Kr. 125 Erstes Blatt 186. Jahrgang Samstag, 30. Mal 1936 » 3 e *» ■ 3 0 g 0 .0:3 = 3 3?3 3 N fhi8 " p n f> 6 5 ifr3 vh X LLS' od -r- den mit Volldampf vor uns steuernden Dampfer „Roland" setzt. Uns folgt das Flugzeug-Bergungsschiff, und weiter dahinter schwenken alle die vielen Dampfer in viele Kilometer langer Kiellinie ein. So fährt unsere Flotte wieder hinaus in die Bucht. Motorengeräusch läßt uns zum Himmel aufblicken. Wir sehen Flugzeugstaffeln mit Schneid herandonnern und in Richtung Laboe verschwinden. Plötzlich Rufe jubelnd: Die zur Parade herannahende Flotte wird gesichtet. 3n Parade vor dem Führer. In einer viele Kilometer langen Kette defilieren die Einheiten der Flotte vor dem Führer, der von der „Grille" aus die Parade mit dem Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von rfjH 2 er» 3 3 $33 353 -0 ° o 0 7-0 50® MS e 3 t 5 3 0 rs:L.O': | 3 ö « SS ■ Ö5 WZL EeSq- F 3 2 0 2. 35 |3ftc5 3 3^'t^ *ft Ä3 2. D-Sä'Sn ?j3'" Kreuz am Turm. Unter Führung der „Ziethen" folgen dicht hintereinander die Räumboote. Den Abschluß des Vorbeimarsches bildet die erste Schnellbootflottille mit dem Mutterschiff „Tsingtau" Es sind kleine, aber sehr flinke Boote. Inzwischen nimmt unser Schiff scharfen Kurs auf die Kieler Förde. Wieder passieren wir Laboe, das jetzt bereits im Flaggenschmuck für die Weihefeier steht. Wir fahren bei Friedrichsort vorbei, wo sich Hunderte von Volksgenossen in Erwartung der Einfahrt der Kriegsmarine geführt vom Aviso „Grille" eingefunden haben. Vor dem Flughafen Holtenau startet eine Staffel Flugzeuge vom Wasser und umkreist den vor uns steuernden „Roland". Bei der Einfahrt in den Hafen sehen mir wieder wie am gestrigen Tage am kilometerlangen Hindenburgufer entlang eine dichte Mauer Tausender und aber Tausender Volksgenossen. Sie alle wollen die Einfahrt der „Grille" und der Flotte sehen. Sie wollen aber auch den für den Abend vorgesehenen Zapfen st reich miterleben. In Kiellinie lief die Flotte in den Kieler Hafen ein, von den begeisterten Menschenmassen am Hindenburgufer begeistert in Empfang genommen Fest der Freude. „Pfingsten, das liebliche Fest, wär gekommen; es grünten und blühten Feld und Wald; auf Hügeln und Höhen, in Büschen und Hecken. Uebten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel. Jede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen. Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde .. " So schildert in unvergänglichen Worten der Dichter die ewige Schönheit dieses schönsten aller Feste, dieses Festes der Freude. Alles ist in diesen Tagen voll Freude Freude predigt die leuchtende Sonne, Freude leuchtet aus dem Grün der Blätter und Baumkronen, dem Blau der Veilchen und Fliederdolden, Freude singen Amsel und Fink, Freude ist jeder Atem und Pulsschlag der Natur, Freude, tausendfache jubelnde Freude erfüllt auch die Menschenbrust. „Nun armes Herze, sei nicht bang, nun muß sich alles, alles wenden Die Freude feiert ihr hohes Fest. Und das ist schon etwas Herrliches und Wunderbares, was uns diese Festtage bieten, die Freude! Denn die Freude ist ein Lebensfaktor und ein Lebensbedürfnis, eine Lebenskraft und ein Lebenswert für uns. Jeder Mensch hat ein Verlangen und auch ein Anrecht auf Freude. Sie ist gleich unent- behrlich für die körperliche wie für die geistige Gesundheit und das innerste, seelische Leben. Freude ist der Ozon für unser Leben. Wie einst der kühne Seefahrer Kolumbus und seine schon verzweifelnde Schiffsmannschaft zu neuer Hoffnung und neuer Tatkraft erweckt wurden durch den Duft des Sassafraslorbeers, den der Wind von dem neuen, noch unsichtbaren Festlande herüberwehte, so erquickt und belebt auch uns immer wieder der Duft der Freude. Ohne Freude kann kein Mensch leben, auch der beste und frömmste nicht. Das Pfingstfest ist das freudigste Fest. Schon rein äußerlich. Die helle Freude steht ihm auf dem Gesicht geschrieben. Was Wunder, daß die meisten Men- schen oft auch nur diese äußere Freude an ihm sehen! „Drauh' ist alles jo prächtig^ ... Ja, wenn draußen alles lockt und lacht zu Freude und Lust, was Wunder, wenn sie dann darin nur das so freudig begrüßte Signal zur fröhlichen Wanderfahrt sehen: wohlauf zum fröhlichen Wandern! Und wer möchte es ihnen nicht von Herzen gönnen, die reine, gute Frühlingsluft in die verstaubten Stadtlungen einzuatmen und aus der Allmutter Natur kristall- grünen Schalen neue Kraft und neue Lebenslust zu trinken. Mehr Freude ... das ist die rechte Losung für unsere Zeit. Mehr Freude hinein in unser ganzes Leben! Wir kommen aus einer langen, freudearmen Zeit, unser ganzes deutsches Volk. Wir haben darum die Freude und ihre Kraft doppelt schätzen und lieben gelernt. „Kraft durch Freude", das ist eine neue und gute Losung geworden, die schon unendlich viel Segen gewirkt hat. Daß nun auch wirklich für jeden Volksgenossen die Freude da sein soll, und nicht mehr bloß für die, die sich's „leisten" können. Freude ist von Gott für alle gewollt und gegeben, wie die Sonne für alle Menschen da ist, und wie der gütige Gott sie scheinen läßt, „über Böse und Gute, über Gerechte und Ungerechte". So groß soll der Strom der Freude sein, der durch unser Volk und durch die ganze Menschheit rauscht. Wenn das Menschenherz hundert Tore hätte, wie jenes sagenhafte Theben, so müßte man sie jetzt alle auftun, Die Freude hineinzulassen. Aber über aller Schönheit und Freude der Natur und der sich an ihr und mit ihr freuenden Menschheit wollen wir doch nicht vergessen, daß dieses Hochfest der Natur sich gerade im Pfingstfest noch einen andern, höhern Sinn gegeben hat, und daß hinter all jener Freude noch eine andere, größere Freude steht: die Freude an dem heiligen Gottesgeist der Pfingsten. Mitten in die Freudenhymnen von Natur und Menschenherz strömt diese andere, höhere Freude. Dieser „freudige Geist", wie er einst jene ersten Jünger erfüllt und ihnen die unverwüstliche Kraft zum Leben und Wirken wiedergegeben hat, und wie wir ihn auch für unser Schaffen und Wirken brauchen, der heilige Freudengeist Gottes. „Nehmet hin den heiligen Geist" ... so heißt darum die innere Botschaft dieses Festes der Freude. Und das allein sollte uns schon Grund zur Freude sein, daß so etwas überhaupt da ist mitten in dieser trotz aller äußern Fröhlichkeit doch von Wolken und Weh bedeckten Welt, ein heiliges Glück, das unfern Geist freudig machen will. Das ist erst die wahre und volle Pfingstfreude, die auch bet verregneten Festtagen und durch Trauer und Schmerzen hindurch Fröhlichkeit wirkt. Dieser wahre Psingstgeist hat niedergeschlagene Menschen zu neuer Freude erhoben und zerbrochenen Herzen wieder Trost und Mut geschenkt. Was ist selbst all das Blühen und Leuchten da draußen gegen eine solche herrliche, unbegreiflich große Gotteskraft, den Heiligen Geist! Das ist doch erst der schönste Frühling, wenn ein Menschenherz wieder zur Freude erwacht! Und so kann er auch über ein ganzes Volk kommen. „Ein neuer Geist hat das deutsche Volk erfüllt, hat es erweckt zu neuem Leben und ihm die Kraft geschenkt zu Werken der Arbeit und zu Leistungen auf allen Gebieten einer neuen Volksgestaltung, die bewunderungswürdig sind." So hat unser Führer und Reichskanzler im vorigen Jahre mit Dank gegen Gott sagen können. Und es ist wahr, ein neuer Geist ist über unser Volk gekommen im Vergleich zu dem Geist, der es vorher beherrscht hatte. Und wir können es nicht anders erklären, als einen Einbruch des Gottesgeistes in unfern Menfchengeist. M dem „Pfeil" zur Flottenschau. Kiel, 29. Mai. (DNB.) Wir sind vom Wetter -im Narren gehalten worden. Als wir Freitag rorgen kurz nach 7 Uhr zum Presse schifs ,yfeil" fahren, bezieht sich der Himmel mit einer I cken grauschwarzen Wolkendecke. Unser „Pfeil" ist tu früheres Torpedoboot. Jetzt dient er als Scheibenhlepper. Man merkt ihm das Alter nicht an, es facht gute Fahrt. Auf der Höhe von Friedrichshorft verholen wir den Hamburger Dampfer „Jan Moltti", der mit Schaulustigen an Bord ebenfalls feinen Lieg nach der Kieler Bucht nimmt. Als wir Laboe Fit feinem nun unmittelbar vor der Weihe stehen- kn riesigen Ehrenmal passieren, dippt unser „Pfeil" kc Flagge. Nach Laboe wird die Fahrt schneller, turz nach 10 Uhr begegnen wir schon weit draußen r. der Kieler Bucht dem Bremer Dampfer „Roland", br die Ehrengäste der Kriegsmarinetage in die Sähe des Gefechtsbereiches führt. Kurze Zeit später tuchen noch zwei Personendampfer, ein Flugzeug- l-rgungsschiff, ein Torpedoboot unserer Kriegs- rarine und der Kreuzer „Königsberg" auf. Mit . i nen machen wir nun gemeinsame Fahrt, die dann i shließlich auf der Höhe von Sleimünde (eftoppt wird. Während Wasserflugzeuge in niedri- jer Höhe über uns kreisen, ersaßt uns alle erroar- iingsoolle Spannung auf die Gefechtsübungen. Der Fimmel hat sich inzwischen sehr stark bewölkt, so daß de Sicht nicht sonderlich gut ist. Mit dem Doppelglas sichen wir den Horizont ab und entdecken schließlich zvei Masten, erkennen ein Schiff, das Zielschiff .Zähringen, das den in die Kieler Bucht vor- f'ohenden Feind markiert. Etwa eine Viertelstunde rach elf Uhr kommt vom Kreuzer „Königsberg" die Mitteilung, daß der Befehl „Stander Z vor!" gege- ttn ist. Die große Gefechtsübung beginnt Seegefecht in der Kieler Sucht. Am Horizont fährt das Fernlenkboot .Blitz" wie von einer Geisterhand gesteuert. Das .Uel ist „Zähringe n". Es stellt in dieser Ge- | chtsübung einen feindlichen Verband dar, der in I iie Kieler Bucht oorstößt. Aufklärungsstreitkräfte jaben diesen Vorstoß bemerkt und erstatten Meldung. Daraufhin läuft in Richtung des vorstoßen- len Feindes, der „Zähringen", eine Reihe von lreuzern und Zerstörern, die Sicherungsstreitkräfte, icr. Um dem Feind die Bewegungen zu ver- chleiern, erzeugen Flugzeuge eine künstliche !t e b e l b a n f, öie nur ab und zu durch Torpedoboote durchbrochen wird. Urplötzlich tauchen ' iefe durch die undurchsichtige Wand, treffen Fest- tteUungen über Kurs und Stärke des Gegners und verschwinden dann wieder hinter den künstlichen schütz. Die Mitteilungen genügen, so daß das Gros, das aus den drei Panzerschiffen „Deutsch- hnb", „Gras Spee" und „Admiral Scheer" besteht, leine Operationen nutzbringend einrichten kann. Als die drei Panzerschiffe in Feuerreichweite des lieinöes sind, dröhnt es dumpf über die See, und ! raune Rauchschwaden zeigen, daß Granaten die ssohre der Drillingstürme verlassen haben. Granate ouf Granate speien die Rohrschlünde auf das Ziel- Ichiff „Zähringen". Jrn Nu hat man sich auf die große Entfernung eingeschossen, und die Salven kecken. Treffer auf Treffer wird erzielt, so daß die .Zähringen", also der Feind, gleichfalls eine Ichützende Nebelwand erzeugt und hinter ihr den Rückzug antritt. Die Landratte macht sich oft von einem Seegefecht falsche Vorstellungen. Die Schiffe liegen, durch Me Reichweiten der Geschütze bedingt, im Kampfe »eit von einander entfernt. Das bloße Auge sieht lur die Silhouette, so daß ein gutes Doppelglas bei h kr Beobachtung des Gefechts unerläßlich ist. Da aber wird es auf einmal ungemein interessant. [1 Man sieht den Angriff der Flieger, die grell I oufblitzenden Flaks, sieht die mit bloßem Auge 1 kaum wahrnehmbaren geschickten Gefechtswendun- I gen, das Aufschlagen und die Wirkung der ©rana- ff icn und erkennt dann auch, welches Geschick für das I gute Arbeiten der Kriegsmarine erforderlich ist. k Jeder Mann muß an seinem Platz sein Aeußerstes Einsetzen, damit die Gesamtwirkung der Erfolg ist. Als Zaungäste bei der Flottenparade. Nun nimmt unser Presseschiff wieder schnelle : Fahrt auf. Mit äußerster Kraft fahren wir Kurs Laboe. Die ersten Spritzer fegen über Deck, und wer nicht rasch Deckung nehmen kann, muß eine lungemütliche Taufe mit Ostseewasser in Kauf nehmen. Aber Spaß macht die flotte Fahrt doch! Zu- mal wir nun der großen F l 0 11 e n p a r a d e vor idem Führer und Obersten Befehlshaber der beut- fschen Wehrmacht entgegengehen. Plötzlich steuern, »aus Richtung der Kieler Föhrde kommend, auf uns mehr als zwei Dutzend große und ifleine Dampfer zu. Als sie nahekommen, fsehen wir, daß sie voll besetzt sind mit Mitgliedern Les NS D..Marinebundes, mit schaulustiaer Kieler Bevölkerung und sicher auch mit vielen 'Gästen aus allen Gauen des Reiches, die gekommen sind, die Ehrentage der Kriegsmarine mitzu- •erleben und nun die Parade der Flotte vor dem "Führer sehen wollen. Wieder stoppen wir die Fahrt, «aber nur wenige Minuten, dann geht plötzlich ein ■Rittern und Beben durch unser Schiff, das auf einen Sonderbefehl sich mit äußerster Kraft, hinter [52^9 B 6 H 6^ El 3’ 3 &33 In Gegenwart des Führers, der sich auf Panzerschiff „Admiral Graf Spee" eingeschifft hatte, fanden in der Ostsee Uebungen der Flotte statt. Unser Bild zeigt das Auslaufen der Torpedoboote aus dem Kieler Hafen. Im Hintergrund größere Kriegsschiffe. — (Presse-Bild-Zentrale°M.) Erscheint täglich, außer ÄRH® M ä Annahme von Anzeigen z°nn.°g- und Feiertag« ▼ RT ▼ für di- Mittag-Nummer tzeimat im Bild -Die Scholle B IV ■ 41 W J |1 MM II MV MM MM VllI |1|V Grundpreise für 1 mm Höhe Monat§-vezugrpret§: H M M M M M ■ V H ■ ■ B ” 111 M für Anzeigen von Nit 4 Beilagen RM. 1.95 11 MM M M MM I I M ■ Z ■ ■■ 'M M ■ ■ ■ M ■ 7 Ohne Illustrierte , 1.80 ö ■ M M Bk M M M ▲ M M M M M Bk M anzeigen von70mmBreite H Wl vWw 1 I bORpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen V I ■ ▼ ■ ▼ ▼ ▼ ” ▼ ■ ▼ ■ ▼ ▼ ” vorh.Bereinbg.25°/. mehr. ”olgen^6nDEenr,rT1™ewäü V Ermiihig.- «runtpreife: Seneral-AnzeMr für Sberhesfe» IW Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätz-Vllch- und Stcinöruderci R. Lange in Gießen. Zchristieitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 mcnrgcn?bf^^^ü(Ve9staf^l)^ •k 1 I Heute wird das Ehrenmal von Laboe geweiht M. Sie sind in Erfüllung gegangen. Mit tiefer zur See gilt, niederlegen. $ kn Pfinast K fflis der Deutsch i l'.Lhaus enthält r|M Neichsfühi er So- OVt Die Un- keiten völlig blockiert, Taufende von Kraftwagen faßen mehrere Stunden lang fest, ohne die Möglichkeit zu haben, aus den engen Straßen der Innenstadt einen Ausweg zu finden. sowie Emi :Mume und England wünscht keine Gonderverhandlungen mit Italien Das Beileid dee NS.-Neichstags- fraktion rum Tode Litzmanns. Berlin, 29. Mai. (DNB.) Reichsminister Df, Frick hat als Führer der NS.-Reichstagsfraktioi, dem Obergruppenführer L i tz m a n n zum Tode der Generals Pg. L i tz m a n n folgendes Beileidstel^ gramm geschickt: „Lieber Parteigenosse Litzmann! Die Reichstags, fraktion der NSDAP, steht tief erschüttert an der Bahre ihres ältesten treubewährten Mitgliedes. Als Führer deutscher Soldaten im Weltkrieg und als Kämpfer für Adolf Hitler hat unser alter Partei- genösse General Litzmann dem deutschen Volke leidenschaftlich gedient und ist in seiner schlichten Treue ein Vorbild für viele geworden. Wir Nationalsozialisten des Deutschen Reichstages gedenken seiner in Liebe und Verehrung und werden ihn niemals vergessen. Im Namen der NS.-Reichstags» fraktion und im eigenen Namen spreche ich Ihnen und den übrigen Hinterbliebenen mein herzliches Beileid aus. Dr. F r i ck." Die Lohnzahlung an Feiertagen. Ludwigshafen, 29. Mai. (DNB.) In einer Großkundgebung im Hindenburgpark in Ludwigshafen behandelte in einer großen Rede Gauleiter B ü r f e I den Anspruch des Arbeiters auf Lohnzahlung für die öffentlichen Feiertage. Es handle sich nicht um eine Erhöhung des Lebensstandards, sondern um dessen Erhaltung und um die Verwirklichung eines sozialen Rechts. Die jahrelangen Bemühungen Gauleiter Bürkels in dieser Frage fanden ihren Erfolg in einer Erklärung d e s Kammer- z i e n r a t s Dr. Röchling, die dieser als Führer der Bezirksgruppe Saarpfalz der Reichsgruppe Industrie in der Kundgebung abgab und in der öie Mitglieder der Bezirksgruppe aufgerufen werden, bereits den Pfingstmontag als ersten Feiertag zu bezahlen. Soweit Betriebe beim besten Wollen zu einer solchen Regelung nicht in der Lage sind, wird empfohlen, durch Einlegung von Vor- und Nacharbeit einen Lohnausfull für ihre Gefolgschaftsmitglieder zu vermeiden. Das Berliner Baugrubenungsück vor Gerickt. Mailand, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Turiner „Gazzetta del Popolo" nimmt zu der .... terredung Mussolinis mit dem Vertreter des ..Daily Telegraph" Stellung. Das Blatt meint, England müsse die Lage aus vielen Gründen mit größerer Verantwortlichkeit als andere Staaten betrachten. Es habe mehr als andere zu verlieren. Die Ausbreitung des Kommunismus in Frankreich, London, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach der Unterredung zwischen Eden und Grandi ist die Frage der englisch-italienischen Beziehungen in den Vordergrund der politischen Betrachtungen gerückt. „Daily Telegraph" meint, man sei sich klar, daß Italien auf keine Sonderverhandlungen mit England hoffen könne. Dagegen habe Grandi den Wunsch durchblicken lassen, die englische Regierung möge auf der Genfer Ratssitzung im Juni mit der Forderung nach Aufhebung der Sühnemaßnahmen führend vorangehen. In der gestrigen Kabinettssitzung seien keine neuen Beschlüsse über die Sühne- maßnahmen oder die zukünftigen Beziehungen zu Italien gefaßt worden. Nach Auffassung von „News Chronicle" wird die englische Stellungnahme wesentlich von dem Standpunkt der neuen französischen Regierung abhängen. Einstweilen werde sich England mit einer Fortsetzung der Sühnemaßnahmen bis zum September, d. h. bis zur Vollversammlung des Völkerbundes, zufrieden geben. Unwahrscheinlich sei es, daß Italien aus dem Völkerbund austreten oder zum Austritt gezwungen würde. Grandi habe nichts derartiges erwähnt. Das Blatt stellt fest, daß die englandfeindliche Rundfunkpropaganda Italiens im nahen Osten und die italienischen Presseangriffe gegen England andauerten. Italiens elnziaes Interesse iss der Friede. Neue Feuergefechte zwischen Arabern und englischen Truppen. London, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Jerusalem kam es am Freitag zu neuen Zusammenstößen zwischen britischen Truppen und arabischen Aufständischen. In Er- Ramle, im Norden von Judäa, wurden englische Soldaten, die das Postamt bewachten, von Arabern beschossen und mit Handgranaten angegriffen. Die Soldaten erwiderten das Feuer und verletzten einige Araber. Auch in Ras-el-Ain bei Jaffa Farn es zu einem Feuergefecht zwischen Arabern und englischen Truppen des Eisenbahnschutzes. Die Polizei ist inzwischen mit Tränengasbomben ausgerüstet worden. In Alexandrien steht außer einem weiteren Infanterie- Bataillon auch eine motorisierte Abteilung der 8. Husaren in Bereitschaft. Am Freitag sind in Palästina zum ersten Male keine arabischen Zeitungen erschienen. Die Araberführung ist seit Tagen auffallend schweigsam. Es verlautet, daß London auf schnelle Unterdrückung des Aufruhrs dringe. Offenbar wird von allen beteiligten Parteien hinter den Kulissen nach einem vermittelnden Ausweg ohne Prestigeverlust mit dem Ziel einer Round-Table-Konferenz in London gesucht. Am Vorabend. Der Ehrentag der jungen deutschen Kriegsmarine hat nach den Flottenübungen und der Parade in der Kieler Bucht mit einem großen Zapfen- streich am Freitagabend seinen würdigen Abschluß gefunden. Ganz Kiel und seine Gäste waren auf den Beinen. Jrn Mittelpunkt des Interesses stand das Hindenburgufer und der Hasen mit der im Lichterschein liegenden Flotte, die S ch e i n werfe r s p i e l e vorführte. Mitten im Hafen lag der Aviso „Grill e", auf dem der Führer weilte. Zwei Scheinwerfer strahlten den Führerstander an. Auf dem Wasser glitten zwischen zahlreichen Motorbarkassen mit Lampions geschmückte Boote der Kieler Rudervereine vorüber. Ein großes Konzert der Kriegsmarine bei Fackelschein löste bei den Massen jubelnde Begeisterung aus. Kurz vor 23 Uhr nahmen auf den im Hafen liegenden Kriegsschiffen die Mannschaften mit Fackeln Paradeaufstellung an der Reeling — ein prachtvolles Bild. Beim Zapfenstreich standen die Massen in andächtigem Schweigen, und als am Schluß das Deutschlandlied -und das Horst-Weffel- Lied erklangen, reckten spontan die Tausende den Arm zum deutschen Gruß. Eine scharfe Kommandostimme durchschnitt die fast atemlose Stille und meldete dem Führer auf der „Grille", daß der große Zapfenstreich beendet sei. Obwohl dann plötzlich strömender Regen einsetzte, konnte die gute Stimmung der Bevöskerung nicht getrübt werden. Der WechelM. Kiel, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Augen ganz Deutschlands richten sich heute auf die großen Kunst und Wissenschaft. Ausstellung im haus der Kunst in Berlin. Vom 25 Juli bis zum 13. September 1936 findet im Haufe der Kunst, Berlin, Königsplatz 4, und in )en der Ausstellungsleitung Berlin noch zur 23er- ugung stehenden Räumen eine Ausstellung von Werken lebender Künstler statt. Die Ausstellung umfaßt Werke der Plafttk Malerei und Graphik. Da die Ausstellung in die Zeit Der Olympiade fällt und ein starker Zustrom von Besuchern nach Berlin zu erwarten ist, ist es unumgänglich, daß die an der Ausstellung sich be- teiligenden Künstler mit ihren besten Werken her- vortreten. Die Anmeldung der Kunstwerke kann nur auf den betreffenden Ausstellungsvordrucken vorgenommen werden, die für 50 Pf. von der Ge- schäftsstelle, Ausstellungsleitung, Berlin NW 40, Zlm Komgsplatz 4, zu beziehen sind. Gegen Voreinsendung von 55 Pf. auch durch die Post. Die Aus- ab 5. Juni von vorgenannter Adresse zu erhalten. Die Anmeldung der Kunst- werke hat daraufhin Anfang Juni zu erfolgen. Mes Nähere ist in den Ausstellungsbestimmungen Eine deutsche Himalaja-Stiftung. Der Reichssportführer von Tschammer und O st e n und die Leiter der bisherigen deutschen Himalaia-Unternehmungen Karl Bauer und Fritz Bechtold haben eine rechtsfähige Stiftung mit dem Sitz in München errichtet, die den Namen „Deutsche H i m a l a j a - S t i f t u n g" führt. Der Stiftung sind von den Gründern bereits narrt* haste Geldmittel zur Verfügung gestellt worden. Zum Vorstand der Stiftung hat der Reichssportführer Fritz Bechtold bestellt. Die Aufsicht über Kein anderes Volk der Welt hat so die Macht des freudigen Gottesgeistes erlebt, wie unser Volk. Dann wollen wir aber auch nicht vergessen, daß das nicht bloß unser eigener Geist gewesen ist, sondern Gottes Geist, der uns geschenkt worden ist. Und das ist dieses Festes größte und herrlichste Freude, wenn er auch zu jedem von uns kommt und sein Herz froh und fröhlich macht. Feierliche Krönungs- proklamoiion in London. London, 29. Mai. (DNB.) Nach den Regeln einer Jahrhunderte alten Ueberlieferung wurde an vier historischen Plätzen Londons, die auf den 12. Mai nächsten Jahres angesetzte Krönung König Eduards VIII. feierlich verkündet. Auf dem Vorhof des St. James-Palastes hatten sich große Menschenmassen angesammelt, als von dem mit purpurnen Tüchern verhängten Balkon des Palastes die Proklamation Seiner Majestät von dem Wappenkönig, in dessen Begleitung sich die in der Tracht des 16. Jahrhundert gekleideten Wappenherolde befanden, verlesen wurde. Anschließend erfolgte ein Umzug durch die Stadt. An der Spitze ritt eine Eskorte her Gardekavallerie. Stabstrompeter und Wappenträger, sowie Herolde in roten und goldenen Hofkutschen schlossen sich an. Am Eharmg Croß wurde die Proklamation zum zweiten Male verkündet. Im Temple Bar, wo die Londoner Gerichtsbarkeit ihren Sitz hat, war eine quer ®tra&e gelegte Sperre das äußere Sinnbild für Die Hoheitsrechte der City von London. Nach der formalen Zulassung der Herolde begab sich der Wappenkomg zur Chancery Lane und schließlich Sir • bnrf Königlichen Börse im Herzen rRrnp? wo m Anwesenheit des Lordmayors die Proklamation vor einer unübersehbaren Menschen- menge zum letzten Mal verkündet wurde. Der Londoner Straßenverkehr war während der Feierlich- Neue Revolution in Paraguay? B u e n o s 21 i r e s , 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nachrichten von der Grenze berichten, daß die Lage in Paraguan sich ernst gestaltet hat. Man scheint dort den Ausbruch einer neuen Revolution zu befürchten. Eine Meldung der Associated Preß behauptet, die Revolution gegen den Präsidenten Rafael Franco fei bereits a u 5 = gebrochen. Die Aufständischen hätten die Truppen Francos auf ihrem Marsch nach Asuncion b e - siegt. Die Führer der angeblichen Revolte seien zivile und militärische Freunde des Generals Jose Felix E st igarribia, der im Chacokrieg drei Jahre lang Oberkommandierender war. Präsident Franco war am 17. Februar