkunstbühne Franz Höfler (Frankfurt a. M.) einen bunten Abend ab. Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht. Lenk (Homberg) begrüßte die Teilnehmer und wies sie auf die Feierabend-Gestaltung hin. Volksmusik, Tänze und humoristische Vorträge wechselten miteinander ab. Gesangliche Solodarbietungen, Spitzen- und Charaktertänze, illusionistische Darbietungen usw. schufen reiche Abwechslung. Lebhafter Beifall dankte allen Künstlern für ihre ausgezeichneten Leistungen. Preußen. Kreis Wetzlar. O Krofdorf, 30. Jan. Gestern fand hier im Rahmen xder Erzeugungsschlacht ein Hoflehr - gang statt, an dem Bezirksbauernführer Langsdorf und Direktor Trautmann von der Bäuerlichen Werkschule Wetzlar teilnahmen. Direktor Trautmann wies auf die Notwendigkeit der Verbesserung der Schweinezucht in Krofdorf und in den Orten der Umgebung hin und forderte besonders zur eigenen Züchtung auf, die bisher in Krofdorf und den Orten der Umgebung wenig gepflegt worden sei. Es soll deshalb demnächst eine Versammlung stattfinden, in der über die Aufstellung eines Ebers und über alle einschlägigen Zuchtfragen gesprochen werden soll. O Hochelheim, 30. Jan. Im „Steinernen Haus" fand eine Bauernversammlung statt. Nach der Eröffnung durch Ortsbauernführer Obst- und Earlenbauvereio GieOen . Sonntag, den 2.Februar 1936, nachmittags um «Uhr, im Kaufm.Vereinshause,Wernerwall Hauptversammlung Jahresbericht, Rechnungsablage, Vei schied. Treff • Samstag, den 1. Februar 1936, im Rheingold 2. Bockbierfest 616d Musik von Mitgliedern der Militärkapelle. Verlängerte Polizeistunde VornehmI Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache Bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aua- fünrungsarten und Papieren zu mABIgenPrelsen BrUhl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gaben u ausführlichem Text. Mit einem icleitwort von Prof Dr P Deegener, Universität Berlin Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaf' des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waides auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit leben dfgem u.aufschlußreichem Einfüurungs- text von K. Gerhard und O.Wolff. Oanzleinenba d............RM.4.80 Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Mttenbuch von W. S hoenichen BrO'Ch RM. 2.85, gebunden RM 3 60 Die deutsche Landschaft. Von E. L Schellenberg. Br. RM.2.-, geb. RM.3 - Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde I 'verden zum ermäßigten IIIIIIIHIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIHIIHIIIHIIIIiI MlmnmePtrerzeUaver^entll=h® Welz hielt Stabsleiter Fischer von der Kreis-!die besten Turnierreiter Europas daran beteiligten, bauernfchaft Wetzlar einen Lichtbildervortrag über | erzielte sie im Stechen als einzige teilnehmende hiA u r7'---£-£-"c Frau den Siegespreis. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Training auf der Olympia - Bobbahn. Zehn Zweierbobs, darunter auch die deutsche Mannschaft sowie Bobs aus der Schweiz, den USA. u. a. übten am Donnerstagmorgen auf der Olympia-Bobbahn bei Garmisch-Partenkirchen. Der Schweizer Weltmeister Reto C a p a d r u t t fuhr in 1:42 die schnellste Zeit des Tages. Wegen starken Regens wurde bann das Training abgebrochen, um schweren Beschädigungen der Bahn vorzubeu- gen. Sei glücklich, wenn Du im Rühmen Reiner Dolhsgemeinfthnfl Dein täglich' Brot verdienen hnnnft. flenn flu oeröienft es nicht, weil Bu öa bist mit Seiner eigenen firnff, fonöern Du verölens« es, weil öle gnnre Volksgemeinschaft hinter flirrt ein. Würflest flu allein steifen, tuns wärest flu auf flieser Welt? Der Mrer 9, 10. 35, KL-Linden Gasthaus aiD zurdeulschenEiche Samstag, 1. Februar 1936 Erster grober Maskenball • 2 Musikkapellen 2 • Beginn: 20.11 Uhr - Große Überraschungen! - Mäßige Preise! Sonntag, 2. Februar 1936: OeffentLTanz Anfang um 4 Uhr nachmittags! Garderobe ist vorhanden. Es ladet frdl. ein Franz Rathenow.