s I (Er|d)emi täglich, aufcei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen poftfchecNonto: Krantfurt am IHain 11686 e1b. pn 'irfreu. A be. J*|onbers »'«itte 'erden. ^eisaint iNecht, dein In. L un- Ll?mmen. "über der Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf..Platzoorschrift nach oorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein» General-Anzeiger für Oberhessen WM " * ’ behördliche Anzeigen 6Rpf. vruck und Verlag: Srühl'sche Univerfitätt-Vuch- und Steindruckerei R.tauge In Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-n°b,-hlun-staff-is m 101 Erstes Blatt • 186. Zahrgang Donnerstag, 30. April 1936 Eichener Anzeiger ri8* und N wie wir als Einheit zu- & ■ ) Brief, tibebriefe Leuchte, scheine, goldne Sonne Ue er dieses freie Land- Felder, Walder, Städte hülle 3n dein Helles Lichtgewand. Laß die weiten Aecker reifen Und die kleinen Gärten blühn, Leuchte hell m b;e Fabriken, Wo wir uns im Schatten mühn: Leuchte, goldne Sonne, scheine, Spende deines Segens Kraft Bruder- deine Hand! Hier meine! Aideitsdrüder, uns vereine Eine heilge Leidenschaft. Leuchte, scheine, goldne Sonne, Unserm Vormaisch in die Welt, Uns, die nun im Anfang stehn, Keine Macht noch Feffel hält. Ane, Junge! Neue Menschen! Werkbeglückt einander nahn, Menschen, keinem andern Geiste Als der Liebe untertan Drum, mein Hammer, schwing und Halle, Läute Frieden, Hammerschlag! Nuf mit deinem Stahlgeiange Stadtvolk, Landvolk, Brüder alle, In den großen Arbeitstag Tausend laute Näder brausen, Städte tönen, stromentlang Ziehn die schwerbeladnen Schiffe, Braust der Eisenbahn Gesang. Zn Millionen Menschenherzen Zieht der Glaube freudig ein-. Was des Volkes Hände schaffen, Soll des Volkes Eigen sein. Land und Freiheit unser Eigen, Menschenwürde unser Necht! Kraft soll sich der Schwachheit neigen. Brüderlich einander zeigen-, seiner Herr und keiner Knecht. Maifeier. Von Wilhelm Michel. S. > Wege an :ger zurück, merita und liegen der- und seinem Schaffen passen. Wir, wir Wirkende der, Faust und des Schädels. Es ist eine unendliche Weche in uns. Du aber sorgst wiederum umher, denkst an die Vorbereitungen zum Mahl und überschlägst schon die Anzahl der Stunden, die du am Nachmittag zur Bewältigung der unbedingt zu erledigenden Vorrichtungen notwendig hast. Du Fleißige, du nimmer Rastlose. Trotzdem — sieh zu, daß auch du deine Seele der ungeheuren Bedeutung dieses Tages öffnest, sieh zu, daß auch bei bir eine frohe und wundersame Weihe Einzug hält. Du fühlst selbstverständlich mit deinem Manne, und du willst bestimmt nicht abseits stehen, wenn er die Hände ineinanderlegt und sich in stillen Betrachtungen versenkt oder wenn er seinen Alltagsrock auszieht und sich aufmacht, an Aufmärschen oder öffentlichen Feiern teilzunehmen. Wenn es irgend geht — komme auch du mit. Mache dich frei von dem sonstigen Kleinkram im Haushalt und sei glücklich in erhabener Ruhe. Der Tag der Arbeit ist für jeden eingerichtet, der zu seinem Volke, zu seinem Vaterlande und zu einem deutschen Werk steht. Und du — das tust du doch. Du beweist es in jeder Stunde, die ein Gott deinem Leben schenkt. Auch du bist ein Arbeiter, auch du em großer Sorger, auch du trägst ein deutsches Herz in deiner Brust. Darum denke daran, mit uns in gleicher Andacht und innerer Erleuchtung zu feiern. und die Bürger. Er selber vermochte für sich keinen rechten Sinn zu finden, und so blieb ein bitterer Nachgeschmack. Da brach der Krieg aus. Und im gleichen Augenblick drehte sich die innere Welt um. Alles, was bisher absolut und unverrückbar war, war mit einem Schlage in Frage gestellt. Der Mobilmachungsbefehl hatte alles mobil gemacht. Es gab nichts Festes mehr. Es gab nur eines: Deutschland. Und während mein Leidens- und Kampfkamerad Friedrich Wolf da draußen mitten in unserer verschwitzten und verdreckten Kolonne marschierte, wurde ihm klar, daß der eine von uns ein Metallarbeiter, der zweite ein Oberlehrer, der dritte Handlungsgehilfe, der andere Forsteleve, der nächste ein Packer, der Mann vor ihm ein Koch und der Mann hinter ihm ein Rechtsanwalt war und daß hier lauter Menschen marschierten, die alle „arbeiteten". Er selber gehörte auch dazu. Augenblicklich verrichteten sie alle zusammen ein und dieselbe Arbeit. Man konnte das ruhig „Arbeit" nennen. Sie marschierten durch einen Wald, über eine Brücke, zwischen Feldern, und plötzlich — der Donner vor ihnen wurde immer lauter, und di-» erfahrenen Wege füllten sich unruhiger —, plötzlich fühlte er mit jeder Muskel seines Körpers und mit jeder Regung seiner Seele: hier fließen alle diele Arbeiter zusammen in einen ungeheuren, vielfältigen und dennoch einheitlichen Körper, der „Heer" oder „Krieg" oder „Nation" hieß mb ber „Arbeit" war. 0,686 42,14 0,138 3,053 54,94 46,90 12,3 5,425 16,415 169,10 19,64 0,71 5,666 61,83 49,05 11,175 63,44 81,18 34,00 10,29 2,492 Wsrie an die dmische Fran n Z. H. L>r-ach. Arbeit würbe von ber früheren Maifeier verstanden als glücklose Fron des einzelnen. Heute zieht sie durch die Straßen als das gemeinsame Werk der Nation. Durch das luftige Gegitter der Berufsgrenzen grüßen sich alle Tätigen und erkennen einander als Helfer an einem Dienst, der unabsehbar weit herkommt und tiefer verwurzelt ist als unser bewußtes Planen und Handeln, der Lebenswille der Nation hat jeden einzelnen von uns an seinen bestimmten Arbeitsplatz gestellt. Daß das sichtbares und greifbares Erlebnis wird, ist der Grund der herzhaften, breiten Freude, die heute unsere Maifeier durchwärmt. Denn Freude ist die unmittelbare Antwort unseres Herzens auf jedes Erlebnis, das uns ernsthaft aus der Vereinzelung in die großen, echten Zusammenhänge hm- überhebt. Tu dich auf, du Tor der Halle, Sonne, breche Hell hinein. Wollt ihr, werkende Maschinen, Neuen Volkes Helfer fein? Euer Nattern, euer Dröhnen Klingt wie freudig Iu-Geschrei. Kampf ist Arbeit, Arbeit Liebe, Kämpfend schaffen wir uns frei! Hoch der Bergmann, der verloren T im Schacht die Kohlen haut, Dee mit Dyn mos, Motoren, Kraft aus fernem Leib geboren, Unire neue Welt eibaut. ein deutscher Graf über Nacht aus seinen gewaff- neten Lehnsmännern rings um sein Schloß zog. Die Mauer der nationalen Arbeit stellt sich uns dar in diesem Zug, eine engmaschige Kette von Wirkung an Wirkung, unentbehrlichste Rüstung in einer Zeit in der es immer wichtiger wird, daß ein Volk sich nicht nur aus dem Waffenfelde behauptet, sondern in unablässiger schöpferischer Ausstrahlung sein Wesen ruhig und nachdrücklich in die Welt stellt, es festmacht in werttragender Leistung. Von den andern her leben, auf die andern hin leben, sei es in friedlicher, sei es in kriegerischer Einstellung — das ist keine Daseinsnorm für em Volk von innerer Größe. Ein solches Volk kann nur zur Richtschnur nehmen: Aus sich s e l b st leben! Aus eignen Kräften und aus der mächtigen Mitgift des Schöpfers! Dieses Aus-sich-selbst- leben ist es, was der Tag der nationalen Arbeit sinnfällig vor Augen stellt. größer wer- , igen ständig ' oßfirma die ' fen in Aus- len dem ge« f eines be-- ffarbe mit Europa* ift außer- daß die bereinig« n desonde- t werden. Postsendung f auch tat» " die Reise hren befro« die Mr- für WH ig. Kind. il. Wie die :ag eine 26- ; Leuten in hrigen Kind n Hotel ein. jugrofc« so daß das selbst nahm t sich mit s ab er an ns Kranken- 'tand inzwi- Mission eilte Feststellungen Vernehmung it mit dem m Leben zu rt (lIN- 28^5—- 12 16 16 17 14 10 >8 5 'S '6 iO 7 14 42- j 54- 12-28 & 6b? 63,36 S 16 P 5 2 2 4 7 Arbeit — Nation. Von Franz Schauwecker. Die Menschen, welche die Grenze zweier Zeitalter bewußt überschreiten, sind selten. Einer von ihnen war 1917 in meiner Kompanie. Er hieß Friedrich Wolf. Damals — 1917 — legte ber Krieg die Axt an biß Wurzel ber Dinge. Dieser Wolf war abseits unb ein wenig hilflos. Er hatte vor bem Kriege eine Macht in Deutschland gesehen, ohne davon innerlich ergriffen zu werden, und er sah diese Macht im Sinken. Er hatte das bedrohliche Gefühl, daß hier etwas nicht mehr stimmte. Aber was sollte man tun? Darauf sand er keine Antwort. Niemand konnte ihm antworten. u Ueberall vernahm er das Wort „der Arbeiter . Nun — was war das? Das war der Handarber- ter Aber — dachte er, und er sagte mir das des öfteren im Unterstand — aber arbeite ich denn nicht? Wie?! Faulenze ich?! Was?! Arbeitet man nur am Schraubstock, an der Drehbank, an der Bessemerbirne, am Setzkasten? Ist Arbeit unzertrennlich von der Hand? Was ist das „Arbeit ? Ich studiere, ich bemühe mich redlich um allerhand, 3um Beispiel um den Begriff des „Gesetzes", um den Sinn ber Hohenzollern, um die Aufqcwe Preußens. Ich haue mich burch viele Schwierigkeiten hinburch, um bis Orbnung zu erfassen, die durch die Bilber Dürers bargestellt wird. Ist das nicht „Ar- beit"? Gilt das nicht? Die typischen Arbeiter sagen: „Das ist nicht Arbeit, sondern das ist Luxus ber Kapitalistensöhne." Schön ober unschön. Unb meine Stanbesgenossen, bie bie Arbeiter .Klassengenossen", nennen, sagen mir, bas sei im Grunbe Quatsch und nur wegen gewisser Examensmöglichkeiten aus Karrieregründen wichtig, unb eigentlich lachen sie darüber, baß man sich mit solchen Dingen herum- schlägt. Ich aber habe seitbem immer bas Gefühl — Gefühle sinb billig wie Brombeeren unb kostbar wie Golb —, als ob bas alles nicht richtig fei, was bie einen meinen unb was die anbern behaupten. Sie haben alle beibe unrecht: bie Arbeiter *en Steuer« d°M Mniatifche 'U Steuer- des Real. ■*es älteren 1 der stell, einige all. leister be. vcht über e lstchen Ge- Er hörte bas deutlich aus dem Getravpel der zahllosen Stiefel heraus: hier geht ein Wille und ein Können unbeirrbar und mächtig auf ein be- Volk an der Arbeit Von Heinrich Lersch !e dermal, 'samt Aig, Maifeier einst und jetzt — kein sprechenderes Zeichen gibt es für das, was die deutsche Lebens- , wende beseitigt und was sie gebracht hat. Auch bet der Maifeier vergangener Zeiten ging es um die Arbeit. Aber in welchem Sinne! Es ging um die Arbeit als um etwas, das Haß und Feindschaft stiftet und das Volk zerreißt. Es ging um bie Arbeit als um einen Hetzruf im Klassenkampf. „Wir arbeiten", schrien bie roten Fahnen burch die Gassen, „ihr aber faulenzt unb beutet unsere Arbeit aus! Was Volk! Was Bruber unb Bruder- blut! Wir haben Gemeinschaft nur mit ben Sklaven, die diesseits und jenseits ber Grenzen unter bie gleiche Fron geknechtet sinb! Unb gemeinsam mit ihnen geht es gegen euch!" . Ein Drohung unversöhnlichen Hasses, eine An- tünbigunq von Bruberkrieg unb Volkszertrümmerung, wälzte sich bie Schlange ber Maibemon- stranten burch bie Straßen ber ©labte. Nicht ber deutsche Mensch, nicht ber beutsche Arbeiter war es, der da marschierte, sondern — so stand es auf den Fahnen — etwas Sächliches, Fremdes und schauerlich Unwirkliches, das keine Heimat kannte, kein Vaterland, das weder Vater noch Mutter, weder Ueberlieferungen noch Bindungen hatte und am allerwenigsten Blut: das Gespenst „Proletariat"; ein Haufe, ein Quantum „internationales Proletariat". Wenn heute am Nationalfeiertag unter bem Ruf „Tag ber Arbeit" bie Millionen marschieren, gegrüßt von Fahnenjubel unb winkenben Hauben, vom Zuruf ber Väter, Mütter unb Kinber, bie bie Straßen säumen, so lebt barüber ein neuer, unvergleichlich geroanbelter Geist. Es ist b i e A r b e 11 als volksverbinbende Gewalt, bie ben Tag beherrscht. Es ist bie Verbrüderung aller im Zeichen des gemeinsamen Ringens um die nationale Lebensgestaltung. < Die alte Maifeier kannte die Arbeit als Fluch, und ihr höchstes Wort war die stumpfsinnige Drohung: „Alle Räder stehen still, wenn dem starker Arm es will." In unsere Maifeier aber ist vor allem eingesenkt das freudige Bekenntniszur A r b e i t a l s zu dem, was allein Öen Menschen ebelt unb vollwertig macht. Nicht Arbeit als Fron, fonbern Arbeit als bas Glück, am ftänbigen Lebensaufbau bes Volkes tätigen Anteil nehmen zu bürfen. Hoch über bem Aufmarsch vom 1. Mai steht — nicht in Worten, aber von allen begriffen — die Einsicht, daß Kultur nicht ein dinglicher Besitz ist, den ein Volk „hat und auf dem es ausruhen kann, sondern em unablässiges, gemeinsames Ringen gegen das Rohe unb Ungestaltete, bas ewig vor ben Toren ber Kultur lauert. Kultur ist nicht eine Sache, Kultu r i st Werk! Sie -ist ständiges Anstemmen und Sich- Ermannen, ständiges Roden und Jäten, ständiges stimmtes Ziel los, wie die Handgriffe am Teil einer Maschine, wie die Farbstriche an einem Gemälde, wie die Materialsammlungen in einer Bibliothek zu einem bestimmten Ziel streben. Unb da — während wir um eine Waldecke bogen und auf eine Anhöhe tarnen und hinuntersahen in das weite Tal unter uns — da erblickten wir die zusammen die Schlacht, in bie wir hinein sollten. Wir alle: bie Kaufleute, bie Dreher, die Maurer, die Studenten, die Kuhknechte, die Juristen, die Lehrer und die Ackerbürger. Es gab keinen Unterschied mehr angesichts dieser gewaltigen Kampfbahn, auf der die Nation antrat, um die Entscheidung zu fuchen. Ich fühlte mich nicht mehr als ich, und wahrscheinlich fühlte sich Friedrich Wolf nicht mehr als Friedrich Wolf, fühlte sich Müller nicht mehr als Müller. Jeder war mit einem Schritt einer von Millionen. Jeder bewegte sich unwiderstehlich mit allen anderen auf ein und dasselbe Ziel los: auf die Nation. Alle Arbeit war in der riesigen Bewegung dieses allgemeinen und gemeinsamen Vorstoßes zusammengefaßt. Wer sich ausschloß, war fahnenflüchtig, und desertierte. Der schied aus und verschwand aus einer Gemeinschaft des Kampfes, die endgültig band. Wir hörten die Einschläge der Granaten, das eintönige Gerummel der Beschießungen rundum. Wir sahen einen düsteren, den ganzen Horizont um- Deutschland grüßt den schaffenden deuffchen Menschen Pflanzen und Bauen. . Arbeit und nationale Kultur leuchten am 1. Mm vor uns auf als ein Begriff! In diesem Begriff sind Handarbeit und Geistesarbeit rechtmäßig und zu höchster gegenseitiger Ehre verschwistert. Ein anderer Herzgedanke unserer Maifeier liegt darin, daß jeder Schaffende, jeder Werktätige e i n Stück Vvlksgeist und Vvlksart auswirkt. Es ist nicht die Arbeit schlechthin, die unser l.Mai feiert. Es ist der schaffende deutsche Mensch, es ift das Wirken aus deutschem Geist unb Geblüt. Maschinen leisten Arbeit, und was sie leisten, ist in I Grönland unb Uruguay, am Kongo unb aus Sachalin dasselbe. Maschinen arbeiten aud) bei ; uns, aber am Tag der nationalen Arbeit meinen mir' bie beseelte Lebensgestaltung aus deutschen Willens- unb ß e b e n s t r i e b e n. Wir lassen an biesem Tag nicht Traktoren durch bie Gassen rattern, sondern an ihm soll sich ber chof- send- Mensch unseres Blutes und Geutes chuk- sals, unserer Werktreue unb unseres Pflicht- «ff I.Mm stellt di- Arbeit in ihrer Gliederung dar. Klar g-W-den h-b-n 5)anbarbeiter unb bie Geistesarbeiter, bie Werk acmeidrfiaften unb bie Gewerbe Donemanber ab. Ab?r der große Gedanke der Einreihung überleuchtet die Scheidung und läßt..wie Sonnenstrahl den höheren Sinn in sie einstromen. Fahnen hinter Fahnen Gruppen hinter Gruppen Gewerbe hinter Gewerben - aber es bleibt n cht bei diesem Hintereinander und Vorüber! Plötzlich faßt uns etwas Tieferes an, eine Begeisterung, in der wir wissen: Dies ist das Heer, mit dem wir d^e große Dauerschlacht um unser deutsches Dasein fragen! Jede Berufsgruppe als eine Spezialwaffe ange- setzt gegen eine bestimmte Gefahr, ,edes Gewerbe die Verkörverung einer besonderen Sorge uno Vorausschau, jede Werkfahne ^n. Feldzeichen unter dem ein Können, ein Wissen, eme Sch achtreserve von geschulter Arbeit m einen bedrohten Front abschnitt einrückt! Wohin das Auge mi> enblvse .Tn,™ ™ U hu supirhühmn des Hauses, du, der I Seligkeit, wie sie uns nur selten an weltlichen ..... Mu ter du Beschützerin 0es H 'Wohnung! Feiertagen zu eigen ift, begehen wir wiederum den auf gute Geftt der n den RaE ^rn^in i Tag ber Nationalen Arbeit und fühlen so richtig, galtet unb w , - Teilhaberin unseres so tief unb einbrucksvoll, wie wir als Einheit zu- und Ratgeberin, bu, I Schmer-' cimnber gehören unb zu dem Boden ber Heimat Strebens und Wirkes, du, bie Trösterin m ^a)mer (k^on nnfbn Wir wir Wirkenbe ber zen unb bie tapfere Anipornerm. wenn wir ner- 3a|de«°aud) bu ben 1. Mai unb begehe ihn als einen Festtag höchster Orbnung. Siehe, bu bist ber unermüdlichste Arbeiter, ben es aus ber Welt gib Immer hast bu deine Hände zu regen, immer zu tun. Ist für bie Küche gesorgt, so beginnt bie Ar- beit im ©arten ober auf bem jßlb, die Instand. Haltung der Kleider unb Wäsche bas Strumpf - stopfen unb bas Aufräumen. Der helle Tag konnte zwanzig Stunden zählen, bu wußtest sie auszu- füllen mit einer umsichtigen Sorgfalt und nut emem Schaffen, das keine Grenzen kennt Bist bu nicht mit beiner Liebe zur Heimat bie treueste Behüterin der Sitte und Ueberlieferung. Erziehst bu nicht bie Kinber im Glauben an Gott, an bie Schönheit ber Erde, an die hohe Sendung deines Volkes unb an die Derklärtheit, Sie in ledern künstlerisch vollendeten Werk ^? Gehst du nicht zu den Kranken in der Nachbarschaft und in deinem Bekanntenkreise unb bietest ihnen beine Hilfe an. Wendest bu nicht dein Mitleid denen zu, die bedürftig und arm sind? Spendest du nicht dort, wo ^Du/deutsche^Frau, die Aufgaben deren Erledigung auf deinen Schultern lastet, sind endlos vielfältig. Und doch bewältigst du sie mit emer Hingabe, die Bewunderung und Dankbarkeit erheischt. Du stehst als erster deutscher Schaffer m unserer Achtung und Ehre. Wir Männer jubeln, mit einer spannenden Hintergrund, vor dem sich alles abhob. Angesichts dieser unermeßlichen Landschaft voll Schicksal und Willen wurde es deutlich, daß „Arbeit" etwas Hohes und sehr Tiefes war, etwas, das jede Tat in sich schloß. Und Tat war etwas, das zugleich immer ein Opfer bedeutete. Wir fühlten es schmerzlich eindringlich, daß jede solche Arbeit dem gleichen Ziele gelten müsse, wenn anders die „Arbeit" sein sollte Jede einzelne Arbeit ohne dieses Ziel mußte ihren Sinn verlieren und dumpf und unfruchtbar werden. Und unmittelbar vor uns brannte dieses Ziel feurig und unausweichlich. Es war die Front, innerhalb derer die Entscheidung eindeutig ausgekämpft wurde. Vorher waren wir alle auseinandergefallen, wir Gebildeten, wir Ungebildeten, wir Städter, wir Bauern, wir Kopfarbeiter, wir Handarbeiter. Aber jetzt, gegenüber diesem flammenden Ausbruch, begriffen wir, daß wir allesamt Arbeiter waren. Arbeiter am Werk der Nation. Jetzt marschierten wir zusammen Seele an Seele. Niemand von uns wußte, wer in zwei Stunden noch leben würde. Wir standen unter einem einzigen Befehl. Wir gingen unter ein und demselben Stern. Plötzlich waren wir alle Deutsche. Was nachher kam: Verwundung, Hunger, Ermattung, Tod — das konnte nur noch eine Bestätigung sein. Es war alles Arbeit, Dienst am Werk, Amt innerhalb einer großen Ordnung. Dieser zusammengewürfelte Marsch in die gleiche Tat und in das gleiche Opfer hatte den Schritt von uns allen gleichmäßig gemacht. Die Kraft war vervielfältigt. Wer fiel, der fiel. Wer am Leben blieb, der lebte. Dadurch wurde das Werk größer. Wir waren über die Begeisterung und über das Gefühl hinaus. Es herrschte eine sehr überlegene Sachlichkeit. Abends nach der Schlacht sprach ich in einem Granattrichter mit Friedrich Wolf. Wir stellten beide fest, daß diese „Arbeit" unzerstörbar ist. Es war uns beiden unverbrüchlich gewiß, daß „Arbeit", wenn sie richtig begriffen wird, jegliches Werk, jegliche Leistung ist, die für die Nation geschieht. Gebet, Schuß, Motorbedienung, Dichtung, Befehl, Buchdruck — alles dies war und ist Arbeit. Mochte es nun lieber« oder Unterordnung sein — immer war es Einordnung in eine große Einheit Deutschlands. Auf den einzelnen Menschen kam es dabei weniger an, als dieser einzelne Mensch es vielleicht glauben mochte. Dann überkam uns der Schlaf im halbverfaulten Stroh, während draußen das Feuer der Front die Schläge einer Arbeit verrichtete, die den Unterbau für die Zukunft zusammenschlug. Mosaik der Arbeit. Drei Jahre sozialistischer Aufbau. Wenn morgen zum vierten Male das Friedensheer der arbeitenden Deutschen aufmarschiert, um den Nationalen Feiertag unseres Volkes festlich zu begehen, und um vom Führer die Parole für den künftigen Einsatz zu hören, dann lohnt es sich wohl, einen kurzen Rückblick auf die Ergebnisse einer dreijährigen Sozialpolitik zu tun und an Hand einiger Beispiele sich zu erinnern, was deutscher Sozialismus in dieser kurzen Spanne von drei Jahren bereits vollbracht hat. * Deutschland ist das erste Land der Erde, das eine Gemeinschaftsorganisation aller Schaffenden, die Deutsche Arbeitsfront, errichtet und zugleich durch ein Gesetz die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat, um eine soziale Selbstverwaltung durchzuführen und die soziale Ehre aller schaffenden Deutschen zu schützen. Die Treuhänder der Arbeit und die sozialen Ehrengerichte sorgen für diese Erziehung zum Sozialismus. Im vergangenen Jahre wurden 204 Anträge auf Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens gestellt, davon 162 erledigt, und zwar teils durch Zurücknahme des Antrags (34), teils durch rechtskräftige Entscheidung (128). Insgesamt erfolgten nur acht Freisprüche. Die Ziffern sind nicht sehr hoch, was bereits ein Beweis für die Durchdringung unseres Volkes mit nationalsozialistischem Gedankengut ist, aber sie zeigen auch, daß es notwendig war, die soziale Ehre unter staatlichen Schutz zu stellen. Eine bestimmte Urlaubszeit konnten in früheren Jahren, wie auch jetzt noch in den meisten anderen Ländern, die Arbeitnehmer in ihrer Mehrzahl nicht verlangen. Heute ist der Urlaub in allen Tarifordnungen der Treuhänder der Arbeit vorgesehen, und es gibt keinen Fall, in dem nicht ein Arbeiter oder Angestellter seinen gerechten Anspruch auf Urlaub ohne Schwierigkeiten durchsetzen könnte. Das Internationale Arbeitsamt in Genf hat fest- gestellt, daß nicht nur die Zahl der gesetzlich Urlaubsberechtigten in Deutschland doppelt so groß ist, als in anderen Staaten, sondern daß die deutschen Arbeiter durchschnittlich auch einen längeren Urlaub haben, als die Arbeiter in der übrigen Welt. * Seit 1933 herrscht in Deutschland völliger Wirtschaftsfriede. Es gibt keine Streiks und keine Aussperrungen mehr. Ungeheure seelische und materielle Werte wurden dadurch gerettet. In fast allen anderen Ländern nimmt die Zahl der Arbeitskämpfe zu, und die bolschewistischen Agenten finden dort ein reiches Feld der Betätigung. In Großbritannien hat sich im vergangenen Jahre die Zahl der durch soziale Kämpfe verlorenen Arbeitstage verdoppelt. Sie betrug fast zwei Millionen. Die Arbeitsbeschaffungspolitik wirkte sich natürlich auch aus in einer Steigerung des Ein k o m - mens. Die Summe der Löhne und Gehälter für die deutschen Arbeiter und Angestellten betrug 1932 = 26,0 Milliarden Mark 1933 = 26,3 1934 - 29,8 1935 - 31,7 Ebenso wuchs die Gesamtsumme des Volkseinkommens, und zwar folgendermaßen: 1933 = 46,5 Milliarden Mark 1934 - 52,5 1935 - 56,0 „ „ (geschätzt) Wenn diese Zunahme auch fast ausschließlich auf die Vermehrung der Arbeitsstellen zurückzuführen ist, so läßt sich doch nicht leugnen, daß in einigen Arbeitskategorien bereits eine gewisse Erhöhung der Lohn- und Gehaltssätze stattgefunden hat. So dürfte der tatsächliche Stundenlohn der Industriearbeiter und Handwerksgesellen etwa um 3 bis 4 v. H. gestiegen sein. Ebenso wurden die Löhne der Heimarbeiter aufgebessert. Auch sind viele Arbeiter und Angestellte in eine höhere Gehaltsstufe eingerückt, zumal Spezialisten, die wegen ihrer Knappheit über Tarif bezahlt werden. In den Zahlen der Invalidenversicherung kann man die Bestätigung dafür finden, daß der Anteil der niedrigen Einkommen immer weiter abnimmt, während der der mittleren und höheren Einkommen wächst. Die deutsche Sozialversicherung, die den Arbeiter und Angestellten im Alter und vor KrankEhret die Arbeit, achtet den Arbeiter! Es ist für Millionen heute vielleicht schwer, über den Haß und die Mißverständnisse, die künstlich in der Vergangenheit gezüchtet worden sind, sich nun wieder zusammenzufinden. Es gibt aber eine Erkenntnis, die diesen Weg leicht beschreiten läßt. Es mag einer tätig sein wo immer, er soll und darf nie vergeffen, daß sein Volksgenosse, der, ebenfalls ganz gleich wo immer, so wie er seine pflicht erfüllt, unentbehrlich ist. Daß die Nation nicht besteht durch die Arbeit einer Regierung, durch die Arbeit einer bestimmten Klaffe, durch die Arbeit ihrer Intelligenz, daß sie nur lebt durch die Arbeit aller. Aus der Zfiebe des Führers vom 1. Mal 1933. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika stieg 1933/34 die Zahl der verlorenen Arbeitstage von 15 auf 19 Millionen. Das bedeutendste soziale Werk der letzten drei Jahre ist die Arbeitsbeschaffung durch die nationalsozialistische Regierung. Die Kurve ihres Fortschritts sei hier abgelesen am Stichtag des 1. Mai. Es betrug die Ziffer der Arbeitslosen am 1. Mai 1932 - 5,739 Millionen 1. „ 1933 - 5,331 1. „ 1934 - 2,609 1. „ 1935 = 2,230 Die Ziffer des 1. Mai 1936 ist von der amtlichen Statistik noch nicht errechnet worden. Sie wird jedoch weit unter der Zwei-Millionen- Grenze liegen und damit einen neuen Höhepunkt des sozialen Aufschwungs anzeigen. Es ift im übrigen zu bedenken, daß sich in dieser Ziffer, abgesehen von den regelmäßig ausfallenden Saisonarbeitern, noch viele Hunderttausende verstecken, die überhaupt nicht mehr voll arbeitsfähig sind, nicht mehr arbeiten, wollen oder sich im Uebergang von einer Arbeitsstelle zur andern befinden. Kein anderer Staat kann ein derartiges Tempo der Beschäftigungszunahme aufweisen als Deutschland in den letzten drei Jahren. ♦ heit schützen soll, stand bei der Machtübernahme des Führers unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Die Einnahmen sanken, die Ausgaben fliegen. Man zehrte schon von der Substanz. Das Sanierungs- tzesetz vom 7. Dezember 1933 und die weiteren Reformen retteten die Invaliden-, Alters- und Hinter- bliebenenoersicherung. Der Jahresumsatz der deutschen Sozialversicherung betrug 1934 schon wieder 7,1 Milliarden Reichsmark, wobei die Einnahmen die Ausgaben um einige hunderttausend Reichsmark überwogen. Bemerkenswert ist der geringe Aufwand für die Verwaltung. Er beansprucht nur 6,9 v. H. der Einnahmen, ein Unkostensatz, der von keinem anderen öffentlichen oder privaten Unternehmen erreicht wird. Die zwei Drittel der deutschen Erwerbstätigen, die heute als Versicherte von der Sozialversicherung betreut werden, brauchen keine Sorge mehr um die richtige und zweckmäßige Verwendung ihrer Beiträge zu haben. Eine wichtige Voraussetzung zur Hebung des Wohlstandes des deutschen Arbeiters ist die Schaffung gesunder Wohnungen und die Entvölkerung der städtischen Mietskasernen. Partei und Staat haben deshalb das Werk der Arbeitersiedlungen in Angriff genommen. Im Jahre 1935 wurden allein 26 000 Siedlerftellen durch das Reichsheimftättenamt der NSDAP, und der DeutOer Steiger. Von Paul Ernst. In meiner Heimat war zu meiner Zeit die reichste Grube der Silbersegen. Von dieser wurde folgende Geschichte erzählt: Etwa am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts hatte sie einige Jahre hindurch immer geringere Erträge gegeben, endlich hörte das Erz ganz auf. Beim Oberbergamt war man überzeugt, daß die Grube abaebaut fei und man beschloß, sie eingehen zu lassen. Der damalige Steiger Schöll, welcher die Grube unter sich hatte, zog seine Festtracht an mit dem silbernen Hinterlederfchild, dem silbernen Häckel, der verschnürten Puffjacke und dem grünsamtenen Schachthut und ging zum Oberbergamt, um den Herren feine Ansicht vorzustellen. Sie beharrten bei ihrer Meinung; Schöll wurde endlich so erregt, daß er weinte; er war ein alter Mann von über sechzig Jahren, mit einem langen weihgrünlichen Bart, in den die Tränen über die grauen, gefurchten Wangen liefen. Der Berghauptmann war eigentlich nur ein vornehmer Herr, der gar nichts von Bergwesen verstand; er hatte sich auf seine Bergräte verlassen; als er den alten Mann meinen sah, da konnte er es nuht über das Herz bringen, ihn ohne Tröstung fortzuschicken, und so erlaubte er dem Schöll, daß er noch einen Monat lang mit seiner Belegschaft suchen konnte, wo er meinte, daß der Gang sich wiederfinden müsse. Nach einem Monat war der Gang immer noch nicht wiedergefunden, und nun sollte endgültig Schluß gemacht werden. Schöll hatte ein Haus, das fünfhundert Taler wert war. Er bekam von einem Verwandten eine Hypothek in der Höhe des Wertes und erbot sich, für fein eigenes Geld weiterzusuchen. Der Berg- hauptmann redete ihm zu, daß er sich an seinen Kindern versündige, aber er konnte ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen, denn er sagte, wenn man ihm die Erlaubnis verweigere, dann stürze er sich selber in den Schacht, u^b dann komme fern Blut auf bas Haupt seiner Vorgesetzten. Auch bie fünfhunbert Taler waren aufgebracht, noch immer war nichts gefunben. Die Bergleute wußten wohl, von wem sie zuletzt ihren Lohn erhalten hatten; sie traten zusammen unb sagten bem Steiger, vierzehn Tage wollten sie jetzt umsonst arbeiten, benn wenn er Opfer gebracht habe, bann wollten sie auch Opfer bringen, unb mehr könnten sie nicht, weil sie kein Vermögen hätten. Als bie vierzehn Tage um waren, am Samstag, da war noch immer alles fo, wie es gewesen. Am Sonntag früh fuhr der Steiger Schöll allein in die Grube. Er kam vor Ort, hielt das Eisen an und schlug und bohrte das Schießloch. Dann letzte er es mit der Ladung zu, zündete die Zünd« schnür an unb ging aus bem Weg. Nachbem bie Sprengung geschehen war, kam er zurück unb räumte auf; ba sah er an einer großen Wanb, bie abgesprengt war, ein Stückchen bes erzführenben Gesteins. Nun packte er sein Gezäh zusammen unb fuhr roieber zutage. Er ging, wie er war, im Arbeits- anzug, zum Berghauptmann unb melbete ihm, baß ber Gang roiebergefunben fei. Das Gerücht von bem Fund verbreitete sich, noch während Schöll beim Berghauptmann war, auf unverständliche Weife in der Stadt, bei den Beamten unb ben Bergleuten. Die Menschen in meiner Heimat finb ruhige unb stille Leute; aber nun stauben sie in Gruppen auf ber Straße, rebeten mitein« anber, es füllten sich sogar bie Wirtschaften, benn jeber wollte Neues von bem wichtigen Vorfall wissen. Die Belegschaft ber Grube versammelte sich in ber Wohnung bes Steigers, sie kam von selber; unb als Schöll vom Oberbergamt zurückkehrte, ba erzählte er ihnen alles, was zu sagen war. Noch an bemfelben Tage war Befahrung. Es stellte sich richtig heraus, baß ber Gang roieber angebrochen war. Der Berghauptmann fragte ben Steiaer, was er sich als Belohnung wünsche. Schöll sah ihn groß an unb sagte: „Ich habe nichts zu verlangen, ich habe nur meine Pflicht getan. Meine fünfhunbert Taler muß ich wiederhaben, unb bie Belegschaft hat noch ihren Lohn für vierzehn Tage au kriegen, sonst finb für ben Fiskus keine Unkosten. Oie Schreibmaschine. Von Werner Lenz. Schriftzüge, Runen, Zauberzeichen! Seit grauer Vorzeit umwittert sie alle, die bas verwehbare Wort aufzeichnen, ein Hauch bes Geheimnisvollen. Noch im Mittelalter war ber Schreiber, ber bie Schriftunkunbigen beriet unb unterstützte, einer der angesehenster Mitbürger in Stadt unb Lanb. Wie schwer aber auch ber roaffenftarten unb arbeitsharten Hand es gefallen fern muß, ein paar Schriftzüge aneinanberzureihen, bas bezeugt nicht nur bie Tatsache, baß ber große, kluge Gotenkönig Theo- berich zur Unterschrift sich einer Schablone bediente, deren Schriftfugen er ausmalte, sondern auch heute noch ist es für viele grundgescheite Menschen ein rechter Entschluß, einen Brief zu schreiben. Ebenso gewiß aber ist die Erfindung der Schreibkunst als eine der Grundbedingungen für bie Entwicklung unserer hohen Volkskultur zu betrachten. Nicht nur ber augenblicklichen Mitteilung dient ja die Schrift, nicht nur der Belehrung, bem Geschäft, bem Sozialverkehr; fonbern bis in bie fernste Zukunft hinein unb aus weiter Vergangenheit heraus soll sie ein zuverlässiges Zeugnis menschlichen Denkens und Wollens jein. Einige wichtige ©runbforberungen finb beshalb an bie Schriftniederlegungen urkunblicher, privater, geschichtlicher Art zu stellen: Deutlichkeit, Haltbarkeit, Beschränktheit des Umfanges und Versandfähigkeit. Sehen wir nun alte Schriftzeugnisse an, fo bedauern wir hier die Abwandlung der Schriftzeichen, denn je älter das Schriftstück ift, ie eigenwilliger der Schreiber seinen Federkiel meisterte, desto unklarer ift das Bild der Schrift. Ueberaus geringe Dauerhaftigkeit weifen ulte Wachst^feln und Holzplatten auf. Dauerhaft find Ziegel, Tonplatten, ©ranitfteine, aber leider zugleich auch sehr umfangreich, gewichtig und schwer oersendbar. Pergamente, Seidenstoffe unb beriet Dinge finb überaus kostspielig, auch erforbern sie teure Farben unb Tuschen zu zeitraubender Befchriftungsarbett. Vervielfältigungen gar gab es ehebem nur burch Abschrift. Allen biefen — kulturgeschichtlich ja sehr reizvollen — Versuchen, bem menschlichen Schreib- bebürfnis unb Mitteilungswunsche zu dienen, wurde zu einem Teil mit der Erfindung desBuchdrucks entsprochen, soweit es sich um Mengen- oeroielfältigung handelte. Die Verbesserung der eigentlichen Schreibmaterialien vollzog sich viel lanasamer, wurde aber — was Schriftkultur persönlichen Gepräges anbetrifft — seit dem ausgehenden Mittelalter prächtig vervollkommnet. Immerhin fehlte dem Kulturmenschen noch ein Mittel, sehr gleichmäßige, also höchst leserliche Typen schnell und in gleichzeitig mehrfacher Niederschrift zu Briefen und sonstigen Dokumenten zusammenzufugen. Dem Bedürfnis kamen verschiedene Erfinder, oder doch Erfindungspläne, entgegen. Bereits 1741 erwarb ein Engländer Mill ein Patent auf eine mechanische Schreibvorrichtung. 