dieses Jahres durch Revolution gegen den damaligen Präsidenten Ayala ans Ruder gekommen. Damals mußte auch General Esttgarribia flüchten. innerer Genugtuung blicken wir Deutsche auf das Mahnmal, das uns für die Zukunft die Verpflichtung auferlegt, das Vermächtnis der Helden zu wahren. Der Führer selbst wird am Ehrentisch der unterirdischen Weihehalle den ersten Kranz unter dem Salut der Flotte, der den 34 836 toten Kameraden P a r i s, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einer großen Pariser Sporthalle fand eine Massenversammlung im Zeichen des 25. Jahrestages der Gründung der Frauen-Jnternationale statt. Der Sozialistenführer L6on Blum hielt unter Hochrufen feierlichen Einzug in die Halle. Als er aber das Wort ergreifen wollte, machten sich zunächst starke kommunftifche Elemente mit Rufen „Ueberall Sowjet!" bemerkbar, die durch neues Einsetzen der Mu- sitkapelle übertönt und beruhigt werden mußten. L6on Blum brachte sein Bedauern zum Ausdruck über die Weigerung der „kommunistischen Kameraden", die Regierungsverantwortung mit den Sozialisten zu teilen. „Es wird der Wille der Regierung von morgen sein, mit unseren kommunistischen Kameraden in genau so engem Vertrauen, Freiwilligkeit und Freiheit zusammenzuleben, als ob sie mit uns Seite an Seite an gemeinsamem Tisch säßen. Wir sind, ob wir wollen ober nicht, in Glück und Unglück vereint.. Unser Erfolg wird auch der des gesamten Proletariats sein. Unser Scheitern würde das Scheitern des ganzen Proletariats bedeuten in allen seinen Formen und seinen Organisationen, so- wohl in politischer als auch in korporativer Hinsicht- Es wäre ein Irrtum, sich einzubilden, daß es gerade die Kommunisten wären, die aus unseren Fehlern und Fehlschläge Vorteile ziehen könnten. Em Scheitern der Volksfront-Regierung würde unabänderlich ein Anwachsen des Faschismus nach sich ziehen. ' ’ Dann ist das Pfingstfest recht begangen, Indem es uns gen Himmel weist, Wir fingen, wie die Väter fangen, Und rühmen deinen heil'gen Geist. j «e, MW «rf* ‘ Site« Aui ,$fN (er deiB $lne 'S* SIS« S*e SSx werter M1 x deutsches m Zu der . Gaues Nel * der Ausstelli Mrkslunst bi -unb zu zeigen -auch in ewsacr durch Uni »d-r größtenteils ^gerate, einz Errate, die trm besonders r ii von dem hoh »iler. - Die 2 ja Muli erös Haus der D Belgien und Spanien fei ebenfalls ein Tatsache, an der ein Weltreich wie das britische nicht mit einem Lächeln Vorbeigehen könne. Die Aufhebung der Sühnemaßnahmen bedeute, daß in Europa jene Möglichkeiten zu Verhandlungen wieder hergestellt werden würden, zu denen Italien mit versönlichem Geiste bereit sei. Es sei unsinnig anzunehmen, daß Italien daran denke, sich an den kleinen Staaten zu rächen, die in die Sanktionspolitik hineingerissen worden seien. Italien, das innerhalb von 25 Jahren aus drei Kriegen, durch welche das türkische, österreichisch- ungarische und das ätiopische Kaiserreich zerstört worden seien, als Sieger hervorgegangen sei, treibe keine Politik der Sympathien, der Antt- pathien oder des Hasses. Italien verfolge die Politik der eigenen Interessen und diese bestünden derzeit und noch für 50 Jahre darin, das reiche und für die Zukunft soviel versprechende abessinische Gebiet auf die Höhe zu bringen. Jeder politische Mensch müsse verstehen, daß Italien heute ein einziges Interesse habe, nämlich den Frieden, der allein eine ruhige und ersprießliche Arbeit des Fortschritts in Abessinien ermögliche. Ohne Rückkehr zu normalen Beziehungen zwischen Italien und England sei das Hineingleiten in den Krieg unvermeidlich. Ein Konflikt würde so viele Kräfte und Länder verwickeln, daß die Folgen im vorhinein gar nicht abzuschätzen wären. Der Hinweis des Duce, daß Italien 8 Millionen Mann unter Waffen stellen könne, fei keine Phrase, sondern eine Tatsache. Wo derNe^us m London wohnen wird. London, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der arabische Finanzmann Sir Elly K a d o o r i e hat dem Negus für feinen Aufenthalt in London eine palastartige Wohnung im Londoner Westend zur Verfügung gestellt. Das Haus, das seinerzeit auch von König Feisal vom Irak benutzt worden war, befindet sich neben der Londoner abessinischen Gesandtschaft. Oie „Schwarze Leg on". N e u y o r k, 29. Mai. (DNB.) Der in Detroit von den Behörden des Staates Michigan gegen die Mörder des Arbeiters Poole und damit gegen die ganze Geheimorganisation der „Schwarzen Legion" eingeleitete Prozeß scheint sich zu einer Staatsangelegenheit zu entwickeln. Im Repräsentantenhaus wurde unter der Behauptung, die Mitglieder der Legion hätten die Bundesgesetze verletzt, die Bundesgeheimpolizei zum Einschreiten aufgefordert, da nur diese imstande sei, die über die ganzen Vereinigten Staaten laufenden Fäden der Geheimorganisation bloßzulegen. Da die „Schwarze Legion" den Juden und Katholiken ausgesprochen feindlich gegenübersteht, wird sie von der gesamten Presse des Landes als eine Bande von Mordorennern bingestellt. Die Legion scheint gut bewaffnet zu fein. Bei der Durchsuchung von Wohnungen der bisher verhafteten Mitglieder wurden stets Waffen gefunden. Ein Mitglied soll erklärt haben, die Legion könne im Falle eines kommunistischen Aufstandes innerhalb von 24 Stunden in ganz Amerika mobilisiert werden. Sie erstrebe die Diktatur. Aus den beschlagnahmten Mitgliederlisten geht hervor, daß die Legionäre allen Volksschichten entstammen. Ihre Mitglieder sind in Regierungsstellen, ja selbst in großer Zahl unter der Polizei zu finden. Der im Staate Ohio lebende Kommandeur der Legion, Affinger, erklärte, die Gesamt- mitgliederzahl der „Schwarzen Legion" belaufe sich auf über sechs Millionen, die über alle Staaten der Union verteilt fei. Effinger bezeichnete alle Geschichten von nächtlichen Auspeitschungen, Todesdrohungen, geheimen Fehmemorden usw. als gemeine Lügen, die ausgestreut würden, um die Leaion zu diskreditieren. Die Legion trete für Recht und Ordnung ein. Ihre Hauptaufgabe fei der Kampf gegen den Kommunismus und andere unamerikanische Erscheinungen sowie die Erhaltung der amerikanischen Ideale. (Sm finnischer Kommunisten- Prozeß. Ein Zeuge auf die sowjetrussische Gesandtschaft verschleppt? Helsingsors, 29. Mai. (DNB.) Den finnischen Rotgardisten A n t i k a i n e n , der später sowjetrussischer Offizier war, hat das finnische Gericht zu lebenslänglichem Zuchtbaus verurteilt. Er hatte während des karelischen Aufstandes im Jahre 1922 den finnischen Weißgardisten Marjoniemi bei lebendigem Leibe in dem Lagerfeuer der damals von ihm befehligten Roten Finnisch-Russischen Garde verbrannt. Im Gerichtsverfahren traten auch einige eigens aus Sowjetrußland von den Bolschewisten herangeholte und dort instruierte „Entlastungszeugen" zugunsten Antikainens auf. Einer dieser sowjetrussischen Zeugen, M a t j e j e w , gab ZU, die Hilferufe des verbrannten Opfers gehört zu haben. Dieser, Vorfall war um so aufsehenerregender, als Matjejew seine Familie als Geisel in der Hand der Bolschewiken wußte. Am Freitagmittag verschwand nun plötzlich Matjejew in Helsingsors. Er befindet sich i n der sowjet- russischen Gesandtschaft. Die Gesandtschaft erklärt, Matjejew habe sich dort eingefunden und mitgeteilt, daß er freiwillig nach Rußend zurück kehr en wolle. Man schenkt dieser Erklärung der Bolschewiken aber keinen Glau- ben, sondern ist überzeugt, daß Matjejew in eine Falle gelockt worden sei. Leon Blum und die Kommunisten. kl Es ist mit । Battet worden, jcm Geräuschen • lichtsräume tjabi lireftes Oberlid) rang und Anschl auf) in den Ä fm Ausstellung feig historischer Mellsaal zur ( bi an moderns Die Sft Sie die ,Lu fein damit gerec M schwebende Wiedener der t den zum 1. 9 2diederzwehren, schließlich Bras immer r Ml ooo ©freit enöe in Paris. Paris, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) Arn späten Abend des Freitag kündigte zwar eine amtliche Meldung die Beendigung des Metall- arbeiterftreifs in den Pariser Vororten und die Wiederaufnahme der Arbeit für den Dienstag nach Pfingsten an, aber durch das Uebergrei- fen auf andere Betriebszweige scheint sich die Streikbewegung in Paris in ihrer Stärke doch erhalten zu haben. In 41 Werken befinden sich 40 820 Arbeiter im Ausstand, darunter allein bei Citroen 10 000 Arbeiter, erst für Samstag sollen neue Verhandlungen über die teilweise stark auseinandergehenden Einzelforderungen der Belegschaften Klarheit in die Lage bringen. Die kommunistische „Humanitö" und der „Popu- laire", das Blatt des kommenden Regierungschefs Leon Blum, frohlocken über den bereits von der Arbeiterschaft errungenen Teilsieg und über die Haltung der bürgerlichen Presse, die der „disziplinierten neuen Form des Kampfes der Arbeiter um ihre Rechte" fassungslos gegenüber gestanden habe. Der kommunistische Senator Cachin meint in der „Humanitö", der ruhige Verlauf des Massenstreiks beweise, daß die Linksregierung von morgen in keiner Weise revolutionären Charakter trage. Der „Ami du Peuple" schreibt, über den Streik und die politische Lage: Man befinde sich bereits in voller Verwirrung und Anarchie. Anarchie in der Regierung, da sie keine Verantwortung mehr habe, Anarchie in der sozialen Frage, da man die Forderungen der Arbeiter mit den grundsätzlichen Rechten des Eigentums vermischen, Anarchie bei den Arbeitgebern, die ihre Vorrechte mißbrauchten und mit den normalen Vesitzrechten verwechselten. 24 Tote bei einem Kampf mit Polizei in Spanien. M a b r i b, 30. Mai. (DNB. Funkspruch.) In den, Dorfe Neste in der Provinz Albacete sind in einem schweren Feuergefecht zwischen der Polizei und der marxistischen Bevölkerung 22 Einwohner und 2 Beamte der Polizeitruppe Guardia CioiL g e t o t e t unö über 100 Personen zum Teil schwer verletzt worden. Den Anlaß zu den blutigen Auseinandersetzungen hatte die polizeiliche Räumung eines Landgutes gegeben, das einem ehemaligen Abgeordneten der radikalen Partei gehörte unb von linksextremen Elementen überfallen unb in Besitz genommen worben war. Die Polizeibeamten verhafteten bie Täter, stießen iber bei ber Absicht, sie in bie Strafanstalt zu über« uhrcn, auf den bewaffneten Widerstand ber marxistischen Einwohner von Peste. Die Beamten verschanzten sich barauf in ber Poli- Zeiwache unb oerteibigten sich gegen mehrere 100 marxistische Angreifer. 5n ber letzten Sitzung bes Berliner Bauunglücks- Prozesses würbe eine Reihe von Arbeitern al; Zeugen vernommen, die an der Katastrophenstelle tätig waren. Der 58jährige Schachtarbeiter Willi Borchert bekundet, daß er beobachtet habe, wir im Baggerloch des öfteren Wasser gestanden Jjabe. Drei Wochen vor dem Einsturz habe er einen Trä- ger gesehen, der oben gebogen und an seinem unteren Ende auf der Sohle der Baugrube geborsten war. Als er einen Vorarbeiter, dessen Namen er nicht mehr weiß, darauf aufmerksam machte, fuhr ihn dieser barsch an mit den Worten: „Schipp' doch zu, Mensch, das braucht keiner zu V2 “ .Nach Auffassung des Zeugen ist der Schachtmeister D Ü m ck e nicht an einem Herzschlag gestorben. (Was gestern von einem Zeugen als Vermutung ausgesprochen worden war.) Er habe be- obachtet, daß Dümcke von der einstürzenden Wand in die Tiefe gerissen wurde. — Der nächste Zeuge, der 31 Jahre alte Willi Böttcher, ist noch beim Bau der Nord-Süd-Bahn beschäftigt: er bekundet, daß mehrere gebrauchte U-Eisen eingebaut wurden, die eine ganze Anzahl von Bohrlöchern aufroiefen. ®s wurden noch einige Vermefsungsbeamte der Reichsbahn gehört. Einer dieser Zeugen hat ebenso wie der Zeuge Bettge starke Erschütterungcch durch den Straßenverkehr in der Baugrube roabr- genommen, als er einen Tag vor der Katasttovhe die Höhenlage nachmessen wollte, die die Berlinische Baugesellschaft angegeben hatte. Infolge dieser Er- schutterungen sei es ihm nicht möglich 'gewesen, mit Der Libelle zu arbeiten. Er hat die Messungen mit Dem Bandmaß vornehmen müssen. Die Verhandlung wurde bis nach Pfingsten Feierlichkeiten in Laboe. Das deutsche Marine- Ehrenmal, aus dem Opfergeist alter Kampfkameradschaft zur See entstanden, wird durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, seiner Bestimmung übergeben. Es soll ein ewiges Mahnmal deutschen Heldentums zur See sein. Mit dem großen Tage von Laboe wird sich die Skagerrakschlacht verewigen, bei der in Hingabe bis zum letzten zwei Nationen ritterlich die Klingen kreuzten. Die tiefen Wunden, die der Krieg schuf, sind inzwischen vernarbt, und unter der zielbewußten Führung Adolf Hitlers find wir wieder aufgestiegen zu einem nach innen und außen freien Volk, das dem Gegner von einst versöhnend die Hand für alle Zeiten geboten hat. Der Bau des Ehrenmals wurde in einer Zeit tiefer innerer Zerrissenheit und äußerer Unfreiheit in Angriff genommen. Der Führer der deutschen Hochseestreitkräfte in der Skagerrakschlacht, Admiral Scheer, dem es nicht vergönnt ist, diesen großen Tag der Einweihung im geeinten Deutschland mit zu erleben, sprach bei der Grundsteinlegung im Jahre 1927 die prophetischen Worte: „Für deutsche Seemannsehr', für Deutschlands schmimmernd' Wehr für beider Wiederkehr!" 3 MH Mi Die Sfabf Kassel vergrößert sich. Der» nif poüiii GULDEN RING vn •sj-w: IIIIHIIIIIIIIIII] C-Huch abseits von den grossen Strassen bekommen Sie Haus Neuerburg-Zigaretten immer frisch. Denn sie haben TROPEN-Packungen, die durch einen Verschluss-Streifen besonders abgedichtet sind. Jnfolgedessen bleibt dem Tabak Duft und Frische und Nhnen die Freude am «fauchen erhalten, wo immer Sie diese Zigaretten auch kaufen. Stiftung wird durch einen Aufsichtskreis geehrt, der unter dem Vorsitz des Reichssportführers ruch.) 3nbtr icete find ® i der W !2 Einwohrl Zuardia m Ml W blutigen w liche ,n, das eines 'N Partei ß'1 len überiaD' bkses Planes bereits gestattet. Da in anderen Ge- t-eten des Himalaja die beiden großen britischen MM Msr OVERSTOLZ, 5 PF. OHNE MD ST. RAVENKLAU 6 PF. MIT GOLDMDST. G -M • B • H r von W. in der P° mehrere 1» M --- » „V MA d« w >■ ■ . .............. ..Q. . D ^ISSNG-R, fugen ist, bir iem herzschl^ 'ugen als Bei- Er habe herzenden Son.' nächste Zcuee i[t nod) heil er betunbt baut wurde!!. 'n aufroiefen sbeamte iw n hat eben1. lchütterungrn tgrube wadr- : Katasttonhe lie Berlinische Ige dieser Gr- I gewesen, mü Messungen mit ach Pfingsten R?Ä Der Führer im Arbeitsdienst muß, wenn er nicht an den ihm gestellten Aufgaben scheitern soll, e i n bestimmtes Wissen haben. Er darf nicht weniger, sondern er muß mehr wissen als die ihm unterstellten Führer. Er darf nicht untüchtiger, sondern er muß tüchtiger sein als diese. Er darf nicht unsicher, sondern er muß sicher sein in der Beherrschung der ihm gestellten Aufgaben. Diese Tüchtigkeit und diese Sicherheit sind die Grundlagen seiner Autorität als universal verantwort- licher Führer. Der Feststellung dieser Tüchtigkeit und Sicherheit in den für alle Erkenntnisse unerläßlichen Kenntnissen dient die soeben verordnete F e l d - Meisterprüfung des Arbeitsdienstes. Sie erstreckt sich auf drei große Gebiete: Kenntnis der nationalsozialistischen Weltanschauung, Kenntnis des deutschen Volkes und seiner Geschichte, Beherrschung der für die arbeitstechnischen Leistungen des Arbeitsdienstes erforderlichen Grundkenntnisse. Zu dieser Prüfung kann sich jeder Führeranwärter, der nicht im Besitz des Reifezeugnisses einer höheren Schule ist, auf dem Dienstwege melden, lieber die Zulassung entscheidet allein der Reichsarbeitsführer. Die zur Prüfung zugelassenen Führeranwärter erhalten Gelegenheit, sich etwa ein Vierteljahr unter Anleitung von Führern und Lehrern in Ruhe auf ihre Prüfung d o r 3 u bereit e n. Wenn sie tüchtig sind, steht ihnen dann der Weg in die mittlere und höhere Führerlaufbahn offen. Wenn sie nicht tüchtig sind, werden sie rechtzeitig davor bewahrt, in einer Dienststellung, der sie nicht gewachsen sind, nach kurzer Zeit zu scheitern und dann aus dem Arbeitsdienst ausscheiden zu müssen. Die neue Prüfungsordnung zeigt, daß es im Reichsarbeitsdienst nur ein Berechtigungswesen, unabhängig vom Besuch einer höheren Schule gibt: Das Recht zur Führung, das eine von national- sozialistischer Gesinnung getragene Leistung der Persönlichkeit verleiht. Die Feldmeisterprüfung Don Generalarbeitsführer Dr. Will Decker. Hast. 1 Berlin- j in die Z Ostrom * A, ist es { unÄ Werken ' Werke "r ,u «f*; v** wird am Samstag angetreten. Am 4. Juni wird LZ .Hindenburg" wieder in Frankfurt fein. „Queen Mary“ bisher schneller als „Jlormanbie“. Der englische Ozeandampfer „Queen Mary“ hat während der ersten 25 Fahrstunden 747 Seemeilen zurückgelegt und damit eine größere Geschwindigkeit erreicht als die „Normandie". Oie ersten abessinischen Briefmarken Italiens. * ,n' r » V Fügen. eine, I 'n ßuh Men L,' K ?lbeite 'entliche lum eine En v Um befrei 9 eines V run9en @QU, en 'hren En l.İnimeri -neichsgruppi "nd in bei gerufen men 9 als erste« e beim beste« 'n der Lag, 9"ng do« Wausfall für ben. 'Unglück und Waldau sollen zu diesem Zeitpunkt in die Stadt Kassel eingemeinoet werden. Damit wird die Einwohnerzahl Kassels um rund 20 000 erhöht und der Flächeninhalt des Stadtgebiets um rund 50 v. S). des bisherigen vermehrt. Mit der Eingemeindung rückt Kassel in der Reihe der deutschen Großstädte von der 30 an die 28. Stelle. „Wunderdoktor" im Kampf mit dem amerikanischen Kongreß. Der erbitterte Kampf, den der „Wunderdoktor" Dr. Townsend gegen den amerikanischen Kongreß führt, beschäftigt im hohen Maße die amerikanische Öffentlichkeit. Dr. Townsend, dem es gelungen war, Millionen von Anhängern in den Vereinigten Staaten zu werben, indem er allen amerikanischen Staatsbürgern über 65 Jahre eine monatliche Altersrente von 200 Dollar versprach, hatte sich die Feindschaft der Kongreßparteien zugezogen, als er mit der Bildung einer neuen Par- t e i drohte, die als dritte Partei neben die althergebrachten Parteien der Republikaner und Demokraten treten sollte. Man beschuldigte den „Wunderdoktor" grober ^Bauernfängerei und persönlicher Bereicherung, zumal sich herausstellte, daß seine Organisation nicht ordnungsmäßig eingetragen war und keine Bücher über die eingegangenen Mitgliedsbeiträge geführt waren. Diese Beschuldigungen führten dazu, daß Dr. Townsend jetzt vor einen Untersuchungsausschuß des Repräsentantenhauses gestellt mürbe. Nach zweitägigem Verhör verließ ugrube geboo i dessen Nam n machte,, sch n: „Schips t feinej u Wie die „Kurhessische Landeszeitung" erfährt, tonn damit gerechnet werden, daß die seit längerer Zeit schwebende Frage der Eiw, ' ‘ Ichiedener der Stadt Kassel vorgelagerter Gemeinden zum 1. Juni geklärt wird. Die Gemeinden Uiederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen ein- !chließlich Brasselsberg, Harleshausen, Wolfsanger Aus aller Wett. »Einfaches Handwerksgut der deutschen Vergangenheit Eine Ausstellung in Frankfurt a. 2H LPD. Frankfurt a. M., 29. Mai. Am Sams- ag wird im Kunstgewerbemuseum zu Frankfurt im Main eine Ausstellung „Einfaches Hand- i»erksgut der deutschen Vergangenleit" für die Allgemeinheit eröffnet. Die Leitung les Frankfurter Kunstgewerbemuseums erfüllt da- nit anläßlich des Reichshandwerkertages in dan- lsnswerter Weife die Aufgabe, in gedrängter Form :ltes deutsches Kulturgut dem Beschauer nahezu- : ringen. Zu der Ausstellung haben nur Museen les Gaues Hessen-Nassau beigesteuert. Grundge- lanke der Ausstellung ist, die große Linie sachlicher Handwerkskunst durch die Jahrhunderte zu verfol- icn und 3U zeigen, wie sich der Stilw'lle des Dol- lss auch in einfachen Formen durchsetzt^leichzeitig lestimmt durch Unterschiede des Dolksttims, wie durch kinslüsse der Zeit. Die ausgestellten Gegenstände ind größtenteils Zufallsfunde, und zwar einfache Hausgeräte, einzelne Möbelstücke, Tischler- und küfergeräte, die aber in ihrer einfachen, ewigen -form besonders wirken. Jedes Stück legt Zeugnis ib von dem hohen Kulturwillen deutscher Hand- oerker. — Die Ausstellung ist vom 30. Mai bis jum 18. Juli eröffnet. der „Wunderdoktor" jedoch bereits den Sitzungssaal mit der Bemerkung, er weigere sich, weitere Aussagen zu machen und kehre nicht mehr zum Verhör zurück, es sei denn als Gefangener. Das Repräsentantenhaus hat nun mit 271 gegen 41 Stimmen gegen Dr. Townsend sowie feine Helfer, den Pfarrer Wunder (Neuyork) und John Kie - f e r (Chikago), wegen Mißachtung eines Kongreß- Ausschusses gerichtliche Verfolgung beantragt, so daß der Fall demnächst die amerikanischen Gerichte beschäftigen wird. Schrecklicher Tod. In der Unterlahnkreisyemeinde Lollschied hat sich ein schreckliches Unglück zugetragen, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der Dreschmaschinenführer von der Heydt wurde in den Zahnrädern der Schrotmühle, die von einer Dampflokomobile angetrieben wird, zerquetscht auf- gefunden. Wie das Unglück geschehen ist, konnte nicht mehr geklärt werden. Man nimmt an, daß der Verunglückte bei laufender Maschine sich an den Zahnrädern zu schaffen machte und dabei zu Tode kam. Die Lokomobile war bei der Entdeckung des Unglücks noch in Tätigkeit. Der auf fo gräßliche Weise ums Leben Gekommene war erst 28 Jahre alt. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. LZ „Hindenburg" in Rio de Janeiro. Das Luftschiff „Hindenburg" ist auf seiner zweiten Südamerikareise Freitag früh 10.04 Uhr MEZ. auf dem Luftschiffhafen Santa Cruz bei Rio öe Janeiro glatt gelandet. Die Rückfahrt Soeben kamen in Italien die ersten Briefmarken des Abessinischen Kaiserreichs mit dem Kops des Königs Viktor Emanuel und Ueberdruck „Etiopia" heraus. (Scherl-Bilderdienst-M.) Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. lieber Europa hat sich eine ausgedehnte Tiefdruckzone entwickelt, die sich besonders über Frankreich noch weiter vertieft. Entsprechend dieser Entwicklung hat sich von Südwesten her eine Zufuhr milder Meeresluft eingestellt, während über Groß-Britan- nien noch immer kühle, aus subpolaren Gebieten stammende Lust südwärts fließt. Das Fließen der verschiedenartigen Luftmassen gestaltet unsere Witterung, wenn auch nachhaltige Verschlechterung unwahrscheinlich ist. Aussichten für Sonntag: Zunächst bedeckt und zu gewittrigen Regenfällen geneigt, dann wieder mehr bewölkt mit vereinzelten Schauern und bei über West nach Nord drehenden Winden frisch. Aussichten für Montag: Veränderlich, mit häufiger Aufheiterung, vereinzelt Schauer, ziemlich frisch' Temperaturen am 29. Mai: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 12,0 Grad; am 30 Mai: morgens 6,9 Grad. Maximum 18,4 Grad, Minimum heute nacht 2,0 Grad. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Vf.. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 'ei der Reichsführung der Deutschen Stenographen- chaft, sowie Empfangsräume, Sitzungssäle, Unter- ischtsräume und Wohnräume für Lehrgangsteilneh- ner. Es ist mit allen modernen Einrichtungen aus» (eftattet worden. Der Fußboden ist zur Dämpfung lon Geräuschen mit Korklinoleum belegt. Die Unter« lichtsräume haben breite doppelte Schiebefenster, in« lirektes Oberlicht, Einrichtungen zur Lichtbildvorsiih- mng und Anschlüsse für Rundfunkübertragungen, die mch in den Gemeinschaftsräumen vorhanden sind. Ein Ausstellungsraum enthält die ständige Ausstel- lung historischer Schreibmaschinenmodelle und einen Mooellsaal zur Erklärung der technischen Einrichtunzen an modernsten Schreibmaschinen (ikkim-Himalaja als Ziel gewählt. Die Leitung ist iaul Bauer übertragen worden, der 1929 und 931 die ersten beiden deutschen Himalajafahrten Hrte und nun die Aufgabe hat, eine Mannschaft :ro u)i| ßr den nächstjährigen deutschen Angriff auf den e ftanga Parbat heranzubilden und die Vorberei- m ‘K"‘ yngen für dieses Unternehmen in Indien zu tref- i>n. Weitere Teilnehmer sind Dr. Karl Wien, frr. Günther Hepp und Adolf G ö 11 n e r. r $n den Psinaftfeiertagen wird in Bayreuth das h nn? L- Haus der Deutschen Kurzschrift" eingeweiht werden, u ufL ,ei[esi: Das Haus enthält die Geschäftsräume und die Kanz- MsM E Wrbeiterä als -astrophenstelle arbeiter Hiiij habe, wir Das Haus der Deutschen Kurzschrift in Bayreuth. 