rr. 280 Erstes vlatt 186. Jahrgang Montag, 30. November 1036 SrschetM täglich, autzer Sonntags und Feiertags Feilagen: Die Illustriert« Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr'vezngspreir: gilt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche lluiversttäts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/a mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Es gibt heute Staatsmänner, die eine neue Wettkatastrophe verhindern werden. Der Stellvertreter des Führers spricht auf der Schlußkundgebung des Neichsbauerntages. Goslar, 29. Nov. (DNB.) Arn Sonntagfrüh lur Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Lrauftragte für den Vierjahresplan, in Begleitung sines Stellvertreters für den Vierjahresplan, Laatssekretär Körner, zur Teilnahme an der Wußkundgebung des Reichsbauerntages einaetrof- ftn. Ihm und dem Stellvertreter des Füh - r? r 5, Reichsminister Rudolf Heß, wurden vor ihrer Fahrt durch die menschengefüllten Straßen Lumensträuße überreicht. Reichsbauernführer Jarre begrüßte die Gäste bei ihrer Ankunft vor fcir Stadthalle und geleitete sie unter jubelnden Heil- r.fen der Massen an ihre Plätze. Der Sprecher des N»ichsbauernrates, Ministerpräsident a. D. Gran- nxo, eröffnete die Schlußkundgebung mit einer Lfonderen Begrüßung für Generaloberst Göring, br für den minutenlangen Beifall dankte. Darauf prlas Granzow folgende Adresse, die von den ciwesenden 57 Vertretern von 21 Bauern- shaften ausländischer Staaten an den Seichsbauernführer gerichtet worden ist: „Die unlerserliglen Vertreter bäuerlicher und landwirtschaftlicher Organisationen hatten es für eine Herzensangelegenheit, Ihnen für die schönen lehrreichen Tage, die sie in Goslar erlebt haben, herzlichst zu danken. Jetzt in diesen Tagen, wo der Kamps zwischen dem Guten und Bösen, zwischen dem Ausbau- und dem Zerstörungsprinzip sich heftiger zu gestalten beginnt, ist es von besonderer Bedeutung, die Stellungnahme der Bauernschaft Europas dazulegen und sich ganz klar und offen zum Aufbauprinzip und zu den Bauernideaten zu bekennen, zur Ehre und zum Vaterland, zur Familie und zum Gottesglauben und zur Rasse des eigenen Volkes. Die alte ehrwürdige Stadt Goslar bleiet für eine derartige Stellungnahme den geeigneten Rahmen, und wir danken Ihnen, daß Sie uns das möglich gemacht haben. Seien Sie unserer Dankbarkeit und weiterer Kameradschaftlichkeit versichert." Der Stellvertreter des Führers bmfte allen denjenigen, die im Kampfe um die Er- lährung des deutschen Volkes auch im vergangenen ?ohre ihren Mann gestanden haben. Er gedachte cuch besonders des Einsatzes der deutschen ! rbeiterschaft. Sodann behandelte er die Rutschen Maßnahmen zur Sicherung des friedens vor der Bedrohung durch ne Komintern. „Wir können dem Führer", so sihr Rudolf Heß unter dem stürmischen Beifall der Versammlung fort, „nicht dankbar genug sein, daß r diese schwere, dauernde Bedrohung unserer Na- tvn durch einen Akt von hochpolitischer Bedeutung ksrhindert hat durch das Antikomintern- lündnis, das er vor wenigen Taaen mit der kroßen Macht im Osten, Japan, geschlossen hat. Luch Japan hat das völkerzerfetzende Wirken der Komintern in seiner ganzen Bedeutung erkannt. )wei Nationen haben sich damit zusammengefunden nn gemeisamen Interesse: In derAbwehr der »efahr, welche beide bedroht.. Die spa- riischen Ereignisse haben der Welt gezeigt, welche Sesahren das Wirken der Komintern nicht nur für len zunächst betroffenen Staat, sondern für die Luhe und damit für den Frieden zwischen !en Nationen überhaupt im Gefolge hat. deshalb ist der Abschluß eines Vertrages zu gemein- zimer und wirkungsvoller Abwehr der Tätigkeit der Komintern ein bedeutungsvoller Beitrag für die Sicherung des Friedens. 3m Auslande wirft man Deutschland vor, es strebe eine „Trennung der Völker nach widerstrebenden Regierungsformen" an. wir wollen keine Trennung der Völker, sondern einen Zusammenschluß der Völker über alle Regierungssormen hinweg. wir wollen einen Zusammenschluß der Völker zur Abwehr derjenigen, welche nur zu oft verkündet haben, daß sie beabsichtigen, mit Feuer und Schwert, Brand und Mord den Bürgerkrieg in die übrigen Völker zu fragen, und die so off schon den Beweis am lebenden Objekt brachten, wie ernsthaft ihnen diese Absicht ist. wir wollen einen Zusammenschluß der Volker gegen Verbrecher, die bewußt Gift in die Völker fragen. 3d) sage: Verbrecher, denn es ist ja auch in Sowjetrußland nicht das volk, das von sich aus bolschewistisch ist, sondern eine jüdische Eligue hat dem Volk terroristisch die Zwangsjacke des Bolschewismus ausgedrängt. And deswegen bedauern wir es am meisten, daß sich unsere Abwehr zu- Sleich gegen ein Volk richten muß, das die Verbrecher ihren dunklen Zielen so ganz dienstbar gemacht haben. Wir fragennichtnachderRegierungs- o r m d e r V ö l k e r, die zur Selbsterhaltung gegen !oie Weltpest zusammenstehen, wir fragen nicht danach, ob sie autoritär oder demokratisch sind. Wir denken nicht daran, unsere Regierunasform anderen Völkern auch nur zu empfehlen, geschweige denn zu versuchen, unsere Regierungsform bei ihnen Eingang zu verschaffen. Wir wissen aber, daß es die Absicht der Komintern ist, die Regierungsform des Staates, in dem sie die Gewalt haben, mit Gewalt anderen Völkern aufzuzwingen, und wir wünschen, daß die Völker zusammen- menstehen gegen diese Versuche der Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten gegen die Versuche der Vergewaltigung ihrer Selbstbestimmung. Will man diesen Weg, so fuhr Rudolf Heß fort, nach geschlossener und gemeinsamer Abwehr „intolerant" nennen?! Mit der gleichen Berechtigung könnte man das Zusammenstehen der Bürger eines Staates gegen Menschen in ihren eigenen Reihen, die sich organisiert haben, um an ihren Mitbürgern Eingriffe zu verüben, Brandstiftungen vorzunehmen, Raubmorde zu begehen, Frauen zu schänden, Kinder zu martern, mit der gleichen Berechtigung könnte man die Abwehr hiergegen, die Gesetze zum Schutze der Gesellschaft, könnte man die Maßnahmen mit „Intoleranz" bezeichnen. Man verübelt es uns hier und da in der übrigen Welt, daß wir einen Zusammenhalt geschaffen haben zwischen den Staaten, die die Gefahr der Komintern und der ihnen zur Verfügung stehenden Machtmittel erkannt haben. Sollten wir etwa deshalb, well andere Staaten trotz des spanischen Fanals diese Gefahr noch nicht erkennen und, in die wieder und wieder dargebotene Hand einzuschlagen, scheinbar nicht gewillt sind, darauf verzichten, eine Abwehrgemeinschaft zu bilden? Erwartet man von uns, daß wir sehenden Auges das Verderben über uns hereinbrechen lassen, weil andere keine Augen haben zu sehen? Lord k i f d) e n e r sprach wenige 3ahre vor dem Weltkriege zu einem deutschen Offizier das Wort, daß er die kommende Katastrophe des Weltkrieges herannahen sehe, aber sie für unabwendbar halte, weil auf allen Seifen hie Staatsmänner fehlten, die weitblickend und tatkräftig genug seien, sie abzuwenden. 3n der heutigen Welt gibt e s, so stellte Rudolf Heß unter lang anhaltendem und stürmischen Beifall fest, einige Staatsmänner, die weitblickend und tatkräftig genug sind, alles z u tun, um für ihre Völker die sichtbar heraufsfeigende neue Gefahr zu bannen, die Gefahr im Lhaos eines Welfbolschewismus zu versinken. Sie lassen ihre Völker nicht in eine Katastrophe stolpern, wie die Staatsmänner von 1914. Wag die Welf heute noch jene Staatsmänner verdächtigen — wir find der lleberzeugung, daß die Zeit kommt, da sie ihnen Dank wissen. Wir Deutsche danken ihnen schon heute. Rudolf Heß schloß seine Rede: Wir danken vor allem dem Führer (erneute stürmische Beifallskundgebungen), daß er uns das Gefühl der Geborgenheit gegeben hat in unserem Lande. In dieser Geborgenheit wird der deutsche Bauer auch im nächsten Jahre dem Volk das tägliche Brot schaffen und so seinen Beitrag leisten für das Leben unseres Volkes. Das friedliche Schaffen des deutschen Bauern, ja das friedliche Schaffen des ganzen Volkes ist der Inhalt nationalsozialistischen Willens und Trachtens. Und der Allmächtige wird unsere Arbeit segnen, wie er sichtbar gesegnet hat das ehrliche Streben des deutschen Volkes und seines Führers! Der Reichsbauernfiihrer an das Bauerntum Europas. ReichsbauernsjjhrerR. W. Darre beschäftigte sich zunächst mit den Kritikern an der nationalsozialistischen Agrarpolitik. Es gibt heute noch unter unserem Volke Menschen, so führte er aus, welche einen Gefallen darin finden, zwischen dem Nationalsozialismus auf der einen Seite und dem Preußentum auf der anderen Seite einen Gegensatz zu konstruieren. Die Erfolge der national- sozialistifchen Ernährungswirtschaft sind die durchaus folgerichtige Übertragung der Grundgedanken Friedrichs des Großen auf das Gebiet der Ernährungswirtschaft. Von einem Gegensatz zwischen Preußentum und Nationalsozialismus kann hier keine Rede fein. Wenn schon gewisse Kreise das Bedürfnis haben, ihr patentiertes Originalpreußentum ausschließlich für sich in Anspruch zu nehmen, dann stellen wir die Frage, warum handelten sie auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft während des Weltkrieges nicht gemäß der Forderung des großen Königs, als sie noch die Möglichkeit dazu hatten? Man hat vor dem Jahre 1933 behauptet, daß das Bauerntum Zwar notwendig sei, Führer aber aus dem Bauerngeschlecht nicht stellen könne. Heute kann ich sagen, daß ich nicht nur Bauernführer gefunden habe, ich sage sogar: Der Kern des Führerkorps im Reichsnährstand besteht aus waschechten Bauern, die ihre Führereigenschaften durch die Erfolge der nationalsozialistischen Agrarpolitik in den letzten drei Jahren unter Beweis gestellt haben und die nicht nur den Glauben des Nationalsozialismus an das deutsche Bauerntum rechtfertigen, sondern ihre Berechtigung zur Führung damit bereits vor der Geschichte erwiesen haben.- Solange sich das Führerkorps des Reichsnährstandes durch die Leistung zur Führung berechtigt erweist, solange ist mir um die Zukunft des Reichsnährstandes wenig bange. Das durch den Nationalsozialismus frei gewordene deutsche Bauerntum steht bei Adolf Hitler und nicht bei Kreifen, die einen Führeranspruch erheben, ohne ihn durch Leistungen zu begründen. Ich betone, daß ich mich nicht gegen den Adel an sich wende; das beweist, daß van 21 Landesbauernführern allein drei Landesbauernführer adlig sind. Es war der tzroße Krebsschaden der deutschen Geschichte, daß sich der Begriff des „Adels" in einen Gegensatz zum Begriff des Bauerntums hinein entwickelte. „Adel" ift im Grunde seines Wesens „Führungsausdruck des Bauerntums. In den gegenroärfigen Schickfalsstunden unseres Volkes habe ich nicht das Recht, meiner Langmut die Zügel freizugeben. Daher erkläre ich hier für das mir vom Führer und Reichskanzler verantwortlich übertragene Gebiet der Ernährungswirtfchaft und wende mich dabei in erster Linie an gewisse Hamen auf wissenschaftlichen Lehrstühlen deutscher Hochschulen: 3ch habe geglaubt, daß drei Jahre sachlicher Erfolge auf dem Gebiet der Agrarpolitik die einfachste Gelegenheit für einen denkenden Wenschen sein würden, um einen Frieden mit uns Nationalsozialisten zu finden. Aber aus Verantwortungsgefühl gegenüber Führer und Volk vermag ich nicht mehr schweigend Dingen zuzusehen, die sich — Gott sei Dank vereinzelt — auf einigen Hochschulen abspielen. Es glauben nur noch heute Wenschen beweisen zu müssen, daß ich den Bauern zu ideal und zu romantisch sehe. Ich muß es mir verbitten, daß man mir nach drei Jahren nationalsozialistischer Erfolge vorwirfl, ich sei ein Romantiker des deutschen Bauerntums. Das ist keine Kritik mehr an meiner Person, sondern eine Kritik am Führer, der mich 1930 gerade wegen dieser meiner Einstellung zum Bauerntum rief. Zu den unmittelbaren Aufgaben des vor uns liegenden Jahres folgendes: Wenn auf der einen Seite die Erzeugnisse des Bodens durch die Marktordnung in ihren Preisen stabil gehalten werden, kann man logischerweise auch nicht den Bode n, der nicht vom Erbhofgesetz erfaßt ist, als Handelsobjekt dem freien Spiel der spekulativen Kräfte überlassen. Auch hier werden wir zu einer Ordnung kommen müssen, um unsere Aufgabe meistern zu können. In der Tierzucht habe ich mit vollem Bewußtsein den Grundsatz der L e i st u n g zur Grundlage der Beurteilung der tierzüchterischen Arbeit gemacht. Um die Ausgaben der Erzeugungsschlacht bewältigen zu können, muß unser Landvolk auch körperlich gesund sein. In einigen Gauen war die gesamte Körperhaltung der ländlichen Jugend biszu 75 v.H. schlecht. Der Atmungsunterschied zwischen Ein- und Ausatmung betrug bis zu 75 v. H. zwischen zwei und vier Zentimeter, während er sich normalerweise zwischen acht und neun Zentimeter bewegen soll. Bis zu 75 v. H. war die Ruckenbildung schlecht und die Wirbelsäule in irgendeiner Form verkrümmt. Bei einem Gau wurden sogar 7 0 v. H. Plattfüße festgestellt. Die Hauptschuld an dieser Entwickelung trägt die jahrzehtelange bewußt betriebene Mißachtung des Körpers und der Körperkultur auf dem Lande. Hat sich ein Dorf erst einmal praktisch von dem Wert der Leibesübungen überzeugt, dann ift es verblüffend, wie schnell das Interesse für die Leibesübungen der Dorfjugend wach wird. Zu der Parole: „Kampf dem Verderb" sehe ich als unbedingte Voraussetzung die gründliche haus- wirtschaftliche Erziehung unserer Heranwachsenden M ä d ch e n g e n e r a - t i o n. Auch unsere Architekten beim Häuserbau werden erheblich umlernen müssen, denn die beste Hausfrau steht hilflos da, wenn sie bisher in ihrer modernen Wohnung zwar ein hygienisches Badezimmer, aber eine völlig unzweckmäßige Speisekammer und einen unzureichenden Kellerraum findet. Folgen wir rein betriebswirtschaftlichen lleber- legungen, so ist die Vetriebsform und Betriebsgröße unseres Bauerntums unrentabel. Das Bauerntum erhält feine Berechtigung nur aus der Tatsache, die uns die Geschichte lehrt: Nämlich, daß das Volk sich immer nur aus seinen Bauerngeschleechtern erneuert, und daß Bauerntum mithin d i e ewige Vlutsquelle des Volkes darstellt, und daß ein Volk fein Bauerntum lebendig erhalten muh, um fein eigenes Dasein zu erhalten. Der Kommunismus kann an einer einzigen Tatsache scheitern: Diese Tatsache ist die Nichtachtung der Lebensgesehe der Wenschheit. Hier wird der Kommunismus so unbedingt scheiterten, wie alle entsprechenden Ideologien und Theorien der Geschichte gescheitert sind, die da glaubten die Lebensgesehe der Wenschheit beiseiteschieben zu können. Warum ift der Kommunismus fo, wie er sich heute darstellt. Weil er der geistige und praktische Ausdruck eines Volkes ist, welches Gott dazu verdammt hat, nur Unheil und Unfreiheit über die Wett zu bringen. Ich meine das jüdische Volk. Bauerntum und Judentum scheiden sich wie Wasser und Feuer. Wenn Sowjetrußland seine Bauern verhungern läßt, um dadurch logischerweise die jüdischen Herren in Sowjetrußland, die Rüstungsindustrie, die Armee und die GKU. zu ernähren, so ist das genau so folgerichtig vom jüdi- dischen Standpunkt aus wie in Deutschland Nürnberger Gesetze und Reichserbhofgesetz logisch sind zum Schutze des deutschen Blutes. Der Nationalsozialismus und das ist Adolf Hitler, ift d i e Verkörperung der von Gott gewollten Ordnung innerhalb unseres Volkes, der Bolschewismus ist die von Juden und feinen Gesetzen gewollte krebsartige Zersetzung aller göttlich gewollten L e b e n s b e d i n g u n - gen unseres Volkes. Alle Bauernparteien auf jüdisch-demokratischer Grundlage mögen Tageserfolge erreichen, vielleicht auch das Schlimmste einstweilen verhindern, gefährlich aber find solche Organisationen, weil sie dem Bauerntum ihres Volkes den eigentlichen Feind verschleiern und ihm statt eines entscheidenden Kampfzieles ein durchaus nebensächliches Augenblicksziel zeigen. Das Bauerntum Europas täusche sich nicht: Alle bäuerlichen Vertretungen in Ländern, wo das Judentum noch mittelbar oder unmittelbar regiert, sind dem Juden in den Fragen des bäuerlichen Daseinskampfes nicht mehr als eine Stierkampfarena: Das Judentum bewundert bestenfalls den Mut und die Entschlossenheit, womit sich das Bauerntum zur Wehr setzt. Das europäische Bauerntum muß erwachen, denn es ist die Aufgabe jedes europäischen Bauemführers, sein Leben in den Dienst dieser Erkenntnis zu stellen. Das deutsche Bauerntum i st'durch einen Adolf Hitler er« wacht und ist entschlossen, den Bolschewismus mit aller Kraft und mit einem eisernen Willen von Haus und Hof fernzuhalten. Das Bauerntum Europas muß sich klar darüber werden, daß es vor einem Kampf steht, wie er ausgefochten wurde zwischen der Bauernrepublik Rom und dem puni- schen Händlertum Kartagos. Ministerpräsident Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan, erklärte dann u. a.: „Kein Mensch vermag den deutschen Bauern heute von seinem Hof zu bringen. Es mögen schwere Zeiten kommen — keine Schuldenlast, keine wirtschaftliche Not oder Unglücksernte vermag das zu zerbrechen, was aufgebaut worden ist. Wenn es manchmal schwer für euch wird, dann gedenkt das eine: Wenn ihr das Schicksal eurer Volksgenossen, der deutschen Arbeiter, anseht, sie haben noch keine Erbhofstellen auf ihrem Arbeitsplatz, sie sind den wirtschaftlichen Schwankungen preisgegeben und noch abhängig von den Konjunkturen. Dann dankt Gott und nächst ihm dem Führer, daß ihr davor bewahrt und behütet seid. (Stürmische Zustimmung.) Darum muß auch das Bauernvolk und vor allem sein Führerkorps verstehen, daß auf seine Schultern eine schwere Verantwortung gelegt ist, und daß das deutsche Volk ein Recht hat au verlangen, daß die deutsche Bauernschaft auch diese Verantwortung trägt. Und ich weiß, i h r werdet eure Pflicht erfüllen als echte Bauern des Dritten Reiches. (Erneut lebhafter Beifall.) Wenn wir jetzt daran gehen, den großen Wirtschaftsplan in vier Jahren zu erfüllen, wenn wir Deutschland frei machen wollen, muß ich an euch, meine deutschen Bauern, appellieren, und verlangen, daß ihr in meiner Gefolgschaft als er ft es Sturmbataillon bereit steht, die deutsche Ernährungsfreiheit, die ja die Grundlage der Gesamtwirtschaft ist, zu erringen. Ihr habt von Eurer Führung bereits die Richtlinien bekommen. Jahrelang habt ihr eine Erzeugungsschlacht nach der anderen gewonnen. Ihr sollt nichts weiter tun, als auch d i e nächste Erzeugungsschlacht mit noch mehr Willen und noch größerem Einsatz als bisher schlagen, damit sie zu einem noch größeren Erfolge führt. (Stürmischer Beifall.) Hierauf betonte Ministerpräsident