Nr. 76 Erster Blatt 186. Zahrgang Montag, 30. März 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen öruÄ und Verlag: vriihl'sche UnioerfitStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehrn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text* anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf., Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8 Der Führer und Oeuischland sind eins. In beispiettoserCinmütigkeit bekannte sich das deutscheVoik zumKührer und seinerpolitik derEhre,der Freiheit und desFriedens Des Volkes Antwort. Der Führer rief! Und alle, alle kamen! Deutschland ist wach geworden, das deutsche Volk hat sich aus sich besonnen: denn nur ein Volk, das unmittelbar die Größe des Geschehens empfindet, das weiß, daß es sich sein Schicksal selbst gestalten muß, nur ein Volk von dieser inneren, und äußeren Gewißheit war fähig, in dieser einzig dastehenden Geschlossenheit den Führer auf den Schild zu erheben. Gewiß, der Führer hat mit seinen Getreuen unermüdlich daran gearbeitet, das Volk wach zu rütteln, aber wäre das Volk nicht bereit gewesen, auf den Ruf des Führers zu hören, so wäre nicht ein Zuruf der Millionen gefolgt, die am 29. März sich hinter den Führer stellten. Um was es sich gehandelt hat am 29. März, das ist die Bindung von Führer und Volk, also nicht etwa um eine Wahl im üblichen Sinne, ein Verfahren übrigens, das von der politischen und sozialen Entwicklung ebenso überholt werden wird, wie das früher schon in der Geschichte geschehen ist. Der Führerstaat ist der Staat der Zukunft, während der Parteienstaat der Vergangenheit angehört. Das deutsche Volk hat in den drei Jahren seit der Machtergreifung erlebt und erfahren, daß es zwischen Führerstaat und Parteienstaat einen Unterschied gibt, wobei dem Führerstaat aller und jeder Vorzug gebührt. Das haben auch die Millionen empfunden, die in Stadt und Land, die aus dem Mietshaus der Großstadt wie aus dem Einödhof in der Rhön den Weg zur Urne gingen. Wenn noch einmal am Wahltag alles aufgeboten wurde, um jeden Volksgenossen an seine Pflicht zu mahnen, an die Pflicht, die auch sein höchstes Recht ist, so geschah das in der Hauptsache deshalb, weil auch für Staat und Bewegung der Wahltag ein denkwürdiges Ereignis gewesen ist. Wer wie zahlreiche Korrespondenten ausländischer Blätter Gelegenheit gehabt hat, das deutsche Volk zu sehen, wie es zur Wahl ging, hat sich des Eindrucks nicht entziehen können, daß es freudig und bereit sein Bekenntnis für den Führer ablegte. Er hat sich auch von der Sauberkeit und Ehrlichkeit des Wahlverfahrens überzeugen können, wenn er den Willen dazu gehabt hat. Ein Teil der Auslandspresse, der durchaus nicht zulernen kann und zulernen will, hat nichts unterlassen, um aus seinem Vorstellungskreis heraus den Wahlakt in Deutschland anzuzweifeln, Die Einmütigkeit der Willenskundgebung des 29. März ist die beste Antwort darauf. Wenn Volk und Führer übereinstimmen, so bedeutet die Wahlhandlung als solche auch wirkliche Volksherrschaft. Das deutsche Volk ist mit der Politik des Führers einverstanden, mit der Politik also, die nicht nur Deutschland, sondern Europa von dem Ungeist von Versailles befreit hat. Aber das deutsche Volk ist erst recht mit der Politik des Führers zufrieden, die wirtschaftlich und sozial, die geistig und seelisch den Aufstieg aus dem Zusammenbruch des verlorenen Krieges und der Ohnmacht unter dem Druck von Versailles gebracht hat. Jeder Stimmzettel, der am 29. März für den Führer und Reichskanzler in die Urne gelegt wurde, war und ist auch ein Gelöbnis der Treue, das nicht an den Tag gebunden ist, sondern dauernd und unzerreißbar bleibt wie Erz. 'Der Ruf des Führers wird das deutsche Volk nicht nur immer finden, es wird das deutsche Volk auch immer erreichen zu den Werken des Friedens ebenso wie zur Verteidigung von Freiheit und Ehre. Oeuischland ist Hitler. Alfred Rosenberg zum Ergebnis des 29. März. Berlin, 29. März. (DNB.) Unter dieser Ueber- schrift schreibt Alfred Rosenberg im „Völkischen Beobachter" u. a.: Das was sich am Sonntag in der stillen und unerschütterlichen Bejahung in Deutschland abgespielt hat, ist geradezu phänomenal in der Ge- schichte aller Zeiten der Völker und $eigt nun auch der gesamten übrigen Welt, daß irgendwelche Versuche, das deutsche Volk zu spalten oder es durch Einschüchterungsversuche nach Versailler Methode zu zermürben, heute vergeblich geworden sind. Ganz Deutschland wird heute getragen von einem einzigen, alles beherrschenden Lebensgefühl. Dessen höchster Wert die nationale Ehre, ist nicht nur das Vermächtnis der großen Menschen der deutschen Geschichte gewesen, nicht nur der Leitstern der nationalsozialistischen Bewegung in ihrer Kampfzeit, sondern ist nunmehr unmittelbar lebengestaltendes und staaten- bildendes Gemeingut aller Deutschen geworden. Das ist vielleicht der tiefste Sinn des 29. März 1936. Ganz Deutschland kann heute froh und stolz sein, daß es sich einer großen Stunde würdig gezeigt hat. Mit dem Phänomen einer stahlharten Einheit von 66 Millionen hat nun die Welt als mit einem politischen Faktor zu rechnen und kein einziger Vertreter eines anderen Staates kann sich mit auch nur annähernd so viel Macht als Vertreter und Bevollmächtigter seines Volkes fühlen wie Adolf Hitler als Mittler der deutschen Gesamtnation. Vielleicht wird dieser 29. März auch so manchen Skeptiker des Auslandes zum Nachdenken bringen, ob diese seine bisherige Kritik an Deutschland jemals eine Berechtigung gehabt hat. Jedenfalls wird dieser 29. März 1936 mit zu den Gründertaaen des deutschen Führer st aates als Ablösung des Kaiserstaates und der demokratischen Republik in der Weltgeschichte erscheinen. Der deutschen Nation kommender Zeiten aber wird von dem heutigen kämpferischen Geschlecht die Pflicht übergeben, jenen Geist von heute weiter zu tragen, ihn an Kinder und Kindeskinder zu vererben in der Erkenntnis, daß nur er allein dem ewigen Deutschland entspricht und nur er allein befähigt, dem deutschen Volke das ihm gebührende Recht auf Ehre und Freiheit und gestaltende Arbeitsmöglichkeiten auf dieser Welt zu sichern. Der Führer hat das deutsche Volk gerufen, es ist gekommen und hat gesprochen! Jetzt hat wieder der Staat zu handeln. Vor der Reichskanzlei. 5 Berlin, 30. März. (DNB.) „Herr, mach' uns < frei" war es inbrünstig am Samstagabend überall im deutschen Vaterland gen Himmel gestiegen, ein 1 Gebet aus Millionen deutscher Herzen, in denen i/ die aufrüttelnde Rede des Führers in der freien t Stadt am deutschen Rhein noch nachklang. So innig der Gesang dieses Liedes emporgestiegen war, so aufrecht lohten die Herzen 24 Stunden später im Jubel. Das vorläufigeamtltcheEndergebnis 99 v. Hundert aller Stimmen für den Führer DTtB. Berlin. 30. März. Gegen 2.20 Uhr morgens lag beim Reichswahlleiter das vorläufige amtliche Endergebnis aus allen 35 Wahlkreisen vor. Danach haben von 45431 102 Wahlberechtigten sich an der Wahl beteiligt 44954937. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 99 v.H., eine Wahlbeteiligung, wie sie in der Welt noch niemals dagewesen ist. Bon den 44 954 937 Stimmen wurden abgegeben: 1. für die Liste und damit für den Führer . . . 44411 911 2. gegen die Liste und ungültig......... 543 026 Es sind somit 99 v. H. aller Stimmen für die Liste und damit für den Führer abgegeben worden. Das deutsche Volk hat damit eine Einmütigkeit bekundet, wie sie in einer so grandiosen Geschlossenheit noch niemals in der Geschichte ein Volk bekundet hat. Ganz Deutschland ist in dieser Rächt erfüllt von unbändigem Stolz über diese so einzigartige Demonstration seines Willens und ist erfüllt von heißem Dank gegen den Mann, zu dem die deutsche Ration erneut ein Bekenntnis abgelegt hat, das von niemand mehr in der Wett mißdeutet werden kann. Berlin huivigt dem Führer. " X rJ- * * t ■ 8 i Sdjon am frühen Nachmittag mußte sich der Führer mehrere Mals der begeisterten Menge auf dem Balkon der Reichskanzlei zeigen. — (Scherl.-M.) u Was lag für die Berliner Bevölkerung näher in dem Bestreben, ihrer Stimmung Ausdruck zu geben, als zur Reichskanzlei zu wandern. Ein ununterbrochener Zug war es, der von den ersten Abendstunden bis tief in die Nacht hinein nach dem Wilhelmplatz zog. Ein Meer freudig gestimmter Menschen wogte auf und ab vor dem Haus, das dem Führer Arbeitsstätte und Heim zugleich ist. Vor der Reichskanzlei konnte selbst die Schupo nicht gegen den Jubel der Menschen an. Es gab keine Sperrkette, keinen Streit, es gab nur Freude, Freude, immer wieder Freude. Vaterländische Lieder, die die Befreiung der Rheinlande feierten, die Nationalhymnen und alte Kampflieder lösten einander ab. 2m Vorgarten der alten Reichskanzlei war in den späten Abendstunden der Musikzug der Leib standarte unter Begleitung von Fackelträgern aufmarschiert. In die Weisen stimmte immer wieder von neuem die Menge ein. In den Pausen erschollen begeistert und unbändig die Rufe nach dem Führer. Und wenn er dann auf den Balkon hinaustrat und lächelnd und ergriffen die Menge grüßte, dann klang der Jubel wie das Rauschen des Meeres. Und wie sie dort standen, Mann und Frau, jung und alt, Kämpfer der Idee aus allen Gliederungen, alle beseelte wohl innerlich nur das eine: Dank an d e n Führer, der dieses Millionenvolk einte, der die ganze deutsche Nation zu einem Willen erzog: Dank und Bitte an den Herrgott, daß er diesen Mann dem deutschen Volke noch lange erhalte. Die durch den Lautsprecher bekanntgegebenen Wahlergebnisse wurden mit tosendem Beilfall aufgenommen. Und wenn anfangs noch bei der Nennung der Stimmen, die gegen die Liste fielen, Pfuirufe laut wurden, so ernteten später die verschwindend wenigen Bedauernswerten, die immer noch nicht heim zu ihrem Volk gefunden haben, das Gelächter der Menge. Um Mitternacht zeigte sich Adolf Hitler noch einmal, mit ihr erschien auch Rudolf Heß auf dem Balkon der Reichskanzlei. Aus der Menge streckten sich Arme mit Blumen dem Führer entgegen: Fähnchen wurden geschwungen, und spontan stiegen immer wieder das Lied der Deutschen und -$9mne &es unvergeßlichen Sturmführers zum nächtlichen Himmel. Als sich dann die Vorhänge der Reichskanzlei wieder schloffen, das Licht erlosch und einige wenige mit den Worten: „Laßt unseren Führer schlafen" zur Heimkehr mahnten, trat für kurze Zeit Ruhe ein. Aber sie dauerte nicht lange. Einige Pimpfe stimmten auf ihrem luftigen Sitz in den Baumen das Lied der Hitlerjungen an, das fid) im Nu fortpflanzte über den Wilhelmsplatz in die anliegenden Straßen und den Beginn für eine neue Welle des Begeisterungssturmes bildete. Noch bl5 J*e.f 'n die Nacht hinein wich und wankte die Menge nicht, blickte bald jubelnd, bald stumm zu den Fenstern auf, hinter denen der Füh- rer, wie sie alle wissen, unermüdlich weiter arbeiten wird für sein Volk, für dessen Freiheit und Oer Oank des Führers. ®e rlin. 30. März. (DNB., Am Gonntaq um ÜRi ternad)t als an Hand der letzten Zusammen- Zahlung endgültig zu überblicken war, daß der Füh* rer am 29. März einen Wahlsieg errungen hat rote er m der Geschichte einzigartig ' da steht,' eroP l? ng der Führer im Kabinettssaal der Reichskanzlei die Mitglieder der Reichs- Wahlkampfleitung der NSDAP., die ihm vom Reichsmimster Dr. Goebbels vorgestellt "'U^en. Jene Manner, die drei Wochen lang Tag und Nacht unermüdlich mit nur wenigen Stunden Schlaf gearbeitet haben, um dieses so gewaltige und einmütige Bekenntnis der deutschen Nation \u' ihrem bereiten organisatorisch und propagandistisch vorzu- Der Führer begrüßte jeden dieser M ä n* n e r m 11 f e ft e m Händedruck und dankte 'ur b'esen f° grandiosen, ebenfalls in der Geschichte wohl einmalig dastehenden Aufklärunqs- felöjng mit einer herzlichen Ansprache für ihre große Leistung. Er wies daraus hin, daß der schönste Dank aber das erhebende Bewußtsein jedes einzelnen sei, daß er mit dabei sein durste. Flaggen herius! Berlin, LS. März. (DNB Aus Anlaß de» überwältigenden geschichtlichen S -ges vom 2» Mär, bittet der R e i ch s m i n i st e r • ii r V o I k s a u f. f l a r u n g u n d P ropaganüa die g c f a m t e oa £!J$c Bevölkerung, am Montag, 30. Marz, zu flaggen. ■ ■■ < Äz MI MW . MK ... >5> stimmt fü finer Ber Bericht ü presse vei lange Be und zahl: von einze J)ie^ anbcs 91e > 7 Ker fclf L.1” r 8e 1 Ostp^ 2 Berl'N' q Belli"' 4 5 6 »** 1 WSlar 8 Lieg'^ 9 MA 10 wf II Drsebi 12 Thürmk 13 Schles" 19 Hessens 20 Köln-ä« 21 Aoblenj 22 Düsseld^ 23 Düjl'eld^ 24 Oberblv 25 Äirderb 26 Fanten 27 ßiheinpt 28 Dreck» 29 Leipzig 30 ^cmni) 31 Sürttm 32 W • 33 Heftn-T 31 M'burg LÄcklenb 15 LsthlNll 16 Stidh^ 17 Lestsali Diszip „Niemals neten Ori vas in se Die So schreiben, Bolksf man sestsi hatDeu land". M« j) d)en, in ch. iettioen Be Ar „Das ,7"r9‘irtlii Ki7 •lobe. JXi üntew RjiSi Kope Eitler ( erhielt 9! ner Blöd «n ber „< M chitlei erhalten h gens Nyhi mung des Meinland b'ld. Nach vor der B niema erstatter mitein tonnen, \ ^eim do !°nt, daß Zendeine & wird Mine schildert. Äon tt.K > $.1 Der Führer wählt in Berlin. — (Scherl-M.) Rom, 29. März. mit seiner Gattin, herzlich von der Menge begrüßt und gaben ihre Stimmen ab. Im Schein der Jupiterlampen sprach der Reichsaußenminister einige Worte für den Tonfilm: ,Lch bin überzeugt, daß das deutsche Volk hundertprozentig mit einstimmigem Ja für Deutschland und für den Führer eintreten wird." Einige Minuten sväter wählten Reichsjustizminister Dr. G u e r t n e r und seine Gattin. Um 10 Uhr gibt eine 86jährige Frau ihre Stimme ab. Sie wird gerade von einem Polizei- beamten und einem politischen Leiter hinaufgeführt in dem Augenblick, als Reichsminister Dr. G o e b - lichen Gefühl, eine einzige Gemeinschaft zu sein, in diesen herrlichen, verheißungsvollen Morgen hineinschaut. Bald setzt zu den mehr als 2000 Wahllokalen eine wahre Völkerwanderung ein. Bereits lange vor 9 Uhr haben sich die gewissenhaften Frühaufsteher eingefunden, wohl jeder mit dem stillen Ehrgeiz, heute unbedingt erster zu sein, der seine Stimme dem Führer gibt. Bei Wahlbeginn stehen lange Menschenschlangen vor den Wahllokalen bis weit auf die Straße hinaus. Der Wahlvorgang wickelt sich mit erstaunlicher Schnelligkeit ab. Innerhalb einer knappen Viertelstunde werden rund 30 Personen abgefertigt. Dr. Goebbels begrüßt ein altes Mütterchen. (Scherl.-M.) Oer Wahltag in der Reichshauytstadt Schon in früher Morgenstunde eine wahre Völkerwanderung. Rege Wahlbeteiligung der Reichsdeutschen im Ausland Zn den Grenzorten und auf deutschen Schiffen. die Straße hinaus, wo ihm wieder die Menschenmauern zujubeln. Die Geduld und Ausdauer der harrenden Menge vor dem Wahllokal in der Jägerstraße wurde mehrfach belohnt. Kurz nach 10.30 Uhr erschien Reichsinnenmlnister Dr. Frick mit seiner Gattin zu Fuß im „Fürst Bismarck", um die Wahlpflicht abzuleisten. Wieder rollte der Filmstreifen für die Wochenschau ab und hielt des Ministers Worte est: „Jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau setzen sich heute für Deutschlands Ehre und Deutschlands Frieden ein." Um die gleiche Zeit erfüllten auch die Staatsekretäre Lammers und Meißner ihre Wahlpflicht. Eine halbe Stunde später wählt der per- önliche Adjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner. Der Außerordentliche Gesandte des Reiches für Oesterreich, von Papen, und seine Gattin wählten um 11.30 Uhr im Ministerwahllokal. Punkt 12 Uhr übergibt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, dem die Menschenmenge herzlich zujubelt, seinen Wahlschein dem Wahlvorsteher. Diele Hände strecken sich ihm voll Dankbarkeit entgegen, als er das Wahlzimmer verläßt. Für jeden hat er ein freundliches Wort, für jeden einen Händedruck. Reichsminister K e r r l wählte im zuständigen Wahllokal seines Wohnbezirkes in Spandau, während Reichsminister Frhr. von Eltz-Rübenach und seine Gattin in der Taubenstraße abstimmten. Ein Teil der engsten Mitarbeiter des Führers weilt noch von ihren großen Wahlreisen im Reich. Ministerpräsident Göring wählte in Weimar, 3n Schlesien. In Oberschlesien hatten sich schon lange vor Beginn des Wahlaktes zahlreiche Volksgenossen vor den Wahllokalen eingesunden. Von 9 Uhr bis zur Mittagszeit drängten sich überall die Wähler zur Urne, um dem Führer ihre Stimme zu geben. Ueberall sah man am Sonntagsrock der Männer oder am Umschlagtuch der oberschlefischen Frauen- tracht das Abstimmungszeichen. In B e u t h e n stimmte eine große Anzahl von Volksgenossen aus Ostoberschlesien, aus dem T e s ch e n e r Gebiet aus der Woiwodschaft Kielce, die keine Mühe und Kosten gescheut hatten, ihre Pflicht zu tun. Herzlich war auch der Empfang der Volksgenossen aus der Tschechoslowakei und Ungarn im Grenzort Annaberg (Kr. Ratibor). Auch aus dem Kreise R y b n i k kamen viele deutsche Brüder und Schwestern nach Summin und aus dem Kreise Lublinitz nach Kreuzburg-O.S. Der Sieg hallt durch den Aether! Don unserem römischen E.-Korrespondenten. Reichsarbeitsminister S e l d t e in Magdeburg, Reichsernährungsminister D a r r 6 in Schlesien, Reichserziehungsminister Rust in Hannover. Reichsminister Gras von Schwerin-Krosigk gab seine Stimme in der Thiel-Allee in Zehlendorf ab, während Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Dahlem zur Wahlurne ging. Stabschef Lutze ging in Dahlem zur Wahlurne. Reichsführer-SS. Himmler und Korpsführer Hühnlein, die erst heute früh mit dem Führer von Köln aus in der Reichshauptstadt eingetroffen waren, wählten hier auf Stimmschein. Reichsleiter Rosenberg wurde bei seiner Wahl in der Tiergartenstraße schnell erkannt und gefeiert. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wählte auf der Ordensburg Vogelsang in der Eifel, der Erbauer der Reichsautobahnen, Generalinspektor Dr. Todt, in München. Der Bischof von Berlin, Graf von Preysina, wählte gegen Mittag in der Französischen Straße im Lokal „Zum Rochus". Oie Wahl im Reich. Berlin, 29. März. (DRB.) Der Wahltag ist im ganzen Reich in der gleichen Weise verlaufen. Die Meldungen aus allen Teilen besagen übereinstimmend, daß bei schönstem Frühlingswetter der Wahltag unter regster Teilnahme der Bevölkerung vor sich geht. Der Andrang zur Wahlurne setzte bei Oesfnung der Wahllokale schlagartig ein. Ueberall bildeten sich Schlangen, aber das Wahlgeschäft vollzog sich reibungslos und ohne Stockungen. Die Stimmabgabe auf dem Lande war in vielen Fällen bereits um die Mittagszeit beendet. Aus den Städten wird berichtet, daß um 12 Uhr weit mehr als die Hälfte der Wähler ihre Wahlpflicht erfüllt hatte. b e l s mit seiner Gattin, jubelnd begrüßt, vor dem Wahllokal eintrifft. Er war unmittelbar vom Potsdamer Bahnhof, aus Köln eintreffend, nach feinem zuständigen Wahllokal gefahren. Stumm drückt er der alten Frau, die trotz ihres Gebrechens ihrer Pflicht Genüge leistet, dankend die Hand. Der Vorsitzende verkündet mit lauter Stimme: Es wählen jetzt Reichsminister Dr. Goebbels und Frau auf Rr. 646 und 647. Wieder flammen Jupiterlampen auf. Auf die Bitte des Tonfilmoperateurs, einige Worte für die Wochenschau zu sprechen, antwortet der Minister: „Der Führer hat gestern alles gefegt; ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen. Aber ich bin der festen Ueberzeugung, daß das deutsche Volk einmütig hinter d e m Führer steht." Heilrufe begleiten den Eroberer von Berlin auf Berlin, 29. März. (DRB.) Ein prachtvoller Frühlingshimmel lacht über der Reichshauptstadt. Wahltag-Festtag. Die Berliner wurden schon frühzeitig aus den Betten getrieben. Seit 7 Uhr klingt Marschmusik durch die in vollem Fahnenschmuck stehenden Straßen. Heller Liedersang schallt, Trommelwirbel tönt auf, Fanfaren schmettern und rufen. Ueberall sind die Gliederungen der SA., SS., des RSKK., der politischen Organisationen, der HI. und anderer RS.-Gliederungen unterwegs, appellieren noch einmal an Pflicht und Gewissen, rütteln auch den letzten Saumseligen wach. Eine belebende, glückhafte Stimmung beherrscht die Stadt, die in dem Bewußtsein ihrer Berufung und dem untrüg- lungen-Halle fand am Abend eine von freudiger Begeisterung erfüllte Wiedersehensfeier statt. Strahlender Sonnenschein liegt über H a m b urg und der ganzen Wasierkante und erhöht die festliche Stimmung, die jeden einzelnen an diesem Tag der Freude und des Dankes beseelt. Schlag 9 Uhr beginnt die Wahlhandlung, und trotz des großen Andranges, der überall gerade in den ersten Morgenstunden einsetzt, wickelt sich die Wahl mit bemerkenswerter Schnelligkett ab. Stark ist auch der Z u st r o m ber Seeleute zu den im Hafen eingerichteten besonderen Wahllokalen. Viele, deren Schiffe im Laufe der letzten Woche den Hafen verlassen haben, konnten schon an den Vortagen ihre Stimme abgeben, und zu 100 v. H. haben die deutschen Schiffsbesatzungen freudig ihre Pflicht erfüllt. Das deutsche Saarvolk wählt. Zum erstenmal seit mehr als 17 Jahren dürfen die Saardeutschen wieder ihre Stimme für eine deutsche Volksvertretung abgeben. Am frühen Morgen fand heute im festlich geschmückten Saarbrücken in allen Stadtteilen ein großes 1 Wecken durch Signalbomben statt. Dann setzten sich die Musikzüge der Gliederungen der Partei in | angehörige nach Deutschland. Eine größere Abordnung der deutschen Kolonie i n R o m mit Vertretern der beiden Botschaften ist nach Genua ge. reist, um dort auf dem einzigen in den italienischen Gewässern weilenden deutschen Dampfer der Wahlpflicht nachzukommen. Eine große Zahl Deutsche aus Schweden und Norwegen, unter ihnen der deutsche Gesandte in Stockholm, Prinz zu Wied, haben ihrer Wahlpflicht im Hafen von Saßnitz genügt. Die Deutschen in Brasilien hatten keine Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben. Sie versammelten sich zu Tausenden in den deutschen Vereinshäusern und veranstalteten eine Unterschriftensammlung, an der sich 4200 deutsche Volksgenossen beteiligten. Auch bei den Schristteitungen der deutschen Zeitungen trafen aus dem Innern des Landes Unterschriftensammlungen ein. Auf dem Dampfer „Steuden" stimmten 1190 Reichsdeutsche aus Aegypten ab. 38 Stimmen waren ungültig. 