21m 4. Mai 1936 hat der Reichsarbeitsführer die Prüfungsordnunb für die Anwärter der mittleren und höheren Führerlaufbahn des Reichsardeitsdienstes, die nicht im Besitz des Reifezeugnisses einer höheren Schule sind, erlassen. Damit ist die Führerlaufbahn im Arbeitsdienst unabhängig gemacht worden vom Berechtigungswesen einer bürgerlich-liberalistischen Zeit, die grundsätzlich Menschen oyne Abiturium von allen bedeutenden Führerstellungen ausschloß. Im Arbeitsdienst kann jeder, der das Zeug dazu hat, zu den höchsten, seiner Begabung und einem Charakter entsprechenden Führerstellen auf- teigen, auch wenn er nicht das Abiturium hat, weil eine Eltern ihm vielleicht nicht den Besuch einer höheren Schule ermöglichen konnten. Wieder ist ein Grundsatz, ben andere laute aber erfolglos in ihre Zeit hinausriesen, im Zeichen des Nationalsozialismus verwirklicht worden: „Freie Bahn dem Tüchtigen" Als dieser Grundsatz einst verkündet wurde, verstand man unter Tüchtigkeit „Gesinnungstüchtigkeit". Im Arbeitsdienst sollen die Führerfähigkeit, das Charakterbild, die nationalsozialistische Haltung und der Leistungswert des Menschen darüber entscheiden, ob er geeignet ist, Führer und Erzieher ber deutschen Jugend zu sein Führerfähigkeit, Charakter und nationalsozialistische Gesinnung sind nicht abhängig von Prüfungen, sondern von der Bewährung in der Gemeinschaft und bei der Arbeit. Der Leistungswert eines Führeranwärters läßt sich hinsichtlich der für ihn nötigen Wissensgrundlagen wohl nachweisen durch eine bestandene Prüfung, z. B. das Abiturium. Er läßt sich aber auch bei vielen, die nicht die Möglichkeit zum Abiturium hatten und dennoch in ihrem Leistungswert nicht geringer zu sein brauchen, durch eine Ersatzprüfung nachweisen. Diese Ersatzprüfung ist jetzt für die Führeranwärter des Reichsarbeitsdienstes, die nicht das Abiturium haben, geschaffen worden. I • s f.hrt, der unter dem Vorsitz des Reichssportsuhrers l5minjr(e Ut. Die Stiftung verfolgt den Zweck, bergfteige» fstagsc ’f, rjche Kundfahrten in den Himalaja und andere ent* Bum [igene Gebirge durchzuführen und Mittel hierfür I ^eileihi1 werben. Der Aufsichtskreis hat sich dafür ent» ■jgieben, in diesem Jahr vier deutsche Bergsteiger in le Rxj. kn östlichen Himalaja zu entsenden. Die deutschen lüttert n inb die britischen Behörden haben die Durchführung rien Ali L..... » - WM. Q[ter °li nd französischen und andere Unternehmungen am ut^en V1 Berte sind, hat sich die deutsche Expedition den her I KÜ 5HUS DEUERBURG » 4* 4 1 i /m : sei ■* " Nil» 'M v \ N Das neue preiswerte Spezial-Sportgeschäft Sport-Zerndt letzt nach Marktplatz 8 verlegt und bedeutend vergrößert, bittet um zwanglose Besichtigung und geneigten Zuspruch. 3471D Z. Z. besonders große Auswahl in Wandersportartikel u. Faltbooten ZwMMMMM Dienstag, den 2.6., versteigere ich yegen Barzahlung zwangsweise tm Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bestimmt folgendes: 1 Vertikow, 1 Kommode, 1 Kleider- schrank, 1 komvl. Bett, 2 Ausziehtische, 4 einfache Tische, 1 Büfett, iWaschtisch rn.Sviegel u.Marmor, 1 Flurgarderobe, 1 Küchenschrank, 1 Wasserbank, 1 fast neuer „Junker und Ruh" Gasherd, 1 altes Sofa, 8 Pavierkörbe und anderes mehr. Scharmann «msD Gerichtsvollzieher in Gießen Wernerwall 31 Telefon 3108 Möbelfabrik ana Einrichtungshaus GEBR. TREFZGER Frankfurt a. M. nn Große Friedberger Str. UU Dr. Ploch ab 2. Juni verreist Vertreter die Herren: Dr. W. Klein Dr. Neumann-Spengel Dr. Wolf 3524D Dr.Malech verreist Vertreter: Dr. Knauff Dr. Mehl (ab 8. Juni) Dr. Schäffer Dr. Neumann'Spengel 3541D Vermietungen Schöne, sonnige 7-Zimmer- Wohnung int Südviert.,m. Etagenhzg.,Bnd, Mädchen;.,Balk. u. sonst, reichlich. Zubehör z. 1.10. 1936 evtl, ab 1.8. 1936 zu vermiet, evtl. m. Garage. Schr. Ang. unt. 02485 a.d.G.A. Elegante Wohnung 7Zirnrn.,Schrk.- Zimm.,kvl.Bad, Etagenhei;.,Gartenanteil usw.,in sonnig., ruhiger, jedoch zentraler Lage zu verm. Ab 1. 7. bezieht). Schr. Ang. unt. 02455 a.d.G.A. Schöne neirzeitl. 7-Zimra.-Wohnung i. best. Lage, m. Bad, Balk., Et.- Heiz. v. 1. 7. 36 z. verm. sooD A. d.Johannes- kirche 4 p. Goetalr.l 1.81. ist eine schöne 6-Zimm.-Wohn. mit Bad und Loggia z.l.Aug. ob. 1. Sevtemb. zu vermieten. Näheres: [3494D Goethestr. 19 I. Schöne 6-Ztmmer- Wohnung mit Bad, Südviertel, v. l^ult zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 3540 D an den Gieß. Anz. 5-Zimmer-Wohng. mit Badezimm., großem Balkon, Ludwigstr. 81, alsbald zu verm. Näh. A. Becker, Kevlerstratze 9, Tel. 3804. 3544D Neuzeitliche 4-ZimmBr-Wohng. mit Bad, Seltersweg 5411, zum 1. Juli zu vermieten. 3546D Näh. A. Becker, Keplerstraße 9 4-Zinnn.-Wo.;nung m.Bad,Zentral- heiz., ver sof. od. spät, zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 02410 a.d.G.A. Geraum, schöne 4-Zimni. Wobo. nebst Zubehör (Altbau) zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 02467 an ü. Gieß. Anz. Bekanntmachung. Die Wochenmärkte beginnen von Dienstag, den 2. Juni 1936, ab vormittags um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. 3488C Gießen, den 30. Mai 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Bekanntmachung. Betr.: Slrahenbahnbetrieb. Die Haltestelle an der Moltkestraße wird ab 31. Mai 1936 verlegt, und zwar an die Ecke Licher Strahe/Nahrungsberg (Ulle-Ariedhofs-Ecke). Gießen, den 29. Mai 1936. 3503C Direktion der Städtischen Betriebe._________ Bekanntmachung. Betr.: Zwischenzählung der Schweine und Schafe am 4. Juni 1936. Am 4. 3uni 1936 findet wieder eine Schweine- und Schafe-Zwischenzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweine- und Schafbesitzer haben den Zählern die notwendigen 'Angaben bezüglich ihrer Schweine- und Schafbestände bereitwilligst zu erteilen. 3487C Die Leitung der Zählung ist dem Landesstatistischen Amte in Darmstadt übertragen. Das Einsehen unrichtiger Angaben oder die Verweigrung von Angaben durch die Auskunftspflichtigen wird mit erheblichen Strafen bedroht. Den Auskunftspflichtigen wird die Geheimhaltung ihrer Angaben hiermit ausdrücklich zugesichert. Gießen, den 27. Mai 1936. ________Der Oberbürgermeister: Ritter._____ Zwangsversteigerung. 22K35 Am Dienstag, dem 16. Juni 1936, vormittags 8% Uhr, werden im Arntsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 101, die der Weigand, Auguste, geb. Inder- thal, Witwe des Karl Weigand in Groß-Ietda, jetzt in Gießen, zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band XII, Blatt 582: Flur I, Nr. 17: hofreite in der Steffansmark (hindenburgwall Nr. 9), 890 qm, Betrag der Schätzung .... 58 000,— RM. Flur I, Nr. 165/i0: Grasgarten, daselbst, 2286 qm, Betrag der Schätzung .... 9144,— „ Zusammen 67 144,— RM. Der Einheitswert (1.1.1935) beträgt 53300,— RM. Gießen, den 25. Mai 1936. 3492D Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsoorsteher. 4-Zimmerwohnnng Bahn und Post.Schriftl.Angebote Kevlerstratze 9. unt. 34901) a.d.Gießener Anzeiger 2327 V g. unt. 02477 b. Gieß. An;. AN! an Sonn., herrsch. 4-Zinnn. Wohn, zum 1. Juli zu üemiieten.352iD 2 Zimmer m. gr. Küche u. Speisekamm. sorv.Kell. u.Bobenant.,als Teilwohnung ch. einzelner Dame an Dauermieter, evtl, berufstät. Dame, per Juli evtl. spät, abzug. Schr. Ang. unt. 02486 a.b.G.A. Helle [3548D Werkstatt Die paar Pfennige, die Ihr als Küken an Futter braucht, könnt ihr später als Legehenne In Mark zurückzahlen. Darum werdet ihr auch nur mit dem guten Muskator-Erstlings- mehl und Küken-Körner- mlschfutter aufgezogen. 97tusffotol Original-Packungen schon von 1 kg an. Suche 3iis5-Zimmemlraiiog mit Bab in besserem Hause, wenn möglich mit Zentralheizung. — Ausf. schriftl. Angebote mit Preis unt. 02461 a.b. Gießener Anzeiger In Stabt-Mitte WtzeGeWskMlinie sehr geeignet für Engros-Ge- schäft ob. Büros, zu vermieten evtl. Haus zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unt. 35370 an bett Gießener Anzeiger. 1 tilllllllUl llUlIllUllU sür Schlosser ob. 1 iivuuhuj Schreiner sehr (part.) unb Küche, zusammen mit geeignet, Lud- Lager u. Hofräumen, per l.Juli ^^etmicten.11 zu vermieten. Lage in ber Nähe Näh. A. Becker, Gieß. ges. Schr. ......... Anaeb.u. 34610 beachtet und gelesen. an b. Gieß. Anz. | Mietgesuche| Tauermieter. Pens. Beamter (3 erw. Pers.) sucht z. 1. Sept, ob. später schöne j-Mota. mit Zubehör m mögl.freierLage. Schr. Ang. unt. 02397 a.b.G.A. 2 Damen suchen balbigst MMl Schr. Ang. mit Preis unt.02473 an b. Gieß. Anz. Suche 3-Zimm.-Wohnnng mit Küche zum lö.Junii.Gießen ober Nähe. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 3493 D an den Gießener Anz. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden 4 Zimmer und Köchern.Korrib., Zentralheiz. unb Babez., z. l.Juli für Alk. 70,- zu vermieten, l 02457 Garagevorhanb. Wieseck, Eichen- rödcr Weg 12. Schöne 4 Simmet- Wohnung mit Heizung (III. Stack) zu vermiet. [35330 Hochstätter, Brandvlatz 1. In ruhiger Lage hübsche 4-ZiDimer-Wohn. mit Loggia unb Zubehör sofort z. vermieten. Schr. AllMlM für Wagenpflege unb Tankstelle gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02482 an 0. Gieß. Anz. Metzgerlehrling gesucht. Zu erfr. in ber Gefchst. b. Gieß. Anzeig. [8522D Ein Sohn achtbarer Eltern als Kellner- Lehrling gesucht. 3470D Hotel Viktoria. Frau ob. ält. Fräulein zur Führung bes Haush. u. etwas Pflege für ältere kranke Frau ges. Zu erfrag, in ber Geschäftsstelle b. Gieß.Anz. [02455 Tüchtiges Mädchen n. unt. 18 Jahr., bas selbständig arbeiten kann, f. eineGastwirtsch. u.Metzger.Nähe v Näheres: Seltersweg 691. 3-Zimm.Wohn. m. Bab (Marb. Straße) z. verm. Näh.i.b.Gesch.- Stelle bes Gieß. Anzeig. [3529D JnKlein-Linden per 1. Juli 1936 zu vermieten: H-Mnung m. Küche u. Bab in herrlich. Lage (Neubau). Schr. Ang. u. 35100 an 0. Gieß. Anz. M Schöne 02m 3 Zimm.-Wohn. ob.2malie!Z.u. Küche mit Mans. (Neubaul926)so- fort zu vermiet. Atit groß. Gartenanteil. Näher. Klein-Linden, Franks. Str. 148 JnKlein-Linden zwei schöne 3-Zimmer- Wohnunqen mit Küche, Bab, Gartenant. usw. per sofort an sol. Dauermieter zu vermieten. Sckr. Ang. unt. 02472 an b. Gieß. An;. 2 Zimmer und Küche, mit Korridor u. Zentr.- Heizung, zttm 1. Juli, auch früher, zu verm. Wieseck, Eichen- rüder Stoep (02453 Gut möbliertes Zimmer in ruhig. Haufe fof. z. MN. (02483 Kevlerstr. 1 L Bergisches KraftfutterwerkG.m.bh.Düsseldorf-Hafen 2 Zimmer möbl. ober un- möbl., best. Lage Näbe bes Bahnhofs u. b. Klinik, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02469 a.b.G.A. Gut möbliert., gr. Zimmer vreisw. z. verm. Alicenstr.361II. Behaglich möbl. Zimmer zu vermieten. [02479 Lrrdw igsvl. 111 1 schön, großes möül.3immet m. 1 ob. 2 Bett, sof.z.verm. [02493 Gartenstr. 22H Laden m.2Schaufenst., mitt. i. b. Stabt, p. 1. Juli billig zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02478 a.b.G.A. Laden mit Werkstatt unb Büro Seltersweg 69 zu vermieten. 3520D Näheres baselbst im Laben. Geräumige Werkstatt Franks. Str. 31, auch als Lager ober Garage zu vermieten.3550D Näh. A. Becker, Keplerstraße 9 Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 5-7-Zimm.- Wohnung zu mieten gesucht. [35360 Wernerwallllp Hiesig.Geschäfts- rnann, pünktlich. Mietzahler, sucht 3-Zimin.-Wohn. Schr. Ang. unt. 02491 a.b.G.A. S-Zimm.-WohDung m. Mans., mögt. Neub.,ev.Gart.- Ant., v. Familie (Beamteri.R.)in ruhigem Hause für balb ob. spät, gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02448 an 0. Gieß. Anz. 2 Zimmer mit Küche von jungem Ehepaar sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 02434 a.b.G.A. Beamtenwitwe sucht für fof. ob. 1. Juli 2 leere Zimm. Hebern, a. Führung ein. besseren frauenlosen Haushalts. Schr. Ang. unt. 02470 a.b.G.A. Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur Zeugnis. objd)dften dem Be- werbungSichreiben bei- legen — Lichtbilder unoBewerbungSunter» logen muffen ;ur iSet» Meldung von Berlusteu auf der stiüdseite men und ilnfefirift Oe? Bewerber« tragen I Tüchtiges Mädchen in kl. Haushalt sofort ob. etwas später gesucht. Zu erfr. in ber Geschäftsst. bes Gieß.Anz. [02431 Fleiß., sauberes Mädchen für sofort in größ. Haushalt gesucht. [02491 Kreuzvlatz 3. Mädchen bas schon in ber Lanbwirtschaft tätig war unb kochen kann, gesucht. [3554D Ludw.Schadeck6. Lollar, Hauptstraße 18. Tücht., fleißiges Mädchen als Hilfe i. größ. Haushaltgesucht. Angebote mit Lohn an [35530 Frau Elinor Laven, Bad Salzhausen (Oberhessen). Arbeitswillige Frau, bie in gut. Häus.gebientbat, vertraut m. jeb. Hausarbeit, auch Nähen, Flicken, s. Laufstelle Empfehl, vorh. Schr. Ang. unt. 3525Oa.b.G.A. Naturschutz ist Dienst an Volk und Vaterland Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschuharbeit Von Professor Dr. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Band 12 der Naturschutzbücherei. Mit 12 Bildtafeln. Geb. NM. 3.60. Amtliches (Su'ochlen der Ncichsftelle zur Förderung des deutschen Schrifttums im Reichsüberwachungsamt der NSDAP, vom 25.8.34: •Das sorgfältig gearbeitete Buch schildert in knapper Form alle wesentlichen Fragen deutlich und allgemeinverständlich.lks wird klar und eindringlich gezeigt, dab wirklicher Naturschutz eine Mehrung des Dolksvermögens und für unser Volk nicht nur seelisch durch di« Erhaltung wichtiger Erscheinungsformen unserer Dolksheimat etwas bedeutet, sondern datz die Durchführung des Naturschutzes auch «in Teil r Erfüllung des Sahes: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" ist Das Buch ist rin vorzügliches Schulungsmittel und sollte in allen öffentlichen Büchereien vorhanden sein. Das Buch wird empfohlen." 3« beziehen durch jede Buchhandlung. - Verlangen Sie bitte ein Werbeblati I Hugo Bermühler Verlag, Bln.-Lichterfelde Wir suchen für den Platz Gießen Inspektoren und nebenberufliche Mitarbeiter. Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf und Lichtbild erbeten an Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs - Akt.-Ges., Subdirektion Frankfurt a.Main, Taunusanlage 21. 3530V Schlichtemittelfabrik sucht in Webereien gut eingef. Itorfrofor f- d. Bezirk Hessen-Nassau. Bewerbung. Ijklllklkl erb.u.L.F4390(3480v) a. b.Gieß.Anz. Markenariikelfabnk der Seifenbranche sucht per sofort für den Bezirk Oberhessen einen tüchtigen Keifenden gegen Gehalt und Spesen. Herren mit eigenem Wagen bevorzugt. Ausführliche Äewerbungen unter M. O. 332 (3476V) an Heinr. Sisler Jtachf., Frankfurt am Main Führenbes Werk der Lebensmittelbranche mit eingeführten Marken sucht foliben, tüchtigen Reisenden im Alter von zirka 25 bis 35 Jahren zum regelmäßigen Besuch bes Einzelhanbels im Gießener Bezirk. - Bei zufriebenstellenben Leistungen Dauerstellung. Herren mit guten Verkaufserfahrungen wollen ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Angabe ber Gehaltsansprüche einreichen unter 3477v an den Gießener Anzeiger. Texiil-Vertteier für Hessen-Nallau, Westerwald und Siegerland (eingefühne Tour) gesucht. - Leistungsfähiges Fabrikunternehmen b. Barmer-Artikelinbustrie einfchlietzl. Hosenträger bietet Dauerstellung. Nur eingeführte jüngere Herren, möglichst mit Wagen, o. Alleinvertretung übernehmen können, wollen sich mit Lichtbilb bewerben unter 3478v an bett Gießener Anzeiger. Führende Maßkorsett-Fabrik ges. gesch. Fabrikat „Helwaro“ sucht: noch einige branchekunbige Damen z. Besuch von Privatkunbschaft zwecks Vorführung unb Verkauf ihrer hochwertigen Qualitätserzeugnisse nach Maß, geboten wird: erstklassige Musterkollektion, hohe Verdienstmöglichkeit. - Damen, bie Wert auf gute Bebienung der Kunbschaft legen u. Dauerstellung suchen, wollen Angebote unter 3474d an ben Gießener Anzeiger einreichen. Perfekter SienoiopiB) für sofort gesucht. Bewerb ngen m. Zeugnis- abschrifl^ic. .ch Lichtbilb an öiinningec Gießen 3549 D Wer Drog., Maiertalwhd.,Landhdlgn. besucht, kann la Spez.-Prod. mitnehmen u. gut verdienen. Schriftl. Ang.u.F. A.340(3475v)a.d.Gie ß. An z. HaushallsmasseDarlikel Bezirksvertretung mit Alleinverkaufsrecht fof. zu vergeben. Nachweislich hob. Gewinn, Risiko ausgeschlossen. Rührige Herren, bie über RM. 1000.- verfügen, wollen sich schriftlich wenben an Walter Bock, Wanne - Eickel, Eranger- straste 18 (Schloß).___________3527V | Verkäufe Hochtragendes Simmentaler JRinO (Rotscheck) verk. 3539O Müller, Bnrkbards- __seldcn. Junge Rotscheck-Kuh, hochträchtig, unb ein junges Vogelsberger Rind hochträchtig, zu verkaufen. 3542D Launsbach 110 Hans mit gutgebender Restauration zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 02446 an den Gieß. Anz. Hanomag einzyl. Auto, in bester Verfassung, billig abzugeben. Schr. Ang. unt. 3508Da.d.G.A. Besseres EiDlamilienhans 9 Zimm., Bab, Balkon, Garten, Garage, evtl, für 2 Farn, geeign., z. verk. [3547D Näh. A. Becker, Kevlerstratze 9. Miet-Wohnhaus mit Laden unb Metzgerei, in gut. Arne, unt. günst. Bebmgungen zu verk Laben unb Wohnung sofort beziehbar. 3545D Näh. A. Becker, Kevlerftraße 9 9/5ÖPS Röhr Limousine, Maschine unb Karosserie in gutem Zustanb, preiswert z. verkaufen. 02471 Bender, Walltorstr. 14. Hansa 8/36 PS, offen, m gutem Zust., als Lieferwagen vorzüglich geeignet, billig z. verkaufen. [3488V Bleichstratze 2. Gebrauchte Motorräder preiswert abzugeben. 34380 Willi Appel Kaiserallee 49 Telephon 4067. Ein leichter Einspänner- unb ein 02452 Lauterbadi.Wagen fast neu zu verk. Annerod Haufener Str.26 Küche, g. erh., a. einz. abzug., Igr. Küchcnschr.z.Pr. v.45^?^,2.Schr. 30^-^, Tisch u. 2 Stühle, Hanb- tuchaest. u. Ablaufbrett auf. 18 XJC, gut br. SDfen 15 *^^02451 Bleichstratze37 I Votaplger Wechselstrom, zu vcrk. ober gegen Gleichstromgerät zu tauschen355i v Roggenberg, Goethestraße 10. Gebr., sehr gut erh., 4fl., weißer Gasherd m. Backofen bill. z. verkauf. [02190 Schissenberger Weg 19 p. Kriegsberichte von 1914—1918 billig abzugeben. Wo? sagt bie Geschäftsstelle b. Greß. Anz. [02404 2 wertze Hosen, l blaue Hose, 1 Handkoffer, 2 Gnmmi- Äkäntel, 1 Kletterweste. Großer Stein- 02492 weg 19. Kaufgesuche ä-faufengefurbt. (Bargeld.) Ein- farn.-Haus be - vorzugt Kurzer Entschluß. Schr. Ang. u. 3535V and. Gieß. Anz. Oelegenheitskaufel «hbaitL 1 d apoto.) I Verschiedenes! kÄeInJlef I iehlt die symbol auch Ehepeure/ find, freundlich. en6e nb Wunberstimmung d ^.ric'i6< ihrer Lrgrissentzeil B.-Nattheim„5.' Werner-Str. 3, qäsbi- I Sonne und ihre $ MÖBEL in größter Auswahl und guter Qualität durch Fortfall hoh. Ladenmiete sehr billig! SammetiSger vertilgtjedes Ungeziefer. [02495 Schomber, Gießen, jetzt Kirch- ttratze 20. Sachverständig, i. Ge- richtsangelegenh Telefon 3983. Auskunft: Simon Wagner, Verst b.Fa.Willi Thorrneier,Niagdeburc Gietzen, Kaiserallee 28. < M-nS-il-!* »--s wir 0 Preisliste und Proben kostenlos ^IESS01-HlNDENßURo^P5 Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoOlAto., Gießen Selters weg 44 Famil. m. ruibL schön. Canblnoui bei Gießen fudjt gutfituiert.Heimi z. Mitbewohmei, evtl. a. pflcr^S- bebürftig, ta Frau Kran^ip fchwester. «Sidit Ang. unt. 02-129 an b. Gieß. Sflnj Wer iiberd deutsche Gesch? Briefe in Enal, u. Französssch? Schr.Preisamne- botc unt 3523D a. b. Gieß. Sflni. Dam. u. Herren, -ine feurige Sonne, tunbe ausgießt. In _________________________ -w«? „ miherffrebt^ vollständig befreit wurden Seilm.-Bertü daran ww , Max Müller. Görlitz 1.0.4S.Schchtt Aber nicht 0 " * " ßinmte im M t eia __ imiiiiiiiiiMWtiKÄto ttln einem Von im5 öQman em« a13- P^k eine '"--lin äU; s-S1 S& ,int w Hw SV* r LW in9ereq®epnra$,bu *1 taT der, ? Don SDlllnh 00 ^Tilfon k9e|ll> »S S ,, batte ’«i '[*1 d SS» HD tW yttjkb?00 Sn”5 -.blihx heSLhi Beil-u. Gesichts- Massage Fran A. Lorenz, staatl. geprüft, Schiffcnb. Weg 19, Ruf 3797. .58oD Komme ms Haue. Motorrad 200 ccm, mit Sozius, zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 3528Da.b.G.A. | Empfehlungen | DanbringerStr.21 Ehestands-Darlehen! Gaatmais Weitzen u.gelben lugoslawischen Sonnenblumenkerne zur Saat für Grünfutter unb Silo empfiehlt Wilhelm Belte, Sarnenhanbl., 3481D Lich, Fernruf 212. Gutgehendes Lebensmittel- oder Zigaprengeschäft zu kaufen ober pachten gesucht. Schr. Ang. unt. 02497 a.b.G.A. Wagen 2 bis 5-Sitzer zu kaufen gesucht. Ausführl.Angeb. unt. 02388a.oen Gieß. Anzeiger. 1 Friko-Elektra-Eismaschine, 12 Liter, Kupferkeffel, Gleiköstr. 220 Volt, gebraucht, RM. 2ZF 3 Maya-Eismaschinen,3,4u.Ks?h gebr., RM. 10.-, 15- und 20? 3 Alerander-Eiömaschinen, 6,8 u 15Ltr..gebr., RM.20.,21.uL0,. 1 Eismaschine, Duo-Presto,mzwe Büchsen, je 3 Ltr., gebr., RM.80, 2 Fahrrad - Anhänge - Eiswagen gebraucht......je RM. 100.- ... m der 2 Moufsator-Schlagsalineavtzar. w tadellos, für 220 Volt, Weckst ström, gebraucht, ie RM. 400.- 2 dovvelw. Friko-Simvler-stvd servatoren m. ein. Porz.-Büch(, Mdlich^ ^°yHstel f. 4 Liter, fabrikneu .. RM. 45 - Ltl der V' 8 runde Kübel.....je RM. 12.. h,r le" 7 ovale Kübel. RM. 10.-, 16.-, 19, “ ° ------ ------lern wird ohne we 7iihanc»H erle Ereignis in ei frkbnis|pl)dre ab|p tm Altenhein* - ■ -r Billa s Garten direkt a. d. Lahn, a. Nahrungsb erö ob. i. Alten bveio z. pacht, gefu chl. Schr. Ang. M 02475 a. d. G .L 2V-Markschetin a. d. Wege Tiiei» str.-Neuen 23cit -Gartenstr.-L ui wigstr.-Goet str.v.Arbeit.v'cil. Abzug.Junbbviio Heiratsvermittlungei f. alle Ständs u. Berufes.Dan eil u.Herr. all.Ltrtz, mit u.ohne Be- mögen. Streu- reell u. verschiv, b. Frau [35M Helene Dick, Kassel, Nahlstr. 11 Neigongsebe. Witwe, 383,/fc guter Famil., m. Herz. 7jäbripcil Jungen u. cito. Verm., wünlÄ m.Herrn o.WW. in sich. PofiNv« bet. z. werb. zn>» sväterer Heirnl, Schr. Ang. unt, 02476 a. d. G-Ä ^weas»e» " ® oinnftel Brletumschläge.Po* SchllN stuh flUNd karten, Rechnungen, M später Nicht dUI Geschäftskarten hrei ;.7r.' fntin » hü1 Hauses beurteilte fOnn * Oen Sie deehalb Wert | get verMINM l)U auf gepflegte Druck- Mhjsjar und sollst eachenl Wir bitte, ni>rhpU sie Ihnen preleeertl vlM Mehk verveu Brührscheüruckartl Jünger, um die lvo Schulstr. 7. Ruf 22il s Symmetrie Platz ge IIIlllIIIIIIllilllllIllilllll Win Gestalt eine —3- (en ausgehen, die ! WMsTeMote • M. Nur in der hi j 1 Kreis schließen. 5 i«aeschehen konnte, j| Was Jscharioth | j rufung des IDlattl) || stillt werden Hier i Vas die zwölf D ' | die Wöll Sternbild voneinander- , W Oie ° «i L5-li-^x *reI 3-ttoei flecht etil ei den aaotonefdilafl trotzen oft lebet fr' ?U ( Handlung, selbst bet langwierigsten S ie» Wunder vr- . Konnten auch Sie bisher keine Hilfe fisbti ' MtlV ist in Dann schreiben Sie mir ich gebe Ihnen gen l'“5 gnortfun|t kostenlos «in einfache« Mittel bekannt. tit< del -U>° welches schon Unzählige auch bei Echuroei, ‘^en; d«S MN flechte, von jahrelangen Leiden ost in 14 Ti«» leonne und ihre 11 dasselbe bedeuten ■ die Listige Sonne, i j Zentrum der Rund Mtrdiqion - jtüöli ist bie miv leit in ber Wahl südlich zum Aus gliche „Deutung Merei, fonbern Wutung uns nu mir gewohnt 1 Wisch zu rechnen, f ordnende Prin ! fiert tortmäfjr A hau..!'» . L ■34,.^ N • 3191.5* nthlaJ H e Geschah- Irucksacl-i •n dleVerblm- tu Ihren Er»Z en-Maniteii|j ä««chalf,nM r Waren i», men Briefbox lumechligi,^ 6n- RechnurteL :häftikerlen hj 5es beurteilt# Sie deihelb M ^Pflegte Dm. en I Wir bl^ hnen prellw| 1’schtDrucknl ilstr. 1, Rui 3 Hllllllllllllllll] '‘den x «fb! 3^ JÄS '4 w 6612 Mlül-Bti Ibottjj rschieden« MarMii .WegeM^ Neuen str.