Nr. Z55 Erstes Blatt 186. Jahrgang greitag, 30. Oktober 1036 Srlchelm täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonatL-vezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer GewaV Zernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffnrt am Main 11686 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite bO Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckeret R. Lange in Giehen. Schriftleitung nnd Geschäftsstelle: Schulftrahe r Stellen--, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Auftakt zum Berliner Gaujubiläum. Oie Neichshauptstadt im Zeichen des Geburtstages ihres Gauleiters Or. Goebbels. DasGoldeneSrinnerungszeichen für die ältesten Mitkämpfer. V e r l i n, 29. Okt. (DNB.) Der Gau Groß-Berlin der NSDAP, und die Hauptstadt des Deutschen Reiches begehen am Donnerstag und die beiden folgenden Tage in würdigem Rahmen die 10jäh- rige Wiederkehr des Tages, an dem der Führer den Pg. Dr. Josef Goebbels als Gauleiter nach Berlin berief. Schon gegen 8 Uhr sammelten sich die ersten Berliner an, um dem Gauleiter ihre herzliche Anteilnahme an seinem gleichzeitigen Geburtstage und am Jubiläum des Gaues Groß- Berlin zu bekunden. Sie trugen sich in großen Scharen in die im Vorraum des Ministeriums liegenden Gratulationsliften ein. Als erste offizielle Gratulanten empfing Gauleiter Dr. Goebbels in seinem Arbeitszimmer im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 28 alte Parteigenossen, denen er im Gedenken an die gemeinsam durchlebte zehnjährige Zeit des Kampfes in Berlin ein goldenes Erinnerungszeichen überreichte. Nachdem Gauleiter Dr. Goebbels dem ersten Führer der SA. aus der Zeit vor 1923, dem Parteigenossen Hermann Göring, bereits am Mittwochabend im Sportpalast dieses goldene Erinnerungszeichen übergeben hatte, wurden nun auch die übrigen alten Berliner Parteigenossen damit ausgezeichnet. Mit diesen alten Getreuen trug auch Gauleiter Dr. Goebbels das Goldene Ehrenzeichen des Gaues Groß-Berlin, das in künstlerisch besonders schöner und wertvoller Ausführung das von einem Eichenblatt umkränzte Hoheitszeichen darstellt. Es waren wenige Augenblicke der Besinnung auf die gemeinsam durchlebte zehnjährige Kampfzeit, die Dr. Goebbels und seine ältesten Mitstreiter in dieser Stunde noch einmal in ihrem Geiste vorüberziehen sahen. Or. Goebbels > ^7^- ■ 1 D X x..v . ,’Z" / • ■ z V ) / ' chz \ 1 i > V 1 • i» s r $ t Reichsminister Dr. Goebbels. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Glückwunsch des Führers Sie haben uns für unsere Arbeit gelobt. Aber dieses Lob müssen wir wieder zurückgeben. Denn wenn jeder einzelne von uns auch seit Jahren Adolf Hitler geschworen hat, im Kampfe um die nationalsozialistische Weltanschauung, wenn es sein muß, sein Leben einzusetzen, so war unser Wollen doch nur begrenzt. Sie haben in den zehn Jahren, in denen Sie an der Spitze des Gaues stehen, uns immer wieder emporgerissen, wenn wir kleinmütig und schwankend geworden sind. Sie, Dr. Goebbels, waren es, der uns zu einem eisernen Korps zusammengefchweißt hat, das notwendig war, um in der Minderheit gegen die rote Front in Berlin anzustürmen. Sie haben mit Ihrem Fanatismus, Ihrem Glauben und Ihrer Redegewandtheit uns neue Kämpfer zugeführt, die uns wiederum in unserem Kampfe bestärkt haben. Wären Sie nicht nach Berlin gekommen, Berlin hätte nicht erobert werden können Wir haben zehn Jahre mit Ihnen gekämpft. Wir werden solange mit Ihnen kämpfen, ' solange es uns das Schicksal erlaubt, auf dieser Erde zu leben. Das ist unser Dank am heutigen Tage." — Gauleiter Dr. Goebbels verweilte hierauf noch einige Zeit mit seinen alten Kampfkameraden und tauschte mit ihnen Erinnerungen über den zehnjährigen Kampf Berlin aus. Feierstunde im Haufe des Rundfunks. 60valteKämpfererhaltenEmPfangsgerate. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels ist der Schutzherr des deutschen Rundfunks. Unter seiner obersten Leitung hat das deutsche Rundfunkwesen in den letzten drei Jahren einen außerordentlichen technischen, künstlerischen und organisatorischen Aufschwung genommen. Deshalb ist es selbstverständlich, daß am Tage des Gaujubiläums und am Geburtstage des Berliner Gauleiters auch der Rundfunk in die Reihe der Feiernden eingeschaltet wurde. Das geschah im Zeichen des nationalsozialistischen Ge- meinschaftsgeoankens: mit einer Feierstunde im großen Senderaum des Hauses des Rundfunks, in deren Rahmen 6 0 0 alten Kampfgefährten des Berliner Gauleiters Rundfunkempfangs- gerate überreicht wurden. Gaupropaganoa- leiter Wächter erklärte, es sei der Wunsch des Gauleiters gewesen, zum Zeichen des Dankes 600 alten Kämpfern Rundfunkgeräte zu überreichen. — Reichssendeleiter Hadamovsky würdigte den Rundfunk als wichtigstes Propagandamittel. gab dieser Verbundenheit in einer Ansprache Ausdruck, in der er u. a. sagte: „Es fällt mir sehr schwer, in dieser Stunde passende Worte zu finden. Heute sind die 30 ältesten und besten meiner Kameraden hier zusammengekommen, die schon damals an der Front kämpften, als ich nach Berlin kam. Sie haben mir in diesen zehn Jahren treu und selbstlos zur Seite gestanden. Es ist ein grenzenloser Idealismus gewesen, der uns damals beseelt hat. Die Menschen, die heute die Früchte des nationalsozialistischen Sieges pflücken und genießen, können sich gar keine Vorstellung davon machen, mit welch einem Minimum an Erfolgsaussichten wir damals den Kampf begonnen haben. Wenn die Reichshauptstadt erobert werden konnte, so ist das nicht nur meinem Durchhaltevermögen und meiner Intelligenz zu ver- , danken, sondern vor allem der Tatsache, daß ich vom ersten Tage an hier in Berlin Kameraden gefunden habe, die mit mir durch Dick und Dünn gegangen sind und die, wenn es hart auf hart ging, sich vor mein Leben gestellt haben. Diese Stunde ist für uns alle so feierlich, weil wir nach zehnjährigem Kampf nunmehr feststellen können, daß wir unser Ziel ganz erreicht haben Wenn in diesen Tagen die Oessenflichkeif mit Dankesbezeugungen entgegenbringt, bam müßte ich den größten Teil dieser Dankesbezeu- gungen an Sie weitergeben, denn Sie sind es gewesen, die meinen Wut gestärkt haben, die mir zur Seife standen in einer Zeit, in der ich in Berlin noch ein unbekannter Wann war und nicht hoffen konnte, daß in wenigen Jahren schon die nationalsozialistische Bewegung dieses letzte Bollwerk des Warxis- mus erobern würde. Es fällt mir so schwer, jetzt hier zu Offnen zu sprechen weil ich Ihnen allen ansehe daß diese UnJahre an 7ns nicht spurlos vorubergegangen sind Aber was in uns noch an Kraft und Glau ben’ unb Idealismus steckt, wollen wir f u r d I e nähere und fernere Zukunft o em F u y rer und der Bewegung zur Verfügung stellen In einem rastlosen Idealismus wollen wir arbeiten, damit auch die f"""C fLrfe bUnh Ziele unserer Bewegung mit unserer Hufe und Kraft erreicht werden können. Wenn ich Ihnen als den 30 °u-erw°hl.°n Par- teiaenossen des Gaues em in Gold gefaßtes Er- innerungszeichen überreiche, soll damit vor aller Oesfentlichkeit kundgetan werden, daß Sie es waren die unbeirrt und treu und mit unbändigem idealistischem Glauben zum Führer und zur Bewegung und auch zu nur als dem vom Führer für den Gau Berlin eingesetzten Gauleiter gestanden haben. General Daluege, der erste Gausturmführer der SA von Groß-Berlin, machte sich zum Dolmefich des Dankes und der Treue der a en Berliner Mitkamp- fer. „Die 30 ältesten und ersten Führer des Gaues Groß-Berlin", so sagte er u. a, „die bereits auf dem Posten standen, als Sie 1926 diesen Gau über- nahmen, danken Ihnen für ine hohe Auszeichnung. Unser Bild zeigt den Führer, wie er die ältesten B e r l l n e r P a r t e t g e n o s s e n begrüßt denen Dr Goebbels das Goldene Erinnerungszeichen überreicht hatte. Links: Ministerpräsident Generaloberst Göring. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) „Wir habens gewagt!" 3um ilOjährigen Bestehen des Gaues Berlin der NSDAP. I. Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung, daß der Gau Berlin in der historischen wie in der politischen Entwicklung nicht nur der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, sondern , auch ganz Deutschlands selbst eine außergewöhnliche Rolle spielt. Wenn dieser Gau, dessen Geschichte gleichbedeutend ist mit der Eroberung der Reichshauptstadt durch den Nationalsozialismus unter Dr. Goebbels, jetzt am 29. Oktober sein 10- jähriges Bestehen durch eine große A r • beitstagung in würdigster Form begehen kann, so gehört ihm das Interesse unb die herzliche Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes. Dies um so mehr, als der Gauleiter Dr. Joseph Goebbels seit Beginn des Kampfes um Berlin schon um der scheinbaren Aussichtslosigkeit dieses Kampfes willen einen Namen hatte. Der gleiche Mann, der sich damals im Oktober 1926 mit einer Handvoll Getreuer an die schier unlösbare Aufgabe des Sichdurchfetzens gegen die „nach Moskau röteste Stadt Europas" machte, begeht am Tag der Gaugründung seinen 3 9. Geburtstag. „Der Doktor", wie ihn seine Berliner aus der Kampfzeit auch heute noch nennen, ist auch im Reich nicht lange ein Unbekannter geblieben. Der Gau Hessen-Nassau rechnet es sich zur besonderen Ehre an, daß er b e r e r ft e war, ber Dr. Goebbels aus feiner Tätigkeit in Elberfelb als Rebner an- forberte. So sprach Dr. Goebbels bereits zu ben Dezemberwahlen 1924 in ber Frankfurter Lieberhalle unb bann roieber im November 1927. * In ber trostlosen Atmosphäre bes Herbstes 1926 wirb aus dem Essener Kreis ber Parteileitung ein junger Dr. Joseph Goebbels auf Grunb von Anregungen, bie schon auf bem Parteitag in Weimar vom Juli bes gleichen Jahres erfolgt waren, nach Berlin geschickt. Es gilt, in ben wenig erfreulichen Zuftanb ber bärtigen Ortsgruppen Drbnung hineinzubringen, eine Organisation aufzubauen, ben Führerstreitigkeiten ein Enbe zu machen. Das lieft sich heute fo leicht hin. Aber biefer Dr. Goebbels kommt als ein völlig frember, unbekannter Mann nach ber Reichshauptstabt — man muß es roieber nachlefen in feinem Buch „Kampf um Berlin" Da ist biefe Viereinhalb- miüionenftabt, bie ihm politisch unb bevölkerungsmäßig gesehen, ein Buch mit sieben Siegeln ist. Er weiß, wie weit bie rote Rabikalisierung ber Reichshauptstabt schon vorgeschritten ist. Er kommt mit leeren Hänben, Gelb ist nicht ba, unb er finbet bann in Berlin eine Partei, „bie biefen Titel in keiner Weise verbiente". Da steht nun ein unbekannter junger Mann, ber noch keinerlei Autorität hat, unb soll sich gegenüber ben verschobenen Ortsgruppenleitern unb ihren mancherlei roiberftrebenben Ansprüchen burchsetzen! Er versucht unb erreicht es schließlich auf bie einzig mögliche Weise; er gibt bie Parole aus: Strich unter alles bisherige, von vorne anfangen! Wer habet nicht mitmacht, fliegt raus. Erster Erfolg: ein volles Fünftel zieht sich erbost zurück. Be- bauerüd), aber es schafft Klarheit. Unb nun wird aufgebaut. Aus bem brerfigen Keller in ber Potsbamer Straße, bem „Parteilokal", fiebelt man, nachbem man regelmäßige befcheibene Beiträge burchgefetzt hat, in zwei Zimmer ber Lützoroftraße über. Bald folgen bie ersten „Massenversammlungen", 1000 bis 1500 eigene Anhänger „mit einigen Mitläufern und Sympathisierenben". Der spätere Gauleiter schreibt: „Wir waren ein lächerlich kleiner Verein, man kannte uns nicht einmal bem Namen nach". Von ber Sektion Spanbau aus werben bie ersten ernsten Kämpfe ber Berliner Bewegung burchge- fochten. Ueberall stehen bie Roten bereit. „Berlin bleibt rot!" Wollen sehen, wollen sehen! „Der Kampf um Berlin begann als aussichtslose Sache unb würbe trotzbem von einer Sekte verwegener Menschen gewagt. Nach bem Kapp-Putsch hatten weise Leute in Berlin erklärt, es könne nicht von innen erobert werben, man müsse es von außen zwingen. Wirklich? „Wir haben ben Kampf begonnen ohne Rücksicht barauf, ob unb wann er zum Sieg führen mürbe ...Es ist ein Kampf um Berlin geworben, ber an bie acht Jahre bauerte unb Ströme von Blut unb Tränen kostete... Wir haben's gewagt!... Hier gab ber Bolschewismus zuerst seine Parole aus: „Schlagt bie Faschisten, wo ihr sie trefft!" Aber bas Gerüst bes Gaues steht, spärlich noch, unscheinbar, aber es steht. Der Gauleiter ist überall; rätselhaft, woher biefer überschlanke Mann biefe schier unerschöpfliche Energie hernimmt. Es glüht in ihm. Ein fanatischer Glaube, ein überlegenes Vertrauen zu ber Jbee ber Bewegung reißen ihn auf feiner Kämpferbahn vorwärts Es ist bas ungewollte Verdienst ber rings um die Braunhemben einfetzenben Hetze, baß bie Bewegung nicht mehr unbekannt ist. Zugleich aber mehren sich bie Opfer, vor allem unter ber immer kampfbereiten SA., bie mit ihren Trupps beim Saalschutz selbst bie kompaktesten Kommuniften- massen wie bie Teufel angeht unb ohne Rücksicht auf Blut unb schwere Wunben im Endeffekt das rote Gesindel bann boch trotz feiner Uebermachk zum Tempel hinausprügelt. Hans Schwarz van Berk erzählt es knapp fo: „Wer in Berlin zur SA. kam, trat unter bie Verfemten. Sein Weg würbe zum engen Paß zwischen Polizei unb Pöbel. Hier hatte er zu stehen ober zu fallen. Die Stabt war unbarmherziger als alle anberen. Ganze Stadtviertel gehörten ben Kommunisten. Wer sich bort im Braunhemb zeigte, war gezeichnet." Endlose Kampfe, in den Versammlungen gegen die Kurzsichtigkeit der Zeit, auf den Straßen gegen die von Moskau dirigierten Mörderbanden von Rotfront. Die jüdisch geleitete Polizei verweigert den Nationalsozialisten anweisungsgemäß bald auf diese, bald auf jene Weise jeden Schutz, nimmt ihnen drinnen in ihren eigenen Versammlungen sogar harmlose Taschenmesser weg und weiß doch, daß draußen die Kommunisten schon die Mauser- Pistolen entsichern. „Und wo, Herr Hauptmann, dürfen wir nachher die Särge in Empfang nehmen?" fragt ein junger SA.-Mann bei solch einer Polizeiaktion, bei der draußen schon Rotfront auf seine nächsten Opfer wartet. Nur ein Beispiel von Unzähligen. Die Schlacht in den Pharus-Sälen vom 11. Februar 1927. „Die Pharus-Säle? Das war die unbestrittene Domäne der KPD. ... die Versammlung zu zwei Dritteln von Rotfront besetzt ..." Auf dem Podium neben dem Gauleiter Dr. Goebbels baumlang der Gau-SA.-Führer D a l u e g e. Lest das alles in den Büchern von Goebbels nach, lest und begreift, was die alten Kämpfer für uns taten! Zehn schwerverletzte SA.-Männer liegen auf dem Podium. Eisern, scheinbar eiskalt die Stimme Da- lueges: „Die Versammlung geht weiter! Das Wort hat der Referent! Der Gauleiter schreibt es später nieder: „Ich habe nie vorher und nie wieder nachher unter solchen erregenden Begleitumständen gesprochen. .. Am Schluß meiner Rede wurde zum ersten Mal das Wort vom unbekannten SA.-Mann ausgesprochen." Die Hetze gegen die Braunhemden, genährt von den roten Bonzen und ihren jüdischen Funktionären: geführt nicht etwa nur von der „Roten Fahne" und dem „Vorwärts", sondern auch von der gesamten jüdischen Asphaltpresse, erreicht einen ersten Höhepunkt. Da kommt am 5. Mai 1927 das Ver - b o t der NSDAP, für Berlin und — unter Ueberschreitung der Befugnisse des Polizeipräsidenten! —- auch für Brandenburg. Mit Hilfe einer Bestimmung des allgemeinen Landrechtes aus der Zeit Friedrichs des Großen! Das Verbot dauert bis zum 1. April 1928, also volle e I f Monate. Die Organisation, die erst 1400 eingeschriebene Mitglieder zählt, scheint zerschlagen, Geschäftsräume, Parteien, Akten, alles beschlagnahmt. Kaum, daß man das kleine Postscheckkonto in letzter Minute vor dem Zugriff hat retten können. Es gibt keinen nennenswerten Geschäftsgang mehr, es gibt keine Beiträge, keine regelmäßige Verbindung mit den Parteigenossen, keine Versammlungen. Aber die Verbotsoerfügung der Polizei hat unmittelbar nach dem Eintreffen auf dem Geschäftszimmer ein SA.- Mann zum „Alex" zurückgetragen, er stürmt einfach direkt in das Zimmer des Polizeipräsidenten, reißt die Tür auf, wirft ihm seine eigene Verfügung vor die Füße, herrscht ihn an: „Wir Nationalsozialisten weigern uns das Verbot anzuerkennen!" Die Ueberfälle auf Parteigenossen, die den Noten von ihrem Wohnsitz her als solche bekannt sind, sind nicht mehr zu zählen. Aber im August 1927 fahren 700 Männer und Frauen für ein vielfach zusammengehungertes Fahrgeld zum ersten Nürnberger Parteitag. Jubel der Bevölkerung dort, Vorbeimarsch der 700 Berliner an der Spitze eines Zuges von 65 000 Mann am Führer, von der Bevölkerung mit Blumen überschüttet — bei der Rückkehr nach Berlin alle 700 verhaftet, gleich an? dem Bahnsteig, den Fahnenträgern werden die versteckten Fahnen von rohen Fäusten unter dem H "'d aus der Brust hervorgerissen. Aber das schweißt zusammen. Immer mehr bekommt es das rote Berlin zu spüren: „Trotz Verbot nicht Tod!" Der Gauleiter scheint sich zu vervielfachen. Da entstehen „Sparvereine", „Kegelklubs". ..Schwimmvereine". Man hilft sich, irgendwie muß man durchhalten. Dazwischen immer die Angr'ffe der roten Banditen, die Ueberfälle auf den Gauleiter mehren sich, wiederholt entgeht er mit knapper Not der Ermordung: sein Chamfeur, Albert T o n a f wird in diesen Jahren des Kampfes um Berlin nicht weniger als fünfmal schwer verwundet, der Doktor ist eben immer vornean. Diese „Nazis" werden der von Juden, Roten und Schiebern beherrschten Reichshauptstadt immer unbequemer, zumal bann, wenn bei dem Mord an dem Arbeiter Kütemeyer, einem Opfer von Rotfront, die Polizei entgegen dem Befund den Mord einfach leugnet und sogar die von der Partei ausgesetzten 2000 RM. Belohnung für die Entdeckung des Mörders zu plakatieren verbietet. Aber je schärfer die Unterdrückung, um so härter die Energie zum Widerstand. Die Unentwegten erkennen sich an der kleinen Wolfsangel im Rockaufschlag. Nach der Flut von Unflat in den ersten Tagen der Verbotszeit schweigt man sie systematisch tot. Das ist das Gefährlichste! Dr. Goebbels faßt in schmier verzweifelter Lage den Plan zur Gründung des Montagblattes „Der Angriff". Mühselig pumpt er sich auf seinen Namen ganze 2000 Mark zusammen: „Jedes Geld, das man uns lieh, war in den Kamin geschrieben. Unser Plan war die Ausgeburt einer verwegenen Tollkühnheit" Gewiß, aber nach den ersten schier hoffnungslosen Wochen des Bestehens dieser Zeitung, die von Laien gemacht wurde, stand es fest: der Versuch, die NSDAP, in Berlin totzuschweigen, war völlig mißlungen. Dafür sorgten die mit einer meisterhaften Zielsicherheit geführten ständigen Vorstöße und Enthüllungen des „Angriff", von dem sein Herausgeber, Dr. Goebbels, sagen konnte, er ist „das einzige Organ in Berlin, das nicht dem Kapitalismus hörig war." Gerade am 30. Geburtstag des Gauleiters, am 29 Oktober 1927, wird das seit vier Monaten bestehende Redeverbot für Dr. Goebbels überraschend aufgehoben. Und nun beginnt die große Offensive gegen das rote Berlin, die mit dem Fackelzug vorn 30. Januar 1933 triumphiert! (Schluß folgt.) Ministerpräsident (Söring und Stabschef Luhe gratulieren. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Nachdem schon am Vormittag die Reichsleiter Dr. Ley und Amann und mehrere Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels persönlich, fast alle übrigen Reichsleiter und Gauleiter telegraphisch ihre Glückwünsche ausge- gesprochen hatten, erschien gegen 13 Uhr Ministerpräsident Generaloberst Göring persönlich im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, um seinem alten Kampfkameraden und Gauleiter Dr Goebbels seine herzlichen Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Kurz darauf kam Stabschef Lutze, um im Namen der gesamten SA. dem Reichspropagandaleiter und Gauleiter zu gratulieren. Ministerpräsident Göring, der längere Zeit unter den anwesenden Gästen in den Festräumen des Propagandaministeriums verweilte, war von Staatssekretär Körner begleitet. Aus der Verbotszeit der Berliner SA. 1 4 NW 1 ;t * < 1 k J s: | .F, - w* < Eine Gruppe von Unterführern mit den weißen Hemden, wie sie in der Verbotszeit getragen wurden. Die Verbotsfahne hält Robert Gleuel, der im Kampf um Berlin sein Leben lassen mußte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Eine Wllionen-Svende „Mstlerdank". Berlin, 29. Okt. (DNB.) Um 11.30 Uhr empfing Neichsminister Dr Goebbels die Spitzen des deutschen Kulturlebens im Thronsaal des Propagandaministeriums. Der Vizepräsident der Reichstheaterkammer, Generalintendant Klöpfer, sprach dem Reichsminister den Dank der Schauspieler u a. mit folgenden Worten aus: Wir Schauspieler sind von tiefem Eindruck erfüllt, daß Sie neben ihrer rastlosen Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes noch die hohe Aufgabe erfüllen, den deutschen Bühnenschaffenden den Weg zu weisen und diesen Weg schirmen und schützen. Ihnen verdankt das deutsche Theater die Wegweisung t u m deutschen Nationaltheater! Unter Ihnen werden, dessen sind wir gewiß, die Wege gefunden, um, in absehbarer Zeit verwirklicht, den Bühnenschaffenden die Unsicherheit des Alters zu nehmen. Ich habe die Ehre, Ihnen als dem Schirmherrn des deutschen Theaters, seiner Jugend und einer alternden Angehörigen, zum Zeichen der Verbundenheit aller am Neubau der deutschen Kulturschaffenden mit ihrem Führer, folgendes mitzu- teilen: Die Aufgaben der früheren Genossen- chaft der deutschen Bühnenangehörigen sind an die Fachschaft Bühne in der Reichstheaterkammer übergegangen. — Die Mittel der Genossenschaft sollen nach wie vor den einzelnen Bühnenschaffenden, zumal den in Not geratenen, zugutekommen. Wir wissen, daß niemand eine herzlichere Anteilnahme und größeres inneres Verständnis für das Geschick jedes einzelnen unter uns besitzt als Sie, Herr Reichsminister. Der Verwaltungsbeirat bat daher folgendem Antrag einmütig zu- geftimmf- mir wissen uns eins mit der gesamten deutschen Schauspielerschak» wenn wir heute, am 29 Oktober, aus den IHlffetn der Genossenschaft einer „Dr. - Joseph-Goebbels - Stiftung" einen Vermögenswert im Betrage von 200 000 Mark zugunsten alter, nicht mehr berufsfähtaer Bühnenkünstler zuweisen Die Aussübrungsbe- stimmungen über die Verwendung der Stiftung sind dem Herrn Veichsminsster anheim- gestellt “ Reichsminister Dr. Goebbels sprach in einer launigen Ansprache den Künstlern seinen Dank aus für die Anregung und Entspannung, die sie dem ganzen schaffenden Volk im Verlauf der Jahre gewährt haben Immer habe die Sorge für die alternden, nicht mehr arbeitsfähigen Künstler ihn beschäftigt. Er habe sich ent- schlossen dieser Sorg" d"»-ch (»ine entscheidende Tat Ausdruck zu geben Dr. Goebbels übergab mit die« fen Worten dem Generalintendanten Klövfer folgende Urkunde über die Cprrtfthinö einer durch die zwei Millionen Mark für die deutschen Künstler zur Verfügung gestellt werden: , Die Sorge für das Wohlergehen aller Volksgenossen h’t eine der vornehmsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Dabei wendet die nationalfozia- listische Staatsführung auch der sozialen Lage her schaffenden Künstler ihre besondere Aufmerksamkeit zu. Sie hat der kuliur^llen Leistung wieder Mert und Anerkennung oerschafft. Bei der Kürze der Zeit seit her Machtüb-'rnabm" ist es aber noch nicht möglich gewesen, jede Not in der deutschen Künftlerfchaft zu bannen und eine befriedigende Versorgung für Krankheit und Alter zu schaffen. Bis zur Durchführung der von mir vorbereiteten Neuordnung der sozialen Türtorae für M<» deutschen Künstler insbesondere der geplanten allgemeinen Altersversorgung, stelle ich am heutigen Tage eine Spende „künsklerdank" im Betrage von zwei Millionen Reichsmark zur Verfügung. Es ist mein Wunsch, daß durch diese Spende der drückendsten Rot der schassenden deutschen Künstler nach Möglichkeit gesteuert wird. Diese Spende wird im Lause eines Jahres vom heutigen Taae ab. und zwar unter der verantwortlichen Mitwirkung der Kunstschaffenden selbst, ausqeschüttet werden. Zu Treuhändern für die Durchführung der Spende bestelle ich: 1. Für die Bühnenkünstler: den Vizepräsi- benten der Reichstheaterkammer und General-1 Intendanten Eugen Klöpfer, der feinen Auftrag unter Heranziehung des Generalintendanten Wilhelm Rhode und des Staats- schauspielers Lothar Müthel erledigen soll; 2. für die Filmschaffenden: den Regisseur und Präsidialrat der Reichöfilmkammer Carl Froelich, der unter Heranziehung der Schauspieler Theodor Loos und Rudolf Klein-Rogge tätig sein soll: 3. für die Musikschaffenden: den Präsi- oenten der Reichsmusikkammer Professor Dr. Peter Raabe, der unter Heranziehung von Professor Bruno Kittel und Hugo Rasch arbeiten soll: 4. für die bildenden K ü n st.l e r: den Vizepräsidenten der Reichskammer der Bildenden Künste Professor Ziegler (München), der seinen Auftrag unter Heranziehung des Architekten Professor Gall und des Reichsbeauftragten für die künstlerische Formgebung Hanns Schweitzer ausführen soll. Zum ehrenamtlichen Geschäftsführer der Spende „Künstlerdank" bestelle ich den Ministerialrat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Vravavanda Ihr 0 f f Generalintendant Klopfer nahm die Urkunde mit tiefbewegten Worten des Dankes der gesamten Künstlerschaft in Empfang. Im Anschluß daran übergab Generalintendant Rohde vom Deutschen Opernhaus dem Minister eine Spende von 10 000 Mark, die das Deutsche Overnbaus für das Winterhilfswerk aufgebracht hat. Der Glückwunsch des Bührers. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Kurz nach 12 Uhr begab sich der Führer in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, um Dr. Goebbels feine Glückwünsche zum Gaujubiläum und zu seinem Geburtstag auszusprechen. Aus dem Wege von der Reichskanzlei zu der Dienststelle des Ministers wurde er von den Tausenden die auf dem Wilhelmsplatz dem Standkonzert lauschten, stürmisch begrüßt. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Führer im Dorraum und leitete ihn in sein Arbeitszimmer, um hier die Gratulation des Führers entgegenzunehmen. Dabei überreichte der Führer Dr. Goebbels fein Bild in einem prächtigen silbernen Rahmen mit dem Hoheitszeichen und folgender Widmung: ..Dem Manne, der Berlin für das neue Reich eroberte, meinem lieben freunde Dr. Goebbels, in dankbarer Würdigung dieses gewaltigen Kampfes und all der damit verbundenen Opfer zum zehnjährigen Gedenktag und zur Geburtstagsfeier in herzlicher Freundschaft und treuer Verbundenheit. V-rlin. den 29. Oktober 1936. Adolf Hitler." Außerdem machte er ihm ein wundervolles G e - mälde, ein Blumenstilleben eines alten holländischen Meisters, zum Geschenk. Begleitet von Dr. Goptzhels und Ministerpräsident Generaloberst Göring b-rnrüßte der Führ"r bann hie 3 0 ältesten Mitkämpfer des Berliner Gauleiters, die im Weißen Saal Aufstellung genommen hatten. Der Führer drückte jedem von ihnen die Hand und dankte ihnen für ihre aufopferungsvolle und einsatzbereite Mitarbeit, die sie dem Gauleiter zu jeder Stunde geleistet haben. Im großen F-sttsaal begrüßte her Führer Frau Dr. Goebbels und die stattliche Schar her Gratulanten. Während er sich noch mit den Gästen unterhielt, klangen von draußen die Sprechchöre der Tauende herauf, die immer wieder den Führer und Dr Goebbels zu sehen wünschten. Ihre Gratulationen kleideten sie in Berschen, von denen „Zehn Jahre leitest du den Gau. komm' endlich raus mit deiner Frau!" ein vielbejubeltes Echo fand Auch bei der Rück, kehr in die Reichskanzlei brachte die Menge dem Führer begeisterte Kundgebungen dar. ©o<* (fiouleiferjufrtiäum jm Hunbfunf. Berlin. 29. Okt. (DNB.) Aus Anlaß des zehnjährigen Gauleiterjubiläums von Dr. Goebbels sind am 30 Oktober folgende Sendungen vorgesehen: 13.00 Uhr bis 1310 Uhr: Reichssender Ber» l i n. Bericht vom Empfang des Gauleiters Pg. Dr. Goebbels und seiner Mitarbeiter im Berliner Rathaus. 19 .20 Uhr bis 19.30 Uhr: Reichssender Ber- k i n berichtet von der Grundsteinlegung der Dr.-Goebbels-Stiftung im Friedrichshain und von der Kranzniederle» gung am Grabe Horst Wessels. 19 .30 Uhr bis 19.45 Uhr: Reichssender Ber ° lin Schallplatte". 19.50 Uhr bis 20.00 Uhr: Reichssendung Zwischenmusik. 20.00 Uhr bis 20.10 Uhr: Reichssendung Nachrichtendienst. 20.10 Uhr bis 20.15 Uhr: Reichssendung Kurzberichte von ber Verleihung des Gau» Ehrenzeichens an alte Berliner Parteigenossen im Sportpalastkasino durch Reichsminister Dr. Goebbels. 20.15 Uhr bis 22.00 Uhr: Reichssendung Großkundgebung im Sportpalast. Die Glückwünsche der Gau- leilung und des Wnifteriums. B e r l i n, 29. Okt. (DNB.) Jm Anschluß an die Auszeichnung der 30 alten Berliner Parteigenossen nahm Gauleiter Dr. Goebbels die Glückwünsche der Gauleitung Groß-Berlin, des Reichsministeriums für Volks auf- klärung und Propaganda, der Reichskulturkammer und der hohen Partei- und Staats st eilen zum Gaujubiläum und zu feinem Geburtstag entgegen. Die Vertreter dieser Dienststellen hatten sich unter Führung des stellvertretenden Gauleiters G ö r l i tz e r und des Staatssekretärs Funk im Festsaal des Reichs- ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda versammelt. ©er stellvertretende (Sauleiter Staatsrat Sörlitzer begrüßte Dr. Goebbels mit einer Ansprache, in der er u. a. erklärte: Vor zehn Jahren beauftragte Sie der Führer, den Gau Groß-Berlin als Gauleiter zu übernehmen. Die größte Stadt des Reiches war bis dahin vom nationalsozialistischen Kampf um ein neues Deutschland so gut wie unberührt geblieben. Heute, nach dem Ablauf von zehn so schweren Jahren und bei dem stolzen Rückblick auf die vielen besiegten Schwierigkeiten und bei den erreichten Leistungen ist es nur recht und billig, wenn mir für einen Tag den stürmenden Schritt anhalten und zum erstenmal wirklich Geburtstag feiern im Rahmen des Gaujubiläums. Wer hätte Ihnen nicht folgen wollen, wenn Sie auf dem Weg in die Gefahr selbst an der Spitze marschierten! Auf dem vordersten Wagen der Lastwagenkolonne, auf der Propagandafahrt durch das röteste Moabit standen Sie! Den ersten Marsch über den roten Wedding führten Sie an, und der erste große Marsch durch Neukölln sah Sie an seiner Spitze. Beim Kampf mit den Kommunisten am Bahnhof Lichterfelde-Ost waren Sie! Die Sprengung der Ausführung des Memarque- Films im Lichtspieltheater am Nollendorfplatz war Ihr Werk. Und den Demonstrationszug der Zehntausende gegen diesen pazifistischen Sudelfilm führten Sie durch den Berliner Westen. Ich spreche im Namen aller, wenn ich Ihnen Dank sage für alle Last der Sorge und Arbeit, für alle übermenschliche Mühe und Plage, die Sie auf sich nahmen — immer zuerst auf sich nahmen —, um die rote Hauptstadt des Reiches dem Führer zu erobern. Und nicht zuletzt danken wir Ihnen, daß Sie uns auch in Ihrem hohen Reichsamt blieben, was Sie vorher waren: der treusorgende Gauleiter und der alte gute Kamerad und Vorkämpfer, eben unser Doktor! Wir danken Ihnen für zehn Jahre schwersten Kampfes um Berlin — schwer und inhaltsreich wie sonst wohl 50 Jahre — und treten mit Ihnen an den Marsch in das zweite Jahrzehnt — komme was kommen mag!" <5au1eifer Dr. Goebbels führte feinen alten Kameraden noch einmal die Zeit des Kampfes vor Augen, da sie verleumdet und angegriffen wurden von einer jüdischen Asphaltpresse, da die Polizei Schikanen über Schikanen über sie verhängte und sie sich mit ihrer letzten Energie durchbeißen mußten. „Wir sind graben Weges und unbeirrt unsere Bahn weiter gegangen und haben Stück um Stück in dieser Hochburg des Marxismus den roten Wider, stand zerbrochen. Wenn wir in dieser Zeit ausgehalten haben trotz Terror und Verbot, so nur deshalb, weil wir die feste Ueberzeugung hatten, e s muß gelingen, weil wir es wollen!" „Ich habe es in diesen zehn Jahren immer abge- lehnt, eine gemeinsame Geburtstagsfeier zu begehen, in diesem Jahr wollte ich mich jedoch dem nicht entziehen. Doch nicht ich will gefeiert werden, sondern s i e alle sollen gefeiert werden. Es soll die Arbeit gefeiert werden, an die wir die besten Jahre unseres Lebens hingegeben haben, für die wir Gefahren und Todesangst auf uns genommen haben, deretwegen viele unserer Mütter und Frauen geweint und sich gesorgt haben. Was wir in unseren kühnsten Träumen nicht zu hosfen oeroagt haben, ist Wirklichkeit geworden. Eine rote Stadt ist wieder deutsch geworden. Sie haben mir diese zehn Jahre, so schwer sie auch sein mochten, zu den schönsten meines Lebens gemacht! Dafür möchte ich ihnen allen danken und möchte sie aufs neue verpflichten auf unser gemeinsames Ideal, auf unsere Bewegung und unseren Führer, der mich damals mit dieser großen Aufgabe betraute." Staatssekretär Funk führte darauf u. a. aus: Was soeben hinsichtlich Ihres Kampfes und Ihrer Arbeit für die Partei und insbesondere für den Gau Groß-Berlin gesagt morden ist, trifft auch für Ihre Tätigkeit a l s M i n i st e r zu: Auch diese Arbeit war ein unauf» Haltsamer Kampf gegen wider st rebende Kräfte, auch im Staatsaufbau haben Sie das, was heute zu imposanter Größe fest begründet und meitumspannend oasteht, aus dem Nichts geschahen. Als ich Sie vor dreieinhalb Jahren in biefem schö- nen, von einem der größten deutschen Künstler geschaffenen Haus empfing, da war außer dem Haus eigentlich nichts vorhanden. Man muß sich diese Zustände heute ins Gedächtnis zurückrufen, um zu erkennen, wie gewaltig das Ausbauwerk gewesen ist, das Sie in diesen dreieinhalb Jahren vollbracht haben. Wir, Ihre nächsten Mitarbeiter, wissen, wie es immer wieder Ihrer anfeuernden und mitreißenden Initiative bedurfte, um der Schwierigkeiten Herr zu werden, die sich uns täglich entgegen» stellten. So steht das deutsche Propagandaministerium heute da als monumentales Dokument nationalsozialistischer Staatskunst, als die alles umspannende Zentrale der gei- ft i g e n Einwirkungen auf das Volk, als ein wahrhaftes Volksministerium, das ständig fein Ohr am Herzen des Volkes hat utt6 das auch stets das Ohr des Volkes hat. So wird Ihr Werk in die Zeitgeschichte eingehen, so ist es bereits heute Geschichte geworden. Ich bitte Sie als sichtbares Zeichen unseres Dankes und unserer Er- England hält an seiner Nichteinmischungspolitik fest. Spanien-Debatte im britischen Unterhaus. gebenheit die Geschenke entgegennehmen zu wollen, die Ihnen Ihre Mitarbeiter durch mich überreichen lassen: Von Ihrem Ministerium ein Bild von L e n b a ch, den großen Kriegsstrategen M o l t k e in Zivil darstellend, das, wie wir wünschen, Ihnen, dem großen Strategen der politischen Schlachten, besondere Freude machen wird, und von der Reichskulturkammer zwei P l a st i k e n , die den siegreichen Kampf der nationalsozialistischen Welt anschauung versinnbildlichen sollen. Der Fackeizug. Am Abend des Geburtstages sammelten sich die Formationen der Bewegung und aller Gliederungen im Tiergarten. In unabsehbarem Zuge standen die Kolonnen. Die Berliner Bevölkerung war in Scharen hinausgeeilt. Der Abendwind entfacht die Fackeln zu voller Glut. Die Fahnen flattern als es unter den Klängen alter Kampflieder durch das Brandenburger Tor geht. So marschiert der lange Zug die breite Prachtstraße Unter den Linden entlang zum Lustgarten. Punkt 21 Uhr erreicht die Spitze des Fackelzuges die Schloßbrücke. Kurz darauf schwenkt die Kapelle der SA.