18k. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ur. 254 Erstes Blatt 186. Jahrgang Donnerstag, 29. Oktober 1936 Sonntags1 unb feiertags A^ ’flf M »nnahm« oon Anzeigen Beilagen: Die Illustrier,. - - . - . H _ . ” sür die Mittagsnummer (Biebener Familienblätte, M 1>. A A jflk A iM Ls AA. A A A A AA 6is8-/.Ut)töes'Bormittags ^.,s* Imi>K<>1Ii>r JlnTMAizr sss.-"- sv,»t;$ OjIvilvR■ ICI ZIIVHlIIILI I ■ WVV Ik ■ V»HV> KS4BSÄÄ von einzelnen Nummern eV M M M ~ infolge höherer Gewalt MF Lrmahtgte Srunbpretse: MZM General-Anzeiger für Oberheffen MM Postscheckkonto: VW l • V V gen, Bäder-, Unterrichts-u. Stanifuri am Main 11686 vruck und Verlag: Srühl'sche UniversttSts vuch- und Stcinftrucfcrei rr. tauge in Gießen. Sdjriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllftrahe 7 Mengenabfchlüsse^S taffeM Um Deutschlands Krast, Ehre und Freiheit. Ministerpräsident Göring verkündet Aufgabe und Durchführung des zweiten Vierjahresplanes. die Minderbemittelten würden stets billige und ausreichende Fette bereitstehen. „Jeder Deutsche soll satt werden. Kein Deutscher soll hungern." Aber dazu gehört eben, daß auch jeder Volksgenosse mit Vernunft und Ueberlegung handelt und bei allen seinen Taten an das Interesse der Volksgemeinschaft denkt. Jeder einzelne muß das Gefühl haben, er hilft dem Führer, wenn er die Anordnungen des Ministerpräsidenten Göring freudigen Herzens befolgt. Der Ministerpräsident schloß seine große Rede mit einem oon leidenschaftlichem Willen und glühendem Optimismus getragenen Appell an das deutsche Volk, im Vertrauen zum Führer, der sein Letztes einsetzt für sein Volk, und im Vertrauen untereinander, sich zu einer gewaltigen Kraftanstrengung zusammenzureißen damit wahr wird, woran wir alle glauben: ein Reich der Kraft, eine Nation der Ehre und ein Volk der Freiheit! Wir kennen den Weg, wir kennen das Ziel, wir alle sind aufgerufen, mitzumarschieren in der großen Front des deutschen Volkes, ein jeder dort, wo man ihm die Verantwortung für ein Stück Wall und Graben in der Festung „Deutschland" anoertraut hat. Nehme ein jeder etwas in sich auf von dem gläubigen Optimismus Görings, oon seinem mitreißenden Willen zum Einsatz, dann muß die Aufgabe gelingen. F. W. L. des Gaues Groß-Berlins für Göring. Und damit wende ich mich gerade an meine eigenen Parteigenossen. Es ist in diesen Tagen zehn Jahre her, daß wir in breiter Front den Kampf um ein nationalsozialistisches Berlin ausgenommen haben. Hunderttausende oon Berliner Volksgenossen und Mitbürgern tragen in diesen Tagen das Zeichen der Erinnerung an diese zehn Jahre nationalsozialistischen Kampfes. Nur wenige haben damals an diesem Kampfe teilgenommen. Aber die vielen Hunüert- tausende, möchte ich fast sagen, Millionen, die in diesen Tagen dieses Zeichen tragen, wollen damit zum Ausdruck bringen, daß sie es wohl verstehen, daß dieser Kampf um ein deutsches Berlin e i n historischer gewesen ist, und daß dieser Kampf deshalb unsterblich in die Geschichte eingehen wird. Und damit wende ich mich an Sie, lieber Pg. Göring. Es ist nicht das erste Mal, daß w i r gemeinsam aus diesem Podium stehen, sondern schon vom ersten Tage ab, da Sie aus der politischen Verbannung nach Berlin zurückkamen, haben Sie sich rückhaltlos wieder für den Aufstieg und die Durchsetzung der nationalsozialistischen Bewegung gerade hier in Berlin eingesetzt. Es ist für mich vielleicht eine der schönsten Erinnerungen der damaligen zwar schweren, aber heute um so erhebenderen Kampfzeit, wenn ich mich daran zurückerinnere, wie oft wir von diesem Podium aus und in allen großen Städten in Deutschland gemeinsam an die Nation appelliert haben. (Lebhafter Beifall.) Das Zeichen, das in diesen Tagen in Berlin Hunderttausende tragen, das ist in Gold gefertigt den dreißig besten und treue» sten und zuverlässigsten Parteigenossen der Berliner Bewegung vorbehalten und wird ihnen morgen in einem feierlichen Akt überreicht werden. (Heil-Rufe!) Diese Zahl der Dreißig aber wäre unvollständig, wenn in ihr nicht unser Pg. Göring erschiene. (Beifall.) Und ich möchte Sie deshalb bitten, lieber Parteigenosse Göring, zur Erinnerung an diese gemeinsam durchlebte und durchkämpfte, und ich darf wohl sagen durchlittene Zeit dies Erinnerungszeichen, das uns alle verbindet, aus meinen Händen entgegennehmen zu wollen. Es soll auch für Sie eine ewige Mahnung sein, daß, wenn wir Nationalsozialisten uns ein großes Ziel gesteckt haben, niemals einer allein steht, der diesem Ziele nachstrebt, sondern daß um ihn herum die ganze Bewegung steht und mit ihm kämpft und mit ihm ficht. Ich bin der festen Ueberzeugung: Genau so, wie es unserem gemeinsamen Kamps gelungen ist, eine damals fast bolschewistische Stadt für Deutschland zurückzuerobern, so wird es Ihnen und unserem gemeinsamen Kampf gelingen, auch das große Ziel, dessen Erreichung der Führer Ihnen aufgetragen hat, nun wirklich auch zu erreichen. Dr. Goebbels eröffnet die Kundgebung Das goldene Erinnerungszeichen Sicherung deutscher Ehre und deutschen Lebens. Wir alle sind aufgerufen! Der mit der Durchführung des vom Führer in Nürnberg verkündeten neuen Vierjahresplans beauftragte Ministerpräsident Generaloberst Göring hat gestern im Berliner Sportpalast, an einer für den Kampf der nationalsozialistischen Bewegung hlstonsch gewordenen Stätte, zu vielen tausenden von Volksgenossen und darüber hinaus über den Rundsunk zum ganzen deutschen Volke von dem gesprochen, was uns alle, seitdem der Führer das Ziel des neuen Vierjahresplanes bekanntgegeben hatte, im Innersten bewegt. Der Ministerpräsident hat mit eindringlicher Klarheit die Notwendigkeiten dargelegt, die uns zwingen, in der Beschaffung der Rohstoffe für unsere Wirtschaft uns auf eigene Füße zu stellen. Er hat mit größtem Freimut die Lage geschildert, vor die sich das deutsche Volk nach gewonnener Arbeitsschlacht gestellt sieht und hat uns alle aufgerufen, ihm bei der Durchführung dieses Werkes zu helfen, denn unser aller Hilfe ist not, ohne den Einsatz aller Energien des ganzen deutschen Volkes kann dies gewaltige Vorhaben ebenso wenig durchgeführt werden, wie es ja auch ohne die verständnisvolle Mitwirkung des Volkes nicht hätte gelingen können, in der A r - b e its sch lacht fast sieben Millionen Volksgenof- fen wieder in Arbeit und Brot zu bringen und in der Ernährungsschlacht die deutsche Landwirtschaft zu höchsten Leistungen zu führen. Aus 60 Millionen gegeneinander strebenden Energien wurde, wie Göring in feiner Rede ausführte, eine einzige Energie, zufammengeballt in der Faust des Führers, bereit, um eingesetzt zu werden, wo die Kraft der Nation es erfordert. Nur so konnten die ungeheuren Leistungen der ersten vier Jahre geschaffen werden, die heute mit uns die ganze Welt als ein großes deutsches Wunder empfindet. Und nur wenn wir dies nicht als ein Recht auffaffen, nun auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern als heilige Verpflichtung, jetzt erst recht an die Arbeit zu gehen, wird es uns gelingen, auch die neue große Aufgabe durchzuführen, vor die wir uns gestellt sehen. Wie wir aus eigener Kraft dahin gekommen sind, wo wir heute stehen, so werden wir auch aus eigener Kraft weiter marschieren müssen. Denn nur auf uns selbst sind wir gestellt. Das wissen wir heute, wo uns die Welt nicht die Möglichkeit geben will, die Rohstoffe zu beziehen, die unsere Wirtschaft braucht. Wir müssen uns damit abfinden, daß der deutsche Boden nicht alles das herzugeben vermag, was zu der Ernährung eines 60-Millionen-Volkes gehört. Die deutsche Landwirtschaft wird auch in Zukunft nicht Nachlassen, alles daran zu setzen, ihre Erzeugung zu steigern, die Qualitäten zu verbessern, Mängel auszugleichen, aber immer wird ein Rest bleiben, der aus der eigenen Landwirtschaft nicht gedeckt werden kann. Um diesen aus dem Auslande einführen au können, bedarf es ausländischer Zahlungsmittel, die unsere eigene gewerbliche Ausfuhr aufbringen muß. Solange die Welt sich sträubt gegen die Aufnahme deutscher Waren und solange die Desorganisation der Weltwirtschaft es uns nicht erlaubt, neue Absatzmärkte zu erschließen, müssen wir die wenigen uns zur Verfügung stehenden Devisen künftighin für den Erwerb der zusätzlich benötigten Lebensrnittel verwenden. Das bedingt, daß wir versuchen, die Rohstoffe, die unsere gewerbliche Wirtschaft braucht, uns selber zu schaffen. Der Ministerpräsident Göring hat in seiner Rede darauf hingewiesen, daß hier bereits sehr verheißungsvolle Ansätze norliegen. Er hat dem mit der Führung des Reichswirtschastsministeriums beauftragten Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und dem Wirtschaftsbeauftragten des Führers Dr. Keppler gedankt für ihre verständnisvolle Vorarbeit, auf der er jetzt bei der Durchführung des neuen Vierjahresplanes aufbauen kann. Aus dem Laboratorium gilt es, jetzt den Schritt in die Fabrik zu tun. Ader auch die deutsche Heimaterde bietet noch vieles an Bodenschätzen, das bislang übersehen worden ist oder als zu gering geachtet wurde, solange wir es uns noch leisten konnten, biefe Dinge einfacher und billiger aus dem Auslande zu beziehen. Kohlen, Holz und deutsche Erze werden die Grundlagen fein, auf denen in Zukunft die Fabrikation eigener deutscher Roh- und Werkstoffe auf- gebaut wird. Die gewaltigen Fabrikbauten, die Göring in feiner Rede ankündigte, sollen der Welt zeigen, daß Deutschland nicht kapituliert. Unternehmer und Arbeiter, Führer und Gefolgschaft, Wirtschaft und Volk müssen zusammenstehen, um den Plan wahrzumachen, den der Ministerpräsident entwickelt hat. Der U n t e r n e h m e r soll nicht warten auf die Anregungen, die ihm der Staat gibt, sondern muß selbst die Initiative zu neuen Schöpfungen und Höchstleistungen ergreifen. Der Arbeiter muß seine ganze Kraft auf feine Arbeit konzentrieren. Freude und Schaffenslust muß in den Betrieben herrschen, Denunziantentum und Verleumdung haben nach den Worten Görings keinen Platz mehr in Deutschland. Und noch einmal unterstrich der Ministerpräsident die Ausführungen des Führers über den Wahnsinn von Lohnerhöhungen, denen keine Probuktionsstelgeruny zur Seite steht. Mit aller Energie wandte sich Gormg gegen Irgendwelche Versuche, das Vertrauen zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft zu zerstören. Ein festes Lohnniveau werde gehalten werden. Aber leidenschaftlich werde er auch sich für feste Preise einsetzen. Dafür werde auch der Preis- kommifsar sorgen, den der Führer heute