3000 Volksgenossen aus der Schweiz und aus Oesterreich gaben ihre Stimme in Lindau ab. Auch i n Lörrach stimmten über 1000 Volksgenossen aus der Schweiz, darunter auch die Angehörigen des Konsulats und der Gesandtschaft in Bern. In Konstanz wählten auch Leni R i e f e n st a h l und der Olympiasieger Gussi L a n t s ch n e r. Nach Leer kamen in vier großen mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Kraftwagen etwa 100 Hollanddeutsche aus Groningen, um ihre Treue zum Führer zu beweisen. In Aachen trafen aus Brüssel, Antwerpen und Lüttich 500 Reichsdeutsche ein. Den ganzen Sonntag über brachten die Auslands^ge sowie Autobusse und Lastwagen weitere Gruppen heran. Sogar aus England waren Wähler eingetroffen. Man sah manchen alten Mann und manches altes Mütterchen, die schon ein Menschenalter drüben leben und jetzt in die alte Heimat geeilt sind. Die Deutschen Rumäniens wählten an Bord des deutschen Dampfers „Alimnia" vor dem Hafen von C o n st a n z a. Unter allen Teilnehmern herrschte außerordentliche Begeisterung. Die rumänischen Behörden hatten alles zur Erleichterung der Wahlhandlung getan. Die in Jugoslawien wohnhaften Reichsdeutschen wählten auf dem Dampfer „Erik Larson". Aus Belgrad waren 79 Reichsdeutsche in 18stündiger Bahnfahrt an die Küste geeilt. Ihnen schlossen sich unterwegs die Deutschen aus Kroatien und Bosnien an. Die Deutschen Istanbuls sowie einige deutsche Volksgenossen aus Ankara und Jsmtt gingen zur Wahl an Bord des Dampfers „Milos . Der Dampfer I kreuzte fünf Stunden auf dem Schwarzen Meer. Trotz Kälte und stürmischen Wetters herrschte große Begeisterung. Bewegung. Es schlossen sich Standkonzerte auf allen Platzen der Stadt an. Schon vor 8 Uhr sammelten sich die Menschen in dichten Scharen vor den Wahllokalen. Jeder will der erste fein, wenn es heißt, dem Führer die Stimme xu geben. Gegen 12.30 Uhr erschien d a s L u f t s ch i f f „Hindenburg" über der Stadt. In kurzem Abstand folgte „Graf Zeppelin". Don den Luftschiffen wurden Fallschirme mit langen Hakenkreuxfahnen und Flugzetteln abgeworfen. Ueberall standen die Menschen auf den Straßen und jubelten den Luft- schiffen zu. 3n Aord und Süd. In der Hauptstadt der Bewegung wurde der Wahltag, ein schöner sonniger Frühlingstag, mit einem dröhnenden Salutschießen und einem Großen Wecken eingeleitet. Der Wahlakt begann zum ersten Mal in München schon um 7 Uhr, um auch alle Ausflügler zu erfassen, und es geigte sich in der Tat, daß zwischen 7 und 8 Uhr früh schon eine erstaunlich große Zahl von Wählern zur Urne ging. Um die Mittagsstunde trug die weitaus größte Zahl der Straßenpassanten bereits das Abstimmungszeichen. In der Grenzstadt Passau erhielt der Wahttag seine besondere Note durch die Ankunft von 3600 Reichsdeutschen in vier Sonderzügen aus Oe st erreich. Sie wurden am Samstag mit klingendem Spiel empfangen und von der Einwohnerschaft herzlich begrüßt. In der Nibe- B e r l i n, 29. März. (DNB.) Die Reichsdeutschen im Ausland haben sich mit der gleichen Begeisterung an der heutigen Wahl beteiligt wie die Heimat. Aus allen Teilen der Welt sind Nachrichten eingelaufen, die von der einmütigen Stimmung der Ausländsdeutschen Kunde geben. Vielfach sind unter großen Opfern an Geld und Zeit weite Reisen von vielen hundert Kilometer gemacht worden, um den Stimmzettel für Adolf Hitler abzugeben. Aus anderen Orten, wo eine Wahl nicht ermöglicht werden konnte, sind telegraphische Treuekundgebungen eingelaufen, so von den Deutschen aus Tientsin und aus Singapur. Auch die Deutschen in Moskau mußten ihre Absicht der Teilnahme an der Reichstagswahl aufgeben, da die Schiffahrt in Leningrad, wohin sie sich begeben wollten, noch nicht eröffnet ist. Die Deutschen aus der ganzen Mandschurei versammelten sich auf einem Rikmers- Dampfer in Saiten und stimmten mit 100 Prozent für Adolf Hitler. Bei der Bekanntgabe des Resultats wurde die Wacht am Rhein gesungen, was auf die zahlreich vertretenen japanischen Journalisten einen tiefen Eindruck machte. Die Deutschen in Griechenland und aus einigen benachbarten Ländern, etwa 800 an der Zahl, stimmten a u f dem Levante - Dampfer „A r t a" ab. Noch am Abend vorher hatten sie die Führerrede aus Köln gehört und das Niederländische Dankgebet ergriffen mitgefungen. Die Deutschen aus Mexiko und einigen angrenzenden Staaten suchten die nächstgelegenen Häfen auf, um a u f deutschen Dampfern ihre Stimme abzugeben. Aus Guatemala war allein ein Sonderzug mit 250 deutschen Wählern in Bewegung gesetzt worden. Die in der Tschechoslowakei ansässigen Reichsdeutschen, unter ihnen die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, begaben sich geschlossen über die Grenze, um ihrer Wahlpflicht zu genügen. Die reichsdeutschen Wähler aus Warschau fuhren nach A 11 e n ft e i n, wo sie ihrer Wahlpflicht genügten. Am Reichsehrenmal in Hohenstein legten sie einen Kranz nieder. Die deutschen Staatsangehörigen aus Posen und Pommerellen beteiligten sich an der Wahl in einer bisher nie erreichten Zahl. Die Wahlhandlung der in Danzig wohnenden Reichsdeutschen an Bord des Seedienstschiffes „Preußen" begann bereits um 8 Uhr morgens. Bei dem ungeheuren Andrang der Wähler mußte das Schiff sechs Fahrten in See unternehmen. Ein stattlicher Teil der deutschen Kolonie i n P a- r i s fuhr am Sonntag früh mit der Eisenbahn nach Saarbrücken, um dort seine Stimmen für Adolf Hitler abzugeben. Außerdem brachte ein Flugzeug der Lufthansa weitere 20 deutsche Staats- glauben wollten! Verstehen Sie nun den SinU dieses „Wahlkampfes"? Ja, nun verstehe er. Manchmal will auch das, was selbstverständlich scheint, mit Domglocken und Fanfaren in die Ohren hineingehämmert fein, damit es sitze. ... Jetzt also — hören Sie! — der Führer auf der Lokomotive — Nein, das will nun wieder keiner glauben. Es muß eine dicke Bertha fein, eine noch dickere, eine Riefenmonstrummammutbertha, was soll denn Krupp sonst anders machen, he? Na, schön, vielleicht ist die dicke Bertha auf die Lokomotive montiert, die ihrerseits wieder an einem Zeppelin hängt. — Die beiden kreuzenden Zeppeline geistern durch die Zeitungen der ganzen Welt. Das ist das neue Deutschland! I wo, es ist immer das alte, man muß es nur zu führen und feine Fehler auszumerzen wissen! uiä, das Ei des Kolumbus ... Worte fliegen hin und her, Meinungen, Jrrmei* nungen, dann halten sie wieder den Atem an. Aus« landsdeutsche, Freunde und Feinde, Ausländer, die kein Wort Deutsch verstehen, ist auch nicht nötig, wo ein solches Volk jubelt und betet ... Mit Fernrohren haben die Emigranten Tag und Nacht nach den Rissen am Hitlerturrn ausgefpäht, die sich nun doch einmal zeigen müssen. Heute sind sie ganz klein geworden, gebrochene Linien zeigen sich oa und dort, gewiß, aber nun schlagen sie über* einander, es werden lauter Hakenkreuze draus, es steigt eine einzige, mächtige Fahne aus der glühen* den Morgenröte, es kreist das unvergängliche Son* nenrad — Deutschland, Deutschland über alles! Was der Kaiser bei Kriegsbeginn vergebens er* hoffte, ein einfacher Mann aus dem Volke hat es wahrgemacht: keine Parteien mehr, es gibt nut noch Deutsche. Der Sieg hallt durch den Aether. Das war ein Sieg! Goebbels muh die Schlacht geleitet haben wie ein Feldherr. Und nun das Wunder des hallenden Aethers: Die Sirenen der deutschen Arbeitsstätten, man hört fie heulen in Rom und Moskau, es dröhnen die Glocken der deutschen Dome über den eiserstarrten Gipfeln der Alpen und über der morgenroten Mandelblüte Siziliens, die ehernen Zungen, sie sprechen und zeugen für Deutschlands Größe, wo in Bukarest der Piccolo verstohlen am Kasten dreht, so daß plötzlich der blöde Jazz abbricht und wie eine Brandungswelle das wogende Geläute in die Tanzdiele heremftürmt; die Masten der Schiffe, manche deuten auf das Kreuz des Südens, fangen auf einmal an xu summen, zu fingen, zu beten: der jubelnde Aufschrei eines Volkes von sechzig, von siebenundsechzig Millionen, die hundert werden im gleichen Augenblick: denn jetzt fallen die Stimmen der Ausländsdeutschen ein, am Tiber, an der Wolga, am Rio be la Plata: Herr, mach uns frei! Hallen die Anden? Macht sich der Samum auf, brechen die Blitze am Atlas? Volkes Stimme ist Gottes Stimme, dieser Urgewalt eines inbrünstigen Bekenntnisses vermag sich kein Sterblicher zu entziehen. Da ist er, der unheimliche, vielen unverständliche Mythos! Das ist die unerschöpflich wirkende deutsche Erde, an die wir uns nur gläubig werfen müssen, wenn wir im Unglück sind, um neue Kraft zu gewinnen. Eine Schlacht gegen die Feinde im Innern des Landes? Ach nein, die ist längst geschlagen. Ein Sieg über das deutsche Volk? Warum nicht gar, verehrter fremder Freund: Hitler hat die Schlacht denen unter euch angeboten, die noch nicht Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Köln, der Stätte des letzten großen Appells an das deutsche Volk, gab der Führer im Abstim - mungslokal des Potsdamer Bahnhofs, das im Wartesaal 3. Klasse eingerichtet worden war, seine Stimme ab. Mit ihm wühlten im gleichen Wahllokal Reichsminister Dr. Frank, Reichspressechef Dr. Dietrich und Brigadeführer Schaub. — Als der Führer und seine Begleitung im Wahllokal erschienen, wurden sie vom Wahlvorsteher und den Beisitzern mit erhobener Rechten begrüßt. Der Führer und seine Begleitung überreichten bann ihre Stimmscheine und vollzogen ihre Wahlpflicht. Nach der Wahlhandlung verabschiedet sich der Führer von den Wahlbeamten mit einem Händedruck und verließ dann unter den Heilrufen der Reisenden, die zufällig Zeugen dieses Augenblicks waren, den Potsdamer Bahnhof. Wo die Minister wahlien. Zu beiden Seiten des liebevoll ausgeschmückten Ausgangs des Restaurants „Fürst Bismarck" in der Jägerstraße, dem zuständigen Wahllokal für die Minister, staute sich schon gegen 8 Uhr eine große Menschenmenge. Als einer der ersten erschien kurz nach 9 Uhr Reichsminister des Aeußeren, Freiherr v. Neurath, „ ,z .Ms-z Ifeat Wt vsr < eMvwt ee»s Vorläufiges Ergebnis aus den 35 Wahlkreisen Eine Gonniagsrede Flandins l a n d i n im ahlkreis Ve- h Der Widerhall im Ausland er! herein für felbstoerstän gehalten des- dem Heute abend Kackelzug. Am heutigen Montagabend 20 Uhr beginnend: Großer Fackelzug der Partei und ihrer Gliederungen. Aufstellung: SA., Ludwigsplah, Spitze Garten- strahe, Hitler-Jugend Stephanstraße, Spitze Gartenstraße, politische Leiter und Derkscharen Bergstraße, Spitze Gartenstraße. Marschmusik: Spielmannszug und Musikzug der SA., Spielmannszugd er Fanfaren des Jungvolks. Marfchstrahen: Ludwigplah ab, Ludwigstraße, Vleichstraße, hindenburgwall, Horst-Messet-Dall, Bahnhofstraße, Neustadt, Mernerwall, Malltor- skrahe, Kirchstrahe, Schutstrahe, Sonnenstraße, Sel- tersweg, hindenburgwall. Neuen Baue, Sonnen- strahe, Vrandplah zum Landgraf-Philipp-Platz. Hier Aufmarsch vor dem Kriegerdenkmal. Fackeln werden am Ludwigsplah verteilt. Ansprache des Kreisleiters. Nach der Ansprache Auflösung des Fackelzuges. Kreisleitung Detterau der NSDAP. Dreister Raubüberfall auf der Strohe Jerusalem—Haifa. Kurz vor Nablus, etwa 25 Kilometer nördlich von Jerusalem, hielten am hellichten Tage drei Maskierte und bewaffnete Räuber durch einen quer über die Straße Jerusalem-Haifa errichteten Steinwall zehn Autobusse, Lastwagen und Privatkraftwagen auf. Allen Reisenden wurden die Pässe und Wertgegenstände fowis das Geld abgenommen. Aboch n mit Verüb 1 Genua ge, m italienischen >fer der Wahl, Zahl Deutsch« egen, unkt Ockholm, $dm >m Hasen oor Paris, 29. Märg. (DNB.) Der außenpolitische Teil der Rede, die Außenminister Fl französischen Rundfunk von seinem W el, üntmtf tfdje ein. Dn rvkne ren Wählei M Kann und n Mensche^il t Heimat gttöl Zahlten an N vor dem hosei ! Teilnehini!? unq. Die rum? [r Erleichtemz ugoslaaui [kn auf M qrad waren a an g unterwegs j x-Ä Geplänkel seien drei mandschurische Reiter getötet worden, während die beiden anderen sich zurückgezogen hätten. Der Kommissar wies den japanischen Botschafter darauf hin, daß sich die Ueberfälle auf die Sowjetgrenze neuerlich mehrten. Kunst und Wissenschaft. 40 Jahre heimalpflege. Am 1. April 1936 blickt der Friedberger Geschichtsverein auf sein 40jähriges B e st e h e n zurück. Er ist der Begründer des Wetterauer Museums nebst Stadtarchiv und Stadtbibliothek (Haagstraße 16), Herausgeber der Friedberger Geschichtsblätter sowie zahlreicher Sonder- Veröffentlichungen und hat durch sein zielbewußtes Schaffen auf allen Gebieten der Heimatpflege bewiesen, was in einer Kleinstadt für Wissenschaft, Volksbildung und bodenständige Kultur geleistet werden kann, wenn Stadtverwaltung und Bürger-, schäft verständnisvoll und opferwillig Hand in Hand gehen. „Japan, das Göllerland." Im Insel-Verlag zu Leipzig erscheint demnächst Tsuneyoshi Tsudzumi: Japan, das Götte r l a n d. (In Leinen etwa 5 Mk.) Der Verfasser des rühmlichst bekannten Werkes „Die Kunst Ja- pans" unternimmt in diesem neuen, von ihm wiederum in deutscher Sprache geschriebenen Buch den Versuch, das alte und das neue Japan einmal in den richtigen Zusammenhang zu setzen. In sehr eindringlicher Weise legt Profesior Tsudzumi an Hand einer Reihe von höchst interessanten Einzeltotsachen dar, daß die shintoistische Weltanschauung die Grundlage war für die Entfaltung der eigenartigen Kultur Japans. Der Shintoismus mit seinem Ahnen- und Götterkultus erscheint dem Verfasser als eine Art Ariadne-Faden, um in dem Labyrinth verwirrender Aeußerlichkeiten zu dem Kernpunkt des japanischen Volkstums vorzudringen. Wie zeitgemäß angesichts der jüngsten Ereignisse in Japan das Buch des bekannten japanischen Gelehrten ist, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Aus aller Welt. „Große Deutsche Rundfunkausslellung" nach den Olympischen Spielen. Ein mitreisender Polizist wurde nach heftigem Widerstand verwundet. Lediglich der Wagen des türkischen Konsuls blieb verschont. Der ganze Ueberfall dauerte eine Viertelstunde. Die Polizei hat die Verfolgung mit Polizeihunden ausgenommen. Schrecklicher Tod eines Kindes. Ein kleines Mädchen in Höhe bei Herchen (Sieg) trank in einem unbewachten Augenblick aus einer Flasche S a l m i a k g e i st. Obwohl rasch ein Arzt 3ur Stelle war, waren die inneren Verbrennungen derart stark, daß die bedauernswerte Kleine nicht mehr gerettet werden konnte. Unter schrecklichen Schmerzen starb das Kind. Flugzeug-Südamerika-Dienst jetzt von Frankfurt aus. Die Südamerikalinie der Lufthansa wird mit Beginn des Sommerflugplans ihren Ausgangspunkt von Frankfurt a. M. nehmen und nicht mehr wie bisher von Stuttgart. Diese Tatsache dürfte besonders von der rhein-mainischen Wirtschaft begrüßt werden. habe. Das Wahlergebnis habe aber die Tatsache unterstrichen, daß das deutsche Volk voll und ganz die PolitikHitlers für Freiheit und Frieden unterstütze. Die Blätter bringen ausführliche Meldungen über den Verlauf der Wahlen und besonders über den Begeisterungssturm am Sonntagabend vor der Reichskanzlei. Die „Times" schreibt: Niemand, der die deutschen Gefühle kennt, kann daran zweifeln, daß Hitler selbstverständlich die begeisterte Unterst ützung der großen Massen seiner Landsleute für die Wiederbesehung des Rheinlandes und für sein Angebot einer Dauerregelung besitzt. „Daily Mail" sagt: Niemals in der Geschichte ist die Handlung eines Führers mit solcher Einstimmigkeit ratifiziert worden, wie bei der gestrigen Reichstagswahl, „Daily Expreß" erklärt: Hitler habe einen nie erwarteten Triumph erzielt. Noch nie habe irgend ein Mann in Deutschland eine so große Stimmenzahl erhalten. Die fünf Millionen, die vor 18 Monaten noch gegen Hitter gestimmt hätten, seien jetzt auf eine halbe Million herabgesunken. Die liberale „News C h r o n i c l e" schreibt: das Wahlergebnis zeige ohne Zweifel, daß die gesamte deutsche Nation in ihrer flammenden Bekräftigung des deutschen Gleichberechtigungsanspruches hinter Hitler stehe. Im übrigen legen die Blätter allgemein das Hauptgewicht darauf, daß der Führer, nachdem das deutsche Volk seine Politik einstimmig bestätigt habe, nun in der Lage sein sollte, einen „Beitrag" in Form eines Gegenvorschlages an die Locarno-Mächte zu leisten, ohne daß die Presse aber im klaren darüber ist, worin dieser Beitrag bestehen solle, lieber den Eindruck des Wahlsieges schreibt der Berliner Reuter-Berichterstatter: Die Parole „Hitler ist Deutschland" sei durch die Abstimmung bestätigt worden. Mit 98,8 v. H. habe Hiller den höchsten Prozentsatz in allen Wahlen seit der Machtergreifung erzielt. Das Wahlergebnis bedeute ein überwältigendes Ja für die Kündigung des Locarno- Verttages, die Wiederbesetzung des Rheinlandes und das Angebot eines 25jährigen Friedens für Westeuropa. Hitlers persönlicher Erfolg sei mehr als ein Triumph. Den Beweis dafür hätte die Begeisterungsstürme am Sonntagabend geliefert, als der Führer mehrere Male auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien. Das pariser Echo. „Hitler hat ganz Deutschland erobert." Paris, 29. März. (DNB.) „Deutschland stimmt für seinen Führer", überschreibt der Berliner Berichterstatter des „Paris S o i r" seinen Bericht über den Wahltag in Berlin. Die Abendpresse veröffentlicht auf der ersten Seite spaltenlange Berichte über den Wahltag in Deutschland und zahlreiche funktelegraphisch übermittelte Bilder von einzelnen Szenen. Die Berichterstatter können sich des ungeheuren Eindrucks der freudigen Geschlossenheit und der Disziplin des deutschen Volkes nicht erwehren. „Niemals ist eine Wahl von einer so ausgezeichneten Organisation unterstützt worden", meldet Ha- vas in seinen dis ins einzelne gehenden Berichten. Die Sonderberichterstatter des „Jntransigeant" schreiben, der Wahltag habe die Formeneines Volksfestes angenommen. Eine Tatsache müsse man feststellen und immer wiederholen: „Hitler hat Deutschland erobert, ganz Deutsch- l a n d". Es muß aber gesagt werden, daß die Pariser Heimatredakteure zahlreiche Versuche machen, in ihren Kommentaren die sachlichen und objektiven Berichte ihrer Berliner Vertreter zu verdrehen oder abzuschwächen. Erste Stimmen aus Dänemark. „Das größte Vertrauensvotum, das je gesehen wurde." Kopenhagen, 30. März. (DNB. Funkspruch.) ,^)iller erzielt einen neuen Rekord" und „Hitler erhielt 99 v. H.", so überschreiben die Kopenhagener Blätter ihre Berichte über das Wahlergebnis. In der „Berlingske Trdende" wird u. a. festgestellt, daß Hitler das größte Vertrauensvotum erhalten hatte, das man je gesehen habe. „Dagens Nyheder" spricht von der machtvollen Zustimmung des deutschen Volkes zur Wiederbesetzung des Rheinlandes und von einem überwältigenden Wahlbild. Nach einem Hinweis darauf, daß Deutschland vor der Machtergreifung einen so friedlichen Wahl- tag niemals erlebt habe, hebt der Berliner Berichterstatter des Blattes u. a. hervor, er habe sich mit eigenen Augen davon überzeugen können, daß die Wahlhandlung frei und g e - heim vor sich gegangen sei. Auch „Politiken" betont, daß der Wahlsieg des Führers größer als bei irgendeiner früheren Wahl gewesen sei. Ausdrücklich wird in den Berichten auch der Jubel der Berliner über das Wahlergebnis geschildert. Ein Kommentar zu dem Wahlergebnis findet sich bisher nur in der konservativen „Berlingske Ti- dende", deren außenpolitischer Hauptschriftleiter dem neuen Deutschland gegenüber nicht gerade freundlich gesinnt ist. Aber auch er muß feststellen, daß das Wahlergebnis einen Weltrekord darstelle, der nicht zu schlagen sei. Deutschland habe, so heißt es weiter, mit einer beispiellosen «Stirn- menzahl Hitlers Recht für Wiederbesetzuna des Rheinlandes bestätigt. Starker Eindruck in England. Erste Pressestimmen zum Wahlsieg des Führers. i London, 30. März. (DNB. Funkspr.) Das überwältigende Bekenntnis des deutschen Volkes für den Führer hat nicht verfehlt, starken Eindruck auf die englische Oeffentlichkeit zu machen. Die Morgenblätter versuchen allerdings, diesen Eindruck etwas abzuschwächen, indem sie erklären, daß man das so gut wie einstimmige Eraebnis von vorn- nun H« will nach W SS"* ys* («in * "f 3iPP' - ÄS lll n filll! ; aste, lN«w ;r ... grrt* nung^'n, 1# SlttlN yfj nichts- I DieGpannungimFernenOsien Sowjetrussisch-japanische Grenz-Awischenfälle. Moskau, 28. März. (DNB. Funkspruch.) Der Botschafter der Sowjetunion in Japan, Jurenew, erhob beim japanischen Außenminister Hirota Protest wegen einer Grenzüberschreitung japanischer bewaffneter Abteilungen und eines angeblichen Ueberf alles auf Sowjetgrenzpatrouillen. Der japanische Botschafter in Moskau erklärte dem stellvertretenden Außenkommissar Stomonjakow, daß nicht japanische Abteilungen die Sowjetgrenze überschritten hätten. Vielmehr seien sie auf mandschurischem Gebiet von der Sowjet» feite grundlos beschossen worden, woraus sich ein Kampf entwickelt habe, in dessen Verlauf die japanischen Abteilungen jedoch die Grenze nicht überschritten hätten. Stomonjakow lehnte den japanischen Protest als völlig unbegründet ab. Er erklärte, daß die Leichen zweier Angehöriger der japanischen Armee, die bei dem Zusammenstoß gefallen waren, auf Sowjetgebiet, 250 Meter von der Grenze entfernt, aufgefunden worden seien. Stomonjakow protestierte roeaen eines neuen Zwischenfalles. Am 27. März seien fünf bewaffnete Reiter aus der Mandschurei auf die der Sowjetunion gehörende Insel im Fluß Argun eingebunden und hätten die aus drei Rotarmisten bestehende Sowjetgrenzpatrouille üb er fallen. Bei dem Nach der Einäscherung der Opfer der bereits gemeldeten Flugzeugkatastrophe in Mexiko werden die Aschenurnen mit dem Hapagdampfer „3 b e r i a", auf dem die Reisegesellschaft am 19. März in Veracruz ankam, in die Heimat gebracht werden. Die deutsche Kolonie in Mexiko-Stadt setzte die Fahnen auf Halbmast. Die mexikanischen Militärflieger, aus deren Reihen der Pilot des Un- siücksflugzeuges hervorgegangen ist, versuchten in )er Presse die Schuld an dem Unglück dem amerikanischen zweiten Piloten zuzuschieben, der angeblich zur Zeit der Katastrophe das Steuer führte. Laut Regierunasverordnung müssen Piloten Mexikaner von Geburt fein, weswegen die bisherigen amerikanischen Verkehrsflieger die Leitung