100 Jahre später erfand ein Amerikaner Burk einen Typenschreiber. Beides blieben Versuche. Den Namen einer wenn auch noch so bescheidenen Schreibmaschine verdient — als erste — die Erfindung des deutschen Forstmeisters Karl von Drais aus bem Jahre 1832, ber schon 1817 bas erste Fahrrab, besser „ßaufrab", erfunben hatte. Wenig später zeigte ber Franzose Progrin einen mechanischen Druckschreiber, eine Hebelmaschine, bie für bie Benutzung burch blinde Personen erdacht war. Sie kann — nach der deutschen Erfindung des Freiherrn von Drais — als zweite richtig- gehende Schreibmaschine bezeichnet werden. Die Einrichtung einer verbesserten und weit ausbaufähigen Maschine verdanken wir wiederum einem Deutschstämmigen, dem Tiroler Peter Mitterhofer. Sein Erzeugnis darf man nach den vorgenannten Apparaten als die erste moderne Schreibmaschine betrachten. Ihr Geburtsjahr ist 1864. Die amerikanische „Erfindung", die für die Verbreitung unb Ausgestaltung von hohem Werte würbe, burch Glidden und Sh oles. stützt sich unmittelbar schen Arbeitsfront gebaut. Weitere 50 000 Siedler- stellen sind in Vorbereitung, außerdem ift der Bau von 8600 Eigenheimen und 11000 Geschoß- Wohnungen teils vollendet, teils sichergestellt. So fügt sich ein Mosaikstein des sozialistischen Aufbaus an ben anbern. Die einzelnen Teile samt- lich aufzuzählen unb zu beschreiben, ist kaum noch möglich. Es sei nur erinnert an bie Arbeitsdienst» pflicht, bie Leistungen von „Kraft durch Freude" unb „Schönheit der Arbeit", bie Vorschriften zur Lehrlingsausbilbung unb bie Neuorbnung bes Ge- feüenroanberns, ben Reichsberufswettkampf, bie Umfchulungsmaßnahmen, bie Winterhilfe, bas Hilfswerk „Mutter unb Kinb", bie Ehestandsdarlehen, bie NS.-Kulturgemeinde unb all bie vielen anderen Organisationen unb Derbänbe, bie bas soziale Gut ber Nation betreuen unb vermehren. Die Fülle der einzelnen Teile scheint verwirrend, aber um so klarer und schöner tritt das Gesamtbild der s ch a ffenden deutschen Volksgemeinschaft nach unb nach hervor. Im Appell des 1. Mai nimmt es sichtbare Gestalt an. Wieder ein 1. Mai. Gespräche mit deutschen Arbeitern. (Nachdruck, aus auszugsweise, verboten.) Zum vierten Mal feiern morgen alle Schaffenden im Dritten Reich den „Nationalen Feiertag der Arbeit". Im Zeichen der kameradschaftlichen Unterhaltungen steht dieser 1. Mai. Symbolhaft fast: Tag ber „Kraft burch Freude" soll ber 1. Mai für alle Arbeiter der Stirn und der Faust sein. Für Millionen ift die Erwerbslosigkeit vorbei, fast vergessen wie ein böser Traum. Aus den Reihen dieser Millionen sprechen hier zwei Volksgenossen — sprechen von kleinen Erlebnissen, die bar sind jeder „Pointe", und die doch Schicksale widerspiegeln. Schicksale, die durch Adolf Hitler zum Guten gewendet worden sind. * Vom zweiten Wochenlohn, den der Dreher Wal- ter I. in W e tz l a r in der Lohntüte der Leitz-Werke vorfand, kaufte er seiner kleinen Tochter Anneliese den großen Ball aus dem Schaufenster an der Ecke. Dieser große gelbrote Ball bedeutet für die kleine vierjährige Anneliese sichtbar den Beweis eines unerhörten Erlebnisses. Viele Monate lang lag dieser große Ball im Schaufenster, und in anderen Schaufenstern sah man ähnliche blaue, grüne und rote Bälle. Vielleicht mögen die einen oder die anderen davon sogar noch größer sein, Anneliese läßt solche Feststellungen heute nicht mehr gelten, ist doch für sie der Ball vom Papa der beste, schönste Ball, den man sich in ganz Wetzlar denken kann. Dies ist die Vorgeschichte des großen Ereignisses in der kleinen Anneliese jungem Leben: Niemals solange Anneliese schon zu denken vermag, hat sie ihren Vater anders als arbeitslos gesehen. Als ganz normaler Zustand erschien es dem kleinen Mädchen, daß sein Papa immer, wenn es leichthin kleine Sehnsüchte nach schönem Spielzeug äußerte, darauf die Anwort bereithielt: „Später, Anneliese, später, wenn es wieder Arbeit gibtk" Daß dieses „später" eine Art Zeitwort mit unbestimmtem Begriff fein mußte, verstand schon das kleine Kind. Als ganz normalen Zustand empfand es dir kleine Anneliese, daß die Brotschnitten von Natur aus zwei trockene Seiten aufzuweisen hatten. Daß es Fleisch nur in winzig kleinen Stückchen zu geben schien, daß ein Mäntelchen zwei Seiten besaß, von denen jede einen Winter lang halten mußte. Seit acht Wochen gehört das Zeitwort „später" für Anneliese und ihren Papa der Vergangenheit an. Seit zwei Wochen weiß das Kind, daß man für bares Geld neue Strümpfe, neue Schuhe, neue Hemdchen kaufen kann. In den Mitteilungen der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung figuriert das Schicksal des Drehers der Leitz-Werke Walter I. nur als einstellige Ziffer. Im Bewußtsein des Kindes verkörpert der große gelbrote Ball die Wende in feinem kleinen Leben. Im Jahre 1930 bekam Walter I. den letzten auf die Mitterhofer-Maschine, die Glidden in Wien kennengelernt hatte. Auch die sichtbare Schrift, eine wichtige Voraus- setzung für schnelles, zielsicheres Maschinenschreiben, geht wiederum auf einen — in Amerika beheima- toten — Deutschen Wagner zurück. Wir marschieren also in aUeröorberfter Linie auch auf diesem überaus wichtigen Kulturgebiete. Und dem ent- spricht auch die Güte und Schönheit der deutschen Schreibmaschinen, die heute führend auf dem Welt- markte sind. Statistisch ist die Herstellung und der Absatz von Schreibmaschinen deutscher Erzeugung noch nicht fest Umrissen worden, weil die herstellenden Fabriken zumeist auch noch andere feinmechanische Apparate von der gleichen Belegschaft her- stellen lassen. Immerhin wissen wir, daß wir allein die Ausfuhr der deutschen Schreibmaschinen mit Einschluß anderer Büromaschinen auf einen geldlichen Gegenwert von mindestens 80 Millionen Reichsmark ansetzen dürfen. Das ist ein bedeutsames Zeichen der Beliebtheit der deutschen Maschinen, deren Haupteigenschaften Festigkeit, Genauigkeit des Arbeitens und Preiswürdig- kett sind. Ein Arbeiterheer steht nicht nur hinter den Drehbänken und Werktischen, darauf diese Wunderwerke der Technik täglich in Tausenden von Stücken erstehen, sondern auch die Bedienung sichert einem — meist weiblichen — Heerbann an Schreibgehilfinnen Arbeit. Zugleich ist die Schreibmaschine heute unerläßliche Voraussetzung für ein großzügig, gründlich und ordentlich geführtes Büro; weiterhin ift sie zuverlässiger Arbeitskamerad für zahllose kleine Geschäftsleute, Aerzte, Schriftsteller, Berroal- tunqsämter ufro. Ihre Unentbehrlichkeit verdankt die deutsche Schreibmaschine besonders ihrer stets stärker in Erscheinung tretenden Anpassungsfähigkeit an alle möglichen Aufgaben. Wir haben — und auch hier ist die deutsche Vervollkommnung bemerkenswert und führend — heute neben der Walzenschreibmaschine flachschreibende Buchungsmaschinen, die in bereits gebundene Geschäftsbücher Eintragungen machen, ebenso zuverlässig wie die Hand des Buchhalters, der diese Urkunden des ehrsamen Kaufmannes führt und beschreibt. Wir haben rechnende Schreibmaschinen mit Tabulatortasten, Addier- und Subtrahiereinrichtungen, wir kennen sogar Stenographiermaschinen, Schreibmaschinen mit fremdsprachigen Alphabeten neben Gotisch oder Antiqua; mir fertigen mustergültige elektrische Maschinen an, die Arbeitskraft und Zeit sparen, und geräuscharme Maschinen, die unsere Nerven schonen. Von der schweren Tischmaschine bis zur niedlichen und doch so leistungsfähigen, dauerhaften Reiseschreibmaschine stehen sie uns in langen Regimentern unb Bataillonen zur Verfügung, die unentbehrlichen kleinen Schreibgehilfen des arbeitenden Menschen der Neuzeit. tonb > ?'len 25 A°i Sm s£v “<«•—*■" sä“' M-st asas „ .----~ I fagten Fensters. Das Mädel ging ihm nicht mehr Bei den Mannern vom -Sau. aus dem Kopf. ZwanM Jahre war sie, soviel der Arheit wußte er schon. Und ArLeü hatte man auch w.eder. Fröhliche Geschichten von der Arbeit. muhte doch einmal sein. Und ... Und eine die Frau i,i hell Hitler! Sprenger. Systems gesetzt werden. Nicht Einzelfälle regelnd, sondern die großen Grundgedanken als Normen aufstellend, hat das Arbeitsordnungsgesetz mit den hohen idealen Anforderungen, die es an die arbeitenden Menschen stellt, seine Ziele in die Zukunft gesteckt. Es bestand bei der Schaffung des Gesetzes Klarheit darüber, daß noch große Erziehungsarbeit zu leisten sein würde, die das Arbeitsordnungsgesetz voraus- *!'L 'nung ß Kr >ettfn2 5 4t- Zwei Zchre deutsche Soziawersaffung. 15on Günther Gchelp, Assessor Dr. jur. im Reichs- und Vreußlschen Arbeitsminisserium Arbeiter und Arbeit stehen im Dritten Reich wie in keinem anderen Staate im Vordergründe. Aeuher- lich findet das auch darin seinen Ausdruck, daß der 1. M a i, der Tag des schaffenden Menschen, zum Nationalfeiertag erklärt worden ist. Bei dieser Bedeutung der Arbeit im Staatswesen war es erforderlich, daß mit als erstes das Arbeitsleben eine in feste Formen gegossene Grundordnung aus dem Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung bekam Wenn das deutsche Volk am I.Mai (einen Nationalfeiertag begeht, dann erscheint es ange- bracht, an diese grundlegende Sozialordnung zu ^^wesentlichstes Gesetz dieser Arbeitsverfassung ist das Gesetz zur Ordnung der nativ, nalen Arbeit am 20. Januar 1934 verkündet Aufruf des Gauleiters zum 1. Mai. Hoch stehen wir unter dem Eindruck des 29. TNärz, dem Tage, da ein 900366 Volk in unerhörter Einmütigkeit das Bekenntnis seiner wiedergesundenen Kraft und seiner Einheit der erstaunten Welt gezeigt hat. Zeder Volksgenosse, ob Arbeiter der Stirn oder der Faust, ob Gefolgschaftsmann oder Betriebssichrer, ob Wann oder Frau, alle find Teilhaber an dem Gelingen des grohen Aufbauwerkes unseres Führers. Das Wunder unserer politischen Erneuerung wäre ohne die nationalsozialistische Gemeinschastswee, die sich immer mehr in jedem Herzen Bahn bricht, nie möglich gewesen. Dankerfüllt und stolz schauen wir zu unserem Führer empor, mit dem gleichen Stolz, wie auch er auf sein geliebtes mutiges Volk sieht. Dieses Vewuhtsein des Stolzes soll Euch schaffende Wenschen am Festtag des deutschen Volkes beseelen, hieraus sollt Ihr schöpfen: Den Stolz aus Sure Taten! Den Wut für den Tages- und Schicksalskampf! Die Freude am Dasein! Gelächter gibt Schwung und Stimmung Arbeit geht noch einmal |o schnell. Da ist die Ge schichte vom grünen Anzug, der lila war und chwarz werden sollte. Lila wurden schließlich vor Gelächter die, die mit dabei gewesen, schwarz wurde Emil? Gemüt, wenn er daran dachte, daß nun ferne Wit!* Dreher ®a[. 1« SJeiWrte W Anneliese enster an der •beutet für die 1 ben Beweis Monate lang er, und in an. ie blaue, grüne einen ober die sein, Anneliese t mehr gelten, JPa der beste, Wetzlar denken Urotzen Ereig. |em Leben: $u denken ver- arbeitslos gx. ^schien es dem imer, wenn es nem Spielzeilg hielt: „Später, Arbeit gibtF Dort mit unbe. land schon das npfanb es dir fen von Statut n Ratten. Laß *d)en ju geben m besah, von mußte. Dort „späte? Mtzenheit an. daß man für Schuhe, neue ilt für Arbeiis' s Drehers der ige Ziffer. 3m er große geb m Leben. 1. den letzten wtboten.) der ?°M>chen u ‘ Ätt.fafi: . Mai für “ft U ,rhMt oen ^e'hen dieser l°f|en - [Prp, °k Ünd sider n),öerfpiegeln. r Zum Tu. 5 Tei '"M ist tal'H ^rbeH?hino4 durch A'enst. orLKeude' sidden in Wien ichtige Voraus, schinenfchreiben, rerifa beheima« . Wir marschie- uch auf bieseni Und bem ent« t ber beutschen auf bem Welt- ellung unb ber her Erzeugung l die Herstellen- bere feinmedja« Belegschaft her« daß wir allein n Schreib' Büromaschinen on mindestens ürfen. D-w ist theit ber beut« chaften Festig' ) Preiswurb'g' icht nur hin c darauf diese I-uI-rrd-n--" . sie d-M° E A sfK zuoerlaW Sn T r bi« «K- on<"- ■njj'jM*’ enb«n gesehenen Möglichkeit, Tarifordnungen und Richt- (inten zur einheitlichen Gestaltung der Arbeitsbedm- gungen zu erlassen, ist deshalb noch in erheblichem Umfange Gebrauch gemacht worden. Große Aufgaben sind nach dieser Richtung hm von den dafür vorgesehenen staatlichen Organen, den Treuhändern der Arbeit, in dieser Zeit bewältigt worden. Als Beauftragte der Reichs- regierung auf dem Gebiete des Soziallebens find von ihnen und den für bestimmte Aufgaben be- stellten Sondertreuhändern nach Beratung in Sach- Verständigenausschüssen die erforderlichen Tarifordnungen und Richtlinien erlassen worden. Als Ga- ranten des Arbeitsfriedens haben die Treuhänder der Arbeit außerdem noch all die vielen anderen Aufgaben zu erfüllen, die ihnen das Arbeitsord- nungsgesetz zugewiesen hat. Sie haben die Tätigkeit der Vertrauensräte überwacht, ungeeignete Vertrauensmänner sind von ihnen abberufen und geeignete dafür eingesetzt worden. Der Erlaß von Betriebsordnungen und ihre Durchführung ist von ihnen sorgsam verfolgt und gefördert worden. Wenn Grete S....?" , Ja, diefe Geschichte ist eigentlich recht kurz. Fünf Jahre lang gingen die beiden schon miteinander, der Oskar M. und die Grete S. Vier davon hätten sie schon unter dem gemeinsamen Namen zurück- legen können, wenn nicht... „Ich wollte mich doch nicht von der Ehefrau ernähren lassen. Gewiß, sie hat Arbeit gehabt. Sie hat verdient. Ich war ohne Arbeit, von 1931 bis 1935 im Februar. Wir haben gewartet. Immer gewartet. Eines Tages sahen wir beisammen und besprachen den Unsinn der Tat- suchen. Sollte es so weitergehen, daß Grete in die Fabrik ging und ich auf den Nachweis?!" „Wenn du meine Stellung bekommen könntest, würde ich gerne die Arbeit aufgeben, würde gerne heiraten." Es war nur ein Wunsch, gesprächsweise hingeworfen. Der Gedanke ließ Grete S. nicht los. Sie ging zum Betriebszellenobmann. Ob es nicht zu verwirklichen wäre, daß Oskar M. ihre Arbeit übernehmen könnte, es handle sich doch nur um einen kleinen Mehraufwand an Lohn. Der Be- triebszellenobmann besprach die Anfrage im Der- trauensrat bei Telefunken. „Wir hätten einen ahn- liehen Fall", hörte man von einem Arbeitskame- Taben, der Mitglied des Dertrauensrates war und in einer anderen Abteilung arbeitete. „Ja, wir eigentlich auch", meinte der Dritte. Heute vermag man im Personalburo bet Tele- fünfen eine lange Reihe Namen herauszuzahlen, aus Fräulein Grete S. wurde Frau Grete M., aus Lotte K. eine Frau Lotte T. und Gertrud B. ver- wandelte sich bald in Frau Gertrud P. Die Frauen räumten den Männern die Arbeitsplätze em, der Betrieb gab von sich aus einen Ehe-Zuschuß — und heute arbeiten die Männer, ihre Frauen sitzen dort, wo sie sich wohler fühlen, im eigenen Haushalt. Nach Terpentin jedoch — nach Terpentin und Oelfarde hat Emil noch drei Wochen darauf ge- duftet. , Der unerwartete H0 cht0urlst. Gerüste haben ihre besondere Anziehungskraft für Nachtschwärmer. Wie erstaunt waren zwei Dachdeckergesellen, als sie eines Morgens nahe beim Schornstein auf dem Dach einen Mann in Mantel und Smoking fanden, der erst nach heftigem Schut- teln aus dem Schlaf geweckt werden konnte. Es dauerte geraume Zeit, bis er sich erinnerte. Um seinen Freunden zu beweisen, daß er noch nüchtern war, hatte er sich in der stillen Seitenstraße in das Gerüst begeben, um dann in lustiger Höhe vor Alkohol und ungewohnter Anstrengung am war- men Schornstein sein Nachtlager aufzuschlagen. Nach einigen Rufen war unten alles im Tran roet- tergezogen, selbst seine Ehefrau hatte vergessen, sich weiter um ihren Mann zu kümmern. Uebrigens war der nächtliche Kletterheld nicht zu bewegen, auf dem gleichen Wege den Abstieg vorzunehmen, sondern zog die Dachluke und anschließend die Treppe vor. Sie ist sicher nicht leicht, die Arbeit am Gerüst, sie fordert Kerle, die dreißig Meter über dem Erdboden auf einem schmalen Brett ebenso zu Hause sind, wie andere auf dem Bürgersteig. Aber gerade darum erinnern sie sich mit Schmunzeln aller Begebenheiten, die auch hier das Lachen m den gleichförmigen Alltag tragen. Udo Wolter. Das hat dem roten Mann gefallen. Zehn Vollblutindianer, die in einem Reservatgebiet in Nordquebek leben, hatten kürzlich zum erstenmal Gelegenheit, mit der westlichen Kultur in Berührung zu kommen, indem sie in ein Krankenhaus gebracht wurden, und hier gefiel es ihnen so gut, daß sie gar keine Lust verspürten, wieder nach Hause zurückzukehren. Die Indianer wurden in die Stadt gebracht, weil sie an verschiedenen Krankheiten, von Zahnschmerzen bis zur Mandel- entzündung, behandelt werden wollten. Zum ersten- mal machten st- eine Fahrt auf der Estenbahn und sonor in einem Automobil, zum erstenmal Iahen sie eine große Stadt und starrten entgeistert 3U den Wolkenkratzern empor, zum erstenmal schliefen sie wie der weihe Mann im Krankenhaus in einem richtigen Bett. Das wollten die roten Manner nun immer so haben, und man mußte ihnen lange gut i zureden, man muhte sie vor allem damit locken, • daß sie wieder im Auto und im $nge fahren wur- . den, bis sie sich endlich dazu bringen ließen, die Heimfahrt zu ihren trübseligen Hütten anzutreten. und in seinem Hauptteil am 1. Mai 1934 in Kraft getreten. Gerade zwei Jahre sind demnach am 1. Mai 1936 vergangen, in denen dieses Grundgesetz zum weiteren Aufbau des Staates, des Sozial- lebens und der Wirtschaft beigetragen hat. Welche umwälzende Neuordnung dem deutschen Volke durch die nationalsozialistische Arbeitsverfassung gegeben ist, wird erst dann offenbar, wenn man an das hinter uns liegende Sozialsystem des Parteienstaates denkt. Da waren es die von dem Gedanken der Gegensätzlichkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und von der Idee des Klassenkampfes ausgehenden Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, die die Arbeitsbedingungen aushandelten und um die einzelnen Bestimmungen feilsch- satzt Wenn man jetzt durch die einzelnen Betriebe geht, oder an Kameradschaftsabenden teilnimmt, dann wird einem offenbar, daß in den verflossenen zwei Jahren in der Erziehung der schaffenden Menschen zu der Idee der Volksgemeinschaft Großes geleistet worden ist. Neben dem Verdienst der sonstigen Träger der Sozialverfassung ist es besonders der Schulungsarbeit der Deut» ch en Arbeitsfront zu danken, daß das gegenseitige Verstehen zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft und der Gedanke der Betriebs- gerne in schäft als höchstes Ziel im Sozialleben sich bereits weitgehend durchgesetzt hat. In wahrer Arbeit ist keine Sache, bei der man immer nur die Stirn in ernste Falten ziehen muh. Arbeit ist auch ein fröhlich Ding. Die Manner vom Bau wissen ein Liedchen davon zu fingen. Kein sanftes, lächelndes Wiegenlied, auch kein Chanson mit glitzernden Lichtern darin. Nein, aber eine kräftige, handfeste Weise, ein richtiges Landsknechtslied aus lauter Werkhumor. Der Spaß ist gelungen — warum soll man nicht dröhnend lachen und sich die Schenkel klopfen? Und auf schwan- kern Brett in luftiger Höhe ist man nicht sicherer als auf dem würzigen Boden gutmütigen Schabernacks. Rohrbruch mit Liebesglück. Irgendwo im Land steckt er jetzt, dieser Bau- mann. Steckt dort nicht allein, sondern mit einer hübschen jungen Frau, die er ungefähr fünf Meter über der Erde kennengelernt hat. Fünf Meter über der Erde! Ganz genau. Es mag gute drei Jahre her sein, daß diese Eheanbahnung stattfand Baumann hatte gerade wieder Arbeit am Gerüst gesundem Es galt, e,n Haus abzuputzen und das Dach in Ordnung zu bringen Baumann, endlich wieder in d-r Lage sich -in ordentliches Frühstück zu leisten saß mi W be" ersten Stockwerks im Gerüst und hielt stch an seine Schinkenbemmen. Zwei hrpite Kerle wie er, waren mit der Kasseepuue oe ickäftiat die Sonne schien in das Gerüst, alles war Mch und schon, als hinter ihnen plötzlich eine helle Stimme hochging. Sie laßen dicht neben einem Küchenfenster. Bau- mann war als erster herum und starrte zögernd das Halbdämmer hinter den Scheiben, aus dem dieses Geschrei tarn. Dann b°imrk - -r^was dort innen oor sich ging. Dort lief Wassers W°si-r -iS* - einem soliden See anwuchs. ^b^chok?^ch^Aug'L^ä^ vor chm stand,'dannli-ser sich ein Schrau- benschlüssel geben und stieg eim Em « “‘9' runter zum Hauswart. Nach.kurzer Z für Schaden abgestellt. Das übrige war Arbeit \ den Klempner. . Daneben jedoch war es noch eine Merige meh. Baumann sah jetzt oft genug m der Nahe des be Wochenlohn. Trotzdem fand sich ein tapferes Madel bereit, feine Frau zu werden. Vor vier Jahren wurde die Tochter geboren. „Auf dem Arbeitsamt wurden Dreher verlangt. Ich habe mich gemeldet, wurde in der Fabrik angenommen. Gewiß, es ist nicht leicht geworden, sich wieder einzuarbeiten. Die Maschinen waren im Jahre 1930 noch einfacher, die Technik ist inzwischen sprunghaft vorgeschritten. Aber man hat Rücksicht auf uns genommen, auf die Neueingestellten. Man hat uns gleich am ersten Tatze gesagt, wir sollten uns ganz langsam wieder m die Arbeit hineinfinden und uns durch einen „Schnitzer" nicht enttäuschen lassen. Das ist die ganze einfache Geschichte, wie ich und mit mir ein Dutzend Arbeitskameraden wieder in Lohn und Arbeit gekommen sind", sagt der Dreher Walter I. aus Wetzlar, und er meinte, daß diese Geschichte nicht des Aus- zeichnens wert sei, denn sie unterscheide sich in keinem Punkt von der Geschichte hunderttausend anderer Volksgenossen ... In Oderschöneweide wohnt Oskar M. mit seiner Frau und einem zweijährigen Jungen. Neulich bekam er Besuch eines lange aus seinem Gesichtskreis entschwundenen alten Front-Kameraden. Fritz W. staunte über die gemütliche Heimstätte des Freun- des: „Mensch, du hast wohl reich geheiratet?! Vor vier Jahren oder vor fünf, das weiß man nicht mehr so genau, bist du doch jeden Samstag mit der brach. Emil wischte. Allmählich bekam er wieder Sicht. Ein Blick genügte, um zu zeigen, daß hier sämtliche Färbemittel der Welt ausgedient hatten. Gegen die Sturzse der Fensterbretterfarbe, deren Rest, zusammen mit dem Topf, auf dem Hof lag, kam auch seine Frau nicht an. Man schaffte Emil, der blinzelnd durch seine grüne Fassade sah, vorsichtig vom Gerüst. Unten auf dem Hof pellte man ihn halb aus und begann ihn mit Terpentin zu reinigen. Alle Fenster des Hofes waren besetzt. Es rourhe ein grandioser Lacherfolg. über allgemeine Arbeitsbedingungen einmal keine einhellige Ansicht zwischen Betriebsführer und Vertrauensmännern erzielt werden konnte und die Entscheidung des Betriebsführers mit den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen des Betriebes nicht vereinbar erschien, dann hat der Treuhänder der Arbeit darüber zu entscheiden gehabt. Nicht mehr wegzudenken aus dem deutschen Sozialleben sind die in der Arbeitsoerfassung vorae- sehenen Ehrengerichte, deren Aufgabe es ist, die soziale Ehre des schaffenden Menschen zu schützen. Schließlich hat auf dem Gebiete des Kündigungsschutzes die deutsche Sozialverfassung Erhebliches zur Vertiefung der Gedanken der nationalsozialistischen Weltanschauung auf dem Ge- biete des sozialen Lebens beigetragen. Davon aus- gehend, daß Betriebsführer und Gefolgschaft im Sinne des altdeutschen Treudienstvertrages in guten und schlechten Zeiten zusammengehören, ist der Kündigungsschutz erheblich verstärkt worden. Vor allem haben auch bei der Entscheidung der Frage, ob Du Kündigung für den Gefolgsmann eine unbillige Härte darstellt und deshalb nach dem Arbeitsort)- nungsgesetz widerrufen werden kann, die Arbeitsgerichte einen erheblich strengeren Maßstab angelegt, als es früher der Fall war. So hat in den zwei Jahren des Bestehens der deutschen Arbeitsoerfassung ein gewaltiger Ausbau dieses Sozialgebäudes stattge- unden. Auf alle die Durchführungsverordnungen und die sonstigen Gesetze, die als Steine in ben großen Bau eingefügt worden sind, kann hier nicht em» gegangen werden. Alles hat dazu beigetragen, die Drbnung des deutschen Arbeitslebens weiter zu fördern. Noch bleibt aber auch in Zukunft an Er- ziehungsarbeit und an der gesetzlichen Neuordnung des deutschen Sozialsystems viel zu schaffen. Stolz können wir auf das in den zwei vergangenen Jahren Gewordene zurückblicken. Es wird auch für die Zukunft ein Ansporn sein, auf dem beschrittenen Wege weiter sortzuschreiten! Betriebsgemejnschaft, wie es das Arbeitsordnungs- aesetz verlangt, steht heute die große Mehrzahl der Betriebsführer an der Spitze ihrer Gefolgschaft und lenkt die Geschicke des Unternehmens. Mit dem Betriebsführer arbeitet in wirklicher Betriebsverbundenheit seine Gefolgschaft zusammen, für deren Wohl er nach dem Arbeitsoronungsgesetz zu sorgen hat. Zur Vertiefung des Vertrauens zwischen dem Betriebsführer und feiner Gefolgschaft haben die Vertrauensmänner ihren Teil beigetragen. Sie haben dem Betriebsführer in allen betrieblichen Fragen beratend zur Seite gestanden. Auch ihr Verdienst ist es, wenn heute die Betriebe echte Schicksalsgemeinschaften geworden sind. Wie es im Arbeitsordnungsgesetz vorgesehen ist, haben sich die Betriebsgemeinschaften als wichtigste Zellen des Soziallebens in den zwei vergangenen Jahren ihre Gemeinschaftsordnung in Form von Betriebsordnungen gegeben. Aus diesen Betriebsordnungen, die den Eigenheiten des einzel- nen Betriebes gerecht werden, ergeben sich in 23er- binbung mit ben Arbeitsverträgen die Rechte und Pflichten für die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft. , , , Allerdings hat bisher nicht auf lebe überbetriebliche Regelung ber Arbeitsbedingungen verzichtet werben können. Das war in ben ersten Jahren bes Wirkens ber Sozialverfassung schon beshalb nicht möglich, weil nach ber Einführung einer solchen ten. Tarifverträge, die in jeder Beziehung unvollkommene Kompromisse waren und die Eigenheiten des einzelnen Betriebes in keiner Weise berücksich- tigten, waren die Ergebnisse von oft monatelangen Verhandlungen. Streik und Aussperrung dienten bei diesen Verhandlungen dazu, ben Gegner in eine Zwangslage zu versetzen unb ihm und damit bem schaffenben Menschen und dem Wirtschaftsleben großen Schaden zuzufügen. Daß der Nationalsozialismus, von bem Gedanken der Volksgemeinschaft ausgehend, mit diesem System, das eine künstlich geschaffene Kluft zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer immer weiter aufriß, von Grund aus brechen mußte, war selbstverständlich. Eine vollkommen neue, auf dem Gedanken Baumann schielte nach dem Fenster, das sich sachte öffnete. Mochten die Kollegen über und unter ihm auch ihre Zicken reißen, er hielt stand Die Pausen brachten nicht mehr Schinkenbemmen allem. Sie brachten noch ein Mädchen an das Fenster. Und Baumann, Troubadour im Gerüst, überlegte, daß dieser Wasserrohrbruch wohl doch mehr als ein geplatztes Rohr, ein überdrehter Hahn gewesen, daß bas Schicksal hier vielleicht... Man traf sich nach Arbeitsschutz, zufällig natürlich, einige Male auf bem Hof. Dann zum Tanzen. Unb dann, nach allerlei Zwischenspiel, fahrplanmäßig auf dem Standesamt. Zwei Kollegen vom Bau waren Trauzeugen. Baumann hat e gute Arbeit in Schlesien gefunden. Baumann hatte eine hübsche junge Frau gefunden. Was kann einer schließlich mehr von einem ganz gewöhnlichen Wasserrohrbruch verlangen. Dreißig Groschen fürs Telephon Emil hatte einen Anzug. Einen Lilaanzug. Der Lilaanzug, ehemals ein Prunkstück, das nun langsam zum Alltagsanzug und dann zur Gerustaebeit herabgewandert war, war auch für den Bau nicht mehr ganz einwandfrei. Der Stoff zwar — der hielt. Wo Emils Frau kaufte, da kaufte sie gut und für Jahrzehnte. Aber die Flecken! Die Flecken überall! Selbst auf bem Gerüst, auf bem man boch bestimmt nicht verwöhnt war, fiel Emil auf. Etwas mußte geschehen. Unb es geschah m der Form, daß Emils Frau eines Abends einige Pack- chen auf den Tisch legte unb sagte: „Morgen wird schwarz gefärbt. Zieh für die paar Tage die aller- ältesten Klamotten an. Einen pikfeinen Anzug be- kommst du wieder, sage ich dir ..." An diesem Abend hatte Emil Skatabend. Schlaftrunken stieg er morgens aus dem Bett, zog den Lilaanzug an. Als die Frau es bemerkte, war es zu spät. Emil mußte zum Bau. Der Farbwechsel wurde um einen Tag verschoben. Auf dem Bau waren nicht nur die Maurer unb Dachdecker allein. Im 3. unb im 4. Stock schwen - ten bie Maler mit ihren Farbtopfen herum. Emil stieg über sie hinweg, in seinen Bereich. Dort oben erzählte er, bah sein Anzug einen neuen Anstrich erhalten würde. Zu lange hatte man ihm mit dem scheckigen Ding auch schon aufgezogen. In ber Frühstückspause mußte Emil herab. Zum Hauswart unb von bort zu einem verschwiegenen Ort. Als Emil roieber aufstieg, saßen Dort oben Die Maler und pfiffen sich eins. Neben ihnen standen die Farbtöpfe. Emil griff tapfer unb energisch die Sprossen. Vielleicht, baß er em wenig zu stark gerüttelt hatte, vielleicht, daß da oben ein ßaufejunge von Maler- lebrling ben Topf zu nahe an ben Bretterrand ge- stellt. Emil hörte etwas rauschen. Er sah eine grüne Woge über sich hinwegspulen, horte etwas auf ben Hof klatschen. Unb bann blieb es einen Augenblick still, bis bie Explosion von einem Dutzend Gelächtern jäh und dröhnend m die Stille Auch der Bauer Arbeiter der Nation. Der Landesbauernführer zum 1. Mai. Am lag der nationalen Arbeit steht der Bauet stolz unter den Schaffenden aller Berufs st an de in dem Bewußtsein, auf Gedeih und Verderb mit ihnen verbunden zu sein. Er empfindet es mit freudiger Genugtuung, daß die Fremdheit zwischen Stadt und Land, zwischen Industriearbeiter und Bauer geschwunden ist vor dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer einzigen Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes. Die Lebensaufgabe des Bauern im Dienst der Gesamtheit ist der Kampf um die deutsche Nahrungsfreiheit. Deshalb begeht auch der Bauer diesen 1. Blat in dem Bewußtsein, Arbeiter der Nation zu sein, und in der Gewißheit, daß seine Arbeit weiterhin eine ge- sagnete sein wird. gez. Dr. Wagner, W. d. R. Landesbauernführer. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in 23er- tretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Vr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. HI. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. , Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Oft ilt bas nicht so einfach mit bem Gelächter. Manchmal kommt J erst -in- -Ute Weile hmter- her, wie bei denen, die ihren Kollegen an einem Taae aeaen breitzigmal vom Gerüst klettern unb wLrV°us?°mm?n I°h°n. 2°d° di-!°r Kl°tt°r°i-n kostet Jochen einen Groschen den er sich ftetsi mm einem Kollegen pumpen mutzte. Er hatte absichtlich alles Kleingelb zu Hause gelassen, er woltte nicht anrufen. Schon wenige Minuten leboch, nachdem er auf hem Bau erschienen, lieh er alles Heldentum beiseite und stand in der Telephonzelle. Die Frau lag in der Klinik in den Wehen. Nach und nach waren alle Kollegen unb Kameraden um ihre flüssigen Groschen erleichtert, so daß schließlich sogar der Hauswart herhalten mutzte. Dann, ungefähr nach dem dreißigsten Anruf, erschien Jochen mit strahlendem «am Gerüst. Alles war glücklich, über, standen Frau unb Junge befanden sich rooblauf. Er hatte sich seinen Sohn ehrlich erklettert. Die drei Mark Telephongelb wurden von allen Groschenbesitzern am Bau bem neuen Sprohlmg als erstes Patengelb verschrieben. Emil wechselt die Farbe. Glaskontor G. m. b. H Gießen, Lahnstraße 13 Brennftoftoerbraudi (Gtmifch) auf 100 hm Im Durcbfchnttt 7.55 Ur. 0.20 Ltr. Oltxrbrauch cinlchLOlroechfel auf 100 hm Telegramm-Adresse: Glaskontor / Fernruf 3683 DU Wagen großer Leiftungen! 