bestimmt habe. Er wird auch die Vollmacht bekommen, die Hamsterer mit Stumps und Stiel auszurotten und gegen Preistreiberei rücksichtslos durchzugreisen. Aus allen Gebieten, auch in den Kleinigkeiten des täglichen Lebens ist verständnisvolle Mitarbeit aller Volksgenossen erforderlich, wenn der große Wurf gelingen soll, die deutsche Wirtschaft in ihrer Rohstoffbeschaffung vom Auslande unabhängig zu machen und die Ernährung des deutschen Volkes sicherzustellen. Daß dies nicht mit einem Schlage gelingen kann, ist eine Selbstverständlichkeit. Daher richtete der Ministerpräsident einen besonderen Appell an d i e deutsche Hausfrau, die er ermahnte, ihren Speisezettel auf das einzustellen, was jahreszeitlich bedingt ist und was vorhanden ist, und nicht immer gerade das kaufen zu wollen, was im Augenblick eben die Natur nicht hervorgebracht hat. Die deutsche Hausfrau muß sich in erster Linie an das halten, was der deutsche Boden uns schenkt. Wenn sie an Nahrungsmitteln vorwiegend das verbraucht, was wir aus eigener nationaler Produktion befriedigen können, so wird sie die beste Mitarbeiterin bei der Durchführung des Vierjahresplanes fein. Mit aller Entschiedenheit betonte der Ministerpräsident, daß die Ernährung der breiten Massen unseres Volkes unter allen Umständen sichergestellt werden würde. Für Berlin, 29. Okt. (DNB.) Mit außerordentlicher Spannung erwartete das deutsche Volk die Rede des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring über den neuen Vierjabresplan In der Reichshauptstadt stand der S p o r t p a I a ft im Mittelpunkt des ganzen Interesses der Oesfentlichkeit. Die alte ehrwürdige Gedenkstätte des erbitterten Kampfes des Nationalsozialismus um die Reichshauptstadt prangte in einem reichen Schmuck von Hakenkreuzbannern und Tannengrün. An der Stirnwand der Halle nahmen die sämtlichen Reichsminister und Reichsleiter Platz. In den Reihen hinter ihnen sah man sämtliche Reichs st atthalter und zahlreiche Staatssekretäre, alle Gauleiter, die Oberpräsidenten der preußischen Provinzen sowie die Leiter der Organisation für die Durchführung des Vierjahresplanes. Nach dem Einmarsch der Fahnen und Standarten erklärte der Gauleiter von Berlin Reichsminister Or. Goebbels: Meine Volksgenossen und Parteigenossen! Zu einer bedeutsamen Kundgebung ist die nationalsozialistische Bewegung Berlins am heutigen Abend mit den Spitzen des Staates im Berliner Sportpalast zusammengekommen. Es gilt, dem vom Führer auf dem Nürnberger Parteitage der Ehre proklamierten zweiten Vierjahr es plan vor der deutschen und der Weltöffentlichkeit den Start zu geben. Es ist kein Zufall, daß dieser Startschuß vor der Bewegung und vor dem Volke und auch daß er im Berliner Sportpalast gegeben wird. Denn diese Stätte ist vielleicht die traditionellste unserer nationalsozialistischen Kämpfer. Von diesem Podium aus haben wir d i e Reichshaupt st ad t erobert. Von diesem Podium aus haben wir damals, in der Opposition stehend, die Ideen und Projekte proklamiert, die nun im Verlaufe einer vierjährigen Regierungsund Staatstätigkeit zum großen Teil schon Wirklichkeit geworden sind. Daß der neue Vierjahresplan vor dem ganzen Volk proklamiert wird, entspricht einer" alten nationalsozialistischen Sitte und Tradition. Denn der Nationalsozialismus hat feit jeher den Standpunkt vertreten, daß die großen Pläne und Ziele einer überlegenden, weitschauenden Staatsführung niemals von dieser Staatsführung allein erreicht werden können, sondern daß das Volk im gleichen Umfang daran Anteil nehmen muß. Und deshalb gerade tritt unser Pg. Göring, der mit der Durchführung und damit auch der Verantwortung für den neuen Dier-I jahresplan betraut worden ist, vor die Oeffentlich- keit, um sie zur Mitarbeit an diesem grandiosen Werk aufzurufen. I Ministerpräsident Göring bestieg dann das Rednerpult unter dem stürmischen Beifall der Massen und führte aus: „Meine lieben deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen, meine lieben Kampskameraden! Ich will zuerst meinen herzlichen Dank aussprechen für die Ehrung, die mir eben durch den Gauleiter der Hauptstadt, meinen alten Kampfkameraden Pg. Dr. Goebbels, zuteil wurde. (Beifall und Händeklatschen.) Ich habe dieses Abzeichen mit einem ganz besonderen Stolz empfangen, es wird mich immer verbinden mit den schwersten, aber auch schönsten und herrlichsten Arbeiten unseres Kampfes hier in Berlin. Vom Sportpalast aus haben wir damals gefochten, von hier aus haben wir den Feind niedergeworfen. So soll diese Tradition heute aus» strahlen auf alle, um sie zu stärken für den Kampf, den auch wir heute wieder aufs neue ansagen, dem Kampf für ein großes Ziel, das nach den zweiten vier Jahren erreicht werden soll. In Nürnberg hat der Führer in eindeutiger und klarer Weise ausgeführt, worum es geht, warum er dem deutschen Volk einen zwei- ten Vierjahresplan zur Aufgabe gestellt hat. Der Führer hat nun die Durchführung dieses Planes mir übertragen und ich will vor dem deutschen Volk erklären, wie wir alle zusammen diese Ausgabe am besten lösen. 1 Zusammenfassung aller Kräfte. Was ist der zweite Vierjahresplan? Ich fasse ihn zusammen in einen einzigen fundamentalen Sah: Die Sicherung der deutschen Ehre und die Sicherung des deutschen Lebens. (Beifall.) Lin klares Ziel, klar vor allem aber darum, weil wir ja wissen, wieweit heute die Sicherung gedrungen ist und weil wir darum auch wissen, daß diese Sicherung im zweiten Vierjahresplan darin besieht, die Wirtschaftskraft Deutschlands weiter zu stärken und auszubauen. Vor dem deutschen Volke gebe ich heute Aufschluß über die Absichten, denn wir Nationalsozialisten tun alles vor dem Volk, mit dem Volk und im Volk stehend, und darum soll meine Rede Verständnis durch völlige Aufklärung wecken und dem deutschen Volke klar machen, auf welchen Wegen es helfen kann und helfen muß. Der Sinn meiner Vollmachten, die der Führer mir übertragen hat, ist die Zusammenfassung aller Kräfte, die einheitliche Lenkung aller Kräfte auf das einzige Ziel. Wir müssen zum Ausgang nehmen die heutige Lage. Der erste Vierjahresplan zeigt gewaltige Leistungen. Uns allen und der ganzen Welt ist die Bedeutung der Wiedergewinnung unserer Wehrfreiheit gegenwärtig. So wie in den vergangenen vier Jahren durch die Rückgewinnung der Wehrfreiheit die äußere Macht aufgerichtet wurde, so war es eine zweite gewaltige Leistung, die dem deutschen Volk die notwendigsten Grundlagen für seine Ernährung und für sein Leben wiedergegeben hat: Als der Führer zur gewaltigen Erzeugungsschlacht der deutschen Bauern aufrief, geschah dies zweite gewaltige Werk der vergangenen vier Jahre. Wer erinnert sich nicht des Zustandes der Landwirtschaft. Ueberall das Bauernsterben, Verlassen der Höfe, tot die Aecker, verschachert die Ernte! So war es auch, als Adolf Hitler mit starken Zügeln die Regierung Deutschlands übernahm. Und heute? Der Bauer sitzt sicher auf seinem Grund und Boden. Neben dieser mächtigen Erzeugungsschlacht ging d i e größte aller A r - beitsschlachten. Fast 7 Millionen Arbeitslose galt es wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Diese Aufgabe ist heute fast restlos gelost. Was heute noch an Arbeitslosen zurückgeblieben ist, ist teils saisonmäßig bedingt, ist teils krank ober andere Gründe verhindern ihren Arbeitseinsatz. Wiederhergestellt wurde die deutsche Freiheit und die deutsche Ehre! (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Geschlossen ist das traurigste Kapitel deutscher Geschichte, herausgerissen die Seiten von Schande und Schmach, deutscher Not und Verelendung, und das neue Kapitel wurde begonnen mit dem Grundsatz: die Freiheit und die Ehre sind das Fundament des Dritten Reiches. Wie die Erfolge des Führers und der Bewegung Schlag auf Schlag fielen, wie wir außenpolitisch zur Großmacht wurden, so wurden wir vor allem innenpolitisch zur Volksgemeinschast. Aus 60 Millionen gegeneinander strebender Energien wurde eine einzige Energie, zusammengeballt in der Faust des Führers, bereit, um eingesetzt zu werden, wo die Kraft der Nation dies erfordert. Das deutsche Wunder. Große Leistungen sind auf dem wirtschaftlichen Sektor erreicht worden. Hier gilt es, noch Größeres zu schaffen, gilt es, die deutsche Wirtschaftskraft noch mehr zu stärken, gilt es, Deutschland unabhängig zu machen. Die Arbeiten auf dem Wirtschaftssektor sind deshalb so schwierig, weil die Vergangenheit vielleicht auf keinem Gebiete so gesündigt hat, wie gerade durch die Zerstörung der deutschen Wirtschaft. Angefangen von Versailles, zieht sich wie ein einziger Faden der Niedergang Deutschlands hin und führte schließlich zu einer völligen wirtschaftlichen Der- elendung und Verödung und damit letzten Endes auch zu all der Not, zu all dem Elend, "das wir jahrelang durchlebten. Es muß dies immer wieder gesagt werden, damit jeder einzelne erkennt: Was hat der Führer, was hat die Bewegung Gewaltiges geschaffen, um solch einen Unterschied herbeizuführen? (Beifall.) Und nun frage ich Euch und frage durch die Aetherwellen alle deutschen Volksgenossen, was hat die Bewegung versprochen und was hat sie auch gehalten in diesen ersten vier Jahren? (Lebhafter Beifall.) Was hat sie vor allen Dingen geleistet? Das ist allein das Entscheidende. Und da können wir es immer wieder aussprechen und immer wieder dem 3n- und dem Auslande zu verstehen geben: Jawohl, ein Wunder, e i n großes deutsches Wunder hat sich ereignet in diesen vergangenen vier Jahren. Denn zwischen einst und heute liegt eine Welt, eine Welt allerdings, nach der wir kein Sehnen mehr haben wollen. Wenn wir fo sehen, was in diesen vier Jahren durch die geniale Hand unseres Führers, durch die zusammengeballte Kraft des deutschen Volkes, durch, den Zusammenhalt der Führerschaft von Partei und Staat Großes geleistet wurde, so gibt uns das kein Recht, auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern nur dle Verpflichtung, jetzt erst recht an die Arbeit z u gehen. Die Vergangenheit der vier Iahre heißt für uns nur eine roei- tere höchste Kraftanspannung aller. Sowohl die weltpolitische, als auch dle weltwirtschaftliche Lage schenkt Deutschland keine Ruhe. Darüber müssen wir uns im klaren sein. Dir müssen verstehen, daß uns kein einziger vorwärts hilft, wenn wir uns nicht selbst helfen wollen. (Lebhafter Beifall.) Aus eigener Kraft find wir geworden, aus eigener Kraft werden wir auch weiter schreiten. (Erneuter Beifall.) Daran kann auch nichts hin- dern, daß eine falsche Berichterstattung und Verleumdung die Verhältnisse hier in Deutschland verkehrt aufzeigt. Ja, man kann lesen, daß es jetzt dem deutschen Volk ganz schlecht ginge, weil jetzt erneut wieder ein Vierjahresplan verkündet wurde. Man kann lesen, daß man uns zum Vorwurf macht, daß es in Deutschland nicht alle Rohstoffe gibt, daß wir Deutschen auch Rohstoffe wollen, daß wir Deutschen Anteil haben wollen an den Schätzen der Welt. Dann sage ich: Jawohl, wir wollen Anteil haben, und wir werden Anteil haben. (Lebhafter Beifall.) Ist das ein Grund zu einem Vorwurf? Oder gar, daß wir nicht selbst genug Lebensmittel erzeugen können! Ist es etwa eine Schande, daß wir die Rohstoffe nicht alle in unserem Boden haben? Die Welt soll dankbar sein, daß wir versuchen, auf friedlichem Wege das auszugleichen, was man uns vorenthalten hat. (Beifall.) Man wird uns sagen: Ja, wenn ihr Rohstoffe haben wollt, dann kauft sie gefälligst, bezahlt sie mit Gold. Jawohl, wir wären bereit gewesen, mit Gold zu zahlen, wenn man uns nicht alles Gold genommen hätte durch die Reparationen. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn wir heute ehrlich und friedlich daran arbeiten, daß wir die Rohstoffe, die uns vorenthalten werden, erzeugen wollen, wenn das ein Zeichen ist, daß Deutschland heute wieder am Ende ist und ein Zeichen der Schwäche Deutschlands, dann wird man sich in vier Jahren daran gewöhnen müssen, ebenso sein Urteil zu korrigieren, wie man es jetzt auch immer wieder tun mußte. Die Ausgabe der deutschen Landwirtschaft. Wir Deutsche haben versucht, in diesen vier Jahren zu arbeiten, unser Volk zu ernähren, obwohl wir keine Kolonien haben. Obwohl uns Rohstoffe fehlen, ist Deutschland trotz allem ein Land des Friedens, eine Insel der Ordnung, der Zufriedenheit und des Aufbaues geworden. (Stürmische Zustimmung.) Ihr wißt, meine lieben Volksgenossen, der Führer Hal es euch in Nürnberg gesagt, daß trotz aller verstärkten Sicherung unserer Ernährung nicht aller Lebensmittelbedarf voll in Deulschland gedeckt werden kann, trotz aller Kraftanstrengung. Ls leben in Deutschland nun einmal 136 Menschen auf einen Quadratkilometer. In England leben 137 Menschen auf einen Quadratkilometer. Insgesamt besitzt dieses England für diese 137 Menschen auf einem Quadratkilometer ein Drittel der Welt als Kolonien und wir — nichts. Wenn wir einen Bruchteil dieser Kolonien hätten, dann würden wir auch nicht davon zu reden brauchen, daß nun einmal Rohstoffmangel und Mangel an Lr- nährungsdingen da ist. Gott hat uns unser Deutschland so gegeben, wie es ist, und wir müssen es so gut verwalten, wie wir es können, wo nichts ist. sagt ein alter Spruch, Hal auch der Kaiser das Recht verloren Was kann aber nun geschehen? Warum ist neuerdings, in den vergangenen Jahren ansteigend dann und wann mal eine Knappheit gekommen? Warum sind nicht alle Lebensrnittel in Hülle und Fülle in dieser Zeit zu haben gewesen? Auch das hat euch der Führer gesagt. Weil wir so unendlich glücklich wa- 'en, 5,5 Millionen Menschen wieder in Arbeit und Brot zu bringen, daß sie wieder Verdienst haben und daß sie wieder für ihren Verdienst auf dem Lebensmittelmarkt sich Lebensrnittel kaufen wollen und kaufen sollen. Dadurch kam der Ansturm des Konsums, der nicht leicht zu balancieren war und der bis heute balanciert werden mußte. Wks kann und muß nun weiter geschehen? Nur einige werden wir auf dem eigenen Boden in der Landwirtschaft erzeugen können. Selbstverständlich werden wir eine weitere Steigerung der Erzeugung fördern. Wir werden den Reichsnährstand aufrufen, das Letzte daran zu setzen, um auch das Letzte aus dem deutschen Boden herauszuwirtschaften. Wir werden weiter versuchen, die Erzeugung zu steigern dadurch, daß wir den an sich schon ausgedörrten und ausgepowerten deutschen Kulturboden neu verbessern und durch Dung neu zu stärken versuchen. Wir versuchen weiter, die Organisation zu verbessern und immer rascher und besser die Güter vom Erzeuger zum Verbraucher gelangen zu lassen. Das ist auch heute in einem gewissen Umfang notwendig. Die vorhandene Kluft wird immer noch nicht dadurch geschlossen werden können. Selbstverständlich wird es eine der wichtigsten Maßnahmen fein, d i e deutsche Ernte jederzeit zu sichern. Die Zusammenballung der Zuständigkeiten in diesen Dingen hat es möglich gemacht, daß der Arbeitsdienst von heute auf morgen für die Ernte eingesetzt werden konnte. (Lebhafter Beifall.) Der deutsche Bauer muß eines begreifen: Welch' heiliges Gut er in feiner Hand hält mit dem deutschen Brotgetreide, daß er weiß, daß er damit d i e Ernährung seines Volkes umfaßt. Deutsche Bauern, geht sorgfältig um mit diesem heiligsten Gut unserer deutschen Erde! (Starker Beifall.) Wir hören, es gibt hier und da Fleisch- knappheit. Gewiß wird es hier und da eine Spannung geben, aber auch hier wird alles geschehen. Wir werden versuchen, weitere Grundlagen für die Züchtung von Nährvieh zu schaffen. Vor allem aber, meine lieben Volksgenossen, gibt es außer Fleisch noch etwas sehr gutes. E s gibt Fische! Und wenn )hr fein Fleisch bekommt, werden wir dafür sorgen, daß in solchen Spannungszeiten genügend Fische vorhanden sein werden. (Lebhafter Beifall.) So wird alles geschehen, was irgendwie denkbar ist. Und doch wißen mir, daß nun einmal die größte Spannung auf dem Gebiete des Fettes besteht. Hier ist der größte Auslandsbezug notwendig und fo wird auch hier die stärkste Einschränkung aller notwendig sein. Trotzdem werden wir auch hier die Erzeugung stärken. Wenn alle Volksgenossen mithelfen, und wenn jeder versteht, daß nun einmal heute Deutschland nicht reich genug ist, Abfälle beiseite zu werfen, sondern daß diese Abfälle gesammelt werden müssen, um sie den großen Mästereien der Städte usw. zuzuführen, bann werdet ihr dafür auch sehen, daß die Fettlage sich bessern wird. Wir sind nun einmal in einer Festung. Da heißt es: Alles und das Letzte einzusetzen. (Langanhaltender Beifall.) Kem Deutscher wird zu hungern brauchen. Das Wichtigste aber und Lntscheidenste ist, daß wir die Minderbemittelten und vor allen Dingen die schwer arbeitende Bevölkerung unter allen Umständen sichern, in dem, was sie für ihre Kraft und ihre Arbeit notwendig haben. (Lebhafter Beifall.) Die Proklamation des Führers, daß unter allen Umständen für die Minderbemitel- len billige und ausreichende Fette bereit stehen müssen, wird mir ein heiliger Befehl fein, der unter allen Umständen durchgeführt wird. Wir werden das in einer Be- zugsorganifation ohne Karten dann schaffen können, wenn jeder genug Vernunft annimmt. Das Entscheidende, Volksgenossen, ist: jeder Deutsche soll satt werden, kein Deutscher soll hungern. Mehr könnt ihr jetzt nicht von mir verlangen. Das ist das Entscheidende. (Stürmischer Beifall.) Es ist selbstverständlich, daß man gewisse Einschränkungen auf sich nehmen muß, wenn man Großes erreichen will. Und nun wende ich mich an euch, meine deutschen Hausfrauen. Eine große Verantwortung liegt auf euren Schullern. Lenkt daran, daß ihr in erster Linie immer d i e Speisen auf euren Speisezettel setzt, die sah- reszeitlich bedingt sind, die vorhanden sind, die die deutsche eigene nationale Produktion im Augenblick hervorbringt. Es ist eine Sünde, wenn man immer gerade das kaufen will und das haben will, was im Augenblick eben nicht durch die Natur hervorgebracht wird. (Lebhafte Zustimmung.) Mögen fick vor allem auch die vermögenderen Haushalte dessen besinnen. Wir halten uns an das in erster Linie, was der deutsche Boden uns schenkt. Wir werden durch eine rechtzeitige Aufklärung über die jeweilige Versorgungslage dazu beitragen, daß eben die Hausfrauen von vornherein Bescheid wissen, daß sie wissen, um welche Lebensmittel es jetzt geht. Dann werden sie es auch nicht notwendig haben, stundenlang draußen anzustehen. (Beifall.) Meine lieben Volksgenossen! Noch einmal zu- sammengefaßt: Verbraucht an Nahrungsmitteln das in erster Linie, was wir aus eigener nationaler Produktion befriedigen können. Denn dadurch lassen sich vorübergehend nun einmal die Spannungen allerdings leichter ertragen. Diese Spannungen sind ja natürlich oft auch rein faifon- mäßig bedingt. Sie können gar nicht anders überbrückt werden. Eier, Butter, Milch, das find nun einmal Dinge, deren Erzeugung wir nicht anders beeinflussen können? Es gibt gewisse Zeiten, da legen die Hühner viel Eier (Heiterkeit) und Zeiten, da legen sie wieder wenig: und so ist es auch auf den anderen Gebieten! (Große Heiterkeit.) Es ist noch keiner menschlichen Weisheit geglückt, das anders zu gestalten, was die Ratur gestaltet hat. (Beifall.) Mit Vernunft, mit gutem Willen und mit einem wahren Beweis von Volksgemeinschaft werden wir Deutsche über diese Spannungen hinwegkommen. Das ist selbstverständlich. (Starker Beifall.) Das Wichtige ist vor allen Dingen, daß die breiten Massen unseres Volkes so weit genügend Lebensmittel bekommen, daß sie in voller Kraft arbeiten und schaffen können und dafür übernehme ich die Verantwortung, das werde ich herbeischaffen. (Erneuter starker Beifall.) Mächtige Fabriken werden ein Mahnmal deutschen Lebenswillens fein. Aehnlich liegt es auch auf dem Rohstoff- gebiet. Auch hier, das ist ganz selbstverständlich, haben wir einen Mangel an Rohstoffen, auch wieder vor allem darum, weil wir nun einmal keine Kolonien besitzen. Jetzt kann ich mich damit aber nicht auseinandersetzen. Wir haben sie nun mal nicht. Deshalb müssen wir uns überlegen, welche Rohstoffe wir nun kraft der Erfindungsgabe von uns Deutschen von selber machen können. Das wird eine der Hauptaufgaben sein, die ich und die mit mir verantwortlichen Männer zu leisten und zu tragen haben. Und da können wir auf vielen Gebieten ganz große Arbeit leisten. Ich möchte hier einer Dankespflicht Genüge tun und möchte betonen, daß hier ja auch schon allerhand und z. T. sehr Großes geleistet worden ist, sowohl von dem verantwortlichen Wirt- s ch a f t s m i n i ft e r , als auch von dem bisherigen Wirtschaftsbeauftragten des Führers, Dr. Keppler. Von beiden Männern ist Großes geleistet worden und auf ihrer Arbeit baue ich auf. (Starker Beifall.) Jetzt aber kommt es darauf an, daß wir aus dem Stadium der Versuche und Voroersuche herauskommen und daß wir mit ganzer Kraft und Energie jetzt das in die Tat urnfetzen und so rasch und so ausgiebig und so weit wie möglich dadurch die Sicherung Deutschlands feftlegen. Es werden in den nächsten Zeiten neue Fabriken