an Mexikaner abgeben mußten und nur noch als Begleiter fliegen dürfen. Als Ursache des Unglücks scheint estzustehen, daß der Pilot auf Wunsch der Fluggäste die vorgesehene Strecke verließ, um eine Befi d)- tigung der Vulkane zu ermöglichen. Dabei ist er vermutlich zu tief geflogen, so daß der Apparat Baumkronen streifte und abstürzte. Ein Mitglied der Reisegesellschaft, Doktor Ellen- k a m p, der gleichfalls nach Guatemala fliegen wollte, erhielt keinen Platz mehr und mußte ' wegen zurückbleiben. Auf diese Weise ist er sicheren Tode entgangen. Zusammenstoß in pennsylvanien. Unweit von Jeanette (Pennsylvania, USA.) stieß bei der Station Manor der Pittsburg—Philadelphia-Expreß der Pennsylvania-Eisenbahn mit einem Güterzug zusammen. Die Lokomotive, der Tender und mehrere Schlafwagen entgleisten. Bisher wurden drei Tote und mehrere Schwerverletzte, von denen zwei im Sterben liegen, aus den Trümmern hervorgezogen. Grohfeuer zerstört japanische knnstjeidensabrik. In der Kunstseidenfabrik „«Showa" bei Fukushima nördlich von Tokio brach ein Großfeuer aus. Das Feuer zerstörte die Fabrikanlagen fast vollkommen. Bier Menschen kamen dabei ums Leben, 20 wurden schwer verletzt. Der Schaden wird auf fünf Millionen Yen beziffert. Die „Showa" wurde erst vor zwei Jahren mit einem Kapital von 10 Millionen Yen begründet. Sie beschäftigt 2000 Arbeiter. Vier Bergleute tödlich verunglückt. Auf der Gräfin-Johanna-Schachtanlage in Bob» rek-Karf bei Beuthen ereignete sich ein schwerer Unfall. Unter Tage gingen große Gesteinsmassen Zu Bruch, wobei vier Bergleute verschüttet wurden. Sie konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Auch ein Barometer der Lebenskultur. NSK. Die Möbelindustrie ist immer mehr SU einem Barometer der Lebenshaltung der großen Verbraucherschaft geworden. Die bevölkerungspoli- tischen Maßnahmen der Reichsregierung, besonders die Einführung der Ehestandsdarlehen, haben die Mobelumsatze ungewöhnlich stark geför- e..r t. Setzt man die wertmäßigen Umsätze in den Mobelfachgeschaften für positiv, so ergibt sich, daß der Derkaufswert 1935 um 25 v. H. höher liegt als 1932. Diese Zahlen geben nur einen Eindruck ?on den Wertumsätzen: da die Preise für Möbel 1 m 21 b f i n f e n begriffen sind, sind die mengenmäßigen Umsätze noch viel erheblicher gestiegen. Interessant ist, daß die Möbelumsätze die gleiche Entwicklung zeigen, wie die Ziffern des gesamten Einkommens aus Lohn und Gehalt. Der Kampf um die Voraussetzungen für verstärkte Familiengründung, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und das wachsende Selb st vertrau en einer wieder berufsbejahendc n, ar- beitsfreudigen Bevölkerung wirkt sich nicht nur im polittschen Leben aus. Es erfaßt alle Lebensgebiete eines Volkes — so klettern auch die Statisttken der Schränke, Tische, Betten, Stuhle ufro., welche das Volk kaufen konnte, wieder in die freieren Höhen eines gefunden Wohlstandes. Äelaq aus am Sonntagabend hielt, enthält scharfe Ausfälle gegen Deutschland, die sich stellenweise zu Gehässigkeiten steigern und in denen die Friedensliebe des Führers angezweifelt wird. Seitdem Deutschland den Locarnopakt verleugnete, so führte Flandin unter anderem aus, habe Reichskanzler Hitler seine Ansprachen und Aufrufe für den neuen Frieden immer wiederholt, den er der Welt zum Ausgleich bieten wolle. Er, Flandin, habe im Namen der Regierung erklärt, daß Frankreich nach der Wiederherstellung der Achtung des internationalen Gesetzes z u jeder Verhandlung bereit sei, die geeignet wäre, den Frieden zu festigen. Aber die Grundlage dieser Regelung müßte natürlich bestimmt und e r n ft z u nehmen fein. Man hätte hoffen können, daß Reichskanzler Hitler durch feine Kommentare das Unbestimmte in feinen anfänglichen Vorschlägen verbessern würde. Der Führer habe dies aber leider nicht getan. Welchen Wert werde morgen ein Vertrag haben, so frage er sich, wenn Deutschland sich das Recht vorbehalte, ihn im Namen der „ewigen Moral und des Lebensrechts" des deutschen Volkes zu verleugnen? Weiterhin müsse man die Frage stellen, wer solle morgen hinsichtlich eines neuen Vertrages mit Deutschland unabhängiger und unparteiischer Richter sein, den Deutschland anerkenne, dessen Entschei- Die „Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 193 6" findet in der Zeit vom 28. August bis 6. September statt. Dieser Termin liegt besonders günstig im Hinblick auf die Hunderttausende von Besuchern der Olympischen Spiele, die erwartungsgemäß noch einige Zeit nach Schluß der Olympiade in Deutschland bleiben werden. So kann damit gerechnet werden, daß die riesjährige Rundfunkausstellung, die einen umfas- enden Ueberblick über den hohen Stand der beut- chen Sende- und Empfänger-Technik des Rund- unks und des Fernsehens geben wird, einen be- onders großen Besuch mit stark internationalem Einschlag erwarten kann. Ein deutscher Maschinist bei Veracruz ertrunken. Wie die „Prensa" aus Veracruz meldet, wurde der Maschinist des deutschen Dampfers „Rio", Hel- much Koch, beim Schwimmen am Strande von Veracruz von dem sogenannten „Todesstrudel" er» aßt und in die Tiefe gerissen. Dieser Stru- >el, „Poza de la muerte" genannt, forderte bereits hunderte von Toten. Die mexikanische Flugzeugkatastrophe. l"is li । Wfn, s itten keine @t> Sie versammel en BereinskM iftensammlmiz sien beteiligten utfchen Zeitn» des Unterfdß pfer „Steuben' > Aegypten MX) Volksgeipi- Defterrcid ab. Auch i’ lksgenossen am ngehörigen b in Bern. Ä Riefenstahl s ch n e r. ;en mit haken' etwa 100 hol' um ihre Xrew düngen es sich unterwerfe? Wenn Reichskanzler Hitler es mit feinen Friedensbeteuerungen aufrichtig meine, so müsse er unbedingt feine Gedanken hinsichtlich der Bestimmung des Lebensrechtes des deutschen Volkes unb der Gleichberechtigung näher bestimmen. Diesen Ausführungen, die augenscheinlich von dem Wunsche getragen wurden, propagandistisch auf die französischen Wählermassen zu wirken, fügte Flandin einige Schlußbetrachtungen über die Friedensliebe des französischen Volkes an, das ebenso wie das deutsche Volk von der Notwendigkeit überzeugt sei, für Europa den Frieden auf festen und dauerhaften Grundlagen zu organisieren. Er sei sogar davon überzeugt, daß die Franzosen sich nicht einen zeitlich oder räumlich begrenzten Frieden vorstellen, der da und dort und zeitweise die Kriegsdrohung wieder aufkommen lassen würde. Wenn Reichskanzler Hitler zu einer allgemeinen vorbehaltlosen und rückhaltlosen Auseinandersetzung bereit sei, möge er auf diese Fragen and» warten und sich im Angesicht seines Volkes nicht durch unbestimmte Reden, sondern durch täte- goriscke und beftimmte Erklärungen aussprecyen. Frankreichs Ziel sei die Vermehrung der kollektiven Kräfte, die in den Dienst des Rechts und der internationalen Gerechtigkeit gestellt werden und die Verminderung der Kräfte, die zum Nutzen dieses ober jenes Imperialismus verwendet werden könnten. W & h grauer . Luther ^Mfen q n { <9ener & ' die keim re Pflicht z. d-r Soft,, Ratibm "ele heutig unb aus bem u.o. Harrar von italienischen Fliegern bombardiert. Die ehemalige Residenz der Abessinier zerstört. A d d i s A b e b a , 29. März. (DNB.) Arn «Sonntag um 8 Uhr belegten italienische Bombengeschwader, die seit dem 2. Dezember zur offenen Stadt erklärte alte Residenz Harrar mit Bomben. Harrar soll nach abessinischen Meldungen vollständig zerstört worden sein. Neben dem Sender sind auch die französische Rotkreuz-Station und die französische Kirche sowie die koptische Kirche dem Bombenangriff zum Opfer gefallen. Die abessinischen Zeltlazarette sollen von mehreren Bomben getroffen worden sein. Zwei Bombeneinschläge sollen in unmittelbarer Nähe der schwedischen Roten-Kreuz-Station festgestellt worden sein. Heber die Zahl der Opfer an Toten unb Verwundeten liegen bisher keine Meldungen vor. An dem Angriff sollen 35 Flugzeuge beteiligt gewesen fein, die auf die Stadt Bomben abgeworfen und ein heftiges Maschinengewehrfeuer abgegeben haben. Gleichzeitig sollen auch 14 italienische Flugzeuge die Stadt Dschidschiga mit Bomben belegt haben. Wahlkreis Zahl der Stimmberechtigten Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen Ungültige Stimmen Gültige Stimmen für den Kreisvorschlag der NSDAP. Zahl v. H. Zahl v.H. 1 Ostpreußen......... 1 454 696 1 442 997 99,2 3 669 1 439 328 99,7 2 Berlin-West ......... 1 545 796 1 512 810 97,9 23 171 1 489 639 98,5 3 Berlin-Ost......... 1 684 858 1 656 574 98,3 29 682 1 626 892 98,2 4 Potsdam.......... 1 059 678 1 053 726 99,4 8 909 1044 817 99,2 5 Frankfurt a. d. Oder..... 1 115 756 1 108 641 99,4 6 339 1 102 302 99,4 6 Pommern......... 1 273 299 1 261 267 99,1 9 167 1 252 100 99,3 7 Breslau.......... 1 294 399 1 274 308 98,4 23 099 1 251 209 98,2 8 Liegnitz.......... 838 157 829 870 99,0 10 797 819 073 98,7 9 Oppeln.......... 916 485 901 237 98,3 10 567 890 670 98,8 10 Magdeburg ........ 1 480 788 1 177 282 99,4 13 244 1 164 038 98,9 11 Merseburg......... 1 014 077 1 005 356 99,1 13 499 991 857 98,7 12 Thüringen......... 1 602 728 1 595 094 99,5 16 006 1 579 088 99,0 13 Schleswig-Holstein..... 1 158 005 1 135 569 98,1 23 080 1 112 489 98,0 14 Weser-Ems......... 1 087 511 1 071 ^66 98,5 15 662 1 055 704 98,5 15 Osthannover ........ 752 966 739 104 98,2 9 716 729 388 98,7 16 Südhannover-Braunschweig. . 1 436 513 1 422 012 99,0 11 419 1 410 593 99,2 17 Westfalen-Nord....... 1 724 287 1 706 265 99,0 26 192 1 680 073 98,5 18 Westfalen-Süd....... 1 776 580 1 749 722 98,5 20 394 1 729 328 98,8 19 Hessen-Nassau........ 1 766 791 1 746 636 98,9 16 867 1 729 769 99,0 20 Köln-Aachen........ 1 592 782 1 578 498 99,1 14 947 1 563 551 99,1 21 Koblenz-Trier........ 854 600 853 461 99,9 5 892 847 569 99,3 22 Düsseldorf-Ost....... 1 552 555 1 535 308 99,0 7 758 1 527 550 99,5 23 Düiseldors-West....... 1 298 139 1 287 777 99,2 6 532 1 281 245 99,5 24 Oberbaucrn-Schwaben.... 1 858 107 1 847 188 99,4 17 274 1 829 914 99,1 25 Niederbayern........ 871 880 868 263 99,6 7 207 861 056 99,2 26 Franken.......... 1 759 459 1 750 720 99,5 9 599 1 741 121 99,5 27 Rheinpfalz-Saar...... 1 176 684 1 175 539 99,9 1435 1 174 104 99,9 28 Dresden-Bautzen...... 1 376 248 1 357 093 99,3 26 020 1 331 073 98,1 29 Leipzig.......... 971 089 959 403 98,8 24 719 934 684 97,4 30 Ehemnitz-Zwickau...... 1 354 610 1 336 440 98,7 28 679 1 307 761 98,0 31 Württemberg........ 1 908 157 1 900 556 99,6 16 331 1 884 225 99,1 32 Baden........... 1 630 595 1 604 538 98,1 26 410 1 578 128 98,4 33 Hessen-Darmstadt...... 982 373 971 104 98,9 15 887 955 217 98,4 34 Hamburg....... . 899 897 878 487 97,6 37 177 841 310 95,8 35 Mecklenburg........ 665 557 660 726 99,3 5 680 655 046 99,1 E 15* W ■WWW Ji <»<-«2»-' »> M: ,*x A » v.'i- Die beibet Deutschlan Sarg bes sprechet be Mi 3um i: io4 ffl» onberes em Auf fein; die Stadt J rung nahm seine" Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort« lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Der. letzt LlB'?, pelin Aachen-/ durch b,e J vorbei na Sonntag n men. 3“® lvurde 3®' «ellenwano 6en Seinem her®*! bezirk Lu I Tafel. Selb antritt eine der Befreier des Rheinlondes. Nach rechts geht der Führer hinüber, dorthin, wo die Befehlshaber jener Truppenteile stehen, die am 7. März den geschichtlichen Marsch in die Friedens« garnisonen über den Rhein antraten. Und dann gibt er jedem einzelnen die Hand, der dieser Abordnung der Gaue und Stände angehört, dem Bergmann wie dem General, den Werkherren der großen Werke wie den Monteuren und Weinbauern. Nun ist der Rundgang beendet, und noch einmal steht der Führer in diesem herrlichen Saal vor den im Halbkreis stehenden Vertretern des deutschen Volkes am Rhein. In diesem Augenblick intoniert ein SS.-Musikzug das Deutschlandlied. Ueber 200 Arme recken sich empör. Umgeben von seinen Ministern und Mitkämpfern verläßt dann der Führer den Gürzenich. Ein zweiter Selbstmord im Wiener Phönix-Skandal. Wien, 28. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten der Versicherungsgesellschaft „Phönix" hat sich am Samstag ein zweiter, aufsehenerregender Selbstmord ereignet. In seiner Wohnung im 21. Wiener Gemeindebezirk tötete sich der Sektionschef im Bundeskanzleramt Heinrich Ochsner durch einen Schuß in den Mund. Sektionschef Ochsner leitete die für d i e Angelegenheiten der Privatversicherung zuständige Abteilung 12 des österreichischen Bundeskanzleramtes. Zweifellos hat ihn der Vorkburf, für die Schwierigkeit des „Phönix" mit verantwortlich zu fein, in den Tod getrieben. In Wien find überdies Gerüchte im Umlauf, die von einer Bestechungsaffäre im Bundeskanzleramt wissen wollen. Danach soll bei der Ueberprüfung der Geschäftsbücher des „Phönix", die nach dem vor einem Monat erfolgten Selbstmord des jüdischen Generaldirektors Berliner durch den neuen Generaldirektor Reinighaus angeordnet worden war, ein Betrag von 100 000 Schilling aufgetaucht sein, der, wie es heißt, dem nunmehr freiwillig aus dem Leben geschiedenen Sektionschef Ochsner für persönliche Zwecke zur Verfügung gestellt worden war. Amtlich wird mitgeteilt, daß Ochsner nach Erhalt einer polizeilichen Vorladung Selbstmord begangen hat. Dies bestätigt in gewissem Sinne die Gerüchte von einer Bestechung Ochsner^ In Wien wollen übrigens die Gerüchte nicht verstummen, daß bei der Versicherungsanstalt „Phönix" eine ganze Liste von bestochenen Personen gefunden worden ist. Wetterbericht des Reichswekterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich subtropischer Warmluft stellte sich gestern Aufheiterung, aber mit stärkerer Erwärmung auch Druckfall ein, der bei der gegebenen Druckoerteilung das Eindringen kühlerer Meeresluft begünstigte. Unter ihrem Einfluß fetzten in der vergangenen Nacht Regenfälle ein. Mit dieser Entwicklung hat sich eine Westwind-Wetterlage durchgesetzt, die für die nächste Zeit unbeständige, wenn auch nicht durchweg regnerische Witterung bedingt. Aussichten für Dienstag: Veränderlich, doch überwiegend bewölkt und zeitweise auch Regen, mild, lebhafte südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 29. März: mittags 16,6 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 30. März: morgens 9,8 Grad. Maximum 17,9 Grad, Minimum heute nacht 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. März: abends 10,1 Grad; am 30. März: morgens 9,4 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 3,5 Stunden. — Niederschläge 4,3 mm. Dem Befreier der Rheinlande. Dank und Huldigung der rheinischen Stände im Kölner Gürzenich. Köln, 28. März. (DNB.) Bereits eine Stunde vor Beginn der großen Huldigungsfeier zogen d i e Standarten der sieben befreiten Gaue in den Gürzenichsaal ein. Ihnen folgten die ältesten Sturmfahnen eines jeden Gaues und die Fahnen der Kölner Bewegung, die 8 0 Fahnen der ehemaligen rheinischen Regimenter, von Offizieren mit gezogenem Degen geleitet, nehmen die Mitte des Podiums ein. In feierlichem Zuge trifft nun die Abordnung aller Stände aus der ehemals entmilitarisierten Zone, geführt von den Gauleitern ein. An der Spitze sieht man Baden, dann Hessen-Nassau, Koblenz-Trier, Köln-Aachen, Düsseldorf, Essen und Westfalen-Süd. Je 25 Abgesandte aller Stände sind vertreten. Die Oberbürgermeister der Städte mit ihren Amtsketten, die Universitätsrektoren der westdeutschen Hochschulen in ihren Amtsroben, Beamte der öffentlichen Betriebe in Uniform, Bergknappen mit ihren Grubenlampen, Winzer, Handwerker und Arbeiter der vielfältigen Industrien des Westens, Vertreter der beiden Konfessionen und andere. Kurz vor 16 Uhr dringt von draußen ein gewaltiges Brausen herein in die Halle. Man hört den Präsentiermarsch der Ehrenkompanie vom Kölner Infanterieregiment Nr. 39 und erlebt die Wogen des Jubels und der Verehrung, die den Führer umbranden. Spontan stimmt die Menge entblößten Hauptes die „Wacht am Rhein" und das Lied der Deutschen an, während der Führer die Front der Ehrenkompanie abschreitet. Nachdem er für die stürmischen Huldigungen gedankt hat, wird er vom Gauleiter Staatsrat Groh 6 in das Innere des Gürzenich geleitet. Hinter dem Führer haben sich Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, sowie ferner die Reichsminister Dr. Goebbels, Dr. Frick, Dr. Frank, Fhr. von Elz-Rübenach gestellt, daneben der Oberbefehlshaber des Heeres General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Staatssekretär Generalleutnant Milch, Staatssekretär Lammers, Reichsführer SS. Himmler, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Reichspressechef Dr. Dietrich, Korpsführer Hühnlein, Botschafter von Ribbentrop, ferner die rheinischen SS.- und SA.- Führer. Vom Podium begrüßt der Führer die Abordnungen der befreiten Gaue, vor denen jedesmal der Gauleiter steht. Der Oberpräsident der Rheinprovinz Gauleiter Staatsrat Terboven tritt vor und verliest die Dankadresse der befreiten Gaue: Mein Führer! Am 2. Dezember 1918 marschierte die Nachhut des deutschen Heeres ostwärts über den Rhein. Am 7. März 1936 rückten Soldaten des auf das Gebot des Führers wieder erstandenen Heeres über den heiligen Strom unserer Geschichte in die alten Friedensstandorte. Diese beiden Ereignisse umschließen nicht 17 Jahre nur, nicht nur einen durch alle Tiefen und Höhen geführten Kampf der rheinischen Lande um Recht und Freiheit, sie machen auch der Welt kund, daß das nach seinem Zusammenbruch in dunkelste Wirrsal getriebene deutsche Volk seine Schmach und Schande nicht einmal für die Dauer eines halben Menschenalters ertragen wollte. Die Landschaft an den Ufern des Stromes von der Lippe zur Dreifam, nördlich die Ebene, in der Mitte das Tal mit Wäldern und Rebenhügeln, südlich die breiten fruchtbaren Wannen, an denen Wein, Obst und Weizen auf einem Acker gedeihen — sie scheint in ihrer Anmut und Milde vom Schöpfer für einen ewigen Frieden geschaffen. Ihre Bewohner, die Arbeiter in Zechen und Werkhallen, die Bauern in den gesegneten Tälern und auf den einsamen Höhen, die Handwerker, deren Können durch ein Jahrtausend hindurch als verpflichtendes Erbe an sie weitergegeben ist, die Fischer und Schiffer, die Kaufleute, die Angehörigen eines jeden Standes — sie kennen kein größers Glück, als ihre Arbeit im Frieden zu tun. Die in Jahrtaufendfrist aus ihrer Landschaft er- Jrn historischen Gürzenich in Köln. Von links nach rechts: Reichskriegsminister Generaloberst v. Blomberg, Reichsminister Dr. Frick, Reichsminister Dr. Frank, Reichsminister E l tz v. R ü b e n a ch , Staatssekretär Dr. Lammers, Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch (fast verdeckt), Generalleutnant der Flieger Milch, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler. (Weltbild. — Scherl-Bilderdienft-M.) Vertreter des rheinischen Volkes begeistert ein. Dann tritt standenen Werke, die Dome mit ihrer strengen Pracht, die Bildtafeln mit ihren andächtigen Farben, die ehrwürdigen Gesänge des Mittelalters, die Gläubigkeit Meister E ck e h a r d t s, die Heldenmusik des Niederrheiners Beethoven, die Lebensdichtung des Rhein - Franken Goethe, sie sind der Beitrag der Gaue am Rhein zum währenden Bestände deutschen Schaffens und darüber hinaus zu der Schatzkammer der Menschheit. Darum grüßen die Bewohner der Rheinlande mit allen seinen Stämmen und Ständen das neu erstan- dene Heer in ihrer Heimat als Bürgen eines Friedens, der sie nicht ehr- und schutzlos irgendeinem Zugriff von außen her preisgibt, sondern ihnen erlaubt, unbedroht ihr friedliches Tagewerk zu leisten zum Gedeihen des ganzen Vaterlandes. Sie danken dem Führer für feine Tat. Sie wissen, einzig der Mut des aus dem deutschen Volke in den Tagen seiner Not auferstandenen Führers hatte dem Reich und hat nunmehr auch den rheinischen Landen die Wehrhoheit wiedergegeben. Sie glauben: Nur em in sich starkes gesundes Volk kann den anderen Völkern, kann der Menschheit nützlich und ein guter Nachbar sein. Sie hoffen: Daß der schwere, zugleich mit einem hochherzigen Friedensplan der Welt vermittelte Entschluß des Führers als der Auftakt einer Neuordnung Europas erkannt werden möge. Sie geloben: Dem Führer, was immer auch feinem Entschluß entspringe, als dem Träger des deutschen Gewissens unverbrüchliche Treue, Gehorsam und Gefolgschaft und erweisen durch sie die nie versagende Liebe zu Deutschland Gegeben am Rhein, im März 1936. Wagner, Gauleiter und Reichsstatthalter. Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter. Bürckel, Gauleiter und Reichskommissar. Terboven, Gauleiter und Oberpräsident. Simon, Gauleiter. G r o t) e, Gauleiter. * Florian, Gauleiter. In das Sieg-Heil, das der Oberpräsident der Rheinprovinz auf den Führer ausbringt, fallen die der Führer vor, um den Angehörigen der rheinischen Stände für das Gelöbnis der Liebe und Treue zu danken: „Ich muß Ihnen, meine deutschen Männer, die Sie hier versammelt sind, um mir im Namen Ihrer Gebiete die Freude auszudrücken über die endliche Wiederherstellung der deutschen Souveränität nun meinerseits den Dank der gesamten deutschen Nation Übermitteln. Ich will den 15 Millionen Deutschen, die Sie heute hier vor mir vertreten, nunmehr danken für die unzähligen Beweise der Treue, der Anhänglichkeit und des Opfersinnes, die Sie uns allen in den Zeiten der vergangenen Not so oft als Vorbild gegeben haben. Wie blickte nicht das deutsche Volk einst mit Bangen auf die besetzten Gebiete, ahnungsvoll mitfühlend all das Leid, das Sie damals so lange Jahre ertragen mußten. Und wie oft hat nicht die Nation aus ihrer beharrlichen Liebe und aus ihrer unwandelbaren treuen Verbundenheit mit Deutschland selbst wieder neuen Mut geschöpft zur Austragung ihres eigenen schweren Kampfes um die Behauptung des Reiches und die Erhaltung des deutschen Volkes. Im Namen der deutschen Nation versichere ich Ihnen, wie glücklich wir alle sind, Ihnen endlich, aber nicht nur zu danken, sondern auch helfen zu können. Das Reich nimmt Sie wieder unter seinen Schutz. Der Wächter Ihres Friedens ist von jetzt ab wieder die deutsche Armee. Daß die Vorsehung m i ch bestimmt hat, diese Handlung zu vollziehen, empfinde ich als die größte Gnade meines Lebens. So wollen wir uns aber in dieser feierlichen geschichtlichen Stunde alle versprechen, niemals mehr von den Gütern der nationalen Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit zu lassen, sie gegen jedermann zu vertreten und zu schützen, um so mitzuhelfen am Aufbau eines wirklichen und besseren Friedens, so wahr uns Gott helfe! Nun verläßt der Führer das Podium, schreitet auf dem roten Teppich in den Saal hinein, steht mitten im gleißenden Licht allen sichtbar: Hier steht Altersvereinignng 1872 —1922 Wirerfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem am 27. März erfolgten Ableben unseres Alterskameraden Oskar Brauer in Kenntnis zu setzen. — Die Beerdigung findet Montag, den 30. März, um 3l/a Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Der Führerrat. 