-Gruppe Berlin- Brandenburg dem Podium gegenüber ein. Grüßend hebt der Gauleiter Dr. G o e b b e l s die Hand Die Berliner Formationsführer grüßen mit erhobener Rechten zum Gauleiter empor. Neben dem stellvertretenden Gauleiter, Staatsrat G ö r l i tz e r , marschieren der Kommandeur der Leib st and arte' Adolf Hitler, Obergruppenführer Sepp Dietrich der Führer der Berliner SA., Obergruppenführer 'v o n Iagow, der Führer der Motorbrigade Berlin Vrigadeführer von Auloock, und Obergebiets- fuhrer Axmann. Nach dem Vorbeimarsch schwenken sie ein und nehmen hinter dem Gauleiter am Podium Aufstellung. Heber 1000 Fahnen grüßt der Gauleiter: manches Fahnentuch ist in den Kämpfen eines Jahrzehnts verschlissen und fahl geworden Jubel braust auf, als die Träger des goldenen Ehrenzeichens erscheinen. Obergruppenführer Daluege führt sie. Den Beschluß des Vorbeimarsches bildeten wie immer die Schutzstaffeln. Als letzte Einheit marschierten zwei Kompanien der L e i b st a n d a r t e „Adolf Hit - l e r" an Gauleiter Dr. Goebbels vorbei. Nach Be- endigung des Fackelzuges wandten sich dis Tausende aus dem Lustgarten noch einmal Dr. Goebbels zu, dem sie während des Vorbeimarsches schon wiederholt durch ihre Zurufe im Sprechchor „Wir gratulieren" ihre Verbundenheit zum Ausdruck gebracht hatten. Wieder umbrausten stürmische Heilrufe den „Doktor" und er wurde so dicht von begeisterten Berlinern umringt, daß sein Wagen sich kaum einen Weg durch die Menge bahnen'konnte. SA.-Ruf vor der Mohnung des Gauleiters Den feierlichen Ausklang des denkwürdigen Tages bildete in nächtlicher Stunde der S A. - R u f, der Dr. Goebbels vor feiner Wohnung in der Her- mann-Göring-Straße als letzte Geburtstagsehrung dargebracht wurde. Mit klingendem Spiel zogen die 250 Musiker und die 50 Spielleute der Brigaden 29 und 30 und zwei Ehrenstürme der SA. zu je 150 Mann für den gesanglichen Teil des SA.- Rufes vor der Wohnung des Ministers auf, rings umwogt von Sturmfahnen. Standartenführer Fuhfel erstattet dem Gauleiter, der an ein hell- erleuchtetes Fenster seines Hauses getreten ist, Meldung. Dr. Goebbels dankt. Die Musik setzt ein mit dem Kreuzritter-Fanfarenmarsch, ein altes Kampflied, dann klingt Ernst Moritz Arndts Freiheitsgesang „Der Gott, der Eisen wachsen ließ". Die Ehrenstürme fingen unter gedämpfter Musikbeglei- iung alte Kampflieder, die in die aufrüttelnden Klänge des Liedes „Deutschland, erwache!" ausklingen. Trommelwirbel leitet über zum Liede vom guten Kameraden. Die Standarten und Fahnen senken sich, die Arme heben sich zum Gruß. Der Parademarsch der „Langen Kerls" schließt sich an. Wieder ein kurzer Trommelwirbel— das Lied.der Deutschen, das Lied Horst Wessels. „SA.-Ruf beendet!". Wieder dankt Dr. Goebbels. Die Musik marschiert ab: „Durch Groß-Berlin marschieren wir". Leiser und leiser wird das Lied. Die Menge singt ein Weilchen mit, dann aber will sie noch einmal den Eroberer Berlins sehen. Bald tritt auch Dr. Goebbels noch einmal ans Fenster, und Heilrufe grüßen ihn laut in stiller Nacht. Eröffnung des Reichskriegsgenchts. B e r l i n, 29. Okt. (DNB.) Am 29. dieses Monats fand die feierliche Eröffnung des neu zusammengetretenen Reichskriegsgerichtes durch den Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg statt. Nach Begrüßung durch den Präsidenten des Reichskriegsgerichtes, Generalleutnant Heitz, sprach der Reichskriegsminister über die grundsätzliche Bedeutung der Wiedereinführung des obersten Gerichtshofes der Wehrmacht. Der Generalfeldmarschall vereidigte anschließend Generalleutnant Heitz in seiner neuen Amtsstellung sowie dessen Stellvertreter, Generalleutnant von Küchle r. Nach seiner Vereidigung sprach Generalleutnant Heitz über die Erweiterung der Aufgaben des obersten Gerichtshofes der Wehrmacht gegenüber dem Reichsmilitärgericht der Vorkriegszeit. Unter Hinweis auf die Verantwortung für die Durchführung dieser Aufgabe erfolgte sodann durch den Präsidenten die Vereidigung der Offizier- r i ch t e r, die zusammen mit den Reichskrieg s- gerichtsräten die Senate bilden. Die unter dem Präsidenten zu leitenden Stellun- gen im Reichskriegsgericht berufenen Persönlichkeiten sind der Oberreichskriegsanwalt Dr. Reh- dans — bisher Abteilungschef im Reichskriegs- minifterium — sowie die Senatsprasidenten Dr. S e l l m e r (bisher Reichsgerichtsrat) und S emler (bisher Abteilungschef und Minstterlaldlngent im Reichskriegsministerium). Das Relchsknegsgericht besieht zur Zeit aus zwei Senaten, de als dritte Instanz über die Revision in Mllitar- st raff ach en zu entscheiden haben ferner einem in erster und letzter Instanz über die H o ch - u n d Landesverratssachen gegen Angehörige der Wehrmacht urteilenden Senat. In den beiden Revisionssenaten sind unter den Senatsprasidenten zwei Reichskriegsgerichtsrate und zwei.Offiziere zur Entscheidung berufen, im erst- und letztlnsianzlichen Senat ein Reichskriegsgerichtsrat und drei Offiziere. Unter dem O b e r r e i ch s k r i e g s a n w a l t stehen drei Reichskriegsanwälte. Der Oberrelchskriegsan- walt nimmt dieselbe Stellung em wie der Oberreichsanwalt. Die Reichskriegsgerichtsrate sind den Reichsgerichtsräten, die Reichskriegsanwälte den Neimsanwälten gleichgestellt. Die entfvrechende Rangordnung gilt für die Senatsprasidenten. London, 29. Okt. (DNB.) Nach mehr als dreimonatiger Sommerpause trat das Unterhaus wieder zusammen. Nach der Fragezeit gab zunächst Außenminister Eden eine Erklärung über Spanien ab. Man habe verhindern wollen, daß der Bürgerkrieg über die Grenzen Spaniens hinweggehe und ganz Europa in Mitleidenschaft ziehe. Die Nichteinmischungspolitik sei das beste Mittel, den Frieden Europas zu wahren, sie habe sich nicht, wie behauptet werde, ausschließlich gegen die Madrider Regierung ausgewirkt. Sowjetrußland habe über die Art Klage ge- führt, in der das Richteinmifchungsadkommen gehandhabt würde und habe Portugal der Vertragsverletzung beschuldigt. „Uns liegen nicht die gering ft en Nachrichten vor, die geeignet wären, die fowjetrufsifchen Ve- fchuldigungen zu stützen. Ebenso ist der Aus- schuß nicht imstande gewesen, auch nur eine einzige der von Sowjetrußland gegen die portugiesische Regierung erhobenen Beschwerden als berechtigt anzuerkennen. Es liegt kein aus erster Hand stammendes Beweismaterial vor, daß die portugiesische Regierung dies Abkommen bricht." Trotz aller Schwierigkeiten, so fuhr der Minister fort, erfülle das Abkommen noch seinen Zweck. Die Opposition habe die französische und britische Regierung aufgefordert, das Werk zu zerstö- ren, an dem sie arbeiten. Die britische Regierung habe nicht die Absicht, sich zu einem solchen Schritt herzugeben. Die Tatsache, daß noch immer alle Völker dem Ausschuß angehörten, sei ein Beweis dafür, daß trotz der Schwierigkeiten die bisherige Politik richtig fei. Dis letzten Schwierigleiten, die sich im Ausschuß ergeben hätten, beleuchteten d i e Gefahren im Falle eines völligen Scheiterns des Nichteinmischungsabkommens. Jede andere Politik könnte nur darin bestehen, die Ausfuhr von Waffen an beide Seiten zu gestatten. Nach Ansicht der britischen Regierung bedeute ein solcher Weg Verwirrung, internationalen Zank und möglicherweise Kri»g. „Die britische Regierung wird", so schloß der Minister, „an der bisherigen Politik festhalten. Sie ist zugegebenermaßen ein Mittel, durch das wir hoffen, die Gefahren eines Krieges zu vermindern. Diese Politik der Nichteinmischung wird von der großen Masse des Volkes in England unterstützt." Angriffe der Labvurpartei. Der stellvertretende Leiter der Labour-Party, G r e e n w o o d , ergriff für die Madrider „Regierung" Partei und billigte ihre das Recht des Waffenkaufes zu. Die englische Arbeiterpartei habe sich in keiner Zeit mit der Nichteinmischungspolitik einverstanden erklärt, sondern stets auf dem Recht der Madrider „Regierung" bestanden, Waffen im Ausland zu kaufen. — Auch der Führer der liberalen Opposition, Sir Archibald Sinclair, behauptete, die Nichteinmischungspolitik habe nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Immer- hin glaube er, daß die von Greenwood vorgeschla- aene Politik noch weit gefährlicher sei. Der konservative Abg. Sir Robert Hörne trat unter ironischen Seitenhieben auf die Opposition für die Nichteinmischungspolitik ein, da sie dazu beitrage, eine Ausbreitung des Konfliktes zu verhindern. Der Abg. M a x t v n vom linken Flügel der Labour- Party gab feinem Bedauern Ausdruck, daß Rußland nicht Waffen in der von feiner Partei gewünschten Menge nach Spanien gesandt habe. Rufe wie „Mörder" und „Schlächter" wurden laut, als her Redner darauf hinwies, daß seine Sympathien der Madrider Regierung gehörten. Der Kommunist G a l a cf) e r hetzte gegen den deutschen Botschafter. Der Führer der Opposition, Major Attlee erklärte. die Labour-Party fordere nicht, daß sich die englische Regierung in Spanien einmische, sondern lediglich „die Wiederherstellung der Rechte" der Madrider „Regierung" gemäß dem internationalen Gesetz. Ministerpräsident Baldwin erklärte zum Schluß, die britische Regierung habe dem Nichteinmischungsausschuß Material vorgelegt. Der allgemeine Eindruck aus diesen Informationen gehe dahin, daß „einige Vertragsbrüche" oorgefommen und daß an beide Seiten Waffen geliefert worden feien. Dieses Beweismaterial sei aber auch nicht annähernd schwerwiegend genug, um die Regierung veranlassen zu können, ihre Nichteinmischungspolitik zu ändern. Die Regierung glaube zu wissen, daß die Behauptung, wonach 700 Italiener von der Ballearen-Jnsel Ibiza Besitz ergriffen hätten, keineswegs den Tatsachen entspreche. Ganz Europa mache eine schwierige Zeit durch. Das Scheitern des Völkerbundes habe die Lage in Europa nicht leichter gemacht. Ein Fallenlassen des Waffenausfuhrverbotes gegenüber Svanien würde schneller als alles andere zu einem Zusammenstoß in Westeuropa führen können. Jedes Nachlassen der von England in den Beziehungen mit anderen Ländern verfolgten Politik würde den Frieden Westeuropas gefährden. Die Folgen einer Aende- rung dieser Politik könne er deshalb nicht auf sich nehmen. Sir Samuel Hoare warnt die Moskauer Zniernastonale. London, 30. Okt. (DRV. Funkfpruch.) Zum ersten Male hat ein englisches Regierungsmitglied eine öffentliche Warnung an die Moskauer Internationale gerichtet, sich in die englischen Angelegenheiten elnzumlschen.. Der Marinemlnister Sir Samuel Hoare erklärte in einer Versammlung nach einem Hinweis aus die Richteinmischungspotitik gegenüber Spanien: „Es ist beinahe immer katastrophal, sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumlfchen, und ich empfehle diese Beobachtung den Agenten der kommuni st i- fchen Internationale. Sie werden feststellen, daß, je mehr sie sich in die inneren Angelegenheiten Englands einmischen, um so schlimmer die Rückwirkungen gegen ihre eigenen Machenschaften fein werden. Unter keinen Umständen, so fuhr der Marineminister fort, dürfe sich daher England seinerseits in Angelegenheiten einmischen, die es nichts angingen. Angesichts der befremdenden Stellungnahme der Labour - Party zum spanischen Bürgerkrieg sei es notwendig, dies sehr klar und deutlich zu sagen. Wenn es nach den Einmischungspolilikern der Opposition ginge, dann würde Europa in einen Krieg gestürzt werden. Unter sowjetrussischem Oberbefehl. Lowjetrussische Tank-Truppen verteidigen Madrid. Salamanca. 30. Okt. (DRV. Funkspruch.) Der Heersbericht aus dem Hauptquartier des Oberbefehlshabers in Salamanca meldet, daß rote Milizen, unter st ühl von 40 sowjetrus- sischen und auch von s o w j e l r u s s i s ch e r Mannschaft geführten Tanks, am Frontabschnitt Torrejones und Sesena südwestlich von Madrid einen Gegenangriff versucht haben. Die roten Horden mit ihren sowjetrussischen Kumpanen wurden in die Flucht geschlagen und sie hinterliehen Hunderte von Toten. Drei foro- jekrussische Tanks wurden von den Rationalen erbeutet. Trotz heftigen Widerstandes der Marxisten konnten die nationalen Truppen am Donnerstag am Frontabschnitt El Eskorial weiter vorgehen und wichtige Stellungen besehen. Ein Vertreter von havas in Toledo meldet ergänzend dazu: Madrid habe vor Jllescas seine besten Streitkräfte eingesetzt; denn die meisten Gefangenen seien erst vor wenigen Tagen von der schwierigen Somosierra- und Guadarrama- Front an diesen Abschnitt geschafft worden. Die Gefangenen hätten u. a. erklärt, daß sie s e i k v i e r Tagen von einem General befehligt worden seien, über dessen Ramen sie sich nicht einig waren, der aber nur russisch gesprochen habe und seine Befehle daher nur mit Hilfe seiner Sekretärin — ebenfalls einer Russin — die aber spanisch konnte, habe übermitteln können. Scharfe Kritik an der Haltung der Labourpartei. Oie Londoner presse zur Llnterhaus-Auesprache. London, 30. Okt. (DNB. Funkfpruch.) Aus der Unterhaus-Ausfprache über Spanien gehen nach Ansicht der Morgenblätter zwei klare Tatsachen hervor, nämlich 1. das unverbrüchliche Festhal - ten Englands an d e r Nichteinmischung und 2. eine gehörige Blamage der Einmi- schungspolitiker der Labour-Party. Die „Times" schreibt, Eden habe das Unterhaus daran erinnert, daß es mit der Macht der Madrider „Regierung" vorbei sei und daß ihre Stunde bald geschlagen haben werde. Er habe auf die Tätigkeit der roten „Gericht e" aufmerksam gemacht, deren Urteile von einer Menschenschlächterei nicht mehr zu unterscheiden seien. Die konservative „M o r n i n g P v st" schreibt, die Behauptung der Labour-Party, daß Caballero mit seiner Bande von Kommunisten und Anarchisten die „heldenhaften Fackelträger der Demokratie" seien, sei der größte und verlogenste Unsinn, den man in der modernen Geschichte gehört habe. Es sei bemerkenswert, daß die Labour-Party das Nichteinmischungsabkommen bekämpfte und damit kollektive Vereinbarungen als zwecklos und gefährlich verurteile, nachdem sich gerade diese Partei immer als Vorkämpfer der kollektiven Sicherheit aufgespielt habe. Das Rother- mere-Blatt „Daily Mail" schreibt, das wirkliche Ziel der Labvur-Partei sei, die zusammenbrechende Tyrannei, die sich Madrider „Regierung" nenne, zu unterstützen. Die Massenmetzeleien dieser „Regierung" als einen „heroischen Kampf für die Freiheit der Demokratie" zu bezeichnen, fei eine ungeheuerliche Verdrehung der Begriffe. Portugal habe in seiner' Note bereits darauf hingewiesen, daß der Bürgerkrieg in Spanien von den Moskauer Agenten Dimitroff, Bela Khun und Moses Rosenberg organisiert und geplant worden sei. Die Politik der Kleinen Entente. Der rumänische Königsbesuch in Prag. Prag, 29. Okt. (DNB.) Seit gestern weilt aus Anlaß des tschechoslowakischen Staatsfeiertags der König Carol II von Rumänien in Begleitung des Kronprinzen Michael und des Außenministers Antonescu zu offiziellem Besuch in Prag. In der Prager Burg fand gestern abend zu Ehren des Königs ein Festessen statt. Staatspräsident Dr. B e n e s ch hielt dabei einen Trinkspruch, in dem er nach einigen geschichtlichen Erinnerungen erklärte, daß die Kleine Entente immer von neuem ihre Lebenskraft beweise. Sie wolle alle ihre zwischen staatlichen Verpflichtungen einhalten und sei entschlossen, ihre Freiheit auch um den Preis aller Opfer zu verteidigen. König Carol erinnerte u. a. an den Besuch Masaryks an der rumänischen Front während des Weltkrieges und erklärte, daß Prag und Bukarest für die gleiche Sache gekämpft und im gleichen Glauben gesiegt hätten. Dieser Glaube werde heute durch die Kleine Entente gestärkt, über deren Unerläß- lichkeit kein Zweifel mehr bestehe. An das Festessen schloß sich ein Empfang im Spanischen Saal. Staatspräsident Dr. Benesch lud sodann den König Carol und die Minister Antonescu und Dr. K r o f t a in seine Privatwohnung auf der Burg zu einem Tee ein, bei welchem eine politische Beratung stattfand, die zweieinhalb Stunden dauerte. Nach ihrem Abschluß wurde ein Kommunique ausgegeben, in dem es u. a. heißt: In den Besprechungen wurden die Hauptprobleme der europäischen Politik beraten. Es wurde eine vollkommene Übereinstimmung der Ansichten in allen besprochenen Fragen und ein absolutes Einvernehmen festgestellt über die Politik, die in den nächsten Monaten von den beiden Ländern in engem Einvernehmen mit Jugoslawien verfolgt werden soll. Cs wurde ferner, was die kommenden Verhandlungen der West möchte betrifft, die Notwendigkeit betont, die politische Linie fortzusetzen, die in der letzten Zusammenkunft her Außenminister in Preßburg skizziert wurde. Gleichzeitig wurde der gute Wille der drei Staaten zur Zusammenarbeit mit den Ländern des römischen Protokolls und mit Deutschland in den mitteleuropäischen Fraaen betont. Der Beschluß, allen Versuchen, einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten fernzubleiben und sich an den Kämpfen zwischen den inneren Regimen der verschiedenen Länder überhaupt nicht zu beteiligen, wurde neuerlich bestätigt. Das Werk des systematischen Aufbaues des politischen und wirtschaftlichen Systems der Kleinen Entente wird in der Absicht, daß die Interessen der Staaten der Kleinen Entente mit den Interessen des Friedens in Mitteleuropa harmonisieren, fortgesetzt werden. Die Besprechungen werden in den weiteren Tagen des Besuches Seiner Majestät in Prag fortgesetzt werden. Günstige Entwicklung der Beziehungen zwischen Belgrad und Dom. Belgrad, 29. Okt. (DNB.) Die Blätter stellen fest, daß in der itqlienischen Presse in den letzten Tagen ein besonders freundlicher Ton gegenüber Jugoslawien zu verzeichnen ist. In italienischen Pressestimmen wurde auf die Gemeinsamkeit der Interessen Italiens und Jugoslawiens hingewiesen. Besondere Aufmerksamkeit finden die Ausführungen des „Gior- nale d'Jtalia , in denen mit Bezug auf den Abschluß' des jugoslawisch-italienischen Handelsabkommens darauf hingewiesen wird, daß sich die Voraussetzungen für eine weitgehende Verständigung zwischen Italien und Jugoslawien abzuzeichnen beginnen. Ebenso wird ein Artikel der Triester „Piccolo" beachtet, der aus politischen und wirtschaftlichen Gründen für eine italienisch-jugoslawische Zusammenarbeit eintritt. Türkisch-südslawische Fühlungnahme. Ankara, 29. Okt. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Stoja- d i n o w i t s ch traf am Mittwochvormittag in Ankara ein. Er besuchte den türkischen Ministerpräsidenten und den Außenminister und wurde sodann vom Staatspräsidenten in Audienz empfangen. An die Audienz schloß sich eine zweistündige Aussprache mit dem Staatspräsidenten in Anwesenheit des türkischen Außenministers. Die gesamte türkische Presse betont anläßlich des Besuchs die Festigkeit der türkisch-jugoslawischen Freundschaft. Kommunistische Horden überfallen eine Versammlung der französischen Sozial-Partei. Paris, 30. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Die französische Sozial-Partei des Obersten de la Rocque hatte in der Vorortstadt von Paris Choisy- le-Roi eine Versammlung angesetzt, die von mehr als tausend Personen besucht war. Etwa d i e gleiche Anzahl Kommuni st en hatte das Gebäude vollständig umzingelt. Bei Schluß her Veranstaltung kam es dann zu Schlägereien, wobei auch mehrere Personen verletzt wurden. Die roten Banditen gingen dazu über, die Mitglieder der Sozial-Partei — wie sie erklärten — „auf Waffen zu durchsuchen", d. h. in Wirklichkeit a u f das übel ft e z u mißhandeln. Etwa 200 Anhänger der Sozial-Partei begaben sich schließlich zu einer Garage, um ihre Kraftfahrzeuge ab^u* holen. Auch die Garage wurde sofort von den Kommunisten umzingelt und erst als mehr als 1000 Mann Mobilgarde von Paris herbeigeeilt waren, gelang es, die roten Unruhestifter zu zerstreuen, die unter Anführung des kommunistischen Abgeordneten Cornavon standen. Rund zehn Kommunisten sollen festgenommen worden sein. (Yunft und Wissenschaft 12. Deutsches Sänqerbundesfest .reichswichtig-. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat das im nächsten Jahre vom 29. Juli bis 1. August zum ersten Male im nationalsozialistischen Staat ftattfinbenbe „12. Deutsche Sängerbundesfest Bres - lau 1 9 3 7" des Deutschen Sängerbundes in der Reichsmusikkammer als „r e i ch s w i ch t i g" erklärt. Welch großer Wert dem deutschen Chorwesen bei der Neugestaltung deutschen Musiklebens zugemessen wird, kommt hierin deutlich zum Ausdruck. Das 12. Deutsche Sängerbundesfest Breslau 1937 wird ein gewaltiges Bekenntnis zum deutschen Lied und zum kulturellen Tatwillen des neuen Reiches sein. Mehr als 100 000 Sänger werden in Breslau zusammenkommen, und drei große Chorfeiern mit Massenchören von 30 000 und 40 000 Sängern werden im neuerbauten Hermann-Göring- Stadion Zehntausenden von Volksgenossen ein un« vergleichliches Erlebnis bedeuten. Dieses 12. Deutsche Sängerbundesfest wird als erstes im nationalsozialistischen Staat unter Mitarbeit aller Gliederungen der Partei und unter Führung der Reichs- musikkarnmer die ideellen Ziele der nationalsozia- listischen Kulturorganisation weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bezeugen. Oie Urteilsbegründung im Berliner Bauunglücksprozeß. Zwei Fragen waren es, so führte der Vorsitzende im Berliner Bauunglücksprozeß in der Urteilsbegründung u. a. aus, die die deutsche Oeffentlichkeit und die gesamte technische Welt beschäftigt haben: Die Frage nach den Ursachen des Einsturzes und die weitere Frage nach der Schuld der Angeklagten. Das Gericht hat diese Fragen mit voller Ueberzeugung im Sinne der bereits mitgeteilten Urteilsformel beantwortet. Die Sachverständigen hätten keine Mühe gescheut, die technischen und organisatorischen Vorgänge aufzuklären. Die Ermittlungen hätten mit aller Deutlichkeit ergeben, daß der Reichsbahnhauptverwal- tung ein Vorwurf der Planlosigkeit oder der Verschleppung von Beschlüssen nicht gemacht werden könne. Die Angeklagten Weyher und Schmitt haben nach der Ueberzeugung des Gerichtes nach dem Einsturzunalück bewußt falsche Angaben über die Aushubtiefe gemacht und dadurch die Bergungsarbeiten erschwert. Die Angeklagten Noth und Schmitt haben im wesentlichen zugegeben, den Zustand der Baugrube gekannt zu haben. Auch Weyher und Hoffmann haben bewußt die Unwahrheit gesagt, so daß das Gericht ihnen mehrfach deshalb Vorhaltungen machen mußte. Hoffmann hat seine Aufgaben als verantwortlicher Oberleiter des Baues pflichtwidrig verletzt. Dem Angeklagten K e l l b e r g könne nicht widerlegt werden, daß er von Weyher über den wahren Zustand der Baugrube getäuscht worden ist. Das Gericht ist der Ueberzeugung, daß er die Bau- grube stillgelegt hätte, wenn er über die wahren Verhältnisse und die zu große Ausschachttiefe unterrichtet gewesen wäre. Kellberg war mangels Beweisen freizusprechen. Die Frage der Voraussehbarkeit des Unglückes hat das Gericht bei allen Angeklagten bejaht. Die Schwere der Tat verlangte im Hinblick auf die Bedeutung und die Verantwortlichkeit der Stellung der Angeklagten eine besonders harte Sühne. * Am 28. August 1935 ereignete sich in der Her- mann-Göring-Straße in Berlin jenes Baugrubenunglück, bei dem 19 Männer der Arbeit ums Leben kamen. Sieben Monate später standen diejenigen, die als die Verantwortlichen anzusprechen waren, vor ihren Richtern. Heute nach weiteren sieben Monaten, hat das Gericht sein Urteil gefällt. Die lange Dauer der Voruntersuchung und die nicht minder lange Dauer der Gerichtsverhandlung lassen erkennen, daß man bestrebt war, die Wahrheit über die Ursachen der Katastrophe zu erforschen und dabei auch das unbedeutendste Moment nicht außer Acht zu lassen. Zweihundert Zeugen und Sachverständige sind im Verlaufe des Prozesses vernommen worden, zu Bergen türmten sich die Aktenstücke mit den sich widersprechenden Angaben. Aber unermüdlich studierte das Gericht alle Aussagen, ja, es zögerte nicht, noch einmal in eine nicht minder gründliche lieber» Prüfung der gesamten Materie einzutreten, als es schien, daß vielleicht doch noch neue Gesichtspunkte, die von Wichtigkeit sein könnten, in die Erscheinung treten würden. Die Richter haben keine Mühe gescheut, die Wahrheit zu finden, obwohl es ihnen nicht leicht gemacht wurde. Denn zu den widerspruchsvollen Aussagen trat noch ein menschlich verständliches Verhalten der Angeklagten, sich um jeden Preis zu entlasten. Trotz Anerkennung der fachlichen Fähigkeiten der Angeklagten und der Richtigkeit der Berliner Bauweise bei Untergrundbahnbauten hat das Gericht nicht an den Mängeln vorübergehen können, die durch die Untersuchung zutage gefördert wurden und die auch die Angeklagten nicht leugnen konnten. So kam es denn nach ernsten und reiflichen Erwägungen zu einem Urteilsspruch, der fahrlässige Tötung als begründet anerkennt. Damit hat ein Prozeß sein Ende gefunden, wie er hoffentlich nicht ein zweites Mal zu verzeichnen sein wird. Denn er hat ergeben, daß Arbeitsoorhaben, gleichgültig welcher Art, immer wieder von den Verantwortlichen daraufhin zu überprüfen sind, ob bei der Durchführung die erforderliche Sorgfalt angewandt wird. Die leitenden Persönlichkeiten sind es, die die Gesamtverantwortung tragen und die verpflichtet sind, eher etwas zuviel Vorsicht als zu wenig zu üben. Der Prozeß hat aber auch gezeigt, daß jeder, wo immer er in der Abwicklung eines Arbeitsprozesses steht, selbst an der Gesamtverantwortung mitbeteiligt ist und beim Erkennen von Fehlern sich nicht darauf verlassen darf, was von höherer Stelle angeordnet worden ist. Gerade bei so umfassenden Bauvorhaben wie diesem kann es leicht vorkommen, daß das Räderwerk nicht überall glatt arbeitet. So tritt denn zur Hauptverantwortung der Leiter die Einzelverantwortung eines jeden Belegschaftsmitgliedes. Büchertisch. — Hans-Jürgen Rierentz: „Gedichte großer Gegenwart." 48 Seiten- kart. RM. 1.50. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 1936 — (251.) — Hans-Jürgen Rierentz gehört zu den jungen schaffenden Kräften, denen die Kampfzeit der Bewegung Struktur und Antrieb gegeben hat. Auch in ihm lebt ein neuer Rhythmus, den nur Kameradschaft und Treue, die innere Teilnahme an dem neuen politischen und völkischen Erleben verleiht. Rierentz stellt in diesen Gedichten, die das „Wunder großer Gegenwart" besingen, eine Auslese seines lyrischen Schaffens zusammen, die eine erstaunliche Fülle mit künstlerischer Strenge verbindet. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Auswahl und Qualität sind die Stärke eines guten Fachgeschäftes Ulster und Paletots: 29.— 39.— 49 — 59.— 68.— 78.— 88.— 98.— der Fachmann für KLeider, Giessen, NquMHo. Herren und Knabenkieiduna- Maßschneiderei Wir suchen eine Sevikauferrn 20-23 Jahre alt,welchevorwiegend für Unterweisungen der Kundschaft in der Handhabung d. Haushaltnähmaschine gebraucht wird. Bewerberinnen, die wirkliches Interesse an dieser Tätigkeit haben, werden gebeten, zunächst selbstgeschriebene Angebote, unter Angabe bisheriger Tätigkeit sowie Zeugnisabschriften u. Bild, einzusenden. Bei Eignung angenehme Dauerstellung. [6875 D Singer Nähmaschinen Aktiengesellschaft, Gießen, Marktplatz 18. Vermietungen 2 schöne 4-Z.-Wohnungen (Etagenheizg.) m. Küche u.Bad, daselbst Garage, in ruhiger Lage, Nähe Ludwigs- vlatz, zu vermiet. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 05003 Werbe-Drucksachen hei Brühl, Schulstr.7 /eiie Mantel SroßeAuswaM fefche formen kleine Preise alles bei Gebr.lmheuser am Markt 8716 A Kameradschaft überwindet die Dot Aufruf des Stabschefs der SA.. des Steicftsfilftrcrs *ih und des Jforpsfüftrers jut 2. Neichsstroßensammiung tun 31. Ohtobcc u. 1. November Stets, wenn unser führet ium Kampf tief, waten es die Männer Set Sfl., ♦♦ und des NSKK., die dem Befehl gehorchend ihre Person rücksichtslos einfehlen, um 311 siegen. Zum vierten Male gilt es, gegen hunger und Külte ouftu- marschieren und durch Kameradschaft Sie Not üderwinSen ju helfen, überall werben Siese Männer als Kämpfer für das Winterhilfswerh des deutschen Volkes in der front des totfoilolismus flehen und Ser Welt das größte friedenswerk des Drillen. Kelches künden. Bringt ihnen kure Verbundenheit durch freudige Opfer« Bereitschaft jum flusörudt. Der Stabschef der Sfl.: Oer Reldiefühter H : Der Rorpeföhret: Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unoBewerbungsunter- lagen müssen ;ur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift des Bewerbers tragen l SMwZWMlIS Samstag, den 31. Oktober 1936 grofies BipgWen statt Metzelsuvve Bis 4 Uhr nachts Verlängerung 1 KüctienniädcheD UNd [6873D 1 Hausmädchen für sofort ges. Hotel Hinden- burg, Gießen. Stimmung 05004 Humor Aushilfe für Kurz-, Weiß- und Wollwaren per sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 6874D an die Geschäftsstelle d. Gießener Anzeigers. | Empfehlungen | | Verschiedenes | Heute Don Carlos Stadttheater Äüchlüffk von z bis 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Anzeige 0.65—3.30 RM. 6820 D 20—22.30 Geschlossene Vorstellung NSG. Kraft durch Freude Der Betielsludent Operette von Carl Millöcker Besseres Mädchen sucht f. Anfang Nov. Stelle als Haustochter od. Stütze in arisch. Haush. Bin mit all. Arbeit, vertr. Schr. Ang. unt. 6882Da.d.G.A. 20-23 Erst-Aufführg. Benoten ein Paket,Inhalt Tuche, auf der Fahrt v. Gießen (Bahnhofstraße) nach Gladenbach üb. Lollar. Geg. Belohn, abzug. bei Bratfisch, 6884D Gießen, Babnbofstr. 42. Kleiner u. groß. Herd zu verkauf. 05005 Walltorstr. 4 p. | Verkäufe | Gebrauchte Hücksel- maschine zu verk. l«876D Wieseck, Rabenauerstr.48 Gebrauchter Ofen billig abzugeben. Schiffenberger Weg 36 l. l 04997 Flügel gut erhalten Pianos neuu.gebraucht in reich. Aus wähl Schönau Bahnhofstraße 76 Kein Schau- f en ster. esseö Pelze billig! Pelz-Reparaturen «87oDM.Liebler Asterweg 16. 4-Zimmer- Wohnung (Plockstratze) sofort od. l.Dez. zu vermiet. Zu erfrag. [04988 Wehl. Weg 43 1. 2 schöne, leere Zimmer und 1 möbliert. Zimmer sofort preiswert zu vermieten. Schr. Ang. unt. 04987 a. d. G.A. I Mietgesuche | 3-4-3lmmer- Wovmllig von Beamt, zum 1. Dezemb. 1936 od. spät, gesucht. Schr. Ang. unt. 05002 a. d. G.A. Zuverl.u.gebild. Fräulein erin, Vzu. 8 9., 0.14 bis 19 Uhr i. Geschäftshaus gesucht. Schr. Ang. mit Gehaltsanspr. u. 05006 a.d. G.A. Kinderpfleg f. 2 Kind., 2 bes. Kohle 6879 a stärkt ° Sei kräft.Mako 0.8S Makon"Dnler,ieh*cMtipfer' L" 1-45 Sä"“I Eaiieüvii.» öaItbar. . Eän ge ßn ®dhosen " I Je 10TmjVnm . . ”ßeng,erib“. / m Jänser 0.15meh-y US / 6 / 1 / Damen•Str^VerStärkt’ 1.75S1« /äsSwsatf / gestrickt °Cten- kräftige WoL I yy-wtir......-Ä- j /sszzr'®-* i Knaben-HemOhog-,.......UO MaJ1 206 I 208,25 I 207 I 31,13 Süddeutscher Zucker 1O| 208 12,75 10,13 10,4 101,5 97,13 103,13 9 5 6 6 239,5 153,75 124,13 43,6 144,75 135,5 196 175,5 279 125 138 150,5 62,75 435 205 175 127,75 168,5 237,5 156,5 127 45,4 145 139 160,5 153 63,65 424 207 176 124,75 138,50 149,5 31,5 3,15 13,4 10,4 10,25 15,13 129,5 141 153 o 5 ß 0 7 0 8 o 9 12 11 95 109,8 Schlußkurs 97,5 95 109,9 178,75 279 129,5 140,5 155 91 117,5 173 145 95 109,8 95 109,9 89,5 114,5 169,75 143 124,25 168 160 141,25 237 156,5 126,75 45,4 145 139 199,75 102,25 90,65 119 172 145,5 110 126,75 168,5 94,13 63,4 420 207 174,25 Schlußkurs 103,13 90,4 115,75 169 143,5 109 125 168 92,5 62,75 425 205 175,13 3,1 13,35 10,5 10,65 15,5 Grttzner................ ... 01 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrentr 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 414% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... I. G. Farben-Jnbustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 3,25 12,9 9,9 10 14,5 4| 135 I 7 158,25 e| 158 | Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eemenlwerk Karlstadt.. 29 10- 161,5 28 10 101,5 97,9 102,9 119,4 SchultbetS Patzenhofer Aku tAllgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof . Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer Gas ............. Daimler Motoren . Deutsche Linoleum . Orenstcin S Koppel ...... Westdeutsche Kaufhof Chade................ Accumulatoren-Fabrü Conti-Gummi............ 28.10 T59- 139,5 238,5 153,5 123,9 43,25 144,75 136 196 Datum ManSfeider Bergbau ...... 6% Kokswerke ........... 6 Rbetnische Braunkohlen 12 Rhetnstabl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke ..... 8 /t Otavi Minen ....... 0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 6 Kaliwerke Salzdetfurth 7% 2810- 101,4 97,9 103 Schluß). Mittag. börse 29-10. 28-10. 158,5 Datum : 5% Deutsche Retchsanieihe v. 1927 4% Deutsche Reichsani. von 1934 By3%Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mV Auslos.Rechten ............ 4%% Deutsche Retchöpostschatzau Weisungen von 1934, l....... 414% ehem. 8% Hessischer BolkS- staat 1929 trückzahlb. 102%) ... 4y?% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12.... 6%% ehem. 4f4% Hess- Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4!4% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R-6 Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leche Serie 1 mV Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bi» 1935 BZ4% ehem. 4*/«% Franks. Hyp. Bank-Ltqu^Pfandbriese...... 614% ehem. 4-/-% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. oriefanstalt, Pfandbriefe R 19 4'/,% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl. 20 Steuergutich.BerrechnungSk. 84-88 Echlußt. Abend- börle 29-10. 101,5 97,9 103 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schlußt. Mittag- börte Datum 28.10- 29 10 28-10 29-10- 4% oesgt. Sene n ............ •— — — ■ — 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 7,7 7,7 7,7 8 4H%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente . 11,25 11,3 11,4 11,4 6,65 7 6,6 7 2*4% Anatolier............. 40 40 40,13 — Hamburg-Amertka-Paket .....0 16,13 15,75 16 15,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— 39,5 39,5 Norddeutscher Llond .........0 16 15,9 15,9 15,75 *21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 123,5 126 123,25 125,9 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— 126,25 126 127 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Dtsconto« 106,5 107,75 106 107,5 Gesellschaft................ 4 108,25 111 108 110 Dresdner Bank.............. 4 107,5 109 107,25 108,5 ReichSbank ................1- 193,25 193 194 193 ■21.(5.®...................... 0 40,25 40,75 39,9 40,4 Bekula.....................8 166,75 166,5 166,9 167 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 133 135,5 133 135 Licht unv Kraft ............. 7 160,5 160,5 160,5 160,75 Felten & Guilleaume......... 4 137,5 139,25 137 139,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 143,25 144 142,75 143,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 137 ■W» 137 135,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138,75 140,25 138,65 140,25 Echuckert S Co............... 6 161,5 163 161,25 163,13 Siemens L Halske............ 8 204,25 207 205 208 LahmeyerLEo. ............. 7 — 154 138,65 153,5 122,5 126 124,25 126,25 Deutsche Erdöl .............. 4 145,75 148 146,25 147,65 Harpener................. 2*4 156,5 158,5 156,5 158,75 Hoesch Eisen—KblnFsteuessen ,. 8 116,25 120,5 117,25 120 Ilse Bergbau ...............6 —• ■w 201 202 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 152 152,5 152 152,5 Klöcknsrwerke ............... 3 126,25 129,4 126,25 129 Mannes mann-Rühren........ 8 118 120,75 118,4 120,5 28 .Oktober 29 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Ariel Buenos mitt 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel .... 