: : • 1/^ • ’ iJ y’w4- ■•-' w//•tfws Wyw w . * k^ER^WÄLÄDWW »s ?i 'r.S HO* ,0*0 »5 11 ^»5 n p p yl|$ L-?S s s äLS- Sn 2v! Q o S «r D J* 0:2. £5 "« cP P Ä im Z--F L^L läj? 5 2 2-3 s pL? n Dienstag, 50. Zuni 1936 Nr. 150 Erstes Blatt 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint tügttch, außer jawmy M a. _a Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags /Hf ” W für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Ä kA Ak A ▲ ▲▲ ^|l Ak Ak ▲ JkA, bis 8'/,Uhr des Vormittags »»|HjAitAttAr JlttxAiAAr ssss« äss■» *■ ■ 1|< lkfi<11|< I ZI l|<|<|SES< I £^nen3nSCrte wtk ■ Lww W ■ W & ^Ste’'*wL 11 8L W IW teLWML 50 Rpf.,Platzvorschrift nach N Ä Nicht-r'ch^ ▼ ▼ 1 ■ ▼ ■ ▼ V ▼ ▼ ▼ ■ ▼ ■ ▼ ▼ ▼! ~ ▼ °-rh.V-r-inbg.25°/.m-hr. von einzelnen Nummern Vf ^@6r Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein« MW« General-Anzeiger für Oberhessen voftschecktonio: , , behördliche Anzeigen 6 Rpf. Stanifert am Main 11688 vnick und Verlag: Srühl'sche Univerfitäks-Vuch- und Steinörudetci R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Eejchästrftelle: Schulstrahe 7 Mengenabfchlüffe Staffel b sozialismus nach Erringung der Macht durch eine falsche Duldsamkeit gegenüber dem Feind des deutschen Selbstvertrauens sein Merk hätte gefährden dürfen. So hat er den unbelehrbaren Feind des deutschen Wiederaufstiegs, den marxistischen Leugner des nationalen Prinzips, von allen verantwortlichen Stellen des öffentlichen Lebens entfern t und ihm so die Möglichkeit genommen, seine politischen Ideen zu verwirklichen, wenn er dabei vor den Toren der Universität nicht halt machen konnte, so nur darum, weil auch hier Vertreter jenes Regimes sahen, das wir soeben gestürzt hatten. Wir haben sie entfernt als Parteigänger einer politischen Lehre, die den Umsturz aller Ordnungen auf ihre Fahne geschrieben hatte. Wir mußten hier um so entschlossener zugreifen, als ihnen die herrschende Ideologie einer wertfreien und voraus» setzungslosen Wissenschaft ein willkommener Schutz für die Fortführung ihrer Pläne zu sein schien. Man wird vielleicht entgegnen, daß diese Maßnahmen auf der rein politischen Ebene liegen und also keinen Schluß auf die Haltung des Nationalsozialismus zur Wissenschaft zulassen-, aber die Lehre des Nationalsozialismus selbst, wird man sagen, stellt ja die Grundlage aller Wissenschaft, ihrer Voraussetzungslosigkeit und Wertfreiheit, ihre Objektivität und Autonomie in Frage. Wir bestreiten das. Der Nationalsozialismus Hal erkannt, dah Wissenschaft ohneVoraussehungenund ohne wertmäßige Grundlagen überhaupt nicht möglich ist. Alle großen wissenschaftlichen Systeme der Vergangenheit waren getragen von dem Glauben an den Sinn der Welt und Best immungdesMenscheninihr. Gegen die Lehre vom abstrakten, theoretischen Subjekt, gegen die Zerreißung des wirklichen Lebens stellt der Nationalsozialismus feine Einsicht, daß der Mensch auch als Erkennender Glied einer natürlichen und geschichtlichen Ordnung bleibt und niemand eine Wirklichkeit zu erkennen vermag, zu der er nicht in einer inneren Bindung sieht. Wir glauben, daß wir dieser Erkenntnis auf den Grund gegangen sind und damit eine Idee gewonnen haben, die erst wieder eine Einheit der Wissenschaft ermöglicht. Was befähigt uns, um nur ein Beispiel zu nennen, heute ein neues lebendiges Verhältnis zur Wirklichkeit der griechischen Polis zu gewinnen? Warum genügt uns nicht mehr die Feststellung vom griechi- schen Menschen als der höchsten geschichtlichen Der- körperuna des reinen Menschentums? Indem die deutsche Jugend sich losriß von der Überfremdung einer ihr nicht gemäßen Kultur, indem sie zurückkehrte zu dem Gedanken der Opferbereit» schäft des einzelnen für die Gemeinschaft, tat sich ihr der Blick auf für die tiefen Gemeinsamkeiten, die sie über Jahrtausende hinweg mit der heroischen Jugend von Sparta verbindet. Die ein» fachen Lebensformen, die unsere Jugend sich selbst gestaltet, sind nicht erwachsen aus Nachahmung eines vorher verstandesmäßig erfaßten griechischen Vorbildes, sondern umgekehrt: der geheimnisvolle Strom artverwandten Blutes, durch Jahrhunderte verschüttet, bricht plötzlich wieder auf, und mit einem Male erkennen wir die verwandten Züge im Antlitz des griechischen Menschen, die mit dem Begriff der edlen Einfalt und stillen Größe, mit denen sich ein ganzes Jahrhundert begnügte, keineswegs erschöpft sind. Wir empfinden plötzlich eine tiefe Vertrautheit mit dem Volk von Hellas. Und so wie das alte Hellas, so ist uns heute auch die eigene Vergangenheit nähergerückt. Das Erlebnis der eigenen Gegenwart verleiht uns den silbernen Blick, mit dem wir den Boden unseres Landes nach den Kulturen unserer Vorfahren durchforschen. Der Nationalsozialismus bekennt sich zu einer recht verstandenen Objektivität. Was er bekämpft, ist die zum Grundsatz erhobene Deltanschaungslosigkeit, die Verwechselung von Objektivität mit jener Haltung des Allesverstehens, welches die Kraft der Entscheidung lähmt und auch den unwürdigsten Zustand der Welt rechtfertigt. Indem wir uns von einem falschen Begriff der Objektivität freimachen, begreifen wir zugleich die wahre Objektivität als Wesensmerkmal aller Erkenntnis. Denn wenn wir verkünden, daß Wissenschaft als System nur möglich ist auf dem Boden einer lebendigen Weltanschauung, so bezeichnen wir damit nur ihre unabdingbare Voraussetzung, nicht ihr eigentümliches Wesen. Wenn wir feststellen, daß die Wissenschaft mit dem Leben verbunden ist und der Forscher auch im Erkenntnisakt sich als Glied seines Volkes erweist, so ersehen wir doch nicht die Wissenschaft durch das Bekenntnis der Weltanschauung. Weltanschauung ist uns aber fruchtbarer. Mutterboden, aus dem alle Schöpfungen des menschlichen Geistes erwachsen. Alles Große und Erhabene ist aus ihr entstanden. Ohne Weltanschauung wäre dev deutsche Staat von 1933 nicht groß geworden. Sie hat eine Menschenmenge zum Volk gebildet, sie beflügelt die Gedanken des Staatsmannes und macht allein die große Nationalsozialismus und Wissenschaft. Neichsminister Rust spricht aus dem Jubelfest der Llniversität Heidelberg. Der Festakt in der Stadthalle jenen unsere Arbeit dient. Mit einem Hell Führer schloß der Rektor seine Ansprache.» auf den Oie Ehrengabe der deutschen Hochschulen feit"; eine solche Objektivität freilich lehnen wir als eine gefährliche Illusion entschieden ab. Unsere Wissenschaft ist nur möglich innerhalb einer lebendigen Weltanschauung, in der sich der Forscher „auch im Erkenntnisakt als Glied seines Volkes" erweist. Solche Volksverbundenheit eben verpflichtet den Mann der Wissenschaft zur Verantwortung gegenüber seinem Volke. So wird das alte Problem von Freiheit und Notwendigkeit im Lichte des neuen völkischen Bewußtseins auf die natürlichste Weise seiner Spannung entkleidet, in seinen Wechselbeziehungen ausgeglichen und eingeordnet in das We tbild des Dritten Reiches. Der Nationalsozialismus hat der Wissenschaft den verlorenen Einheitspunkt wiedergegeben, „von dem aus sie in Freiheit ihr neues Gebäude errichten kann". Und diese neue Wissenschaft „unterscheidet sich zutiefst von einem Erkenntnisbegriff, der seine Würde in der Zeitlosigkeit seines Wahrheitsbestrebens erblickte. Die wahre Autonomie und Freiheit der Wissenschaft liegt darin, geistiges Organ der im Volke lebendigen Kräfte und unseres'geschichtlichen Schicksals zu sein und sie im Gehorsam gegenüber dem Gesetz der Wahrheit darzustellen." Mit solchen Worten, die niemand einer falschen Deutung wird unter?' en können, schloß Minister Rust seine Heidelbc c' c Rede an die Welt. Die Welt aber, die wisseiftchaftliche und die politische Welt, wird Standpunkt und Werte zu würdigen wissen, die hier von einer heute besonders weithin sichtbaren Stelle aus als die Grundpfeiler deutschen Geisteslebens verkündet worden sind. Nicht nur aus dem Munde des politischen Gegners, sondern auch aus dem des ehrlichen Freundes deutscher Kultur vernehmen wir die Besorgnis, daß der Nationalsozialismus die Wissenschaft zur Magd der politischen Gewalt erniedrige, daß er sie ihrer Freiheit und Unabhängigkeit beraube, die sie sich in den geistigen Kämpfen der Vergangenheit schwer errungen habe. Deutschland, das soviele kühne Bahnbrecher der Wissenschaft hervorgebracht habe, laufe Gefahr, seinen Namen als Hort des freien Geistes zu verlieren. Der nationalsozialistische Staat braucht sich wegen keiner seiner Maßnahmen zu verteidigen. Was er tat, tat er aus dem Urrecht der Nation auf bie Gestaltung feines Lebens nach dem eigenen Gesetz. Und wir selbst wissen, daß die Zukunft zeigen wird, wie unbegründet die Befürchtungen um das Schicksal der freien Forschung in Deutschland sind. Die natlonalsoziatistifche Bewegung hat sich vor der Geschichte die Aufgabe gestellt, dem in sich zerklüfteten und an feiner Zukunft ver- zweifelnden deutschen Volk den Glauben an feine Substanz wiederzugeben und eine neueEinheitderNation aus den lebendigen Kräften des Volkes zu gestalten. Zu | groß war diese Aufgabe, als dah der National- Nach der Ouvertüre aus der Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach, dirigiert vom Gewandhaus-Kapellmeister Professor Hermann Abendrot h - Leipzig, begrüßte der Rektor der Heidelberger Universität Professor Dr. Groh Reichsminister Rust hielt eine bedeutsame, mit großem Beifall aufgenommene Rede über „N ationalsozialis- mus und Wiffenschaft", in der er u. a. folgendes sagte: . Vom Führer und von der deutschen Reichs- regierung sowie von der Nationalsozia- llstiichen Deutschen Arbeiterpartei überbringe ich der ältesten deutschen Reichsunwer- sität zum 550jährigen Bestehen unsere herzlichsten Wünsche für die Zukunft dieser deutschen Hochschule, würdig ihrer großen Vergangenheit. Ich verbinde mit diesem Wunsche, der zugleich ein Bekenntnis des neuen Deutschland zum Geiste echter Wissenschaf t bedeuten soll, den Ausdruck der Freude, daß die Teilnahme der Hochschulen aus der ganzen Welt Zeugnis davon ablegt, daß heute w ie vor 55u Jahren Forscher und Hochschullehrer ungetrennt durch die Schranken der Staaten und Völker sich durch gleiches Ringen und durch die Erhabenheit ihrer Aufgabe m i V einander verbunden fühlen. $reie deutsche Wissenschaft. Die Rede, welche Reichsunterrichtsmimster Rust soeben in Heidelberg gehalten hat, wird durch zwei Umstände in ihrer grundsätzlichen und richtungweisenden Bedeutung gekennzeichnet: durch die Tatsache nämlich, daß sie gehalten wurde am Ehrentage der ältesten und im Auslande wohl berühmtesten reichsdeutschen Hochschule, und durch die Tatsache ferner, daß diese Rede gehalten wurde nicht vor der deutschen Wissenschaft allein, sondern vor der gesamten wissenschaftlichen Welt, in Anwesenheit der Vertreter von 31 Kulturnationen des ganzen Erdballs. Das ist wichtig und höchst bedeutsam, weil gerade aus dem Auslande (wie auch der Rektor unserer Ludoviciana gelegentlich seiner Ansprache bei der Jahresfeier der Gießener Universität bemerkte) Stimmen laut geworden sind. die der Sorge um den echten Geist der Wissenschaft und um die angeblich bedrohte Objektivität von Forschung und Lehre in Deutschland glaubten Ausdruck geben zu müssen. Die Rede des deutschen Reichsunterrichtsministers vor dem erlauchten ( Forum der Heidelberger Jubelfeier hat in wün- • schenswertefter und ganz unmißverständlicher Weise • Klarheit darüber geschaffen, wie wir heute die 1 Dinge sehen, und daß die Befürchtungen, welche 1 da und dort, innerhalb und außerhalb unserer | Grenzen, laut geworden find, der Begründung und der Berechtigung entbehren. Die Rede des Mini- 1 fters begann mit einem Bekenntnis des neuen Deutschland zum Geiste echter Wissenschaft und mit . einem Hinweis auf den revolutionären Umbruch, in dem die deutsche Hochschule, „getroffen von der inneren Umgestaltung des deutschen Volkes", sich gegenwärtig befindet. Diese Neugestaltung vollzog sich auf allen Gebieten völkischen Lebens aus dem befruchtenden Antrieb der neuen Weltanschauung und einer neuen völkischen Wirklichkeit. Diese Umgestaltung von innen her, aus der Tiefe des völkischen Lebens und Bewußtseins heraus, weiß sich frei von Zwang und Unduldsamkeit gegenüber dem freien Geiste der Wissenschaft; die Vorwürfe, bie von notorischen Gegnern wie auch von ehrlichen Freunden deutscher Kultur in diesem Sinne gegen uns erhoben worden sind, wurden jetzt aus berufenem Munde zurückgewiefen: es besteht kein Anlaß zu echter oder geheuchelter Besorgnis um die Freiheit des Geistes und geistiger Betätigung im neuen Deutschland: das wurde ausgesprochen m Heidelberg beim Festakt und ist, wie billig, vernommen worden über die Grenzen unseres Landes hinaus — von allen Gutgesinnten und von allen jenen, die es in einem besonderen Sinne angeht. Der Minister hat die ungewöhnlich günstige Gelegenheit, die sich in diesen Tagen m Heidelberg anbot, zur ganzen wissenschaftlichen Welt zu sprechen, klug genutzt und hat Antwort gegeben auf die Frage, wie sich denn der Nationalsozialismus überhaupt und grundsätzlich zur Wissenschaft stelle. Eine falsche Duldsamkeit hätte dem deutschen Aufbauwerk nicht nur geschadet, sondern wurde auch unvereinbar gewesen sein mit den Grundgesetzen nationalsozialistischer Weltanschauung. Was der Nationalsozialismus im Bereich der wissenschaftlichen Lehre und der deutschen Hochschulen ausgeschieden und ausgemerzt hat, das waren nur jene, welche die Freiheit der Wissenschaft mißbrauchten (und welche also kein Recht haben, sich als Märtyrer zu fühlen.). Von hier aus führten die Darlegungen von Reichsminister Rust zum Kern und zur eigentlichen Mitte seiner Betrachtungen. Es gibt keine Wissenschaft ohne Voraussetzungen und wertmäßige Grundlagen: der Nationalsozialismus bestreitet das und muß dergleichen aus feinem innersten Empfinden heraus ablehnen; er stellt oa- gegen feine Einsicht, „daß der Mensch auch als Erkennender Glied einer natürlichen und geschichtlichen Ordnung bleibt", aus der er sich nicht zu lösen vermag. Die Bindung des Menschen nämlich .an das Ganze seiner Wirklichkeit", so wurde ausgeführt, „an die Gemeinschaft des Blutes und der Geschichte ist nichts dem Menschen Zufälliges, ... sondern es ist unser Schicksal, zu dem nur uns demütig und stolz zugleich bekennen. Hier sind mit klaren und jedermann zugänglichen Begriffen die Wertmahstäbe und die Grundlagen aufgerote- Jen worden, nach denen ,^er Nationalsozialismus das Wesen der wahren Wissenschaft jeber deutschen Forschung und Lehre bemißt. Im Anfang war und bleibt der lebendige Mensch — mit feinem Glauben und in den Bindungen seines Blutes und seines Schicksals — nicht aber das bloße Objekt oder die voraussetzungslose Erkenntnis. Von hier aus begreift sich auch das neue lebendige Verhältnis zum klassischen Griechentum, das Der Minister in wenigen Sätzen klar umr.ß. „Der aebeimnisvolle Strom artverwandten Blutes, ourcy ä? NEE wie da- alte Hellas ist uns heuH auch das Eigene Altertum, die Kultur unterer Borfahren, wieoer nahegerückt. Mit der Anerkennung nun -mes durch Blut und Geschichte gebundenen Menschen a Is; Des Sortoenben und Erkennenden will der National- DbjeÄiÄ Wissenschaft"leugE ober Lbie^umÄ die festliche Versammlung und gab bekannt, daß die Reichsregierung zum heutigen Jubiläum der Universität 300000 RM. als Anteil zum Neubau einer Frauenklinik übergeben hat. Den ausländischen Jubiläumsteilnehmern dankte der Rektor dafür, daß sie sich nicht abhalten ließen, zur Feier zu kommen. Das fei für uns höchste Ehrung und stärkster Beweis dafür, daß wir auf dem richtigen Wege find, den Namen Heidelberg in der Welt heute wie früher und fernerhin zu vertreten. (Lebhafter Beifall.) Der Redner richtete herzliche Begrüßungsworte an alle Gönner und Förderer der Universität und gab dann einen geschichtlichen Rückblick auf Niedergang und Höhepunkt der vergangenen Jahrhunderte. Die E r n e u e r u n g u n s e r e s L e b e n s , die uns der Führer Adolf Hitler gestaltet hat, so sagte er u. a., ist für uns Verpflichtung und Aufgabe. Daß unser Wirken seit der nationalsozialistischen Revolution nicht erfolglos war, verdanken wir dem Grundsatz, lebendige Gemeinschaft zu fern in Erziehung, Forschung und Leben m engster Verbindung zu stehen mit den Berufsständen des Volkes, denen unsere Arbeit dient. Mit einem $)evl ' r , < _ r. s.-- Ofrtfnrnmp. Heidelberg, 29. Juni. (DNB.) Die Feiern zum 550jährigen Bestehen der Universität Heidelberg nahmen am Montagvormittag ihren Fortgang. Der erste F e st a k t vereinigte die in- und ausländischen Teilnehmer in der feierlich ausgestalteten Stadthalle. In langem Zuge schritten die vielen Rektoren und Dozenten der deutschen Universitäten zusammen mit den Vertretern der ausländischen Universitäten und Hochschulen vom neuen Univ»r sitätsgebäude durch die alten Straßen bis zur Stadthalle. Dort grüßten zahlreiche Ehrengäste, an ihrer Spitze die Reichsmimster Rust, Dr. Frank, Seldte, Staatssekretär Dr. Meißner, Reichsleiterin Frau Scholtz-Klink, Auslandspressechef der NSDAP. Hanfstängl und der badische Ministerpräsident Köhler mit den hadischen Staatsministern Professor Dr. Schmitthenner, Pflaumer und Dr. Wacker, de'>, ierlichen Einzug der Abordnungen in- und austattdischer Universitäten, Hochschulen und Akademien. Kunst und Dichtung möglich. So durchblutet sie auch das Leben einer neuen Wissenschaft, aber sie erseht darum nicht die Wissenschaft, so wenig sie die anderen Formen des menschlichen Geistes beseitigt. Die Freiheit und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis liegt in der eigentümlichen Weise, in der sie der Wrklichkeit auf den Grund geht. Unsere Einsicht in die Volksgebundenheit der Wissenschaft ist die Feststellung einer Tatsache, nicht eine Forderung, die wir von außen an sie heranbrinaen. Wir verdrängen nicht das Gesetz der Wissenschaft durch das Gesetz der Politik. Gewiß stellen wir auch Forderungen an den Träger der Wissenschaft selbst. Er soll sich auch als Forscher der Verantwortung gegenüber seinem Volke bewußt bleiben, aber das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die von jedem anderen Glieds dieses Volkes in gleicher Weise gilt. Der Nationalsozialismus ist nicht gekommen, um der Wissenschaft Vorschriften zu machen und sie ihrer Unabhängigkeit zu berauben, sondern er hat ihr eine neue Grundlage gegeben, aus der sie gerade die Kraft ihrer Selbstgewißheit schöpfen kann. Der nationalsozialistische Staat scheut gewiß auch nicht davor zurück, die Wissenschaft zur Lösung seiner Probleme mit heranzuziehen. Das Entscheidende auf diesem Gebiete liegt aber nicht in diesen technischen Zwecksetzungen, sondern darin, daß der Nationalsozialismus mit seiner Schau des Menschen nicht nur befruchtend auf die einzelnen Disziplinen wirkt, sondern daß er der Wissenschaft den verlorenen Einheitspunkt wieder gibt, von dem aus sie in Freiheit ihr neues Gebäude errichten kann. Wir verlangen nicht vom Gelehrten, daß er die Schöpfungen des nationalsozialistischen Staates verherrliche. Wir sehen allerdings auch nicht seine Aufgabe darin, als Richter über die politische Tat ihr nachträglich die wissenschaftliche Weihe und Rechtfertigung zu geben von einer Grundlage aus, die nicht die des politischen Handelns ist. Wir lehnen eine verordnete Wissenschaft ab, aber wir dulden auch den politisierenden Gelehrten nicht. Daraus wird wohl deutlich, daß der Nationalsozialismus nicht die wahre Objektivität der Wissenschaft angreift, daß er vielmehr in ihr gerade die Bedingung ihres Eigenlebens erblickt. Der Nationalsozialismus ist so felsenfest von der Richtigkeit feiner elementaren Entdeckungen für alle Gebiete des geistigen Lebens überzeugt, daß er es nicht nötig hat, die Wissenschaft zu reglementieren. Die nationalfozialistische Staatsführung hat seit dem Iahre 1933 durch eine Reihe institutioneller Wahnahmen an den Hochschulen Veraltetes und Ueberständiges beseitigt und neuen Entwicklungen Raum gegeben. Aber sie weih sich frei von dem Irrtum, dah die neue Blüte der Wissenschaft durch organisatorische Wahnahmen bewirkt werden könne. Dies ist so wenig möglich, wie auf diese Weise "die Hochschulkrise überwunden werden kann. Eine wirkliche Wendung des wissenschaftlichen Lebens kann auch nach unserer Ueberzeugung nur von der Idee der Wissenschaft Herkommen. Die Reform der Wissenschaft kommt nicht aus ihren neuen Aufgaben oder neuen praktischen Leistungen, sondern aus ihrer R e u b e g r ü n d u n g in einer lebendigen Idee des Wenschen. Die alte Idee der Wissenschaft, gegründet auf den Glauben an den herrfchaftsanspruch des abstrakten Intellekts, ist dahin. Die neue Wissenschaft unterscheidet sich zutiefst von dem Lrkennungsbegriff, der seine Würde in der Zeitlosigkeit seines Wahrheitsstrebens erblickt. Die wahre Autonomie und Freiheit der Wissenschaft liegt darin, geistigesOrganderimVolkeleben- d i g e n Kräfte zu sein und sie in Gehorsam gegenüber dem Gesetz der Wahrheit darzustellen. Das Ausland huldigt dem Genius deulscher Wissenschaft. Der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Aemhaus gab einen historischen Rückblick auf die Entwicklung von Stadt und Universität. Beide seien durch die Jahrhunderte zu untrennbarer Einheit zusammengewachsen. Dieser Einheit wurde die Aufgabe gestellt, Pflegestätte deutschen Geistes und Mittler dieses Geistes zur Welt 3U sein. Möge aus der Besinnung und Prüfung, die auch an diesem festlichen Tage vonnöten ist, für die kommende Zeit eine vertiefte Lebens- und Arbeitsgemeinschaft erwachsen zwischen Universität und Stadt, in der alles, was wir mit Stolz unser gemeinsames Eigen nennen, geweiht sein soll dem Gehorsam gegenüber dem gleichen Lebensgesetz und damit dem Dienst an unserem Volk und seinem großen Führer. Im Namen der Heidelberger Studentenschaft und des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes überbrachte Studentenschaftsführer Erwin Kreutzer die Glückwünsche. Dann leitete Beethovens Leonoren-Ouvertüre hinüber zu den zahlreichen Ansprachen. Der Rektor der Universität Frankfurt Professor Dr. Platzhoff überbrachte die Glückwünsche sämtlicher deutscher Hochschulen und der Technischen Hochschule Danzig. Die Abordnungen aus dem Auslande feierten Heidelberg als den geistigen Mittelpunkt Deutschlands, als die Pflegestätte hoher geistiger Güter seit Jahrhunderten. Aus diesen Ansprachen wurde deutlich, wie menschheitsverbin- dend und befruchtend die wissenschaftliche Arbeit dieser ältesten Universität des Reiches auf Forschung und Wissenschaft anderer Länder, ja der ganzen Welt gewirkt hat. Mit den Wünschen für die Universität wurden die Wünsche lür das deutsche Volk verbunden; mehrere Ansprachen hoben die Verdienste des Nationalsozialismus und seines weisen Führers für die deutW und nordische Kultur hervor. Professor Dr. H i l g e n r e i n e r, der Rektor der Deutschen Universität Prag, legte ein Gelöbnis der Treue zum heißgeliebten deutschen Volke ab. 4500 Hörer an den deutschen Universitäten und 2700 Hörer an den Techniken von Prag * und Brünn seien ein beredtes Zeugnis davon, daß die Millionen Sudetendeutschen kein dürrer, sondern ein lebensfrischer Ast am Baum des deutschen Volkes sind. Prof. Dr. Blayney (USA.) begrüßte „in alter Treue und Dankbarkeit" die gastgebende Universität Heidelberg „als ehemaliger Frontkämpfer gegen das Land, das ich in der Vergangenheit so hoch verehrt und geliebt habe, nehme ich hier mit größter Freude öffentlich die uns gestern in so rührender Weise über den stillen Gräbern der Toten verschiedener Länder hingestreckte offene Freundes- und Friedenshand des neuen, aufblühenden Deutschen Reiches gerne dankend und herzlich entgegen". (Brausender Beifall.) Professor Dr. Bohle (Südafrika) übermittelte die Glückwünsche der Ausländsdeutschen. Prof. M e n g= hien sprach im Namen aller österreichischen Hochschulen. Exzellenz Dr. Francisci (Rom) überbrachte die Glückwünsche der italienischen Regierung. Professor T s a n g -w a n , der Vertreter Chinas, brachte eine prachtvolle rotseidene Fahne mit großem goldgesticktem Hakenkreuz dar. Der griechische Unioersitätsdelegierte Professor Dr. Kalitsunakis verband mit seinen Glückwünschen den Hinweis auf die demnächstige 100- jährige Jubelfeier der Universität Athen, die nach deutschem Vorbild gegründet sei und allen Grund habe, der Universität Heidelberg für die Förderung und Befruchtung durch deutsches Geisteswissen dankbar zu sein. Stürmischer Beifall fand der Vertreter der ungarischen Hochschulen, Professor Dr. Thieme- mann (Budapest), als er mit dem Deutschen Gruß vortrat. Heidelbergs Jubiläumfest sei Ungarns Fest, Deutschlands Stolz. „Mit festem Vertrauen glauben wir daran, daß eine von der deutschen Wissenschaft gestaltete Zukunft eine solche in Gerechtigkeit und Frieden sein wird. Wir wünschen die Weltgeltung und Weltwirkung der deutschen Wissenschaft." (Wiederholt stürmischer Beifall.) — Professor Dr. Takahashi von der Kaiserlichen Universität Tokio drückte die Hoffnung aus, daß sich die geistigen Beziehungen zwischen Heidelberg und den Hochschulen Japans immer mehr vertiefen und inniger gestalten möchten. — Reichsarbeitsminister Seldte überreichte der Universität als Festgabe eine Denkschrift, in der ein Bericht über die dreieinhalbjährige Arbeit seines Ministeriums gegeben wird. — Nach der Ueberreichung weirecer zahlreicher Glückwunschschreiben dankte Rektor Dr. Groh für die vielen herzlichen Wünsche. Mit dem Vorspiel zu den Meistersingern unter der meisterhaften Stabführung von Professor Hermann Abendroth, an das sich das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied anschlossen, fand der erste Festakt sein Ende. elementaren Bestandteile erschlossen haben. — Pro- fessor Dr. S. Pienkowski an der Universität Warschau, den in die Tiefe dringenden Erforscher der Fluoreszenzstrahlung und den Freund deutscher Wissenschaft. — Professor Dr. Rolf N e o a n l i n n a an der Universität Helsingfors, den großen Meister der Mathematik, der durch seine tiefen Untersuchung qen des Zusammenhanges von Wertverteilung und Riemannscher Fläche der klassischen Funktionstheo- rie neue fruchtbare Gebiete erschloß. — Professor Dr. Raimund von Klebelsberg an der Universität Innsbruck, den Erforscher und Künder des Werdens heimatlichen Bodens und den Förderer mutiger naturwissenschaftlicher Expeditionen in allen Weltteilen. Staats- u. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Se. Exzellenz Dr. Bälint H o m a n , königlich ungarischen Kultusminister, den Neugestalter der allgemeinen und wirtschaftlichen Geschichte Ungarns, den verständnisvollen Kenner der deutschen Wissenschaft und des deutschen Staates. — Dr. Luiz Cabral Oliveira de Moncada, Professor der Wirtschaftsrechte an der Universität Coimbra, den verdienstvollen Gestalter der Methodenlehre und Geschichte des Rechts seines Landes, den hervorragenden Vertreter Portugals in internationaler wissenschaftlicher Organisation und Zusammenarbeit. — Henry K. Janssen. Reading Pa., den deutschstämmigen Pionier, der in seiner zweiten Heimat durch eigene Kraft bedeutende Industrien begründen half, den hochfinnigen Freund Deutschlands, den Förderer unserer Hochschule. — S. Exzellenz Dr. Otto von Franges, Senator, Professor der Agrarwissenschaften an der Universität Zagreb, den tatkräftigen Förderer des Bauernstandes Jugoslawiens in wissenschaftlicher Führung und Schulung, den Planer eines gesunden Gütertausches zwischen mittel- und osteuropäischen Er- zeugungsgebieten. -4 S. Exzellenz Wang Ching. Wei, früheren Ministerpräsidenten der Republik China, den Kämpfer für die soziale Neugestaltung Chinas, den einsatzbereiten Patrioten, den hoben- und volksverbundenen Staatsmann. — S. Exzellenz Dr. Ram6n S. Castillo, Justiz- und Unterrichtsminister der Republik Argentinien, den bedeutenden Rechtslehrer argentinischer Hochschulen, den angesehenen Richter, der als Staatsminister die Lebensgüter seines Volkes insbesondere in Schule und Unterricht verantwortlich verwaltet. — Dr. phil. Heinrich Ritter von Srbik, Professor der Geschichte an der Universität Wien, den großen Darsteller österreichischer Vergangenheit,"' den eindrucksvollen Lehrer, den Künder der deutschen Sendung seines Landes. — S. Exzellenz Ismet I n ö n ü, Ministerpräsident der Türkischen Republik, den großen Soldaten, den Mitbegründer der modernen Türkei, der in treuer Gefolgschaft feines Staatsoberhauptes einer beispiellosen kulturellen Erneuerung feines Volkes den Weg bahnte. Kunst und Wissenschaft. Der Adlerfchild des Reiches für Geheimen Rat Professor Dr. krehl. Der Führer hat aus Anlaß des 550jährigen Jubiläums der Heidelberger Universität dem Ge° Die Ehrenpromotionen in Heidelberg. Heimen Rat Professor Dr. Ludolf Krehl in Anerkennung seiner Verdienste den Adler sch ild des Reiches verliehen. — Krehl, 1861 als Sohn des Orientalisten Ludolf Krehl in Leipzig geboren. Heidelberg, 30. Juni. (DNB.) Aus Anlaß des Unioersitätsjubiläums wurden am Dienstagvormittag folgende Ehrenpromotionen vorgenommen: Theologische Fakultät. Prof. Dr. Nikolaos L o u v a r i s, Kultusminister, Athen, den Künder deutschen Geisteslebens in seinem Volke und den gelehrten Interpreten des Paulus. Pfarrer Gerhard May, Cilli (Jugoslawien), den charaktervollen Vertreter Volksdeutscher Gemeindearbeit, den die Beziehungen von Christentum und politischer Wirklichkeit maßgeblich erhellenden Theologen, den wissenschaftlich wie organisatorisch bewährten Mitarbeiter der ökumenischen Bewegung. Juristische Fakultät. Dr. h. c. Ferdinand Thun, Reading, Pennsylvania, den treuen Sohn feiner Heimat, den Zeugen deutschen Unternehmergeistes, den Mittler deutsch- amerikanischer Kulturbeziehungen, den hochherzigen Freund der Universität Heidelberg. — William May G a r l a n d , Los Angeles, California, den warmen und tatkräftigen Freund Deutschlands, den Förderer friedlichen Wettstreites zwischen den Völkern. — Seme Exzellenz Dr. Giovanni Rovelli, Sektions- Präsidenten am Kassationsgerichtshof in Rom, den hervorragenden Richter und Gelehrten, den Ge- stalter des Gerechtigkeit, Strenge und Menschlichkeit vorbildlich verbindenden italienischen Strafvollzugs. — S. Exzellenz Senator Dr. Mariano D'A m e l i o, Erstem Präsidenten des Kassationsgerichts Rom, den höchsten Richter eines in Geschichte und Gegen- wart durch feine Rechtskultur ausgezeichneten Vol- den einsichtigen, den Zielen der deutschen Rechtserneuerung aufgeschlossenen Kenner oerqlei- chender Rechtswissenschaft. — S. Exzellenz Pro- fessor Dr. Peitro de Francisci, Rektor der Königlichen Universität Rom, den berufenen Vertreter der Wissenschaft und des Rechtslebens feines Landes, den weitblickenden Förderer der Zufam- gleichberechtigter, ihrer eigenständigen Rechtskultur bewußter Völker. — S. Exzellenz Pro- fessor Dr. Carlos Saaoedra Lamas, Minister des Auswärtigen der Republik Argentinien, Buenos Aires, den angesehenen Rechtsgelehrten und erfolgreichen Staatsmann, dessen Wirken getragen ist von tiebe zur Heimat und Achtung vor fremdem Volks- tum- — S. Exzellenz Professor Dr. Matsukichi K o - v a ma Präsidenten der Hosei Universität in Tokio, Den bedeutenden, um Rechtsbildung und Rechts- ^ben Japans hochverdienten Juristen, den mit deut- Aer Wissenschaft und Kultur nahe verbundenen Gelehrten. — S. Magnifizenz Dr. C h o u Lou, Trenor der Universität Kanton, den hervorragenden Staatsmann, den ausgezeichneten Kenner der klassi- NL &^ratur feines Volkes, den feinsinnigen Dichter und melfeihgen Schriftsteller, den verstäub- msDoüen Freund Deutschlands. Medizinische Fakultät. «Prof. Hermann Lundborg, Professor der Me- ?y.m/n.rUPjala' 'hrem ehemaligen Schüler, einen der fäopferifcfjften Rasseforscher und Erbbiologen Schwedens. Prof. Hamilton Laughlin Prof der Medizm am Carnegie-Jnftitut in Cold Spring Harbour, den erfolgreichen Bahnbrecher praktischer Erbgesundheitspflege und den weitschauenden Rasfe- politikerAmerikas. Prof. Marinos Gerulanvs, Prof. d. Chir. in Athen, den großen Arzt, den steten Förderer deutsch-griechischer wissenschaftlicher Neigung und sie dankt ihm für feine Treue zu Deutschland. Prof. Otto Naegeli, Prof, der Medizin in Zürich, den Begründer einer wissenschaftlichen Lehre von den Blutkrankheiten und treuen Freund Deutschlands. Prof. Iris Ava, Professor emeritus der kaiserlich-japanischen Universität in Tokio, den ehemaligen Schüler deutscher Wissenschaft, den ausgezeichneten japanischen Arzt und Forscher, den tätigen Vizepräsidenten des deutsch-japanischen Vereins und den verdienstvollen Mittler zwischen deutscher und japanischer Wissenschaft. Prof. Alfred Vogt, Professor der Augenheilkunde, Zürich, den warmen Verehrer deutscher Wissenschaft, den verdienten Strahlenforscher und den Fortbildner der Untersuchungsmittel des gesunden und kranken Auges. Prof. Dr. Läon Cardenal Pujals, Prof, der Chirurgie und Rektor der Universität Madrid, einen der hervorragendsten Chirurgen Spaniens, der kraftvoll die Verbindung zwischen deutscher und spanischer Chirurgie gefördert hat. philosophische Fakultät. Professor Dr. Jean Sibelius in Helsingfors, dem Schöpfer und Altmeister finnischer Musik, der den Mythos seines Volkes in unvergänglichen Tondichtungen verkündet. — Professor Dr. Sigurd Erixon in Stockholm, den Kenner germanischnordischer Volkskunde und den Leiter vorbildlicher, volks- und lebensnaher Museumsarbeit. — Prof' Dr. Michail Arnaudow, Rektor der Universität Sofia, in ihm den gelehrten Kenner bulgarischen Volkstums und den feinsinnigen Uebersetzer der Werke Goethes. — Professor Dr. Bosch Gim- pera, Rektor der Universität Barcelona, den bahnbrechenden Erforscher der Vorgeschichte Spaniens, der durch Verbindung von Ausgrabunqs- arbeit und literarischer Quellenkritik weltgeschichtlich bedeutende Ergebnisse erzielte, und den verständ- msvollen Freund des deutschen Volkes. — Erwin tl" Hermannstadt, den hervorragenden Dichter Siebenbürgens und den Vorkämpfer für Festigung und Ansehen des Auslandsdeutschtums — Berner v. Heid en stam in Ovralid, Schweden ^nr^n06en Urschen Dichter, den kraftvollen Darsteller nvrbisch-germanlschen Wesens und den verständnisvollen Freund Deutschlands. — Gunnar Srf in Fredsholm, Dänemark, den gortbüber des isländischen Prosastils und den warmen Freund des deutschen Volkes. — Professor Dr 3unpro Takakusu in Tokio, den gelehrten Ken- n£r buddhistischen Ueberlieferung und ihrer oft- asiatischen Entwicklung und den ftörbem beuHdt KÄ, Kulturbeziehungen. - Professor Dr. c? el an d e r in Stockholm, den hervorragen- npHf?nh»-er bf?Ut^cr Spache und Kultur und den mÄondnisoollen Freund des deutschen Volkes. L ^>»0 K'rsopp Lake in Harvard (USA.) öen bedeutenden Gelehrten, den Mittler bcutfdi' ftäÄ Wissenschaftsbeziehung unb ben oen T)r (Thr?f?nnh deutscher Kultur. — Prof, norh; G tOr?^ Martin IN Concepcion, Chile den h r?r h 9?cn, Ä und Gelehrten und den Für" rnrnF-Jr65 ^eut^tums in feiner Heimat — ^rofeffor Dr. Gustavo Cordeiro Ramos in Lissabon (Portugal), den hervorragenden Förderer von Erziehung und Unterricht und den verständnisvollen Kenner und Freund deutscher Kultur. Naturwissenschaftlich- Mathematische Fakultät. Professor Dr. Gustav Somppa an der Techni- Ken Hochschule Helsingfors, den hervorragenden Chemiker und Experimentator auf dem Gebiete der Terpene, der als erster den Kampfer synthetisch gewonnen und sein ganzes Leben hindurch in unzertrennlicher Verbindung mit der deutschen Chemie gestanden hat. — Professor Dr. ^.yinalb Ald- ? V * h Daly an der Harvard Uniuc-silät Cambridge (USA.), den großzügigen Erforscher unseres Planeten, den vielseitigen Anreger und Förderer geologischer und petrographischer Wissenschaft. — Professor Dr. Enrico Fermi an der Universität Utom, den hervorragenden Forscher, dessen Unter- suchungen die Kenntnis der Eigenschaften der Materie als einer korpuskularen Gesamtheit wesentlich vertieft und neue Wege des Eindringens in ihre wurde 1899 Professor in Marburg und wirkte später in Greifswald, Tübingen und Straßburg. Seit 1907 lehrt Krehl, ein hervorragender Internist, in Heidelberg; er lieferte bedeutende klinische Arbeiten und bereicherte die physiologischen Grundlagen der Pathologie durch umfassende Forschungen. Der Maler Karl Schelb f. Ganz plötzlich ist nach kurzem Leiden der bekannte Pfebde- und Tiermaler Karl Scheid in Darmstadt g e ft o r b e n. Der frühere Kavallerie- ofsizier blieb nach dem Kriege seiner Vorliebe für P^rbe treu und er war als Pferdemaler weithin bekannt. Seine Bilder vom Turf haben viele Freunde gefunden; feine Zeichnungen nicht minder. Scheld ist nur 41 Jahre alt geworden und die Zahl seiner trauernden Reiter- und Malerfreunde ist groß. — In den Ausstellungen des Oberhefsifchen Kunstvereins in Gießen sind häufig Arbeiten von Karl Scheld gezeigt worden. ■8 . ' O. f : -5 ■ rV tr M * Ä - - $ > . M -- l ■ ^ei^sftaitfjalter'®aüieSrHaßUao8».?“».;;8“!' “nt5: Reich-Minister Seldte, AiifdemWegezurHeldengedenkfeiermSeidelberg ekta nämlich kocht die Marmelade durch denn nut Opekia “ Hälhe ein- Mit Qpekla jedoch bekommen Sie ungefähr das ganzenGeJicHan Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zuck^rjnden^Kochtop^geb^ . Pro» m, den. Mheit,' r deut« !nz Isen Re« der der< feines" turellen L ätjrigen :m Ge- in An- fchild t)n des »boxen, tte fpä- g. <5eit nist, in lrbeiten len der ier beeid in lallerie- lebe für weithin n viele minder, lie Zahl mde ist Mchen len von epublik taltung hoben« Exzel. Unter« hebeui n, den die Le- Schule ch un. er au, garns. Billen. Luiz ■r der Q. den e und leroor« lonaier nenar- den iweiten ustrien 'eutsch. 5. Ex. , Pro« öerfität auern« ihruna Güter« ;n Er« Großer Gistmordprozeß in Mainz trat a l s kurz bald 1913 Kin- LPD. Mainz, 29. Juni. Vor dem Schwurgericht begann unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Krug die Verhandlung gegen die Frau Frieda Katharina Vogler geb. Zorn aus Mainz-Kostheim. Frau Vogler ist angeklagt, vorsätzlich zwei Menschen getötet und den Mord m i t Ueberlegung ausgeführt zu haben, und zwar 1930 ihren Ehemann und Ende 1931 den Friseur Ludwig Seitz, indem sie beiden thalliumhaltiges Rattengift beibrachte. Sie hat ferner drei Menschen versucht zu töten, und zwar 1932 den Installateur Andreas Keim, 1933 ihren Stiefsohn Georg Vogler und im Sommer 1934 die Ehefrau Katharina Herdel. Diese Mordversuche wurden in der gleichen Weise ausgeführt wie die beiden vollendeten Morde. Frau Vogler hatte ein Interesse daran, ihren Mann loszuwerden, um für ihre verschiedenen Geliebten freie Hand zu haben. Mit dem Seitz wollte sie einen Mitwisser aus der Welt schaffen. Bei dem Mordversuch an ihrem Stiefsohn Georg Vogler ist der Grund durch eine Versicherung gegeben, die sie zugunsten ihres Stiefsohnes abschloß, dann auf sich übertragen ließ und fallen ließ, als ihr Stiefsohn nicht starb. Der Mordversuch an Keim wird der Beseitigung eines Geliebten gegolten haben. Für das Motiv beim Mordversuch an Frau Herdel ist zunächst noch kein Grund sichtbar. der entsprossen. Sie hat mit ihrem Mann gut gelebt, abgesehen von Streitigkeiten, die durch ihr Verhalten, aber auch durch die häufige Trunkenheit ihres Mannes veranlaßt wurden. Seit 1928 etwa hatte sie ein festes Verhältnis mit einem Mann namens Holzhauer aus Mainz-Kastel. Mit diesem hat sie öfters Reisen unternommen, die sie auch finanzierte. Sie ist dann mit zwei Kartenlegerinnen, der Frau Rocker und der Frau Schneider, in Verbindung getreten. Immer wenn jemand starb, wurde es vorher von den Kartenlegerinnen prophezeit. Auch ein geheimnisvoller Onkel Ehrhard tauchte m den kommunistische Partei verbieten. Diese Zukunftsmusik wird allerdings die gegenwärtige Volksfront- regierung> die sehr viel überlegter und zielbewußter an ihre Umbruchsarbeit herangeht, als selbst bis in die Volksfrontkreise hinein erwartet worden ist, nicht aus dem Takt bringen. Der Regierung L6on Blum kann eine wirkliche Gefahr nur durch einen völligen Bankerott ihrer Arbeit oder durch eine einheitlich geführte ideen- und willensstarke politische E r n e u e r u n g s b e « megung von rechts drohen. Jeder der aufgelösten Bünde fühlt sich zu dieser Aufgabe berufen. Wer aber ist auserwählt? Besprechungen mit Frau Rocker wiederholt aust Von ihm sollen angeblich bie Tabletten st a m- men, mit denen der Ehemann Vogler vergiftet wurde. Frau Vogler erklärt, die Tabletten fyabe ihr Frau Rocker gegeben, sie habe die Tabletten auf den Nachtkasten am Bett ihres Mannes gelegt. Sonst wüßte sie von der ganzen Sache nichts. Der Stiefsohn Georg Vogler war von seiner Stiefmutter mit 2000 Mark für den Fall des Todes versichert, ohne daß er selbst von dieser Versicherung wußte. Frau Vogler hat die Prämien bezahlt. Im September 1933 wurde ein Nachtrag gemacht, daß die Versicherung bei dem Tode des Georg Vogler nicht an seine Erben, sondern a n seine Stiefmutter ausgezahlt werden sollte. Damals aber lag Georg Vogler bereits schwer krank. Nach Annahme der Voruntersuchung müssen sämtliche Unterschriften gefälscht worden sein. Dies erhellt auch aus der Tatsache, daß Frau Vogler, als ihr Stiefsohn nicht starb, die Prämienzahlung einft eilte und mit der Versicherungsgesellschaft wegen eines Rückkaufs verhandelte. Kriminalsekretär Benner erklärte bann als Zeuge, daß Kostheim sehr stark unter Ratten z u leiden habe. Deshalb wurde das Gift in fester und flüssiger Form an die Einwohner verabreicht. Auch Frau Vogler hat von diesem Gift zur Auslegung gegen die Ratten bekommen. Eine Haussuchung ist ohne Ergebnis verlaufen. Landgerichtsrat Rhode als Untersuchungsrichter veranlaßte den Gerichtschemiker Dr. Popp, sich zu äußern. Dieser sprach zuerst von Symptomen einer Thalliumvergiftung. Nach einem Aerztekonsil von 13 Aerzten wurden die Leichen des Ehemanns Vogler und des Friseurs Seitz ausgegraben. Dr. Popp hat an den Leichenteilen große Mengen von Thallium fest- gestellt. Wie Dr. Popp ausführte, genügen die kleinsten Mengen von Thallium in einem menschlichen Körper, um von Vergiftung zu sprechen. Der Stiefsohn Georg Voglers erklärte als Zeuge, auf das Recht der Aussageverweigerung hingewiesen: „Ich kann gegen die Mörderin meines Vaters die Aussage nicht verweigern". Bereits mit 14 Jahren hat der Zeuge eheliche Untreue der Frau Vogler beobachtet. Erft nach dem Tode Die Angeklagte wurde 1894 geboren und 1912 bei bem Gastwirt Vogler Dienstmädchen ein. Voglers Frau war vorher gestorben. Sie selbst trat mit Vogler in nähere Beziehungen und heiratete i h n im Alter von 19 Jahren. Ihrer Ehe sind drei Großbritanniens Lage noch ernster, Deutschland und Italien hätten ihre bitteren Erfahrungen mit dem Kommunismus gemacht und wollten, wenn notwendig, zu ihrer Verteidigung ein Vorwärts- öringen des Bolschewismus an ihren Grenzen verhindern. Unter keinem Vorwande dürfe Großbritannien mit dem Bolschewismus gemeinsame Sache machen. „Uebereilt und dumm" sei es, die Unabwendbarkeit einer britisch-französischen Allianz zu proklamieren, während rote Flaggen über französischen Fabriken und Häfen flatterten. Frankreich s e i nicht mehr bie Macht von 1914, unb Großbritannien sollte sich nach Bündnissen mit Deutschlanb unb Italien umsehen. — Das erste für Großbritanniens Sicherheit sei seine gute Bewaffnung, bas zweite, ft arte Freunbe zu haben. Einer solchen Freundschaft würbe auch Frankreich beitreten, wenn es seine politische Seuche abgeschüttelt habe. Ein Zusammenschluß zwischen ben vier westeuropäischen Hauptmächten wäre eine bessere Garantie als das schiffbrüchige Genf. Die Kampfbünde in Frankreich Von unserem Noe-Äerichierfkatier. Zwei kommunistische Präsident, schafiskandidaten in USA. Sowjetpropagandaüberallearnerikanischen Rundfunksender. Neuyork, 29. Juni. (DNB.) 25 000 im Madi- son Square Garben versammelte Kommunisten beschlossen die Ernennung des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten, Browder, zum Präsidentschaftskandidaten und des Negers W. Ford aus Alabama zum Dize- präsibentjchaftskandidaten. Der Neger Ford ist als kommunistischer Oberhetzer des Neuyorker Negerviertels berüchtigt. Die beiden größten Rad io Gesellschaften der Vereinigten Staaten, Columbia unb National B r o a b ca st i n a, übertrugen die Agitationsrede Browbers und Fords über alle amerikanischen Sender. Browder bezeichnete den kommunistischen Parteitag ganz offen als Geb u r t der neuen Massenrevolution unb kündigte die Errichtung einer Sowjetregierung in den Vereinigten Staaten an. Dann rief er zum Kamps gegen das Ober ft e Bundesgericht, gegen Wall Street, gegen die Republikaner und ihren Kandidaten Landon auf. Taufende von Kommunisten füllten die Straßen um den Madison Square Garden herum, wo die Reden der Parteiführer durch Lautsprecher verbreitet wurden. Wilde Agitationsrufe wechselten mit dem Gesang der Internationale ab. Deutscher Missionar in Eüdabessinien ermordet. AddisAbebä,29. Juni. (DNB.) Aus dem südlichen Teil Abessiniens werden Unruhen von Galla- Stämmen gemeldet. Aus Neghelli im Somaliland brach am 5. Juni unter dem Befehl des Generals Gelose eine Autokolonne auf unb besetzte Mega Mache, 250 Kilometer nörblich von Neghelli, um ben aufstänbischen Gallas bie Lebensmittelzufuhr abzuschneiben. Aus Abbis Abeba würbe gleichfalls eine bewaffnete Autokolonne z u ben belgischen Plantagen — mehrere hunbert Kilometer süblich ber Hauptstabt — geschickt. Der Kolonne schlossen sich auch mehrere Deutscbe an, um beutsche Lanbsleute von ber Belagerung durch Eingeborene zu befreien. Ueber bas Schicksal des deutschen Missionars Adolf Müller auf der Station Beballe konnte man jetzt traurige Gewißheit erhalten. Der Missionar würbe ermorbet. Seine Frau und seine Kinder sind auf dem Heimweg über den Sudan. Der Missionar hatte sein Haus trotz des Mangels an Lebensmitteln und Munition gegen bie Gallas tagelang verteibigt, um bie Flucht seiner Familie zu becken. Am Sonntag fanb auf ber beirischen Missionsstation in Abbis Abeba für Müller eine Gebächtnisfeier statt. Von unserem Dr. Jh.