1980 D________________________________________ 1862 Nachruf. 1912 Wir beklagen den Heimgang unseres treuen Altersgenossen Herrn Wilhelm Frohnhäuser dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. — Die Trauerfeier findet in der Stille statt. Gießen, den 30. März 1936. Der Vorstand. 1983 D____________________________________________ | Vermietungen | 2-3imm.-iDonn. l.Et.mtl.40RM. 3 3im-HJoljn su 35,50,70,74^ 4-3im.-Sohn w 50,05,82,95 5-3imm.-llJohD. 31180,95,110^ 6-3im.-lDotin.3u 100,130,140 fort 3U vermiet, durch Büro Mchlier Seltersweg 8. 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Am Dienstag tritt das Luftschiff „Hindenburg" seine erste Südamerikafahrt nach Rio de Janeiro an. winow, der sich in Begleitung des sowjetrussischen Botschafters Potemkin befand, eine Unterredung statt. f u r t a. M. Frankfurts Bevölkerung erwartete schon seit dem Morgen mit Spannung die Luftschiffe. Als kurz nach 14 Uhr „Hindenburg" erschien, stauten sich die Menschen auf den Straßen und Plätzen. In einem Zwiegespräch zwischen dem Sprecher des „Hindenburg" und Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger hieß der Gauleiter das stolze Schiff in Hessen-Nassau, besonders aber in Frankfurt, seinem zukünftigen Heimathafen, herzlich willkommen und gab seiner Freude über den Besuch Ausdruck. Auch Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, der Vorsitzende der Rhein-Mainischen Flughafen AG., richtete herzliche Begrüßungsworte an die Besatzung des Schiffes, das nach seinem Rundflug Kurs über den neuen Weltflughafen nach Karlsruhe nahm. Wenige Minuten später erschien „Graf Zeppelin" über der Stadt. Um 17.30 Uhr ist das Luftschiff „Hindenburg" von seiner großen Deutschlandfahrt kommend in Löwenthal glatt gelandet. „Graf Zeppe- l i n" ist um 18.40 Uhr auf dem Werftgelande in Friedrichshafen glatt gelandet. Das Luftschiff hat damit feine viertägige Deutschlandfahrt be- Durch Beschluß des estnischen Innenministers ist in Reval der „Deutsche Christliche Verein junger Männer" geschlossen und sein Vermögen beschlagnahmt worden. In der Begründung wird angegeben, daß der Verein dauernd für die Schuljugend „militärische Uebungen" veranstaltet habe. Der amerikanische Gewerkschaftsverband gab am Freitag eine Schätzung der Erwerbslosenziffer im Monat Februar heraus. Danach beläuft sich die Erwerbslosenzahl auf 12,5 Millionen, was gegenüber dem Monat Januar nur eine Abnahme von 95 000 Erwerbslosen ausmacht. Der Gewerkschaftsoerband erklärt, es seien vorläufig keine Anzeichen dafür vorhanden, daß die Privatwirtschaft Erwerbslose in größerem Umfange wieder einstelle. Kleine politische Nachrichten Am Freitagnachmittag wurden am Quai d'Orsay zwischen dem französischen Außenminister F l a n - d i n und Volkskommissar Litwinow die Ratifizierungsurkunden über den französisch-sowjetrussischen Pakt ausgetauscht. Der Pakt ist somit endgültig in Kraft getre- t e n. Im Anschluß an den Austausch der Ratifizierungsurkunden fand zwischen Flandin und Lit- 24 Stunden Lissabon -Jodler auf hoher See. —„Vati" befiehlt duzen. Vorposten in fremdem Land. Von unserem an der KdF.-Fahrt teilnehmenden Sonderberichterstatter. Der letzte Tag der D e u t s ch l a n d f a h r t der Luftschiffe „Hindenburg" und „Graf Zep- pelin" führte u. a. über Hamm, Düsseldorf, Aachen, Köln, Koblenz, dann über das Saarland, durch die Pfalz an den Rhein zurück, an Mainz vorbei nach Frankfurt. Der Wahlakt am Sonntag wurde über dem Rheinland vorgenommen. Zum erstenmal in der Geschichte der Luftfahrt wurde zwischen Himmel und Erde gewählt. Eine Zellenwand wurde aufgerichtet und mit einem großen Leinentuch verhängt. Neben der Wahlzelle hatte der Wahlvorstand sein Büro aufgeschlagen. „Stimmbezirk Luftschiff LZ 129 Hindenburg" kündete eine Tafel. Selbstverständlich hatte sich jeder vor Fahrtantritt einen Stimmschein besorgen müssen. Die Auszählung nahm nur kurze Zeit in Anspruch: 104 Wahlberechtigte, 104 Stimmen, 104 für den Führer. Niemand hat etwas anderes erwartet, Auf seiner Rückfahrt überflog „Graf Zeppelin" die Stadt Mainz und wurde von der Bevölkerung mit großem Jubel begrüßt. Das Luftschiff nahm seinen Kurs über Wiesbaden nach Frank- 9er Gruß der Zeppeline öder dem Tannenberg-9enkmal. l l " ■ Die beiden Luftschiffe „Hindenburg" und „Graf Zeppelin" überflogen während ihrer großen Deutschlandfahrt das Tannenberg-Nationaldenkmal in Ostpreußen, in dessen Gruft der Sarg des Generalfeldmarschalls von Hindenburg ruht. Während das Deutschlandlied von dem Lautsprecher des „Hindenburg" erklang, senkten sich die Bugspitzen der stolzen Luftschiffe zum Gruß an den großen Feldherrn. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der erste Teil der schönen Fahrt ist zu Ende. Drei Schiffe der deutschen „Flotte des Friedens" mit über 3000 deutschen Arbeitern lagen im Hafen der reizvollen portugiesischen Hauptstadt, während die „Oceana" erst später nachkam. Eine ungemein freudig erregte Stimmung herrschte an Bord, als durch den Regenschleier der Hafen von Lissabon sichtbar wurde. Und als wir anlegten, waren von Schiff zu Land und umgekehrt Brucken zwischen Menschen geschlagen, die sich bisher nicht kannten, aber von dem festen Band des Volkstums umschlungen sind. Jubelnd schwenkten unten die Mitglieder der zahlreichen deutschen Kolonie Lissabons die kleinen Hakenkreuzfahnen, und von beiden Seiten ertönten Sprechchöre zur Begrüßung, bei der sich vor allem die Schüler der hiesigen deutschen Schule hervortaten. Dann kamen die ersten Lissaboner Deutschen an Bord, an der Spitze der deutsche Gesandte, und dann durften die Urlauber nach fast fünftägiger Seefahrt zum erstenmal wieder an Land. Fremde Menschen liefen aufeinander zu und drückten sich die Hände, und die Freundschaft zwischen unseren Deutschen hier auf Vorposten in fremdem Land und den Urlaubern waren geschlossen. Da rufen von Land zwei deutsche Frauen zur „St. Louis" hinauf: „W o i st Saarpfalz?" Jubelnd schlägt den beiden saardeutschen Frauen der Chor der Saardeutschen an Bord entgegen, und überall finden sich im fremden Lissabon Die Landsleute. Ist es ein Wunder, wenn nach der ersten Begrüßung immer wieder die Frage von der einen Seite aufklingt: „Wie geht es in Deutschland? Habt ihr es schon gehört, das aus London?" Und die andere Seite nickt etwas ernster: „Wir haben alles gehört, aber wenn ihr jetzt Deutschland sehen könntet — aber ihr seht ja Deutschland! Seht doch uns an, ob uns die Völkerbundsdinge besorgt machen! Wir halten schon durch, genau wie ihr hier draußen schon so lange durchgehalten habt." Die deutschen Gaue verlassen geordnet ihre Schiffe, und auf allen Gesichtern schlägt durch die Freude am Fremden, das hier sich dem Blick aufdrängt, das klare Bewußtsein, daß wir hier A b - gesandte sind. Daß wir nicht nur hier sind, um zu sehen, sondern daß es an uns allen liegt, welchen wirklichen Eindruck das so gastfreie portugiesische Volk vom neuen Deutschland bekommt. Meist unter Führung von Ausländsdeutschen geht es dann durch die schöne, uns so fremdartige Stadt, und neben dem Erklären und Beantworten so vieler Fragen wird erzählt von der Herfahrt. Wird erzählt, wie schön die Fahrt war und daß erst in der zweiten Hälfte der Biscaya die spiegelglatte See von einiger Dünung abgelöst wurde, wie vorher die Oberbayern während der Fahrt durch den Kanal einen englischen Frachter mit echt älplerischen Jodlern begrüßten, wie wir unterwegs der „G n e i s e n a u" begegneten und wie unser stolzer Kreuzer „K ö l n" uns ein Stück das Geleit gab mit Musik und Salutschüssen. Alles wird durcheinander erzählt, von einer zeitlichen Reihenfolge ist in der Freude des Erzählens keine Rede mehr. Wo sich in der Stadt die verschiedenen deutschen Gruppen treffen, gibt’s ein Halloh, und lächelnd schauen die Portugiesen dem Jubel zu. Alles ist eine große Brüderschaft, wie es schon auf dem Schiff war, und alles spricht sich mit Du an, wie es unser „Vati", der Reiseleiter auf dem Flaggschiff der Urlauber« flotte befahl. Am Abend aber ist es am schönsten. Nachdem am Nachmittag die offizielle Begrüßung stattgefunden hatte, gab's an Bord unserer drei Schiffe den Gegenbesuch unserer portugiesischen Freunde und Gastgeber, und mit besonderer Freude waren zahlreiche hiesige Ausländsdeutsche zu uns gekommen, die immer wieder freudig versicherten, wie schön es für sie fei, nach oft sehr langer Zeit wieder einmal deutschen Boden zu betreten und mit so vielen Volksgenossen beisammen sein zu können. Unsere „Volksgemeinschaft auf Reisen", die über 3000 Urlauber und ihre deutschen und portugiesischen Gäste saßen bei künstlerischen Darbietungen, Musik und Tanz noch lange, sehr lange beisammen, denn es ist ja begreiflich, daß allen das Auseinandergehen recht schwer wurde. Denn am nächsten Nachmittag ging's weiter südwestlich in Richtung Madeira. Wenn man unsere deutschen Urlauber etwas tiefer anschaut, dann sieht man bei allen deutlich einen über alle Freude hinaus ernsten Ausdruck. Sie haben sich von den Deutschen in Lissabon erzählen lassen, wie es hier ist, welch harter Kampf hier täglich und stündlich auszufechten ist, wie immer wieder den Deutschen von der gegnerischen Propaganda Steine vor die Füße geworfen werden, wie immer wieder von jedem einzelnen hier in unermüdlicher Kleinarbeit die ausgesäten Robert Wilhelm Bunsen. Zum 125. Geburtstage des Chemikers am 31. März Vor hundertfünfundzwanzig Jahren wurde Rob. Wilhelm Bunsen, neben seinem Freunde Robert Gustav Kirchhoff der bedeutendste Chemiker des neunzehnten Jahrhunderts, in Göttingen als Sohn eines Universitätsbibliothekars geboren. Außergewöhnlich begabt und von einer ungeheuren Wissensgier besessen, konnte er als kaum Achtzehnjähriger die Universität seiner Vaterstadt beziehen. Im Jahre 1832 begann er mit „Fabrikstudien"; heute würde man sagen, er arbeitete praktisch, und zwar in Frankreich, in der Schweiz und in Oesterreich. Aus Grund seiner hervorragenden Kenntnisse und Erfahrungen wurde er 1835 Dozent für Chemie in Göttingen, ging 1838 nach Marburg und erhielt dort, dreißigjährig, den Titel eines ordentlichen Professors der Chemie. In diese Zeit fallen seine ersten großen wissenschaftlichen Forschungen, die „Arbeiten über das Alkarsin" oder „Untersuchungen über die Kakodylreihe", die ihn in die erste Reihe der Fachkenner der analytischen Chemie stellten. Unermüdlich saß er über neuen Fragen und Problemen, war morgens in aller Frühe schon bei Versuchen und verließ erst spät das Laboratorium. Bei einer chemischen Untersuchung — es war im Herbst 1836 — entstand eine Explosion, wobei ein Glassplitter fein rechtes Auge traf und dessen Sehkraft zerstörte. Eine durch Einatmung der giftigen Dämpfe, die bei der Explosion den Raum füllten, hervorgerufene Vergiftung warf ihn für lange Zeit auf das Krankenlager und brachte ihn dem Tode nahe. Er genas aber und starb erst im August 1889. Bunsen gehört zu den großen, selbstlosen Forschern, die Wegbereiter für so viele Erfindungen und Errungenschaften unseres Jahrhunderts gewesen sind. Es ist unmöglich, die vielen Erfindungen und Entdeckungen Bunsens als Chemiker und Physiker auch nur aufzuführen. Seine volkstüm- lichste Erfindung ist der 1854 konstruierte Bun- sen-Brenner, der eine ungeahnte Wandlung in der Beleuchtungswirtschaft hervorrief; natürlich konnten damals vorerst nur die größeren Städte die neue Gasbeleuchtung einführen. Wenn der Siegeszug der Elektrizität später auch die Gasbeleuchtung in den Hintergrund gedrängt hat, so mindert dies keineswegs die Verdienste Bunsens. Zudem verdanken wir ihm noch viele andere Großtaten, ohne die unsere Wissenschaft und Technik nicht ihren ungeheuren Aufschwung hätte nehmen können. Er baute die erste W a s s e r l u f t p u m p e, erfand das Mikrospektroskop, das für die praktische Kriminalwissenschaft zur Aufdeckung von Blutspuren von größter Bedeutung geworden ist, und bescherte uns als feine letzte Erfindung das Eiskalorimeter, zur Bestimmung der spezifischen Wärme und der Atomgewichte. Seine größte wissenschaftliche Leistung ist die mit Robert Gust. Kirchhofs zusammen gemachte Entdeckung der Spektralanalyse im Jahre 1859. Diese Ermittlung von Grundstoffen durch Lichtstrahlen hat nicht nur das Vorhandensein kleinster Elemente erwiesen, sondern auch unser Wissen um die Natur der Fixsterne, Kometen und Nebelflecke ungemein erweitert. In dem mit Kirchhoff verfaßten Werk „Chemische Analyse durch Spektralbeobachtung" (1861) hat Bunsen über die epochale Ent- deckung berichtet. Robert Wilhelm Bunsen wurde von seinen zahlreichen Schülern verehrt, — wegen seines Wissens und wegen feiner Art, bald liebenswürdig zu fein, bald sackleinengrob werden zu können. Wenn lästige Besucher ihn allzu lange in seinem Laboratorium störten und nicht merken wollten, daß er lieber allein gelassen sein wollte, entzündete er in einer Ecke des Raumes Knallgas, bei dessen Detonation die Besucher fluchtartig das Weite suchten. Der große Forscher litt, wie er selbst bekannte, an Ehescheu, die nicht krankhaft war, sondern entstanden aus seiner „unmäßigen Gier nach Arbeit und neuer Erkenntnis", mit der er seinem Lande dienen zu müssen glaubte. Wenn ihm Freunde zuredeten, endlich zu heiraten, schüttelte er sich und lachte: „Nur nicht! Stellt euch vor: ich komme abends nach Hause, und auf jeder Treppenstufe hockt ein ungewaschenes Kind!" Die Treppe zu seiner Dienstwohnung hatte neunundzwanzig Stufen. Hans Walther. Aus der Kulturgeschichte des Waldes. Von Franz Hohen Der Wald als Ausdruck einer mächtigen Vegetationsform und organischen Gestaltungskraft reicht in unermeßbare Zeiträume der Vorgeschichte zurück und war auch noch zu Beginn unserer Zettrech- nung in dem mitteleuropäischen Gebiet, das dem heutigen Deutschland entspricht, in einer Ausdehnung und einem Formenreichtum vorhanden, die außerhalb unserer Vorstellungswelt liegen. Schon die ältesten Quellen berichten von dem „herzynischen Wald", der an Oberrhein und Bodensee beginnend, zu beiden Seiten der Donau in unübersehbaren Wellen bis zu den Karpathen lief, während ein anderer, nicht minder gewaltiger Arm sich durch Deutschland in seiner ganzen Ausdehnung bis zur Ostsee zog. Die römischen Geschichtsschreiber erzählen, daß ein Wanderer sechzig starke Tagemärsche in diesem zusammenhängenden, geschlossenen Waldgebiet zuruckleaen konnte, ohne das Ende zu erreichen; sie beschreiben die Wunder und Schrecken dieser germanischen Wälder und schildern Deutschland als ein Land, das fast ganz mit düsterem Urwald und gärenden Morästen bedeckt sei, belebt von Rudeln von Auerochsen und Riesenhirschen, sodaß das Leben seiner Bewohner als Ringen mit übermächtigen Naturgewalten erscheine. Gleichwohl hat kein anderes Volk je in einem so innigen Verhältnis zum Walde gestanden wie die germanische Völkerfamilie. Heilige Haine umhegten ihre Kultstätten, auf den Gipfeln fichtendunkler Berge, des Fürstenbergs im Thüringer Wald, des Brockens und des dusteren hohen Kandels im Schwarzwald brachten sie zwischen verwitterten Granitblöcken ihre Opfer dar. Der Wald rief sie zur Jagd, in den Wald flüchteten sie vor übermächtigen Feinden, eine tiefe Liede wurzelte in ihnen zum heiligen Walde. Diese Liebe hat allen Wandel der Zeiten überdauert. Darum verknüpfte der Deutsche Wälder und Bäume gern mit Namen und Taten volkstümlicher Helden und der Erinnerung an große Geschehnisse; der Teutoburger Wald ist noch heute das Wahrzeichen der Befreiung Deutschlands, und zahlreiche hundertjährige Dorflinden und Eichen erzählen von geschichtlich bedeutsamen Daten. Freilich ist die Urwüchsigkeit und reiche Mannigfaltigkeit der deutschen Urwälder geschwunden. Heute umfassen unsere Laub- und Nadelholzforsten etwa 85 Baumarten in 33 Gattungen. Als Charakterbäume, die unserer jetzigen Waldlandschaft das Gepräge geben, treten hervor: die Eiche für kleine Gebiete in Westfalen, an Main und Niederrhein; die vielhundertjährigen Eichenbestände des „schönsten deutschen Waldes"', wie Friedrich Hölderlin ihn nennt, des Spessarts, von denen nicht selten ein einziger Stamm einen Wert von 3000 Mark hat, sind weitbekannt; in Europa sind ihnen allein die Eichenriesen des ungarischen Bakonyer- waldes vergleichbar. Die Buche für das nordwestliche und nördliche Deutschland bis nach Pommern und den dänischen Inseln. Die Fichte für das mitteldeutsche Bergland, vornehmlich Harz, Eifel und Thüringer Wald; die Kiefer für die nordostdeutsche Ebene, die Mark Brandenburg und Ostpreußen; die Silber- oder Weißtanne für 'Süddeutschland, wäh- rend sich bunte Laubholzmischungen mit Esche, Moorbirke und Ahorn in den wasserreichen Niederungen Frankens finden. Der Laubwald steigt in den geschützten Hochtälern der Bayerischen und Tiroler Alpen bis zu 1500 Metern hinauf, der Nadelwald in Gestalt der Bergföhre ober Latsche noch 200 Meter höher; die Arve oder Zirbe aber, der eigentliche Charakterbaum des Hochgebirges, erreicht 2500 Meter. Es ist natürlich, daß die ungeheuren Dichten der germanischen Urwälder der Erschließung des Landes im Wege standen, sie fielen daher im Lauf der Jahrhunderte der Axt zum Opfer. Wo immer planmäßiger Ackerbau einsetzte, begann die Rodung; die zahlreichen auf „rode" oder „roda", süddeutsch „reut" ober „reuthe" ausgehenben Ortsnamen haben hier ihren Ursprung. Mit ber wachsenben Volkszahl greift bie Walbvernichtung um sich, zumal bie Zunahme ber Bevölkerung einen fteigenben Verbrauch ber Erzeugnisse bes Walbes mit sich bringt. Es kommt baher zu einem jahrhunbertelangen Vertilgungskampf gegen ben Walb, bis biefer nur noch zu Jagb- unb Nutzungszwecken erhalten unb burch bie öffentlichen Gewalten, burch Staat unb Ge- meinbe, geschützt wirb — aus bem Naturwalb ist ein Wirtschaftswalb geworben. An Walbbesitz steht Deutschlanb in Europa nach Schweben, bem „Lcmb ber ewigen Wälber", unb Rußlanb an britter Stelle. Die forstwirtschaftliche Nutzungsfläche umfaßt runb ben vierten Teil ber Gesamtfläche bes Reichs, etwa 13 Millionen Hektar. Von ben beutschen ßänbern unb Lanbschaften sind bie Gebiete bes vormaligen Fürstentums Schwarz- burg-Rubolstabt unb Hessen-Nassau am reichsten, Schleswig-Holstein, bas durch seine flache Boden- geftattung den Stürmen und den Einwirkungen bes Salzgehalts ber Norbsee ausgesetzt ist, am spärlich- ften bewalbet. Von ben Holzarten übersteigt ber Na- delwalb mit 9 Millionen beberfter Fläche ben Laudwalb um mehr als bas Doppelte. Dies Ver- hältnis, bas auf bie ausschließlich ben Nützlichkeits- ftanbpunft berücksichtigenbe „rationelle" Forstwirt- schäft zurückzuführen ist, verschiebt sich bebauerlicher- weise ftänbig zuungunsten bes Laubwaldes. Groß ist der Einfluß des Waldes auf Klima unb Boben, auf Fruchtbarkeit unb Bewohnbarkeit ganzer Lanbstriche, auf Quellenreichtum unb Wasser- ftanb von Flüssen unb Strömen; hat boch ber Raub- bau früherer Jahrhunberte in einzelnen außerbeut- fdjen ßänbern bazu gezwungen^ weite entwaldete Gebiete aus klimatischen unb wirtschaftlichen Grün- ben erneut in großem Umfang aufzuforften. Die Bebeutung bes Walbes' für das Bild ber beutschen ßanbschaft liegt barin ausgebrückt, baß sie ohne bie Schattenrisse weiter schöner Wälber nicht vorstellbar ist — ber warme ernste Ton bes Nabelholzes unb bas lichte, leuchtenbe Grün bes ßaubroalbes zwischen moqenben Kornbreiten, wie- fengrünen Tälern unb rotblühenben Heibeflächen geben unserer ßanbschaft bas vertraute Gepräge. Wie alle große Natur wirkt auch ber Walb ver- ebelnb; bilbenbe Kunst, Dichtung unb Tonkunst — bie Harmonien bes „Walbwebens" in „Sieg rieb" wirken, als hätte Wagner sie bem Walb unmittelbar abgelanscht — haben seinen Zauber nachvibih ben versucht unb in unvergänglichen Schöpfungen verherrlicht. en, die ist es das Erfreuliche, daß die Portugie en sind chen in Irrtümer über Deutschland richtiggestellt werden müssen, wie aber doch immer bei den uns sonst freundlich gewonnenen Portugiesen so manches hängen bleibt. Denn wenn etwas unaufhörlich den Menschen durch 3eitun$en eingehämmert und wie- derholt wird, dann beginnt man manches zu glauben, wenn man Deutschland nicht kennt. Und hier Deutschland kennen — und diese Portugie nicht selten — mit unseren Auslandsdeuts gemeinsamer Front stehen und selber oft viel Zeit und Arbeit dransetzen, um das wirkliche Deutschland bekannt zu machen. Wenn dazu noch unsere Urlauber den Eindruck verstärken und vertiefen durften, dann ist das mindestens ebenso viel wert wie die Erholung und die Freude an der schönen Fahrt. Alle, die hier mitfahren durften, Mann wie Frau, jung wie alt, Arbeiter der Faust wie der Stirn, haben ja über das in der deutschen Heimat selbstverständliche Dolksbewußtsein hinaus einen Blick in das nicht so selbstverständliche Deutschland tun können, in das Deutschland hier in Portugal, das kämpfen muß Tag für Tag, das es längst nicht so leicht hat wie wir daheim im Reich, das mfr wenig Rückhalt hat und auf einem weit vorgeschobenen Posten von größter Verantwortung steht. Don diesem zähen Kamps hier haben wir bisher nichts gewußt, wir haben nur hier und da die unschätzbaren Vorteile, die für unser Deutschland dadurch entstehen, wahrgenommen. Jetzt aber kennen wir den Kampf, und wir begreifen, daß die 30 Millionen Ausländsdeutschen für uns eine Macht sind, daß sie an hervorragender Stelle Deutschland vertreten und über Reich und Volk hinaus letzten Endes die Menschen find, die am besten, aber auch am härtesten für den Frieden Europas arbeiten. Was geschähe, wenn diese 30 Millionen Menschen deutscken Volkstums einmal versagten? Was wäre noch Der Frieden wert? Aber diese Menschen versagen nicht. Das haben die über 4000 deutschen Arbeiter erkannt, die insgesamt an dieser Fahrt teilnehmen. SJt.