-Goe- n« N 'HM W W. <, -< ll ßi-1 fcslt che GesÄ' je in (hui Französisa? c.PreisnnM । unt 3529 ^Gieß. [arten kta.d.Lngr, abrunsW i. Alten N acht. gei'M r. Ang. uv ilu. (terra, ) EhevnM, . frcunbliä, uhai/se?1 W tenbeim U rrricbO, ifliihcim,^ icr-Ltr. :i, ii. M. TUfil# Pan bli niii$ leben suöct liert.Herm lewobner, a. pflegg« tifl, itt Krankes« er. SO. [int. 0-2413 Gieb. Am Nr. 125 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen- Pfingsten in der Kunst. Bon Ernst v. Triebestcbüü Das Pfingstwunder ist von der kirchlichen Malerei und Plastik ungleich seltener dargestellt worden als etwa die österliche Passionsgeschichte mit ihrer reichen Szenenabfolge, oder das Weihnachtsmysterium, das in der Geburt des göttlichen Kindes, in dessen Anbetung und der Verkündung an die Hirten Ä*f dem Felde so viele menschliche Züge enthält. Dieses Ausweichen vor Pfingsten wird aber verständlich, wenn man den biblischen Text im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte nachliest: „Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig beieinander ... Und es erschienen ihnen Zungen zerteilet wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen von ihnen; und sie waren all voll dev heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen". Also eine Reihe von Aposteln mit feurigen Flammen auf den Häuptern und der unsichtbar bleibende heilige Geist, der die Erleuchtung und das Wunder des gotterfüllten Predigens bewirkt. Das Motiv ist in der Tat nicht übermäßig geeignet, aus der Wortkunst in die Bildkunst übertragen zu werden; das meiste und gerade das wesentliche daran widerstrebt der sinnlichen Gestaltung. Aber nicht der Künstler, sondern die Kirche bestimmte im Mittelalter die Themenwahl. Ganz zu umgehen war das Pfingstfest nicht; es gehörte als ein unentbehrliches Glied in den Zusammenhang der christlichen Heilslehre, und so kann es nicht wundernehmen, daß wir dem so undankbaren Thema der Geistausgießung auf den Altären und häufiger noch in der Malerei der heiligen Bücher doch zuweilen begegnen, zumal die Kirche ihre Bildwahl nicht nach ästhetisch-künstlerischen, sondern nach kirchlich-theologischen Gesichtspunkten traf. Schon früh stand die Bildkomposition fest und ist auch später nicht durch neue Züge bereichert worden, höchstens konnte das Zimmer, in dem sich die Jünger versammelt haben, durch Zutat von Säulen, Mobiliar und sonstigem Hausgerät im realistischen Sinne mehr verdeutlicht werden. In ihm haben die Jünger, um die Gottesmutter gruppiert, in strenger Symmetrie Platz genommen; über ihnen der Heilige Geist in Gestalt einer weißen Taube, von der Strahlen ausgehen, die sich auf den Köpfen der Apostel jn züngelnde Flämmchen verwandeln. Zuweilen fehlt die symbolische Taube; dann ist es eine feurige Sonne, die ihren Glanz auf die Jünger- runde ausgießt. Jn den mittelalterlichen Pfingstbil- dern wird ohne weiteres klar, daß sich das geschilderte Ereignis in einer idealen, einer übersinnlichen Erlebnissphäre abspielt. Versuchen wir, uns in die Wunderstimmung der Apostelrunde zu versetzen, an ihrer Ergriffenheit teilzunehmen. Christis Sendboten sind versammelt — zwölf an der Zahl. Nur in der heiligen Zwölf kann sich der heilige Kreis schließen. Darum mußte, bevor Pfingsten geschehen konnte, die durch das Ausscheiden des Judas Jscharioth entstandene Lücke mit der Berufung des Matthias zum Apostelamt wieder gefüllt werden. Hier ahnen wir ein tiefes Geheimnis. Was die zwölf Monate im Jahreskreislauf und die zwöli Sternbilder am Himmel für die physische Sonne und ihre Bewegung am Firmament sind, dasselbe bedeuten die zwölf Boten für Christus, die geistige Sonne, das erwärmende und befeuernde Zentrum der Runde. Das Christentum ist eine Weltreligion — „gehet hin in alle Welt!" — die Zwölf ist die universale Zahl, deren Unantastbarkeit in der Wahl des Matthias ganz unmißverständlich zum Ausdruck kommt. Das ist keine willkürliche „Deutung", auch keine müßige Zahlen- spielerei, sondern eine tiefsinnige Symbolik, deren Bedeutung uns nur darum verloren gegangen ist, weil wir gewohnt sind, mit Zahlen nur noch mechanisch zu rechnen, anstatt in ihnen das formende und ordnende Prinzip zu sehen. Denn „Gott geo- metrisiert fortwährend" sagt schon Plato, und „Mathematik ist die Sprache der Götter", heißt es bei Novalis. Zwölf ist die christliche Zahl der Vollendung. der Ganzheit. Darum zwölf Apostel, nicht mehr und nicht weniger. Diese Zwölf empfangen nun den Heiligen Geist. Von Christus, dem unsichtbar Gegenwärtigen, strahlt er aus — als Flammen, die sich auf den Stirnen der Begeisterten niederlassen und bewirken, daß sie, obwohl in verschiedenen Zungen redend, doch von allen Menschen verstanden werden. Warum? Weil Christus aus ihnen spricht — Christus, der alles bisher Getrennte verbindet, weil er durch Tod und Auferstehung gegangen und so zum Sinn der Erde geworden ist. Mehr aber noch als die Apostel fesselt uns in den Pfingstbildern die in ihrer Mitte feierlich thronende weibliche Figur. Wie kommt eine Frau in diese Männerversammlung? Wer ist diese Frau, um die sich die Apostel wie um einen geistigen Mittelpunkt scharen? Maria ist es, die Mutter des Herrn. Aber nicht in ihrer vergänglichen Gestalt, nicht als irdische Mutter, sondern als geistige Kraftwesenheit, als „die reine und keusche Jungfrau Sophia", als die göttliche Weisheit. In dieser übersinnlichen Eigenschaft wird der Mutter Jesu schon in dem hochgeistigen Christentum der Frühzeit eine beherrschende Stellung zugewiesen, deren Rang am besten daraus erhellt, daß der Byzantinische Kaiser Justinian im fünften Jahrhundert in der Reichshauptstadt Konstantinopel der „Hagia Sophia", der göttlichen Weisheit, die noch heute bestehende, große Kirche weihte, die in Wirklichkeit natürlich nichts anderes als eine Marienkirche ist. Kein Wunder also, daß noch auf späten Altarbildern die Maria-Sophia bei der apostolischen Pfingstfeier zugegen ist, und zwar als die Hauptperson, ohne die sich nach uralter christlicher Üeber- lieferung das Wunder der Geistübertragung nicht vollziehen könnte. Mit diesen drei Elementen: Taube des Geistes, Maria-Sophia und Apostelkreis, hat die christliche Kunst das Pfingstereignis, das in gewisser Weise ja den Abschluß der Heilsgeschichte bildet, darzustellen versucht. Das Bild ist, wie man zugeben muß, weder sehr wandlungsfähig, noch menschlich ansprechend. Es entbehrt aller Intimität dafür erfüllt es jene erhabene Feierlichkeit und Unnahbarkeit, die mit zunehmender Verbürgerlichung der Kunst um so weniger Anklang finden konnte, je mehr sich das Bestreben geltend machte, das Heilige der Sphäre des Natürlichen einzuordnen. 'M? M WIM Aufnahme: Bilderdienst Bittner, Berlin SW 68. An einem Abend im Mai. Von Hans Thyriot. Das war an einem Abend im Mai des Jahres 1913, im Park eines märkischen Landsitzes unweit von Berlin. Auf der Gartenterrasse des Herrenhauses in den schlichten, nobel gefieberten Formen des klassizistischen Stiles, das sich hell von den blühenden alten Kastanienbäumen abhob, saß eine kleine Gesellschaft von Männern und Frauen in freundschaftlichem Gespräch. Auf dem Tisch brannten in zwei fünfarmigen Leuchtern Kerzen mit stiller Flamme; aus dem dunklen Gebüsch leuchteten da und dort, wie farbige Monde, gelbe, rote und blaue Lampions. Der Himmel war wolkenlos und schon mit den ersten Sternbildern silbern bestickt; gegen Süden hin stand ein rötlicher Schimmer am Horizont, abendlicher Widerschein der großen, brausenden Stadt. Vom Park her duftete der Flieder in süßer Fülle, vom nahen Seeufer wehte zuweilen ein sanfter Wind herauf. Das Gespräch, durch würziges Waldmeister-Aroma angeregt, das der vom Hausherrn betreuten, mächtigen Bowle entstieg, war anfangs mit allerlei Scherzreden, oft von Gelächter durchbrochen, rundum von Mund zu Mund gegangen, und es war von der Gesellschaft niemand gestimmt, der Unterhaltung eine ernsthaftere oder nur minder unverbindliche Wendung" zu geben, bis irgend jemand unvermittelt die Frage hinwarf, ob sie, die da säßen, vom großen Los gelesen hätten; es habe yeut in der Zeitung gestanden. Dies war geschehen: ein armer Schuster im Schlesischen hatte einen nicht geringen Teil feines Ersparten daran gewendet, das Spiel mit der Göttin des Glücks zu wagen, als ihm in einem ungewöhnlich und beunruhigend lebhaften Traum eine sechsstellige Zahl in feurig leuchtenden Ziffern erschienen war, die er, aufwachend, noch gewußt und auf ein Kalenderblatt geschrieben hatte Seine Frau, der er's erzählte, hatte erklärt, dies sei ein Wink des Himmels. Nach langem Suchen und schwerer Mühe war es beiden gelungen, ein Los mit der Traum-Nummer aufzutreiben. Und nun, bei der letzten Ziehung, hatte der Mann auf den ersten Anhieb gewonnen: selbst fassungslos überwältigt von dem, was ihm zugefallen war. Die Aeußerungen, mit welchen die Tafelrunde die Geschichte aufnahm, waren sehr verschiedener Art; sie reichten von ironischen Betrachtungen über den Nutzen des großen ägyptischen Traumbuches, über das „blinde Huhn" und über „die Seinen, denen es der Herr im Schlafe gibt" bis zu der halb ernstgemeinten, halb heiter aufgeworfenen Frage was wohl die Schustersleute nun mit Der unvorstellbaren Menge Geldes beginnen würden. Der Kunsthändler Heinitz aus Berlin, ein schlanker Herr mit grauem Haar, aber noch jungem Gesicht, erinnerte sich, vor kurzem in einer Zeitschrift ähnliche, übrigens sehr lesenswerte Betrachtungen gefunden zu haben, wie man sie, wenn auch minder grundsätzlich, eben hier anstellte; im Anschluß an eine Umfrage nämlich: was würden Sie tun, wenn Sie eines Tages eine Million bekämen? Aus den Antworten hierauf, so war da geschrieben worden, habe sich so etwas wie ein Gradmesser für die seelische Haltung oder Kulturhöhe einer Nation erkennen lassen. Das führte zu schon ernsthafteren Erwägungen, was denn ein Mensch mit so viel Geld alles anfangen könne, bis schließlich der Gastgeber, Rittmeister in der Reserve bei den dritten Gardeulanen, ein stattlicher Herr von fröhlicher und gepflegter Gesundheit, das Gespräch auf den Ausgangspunkt und zum schlesischen Schuster zurücklenkend, kurz und unbestreitbar bemerkte, dem Manne sei Heil widerfahren; so großzügig erweise sich jedenfalls das Glück nicht alle Tage. Damit stand er auf, die Gläser zu füllen, und es war noch ungewiß, ob er, wenn jedermann versorgt war, etwa seine Gäste auffordern wollte, mit ihm auf das Wohl des unbekannten Schlesiers zu trinken — da sagte seine Schwägerin, Tante Cornelia, die bis jetzt geschwiegen und nur nachdenklich zugehört hatte: was ist das eigentlich... Glück? Es war, als habe sie nur auf das Stichwort gewartet, das der Rittmeister, gewiß ohne ernstere Absicht, soeben hingeworfen hatte, und es entstand eine kleine Stille, weil sich niemand einer so grundsätzlichen Ansprache oder Aufforderung zur Meinungsäußerung versehen hatte. Doch war die Tafelrunde so angeregt vom Frühling, vom Trinken und belebten Gespräch, daß die Frage, wie em ins Wasser geworfener Stein in immer weiteren Kreisen die Oberfläche bewegt, am Ende zu der Ueberein- kunft führte, jene erste, von der vorhin die Rede war, auf etwas andere Weise, jetzt und hier, noch einmal zu stellen und beantworten zu lassen: indem nämlich jeder am Tisch mit wenigen Worten und ohne sich lange zu besinnen, sagen solle welche Stunde seines Lebens ihm als die schönste oder glücklichste erschienen sei.. Inzwischen war es völlig Nacht geworden, die Luft aber noch immer warm und von mancherlei Duft erfüllt; einmal zog, aus dem Grünen kommend mit leisem Gebrumm und wieder im Dunkel des Gartens verschwindend, ein Maikäfer um die silbernen Leuchter, daß ein metallischer Glanz von seinen Flügelschilden blitzte.. Die Kerzen schon tiefer brennend, gaben grabe soviel Licht, daß die Gesichter ringsum, von Dämmerung verschleiert, eben noch zu erkennen waren. So von den andern ein wenig entrückt und eingehllllt gleichsam in den i Mantel der Nacht, sagte jeder leicht und unbefangen, Iwas ihm als Antwort durch den Kopf ging... was er auszusprechen im Hellen Licht des Tages vielleicht gezögert oder sich gescheut hätte. ... Die schönste Stunde, auf die ich mich besinnen kann, das war an einem Nachmittag im März, ich weiß es noch wie heute... ich war eben zwanzig geworden, und mein Vater rief mich in fein Arbeitszimmer, sah mich blinzelnd und prüfend an und sagte ganz beiläufig, ohne die Stimme zu heben, es habe sich so gefügt, und er habe eben vom Zoologischen Institut endgültig Bescheid bekommen: er reise in vierzehn Tagen nach Italien — ob ich mit wolle, nach Neapel und nach Sizilien hinüber... Ich weiß noch: ich konnte erst nicht antworten vor Freude, und ich sah in Sekunden traumhaft und greifbar vor mir, was nahe und beglückende Wirklichkeit werden sollte: blaues Meer im steigenden südlichen Licht, dunkle Zypressen über weißen Häusern, silberumrandete Möoenschwinge und griechisches Kapitell, Fischersegel und mittäglichen Strand... Das war der Kunsthändler, und als ob seine kleine Erzählung Phantasie und Erinnerung der andern beflügelt hätte, wußte nun jeder etwas zu berichten, und die Worte, die um den Tisch gingen im Dunkel, fügten sich aneinander wie eine bunte Kette von Bildern und Gestalten; Sekunden, Minuten und Stunden erfüllter Sehnsüchte, Wünsche und Träume; die seltenen Höhepunkte gesteigerten Lebensgefühls... es war wie eine kleine, glitzernde, erregende Vision vom menschlichen Glück. Der Hausherr erzählte vom unbändigen, herzklopfenden Stolz, da er als junger Leutnant fein Patent in Händen hielt und zum ersten Male zärtlich das Portepee betastete... Der Doktor Dupre, einer Berliner Hugenottenfamilie entstammend, schaute nachdenklich dem Rauchgekräusel seiner Zigarre nach und sah sich noch einmal, wie vor Jahren, im Morgengrauen aus dem Operationssaal der Charite treten, erschöpft und übernächtig, aber im Bewußtsein, den hoffnungslos scheinenden Kampf mit dem Tode gewonnen zu haben... Eine Schauspielerin erzählte von jenem unbeschreiblichen, in gleicher Stärke nie wieder erfahrenen Gefühl, als sie zum ersten Male, eine blutjunge Anfängerin, die Luise Millerin gespielt und nach Augenblicken entsetzlicher Angst, da ihr jedes Wort der schweren Rolle völlig entfallen zu fein schien, von Szene zu Szene den Triumph der Verzauberung an sich erfahren habe, jenes gleichsam geflügelte Außerfichsein und das mächtige Rauschen des großen Erfolges ... Jemand schilderte, wie er, in aller Sommerfrühe mit einem Luftballon aufsteigend, die Seligkeit des Fliegens, der Schwerelosigkeit und des stillen Schwebens im Raum erlebt und unvergeßlich genossen habe; ein anderer seine Rettung aus einem bayerischen See; wieder einer, wie er, mit Tränen in den Augen, zum ersten Male die Appassionata gehört habe. . Die Hausfrau aber sagte leise: als unser Joachim Samstag, 50. Mai 1936 Der selige Wanderer. pfingstliche Erinnerung von per (Sckwenzen. Im Leben eines ordentlichen Menschen spielt der Kalender eine gebieterische Rolle. Besonders der „Letzte" und der „Erste", und dann die roten Ziffern, die wie Rosen der Freude durch die schwarzen Arbeitslettern leuchten... Auf meinem Kalender stehen Namen vermerkt, manche klein und mit Chiffren hingekritzelt, manche fett und mit Ausrufungszeichen, manche lassen den Tag mit Gelächter beginnen, manche stimmen ihn nachdenklich, manche reißen die Vergangenheit, die wie ein altes Bild nachdunkelte, ins Grell der Gegenwart. Und am Pfingstsonntag steht der Lehrer Kannenbier mit einem Kreuz. Er verstarb an diesem Tage vor zehn Jahren. Und es leuchtet hinter diesem Todeszeichen wie ganze Wolkenbütten pfingstlichen Goldes, es schmettert durch die Erinnerung wie Lerchenstimmen, und eine Heiterkeit in diesem Gedanken spricht allem Tode Hohn ... Der alte Kannenbier war ein gelehrtes Haus, das sich seit einem weit zurückliegenden Konflikt mit der Schulbehörde durch Privatunterricht ernährte. Das machte er nun allerdings ausgezeichnet. Er wohnte in der schönen Stadt Kassel im Bodenraum eines Giebelhauses aus dem 17. Jahrhundert, den er sich mit Hilfe von Säcken, Brettern, Matratzen und alten hessischen Webereien sowie einem Arrangement von Lampions und Messingleuchtern sehr romantisch hergerichtet hatte. Hier gab er seinen Nachhilfe-Unterricht, neben einigen fetten Grammatiken und Wörterbüchern waren Tabakspfeife und Bier- syphon hervorragende Lehrmittel. Er war einer jener Zu-fpät-Geborenen, die von der Physiognomie bis zur Redeweise, vom Schlips bis zu den Pantoffeln einem anderen Jahrhundert angehören, und Kannenbier persönlich schien mit etwa 150 Jahren Verspätung durch das Leben zu schlendern. Er litt an Asthma und konnte nur schwer längere, und durchaus keine steilen Strecken gehen. Er liebte die Natur auf feine Art unsäglich, er las mit warmer, erschütterter Stimme die Stelle vor, da Homer das veilchenblaue Meer und die wie 10 000 Stiere brüllende Brandung beschreibt, er züchtete Kakteen und hielt Stichlinge. Einmal traf ich ihn, wie er die gichtigen Finger in das ftaubflimmernbe Sonnenbad der Butzenscheibe hielt und ein Volkslied summte: „Die Sonne kennt das fernste Land..." Und hier lag fein Geheimnis: er, ein kurzatmiger Stubenhocker, kannte die Erde. Aus Büchern, aus Liedern, aus hundert Schmökern und Kupferstichen, aber dieses alte Leh- rerherg schmolz das stumpfe Blei der Lektüre in das lebendige Gold des Erlebnisses um. Kannenbier besaß eipen Rucksack, einen Knotenstock und Lodenmantel. Wenn man ihn nun an einem sonnigen Tage traf, Eonnae er mit leuchtenden Augen fragen: „Wollen wir mal wandern?" Man hatte dann „Ja" zu sagen. Man ging ein Stück Weges und entwarf den Plan. Kannenvier, vom Asthma geplagt, blieb alle fünf Minuten stehen, hielt einen am Westenknopf fest und sagte tief Atem holend: „Nun hören Sie mal her!" Er begann dann irgendeine Episode von Artaxerxes ober Byron langsam und feierlich zu erzählen, bis seine Atemnot sich behoben hatte, worauf die Geschichte abgebrochen und der Weg fortgesetzt wurde. Pünktlich, wie verabredet, fuhr man dann mit der Bahn nach einer nicht allzu fernen Ausgangs- ftation der geplanten Wanderung. Der Magister war gerüstet, gestiefelt und verproviantiert, als wolle man ins Elsaß wandern. An der Station angekommen, seufzte Kannenbier über Hitze oder Kälte, Nässe oder Trockenheit und bat, rasch einmal in die nahe Wirtschaft einzukehren. Hier ließ man sich bei einem Korn und Schoppen Bier nieder. Der Magister erzählte, während draußen die hessischen Berge lockten, von den Iberischen Alpen, von Ossa und Pelion. Aber — und darum steht er im Kalender eines Wanderseligen vermerkt — er er« geboren war, ich hörte den ersten Schrei, Vater beugte sich strahlend über mein Bett — so glücklich war ich nie wieder. Der große blonde Junge, dem sich bei so unvermuteter Erinnerung an sein Erscheinen auf dieser Welt lächelnde Gesichter zuwandten, errötete ein wenig und sagte, auf mehrere Fragen, nach einer kleinen Stille, er selber wisse nichts vorzubringen, er habe noch nichts erlebt, was ihm nennenswert schiene... Joachim, seiner Mutter sehr ähnlich, studierte in Charlottenburg Maschinenbau im zweiten Semester und war über Sonntag bei den Eltern zu Besuch; er besann sich weder, wie manche hier am Tisch wohl erwartet hatten, auf sein vor nicht langer Zeit mit Auszeichnung bestandenes Abiturientenexamen, noch auf den roten Bock, den er kürzlich, neben dem Vater in dessen Revier, geschossen hatte... Er schwieg, und erst drei Jahre später — es ist aber ungewiß, ob er sich des nächtlichen Gesprächs im heimatlichen Park dabei entsann — gab er die Antwort; er war auf feinen sehnlichen Wunsch nach vielen Schwierigkeiten zu einer Feldflieger-Abteilung im Westen versetzt worden. Als er den Bescheid erhielt, schrieb er eine Postkarte nach Hause: dies ist die schönste Stunde meines Lebens. — Sechs Wochen später war er schon gefallen. Nun saßen außer ihm nur noch zwei Menschen in der Runde, die nichts erzählt hatten, und es fragte auch niemand mehr. Das waren der junge Hauslehrer und die kleine dunkelhaarige Bildhauerin aus Lichterfelde. Deren Antworten würden sich, wenn sie ausgesprochen worden wären, wohl begegnet sein, aber ringsum wußte niemand, wie es mit den beiden bestellt war; sie selber ahnten es vielleicht erst im innersten Herzschlag... Da ging, während sich das Gespräch schon andern Gegenständen zugewandt hatte, ein leichter Nachtwind durch den Park und wehte aus den Kastanien eine Handvoll hellroter Blüten über den Tisch hin; zwei von ihnen fielen in die Gläser, die jenen beiden gehörten, und schwammen als helle Schiffchen auf grüngoldener Flut. Und da beide, der Mann und das Mädchen, von den andern kaum beachtet, sich oorbeugten aus dem Dunkel ins Licht, jedes voll Eifer, aus feinem Glase das Rötliche zu fischen, da begegneten sich, weil sie einander schräg gegen- übersaßen, ihre Augen, und sie mußten lächeln zugleich, in einer stummen Gemeinsamkeit verbunden ... Ein wenig später dann, als man sich erhob, um Abschied zu nehmen, ins Haus zu treten oder heimzugehen durch den Park, standen die beiden wie von ungefähr ein wenig abseits im Schatten der alten Bäume. Sie sahen sich an, lächelnd noch immer, jedes mit einer winzigen, hellroten Kastanienblüte in der hohlen Hand — indessen Gespräch und Gelächter der andern sich im nächtlichen Garten verlor. _ .tn . 4, k» ___* melodisches Präludieren zum besten gab. Bach Wielt Die Vsingnvrgel. hörte sogleich, daß hier ein ganz gefälliger, * lZ wie er auch erwartet hatte, durchaus kein Von Hans Bethge. s»pih(, inhaltsreicher durch chend hinter den jungen Lehrer und flüsterte ihm 5 Lte7Tö unaen bk- u: „Ich bin ein Schulmeister aus Weimar Der Bach ■, aber Er ist nahrhaft und schmeckt stets fein- das kann nur Schrams Pudding sein! glücklich sei. c e . Bach sagte' zu, und als die Glocken zu rufen begannen, ' schritt er mit dem festlich gekleideten Wirtspaar durch den sonnigen Tag und seinen Fue- derduft zur Kirche hin. Nach dem Eintritt in die Pforte trennte er sich von dem Paar und schlupfte die Stiege hinauf, um zu seinem Berufsgefährten zu gelangen, der gerade zum Eingang ein leichtes, Sprache. Dieses merkwürdige Ereignis, daß in dem Augenblick, wo der Geist in einer Gemeinschaft mächtig wird, jeder die Sprache des andern versteht, bildet einen Hauptpunkt der Pfingsterzählung. Es ist das der Orgel hinauf, traten wieder in die Kirchenstühle und lauschten. Die schon hinausgegangen waren, kehrten in das Gotteshaus zurück, und so sah Die ganze Gemeinde beisammen und hörte in tiefer Ergriffenheit dem wundersamsten Orgelspiele zu, das sich jemals durch diesen bescheidenen Raum ergossen ^Bach mäßigte sein Spiel nach dem lodernden Aufklang der zu hymnischer Gewalt gesteigerten Gefühle und ließ es endlich in einem zauberhaften Adagio von zartestem Empfinden verströmen. Der junge Schulmeister, der gleich bei den ersten Klängen des Spiels erschrocken aufgehorcht hatte, sah jetzt erschüttert da. Er blickte den Andern mit fragenden Augen an und sagte: Entweder Ihr seid ein Engel, den der Herrgott in Menschengestalt auf die pfingstliche Erde geschickt hat ober Ihr seid der Bach aus Weimar." „Das letztere", entgegnete der Meister lächelnd, „was aber die Engel des Paradieses anlangt, so wünschte ich einmal, wenn ich gestorben bin, von ihnen die letzten, verborgensten Kenntnisse des Musizierens zu erlernen. Hoffentlich ist es noch ein Weilchen hin." Die Beiden schritten hinab, am Fuße der Treppe standen das Wirtspaar und der Pfarrer, um den berühmten Gast ehrerbietig zu begrüßen. „Ihr habt Euch im Fremdenbuch als Sebastian Rinnsal eingetragen", meinte der Pfarrer, „das ist denn doch ein wenig zu bescheiden. Wir wissen wohl, Ihr seid ein schäumender Bach, der von Gletscherhöhen leuchtend herniederströmt zu den Menschen, um sie gluck- schenden. t . Und über die gebeugten Häupter der Knienden in dem dumpfen, niedrigen Kellerloch unter der Erde St. Petersburgs weht Atem der Ewigkeit. licher zu machen." Bach reichte dem Pfarrer die Hand. Als die kleine Gesellschaft hinaustrat in den sonnigen Tag, sah sie, daß die Gemeinde noch nicht helmgegangen war. Die Leute standen flüsternd zu beiden Seiten des Weges, der in einem leicht geschwungenen Bogen über den blühenden Kirchhof führte. Die Männer nahmen die Hüte vom Kopf, als der Meister dahergeschritten kam, und die Mädchen machten ihre Knickse. Als Bach die vielen entblößten Häupter sah, deren Augen mit so liebender Ehrfurcht auf ihn gerichtet waren, wurde ihm feierlich und ein wenig beklommen zu Sinn. Nie wieder ist er durch eine Ehrengasse hingeschritten, die von so rührender Dankbarkeit und so aufrichtiger, beglückender Bewunderung gebildet war. Es war der schönste Pfingstsonntag seines Leben. wie er auoj eimuiiti yuuc, uuiujuua “>u bedeutender Spieler am Werke sei. Er stellte sich lau- „Da habt Ihr den Bach", meinte der Lehrer mit ehrfurchtsvoller Miene, „und in ihm einen der Herr- lichsten Orgelkünstler unserer Zeit. Ich wünschte, es wäre mir vergönnt ihn zuweilen zu hören, da könnte man viel lernen, einen größeren Lehrmeister gibt es nicht." „Ich kenne ihn", meinte Bach. „Ihr müßt mir nach dem Gottesdienst von ihm erzählen", entgegnete der Andere leise, „und wenn Ihr übrigens nachher den Ausgang spielen wollt, so ist es' Euch gern gestattet. Das Thema bleibt Euch überlassen,' nur etwas Beruhigendes, Getragenes soll es fein." „Das will ich mit Vergnügen tun", entgegnete der Fremdling aus Weimar und sah sich daraufhin die Orgel genauer an. Dann saßen die beiden Männer schweigend beieinander und hörten der Pre- zu: „Ich bin em iLtyuimeyier aus xüeiniui. i Andere nickte freundlich und ließ sich in seinem Spiel nicht weiter stören. Nach einiger Zeit wurde er aber unruhig, denn er merkte, daß der Fremde ihm sehr genau auf die Finger sah und das Ziehen der Register mit lebhaftem Atem begleitete, weil er es offenbar schneller oder energischer ausgeführt zu haben wünschte. Nach Beendigung des Eingangsspieles kamen die beiden Männer in em flüsterndes Gespräch. „Ihr versteht etwas vom Spiel? fragte der junge Organist. „Ein