Nr. 303 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 29. Dezember 1056 ErschetM tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die OUuftrterte (Bießener Familienblätte» Heimat im Bild Die Scholl- Monatr'vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Mnfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Stanffiirt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniL und Verlag: vrühl'sche UnivrrfitStr-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Textanzeigen von 70 mm Breite 5ORpf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Wirtschaft an -er Jahreswende. Seit 1933 bereits währt der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung. Während jedoch die ersten beiden Konjunkturjahre nur von dem unbedingten Willen beherrscht waren, die Krise zu überwinden, läßt sich für das soeben abgelaufene Jahr feststellen, daß jetzt der ungehemmte Aufschwung bereits in die Bahnen eines geregelten Aufbaues geleitet worden ist. Wie bei allen wahrhaft großen Aufgaben, die ein Volk zu leisten hat, so ist auch hier an die Stelle der Begeisterung inzwischen der ernste Wille zur Tat getreten. Wenn wir nun einen Blick rückwärts werfen, so können wir aber auch bereits Erfolge verbuchen, wie sie wohl fein anderes Land in dieser verhältnismäßig kurzen Zeitspanne aufzuweisen vermag. Aus einem wirtschaftlichen Chaos, aus einer geradezu trostlosen Lage um die Jahreswende 1932/33 ist eine Wirtschaft voll rauchender Schlote emporgewachsen, eine Arbeiterschaft voll Zuversicht und ein Staat mit gesunder finanzieller Grundlage. Und das deutsche Volksoermögen ist um etwa 40 bis 50 Milliarden vergrößert worden! Der Wert der deutschen Industrieproduktion ist von 37,8 Milliarden Mark im Jahre 1933 stufenweise auf 49,6, weiter auf 58 und im soeben abgelaufenen Jahre erneut auf 64,4 Milliarden Mark gestiegen. Die jährliche Leistung unserer Industrie konnte in diesen vier Jahren also wertmäßig nahezu verdoppelt werden. Von entscheidendem Wert in dieser Entwicklung war, daß diese gewaltige Erhöhung der Werte-Schöpfung nicht durch preismäßige Erhöhungen erreicht wurde. Die Preise für unsere industriellen Erzeugnisse sind — im Gegensatz zur Entwicklung im Ausland — im großen und ganzen st a b i l geblieben. Daher ist die Steigerung des Produktionswertes unserer Industrie eine reine Mehrleistung! Daß die Preise in Deutschland auf ihrem alten Niveau festgehalten wurden, hatte zwei gute Gründe. Einmal sollte dem deutschen Arbeiter die volle Kaufkraft seines Verdienstes erhalten werden; zum anderen aber sollte der deutsche Wirtschaftsaufschwung nicht frühzeitig durch zu stark gestiegene Preise wieder zunichte gemacht werden. Infolge der geregelten Preise sind entsprechend auch d i e Mo ft en der Lebenshaltung verhältnismäßig stabil geblieben. Index der Lebenshaltungskosten (1913 - 100) 1934 121,1 1935 123,0 1936 124,8 Die steigenden Verdienste, die der Arbeiter, der Angestellte und der Beamte entsprechend der ständig zurückgehenden Arbeitslosigkeit, der Erhöhung der Arbeitszeit, der Erhöhung der Lohnstufen vereinnahmen konnten, flössen daher reichlicher dem Konsum zu. Auch hier handelt es sich bereits um Milliardenbeträge. Das Lohn- und Gehalts- einkornrnen hatte sich für das Jahr 1933 auf 26,3 Mrd. RM. belaufen; irn soeben abgelaufenen Jahre hingegen konnten bereits 34,5 Mrd. RM. an Lohn und Gehalt vereinnahmt werden. Gut 8 Mrd. RM. wurden also 1936 an Löhnen und Gehältern mehr vereinnahmt als im ersten Jahr des Wirt- fchaftsaufschwungs. Das Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten. 1933 29,3 Mrd. RM. 1934 29,8 „ 1935 31,8 „ 1936 34,5 „ Die Kauffreudigkeit hob sich dementsprechend. Vor allem wurde das gekauft, wozu es während der Jahre der Arbeitslosigkeit nicht gereicht hatte. Die kleinen Genüsse des Alltags, wie der Zigarettenoerbrauch, der Bierverbrauch, der Verbrauch von Butter, von Südfrüchten ufro., ferner aber auch der Verbrauch von Kleidungsstücken, von Möbeln und Hausrat und den tausend Dingen des täglichen Lebens sind schon merklich gestiegen. Beispiele der Verbrauchsentwicklung (1928 = 100). 1933 1935 1936 Butter 107 111 117 Seefische 106 123 150 Südfrüchte 112 106 136 Zucker 87 98 103 Bier 60 70 72 Wein 78 139 150 Zigarren 81 99 107 Zigaretten 98 109 113 Kleidung, Wäsche 56,4 66,5 71,8 Hausratwaren 54,9 70,0 83,8 Möbel 57,9 77,2 95,7 Radioapparate 181,8 193,9 Spielwaren 45,8 48,9 68,6 So wie in der Krise ein Glied das andere in der Kette der wirtschaftlichen Ereignisse mit nach unten gerissen hatte, so zieht andererseits im jetzigen Wirt- schaftsaufschwung ein Vorgang den anderen mit aufwärts. Das kann man nicht nur bei der Industrieproduktion und bei den Einkommen beobachten, sondern das läßt sich auch vielfältig weiter verfolgen. Der vermehrte Warenbedarf ließ den Güterverkehr auf der Eisenbahn, auf den Wasserstraßen und per Luft zunehmen; die im abgelaufenen Jahre erstmalig wieder gestiegene Ausfuhr brachte unserer Schiffahrt mehr Beschäftigung; die gesicherte Zukunft Deutschlands hob die Zahl der Eheschließungen und ließ dadurch die Wohnungsbautätigkeit beträchtlich zunehmen. Andererseits gingen die Zusammenbrüche in der Wirtschaft zu« Außenpolitische Jahresbilanz 4936. Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten. Das Dreikönigsjahr in England. Von unserem H. E.-Äerichierstatier. Das Jahr 1936 ist für England schicksalsschwer gewesen wie keines der Nachkriegsepoche. Ein König starb, ein zweiter dankte nach elfmonatiger Herrschaft ab, ein dritter beflieg an der Schwelle des alten Jahres den Thron. Das innere Gefüge des politischen Lebens der vereinigten Königreiche, deren größter Stolz eine Tradition von Jahrhunderten ist, hatte vorübergehend eine starke Belastungsprobe zu bestehen. Daß das Imperium sie überwand, daß das britische Weltreich heute so fest gefügt ist wie kaum je zuvor, stellt der nationalen Disziplin des englischen Volkes ein glänzendes Zeugnis aus. Die inneren Ereignisse wogen deshalb besonders schwer, weil sich im Jahre 1936 zugleich eine grundsätzliche Umstellung der englischen Außenpolitik vollzog, deren ganze Tragweite vielleicht erst im neuen Jahr überblickt werden kann. Wenn das Jahr 1935 das Ende gewisser Illusionen brachte, die England mit dem Begriff „Völkerbund" verknüpfte, so haben die schmerzlichen Erfahrungen insbesondere in der abessinischen Frage während des Jahres 1936 zu einem gründlichen Wandel von Anschauungen und Methoden geführt. Der italienisch-abessinische Krieg hat der britischen Nation eine harte Lehre erteilt. Und die englische Regierung hat aus, dem Versagen Genfs praktische Folgerungen gezogen, die in ihrer Folgerichtigkeit absolut zwingend sind. Die Politik der nationalen Regierung hat etwas erreicht, was Ende 1935 sicher nur wenige für möglich gehalten hätten: Obwohl London sich seinerzeit zum Wortführer der Völkerbundspolitik gegen Italien gemacht hatte, obwohl diese Politik zum Scheitern verurteilt war, hat Englands Prestige darunter nicht gelitten. Italien selbst ist lebhaft daran interessiert, möglichst schnell alles vergessen zu lassen, was an feinem Triumph über England erinnern könnte. Nach dem Handelsabkommen würde mun es am Tiber sicher begrüßen, wenn die vorbereitete Vereinbarung über das Mittelmeer nun rasch zustandekäme. Wie groß der Wandel ist, wird erst ganz deutlich, wenn man sich erinnert, daß noch vor kaum mehr als Jahresfrist Europa vor einem englisch-italienischen Kriege zitterte, daß England damals seine Flotte im Mittelmeer dauernd verstärkte und in London die Mög- keit erörtert wurde, daß die italienische Luftwaffe Englands Seewege angreifen könne. Das alles ist heute vergessen, ebenso vergessen wie der Negus, von dem man in London nicht mehr spricht, obwohl er doch einmal von der Londoner Bevölkerung mit einer Herzlichkeit begrüßt wurde, die eines besseren Objektes würdig gewesen wäre. Die schnelle Ueberwindung der Krise hat freilich eigentlich einen sehr einfachen Grund. Als das absolute Versagen des Völkerbundes erwiesen war, entschloß sich das Kabinett Baldwin, zu einer Politik zurückzukehren, die sich von der der Vorkriegszeit im Grunde nur dadurch unterscheidet, daß man heute für gleiche Dinge andere Formulierungen gebraucht. England treibt jetzt ganz bewußt und unverhüllt Machtpolitik im großen Stile. Eine gigantische Aufrüstung soll England die Stellung wiedergeben, die es zum Schutze seines Empire nötig zu haben glaubt; sie soll zugleich das Gewicht der englischen Stimme im europäischen Konzert verstärken. Rückblickend kann man sich des Gedankens nicht erwehren, daß Baldwin das Versagen des Völkerbundes nicht ungelegen gekommen ist. In der Tat verfügt die britische Regierung ja heute in Europa über eine Stellung, die selbst von Frankreich nicht mehr unterhöhlt werden kann, obwohl Paris in den Nachkriegsjahren ständig und erfolgreich bemüht war, den Einfluß des englischen Freundes in Europa nach Kräften zu mindern. England könnte also außenpolitisch mit dem Ergebnis des Jahres 1936 ganz zufrieden sein, wenn da nicht ein Faktor wäre, der in London als störend empfunden wird: das Erstarken eines Deutschland, das den ihm gebührenden Platz verlangt. Englands europäische Politik gipfelt sicher darin, den Frieden zu wahren — aber einen Frieden, dessen äußere Formen es doch irgendwie selbst bestimmen möchte. Deutschlands Forderung nach tatsächlicher Gleichberecktigung stößt deshalb cm der Themse auf eine Ablehnung, die darauf schließen läßt, daß man in Deutschland wieder den Rivalen wittert, obwohl das deutsch-englische Flottenabkommen doch schließlich zur Genüge gezeigt hat, daß uns gerade daran liegt, für immer eine derartige Rivalität auszuschalten. Tatsache jedoch ist, daß England sich seine Bundesgenossen da sucht, wo nicht gerade Deutschlands Freunde sitzen. Wenn man auch heute nicht von Bundesgenossen spricht, weil das ja der Volkerbundsterminologie widerspräche, so hat die ganze Außenpolitik doch eine verzweifelte Ähnlichkeit damit. Man verurteilt in London zwar eine Blockbildung in Europa aufs schärfste. Aber es hat doch den Anschein, als wolle England auf längere Sicht das tun, was e s anderen unterstellt. Allerdings mit dem einen sehr wesentlichen Unterschied, daß ein derartiger Block dann nicht der Verteidigung gesamt- europäijcher Interessen und europäischer Kultur dienen würde, sondern ausschließlich den machtpolitischen Zielen des Empire. Der deutsche Botschafter in London, der feinen Posten im Jahre 1936 bezogen hat, sicht sich vor die ungeheuer schwere Aufgabe gestellt, gegen Vorurteile und vorgefaßte Meinungen kämpfen zu müssen. Immerhin: Die Aufgabe lohnt den Kampf. Wenn man früher gesagt hat, eine Bereinigung der deutsch-französischen Gegensätze bedeute den Frieden, so kann man heute ebensogut sagen, daß ein Ausräumen der Mißoer st ändnisse zwischen England und Deutschland die Brücke zu einer neuen Welt bauen kann, politisch und wirtschaftlich. Frankreich: Sin Schritt znriilk? Von unserem Aoe.-Äerichterstaiier. „Für die Ruhe Europas ist nichts so notwendig wie eine deutsch-französische Annähe - r u n g", so erklärte Außenminister D e l b o s am 4. Dezember in der Kammer, und er fand für diese Bemerkung höflichen Beifall. In den Betrachtungen der Presse ging diese Bemerkung völlig unter, und die breite Öffentlichkeit, die mit der hundertfältig gebundenen Presse nicht gleichgesetzt werden darf, hat von diesem Teil der Delbos-Rede so gut wie nichts erfahren. In Wahrheit verläuft die Anteilnahme an dem vom Außenminister angeschnittenen Problem genau in der umgekehrten Ordnung. Die breite Öffentlichkeit, der Durchschnittsfranzose, der Franzose als Einzelperson, haben seit langem die Notwendigkeit einer Bereinigung des deutsch-französischen Verhältnisses erkannt und erstreben ehrlich eine Annäherung beider Völker. Die Presse pflegt sich zum Tummelplatz von Meinung und Gegenmeinung auch auf diesem Gebiet zu machen. Die Regierung aber betrachtet diese Frage weder als Ausgangspunkt noch als Endziel, sondern stellt sie als eine der mehr gefühlsmäßigen Faktoren in ihre große politische Berechnung ein, — für die in erster Linie Erwägungen der Zweckmäßigkeit und des politischen Erfolges maßgebend sind. Politisch gesehen ist damit die Rolle bereits bestimmt, die die Frage der deutsch-französischen Annäherung heute im Leben Frankreichs spielt. Die Regierungen, gegenwärtige wie frühere, betrachten die Annäherung als wünschenswert, weil sie für Frankreich eine außenpolitische und militärische Beruhigung bedeuten würde. Aber sie bleibt im wesentlichen freundlich erwähnter Gegenstand einleitender Nebensätze für eine französische Tatsachenpolitik, deren Ziel, eingestanden oder abgeleugnet, eine internationale Frontenbildung gegen Deutschland bleibt. Wer als Deutscher in Frankreich diese schicksalsschwere Entwicklung miterlebt, kann sie nur mit Bedauern betrachten angesichts der ehrlichen Bestrebungen bester Köpfe und Charaktere auf beiden Seiten der Grenze, die sich für eine tatsächliche Annäherung einsetzen. Jede Kundgebung der betreffenden deutsch-französischen Organisationen zeigt den im Volk bestehenden Verständigungswillen. Wie gewaltig kam dieser im Juli bei dem internationalen Fröntkämpfertrffen auf dem Blutacker von Douaumont zum Ausdruck. Und durfte man nicht — trotz aller Unterschiede des Regimes — besondere Hoffnungen auf die Volksfront-Regierung Blum setzen, die die Parole des Friedens auf ihre Fahne geschrieben hatte? Trotzdem ist im abgelaufenen Jahr die Annäherung praktisch keinen Schritt vorwärts gekommen, im Gegenteil, gerade die Volksfront- Regierung erwies sich wegen ihrer starken Abhängigkeit von doktrinären Sozialisten und der grundsätzlich deutsch-feindlichen Kommunisten als eine neue Hypothek für die deutsch-französischen Beziehungen. Dies vor allem, weil die Volksfront bei der Beurteilung außenpolitischer Probleme nicht die erforderliche Zurückhaltung aufgebracht hat, die Tatsache unterschiedlicher Regime als zweitrangig und als innere Angelegenheiten der betreffenden Staaten im strengsten Sinne zu behandeln. Zu dieser Belastung ist die weitere der spanischen Frage getreten, in der das Frankreich der Volksfront feine Sympathien für das rote Spanien und seine politischen Berechnungen zu einem neuen Meinungsfeldzug gegen das nationalsozialistische Deutschland ausweiten zu müssen glaubte. Neben diesem Volksfront-Frankreich, dessen negative Politik gegenüber Deutschland in den letzten Wochen immer augenscheinlicher geworden ist, steht unverändert das Frankreich der doktrinären traditionellen Politik, steht unverändert das Frankreich einer militärischen V o r h e r r s ch a f t, sei es aus eigener Kraft, fei es mit Hilfe einer geschickt und zähe verfolgten Bündnispolitik. Soweit es noch an den Auffassungen von Versailles festhält, sieht es nur ein trotz Versailles machtvoll erstarkendes Deutschland. Soweit es eine Politik der Gegebenheiten betreiben will, sucht es seine außenpolitischen Hauplstützpunkte in London und in Moskau. Womit sich die beiden Hauptströmungen Frankreichs aus verschiedenartigen Beweggründen zusammenfinden, um unter Anrufung einer Politik des Friedens und der europäischen Zusammenarbeit praktisch eine Front- und Blockpolitik gegen Deutschland zu verfolgen. Für die Saat einer deutsch-französischen Annäherung ist also der Boden heute fast wieder so steinig wie in den ersten Jahren der Nachkriegspsychose. Das wird die oft bekundete Verständigungsbereitschaft Deutschlands nicht lähmen. Wir hoffen weiter, im Bewußtsein unserer friedlichen Absichten und in der Gewißheit, daß eines Tages die wahre Erkenntnis eines friedliebenden französischen Volkes den ihm von engen nationalistischen, internationalen, doktrinären und rüstungsindustriellen Interessenten angelegten Panzer durchstoßen wird. Das erste Jahr -es italienischen Imperiums. Von unserem Sch.-Äerichterstatier. So reich auch an Wechselfällen das Jahr 1936 für Italien gewesen ist, der Stand am Ende dieses „ersten imperialen Jahrs" läßt sich für das faschistische Italien in wenige Worte zusammenfassen: es hat nach innen und nach außen die Feuer- und Kraftprobe bestanden. Wirtschaftlich, finanziell, militärisch und politisch. Der S a n k t i o n s k r i e g, mit dem das Genfer Institut die Generalprobe feiner Kriegsmaschine machen wollte, hat als politisches Instrument versagt. Als wirtschaftliches Druckmittel ist er an den Gegenmaßnahmen Italiens und seiner korporativen Abwehraktion gescheitert. Der entschlossene wirtschaftliche Widerstand des ganzen italienischen Vol- rück. Und vor allem: Das deutsche Volk spart wieder! Gegenwärtig betreuen die deutschen Sparkassen einen Betrag von 14,3 Milliarden RM. Spargeldern, einen Betrag, wie er in der Nachkriegszeit noch niemals erreicht worden ist! Der Staat selbst kann ebenfalls die Früchte feiner großen Anstrengungen ernten. Das hohe Ziel der Schaffung eines Arbeitsplatzes für eben arbeitswilligen Deutschen brachte nicht nur das große Rad der Wirtschaftskonjunktur wieder in Gang, sondern es verschafft jetzt auch dem Staat in steigendem Maße Steuereingänge und eine gesunde finanzielle Grundlage. Das Auf kommen an Steuern und Zöllen wird für das Rechnungsjahr 1936/37 auf 11,5 Milliarden Mark veranschlagt gegenüber nur 6,6 Milliarden Mark im Etatsjahre 1932/33. Einnahmen des Reichs an Steuern und Zöllen. 1932/33 6,65 Mrd. RM. 1933/34 6,85 „ 1934/35 8,22 „ „ 1935/36 9,65 „ * 1936/37 (Schätzung) 11,5 , „ Vier Jahre Wirtschaftsaufschwung, ungeregelt zuerst, jetzt aber mit festen Zielen, liegen hinter uns. Und noch immer trübt kein Krisenzeichen den wirtschaftlichen Horizont. Im Gegenteil, der neue Vierjahresplan schafft neue Perspektiven von gewaltigem Ausmaß. So können wir, wenn wir rückwärts schauen, mit dem wirtschaftlichen Erfolg aufrichtig zufrieden sein. Wir können auch mit uns selbst zufrieden fein, denn wir haben ja alle, jeder an feinem Platz, mitgearbeitet. Wir können aber auch mit ruhiger Erwartung in die Zukunft blicken. Denn das Rad der Wirtschaft läuft. Die Industrie wird im kommenden Jahre erneut einen Aufschwung nehmen, der über das in den bisherigen Jahren Erreichte hinausgeht, denn die Auftragsbestände jetzt am Jahresschluß sind umfangreicher als zuvor. Handel und Verkehr werden sich erneut ausdehnen, denn die großen industriellen Vorhaben bedingen auch entsprechend größere Verkehrsleistungen. Der Verbrauch wird sich weiter entfalten, denn langsam wirken sich die gebesserten Einkommensverhältnisse des deutschen Volkes auch im privaten Haushalt aus. Das neue Jahr wird ohne Zweifel eine Fortsetzung des bisherigen Wirtschaftsaufstiegs mit sich bringen. Es wird die Leistungen der Vorjahre erneut übersteigen und langsam auch bereits die Umrisse des großen wirtschaftlichen Werkes unserer Nation sichtbar werden lassen. Langsam wird sich bei unverändert steigender Wirtschaftsentfaltung aber auch ein gewisser Wohlstand in Deutschland wieder ansammeln. V. A. Am 2. und 3. Januar sammeln SA., ES. und 7!SKK. Berlin, 28. Dez. (DNB.) Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, wird die vierte Reichs- straßensammlung für das Winterhilfswert 1936/37 am 2. und 3. Januar nächsten Jahrs» nicht von den Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront, sondern von den Männern der SA., SS. und des NSKK. durchgefüdrt werden. kes und die geschmeidige Diplomatie Italiens, die es nicht bis zum europäischen Krieg kommen ließ, aber alle Schwächen der Sanktionsfront auszunutzen verstand, waren die Voraussetzung dieses Erfolgs. Nach den Sanktionen kam Italiens Außenhandel verhältnismäßig rasch wieder in Fluß. Die Goldbestände der Staatsbank, die während des abessinischen Feldzugs von 7 auf annähernd 3 Milliarden Lire zusammengeschrumpft sind, werden seit einem halben Jahr nicht mehr angetastet. Auf den militärischen Sieg in Ostafrika ist nach der großen Regenzeit und nach gründlicher Vorbereitung die vollständige Besetzung Aethiopiens bis zu den Grenzen des Sudans gefolgt. Die letzten großen bewaffneten Banden und Ueberreste der abessinischen Heere sind aufgerieben und überall beginnen in Aethiopien, dem neuen italienischen Imperium, die Arbeiten einer planmäßigen Besiedlung und Erschließung seiner fruchtbaren und reichen Provinzen. Politisch ist allerdings das Ringen um die rechtliche oder wenigstens praktische Anerkennung der italienischen Souveränität über Aethiopien noch nicht abgeschlossen. Genf hat sich im Juli die Möglichkeit nicht entgehen lassen, durch Aufrechterhaltung der gröblichen Fiktion einer abessinischen Regierung in Gore einen letzten schweren Fehler zu machen. Italien hat seither jede Mitarbeit im Völkerbund eingestellt. Italien ist überzeugt, daß die Anerkennung seiner Annexion Äthiopiens nur eine Frage der Zeit ist und daß sich die Realität sckließlich von selbst durchsetzen wird. Italien bezeichnet sich denn auch selbst ckls eine Kolonialmacht, die gesättigt und zufriedengestellt ist, mindestens für ein halbes Jahrhundert, während dessen das neue Italien mit dem lieber» schuß seiner Bevölkerung die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Bodenschätze seines Imperiums in Ostafrika erschließen will. Italien seht alles ein, um mit streng korporativen Methoden nach einer modernen Lösung des Problems der Kolonisation zu suchen, das Dasein der Eingeborenen und ihre Leistungsfähigkeit zu heben, aber bei aller Zusammenarbeit mit den Eingeborenen die Mischung der beiden Rassen zu vermeiden, die wegen der Gefährdung des Enderfolges der gestellten Aufgabe abgelehnt wird. Wenn sich Italien heute, nach der Eroberung von Abessinien als ausgesprochene, leistungsfähige und zugleich berufene Kolonialmacht in Nord- und Ostafrika fühlt, so ist sein Selbstbehauptungs- und Machtwille als Mittelmeer st aat nicht weniger gewachsen. Italien nicht mehr als Gleichgewichtsfaktor neben England und Frankreich, sondern Italien schlechtweg als gleichberechtigter Machtfaktor im Mittelmeer ist jetzt die Losung Roms geworden. Man weiß, daß militärpolitisch Italien Frankreich zu Wasser und in der Luft überflügelt hat. Die Tatsache der englischen Aufrüstung und Verstärkung au Malta und Cypern, in Haifa und Alexandrien gilt hierzulande als Beweis für den tatsächlichen Aufstieg der Wehrmachtstellung Italiens im Mittelmeer. Noch nie hat Italien so eifersüchtig die machtpolitische Stellung Englands im Mittelmeer beobachtet. Noch nie sah es — wie im vergangenen Sommer — so sehr in England den unmittelbaren und einzigen Rivalen im Mittelmeer, der militärisch wie politisch auf Jahre hinaus so seine Dinge vorbe- ( reitet, daß für die eigentliche und erwartete Auseinandersetzung die stärksten Chancen auf seiner Seite sind. Ohne den Bürgerkrieg in Spanien und ohne das Auftauchen einer neuen Flotten- m ach t im Mittelmeer hätte sich diese englisch-italienische Rivalität eher noch verstärkt — statt jene Entspannung zu erfahren, an der beide Staa-. ten jetzt zum Jahresende im beiderseitig eingestandenen eigenen Interesse arbeiten. Man weiß zwar noch nicht genau, wie die Formel zur Anerkennung des territorialen status quo im Mittelmeer aus- sehen wird Kommt aber eine solche Formel zustande, so mag sie noch so vorsichtig gehalten sein, sie wird immer für England ein erster Schritt gegen eine katalanischeBolschewisten- r e p u b l i k bedeuten, an der Sowjetrußland und Frankreich so sehr interessiert sind, die jedoch Italien nicht zulassen kann. Aber auch im östlichen Mittel- meer würde eine solche Formel für Italien eine wichtige Sicherheit zugunsten der Beibehaltung des jetzigen^ Regimes im Suezkanal darstellen. Anderseits könnte England seine Befürchtungen wegen territorialer Veränderungen im westlichen Mittelmeer genau so zurückstellen wie das ihm verbündete Frankreich, das freilich das italienisch- englische Gentleman Agrement mit Mißtrauen betrachtet. Wurde der Lappoführer Kosola vergiftet? Helsinki, 28. Dez. (DNB.) Die finnischen