-’fpoit Schwedens Degenfechter siegen. Deutschland im Berliner Länderkampf geschlagen. In Anwesenheit des schwedischen Gesandten in Berlin, des Reichssportführers von Tschammer und Osten und einer großen Zahl von Anhängern des Fechtsportes, unter ihnen vor allen Dingen zahlreiche Angehörige der Wehrmacht und der NS.- Formationen, fand am Samstagabend im Berliner Studentenhaus ein Länderkampf im Degenfechten zwischen Deutschland und Schweden statt. Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele kam diesem Zusammentreffen, das für beide Länder die letzte große Prüfung vor den Wettspielen darstellte, besondere Bedeutung zu. Die Schweden setzten sich mit 20,50 zu 15,50 Siegpunkten erfolgreich durch. Nach Der ersten Hälfte des Kampfes lag Deutschland noch mit 9,50 zu 8,50 Punkten knapp in Führung, doch konnten sich die Schweden im zweiten Teil einen Sieg sichern, zumal der deutsche Degenmeister Hödicke-Nürnberg vollkommen aussiel. Auch der Frankfurter Rosenbauer enttäuschte sehr, er war nur einmal gegen Almgreen erfolgreich, während Hödicke überhaupt keinen feiner sechs Kämpfe gewann. Bester Einzelfechter war Oberleutnant L e r» Don (Frankfurt a. M.), der fünf von sechs Gefechten gewann und nur gegen Almgreen unterlag. Angesichts der Wichtigkeit dieser Prüfung verliefen die ersten Kämpfe schleppend. Die Fechter waren sehr vorsichtig und wagten sehr wenig. Mit der Zeit wurden aber dann die Gefechte schneller und auch temperamentvoller und man sah stellenweise sehr gute Leistungen auf beiden Seiten. Volksschule Holzheim Kreismeister im Handball. Die im Rahmen der Winterspiele durchgeführten Handballspiele in den Schulen des Kreises brachten der Schule Holzheim einen schönen Erfolg, indem sie die Kreismeistevschast erringen konnte. Das Gesamttorverhältnis von 86:9 Toren beweist, mit welcher Überlegenheit und welch gutem Können Der Endsieb errungen wurde. Im einzelnen zeitigten die Kämpfe folgende Ergebnisse: Gegen Grü- ningen 7:1 Tore, Mufchenheim 21:1, Dorf-Gill 14:0, Steinbach 21:1 Tore. Mit diesen vier Siegen wurde Die Bezirksmeisterschaft fichergestellt. Im Bezirksausscheidungsspiel wurde Obbornhofen mit 13:4 Toren geschlagen. Das Endspiel um die Kreismeisterschaft wurde in Gießen gegen Beuern ausgetragen und ebenfalls überlegen mit 10:2 Treffern gewonnen. Als Ehrenzeichen erhält die Schule einen Wimpel und eine Urkunde. Äeuffchtt Hockey-Erfolg in England. Die deutsche Hockey-Tlationalmannschast spielt gegen England 2:2 (1:2). Die Fahrt der deutschen Hockey-Nationalmannschaft nach England schloß erfolgreich ab. Wenn es auch nicht zu einem Siege in dem im Badeort Edgbafton, einem Vorort Birminghams, ausgetragenen achten fiänbertreffen gegen England reichte, jo ist doch auch das auf englischem Boden, dazu auf für uns ungewohntem Rasenplatz, erzielte Unentschieden von 2:2 als ein schöner Erfolg zu werten. Der Ausgang dieses im europäischen Hockey- sport mit Spannung erwarteten Treffens hat bewiesen, daß sich Die deutsche Nationalelf in ausgezeichneter Verfassung befindet. Der Kampf brachte mit Dem 2:2 das Dritte Unentschieden in Der Geschichte Der deutsch-englischen Länderspiele. Die Bilanz der bisher ausgetragenen acht Spiele zeigt drei Unentschieden gegenüber fünf englischen Siegen und ein Gesamttorverhältnis von 13:34 zugunsten der Engländer. Die deutsche Mannschaft legte den Weg nach England mit dem Flugzeug zurück. Im Grüngewande Der Millionenstadt Birmingham liegt der Badevorort Edgbafton, wo sich der „Warwick Shire Cricket Ground", ein ideales HockeyHelände, befindet, lieber 4 0 0 0 Zuschauer, unter ihnen eine arohe Zahl bekannter alter englischer Kämpen, also ein betont sachkundiges Publikum, hatten sich eingefunden. Die deutsche Mannschaft erhielt beim Betreten des Platzes begeisterten Beifall. Die Mannschaften kamen in den vorgesehenen Aufstellungen, also Deutschland mit Warnholtz; Kemmer, Zander; Gerdes, Keller Schmalix; Hust- mann, Mehlitz, Kubitzki, Weiß, Mehner und England mit Evans; Wyatts, Block; Harvey, Hoare, Stuart; Slade, Penn, Whitlock, Milford, Read. Die erste Halbzeit. Zu Beginn des Spieles war die deutsche Mannschaft in bester Form. In den ersten 10 Minuten arbeitete Der Deutsche Angriff sehr gut zusammen, es gab sofort zwei Deutsche Strafecken und bei Der zweiten konnte Der englische Torwart geraDe noch durch Fußabwehr retten. EnglanD war in Not, korntte sich aber Dann dank der starken Anfeuerung durch die Zuschauer wieder freimachen. Die englischen Angriffe wurden zahlreicher und gefährlicher, aber dank der ausgezeichneten Arbeit der deutschen Hintermannschaft blieb England vorerst ohne Tor. Dann übernahm Weiß die Initiative im deutschen Angriff, das bisher zerfahrene Spiel wurde bester. In schöner Zusammenarbeit mit Hufftnann kam Weiß in den Strafraum. Der fteigespielte Essener flankte zurück und Kurt Weiß konnte aus weni- gen Metern halbhoch und unhaltbar die Kugel ein- schießen. Deutschland führte 1:0. Merkwürdigerweise wurde Das Deutsche Stürmer- spiel nach Diesem Erfolg schlechter. In Der 21. Minute fiel Dann Der verdiente Ausgleich Der Engländer durch Whitlock, Der Den Ball im Schußkreis aufnahm und einschlenzte. Der Kampf stand 1:1. Warnholtz mußte schwere Arbeit verrichten, um weitere englstche Treffer zu verhindern, er wurde aber in Der 27. Minute erneut geschlagen. Bis zur Pause änDerte sich das Bild nur wenig. Xad) der Pause. Anders war es dann in Der zweiten Halbzeit, die nahezu ganz von der deutschen Mannschaft beherrscht wurde. Als Warnholtz einmal entschlossen Whitlock den Ball vom Schläger kickte, war Die einzige große Chance der Engländer in der zweiten Halbzeit vereitelt. Ausgezeichnete Arbeit der deutschen Verteidigung und Läuferreihe führten dazu, daß sich das Spiel fast nur noch in der Mitte oder in Der englischen Hälfte abwickelte. Da nun aber Mehlitz immer mehr abfiel, gab es doch keine deutschen Tore. Der deutsche Sturm verpaßte mehrere Chancen. Aber in der letzten Minute unternahm Huff mann einen Alleingang; er ließ den Ball nicht mehr vom Stock und schoß aus wenigen Meter trotz starker Behinderung ruhig und sicher ein; Deutschland hatte ausgeglichen. Diese Leistung hatte lang anhaltenden Beifall der sehr objektiven englischen Zuschauer, die zwar ihre Mannschaft stürmisch anfeuerten, aber auch jede gute Leistung der Deutschen beifällig aufnahmen, zur Folge. Deutschland konnte gewinnen. Die deutsche Elf war körperlich überlegen und hatte in der zweiten Halbzeit genügend Vorteile, den Kampf zu ihren Gunson entscheiden zu können. Leider waren die deutschen Stürmer aber sehr nervös. Bester Mang der deutschen Mannschaft war Mittelläufer Keller, der nie die Uebersicht verlor und mit klugem Kopf und sicherer Hand aufbaute und abwehrte. Zum Spiel ist noch au sagen, daß es immer spannend und schön verlief, daß beide Mannschaften mit letzter Entschlossenheit, aber auch mit wohltuender Fairneß kämpften. Jlod> ein internationaler Hockeykampf. Holland B —- Westdeutschland 1:1 (0:1). In Deventer (Holland) fand am Samstagnach- mittag bei schönem Frühlingswetter das alljährlich, Hockeyspiel zwischen der holländischen 8-Mannschaft und einer westdeutschen Auswahlmannschaft statt. Dor etwa 500 Zuschauern kamen die Holländer zu einem für sie recht schmeichelhaften Unentschieden von 1:1. Die Westdeutsche Mannschaft war im Feld, klar überlegen, zeigte bessere Stocktechnik und gutes Zusammenspiel. Wirtschaft. Erhöhung des Schlacht- und ttmsahkon- tingents fürSchweine ».Schweinefleisch Um eine Anpassung an die jetzige Versorgungslage mit Schlachtschweinen vorzunehmen und um durch Ausdehnung der der Kontingentierung bisher zugrunde liegenden Vergleichszeit von einem Monat auf nunmehr ein Jahr etwa entstandene Ungleichheiten au beheben, ordnet die Hauptvereini- aung der deutschen Diehwirtfchaft unter Zusammenfassung aller für die Kontingentierung von Schweinen und Schweinefleisch geltenden Bestimmungen an, daß die Schlachtungen und Fleischumsätze in sämtlichen Schweine schlachtenden und Schweinefleisch umsetzenden Betrieben wöchentlich auf 8 0 v. H. der Schweineschlachtungen und Schweine» fleischumsätze nach Dem Wochenourchschnitt Der Zeit vom 1. Oktober 1934 bis 28. September 1935 einzuschränken sind. Bisher lag das Schlachtkontingent bei höchstens 60 v. H. Unbeschadet der Aufsicht durch Die Schlachtviehverwertungsverbände wird Die Durchführung Der Kontingentierung für Die Mit- glieDsbetriebe Des Reichsinnungsverbandes des FleifcherhanDwerks Dem Reichsinnungsmeister unD für Die MitglieDsbetriebe Der Fachgruppe Fleifch- wareninDustrie Der Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie dem Fachgruppenleiter übertragen. Die Vorsitzenden Der Schlachtoiehverwertungsverbände können mit Zustimmung Des Vorsitzenden Der Hauptvereinigung eine von Den vorstehenden Bestimmungen abweichende Regelung treffen. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung können mit Ordnungsstrafen bis zu 10 000 RM. im Einzelfall bestraft werden. Die Anordnung tritt am 6. April 1936 in Kraft. Fwd. Aegypiische Zwiebeln gegen deutsche Waren. Wie die Aegypiische Handelskammer für Deutschland mitteilt, ist zwischen Deutschland und Aegypten eine Vereinbarung getroffen worden, nach der auch in diesem Jahre ägyptische Zwiebeln nach Deutschland gegen deutsche Waren nach Aegypten geliefert werden. Khein-Mainische Börse. Aktien fest. Frankfurt a. M., 28. März Die Börse zeigte auch zum Wochenschluß eine zuversichliche und feste Stimmung. Am Aktienmarkt lagen wieder Kundenausträge vor, während anderseits Angebot kaum herauskam, zumal auch die Kulisse als Käufer austrat. Bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft zogen Die Kurse Durchschnittlich um 1 o. H. an. Sehr lebhaftes Geschäft hatten am Elektromarkt Gessürel mit 123,50 bis 135,50 (133) auf DioiDen- Denerroartungen, RWE. zogen 1,13 o. H. Die übrigen Werte meist 0,25 bis 0,50 v. H. an. Lebhafter lager ferner IG. Farben mit 159,75 bis 160 (159), Deutsche ErDöl gewannen 1,50, Scheideanstalt 1 v. H. und Rütgerswerke 0,75 v. H. Stärker befestigt waren wieder Linoleumwerte, Conti Linoleum Zürich 165,13 (162,50), Deutsche Linoleum 168 bis 169,50 (166,50). Montanaktien lagen etwas ruhiger und zumeist um Bruchteile eines Prozentes höher, Mansfelder Bergbau nach Pause plus 1 v. H. Von Maschinenwerten stiegen Daimler um 1 v. H. Muag um 0,50 v. H. ÄunftfeiDeaftien lagen uneinheitlich, Aku.50 (49,50), Bemberg83,50 (83,75). Im einzelnen eröffneten Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. Bank für Brauindustrie 0,75 v. H., AG. für Verkehr 0,25 v. H., Nordd, Lloyd 0,13 o. H. höher. Reichsbank setzten mit 178,75 (179) ein. Am Rentenmarkt war Des Geschäft klein. Altbesitz waren etwas schwächer, während späte Schuldbuchforderungen, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine unverändert blieben. Fest lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,65 (123,13). Im Verlauf wurde am Aktienmarkt Das Geschäft kleiner, die Haltung blieb fest. Verschiedentlich erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, fo daß die höchsten Kurse nicht immer voll behauptet blieben. Reichsbank erholten sich auf 179,25 nach 178,75, Hoesch zogen auf 91,75 nach 91,25 an, während Verein. Stahlwerke 0,13 v. H., Gessürel 0,50 nachgaben. Von später notierten Werten gewannen dement Heidelberg 2 v. H. und Lahmeyer ebenfalls 2 v. H. Am Rentenmarkt konnten zertif. Dollar- Bonds ihre anfangs erzielten Erhöhungen von 0,50 bis 0,75 v. H. gut behaupten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 364 Kühe (37 Ochsen, 54 Bullen, 210 Kühe, 63 Färsen), 489 Kälber, 53 Schafe, 4220 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 40 bis 72, Hämmel 43 bis 49, Schafe 36 bis 46, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig. Erster Tag der Frankfurter Frühjahrsmesse. 9000 Besucher. - LPD. Frankfurt a. M., 29. März. Obwohl der erste Tag der Frankfurter Frühjahrsmesse mit Dem großen politischen Ereignis Der Reichstagswahl zusarnrnenfiel, hatte die Messe einen sehr starken Besuch. Bereits am Vormittag war der Besuch über Durchschnitt gut und steigerte sich bemerkenswert ab 12 Uhr. 9000 Besucher wurden gezählt. Da in Der Hauptsache nur Wiederverkäufe!: für Den Besuch der Messe in Frage kommen, ist dieser Besuchserfola in seiner geschäftlichen Auswirkung um so Höher zu werten. Den stärksten Besuch hatte die Abteilung M ö - bei mit ihren Unterabteilungen zu verzeichnen. Hier konnte sich fast gleichmäßig in den verschiedenen Abteilungen ein gutes Geschäft entwickeln. In Großmöbeln galt das Hauptinteresse den Qualitätsmöbeln, ohne daß Dabei Die billige Stapelware vernachlässigt worben wäre. Speisezimmer, Herrenzimmer und Schlafzimmer wurden sehr gut verkauft; Zimmer aus deutschen Hölzern fanden starkes Interesse. Viel beachtet wurden Die patentierten Neuheiten an einem Schlafzimmertyp, der ausziehbare und drehbare Spiegel und eine Harmonika- Schiebetüre am Kleiderschrank zeigt. Furnierte Küchen in Den teuren Preislagen fanden ebenfalls guten Absatz: besonders die bekannten Qualitätsküchen verschiedener Großfirmen konnten bereits am ersten Tage der Messe nute Umsätze erzielen. Einzelmöbel, wie Schreibschränke, Schranke, - Gutes Geschäft. Schreibtiscke ufro. gingen teilweise sehr gut und auch in Kleinmöbeln wird Das Geschäft als gut bis sehr gut bezeichnet. Polstermöbel hatten sehr guten Absatz. Die Käufer kamen aus Den verschiedensten Teilen Deutschlands. Es waren darunter Die größten einschlägigen Firmen von Berlin und München vertreten, ferner große Kunden aus Dem RheinlanD, aus Westfalen und besonders aus dem Saargebiet, das auf Dieser Messe erstmals wieder als Käufer in größerem Umfange in Erscheinung trat. Einige Aussteller aus Dem Saargebiet konnten eine ganze Anzahl neue Kunden aus Dem Reich gewinnen, Die bereits feste Abschlüsse gemacht haben, ein Erfolg, den sie nicht auf Den ersten Anhieb erwartet hatten. Don Dem AuslanD waren in der Hauptsache Holland, Frankreich und Luxemburg vertreten. Die Abteilung Holzbearbeitungs-Maschinen, die teuere Objekte bringt, fand starkes Interesse. Auch hier konnten bereits eine Reihe von Abschlüssen angebahnt werden. Besonders für Spezialmaschinen war die Zahl der ernsten Interessenten groß, wie kaum auf einer früheren Messe. Schrei- nereibedarfsartikel, Beschläge und sonstiges Zubehör fanden ebenfalls gute Umsätze. In Den Abteilungen Haus- und Küchengeräte und Spielwaren war Der Interessenten» besuch besonders am Nachmittag gut und Die Abschlüsse waren fast ausnahmslos zufriedenstellend. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2U. Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Sementroerf Karlstadt.. Banknoten. ier. o 9,13 Manneömanu»SL.lhKa........ 0 9,13 S.5 1,45 8,5 8,45 13,6 1,4 8,5 7 7 96 116 124 91 128,75 137,75 177,5 130 Buderus Deutsche Erdöl 132,25 86,4 85 132,5 87 85 97 117 123,5 92 37,4 143,9 125,25 140 121,4 134,75 128 129 138,75 177,25 130,5 37,5 143,5 125,75 140 120,5 135 96,5 117,13 124 92 37,4 143,9 124,65 140,25 119,5 133,25 127 128,25 137,5 176 127,4 132,5 87 85 Siemens L Halske. Lahmeyer L Co. . 4% Oesterretchisrye Goldrente.... 4,20% Oefterreichische Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4‘/2% desgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l 96,5 116,13 124 91 163,5 131,75 86,5 85 8,5 13,6 Grttzner Höchst Süddeutscher Zucker----,, 28 1,5 8,55 8,45 8,55 13,8 29,5 1,5 8,65 8,5 8,5 13,7 37,25 I 143,5 125 I 139,5 120 133 127 127,75 137,5 175,5 128 Datum Man «selber Bergbau .... Kokswerke.................. Rheinische Braunkohlen : Rheinstahl .................. Bereinigte Stahlwerke Otavi Minen ............... Kaliwerke Ascherüleben Kaliwerke Westeregeln .. Kaliwerke Salzdetfurth 7 Hoesch Eisen—Köln-Reuesser» .. 8 Hlse Bergbau ...............« Ilse Bergbau Seuüsje 6 Klöcknerwerke ...............8 Schultheis Patzenhofer 0fu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Zellstoff Waldhof fleilftoff Aschaffenburg Dessauer Ga» ............. Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein S Koppel Westdeutsche Kaufhof Chade.................... Accumulatoren-Fabrik Conti-GummI A-E-G....................... Bekula io Felten & Guilleaume 4 Gesestsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. a Schuckert L Eo............... 3- G. Farben-Industrte Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft...... Frankfurt a. M. 25crlin Schlußkurs Schloßt. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag« börse 27.3. 28.3. 27.3. 28.3. 1 “ 136 135,75 135,5 - — 124,5 126 ' — 226,5 223,5 226,5 116,65 117,25 116,75 116,75 85,5 19,25 85,9 85,4 85,75 19,25 19,4 19,4 126,5 125,5 128,25 126,5 127 126 125 126 178 180 178 180 159 160,25 158,9 160,25 223 224 — —— 110 108,5 109,9 108,5 123 124 123 124,5 — 114,5 113,65 114 I 114,5 105,5 104,75 105,4 135,75 137,9 - 1 131 131 - — _ 99,65 100,65 49,5 50,25 49,4 50,5 83,75 83,5 83,65 83,5 124 124,75 124,25 124,9 87,25 88 87,5 87,65 — 130,75 132,5 98 98,9 98,25 98,75 166,5 168 168,25 168 — 77,25 78 35,4 35,5 35,25 35,5 337 — 336 329 180 180 180,5 180,5 183,75 181 181,5 182,5 1 27 27,25 27,13 89,5 90 — A 198 198 1 Ito 199 Aranksurt a.M. Berlin Schluß- turü Schloßt. Abend» börse Echiuß» kurs Schlußk. Mttiag» börse Datum 27.3. 28.3 ' 27.3. 28-3- 4% desgl. Serie 11............ 9,13 9,13 9,15 9,05 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 7,13 7,13 7,4 7,4 S?4%Rumün.verelnh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente .. 9,6 9,6 9,75 9,7 5,55 5,55 5,5 5,65 8)4% Anatolier............ 40 40,25 40,25 40,25 Hamburg-Amerrka-Paker .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 15,13 15,25 15,5 25 15,4 Norddeutscher Lloyd .........0 16,25 16,4 16,4 16,25 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 109,75 110 109,9 110,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— 111 110,5 in Commerz, und Privat-Bauk ... 0 92 92 92 92 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................0 91,5 91,75 91,5 91,75 Dresdner Bank..............0 91,75 91,75 91,75 91,75 Reichsbank ................ 12 179 179 179 179,25 Fronliun a. DL Berlin Schluß» kurs Schloßt. Abend- börse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 27-3. 28.3- 27 3. 28.3 •% Deutsche ReichSaolethe v. 1927 100,4 100,25 100,65 100,65 4% Deutsche Reich«ani. von 1934 97,65 97,9 97,65 97,5 6^2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,4 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Ausloi.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzaw 111 110,7 110,75 110,9 Weisungen von 1934, I....... 6% ehe in .8% Hess. BolkSstaat 1929 100,2 100,05 100,3 100,25 (rückiahib. 102%).......... 98,25 98 98,25 98,25 4J4% ehem. 8% Hessische Landes- 6ihe mst Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammeiabl. An- 119,25 119,25 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,75 114,25 114,5 114,5 4/,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 _ ßy»% ehem. 4y2% Franks. Hyp.- Baur-Llqu.»Pfandbriefe....... 101,25 101,13 _ _ 6y,% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101,25 101 101,13 100,9 4)4% ehem. 8% Pr. Landespfand- bries anstatt, Pfandbriefe R 19 97 97 97 97 *Vi% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanst., Gold Komm. Cbl.Vl 97 97 97 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 108,9 108,9 108,9 108,9 27-Mörz 28 Mörz Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung 1 Brief Gelb Brief Buenos Lire, 0,680 0,684 0,681 0,685 Brüssel..... 42,02 42,10 42,02 42,10 Mo de Jan. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,86 54,96 54,86 54,96 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,285 12,315 12,285 12,315 HeliingforS.. 5,41 5,42 5,41 5,42 Paris ...... 16,37 16,41 16,365 16,405 Holland .... 168,78 169,12 168,63 168,97 Italien..... 19,70 19,74 19,70 19,74 Japan...... 0,715 0,717 0,716 0,718 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ; 61,73 61,85 61,73 61,85 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,14 11,16 11,14 11,16 Stockholm... 63,32 63,44 63,32 63,44 Schweiz .... 81,02 81,18 81,03 81,19 Spanien.... 33,94 34,00 33,93 33,99 Prag....... Budapest ... 10,265 10,285 10,265 10,285 Neuyork ... 2,480 2,484 2,485 2,489 Seriin,28MLrz Geld 2>nei Amerikanische Roten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,88 Dänische Noten ................. 54,60 Englische Noten ................. 12,25 12^29 16 315 holländische Noten............... 168,21 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling 61,52 61,76 Rumänische Noten............... - — Schwedische Noten............... 63,10 63,36 Schweizer Noten................. 80,85 81,17 Spanische Noten.........