41,93 42,01 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,144 0,146 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,34 54,44 54,34 54,44 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,17 12,20 12,17 12,20 HelitngsorS.. Paris ..... 5,375 11,575 5,385 11,595 5,375 11,58 5,385 11,60 Holland ... 134,43 134,69 134,62 134,88 Italien.... 13,09 13,11 13,09 13,11 3aDon ..... 0,711 0,713 0,711 0,713 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,16 61,28 61,16 61,28 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,055 11,075 11,055 11,075 Stockholm.. 62,75 62,87 62,75 62,87 Schweiz ... 57,19 57,31 57,17 57,29 Spanien... 22,73 22,77 22,73 22,77 Prag...... Budapest .. 8,771 8,789 8,771 8,789 —» —— ■JZeuQod ... 2,489 2,493 2,489 2,493 Berlin,29.Oktober Mb Ärief 'Amerikanische Roten.............. 2,451 2,471 Belgische Roten.................. 41,80 41,96 54,18 54, 12,145 12-185 Französische Roten............... 11,53 11,57 Holländische Roten............... 134,28 134,82 Italienische Roten................ —— — Norwegische Noten .............. 61,00 61,24 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten ............... — —— Schwedische Noten............... 62,58 62,84 Schweizer Noten................. 67,02 57,24 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ — «WW» M. 255 Drittes Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeigerfür Oberhessen) Zreitag, 30. Oktober 1956 Die Vereidigung der Rekruten des Standorts Gießen. Eine denkwürdige Feierstunde auf dem Trieb. Am heutigen Freitagoormittag von 11 Uhr ab fand auf dem großen Aufmarschplatz auf dem Trieb zwischen der Dolkshalle und der Artillerie-Kaserne die feierliche Vereidigung der Rekruten des Standortes Gießen in Gegenwart des Standortältesten, Generalleutnant Oß- toald, zahlreicher Vertreter der Partei und der Behörden, sowie einer großen Zuschauermenge Der Aufmarsch der Truppen erfolgte derart, daß an der nördlichen Querseite des Geländes, parallel zum Sportplatz, die Musik, das I. Batl. Jnf.-Rgt. 116, anschließend das II. Batl. Jnf.-Rgt. 116 und, Spezialtruppen des Regiments, an der östlichen Schmalseite des Platzes das E.-Batl. 116 und die III. Abtlg. Art.-Rgt. 9, die Bataillons- konnnandeure bzw. der Kommandeur der Artillerie- Abteilung vor der Front ihrer Einheiten, standen. Weiter voraus, nach der Mitte des Platzes zu, stand der Kommandeur des Jnf.-Rgts. 116. Ihm gegenüber nach der Grünberger Straße zu stand der Divisionskommandeur, Generalleutnant O ß - rv a l d, in der Nähe des Feldaltars, der mit Tannengrün und der Reichskriegsflagge geschmückt war. Rechts- und links, parallel zur Grünberger Straße, hatten die Ehren-Abteilungen, die Offiziere und Reserveoffiziere des Standorts, sowie die Ehrengäste ihren Platz. Zwei Geschütze der Artillerie und die bei derartigen Feiern übliche Zusammenstellung von Infanteriewaffen bildeten den militärischen Schmuck des Aufmarschplatzes. Die Vereidigungsparade wurde vom Jnf.-Rgt. 116 gestellt. Die Meldung an den Gtandortäliesten. Punkt 11 Uhr erschien der Standortälteste, Generalleutnant Oßwald, auf dem Aufmarschplatz, wo der Kommandeur des Jnf.-Rgts. 116, Oberstleutnant Herrlein, ihm die Truppenaufstellung meldete. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Generalleutnant Oßwald die Fronten der Truppen und der Ehrengäste ab, wobei er seinen Soldaten bzw. den Gästen den militärischen Gruß entbot, der allenthalben kräftigen Widerhall fand. Hierauf begann die gottesdienstliche Feier. Die Militärmusik leitete mit dem Spiel des Chorals „Lobe den Herren" ein. Anschließend sprach der evangelische Militärgeistliche Pfarrer Ausfeld: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen." Kolosser 3, Vers 23. Dieses Bibelwort ist einst Bismarck bei seiner Konfirmation als Geleitwort fürs Leben mitgegeben worden, und es liegt in ihm der Schlüssel zum Verständnis für seine überragende Größe, seine unwandelbare Treue und schlichte Pflichterfüllung. Das Wort grüßt in dieser feierlichen Stund^ heute euch, ihr jungen Kameraden, die ihr jetzt dem Führer die Treue geloben wollt mit einem heiligen Eid, den ihr schwört bei dem dreieinigen Gott. Ihr wollt im Frieden und, wenn es sein soll, auch im Krieg euren Soldatenberuf treu erfüllen und allezeit bereit sein, auch euer Leben einzusetzen in opferbereiter Pflichterfüllung. Aller, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen! Der Soldatenberuf erfordert, wie jeder andere Beruf, ja, man könnte sagen, fast mehr noch als die meisten andern Berufe, den Einsatz der ganzen Persönlichkeit. Auch all die scheinbaren Kleinigkeiten des täglichen Dienstes, die doch so wichtig sind, wirklich treu und ge- UMMeM Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag ®. m. b. 5)., Berlin SW 68 Nachdruck verboten! 37 Fortsetzung. Na Sevv wie wär's mit einer kleinen Spa- -iierfab'rt im Auto?" fragt da Hanna und macht es ihrem Besuch-^ leich? das weitere Programm des Tages zu erledigen. „Nach Buchwald inbiß Alpenrose zum Schokolade trinken und Schlag- fagterC©epp rutscht erschrocken vom Stuhl. Er bat in seinem kurzen Leben noch me in einem Auto ge'esfen - der Flori und der Hannes wur- (ABn »orfDrinaen — sie tun sich auch immer so w?il der Bruder °«m Hannes ein Motorrad ],at - er stolpert zu Hanna hm - er .st unsag- ^"Ich^bin'nH niemals net im Auto gsessen - ■x "At“ü nrn uern — er klammert sich an ich mocht halt g g los, damit er sich MWEW gSksis s'äsäs Zu sogen und da sch beiden Großen machen äst« s rL-'V™'»™ » $.?"ä Hann^as °Ä°NmM°ng°tr°mme.. h°b-und fache. Und"ihm'könmn^ Zeuger^seines wunder. bt*65n wickett"'sich auch'wirNich alles programmmäßig ab Sie fahren zurück Jungen und Madel s sich auf bei Dorfstraße au,gebaut und er steigt aus wie ein König, dem zu Ehren Späher wissenhaft zu erfüllen, dazu wird man auf die Dauer nur imstande sein, wenn man weiß, daß unser Beruf ein Gottesdienst ist. Denn der Beruf — das liegt ja schon im Namen — ist der genau umschriebene Kreis der Pflichten, in den uns Gott hineingestellt und berufen hat, damit wir da in selbstverständlicher gewissenhafter Pflichterfüllung das tun, was er uns als unsere Aufgabe gegeben hat. Je lebendiger dieser Gedanke in euch ist, je mehr der Gedanke an eure Pflicht eins wird mit dem Gedanken an Gott, um so bessere, pflichttreuere Soldaten werdet ihr sein. Gottesfurcht ist allezeit im deutschen Heere die Wurzel aller soldatischen Tugenden gewesen. Wer seinen Dienst tut im Gehorsam gegen den lebendigen Gott, der tut ihn auch da, wo Menschenaugen ihn nicht sehen, denn er weiß, daß ihn der allwissende Gott sieht, der seines Eides Zeuge ist. Wer Gott dient, der ist frei, denn er steht in königlicher Erhabenheit über der Gunst und über dem Haß der Menschen. Er tut ruhig seine Pflicht ohne Menschenfurcht und ohne Menschengefälligkeit, nach der die Unfreien zuerst fragen. Denn: Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre: Was ist recht? Und dadurch unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht. Frei ist, wer dem Höchsten dient, wer nach seinem in Gott gebundenen Gewissen handelt. Die soldatischen Tugenden der Treue, der Opferbereitschaft, der Kameradschaftlichkeit wachsen am besten aus dem lebendigen Glauben an unfern Herrn und Heiland. Darum wird der rechte Christ auch der beste Soldat sein. Das lehrt die Geschichte der Armee auf jedem Blatt ihrer Geschichte. Es ist allezeit der Ruhm unsres Heeres gewesen, daß es, ohne viel Worte zu machen, in schlichter Treue und ruhiger Selbstverständlichkeit seine Pflicht getan hat in aller Stille nach der Richtschnur, die Schliessen seinen Offizieren in dem Wort gegeben hat: Viel leisten, wenig hervortreten, mehr sein, als scheinen. Zu solcher Pflichterfüllung gebe euch allen Gott allezeit Kraft und Hilfe, daß ihr haltet, was ihr heute gelobt, und daß ihr es tut von Herzen nicht als den Menschen, sondern als dem Herrn, unserm Heiland Jesus Christus, der uns erlöst hat, auf daß wir sein eigen seien und ihm dienen ein jeder in seinem Beruf in dankbarer Treue. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Die Militärmusik leitete sodann mit dem Choral „Großer Gott, wir loben dich" über zu der Ansprache des katholischen Militärgeistlichen Pfarrer Dr.HemmeS: Kameraden! Wenn die Sonne über uns ihren Glanz herabstrahlt, entsteht neues Leben, Mut und Freude. Ihr stellt euch in dieser Stunde unter die gewaltige Sonne der Geister, den unendlichen Gott. Er soll beim Antritt eures Standes, des Soldatenstandes, neues Leben, Mut und Freude schenken. Ja noch mehr, ihr legt ein feierliches öffentliches Bekenntnis zu Gott ab, ruft ihn zum Zeugen an, um euer Versprechen, wahre Soldaten zu sein, auf die eindringlichste Art glaubhaft zu machen. Denn nicht zu einem leeren Gebilde der Einbildungskraft erhebt ihr die Schwurhand, sondern zu einer Person unendlicher Majestät, die allmächtig, allweise, allgerecht ist. Gott hat die Welt geschaffen, darum wird er der Schöpfer Himmels und der Erde genannt, des Sternenheeres, unserer Erde mit ihren mannigfaltigen Bewohnern, unseres Vaterlandes, auf dem wir wandeln, das ihr in besonderer Weise schützen und verteidigen sollt. Dieser Allmächtige ist zugleich aber der Allwissende. gebildet wird. Der Sepp tut noch ein übriges: er macht mit lautem Knall die Wagentür selber zu ... der Flori, der am nächsten steht, erschrickt ordentlich. Was Hanna und Leonhardt im Wolde tun, ist ihm höchst gleichgültig, sie sind schon ins Haus gegangen. Dort verabschiedet der Mann sich vom Bauer und seiner Frau, und als er Hannas Hand in der seinen hält, fragt er: „Darf ich wiederkommen, Fräulein Brandes?" Sie nickt freundlich. „Wenn Sie es einmal einrichten können, Herr im Wolde, gern. Und wenn Sie mit meinem Vater sprechen sollten — ich habe noch eine Bitte. Fragen Sie doch einmal, wie es meiner Katze geht — ja? Sie heißt Schneferl —" Ist es möglich, daß ihre Stimme belegt klingt? Leonhardt 'im Wolde hat vieles, worüber er auf der Heimfahrt nachzudenken hat... Er hält sich auch nicht mehr lang in Unterwaching auf, trotz ©Untermanns Protest. Das Werk hat ihn für sofort eingestellt, man will keine Zeit verlieren, und vorher soll im Wolde in Berlin regeln, was nötig ist. „Wer weiß, wie lang das dauert. Herdegen ist ja da, aber Sie können sich denken, wie ich nach der Arbeit brenne." „Nimmst du den Wagen vom Werk?", fragt der Kamerad neugierig. „Nach meinem Wagen mit der Kutsche? Du fragst komische Sachen. Bis München höchstens. Und dort ins Flugzeug nach Berlin." Herdegen sieht den Freund fast mitleidig an. „Sonst fehlt dir wohl nichts, mein Junge? Nächstens roirfte den Zeppelin höchst persönlich bemühen." „Wird er auch noch, lassen Sie ihn man," stichelt ©Untermann zufrieden. Leonhard rennt schon wieder davon. Eine quälende Unruhe hat ihn gepackt, warum, weiß er selber nicht... 18. Kapitel. Einen Tag später wundert sich wieder einer. Und das ist Fritz. Der platzt überhaupt vor Neugierde. „Wo kommste her, vom Tempelhofer Feld? Mit dem Flugzeug — großer Himmel — setz dich doch nur mal hin —" Fritz rennt hinter seinem Stuf her, vom Laden ins Zimmer, vom Zimmer in den Laden. „Wo haste den Herdegen und ©Untermann — wie war denn das mit dem Wagen — Zweiter Platz — Konntste nicht den ersten machen, wie? Also war nid), zweiter ist auch ganz gut —" Leonhardt im Wolde kribbelt es bis unter die Haarwurzeln. Dann packt er Fritz und sagt in einem Atemzug: Was in deiner Brust vor sich geht, ist dein Geheimnis, und niemand bringt gegen deinen Willen in diese Verborgenheit. Stimmen nun die Worte, die du sprichst, die Gebärden, die du zeigst, mit deinen Gedanken überein? Dürfen deine Vorgesetzten, darf der oberste Befehlshaber und Führer, darf das Volk deinem Versprechen, daß du als tapferer Soldat die Heimat schützen willst, Glauben schenken? Das ist die Frage, die jetzt riesengroß in ganz Deutschland aufsteigt und zugleich ihre zuversichtliche Antwort erfährt. Jawohl, Kameraden, die ihr bereitwillig hier angetreten seid, wir glauben euch, aber unter der Bedingung, daß ihr einen Bürgen stellt, der in die innersten Gedanken einzudringen vermag. Nur Einer kennt die geheimsten Falten deiner Seele, es ist der allwissende Gott, und indem ihr ihn als Zeuaen anruft, gebt ihr die höchste Bürgschaft für die Aufrichtigkeit eures Versprechens. Darin vor allem besteht das Gewaltige des Eides. Und noch eins. Ihr wißt, der allwissende ist auch der allgerechte Gott, der den Guten belohnt, aber auch den Frevler bestraft nach ewigem Gericht. Die äußere Strafe folgt nicht immer auf dem Fuße, und die volle Wucht der Vergeltung kommt nach diesem kurzen vergänglichen Leben. Aber, was jetzt schon dem Meineidigen zu folgen pflegt, das ist der entsetzliche Ankläger in der eigenen Brust, dieser Henker, der ihn tausendmal in feinem Innern tötet. Ehrlos, ein Feigling, ein Verräter, so steht der Meineidige vor sich selber. Das Paradies der Seele ist gewandelt in das Grauen der Hölle. Und wenn er, wie der Dichter sagt, das schnellste Pferd besteigt, hinter ihm sitzt die schwarze Sorge, kein Schiff entführt ihn seiner Pein, sie folgt ihm an das fernste Ufer. Nähme er gar die Flügel der Morgenröte und flöge ans Ende der Welt, überall trifft er die Rache, die entsetzliche Strafe, daß er Gott, den Allheiligen, zuw Zeugen der Lüge gemacht hat. Kameraden! Ich weiß, ihr seid euch des Ernstes der Stunde bewußt, ihr legt den Eid ab als religiöse wahrhafte Männer. Ihr werdet euer Leben dafür einfetzen, daß sich nicht wiederholt, was in dem heimgesuchten Spanien vor sich geht. Wahrlich, der ganzen Welt wird dort ein furchtbarer Anschauungsunterricht zuteil. Einerseits, wer es noch nicht wußte, lernt jetzt, wohin die Gottlosigkeit führt: in einen Abgrund von Barbarei und Gemeinheit, so daß man glauben könnte, die niedrigsten Instinkte einer Bestie seien erwacht und am Werk. Andererseits, und daran erhebt euch Kame- den, feiert der Heldenmut der religiösen, ritterlichen, ruhmreichen Retter des Reiches Triumphe, die alle Edelgesinnten mit hinreißender Begeisterung erfüllen. Jawohl, ihr Helden von Alkazar, die ihr die Hand reicht unseren Tapfersten aus dem Weltkriege, wir grüßen euch, mit Ehrfurcht entblößen wir unser Haupt und rufen euch zu: ihr macht Schule! Euer Geist lebt auch in uns. Treu unserer heiligen Religion und treu unserem Vaterland, so leben und so sterben wir, aufblickend zu dem ewigen Gott, dem Hüter und Rächer der Eide. Dieser Ansprache folgte das Choralspiel „Wir treten zum Beten". Die Ansprache des Generalleutnante Oßwald leitete den militärischen Teil der Feierstunde ein. Der General sagte in seiner Ansprache an die Rekruten folgendes: „Der heutige Tag ist für euch, Rekruten, einer der wichtigsten in eurem militärischen Leben in Friedenszeiten. Sollt ihr doch heute einen heiligen Eid schwören, daß ihr dem Führer des deutschen Volkes und Reiches, dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten werdet und für die Erfüllung dieser Verpflichtung, die alle anderen Pflichten in sich schließt, bereit seid, wo nötig, euer Leben einzusetzen. Gehorsam, Disziplin, ist der Grundpfeiler des Heeres. Wo diese fehlt, ist kriegerische Leistung, also auch siegreiche Verteidigung des Vaterlandes gegen den Feind, unmöglich. Zum Gehorsam gehört die Erfüllung aller Pflichten, nicht allein im großen und unter der Aufsicht der Vorgesetzten, sondern vor allem auch im kleinen und kleinsten, unbeaufsichtigt, auf euch selbst gestellt. Das ist der wahre Soldat, der aus freiem Antrieb, aus eigenem Wollen heraus feine Pflicht im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben, bis zum äußersten erfüllt. Nicht die find für uns Soldaten die größten Helden, die Hurra rufen beim Sturm, wenn taufend andere mitrufen, sondern die Männer, die oft allein, auf sich selbst gestellt, im Donner der Geschütze, im Hagel der Granaten, im Pfeifen der Geschosse und im Dröhnen der E^vlosionen unbeirrbar, getreu ihrem Eide, am Geschütz, am MG., mit dem Gewehr, bis zum Letzten ihre Pflicht erfüllen und, als Führer, ihrer Truppe mit leuchtendem Beispiel vorangehen. Noch immer ist die Infanterie die Königin der Schlacht. Sie allein erobert und hält fest. Sie trägt die größte Last des Kampfes, sie bringt die größten Opfer, ihr winkt deshalb der höchste Ruhm. Seid darum stolz, ihr jungen Soldaten von der Infanterie, dieser Königin der Schlacht anzugehören, und ihr, ihr Rekruten der Artillerie, seid stolz darauf, daß ihr den Kameraden der Infanterie mit euren Granaten den Weg zum Siege bahnen dürft. Der Führer hak unserem Volk und unserer Nation vor der Welt die Ehre wiedergegeben. Des Führers Werk gründet sich auf diese Ehre, und die Erfüllung eurer Pflichten als deutsche Soldaten gründet sich gleichfalls auf diese Ehre, die die Armee und Wehrmacht nie verloren hat. Es ist eine Ehre für euch, ihr jungen Soldaten, Waffenträger der Nation zu fein. Es ist eine Ehre für euch, der Wehrmacht angehören zu dürfen, die die ruhmvolle Ueberlieferung der alten großen Armee zu treuen Händen übernommen hat, der alten Armee, die die beste war, die die Welt bisher gesehen hat. Seid eingedenk dieser hohen Ehre, ihr jungen Soldaten, und erfüllt fortan eure Pflicht im Sinne dieser ewigen Werte deutschen Soldatentums, wie Nichts wird sie leichter versöhnen als ein Glas Schaumwein in traulicher Zweisamkeit. Dann lacht sie wieder! - SCHAUMWEIN „Herdegen ist in Unterwaching — wir sind beide dicke bei der Süddeutschen Motoren A.