Göring, daß der Reichsnährstand bisher die richtige Linie gehalten habe und daß feine Maßnahmen auf dem Gebiete der Marktordnung und Preisregelung gerechtfertigt und erfolgreich gewesen seien. Aus der Tatsache heraus, daß der Führer mich beauftragt hat, alle Kräfte von Partei und Staat zu sammeln und einheitlich zu lenken, hat mancher geglaubt, daß ich ein angenehmer Prellbock gegen die Partei fein würde, hat mancher geglaubt, daß er meine Autorität mißbrauchen könne, um durchzufehen, was man bisher ohne einen Nationalsozialisten nicht hat über ganz besonders für ihre einsatzbereite Tätigkeit. Dann fuhr (Boring fort: „Für die deutschen Bauern muß es ein stolzes Gefühl der Dankbarkeit für den Führer und die Bewegung sein, daß sie nun auf dem Platz stehen, auf dem sie heute sind. Daß sie diese Stellung sich in der Zukunft er- holten und daß sie im Frieden ihren Pflug führen können, verdanken sie der starken W e h r m a ch t, die vom Führer geschaffen, heute das Reich schützt. Das mag sich jeder gesagt sein lassen: „So schwach wie 19 14 sind mir heute nicht mehr, kein schwaches Parlament der zerrissenen Parteienherrschaft lähmt heute noch die Kraft des deutschen Volkes. So sind wir außenpolitisch wieder zu einer starken Macht geworden, zu einer Macht, auf die Freunde und Feinde gleichermaßen schauen." im Rahmen des Vierjahresplanes noch zwei weitere Aufgaben der Lösung zugeführt werden sollen: Die Verwertung der städtischen Abwässer zu Berieselungszwecken und die landwirtschaftliche Nutzbarmachung von Gelände, das bisher zum Beispiel als brachliegender Bauplatz oder Jndustriegelände der landwirtschaftlichen Erzeugung verloren geht. Die zweite Aufgabengruppe innerhalb der Erzeugungsschlacht umfaßt alle Maßnahmen, die auf eine Steigerung der Intensität abzielen. Wir stehen durchaus noch am Anfang einer möglichen Erzeugungssteigerung und die bisher erzielten Leistungen sollen zu weiteren, noch größeren Leistungen anspornen. Als erstes ist die künstliche Düngung noch stärker zu forcieren und noch zweckmäßiger durchzuführen, indem man zur Volldüngung übergeht, unter besonderer Berücksichtigung des K a l k b e d a r f s des Bodens. Durch das Früchtpfandrecht ist jeder Bauer in der Lage, die benötigte Düngermenge in ausreichendem Maße zu beziehen. Es ist vorgesehen, um Rückschläge bei schlechten Ernten zu vermeiden, wiederum die Reichsgaranti» beim Düngerbezug einzuführen. Die zweite Aufgabe in dieser Gruppe ist stärkste Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues und Bau von Grünfutter» mung fest, zu hoch, um zu glauben, daß er ein schmutziges Angebot, wie es darin liegt, für ein Zurückhalten der Ware höhere Preise zu bekommen, annimmt. Ich bin überzeugt, daß das geschloffene deutsche Bauerntum einen Schädling, der dies dennoch wagen sollte, selbst ausmerzen wird. Darum, deutsche Bauern, appelliere i ch an eure Ehre, an eure Beranfroorfung unb an euerpflichtbewuhtsein als deutsche Bolksgenossen. (Erneuter Beifall.) Sollte es noch eiiMelne Schädlinge geben, die nur auf ihren eigmn Borteil bedacht sind, so müht ihr zur Selb st Hilfe schreiten. Wer sich an dem heiligsten Gut der Ration, an dem Brotgetreide für das deutsche Bolk, vergreift, ist ein Landesverräter und muh vernichtet werden. An die Bauernführer richtete der Ministerpräsident den Appell, sich stets ihrer Verantwortung als Bauernführer bewußt zu bleiben. Zum Reichsnährstand habe er die größte Zuversicht, da er feine Führung feit Jahren kenne und wisse, wer ihn geschaffen und welchen Charakter dieser Mann habe. Unter stürmischem Beifall der Massen dankte der Ministerpräsident in erster Linie dem Reichsbouernführer D a r r 6 und dem Reichsobmann Meinberg sowie seinem jetzigen engen Mitarbeiter Staatssekretär Backe In blindem Vertrauen zum Führer und in tiefem Glauben an die ewigen Gesetze wollen rmr uns würdig erweisen, daß wir in dieser großen herrlichen "Zeit leben dürfen, die so Unaeheures gestal- tet und die für unseres Volkes Zukunft schafft. Das Vertrauen zum Führer ist die Ba- fis, auf der wir alle bauen und schaffen, und darum, deutsche Bauern, geht an die neue Arbeit mit gleichem Mut, mit noch festerer Überzeugung, mit noch größerer Leidenschaft, er- greift den Pflug mit eurer starken Faust, damit das deutsche Volk i'm Frieden sein Brot essen kann. Deutschland ist unüberuwindlich, solange es einig ist, und Deutschland wird solange einig bleiben, als das Siegeszeichen des Hakenkreuzes über Deutschland weht." durchsetzen können. Ilm diese Dinge mit einem Wort abzufertigen, möchte ich erklären: Ich kenne den Reichsnährstand und ich kenne seinen Führer. Ich habe zu ihm das Bertrauen, daß er diesen Kampf durchführen wird, denn der Reichsnährstand ist eine der festesten Grundlagen unserer Wirtschaft, und ich werde niemals erlauben, daß an seinem Gefüge auch nur das Geringste geändert wird. (Stürmischer Beifall.) Ich weih, dah ohne das deutsche Bauerntum, ohne seinen bereitwilligen Einsatz der Sieg nicht denkbar ist. Die Verhältnisse der Bauern sind nicht im eigenen Interesse, sondern als ein im ganzen Volk wurzelnder Teil im Gesamtinteresse des Reiches geordnet worden; denn es ist nationalsozialistisches Fundamentalgesetz, daß Volk und Reich nur dann leben können, wenn sein Urstand, sein Bauernvolk, in Ordnung ist. Der Nationalsozialismus hat von Anfang an erklärt, daß ohne die Idee auch das Materielle nicht geordnet werden kann. Die Idee ist die leidenschaftliche Kraft, die die Menschen stählt, das Materielle ist lediglich die Grundlage für das Technische, für das tägliche Leben. Wenn derTanzumdas goldeneKalb wieder beginnt, dann mögen vielleicht für einige materielle Vorteile herausspringen, aber die Allgemeinheit versinkt in Not und Elend. Ich achte den deutschen Bauern, stellte Ministerpräsident Göring unter jubelnder Zuslim- Gewaltige See- und Lustausröstung der Sowjets Vielsagende Zahlen auf dem Moskauer Rätekongreß. Die Aufgabe des Reichsnährstands im Vierjahresplan Staatssekretär Backe gibt Richtlinien für die praktische Arbeit. sogenannte „Demokratisierung" der Sow- jetunion von europäischer Seite keineswegs so an- gesehen werden dürfe, als ob Sowjetrußland nunmehr gleichsam als „verlorener Sohn" zur Demokratie in europäischer Form zurückkehren werde. Pathetisch rief er aus, daß der Rätekongreh zweifellos feine Gefühle teile, wenn er das s p a- nische „Volk" seiner „heißen Anteilnahme und seines Entzückens über den heldenhaften Widerstand gegen den Faschismus" versichere. Ueber die bekannte Tatsache der sowjetrussischen Umtriebe in Spanien glaubte sich der Volkskommissar mit einigen billigen jüdischen Witzen Hinwegsetzen zu können. Größere Beachtung verdient die Begründung Litwinow-Finkelsteins für das starke Interesse der Sowjetunion für die Vorgänge in Spanien. Wenn die Pläne der spanischen Nationalisten gelängen, so führte er aus, wäre keine Garantie mehr dafür vorhanden, daß sich ähnliche Vorgänge nicht auch auf anderen Schauplätzen wiederholten. Zum deutsch-japanischen Abkommen übergehend leugnete Litwinow natürlich dessen eigentlichen Charakter und nahm es zum Anlaß, seine bekannten Pläne der k o l l e k t i o e n S i ch e r- h e i t empfehlend in Erinnerung zu rufen. Er schloß mit der Versicherung, daß die Sowjetreale- rung, die sich weitgehender Sympathie erfreue (r), keinen Grund habe, ihre Politik zu ändern. Reue Kämvfe vor Madrid. Salamanca, 30. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht gibt bekannt, daß die Karnpftätm- feit vor Madrid wieder aufgenommen wurde. Die Front der Bolschewisten wurde westlichvonMa- drid in nördlicher Richtung d u r ch - brachen. Dabei wurden das Dorf Pozuelo de Alar- con und die diesen Ort beherrschenden Höhen, die vom Feind stark befestigt waren, eingenommen. Die Bolschewisten haben allein bei dem Angriff einer einzigen Kolonne der nationalen Truppen über 400 Tote und 100 (Befangene verloren. In der Nacht zum Sonntag haben ßuftftreitträfte der nationalen Regierung bie Häfen von Alicante und Cartagena mit zahlreichen schweren Bomben belegt. Obwohl bolschewistische Jagdflieger und Kriegsschiffe den Bombenangriff zu stören versuchten, wurden sichtbare Erfolge erzielt. Nationale Flugzeuge bombardierten ferner die Eisenbahnstationen Pedro Abal el Carpio und Montoro (etwa 40 km östlich von Cordoba), wo die in der Nähe der Bahnhöfe haltenden Züge beschädigt wurden. Außerdem warfen nationale Flugzeuge über dem Kloster Santa Maria de la Cabeza bei Andujar (70 km nordöstlich von Cordoba) 4 0 Z e nt n e r L e b e n s m i 11 e l av, wo sich etwa 500 nationale Spanier feit Monaten heldenhaft gegen die bolschewistischen Angreifer ve * teibigen. Moskau, 28. Nov. (DNB.) Der Oberkommandierende der sowjetrussischen Seestreitkräfte, „Flottenflaggmann ersten Rangens" Orlow, machte auf dem Rätekongreß bemerkenswerte Ausführungen über die gewaltigen Aufrüstungs - maßnahmen Moskaus auf dem Gebiete der Seestreitkräfte. Ohne die Zahl der neuen Schiffe, die streng geheim gehalten wird, zu nennen, drückte er den Zuwachs der Sowjetflotte im Vergleich zum Jahre 1933 i n Verhältniszah- l e n aus Danach wurde die Unterseebootswaffe um 715 v. H., die Marinefliegerei um 510 v. H., die Schlachtschiffe um 300 v. H., bie Ma- rineluftabwehr-Artillerie um 100 v. H. unb die Küstenartillerie um 75 v. H. im Verhältnis zum Stand des Jahres 1933 verstärkt. Wie Orlow weiter betonte, plant die Sowjetregierung in der nächsten Zeit ein weiteres gewaltiges Flottenbauprogramm zu verwirklichen, das Schiffe aller Klaffen und von höchster technischer Konstruktion umfasse. Wie der Fliegergeneral Kripin mitteilte, habe die sowjetrussische Luftwaffe in den ersten zehn Monaten des Jahres 1936 im Verhältnis zu der- selben Zeit des Vorjahres einen Zuwachs um 9 0 v. H. zu verzeichnen, während die Erzeugung von Flugzeugmotoren um 146 v. H. gestiegen sei. Einzelne Flugzeugfabriken hätten, allein in diesem Zeitraum, ihre Produktion um das Dreifache gesteigert. Im ganzen betrage bie Vermehrung der Bestände der Sowjetluftwaffe seit den letzten vier Jahren 3 3 5 v. H. (!) Zu dieser Mit- teilung des sowjetrussischen Generals ist zu bemer- ken, baß bie sowjetrussische Militärfliegerei b e • reits im Jahre 1932 mehrere taufenb kampfähnliche Flugzeuge zu verzeichnen hatte. Die Geschwindigkeit der roten Kampfflugzeuge betrage heute bereits 450 Stundenkilometer und werde in kurze Zeit a u f 6 0 0 Stundenkilometer gefteigert werden. Die Zahl der aktiven Piloten würde, wie Kripin weiter erklärte, in allernächster Zeit auf 100 000 gebracht werden. Eine einzige Fliegerschule z. B., in der nur Jungkommunisten ausgebildet wurden, habe bereits, allein in diesem Jahre, 8 0 0 0 P i - loten gestellt. Ltwinow-Mkelstein hetzt. Am Samstagabend hielt der sowjetrussifche Außenkommissar Litwinow-Finkelstein von der Tribüne des Rätekongresses aus eine Rede, bie sich durch ihre hetzerischen Ausfälle gegen den Faschismus unb die Politik Deutschlanbs, Italiens und Japans auszeichnete. Der Redner machte zunächst die bemerkenswerte Feststellung, baß bie mit so viel Reklameauswand angekündigte Goslar, 29. Nov. (DNB.) Die Beratungen des Führerkorps des Reichsnährstandes wurden am Samstagvormittag fortgesetzt. Der Staatssekretär im Reichsernährungsministerium Herbert Backe, Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung bei dem Beauftragten für den Vierjahresplan Ministerpräsident Generaloberst Göring, führte u. a. aus: Wenn das Volk in feiner Existenz gesichert werden soll, so müssen bie Versäumnisse der letzten hundert Jahre nachgeholt werden. Wir müssen dort anknüpfen, wo das organische Wachstum einer geschlossenen Volkswirtschaft durch die liberale Entwicklung unterbrochen wurde. Dabei ist das Tempo des Ausbaues eigener Rohstoff- und Nahrungsquellen durch den Zusammenbruch der Weltwirtschaft diktiert. Deshalb wird der Aufbauplan auf vier Jahre zusammenqedrängt. Deutschland tritt wiederum unter die Gesetze einer geschloffenen Volkswirtschaft. Damit werden wieder die Grundlagen wirksam, die vor Beginn des Liberalismus für die deutsche Volkswirtschaft maßgebend waren. Diese Grundlagen find: Mehrerzeugung auf dem heimischen Raum, Vorratswirtschaft und eine neue Haltung des volkswirtschaftenden Menschen gegenüber der Wirtschaft. Mit diesen drei Aufqa- benkomplexen ist der Rahmen des Vierjahresplanes abgesteckt. Die erste Aufgabengruppe innerhalb der Erzeugungsschlacht sind die Maßnahmen, bie geeignet sind, trotz der geringen landwirtschaftlichen Nutzungsfläche diese Fläche zu erweitern. Im Rahmen des Vierjahresplanes sind in dieser Richtung folgende Maßnahmen vorgesehen: Eine stärkere Aktivierung der Melioration, insbesondere im Hinblick auf einen baldigen Nutzeffekt. Der Acker- örainung müssen zugeführt werden allein vier Millionen Hektar, der Grünlandentwässerung 3,5 Millionen Hektar, daneben wird auch der Bewässerung größere Bedeutung zukommen. Diese Aufgaben sind die 'vordringlichsten, da hier der Nutzeffekt sehr viel schneller und nachhaltiger eintreten wird, als bei Neulandkultivierungen. Die zweite Maßnahme, die eine gewisse Mehrgewinnung von Land zur Folge hat, ist die Flurbereinigung. Noch 3,7 Millionen Hektar Nutzfläche sind nicht zusammengelegt, wodurch nicht nur Boden durch die vielen Grenzraine verloren geht, sondern der zweckmäßige und rentable Arbeitseinsatz insbesondere durch Maschinen leidet. Es wird darauf ankommen, die Praxis der Zusammenlegung soweit zu vereinfachen, wie es irgendmoglich ist, wobei in Kauf zu nehmen ist, daß dabei vielleicht nicht immer ein hundertprozentiger Ausgleich der verschiedenen Interessen stattfindet. Das Bauerntum in den Flurbereinigungsgebieten muß das nötige Verständnis hierfür aufbringen und den Behörden die Arbeit weitgehend erleichtern. Eine dritte Aufgabe ist die Umwandlung eines Teiles von Wiesen- unb Ackerland. Es ist ein Unding, daß die Grünlandfläche Deutschlands, Wiesen und Weiden, die beinahe 30 v. H. der ackerbaulich benutzten Fläche betragen, nur mit 10 v. H. an Gesamtertrag der Landwirtschaft beteiligt find. Die Entwicklung der Landwirtschaft ist im letzten Jahrhundert in erster Linie dem Ackerbau zugutegekommen, wo die Erträge in dieser Zeit fast um das Doppelte gesteigert wurden. Die Erträge aus Grünland sind jedoch höchstens um ein Drittel größer geworden. Es steht fest, daß namentlich durch den Zwischenfruchtbau erheblich mehr Futtermengen aus dem Acker gewonnen werden können als bei einseitiger Nutzung als Grünland. Na nun einmal Deutschland nur über einen beschränkten landwirtschaftlichen Nutzungsraum verfügt, wird es darauf ankommen, die ergiebigere Kulturart auf Kosten der weniger ergiebigen auszudehnen. Praktisch liegt in einem teilweisen Umbruch der Wiesen die einzige Möglichkeit einer wesentlichen Flächenausdehnung intensiverer Kulturen. Am Rande sei bemerkt, daß Die Rohstoff- und ErnährungsgrundlagK Deutsch, lands wird in dieser Übergangszeit zweifellos zu manchen Spannungen unb zu manchen Verknappun» gen führen. Solche Spannungen können nur über, wunden werden, wenn wir alle den Weg zuder neuen Haltung finden. Man sagt, daß der Weltkrieg verloren ging, weil die Ernährung des deutschen Volkes von einem Kriegsjahr zum anderen immer mangelhafter wurde. Es will mir scheinen, baß nicht der absolute Mangel auf dem Er. nährungsgebiet die Ursache des damaligen Zusam- menbruches war, sondern die mangelnde sitt» l i ch e Haltung weiter Kreise des deutschen Vol- kes gegenüber der Volksgemeinschaft. Kein noch so gut ausgeklügeltes und organisiertes Verteilungs- syftem ist in der Lage, auch nur annähernd so gerecht jedem das Seine zukommen zu lassen, wie eine der Gemeinschaft Rechnung tragende Haltung jedes einzelnen Volksgenossen. Wenn bei der jetzigen Devisennot der Führer dir Forderung aufstellte, daß dem sozial THnberbemif. teilen der Bezug der billigen Fette gesichert werden soll, so nicht deshalb, weil er darin etwa eine organische Lösung einer Verknappungserscheinung sieht, sondern, weil die notwendige Haltung des Volkes gegenüber solchen Erscheinungen noch nicht vorhanden ist. Sie zu erzeugen ist vielleicht die größte Aufgabe des Vierjahresplanes. Britisches Nahrunasmittelamt London, 28. Nov. (DNB.) Jrn Rahmen des Aufrüstungsprogramms hat die britische Regierung bie Gründung eines Nahrungsmittelamtes beschlossen. Seine Aufgabe wird sein, die Zufuhr unb Verteilung von Lebens- und Futtermitteln als Vorbereitung für einen Ernstfall zu organisieren und zu überwachen. Das Nahrungsmittelamt soll eng mit dem Minister für Verteidigung Zusammenarbeiten. Leiter des Anües, das seinen Sitz im Wirtschaftsministerium erhält, wird der zweite Sekretär des Landwirtschafts- minifteriums, Fr en ch, fein. Er hat einem Vertre- ter des „Dailn Telegraph" erklärt, daß bie Schaffung biefes Amtes gegenwärtig keine Aende- rung der Politik bedeute. Pläne unb Vorbereitungen für bie Lebensmittelversorgung und -Verteilung im Kriegsfälle seien schon bauernd geprüft unb erörtert worben. Die Schaffung des neuen Amtes fei nur ber Beweis bafür, daß man ernstlich entschlossen sei, diese Pläne unb Vorbereitungen so schnell wie möglich zu E n b e zu führen. Der Leiter des Nahrungsmittelamtes ist während des Krieges Generalsekretär des Lebensmittelbezugs, amtes gewesen. Heute versuche man, feine damals- gen Erfahrungen für ähnliche Pläne auszunutzen. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß in einem künftigen Kriege bie Lebensmittelversorgung in England noch gefährdeter erscheinen müsse, denn neben dem U-Boot trete in großem Umfange als neue Waffe das Flugzeug. Beide zusammen könnten den Lebensmitteltransport ernst- lich gefährden. Die „Morning Post" schreibt, baß bie Regierung im Zusammenhang mit ber Schaffung einer N a h - rungsmittelreferoe alles tun werde, bamit bie Lebensmittelpre i s e badurch nicht in die Höhe getrieben würden. Pläne zur Vergrößerung der landwirtschaftlichen Erzeugung Englands habe die Regierung abgelehnt, da eine hierfür notwendige Politik eine beträchtliche Preissteigerung und ernste Verknappung wichtiger Lebensmittel mit sich bringen müsse. Für den Kriegsfall habe bas Landwirtschaftsministerium einen Plan zur Leistungssteigerung ber einheimischen L anbwirtschaft ausgearbeitet. Die Regierung wende aber ihr Hauptaugenmerk der Tatsache zu, baß die Flotte in ben Stanb gesetzt werben müsse, bie englischen Haupthandelswege auch während bes Krieges offen z u halten. b e h ä l t e r n zur Verwertung der anfallenden Grünfuttermasfen. Silobau ist in Bezug auf bie Baumaterialien als vordringlich erklärt. Ich verweise auf die Frage ber Süßlupine, die insbesondere für die mageren Böden des Ostens die Lagepflanze von entscheidender Bedeutung ist. Bereits 1938 wird soviel Saatgut zur Verfügung stehen, daß ber Anbau von Lupinen verboten werden kann. Die dritte Aufgabe in dieser Gruppe ist eine bessere Pflege unb Ausnutzung des Grünlandes. Neben einer zweckentsprechenden Unterteilung der Weiden ist es dringend notwendig, bie Bewirtschaftung ber Weiden' auf dieselbe Höhe zu bringen wie bie Bewirtschaftung bes Ackers. Dasselbe gilt für bie Wiesen. Die Parole muß heißen: „Mehr unb vor allen Dingen besseres Heu auf geringerer Fläche." Viertens ist einem verstärkten unb zweckentsprechenden Obst- unb Gemüsebau entsprechend ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung mehr Beachtung als bisher zu schenken. Es wird in Zukunft unnachsichtlich gegen Leute eingeschritten werden, die glauben, ihre Anbauflächen je nach ben Preisen einmal vergrößern, einmal verringern zu können. Ferner ist aus sozialen (Brünben ber kleine ober Klein st betrieb in den dazu geeigneten Gebieten auf diese intensivsten Gärtnereikulturen angewiesen. Es ist unsittlich, wenn große Betriebe nicht die Kulturarten bauen, die sie entsprechend ihrer Größe bauen sollen, sondern durch spekulativen Anbau von Gemüse die Grundlage ben Kleinst- unb Spezialbetrieben entziehen. Schließlich finb bort, wo auch in größeren Betrieben Volksgemüsebau auf stabiler (Brunblage schon seit langen Jahren betrieben wirb, biejenigen Gemüsearten anzubauen, die sich am besten konservieren lassen. bauen, um bamit ber schon jetzt überlasteten Bauersfrau die Bewältigung ber neuen Aufgaben zu erleichtern. Ferner ist ein verstärkter Bau von Lanbarbeiterwohnungen vorgesehen. Es wirb barauf ankommen, biß motorische und elektrische Kraft auch in Klein- betrieben ftärler nutzbar zu machen. Gerade hierin liegen bie Entlastungsmöglichkeiten ber Bauernbetriebe und namentlich der Bauersfrau. Leider steht ber Anwendung aller dieser Maschinen bisher der hohe Strompreis entgegen. Es ist deshalb vorgesehen, diese Schwierigkeiten zu beseitigen. Es gibt heute in Deutschland noch Leute, die sich zu Ratgebern aufwerfen, unb die bas Problem ber Erzeugungssteigerung allein mit einer Erhöhung der Preise lösen wollen. Diese vergessen, daß die Ankurbelung bes Eigennutzes durch Preiserhöhung zwar die Erzeugungssteigerung anregt, sie gleichzeitig aber drosselt, indem die Ausnahme des Mehrerzeugten durch erhöhte Preise für weile Schichten des Volkes unmöglich ge- macht wird. Der Bierjahresplan wird für das deutsche Bolk gemacht und nicht nur für einen Teil: die Produzenten. Ls ist gerade das Ziel des Bierjahresplanes, die Bedarfsdeckung des gesamten deutschen Bottes zu gewährleisten. Die Mehrleistung, die das Bauerntum und die gesamte deutsche Landwirtschaft im Rahmen des Bierjahresplanes zu vollbringen haben, kann deshalb nur aus einer nationalsozialistischen Haltung heraus vollbracht werden. Wir erstreben den Bauern, der alle seine An- Krengungen auf eine Erhöhung der Erzen- gungskrast seines Bottes richtet, auch wenn er damit feinen Eigennutz hinter das Wohl der Gemeinschaft stellt. Das schwierigste Problem in ber deutschen Ernährung ist bas Fe ttp ro b le m. Denn hier decken wir unseren Eigenbedarf erst zu 55 v. H, ba ber Anbau von Oelfrüchten in Deutschlanb fast völlig erloschen war unb erst feit ber Erzeugungsschlacht roieber etwas angewachsen ist. Es ist richtig, den R a p s b a u bort, wo geeignete Böben finb unb wo er einen sicheren Ertrag verspricht, weiter aus» zubehnen. Der Anbau kann verbreifacht werben, wenn bamit auch eine geringere Fläche für andere Kulturen in Kauf genommen werben muß. Denn ber Bezug von Delfaaten ist für Deutschlanb deshalb am schwierigsten, weil er Barbevisen erforbert. Es wirb barauf ankommen, die Kartoffelanbau fl ä ch e zu erweitern, wo bie Voraussetzungen bafür gegeben finb. Ebenso ben Futterrübenanbau auf Kosten des Runkelbaues. Die brüte Gruppe umfaßt alle Maßnahmen, über sparsamere Verwenbung des Erzeug - t e n eine Leiftungssteigerungzu zu bewirken. Es ist an sich kein Problem, bei genügenden Futtermitteln mehr Fleisch, mehr Milch, mehr Eier usw. zu erzeugen. Die Billigkeit des Futtergetreides und der Oelkuchen auf dem Weltmarkt hat bereits vor dem Kriege zu einer erheblichen Futterabhängigkeit Deutschlands vom Auslande geführt. Die Aufgabe in dieser Gruppe beruht daher darin, mit weniger Futter ei ne höhere Leistung zu erzielen. Daher ist es wichtigste Aufgabe der Tierzucht, den guten Futteroerwerter herauszuzüchten und diese Zuchttiere der allgemeinen Tierhaltung nutzbar zu machen. Damit die Befruchtung der Landes- tierzucht durch bie Hochzucht ftattfinben kann, müssen bie Preise für Gebrauchszuchttiere mit den Einnahmen der breiten Massen bes Bauerntums in Einklang gebracht werben. Die zweite Maßnahme ist burch eine rationelle Fütterung zu erreichen. Alle Maßnahmen einer zweckmäßigen Verwertung des Futters müssen noch weiter aus- gebaut werben. Besonderer Wert ist auf eine r e ft« lose Verwendung aller anfallenben Futtermittel zu legen. Hier spielt das Problem der Kartoffeleinsäuerung eine entscheidende Rolle. 2,3 Millionen Tonnen Kartoffeln werden noch alljährlich trotz des Futtermangels größtenteils in Treibstoff verwandelt. Jedes Jahr wird einer gewissen Anzahl von Betrieben das Brennrecht genommen. Zu verantworten ist der Brennereibetrieb nur dort, wo bei seinem Wegfall die Böden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können. Da etwa ein Drittel des gesamten Fett- bedarfs leider nur gegen Bardevisen zu beziehen ist, ist es nicht zu verantworten, daß der F e 11 v e r - brauch pro Kopf der Bevölkerung heute noch um 24 o. H. höher liegt als 1913. Der Konsum von Fetten kann auf dem Lande ohne jeden Schaden eingeschränkt werden. Es ist die Pflicht einer jeden Bauersfrau, während des Vierjahresplanes alle Wege zur Fettersparnis zu gehen. Ebenso kann der Fleischverbruauch auf dem Lande durch Mehrverbrauch von Fischen verringert werden. Es liegt auf der Hand, daß bie neuen Aufgaben einen erweiterten Einsatz von Arbeitskräften erforbern. Ein nennenswerter Arbeitseinsatz steht heute nur im Arbeitsdienst bereit Dieser Ernteeinsatz genügt jedoch nicht. Nach dem Vorschlag des Reichsarbeitsführers ist daher der sich in der Praxis glänzend bewährte weibliche Arbeitsdienst auszu- MU Mr ttefciti sä iS1;; •«Si^ l Aillifk E7r>el* des/ Ä5S Ssa »Äfft tf'1’ J AeichsM fehl' hnrciuf den &*** WB M des LegM'A bisher landl X bebeute: «n*W - ? rdBernbm mi»« , 150 Satten 1 njiitng geführt 91 Junftinht in SÄch-d u» L «nnenben ta «ort jtriht DM- Sp« Wig lag also D schlechthin. 3m i * die die Men, wandelt tfflipel zur Unt« UM 5n den ersten fit schöpferische dienten. Es war Leistungen auf i -rkennung gefu Debiete der Kui der als der < kann, hatte imn lichen Werten begann, Theater darum, dem T zu fördern und Zur gleichen s «u künstlerisch sch mit 1 ÄriW chchiM Kniil \\\ üne positiver unb ' das Kunstrich Verpflichtung Schauspieler betrachtete di im Bunde. 1 lung im Iah Heinrich von in den Mitteh liner Abendbl Theaterkritik < siaatsethischen die Kritik an unzertrennliche den Theate Vollendung au kntgegenzuschre °ohl Theater Erscheinungen neunzehnten 3 W eigen wurt Von den Ro fel, Tieck i schrieben, -sti Endpunkt, de °"n nur burc nur durch °° 'ge Ablehr °'e>en Unberu Ri das Gn Weilt eine Mroerf sezj. betracht lr8rentanc 12Qr lange Mits die S ftimbem 6 ioiojeli Jeden Abend Jede der das das Staat, eigene hatte. gelehnt. Was war aber ihr Kunstrichtertum denn anderes als -eine Zensur? Brachten denn die Kunstkritiken eine Meinung des Volkes zum Ausdruck? Auch die Kunstkritik war weiter nichts als eine Zensur. Nur verhängte sie nicht der 6 die Regierir mg einer Nah-1 in werte, im: adurch nichl in ! zur Vergch--1 iguna (Engfciüs» ine hierfür not* j $reisfteigerur; ebensmittel ck ifaG t)abe bas Man zur Lei- L anbrovtWil aber ü)t S)aupf- ie flotte in I die enqlii^: c> des W sondern eine anonyme Clique, die sich als Zensurbehörde ohne Auftrag niedergelassen Die neue Ausgabe. “«ft uf« SZ "Mm1: u Mn . bt fa’i. BLÄer k S,nbetbtff. eine Ntunn 2 en nodfn;: vielleich, Berlin, 28.Nov. (DNB.) Nach der dritten Iahrestagung der Reichskulturkammer trat am Samstag der Reichskultursenat, „der Repräsentant des zeitgenössischen Kunst- und Kultur- gewlssens der Nation", im Thronsaal des Reichs- propagandaminlsteriums zu seiner dritten Arbeitstagung zusammen. Der Vizepräsident, Staatssekretär Funk, gab bekannt, daß diese Ar- beitstagung ganz im Zeichen des Themas .Kunst- kriti k" stehen werde. Der Staatssekretär wandte sich dann an Reichsminister Dr. Goebbels und erklärte- „Wir sind davon überzeugt, daß das Problem, das Sie gestern mit einem kühnen Schritt, wie es Ihre Art ist, anaepackt haben, den Belangen des natio- nalfozialistischen Staates entsprechend beispielgebend gelöst wird." Staatssekretär Funk erteilte darauf dem stellvertretenden Pressechef " Reichsregierung, Ministerialrat Berndt, Wort zu seinem Vortrag „Die Geschichte und Wesen der Kunstkritik." Ehrfurcht vor dem Werk als Grundlage neuer deutscher Kunstbetrachtung Ministerialrat Berndts Rede über Vergangenheit und Gegenwartsaufgabe der Kritik Unsere heutige Auffassung ist nicht aus der Meinuna geboren, daß jede kritische Würdigung eines Kunstwerkes unterbleiben müsse, sondern daraus entstanden, daß unser Jahrhundert an Geistesheroen so arm und an großen Aufgaben so reich ist, daß dem Genie eine vielfältige Wirkungsmöglichkeit geboten ist, die jede Möglichkeit zur kritischen Betätigung ausschließt. Wir räumen nun den Schutt von 150 Jahren fort und machen Schluß mit der Auffassung, daß der Kritiker wichtiger oder genau so wichtig wie das Kunstwerk sei. Mittler soll er sein zwischen Kunstwerk und Volk, nicht Richter in einer Zeit, in der keine anonymen Kräfte mehr das Recht der Einwirkung auf das Volk haben, sondern jede Betätigung an einen Auftrag der Gemeinschaft gebunden ist. Diese Gemeinschaft wird nur durch die Dolksführung repräsentiert; diese aber hat keine Kunstrichter ernannt. Herr Reichsminister Dr. Goebbels hat daher in seiner Verordnung die notwendigen Anordnungen zur Neuordnung der Kunstkritik getroffen, und an die Stelle der Kunstkritik die Kunstbetrachtung, an die Stelle des Kritikers den Kun st- schriftleiter gesetzt. Die Betrachtung von Kunstwerken ist ein sehr verantwortungsvolles Abgabengebiet. Es setzt sehr viel voraus: Gesinnung, Charakter, innere Vornehmheit, Bildung, Takt, Respekt vor der fremden Leistung, Gewissenhaftigkeit, Güte, Herzenswärme und eine sorgsame Hand. Aufgabe der Kunstbesprechung ist es, jede junge Pflanze zu hegen und zu pflegen, bis sich zeigt, ob sie ein stolzer Baum wird ober von selbst eingeht, und nicht Salzsäure darüber gießen, weil sich das als unbekömmlich erwiesen hat. Gewiß muß — um im Bilde zu bleiben — auch das Unkraut gejätet werden. Wir sind aber in der Pflanzenkunde unserer Jahre noch nicht so weit oorgedrungen, um unmiß- Welotui rJMmen u Negj^ ble3uht ens. u.\ 9 für eity fachen. JÜ Minister 6 « des M toium M andwirtschak emem Kert--. daß die S& *ne Aendi. ne unb Kork gung unb «je, auemb gepr? des neuen & an ernstlich ev Bereitungen i ühren. tes ist wähttr !nsmittelbezup L feine bam:’ ne auszunutz- b daß in eiiv rlnerforgung rscheinen nrir in großem 11? e u g. Beide p transport ernt Es kam weiter Heinrich L a u b e , der abwechselnd Kritiker und Theaterdirektor war, und es kam der Jude Otto B r a h m, der eigentlich Otto Abraharn- sohn hieß und ebenfalls nach einer langjährigen kritischen Tätigkeit zum Theater ging unb bas Deutsche Theater in Berlin übernahm. Seine jü- bische Herkunft unb Einstellung hat er in seiner Arbeit niemals verleugnen können. Seine Kritiken sinb Musterbeispiele für negative Kritik. Die Juden Maximilian Harden, Alfred K e r r, Siegfried Jacob so hn unb Felix Hollänber beherrschten bann von ber Jahrhunbertwenbe ab bie Kritik in Berlin, bazu bie Juben Julius Bab, Kurt Pin- t h u s, Arthur E l o e f \ e r, Stephan Großmann unb Alfreb Polgar. Nach bem Kriege ftnben wir bie folgenben jübifchen Theater-Kritiker in Berlin: Alfreb Kerr, Fritz Engel, Erich Hamburger, Lutz Weltmann, Julius B a b, Kurt Pinthus, Felix H o l l ä n b e r , Richarb W i l b e, Arthur Eloesser, Monty Jacobs, Artur Michel, Max M a r s ch a l k, Erwin N e - r u b a (Rosenberg), Alfreb Klaar (Karpeles), Moritz Loeb, Max Osborn, Norbert Falk, Elise Münzer, Erich Urban, Karl Escher, । Manfreb Georg (Chon), Hayns L u st i g , Rolf : Nürnberg, Paul Marcus, Professor Steinthal, Emil Faktor, Oskar Bie, Julius i Knopf, Max Hochdorf, Ernst H e i l b o r n, • Erwin Hornifch Diese Liste erhebt jedoch ; keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist viel- , mehr aus bem Bereich ber Musik- unb Filmkritik , noch sehr stark zu ergänzen. Es ist unmöglich, bas Wirken jebes einzelnen Mitgliedes biefer jübifchen Kritikerclique hier ein- gehenb zu behanbeln. Wes Geistes Kinb sie waren, i das vermögen wenige Beispiele aus den Schriften : ihrer hervorstechendsten Vertreter aufzuzeigen. Ihre 1 völlig egozentrische Einstellung, die in ihrer eigenen Person unb nicht in bem zu besprechenben Kunstwerk bie Hauptsache sah, entwickelte sich zu einer Pest für bas deutsche Theater. Die ernste Kri- 1 tik verschwand vollkommen. An ihrer Stelle trat jüdische Witzelei, die ohne Bedenken um einer Pointe ober eines Kalauers wegen ein Stück totschlug unb einen hoffnungsvollen Dichter unmöglich machte. Die Gefühle aller Kunstschaffenben, bie von biefer Pest nicht angesteckt waren, faßte Hermann ©übermann im Jahre 1902 zu einer Schrift zusammen „Die Verrohung in ber Theaterkritik." Ministerialrat Bernbt zeigte bann bie völlige Der jubung ber Theaterkritik van ber Jahrhundertwende ab auf, in der es nicht mehr um eine geöieaene und fachliche Beurteilung künstlerischer Leistungen gegangen fei, sondern nur noch um zersetzende jüdische Witze. „Nehmen wir uns einmal den Juden Siegfried Jakobsohn vor, ber einige Jahre vor ber Macht- ergreifung starb. Bezeichnenb für Jakobsohns Auf- faffung für feine Einstellung zur Kunst ist fein aus echt jüdischem Geist geborener Satz, baß bie Kunst eine Ware sei, die bas Theater verschleißt, lieber Schillers „Wallenstein" wagte Jakobsohn zu schreiben: „Wer es wieder einmal erlebt hat, bem wirst kaum noch den bleichesten Schimmer die Hoffnung auf den finsteren Weg, auf bem er fick mit ber ästhetischen Erziehung Des Menschengeschlechtes abquält". Die nach seiner Meinung mangelnde Jugendlichkeit einer „Minna von Barnhelm" bemängelt er mit echt jüdischer Noblesse mit folgenden Worten: „Fragt diese Mumie, die alle Dünste der Leichenkammer aushaucht, ihren Major, ob er sie liebe, so fährt einem kalter Schrecken durchs Gebein". Unb bann kommt ber Jube Alfreb Kerr. Ich wiederhole noch einmal ben Satz, ber für seine Geistesverfassung am kennzeichnenbsten ist: „Das Verbienst mancher besprochenen Schauspiele war: Anlaß meiner Kritik zu werben." Kerr veralberte bie deutsche Sprache oft bis zur Unkenntlichkeit unb viele seiner Sätze verraten ben Geisteszustanb eines Geisteskranken. Kerr ist schließlich so weit gegangen, baß er bas Theater als Nebengeräusch ber Kritik bezeichnete. „Dichter haben keine Sprachkraft. Sprachkraft ist in der Kritik". Typisch ist folgender Satz: „Für den Kritiker bleibt es im letzten Grunde beinahe gleichgültig, ob er von einem rühmenswerten ober schwachen Drama spricht. Das rühmenswerte wie bas schwache sinb ein Vorwanb ... um zu sprechen." Jebes Heldentum ist ihm ein Greuel. So spricht er von „Heldenschafsköpfen". Seine Wünsche drückt er in folgenden Worten aus: „Wenn ich ein Genie wäre (ich habe bloß keine Zeit), würde ich Sturmwind auf die Bühne bringen. Bloß keine Zeit hab' ich. Etwas Lachendes, Schneidendes, daß es klatscht. Götter anulken. Gegen Jehova rübig werden, Apostel kitzeln." Ueber seine eigenen Kritiken sagt er in nicht zu überbietender Ueberheblichkeit: „So weiß ich, daß in diesen Handlungen allen ein Stück äußerster Menschenkunst ist, und sie war nie zuvor in ber Welt". Ich glaube, daß diese Proben genügen werben, um bie gesamte Geistesverfassung jüdischer Kritiker zu kennzeichnen. Ministerialrat Berndt behandelte bann ben Kampf, der in der Musikkritik im vorigen Jahrhundert um Richarb Wagner unb Anton Bruckner in geradezu beispielloser Form geführt worden sei. Indessen habe Richard Wagner alle seine großen Kritiker überlebt, an bie sich heute kaum noch jemand erinnere. Am heftigsten sei die Kritik ber Juden an Richarb Wagner gewesen, weil Richard Wagner antisemitische Aeußerungen gemacht habe. In den zeitgenössischen Kritiken über Richard Wagner finbe man u. a. folgenbe musikalische „Fachausbrücke": „Hirnverbrannter blühender Unsinn", „stinkende Musik", „Henker ber modernen Kunst", „Größenwahnsinn unb Gehirnerweichung", „trostloses Getute", „Gequassel unb Gequatsche", „Deliriumsmusik". Die Oper „Rheingolb" wirb als „Hurenaquarium" bezeichnet. „Kaffeemühlen- unb Teekannenmusik", „Kasserollengerassel", „Katzenserenade", „Laubfroschweise", „Lindwurmgebrüll", „Nervenfieber", „Ohrenschinder", „Porzellanscherbeneffekte", „Quallenmusik", „Schafskopf", „Scharlatan", das alles sind Ausdrücke aus einer riesenhaften Fülle von Beschimpfungen, die die Kritik, insbefondere die jüdische Kritik, Wagner widmete. peinliche Lleberraschung. Ministerialrat Berndt gab bann ein Beispiel für bie völlige Ahnungslosigkeit gewisser Musikkritiker auf musikalischem Gebiet: „Im Jahre 1926 gab Freberic Lanmond in Mannheim einen Klavier- abenb. Im Programm ftanb Beethovens „Apassio- nata". In Wirklichkeit spielte Lamond in Aenbe- rung seines Programms die „Walbstein-Sonate". Die große Uederraschung bes nächsten Morgens war, baß bie gesamte Presse in Mannheim unb Ludwigshafen wacker bie „Apassionata" kritisierte unb gar nicht gemerkt hatte, daß das Programm geändert worden war. Die Blätter beschrieben mit gleicher „Sachkenntnis" die gar nicht aufgeführte „Appassionata". Die gelehrten Kritiker von Mannheim unb Ludwigshafen konnten also nicht C-dur von f-moll unterscheiden. „Der Film ist das jüngste Kind der darstellenden Muse. Er wurde zu Anfang mehr artistisch als künstlerisch gewertet unb hat sich als selbständige Kunstsorm