•«•••«•• 33,59 33,73 Ungarische Note» »««mmHcm« Montag, 50. märj 1956 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für (Sberhesien) Hr. 76 Drittes Blatt Unser Gau bekennt sich zum Führer! M ■ Marine-HI. wirbt mit einem Kriegsschiff-Modell auf dem Kreuzplatz für den Führer. Wer im Wahlbetrieb einige Erfahrungen besitzt, dem war es gestern vormittag wohl die größte und auch angenehmste Ueberraschung, die so zahlreich eingehenden Meldungen zu beobachten. Noch niemals, seit gewählt wird, sind zu so früher Stunde eine derart große Zahl von Gemeinden gemeldet worden, in denen die Wahlhandlung bereits vollkommen abgeschlossen war. Der Ort Zimmerschied im Kreis Unterlahn meldete um 9.15 Uhr, Unter-Widdersheim im Kreis Büdingen um 9.20 Uhr, und Moosborn im Kreis Gelnhausen um 9.40 Uhr 100prozentige Wahlbeteiligung. Aber nicht nur einzelne Ortschaften, sondern ganze Kreise konnten bis 12 Uhr oder wenig später bereits hervorragende Ergebnisse melden. Der Kreis Büdingen hatte um 11.50 Uhr bereits 21 von 77 und um 15.30 Uhr 45 von 77 Gemeinden mit restloser Stimmabgabe zu melden. Im Kreis Dieburg hatten bis 12 Uhr in 38 Gemeinden alle Wahlberechtigten ihrer Pflicht genügt. Bereits um 15 Uhr ließ sich mit Sicherheit feftstetten, daß nahezu in allen Kreisen des Gaugebietes Hessen-Nassau von 50 v. h. aller Gemeinden ein lOOprozentiges Ergebnis vorlag. Wie überaus stark der Andrang zu den Wahllokalen war, zeigt ein Beispiel: in Steinberg (Kreis Schotten) hatten 20 Minuten nach Wahl- Leginn 85 v. H. der Bevölkerung ihre Wahlpflicht erfüllt. Auch in den übrigen Ortschaften und Städten war der Anfang gleich groß, so daß vielfach die Wähler bis auf die Straßen und Höfe anstehen mußten und die polizeiliche Schließung die einzige Rettung bedeutete. Besser als ein Gesamtbericht können Einzelbilder des Wahlsonntags die noch nie dagewesene Be-^ Meisterung zum Ausdruck bringen. Den größten Anteil daran hatten wohl in allen Orten die ä l t e - -st e n Einwohner, die in der Mehrzahl schon in der frühesten Morgenstunde als Erste an der Wahlurne erschienen. I Ein 70jähriges Ehepaar aus Obersaulheim sollte vom Zubringerdienst abgeholt werden: es erklärte jedoch, noch jung genug zu sein, um für den Führer laufen zu können. Der älteste Einwohner des Kreises Limburg, der 99jährige Konrad Braun aus E l z wählte mit den Worten: „Ich habe noch Kraft genug, dem Führer meine Stimme zu geben!" Ein 91jähriger Mann aus Ulfa (kreis Schollen), der feit 1918 sich an keiner Dahl mehr beteiligt hatte, ging heute erstmals wieder zur Urne. Eine heroische Haltung offenbarte eine Frau im Kreis Offenbach, die um 8 Uhr vormittags entbunden wurde und bereits um 10.30 Uhr ihrer Wahlpflicht genügte. Ein 73jähriger aus B a ch (Kreis Oberwesterwald) der seit 5 Jahren bettlägerig ist, äußerte den dringenden Wunsch, von der SA. zum Wahllokal getragen zu werden. Eine Frau, die erst gestern nach Frankfurt a. M. - Eschersheim umgezogen und noch nicht in die Frankfurter Stimmliste eingetragen war, scheute keine Kosten, um doch noch wählen zu können: sie ließ sich per Auto nach ihrem früheren Wohnort Kaiserslautern fahren und konnte dort ihre Pflicht erfüllen. Aus den Reihen der alten Soldaten, die in der Systemzeit nie von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, erhielt der Führer besonders aufrichtige Zustimmung. So bekundete der in Weilburg lebende Generalleutnant a. D. G r i e- ben, der 1871 an der Kaiserproklamation in Versailles teilgenommen hatte, durch die Abgabe seiner Stimme seine Verbundenheit mit der Politik des Führers. Nicht minder einmütig war die Zustimmung des hessen-nassauischen B a u e r n v o l k e s, das sich in Der 95jährige Herr Muhl in Begleitung von Politischen Leitern auf dem Wege zu, Wahl. • L den meisten Ortschaften bis zum letzten Mann zum Führer bekannte. So erklärte ein Ortsbauernführer sehr launisch: „Bei uns is früh abgestimmt morde, mir hawwe kei Zeit versäume derfe —, mir sin lauter Nationalsozialiste." — Ein anderer berichtet: „Bei uns sin mer mit Musik vors Wahllokal gezoge; bei so eme Fest, geht's ohne Musik net ab." Rührende Bekenntnisse ihrer Treue zum Führer gaben zwei alte Leutchen im Wahllokal der Ortsgruppe Südend in Frankfurt a. M. ab: die 92- jährige Elise Engel äußerte, daß sie, solange sie lebe, dem Führer dienen wolle; der 79jährige Schwalm, der zum Wahllokal getragen werden mußte meinte humorvoll, daß nach der Wahl das Essen ihm noch einmal so gut schmecken wird. Rührende Anteilnahme erzwang sich in der gleichen Ortsgruppe ein 86jähriges Mütterchen, das seinem Stimmschein einen Zettel anheftete, auf dem geschrieben stand: „Ich liebe meinen Führer, mehr als mein Leben!" Ein erschütterndes Beispiel von letzter Aufopferung gab der 99jährige Bäckermeister Wilhelm Kno th auf Frankfurt a. M., dessen letzter Wunsch es war, heute noch einmal seine Stimme abgeben zu dürfen, dann wolle er gern sterben. Heute morgen war er unter den ersten Wählern und heute nachmittag wurde er, nach der Erfüllung seines Wunsches, in die Ewigkeit abberufen. Und kann die Opferbereitschaft, Hingabe und Pflichterfüllung für den Führer stärkeren Ausdruck finden, als in der Tat eines halbgelähmten in Arheilgen bei Darmstadt, der seit zwölf Jahren nicht mehr die Straßen betreten hat, heute aber feine letzte Kraft zufammenraffte -und mühsam zum Wahllokal sich schleppte, um ja nicht feine Pflicht zu versäumen. So zeigen die eingehenden Berichte aus den Ortschaften und Kreisen des Gaues Hessen-Nassau immer wieder das gleiche Bild: in vielen Orten scharte sich die Bevölkerung spontan zusammen, um gemeinsam zum Wahllokal zu marschieren und so einmütig sich zum Führer zu bekennen. Wenn man die bis jetzt vorliegenden einzelnen Ergebnisse betrachtet, so muß man feststellen, daß der Appell des Führers überall stärksten Widerhall gefunden hat. Telegramm des Gauleiters an den Führer NSG. Nach Vekanntwerden der Wahlergebnisse aus dem Gau Hessen-Nassau richtete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger nachfolgendes Telegramm an den Führer: Wein Führer! Gau Hessen-Nassau hat am heutigen Tage wahr gemacht, was er bei Ihrem Hiersein versprach, und was im Wahlkampf herausleuchtete. Hessen-Nassau steht wie ganz Deutschland in historisch seltener Einmütigkeit hinter Ihnen, mein Führer. Wir sind stolz, zu Ihrer Gefolgschaft zu gehören und werden mit Ihnen marschieren, wann und wohin Sie auch immer befehlen. heil! Sprenger. Dank des Landesbauernführers LPD. Frankfurt a. M., 29. März. Landesbauernführer Dr. Wagner hat nach Bekanntwerden des glänzenden Wahlergebnisses folgenden Aufruf an das h e s f e n - n a f s a u i f ch e Landvolk gerichtet: An das hessen-nassauische Landvolk! Der restlose begeisterte Einsatz des hessennassauischen Landvolkes für den Führer hat mich mit Stolz und Freude erfüllt. Adolf Hitler Mz* Die 93 Jahre alte Professorswitwe Frau Streng in Begleitung des Roten Kreuzes nach der Stimmabgabe. (Aufnahmen [7]: Photo-Pfaff, Gießen.) sicherte Euch Haus, Hof, Ehre und Frie» den. Eure Stimme sicherte ihm sein Friedenswerk. Indem ich Euch Bauern und Landarbeitern für diesen Beweis der Einsatzbereitschaft danke, erwarte ich, daß Ihr auch im künftigen Alltag Euch der Treue dieses 29. März bewußt bleibt. Heil Hitler! Dr. Wagner, Landesbauernführer. Erhebendes Bekenntnis der Stadt Gießen zum Führer. Oer Verlauf des gestrigen Wahltages.-In Gießen 24325 Stimmen für die Liste und damit für den Führer, 334 Stimmen gegen die Liste und ungültig. Der gestrige Wahltag fand auch in Gießen einen eindrucksvollen Auftakt mit der lieber» tragung des Schlußappells des Führers am Samstagabend aus Köln. Nicht nur in den Wohnungen am eigenen Radiogerät saßen die Volksgenossen, um der weihevollen Stunde in Köln als Hörer über Hunderte von Kilometer hinweg beizuwohnen, sondern auch an den von der Partei für den Gemeinschaftsempfang vorgesehenen Stätten und in zahlreichen Gastwirtschaften hatten sich sehr viele Männer und Frauen eingefunden, um zum letzten Male vor der historischen Abstimmung den Führer zu hören. Die rechte Einfühlung in das unvergeßliche Erleben gab das Glockengeläute, das auch zu den Hörern am Radiogerät ernst mahnend herüber- klanq. Und dann sprach der Führer zu seinem deutschen Volke, das ihm allenthalben mit aufnahmebereitem Herzen und hingebungsvollem Glauben in treuer Verbundenheit folgte. Die ehernen Stimmen der Glocken des Kölner Doms, die im ganzen Reiche sofort das Geläute aller Kirchenglocken auslösten, und der über das ganze Reich zum nächtlichen Himmel mächtig emporbrausende Gesang des Niederländischen Dankgebetes waren auch für unsere Stadt der ergreifende Ausklang dieses Bekenntnisses vor aller Welt, daß Adolf HitlerDeutschland i st und Deutschland Adolf Hitler! Das NSKK. beteiligte sich am Samstag in starkem Maße an der Propaganda für den großen Wahltag. Unter dem Kommando des Führers der Motorstandarte I/M 147, Obersturmführer Schäfer fuhr die große Wagenkolonne in drei Gruppen m die nähere Umgebung von Gießen. Ueberall in den Ortschaften, die das NSKK. passierte, kündigten Fanfarenbläser des Jungvolks die Auffahrt der Wagen an, die zum Teil prächtig mit Flaggentuch und mit Plakaten geschmückt waren. Auf einem der Wagen sah man das Zeichen der NSKK in einer eindrucksvollen und plastischen Form dargestellt. Nach dem Eintreffen der Wagen in den einzelnen Dörfern sammelten sich die Mannschaften und riefen in disziplinierten Sprechchören zur Wahl auf. Gegen 17 Uhr traf sich die gesamte Wagenkolonne zu einer großen Kundgebung in Grünberg. Dort hatte sich inzwischen auch die Standartenkapelle der Motorstandarte 147 eingefunden. Viele Einwohner der Stadt fanden sich auf dem Platze der Kundgebung ein. Obersturmführer Schäfer wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Wahltages hin und forderte die Bevölkerung auf, sich geschlossen hinter den Führer Adolf Hitler zu stellen, lieber Reiskirchen, Großen-Buseck, Alten- Buseck und Wieseck wurde die Rückfahrt angetreten. In unserer Stadt fiel die Wagenkolonne, als sie nach Einbruch der Dunkelheit hier ankam, allge- Zu unseren Bildern: Neben st ehend: Eine Gruppe des NSKK. Gießen vor Beginn der Propagandafahrt. Links unten: Ab- stimmung in den Krankenzimmern der Kliniken. Rechts unten : Hochbetrieb in einem Wahllokal. • N * ? W1 d\ < > Die Spitze der langen Autokolonne des Gießener NSKK. bei Reiskirchen. In Kempten (Kreis Bingen) war es der sehn- lüchtigste Wunsch einer Mutter von zehn Kindern, in Dankbarkeit für die liebevolle Fürsorge, die ihr Inirch die vom Führer geschaffenen Einrichtungen zuteil geworden ist, noch einmal ihm die Hand drucken zu dürfen. Wenn sie es nicht mehr erleben sollte, dann wollte sie wenigstens durch die Abgabe ihrer Stimme das Werk des Führers unterstützen. In Nackenheim (Kreis Alzey) waren die ersten Wähler an der Urne zwei 90jährige Veteranen. Eine gebrechliche Frau aus Ern st haus en (Kreis Oberlahn), die die beiden letzten Male nicht zur Wahl gehen konnte, ließ es sich diesmal unter keinen Umständen nehmen, ihre Verbundenheit mit dem Führer zu bekunden. In Seckbach bei Frankfurt a. M. wurde em Blinder, der zudem noch schwer gelähmt war, ins Wahllokal getragen, wo er laut erklärte, daß er dem Führer seine Stimme geben wird. mein auf. Diele Menschen säumten die Straßen, als die vielen Wagen die Stadt durchfuhren. ♦ Unö so wie die Abendfeier vor dem Abstimmungstage in wundervoller Geschlossenheit des deutschen Volkes Adolf Hitlers den Tag beendete, so begann in der gleichen starken und unerschütterlichen Willensrichtung der Tag der Wahl, der Tag des Bekenntnisses und des Gelöbnisses für den Führer der deutschen Nation auch in unserer Stadt. Ein SA.- Sturm mit dem Musikzug und dem Spielmannszug leitete den unvergleichlichen Tag um 7.30 Uhr mit dem Großen Wecken ein. Und schon bald darauf machten sich viele wahlberechtigte Männer und Frauen auf zu ihren Wahllokalen. Von welcher gewaltigen Begeisterung auch in Gießen die Wahlberechtigten erfüllt waren, geht beispielsweise daraus hervor, daß in zahlreichen Wahllokalen schon lange vor Beginn der Abstimmung, etwa von 8.30 Uhr ab, ganze Reihen von Wannern und Frauen sich ausgestellt hatten, um sofort nach Eröffnung der Wahlhandlung die Möglichkeit zur Stimmabgabe zu haben. Die Wahlvorsteher waren nicht wenig überrascht, als sie bei ihrem Kommen einen derart großen Andrang von Abstimmungsberechtigten vorfanden. Und es gab denn auch sofort nach Eröffnung der Wahlhandlung in allen Wahllokalen stramm zu tun. Zu den anstehenden, teilweise in mehreren Gliedern nebeneinander aufgebauten Menschenreihen kamen immer wieder neue Stimmberechtigte hinzu, und auch da, wo ein ausgesprochenes „Schlangestehen" für einige Zeit einmal nicht zu bemerken war, hielt der Zustrom ununterbrochen stark an, so daß es für die Männer und Frauen des Wahlbüros nirgends auch nur einige Minuten des Verschnaufens gab. Das war in allen Wahllokalen ein so lebhaftes und ununterbrochenes Kommen und Gehen, wie wir es in Gießen bisher noch bei keiner Wahl beobachtet haben. Und dieser Hochbetrieb dauerte nicht etwa nur ein oder zwei Stunden I^ng, sondern er war den ganzen Vormittag überau im Gange, vor und während und namentlich auch nach der Kirchenzeit. Selbst um die Mittagsstunde gab es in den meisten Abstimmungslokalen „keine Ruh und Rast", der Betrieb hielt alle Kräfte in Atem, so daß vielfach auch die sonst übliche Ablösung entweder bis zum Mittag gar nicht oder nur ganz vereinzelt und nur für kurze Z'it vorgenommen werden konnte. Aeußerte sich auf diese Weise in allen Wahlbezirken eine Einsatzbereitschaft, die würdig war der großen Tat des Führers, so setzten sich dennoch die in der vordersten Front stehenden Kämpfer des Führers, die Politischen Leiter, SA., SS., HI. und BDM. sowohl im Verlaufe des Vormittags, wie auch am Nachmittag mit aller Tatbereitschast für die Heran'ührung aller stimmberechtigten Männer und Frauen an die Wahlurne ein. Wie am frühen Morgen die SA. marschiert war, so marschierte im weiteren Verlaufe des Tages auch die HI., waren die Politischen Leiter in den Wahldienststellen b"r Partei emsig tätig, sorgte ein Lautsprecher am Bahnhofsplatz immer wieder für den Appell an die Stimmberechtigten zur Erfüllung ihrer Pflicht, standen an den Stadtausaängen SA.-Männer, um Spaziergänger, die ihre Wahlpflicht noch nicht erfüllt hatten, zur Leistung dieses höchsten Dienstes für Führer und Vaterland zu ermahnen, waren SA.- und SS.-Mönner, vor allem auch die Männer des NSKK. mit Kraftwagen unterwegs, um wegunfähige Männer und Frauen zu den Wahllokalen und zurück zu bringen, standen auch die Männer der Sanitätskolonne'vom Roten Kreuz vom frühen Vormittag ab bis zum späten Nachmittag im Dienste der Transporthilfeleistung für kranke und alte Leute, um ihnen den Weg zur Wahlurne zu ermöglichen und nach besten Kräften zu erleichtern, sie in treuer Obhut auch wieder nach Hause zu bringen, betätigten sich viele Helfer als Ordner bei dem großen Menschenandrang vor den Wahllokalen und standen vom frühen Nachmittag an viele SA.- Männer im Dienst, um die säumigen Volksgenossen, die bis dahin noch nicht im Wahllokal erschienen waren, auf die Erfüllung ihrer Pflicht hinzuweisen. Erst in den späten Nachmittagsstunden, als der Schluß der Abstimmungszeit schon in naher Sicht war, ließ der Betrieb in den Wahllokalen naturgemäß erheblich nach, denn um diese Zeit hatten eben die Stimmberechtigten bis auf wenige Nachzügler ihre Pflicht der Abstimmung bereits erfüllt. Höchste Anerkennung verdient es, daß auch viele alte Männer und Frauen es als ihre unabweisbare Pflicht ansahen, an diesem bedeutungsvollen Tage der deutschen Geschichte für den Führer Zeugnis mit dem Stimmzettel abzulegen. So konnte man den ganzen Tag über viele Männer und Frauen in hochbetagtem Alter bemerken, die trotz erheblicher körperlicher Anstrengun- gen es sich nicht nehmen ließen, den Weg zur Wahlurne zu gehen, wegunfähige Männer und Frauen wurden bis vor die Wahllokale gefahren und dort von ihren fürsorglichen Begleitern zur Urne geleitet. Unter den abstimmenden hochbetagten Männern und Frauen befanden sich auch der älteste E i n - wohn er unserer Stadt, der 95 Jahre alte Sozialrentner Friedrich Muhl, Licher Straße 7, und die 93 Jahre alte Professorswitwe Frau Streng, Alicenstrahe 22 wohnhaft; beide zeigen wir in unseren Bildern auf dem Wege zum Wahllokal. Ebenso wie diese rührenden Beispiele von treuer Pflichterfüllung für den Führer und damit für Deutschland brachte der Verlauf des gestrigen Tages noch viele weitere gleicher und ähnlicher Art, die die vollste Anerkennung verdienen. Im Verlaufe der frühen Mittagszeit wurde hier bekannt, daß in zahlreichen Orten des Kreises Gießen schon vor 12 Uhr alle Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten, ein leuchtendes Beispiel der mustergültigen Tatbereitschaft jener Wahlberechtigten, das hier mit aller Anerkennung vermerkt sei. Der Feststellung der Wahlergebnisse wurde natürlich allenthalben mit großem Interesse entgegengesehen. Etwa gegen 19.30 Uhr konnten wir das Ergebnis der Stadt Gießen auf Grund der amtlichen Schlußzählung wie folgt bekanntgeben: Abgegeben wurden in Gießen 24 659 Stimmen. Davon waren für die Liste und damit für den Führer 24 325 Stimmen, gegen die Liste und ungültig 334 Stimmen. Das ist ein Ergebnis in unserer Stadt, auf das alle deutschen Männer und Frauen mit Recht stolz sein können und das alle Volksgenossen und Volksgenossinnen in der Gefolgschaft des Führers mit großer Freude erfüllt. Es ist für unsere Stadt Gießen ein Ruhmesblatt für allezeit, sich durch diese Abstimmung in so überwältigender und erhabener Weise zum Führer und Reichskanzler Adolf Hit - l e r und damit zu Deutschland bekannt zu haben. Unmittelbar vor der Bekanntgabe des Gießener Ergebnisses waren wir in der Lage, aus dem Kreise Gießen eine Reihe von Ergebnissen aus den wichtigsten Orten veröffentlichen zu können. Die Aushänge in den Schaufenstern unseres Geschäftshauses fanden sofort die starke Beachtung zahlreicher Männer und Frauen. Im weiteren Verlaufe des Abends konnten wir den lokalen Berichten im Aushang weitere Meldungen aus den verschiedensten Gegenden des Reiches folgen lassen, die sämtlich mit starkem Interesse ausgenommen wurden. Erst gegen die Mitternachtsstunde, als der Straßenverkehr erheblich nachgelassen hatte und außerdem auch noch Regen einsetzte, wurde die Zahl der Schau-Interessenten vor den Aushängen immer geringer. Ein großer lag war auch für unsere Stadt zu Ende gegangen, ein lag, der nicht nur für die gegenwärtig am Ruder stehende und für die kommende Generation eine unauslöschliche freudige Erinnerung für alle Zeiten sein wird, sondern von dem auch noch die künftigen Geschlechter in unserer Stadt, wie im ganzen Reiche und in der Welt sprechen werden. Wir heutigen können stolz darauf sein, diesen Tag miterlebt und erneut zum Bekenntnis und unverbrüchlichen Treuegelöbnis für den Führer der deutschen Ration Adolf Hitler benutzt zu haben. Unsere Stadt Gießen ist froh und stolz, als würdiger Mitkämpfer in Reih und Glied unter Adolf Hitlers Führung zu marschieren. firei« Gießen. Gemeinden Für die Liste und damit für d. Führer Gegen die Liste und ungültig Abgegebene Stimmen Albach......... 269 — 269 Ullendorf a. b. Lahn . . . 571 4 575 Ullendorf a. d. Lda.. . . . 880 — 880 Allertshausen...... 238 — 238 Alten-Buseck....... 895 1 896 Annerod........ 465 — 465 Bellersheim....... 422 — 422 Beltershain....... 240 — 240 Bersrod......... 316 — 316 Bettenhausen...... 244 — 244 Beuern......... 718 — 718 Virklar......... 343 — 343 Burkhardsfelden..... 482 — 482 Climbach........ 151 —— 151 Daubringen....... 704 — 704 Dorf-Gill........ 278 — 278 Eberstadt.......*. 394 — 394 Ettingshausen...... 419 — 419 Garbenteich....... 720 6 726 Geilshausen.....- . 351 — 351 Gießen......... 24325 334 24659 Göbelnrod........ 212 — 212 Großen-Buseck...... 1466 6 1472 Großen-Linden..... 1677 1 1678 Grünberg........ 1644 5 1649 Grüningen....... 486 — 486 Harbach......... 282 — 282 Hattenrod........ 336 — 336 Hausen......... 421 — 421 Heuchelheim....... 2058 3 2061 Holzheim........ 795 — 795 Hungen......... 1174 2 1176 Inheiden........ 340 — 340 Kesselbach........ 298 — 298 Klein-Linden....... 1447 1 1448 Langd ......... 285 — 285 Lang-Göns....... 1336 3 1339 Langsdorf........ 647 — 647 Lauter......... 337 1 338 Leihgestern....... 1238 4 1242 Sich.......... 1960 6 1966 Lindenstruth....... 233 —— 233 Lollar.......... 1732 1 1733 Londorf........ 666 — 666 Lumda......... 276 — 276 Mainzlar........ 491 — 491 Münster......... 226 —— 226 Muschenheim...... 421 — 421 Nieder-Bessingen..... 226 — 226 Nonnenroth....... 214 — 214 Obbornhofen....... 441 — 441 Ober-Bessingen..... 250 — 250 Ober-Hörgern...... 222 — 222 Odenhausen....... 209 — 209 Oppenrod........ 238 — 238 Queckborn........ 460 — 460 Rabertshausen...... 133 — 133 Reinhardshain...... 206 —— 206 Reiskirchen....... 714 — 714 Rodheim........ 253 — 253 Rödgen......... 539 2 541 Röthges...... 166 — 166 Rüddingshcmsen..... 503 — 503 Ruttershausen...... 364 — 364 Saasen......... 396 — 396 Stangenrod....... 219 — 219 Staufenberg....... 680 — 680 Steinbach........ 805 1 805 Steinheim........ 336 — 336 Stockhausen....... 97 — 97 Trais-Horloff...... 282 — 282 Treis a. d. Lda...... 834 — 834 Trohe......... 174 1 175 Utphe ......... 337 2 339 Villingen........ 745 — 745 Watzenborn-Steinberg . . 1666 17 1683 Weickartshain...... 273 — 273 Weitershain....... 361 — 361 Wieseck......... 