-Korrespondenten. örtlichen Streitfall in einen Weltkrieg qus- arten lasse. Aehnliche Ansichten finb in den Zusammenkünften der sog. „neutralen Staaten", Spanien, Schweiz, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, die unter dem Vorsitz des dänischen Außenministers Munch wiederholt stattgefunden haben, geäußert worden. Der Gedanke der Reform marschiert und läßt sich wohl kaum noch aufhalten, auch wenn bie eigentliche Aussprache auf die Herbsttagung verschoben werden sollte. In schwierigen Lagen ist die Vertagung schon immer der Genfer Weisheit letzter Schluß gewesen. Kein Bündnis mit dem Bolschewismus. Lord Rothermere über die europäische Lage London, 29. Juni. (DNB.) Lord Rothermere fordert von der britischen Politik, baß sie sich freimache von ben Staaten, bie unter ben tödlichen sowjetrussischen Einfluß gelangt seien. Werde Frankreich d o l s ch e w i si e r t, so . würbe Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, im Juni 1936. „Herzlich willkommen", verkündet an ber Tür zu bem Sitz ber aufgelösten „Vaterländischen Jugend" ein Schild. Es ist für bie Polizeibeamten gedacht, die etwa auf Anweisung der Regierung kommen könnten, eine Haussuchung vorzunehmen. Sie werden das Nest leer finden, denn Möbel, Karteien und Akten sind vorsorglich schon seit Tagen an sicheren Ort gebracht worden. Die Regierung Leon Blum mag schnell handeln, aber schneller noch laufen' durch die Ministerien bie Flüstergerüchte über tommenbe Maßnahmen. So bleibt ben aussührenben Organen der Regierung ein „Herzlich willkommen." men." Auch im Hauptquartier der Feuertreuzler zeigt man sich guter Laune. Der Führer dieser Bewegung, de la Rocque, hat sogar sein lachendes Gesicht in ben Mittelpunkt einer Pressebesprechung gestellt und erklärt, sein Lachen beweise wohl am besten, daß er nicht beunruhigt sei. Er könne lachen, denn die Sache laufe gut an, es sei bas Lachen eines Mannes, ber vertraue unb der des Siegs gewiß sei. Im übrigen aber sei der Regierung ein nettes Mißgeschick unterlaufen, denn sie habe zwar die s o - ziale „Bewegung Feuerkreuz" verboten, bie sich in der Hauptsache um soziale und Frauenangelegenheiten kümmere, nicht aber bie „Vereinigung Feuerkr eu z", die die Frontkämpfer umfaßt, und nicht die „Nationalen Freiwilligen", die Jugendverbände, obwohl beide Verbände noch legal eingetragen seien. Der Oberst wird allerdings nicht daran zweifeln, daß die Regierung diesen Schönheitsfehler berichtigen wird. Sie hat bereits zu erkennen gegeben, daß sie sich von Tarnungen nicht täuschen lassen wird. Sie hat die N a - tivnale Volkspartei des Herrn Taittin- g e r aufgelöst, in die sich nach den Laval-Gesetzen vom Januar die „Vaterländische Jugend" umgetauft hatte, sie hat die Republikanische korpora - tive Nationalpartei verboten, unter der die Solidarits Fr anxaise sich verborgen hatte, unb sie wollte die Feuerkreuzler in ihrer Dachvereinigung im ganzen treffen. Daß binnen kurzem bie Auflösung ber burch bie Vervrbnungen getroffenen Bünbe technisch burchgeführt sein wird, steht außer Zweifel. Juristische Seitenwege und Paragraphen werben für bie Regierung fein Hinbernis bil- ben. Wirb mit der technischen Auflösung ber Bünbe aber auch deren wirkliche Auflösung erfolgt fein? Das Lächeln und der gute Humor her Betroffenen mögen daraus eine Teilantwort geben. Allerdings sind diese Gefühlsäußerungen nicht die einzigen. Freilich, von einer großen Empörung ober Erregung ob des Verbots ist in diesen Tagen in Frankreich nichts zu spüren. Denn daß die Studenten des Lateinischen Viertels in Paris, die irgendeinem der aufgelösten Bünde angehören, ein wenig auf dem Boulevard Saint Michel in geschloffenen Reihen spazieren gehen unb brustbreite Trikolore- farben zur Schau tragen, will nicht viel besagen, denn die Demonstrationen des Boulevards Saint Michel stehen auf der gleichen Stufe mit ben politischen Rebeerqüfsen im Lonboner Hybepark. Aber eine fachliche Rückwirkung der Aufläsungsbeschlusse auf die Bünde selbst, auf ihre Anhänger unb Führer wirb natürlich nicht ausbleiben. Oberst de la Rocque als ber Führer des größten der betroffenen Bünde, hat denn auch bereits angefunbigt, bah er nunmehr eine parlamentarische Partei die Soziale französische Partei, gründen werde, i)ie das gleiche Programm haben soll wie die alte Feuerkreuz-Bewegung. Zwar haben zwei seiner verbotenen Nachbarn mit der im Januar vorsichtshalber erfolgten Parteigründung der Auflösung nicht entgehen können. Vielleicht ist ber Oberst em besserer Taktiker. Zunächst beginnt er allerdings nut einem kleinen Dorpostengefecht, indem er zum ftlaaqen der Trikolore aufgefordert hat. Das mag vielleicht als Äußerlichkeit erscheinen, aber bie Marseiller Ereignisse haben bewiesen, daß aus Flaggenstreiten schnell Straßenunruhen werden können. Zum andern ist auch noch nicht entschieden, ob die Volksfrontregierung sich nun stillschweigend bie Trikolore entwinden unb diese allein der Rechtsopposition lassen wird. Wenn auch der neuen Regierung auch die harten sozialen, wirftchaftspolitischen unb finanziellen Probleme auf ben Nägeln brennen, wird man keinen Grund haben Reform oder Auflösung? Die Genfer Gonderiagung des Völkerbundes in der Zwickmühle G 6 nf, 29. Juni 1936. । Bei gewittrigem Wetter unb in gebrückter Stimmung verlaufen bie üblichen Sitzungen unb Besprechungen ber Sonbertagung des Völkerbundes. Die 16. Bundesversammlung wurde im September v. I. eröffnet unb hat mit vielen Unterbrechungen bis heute ihr Leben gefristet. Alle Welt hofft, baß dieses der letzte Tagungsabschnitt sein wirb, damit sie endlich ihr kümmerliches Dasein beschließen kann. Die gegenwärtige 92. Ratstagung dagegen ist erst knapp zwei Monate alt; sie wurde Anfang Mai eröffnet unb am 13. Mai mit Rücksicht auf ben Wahlumschwung in Frankreich so lange vertagt, bis bie neue französische Regierung in Genf zur Stelle sein könnte. Angesichts ber unerfreulichen Witterung bemühen sich außer ber abessinischen sämtliche Aborbnungen, bas Ende dieser Iulitagung z u beschleunigen. Doch die Aufgabe ist verzwickt, unb ernste Gefahren für ben Bestaub des Völkerbunbes drohen wie ein Gewitter, das vom Montblanc her über die Stadt am Genfer See heraufzieht. Der argen t^n ifche Vertreter hatte die Einberufung do4 (Sonbertagung beantragt, bamit der Völkerbund gezwungen würde, noch vor ber PanameriEa-Konferenz, die im August in Buenos Aires stattfinden soll, zu den in Abessinien geschaffenen Tatsachen Stellung zu nehmen. Da die südamerikanischen Staaten sich in dem Panamerika-Protokoll von Rio de Janeiro vom 4. August 1922 verpflichtet haben, den Besitz von gewaltsam angeeigneten Gebieten nicht anzu - erkennen, fordern sie jetzt vom Völkerbund eine entsprechende Stellungnahme, andernfalls sie drohen, dem Beispiel derjenigen Südamerika- Staaten zu folgen, die dem Völkerbund bereits den Rücken gekehrt haben. Würde aber der verlangte Beschluß in Genf gefaßt werden, so wäre bestimmt damit zu rechnen, daß Italien sich vollkommen zurückzieht unb höchstwahrscheinlich seinen Austritt erklärt. Das auf jeben Fall zu vermeiben, sind die britische und die französische Regierung übereingekommen. Beide haben sich als erste für bieAuf Hebung ber Sanktionen ausgesprochen, obgleich die eine es sich ehedem besonders hat angelegen sein lassen, bas ganze Sanktionswerk in Gang zu setzen, unb die andere sich erst soeben zu der uneingeschränkten Anwenbung des Artikel 16 des Völkerbundspaktes, in dem die Sand tionen festgesetzt finb, bekannt hat. Was wird man also tun, um aus diesem Dilemma herauszukommen? Man wird seine Zuflucht zu einigen Kunstgriffen nehmen, die im Genfer Glashaus (dem provisorischen gläsernen Tagungsgebäude) wie in einem Treibhaus wachsen. So wurde darüber verhandelt, ob nicht auf den „Beschlu ß" verzichtet und an dessen Stelle eine harmlosere „Erklärung" gesetzt werden könnte. In der nächsten Etappe folgte die Anregung, auch die Erklärung fallen zu lassen und sich auf eine Bestätigung des Artikels 10 der Dölkerbundssatzung, in dem ungefähr dasselbe gesagt ist, zu beschränken. Schließlich kam noch ein ganz Schlauer auf den Gedanken, das Wörtchen „zukünftig einzuschieben, so daß die Nichtanerkennung gewaltsam angeeigneten Gebietes auf Abessinien keine Anwendung finden würde. Aber wird sich ber Völkerbund wirklich mit solchen Spiegelfechtereien aus der Affäre ziehen können? Und wenn ja, glaubt man dann von feinem Ansehen auch nur noch einen Bruchteil zu retten? Außerordentlich unerwünscht ist allen Vol- kerbundspaten die Anwesenheit desNegus in Genf. Man hat sich die größte Mühe gegeben, ihn von feiner Reife abzubringen. Ihm wurde gedroht, daß er nachher nicht nach England zurück- kehren könnte, unb die Schweiz machte ihn sofort daraus aufmerksam, daß er nach Beendigung Der Tagung bas Land unverzüglich wieder verlassen wüßte. Dbenbrein hat bann noch die Genfer Bevölkerung in sehr auffallender Weise für ihn Partei ergriffen. Nach feiner Ankunft war ihm auf dem Bahnhofsplatz von einer vieltaufenbkvpftgen Menge eine riesige Huldigung dargebracht worden. Die sonst so behäbigen Bürger der Stadt klatschten unb tobten und schrien sich heiser mit den Zurufen: „Vive le Nögus, vive l’empereur!“ Hinter dem neuen Völkerbundspalast, im Carlton-Hotel, in bem einst die beutsche Abordnung residierte, hat Hacke Selassi eine regelrechte P r o p a g an da zentrale aufgeschlagen, wo er Kommuniques aus» gibt und bie Weltpresse empfängt unb unermüdlich ben Völkerbunb an bie nicht eingehaltenen Versprechungen erinnert. „Ich bin voller Hoffnung, baß die einzelnen Staaten ihren Genfer SBerpfViqjtinv gen nachkommen werben", ist seine tägliche Parole. „Das wanbelnde böse Gewissen des Dolker- bunbes" nennt man ben schwarzbärtigen Exkaiser hier nicht mit Unrecht. Zu allem Ueberfluß ist nun durch den chilenischen Antrag gleich in ber ersten vertraulichen Ratssitzung auch noch die Frage ber V o I - ferbunbsreform angeschnitten worden. Allerdings scheiterte der Antrag zunächst im Rat an ber heftigen Gegnerschaft Litwinows und des Rumänen Titulescu, die jebe Reform mit ber Begründung ablehnten, daß dadurch bas Enbe des Völkerbundes herbeigeführt werbe. Aber sie formten nicht verhindern, baß bie Reformfrage nun auf der Tagesordnung ber Vollversammlung des Bundes steht. Außerdem erklärte der chilenische Vertreter, daß sich ferne Regierung schon von jetzt ab nicht mehr an die automatischen Verpflichtungen des Völkerbundspaktes gebunden betrachte, sondern jeden Streitfall nach seinen Ursachen, Wirkungen und Verantwortlichkeiten prüfen werde, ehe sie sich ben Volkerbunds- maßnahmen anschlösse; benn seine Regierung wolle nicht mitverantwortlich an einer Politik fein, Die durch das Spiel der kollektiven Sicherheit einen ' ___ iiumh I ei, 'Jium. i. eilik' L‘"eyV2Jt«äSe"ii zu zweifeln, daß sie nicht auch den Wert von Symbolen im politischen Kampf zu erkennen weiß. Bereits bei ben letzten Jeanne-b'Arc-Feiern, die die Rechte alljährlich zu begehen pflegt, wurden im Volksfrontlager zahlreiche Stimmen laut, die erklärten, man müße die Nationalheldin Frankreichs, die weder adlig noch gesellschaftlich, die weder eine Prinzessin noch ein Oberst, sondern die ein schlichtes Bauernmädchen gewesen und von Kirche und Adel gemeinsam verbrannt worden sei, der Rechten entreißen und sie bem Volke zurück- geben, aus dem sie hervorgegangen. Die Volksfront wird bei bem wahrscheinlich kommenden Flaggenstreit sich der nicht unwesentlichen Tatsache erinnern, daß bie Trikolore bie Fahne ber Revolution von 1789 ist. Was aüs den aufgelösten Bünden werden wird, deren Anhänger ja schließlich als politisch hanbelnde Menschen weiter bestehen? Welche die etwaigen innerpolitischen Folgen der Auflösungsmaßnahmen sein werden? Die Franzosen und bie Betroffenen selbst verzichten auf prophetische Voraussagen, die über die Behauptung hinausgehen, daß die Kampf- bunbberoegungen durch das als ungerecht empfundene Verbot nur neuen Auftri e b erfahren werden. Im übrigen warten die Bünde auf eine Ablösung der politischen (Seroalt. Daß sie sich zur Stunde noch nicht stark genug fühlen, hat die Aufnahme des Auflösungsdekrets in diesen Tagen bewiesen, und es hat viele Franzosen nicht verwundert, die in den Kampfbünden sowohl kämpferischen Willen wie sachliche Stoßkraft vermißten. Dinge, die durch Massenversammlungen, Knopflochabzeichen und wortstarke Proklamationen nun einmal nicht zu ersetzen sind. Wenn aber erst einmal die Ablösung ber politischen Gewalt erfolgt sein wird, dann will Herr Taittinger auf Grund des gleichen Aufläsungsgesetzes die sozialistische unb die ires ter» Hauer Für die heißenTage leichte sommerliche Kleider für Haus Straße Telefon Nr. 2096 und Nr. 4276 169A Bieten, Franklnrt.Str.52, Ruf 2847/48 für halbe Tage berstraße L TEXTIL.HRUS. HAys DER GUTEN 'QUALITÄTEN Vor dem Aufokauf ERSTE IM OPEL 0 »I td des niei -e> W janb. lo|i und war stark MI muri bar Weni seiner hatte! Volke politi Baye 3n aus dank die \ die jofla muß mad desh feine frühe lein Straßen kleid Mattkrepp, in schönen, hellen Blumenmustern 14.90-25.- Straßenkleid uni Teile, das sehr beliebte Sportkleid 8 a st neun Tage und acht Nächte, genau 178 Stunden, ist Hauer Schmidt bis zu seiner Rettung — fast 800 Meter tief — unten im Schacht von der Welt abgeschnitten ge- roefen. Das Zubruchgehen einer Strecke versperrte ihm, der allein in einem Querschlag apf der siebenten Sohle arbeitete, den Weg aus'der Grube. Seit Dienstag bestand Verständigung mit dem Eingeschlossenen. Ein Rohr wurde "durch das Gestein getrieben, das ihm Nahrung und Luft zuführte. 3n vier Schichten, unter der Leitung der Betriebsführung und der Bergbehörde arbeiteten die Retter. Bon zwei Seiten war man zuletzt bemüht, zu dem Eingeschlossenen vorzudringen. Außerdem waren seit Freitag Ingenieure dabei, von unten her ein Loch zu bohren, durch das man schließlich mit einem weiten Rohr den Verschütteten zu bergen hoffte. Derweilen ließ es sich der Hauer Schmidt fo wohl gehen, wie dies in der Lage möglich war. 3n bester Laune unterhielt er sich mit den Rettungsmannschaften. Der Raum, in dem er über eine Woche aushalten mußte, umfaßt rund 40 Quadratmeter. Brot, Keks, Wurst, Fleisch, Käse und Tomaten, Milch und Tee mit Rum wurden ihm in feinen Karzer geschickt. Auch feine Lieblingsspeise, Speckpfannkuchen, konnte er sich zu Gemüte führen. Mehrere Grubenlampen versorgten ihn mit Licht. Jür das geistige Wohl war ebenfalls gesorgt: dem Fußballfreund und Brieftaubenliebhaber wurden die entsprechenden Zeitungen geliefert. Sogar eine telephonische Verbindung mit dem Eingeschlossenen wurde hergestellt. Unterhaltungen mit feiner Frau Hauskleid aus kariertem und gestreift. Indanthrenstoff 4.95 - 6.50 Hauskleid aus bes. schön. Indanthrenstoff, entzückende Dirndlform Dai noch Raun Dann °uf f D nig trat: gen den deich imme osten schen 3n daher Wie ! durchs hellste Dreißig Häuser niedergebrannl. In Horcajo de las Torres in der spanischen Provinz Avila entstand durch Funkenflug aus einem Schornstein ein Großfeuer, das sich infolge des starken Windes rasch ausdehnte. Dreißig Häuser wurden in Asche gelegt. Personen wurden nicht verletzt, aber der Schaden an Sachwerten ist außerordentlich groß. Fünf Personen von einem Blindgänger zerrissen. Sieben Personen suchten auf den Höhen von Montevecchio bei Görz nach Resten von Kriegsmaterial aus dem Weltkrieg. Fünf von ihnen fanden einen 30,5-Zentimeter-Blindgän- g e r. Sie machten sich daran, ihn auseinanderzunehmen. Plötzlich explodierte die Granate und riß alle fünf Personen in Stücke. Man fand von ihnen nur noch wenige Knochen und Kleiderreste in etwa 100 Meter Entfernung. Todesurteil gegen einen Blädchenmörder. Das Berliner Schwurgericht verurteilte den 24 Jahre alten Albert Rüdiger aus Berlin- Mariendorf, der am 25. August v. I. die 12jährige Erna Vogel aus Berlin-Marienfelde mißbraucht und dann ermordet hatte, wegen Mordes zum To d e und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Wegen des Notzuchtoerbrechens er» kannte das Gericht auf eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren. Das Verschwinden der kleinen Erna Bogel hatte seinerzeit in der Berliner Bevölkerung große Anteilnahme heroorgerufen, die sich noch steigerte, als man die Leiche des Mädchens nach einiger Zeit auf einem unbebauten Grundstück im Gebüsch versteckt, vorfand. Der Verdacht richtete sich schon bald auf Rüdiger, der mit den Eltern Vogel eng befreundet war und der nach dem Verschwinden des Kindes noch die Dreistigkeit hatte, selbst bei der Polizei die Vermißtenanzeige aufz'uqeben und weiterhin Pit den Eltern freundschaftlich zu verkehren. Nach hartnäckigem Leugnen legte Rüdiger em Geständnis ab. Straßenkleid uni Baumwoll-Rips, in besond. schöner Ausführung 6.50 - 8.50 eine Kleinanzeige lagen (Sie e§ allen Indischer Gulsinspektor in Algerien von Eingeborenen gelyncht. In Ain Rif, 70 Kilometer von Bussaada in Algerien haben Eingeborene einen gefangenen den Händen der Polizei entrissen und ihn gelyncht. Am 25. Juni war es zwischen dem jüdischen Gutsinspektor Attia und einem Eingeborenen wegen einer Geländeaufteilung zu einem Wortwechsel gekommen. Attia schoß auf den Eingeborenen, der schwer verletzt wurde und bald daraus starb. Der Mörder wurde an den Ta fort gebracht, wo eine Lokaloernehmung stattfinden sollte. 300 Eingeborene entrissen den Gefangenen der Gendarmerie, schnitten ihm die Kehle durch und zogen sich darauf in ihre Hütten zurück. Es soll Ruhe herrschen. 350 Senegal-Schützen wurden jedoch nach Bussaada geschickt, um gegebenenfalls bereit zu stehen. Drei Tote bei einem Autoübersall in Spanien. Auf einer Landstraße bei L a C o r u n a in Nordspanien überfielen unbekannte Täter ein Auto und nahmen es unter starkes Pistolenfeuer. Drei Insassen, darunter eine 70jährige Frau, wurden auf der Stelle getötet, drei andere Personen schwer verletzt. Man vermutet, daß es sich bei der Tat um einen Racheakt handelt, da der Bruder des Ermordeten kürzlich gegen mehrere Vagabunden ein Gerichtsurteil herbeigeführt hatte. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler stattete ' dem feit einiger Zeit erkrankten Reichsminister . Kerrl einen Besuch ab und sprach ihm seine besten Wünsche für eine baldige Genesung aus. Der japanische Botschaftsrat Fuji! überreichte im englischen Außenministerium eine Note seiner Regierung, in der mitgeteilt wird, daß die japanische Regierung unter den gegenwärtigen Umständen nicht beabsichtige, dem Londoner Flottenoertrag von 1936 beizutreten. * Die belgische Kammer tjat der Regierung van Zeeland mit 119 Stimmen gegen 51 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. * Die Niederländische Bank hat erneut den Diskontsatz um V2 v. H. von 4 auf 3^2 v. H. gesenkt. Nach den zweimaligen Diskonterhöhungen vom 29. Mai (21l2 auf 3%) und vom 3. Juni (3% auf 4^) hatte die Niederlän- Hauskleid Panama, in schönen Farben 3.95 - 5.75 Hauskleid Dirndlform, modernes Blumenmuster Straßenkleid in entzückenden bunten Streifen 10.90-17.50 koi nut flro erh( nah stau fahr nen eine ära gnW onftri land In der । kin! -err Neick fonth Herr Schöne 2-3-Zimm.-Wohng. SS'* Sdnllerftr. Dürerhaus Kühn Neues Kunstgewerbe jetzt Kaplansgasse 2 —1 02999 Mira, Marmeladen y. Gelees. OeiftimnafäSmeg Lieferwerk sucht beS Gr°w°nd-ls N Bezirk Gießen ein. bei denn Frage kommenden Kundschaft eingefühtt seriösen Herrn. Reflektanten wollen sich gefl. mel- ben unt. 4192V an den Gieß. Anz. Büchertisch. — Der Flieger. Vom Jungvolk zum Waffenträger im Dritten Reich. Von Major a. D. Otto Lehmann. Mit einem Geleitwort des Reichsluftfahrtministers General der Flieger Göring und einem Vorwort von Freiherrn v. Bülow Oberst im Reichsluftfahrtministerium. 208 Seiten' Preis broschiert 3,20 RM., in Ganzleinen 4,50 RM. Gerhard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg in Oldenburg-Berlin. - (163) - Die Jugend mit dem Wesen, den Aufgaben und Zielen der Lusf- fabrt vertraut zu machen, ist der Zweck dieses Huches. Es dient damit den Anforderungen, die die Reichsregierung heute an die deutsche Jugend stellt- öenn bas Wort des Führers: „Es wacht die Kraft der Nation in der neugeschaffenen Luftwaffe" be- dE »ns ernste Verpflichtung für sie. und zu der natürlichen Begeisterung wi Jugend ,ur den Flug- 8e6anten muß nun das ernste Streben treten. m leisten. Hier wird dargetan, welche ^ohen Anforderungen die Landesverteidigung zur ffina e: toälber wogent Städte, "chniei verteil I®. on weiße und in geweht nun hj, unsere । »enlgin » iurS $"8 es »n 6uben SS schlang, Men0 ‘‘.einen N s* hi * ftQni 'Pred)en h ^Ohli er Baumpfähle Rosenstäbe Latten ,ooD Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u.6 Ruf 8925 dische Bank am 24. Juni eine Diskontermäßigung auf 4 v. H. vorgenommen. Die neue Diskontsenkung kann sowohl als ein Anzeichen für eine bereits eingetretene Beruhigung der Lage am Geldmarkt gewertet werden, als auch als der Versuch, die Wirtschaft vor stärkeren Einschränkungen zu bewahren. ‘ * Eine Volksabstimmung zur Erlangung des Selbstverwaltungsrechsts fand in vier spanischen Provinzen statt. Für die Volksabstimmung war eine außerordentliche Propaganda entfaltet worden. Nach den vorläufigen Ergebnissen wurde in den Städten der Provinz die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erreicht. Schöne Uinun.-Wouiiq 21m Nahrungsd. wfortz. vermiet. Näheres 419nD Ä A. BeckeL o Keplerstraße 9 Telephon 3804 2Zimmer (evtl.mit Möbel) Küche o.Küchen- benubungingut. 'vaufe, Nähe der Unwers.bei einz. Dame abzugeb. R^^9eb.unt. 03009 and.G.A. leines Vaters erfuhr Georg Vogler, daß er mit 6000 Mark in der Lebensversicherung war. Als Frau Vogler aufgefordert wurde, die Leiche ihr Mannes ausgraben zu lassen, um ihre V« sicherungsansprüche geltend zu machen, habe sie lieber auf das Geld verzichtet. Der Zeuge mar dreimal aus dem Krankenhaus als geheilt entlassen worden, erkrankte aber regelmäßig wenige Tage nach der Rückkehr in das Haus feiner Stief- — Die große Fahrt derLotteNeßler. Ein Mädchenschicksal aus dem großen Kriege. Don WolsOeringk. Mit Buntbild und vielen Federzeichnungen von G. Kirchbach. 128 Seiten Halbleinen 1,90 RM. Verlag A. Anton, Leipzig. — (109) — Ein Kriegsbuch für junge Mädchen, das den heldenhaften Anteil der Frauen an dem großen Geschehen der Kriegsjahre lebenswahr und packend schildert. Es erzählt die Erlebnisse eines jungen ostpreußischen Mädchens. Eine Fülle abenteuerlicher Erlebnisse zieht an unseren Augen vorüber: das Grauen der Schlacht, die Leiden sibirischer Gefangenschaft, eine Flucht auf dem Eise des Jenissei, die bunte Welt des Fernen Ostens, die Schönheit des Bosporus und der Einfahrt ins Goldene Horn. — Matthias Ludwig Schröder: Alle Achtung: Männer! Acht Werkmannsgeschichten. (Die junge Reihe.) Albert Langen/Georg Müller, 1936. — (175) — Der Geist männlicher Kameradschaft und Opferbereitschaft lebt in diesen Geschichten, die von den Schicksalen deutscher Arbeiter erzählen. Jede gibt uns ein Vorbild der Treue und Pflicht- ersüllung, mit der diese Männer dem Werke dienen, nicht um ihrer selbst willen, sondern zum Wohle ihres Volkes und Vaterlandes. Der seit vorigem Montag verschüttete Schmidt wurde am Montagnachmittag wohlbehalten geborgen. Er wurde zur Beobachtung seines Gesundheitszustandes in das Krankenhaus Bergmannheil in Bochum gebracht. Unter Tage wurde Schmidt von der Bergbehörde, der Betriebsführung und den Kameraden herzlich beglückwünscht und über Tage von Frau und Mutter herzlich empfangen. Die Bergung gelang unter großen Schwierigkeiten, weil die Kohlenmassen ständig nachzurutschen drohten. Es mußte daher unter großer Vorsicht oorgegangen werden, die nach siebentägiger aufopfernder Arbeit endlich zum Erfolge führte. [Stellenangebotj faub. und ehrliches Mädchen f. vormittags ge- -W? sagt Wetterbericht • des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Nachdem es schon am Montagnachmittag im Bereiche feuchtwarmer Meeresluft bei großer Schwüle Zu vereinzelten Gewittern gekommen mar, löste am Abend eindringende frische Meeresluft eine Gewittertätigkeit auf breiter Front aus. Die damit verbundene Niederschlagstätigkeit war sehr unterschiedlich, zeitweilig aber sehr stark. Auch für die > Folge wird sich die Zufuhr feuchter Meeresluft fortsetzen, teils aus tropischen, teils aber auch aus den nördlichen Teilen des Atlantik. Der Witterungs- charakter bleibt daher unbeständig, aber nicht durchaus unfreundlich und nach Zeiten starker (Erwärmung werden kürzere Niederschläge, verbunden mit Gewittertätigkeit eintreten. Aussichten für Mittw o ch : Wolkig bis heiter, Mittagstemperatur um 25 Grad, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 29. Juni: mittags 28,3 Grad Celsius, abends 20 Grad: am 30. Juni: morgens 17,1 Grad. Maximum 28,7 Grad, Minimum heute nacht 13,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juni: abends 26,2 Grad; am 30. Juni: morgens 21, 3 Grad. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworl.ich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich l"" den L"^?erA"äeigen: Theodor Kümmel! S. 21. V.36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. mutter erneut. Nach dem dritten Krankenhausaufenthalt ging er zu Verwandten. Noch heute ist er fast erblindet und hat starke Lähmungserscheinungen an den Beinen. Der ebenfalls von dem Mordversuch der Frau Vogler betroffene Andreas Keim erklärte, keinen Verdacht auf Giftmord gehabt zu haben. Erst im Laufe der Voruntersuchung fjabe er sich wohl ober übel davon überzeugen müssen. Vom Vorsitzenden nach dem Motiv der Tat befragt, erklärte er: „Ich weiß keinen Grund". Keim war auch mit den beiden Kartenschlägerinnen bekannt. Er t)at Frau Vogler mit diesen öfter in den Mainzer Dom und nach Marienthal zu Wallfahrten mit seinem Auto gefahren. Bei einer solchen Wallfahrt ljabe er und Frau Vogler auch in Marienthal gebeichtet. Der Vorsitzende stellt an Hand der Voruntersuchung fest, daß Frau Vogler für ihren Mann, dessen Tpd man ihr vorwirft, dauernd Kerzen gestiftet und Messen lesen ließ. Sie ljabe mit Keim, mit dem sie in einem ehebrecherischen Verhältnis gelebt habe, Andachten abgehalten und Wallfahrten gemacht. Frau Herde! gab an, an Haarausfall gelitten zu haben, fei aber erst durch den behandelnden Arzt, der von den Kostheimer Vorgängen erfahren hatte, auf den Verdacht einer Vergiftung hingewiesen worden. Am Schluß des ersten Verhandlungstags richtete der Vorsitzende nochmals eine eindringliche Frage an die Angeklagte, die jedoch bei ihrem Leugnen verharrt. Aus aller Wett. Hauer Schmidt wohlbehalten geborgen. und der Betriebsführung gaben ihm Kraft zum Ausharren. Unterdessen ging das Rettungswerk unermüdlich weiter. Eine T a t bergmännischer Kameradschaft ist vollbracht. Heimreise der Gräfin (Siano-TUuffoIini. Die Gemahlin des italienischen Außenministers Gräfin Edda Ciano-Mussolini hat nach vierwöchigem Aufenthalt in Deutschland die Rückreise nach Rom angetreten. Der Führer und Reichskanzler ließ ihr bei ihrer Abfahrt in Vertretung des Staatsfeketärs und Chefs der Präsidialkanzlei Dr. Meißner durch Ministerialrat Kiewitz feine Abschiedsgrüße übermitteln und ihr fein Bild mit eigenhändiger Widmung überreichen. Auf dem Bahnhof hatten sich ferner der italienische Botschafter und Frau A11olico mit den Mitgliedern der Botschaft und der italienischen Kolonie sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda zur Verabschiedung der Gräfin Ciano eingefunden. Mussolinis Töchterchen an Kinderlähmung schwer erkrankt. Die kaum sechsjährige Anna Maria Mussolini, das fünfte Kind des italienischen Regierungschefs, ist feit einigen Tagen an Kinderlähmung schwer erkrankt. Nach einer ersten amtlichen Mitteilung war der Zustand des Kindes in den letzten Tagen wegen einer Lungenkomplikation besorgniserregend, doch hat das Kind den Höhepunkt der Krise bereits überwunden.. Mussolini hat zwei Tage und zwei Nächte mit feiner Gattin am Bett des schwerkranken Kindes zugebracht. — Ganz Italien nimmt herzlichen Anteil an der Erkrankung des Lieblingskindes des Duce. Der Führer als Pate beim 17. Kind. Die Frau des Bürgermeisters Pg. Franz Vogl in Bitz wurde vom 17. Kinde (dem 9. Knaben) entbunden. Vom Führer lief ein persönliches Handschreiben ein, in dem mitgeteilt wird, daß der Führer die Ehrenpatenschaft übernommen habe. Vogls alteingesessenes Bauernge- schlecht arbeitet schon feit vier Jahrunderten auf dem gleichen Hof (oberbayerische Ostmark). Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat dem Heinrich Weberin Hagen-Haspe aus Anlaß der Vollendung ' seines 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. 1 Luft an die junge (^neration des deutschen Volkes stellt. Das Manuskript dieses Buches erhielt bereits 1935 in einem Preisausschreiben des Deutschen Luftsportoerbandes den von der Deutschen Lufthansa ausgesetzten Preis zuerkannt. In diesem Buche, das jeden Flieger, ganz gleich was er tut, als einen Waffenträger der Nation kennzeichnet, geben sich Schule und ßanbes-Dcrteibigung bie Hand. Schulen, Lehrern und Soldaten wirb aufgezeigt, wie die große Aufgabe der Landesverteidigung in ber Luft zu erfüllen und für alle Zukunft zu sichern ist. — „Mit Luftschiff »Hindenburg* über den Atlantik. Von Rolf Branbt. Mit 26 Tafelbilbern. Kart. 1,80 Mark. 88 Seiten. Verlag Scherl, Berlin SW 68. 1936. — (154) — Branbt, der bie wichtigsten Zeppelinfahrten ber Nachkriegszeit mitgemacht hat, gibt neben einer anschaulichen Beschreibung ber technischen Einrichtung des neuen Luftriesen eine packende Darstellung ber ersten Fahrten. Branbt weiß spannend und amüsant zu plaudern von dem Leben an Bord, von der internationalen Reisegesellschaft, bie voller Bewunberung ist, und von bem herrlichen Erlebnis ber HohenfahrL über die weiten Landschaften, über den Atlantik — bei Kälte und Hitze. Viele interessante Aufnahmen vertiefen den Eindruck. stehender Dame 03004 Ludwigstr.46vt, Tüchtiges Mäddien in allen Hausarbeiten erfahren, !5cLaushalt mit 4 ?er . z.l5.Jnli o. l. August d.J. gesucht, evt. nur 54-Wn ung Marktplatz 1811 sofort z. vermiet. Näheres daselbst 1-^tod. 4191p Schöne geraum. 3-Zimmer- Wohnung mit Bad, Balkon und Heizung zu vermieten. umd m Förster Bahnhosstr.71 Mietgesuche | 45-Mto. mit Bad 3um l.£ft. evtl, früher gesucht. 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Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter Schwester, Schwägeiin und Tante ’ uigivmnuLter, Frau Emilie Neumann, geb.Roth, Lehrers witwe sanften ToTerl?s7wirdenVCren im 72 Lebensjahr durch einen Für die Hinterbliebenen: Dr Rudolf Neumann Darmstadt^Heinnchstraße 156), Grünberg i. H., Langsdorf, Die kirchliche Feier hat bei der Einäscherung in Darmstadt staffo-p. Minden Die Beisetzung der Urne auf dem FrieXTin Großen- bauVan ”e“ Obe1nfort”auseltag’dem 3 JuU- Um 15 ühr’ Schul- 4183D Nr. 150 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 50. Zuni 1956 König Heinrich I. - ein Deutscher. 3ur Hemrtchs-Feier in Quedlinburg am 2. Luli. Von SS.-Sturmbannführer Helmut Lorenz, Quedlinburg. Wenn^man sagt, daß König Heinrich I. (919—936) den Vergleich mit den bedeutendsten Gestaltern von Weltgeschichte aushält, dann behaup- tet man nicht zuviel, ja er überstrahlt an Reinheit des Willens und in Erreichung edler Ziele die meisten dieser mächtigen Herrscher. Jeder aber, der Heinrich I nur als deutschen Herrscher betrachtet, leder, der sich tn fern Wirken und Streben vertieft kommt sehr bald zu dem Schluß: in dieser Führernatur verkörpert sich echtes Deutschtum rein groß und sieghaft. Das ganze Leben und Wirken dieses geborenen Führers und seine gesamte Zeit wirken aber um so erhebender, weil die Staatskunst Heinrichs ganz natürlich einem gesunden, deutschen Menschenverstände entsprang. Durch keine unklaren und gefährlichen Ideen angekränkelt, ging der König seinen Weg, und darum bedeutet sein Lebenswerk eine glückhafte deutsche Geschichtsara, die in ihrer grandiosen Einfachheit jene großen politischen Ziele zeigt, die Heinrich nicht nur anstrebte, nein, auch erreichte und dabei das Vaterland zu glänzender Höhe führte. In Bewunderung und Verehrung schreibt daher der Geschichtsschreiber des großen Toten, Widukind von Corvey, über seinen König und Herrn: „Heinrich gründete ein mächtiges, 'weites Reich, das er nicht von seinen Vorgängern empfing, sondern nur ^urch sich selbst und die Gnade des Herrgotts erwarb." Innenpolitische Einigung. Was Heinrich bei seinem Regierungsantritt vorfand, war nichts anderes als eine h o f f n u n g s - lose Lage: Schande und Rot an allen Ecken und Enden. An einen schöpferischen Staatsaufbau war nicht zu denken, vor allen Dingen nicht an eine starke Außenpolitik, wenn nicht der eiserne Entschluß des Königs mit allen Mitteln durchgeführt wurde: koste es was es wolle, zuerst eine haltbare innenpolitische Einigung! — Wenn ihn auch die Herzöge in ihrer Rot und bei seiner überragenden Bedeutung zum König gewählt hatten, wenn er auch damit das Vertrauen des Volkes befaß, so war die bitter notwendige innenpolitische Ruhe noch nicht eingetreten; schon daß Bayern abseits stand, war gefährlich genug. In kluger Schmiegsamkeit, die niemals den Blick auf hohes Ziel verlor und die niemals den Gedanken aufkommen ließ, daß etwa doch vielleicht die starke Hand fehlen könnte, verstand es Heinrich, die Einigkeit der Stämme zu festigen, ja sogar Bayern an sich zu fesseln. Bezüglich Dauerns mußte er zwar nicht unbedeutende Zugeständnisse machen, doch wurde dieses Opfer auf die Dauer deshalb nicht drückend, weil Heinrich eben durch feine Selbstlosigkeit und durch sein reines Wollen frühere Gegner versöhnte, vor allem aber alle durch sein politisches Können überzeugte. Heinrichs Außenpolitik. Das außenpolitische Erbe, das der König infolge der Unfähigkeit seiner Vorgänger antrat: Im Westen suchten die Westfranken Lothringen und das Rheinland an sich zu reißen, von Norden her bedrängten Normannen die Mündungen deutscher Ströme, von Nordosten drangen Slawen immer kühner in deutsche Gaue ein und den Südosten überschwemmten die unermeßlichen kriegerischen Reiterschwärme der Ungarn. In dieser trostlosen außenpolitischen Lage war daher eines bitter notwendig: Verteidigung. Wie Heinrich diese Verteidigung deutschen Bodens durchsührte, zeigt sein staatspolitisches Genie im hellsten Lichte Nicht nur aus militärisch-politischen Gründen vermeidet Heinrich bei der noch sehr schwachen deutschen Streitmacht wenn irgend möglich die Anwendung jeder Waffengewalt, sondern einmal aus ganz offenbarer Friedensliebe, dann aber aus besonnenster Klugheit heraus. Ihm war es wichtiger und befriedigender, außenpolitische Gegner von seinem ehrlichen Friedenswillen zu überzeugen, oder, wenn ihr Mißtrauen nicht zu besiegen war, diese Gegner durch geschickte politische Schachzüge ohne jeden Schwertstreich matt zu setzen. Sein Verhalten gegen die Ungarn und auch sein späteres Vorgehen gegen diesen gefährlichen Feind liegt durchaus im Zuge dieser Verteidigungspolitik. Neun Jahre lang hat der König an die Ungarn schwer drückenden Tribut gezahlt, sicherlich stets in dem Bewußtsein, daß diese harten Tribute immer noch billiger waren als das Vergießen guten deutschen Blutes in einem Feldzug, dessen Ausgang nicht gewiß war, und immer tn dem Trost, daß die während der Tributzeit bereits anderweitig eintretenden politischen Erfolge diese Zahlungen erträglich machten. Es lag Heinrich fern, einen Krieg gegen die Ungarn leichtfertig vom Zaun zu brechen und nur die Tatsache, daß die Ungarn ihm den Verteidigungskrieg aufzwangen, durch drückende Tribute dazu die Gefahr, daß die letzten wenigen Geldmittel des Staates verbraucht zu werden drohten, drückten ihm das Schwert in die Hand Vor allem jedoch ist zu bedenken, daß Heinrich das Schwert erst schwang und mit seinem Reiterheer erst dann in den Verteidigungskrieg zog, nachdem er unter offen und ehrlicher Schilderung der bedrohlichen allgemeinen außenpolitischen Lage sowohl die Edelinge als auch das gesamte Volk befragt hatte. Durch diese hohe und doch volksverbundene Politik des Königs wurde erreicht, daß als einziger, aber um so stärkerer Bundesgenosse mit ihm und seinen Reitern eines in den Verteidigungskrieg gegen die Ungarn zog: das gute Recht. Verleidigungsmaßnahmen. Die Durchführung der wichtigsten Verteidigungsmaßnahme, nämlich die Schaffung eines Reiterheeres, mit dem allein den berittenen Ungarn beizukommen war, geschah fast aus dem Nichts heraus, denn das, was dem König an Reiterei zur Verfügung stand, war völlig unzulängltch. Sollten die immer wieder erfolgenden Einfälle der Ungarn und ihre Angriffe endgültig abgeschlagen werden, so nur dadurch, daß die neuen deutschen Reitergeschwader sorgfältig ausgebildet, vor allen Dingen aber in ihrer Taktik den zahllosen Reiterscharen der Ungarn überlegen waren. Die Schaffung des deutschen Reiterheeres ist nicht nur ein soldatisches Meisterwerk, sondern vor allen Dingen deshalb bewundernswert, weil sie unter denkbar erschwerten Umständen geschah, denn die Tribute an die Ungarn leerten jährlich aufs Neue die Staatskassen und niemals wäre ein deutsches Reiterheer entstanden und eine militärische Verteidigung möglich gewesen, wenn nicht alles Hand in Hand mit vorausschauender Innen- und Außenpolitik geschehen wäre. Darum macht eben der Sieg König Heinrichs über die Ungarn im Jahre 933 an der Unstrut und Saale den Namen des Herrschers unsterblich als Soldat, Staatsmann und Betreuer des Volksoermögens. Heinrich der Städtegründer. Aber nicht nur ein Heer wurde in der bedräng- ten Lage geschaffen, sondern es wurden auch, für den Fall feindlicher Einfälle zum Schutze der Bevölkerung Burgen und Festen gebaut, die im Rahmen der notwendigen Verteidigung unumgänglich waren. Diese Bauten Heinrichs sind nickt nur Zeuaen ricktiaer militärischer Maßnah- Quedlinburg, Schloß und Dom. (Ausnahme: Rasse- und Siedlungshauptamt SS. jSpahn.j) Darstellung König H einr ich s I. nach einem Gemälde von I. B. Zwecker im Kaisersaal des Römers zu Frankfurt a. M. — (Scherl-M.) i ■ i men und gleichzeitig eines hochentwickelten klaren Kunstsinnes, sondern sie waren damals vor allem auch eine segensreiche soziale Maßnahme für die Zukunft, deren sich Heinrich der Städte» gründ er wohl bewußt war; denn an diese Burgen und Festen sollten sich später in dem noch ganz städtelosen Sachsenlande die Handelsplätze anlehnen. Diese Grundsteinlegung zum Städtebau ist ebenfalls ein unvergängliches Verdienst des Bauherrn Heinrich. Kirchenpolttik. Auch hier war der König, trotzdem er Kind seiner Zeit war, als Herrscher weit voraus. Er war von der unerforschlichen Macht über sich durchdrungen, war ein gottesfürchtiger, aufrichtiger deutscher Mann; aber er folgte in seinem Leben und in seiner Politik als Staatsmann nur feinem Gewissen, das einzig und allein deutsch schlug. — Heinrich wußte sehr wohl, daß die Kirchenmacht in Rom international war und wies solche Kirchenmacht, die sich immer wieder in weltpolitischem Ehrgeiz betätigte, auf das deutlichste in ihre Grenzen zurück. So nahm er denn die deutsche Königskrone nicht, wie vorher üblich, zu Aachen aus den Händen des Erzbischofs von Mainz an, sondern nur aus den Händen der Herzöge und zugleich des deutschen Volkes. Er wies es weit von sich, jemals ein „heiliger römischer Kaiser deutscher Nation" zu sein, er zog nicht nach Rom, um dort die Kaiserkrone vom Papst zu empfangen. Hein- rich war und blieb immer ein schlicht-menschlicher Der Apfel. Von Hermann Stricker. Damals, in den ersten Kriegswochen, war alles noch Bewegung. Kavallerie beherrschte den weiten Raum, der sich grenzenlos ins russische Reich weitete. Damals vertraute man nur auf sein flinkes Pferd, auf seinen scharfen Säbel; erwartete man doch stündlich ehrlichen, ritterlichen Kampf mit blanker Waffe, hoch zu Roß, Mann gegen Mann. Bald ging es auf sandigem Boden durch spärliche Mhrem wälder oder über sanfte, begraste Hügel, bald durch wogende Aehrenfelder oder durch Dörfer und kleine Städte. Schließlich mußte man aber doch wahrnehmen, daß dieser Feind jeden offenen Kamps vermeiden wollte, daß es überhaupt niemals mehr zur großen Attacke kommen werde. Dafür standen weiße Schrapnellwölkchen über unseren Köpfen, und in die farbenbunten Reihen knallten Maschinengewehre hinein. Langsam, ganz langsam, rückte sie nun hinter uns heran, die Königin der Waffen, unsere Infanterie. Bataillon folgte auf Bataillon. Es gab die ersten großen Schlachten, die schon nach wenigen Tagen kurzen Abschluß fanden Dann hieß es zurück: erster Rückzug! Müde und enttäuscht ging es bei leichtem Regenschauer auf schlechten Straßen, über nasse Wiesen und Felder, gegen Süden. Und Hunger hieß jetzt ein neuer, bisher unbekannter Begleiter. Zog die lange, müde Schlange durch armselige Dörfer, so wurden die matten Augen lebhaft, und man spähte tn bie kleinen Gärten, zur Eingangstur hin, ob da mcht vielleicht eine hilfreiche Hand Brot Milch oder Früchte entgegenreichen wurde. Meist blieben sie aber' leer, Die zwar grüßenden Hande, wahrend ernste Augen sorgenvoll nachblickten. Nein, da gab es auch keinen fröhlichen Madchenblick, der wie beim Marsche ins Manoverfeld dem schmucken Reiter nachglänzte, keinen lachenden Gruß wie nn Sonnenschein glücklicher Fnedenszeit. Dann und wann hielt man für Augenblicke an, um zura ten. Da stand am Rande eines alten Zaunes ein »1 chen und streckte uns mit seinen dünnen, Mernden Armen ein Körbchen Aepfel hm. Und auch spater noch, als der Korb schon ganz ^leert war stand die alte Frau noch immer still da, als wollte sie sprechen, und blickte zögernd bald auf mich, bald auf all die fremden Reitersleute. Nur kurz war die Zeit, da schien sie zu erkennen. Ihr Sohn, fo fPr^ He plötzlich stoßweise und ganz leise zu mir, sei auch vor Wochen schon eingerückt. Nach Lemberg wurde er damals einberufen, bemerkte sie 8?nz wichtig nach kurzer Pause, als wäre diese einzige Angabe,< die sie wußte, von unschätzbarem Wert. Ob ich ihn nicht vielleicht kenne ... gesehen habe ..., so kam es hastig im fragend bebenden Ton aus ihrem Munde heraus. Und tief mir ins Auge blickend, mich leicht am Arme haltend, nannte sie mir seinen Namen. Ob ich ihn vielleicht jetzt sehen werde... oder in nächster Zeit..ihren einzigen Sohn .. „Aufsitzen!" klang vorne eine scharfe Stimme. Da holte die Frau etwas hervor, das sie bisher bei sich verborgen hielt, und reichte es mir aufs Pferd hinauf. Ich möge diesen Apfel, er war groß und schön, dem Sohne überbringen, sollte ich ihn vielleicht doch in nächster Zeit einmal sehen. Und ihre Augen folgten uns, bis wir in weiter Ferne entschwunden waren. Lange lag dieser Apfel in meiner Packtasche. Ich wagte es kaum, ihn zu berühren. Gloria-palast: „Oie Drei um Christine." Marie-Luise Droop schrieb für die Bavaria das Drehbuch zu diesem Film, der sich sehr angenehm über den Durchschnitt der üblichen Spielfilm- produktion hinaushebt, und zwar nicht so sehr durch das Buch selbst und den Stoff, der ebensogut in einer Erzählung hätte gestaltet werden können, roie durch die Art, in der die Fabel regiemäßlg erfaßt und ausgewertet worden ist: der Spielleiter Hans Deppe hat da eine feine und überall fesselnde Leistung gegeben, er hat sich mit spürbarer Liebe und Sorgfalt in die Geschichte vertieft und sie mit hübschen, ausmalenden Einzelzügen geschmückt und belebt Es ist die Geschichte einer jungen Lehrerin, die durch Zufall, um einen erkrankten Kollegen für eine Zeitlang zu vertreten, in ein idyllisches und einsames Schwarzwalddörfchen mitten im Winter verschlagen wird. Dort gerät sie nun wie von ungefähr ungewollt und zunächst auch unbewußt nach und nach in einen leisen Wirbel sich überschneidender männlicher Gefühlsregungen. Sie begegnet da nacheinander drei Männern die zwar sehr verschieden sind nach Alter, Herkunft und Beruf, nach seelischer Verfassung und sozialer Stellung; aber für jeden von den Dreien steht sie auf einmal im Mittelpunkt des Lebens, fast ohne daß sie selber es gewahr wird: später, als sie erkennt was sich um sie herum angesponnen hat, ist sie selbst schon befangen und verwirrt in ihrem an sich klaren und guten Gefühl. So wird der Mm der em wenig zögernd in Gang kommt und übrigens allerlei Lolksstückmäßige Züge aufroe.ft, immer lebhafter und dramatischer jn den unausbleiblichen 2Iusem- anderjetzungen und Konflikten, die das mehrfach sich kreuzende Verhältnis zwischen den vier Menschen mit sich bringt. Doch löst sich am Ende alles auf eine natürliche, unverkrampfte und befriedigende Weise. Es lohnt sich sehr, zu sehen, wie die geschickte und feinfühlige Spielführung die Dinge angefaßt und behandelt hat. Als tüchtige Helfer des Regisseurs sind der Kameramann Franz Koch und Toni Thoms zu nennen, der die bedeutungsvoll in die Gesamtwirkung einbezogenen musikalischen Elemente des Films betreute. Auch auf die Darsteller hat die beschwingte und innerlich beteiligte Regieführung offensichtlich anregend, belebend und vertiefend eingeroirtt. Von Kämpers beispielsweise sahen wir kaum bisher eine so ruhige, verhaltene, naturnahe und erwärmende Gestaltung wie hier. Auch Hans S ö h n k e r wurde wohltuend dem stets etwas flachen und unverbindlichen Operetten- und Lustspielklischee seiner früheren Rollen entrückt. Maria Andergast, still, behutsam und beseelt, scheint für eine Gestalt wie das Fräulein Christine Biehler geradezu geschaffen. Gut und natürlich wirken auch Georg V o g e l und Gustav Waldau, der leider nur in einer Episodenrolle flüchtig auftaucht. Zusammengefaßt: man sieht wieder einmal, was der Film zu geben vermag, selbst auf Grund eines nicht gerade übermäßig film- gerechten Manuskriptes, — wenn es nur in die richtigen Hände kommt. — Im Beiprogramm gibt es neben der neuen Wochenschau einen aufschlußreichen Kulturfilm aus der Geschichte der deutschen Fliegerei. — r — Oer erste deutsche Ballon mit Besatzung. Nach eingehenden Forschungen ist setzt festgestellt worden, daß der erste Deutsche, der einen steig- und tragfähigen Großballon gebaut hat, der 1781 nach Straßburg eingewanderte Stuttgarter I. C. E n s - l e n ist, Der aus den kunsthandwerklichen Kreisen stammte, die Herzog Karl Eugen von Württemberg an seinen Hof gezogen hat. Jahrelang hörte man nichts über Enslens Tätigkeit in Straßburg, bis aus Paris die Meldungen über die ihm gelungene Erfindung kamen. Der junge Stuttgarter arbeitete mit allen Kräften an der Herstellung aerostatifcher Maschinen, vor allem an der Montgolfiere von 80 Fuß Höhe, für die ihm der Straßburger Kunst- und Kuriositätenhändler A d o r n e die Mittel zur Verfügung stellte. Die ersten Startversuche fanden schon im März 1784 statt, wie Bibliotheksdirektor Dr. P. Gehring in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ausführt. Im April des gleichen Jahres wird noch berichtet, daß der Straßburger Aerostat der Herren Adorne und Enslen nicht steigen wollte. Am 15. Mai 1784 aber geschah das große Ereignis. Der Ballon erhob sich mit Adorne und einem feiner Verwandten als Besatzung in die Lüfte, allerdings war die Freude über das Gelingen nur von kurzer Dauer, denn in etwa 100 Meter Höhe begann der Ballon infolge eines entstandenen Risses unaushalt- sam zu sinken und verbrannte bei der Landung, wobei die beiden kühnen Luftschiffer verletzt wurden. Während Adorne durch dieses Unternehmen berühmt geworden ist, wurde der Name des Ballonerbauers Enslen erst jetzt wieder der Vergessenheit entrissen. Die Montgolfiere des Stuttgarter Erfinders hatte eine Höhe von 26 Meter und einen Umfang von rund 50 Meter. Sie war nicht rund, sondern besaß in der Senkrechten die Form eines Eies und war aus einer Leinwandhülle gearbeitet, die mit Oelfarbe bunt bemalt worden war. Jedenfalls war Enslen der erste Deutsche, dem der Bau eines solchen Luft- fahrzeuges für menschlicke Besatzung gelang. Wohl waren vorher schon Ballonaufstiege in Deutschland durchgeführt worden, aber stets nur ohne menschliche Besatzung. Zu gleicher Zeit wie Enslen arbeitete jedoch in Wien der Oberfeuerwerker Stuwer auf Liefern Gebiet, und bereits zwei Monate nach dem Straßburger Aufstieg war auch sein Werk von Erfolg gekrönt. Dann vergingen rund zwei Jahrzehnte, bis sich 1805 Prof. I u n g i u s in Berlin der Lösung dieser Aufgabe mit glücklichem Gelingen widmete. — In den weiteren Jahren kam Enslen auf feine früheren Versuche mit kleinen Gasballons zurück, denen er statt der gewohnten Kugelform besondere Gestalten gab. Mit derartigen Figuren, von denen eine den „Ruhm" und eine andere eine „Dame" darstellte, reifte der Erfinder fast ein Jahrzehnt durch alle Hauptstädte Europas und fand großen Anklang. — 1848 ist Johann Carl Enslen im Alter von fast 90 Jahren in Dresden gestorben. Hochschulnackrichten. Professor Dr. Josef Hellauer von der Universität Frankfurt ist mit Ende des Sommer- semesters 1936 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Er ist aber mit der Vertretung des bisher innegehabten Lehrstuhls für Wirtschafts, lehre mit Berücksichtigung der Einzelwissenschaften des Handels bis zum Schluß des Wintersemesters 1936/37 beauftragt. — Der nichtbeamtete außerordentliche Professor für Arabistik und Jslamkunde Dr. phil. habil. Johann Fück ist beauftragt worden, die Geschäfte des Direktors des Orientalischen Seminars der Universität Frankfurt vertretungsweise zu übernehmen. Wirtschaft Berlin Frankfurt a. M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL «»•ÄS!- börsc 119,65 119,65 Banknoten. • 0 32,251 31,5 1 •4 98,75 98,75 10l 2261 228 32 100,2 98,75 101,13 101,4 97,5 98 109,4 101,5 97,5 98 109,5 103,75 126 127,25 110,9 136 106,4 102,25 36 153 133 157,75 132,5 140,5 130,25 136,25 155,75 205,75 142 103,25 125,4 128 112 134,5 107,13 102,75 36 153 133,9 157,25 131,65 139,5 135,75 135,75 155,5 204,9 141,5 103,13 126,25 127 110,9 135,5 106,5 101,9 25,9 153,5 133,13 158 132,25 140,5 130,5 135,4 156 205 141,75 103,25 126,25 127 112,25 134,5 107,65 102,75 55 85,5 143 107,5 120 190,65 45,25 438 200 191,5 111,25 55,13 85,5 142,5 105,75 118,25 118,4 190,5 80,9 45,65 439 200 191 2,775 9,55 9,25 14,4 0 8 6 7 4 6 6 6 6 6 7 0 5 6 0 7 0 8 0 0 9 12 11 55 142 105,5 119 190 45,9 440 200,5 190 4% Oesterreichische Goldrenke... 