wenig", erwiderte Bach, "ich pflege in Weimar hin und wieder vorzutragen." Begeisterung. Von Wilhelm Michel. Es mag heute viele Menschen geben, die das Wort von der „Ausgießung des heiligen Geistes , das im Mittelpunkt der Pfingstgeschichte steht, fremd anmutet. Sie wissen vielleicht keinen rechten Be- Frankreich zwischen -en Zeiten Don Dr. Paul Rohrbach. Unterirdische pfingstseier Don W. v. Dosenstein. ben, mit dem Romantik-rg-ift, ber Intuitiven Dor- stellungskrast, mit ber Schiller tue Schweiz. Shake- peare die Straßen von Venedig und alle Poeten des alten Europas bas heilig- Hellas sahen. Er hat Begeisterung ausgegossen, Pfingstlich!, das nur ferne Horizonte im bunten Feuer der Begehrlichkeit ^llm^age der Ausgießung des Lichtes schloß er die Augen. Und ich sehe ihn bedächtig, köstlicher Weisheit voll, einen steilen Wolkenweg hinanklim- men, immer ordentlich die Straßen entlang. Und wie er den ersten Bekannten trifft, Archimedes ober Abam Riese, holt er tief Atem, nimmt ihn am Westenknopf unb sagt lächelnb: „Nun hören Sie mal her!" bigt zu. Als bas letzte Amen verklungen war, nahm Bach vor ber Orgel Platz unb fing an, den Ausgang zu spielen. Er setzte mit einigen ätherisch lyrischen Klängen ein, bann aber brauste halb ber Strom ber Melodien unter seinen Händen ganz entfesselt bahin, mit unheimlicher unb geheimnisvoller Gewalt. Aufrauschende Klänge voll inbrünstiger Frömmigkeit ergossen sich zum Lobe ber Allmacht Gottes burch ben Raum, es war wie bas rauschende Flügelschlagen eines riesigen Ablers, ber sich in bem kleinen Hause verfangen hatte, unb nun mit ber anftürmenben Gewalt seiner gestrafften Schwingen bie lästigen Fesseln ber Wänbe zu sprengen suchte. Die Leute in ber Kirche waren völlig bestürzt. Sie blickten mit verwunberten Mienen zur Empore Bach verbrachte eine L..,. , , . das Emporblühen großartigster Schöpfungen be- ■ deutsamer Jahre in Weimar, wo er vom damaligen Herzog als Hoforganist unb Hofkonzertmeister angestellt worben war. Sein Ruf als Orgelspieler von ' einer nie gehörten, bie Herzen mitreihenben Vollendung erfüllte nicht nur die Stadt, auch das thüringische Land war voll seines Ruhmes. Nun hatte Bach eine Reise nach Dresden zu unternehmen, er benutzte die Pfingsttage dazu, unb während dieser pfingstlichen Reise ereignete sich em reizendes Zwischenspiel, das aus der Vergessenheit heraufgehoben sein mag. Es herrschte lachender Frühling, Goldregen, Flieder und Rotdorn blühten in verschwenderischer Fülle. Der Musiker hatte das Wichtigste in seinen Koffer getan, und am Pfingst- samstag bot sich ihm Gelegenheit, mit einem ländlichen Fuhrwerk bis in ein Dorf in der Nähe von Gera zu gelangen. Er saß neben dem Bauern auf dem Bock, freute sich an der melodisch gelungenen thüringischen Feld- und Walblandschaft und lauschte den jubilierenden Gesängen ber Vögel, deren Tonfolgen ihn zu stillem Nachdenken zwan- gen. Abends gelangte man in das Dorf, Bach verabschiedete sich von seinem Fahrtgenossen, mit bem er über bie Zeitläufe behaglich geplaubert hatte, unb begab sich in ben einfachen, von einer mächtigen Linde überragten Gasthof. Er lernte bort in dem Wirt unb seiner Frau muntere Leute kennen, bie eine saubere Haushaltung führten, unb trug sich in ihr Fremdenbuch als Schulmeister Sebastian Rinnsal aus Weimar ein. Der Pfingstsonntag stieg in Sonne unb Heiterkeit herauf. Der Wirt forderte seinen Gast auf, mit zum Gottesbienst zu kommen, benn es fei nicht nur ein Pfarrer im Dorfe, ber eine gute Festpredigt zu halten wisse, fonbern vor allem em junger Schulmeister, der bie Orgel wirklich meister- lich hanbhabe, so baß alles im Ort über bie Em- stellung biefes neuen, jugendlichen Organisten ganz habe. w . „Du hast recht, Bruder, deutscher Bruder, wenn ich nicht irre. Gewiß, die Stadt des großen Zaren ist wieder aufgelebt; es pulst ein starker Verkehr durch ihre Straßen, an deren Rändern die alten Paläste gestorben sind. Doch die Hast ist Krampf, starr sind die Gesichter der Menschen. Sie alle scheinen auf etwas zu horchen, auf etwas zu warten, was einmal war und nicht mehr ist. Fremdes lastet über Rußland." „Hüte dich", erstickt im Zwange der zum Flüstern gepreßten Worte fährt in seine Gedanken verspon- Vom Okapi. Wahrend man allgemein der Ansicht ist, daß das erst seit einigen Jahren bekannte Okapi, eine den Giraffen verwandten Antilopenart, auch im afrikanischen Urwald nur noch selten ist und bald aussterben dürste, hat der Italiener Attilio Gatt: bei seinen Expeditionen in das unbekannteste Afrika, zu den Zwergvölkern des Jturi-Waldes, festgestellt, daß sie in Belgisch-Kongo noch in großer Zahl vorhanden sind und von den Zwergen viel gejagt und erbeutet werden. Gatti berichtet jetzt über seine Erfahrungen in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau". Am Rande des großen Waldes, wo gewöhnlich gejagt wird, ist das Okapi tatsächlich sehr selten. Im Inneren des Waldes, einem Gebiet, bas Hunberttausenbe von Quadratkilometer umfaßt, die der Weiße noch gar nicht kennt, lebt das Okapi jedoch in erstaunlicher Anzahl. Es erhoben sich auch die größten Schwierigkeiten, wenn ber Versuch gemacht würbe, in biefes Gebiet einzubringen, ba die Pygmäen und die anderen Eingeborenen es als ein Tabuland betrachten, in dem böse Geister unb riesenhafte Tiere wohnen. Bei ben Zwergen entbecfte Gatti zu seiner Ueberraschung, baß man in jebem Dors Dutzende von großen Okapifell-Gürteln sah, benen bie Eingeborenen magische Kräfte gegen Verbau- ungsbeschwerben zuschreiben; es gab auch eine Art Liegestühle, bei benen ganze Felle bes Okapi bie Stelle ber Stoffbahn einnehmen. In einem Dors mit 155 Pygmäen würben 120 Okapifellgürtel unb sieben ganze Felle gezählt, in 14 Tagen fingen diese Zwerge 8 Okapis, 5 in Gruben, 2 in Netzen und eins töteten sie mit Speeren. Gatti kommt auf Grund seiner Beobachtungen zu dem Schlug, baß jährlich über 1000 Okapis von ben Eingeborenen getötet werben. Die Zwerge, bie viel Fleisch brauchen, um sich in guter Verfassung zu erhalten, jagen äußerst geschickt mit Fallen und Schlingen unb Speeren, unb sie finb sehr tapfer. Sie können es auch kaum verstehen, wenn man ihnen bas Toten ber Okapis verbietet. Wenn man erreichen will baß sie bavon ablassen, muß man alle jetzt vorhanbenen Felle burch Marken kennzeichnen unö schwere Strafen androhen, wenn in Zukunft einer der Pygmäen mit einem unmarkierten Fell ,ge' troffen wirb. Dann wirb ber Hanbel, den sie W damit treiben, bald aufhören. Gatti ist es gegluckt, einige lebende Okapis zu fangen und in die zoologischen Gärten von Antwerpen und London zu bringen. eigentliche Pfingstwunder. Die Apostel, vom Geist ergriffen, fangen an zu predigen vor einer Zuhörerschaft, die ein buntes Dölkeraemisch ist. Porcher unb Meber, Elamiter unb Thraker, Aegypter unb Romer finb darunter. Aber zu ihrem Er- staunen, ja zu ihrer Bestürzung erfahren diese Fremdlinge, daß sie alles verstehen, was bie Menschen da oben mit leuchtenden Augen zu ihnen sagen: „Wir hören sie mit unfern Zungen bie großen Taten Gottes reben!" Weil es ber Geist ber unbebingten, letzten Gemeinschaft ist, aus bem sie reben, nämlich ber Geist ber Gemeinschaft unter Gott, deshalb fallen in diesem Augenblick selbst die Unterschiede der Völkersprache hinweg; Gott allem „hat das Wort". . Mit diesem Zuge stellt das Pfingsterelgnis das Urbild aller Begeisterungen dar, die es unter Menschen geben kann. Dieser Zug heißt: In der Be- qeifterung wird jeder Mensch dem andern erst richtig verständlich, weil jeder sich selbst und den andern als Glied einer ungeschiebenen Gemeinschaft erlebt. . Wir müssen ben Sinn ber Pfingstler barm finben, daß wir in ihr diejenige Gewalt feiern, bie uns immer roieber aus unsrer burren Vereinzelung herausholt unb ein größeres Leben m uns zur Geltung bringt. Wir feiern in ihr ben schöpferischen Geist, ber als ein „schnelles Brausen ins enge Haus unsres Lebens einbricht und uns bie Kraft zu großen Gebauten unb Entschluss en gibt. „Komm, Schöpfer Geist!" ruft ein Lieb her alten Kirche aus. Jede Menschenseele, bie um bas wirkliche Leben weiß, stimmt in biefen Ruf mit ein. Die rettenben Eingebungen, bie Durchbruche aus der Enge in die Weite, ber große Mut, aus bem die meltänbernben Gesinnungen unb„ Taten aufblitzen — sie stammen nicht „aus uns", b. h. sie stammen nicht aus unsrem privaten, trockenen Alltagsbasein. Sie stammen jedesmal aus ber Ge- walt, bie uns aus unsrem Alltag heimholt in das große Leben des Ganzen. Sie finb Geschenke des Schöpfers Geist, ber ewig, als eine Einstrahlung der unbedingten Lebenskraft, unsre Herzen erfrischt. Sein Reich ist der Zone jener mächtigen Einwirkungen vergleichbar, denen wir in den höheren Schichten ber Erdatmosphäre begegnen. Wir nennen sie bie kosmischen Strahlungen. Sie kommen von „außen". Wir wissen von ihnen nicht viel. Aber , wir wissen, baß sie eine schlechthin entscheidenbe Bedeutung für das Leben ber Erbe haben muffen. Unser Alltag weiß nicht viel vom Schöpfer Geist. Aber in seltenen festlichen Augenblicken, in den pfingstlichen Augenblicken der Begeisterung ersah- ren wir, baß von ihm, von seinen gnadenvollen Einbrüchen in unser Haus, alles lebt, roas Wert, Kraft unb Feuer in unsrem Denken unb Handeln hat. Im fahlen Zwielicht träumt die nordische Nacht, i Bleifarben rauscht der Strom an granitnen Boschun- • gen vorüber. Dunkel ragt ber Riesenbau bes ’ Winterpalais, unbeutlich, schemenhaft fast, ber Turm > der Peter-Paul-Festungskirche. t ri lieber die Granitbalustrade gebeugt steht ein Mann mit grauen Schläfen über jungem Gesicht, i Wie er dem Raunen und Murmeln des Flusses lauscht, gehen die Gedanken in traumhaftem Wandern uferaufwärts, tief hinein in die Unendlichkeit russischer Lande. Kurz nur ist die eigentliche Newa, doch riesenlang das Flußsystem, dem sie entspringt. Ilmen-, Onega- und der riesige Ladogasee, sie sind die drei Stationen des Laufes. Geheimnisvolles Dämmern unendlicher Nadelwälder, Sonnenglast im lichten Birkenbestand ist einst gewesen in der Endlosigkeit des Nordlandes. Ob sie heute noch stehn, die einst Ingermanland vor grimmen Nordstürmen schützten und mit ihrem Holz wärmten? Lichtgrün, herb duftend mußten sie jetzt im Psingstschmuck prangen. . . Ja, die Zeit hat sich gewandelt! Wo sind sie geblieben, die hunderttausend flinken, gutmütigfrethen Jswostschiks, wo die glänzenden Prunkladen des Newskiprospektes, wo der Name, der schöne deutsche Name, den Peter der Große, der diese Sprache liebte, seinem bevorzugten Patenkinde gab? Panslawistischer Nationalismus verrußte ihn in Petro-, roter Fanatismus vier Jahre später in Leningrad. Mit einer heftigen Bewegung streicht der Mann sich über Stirn und Augen. Wird sie wohl immer so heißen, bie einst so schimmernde erste Metropole bes russischen Reiches, in ber boch eigentlich fett ihrer ©rünbung ber Totenwurm tickt? Denn, auf den Sumpfboben des Newabeltas gebaut, finb weite Strecken nach venezianischem Muster auf Pfahlrosten errichtet. Sie können lange halten — unb vielleicht wirb bie Technik ber Neuzeit hier em Segenswerk schaffen. Aber bie Regierung ber Neu- zeit, bie mit Menschenleben spielt wie ein Kinb mit Kieselsteinen — was ist ihr bie Stabt ber Zaren! Mag ber Sumps sie fressen. — Hat er all bas nur gebaut, hat er es ausgefpro- chcn...? Eine Hanb berührt seinen Arm, eine dunkle Stimme spricht im Flüsterton: „Auch dich, Bruder drückt das Leid darnieder, das uns alle traf. Auch du klagst um Verlorenes, klagst stumm, doch die Ohren der Machthaber sind fein und selbst Gedanken ein todwürdiges Verbrechen. Komm, Bruder, ich will dich führen, Pfingsten ist heut." „Wo seid ihr Glocken, die das Fest einlauteten, ehe der Antichrist Herr wurde in dem Lande, das seine Söhne Mutter nennen? Warum schweigst du, St. Michael, warum singt nicht dein Glockenspiel, du Gottesschwert von Peter und Paul? Wo blieben die wuchtigen Klänge eurer lutherischen Schwestern unb bu, gotischer Spitzturm an ber Moika vom reformierten Bekenntnis?" flüstert ber Angeredete wie unter einem Zwange unb als ob er bie Worte des hohen Greises da neben ihm nicht vernommen nen der Erste fort, „hüte dich, art- und landfremder Tyrann im Kreml; bu kennst Norblandskinber mchtt Aus Trübsal unb unerträglichem Druck blicken dich einst bie flammenben Augen bes Wikings an, Rechenschaft forbernb. Trotz beiner Experimente, trotz Zwangsverordnungen unb Verschickung und Aufteilung läßt sich die Eigenart bes russischen Menschen nicht verwischen, noch vernichten. Wahre bich, Grusinier! Einmal vergeht auch bie längste Nacht; im Glanz ber neuen Sonne wirst bu schwinben gleich einem finsteren Spuk!" „Schweig, Bruber! Die Spurhunbe ber Tscheka finb überall. Keine Straße ist sicher vor ihnen, fein Garten, kein Winkel, kaum bie Abgeschlossenheit eines Hauses. Unb ber Haß biefer Boten bes Antichrist ist höllisches Feuer. Wage nicht bein Leben unnütz, gib bich nicht in bie Klauen Satans, ben ber Herr vernichten wirb, sobalb es ihm gefällt. Dock) nun komm. Laß uns bas Fest ber Pfingsten feiern. Noch immer unter bem Banne bes Traumhaften stehend, bas über feiner Seele liegt, feit er aus ben grauen, rinnenben Wassern so stark bas Sieb ber Jugendheimat vernommen, folgt ber Eingelabene seinem Führer. Durch Straßen, bie er einst kannte unb bie nun ein frembes Gesicht unb fremde Flamen tragen, schreiten sie bahin, weiter unb weiter. An ber Türe eines altertümlichen Hauses, dessen schadhafte Läden geschlossen sind, hält der Alte an. Schweigend und ohne sich zu bewegen stehen me Beiden eine lange Weile und horchen hinein tn Die grünliche Dämmerung. Dann pocht der Greis in eigenartiger Weise mehrere Male; geräuschlos öffnet und schließt sich bie Tür. Sie tasten in völliger Dunkelheit eine bröcfelnbe Treppe hinab, treten tn ein niebriges, feuchtes Gelaß, bas früher zum Aufbewahren von Holz gebient haben mag. Eng unb dumpf ist es hier, voller Winkel unb Ecken und ganz ohne Fenster. Wenige Kerzen erhellen spärlich den dicht mit Menschen gefüllten Raum. In der Mitte ein wackeliger Tisch, darauf ein Kruzifix und auf goldenem Grunde das braune Antlitz eines Apostels ober Heiligen, bas helle Grün einiger Birkenzweige, ein leiser Flieberbuft. Um biefen Tisch brei, vier haaere Mannergestal- ten mit blassen, verhärmten Gesichtern — frühere Popen wohl —, baneben einer ober zwei, um beren verarbeitete Hänbe bie Perlenschnur bes Rosenkranzes geschlungen ist, bann einer, ein junger, blonber, mit deutschem Gesicht, dessen fast zur Faust gekrampfte Finger das Bibelbuch umklammert halten. Nun tritt er hervor, blättert, lieft: „Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander ... und sie wurden alle voll , des heiligen Geistes." Tiefes Schweigen, ein wehes Aufschluchzen dann, [ ein Wimmern aus irgend einem Winkel, ein halb i unterdrücktes Stöhnen. Und nun knien sie, Recht- ; gläubige, römische Katholiken, Lutheraner und wer sie alle sein und auf welche Weise sie Gott dienen mögen, gefahrumdroht, von Entdecktwerden und Verrat umlauert, nieder und beten, ein jeder tn der Sprache seines Herzens, zu Gott, dem heiligen Geiste, bah er als Retter sich herniederneige, als Helfer unter bas todesmutige Häuflein ber Seinen. „0 komm, bu Geist ber Wahrheit, und kehre bet uns ein, verbreite Licht unb Klarheit, verbanne Trug unb Schein ...", geht es wie bas Gebet feiner deutschen Mutter durch Die Seele des stille Lauzählte so, daß die hessischen Berge versanken, daß die Ferne und all ihre belebende Vergangenheit, Sage und Sehnsucht emporstiegen. Der Tag wurde zu einem Bacchanal im Zeichen orbis terrarum. Der alte Hexenmeister lieh Europa wie einen farbenschimmernden Kreisel tanzen. Schließlich ermüdete er unter der Gewalt der Darstellung unb bes Korns unb nickte ein. Man hatte bann noch Zeit, ein Bab im Fluß mit anschließendem Dauerlauf zu nehmen, bevor man ben erschöpften Doktor zum letzten Zuge weckte. Der Privatlehrer Kannenbier starb am Pfingstsonntag 1926. Zehn Jahre sieht er die bunte Welt von oben. Ich aber sah sie mir von unten an. Er hat mich hinausgejagt mit seinen flammenden RePari s, Mai 1936. Man lebt in Frankreich jetzt in einer seltsamen Atmosphäre zwischen Vergangenem unb Kommendem. Sonntag ab es einen sozialistischen Massenaufmarsch auf bem Friebhos Pere Lachalse mit großen Ovationen für Läon Blum an ber „Mauer der Föderierten". Mit dieser Mauer hat es folgende Bewandtnis. Nach dem Abzug der deittschen Truppen von Paris, im Frühjahr 1871, wurde die republikanische französische Regierung allmählich des Kommunistenaufstandes, der bie Stabt verwüstete und massenhaft Opfer sortierte, Herr. Die Kommunisten hatten bas Palais ber luilenen unb eine Menge anberer öffentlicher Gebäube verbrannt, ben Erzbischof von Paris unb anbere kirch- liehe unb bürgerliche Gefangene von Rana er- schossen, unb wichen nun unter ständigen Varn- kabenkämpfen auf ben hochgelegenen ummauerten Friebhof als ein letztes Bollwerk zurück. Als bie Truppen auch ben Pöre Lachaise erstürmt hatten, sammelte sich ein Rest ber Communarbs innen unter der Mauer, wurde hier von den erbitterten Soldaten zusammengeschossen und später an Ort und Stelle begraben. Das ist die „Mur des F6d6res — — ein etwas seltsamer Ort für die politische Kundgebung einer an sich so „staatserhaltenden" Partei, wie es die französischen Sozialisten sind. Wenn man mit hiesigen Beobachtern über die Lage spricht, so kann man das charakteristische Wort griff damit zu verbinden. Aber alle wissen von der Begeisterung und glauben an sie. Alle kennen das Erlebnis, daß sie zu irgendeiner Stunde mit vielen zusammen waren und daß bann der „Geist" über die Gemeinschaft kam. Sie erfroren ihn als den Geist bes Vaterlandes ober als den Geist bes Dolkszusammenhangs ober als ben zu einer bestimmten Tat aufrufenben Geist bes Augenblicks. So weiß z. B. Jeher, was gemeint ist, wenn vorn Geist des 2. August 1914 gesprochen wirb. Um ben Geist, ber bie Begeisterung stiftet, geht es auch in der Pfingstgeschichte. Was ist der eigentliche Inhalt dieses Erlebnisses „Begeisterung"? . .. Es hebt ben einzelnen über sich hinaus m Die höhere Gemeinschaft. Es läßt eine breitere Woge Leben durch fein Dasein rollen. Das Wort „Geist ist mit bem Worte „Gischt" verwandt; an manchen Stellen der Wasserkante wird die Brandung und insbesondere die heranrollende Flutwelle als „Geischt" bezeichnet. Der Geist, der in der Begeisterung wirkt, ist immer das höhere, das allgemeinere Leben, das in mächtigem Heranwogen unser enges, kleines Leben ergreift. Es wird plötzlich festlicher; es wird breiter und schwungvoller. Der Geist schließt uns in der Begeisterung von einem Augenblick zum andern an bas Ganze an, zu dem wir gehören. , _ Wir merken das sehr deutlich an einer bestimmten Einzelheit: Im Erlebnis der Beaeisterung haben wir mit einem Male Freunde, Brüder unb Schwestern um uns her. Der Nebenmensch ist uns nicht mehr ein Fremder. Er wird uns zum „Nächsten . Er reicht uns die Hand, wir blicken ihn mit einer rechtschaffenen, ehrlichen Freundschaft an, unsre Herzen schlagen zusammen. Bildungsunterschiede und Standesgrenzen sind ausgewischt. Aus einmal empfangen wir von diesem Nebenmenschen, an Dem wir sonst fremd vorübergingen, ein neues Wissen. Wir kennen ihn plötzlich, mir lieben ihn, wir fühlen mit, was er fühlt. Wir verstehen in einem überströmenden Einklang sein Handeln und seine Wort hören: Frankreich lebt jetzt in einer Art von Links-Mystik! Was heißt das? Es heißt, daß die Leute an ein Heil von Links glauben, weil sie erstens verärgert sind über bie vielen burch bie Nöte bes Bubgets erzwungenen Sparmaßnahmen, Gehalts- unb Pensionskürzungen unb bergleidjen, wozu noch ein Steigen ber Preise unb wachsende Arbeitslosigkeit hinzukommen, unb weil zweitens allgemeines Mißbehagen und Ueberbruh an ber Ideenlosigkeit der aufeinanderfolgenden Regierungen der Mitte, mit wechselnden Anhängseln von links oder rechts, sich gebildet haben. Man muß bedenken, daß das französische Vu-k seit über einem Jahrhundert im allgemeinen gute Seiten gehabt hat. So lange das dauerte, h t man sich auch nicht viel um finanzielle Skandale, um etwas Korruption und dergleichen, getummert. Man machte sich luftig über die „Republique des Camarades", in der bei denen, die oben faßen, keine Krähe der anderen die Augen aushackte, aber man nahm es nicht allzu tragisch. Das hat sich jetzt geändert: teils wegen der unverschämten Profite, die von den Kriegs- und Nachkriegs-Gewinnlern gemacht wurden, teils wegen ber fortschreitenden Einengung bes Lebens infolge ber Krise. Das Volk, die breite Masse, macht sich jetzt unfreundliche Ge- danken über den Finanzfeudalismus, über den König Geld, über die Korruption der Parlamentarier und über die „geheimen Mächte", d. h. das faktisch regierende Großkapital. Aus der Opposition gegen diese nur dunkel vor- aestellte, aber als lastende und gefahrdrohende Wirklichkeit empfundene Welt zieht der französische Sozialismus seine Hauptkraft, und der Glaube, er werde imstande sein, hier die Heilung zu bringen, ist das, was man beinahe in der Tat eine Linksmystik nen-ien könnte. Wer die von Ordnern mit roten Armbinden gelenkten Hunderttausende fünf bis sechs Ständen lang an der Föderiertenmauer vorbeiziehen sah, wer beobachtete, wie der Sozialistenführer und kommende Ministerpräsident Löon Blum mit den Häuptern der Kommunisten, Senator C a ch i n an der Spitze, kordial-väterlich die große Revue abnahm, der hätte denken können, daß hier ein geistiger Zusammenhang mit dem blutigen Kommunistenaufstand von 1871 markiert werden sollte. In Wirklichkeit ist alles nur Pose und Demonstration, nicht um den Wunsch auszudrücken, die Barrikaden und Erschießungen von 1871 zu wiederholen, sondern um den „dunklen Mächten" eine eindrucksvolle Absage zu erteilen. Der französische kleine Mann wählt um so weiter nach links, je mehr er sich über die Regierung geärgert hat. Damit eine stattliche Zahl von kommunistischen Abgeordneten herauskäme, hat Moskau bei der letzten Wahl die roten Führer angewiesen, sich als französische Patrioten und Freunde der Armee zu bekennen. Das hat natürlich gezogen: von dem wahren kommunistischen Programm haben die Wähler gar keine Vorstellung. Auch die französischen Sozialisten sind keine Marxisten. Ihre Ideologie heißt formell: Man muß jetzt „d a s wirtschaftliche 17 8 9" machen. Materiell heißt es: Jeder Mensch hat ein Recht auf das Leben, und wenn er nicht mehr mit seiner Arbeit sein Leben machen kann, weil er seine Arbeit vergeblich anbietet, so muß für die Erzeugung und Verteilung der notwendigsten Lebensgüter eine Organisation gefunden werden, die einem jeden sein Recht auf das Leben gewährleistet — ohne daß er darum ein Almosenempfänger der Allgemeinheit wird! W i e das gemacht werden soll, darüber haben auch die Führer noch wenig klare Gedanken. Agitiert wird mit der Zusammenballung von Riesen- tapitalien in den Händen weniger, mit den „Zweihundert Familien", deren Instrument die Dank von Frankreich sein soll, und mit dem Machtmißbrauch der „Inhaber der Lebensgüter der Gemeinschaft". Dies sind die Elemente der Stimmung, aus der heraus der Linksruck bei den französischen Wahlen erfolgt ist. Sie wechseln von krasser Verärgerung bis zur wirklichen Linksmystik. Man muß dazu auch begreifen, wie sehr sich in Frankreich immer mehr das Milieu des kleinen Mannes, des „moyen Fran^ais" ausbreitet, der es für fein festestes Menschenrecht hält, bescheiden aber in Ruhe und frei von Sorgen zu leben. Rur daß diese ganze große Klasse keine Vorstellung davon hat, welch ein Schritt auf dem Wege zu ihrem Ideal sie schon machen könnte, wenn sie auf den Vorschlag des deutschen Nachbarn einginge, im Vertrauen auf den gegenseitigen Friedenswillen Frankreichs phantastische Rüstungsausgaben einzuschränken. Das Meer und Gebirge Von Dr. Paul Harms. Der Mensch ist kein Perpetuum mobile. heißt, er kann nicht ununterbrochen Arbeitskraft ausgeben, ohne neue Arbeitskraft einzunehmen. Dazu hat er sich nicht nur Nahrungsstoffe einzuverleiben, dazu bedarf er in gemessenen Zeiträumen auch der Ruhe und Erholung. Wer also irgend dazu in der Lage ist, soll und muß U r - taub nehmen. Und wer Urlaub nimmt, soll damit nicht leichtfertig umgehen, sondern darauf halten, daß aus diesem Urlaub das Höch st maß an möglicher Krafterneuerung heraus- springt. Sich selbst und seine Arbeitskraft der Gemeinschaft, in der und für die man lebt, so leistungsfähig wie möglich zu erhalten, ist sittliche Pflicht. ~ „ Die Organisation „Kraft durch Freude, dieser Jungbrunnen für das schaffende Volk, führt Menschen der Tiefebene, die nie Schneeberge gesehen halten, ins Bergland. Und sie führt Menschen aus dem Bergland, die die See nicht kannten, hinaus auf das ewige Meer. Sie vermittelt ihnen dadurch Eindrücke, die mit Geld gar nicht aufzuwiegen sind, von denen eine belebende Wirkung nod) in der späten Erinnerung ausgeht. Zw hen Gebirge und Meer spielt sich auch sonst das Erholungsleben der Sommerzeit ab; und wer in der Lage ist, sich die Urlaubsfahrt selbst zu wählen und auszugestalten, der soll darauf achten, daß er das richtige wählt. Denn das Meer wie die Berge haben ihre Eigenheiten und wer da will, daß sie ihm neue Kraft für neue Arbeitszeit geben, der muß ihnen nahen, wie es dieser ihrer Eigenheit entspricht. Der Mensch muß sich den Natur- gemalten anpassen. Er darf nicht erwarten, daß die Naturgewalten sich auf ihn emstellen. Es ist also nicht damit getan, daß der Ferienreisende etwa ans Meer eilt, sich kopfüber hineinstürzt und so lange als möglich darin herumplantscht. Damit kann er recht üble Erfahrungen machen, wie denn die Landratte, die erstmals ans Meer kommt, in der Regel dadurch sündigt, daß sie des Guten zu- viel tut. Die Aerzte, die draußen an der Water- fant tätig sind, raten immer wieder, daß der Mensch die Wohltat des Badens im freien Meere mit Maßen genießen möge. Und die Anwohner der See die das Vergnügen ihr lebenlang sozusagen vor der Haustüre haben, begreifen überhaupt nicht, weshalb die Badegäste so versessen darauf sind, den ganzen Tag im Wasser herumzuliegen. Wers aber nicht verträgt, braucht darum der See noch nicht den Rücken zu kehren. _ . - Denn es gibt auch noch andere Formen der Erholung am Meeresstrand. Was ist schöner, als auf hoher Düne in der Sonne zu liegen und hmaus- zufchauen auf die bewegte See mi ihren weißen Schaumkronen, wie Welle auf Welle aus grauer Ferne heranrollt, außauchzend ami Ufer bridjt und zurückflutet zum Mutterfchoß! Langeweile^ Die kommt im Angesicht dieser unverändert gleichmaß^ gen Regsamkeit gar nicht auf. Wohl aber legt sich das Gleichmaß der stetigen »eroegung ^6^196^ auf ein überreiztes Gemüt, das ft » ; das im städtischen Arbeitsmenschen selbsttätig weiter arbeitet,' schläft langsam das Innenleben geh ganz im Anschauen auf, und MeßUch empfindet der reglos Daliegende nur den einen Wunsch. Wenn es doch heute nur nicht zum Mi^agessen laut würde, daß ich hier nicht aufzustehen und mich zur „Futtergrippe" zu schleppen brauchte! W diesen G-ad von Trägheit zu erreichen imstande ist, der schäme sich seiner nur nicht, denn es ist ein Ausflugsorte, Mer und Sommerstischen „Wohin über Pfingsten u. wo verlebe ich Bad Salzschlirf meine Ferien?