eigentlich erst nach bem Weltkriege durchzusetzen begonnen, also zu einer Zeit, als bas Judentum bie letzten Bastionen künstlerischer Betätigung in Deutschland zu erstürmen begann. War bas Filmschaffen selbst zu 90 v. H. unb mehr oerjubet, so mürbe auch bie Filmkritik eine rein jüdische Domäne. Der Verband ber Filmkritiker bestand bis auf wenige Ausnahmen fast nur aus Juben. Daß in biefer Zeit jeber Film verrissen wurde, unb oft nicht einmal einen Verleiher fanb, ber ben jüdischen Filmgeschäftsleuten nicht in den Kram paßte, kann als bekannt gelten. „Die Kritiker der bildenden Kunst waren bis 1933 gleichfalls vielfach Juben. Das Scheidewasser ihrer Kritik war das Geschäftsinteresse bes ihnen verschwägerten jüdischen Kunsthanbels. Was er glaubte, gut verkaufen zu können, das wurde auch JlUniflerialraf Berndt: Ministerialrat Berndt knüpfte an die Verfügung bes Reichsministers für Volksaufklärung unb Propaganda über bas Verbot ber Äunft- kriti k an unb erörterte zunächst bie Bedeutung des Begriffes Kritik" an sich. Er wies barauf hin, daß bisher lanbläufig Kritik als Kunstrichtertum gegolten habe unb nun der Begriff .Kritik" auf bas zurückgeschraubt werden solle, was er nach ber richtigen Uebersetzung bes Wortes aus dem Grie- chischen bedeute: nämlich „unterscheiden" ober „aus- einanbersetzen", aber nicht „entscheiden". Ministerialrat Berndt zeigte dann bie Entwicklung auf, bie, von der Entstehung ber Kunstkritik vor 15 0 Jahren angefangen, zu der heutigen Verfügung geführt habe: „Kunstkritik in unserem Sinne gibt es erst seit Gottsched und Lessing. Sie ist ein Kind der be- ginnenden Aufklärung, unb es ist bezeichnend, daß das Wort Kritik* erst auf bem Umwege über bie französische Sprache zu uns gekommen ist. So wenig lag also bis bahin dem Deutschen bie Kritik schlechthin. Im gleichen Maße, in dem die Rolle wuchs, bie die Kunstkritiker in der Oeftentlichkeit spielten, wandelte sich die Schaubühne vom Kunsttempel zur Unterhaltungsstätte. Rückblick auf die Anfänge. In ben ersten Jahrzehnten der Kunstkritik übten sie schöpferische Kräfte aus, bie selbst der Kunst dienten. Es waren Männer, die durch eigene große Leistungen auf dem Gebiete ber Kunst bereits Anerkennung gefunden hatten, und erst bann dem Gebiete der Kunstkritik sich zuwandten. Lessing, der als ber e r ft e große Kritiker gelten kann, hatte immerhin schon eine Reihe von beachtlichen Werken veröffentlich, als er in Hamburg begann, Theaterkritiken zu schreiben. Ihm ging es barum, bem Theater ben Boben zu bereiten, es zu fördern und für bas Drama zu werben. Zur gleichen Zeit mit Lessing hat auch Herder eine künstlerische Rezensionstätigkeit ausgeübt und sich auch mit den Ausgaben und dem Wesen ber Kritik beschäftigt. Seine Auffassung vom Begriff Kritik ist eine andere als bie Lessings. Sie ist noch positiver und lehnt im Gegensatz zu Lessing bereits bas Kunstrichtertum ab. Herber fühlte eine gewisse Verpflichtung sowohl dem Dichter, als auch bem Schauspieler unb bem Publikum gegenüber. Er betrachtete ben Kritiker sozusagen als ben Vierten im Bunde. In Berlin führte die Spenersche Zeitung im Jahre 1802 die ständige Theaterkritik ein. Heinrich von Kleist stellte 1810 die Theaterkritik in den Mittelpunkt der von ihm gegründeten „Berliner Abendblätter". Kleist will mit Hilfe ber Theaterkritik zur politischen Meinungsbildung im staatsethischen Sinne bewußt beitragen. Er nennt bie Kritik an einer Stelle bie unschätzbare unb unzertrennliche schwesterliche Begleiterin jeden Theaters, bem es barum zu tun ist, ber Vollenbung auf bem kürzesten unb raschesten Wege entgegenzuschreiten. Er konnte bas sagen, weil so- wohl Theater als auch Kritik nicht die Verfalls- erscheinungen zeigten, die ihr von der Mitte bes neunzehnten Jahrhunderts an in steigendem Maße zu eigen wurde. Don ben Romantikern haben die Brüder Schlegel, Tieck unb Brentano Theaterkritiken geschrieben. Friedrich Schlegel vertritt einen Standpunkt, ber sehr interessant ist, nämlich: „Poesie kann nur durch Poesie kritisiert werden. Der Dichter nur durch den Dichter." Das bedeutet also eine völlige Ablehnung der berufsmäßigen Kritik ber vielen Unberufenen, die bet kunstkritischen Betätigung bas Grab gegraben haben. Ludwig Tieck verurteilt eine Kritik, die analysieren will, die bas Kunstwerk seziert unb zergliedert, statt es als ©an- zes zu betrachten. Brentano ist ganz ein Kind seiner Zeit. Auch er war lange als Kritiker tätig. Und wenn er einerseits bie Notwenbigkeit betont, mit Achtung vor fremdem Schaffen an das Kunstwerk heranzu- treten so hat er doch auf der anderen Seite Schillers gesamtes Werk abgelehnt unb mit harten ©orten bedacht. Ludwig Börne, ber richtig Löb Baruch hieß, ist ber erste jüdische Kritiker, ber sich einen Namen machte. Er ist auch ber erste, der bie Kunstkritik auf einen Weg führte, ber allmählich zu einem völligen Verfall führen mußte Seme Kritik ist ebenso wie die seines Rassegenossen Heinrich Heine zersetzend und zerstörend. Die letzten großen Kritiker, die aus ben Gefilden ber Kunst selbst zur Kritik kamen, sind Gustav Freytag, Otto L u d w i g und Theodor F o n t a n e. Die Fontaneschen Kritiken in der „Vossischen Zeitung" in ber Zeit vor und nach der Reichsgründung waren von einer beispiellosen Gewissenhaftigkeit. Fontane selbst hat für seine kritische Tätigkeit den Grundsatz aufgestellt: „Das Schöne zu pflegen, bem Idealen ein Hüter zu sein". Nach Böme kamen die Juden Paul Lindau und Oskar Blumenthal. Sie schoben bie Kritik vollkommen auf bie Ebene bes Persönlichen und machten eine Skandalchronik aus ihr. _______________________ gut kritisiert. Maler und Bildhauer ohne Beziehun- gen, insbesondere ohne Beziehungen zum jüdischen Kunsthandel, hatten keine gute Kritik zu erwarten. Jüdische Künstler hatten Diese Beziehungen über die Synagogengemeinde oder die Logen ohne Einschränkung. Und so sind denn bis 1933 die tollsten Bilder jüdischer Maler zu wahnsinnigen Preisen an die Museen des Reiches, der Länder, der Gemeinden usw. verkauft worden. Der gute deutsche Künstler verhungerte, während für kubistische Schmierereien von Paralytikern Preise gezahlt wurden, bie in die Zehntausende von Mark gingen. Kritik der Kritik. Die gesamte Kunstkritik ist seit 1933 genau so wie bie übrige Presse e n t j u b e t worden. Sie würbe dadurch allein noch zu keinem Jbeal. Die Umstellung von der subjektiven Anschauung bes Kritikers zur sozialistischen bes neuen Staates, ber als Maßstab weltanschauliche Werte verlangte, hat sich nur sehr langsam unb vereinzelt vollzogen." Solange es eine Kunstkritik gibt, gibt es auch eine Kritik ber Kritik. Denn bereits bie erste Kritik hat Widersprüche herausgefordert, und so ist es geblieben bis auf ben heutigen Tag. Es gibt keinen großen deutschen Dichter, ber nicht auch mit der Frage der Kunstkritik sich auseinandergesetzt hätte. Wenn Goethe an einer Stelle gesagt ijabe: „Schlagt ihn tot den Hund! Er ist ein Rezensent!", so habe er doch 1821 an anderer Stelle sich über die Theaterkritik der „Berliner Nachrichten" sehr lobend geäußert, und ben Wunsch ausgesprochen, baß biefe Kritiken einmal gebunben erscheinen möchten. Schiller habe ben Grundsatz aufgestellt, daß ber Kritiker bescheiden aber nicht schüchtern sein solle. Hebbel habe sich über die Kritik in einer Reihe von Briefen weiblich luftig gemacht und ihre Widersprüche aufgezeigt. Der erste Kritiker, der mit ber jübifchen Nachtkritik brach, war Theodor Fontane, weil sich diese Art von Kritik mit seinem Verantwortungsbewußtsein nicht vertrug. Richard D e h m e l bezeichnet als Hauptmangel aller Kritik sehr richtig den Mangel an allgemeingültigen Maßstäben, ein Mangel, der heute nicht mehr besteht, nachdem zum ersten Male das deutsche Volk eine gemeinsame Weltanschauung hat. Hans P f i tz n e r verlangt: „... Künstler sollen Kritiker werden, Anti- und Selbstkritiker. Das werden die Besten nicht wollen. Und Kritiker sollen Künstler werden! Das werden die meisten nicht können". Max Grube meint, daß die Kritik der Kritik das Kunstwerk selber ist. Und Friedrich K a y ß l e r : „Sollten einmal in Deutschland keine Werturteile mehr, sondern Ratschläge stammverwandten Geistes in der Theaterkritik für den Schauspieler zu lesen sein, dann werde ich mit Freuden Zeitungen lesen, so lange bin ich es nicht imstande". Herrn Thomas Mann ist natürlich die Auswirkung der Kritik egal. Er verlangt nur, daß sie amüsant sein soll. Denen, die der Meinung sind, daß Kunstkritik keinesfalls entbehrt werden könne, muß ich eins entgegenhalten: Die Geschichte ber Menschheit weist aus allen Jahrtausenden eine Fülle großer Kunst- schöpfungen auf, vor denen wir uns noch heute ehrfürchtig neigen. Und alle diese Kunstschöpfungen bis vor 150 Jahren sind ohne jede Kritik entstanden und haben trotzdem viele Jahrhunderte oder Jahrtausende überdauert. Man denke nur an die Kunst der Hellenen, an den herrlichen Bau ber Akropolis, man denke an bie eblen Verse des Homer ober des Horaz, an die Schöpfungen eines Michelangelo unb ßeonarbo da Vinci. Sie alle entstauben ohne jede Kunstkritik. Wenn heute endgültig ein Strich unter 150 Jahre Kunstkritik gemacht und nach 150 Jahren bes „Ich" auch in ber Kunstbesprechung das „Wir" zum Maßstab genommen wirb, bann wirb es zweifellos an Angriffen auf diese Auffassung nicht fehlen. Man wird vom Maulkorb sprechen, von Polizeimaßnahmen auf bem Gebiete der Kunst, von einem Verbot der letzten Möglichkeit „freier geistiger Betätigung" in Deutschlanb. Diesen ausländischen ober emigrierten Kunstjuben fei hier gleich eines entgegengehalten: Niemand hat schärfer gegen die vom Staate ausgeübte Zensur gekämpft als sie unb ihresgleichen. Sie haben bie staatliche Zensur als Eingriff in die Freiheit bes Volkes ab» Die Sitzung bes Reichskultursenats während der Rede des Reichsministers für Volksaufklärung unb Propaganba Dr. Goebbels. Am Tisch von links nach rechts: Ministerialrat Hanke, Reichskulturwalter Schmidt-Leonhardt, Staatssekretär Funk, Reichsmtnister Dr. Goebbels, Reichskulturwalter Moraller, stellvertretender Pressechef der Reichsregierung Berndt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die zersetzende jüdische Kritik. ng‘ der s« ineswegs |o ff . ijetrußlandn- -hn" m zurE der Mekong m er das fPc Inteilnahme^ mhaften M ichere. lieber fr M Umtriebe c Hetzen zu die SW*; :!t Spanien. SB'- M-n S-l°F * "Ä ft dng- nich- SD thie erfreue i andern. Wdrifr 8. ö bie KalNpl $ !UNS tz M Muelooe . n0Äl',c' en über # der on F Ä SB W I I verständlich schon an jedem ersten grünen Blättchen eine Wertbestimmung des Keimenden vornehmen zu können. In 50 Jahren, wenn einige Generationen völlig im Nationalsozialismus ausgewachsen sind, dann wird das zweifellos leichter fein, und dann wird man sich vielleicht mit dieser Frage erneut beschäftigen können. Ein Hauptgrundzug des Nationalsozialismus ist seine Ehrfurcht vor dem Schöpfer und dem Schöpferischen. Das gilt nicht nur für den Weltenschöpfer, sondern für alles Positive, für jedes gute Wollen und jede Leistung, fei sie auch noch so unvollkommen. Und so ist die heutige Entscheidung eine logische Folgerung aus der Durchsetzung der nationalsozialistischen Idee, die einmal gezogen werden mußte. Achierlum muß an einen Auftrag gebunden sein. Man wird vielleicht fragen, wie denn nun in Zukunft eine Besprechung künstlerischer Leistungen aussehen solle, denn selbst eine Würdigung schließt schon eine gewisse Wertung ein. Ich verkenne nicht, daß eine Begriffsunterscheidung h i e r schwieriger als anderswo ist; denn wir wollen nicht den Schritt, von der Kritik zur reinen Reportage tun, die z. B. das rein Aeußerliche einer Theatervorstellung wiedergibt, ohne Dichter, Dichtung und Darsteller zu nennen. Dichter, Darsteller und Musiker wären dabei die ersten, die dagegen Sturm laufen würden. Ihnen ist es vielfach lieber, schlecht kritisiert und genannt als gar nicht kritisiert und nicht genannt zu werden. Es ist auch klar, daß der Beifall, den z. B. ein Theaterstück findet, noch fein Beweis für die Qualität des Werkes ist. Aber halten Sie sich einmal etwas anderes vor Augen: Wem ist es nicht schon so gegangen, daß er verärgert ein Buch aus der Hand legte, es nach zwei Jahren wieder las und nun plötzlich Werte entdeckte, die er vorher nicht erkannt hatte. Wer hat nicht schon ein Drama abgelehnt, das ihn nach Jahren plötzlich ungemein zu fesseln begann, und wer hörte nicht schon einen Chor, der ihm nur beim ersten Hören fremd dünkte und nach längerer Zeit plötzlich verwandte Seiten ankündigen ließ. Vergegenwärtigen Sie sich, in welchem Maße oft große Schöpfungen der Dichtung oder der Musik vom Publikum und von der Kritikerschaft abgelehnt worden sind und wie die gleichen Kritiker sich schon nach fünf Jahren beschämt berichtigen mußten, weil das Kunstwerk Recht behalten hatte. Die neue Form der Besprechung. Wir wollen den Kunstschriftleiter im nationalsozialistischen Staat einer solchen Möglichkeit nicht aussetzen. Und darum haben wir die neuen Grundsätze für d ie Kunstbetrachtung aufgestellt. Sie soll alles enthalten, was zu sagen ist, aber sie soll nicht richten. Für die Beurteilung eines Kunstwerkes kann im nationalsozialistischen Staat' nur die nationalsozialistische Kultur- auffassung maßgebend sein. Nur Partei und Staat sind in der Lage, aus dieser nationalsozialistischen Kunstauffassung heraus Werte zu bestimmen. Ist eine Wertbestimmung durch diejenigen, die einen Auftyag zum Richtertum haben, gegeben, dann selbstverständlich steht es dem Kunstschriftleiter frei, mit diesem Wert zu messen. Das wird aber immer nur von Fall zu Fall geschehen können. Jedes Neue braucht seine Zeit, um sich zu entwickeln. Und so wirb auch die neue Form der Besprechung sich aus der Praxis langsam entwickeln. Partei und Staat werden dem Kunstschriftleiter dabei in jeder Beziehung helfen und ihre schützende Hand über ihn halten. Und wir wollen hier nicht verkennen, daß es auch schon heute eine Anzahl von Männern gibt, die nur noch die herkömmliche Bezeichnung „Kritiker" als Amtsbezeichnung tragen, die aber bereits innerlich und äußerlich nach nationalsozialistischen Grundsätzen sich ausgerichtet haben, niemals auf dem Richterstuhl saßen, sondern ihre Arbeit als Dien st am Volk und D i e n ft an der Kunst versahen, so wie jede Arbeit in Deutschland Dienst am Volk und Dienst an der Sache sein soll. Diese gilt es in Schutz zu nehmen und sie vor unberechtigten Angriffen zu bewahren, die ihnen Lust, Mut und Kraft zur Weiterarbeit nehmen müßten. Der Kunstschriftleiter ist gerade für den nationalsozialistischen Staat eine dringende Notwendigkeit, denn wie niemals zuvor ist heute die Presse Mittler zwischen Volk und Führung, Dolkspresse und nicht mehr Presse einer Richtung ober anonymer Kräfte. Und genau so ist heute die Kunst nicht mehr Angelegenheit einer kaufkräftigen Schicht, nicht eine Ware, wie sie ein Siegfried Jacobsohn zu bezeichnen wagte, sondern wertvollstes Gut der Nation, das allen gehört. So ist das Amt des Kunstschriftleiters, wie es der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, in feinen Richtlinien Umrissen hat, eine Gemeinschaftsaufgabe von höchster Verantwortlichkeit, denn in die Hand des Kunstschriftleiters ist es gelegt, Mittler auch zwischen Kunst und Volk zu sein und der Kunst und dem Volke zu dienen. Hoffen wir, daß dieser Dienst für die Kunst und das Volk reiche Früchte trägt. Dann wird man den heutigen Tag als den Tag einer geistigen Wende auf diesem Gebiet für immer im Gedächtnis behalten." Die Reichskultursenatoren folgten dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit. Wie immer fand dann eine eingehende Aussprache über das behandelte Problem statt, aus der sich zahlreiche wertvolle Anregungen ergaben. Reichsminister Dr. Goebbels nahm dabei Gelegenheit, zu allen wesentlichen Fragen sofort Stellung zu nehmen. An der Aussprache beteiligten sich u. a. der Präsident der Reichsmusikkammer Generalmusikdirektor Prof. Der. Peter R a a b e, der Präsident der Reichstheater- der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektor Dr. Peter Raabe, der Präsident der Reichstheaterkammer und Reichsdramatura Dr. Schlösser, der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters in Weimar, Staatsrat Dr. Ziegler, der den Dank aller Kunstschaffenden an den Minister für sein Eingreifen auf dem Gebiete der Kritik zum Ausdruck brachte, der Präsidialrat der Reichsmusikkammer und Komponist Professor Dr. Graener, der Direktor der Berliner Musikhochschule Professor Dr. Stein, der Regierende Bürgermeister K r o g- mann» Hamburg, der Leiter des deutschen Buchhandels, Derlagsdirektor Baur, von den Dichtern der Staatspreisträger Richard Euringer und mehrfacher Preisträger Friedrich B e t h g e, sodann Oberbürgermeister Z o e r n e r - Dresden, Geheimrat Heide, Präsidialrat der Reichspressekammer Dr. Richter. üetdwmffer Dr. Goebbels nahm dann noch einmal zu den schwebenden Fragen des Kulturlebens Stellung. Dr. Goebbels gab noch einmal eine Begründung seiner Verordnung über das Verbot der Kunstkritik: „Die Kritik war reformbedürftig, und sie wird nun a u f eine neue Basis gestellt. Sie soll in ihrer ganzen Form, in ihrem ganzen Charakter und in ihrer ganzen Wesensart der geistigen Struktur des heutigen deutschen Lebens angepaßt werden." Dr. Goebbels wandte sich noch besonders dem Problem des Standesdünkels zu. Er bekannte sich erneut zu dem Grundsatz, daß man in einem dramatischen Geschehen stets das Gute mit dem Bösen konfrontieren müsse, damit das Gute in Aktion treten, das Heroische mit dem Feigen, damit das Heroische handeln könne. Ader auch die bösen, feigen,, hinterlistigen, dummen und albernen Menschen seien Menschen von Fleisch und Blut und daher eben nicht ohne i h u Milieu, d. h. ihre Berufs- und Charaktereigenschaften vorstellbar. Da es nun einmal diesen und einmal jenen treffe, den Bauern und Arbeiter, den Angestellten und Kaufmann, brauche sich niemand beleidigt zu fühlen, denn das gleiche sich im Laufe des Jahres ungefähr wieder aus. Man müsse der Kunst in diesen Dingen ihren freien Lauf lassen, denn sie sei oft eine Art von Zeitkritik gewesen. 