4,20% Lesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1010 4yt% bedfll. von 1913.......... 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Abein-Mainische Börse. Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a.M., 29. Juni. Zum Wochen- anfang behielt die Börse die freundliche Haltung der teilten Börsentage bei und eröffnete weiter fest. Am Chemiemarkt JG.-Farben mit 168,65 (168) um 0,65 v. $). höher, später bis 169,25, Scheide anstatt unverändert 270, Deutsche Erdöl 0,50 v. H. erhöht. Am Montanmarkt ergaben sich bis auf Mannesmann, die 0,50 v.H. verloren, durchweg Kurserhöhungen, Verein. Stahlwerke auf 98 (97,40) erhöht, Hoefch auf 111,65 (110,90), Klöckner auf 107,13 (106,40). Diese beiden Märkte lagen lebhafter, ihre Führung regte bei den anderen Aktienmärkten an. Wenig Angebot förderte die allgemeine Kurssteigerung. So lagen Versorgungswerte durchweg wieder freundlich, Gesfürel um 1,25, Licht 8t Kraft um 1 v. H. gebessert. Auch Motorenwerte fest, besonders BMW. um 1,50 v. H. erhöht. Auch Zellstoffwerte allgemein freundlicher, Waldhof 1, Aschaffenburger 6,75 v. H. befestigt. Im einzelnen konnten Verkehrswerte eine Kleinigkeit anziehen, auch Bau- und Zementaktien leicht befestigt. Westdeutsche Kaufhof lagen anfangs noch 0,75 v. $)., Reichsbank,Anteile um 0,25 v. H. leichter. Am Rentenmarkt stellte sich ebenfalls wieder größere Nachfrage ein. Altbesitz um 0,20, Kom- munal-Umschuldung um 0,25 v. H. fester. Auslandsrenten ohne Bewegung. Zert. Preußen-Dollar wurden heute wieder gehandelt, zunächst mit 67, dann mit 68, also 1 v. H. fester. Auch im Verlaufe blieb die Börse freundlich unter weiterer Führung des Montanmarktes. Hier waren Klöckner später bis 107,50 (107,13), Mannesmann mit 103 (101,75), Verein. Stahlwerke 98,13 (97,75), Hoesch 112,50 (111,40) gegen die Anfangskurse zu hören. Auch an den übrigen Märkten lagen in einer Reihe von Papieren noch mäßige Steigerungen vor. Deutsche Anleihen blieben sehr gut gehalten, 6 o. H. Preußen-Dollar bei 68 gesucht, 6,50 v. H. und 9,5 9 9 14,13 «c.®...................... Bekula Elektr. ßlefcrungSgefeaididft... Licht uno Kraft ............. Felten & Guilleaume GeseUsch.f.Elektr. Unternehmung. Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Eleklr. ........ Schuckerl L Eo............... Siemens L Halöke Lahme her LtLo.............. 112,4 54,9 86,5 142 107,5 119 120,5 191 79,75 44,4 435 191,75 31,25 228 35,9 152,5 134 156,75 132,13 139 134 136 156,5 205,65 142 101,5 97,5 95 109,4 32 2,75 9,5 9,13 14,4 9,5 8,85 9,13 14 Daimler Motoren.....'**'**' Deutsche Linoleum.......***' Orenstetn S Koppel Westdeutsche Kaufhof.... Ehade...................** Accum ulatoren-Fabrik.“**** Conti-Gummi..........’*’* Gritzner........... AÄ^^rke Höchst Süddeutscher Zucker . König deutscher Nation, denn er wußte, warum er dies bleiben mußte. — Der König hat sich weder durch seine übertrieben kirchenfromme Frau, noch durch den Klerus von einer als von ihm selber nun einmal als einzig richtig erkannten deutschen Innen- und Außenpolitik abbringen lassen, er hat diese bis zu seinem letzten Atemzuge treu befolgt und ist trotzdem als einer der gottes- fürchtigsten deutschen Könige gestorben. Bei den offenkundigen Erfolgen des Königs zog es die römische Kirche vor, nirgends einen Tadel ob dieses „Mangels" in der Oeffentlichkeit auszusprechen, wußte sie doch, daß der König ihrer internationalen Kirchenpolitik eine volkhafte deutsche Politik entgegenstellte, der zu seinen Lebenszeiten niemand widerstehen konnte. Hätten Heinrichs Nachfolger diesen kirchenpolitischen Weitblick des Königs gehabt, die Schicksale Deutschlands wären wahrlich anders verlaufen! Mt und Boden - Heinrichs Persönlichkeit. Was dem König immer wieder feine Stärke gab, war seine feste Verbundenheit mit dem heimatlichen Blut, mit dem heimatlichen Boden, schon in der Zeit, da er als Herzog, waltete. Er ist das geblieben, auch als König und Staatsmann, was er immer bleiben wollte: ein blutverbundener Betreuer seine Sippe, ein Bebauer seiner Heimaterde, ein gütiger Brotherr für all sein Gesinde, ein Vorbild der Seinen und aller Landsleute. Wer sich in die Lebenshaltung dieses „adligen Bauern" vertieft, wird mit Rührung feststellen, daß von einer eigentlichen „Hofhaltung", die hier und da bereits begann, oder von Prunk und vornehmen Gebaren, nichts zu spüren war. Die Schlichtheit und vorbildliche Lebensführung dieses einzigartigen Herrschers machte ihm besonders das deutsche, notleidende Volk zugetan und ließ jeden deutschen Volksgenossen mit Vertrauen zu ihm aufblicken; denn dieses Leben eines einfachen, bäuerlichen Gutsherrn wurde nicht erschüttert und getrübt durch teure „Passionen", — nein er blieb naturverbunden und nicht nur der Sitte der Zeit entsprechend war Heinrich ein Jäger, sondern er war Waidmann aus dem Kern des Wesens heraus. Wenn heutige Geschichtsschreiber abstreiten, daß er dem Vogelfang oblag und von einer Sage sprechen, so zeigt diese offenbar aus dem Volke stammende Ueberlieferung an sich schon, wie der gütige Herrscher von seinem Dolkever stauben und verehrt wurde — was sie alle an ihm gcttwaren: Beschickung 656 Viertel Rindfleisch M nnrne Kälber, 6 ganze Hammel, 313 halbe Schweine Es erzielten (für 50 Kilogramm) in RRdr Ochsenfleisch a) 80, Bullenfleisch a) 76, Kuhs ei ch al 77 b) 65 c) 54, Färsenfleisch a) 80, Kalbfleisch K 95—105, c) 85-Ä5, Schweinefleisch b) 74, Fett- roaren roher Speck unter 7 cm 60—65, Flomen 80. Marit»erlauf: außer Rindfleisch, ruh.g. Die Industrie- und Handelskammer Gießen nibt Auskunft: 544: Anordnung Nr. 34 der lieber- Lachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Rund- erneuerung von Kraftfahrzeugdecken). — 545: Ge- bührenordnung der Reichsstelle furniere und tierische Erzeugnisse als Ueberwachungsstelle. — 546: Befriedigende Javatabak-Versteigerung. Bekanntmachung KP 157 der Ueberwachungsstelle für uned e Metalle betr. Kurspreise. — 548: Umrechnungskurse im Güter- und Tierverkehr mit dem Auslande. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Juni. Weizen und Roggen sind aus unserem Gebiet nicht mehr erhältlich. Die Mühlen verarbeiten ihre Vorräte und die Pflichtlagerbestände, sowie sie freigegeben sind. Im übrigen finden Zuweisungen durch die Reichsstelle für Getreide statt. Der Bedarf an Hafer kann aus norddeutschen Herkünften und durch Zuteilung der Reichsstelle für Getreide befriedigt werden. Gerste ist ohne Geschäft. Der Absatz von Weizen- und Roggenmehl ist gut. Greifbare Ware ist bei Roggenmehl teilweise knapp. Nach Abwicklung der ölhaltigen Futtermittel-Zuteilung stehen noch ausreichende Mrschfuttermittel mit 60 bis 80 v. H. Oelkuchenanteil zur Verfügung. Die Kteie-Versor- gung ist ausreichend. Reichlich angebotene Futter- rnehte werden nur schwer abgesetzt, während Kartoffelflocken gut gefragt sind. Rauhfutterurnfätze sind gering. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W13 217, W 16 220, SB 19 224, W 20 226; Roggen R 12 180, R 15 183, R 18 187, R 19 189, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste und Hafer nicht notiert; Weizenmehl W 13 28,65, W 16 28,90, SB 19 28,90, SB 20 29,25; Roggenmehl R12 22.45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich; Weizenfuttermehl SB 13 13,15; SB 16 10,80, SB 19 11,—, SB 20 11,10; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlen-Festpreis ab Mühlenstation; Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen m. M. 17,85 ab südd. Fabkik- station; Treber 15,25; Trockenschnitzel 9,52 ab süddeutsche Fabrikstation; Heu 5,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 2,25 bis 2,40, dasselbe gebündelt 2,00 bis 2,15. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juni. Auftrieb: Rinder 244 (gegenüber letzten Montag, 22. Juni 160), darunter Ochsen 16 (28), Bullen 50 (22), Kühe 138 (83), Färsen 40 (27), Kälber 551 (409), Hämmel und Schafe 11 (39), Schweine 4123 (3537). Es notierten (für 50 Kilogramm Lebendgcwichl) in RM.: Ochsen 45 (45), Bullen 43 (43), Kühe 40—43 (40 bis 43), b) 36—39 (35—39), c) 28—33 (28—33), d) 25 (25), Färsen 43—44 (44), andere Kälber a) 61—65 (64—66), b) 54—60 (57—63), c 45—52 (49—56), d) 38—44 (40—48), Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 46—48 (47—48), Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), gl) fette Specksauen 54—56 (54—56), g2) andere Sauen 50—53 (50—53). Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Kalber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft, Schweine zugeteilt. In Schweinen verblieb kleiner Ueberstand. Großhandelspreise für Fleisch und 7 v. H. Frankfurter Dollar-Bonds mit 66,65 ge- Wl)«. Ps°ndbüefe zeAenÄn S und 3 (2,75) v. H. Abendbörse etwas schwacher. An der Abendbörse lagen kleine Verkäufe vor. Jnsolae der geringeren Umsätze bröckelten die Kurse an fast allen Märkten gegenüber bem Berliner Schluß um 0,25 bis 0 50 ° Farben 188 (168 40) Verein. Stahlwerke 97,25 (-",vo-, stahl aber mit 141 (140,50) gesucht Auch Reichs- babn-Dorzugsaktien 0,13, MAN. 0,25 v. H. fester. Deutsche Anleihen lagen sehr still. Kommunal- Umschuldung 88,25 bis 88,40. 6 v. H. Zertlf. Dolla wurdkn im Verlauf noch geringer, vereinzelt bröckelten di- Kurse noch etwas So Klöckner um 0,40 v.H. IG. Farben 168. Unganfche Kronen-Renten, deren Notiz mittags ausfiA erholte sich gegenüber dem gedrückten Berliner Schluß von 2,7(E5anoti2er9ten: 6 v. H. Verein. Stahlwerke 102,40, Farbenbonds 137,13, 4,50 v. H. Mainzer von 1928 93,75 4 v.H. Ungarn-Kronen 2,90, Lissabon Stadt 75',65, 4 v.H. Rumänen 5,65, ^0 v.H. Schweizer Bundesbahn 220, Commerzbank 92,40 DD- Bank 92,50, Dresdner Bank 93,50 Frankfurter Hyp. Bank 97,25, Harpener 128, Klöckner 107,50 bis 107,13, Mannesmann 102,75, Mansfeld 26,75, fioefdi 112 Rheinstahl 140,50, Laurahutte 21,50, Vereinigte Stahlwerke 97,25, Aku 55, MAN. 126,25, BMW 142, Bekula 153, Conti Gummi 191,50, Daimler E 120, Deutsche Erdöl 125,40, Scheide- anstalt 270,50, IG. Farben 168 Gesfürel 140,50, Goldschmidt 113,50, Junghans 99,50 Moenus 90, Schuckert 155,75, Aschaffenburger AMoff 167,50, Deutsche Reichsbahn-Vorzugsaktien 121,50. AG. für Verkehrswesen 123. 27-6 101,65 98,5 102,13 112,5 100,2 98,75 97 101,18 93,5 123,5 119,5 97 29. c 101,65 98,25 102,13 112,5 100,15 98,75 97 101 93,5 123,5 119,4 97 101 97 97,5 95 109,5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. liebten- denn seine Bauern konnten sich ihren König nicht auf protziger Jagd mit großem Gepränge vorstellen, sondern sie und ihre Nachfahren, die ganze deutsche Nation, dachten sich und träumten sich ihren Landesvater ganz schlicht, von schweren Staatsgeschäften am „Vogelherd im Wald frieden ausruhend. m 1 Und so schreibt Widukind über Heinrichs Persönlichkeit: „Frei und natürlich scherzte der König gern im Kreise seiner Freunde, ließ seloer Froh, lichkeit und Spaß zu; aber niemand gab es, ber es trotzdem gewagt hätte, über des Königs Person zu scherzen, so sehr waren ihm alle m Erfurcht er- geben." Kein Wunder - denn jener König, der deutsche Großtaten vollbrachte, der sich dabei aber schlicht und einfach gab, er war eben auch Vorbild beim edlen Waidwerk, bei Merlichen Spielen und soldatischen Mutproben. Nur siebzehn Jahre hat König Heinrich regiert aber festgefügt und blühend stand das Reich bei seinem Tode da, jenes Reich, das er verwahrlost im Innern und bedroht an feinen Grenzen übernahm. . «mim»« In den obersten Grenzlanden, m der Mark Mei- 6en, ber Sorbenmark. der Mark Brandenburg der Nordmark, verbreiteten reinrassige deutsche Bauern heimische Kultur. Das Rheinland war wieder erobert, Lothringen dadurch an das Reich gefettet, daß Heinrich seine Tochter Gerburg mit dem jungen Herzog Giselbert verheiratete Grollend stand Westfranken ob dieser Erfolge abseits ohne jedoch einen Angriff wagen zu können; hatte ber König Heinrich bas starke Englanb baburch gewonnen, 'baß er bie Vermählung feines Sohnes Otto mit Ebith, ber Schwester bes englischen Königs, erreichte. Das war beste beutsche, große Po - litik, gemacht von einem volkhasten Herzog, Der zum geliebten König aufstieg, aber ber bann mehr als beibes würbe, nämlich ein Führer Der Nation. v. „ ,, f Alles Geniale ist einfach. Da aber die Nachfolger Heinrichs I. nicht mehr einfach beutsch bachten, würbe das große Werk des genialen Königs verschüttet. Aber gerade darum leuchtet fein Name vom Jahre 936 hinweg über so manche dunkle Zeitläufe deutscher Geschichte wie ein Leuchtturm hinein in unsere zukunftsfrohe Zeit. König Heinrich, du warst deutsch im Gemüt, Wort und Tat. Dein Bild tritt aus dem Schatten- dunkel der Geschichte der endlich geeinten deutschen Nation immer deutlicher vor Augen: du wirst m ihr ewig fortleben, nicht nur als „Heinrich der Vogler",' nein, stolzer noch als H e i n r i ch — d e r Deutsche! Schluß« fürs 27-6 101,65 98,5 101,25 Schlußk. Mittag» börse 29-6 101,65 98,25 101,5 112,65 100,3 98,75 Schultheis Payenhofer Atu (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg......... Zellstoff Waldhof i**’**' Zellstoff Aschaffenburg ......* Dessauer Gas .............. Oie Opelwerke bekommen einen eigenen Mainhafen. LPD Rüsselsheim, 29. Juni. In Rüsselsheim nach Richtung Bischofsheim zu sind umfangreiche Erdarbeiten im Gange, die dazu dienen, Den Opelwerken einen eigenen Hafen mit Kanal und Kais zu schaffen, um so die Rohstoffe direkt von den Mainschleppkähnen übernehmen zu können. Die Arbeiten sehen eine Erdbewegung von etwa 1 Million Kubikmeter vor und werden sich über zwei Jahre erstrecken. Das ganze Gelände zwischen dem Main und dem bisherigen Gebäude- komplex der Werke soll noch bebaut werden. Die neue Hafenmauer wirb schon mit langen 0,50 m breiten Eisenschienen in den Boden gerammt. Zwei Brüder starben am gleichen Tag! LPD. M a i n 3, 29. Juni. In Mainz ereignete sich ein tragisches Geschehen. Ein bei der Reichsbahn beschäftigter Angestellter erlitt einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Befinden verschlechterte sich gegen Abend, so daß man seinen Bruder rief. Der Angerufene wollte auf jeden Fall den Leidenden besuchen und begab sich auf den Weg. Kurz vor bem Krankenhaus brach er aber plötzlich zusammen. Ein Herzschlag hatte ben Mann betroffen, ber seinen sofortigen Tod herbeiführte. Am selben Abenb starb der im Krankenhaus befindliche Bruder. ORunbfunfprogramtn Mittwoch, 1. Juli 6 Uhr: Benedictus — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert: Hans Bund und sein Orchester. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gau- Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (X). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Im Wein liegt Wahrheit. Lieder vom Wein. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Ausschnitte aus bem Schwarzmälber Sängerfest in Donaueschingen. 17.30: HJ.-Funk. „Wir blättern um ...", Bücher für Jungvolk, Hitler-Jugend und Bund Deutscher Mädel. 18: Großer musikalischer Querschnitt. 19.45: Die Eröffnung des Olympischen Dorfes. 22: Nachrichten. Der Volkssender 1936 ruft! 20.15: Stunde ber jungen Nation: „Heinrich I., Burgenbauer des Deutschen Reiches". 20.45: Kammermusik. Sonate für Violine und Klavier in Es-dur, Werk 18, von Rich. Strauß. 21.15: Konzert belgischer Tondichter. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 2. Juli. 6 Uhr: Christ, unser Herr, zum Jordan kam — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Väderkonzert. 9.30: „Musik am Morgen" (Klingklang für große und kleine Kinder). 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45 bis 12: Großkundgebung aus Quedlinvurg: Heinrich I., ber Gründer des Deutschen Reiches, starb vor 1000 Jahren. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus bem Sendebezirk). Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft: Fruchtbare Salze aus der Erde. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 16.50: Klavier-Sonate in G-moll, Werk 39, von Hermann Buchal. 17.30: „Volk im Kampf " (II). Neue Volksdeutsche Romane. 17.45: Altgermanische Lebensbilder (II). „Germanische Stammesrechte". Von Universitätsprofessor Konstantin Reichardt. 18: Konzert. 19: Kirmes an ber Lahn, Funkbericht aus Weilburg. 19.30: Der Volkssender 1936 ruft! 19.45: Der Zeit- funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Abends, wenn es Dämmert ..." Ein Bunter Abend mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" aus dem Kurhaus in Badenweiler. 22: Nachrichten (auch aus bem Senbebezirk). Wetter- und Sportbericht. Nachrichten der DAF. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Oie Verbuchung des Warenausgangs im Großhandel. Die Industrie- und Handelskammer Gießen weift darauf hin, daß auf Grund einer ergangenen Verordnung die Großhändler zukünftig verpflichtet sind, für steuerliche Zwecke den Warew ausgang zu verbuchen. Die Verbuchung des Warenausgangs ist vorzunehmen, einerlei ob die zur Weiterveräußerung bestimmten Waren beim Erwerber unverändert bleiben oder bearbeitet ober verarbeitet werben, ob ber Erwerber Eigentümer ober unmittelbarer Besitzer ber Waren wirb, ober ob er bie Waren auf eigene ober fremde Rechnung erwirbt. Die Verbuchung hat spätestens bei der Lieferung der Waren zu erfolgen. Die Buchungen über den Warenausgang sind zehnJahre lang aufzubewahren. Sonstige Buchsüh- rungs- und Auszeichnungspflichten bleiben unberührt. Für einzelne Fälle können von dem Finanzamt Erleichterungen bewilligt werden. Die Verord- nung tritt am 1. Oktober 1936 in Kraft. * ♦ Butzbacher Werke für Eisenoerar- beitung A G. Die Gesellschaft, deren Aktien sich fast vollständig in den Händen der Bamag-Meguin AG., Berlin, befinden und die im Juli 1934 gegründet wurde, legt jetzt ihren ersten vollen Ab- schluh zum 31. Dezember 1935 vor. Bei einem Roh- erlös von 1,54 Mill. RM. (1. Juli bis 31. Dezember 1934: 0,57 Mill. RM.) ist nach Abschreibungen von 151 000 (44 300) RM. die Ertragsrechnung ausgeglichen (13 000 RM. Reingewinn für sechs Monate). In Der Bilanz stehen bei i Mill. RM. Aktienkapital Rückstellungen mit 47 000 (31000) RM. zu Buch. Darlehen werden mit 285 000 (300 000) RM. ausgewiesen, Verbindlichkeiten mit insgesamt 529 000 (154 000) RM. Andererseits betragen Anlagen 1,21 (1,27) Mill. RM., Vorräte 439 000 (64 000) RM., Forderungen 218 000 (169 000) RM. 6%% chcm. 4Vi% Franks. Hyp. Bank-Ltqu.-Psandbriefe...... 5Vi% ebcm. 1*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfc. ... 4%% chcm. 8% Pr. LandcSpfank bricfanftalt, Pfandbriefe R 19 *¥i% ehcm. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obi. 20 tzteuergutich.BerrechnungSk. 34-38 8uberu3 . Deutsche Erdöl a Harpener................. L'/, Hoejch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............e Ilse Bergbau Genüsse 6 Rlfldncrroede ...............s Mannesmann-Röhrrn s Datnm 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Rcichsanl. von 1934 b'/i% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl..Abiös.-Schuld mit Ansios.-Rechten 4¥i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I «y,% ehem. 8% Hessischer BolkS- staat 1929 % ebcm.8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold SR. 12... 5y,% ehcm. 414% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiou. 4yx% ehe in. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. 9t. b Lberhessen Provinz-Anleihe mli AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4*4% ehem.8% granks.Hyp.-Ban! Goldpse. 15 unkündbar bi« 1935 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schloßt. Abend« börie Schlußkurs Schlußk. Mittag« börie Dalum 27.6 29.6- 27-6. 29.6- 4% vcsgt. Serie H ............ _ _ _ 5% Nu man. vereinh. Rente v. 1903 6,7 6,5 6,6 6,5 4Vr%Rumän.vereinh.Nentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 9,8 9,75 9,85 5,75 5,65 5,7 5,65 ty4% eitmtolter .............. 43,25 - 43,25 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Süoam. Dampfschiff . O 15 15 15 14,75 — 34,75 37,5 Norddeutscher Lloyd .........o 16,4 16,5 16,5 16,5 A.G. für Berkehrswesen Akt. .. O 124,25 123 124,13 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 117 117 117,25 117 Commerz- und Privat Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 92,25 92,4 92,25 92,4 GejeUschask................ 4 93 92,5 93 92,5 Dresdner Baak..............4 93,25 93,5 93,25 93’5 Reichsbank ................ i? 194,5 195 194,5 194,25 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 27.6. 29-6. 27.6- 29-6 Mansselver Bergbau .. Kokswerke ........... .... 6J4 140,75 140 140,25 129,9 140,75 97,25 26 128,5 125,5 184 140,75 131 240,5 147,5 97,65 26,75 126,9 125,75 183,75 Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. CtQOi Minen ........ .....12 ......4 ..... 8% 141,65 97,4 26 128,5 125 1 1 1 OiEnüi 1 1 Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Raliroede Salzdetfurth .......b .......5 ..... 7% 3- G. Farben-Jndustrie Scheideanstatt........ .......7 168 270 114 130 136,5 168 270,5 113,5 130 137,25 167,75 168,4 choldschmidl ......... 113,75 129,75 137 113,75 129,9 137,4 Rütgerswerke........ Meiallgeiellschaft...... ....... 6 ....... 5 Philipp Holzmann .... 1123,75 141 150 I 123,25 141,4 150 123 122,75 Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. ......7 .......6 27.3uni 29. Juni Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Geld Dotierung Brief duem« »in 0,676 0,680 0,676 0,680 Brüssel .... 41,96 42,04 41,96 42,04 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,63 55,75 55,66 55,78 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,46 12,49 12,465 12,495 Helstngsors. 5,49 5,50 5,495 5,505 Paris ..... 16,435 16,475 16,44 16,48 Holland ... 168,95 169,29 168,97 169,31 Italien .... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,728 0,730 0,728 0,730 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,62 62,74 62,65 62,77 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,32 11,34 11,33 11,35 Stockholm.. 64,25 64,37 64,28 64,40 Schweiz ... 81,16 81,32 81,20 81,36 ■Spanien... 34,02 34,08 34,03 34,09 Prag...... Budapest .. 10,30 10,32 10,30 10,32 Neuyork ... 2,483 2,487 2,482 2,486 Berlin,29. tum । (MD Brief Amerikanische Noten.............. 2,434 2,454 Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. 41,84 55,41 12,43 16,39 168,55 42,00 55,63 12,47 16,45 169,23 Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten ............ 62,43 69 69 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............. 64,06 81,02 33,69 64,32 81,34 33,83 Schweizer Noten................. Spanische Noten............. Ungarische Note»................ Aus der Provinzialhauptstadt. Korstrat i. 2R.£>r. Ludwig Oieffenbach f. 3m Banne stiller Wehmut steht nicht nur die weitverzweigte Familie Dieffenbach, sondern alle die Ludwig D i e f f e n b a ch im Leben irgendwie naher traten, ine von seiner bestrickenden Freund- nchreit berührt waren. Schon eine kurze Beaeanuna genügte um sein sonniges Wesen heb zu gewinnen Wer aber Gelegenheit hatte, mit ihm verkehren zu dürfen dem erging es nicht so, wie es meist zu sem pflegt daß er im Laufe der Zeit sein Werturteil stark einschränken mußte, sondern je mehr man m sein Wesen eindrang, um so mehr schätzte man ihn Streng gegen sich selbst es des Lebens ernstem Fuhren, mild in dem Urteil über andere die er stets aus ihren Verhältnissen heraus zu verstehen suchte, wußte er auch bei trüben Erfahrungen immer noch eine gute Seite herauszufinden, dabei doch em aufrechter deutscher Mann, der aber ohne Feinde zu haben, aus dem Leben ging Sohn eines hessischen Kreisrats besuchte er das Budmger Gymnasium, studierte Forstwissenschaft wurde nach mannigfacher Verwendung Oberförster in Freiherrlich Riedeselischen Diensten in Stockhau- sen und spater Forstrat bei dem Fürsten von Solms-Lich In dieser Zeit unterrichtete er auch im Z* Stuben Institut in Gießen. Einige Jahre nach seiner Ruhestandsversetzunq siedelte er nach Darmstadt über. Vor sieben Jahren durfte er das SOiahnge Jubiläum seiner glücklichen Ehe im chonen Familienkreis begehen (leider fehlte der jüngere Sohn, der sein Leben für das Vaterland hingegeben hatte) und im November 1931 ehrte ?