entstehen, Fabriken, in denen wir den eigenen Gummi machen, Fabriken, in denen wir aus Zellstoff-Fasern eigene Kleider schaffen, in denen wir die Baumwolle dann nicht mehr brauchen, die uns heute Millionen von Devisen kostet. Wir würden sie gern nehmen, wir würden auf all das verzichten, wenn das Ausland begreifen würde, daß man uns nicht einfchließen kann, daß man uns nicht binden kann. (Erneuter, starker Beifall.) Wir könnten fruchtbarere Arbeit leisten, und es wäre für uns einfacher, in einer Welt von Vernunft und Verstand und von wirtschaftlichen Grundsätzen von Volk zu Volk zu handeln und die Güter auszutauschen, als in dieser verrückten Welt auf sich selbst gestellt zu sein. (Beifall.) Wir werden jetzt aus der deutschen Kohle Benzin und Mineralöl schaffen und das Wort des Führers: „In 18 Monaten ist das deutsche Benzin fertig, find wir mit Benzin unabhängig" — ich werde es einlösen! (Lebhafter Beifall.) Mineralöle aller Art werden wir aus der deutschen Kohle ziehen. Wir werden unsere eigenen Eisen und Erze aufschließen und vor allen Dingen eins: Wir haben bis heute Deutschland noch gar nicht genügend untersucht. Von jetzt ab werden wir uns nicht damit begnügen, daß geophysikalisch lediglich ein Zehntel Deutschlands untersucht ist. Das Entscheidende ist ja immer nur der Wille, die Dinge zu gestalten und die Dinge zu machen. (Beifall.) Auf dem Gebiet der Leichtmetalle, des Aluminiums, steht uns eine u n - erschöpfliche Basis zur Verfügung. Sohle, Holz und deutsche Lrze werden die Grundbasis sein, auf der in Zukunft die Fabriken deutscher eigener Erzeugung von Roh- und Werkstoffen entstehen. Lin gewaltiges Programm! Große Bauten, mächtige Fabriken sollen entstehen, um der Welt zu zeigen: Deutschland kapituliert nicht, Deutschland besteht auf feinem Leben und wird es gestalten. (Lebhafter Beifall.) Des weiteren sollen sie für uns Deutsche Mahnmal sein unseres Willens zum Leben, für die anderen Rationen ihrer wirtschaftlichen Unvernunft. So wird ein gewaltiger Wirtschaftsaufschwung zu dem bisherigen hinzukommen. Aber merken Sie sich das: Jeder soll daran beteiligt werden, nicht für einzelne, nicht für wenige, für alle, für das ganze Volk! (Stürmischer Beifall.) Aber, meine lieben Volksgenossen, das kann bloß sein, wenn Ihr alle mithelft, das kann nur sein, wenn auch ihr, jeder einzelne von euch, mit alten Vorstellungen brecht, wenn ihr endlich diese alte aus Jahrhunderten überkommene ewige Scheu vor dem Neuen beseitigt. Es müssen nicht immer ausländische Stoffe sein. Jawohl, es werden b i e neuen deutschen Stoffe, die aus Holz gefertigt sind, genau fo anständig sein! Es ist schon einmal gewesen, daß am Anfang die Bevölkerung immer eine gewisse Scheu und Angst vor den neuen Dingen hat. Das war schon bei unseren Vorfahren so, als sie einmal feine Kartoffeln pflanzen wollten. Es hat aber damals schon einen Nationalsozialisten auf dem preußischen Thron gegeben, der dem preußischen Volk beibrachte, diese Frucht zu pflanzen. (Lebhafter Beifall.) Wenn ich mich nun auch nicht mit diesem großen Mann vergleichen möchte, — die Willenskraft, dem deutschen Volke beizubringen, stolz auf f e i ne eigenen Erzeugnisse zu sein — die habe ich, das verspreche ich Ihnen! (Stürmischer Beifall.) Sei stolz auf eure Erzeugnisse! Seid stolz daraus, was deutsches Hirn und deutsche Fäuste geschaffen haben. Das adelt euch, nicht das Rachlaufen nach dem Ausland! Am Lohn- und Preisniveau wird sestgeWen. Der Wirtschaft aber muß ich eines sagen: Sie hat eine große, große Verantwortung. Der einzelne Unternehmer und Industrielle soll nur nicht darauf warten, was der Staat anregt, was der Staat fördert, sondern er soll v o n s i ch a l l e i n aus Mittel und Wege suchen und keine Anstrengung scheuen, um dieses Werk zu unterstützen. Meine Herren Unternehmer! Sie sprechen immer von der freien Initiative der Wirtschaft. Jetzt haben Sie die freie Initiative. Wenden Sie sie an! (Beifall.) Der Einsatz! Vor allem möchte ich jetzt noch eines betonen: Ohne den gesamten geschlossenen und leidenschaftlichen Einsatz unserer deutschen Arbeiterschaft ist das Werk von vornherein unmöglich. Denn ich muß mir heute den Kopf darüber zerbrechen, wie ich den Arbeitermangel ausgleiche. So ergibt es sich, daß die Nationen verschiedene Sorgen haben. Wir haben Sorge, genügend Arbeiter zu bekommen, die anderen haben die Sorge, wie sie ihre Arbeiter unterbringen können. Ich glaube aber, daß unsere Sorge, daß mir nicht genug Arbeiter haben, dabei noch die schönere uno die kleinere ist. (Beifall.) Das ist also heute die Frage: Wie schaffe ich die notwendigen Arbeiter heran? Und bas geht nur, wenn der beutsche Arbeiter versteht, daß er nur dann mir helfen kann, nur bann den Plan des Führers unterstützen kann, wenn er arbeitet, und immer wieder arbeitet, wenn er nicht streitet, sondern wenn Ruhe in den Betrieben ist und wenn geschafft wird vom Morgen bis zum Abend. Ich bitte deshalb, daß man begreift, daß es heute darauf an« kommt, d i e notwendigeArbeitsruhe und den notwendigen Arbeitsfrieden zu haben, daß man begreift, daß in den Betrieben Freude und Schaffenslust herrschen, daß alles Denunziantentum, alle Verleumdung hinaus muß. Das h a t in Deutschland keinen Platz. (Lebhafter Beifall.) Um das Werk aufbauen zu können, können wir in diesem Augenblick das Lohnniveau nicht e r h ö h e n ; es ist unmöglich. Ich lese die Worte des Führers vor: „Es wäre der Staats- und Wirtschaftsführung ohne weiteres möglich gewesen, die Löhne um 20 oder 40 oder um 50 v. H. zu erhöhen. Allein die Lohnerhöhung ohne eine Pro- buftionsfteigerung ist ein Selbstbetrug, den bas deutsche Volk schon einmal durchgemacht hat. Es ist nach nationalsozialistischer Wirtschafts- auffassung ein Wahnsinn, die Löhne zu erhöhen und dabei, wenn möglich, die Arbeitszeit zu verkürzen, d. h. die Produktion zu beschränken. Denn das Gesamtlohnaufkommen bes Volkes verteilt sich auf die Gesamtproduktion, die konsumiert werben kann. Wenn mithin bas Gesamteinkommen um 15 v. H. steigt, die Gesamtproduktion aber um 15 v. H. sinkt, so wirb diese Lohnerhöhung im Auskommen bes einzelnen Menschen nicht nur ergebnislosem, sondern im Gegenteil wegen der Senkung Der Produktion zu einer vollkommenen Entwertung bes Geldes führen, und das wäre derselbe Kampf, den wir einmal schon zu unserem Schaden durchgemacht haben." Deshalb müssen wir unsere deutschen Arbeiter aufklären. So wie es nun die Ausgabe der vom Staat eingesetzten Treuhänder ist, unter allen Umständen in Lohnfragen führend zu sein und auszugleichen, für den Betrieb und feine Ruhe verant- wörtlich zu fein, so muß die Deutsche Arbeitsfront sich mit ihrer ganzen mächtigen Organisation leidenschaftlich in den Dienst Dieses Planes stellen. Deshalb möchte ich, daß wir alle in jener wunderbaren, entschlossenen Gemeinschaft bleiven. Deshalb wende ich mich gegen alle bie zer- ftörenben Mächte, gegen all bas, was geeigr riet ilt, das Vertrauen zwischen Betriebsführer un5 Gefolgschaft zu zerstören, gegen alles, was geeignet wäre, alte marxistische Gewohnheiten zurückzubringen. Wenn wir aber feste und ruhig bleibende Löhne vom Arbeiter fordern, bann kann der beutsche Arbeiter von uns feste und sichere Preise verlangen, hier werben wir uns auch mit der ganzen Leidenschaft unseres Willens einsehen. Der Führer hat heute einen Preis- kommissar bestimmt, wiederum einen alten nationalsozialistischen Kämpen; ich werde ihm die notwendigen Richtlinien geben und ihn mit Vollmachten versehen, daß er unter allen Umständen Preistreiberei und Preiserhöhung verhindert, und, wo es nötig ist, hohe Preise her- abseht. (Beifall.) Vorausschauend richte ich nun eine Mahnung an alle: Die Anzeichen der Lage werden hier ein gutes Merkmal sein und eine gute Möglichkeit bieten, überall da einzuschreiten, wo es nötig ist. Dir werden die Augen überall auf haben. Rur dann wird man rechtzeitig die Anzeichen einer herankommenden Schwierigkeit erkennen, und ist diese Schwierigkeit erkannt, wird sie auch überwunden. Rücksichtslosen Kampf den Hamsterern und preistreibern Dieser Preiskommissar wirb mit solchen Vollmachten ausgeftattet sein, baß er vor allem einer Seuche zu Leibe gehen kann, einer Seuche, bie sich nun einmal für jedes Volk, bas in einer Lage wie bas beutsche ist, verhängnisvoll gezeigt hat. Diese Seuche — und das kann ich euch versprechen — werden wir versuchen, mit Stumpf und Stiel auszurotten: das Hamstern. (Stürmische Zustimmung.) Ich wende mich nicht nur gegen Die Hamsterer, sondern vor allem ganz besonders gegen bie, bie sich der Preistreiberei schuldig machen. Denn sie sind noch größere Verbrecher am Volk. Sie kennen nur das eigene Ich. Es wird bie Aufgabe bes Kommissars für bie Preisbildung fein, immer wieder festzustellen, ob der Preis berechtigt ist oder Eigennutz und Ichsucht entspringt. Ist das der Fall, dann wird rücksichtslos durchgegriffen. Gegen alle, bie versuchen, die Konjunktur und Den Aufschwung Deutschlands auszunutzen, gegen Parasiten werde ich mit drakonischen Maßnahmen einschreiten. (Stürmischer Jubel und Zustimmung.) Das Gleiche gilt auch für die Schwarzhändler und alle, die sofort d i e Waren anhalten, wenn Fest- und Höchstpreise kommen. Wir werden ihnen nicht nur die Waren herausholen, sondern auch ihre Existenz zertrümmern, da sie nichts für bie Existenz Deutschlands tun wollten. (Jubelnde Zustimmung.) Es soll sich keiner wundern: wer bereit ist, Diebstahl am deutschen Eigentum zu begehen, solches Eigentum wegzunehmen, dem werden wir erst recht sein Eigentum wegzunehmen verstehen, und es wieder dem deutschen Volke zuzuführen. Die Aufgabe muß gelingen! Sie wirb gelingen, weil wir bas wollen, und weil wir Rationalsozialisten sind, weil wir bie Kraft dazu haben, bas zu vollenden, was wir wollen! Denn einer trotzdem schimpfen will: herzlich gerne, dazu ist nichts zu sagen, tut gar nichts zur Sache. Wir haben auch geschimpft und haben trotzdem gearbeitet und darauf allein kommt es an. (Stürmischer Beifall.) Dir müssen nun einmal mit einem gesunden und frischen Optimismus an die Dinge Herangehen; denn nur der Optimismus verschafft die frisch-fröhliche Arbeitskraft, die wir brauchen, um die Dinge zu gestalten. Dir glauben an unser Volk. Wir wissen, daß es eine große Zukunft hak und darum müssen wir diesen Weg gehen. Damit komme ich zu einem ganz entscheidenden Punkt. Ich übernehme heute die Durchführung dieses Planes. Heute stehen wir auf einem gewissen Nullpunkt. Heute