2752 A Generalvertretung* H. Wagener, Gießen, Frankfurter Str. 45, Ruf 4120 Verkauf nur über das einschlägige Handwerk Piano oder Flügel 2786 D rr IMEDRE DRUCKSACHEN VVCKDC Brühl. Gießen Auch tel 770 Vereine aufs tanb! Gebt Ser NSV Freiplätze! Schuhe Dipp von Neue Modelle — Alte Erfahrungen 2782 D Verkäufe Mädcben 9 o 15 300,— RM. . 16 700,— RM. Nicht verblüffen lassen Gastwirtschaft be- Bei Rheuma, Ischias, Nervenschmerzen mit dem Raben! VICTORIA c^rirnut cuvß, <^JzörJtelf Gezählt wurden auf soooo hm Fahrftredie im Großftaötoerheh» 57012 Schaltungen / 69101 Kupplungen • / 98173 Bremsungen Türen- und Fensterfabrik • Bau- u. 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Ebenso unerträglich sind die Zustände, wenn die Beschäftigung männlicher Volksgenossen allein daran scheitert, daß es immer noch Arbeitgeber gibt, die sich von den sogenannten weiblichen Doppelverdienerinnen nicht zu trennen vermögen, oftmals wird diese Beschäftigung mit den für den Betrieb notwendigen Spezialkenntnissen dieser Mitarbeiterinnen begründet, aber bei einigermaßen gutem Willen ließen sich ebenso gut nach erfolgter Einarbeitung diese Plätze durch männliche Volksgenossen besetzen. So ist überall nur der gute Wille tungsbeamte wieder kein Dreher, Schlosser oder Mechaniker sein kann. Halbheiten gibt es eben nicht. Man kann nicht Nationalsozialist sein, um auf der einen Seite das Leistungs- und Führerprinzip anzuerkennen, um es in diesem oder jenem Falle nicht anwenden zu wollen, hier gibt es keine Kompromisse. Die L e i st u n g wird daher jetzt und in aller Zukunft allein ausschlaggebend sein für den einzelnen wie für die Werks- und Betriebsgemeinschaft zum Wohle unserer großen deutschen Volksgemeinschaft. Darüber muß also volle Klarheit herrschen. . Wenn wir nun zum Tag der Arbeit, am 1. Mai, Rückschau halten und eine bisher noch nie dage- wesene Entwicklung deutschen Fleißes bewundern dürfen, dann wollen wir alle, ein jeder an feinem Platz, mitarbeiten an dem großen Aufbauwerk, damit auch der letzte deutsche Volksgenosse Arbeit und Brot erhält. Denn Arbeit ist Leben. Millionen deutscher Volksgenossen, die nach jahrelanger Erwerbslosigkeit wieder Arbeit und Brot und damit ihre Lebensfreude zurückerhalten haben, werden dies bestätigen. wandte Volksgenossen zur Einarbeitung veranlaßt I bau und nicht auf den Aufbau eingestellt. Wenn werden. Ebenso unerträglich sind die Zustände, sich daher heute in den verschiedenen Berufen ein --- " Mangel an einsatzfähigen Leistungs- und Qualitätsarbeitern bemerkbar macht, dann müssen alle die in Frage kommenden Stellen, Industrie- und Fachzweige, mit den Arbeitsämtern, der Deutschen Arbeitsfront und nicht zuletzt der Erwerbslose selbst, noch mehr als bisher alles daran setzen, diese Mängel auszugleichen. Auch die bevorzugte Unterbringung von verdienten Volksgenossen wird nur nach deren leistungsmäßigen beruflichen und fachlichen Eignung möglich sein. Es ist auch nicht so, daß es bei Verwaltungen oder Organisationen bei Reichs-, Staats- oder Parteistellen Positionen zu besetzen gibt, wo mit Rücksicht bevorrechtigter Verdienste, fachliche Eignung, Wissen und Können eine untergeordnete Bedeutung spielen dürfte. Ebenso ist es im Privatbetrieb. Wer mit solchen Gedanken kommt, dem ist nicht zu helfen. Der Buchhalter muß eben feine Buchhaltung verstehen wie der Techniker sein Fach beherrschen muß. So kann der Metzger kein Arzt sein, rote der Verroal- ^Dk^Somöbk hatte da Ponte zu -'nem Libretto verarbeitet, auf den Vorschlag des lUNgen Wolfgang Kein Name für das Theater an der Burg^ Em W «nun, klein, hager, rauschende tzaus. 5. Wilfriede von Dassel, Kindergärtnerin, 6. 7. 10. Der Tod ist ein glorreiches Ereignis für den, der zu Jesus geht. im 52. Lebensjahr von uns gegangen. kostkuren usw. 278»A iränterhans Inn(i, Pieken. M&nsbnrQ 01980 tiertes Lager. 2775 V Wir erbitten Ihren Besuch I HJfaessMaM Kreuzplatz 15 — Seit 185 Jahren Textilhaus’ WANDERER abberufen. der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 2772 D - wie unschön - werden schnell Lebensrnittel Feinkost Südfrüchte Weine 9764 D \XJ CDDC DRUCKSACHEN "CKDC Brühl, Gießen BORRMANN“ Gießen Neustadt 5 2760£ 8. 9. Berlin SW 11, Hallesche Straße 28 IL, Gießen, Henselstraße 4, am 29. April 1936. Gießen, Warmbrunn, Offenbach, den 29. April 1936. Die Beerdigung findet Samstag, den 2. Mat vormittags 11.30 Uhr von Erich Eichhoff, Berlin Carl-Ernst Eichhoff, Gießen Anna Caesar, geb. Jaeger, Gießen Elisabeth Brück, geb. Caesar, Gießen Adolf Caesar, Darmstadt Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 2. Mat vormittags 12 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Erbsenreiser Baum- und Rosenpfähle Bohnenstang. empfiehlt billigst Maob S. TrechS'.er Steinstr. 73. Tel. 3581 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund» preis von 5 Pf. für die Millimeter» idle veröffentlicht A ä Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Georg Hüttenberger, Bleiche Damen-Mäntel 18.50, 21.00, 23.75, 27.00 30.50,34.50, 38.50 u. höher ab RM ab Werk In Kostümen und Complets Kinder-Mäntel Wetter-Mäntel aus Batist, Gummi und Loden unterhalten wir ein gut sor- Neu-Eröffnungs2. Mai 1936 Ausführung aller Dacharbeiten mit bestem Material Sorau. Marta Schröder, Kontoristin, Zschoppau (Gau Sachsen). 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Sie wird zweifellos dazu beitragen, das Ansehen und die Leistungen des deutschen Molkereiwesens weiter zu heben. Nach längerem, schwerem Leiden Ist heute unsere Mutter, Tochter und Schwester Martha Eichhoff, geb. Caesar uHoufunremiakeilen durchürürvtkreySip Drula Bleichwachs, < restlos bese-hof ~erden (MT2S(rro) Nur in Apotheken erhältlich Best.: Engel-Apotheke. isuoV 3ljr neuer 3epptchvon ftoirith I I Lochstötter V Häm BRAND Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, lekhtverstlndlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlln-Llchterfelde 3ttltOlOOtflflf50l von Margarete Bote Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Sorges 62 Seiten. 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Alle im Beruf Tätigen sähen neidlos, wie das neue Deutschland an der Jugend arbeite und schaffe, wie es sie nicht verkommen lasse, sondern sich der Jungen und Mädel annehme. „Wir wollen aus ihnen Männer und Frauen machen!" so rief Dr. Ley aus, „die dermaleinst in ihrem Beruf etwas Tüchtiges leisten und damit Deutschland dienen." In leidenschaftlichen Worten führte Dr. Ley der Jugend die ewige deutsche Sendung vor Augen. Er erinnerte an die Zeit des schmachvollen Unterganges von 1918 und an den glanzvollen deutschen Wiederaufstieg. Er ermahnte die Reichsjugend, daß sie sich der Ehre bewußt sei, die ihr an diesem Tage zuteil werde. Er rief sie auf, dankbar gegenüber dem Volk und dem Manne zu sein, dem die Jugend dieses alles verdanke. Er schloß mit einem flammenden Bekenntnis zum Führer, dessen Glauben allein Deutschland aus dem Ehaos errettet habe. Mit stürmischer Begeisterung stimmten die Jugendlichen in das von Dr. Ley auf den Führer ausgebrachte Sieg-Heil ein. Das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied beendeten die eindrucksvolle Feier. Oie Ausbildung des Molkereipersonals Berlin, 29. April. (DRB) Im Reichsgesetzblatt ist soeben die 5. Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes erschienen. Durch sie regelt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die Ausbildung des Molkereipersonals. Die grundlegende Bestimmung dieser Verordnung besagt, daß künftig nur Person en mit abgeschlossener Milchwirtschaft- licher Fachausbildung die verantwortliche technische Leitung von Molkereien und ähnlichen Betrieben übernehmen dürfen. Uebergangsbestlm- mungen dienen zur Vermeidung von Härten. Die Verordnung ermächtigt den Reichsnährstand, die Einzelheiten des Ausbildungsganges zu regeln. Die Gesamtdauer der Ausbildung muß einschließlich der Lehrgänge mindestens 7 Jahre und 6 Monate betragen. Ihr Ziel ist der Erwerb des Frankfurter Schlaästviehmarkl. Frankfurt a. M., 30. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 46 Rinder (1 Ochse, 4 Bullen, 37 Kühe, 4 Färsen), 749 Kälber, 78 Schafe, 783 Schweine. Es kosteten: Kälber 45 bis 78 Mark, Hammel 42 bis 48, Schafe 42 bis 46, Schweine 51 bis 57 Mark. DJMrft- verlauf: Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe ruhig; Schweine wurden zugeteilt. Goldene Medaille ripr Reweis. dass auch Ihre w Kleidsame Formen xu äusserst niedrigen Preisen machen die Anschaffung bei uns wirklich leicht: gipujHili WM 01974 Die Beerdigung findet Samstag, 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Meine innigstgeliebte Frau, meine gute Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Sack, geb. Plank wurde heute morgen 1j15 Uhr im 66. Lebensjahr von ihrem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Für die trauernden Hinterbliebenen: Gustav Sack Gießen (Seltersweg 7), den 29. April 1936. Nr. W Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, ZO.April 1956 Marschall Petain warnt die Franzosen vor dem Kommunismus. Der Marschall wünscht eine seelische Gesundung Frankreichs ein?" Scharfe Angriffe der italienischen presse gegen England. Aegypten und der Abessinienkonflikt Gauwart „Kraft durch Freude", Gaupropagandawalier DAF., Heften-Nassau. NSG. Wie haben sich doch die Zeiten gewandelt. richtet wie seinerzeit Ras Seyoum und Ras Kassa über die der Heeresgruppe des Ras Mulugeta. Selbst wenn Nassibu sich noch einige Zeit halten, sollte, würde sein Schicksal in dem Augenblick besiegelt sein, in dem Addis Abeba von den Truppen der Nordfront eingenommen wird. Die Truppen, des Generals Graziani rücken trotz verzweifelter Gegenwehr des Gegners vor. Harrar liegt in einem auf einer weiten Talmulde aufragenden Plateau, etwa 1800 Meter über dem Meer. Die Stadt, die zweitgrößte in Abessinien, hat 45 000 Einwohner, fast durchweg Muselmanen. Städtebaulich weicht sie von allen anderen Ortschaften Abessiniens ab. Noch heute zeigen sich deutlich Spuren einstiger ägyptischer Herrschaft. Mit Diredaua, an der Bahn Addis Abeba—Dschibuti, ist Harrar durch eine brauchbare Straße von 50 Kilometer Länge verbunden. Harrar ist ein wichtiger Handelsplatz besonders für Kaffee, der im benachbarten Tschertsche-Gebiet hervorragende Ernten abwirft. Die Stadt ist ein Erblehen der Dynastie des Negus. Der Vater des Negus hat es verstanden, das Lehnsgebiet zu vergrößern. Ras Nassibu ist besonders als Führer der Jungabesslnischen Partei hervorgetreten. Verschiedene Reisen führten ihn nach Europa, besonders nach Frankreich. Nassibu spricht fließend französisch und italienisch. Militärisch ist er bisher nicht in Erscheinung getreten. Von dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht und dem Handelsvertreter der UdSSR, in Deutschland, K a n d e l a k i, wurde am Mittwoch eine Vereinbarung unterzeichnet, die den gegenseitigen Waren - und Zahlungsverkehr im Jahre 1936 regelt. * In Rumänien wurde der ehemalige Führer der aufgelösten Eisernen Garde, Corneliu C obre a n u auf Grund eines Haftbefehls des Galatzer Gerichts in der vergangenen Nacht verhaftet. Kleine politische Nachrichten. S. M. der König von Schweden nahm während seines Aufenthalts i n B e r l i n mit seiner Begleitung an einem ihm zu Ehren veranstalteten Frühstück des Herrn Reichsministers des Auswärtiges FreiherrnoonNeurath, teil. „machtvoll gegen den Faschismus, für die 40-Stun- denwoche und für Verteidigung des Friedens zu demonstrieren". Auch der sozialistische „P o p u l a i r e" kündigt für den 1. Mai einen Streik aller Arbeiter an. Wie hingegen der „Ami du Peuple" meldet, werden sich Kommunisten und Volksfront bemühen, ihre Kundgebungen für den 1. Mai in Ruhe durchzuführen, damit die Wählermassen für den zweiten Wahlgang nicht abgeschreckt würden. Auch werde der Streik nur teilweise durchgeführt werden. Besonders in den öffentlichen Dien st en wie Eisenbahn, Straßenbahn, Untergrundbahn, Post- und Telegraphendienst werde nicht gestreikt werden. Ebenso sei die Lebensmittelversorgung sichergestellt. Kommunistische Arbeitstosen- hehe in Polen. Erneut blutige Zusammenstöße. Warschau, 30. April. (DNB. Funkspr.) Unter dem Einfluß kommunistischer Hetzer ist es am Mittwoch in Polen wiederum zu Zusammen st ößen bei Arbeitslosenkundgebungen gekommen. In Chrzanow (Woiwodschaft Krakau) ver- fuchte eine Menge von etwa 3000 Arbeitslosen und Streikenden die Belegschaften der dortigen Betriebe durch Terror zur Teilnahme am Streik zu zwingen. Dabei drang die Menge gewaltsam in die Lokomotiofabrik ein, um die Nieder- Die Kommunisten sind die Hauptgewinner. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" veröffentlicht auf Grund einer eigenen sorgfältig durchgeführten Berechnung eine statistische Zusammenstellung über die Bewegung der Anhängerziffern der verschiedenen französischen Parteien, wie sie sich nach dem ersten Wahlgang ergeben hat. Danach sind bei der Wahl am vergangenen Sonntag im Vergleich zum Jahre 1932 rund 260 000 Wähler mehr zur Urne gegangen. Aus der Zusammenstellung des „Matin" ergibt sich ferner, immer im Vergleich mit den entsprechenden Ziffern der Wahl im Jahre 1932, daß d i e Radikalsozialistische Partei rund350 000 Stimmenverloren hat. Zu den Verlierern dieses Wahlganges gehören ferner die unabhängig Radikalen mit 112000 Stimmen Verlust und die M a r i n - G r u p p e und die unabhängigen Republikaner, bte über 256 000 Stimmen eingebüßt haben. Auch die Sozialistische Partei ist um rund 80 000 Stimmen zurückgegangen. Die Hauptgewinner des ersten Wahlganges sind die Kommunisten, die ihre Stimmenzahl im Vergleich zu 1932 um über 800 000 erhöhen konnten. Einen Gewinn von 130 000 Stimmen konnte ferner noch die Sozialistische Vereinigung erringen. Auf der Rechten haben die Konservativen 83 000 neue Stimmen gewonnen. Zu dieser interessanten Wahlstatistik bemerkt der „Matin", daß die schweren Verluste der Radikalsozialisten durch die Haltung der Parteileitung verursacht worden sei, die ihre Anhänger d e r V o l k s- front zugeführt habe. Die radikalsozialrstr- schen Wähler seien nicht revolutionär und ein Teil von ihnen habe es mitderAngst bekommen. Gegen Herriots außenpolitische Linie. Drouillet wollte den Aegus in Sicherheit bringen Oer mißglückte Etappenflug nach Abessinien. so nebenbei. Tiefe innere Freude und stolze Genugtuung erfüllen an jedem 1. Mai die Herzen der alten Garde der NSBO., der B e t r i e b s p i o n i e r e des Na- tionalsozialismus. Man hat sie leider vielfach ver- qessen. An diesem Tage soll deshalb klar herausgestellt werden, die Riesenorganisation der Deutschen Arbeitsfront wird geführt von der NSBO! Uno das war der Kampf der NSBO., als sie noch eine verlachte und verspottete Minderheit m den Betrieben bildete, sie bejahten den 1. Mai und verneinten den Klassenkampf. Ihr Ziel war von Beginn an das Deutsche Ar beiter tum der Stirn und der Faust. Dieser Begriff fand seine Prägung erstmalig durch die NSBO. und wurde nach Opfern verwirklicht durch die Revolution des 30. Januar und die Gründung der Datschen Arbeitsfront als der Gemeinschaft alUer Schaffenden. Betriebspioniere nannte man ste, denn sie schlugen die Sappen zur Volksgemeinschaft. । Wenn der Arbeiter heute keine Klasse mehr ist, sondern zu seinem Volk zurückgefunden hat, wenn dieses sein Volk Deutschland heißt, — unser unvergängliches Drittes Reich — so danken wir dies dem unbekannten Betriebspionier und vor allem I dem ersten Arbeiter dieses Reiches AdolfHrtlerl Die Arbeitsregelung für den 1. Mai. Berlin, 29. April. (DNB.) Nach dem Gesetz vom 27. Februar 1934 gilt der 1. Mai als g e s e tz» licher Feiertag. Die an diesem Tage aus- fallenden Arbeitsstunden sind nach dem Gesetz vom 24. April 1934 zu bezahlen. Sie dürfen jedoch nicht durch Mehrarbeit an den Werktagen der gleichen oder folgenden Woche ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich dagegen ist zulässig, wenn der Betriebs- führer seinen Betriebsam Samstag, den 2. Mai, schließt, um seinen Gefolgschaftsangehörigen zum Beispiel ein längeres Wochenende zu verschaffen oder um einen gemeinsamen Ausflug zu veranstalten. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.l Der Sonderberichterstatter des „Matin" in Rom berichtet seinem Blatte ausführlich über eine Unterredung mit dem französischen Flieger Drouillet, der nach seiner sensationellen Flucht mit einem Dem Negus gehörigen Flugzeug aus Paris in der Nähe von Rom n o t l a n d e n mußte. Drouillet erklärte, er habe Addis Abeba in vier Etappen erreichen wollen, die er durch Freunde besetzt hatte. Er sei zunächst nach Süden geflogen, und habe auf einem verlassenen Felde in der Gegend von Crau eine Landung an einem vorher bestimmten Platz gemacht, wo Freunde ihn mit Benzin und sonstigen Ausrustungsgegenstan- den erwarteten. Danach wollte er die Insel Kreta erreichen, habe aber aus der Hohe der Insel Elba Störungen in der Oelzu- f u h r gehabt und hätte einen Landungsplatz suchen müssen Deswegen fei er in der Nähe von Rom aus dem Militärflughafen M o n t e c e 11 o gelandet. Kein Mensch hätte ihn bemerkt da er mit stehendem Propeller gelandet sei. Er selbst habe die Wache des Flughafens herbeiholen muffen, die ihn verhaftete. Man habe ihm mitgetellt daß er sich als Kriegsgefangener betrachten solle. Man habe ihm erlaubt, nach Rom zu kommen und verhältnismäßig frei, nur unter kriminalpolizeillcher Bewachung, zu leben. Drouillet erklärte noch, daß sich der Negus noch in Abessinien aufhalte, aber oon feiner un- erträglichen Umgebung e i n g e f d) l c j - fen werde. Er habe beabsichtigt, den Negus mit seinem Flugzeug in Sicherheit zu bringen Das Mißgeschick, das ihn getroffen habe, mache die Durchführung des Planes zunächst unmöglich und habe somit dem Negus die Möglichkeit genommen, zu entkommen. Drouillet wartet nun die Entschlüsse der italienischen Regierung ab. Es sei noch un^' klärt, ob Italien ihn wieder an die französische Grenze zurückbefördern werde. Die Verteidigung Harrars. Ein letztes Widerstandsnest. Asmara, 29. April. (Funkspruch des Krieas- berichterstatters des DNB.) Während der letzte Akt des Dramas an der Nordfront feinem Abschluß entgegentreibt, versucht Ras Nassibu die Feste Harrar und ihre Umgebung um jeden Preis zu halten. Anscheinend ist Nassibu über die Niederlage der Heeresgruppe des Negus ebenso wenig unter- Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Den zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag hat das „Journal" zum Anlaß genommen, um Marschall Pstain um seine Meinung zu befragen. Nach anfänglichem Sträuben, sich als Militär in die Politik einzumifchen, erklärte Marschall Pstain jedoch, Frankreich sei bedroht. Indem es Moskau die Hand gereicht habe, tue es dies ebenfalls gegenüber dem Kommunismus. Zahlreiche brave Menschen, die sich bisher gegen den Kommunismus gesträubt hätten, seien dadurch ihm zugeführt worden. Der Kommunismus fei durch den französischsowjetrussischen pakt gleichsam in die Reihen der zulässigen Denkungsarten aufgenommen worden. Frankreich werde wahrscheinlich Gelegenheit haben, dies noch zu bereuen. Er fei aus diesem Grunde besorgt, besorgt um das Wohl des Landes und um die Freiheit des Volkes. Jeder einzelne fei in feinem Recht bedroht, Bürger, Arbeiter und Bauer. Alles, was international fei, fei feiner Ansicht nach unfruchtbar, alles Rationale dagegen nützlich. Eines der gesündesten Elemente in Frankreich stelle die Feuerkreuzbewegung dar. Sie wolle die Familie erhalten und ihr die notwendigen Lebensmöglichkeiten sichern. Er billige das, da alles seinen Ursprung in der Familie habe. Die Feuerkreuzbewegung befasse sich weiter mit der moralischen und geistigen Vervollkommnung der Jugend. Seit langer Zeit verfolge er selbst das gleiche Ziel. Aus einer Nation ohne Seele könne man nichts machen. Es sei Aufgabe der französischen Lehrer und Professoren, diese zu schmieden. Er verlange von diesen nicht, daß sie aus den französischen Kindern Wissenschaftler machen, sondern Männer und Franzosen müssen sie aus ihnen schaffen. Auf die Bitte des Vertreters um eine Wahlparole für den kommenden Sonntag meinte Marschall Petain: Die französische Krise fei keine materielle, sondern rühre daher, daß die Franzosen den Glauben an sich selbst verloren hätten. Dies sei der ganze Grund. Die Franzosen seien wie die Seeleute ohne Steuer und Steuermann. Dagegen müsse man kämpfen. IHan müsse eine neue Mystik finden, eine neue Mystik des Vaterlandes, ohne diese gebe es keine Rettung. 3ntereffante Zahlen des ersten Wahlgangs. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran^aise" bezeichnet als Grund für die halbe Wahlniederlage Herriots in Lyon u. a. die Mißstimmung der Lyoner Industrie, die durch die Sanktionspolitik gegen Italien entstanden fei, als deren Verfechter Her- riot stets aufgetreten fei. Er fei auch der Urheber der Formel, „der Pakt, nichts als der Pakt, der aanzr Pakt". Wenn Herriot wieder zur Macht komme, schreibt das Blatt, würde er „seine Grundsätze anwenden und sich bedingungslos der von den extremen englischen Sanktionisten vertretenen Auffassung anschließen. Dies wurde auch bedeuten, daß er schließlich auch alle Folgen einer solchen Politik mit in Kauf nehme wie Krieg gegen den früheren Bundesgen o s s e n Italien! Paris feiert den 1. M mit Generalstreik. Paris, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Die Zei- tuna des Gewerkschaftsoerbandes „L e P e u p l e veröffentlicht in großer Aufmachung einen Aufruf an alle Arbeiter, Angestellten und Beamte. Danach soll am 1. Mai in ganz Frankreich ein Generalstreik durchgeführt und große Kundgebungen veranstaltet werden, um damit Dem Wun sch d e Arbeiter nach b e s s e r e n L e b e n s b e d i n ° gungen, Freiheit und Frieden Ausdruck zu geben. Die kommunistische „H u m a n 11 e ruft die Anhänger der dritten Internationale zu Befolgung der von dem Gewerkschastsverband erlassenen Streikparole auf. Es gelte am 1. Acai Rom, 29. April. (DNB.) Nach dem Tode von König Fuad ist in Italien Aegypten in den Vordergrund des Interesses gerückt. So schreibt „Tribuna", das Problem der Unabhängigkeit Aegyptens sei bereits wieder zur Debatte gestellt; es werde ja auch gerade von der englischen Presse unterstrichen. Schon der Antrag auf Schließung des Suezkanals sei eigentlich gleichbedeutend mit der Ablehnung der Unabhängigkeit Aegyptens und mit der Bestätigung „der militärischen Gewaltherrschaft Englands". Das ergebe sich inmitten der mit dem Tode Fuads zusammenhängenden Schwierigkeiten ganz klar. Nachdem das abessinische Unternehmen Italiens vor dem erfolgreichen Abschluß stehe, sei die tatsächliche Lage die, daß Aegypten, zu dem Italien in bestem nachbarlichen Verhältnis stehe, in keiner Weise von Italien bedroht sei, wie das auch wiederholt und kategorisch festgestellt worden sei. Wohl aber liege eine regelrechte und verstärkte militärische Besitzergreifung Englands über Aegypten vor, um aus ihm tm Mittelmeer und an der afrikanischen Küste eine Operationsbasis gegen Italien zu machen. Mit dem Antrag auf Schließung des Suezkanals wolle England über Aegypten wie über eigenes Gebiet verfügen, und zwar nicht nur aus Gründen des eigenen Vorteils, sondern gegen Italien, während doch der Suezkanal durch eine internationale Konvention garantiert fei, an der auch Nichtmitglieder des Völkerbundes interessiert seien. „Tribuna" wendet sich im übrigen scharf dagegen, daß „die englische Presse die ägyptische Frage als ein ausschließliches Problem des englischen Weltreiches und mit der üblichen Unduldsamkeit gegen jedes Problem anderer Staaten erörtere". England habe den abessinischen Konflikt dazu aus- _______ ___________ e Vor vier Jahren noch hieß die Parole des legung der Arbeit zu erzwingen. Der Polizei war 11. Mai: „Und willst du nicht mein Bruder fein, es zunächst gelungen,mitHilse von Tränen, so schlag' ich dir den Schädel em! gas die Ruhestörer zu zerstreuen. Sie sammelten Unb beute beifet bie Tageslosung: „Freut Euch sich jedoch einige Stunden spater wieder in einer K g Lebens!" Welch eine Welt liegt dazwi- Vorstadt von Chrzanow und drangen nach Dem (, । @ine unb eine Gesinnung, Die man Marktplatz zu vor. Polizeipatrouillen wurden da- einfact) nicht mehr begreift. Die uns vollkom- bei mit Steinen angegriffen und 14Poli- men unverständlich ist. Denn wie soll man es ver- zeibeamte erheblich verletzt Nachdem eine W a r - „ . ba& Männer, die tagsüber an der gleichen n u n g s f a l d e ohne Erfolg geblieben war, mutzte Maschine arbeiteten, an ihrem Feierabend zu den die Polizei eine scharfe Salve abgeben, roobet erblttCrften persönlichen Gegnern wurden, weil je- ein Mann getötet und neun verwundet wur- bßr ober irregeleitet bie Lösung der den. Gegen Abend war die Ruhe in Chrzanow Gesellschaftsordnung grundsätzlich oer- wieder hergestellt. schieden betrachtete. Die politische Zerrissenheit und Wie die amtlichen Meldungen besagen, hat es . Hoffnungslosigkeit hatte diese Män- sich bei diesen Unruhen zunächst um eine ©ruppe ner franf gemacht. Bis eines Tages der große von Arbeitern gehandelt, die bei öffentlichen fam u'nb bie Kurpfuscher verjagte, da erwach- Arbeiten beschäftigt waren, und am Dienstag fen° bie(e Männer auch aus ihren Fieberschauern, einen Streik mit der Forderung auf Erhöhung Unb erkannten, daß es nicht nur eine Volksge- des Arbeitslohnes und Kürzung der Arbeitszeit be- . -b[ in ber ber Ginc auf ben Anderen gönnen hatte. Für Mittwoch waren A-rhandlun- ^w^-m M, Indern daß eine Betriebs«-, gen mit den Streikenden angefetzt. Ehe diese Der- " inschaft harte tatsächliche Wirk- Handlungen beendet waren, schlossen sich Den ötrei= ( j x e i t ist, die den Betriebsführer bis zum kenden Arbeitslose an und infolge Der Wühl- ^h^n Lehrjungen erfaßt, die ein ungeteiltes Gan- arbeit einzelner Kommunisten kam es zu Den Aus- bildet. Und seit diesem Tage, seitdem die schreitungen. In Warschau wurden gestern 5 4 deutsche Arbeitsfront und die NS.-Ge- Kommunisten verhaftet, in deren Besitz ^inschaft „Kraft durch Freude" ihr Wirken be- Aufruse z u Kundgebungen am 1. a 1 Qann, sind aus den Gesprächen des Feierabends gefunden wurden. weltfremde Theorien verschwunden, und zur Er* örterung steht nur noch die positive Frage: „W e l- chen Standpunkt nehme ich mit meiner Familie und mit meinem Betrieb im Aufbauwerk des Dritten Reiches ' Unter diesem Motto „Freut Euch des Lebens" genutzt, um Frische Maßnahmen zutreffende ^unsin. Organffaüon in -üesen wären ° In diesen Maßnahmen oerrate sich ge- M° Bi? in°di°"kkinsten'Dmfge°mein! steigerte Besorgnis der englischen Regierung gegen- ,°tzt °b»°Ichl°ssen. B.11 । Trieben, die über den ägyptffchen Natmaaltzt-n. S.° se °n da u den U^^ A ste vordere^ wurde . sächlich kein Dampfer und kein Omnibus zu be- Faruk zum König proklamiert. P^iede/in Bewegung. Selbstverständlich gibt es Eine Binder- Uu ßeute, ^dieser .stalltemeinen jahrrgteit des Königs. Lederfabrik so geschäftstüchtig, sich vor den Kairo 29. April. (DNB.) Der Thronfolger Unkosten ihrer Maifeier zu drücken, indem der Prinz Faruk wurde am Dienstag unter dem Gefolgschaft em Erinnerungsbandchen Ferstel- Namen Faruk I. zum Königvon Aegypten lungpreis vielleicht 3 Pfennig — für 20 Pfennig pro klamiert. Bis zur Bildung einer verfaf- verkauft wird. Es gibt aber auch.^"^ermeister, sunasmäßigen Regentschaft wird Der Mi- die „wachsam" sind, indem sie durch ihren Verkehrs- nifterrat die konstitutionellen Befugnisse des verein auf ihrem Marktplatz einen großen Rummel Königs im Namen des ägyptischen Volkes wahr- veranstalten und sich an hohen Standgeldern er- nehmen Die auf den 2^ Mai angesetzte N e u - freuen wollen. Zum Gluck war das nur em Fall wähl des Parlaments wird stattfinden. Das Wir find nämlich noch "wachsamer . Herzliches neue Parlament wird voraussichtlich Anfang Ium Vergnügen bereitete uns auch der ^nef eines Be- aum erstenmal zusammentreten. Zur Zeit finden triebsführers, m dem zu lesen stand, daß er am Besprechungen statt, ob Die Regentschaft durch 1. Mai in einem herrlich im ©runen gelegenen, non die letztere Regierung oder durch die neue Volksoer- Wald umkränzten, beliebten Ausflugslokal seine tretung Eingesetzt werden soll. Die Regentschaft ver- Maifeier abzuhalten gedachte wobei er Kaffee und sieht Das Amt des Staatschefs bis zur Mun- Kuchen nebst vorzüglichem Abendbrot und etlichen digkeit des neuen Königs, die in etwa Gläsern Bier auf feine Kosten verabfolgen wurde. 