^.Pam~,enDerbanb leinen Vorsitzenden durch eine Michte Feier seines 80. Geburtstages. Wa« er als 2ru"?.er "Vereinigung von Mitgliedern der Familie Dieffenbach" in rastlosem Eifer und unter persönlichen Opfern geleistet hat, das werden ihm noch späte Geschlechter danken. Prof Knoll Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die drei um stine". Chri- Straßensperrungen im Eichgärtengebiet und am Trieb. Die P o l i z e i d i r e k t i o n teilt mit: Zum Zweck Der Schüttung des Straßendammes für die Verlängerung der Schlageterallee wird vom 30. Juni 1936 ab bis zum 31. Juli 1936 der E i ch g ä r t e n- w e g, entlang dem Gebäude des Arbeitsdienstes, ferner der Weg zwischen der Fröbelstraße und dem Wiesecker Weg, entlang dem Philosophenwald und der Feldscheuer vom früheren Univerfitäts-Ver- fuchsgut und außerdem der Weg am Trieb zwischen Grünberger Straße und Fröbelstraße, der beseitigt wird, für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. Sommertagung und Gchulungsarbeit der Gießener Imker. Es ist nun schon zu einem schönen Brauch geworden, daß die Sommertagung der Bienenzüchter des Gießener Bezirkes als Familienausflug durchgeführt wird. So beging denn am vorgestrigen Sonntag die Ortsfachgruppe Gießen der Reichssachschaft Imker ihr diesjähriges Sommerfest auf der Rindsmühle bei Leihgestern. Damit die Jmkerfchulung nicht zu kurz kam, fand schon am zeitigen Nachmittag eine Standbesichtigung des Vorsitzenden am Bergwerkswald statt, wobei Obmann G. B o d ende n d e r (Gießen) praktische Anweisungen über Zuchtarbeiten gab und vor allem das Umlarven demonstrierte. Er führte dabei u. a. aus: Als Pflegevolk, dem die Edelköniginnenlarven entnommen werden sollen, nimmt man ein gutes Honigvolk. Zur gegebenen Zeit wird das Volk entweiselt und nachgesehen, daß keine Zelle mehr vorhanden ist. Am 8. Tage wird das Anbrütekästchen besetzt Es lst stets darauf zu achten, daß sich im Schlüpf- kasig etwas fester Futterteig befindet. Für unsere Landesfachgruppe kommen als Zuchtrichtungen der totamm 47 und der Stamm „Ried" in Betracht. Weiterhin wurde das Schwärmen besprochen und Anleitungen für die Jungimker über das Einschla- 9en und die Pfleae der Schwärme und Ableger gegeben. Rücksichtslos sind schwarmlustige Völker umzuweiseln. Wichtig ist auch, mit Sorgfalt die abgeschwarmten Stöcke zu betreuen, besonders sind fie vor Räuberei zu schützen, wenn die Tracht etwas nachläßt. Auf Anfragen aus der Versammlung wurde noch das Zusetzen von Stockmüttern besprochen und hier ein abgekürztes Verfahren vor- 9edeifit, so daß keine Gefahr des Verlustes der Edel- königin besteht Da der Vorsitzende gleichzeitig auch Obmann für Königinzucht der ganzen Landesfach- aruppe ist und durch seine Erfolge auf diesem Gebiete sich einen Ruf weit über die Grenzen unserer engeren Heimat erworben hat, waren zu den Standarbeiten Mitglieder der Vereine Butzbach, Hungen, Alsfeld und Schotten erschienen Teils zu Rad, teils mit Kraftfahrzeugen ging es nach Abschluß der Schulungsarbeiten nach ' der Rindsmühle. Nachdem hier der Musterstand des Landwirts und Baumwarts Karl Will besichtigt worden war, begrüßte der Obmann in herzlichen Worten die zahlreich erschienenen Mitglieder mit ihren Familienmitgliedern und sprach dann über die Mithilfe der Jmkersfrau bei der Honigernte und Honigoerwertung, wies auf die Bedeutung des Bienenhonigs als Genuß- und Nahrungsmittel hin und hob besonders seinen gesundheitlichen Wert hervor, so daß er geradezu als Herznahrung anzusehen sei. Zum Schlüsse forderte er die Jmkerkameraden auf, sich stets ihrer Pflicht bewußt zu sein, die ihnen im neuen Reiche aufgegeben sei, nämlich das deutsche Volk mit deutschem Bienenhonig zu versorgen und der deutschen Industrie den Rohstoff Wachs in solchen Mengen zur Verfügung zu stellen, daß eine Zufuhr aus dem Auslande sich erübrige. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. Der Vorsitzende gab noch einen Ueberblick über die Verhältnisse auf der Königinbelegstation im Krofdorfer Forst, auf der zeitweise 60—80 Zuchtvolkchen zur Begattung der Stockweisel aufgestellt sind. Zur Zeit wird die mustergültig eingerichtete Zuchtanlage von der Ortsfachgruppe Alsfeld gut beschickt. Mit dem Wunsche, daß der Mühe und Arbeit des Bienenvaters nun auch eine gute Honigernte und damit der klingende Lohn beschieden fein möge. wurde die schön verlaufene Familientagung geschlossen. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte Betr.: Pfundsammlung. Am Mittwoch, 1. Juli 1936, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen. Kriegsopferfahrt an den Bodensee. Letzter Meldungstermin auf der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, für Mitglieder, deren Angehörige und Verwandte zur 14tägigen Sonderfahrt an den Bodensee (Preis einschließlich Wohnung, Verpflegung usw. 36,— RM.) ist der 8. Juli 1936. Dienststunden der Geschäftsstelle von 7 bis 13 und von 14.30 bis 17 Uhr. Der Ortsgruppenobmann. Versammlung des Fuhr- und Krafifahrgewerbes. Die Bezirksuntergruppe Gießen im Fuhr- und Kraftfahrgewerbe, die die Kreise Alsfeld, Büdingen, Gießen, Lauterbach und Schotten umfaßt und mehr als 300 Mitglieder zählt, hielt am Sonntag im „Bayrischen Hof" eine wichtige Versammlung ab. Der Leiter der Bezirksuntergruppe, Fuhrunternehmer C. Göbel (Gießen), stellte in seiner Be- arüßungsansprache fest, daß den Außenseitern im Gewerbe energisch begegnet werden soll, damit der Kampf gegen die Schwarzarbeiter, die die Preise drücken und eine Schädigung der Volksgemeinschaft treiben, erfolgreich durchgeführt werden kann. Zu solcher Arbeit sind in erster Linie alle Behörden aufgerufen, soweit sie von Amts wegen Aufträge zu vergeben, oder auf die Vergebung einen Einfluß haben. Nur durch ihre MitDas oberhessische Strandbad Hillersbach Am vergangenen Samstag wurde — wir berichteten bereits ausführlich darüber — der Stausee für das Nidderkraftwerk Lißberg und gleichzeitig auch das in herrlicher Umgebung geschaffene Strandbad seiner Bpstim- mung übergeben. Unsere Bilder zeigen den Stausee, der nicht nur der Energiewirtschaft dienen soll, sondern auch eine Quelle der Kraft für den deutschen Volksgenossen darstellen wird. Links: Der Stausee und das „Hotel Hillersbach". Rechts: Blick über die Terrassen des Hotels auf den See. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) "X ' .. ' ( ,v - Nr. 150 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, ZO.Zuni 1936 arbeit Wird erreicht werden, daß das organisierte Gewerbe geschützt und alle Schwarzfahrer ausgeschaltet werden. Leider ist diese Auffassung noch nicht überall bei den Behörden durchgedrungen. Ebenso schwierig ist es bisher noch, Landwirte, die zugleich Fuhrunternehmer find, für die Bezirksuntergruppe zu erfassen. Dadurch ist es noch möglich, daß Bauern mit großem Landbesitz dem kleineren Landwirt, der auf das Fuhrgeschäft angewiesen ist, die Arbeit wegnehmen. Die jetzt im Kraftfahrgewerbe eingetretene Bereinigung wird in aller Kürze auch im Fuhrgewerbe einsetzen. Zur Bereinigung im Kraftfahrgewerbe hat jetzt die Reichsbetriebsgemeinschaft 10 die Gründung von „Arbeitsgemeinschaften des Güternahverkehrs" auf genossenschaftlicher Grundlage angeordnet. In jeder Bezirksuntergruppe soll eine solche Arbeitsgemeinschaft gegründet werden, die Festpreise ausschreibt und ein Ehrengericht für diejenigen Berufsangehörigen ein- setzt, die die Preise unterbieten. Diese Genossenschaft wird sehr begrüßt. Der Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft besteht darin, die Aufträge aller Behörden oder größerer Unternehmen, letztere nur insofern, als sie die Leistungsfähigkeit eines einzelnen übertreffen, die in Zukunft nur an die Arbeitsgemeinschaft vergeben werden dürfen, auf die Genossenschaftler zu verteilen und über die Einhaltung der Festpreise zu wachen. Gleichzeitig hat die Arbeitsgemeinschaft dafür zu sorgen, daß auch für die Rückfahrten Aufträge zu beschaffen sind, damit Leerfahrten vermieden werden können. Weiterhin sprach Vezirksuntergruppenleiter Götz e l über die erfolgte Bildung von Unterausschüssen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern des Fuhr- gewerbes in Zusammenarbeit mit der Deutschen Arbeitsfront. Die Bezirksuntergruppe Gießen ist bisher die einzige im Rhein-Main-Gau, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DAF. leistet. In einer Abstimmung wurde dem Bezirksuntergruppenleiter Göbel (Gießen) das Vertrauen ausgesprochen. In einer freien Aussprache wurde wiederholt der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß die Stadt und die Behörden, auch dann, wenn sie im Submissionswege Fuhraufträge zu vergeben haben, nur den organisierten Fuhrmann berücksichtigen sollen und Schwarzfahrer ausscheiden. Auch hinsichtlich der Kohlenfuhren wurde auf Einhaltung der Vereinbarung durch die Kohlenhändler gedrängt.' Mit dem Treugruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. zweispännigen Pferdebahn in Arabien. Don unserem Ho.-Berichterstaiter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Bagdad, im Sommer 1936. Von meiner Wohnung aus sehe ich täglich mehr- selten findet. .... Dann gehfs zur Pferdebahn. Em vorsintflutliches Fahrzeug mit zwei Stockwerken. Unten, das ge- schlossen- Abteil, ist die zweite Klasse, die Deck- platze sind erster Klasse. So ein Wagen bespannt mit zwei Pferden, erfordert hier allerhand an Personal. Da ist erst mal der Kutscher, der einen Re- s-ro-mann mit hat. Kaum hat man Platz genom- men, kommt der Schassner, nertauft einem nut Motzer Umständlichkeit den Fahrschein, der bis Kadhimen 7 Fils kostet, und etwa fünf M nuten Ipäter erscheint der Kontrolleur, der die Fahrscheme knipst und wieder einsammelt. Nun gehts mit mach- flflem S-kling-, los. E,-l muffen von den Sch'-n-n ebenso verscheucht werden wie fptetenbee Nach einigen Minuten ist man aus Bagdad heraus uni) Die Palmenwalüer beginnen. Werdende Kuh- mals ein Fahrzeug mit zwei Stockwerken, offenbar auf Schienen, jenseits des Tigris laufen, das mich durch fein Geklingel immer wieder auf sich aufmerksam machte. Die Sache interessierte mich und nach langem Hin und Her war die Verständigung mit meinem Diener glücklich soweit gediehen, daß ich wußte, daß eine Pferdebahn von Bagdads Stadtteil auf dem linken Tigrisufer nach Kadhimen, dem Ort der berühmten Moschee mit den goldenen Kuppeln, der Hochburg des schiitischen Glaubens, führt und zwar seit 1886, also genau 50 Jahre. Kadhimen wollte ich sowieso besuchen, aber die Fahrt mit der Straßenbahn reizte mich mehr, als das Auto auf der langweiligen Straße. Los gings mit einer Arabana, dem zweispännigen Pferdestihrwerk in Bagdad, um zum jenseitigen Tigrisufer über die Maudebrücke, eine Pontonbrücke zu kommen. Die Brücke war jedoch zum Durchlaß einiger Frachtkähne, die von Basra herauf kamen, ausgefahren, und das dauert dann einige Stunden, bis man wieder über den Fluß fann. Also muß ein Kahn zum Uebersetzen genommen werden. Großes Geschrei, jeder will die Fahrt machen, denn der Europäer muß besser zahlen als der Einheimische. Nach einiger Zeit, jedes Geschäft will hier seine Weile haben, hatten wir uns dann mit einem Bootsführer auf 50 Flls (60 Pfennig) geeinigt. Zwei Araber brachten uns über den Flutz, alte Fifchertypen, wie man fie hier auch nur jeyr zwischen den Palmen, „bewacht" von einem fest schlafenden Araberjungen, der aufschreckt. Wo eine Lichtung ist, sieht man verlassene Araber- und Kurdensiedlungen. Wohnstätten sind hier schnell gebaut und auch ebenso schnell wieder verlassen, wenn nicht mehr genügend Futter fürs Vieh da ist. Weiter gehts durch Palmenwälder, die uns etwas Schatten spenden, denn es ist schon erheblich warm geworden. Links sehen wir einen arabischen Friedhof, auf dem gerade eine Beerdigung stattfindet. Viel tief verschleierte Frauen, nur vier Männer, die den in Tücher eingewickelten Toten tragen, ein Begräbnis, genau wie vor Hunderten von Jahren. Noch einige Minuten Fahrt, und wir verlassen die Palmenwälder. Ein überwältigender Anblick bietet sich uns, die goldenen Kuppeln der Moschee von Kadhimen, überragt von vier Minaretts, erstrahlen in der Sonne. Bald sind wir am Endpunkt der Straßenbahn angelangt. Ueberraschend die Bauweise des Wagenschuppens. Man glaubt vor einer Moschee zu stehen, denn man hat vor 50 Jahren das Aussehen bereits der Umgebung und der Nähe der Moschee angepaßt. Wir betreten den Bazar; feindliche Blicke benennen uns, denn wir sind für die ftrenaqfäubiqen Schiiten die „Unreinen", die mit ihrer Gegenwart Kadhimen entheiligen. Ein irakischer Polizist schließt sich uns zu unterem Schutze an, als er merkt, daß wir den Weg nach der Moschee einschlagen. Kem Mißtrauen der irakischen Regierung, sondern lediglich ein Schutz, denn Europäer sind verschiedentlich angegriffen worden. Rund um die Moschee, die nach jeder Himmelsrichtung ein prunkvolles Tor hat, zieht sich der Bazar Düstere Blicke folgen uns, als wir vor einem der Tore stehen bleiben, um einen Blick in den Hof der Moschee zu werfen, der mit Betenden angefüllt ist. Mit schweren Messingketten find die Eingänge verhängt. Gläubige, die den Hof verlassen, ziehen sich daran hoch und küssen die Ketten. Wunderbare Mosaiks und Keramiken verzieren die Eingänge zum Hof der Moschee. Unverschleierte Frauen sieht man hier nicht, wahrend es in Bagdad, fünf Kilometer von Kadhimen, schon nicht mehr so streng genommen wird. Wir schlendern weiter durch den Bazar, an den Mauern der Moschee entlang. Seide, Teppiche und besonders Kämme aus Sandelholz werden feilge- halten. Die Hitze, es waren immerhin 40 Grad im Schatten, hatte uns Dürft gemacht. Zu einem Seh ter- und Limonadenverkäufer gingen wir, der es trotz Zuredens des Polizisten ablehnte, an einen Ungläubigen zu verkaufen. Wir mußten abziehen und machten dann auch nicht mehr den Versuch, noch irgend ein Andenken an Kadhimen zu kaufen. Zurück nach Bagdad, die Pferdebahn war gut besetzt, trotzdem rückte man von uns Ungläubigen soweit wie möglich ab, und mancher haßerfüllte Blick traf uns. Ich war seit einiger Zeit mit einem Mullah, einem höheren Geistlichen gut bekannt, der mir dann abends bei einem Glas Tee die Legende von Kadhimen erzählte. „Harun al Raschid, der wohltätige Kalif, liebte es, in Verkleidung durch Bagdad zu gehen, um die Nöte feines Volkes kennen zu lernen. Einmal ging er zur Nachtzeit durch die Straßen und traf eine weinende Frau. Er redete sie an und fie klagte ihm ihr Leid. Der Mann gestorben, kein Geld, keine Arbeit, tagelang nicht gegessen. Das Haus soll sie verlassen. Harun al Raschid, der kein Geld bei sich trug, schenkte ihr einen wertvollen Ring mit einem großen Brillanten mit der Weisung, ihn im Bazar zu verkaufen, um von dem Erlös ihr Leben wieder besser zu gestalten. Die Frau hatte den Kalifen nicht erkannt. Sie ging am nächsten Tag in den Bazar zu einem Edelsteinhändler, dem sie den Ring zum Kauf anbot. Dieser behauptete sofort, in dem Ring fein gestohlenes Eigentum zu erkennen und verklagte die Frau bei dem Kadi. Er brachte Mullahs und angesehene Bürger als Zeugen, die beschworen, daß er ein ehrlicher Mann und der Ring sein Eigentum sei. Unter den Zeugen befand sich auch der Imam Kadhimen, ein Nachkomme der Tochter Mohammeds. Die Frau wurde verurteilt und ihr zur Strafe für den Diebstahl die rechte Hand abgehackt. Harun al Raschid ging einige Tage später in die Wohnung der Frau, um sich davon zu überzeugen ob sie das erlöste Geld nutzbringend angelegt habe. Die Frau erkennt ihn wieder, streckt ihm den Armstumpf entgegen und überschüttet ihn mit Vorwürfen, da er alles Unglück über fie gebracht habe. Geld habe fie nun auch nicht, und eine Arbeit könne fie nie mehr verrichten. Er bestellte fie für den anderen Tag in den Palast, ohne sich auch jetzt zu erkennen zu geben. Noch in der Nacht läßt er den Kadi und alle Zeugen zu- sammenholen und hält strenges Gericht über sie. Alle werden zum Tode durch Abhauen des Kopfes verurteilt, und die Leichen sollen in den Tigris geworfen werden, da geschieht das Wunder: Alle Leichen schwimmen stromabwärts, nur die Leiche des Imam Kadhim treibt stromaufwärts und wird nach einiger Zeit angetrieben. Hier beginnen feine Anhänger, die Schiiten, zu feinem Andenken mit dem Bau einer Moschee und nennen den Ort Kadhimen nach dem Imam Kadhim»" Und dann setzte mir der Mullah die Verschiedenartigkeit der Lehren innerhalb des mohammedanischen Glaubens auseinander. Mohammed hatte keine Söhne, sondern nur eine Tochter, die Ali heiratete. Hieraus entstand dann ein Streit um die rechtmäßige Nachfolge Mohammeds und die Trennung. Die Schiiten, die nur Nachkommen dieser Tochter als rechtmäßige Nachfolger Mohammeds ansehen, bildeten innerhalb des mohammedanischen Glaubens eine besondere Richtung und ihr Heiligtum wurde Kadhimen. Das Bnllen-Kino von Pans. In Paris gibt es ein Kino, in dem regelmäßig plastische Filme gezeigt werden. Schon die Reklamebilder am Eingang und im Vorraum des Unternehmens sind hinter Stereoskopgläsern angebracht, damit sich jeder Besuch im voraus von ihrer reliefartigen Wirkung überzeugen kann. Zugleich mit der Eintrittskarten erhält dann der Zuschauer eine Aa^badnlle, die nach Beendigung der Vorstellung sorgfältig gereinigt und hygienisch verpackt wird. Ein Blick in den vollbesetzten Zuschauerraum des „Cinäma de Relief", wie das Pariser Brillen-Kino heißt, bietet einen merkwürdigen, fast gefpenfter- haften Anblick. Da sitzen Männlein und Weiblein Kopf an Kopf, jedes mit einer ganzen dunkel wirkenden Farbenbrille vor den Augen, deren eines Glas gelb, das andere jedoch blau ist. Man glaubt im ersten Augenblick einer Versammlung von Halbblinden beizuwohnen. König Georgs Jacht wird versteigert. Die Jacht König Georgs V., die an einer Reihe von Wettfahrten ruhmvollen Anteil genommen hat, soll nach einem Beschluß König Eduards VIII. ihr Grab in den Wellen finden. Aber nur der Schiffsrumpf wird im Meer versenkt werden. Alle Aus- rüstungsgegenstände werden auf einer Versteigerung in Cowes zum Verkauf gelangen. Man nimmt an, daß sich ein lebhafter Wettbewerb besonders unter den englischen Seglern erheben wird, auf diese Weise „Erinnerungen" an die Königsjacht „Brt- tannia" und ihren Herrn zu erlangen. Es sind bereits eine große Zahl von brieflichen Angeboten eingelaufen, lieber 350 einzelne Gegenstände gelangen zur Versteigerung; sie umfassen besonders viele Stücke der Deckausrüstung, dann Segel, Anker, Kabinenausstattung und Teile der Takelage. Heiß um stritten wird, wie man annimmt, der über 30 Meter hohe Hauptmast der Jacht fein Eintagsprüfung älterer Melker. Aeltere Melker können ohne Ablegung eines Lehrganges an einer staatlich anerkannten Vieh- pflege- und Melkerschule unter nachfolgenden Bedingungen den Meisterbrief erhalten: Der Melker mutz vor dem 1. April 1900 geboren sein und muß mindestens zwölf Jahre seinen Beruf ausgeübt haben, weiterhin muß er eine vierjährige ununterbrochene, erfolgreiche Tätigkeit als selbstständiger Obermelker in einem Betrieb nachweisen können. Für diese Melker empfiehlt es sich, umgehend — spätestens bis zum 3. August 1936 — eine Anmeldung zur Meisterprüfung an das Verwaltungsamt der Landesbauernschaft einzusenden. Der Anmeldung sind Belege über die oben geforderte Tätigkeit und ein Lebenslauf des Bewerbers beizufügen. Die Prüfung erfolgt nach den Bestimmungen über die Prüfung von Meltergehilfen zu Melkermeistern. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 30. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier, deutsche, Klasse C 9%, Enteneier 9, Wirsing, % kg 10, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen (grün) 20 bis 30, Erbsen 15 bis 18, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 50, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, kg 12 bis 13 Pf., Pfirsiche 50 bis 60, Himbeeren 35 bis 40, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 28 bis 40, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 25 bis 40, Blumenkohl, das Stück 5 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 40, Oberkohlradi 8 bis 12, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf. * ♦* Dienstjubiläum bei d e r Commerz- und Privatbank. Am 1. Juli feiert der stellvertretende Direktor der Commerz- und Privat- Bank Aktiengesellschaft Filiale Gießen, Herr Franz Z e ll e r, das Juoiläum seiner 25jährigen Dienstzeit in dem genannten Institut bzw. seiner Vorgängerin, der Mitteldeutschen Creditbank. ** Das Versicherungsamt der Stadt Gießen teilt mit, daß die Heberolle über die Beiträge zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufs- gcnossenschaft für das Jahr 1936 vom 26. Juni an zwei Wochen lang im Stadthaus, Gartenstraße 2, täglich von 8 bis 12 Uhr, zur Einsicht offenliegt. Auf die Bekanntmachung sei besonderrs aufmerksam gemacht. ** Einen Betriebsausflug an den Edersee unternahm am Sonntag das hiesige Heeres-Reben-Zeugamt. Ueber Marburg und bas altertümliche Frankenberg ging die Fahrt in die waldige Gebirgslandschaft bis Vöhl und dann am Ufer des Edersees entlang nach Waldeck. Bei einer Dampferfahrt bis an die Sperrmauer und die Besichtigung der großen Anlagen hatten die Fahrtteilnehmer gute Gelegenheit, die Reize des Sees kennenzulernen. In Waldeck fand eine Führung durch die Bura statt. Die Gelegenheit au einem erfrischenden Bao im Sre wurde reichlich ausgenützt. Am Nachmittag wurde die Rückfahrt über Bad Wildungcn angetreten und der alten Hessenstadt Fritzlar mit ihrem berühmten Dom ein Besuch abgestattet. Don schönstem Sommerwetter begünstigt nahm dieser Betriebsausflug einen von bester Kameradschaft getragenen Verlauf. ** Ietzttüchtig Obst essen! In allen Läden und auf allen Straßen sieht man letzt die gefüllten Körbe mit frischem Obst stehen. Erdbeeren unb Kirschen, Blaubeeren unb Johannisbeeren liegen in großen Mengen bereit und locken in ihrer Farbenpracht Auge und Gaumen. Bei dem jetzigen Sonnenwetter greifen wir gern auf das erfrischende Obst Surürf, zumal es durch die treibhausartige Wärme er letzten Tage in übergroßen Mengen zur Reife gebracht worden ist. Fleißige Hände arbeiten Tag für Tag daran, die sich auf wenige Wochen zusarn- mendrängende Ernte zu bergen und die Ware für den Verbraucher auf den Markt zu bringen. Der Verbraucher sollte die verhältnismäßig kurze Erntezeit ausnutzen und in dieser Zeit das frische Obst besonders bevorzugen. Am besten verzehrt man es noch am Tage des Einkaufs, weil so leichternpsind- liche Früchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren und Steinobst sich schlecht bis zum nächsten Tage halten. Hat man die Früchte schon am frühen Morgen eingekauft und will man sie erst einige Stunden später verzehren, so breite man sie solange Verfluchtes Gold! 3Roman von 3- Schneider-Hoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten! So fröstelnd ist alles. Die Straßen noch leer und verschlafen, die Häuser ohne Leben. Ueber dem Bach liegt eine Fahne weißen Nebels. Erst Donnerstag! denkt Rolf und reibt sich die kalten Hände. Am Samstag um fünf Uhr — einen Kilometer außerhalb der Stadt. — Maria Terry! Das erste Mädchen, das ihm etwas galt. Das erste, das er liebte. All die anderen, die er in den Hör- und Kranken- fälen oder sonstwo gesehen hatte, waren nur Schemen gewesen. Ab und zu war ein Blick haften- geblieben, eine Erinnerung an fchöne Augen, zarte Wangen. — Maria! Liebstes! Er trat ins Haus zurück, horchte nach der Treppe hinauf und lächelte verschmitzt. Wie die Mutter gucken würde, wenn sie erwachte und er war schon über alle Berge! Sie mochte unsagbar müde sein sonst hätte sie unmöglich verschlafen. Er machte sich Milch heiß und