“ llOlul 1^2^861 «01 E BßöEtllüö Hervorragendes altbewährtes Heilbad Pension RM.5-bis 7,-. 34340Jlsommerffiffflen WWW Angenehmer Psingstaufent- halt im herrlichen Siebenmühlentale/ mitten i.Walde gelegen. -Speisen und Getränke anerkannt gut. 34930 Sommerfr. Burghain Sch.nmldr.Geg. der Vorderrhön, Schwimmy. mit Liegen)., Liegest, u. Paddel!)., sch. Z.,z.T.fl.Wafs.^ erstkl.Mahlzm.T. 3RM.,k.Nebenk. Metzgerei und Gasthaus zum Engel Tel.Hünfeldl40 SdM-Terrailen-CafG Weilhurg der ideale Aufenthalt bei jeder Witterung Inh.W.Görtz/Botel Traube Parkplätze Hotel Traube 8504O Schloß- u. Marktplatz Herrenmühle i. Spess.b.Alzenau lBahnstat.),herrl. Lage im schönen Kahlgrund,umgeb.vonWaldung., Wies., Wass.u.Weinberg. Badegel. ind.KahbPens.-Pr.4^rm.4Mablz. W.-End6K^.Tel.318Alzenau.^o OeMMlmMatt Hotel „E>t. Hubertus", Tel. 31 modernstes HauS am Sbteiuö- und Schwimmbad gelegen.Fließendes Wasser, W-C./Zentralbeiz., schöne Terrass.u. Liegewiesen. Pensions- preis 4.50 Mk., Hauptsais. 5 Mk.ss4vv Vogelsberg! Schlierbach b.W.I.Brachttal, gr. Laub- und Nadelwald. Frankfurter Hof Sch.Zlm.,fl.W.Zntr.- Heiz., Terr., 4 Mahlz. S.SOKelneNebensp. Bee.: Ernst Croß. Nachlässe von3 dis 20 v. 6. erhalten sie bei wiederholten fl* Tennis-Cafe Bad-Nauheim An beiden Pfingstfelertagen nachmittags Konzert 34390 abends Gesellschaftstanz mit der Kapelle THEO KORTE Luft- n. Knelppbade-Knrort Heigenbrücken Hotel Hochspessart Zentralheiz., fließ. Wasser In all. Zimmern, prächt.Südlage,m.Berggartenu. LiegestUhlen. Schönst Ferienaufenthalt zu mäßigen Preisen. - Bekannt beste Verpflegung (ButterkUche). - Angel- und Jagdgelegenheit 3482d Besitzer: Jakob Röcking. Rhönkurheim Bronnzell bei Fulda. Naturgemäße u.homöo- patische Heilweise. Fastenkuren. Aerztliche Leitung. 3 Häuser mit allem Komfort. Bildprospekt frei. Für Erholungsuchende: II Frei-Schwimmbad, Liege- !■ | wiesen, Park und Wasser IM Waldhaus-Rainmühle^o b.Rothenkirchentib.Hünfejd(Rhön) Jdyll.isol. Herr!.Lage, Wald,Wild, Wasser, täglich 4Mablzeit.,reichlich u.gut.Eig.Fischereien.Pensionspr. 2.80-* kerne Neben!.S«».A.L«mler. Weltbad KissinOen-Garitz Landhaus Spengler 3180D Neu, gemütlich, freiliegend,Bade-, Trink-, Liegekuren, Halle, Spielwiese, Wald, groß. Schwimmbad, Wochenend. Garage. Pro-o apekt,la. Vollverpflegung M.^M*** Priv.-Pens. .Haus Schloßblick, im Luftkurort Schönberg i. Odw. bietet Nubebedürftigen freundlich. Aufenthalt, dicht am Walde, gute Verpflegung, billige Preise. 2stdl. Postautoverkehr mit Bahnstation Bensheim a. d. Bergstraße. 133370 Gverßeufteinr Station Katzenfurt der Bießen-Köln-Bahn Gastwirt Ferd. Simon hält sich Ausflüglern bestens empfohlen. Großer neuerbauter Saal mit Terrasse und herrlicher Fernsicht. Schöne Fremdenzimmer, mäßige Pensionspreise.— Garagen 32000 Sevd.Simon.Gaftwrvt Fernsprecher: Katzenfurt Nr.9 Wiedereröffnung! pfingstliches Motiv: Menschen und Wien. Ein paar Winke für den Liebhaber-Photographen. Von Walther Appell. Von der Blüte der Obstbäume, die vielleicht am meisten dazu herausfordert, bis zu den letzten Blu- menkindern des Herbstes sehen wir immer wieder Aufnahmen von Liebhaberphotographen, die mehr guten Willen als Gelingen zeigen. Da ist ein Mensch in das Blütenmeer hineingestellt, und nur der ganz naive Betrachter kann die Aufnahme bildmäßig so schön finden wie der Anfänger, dem noch jeder kritische Maßstab fehlt. Der Strengere muß sagen, daß die Blüten für sich allein vielleicht ein Bild gegeben hätten, was zuweilen auch für den Menschen allein gilt. So aber, wie eine Harmonie zwischen den beiden Bildthemen angestrebt ist, bleibt ein fremdes, unbefriedigendes und kühles Etwas zurück. Das ist nicht immer nur in den Fällen so, in denen sich der Photographierende zu wenig gedacht hat — sondern oft auch in den gegenteiligen. Es ist durchaus möglich, einen Menschen ganz einfach vor oder zwischen blühende Zweige zu stellen — und dann mit dem Spiel des Lichtes chöne Bildwirkungen zu erzielen. Daß Kinder oder von den Aelteren zumeist die Angehörigen des schönen Geschlechts sich hierfür eignen, bedarf kaum der Begründung. Handelt es sich doch um zarte Wirkungen, die angestrebt werden. Doch gehört schon ein sicherer Blick dazu, den richtigen Ausschnitt zu finden. Auf keinen Fall darf ein Mensch in dunklen Kleidern etwa in voller Figur auf solchen Bildern sein, während auf weißen oder sehr hellen Kleidern das lebhafte Schattenspiel der Blütenzweige gute Effekte schaffen kann. Doch gilt es hier, den geeinetften Augenblick zu erfassen, da nicht nur jeder Windstoß, sondern auch das Wei- terschreiten der Sonnenbestrahlung in kurzer Zeit ganz andere Schatten bewirkt, oder die Schatten an ganz andere Stellen wirft als dorthin, wo wir sie haben wollen. Wer keine Spiegelreflexe hat, kommt hier mit dem Durchsichtsucher oder dem einfachen Rahmensucher am weitesten. Oder er stellt seine Kamera aufs Stativ, und kann nun sein Modell direkt anschauen. Dabei ist jedoch die Blickrichtung des Auges möglichst der des Apparates anzugleichen. Im allgemeinen sollen bei solchen Aufnahmen (bei allen bisher empfohlenen!) nicht zuviel betonte Einzelheiten von der Gesamtwirkung ablenken. Da es sich außerdem fast niemals ermöglichen läßt, alle ins Bild kommenden Zweige gleichmäßig scharf zu erfassen, sei lieber eine erträgliche Weichheit f ü r das ganze Bild gewählt. Wir erreichen sie durch Weichzeichner, oder im Kopierprozeß durch Raster, wenn nicht die Wahl eines grobkörnigen Papieres genügt. Zu beachten ist auch die Linienführung der Zweige, welche sich im Bilde meist viel kräftiger zur Geltung bringen läßt, als wir es, von den vielen weißen Blüten fast geblendet, erwarteten. Sie sollen dem menschlichen Antlitz Rahmen sein, ohne das Bild in ein Mosaik aus lauter kleinen Vielecken kraß aufzuteilen. Gute Bilder dieser Art bringen es fertig, im Betrachter sofort und zwingend den Eindruck.Frühling!" und „Lebensfreude!" zu schaffen, auch ohne daß solche oder noch schwülstigere Titel dem Bilde stolz gegeben werden. Dazu gehört nicht viel „Denken" und Planen für eine Aufnahme, sondern nur ein Empfinden für bie Natur und ihre Schönheiten, in die der Mensch sich auch einmal einfügen darf. Unter den anderen Arten solcher Bilder, deren Photographen zu viel denken, gibt es den schrecklichsten Kitsch. Wird etwa ein Pflücken der Zweige markiert, so muß die Person natürliche Grazie besitzen, um nicht steif zu wirken. Das gilt genau so für andere Motive, in denen Menschen und Blüten zusammen sind: Blühende Wiesen und dergleichen. Ge st eilte Aufnahmen mit Kindern können hier sehr unkindlich wirken, und gestellte Aufnahmen mit Erwachsenen sind noch weniger erträglich, wenn man die Absicht merkt. Und doch mutz sehr vieles zusammenklingen und zusammenstimmen, wenn ein solches Bild einwandfrei werden soll. Da ist zum Beispiel der Himmel ebenso wichtig wie der Vordergrund. Immer dann, wenn der Mensch ihn im Bilde nur zum kleinen Teil bedeckt, soll er durch Wolken belebt sein. Herein- hängende Zweige von Bäumen erfüllen diesen Zweck nicht immer, da sie ein gewisser Widerspruch zum Blüyen der Fluren sind — außer bei den Buschwindröschen und anderen Blumen, die an Waldrändern blühen, ober ber Arnika (Johannisblume, Bergwohlverleih), bie auf Waldlichtungen wächst. Photographieren wir einen Menschen mit Blumen, die er pflückte und nun heimträgt — von Heimporträts mit Blumen in der Hand oder im Arm wollen wir lieber absehen —, so ist ebenfalls zu bedenken: nicht nur auf die Beziehungen des Menschen zu den Blumen kommt es an, sondern auf die Beziehungen beider zur Umgebung. Haben wir beim Frühlingsspaziergang im Buchenwalde Maiglöckchen ober am Bach des Nadelwalbes Farnkräuter gepflückt, so mag gewiß bie freie Land- straße bie günstigeren Bedingungen zum Photographieren bieten. Aber wir laufen bann Gefahr, baß bem Bilde etwas fehlt, um ganz geschlossen zu wirken, wenigstens in den Fällen, in denen die Blume oder Pflanze mehr ist als nur eine unaufdringliche, schmückende Beigabe wie das „Sträußchen am Hute" des Wanderers ... Aber auch da, wo wir das Vorhandensein und die Harmonie aller erwünschten Beziehungen s u • chen müssen, sollen sie dennoch niemals „gesucht" wirken. Diese Theorie in die Praxis umzusetzen, konnten nur allgemeine Ratschläge, aber keine starren Vorschriften gegeben werden. Sie sind für jeden Menschen und für jede Blume andere, teilweise auch für den Geschmack jedes Photographierenden. Denn auch der soll nicht nach festen Normen streben, die es gar nicht gibt, wenngleich er die Grundforderungen: innere Wahrhaftigkeit und lebendige Glaubhaftigkeit jeden Bildes genügen muß. ■ MU Jl.EmMElU/lH.UUT.ll.irill'l. Ul Kurmittel von bewährter Kraft. Wer das erkannt hat, der darf es sich leisten, es immer wieder neu zu erleben aus der Anschauung heraus. So etwa, wenn er in mondloser Dunkelheit hinausgeht auf einen Landungssteg, und nun die Wasser ringsum sich heben und senken — heben und senken, immer im gleichen Tempo. Ist es nicht, als atmete da em ungeheures Lebewesen? Als atmete Mutter Natur selbst? Und fühlst du dich nicht verbunden, wie du dich ihr in der Steinwüste deiner Stadt kaum verbunden fühlen kannst? Wo aber ein Mensch sich der Natur innig verwachsen fühlt, da nimmt die innere Ruhe des naturhasten Seins auch von der Menschenseele Besitz. Und es ändert nichts daran, wenn die Natur etwa gerade in Donner und Blitz den Ausgleich innerer Spannung vollzieht. Auch ein Gewittersturm über dem Meere kann zum Erlebnis werden, das die Menschenseele beruhigt und reinigt von allerlei Schlacken des Alltagslebens fern Der Natur. Ruhe strömt aus von der Majestät der ewig gleichen Bewegung des Meeres auf den gehetzten Menschen, der sich in ihre Anschauung versenkt. Ruhe strömt nicht minder aus von der Majestät selbstsicherer Beharrung, womit die Schnee- berge der Alpenwelt dem verstädterten Menschen entgegentreten. Darum soll der Mensch auch ihnen mit Ehrfurcht nahen — und mit Vorsicht! Denn wie nicht jeder die See verträgt, so verträgt auch nicht jeder die Berge. Schon mancher ist munter hinaufgestiegen und hat sich droben von rätselhaftem Unbehagen befallen gefühlt, das ihn nachts nicht schlafen und am Tage seines Daseins nicht froh werden ließ. Wer kein geübter Bergkraxler ist, wird darum aut tun, vorher den Arzt zu fragen, ob er die in Aussicht genommene Höhe riskieren kann. Und dann — es muß ja nicht gleich losgelaufen, es muß ja nicht gleich alles in Augenschein genommen werden, was der Reiseführer als sehenswert empfohlen hat! Noch keinem Städter, der die ganze Unruhe feines berufsmäßigen Alltags mit in die freie Bergnatur hin- ausbrachte, hat es geschadet, wenn er sich vorerst ein paar Tage in der Kunst des Stillsitzens übte. „Akklimatisieren" nennt man das, wenn man es dem Deutschen annehmbar machen will. Solch eine Zeit des Stillsitzens gibt die beste Ge- legenheit, einen Unterschied wieder zu entdecken, der dem städtischen Menschen in der Hetz seines Alltagslebens nur zu leicht abhanden kommt: den Unterschied zwischen sehen undschau e n. Nicht der wird sich in den Ferien am besten erholt haben, der alles gesehen hat, was der Reiseführer verzeichnet und gute Freunde vor ihm gesehen hatten; sondern der, der das ihm bequem Erreichbare so tief anschaut, daß er ein gesichertes Erinnerunas- bild davon mit nach Hause nehmen kann. Es hat keinen Wert an sich, auf einem schwer zugänglichen Gipfel gewesen zu sein. Aber unvergänglicher Bernern ermöglicht, der Aufführung beizuwohnen. Den gegebenen Verhältnissen entsprechend, konnte nur ein Freilichtspiel auf der Karlswiese in Fragtz kommen. Und so entstand nach einer Idee von Dr. W ö l b i n g (Berlin) in der Ausgestaltung von Willy Schmidt (Kassel) das große Freilichtspiel in vier Abteilungen: 150 Jahre Kysf- häuserbund. Das große Spielfeld der Karlswiese gestattet es, 4000 Mitwirkende, 2000 Sänger und 120 Musiker für das Spiel einzufetzen und bamit der Veranstaltung einen außergewöhnlich großen und festlichen Rahmen zu geben. Die farbige Wirkung der vielen bunten Trachten und Uniformen wird zudem dadurch erhöht werden, daß die ganze Vorführung sich im Scheinwerferlicht ab spielt, während das Dunkel der Nacht und die Silhouette des Aueparks das beleuchtete Spielfeld wie eine natürliche Kulisse abschließen. Es ist der Sinn des Spiels, in eindrucksstarken, wechselbunten Bildern die Zeit lebendig zu machen, die der Kyffhäuserbund -* und damit das ganze deutsche Volk — in 150 geschichtlich bedeutsamen Jahren durchlebt und durch die vaterländische Einsatzbereitschaft seiner Soldaten mitgeformt und mitgestaltet hat. So hebt sich dann auch aus der Bildfolge der vier Abteilungen des Festspiels das große geschichtliche Geschehen der Vergangenheit Jinnfälng heraus. Verbunden werden die einzelnen Bilder durch Worte eines Sprechers, der die Grundgedanken der Handlung durch Lautsprecher verkündet. Die Beichsschule der Technischen Nothilfe. Belzig (Mark), 29. Mai. (DNB.) Am Tor der Burg Eisenhardt in Belzig grüßt jetzt das weißrote Fahnentuch mit Zahnrad und Hammer; das Zeichen der Technischen Nothilfe. Hier ist bie Reichsführerschule ber Technischen Nothilfe untergebracht, bie im Beisein von vielen Vertretern von Staat unb Partei, ber Wehrmacht unb Polizei ein» geweiht würbe. Der Reichsführer ber Technischen Nothilfe SA-Gruppenführer W e i n r e i ch erwähnte bie gute kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen beteiligten staatlichen und Parteistellen. Ministerialdirigent Bracht eröffnete im Namen des Reichsinnenministers die Reichsschule unb überbrachte ber Technischen Nothilfe ben Dank unb bie Anerkennung ber Reichsregierung. Die Technische Nothilfe müsse nicht nur in ber Spitze ber Verwaltung, fonbern auch mit ben nachgeorbneten Stellen enger an bie Polizeibehörden angegliebert werben als eine Art freiwillige technische Hilfspolizei. Dann erläuterte ber stellvertretenbe Reichsführer ber Technischen Nothilfe Hampe Zweck unb Aufgabe ber Reichsschule, deren Errichtung notwendig geworden sei, nachdem der Teno ber Instanb - setzungsdienst im Rahmen bes zivilen Luftschutzes übertragen würbe. Die Gestaltung ber Reichsschule wahrt in ber baulichen Anlage ben geschichtlichen Charakter ber Burg. Ein Mobell- übungsraum, ein Gasschutzgeräteraum unb Werkstätten kennzeichnen bas Wesen dieser Schule. Daneben stehen zweckmäßig eingerichtete Unterbrin- gungs« unb Derpfleaungsräume. In erster Linie wirb auf Burg Eisenyarbt bie praktische Ausbildung betrieben, die vor allem im Gelände vor sich gehen wird. Die Teilnehmer an den 14- tägigen Kursen sollen eine gründliche fachliche Aus- ditdungsgrundlage für ben Sicherungs- unb Hilfsdienst erhalten. Einige Uebungen vor ben Gästen bei ber Einweihungsfeier, barunter Sicherung eines befähigten Brückenlagers, bie Oeffnung verschütteter Zugänge zu einem Schutzraum unb bie Bergung ber Belegschaft sowie ber Bau einer Behelfsbrücke ließen eindringlich bie Notwenbigkeit biejes aufopfernden Dienstes an ber Volksgemeinschaft erkennen. Der ungarische Mmisterbesuch in Berlin. Dr. Homan hat tiefe Eindrücke empfangen. Berlin, 29. Mai. (DNB.) Vor seiner Abreise aus Berlin gab ber ungarische Kultusminister Dr. Dr. h. c. Homan ber Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz eine Erklärung für bie beut« sche Presse, in ber ber Minister u. a. ausführte: Der beutsch-ungarische Kulturvertrag unterbaut schon vorhanbene Institutionen unb Beziehungen, erweitert unb festigt bas Geschaffene. Für uns Ungarn hat biefe Sicherung bes wechselseitigen Kulturverkehrs eine befonbere Bebeutung, benn sie macht uns möglich, teilhaft zu werben an ben geistigen unb ethischen Kräften, bie in ber beutschen Kultur enthalten finb unb keine Beschränkung unseres eigenen Geistesleben bebeuten. Ich habe während meines Besuches in Berlin ben Führer bes beut- scheu Volkes unb sein Werk, bas von ber großen Jbee ber nationalen Volksgemeinschaft erfüllte beut« sche Leben, nicht nur als Kulturpolitiker, fonbern auch als Historiker erfaßt unb als tiefes Erlebnis empfunben. Tief hat mich bie Beobachtung beeinbrucft, baß bas Regime ben altbewährten Institutionen ber beutschen Wissenschaft und der deutschen Kultur die volle Unterstützung des Staates angedeihen läßt. Mit besonderem Nachdruck möchte ich die großartige Leistung hervorheben, die sich in schleussner E?.h° rn Garantieschein Das Festspiel des Reichslriegertages. LPD Kassel, 29. Mai. Am 7. Juni wird in dem Städtchen W a n g e r i n in Pommern das Jubiläum des 150jährigen Bestehens des Kyffhauser- bundes gefeiert, benn aus ber kleinsten Kamerab- schäft ehemaliger Füsiliere bes Regiments von Brünning hat sich die größte ©olbatenorgamfation der Welt entwickelt. Die Leitung des Kyffhauser- bundes hielt es für ihre Ehrenpflicht d en Reichs- kriegertag 19 3 6 in Kasfel im Zeichen des 150jäbrigen Bestehens des Bundes zu begehen. Bei Gestaltung der Festfolge mußte auf ein Spiel Bedacht genommen werben, bas es allen Teilneh- der Schaffung des Olympia-Stadions und der übrigen grandiosen sportlichen Anlagen offenbart. Mit Bewunderung habe ich die Dietrich-Eckart-Bühne betrachtet, dieses persönliche Werk des Herrn Reichsministers Rust, eines der schönsten Werke dieser Art. Mit tiefen Eindrücken kehre ich heim nach Ungarn, in der sicheren Ueberzeugung, daß das Abkommen eine feste Grundlage bieten wird für den weiteren Ausbau der traditionellen, historisch bedingten kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn. Prämiierung von Meisterstücken durch die Stadt Frankfurt a. M. NSG. Auf dem diesjährigen Reichshandwerkertag wird man zum ersten Male eine Auswahl bester Meister st ücke, die im ganzen Reich während des letzten Jahres zur Vorlage bei den Meisterprüfungen angefertigt wurden, sehen. Um einen besonderen Anreiz zur Leistungssteigerung im Handwerk zu schaffen, hat die Stadt Frankfurt a. M., als Stadt des deutschen Handwerks, Prämien zur Verfügung gestellt, die für die persönliche Weiterbildung derjenigen bestimmt sind, die vom Preisrichterkollegium für die Meisterstücke einen Preis zuerteilt erhalten. Das Preisrichterkollegium fetzt sich zusammen aus Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt, Oberbürgermeister Kreisleiter Dr. Krebs, dem zuständigen Reichsinnungsmeister und Landeshandwerksmeister G a m e r. Für das erste Jahr hat man folgende Handwerkerberufe zur Vorlegung der besten Meisterstücke zugelassen: Tischler, Steinmetze, Bildhauer, Schlosser, Gold- und Silberschmiede, Juweliere, Töpfer und Ofensetzer. In den nachfolgenden Jahren Die nächste Verhandlung findet am 5. Juni gegen wird der Kreis der Beteiligten immer mehr erwei-s der Festhalle ausgestellt werden und dann in eine tert werden, bis er das gesamte Handwerk um- besondere Sammlung überführt werden, faßt. Die besten Meisterstücke des Jahres werden die die Stadt Frankfurt a. M. in Obhut und Eigenwährend des Reichshandwerkertages im Kuppelsaal | tum übernimmt. es möglich sei, daß ein Mann solange derartige Dinge treiben konnte, ohne entlarvt zu werden und könne niujt umhin, festzustellen, daß das Ordens- kleid viel hierzu beigetragen habe. Keiner hätte geahnt, daß es sich um einen üblen und wüsten Lüstling handele, der ein Doppelleben führte. Die kirchlichen Vorgesetzten des Angeklagten, die sich zum Teil im Ausland befinden, hätten sich um diese Vorkommnisse nicht gekümmert, und sie treffe daher ebenfalls ein erhebliches Maß von Schuld. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 5 Jahren Zuchthaus, die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündete Landgerichtsdirektor van Koolwijk das Urteil. Oswald wird wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht in vier Fällen zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Zuchthaus verurteilt. 