2707 3 2710 Amtliches Wahlergebnis für den WchNreiS 33 Seffen-Samstadt. Stimmberechtigte: 952 317, Stimmscheine: 30 056, zusammen: 982 373. Abgegebene Stimmen: 971 104, für die Liste und damit für den Führer: 955 217, gegen die Liste und ungültig 15 887. Gesamt-Wahlergebnis der hessischen Provinzen: (Privatzahlnng des Landespressedlenftes des DRV.) Oberhessen: Abegegebene Stimmen: 230 064; für die Liste und damit für den Führer: 228 985, gegen die Liste und ungültig: 1079 Stimmen. Starkenburg: Abgegebene Stimmen: 448 969; für die Liste und damit für den Führer: 439 052, gegen die Liste und ungültig: 9 917 Stimmen. Rheinhessen: Abgegebene Stimmen: 296 435; für die Liste und damit für den Führer: 291 618, gegen die Liste und ungültig: 4 817 Stimmen. Abgegeb. Stimmen Für die Liste und damit für den Führer Gegen die Liste und ungültig Oberheffen: Kreis Alsfeld 26 226 26149 77 Büdingen 29 481 29 440 41 Friedberg 63 716 63 253 463 Gießen 46 804 46 734 70 Lauterbach 20 410 20 352 58 Schotten 18 768 18 732 36 Starkenburg: Kreis Bensheim 51 956 51242 714 Darmstadt 41096 40 552 544 Dieburg 44 578 44 456 122 Erbach 33 000 32 908 92 Groß-Gerau 45 072 44 611 461 Heppenheim 36 626 36 019 607 Offenbach 72 536 70 183 2353 Rheinhessen: Kreis Alzey 35 155 34 959 196 Bingen 33151 32 724 427 Mainz 23 032 22 583 449 Oppenheim 32 437 32 245 192 Worms 34 700 34 575 125 Die großen hessischen Städte: Darmstadt 66 387 64 791 Gießen 24 659 24 325 Mainz 102 845 99 974 Offenbach 57 718 54 290 Worms 35 115 34 558 1596 334 2871 3428 557 Aus dem Wahlbezirk Hessen -Nassau. Kreis Abgegeb. Stimmen Für die Liste und damit für den Führer Gegen die Liste und ungültig Biedenkopf 25 466 25 360 106 Main-Taunus 48 929 48 419 510 Limburg 40 060 39 421 639 . Dillkreis 39 717 39 625 92 Ufingen 15 235 15 201 34 Wetzlar 58 577 58 316 261 ' Wiesbaden 121 557 120 003 1554 Frankfurt a. M. 407 229 396 612 10 617 Kassel-Stadt 128 676 128 042 634 Kassel-Land 44 543 44 531 12 Fulda-Stadt 18 938 18 922 16 Fulda-Land 45 064 45 052 12 , Gelnhausen 35 954 35 896 58 Hanau-Stadt 29 181 29 100 81 Hanau-Land 39 046 38 701 345 Marburg-Stadt 18 328 18 278 50 Marburg-Land 41 323 41 304 19 Der Halberstädter Domschah Son Ernst v. Tiiebelschüh Im Frühjahr soll der Schatz des Domes zu Halberstadt in neu dafür hergerichteten Museumsraumen der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Die Nachricht klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Denn beinah hatte man sich daran gewöhnt, von dem Halberstädter Domschatz, der seit dem Kriege hinter Schloß und Riegel ein geheimnisvolles Dasein führte, als von einem verschwundenen Märchenschatz zu sprechen. Nun wird eine der größten und reichsten kirchlichen Schatzkammern Deutschlands dem Besuch wieder offen» stehen. Der Superlativ ist hier schon einmal angebracht, denn eine Domsammlung, die u. a. 67 kirchliche Gerätschaften aus Edelmetall, 48 Reliquienbehälter, 178 liturgische Gewänder und 49 Altarbehänge und Teppiche umfaßt, darf wohl den Anspruch darauf erheben, zu den ersten ihrer Gattung gerechnet zu werden. Die Schatzkammern unserer mittelalterlichen Dom- kirchen stehen etwa zwischen den fürstlichen Rati- tätcntabinetten und den heutigen Museen. Mit jenen teilen sie die Bezogenheit auf das Seltene, Fremdländische und materiell Kostbare, mit diesen das Interesse für den künstlerischen Wert. Mit beiden verbindet sie der Begriff des „Sammelns", wenn auch hinzugefügt werden muß, daß in den Domschätzen nicht Kunst in unserem Sinne gesammelt wurde, sondern in jedem einzelnen Falle der Bedeutungswert und die kultische Verwendbarkeit die ausschlaggebenden Gesichtspunkte bei der Erwerbung waren. Meist handelt es sich auch nicht um Ankäufe, vielmehr um Stiftungen von Geistlichen, Fürsten oder Pilgern, um verdienstliche Werke also, mit denen man eine Schuld zu sühnen oder das geängstigte Gewissen zu beruhigen bestrebt war. Und alle diese Kostbarkeiten, die wir heute fast ausschließlich nach ästhetischen Maßstäben zu beurteilen pflegen, waren nicht dazu bestimmt, mit Nummern versehen in Schränken und Vitrinen ausgestellt zu werden, sondern sie dienten als Gebrauchsgegenstände bei den liturgischen Feiern, wie in der katho- lischen Kirche noch heute. Das bezieht sich auf alles, was mit dem Altar- und Reliquiendienst zusammenhängt, aber auch auf den priesterlichen Ornat, der mit feinen ebelftein- und perlenbestickten Gewändern einen besonders kostbaren und pflege- bedürftigen Teil der bischöflichen Schatzkammer bil- bete. Oft finb diese das Ergebnis jahrhundertelanger Sammeltätigkeit, so daß man sie mit gutem Grunde als die „lebendigen Chroniken" der Kirchen bezeichnen konnte. Bei der Fülle des Halberstädter Domes an Schau- und Gebrauchsstücken wäre es ein aussichtsloses Beginnen, eine Beschreibung im einzelnen versuchen ober auch nur ein besonders reich bestelltes Teilgebiet, wie das der priesterlichen Bekleidung, ausführlich behandeln zu wollen. Ueberall, von den glockenförmigen Meßgewändern (casulae), den Dal* matiten, Tuniken, Pluvialen, Gürteln, Bischofsmützen bis zu den Handschuhen, Fußbekleidungen und Schweißtüchern glänzt und gleißt es von kostbarer orientalischer Seide, erhaben aufgenähter Perlen- und Sammetstickerei, von Silberflittem, Goldbrokaten und Juwelen erlesenster Art. Sind die Farben auch z. T. verblaßt, das Gold und Silber unansehnlich geworden, so kann man sich doch noch immer eine Vorstellung von der festlichen Pracht bilden, die einst der in solche Herrlichkeiten gehüllte Klerus in Verbindung mit dem farbigen Schmuck der Teppiche und Altarbehänge an den großen kirchlichen Feiertagen hervorzuzaubern wußte. Denn nächst den liturgischen Gewändern machen die reichbestickten Antependien (Altarbekleidungen) und die gewebten romanischen und gotischen Wandteppiche, die z. T. noch heute den oberen Teil des Chorgestühls schmücken, den Hauptwert der Sammlung aus. Zwei von ihnen, der Behang mit der Schilderung des Engelbesuchs bei Abraham und der „Apostelteppich", der den thronenden Christus im Kreise der Jünger barstellt, finb wohl in einheimischen Werkstätten zu Beginn bes 12. Jahrhunderts entstanden und gehören in ihrem relativ guten Erhaltungszustand zu den wertvollsten Dokumenten der frühmittelalterlichen „Fadenmalerci". Ihnen gesellen sich das Fragment eines um ein Jahrhundert jüngeren Figurenteppichs mit Karl dem Großen, der von zwei antiken Philosophen zur Mildtätigkeit ermahnt wird, und der spätgotische Marienteppich mit Szenen aus dem Leben der heiligen Jungfrau. Es dürfte wenig deutsche Dom» schätze geben, die auf dem Gebiet der mittelalterlichen Teppichfabrikation mit dem Halberstädter wetteifern können. Mit ausgezeichneten Stücken aus fast allen Stil- Perioden ist auch das Altargerät vertreten, doch stehen auch hier die Belege aus romanischer und gotischer Zeit an kunstgeschichtlicher Bedeutung in vorderster Linie. Die Sammlung umfaßt alles, was der Mehdienst vorschrieb: gemalte Altaraufsätze und Kreuze, Monstranzen und Rauchfässer, Kelche und Glaser, Hostienbüchsen, Kußtafeln, Oelfläschchen, Wärmekugeln, Tragealtärchen und vor allem Reliquienbehälter, die in allen denkbaren Formen vertreten sind, ausgenommen die großen Reliquienschreine aus vergoldetem Silber und Schmelzmalerei, die der Stolz der rheinischen Kirchen sind. Zu diesen Geräten, Meisterwerken der Goldschmiedekunst, kommen noch die heiligen Bücher mit ihren Einbanddeckeln aus Elfenbein und Filigranschmuck, darunter auch einige „Diptychen" byzantischer Herkunft, mit deren Erwerbung es eine eigene Bewandtnis hat. Ein großer Teil des Schatzes, und gerade der älteste und wertvollste, stammt nämlich aus der Kriegsbeute, die Bischof Konrad von Halberstadt aus dem 1204 eroberten Konstantinopel mitgebracht und seiner Domkirche geschenkt hat. Was bei dieser beispiellosen Plünderung der Stadt Konstantins des Großen durch die fränkischen Kreuzfahrer nach dem Abendlande verschleppt worden ist, gehört unstreitig zu den größten Kostbarkeiten des byzantinischen Kunsthandwerks, und auch der Halberstädter Dom darf sich rühmen, einiges aus dieser Beute zu besitzen. Ein Diptychon z. B. mit figürlichen Darstellungen, aus Elfenbein gefertigt und wohl noch dem 3. Jahrhundert angehörig. Ferner den angeblichen, in Silber gefaßten Schädel des jüngeren Jakobus, das sog. „Demetriusgrab", eine byzantinische Reliquienbüchse mit Spuren von Blut und Salbe. Das Hauptstück aber ist eine silbervergoldete Weih- brotschale mit einer griechisch beschrifteten Kreuzigung in Hochrelief und acht Brustmedaillons griechischer Heiliger — gleichfalls von Bischof Konrad „mitgebracht". Schließlich zwei Kirchenfahnen aus grüner Seide mit Inschriften, die besagen, daß Kaiser Alexios von Byzanz die Fahnen, die also offensichtlich Weihgeschenke waren, als Sühne für begangene Sünden gestiftet hat. Bei anderen Gegenständen sind die Umstände der Erwerbung weniger eindeutig und teilweise auch von Legende und Sage verhüllt, etwa bei dem Elfenbeindeckel eines Evangeliars, das den Evangelisten Johannes darstellt und angeblich eine Schenkung Ludwigs des Frommen an den Bischof Heimo ist, ober bei einer Schachfigur aus Bergkristall, die Karl dem Großen gehört haben soll. Ob diese Zuschreibungen zutreffen oder nicht, jedenfalls zeigen sie, daß die Phantasie nicht müßig war, auch in die Schätze der christlichen Kirche jenen mystischen Zauber hineinzudichten, der schon den Hort der germanischen Vorzeit zum Trager dunkler Geheimnisse machte. Vögel als Wächter. Daß der Vogel dem Hund in manchen Fällen an Wachsamkeit nicht nachsteht, ist eine ebenso merkwürdige wie wenig bekannte Tatsache. So sind beispielsweise die Perlhühner die grimmigsten Feinde der Ratten und verjagen sie von jedem Feld, in das die gefräßigen Nagetiere eingedrungen finb. Uederhaupt ist das Perlhuhn ein außergewöhnlich wachsames Tier und erhebt sofort seine heiser kreischende Stimme, wenn sich ein Fremder naht. Auch andere Vögel sind ausgezeichnete Wächter. In Venezuela wird der Trompeterkranich, ein langbeiniger kräftiger Vogel, von den Eingeborenen sogar als Schafhirt verwendet. Den ganzen Tag über steht er in würdiger und aufmerksamer Haltung mitten unter den weidenden Schafen, und abends sorgt er dafür, daß sie vollzählig in den Stall zurückkehren. In Mittelamerika wird eine andere Kranichart in vielen Gärten gehalten, denn sie ersetzt tatsächlich einen wachsamen Haushund. Betritt ein Fremder das Grundstück, so läuft der Vogel eilig hinter ihm her, er belästigt ihn zwar nicht, aber er läßt ihn auch nicht aus den Augen und stößt zugleich einen lauten anhaltenden Ruf aus, und nichts kann ihn dazu bewegen, zu schweigen, bis fein Herr ober ein anberes Mitglied der Familie erschienen ist. Eine dritte Kranichart, der in Brasilien heimische Cairama, hält den Garten, in dem ihm Gastfreundschaft gewährt wird, von allen Schlangenarten frei. Dieser Vogel ist außerordentlich kriegerisch und nimmt selbst den Kampf mit einer großen Klapperschlange auf. Während er den einen Flügel als eine Art Schild vor den Körper hält, packt er die Schlange mit seinen sporenbewaffneten Füßen und hält sie fest umklammert, so daß sie sich nicht befreien kann. Da er sehr geräuschlos ist und über eine große Schnelligkeit verfügt, erweist sich dieser Kranich den Schlangen fast immer überlegen. In manchen Gegenden wird der Turmfalke aehalten, um die Gärten gegen die Gefräßigkeit der Vögel zu schützen, die sich gern über die Obstbäume hermachen. Der amerikanische Königsvogel ist ein solcher Wachtposten. Allerdings steht er nicht im Dienst der Menschen, sondern in dem der anderen Vögel. Sobald sich ein Raubvogel naht, läßt dieser kleine Wächter einen durchdringenden Schrei ertönen, und sofort sucht jeder Vogel in weitem Umkreis Schutz und Deckung. Einen ähnlichen Posten nimmt iS unserer heimischen Vogelwelt die Amsel ein. Der eifrigste Aufpasser im Vogelreich ist aber wohl der Reiher, den besonders die Geslügeljäger fürchten. Aufruf des WHW. Versammlung für das 29618. Am heutigen Montag und morgen. Dienstag, sammeln der BDM. und die Jungmädel zum letzten Male. Das Osterfest naht, und da will das Winterhilfewerk nicht versäumen, den von ihm betreuten Volksgenossen eine kleine Ostergabe spenden zu können. Aach dem ungeheuren Vertrauenssieg unseres Führers am gestrigen Dahlsonntag soll es für alle Volksgenossen, die dazu In der Lage sind, eine slolze Pflicht fein, abzugeben, was sie abgeben können. Gebt darum dem BDM. reichlich? Die Kreisführung des whw. Gießen. An alle EinzelhandelSgefchäste und Zirmen derStadtund desKreifesGießen Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes wird am 31. März 1936 abgeschlossen. Um in der vorgeschriebenen Zeit eine endgültige Abrechnung an die vorgesetzten Dienststellen vornehmen zu können, werden die Inhaber aller im Geschäftsverkehr mit dem WHW. stehenden Firmen und Betriebe aufgefordert, ihre Ansprüche an die Kreisführung Gießen des WHW. bis spätestens zum 5. April aeltend zu machen. Rechnungen, die in doppelter Ausfertigung einzureichen sind, und die b-is zu dem obigen Termin nicht eingegangen sind, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Kreisführung des WHW. Giehen. Amtliches Wahlergebnis für den Wahlkreis 19 Sessen-Aaffau. Stimmberechtigte: 1 697 126, Stimmscheine: 69 665, zusammen 1 766 791. Abgegebene Stimmen: 1746636, für die Liste und damit für den Führer: 1729 769, gegen die Liste und ungültig: 16 867 Stimmen. Gesamt-Wahlergebnis des Regierungsbezirks Wiesbaden. Abgegebene Stimmen: 1007 719. Für die Liste und damit für den Führer: 992 170. Gegen die Liste und ungültig: 15 549. Aus der prvvmzialhauptstadt. Gang in den Keller... So wie jedes Ding im Leben feine geheimnisvollen Seiten hat, so auch das Haus, denn es besitzt seinen Keller. Und so wie eine nüchtern aufgeklärte Weltbetrachtung uns beweisen möchte, daß es letzten Endes überhaupt keine Geheimnisse gibt und jede Sache ihre natürliche Erklärung finden kann, so wird es Menschen geben, die den Keller als eine Räumlichkeit betrachten, in der es nichts weiter als eben dunkel ist. Aber diese Menschen haben nicht recht. Denn das Dunkle ist an sich schon etwas Abenteuerliches und Geheimnisvolles. Jrn Dunkeln verlassen uns die Instinkte sowohl wie unsere geistigen Ueberlegenheiten. Nur in der Helle des Tageslichts sind wir wissende, erfahrene Menschen. In der Finsternis werden wir wieder zu Lebewesen. Deshalb fürchten wir uns im Keller. „Ha!", ruft da jemand und qualmt an seiner Zigarre, ,cha, ich sollte mich im Keller fürchten? Daß ich nickt lache!" Nun, es sind hier nicht jene modernen Kelleranlagen neuerbauter Häuser gemeint, wo man am Eingang das elektrische Licht anknipst und die weißgetünchten Wände so klar und übersichtlich verlaufen wie die Linien eines Schachbretts. Aber stellen wir den lachenden Mann mit der Zigarre einmal in die seltsamen Kellergewölbe eines alten, weitläufigen Patrizierhauses der Altstadt. Eine Kerze können wir ihm ruhig geben, und dann rasch die Kellertür zu. So, nun spazieren Sie ein bißchen umher. Bester, über plötzliche Stufen und um jähe Ecken, vorbei an schwarz schattenden Nischen und düsteren Wölbungen. Halt, was springt und huscht hier aus der Finsternis? Nur eine harmlose Ratte, mein Lieber! Und was knispert dort hinten so eigentümlich? Vielleicht eine ganz natürliche Maus, Freund! Was wischte eben schaurig über meinen Nacken? Es wird ein Spinnennetz gewesen sein! Und was tickt fern wie eine gespenstische Uhr? Nüchterne Wassertropfen, Sie kennen ja wohl noch die physikalische Gesetzmäßigkeit des Falles? Nein, ganz so wohl wie in der strahlenden Sonne ist hier unten niemandem zumute. Wir gestehen es natürlich nicht ein, denn wo bliebe sonst unsere Würde. Je dunkler der Keller ist, desto lauter pfeifen wir vor uns hin. Daß wir uns damit verraten, sei nur nebenbei bemerkt, denn es ist ja eine alte Sache, datz jedes Kind, wenn es allein in den Keller muß, so laut singt wie nur irgend möglich, um sich selbst ein bißchen Mut zu machen. Es ist ja auch so reizvoll zu glauben, daß hier unten zwischen Kartoffelkisten, alten Truhen und glitzernden Kohlenhaufen der Hausgeist wohnt und sein Kobolddasein führt. Wir haben oben, im klaren Licht der Stockwerke und Zimmer, der prosaischen Nüchternheiten genug. Anerkennen wir also hier, im Schweigen der tiefgeschachteten Räume, getrost die Mystik der Finsternis! Ach, es gibt Keller, in denen man wahrhaftig das Gruseln lernen kann, Keller mit unverständlich vermauerten Türen, mit unerklärlichen Geräuschen und unergründlichen Schatten. Die Architektur von heute fördert gewiß die Hygiene und entspricht der Zweckmäßigkeit mit großfenstrigen, kühltrockenen Hauskellern. Aber wo soll nun „der schwarze Mann: wohnen? Und die scheuen Heinzelmännchen? Die Keller von ehedem waren gewiß nicht immer praktisch, aber sie gaben der Romantik des Düsteren eine Heimstätte. Wer als Kind niemals „Kellerverstecken" gespielt hat, der ist um ein unwiederbringliches Erlebnis gekommen. Mit Herzklopfen und ängstlichen Sohlen schlich man damals durch die Lichtlosigkeit winkliger Mauern, den Möchten der Finsternis preisgegeben, und alten Märchen wurden hier zwischen Spinnweben und huschenden Schatten unheimlich lebendig. Oie Tippgräfin. Koman von Klothilde v Stegmann. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68. 25 Fortsetzung. Nachdruck verbotenk Sie war jetzt voll von den Strahlen der Sonne umflossen. Die beiden Farbigen betrachteten sie entzückt, wie sie das leichte Gewand aus dünner Seide, das sie bis zu den Knien umgab, an sich herab- sinken ließ und wie eine Brunnennymphe in die kristallene Flut tauchte. Mit langen Stößen teilte sie das lichte Wasser, tauchte wie ein Fisch, um wieder lachend an der Oberfläche des Sees zu erscheinen und mit weißen Händen leuchtende Wassertropfen zum Ufer zu spritzen. Da wichen die beiden kleinen schwarzen Zwergmädchen aufkreischenü zurück. Mit weit aufgerissenen Augen verfolgten die beiden kleinen Dienerinnen ihr Tun, und wenn sie tauchte, drangen mehr als einmal die besorgten Stimmen von Mejenga und Fatoma an Jlaros Ohr. Endlich hatte sie genug. Wassersprühend wie eine Najade stieg sie ans Ufer zurück, um sogleich von Mejenga mit einem eigenartig flockigen Gewebe trockengerieben zu werden. Erst als die kösüiche Weiße von Jlaros Haut rosig glänzte wie die Perle in einer Muschel, ließ die Schwarze von ihr ab. Schon hatte Fatoma ein neues Gewand für die Herrin in Bereitschaft, das sie ihr geschickt überwarf. Inzwischen hatte Mejenga auf dem Waldboden herrliche Früchte ausgebreitet und rief: „Bibi Jlaro — das Frühstück! Der Bwana wird auch gleich hier sein." Da war er schon. Ein stattlicher, tiefgebraunter Mann, der aber deutlich an Gesichtsschnitt und Körperbau die Merkmale europäischer Kultur aus- wies, trat aus einem der Waldpfade zu dem Mädchen. Eine herrische, aber nicht ungütige Bewegung scheuchte Mejenga und Fatoma tiefer in das Dickicht Zurück, wo sie sich gleichfalls zum Essen niederließen, des Rufes ihrer Bibi jede Sekunde gewärtig. Tiefe Betroffenheit und grenzenlose Erregung lagen um die Lippen des weißen Mannes. Seine tiefschwarzen Haare durchzogen einzelne weiße Fä- Die ehrwürdigen Dolkssagen wisien schon, warum sie die spukenden Geister in den Kellern wohnen ließen. Hier unten sind sie uns Menschen nahe und doch durch namenlose Dunkelheiten von uns getrennt. Jedes Haus ist eine kleine Welt für sich. Auf dem Boden wohnt die Stille und das Vergessen. In den Stockwerken wohnt die Betriebsamkeit lärmender Ereignisse. Und im Keller ist das Geheimnis, das Spukhafte au Hause. Trotz aller qualmenden Zigarren spöttisch lächelnder Realisten. H. B. von M. Dornotizen. lagesfalenber für Montag: NSG. „Kraft durch Freude": 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Gloria - Palast, Seltersweg: „Polizeiauto 99". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Letzte Rose". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Gemäldeausstellung von Richard Geßner, Düsseldorf. Keine Kreistagssihung. Die für den morgigen Dienstag anberaumte Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen füllt aus. Schwäne auf dem Eichgärtenteich. Gestern nachmittag fanden viele Spaziergänger den Weg an die neugeschaffenen Anlagen an der Schlageterstraße, und sie konnten dabei bemerken, daß auf dem Teich Leben Einzug gehalten hat. Die große Wasserfläche ist zum unumschränkten Reich dreier schneeweißer Schwäne geworden. Die stolzen Vögel haben auch bereite ein Heim bekommen, ein Häuschen, das in der Mitte des Teiches aufgeftedt wurde. Die Tiere scheinen sich zwar auf dem Teiche schon eingewöhnt zu haben, es scheint aber auch so, als ob sie sich noch nicht ganz miteinander vertragen könnten. Hin und wieder aibt es nämlich kleine Feindseligkeiten, die aber sicherlich nicht tragisch zu nehmen sind. Schön ist es, beobachten zu können, wenn die großen Döael sich aus dem Master erheben und mit weit vorgestrecktem Kopf und Hals, mit weit aus- holenden Flüaelschlägen über dem Master und über den Wiesen dahinfliegen, und in großem Bogen wieder zum Teich zurückkehren... ♦ Leider ist es schon vorgekommen, daß von Kindern mit Steinen nach den Schwänen geworfen wurde. Es erscheint angebracht, die Eltern zu bitten, die Kinder nachdrücklich auf das Verwerfliche eines solchen Tuns hinzuweisen. Wechselhingabe ist nicht Barzahlung. In weiten Kreisen, nicht zuletzt kaufmännischen, ist die Ansicht verbreitet, die Hingabe eines über einige Monate laufenden Wechsels sei genau so gut wie Barzahlung. Aus dieser Auffassung ergeben sich oft genug Schwierigkeiten. Abgesehen etwa da- von, daß dem Wechselgläubiger aus der Laufzeit des Wechsels ein gewisses Risiko erwächst, enstehen leicht Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Wechsel zum vollen Betrag angenommen wurde, oder ob ein Abzug stattfinden soll. Umgekehrt darf derjenige, der bar zahlt, aus der Barzahlung nicht das Recht herleiten, in einem ihm genehmen Umfang Kassafkonto abzuziehen. Denn Bar zahlung ist grundsätzlich als die übliche und wünschenswerte Zahlungsweise zu betrachten, die nicht ohne weiteres noch mit einem Rabatt belohnt werden muß. den, doch feine dunklen Augen leuchteten wie die eines Jünglings, und aus dem festgefügten, markanten Antlitz mit der geraden Nase und den vollen Lippen sprachen Energie und starkes Wollen. Er war mit einem Gewand bekleidet, das ähnlichen Schnitt besaß wie das des Mädchens, und über seiner Schulter hing ein Köcher mit Pfeilen sowie ein Bogen, während er einen Revolver im Gürtel trug. Zärtlich beugte er sich zu dem Mädchen herab und küßte es auf die frischen Lippen. Innig schlang sie die Arme um seinen Hals und erwiderte feine zärtliche Begrüßung. „Väterchen", sagte sie dann, „was lastet auf dir? Hast du wieder deinen Kummertag? Kannst du über der Liebe zu deiner Jlaro deine Tochter noch immer nicht vergessen, die du wohl niemals Wiedersehen wirst?" Die Sechzehnjährige sah traurig zu dem geliebten Vater auf. Denn sie wußte es ja nicht anders, als daß sie seine Tochter sei, deren Mutter das heiße, tropische Klima ein allzu frühes Grab bereitet hatte. Es lag — geschützt durch gewaltige Steine vor den Angriffen wilder Tiere — auf einer Waldwiese, treu gepflegt von den liebevollen Händen Jlaros, die sich der Mutter ebensowenig noch erinnern konnte wie ihres rechten Vaters. Derjenige, der sie als halb verschmachtete Dreijährige neben den vom Blitz erschlagenen Eltern auffand, war Europäer wie sie. Er hatte eine ebenso lange Irrfahrt hinter sich wie Jlaros Eltern, als er das bildschöne kleine Geschöpf im Urwald auffand. Durch Jlaro bekam fein leeres und unfreiwilliges Dasein als König der Akka, der göttliche Verehrung genoß, endlich wieder Zweck und Ziel. Ja, das große Ansehen und die Verehrung, die ihm zuteil wurden, steigerten sich noch, als er, das Kind auf den Armen, non jenem Jagdausflug zu- rückkehrte, der eigentlich Simba, dem Löwen, gegolten, der wieder einmal eine der weidenden Zwergkühe zerrissen hatte. Seit jener verhängnisvollen Elefantenjagd im Moschilande, bei der Principe Giovanni di Bona- glia ein Opfer der verhängnisvollen hypnotischen Kräfte des Jägers Ayoba geworden war, lebte er als Oberhaupt der Pygmäen im Urwald. Genau wie der Vormann Bata es dem Herzog Enrico und Auch über die Scheckhingabe bestehen bisweilen irrige Auffassungen. Wie in einem jetzt erneut verkündeten Aufruf über „Disziplin und Verantwortungsgefühl im kaufmännischen Zahlungswesen" mit Recht gesagt wird, dürfen Schecks nur ausgegeben werden, wenn im Augenblick der Vorlage für Deckung gesorgt ist, d. h. der betreffende Betrag vorhanden ist. Der Scheck ist nämlich kein Kreditpapier; wer einen Scheck in Zahlung nimmt, hat nicht die Absicht, dem Scheckaussteller eine Zahlungsfrist einzuräumen. Er erwartet, daß hinter dem Scheck ein ausreichendes Guthaben steht. Wer rechtzeittg für das erforderliche Guthaben sorgt und etwa bei einer Sparkasse entsprechende Beträge auf Girokonto ansammelt, braucht sich darüber keine Sorgen zu machen, wie ein von ihm ausgegebener Scheck bei Vorlage beglichen werden soll. Sportamt „Krass durch Freude^. heute folgender Kursus: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 19.45 bis 21 Uhr, Großen-Buseck, Neue Schule. Heue KdF.