Morgenblatter äußern den Verdacht, daß der kürzlich verstorbene Lappoführer Viktor Ko so la das Opfer einer Arsenikoergiftung geworden stl- Die Leiche Kosolas wurde obduziert; das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung ist aber noch nicht bekannt. Die Verwandten Kosolas erklärten, sie hätten ursprünglich keinerlei Verdacht gehabt, schließlich jedoch selbst Antrag auf gerichtliche Untersuchung gestellt. Man glaubt, daß auch Kosola das Opfer jener bolschewistischen Giftmord jene geworden ist, die im Jahre 1933 in Finnland und in ganz Europa das größte Aufsehen erregte. Damals wurde eines Tages der Direktor der finnischen Patronenfabrik, Oberst Asplund, in seiner Dienstwohnung tot aufgefunden. Die genauere Untersuchung ergab, daß der Oberst nicht, wie ursprünglich angenommen, an Lungenentzündung, sondern an Gift geworben "roar. Des Giftmordes wurde seine Haushälterin Jenny Antti l a überführt. Gleichzeitig wurde ihr nachgewiesen, daß sie im Dienste einer fremden Macht nach der Ermordung Asplunds Geheimbefehle für die finnische Mobilmachung aus dessen Dienstwohnung g e st o h l e n hatte. Oberst Asplund war mit dem Führer der ßappoberoegung eng befreundet. Zur gleichen Zeit mit dem Anschlag auf Asplund zeigten eine Anzahl Lappoführer ebenfalls Vergiftungsmerkmale. Kosola selbst war weit über seine finnische Heimat hinaus als schärfster Feind des Bolschewismus bekannt, nicht erst feit dem Bauernmarsch der Lappo- beroegung nach Helsinki vom Jahre 1930. Englische Munitionsfabriken werden verlegt. London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Herold" meldet, wird ein großer Teil der staatlichen Munitionsfabriken und Lager i n W o o l- wich bei London demnächst nach vier verschiedenen Orten im Westen Englands verlegt werden. Die neuen Arsenale sollen in Irvine (Schottland), Chorley (Grafschaft Lancashire), Herford und Bridgend (Südwales) errichtet werden. Sie sollen nicht nur das bisher in Woolwich geleistete Arbeitsprogramm übernehmen, sondern auch für hie zusätzliche Munitionsbeschaffung auf Grund des Aufrüstungsprogrammes sorgen. Als Grund für die Verlegung wird angegeben, daß Woolwich etwaigen Luftangriffen stärker ausgesetzt sei, als die neuen Orte. Mit der Arbeit des Arsenals in Chorley soll bereits zu Anfang des neuen Jahres begonnen werden. Allein für die Errichtung der Gebäude und der Eisenbahnanschlüsse wer fünf Millionen Pfund benötigt. In Woolwich sollen in Zukunft nur nichtexplosioe Gegenstände für den Kriegsbedarf herstellt und gelagert werden. Der Raiionalkongretz lehnt indische Serfaffung ab. Gandhi bricht sein Schweigen. Bombay, 28. Dez. (DNB.) Bei der Eröffnung des 50. Indischen Nationalkongresses richtete Pandit N e h r u als Präsident einen Angriff gegen die neue indische Verfassungsakte. Er erklärte, der Nationalkongreß werde nicht zulassen, daß die Männer und die Hilfsquellen Indiens für einen im« perialistifchen Krieg ausgebeutet würden. Der Kongreß werde allen Versuchen des britischen Imperialismus, feine Stellung in Indien zu ver- Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger kam in einer Unterredung mit dem Hauptschrift- leiter des Frankfurter Volksblatts über die Erfolae nationalsozialistischer Aufbauarbeit im Gau Hessen-Nassau am Ende eines vierjährigen Kampfabschnitts auch auf die Verw altungs- r e f orm in Hessen au sprechen, wobei er u. a. erklärte: Das Land Hessen wurde vor der großen Entscheidung von einem Gesamtministerium regiert, das zeitweise aus fünf, vier oder drei Ministern, und, zu allem Ueberfluß, noch aus einem Staatspräsidenten bestand. Der Steuerzahler hatte die Bezüge und die Pensionskosten dieser Herren zu tragen. Es war für uns Nationalsozialisten klar, daß dieser von Grund aus ungesunde Zustand b e - feitigt werden mußte. Die Forderung des sogenannten E i n m i n i st e r s y st e m s, die wir in den Tagen des Kampfes so oft erhoben hatten, mußte erfüllt werden. Die besonders schwierige Lage des Finanzhaushalts besttmmte mich, über diese in der Kampfzeit erhobene Forderung noch hinaus zu gehen, den Staatsapparat noch einfacher und straffer zu gestalten. Nach einer kurzen lieber» gcmgsperiode ist es mir gelungen, diese Vereinfachung so durchzuführen, daß Hessen feit dem 5. März 1935 überhaupt keinen Minister mehr hat. An diesem Tage hat mich der Führer als Gauleiter und Reichsstatthalter in Hessen auch mit der verwaltungsmäßigen Führung des Landes betraut. Selbstverständlich beziehe ich als Leiter der hessischen Landesregierung keinerlei Besoldung; der Staatshaushalt ist nicht mehr mit den Ministergehältern von ehedem belastet. Was das bedeutet, kann jeder Volksgenosse ohne weiteres ermessen. Vor allem wenn er sich noch einmal d i e Höhe der Bezüge vor Augen hält, die der arme und verschuldete hessische Staat seinerzeit den Herren Adelung und Leuschner zahlen mußte. Die Umgestaltung hatte zur Folge, daß die einzelnen Ressorts des Ministeriums ihre Selbständigkeit verloren und lediglick Dienststellen der Obersten Landesbehörde wurden. Ihre Aufgabe ist die Beratung des Führers der Landesregierung, dessen Weisungen sie zu befolgen haben. stärken. Widerstand leisten. Der Nationalkongreß nahm dann, wie zu erwarten war, eine Entschließung an, die d i e neue Verfassung I n - die'ns einstimmig ablehnt, weil sie Indien gegen den Willen seines Volkes aufgezwungen worden fei. Jede Mitarbeit unter dieser Verfassung sei ein Verrat an Indiens Freihe i t s k a m p f und stärke den britischen Imperialismus. Der Kongreß verlangt stattdessen die E i n- berufung einer gesetzgebenden Versammlung, auf Grund des direkten Wahlrechts, Die eine neue Verfassung entwerfen soll. Die Frage der Annahme von Aemtern durch Mitglieder der Kongreßpartei wurde bis nach den Kongreßwahlen zurückgestellt. Der Kongreß beschloß ferner, sich nicht an den Krönungsfeierlichkeiten für Georg VI. zu beteiligen. In der Nähe von Faizpur, wo der Nationalkongreß tagt, brach Mahatma Gandhi am Sonntag in einer Ansprache vor 10 000 Personen zum ersten Male sein seit zwei Jahren innegehaltenes Schweigen. Seine Rede enthielt jedoch keinerlei Andeutungen, die Rückschlüsse auf die im Augenblick in Indien im Gang befindlichen Entwicklungen zuließen. — Dem Reutervertreter erklärte er, aus der Tatsache, daß er gesprochen habe, dürfe nicht die Absicht gefolgert werden, in naher Zukunft wieder aktiv in die Politik eingreifen zu wollen. Partei und Staat bilden eine Einheit. Als Führer der Landesregierung bin ich gleichzeitig Vertreter des Reichs und polittfcher Sachwalter des Führers in Hessen. Eine Anzahl meiner Gauamtsleiter betreuen Ministerialabteilungen und Dienststellen der Landesregierung. Bewegung und Staat sind so auch auf dem Gebiet der Verwaltung innig miteinander verknüpft. Es gibt nur eine Marschrichtung in Hessen: Das ist der Wille des Führers, das Programm der Bewegung. Wir haben den Meinungsstreit, ob es ratsam sei, das Führerprinzip in der Verwaltung durchzuführen ober nicht, durch d i e Tat entschieden — und der Erfolg spricht für uns. An die Stelle einer verknöcherten Bürokratie haben wir dieJdeeder lebendigen Gemeinschaft gesetzt, die unter einer Führung einem gemeinsamen und hohen Ziel zustrebt. Ich betone, daß wir erst am Anfang unserer Arbeit stehen. Bei einer autoritären Staatsführung muß auch die Durchbildung der Verwaltung von oben nach unten gehen. Die Provinzialverwaltungen in Hessen werden aufgelöst und die Aufgaben, die zentral behandelt werden können, der Staatsregierung übertragen. Untergeordnete Aufgaben werden den Kreisämtern zugewiesen. Auch die Einteilung des hessischen Landes in Kreise muß reformiert werden. Drei Kreise, die sehr unglücklich gelagert sind, werden aufgelöst. Aber es handelt sich nicht nur um eine Auflösung, sondern gleichzeitig um eine Umgliederung, die alle Schwierigkeiten im Verkehr der Bevölkerung mit der Behörde aus dem Wege räumen wird. Die Regelung wird so aussehen, daß jeder Volksgenosse die Möglichkeit besitzt, auf dem schnellsten Wege zu seiner Zentralbehörde zu kommen, daß aber auch umgekehrt die Behörde ohne nennenswerte Schwierigkeiten zum Volksgenossen gelangen kann. Zwischen Volk und Regierung, zwischen' Führung und Gemeinschaft, müssen ständig Kraftströme pub fieren, Kraftströme, die nicht über Umwege geleitet werden dürfen, denn nur die kürzeste Verbindung garantiert die volle Wirksamkeit. Ziehung erst nach Abschluß des Studiums erfolgt. Zu diesem Wege ist aber nichtzura 1 en; im Gegenteil: es ist jedem Abiturienten dringend zu empfehlen, den zweijährigen Wehrdienst vor dem Beziehen der Hochschule — also im Anschluß an den Arbeitsdienst — abzuleisten. Reujahrskundgebung des Reichskriegerbundes. Berlin, 28 Dez. (DNB.) Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes, SS.-Brigade- Führer Oberst a. D. Reinhard, erließ aus Anlaß des Jahreswechsels eine Kundgebung, in der es heißt: Anderthalb Jahrhunderte hindurch, angefangen von jenen ersten vierzig friderizianischen Füsilieren in Wangerin bis zu unseren heute 34 000 Kameradschaften im letzten Dorf und in der kleinsten Stadt des deutschen Vaterlandes, haben wir die Fahne unseres Bundes aufrecht getragen in echter soldatischer Kameradschaft, in militärischer Disziplin und in begeisterter Liebe zu Volk und Reich. In der Geschichte Preußens und am Schicksal Deutschlands hatten und haben die Männer unseres Bundes 150 Jahre hindurch den Anteil der Front: wo immer es Deutschlands Ehre und Deutschlands Lebensrecht mit der Waffe in der Faust zu wahren und zu verteidigen galt, sind sie, sind wir mit dem Einsatz unseres Lebens zur Stelle gewesen. So haben wir uns selbst das Leben, die Zukunft verdient. Und wenn die Welt, wie wir deutschen Frontkämpfer es tun, auf Adolf Hitler hort, dann wird diese Zukunft für uns und für die gesamte Menschheit schöner und glückhafter fein. Meinen Dank allen Kameraden für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr! Und nun mit oller Kraft, mit unverbrüchlichem Vertrauen und mit dem steten Dank an das nationalsozialistische Deutschland im Herzen vorwärts ins neue Jahr!" Oie „Schlesien" verläßt Rio. Herzliche Kundgebungen deutsch -brasilianischer Freundschaft. Rio de Janeiro, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach 14tägigem Aufenthalt verließ das Schulschiff „Schlesien^ Rio de Janeiro mit Kurs auf die Hauptstadt Fortaleza der Provinz Ceara. Zum Abschied hatten sich tausende deutscher Volksgenossen, u. a. der deutsche Botschafter Schmidt-Elskop und Landesgruppenleiter Schagen, und eine riesige brasilianische Menschenmenge eingefunden. Die Kapelle der brasilianischen Marinefüsiliere spielte zum Abschied deutsche Marinelieder. Der Besuch des deutschen Schulschiffes wurde von den Deutschen Brasiliens mit großer Begeisterung vermerkt. Der Empfang, der der Besatzung durch die brasilianische Regierung und durch die Bevölkerung bereitet wurde, mar ungewöhnlich herzlich. Die Presse schreibt von dem glänzenden Eindruck, den die deutschen Seeleute machten. Mit großer Aufmerksamkeit wurde von der ganzen Bevölkerung der Besuch des Präsidenten V a r g a s an Bord des S.chulschiffes ausgenommen. Die Anwesenheit des Marineministers bei der Bei- etzung eines Mitgliedes der Besatzung wird eben- •aßs als ein Zeichen der herzlichen Verbundenheit der brasilianischen und deutschen Marine gewertet. Gedenktafeln an Vorkriegskasernen Das Ob er kommando des Heeres hat verfügt: Ilm die örtliche (Erinnerung an die Truppen des Vorkriegsheeres im neuen Heere wach zu erhalten, sind in allen den Vorkriegs- k a \ e r n e n , die von Truppen ober sonstigen Dienststellen und Diensteinrichtungen des Heeres wieder belegt sind, in geeigneter Weise G e - benftafeln anzubringen, soweit nicht bereits in ober bei den Kasernen sinnfällige Erinnerungszeichen, z. B. Denkmäler, aufgestellt worben sind. Die Gedenktafeln sind einfach, aber würdig künstlerisch zu gestalten; bei ihrer Gestaltung und Beschriftung, Wahl des Anbringungsortes und Enthüllung sind die Offizier- und Mcmnschastsver- etntgungen der betreffenden Vorkriegstruppenteile zu beteiligen. Die Durchführung dieser Anordnung obliegt den Generalkommandos im Verein mit den Wehrkreisverwaltungen, die die künsterischen Ent- würfe zu prüfen haben. Erfolgreicher Protest Danzigs. Danzig, 28. Dez. (DNB.) Die Pressestelle des Senats teilt mit: „Der Senat der freien Stadt Danzig hat gegen den von den kaufrnänni- chen Verbänden in Gdingen unlängst ge- aßten Beschluß, in Danzig nichts mehr zu kaufen und keine Danziger Staatsangehörige zu beschäfttgen, bei der diplomatischen Vertretung der Republik Polen protestiert und scharfe Maß- nahmen gegen die Ausführung dieses Boykottbe- schlusses verlangt. Seitens der diplomattschen Vertretung der Republik Polen wurde erklärt, daß die erforderlichen Maßnahmen bereits getroffen seien, um die Durchführung des Boykottbeschlusses zu verhindern. Weiterhin wurde versichert, daß solchen Beschlüssen keine Bedeutung zukäme. Im übrigen würde dafür geforgt werden, baß derartige Beschlüsse gegen Danzig nicht mehr gefaßt würden." 3um Flaggenerlaß vom 7. Dezember. Berlin, 28. Dez. (DNB.) Es sind Zweifel darüber entstanden, ob der Runderlaß vom 7. Dezember 1936 (RMBliV. Seite 1631) über die Aus- legung des Verbots des § 4 des Blutschutzgesetzes auch dann Anwendung findet, wenn in einem Miethaus unter anderem auch jüdische Mieter wohnen. Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt daher bekannt, daß der Flaggenerlaß auf Fälle dieser Art keine Anwendung findet. Das Flaggenverbot trifft nur d i e Wohnungsinhaber, deren Haus- halt ein Jude teilt. Hochflut im Veihnachlspakelverkehr. Der Berliner Weihnachtspostpaketverkehr hat sich in diesem Jahre auf wenige Tage vor dem Weihnachtsfest zusammengeballt und dadurch an die Leistungsfähigkeit des Postperso- nals außergewöhnlich hohe Anforderungen gestellt. Ausgeliefert wurden in der Weihnachtswoche rund 1,1 Millionen Pakete und Postgüter sowie 1,4 Mil- honen Päckchen. Angekommen sind im gleichen Zeitraum rund ein Million Pakete und Postgüter s°wie 600 000 Päckchen. Mit insgesamt bearbeiteten 12 Millionen Paketen und Postgütern sowie 7,5 Millionen Päckchen in Berlin eine ansehnliche Steigerung gegen das Vorjahr auf. — Ein erfreu* uches Zeichen für den wirtschaftlichen Aufstieg Staatsbegräbnis für benGeneraloberstvon Geeckt Das Heer senkt die Fahnen an Berlin, 28. Dez. (DNB.) Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg veröftentlicht für den verstorbenen Generalobersten von S e e ck t folgenden Nachruf: In tiefer Trauer steht die Wehrmacht an der Bahre des Generalobersten Hans von Seeckt. Deutschland verliert in ihm einen vorbildlichen Soldaten, einen Wegbereiter völkischer Erneuerung und einen großen Wehr- Töpfer. In der dunkelsten Stunde des Vaterlandes übernahm General von Seeckt eine Aufgabe, wie sie einst Scharnhorst zu lösen hatte. Im Zwei- rontenfampf gegen das Haßdiktat von Versailles und gegen die inneren Feinde Deutschlands schuf er das Reichsheer als Pflegestätte preußisch- deutscher Soldatentugenden, als eiserne Klammer des Reiches und als Keimzelle des neuen Volksheeres. Generaloberst von Seeckt, der von uns ging, lebt in der Wehrmacht des Dritten Reiches weiter. Wir folgen der Losung, die er dem Hunderttausendmannheer bei der Gründung gab. „Wir wollen das Schwert scharf, den Schild blank halten." Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch veröffentlicht für den verstorbenen Generaloberst von Seeckt folgenden Nachruf: „Am 27. Dezember 1936 verstarb in Berlin der Chef des Infanterieregiments 67, Generaloberst Hans von Seeckt, Ritter des Ordens Pour le Mdrite mit Eichenlaub. Einer der bedeutendsten Soldaten, die das deutsche Heer sein eigen nennen durfte, ist nach einem von reichen Erfolgen gekrönten Leben zur großen Armee abberufen worden. Seine überragenden militärischen Leistungen im Kriege hatten einen maßgeblichen Einfluß "auf die erfolgreiche Kriegführung. Sein Können und seine Charakterstärke schufen nach der Auflösung der alten Armee nach Beendigung des Weltkrieges das Reichsheer, das durch sein Wirken trotz geringer Stärke in der Welt eine geachtete Stellung einnahm. Durch seine aufopfernde tatkräftige Arbeit als Chef der Heeresleitung wurde der Grund- tein zum Aufbau des jetzigen Heeres gelegt. Sein Name wird in der Geschichte des Heeres ewig weiterleben. Das Heer senkt die Fahnen vor diesem großen Soldaten." Generalfeldmarschall v. Blomberg hat Frau o. Seeckt persönlich ausgesucht und ihr fein und der Wehrmacht Beileid zum Heimgang des Generalobersten ausgesprochen. Generaloberst Freiherr v. Fritsch, der zur Zeit von Berlin abwesend ist, hat folgendes Beileidstelegramm an Frau v. Seeckt gerichtet: „Tief erschüttert erhalte ich soeben die Nachricht vom Ableben Ihres von mir so hoch ver- der Bahre eines seiner Besten. ehrten Herrn Gemahls. Mit ihm hat die Armee einen unersetzlichen Verlust erlitten. Seien Sie versichert, daß das Andenken an diesen Mnn und das, was er dem Heere im Krieg und Frieden, insbesondere in schwersten Nach- kriegsjahren gewesen ist, stets unvergessen bleiben wird." Der Oberbefehlshaber des Heeres hat anläßlich des Ablebens des Generalobersten v. Seeckt für die Offiziere und Beamten des Oberkommandos des Heeres und des Infanterie-Regiments Nr. 67 das Anlegen von Trauerabzeichen auf die Dauer von acht Tagen angeordnet. Trauerbeffaggung ist befohlen vom 28. bis 30. Dezember auf dem Reichskriegsministerium und den Kasernen des Jnf.-Rgts Nr. 67. Am Tage der Beisetzung, dem 30. Dezember, flaggen alle öffentlichen Gebäude im Reich halbmast. Das vom Führer und Reichskanzler angeordnete Staatsbegräbnis findet um 13 Uhr auf d e m Jnvalidenfriedhof statt. Die Trauerparade, die ihren Weg vom Trauer- Hause in der Liechtenstein-Allee 2a zum Jnvaliden- fnedhof nimmt, wird vorn Kommandeur der 23 Division, Generalmajor Busch, geführt und besteht aus einem Bataillon des Jnf.-Rgts. 67 mit Musikkorps und Spielleuten sowie den Fahnen des 1. Garderegiments, einem Bataillon des Inf -Rqts Nr.9, einer Schwadron des Kavallerieregiments 9 und einer Batterie des Artillerieregiments 23 die auch die bespannte Lafette für den'Sarg des Ver- wigten stellt. Außerdem bilden zwei Kompanien der Wachtruppe Spalier. Trauer auch in Ebiua. Nanking, 28. Dez. (Ostasiendienst des DNB) Der deutsche Botschafter sprach dem chinesischen Außenminister Glückwünsche zur Rückkehr des Marschalls Tschiangkaischek aus. Bei dieser Gelegenheit übermittelte der Außenminister dem Botschafter das tiefste Beileid zum Tode des Ge- neratoberften vonSeeckt. Die Anteilnahme am Tode Seeckts, der hier großes Ansehen und Hochachtung genoß, ist in China überall sehr stark Abiturienten und Wehrdienst. Der Abteilungsleiter im Akademischen Auskunftsamt Berlin, Dr. Wienert, rät: Von der Ableistung des Wehrdienstes ist die Jmmatriku- lation nicht abhängig. Im Falle der terminmäßigen Einziehung kann sich der Student jeweils auf ein Jahr zurück stellen lassen. Durch entsprechende Wiederholung des Zurückstellungsantrages kann also unter Umständen erreicht werden, daß die EinDie Fortführung der Verwaltungsreform in Hessen. Gauleiter Sprenger kündigt weitere BereinfachungSmaßnahmen an. Der Reichsarbeitsdienst an der Jahreswende. ,®ir wollen der Stoßtrupp des Willens -es Führers sein." Berlin, 28. Dez. (DNB.) Der Reichsarbeits- führer Hier! erläßt zum Jahreswechsel folgenden Aufruf: Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden! Wir blicken zurück auf ein Jahr ernfter und erfolgreicher Arbeit. Wir haben mit unserer Arbeit nach besten Kräften deutschem Blut und deutschem Boden und damit der Sicherung der Zukunft unseres Volkes gedient. Die Idee unseres nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, der das Gegenteil bolschewistischer Zwangsarbeit darstellt, hat in der ganzen nichtbolschewistischen Welt hohe Beachtung gefunden. Der Reichsarbeits- dienst ist zu einer Einrichtung des Dritten Reiches geworden, der man selbst in jenen Ländern, in denen man dem neuen Deutschland im allgemeinen wenig Verständnis und Neigung entgegenbringt, eine manchmal mitNeid gemischte Anerkennung nicht versagen kann. Meine Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden! Ihr habt euch durch eure Arbeit und Haltung d i e Liebe des deutschen Volkes erworben. Der Führer selbst hat euch das beim letzten Reicksparteitag bestätigt und dem Reichsarbeitsdienst seine hohe Anerkennung zuteil werden lassen. Es gibt für uns keinen höheren und schöneren Lohn unserer Arbeit als diese Anerkennung unseres Führers und die Liebe unseres Volkes. Es kann aber auch keinen wirksameren Ansporn geben, uns auch im kommenden Jahr mit ganzer Kraft für die Erfüllung unserer Aufgabe einzusetzen. Das kommende Jahr stellt uns vor große neue Aufgaben. Entsprechend der Verordnung des Führers vom 26. September 1936 ist der Reichsarbeitsdienst innerhalb der nächsten 2V2 Jahre um 50 v. H. zu verstärken; der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend ist in den kommenden anderthalb Jahren mehr als zu verdoppeln. Eine weitere organisatorische Ausgestaltung des Reichsarbeitsdienstes ist in nächster Zeit zu erwarten. Mit der zahlenmäßigen Verstärkung muß eine Verbesserung aller innerer Einrichtungen auf Grund der bisherigen Erfahrungen Hand in Hand gehen. Der Vierjahresplan des Führers stellt gerade uns vor eine große und schöne Aufgabe. Wir wollen der Stoßtrupp des Willens des Führers und seines Beauftragten Hermann Göring sein. Niemand soll uns an Einsatzbereitschaft und Hingabe für diese Arbeitsaufgabe übertreffen! An Hemmungen und Widerständen wird es nicht fehlen, aber stärker als jeder Widerstand wird auch in Zukunft unser zielbewußter Wille sein. Die von uns geforderten hohen Leistungen sind nur zu erreichen, wenn unser Wille getragen wird von den seelischen Kräften, die aus der nationalsozialistischen Weltanschauung entspringen. Nur aus dem Geiste dieser Weltanschauung und aus unserer Arbeitsdienstmoral, die Treue, Gehorsam und Kameradschaft, höchstes Ehrgefühl, ernstes Verantwortungsbewußtsein und freudige Pflichterfüllung in sich schließt, erwächst uns die Kraft, das zu leisten, was unser Führer und unser Volk von uns erwarten. Oberstes Gesetz für jeden Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes, im besonderen für jeden Führer, bleibt es daher, diesen Geist in sich selbst au stärken, ihn vorzuleben und nach ihm in seinem Wirkungsbereich zu handeln. Mit diesem Geist vorwärts ins neue Jahr zu neuer kämpferischer Arbeit und neuen Erfolgen! Denkt an die Getreideablieferung! Am 31. Dezember sollen 60 v. H. des Gettetdekontingenls abgeliefert fein. NSG. Wo jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau, jedes Hitler-Mädel und jeder Hitler-Junge Mitarbeiten an der Gestaltung der Dinge, da wird ich auch der deutsche Bauer nicht ausschlie- ;en, auf dem die größte und höchste, aber auch chünste Verantwortung liegt. Dieser Zuversicht hat Hermann Göring in einer mitreißenden Rede auf dem Reichsbauerntag in Goslar Ausdruck verliehen, als er mit jenen Kreisen abrechnete, die ihm 3ur Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit vorschlugen, die Getreide- und Viehpreise zu erhöhen, Angebote, die Hermann Göring als die Ehre des deutschen Bauern verletzend weit von sich wies. Während in anderen Ländern die Staatsführungen offen zugeben müssen, daß ihre Landwirte mit dem (Betreibe spekulieren, stellte sich Hermann Göring in seinem unerschütterlichen Glauben an die Ehrauffassung und das Nationalgefühl des deutschen Bauern vor aller Welt auf den Standpunkt, Daß das Verantwortungsgefühl und das Pflichtbewußtsein der deutschen Landwirtschaft sie stets daran erinnern werden, daß erst der Nationalsozialismus den Bauern frei gemacht hat auf feiner Scholle, so daß keine Macht der Welt ihn davon entfernen kann, und daß sein Volk sich so lange zu ihm bekennt und ihn schützt, solange Der Bauer sich zu seinem Volke bekennt. Dieses