21iit stärkstem Nachdruck unterstrich Reichsminister Dr. Goebbels die Erkenntnis: „Das deutsche Volk ist das Ergebnis seiner Geschichte!" Er wandte sich dagegen, daß gewisse kreise die deutsche Geschichte nach ihrem Belieben einteilen und sie teils für deutsch, teils für undeutsch erklären. „Wenn wir nicht wollen, daß wir anderen alten Völkern gegenüber als historische Parvenüs gelten, müssen wir unsere gesamte deutsche Geschichte als ein einheitliches Ganzes auffaffen und uns ihrer bemächtigen. Wer will sich etwa anmahen, über die Motive großer deutscher Männer der Vergangenheit zu entscheiden? Wir haben die glanzvollste Geschichte", so rief Dr. Goebbels aus, „und dürfen nicht zulassen, daß dieses kostbare Erbe leichtsinnig zerstört wird!" (Stürmischer Beifall.) Dr. Goebbels behandelte sodann die Frage der Organisation der Künstler. In eindringlichen Worten ersuchte er die Präsidenten der Ein- zclkammern, ihr besonderes Augenmerk der sozialen Betreuung der schaffenden Künstler zuzuwenden und ermahnte die Kunstschaffenden, über allen kleinen Tagesfragen stets das größere Ideale zu sehen und zu verfechten. „Ich wünsche, daß aus diesem Kreise eine neue Vorstel - lung vom deutschen Künstler auch in Ihre Gefolgschaft hineingetragen wird, vom deut- chen Künstler als einem modernen u n d a u s - geschlossenen Menschen, der mit offenen, klaren Augen das Leben sieht und es kraft seiner großen Phantasie und starken Initiative künstlerisch zu gestalten versucht. Wenn uns das gelingt, ist das nicht nur eine Umformung der Dinge, sondern eine Umformung der Menschen." . In seinen Schlußworten gedachte Reichsmimster Dr. Goebbels des Führers. „Wir haben das große Glück, als Führer der Nation einen Mann zu besitzen, von dem wir wissen, daß er aufgeschlossen ist ür die Künste wie wohl kein anderes Staatsoberhaupt, daß er ein offenes Herz für ine Bedürfnisse der Künstler hat und sich verantwortungsbewußt mit ihren Fragen und Problemen auseinandersetzt, o daß man sagen muß: Es gibt für den Künstler keine glücklichere Zeit als die heutige in Deutschland. (Stürmischer Beifall.) Die großen Genies der neuen Zelt sind noch nicht da, aber sie werden einmal k o m m m e n. Vielleicht marschieren sie schon irgen- wo in den Reihen unserer Hitlerjugend oder des Arbeitsdienstes. Vielleicht werden sie eines Tages anfangen zu fingen und zu dichten; dann wird die große Erfüllung kommen. Glücklich der, der der Stunde teilhaftig wird, wenn Gott in unserem Volke das Wort ergreift!" Neuordnung. Ministerialrat Berndt hat als stellvertretender Pressechef der Reichsregierung in einer großen und grundlegenden Rede den soeben ergangenen, einschneidenden Anordnungen von Reichsminister Dr. Goebbels über die Umstellung der Kunstbetrachtung und Kunstbewertung eine grundsätzliche Kommentierung und Begründung gegeben. Ministerialrat Berndt beleuchtete das schwierige und umfangreiche Problem der Kritik von ihren Anfängen an und verfolgte in großen Zügen die Entwicklung des öffentlichen Kunstrichteramtes von der klassischen Zeit bis in die Gegenwart hinein. Die Verfallserscheinungen, die sich aus einer zum Selbstzweck erhobenen, fast ausschließlich von Juden verwalteten Kritik ergaben, wurden an besonders markanten Beispielen aufgemiefen. Aber auch mit der Beseitigung solcher Verfallserscheinungen und ihrer intellektuellen Urheber nach dem Jahre 1933 haben sich schwerwiegende Mißstände herausgestellt, die dem verantwortlichen Ministerium Anlaß gaben, mit der bereits mitgeteilten Anordnung die gesamte öffentliche Krittk auf eine neue Grundlage zu stellen, d. h. die Kritik in eine Betrachtung oder Würdigung umzubilden, deren vornehmste Aufgabe es sein wird, das Volk aufklärend, anregend, begeisternd an das Kunstwerk heranzuführen. Das Amt des Kunstschriftleiters, der den Kritiker alten Stiles ablösen wird, ist zusammenzufassen in der Verpflichtung, Mittler zu sein zwischen Schaffenden und Ausnehmenden, zwischen Kunst und Volk. Diese grundsätzliche Neuordnung wird sich nicht von heute auf morgen vollziehen lassen. Es werden Ausführungsbestimmungen für eine Regelung der Frage in ihren Einzelheiten ergehen, und vor allem wird sich im Laufe der nächsten Zeit von selbst ein neuer Stil der öffentlichen Erörterung aller künstlerischen Angelegenheiten herausbilden müssen. hth. Tschiangkaischek zum deutschjapanischen Abkommen. Nanking, 29. Nov. (DNB.) Bei einer Gedenkfeier für Sunyatsen hielt Marschall Tschiangkaischek eine Rede, in der er auch auf das deutsch-japanische Abkommen gegen d i e Komintern zu sprechen kam. Daß diesem Vertrage nur der Grundsatz einer gemeinsamen Abwehr der kommunistischen Gefahr zugrundeliege, werde schon dadurch bewiesen, daß Deutschland die Rücksichten auf feine Freundschaf - ten mit China und anderen Ländern nicht außer Acht lassen könne. Nach seiner Ansicht würden durch dieses Abkommen nicht nur keinerlei Veränderungen in den äußeren Beziehungen zwischen Deutschland und China eintreten, sondern es würde auch keinerlei Einfluß auf die Gesamtlage im Fernen Osten haben. Die Kommunistenfrage m China fei nur noch insofern erwähnenswert, als die übrig gebliebenen Reste von roten Banditen an d en Sanbesgrengen Unruhe verursachten. Sie teilten nur eine andere Form von Hochverrätern dar, die ausgerottet werden müssen. Aber dies möge durchaus nur als eine innere Frage Chinas angesehen werden. Radikalsozialisten und Volksfront. Kriegsminister Daladier über den inneren und äußeren Frieden. Paris, 29.Noo. (DNB.) Der Minister für die Landesverteidigung, Daladier, hielt auf einem Festessen eine Rede, in der er u. a. ausführte: Ich, als Vorsitzender der Radikalsozialistischen Partei, gewähre dem Ministerpräsidenten meine volle vorbehaltlose Unterstützung. Wenn die Volksfront eines Tages verfallen sollte, wird das nicht die Schuld der Radikalsozialistischen Partei sein. Sie hat einem Programm zugesttmmt, und sie will die Verwirklichung dieses Programms, aber auch nur dieses Programms. Wir lassen uns durch den Kleinkrieg, der jetzt geführt wird, nicht beeinflussen. Wir verlangen nur, daß d i e unterzeichneten Verpflichtungen e ingel) alten werden. Wir nehmen sämtliche Reformen an, aber unter der Voraussetzung, daß inEhrenRuheundFrieden herrschen. Wir müssen allen Völkern erklären: Dieser Rüstungswettlauf ist ein Wahnsinn, denn ein neuer Krieg würde zur Vernichtung der Zivi- lisation führen. Wir reichen euch die Hand, aber mir kommen nicht mit gesenktem Haupt. Unser Land muß materiell und moralisch stark sein. Wenn man den Willen Frankreichs schwanken sieht, wenn man glauben kann, daß es eine leichte Beute ist, dann wird der Frieden verloren sein und unser Volk aushören, ein freies Volk zu bleiben. „U geborgen. Kiel, 28. Nov. (DNB.) Nach planmäßig verlaufenen Bergungsarbeiten gelang es, d a s verunglückte U-Boot „II1 8" zu heben. Das Unterseeboot wurde nach Abdichtung des Lecks in Kiel eingeschleppt. Die Särge mit den acht Toten waren auf dem Flottenhegleiter „F 5" an der Scharnhorstbrücke in Kiel-Wik eingetroffen und wurden von dort in feierlichem Zuge unter gedämpftem Trommelwirbel zum Garnisonfriedhof übergeführt. Am Montag, 30. November, 14 Uhr, findet dort die feierliche Beisetzung statt. Die Schiffe der Kriegsmarine werden während der Trauerfeier große Flaggentrauer anlegen. Wetterbericht des Relchswetterdiensles. Ausgabeork Jranffurt Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit hat sich über das Wochenende erheblich verstärkt. Dabei hat ein zur Zeit über dem Nordmeere liegender Sturmwirbel die Verfrachtung milderer Meeresluft auf das europäische Festland aufgenommen, die seit heute nacht in Deutschland große Mengen verbreiteter Niederschläge brachten. Sie bestanden anfänglich im Gebirge aus Schnee, sind aber mit fortschreitender Erwärmung in Regen übergegangen. Die mit dieser Entwicklung eingeleitete Unbeständigkeit bleibt vorerst erhalten. Die Temperaturen steigen zunächst noch weiter an. Aussichten für Dienstag: Veränderlich, doch überwiegend bewölkt und Regenfälle, bei lebhaften westlichen Winden weitere Milderung. Aussichten f ü r Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der unbeständigen, zu Niederschlägen geneigten Witterung, ziemlich mild. Lufttemperaturen am 29.11.: mittags 2,4 Grad, abends 0,9 Grad; am 30.11.: morgens 3,3 Grad Celsius. Maximum 3,3, Minimum heute nacht 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 29.11.: abends 0,7 Grad, am 30.11: morgens 0,9 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 Millimeter. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000, Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pst mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Ins erste5pulbad Sil hinein-schnell wir- -ie Wäsche -klar << X . uno 1 WMIWIIIIIIIIÄ' IVin ♦ MWWWDM sieic he ' IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher44 Hugo Bermühler Verlag • Berlln-Llchterfelde UIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIHIIIIIIilllllllllllllllllllll Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift Ivndern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen > — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Erstklassiges Hausmädchen für guten Privathaushalt ab 7. Dezember gesucht. Schriftl. Ang. unt. 05510 an o. Gieß. Anz. Tüchtige beosD UMW für Maschinenbetrieb gesucht. Hotel Schütz. Tüchtig., kräftig. Mädchen für Wäscherei (Maschinenbetr.) gegen hoh. Lohn gesucht. Schriftl. Angeb.m.Zeug- nisabschr. u. Ge- haltsansvrüchen an Hotel Schütz. 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Inb seine Barmherzigkeit währet immer für inijiir bei denen, die ihn fürchten." Sein Thema roi „Der heilige Dienst, den unser Kriegsehren- i Ml tun soll." Er zeigte iu a., wie im Jahre 1919 int. Jahr seines Bestehens der Kriegerverein seine Die Luft war so satt von Feuchtigkeit, wie sie es nur in den meernahen Ländern ist, die großen Das Schönste aber war das winzig kleine Arbeitshaus, das Jensen sich auf der Hügelkuppe erbaute. Es sieht aus wie ein Backofen, hat Oberlicht und innen ist es eingerichtet wie ein Bildhaueratelier. — Ja, er bildhauert, der dänische Dichter, er formt sich die Gestalten, die er im Geist erschafft, in Ton. Da sind seine Urzeitmenschen, unheimlich lebendig selbst in dem blassen Gips. Da sind die lebenshungrigen Kinderköpfe seiner Enkel und seine Nachbildungen der Skulpturen aus der Urzeit. — Ein unersättlicher Drang zu formen, zu gestalten wirkt in dem Mann. Es geschieht, daß ihm das Wort zum Ausdruck nicht genügt — da nimmt er den Ton zur Hand. Das einzige Gegenbeispiel einer solchen Neigung zum Plastizieren unter den lebenden Dichtern, das mir einfällt, ist Gerhart Hauptmann. Jensens Haus lehnt sich an einen Herdehügel; das Grundstück umfaßt den ganzen Hügel, man blickt weit und man sieht keine Nachbarn. Wir fliegen aus; das kleine Mädchen Annette fand seinen Sandhaufen, wir aber breiteten auf der Bank vorm Haus das mitgebrachte, wundervolle dänische Frühstück aus. Die Dänen haben das Butterbrot zu einem Kunstwerk entwickelt. Dazu gab es Bier, Aquavit und für das kleine Mädchen Kakao aus der Thermosflasche. Wir besichtigten das Haus. Es war ein strohgedecktes Bauernhaus; Jensen hat selbst Hand angelegt beim Bau, und viele Möbel hat er selbst gezimmert. Da war ein wundervolles Bett, sehr stark gebaut aus Planken, auseinanderzunehmen und statt der Sprungfedermatratze mit federnden Latten versehen. Ein Bett aus einem Wikingerschiff war das Modell dazu. Ihm entsprach ein Tisch aus Balken mit einer Platte aus einem einzigen Eichenbrett. Ich verstehe etwas von Zimmerarbeit: es war gutes Handwerk. Es war keins von den sogenannten „Landhäusern", die im Innern vollkommen städtisch sind. Es hatte Petroleumlampen und in der Küche eine Wasserpumpe. Der Wassertank war ein ehemaliges Benzinfaß. Alle Schränke waren eingebaut, auch die Betten waren Bett-Schränke. Die Bodenluke war eine großartige Erfindung: wenn man die Leiter hinunterklappte, ging die Klappe gleichzeitig auf. Der Platz vorrn Haus war mit alten Mühl- lall. 11.30: igskonzert. rk). 13.15: M Dich IU Musics looen. 15: Lied. 16: m^rt der nnem Sie 8: Unter- jörberichle 0: Kamps cingt den ine Melo- ers Mun- ^debezirk). ngs- und l HL wber Mietung #rk' *15 42,13 0,Ü9 3,053 54.59 47,14 12,z 5,39 11-61 135, 13,11 0,71 5,66 61-35 49. 11,0 er- 57-26 21,52 8,769 2,492 rn ki Sen in Ehrenmal krönt. An den letzten Vers des Hauptliedes „Jesus, meine Zuversicht" schloß sich unter dem Geläute sämtlicher Glocken die Verlesung der Namen der 98 Kriegstoten an. Die Reihe klang aus in einem Vers des Liedes vom guten Kameraden, von der Orgel leise gespielt. Die Kollekte kam dem kirchlichen Fonds für Kriegerehrung zugute, der nach Vollendung des Ehrenmals an die Gemeinde überführt wird. Dem Wunsch, daß bald die Namen ihren Platz am Ehrenmal finden möchten, gab auch der Ortsgeistliche Ausdruck. Feierliche Weihe des Ehrenmals. Am frühen Nachmittag fand unter stärkster Anteilnahme der Bevölkerung die Weihe des Ehrenmals statt. Politische Leiter, SA., HI., BDM., IM. und die Frauenschaft hatten Aufstellung genommen, die Wehrmacht war durch Offiziere und Mannschaften vertreten, man sah ferner den Arbeitsdienst, die Kameraden des Kyffhäuserbundes, der Feuerwehr, der Vereine des Ortes und viele Volksgenossen. Bürgermeister Euler hieß die Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der SA., des Arbeitsdienstes und der Behörden herzlich willkommen. Sein Gruß galt ferner allen anwesenden Volksgenossen. Mit diesen Grußworten eröffnete er die Feier, für die der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann mit einer ernsten musikalischen Darbietung die feierliche Stimmung schuf. Diese Stimmung vertiefte der für diese Feier vereinigte Chor der Gesangvereine von Wieseck unter Leitung des Dirigenten L ei b, mit dem alten Soldatenlied „Morgenrot, Morgenrot". Regierungsbaurat Kuhlmann vom Hessischen Hochbauamt in Gießen richtete sodann herzliche Worte des Dankes an die Handwerk- meister, Gesellen und Lehrlinge, sowie an den Künstler, Herrn G ü n g e r i ch , an Steinbildhauermeister Kling und an den Bauleiter Erich digen, denn es spreche für sich selbst. Er kennzeichnete die ideale Lage des Denkmals angesichts des alten wehrhaften Torturmes, der Kirche und des Friedhofes, insgesamt eines Platzes also, wie er glücklicher nicht habe gewählt werden können. Er schilderte weiter die Einzelheiten des Denkmals, sprach über den Sinn der drei Kreuze, die die Front des Denkmals symbolisch zieren: das Eiserne Kreuz, das Hakenkreuz und das Kreuz des christlichen Glaubens. Er lenkte den Blick aber auch in die Zukunft und schilderte das glückliche Bild, das dereinst das Denkmal bieten werde, wenn die Bäume des Ehrenhofes das Ehrenmal überschatten werden. Den Hinterbliebenen möge das Ehrenmal in ihrer Trauer um die Gefallenen das äußere Zeichen dafür fein, daß sie nicht umsonst fielen. Im neuen Deutschen Reich und unter seinem Führer werde das Andenken an die Toten des Weltkrieges immer bewahrt bleiben. Unter solchen Gedanken fei das Ehrenmal errichtet worden und unter solchen Gedanken möge es immer betrachtet werden. Nunmehr übergab Regierungsbaurat Kuhlmann den Schlüssel zum Ehrenhof dem Bürgermeister der Gemeinde Wieseck. Bürgermeister Euler gab feiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, daß es nunmehr — 18 Jahre nach dem Kriege — möglich geworden fei, auch der Gemeinde Wieseck ein Ehrenmal ihrer Gefallenen des Weltkrieges zu übergeben. Zwar fehlten noch die Namen derer, die aus der Gemeinde ihr Leben für das Vaterland gaben, aber sie würden dem Denkmal noch eingefügt werden. Er könne zudem noch die Mitteilung machen, daß nicht allein die Namen der Gefallenen der Nachwelt erhalten bleiben würden, sondern daß es auch gelungen fei, Bilder der Gefallenen zu einer Ausstellung zusammenzutragen und sie damit noch einprägsamer der (Erinnerung zu erhalten. Im Hinblick auf die gefallenen Helden werde sich wohl jedermann prüfen, ob die Lebenden des großen Opfers der Gefallenen wert feien. Jedermann müsse sich bereit finden, jene Opfer zu bringen, die Gegenwart und Zukunft forderten. Das Opfer der Gefallenen müsse uns zum Beispiel werden. Bürgermeister Euler schloß seine Ansprache mit der Bekanntgabe, daß der Platz des Ehren- Meranbert ' Zu- und •er Klein. icht.) Um trieb: 1023 , 341 Fär- veine. Es rf, Lullen binnen) 28 )ämmel 34 irftoerlauf: zugeteilt, iftil. 6.30: ten. 8.10: ten ,jiim : winter» foiniils schrieb: „In diesem Vorgehen Wiesecks ist e ne Anregung gegeben, der man in allen Orten f lgi, sollte." In jener Zeit, in der man systema- t kh uns Werk ging, die große Dinge des großen S- rie: 5 klein zu machen, wo ein Stahlhelm auf dem Gntrurf eines Ehrenmals den Schrei „Militaris- rhis'" auslöste und man ja nicht die Nationen reizte wollte, die uns den Schandfrieden von 23er» if-Wis angetan, wurde ein gutes Projekt im Orts- f Irä ment zerredet. Im Jahre 1923 krachten die Slhisse an der Feldherrnhalle zu München, und sie zchkn, daß für ein neues Deutschland zum Zug tfi roei Millionen Kriegstoten noch die Reihe der Slairsraben kommen mußte, die Rotfront und Reaktion erschossen. Im Hakenkreuz, dessen Siegeszug Itijtlar gesegnet wurde und das als Symbol neben i WZifernen Kreuz unser Ehrenmal schmückt, dürfen ich Gottes Barmherzigkeit sehen, die es mit unse- i ein Volk nicht aus sein ließ. Von diesem Zeichen :n£en die wenigsten unserer Kriegstoten etwas, hie Gräber schmückten die Kameraden mit den > stl reuzen, deren Urbild, das Kreuz Christi, das I"ds «er! fr Treu, pn mit P Ü!. I'e 9Qben P'egenb LWen l.1'5 Nach Wi Iö6 nach '"Werte Mauptet anbei mit fr Rom. 9'65: SlNi rbr,Gfe et. ■ mit loi y.p'_ Zogen bröckelten Fahrt durch Seeland. Als Gast in einem dänischen Oichterhaus. „'Sann waren Sie zuletzt bei uns in Dänemark?" tnidh kann es wirklich nicht sagen, vor vier oder |ti| Jahren." „Karten Sie mal: Hatten wir damals einen II agen, als mir Sie vom Flugplatz abholten?" L/lein, es war ein P-Wagen." M, dann war es also 19321" Das ist die moderne Art, wie man seine Erinnerten präzisiert: nach den Autos, die man gehabt HU. Wie haben das die Leute früher nur gemacht? Wir fuhren durch die Vorstädte von Kopenhagen Mirb märte, zwei Söhne des dänischen Dichters Jo- tynies V. Jensen, eine kleine, vierjährige Enkeln,die in einen Fußsack verpackt, wie ein Paket auf Einern Schoß saß, und ich. Wir wollten das Land- tyus des Vaters besuchen Es liegt an der Küste, ml: weit von der kleinen Stadt Hilleröd und heißt ,^i»irke". — Aber ich weiß nicht, ob ich den Namen rih ig schreibe. Uium ersten Male fuhr ich bei Tag durch däni- shc-° Land; es war falt, es wehte heft'.g, aber die S ne schien. Natürlich sperrte ich die Augen auf. Tenhagen ist gerade im Begriff, seine Ausfall- stezen autobahnartig auszubauen; darum mußten tii viele Umwege machen. Ue Stadt schien gewaltig groß, und genau wie Sellin ging sie fast lückenlos in kleine Nachbarin :te über. Wenn man so die Parade der Tank- Jeüen und Automobilstätten entlang fuhr, bekam ten einen verblüffenden Eindruck von der inter- ifcn analen Gleichförmigkeit, die die Technik uns lii .gt. Diese Straßen hätten genau so in England, t Deutschland, in Amerika liegen können ü er Autoverkehr war lebhaft, aber nicht schnell. Ks existieren Verbote, die die Schnelligkeit in der tüibt auf 40 Kilometer, auf dem Land auf 60 Kilo- rn*r beschränken. Natürlich werden solche Gesetze iuirtreten, aber sie bewirken doch eine gewisse Zu- ücHjaltung am Gashebel. Im übrigen ist die Der- Ih'sregelung weniger straff als bei uns. Man wen- M einigermaßen hemmungslos, auch in Haupt- stcfßen. Man fährt auch auf die linke Straßen- siir und parkt dort, wenn einem gerade so zu- Hiie ist. Ooie Tankstellen zeigen, genau wie in Frankreich, |d i Preise an; einmal den tatsächlichen Benzm- jriis und dann den beinahe ebenso hohen Steuer- irchlag. 