-Sportkurse ab 1. April. Für die neu eingeführten Uebungsarten Reiten, Rollschulaufen, Fechten, Kindergymnastik, Schach werden schon jetzt Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstrahe 18, angenommen. Entlassungsfeier der Vogtschen Privat-Handelsschule Gießen. Von der Leitung der Vogtschen Privat-Hondels- schule wird uns berietet: Die 120 Schüler, die nach ihren Prüfungen jetzt die Dogtsche Privat-Handelsschule verlassen, um ihr Wissen in der kaufmännischen Praxis anzuwenden und zu verttefen, nahmen dies zum Anlaß, die Leitung ihrer Schule und das Lehrerkollemurn am vorigen Donnerstag zu einer würdigen Abschlußfeier auf die Karlsruhe einzuladen. Verbunden war diese Feier mit der Zeugnisausgabe und der offiziellen Entlassung. Den Anfang bildete das gemeinsame Lied „D Deutschland hoch in Ehren". Nachdem man dann noch das Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" gesungen hatte, hielt der Schulleiter Diplom-Han- delslehrer Heyder die Abschlußansprache. Man hörte Interessantes aus der Entwicklung der Sogt« schen Privat-Handelsschule. Vor 25 Jahren von kleinen Handelskursen ausgehend, hatte sie bereits nach drei Jahren die heutige Form. In 22 Jahren konnten schon viele Schulentlassungen gehalten werden und viele junge Leute von der Vogtschen Privat-Handelsschule in Wirtschaft und Verwaltung ihren Arbeitsplatz finden. Der Ruf der Schule ist in diesen Jahren gewachsen, so daß es manchmal schwer war, des Schülerandranges Herr zu werden. Der Redner wies dann darauf hin, daß die Anforderungen an die Schüler oft hoch waren, daß dies aber auch notwendig gewesen sei, denn die Wirtschaft braucht tüchtige Menschen, die ihr Fach beherrschen. Besonders muß jeder immer daran denken, daß er zu einer großen Gemeinschaft gehört und daß das Wohl dieser Gemeinschaft das Wichtigste ist. Mit einer eindringlichen Mahnung an das Pflichtbewußtsein des einzelnen, für das der Führer ein ständiges leuchtendes Vorbild fei, schloß die eindrucksvolle Rede. Es konnte dann eine große Reihe Diplome, sowohl vom Reichsberufswettkampf als auch von der Deutschen Stenographenschast in Kulmbach an die feinen Freunden geschildert, war Ayoba, der schlaueste und flinkste Mann seines Stammes, mit Giovanni verfahren. Wie es freilich möglich gewesen, den hypnotisierten Europäer durch halb Afrika zu bringen, ohne daß er erkannt wurde, konnte niemals aufgeklärt werden. Doch kaum war er bei den Akkaleuten angelangt, so wurde er zuerst in fein früheres Selbst zurückverwandelt und dann mit größter Vorsicht und Verehrung behandelt. Giovanni hatte es eingesehen, daß es keine andere Rettung für ihn gab, als sich in das Leben dieses Urwaldvolkes einzufügen. Nur so würde es ihm vielleicht einmal de- schieden sein, eine Möglichkeit zur Flucht wahrzunehmen. Es wurde ihm nicht allzu schwer, sich an das Leben und die Sprache dieses Stammes zu gewöhnen. Er hatte es gut bei seinen Entführern. Denn diese Zwerge, keiner größer als ein zehnjähriges Kind, wollten einen weißen Herrn. Es war ihnen geroeisfagt worden, daß sie nur dann von den Verfolgungen der feindlichen Negerstämme sicher wären, wenn sie einen Weißen fänden, der zaubern und schießen konnte, wie fein Wilder es vermochte. So hatten die Akka ihren besten Medizinmann, den Jäger Ayoba, durch halb Afrika gesandt, bis ihm der Menschenraub gelang. Im bestimmten Umkreise seiner Residenz durfte „Lippu Baratt" — „König Schießpulver" — sich völlig frei bewegen. Nur vier der Urwaldpfade waren ihm streng verschlossen, und es hätte ihn unfehlbar das Leben gekostet, wenn er auch nur gewagt hätte, einen dieser Wege zu betreten. Daraus schloß er, daß hier die Möglichkeit lag, sich zu befreien. Aber wie sollte er, ein Einzelner, gegen viele Hunderte von Akkamännern den Kampf um seine Freiheit wagen? Um so mehr, als er im Laufe der Zeit einige innige, väterliche Zuneigung zu Jlaro gefaßt hatte. Unmöglich, Jlaro als Gefangene hier zurückzulassen! Wohl besaß er seine Waffe und auch genügend Munition. Auf einer feiner Forschungswege hatte er einen Berg gefunden, der Bleierz enthielt. Es war ihm endlich geglückt, aus diesem Bleierz Kugeln herzustellen. Trotzdem konnte er es nicht wagen, den Kampf gegen einen ganzen Stamm aufzunehmen, und mußte also seine Befreiung dem Zufall überlassen. Er glaubte fest daran, daß seine Freunde, der Herzog Enrico und Pepito Arlesi, alles tun abgehenden Schüler verteilt werden als Anerken« nung ihrer guten Leistungen im Leistungsschreiben. Außerdem wurden noch zahlreiche Bucypreise für hervorragende Leistungen verteilt. Im Anschluß daran fand die Zeugnisausgabe statt. Dann sprach Herr Franz Vogt, der Träger der Schule, noch einmal zu den scheuenden Schülern. Er wies darauf hin, daß jeder einzelne auch weiter» hin zur aroßen Gemeinschaft der Schule gehöre^ Das ist dann gleichzeitig die Verpflichtung, den guten Namen der Vogtschen Privat-Handelsschule durch gute Leistungen in der Praxis würdig zu vertreten. Mit den besten Wünschen für die Zukunft und einer Mahnung, sich jederzeit voll und ganz einzusetzen für die Mitarbeit am Wiederaufstieg unseres Volkes schloß der offizielle Teil mit einem (Äeg-Heil auf den Führer und auf Horst Wessel und mit dem Deutschlandlied. Nachdem dieser ernste Teil vollkommen für sich abgeschlossen war, blieben die Schüler noch viele Stunden mit dem Lehrkörper zusammen; ein rechter Beweis dafür, welch kameradschaftlicher Geist beide miteinander verbindet, die Klassenlehrer konnten nochmals persönlich mit jedem einzelnen Schüler Fühlung nehmen und dadurch bas Band zwischen Lehrkörper und Schüler noch mehr verknüpfen. So wird es auch über den Rahmen der Schule hinaus bestehen bleiben und den Schülern Kraft und Freude für ihre Arbeit geben. Schweine im Anmarsch! ZdR. Wie nach den letzten Schweinezählungen zu erwarten stand, hat sich seit einiger Zeit eine deutlich steigende Auftriebsentwicklung an den deutschen Schweinemärkten bemerkbar gemacht. Die Zunayme der Auflieferung auf den 38 wichtigsten Schweinemärkten betrug im Februar gegenüber dem Vormonat Januar 5 v. H. Diese Erscheinung steht im geraden Gegensatz zur Entwicklung der letzten drei Jahre, in denen der Auftrieb vom Januar zum Februar jedesmal zurückging, und zwar um 7 bis 13 v. H. Die gleiche Entwicklung konnte auf den Ferkel- und Läufermärkten beobachtet werden. Die steigende Zahl der aufgestallten Zuchtsauen bedingt einen laufend stärker werdenden Anfall an Ferkeln und damit auch an Schlachtschweinen. Ein Vergleich mit dem Februarauftrieb des Vorjahres ergibt ein ganz gewaltiges Plus in diesem Jahre, nämlich 23,3 v. H. Die starke Zunahme gegenüber den vorjährigen Zugängen findet ihre Erklärung besonders darin, daß sich bereits im Februar 1935 die Auswirkungen der bei der Dezemberzählung 1934 festgestellten Einschränkung des Bestandes an Zuchtsauen empfindlich bemerkbar gemacht hatten. Die letzte Zählung wies dagegen wieder einen normalen Bestand an trächtigen Jungsauen auf, so daß der Ferkelanfall in? Februar ganz erheblich über den des Vorjahres hinausgehen mußte. ** Von der Universität. Don der Umoers fität Gießen wird uns mitgeteilt: Dozent Dr. Hall in Freiburg i. Br. ist beauftragt worden, im Sommersemester 1936 die Vertretung des Lehrstuhls für Strafrecht an der Universität Gießen zu übernehmen. Uundfunkprvgramm Dienstag, 31. März. 6 Uhr: Ehoral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 11.30: Bauernsunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Frohe Mittagsstunde. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Frohe Mittagsstunde. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast — kommt, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Der andere Bismarck, eine Hörfolge. 18: Musik am Feierabend. 19: Zurück ins Leben. Rettungsstation einer Großstadt. 19.30: Tänze auf zwei Klavieren. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Schallplattenkonzert. 23: Konzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Pech beim Einkauf? Das hat wohl schon jeder . einmal von uns gehabt. Es gibt ja auch so viele Dinge, über deren Qualität man sich beim (Einlauf lein richtiges Urteil bilden kann, well alle Anhaltspunkte fehlen« Man braucht nur einmal an Schokolade, Kaffee oder — Zahnpaste zu denken. Sie alle müßte man eigenüich vor dem Einlauf ausprobieren! Hier aber gibt es eine Sicherheit: den guten Rus, den eine Marte hat. Und Ehlorodont hat diesen guten Ruf nun schon seit 29 Jahren! Zur Qualität von Ehlorodont kann man deshalb getrost Verträum haben. würden, um ihn zu finden. Er wußte ja nicht, auf welch teuflische Weise der Zwerg Ayoba den Freunden von seinem Tod durch den wütenden Elefanten berichtet hatte. Auch daß Annina in treuer Sorge an ihn dachte, davon war er ebenso überzeugt, wie daß Mariella in guten Händen bei Annina wäre. Ob Annina seinen Brief, den er einst einem Händler aus Timbuktu mitgegeben, erhalten hatte, das allerdings war unsicher! Doch einmal würde auch für ihn die Befrei- ungsstunde schlagen, und fein Kind — wenn es nicht längst verheiratet und glücklich war, lebte es wohl noch immer bei der Gefährtin feiner Jugendspiele, die ihm sicherlich eine zweite Mutter geworden war. Ein dankbarer Seufzer hob seine Brust, wenn er daran dachte, in wie guten Händen er sein Liebstes damals zurückgelassen hatte, als er wieder in die Ferne ging. Doch Jlaro sah bekümmert zu ihm auf und schmiegte ihr lockiges Köpfchen an ihn. „Hast du wieder keine Ruhe, Väterchen?" bettelte sie. „Bin ich denn nicht bei dir, dein Sonnenschein?" „Si, si, piccola mia! Weißt du denn noch immer nicht, kleiner Kolibri, daß du mein ganzes Glück bist?" Er küßte ihren roten Mund. „Padre mio, warum bist du denn so trauria?" Jlaro, die ebenso geläufig Italienisch wie Deutsch bei dem Prinzen gelernt hatte, drängte sich dicht an ihn. Als er die Dreijährige im Walde qefunhen und sie mit einem erquickenden Trunk wieder ins Dasein zurückgerufen hatte, plapperte sie ein paar deutsche Worte, und so erfuhr er ihre Muttersprache. Sie wußte, daß sie Irene Werner hieß, drei Jahre alt war und in einem Ort, der Neustadt hieß, gelebt hatte, bis sie mit ihren Eltern „auf droßes Siff nach Affika" kam. „Vati machte immer piffpaff mit sowas", dabei wies sie auf Giovannis Waffe. Und er glaubte ihr, trotzdem er keinerlei Waffen bei dem toten Ehepaar gefunden hatte. Unsägliches Glück wurde ihm durch das Kind beschert, das ihm der Himmel geschickt hatte. Und der Fürst hatte sich einen heiligen Eid geschworen, in dem elfenhaft lieblichen Kinde auch dann seine Zweite Tochter zu sehen, wenn jemals seine Be- fryungsftunbe kommen sollte. (Fortsetzung folgt!) Oberheffen gewonnen. Kreis Alsfeld. Aus -en preußischen Rachbargebieten mit und ausbeuten zu können. Freiheits- und Geldstrafen wegen Steuerhinterziehung. Zwei Erpresser festgenommen. Frankfurt a. 'n"s Anteiles Im Vorstand der Kasse sind tätig die Herren Müller, S ch m a d e l und Stammler. Dem Aufficktsrat gehören an Heinrich Schmidt II., Fabrikant, Vorsitzender, Julius D o n - E i f f, bekannt sei und daß er lediglich wisse, daß der Kaufmann bei der Marine gedient habe. Die beiden Erpresser sind dem Richter zugeführt worden. Die schnelle Aufklärung der beiden Fälle sei eine Warnung für alle, die da glauben, durch Drohungen " Denunziation die Volksgenossen einschüchtern bei seiner Vernehmung zu, in e t w a 50 Fällen daraus ausgegangen zu sein, die Umsatzsteuerbeträge zu kürzen. Er änderte in Büchern, sowie bei Schlußscheinen und Kopien vorwiegend die Zeitangabe, um auf diese Weise Umsatzsteuerfreiheit für die betreffenden Posten zu erzielen. In drei Fällen hat Julius I. auch Original-Kaufbestätigungen der Käufer geändert. Leopold Jakob hat nach seinem Geständnis die Vermögens- und Einkommenssteuererklärungen nicht richtig angegeben. Insgesamt verschwieg er den Besitz von Wertpapieren in Höhe von fast 24 000 RM. Die Geschäftsgewinne lagen meist höher, als sie dem Finanzamt angegeben wurden. Wie das Finanzamt gelegentlich einer Haussuchung feststellte, führte Jakob zwei» mal Bücher; die einen waren für das Finanzamt, die anderen für den Eigengebrauch bestimmt. Insgesamt wurden 5269 RM. hinterzogen. Das Urteil lautete für Leopold Jakob wegen Hinterziehung von Vermögens- und Einkommenssteuer, sowie Vergehens gegen das Steueramnestiegesetz auf 1 Jahr Gefängnis und 8000 RM. Geldstrafe, hilfsweise für je 20 RM. 1 Tag Gefängnis, für Julius Jakob 6 Monate Gefängnis und 15 0 0 RM. Geldstrafe. OenGchwiegersohnimGtreiterschoffen LPD. Offenbach, 27. März. Wie der Polizeibericht meldet, hat am Donnerstagnachmittag vor dem Hause Friedrichstraße 40 der 47 Jahre alte Heinrich H e r b i g aus Offenbach feinen 37 Jahre alten Schwiegersohn Ludwig Nispel erschos- s e n. Zwischen Herbig und Nispel bestanden schon feit längerer Zeit Familienstreitigkeiten, insbesondere da Nispel wiederholt seine Ehefrau, eine Tochter Herbigs, bedrohte uni) mißhand.lte. In der Mittagszeit drang Nispel in die Wohnung seiner Schwiegereltern ein und zerstörte dort die Scheiben der Dorplatztür. Als Herbig daraufhin seinen Schwiegersohn zur Rede stellen wollte, kam es auf der Straße zu heftigen Auseinandersetzungen. 8 Nidda, 29. März. Durch umfangreiche Arbeitsbeschaffung sind seit Monaten alle Arbeitslosen von hier und der näheren Umgebung zu Arbeit und Brot gekommen. Die Bau- t ä t i g k e i t hat sich im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich gesteigert. In der Schillerstraße werden zwei alte Gebäude durch neuzeitliche Bauten für Wohnun-gen und Geschäftszwecke ersetzt, die der mußie er in uie Straße ein gefälliges Gepräge geben werden. In | gebracht werden. Nispel schlug auf feinen Schwiegervater ein und riß ihn vom Rade. Im weiteren Verlaufe des Streites gab Herbig einen Schuß ab, durch den fein Schwiegersohn in den Kopf getroffen wurde, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Täter stellte sich hierauf der Polizei und wurde feftge« nommen. Ein Falschmünzer gefaßt. LPD. Darmstadt, 28. März. Dank der Auf. merksamkeit eines Darmstädter Kaufmanns gelang es der Polizei, einen Falschmünzer ding, fest zu machen, der seit Dezember vergangenen Jahres falsche Einmark st ücke hergestellt und in den Verkehr gebracht hatte. Das ganze Herstel- lungsmaterial konnte beschlagnahmt werden, während der Täter, ein 51jähriger Einwohner aus Darmstadt, dem Richter vorgeführt und in Haft genommen wurde. Pech auf der ^Zagd". LPD. Darmstadt, 27. März. Die Geschichte von den Jägern, die ein „zahmes Tier" erlegt als Jagdbeute ihrer gestrengen Gattin vorlegen, ist nicht neu. So ging es auch drei Darmstädter Nimroden, die bei Altheim aus Versehen drei H a u s e n t e n falsch ansprachen und in die ewigen Jagdgrunde hinüberbeförderten. Sie merkten bald ihr Pech und wollten sich nicht als die Blamierten bezeichnen lassen, weshalb sie durch den Jagdhuter dem Besitzer unter der Hand ein Preisangebot unterbrei« teten. Der Entenzüchter verlangte jedoch 6 — RM. pro Stück „Wildente", während die Jäger nur 3,— RM. zahlten, worauf der Besitzer bald Strafanzeige stellte. Daraufhin wurden die kühnen Jäger wegen Unterschlagung in der ersten Instanz zu Geldstrafen von 30 bis 40 RM. verurteilt, wogegen sie Berufung einlegten. Dabei hatten sie allerdings mehr Glück als auf der Jagd, denn nachdem der Staatsanwalt sich wegen der Geringfügigkeit desinter- effiert und gegen die Einstellung nichts elnzuwenden hatte, erkannte das Gericht auf Freispruch. Die Jäger hätten sich zwar „unklug", aber nicht straf- bar verhalten, meinte die Urteilsbegründung. Es war eine recht luftige Verhandlung. Neue Preisregelung in der Zigarettenindustrie. Fwd. Auf Anordnung des Reichs- und Preußi- fchen Wirtschaftsministers ist in Abänderung der zwischen der Zigarettenindustrie und den Handels- verbänden getroffenen Vereinbarungen folgende Neuregeluna der Handelsspannen getroffen worden: Der Großhandel ist berechtigt: a) Nicht-Fabrik-Bezugsberechtigten einen Rabatt bis zu 3 v. H. auf den Grundpreis zu gewähren. Für Nicht-Fabrik-Bezugsberechtigte in Groß-Ber- lin und Groß-Hamburg bleibt die geltende Sonderregelung in Kraft; sie wird auf den Stadtkreis Potsdam ausgedehnt. Die Bestimmungen über die Gewährung von Skonti werden hierdurch nicht berührt. b) Fabrik-Bezugsberechtigte zum Industriepreis (Grundpreis abzüglich 5 v. H. Rabatt, abzüglich 2 v. H. und abzügl. etwaiger Skonti) zu beliefern. Der Großhändler ist verpflichtet, vom Abnehmer den einwandfreien Nachweis des Direkt-Bezugs- rechts zu fordern. Die Regelung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. Die übrigen Bedingungen für den Verkauf von Zigaretten sind unverändert geblieben, insbesondere die Bestimmungen über Preis- und Kundenschutz. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 1. April. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 2. April. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 3. April. Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt; 20: Fastenandacht; — Lich. 7.30: Segensmesse. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Sanistagnach. mittag geschlossen. Restaurant 1982 D GLORIA Stadt Mainz Lichtspielhaus Gießen Spielleitung: Carl Anton 1978A 1991 D j Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grund« preis von 5 Pf. fürdteMllimcter. reite veröffentlicht Vornehm/ GeschmackvollI PersönlichI Oteee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Dietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren einiget die BrllhPsche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Musik: Prof. Clemens Schmalstich. Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4 Uhr, 6 Uhr und 8.30 Uhr. Zweck SÄekümpMvgoer Schwarzarbeit können Arbeits-Auge- bote von Handwerkern nur mit Tiamensnen- nung o. unter Vorlage desGcwerberwchwcnce ausgenommen werden Verlag »esSießeoerAnzeigere Dienstag, den 31. März Abschieds - Abend der Kapelle Stillinger Saat-Kartoffeln frühe, mittelfrühe, späte Sorten nach den Bestimmungen des Reichsnährstandes empfiehlt H.Trechsler Steinstraße 73 i890d Tel. 3581 PQLQST Giessen. » Swangsvevttelsevrms Dienstag, 31. März, nachm.Sllbr sollen im Versteigerungs-Lokal Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbelaller Art, 3 Registrierkassen, 4 Schreibmaschinen, 1 Fenstereinrichtung, 1 Tevvicb, 1 Violine, 1 Kassenschrank, 1 Motor, 3 Klaviere, einen Photoapparat, 4 Herde, 4 Oesen, 2 Eisschränke, 1 Motorrad. 1 Staubsauger, 1 Grammophon. 1 Pelzjacke, 1 Auto, 1 Standuhr, 1 Nähmaschine, Anzug- und Kleiderstoffe. Bestimmt: 1 Äesteckkasten, 4 Büsten, mehrere Flurgarderoben, 1 Posten Damenschuhe. 1979D Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33, Tel. 3108. W Ab beute Montag: Ein sensationeller Kriminal-Film | in deutscher Sprache: Polizeiauto 99 mit Fred Mac Murray, Sir Guy ■ Standing. Ami Sheridan (der 9 sy mphatische Oberst aus „Bengali“). I H Dieser Film, der vor kurzem mit großem I W Erfolg in Deutschland angelaufen ist, zeigt ■ W die amerikanische Polizei im Kampfe ge- 9 9 gen das Verbrechertum. Auf Grund von I I Pplizeiakten des Staates Michigan wurde 9 ■ diese packende Handlung geschrieben. 9 9 die die Zuschauer mit atemloser Span- ■ 9 nung verfolgen. - Auch Sie sollten diesen ■ I Kampf der Unterwelt gegen die mo- I V derne Polizei miterleben! ■ Vorher Beiprogramm u. Fox-Ton-Woche I Uhrmachermeister jetzt Seltersweg 47 1976D Ab heute Montag ein musikalisches, filmisches und künstlerisches Ereignis: Letzte Rose ( Marth a) Hauptrollen. Helge Roswaenge, der berühmt. Tenor der Berl. Staatsoper Carla Spletter,Fritz Kämpers Grete Weiser, Gg. Alexander NSG. „Kraft durch Freude“ 9ro/i~Daricte Lache mit uns! Eine neue Gautournee kommt mit ganz hervorragend. Klasse- ilnilrohallo Programm morgen Dienstag, 31. März, in die Gießener VUlhOlldllu Es wirken mit: Europas bester Akkordeon-Virtuose Rudolf Klaus Exzentriker, Streeth-Streeth Parterre-Akrobaten, 2 Adaros Vom Lachen zum Staunen, Christoph Die ausgezeichnete Tanztruppe, 3 Ninons Ein phantastischer Schiefesportakt, 2 Hallocks Der Mann auf dem Brett, Buster