ist also der Mangel an Rohstoffen am größten. In einem halben Jahr aber wirb sich die Lage bereits bessern, denn dann wird sich schon eine Reibe von Maßnahmen, die wir durchführen, praktisch auswirken. Und diese Maßnabmen werden sich weiter verstärkt auswirken. Das Entscheidende ist bas klare Ziel! Hier müssen wir durch und wenn wir hier durchkommen, kommen wir auf die befreiende Höhe. Das läßt sich mit mathematischer Sicherheit berechnen, und deshalb mache ich keine leeren Versprechungen, sondern ich zeige das positive Ziel, dem wir alle entgegen- streben. Es ist meine und all meiner Mitarbeiter Aufgabe, daß wir uns nicht damit abfinden, baß heute Deutschland gewisse Rohstoffe und Ernährungswaren nicht in genügendem Maße hat. Nein, wir strengen uns an, wir denken und arbeiten und sorgen, wie wir dem deutschen Volke das Fehlende schäften können. Unser Volk soll nicht schlechter gestellt fein als bie anderen Völker der Erde. (Lebhafter Beifall.) Um das zu schaffen, werden wir vorübergehende Einschränkungen gelassen in Kauf nehmen. Rochmals appelliere ich an alle: Befolgt meine Anordnungen und Maßnahmen. Es ist notwendig, daß sie von allen freudigen Herzens befolgt werden. Jeder einzelne muß das Gefühl haben, er hilft, er hilft bem Führer, auf ihn, auf feine Mithilfe kommt es entscheidend an. Glaubt doch nicht, daß wir Anordnungen machen und Maßnahmen, um euch zu quälen oder euch zu schikanieren. Das können wir ja gar nicht! Ihr werdet mir doch glauben, daß meinem Herzen nichts teurer ist als das deutsche Volk. Dean H.E&PH.E REEMTSMA - ALTONA-BAHRENFELD Betrifft: PREISSENKUNG Auf Antrag der Fachuntergruppe Cigarettenindustrie ist eine neue Preisklasse im Kleinverkaufswert von 4*]6 Pfg. geschaffen worden. Die Hersteller hochwertiger Orientcigaretten haben daraufhin eine allgemeine Preissenkung der bisherigen 5 Pfg.-Preisklasse auf 41)6 Pfg. beschlossen. Die Qualitäten bleiben unverändert. ■ REEMTSMA CIGARETTEN eine Packung zu 6 Stück etwas geschehen muh, geschieht es zum besten der Gesamtheit. Und noch eins, der Führer und wir alle verlangen nichts von euch, was wir nicht stündlich bereit sind, s e l b st zu tun. (Starker Beifall.) Wir müssen eine starke, unabhängige Ration schaffen, dazu sehen wir seht alle Kräfte ein. Ich wende mich in erster Linie um restlose Mitarbeit an alle Erfinder, an die Männer der Wissenschaft; an alle Unternehmer und Wirtschaftler. Denkt nicht an eure Profite, denkt an eine starke, unabhängige, deutsche Wirtschaft. Ich wende mich an die deutschen Arbeite r. Bon euch, von euch vor allem hängt das Gelingen ab. Ich wende mich an die Bauern Deutschlands: Ihr Bauern Deutschlands haltet das Leben der Nation. Eure Verantwortung ist die Ernährung des Volkes. Es ist die größte. Sichert die Ernährung, sichert das Brot! Ihr Bauern: Deutschland hat vor Jahren alles für euch getan; seid dankbar, tut heute alles für Deutschland! (Beifall.) Ich wende mich mit besonderer Leidenschaft a n d ie Nationalsozialistische Arbeiterpartei und an alle ihre Gliederungen. Es gilt euer Reich, es ist euer Staat, den ihr erobert habt, den ihr geschaffen habt. Von euch erwarte ich Einsatz wie in höchsten Kampfzeiten. Die Alte Garde voran, die Führer der Partei, an der Spitze ihre Gauleiter. Reißt das Volk mit, marschiert, und das Werk wird geschaffen. Die nationalfozia- listische Bewegung beweist, daß nichts unmöglich ist, daß sie niemals kapitulieren wird. (Beifall.) Sine große Zeit verlangt ein großes Volk. Das ganze Volk aber rufe ich auf: Vorwärts mit aller Kraft! Dankt dem Führer, daß er euch ein neues Volk, ein neues Reich, eine neue Nation geschaffen hat! Nachdem mir der Führer das schwere Amt übertragen hat, werde ich alles einfetzen. Nicht als Fachmann. Das sage ich ganz offen. Nicht als großer Wirtschaftskopf und noch größerer Unternehmer, aber mit unbändigem Willen, mit einem glühenden Glauben an die Größe meines Volkes und m i t einem leidenschaftlichen Herzen, aus dem allein Großes geschaffen werden kann. (Stürmischer Beifall.) Der Führer schickt mich als Nationalsozialisten. Als nationalsozialistischer Kämpfer, als fein Beauftragter, als der Beauftragte der Nationalsozialistischen Partei stehe ich hier und vollende das Werk. (Beifall.) Nichts in der Welt bricht zusammen, wenn nicht der Wille zusammenbricht. Hinter mir, Volksgenossen, sitzen die Führer der Partei, da sitzen die alten Kämpfer, die Gauleiter und Träger unserer Bewegung, nicht uneins, wie es die Presse des Auslandes berichtet, sondern einig und geschlossen im Willen zur Tat. (Beifall.) Und dann begreift eins: Wir arbeiten nicht für Uns allein, sondern für das Glück und die Sicherung derer, die nach uns kommen, für den Frieden und das Glück unserer Kinder. Sie sollen es besser haben. Das Vertrauen zum Führer — und das ist vielleicht das Entscheidenste, Volksgenossen — das Vertrauen zum Führer, das Vertrauen untereinander, das ist unser größtes Kapital, das wir haben. Das kann das Gold der ganzen Welt nicht aufwiegen, und das ist auch die sicherste und die beste Währung, von der Deutschland heute lebt. Der Führer verlangt von euch nichts Unmögliches. Was er verlangt, ist zu schaffen. Das hat er stets bewiesen. Was er versprochen, hat er auch gehalten. Seht, Volksgenossen, wenn so mancher von euch glaubt, er muß schwer arbeiten und leiden und hat große Sorgen, und er wird vielleicht schwach, dann werft doch den Blick auf den Führer, seht, wie der Mann arbeitet, denkt daran, welch ein Leben dieser Mann führt, unser Führer! Er arbeitet für uns. Denkt an feine Sorgen. Denkt an feine gigantische Verantwortung für die Zukunft der Nation. Der Mann trägt eine Riefenlast für euch. Seid doch bereit, eine kleine Last für ih n zu tragen. (Lebhafter Beifall.) Was hat er aus uns, aus dem Deutschland vor der Machtergreifung gemacht! Wie hat er uns aus tiefster Nacht emporgeführt! Wie hat feine Treue zum Volke einzigartig alle Schwierigkeiten überwinden helfen! Es ist eine große Zeil, in der wir leben. Seid unsagbar stolz, daß ihr mit dabei sein dürft. Weg alles kleine, weg alle Ichsucht! Eine große Zeit verlangt ein großes Volk, beweist, daß ihr das große Volk feit)! (Beifall.) Noch einmal prüfe sich jeder jeden Tag, was er selbst tun kann zu dem Gelingen des Werkes, beweist, daß das unser Dank fein soll, unser Vertrauen zum Führer, unser Glaube an ihn. Er hat uns, er hat das deutsche Volk aus Unglauben, aus Verzweiflung ja wieder glauben gelehrt und uns unsagbar stark gemacht. Wir glauben an die gewaltige Mission des deutschen Volkes. Wir glauben leidenschaftlich daran, daß unter dem Führer entstehen wird ein Reich der Kraft, eine Ration der Ehre und Volk der Freiheit. Das fei in dieser Stunde die Parole, und darum flehen wir in dieser Stunde, da wir die Arbeit beginnen, voll inbrünstigen Glaubens zum Allmächtigen: Allmächtiger Gott, segne den Führer, segne Dein Volk und segne sein Werk! (Stürmischer Beifall.) Rudolf Heß hat das Schlußwort. „Hinter Ihnen steht die Bewegung." Der Schlußappell Görings an das deutsche Volk, alle seine Maßnahmen zu befolgen und ihm die Mitwirkung der Gesamtheit bei feinem Werk zu gewähren, drang tief in die Herzen der Versammelten. Was die Taufende in der Halle empfanden, kam dann noch einmal zum Ausdruck, als der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, begeistert begrüßt, das Rednerpult betrat und erklärte: Ich wende mich an meine Parteigenossen hier in diesem alten historischen Saale, an die Parteigenossen draußen am Rundfunk und an all die Millionen der Bewegung. Ich weiß, daß ihr,- meine Parteigenossen, es mit unendlicher Freude begrüßt habt, wie ihr vernahmt, daß der Führer den Parteigenossen Göring mit der Durchführung des neuen Planes beauftragt hat. (Beifall.) Ihr habt es mit unendlicher Freude begrüßt, weil ihr wußtet, bei diesem alten Kämpfer, diesem alten Haudegen (starker Beifall) liegt diese große, schwere und verantwortliche Aufgabe i n guten Händen. Und Sie, Parteigenosse Göring, wissen, hinter Ihnen steht die Bewegung mit ihrem ganzen Millionengewicht. Sie wissen, daß Sie sich auf diese Bewegung verlassen können bis zum Letzten. Und die Parteigenossen wissen, daß zu Ihnen stehen all die anderen Führer der Bewegung und daß gerade auch wir als zwei der ältesten Kämpfer Seite an Seite stehen, wie wir einst Seite an Seite standen im Jahre 1923 und später in all den guten und bösen Tagen der langen Zeit des schweren Kampfes. Die Parteigenossen wissen, daß zwischen Ihnen, dem Beauftragten, und zwischen der Partei die Geistesver- bundenheit und die organisatorische Verbundenheit gegeben ist. Und gerade diese wichtige organisatorische Verbundenheit ist gesichert wiederum durch einen alten Kämpfer, durch den heutigen Hauptamtsleiter in der Bewegung, den Pg. Keppler, der zugleich Generalsachoerständiger ist im Stabe des Parteigenossen Göring. Er sichert die Verbindung zwischen dem Beauftragten und mir und damit der Partei und ihren angeschlossenen Verbänden bis zur Arbeitsfront. Diese Verbindung liegt somit in einer Hand. Zu Ihnen stehen alle die Millionen Kampfgenossen in alter kameradschaftlicher Treue, bereit zu vollem Einsatz, bereit zu leidenschaftlicher Hingabe an die neue Aufgabe, die der Führer uns und vor allem Ihnen stellte. Der Nationalsozialismus hat mit der Inangriffnahme des neuen Vierjahres-Planes d i e große Offensive eröffnet zur Erringung der wirtschaft s p o l i t i s ch e n Freiheit unseres V o lk e s. Er tritt an zu dieser Offensive unter dem General, den der Führer bestimmte für ihre Durchführung. Er tritt an zu diesem Kampf mit neuen Mitteln, aber im alten Geiste!, wir wissen, daß jede Offensive, die der Nationalsozialismus bisher ergriff, zum Siege führte, und wir wissen: Auch in dieser Offensive wird der Sieg unser fein (Stürmischer langanhaltender Beifall.) Oer Reichsbauernführer an das deutsche Landvolk. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Der Reichsbauernführer R. Walter Darre hat am 28. Oktober dem Landvolk folgenden Befehl gegeben: „Der vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eingesetzte Generalbevollmächtigte für den Vier- jahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Pg. Hermann Göring, hat den zweiten Vierjahresplan heute im Sportpalast verkündet. Ich gebe daraufhin dem Landvolk folgenden Befehl für die nächsten vier Jahre: Das deutsche Volk vertraut seinem Landvolk und erwartet von ihm die Sicherung seinerErnährung, damit das deutsche Volk den Vierjahresplan des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler erfüllen kann." Das Weil im berliner Vauuugliicksprozeß. 