14 Monaten erfolgen wird. König Faruk I. wird Soweit ist dies Tun löblich! ^a^rt er am 5 Mai in Alexandrien erwartet. Die deut- fort: „Aus Gründen meiner Weltanschauung m ß sehen Kolonien Aegyptens haben anläßlich des ich es aber ablehnen, daß anschließend ©efolg- Ablebens König Fuads Beileidstelegramme gesandt. man nluf) u unb, angeregt, miteinander tanzen." Er schließt, daß er in diesem Falle, wenn wir auf das Tanzen bestehen würden, jede Verantwortung ablehnen müsse und Dann am liebsten auf Die Maifeier ganz verzichten würde. Entgegenkommend — wie mir find — haben wir uns gerne bereit erklärt, ihn in seiner Verantwortung zu entlasten, indem wir ihm einige Männer zur Verfügung stellen, um zu über- machen, daß zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht keine alkoholische Ausschreitungen beim Tanzen vorkommen. Mehr Kundendienst kann man wahrhaftig nicht verlangen! — Doch das nur Anschließend wurde noch einmal N o t h zur Frage der Ausschachtung in ein Kreuzverhör Genommen. Der Vorsitzende hielt ihm die Erklärung Weyhers vor, wonach dieser Mitangeklagte ausdrücklich angeordnet haben will, nicht tiefer als 2 Meter unter der untersten Steifenlage auszuschachten. N o t h erwidert darauf: „Solange ich in der Baubesprechung war, ist von einer derartigen Anordnung Weyhers überhaupt nicht die Rede gewesen. Wir hatten uns lediglich zu einigen, nicht tiefer als bisher festgelegt zu gehen. Von einer derartigen zahlenmäßigen Begrenzung ist aber kein Wort gefallen." Die größte spanische Bierbrauerei von der Belegschaft in Besitz genommen Madrid, 29. April. (DNB.) Die Arbeiterschaft der größten spanischen Bierbrauerei Aguilar, die aus Protest gegen die nicht nach ihren Wünschen geregelten Personalfragen seit einigen Taaen die Fabrikräume nicht verlassen hat, hat am Mittwoch den gesamten Betrieb selb st in die Hand genommen. Die Brauereiwagen, die die Verteilung innerhalb der Stadt besorgen, fahren unter dem Zeichen UHP (Union der proletarischen Brüder), der Kampfparole der Oktober-Revolutionäre. Die 400 Arbeiter haben einen Ausschuß gebildet, der die Leitung der Fabrik übernommen und den von ihnen aus eigner Machtvollkommenheit enteigneten Unternehmern di? Zahlung einer Rente für Gebäude, Maschinen und die übrigen Einrichtungen sowie einen prozentualen Anteil am Reingewinn in Aussicht gestellt hat. Am Eingang der Fabrik ist ein Schild mit den Worten angebracht: „Bierbrauerei von der Belegschaft in Besitz genommen". Die auf dem Fabrikgelände von der früheren Betriebsleitung angebrachte Aufforderung „Politisieren verboten" ist mit Zetteln „UHP." überklebt. Oer Träger des olympischen Feuers. Der Bürgermeister von Athen auf Besuch in Deutschland. Der Bürgermeister von Athen Konstantin Kotzias hält sich zur Zeit in Deutschland auf. Ihm ist die ehrenvolle Aufgabe zugefallen, a l s er st er Läufer über die erste Tausendmeter- Strecke die Fackel des olympischen Feuers zu tragen. Er wird also die erste feierliche Handlung ausführen, die am Beginn der olympischen Spiele im Sommer dieses Jahres steht. Wenn er jetzt dem Deutschen Reiche einen Besuch abstattet, so hängt seine Reise unzweifelhaft mit dem großen internationalen sportlichen Ereignis zusammen. Sie ist aber auch der Ausdruck der deutsch-griechischen Freundschaft, die besonders während der Kriegszeit auf eine harte Probe gestellt wurde. Wir wissen, mit welchen Mitteln die Alliierten auf Griechenland drückten, wir wissen auch, daß das griechische Volk während des Krieges trotz der vergiftenden Propaganda des Feindbundes von keinerlei Haßgefühlen uns gegenüber beseelt war. Zwischen Deutschland und Griechenland hat es von jeher herzliche Beziehungen gegeben, sie sind in der Nachkriegszeit aufs neue gefestigt worden. Erst kürzlich konnten bei einem reichsdeutschen Besuch in Athen die Gefühle der Freundschaft weiter vertieft werden. Deutschland ist übrigens für den Bürgermeister Kotzias kein unbekanntes Land. Er hat zwei Jahre in Heidelberg studiert, er hat das deutsche Volk in allen seinen Schichten kennengelernt, er weiß auch, wie stark die Sympathien Deutschlands für die griechische Nation sind. In Hamburg wurde Bürgermeister Kotzias vom Senat im Rathaus empfangen. Der regierende Bürgermeister Krogmann hieß den griechischen Gast herzlich willkommen. Er wies auf die großen Kulturwerte des alten Griechenland hin, auf die die abendländische Kultur aufgebaut fei. Die Sympathie, die Deutschland für die Kulturwerte Griechenlands hege, beruhe auf ähnlichem Denken und Fühlen. Zum Schluß feiner Ansprache überreichte Bürgermeister Krogmann dem Bürgermeister von Athen ein Exemplar der Bilderhandschrift des Hamburger Stadtrechtes von 1497 als ein Symbol der Verbundenheit Hamburgs mit Athen. Bürgermeister Kotzias überbrachte der Stadt Hamburg einen Olivenzweig von der Akropolis, während er dem regierenden Bürgermeister die Silberne Medaille der Stadt Athen und eine griechische Fahne überreichte. Er schloß mit einem Hoch auf Adolf Hitler, den Schöpfer des neuen Deutschland. politische Brunnenvergistung zu durchsichtigen Zwecken. Berlin, 29. April. (DNB.) In den letzten Tagen sind in mehreren ausländischen Zeitungen Meldungen aufgetaucht, die von verstärkten militärischen Vorbereitungen Deutschlands an der österrei- chischen Grenze und im Zusammenhang damit von einer Bedrohung Oesterreichs wissen wollen. Es wurde darin von „einem Einmarsch bewaffneter Legionäre aus Deutschland", von der „Möglichkeit eines neuen Nazi-Ströiches in naher Zukunft", bald nur ganz allgemein von einer „deutschen militärischen Tätigkeit an der österreichischen Grenze" und ähnlichen angeblichen „Beobachtungen" gefabelt. Es bedarf kaum eines Hinweises, daß es sich bei diesen Meldungen um einen ebenso bösartige n wie plumpen Versuch politischer Brunnenvergistung handelt. Sie kann wiederum als Beweis dafür gelten, daß, während Deutschland es als eine feiner vornehmsten außenpolitischen Aufgaben betrachtet, eine Beruhigung der europäischen politischen Atmosphäre anzustreben und zu schaffen, von anderer Seite in verantwortungslosester Weise der Versuch unternommen wird, Unruhe und Unsicherheit in die europäische Oefsentlichkeit zu tragen. Wie völlig aus der Luft gegriffen die genannten Lügenmeldungen find, geht übrigens allein schon daraus hervor, daß sie von anderen ausländischen Korrespondenzen, teilweise aber auch von solchen, die diese unwahren Berichte selbst lieferten, nach Ueberprüfung des Sachverhalts bereits in aller Form dementiert werden. Von den an einer Unruhestiftung interessierten Drahtziehern wird hier offenbar damit gerechnet, daß eine Lüge zunächst einmal politisch vergiftend wirkt und, wenn sie dann später entlarvt wird, von ihrem Gift immer noch ein Rest zurückbleibt. Danzig und die polnische Der Reichshandwerkerlag 1036 in Frankfurt. NSG. Im Frankfurter Rathaus fand unter dem Vorsitz des Reichshandwerksmeisters W. G. Schmidt eine abschließende Besprechung zur Vorbereitung des Reichshandwerkertages 1936 statt, an der Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen, sowie der Stadt Frankfurt a. M. teilnahmen. Der Reichshandwerksmeister stellte heraus, daß der Reichshandwerkertag 1936 im Gegensatz zum Vorjahr keinen Massenaufmarsch, sondern einen großangelegten Führerappell des Deutschen Handwerks bringen wird. Demzufolge nehmen am Reichshandwerkertag teil: die Landeshandwerksmeister, die Gaubetriebsgemeinschaftswalter, die Reichsfachgruppen- und Reichsfachschaftswalter, die Reichsinnungsmeister, die Kreishandwerksmeister, die Kreisbetriebsgemeinschaftswalter und sonstige Unterführer. Das Handwerk, das über mehr als 100 000 ehrenamtliche Mitarbeiter verfüge, könne natürlich nur eine Auslese nach Frankfurt schicken. Da aber gleichzeitig mehrere große Reichs- innungsDerbänbe (Herren- und Damenschneider, Putzmacher, Friseure usw.) während des Reichshandwerkertages ihre Arbeitstagungen in Frankfurt abhalten, ist mit einer weiteren großen Anzahl von Gästen, vor allem von Obermeistern, zu rechnen; dazu kommt dann noch die Beteiligung des Handwerks aus Frankfurt selbst und der Umgebung, so daß immerhin an die 5 0 0 0 0 Handwerker nach Frankfurt kommen würden. Im einzelnen ergibt sich in großen Zügen folgendes Programm: Der Reichshandwerkertag wird eingeleitet durch eine Ehrung der Gefallenen der Bewegung und des Weltkrieges. Ein Empfang der deutschen und ausländischen Presse und eine F e st v o r st e l l u n g in der Oper leiten dann zu den eigentlichen Veranstaltungen über, in deren Mittelpunkt eine für die weitere Arbeit der Handwerksführung richtunggebende Rede des Reichshandwerksmeisters stehen wird. Der feierliche Empfang der in diesem Jahr aus die Wanderschaft geschickten Handwerksgesellen und der Sternfahrer aller Handwerkszweige sowie die Begrüßung jener reichsdeutschen Auslandslehrlinge, die das Handwerk in diesem Jahr zum ersten Male zur Ausbildung in die deutsche Heimat geholt hat, stellen markante Programmpunkte dar. Ein künstlerisch hochstehender Festabend, bei dem führende Persönlichkeiten aus Partei und Staat sprechen werden, vereinigt dann Handwerksführung und -mitglieder mit ihren Gästen in der Festhalle. Ein Höhepunkt bildet die feierliche Meisterfrei- s p r e ch u n g in der Paulskirche, der nachmittags ein großer. Handwerkerfestzug folgt. An den Festzug schließt sich eine Kundgebung auf dem Opernplatz an, und abends veranstaltet das modeschaffende Handwerk eine Schau: „Frisur und Kleid im Wandel der Zei t", die den schöpferischen Gestaltungswillen des deutschen Handwerks unter Beweis stellen soll. An den daraus folgenden Tagen finden dann große Arbeitstagungen der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und des Reichsstandes des deutschen Handwerks, sowie Sondertagungen einzelner Fachgruppen und Fachschaften statt. Auch die Reichsinnungsverbände führen ihre Arbeitstagungen durch. Die organisatorische Vorbereitung des Reichshandwerkertages find nahezu beendet. Die Teilnehmer erhalten in den nächsten Tagen bereits ihre Quartierscheine. Die Anfahrt der Besucher ist in Gesellschaftsfahrten organisiert. Die Ausschmückung ist in guten Händen. Blau und gold sind die Farben des deutschen Handwerks — unter diesen Farben wird die Stadt Frankfurt nach Pfingsten stehen. Zum Schluß der Sitzung dankte der Reichshandwerksmeister der Gauleitung und der Stadt für die wertvolle Förderung und erklärte, daß das Handwerk durch einen guten Besuch und eine ausge- zeichnele Disziplin frohen Herzens feinen Dank ab- statten werde. Das Echo des Wiener Phönix-Skandals. Wien, 29. April. (DNB.) Die Zeitungsberichte über den Betrugsprozeß gegen den Jyden Artur Zappler, den Leiter der Filiale West der Phönix- Versicherungsgesellschaft, zeigen, welche ungeheure jüdische Günstlingswirtschaft in diesem Unternehmen geherrscht hat. Während der Verhandlung stellte sich heraus, daß der jüdische, inzwischen durch Selbstmord geendete Generaldirektor des Unternehmens, Dr. Berliner, bereits im Jahre 1931 große Unterschlagungen des Filialdirektors Zappler entdeckt hat. Dennoch hat ihm Berliner — natürlich auf Kosten der arischen Versicherungsnehmer — Verzeihung gewährt, ja noch mehr, er hat ihn in einem Briefe seines vollkommenen Vertrauens versichert und ihm sogar sein Gehalt um 800 Schilling monatlich erhöht. Diele Summe ist allerdings eine Zeitlang zur Abdeckung der veruntreuten Gelder verwendet worden. Als die veruntreute Summe ersetzt war, bezog Zappler aber das erhöhte Gehalt weitem, so daß er schließlich auf einen Jahresbezug von 30 000 bis 40 000 Schilling kam. Er ließ von seinem verbrecherischen Treiben aber trotzdem nicht und unterschlug neuerdings Summen in Höhe von etwa 5 0 0 0 0 Schilling. Als Berliner auf diese neuerlichen Unterschlagungen kam, entließ er zwar Zappler, erstattete aber noch immer keine Anzeige. Erst anläßlich des Zusammenbruches der Phönix entdeckte man in den Büchern diese Verfehlungen, und nun wurde das Strafverfahren eingeleitet, das mit der Verurteilung Zapplers zu 18 Monaten schweren Kerkers endete. Das christlich-soziale „Neuigkeitsweltblatt" teilt mit, daß sich Regierungsrat Ernst Klebinder, der jüdische Besitzer und Chefredakteur der „Wiener Sonn- und Montagszeitung", der in der Phönix- B-st"chunosliste mit 635 000 Sch'lling erscheint, ins Ausland begeben habe. Das Blatt erklärt dann roeiter, daß in der amtlichen Liste genannte Vsr- fonen, die öffentliche 21 e m t er bekleidet haben, für alle Zeit von der politischen Bildfläche v e r s ch w i n d e n würden. Eine Ausnahme wird nur für General Vaugoin, den Präsidenten der österreichischen Bund"sbahnen gefordert, infolge seiner Verdienste um Oesterreich sei es eine Dankes- pflicht, ihn mit den bisherigen Funktionen wieder zu betrauen. Oer Eindruck in tfnqorn. Budapest, 29. April. (DNB.) Die amtliche Veröffentlichung der österreichischen Regierung über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung in der Phönix-Angelegenheit hat in der hiesigen Öffentlichkeit einen höchst peinlichen Eindruck hervor- gerufen, da man bisher über die außerordentlichen Ausmaße dieses Skandals nur teilweise unterrichtet war. Die Regierungsblätter weisen auf die ungewöhnlich hohen finanziellen Zuwendungen der Phönix-Gesellschaft an jüdische und sozialdemokratische Organisationen in der ganzen Welt hin. Der nationalvölkische „Uj Magyarsag" ist der Meinung, daß der Wiener Phönixskandal und seine neueste Entwicklung von weittragender Auswirkung auf das österreichische politische Leben sein werde. Das Blatt schreibt, die Untersuchung habe noch viele Fragen unbereinigt gelassen, so u. a. die Feststellung, ob die österreichische Phönix-Gesellschaft die deutschfeindliche Hetze im Saargebiet durch Geldmittel unterstützt habe. Die christlichen Volksvereine gegen Kommunismus undZudmtum. Wien, 29. April. (DNB.) Die Delegierten der christlichen Volksvereine Wiens hielten ihre erste Versammlung ab. Bürgermeister Schmitz wandte sich gegen den Kommunismus. Wir sehen in Frankreich und Spanien, wohin der Kommunismus führt. Die Menschen, die in den christlichen Volksvereinen mitarbeiteten, wüßten es aus persönlichem Erleben und hätten es nicht vergessen, was sie i n Wien erlebt haben, daß der Kommunismus der Feind sei, und daß kein Schlagwort darüber hin- weatäuschen dürfe. Minister C z e r m a f kam auf das Echo zu sprechen, das in der Weltpresse des Auslandes Vorträge und Reden über das Judenproblem gefunden hätten. Czermak verwies dabei auf den aggressiven Ton gewisser jüdischer Blätter und sagte, es fei unbillig für eine Minderheit Mehrheits- । rechte in Anspruch zu nehmen. Wir wollen die Juden I nicht angreifen und in ihren eigenen jüdischen Angelegenheiten beschränken. Im Gegenteil, wir wollen ihnen gern in jüdischen Angelegenheiten mehr Rechte, weitergehende Autonomie geben, als sie derzeit besitzen. W'r wollen aber die leider so häufig wahrgenommene Gelegenheit, in unsere christlichen Dinge, die uns wichtig und heilig sind, dreinzureden. nach Möglichkeit beseitigen. Die Zusammenbrüche Basel, Castiglione. Bodenkredit und Kreditanstalt und nun insbesondere die Vhönix- Affäre hätten das Judentum empfindlich geschwächt; ■^ber an diesen Dinaen seien die Christen nicht schuld. Mit dieser Feststellung fand Czermak rauschenden Beifall. Devisenkontrolle Danzig, 29. April. (DNB.) In einer von Se- natspräjibent Greiser dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister Dr. Pap6e, überreichten Note, die sich mit den Rückwirkungen der in Polen eingeführten Devisenkontrolle auf die Interessen der Freien Stadt beschäftigt, wird zunächst u. a. der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die polnische Regierung die polnische Devisenkontrolle nicht au Maßnahmen benutzen wird, die einen Rückgang des W a r e n v e r k e h r s von der Freien Stadt Danzig nach Polen nach sich ziehen können. Es wird weiter erwartet, daß Polen dafür Sorge tragen wird, daß die bis zum 26. April 1936 entstandenen und zur Zeit blockierten Danziger Forderungen in Polen auf Antrag der polnischen Schuldner durch Zuteilung der erforderlichen Devisen bzw. verkehrsfreien Zloty zur Bezahlung gelangen. Die Danziger Regierung ist bereit, den Zloty- Verkehr in Danzig reibungslos aufrechterhalten z u lassen, soweit dies mit den Vorschriften der polnischen Devisenordnung vereinbar ist und den Interessen Polens dient, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß der Danziger Gulden entsprechend den bestehenden Abmachungen wieder an der Warschauer Börse amtlich notiert wird. Schließlich wird ausgeführt, daß die seit dem vergangenen Sommer eingeführte Erhebung der Danziger Zollabgaben in Danzig in Zloty durch die Einführung der polnischen Devisenkontrolle überholt sei, da die Beschaffung von Zloty-Noten «nun schwierig werde. Die Danziger Regierung betont daher, daß sie den Zeitpunkt für gekommen halte, daß die Zölle wieder in Danziger Gulden entrichtet werden. Danzig kann mit Befriedigung darauf Hinweisen, daß die vor einem Jahre in Danzig entstandenen währungspolitischen Schwierigkeiten restlos überwunden sind, und daß die Danziger Guldenwährung mit einer Deckung von 70 bzw. 90 v. H. allen Anforderungen gewachsen ist. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Berliner Bauunglücks-Prozeß wurde die Vernehmung des Heichsbahnrats Weyher fortgesetzt. Er erklärte, daß er das Fehlen der Verschwertungen, der sogenannten Andreaskreuze, festgestellt und ihre Anbringung mehrfach verlangt habe. Auch das Fehlen der U-Eisen als Widerlager für die Steifen will er bemängelt, ihre Anbringung jedoch nicht für so dringlich gehalten haben, daß'deshalb der ganze Baubetrieb hätte stillgelegt werden müssen. Weyher bekannte sich im übrigen zu Noths Theorie über die Gründe- des Einsturzes Ferner wurde erörtert, wer für die Fortsetzung der Ausschachtungsarbeiten über die zulässige Grenze hinaus verantwortlich ist. Bei diesem Punkt ergaben sich Widersprüche zwischen dem Bauleiter Noth und dem Reichsbahnrat Weyher. Direktor Hoffmann von der Berlinischen Baugesellschaft erklärte, auf der letzten Baubesprechung vor dem Einsturzunglück, die am 16. August im Baubüro in der Hermann-Göring-Straße stattfand, habe er nicht den Eindruck gewinnen können, daß tiefer als zwei Meter unter der untersten Steifenlage ausgeschachtet war. Das habe er erst nach dem Unglück erfahrey. Vorsitzender: Der „grüne Tisch" des Baubüros stand nur 200 Meter von dem Ort entfernt, wo man sich praktisch über die wirkliche Aushubtiefe hätte unterrichten können. (Zu Hoffmann): Sie gingen doch nach der Besprechung noch an der Baugrube entlang. Hoffmann: „Von oben her konnte man nicht feftfteüen, wie tief ausgeschachtet war." Reform des Dölkerbunösraies Genf, 29. April. (DNB.) Der Ausschuß für die Prüfung der Zusammensetzung des Völkerbundsrates hat die Erhöhung der Zahl der mchtstanvf gen Ratssitze auf 11 beschlossen, und zwar soll der gegenwärtige von Portugal eingenommene Sitz für diejenigen europäischen Staaten bestimmt sein, die keiner der i m Rat bereits vertretenen Gruppen angeboren. Der andere Sitz soll für die Länder des asiatischen Kontinents, und zwar zunächst für China in Betracht kommen, lieber die Dauer dieser beiden Mandate gingen die Meinungen auseinander. Nach englischer Auffassung soll die Dauer wie bei den anderen nichtständigen Ratsmitgliedern drei Jahre be, tragen. Dagegen traten Frankreich, Italien, Rumänien, Spanien und Polen dafür ein, daß die neuen Ratssitze mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene baldige grundsätzliche Reform des Völkerbundsrates nur auf ein Jahr besetzt werden sollen, wobei gegebenenfalls von Jahr zu Jahr eine Wiederwahl ohne die feit der Reform von 1926 hierfür notwendigen Formalitäten erfolgen könnte. * Der englische Völkerbundsverband ist nach einer Meldung der „Mvrning Post" von einer ernsten Krise bedroht. Nachdem der Schatzmeister des Verbandes Lord Queensborough von seinem Amt zurückgetreten war mit der Begründung, daß er den Völkerbund nicht mehr als einen Bund der Nationen und als ein wirksames Friedenswerkzeug betrachten könne, wird jetzt bekannt, daß auch die beiden konservativen Unterhaus-Abgeordneten Sir Eduard Grigg und Major Hills aus dem Vollzugsausschuß des Verbandes ausgetreten sind. Das Blatt meldet schließlich, daß die Geldbeiträge für die Völkerbundsvereinigung erheblich zurückgegan- gen feien und daß mit weiteren 21 u stritte n in naher Zukunft zu rechnen fei. Vorbereitung eines englisch-sowjetrussischen Flottenabkommens. London, 30. April. (DNB. Funkfpruch.) Nach Blättermeldungen sind zwischen England und der Sowjetunion Besprechungen über den Abschluß eines zweiseitigen Flottenabkommens nach den Richtlinien des Londoner Flottenvertrages im Gange. Der räterussische Marineattache in London, Kommandant Antsipo Tschuikunshi ist nach Moskau abgereist, um die Weisungen seiner Regierung entgegenzunehmen. Er wird voraussichtlich im Laufe des nächsten Monats mit Verhandlungsvoll- machten nach London zurückkehren. * AbgewieseneKlageeinerFreimaurerloge Leipzig, 28. April. (DNB.) Die Große Landesloge der Freimaurer oon< Deutschland, die durch Allerhöchste Kabinetts-- ordre 1899 als juristische Person anerkannt worden war, hatte gegen einen Karlsruher Rechtsanwalt- eine Schadenersatzklage angestrengt. Der' beklagte frühere Logenbruder hatte insbesondere die Zeremonien bei der Blutprobe in feinen Schriften gekennzeichnet. Die Loge verwahrte sich vor allem gegen die in den Schriften des Beklagten aufgestellte Behauptung, daß jeder Neuauizuneh- mende symbolisch das Blut des jüdischen Gründers genießen müsse. Die Klage der genannten Freimaurerloge ging im wesentlichen auf die Unterlassung de r Behauptung, daß ihr Gründer ein Jude gewesen sei. Das Landgericht Berlin wies die Klage aus sachlichen Gründen ab. Nachdem im Lause des zweiten Rechtszuges die Loge durch Selbstbeschluß s i ch aufgelöft hatte, folgerte das Kammergericht Berlin die Notwendigkeit der Klageabweisung schon daraus, daß dem Liguidator keine Vertretungsvollmacht zustehe. Der Liguidations- zweck fei lediglich oermögensrechtlicher Art und erstrebe wirtschaftliche Ziele. Der Anspruch auf strafrechtlichen Ehrenschutz stehe jedoch — so erklärte das Berufungsgericht — außerhalb der Liguida- tionsaufgabe. Die gegen dieses klageabweisende Berufungsurteil beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde im wesentlichen zurückgewiesen, womit die Loge in allen drei Instanzen unterlegen ist. Die Abweisung der Klage durch das Reichsgericht erfolgte im wesentlichen aus denselben Gründen, die die Vorinstanz ihrer Entscheidung zugrundegelegt hatte. Aus dem vorstehenden Urteil ergibt sich, daß Ansprüche nicht vermögensrechtlicher Art im Liguidationsstadium nicht weiter verfolgt werden können. Bedingungen: }cöer Teilnehmer soll diejenige Zrih-Anzeige, die ihm am besten gefällt, auf eine Postkarte kleben (ohne weitere schriftliche Zusätze), den Jlb fenöer genau angeben und adressieren an 1.PREIS 1OOO.-RH JicmcL Dr. August Oetker... . bete. Pceisausscticelben 3eder Teilnehmer darf nur eine Anzeige einsenüen. Oie Preise werden ausgelost, und zwar die Hauptpreise: 1. Preis RM 1000.— 3. Preis Ritt 300.— 2. Preis RM 500.— 4. u. 5. Preis je RM 100.— aus den Einsendungen der am häufigsten gewählten und damit als beste erklärten Anzeige, die Trostpreise: 10 zu RM 50.— 100 zu RM 10.— 25 zu RM 20.— 200 zu RM 5.— aus den Einsendungen der meistgewählten 3 Anzeigen, die 1OOOO Anerkennungopreise im Werte von fe RM 3.50 aus den Einsendungen der meistgewahlten 6 Anzeigen, immer im Verhältnis zur Zahl der Einsendungen. Dm ganzen erscheinen 15 //§ritz"-Anzeigen, die letzt» am 16. }uli 1936. Einsendungozeit vom 20. Zuli bis 20. August 1936. Preisverteilung ab 15. September 1936. Oie Auslosung erfolgt unter Aufsicht eines Notars. Ol» Entscheidung ergeht endgültig unter Ausschließung des Rechtsweges. Oie Gewinner werden direkt benachrichtigt. Bitte aus/chncident Aufbau für den Staatsakt iseneimtui p i u n i r utuiupic ^u||um „v,^,___„ auf die kulturellen Beziehungen zwischen der Direktor des Frankfurter Wettervorher- d und Italien hin. Der Präsident der s sagedienstes, Professor Baur, gewählt. und wies Deutschland Aus aller Well. M folg. Der deutsch-englische Kreis in Westminster I gab ein Essen für die Teilnehmer, zu dem 130 GeheimralDr Tammaim empfing denAdler'child desReiches C55 Nachdruck verboten! 4. Fortsetzung. Das 6. Deutsch-englische Jugendlager in Birkhamsted, das dieser Tage beendet wurde, gestaltete sich auch in diesem Jahre zu einem Creme feste Grundlage der Freundschaft geschaffen hätte, die vielen Jungen und Mädchen beider Länder reiche Ausländserfahrungen vermittelt habe. Auch der Direktor der Public School von Birkhamsted, Cox, sprach seine Anerkennung für das soeben beendete Lager aus. Er überreichte dem Führer der deutschen Gruppe, Jochem Benemann, ein aus dem Weltkrieg stammendes eisernes Kreuz, das ihm auf Grund der englischen Presseberichte über das Lager zugeschickt worden war mit der Bitte, es den deutschen Angehörigen des Trägers zuzustellen. Jochem B e n e m a n n von der Reichsjugendführung dankte im Namen der deutschen Kameraden für die herzliche Ausnahme in England. Die deutschen Teilnehmer traten mit der „Bremen" die Heimreise nach Deutschland an. Flugzeuge im Alpen-Hilfsdienst. der mir von meiner ganzen lieben Familie auch i nur einen Pfifferling wert ist, ist die kleine Bene- I bitte Zedlitz e, . m ' Hier machte der alte Oberst eine kleine Pause und sah Benedikte an, die völlig verblüfft dasaß. < „Das Mädel scheint mehr Grips im Kopf und Gefühl im Herzen zu haben als sämtliche Weiber der Zedlitzschen Familie zusammengenommen." Frau Agathe stieß wieder einen Laut der Empörung aus. Benedikte aber mußte ein Lachen verbeißen. Sehr liebenswürdig war Onkel Hubert in seiner letztwilligen Verfügung nicht gerade. Aber sie konnte sich nicht helfen, diese Urwüchsigkeit paßte zu ihm und machte ihr Eindruck. Der Oberst fuhr in der Verlesung des Testaments fort: „Wenn die kleine Benedikte sich so entwickelt hat, wie sie damals bei dem glorreichen Familien- tag in Kolberg versprach — (zerrissenes Kleid beschmutzte Hände, moorige Schuhe, ging es Benedikte durch den Kopf. O Gott, Onkel Hubert, was du von mir wohl dachtest!), „dann wird sie es bald satt haben, in den herkömmlichen Gleisen der Familie Zedlitz zu trotten. Aus diesem Grunde bestimme ich . folgendes: Mein kleines Bauerngütchen auf Oevens- höe mitsamt meinen Klecksereien, Gemälde genannt, ; vermache ich meiner Nichte Benedikte unter einer ' Bedingung: Sie darf das Haus weder verkaufen noch vermieten, sondern muß es mindestens fünf ' Jahre hintereinander selbst bewohnen. Auch muß r sie den dazugehörigen Grund und Boden selbst bewirtschaften. Das wird ihr als Frau allein nicht gelingen. Um ihr eine Hilfe zu verschaffen und meinem vielgeliebten Detter Friedrich Zedlitz eine Freude zu machen, bestimme ich weiter folgendes: Sofern Benediktes Vetter Hans-Hermann, mein Neffe noch nicht in Brot und Würden und geneigt sein sollte, Benedikte bei der Bewirtschaftung des Gütchens zu helfen, sollen ihm nach Ablauf von fünf Jahren die fünfhundert Pfund gehören, die auf der Bank von England auf meinem Namen liegen, und zwar auf dem Konto Friedrich Zedlitz Nr 660. Diese fünfhundert Pfund sind das letzte, was ich von meiner afrikanischen Zeit übrigbehalten habe. Der alte Josua, mein treuer Negerbursche, soll auf meinem Gütchen Wohnrecht haben, solange er lebt, desgleichen das alte Fräulein Marie Giesecke. Meine Nichte Benedikte ist verpflichtet, diese beiden alten Leute zu pflegen und ihnen ihren Lebensabend leicht zu machen. In Josua wird sie außerdem einen nimmermüden Arbeiter finden. Sollten Benedikte und Hans-Hermann Zedlitz die Erbschaft nicht antreten wollen, so fällt mein Eigentum an portflügen das Gebiet der Hochalpen in weitem Umkreis bis in eine Höhe von 3250 Meter zu versorgen. Es ist heute nach Jahren einer imposanten. Entwicklung auf allen Gebieten des Flugwesens besonders interessant, die „Erfahrungsberichte" der Süddeut- dien Lufthansa aus den Jahren 1926 bis 1928 über die durchgeführten Höhentransporte nachzulesen. Während dieser Periode wurden in über 6000 Flugminuten insgesamt 15 000 Kilo Fracht befördert. Sofern diese Fracht in Kohle, Zement, Dachpappe, Werkzeug und dergleichen bestand, konnte sie in freiem Abwurf aus fünf bis acht Meter Höhe an Ort und Stelle gelangen. Größere Bretter dagegen und natürlich auch Weinfässer und Bierkisten mußten in entsprechender Verpackung aus 50 bis 100 Meter Höhe mit dem Fallschirm abgeworfen werden. Da den Transportfliegern damals noch keine Spezialmaschinen zur Verfügung standen, waren die einzelnen Flüge infolge des geringen Laderaums auf eine durchschnittliche Transportleiftung von etwa 200 Kilo beschränkt. Im alpinen Hilfsdienst, bei Suchaktionen nach Vermißten, ist dem Flugzeug inzwischen eine weitere wichtige Aufgabe erwachsen. Eine stets einsatzbereite Organisation steht hier auf Posten. Und der Hochgebirgssportler weiß ihre Dienste zu schätzen und zu würdigen. Die Gesellschaft der ungarischen Meteorologen in Budapest hat den Direktor des Meteorologischen Instituts der Berliner Universität, v o n F i ck e r , in die Reihen ihrer ausländischen Mitglieder ausgenommen. Zum korrespondierenden Mitglied der Gesellschaft der ungarischen Meteorologen wurde Deutsch-Italienischen Gesellschaft, Dr. von Wtn - ter seid t, dankte Rossoni für seine Ausführungen. Im Anschluß an den Vortrag fand em geselliges Beisammensein mit regem Gedankenaustausch statt. Ungarische Ehrung für deutsche Wissenschaftler. Ein Blick zwischen zwei mit dem Hoheitszeichen geschmückten Fahnenmasten aus den noch von einem Gerüst umgebenen Maibaum im Lustgarten Berlins, wo der Staatsakt am 1. Mai stattsindet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) bestrahlung gut mit Nivea- Creme oder mit Nivea-Öl einreibt, dann erhält man ganz wunderbar schnell eine herrlich natürliche Hautbräunung. Die Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin". Nach nur zweieinhalb Tagen stand das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Donnerstag bereits in der Nähe des Aequators. Der letzte Standort von 8 Uhr früh liegt 180 Kilometer westlich von den der südamerikanischen Küste vorgelagerten St.-Paul- Felsen. Oeslerreichisches Mliläraulo bei Innsbruck verunglückt. Bei einer militärischen Hebung ih der Umgebung von Innsbruck stürzte ein Kraftfahrzeug von einem schmalen Wege einen (teilen Hang hinunter und überschlug sich. Dabei verunglückte ein Oberleutnant des österreichischen Bundesheeres töd - lich, ein Oberstleutnannt wurde schwer verletzt. Das 6. Deutsch - englische Iugendlager ein voller Erfolg. e.n Aula der Geora-August-Umversität in Söllingen überreichte Stabsches Lutze als Ober- LS fah.“ as axaau-- asaa« moralischen Gesichtspunkte des korporativen Wirtschaftslebens hielt. Der Veranstaltung wohnten außer dem italienischen Botschafter Attolico die Reichsminister Frhr. von Neurath und Dr. Frank bei. Der Präsident der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft, Geheimrat Plank, begrüßte Rossoni We sich in ^-fitur, ergriff^ Schriftstück, rückte das schwarz umrandete Augen- alas fester auf die Hakennase und sagte. „Nun hör' einmal gut zu, Benedikte da hier ist die Abschrift des Testaments von Onkel Hubert. „Onkel Hubert ist gestorben?" fragte Benedikte hastig erschienen. Aber dann wurde es herrlich! Onkel Hubert hatte sie, die sich sträflich am Kaffeetische der Familie langweilte, heimlich beiseitege- nommen, und zusammen waren sie in den Wald gestrolcht. Dort hatte er ihr herrliche Dinge gyeigt, Käfer, einen Ameisenbau, ein Vogelnest. — Schließlich waren sie beide verschmutzt und bestaubt zuruck- gekehrt, und Mutter war in einen Entsetzungsschrei ausgebrochen wegen des fleckigen weißen Seiden- kleidchens und der morastigen weißen Schuhe. Sie hatte sich hinter Onkel Huberts breiten Rucken versteckt, und er hatte ihr heimlich die Hand gehalten, als wollte er sagen: „Laß die andern nur schimpfen, ein paar solcher' Stunden im Walde sind mehr wert als ein tadelloses Kleid ... Ja das war eigentlich ihre einzige Erinnerung an Onkel Hubert. Später mußte irgend etwas Schlimmes zwischen ihm und der Familie gescheheen stin. Denn sowie sie seinen Namen nannte, schwieg ^S'^hatt? dann nur durch Zufall gehört, daß Onkel Aubert nach Südwest ausgewandert war schließlich hatte sie ihn fast v-raessen. Wenn sie aber irgendwo in der freien Gottesnatur sur sich allein wanderte, ein Tier, eine P^nze beobachtete, dann fiel ihr plötzlich wieder zuweilen jenes Kmder- erlebnis mit Onkel Hubert em. Und ihr war, als hätte damals ihre tiefe Liebe zur Natur und allem. Was aber wollte Onkel Ja Khid, er hat ein merkwürdiges Testament hinterlassen. Ich lese es dir vor: Oevenshöe, den 24. Dezember 1934. Ich, Hubert Mathias Ernst Zedlitz, geboren den 12 August 1874 zu Rostock m Pommern, schreibe hiermit meinen letzten Willen nieder: Da meine Familie nur Zeit meines Lebens beinahe die Galle an den Hals geärgert hat — „Unerhört!" schaltete Frau Agathe em so daß der Oberst beschwichtigend die Hand hob und mit verstärkter Stimme weiterlas: — sehe ich keine Veranlassung, sie nach meinem Tode irgendwie zu bedenken. Der einzige Mensch, Arau Agathe wollte etwas emwerfen, aber der alte Oberst sah sie an mit einem Blick, der bedeutete- Bitte, schweige doch noch! Da schloß sie den Mund wieder, obschon es ihr nicht leicht fiel. „Würdest du eigentlich froh sein, wenn duganz auf dem Lande bleiben könntest, Benedikte? Ich meine, nicht nur für ein paar Ferienwochen, sondern für immer?" ~ „ Erstaunt schaute Benedikte den Onkel an. Warum stellte er solche Fragen? Er war doch immer m allem so knapp und tatsächlich? Er redete eher zu wenig als zuviel. o 2lcki Onkel", sie lächelte em wenig wehmütig, „ebensogut könntest du mich fragen willst du lieber arm ein oder Millionär werden, das ist unge.ahr da7 gleiche. Aber entschuldige, wenn ich mich lieber einer wirklichen Beschäftigung zuwende, ich habe "°L^,chntt7sich d°s"zw°0tt° Brot auf Dem T-ll-r zuk-cht'„Was ist denn das da ur em se.erliches Amtspapier?" fragte sie Sw'fch-ndurch. Dies Arntspapier, mein liebes Krnd , ermioene 4ri7bri* feierlich, „ist die Antwort auf meine RageTnn du da-Leden auf dem Lande einem Millionärsdafem gleichfetzest, dann bist du Mil- "ÄS' S’Xfw ebensowenig, wie die alten Griechen '^.Du^wirs^g^ch ''begreifen. Kind. Besinnst du dich noch auf Onkel Hubert? LLWoör sich hin Ein Bild stieg vor ihr auf _ ein Waldrestaurant in der Nahe von jtoi berg. Sie war ein ganz kleines Gor g^ zum erstenmal zum Familientage der ZedUtz mit genommen worden. Damals lebte Vater noch, ja, und da war auch Onkel Huber der Maler qe wesen. Erst hatte sie Angst üor feinem rauben -ton gehabt und seinem mächtigen Ba.rt. Sie hat g dacht, der Rübezahl aus dem Märchen wäre leib Der alpine Hilfsdienst durch das Flugzeug geht auf eine Anregung des Majors Hailer des späteren Direktors der Süddeutschen Lufthansa zurück Wie wir der „Luftwelt" entnehmen, kam Hailer nach einem beschwerlichen Aufstieg zu einer einsamen Alpenhütte auf die Jdeee, künftig nicht mehr alles, was man in den Hütten braucht, mühsam hmaus- zu schleppen, sondern durch das Flugzeug abwerfen zu lassen. Im Jahre 1922 gelang es ihm als ersten, eine Zugspitzlandung durchzuführen. Und ein paar Jahre später standen in Innsbruck die ersten Flugzeuge des Süddeutschen Aerolloyd bzw. der Süddeutschen Lufthansa bereit, um in regelmäßigen Trans- vorlraq des italienischen Landwlrtschaflsministers im Berliner harnack-haus. Zu Ehren des italienischen Landwirtschaftsministers Rossoni sand im Harnackhaus ein Empfang statt, bei dem der italienische Gast einen interessanten Vortrag über die politischen und Gäste, darunter Professor Conwell-Evans, der Abgeordnete C r e e n und Sheila Macdv - nald, die Tochter Ramsay Maydonalds, erschienen waren. Mr. Robert H y d e, der Präsident der Stadial Welfare Society und langjähriger Leiter des Duke of York-Camp fand herzliche Worte der Begrüßung. Er wies darauf hin, daß das deutsch- englische Jugendlager in den letzten drei Jahren Büchertisch. _„Der letzte Bergmann" und andere Erzählungen von Kurt Arnold Findeisen. Kurzgeschichten für 20 Pf. Band 10 Herausgeber Jürgen Hahn - Butry. Wilhelm Limpert Verlag, Dresden Al. — (21) — Kurt Arnold Findeisen, der Lessing-Preisträger, ist durch seine musikalischen Romane und Novellen um Schumann, Schubert, Brahms, Bach bekannt geworden. Auch ist er gegenwärtig der dichterische Vertreter der Landschaft Sachsen. Von beiden Strahlungen seines Wesens legen die Kurzgeschichten des vorliegenden Bändchens auf eigenartige Weife Zeugnis ab. — Gerh ard Schumann: Siegendes Leben. „Schriften an die Nation". Band 72. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Geb. 1,20 Mk. — (571) — Zwei chorische Dichtungen, „Tod und Leben" und „Größe der Schöpfung , sind hier zusammengefaht. Gerhard Schumann, einer der stärksten Vertreter junaer deutscher Vers- dichtung, hat sich durch seine Gedichtbande „Fahne und Stern" und durch die „Lieder vom Reich" einen guten Namen gemacht. In ihrer Haltung einfach, edel und heroisch, klar in der Form, sind seine Dichtungen Marksteine des Weges, den eine neue Jugend in Zucht und kämpferischem Wollen geht. Roman von Marlise Köllina. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. den Staat. Ich hoffe, daß ich damit der ganzen lieben Familie eine recht große Weihnachtsfreude bereitet habe. In diesem Sinne setze ich bei vollem Bewußtsein meiner Handlungsweise und in völliger geistiger Klarheit meine Unterschrift unter dies Testament. Hubert Mathias Ernst Zedlitz, Haus »Endlich allein6 auf Oevenshöe." Der Oberst war zu Ende. Er legte die Abschrift des Testaments vor Benedikte hin und sagte: „Nun, was meinst du dazu, mein Kind?" „Du wirst doch natürlich ablehnen, Benedikte", fuhr Frau Agathe scharf dazwischen, „jedenfalls diese irrsinnige Bedingung. Unerhört! Sollst dich geradezu als Bäuerin mitten in die Wildnis setzen! Hubert muß nicht mehr bei klarem Verstand gewesen sein, als er dies Testament abfaßte, wenn er es auch zehnmal beteuert. Man muß es anfechten!" Benedikte antwortete nicht. Sie faß still da, die Hände aufs Papier gelegt. Ihr war, als strömte eine geheimnisvolle Kraft von ihm aus, als wäre Hubert Zedlitz nicht tot, sondern irgendwie geisterhaft in ihrer Nähe. Oh, er hatte sie erkannt, wie keiner in der Familie sie erkannt hatte. Er hatte schon in dem Kinde die tiefe Sehnsucht nach dem Leden in der Natur gefühlt. Und darum hatte er dieses Testament gemacht! Als nach dem Fortzug der Eltern aus der kleinen Stadt ihr Kinderparadies zerstört und sie van der großen Stadt gefangen genommen war, da hatte Onkel Hubert an sie gedacht. Dies Testament bewies es. „Oevenshöe", sagte sie plötzlich vor sich hin. Oevenshöe — das mußte doch die kleine Insel in der Ostsee sein, von der sie schon ein paarmal gehört hatte. Jedenfalls klang es irgendwie nach Wind und Freiheit und weiten Wiesen und hohem Himmel. Nach Meer. „Oevenshöe..." wiederholte sie noch einmal verträumt. Dann schaute sie auf. Ein tiefes Leuchten trat in ihre Augen. Sie reckte die Arme: Oevenshöe!" rief sie laut jubelnd und schlug mit der flachen Hand wie bestätigend auf das gelbliche $ J^inb, du wirst doch dieses verrückte Erbe nicht zu" diesen Bedingungen antreten wollen?" fragte Frau Agathe entsetzt. „Anfechten werden wir esl ’ Da leuchtete Benediktes Gesicht noch strahlender: „Ich werde es annehmen, Mutter. Gott fei Dank, ‘ endlich werde ich wirklich wieder leben!" i (Fortsetzung folgt!) Kunst und Wissenschaft Das Landes-Sinfonieorchester im Rundfunk. NSG. In zahlreichen Konzerten im ganzen Gau hat das Landes-Sinfonieorchester unter der Leitung feines Kapellmeisters Paul Cornelius mit' feinen Darbietungen Anerkennung gefunden. Nunmehr hat der Reichssender Frankfurt das Landes-Sinfonieorchester zu einem Konzert verpflichtet, das am 30. April in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr veranstaltet wird. Das Orchester bringt u. a. Werke von Rust, Czernik und weiteren neueren Komponisten. Mit diesem Konzert ist weiteren Kreisen die Möglichkeit geboten, die Leistungen dieses Orchesters kennen zu lernen. Gau kunsiausstellung der NS.-Sutturgemeinde. NSG. Die große Kunstausstellung für alle bildenden Künstler und Kunsthandwerker des Gaues Hessen-Nassau mußte infolge der überaus zahlreichen Anmeldungen von Kunstwerken und den umfangreichen Vorbereitungen um einige Wochen verlegt werden. Diese Kunstschau, ein Zeugnis unseres Kulturwillens, wird nun endgültig am 2? Mai in der Karmeliter-Kirche in Frankfurt eröffnet werden. Der Einlieferungstag für alle Kunstwerke ist Mittwoch, 20. Mai, von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr in der Karmeliter-Kirche in Frankfurt Spätere Einlieferungen werden nicht mehr berücksichtigt. Anmeldeformulare sind noch erhältlich bei der NS.-Kulturgemeinde, Abteilung Bildende Kunst, Neue Mainzer Straße 50. Als Aussteller sind bildende Künstler und Kunsthandwerker zugelassen, die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste sind. Die ausschlaggebende Bedeutung der Kunstschau wird durch Die Beteiligung aller Volkskreise gewährleistet__________ Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das mit feinem Kern über dem Ostatlantik liegende Hochdruckgebiet ist noch immer für die Zufuhr kühler Luftmassen nach Deutschland verantwortlich, und es herrscht heute früh im allgemeinen bedecktes Wetter. In den Westalpen fallen starke Niederschläge. Die Zufuhr der kühlen Luftmassen aus Skandinavien bleibt vorerst erhalten, doch sind trotz leichter Unbeständigkeit nennenswerte Niederschläge unwahrscheinlich. AussichtenfurFreitag: Veränderlich und bewölkt, leicht unbeständig, bei Winden aus nördlichen Richtungen kühl. Aussichten für Samstag: Fortdauer des leicht unbeständigen und ziemlich kühlen Wetters. Lufttemperaturen am 29. April: mittags 12,5 Grad Celsius, abends 8,7 Grad; am 30. April: morgens 5,3 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum heute nacht 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 10,1 Grad; am 30. April: morgens 7,2 Grad. — Sonnenfcheindauer 1,9 Stunden. (Datum wollen Sie so leichtsinnig sein und Ihre Haut ungeschützt der Sonne aussetzen? Es gibt doch Nivea. Wenn man sich vor jeder Sonnen ■ ■ I Modehaus in bekannt großer Auswahl Strickwaren, moderne Kleider,Westen und Pullover Gardinen, Stores, Dekorations-Stoffe usw. Korseletts und Büstenhalter, führende Marken Strümpfe, Handschuhe, neueste Modefarben Modische Neuheiten für die Damenschneiderei Bedarfsdeckungsscheine werden in Zahlung genommen!! FRANZ fdineßer^er Gießen/ Schulstraße Nr. 4 2712 A unverbindliche Vorführung durch die General vertret nng n. Knndendienststelle für den Kreis Gießen Willi Appel, Gießen Kaiserallee 49 27.5 d Telefon 4067 M O O h IÖ O O Q von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder iitlLlliuDuü holten Veröffentlichungen einer Anzeigei % PILSNER I I i Pt NACH FERTIG UND MASS G. m. b. H. 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' ■ Segen der Handarbeit Unter den flinken Händen der Tabakarbeiterin entsteht Zigarre um Zigarre. (Sämtliche Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.) Letzte Station der Bierbrauerei: am Abfüllgerät. So wächst eine Mauer heran! Und neben den öffentlichen Bauten wurde schnell die Unternehmungsfreude der p r i o a t e n Bauherren wieder geweckt. Kluge und weitsichtige Maßnahmen der Regierung und der Gemeindeverwaltungen gaben auch auf diesem Gebiete der Wirtschaft wertvollen Anreiz und kräftig fordernde Belebung. Es entstanden auf den verschiedensten Randgebieten unserer Stadt ganz neue Wohnviertel mit einer großen Zahl von Häusern, daneben wurde manche Baulücke innerhalb der bebauten Straßenzüge durch einen Neubau ausgefüllt, an anderen Stellen wurden Stockwerke aufgesetzt oder freigewordene Geschäftsbauten zu Wohnräumen umgebaut. In Verbindung mit der Schaffung neuer Stadtviertel wurden Straßenbauten in einem wurde. * Wie ein belebender frischer Wind, so wirkte sich der Befehl des Führers zum Kampf gegen die Gelhel der Arbeitslosigkeit auch für die B a u w l r t s ch a s t und ihre verwandten Zweige aus. Der Hauseigentümer, der jahrelang an seinem Hause keme Reparaturen hatte machen lassen können, sah sich durch die großzügige Förderung vom Reich und von den Gemeinden wieder in der Lage, Arbeiten an seinem Hause in Auftrag zu geben. Den Jnstandsetzungs- arbeiten am Hausbesitz folgte rasch die Inangriffnahme von Neubauten. Die großen öffentlichen Bauten, die auch für die Wirtschaftsbelebung in unserer engeren Heimat sehr bedeutsam wurden, nahmen Hunderte von Arbeitskräften in Anspruch. Da wurde mit Eifer aus- geschachtet, dann wurde bald das Regiment der Männer mit Maurerkelle und Wasserwaage wirksam: in den Ziegeleien rauchten wieher die Schlote und rollten täglich Tausende von Mauersteinen hinein und heraus aus den Brennöfen: in den Sand- und Kiesgruben herrschte größte Emsigkeit des Schaffens: aus den Wäldern rollten gewal- Der Spengler an einem Meisterwerk: Formensinn und handwerkliche Geschicklichkeit verbinden sich. Es ist eine der größten Taten Adolf Hitlers und seiner nationalsozialistischen Bewegung, dem Arbeiter der Faust im Urteil der deutschen Volksgenossen d i e achtunggebietende Stellung verschafft zu haben, die in seiner vollwertigen Eingliederung in die deutsche Volksgemeinschaft zum Ausdruck kommt und auf die er schon immer Anspruch gehabt hat.,.Wer mir warm empfindenden Herzen im Schaffensproschaffenden Arbeiterin am Tabaktisch, auf dem sie mit geübten Händen Zigarre um Zigarre wickelt und in die Form legt, um damit einen Teil der Arbeit zu vollbringen, die von anderen Kameradinnen bis zur Vollendung des Erzeugnisses fortgesetzt wird. Der Segen der Arbeit für den einzelnen schaffendenMen- schen, wie auch für die Gesamtheit unseres Volkes wurde uns dergestalt immer wieder eindrucksvoll sichtbar und ließ uns einen bedeutsamen Teil des großen deutschen Wunders erkennen, das in und durch den Führer Adolf Hitler unserer Dolks- gesamtheit mit dem nationalsozialistischen Erneuerungswerk geschenkt habt, Betriebe aller Art in unserer engeren Heimat in Augenschein zu nehmen: unsere Leser haben wir durch Wort und Bilder in unseren Spalten an diesen Rundgängen durch die Betriebe im Geiste teilnehmen lassen. Was das gedruckte Wort und auch das anschaulichste Bild den Volksgenossen aber nicht vermitteln konnten, das wurde uns immer wieder ein wunderbares und beglückendes Erlebnis: die tiefe Freude der schaffenden Menschen an ihrer Ar- beit, das Leuchten der Augen, wenn wir mit den deutschen Brüdern und Schwestern auch über den hohen ideellen Gewinn ihres wiedergefundenen Arbeitsplatzes sprachen, die verständnisvolle Dankarbeit für den Willen und die Taten des Führers, tige Ladungen von Bauholz zu den Werkplätzen der Zimmerer, um dort ihre Form zu finden für den Neubau und dann em Teil des Bauwerks zu sein, den die Männer der Zimmermannsaxt und des Winkels auf dem Mauerwerk in luftiger Höhe errichten. Dann kamen auch die vielen Handwerksmeister und Gesellen zum Werk, die beim Innenausbau in vielfältiger Weise die Kunst des Handwerks einfügen in den Bau. der mit seinem großartigen und unermüdlichen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit alle die vielen Arbeitsund Brotstellen wieder erschlossen hat und sie zu sichern unablässig bereit ist! Diesen erfreulichen Widerhall der Taten unseres Führers fanden wir bei dem Manne an der Maschine, am Werkstück und auf der Baustelle oder dergleichen genau so wie bei der still und beglückt Der Wagner bei seiner Arbeit; er steht mit Schmieden und Schlossern in einer Front. Arbeit vor aller Augen: Momentbild von der Asphaltierung des Stadtpost-Vorplatzes. Groß ist das Heer der Volksgenossen im Dienste der eisenverarbeitenden Industrie. — Am Spezialbohrer. zeß des Alltags wirkt, weiß diese Großtat, des Führers am deutschen Arbeiter der Faust ln vollem Maße zu würdigen. Denn ihm ist es mcht unbekannt, wie sehr das geistige Werk angewiesen ist auf die Verwirklichung durch die Arbeit der Faust; es waren früher vielfach unberechtigte Vorurteile und wohl auch ein gewisser Mangel an psychologischem Denken und Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt des Mannes der schwieligen Hand, die damals zu der leider falschen Beurteilung des handarbeitenden Menschen führten. Wir alle schätzen uns als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft nun aber glücklich, daß durch den erfolgreichen Kampf Adolf Hitlers dieser Spaltpilz in'unserem Volkskörper ausgemerzt ist und an seiner Stelle der hohe Gedanke der Gemeinschaft in der Arbeit und im Leben des Volkes feine befruchtende Kraft ausstrahlt. Unsere Stadt Gießen hat den Vorzug, Heimstätte der Arbeit des Geistes und auch der Arbeit der Faust zu sein. Die harmonische Vereinigung der beiden tragenden Säulen unseres Gemeinschaftslebens strahlt in vielfältiger Art auch in unsere ländliche Umgebung aus, die an den Fruchten dieses Schaffens reichen Anteil hat. Man denke nur an die Beziehungen zwischen unseren Universitätskliniken und der Bevölkerung unserer Provinz: man erinnere sich der häufigen Studien- und Vortrag^ fahrten der Angehörigen unserer Universität nach den verschiedensten Gegenden unserer engeren Heimat: man halte sich auch vor Augen daß viele junge Menschen aus den kleinen Städten und den Dörfern unserer Provinz ihre geistige Fortbildung und Berufsvollendung sowohl an der Unioerfitat, als auch an anderen Lehrstatten unserer Stadt Gießen finden: und man erinnere sich nicht zuletzt der wirtschaftlichen Fäden, die hier Stadt und Land in vielfältiger Weise miteinander verbinden. Formklinkersteine werden mit der Hand nachgearbeitet. Der NationaleFeiertagdesdeutschen Volkes, den wir am morgigen 1. Mai auch in Gießen gemeinsam wieder festlich begehen werden, läßt uns die Gemeinschaft der schaf- fendendeutschenMenschenin ihrer großen Bedeutung für die Nation und auch für unser engeres Heimatgebiet erneut erkennen. Mit besonderer Freude halten wir uns an diesem festlichen Tage vor Augen, daß dank der großzügigen Maß- nahmen des Führers insbesondere für den hand- arbeitenden deutschen Volksgenossen wieder Schas- fensmöglichkeiten in weitem Ausmaße vorhanden sind. Wer erinnert sich nicht noch mit Grauen jener Monate und Jahre vor der Machtübernahme, als auch in unserer Stadt und in den Heimarbeitsstätten unserer benachbarten Dörfer die Arbeitsgelegenheiten von Tag zu Tag immer geringer wurden, die arbeitswilligen Menschen vor den Stempelstellen des Arbeitsamtes und auf den Straßen standen. Dann endlich kam im Jahre 1933 mit der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die große Wende, die auch unserem Heimatgebiet mit dem neuen politischen und sozialen Geist zugleich neue wirtschaftliche Kraft brachte. Und seitdem geht es auch bei uns im Leben der schaffensfrohen Menschen wieder* kräftig bergauf! In den Betrieben rauchen wieder die Schlote, surren unermüdlich die Räder der Transmissionen, Ausmaße durchgeführt, wie mir es vor der Arbeitsschlacht des Führers viele Jahre lang nicht mehr erlebt hatten. Man gehe jetzt nur einmal durch die Bezirke des Ostens oder des Nordostens unserer Stadt, man sehe sich auch einmal im Südviertel, ebenso jenseits der Lahn in „Sachsenhausen" um; man lenke seine Schritte aber auch hinaus nach den Bezirken, in denen unsere Gießener Stadtgrenzen die Gemarkungen der Vororte berühren. Ueberall wird man ein gewaltig verändertes Stadtbild sehen. Nahezu gleichen Schritt mit der regen Wohnungsbautätigkeit in Gießen hielt das Schaffen der Man- ner vom Bau in unseren unmittelbar angrenzen, den Nachbarorten. Während z. B. Heuchelheim mit seinen Häusern immer stärker an Gießen heranrückt, hat die Gemeinde W i e s e ck an der Marburger Straße bereits den Anschluß an die Häuserreihen auf Gießener Grund hecgestellt. Dort merkt mancher nun wohl nicht mehr, ob er bei feinem Spaziergang noch den Gießener Boden tritt, oder sich bereits auf Wiesecker Gelände befindet. * Nun lassen die schaffenden deutschen Menschen des handarbeitenden Wirkens am morgigen Ratio- nalen Feiertag des deutschen Volkes einmal ihre unermüdlichen Arme und Hände ruhen. Sie wer- den diesen Ehrentag des deutschen Arbeiters mcht nur als einen Tag des Ausspannens für ihre körperliche Kraft ansehen, sondern ihn, seinem hohen Sinn entsprechend, zum Anlaß nehmen, auf ihr Werk im Verlaufe der letzten Jahre Rückschau zu halten und sich dabei den reichen Segen der Arbeit zu vergegenwärtigen, der ihr Dasein und die Ge- meinschaft des Volkes, dank der großen Taten unseres Wegbereiters und Führers Adolf Hitler, wieder ix reicher Weise erfüllt. Aus einer mechanischen Kleiderfabrik: Mit der Motor chere werden viele Teile des Werkstückes gleichzeitig ausgeschnitten. arbeiten die Maschinen, können sich schaffensfreudige Männer und Frauen emsig regen. Daneben bietet sich auch im stillen Arbeitssaale, beispielsweise einer Zigarrenfabrik, vielen...Volksgenossen und Dolksgenossinnen dankbar begrüßte. Gelegenheit zum Verdienst des täglichen Brotes Wir haben im Verlaufe der letzten Jahre vielfach Gelegenheit ge- Jt Die deutsche flrbcihjfront n.9.=0cmcinr(haft „Kraft öurdi frcuöc Aus her Provmzialhauptstavt Schützt die Singvögel! In meiner Hand halte ich einen Stieglitz. Die stecknadelkopfgroßen Augensterne des Vögleins sind erloschen. Das farbenprächtige Gefieder ist zerzaust. Müde hängen die bunten Schwingen am Leibe. Grell leuchten ihre gelben Spiegel auf. Das schwarz- weißrote Köpfchen neigt sich traurig zur Seite. Die verkrampften Zehen lassen den schmerzvollen Todeskampf ahnen. Der Schnabel ist leicht geöffnet. Wen klagt der tote Sänger an? Etwa uns Menschen? Der frohe Geselle — man nennt ihn den Bruder Studio der Dogelwelt — ist das Opfer eines heimtückischen Uebersalls geworden. Ein räuberischer Kater überfiel ihn, als er gerade sein lustiges „Stieglit stickelit" in die schöne Frühlingswelt schmetterte. Allerdings konnte der blutgierige Mörder seines Raubes nicht froh werden. Kinder jagten ihm die Beute wieder ab. Was nutzte das aber? Das Vöglein war tot. Es wird auch nicht das letzte fein, das auf diese Weise umkommt. Können wir Menschen derartigen Vogelmord verhindern? Gewiß! Wir können und müssen es. Dazu verpflichtet uns das Vogelschutzgesetz. Zwar gibt es Gefahren für die Vogelwelt, die wir nicht so ohne weiteres beseitigen können. Ich denke hier z. B. an die Starkstromleitungen. Aber auch aus diesem Gebiet sind schon manche segensreiche Einrichtungen getroffen worden, die eine Massenvernichtung unserer gefiederten Sänger unmöglich machen. Daß die Katzen zu den gefährlichsten Gegnern der Singvögel gehören, ist allgemein bekannt. Es gibt zwar immer noch Menschen, die hartnäckig diese Tatsache abstreiten und ihre „Lieblinge" in Schutz nehmen. Ich gebe gerne zu, daß manche Katzen eine löbliche Ausnahme bilden und von Vogelsang nichts wissen. Vergessen wir jedoch nicht, daß sie zur Familie der Raubtiere gehören. Auch wenn wir sie heute als Haustiere schätzen, müssen wir eingestehen, daß zu gegebener Zeit ihre angeborene Raubtiernatur immer wieder durchbricht. Man beobachte nur einmal eine Katze, wenn sie auf ihre Beute lauert, sich zum Sprunge duckt oder mit einem Mäuschen spielt. Gleicht ihr Tun und Treiben in diesen Momenten nicht demjenigen eines jungen Löwen oder Tigers? Oder wer hat nicht schon einmal erlebt, daß seine Katze in einem unvorhergesehenen Augenblick'nach ihm mit der Tatze schlug? Ich glaube, diese unumstößlichen Tatsachen muß auch der hartnäckigste Katzenfreund zugeben. Natürlich wird eine Hauskatze, die dick und fett gefüttert ist, und sich die meiste Zeit auf dem Sofa oder einem sonstigen weichen Plätzchen herumdrückt, niemals in Ver- suchung kommen, auf Vogelraub auszugehen. Das hat sie auch gar nicht nötig, da Futtermangel für sie niemals in Frage kommt. Außerdem ist sie viel zu bequem dazu. Diese Katzenkategorie trifft mithin mein Vorwurf nicht. Ich meine vielmehr jene Katzen, die aus Hunger oder Raubgier Vögel überfallen. Daß das vorkommt, wird wohl niemand abstreiten wollen. Bei derartigen Fällen muß der Vogelliebhaber und Naturfreund einschreiten. Am besten verständigt er sich in Liebe und Güte mit dem Katzenbesitzer und rät ihm, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, daß sein Tier ein für allemal den Vogelraub aufgibt. Zwei Möglichkeiten bieten sich hier dem Katzenliebhaber. Zunächst muß er seinen Schützling regelmäßig füttern und darf ihn nicht überall herumoagabundieren lassen. Eine Katze, die in gewissen Abständen ihr Futter erhält, verspürt schon von sich aus keine Lust, auf Baumstücken, Wiesen und Feldern herumzustreichen. Sie wird also, wenn wir es einmal so ausdrücken wollen, häuslich. Weiterhin muß der Katzenbesitzer feine Katze so erziehen, daß sie vom Vogelfang zurück- fchreckt. Gerade so gut wie er sie durch Verscheuchen und Schläge davon abhält,, die Küken oder Gäns- chen zu überfallen, genau so gut kann er ihr den Vogelfang abgewöhnen. Man glaubt gar nicht, wie gelehrig Dieses Tier ist. Eine drohende Armbewegung, ja sogar ein strammer Blick genügt schon bald, das Uebel abzustellen. Im Laufe der Zeit schläft dann die Neigung zum Vogelraub ganz ein. Man darf eben die Mühe nicht scheuen und muß sich auch um sein Tier kümmern. Als Eigentümer ist man dazu unbedingt verpflichtet. Jedenfalls ist die Erhaltung der heimischen Singvögel von großer Bedeutung für unsere Volksernähruna, da sie die Garanten des deutschen Obstbaues sind. Ein weiterer Störenfried ist der Sperling. Man kann ihn gerade nicht als ausgesprochenen Gegner bezeichnen. An und für sich ist er sogar nützlich. Unter den kleineren Vögeln zählt er zu denjenigen, die am meisten auf den Boden kommen. Dadurch stiftet er in den Gemüsegärten, auf den Rüben- und Kartoffelfeldern manchen Nutzen, zumal hier die Höhlenbrüter selten hinkommen. In den Obstgärten und Anlagen aber richtet er mitunter Schaden an, da er unter den Höhlenbrütern durch sein zudringliches Wesen große Störung verursacht. Frech sucht er sich in ihre Nester zu schmuggeln, besonders dann, wenn es ihm an Nistgelegenheiten fehlt. Oft ruht er nicht eher, bis er sich in den Besitz des fremden Nestes gesetzt hat. Die jungen Schwälbchen oder Rotschwänzchen wirft er kurzerhand zum Nest hinaus. Daß sich nach einem solchen Vorfall die vergrämten Eltern verziehen, versteht sich von selbst, ganz abgesehen von der vernichteten wertvollen Brut. Wie läßt sich diesem Uebel steuern? Manche Vogelschutzbestrebungen zielen darauf hinaus, das Ueberhandnehmen des Sperlings gewaltsam zu verhindern. Da der Geschlechtstrieb des Sperlings stark entwickelt ist, empfiehlt man den Abschuß der weiblichen Tiere. Diese sind aber so schon in der Minderheit. Wenn dann durch Abschießen noch eine gewisse Zahl wegfiele, würden die überlebenden Weibchen durch die zahlreichen Männchen derart beunruhigt, daß nur wenige von ihnen zum Brüten kämen. Weiterhin wird empfohlen, die starke Vermehrung der Sperlinge dadurch zu verhüten, daß man die Nistgelegenheiten verringert. Zu diesem Zweck sollen alle Schlupfwinkel an Wohnhäusern und Stallungen verstopft werden, damit der Vogel nicht zum Brüten kommen kann. Daß man damit zugleich die Nistplätze der Schwalben und anderer Vögel vermindert, wird anscheinend übersehen. Sowohl der Abschuß der weiblichen Tiere, als auch die Dezimierung der Nistgelegenheiten ist nach meiner Ansicht zu verwerfen. Es gibt schließlich noch andere Mittel, um die Singvögel zu schützen. Vor allen Dingen gilt es, ausreichende Nistgelegenheiten für sie zu beschaffen, indem man Nistkästen aufhängt. Deren Flugloch darf nur so groß sein, daß es zum Durchschlüpfen für Stare und Sperlinge nicht mehr ausreicht. Um den Sperling in den Gärten und Obstanlagen von den Nistkästen abzuhalten, hängt man diese nicht höher als zwei bis drei Meter. Manche Vögel (die Meisen zum Beispiel) stören sich an der niedrigen Nistgelegenheit nicht, der Sperling jedoch meidet sie. Allerdings muß man darauf bedacht sein, daß die Höhlen katzensicher angebracht sind. Man befestigt fität Mrburg Ausscheiden be denen Prosess heilen in der Gießen beauf ** Ein Wilhelm W a endet am Fr stiger Frische SM- S.Ä |d abl)° S-«!. fei'5 Das »unb «Ä, d4 MN Q unt JÄ 3» Ä un Ab 1-111(11 j »» Univer Pressestelle der teilt: Prof. Dr. Würg ist c Wssenscha Mch worbe UniverM ®if (LeM für wurde Prof. 1 $1« iS Rn'** SS s Sgl ?.«?■ SSÄ nicht n* « Minen oes Men von lag. Zusätzlich sowie ber Gep halb des Haus trachtet unb ai NSLB. Fachschaft Volksschule. Der Bezirk Gießen-Land vom NSLB. hielt am gestrigen Mittwoch im Hotel Köhler seine erste Versammlung im neuen Schuljayre ab. Der Vorsitzende, Lehrer Dr. Reibt (Heuchelheim), begrüßte die zahlreich Erschienenen. Sodann hielt er einen ausführlichen und tiefschürfenden Vortrag über neuzeitliche Schulreform. In seinen Ausführungen ging er davon aus, daß der Nationalsozialismus auf der ganzen Linie Sieger sei, dem habe sich die neue Schule unterzuordnen. Daß die Schule und die Ansichten über die Erziehung in der Schule in der Vergangenheit so verworren und auseinandergehend gewesen seien, beruhe zum größten Teile auch auf den politischen Verhältnissen, den Parteien usw., die früher herrschten. Wenn der Führer verlange, daß jeder Deutsche im Geiste des Nationalsozialismus erzogen werde, bann müsse das geschehen. Daß diese Erziehung zum nationalsozialistischen Menschen möglich sei, beweise das Ergebnis der Wahl am 29. März. Nach einem geschieht- lichen Ueberblick über die verschiedenen Kulturzeiten, den Humanismus, die Zeit der Aufklärung usw. befaßte sich Dr. R e i d t mit den Reformplänen, die zur Zeit zur Aussprache stehen. Die heutige Erziehung der Jugend gründe sich auf fünf Säulen: die Familie, den Berufsstand, die politischen Erziehungseinrichtungen (Jungvolk, BDM., HI., SA., Partei), die Schule und die religiösen Perbände, zur Volksgemeinschaft, zum deutschen Menschen, Alle müßten als Grundlage und Ziel die Erziehung zur Volksgemeinschaft, zum deutschen Menschen, der politisch und weltanschaulich ganz im Nationalsozialismus stehe, haben. Anschließend wurden Einzelfragen, wie Ganzheitsunterricht, Schulgattungen usw. behandelt. Daß die Schulreform nur Schritt für Schritt vor sich gehen dürfe, wie es auch der verstorbene Führer des NSLB., Hans Sch e mm, gefordert habe, wurde besonders betont. Nach dem Äortrag, der mit viel Beifall ausgenommen wurde, folgte eine Aussprache, in der Rektor Siegfried (Großen-Linden), besonders auf die Frage der Landschulheime der Volksschulen (Jugendherbergen) einging. Rektor Siegfried konnte hier aus Erfahrung zahlreiche Ratschläge geben, da die Schule Großen-Linden im vorigen Jahre zehn Tage in Herchenhain verbracht hatte. Die Zahl der Schulen, die in diesem Jahre mit den oberen Klassen solche Jugendherbergen aufsuchen wollen, hat sich bedeutend vergrößert. Mit Dankesworten und dreifachem Sieg-Heil! auf den Führer schloß Dr. Reibt die sehr an- regenb verlaufene Versammlung. B. Evangelische Männervereinigung der Petrusgemeinbe Gießen. Von ber Evangelischen Männervereinigung ber Petrusgemeinbe wirb uns berichtet: In ber Reihe ber von ber Petrusgemeinbe veranstalteten Gemeinbeabenbe sprach Stubienrat Pfarrer Dr. Unverzagt am Sonntagabenb über bas Thema: „Unsere Technik — Segen ob et Fluch?", ein Vortragsgegenstanb, ber gerabe ar£ aesichts bes bevorstehenben Tages der nationalen Arbeit besonberes Interesse beanspruchen barf. Ausgehenb von ber Entwicklung ber Arbeit irt ben letzten Jahrzehnten, bie mehr unb mehr bis Hanbarbeit bes Menschen verbrängt hat zu Gunsten ber alles beherrschenben Maschine, gab der Redner ein anschauliches Bild von den Vor- und Nachteilen, die die ungeheure Entwicklung ber Technik für bie Menschheit gebracht hat. Die Vorteile, wie wir sie etwa sehen in ber neuzeitlichen Art ber Verstänbigung, in bem Verkehrsfortschritt, auf bem Gebiete bes Gesunbheitswesens usw. verbienen zweifellos große Anerkennung. Man sagt mit Recht: Wir sinb reicher geworben burch diese Errungenschaften, wir sind unabhängiger geworden, was gerade auf dem Gebiete der Wehrhaftmachung uns besonders zugute kommt, und durch die modernen medizinischen und operativen Hilfsmittel werden viel mehr Menschen vor bem Tobe gerettet. Es werben jeboch auch Bebenken gegen bie Entwicklung geltenb gemacht, bie nicht außer Acht gelassen werben bürfen. Die große Arbeitslosigkeit, wie sie bas Zeitalter ber Maschine in ber vergangenen Zeit mit sich gebracht hat, rebet eine allzu beut« lrche Sprache von ber wirtschaftlichen unb seelischen Not bes Menschen. Die zahllosen Verkehrsunfälle, wie sie immer roieber in ber Statistik zutagetreten, und durch die — das kann man wohl sagen — bas Gerettetwerden von Menschen mit Hilfe der modernen ärztlichen Wissenschaft wieder aufgewogen wird, geben zu ernsten Bedenken Anlaß. Man behauptet auch nicht mit Unrecht, bie Technik entfleibet den Menschen feiner Würde, sie stempelt ihn zur bloßen Nummer. Durch sie empfängt er Langeweile, Unlust und Interesselosigkeit bei der Arbeit. Die Menschen suchen möglichst schnell von der Arbeitsstelle fortzukommen, um Zerstreuung unb Abwechslung zu finben. Ein sinnloser Vergnügungstaumel ist bann mmt’Ht bie Folge, ber Mensch wirb oberflächlich unb kommt aus einer Hast in bie andere. Wenn noch eingewendet wird, die Entwicklung ber Technik zerstört Gemütswerte, macht Menschen burch bas stetige Vorwärtsbrängen, bas in ber Pro- buftion begrünbet liegt, pietätlos, sie fördert bie Ueberheblichkeit unb bamit ben Hochmut, weil ber Mensch so viel erreicht, sie — bas spürt man be« sonbers bei ber Jnbustrie — entwurzelt bie Menschen in ber Großstadt, was wir erlebt haben, dann sind das Bedenken, die nicht einfach beiseite geschoben werden können. Was ist hiergegen zu tun? Der Redner gab hierauf die Antwort. Nicht, daß wir etwa die Errungenschaften rückgängig machen ober überhaupt bie Entwicklung ber Technik zurückschrauben könnten, bas hieße unserem Volke einen schlechten Dienst erweisen, jeboch bie Arbeit regulieren, bas ist uns in bie Hanb gegeben. Was soll geantwortet werben auf bie Frage: Fluch ober Segen ber Technik? Vieles braucht nicht so zu sein, wie es ist. Mißstänbe, wie bie Arbeitslosigkeit, können beseitigt werben. Das lehrt uns ber heutige Staat. Das Hasten ist nicht nötig, wenn bie Men- mit ber ihnen gegebenen Zeit haushälterischer verfahren. Arbeitsunlust läßt sich beheben burch Verkürzung ber Arbeitszeit. Don ber Arbeit am lau- fenben Banb nach amerikanischem Muster ist brin« genb abzuraten. Doch bei bem Uebel ber Arbeitsunlust wirb es meistens auf bie Einstellung bes Menschen zur Arbeit ankommen. Die Menschen de- Rätselhafte Erkrankungen Bei vielen Krankhei. . „f ten wie Herzmuskel» und Nierenentzündungen, Gelenkrheumatismus usw., läßt sich oft schwer die Ursache feststellen. Nur durch Zufall stellt sich dann häufig heraus, daß die Zähne der eigentliche Krankheitsherd sind. Kranke Zähne vergiften nämlich den Körper, sobald durch sie Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Beweist dies nicht, wie gefährlich es ist, wenn man die Pflege der Zähne vernachlässigt? Jeden Abend und Morgen Ehlorodont — das sollte deshalb für alle, ob jung oder all, zur Selbstverständlichkeit werden! sie am besten auf einer Stange unb steckt diese In ben Boben. Außer ber Katze und bem Sperling gibt es noch zahlreiche anbere Feinbe ber Singvögel: Krähe, Elster, Eichelhäher unb verschiebens Raubvögel. Auch der Fuchs hat manches Vogelleben auf Dem Gewissen. Besonders den Bodenbrütern wird er gefährlich. Hier wehrend und hindernd einzugreifen, »st Sache des Jägers und Försters. Treten die genannten Tiere in großen Mengen auf, dann ist ihre Zahl zu verringern. Unter keinen Umständen sollen sie ganz ausgerottet werden. Das wäre verkehrt, da ja auch diese Tiere in gewissem Sinn Nutzen stiften. Aber nicht nur bie Tiere schäbigen bie Dogelwelt, sonbern auch — ohne baß er es freilich beabsichtigt — ber Mensch. So wurden z. B. durch bie Feld- bereinigungen viele Hecken umgelegt. Nicht immer war bies unbebingt notmenbig. Durch bie Beseitigung ber Hecken an Rainen unb Wegrändern büßte nicht nur bas Lanbschastsbilb an Schönheit ein, sonbern es gingen auch zahlreiche Nistplätze verloren. Der entftanbene Schaben muß nun burch Neuanlage von Vogelschutzgehölzen roieber ausgemerzt werben. Der heutige Bauer hat ja für biefe Maßnahmen großes Derstänbnis. Er weiß auch, baß er auf feinen Aeckern unb Wiesen bie größte Rücksicht auf bie verschiebensten Bobenbrüter nehmen muß. Vor allen Dingen aber gilt es, unsere Schul« j u g e n b von ber großen Bebeutung ber heimischen Singvögel für unseren Garten- unb Obstbau zu überzeugen. Der Deutsch- unb Naturgeschichtsunterricht bietet bazu bie beste Möglichkeit. Auch Unterrichtsgänge können biesem Ziele bienen. Schon ben ABC-Schützen ist einzuschärfen, baß sie bie Hecken unb Nistplätze meiben müssen unb noch nicht einMfingen des SDB. Dir machen bie Gießener Bevölkerung nochmals auf bas heule Donnerstag abend auf allen größeren Plätzen unserer Sfabf staltfindenbe ZUaifingen des BDM. aufmerksam. Kreisleitung Detterau der NSDAP. Glockengeläute am 1. Mai. Eine Anordnung der Landeskirche Nassau-Hessen. Der Landeskirchenausschuß ber Evangelischen Lanbeskirche Nassau-Hessen teilt mit: „Wir orbnen auf biesem Wege an, baß am Nationalen Feiertag bes deutschen Volkes am 1. Mai frühmorgens von 7 Uhr bis 7.15 Uhr bie Glocken läuten." . Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 19. PlakatenGedenkblätler für 1. Mai zum Aushang sind am Donnerstag, 30. April, zum Preise von 20 Pfennig Schanzenstraße 18, Zimmer 15, zu haben. Erlaubte Beschäftigung am 1. Mai. Don der P 0 lizeibirektion Gießen wirb uns mitgeteut: Am Freitag, 1. Mai, ist ber Vertrieb unb Verkauf von Zeitungen auf öffentlichen Straßen, Plätzen unb anberen öffentlichen Orten wahrenb bes ganzen Tages zulässig. Zur rechtzeitigen Herstellung ber Morgenausgabe bes 2. Mai ist Die Beschäftigung von Arbeitern m Programm für -en IMai in Gießen. Donnerstag, 30. April. 16—18 Uhr: hissen der Fahnen auf den öffentlichen Gebäuden, in den Betrieben, an den Häusern und Wohnungen. ?0 Uhr: Maisingen des BDM. Freitag/ l.Dlai. 7.15—8 Uhr (morgens): Wecken durch Hitler-Jugend und Jungvolk. 8.30 Uhr: Jugendkundgebung auf dem Oswaldsgarten. 11.15 Uhr: Sämtliche Betriebe find angetreten. Marschgruppe I: im hitlerwall, Spitze SS.-Standarte. Marschgruppe II: in der Ludwigstraße, Spitze Ecke Ludwigstraße und Bleichstraße. 11.30 Uhr: Abmarsch beibet Marschgruppen zum Oswaldsgarten. 12 Uhr: Kundgebung auf dem Oswaldsgarten, Übertragung des Staatsaktes aus Berlin. Es spricht der Führer. Nach Beendigung dieser Kundgebung finden die einzelnen Kameradschastsseiern der Betriebe statt. Wir erwarten von allen Betrieben, daß sie eine Feier durchführen. Den genauen Zeitpunkt bestimmt der Betriebsführer. Im übrigen verweisen wir auf die bereits veröffentlichten allgemeinen Richtlinien für den 1. Mai, die Anordnungen und die Marschordnung für den Umzug. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. mal bie Vöglein ober ihre Eier angreifen bürfen. Die Neugierbe unb eine gewisse Grausamkeit — bie mehr ober weniger jebem Kinbe eigen ist — wirb zwar einzelne Schüler immer roieber zu Nestplün- berungen verleiten. Im Laufe ber Zeit werben aber auch sie ben Nutzen ber Singvögel erkennen unb einsehen, baß Vogelschutz zugleich Heimat- schütz ist. Für bie Erwachsenen aber gilt heute mehr ben je bie Parole: Schützt bie Singvögel! Legt Vogelschutzgehölze an! Sgn. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft burch Freube": 20 bis 21 Uhr unb 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik unb Spiele (nur für Frauen) im Lyzeum. — Stabttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Schwarze Husaren". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der mübe Theobor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung". — Ober- hessischer Kunstverein (Turmhaus am Branbplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Heibingsfelb (Danzig) unb P. A. Bockstiegel (Bresben). Tageskalender für Freitag (1. Mai). NSDAP., Kreisleitung Wetterau: Feier bes 1. Mai laut Bekanntmachung ber Kreisleitung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der mübe Theobor".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Entführung". Stabttheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr bie Operette „Schwarze Husaren" (nach einem Lustspiel von Leo Lenz) von W. W. Goetze. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: ber Jntenbant. Die Vorstellung gilt als 28. Vorstellung im Freitag-Abonnement, Da bie Freitagoorstellung wegen bes Nationalfeiertages auf Donnerstag voroerlegt würbe. — Freitag, 1. Mai, ist bas Theater geschloffen! Das Maienblasen. Auch in biesem Jahre soll roieber bas vor mehreren Jahren von Amtsgerichtsrat Gros nach bem Alsfelber Dorbilb ins Leben gerufene Maienblasen vom Turm ber Johannes- ozw. Stabtkirche aus ftattfinben, ba bie Wieberbelebung bieser alten Sitte hier viel Anklang gefunben hat. Es kommen außer bekannten Dolksliebern noch Choräle aus einem alten Choralbuch, bas einst in bem Besitz eines Turmwächters unb Stabtmusikanten war, zur Darbietung. Das Maienblasen beginnt infolge bes Nationalen Feiertages bes beutschen Volkes am 30. April unb wirb bann an jebem Mittwoch unb Samstag ab 19 Uhr ausgeführt. Donnerstag, 3 0. April, auf bem Turme berJohanneskirche: 1. Lobe ben Herren, ben mächtigen König ber Ehren, Stralfunb 1645; 2. Schäfers Sonntagslieb (Das ist ber Tag bes Herrn), von Kreutzer; 3. Der Mai ist gekommen, Dolkslieb, von I. Lyra 1843. Samstag, 2. Mai, auf bem Turme ber Stabtkirche: 1. Ein feste Burg ist unser Gott; 2. Abenbchor aus „Das Nachtlager von Granada", von Kreutzer; 3. Mailieb „Drauß ist alles so prächtig", von Silcher. ben Zeitungsbruckereien am 1. Mai von 18 Uhr ab gestattet. Die Herstellung unb ber Verkauf von Grünschmuck in Labengeschäften unb im Strahenhanbel sind am 1. Mai währenb ber Morgenstunben zugelassen. Gleichzeitig ist bie Beschäftigung von Arbeitnehmern bei Herstellung, Anbringung unb Verkauf von Grün- schmuck in gewerblichen Betrieben für ben 1. Mai währenb ber Morgenstunben gestattet. Oie Kameradschastsabende am 1. Mai. Von ber Kreiswaltung ber Deutschen Arbeitsfront wirb uns mitgeteilt, baß von ben Gastwirten berechtigte Klage barüber geführt wirb, baß Betriebe ihre Karnerabschafts-Abenbe am 1. Mai in nicht vollkonzessionierten Räumen von Vereinshäusern unb bgl. abhalten wollen. Dies bebeutet eine schwere Schäbigung bes selb- ftänbigen Gaststättengewerbes, ba ber Gewinn aus berartigen Veranstaltungen bem Verein usw. zugute kommt unb bamit Dem felbftänbigen Gewerbe vorenthalten bleibt. Die Kreiswaltung ber Deutschen Arbeitsfront er» wartet von allen Betriebsführern, bie ähnliches geplant haben, soviel Einsicht, baß sie ihre Kamerab- jchaftsabenbe nur in oollkonzessionierten Gaststätten abhalten. Es stehen allein im Ort Gießen noch sehr viele Gaststätten zur Verfügung, bie weit über 100 Personen unterbringen können. Die Gastwirte sinb selbstoerstänblich bereit, währenb bes Kamerab- schastsabenbs ihr Lokal für ben sonstigen Verkehr zu schließen. Frühere Polizeistunde am Montag. Die Polizeibirektion Gießen teilt uns mit: Um ben Angestellten, Arbeitern unb Betriebsführern bes Gaststättengewerbes Gelegenheit zu geben, ben Tag ber nationalen Arbeit nachträg- lich gemeinsam zu feiern, wirb am Montag, 4. Mai, bie Polizeistunbe für alle Gast- unb Schankstätten, ausschließlich ber Bahnhofswirtschaft, auf 23 Uhr festgesetzt. Die Polizeibeamten sinb angewiesen, Darauf zu achten, bah bieser Termin pünktlich eingehalten wirb. heibelbergfahrl am 10. Mal. Anmeldungen für ben Sonderzug nach Heibel- berg nehmen sämtliche Ortswarte ber NSG. „Kraft burch Freube" entgegen. Der Fahrpreis beträgt 4,20 Mark mit Schloßbesichtigung. Der Sonberzug wird von bem Kreis Gießen-Friedberg burchge- führt unb hält an allen Stationen bis Vilbel, so Daß allen Teilnehmern bie Möglichkeit gegeben ist, an bieser schönen Frühlingsfahrt teilzunehmen. Anmelbeschluß ist ber 5. Mai. Gportamt »Krast durch Freude-. heute folgende Kurse: Fröhl. Gymnastik u. Spiele, Frauen: Von 20 bis 21 unb von 21 bis 22 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. ♦ Am 1. Mai fallen sämtliche Sportkurse aus. ' l«nt h" ■Oqhh [>■' be. ■nöen ä?r ■ b^fcen U'eg°r ■ne» §-d«n ■»en ^"d-r ll* ü ?5' FHen l"* I ®enn R:? fe«te l-aÄ: KyZ ®*”r; ICA E" 1»b°nd°" ftrte S^’S In U'^ung fn Mensches Wurden Ej„. Ichulgattungen nur Echrj^ C(LQU($) der r^chemin, Roffoufge. r 'Jn öer r' besonders e°d-r $0(f5, r*or Sieg, Wtti«e R„. [n;2iniien im ?.ln, verbracht v'esem Jahre verbergen aus. roßert. n S-eg.Heilk sehr an. B. nigung ehen. «'nigung her gemeinde ver. ldienrat Psar. >end über da» egen oder er gerade a* er nationale^ chen darf. >er Arbeit iif mb mel)r bil W 3u Tun- ne, gab der n Dor- unb rtQ bet Ted). Die Dorteile, chen Art bei iritt, Qui dem v. verdienen igt mit Recht: se Errungen- 'den, was ge- machung uns1 )ie modernen -I werden viel igen die Ent- ßer Acht ge- ilosigteit, wie vergangenen ; allzu deut- mb seelischen kehrsunfälle, zutagetreten, lagen - das > der moder- mogen wird, in behauptet ntkleidet den hn zur blo- Langeweile, Arbeit. Die ;er Arbeits- id Abwechs- ungstaumel wird ober- die andere, oicklung bet Wentchen inder fördert tue t, weil der t man be- die Mn- iben, dann eite geschv' zu tun? Nicht, d-ß jig nif w4; goile eine" rbeil regn; jluch * fo zu N gleit k "' er heutig- iie Men- jscher ver« Ürch?er' ? am lau» ist dr'N' Arbeits' llung des nsche^5 Ria* KZ eigentliche Sh dürfen nach der Arbeit der Ausspannung und inneren Erholung, indem sie sich eine ganz andere Betätigung suchen. Aber mit diesen Rezepten ist die Frage Fluch oder Segen immer noch nicht beantwortet. Diese Frage liegt ganz allein beim Menschen selbst. Es kommt ganz darauf an, ob wir von der Arbeit so abhängig werden, daß wir ganz in ihren Bann geraten und dadurch für alles andere Schöne und Gute den Sinn verlieren oder ob wir über der Sache stehen. Zwei Worte aus der Heiligen Schrift können uns Wegweiser sein für unsere Einstellung zur Arbeit. Das Wort: „Füllet die Erde und machet sie euch untertan" und das andere: „Gott hat die Menschen geschaffen, daß sie ihn suchen." Haben wir Gott, dann haben wir den rechten Grund, dann gewinnt die Technik untergeordnete Bedeutung, sie ist dann Mittel zum Zweck, indem sie mit beiträgt zur Verherrlichung unseres Gottes. L?as Ende des Trinkgeldes! Ab 1. Mai einheitlicher Vedlenungszufchlag in ganz Deutschland. RDD. Auf Grund einer Ermächtigung des Reichs- Wirtschaftsministeriums hat die Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe mit Wirkung ab 1. Mai für ganz Deutschland einen einheitlichen Bedienungsgeld-Zuschlag festgesetzt, mit dem die in vielen deutschen Fremdenoerkehrsge- bieten unterschiedlich gehandhabte Trinkgelderfrage gelöst worden ist. Der neue Zuschlag wird von allen gewerbsmäßigen Beherbergungsbetrieben zu dem angekündigten Grundpreis erhoben. Er beträgt für Zimmer und Frühstück 10 v. H. bis höchstens 15 v. H., für die übrigen Mahlzeiten und sonstigen Verzehr 10 v. H. Mit dem Zuschlag, der gesondert erhoben werden muß, also nicht im geforderten Betrag — z. B. für Uebernachtuna, Frühstück und Bedienung — enthalten sein darf, sind alle Leistungen innerhalb des Beherbergungsvertrages abgegolten. Besondere Zuschläge, wie etwa für Heizung, Licht und Stiefelputzen, dürfen nicht mehr erhoben werden. Zur Leistung im Rahmen des Beherbergungsvertrages gehört das Putzen von einem Paar Schuhen pro Gast und Tag. Zusätzliche Behandlung der Sportgeräte und Schuhe beispielsweise in den Wintersporthotels, sowie der Gepäcktransport und Botengänge außerhalb des Hauses werden als Sonderleistungen betrachtet und auch gesondert in Rechnung gestellt. * ** Universitäts-Personalien. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitge- teilt: Prof. Dr. Robert Wetzel von der Universität Würzburg ist vom Reichs- und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung beauftragt worden, an der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen die Vertretung von Prof. Becher (Lehrstuhl für Anatomie) wahrzunehmen. Ferner wurde Prof. Dr. Friedrich Mauz von der Universität Marburg mit der Vertretung der durch das Ausscheiden des Professor Dr. Hoffmann freigewordenen Professur für Psychiatrie und Nervenkrankheiten in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen beauftragt. ** E i n Achtzigjähriger. Der Rentner Wilhelm Wagner, Steinstraße 43 wohnhaft, vollendet am Freitag, 1. Mai, in körperlicher und geistiger Frische sein 80. Lebensjahr. Sicherheit im Straßenverkehr! Aus einem Lehrgang der Deutschen Arbeitsfront. Daß das Richtiggehen und Richtigfahren bei dem heute so großen Verkehr und der Vielültigkeit der Fahrzeuge und Fahrstraßen auch für den geübten Fahrer und vor allem für den Fußgänger keine Kleinigkeit ist, stellte der jetzt zum Abschluß ge- kommens Lehrgang für Dertehrswerker, den das Amt für Arbeitsschule der DAF. veranstaltete, sehr deutlich vor Augen. Polizeikommissar Zimmer mit seinen Beamten hatte sich der Mühe unterzogen, einigen Fuhrwerksbesitzern und Pferdelenkern in Anbetracht der vielfach sehr beengten Gießener Derkehrsverhältnisse, eine anschauliche Einführung in die neue Verkehrsordnung zu geben. Es war erfreulich zu sehen, mit welcher Anteilnahme und Aufmerksamkeit die alten und jungen Volksgenossen an diesem Lehrgang mitgearbeitet haben. Die Ausführungen des Polizeikommiffars Zimmer über die Reichsverkehrsordnung erscheinen so wichtig für alle Fußgänger, Radfahrer, Pferde- lenker und Kraftfahrer, daß sie im Interesse der Schadensverhütung und Verkehrsregelung in unterer Stadt hier im Auszug wiedergegeben feien: Die Reichsunfallftatiftik im letzten Vierteljahr 1935 mit fast 40 000 Derkehrsunfällen von Personen sprechen hierfür ein beredte Sprache. .Fast täg- lich fallen zwei Menschenleben dem Verkehr zum Opfer. An diesen Unfällen sind Fahrzeuge jeder Art beteiligt, sehr zahlreich die Radfahrer. Die Fußgänger sind zahlenmäßig höher an den Ursachen beteiligt, als die Fahrzeugführer, ein Beweis, daß der Fußgänger nicht die nölige Aufmerksamkeit im Verkehr aufwendet. Die neue Derkehrsordnung sieht nun für die Zulassung am Verkehr einige Einschränkungen vor und bestimmt, daß behinderte Personen (Schwerhörige, Blinde, Körperbehinderte usw.) durch von den Behörden abgestempelte gelbe Armbinden kenntlich gemacht ober von verkehrsfähigen Hunden oder Führern (keinen Kindern) begleitet sein müssen. Führern von bespannten oder Kraftwagen kann, wenn sie Alkoholiker oder rauschgiftsüchtig sind, der Führerschein entzogen werden. Für die Führung von Kraftwagen bestehen besonders einschneidende Vorschriften. Asozialen Elementen (Dieben, Einbrechern, Betrügern) wird der Führerschein verweigert. Auch die Beschaffenheit der Fahrzeuge jeder Art ist hinsichtlich ihrer Verkehrstüchtigkeit, der Bremssicherheit, der Beleuchtung, der Höhe und der Länge ihrer Ladelast streng geregelt. Bemerkenswert ist die Bestimmung darüber, daß Fahrräder nicht auf Fußwegen und nicht dort abgestellt werden dürfen, wo sie den Verkehr beengen und z. B. die Bekleidung der Fußgänger beschädigen können. Die Beachtung der Verkehrsvorschrislen ist ein Gebot der Rücksicht auf den Mitmenschen! Darum hat sich jeder Teilnehmer am Verkehr so zu verhalten, daß er keinen Mitmenschen schädigt oder mehr oder weniger im Verkehr behindert. Daraus ergibt es sich, daß der Führer eines Fahrzeuges von feinem Führersitz aus freie Sicht haben muß, an Haltestellen der Straßenbahn nur dann vorbeifahren darf, wenn es der Platz zuläßt. Ganz besonders wird vor der Unsitte des Anhängens an Fahrzeuge gewarnt. Solche Täter werden schwer bestraft. Radfahrer sollen einzeln hintereinander und nur dort, wo es die Straßenbreite und der Verkehr erlauben, höchstens zu Zweien nebeneinander fahren. Das freihändige Radfahren wird schwer bestraft. Fußgänger sollen die Fahrbahn nur auf dem kürzesten Weg überschreiten. Für den Fährverkehr besteht ein Dorfahrtrecht, das in erster Linie derjenige hat, der von rechts kommt. Bei zwei verschiedenen Straßen hat es das Fahrzeug, das die Fernverkehrsstraße benutzt; zwischen Fuhrwerk und Kraftwagen ist das maschinell betriebene Verkehrsmittel bevorzugt. Den Der- kehrsschildern ist größte Beachtung zu schenken. An Hand einer selbst geschaffenen Verkehrsminiatur, die die Straßenkreuzung am Sel- t e r s t o r zeigt, wurden praktische Verkehrsübun- gen vorgeführt, die den Erfolg des Lehrgangs unter Beweis stellten. Nachdem die Teilnehmer selbst den Wert dieser Unterweisungen bestätigt und sick für die Ausführungen des Kommissars bedankt yatten, bewies dieser nochmals, daß die Radfahrer und Fußgänger die schlimmsten Verkehrssünder sind. Er ermahnte1 zur Ruhe und Besonnenheit im Verkehr, durch die allein vieler Schaden verhindert und wertvolles Menschenleben erhalten werden kann. ** Ein Wohnhausanbau mit Einrich- tung voy Läden ist gegenwärtig cn der Ecke Friedrichstraße/Wetzlarer Weg im Gange. Dieser Platz, der nach dem Abbruch von Nebengebäuden bisher einen wenig erfreulichen Anblick bot, wird durch den Erweiterungsbau wieder zu einem annehmbaren Bild der Straße werden. Im Erdgeschoß des Neubaues sollen Läden eingerichtet werden, die oberen Geschosse werden Wohnungen enthalten. ** Generalversammlung des Bauer- schen Gesangvereins. Gestern abend hielt der Bauersche Gesangverein seine Generalversammlung ab. Die Mitglieder nahmen zahlreich teil. Der Schriftführer erstattete nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden den Geschäftsbericht. Der Tätig- keits- und der Rechnungsbericht zeigten einen günstigen Stand des Vereins. Im Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Hundertjahrfeier des Gesangvereins „Eintracht" Hungen geschlossen zu besuchen. Der Vereinsfüyrer gab ferner einen ueberblick über die Mitgliederbewegung im vergangenen Jahre. An Stelle des aus dem Vorstand aus- geschiedenen Sangesbruders Edgar Borrmann wurde das langjährige Mitglied Peter Dunkel in den Vorstand berufen. Vereinsführer Ley schloß die Versammlung in der üblichen Weise. ** Kleine Unfälle. Der 13 Jahre alte Helmut Baumann von hier wurde mit einem Unterarmbruch, den er sich bei einem Sturz zugezogen hatte, in die Klinik eingeliefert. Der 32 Jahre alte Johannes Lohmann aus Beltershain erlitt bei der Arbeit eine Schulter- und Rippenquetschung, die ebenfalls feine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machte. Schöffengericht Gießen. Der E. E. aus Flieden (Kreis Fulda) hatte sich wegen wissentlich übler Nachrede und falscher Anschuldigung au verantworten. Der Angeklagte hatte über einen Arzt, der feinen bald nach der Operation verstorbenen Stiefsohn operiert hatte, das Gerücht verbreitet, der Arzt habe sich bei der Ausstellung des Todesscheines der Fälschuna schuldig ge- macht. Er schrieb außerdem einen Brief an die Aerztekammer, in dem er die gegen den Arzt vargebrachten Behauptungen aufrechterhielt. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde der Angeklagte im Sinne der Anklage überführt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rase von zwei Monaten und 14 Tagen. Wegen Vergehens gegen die Reichsversicherungsverordnung wurde der A. S. in Butzbach zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte von den Löhnen feiner Arbeiter Krankenkassen- und Jnoalidenver- sicherungsbeiträge einbehalten, aber nicht abgeführt. Außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Der Angeklagte I. N. aus Altenburg (Kreis Alsfeld) erschwindelte sich mit gefälschten Bescheinigungen seines Arbeitgebers in einem Schuhgeschäft in Alsfeld zwei Paar Schuhe sowie in einem weiteren Geschäft zwei Tafchenlarnpenbatterien. Außerdem entwendete er feinem Dienstherrn aus einer Kammer zwei Stucke Seife. Wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Diebstahls wurde der Angeklagte zu zwei Monaten und 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Da er in vollem Umfange geständig und noch nicht vorbestraft war, wurden ihm 57 Tage der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Der H. B. aus Gießen wurde wegen Zuwiderhandlung gegen die Steuergefetze zu einer Geldstrafe von 10 0 0 Mark, hilfsweise 50 Tagen Gefängnis, und zur Traaung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte hatte die von ihm an den Löhnen feiner Arbeiter einbehaltenen Lohnsteuer- und Bürgersteuerbeträge nicht ordnungsgemäß abgeführt. Rundfunkprogramm. Samstag, 2. 2Uai: 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag. BDM.-Sport. 10: Schulfunk: „Das junge Deutschland". Deutsche Pimpfe in aller Welt. Aus der Arbeit des Auslandsamtes der RIF. 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: „Wenn's Mailüfterl weht". 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für Alt und Jung. Dom Keller bis zum Dach. 18: Militärkonzert. 19.30: Zeitfunk: Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Willkommen an der Saar. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Hörbericht aus den Betriebsfeiern. Gas schafft Arbeit Erfolgszahlen des Jahres 1935 in Gießen: Bei der Gas-Verwendung Stadt. Gas- und Wasserwerk Gießen Stadt. Biohumwerk 2728 A 152 Gas-Heißquells 132 Gas-Badeöfen 21 Gas-Heizöfen 700 Gasherde 141 Gas-Kocher 66 kombinierte Herde Bei der Gas-Erzeugung 2770730 cbm Gas für Haushalt und Gewerbe 3864700 kg Gas-Koks für Hausbr. und Zentralheiz. 337770 kg Gas-Teer für Industrie u. Straßenbau 54600 kg schwefele.Ammoniakf.Landwirtschaft 82150 kg Biohum, Natur-Humusdünger 18 gewerbliche Gas-Großgeräte (f.Groß-Küchen, Metzgereien, Heißmangelbetriebe) Bei der Gas-Verteilung 6 600 Mtr. neue Straßenleitung 195 neue Hausanschlüsse 248 neue Messeranschlüsse Unverbindliche Beratung in den 28 Mitgliedsgeschäften dur Gas-Gemeinschaft Gießen 3 Gas-Geräte gehören in jeden Haushalt: Gas-Herd zum Kochen — Backen — Braten — Grillen und Sterilisieren Gas-Heißquell für Warmwasserbereitung für Haushalt, Beruf und Gewerbe Gas-Kühlschrank zur Frischhaltung von Lebensrnitteln und Herstellung von Eis Auf Wunsch in bequemen Raten — bis 24 Monate Gas-Koks der billige rußfreie Brennstoff für Hausbrand und Zentralheizungen Gas-Teer für Dach pappe und Straßenteerung für Baugewerbe und chemische Industrie Schwefelsaurer Ammoniak der hochprozentige Stickstoffdünger für Garten und Landwirtschaft Biohum der wirksame Naturhumusdünger für Feld-, Garten-, Obst- und Gemüsebau I. B. HÄUSER. Ililliiiii Hiirb in 8r 5 "" n Wdarre-" ^al i^StfrherS f1 |n erftüft“" jur®1 5 Htrie 6fltin5UK'n der T-i« % *'Äs«n®äl S---L ««@,*nJ HW 6jnbenburg®* ,Lg»-°A 111.15 U t) r1H ‘ Jie|er3<**ü Ue Betriebe trmf in fjiller®=l l‘ Abmarsch M Ausstellung in Ludwigstraße/M ivigsplatz her, M< vrlsgluppenleiter hanböerfsmeilter njzrben herangezc lifldjtr Leiter ai Zur in S)anbei, Ha^ • Vören Miche 1 mingen, Trastfah Sämtliche 1 allen Kliniken. S Ehrenabteilung d nerhalb her Univ' Es gehören V I alle Gerichtsbehi I Finanzamt, Rei I [uivq5ämter, Po I bahn, Schulen ai I aller Schulen, a Ium 11 Uhr im I geistliche Behö'rö Rarst I Bleichstraße, Hi dsmldsgarten. 11.15 Uhr ist l Dieser ^eitpuntt ■ Abmarsch'. Anordnunq« Bis aus die Bechen marschi innerhalb der ( sestgelegt. Die solge der Anku tliiwi Sie Aufmarsch SS.-Sturmbann rung erfolgt dun Auf Oswalds des Staatsaktes Führer. Anfragen in 16 Uhr bei Kas Folgende Kap rierfugung: I-Musikzug un o SSr,e U6. «^likzug der ^'Spielmannsz ^p>elmannsz> 11?^zug und (■ N schieren o Snl " ®HI' d- 6pielmanns3ug b 6S*8U8 bet fei' IWgoolks ^renai M ■ ®ä-, 12 ■ ?68»„ ?• ®3,12( 1 NSSv. «. 5' Werksch, ‘■«■iS* 1 « ® Set Sie jk?®®St5 bis 441 Nnen 3 stz 2 |Q?nen 3. |?S Nnen H.W. Rinn Hoch-,Tief- und Betonbau G.m.b.H. Gießen Gegründet 1876 - Hitler wall 12 - Fernsprecher 4036 Ausführung aller Bauarbeiten für Wohn- und Geschäftshäuser, Siedlungsbauten usw. — Be- und Entwässerungsanlagen, Betonstraßenbauten und Brückenbauten 2734 L> Karl Lapp • Gießen Diezstraße 7, Fernsprechanschluß 3559 Dachdeckergeschäft, Bauspenglerei eigener Fährbetrieb (Lastkraftwagen) 1911 1936 Uebernahme aller Facharbeiten bei guter Ausführung — Ständig großes Lager aller Bedachungs - Materialien Jahresleistung 1935: An Neubauten 21400 Quadratmeter bedacht! ------ -------------------------2723 P Bezugsquellen - Nachweis durch die Firma 2732 D Berufskleider,Trachtenjanker Loden-Joppen u. Loden-Mäntel für Kinder, Damen u. Herren sind bekannt gut und preiswert und in jedem Fachgeschäft zu haben Mechanische Kleiderfabrik Alsfeld Alsfeld in Hessen )3)) fr;'j 2751 D WFDRFdrucksachen II VV Li\DLBrühl’sche Druckerei || fabriken in: Oiefjen, wieferk, Roötjeim a. d. Bieber, Crumbarf), Launsbach, Burtbnrbsfelöen, Menvers, ftlubersbach, Beuern, örotzen-Buselk, Oarbenteid), unö 5d)otten -5JAZ/a HH.Saltd.ßo« ZIGARREN »FABRIKEN ließen in jeder Geschmacksrichtung Möbelfabrik Karl Hahn Löberstraße 17 Bitte um unverbindlichen Besuch meiner Ausstellungsräume 2754 A Am Oswaldsgarten — Fernsprech-Anschluß Nr. 2145/2146 '2733 D J. B. 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Direktor Köhler erstattete den Geschäftsbericht. Rechner Büttel erläuterte die im Druck vorliegende Vermögens-Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung. Anschließend berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende über das Ergebnis der gesetzlichen Revision, die in allen Teilen ein günstiges Ergebnis zeitigte. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die durch Los ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Es sind dies Direktor Köhler und die Aufsichtsratsmitglieder Karl T r o p p, Hugo Kammer und Heinrich Hofmann V. Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. Q] Hungen, 29. April. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Kirchengemeinde im Gasthof „Zur Traube" einen gut besuchten G e - meindeabend. Pfarrer Bock begrüßte die Teilnehmer. Der Abend brachte neben gemeinsam gesungenen Liedern eine Reihe von Darbietungen des Kirchenchores, Lieder ernster und heiterer Art, Frl. Bock wartete, am Klavier begleitet von ihrem Vater, mit einigen Liedern auf. Sämtliche Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Während der Pausen wurden die ausgestellten Arbeiten der Konfirmanden besichtigt. Den Höhepunkt der harmonisch verlaufenen Veranstaltung bildete die Aufführung eines Theaterstückes in einer Fassung von Walter Flex. — Unserem Stadtschäfer Hermann D ö l l wurden für gute Haltung und Pflege seiner Herde von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau als Anerkennung 20 Mark überwiesen. Kreis Friedberg. = Butzbach, 29. April. Die hiesige Ortsgruppe der Kriegsopferversorgung (NSKOV.) veranstaltete im „Deutschen Haus" einen Kamera d s ch a f t s a b e n d, mit dem eine Werbung für die Organisation verbunden war. Der Leiter der Ortsgruppe, Strafanstaltsbeamter Klee, gab einen Ueberblick über die Ziele der Kriegsopferversorgung. Jetzt sei auch jeder Frontkämpfer, der nicht zu den Kriegs opfern gehöre, in der NSKOV. willkommen. Nach dem stillen Gedenken an die Toten wechselten dann im reichhaltigen Programm unterhaltende Darbietungen einander ab. Die Kapelle Ader- bold hatte den musikalischen Teil übernommen. Der Leiter des Abends schloß die in kameradschaftlicher Einmütigkeit verlaufene Werbeveranstaltung mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. - Kreis Alsfeld # Ober-Ohmen, 29. April. Bei den Straßenbauarbeiten im Vorjahre am Bettelwald mußten größere Erdmengen bewegt werden, mit denen man einen ziemlich breiten, längs der Straße in der Engelstruth laufenden Hoh/weg ausfüllte. Dadurch wurde ein ansehnliches Stück Land gewonnen, das nunmehr landwirtschaftlichen Zwecken nutzbar gemacht wurde. — Unser Dorf weist, abgesehen von einem älteren Kriegsbeschädigten, nunmehr keine Arbeitslosen mehr auf. Schafbock-Versteigerung in Lich. Lich, 29. April. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau hielt in Zusammenarbeit mit dem Tierzuchtamt Gießen der Landesbauernschaft hier seine erste Jährlings-Schafbockversteigerung ab, die in jeder Hinsicht ein guter Erfolg war. Der Versuch der Versteigerung der Jährlingsschafböcke hat sich derart bewährt, daß in Zukunft nur noch Jahrbockverftelge- runqen stattfinden sollen. Bei der diesjährigen Frühjahrsoersteigerung waren rund 40 einjährige Tiere des deutschen schwarztöpfigen Fleischschafes aufgetrieben. Es waren zahlreiche Interessenten vorhanden, sogar Kurhessen, der Taunus, die Nahe, das Lahngebiet waren vertreten. Die vorwiegend guten Formentiere in bestem Futterzustand und mit ausgeglichenen Wollequalitäten waren vornehmlich aus den bekannten Zuchten der Gutsverwaltung Eisenbach, des Züchters Otto Rinn (Utphe), Schudt (Mittel-Gründau) und Wicke (Rudlos). Fast die Hälfte der Vöcke konnte prämiiert werden. Es kamen allein 5 erste, 4 zweite und 6 dritte Preise zur Verteilung. Weiterhin ließ die Prämiierungskommission einen Jahrbock der Gutsverwaltung Eisenbach und zwei des Züchters Otto Rinn (Utphe) für die Reichs- nährstandsausstellung in Frankfurt a. M. zu. Vor Beginn der Versteigerung widmete Tierzuchtinspektor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner (Gießen) dem kürzlich verstorbenen ersten Vorsitzenden des Landesverbandes, dem Fürst!. Oberverwalter B ü ch s e n s ch ü tz (Lich) einen ehrenden Nachruf, in dem er seine großen Verdienste um die Schafzucht würdigte. Mit besonderer Freude stellte er den Besuch der Käufer aus Kurhessen fest und gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß drei Tiere der ober- hessischen Zucht für die Ausstellung des Reichsnährstandes in Frankfurt a. M. ausersehen wurden. Außer den Geldpreisen von 25 Mk. für die erste, 20 Mark für die zweite und 15 Mk. für die dritte Klasse durch die Landesbauernschaft, bewilligte der Landesverband der Schafzüchter einen weiteren Zuschuß in Höhe von 30 v. H. bis zu 150 Mark für die in feinem Bereich verbleibenden aufgekauften Tiere. Bei der nachfolgenden Versteigerung wurden gute und flotte Angebote gemacht, so daß nur ein ganz geringer Rest verblieb, der dann noch im freien Handel den Besitzer wechselte. Der erzielte Spihenpreis betrug 485 INark für ein mit dem ersten Preis ausgezeichnetes Tier der Gutsverwaltung Eisenbach. Käufer war die Landesbauernschaft Kassel. Im allgemeinen bewegten sich die Preise zwischen 200 Mark und 300 Mark. Der Durchschnittspreis betrug 266 Mark. Die Böcke wurden nach Kurhessen, ins Nahetal, in den Taunus und das Lahngebiet, vorwiegend aber nach Oberhessen verkauft. Die nächsten Jährlingsversteigerungen des Landesverbandes finden am 29. Juli in Gießen und am 19. August, hier mit einem Schafmarkt verbunden, in Wetzlar statt. Prämiierung. 1. Preise: Drei Schafböcke der Gutsverwaltung Eisenbach und zwei des Züchters Otto Rinn (Utphe). 2. Preise: Zwei Tiere des Züchters O. Rinn (Utphe): je ein Tier der Gutsverwaltung Eisenbach und des Züchters Schudt (Mittel-Gründau). 3. Preise: Vier Böcke des Züchters Otto Rinn (Utphe): ein Bock des Gutspächters Wicke (Rudlos) und ein Bock der Gutsverwaltung Eisenbach. Gießener Wochenmarktpreise * Gießen, 30. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10/4, Klasse B 10, Klasse C 9/4, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Gänseeier 30, Enteneier 9 bis 11, Weißkraut, das Pfund 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 80 Pf. bis 1 Mk., Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis Preußen. Kreis Wetzlar. # Wißmar, 29. April. Die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt H. Wolf ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Landwirt H. Stroh sprach einleitend über den Wert Jnö die Bedeutung des Genossenschaftswesens und wies darauf hin, daß auch bei der hiesigen Genossenschaft im vergangenen Jahre der Umsatz erheblich gesteigert werden konnte. Im Verlaufe der Versammlung wurde bekanntgegeben, daß eine Dividende von 5 v. H. zur Verteilung gelangt. Der Hüttenarbeiter H. Stroh wurde neu in den Aufsichtsrat gewählt. In der üblichen Weise wurde die Versammlung geschlossen. — Durch das anhaltende Regenwetter stieg der Wasserstand der Lahn erheblich an. Zum Teil ist der Fluß hier über d i e Ufer getreten. A Hochelheim, 29. April. Der Gemeindehaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 77 215 Mark, im außerordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 28 400 Mark ab. An Gemeindesteuern werden erhoben: Grundvermögensteuer I 325 v. H., Grund- oermögenfteuer II 325 v. H., Gewerbeertragsteuer 375 v. H., Gewerbekapitalsteuer 375 v. H., Bürger- steuer 100 v. H. Zur Ansammlung einer Schulbaurücklage sind 2000 Mark vorgesehen. Die Fürsorge- kosten sind mit 4500 Mark (im Vorjahre 6000 Mark) eingestellt. Für Unterhaltung der Gemeindewege und Straßen sind 5000 Mark bereitgestellt, für die Neuerschließung einer weiteren Quelle für die Gemeindewasserleitung 5000 Mark. Der Schuldendienst (Zinsen und Tilgung) für die Gemeindewasserleitung erfordert rund 11 000 Mark. Die von der Gemeinde zu zahlenden Kreissteuern sind mit 9800 Mark vorgesehen, der Anteil an den Kosten der Zweckverbandskasse mit 2500 Mark. Der außerordentliche Haushaltsplan sieht eine verstärkte Schuldentilgung öon 28 400 Mark beim Umschuldungsverband deutscher Gemeinden vor. Hierdurch und durch die planmäßige Tilgung wird sich der Schuldenstand der Gemeinde von 181400 auf 150 300 Mark vermindern. O Niederkleen, 29. April. Der Hütten- berg, im Volksmund „Der Hetteberg" genannt, von dem die ganze Gegend des ehemaligen Amtes Hüttenberg ihren Namen hat, erfährt zur Zeit eine erhebliche Veränderung. Er war an sich kein überragender Berg, er verdankte feine Bedeutung lediglich feiner Geschichte. Nunmehr wird der Berg a b - getragen. Zwei große Bagger, die etagenmäßig ausgestellt sind, und etwa 200 Mann sind dabei, mit Hilfe von vier Feldbahnzügen den Berg an eine andere Stelle zu versetzen. Das gewonnene Erdmaterial wird zur Auffüllung eines Geländestückes, das etwas östlicher liegt, verwandt. Dieses Gelände soll später als Grünlandfläche eingesät werden. Wer sich den Hüttenberg in seiner alten Gestalt noch einmal ansehen will, tut gut, dies bald zu tun, denn in der nächsten Zeit wird der Berg verschwunden fein. ZüdischeMehgerei polizeilich aeschlo^en. LPD. Mainz, 29. April. Die Polizeidirektion teilt mit: Die Polizeidirektion Mainz hat sich ver- anlaßt gesehen, die M e tz g e r e i des Juden Goldschmidt wegen Zuwiderhandlung gegen die hygienischen Vorschriften des Lebensmittelgesetzes und zur Abwendung weiterer für die Volksgesundheit ZU befürchtenden Gefahren zu schließen. Goldschmidt hielt in seinem Laden, wie bei einer Lebensmittelkontrolle durch Sachverständige festgestellt werden konnte, ein Kuheuter zum Verkauf bereit, das zur Hälfte verdorben und genußuntauglich war. Außerdem wurden zum Verkauf bereitliegende Knochen vorgefunden, die ekelerregend und unverkäuflich waren. Der Eisschrank wurde in einem völlig unsauberen Zustande angetroffen: ihm entströmte ein ekelerregender Geruch, der von einem Stück verdorbenen Rinderherz herrührte. Bücheriisch. — Ferdinand Küchler: Goethes Musi k v e r st ä n d n i s. 40 Seiten. Verlag Gebrüder Hug & Co., Leipzig und Zürich. — (20) — Die kleine, dem Gewandhauskapellmeister Hermann Abendroth gewidmete Schrift des aus Gießen stammenden, als Lehrer des Violinfpieles am Landeskonservatorium in Leipzig wirkenden Verfassers bemüht sich mit liebevollem Eingehen und anerkennenswertem Ueberblick über den weitschichtiaen Stoff um die umstrittene Frage von Goethes Musikverständnis und gelangt zu einer positiven Lösung. Die Abhandlung ist anregend geschrieben, gibt aller- lei reizvolle Ausblicke und dürfte eine für Musikfreunde und Goetheverehrer in gleichem Maße fesselnde und nützliche Lektüre sein. — Heinrich Hauser: Am laufenden Band. So entsteht der deutsche Kraftwagen. Ganzleinenband, 180 Seiten, 4,50 Mark. Verlag Hauserpresse, Frankfurt a. M. — (42) — Dieses interessante, vorzüglich bebilderte Buch wurde ge- schrieben von einem, der wissen wollte, rote Automobile gebaut werden^ und der selbst mitarbeitete am laufenden Band. Aufzeichnung und Illustration sind ein Stück Zeitgeschichte. Hauser plaudert als Arbeiter unbefangen und überzeugend. Seine Tagebuchblätter gleichen dem Bekenntnis eines Laien, der wißbegierig mitten hineinkam ins Jn- buftriegetriebe des großen Opelwerkes. Die FoMs zeugen von der Schönheit und dem Adel der Arbeit. Eine beseelte Schilderung von wuchtiger Kraft. Lebensecht gesehen und von der Kamera meisterhaft erfaßt, singen die Bilder das hohe Lied der Arbeit. Das ganze gibt einen plastischen Eindruck der größten europäischen Automobilfabrik. Wir stehen Pate bei der Geburt des Motors und schauen erstaunt und voll Bewunderung auf die Hände, die uns das deutsche Auto schaffen Das Buch überzeugt durch die Lebendigkeit seiner Darstellung und durch seine typographische und bildnerische Gestaltung: es stellt eine neuartige und wirksame Werbung für die Welt des Kraftwagens und die fortschreitende Motorisierung dar. Buntes Allerlei p erlich en Ueberlegenheit nicht wehren. Sie wußte sich aber zu helfen, sie ging scheinbar sehr willig auf die Annäherungsversuche des Mannes ein, aber erst, sagte sie ihm, wollte sie eine Tasse Kaffee trinken und einmal mit ihm tanzen. Dazu machte sie dem Burschen schöne Augen, und so gelang es ihr wirklich, ihn zu einem Besuch eines Lokals in der Nähe zu bewegen. Damit war der Verbrecher in die Falle gegangen, und das Mädchen konnte seine Festnahme herbeiführen. schinen für den Bergbau, oft mehrere Zentner schwer, bis zu dem winzigen Fläschchen mit Serum oder Medizin. Da gibt es Vieh, Post, Eßwaren, Schlitten, Hunde, Petroleumkannen und Schweine. Die zurückfliegenden Flugzeuge sind mit arktischem Lachs, Post, Pelzen und zuweilen mit trauriger Last beladen, jenen Unglücklichen, die den Unbilden da draußen erlegen sind. Ein wahrer Tauschhandel hat sich zwischen den Angestellten des Flugdienstes und den Pelzjägern und Goldgräbern entwickelt. Ein Pilot nimmt seinen nordischen Freunden Treibhaustrauben und Erdbeeren mit nebst anderen heißersehnten Luxusartikeln; im Austausch dafür bringt er arktischen Lachs und erlesene Pelze zurück. Das gleiche geschieht in den Tropen. In Neu- Guinea zum Beispiel müssen Waren und Vorräte auf die Goldfelder des Innern geschafft werden. Ehe es das Flugzeug gab, mußte dort eine Trägerkette sich sechs Wochen lang über Gebirge und durch den Urwald den Weg bahnen, um nur die einfachsten Lebensnotwendigkeiten hinzuschaffen. C. K. Geistesgegenwart der Iran. In „Reclams Universum" erzählt Meta Brix eine Reihe von Beispielen, die aus der Wirklichkeit gegriffen sind und zeigen, xpie geistesgegenwärtige Frauen sich helfen können. Eine junge Frau befand sich allein in einer Wohnung im Erdgeschoß, die Balkontür im Arbeitszimmer des Hausherrn nebenan war offen. Sie horte Rundfunk, dachte noch einen Augenblick. daran, daß es doch leichtsinnig sei, die Balkontür in der einsamen Gegend offenzu lassen, als sie plötzlich ein Geräusch hörte. Trotz aller Angst nahm sie ihren Mut zusammen, um nachzusehen, was los wäre. Da ertönte ein Poltern und Klirren von Scherben, ein dumpfer Schall, ein halbunterdrückter Fluch! Die Frau, die nun zur Tür eilte, sah vor sich einen fremden Mann, der sich mit blutigen Händen vom Boden erhob: ein Einbrecher, der Pech hatte! Er hatte die Tischlampe umgerissen, sich in die elektrische Schnur verwickelt und war in die Scherben gefallen. Die Frau brachte es fertig, den verletzten Einbrecher aufzufordern, er solle in das Badezimmer gehen, damit er sich nicht verblute. Das Badezimmer war vergittert. Als der Mann den Trick bemerkte, war es zu spät, die Tür war verschlossen und die Frau hatte schon das Ueberfall- kommando zu Hilfe gerufen. Ein anderes Mal wurde ein Verbrecher verfolgt, er rannte über die Straßen, die Polizei hinter ihm her. Nachdem er auf seine Verfolger geschossen hatte, flüchtete er in ein Haus und klinkte an der erstbesten Tür. Eine Frau öffnete, der Mann hielt ihr die Waffe vor und verlangte Einlaß, setzte gleichzeitig seinen Fuß zwischen Tür und Schwelle. Da sagte die Frau sehr ruhiy: „Aber nehmen Sie doch erst den Fuß fort, damit ich die Sicherheitskette los machen kann." Der Mann nahm den Fuß zurück und die Tür knallte ihm vor der Nase zu. Jnzwnschen war die Polizei zur Stelle. Ein junges Mädchen konnte einen verbrecherischen Burschen der Polizei zuführen, der schon verschiedene Ueberfälle auf Frauen und Mädchen in der gleichen Gegend verübt hatte. Das Mädchen war gewarnt worden, den einsamen Waldweg zur Heimkehr zu benutzen, aber sie hatte es sich in den Kopf gesetzt, in der Ueberzeugung, ihr würde keiner etwas tun. Es war schon dunkel, als das Mädchen wirklich von einem Mann angesprochen wurde, in dem sie zu seinem Entsetzen nach der Beschreibung in den Zeitungen den Verbrecher erkannte. Gegen einen Ueberfall konnte sie sich bei seiner kör- Das Flugzeug als „Arche Noah". Um etwas ganz Unwahrscheinliches auszudrücken, haben die Engländer die Redensart: „Wenn Schweine fliegen könnten ..." Eine englische Zeitschrift macht ihre Landsleute darauf aufmerksam, daß sie sich eine andere Unmöglichkeit aussuchen müßten, denn Schweine fliegen heute tagtäglich; auch Kühe und Hunde sind keineswegs die seltsamsten Gäste an Bord der Postflugzeuge. Wenn man einmal alle Tiere beisammen sähe, die gegenwärtig im Flugzeug befördert werden, es käme sicher eine neue „Arche Noah" zustande. Eine seltsame Ladung waren 3um Beispiel jene Million Leuchtkäfer, die japanische Schulkinder sammelten und ihrem Kaiser als Geschenk übersandten. Auch mehrere tausend Marienkäfer wurden nach Süd-Afrika verfrachtet, um dort einer Insektenplage Einhalt zu tun. Amerikanische Heuschrecken wurden zu einem Forschungsinstitut in England befördert. Eine italienische Bienenkönigin reiste nach West-Indien. Flugzeuge befördern alles: Alligatoren und Eintagsküken. Zweihunderttausend Stück der letzteren wurden seit 1932 auf nur einer Luftpostlinie transportiert, während kostbare Bruteier oft sanft und sicher von England nach Südafrika schwebten. Schlangen und Affen waren schon oft Passagiere der Flugpost, da Zirkus-Direktoren diese Fahrgelegenheit für ihre Lieblinge bevorzugen. Es geschieyt schneller und ohne Umsteigen von der Dahn aufs Schiff. Mehr praktisch, doch auch merkwüroig genug, sind die Frachtgüter in Gegenden wie Nord-Kanada, wo das Flugzeug zu Zeiten das einzig mögliche schnelle Verkehrsmittel bildet. Da findet sich einfach alles, was der Mensch braucht. Geräte und MaNarrenkappe. Vismarck-Anekdole. Ein bekannter Politiker der Bismarck-Zeit, der im Beruf Rechtsanwalt war, und der als einer der geistvollsten Gegner des Reichskanzlers galt, wurde von diesem einst freundschaftlich zu einem Essen geladen. Vielleicht hatte Bismarck wirklich die Absicht, den befähigten Mann zum Mitarbeiter zu gewinnen, jedenfalls sagte er in scherzendem Ton: „Ich wette, wir werden einmal Kollegen," worauf die Erwiderung kam: „Sollte Durchlaucht tatsächlich die Absicht haben, sich als Anwalt niederzulassen?" — Bismarck sprang auf ein anderes Thema über. Der grobe Kapellmeister. Als Richard Wagner in Königsberg Theaterkapellmeister war, hatte er sich eine Grobheit angewöhnt, die ihn gefürchtet machte. Einmal hatte er mit einer Sängerin auf der Probe einen furchtbaren Krach. Schließlich wurde er so grob, daß die Dame zu heulen anfing und unter Schluchzen er« klärte: „Ich gehe jetzt hinaus und komme nicht früher herein, ak» bis Sie sich wieder anständig benehmen". Darauf schrie ihr Wagner grimmig nach: „Da können Sie gleich ganz draußen bleiben!" Durch des Führers Werk geht es stetig bergan 1935 2750 D ■739 D Hotel Schütz I fMffenberä •I' Heute abend 27Md Heute abend 2784d Am 1. Mai ab abends 8 Uhr Frisur und Mode Anschließend Ball - 2721 d Versäumen Sie nicht, diese Veranstaltung zu besuchen!! Tageskarte 1.00 RM. Einzel Veranstaltung 0.50 RM. Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. Fernsprecher 3281. Programm: vorm. 11 Uhr: Feier des goldenen Jubiläums der Friseurinnung nachm.2.30 Uhr: Bezirksausscheidungs-Frisieren abends 8 Uhr: Modenschau des modeschaffenden Handwerks Sonntag, den 3. Mai 1936, in Gießen, in den Räumen des Gesellschaftsvereins (Club), Sonnenstraße Nr. 19 Bezirksausscheidungs-Frisieren des Bezirkes Hessen, verbunden mit einer Modenschau ausgeführt von dem modeschaffenden Handwerk der Friseure, Damenschneiderinnen, Herrenschneider, Putzmacher und Kürschner. Mainacht-Feier Ab 20.45 Uhr verkehrt ein Omnibus ab Ludwigspl. (Wein- stubeSeibei). Kuckfahrt während der Nacht nach Bedarf. Bayrischer Hof • Gießen statt. Wir werden uns bemühen, allen Wünschen unserer Gäste zu entsprechen, sowie stets für gute Küche und Keller Sorge zu tragen. Im Ausschank: die guten BRAUNFELSER SCHLOSS BRÄU-BIERE XTS. Otto Ritter und Frau vormals Rest-Direktor in Jeschke’s Grand-Hotel, Bad-Nauheim findet durch uns die ÜBERNAHME Hotel-Restaurants Unterhaltungsmusik mit Tanz 2?15D XX: HABERMANN qn treuer Bett F°B steht d glich i-n Dlenste Me Zu treuen füge Arbeiter w lidjt etwa allein er unlöslich vA Leben der Volks seines Werkes die ijt, wie utngefej werben kann ohi beit. Wir sehen in allen Zweigen peöer als Wegbe libeitsgebieten d ui) der Forschm | schauender Gestal dH IIH RII NG»M IE ILC H1OR» IBII IE R ist anerkannt vorzüglich! - Spezialität: »HESSENQUELL« (pilsner) feinstes heiles Tafeiwer 1 " __________________2722 D etwa als Achite als Beamter ii ^olle des Sach er Arbeit, als der haiidelsgesij biete des War überall als täql gen auf allen '( v ist in ein R man bei e Arbeit in unsere Quf das Wirken Uns allen rur fe Qn hervor ^"ruf nertre- Nchungserke Zbe-t-method« Men aus ih Unsere (? JJ '9' nur non S ngenheit zu frbeit ber Gec ltdl mit Stolz 1 &hoHIeid)lüert i da'tehen rc b Ste ?ener I b4ä?HMbf" »it **ibe 2/29 A WH wv 1-^ OUv^^cwvvo^ Otto Faber, Gießen, Fernruf 3096 2749 D HOTEL PRINZ CARL 1. Mai; Konzert und Tanz __01971 Cafe Amend Ab 1. Mai spielt die neue Hauskapelle HANS GLINZ 2777 D PFINGST-MITTELMEERFAHRT vom 22. Mol bis 10. Juni / ob RM 185.- POLAR-NORDKAPFAHRTEN 26. Juni bla 12. Juli, 13. Juli bis 29. Juli, 18. Juli bte 12. AuQuQ,1.bio17. AuquD / obRMSOO.-btto, ob RM 270.» OSTSEEFAHRT vom 27. Juni blo 13. Juli I Fohrpttle ob RM 350.- RUND UM ENGLAND-FAHRT vom 19. bla 30. AuguQ / ab RM 220.- Aufittöim ob AuguQ otllttt Mlltelmttt- und Mobtlto-Fahrten. IM URLAUB NACH AMERIKA oObttnö btt gonitn Johctol aed) M»lg*e eotfuofimt Pinj» Aüebinll onö Pro fpibte durch ölt ß1111b e • 111tetet eoö NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Gießen: Kretzschmar, Seltersweg 24 Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag: 2746 a Gustav Fröhlich Marieluise Claudius Lola Chlud, Theo Lingen in dem neuen Film von Geza von Bolvary Die Entführung Entführt werden wir alle! Entführt in eine unendliche Heiterkeit, in eine Landschaft des Glücks, in ein Paradies, wo selbst die Konflikte ihre Schwere verlieren und wo ein ewiger Frühling die Herzen bezwingt. Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6,8.30, Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr. Billige COLUMBU Sw. •COLUMBUS«, DteliNeeU Schi» le ü|eleetmitei*«tlele rv.dts 27.7.728.7. bis 4. S. SCHOTTLAND NORWEGEN FAHRPREIS AB RM US.» trren efl frtn UeiMaapUtB •Oeatwl eon Strubra. f .Stangert. I .Btmt«. / .letepei I «Celealew I «8mM» vom 7. Juli bis 19. Juli AFRIKA MADEIRA FAHRPREIS AB RM 250.- Ab heute Donnerstag: in seinem neuesten Lustspiel ■ nach dem gleichnamigen Schwank von M. Neal und M. Ferner mit Erika Gläßner, Gretl Theimer, HB Gertrud Boll, Hilli Wildenhain, Olga Engi, Paul Westermeyer H 2 Stunden unbeschwerter Heiterkeit! | Beiprogramm —— Fox-Tonwoche Weltruf hat dieser Wagen deshalb ehe Sie kaufen, unverbindliche Probefahrt bei Vertreter PALAST Giessen i )r«n. ft. *|o M CoJ ler. Gießen istspiel hwank von ’ mit heimer, ienhain, ermeyer Heiterkeit! Fonwoche 2746 A dius ingen von Bolvary rung ?Übrt in eine Landschaft o selbst die ren und wo i bezwingt- lD-Woche JO, 8.30 Uhr. CARL dTanz 01971 auskapelle LINZ Tafelbier Nr.W sechster Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)Donnerstag, ZV.April 1936 WM; M 4 - /»fV"/- < Geistige Arbeit im Dienste -es Volkes Der Künstler — Schöpfer und Handwerker zugleich. dert. Daher kann auch Der Kaufmann an der Rechenmaschine. Dozent und Studentenschaft — Arbeitsgemeinschaft des Geistes. Die Laborantin, treue Helferin der Wissenschaft und der Volksgemeinschaft. Wenn das Alltagswerk getan ist, sehnt sich der schaffende Mensch nach Erholung und Ruhe, um neue Kraft zu sammeln für die Arbeit des folgenden Tages. Bei der schönen Feierabendgestaltung tritt wiederum der geistige Arbeiter in den Vordergrund. Der Schauspieler, der Sänger, der Musiker, der Dichter, sie alle sind schaffende Kräfte, die uns mit ihrer Kunst über das Ringen des Alltags erheben. Wie gern verweilen wir z. B. in unferm Stadttheater, um hier die darstellende Kunst auf uns wirken zu lassen. Welche genußreichen Stunden bereiten uns die gehaltvollen Werke unserer großen Komponisten in der prächtigen künstlerischen Wiedergabe, die wir in unseren Konzertstätten zu hören gewohnt sind. Mit unendlichem Fleiß und mit begeisternder Liebe zur Kunst setzen sich die geistig schaffenden Volksgenossen unseres Theaters und unserer Konzerte für das volle Gelingen ihrer künstlerischen Arbeit ein. Und da ist es für sie immer wieder em Anallen Zeiten, früher leider nur nicht anerkannt, so i st es heute und so wird und muß es zum Wohl unserer deutschen Volksgemeinschaft in aller Zukunft bleiben. gutem Grund den Anspruch erheben, in der Reihe der geistig schaffenden Menschen als vollwertiges Glied angesehen zu werden. Unser neues Deutschland kennt zum Glück nicht mehr das üble Schlagwort vom „Stehkragen- Proletarier", das in einer früheren Zeit häufig zu hören war, wenn von dem geistig schaffenden Arbeiter gesprochen wurde. Dieses 'Wort schloß eine Geringschätzung des geistigen Schaffens in sich, die zu allen Zeiten unberechtigt war. Wie der Führer immer wieder gesagt hat — und wie es durch ihn zum Gemeingut der Erkenntnisse der deutschen Menschen geworden ist — gehören die geistige Arbeit und das Schaffender Faust unlöslich zusammen, kann keiner ohne den anderen leben; so war es im tatsächlichen Geschehen der Dinge zu riellen Stoffe des Wirtschaftslebens am Werk. Hier steht auf einem bedeutsamen Posten der Architekt, der Konstrukteur, der Statiker, gleichermaßen geistig aufbauend auch der Künstler. Kein Bauwerk kann entstehen ohne die vorhergehende Tätigkeit des Architekten und in gegebenen Fällen des Statikers; keine Maschine kann ihre Tätigkeit beginnen, ohne zuvor in der Geisteswerkstatt des Konstrukteurs in der Planung bis ins kleinste Teilchen entworfen, in den Berechnungen kontrolliert und schließlich auf dem Prüfstand erprobt zu sein; und „Schönheit der Arbeit", wie auch die geistigen Annehmlichkeiten des Daseins, die Freuden des Auges und der Seele wären nicht denkbar ohne das Schaffen des Künstlers, sei es in der Gestalt des Bildhauers, des Malers, des Gartenarchitekten oder dergleichen. Nicht selten sieht sich dabei der geistige Arbeiter in einem schweren Ringen mit dem Stoff, ehe er zu der Gestaltung seiner Idee in den Plänen und schließlich zu deren Vollendung gelangen tonn. Und wie jede wohlgelungene Arbeit um ihrer selbst willen den schaffenden Menschen beglücken muß, so ist auch der geistig Schaffende am Zeichenbrett, am Konstruktionstisch, im Atelier des Bildhauers oder des Malers erfreut, wenn ihm der Wurf geglückt ist. Die Anerkennung der Gemeinschaft für sein Werk ist ihm dann der schönste Lohn. Bedeutsame Arbeit zum Wohle der Volksgemeinschaft wird auch von den geistig schaffenden Menschen in den Geschäftsstuben des Kaufmanns geleistet. Unsere Zeit kennt allerdings nicht mehr die geruhsamen Schreibstuben des Kaufmanns, wie sie uns in Bildern aus der Zeit der Hansa, oder aus den Jahren vor etwa einem halben Jahrhundert gelegentlich vor die Augen kommen. Wir sind heute auch im kaufmännischen Geschäftsverkehr weit hinausgeeilt über das Ausmaß und die Technik des Kaufmanns, die uns Aelteren aus den Jahren der Jahrhundertwende oder etwa bis zum Beginn des großen Krieges noch, in der Erinnerung ist. Im Zeitalter der Blitzgespräche, des Flugzeugs, des Radios, der Schreibmaschinen, der Rechen- Der Architekt am Zeichenbrett. (Aufnahmen [6]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Der Rundfunk am 1. M. Berlin, 29. April. (DNB.) Die Reichssendeleitung führt am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes für alle deutschen Sender die Uebertragung folgender Veranstaltungen durch: 8.00 — 9.20 Uhr: Jugendkundgebung im Berliner Poststadion. Es spricht der Führer. Einleitend nehmen Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch das Wort. 10.30 —11.30 Uhr: Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opernhaus, Berlin, mit der Verleihung des Buch- und Filmpreises 19 3 6 durch Reichsminister Dr. Goebbels. 12.00 —12.30 Uhr: Funkbericht von dem Aufmarsch der Millionen im Lustgarten und in den Aufmarschstraßen. 12.30 —13.30 Uhr: Staatsakt im Berliner £u ft garten. Es spricht derFüührer. Die Eröffnungsansprache hält Reichsminister Dr. Goebbels. Das Schlußwort spricht Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. 22.00 — 23.00 Uhr: Abendkundgebung im Berliner Lustgarten. Es spricht Ministerpräsident Generaloberst Göring. Die deutschen Sender bringen an diesem Tage ein großes Gemeinschafts-Programm, das durch festlich-heitere Darbietungen dem Feiertag des deutschen Volkes Rechnung trägt. Lediglich für die Zeit von 20.50 bis 21 Uhr hat jeder Sender Funkberichte von den Maifeiern seines Sendebereiches vorgesehen. Von den Betriebsfeiern der NSG. „Kraft durch Freude" am Samstag und den Ausflügen und Fährte n der Betriebe am Sonntag werden alle deutschen Sender Uebertragungen und Funkberichte durchführen. „Freut euch des Lebens." Berlin, 29. April. (DNB.) Am Donnerstag, 3 0. April, übertragen alle Reichssender mit Ausnahme des Deutschlandsenders den Aufruf des Reichsorganisationsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, mit dem unter der Parole „Freut euch des Lebens!" die Kraft- durch- Freude -Maifeste im ganzen Reiche eingeleitet werden. Der Aufruf, der von Darbietungen der Werkscharen umrahmt tfV wird von dem Ämtsleiter der NS.-G. „Kraft durch Freude", Horst Dreßler-Andreß, verkündet. Mit diesem Aufruf, der überall in Gemeinschatts- empfang gehört wird, beginnen im ganzen Reiche die Kraft-durch-Frellde - Veranstaltungen am Vorabend des 1. Mai. Nach dem Gemeinschaftsempfang wird die neue Fassung des Liedes „Freut euch des Lebens" gesungen. Freut euch des Lebens, Froh seid zu jeder Stund' hell eure Augen, Lachend der Mund. Das Leben bringt oft Kampf und Müh'» Doch wär's nicht schöner ohne sie; Das Leben bringt uns Arbeit viel Dann freut uns Tanz und Spiel. Freut euch des Lebens, Froh seid zu jeder Stund' hell eure Augen, Lachend der Mund. Ausschneiden und aufheben Maschinen hat natürlich die Arbeit des Kaufmanns ein ganz anderes Gesicht erhalten als in der sog. „guten alten Zeit". Heute hat der Kaufmann auch eine bedeutsame volkswirtschaftliche Mission im Dienste der Volksgesamtheit zu erfüllen, die ein hohes Maß von beruflichem Können und eine weitreichende Verantwortung für sein Handeln erfor- ~ ' der Kaufmann heute mit etwa als Achitekt, Konstrukteur und Künstler, oder als Beamter im öffentlichen Dienst, oder in der Rolle des Sachwalters der materiellen Grundlagen der Arbeit, also des Kaufmanns, zur Erledigung der handelsgeschäftlichen Beziehungen auf dem Gebiete des Warenverkehrs, des Geldwesens usw., überall als täglicher Organisator der Arbeitsleistungen auf allen Gebieten. $ Es ist in einer Universitätsstadt ganz natürlich, daß man bei einer Betrachtung über die geistige Arbeit in unserer Volksgemeinschaft den Blick zuerst aus das Wirken der Wissenschaft lenkt. Es ist uns allen zur Genüge bekannt, daß die deutsche Wissenschaft in der Welt mit Recht einen hohen Ruf genießt. In diesem Ruhmeskranze des Schaffens der deutschen Gelehrten ist unsere Universität Gießen an hervorragender Stelle durch Namen von Weltruf vertreten. In mancherlei Gestalt haben Forschungserkenntnisse und praktisch-wissenschaftliche Arbeitsmethoden zum Segen der Menschheit von Gießen aus ihren Weg in die weite Welt genommen. Unsere Gießener Universität hat es aber nicht nötig, nur von wissenschaftlichen Großtaten der Vergangenheit zu berichten und zu zehren. Die Geistesarbeit der Gegenwart an unserer Universität kann sich mit Stolz und-mit dem berechtigten Bewußtsein der Gleichwertigkeit in die Front des geistigen Schaffens der gesamten deutschen Hochschulen ein- reihen Wir Gießener wissen wohl alle, daß wir z B mit unseren Universitätskliniken Einrichtungen im Dienste des Volkes wirken sehen, die weithin im Reiche und im Auslande einen hervorragenden Ruf genießen, oder einzigartig im deutschen Va erlande dastehen. Es unterliegt auch keinem Zweifel daß in den übrigen Disziplinen unserer Universität durch die Ausbildung eines wissenschaftlich gediegen fundierten Nachwuchses ebenfalls Aufbauarbeit im Dienste des Volkes geleistet wird, die mit vollem Recht Anspruch auf Anerkennung erheben darf. So haben wir denn allen Anlaß, an dem Tage, an dem d-^s hohe Lied der deutschen Arbeit Mittelpunkt der G'danken des schaffenden Volkes sein soll, dankbar bi>r vielfältigen geistigen Werte zu gedenken, die von d»r Gießener Universität dem deutschen Volk ge- p.ehon worden sind und weiterhin von diesen 2lr= beitrjfättten ihren Weg in unser Volk nehmen werden. * ben dem schaffenden deutschen Menschen der G '"hrtenstube und der Forschungslaboratorien sehen wir in unserer Stadt als folgendes Glied der Kette *en geistigen Arbeiter bei der Verwertung der mate- sporn und zugleich der beste Preis für ihre Mühe, wenn sie die Gewißheit haben können, daß ihr geistiges Schaffen die Anerkennung derVolksgenos- sen findet. Denn bekanntlich empfindet gerade der Künstler feinfühliger das Urteil über sein Schaffen, als der in dem robusten Kampf mit der Materie des Alltags sich herumschlagende Mensch. Daher ist auch bei dem handwerklich schaffendenDolks- genossen, gleichermaßen bei dem vom frühenMor- gen bis in den Abend hinein in den kaufmännischen Arbeitsstellen tätigen Menschen, wie bei dem in angestrengte Forscherarbeit vertieftenGelehrten und nicht zuletzt auch bei unseren Hausfrauen das starke Bedürfnis geistiger Erholung an den Stätten der Kunst vorhanden.Dort gibt ihnen allen der Künstler sein Bestes. Und für alle miteinander gilt in gleicher Weise das schöne Bekenntnis, das Will Vesper in folgenden Vers kleidet: Wissenschaft ist Wegbereiter für viele Gebiete unseres täglichen Lebens. In treuer Berufskameradschaft mit dem Arbeiter der Faust steht der Mann des geistigen Schaffens täglich im Dienste der Aufgaben, die ihm an seiner Stelle zu treuen Händen übertragen sind. Der geistige Arbeiter weiß, daß er mit seinem Wirken nicht etwa allein auf einer Insel lebt, sondern daß er unlöslich verbunden ist mit dem Arbeiten und Leben der Dolksgesamtheit, daß für das Gelingen feines Werkes die Arbeit der Faust ebenso vonnöten ist, wie umgekehrt die Handarbeit nicht vollbracht werben kann ohne die vorhergehende geistige Arbeit. Wir sehen daher auch den geistigen Arbeiter in allen Zweigen der werteschaffenden Arbeit, entweder als Wegbereiter zu neuen Zielen und neuen Arbeitsgebieten durch das Mittel der Wissenschaft und der Forschung, oder als Urheber und voraus- fchauender Gestalter großer Werke der Handarbeit, Flaggen mit Eintritt der Dunkelheit wieder einziehen! Berlin, 29. April. (DNB.) Der Reichs, und Preußische Minister des Innern gibt im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda folgendes bekannt: Es ist erneut beobachtet worden, daß die Reichs- unb Nationalflagge an allgemeinen Beflaggungstagen nachts nicht eingezogen wird und häufig über bie angeordnete Beflag- gungszeit hängen bleibt. Für die öffentlichen Gebäude ist vorgeschrieben, daß die Beflaggung um 7 Uhr morgens beginnt und bei Eintritt der Dunkelheit endet. Diese Vorschrift gilt auch dann, wenn die Beflaggung für mehrere Tage angeordnet worden ist. Die Bedeutung der Flaggenhissung erfordert, daß die Bevölkerung ihr Verhalten der behördlichen Regelung anpaßt. Es ergeht daher die allgemeine Aufforderung, daß bei Beflaggungen auch a u f den Privatgebäuden die Flaggen morgens 7 Uhr gefetzt und mit Eintritt der Dunkelheit wieder eingezogen werden. Arbeit bringt Freude, höchste Freude der Welt, die bis zum Tode uns Treue hält. Arbeit im Geist und Arbeit der Hände! Daß sich der Menschheit Berufung vollende, tönen die eisernen Hämmer des Lebens freudigen Ringens und männlichen Strebens! Brüder auf Erden: Das Arbeitskleid ziert! Arbeit bringt Freude! Die Zukunft marschiert. * In dieser Ueberzeugung von der Gleichwertigkeit des Schaffens im Dienste der deutschen Nation kann der geistige Arbeiter Hand in Hand mit dem Arbeiter der Faust morgen den hohen Festtag der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters begehen. Und er mag sich dabei in Dankbarkeit daran erinnern, daß auch ihm durch das Wirken unseres Führers Adolf Hitler nun die wohlverdiente allgemeine Anerkennung feiner Arbeit im ganzen deutschen Volke gesichert ist. weniger leisten als solche, die fortwährend gcarbei- gebend auf 113,25 (114), Growag 82,50 (82), Adle» Wirtschaft werke unverändert 102,50, Auto-Union unverändert 109. — Tagesgeld zum Ultimo gefragt und auf Vorwärts in der eigenen AoWofferzengnng! Oer Aufschwung des rhein - mainischen Erzbergbaues und der Hüttenindustrie an Lahn, O.ll und in Oberhessen. Steigerung unserer Arbeitsleistung. Forschungsergebnisse aus dem Kaiser-Wichelm-Znstitut für Arbeitsphysiologie. Von K. v. Phtlippoff lagen Vereinigte Glanzstoff in teilweiser Anpassung an Berlin mit 137 (127), ferner Schriftgießerei Stempel 58 (56), Aschaffenburger Buntpapier 49 (46,50), Zement Karlstadt, Taxe 144 (142), andererseits Seil Wolff etwa 91,50 (93) und Konserven Braun etwa 73 bis 74 (75,50). Der variable Rentenmarkt lag still, Kom- munal-Umschuldung mit 87 eher angeboten. Zertifizierte Dollar-Bonds voll behauptet. Goldpfandbriefe still, Liquidationswerte meist mäßig höher, Stabtanleihen wenig verändert. Von fremden Werten Bosnier nach Pause 12,75 (12), 4 v. H. Ungarn Gold 8,60 (8,60), Mexikaner etwas schwächer. Schweizer Bundesbahnanleihen 1 bis 2,50 v. S). höher. Der Schluß der Börse war überwiegend fest und auf Teilgebieten war das Geschäft lebhaft. IG. Farben 168,50 nach 166,65, Hoesch Eisen 101,25 nach 100,50, Vereinigte Stahlwerke 89,90 nach 89. Im Freiverkehr Kali Wintershall weiter nach- Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsvankdiskont 4 o. H. Lombardzinsfutz 5 v. H. 3 (2,50) v. H. erhöht. Abendbörse fest. Die Abendbörse verkehrte in fester Haltung und hatte in den meisten Werten lebhaftes Geschäft. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich Erhöhun. gen von etwa 0,25 bis 0,75 o. S). Besonders lebhaft waren Farbenindustrie mit 168,75 bis 169,25 (168,50), von Montanwerten Hoesch 101,75 bis 102 (101,40), Verein. Stahlwerke 90 bis 90,50 (89,65), Rheinstahl 125,25 (124,65). Aschaffenburger Zellstoff gewannen 1,13 v. H. auf 93,40, außerdem zogen die meisten Elektroaktien an. Etwas schwächer lagen auf Amsterdam Kunstseide Aku mit 51,25 (51,75). Am Rentenmarkt stiegen Altbesitz auf 113,30 (113,10), Reichsbahn-DA. auf 126,90 (126,65), ferner von zertif. Dollar-Bonds 6proz. Preußen auf 68,25 bis 68,50 (68) und von Genußrechten AEG. 70,50 bis 71 (70), aber ohne Angebot. Am Auslandsrentenmarkt waren Schweiz. Bundesbahnen weiter fest, 4proz. 214 (213), 3Vsproz. 199 (198), ferner waren Ungarn Gold etwas höher mit 8,70 (8,60). Von Stadtanleihen 4V2proz. Darmstadt v.28 93 (93,75). U. a. notierten: Altbesitz 113,30, Farben-Bonds 133, 4V-proz. Darmstadt v. 28 93, 5V-proz. Rhein. Liquid. 101,65, 4proz. Ungarn Gold 8,70, 4proz. SBB. 214, 3'/-proz. SBB. 199, Reichsbank 184, Buderus 105,75, Harpener 127,50, Klöckner 97, Mannesmann 92,50, Hoesch 101,75, bis 102, Rhein- stahl 125,25, Verein. Stahl 90 bis 90,50, Aku 51,25, AEG. 36,13, Bekula 147, MAR 111, Zement Hei- beiberg E 135,50, Daimler 106,90, Scheideanstall 231,50, Licht und Kraft 146, Eßlinger 89, JG.