5 ? ’alyt? einrollen mußte, wie aber auch Kräfte am Uef waren, das Gedächtnis der Kriegstoten zu Nltt'n. So wurden am Totensonntag 1919 im if&ren oberen Schulsaal der alten Schule die 2'ilbtr der Kriegstoten und künstlerische Gedächtnis- Montag, ZY.November 1956 opfer-Versorgung, der Kriegerhinterbliebenen und der Kriegsbeschädigten sprach dann Oberleutnant a. D. Bonhardt, Gießen, herzliche Worte der Erinnerung an die zwei Millionen gefallenen deutschen Helden. Er erinnerte daran, daß ihr Tod unser Leben bedeutete, und er wies ferner daraus hin, wie die Vorsehung unserem Volke aus dem Kriege zwei Soldaten erhalten habe: den Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Gefreiten Adolf Hitler, beide berufen, unser Volk einer lichtvollen Zukunft entgegenzuführen. Um des schweren Todes willen müsse uns das Andenken an die Gefallenen heilig fein. Wir müßten uns immer vor Augen halten, daß viele der Sterbenden ihr Leben aufgaben mit den Worten: „Grüßt mir die Heimat! — Rettet das Vaterland!" Dieser Geist des Frontsoldaten habe unser Vaterland gerettet. Der Geist der Helden werde der jungen Generation immer ein Vorbild sein. Wiedergewonnen seien uns in diesem Geiste die Güter der Ehre und der Freiheit, wenn die heutigen und die kommenden Generationen Geschlechter von Helden werden. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden und während die Fahnen zum Gedenken der Gefallenen gesenkt waren, wurde das Ehrenmal von der Hülle befreit und damit feiner Bestimmung als Mahnmal übergeben. Kreisleiter Or. Hildebrandt, Gießen, hielt bann für die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, eine Ansprache, in der er die vielen Volksgenossen, die der Feier beiwohnten, im Geiste zunächst in die Vergangenheit zurückführte, in die Zeit nach dem großen Kriege, in der artfremder Geist und innere Zerrissenheit einer Gemeinde es über eineinhalb Jahrzehnte verhinderten, dem Andenken der gefallenen Helden das äußere Erinnerungszeichen zu schaffen. Die Zeit dieses Niederganges sei vorbei, aber sie dürfe nicht vergessen sein. Diese Zeit müsse uns bewußt bleiben, um uns immer neu den Unterschied zwischen dem damaligen Tiefstand und der heutigen Größe des Volkes und Reiches erkennen zu lassen. Das Ehrenmal müsse uns daran mahnen, daß eine solche Zeit niemals wiederkommen dürfe. Heute seien die Begriffe von Ehre, Volk und Vaterland wieder lebendig, und klar sei uns heute bewußt, daß die Gefallenen für das neue Deutschland ihr Leben ließen. Der Geist des Frontsoldaten habe seine Auferstehung im Dritten Reich gefeiert. Unsere heilige Verpflichtung sei es, im Geiste der Helden zu leben und uns stets ihres Opfers würdig zu erweisen, stets einsatzbereit zu sein für Deutschland und in Treue zum Fürer Adolf Hitler zu stehen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer schloß Kreisleiter Dr. Hildebrandt seine Ansprache. Mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Der Ausklang des Tages. Den Tag beschloß ein Konzert des Musikzugs der SA.-Standarte ll6 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann im großen Saal von Braun. Bis zur Pause waren "vor der Bühne acht gerahmte Tafeln mit den Bildern der Kriegstoten aufgestellt, die aufmerksame Betrachter fanden. Der Abend brachte u. a. die Ouvertüren zu „Die leichte Kavallerie" von Suppe und zu „Martha" von Flotow, Fantasien aus „Traviata" von Verdi und R. Wagners „Tannhäuser". Auf allgemeinen Wunsch wurde das „Ave Maria" von Schubert vom Weiheakt wiederholt. Solist Schwarzlose mußte sich zu einer Zugabe zu seinem Tromba-Solo verstehen. Militärmärsche, dabei gerne zugegebene, und ein Soldatenpotpourri von Robrecht wurden mit freudigem Beifall ausgenommen. Am Schluß der in jeder Beziehung auf der Höhe stehenden Darbietungen dankte Bürgermeister Euler. Der große Tag sand mit dem Gruß an den Führer und dem Singen der Nationalhymnen seinen würdigen Abschluß. Wolkenschiffe segelten vom Meer ins Land, die Schatten stossen über die Heidelandschaft und die Heide erglühte und erblaßte wechselnd wie ein ausgebranntes Scheit im Kamin. — Das Laub der Birken zitterte und blitzte wie Millionen kleine Spiegel, als wollte es mit so viel Glanz sein Welken verbergen. Ernsthaft wachten rings ums Haus die alten Wacholder, und durch die Kiefernnadeln pfiff der Wind. — Es war ein Haus, nach dem man Heimweh bekommt. Heinrich Hauser. Spielzeugsoldaten für Erwachsene. In London wurde im vorigen Jahre die „Britische Gesellschaft von Sammlern von Soldatenmodellen gegründet, die heute bereite 84 Mitglieder zählt, und in Frankreich besteht die größte Vereinigung dieser Art mit 250 Mitgliedern. In London wurde nun dieser Tage zur Feier des ersten Jahrestags der Gründung des Vereins eine Ausstellung veranstaltet, in der Lord Greenway, ein Offizier des indischen Heeres im Ruhestand, fein kleines Heer von Spielzeugsoldaten zeigte, das allgemeine Bewunderung erregte. Er betreibt die Sache sehr ernsthaft. „Als ich ein kleiner Junge war," so erzählte er, „hatte ich bereits eine Sammlung von 6000 Spielzeugsoldaten, die heute einen ganz außerordentlichen Wert haben würde. Als ich nun im Jahre 1920 in den Ruhestand trat, erinnerte ich mich meiner Liebhaberei der Kinderzeit und fing gründlich von neuem an. Jetzt habe ich fast 1500 Spielzeugsoldaten, und ich habe mich besonders auf eine Sammlung der indischen Reiterregimenter in ihren Uniformen von 1914 verlegt. Diese Uniformen find jetzt nicht mehr vorhanden, und Modelle davon werden nicht mehr gemacht, so daß ich sie alle selbst Herstellen muß. Ich will von jeder Art sechs bemalen. Im Ganzen werde ich etwa 2000 solche kleinen Figuren Herstellen müssen. Es ist sicher eine nützliche Spielerei, weil es das einzige Mittel ist, eine (Erinnerung an diese alten prächtigen orientalischen Uniformen aufrechtzuerhalten, wenn man von Illustrationen absieht." Zu dem Festmahl der Gesellschaft waren auch Franzosen und deutsche Offiziere als Gäste erschienen. De* Leiter einer englischen Fabrik von Spielzeugsolda« ten teilte mit, daß sie jetzt wenigstens 5 Millionen jährlich verkaufen und daß die Modelle in den farbigen Uniformen der englischen Garde und der Hochländer" sich bei weitem besser verkaufen als die in Khaki. Kameradschastsabend -er Gießener <5(5. Am gestrigen Sonntag vereinigte sich der I. Sturmbann der 83. SS.-Standarte (Gießener SS.) mit seinen Fördernden Mitgliedern und vielen Gästen aus der Partei, der Gießener Garnison und der .Gießener Volksgenossen im Saale des CafL Leib zu einem Kameradschaftsabend. Wie tief unsere Gießener SS. mit der Bevölkerung verbunden ist, wurde eindrucksvoll durch den überaus starken Besuch des Abends bewiesen; der Saal des CafL Leib war bis zum letzten Plätzchen dicht besetzt, wobei der große Kreis der Fördernden Mitglieder, den man auch bei dieser Feier wieder bemerkte, durch sein zahlenmäßig starkes Erscheinen zu erkennen gab, wie eng sich diese Volksgenossen aus allen Berufsschichten und auch aus den höheren Lebensaltern verbunden fühlen mit den jungen Kameraden der SS., denen sie für ihren Dienst gerne Rückhalt und Stärkung sein wollen. Sehr erfreulich trat ferner die herzliche Kameradschaft zwischen den Soldaten unserer Garnison und den Männern der SS. zutage, wie überhaupt der ganze Verlauf des Abends eine so prächtige Stimmung und eine so ausgezeichnete Kameradschaft und Gemeinschaft des Denkens und Strebens offenbarte, daß man diese Stunden des kameradschaftlichen Erlebens noch lange in Erinnerung behalten wird. Als Vertreter des vor einigen Wochen verunglückten, jetzt aber erfreulicherweise wieder auf dem Wege der Besserung befindlichen Führers des I. Sturmbanns, SS. - Hauptsturmführer H e i n - bad), begrüßte dessen Adjutant SS.-Untersturmfüh- rer Horn die große Feiergemeinschaft, besonders die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Wehrmacht, in erster Linie aber die Fördernden Mitglieder, denen er sagte, daß auch dieser Abend dazu beitragen solle, das bisherige schöne und enge Verhältnis zwischen der SS. und ihren FM. noch herzlicher und noch enger als bisher zu gestalten. Die Kameraden der SS. brauchten die Förderung und den Rückhalt durch ihre FM., diese aber könnten sich jederzeit auf die Männer der SS. verlassen, und so seien beide zusammen eine feste Gemeinschaft, die, wie in früheren Fahren, insbesondere in der Kampfzeit, auch weiterhin geschlossen und treu im Dienste des Führers stehen werde. Der Treugruß des Redners an den Führer fand beaeisterten Widerhall in der großen Feiergemeinschaft. Der Musikzug der 83. SS.-Standarte unter Leitung des SS.-Untersturmsührers Bach erfreute in hohem Maße mit einem prächtigen und ab- wechslungsreich ausgestalteten Konzert. Die Zuhörer bekamen dabei instrumentale Darbietungen zu hören, die von bester künstlerischer Schulung Zeugnis ablegten und eindrucksvoll offenbarten, daß die Musik auch im Kreise der SS. eine ausgezeichnete Pflegstatt besitzt. Die Dortragsfolge brachte hervorragende Werke der klassischen Musik, daneben aber auch Darbietungen aus dem Bereich der mehr volkstümlichen Kompositionen, außerdem einiae Ausschnitte aus dem Gebiete der Marschmusik. Rach jeder Richtung hin bot der ausgezeichnete Klangkörper so Hervorragendes, daß immer wieder außerordentlich starker Beifall durch den Saal brauste, der oft so gewaltig anschwoll, daß er fast kein Ende nehmen wollte. Man kann jedenfalls die erfreuliche Tatsache berichten, daß der Musikzug der 83. SS.-Standarte unter seiner ausgezeichneten künstlerischen Leitung zu den besten Kapellen gehört, die wir seit Jahren hier gehört haben, und daß man dieser Kapelle bei Konzerten in Gießen immer wieder gerne und dankbar lauschen wird. Im Anschluß an das prächtige und flott verlaufene Konzert konnten sich die Besucher noch einige Stunden bei frohem Tanz und in angeregter kameradschaftlicher Unterhaltung vergnügen. Aus der Provinzialhauptstadt. Der erste Adventskuchen. Eigentlich ist es ein Dackelerlebnis, das hier erzählt werden soll. Aber es hängt mehr als eng mit Dem Kuchen zusammen, den die Mutter zur Feier des ersten Adventsonntags backen wollte. Um so freudiger, als lieber Besuch unerwartet für das Wochenend eingetroffen war. So hatte sie den Teig mit sehr viel Liebe, Butter und Rosinen ange- mengl und ihn, sorgfältig mit einem großen Tuch bedeckt, auf den Heizkörper zum „gehen" hingestellt. Auch sie mußte gehen, um noch einige Besorgungen zu erledigen, und so hatte sie die Tochter mit der dreifachen Aufgabe zurückgelassen, den lieben Gast zu unterhalten, den drei Monate alten, unablässig zu dummen Streichen aufgelegten Dackel im Auge zu halten, und sich zwischendurch um den steigenden Hefeteig zu bekümmern. Als sie sich in Ausübung der letzten Pflicht in die Küche begab, rannte Klein-Seppl ihr mit fröhlichen Sprüngen voran. Erspähte den verlockend herabhängenden Zipfel des teigoerhüllenden Tuches, sprang spielerisch danach in die Höhe, erschnapptZ ihn — und herunter rutschte das Tuch, und mit ihm die Schüssel, deren herrlich lockerer Inhalt sich restlos über den jungen Missetäter ergoß. Entsetzt schrie die Tochter laut auf, während der vor Schreck wie wahnsinnig sich herumwälzende Hund in jammervollen Klagetönen derart heulte, daß der Gast, ein tapferer Anaehöriger der Wehrmacht, sofort zu ritterlicher Hilfeleistung herbeistürzte. Vor dem Anblick der formlosen, kreischenden, sich schlangengleich windenden Masse auf der Erde versagte aber im ersten Augenblick auch seine strategische Tatkraft. Wo und wie sollte man hier zugreifen? Außerdem begann ein Lachreiz in ihm aufzusteigen, der vielleicht noch siegreich überwunden worden wäre, wenn nicht Sepvl, dem der Teig buchstäblich aus denAugen und rasseschönen Schlappohren lief, plötzlich den Weg der Selbsthilfe beschritten hätte. Mit schnalzender Zunge machte er sich daran, seine wunderbare, noch nie erlebte Umhüllung gliederweise, unter tollsten Verkrümmungen, abzuschlecken. Und da gab es kein Halten mehr. Tochter und Gast brachen in ein nicht endenwollendes Gelächter aus, bis jählings die Tochter voller Schrecken ausrief: „Um Himmelswillen, der Teig wird in seinem kleinen Magen weiter aufgehen und er wird platzen!" Da griff der Gast entschlossen ein. Trotz leidenschaftlichen Sträubens des schlüpfrigen kleinen Leckermauls drückte er dieses gewaltsam zu, während die Herrin schnell ein warmes Bad in die Wanne ließ, in die der oberflächlich abgekratzte Dackel dann gesetzt wurde. Unnötig zu versichern, daß er mit allen Kräften bestrebt war, der Behandlung mittels Bürste und Seife zu entspringen. Doch mit vereinten Kräften gelang die Säuberungsaktion, und ein sanftes Nachspülen in einem zweiten Bad ließ er sich sogar mit wohligem Knurren gefallen. Vielleicht dämmerte es ihm leise, daß er nur knapp dem Lose entgangen war, im Wohlleben zu ersticken? Er ist auch nachträglich nicht geplatzt. Trotzdem kann man von keinem „happy end“ sprechen, da es sich ja eigentlich um den ersten Adoentskuchen handelte. Man kann nur wehmütig von ihm denken: „Behüt dich Gott, er wär zu schön gewesen." E. v. M. Dornotizen. Tageskalender für Montag. NS.-Frauenschast Gießen-Nord, 20 Uhr, Ortsgruppenabend im Caf6 Ebel. — Gloria-Palast, Seltersweg: Zwischen Abend und Morgen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Arme kleine Inge". Gießener Konzert-Verein. Man schreibt uns: Für das dritte Konzert des Konzertoereins am Donnerstag, 3. Dezember, ist der jugendliche deutsche Geiger Professor Dr. Wilhelm S t r o ß gewonnen worden, jetzt an der staatlichen Akademie für Tonkunst in München, ein Schüler Bram-Elderings in Köln, aus dessen Schule auch Adolf Busch hervorging. Stroß hat in den wenigen Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit einen sehr großen künstlerischen Ruf erlangt, wie aus Kritiken von Berlin, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und anderen Städten vervorgeht. Es wird überall seine hinreißende Lebendigkeit im Spiel, seine Abgeklärtheit und Innerlichkeit, sein prachtvoller Bogenansatz und biegsamer Ton gepriesen; der erst 26jährige Geiger wird allenthalben in die Reihe allererster Violingrößen gestellt. Man darf mit Recht auf diesen Abend gespannt sein, da wir wieder einen echt deutschen Geiger begrüßen dürfen. Das Konzert beginnt pünktlich um 20 Uhr und findet in der Neuen Unioersitätsaula statt. Kreisfiimstelle. Der Groh-Tonfilm „Friesennol" wird von der Gaufilmstelle Hessen-Nassau an folgenden Terminen vorgeführt: Dienstag, 1. Dezember, in Treis a. d. Lda.; Mittwoch, 2. Dezember, in Allendorf a. d. Lda.; Donnerstag, 3. Dezember, in Londorf; Freitag, 4. Dezember, in Geilshausen; Samstag, 5. Dezember, in Großen-Bufeck; Sonntag, 6. Dezember, in Heuchelheim; Montag, 7. Dezember, in Reiskirchen; Dienstag, 8. Dezember, in Beltershain; Mittwoch, 9. Dezember, in Ettingshausen; Donnerstag, 10. Dezember, in Steinbach; Freitag, 11. Dezember, in Annerod; Samstag, 12. Dezember, in Watzenborn-Steinberg; Sonntag, 13. Dezember, in Großen-Linden; Montag, 14. Dezember, in Klein-Linden; Dienstag, 15. Dezember, in Kirch-Göns; Mittwoch, 16. Dezember, in Gambach; Donnerstag, 17. Dezember, in Nieder-Florstadt; Freitag, 18. Dezember, in Assenheim; Samstag, 19. Dezember, in Kaichen; Sonntag, 20. Dezember, in Nieder-Mörlen; Montag, 21. Dezember, in Nieder-Wöllstadt; Dienstag, 22. Dezember, in Ober-Eschbach; Mittwoch, 23. Dezember, in Nieder-Erlenoach. Dieser Film schildert in spannender Handlung das Schicksal deutschen Kolonisten in Rußland und die rassischen Gegensätze zwischen Deutschtum und Bolschewismus. Niemand sollte den Besuch dieses außergewöhnlichen Spielfilms versäumen. Eintrittskarten im Vorverkauf durch die Ortsgruppen. NSV., Ortsgruppe Sießen-Ost. Vetr. Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 1., und Mittwoch, 2. Dezember, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur (Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. Vetr. Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufaefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Dezember, täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Dienstag, 1. Dezember, um 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums: Film- und Lichtbilderoortrag von Dr. Winter über „Heimisches Brauchtum". Volksund Heimatlieder eines Mädchenchors. (Eintritt 20 Pfennig. Jedermann willkommen! 25 Jahre im Polizeidienst. Die Polizeidirektton Gießen teilt uns mit: Herr Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann kann am 1. Dezember dieses Jahres auf feine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nach dem Schulabschluß trat er am 1. Dezember 1911 bei der Polizeidirektion Mainz ein, leistete dort seine dreijährige Vorbereitungszeit für die Polizerkommissar- laufbahn ab, um alsdann in den verschiedensten Polizeidienstzweigen verwendet zu werden. Nach Beendigung des Krieges, den Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann an der Front mitmachte, nahm er seinen Dienst bei der Polizeidirektton Mainz wieder auf. Nach der im Jahre 1920 abgelegten Polizeikommissarprüfuna fand Oberinspektor Hoffmann als Polizeikommissar wiederum Verwendung bei der Polizeidirektton Mainz. Im Juni 1922 wurde er zum Leiter der Polizeiverwaltung Gonsenheim bei Mainz ernannt. Das Jahr 1923 — französische Besatzungszeit — brachte seine Ausweisung und Uebersievlung nach Gießen, wo er bis zu seiner Rückkehr nach Gonsenheim bei der Polizeidirektion Gießen dienstliche Verwendung fand. Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann wurde 1932 zur Polizeidirektion Gießen versetzt und dem Polizeiaußendienst zugeteilt, bei dem er eine leitende Stelle einnimmt. Während seiner nunmehr 25jährigen Pokizeidienst- zeit hat sich der Jubilar als ein durchaus tüchtiger Polizeisachmann erwiesen, der sich die Hochachtung Wege im Nebel. Vornan von Käthe Mehner. (Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.) 20 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nur einen Blick warf die Nachtschwester auf das totenbleiche Gesicht der Verwundeten, auf das mit Vlut befleckte Kleid, das unter dem Mantel sichtbar wurde. Dann wandte sie sich an den Pförtner: „Sofort in den Operationssaal! Ich rufe den Oberarzt!" Freundlich, aber entschieden wies sie dann Rammelt, der folgen wollte, zurück: „Vor morgen früh können wir Ihnen leider keinen Bescheid geben, Herr ..." „Schmidt, Dr. Schmidt", fiel Rammelt hastig ein. „Also, Herr Doktor! Bis morgen früh müssen Sie sich schon gedulden. Wenn Sie aber eine Telephonnummer hinterlassen, so würden wir Sie gern benachrichtigen!" „Nein, ich komme dann schon lieber selbst her!" „Nun gut! Jetzt muß ich Sie nur noch bitten, die Personalien des Fräuleins anzugeben!"--- Wie ein Schwerkranker ging Ralf Rammelt wenige Minuten später die breiten Stufen wieder hinab. Hinter ihm schloß sich geräuschlos das hohe, eichene Portal. XI. Erstaunt blieb Gerhard Brand in der Vorhalle des „Thüringer Hofs" stehen. „Was sagen Sie, Fräulein Heller ist schon im Frühstückszimmcr?" Der Portier bejahte. Gerhard Brand dankte, ging dann nach links auf eine der seitlichen Türen zu. In der Tat, dort saß Sanna! Mit schnellen Schritten war er an ihrem Tisch. „So fiüh schon da, Sanna? Sch wollte gerade fragen lassen, ob du schon aufgestanden wärest!" Sie bot ihm die Hand zum Gruß. „Ich wollte doch diese letzten Minuten, gern noch ausnutzen, Gerhard, mit dir... Siehst du, ich doch lieber schon gegen drei Uhr den Zug nehmen. Dann bin ich um sechs Uhr zu Hause und treffe Ralf gleich an, wenn er aus dem Snftitut nach Hause kommt." Gerhard nickte: „Vielleicht hast du recht, Sanna! Doch bist du auch sicher, daß Ralf um diese Zeit wirklich zu treffen ist?" „Gewiß, Gerhard! Sch habe ihm ja noch gestern Abend das Telegramm geschickt!" Prüfend sah Gerhard in ihre Augen. Wie leid sie ihm tat. Sicher hatte sie nicht geschlafen! Und nun stand sie vor dem letzten, schwersten Schritt, der schwersten Entscheidung! Ein Gedanke kam ihm: „Weißt du was, Sanna? Ich komme nach! Mit dir zusammen zu fahren, wäre ja nicht ratsam, aber ich nehme dann den nächsten D-Zug, und gleich morgen früh treffen wir uns im Kronenhotel, in der Nähe des Bahnhofs! Wenn du mich dann brauchst, kann ich jederzeit bei dir sein!" „Gerhard!" Ueberströmend von Freude und Erleichterung rief Sanna es aus, ergriff dann seine Hand: „Sch bin ja so froh, Gerhard, so unendlich froh! Nun ist alles leicht! Nun kann ich es schon durchkämpfen, wenn ich nur weiß, daß du in meiner Nähe bist, und daß du mir hilfst!"--- Als dann freilich der D-Zug heranbrauste, der Sanna davontragen sollte, als sie zum letztenmal die vertrauten Stätten sah, die in den wenigen Tagen ihres Hierseins eine solche Welt des unnennbaren Glückes umschlossen hatten, wurde es Sanna doch wieder recht schwer ums Herz. Doch ermutigend faßte Gerhard Sannas Hand: „Tapfer sein, Sanna! Liebling! Glaub mir, es wird nun schon alles gut werden!" Eng hielten sich beide noch einmal in den Armen. Fast war es Sanna, als dürfe sie ihn nie mehr loslassen. Gewaltsam riß Gerhard sich schließlich los, sprang aus dem sich bereits langsam wieder in Bewegung setzenden Zug. Lange noch stand Gerhard auf dem Bahnsteig und blickte den sich entfernenden Wagen nach, bis auch der letzte in der Kurve verschwunden war... Tränenüberströmt lehnte Sanna indessen im Zug. Erst als der Zug die nächste Station verlassen hatte und neue Reisende das Abteil betraten, nahm sie sich zusammen. Das eintönige Klopsen der Räder beruhigte sie langsam. Erinnerungen stiegen noch einmal in ihr auf. Noch einmal sah sie alles vor sich, die herrlichen Wanderungen, das Ski-Laufen, die schönen, unvergeßlichen Stunden, in denen sie und Gerhard die Welt vergessen, nur sich und ihrem Glück gelebt hatten. War es nicht seit Sahren das erstemal gewesen, daß sie wieder einem Menschen restlos hatte vertrauen, für sich selbst liebevollstes Verständnis hatte finden können?! Nein, sie konnte nicht bei Ralf bleiben! Sie gehörten nicht zusammen! Er mußte, mußte es einsehen! Aber was auch kommen würde, vor allem mußte sie endlich Klarheit finden, die klare Entscheidung von ihm verlangen, heute noch! Unter diesen Betrachtungen war die Zeit schnelkdr für sie vergangen, als sie gedacht hatte, und schon rollte der Zug in die große, ihr nur allzu bekannte Bahnhofshalle ein. Noch ehe sie Zeit hatte, darüber nachzudenken, stand Sanna bereits draußen auf dem Bahnsteig, mitten im Gedränge der den Zug verlassenden Fahrgäste. Ob Ralf gekommen war, sie abzuholen? Suchend sah sie sich in der Bahnhofshalle um, nachdem sie die Sperre verlassen hatte. Aber auch von der großen blauen Limousine war draußen vor dem Bahnhof nichts zu erblicken. So winkte sie einen Mietswagen heran ... Der Weg bis zur Vorstadt hinaus schien ihr eine Ewigkeit. Es war schon dunkel. Die nebelige Luft trübte die Sicht, so daß sie kaum etwas erkennen konnte. Endlich tauchten die Lichter der beiden Dillen auf. Der Taxichauffeur hielt. Sannas erster Blick galt dem Hause Ralf Ram- melts. Aber die Front des Hauses grüßte sie stumm, unbeweglich. Sn keinem der Wohnräume, in denen sich Rammelt gewöhnlich aufhielt, brannte Licht. Trotzdem beschloß Sanna, zuerst hier vorzusprechen, ehe sie hinüber in ihr eigenes Haus ging. So hieß sie den Chauffeur warten und stieg hastig die Stufen zur Rammeltschen Villa empor. Pauline öffnete ihr. „Ach, das gnädige Fräulein!" rief sie erstaunt. „Sft Herr Doktor zu Hause?" Erwartungsvoll blickte Sanna auf das Mädchen. Üeberfahren unbeschrankter Bahnübergänge j größte Vorsicht obwalten zu lassen. eine in Lerlagsdire Der Wahlabschuß scheint hinsichtlich '«o wird. tlle Magdein der Anlage einwandfreier Schießstände waren w ner wichtige Verhandlungspunkte. Sm Anschluß an diese Besprechung laufender Dk> Dr. Albrecht gange und eine Vorbesprechung über eine geplant! röipbilbung weiter ♦* Der Reichskriegsopfersührer, 6'1 o = S des Iagdgaues Oberheffen. r eine achten illet, durch W d schutzgesetzes auf die Jagd". An die Arbeitstags schloß sich ein Kameradschastsabend an. Sy? 22, 1? noch betätic irller. einem Ehrensturm der Kameradschaft Gießen 6?r NS.-Kriegsopferversorgung empfangen werden. ** Theatervorstellung für die Firme Bänninger. In unserem heuttgen Anzeigenlscl gibt die Firma Fittingsfabrik Bänninger betamr. daß die für den heutigen Montag Dorgefe^r ^Mollen. «'N-- Sd nicht nur seiner Vorgesetzten, Kameraden y, Untergebenen, sondern auch der Gießener q? wohner erworben hat. Dem allseits beliebter u jederzeit hilfsbereiten Beamten wird für weitere Zukunft alles Gute gewünscht. Vorsicht bei unbewachten Bahnübergangs ProfWilh-Stross ausgezeichnete junge Münchener Geiger spielt am Donnerstag, 3. Dezember, in der Universitäts-Aula. 7601 D As Ni» {Sih H f ei, Wn I ?nb c L. r° ^leinbach i ^. Azember, I h? >nn D e i Meißen fein bei sei । h Seit 25 i ""Merte -t. 'tun b e r n r*nb auf* * * * * * * 9 I lNln*b" ®e i (W? mar Schutt a. M. di u «l„Aerlagsdirek außerhalb seines * Albrecht große 1 1 Sports erroor :Mura einen W er aktiv mitn ! D Zeit dessen Mehlung nach ^Mitglied die Das Kreisamt Gießen schreibt uns: Nach benfJ tistischen Feststellungen ist die Zahl der VerhhA Unfälle an unbewachten Bahnübergängen in J letzten Monaten wieder nicht unerheblich aestiiM Meist tragen die Leiter der Fahrzeuge felbf Q Schuld daran, weil sie sich entweder vor dem M gang nicht vergewissern, ob sich ein Zug nch^ oder aber, weil sie versuchen, noch vor einem annahenden Zug über den Bahnkörper zu fcj Das Ueberqueren eines unbeschrankten Bahntz^ ILj, ganges birgt stets ein erhebliches Gefahrenmo in sich. Es ergeht daher an jedermann die w‘ holte dringende Warnung, beim Ueberschreiten »LTB.-ZweiMn Mlssschen lelegn DUnion zum Deich ichcht für fein oe Frische Beaabun ii W Besähiaum il Um er als Seile Brigadeführer Oberlindober, wird »ca ■- heutigen Montag gegen 14 Uhr mit Kraftwaggn j$T$je 0 in Gießen eintreffen und am Hotel Schütz twi Doch diese schüttelte den Kopf. Nein, gnädiges Fräulein, Herr Doktor ist noad nicht zurück. Ich habe ihn heute auch noch gar mÄ: gesehen. Vielleicht wußte Herr Doktor gar nichlk, „Schon gut, Pauline!" unterbrach Janna. ,,&f' Jen Sie doch meine Koffer einstweilen hierher iw Haus schaffen! Dönitz kann sie dann später not drüben bringen! Ich möchte inzwischen im Wohn» zimmer auf Herrn Doktor warten!" Langsam begab sich Janna nach oben, während Pauline die Treppe hinunterlief, ihren Austras, auszuführen. Eine schwüle, dumpfe Luft schlug Sanna ent!- gegen, als sie die Tür zu dem ihr altbefanntenr Wohnzimmer öffnete. Eilig riß sie ein Fenster aun1 fühlte erleichtert die kalte, obwohl nebelige vemberluft ins Zimmer strömen. Ungeduldig fpäW sie dann die Straße entlang. Doch weit und breü war alles still, kein Laut war zu hören. So gi"S sie ins Zimmer zurück, nahm ein Buch zur Ham — freilich nur, um es nach kurzer Zeit wieder bei-.1 feite zu legen. Träge kroch der Zeiger der Uhr. Erst eine StuiM war vergangen. Schlimmer als alles andere won dieses Warten, dieses unerträgliche Warten, dacht» Sanna. Jedes Geräusch ließ sie nervös auffahren. Endlich--ein summender, immer näher tom** menöer gleichmäßiger Ton! Ein Auto! Während Sanna ans Fenster lief, wurde dwO schon das Anziehen der Bremsen hörbar. Es ®ar Ralfs Limousine, die vor dem Hause hielt. Schnell trat Sanna zurück, nahm wieder in ihren" Sessel Platz, krampfte nervös die Hände ineinander. Setzt! Setzt! sagte sie sich. Setzt kam die EnP)^', düng, und sie mußte stark bleiben auf jeden Fall- Ganz stark, und wenn Ralf es ihr noch so schwer, machte ... .. Schon kamen langsame Schritte über den 9Iur' Die Tür öffnete sich. Ralf stand auf der Schwelle. Aber als Sanna aufiah, um Ralf zu begrüßen,, erschrak sie aufs tiefste. Gegen alles hatte sie JW)1 gewappnet, doch daß er so aussah, hatte sie nrcy erwartet! Fast verfallen schienen Ralis ® eftcgp' züge, bleich war seine Haut, tief in den Hahlen lagen feine Augen. (Fortsetzung folgt!) weiblichem Rehwild läßt in einzelnen Kreisen »ich zu wünschen übrig. Die Kreisjägermeister witin angewiesen, daraus zu drängen, daß auch hier, :it s..r bei den Böcken die Abschußoerpflichtung eiiL i M »sä ..... i** l Kreisjägermeistertagung iK, - rtl ? < „ih ivell 0° Gau-Trophäen-Schau sprachen Landgerichtsrat WW den Doktc S e i b über die rechtlichen Grundlagen der ,,L« iwirbt bann durch de Übung des Jagdschutzes" und Stabsjägermei.ijk rsr nun größten Teil Hölzel über „Die Einwirkung des ReichsncA isiniae Mnate an t M wurde t a ttiarM Md ihm § Frach'urt M de- oei oen toocren oie zrcqcyutzverpsucyrung enrjt i iw ry , > wird. Der Wahlabschuß scheint hinsichtlich '81W Stärke der Rothirsche bereits erfreuliche Ausrn ! ^n.. ।iÄ:. hingen zu zeigen. Die Hoffnungen, die auf eie i : SW l“r 0. gute Hasenjagd gesetzt waren, werden fast übdl ■ r । große rMrg enttäuscht. Der Witterungsverlauf im Frühjahr, ve V.Set lo™ ,( im Herbst ist als Ursache zu bettachten. Bezü»h ' Max' des Schwarzwildes ist Vorsorge getroffen, daß'w I iijte Einsatzes je Schnee eine erfolgreiche Bejagung erwartet wtte »hwuen Beruf arbe kann. Besonders empfindlich sind die immer m i n um WeiterbiUn sich steigernden Verluste an Wild durch Krafts«. mjährig-Freiwi zeuge. Die Förderung der Sagdhundehaltung nt MHt Direktion des D «wollen Eigenscha ifri -pietze der Zwei Am 24. November fand in den neuen W räumen des Gaujägermeisters für die Pryl Oberhessen in Gießen eine Arbeitstagung der jägermeister des Jagdgaues statt. An dieser Tax^ die von dem Gaujägermeister, Oberforta} Nicolaus geleitet wurde, nahmen außer oberhessischen Kreisjägermeistern und den KL bearbeitern im Stabe des Gaujägermeisters £ Gäste der Stabsleiter des Landesjägermeisters, forstmeister Schlich und der Gaujägermeister b« Jagdgaues Starkenburg - Rheinhessen, ForstmU Rausch teil. Nach einer Besprechung praktischer Erfahrung die sich im Laufe der Berichtszeit auf den verjhjH denen Gebieten der Tätigkeit der Jagdbehörden 2 geben haben, erstatteten durch den ©aujägermeM die Kreisjägermeister Bericht über die besonbik»! Verhältnisse in ihren Jagdkreisen. HervorM^ ist daraus einmal die erfreuliche Tatsache, dah b«! dem Abschuß von Rehböcken die Zahl der migten jagdbaren Böcke nicht erreicht wurde, aitz. rend als Ersatz dafür die Abschußziffer der schlch. ten Böcke überschritten wurde. Der Abschuß an Kreissängertag in Gießen SJL-^poit 3. 11 m den Eichenschild der Hockeyfrauen anden am Sonntag die Spiele der Vorschlußrunde tatt. Baden-Württemberg und Brandenburg trennten sich in Heidelberg trotz Verlängerung mit einem 0:0 und müssen nochmals spielen, während der Gau Nordmark durch einen Sieg mit 4:1 (2:1) über Niedersachsen bereits im Endspiel steht. in der deutschen Sportbewegung und einer Demonstration der friedlichen Absichten der deutschen Sportbewegung im besonderen und damit des deutschen Volkes im allgemeinen durch die Anbahnung bestmöglicher sportlicher Zinnes — Tv. Nauborn 2,—; Tv. Dutenhofen gegen Tv. Lützellinden 15,40; Tv. Heuchelheim — 1900 Gießen 19,10; Lang-Göns — Tv. Grüningen 6,30; Holzheim — Mtv. Gießen 16,25; To. Atzbach gegen Tv. Wißmar 6,02; Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim 22,65; Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Lützellinden 7,70; To. Oberscheld — Tv. Dillenburg 5,70; Tv. Beuern — Spvg. 1900 Gießen 18,—; Tv. Katzenfurt — To. Herborn 6,—; Oberkleen-Ebersgöns — To. Lang-Göns 5,80; Tv. Garbenteich gegen 1846 Gießen 5,81; Tv. Burgsolms — Tv. Wetzlar 2,29; Tv. Londorf I — Tv. Londorf Jgd. 6,40; Tv. Dorlar — Tv. Münchholzhausen 10,85; Tv. Lich — Tv. Hausen 15,—; Tv. Herborn gegen Dillkombination 23,—; zusammen 203,17 Mark. sen. Der deutsche Sport hat dem Ansehen des deutschen Volkes nach außen in vollem Umfange Geltung verschafft. Deutschland ist durch die Olympischen Spiele eine der Großmächte des Sports in der ganzen Welt geworden. Es ist nunmehr an der Zeit, den inneren Aufbau der Leibesübungen in Angriff zu nehmen und die Fundamente für den grundsätzlichen nationalsozialistischen Aufbau der deutschen Leibeserziehung zu legen. Im Anschluß an die grundsätzlichen Feststellungen machte der Reichssportführer darauf aufmerksam, daß der deutsche Reichsbund für Leibesübungen bei dem Aufbau der nationalsozialistischen Leibeserziehung eine wesentliche und, wenn er in voller Bewährung alle in ihm liegenden Kräfte dafür einsetzt, die wesentlichsten Aufgaben zu erfüllen haben wird. Dabei geht es nicht an, daß der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen die Totalität der deutschen Leibeserziehung für sich beansprucht. Leibeserziehung gehört als ein wesentlicher Faktor zur Gesamterziehung des deutschen Menschen, und erst, wenn Mrerlagimg des DRL. in Berlin. Oer Reichssportführer über die allgemeine Lage der deutschen Leibesübungen Lim die Sochschnlmeisterschast im Handball 'tfnitxr'ifäf Gießen - Universität Marburg 9:6 (3:4). Beziehungen mit dem Auslande. Diese Entwicklung ist im wesentlichen abgeschlos- Die Handballmannschaft der Universität Gießen bewies in ihrem Spiel gegen die Mannschaft der Marburger Universität ihre Kampfkraft und verteidigte siegreich die Vorherrschaft im Handballspiel in Süddeutschland. Die Gießener Elf spielte anfangs sehr zerfahren und unsicher. Erst nach der Pause fand sich die Mannschaft besser. Die Elf wurde flinker. Die Mannschaften: Marburg: Witten, Groche, Stockhardt; Grü- ger, Westhäuser, König; Hanebuth, Kunz, Plum, Jung, Dormann. Gießen: Grünig; Schott, Seipp; R. Krausch, Volz, Wenzel; Eckert, Winter, Weigand, Watz, Lohrum. Die Marburger kamen nach den ersten zehn Minuten überraschend durch einen Strafstoß zur Führung, doch im Gegenangriff konnte der Gießener Linksaußen sich frei spielen und durch einen plazierten Wurf ausgleichen. Marburg drängte durch die ruhige und weite Ballabgabe seines Mittelläufers und kam aus dem Gedränge vor dem gegnerischen Tor zu einem zweiten Erfolg. Ehe die überraschte Gießener Elf sich fand, mußte der Tormann einen ausgezeichnet plazierten Wurf pas- fieren lassen. Obwohl die heimische Elf sich nun heftiger wehrte, übersah sie doch noch die Deckung der Flügel, durch die ihr neues Unheil durch ein viertes Tor kam. Ein flinker Durchbruch brachte der Platzelf das zweite Tor ein und stärkte damit ihren Schöner Erfolg des Opfersonntags des Hochamtes Handball! Daß sich das Fackamt Handball mit dem Fachamt Fußball nicht messen kann, liegt auf der Hand. Hier sind eine Reihe von Spielen erforderlich, um einen „Betrag" zusammenzubekommen, dort genügt ein einziges Treffen, um das Ergebnis zu überflügeln. Trotz alledem können gerade die Handballer stolz auf ihre Arbeit sein. Denn die Reineinnahmen haben die des vergangenen Jahres überschritten, obwohl das Wetter mehr als ungünstig war. Die einzelnen Spiele ergaben: Tv. Garbenheim gegen Tv. Wetzlar 12,90 Mark; Tuspo Niederwurden. Sanaesbruder Schneider- Gießen wurde mit dem Amte des Archivoerwalters betraut. Der Kreisschriftführer erstattete dann den Geschäftsbericht, aus dem die erfreuliche Tatsache zu entnehmen war, daß der Sängerkreis Gießen heute 60 Vereine mit 2407 aktiven und 3679 passiven Sängern umfaßt, eine Zahl, auf die der Kreis stolz sein kann Nach dem Kassenbericht wurde dem Kreisschatzmeister Latsch Entlastung erteilt und ihm Dank ausgesprochen für die vorbildliche und gewissenhafte Führung seiner Bücher. Sodann sprach Gauchormeister Prof. Dr. Te- m e s v a r y über den Verlauf des Gausängertages in Worms und gab weiterhin einen Vorbericht über das Sängerbundesfest in Breslau Er hob besonders hervor, daß dieses Sängertreffen em besonderes Gepräge erhalte, da es von der NSDAP, absichtlich nach Breslau gelegt fei, um durch dieses gewaltige Fest dem Grenzland die enge Verbundenheit des Reiches mit ihm unter Beweis zu stellen. Die Aussprache über die Wertungssingen 1937 ergab, daß diese schon am Anfang des Jahres beginnen sollen, damit das Breslauer Fest keine Störung erleide. Kreischormeister Blaß erinnerte in seinem Bericht über die Jahrestättgkeit an die enge Zusammenarbeit der Gesangvereine mit der Partei und dem Staat, wie z. B. gerade die größten Veranstaltungen des Jahres, der 1. Mai und das Erntedankfest, bewiesen haben. Aber auch bei vielen kleineren Veranstaltungen wurde dieses herzliche Einvernehmen festgestellt. Besondere Beachtung schenkte der Berichterstatter den Gauliedertagen, die am meisten dazu angetan sind, das deutsche Lied in die breiteste Masse der Volksgenossen zu tragen und sie zur Pflege dieses deutschen Kulturgutes aufzurufen. Das Wertungssingen 1936 hat wieder bewiesen, daß gerade die Vereine des Sängerkreises Gießen musikalisch auf hoher Stufe stehen und nach Aussage der Wertungsrichter mit an der Spitze des gesamten Gaues marschieren. Mit der Mahnung zur Treue zum deutschen Lied und zur Treue zu Volk und Führer schloß der Redner seine Ausführungen. Provinzführer Wendler betonte am Schluß der Tagung, daß der Sängerkreis Gießen als erster Kreis hn gesamten Gau pünktlich seine Verpflichtungen in finanzieller Hinsicht erfüllt habe, und er sprach dem Kreisschatzmeister Latsch hierfür seine besondere Anerkennung aus Er streifte noch kurz die Gründe, weshalb das Deuffche Sängerfest nach Breslau verlegt worden sei und forderte alle Sänger auf, zahlreich an diesem Fest teilzunehmen. Der Kreisführer schloß bann in der üblichen Weise die Tagung. In der am letzten Wochenende durchgeführten Tagung der Gauführer, Reichsfachamtsleiter und Führer der dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angefchlossenen Verbände gab der Reichs- svortführer einen Ueberblick über die allgemeine Lage der deuffchen Leibesübungen. Der Reichssportführer stellte zunächst fest, daß die Jahre seit der Machtergreifung bis zum Abschluß der Olympischen Spiele im wesentlichen drei Aufgaben dienten: 1. Der Ausmerzung der staatsfeindlichen Kräfte und der Beseitigung der sogenannten weltanschaulichen Verbände aus den deutschen Leibesübungen. 