2 Freisprüche, 3 Verurteilungen. Berlin, 29. Off. (DRB. Funkspruch. 3n dem Strafverfahren wegen des Einsturzunglückes beim Bau der Berliner R o r d - S ü d - 8 - B a h n in der Hermann-Göring-Straße, durch das am 20. August 1935 19 Arbeiter den Tod fanden, verkündete die XI. Große Strafkammer des Berliner Landgerichtes am Donnerstag folgendes Urteil: Der 50jährige Streckendezernent Reichsbahnoberrat Curt k e l t b e r g und der 42 Jahre alte Reichsbahnbauwart Wilhelm Schmitt wurden freigefprochen. Wegen fahrlässiger Tötung in erschwerendem Sinne wurden verurteilt: der 35jährige Reichsbahnrat Wilhelm Weyher zu 3 Jahren Gefängnis, der 54- jährige Dipl.-Jng. Hugo Hoffmann, Geschäftsführer der Berlinischen Baugesellschast, zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis und der 42jährige Dipl.-Jng. Friß Roth, örtlicher Bauleiter der Berlinischen Baugesellschast zu 1 Jahr und 7 Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde den Verurteilten voll angerechnet. Die Haftbefehle gegen Weyher, Hofsmann und Roth wurden aufrechterhalten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik her ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort, doch schlagen die jetzt südlich Island ankommenden Wirbel eine nördliche Zugstraße ein. Wir verbleiben daher nur im äußersten Einflußbereich ihrer Ausläufer, so daß gegen seither Besserung, aber noch keineswegs beständiges Wetter erwartet werden kann. Aussichten für Freitag: Morgen stellenweise neblig, sonst zunächst wieder Versihlechte- rung und vielerorts auch Regen, dann wieder zeitweise aufheiternd, nachts frisch, tagsüber bei auffrischenden südwestlichen Winden wieder milder. Aussichten für Samstag: Noch immer unbeständiges, aber kein durchweg unfreundliches Wetter. Lufttemperaturen am 28. Oktober: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 5,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 6,2 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum heute nacht 4,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Oktober: abends 6,7 Grad; am 29. Oktober: morgens 6,2 Grad. — Niederschläge 3,2 mm. — Sonnenscheindauer 1,6 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Herr Heinrich Deibel im Alter von 75 Jahren. Gießen, Berlin, den 28. Oktober 1936. Die Trauerfeier fand in aller Stille statt. 04983 «8670 Ap tuns! jVevbev sesuthi! Gebotenwerden Koralle Gießen, den 28. Oktober 1936. 6848D Großes, freundlich möbliertes Schlafzimmer mit zwei Betten zu vermiet. eeesD Müblstraße22. Am Montag, dem 26 Oktober, entschlief nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel [Vermietungen | Ibis 2 Zimmer Die Direktion. Gießen, den 29. Oktober 1936. Tank Großen-Linden GietzenerStraße mit Küche in gut. Hause an rußH'* Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louise Deibel, geb. Freund. Am Montag, dem 26. Okt, verstarb unser Arbeitskamerad Ludwig Deibel, Lollar. Seine treue Pflb hterfüllungund sein kameradschaftliches Verhütten sichern ihm bei uns ein dauerndes, dankbares Gedenken. Für die gesamte Belegschaft der Stadl. Betriebe, Gießen (Gesichtshaare) ßamenharl u.ai.täst.Haarew nurd.dievonmir angew.,etnz.üch. Meth. unt. Gar lmm.mitd.Wur^. ichmerzl.entfernt Frau B. Gulden. Inh.s.1935 Fr.W.Henkel Svrechsrd. leben Freitag,Gießen, Alicenstratze40p. 9-7 Uhr durchg. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders Adolf Hexamer danken auf diesem Wege herzlichst die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Karl Hexamer. gahrgelder, Spesen estanstellung nach Probezeit Direkte Zusammenarbeit ___________________________ mit dem Verlag! 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In der L75 Mitglieder, ettngehenoen Eck Stoto Offenbad), ereignete sich in i schwerer Verkehr jum Opfer fiel. ‘ iietf mit seinem }er eines mit S kneisel rourbe von ilieb schwer verl trachte ihn ins K ist. M« Ge M a i nz, 28. )cr Hauptverte! ’on Wackernhr m Finthen T Ausweichen um topf. Ein neb •er einen -an! d«urch einen (t Aetreidesä Wn begraben ! en kam her ! ^us. Seltsam SefShttich Verletz Wfdt)r der ah iitio Aomc 1936 8 Niiuna ÄS? Sfis? >>d Sät L nun kohne L puen Jiuf außi Segen . so daß muhten, i Daren arttstück, baaegen ankfurter wo bis rlauf des Verkäufer "zeichnet t hat er Unter Getreidesäcken begraben. Ein eigenartiger Unfall. Mainz, 28. Okt. (LPD.) In Finthen, brr Hauptverkehrsstraße nach Bingen, stürzte Don Wackernheim kommender La st wagen, 7' lS: ^nzert. w bii ■ Noch. Tn. . 2215; ,0"ntag. ie am ver» Mesührte Ortsgruppe rzeitigt- & lt. hiervon ; die Stütz' -3n der 'ausesehr der sch^ Verwaltung .ergifte' an die em- den Grund' lensch"^ auabt?Üunj strauenwerl • e Red' in Deutsch' eingehend^ e Kolon ln' e Aufgabe« erfüllen W Durbe die de, Wive. leitet. Cie Jahre und Kiger und b ihr zwei 13 Enkel Grabe. )en etwa Wilhelm chwerer an einem Kollegen, abei eine bit feine ad) @ie« rab tarn hier ins« Samstag -Haufen rücke" die neisters s Dirigent schwart > während eichte dem ein Ge- von den cht, ferner Die Feiet Motorrad gegen Lastzug. Offenbach, 28. Okt. (LPD.) Dienstag abend ereignete sich in der Tounusstraße in Offenbach ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der 42jährige Heinrich K n e i s e l stieck mit seinem Motorrad gegen den Anhänger eines mit Steinen beladenen L a st z u g e s. Kneifet wurde von seiner Maschine geschleudert und blieb schwer verletzt liegen. Die Rettungswache brachte ihn ins Krankenhaus, wo er g e st o r b e n di- ‘6,5 1 «i ein? K ^dd° äw d--Ä Wh Sz —Ober-Schmitten, 28. Okt. Eine hiesige Hausfrau wollte einen Topf mit d.heißem Wasser aus dem ersten Stock nach unten tragen. Auf der Treppe rutschte sie aus, fiel herunter und zog sich nicht unerhebliche Verbrühungen an beiden Armen zu so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. — Seitens der Gemeinde sind für das kommende Jahr Chaussierungsarbeiten am „Alten Weg" und an der „Hohl" sowie der Bau eines Spritzenhauses vorgesehen. Die Bürger st euer wurde beim seitherigen Satz von 100 v. H. belassen. „Das Geschäftliche haben Sie ja geregelt, Herr Suntermann, vom Geschäft verstehen wir zwei ja nur auch rem gar nichts." Jetzt wird ©Untermann ernst. Er nimmt seme Zigarre aus dem Mund und legt sie weg, das macht er immer, wenn es um etwas geht, was ihm sehr wichtig erscheint. Er patscht seine kurzen, dicken -ände zusammen und räuspert sich. „Nun will ich Ihnen mal was sagen, Leonhardt. 9d) könnte ja nun gut und gern Ihr Vater sein, und Väter freuen sich bekanntlich über tüchtige Söhne. Sie haben mir mal einen großen, großen Dienst erwiesen. Schön, ich habe Ihnen einen Wagen geschenkt und war Ihnen behilflich, als Sie ein paar tausend Mark für den Wagen brauchten. Denn die Geschichte mit Ihrer Neukonstruktion nicht geklappt hätte, na, da wäre eben das Geld futsch gewesen, und ich hätte mich auch nicht umgebracht. Oder glauben Sie, daß mir das Leben meines Jungen weniger wert ist als em paar tausend Mark? . .. ... Damit Sie Ihr zartes Gewissen beruhigen können, wollen wir es doch so machen: Sie geben mir erst mal nach und nach die geliehene Summe zu„Woran ich mich genau zur Hälfte beteiligen werbe," fährt Herdegen dazwischen. „Du bist ja überhaupt nicht gefragt, meint Leonhardt gelassen. . . „Also eure Sorgen möcht ich haben! Wir werden bas Kind gelegentlich schon schaukeln, — ich hab doch schon eine Mordsfreude, und die ist auch was wert. Meine Mission ist ja nun so gut wie er- Itbigt, ich telegraphiere jetzt an meine brave Emmy, baß sie mit oder ohne Bretter in diese idyllische Gegend kommt, da kann sie auf ihre alten Tage nod) etwas für ihre schlanke Lime tun und mit bttn netten Fräulein Brandes aus Berlin auf die Serge steigen. Oder wollt ihr das arme Wesen m diesem Fünf-Häuser-Greiding allein lassen? Das oäre ja strafbar!" Leonhardt im Wolde wird jetzt sehr schwach; das fehlte noch, daß man ihr Frau Emmy Gunter- Kreis Alsfeld. * Elpenrod, 29. Okt. Gestern ereignete sich in unserem Orte ein Unfall. Der 8jährige Sohn des hiesigen Landwirts Irlberg geriet' mit einer Hand in eine landwirtschaftliche Maschine und erlitt dabei schwere Verletzungen. Der bedauernswerte Junge mußte zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Preußen. Kreis Wetzlar + Wißmar, 27. Oft. Die hiesige NS.- Frauen sch a f t veranstaltete im Saale von Wolf einen heiteren Dolksabend, der sehr gut besucht war. Die Veranstaltung wurde unter Leitung von Frau Wagner mit einem Lied eröffnet. Die Frauen- schaftsführerin, Frau Törnert, sprach kurz über den Zweck des Abends, der in seinem Verlauf Theateraufführungen, Volkstänze und Gedichte in heimischer Mundart brachte. — Der hiesige Arbeiter Ludwig F o r b a ch , der in einer Kiesbaggerei beschäftigt ist, kam beim Schieben eines Rollwagens so unglücklich zu Fall, daß er einen Schulter- bruch erlitt und zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. 3 Frankenback), 29. Okt. Der Reichsluftschutzbund zäylt in unserem Orte 364 Mitglieder. In der vergangenen Woche unterzogen sich 175 Mitglieder, eingeteilt in zwei Lehrgänge, einer eingehenden Schulung. in Finthen Getreide geladen hatte, beim Ausweichen um und stellte sich buchstäblich auf den Kopf. Ein neben dem Lastauto gehender Mann, btr einen Handkarren vor sich herschob, wollte sich durch einen Sprung vor den yerunterfallenden stetreidesäcken retten, wurde jedoch unter ihnen begraben. Mit schweren Verletzung g? n kam der Verunglückte ins Mainzer Krankenhaus. Seltsam ist, daß der Sohn des lebensgefährlich Verletzten vor fast genau drei Jahren an ungefähr der gleichen Stelle von einem Kraftfahrzeug erfaßt und getötet worden ist. UMNMksUW Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 dy Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Tagung der oberhessischen Evang. Frauenhilfe. Zum ersten Male, verstärkt aus dem Dillkreis, tagte die Evangelische Frauenhilfe in Oberhessen am gestrigen Mittwochnachmittag im Saal des Caf6 Leib zu Gießen und wurde nach dem Lied „Herz und Herz vereint zusammen" von der Vorsitzenden, Frau Heräus - Offenbach, begrüßt. Jyr besonderer Gruß galt den bei der Rüstzeit vom 26. bis 29. Oktober zu Gießen besonders beteiligten: Viktoria Jonas- Potsdam und Fräulein Lukas- Potsdam von der Reichsfrauenhilfe, ihr Dank der Kreisverbandsvorsitzenden Frau K r e u d e r, Gießen, für die Arbeit der Vorbereitung. Der Dorstandstisch zeigte als besonderen Schmuck ein aus Streichholzkästchen aufgebautes Häuschen mit Dankes- und Opfergaben für den Erweiterungsbau des Müttererholungsheims; damit gab Die Frauenhilfe von Mainz-Mombach ein der Nachahmung wertes Beispiel. Nach der Kaffeepause hielt Fräulein Lukas, Potsdam einen Vortrag über das Thema: „Oer Dienst der Frau in der Gemeinde eine diakonische Aufgab e". Auf die Frage: „Was kann das Jahrhundertjubiläum der evangelischen Diakonie der Frau sagen?" gab die Vortragende mit Loehe eine dreifache Antwort: Sie hat die Füße im Staub niedriger Arbeit, die Hände an der Harfe und bas Haupt im Himmel. Es ist nur erfreulich, daß der starke Staat heute vieles tut, was vor dem Umbruch bei dem Unvermögen des damaligen Staates die Frauenhilfe tun mußte. Im Kirchlichen Mutterdienst kommt das Wort „evanae- lisch^ wieder zum Leuchten. Es hat die Sorge für die Kinder, die Erhaltung der evangelischen Kinder- !