5 Monate Untersuchungshaft werden in Anrechnung gebracht Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Angeklagten auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt Zur Begründung des Urteils 'führte der Vorsitzende u. a. aus: Ein Mann, der sich derart hilflose Menschen aussucht, die seinem Verlangen nicht widerstehen können, verdient keine Milde. Die Frage, ob der Angeklagte als Medizinalperfon in einer öffentlichen Anstalt mit den ihm anvertrauten Pfleglingen unzüchtige Handlungen begangen habe, hat die Strafkammer verneint. Dagegen war die Strafkammer der Auffassung, daß es sich bei dem Angeklagten um einen Gewohnheitsverbrecher im Sinne des § 20a des StGB, handelt. Anstaltspfleglingen vernommen, die sämtlich den Schutz des § 51 genießen. Der 40jährige schwachsinnige Anstaltsinsasse Josef Sch. war bei Gartenarbeiten im Kloster beschäftigt. Er beschuldigte die Brüder Oswald, Linus und Chrysanthus sowie einen Bruder Cäcilius, der inzwischen Selbstmord begangen hat. Der Zeuge hat die Vorfälle wiederholt dem Franziskanerpater Armand in Ebernach gebeichtet. Er habe von diesem aber lediglich einige Vaterunser und Rosenkränze zur Buße auferlegt erhalten, sonst sei nichts erfolgt. Es wurden dann mehrere medizinische Sachverständige vernommen. Medizinalrat Dr. Melsheimer, der bis 1934 Anstaltsarzt im Kloster Ebernach war, bekundete, daß er keinen Einfluß auf die Besetzung der Pflegestation durch Ordensbrüder gehabt habe, sondern daß diese durch die Klosterbehörde selbst erfolgt sei. Staatsanwalt A u g u st i n (Koblenz) bezeichnete in seinem Plädoyer den Angeklagten Wansart (Bruder Oswald) als einen typischen alten Homosexuellen, der jahrzehntelang seinen Begierden ge- Koblenz, 29. Mai. (DNB.) In dem Sittlichkeitsprozeß gegen 276 Ordensbrüder des Franziskanerbruderordens fand die zweite Verhandlung statt. Vor der Strafkammer stand der 60jährige Franziskanerbruder Matthias W a n s a r t, genannt „Bruder Oswald", der beschuldigt wird, im Kloster Ebernach bei Cochem mit Personen männlichen Geschlechts widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Bei den Opfern handelt es sich um schwachsinnige Anstaltspfleglinge des Klosters. Der Angeklagte gab an, von frühester Jugend ohne Hemmungen gewesen zu sein und unzüchtige Handlungen getrieben zu haben. Um diese Triebe zu unterdrücken, habe er sich vorgenommen, in ein Trappistenklosten einzutreten. Schließlich habe er einen Verwandten kennengelernt, der im Franziskanerkloster Waldbreitbach tätig gewesen fei. Durch dessen Vermittlung sei er in die Genossenschaft der Franziskaner in Waldbreitbach eingetreten. Später fei er in das Kloster Ebernach bei Cochem gekommen, wo er die idiotischen und geistesschwachen Pfleglinge aus dem Schlafsaal bewachte. Im Verlauf der Verhandlung, die wiederum unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, wurde eine Reihe von schwachsinnigeni Vier Jahre Zuchthaus für Franziskanerbruder Oswald frönt und sich in unglaublichster Weise während der ' ,, , „ , _____ _ v „ letzten 15 Jahre an schwachsinnigen Anstaltspfleg-! den Franziskanerbruder Bernhard Schulenberg (gelingen vergangen habe. Man müsse sich fragen, wie I nannt Bruder Linus), einen der Haupttäter, statt. Wir haben uns verlobt J 3497D 3532D Statt Karten! Zhre Verlobung geben bekannt 02450 Statt Karten! und 2. Pfin gstf eiertag t. TANZ1:»: 3543D Statt Karten! Es ladet ein Franz Rathenow. Gießen Frelburg k. Br. Pfingsten 1936 3491D GLORlfl Krofdorfer Straße 10 Buddestraße 11 02439 Pfingsten 1936 Es spielt 351 ID 3484 D Asterweg 52 Shre Vermählung geben bekannt 02463 02462 Tanz in den bekannten guten Qualitäten bei Ihre Vermählung geben bekannt Lichtspielhaus Gießen 3501A Gießen (Zu den Mühlen 6H Pfingsten 1936 Sbz; 02456 Statt Karten! Kranen- Das große Ereignis, 3516A Gastwirt Ne«l. abzugeb. Bestell erb mir v Vosti 02486 Gießen (Hofmannstraße 4 p.), den 30. Mai 1936 3496V BRANDPLÄTZ 1 PQLQST Giessen Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Am 1.Pfingsttage TREFFEN verschiedener Vereine aus Gießen die Kapelle Daubertshäuser Empfehle meine Lokale für Vereine und Ausflügler. Möbel: IbswRÄll c 8 S Gardinen Teppiche Polstermöbel Aparte Bezugsstoffe 1 in größter Auswahl „ Matratzen in Kapok und Federeinlapen aller Art Gießen Ebelstraße 26 OamplsägewerkLollar ß.NuhnA.6.,Lollar. Wlr haben uns verlobt Anni Schwengber Willi Hambach bei waldgivmes Für ff. Biere und Hausschlachtung Utgutgesorgt.MiihlenbesitzerFetü Zngeborg Davids Willi Appel Im Belprogr. neue Ufa-Ton-Woche n. „Zwischen Blansee n.Bittmlisalp“ Gießen Hindenburgwall 20 Frankfurter Str. 94 (Det.-Klinik) Pfingsten 1936 Walter Volpert und Frau Else geb. Wagenbach z. Z. Worms Gießen, Pfingsten 1936 STADTTHEATER GIESSEN Intendant: Hermann Schultze-Griesheim fnde gut, alles gut Komödie von Shakespeare. Spielleitung: Der Intendant Richard Gorte! Erna Görtel, geb. Kirchner Trier Hospitaifelbstraße 11 Gießen, Menzelstraße 6 Pfingsten 1936 Am 2. Pfingstfeiertag Als Abschluß des Pfingstfestes ein Besuch der letzten Vorstellung der Spielzeit Ihre Verlobung zeigen an liefet Horn Max Mechler Ihre Verlobung geben bekannt Luise Gelsebach Hermann Blum Ihre Vermählung geben bekannt Heinrich Kern Elfriede Kern, geb. Wagner Verlobte kaufen ihre Federbetten Matratzen Steppdecken Gebr. Seelbach Seltersweg Rr.20 Annahme v. Bedarfsdeckungsscheinen der Ehestandsdarlehen wiese« Am 2. Pfingstfeiertag ab 4 Uhr Gaslh.ZurdeuMen Eiche Klein-Linden GitNadimg Hahvesfeft der evangelischen Erziehungsanstalt zu Arnsburg bei Lich, am PfingstdienStag, dem 2. Juni, nachmittags 2 Uhr. Festvrediger: Pfarrer Dr. Hertzberg zuCaldern-Marburg. Pfarrer Herrig z. Osnabrück. DerVorstand. Veramstmachung Der am 4. Lunt vorgesehene Markt fällt aus. Auch die übrigen Märkte in 1936 werden nicht abgehalten. 36o?d Bürgermeisterei Langgöns. Wenzel, Bürgermeister. bin Dienstag, 2. Jnni einschließlich Die größte Schauspielerin des Films Greta Garbo in dem Metro-Spitzenfilm Anna Karenina Zu Pfingsten ! Auf naH Alten-Buseck Am 2. Feiertag 35330 Tanz im Freien Es ladet freundlichst ein Bastwirt Ludwig Döpp Emmy Schüz Or. Eurt Riemann Zahnarzt Gießen, Wilhelmstr. 56 Finsterwalde, Pfingsten 1936 Wir haben uns verlobt 3lse Jacob Earl-Philipp Walther Pfarramtskandidat Frankfurt am Main Gulleuistraße 154 Pfingsten 1936 WIESECK Am 2. Pfingst eiertag ab 4 Uhr •TANZ• »Zum kühlen Grund« _____Adolf Schepers. 02445 das niemand versäumen sollte I — Beiprogramm — Spielzeiten in beiden Theatern: Täglich 4,6,8.30, Sonn- u. Feiertags 3, &30,8L0 Uhr Fränzel Schroed er Heinz3ughardt Verlobte In Modern und Stil Verkaufsstelle von Gruco-Küchen Unsere 10 Schaufenster sind abends beleuchtet! 3515A Bergschenke Am 1. und 2. Feiertag ab 3% Uhr 02489 Könsllerkonzerl Wo ißt man das gute 0MM Gvette-Ms? Zm Gchützenhaus! Wellersburg 3. Pfingstfeiertag TANZ 1. Pfingstfeiertag 02460 ab 4 Ehr: Konzert u.Tanz Am 2. pfingfiseiertag findet in Launsbach bei Gastwirt Neul öffentl. Tanz-Belustigung statt, wozu freundlichst einladet Lolftermöbel besondererI^ÄH ■1 - NOTE IlHV BRANDPLÄTZ dkl SaMii »üh D-isM. Jagdschlößchen Dutenhofen a x -onL Kleine Preise _ . __ , Anfang 19 Uhr von 0 30 bis 2 _ RM Ende 21 30 Uhr Schiffenberger Weg 2 Kaiserallee 49 Pfingsten 1936 iPfingst-Festprogramm I bis I. Feiertag einschließlich der köstliche Bauernschwank Wenn der Hahn kräht I herzerfrischende Lachsalven erdröhnen 1 im Gloria-Palast Ab II. Feiertag Karin Hardt - Peter Voß Hilde von Stolz — Theodor Loos in dem neuesten Terra-Film DER ®ITE 02488 Rechnungen bei Brühl, Gießen wn Wenn l mitgebaut Wagen ge und du b erster Stai chen vor d Oben, bc Fluglehrer schon Hund knüppel an deutet Der digkeit; da Ein Punkt mußt, um Und dar Nebenman einer vom selbst schell ein böiger nichts meh Startträur meraden | „Trudelbec schnallen, 1 mÄ, achtln tyte Rutsch wchendde bahn" nod Da W deinem D war, dein spricht oo du tröste, noch nid) er rät du Sport — — Du fiel spannung! Modellslul — dann wal, acht. Abzählen auf. Noch gc Mt darüb lehrer stüsi dabei, ob du wirklich ewem imn angestriebte Siter Ferne "^dieNückei auch nicht 7 "Iso bei Lw* [Wungspu Pr geht l ftp« täll Mf vorn W er’ LÄ ^6?» Aelen E ie'hs iQn5 Wi lein L. > u ,^eil :ÖQ6 e5 Girier h ^8 . ^ch lebe j eregelte Tä S habe zu ,agen der °n en?'°5 ft V°- SÄC •*Ä . e,n «Sein K-- L Nr. 125 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) samstag, 30. Mai 1956 Zunge deutsche Nation. Wir wollen Kerls Laßt jene doch am Wege stehn die müde sind und feig. Mit uns soll'n nur die Stolzen gehn. Vor uns soll nur ein Zeichen wehn: Ihm dienen alle gleich! Gebt allem nun den letzten Stoß, das schwach im Sturme wankt Wir wollen Kerls au einem Guß. Die Pflicht ist nur ein eisern Muß und wird nicht viel gedankt! Claus Dörner. Erster Statt. Sßenn die „Kiste", an der du selbst monatelang mitgebaut hast, aus dem Schuppen gezogen, auf den Wagen geladen und den Hang heraufgezogen wird, und du dabei bist und weißt: „Heute steigt dein erster Start", dann hast du allen Grund, ein Liedchen vor dich hinzupfeifen. Oben, beim Antreten, bist du heute „Pilot". Der Fluglehrer erklärt alles noch einmal, obgleich du es schon hundertmal gehört und gelesen hast: „Steuerknüppel anziehen" heißt „Steigen" „Wegdrücken" bedeutet Verlust an Höhe, aber Gewinn an Geschwindigkeit; das Seitensteuer geht dich noch nichts an. Ein Punkt wird angegeben, auf den du stur blicken mußt, um Richtung zu halten Und dann ... bist du noch lange nicht dran; dein Nebenmann wird aufgerufen, dein Vordermann, einer vom rechten Flügel und einer vom linken, du selbst scheinst vergessen zu werden. Inzwischen kommt ein böiger Wind auf: aus deinem Start scheint heute nichts mehr zu werden und du begräbst alle deine Startträume oder vertagst sie zumindest. Deine Kameraden stülpen sich inzwischen nacheinander den „Trudelbecher" den Sturzhelm, auf, lassen sich festschnallen, das Gummiseil schießt sie los, sie machen mal, achtmal b: *<»'*■- v ? * > - *" Wx7> W 4- «Ä -•&< ■ *m Gelände gegen die gleichen des SD. Lollar. Gportamt „Kraff durch Freude" Samstag folgender Kursus: Reichssportabzeichen (Frauen und Män« ner). Von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportplatz um den Bewerbern den letzten Schliff für die im August stattfindenden Olympiaprüfungen zu geben. Ein scharfes Training bedingt als Ausgleich naturgemäß Ruhe und Entspannung. Die Freizeit wird daher unter sachkundiger Anleitung mit Ergänzungssport, wie Segeln, Schwimmen, Wandern, aus gefüllt. gelten. Am zweiten Feiertag VfB. Reichsbahn 1. Jugend in Bieber bei Offenbach. Die Jugend des Gastgebers gilt als äußerst spielstark und konnte auch in letzter Zeit mit guten Erfolgen gegen die Jugend der Frankfurter Vereine aufwarten. Man hat daher in diesem Spiele Gelegenheit, die Spielstärke der hiesigen Jugend mit der der Jugend Frankfurter Vereine zu vergleichen. Unter diesen Umständen darf man gespannt sein, wie die Gießener sich in Bieber behaupten. Allerdings dürfte der sandige Boden des Germanenplatzes an sie besondere Anfolgreich behaupten. „ KE.Teutonia" Wattenborn-Steinberg Am ersten Feiertag kommt die 1. Mannschaft der Teutonen einer Rückspielverpflichtung beim Sportverein Buchenau nach. Das Vorspiel endete 4:1 für die Teutonen. Ob das Treffen wieder so günsttg ausfällt, kann nicht vorausgesagt werden. Die Jugendmannschaft trägt gegen die gleiche von Buchenau ein Gesellschaftsspiel aus. In diesem Spiel werden wohl die Teutonen den Sieger stellen. Die 2. Mannschaft empfängt die 1. Mannschaft von Hungen zum Gesellschaftsspiel. In Hungen gewannen die Teutonen mit 1:0. Es kommt hier lediglich auf die Mannschaftsaufstellung der Einheimischen an. Wenn die 1. Mannschaft der Teutonen der 2. Elf die Spieler alle zur Verfügung läßt, dann ist mit einem spannenden Kampf und auch mit einem Sieg zu rechnen. Am zweiten Feiertag spielt die 2. Mannschaft in Großen-Linden Die Jugendmannschast empfängt auf eigenem Gelände die gleiche von Allendorf an der Lahn. Spielvereinigung 1926 Leihgestern Für Pfingsten hat die Spielvereinigung 1926 Leihgestern kein allzu großes Programm. Die 1. Mannschaft ist am ersten Feiertag Gast der Res. des Sportvereins 06 Bad-Nauheim, um ein Rückspiel auszutragen Im Vorspiel an Ostern konnten die Blau-Weißen mit 5:2 die Oberhand behalten. Wer am ersten Feiertag in Bad-Nauheim ind, unmöglich erscheinen. 1. Pfingstfeiertag. Tv. Kahenfurt — Tv. (Brimingen (Aufstiegspiet). Die Gäste haben Gelegenheit, zu zwei weiteren Punkten zu kommen, auch wenn sie mit Ersatz antreten müssen. Denn Kotzenfurt kann, was Spiel- tärte anlangt, sicher nicht mit. Das soll allerdings kein Grund sein, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn bekanntlich hat das schon oft zu unliebsamen Ueberraschungen geführt. Freundschaftsspiele. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. G a r b e n h e i m. Es wird für Allendorf nicht leicht sein, sich gegen die in letzter Zeit wieder stark nach vorne gekommenen Garbenheimer zu behaupten. Es sollte aber, bei etwas Glück, zu einem knappen Sieg reichen, zumal die Platzbesitzer auf gewohntem Gelände schon immer recht schöne Leistungen gezeigt haben. Tv. Dutenhofen — Tv. Gonzenheim (Ts.). In Dutenhofen herrscht Hochbetrieb. Mit vier Mannschaften treten die Platzbesitzer auf den Plan. Die interessanteste Begegnung und gleichzeitig auch ein Maßstab über die Spielstärke zweier Gaue (Gau 12 und 13) wird das Zusammentreffen der beiderseitigen ersten Mannschaften werden. Wohl sind die Gäste Tabellenführer der ersten Kreisklasse, wohl sind sie als spielstark bekannt. Dutenhofen hat aber gerade in der letzten Zeit bewiesen, daß seine Mannschaft, die zum großen Teil aus jungen Spielern besteht, zu spielen versteht. Es ist deshalb schon ein harter Kampf erforderlich, bis das Endergebnis feststehen wird. — Nicht minder interessant werden auch dse Spiele der zweiten, Jugend- und Schülermannschaften werden. To. Hörnsheim — Tgs. Offenbach a. M. Zu einem schönen und werbekräftigen Spiel sollte es in Hörnsheim kommen. Den Offenbachern geht ein guter Ruf voraus, so daß das handballfreudige Publikum von Hörnsheim sicher auf feine Kosten kommen wird, lieber den Spielausgang ist nichts zu sagen. Offenbach ist wohl zu stark, als daß die Platzbesitzer Lorbeeren ernten könnten. Es kann ihnen nur darauf ankommen, schön zu spielen und ein möglichst günstiges Ergebnis herauszuholen. 2. Feiertag. 2luff(iegfpiete. Tv. Katzenfurt — Tv. Alsfeld. Auch in diesem Spiel hat Katzenfurt kaum eine Chance. Es ist jedenfalls mit einem sicheren Sieg der Gäste zu rechnen. Tv. Grün Ingen — Tv. Allendorf (Lumda). Grüningen wird in diesem Spiel versuchen, die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Nach Lage der Sache dürfte das auch nicht schwer fallen, zumal die Platzbesitzer gerade zuhause bisher schon außerordentlich interessante und spannende Spiele gezeigt haben. Mit dieser Feststellung soll die Spielstärke der Gäste keinesfalls geschmälert werden. Denn auch sie verstehen zu spielen. Tv. Lützellinden Jgd. — Tv. Ruttershausen Igd. Auch hier gilt es für die Platzbesitzer eine Scharte । auszuwetzen. Auch hier dürfte es gelingen. Hoffent- i lich zeigen beide Mannschaften diesmal etwas bessere H. Roth, L. Feuster, W. Stumpf, A. Feuster. Stein- bach: Hans Deuker; Otto Schmitt, E. Burker; H. Dorr, H. Leinweber, I. Keßler; O. Horn. K. Becker, H. Größer, L. Horn, E. Heckroth. — Die ersten Jugendmannschaften beider Vereine werden vor diesem Spiel ihre Kräfte messen. Am zweiten Feiertag wird Garbenteichs erste Mannschaft vor eine härtere Probe gestellt werden. Die Bezirks-Ligamannschaft von Marburg-Ockershausen, die in unserem Fußballkreis bekannt ist, da sie gegen die beiden Gießener Vereine schon immer ehrenvolle Ergebnisse erringen konnte, wird in Garbenteich ein Gesellschaftsspiel geben. Der Kreismeister wird bei diesem Spiel in etwas veränderter Aufstellung als am Tage vorher antreten, sollte jedoch vei einem solchen starken Gegner nicht allzu große Siegesaussichten haben. Man erwartet einen interessanten, hochwertigen Kampf. Marburg- Ockershausen hat Garbenteich folgende Ligamannschaft gemeldet: Kißling; Scherer, Koch; Hilberg, Obermann, Schneider II.; Grein, Schneider, Orthwein, Kleinberg, Leinweber. Sportverein 1920 Heuchelheim Am Pfingstsonntag hat die 1. Mannschaft die spielstarke 1. Mannschaft von Ober-Schmitten zu Gast. Trotzdem Heuchelheim an Ostern in Ober- Schmitten das Spiel 4:4 für sich entscheiden konnte, muß es sich mächttg anstrengen, um nicht zu unterliegen, da Ober-Schmitten mit seinen schnellen Durchbrüchen und Steilvorlagen immer gefährlich ist. Die 1. Jugend unternimmt Samstag eine Pfingst- reise zum Rhein. Aus diesem Grunde wird eine Kombination aus 2. Aktiven und 2. Jugend gegen die 1. Jugend Ober-Schmitten antreten. Pfingstmontag fährt die 1. Mannschaft nach Daubringen und wird dort ohne besondere Leistungen gewinnen können. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Am zweiten Pfingstfeiertag spielen die Sportfreunde Wetzlar gegen die erste Mannschaft von Alten-Buseck. Die Gäste stellen eine spielstarke Mannschaft ins Feld. Hoffentlich gelingt es den Alten-Buseckern, auch diesmal ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Die Jugend von Alten-Buseck spielt am 1. Feiertag in Allendorf a. d. Lahn. Der Ausgang des Spieles ist offen. Leichtathletik im VfB.-Reichsbahn. Otto Luh vom VfB.-R. startet am Samstag und Sonntag bei einem Sportfest des ASV. Köln. Dis Kölner haben verschiedene gute Kugelstoßer 311* sarnrnengezogen, um sie im Rahmen ihres Klub- kampfes starten zu lassen. Luh startet im Kugelstoßen und Diskuswerfen. Es muß abgewartet werden, wie er sich gegen die wohl gleichwertig» Konkurrenz durchsetzt. Die deutschen Olympiakandidaten im Schießen, die bisher in ihren Hebungen getrennt in regelmäßiger Folge wettkampfmäßige Prüfungen ab- legten, werden nach Abschluß der vorbereitenden Wettbewerbe zu einem Gemeinschaftskursus in der Nähe der Reichshauptstadt vereint. Im Haus Alsenbrück am Stölpchensee werden die Olympiaschützen im Monat Juni 14 Tage lang zusammen sein, um Spielvereinigung 1900 Gießen. Am ersten Feiertag empfängt 1900 Hanau 1860/94 zum Rückspiel. Das Vorspiel konnten die Hanauer nach beiderseittgen gleichmäßigen Leistungen knapp für sich entscheiden. Nach der guten Leistung der Blauweißen in Bad-Nauheim ist es nicht ausgeschlossen, daß sie diesmal den Spieß umdrehen werden, zumal sie den Platzvorteil haben. Beim Spiel in Hanau war dies nämlich der größte Widerstand, da kurz vor Beginn niedergegangener Gewitterregen den Grasplatz ziemlich schlüpfrig machte. Die Aufstellung, in der die Blauweißen antreten, steht noch nicht ganz fest. Vor dem Ligaspiel treffen sich die 1900 AH. und Sp.-V. Lollar AH.-Mannschaften. Nach den Leistungen der AH. der Blauweißen in Bad-Nauheim zu urteilen, dürfte es den Gästen schwer halten, ihren Dorspielsieg zu wiederholen. Am 2. Feiertag fährt die Ligamannschaft mit der Reserve nach Marburg zur „Germania . Ob es den Blauweißen in Marburg auch möglich sein wird, zu einem Erfolg zu kommen, bleibt abzuwarten, denn es ist bekannt, daß auf dem tückischen Platz am Kaffweg nur schwer zu gewinnen ist. Auch das Spiel vom Vortag wird sich wohl oder übel bemerkbar machen, und da die Germanen nunmehr ihre gesperrten Spieler wieder zur Verfügung haben, wird den Spielvereinigungsleuten diesmal ein anderer Gegner entgegentreten. Die Elf fährt in derselben Besetzung wie gegen Hanau, d. h. wenn nicht Verletzungen und dergl. eine Umbesetzung erforderlich machen. . , Die Reserve mühte ihren Dorspielsieg wiederholen können, denn sie hat den Vorteil, daß sie in der Aufstellung der letzten Sonntage antreten kann. Jugend und Schüler In Kassel, Hanau. Weder-Ohmen und Flensungen. 1900s ersteJugend weilt an den beiden Feiertagen in Kassel, um ihrer Rückspiel-Verpflichtung gegen Tuspo, Kassel, nachzukommen. Das Spiel beider Mannschaften an Ostern sah als glücklichen Sieger die Kasseler, die wohl nun auch zu Hause mit dem Vorteil des eigenen Platzes sich den Sieg nicht nehmen lassen werden. Die 1900er-Jugendmann- schaft fährt in etwas veränderter Aufstellung. Jedenfalls sollte sie in der Lage sein, auch In Kassel der Tuspo-Mannschaft einen gleichwerttgen Gegner abzugeben. Die zweite Jugend tritt eine zweitägige Fahrt nach Nieder-Ohmen und Flensungen an. Wie die Mannschaft in diesen beiden Spielen abschneiden wird, ist im Voraus nicht zu sagen, da die Spielstärke der Jugendmannschaften von Flensungen und Nieder-Ohmen nicht bekannt ist. Die dritte Jugend spielt am ersten Feiertag auf eigenem Platze gegen die erste Jugend Saasens und sollte das Treffen siegreich gestalten. Zu einem Freundschaftsspiel sind die beiden Schülermannschaften 1. und 2. Mannschaft nach Hanau eingeladen. Hanau 93 zeigte in den Spielen an Ostern, daß es über gutes Material in der Schülerklasse verfügt. Es wird den Blauweißen wohl schwerlich gelingen, für die erlittenen Niederlagen Revanche zu nehmen. Jedoch werden beide Mannschaften bemüht sein, dem Gegner ein gleichwertiges Spiel au zeigen. Der Gegner Der dritten Schülermannschaft steht zur Zeit noch nicht fest. DfB.-BeichSbahn Gießen. Am ersten Feiertag folgt die Ligamannschaft einer Einladung des Sportvereins Schwanheim zum Gesellschaftsspiel. Der Gastgeber gehört der Gruppe der Bezirksklasse Groß-Frankfurt an und tonnte im Laufe der letzten Spielserie einen mittleren Tabellenplatz behaupten Nach der Papier- form müßte er somit spielerisch schwächer sein, als die kürzlich hier spielende Alemannia Nied. Aber Rückschlüsse aus der Position eines Vereins inner- halb der Tabelle auf die Spielstärke zu ziehen, ist nicht angängig. Nur soviel dürste feststehen, daß die Gießener auf einen Gegner von beachtlicher Spielstärke treffen, der sie zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen wird. Wenn man weiterhin berücksichtigt, daß die Gießener auf fremdem Gelände foielcn und auch den Rückhalt der Zuschauer Der- missen werden, so ist es durchaus möglich, daß sie eine Niederlage erleiden. In Anbetracht der Schwere dieses Spieles fahren die Gießener in Das Pfingstprogramm der Handballer des Sport- krerses Gießen ist über alle Erwartungen reichhaltig. Eine ganze Anzahl von Mannschaften hat sich spiel- tarke Mannschaften aus anderen Gauen verpflichtet, daneben finden auch noch zum Teil recht interessante Pflichtspiele statt, die mit Rücksicht auf die Kürze der bis zur Sperre zur Verfügung stehenden Zeit ange- etzt sind. Man wird gespannt sein dürfen, welchen Ausgang die Begegnungen nehmen werden, zumal ichere Voraussagen mit Rücksicht darauf, daß vor allem die fremden Mannschaften hier wenig bekannt Leistungen, damit nicht das lasche Vorspiel wieder aufkommt. Tv. Wetzlar — Tv. Dörnigheim. Die Platzbesitzer haben die Möglichkeit, in diesem Spiel ihren derzeittgen Vorsprung noch weiter auszubauen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Gäste in Wetzlar gewinnen werden. Die Entscheidung wird das demnächst stattfindende Spiel in Dörnigheim bringen. Freundschaftsspiele. Tv. Heuchelheim — Tuspo Butzbach. Wenn die Heuchelheimer dieses Spiel gewinnen wollen, dann muß es vor allem in der Hintermannschaft besser klappen, als am letzten Sonntag. Der Sturm hat gezeigt, daß er Tore schießen kann; die anderen Mannschaftsteile müssen verhindern, daß die Tore fallen. Gemessen an den jüngsten Erfolgen der Gäste, dürste es zu einem knappen Erfolg der Platzbesitzer kommen. Tv. Heuchelheim II — Tv. Allendorf (Lahn). Wenn auch die Reserve von Heuchelheim zur Zeit recht gut in Form ist, so wird ihre Spielstärke doch nicht ausreichen, um die Gäste zu schlagen. Der Unterschied kann allerdings auch hier nur ganz knapp sein. Tv. Atzbach — Tv. Wißmar. Die Atzbacher stellen eine vollkommen umgestellte Mannschaft ins Feld, die in den bisher ausgetragenen Kämpfen ihre Zuverlässigkeit bewiesen hat. Aus dem Grunde hat Wißmar sicher wenig Chancen, auch nur einigermaßen gut abzuschneiden. Es ist auf alle Fälle mit einem sicheren Sieg der Einheimischen zu rechnen. Tv. Beuern — To. Dutenhofen. Dutenhofen kommt einer Rückspielverpflichtuna in Beuern nach. Beide Mannschaften haben sich schon im Vorspiel einen spannenden Kampf geliefert, so daß also das neuerliche Zusammentreffen nicht minder interessant werden wird. Ob es Beuern gelingen wird, der im Vorspiel erlittenen Niederlage einen Sieg an die Seite zu stellen, erscheint ziemlich fraglich, da Dutenhofen inzwischen weiter an Spielstärke gewonnen hat. Hochschul-Freundschastsspiele. In Marburg standen sich die Universitätsmannschaften von Marburg und Bonn zu Freundschaftskämpfen im Fußball und Handball gegenüber. Im Fußballtreffen erwiesen sich die Bonner Studenten als die klar bessere Mannschaft. Sie lagen auch durch vier Tore schon weit in Front, ehe kurz vor Schluß Marburg durch einen Elfmeter zum Ehrentreffer kam. (Halbzeit 2:0 für Bonn.) — Das Treffen der beiden Handballmannschaften war ausgeglichener. Marburg hatte aber den wurfkräftigeren Angriff, so daß es mit 14:8 (8:3) zu einem verdienten Sieg kam. Den Löwenanteil an den Toren für Marburg hatte der ausgezeichnete Mittelstürmer Plum. siegt, ist nicht vorherzusagen. Nach diesem Spiel treffen sich die beiden Ligamannschaften SV. 06 Bad-Nauheim und VfR. Heilbronn a. N. Die Jugendmannschaft unternimmt eine zweitägige Psingstreise in die Marburger Gegend. Arn ersten Feiertag sind sie Gast des Ras.-Sportvereins Germania Marourg, am zweiten Feiertag werden ie vom FV. Marburg-Ockershausen empfangen. Beim Spiel am ersten Feiertag in Marburg dürsten wohl die Einheimischen als Sieger hervorgehen, dagegen muß das Spiel am zweiten Feiertag in Ockershausen als offen bezeichnet werden. Die Schülermannschaft ist an beiden Feiertagen lielfrei, ebenso ist die 1. Mannschaft am zweiten Feiertag spielfrei. Fußbali im Turnverein Großen-Linden 1. Feiertag. Um 12.30 Uhr stehen sich Großen-Linden 2. Jugend und Klein-Linden 2. Jugend gegenüber. Da beide Mannschaften gleich stark sind, ist der Ausgang des Spieles offen. Anschließend tritt die erste Jugend der gleichen des SV. 1920 Lollar gegenüber. In den Gästen, die eine sehr gute Mannschaft ins Feld stellen, hat die Platzelf einen starken Gegner erhalten. Das Hauptspiel Großen-Linden I — Großen- Buseck I findet als Wohltätigkeitsspiel für einen schon lange verletzten Spieler statt. Man ist gespannt, wie sich die Platzbesitzer gegen den starken Gegner schlagen werden. 