-G. angestellt — ich löse jetzt auf — oder verkaufe und hau wieder ab. Einzelheiten später. Setz dich." Fritz setzt sich nicht, er lehnt sich an die Wand. Das ist selbst für feine Berliner Bauart ein bißchen zuviel auf einmal. Angeftellt bei der Süddeutschen Motoren — alle Beide — keiner kommt wieder — verdammt nochmal! „Und die Bücherei? Soll die vielleicht irgendeiner kriegen und sich drin breitmachen — in unsere Bücherei!", schreit er aufgebracht. Es ist für ihn fast so viel, wie Verrat und Treubruch. „Man hängt doch an so 'nem Laden!" Da kommt Leonhardt aus dem Zimmer zurück. Sekundenlang schaut er seinem guten Kameraden vom Wedding in sein ganz aufgelöstes, erschrockenes Gesicht. Da steht nun der Fritz Ladegast, hat ihn treu und brav vertreten und sich bestimmt bei seiner Dienststelle eine Laus in den Pelz gesetzt. „Wie ist denn das mit deinem Knipsladen, Fritz?" „Quatsch, Knipsladen. Ick habe den Lehmann hinjeschickt. Der wartet lang genug auf Arbeit. Ick hab das dem Beamten von der Personalabteilung auseinandergepolkt, wie das is — mit deinem Laden und deiner Autoarbeit — verftehste das? Ick konnte ganz gut den Arbeitsplatz für Lehmann wieder freimachen — ich dachte nämlich, Leonhardt — tannfte mich nid) als Hilfe brauchen — ick verlange ja jetzt keen Gehalt — bißchen Spesen — was wachste denn für’n Gesicht?" Fritz Ladegast verliert den Faden, er ist ganz durcheinander — „Aber das ist ja nun alles Essig — da hauste ab nach Bayern und — naja, auch gut." Dann setzt er sich auf den Stahlsessel, ihm ist ganz schlecht vor Schreck und Kummer. Leonhardt im Wolde betrachtet sich das Häufchen Unglück nicht lange. Er packt den Kameraden am Schulterriemen und zieht ihn hoch. „Fritze — altes Reff!" Der Sturmführer hat auf einmal einen Knödel im Hals, und der macht ihm das Reden nicht gerade leicht. „Steck jetz mal dein Gesicht weg, das ist ja nicht anzusehen. Du bleibst hier in der Bücherei. Du behältst sie auch, ich mache das schon. Ich geh morgen los und ordne das alles. Die Knipserei laß ruhig dem Lehmann. Mir tufte auch einen Gefallen, ich muß sehr schnell wieder zurück; die Sache mit der Bücherei hat mir schwer angehangen, jetzt bleibt alles beim alten. Vielleicht kannste auch bald ans Heiraten denken, Fritze. Du bist doch eine Familienunke." Fritz Ladegast hat ganz gute Nerven gehabt, er hat gär nicht gewußt, was schlechte sind, heute verlassen sie ihn, sie wollen ihm ihre Existenz beweisen. Leonhardt tut gar nicht, als ob er das sieht. Er legt seinem jüngeren Kameraden die Hand um die Schulter und fängt an, mit ihm auf und ab zu gehen. „Red mal mit deiner Mutter drüber, Fritze, bring sie mal her zu mir. Vielleicht gibt sie dir paar Möbel ab, das Bett und die Kommode kannste behalten, die Friesenmöbel brauche ich, glatt wie Luft zum Leben. Was macht denn Fräulein Gottschalk, hat sie dich gut versorgt?" Fritz hat sich zusammengerissen. Ihm ist ein Schloß vom Mond in den Schoß gefallen, und das kann ja schließlich auch einen Truppführer umwerfen. Zum Thema Liefet Gottschalk hat er was zu sagen. Was wenig Erfreuliches. „Es ist reineweg alles verrückt geworden. Alles rückt ab. Erst die Dame Brandes, dann du und Herdegen, und jetzt will auch die Liefet fort. Der Laden soll bis zum 1. März verkauft werden." „Verkauft? Aber warum denn in aller Welt, er geht doch ganz gut?" „Sie geht auf ein Gut, so als Unterstützung der Mamsell ober wie das heißt, deine Hanna hat da so einen Onkel oder was Aehnliches, und der hat ein Gut, und da soll sie hin." „Zu Laverenz also?" „Ja, so heißt er wohl." „Das ist sehr interessant", sagt Leonhardt und denkt sich aus, was wohl Hanna dazu sagen wird, wenn sie es hört. Hanna. Deine Hanna. Das muß er dem Fritz abgewöhnen — er war ein schöner Schafskopf, daß er damals nicht besser geschwiegen hatte. „Da freut sie sich wohl mächtig, was?" „Klar. Ordentlich gestrahlt hat se, wie sie es mir verpaßt hat." Fritz hat kein Glück gehabt, Liefet hat nicht mal was von der Verehrung gemerkt, die ihr da heimlich entgegenge6rad)t worden ist. „Laß man, Fritze. Es gibt viele nette Mädchen in Berlin, das wäre ja noch schöner, wenn du da den Kopf hängen lassen willst, weil nun gerade das Lieschen Gottschalk —" . „Kopp hängen lassen, steht ja gar nicht drin. Wenn du mir wirklich die Bücherei anoertrauen willst, habe ich ganz andere Sachen im Kopp wie Mächen. Aber ich hole mal gleich Muttern, ick brauche nur den Ausschank im Haus anzurufen, die schicken dann schon hoch." . Leonhardt atmet tief auf. Daß er so schnell eine Losung fände, hat er sich auch nicht träumen lassen. „Sag deiner Mutter, daß sie abends kommen soll, ich habe noch einen Weg, Fritz." (Fortsetzung folgt.) es einem unverzagten, pflicht- und ehrliebenden deutschen Soldaten eignet und gebühret." Sie Eidesleistung. Trommelwirbel klang dann über den Platz, und das Kommando „Antreten zur Vereidigung!" Vor jede Einheit der zu vereidigenden Soldaten trat ein Offizier und zog den Degen, die Offiziere der Artillerie, der 13. und der 14. Kompanie traten vor die Geschütze. Von jeder Kompanie traten dann die vorher eingeteilten Rekruten als Vertreter ihrer Kameraden vor und berührten Mit der Linken die waagerecht gehaltenen Degen der Offiziere, die Rekruten der Artillerie legten die linke Hand auf die Geschützrohre. Die Vereidigungsparade und die übrigen Einheiten standen auf Kommando des Kommandeurs des Jnf.-Rgts. 116, Oberstleutnant Herrlein, still, die Offiziere grüßten durch Handanlegen . Alle Rekruten erhoben die rechte Hand zum Schwur. Nunmehr sprach der Regimentsadjutant des Jnf.-Rgts. 116, Oberleutnant Dreher, den Fahneneid laut und langsam vor, die zu vereidigenden Rekruten sprachen den Eid nach. Nach der Eidesleistung traten die vorgetretenen Rekruten bei ihren Einheiten wieder ein, und nunmehr ließ der Führer der Vereidigungsparade präsentieren. Dann sprach Generalleutnant Oßwald „In dieser feierlichen Stunde gedenken wir Soldaten des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht und unseres Reiches und Volkes, denen wir unverbrüchliche Hingabe und Treue, im Frieden und im Kriege, im Leben und im Sterben, geloben wir mit dem Ruf: Der Führer, unser Oberster Befehlshaber, und unser Volk und Vaterland, Sieg-Heil! Mächtig klang der Gruß an den Führer über das weite Aufmarschgelände, begeistert reckten die Zuschauer die Arme zum deutschen Gruß, während das Musikkorps die Nationalhymnen spielte. Der Vorbeimarsch. Anschließend stellten sich die Truppen in dem befohlenen Raume zum Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur bereit. Das Musikkorps an der Spitze setzte sich die lange Kolonne in Bewegung. Gegenüber dem Standortältesten schwenkte die im Exerzierschritt oorbeikommende Musik ein. Nunmehr zog, ebenfalls im Exerzierschritt, die Vereidigungsparade an dem Divisionskommandeur vorbei. Dann marschierten die Rekruten unter Führung ihrer Kompanie- bzw. Batterie-Chefs im Gleichschritt mit „Augen rechts!" vor dem Standortältesten vorüber. Während des Vorbeimarsches standen der Regiments- und die Bataillonskommandeure des Jnf.-Regts. 116 rechts, der Abteilungskommandeur der III. Abtlg. Art.-Regt. 9 links vom Standortältesten. Nach dem Vorbeimarsch rückten die Truppen in ihre Unterkünfte ein. Nach der Feier war für die Soldaten dienstfrei. Der Nachmittag des heutigen Tages soll dazu benutzt werden, den Rekruten den Standort Gießen und seine nähere Umgebung zu zeigen. h e i t e n für kommende Tage schafft. Sicherheiten für das Alter, in dem Armut und Hilflosigkeit bitter wehe tun. Sicherheiten für die Familie, die durch frühen Tod ihres Ernährers vielleicht plötzlich beraubt wird. Banken und Sparkassen geben mit Zins und Zinseszins zurück, was ihnen an Kapital anoertraut wurde. Die Lebensversicherung zahlt, wenn der Tod den Versicherten aus der Vollkraft seines Schaffens reißt, schon nach wenigen Monaten Zugehörigkeit zur Versicherung die volle, vereinbarte Versicherungssumme. Auch hier ist es Sache der Frau, des häuslichen Sparkommissars, mit dem Mann gemeinsam durch sparsame Wirtschaftsführung die Aufbringung der Versicherungssumme zu ermöglichen. Vieles, vieles würde schon durch vernünftige Wirtschaftsweise erspart, lieber 11 Milliarden Spargelder sammelten die Sparkassen an, über 21 Milliarden die Lebensversicherungsgesellschaften. Aber mehr, immer mehr noch soll gespart werden, und zwar mit Freude gespart werden, denn Sparen ist ein ethisches Gesetz, ein Gesetz gesunder Selbsterhaltung. Ersparte Gelder entheben unsere Kinder, entheben den Staat der Sorge für uns in unseren alten Tagen, entheben uns der Schwere des Gnadenbrotes. Sparen ist aber auch ein nationales Gesetz, denn die Gelder der Sparkassen, Banken und Versicherungen, die in Hypotheken, Grundbesitz und Wertpapiere angelegt sind, schaffen Arbeit und Brot für so viele, die bisher noch abseits vom Arbeitsleben stehen mußten. Ihnen durch unsere sinnvolle Haushaltführung zur Arbeit zu verhelfen, heißt das Gebot des Gemeinnutzes erfüllen. Dabei wollen wir Frauen auch weiter tätig die heute noch besteht und die Schlachtviehversicherung. Von 1892 bis 1904 gehörte er ferner der Stadtverordnetenversammlung und eben so lange dem Evangelischen Gesamtkirchenoorstand an. Hervorragend betätigte sich Ludwig Pirr im Turnverein 1846 Gießen, dem er viele Jahre als erster Sprecher diente. Der Sohn des verdienten Mannes übernahm nach dem Tode seines Vaters, im Jahre 1904, das Geschäft, das er bis heute nach den Grundsätzen seines Vaters fortführt. Karl Pirr folgte seinem Vater — nachdem in den Jahren von 1904 bis 1927 Metzgermeister Sack das Amt des Obermeisters innehatte — in diesem Amt von 1927 bis heute nach. Seit dem Jahre 1875 gehört die Familie Pirr zum Stamm der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Komponist Paul Buchwald 60 Jahre alt. Der in weiten Kreisen bekannte Gießener Kom- vonist Paul B u ch w a l d kann am nächsten Sonntag feinen 60. Geburtstag feiern. Zahlreiche seiner Kompositionen sind in Gießen und über die Mauern unserer Stadt hinaus bekannt geworden. Unter Stabsmusikmeister Ernst Krause wurden hier zwei Märsche von Paul Buchwald uraufgeführt, von ihm stammt das am Tage der Oberhessischen SA. in Gießen aufgeführte Marschlied „Immer marschieren, nimmer verlieren", ebenso noch manche andere Kompositionen. Eine Anzahl seine Kompositionen ist auch durch den Rundfunk in breitere Kreise gedrungen. Demnächst werden seine „Sonn- Kaust, was der deutsche Boden bietet! Ein Aufruf des Reichsnährstandes. DNB. Der Reichsnährstand erläßt an die Hausfrauen folgenden Aufruf: „Denkt daran, daß Ihr in erster Linie immer die Speisen aus Euren Speisezettel seht, die jahreszeitlich bedingt sind, die die deutsche eigene nationale Produktion im Augenblick hervorbringt." Diese Worte aus dem eindringlichen Appell Hermann Görings in seiner mitreißenden Sportpalast-Rede wenden sich an die deutschen Hausfrauen, denen bei der Ueberbrückung von Versorgungsschwierigkeiten die bedeutendste Aufgabe zufällt. Wennjede Hausfrau mit- hilst, das zu verwenden, was der Tag bringt, werden wir auch über kleine Einschränkungen Hinwegkommen. In diesen Wochen hat uns der deutsche Boden in reicher Fülle den kohl beschert, der schon in dem Speisezettel unserer Rlütter eine vorherrschende Stellung einnahm, und der auch heute wieder geeignet ist, unsere Ernährung vielgestaltig zu machen und unsere Versorgung sicherzustellen. Zeht ist es Zeit, sich von dieser reichlich angeborenen Feldsrucht Vorräte hinzulegen, die in den gemüsearmen Wintermonaten den Küchenzettel abwechslungsreich gestalten. 3m Herbst und Winter ist der kohl eine der wichtigsten, wertvollsten und billigsten Vitaminquellen, die der deutsche Boden uns schenkt. Ruht diesen Erntesegen aus, solange noch reichliche Vorräte vorhanden sind und deckt Euch ein mit dem, was der deutsche Bauer und Landwirt für Luch geerntet hat. Aus der Provinzialhauptstadt. „Gicherheiisfanatiker." Unsere häuslichen Sparkommissare am Nationalen Spartag. Man sagt, wir Frauen seien Sicherheitsfanatiker. Man sagt es und meint damit etwas spöttisch, daß uns allein der Spatz in der Hand etwas gilt. Anschaulicher ausgedrückt, wir schätzten nur den Liebesschwur, dem die Ehe folgt, nur das Häuschen, das uns wirklich zu eigen ist, nur den Haushaltsetat, der pünktlich am Monatserften in vereinbarter Höhe aufgefüllt wird. Man (in brefem Falle meist der Mann) spricht meistens etwas hämisch von diesem unserem Sicherheitsfanatismus und fühlt doch, daß wir mit unserer Einstellung der w i r k l i ch k e i ts n ä h e r e Teil im Leben sind. Knaben träumen vom großen Abenteuer. Lesen auch heute noch Karl May. Kaufen heimlich von ihrem Taschengeld die Bücher vom großen Sioux- tnbianer. Auch Mäbchen haben ihre Träume vom Glück. Immer noch hängt es unb heute erst recht wieber unwiderruflich zusammen mit bem — „H a m st e r k a st e n" unb ber Sparbüchse. Sie ist nicht mehr wie in wohlhabenberen Zeiten bes 18. unb 19. Jahrhunderts aus Delfter Porzellan ober Silber. Sie trägt auch keine so sinnvollen Inschriften mehr wie zu Großmutters Tagen, wo in großen Lettern auf ber Büchse ftanb: „Mit Gebulb unb Zeit roirbs Maulbeerblatt zum Atlaskleib". Ober „Spare, lerne, leiste was, bann hast bu, kannst bu, trift bu was". Aus unscheinbarem Steingut, aus Blech ober Aluminium finb bie Spartöpfe unserer Zeit. Zeitgemäß schlicht unb anspruchslos im Aeuße- ren. Aber ber Grunbgebanke ist berselbe geblieben: „Spare in ber Zeit, bann hast bu in ber N o t". Es gab eine Zeit, sie liegt noch nicht lange zurück, ba war bas Sparen in Mißkrebit gekommen. Inflationszeit! Das Gelb zerrann in ben Hänben, unb wer es festhielt, verlor baran von Tag zu Tag. Erfolg: Es würbe alles ausgegeben. Die Stabilisierung kam. Die Mark würbe wieber wertbestänbig. Unb schließlich kehrte auch bas Vertrauen zurück. Das Vertrauen zur Wert- bestänbigkeit bes Gelbes, zur Sparbüchse, zum Sparbuch, zum Sparkonto, zur Versicherung. Die Frauen, burch beren Hänbe ber weitaus größte Teil bes Volkseinkommens geht, hatten wieber ihre Zeit. Sie finb nun einmal Verehrerinnen ber Sicherheit. In aller Stille legten sie Reisesparbüchsen an für bie Erholungsreise im nächsten Jahr; begeisterten sich für Sparkalender unb Sparmeter; so mancher Groschen vom Wirtschaftsgelb roanberte hinein. Kurz unb gut, ihre Spartugenb war wieder geweckt. Sie schenkten Sparbüchsen zur Geburt ihres Patenkindes, zum Geburtstag ihrer Kinder, zur Einsegnung ihrer Töchter, Sparbüchsen mit einem respektablen kleinen Anfangskapital, legten Sparbücher für sich und die Ihrigen an. Heute aibt's schon wieder 22 Millionen Sparbücher in Deutschland. Jeder dritte Deutsche verfügt stolz über solch ein Buch unb empfinbet es als Freubentag, wenn er zur Kasse gehen unb einzahlen kann. Nationaler Spartag 1936. Am heutigen 30. Oktober wirb er begangen. Einen Tag im Jahr soll alt unb jung, groß unb klein, Stabt unb Land ganz besonders daran erinnert werden, daß Sparsamkeit, wo nicht Vermögen, so doch Sicher- mitwirken. Selbst auf die Gefahr hin, etwas ma- litiös „Sicherheitsfanatiker" genannt zu werden. L. H. Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Don Karlos", Erstaufführung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Glückskinder". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Drei Mädel um Schubert". — Ausstellung „Das Buch" im Foyer des Stadttheaters. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Kunstausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Sladtthealer Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung von „Don Carlos", dramatisches Gedicht von Schiller, statt. Die Spielleitung führt Dr. Fr. H e l l m u n d a. G. Bühnenbilder: Karl Löffler. Mitwirkende: Damen: Birkmann, Gerhardt, Prinz, Stirl; Herren: Frickhoeffer, Geiger, Geißler, v. Geschmeidler, Hub, Kühne, Lindt, Neuhaus, Nieren, Rosenthal, Volck, Walter, Winkel. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Freitag-Miete. 7. Vorstellung. 25 Lahre im Dienst der Evangelischen Kirche Gießen. Am 1. November d. I. sind es 25 Jahre her, seitdem Kirchendiener Karl Kolbe, Gießen, Bleichstraße 42, den Dienst an der Evangelischen Johanneskirche in Gießen versieht. Treue und Pflichterfüllung waren sein Los. Herr Kolbe erfreut sich in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Wertschätzung, besonders auch bei den alten Soldaten, denen er sich als Kamerad herzlich verbunden weiß. Eine Neunzigjährige. Erinnerungen an eine alle oberhessische und Gießener Familie. Am morgigen Freitag, 31. Oktober, kann Frau Christine Pirr, geb. Kätscher (aus Londorf), Kaiserallee 51, in großer geistiger unb körperlicher Frische ihren 90. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau hatte sieben Kinber geboren, von denen drei noch am Leben sind. Neben ihren zwei Töchtern und dem Sohne, werden sie fünf Enkel und fünf Urenkel zu ihrem Geburtstag beglückwünschen. Die Jubilarin ist die Witwe des Metzgermeisters Ludwig Pirr, der im Jahre 1904 verstarb, die ihn bei seiner vielseitigen Arbeit im Dienste des Gemeinwohls lebhaft förderte und unterstützte. Es ist interessant, bei dieser Gelegenheit an einige Dinge aus der Geschichte der Familie Pirr zu erinnern, die in verschiedener Weise im öffentlichen Leben in Erscheinung trat und noch heute in mancher Beziehung für bie Allgemeinheit wirkt. Metzgermeister Lubwig Pirr, ber Ehegatte ber Jubilarin, kam im Jahre 1875 von Großen-Linben nach Gießen unb grünbete eine Metzgerei, bie noch heute besteht und von seinem Sohne Karl Pirr in der Neuen Bäue betrieben wird. Ludwig Pirr war der Gründer der Metzger-Innung Gießen (1886) und dessen langjähriger Obermeister. Das Vertrauen seiner Kollegen berief ihn auch in den Vorstand des damaligen Bezirksvereins „Beide Hessen unb Nassau". Mit seiner fachmännischen Unterstützung entstanb ber Gießener Schlachthof. Er grünbete bie Fleischerinnungskasse, wenbfeier-Ouverture" unb sein „Frühlingswalzer" burch ben Reichssenber Leipzig aufgeführt. Paul B u ch w a l b, ben zu seinem 60. Geburtstag wohl mancher Glückwunsch erreichen wirb, hat sich auch burch bie Vertonung einiger Volkslieber verdient gemacht. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Winkerhilfswerk. — Kleider- und Wäschesammlung. Am Freitag, 30. Oktober, ab 8.30 Uhr findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte die diesjährige Kleider- und Wäschesammlung für das Winterhilfswerk statt. Es wird gebeten, bie Kleiber- unb Wäschestücke, evtl, verpackt, zu ber angegebenen Zeit bereitzuhalten. Gebt alles irgenbroie Entbehrliche für unsere notleibenben Volksgenossen! „Oie Gefolgschaft des Glaubens marschiert." Am Sonntag, 1. November, werben in allen Dörfern unseres Gaues und der Gaue Koblenz- Trier und Kurhessen die Dorfgemeinschaften versammelt sein, um die aus Gießen übertragene Feierstunde „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" zu hören. Die NSG. „Kraft durch Freude" bekundet durch die Inangriffnahme der Volkstumsarbeit erneut ihren Willen, Kulturarbeit zu leisten, die vom Volk verstanden und getragen wird. H. A. Weber, der Dichter des Dolksstückes „Holzappel", berichtet hier über „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" folgendes: Die Feierstunde „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert", ist ein Versuch, in einer knappen Stunde eine geschichtliche Entwicklung zu zeigen: das deutsche Wunder der Volkwerbung, Dolkwerdung aus dem tiefsten Sinne dieses Wortes, aus dem gemeinsamen Blut, aus dem gemeinsamen Herzschlag. Es versteht sich, daß hierfür kein eigentliches dramatisches Geschehen die Form sein konnte. Es galt den Hörer unmittelbar durch das ganz einfache Wort den Aufgaben gegenüberzustellen, ihn gleichsam in direkter Weise anzureden. Es galt zu zeigen, welche Kraft das Volkstum und die Heimat in sich bergen. Wie aus dem Bewußtwerden beider Freude und Glauben wachsen, Freude an der Arbeit für das Volk, und Glauben an das ewige Deutschland, Glauben an den Führer und Freude, ihm und mit ihm dem Volke zu dienen. Als Form, in die diese Gedanken gegossen werden sollten, wurden bewußt das Nacheinander und Nebeneinander von Licht, Ton, Wort und Bewegung vermieden. Eins geht ins andere über, durch- licht'et sich, überschneidet sich, trifft sich in gesteigerten Zusammenklängen, um endlich die Hörer selbst, bie ganze, große Gemeinschaft barfteüenb, in bem gemeinsamen Lieb „Heilige Fahne" zu umfassen. LandschastsbundVvikstumund Heimat. Unsere Mitglieber unb ihre Angehörigen werden zu reger Beteiligung an ber Feier st unbe am Sonntag, 1. November, um 10 Uhr, im Gloria-Palast aufgeforbert. Eintritt 30 Pf. Von der Universität. Von ber Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Lic. habil. Karl Friebrich Euler würbe die Dozentur für bas Fach altteftamentlicher Wissenschaft unb Biblische Geschichte bei der Evangelisch-theolo« gischen Fakultät ber Universität Gießen verliehen. Erbauung eines Lazaretts in Giehen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im Amtsver« kündigungsblatt eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Enteignungsoerfahrens zwecks Erbauung eines Lazaretts in Gießen. Für ben Bau dieses Lazaretts hat der Wehrmachtfiskus, vertreten durch bie Wehrkreisverwaltung IX in Kassel, bie Enteignung einer Reihe von Grunbstücken beantragt. Aus Grünben bes öffentlichen Wohls hat der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — das vereinfachte Enteignungsverfahren bei diesen Grundstücken angeordnet. Die behördlichen Unterlagen für bie Enteignung liegen vom Freitag, 30. Oktober, bis Donnerstag, 12. November einschließlich, im Stabthaus Gießen, Bergstraße, Zimmer 3, zur Einsichtnahme offen. Zur Verhandlung über ben Plan unb bie Entschäbigung, sowie zur Beschlußfassung über bie Enteignung ist Tagfahrt vor der Lokalkommission auf Freitag, 13. November, vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaale des Kreis- amtsgebäudes zu Gießen anberaumt worden. Keine Kundgebung des Jungvolkes. Wie uns vom Pressereferenten des Jungbannes am gestrigen Donnerstag kurz nach Drucklegung unserer gestrigen Ausgabe mitgeteilt wurde, findet die Kundgebung, die für den heutigen Freitagnachmittag auf dem Brandplatz angesetzt war, entgegen der gestrigen Veröffentlichung, nicht statt. ♦ ** Silberne Hochzeiten. Der Verwal- tungsinfpektor Johannes Bill und Frau Anna, geb. Stein, Stephanstraße 41, konnten am gestrigen Donnerstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Am Abend des festlichen Tages wurde dem Jubelpaar eine besondere UeberraJdjung zuteil. Kameraden des Vereins ehemaliger 116er brachten ihm ein Trompetenständchen. Kamerad Reitz übermittelte bem Paar herzliche Glückwünsche unb übergab bem Jubilar ein Ehrengeschenk. — Der Gärtner Hermann Schab und Frau Ernestine, geb. Büttner, Licher Straße 57, können am heutigen Freitag ebenfalls ihre Silher- Hochzeit begehen. Im Januar dieses Jahres konnte der Jubilar auch auf ein 25jähriges Bestehen seiner am Alten Steinbacher Weg gelegenen Gärtnerei zurückblicken. *♦ D i e W and er g ew e rb e s ch e inö^und Legitimationskarten für 19 3 7 müssen zur Neuausstellung beantragt werden. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen mit ber Empfehlung, ihre Anträge umgehend bei der zuständigen Behörde vorzulegen. ** Einen großen Erfolg erzielte Frl. Birg. H ü 11 e n b e r g e r bei der Zucht- und Meldehundeprüfung in Marburg. Die deutsche Schäferhündin „Alma vom Lahnhof", Besitzer Konrad R ü b s a m e n, erhielt bie nur einmal vergebene Höchstbewertung „vorzüglich". ** U n f a 11. Der 63 Jahre alte Jnvalibe Johannes Hoßfelb, Rittergasse 23, ber bei einem Verkehrsunfall in ber Bahnhofstraße zu Schaben kam, erlitt eine schwere Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Hautabschürfungen. Der bedauernswerte Mann mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Vom Westerwaldverein, Ortsgruppe Gießen, wird uns — leider verspätet — folgendes berichtet: War doch am Sonntag, 18. Oktober, unsere herrliche Herstwanderung zum Staufenberg—Heid- könig—Friedelhausen reich an Erlebnissen. U. a. das seltene Erlebnis, um 10.30 Uhr einen Fuchs in einem Wiesenwinkel im Walde auf ber Mäusejagd anzutreffen. Nur hatten wir es starkem Gegenwind zu verdanken, daß uns der sonst so schlaue Fuchs nicht witterte, so daß wir seinem Spiel in etwa 15 Meter Entfernung zusehen konnten. Vergangenen Sonntag ging unser Weg nach Krofdorf. Hier wurde gefrühstückt, mittlerweile klärte sich das Wetter auf. Wir marschierten bald in Richtung Fellingshausen weiter. Herrlichen Blick rückwärts auf unsere Heimatfluren, sowie vor uns majestätisch ber Dünsberg im Spiel der Sonne. Hinzu feierlicher Glockenton, so daß die Natur im Herbstkleibe ein besonberes Gepräge erhielt. Nach Fellingshausen beginnt nun ber Aufstieg. Viel Spaß macht es uns, schon 12.30 Uhr auf bem Dünsberg zu landen. Kurze Rast, und wir nehmen bann vom Turme Ausschau. Unser Blick schweift bis zum Vogelsberg unb ben Ausläufern des Westerwalbes, Taunus ufm. Anschließend nehmen wir unfern Mittagsschmaus ein und bleiben noch einige Zeit bet Erzählen, Singen, sowie Sport, oben. Gegen 16 Uhr treten wir den Heimmarsch an. Dieser geht dem schwarzen Kreis nach bergab. Viel Spaß unserer Alten, die wieder beispiellose körperliche Opfer bringen müssen, Dpa Mandler mit seinen 76 Jahren meinte: „Ach, das macht mer nigs aus." Unser Weg geht auf Rod- heim zu. Allmählich kommt die Nacht, und vor uns schimmert der Vetzberg, Gleiberg und in ber Ferne bas Blinklicht des Felbberges. Gegen 19 Uhr kommen wir im Heimatstädtchen an. Neue Landkrastpost ab Butzbach. Am 1. November wirb in Butzbach (Oberhessen) eine neue Landkraftpost ben Betrieb auf- nehmen. Sie wirb über Gambach, Oberhörgern, Münzenberg, Rockenberg, Oppershofen, Griedel, Butzbach, Hausen, Espa, Weiperfelden, Branbobern- borf, Cleeberg, Oberkleen, Ebersgöns, Doknholz- haufen, Niederkleen, Pohlgöns und zurück nach Butzbach verkehren. In Haufen, Espa und Weiperfelden werden Poststellen eingerichtet. Mit den Poststellen sind öffentliche Fernsprechstellen verbundm. Die Poststellen haben die Eiaen- schaft einer Postanstalt im Sinne des § 1 des Reichspostgesetzes vom 28. Oktober 1871 unb einer Tele- graphenanstalt im Sinne ber Telegraphenordnung mit ber Befugnis ber Annahme unb Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen. Sie nehmen Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlen für ihren Zustellbereich die Renten aus. Im Briefverkehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb bes eigenen Zustellbereichs der Poststellen. Im übrigen gilt die Ferngebühr. Soweit die genannten Orte anderen Landkraft- poftgebieten zugeteilt waren, werden sie von diesen abgezweigt. Sämtliche Postagenturen und Poststellen werden dem Postamt Butzbach, das als ßeitpoftamt gilt, unterstellt unb erhalten den Namen des Leitpost« omts als zusätzliche Bezeichnung in der Form: (Ortsname) über Butzbach (Oberhessen). Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Vorwärts durch die Aufbauarbeit des Führers! Ordentliche Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Gießen. Dm vergangenen Dienstag hielt die Bezirks- fparf affe Gießen — wie uns berichtet wird — im Universitäts-Cafö in Gießen ihre diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Vertreter der Gewährsgemeinden waren bis auf wenige Ausnahmen vollzählig erschienen Der Versammlung, die unter der Leitung von 2)i= rektor Dr. Ao p Fen müll er stand, wohnten der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Giro- verbandes, Oberbürgermeister i. R. Rahn Darmstadt, und als Vertreter der Aufsichtsbehörde Oberregierungsrat Dr. Schönhals vom Kreisamt Gießen bei. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete: M Zahresrechnung und Entgegennahme des Geschäftsberichtsfüpda§Iahrl93S - r?^e ^opfenmüller stellte eingangs fest, daß der Jahresabschluß 1935 (Bilanz nebst Ge- winn- und Verlustrechnung) vom Verwaltungsrat fer Sparkasse nach oorangegangener Prüfung durch die Revistonsorgane des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes unter dem 26. August 1936 genehmigt worden sei. Der Reichsstatthalter in Hessen, als oberste Aufsichtsbehörde, hat alsdann den Jahresabschluß genehmigt und dem Verwaltunqsrat, Vorstand und Direktor die gesetzliche Entlastung erteilt. Daran schloß sich eine eingehende Schilderung der Geschaftsentwicklung im vergangenen Jahre an. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung wurden in Vergleichung mit den Zahlen des vorigen Geschäftsjahres zum Vortrag gebracht. Dem dann folgenden Geschäftsbericht entnehmen wir: Die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Bezirkssparkaffe Gießen im Jahre 1935 ist in erster Linie die Gesundung der Wirtschaftslage des Reiches und unseres engeren Heimatbezirks, die sich aus der Festigung der politischen Verhältnisse ergeben hat. Erhebliche Zunahme der Spareinlagen und der kontokorrenleinlagen waren der sichtbare Ausdruck dieser Entwicklung, die andererseits die Kasse in die Lage fehle, im Rahmen ihrer fahungsmähigen Möglichkeiten weilgehendst durch Gewährung von Darlehen und Krediten zur Befruchtung der Wirtschaft und zur Festigung und zum Ausbau von Einzel-Existenzen beizutragen. Dabei liegt der Kasse nicht das Großgeschäft am nächsten, sondern es ist gerade die Unsumme kleiner und kleinster Geschäfte, die das wesentlichste Moment des Sparkassenbetriebes ausmacht. Interessant war dabei die Mitteilung, daß die Anzahl der Sparguthaben von 1 bis 20 Mark = 18 804, die der Guthaben von 20 bis 100 Mark *= 8229 beträgt, während die größeren Sparguthaben in ihrer Anzahl erheblich hinter diesen Zahlen zurückblieben. Die Spareinlagen erfuhren im Jahre 1935 einen Zuwachs von rund 1,5 Millionen RM. (1 489 228,85 RM.), einschließlich der Zinsgutschriften. Der Bestand zum Ende des Berichtsjahres mit 20 545 251 RM. erreicht nahezu den Vorkriegsstand. Besonderer Hervorhebung bedarf der hohe Betrag der Rückzahlung an Aufwertungs- Spareinlagen mit 1,8 Millionen RM. im Jahre 1935. Bringt man dazu erhebliche Auszahlungen auf Sparkonten zu Bauzwecken im Berichtsjahr in Ansatz, so gewinnt der Einlagenzuwachs besondere Bedeutung. Die Kontokorrent-Einlagen erhöhten sich um rund 300 000 RM. auf 2 965 918 RM. bei einer Umsatzsteigerung von ca. sechs Millionen RM. Gegen Hypothek wurden im Berichtsjahr 500 290,42 RM. ausgeliehen. Diese Gelder fanden ausnahmslos für den Hausbau oder Reparaturen Verwendung. Erhebliche Rückzahlungen von Hypothekdarlehen verhinderten eine nachhaltige Veränderung des bilanzmäßig ausgewiesenen Hypothekenbestandes von nunmehr 8 068 845,74 RM. Die starke Beteiligung der Bezirkssparkasse an dem lebhaften Gießener Wohnungsbau hat sich allerdings erst im Jahre 1936 ausgewirkt, indem bis jetzt eine Million RM. an neuen Hypotheken zur Auszahlung gelangten. Die starke Ausleihtätigkeit war der Kasse nur im Hinblick auf ihre hohe Liquidität möglich. Sie sucht mit diesen Ausleihen weniger die Kapitalanlage, sie hält es vielmehr für ihre pflicht, den langjährigen Sparern der Kasse und sonstigen Volksgenossen mit Gewährung dieser Darlehen zu helfen. Daß dabei die Grundsätze einer vorsichtigen Anlage der Gelder beachtet wurden, ist selbstverständlich. Das Neugeschäft bezl. der Darlehen an öffentlich-rechtliche Körperschaften, insbesondere an Gemeinden, ruht durch das Kommunal-Kreditverbot vom 5. August 1931 auch heute noch. Die Dar- l e h e n erfuhren durch die regelmäßig erfolgten Tilgungen einen Rückgang von 360 000 RM. Der Wertpapierbe st and der Kasse wurde auf 4 620 841,85 RM. erhöht. Die Zugänge ergaben sich im wesentlichen durch die Uebernahme von 4,5prozentiger Reichsanleihe von 1935 und Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes Deutscher Gemeinden. Nach wie vor muß die Zahlungsbereit- schäft der Sparkasse als sehr günstig angesprochen werden. Das satzungsmäßig erforderliche Soll sowohl der Bar-Liquidität, als auch der Gesamt-Liquidität ist zum 31. 12. 1935 erheblich überschritten. Die Höhe des von der Bezirkssparkasse Gießen erhobenen Hypothekenzinssatzes entspricht dem gemeinnützigen Charakter, er steht unter Verzicht auf Disagio, Beschaffungsgebühren und dergleichen auf 4,75 v. H. Die Verwaltungskosten der Sparkasse haben eine der Steigerung der Geschäftstätigkeit entsprechende Erhöhung erfahren, die insbesondere durch die Einstellung weiterer Arbeitskräfte bedingt ist. Rach Vornahme von Abschreibungen auf den Immobiliarbesitz und auf die Geschäftseinrichtung weist die Kasse einen Reingewinn von 52 441,95 RM. aus, der gegenüber dem Vorjahre kaum, verändert in die Erscheinung tritt. Der Reingewinn wird den Rucklagen der Sparkasse zugeführt werden. Es fei darauf hinge- wiesen, daß ein solcher Gewinn nicht um feiner selbst willen angestrebt wird, sondern daß er die Rücklagen erhöhen und damit die inneren Verhältnisse der Kasse festigen soll. Es ist dies im Hinblick auf das Vertrauen, das die sparende Bevölkerung in die Mündelsicherheit der Sparkasse seht, ein unbedingtes Erfordernis. Dr. Hopfenmüller schloß seine mit Beifall aufgenommenen Ausführungen mit der Versicherung, daß die Sparkasse in der Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit ihre Aufgabe sehen werde, die zugleich Aufbauarbeit am Volk und Reich sei. Dann nahm der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes, Oberbürgermeister t. R. Rahn, das Wort zu längeren Ausführungen über Einzelfragen der Sparkassenarbeit. Er unterstrich das erfreuliche Vertrauen der sparenden Bevölkerung in die Mündelsicherheit der öffentlichen Sparkassen, die in der sicheren Verwaltung von nunmehr drei Viertel der Gesamt-Spareinlagen in Deutschland eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen hätten. Er wies auf die erfolgreiche Zinspolitik der hessischen Sparkassen hin, die in ihrem Bereich kaum mehr als einen Hypothekzinssatz von mehr als 5 v. H. verzeichnen. Er schloß mit den besten Wünschen für die weitere Entwicklung der Sparkasse. Als Vertreter der Aufsichtsbehörde sprach dann Oberregierungsrat Dr. S ch o e n h a l s zu der Versammlung. Er hob hervor, daß durch die Gesetzgebung seit der Machtübernahme die Beziehungen zwischen Aufsichtsbehörde und Sparkasse sich enger gestaltet hätten. Die Aufwärtsentwicklung der Bezirkssparkasse Gießen erleichtere die Aufgaben der Aufsichtsbehörde dabei sehr, das um so mehr, als die Zusammenarbeit einwandfrei und von Verständnis für die beiderseitigen Belange getragen sei. Er umriß die finanzpolitische Lage her Gemeinden im Hinblick auf deren Verbundenheit mit der Sparkasse und betonte, wie sehr sich die Arbeiten der öffentlichen Hand von der teilweise jeden Verantwortungsbewußtseins und jeder Sorge für die Zukunft baren Arbeit der Zeit vor 1933 unterschied. Die Versammlung dankte beiden Rednern mit lebhaftem Beifall. Alsdann folgt Punkt 2 der Tagesordnung: Neubildung des Verwaltungsrates der Bezirkssparkasse Gießen. Direktor Dr. Hopfenmüller teilte die Formalien der Neubildung nach Maßgabe der Satzung mit. Es ergab sich daraus, daß die Amtszeit des neuen Verwaltungsrates mit dem 1. Januar 1937 beginnt und mit dem Jahre 1940 enden wird. Der Mitgliederversammlung oblag die Bestimmung von zwei Drittel der Mitglieder des Verwaltungsrates, während die vier weiteren Mitglieder durch Verfügung des Kreisamtes Gießen bestellt werden. Um für die nächste Amtszeit