|arten= und Kleinkinderschularbeit. Alte und Einame, uneheliche Mütter, die Belasteten und kranken gilt es zu betreuen. Die von dem warm begrüßten Sterilisierungsgesetz Betroffenen sind mitzutragen, und so wurden die Frauenhilfen die besten Helfer des Staates. Mit reichen Erfahrungen aus der Arbeit an Gefangenen und Gefährdeten stellte die Vortragende Den ersten Diakon Stephanus als Vorbild hin. Kenntnis von Bibel und Katechismus, gemeinsamer Kirchgang und Abendmahlsfeier, ernstes Erleben der Konfirman- denzeit sind nötig. Das Bewußtsein der Vergebung stärkt noch bei scheinbarer Erfolglosigkeit. Fürsorgerin, nicht „Fürsichsorgerin", die auf Dank sieht: s o soll es fein! Frauenhilfe und Gemeindeschwester gehören zusammen, die Sorge des Nachwuchses erfüllt die Diakonissenhäuser mit Sorge; das Hinein- stoßen der Mädchen in die Ehe ist unverantwortlich, und Unverheiratete, die es bei dem Frauenüberschuß in Deutschland immer geben wird, brauchen nicht zu versauern. Es gilt „Dienen aus Dank und Liebe" (Loehe). Auf den eindrucksvollen Vortrag antwortete die Versammlung mit dem Lied: „Ach bleib mit deiner Gnade". Die kurze Schlußandacht in der Stadtkirche eröffnete ein während der Rüstzeit von Frau Ohly eingeübter Chorgesang: „Ach bleib bei uns, Herr Jesus Christ". Propst Knodt sprach für die von Jesus geforderte Gemeinschaft des Gehorsams durch Stillewerden und Lauschen, mit gemeinsamem Vaterunser, dem Schlußvers von Luthers Vaterunser. Lied und Segen beendeten die inhaltreiche Tagung, die aus allen Dekanaten stark besucht war. AaiionalsozialiMche Ausbauarbeil am DeulschenZugendherbergswerk in Oberhessen Der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen (DJH.) hot nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler einen gewaltigen Aufstieg genommen. Hatte er bis zum Jahre 1933 namentlich auf finanziellem Gebiet schwere Sorgen, so steht er heute nach mehr als dreijähriger nationalsozialistischer Aufbauarbeit in jeder Beziehung gesichert da, um feine Arbeit an der deutschen Jugend zum Segen von Volk und Vaterland weiterführen zu können. Der Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution bedingte organisatorische und personelle Aenbe- rungen innerhalb des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen und seiner Gaue. Um den Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen in die große Front der deutschen Jugend einzugliedern, wurde auf Befehl des Reichsjugendführers im Frühjahr 1933 der Reichsverband für Deutsche Juqenoher- bergen in die Reichsjugendführung (Hitler-Jugend) eingegliedert. Als Richtlinien für die neue Arbeit unter nationalsozialistischer Führung wurden herausgegeben: 1. die Umstellung der Organisation auf den Führergedanken, 2. schnellmöglichste Abdeckung alter Schuldverpflichtungen, 3. verstärkte Propaganda für das Jugendherbergs- werk und damit Gewinnung neuer Mitglieder und Förderer. Für den GauMain-Rhein-Lahn-Fulda (heute Landesverband Rhein-Main) wurde durch den Reichsverbandsführer mit der Wahrnehmung des Gauführeramtes der Gebietsführer im Stabe der Reichsjugendführung Balduin Geißler beauftragt. Die zähe Arbeit der neu berufenen Mitarbeiter im Herbergswerk brachte bald ein Aufblühen auch des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda, so daß schon Ende des Jahres 1934, wie wir aus dem in diesen Tagen erschienenen Jahresbericht des Verbandes Rhein-Main über die Jahre 1933 und 1934 entnehmen, in unserem Heimatgau acht Aus- weisausgebestellen auf Grund ihrer Arbeit durch Gewinnung neuer Mitglieder zu Ortsgruppen erhoben werden konnten. Mithin konnte die Zahl der Ortsgruppen von 38 im Jahre 1933 auf 46 Anfang des Jahres 1935 steigen. Gießen stehl am Ende des Berichtsjahres 1934, wie wir der Statistik entnehmen, mit 428 Mitgliedern (1935: 509), an dritter Stelle aller Ortsgruppen des Gaues und wurde nur von Marburg mit 660 und Frankfurt a. M. mit 1869 Mitgliedern übertroffen. Die Gesamtzahl der Gaumitglieder betrug 6226. lieber den Stand der Entwicklung des Herbergs- netzes in den verflossenen Jahren ist folgendes mit- auteilen: Im Laufe der letzten Jahre wurden die unzureichenden Jugendherbergen aufgelöst und an deren Stelle mehr und mehr Gaueigenheime errichtet. Das Jugendher- bergswerk ist in seiner Entwicklung heute soweit, daß eine jede Jugendherberge den Anforderungen in bezug auf vorhandene Räumlichkeiten, sanitäre Einrichtungen usw. entspricht, denen nur noch ausschließlich ein Zweckbau (Eigenheim) gerecht werden kann. Der Gau ist deshalb dazu übergegangen, im Rahmen des Möglichen solche Jugendherbergen, die diesen Anforderungen nicht mehr entsprechen, lieber aufzulösen, als durch sie bas Herbergswerk schädigen zu lassen. Selbstverständlich werden diese Auflösungen nur nach und nach vorgenommen werden können, soweit Möglichkeiten für die Schaffung eines Besseren vorhanden sind. Damit wird eine Gefährdung der Unterbringung der Jugend nicht erfolgen, lieber die Verbesserung der vorhandenen Jugendherbergen hinaus hat der Gau aber in der Erschließung der Gebiete, die noch über gar keine Jugendherberge verfügen, noch wesentliche Auf- aaben zu lösen. Unter diesen Gebieten ist in erster Linie die Rhön zu nennen. Deshalb hatte sich der Gau entschlossen, in Gersfeld, am Fuße der Wasserkuppe, eine zweckentsprechende Jugendherberge zu errichten. Ein weiteres Eigenheim konnte im Vogelsberg in den Dienst der wandernden Jugend gestellt werden. Der Vogelsberger Höhenklub schenkte dem Gau das auf der Herchenhainer Höhe gelegene Vater-Bender-Heim, das nach zweckentsprechendem Umbau zu den schönsten Eigenheimen des Gaues zählen kann. Es eignet sich namentlich als Schullandheim für Schüler, die Daueraufenthalt in einer Herberge nehmen wollen. Ferner wurden viele vorhandenen Jugendherbergen mit neuen Geräten versehen und sonstige Verbesserungen vor- genommen. Der Gau verwaltete Ende 1934 insgesamt 68 Jugendherbergen mit 4178 Betten und 1160 Notlagern, wovon sich in Oberhessen 13 herbergen mit 513 Betten und 115 Notlagern befanden. Die oberhessischen Jugendherbergen verteilten sich auf folgende Orte: Büdingen mit 30 Betten und 12 Notlagern, Gedern mit 36 Betten und 10 Notlagern, Alsfeld 26 und 0, Butzbach 30 und 0, Friedberg (1935 eingegangen) 70 und 40, Gießen 50 und 20 (heute 70 und 10), Herbstein 37 und 0, Herchen- hain 88 und 0, Laubach 40 und 10, Lauterbach 33 und 14 (heute 60 und 10), Schlitz 28 und 0, Schotten 26 und 0, Hoherodskops 19 und 9, Die Besuchsziffern der gesamten Jugendherbergen des Gaues sind in dem Berichtsjahr 1933 im ganzen 186 876. Im Jahre 1934 aber 316 858 An der Spitze mit der Besucherzahl steht die Herberge Rüdesheim mit 29 175 im Jahre 1933, im Jahre 1934 stieg sie auf 41123. Unsere oberhessischen Herbergen hatten folgende Uebernachtungs- ziffern aufzuweisen: Büdingen 1933: 724, 1934: 803, Gedern 453 und 349, Alsfeld 473 und 478, Butzbach 495 und 524, Friedberg 2063 und 2165, Gießen 2207 und 3150, Herbstein 677 und 187, Herchenhain 2202 und 3900, Laubach 527 und 576, Lauterbach 1016 und 1091, Schlitz 158 und 60, Schotten 361 und 335, Hoherodskops 762 und 729. Die große Steigerung der Uebernachtungs- Ziffern im Jahre 1934 ist einmal in der durch die starke Werbetätigkeit des Reichsverbandes zugenommenen Benutzung der Jugendherbergen und zum andern in dem Landjahr begründet. Rund 600 Landjahrpflichtige mußten neun Monate zweckentsprechend untergebracht werden. Die für Das Landjahr in Frage kommenden Jugendherbergen wurden mit den Beauftragten der Regierung ausgesucht und für die Dauerbelegung entsprechend hergerichtet. Das Jugendherbergswerk stand bei der lieber» nähme durch die Hitler-Jugend erst am Anfang seiner Entwicklung. Durch die Einleitung großzügi- aer Werbemaßnahmen trieb der Gau diese Entwicklung energisch voran. Ein besonderer Erfolg der Werbung war die Anmeldung fast sämtlicher Schulen als körperschaftliche Mitglieder unseres Verbandes. Durch diese Werbungen wurde in starkem Maße die Oeffentlichkeit für die Arbeit interessiert. Diesem Interesse und dem Einsatz der Ortsgruppen ist es auch zu danken, daß die Reichsopfertage 1933/34 Ergebnisse brachten, die die der Vorjahre weit überschritten. Die vielseitigen Aufgaben, die der Gau in den beiden Berichtsjahren durchführte, waren zu bewältigen, weil insbesondere die Behörden und darüber hinaus auch sonstige Kreise die Arbeit geldlich unterstützten. An Pflichtbeiträgen ist hier in erster Linie der Schulpfennig zu nennen. Dieser von dem Herrn Reichskultusminister angeordnete Betrag der Schüler für das Jugendherbergswerk ist eine wesentliche Hilfe für die Unterhaltung der vorhandenen Herbergen. Er wird von allen Schülern monatlich einmal erhoben. Vieles ist in den ersten Jahren nach der Machtübernahme durch die NSDAP, auf dem Gebiete des Jugendherbergswesens erreicht worden. Noch mehr aber bleibt zu tun übrig. Neben der Gewinnung neuer Mitglieder müssen in erster Linie die vorhandenen Jugendherbergen auf ihren Zustand geprüft werden und dort, wo unzulängliche vorhanden sind, neue geschaffen werden. Nur wenn alle Stellen, Behörden und Freunde der Jugendherbergsarbeit tatkräftig am Ausbau des segenbringenden Werkes weiter Mitarbeiten, wie in den verflossenen Jahren, kann es sich so auswirken, wie es im Interesse unserer deutschen Jugend liegt. Haarrvaschen — bei dem Wetter? Aber natürlich, Sie waschen das Haar einfach trocken mit Schwarzkopf- Trocken-Schaumpon, dann gibt es keine Erkältung. Leicht