2. Feiertag. Am 2. Feiertag empfängt die erste Jugend, da das Spiel in Marburg von „Germania 08" abgesagt wurde, die gleiche von Allendorf zum Ruck- piel. Anschließend spielt die erste gegen die zweite der „Teutonen" aus Watzenborn-Steinberg. Da beide Mannschaften gleich stark sind, wird es zu einem spannenden Spiel kommen, das der Glücklichere knapp für sich entscheiden sollte. Sportverein *1928 Garbenteich Die erste Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich wird an beiden Feiertagen auf eigenem Platze wieder harte Kraftproben zu bestehen haben. Der Lokalgegner, Steinoachs erste Mannschaft, der am ersten Feiertag in Garbenteich gastieren wird, hat erst am vergangenen Sonntag durch ein Unentschieden von 3:3 in Leihgestern unter Beweis gestellt, daß er eine nicht leicht zu nehmende Mann- chaft darstellt. Wohl konnte Garbenteich in der vergangenen Verbandsspielserie beidemal die Punkte für sich buchen. Man wird jedoch bei einem solchen Spiel, bei dem nicht das größere Können, sondern viel Glück mit ent djeibet, besser tun, wenn man dem Spiel einen offenen Ausgang zuspricht. Garbenteich wird in folgender Aufstellung antreten: Otto Stumps; Heinr. Mohr, Rudolf Stumpf; Heinr. Becker, A. Stumpf, K. Weigel; W. Schmidt, preis des Führers. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat für die Weltmeisterschaft im Wurftaubenschießen, die unter starker internationaler Beteiligung in der Zeit vom 23. bis 28. Juli auf der Hermann-Göring-Anlage in Wannsee zur Durchführung kommt, einen Preis gestiftet. Es handelt sich um eine von dem Berliner Goldschmied Prof. Emil Lettrs gearbeitete silbergetriebene Platte. „Olympia-Splitter." Die schweren Männer haben das Wort! Wir wollen jetzt von den Gewichthebern und Ringern sprechen. In dieser Sportart erzielten wir auf den letzten Olympiaden große Erfolge, und die letzten Siege unserer Ringer und Weltrekorde unserer Gewichtheber lasten auch unsere Aussichten für dieses Iah? im günstigen Licht erscheinen. Wer denkt nicht noch an den Olympia-Sieg im Gewichtheben unseres Ismayr, wer denkt nicht noch an die Erfolge im Klassement der Nationen? Die Namen unserer Vertreter hier aufzuzählen würde zu weit führen, so viele (aber nie zu viele) gleichmäßig gute Leute haben wir hier. Wer trotzdem Wert darauf legt, nehme das Olympiaheft l3 aus der Olympia-Heftreihe zur Hand. Hier kann er auch von den Olympiaden vor Christi lesen, hier kann er Bilder sehen, die Ringer zu Pferde zeigen, hier kann er die interessante Entwicklung des Ringens und Gewichthebens bis zur Jetztzeit verfolgen. Gemeinkhaststraining der Olympiaschühen. Alle Sieger bei den Olympischen Spielen in Berlin erhalten als Erinnerung ein Eichbäumchen in einem besonders dafür geschaffenen Keramiktopf. Diese tragen graviert die Olympische Glocke und den Spruch „Wache zur Ehre des Sieges, Rufe ' )lympisches-Komitee-M.) stärkster Aufstellung mit Balser; Lehrmund, Leut- herser; Feuster, Knaus, Hauptfeld; L. Schmidt, Fehling, Wlodarek, Heß, Szponik. Zu dieser Mannschaftsaufstellung kann man unbedingtes Vertrauen haben, denn sie hat gerade in ihren letzten Kämpfen immer wieder bewiesen, daß sie geschlagen sein will. Man erwartet ein spannendes Spiel. Die 2. Mannschaft fährt zum Pokalwettbewerb nach Naubom. Auf Grund ihrer letzten Ergebnisse kann man der Mannschaft, zumal sie auf die Mitwirkung bewährter Kräfte verzichten muß, keinerlei Chancen einräumen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß sie schon in ihren ersten Spielen durch eine Niederlage aus dem ferneren Wettbewerb ausgeschaltet wird. Jugend-Fußball. Am ersten Feiertag VfB.-Reichsbahn 1. Jugend gegen Lauterbach 1. Jugend. Wie erinnerlich, verlor die 1. Jugend auf ihrer Osterreise das Vorspiel in Lauterbach und schlug am folgenden Tage den Meister der dortigen Grupve, Alsfeld. In diesem Spiel müssen die Gießener daher beweisen, daß die damalige Niederlage nur allein auf die unzulänglichen Platzoerhältnisse zurückzuführen war und nicht in der spielerischen Ueberlegenheit der Lauterbacher begründet ist. Die Gießener Jugend tritt in stärkster Aufstellung an, man darf daher mit Recht annehmen, daß sie ein Spiel zeigt, das dem Spielniveau aktiver Mannschaften keinesfalls nachsteht. VfB.-Reichsbahn 2. Jugend — SV. 05 Wetzlar 2. Jugend. Da die Gießener im Vorspiel auf fremdem Gelände ein Unentschieden herausholen konnten, so müßten sie eigentlich auf eigenem Platze glatt siegen können. Vorerst ist der Ausgang offen. Die 3. Jugend spielt in Staufenberg. Hier ist keine Voraussage zu treffen. Die 1. Schülermannschaft fährt nach Friedberg und spielt dort gegen die gleiche des VfB. Friedberg. Da die Spielstärke der Friedberger hier nicht bekannt ist, muß der Ausgang des Spieles als offen Tennis. Von 18 bis 19 Uhr und von 19 bis 20 Uhr, städtische Plätze am Schützenhaus. Wirtschaft Kirchliche Nachrichten Kinder, — Wirberg. 10: Gottesdienst. mahl für die Jüngeren, Kollekte für die Luther- stiftung. — Hungen. 10: Gottesdienst, anschl. Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; 13.30: Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 10, A 9Vi, B 9, C 8Vz, D 8. Im Gegensatz zu Eiern haben die Anlieferungen an Butter erheblich zugenommen, so daß vielfach Ueberangebot besteht. Der Absatz an den Konsum bleibt wegen der Spargelzeit zwar lebhaft, doch konnten die Bestände nicht geräumt werden. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkerei- butter 142, Landbutter 125. Holländische Butter 145 bis 148. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 470: Zur Sumatratabakoerfteiaerung am 29. Mai 1936. — 471: Derwendungsbeschrän- kungen für Terpentinöl. We Verordnung zur Förderung der Tierzucht Körpflicht auf einheitlicher reichsgesehlicher Grundlage. gen werden als Haupt-, Sonder - und N a ch - körungen durchgeführt. Neu sind die Sonüer- förungen, die auf die Berkaufsveranstaltungen und Ausstellungen anerkannter Züchteroereinigungen oder der Landesbauernschaft stattfinden, um den Bauern und Landwirten Gelegenheit zu bieten, gekörte Tiere zu erwerben. Es muß allen Viehhaltungen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Tiere decken zu lassen. Dort, wo die Haltung gekörter Tiere auf vertraglichem oder genossenschaftlichem Wege nicht zu erreichen ist, können die Gemeinden zur öffentlichen Haltung der erforderlichen Bullen, Eber, Schaf- und Ziegenböcke verpflichtet werden. Die hieraus entstehenden Kosten können auf die Halter der in der Gemeinde befindlichen Tiere gleicher Gattung umgelegt werden. Nach Lage der Verhältnisse kann ein voller Erfolg der Neuregelung nicht sofort, sondern erst in längerer Zeit heranreifen. Ihn durch überstürzte Maßnahmen zu erzwingen, besteht auch nicht die Absicht. Zur Vermeidung wirtschaftlicher Härten ist vielmehr in den ersten Jahren noch ihrem Inkrafttreten auf die bestehenden örtlichen Verhältnisse weitgehend Rücksicht zu nehmen. Evangelische Gemeinden. 1. Pfingstfeiertag, 31. Mai. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; 9.30: Propst Knodt, Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Propst Knodt. — Johanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; 9.30: Pfr. Bech- tolsheimer, Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11.15: Kinderkirche für Lukasgemeinde, Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes, Beichte und hl. Abendmahl für die Luthergemeinde. — Petrus- kapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp, Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst, Chorschule, Kollekte für die Lutherstiftung; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Steinbach. 10: Festgottesdienst unter Mitwirkung des Frauenchors, Kollekte. — Albach. 12.30: Festgottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauvtgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, Kollekte. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl für Staufenberg; 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit anschl. hl. Abendmahl für die Jugend, Kirchenchor, Kollekte für die Lutherstiftung: 13.30: Predigtgottesdienst. — Klein- Linden. 9: Gottesdienst unter Mitwirkung des Frauen- und Mädchenchors, Kollekte; 10.15: Kindergottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 13: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, Mitwirkung des Gesangvereins Frohsinn. — Haufen. 13: Gottesdienst, Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 8: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte; 9.30: Stiftsdechant Kahn, Kirchenchor, Chorschule, Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bef fingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann, Kollekte. — Langsdorf. 11: Festgottesdienst, Posaunenchor, Kollekte; 13: Hl. Abendmai für die Alten; 15: Kindergottesdienst. — Bettenbaulen. 9: Festgottesdienst; 10: Hl. Abendmahl für die Alten. — Birklar. 8.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls. — Wufchen- heim. 11: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls. — Miinzenberg. 8: Gottesdienst mit Kollekte für die Bekennende Kirche; 10.30: Gottesdienst mit Beichte und hl. Abendmahl für die Jugend, Kollekte für die Lutherstiftung. — Trais-Münzen- berg. 8.30: Gottesdienst mit Beichte und hl. AbendDNB. Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat auf Grund der ihm im Gesetz zur Förderung der Tierzucht vom 7. März 1936 erteilten Ermächtigung die Erste Verordnung zur Förderung der Tierzucht vom 26. Mai 1936 (Reichsgesetzblatt I Seite 470) erlassen. Die Verordnung erstrebt Steigerung der Leistungsfähigkeit der deutschen Viehhaltung und damit die Vermehrung der Produktion tierischer Erzeugnisse für die Volksernährung. Die in mehreren Ländern für einige Tierarten schon bestehende Körpflicht ist nunmehr auf einheitlicher reichsgesetzlicher Grundlage auf die fünf wichtigsten Haustierarten ausgedehnt worden. Hengste, Bullen, Eber, Schaf- und Ziegenböcke dürfen vom 1. September 1936 an erst dann zum Decken verwendet werden, wenn sie on- gekört sind. Hierdurch ist den Wünschen der Tierzüchter nach einer einheitlichen Regelung im Reichsgebiet Rechnung getragen worden. Für den Bezirk jeder Landesbauernschaft ist ein Köramt zu bilden, das vom Landesbauernführer geleitet wird. Er stellt die Mitglieder und Vorsitzenden der einzelnen Abteilungen des Köramtes und der Körftellen, die dem Köramt unterstehen. Die Körun- Nhein-Mainische Börse. Millagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Börse war auch am lebten Tag vor der Unterbrechung durch die Pfingstfeiertage wieder sehr fest. Am Aktienmarkt lagen erneut Kaufaufträge der Kundschaft vor, denen nur kleines Angebot aus Glattstellungen des berufsmäßigen Börsenhandels aegenüberftanden. Infolgedessen erreichte die Umsatztätigkeit kein größeres Ausmaß. Durchschnittlich zogen die Kurse 1 v. H. an, stärkere Steigerungen gingen auf das Konto: Materialmangel. Sehr fest lagen beispielsweise BMW. mit 140 (135) und Metallgesellschaft mit 140 bis 141 (136). Chemische Werte lagen bis 1 v. H. höher. JG.-Farben zunächst 171,50, später wieder wie am Vortag 172. Sehr fest Deutsche Erdöl mit plus 1.75 v. H. Am Elektromarkt konnten Schuckert 2 v. H. ihres Dividendenabschlags von netto 5,4 v. H. einholen, ferner gewannen Siemens 1,50 v. H., die übrigen Werte etwa 0,50 bis 0,75 v. H., nur RWE. waren etwas angeboten und 1,25 v. H. schwächer. Don Montanwerten fielen Rheinstahl mit einer Steigerung von 2 v. H. auf, sonst betrugen die Erhöhungen bei lebhafteren Umsätzen 0,50 bis 1 v. H., unter Bevorzugung von Hoesch und Mannesmann. Don Maschinenwerten Muag weiter fest mit 104,75 bis 105 (104), Zellstoffaktien gewannen bis 1 v. H., ferner stellten sich Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof, dement Heidelberg, Reichsbank und AG. für Verkehrswesen 0,50 bis 1 v. H. über gestern abend. Kaliaktien blieben unter Berücksichtigung des Dividsndenabganges gut behauptet. Im Verlaufe blieb die Haltung fest. Der R entenmarkt lag zwar still aber freundlich, die Kurse wiesen jedoch kaum Veränderungen auf. Altbesitz 115,25, späte Schuldbuchforderungen 98,40 Geld, Zinsvergütungsscheine 92,70, Kommu- nal-Umschuldung 88,95. In zertif. Dollar-Bonds war^der Umsatz bei auf der an der Abendbörse erreichten Basis gering, da man erst Näheres über das gestern ergangene Reichsgerichtsurteil gegen den Sparkassen- und Girooerband abwartet. Auslandrenten waren weiter fest, besonders Anatolier, Ungarn und einige Mexikaner, Rumänen lagen voll behauptet. Im weiteren Verlaufe erhielt sich die feste Haltung am Aktienmarkt, die Steigerungen waren aber bei kleineren Umsätzen nur noch gering. Metallgesellschaft bis 142 nach 141, sonst betrugen die Erhöhungen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Anfang. Schwach waren dagegen RWE., die bis auf 133 nach 135,25 zu Beginn und 136,50 gestern nachgaben. Der Kassamarkt nahm einen überwiegend festen Verlauf. Variable Anleihen lagen auch später still und ohne bedeutsame Veränderungen. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen bei anhaltender Nachfrage unverändert, ßiquibationspfanbbriefe etwas unregelmäßig, Stadtanleihen fast unverändert. Von fremden Werten blieben Ungarn fest, Goldrente 9,80 bis 10.00 (9,70), 1910er 9,50 bis 9,60 (9,45). Serben im freien Markt etwas abbröckelnd, Talon 11,13 (11,40). Im Freiverkehr war die Haltung ebenfalls fest, VDM. 137 (135,50), Wayß & Freytag 117 bis 117,50 (116,25), Growag 88,50 (87), NSU. 124 (123), Hilpert Maschinen 90,50 Geld (90), Adlerwerke unverändert 107,50. Tagesgeld war bei unv. 3,25 v. H. noch gefragt. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 29. Mai. Weiterhin reichliches Angebot von Gemüsen, besonders starke Zufuhren von Kopfsalat, Kohlrabi, Radies, Rettich, Rhabarber und Frühwirsing. Spargelangebot gut. Geschäft ziemlich lebhaft, Preise für Spargel höher, sonst kaum verändert. Ausl. Bohnen, Erbsen und Tomaten gut angeboten, Geschäft zufriedenstellend. U. a. notierten: Blumenkohl (T-Treibhaus) 20 bis 60, Bohnen, 5 Kilogramm brutto 2,50 bis 2,80 ital., Erbsen 22 bis 28, ital. ca. 8 bis 9V2 Kilo 2,40 bis 3,50, Gurken (T) 20 bis 40, 32 bis 37 holl., Karotten (T) Bdl. 8 bis 12, Kartoffeln 50 Kilogramm gelbe 3,85 bis 4,05, do. neue runde 8,50 bis 9,00, lange 12,50 bis 13,00 ital., Kohlrabi 8 bis 16, Kopfsalat 2 bis 8, Radies Bdl. 2 bis 3, Rettich kl. Bdl. 5 bis 8, Stück 4 bis 15, Rhabarber 4 bis 6, Römischkohl 5 bis 7, Spargel I 45 bis 48, II 40 bis 43, III 35 bis 38, IV 18 bis 20, Spinat 5 bis 7, Tomaten (T) 70, ca. 5 Kilogramm netto 5,00 holl., Wirsing 3,5 bis 5, Zwiebeln mit Schloten 8 bis 10, ägyptische Zwiebeln 11,75 je 50 Kilogramm. 'Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepsel- anqebot schwach. Freiland-Erdbeeren und Kirschen jetzt stärker angeboten. Geschäft schleppend, Preise rückläufig. Für Erbbeeren wirb die Entwicklung infolge der Trockenheit ungünstig beeinflußt Ame- rik. Aepfel sowie ital. Erdbeeren und Kirschen genügend am Markt, Geschäft befriedigend Preise allgemein rückläufig. U. a. notierten: Tafel-Aepfel 30 bis 50, amerif. Aevfel 18,5 bis 20 Kilogramm netto 16,00 bis 18,00, austral. 16,00 bis 17,00, Apfelsinen blond 13 bis 17 span., Imperial 17 bis 20 span., Imperial 27 bis 30 ital., Bananen, 12,5 Kilogramm-Kiste netto 8,50 bis 9,00 Westind., Erdbeeren (T) I 1,20 bis 1,40, II 0,80 bis 1,00, Freiland I 0,70 bis 0,90, II 0,50 bis 0,60, ital. 2,5 Kilogramm brutto 3,00, Kirschen 30 bis 35, 30 bis 35 ital., Stachelbeeren grün 18 bis 20, Zitronen Kiste 300 und 360 Stück 6,50 bis 7,00. Frankfurter (Eier- und Dutter-Grostmarkt. Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Zufuhren in deutschen Eiern blieben weiterhin knapp, so daß die lebhafte Nachfrage nicht völlig zufriedengestellt werden konnte. Ausländische Eier waren nicht am Markt. Es notierten in Pfennig pro Stück frei — Beltershain. 12.30: Gottesdienst. — Harbach. 14: Gottesdienst. 2. Pfingstfeiertag, 1. Juni. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrassistent Feix; 10:45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrassistent Feix. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst, Kollekte für den Kleinkinderschulfonds. — Albach. 8.30: Festgottesdienst. — Steinbach. 10: Festgottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Mission. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst. — Wahenborn-Sleinberg. 10: Gottesdienst mit Christenlehre. — Garbenteich. 12.30: Gottesdienst. — Haufen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Naumann, hl. Abendmahl, Kollekte. — Rieder-Beffingen. 9.30: Stiftspfarrer Kahn, Kollekte. — Langsdorf. 11: Feier der Goldenen Konfirmation, Kirchenchor, Posaunenchor, Kollekte. — Bettenhausen. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte, nachmittags Hausabendmahle. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Wufchenheim. 11: Gottesdienst. — Wiinzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kollekte für die Bekennende Kirche, Kirchenchor Lich. — Trais- Wünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Bekennende Kirche. — Hungen. 10: Gottesdienst. — Göbelnrod. 9.30: Gottesdienst. — Beits- berg. 13: Gottesdienst. Dienstag, den 2. Juni. TNünzenberg. Teilnahme am Arnsburger Mifsions- feft. — Trais-Wünzenoerg. Teilnahme am Arnsburger Missionsfest. Christliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 31. Mai. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Predigt. — Montag, den 1. Juni. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landesklrchllche Gemeinschaft), Gutenbergstrahe 9. Sonntag, 31. Mai. 20.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. — Mittwoch, den 3. Juni. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 4. Junl. 20.30: Jugendbundstunde. Vaptisiengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 31. Mai. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Predigt. — Donnerstag, 4. Juni. 20.30: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, den 31. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 3. Juni. 20.30: Gottesdienst. Evang. Sladtmission, Löberstraße 14. 1. Pfingsttag. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Eoangelisationsvortrag. — 2. PfinAt- tag. 20.30: Eoangelisationsvortrag. — Mittwoch, 3. Juni. 20.30: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 30. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 31. Mai. Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Vesper. Nach der Vesper Beichtgelegen- beit. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prediat. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Vesper. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Vesper. — Ridda. 7: Frühmesse; 8.15: Hochamt mit Predigt; 20: Vesper. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 1. Juni. Pfingstmontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 14: Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Ridda. 7: Frühmesse; 8.15: Hochamt; 20: Andacht. — Schotten. 10.30: Hochamt. vessentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr. Santtätskolonne: Telefon 2500. 1. Pfingstfeiertag. Aerzte: Frau Dr. Marx, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Engel-Apotheke. 2. Pfingstfeiertag. A e r z t e : Dr. Malech, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Haubach. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Rundfunkprogramm. Sonntag, 31. TIM. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.25: „Bauer, hör zu!" 8.45: Orgelchoräle. 9: Katholische Morgenfeier. 9.30: W. A. Mozart. Quartett D-dur (K.-V. 499). 10: „Du Deutschland wirst bleiben ..." 10.30: „Siehe, o Sonne, ich öffne mich dir!" Eine Pfingstfeierstunde musikalisch umrahmt. 11: Fröhlicher Pfingstreiaen. 12: Mittagskonzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Kinder- tunde. 14.45: „Aus Laden und Werkstatt". 15: Wir ingen euch eins! 15.30: Hinaus in Die Frühlingsonne. 16: Wie es Euch gefällt. Ein buntes Konzert. 18: Ein Jubiläum mit Hindernissen. 19.15: Hier wird gute Laune verlost von A bis Z mit Oskar Joost. 20: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: „Martha". Oper in 4 Akten von Fr. von Flotow. Montag, 1. Iuni. 6 Uhr: Frühkonzert. „Ins blühende Land." 8.45: Orgelmusik. 9: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik der Landeskirche Nassau-Hessen. 9.45: Gruß der Türme. Ein kindliches Pfingsterlebnis von Agnes Miegel. 10: Chorgesang. 10.45: „Brüder, laßt uns luftig sein." 12: Musik am Mittag. 14: „Das Herz am Rhein." Zum 70. Geburtstag eines deutschen Liedes. 14.15: „Sommer-Sprossen. 15.30: Von der Wasserkuppe (Rhön): Reichsmodellwettbewerb 1936. 16: Nach- mittagskonzert. 18: Beim Tanzen ist die Welt so schön. 19: Komödie am Klavier, von Hanns Johst. 19.50: Sportbericht. 20: Großes Festkonzert. Aus deutschen Opern und aus Opern von G. Verdi. 4 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) R. in G. Sie haben Ihre Austrittserklärung zu Protokoll der Geschäftsstelle des an Ihrem Wohnsitz befindlichen Amtsgerichts abzugeben. Die Steuern entfallen jedoch nicht sofort nach Abgabe der Erklärung, sondern erst nach Ablauf von weiteren 2 Jahren. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurS Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Oalnm 28 5- 29-5- 28 5 29-5 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,18 101,13 101,13 10L25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5y2% Young-Anleihe von 1930 ... 98,5 98,5 98,5 103,25 103,75 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Nechten ............ 115,25 115,25 115 115,25 »y2% Deutsche Relchspostschatzan Weisungen von 1934, 1. •••••■ 4V2% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 100,25 100,4 — 100,4 98,75 98,75 98,75 99 4'/,% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold N. 12... 96,9 96,9 — 96,9 ey2% ehem. 4y,% Hess. Landes Hvpothekenbank DarmstadtLiau. 101,5 101,5 — — $?tud. W J. B. Häuser ’Hr Gießen, Am Oswaldsgarten, Fernruf Nr. 2145/46 Sanitäre Anlagen Heizungen,Reparaturen nur bei Withoffi Seltersweg 03 ünsaJ Telefon 2037. Jtädt.Volksbad Gießen Vertreter: Otto Faber Gießen, Telephon 3096. J404l Nur keine Aufregung, sie schlägt nur auf den Magen. Wie oft hört man diese Wortei Ein einziger Versuch mit Roba-Salz läßt schon die baldige Erlösung von den Qualen erkennen. Magenkrampf und Sodbrennen, Brechreiz, Blähungen und andere nervöse Beschwerden verschwinden! Durch die Kräuterpulver Im Roba-Salz werden die Magennerven gestärkt, der Magen wird widerstandsfähig und arbeitet wieder normal. Roba-Salz In Pulver- oder Tabletten-Form RM 1.20 in d. Apotheken, bestimmt . Univ.- Apoth. z. gold. Engel, Marktplatz; Pelikan-Äpoth., Kreuzpl. 2. roiiV 1430 D Cloque 95 cm breit zweifarbig gewebte Ware D.m‘2.S5 Vistra Muslln 80 cm breit die gesuchten Streifenmuster p. m 1.20 Mattkrepp Streifen 95 cm bre t herrliche Farbstellungen p. m. 2.50 Pepita 95 cm breit prima Acetat Kunstseide p. m. 1.65 Georgette- Druck 95 cm breit neueste Dessins auf bester Qualität p. m. 2.65 ■ i WWW i/S» wo ? v r.\ Sämtliche BMW.-Modelle am Alleinverkauf für Groß-Frankfurt Frankfurt am Main 2808 V DEUTSCHE Mustergültig in Form und Arbeit Seit über 20 Jahren bewährt Type R 2: 200 ccm 8 PS R 3: 300ccm 12 PS Lager Type R 4 : 400 ccm 14 PS R5:500ccm24PS Höchstgeschwindigk. 145 km R12: 750 ccm Solo-u.Seitenwagenmasch.20PS Fabrikvertretung: Eduard Kratz,Ober-Ohmen __3519 O G«B Tag Schwimmbad Wannenbad Brausebad Schwitzbad Aamilienbad Damen Herren Herren und Damen Herren und Damen Herren Damen Montag 14.30-18.00 14.30-18.00 14.30-18.00 Geschlossen Dienstag 7.00- 8.00 (8.00-16.00 Schulen) 16.00-18.00 Während der Schul' ferien ftamilienbad 8.00-13.00 14.30-18.00 8.00-13.00 14.30-18.00 Geschloffen Mittwoch 14.30-18.00 14.30-18.00 14.30-18.00 Geschloffen Donnerstag 7.00- 8.00 (8.00-16.00 Schulen) 16.00-20.30 Während der Schul' ferien Aamilienbad 8.00-13.00 14.30-20.30 8.00-13.00 14.30-20.30 8.06-13.00 14.30-20.30 Freitag 9.00-10.00 12.00-20.30 10.00 bis 11.00 11.00 bis 12.00 9.00-20.30 9.00-20.30 9.00-13.00 13.00 bis 20.30 Samstag 8.00-19.30 1 8.00-19.30 8.00-19.30 8.00-19.30