Bekenntnis des deutschen Bauern kann kein bloßes Lippenbekenntnis sein, dazu gehört auch die Erkennung seiner Pflicht in d e n Zeiten, in denen die Augen des ganzen Volkes auf ihn gerichtet find, in den Zeiten, in denen er, wie nie zuvor, das Schicksal seiner ganzen Nation in seiner Hand hält. „Ich kann dem deutschen Volke sagen, ihr könnt nicht jeden Tag Butter ober Fett bekommen, ihr müßt jetzt auf Eier verzickten, meinet- wegen auch auf etwas Fleisch. Aber, deutsche Bauern, das kann ich nur sagen, solange ich jeden Tag jeden deutschen Volksgenossen mit seinem täglichen Brot satt und zufrieden machen kann. Und dazu mußt du deutscher Bauer und Landwirt beitragen." In wenigen Tagen stehen wir wieder vor einem neuen Ablieferungstermin für Brotgetreide. Am 31. Dezember müssen 60 v. H. des gesamten Jahreskontingents abgeliefert fein. An Diesem Tage wird sich erweisen, wo die wahren Nationalsozialisten zu finden sind, und der deutsche Bauer und Landwirt wird seine ganze Ehre darein setzen, zum Jahresschluß nicht nur 60 v. H. ab geliefert zu haben, sondern darüber hinaus alle verfügbaren Mengen an Brotgetreide, um die Brotnahrung unseres Volkes zu sichern. Kein Zentner (Betreibe darf feiner eigentlichen Zweckbestimmung verloren gehen. In der gesamten deutschen Landwirtschaft muß die Verpflichtung gegenüber der Nation so stark erkannt werden, daß die Ablieferung der Kontingentsmengen als eine Selbstverständlichkeit angesehen wird. Mit Selbstverständlichkeiten allein aber begnügt sich der deutsche Bauer nicht. Er will seinem Volke den Dank abstatten für die Sicherung seiner Scholle. Dank abstatten kann man aber nicht mit Selbstverständlichem, sondern damit, daß man „mehr a l s seine Pflicht tut". Denn „wäre nicht der Bauer, so hätten wir kein Brot", so heißt es in einem schönen alten Gedicht. Heute haben wir einen pflichtbewußten Bauernstand, eine gesicherte Landwirtschaft, sie muß nun durch die restlose Ablieferung des Brotgetreides das in sie gefetzte Vertrauen rechtfertigen. Amerikanische Flugzeuge für die spanischen Bolschewisten. Merkwürdige Auslegung des Neutralitälsgefehes. Washington, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das amerikanische Staatsdepartement hat bekannt- gegeben, daß es einem amerikanischen Flugzeugmakler „widerwillig" die Erlaubnis erteilt habe, Flugzeuge und Flugzeug motore im Gesamtwerte von 2777 000 Dollar an d i e spa - nischenBolschewistenauszusühren. Auf Grund dieser Erlaubnis werden u. a. 18 Flugzeuge nach Bilbao verschickt werden, obwohl das Neutralitätsgesetz den Präsidenten der Vereinigten Staaten ermächtigt, die Ausfuhr von Kriegsmaterial beim Ausbruch eines Krieges zwischen zwei Ländern zu verbieten. Trotz der hinlänglich bewiesenen aktiven Einmischung Der Sowjetunion in den spanischen Krieg glaubt sich die amerikanische Regierung auf den Standpunkt stellen zu können, daß es sich bei den Ereignissen in Spanien um einen reinen „Bürgerkrieg" handele, auf den das Neutralitätsgesetz keine Anwendung zu finden brauche. Von zuständiger Seite wird darauf hingewiesen, daß es sich um Die erste Ausfuhr seit Dem Ausbruch des Krieges in Spanien handele. Das Staatsdepartement habe auf Grund der bestehenden Verträge die Bewilligung geben müssen. Im übrigen seien die Flugzeuge und die Motoren alt und gebraucht, man rechne damit, daß es mindestens zwei Monate dauern werde, bis die erste Sendung ab- aehen könne und etwa acht Monate, bis der ganze Auftrag versandfertig sei. Wenn der Kongreß inzwischen ein Gesetz annehmen sollte, durch das derartige Verschickungen nach Spanien verboten werden, so werde das Staatsdepartement die Bewilligung sofort zurückziehen. 25 Sowjel-tt-Vooie auf dem Wege nach Spanien. London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mirror" erführt, daß bisher 25 sowjetrussische O - B o o t e von sowjetrussischen Häfen nach Spanien abgegangen sind. Sie stehen unter dem Befehl eines Kapitäns Kamilin. Die Entsendung zweier weiterer sowjetrussischer Kriegsschiffe nach Spanien fei verschoben worden, aber die beiden Fahrzeuge lägen im Hasen von Odessa in Erwartung der Befehle aus Moskau unter Dampf. Sämtliche fowjetruffifche Schiffe für Transporte von Lebensmitteln oder Waffen nach Spanien würden in aller Eile mit weittragenden Geschützen ausgerüstet. Schwere Niederlagen der Noten. Lissabon, 29. Dez. (DNB. Funtspruch.) lieber den Sender Sevilla sprach am Montagabend (Ben'e- ral de Llano und gab davon Kenntnis, daß d t e roten Horden bei einem Versuch, Teruel anzugreifen, von den Garnisontruppen zurückgeschlagen und verfolgt wurden. Die Verluste der Roten beziffern sich auf 250 Tote und viele (Befangene, von denen ein großer Teil der berüchtigten internationalen Brigade angehörte. Viel Kriegsmaterial wurde außerdem erbeutet. An der Südfront bei Ronda erlitten die Roten ebenfalls eine schwere Niederlage.Sie versuchten einen Gegenangriff, wurden aber durch maurische Kavallerie zurückgeschlagen und verfolgt. Auch hier entstanden den Roten große Verluste. Ausländische Tatarenmeldungen. Wer hat Interesse an einer Störung des Weihnachtsfriedens? Berlin, 28. Dez. (DNB.) Unter der Überschrift „Besprechungen" in Berchtesgaden — eine Tatarenmeldung und ihre Hintergründe", schreibt das „12-Uhr-Blatt" am Montag u. a.: Die Korrespondenten zahlreicher französischer und englischer Blätter erhielten von chren Schriftleitungen Telegramme, in denen sie aufgefordert wurden, unverzüglich nach Berchtesgaden zu reifen. Der Führer halte dort, so versicherte man, wichtigste Besprechungen ab. Man wußte von London und Paris den überraschten Berliner Korrespondenten sogar noch mehr zu melden: daß nämlich Ministerpräsident Göring, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Fritsch, Generaladmiral Roeder und Reichsbankpräsident Dr. Schacht an diesen Besprechungen teilnähmen. Die Wichttg- tett der Beratungen ginge daraus eindeutig hervor. Bevor wir auf diese Tatarenmeldung eingehen, fei uns eine Feststellung erlaubt: In Deutschland herrscht im Augenblick völlige politische Ruhe. Die Reichsregierung hat deshalb auch keinen Grund, ausgerechnet in den Weihnachtstagen zu Beratungen zusammenzutreten oder Notmaßnahmen irgendwelcher Art zu erlassen. Der Führer selbst hat das Fest damit zugebracht, sich Ruhe zu gönnen und Erholung zu suchen. Keiner feiner Mitarbeiter, weder Göring noch Neurath, noch Fritsch, noch Roeder, noch Dr. Schacht haben während Der Weihnachtstage in Berchtesgaden geweilt. Sie sind weder vom Führer gerufen worden, um an Beratungen teilzunehmen, noch find sie ohne Aufforderung beim Führer erschienen, um ihm ihre politischen Sorgen vorzutragen. (Bin Telephongespräch hätte den Zeitungen, die für eine Verbreitung der Lügenmeldungen gesorgt haben, 'jederzeit Klarheit verschafft. Man hat das nicht getan. Man hat entgegen ollen journalistischen Gepflogenheiten wieder ein Gerücht verbreitet, ohne es vorher auf seine Richtigkeit hin nachgeprüft zu haben. Und damit berühren wir die Hintergründe dieser neuen Lügenmeldungen. Wie die Dinge beweisen, gibt es immer noch eine gewisse hysterische Journaille, die versucht, eine künstliche Beunruhigung in das politische Leben Europas zu tragen. Oder sollte hinter diesen Erfindungen, die reinsten Wassers sind, etwa eine amtliche Stelle stehen? Wenn man überlegt, daß sich sogar große und angesehene Blätter nicht gescheut haben, den Unsinn wiederzugeben, so möchte man diesen Verdacht fast aussprechen. Dann aber erhebt sich um so nachdrücklicher die Frage: Wer ist diese Stelle, die durch solche kurzsichtigen Manöver versucht, Unsicherheit und Unordnung in das politische Leben Europas zu bringen? Betrachtet man jenseits der deutschen Grenzen es als eine Arbeit •am Frieden und an der Verständigung, in dieser Weise zu schüren? Auck die „BZ. am Mittag" nimmt unter der Ueberschrift „Weihnachtliche Ladenhüter" zu den ausländischen Lügenmeldungen über „Wichtige Aussprachen in Berchtesgaden" u. a. wie folgt Stellung: Die deutsche Politik setzt, wie eben bekannt geworden ist, erst nach Neujahr wieder ein, nämlich mit dem Neujahrsempfang beim Führer Adolf Hitler am 11. Januar in Berlin. Da glauben ausländische Nachrichtenschwindler, uns die Ruhepause zwischen Heiligabend und Neujahrsempfang arg« wöbnisch, ja böswillig und oerleumDe- r i sch verderben zu sollen! Die Herren irren sehr. Seit fünf Jahren, seit es eine geordnete, pfleglich geleitete und mit Weitblick angelegte nationalsozialistische Reichspolitik gibt, sind wir ohne „W eih- nachtskrise". In manchen anderen Staaten, unter anderen Verhältnissen, gibt es das zwar noch, daß unstete, mit Machenschaften arbeitende Politikaster ihren Völkern die Weihnachtsmuße schmälern. Aber jene Drahtzieher, die hierbei im Trüben fischen, schließen fälschlich von ihren Zuständen auf bie unfrigen, wenn sie meinen, daß, weil sie es nicht können, auch wir nicht ohne die alljährliche „Weihnachtskrise" auszukommen vermöchten. Bei uns fanden und finden jetzt keine „wichtigsten Besprechungen" statt. Es wäre gut, wenn die Greuelhetzer im Auslande sich endlich darüber klar würden, daß sie, die unsere politische Ordnung nicht begreifen, jenseits der Zeit leben. Ihre Tatarenmeldungen geben uns in diesen Tagen lediglich Anlaß zu der Feststellung, daß sie genau fünf Jahre zu spät hinter uns herlaufen. Ist es aber Dienst an der fortschrittlichen Befriedung der Welt, anachronistische Märchen gegen uns aufzuwärmen. Wer steht überhaupt hinter solchen Lügen? Derartige weihnachtliche Ladenhüter nehmen wir weder vor noch nach dem Fest entgegen, und auch die internationale Politik muh im Interesse der Klarheit der Entwicklung ihre Annahme verweigern. Zentrale Lenkung -er Arbeitskräste. Gewandelte Aufgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung. Wenn man sich den letzten, den achten Jahresbericht der Reichsanstalt, der jetzt vorliegt, genauer ansieht, muß man zurückdenken an die Gründung dieses Unternehmens, das heute nicht mehr aus dem Rahmen des Dritten Reiches Hinwegzudenken ist. Ursprünglich lag der Schwerpunkt der Tätigkeit der Reichsanstalt bei der Arbeitslosenversicherung. Mit diesem Behelfsmittel versuchte man die Erwerbslosigkeit zu lindern. Es lag schon im Gedanken der Versicherung, die kurzsichtige Annahme verankert, man könne mit Hilfe von Der- sicherungsleistungen die „zeitweilig" von der Arbeitslosigkeit Betroffenen vor dem Hunger retten. Die hereinbrechende Krise hat diesen Glauben zerstört. Die Erwerbslosigkeit nahm infolge der verfehlten Wirtschaftspolitik nicht nur derartig zu, daß sie die rein bilanzmäßigen Grundlagen der Arbeitslosenversicherung völlig zerstörte, sondern es zeigte sich sehr bald, daß die durch die Rationalisierung und die Wirtsckaftsumlagerung der Nachkriegszeit in sehr vielen Gegenden eingetretene Erwerbslosigkeit nie mehr zu beheben war. Aus der Reichsanstalt wurde dann im Verlauf weniger die Versicherung als der Treuhänder der Reichsmittel zur Linderung der Erwerbslosigkeit. Das Dritte Reich stellte ihr völlig neue Aufgaben. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf das Gebiet der Arbeitsvermittlung. Der passive Gedanke der bloßen Versicherung trat zurück vor der Akttvität der Reichsregierung und des Nationalsozialismus, der in dem Worte Arbeitsvermittlung eingeschlossen ist. Jeder Deutsche und darüber hinaus auch jeder Fachkundige des Auslandes kennt heute jene unvergleichliche Kurve des Absinkens der Erwerbslosigkeit in Deutschland, seitdem der Führer nach der Machtübernahme die ganze Kraft der Nation in den Dienst der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit stellte. Es ist jene Kurve, die sich von etwa sieben Millionen Erwerbslosen auf rund eine Million senkte! Dieser kaum faßbare Erfolg hatte zunächst einmal eine entsprechende Sanierung der Finanzen der R e i ch sanft a 11 zur Folge. Sie konnte wieder, auf sich selbst gestützt, an neue Aufgaben Herangehen. Es wird immer ein Ruhmesblatt für sie bleiben, mit welcher Akttvität sie unter Leitung von Präsident Dr. Syrup diese Aufgaben bewältigte. Wir können nach 1933 feststellen, wie die Reichsanstalt sich Zug um Zug, sehr zielbewußt und mit wenig Aufhebens in der Oeffentlichkeit ihre heuttge zentrale Stellung sicherte. Sie hat mit Entschiedenheit und Erfolg um das Monopol der Arbeitsvermittlung gekämpft. Wir stehen nicht an zu erklären: die Uebertragung der Arbeitsvermittlung in die öffentliche Hand hat sich durchaus bewährt und ist so elastisch geblieben, wie man es von einer so großen Behörde überhaupt nur erhoffen konnte. Mit der fortschreitenden Verminderung der Erwerbslosenziffern und dem anderseits wachsenden Mangel an Facharbeitern wurde von Jahr zu Jahr und vor allem in dem verflossenen Jahr von März 1935 bis zum März 1936 der Berufsberatung und dem Arbeitsaustausch, der Umschulung, wie der planmäßigen Siebung der noch nicht erroerbstätigen Arbeiter ein immer größeres Augenmerk zugewandt. Heute hat die Reicksanstalt auch diese ungeheuer weittragende Berufsberatung in der Hand, eine völlig neue Aufgabe, die sich aber bei der notwendigen Lenkung der Arbeitskräfte der Natton schon von einem recht frühen Alter an als unumgänglich erwiesen hat. Die jünost erlassenen Verordnungen über den Einsatz der Arbeitskräfte innerhalb des Dierjahresplanes haben diese neuen Aufgaben ganz besonders in den Vordergrund gestellt und zugleich auch die machtvoll erweiterten Befugnisse der Reichsanstalt auf diesem Gebiete flarge- stellt. In dem Maße, in dem der Wirtschaftskörper der Nation sich immer reibungsloser der zentralen Lenkung unterordnete und die im Vierjahresplan gipfelnde Initiative der Regierung die Kraft des einzelnen in die Leistung der Gesamtheit einfügte, mußte auch die Reichsanstalt jene zentrale Stellung im Mittelpunkt des gesamten Arbeitslebens der Nation erhalten, die ihr zukam. Es ist ein sicherlich für Ausländer erstaunlicher Zustand und eine Der organisatorischen Glanzleistungen des Dritten Reiches, daß es gelang, diese von so vielen anderen Wirtschaftsgroßmächten versuchte Aufgabe zu losen. Auch in Den anderen Staaten, vor allem in England und in Den Vereinigten Staaten, hat sich inzwischen Die private Initiative, Das liberalisttsche Unternehmertum, als unfähig erwiesen, auf Der Basis der sog. Selbstverwaltung die Erwerbslosigkeit zu bekämpfen und Den durch Die Rationalisierung freigesetzten Arbeitskräften neue Arbeit zu verschaffen. Der Staat allein kann durch feine Überparteiliche Aktivität und seinen Ueberblicf über Das Ganze eine so ungeheure Aufgabe meistern. Diese Dinge kann man in dem umfassenden Zahlenmaterial Des achten Berichtes Der Reichsanstalt nur zwischen Den Zeilen lesen. Der Bericht bietet eine Fülle von Einzelheiten aus Dem Tätigkeitsbezirk Der Reichsanstalt. Schon allein Das ausge- Dehnte Gebiet Der aktiven Hilfe Der Reichsanstalt durch Die Unterstützung von Notstandsarbei- ten, des Landarbeiterwohnungsbaues, Des Eigenheimbaues, Der ForDerung von Privatunternehmungen erfordert eine Sonderbetrachtung. Es gibt ja heute im Grunde genommen kaum noch eine Tätigkeit im Deutschen Reich, Die nicht den Arbei- tenDen in irgendeine Beziehung zur Reichsanstalt brächte. Der Lauf der Entwicklung geht aber ganz offensichtlich dahin, diese umfassende Sorge für Den einzelnen und fein Wohl noch weiter auszubauen. Es wird immer eine Sorge bleiben. Es soll immer etwas von der engen menschlichen Anteilnahme an dem Geschick des einzelnen dabei bleiben. Je elastischer dieser große Apparat bleibt, je inniger er wirklich als Berater, als Freund und als Betreuer der Volksgemeinschaft auftritt und je besser das Verhältnis Des einzelnen zu ihm wird, desto reibungsloser wird die Reichsanftalt die ihr gestellten großen Aufgaben Des nächsten Jahres bewältigen. Aus aller Welt. Der Brand am Potsdamer Platz in Berlin. lieber Den Brand im Schacht der neuen Nord- Süd-8-Bahn am Potsdamer Platz in Berlin wird von unterrichteter Seite noch folgendes mitgeteilt: Der Umfang Des BranDes erschien zunächst gefährlicher, als er in Wirklichkeit war. Irgendeine Gefahr für Das alte Palasthotel, in Dem sich jetzt Die Räume Des Mitteleuropäischen Reisebüros befinden, und die daneben liegenden Häuser besteht nicht, so daß Der Betrieb dort wieder ausgenommen werden konnte. Auch Die eigentlichen Bauarbeiten find im wesentlichen nicht berührt worDen. Jetzt gilt es, Die Fahrbahn roieber in Stand zu setzen, lieber die Ursache des Feuers steht noch nichts Genaues fest. Großes Schadenfeuer in Nürnberg. In Nürnberg entstand in Der Lagerhalle Der Firma Transport- unD^ Handelsgesellschaft ein F e ue r, das sich so schnell ausbreitete, daß binnen kurzer Zeit Die ganz aus Holz errichtete Halle in hellen Flammen stand. Fast sämtliche Feuerwehren von Nürnberg mußten ausrücken. Die Bekämpfung Des Brandes wurde dadurch erschwert, daß Die Schlauchleitungen über eine Entfernung von über 500 Meter gelegt werden mußten. Drei Eisenbahnwagen, Die mit Mehl beloben vor Der Halle standen und bereits Feuer gefangen hatten, konnten noch rechtzeittg rangiert werden. Einige in unmittelbarer Nähe der Halle lagernde Benzinfässer konnten ebenfalls im letzten Äugenblick beiseite geschafft werden. Durch Den Brand ioroie durch Die ungeheuren Wassermassen Dürfte oer größte Teil Der in Der Halle lagernDen Mehlvorräte vernichtet sein. Neben der Lagerhalle, in Der sich auch Die Büroräumlichkeiten befanDen, fielen Dem Brande ein kleiner Lagerschuppen sowie zwei Autoeinstellräume zum Opfer. Der lob in Den Bergen. Am Hohen Jfen im Walsertal ist am ersten Weihnachtsfeiertag Der 24 Jahre alte Feldwebel Gottfried Immerz beim Skilaufen an einem vereisten Hang abgestiirzt. Er erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er kurz darauf ft a r b. — Auck am Geigelstein bei Schleching ereignete sich ein tödlicher Unfall. Die 21 Jahre alte Studentin der Phototechnischen Hochschule in Berlin, Inge- borg Weigel aus Ecking am Simssee, befand sich mit einem Begleiter auf Dem Wege zur Roßalm. Ein schwerer Schneesturm zwang Die beiden zur Umkehr. Da bie stark erschöpfte Studentin Der Rückfahrt nicht mehr gewachsen war, fuhr Der Begleiter ms Tal voraus, um Hilfe zu holen. Bis jeDoch Die alarmierten Bergwachtmänner eintrafen, war Die Erschöpfte bereits tot. Während Der Feiertage ereigneten sich auch iy Den österreichischen Bergen zwei schwere un<* I sagen wir unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: kA. Koch Nachfolger Mäusburg 13, Ruf 3612 Die trauerndcu Hinterbliebenen. Großen-Buseck, den 29. Dezember 1936. 8483 D Großen-Linden, Lang'Göns, den 28. Dezember 1936 Die Beerdigung findet Mittwoch,30.Dezember, nachmittags 21/2Uhr statt 8509 D Gießen, den 29. Dezember 1936. 05893 Dr. med. Hermann Brandes im 63. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Poppendieck 8510D 8518 D 20.00-22.00 Iw letzten Mal Gießen (Rodheimer Straße 38), den 29. Dezember 1936. 05886 Stadttheater Der Kampf mit dem Wwm Frau Margarete Vogel und Kinder Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 30. Dezember, um 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt Am 25. Dezember verschied nach kurzer, schwerer Krankheit in Göttingen der Chefarzt des städtischen Krankenhauses in Hameln, der Chirurg Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, die uns bei dem Heimgang unserer teueren Entschlafenen zuteil wurden, für die vielen Ehrungen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. 0.60 - 3.00 RM. 8482 D 15-17.15 Uhr Außer Miete Zum letzten Mal Prinzessin Allerliebst oder: Der wundersame Regenschirm Märchen von Fr. Forster Preise von 0.30-1.50 RM. 19.30 -22 Uhr 14. Mittwoch- Miete Seiner Gnaden Testament Komödie von Bergmann Preise von 0.60-3.00 RM. Für die überaus große Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Margarethe Schmidt geb. Will sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: August Schmidt, Weismühle Großen-Buseck, im Dezember 1936. Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn Telegrafenleitungs-Aufseher Gans Hämorrhoiden sind heilbar! Verlangen Sie Gratisprobe ANUVALIN Imalinfabrik, Berlin SW 61. Äbtlg. 253 begruben lag. Ein Teil der Post konnte geborgen werden. In den letzten vierzehn Tagen sind im ganzen, das Unglück bei Burbank mitgerechnet, 28 Todesopfer durch Flugzeugunfälle in USA. zu beklagen. Die Trümmer des am 15. Dezember über den Rocky Mountains abgestürzten Verkehrsflugzeuges sind bisher noch nicht gefunden worden. Schwerer Unfall eines polnischen Verkehrsflugzeugs. Das polnische Verkehrsflugzeug der Strecke Lemberg—Warschau erlitt in der Nähe von Rawa Ruska einen schweren Unfall. An Bord befanden sich 10 Fahrgäste und zwei Mann Besatzung. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden vier Tote und drei Schwerverletzte geborgen. 