bestrich sich zwei Schnitten Brot mit Butter. Auf einen Zettel kritzelte er: Auf Wie- versehen, Mutter! Und hängte ihn an die Wasserlei- iung. Damit der Kies nicht knirsche, ging er über den Rasen nach der Gartentür und drückte sie sacht ins Schloß, sah noch einmal zurück und zag den Hut als stunde die Mutter am Fenster und winkte ihm nach, wie sie es Tag für Tag zu tun pflegte. — Eine Viertelstunde später erwachte Frau Steffen durch das Kläffen eines Dorfköters, war mit einem Sprung aus dem Bett, schlüpfte in Pantoffel und Schlafrock und eilte die Treppe hinauf. Das Giebel- zimmer war leer. In der Küche entdeckte sie den Zettel. Sie lächelte schmerzlich. Es war das erstemal daß sie ihren Jungen vor seinem Weggehen nicht ge- küßt hatte. Und das nur deshalb, weil dieser tolle Traum sie so lange gefangengehalten hatte... * aus und halte sie recht kühl, damit sie nicht ihre leuchtende Farbe und ihr Ansehen verlieren. Be- sonders vorsorgliche Hausfrauen nützen die letzige Erntezeit aus, um das Frischobst einzumachen oder um Gelee und Marmelade daraus zu kochen und sich dadurch die sommerlichen Früchte auch für die Wm- termonate aufzubewahren, in denen kein frisches Beerenobst zu haben ist. Gondergenchi in Gießen. Dem 42jährigen Paul Lüdingshaus aus Bochum, der wegen großer Entfernung seines Woynsitzes vom Erscheinen in der Hauptoerhand- lung entbunden war, wurde zur Last gelegt, am 12. November 1935 in Alsfeld abfällige Aeußerun- gen über den Reichspropagandamimster und die NSV. gemacht zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu 4 Monaten Gefängnis. Gemäß den Bestimmungen des Straffreiheitsgesetzes vom 23. April 1936 wird die Strafe, falls der Angeklagte sich in den nächsten drei Jahren gut führt und sich keine strafbare Handlung zuschulden kommen läßt, erlassen. Der häufig vorbestrafte Heinrich Kretschmar aus Senitz, 67 Jahre alt, her seit dem 27. März 1936 in Untersuchungshaft sitzt, diesem Tage in einer Wirtschaft in Homberg wahrend der Ueber- ragung der Fuhrerrede sich beleidigende Aeußerun- gen gegen den Führer zuschulden kommen lassen. Der Angeklagte, der in der Urteilsbegründung mit Recht als asozialer Mensch bezeichnet Ede, wurde zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft an gerechnet werden. Mangels Beweises wurde der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Josef Stangl aus München freigesprochen. Der Angeklagte stand unter der Anklage des Vergehens gegen § 2 des Heimtucke- gesetzes. Der Mi-ihrige Franz 3of. De hier aus Batten (Kreis Fulda) wurde wegen Vergehen gegen tz 2 des Heimtückegesetzes zu 3 Monaten G e f a n g - n i s verurteilt. Dem Angeklagten wurde die Strafe gemäß den Bestimmungen des Straffrelheitsgesetzes vom 23. April 1936 erlassen unter der Bedingung daß er sich in den nächsten drei Jahren gut fuhrt, d. h. nicht gerichtlich bestraft wird. Der gegen den Angeklagten erlassene Haftbefehl wurde aufgehoben. Die Kosten des Verfahrens hat der Angeklagte zu tragen. Oberheffen. Glückwunsch - Telegramm des Führers zum Jubiläum der Stadl Grünberg. + Grünberg, 29. Juni. Zu unserem Bericht über die 750-Jahrfeier der Stadt Grünberg ist noch nachzutragen, daß auf das Grußtelegramm an den Führer, das Bürgermeister Wagner am Samstag anläßlich des Festaktes in der Turnhalle abgesandt hatte, am Sonntag ein Antworttelegramm folgenden Inhalts eintraf: „Bürgermeister, Grünberg in Hessen. Der Stadt Grünberg in Hessen danke ich für das treue Gedenken bei Der Feier ihres 750jährigen Bestehens. Ich wünsche der alten Stadt und ihrer Einwohnerschaft aus diesem Anlaß eine glückliche Zukunft. Mit deutschem Gruß! Adolf Hitler." Gelegentlich der Wiederholung der lebenden Bilder in der Turnhalle gab Bürgermeister Wagner das Telegramm bekannt. Der Montag brachte einen Zug der beiden Schulen, heitere Turnspiele, Eierlaufen, Hindernisrennen, Topfschlagen und einige Boxoorführungen von Schülern der Oberrealschule. Jubiläum des Gesangvereins „Eintracht" Leihgestern. = Leihgestern, 29. Juni. Die Feier des 75- jährigen Jubiläums des Gesangvereins „Eintracht" nahm einen glänzenden Verlauf. Ein- geleitet wurde das Fest am Samstagabend mit einer Totengedenkfeier am Gefalle- nen-Ehrenmal. Hieran beteiligten sich alle Ortsvereine, die mit ihren Fahnen im Ehrenhof des Denkmals Aufstellung genommen hatten. Die Kapelle A d e r h o l d (Butzbach) leitete die Gedenkstunde mit dem Niederländischen Dankgebet ein, dem ein Chorlied folgte. Die Gedenkrede hielt der Ortsgeistliche. Nach einem weiteren Chor und dem Lied vom guten Kameraden, legte der Vorsitzende einen Kranz im Gedenken der Gefallenen und aller verstorbenen Vereinsangehörigen nieder. Anschließend fand ein Lampionumzug durch den Ort und die Vorfeier auf dem Fe st platz statt. Dem Jubeloerein wurde nach der Begrüßungsansprache von der Kriegerkameradschaft „Hassia" Leihgestern und dem Gesangverein „Liederkranz" je ein Fahnennagel überreicht. Gesangsvorträge, turnerische Vorführungen und Reigen des Bundes Deutscher Mädchen wechselten mit Konzertstücken der Kapelle Aderhold ab. Der Sonntag brachte einen großen Festzug. 20 Vereine nahmen daran teil. Die beiden ältesten Ehrenmitglieder I. Diehl, 82jährig, und Heinrich Winter (Neuhof), 80 jährig, fuhren im Wagen mit der ehrwürdigen alten Fahne des Vereins dem Festzug voraus. Nach Ankunft auf dem Fest- platz sprach nach dem Beqrüßungschor des festgebenden Vereins Maria Daniel einen Prolog. Der Festvorsitzende Wilhelm Seipp hielt die Fest- ansprache. Vom Sängerkreis Gießen wurde der „Wolfgang", bat Hylmar Amselmann, als er oen Bruder gegen 11 Uhr vormittags nach dem Salon der Mutter gehen sah. „Muß denn diese Unterredung sein? Kanst du ihr bas denn nicht ersparen? Ich habe eine Ahnung, als ob du es bereuen würdest." "Diese Ahnung habe ich auch, Hylmar. Aber gerade deswegen." „Wolfi", bettelte der Bruder und hielt ihn am Aermel zuruck. „Tu's nicht! Vater weckst du nicht mehr auf und ich auch nicht. Und wenn du jetzt etwas erzwingst zu erfahren, was die Eltern uns roer weiß aus welchem Grunde, verschwiegen haben' ist es vielleicht unser aller Unglück " „Höchstens das meine", entgegnete Wolfgang und jatte nun genau ben gleichen verbissenen Zug um ben Mund, ber seinem Vater eigen gewesen war wenn er fid) durchsetzen wollte. „Außerdem hotte doch keine Ruhe mehr, bis ich alles weiß. So- balb ich unterrichtet bin, komme ich unb bericht Hylmar machte mehr als ein butzenbmal ben Weg durch den Park, ging nach ber Garage unb sah zu, mie ber Chauffeur ber Mutter ben Wagen reinigte unb blank polierte, bann lief er hinter Oskar her ber Blumen nach den Zimmern trug, ftanb eine SBeile vor bem Bilb bes toten Vaters, legte die totirn gegen ben Rahmen unb nahm feine Wanbe- rung roieber auf. .^desmal, wenn er am Salon ber Mutter vor- überkam, horchte er, ob nicht ein Wort zu ihm Ho^ung erwies sich als trü- N'fch- D'e Ruhe würbe ihm allmählich unheimlich, die Tür b ooruberging, klopfte er laut an Ä 5rau Harthas Schritt ver- chlungen so daß Hylmar zuruckfuhr, als sie plöh- b^it0Cf^r offenen Türrahmen ftanb. Si/war bereits fertig für bie Abreise, hatte ben schwarzen Schleier zur Halste über bas blasse Gesicht gezogen C 8,Cra?e den linken Handschuh über. „Ich wollte eben zu dir gehen, Hylmar!" 1 "Ich hatte solche Angst, Mutter!" „Um wen?" Gr wollte sagen: „Um dich^, unterließ es aber Un^hrpUrfw d'e Achseln. „Wo ist Wolfgang?" Ihre Reckt- streichelte über feine Wange Der Verein durch ein Diplom geehrt. Gefangsoorträge der Gastoereine füllten mit Konzert und Tanz den Nachmittag aus. Auch der Festmontag, mit dem die hiesige Kirmes verbunden war, nahm einen schönen Verlaus. Der Gesangverein „Eintracht" kann mit Stolz auf fein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Bad-Nauheim im Licht. Bad-Nauheim, 29. Juni. (LPD.) Im Rahmen der Bad-Nauheimer Woche wurde Bad-Nauheim im Licht gezeigt. Als die Dunkelheit herein- brach, blinkten Hunderte von Lichtern des Kurhauses flimmernd zwischen den Bäumen des Parks hindurch, silhouettenhaft hob sich ber beleuchtete Turm ber Dankeskirche gegen ben Nachthimmel ab unb prachtvoll glänzte die Front des Kerckhoff- Jnstituts. Oben vom Johannisberg leuchteten der hohe Aussichtsturm und das Restaurant auf die Stadt herunter. Auch ber große Sprudel und der Alicebrunnen mit feinem rotbunten Lichtspiel erregten bie Bewunberung ber vielen Zuschauer. Schadenfeuer in Ruppertsburg. — Ruppertsburg, 30. Juni. Heute morgen brach in unserem Dorfe im Anwesen bes Landwirts Otto Hussel aus bisher noch unbekannten Gründen Feuer aus. Die Scheune des Landwirts ging rasch in Flammen auf, und bie Scheune bes Nachbars Friedrich Parr würbe ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Das Feuer griff ferner auf bas Wohnhaus Hussel über. Die F^^r-wehr von Ruppertsburg war sofort zur Stelle unb beschränkte in eifriger Arbeit bas Feuer auf seinen Herb. Zur Unterstützung ber Ortsfeuerwehr würbe die Motorspritze von Laubach herbeigerufen. Allerbings war es nicht möglich, bie Scheunen zu retten. T)er entstandene Schaben ist erheblich. Landkreis Gießen. 4-’ Lollar, 28.Juni. Der Turn - und Gesangverein Lollar versammelte sich gestern abend zu einer schlichten Feier in ber Bahnhofswirtschaft. Sie galt Der Ehrung alter, verdienter Mitglieder, bie anläßlich bes 75jährigen Bestehens des Vereins zu Ehrenmitgliedern ernannt würben. Es finb bies: Ebuarb Corbes, Bahnhofswirt, Metzgermeister Konrad M o o s und Gemeinderechner i. R. Heinrich Schwa Im. Der Vereinsführer Rudolf Krehdiehl gedachte in einer Ansprache der Verdienste der Geehrten und überreichte ihnen Ehrenurkunden. Für die neuernannten Ehrenmitglieder sprach Herr Schwalm den Dank aus. Er hob dabei besonders hervor ben echt kameradschaftlichen Geist, ber in bem Verein schon immer herrschte, unb der sich yerade bei dieser Feier wieder in schönster Weise zeige. Die Feier war von Liedvorträgen des Vereins umrahmt. 4 Lollar, 29. Juni. Unser Hrf ftanb gestern um bie Mittagsstunde im Zeichen Deutschen ßiebes. Die hiesigen beiden Gesangvereine, ber Turn- u. Gesangverein (Leitung: Lehrer Eberle) und bie Sängeroereinigung (Dirigent Meyer Wieseck) ließen auf ben Plätzen unseres Ortes ihre Lieder erschallen, bie von ben Zuhörern mit 23ei= fall aufgenommen wurden. Aisbann beaaben sich Versuch, ihm zuzulächeln, mißlang. „Laß bich von deiner Mutter belehren, mein Junge: so wenig es gut ist, bie Zukunft zu wissen, ebenso verhängnisvoll kann es sein, bie Vergangenheit aufgebccft zu erhalten Aber Wolfgang wollte es fo. Nun weiß er nicht, für wen er sich entfcheiben soll." „Wieso entschciben, Mutter?" Er sah ben Bruder unter einer Portiere austauchen unb eilte auf ihn zu. 1 Dessen Gesicht war sehr blaß, unb bie Hände nach denen Hylmar griff, fühlten sich kalt an. Mit n?ern r?U(f. entzog Wolfgang sie ihm. „Laß! — Ick) gehöre m gar nicht hierher! Ich bin ja gar nicht Wolfgang Amselmann." 1 „ffiölfi" bettelte Hylmar, „Wolfi!" Er wandte ich nach ber Mutter um, aber ber Platz, an dem te eben noch gestanden hatte, war leer. „Was ist )enn, .ueber? Sag doch! Ich weiß ja von nichts. Du mußt mir doch erklären!" "Was soll ich beim erklären?" rief Wolfgang aus „Ach! stöhnte er bann. „Hilf mir meine GlL^-atlen ^ur' nias mir wirklich gehört. An- Öe' Wasche unb so. Unb bann geh ich mit ihr mmaie6 unb^ef) Wir gehören ja zusam- sich soweit gefaßt, baß er ben Bru- ?rm* nehmen unb auf einen Stuhl nieber- bruefen konnte. „Jetzt will ich erst einmal bie Zusammenhänge wissen!" ai?oie-5UffrmhC»l,ä^c?™-ffQmmeIte Wolfgang. ^r hielt bie Fingerspitzen gegen bie Unb "ersuchte sich zu beherrschen. Ur iXn ihim?* ^gen betrügerischen Bankerotts, Zuch!h°üsÄn!« Dcp°'unt°r,ch,°gung im „Unfer Vater?" fragte Hylmar ungläubig. er"^rbinerQhn/ mar- "icht geboren, als verbüßt." h E nur zwei Monate feiner Strafe „Wolfi!" mi7r^“6 mich!" fuhr dieser auf. „Du willst dock w en, wie alles zusammenhängt. Ich hab' es auch SnnS°»}\Unsb cs nun ertragen Damit d)t als Kind dieses Mannes zur Welt kam hat beratet- D'cImc^r - die Muttm ge! AmÄ^?^ ^r, und mir seinen guten Namen Melmann g-g-ben. h°t mich als fein eigen Fi^ifch beide Vereine nach dem benachbarten Wißmar, wo sie an dem 90. Stiftungsfeste des dortigen Gesang- Vereins „Germania" teilnahmen. f Treis (Lda.), 29. Juni. Der Turnverein Gut Heil" beging in feinem Vereinslokal, im Saal Will die feierliche Enthüllung einer Gedächtnistafel für feine im Weltkrieg ge- faUenen Mitglieder. Nach einem Vorspruch des Zöglings Klein und einem Eröffnungschor des Gesangvereins Liederkranz begrüßte ber Vereins- ührer Klein die Teilnehmer und erteilte dem rüheren ersten Vorsitzenden, Lehrer Walter, Das Wort zur Weiherede. Der Redner schilderte die Umstände, welche die Aufstellung der Tafel seither verzögert hatten und übergab bann mit vaterländischen Worten bie Tafel dem Verein zum Gedächtnis an bie Gefallenen. Mehrere von Turnern und Turnerinnen vorgetragene Gebichte und ein weiterer Chor bes Mannergesangvereins beschlossen bie schlichte Feier, bei ber auch bes Führers unb Reichskanzlers gebührend gedacht wurde. Der Feier war ein gemeinsamer Kirchgang des Vereins im Vormittagsgottesdienst vorausgegangen, in welchem kurz auf die Bedeutung dieses Tages für Verein und Gemeinde hingewiesen wurde.. Dis Namen ber 21 gefallenen Turnbrüber finb: Heinr. Bodenbenber, Heinr. Klein, Hch. Kehr, Wilh. Wolf, Hch. Pfeil, Gg. Grau, Lbw. Michel, Johs. Michel, Hch. Nuhn, Wjlh. Dapper, Tob. Will, Wilh. Berg- Höfer, Hch. Käs, Konr. Müller, Karl Henrich, Hch. Erb, Johs. Rabenau, Konr. Lölkes, Heinr. Brömer, Otto Kehr, Gg. Hettche. Die Tafel besteht aus einer schwarzen Marmorplatte, auf der die 21 Namen in Silberschrift eingegraben sind. wg. Großen-Buseck, 29. Juni. Die Heuernte in unserer Gemarkung, ist bis auf einige Morgen Faselheu ber Gemeinde, vollendet. Schwer beladene Wagen schwankten durch bie Straßen unseres Dorfes in bie Scheunen. Man kann sagen, daß die Heiwnüe in diesem Jahre eine Rekordernte war. Der Na^s wird gegenwärtig geschnitten. Die Kartoffeln stehen sehr gut. Allenthalben in den Fluren blüht jetzt der Lein. Nach einer kurzen Pause hat der Bauer bann feine Arbeit mit ber Frucht, welche ihm in diesem Jahr etwas mehr Arbeit machen wird, da ein großer Teil durch die starken Niederschläge ber letzten Tage sich zu Boben gelegt hat unb baburch bie Erntemaschinen nicht in Tätigkeit genommen werben können. Bei der dieser Tage abgehaltenen Heugrasoersteigerung auf ben hiesigen Gemeindewiesen war die Nachfrage sehr gering. Es wurde ein Durchschnittserlös von 4 bis 5 Mark je Morgen erzielt. Für das Mähen, Machen und Einfahren des Heues für das Gemeinde-Faselrüeh wurden 25 Mark für den Morgen bezahlt. * Watzenborn, 28. Juni. Der Pferdepfleger Degen von hier, der in Gießen beschäftigt ist, erlitt am Samstagvormittag beim Pferdebewegen eine schwere Gehirnerschütterung und mußte durch das Note Kreuz ber Chirurgischen Klinik zugeführt werden. s. Lang-Göns, 28. Juni. Durch das hezße Wetter ber letzten zwei Wochen begünstigt, ist hier bie Heuernte beendigt. Der Ausfall war recht zufriedenstellend. — Am Samstagnachmittag ging ein schwerer Regen über unserer Gemarkung nieder. Er hat die Winterfrucht, zum Teil auch schon die Sommerfrucht, niedergelegt. Lich, 28. Juni. Zu bem am Samstag im Gießener Anzeiger erschienenen Bericht über die Ernennung des Lehrers Karl Sarnes zum Rektor der Volksschule Lich geht uns noch folgende Ergänzung zu: Rektor Sarnes stammt aus dem benachbarten Watzenborn - Steinberg und steht im 48. Lebensjahre. Er besuchte bie Volksschule seiner Heimatgemeinbe unb trat Ostern 1903 in die ba- mals in unserer Stabt noch bestehende Präparandenanstalt ein. 1908 verließ er als Lehrer das Seminar Zu Friedberg unb fand in Helpershain im hohen Vogelsberg die erste Verwenbung. Seiner Militärpflicht genügte er im Infanterieregiment 116 in Gießen, mit bem er auch nach Kriegsbeginn an bie Westfront ausrückte. Infolge einer Verwunbung würbe er aus dem Heeresdienst entlassen. Als Lehrer wirkte er in den Orten Steinfurth bei Uniformen K Wehrmacht SA., SS., PO., RLB„ Forstbeamte nsw. In feinster Maßarbeit 3878a Erste Spezialkräfte, Garantie f. tadellosen Sitz - Reparaturen - Effekten Herren - Bekleidungshaus Gießen G. m. b. H. Marktplatz Verfragstieierant der Meereskleiderkasse unb Blut großgezogen unb seinen Sonny Boy geheißen. — Mich, mich, mich!" „Wolfgang — unb ich?" „Du---?" $9jmar lächelte trotz bem anfänglichen Schrecken unb strich behutsam über das glänzende Haar des Bruders. „Die Mutter hat aber doch nicht nur btd) geboren — sondern auch mich." „Dich auch, ja!" ^'.Siehst du" klang Hylmars Stimme tröstend. „Die Mutter haben wir also doch gemeinsam, wenn nen°Ällst^ met)r aIs foId)en anerken- „Unseren Vater?" hPHUÄon 230s rx ia,I Wolfgangs Arm umfaßte hrM? Cr< Urni) den Kopf an dessen Schultern ge- rfn [J Ibfc, se'N Körper vom Schluchzen hin und tcl■ er ruhiger wurde, fragte Hylmar vorsichtig. „Hat dir die Mama nicht gesagt, warum sie getrennt gelebt haben?" 1 u Wolfgang nickte, vermochte aber erst nach einer Sr>3l!jpreAenr: ,,(5ie hoben sich nicht verstanden, er hat so ganz andere Ansichten und andere Moralbegriffe gehabt als der Vater. Um uns nun Die Jugend nicht zu vergällen und dem Papa wenigstens einigermaßen ihre Dankbarkeit zu be- weisen, hat sie uns ihm überlassen und sich damit begnügt, uns alle Jal)re einmal zu sehen." „Mutter!" rief Hylmar, lief von dem Bruder weg nach dem Schlafzimmer, fand es leer und rannte den Gang hinunter, stieß Oskar beinahe über den Haufen und fragte hastig, ob die Mutter im Speisezimmer sei. Sie ist vor zehn Minuten weggefahren." „Weggefahren?!" „Ja, Herr Hylmar. Ich dachte, Sie wissen davon." „^Mber nein! Laus gleich zu Wolfi und sag, daß die Mama fort ist. Ich mache inzwischen den Wagen fertig." 3m Hunderkilometer-Tempo rasten die beiden Amselmann die Landstraße dahin, durchstreiften die Gegend und horchten auf jedes Hupensignal, das vor oder hinter ihnen aufklang. Der schwere Reisewagen ber Mutter war nicht mehr emzuholen. (Fortsetzung folgt!) Lauterbach und Bleidenrod, Kreis Alsfeld. Später wurde ihm eine Lehrerstelle zu Lauterbach übertragen, wo er schließlich zum Lehrer an der dortigen Fortbildungsschule berufen wurde. Nach Abbau dieser Stelle kam er nach Lich. Als Leiter des Heimatmuseums und auch noch auf anderen Gebieten leistete er für unsere Heimatstadt und unsere Schule ersprießliche Dienste. Mit einem köstlichen Humor ausgestattet, hat er durch seine heimatlichen mundartlichen Dichtungen schon manches Heimatfest bereichert/ Kreis Büdingen. 0 Nidda, 29. Juni. Die Bautätigkeit war in diesem Jahre schon sehr rege. Sechs Wohnhäuser, darunter zwei mit geräumigen Läden, wurden errichtet. Für die nächste Zeit stehen noch einige Wohnhausneubauten, außerdem aber umfangreiche Umbauten in Aussicht. Das an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Adolf-Hitler-Straße stehende Eckhaus und die anstoßende Halle wird nach einem Ausschreiben der hiesigen Bürgermeisterei zum Abbruch versteigert und bald beseitigt werden. Dadurch wirb einem in weiten Kreisen schon lange bestehenden Bedürfnis zur Verbesserung des Fährverkehrs an dieser engen und unübersichtlichen Stelle endlich Rechnung getragen. Durch Uebersicht- lichkeit wird hier nun mancher Zusammenstoß von Autos und Motorrädern vermieden werden. Da sich die vor etwa zwei Jahren in den unbenutzten Räumen einer Bauernhofreite eingerichtete Milchsammelstelle der hiesigen Milchoerwertungsgesellschaft sowohl in ihren Räumlichkeiten zu klein, als auch in hygienischer Hinsicht als unzulänglich erweist, so wird in allernächster Zeit aus städtischem Gelände ein zweckentsprechender Neubau errichtet. Das für Abkühlung und Reinigung im Betrieb notwendige Wasser liefert eine Quelle auf demselben Grundstück. Bei der eigens hierzu vorgenommenen Bohrung bis 17 Meter Tiefe erzielte man eine Ergiebigkeit von 107 Kubikmeter Wässe r j e T a g. Kreis Schotten. + Ober-Lais, 29. Juni. Am 27. Juni wurde nach alter Sitte in unserer Gemeinde der Hagel- s e i e r t a g gefeiert zur Erinnerung an das schwere Hagelwetter, das am 27. Juni 1767 sich über unsere Gegend entladen hatte. Der Feiertag war diesmal von besonderer Bedeutung für unsere Kirchengemeinde durch die erfolgte Ordination des Pfarramtskandidaten Werner Huber aus Worms. Vor der sehr zahlreich erschienenen Gemeinde nahm im Auftrage des Landeskirchenausschusses Dekan Widmann (Schotten) die feierliche Handlung vor, und zwar unter Assistenz von Dekan a. D. Studienrat Dr. Unverzagt- Gießen, des Schwiegervaters des jungen Geistlichen, und Provst K n o d t-Gießen. Nach einer auf die hohen Pflichten und die Bedeutung des evangelischen Pfarramtes hinweisenden Ansprache des Ordinators legte Pfarrverwalter Huber fein Amtsgelöbnis ab und wurde darauf zum pfarramtlichen Dienst eingesegnet und verpflichtet. Der weihevolle und feierliche Akt machte einen tiefen Eindruck auf die Gemeinde. # Breungeshain, 29. Juni. Am gestrigen Sonntag erfolgte in unserem gut besuchten Gotteshaus durch Dekan Widmann (Schotten) als Beauftragten der obersten Kirchenbehörde die feierliche Ordination des Pfarramtskandidaten Friedrich Lind aus Gonterskirchen. Der Ordinator sprach im Anschluß an das Schriftwort 2. Timotheus 4, 5 über die Herrlichkeit und Schwierigkeit des evangelischen Predigtamtes und nahm dann die feierliche Verpflichtung und Einsegnung des jungen Geistlichen vor. Bei der Feier assistierte Pfarrer U h l (Wallernhausen), der früher hier einige Jahre das Pfarramt versehen hatte. # Michelbach, 29. Juni. Der hiesige Kirchenvorsteher Landwirt Heinrich Fischer feierte dieser Tage seinen 8 0. Geburtstag. Die oberste Kirchenbehörde ließ aus diesem Anlaß dem verdienten Manne durch den Ortsgeiftlichen Dekan Widmann (Schotten) ein künstlerisches Gedenkblatt überreichen. * Ober-Seemen, 29. Juni. In unserem überfüllten Gotteshaus fand am gestrigen Nachmittad die Ordination des Pfarramtskandidaten Ludw. K n i e r- riem aus Worms durch den mit der feierlichen Diensteinweisung beauftragten Dekan Widmann (Schotten) statt. Die Feier wurde durch Chorvorträge des hiesigen Männergesangoereins und des Ev. Kirchenchors verschönt. Der Ordinator hielt zunächst eine Ansprache über das Wesen des evangelischen Pfarramts und segnete bann ben jungen Geistlichen nach Abnahme des Gelöbnisses ein. Tief ergriffen folgte die Gemeinde der feierlichen Handlung, bei welcher Pfarrer Oeckinghaus (Worms- Hochheim), der Schwiegervater des Ortsgeisllichen, Assistenz leistete. SJLtfpott Die Deutschen Handball-Meister 1935/36. Dortmund hatte am Sonntag einen großen Tag. In der Kampfbahn „Rote Erde" fanden die Meisterschaftsendspiele der Frauen und Männer statt: ein gelungener Abschluß der für den deutschen Handballsport so ereignisreichen Spielzeit 1935/36. 