2. Einer vorläufigen Zusammenfassung der Kräfte Dor Beginn der Haupttagung am gestrigen Sonntag war eine Sondersitzung der Chorleiter des Sängerkreises Gießen angesetzt, die sehr gut besucht war. Kreischormeister Lehrer Blaß besprach die wicktigsten Punkte, die besonders die Chorleiter betrafen, und die für ihre weitere Arbeit von großer Wichtigkeit sind. So wurden die Richtlinien klar gelegt, die zum „Rundfunksingen" berechtigen. Weiter wurde das Wertungssingen 1937 behandelt, das als Richtschnur in der Auswahl der Chöre usw. ganz im Blickfeld des Deutschen Sängerbundesfestes zu Breslau zu stehen habe. Aus der Liederauswahl für dieses Sängerbundesfest sind auch die Massen- chöre zu wählen. Von den Sängern, die zum Bun- desfest nach Breslau fahren, werden einzelne Gruppen zwecks Einübung der Masienchöre zusammen- gestellt. Der Kreischormeister wies zum Schlüsse noch auf die vorteilhafte Einrichtung hin, daß nunmehr in Musikalienhandlungen Mappen aufliegen, die nur durchaus gutes und wertvolles Liedmate- rial zeigten. Hier könnten die Chorleiter bei der Anschaffung neuer Chöre leicht erkennen, welche Chöre als wertvoll anzusprechen sind. Durch diese Einrichtung sei es jedem Chorleiter möglich, genau nach den Richtlinien des DSB. seine Auswahl zu treffen. Anschließend begann die Tagung der Vereins- fichrer und deren Stelloertteter, die durch Kreisführer Müller- Gießen eröffnet wurde. Nach den Begrüßungsworten, insbesondere an den Gau- chormeister Prof. Dr. Temesoary- Gießen und den Provinzführer Wender- Bad-Nauheim ge- dachte der Kreisführer derer, die im verflossenen Jahre verstorben sind. Hierauf sagte er u. a.: Wenn wir Sänger die Treue auch als Selbstverständlichkeit ansehen, dann möchte ich doch nicht versäumen, allen denen zu danken, die in Treue zu unserem herrlichen deutschen Lied stehen. Mein Dank gilt aber auch den Chorleitern und Vereinsführern, sowie dem gesamten Kreisvorstand, der mich auch im abgelaufenen Jahre wieder tatfräftig unterstützt hat. Mit Freude kann ich heute berichten, daß auch die Jugend wieder Eingang gefunden ^hat in unsere Reihen, was wir ja schon bei den Wertungssingen 1936 feststellen konnten. Wir müssen heute viel elastischer sein als je zuvor und uns nicht an starre Formen halten, die ost überfällig sind und stark binden. Das deutsche Lied ist nicht für einzelne Volksgenossen da, sondern für alle, und darum soll auch fingen, wer fingen will. In der Besetzung des Kreisvorstandes trat insofern ein Wechsel ein, daß an Stelle des seitherigen Kreisschriftführers Schneider, Sangesbruder Geldmacher und als Beisitzer die Sangesbrüder E s p i ch - Lollar und Stein- Garbenteich berufen alle Bewegungen in ihrer Werbekraft sich an die bisher noch nicht gewonnenen Teile und Kräfte des Volkes wenden, wird das Wirken für die Leibesübungen sinnvoll. Dabei, fo erklärte der Reichssporkführer roörf- lich, werde ich es zu verhindern wissen, daß eine unnötige und kräfteverzehrende Spaltung in der deutschen Leibeserziehung eintritt, und werde meine ganze Kraft darauf richten, ln sinnvollem Zusammenspiel aller Organisationen das Beste für das deutsche Volk herauszuholen. Die Arbeit der ganzen Tagung stand unter einem Grundsatz, von dem zu wünschen ist, daß er mit möglichster Schnelligkett und Vollständigkeit gemeinsames Gut aller deutschen Volksgenossen wird: dem Grundsatz, alle Vereine, soweit das noch nicht geschehen ist, zu Vereinen für Leibesübungen auszurichten, zu Vereinen also, die auf breitester Grundlage arbeiten und unter dieser Zielsetzung in der Lage sind, alle Ausgaben, die der nationalsoziali- sttsche Staat gestellt hat und noch stellen wird, durchzuführen. Aus dieser Ausrichtung der Arbeitstagung der Führer des DRL. ergaben /fid) folgende Bestimmungen im einzelnen: 1. Die bisherige gespaltene Verantwortlichkeit der Führungsstellen des DRL. in Fachamtsleitung, Gau- und Kreisfachamtsleitern des DRL. wird restlos beseitigt durch eine Gliederung, die die Gesamtverantworlung für die Arbeit in den Vereinen des DRL. auf die Gauführer des Reichsbundes für Leibesübungen verlagert. Der Gauführer wird also, um es einmal volkstümlich auszudrücken, der Reichssportführer in feinem Gau. Fachämter, auch die Reichsfachämter behalten lediglich die Aufgaben der technischen Führung und Entwicklung ihres Sportgebiets. Das gleiche gilt für die Kreise. 2. In logischer Durchführung der wirtschaftlichen Folgerungen aus diesen einschneidenden organisatorischen Maßnahmen wird der Einheitsbei- trag für alle Mitglieder des DRL. geschaffen, der für jedes einzelne Mitglied eine bestimmte Summe Vorsicht, die dieses Mitglied zur Schaffung der großen Einheit des Sports im DRL. und zur Durchführung aller Maßnahmen der Führung und Verwaltung persönlich beiträgt. Alle Stellen im Reiche, die in Frage kommen, sollen dazu beitragen, daß die erzieherischen Grundsätze und Möglichkeiten, die in diesem Einheitsbeitrag liegen, überall verkündet und verstanden werden. Neben diesem Beitrag fallen alle anderen Abgaben, auch die an die Fachämter, fort. 3. Die weitere notwendige Folgerung ist die überall bereits im Gang befindliche Verlagerung der Führung in allen Schulungsmaßnahmen aller Gliederungen des DRL. Die gesamte Schulung, gleich welcher Sportart, wird nunmehr zentral von der Reichsfport- führung nach Richtlinien und durch Beauftragte geleitet, und zwar bis in die kleinsten Gliederungen, in die Kreise, in die Unterkreise und sogar bis in die Vereine hinein. Es ist klar, daß diese inneren Maßnahmen, dis die Summe der Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte, die in den deutschen Leibesübungen gemacht wurden, zusammenfassen und zu einem gewissen Abschluß bringen, bis ins letzte durchdacht find. Es bleibt jetzt nur zu wünschen, daß die gesamte Gefolgschaft des DRL. überall im Reichs sich mit der ganzen Wucht ihrer organisatorischen und gesinnungsmäßigen Geschlossenheit hinter diese Maßnahmen stellt, was zu einem raschen und durchschlagenden Aufftieg aller Einzelzellen und der Gesamtheit des Bundes führen wird. Mit einer schlagkräftigen Organisation wird und muß es dann auch möglich sein, daß nach der dem DRL. erteilten fest umriffenen Staats- und politischen Aufgabe der Leibesübungen im nationalsozialistischen Sinn der Stärkung unserer Volkskrast gedient wird. Hallen-Tenniskampf Deutfchlanv - DänemarkinKopenhaaen Der Hallentennisländerkampf Deutschland gegen Dänemark in Kopenhagen stand nach den beiden ersten Einzelspielen 1:1 unentschieden. Ueberraschen- derweise wies die Kopenhagener Tennishalle nur einen schwachen Besuch auf, und es war daher nicht verwunderlich, daß die rechte, erwartungsvolle Stimmung nicht aufkommen konnte. Der Start war für uns verheißungsvoll. Der junge Berliner Dettmer trat gegen den Dänen Helge P l o u g - man in guter Form an und siegte nach fünf Sätzen 2:6, 6:2, 6:1, 2:6, 6:1. Die Führung war jedoch nur von kurzer Dauer. Hans Denker fand sich in feiner Begegnung mit dem jungen und talentierten Dänen Niels Körner nicht in dem erwarteten Maße zurecht und unterlag klar 0:6, 3:6, 3:6. Zweiter Tag: die Dänen führen. Hatte schon der erste Tag des Tennisländerkampfes Deutschland — Dänemark um den Pokal des schwedischen Königs in Kopenhagen die deutschen Hoffnungen nicht in dem erwarteten Maße erfüllt, so trug der zweite erst recht nicht zu einer Steigerung der Siegeszuversicht auf deutscher Seite bei. Die Dänen unterstrichen am Samstag ihre größere Spielerfahrung in.der Halle und zeigten ein so prachtvolles Zusammenspiel, daß die Deutschen trotz tapferer Gegenwehr die Niederlage nicht abwenden konnten. Beutner-Bartkowiak mußten sich schließlich den Dänen Panker-Ulrich 6:4, 3:6, 4:6, 6:8 geschlagen geben. Durch den Gewinn im Doppel liegen nunmehr die Dänen 2:1 in Front. Dänemark gewinnt den TennisLänberkampf 3:2. Die Tennishalle hatte am Sonntag einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen, als die beiden letzten Einzelspiele des Vorschlußrundenkampfes um den Königspokal im Hallentennis in Angriff genommen wurden. Schon die erste Begegnung zwischen Plougman und Denker brachte die Entscheidung. Der Däne gewann nach einem dramatischen Kampf 6:0, 6:4, 10:12, 5:7, 6:3 und holte damit den Siegpunkt heraus. Im zweiten Spiel hatte Deitmer wenig Mühe, Körner 6:2, 6:3, 6:2 niederzuhalten und das Ergebnis auf 3:2 zu verbessern. Durch diesen Sieg gelangt Dänemark in die Schlußrunde, die vom 4. bis 6. Dezember in Stockholm gegen Frankreich ausgetragen wird. Kampfeseifer, so daß sie kurz vor der Pause durch einen verwandelten Strafstoß noch ein drittes Tor aufholen konnte. Nach der Pause zeigten die Marburger die ersten Müdigkeitserscheinungen und die frisch angreifenden Gießener Studenten kamen zum Ausgleich. In schönem Zusammenspiel überwanden die heimischen Studenten noch einmal ihren immer zerfahrener spielenden Gegner, der durch einen schnellen Flankenangriff noch einmal ausgleichen konnte. In überraschendem Spieleifer arbeitete sich die zeitweise nur mit zehn Mann spielende Gießener Elf einen Siea von 9:6 Toren heraus. Marburg raffte sich noch einmal zusammen, aber an der Gießener Verteidigung kam der Sturm nicht mehr vorbei. Die Mannschaft der Universität Gießen kommt durch diesen Sieg in die Entscheidungskämpfe. Fußball: Universität Gießen — Oberrealschule Gießen 3:6 (1:3). Die Begegnung war gerade keine Sensation. Die Mannschaft der Universität wurde nur durch die Kampfesfreude der Oberrealschüler in Bewegung gehalten. Die Studenten hätten bei größerer Einsatzbereitschaft durch ihre technische Überlegenheit ein andres Ergebnis erzielen müssen. Bei den flinken und eifrigen Oberrealschülern, die bis zur Halbzeit schon 3:1 führten, schufen Mut und Ausdauer den Ausgleich für die Spielerfahrung und ihr Sieg war verdient erftritten. VD. Frankfurt a.M., 28.Nov. Der Leiter frankfurt a. M. des Deutschen Nach- lerlagsbirettor Dr. Paul kleine 40- Berlagsdirektor Dr. Albrecht. uchlung i hmsichil: lung faifenk:: icjrlt Dr. Albrecht energisch auf dem Wege der über eine Eig> nbildung weiter und machte das Abitur und ch!?ßlich den Doktor. Sein zielsicheres Streben &dbsjägm n jumgröfjten Teil bes fteüfato einige Monate an d Arbeitslos an. eite noch betätigt sich der Jubilar als aktiver prtler. ung erwartet i inh die immer )ild durch flrr der ausgezeicto ;lt am Dom? iH „Verlagsdirektor" verliehen wurde. iußerhalb feines Berufs hat sich Verlagsdirektor $r Albrecht große Verdienste um die Förderung u Sports erworben. Er gründete seinerzeit in tigbeburg einen Fußballverein, in dessen Mannest er aktiv mitwirkte. Er war Mitbearünder des imaligen Mitteldeutschen Ballspielvervandes und ;eit dessen erster Vorsitzender. Bei seiner Dirfce dann durch^den Weltkrieg unterbrochen, den l an der Ostfront und zuletzt werden fafij. M im Mi betrachten. H se getroffen, l erführet,: hoher, tä: ir mit fc: Hotel U m dschaft Sqr! fangen Dtrtt: für bitjn utigen Sänninger fr iontag M kicher Gru.1 N °uf benJ 7 AagdbehöM ? SaujQgJI . b-k die bM Ä W I1 Tatsache, 0 i b,e M der» wurd-z; Hußziffer der i .1 e- Der 2M feinen KreiWi! Wrmeifler'l . J« daß auch W ande ®mi| vmoollen Eigenschaften und berief ihn 1905 an )ie Spietze der Zweigstelle Halle a. d. S. Auch dort . ________ ... der Westfront mitmachte. Im 1918 wurde Dr. Albrecht aus dem Felde Cifamiert und ihm die Leitung der Zweigstelle grinffurt a. M des WTB. übertragen. Hier hat ei eine außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit ent- fällst, durch die die Zweigstelle Frankfurt a. M. it 'die Reihe der bedeutendsten im Kranze der N B.-Zweigstellen rückte. Bei der Vereinigung des Wl-f'fschen Telegraphenbüros mit der Telegraphen- Unön zum Deutschen Nachrichtenbüro fand Dr. Albrecht für fein verlegerifches Können, seine akqui- sitc-ische Begabung und nicht zuletzt seine journa- list che Befähigung die verdiente Anerkennung, in- btr er als Leiter der nunmehrigen Hauptstelle fnnffurt a. M. des DNB. bestätigt und ihm der t?.- n‘««r hm P« r"nOtae"'r««il Inbßffen, fforf-Jr- r Doktor uch noch P Doktor ssk -ach 3ann^ veilen W. dann stoischen rni» in!" ä 'S 3] 'ein ’ >hl nebel^ lngedckE: h weit llü Horen- | Ach« Zeit -rt frfl*6} Iles a«, Warte"',.- -53?- oiede.l '5- ,*A M hl» ? »ge Zi eb erfieoluna nach Frankfurt a. M. wurde er zum hienmitglieo dieses Verbandes ernannt. Auch 1. Dezember 1896 als Pressestenograph bei der Zirigstelle Magdeburg des WTB. einautreten. trife des Einsatzes feiner ganzen Persönlichkeit für der neuen Berus arbeitete er in jeder freien Minute in feiner Wetterbildung. So gelang es ihm bald, h: Einjährig-Freiwilligen-Zeugnis zu erwerben. Dit Direktion des WTB. erkannte sehr bald seine (Oberhessen. CandrtPi» Dietzen ' Steinbach, 30.Nov. Am morgigen Diens- hfi, 1. Dezember, kann der Bäckermeister und Gast- Dirt Johann Deuker von hier auf ein 25jähri- c?‘ Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Er «freut sich bei seiner Kundschaft allgemeinen Verbauens. Seit 25 Jahren gehört die Familie Deu- kn zum Leserkreis des Gießener Anzeigers. *• Grünberg, 28. Nov. Im Rathaus fand am fcitagabenb auf Einladung von Bürgermeister 3m gn er eine Besprechung wegen einer Werbe- ttiüon für die Weihnachtswochen statt. In der Be- l?i$d)ung war man sich darüber klar, daß die hiesige Mchäftswelt, ähnlich wie in anderen Städten, die ctr die Landkundfchaft angewiesen sind, für die & ihnachtseinkäuse besondere Werbemaßnahmen vernehmen muß. Als erstes wurde darauf hinge- oiüfen, daß Ladenbesitzer mit der nötigen Sorg- ihre Gegenstände ausstellen und in den Laden n dieser Zeit in verstärktem Maße Lichtreklame niwenden sollen. Weiter wurde erwähnt: bte Ab- ktung eines Schaufensterwettbewerbs am ersten ^rrfaufsfonntag, Beleuchtung des Rathauses. Kreis Alsfeld / Alsfeld, 29. November. Am gestrigen 5: mstag verunglückte in Heimertshausen to- 18 Jahre alte Ernst Ochs aus Löhnberg, der ’e einem Landwirt in Heimertshausen beschäftigt r, beim Häckselschneiden in der Scheune schwer. !)< bedauernswerte junge Mann stürzte mehrere Jieter hoch ab und trug dabei neben schweren 60 psverletzungen, anscheinend Schädelbruch, auch ^wletzungen der Wirbelsäule davon. Er mutzte ■cd) Gießen in die Klinik gebracht werden. — Mücke 30. Nov. Unweit unseres Ortes, an de- Jlsdvrfer Abzweigung, ereignete sich gestern !! K a l e t s ch (Wetzlar), der in Vertretung von ! mann (Bissenberg) erschien, überraschte nach fa angenehmen Seite. 1900 II — Burg II 4:1. Die Reserve der Blauweißen wollte es biesid wissen und ging von allem Anfang ganz aus ft heraus, was ihnen einen verdienten Sieg einbradji. Die Gäste leisteten wohl lange Widerstand, want jedoch zum Schlüsse dem Drängen der Blauweihp nicht mehr ganz gewachsen. Oie Ergebnisse der Bezirksklaffe. 1900 Gießen — Burg 2:3. SB. Wehlar — Dillenburg 5:1. Frohnhausen — Naunheim 2:2. Die Ueberrafd)ung des Sonntags ist die Nieder!:.' der 1900er auf eigenem Gelände gegen Burg. Wetzlarer überfuhren die Dillenburger sehr hoch irt behaupteten weiter die Spitze der Tabelle. Naunhk^ hatte schwer zu kämpfen, um aus Frohnhauft wenigstens einer Punkt mitzubringen. Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. w SV. 05 Wetzlar 7 7 0 0 14:) Naunheim 8 5 2 1 12:1 Frohnhausen 7 4 3 0 11:1 Burg 7 4 1 2 9:5 Lollar 8 3 2 3 8 8 Sinn 7 2 2 3 6 8. Bissenberg 7 2 1 4 511 1900 Gießen 8 1 3 4 5:11 Dillenburg 8 1 1 6 3:1! VfB.-R. Gießen 7 0 1 6 1:1.1 GLORifi Q A iki MUi' Ein Film, der in mitreißenden Bildern das brausende Lied von heldenhaft kämpfenden Männern und die zarte, innige Liebesmelodie einer wunderbaren Frau erklingen läßt! M Heute Montag Erstaufführung Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr LICHTSPIELHAUS H Anhfiinrt I Dienstag, 1.Dezember) nachm. ■ MulllUlllj. Mittwoch,2.Dezember/2.15Uhr Märchenvorstellung „Frau Holle" Dazu: 76o*a „Das tapfere Schneiderlein“/„Der Struwelpeter“ Kinder 30 u, 50 Pf., Erwachsene 50 u. 75 Pf. mit Viktor Francen, Robert Vidalln, Roland Toutain, Gabriel Signoret, Pierre Renoir Spielleitung: Marcel L’Herbier Deutsche Fassung: Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co. w IV f 11 PA LR ST Giessen Nett ist dies Bildchen von dir Johanna. Aber zu klein ist es, viel zu klein. 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