- Farben 168,75 bis 169,25, Feinmech. Setter 80, Gesfürel 139, Hochtief 124,25, Holzmann 117,50, Muag 91,75, Metallgesellschaft E 124,75, RWE. 130,75, Schristg. Stempel 59, Schuckert 141, Kaufhof 39,25 bis 39,50, Aschaffenb. Zellstoff 93,40. Frankfurter Getreidebörse- Frankfurt a. M., 29. April. An dem schwa- chen Angebot in Brotgetreide hat sich nichts geändert. Im übrigen werden die seither beachteten Sorten weiterhin begehrt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 213, W 16 216, W 19 220, W 20 222, Roggen R12 176, R15 179, R18 183, R19 185 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste —, Hafer —, Weizenmehl W 13 28,45, W 16 28,70, W 19 28,70, W 20 29,05, Roggenmehl R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizenfuttermehl W 13 13,15, W16 13,30, W19 13,50, W 20 13,60; Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie. R 12 bau wieder in Gang gebracht worden, und schließlich werden jetzt auch Kupfer- und Nickel» vorkommen angegangen, um die Metallver- sorgung Deutschlands nach jeder Richtung hin zu verbessern. Zur Hebung der schwierigen Absatzlage sind unter tatkräftiger Führung durch die nationalsozialistische Regierung neue und bessere Ausnahmetarife geschaffen worden. Weiterhin hat die Frage der Lahnkanalisierung eine kräftige Stützung erfahren. Die mit dem Bergbau engverbundenen Hochöfen waren gleichfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Ausbaumaßnahmen ermöglichten es, daß bald nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler ein weiterer Hochofen in Betrieb genommen werden konnte und daß die übrigen verbessert wurden. Den Abstieg in den Krisenjahren in der Hochofenfabrikation zeigen auch die folgenden Zahlen: Während die Roheisenerzeugung im Lahn-Dillgebiet im Jahre 1929 noch 178 500 Tonnen betrug, wurden im Jahre 1932 nur 48 700 Tonnen er blasen. Inzwischen ist der Stand von 1929 wieder erreicht worden. Die mit dem Bergbau und den Hochöfen organisch in Zusammenhang stehenden Gießereibetriebe, die für das Lahn-Dillgebiet sehr bedeutsam sind und mehr als 40 Gießereien mit über 20 000 Gefolgschaftsmitgliedern erfassen, sind für die Oefenherstellung in Deutschland mit ausschlaggebend. Ihnen ist besonders infolge der Hebung der Kaufkraft durch die öffentlichen Aufträge, durch die Heizungsindustrie (Siedlungen und Heeresbauten) geholfen worden. E l e k t r o -G a s f r o n t und andere Programme haben es ermöglicht, daß umfangreiche Neueinstellungen vorgenommen werden und Kurzarbeit beseitigt werden konnte. Im gesamten Gebiet sind etwa 10 000 Neueinstellungen erfolgt. stimmte Laufbahn abzuschreiten haben. Es ist augenfällig, wie die körperliche Leistung eines Menschen nach einer Lecithinkur steigt. Um die Frage der Ernährung zu erforschen, wurden mehrere Arbeiterfamilien für viele Wochen im Institut untergebracht und nach der modernen Ernährungslage beköstigt. Zunächst durften sie nicht arbeiten. Zeitweilig wurden der Nahrung Phosvhat- salze zugesetzt. Alles, was die Versuchspersonen aßen, wurde genau abgewogen und in feinen Bestandteilen festgestellt. So erhielt man einen Ueber- blick darüber, was der einzelne Körper von der gereichten Nahrung für sich verarbeitete, und war er als unbrauchbar abgab. Die gleichen Versuchsreihen wurden gemacht, als die Versuchspersonen arbeiteten. Das Ergebnis war, daß der Großstadtmensch viel zu wenig Milch trinkt, in der die wertvollsten Nahrungsbestandteile im günstigsten Mischungsverhältnis enthalten sind. Während der Arbeitslosigkeit entwöhnt sich der Körper von Phosphaten, und bei Wiederaufnahme der Arbeit werden die zusätzlichen und notwendigen Mengen an Phosphatsalzen zunächst ausgeschieden. Das ist zum Teil der Grund, weshalb ehemals Arbeitslose trotz guter Ernährung nach Wiederaufnahme der Arbeit te^ p*» Dortmund, die Metropole des rheinisch-westfälischen Industriegebietes, ist der Sitz des Kaiser- Wilhelm-Jnstitutes für Arbeitsphysiologie. Die zahllosen Schächte, die sich in die mächtigen Flöze einbohren, der unabsehbare Wald von Fördertürmen und Fabrikschloten, das ist die Umgebung dieser wissenschaftlichen Anstalt, welche die zweckmäßige Gestaltung der beruflichen Arbeit anstrebt. Die Forschungen des Instituts sind keineswegs theoretischer Natur, bereits heute wirkt sich eine Fülle gewonnener Erkenntnisse im praktischen Leben aus. Die Forschung befaßt sich vielfach mit Dingen, die beim ersten Blick lächerlich einfach erscheinen, die aber tatsächlich von ausschlaggebender Bedeutung für die zweckmäßige Gestaltung der Arbeit sind. Da sind Griffe uno Stiele an Arbeitsgeräten durch den Privatdozenten Dr. E. A. Muller (Münster) untersucht worden. Es ist klar, daß die geringste Ermüdung beim Halten eines Griffes dort zu erwarten ist, wo die Haltefestigkeit am größten ist. Eine Anzahl von Versuchen hat ergeben, daß der günstigste Durchmesser für einen festen Griff 3 bis 4 Zentimeter ist und daß die Oberfläche möglichst rauh sein soll. Für drehbare Griffe liegt der günstigste Durchmesser zwischen 1 und 2 Zentimeter. In einem der Räume wühlt ein Mitarbeiter die den Fußboden bedeckende Erdschicht auf. Von seinem Munde führt ein Schlauch zu einem Gummisack, der auf seinem Rücken angebracht ist. Man erfährt, daß hier aus einer Anzahl von Spaten die zweckmäßigste Form ermittelt wird. Dabei gilt der Energieverbrauch und die Analyse der ausgeatmeten Luft als Maßstab. Auch hier ist das praktische Ergebnis da: die gebräuchliche Form des „Gärtnerspatens" kann wirkungsvoll dadurch gebessert werden, daß der Schneidekeil des Spatenblattes zu beiden Seiten um je einen Millimeter verdickt und kurz oberhalb der Schneide wieder in die normale Blattstärke zurückgeführt wird. Durch diese Maßnahme wird ein „freischneidendes" Grabwerkzeug geschaffen, das heißt, die vorher an der ganzen Blattfläche wirksame Reibungskraft wird auf ein Mindestmaß beschränkt. Durch diese Anordnung wird das Einstechen in die Erde gegenüber dem Normalspaten um 60 bis 70 v. H. erleichtert. 1200 verschiedene Schaufelform en sind von Dipl.-Jng. G. Kirsch untersucht worden, mit dem traurigen Ergebnis, daß die jeweils zweckmäßigsten Formen niemals die gebräuchlichsten find. Die richtige Schaufel richtet sich nach dem geschaufelten Gut, ob es nun grob ist ober fein, leicht ober schwer. Die günstigste Schaufellast beträgt 10 Kilo. Arbeiter, bie Preßluftwerkzeuge bebienen, leiben oft an Gelenkschäbigungen, Muskelschwunb unb Nervosität. Um biefe Wirkungen zu bekämpfen, finb von Dr.-Jng. A. Hasse bie Rückstöße eines Preßlufthammers auf elektrischem Wege gemessen worden. Es hat sich ergeben, daß durch Luftfederung ein großer Teil des Rückstoßes beseitigt werden kann, ohne die Handlichkeit und bie Leistung zu beeinträchtigen. Mit Hilfe ber Messung bes eingeatmeten Sauerstoffes hat Professor Dr. G. Lehmann die aünftigfte Treppenform feftgelegt. Die zweckmäßigste Treppenstufe muß eine Höhe von 17 und eine Antrittbreite von 29 Zentimeter haben. Bei Benutzung einer solchen Treppe ist der Energieverbrauch am geringsten. Derselbe Forscher hat wertvolle Beiträge zur Bekämpfung der „Staublungenkrankheit" geliefert. Die Gesteinsarbeiter müssen stets viel kieselsäurehaltigen Staub einatmen, was manchmal zur Uebersätti- gung des Blutes mit Kieselsäure führt. Unter gleichen Arbeitsbedingungen tritt diese Krankheit verschieden auf. Der Grund hierfür liegt in der Filterwirkung der Nase. Wie Professor Lehmann festgestellt hat, fehlt bei manchen Nasen diese Wirkung fast völlig. Besonders gute Nasen können dagegen bis zu 80 o. H. des feinsten Staubes aus der Luft abfiltern. Aus solchen Ergebnissen erwächst die Forderung, daß alle Gesteinsbetriebe eine Eia - nungsuntersuchung einführen und möglichst nur Arbeiter mit guten Nasenfiltern einstellen sollen. Der Leiter des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Arbeitsphysiologie, Professor Dr. Atzler, hat sich gemeinsam mit Professor Dr. Lehmann mit der Frage der zweckmäßigsten Kraftnahrung befaßt unb babei festgestellt, baß pflanzliches Lecithin den Kräfteverbrauch am schnellsten wieder ersetzen kann. Da aber Lecithin eine schlecht schmeckende Substanz ist, hat man sie in innige Verbindung mit Blutfarbstoff gebracht. Dadurch wurde eine L e- cithin-Blutwurst geschaffen, die eine billige ideale Kraftnahrung ist. Die Steigerung ber Leistungsfähigkeit wird auf Grunb von Beobachtungen an Versuchspersonen gemessen, bie eine be* Ilseber Hütte, Groß-Ilsede. Die Jlseder Hütte weist für 1935 nach Abschreibungen von 9 106 072 (9 068 848) Mark einen Reingewinn von 3 589 037 (3 307 177) Mark aus. Der HV. soll die Ausschüttung einer Dividende von 8 (7) v. H. vorgeschlagen werden, wovon diesmal 7 v. H. in bar zur Auszahlung gelangen und 1 v. H. an den Anleihestock fließt. Der Gefolgschaft der Jlseder Hütte unb ihrer Tochtergesellschaft werben aus bem Jahresergebnis runb 1,15 Mill. Mark unter Berücksichtigung bes Familienstanbes zugewiesen. Der Geschäftsgang bes laufenben Jahres ist weiter befrie- btgenb. Mein-Mainische Börse. rMilagsbörse im Verlause fest. Frankfurt a. M., 29. April. Die Börse zeigte am Aktienmarkt nach bem gestrigen leichten Rückschlag heute eine überroiegenb freunbliche Haltung, wobei einige günstige Wirtschaftsnachrichten anregten. Auch bie Tatsache, baß bie Kunbschaft keine Verkäufe vornahm, wirkte sich anregenb aus unb veranlaßte bie Kulisse zu kleinen Rückkäufen. Das Geschäft hatte indes nur sehr kleinen Umfang, da die Kaufneigung bes Publikums gegen bie Vortage boch erheblich kleiner geworden ist. Die Kursentwicklung war noch etwas uneinheitlich, überwiegend stellten sich aber Erholungen von 0,50 bis 1 d. H. ein. Etwas lebhafter waren IG. Farben mit 166 bis 166,50 (165,50), dagegen lagen Rütgers- werke trotz des unveränderten Dividendenvorschlags von 6 v. H. etwa 1,50 o. H. schwächer. Am Montanmarkt zogen die Kurse bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. an, Harpener 4-1 v. H., Rheinstahl + 0,65 v. H. Von Elektroaktten waren Schuckert um 1,25 v. H. erhöht, RWE. gewannen 0,50 v. H., AEG. 0,13 v. H., während Bekula und Gesfürel je 0,65 v. H. unb Licht & Kraft 0,25 v. H. nachließen. Lechwerke Augsburg blieben gesucht, Taxe 111 bis 112 (108). Reichsbank zunächst 1,50 v. H. schwächer mit 183, bann auf 184,25 erholt. Im einzelnen eröffneten Daimler, AKU. je 0,50 v. H., Westbeutsche Kaufhof mit 38,40 bis 38,75 0,75 v. H. höher. Zement Heibelberg 136 (141,75 einschließlich 6 30 Netto-Divibenbe). Zellstoffwerte bröckelten 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Löwenbräu München 212,50 bis 213 (213,50), MAN. unverändert 110,50, Moenus Maschinen unverändert 92. Am Rentenmarkt waren Altbesitz leicht erholt mit 113.20 (113). Zertifizierte Dollar-Bonds bei kleinem Geschäft weiter befestigt, 6 v. H. Preußen und Svargiro je 68,13 (67,75), 6,50 v. H. Frankfurter 66,25 (65,75). Sonst wurden bewertet: späte Schuldbuchsorderungen etwa 98,25 (98,40), Kommunal-Umschuldung etwa 86,90 bis 87 (87), Zinsvergütungsscheine 92,25 (92,20). Von variablen Industrie-Obligationen 6 v. H. Vereinigte Stahlwerke 104 (104,25). Im Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Ausdehnung, die Haltung blieb aber am Aktienmarkt freundlich und vielfach ergaben sich weitere leichte Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H. Auch die später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen meist Erhöhungen bis 1 v. H. auf. Lechwerke Augsburg schließlich 111 (108). Chade A bis C 363 (364). Am Kassamarkt war bie Haltung meist fester, höher NSG. War der Bergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen von jeher ein Notstandsgebiet, so war doch die Beschäftigungslage 1932 trostlos. Die Förderung, die während des Krieges in der Höchstzeit etwa 2 Millionen Tonnen betragen hatte und im Jahre 1927 noch 1 019 355 Tonnen ausmachte, sank im Jahre 1932 auf 175 262 Tonnen, die Beschäftigtenziffer auf 819. Durch das Eingreifen ber Regierung Adolf Hitlers hat sich die Besch ä f ti g t e n zi f f e r um ein Mehrfaches g e ft e i g e r t, sie beträgt heute weit über 3000. Zu Anfang des Jahres 1936 wurden 900 000 Tonnen Förderung erreicht. Gleichzeitig gingen die alten Vorräte von 211 000 Tonnen auf 40 000 Tonnen zurück. Darüber hinaus wurde ein organisches Aufschließen des gesamten Gebietes eingeleitet, um die hier befindlichen deutschen Vorräte der gesamten Volksgemeinschaft nutzbar zu machen und um sich gleichzeitig über die Größe der noch vorhandenen Vorräte klarzuwerden. Inzwischen ist eine große Reihe von Bohr- ko l o n n e n im ganzen Erzgebiet tätig, die fast 10 000 Bohrmeter niedergebracht haben. Die für bie Bohrungen zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel erreichte^ die Summe von etwa 500 000 Mark; Hand in Hanb damit ging ein Ausbau ber Gruben. All biefe Maßnahmen mußten in ben Krisenjahren völlig zurückgestellt werben. Aber nicht nur ber Erzbergbau wurde in so ausreichendem Maße- gefördert, sondern auch die ü b r i- gen Vorkommen wurden systematisch erschlossen unb geförbert. Insbesondre ist hier der oberhessische Bauxit zu nennen, ber bislang überhaupt nicht recht bekannt war, der aber für viele deutsche Fertigwaren einen wertvollen Zusatz bildet. Gleichzeitig konnte dadurch etwa 100 Volksgenossen laufend Arbeit gegeben werden. Daneben ist der Phosphoritberg- tet haben. Die Leistungsfähigkeit wird durch hohe Temperaturen um 50 unb mehr Prozent herabgesetzt. Beim starken Schwitzen wirb nämlich neben Wasser auch Kochsalz ausgeschieben, bas bie „W ärme- wirtschaft" bes Körpers reguliert, lieber- mäßiges Schwitzen ist baher schäblich. Die Forschungen von Dr. med. A. Szakal Haden ergeben, baß Hitzearbeiter burch Trinken nur etwa ein Viertel bes in Schweiß verlorengehenben Wassers zu ersetzen brauchen. Der beste Wirkungsgrab ber Arbeit setzt eine richtige Abstimmung von Leistung unb Ruhe-; pause voraus, unb bies ist bei jeber Tätigkeit verschieben. Privatbozent Dr. O. Graf hat eine physiologische Arbeitskurve ermittelt, bie bem sogenannten „Tagesrhythmus" entspricht, unb bie bei bestimmter Arbeitsweise hohe Leistung bei geringer Ermübung ergibt. Solche Untersuchungen über zweckmäßige Werkzeuge unb Arbeitsgestaltung sind sehr wichtig, be- fonbers heute, wo es gilt, große Massen von Volksgenossen als Hanbarbeiter roieber zu Arbeit unb Brot zu bringen. Das setzt bie Konkurrenzfähigkeit ber Hanbarbeit mit bem maschinellen Betrieb voraus. Die Form ber Werkzeuge ist heute noch zu eifern großen Teil burch Trabition unb nicht burch Zweckmäßigkeit bestimmt. Objektive wissenschaftliche Untersuchungen finb baher erforberlich zur Erkennung ber zweckmäßigsten unb gleichzeitig für ben Arbeiter ungefährlichsten Form der Arbeitsausführung. Oie Ottim w deutschen 2 3( Unter Leitung d 'Hintes Turnen 'Hsübungen, oes Mnschule bekan Ht in den Tag« whalle der Tu ^ulungslßb r fütnerinnen | •rinnen aus allen \r Lehrgang fiw Men AuswaM icn-ManMaft. ili öffentliche Vera 10. Mai» statt. 9 Warnen der D m Turnfreunden ;o6, die besten be MN, ist nun jei iiten deutschen T iltige deutsche i jjtfS, !! wurde ^uch 5 ft'*!"- * Ä?- Lch ä: H ausgesuhrt- lei Gießener * Wi .rijung erfüllen- Sraii.iur1 a. X't. Ber S ditfur a. M. Berlin Sranffur a. DL Ber'ia Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Schluß« >urs ecniupl. AI!-last'ör> e Echlui!» für« Schluß!. Abend» börle Schluß» fürs Schluß!. Mittag» börfe Schluß« turS toO)lUbi. Abend» börfr Schluv» lurs tomiußl. Mttiag- böric Schluv« lurS Abend» böri Buenos Alle Brüssel .... Rio de Jan. Sona..... Kovenhagen. Danzig..... London _____ HeliingforS.. Paris .... Holland .... Italien .... 3aDan ..... .Ingoüawien C«lo..... : Wien...... Lillabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag....... Budapest .. Neuyork ... 28-April 29 April 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b'/r°/o Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schulb mit AuSlos.-Rechten ............. 4XI*% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% etiem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)........... 4Vi% ehem. 8% Hessische Lande», ban, Darmstadt Gold R. 12.... 5%% ehe in 4^% Hess. Lande«. Hnpotbekenbank DarmstadlLiaui 4y«% ehem. 8% Darmst. Komm Landcsb.Goldichuldverichr. R.6 Oberhelsen Provinz-Anleihe mit Ausloi.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mir Auslos.-Rechten atum 4% oeegi. Sette 11..... ...... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Numan.veremh.Reniev.l813 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 /4% Anatolier ............. Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff O Norddeutscher Llovb .........O A.G. für 'Verkehrswesen Akt, .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................O Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................C Bekula.................... 10 Elektr. LieferungSgefelllchaft... 5 Licht und Kraft ........... 6/a Selten & Guilleaume......... 4 Gesellich.f.Eiektr.Unrernehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens S Halske............7 Lahmeper L Co..............7 Buderus ................. 4 Deutsche Erdöl ............... Harvener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 8 Mannesmann-R Ihren........O 28 4 6,75 9,75 5,5 41,65 15,25 16,75 114,25 88 88,25 88,5 184,5 36 147 125,5 145,75 123 137 132 129,25 139 187 134,25 104,75 118 126,5 100,25 131,25 95,25 91,25 29 4 9 6,9 9,45 5,5 41,5 15,13 16,75 114,75 114,5 88 88,5 88,75 184 36,13 147 125,75 146 123,5 139 130,75 141 186,5 134 105,75 119,75 127,5 102 131,25 97 92,5 28-4 6,7 9,4 5,5 41,75 15,25 28 16,65 114,65 114,25 88 88,25 88,5 184,25 36,13 147 126,4 146 122,75 137 132,25 129,4 139,75 185,4 134,25 105,5 118 127 100,5 168,5 131,5 95,75 91,9 29 4 6,95 9,7 5,6 41,5 15,25 16,65 115,4 114,5 88 88,5 88,75 183,75 36,25 147 126 146 124 138,25 131,75 130,25 141 186,75 134 105,5 120 126,75 101,4 132,5 96,75 92,25 Oatum ManSselder Bergbau......... 6 Koksrm'tke ................ 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................. 4 Bereinigte Stahlwerke........ O Ltavi Minen .............. O ftaliroefle Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1/a 3. G. Farben-Industrie.......7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rürgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 4 Philipp Hol,mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultbet« Payenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................... 6 Zellstoff Waldk>of ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren........ O Deutsche Linoleum........... 8 Ctenftein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade.................... TU Accumulatoren-FabrU....... 12 Conti-Gummi...............8 Gritzner....................O Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ...—... 10 28 4. 227,5 123,5 88,65 22,25 129,25 184 165,5 231 112,25 129,75 125 116 141,75 51,25 87,5 129,25 92,5 105,5 173 38 364 188 180 30,25 96 199 29 4 138,5 229,5 125,25 90,5 22,25 128 126 184 169,25 231,5 113,5 124,75 117,5 135,5 51,25 87,5 129 93,4 106,9 172,5 39,5 363 188,75 181,75 30 96,75 199 28 4 138,25 129,25 227 124 88,9 22,5 129,4 129,5 185 166 112,25 128,75 125 116,5 107 51,75 87,5 128,75 92,5 133,25 105,75 173 81,25 38,4 364 189,5 180,5 30 1 201 29 4. 138,5 130 228,75 125 89,65 22,75 128 126,75 183,75 168,5 113,25 128,5 124 117 106,75 51,75 87,5 128,4 93,9 135 107 172,25 84,4 39,13 362,5 189 29,65 199,5 Geld 0,682 42,06 0,136 3,047 54,84 46,80 12,28 5,415 16,375 168,76 19,60 0,717 5,654 61,71 48,95 11,155 63,32 81,02 33,94 10,27 2,488 »riet 0,686 42,14 0,138 3,053 54,94 46,90 12,31 5,425 16,415 169,10 19,64 0,719 5,666 61,83 49,05 11,175 63,44 81,18 34,00 10,29 2,492 Banknoten Geld 0,682 42,07 0,136 3,047 54,86 46,80 12,29 5,415 16,38 168,83 19,60 0,717 5,654 61,74 48,95 11,16 63,35 81,03 33,95 10,27 2,489 23ric 0,686 42,15 0,138 3,053 54,96 46,90 12,32 5,425 16,42 169,17 19,64 0,719 5,666 61,86 49,05 11,18 63,47 81,19 34,01 10,29 2,493 ________ö Amerikanische Belgische Rott Dänische Note Englische Note Französische N Holländische 9" Italienische N Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische 9i Schwedische N Schweizer No Spanische No Ungarische No erlin,29 April > weiu Z>ru Noten.............. n.................. n ................. n ................. ölen............... ölen............... ölen................ oien .............. neid), i 1OO Schilling oten............... oten............... en................. en................. ten................ 2,441 41,92 54,60 12,255 16,33 168,41 61,53 63,13 80,85 33,61 2,461 42,08 54,82 12,295 16,39 169,09 61,11 63,39 81,17 33,75 des 28. April im Fahnenfaal des S f an- ab itfeninhu|trie Die elektrische Küche mit Heid, Heißwasserspeicher und Kühlschrank Elektrizität im Haushalt - ein Segen für Volk und Familie Kauft jetzt beim Elektrofachmann, ihr tragt damit bei zur Arbeitsbeschaffung! — Er liefert alle Geräte schnell, gut und preiswert. Bequeme Ratenzahlung gestattet jedem die Anschaffung Rat und Auskunft erteilen: 2727 A Das Ideal der sparsamen und fortschrittlichen Hausfrau! — Ganz besonders in der warmen Jahreszeit bietet die ELEKTRISCHE KÜCHE die größte Annehmlichkeit zeigt wird. Die Frankfurter Schau wird ergänzt durch Schriften, Kupferstiche, Holzschnitte und Photographien von kriegerischen Handlungen, die sich im Rhein-Main-Gebiet abgespielt haben. Zu der Eröffnung der Ausstellung hatten sich zahlreiche führende Persönlichkeiten eingefunden, darunter als Vertreter der Gauleiters der stellvertretende Gauleiter Staatsat Reiner, Generalleutnant Lüdke mit zahlreichen Offizieren, sowie Vertreter aller Gliederungen der Partei, des Staates und der Behörden. Staatsrat Reiner, Generalleutnant Lüdke und der Vertreter der Reichsschrifttumskammer Hagemeier wiesen in ihren Ansprachen auf die Bedeutung der Ausstellung hin, die in erster Linie die Aufgabe habe, die enge Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Volk noch tiefer zu gestalten und die der Jugend die Notwen- Die Werbung für üinderpflegestellen im Rahmen des Erholungswerkes des Deutschen Volkes wird bis zum 30. April 1936 verlängert. Roch ist es Zeit, sich zu melden! zwei Flugzeuge gleichzeitig im Betrieb und zwar wurden die fortgeschrittenen Gleitflieger wiederholt vom hohen Hang gestartet. Flüge von 2 bis 3 Minuten Dauer bereiteten auf die B= und 0-Prü- fung vor. Die zahlreichen Starts der beiden Maschinen erforderten viel Mühe und waren überhaupt nur durchführbar mit Hilfe der neuen Schleppvorrichtung, die den Transport den Steilhang hinauf wesentlich erleichtert. Jedesmal muß dabei ein Höhenunterschied von etwa 150 Meter überwunden werden. Neben der Schulung beansprucht die Einrichtung des Gießener Fliegerheimes auf der Amöneburg viel Zeit. Durch die Schaffung einer angenehmen Unterkunft am Wochenende und bei längeren Flugkursen soll eine Steigerung des Flugbetriebes ermöglicht werden. Oeffenlllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. A e r z t e: Dr. Malech, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Engel-Apotheke. OJL-tfpoTt Gießener Segelflieger an der Amöneburg Elektrogemeinschaft und Elektrizitätswerke GIESSEN ZU 1100—1300 RM., leichtere Pferde zu 900—1000 RM. und ältere Laufpferde zu 600—800 RM. Schlachttiere 1. Qualität fette Ware brachte 38—40 NM., 2. Qualität 30—32 RM. je 50 Kilogramm Schlachtgewicht. Der nächste Pferdemarkt findet am 26. Mai statt. Schweinemarkt in Schotten. * Schotten, 29. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt waren 510 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel bis 25 Mark, 9 bis 10 Wochen alte Tiere bis 28 Mark, elf bis dreizehn Wochen alte 30 bis 35 Mark, Einlegeschweine bis 45 Mark. Der Handel war flott, es verblieb geringer Ueberstand. "zTri^ ^61 42,08 16,38 I> ** digkeit des Wehrgedankens vor Augen führen soll. Weiter solle sie zeigen, daß der heutige Staat das Ziel habe, die Jugend in heldischem Sinne zu erziehen, um heroische Menschen aus ihr zu gestalten. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Sie gibt eine umfassende Uebersicht über den Wehrgedanken in den vergangenen Jahrhunderten und ein lebendiges Bild von dem Wehrwillen und der traditionellen militärischen Größe unseres Vaterlandes. Busecker Züchtererfolg auf der Hundeausstellung in Köln. Aus dem bekannten Deutschen Schäferhundzwinger „vom Busecker Schloß" (Inh. Alfred Hahn, Großen-Buseck) ging der Rüde „Odin vom Busecker Schloß Zpr." auf der Hundeausstellung in Köln als zweiter Sieger mit „Vorzüglich" hervor. Als Bester der Altersklasse, lange an erster Stelle stehend, kam er, da erst zwährig, auf den zweiten Platz. Ebenso erhielten noch zwei Geschwister hohe Bewertungen. Beim Fensterpuhen tödlich abgestürzt. Frankfurt a. M., 29. April. (LPD.) In der Schloßbornerstraße stürzte heute eine Frau beim Fensterputzen aus ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung in den Hof. Die Frau fiel so unglücklich, daß der Tod auf der Stelle eintrat. 42,15 0,138 3,053 54,96 46,90 12,32 5,425 16,42 169,17 19.6J 0,719 5,666 61,86 49-OJ 11,1 63,17 81- 3«,A 10,29 2,493 Die Olympia-Kernmannschast 5er deutschen Turnerinnen kommt nach Bad-Nauheim. Unter Leitung des Reichsfrauenturnwarts des Hochamtes Turnen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, des durch seine Hannoversche Muterturnschule bekannten Direktors Carl L o g e s , rinbet in den Tagen vom 4. bis 8. Mai in der Turnhalle der Turngemeinde Bad-Nauheim ein Oie Ehrenlisie Sturmes 5/116 liegt zur Elnzeichnung des Dankopfers der Ration für den Führer *9 8!' .682 >,07 ,136 .047 1,86 1,80 ',29 415 ,38 ,83 ,60 717 654 ,74 ,95 ,16 ,35 ,03 ,95 27 189 „Wehrhaftes Deutschland." Eine Ausstellung in den Frankfurter Römerhallen. LPD. Frankfurt a. M., 29. April. Mittwoch nachmittag wurde in den Römerhallen die Aus- st e l l u n g „W ehrhaftes Deutschland" eröffnet, die von der Reichsschrifttumskammer in die Wege geleitet wurde und die jetzt, nachdem sie vor kurzem in Berlin zum erstenmal der Oeffent- lichkeit zugänglich gemacht war, auch im Reich ge- sur! raJ fid) (SM i. Drix ?.ls find 195, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfest- ceise ab Mühlenstation-. Soyaschrot m. M. 16,20, almkuchen m. M 16,30, Erdnußkuchen m. M. (,85, Treber 14,00 ab Brauerei, Trockenschnitzel 28 ab südd. Fabrikstatton. Heu 7,00, Weizen- und oggenstroh drahtgepreßt 3,00 bis 3,30, gebündelt 80 bis 3,00. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 29. April. Sowohl in Ar- ^itspferden, als auch in Schlachttieren war die Zu- (Jjr gering. Die Preise waren hoch und der Han- [[?( dementsprechend langsam, aber trotzdem wurde |er Markt bis auf einen geringen Ueberstand ge- ,oumt. Volljährige schwere Arbeitspferde wurden zu 600—1K00 RM. gehandelt, norddeutsche Pferde zu 100—1600 RM., Hunsrücker mittelschwere Tiere Die Flugschulung der Gießener Segelflieger, die chon in den letzten Wintermonaten sehr rege ein- chte, wurde auch im April an allen Sonntagen .^rtgeführt. Segelfliegergruppe und HJ.-Flieger- char schulten wieder gemeinsam an der Amöneburg bei Kirchhain. Dieses Gelände ist für An- änger- und Fortgeschrittenen-Schulung außer- irdentlich g ü n st i g und bietet außerdem den Vorteil, daß zu jeder Jahreszeit geflogen werden lann, ohne daß Flurschaden angerichtet wird. Be- (anntlich wurden von der Gießener Segelflieger- :nippe im Laufe des. letzten Jahres an der Amöneburg viele mehrstündige Segelflüge bei Tag und siacht ausgeführt. Zwei Gießener Jungflieger konnten kürzlich mit je sechs Zielflügen die Bedingungen für die A-- ßrüfung erfüllen. Am vergangenen Sonntag waren dartengebäudes zu Gießen (Ecke Senckenbergstraße — Landgraf-Philipp-Plah) Wochentags von 18 bis 21 Ufjt Sonntags von 9 bis 18 Uhr offen. Deutscher Volksgenosse! Trage auch du einen Tell deiner Dankesschuld an den Führer durch Einzeichnung in die Listen des Dankopfers ab! Me 5Kfu Q* M Mtbesik?." 5U tn^red)fen LQt IDbot. nr I LunL P°R> 8 7q’ Stasi S? 117.51 >eUN 93,40 tötfe. rben, unb fchkieß- ■ unb Wiefel' bie Metalloer Achtung hin zu igen AMoge ch bie nationaf- ere AusnÄM- i hat die Fratzr i! lräM Still' ninbenen hoch« n Mitleidenschaft ermöglichten es, hme durch Adolf !etrieb genommen n verbessert wun iren in der hoch olgenden Zahlern n Lahn-Dillgebie! nen betrug, nmn lonnen erblasen. 9 wieder erreicht .ochöfen organisch Gießereibe- biet sehr bedeut, ereien mit über fassen, sind str ) mit ausschlag' der Hebung her [träge, durch hie ) ^eeresbautenl isfront unh Ä daß um« )mmen werden onnte. 3m gt‘ eueinstellungen zusammengestellt wird, bei der Arbeit und im Aus- scheidungskampfe zu sehen und sich einen Begriff von der Schwierigkeit der olympischen Hebungen zu machen. Reichsbund-Mitgliedskarten 1936. Wie der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen mitteilt, müssen die Reichsbund-Mit- gliedskarten zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung einen Gültigkeitsvermerk für das Jahr 1936 tragen. Durch die Neuorganisation des DRL. ist ein Einkleben von Wertmarken für das Jahr 1936 überflüssig geworden. Um die Ausstellung des Gültigkeitsvermerkes möglichst zu vereinfachen, ermächtigt der Reichssportführer die Vereine, den Gültigkeitsvermerk bei ihren Mitgliedern einzutragen. Die Eintragung erfolgt auf der zweiten Innenseite der Mitgliedskarte unter der fettgedruckten Zahl 1936 mit dem Wortlaut „gültig für 1936" unter Bedrückung des Vereinsstempels. Kurze Gportnotizen. Der Deutsche Radfahrer-Verband hat den früheren Weltmeister Willy Arend und die beiden bekannten Sechstagefahrer Kilian und I ?em schma, Kvq ffrten [Getreide ramm) in Mort q 220, W 20 222, 8 W, R19 185 /er genannten fe -- Wetzen, 9 28,70, W 20 22,80, RM , Mchtausgleich: 16 13,30, W19 10,65, Wifi Roggenkleie, K12 den Turnfreunden von nah und fern Gelegenheit gab, die besten deutschen Geräteturner kennen zu lernen, ist nun jedem die Möglichkeit gegeben, die besten deutschen Turnerinnen, aus denen die endgültige deutsche Olympia-Turnerinnen-Mannschaft V o p e l wegen ihrer großen Verdienste um den deutschen Radsport mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet. ♦ Die Universität Frankfurt schlug am Mittwoch in Offenbach im Vorschlußrundenkampf um die Deutsche Hochschul-Fußballmeisterschaft die Universität München verdient mit 2:0. * Der schwedische König stattete dem Reichssportfeld in Berlin einen Besuch ab, wobei der Monarch ehrliche Worte der Anerkennung für den deutschen Schöpferwillen fand. Der Reichs sportführer unterzieht sich im Sportler-Sanatorium Hohenlychen einer Operation, um eine Venen-Entzündung zu beheben. * Roderich Menzel, der langjährige tschecho- slowakische Tennismeister, hat seinen Verband von der Absicht in Kenntnis gesetzt, sich für ein Jahr vom aktiven Tennissport zurückzuziehen. Menzel, der seinem Beruf als Schriftsteller nachgehen will, hat Prag bereits verlassen und die Reise nach seiner Heimatstadt Reichenberg angetreten. A n der IV. Schweiz-Radrundfahrt werden sich in diesem Jahre wieder acht deutsche Fahrer beteiligen, deren Auswahl der Sportausschuß des DRV. vornimmt. Die Wiesbadener Motorsportkämpfe finden in diesem Jahre in der Zeit vom 19. bis 21. Mai statt. Schulungslehrgang der Olympia- Turnerinnen statt, woran die 20 besten Turnerinnen aus allen Teilen des Reiches teilnehmen. Der Lehrgang findet feinen Abschluß mit dem zweiten Auswahlturnen der deutschen Turnerin- ,nen-Mannschaft. Dieses Ausscheidungsturnen findet als öffentliche Veranstaltung am Sonntagnachmittag (10. Mai) statt. Nachdem vergangenes Jahr das Gastturnen der Deutschlandriege in Bad-Nauheim GANZSTAHL Sportliche Kostiimstoffe in fescher Ausmusterung- und reichhaltiger Auswahl, Breite ca. 140 cm Meter 6.90 5.90 4.90 4.50 Hahnentritt, der aktuelle Artikel für das sportl. Complet und die moderne Kombination Meter 7.90 6.90 5.90 Wollgeorgette, in modisch. 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Englands Klavierproduktion 1935 stellt einen Rekord dar Amerikas Produktion verdoppelte sich gegenüber 1934 Deutschlands Produktion konnte ebenfalls 1935 erheblich gesteigert werden Die deutsche Hausmusik marschiert! Versäumen Sie nicht weiter kostbare Zeit, beginnen auch Sie so bald wie möglich mit dem Klavierunterricht Ihrer Kinder Besichtigen Sie ohne jeden Kaufzwang schon jetzt die neuesten Schöpfungen deutscher Klavierbaukunst im z768d Pianohaus R. Schönau jetzt: Bahnhofstraße 76 Kein Schaufenster