des Verwaltungsrates auch anderen Gemeinden als seither einen Einblick in die Verhältnisse und in den Betrieb der Sparkasse geben zu können, ging der Vorschlag im wesentlichen auf die Auswechselung der ländlichen Vertreter. Die Versammlung gab folgendem Vorschlag ihre Zustimmung: 1. Oberbürgermeister Ritter, Gießen; 2. Kaufmann Horst, Gießen; 3. Rechtsanwalt Krüger, Gießen; 4. Oberzollinspektor Heß, Gießen; 5. Bürgermeister Euler, Wieseck; 6. Buchhalter und Beigeordneter Kuhn, Lich; 7. Schuhmachermeister und Bürgermeister Hofmann, Bersrod; 8. Landwirt und Bürgermeister K n ö p p e r , Dorf-Gill. Alsdann hielt der Vorsitzende des Derwaltungs- rates der Sparkasse, Oberbürgermeister Ritter, eine abschließende Ansprache. Er führte der Versammlung die politischen und witschaftlichen Verhältnisse des neuen Deutschland vor Augen und machte daran deutlich, daß die erfolgreiche Arbeit der deutschen Sparkassen eine notwendige Folge dieser Entwicklung sei. Er schilderte die Angriffe auf die deutsche Währung, die zuletzt in der umfassenden Abwertungsaktion des Auslandes erkennbar geworden sei. Er hob demgegenüber den eindeutig erklärten Willen des Führers und seiner Reichsregierung hervor, den einmal beschrittenen Weg unter keinen Umständen zu verlassen und eine Beeinträchtigung der Geldwert- und Währungsver- hältnisse in Deutschland unbedingt abzulehnen. So wie in den letzten vier Jahren sich das Vertrauen des Volkes zur Slaatsführung mit jedem Jahre erhöhte, so würden es die nächsten vier Jahre bringen, und so werde auf einer in harter Arbeit gewordenen und von unzerstörbarem Vertrauen zufammengehaltenen Gemeinschaft Deutschlands Zukunft sichergestellt werden. Oberbürgermeister Ritter, der für feine Ausführungen lebhafte Zustimmung erhielt, schloß die Versammlung mit einem Gruß an den Führer. Die Mitgliederversammlung vertagte sich damit auf das nächste Jahr. 9Ji..1889 Klein-Linden Klein-Llnden — Ruppertsburg. Am Sonntag hatte der Sportverein Ruppertsburg gegen den Tabellenzweiten Klein-Linden zum fälligen Verbandsspiel in Klein-Linden anzutreten. Für den Gast galt es, die ungeschlagene Position weiter zu festigen, Klein-Linden dagegen mußte alles daran setzen, um dem Spitzenreiter Watzenborn-Steinberg weiter dicht auf den Fersen zu bleiben. Der Spielverlauf: Es entwickelte sich ein abwechslungsreicher Kampf. Beide Hintermannschaften hatten schwer zu kämpfen. Bald zeigte es sich jedoch, daß die Aktionen des heimischen Sturmes weitaus gefährlicher waren als die des Gegners. Eine vom rechten Flügel sauber eingeleitete Aktion schloß der Halblinke mit unhaltbarem Torschuß ab. Klein-Linden führte 0:1! Bald erhöhte der Linksaußen auf 0:2. Dann kamen die Gäste, welche durch schnelle Durchbrüche immer wieder gefährlich wurden, durch einen Elfmeterstoß zum ersten Gegentreffer. Aber bald stellte der einheimische schnelle Rechtsaußen die alte Tordifferenz wieder her. Mit 1:3 für die einheimische Mannschaft ging es in die Pause. Nach Wiederbeginn drängten die Gäste und holten ein Tor auf. Der Gastgeber ging nun seinerseits zum Angriff über. Mit großer Energie berannten sie nun das Gästetor und die Gäste hatten Glück, daß nur ein Tor fiel. Das bessere technische Können der heimischen Mannschaft enffchied das Spiel. Gustave Noch Weltmeister im Halbschwergewicht. Weltmeister Gustave Roth (Belgien) verteidigte im Berliner Sportpalast vor 10 000 Zuschauern seinen Titel im Halbschwergewicht gegen den deutschen Meister Adolf Witt mit Erfolg und gewann den Kampf über 15 Runden überlegen nach Punkten. * Österreichische Skitrainer hat sich Frankreich, zur Ausbildung seiner Abfahrts- und Torläufer in Friedl Pfeiffer und Anton Seelos verschrieben. Plockstraße 7 Uniformen Standortvertragsschneider 6567 D Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich 1 TORPEDO SIMPLEX die vollkommene Büromaschine zu niedrigem Preis tXeee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Alleinverkauf Niederhaulen Gießen Bahnhofstraße ' »■ SQ SS. MS ft ft. r,? __________ Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar 6878 V 24.— 27.— Kunst-Seide, 33.- 45.— Caso-Kleidung Ist formvollendet und nldit lener! Carl Sommer vlast 6 bei. 6880D 6883 A Der heutigen Landauflage liegt ein Werbeblatt der Firma Modehaus Becker, Gießen, Markt- Beweise meiner Leistungsfälligkeit sind nachfolgende Angebote: Loden-Mäntel für Herren und Knaben, Ski-Hosen und Anzüge, Regenkleidung, Hosen, Lederkleidung in bekannter Qualität und Auswahl Giefeen, Bahnhofstrabe 14 Das Haus der zufriedenen Kunden Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertesWissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift ,,Der Naturforscher“ Hugo Bermöhler Verlag Berlln-Llchterfelde Ulster und Paletots gute Qualitäten, im Schnitt und Farbe der Mode gerecht, zum Teil aus den ersten Berliner Werkstätten 29.— 35.— 49.— 63.— 79.— Knabenulster sportlich in der Form, haltbare und warme Qualitäten I hohem Blutdruck, Rheuma, ■ Gicht, Magen- Darmstörung, R Nieren-, Blafenleiden, vor- S zeitigenAlterserfcheinungen, ■ Stoffwechfelbefchwerden beugen Sie vor durch: ® Knoblauch-Beeren 1 „Immer junger*4 Geichmack - und geruchlos Monafspackung M. 1.— Ze heben Wp Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 Drog. C. Seibel, Frankfurter Str.39 I Drog. E. Karn, Schulstrabe. 9.75 13.50 17.50 Gehjacken flotte Muster, sportliche Formen, auf Wollfutter und Pelzimitation 19.75 23.— Sehr gute Dienste geleistet. Bärwang, 17.11.34. Wally Epp, Hebamme. Mit gutem Erfolg angewandt Ballenstedt, 4. 2. 34. w. Beyer Kfm. Nach 5 Tagen befreit von achtwöchigem, quälendem Husten. l.Jöckel, Insp. Id. Nahe-Tiefenst 17.2.32. Viele ähnliche Urteile liegen vor. Husta-Glycin Flasche 1.-, 1.65, Sparflasche 3.25 — Hus tobens (Krfluterbonbons) Dose 75 Pfg. Drog.W.KilbingerNchf.,Seltersw69 Drog. O. Winterhoff, Kreuzpl. 9/10 Drogerie Elges, Seltersweg 66 Drogerie K. Seibel, Frankf. Str. 39 Drog. H.Bomemann,Bahnhofstr.l7 IA/C D D C DRUCKSACHEN WCRDC Brühl, Gießen Lodenjoppen warm gefüttert, in grün und marengo, einreihig und zweireihig am Lager * 9.75 11.25 15.75 19.— Tragischer Tod auf -er Straße eine andereErklärung wird FERTIG UND 0 0>NZ£H MASS Wir werben durcb Qualität! VerlraSsllelerant der Heereskleiderkasse Berlin für Warme Unterwäsche gestreift m 0.60,0.55 wXegnÄp,er’.. 4.90 4.25 2.50 7.75 6.50 Unterrock-Velour m 0.62 Bett-Kattun m 0.82 Schürzen, Leinen,! 12/115, m 1.10 KOHLER hat eben Mer Olli rem. M.B.Gl'OlIß ALLES SELTERSWEG 17 GIESSEN 6885 A .. und zum Bauen Oberhessens größtes Spezialhaus für gute Herren -u. Knabenkleidung m 2.45 m 0.38 . 2.50 1.751.35 4.50 3.25 2.45 --und noch viele andere mehr - bis zu Modellausführungen und Marken-M äntel den feinsten von Weltruf. Finette, blütenweiß, m 0.65,0.58 Schlafanzug-Flanelle, geblümt oder gestreift, m 0.90, 0.88, 0.78 Hemden-Flanelle... .m 0.75,0.68 dazu passender Prinzeßrock ... FLAMMER SEIFE für Wäsche und Haus Biber-Bettücher Roh-Nessel .... Herren-Hosen, wollgemischt.... Herren-Hosen. Makoplüsch..... Qualität als Ziel unsres Schaffens, als Merkmal jeder unsrer Leistungen! Sinn für eigenen Stil und Charakter der Ware, eine individuelle,liebens würd. Bedienung,bereit, auf jeden Ihrer Wünsche einzugehen,--- das ist, was Sie von uns erwarten können Unsrer Maß-Abteilung räumen wir eine bedeutende Stelle ein, machen aber auch auf unsre Niederlage fertiger Markenmäntel von Weltruf aufmerksam Machen Sie uns die Freude Ihres Besuchs. Kommen Sie zwanglos u. ungeniert, auch wenn Sie noch nicht kaufen, sondern sich nur unverbindlich informieren wollen Gießen, Frankfurter Str. 17 (Nähe der Kliniken) 6887 A PostzusteHung erfolgen. Die Botenbestellung der nördlich von Rodheim gelegenen Ortschaften bis Krumbach hinauf von Rodheim aus entfällt und an ihre Stelle tritt, wie wir gestern bereits berichteten, direkte Krastpostbelieferung von Gießen aus. Das bedeutet für diese Orte eine erhebliche Besserung ihrer postalischen Belieferung. Leider werden sich diese Neuerungen gerade für unsere Gemeinde insofern ungünstig auswirken, als die Postzustellung zu einem späteren Termin als bisher wird erfolgen müssen, ferner bleibt auch die zweite Bestellung in den Nachmittagsstunden nach wie vor wünschenswert. ankommenden Anhänger gefaßt und zu Boden gerissen, wobei die Bedauernswerte offenbar auch noch gegen die Gartenmauer gequetscht wurde, gegen die das Fahrzeug — nach den sichtbaren Spuren am Mauerwerk zu urteilen — mit ungeheurer Wucht Am gestrigen Donnerstag gegen 15 Uhr ereignete sich in der Frankfurter Straße zwischen Liebig- und Alicenstraße ein schweres Verkehrsunglück, dem leider eine ältere Frau von Gießen zum Opfer fiel. Das den Gebrüdern Anton und Heinrich Althen in Hochelheim gehörende Lastauto mit Anhänger kam schwer beladen mit Holz die Frankfurter Straße herab in Richtung Selterstor. Kurz hinter der Ueberquerung der Straßenbahnschienen an der Ecke Liebigftraße/Frankfurter Straße l ö ft e sich der Anhänger plötzlich von dem Lastauto los und sauste auf den in der Fahrtrichtung links gelegenen Bürgersteig. Leider wurde dabei eine ältere Frau von dem mit großer Schnelligkeit her- löst spielend auch hartnäckigen Schmutz ■■■■Sn allen einschlägigen Geschäften zu haben ■■■> 00 besonders elegant in Form und Schnitt-- so richtig zum Staatmachen am Sonntag. Bett-Damast, 130 breit...m 1.30 Bett-Inlett, farbecht.....m 1.45 Bett-Damast, geblümt.. .rn 1.80 G. m. b. H. Gießen, Marktplatz Damen-Hemden, 4 TA 4 HE QE Mako, lein gestrickt .. !■ IU Ii4u "■uu Damen-Hemdhosen, Mako, fein gestrickt, o. fl EH 1 OK 1 QE Interlock,Achselo.Träg. fc«uU Luv LZv Erklingen zumTanze die Geigen. Wer möchte da nicht mitmachen? Und Sie können noch nicht tanzen?-imTanz- zirkel oder in der Einzelstunde, das ergibt der unverbindliche Besuch bei mir lesvvD Tanzschule Bäulke W olf Straße 31 • Ruf 3835 viel besucht. Die Einwohner von Lollar und Staufenberg kehren auf einem abendlichen Spaziergang gerne dort ein. Der Wirt, der vor einiger Zeit die Gastwirtschaft seinem Schwiegersohn übergeben hat, ist von altem Schrot und Korn des oberhessischen Bauern und in weitem Umkreis bekannt. co Odenhausen (Lumda), 30. Oktober. Die Brotsammlung des hiesigen Jungvolks ergab in unserem Orte 32 Laibe. — Die Herbftaus- saatin unserer Gemarkung ist beendet. Die Frucht läuft sehr langsam auf. Verschiedentlich mußte Klee nachgesät werden, der bisher, obwohl er bereits vier Wochen gesät war, kaum aufging. — Unsere W a s s e r l e i t u n g, die seit 28 Jahren liegt, zeigte in der letzten Zeit mehrmals Brüche. Trotz des nassen Sommers herrschte dadurch im Orte manchmal Wassermangel. ch Reiskirchen, 30. Okt. Da die Mäuse- plage in unserer Gemarkung ein so großes Ausmaß angenommen hat, daß sie eine große Gefahr für die frisch gesäte Frucht darstellt, sah sich der Gemeindevorstand veranlaßt, die Bevölkerung aufzufordern, den Schädlingen mit vergiftetem Weizen zu Leibe zu rücken. Der Giftweizen wurde auf der Bürgermeisterei ausgegeben. * Lang-Göns, 30. Okt. Am morgigen Samstag kann die Witwe von Konrad Johannes Frey ihren 7 6. Geburtstag feiern. * Lich, 29. Okt. Heute morgen ereignete sich hier ein tragischer Vorfall. Der Beigeordnete von Münster, Landwirt Friedrich Dörr, der in Lich einige Kunden mit Kartoffeln belieferte, brach plötzlich, anscheinend infolge eines Herzschlages, neben seinem Fuhrwerk t o t zusammen. ** Hungen, 30. Okt. Das Kirchweihfest in unserer Stadt, das überlieferungsgemäß sonst im Monat September stattfindet und seinerzeit wegen einer Scharlachepidemie verlegt werden mußte, kommt nun am Sonntag und Montag mit dem Allerheiligen-Markt zur Durchführung. — Die Brotsammlung des Jungvolks erbrachte in unserer Stadt 285 Brote. Kreis Alsfeld. ** Ruppertenrod, 29. Okt. Heute wurde hier der diesjährige Herb st markt abgehalten. Der Ferkelmarkt war gut beschickt. Es wurden 221 Tiere aufgetrieben. Die Nachfrage war gering, die Preise niedrig. Ferkel von sechs bis acht Wochen bezahlte man mit 12 bis 15 RM., solche von acht bis zehn Wochen mit 16 bis 18 RM., und die stärksten erzielten 19 bis 21 RM. — Das Jungvolk sammelte 74 Laibe Brot für das WHW. Das Ergebnis des ersten Ein- topffonntags betrug 51,10 RM. tomllwn in erstklassigen Qualitäten Bettuchbiber, 140 cm br., m 0.98 Rohköper, gerauht m 0.78 Flockköper, in weiß m 0.58 Bettuchbiber, 80 br., m 0.85,0.78 Bettuchbiber, ca 150 br.,m 1.16 Hemdenflanell, gestreift, m 0.60 Schlafanzug-Flanelle schöne Kindermuster.. m 0.78 Schlafanzug-Flanelle anprallte. Die Frau trug so schwere Verletzungen am ganzen Körper davon, daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in die Ehirurgische Klinik verstarb. Die Polizei war sofort zur Stelle und nahm die erforderlichen Ermittlungen auf. Es ergab fid) dabei, daß das Lastauto sowohl, wie der Anhänger sich in schlechtem Zustande befanden. Auf die mangelnde Ordnung der Fahrzeuge ist der schwere Unfall offensichtlich in erster Linie zurückzuführen, denn man für das Loslöfen des Anhängers vom Hauptfahrzeug während der Fahrt nicht finden. Vor allem ist dabei zu beachten, daß die Kuppelung der beiden Fahrzeuge offenbar in keiner Weise ausreichend war. Angesichts ihrer Feststellungen sah sich die Polizei veranlaßt, den Lenker des Lastwagens und Mitbesitzer- Anton Althen f e st z u- nehmen. Er wird heute vormittag dem Amtsgericht vorgeführt werden. Unser Bild (Aufnahme: Pfaff, Gießen) zeigt den Anhänger auf dem Bürgersteig an der Gartenmauer. Leupin-Creme u, Seife vorzögl. Hautpflegemittel, seit über 20 Jahren bestens bewährt bei autjucken-flechte Ausschlag. Wundsein usw. Löwen-Drog.W.KilbingerNachs., Teltersweg 69; Drog. Winter- hofLKreuzvlatr 10: Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17: Med.- Trog. H. Elges, Seltersweg 66: Germania-Drogerie <5. Seibel, Frankfurt.Str.39. In L aub a ch: Solms-Laubacher-Drog. K.Klein Srete Metzlar. Rodheim a. d. Bieber, 29. Okt. Dreißig Jahre sind es her, daß hier eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen wurde. Der Feier dieses Jubiläums galt ein Kameradschaftsabend der Wehr- angehörigen, der im Benderschen Saale veranstaltet wurde. Nachmittags fand in Gegenwart des Kreisbrandmeisters und zahlreicher Zuschauer eine große Uebung mit sämtlichen Geräten statt, zu der auch die Pflichtfeuerwehr herangezogen worden war. Die Uebung zeigte, daß unsere Wehr in jeder Beziehung auf der Höhe ist. — Mit dem 1. November werden hier einschneidende Aenderungen in der ßin Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Gießener Eisenbahner. Der Eisenbahnverein Gießen wird für feine im Weltkriege gefallenen Kameraden ein Ehrenmal errichten, das eine Zierde des G'eßener Haupt- bahnhofs zu werden verspricht. Der Gedanke der Errichtung eines Ehrenmals stammt schon aus dem Jahre 1921, als von verschiedene Seiten Anregungen für die Schaffung eines würdigen Erinnerungszeichens für dte gefallenen Kameraden kamen. Ein Beschluß kam allerdings nicht zustande. 1923 beschäftigte man sich erneut mit diesem Gedanken. Jetzt tauchte der Plan auf, eine Gedenktafel in der Bahnhofshalle anzubringen. Der Platz für diese Tafel war bereits genehmigt, aber aud) jetzt kam es noch nicht zu einer Ausführung. Man erinnerte sich noch einmal 1926 an diese Angelegenheit, bis dann in diesem Jahre anläßlich einer Eisenbahnerversammlung der Plan erneut aufgegriffen wurde. Es wurde der Wunsch laut, ein würdiges Denkmal zu schaffen, und der Führer des Eisenbahnervereins Gießen, Reichsbahnsekretär Pg. R e u s ch beauftragte Reichsbahninspektor Pg. Seibert mit den Vorbereitungen. Es gelang Inspektor Seibert nach großen Mühen einen Findling ausfindig zu machen, der für den gedachten Zweck geeignet erscheint. Das Denkmal wird aus einem Findling Odenwälder Granits bestehen, der eine Höhe von 3,70 m und eine tiefe Breite von 1,85 m aufweist. Auf einer Tafel werden die Namen der 101 Männer vom Flügelrad an den Stein angebracht, die für das Vaterland ihr Leben ließen. Das Ehrenmal kommt auf der Grünrosette vor dem Fürstenpavillon am Bahnhof zu stehen und wird ein schlichtes und schönes Zeugnis von der die Eisenbahner verbindenden Kameradschaft ablegen. Die Einweihung des Ehrenmals soll am Heldengedenktag 1937 in würdiger Weise erfolgen. Oberhefsen. Landkreis Gießen * Kirchberg, 30. Okt. Am morgigen Samstag kann der Inhaber der Schankwirtschaft Fischbach (die an der rechten Seite der Hauptverkehrsstraße Gießen—Marburg in der Nähe des Kirchleins liegt), Herr Georg Fischbach, auf einen 40jährigen Besitz der Wirtschaft zurückblicken. Die Schankwirtschaft war in früherer Zeit, als noch zahlreiche Pferdefuhrwerke die Landstraße belebten, AO 00 | das ist meine Hauptpreislage, die ihren Be- für ■ w sitzern aber lange wirkliche Freude macht KOHLER-Ulster-Paletots gibt es u. a. ftßOO in sehr gutem Stoff, ganz auf K’seide gefüttert, mit paspelierten Nähten, und sogardieTaschen für Cs W sind auf Samt gefüttert. K 000 fe'ne» 0ute Werk Stätte n-Arb eit; elegant - aber doch solide; so gut gearbeitet wie die fürUy Besten und auch so aussehend. Bengers Ribana-Unterwilsche, Osiris» Dr. Rai 1s Wollschlüpfer In groß. Auswahl Modehaus SchnebergerSchulstr. 4 6872 A Kinder-Schlüpfer, Kunst- CE EE seid. Decke, warm anger.,Gr.30 "■Uv "■UU Kinder-Hemdchen, 4 IQ QE Mako, fein gestrickt......... le IU "■uU Kinder-Hemdhosen, 4 QE Mako, fein gestrickt, Gr. 32 ... le IU "euu Knaben Kniehosen, 4 CQ QE wollgemischt, Gr. 2......... leUU ".03 Barnen Schlüpfer, B'Wolle. o. Kunstseiden 4 7E 4 HE QE Decke, warm angerauht LIU LfcU "eUU Damenschlüpfer, O Iß Mako, gestrickt, Gr. 44............. 4«IU