780 Todesopfer des Weihnachtsverkehrs in Amerika. Die V e r k e h r s u n f ä l l e, die sich an den Weihnachtsfeiertagen in Amerika ereigneten und schon am Montag eine ungewöhnlich große Zahl aufwiesen, haben sich nach den lebten Meldungen noch beträchtlich gesteigert. Insgesamt hat der Feiertagsverkehr 7 8 0 Todesopfer gefordert. Allein 600 Personen kamen bei Autounfällen ums Leben, so daß die bisher höchste Unfallzahl des Nationalfeiertages am 4. Juli bedeutend überholt ist. Gin Geschoß nach 22 Jahren aus dem Körper entfernt Der in Kehrenbach bei Melsungen wohnende 48 Jahre alte Kriegsbeschädigte Horn war 1914 durch einen Steckschuß in den rechten Oberschenkel verwundet worden. Das Geschoß, ein vier Zentimeter langes Jnfanteriegeschoß, konnte nicht entfernt werden, da die Aerzte bei einer Operation Komplikationen befürchteten. Der Fremdkörper hat sich nun soweit gesenkt, daß er jetzt — nach 22 Jahren — im Städtischen Krankenhaus in Melsungen aus der Wade entfernt werden konnte. Familiendrama in Wiener Neustadt Die niederösterreichische Industriestadt Wiener Neustadt war der Schauplatz eines furchtbaren Familiendramas. Ein Mann namens Ofenböck erschoß mit seinem Jagdgewehr zuerst seine Frau, dann seine elfjährige Tochter und seinen fünfjährigen Sohn. Ein weiterer, 14jähriger Sohn setzte sich zur Wehr, wurde aber gleichfalls von seinem Vater durch einen Kopfschuß niedergestreckt und lebensgefährlich verletzt. Mit der letzten Patrone des Magazins tötete sich Ofenböck selbst. Die Ursache der Tat ist noch nicht aufgeklärt. Schwere Bluttat eines Betrunkenen. In dem bei Euskirchen (Rheinprovinz) gelegenen Stotzheim forderte ein Betrunkener zu sehr später Stunde noch Einlaß in ein Gasthaus. Als er wegen seiner Trunkenheit abgewiesen wurde, holte er aus g l ü ck s f ä l l e. Im Gebiet der Schneealpe in Steiermark kam eine Gesellschaft von fünf Sklfahrern vom Wege ab und verirrte sich in den Wänden. Zwei von ihnen stürzten 800 Meter tief ab und wurden zerschmettert aufgefunden; von dem dritten Mann fehlt vorläufig jede Spur. Die beiden übrigen Skiläufer konnten sich retten. Bei Ober- vellach in Kärnten wurden zwei Skifahrer vom Schneesturm überrascht; der eine wurde tot aufgefunden, der Kamerad ist verschollen. Sturm über der Ostsee. Während in der westlichen Ostsee an den Weih- nachtstaaen bei hohem Barometerstand gutes Wetter herrschte, berichteten die aus der östlichen Ostsee und dem Bottnischen Meerbusen kommenden Schiffe über Sturmwetter mit Schnee- und Hagelböen. Einige vor sechs Tagen von Memel- und Finnland abgemeldete Schiffe sind bis jetzt noch nicht in Kiel-Holtenau bzw. zur Kanak- durchfahrt eingetroffen. Schweres Explosionsunglück in einer nordilalienischen Stadt. In der norditalienischen Provinzhauptstadt Varese hat sich ein schweres Unglück zugetragen. Dort ereignete sich eine Explosion in einem Gas- leitungskanal, der unter einem stark belebten Platz der Stadt hindurchführt. Unter gewaltigem Getöse wurde das Pflaster in weitem Umkreise aufgerissen. Steine und Erdmassen wurden nach allen Richtungen geschleudert. Nach den bisherigen Feststellungen sind sieben Passanten getötet und fünfzehn schwer verletzt worden. Die Explosion rief eine Panik hervor. Vertreter aller Behörden begaben sich sofort zur Unglücksstätte. Zahlreiche Todesopfer bei Flugzeugabstürzen in USA. Nach einer Meldung aus Burgank (Kalifornien) ist ein großes Verkehrsflugzeug der Linie Neuyork — San Franzisko mit neun Fluggästen und drei Besatzungsmitgliedern seit zehn Stunden überfällig. Jetzt haben Flieger die Trümmer des ab gestürzten Verkehrsflugzeuges 18 Meilen nördlich von Burbank auf einer Bergkuppe gesichtet. Die beiden Flügel der Maschine hingen an einem Felsgrat. Die übrigen Teile des Flugzeuges lagen in weitem Umkreis verstreut in der benachbarten Schlucht. Die Insassen, neun Fluggäste und drei Mann Besatzung, müssen bei dem furchtbaren Anprall sofort getötet worden fein. In der Nähe des Dorfes Kellogg in Idaho wurden die Leichen zweier Postflieger geborgen, die mit ihrer Maschine in der letzten Woche abstürz- t e n. Die Rettungsmannschaften mußten sich tagelang mühsam den Weg auf Skiern auf den 3Ö00 Meter hohen Berg bahnen, auf dem das Postflug- zeug unter einer bereits meterhohen Schneedecke MMM MW * Alki nach der Naturschutzverordnung vom 18. Marz 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer lang- jährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Na- rurschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber unb Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u.Herbarlen-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranzbindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Dermühler Verlag Berlin-Lichterfelde seiner in der Nähe liegenden Wohnung ein Jagdgewehr und feuerte damit blindlings auf dis etwa zehn Gäste der Gastwirtschaft, die sich inzwischen auf den Heimweg gemacht hatten. Drei von ihnen trugen schwere Verletzungen davon. Dann folgte er einem Bruder des Gastwirtes und verletzte ihn so schwer, daß der Mann noch im Laufe der Nacht starb. Dem zu Hilfe eilenden Bruder des Niedergeschossenen brachte der Täter ebenfalls schwere Verletzungen bei. Schließlich konnte der Täter mit schwerer Mühe überwältigt werden. Zwei große Brände in polen. — Fünf Menschen ums Leben gekommen. Durch Unvorsichtigkeit beim Umgehen mit Feuerwerkskörpern entstand am Heiligen Abend in einem Dorfe nahe bei Warschau ein gewaltiges Schadenfeuer, bei dem 16 Wirtschaften den Flammen zum Opfer fielen. — In einem Dorfe in der Wojewodschaft Lemberg fanden beim Brande eines Bauernhauses vier Kinder und eine Frau den Tod in den Flammen. Frohes Ereignis im Haufe des Herzogs von Kent. Die Herzogin von Kent wurde am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages voneinerToch- t e r entbunden. Es handelt sich um das zweite Kind des Herzogs von Kent, des jüngsten Bruders des Königs von England. Die Geburt des zweiten Kindes der Herzogin von Kent, einer Tochter, wurde in London durch Kanonenschüsse der Bevölkerung bekanntgegeben. Die amtliche Mitteilung über die Geburt der Tochter wurde, wie üblich, in der Guild-Hall (Bürgermeisterei) und im Innenministerium angeschlagen. Die preise für die deutsche Abteilung der VI. Triennale in Mailand. Das oberste Preisgericht der Internationalen Ausstellung für Kunstgewerbe und moderne Architektur (VI. Triennale) in Mailand hat für die deutsche Abteilung u. a. folgende Preise verliehen: Großer Preis an die Staatliche Porzellanmanufaktur in Berlin; Ehrendip l o m e : Oberregierungsrat Dr.-Jng. Hermann Gretsch (Stuttgart); Eugen Buschle, Möbelfabrik, Stuttgart; Fürstenberger Porzellanfabrik; Tony Key, Kunstgewerblerin in Königsberg (Preußen); Ludwig Krumm AG., Lederfabrik in Offenbach a. M. Goldene Medaille: Arzberg Porzellanfabrik in Arzberg (Bayerische Ostmark); P. Bruckmann & Söhne AG., Heilbronn a. N., Silberwarenfabrik; Josephinenhütte, Petersdorf im Riesengebirge, Kristallglasfabrik; Friedrich Kaestner, Porzellanfabrik G. m. b. H., Oberhohnberg (Sachsen); Bayerischer Kunstgewerbeverein in München; Lohe- land-Schule, Loheland über Fulda; Richard Münch, Fürth i. B., Möbelfabrik; Reichstheaterkammer, Berlin; Otto und Ilse Scharge-Nebel, Halle (Saale), Kunstgewerbliche Werkstatt; Jutta Selle, Berlin, Photoatelier; Staatliche Majolica-Manufaktor in Karlsruhe; Elisabeth Treskow, Werbehaus AG., Margarethenhöhe in Essen, Gold- und Silberschmuck; Johann Michael Wilm in München, Goldschmied. (Außerdem eine ganze Reihe silberner Medaillen und bronzener Gedenkmünzen.) M Mittw. u. Donnerstag r Seefische billig Schellfische, im Ausschnitt , 500 g tyilef........500 g von 40' empfiehlt f Wetterbericht des Beichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Witterung Deutschlands steht noch überwiegend unter dem Einfluß von Luftdruck. Während dabei in Mittel- und Ostdeutschland vielfach heiteres Wetter mit starken nächtlichen Frösten herrscht, macht sich im Westen die Zufuhr feuchterer Meeresluft und verbreiteter Nebelbildung geltend. Trotz der Belebung der Wirbeltätigkeit über dem Ostatlantik ist ein starkes Eingreifen von Süddruckstörungen auf unser Wetter noch nicht zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: In den Niederungen vielfach Nebel und gelegentlich auch leichter Niederschlag, Temperaturen wenig geändert, Winde um Süd. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der meist nebligen Witterung mit Temperaturen um 0 Grad, Neigung zu geringfügigen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 28. 12.: mittags 0,7 Grad Celsius, am 28. 12.: abends 0,1 Grad, am 29.12.: morgens 0,5 Grad; Maximum 1,01 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. 12.: abends 0,3 Grad, am 29. 12.: morgens 0,3 Grad. Wintersport-Wetterbericht. Taunus. Cronberg: Bedeckt, —4 Grad, Eisbahn sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, — 4 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Sportmöglichkeiten stellenweise. Alpen. Schneefernerhaus: Heiter, —4 Grad, 210 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten mäßig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Familie Ludwig Menges XII. Familie Heinrich Menges IV., Wwe. Familie Heinrich LuhlV, Wwe. nach kurzer Krankheit im 89. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Mutter, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers danken wir herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Konrad Schardt Familie Karl Schardt Ludwig Menges II., Ritterwirt Veteran von 1870/71 Gestern abend entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder und Schwager Ludwig Hahn V erwaltungsassistent im Alter von 43 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Kath. Hahn, geb. Schepp und Kinder nebst allen Angehörigen. Oppenrod, den 28. Dezember 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, 30. Dezember, 2.30 Uhr statt 15861 in ir G v n !l e 3 S de m ko D ein un her lchi lie \\i 8 G A Ql be A 9u ren Cr Aeß em hat 6 Hub ter ta am hol der Nr. 303 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstaa 2 ^.Dezember 1936 Das Gwßfeuer im Aord-Siid-S-Vahntunnel am Potsdamer Platz in Berlin. IM. ' ■ *r WWW 21m dritten Weihnachtsfeiertag war in den Abendstunden in der unterirdischen Baustelle des Tunnels der Nord-Süd-S-Bahn am Potsdamer Platz in Berlin ein Großfeuer ausgebrochen, das in 7^stündiger unermüdlicher Tätigkeit von den Feuerwehren niedergekämpft wurde. Unser Bild gibt einen Ueberblick über die Brandstelle am Potsdamer Platz am Morgen nach dem Feuer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die Lagerführerm - ein neuer Frauenberuf. Besuch in der Reichsleitung des Arbeitsdienstes. — Die Erweiterung des weiblichen Arbeitsdienstes. — 250 statt 300 Lager. Von unserem Sonderberichterstatter Berlin, im Dezember. Die Ankündigung des Staatssekretärs Backe vom Reichsernährungsministerium auf dem Reichsbauerntag über den erheblichen Ausbau des weiblichen A r - beitsdienstes im Zusammenhang mit dem Vierjahresplan ist für Eltern und Töchter in gleicher Weise bedeut- s a m. Die nachstehend geschilderten Mitteilungen aus einem Gespräch unseres Sonderberichterstatters mit der Reichsleitung des Frauenarbeitsdienstes dürften daher allgemeines Interesse finden. In den Räumen der Reichsleitung des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend herrscht seit der Verkündung des Vierjahresplanes Hochbetrieb. Als Hanna R ö b k e, die Leiterin des weiblichen Arbeitsdienstes, von einer Unterredung mit Reichsarbeitsführer Hier! zurückkommt, geht sie sogleich bereitwillig auf unsere Fragen ein. Hanna Rübke ist eine junge, schlichte Frau, die in der Arbeit für die Mädelsarbeitslager sozusagen groß geworden ist. Selbst zuerst Arbeitsdienstmädel, hat sie ein tiefes Interesse für diese neuartige und lebendige Erziehungsform der Frau weit über die übliche Zeit in dem nicht immer leichten Dienst des Lagers fest- gehalten, sie wurde Lagerführerin, später ging sie durch Schulungskurse, wurde von Frau Scholtz- Klink in die Reichsleitung des Frauenarbeitsdienstes gerufen und wurde auf Grund ihrer Leistungen und charakterlichen Eigenschaften Vertreterin der Reichsfrauenführerin in der Reichsleitung des Frauenarbeitsdienstes. Als dieser dann im Laufe dieses Jahres unter dem Reichsarbeitsführer mit dem Arbeitsdienst für die männliche Jugend vereinigt wurde, übernahm sie der Reichsarbeitsführer als seine erste Referentin für den weiblichen Arbeitsdienst. Mit Würde füllt die junge Frau ihren verantwortungsvollen Posten aus. Weshalb gerade jetzt für sie besondere Aufgaben erwachsen, erfahren wir nun aus ihrem Munde. „Wir Frauen vom weiblichen Arbeitsdienst sind besonders stolz darauf, daß Staatssekretär Backe kürzlich auf dem Reichsbauerntag die Notwendigkeit hervorgehoben hat, unsere Organisation stärk st ens aufzubauen. Es wurde uns bestätigt, daß sich unsere Hilfsarbeit in der Praxis, also bei den Frauen unserer Bauern und Siedler glänzend bewährt habe und daß ein Teil der den Bäuerinnen aus dem Vierjahresplan neu erwachsenden Aufgaben auf die Schultern eines bedeutend erweiterten weiblichen Arbeitsdienstes abgewälzt werden müsse. Damit war ausgesprochen, was wir vom Arbeitsdienst für die weibliche Jugend seit Beginn unserer Arbeit erstrebt haben, der Arbeitsdienst wurde auch für das Mädel zur Pflicht. Bis jetzt hat der Arbeitsdienst etwa 10 000 Mädel im Jahr zur Arbeit herangezogen. In zwei Schüben zu je 5000 wurden sie halbjährlich ausgenommen. Nach unseren neuen Plänen sollen vom 1. April ab jährlich 25 000 Mädel durch den Arbeitsdienst gehen. Das bedeutet, daß wir die Zahl unserer Lager von 300 auf 750 erweitern müssen." „Sie brauchen doch auch einen stark vergrößerten Stab von Lagerführerinnen, woher wollen Sie die denn in der kurzen Zeit nehmen?" „Augen auf, Zunge!" Don Max Zungnickel. Wenn ich mich meines ersten Schuljahres erinnere, so sehr ich da ein zerfurchtes Lehrergesicht mit harten Umrissen und großen dunklen Augen. Ein Gesicht, das Zutrauen und Furcht erregt. Unvergleichlich ist mir aber der Ausdruck des Gesichtes, wenn es sich streng straffte und die drei Worte sprach: „Augen auf, Junge!" Drei Worte, die wie ein Befehl klangen und die mindestens einmal am Tage ausgesprochen wurden. Seltsam, je weiter ich mich aus Jugend und Schule entfernte, desto eindrucksvoller und drängender wurden diese Worte. Und jetzt ertappe ich mich manchmal dabei, wenn ich in eine fremde Stadt komme, daß ich diesen alten Lehrerbefehl halblaut zu mir selbst spreche. Also: „Augen auf, Junge!" Ich bummele durch eine kleine thüringische Stadt. Winddurchfegt, kalt und kahl. Die Häuser scheinen zu frieren. Dort, auf dem Kopfsteinpflaster, langsam und breit: eine scheckige Kuh. Mitten über den Marktplatz latscht sie. Hinterher ein alter grauer Bauer. Wenn die Kuh steht — und sie steht sehr oft —, dann kriegt sie einen Puff. Sie schaut sich dann um, vergewissert sich, ob der Bauer noch da ist. Der nickt ihr nur iu: „Los! Mine!" Und dabei lächelt er. Die Kuh schlendert weiter. „Augen auf, Junge!" Die Abenddämmerung ist schon da. An einem Hause flackert eine krumme Gaslaterne. Es ist so still in der Stadt, daß man das Winseln des Windes vernimmt. Da, an der Tür des alten, schönen Hauses, das sich so selbstbewußt gegen den Wind stemmt, an der schweren Tür, unter dem eisernen Klingelzug, steht ein Junge. Ein kleiner Junge in Holzpantoffeln und mit flatternden Haaren.. Immer streckt er die Hand zum Klingelzug hoch. Er erreicht ihn nicht. Er ist zu hoch angebracht. Jetzt stellt er die Holzpantoffeln zur Seite, nimmt ein wenig Anlauf, springt hoch, aber immer noch hat er den Klingelzug nicht erreicht. Wieder springt er, sieht sich um und springt noch einmal. Nein, der Klingelzug ist wirklich zu hoch angebracht. Schon schlüpft er wieder in die Holzpantoffeln und will verschwinden. Aber da stehe ich schon hinter ihm. Der Junge tut etwas erschrocken, aber schließlich nickt er fröhlich, als ich ihm erkläre, daß <6) die Klingel für ihn ziehen will. Und ich reiße am Klingelzug. Ein harter, heller Glockenschlag dröhnt durch das Haus. Und noch einer. Da zieht der Junge an meinem Mantel und flüstert mir freudig erreicht zu: „Du, jetzt müssen wir aber rennen!" Und schon klappern die Holzpantoffeln davon. Wie gejagt. Durch das alte Haus huscht ein Licht. Ich drücke mich verblüfft aus dem Laternenlicht und schleiche lächelnd und katzenflink um die Hausecke. Die Mailänder „Gcala". Italiener bedeutendste Opernbühne. Der Weihnachtstag — hierzulande nicht das frohe Fest des engsten Familienkreises wie in der deutschen Heimat — hat in Italien eine einzigartige Bedeutung für das Musikleben dieses gesangliebenden und theaterfreudigen Volkes. Der 25. Dezember ist der Tag, an dem alljährlich die großen Opernbühnen Italiens ihre Tore öffnen. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des Landes, daß in den führenden Theatern nur während eines verhältnismäßig kurzen Zeitraumes im Jahre gespielt wird. Gewiß, man kann Opern und Schauspiele immer und in recht guten Aufführungen, auch in den kleineren Städten sehen, vor allem im Hochsommer werden in zahlreichen, für eine riesige Zuschauermenge eingerichteten Freilichttheatern auserlesene Leistungen geboten, aber die wenigen großen Opernhäuser, die für das Musikleben Italiens tonangebend sind, spielen nur vom Weihnachtstage bis zum Beginn der Fastenzeit. Das ist eine streng gehütete Ueberlieserung. Alljährlich kommen aus allen Ländern Musikliebhaber nach Italien, um an einem der berühmten Opernhäuser, sei es an der Scala in Mailand, dem Teatro Reale in Rom, dem Teatro San Carlo in Neapel oder dem Teatro Carlo Felice in Genua eine Aufführung mitzuerleben. Wie viele aber müssen enttäuscht heimkehren, ohne ihren Wunsch erfüllt zu sehen, weil sie nicht mit den italienischen Theatergepflogenheiten gerechnet hatten und vor verschlossene Tore kamen. Von den großen Opernhäusern Italiens ist das berühmteste das „Teatro a 11 a Scala" in Mailand, das maßgebende Institut auf dem Gebiete der Musik und besonders der Gesangskunst. Der Ruf des Hauses dringt weit über Italien hinaus. Die Scala verdankt ihre Weltgeltung der alten Ueberlieserung und der Vollendung, mit der die Werke der Bühnenkunst aufgeführt werden. Das gewaltige Haus erhebt sich an der Stelle der ehemaligen Kirche Santa Maria della Scala und wurde! auf Veranlassung der Kaiserin Maria Theresia nach der Einäscherung des alten „Herzoglichen „Sie berühren damit tatsächlich den Punkt, der uns natürlich auch am meisten am Herzen liegt. Dennn von der Lagerführerin hängt im Lager alles ab: Verantwortlichkeit, Treue, Kameradschaft und Pflichtbewußtsein gegenüber der Gemeinschaft muß sie den Mädeln Vorleben, damit ihnen die Zett im Arbeitslager zu einem Erlebnis werde, aus dem sie mutig und zuversichtlich in ihr vielleicht oft recht schweres Leben zurückgehen. Neben der charakterlichen Festigkeit müssen wir aber von der Lagerführerin noch eine gründliche Kenntnis staatspolitischer und volkwirtschaftlicher fragen verlangen, denn der Arbeitsdienst will ja unsere deutschen Mädels nicht nur einseitig einsetzen im Dienst am Volk, sondern er will ihnen ja auch etwas mitgeben, indem er sie zu einer nationalsozialistischen Lebenshaltung erzieht, d. h. sie zu der Erkenntnis führt, welchen Platz im Volke sie auszufüllen haben, wenn sie als Mitgestalterin- nen unseres Volkslebens an der zukünftigen großen Entwicklung teilhaben wollen." „Wie bilden Sie Ihre Lagerführerinnen aus?" „Die Ausbildung der Lagerführerinnen hat sich aus der Praxis ergeben. Zuerst war es so, daß sich die Mädchen, die sich im Arbeitsdienst besonders bewährten, über ihre Zeit hinaus im Lager blieben und sich zur Lagerführerin sozusagen heraufdienten. Sie bilden heute verläßlichen Stamm, der immer neue Kräfte heranbildet. Heute hat jede Lagerfüh- rerin eine Kameradschaftsälteste neben einer Gehilfin, die nach einer gewissen Zeit von uns in Schulungsstätten zusammengerufen werden und dort nach einem Plan drei bis vier Monate lang weiter ausgebildet werden. Wir haben heute bereits vier Bezirksschulen, in denen immer jeweils 50 Anwärterinnen durchgeschult werden. Nach dieser Schulung lassen wir das Mädchen auch noch nicht verantwortlich ein Lager führen, sondern sie muß als Gehilfin oder Verwalterin sich bewähren, bis sie dann eines Tages die ersehnte Aufgabe anvertraut bekommt, Führerin eines Lagers von 25 bis 30 Mädeln zu werden." „Man kann also sagen, daß sich hier ein neuer Frauenberuf entwickelt?" „Ohne Zweifel verspricht die Tättgkeit der Lager- führerin zu einem der verantwortungsvoll- ft e n und zugleich reizvoll st en Frauenberufe des neuen Deutschland zu werden. Um ihn auch wirtschaftlich zu unterbauen, arbeiten wir jetzt an neuen Plänen, die nicht nur gute Berufsaussichten für die Lagerführerinnen schaffen sollen, sondern die auch eine Versorgung für solche Mädchen vorsehen werden, die nicht aus ihrer Arbeit heraus heiraten. Die bisherigen Erfahrungen haben allerdings gezeigt, daß dieser Beruf anscheinend die beste Vorbereitung für die Ehe ist, denn unsere Lagerführerinnen heiraten rascher als Mädel aus anderen Berufen." „Geht es denn nun im Arbeitslager nach einem festen Tagesplan oder stellt jeder Tag andere Aufgaben?" „Der Tagesplan ist für alle Arbeitslager zeitlich der gleiche. Früh um 5.30 Uhr wird aufgestanden und eine halbe Stunde Frühsport gemacht. Nach dem Anziehen und Aufräumen der Schlafstätte wird die Fahne gesetzt und dann gefrühstückt. Dann beginnt sofort die praktische Arbeit beim Siedler, bei der Bauernfrau oder im Haushalt. Unsere Aufgabe ist ja, überall da helfend einzugreifen, wo die Mütter allein vor allzu großem Tagewerk stehen, wo es gilt, die Hausfrau zu einer kurzen Spanne der Erholung freizumachen oder einzuspringen, wo durch Krankheit die Arbeitskraft der Hausfrau vorübergehend zu ersetzen ist. Ein Teil der Mädchen hat jeweils Lagerdienst, bei dem sie sich natürlich abwechseln. Nach dem Mittagessen hört die Außenarbeit auf, nach kurzer Ruhepause wird Kaffee getrunken und dann vereinigt die Schulung alle Mädel um ihre Führerin. Da gibt es Schulungsstunden über den Arbeitsdienst, seinen Sinn, seine Entwicklung, feinen Einsatz. Es wird gesprochen vom deutschen Raum, seiner geographischen und politischen Entwicklung. Sie hören von der Geschichte Deutschlands. Die Systemzeit und die Entwicklung der Bewegung wird besprochen, ebenso die Gestaltung des neuen Deutschland, ja sogar die Außenpolitik in ihrer Beziehung zur Sicherung des Friedens Europas. Auch rassepolitische und Bevölke- rungsfragen, Bauerntum und Landwirtschaft, Siedlung und Arbeitsbeschaffung sind Schulungsgegenstände. Im Mittelpunkt des Lagerlebens aber stehen naturgemäß die volkswirtschaftlichen und erzieherischen Aufgaben der Hausfrau und Mutter. So zieht der ganze Inhalt unseres Volkslebens an dem Geist der jungen Mädel vorüber. Abendbrot und gemeinsamer Feierabend beschließen den Tag, der mit dem Einholen der Fahne endet." „So betrachtet, ist der Arbeitsdienst viel weniger ein Opfer als eine Bereicherung für die jungen Frauen. Beneidenswert eine Jugend, der solche Bereicherung in ihrem aufnahmefähigsten Alter zuteil wird!" Dr. B >• resch. Kalender und Almanache. — Der Insel-Almanach für das Jahr 1 93 7 — (393) — enthält wiederum eine Anzahl wertvoller Proben aus neueren Werken des Insel- Verlages und mehrere bisher noch nicht veröffentlichte Beiträge von Autoren des Verlages. Reinhold Schneider, der Verfasser des hier ausführlich aeroürbigten Buches „Das Jnfelreich", hat eine kleine historische Erzählung aus der Zeit Heinrichs VIII. „Die gerettete Krone" beigesteuert. Gertrud von le Fort erzählt eine feinsinnige Legende „Die Vöglein von Theres"; Josef Mühlberger ist mit einer Novelle „Das graue Haus mit Dem goldenen Gitter" vertreten. Felix Timmermans schrieb eine flämische Legende „Das Schweinchen und der Einsiedler". Gedichte finden wir von C a - rossa, Theodor D ä u b I e r, Robert F a e f i. Proben aus neueren Werken des Insel-Verlages werden u. a. von Sillanpacae, Schaper, Friedrich Schnack, Waggerl geboten. Aus Anekdoten Friedrichs des Großen, aus Briefen Goethes, aus Reden Meister Eckharts, aus Märchen der Gebrüder Grimm sind interessante Proben wiedergegeben. Von den Bildern nennen wir Gemälde von Leo von König, aus dessen Biographie von Reinhold Schneider und zwei Plastiken Meister Brüggemanns vom Bordesholmer Altar. Alles in allem gibt der von Walter Tiemann entworfene Almanach wiederum einen umfassenden Ueberblick über das vielfältige Schaffen eines der repräsentativsten deutschen Verlage. — Ludwig Richter: Abreiß-Kalender 19 3 7. Mit rund 100 Zeichnungen nach Holzschnitten des Meisters, zwei vierfarbigen Kunstdruckbeilagen und einem vierfarbigen Titelblatt. 23. Jahrgang. Preis 1,60 Mark. Verlag von Georg Wigand, Leipzig. — (415) — Die Kunst Ludwig Richters ist reiner Ausdruck der deutschen Seele. Tiefe Frömmigkeit spricht aus den biblischen Bildern, Innigkeit und Gemütstiefe aus den Bildern des Familienlebens, verschmitzte Schalkheit aus so mancher der meisterhaften Zeichnungen. Seit über zwei Jahrzehnten ist der Ludwig-Richter-Kalender bestrebt, das Erbe des Künstlers zu hüten und zu bewahren und es dem ganzen deutschen Volke, vor allem aber der Jugend, zu erschließen und vor Augen zu führen. Immer wieder neue aber fast in Vergessenheit geratene Schätze holt er hervor und bringt so auch in diesem neuen Jahrgang miede" eine Reihe teils bisher noch unveröffentlichter, teils noch so gut wie unbekannter Zeichnungen Ludwig Richters. Wer diese Blätter Jahr für Jahr sorgfältig in einer Mappe sammelt, nennt bald einen Schatz sein eigen, um den ihn mancher beneiden mag. — Dien ft am Deutschtum. Jahrweiser für das deutsche Volk. 1937. Mit 55 Bildblättern. Preis 1,— Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (521) — Der Jahrweiser bringt eine Anzahl guter Bilder und viele fesselnde Texte, die alle im Zeichen von Volkstum, Heimat, Rasse, Führertum, Kunst, Wehrhaftigkeit und Germanentum stehen Der Jahrweiser regt zum Nachdenken über unsere deutschen Lebensaufgaben an. Er ist nicht nur fürs Haus, Theaters" vom Baumeister P i e r m a r i n i errichtet. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Theater 1778 eingeweiht. Abgesehen von einer vor wenigen Jahren durchgeführten Erweiterung des Bühnenhauses steht das Theater, in dem etwa 3000 Zuschauer Platz finden, heute noch in seiner ursprünglichen Gestalt. Mit der Eröffnung dieses Hauses, in welchem bis zur Gegenwart fast 350 Opernwerke zur Erstaufführung gekommen sind, beginnt für die italienische Musik eine neue Zeit. Wechselvoll waren die Schicksale der Scala im Laufe der 158 Jahre ihres Bestehens, nicht immer waren die wirtschaftlichen Verhältnifse derart, daß der Bestand der Bühne als gesichert gelten konnte, aber die Schwierigkeiten wurden immer überwunden, und das Jnstttut blieb künstlerisch auf einer unerreichbaren Höhe. Als besondere Merkwürdigkeit mag erwähnt werden, daß das Theater in den ersten Jahren in der Hauptsache von Betrieben erhalten wurde, die nicht das geringste mit künstlerischen Zielen zu tun hatten; so flössen die Einnahmen außer von den Logenbesitzern aus einer im Hause befindlichen Konditorei und einer Weinhandlung zu. Die beste und sicherste Einnahmequelle der Theaterleitung aber war 20 Jahre hindurch das Glücksspiel, das in der Vorhalle des prunkvollen Hauses eifrig betrieben wurde! Nach dessen Abschaffung wurde die Scala unter der österreichischen Herrschaft und dann, nachdem Mailand 1859 zum neugegründeten Königreich Italien gekommen war, staatlich unterstützt. Später aber hörten alle Zuwendungen auf, das Theater ging in städtischen Besitz über und hatte jahrzehntelang schwer um seinen Bestand zu kämpfen. Erst unter der faschistischen Herrschaft wurde die Scala als nationale Kunststätte unter die Verwaltung einer Körperschaft gestellt, deren Präsidenten der italienische Regierungschef ernennt. Damit waren die Grundlagen für eine Zeit neuen Aufschwunges gegeben. Aus den Eigenheiten des italienischen Theaters ist auch die Tatsache zu erklären, daß die Scala kein ständiges Orchester besitzt. Alljährlich werden die 100 Mitglieder nach sorgfältigster Auswahl neu verpflichtet; allerdings greift man im allgemeinen auf die bewährten Kräfte der vergangenen Spielzeit zurück, so daß trotzdem die größte Einheitlichkeit gewahrt bleibt. Schon seit den Anfängen des Theaters wurde das Scala- Orchester von den bedeutendsten Kapellmeistern Italiens geleitet. Bis zum Jahre 1868 dirigierte jeweils der Erste Geiger, dann wurde erst das Amt einer „Maestro Concertatore“ geschaffen, das als erster Mazzuccato bekleidete.' Um die Jahrhundertwende, als T o s c a n i n i zum erstenmal als Kapellmeister an der Scala tätig war, wurden auf feine Anregung gleichzeitig mehrere Orchesterdirigenten berufen und damit ein weiterer Schritt zur künstlerischen Ausgestaltung getan, da sich nun jeder einzelne mit noch größerer Sorgfalt seinen besonderen Aufgaben widmen konnte. Mit der Mailänder Scala sind die Namen der großen italienischen Tonschöpfer aufs engste verbunden. Rossini, Donizetti und Bellini feierten mit ihren Werken in Mailand die größten Triumphe, besonders rege Beziehungen bestanden zwischen der Scala und Verdi. Zu den großen Verdiensten der Scala gehört es, daß das Theater nicht in seiner Ueberlieserung erstarrt, sondern auch die jungen Kräfte und das ausländische Musikschaffen neben den erprobten und beliebten alten Meistern zu Worte kommen läßt. Ein Blick auf den Spielplan der zu Weihnachten 1936 beginnenden Spielzeit zeigt deutlich, wie Altes und Neues nebeneinander seine Pflege findet: Neben dem „Liebeselixier" von Donizettt und Verdis Meisteroper „Aida" werden Richard Wagners „Tristan und Isolde", Glucks „Iphigenie auf Tauris" und Massenets „Manon" aufgeführt. Die neuere Opernmusik ist mit „Nero" von Mascagni und mehreren Werken von R e s p i g h i vertreten, dessen nachgelassene Oper „Lucrezia" am 24. Februar zur Uraufführung kommen wird. Weitere Werke lebender italienischer Komponisten, die in der diesjährigen Spielzeit in der Scala zu hören sein werden, sind „Francesca da Rimini" von Zandonai, „Debora" und „Jaele" von Pizetti, „Notturno Romanttco" von P i ck - M a n gi a g a l l i und „Madonna Jmperia" von Alfano. Schließlich ist kurz vor dem Schluß der Spielzeit noch die Uraufführung der Oper „Frines Tod" von Rocca vorgesehen. 6od)fd)ulnacb richten. Dem Dozenten an der Universität Marburg Dr. med. Hellmuth Iusatz, der zur Zeit am Kai- ser-Wilhelm-Jnstitut in Berlin-Dahlem beschäftigt ist, wurde durch die Medizinische Fakultät der Universität Berlin in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen das Blumbachsche Reise- Stipendium zuerkannt, das für eine wissenschaftliche Forschungsreise im Ausland bestimmt ist Der Herr Minister hat dem Dr. med. habil. Friz Stähler in Frankfurt eine Dozentur für das Fach Geburtshilfe und Frauenheilkunde in vcr Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt verliehen sondern auch für Schule und Heime geeignet, immer belehrend üoer die wichtigen fragen der Zeit, ohne lehrhaft zu sein. — Badischer Kalend e r 1937. 21. Jahrgang. Herausgegeben vom Landesfremdenverkehrsverband Baden, Karlsruhe. Verlag Carl Schmitt, Heidelberg. Preis 2,25 Mark. — (395) — Bei diesem Kalender überrascht den Betrachter die Vielfalt der wiedergegebenen Motive ebenso wie die Schönheit der einzelnen Bilder und die technische Wiedergabe. Aus einer Fülle guter Aufnahmen wurde das Beste zu einem Querschnitt durch Landschaft, Volkskunde und Brauchtum des badischen Gaues zusammengestellt. So zeigt der Kalender, wie viele Einzelbilder die Schönheit einer deutschen Landschaft formen, das Leben und Treiben des Volkes, wie es Feste feiert und wie es schafft, Wiedergaben von Baudenkmälern und Kunstschätzen, lebendige Ausschnitte aus dem reichen Brauchtum, Augenblicksaufnahmen aus dem Sport- und Ferienleben des Landes, und dazwischen Darstellungen der leckeren Kostbarkeiten, die Baden für seine feinschmeckerisch veranlagten Gäste bereithält. Besondere Einlageblätter tragen farbige Darstellungen von Trachten. — Im 27. Jahrgang ist der Bayernkalender 19 3 7 vom Verlag Carl Gerber, München, herausgebracht worden. Preis 2,50 Mark. — (584) — Er bietet auf 122 Blättern eine Fülle der schönsten Bilder bayerischer Kunst, bayerischen Städtebaues, bayerischen Volkslebens und bayerischer Landschaft. Der Kalender stellt mit Bildern und beschreibenden Texten einen anregenden Führer durch das schöne Bayernland dar. — In 122 ganzseitigen Bildern zeigt der von der „Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr (RDV.)" im Verlage von Carl Gerber, München, schon im sechzehnten Jahrgang herausgegebene Deutsche Kalender für das Jahr 1937 die landschaftlichen Schönheiten Deutschlands, die Schätze alter Kultur und Kunst und vergißt auch nicht das neue Deutschland Adolf Hitlers, das in packenden Bildern von nationalen Feiern, von Monumentalbauten des Dritten Reichs, von den Reichsautobahnen und anderen Dingen in Erscheinung tritt. Preis 2,50 Mark. — (583) — — Elly Petersens Hunde- und Katz en- talender 1937. Ein künstlerischer Wochenabreißkalender mit 55 Tierbildern (7. Jahrgang). Preis 1,95 Mk. Verlag Knorr & Hirth, G. m. b. H., München. — (476) — Der neue Jahrgang ist wieder vortrefflich geglückt. Jede Woche ein neues, wunderschönes Hunde- oder Katzenbild an der Wand, begleitet von kurzen Hinweisen über Rasse, Aufzucht und Pflege unserer vierbeinigen Hausgenossen, kleinen Tiergeschichten oder Aussprüchen deutscher Dichter über Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Hunde und Katzen aller Rassen geben sich auf den Kalenderblättern ein friedliches Stelldichein, spielen und scherzen mit jungen Menschenkindern, zeigen sich als treue, dienstbereite Helfer, als Beschützer des Menschen, als Freund und Tröster. Eine so liebevolle und fröhliche Stimmung strahlt Elly Petersens anmutiger Kalender aus, daß jedem dabei das Herz aufgeht! — Nürnberger Tierfreundkalender 19 37, 12. Jahrgang, herausgegeben vom Tierschutzverein für Nürnberg und Umgebung. Textauswahl: Oberlehrer Hopf, Nürnberg. Bildschmuck: Alfred Finsterer, Nürnberg. Verlag der Friedr. Kornschen Buchhandlung, Nürnberg. Ladenpreis: 20 Pf. — (402) — Der neue „Nürnberger Tierfreund kalend er" ist erschienen. Es ist der 12. Jahrgang, der hinausgeht, um Freude zu verbreiten und Liebe zum Tier zu wecken und zu vertiefen. Im „Nürnberger Tierfreund" sprechen nur Schriftsteller und Dichter, die uns etwas zu sagen haben, weil ihnen das Herz übervoll ist. Nach dieser Richtschnur ist auch die Auswahl für das Jahr 1937 getroffen. Als erste Erzählung bringt der Tierfreund die Erzählung „Weihnachten bei den Tieren" von Peter Dörfler. Dann folgen „Freya" von Ernst Wiechert, eine Kurzgeschichte, der „Grashüpfer" von Victoria Roer und „Franz und Wolf" von Sepp Bauer. Die Bebilderung ist den Beiträgen geschickt angepaßt und trägt viel zum Verständnis bei. — Auch der neue Jahrgang des Wasser- sportkalenders (Verlagsanstalt Eduard Magef, Donauwörth), Preis 2.30 Mark — (598) —, wird allen Freunden des Paddelns ein willkommener Begleiter durch das neue Jahr sein. Der Kalender, den der bekannte Paddler und Skiläufer C. I. Luther aus besonders hübschen Motiven vielseitig und geschmackvoll zusammengestellt hat, ist so eingerichtet, daß jedes Blatt eine Postkarte enthält, die man heraustrennen und verwenden kann. Wirtschaft. Aus dem Gießener Handelsregister. Bei dem Amtsgericht Gießet wurden im Handelsregister, Abteilung B, eingetragen: Gemeinnützige Wohnungsbau • G e - jell schäft mbH., Gießen: Der seitherige Geschäftsführer Freud el ist abberufen, an seine Stelle wurde als Geschäftsführer der Derwaltungs- oberinspektor Wilhelm Gilbert in Gießen bestellt. Motorwagen - Verkaufsgesellschaft mbH., Gießen: Der seitherige Geschäftsführer Laszola R o n a y ist abberufen, die Vertretungsbefugnis ist geändert. * Süddeutsche Mehl- und Getreide- Handelsgesellschaft mbH., Gießen: Der seitherige Geschäftsführer Dr. W. Franke ist abberufen, an seine Stelle wurden als Geschäftsführer 1. Robert Gebhardt in Frankfurt a. M. und 2. Wilhelm Becker in Gießen gemeinsam zur Vertretung bestellt. Julius Nattmann GmbH., Gießen: Das Kapital der Gesellschaft ist von 80 000 Mark auf 40 000 Mark herabgesetzt worden. Als weiterer Geschäftsführer wurde Julius N a t t m a n n bestellt. Befreiung von Arbeiismastbinen von der Krastfahrzeugfteuer. Fwd. Der Reichsminister der Finanzen hat am 21. Dezember 1936 eine Verordnung erlassen, nach der auf Grund des § 13 der Reichsabgabenordnung von der Kraftfahrzeugsteuer befreit wird das Halten 1. von selbstfahrenden Arbeitsmaschinen, 2. von Krankenstühlen mit maschinellem Antrieb, die auf Grund des § 31 der Reichsstraßenverkehrsordnung durch Anordnung des Reichsverkehrsminifters von den Vorschriften über das Zulassungsverfahren für Kraftfahrzeuge ausgenommen sind. Als Arbeitsmaschinen gelten Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und ihren besonderen Einrichtungen zur Leistung von Arbeiten, nicht zur Beförderung von Personen oder Gütern geeignet und bestimmt sind. Die Einrichtungen zur Arbeitsleistung müssen mit dem Fahrzeug fest verbunden sein. Die Eigenschaft des Kraftfahrzeugs als Arbeitsmaschine wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß von dem Fahrzeug auch die zur Verrichtung der Arbeit erforderlichen Begleitmannschaften und Arbeitsgeräte und die sonstigen Hilfsmittel, die für die mit der Arbeitsmaschine oorzunehmenden Arbeiten notwendig sind, mitbe- förbert werden. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 30. April 1936 an in Kraft. Ist für ein Kraftfahrzeug der obenbezeichneten Art Kraftfahrzeugsteuer enttichtet worden, so wird auf Antrag der Teil der Steuer erstattet, der auf die Zeit seit Erteilung der Bescheinigung über die Steuerbefreiung entfällt. GünstigeEnttwcklungderSteinindustrie im Jahre 1936. Fwd. Die deutsche Steinindustrie für den Wege- unb Straßenbau hat im Jahre 1936 eine im Rahmen bes aufgestellten Programms günstige Entwicklung genommen. Die Erwartungen finb erfüllt worden. Die Abrufe in der Pflasterstein- und Schot- terinbuftrie lagen, wie der Fwd. erfährt, über den Ziffern des Vorjahres (die Pflasterfteinindustrie hatte bekanntlich zu Ende des Berichtsjahres ihrer Fachgruppe im März 1936 einen Absatzzuwachs um rund 58 v. H. von 1,9 auf rund 3 Millionen Tonnen feftgeftellt, während die Schotterindustrie zum gleichen Termin über einen Absatz von 19,3 (20,9] Millionen Tonnen ober 7,4 v. H. weniger berichtet hatte). Wie der Fwd. weiter hört, führten Verhandlungen der Steinindustrie mit den wegebaupflichtigen Behörden, also Reichsbahn, Reichsautobahn usw. zu dem Ergebnis, daß die Aufträge für das Jahr 1937 möglichst frühzeitig erteilt werden, um auch über die Wintermonate eine möglichst gleichmäßige und gute Beschäftigung aufrechtzuerhalten. Einzel- beftellungen wurden bereits vergeben, im Monat Januar sollen die Abrufe verstärkt einsetzen. Dies gilt sowohl für Pflastersteine, als auch für Brecherprodukte der Schotterindustrie. Auch sind schon größere Aufträge in Splitt für die Reichsauto- vahnen eingegangen. Insgesamt rechnet die Stein- industrie mit der weiteren Aufwärtsentwicklung. Heber die Gefamthöhe der Auftragserteilung 1937 ist erst nach Festlegung der Etatsmittel ein lieber- blick möglich. Beförderungssteuer für Personenbeförderung im gewerbsmäßigen Kraftfahrzeugverkehr. Fwd. Durch das Gesetz zur Aenderung des Be- förberungssteuergesetzes vom Juli 1936 ist die Be- jörberungsfteuer auf den gewerbsmäßigen Kraftfahrzeugverkehr ausgedehnt worden. Die Bestimmungen über die Besteuerung des Güterverkehrs find am 1. Oktober in Kraft getreten. Nach einer neuen, im Reichsgesetzblatt veröffentlichten Verordnung des Reichsministers der Finanzen soll die Steuer für die gewerbsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen ab 1. März 1937 erhoben werden. Den Ortslinienoerkehr mit Kraftomnibussen, den Verkehr mit Kraftdroschken, den Mietwagenoerkehr mit Personenwagen trifft eine höhere steuerliche Belastung nicht. Bisher wird die Umsatzsteuer mit 2 v. H. erhoben, ab 1. März 1937 tritt an Stelle der Umsatzsteuer die Beförderungssteuer mit ebenfalls 2 v.H. Im Fernlinienverkehr mit Kraftomnibussen beträgt die Steuer 12 v. H. des Besörderungspreises. Im Verkehr mit Ausflugswagen und im Mietwagenverkehr mit Kraftomnibussen wird davon abgesehen, die Steuer nach einem Hundertsatz des Beförderungspreises zu berechnen. Dies ist schwer durchführbar, weil neben der Beförderungsleistung meist noch andere Leistungen in den Preis einbegriffen sind, z. B. bei Bäderfahrten Verpflegung und Uebernachtung, bei „Fahrten ins Blaue" Mahlzeiten usw. Deshalb soll beim Ausflugwagenver- kehr und beim Mietwagenverkehr mit Kraftomnibussen eine Steuer von 0,3 Pf. für jede Person und jeden Kilometer der Beförderungsstrecke (Personenkilometer) erhoben werden. Dies entspricht einem Steuersatz von 12 v. H., wobei ein durchschnittlicher Beförderungspreis von 2,5 Pf. für den Personenkilometer zugrunde gelegt wird. In gleicher Weise ist die Erhebung der Steuer im Grenzüberschreitungsverkehr geregelt. Danach erübrigt sich die Auseinanderrechnung des Fahrpreises für die inländische und ausländische Beförderungsstrecke. Ithein-Mainische Börse. Mllagsbörse fest. Frankfurt a. M., 28. Dez. Die Börse setzte nach den Feiertagen auf fast allen Märkten in fester Haltung ein. Neven einigen Käufen der Kundschaft — man wollte auch solche für Sperrmarkrechnung beobachtet haben — zeigte der berufsmäßige Handel Kaufmeinung, wobei die englische Neugründung für Tauschgeschäfte mit Deutschland anregte und einen vorzüglichen Eindruck hinterließ. Dagegen blieb das Reichsgesetz zur Erfassung der Abwer'tungsgewinne ohne nachteiligen Einfluß. Das Geschäft hatte keinen besonders lebhaften Charakter und stand vielfach in keinem Verhältnis zu den Kurssteigerungen. Der Aktienmarkt brachte durchschnitttiche Erhöhungen von 1 bis 2 v. H. Lebhaftere Umsätze vollzogen sich in Montanwerten bei Steigerungen von 1 bis 1,50 v. H., Rheinstahl gewannen 2,40 o. H., während Verein. Stahl mit 125,75 (125,50) wenig verändert waren. Größere Nachfrage fartben sodann IG. Farben mit 172 bis 173 (170), auch Deutsche Erdöl zogen um 2,25 v. H. an, Metallgesellschaft bröckelten 0,50 v. H. ab. Von Elektroaktien lagen besonders Schuckert fest mit 161 (158), ferner RWE. mit 140,40 (139,50) und Siemens mit 200 (198,75), während Lahrneyer bei kleinern Angebot auf 126,25 (129) nachgaben. Arn Zellstoffaktienmarkt stiegen Aschaffenburger auf 143,90 (142,50), Waldhof voll behauptet mit 162,75 (162,50). Im einzelnen gewannen noch Zement Heidelberg 1,75 v.H. auf 165, Muag 1 v. H. auf 135,40, Daimler nicht ganz behauptet, ebenso Reichsbank und Schiffahrtswerte. Schwächer waren Deutsche Linoleum mit 163,25 (166). Am Rentenmarkt war das Geschäft geringfügig, die Kurse wiesen keine Veränderungen auf, Alt besitz 117, Kommunal-Umschuldung 90,30, fest waren aber Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 127,25 (126,75). Zertifizierte Dollar-Bonds blieben gut behauptet. Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktienmarkt fest und verschiedentlich ergaben sich weitere mäßige Befestigungen, das Geschäft blieb aber sehr klein. IG. Farben 174 nach 173, Hoesch 120,75 nach 120,25, Rheinstahl 156 nach 155,40. Verein. Stahl blieben weiterhin sehr ruhig und unverändert 125,75. Die später notierten Papiere lagen zumeist etwas fester, Ilse Genuß 152 (149,75). Am Rentenmarkt erhielt sich kleine Nachfrage für Reichsaltbesitz, auch Städte-Altbesitzanleihen blieben bei unveränderten Kursen beachtet. Goldpfandbriefe waren leicht angeboten, die Kurse wurden jedoch unverändert belassen. Liquidations- Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen meist gut behauptet. Am Auslandsrentenmarkt blieben mexikanische Anleihen in Erwartung der Schuldenregelung stark gefragt, die Kurse zogen 1 bis 1,25 v. H. an; 5 v. H. äußere Gold 9,90 (8,75), 4,50 v. H. Irrigation 6,90 (5,95). Im Freiverkehr war das Geschäft gering, weiter erhöht Ufa-Aktien mit 64,25. Der Geldmarkt war durch Rückflüsse aus dem Warengeschäft verhältnismäßig leicht; der Satz blieb für Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse voll behauptet. Die Abendbörse nahm bei fester Grundtendenz einen ruhigen Verlauf. Aufträge lagen nur wenig und nur in sogenannten schweren Werten vor, da offenbar weitere Sperr inarkkäufe vorgenommen wurden. Indessen blieb die Kurslage gegen den Berliner Schluß voll behauptet, da die Kulisse auf dem erhöhten Stand vereinzelt Abgaben vornahm, die aber glatt aufgenommen wurden. Gefragt waren JG.-Farben mit 174 (173,90) und Schelde anstatt mit 273 (272,50). Montanwerte lagen wohl etwas unter den Schlußnotierungen von Frankfurt, aber 0,25 bis 0,50 v. H. über denen von Berlin. Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille. Am Auslandsrentenmarkt blieben Mexikaner auf festes Paris weiter gefucht, doch kamen Umsätze mangels entsprechenden Angebots nicht zustande. Von Ungarn bröckelten 4prozentige Goldrente weiter ab auf 5,55 (5,70). U. a. notierten: Reichsbahn-VA. 127,25, 4proz. Ungarn Gold 5,55, 2,5proz. I. Anatolier 22, Corn- merz bank 109, DD-Bank 111, Dresdner Bank 106,50, Buderus 124,25, Harpener 158, Mannesmann 120, Rheinstahl 155,75, Verein. Stahl 125, Aku 53, BMW. 139,50, Bemberg 107,50, Conti- Gummi 167,25, Deutsche Erdöl 149,25, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 164, Licht und Kraft 150,65, JG.-Farben 174, ©esfürel 146, Goldschmidt 132, Holzmann 136,50, Lindes Eismaschinen 166. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Dez. Bei feiertäglicher Stimmung war der Besuch des Getreidegroßmarktes schwach. Weizen war vereinzelt aus der Provinz für sofortige Lieferung erhältlich; die Mühlen sind besorgt, ihre Bestände weiter aufzufüllen. Roggen war aus unserem Bezirk nicht angeboten, dagegen mäßig aus Norddeutschland käuflich. Gerste und Hafer kamen nickt an den Markt. Futtermittel waren allgemein seyr begehrt. Weizenmehl blieb meist in festen Händen, die Ansprüche der Bäcker wurden jedoch befriedigt. Roggenmehl liegt dagegen leichter. Rauhfutter findet gutes Interesse, das Angebot war unbedeutend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 211, W 16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R12 174, R15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 28,20, W16 28,30, W19 28,80, W20 28,65, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Rogqenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Müh- lenfestpreife ab Mühlenstation. Soyafchrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug Frachtverrechnung Frankfurt a. M. Tendenz ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1064: Veröffentlichung des neuen deutsch ■ italienischen Vertragswertes. — 1065: Warenverkehrsabkommen mit Dänemark für 1937. — 1066: Amtliche Erklärung zu den neuen Einfuhrlisten Griechenlands. — 1067: Siebente Anordnung zur Durchführung des Dierjahresplans über die Verhinderung rechtswidriger Lösung von Arbeitsverhältnissen. — 1068: Mantelvertrag, Zins- abkommen und Wettbewerbsabkommen. Mantel- oertrag zwischen den Spitzenverbänden, Wirtschaftsgruppen und Fachgruppen der Kreditinstitute. — 1069: Neue Vorschriften über Ursprungszeugnisse im Verkehr mit Irland. — 1070: Anordnungen und Bekanntmachungen für die Süßwarenwirtschaft. — 1071: Abschluß neuer Vereinbarungen über den deutsch-niederländischen Waren- und Zahlungsverkehr. — 1072: Neue Richtlinien des amerikanischen Schatzamts über die deutsche Einfuhr. — 1073: Abschluß der Wirtschaftsverhandlungen mit der Schweiz. — 1074: Neufassung der Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung — Verschärfung des Reichsmarknoten- und Scheidemünzen-Einfuhrver- botes. — 1075: Die autonome türkische Einfuhrregelung für das Jahr 1937. — 1076: Einfuhr von Geschenksendungen. — 1077: Gesetz über die Aende- rung einiger Vorschriften der Reichtzversicherung. — 1078: Vierte Anordnung über eine Marktregelung für Jsolierflaschen. — 1079: Dritte Anordnung über ein Verbot der Errichtung von Anlagen zur Herstellung von Kalkerzeugnissen. Zwei Todesopfer des Verkehrs. Lpd. Frankfurt a. M., 28. Dez. In der Nähe des Schauspielhauses wurde eine Frau beim Ueberqueren der Straße von einem Straßenbahnwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Die Frau trug einen Schädelbruch davon und starb kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus. — Ferner fuhr ein junges Mädchen am Kaiserplatz mit dem Fahrrad gegen die Straßenbahn. Auch hier erlitt die Verunglückte einen Schädelbruch, der den Tod des Mädchens herbeiführte. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Benin Schluß- kur« Gchlußk. Abend- börse Schlußkur« Gchlußk. Mittag» börse Datum 23 12 28 12 23.k- 28-12 6% Deutsche Stelchsanteihe v. 1927 100,9 101,1 100,9 100,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,8 97,8 102 97,8 97,8 5yt% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102 102,4 Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mti AuSlos.-Rechten ............ 116,25 117 116,4 117,13 4Ve% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 99,9 99,9 100 99,8 *¥2% ehern. 8% Hessischer Bolls staat 1929 lrückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 98,75 *H% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 97 97 w — 6Yi% ehern. 4H% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,5 100,4 /3% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... 100,4 100,45 6%% ehem. 4*/,% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 100,75 101 100,75 100,75 *¥•% ehem. 8% Pr. Landespfandbrief anstatt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *y2% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Lbl. 20 95 95 95 95 kteuergutich.Verrechnungsk. 34-38 109,9 109,8 109,9 109,8 4% Oefterretchische Goldrente... 4,20% Österreichische Silberrente 17,75 _ 18 1,6 18 1,3 4% Ungarische Goldrente ....... 6,25 5,55 6,4 5,7 4% Ungarische Staatörente v. 1910 — 4,9 5.5 5 4%% desgl. von 1913.......... 5,9 — 6 5,25 *% abgest. Goldmexikaner von 99 8,13 9,9 8,25 9,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe —- — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkur« Gchlußk. Abend- börsc Schlußkur« Gchlußk. Mittag« börie Datum 23-12 28.12 23.12. 28.12. 4% vesgl. ®ene h ........... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2%% Anatolier .............. 9,3 5,5 22 15,4 15,5 124,75 108,75 110 106 187 165 137,5 149,75 143 145 131,5 139,75 160 197,5 134,5 124,5 145,5 159 121 148,5 128 120 9,05 5,025 22 15,5 15,5 124,75 124,5 109 111 106,5 187 165 139 150,65 141,5 146 133,5 140 161,5 200 126,25 124,25 149,25 158 120,75 152 128,65 120 5,9 9.4 5,13 22 15,75 39,4 15,65 124,75 123,25 108,65 110 106 187 165,25 139 150 142,25 145,5 131,5 139,75 159 200 135 125 145,9 159 121 180 148,75 127,75 120 5,9 9,13 5,05 22 15,65 39,25 15,25 124,13 124 109 111 106,5 188,25 165,5 139 150,25 142,65 146,5 133,5 139,5 161,5 201,5 126,65 124,5 149,25 158 120,9 189,5 151,5 128,5 119,9 Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................4 Dresdner Bant.......... 4 Reichsbank ................12 A.E.G...................... 0 Bekula...................... Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht uno Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume.........4 GeseUsch.f.Elektr.Unternehmung, g Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schullert L Co...............6 Siemens L Halske............8 LahmeherLCo.......... 7 Buderus ................... . Deutsche Erdöl .............. 4 Haroener................. 2% Hoesch Eisen -KÜln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Alse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannes mann-Röhrea........8 Frankfurt 0. M. -Berlin Schlußkur« Gchlußk. Abend- börse Schluß, kur« Gchlußk. Mittag« börse Datum 23-12 28-12- 23 12- 28-12. Mansfelver Bergbau....... 6V, — 159 157 160,5 Kokswerke................ .. 6 —— — 142,25 144,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 —— 226,25 224,5 231 Rheinstahl ................ .. 4 154,25 155,75 154,25 155,25 Bereinigte Stahlwerke...... Olavi Minen ............. ay. 126 125 125,65 125 .. 0 22 22,65 22 22,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. b 136 138,75 137,5 139 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 134,5 136 134 136,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... vy. 180,5 184 180 183 3. G. Farben.Jndustrte..... .. 7 170 174 170,25 173,9 Scheideanstalt............. .. 9 270 273 Goldschmidr .............. .. 5 132 132 132 132 Rütgerswerke ............. .. 6 139,75 141 139,75 141 Metallgeiellschaft........... .. b 154,75 154 154,75 154 Philipp Hol, mann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 7 135 163,5 136,5 165 135,5 137,25 Zementwerk Karlstadt....... .. 6 - - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — _ 101 102,5 Aku cAUgemeine Kunstseide) .. 0 54 53 54 53 Bemberg................. .. 6 —- 107,5 106,5 108 Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 6 165 163,5 165 163,5 .. 0 141 5 143,5 142.25 143,75 Dessauer GaS ............. .. 7 — — 108,4 109,25 Daimler Motoren.......... .. 0 123 123,25 123 123,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 162,25 164 163 163,75 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 91,5 89,9 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 60,4 60 60,4 60 Cbaoe.................... .. 9 227 227 227 227 Accumulawren-Fabrtk...... . 12 196,13 198 Conti-Gummi............. . 11 163 167,25 163,5 167 Gritzner.................. .. 0 — 34,25 — 34,5 Matnkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 95 95,5 —— Süddeutscher Zucker ....... - 10 203 207,5 207] 207,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Banknoten. 23.Dezember 28-Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Äriei oueiiua Arre 0,756 0,760 0,758 0,762 Brüssel .... 42,06 42,14 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,149 0,151 0,151 0,153 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,55 54,65 54,57 54,67 Danzig.... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,215 12,245 12,22 12,25 Helsingfors. 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris ..... 11,62 11,64 11,625 11,645 Holland ... 136,26 136,54 136,26 136,54 Ftalten.... 13,09 13,11 13,09 13,11 Favan ..... 0,710 0,712 0,709 0,711 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Lslo..... : 61,40 61,52 61,42 61,54 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,095 11,115 11,10 11,12 Stockholm... 62,98 63,10 63,00 63,12 Schweiz ... 57,18 57,30 57,18 57,30 Lpanien... 19,48 19,52 18,98 19,02 Prag...... 8,721 8,739 8,701 8,719 Budapest .. — —1 — Reuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 ÄerUn,28-Dezember Gell) .....»rles " Amertkannche Roten.............. 2,45 2,47 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 54,41 54,63 Englische Noten ................. 12,195 12,235 Französische Noten............... 11,575 11,615 Holländische Noten............... 135,93 136,47 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,26 61,50 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... 62,83 '63,09 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 57,03 57,25 Ungarische Noten .... .......... — Nr.ZüZ Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 29. Dezember (936 Aus der Provinzialhauptstadt. Rauhnächte kommen ... LW. Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist seit altersher im Volksglauben, io besonders in süd- und westdeutschen Gegenden, von großer Bedeutung für alles Geschehen im kommenden Jahr. Es sind die zwölf Rauhnächte, in denen der „wilde Jäger" mit brausender Jagd am Himmel daherstürmt. Und es kann nicht wild genug zugehen — denn, so sagt der Dolksmund, nach einer wilden Jagd in den Rauhnächten wird das nächste Jahr besonders fruchtbar sein. So achtet jedermann aufmerksam auf das Wetter, jeder einzelne Tag und jede einzelne Nacht in dieser Zeit bestimmt Sonne und Regen für jeden einzelnen Monat im kommenden Jahr. Auch heißt es, daß in jedem Monat des nächsten Jahres alles das in Erfüllung gehen werde, was man in jeder der Rauhnächte träumt. Gegen sie dann ihrem Ende zu, so beginnen überall im Lande, besonders aber in den Gebirgs- dörfern, die seltsamen Feste nach uraltem Brauch, die Symbol sind für die Vertreibung des Bösen und für den gewinnenden Aufstieg des neuen Jahres. Werden doch jetzt die Tage sichtbar wieder länger, steht doch jetzt die Sonne wieder höher am Himmel. Mitten in dieser kalten Hälfte des Jahres ist ja das Licht wieder zu Kraft und Macht gekommen, neues Leben wird geboren. Zwar ist es noch schwach und klein, und böse Gewalten bedrohen es, die das kleine Flämmchen des werdenden Lichtes vernichten wollen. Darum zündet die Menschheit in den Weihenächten" ja auch die Lichter an, um so dem neugeborenen Licht nach bestem Können zu Hilfe zu kommen. So sagt es der Volksmund. Rauhnächte kommen — auch Rauchnächte genannt. Denn in diesen Nächten zünden die Menschen nach altem Brauche erlesenes Räucherwerk an. Harz von der Fichte oder auch Weihrauch, um so zwölf Tage lang und zwölf Nächte hindurch das Böse von Haus und Hof zu vertreiben. Im Volksglauben find die „Zwölften", das find die zwölf Tage vom 25. Tag des Wintermonats bis zum 6. Tag des neuen Eismonats, dem Dreikönigstag, die gefährlichsten Läufe des ganzen Jahres. Hier eben entscheidet sich das Schicksal allen Lebens und Vergehens auf der Erde. Luft und Wolken find mit dem wilden Treiben des Bösen erfüllt. Dämonen jagen dahin, alle unerlösten Seelen im schrecklichen Gefolge. Und auch unter der Erde beginnt es sich zu rühren, Altes und Neues ringen miteinander um die Vorherrschaft. Noch einmal am Abend des Dreikönigstages brennen die Lichter der Weihnachtsbäume, wie zuvor auch in der Nacht des Silvesters. Nicht überall ist das Fest der Neugeburt des kommenden Jahres zu gleicher Zeit gefeiert worden. Mal war es auch der Tag der Taa- und Nachtgleiche, mal die Heilige Nacht, bis die Astronomen die Wende der Jahre auch als die Stunde des Geburt ansahen. So blieben auch die Bräuche verschieden, die sich um die Jahreswende und um die Rauhnächte bewegten. Ihnen allen gemeinsam aber ist das sinnfällige Streben der Menschen, das Bös« zu vertreiben. Sei es, daß Feuer angebrannt wurden, daß lärmende Umzüge mit der Darstellung der bösen Gewalten, schreckliche und verhöhnende Fratzen, veranstaltet wurden oder die Menschen durch Singen und das Aufsagen heiliger Sprüche die bösen Geister zu bannen suchten. Darin mag auch das Lärmen und Treiben der Neujahrsnacht begründet sein, das Peitschenknallen der Burschen am Neujahrsmorgen, das Neujahrssingen und auch das Dreikönigssingen, das aber mehr noch den Reigen der kommenden Fasenacht und des Karnevals eröffnet. Mit dem Dreikönigstag sind die zwölf Rauhnächte zu Ende, in denen der „wilde Jäger" als das Sinnbild der Urgewalt des Bösen dahinstürmt, in denen die Menschen sich zu wehren suchen, daß das Böse überhand nehme im kommenden Jahr. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 20 bis 22 Uhr: „Der Kampf mit dem Tatzelwurm". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Truxa". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht mit dem Kaiser". SA.,GE>.und TlSKK. sammeln am 2. und 3. Januar 1937. NSG. Es ist zur Tradition geworden, daß die Männer der SA., der SS. und des NSKK., sich immer und immer wieder in den Dienst des Winterhilfswerks stellen. Diesmal stürmen sie gegen die Not des Winters gleich mit Beginn des neuen Jahres; sie sind fest entschlossen, mit dem gleichen Eifer, den sie m der Kampfzeit gegen alle Feinde bewiesen haben, heute für den sozialen Frieden zu kämpfen. Die eiserne Rose ist ihr Symbol: sie wollen Freude schaffen in einer harten Zeit, die die Einsatzbereitschaft aller fordert. Wenn sie mit ihren Sammelbüchsen wiederum, wie vordem, durch die Straßen gehen, dann rütteln sie die Herzen der Deutschen zur Opfertat auf. Die 4. Reichsstraßensammlung will aller Welt beweisen, daß die Männer des Kampfes von einst nunmehr mithelfen, die größte Friedenstat der Welt zu vollbringen. Die Parole der SA., der SS. und des NSKK. heißt am 2. und 3. Januar: W i r schlagen d i e Not, wo wir sie treffen! Sie sind gewiß, daß sie bei jedem anständigen Deutschen das Echo finden: Wir sind bereit 5u opfern, weil unser Opfer dem Frieden, der Freiheit und der Würde unseres Vaterlandes dient! Jedem Erwachsenen ein Abzeichen! NSG. Arbeitsfreudige Menschen in den kärglichen, kleinen Wohnungen der Heimarbeitsgebiete können mit dem Gefühl der Geborgenheit dem Winter entgegengehen. Der Riesenauftraggeber Winter Hilfswerk hat ihnen Arbeit und damit Brot und Kohlen gegeben. Nun brauchen die Erwachsenen nicht mehr trübsinnig herumzusitzen. Die Mutter braucht nicht mehr besorgt hohlwangigen Kindern, die in der Zeit der Arbeitslosigkeit nur unzureichend ernährt werden konnten, Über das farblose Haar zu streicheln. Im Herbst kommen, seitdem der Führer das Winterhilfswerk ins Leben rief, stets größere Aufträge für Abzeichen. Ja, nachdem in anderen Teilen des Vaterlandes Gruben und Essen wieder in Gang sind, wird auch die Nachfrage nach Schmuck aus Metall, Kunstharz, Achat usw. allmählich reger, und besonders im letzten Jahre kommen wieder mehr Bestellungen 00m Handel herein. Was 1933 noch niemand zu hoffen gewagt, ist Wahrheit geworden. Es wird wieder deutscher Schmuck gekauft, so daß die Zahl der Arbeitswochen auch in Der Heimarbeit zunimmt. Der Führer hat das unmöglich Erscheinende zur Wahrheit werden lassen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist wieder selbstverständlich geworden. Am Tag der Reichsstraßensammlung ohne Abzeichen über die Straße zu gehen, gilt als unehrenhaft. Alle haben Arbeit, alle spüren wieder Lebensfreude in sich. Deshalb hilft auch jedermann gern im Kampf gegen Hunger und Kälte, zumal es so leicht gemacht wird. Wohltätigkeit ist nicht mehr eine Sache der Wohlhabenden, die aus ihrer Fülle Almosen gaben, sondern eine Sache des Volkes! Alle stehen ein für den in Not geratenen Volksgenossen. Der Sammler und der Geber sind Kameraden, die den durch ungünstigen Arbeitsplatz oder Krankheit in Bedürftigkeit gekommenen Kameraden ihre Hilfe leihen. Weihnachten im Dienfl bei der Reichsbahn. geordneten Behörden, Gemeinden, Gemeindever« bände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts ist auf Grund eines Beschlusses der Reichsregierung der Dienst am 2. Januar 1937 nach den Vorschriften über den Sonntagsdienst zu regeln. Oie norwegische Ehrung für Professor Engel. Von der Pressestelle der Ludwigsunioersität Gießen wird uns im Anschluß an unseren gestrigen Bericht mitgeteilt: Professor Dr. phil. Dr. phil. h. c. Friedrich Engel, der emeritierte Ordinarius für Mathematik an der Universität Gießen, erhielt zu seinem 75. Geburtstag am 26. Dezember 1936 von der Norwegischen Gesandtschaft in Berlin und vom Rektor der Universität Oslo folgende Telegramme: „Die Gesandtschaft beehrt sich auftragsgemäß mitzuteilen, daß der König Sie zum Kommandeur des Olafordens ernannt hat. Die Gesandtschaft bittet Sie, die herzlichsten Glückwünsche zum 75. Geburtstag entgegenzunehmen. Norwegische Gesandtschaft." „Mit Dank für Ihre hervorragende Arbeit als Sophus Lies Mitarbeiter und geistiger Erbe und Ihr treues Interesse für norwegische Kultur sendet die Universität Oslo Ihnen ihren Gruß und Glückwunsch zum 75. Jahrestage. Saeland, Rektor." Großes Neujahrs-Wecken der Wehrmacht. Am Neujahrstage findet im Standort Gießen großes Wecken statt. Es wird ausgeführt von Teilen des Jnf.-Regts. 116. Der Abmarsch beginnt um 7 Uhr an der Bergkaserne und führt durch die Kaiserallee, Moltkestraße, Hitler-Wall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchen» Die Weihnachtsfeiertage haben — wir berichteten bereits gestern darüber — den Beamten und Angestellten der Reichsbahn ein großes Ausmaß an Arbeit und Verantwortung gebracht. Der Personen- und der Güterverkehr überstieg den normalen Verkehr bei weitem. Das läßt sich schon daraus erkennen, daß im Dezember 10 862 Personen mehr befördert wurden, als im November. Welches Verkehrs - Ausmaß in der Gießener Güterabfertigung zu bewältigen war, wird erkennbar, wenn man hört, daß in den Tagen vor und während des Weih- nachtsfestes täglich bis 415 Güterwagen mit Frachtstück ent- und verladen und 600 Tonnen Stück- IM B gut täglich bewegt werden mußten. Aus diesen wenigen Zahlen spricht übrigens deutlich die fortschreitende wirtschaftliche Gesundung. So weit es möglich war, hat aber auch der Eisenbahnbeamte und -Angestellte das Weihnachtsfest begangen. Der Mann, der im Dienst für die Allge- m"inheit den Heiligen Abend verbringen mußte, hatte ein Tannenbäumchen, auch wenn es noch so klein war, mit brennenden Lichtern bei sich im Dienstraum, so daß auch ihm etwas Weihnachtsstimmung vermittelt wurde. So stand auch in der Auskunftsstelle des Bahnhofs Gießen ein Weihnachtsbäumchen, während der Beamte die vielen Fragen, die in den Zeiten des Hauptoerkehrs auf ihn einstürmten, beantwortete. (Aufnahme: Fatz.) platz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburg-Wall, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße. Einstellung von Freiwilligen in das Regiment „General Göring" im herbst 1937. DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Anfang Oktober 1937 erfoltzt die nächste Einstellung von Freiwilligen im Regiment General Göring (motorisiert). Standort Berlin. Alter: 18 bis 25 Jahre; Größe: nicht unter 1,68 Meter. Voraussetzung für die Einstellung ist, daß der Bewerber a) die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzt, b) wehrwürdig ist, c) tauglich ist, d) nicht Jude oder Mischling ist, e) gerichtlich nicht vorbestraft und auch sonst unbescholten ist (auch schwebende Gerichtsverfahren schließen die Einstellung aus), f) unverheiratet ist, g) die Gewähr bietet, daß er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt. Dem Bewerbungsgesuch ist beizufügen: Lebenslauf, Freiwilligenschein bzw. beglaubigter Auszug über Seiten 1 und 3 bis 5 des Wehrpasses und zwei Paßbilder in bürgerlicher Kleidung ohne Kopfbedeckung. Freiwillige der Jahrgänge 1915 bis 1919 werden im April 1937 zur Erfüllung ihrer Arbeitsdienstpflicht herangezogen. Meldeschluß für die Herbsteinstellung 1937 ist der 15. Januar 1937. Gesuche, die nach diesem Termin eintreffen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Für jeden wehrfreudigen, jungen Deutschen ist es eine Ehre und Auszeichnung, wenn er im Regiment des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Ge» Sladtthealer Gießen. Heute abend findet zum letzten Male die Aufführung des Lustspiels „Der Kampf mit dem Tatzelwurm" von Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts statt. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Die Vorstellung findet als 14. Vorstellung der Dienstag-Miete statt und beginnt um 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Rilke-Uraufführung im Sladtthealer. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 3. Januar, findet im Rahmen der 8. Morgenveranstaltung die erste Uraufführung dieser Spielzeit statt. Zum 10. Todestage Rainer Maria Rilkes gelangt das Frühwerk des Dichters „Die weiße Fürstin" zur alleinigen Uraufführung in Gießen. Die Rolle der Fürstin spielt Inge B i r k m a n n. Oer Behördendienst in Hessen am 2. Januar. Lpd. Nach einem Runderlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern an die nach- Froh und unbeschwert, gesund und munter? Dann bleiben Sie zuSilvesier beiSchaumwein.Er beschwingt und ist so bekömmlich? SCHAUMWEIN Das fremde Gesicht Vornan von Caren. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Dr. Alland setzte sich plötzlich in Trab. Blindlings rannte er in der gleichen Richtung, von Argwohn zerrissen. Zwängte sich zwischen Fahrzeugen durch, stieß Passanten an, ohne sich zu entschuldigen. Bis er Evelyns roten Mantel wieder in sein Blickfeld bekam. In gleichmäßigem Abstand folgte er diesem unverlierbaren Wegweiser. Einmal schrak er zusammen und versteckte sich rasch hinter dem breiten Rücken eines vor ihm gehenden Arbeiters. Es hatte ausgesehen, als ob Evelyn sich umdrehen wollte. Aber sie blieb nur plötzlich stehen, um sich über ein Kanalgitter zu beugen, in dem sie rasch eine Handvoll Papierschnitzel verschwmden ließ. Ein paar Schritte weiter war sie am Ziel. Alland sah sie ein Lokal betreten, ein unscheinbares Cafe, in dem Geschäftsreisende verkehrten und biedere Kleinbürger ihren Nachmittagsskat klopften. Die Vorhänge waren zurückgezogen, um das Sonnenlicht einzulassen. Unmöglich, daß man Vorbeigehen konnte, ohne von drinnen gesehen zu werden. Was nun? Der Arzt blieb unschlüssig stehen. Warten, bis Evelyn wieder herauskam — vielleicht in Begleitung? Darüber konnten Stunden vergehen, und daheim wartete seine Praxis auf ihn. Alland machte eine zornige Kehrtwendung. Es kam ihm plötzlich überaus lächerlich und grotesk vor, daß er, ein vielgesuchter Chirurg, ein Mann der Wissenschaft, wie ein Polizeispitzel hinter der eigenen Frau herlief. Gab es nichts Wichtigeres für ihn zu tun? Wichtiger ...? Was konnte wichtiger für ihn sein als Evelyn? Sie, der doch im Grunde all sein Tun galt, für die er freudig Tag und Nacht gearbeitet hätte, um sie glücklich und heiter zu sehen ...! Mit zögernden Schritten wechselte er auf die andere Straßenseite hinüber und blieb vor dem Schaufenster eines Friseurladens stehen. Ganz in seiner Nähe spielten zwei halbwüchsige Jungen Schlagball. Der eine schlug mit seinem Prügelholz so kräftig zu, daß der Ball über die Köpfe der Fußgänger hinwegschoß und einem soeben um die Ecke biegenden Herrn in blaugrauem Ulster unmittelbar zwischen die Beine rollte. Der Herr stolperte, glitt aus und wäre beinahe hingefallen, hätte ihn nicht einer der Vorübergehenden beim Aermel fest- gehalten. Er brummte verärgert und schleuderte mit seinem Spazierstvck den Unglücksball auf den Fahrdamm, gerade unter die Räder eines herantutenden Lastkraftwagens. Dann setzte er seinen Weg fort, unbekümmert um das Geheul der beiden Bengel, die hinter ihm her schimpften. Der komische Zwischenfall entlockte Frank Alland unwillkürlich ein Lächeln, das aber sogleich wieder verschwand und einem Ausdruck von Befremdung Platz machte. Der Mann dort im Ulster — war das nicht fein Patient Bertrand, der Seidenfabrikant aus Lyon, der so gut Deutsch sprach, und den er schon lange im Verdacht hatte, daß er sich bei seinen Ausgängen für die alkoholfreie Lebensweise in der Klinik schadlos Hilt? Kein Zweifel — der Arzt erkannte ihn von weitem an der noch frischen Operationsnarbe, die ihm unter dem linken Auge quer über die ganze Wange lief. Sekundenlang überlegte er, ob er nicht in den Friseurladen eintreten sollte, bis der Mann außer Sehweite war. Aber Herr Bertrand schien gar nicht die Absicht zu haben, auf dieser Straßenseite weiterzugehen. Er ging, den dünnen Spazierstock schwingend, quer über den Fahrdamm und steuerte pfeilgerade auf das kleine Caf6 zu, in dem wenige Minuten zuvor Evelyn verschwunden mar. Im selben Augenblick flammte in Allands Gehirn blitzartig die Gewißheit auf, daß die seltsame Duplizität dieser Ereignisse kein Spiel des Zufalls war. Ein innerstes Gefühl sagte ihm, daß Bertrand es war, den Evelyn dort in dem entlegenen Cafä erwartete, daß zwischen ihr und diesem Menschen eine geheime Beziehung bestand. Nur ganz schwach wehrte sich sein Instinkt gegen die Vorstellung, daß eine Frau wie Evelyn auf diesen Männertyp hereinfallen könnte. „Glaube mir, Frank — daß ich mich nie an unserer Liebe versündigt habe", hörte er sie sagen, und ganz flüchtig sah er dabei im Geist ihr schmerzlich zuckendes junges Gesicht Nur für die Dauer einer Sekunde. Dann schob Eifersucht sich dazwischen wie eine eherne Wand an Der jeder logische Einwand zerschellte ... „Willst du dir zwei Franken verdienen, Kleiner?", wandte er sich, einer plötzlichen Eingebung folgend, an den älteren der beiden Schlagballspieler, der mit verdrossener Miene an der Mauer herum- lümmelte. Der Junge war rot bis hinter die Ohren vor Glück. Zwei Franken — und ob! Das gab gleich einen neuen Ball ...! „Hast du dir den Herrn gemerkt, der eben dort ins Cafe ging? Würdest du ihn wiedererkennen?" Der Kleine nickte so energisch, daß ihm der rote Haarschopf in die Stirn fiel. Sein funkelnder Blick sagte deutlich, daß er diesen gemeinen Kerl, der ihn um seinen Ball gebracht hatte, sein Lebtag nicht vergessen würde. „Schön ... Dann spring mal schnell ins Cafe und hol mir eine Schachtel Zigaretten. Einerlei was für welche. Und sag mir bann, wo der Herr sitzt, verstehst du, und mit wem. Aber fix, ich warte hier auf dich." Er gab dem Kind ein Geldstück und zog sich in den Schatten eines Torbogens zurück. Der Kleine rannte wie ein Wiefel über die Straße und verschwand in dem Lokal. In weniger als drei Minuten war er zurück und streckte Alland die Zigarettenschachtel entgegen, während er atemlos seinen Rapport erstattete. „Also — der sitzt ganz hinten in der Ecke — beim Billard. Mit einer Dame .. „So. Einer jungen?" „Glaub schon." Der Junge überlegte. „In einem roten Mantel glaub’ ich." „Schon gut. Mehr wollt' ich nicht wissen." Geistesabwesend griff Alland in feine Tasche und suchte nach dem Botenlohn. „Das sind ja fünf", stammelte der Kleine verblüfft. Seine ausdrucksvolle Mimik besagt, daß er an dem Verstand dieses freigebigen Fremden erhebliche Zweifel hegte. Erft als der Herr schon ein gutes Stück von ihm entfernt war und feine Jrr- jinnstat nicht mehr rückgängig machen konnte, stieß er einen grellen Freudenpfiff durch die Zähne und sauste wie besessen davon, feinem jüngeren Kameraden nach. Kurz nach fünf kehrte Alland in die Klinik zurück. Es war die Stunde, um die er für gewöhnlich feine Visite machte. Er ging direkt in fein Ordinationszimmer. Hängte sein Jackett an den Kleiderrechen. Wusch sich die Hände und zog seinen weißen Mantel über. Er fühlte sich erschöpft wie nach einem Fieberanfall. Rauchen, denkt er. Bloß ein paar Züge, das beruhigt. Seine Zigarettendose ist leer. Aber richtig, in feiner Rocktasche muß ja noch eine Schachtel stecken, die ihm der Junge aus dem Cafe geholt hat ...! Hastig durchwühlte Alland das aufgehängte Jackett. Wie er in die Tasche faßt, gerät ihm ein zusammengeballtes Papier zwischen die Finger — das Löschblatt, das er auf der Post entwendet hat! Erst jetzt erinnert er sich wieder dieses Beutestücks, das er über der Sache mit Bertrand völlig vergessen hat. Seine Finger zittern wie die eines Verschütteten, als er das Papierknäuel langsam entfaltet und auf der Schreibtischplatte zu glätten versucht. Warum nur, warum diese feige Schwäche...? Besser, man schafft sich Gewißheit. Zehnmal besser als dieses qualvolle Tasten im Dunkeln... Mit ein, zwei Schritten ist er am Spiegel und hält das Blatt gegen das Glas. „Vorschlag unausführbar — bitte Geduld." Ganz deutlich heben sich die wenigen Worte von dem hellgrauen Löschpapiergrund ab' Auch der Bestimmungsort Mailand ist noch halbwegs leserlich. Mailand — Hotel Manin. Ja.. Nur das Wich- ttgste, der Name des Empfängers, hat sich unöeut- * lich abgedrückt. Vergebens bemüht er sich, die fehlenden Buchstaben aufs Geratewohl zu ergänzen. Es gelingt ihm nicht, einen einigermaßen möglichen Namen zusammenzubringen. Enttäuscht schob er das Löschblatt unter seine Schreibmappe. Manin — Hotel Manin? Nie gehört! Man kann doch nicht nach Mailand fahren und aufs Geratewohl ins Hotel Manin gehen: Sie, Herr Hotelportier, wissen Sie zufällig, welcher Herr aus Zürich ein Telegramm bekommen hat? Total blödsinnig...! Wie stand da? Vorschlag unausführbar... Komisch — das reinste Geschäftstelegramm! Viel zu geschäftlich für Evelyn. Wird sicher was ganz anderes bedeuten. Sicher irgendein Deckwort oder ... „Herein ...!" Es hatte geklopft. Aha — Dr. Lutze, fein Assistent, der sich zur Visite meldete.. „Ja, ich — komme sofort." (Fortsetzung folgtI) neraivberst Göring dienen darf. Die Beförderungsaussichten und die Möglichkeit der Weiterverpflich- tung auf zwölf Jahre sind im Regiment General Göring für tüchtige Soldaten besonders günstig. Die Freiwilligen können entsprechend der Vielseitigkeit des Regiments General Göring als Infanteristen (Säger), Flakartilleristen, Pioniere, Kraftfahrer und Reiter Verwendung finden. Einstellungsgesuche mlt den notwendigen Papieren sind sofort zu richten an: Regiment „General Göring", Berlin-Charlottenburg, Königin-Elisabeth-Straße 49. Weihnachten Oer alten Artilleristen. Der Artillerieverein Gießen feierte am zweiten Feiertag in herkömmlicher Weise im Saale des „Burghof" Weihnachten. Der Besuch , war außerordentlich stark und zeigte so recht die enge Verbundenheit dieser alten Soldaten. Beim Schein des Tannenbaums wechselten Weihnachtslieder und Soldatenweisen miteinander ab. Die vielen Kinder, groß und klein, zeigten dem Nikolaus, der persönlich erschienen war, was sie konnten, und gar bald war der große Gabensack geleert. Viel Freude bereitete der schon oft erprobte Geschenkaustausch. Der Abend verlief in bester Stimmung und in schönster Harmonie. Weihnachtsfeier für mittellose Durchwanderer. Am 24. Dezember abends fand wie alljährlich, im städtischen Obdachlosenasyl in der Sandgasse eine Weihnachtsfeier mit Bescheruna für die vom Wohlfahrtsamt eingemiefenen Durchwanderer statt. Es befanden sich rund 25 Durchwanderer zur Verpflegung und Uebernachtung im Asyl. Im Mittelpunkt der Feier, der ein Vertreter des städtischen Wohlfahrtsamtes beiwohnte, stand ein von Pfarrer Becker gehaltener Gottesdienst mit gemeinsam gesungenen Liedern, Verlesung der Weihnachtsgeschichte, Ansprache und Gebet. Der brennende Weihnachtsbaum und Musikvorträge des Hospital- Verwalters Franz (Trompete) und von vier Schülerinnen (Blockflöten) gaben der Feier einen stimmungsvollen Raymen. Anschließend erfolgte die Bescherung, bei der jeder Durchwanderer einen Teller mit Weihnachtsgebäck und Rauchwaren, sowie ein Wäschestück erhielt. Gießener Vochenmarktpreife. * Gießen, 29. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, XA kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, ungezeichnete, 10, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 70 Pf., Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ * Bantenfchluß am Silvesterabend. Vier Gießener Geldinstitute geben in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Silvesterabend, 31. Dezember, nachmittags geschlossen sind und die Kassenstunden nur von 8 bis 13 Uhr andauern. (Siehe heutige Anzeige.) * * Preußisch-Süddeutsche Klassen- lotterie. Die Ziehung der 4. Klasse der lausenden (48-/274.) Lotterie findet am 8. und 9. Januar 1937 statt. Schluß der Erneuerung 2. Januar. Unsere Vogelwelt im Winter. Wer mit offenen Augen und offenen Ohren durch die Natur zu gehen versteht, der wird es immer wieder erleben, daß auch in der kalten Jahreszeit unsere Vogelwelt nicht ausgestorben ist. Gewiß kennen wir alle das laute Geschimpfe des Sperlings, der ost genug vor unserem Küchenfenster randaliert. Der aufmerksame Vogelfreund wirb ober gerade bei allem lauten Trubel an den Futterplätzen, die wir Menschen den Vögeln im Winter einzurichten pflegen, in dem Schwarm dieser lauten Gesellen noch manch anderes Tierchen finden, das sich bescheiden zurückhält und genügsam mit den paar Bröckchen davonflieat, die ihm seine frechen und vorwitzigen Artgenossen übriggelassen haben. Der Vogelkenner wird gar bald die Goldammer entdeckt haben, die sich im Winter mit Vorliebe in der Nähe der menschlichen Wohnung aufhält, und vor allem auch den Gimpel, einen Verwandten des Sperlings, der im Winter den Wald verläßt und in die Nähe der Häuser zieht. Der Gimpel ist mehr noch unter dem Namen Dompfaff bekannt. Bei einem Spaziergang durch die städtischen Anlagen ober vor den Toren der Stadt kommen wir oftmals auch an einer vertrockneten Distelstaude vorbei, und hier scheu wir den buntfarbigen Distelfink herumturnen, wenn er auf der Nahrungssuche ist. Aus den dunklen Baumkronen der Tannenwälder kommt in dieser Zeit der gelbgrüne Zeisig zu uns und läßt sich in unseren Obstgärten nieder, oft begleitet von dem Grünfink, auch Grünling genannt. Am meisten aber finden wir in der kalten Jahreszeit die Meisen. Es ist die Kohlmeise, die wir an ihrem hellen Ruf erkennen, und die Blaumeise mit ihrem schönen blaugelbgrünen Gefieder, die braungraue Haubenmeise mit ihrem koketten Federhäubchen oder die Schwanzmeise mit dem scheinbar übermäßig langen Schwanz. Ihnen allen scheint die Kälte des Winters wenig auszumachen. Solange die Aeste unserer ©artenbäume noch frei von Schnee sind, leiden sie keine Not. In jeder Spalte, in der kleinsten Ritze finden sie Puppen und Larven und Jnsekten- eier, und sie alle lassen sich die oft mühsame Suche nach der Nahrung nicht verdrießen, sind immer vergnügt und zum Zwitschern aufgelegt. Nicht vergessen dürfen wir hier auch das Goldhähnchen, die kleinste Meisenart, der sich anscheinend immer im Kampf gegen einen Feind sieht und seinen goldenen Federkamm wehrhaft sträubt. Aber auch im Winterwald ist es nicht so tot geworden, wie wir vielleicht denken. Hier tummeln sich Baumläufer und Kleiber, durch ihren ein wenig plumpen Körperbau und die blaugraue Färbung an den entlaubten Stämmen oftmals nur schwer ausfindig zu machen. In allen nur erdenklichen Lagen klammern sie sich an Aeste und Stämme und trommeln mit dem Buntspecht ober dem Schwarzspecht die Rinde nach Nahrung ab. Sehr scheu ist der Eichelhäher, den wir an seinem hellen Geschrei kennen, mit dem er bei unserem Nahen seine Artgenossen in weitem Umkreis zu warnen scheint. Selten treffen wir die Elster, die darum aber nicht weniger stech ist. Beinahe zutraulich können wir die Haubenlerche beobachten, wie sie dankbar für ein paar Körnchen an der Straße oder vor den Scheunen sitzt. Ein besonderer Freund ist der winzige Zaunkönig, ein besonders lustiger Geselle, der faft als einziger auch bei vielen Grad Kälte seinen hellen Pfiff durch die Winterlust erfüllen läßt. Er ist so klein, daß er bis in die entferntesten Winkel und Ecken gelangen kann, um sich Nahrung zu suchen und sie auch zu finden. Auf dem Lande wird er „Schneekönig" genannt und ist bei alt und jung als einer der treuesten gefieberten Freunde sehr beliebt. Die Mehrzahl unserer heimatlichen Vögel, die uns im Winter nicht verlassen, leidet aber oftmals bittere Not. Es ist mehr als nur menschliche Pflicht, diesen kleinen gefieberten Gesellen in ihrer Wintersnot zu helfen und ihnen leicht zugängliche Futterplätze einzurichten, damit sie nicht den Strapazen der kalten Jahreszeit erliegen müssen. Sie werden uns ihren Dank im Frühling und Sommer durch ihren fröhlichen Gesang reichlich abftatten, abgesehen davon, daß der Bauer und Gärtner ihren großen Wert als Vertilger schädlicher Insekten zu schätzen wissen. Oberheffen. 20 Jahre Evangelische Frauenhilfe. 5 Steinbach, 28. Dez. Am gestrigen 27. Dezember fand die Feier des 20jährige n B e - stehens der Frauenhilfe statt. Vom Kirchturm grüßte im Sonnenschein die Kirchenfahne und betonte so schon äußerlich die Verbundenheit der Kirche mit dem Verein und der Frauenhilfe mit der Kirche. Eine große Reihe von Stiftungen zum Schmuck des Gotteshauses durch die Frauenhilfe ist der Beweis für ihre Verbundenheit mit der Kirche. Ein Festgottesdienst bildete den Auftakt des Festtages. Der Evangelische Frauenchor, der den Sonntag nach Weihnachten als Geburtstag feiert — er wurde 1930 von dem damaligen Pfarrer W. Kraemer, jetzt im Ruhestände in Darmstadt lebend, ins Leben gerufen — verschönte den Gottesdienst mit zwei Chören, einem Weihnachtslied und der Motette „Herr deine Güte reichet soweit". Der Festprediger, Missionar Walther (Gießen), verfehlte nicht, dem Chor seinen und aller Dank für seinen Gesang auszusprechen. Als Predigt- text hatte der Festprediger das Evangelium des Sonntags Lukas 2, 25 bis 32 und 36 bis 38, die Geschichte von Simeon und Hanna, gewählt. Missionar Walther, der das letztemal vor etwa 15 Jahren hier gepredigt hat, verstand es in seiner volkstümlich packenden Art die Herzen warm zu machen für den Heiland, die herrliche Gabe der Weihnacht und den wahren Inhalt der Weihnachts- freube. Um 13 Uhr fand im Gotteshause die Festversammlung statt. Der Leiter der Frauenhilfe, Pfarrer D ö l l, eröffnet mit der Losung des Weihnachtstages 1. Mose 24, 27 „Der Herr hat mich den Weg gesühret", grüßte die Frauen und die anderen ©emeindeglieder, besonders Dekan Sattler (Wieseck), Frau Hoffmann (Ossenheim), bie in letzter Stunde für die erkrankte Derbandsrednerin den Vortrag übernommen hatte, und die Frau des Gründers und Mitgründerin, Frau Koehler Witwe (Gießen.) Darauf sprach der Dekan des Dekanats Gießen unter Zugrundelegung von Lukas 1, 38 „Siehe, ich bin des Herrn Magd", zu der Versammlung und überbrachte die Glückwünsche des Dekanats. Frau Hoffmann, den Steinbachern noch in bester Erinnerung von ihrem ersten Vortrage hier beim Kreisfrauenhilfetreffen, sprach hierauf über bas Thema „Unser bleibender Dienst". Die Radnerin hatte bas Ohr und Herz ihrer Schwestern, als sie das Ideal des Dienstes einer echten Christenfrau und Mutter — das sollen die Frauen der Frauenhilfe sein und immer besser werden — schilderte. Wohl am herzlichsten klangen ihre Worte, as sie von der Liebe zu Volk und Vaterland sprach; das sei die beste Gabe für bas teure Vaterland, daß mir helfen, daß Christus in unserem Volke sei. Missionar Walther sprach dann unter Zugrundelegung des Wortes: Psalm 84, 11 „Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend" über des Christen Liebe zu seinem Gott und dessen Haus. Von seinen Jugend- und Kindheitserinnerungen ausgehend schilderte er die Schönheit und Macht kirchlicher Sitte und mahnte ernst zur Erhaltung und dem Aufbau solcher Sitte und zur Bewährung des Christenglaubens im Leben. Nach der Versammlung begaben sich die Frauenhilfe und ihre ©äste in den Saal des „Einhorn", wo gemeinsam der Kaffee eingenommen wurde. Hier sprach Frau Koehler von der Gründung und den ersten Jahren des Vereins. Im Kriege als Alice-Frauen-Derein vom Roten Kreuz vom Pfarrer und der Rednerin gegründet, trieb der Verein zunächst Kriegsfürsorge aller Art, man strickte und arbeitete für die Krieger, im Sommer wurde ein Kriegskindergarten eröffnet, bei allen Sammlungen half der Verein eifrig mit. Nach dem Kriege wurde der Verein auf Betreiben von Dekan Gußmann in einen Evangelischen Frauenverein umgewandelt. Nach dem Tode des Gründers und dem Aufzug des Pfarrer Kraemer erfuhr der Verein einen neuen Aufschwung. Die Zeit nach dem Umbruch stand unter Leitung des jetzigen Pfarrers, und bie Frauen- Hilfe hat nun ihren bisher höchsten Mitgliederbe- ftanb erreicht. Ein Teil der Mitgründerinnen ist heute noch im Verein, ein Teil ist verstorben. Eine Mitgründerin ist in Wieseck verheiratet und war als Gast zum Feste anwesend. Der Vereinsleiter, der inzwischen von einer Amtshandlung in Albach zurückgekehrt war, betonte unter dem Eindruck des offenen Grabes, an dem er eben gestanden hatte, die Grundlage des Christenglaubens und betonte, baß er alle Arbeit in der Frauenhilfe als Dienst zu diesem Herrn Christus hin tue. Dekan Sattler sprach das Schlußwort des harmonisch verlaufenen Festes. Der Dank der gastgebenden Frauenhilfe und der ©emeinbeglieber, die sich zahlreich zum Festgottesdienst und zur Versammlung im wechnachtlich geschmückten Gotteshause eingefunden hatten, verband sich mit der Mahnung zur Treue. Die Festkolle-Ne betrug 15 Mark und wurde der Mission überwie- sen, für das WHW. hat die Frauenhilfe, wie all- jährnch, ihre Gabe schon gegeben. Landkreis Glesien. 00 Klein-Linden, 28. Dez. Am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages fand in der Kirche die Weihnachtsfeier des Kindergottes- d i e n ft e s statt. Die Kinder hatten unter Anleitung ihrer Helferinnen und des Ortspfarrers bie Weissagungen und die Erfüllung der Messiashoffnung in ihren Gruppen in Wort und Gesang eingeübt und boten sie ihren Eltern und den sonstigen Gemeindegliebern dar. Gemeindegesang, Chorvorträge eines Schülerchors und des Frauen- und Mädchenchors unserer Kirchengemeinde fügten sich passend in den Rahmen der Feierstunde ein. Pfarrer König als Leiter des Kindergottesdienstes hielt die Ansprache. Zum Schluß wurde jedem Kind ein Weihnachtsgeschenk überreicht. — Dem Vormittagsgottesdienst des ersten Weihnachtsfeiertages gab die Mitwirkung des Männergesangvereins „Eintracht" eine besondere Note. Der Verein sang unter Stabführung von Chormeister Harnisch (Watzenborn - Steinberg) die Chöre „Winternächt'ges Schweigen hüllet..." von Sonnet und Beethovens „Heil'ge Nacht, o gieße du ...". Auch der Pofaunenchor wirkte in diesem Gottesdienste mit. — Den Vormittagsgottesdienst des zweiten Feiertages bereicherte der Kirchenchor mit schönem Liebvortrag. wg. Großen-Buseck, 28. Dez. Der Landwirt und Zimmermann Heinrich M e r z I , Bahnhofstraße, konnte dieser Tage in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag feiern. Der Jubilar versieht noch alle Haus- und Feldarbeiten und nimmt an den Geschehnissen der Gegenwart regen Anteil. — Dem hiesigen Flurschützen Konrad Münch wurde in einer der letzten Nächte ein Teil der Wäsche, die im ©arten zum Trocknen aufgehängt war, entwendet. Ein anderer Teil der Wäsche lag verschmutzt am Boden. Die ent- roenbete Wäsche wurde bei der sofortigen polizeilichen Ermittlung an der Wieseck wiedergefunden. Ob es sich um einen mißglückten Diebstahl, ober um einen Bubenstreich handelt, konnte bisher noch nicht enbgütog festgestellt werden. ♦ Lollar, 28. Dez. Der hiesige Turn- und Gesangverein hielt im Saal „Zum Schwanen" feine Weihnachtsfeier ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein gemeinschaftlich gesungenes Weihnachtslied eröffnete den Abend. Der Gemischte Chor brachte unter Musikbegleitung ebenfalls ein Weihnachtslied zu Gehor.^ In bunter Reihenfolge wurden bann Theaterstücke, weitere ©efangsüorträge mit und ohne Instrumentalbegleitung auf geführt und damit bie Besucher unterhalten. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt die Kapelle Lynker. Der Abend brachte den Beweis, daß der Chor des Vereins in feinen Leistungen eine erfreuliche Steigerung aufzuweisen hat. 00 Staufenberg, 28. Dez. Der hiesige G e- sangverein veranstaltete am ersten Weihnachtsfeiertag im Saale von Geißler einen wohlgelungenen Theaterabend. Die Darbietungen wurden dankbar ausgenommen. = Mainzlar, 28. Dez. Der hiesige Gesang- verein hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag im Saale von Müller seine Winterfeier ab. Vereinsführer Fuchs hieß die Teilnehmer willkommen. Sängerkreisführer Karl Müller aus Gießen forderte in einer kurzen Ansprache besonders die Jugend auf, das deutsche Lied zu pflege,, und sich aktto in den Vereinen einzusetzen. Mit einer Komposition von Beethoven leitete der Chor den unterhaltenden Teil des Abends ein. Musikalische Darbietungen der Kapelle Berger, unterhaltsame Gesangsstücke Gießener Humoristen, sowie weitere Darbietungen des Männerchores wechselten miteinander ab. Tanz und Musik beschlossen die Veranstaltung. <£ Dau bringen, 26. Dez. Der Gesangverein Daubringen veranstaltete gestern abend im Saale der Wirtschaft Erb einen Theaterabend. Mit einem gut vorgetragenen Weihnachtschor (Chormeister Schreiner, Alten-Buseck) eröffnete der Männerchor den Abend. Nach der Begrüßungsansprache des zweiten Vereinsführers Äug. Kimmel wurden noch ein Männer- und ein Gemischter Chor vorgetragen. Ein gut gespielter Dreiakter wurde von den Besuchern sehr bei- S aufgenommen. Herr Kimmel ehrte als- die 25jährige Mitgliedschaft der beiden Mitglieder Hch. Latsch, der auch ebensolange Rechner des Vereins ist, und W. Weimer, indem er sie unter Überreichung von Diplomen zu Ehrenmitgliedern ernannte. Ein anschließendes Lustspiel wirkte sehr erheiternd. Daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, mag als Beweis für die allgemeine Wertschätzung des Vereins und feiner Darbietungen gelten. 3) Allendorf a. d. Lda., 28. De; Am zweiten Feiertag veranstaltete der unter der bewährten Leitung des Lehrers Schmidt von Kesselbach stehende hiesige Männergesangverein in der Stadthalle eine in allen Teilen wohlgelungene Weihnachtsfeier. Unsere Einwohnerschaft hatte auch diesmal wieder dem Männergesangverein ihre Verbundenheit dadurch bezeugt, daß sie überaus zahlreich erschienen war. Eröffnet wurde die Feier durch den Ehrenvorsitzenden mit einer kurzen Begrüßungsansprache, die mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- Liedes endete. Dann trug der Männergesangverein zwei passende Chore stimmungsvoll vor, von denen der zweite Chor „Weihnachten im Waldkirchlein" wegen feines Ausklanges in das Weihnachtslied „O du ftöhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit" bei den Zuhörern besonders starken Beifall fand. Anschließend wurde unter Musikbegleitung die erste Strophe des alten Weihnachtsliedes „O du fröhliche, o du selige" gemeinschaftlich gesungen. Die nun folgenden zwei Theaterstücke wurden vorwiegend von Mitgliedern des Mannergesangvereins flott gespielt. Zwei weitere Chöre des Männergesangvereins beschlossen den offiziellen Teil. Der musikalische Teil der Feier wurde in vorzüglicher Weise von der Standartenkapelle Gießen bestritten. Der übliche Tanz hielt dann die Teilnehmer noch bis in die frühen Morgenstunden beisammen. — Zu Weihnachten konnte Frl. Friederike Stier aus Londorf das Jubiläum ihrer 20jährigen Tätigkeit in der Familie des hie- figen Apothekers Welcker begehen. Der treuen Hausgehilfin wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bereitet. * Beuern, 29. Dez. Am 31. Dezember begehen die Eheleute Georg Nachtigall und Frau Anna Marie, geborene Stein, im Kreise ihrer Familie das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Die Jubilare sind noch so rüftig, daß sie noch alle Haus- und Feldarbeiten verrichten können. ch Beuern, 27. Dez. Der hiesige Gesang- verein „Polyhymnia-Liederkranz" veranstaltete im Saale der „Germania" sein .Winter» vergnügen. Vereinyführer Dort hieß bie zahl» reichen Teilnehmer, insbesondere die Gäste aus Heidelbach, herzlich willkommen und sprach dann kurz über die Bedeutung der Gesangvereine für die Pflege des deutschen Liedgutes. Er forderte auch bie Jugend auf, durch den Beitritt zum Verein die Sache des deutschen Liedes zu unterstützen. Der Chor erfreute im Verlaufe des Abends durch den Gesang mehrerer Lieder und fand dafür lebhaften Beifall. Ferner gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung, die ebenfalls dankbar aufgenommen wurden. Vier Mitglieder wurden für 25jährige Zugehörigkeit zum Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Stunden der Kameradschaft beschlossen den Abend. — Am Heiligen Abend wurde in der Kirche ein Krippenspiel von den Schulkindern aufgeführt. Der Kirchenchor und der Gesangverein stellten sich in den Dienst der Sache und verschonten die Feier. Das Krippenspiel und die Lieder waren von den Lehrern Müller und Schmand eingeübt worden. Den Abschluß der Feier bildete die Verteilung von Weihnachtsgeschenken an die Kinder. <£ Reiskirchen, 29. Dez. Der Turnverein Reiskirchen hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag fein diesjähriges Winterveranügen im Saale „Zum Hirsch". Der Abend wurde mit dem Einmarsch der Turner und Turnerinnen eingeleitet. Dann folgte ein Gedicht, in dem Deutschlands Größe und Stärke gepriesen wurde. In seiner Begrüßungsansprache wies der Vereinsvorsitzende auf die Gründung des Reichsbundes für Leibesübungen nach der Machtergreifung durch unseren Führer Adolf Hitler hin, er sprach von den Aufgaben eines Turnvereins im Reichsbund für Leibesübungen, schilderte noch einmal die großen deutschen Leistungen auf den Olympischen Spielen in Berlin und sprach dann von den Erfolgen unserer Turner auf den in diesem Jahre besuchten drei Turnfesten, von denen der Verein jedesmal mit einem 1. Preis nach Haufe gehen konnte. Die Turnerinnen und Turner forderte er auf, weiter in dem Geiste zu arbeiten, wie bisher. Es folgten bann Freiübungen der Schüler, Turnen am Pferd, gemischte Freiübungen (acht Turnerinnen und acht Turner). Ein Theaterstück wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Dann folgte noch Turnen an den Ringen, Reigen der Schüler, Keulenschwingen, Stabübungen und Ballreigen der Turnerinnen. Eine Verlosung bildete das Ende des ersten Teils des Abends. Es sprach noch Zellenleiter Lehrer Roth, Reiskirchen, dessen Ansprache mit dem Sieg-Heil auf den Führer endete. Im zweiten Teil des Abends folgte Tanz. Die Pausen wurden von Musikstücken der Kapelle M ö b u s (Reiskirchen) ausgefüllt. 3 Saasen, 27. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertag fand abends in unserem Kirchlein auf dem Veitsberg die Lichterkirche statt. Die Schüler der Oberklasse unter Leitung von Lehrer B l e s e r brachten ein Weihnachtsspiel zur Aufführung, das allgemein reichen Anklang fand. — Der hiesige Gesangverein „Eintracht" hielt am zweiten Feiertag sein biesj'irriges Wintervergnügen ab. Nach einem von dem Gesangverein Dorgetragenen Lied (Leitung Dirigent Volk) begrüßte Vereinsleiter Wagner die Besucher. Nach einem weiteren Lied kamen zwei Theaterstücke zur Ausführung. Beide fanden großen Beifall. Anschließend fanden eine Verlosung und Tanzbelustigung statt. )( L i ch, 28. Dez. Die Eheleute Johann Ludwig Alles und Anna Maria, geb. Sommer, können am 30. Dezember in voller körperlicher und geifti« ger Frische das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar war in früherer Zeit mehrere Jahrzehnte lang bei Bauunternehmer Heinrich Winn in Gießen tätig. T ßid), 28. Dez. Die Sängervereinigung „C ä c i I i a" L i ch veranstaltete am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages in der Turnhalle ihr traditionelles Wintervergnügen. Mitglieder des Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 Gießen leiteten mit dem „Christnachtsglockenmarsch", einer Komposition von Bettche, die Vortragsfolge ein und trugen weiter durch Konzerteinlagen ihr wesentliches Teil zum guten Gelingen der Feier bei. Der starke Chor der „Cäcilia", von Chorleiter Ernst I l g e geführt, wartete mit einigen wertvollen Liedern auf, die den starken Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer verdient hatten. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Schauspiels in drei Akten. Mitglieder der „Cäcilia" und deren Familienangehörige hatten die Rollen übernommen. Tanz und Frohsinn hielt dann die Besucher noch bis zum frühen Sonntagmorgen in schöner Volksgemeinschaft beisammen. Kreis Friedberg. + Ostheim b. Butzbach, 28. Dez. Am Tag vor Weihnachten ereignete sich an der Haltestelle ein Autounfall, bei dem in letzter Minute zwei Menschen dem Tode entgingen. Ein aus Richtung Nieder-Weisel kommender Kraftwagen fuhr infolge Nebels gegen eine Schranke des Bahnüberganges und blieb darin stecken. Kaum waren die Insassen dem Auto entstiegen, als auch schon ein Güterzug herangebraust kam, der den Kraftwagen erfaßte und ihn zur Seite schleuderte, so daß er fast völlig zertrümmert wurde. Durch den Anprall wurde der Fahrer des Kraftwagens derart im Gesicht verletzt, daß er ins Krankenhaus nach Nieder-Weisel gebracht werden mußte. Kreis Schotten. O L a u b a ch, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde hier der im Ruhestand lebende Lehrer Jakob Spilger unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Er war geboren am 5. September 1848 zu Lehnsweier int Odenwald. Schon in feiner zweiten Verwendung tarn er als Lehrer im Jahre 1871 an die hiesige Stadtschule, an der er bis zu feiner Pensionierung im Jahre 1914 im Segen wirkte. Aber nicht von langer Dauer war fein Ruhestand. Als zu Beginn des Krieges zwei Lehrkräfte sich als Kriegsfreiwillige meldeten, sprang er wieder ein und tat den ganzen Krieg freudig Schuldienst. Beinahe fünfzig Jahre war und in feinem Beruf als Lehrer tätig. Als er endgültig in den Ruhestand trat, blieb er hier in Laubach wohnen. An feinem Grabe hielt der Ortsgeistliche die Gedächtnisrede. Im Namen des Kirchenvorstandes, dem der Verstorbene von 1903 bis 1933 angehört hatte, legte Lehrer Gaub einen Kranz nieder. Rektor D ö l l sprach herzliche Worte des Gedenkens im Namen des Lehrerkollegiums. Auch die Kriegerkameradschaft, der Lehrer Spilger lange Jahre führend angehörte, gedachte des Erstorbenen. * Groß-Eichen, 29. Dez. Morgen, 30. Dez^ feiert Herr Heinrich PeterII. als ä l t e st e r E i n- wohn er bei bester Gesundheit seinen 9 2. Geburtstag. Kreis Alsfeld. # Ober. Ohmen, 28. Dez. Der hiesige Mkkn, nergefangverein „Germania" hielt iä Saale von Krebs sein diesjähriges Wintervergnü- gen ab. Ernste und heitere Einakter, sowie Gesangsvorträge des Vereins und musikalische Darbietungen bereicherten den Abend. Der Veceins- führer betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß wir es nur dem Führer zu danken haben, wenn wir heute in Ruhe und Frieden solche Abende in Deutschland feiern könnten; der Abend wurde mit dem Sieg-Heil auf den Führer begonnen. Aundiunkprogramm. Donnerstag, 31. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Zum Abschied vom Jahr — Erinnerungen, wie sie so manches liebe Mal erklungen. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozmldienft. 12: Musik für alle! Bekannte und beliebte Ballettmusik. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten. 14.10: Die haben den Vogel abgeschossen! Schlager, nach denen wir 1936 tanzten. 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei von der Feuerwerkerei! 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jahresrückblick auf die Arbeit des Reichssenders Frankfurt 1936. 19: Reichsminister Dr. Goebbels spricht. 19.10: Ende gut, alles gut! Ein Schallplattengruß zum Jahresschluß. 20 bis 23.55: Wir reichen uns die Hände zum frohen Jahresende. Eine fröhliche Ringsendung. 0.05: Glückwunsch des Intendanten. Aus den preußischen Ttachbargebieien. Kohlenoxydgasvefgistung emer Roiwlie Lpd. Frankfurt a. M., 28. Dez. Am Montag ftüh wurde eine Familie in der Bornheimer Landstraße bewußtlos in ihrer Wohnung aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß dem zur Nachtzeit geheizten Ofen Kohlenoxyd gase entströmt waren, die in das Schlafzimmer eindran- aen und die D e r g i f t u n g d e r d r e i k ö p f i g e n Familie verursachten. Mutter und Kind wurden in bewußtlosem Zustand in ein Krankenhaus gebracht, während der Mann sich bald wieder erholen konnte. Kreis IBehlat ± Odenhausen (Lahn), 28. Dez. Der hiesige Turn- und Sportverein veranstaltete zusammen mit seiner Gesangsabteilung ,Liederkranz" tm Saale von Koch eine Weihnachtsfeier. Vereinsführer Wilhelm Kar b er hieß die Vereinsmit- olieder willkommen und gedachte sodann der Gefallenen. Nach einem Chorlied des Männerchores sprach Lehrer Kreuter, der Dietwart des Vereins, übör den Sinn und die Bedeutung der deutschen Weihnacht. Weihnachts- und Volksliedvorträge ves Männerchores und des gemischten Chores, gemeinsam gesunkene Lieder sowie Gedichtvorträge (u. a. wurde auch ein Gedicht von Ehrenmitglied H. Bastian verfaßt) wechselten miteinander ab. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde unter den Klängen eines Liedes die Fahne eingebracht. Unter Leitung von Fritz K a r b e r wurde dann ein Ausschnitt aus der turnerischen Arbeit gezeigt. Die Vorführungen der Jugend, der Turnerinnen und der Turner wie auch die Volkstänze fanden lebhaften Beifall und ließen erkennen, daß die Leitung des Vereins in besten Händen liegt. Dem Leiter des Chores, Heinrich Velten, sowie den auf Urlaub weilenden vier jugendlichen Mitgliedern im grauen Ehrenkleid wurden Weihnachtsgeschenke überreicht. In seinem Schlußwort ermahnte der Vereinsführer zu weiterer zielbewußter und reger Arbeit. Dutenhofen, 27. Dez. Der hiesige Männergesangverein hielt im Saale des Jagdschlößchens seine Weihnachtsfeier ab. Der Chor des Vereins sang zur Eröffnung der Feier ein Lied, und der Vereinsführer hielt eine kurze Ansprache. Nach weiteren Gesangsvorträgen gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das sehr gut gefiel. Eine Musikkapelle trug ferner zur Verschönung des Abends bei. Manches schöne, alte Volkslied wurde gemeinsam gesungen. (D Frankenbach, 28. Dez. Die Viehzählung kam in unserer Gemeinde zu folgendem Ergebnis: 32 Pferde, 441 Stück Rindvieh, 10 Schafe, 382 Schweine, 85 Ziegen, 47 Kaninchen, 1550 Stück Federvieh, 31 Bienenstöcke. Dilttreis. * Oberweid bach, 28.Dez. Am dritten Feiertag wurde der 17jährige Landwirt Ernst Jnder- t h a l von einem Kraftwagen angefahren und erlitt dabei einen doppelten Unterschenkelbruch sowie erhebliche Fleischverletzungen. Der bedauernswerte Verunglückte wurde in der Nacht zum Montag in die Chirurgische Klinik verbracht. Ein Ehrenpreis von Reichsminister Or. Frick. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat anläßlich der vom 23. bis 31. Januar in Garmisch-Partenkirchen stattfindenden ersten Internationalen Wintersport-Woche einen Ehrenpreis für den Sieger im Spezialsprunglauf gestiftet. Hoffens Handballelf gegen Tlordmark. Für das am 3. Januar in Kassel stattfindende Gau-Handballspiel zwischen Hessen und Nordmark hat der Gau Hessen folgende Elf tzestM: Tor: Böckel (Kasseler Turngemeinde); Verteidigung: Dietz (K. Tgm.), Clobes (Jahn Gensungen); Läufer: Kranz (Jahn Gensungen), Wiese (K. Tgm.), Niest (SpV. Kassel); Sturm: Nauber, Lütge (beide K. Tgm.), Pilgermann (Kurhessen), Meier (Hessen-Preußen Kassel), Stumm (To. Wetzlar). Mit Rücksicht auf das Gauspiel werden am 3. Januar im Gau Hessen keine Meisterschaftsspiele ausgetragen. Aus dem Wintersportprogramm des Gkiklubs Gießen. Der Skiklub Gießen wird auch in diesem Winter, wenn die Schneeoerhältnisse im Hohen Vogelsberg wieder enttäuschen sollten, seinen Mitgliedern einiges zu bieten wissen. Gegenwärtig befinden sich bereits mehrere Jugendliche des Vereins im Walser- tal, um dort an einem Gaujugendskikurs teilzunehmen. Anfang Januar 1937 bis Ostern sollen alle vierzehn Tage Hochgebirgsskikurse im Walser- tal stattfinden. Für Mitte Februar ist eine Hochgebirgsskifahrt auf eine über 2000 Meter hoch liegende Hütte im Grenzgebiet der Allgäuer Alpen und Vorarlberg vorgesehen. Außerdem werden schon jetzt die Vorbereitungen für eine Osterskifahrt getroffen, die in das Nebelhorngebiet führen soll. Erwähnenswert ist, daß der Skiklub Gießen, dessen Mitgliederzahl im vergangenen Jahre erheblich gestiegen ist, eine eigene Geschäftsstelle einrichtet, in der alle Auskunft über Schnee- und Wetterverhältnisse in den verschiedensten Gebieten zu erhalten sein wird. Ferner wird auch Auskunft gegeben über Wettkampfoeranstaltungen an den verschiedensten deutschen Wintersportplätzen. Auch Zug-, Autobus- und Schlittenverbindungen in den Wintersportgebieten können erfragt werden. Mit der Schaffung dieser Geschäftsstelle wird ein langgehegter Wunsch vieler Skiläufer unserer Stadt und engeren Heimat in Erfüllung gehen. , FETeutonia^ Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Wetzlar 05 (Liga) 7:1 (4:0). Die Ligisten von Wetzlar, die durch ein Mißverständnis nur mit 10 Spielern erschienen, stellten ttotz- dem eine sehr spielstarke Mannschaft ins Feld und waren aber den Teutonen, die sich in sehr guter Form befanden, nicht gewachsen. Schon in den ersten Minuten begannen die Einheimischen mit gefährlichen Angriffen und ließen auch in kurzer Zeit einige sichere Sachen aus. Bis zur Halbzeit konnten die Teutonen stolz auf einen 4:0-Vorfprung zurückblicken. In dieser Halbzeit, in der sämtliche Spieler in technischer Hinsicht Hervorragendes leisteten, war das trotz schlechten Wetters erschienene Publikum vollauf begeistert. In der zweiten Halbzeit sah man, daß das schnelle Spiel der ersten Halbzeit den Spielern etwas nachhing, aber trotzdem waren die Leistungen beider Mannschaften immer noch guter Durchschnitt. Erst gegen Ende der zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu ihrem verdienten Ehrentor. Schiedsrichter Holzapfel (Lich) leitete korrekt. Dieses Spiel hatte neben feinem Hauptzweck als Fußballspiel auch noch als Aufgabe, das schöne gesellige Zusammensein beider Mannschaften nach dem Soiel, in jeder Beziehung erfüllt, wie es schon immer bei beiden Mannschaften der Fall war und auch nach jedem Spiel sein müßte. Die Spieler von Wetzlar mit ihrem Dereinsführer fühlten sich sehr heimisch. Die Jugendmannschaft ließ sich die Vorschau für die Feiertage zu Herzen gehen und brachte allen Siegeswillen auf und konnte auch beide Spiele gegen Wieseck und Bad-Nauheim mit 4:0-Siegen für sich entscheiden. Die zweite Mannschaft (verstärkt durch einige Spieler der ersten Mannschaft) löste ein Rückspiel in Daubringen ein. Die Daubringer Mannschaft, die das Resultat etwas zu hoch fühlte, nahm ihre Niederlage mit sportlichem Anstand hin. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Rieder-Florstadt I 3:2. Heuchelheim hatte nicht schlecht gewählt, als e? sich den Bezirksligisten SD. Nieder-Florstadt für den ersten Feiertag verpflichtete. Die trotz des ungünstigen Wetters erschienenen zahlreichen Zuschauer sahen ein spannendes, schnelles Spiel, welches mit einem nicht ganz unverdienten 3:2-Sieg der Heuchelheimer endete. Die erste halbe Stunde brachte bei leichter Ueber- legenheit der Plakbesitzer keiner Partei einen zählbaren Erfolg. Beide Hintermannschaften waren auf der Höhe, während die Stürmer sich weniger gut mit dem etwas glatten Boden abfanden. Die Gäste gingen überraschend durch einen harmlosen Strafstoß, den der Heuchelheimer Hüter allzu leichtsinnig aufnehmen wollte, in Führung. Wenige Minuten später glich Heuchelheim aus. Auf eine Steilvorlage oes Mittelläufers gab es ein kurzes Zuspiel zwischen dem Rechtsaußen und Halbrechten, das lekterer mit einem unhaltbaren Schuß abschloß. Aber schon vom Anstoß weg gingen die Gäste wieder in Führung. Die Verteidigung der Platzherren blieb, Abseits reklamierend, stehen und der Halbrechte der Gäste konnte ungehindert einschießen. Nach der Pause drängte Heuchelheim und konnte durch den Halblinken ausgleichen, der aus kürzester Entfernung einschoß. Wenig später fand ein unverhoffter Schuß des Mittelstürmers von der Strafraumgrenze aus sein Ziel. Die Läuferreihe der Platzbesitzer, die erstmalig in dieser Aufstellung spielte, fiel nun stark ab, wodurch die Gäste überlegen wurden. Während der Drangperiode der Gäste hatte die Hintermannschaft der Heuchelheimer manche bange Minute zu überstehen, ließ aber keinen zählbaren Erfolg zu. Die Gäste, die in stärkster Aufstellung spielten, hatten eine ausgeglichene Mannschaft, aus der lediglich die Verteidigung und der Halblinke herausragten. Bei Heuchelheim war die Hintermannschaft der beste Mannschaftsteil, obwohl sie beide Tore auf dem Gewissen hatte. Die Außenläufer fielen in der zweiten Halbzeit stark ab. Der Mittelläufer hatte eine schwere Aufgabe, die er zur Zufriedenheit löste. Die Stürmer'konnten gefallen. Fußball auf dem Lande. Staufenberg I — Lollar II 1:0. Die Staufenberger hatten sich für den zweiten Feiertag die 2. Mannschaft von Lollar, die verstärkt durch einige Spieler der Ersten antrat, verpfichtet. Vor verhältnismäßig vielen Zuschauern lieferten sich zwei gleichwertige Gegner einen spannenden Kampf, den die Einheimischen knapp mit 1:0 Toren gewannen. Schiedsrichter Kreiling (Gießen) hatte das Spiel stets in der Hand und war ein gerechter Leiter. Daubringen I — Watzenborn-Steinberg I und II kombiniert 0:5. Die Daubringer hatten auf eigenem Sportplatz eine kombinierte Mannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg zu Gast. Die Gäste waren den Einheimischen überlegen und entschieden das Spiel eindeutig mit 0:5 Toren für sich. Saasen 1. Jugend — Großen-Vuseck 1. Jugend 4:0. Die 1. Jugend von Saasen und die 1. Jugend von Großen-Buseck trafen sich am Sonntag zum fälligen Pflichtspiel in Saasen. Nach einem flotten Kampf konnten die Einheimischen mit 4:0 Toren als Sieger das Feld behaupten. VfD.-ReichSbahn Gießen. Jugendfußball. VfBR. 1. Jgd. — Rot-Weih Frankfurt 1. Jgd. 4:7 (1:4). Trotz der Niederlage haben die Gießener in Frankfurt ein großes Spiel gezeigt. Alle Mannschaftsteile haben alles eingesetzt, um ehrenvoll zu bestehen. Wenn sie zum Schlüsse trotzdem unterlegen sind, so haben sie doch die Gewißheit, einem tatsächlich besseren Gegner den Sieg überlassen zu haben. Aus dem Spielverlauf ist zu berichten, daß die Gießener in der 15. Spielminute durch ihren Mittelstürmer in Führung gingen. Dann drehten die Frankfurker mächtig auf und waren bis zur Halbheit viermal erfolgreich. Nach Wiederbeginn hatten die Gießener ihre große Viertelstunde. In glänzenden Kombinottonszügen überwanden sie die Frankfurter Hintermannschaft und erreichten durch drei weitere Tore ihres Mittelstürmers den Gleichstand. Jedoch wurden sie im Endspurt der Frankfurter geschlagen. Die zweite Mannschaft fuhr vergeblich nach Allen- dorf. Der Gegner trat nicht an. Am zweiten Feiertag spielte die zweite Jugend verstärkt gegen die Krofdorfer Jugend. Auch hier erwiesen sich die VfB.er als die bessere Elf. Es gelang ihnen, gegen die aufopfernd spielenden Gaste einen 4:0-Sieg herauszuholen. Me deutsche ftrbeitslrom n.9.=6cmcinf(haft „Kraft durch freuöc" kein Betrieb ohne Sportkurfust Um allen Volksgenossen, die jetzt noch den Leibesübungen fernstehen, die Teilnahme an den Sportkursen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu ermöglichen, werden laufend Bettiebs- Sportkurse eingerichtet. Sinn der Einrichtung ist, einmal wöchentlich frohe Gemeinschaft in einem Sportkursus zu pflegen und zugleich damit einen sinngemäßen Ausgleich für des Tages Arbeit und einen Gegenpol für Berufsschäden zu schaffen. An diesen Kursen kann jeder teilnehmen, auch wenn er seit Jahren keine Leibesübungen getrieben hat. Neben ernster Arbeit in Körperschule — Leichtathletik — Gymnastik soll aber auch die Freude vorherrschen und beim fröhlichen Spiel wird allen Teilnehmern die Betriebs-Sportstunde von „Kraft durch Freude" eine Stunde froher Kameradschaft und gleichzeitig eine Stunde der Erholung des Körpers und des Geistes werden. Außerdem dienen die Sportturse der Betriebsgemelnscyaft und helfen sie fördern. Oer Düsseldorfer Tiedtke Billardweitmeister. In Algier wurde die Billardweltmeisterschaft im Fünfkampf zu Ende geführt. Als Sieger ging der deutsche Meister August Tiedtke (Düsseldorf) hervor, der im Entscheidungskampf mit 6:4 Punkten über den Franzosen Daoin die Oberhand behielt. (Schirner-M.) M'M Handball im Kreis Gießen. An den beiden Feiertagen herrschte überall Ruhe. Es war ja auch nicht weiter verwunderlich, weil die meisten Mannschaften bereits am 27. wieder antreten mußten. Lediglich ein Freundschaftsspiel stteg in Hörnsheim, wo es der Reservemannschaft der Platzbesitzer gelang, die 1. Jugendmannschaft des Tv. Lang-Göns in einem schönen Spiel knapp mit 11:10 (5:6) niederzuringen. Bezeichnend für die Spielstärke der Gäste ist das gute Abschneiden gegen die zwar noch nicht richtig eingespielte, körperlich aber bedeutend stärkere Mannschaft des Gegners. Der Sport am Sonntag, der bei Ruhe in der Gauklasse, nur ein Spiel in der Bezirksklasse, dagegen aber Hochbetrieb in der 1. Kreisklasse brachte, sah folgende Ergebnisse: Tv. Heuchelheim — Tv. Hochelheim 6:5 (5:1). Nur in der ersten Halbzeit vermochten die Platzbesitzer zu überzeugen. Sie hatten bis dahin auch bereits einen zählbaren Vorsprung herausgearbeitet. Und das war gut so. Denn nach der Pause drehten die Gäste mächtig auf. Ihr Spiel wurde zusehends besser und es hätte nicht viel gefehlt und Hochelheim hätte nicht nur gleichgezogen, sondern wäre auch Sieger geworden. 1. kreisklafse. Tv. Hörnsheim — Tv. Garbenheim 14:5 (6:2). Hörnsheim hat auch diesmal wieder seine derzeitige Form mit einem sicheren Sieg unter Beweis gestellt. Seine Mannschaft ist in allen Teilen gut besetzt und sein Sturm vor allem kann im richtigen Moment aus allen Lagen schießen. Kein Wunder, daß unter diesen Umstanden die an sich schon schwache Verteidigung des Gegners nichts tun konnte. Durch diesen erneuten Sieg 'hat Hörnsheim seine Spitzenstellung weiter befestigt, zumal die beiden anderen Mannschaften, wie nachstehend erwähnt, weitere Punktverluste erlitten. To. Gröningen — Tv. Holzheim 2:2 (1:1). Für die größte Ueberraschung des Tages sorgte Holzheim. Allen Voraussagen zum Trotz konnte man es nur zu einem mageren Unentschieden bringen und dazu noch bei einer Mannschaft, die in letzter Zeit wenig in Erscheinung getreten ist. Wo ist der Kampfgeist Holzheims von ehedem? Tv. Dorlar — To. Herborn 3:4 (3:3). Dorlar hätte gewinnen müssen. Leider aber machte sich das Fehlen jeglichen Trainings in der letzten Zeit stark bemerkbar. Das allein ist der Grund für den glücklichen Sieg der Herborner Mannschaft. Tuspo Gr. - Rechtenbach — To. Atzbach 7:7 (3:4). Die zweite Ueberraschung kam in Groß- Rechtenbach zustande. Atzbach hatte seinen Gegner unterschätzt. Mag das Treffen auch zeitweilig etwas hart gewesen sein, spannend war es immer. Kurze Sportnotizen. Hertha/BSC. — 1. FC. Nürnberg, eins Fußballbegegnung von alter Tradition, erlebt am Neujahrstag in der Reichshauptstadt eine Neuauflage. Eintracht Frankfurt trägt am 3. Januar in Fürth ein Fußball-Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft der Kleeblätter" aus. Der Berliner Schlittschuh-Club griff am Montag in Davos in die Spiele um den „Spengler- und Hanseaten-Pokal" ein und wurde vom HC. Davos nach zweimaliger Verlängerung mit 3:1 geschlagen. Erst in der zweiten Verlängerung fielen die vier Tore, der Berliner Ehrentreffer durch G. Jänecke. Die „Kimberley Dynamiters", Kanadas Vertreter bei der Eishockey-Weltmeisterschaft, trafen bei ihrem zweiten Berliner Gastspiel auf die „German Canadians" und gewannen mit 4:2 (1:0, 0:2, 3:0). Um Öen „von Halt-Pokal" standen sich im dritten Eishockeykampf im Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen der SC. Rießer See und BTE. Budapest gegenüber. Die Bayern siegten verdient mit 2:1 (2:0, 0:1, 0:0). D i e Deutschen Meisterschaften der Turnerinnen, die am 26. April in Jena ausgetragen werden sollten, sind auf den 11. April vorver. legt worden. KunN und Wissenschaft. Die Marburger Festspiele 1937. Im „Jahr der deutschen Festspiele 1937" können die Marburger Fe st spiele ihre 11. Spielzeit begehen. Durch ihre künstlerischen Leistungen haben die Aufführungen in Marburg im In- und Ausland starke Beachtung gefunden; die sich ständig steigernden Besucherzahlen haben hierfür den besten Beweis geliefert. Im Spielplan des kommenden Jahres sind geplant: „Das Käthchen von Heilbronn", „Florian Geyer", „Die Jungfrau von Orleans", „Viel Lärm um nichts". Wegen der Aufführung eines neuen deutschen Volksstücks schweben noch Verhandlungen. Gründung einer Schweinfurth-Gesellschaft. — Reues Arbeitsprogramm von Geh. Rat Frobenius. Aus Anlaß des 100. Geburtstages Georg Schweinfurths, eines der größten deutschen Afrikaforscher, wurde in Frankfurt a. M. auf Betreiben von Geheimrat Leo Frobenius die Schweinfurth-Gesellschaft gegründet, für die das Forschungsinstitut für Kulturmorphologie die Grundlage abgab. Die neue Gesellschaft hat sich große Ziele gesteckt; sie finden in einem 25-J ähre s p l a n ihren Ausdruck, der ausschließlich der kulturellen Erforschung von Südost- a s i e n dienen soll. Schon einmal war ein 25» Jahresplan aufgestellt worden, der der Erforschung Afrikas gewidmet war und dem Frobenius als Aufgabe vorschrieb, den afrikanischen Kontinent kulturgeorgraphcsch aufzuhellen. Heute kann dieses Programm als ourchgeführt bezeichnet und gesagt werden, daß die 1897 aufgestellten Thesen sich als richtig erwiesen haben. Es ist also gelungen, das Wesen und Werden der afrikanischen Kulturen aufzuhellen. Als entscheidend hat sich dabei erwiesen, daß es nicht die Wege der Technik waren, die den menschlichen Geist aufwärtsführten, sondern die Fähigkeiten der Seele. Die Arbeiten auf diesem Gebiet haben erhärtet, daß sich im südöstlichen Asien und in der diesem vorgeschobenen Inselwelt eine Reihe der wichttgsten Kulturformen erhalten hat, die nur hier in voller Klarheit noch erlebt werden können. Hier soll die neue Arbeit tm Sinne von Georg Schweinfurth beginnen. Nach Ablauf von 25 Jahren, so meint Geheimrat Frobenius, dürfte das Schweinfurth - Programm feine Erfüllung gefunden und die Kulturgeschichte der Menschheit eine wahrhaft wissenschaftliche Grundlage erhalten haben. Reichsminister Dr. Goebbels errichtet ein „Hilfswerk für deutsche bildende Kunst". Um die bildende Kunst in Deutschland immer weiteren Volkskreisen näher zu bringen und die Gefahr der jahrzehntelangen Ueberfremdung des deutschen Kunstmarktes im Interesse der lebenden deutschen Künstler schneller zu beseitigen, hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, die NS.-Volkswohlfahrt beauftragt, unverzüglich ein Hilfswerk für deutsche bildende Kun st durchzuführen. Das neue Hilfswerk hat die Aufgabe erhalten, durch Ausstellungen aller Art zusätzliche Derkaufsmöglich- keiten für gute Kunstwerke zu schaffen, indem es den Blick des ganzen deutschen Volkes auf die Werke bedürftiger deutscher Künstler richtet. — Die künstlerische Leitung de. Hilfswerkes und die Auswahl der Kunstwerke für die Ausstellungen hat der Reichsbeauftraate für künstlerische Formgebung, Hans Schweitzer, übernommen, so daß die Gewähr gegeben ist, daß das Hilfswerk über dem sozialen Gesichtspunkt nicht den künstlerischen Maßstab vernachlässigt. Die NSV. wendet sich mit dem neuen Hilfswerk für deutsche bildende Kunst an alle Volksgenossen, die in der Lage sind, ein Kunstwerk zu angemessenem Preis zu erwerben. Auch diele« nationalsozialisttsche Hilfswerk wird beweisen daß das neue Deutschland fest entschlossen ist, die bildende Kunst und die lebenden deutschen Künstler durch die Tat zu fördern. Kassenstunden nur von 8—13 Uhr M 8511 D Ihre Vermählung zeigen an 29. Dezember 1936. 30. Dezember 1936. Wetzlar. Berlin. Banlau-Danzig. e Für sofort odevl 15. Januar nicht i- zu junges, zu- verlässiges LissD Vtttovf Keine Zeugnisse 85210 abfditiften dem Be- Deutscher Sekt „Hausmarke", Vi Flasche 2 werbungsjchreiben bei- Jamaika-Rum-Verschnitt (40Voi.°/0).. 3.20 8.60 Jamaika-Rum (40 Voi.°/0) Eatavia-Arrak-Verschnitt (40 Voi.°/0).. 3.50 % Flasche 2.40 Macholl-Liköre 8486 A 2 KAPELLEN 8485 D sucht. 06876 Seltersweg 35. Lichtspielhaus Mittwoch — Donnerstag Cafe Amend Heute Dienstag: Erst-Aufführung! Silvesterfeier Tanz Marktstr. 23 85i2A Tel. 2417 Die Nacht 8516 D Sprotten, Marinaden 85150 G. G. Kleinhenn, Babnbossir. 61 Friedrich Richard Romanowski Aushänge beachten! REGIE: ERICH ENGEL 85190 StHWEÄME . . .und zum Bauen v 'KMÜfi