2 0 0 0 0 Zuschauer wohnten den beiden Spielen bei. Wenn auch Westfalen und damit die Anhänger von Hindenburg Minden den größten Teil der Besucher stellten, so waren doch zahlreiche Schlachtenbummler aus Mannheim, Berlin und Leipzig gekommen, die sich auch während der beiden Spiele, ihre Mannschaften anfeuernd, bemerkbar machten. Am Vormittag wurden die vier Mannschaften durch Oberbürgermeister Barsicke im Festsaal des Rathauses empfangen. SCC. wieder Frauenmeister. Nach zweijähriger Pause konnte sich das sieggewohnte „schwarze C" der Charlottenburger Handballfrauen wieder einmal im Endspiel siegreich durchsetzen. Die Mannheimerinnen gingen zunächst in der vierten Minute durch Frau Kehl in Führung, die aber nach vier weiteren Minuten von Frau Le Viseur ausgeglichen wurde. Durch Frl. Degen führte Mannheim wieder 2:1; bis zur Pause schoß aber Frau Le Viseur wieder zwei Tore, so daß mit einer Pausenführung des SCC. mit 3:2 die Seiten gewechselt wurden. Nach der Pause machte Frau Kehl der Berlinerin das Kunststück nach und schoß ebenfalls zwei Tore, sodaß wieder der DfR. mit 4:3 in Führung lag. Durch Frl. Bechthold und Wedde holte sich dann wieder der SCC. den knappen Vorsprung, aber Frl. Egger schaffte in der 17. Minute den erneuten Gleichstand. Nun stand der Kampf auf des Messers Schneide. Das Tempo nahm immer mehr zu und zwei Mnuten vor Schluß war das Glück mit den Berlinerinnen, die durch Frau Le Viseur einen sechsten und letzten Treffer erzielten. Hindenburg Minden—MTSA.Leipzig 7:5 Nach ben Frauen betraten die beiden letzten Anwärter auf die Handballmeisterschast der Männer, die Militärmannschaften aus Minden und Leipzig, die Kampfbahn. Hindenburg Minden errang einen knappen Sieg mit 7:5( 6:3) und konnte so das erreichen, was im vergangenen Jahre im Endspiel in Stuttgart Polizei Magdeburg vereitelt hatte: die deutsche Meisterschaft. Die Westfalen hatten einen recht guten Start. Sie führten schon nach zwei Mnuten 1:0. In der achten Minute erhöhte Strack auf 2:0 und wenig später stand es durch Roß I bereits 3:0. Minden war leicht überlegen und es sah nach einem großen Siege der Westfalen aus Zur Halbzeit lautete das Ergebnis 5:3 für Minden. Nach der Pause blieben zunächst die Mindener im Angriff und durch Rüter gelang ihnen auch ein Tor, das den Spielstand auf 6:3 stellte. Der Sieg schien schon gesichert, aber die Sachsen gaben sich nicht geschlagen und drehten nochmals stark auf. Durch Höfer verbesserten sie auf 6:4 und der gleiche Spieler brachte auch seine Landsleute auf 6:5 heran. Nur noch wenige Mnuten waren zu spielen und diese standen im Zeichen der Sachsen, aber Mindens Tormann Körvers war nun unüberwindlich. Nach einiger Zeit machten sich bann die Westfalen wieder frei und eine Minute vor Schluß schoß Nötiger den siebten Treffer, der das Spiel zugunsten der Westfalen entschied. Handball im Sporlkreis Gießen. Mit dem gestrigen Sonntag haben auch diel Handballer das alte Spieljahr abgeschlossen und sind in die Sommerspielpause eingetreten. Noch einmal hatten deshalb die Mannschaften Spielabschlüsse getätigt, um nach Möglichkeit keinen Sonntag ungenützt verstreichen zu lassen. Der größte Teil aber war bereits in Ruhe, so daß der Spielbetrieb nicht allzu groß war. Immerhin fanden einige recht interessante und vor allem schöne Spiele statt. Vor allem interessiert natürlich das Jugendturnier in Lang-Göns, das einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Die Aufstiegsspiele der 2. Kreisklasse sind beendet. Das letzte Treffen fiel durch Punktoerzicht des Tv. Grüningen aus, so daß also der To. Alsfeld kampflos um weitere zwei Punkte vorkam. Die genaue Tabelle erscheint demnächst. Tv. Garbenheim — Tv. Lützellinden 7:14 (3:5). Die Spieler von Garbenheim fanden sich in bie= fern auf beiben Seiten anftänbig durch geführten Treffen gar nicht zurecht, so daß es Lützellinden mit seiner jungen Mannschaft gelang, Zeitweilig mit 14:5 Toren im Vorteil zu liegen. Allmählich fanden sich dann die Platzbesitzer besser zusammen und konnten noch 2 Tore aufholen. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Heuchelheim II 10:8. Seit langer Zeit trat auch Allendorf wieder auf den Plan. Seine Mannschaft konnte auch diesmal noch nicht in allen Teilen gefallen. Es traten Mangel auf, die unbedingt beseitigt werden muffen. Wenn trotzdem ein Sieg gelang, so ist das dem ausgezeichneten Jnnensturm und vor allem aucy dem guten Torhüter in erster Linie zu verdanken. Tv. Dutenhofen — Tv. Haufen 11:8 (5:3). Beide Mannschaften, die mit Ersatz antreten mußten, lieferten sich trotzdem einen mitreißenden und schönen Kamps, den Dutenhofen zwar etwas knapp aber trotzdem verdient gewinnen konnte. Tv. Dutenhofen 3gb. — Tv. Dorlar 3gb. 8:10 (3:6). Eine sehr schöne Leistung brachte dw Sodarer Jugend fertig. Sie schlug die Einheimischen sicherer noch als das Ergebnis besagt. Tv. Hörnsheim — Tv. Gambach 14:8 (6:3). Wenn Hörnsheim auch langfe Zeit pausiert hat, so hat es doch gestern erneut bewiesen, daß seine Mannschaft immer noch in guter Form ist und daß sie wohl in der Lage ist, Mannschaften wie Gambach, die zu den stärksten ihres Kreises zählen, eindeutig zu schlagen. VfB.-Reichsbahn-Leichtathlettt. Otto Luh Gaumeisler im Kugelstoßen. Bei den Gaumeisterschaften in Kassel war der VfB.-R. nur durch Otto Luh vertreten. Luh siegte im Kugelstoßen mit 14,75 Meter. Das ist die drittbeste Leistung, die in allen Gauen Deutschlands erzielt wurde. Im Diskuswerfen belegte Luh den zweiten Platz mit 39,20 Meter. Die Jugendlichen starteten beim Dunlop-Sportfest in Hanau a. M. und errangen dort 6 Erste, 6 Zweite und verschiedene Dritte. Nachstehend die Leistungen der Jugendlichen des VsB.-Reichsbahn: Jugend-Klasse A: 100 Meter: 1. Kley 11.6 Sek.; 2. Möll 11.9 Sek.- die beiden von VfB.-R. wurden glatt Sieger. Kley lief im Endlauf ein schönes Rennen Helmut Möll erzielte im Vorlauf die Zeit von 11.1 Sek Leider konnte er im Endlauf nicht mit voller Kraft 10 SB e i tsprung : 1. Kley 6,01 Meter; 2. Möll 5,84 Meter? D r e i k a m p f: 1- Kley 2653,7 Punkte; 2. Möll 2533,1 Punkte. Kugelstoßen: 2 Kley 12,29 Meter. 8 00 M e te r : 3. Horst Moll. O ly m- pifd)e Staffel: 1. VfB.-Reichsbahn 4.07 Mm., die Staffel wurde sicher gewonnen. Jugend-Klasse B: Kuaelftoßen: 1. Linkmann 10,49 Meter; Diskus: 2. Büdenbender 27,99 Meter; 7 5 M e - ter: 2. Mädicke 9.4 Sek. 4 - m a l - 7 5 - M e t e r - Staffel: 1. VfB.-Reichsbahn. Die Staffel wurde von den Gießenern überlegen gewonnen. Sollte jedoch wegen eines Wechselfeh^rs des S^ges verlustig gehen. Der genaue Entscheid lag bei Abfahrt noch nicht vor. Tv.l816GleßenwiederKleismeitierimZaustball Der Kreis 8 hat am Sonntag feine Rundenspiele in der 1. Kreisklasse durchgesuhrt und mit dieser Durchführung an dem vom Fachamt 1 des Reichsbundes festgesetzten Werbespieltaa für das schöne Sommerspiel gewirkt. Die Veranstaltung war dem Tv. Wetzlar übertragen worden, der sie auf dem dafür gut geeigneten Platz in der Bahnhofstraße (Ochsenwiese) austragen ließ. Die Vorrunde wuroe am Vormittag und die Rück- runde am Nachmittag durchgeführt und beide Male hatte sich eine recht stattliche Zuschauermenge eingefunden, ein Beweis dafür, daß dieses Spiel in Wetzlar lebhaftem Interesse begegnet. Die Spiele, zu denen die Mannschaften der Turnvereine 1846 Gießen, Wetzlar, Ballersbach und Steinbach an- getreten waren, waren dieses Interesse auch vollauf wert, denn sie brachten ausgezeichneten Sport. Die Mannschaft des T v. 18 4 6 Gießen, die von vornherein als starker Anwärter auf den Sieg und die Kreismeisterwürde galt, hat, obwohl sie mit zwei Mann Ersatz spielen mußte, sich auch als die beste Mannschaft erwiesen. Sie setzte sich klar an die Spitze, indem sie alle ihre Spiele gewann, hatte aber in einigen Spielen dank der guten Leistung ihrer Gegner stark zu kämpfen, bis sie sich durchgesetzt hatte. Besonders hart umstritten war die erste Spielhälfte des Spieles Gießen — Ballersbach in der Rückrunde und in derselben Runde das Spiel des neuen Kreismeisters gegen die junge Mannschaft des Tv. Wetzlar, die sich hier sehr gut schlug. Besonders erfreulich ist der hohe Leistungsstand, den die Mannschaften der kleinen Landvereine Ballersbach und Steinbach in allen ihren Spielen bewiesen. Man darf auf Grund der am Sonntag gezeigten Leistungen erwarten, daß auch in den Spielen der unteren Mannschaften, die erst später ausgetragen werden, gute Leistungen geboten werben. Kreismeister wurde also To. 1846 Gießen, es folgt Tv. Ballersbach mit 8:4, Tv. Wetzlar mit 2:10 und Steinbach mit 2:10 Punkten. Spielergebnisse. Vorrunde Rückrunde 1846 Gießen — Ballersbach 57:31 40:23 Wetzlar — Steinbach 32:31 31:37 1846 Gießen — Wetzlar 40:28 39:29 Ballersbach — Steinbach 46:33 40:27 Ballersbach — Wetzlar 43:36 34:31 1846 Gießen — Steinbach 54:26 kampflos f. Gießen. Kreisjugendwarte-Lehrgang des Zachamtes Zußbatt in Gießen. Am 27. und 28. Juni fand in Gießen ein Lehrgang der Kreisjugendwarte statt, der von dem Gaujugend-Fachamtsleiter G e ß n e r (Kassel) geleitet wurde. Am Samstagnachmittag wurde der Lehrgang durch den Leiter mit einer kurzen Ansprache eröffnet, in der er in kurzen Worten auf das Wollen und die Arbeit dieses Lehrganges hinwies. Anschließend sprach der Kreisfachamtsleiter Hugo Henkel (Gießen), der ungefähr folgendes ausführte: Gerade die Tatsache, daß man heute die Jugendarbeit planmäßig betreibe, ergebe die Bedeutung, die man der Jugend zumesse. Es sei daher eine selbstverständliche Pflicht eines jeden Teilnehmers, sich der Auszeichnung, zu dem Lehrgang berufen worden zu sein, würdig zu erweisen. Sie hätten aber damit ihre Arbeit und ihre Aufgaben noch nicht erfüllt, daß sie das hier Erlernte für sich behielten, sondern sie müßten Kampfer und Streiter für die Idee werden, die unermüdlich die Ziele vertreten und ihr Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellten. Ein jeder von ihnen muß auch hier suhlen, daß er in einer Gemeinschaft für die Gemeinschaft arbeitet. Gaujugendwart Geßner sprach dann über den Fußballsport. Er führte u. a. aus: Bis zur Gründung des Deutschen Fußballbundes hatte der Fußballsport einen fchweren Weg zu gehen. Als der Weltkrieg ausbrach, da konnte man glauben, daß der Fußballsport nie mehr zur Geltung tarne. Aber der Führung des Deutschen Fußballbundes ist es gelungen, diesen Sport in den Vordergrund zu stellen. Selbst unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat die Wichtigkeit der Leibesübungen erkannt, ohne die unsere Jugend nicht gesunden kann. Wenn heute die gemeinsame Arbeit zwischen Hitlerjugend und Sportjugend hergestellt ist, dann kann unsere Jugend nur oorwärtsfommen. Der Sprecher wies auf das Jungführertum hin, welches von Reichsfachamtsjugendsportlehrer Gabriel eingeführt wurde. Es gibt heute noch sehr viele, die nicht anerkennen wallen, daß ein Sportjunge von 17 bis 18 Jahren eine Jugendmannschaft schult und ausbilden kann. Diese Gegner sollen auf die Sportfelder gehen und sich die Arbeit der Oberjungführer ansehen. Die Vereinsführer sollen sich heute mehr um die Jugend kümmern. Der Gaujugendwart berichtete auch über die Einführung des Schulfußballs. Es konnte die Feststellung gemacht werden, daß unsere Stadt Gießen am weitesten voran ist. Das Fußballspiel ist ein Kampfspiel, in dem der deutsche Junge körperlich gestählt wird. Er lernt in diesem Spiel Kameradschaft, Energie und Ritterlichkeit. Es sollte heute eigentlich den Eltern nicht mehr schwer fallen, ihre Jungens in die Sportvereine zu schicken. Nach einer Aussprache endete der erste Tag. Am Samstagmorgen nahm der Lehrgang durch ein Referat über die kommende Jahresarbeit seinen Fortgang. Anschließend wurde in Form eines praktischen Anschauungsunterrichtes gezeigt, wie die Theorie in Praxis umgesetzt werden soll. Diese kurzen Ausschnitte der Schulungsarbeit dürsten ihren Zweck, werbend für den Fußball zu wirken, nicht verfehlt haben. Abschließend kann wohl gesagt werden, daß auch dieser Lehrgang besonders den Kreis- jugenbwarten ihre Aufgaben eindringlichst gestellt und ihre praktische Durchsetzung gezeigt hat. Zußbatt vor der Sommerpause. DfB.-Reichsbahn Gießen. Die zweite Mannschaft mit 4:3 Toren geschlagen. Die Gießener traten in Nauborn nur mit neun Mann an und vergaben dadurch die Gelegenheit eines Sieges. Wenn das Resultat trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der Gäste so niedrig ausfiel, so lag das daran, daß ein jeder der Gießener sein ganzes Können einsetzte und die Mannschaft trotzdem zu einer Einheit zusammenwuchs. Darüber hinaus spielten die Gießener auf dem kleinen Platz takttsch richttg, indem sie mit zurückgezogenem Mittelläufer spielten und die Stürmer ihre Spielweise auf Durchbrüche einstellten. Aus dem Spielverlauf ist nur zu berichten, daß die Nauborner im Feldspiel etwas mehr als die Gießener hatten, jedoch es nicht verstanden, die Gießener Hintermannschaft zu überwinden. Der knappe Sieg des Gastgebers war verdient, obwohl die Gießener gerade so gut den Sieger hätten stellen können. Jugendsuhball. Die erste Jugend war in Wieseck, wartete aber vergeblich auf die Mannschaft des Gastgebers und mußte daher, ohne gespielt zu haben, den Rückweg wieder antreten. VfB.-R. 1. Jugend — Lich 1. Jugend 6:0. Die Gießener erste Jugend war den Lichern, die zu allem Ueberfluß unvollständig erschienen waren, in jeder Phase des Spieles bei weitem überlegen und schnürte die tapfer sich wehrenden Gäste vollkommen ein. Das Resultat hätte bei weitem höher ausfallen können. Die dritte Jugend wurde in Heuchelheim unverdient mit 3:1 Toren geschlagen. In diesem Spiele zeigte sich der Gastgeber bedeutend verbessert. Trotzdem waren die beiden Mannschaften sich in den Leistungen gleichwertig. Die zweite Schülermannschaft erzielte ebenfalls in Heuchelheim gegen die neuaufgestellte erste Schülermannschaft des dortigen Vereins einen 3:0= Sieg. Zugendfußball der Spielvgg. 1900. 1990 III. Jgd. — Großen-Buseck II. Igd. 0:0. 1900 II. Schüler — Garbenleich I. Schüler 3:1. 1900 III. Schüler —- Garbenleich II. Schüler 0:2. Das Spiel der ersten Jugend gegen Leihgestern fiel aus, da auf dem Waldsportplatz ein Lehrgang stattfand. Die dritte Jugend spielte nach langer Zeit wieder einmal und zwar gegen die zweite Großen-Busecks. Die Blauweißen dirigierten das Spiel, konnten aber nicht zum Erfolg kommen. Einen schönen Erfolg konnte die zweite Schülermannschaft für sich buchen, indem sie in Garbenteich gegen die dortige Erste einen glatten Sieg landen konnte. Die erste Halbzeit verlief torlos. Während der zweiten Halbzeit wurde nur auf Erfolg gespielt und bald lautete das Ergebnis 2:0. Nicht lange danach fiel ein drittes Tor und erst kurz vor Schluß gelang den Platzbesitzern das Ehrentor. Die dritte Schülermannschaft hätte gewinnen müssen, weil viele schöne Chancen herausgearbeitet wurden. Aber vor dem Tore gelang den Kleinen nichts. Garbenteich dagegen nützte die wenigen Torgelegenheiten aus. Allendorf, der Gegner der Id-Schüler, blieb aus. Fußball in Staufenberg. Staufenberg — 1846 Gießen 3:1. Die hiesige erste Fußballmannschaft stand am Sonntag der zweiten des Turnvereins 1846 Gießen auf dem Staufenberger Svortplcitz gegenüber. Die Einheimischen gewannen sicher auf Grund ihres besseren Stehvermögens und Eifers mit 3:1. Die Schülermannschaft war Gast in Wißmar und gewann ebenfalls 4:2. Handball der Sp.-Vg. 1900. Am Samstag standen sich auf dem 1900-Sportplatz die Jugendmannschaft das Tv. 1846 und der Spvg. 1900 gegenüber. 1900 mußte den Stürmer Goß und den Verteidiger Schmittdiel ersetzen. In der Läuferreihe fehlten Hasenzahl und Oelemann. Gleich nach dem Anstoß begann ein flottes, fair durchgeführtes Spiel. Nach anfänglicher Führung der 1900er lagen die jugendlichen Turner bei Halbzeit mit 6:4 voraus. Doch dank dem Eifer der 1900er und der gut geworfenen Strafwürfe von Kopp kamen die 1900er wieder zum Ausgleich. Das Spiel endete mit einem Unenfchieden 11:11. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Sommernachtsfest des Gießener Radfahrer-Vereins 1885 Arn Samstag veranstaltete der Gießener Radfahrer-Verein von 1885 fein Sommernachtsfest. Verbunden mit dieser Veranstaltung war die Aus- tragung des von den Diamant-Fahrradwerken gestifteten Ehrenpreises. Die Veranstaltung hatte einen guten Besuch aufzuweisen. Für den Radballpreis hatten folgende Mannschaften gemeldet: R.-V. Teutonia Krofdorf, R.-V. 1900 Wieseck mit je einer Mannschaft sowie die erste und die dritte Mannschaft des festgebenden Vereins. Die zweite Mannschaft der Gießener war am Start verhindert. Der Wanderpreis, der von null ab alljährlich bis zur endgültigen Erringung einer Mannschaft bzw. eines Vereins ausgetragen wirb, brachte die Begegnung jeder gegen jede Mannschaft. Im ersten Spiel konnten die Wiesecker überraschend die sonst spielstarke Mannschaft von Krofdorf wenn auch knapp mit 6:7 Toren schlagen. 1885 Gießen I. schlug sodann die erst aus der Jugendklasse aufgerückte III. Gießener Mannschaft hoch mit 11:2 Toren. Im nächsten Spiel standen sich Wieseck und 1885 Gießen I. gegenüber. Auch dieses Spiel wurde eine sichere Sache der Gießener, obwohl die Wiesecker alles daran setzten, ehrenvoll zu bestehen. 8:1 lautete hier das Ergebnis. — Krofdorf konnte dann Gießen III. hoch mit 10:1 Toren abfertigen und auch gegen Wieseck mußte sich die dritte Mannschaft von 1885 Gießen mit dem gleichen Resultat geschlagen bekennen. Im letzten Spiel standen sich nun Gießen I. und Krofdorf gegenüber. Obwohl Krofdorf zu Beginn des Spieles mit einem Tor in Führung gehen konnte, mußte sich die Mannschaft doch den beiden technisch weit überlegenen Gießenern Stommel - Baum beugen und mit 12:3 Toren die Spielfläche verlassen. Damit hatte die erste Mannschaft von 1885 Gleißen, die Bezirks- und Gaumeister Stommel - Baum mit 6 Punkten den wertvollen Wanderpreis zum ersten Male errungen. An zweiter Stelle folgte Wieseck mit 4 vor Krofdorf mit 2 und Gießen III. mit 0 Punkten. 2m Verlauf des Abends hieß der Vereinsführer die zahlreich erschienenen Sportskameraden und Gäste herzlich willkommen und nahm die Siegerehrung vor. Weitere Ergebnisse vom Zeldbergfest Turnerinnen (200 Teilnehmerinnen, 159 Siegerinnen): 1. Irmgard Bochnik, Allianz-Spv. Frankfurt a. M., 70 P.; 2. Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 68 P.; 14. Hedi Langlouis, T- u. Spo. Butzbach, 52 P.; 15. Käthe Luh, T.- u. Spo. Butzbach, 51 P.: 18. Elfe Ludwig, Mtv. Gießen, 48 P.; 20. Ilse Schäfer, T- u. Spo. Butzbach, 46 P.; 23. Anna Helfenbein, Tschft. Lauterbach, 43 P.; 24. Emma Möller, Tschft. Lauterbach 42 P.; 25. Liselotte Peter, Tschft. Lauterbach, Erna Diehl, T.- u. Spo. Butzbach, je 41 P. Staffeln. Iahnschild (5 mal 100 Meter, Turner): 1. Polizeisportverein Frankfurt a. M., 59,4 Sekunden; 2. To. Vorwärts Bockenheim; 3. To. 1817 Mainz. Emmanuel • Schmuckschild (5mal 100 Meter, Unterstufe): 1. Iahngemeinfchaft Oberursel, 61,6 Sekunden; 2. Tgs. Vorwärts Mühlheim; 3. To. Lollar (Verteidiger). Brunhildisschild (4 mal 75 Meter, Turnerinnen): 1. To. Vorwärts Bockenheim, 42,8 Sek.; 2. Stadtspo. Frankfurt a. M., 3. Tbd. Wiesbaden. ,/Runl» um Schotten^ als Meisterschastslauf. Das Motorradrennen „Rund um Schotten", das am 19. Juli von dem Deutschen Automobil-Club als nationale Veranstaltung durchgeführt wird, ist für die beiden Seitenwagenklassen als Lauf um die deutsche Meisterschaft ausgeschrieben worden. Damit ist die Bedeutung des diesjährigen Rennens, dessen Rundstrecke bei Schotten im Vogelsberg mustergültig ausgebaut wurde und für deren endgültige Fertigstellung sich Gauleiter Sprenger energisch einsetzte, noch um eine weitere Stufe gestiegen, so daß ihm ein erstklassiges Meldeergebnis nicht versagt bleiben wird. Dies um so weniger, als das Motorradrennen „Rund um Schotten" seiner zehnten Durchführung entgegensieht und somit als Jubiläumsveranstal- tung eine besondere Beachtung beanspruchen darf. Die Lizenz- und Ausweisfayrer starten in den üblichen Klassen (bis 250, 350 und 500 ccm). In den Seitenwagenklassen sind nur Lizenzfahrer zugelassen. Das Training findet am 16. und 17. Juli a. * OasSchwimmbad zu Sroßen-Buseck. Am vergangenen Sonntag konnte in Großen-Bu- seck ein neues Schwimmbad seiner Bestimmung übergeben werden. Zur Einweihungsfeier wurden sportliche Wettkämpfe ausgetragen, die von den vielen Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden, lieber die Einweihungsfeier berichteten wir bereits gestern. (Donnerstag und Freitag vor dem Rennen) in den Stunden von 9 bis 12 und 15 bis 19 Uhr, am 18. Juli (Samstag) von 8 bis 13 Uhr statt. Meldeschluß ist am Montag, den 6. Juli. Gottfried v. Gramm schlägt Erawford. Gottfried von Gramm steht bei den all-englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon in der Vorschlußrunde des Männereinzels, nachdem es ihm gelang, den Australier Erawford unerwartet leicht 6:1, 7:5, 6:4 zu schlagen. Er trifft nun auf Bunny Austin, der Allison mit 6:1, 6:4, 7:5 ausschaltete. „Oben" siegten Perry über Grant 6:4, 6:3, 6:1 und Budge über Quist 6:2, 6:4, 6:4. Bei den Frauen spielte sich Marieluise Horn mit 6:3, 6:3 über die Engländerin Curtis unter die „letzten Acht". Im Männerdoppel unterlagen Lund-Maier mit 4:6, 5:7, 4:6 gegen Hare-Wilde. Gießener Skijugend im Olympia-Zugendlager. Wenngleich auch die Skiläufer nicht mehr aktiv an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen können, hat das Fachamt Skilauf im Reichsbund für Leibesübungen zur Teilnahme am großen Jugendlager des RfL. aufgerufen. Eine Reihe Jungens und Mädchen des Skiklub Gießen werden somit Zeugen dieses großen, sportlichen Ereignisses sein. Die Kosten für einen achttägigen Aufenthalt in diesem Jugendlager sind so gering, daß es jedem möglich ist, daran teilzunehmen. Während die Jungens in einem Zeltlager untergebracht sind, erhalten die Mädels ihre Quartiere in Jugendherbergen. Der Skiklub Gießen beabsichtigt, wie bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen, auch in Berlin einen Schmalfilm zu drehen. Sportamt »Krass durch Freude^. Heute folgende Kurse: Kindergymnastik: von 17.15 bis 18.30 Uhr Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen): von 20.30 dis 21.45 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene): von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen, Volksbad. Reiten: von 21 bis 22 Uhr Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Volkshatlen-Einweihung in Niederkleen 5 Niederkleen, 29. Juni. Am Sonntag wurde die vor Jahren durch den Turnverein in Angriff genommene und im Laufe der letzten Monate durch die Gemeinde fertiggestellte Volks- Halle ihrer Bestimmung übergeben. Der Tag gestaltete sich zu einem Gemeinschaftserlebnis für alle Ortseinwohner, an dem auch die benachbarten Gemeinden regen Anteil nahmen. Am Sonntagnachmittag bewegte sich ein Festzug durch die Straßen des Dorfes, nach dessen Ankunft auf dem Festplatz der örtliche Hoheitsträger, Stützpunktleiter Mack die Veranstaltung eröffnete. Einem von dem BDM.-Mädel Kath. Rücker vorgetragenen Prolog folgte ein Gesangvortrag des Gesangvereins „Liederkranz" unter Leitung feines Dirigenten, Lehrer Schüler (Oberkleen). In feiner Festansprache begrüßte Bürgermeister Ohly alle Teilnehmer der Veranstaltung. Er gab einen Ueberblick über die Entwicklung des Volkshallenbaues von der Grundsteinlegung an, die bereits vor 7 Jahren durch den Turnverein erfolgte, bis zur Fertigstellung durch die Gemeinde in diesen Tagen. Sein Dank galt allen Arbeitern und Unternehmern, die an der Halle gearbeitet haben, ferner allen Spendern von Geldbeträgen. Angesichts des „Hüttenberges", nach dessen Namen die ganze Landschaft von Niederkleen bis zum Stoppelberg und vor die Tore Gießens benannt ist und in der sich bis auf den heutigen Tag Sitte und Brauchtum erhalten haben und die Begriffe von Treue und Ehre unverwischt geblieben sind, übergab Bürgermeister Ohly die Halle ihrer Zweck- beftimmung mit Worten des Dankes an den Führer. Der Zeit nach der Machtergreifung durch den Führer fei es vorbehalten gebfieben, auch hier ein Werk zu vollenden, das in der Vergangenheit nicht zu Ende geführt werden konnte. Regierungsassessor Pg. Müller (Wetzlar) überbrachte die Grüße des Landrats und des Kreisleiters der NSDAP.; es habe sich hier so recht gezeigt, was Gemeinschaftsgeist zu leisten vermöge. Es genüge aber nicht, örtliche Gemeinschaft zu pflegen, sondern alle Volksgenossen müßten zu einer größeren Gemeinschaft zusammengeführt werden und zusammengehören. Die Volkshalle möge eine Pflegestätte nationalsozialistischer Geisteshaltung und körperlicher Ertüchtigung werden. Stützpunktleiter Mack stellte in seiner Ansprache den Hallenbau als örtlichen Erfolg des großen Aufbauwerkes des Führers dar. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinschaftlichen Gesang der beiden Nationalhymnen nahm die festliche Veranstaltung ihr Ende. Anschließend fand ein Volksfest statt. beißt es praktisch wählenI Flotte, sweckmäßige Kleidung bringe ich zn vor- lii iiil WWIlUIW Die Ferien nahen! 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