pudern, kräftig ausbürsten: in 3 Minuten ist das Haar locker und duftig, und Sie sehen aus wie frisch frisiert! Dabei kostet eine Trockenwäsche nur wenige Pfennige! mann aufhalst — er hat nichts gegen die Dame einzuwenden, aber das will und muß er um Hannas willen verhindern. „Ich werde mit Fräulein Brandes noch sprechen, ich well ohnehin morgen zu ihr, ist ja nicht weit." „Nee, hundert Kilometer, das ist für Leute in einem gewissen Stadium nur ein Katzensprung," neckt ©Untermann. Herdegen blinzelt nur. Soll er nur fahren und auch ganz allein. Er wird sich morgen in die Sonne legen und braten. Sorgen hat er ja keine mehr, die Miete ist bezahlt, Schulden drücken ihn nicht — Berlin braucht ihn nicht — Gelegenheitsarbeiter ist er auch nicht mehr — Kinder, was kostet die Welt! Leonhardt im Wolde hat um so mehr im Kopf. Er muß nach Berlin und zwar baldigst, vorher muß er mit Hanna Brandes noch einmal sprechen, und das eben morgen schon. Er wird anrufen und sich anmelden, damit er sie nicht auch verfehlt; ehe er noch den Gedanken zu Ende denkt, steht er schon auf, um ihn wahrzumachen. Er meldet ein Ferngespräch nach ©reiüing zum Gemeindevorsteher an und weiß nach zehn Minuten, daß Hanna Brandes ihn erwartet. Das Werk stellt ihm für feinen Ausflug einen Wagen, und gegen Mittag trifft er nach scharfer Fahrt in ©reibing ein. Die Sternbäuerin führt ihn in die große Wohnstube, Fräulein Brandes käme sicher gleich. „Es ist ja Essenszeit, ich habe schon auf Sie mitgerechnet. Speckknödel hats heut." Leonhardt im Wolde ist durchaus einverstanden, Speckknödel hat er zwar noch nie gegessen, aber warum sollen sie ihm nicht schmecken, ein SA- Magen ist ohnehin nicht verwöhnt, und derbe Kost kennt er. Es ist ein wohltuender Gedanke, daß er so ohne Zeremonie einfach mit an den Familien- tisch gesetzt wird. Dann geht die Tür auf, und Hanna steht vor ihm. Heute nicht im Sportanzug, und nun erinnert sie ihn auch wieder mehr an Berlin. Die Sternbäuerin folgt ihr auf dem Fuß und deckt den Tisch. „Da sind Sie ja, Her im Wolde." Hanna Brandes streckt die Hand aus, sie freut sich und sagt das auch. Dann will sie wissen, wie es mit den Der- Handlungen geklappt hat. „So, wie ich es mir in meinen lebhaftesten Träumen nicht vorgestellt habe, Fräulein Brandes. Ich bin Mitarbeiter von Dr. Mittelstädt geworden, Herdegen auch. Zum Frühjahr soll der erste Serienwagen unserer Konstruktion herauskommen. Das ist die Hauptsache, und an der hat mir doch gelegen." Sie sitzen auf der Ofenbank, die ihnen den Rük- ken wärmt. Hanna sieht der Bäuerin zu und zählt die Gedecke. Sie lächelt, da ist sie ja hübsch überrumpelt worden. Aber sie wird ihr heute die Freude nicht nehmen und am Familientisch mitessen. „Und sonst — Herr im Wolde, ich meine, w.rd man Sie in dieser Stellung auch Ihrem Können entsprechend bezahlen?", fragt sie höflich. „Das hat ©Untermann für uns geregelt." Hanna lacht. „Dann bin ich beruhigt. Was machen Sie nun mit Berlin?" „Ich will in diesen Tagen zurück, ich weiß selbst noch nicht, wie ich alles ordnen soll. Wegen meiner Berliner Reise bin ich eigentlich zu Ihnen gekommen, Fräulein Brandes" Jetzt wird Leonhardt im Wolde unsicher, er weiß, daß er sich auf ein ganz persönliches Gebiet wagt und weiß nicht, wie Hanna Brandes das auffassen wird. Er will ihr nicht sagen, daß ihr Vater bei ihm war; daß er sich ängstigt und daß alle viel mehr wissen und ahnen als Hanna sich denkt. Er will, daß sie ihr Geheimnis für sich behält, wenn es ihr lieber ist, und es scheint so zu sein. „Fräulein Gottschalk war über Ihre Abreise sehr erschrocken und fragte erst mich, ob ich etwas wüßte, aber wie sollte ich denn bas, das sah sie ja auch gleich ein." Dann erzählte sie mir aber auch in ihrer Aufregung, daß Ihr Herr Vater auch nicht wüßte, wo Sie sich aufhalten. Bitte, nicht bös sein, Fräulein Brandes, Leonhardt sagt es fast flehend, er sieht sehr genau, wie sich das Gesicht des Mädchens verändert, sich verschließt und wieder den hochmütigen Zug bekommt. „Ich will mich in nichts drängen, was mich nichts angeht, vielleicht weiß Ihr Herr Vater längst, wo Sie sind. Aber wenn er es nicht weiß — darf ich ihm dann einen ©ruß bestellen und ihm sagen, daß es Ihnen gut geht — ober vielleicht nur Fräulein Gottschalk sagen, sie kann ja bann anrufen —" Hanna sieht minutenlang über ihn hinweg. Es ist sehr still im Zimmer, bie Sternbäuerin hantiert in ber Küche. Nun hat man sie glücklich auf- gespürt — durch einen Summen Zufall ist man auf ihre Spur gekommen, man wirb ihr keine Ruhe mehr lassen —- aber schließlich ist es ja ihr Vater — Hanna steht auf unb geht ans Fenster. Auf ber Dorfstraße hat sich die Jugend eingefun- den und bestaunt den blauen Wagen, der vor dem Hause parkt. Ein paar dicke Flocken wirbeln durch die Luft, setzen sich auf den glänzenden Lack und bleiben wie große Flocken darauf liegen. Endlich dreht sie sich wieder um. „Rufen Sie meinen Vater an, Herr im Wolde, und bestellen Sie ihm Grüße. Sie sehen ja selbst, daß sich niemand um mich zu sorgen braucht. Ich bin nur stadtmüde. Sagen Sie auch, daß ich den Winter über hier bleiben will, es gefällt mir hier. Was zum Frühjahr fein wird —" Hanna zuckt die Schultern — „warten wir es doch ab. Sie können auch Liefe! einen Gruß bestellen und ihr dasselbe sagen. Es soll nur — es soll niemand nach ©reibing kommen, unb beshalb ist es besser —" „Wenn ich nicht sage, wo Sie sich aufhalten. Das kann ich sehr gut verstehen. Wissen Sie, es hat auch mal eine Zeit gegeben, wo meine besten Freunbe nicht wußten, wo ich war. Manchmal braucht man bas — so einfach verschwinben und mit sich selber reben." Leonharbt im Wölbe ist wie von einem Alp- brücke erlöst. Es ist ja eigentlich bumm von ihm, aber er mochte alles oermeiben, was Hanna kränkt ober ihr mißfällt. Er will ihr nur helfen, unb da- zu wirb wohl auch gehören, baß er sie von hier wegbekommt. Nicht leicht in einem Monat, vielleicht erst in zwei. Sie wirb ganz von selber bann ben Wunsch haben. Es gibt ja schließlich noch Dinge, bie sie vermissen wirb, sie ist boch nicht umsonst in einer Umgebung groß geworben, bie sehr verschieben von ber hiesigen ist. Keine ist besser ober schlechter, aber kein Mensch kann sich von heute auf morgen verpflanzen, ohne stark mitgenommen zu werben. Innerlich unb äußerlich. Man kann sich für kurze Zeit loslösen — mehr aber auch nicht, man wirb doch immer wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückstreben; wer es nicht erreichen kann, weil die Verhältnisse stärker sind, wird zeitlebens darunter leiden. In seine Meditationen hinein kommt die Sternbäuerin mit einer Schüssel Speckknödel, ber Sepp geht ihr bicht am Rock, benn der neue Gast ist ihm noch nicht ganz geheuer. Es kommt auch gleich ber Sternbauer mit einem drohnenben „Grüaß Gott" und bann sitzt jeber vor seinem kindskopfgroßen Knöbel. Die Unterhaltung breht sich ums Wetter unb um Autos; ber Sternbauer und Gemeindevorsteher hat so seine Sorgen, er möchte gern den Fremdenverkehr heben und weiß doch nicht wie. „Die neue Straß' war unser Unglück. Da rast halt alles vorbei und die Buchwälder fangens auf." Leonhardt tröffet ihn, so gut er kann. Er verspricht sogar, in Unterwaching im Werk für ©reibing zu werben. Woraufhin ihm ber Sternbauer ungefragt noch einen Knöbel auf ben Teller legt, ben Leonharbt mit Mühe unb Not noch zwingt. (Fortsetzung folgt.) Wer ist „Onkel Ehrhard"? Noch keine Klärung durch die Zeugenvernehmung im Nocker-Prozeß. Oie Angeklagte Nocker schwer belastet. Mainz, 28. Oft. (LPD.) Bei Beginn der heutigen Verhandlung im Prozeß gegen Frau Rocker ermahnte der Vorsitzende die Angeklagte nochmals, ein Geständnis abzulegen und zu sagen, wer der Onkel Ehrhard sei. Nach der gestrigen Beweisaufnahme, den belastenden Aussagen der verurteilten Vogler und der Verlesung der geradezu vernichtenden Briefe müsse sie sich doch sagen, daß die Verhandlung bis jetzt sehr ungünstig für sie stehe. Die Angeklagte bedauerte abermals, den Onkel Ehrhard nicht zu kennen. Hierauf folgte die Zeugenvernehmung. Zuerst wurde der Arzt vernommen, der den verstorbenen Vogler behandelt hat. Der Arzt hatte, da für eine Dergiftungserscheinung vorerst keine Anzeichen vorlagen, die Ueberzeugung, daß es sich um eine Gallenblasenentzündung handelte. Da aber nach einigen Tagen keine Aenderung eintrat, zog er noch einen Chirurgen zu Rate. Dieser stellte im wesentlichen die gleiche Diagnose, glaubte an eine Speicheldrüsen-Entzündung als Begleiterscheinung und erachtete eine Operation nicht für notwendig. Der Hausarzt hielt den Patienten am Samstag vor seinem Tode für besser und glaubte, seinen Besuch aussetzen zu können. Kurz danach wurde er gerufen, und der Kranke verstarb. Der Arzt ist der Ueberzeugung, daß in der fraglichen Nacht dem Verstorbenen das Gift beigebracht worden ist. Beide Aerzte gaben ihrem Erstaunen Ausdruck über den guten Zustand der Leiche, als sie nach vier Tagen ausgegraben worden war. Der behandelnde Arzt schilderte dann weiter, daß es für ihn ein unvergeßlicher, widerlicher Anblick war, als er nach dem Tode Voglers ins Zimmer trat, wo bei Kerzenlicht im Dunkeln der Tote aufgebahrt war und die Familienmitglieder um die Leiche herum zankten und schrien, die einen des Geldes, die anderen des Verbrechens wegen. Denn Vogler war versichert, und die Versicherung sowohl, als auch die Angehörigen verlangten eine Sektion, während Frau Vogler sich gegen eine solche aussprach und sich auch durchsetzte. Der behandelnde Arzt hält die Ansicht der Frau Vogler, daß ihr Mann die ganzen verordneten Sachen auf einmal verbraucht habe und durch diesen übermäßigen Verbrauch gestorben sei, für ausgeschlossen. Weiter wurden Zeugen gehört, die den verstorbenen Chemiker Müller kannten. Dieser soll nach der einen Aussage in ganz besonders mißlichen geldlichen Verhältnissen gelebt haben. Studiert hatte er nicht, war vielmehr Elektrotechniker von Beruf. Seine chemischen Kenntnisse hatte er sich in der Schweiz durch einen „Bastelunterricht" erworben. Trotz dieser mangelhaften Vorbildung hatte er es unternommen, Präparate herzustellen, die allerdings nur geringen Absatz fanden. Weitere Zeugen bekundeten über das Leben der Angeklagten und haben zum Teil auch von Frau Rocker Präparate des Müller erhalten, nut deren Gebrauch sie aber nicht zufrieden waren. Besonders interessante Aussagen machte in der Nachmittagsverhandlung der aus dem Vogler- Prozeß bekannte Zeuge Hoch, der mit dem Chemiker Müller zusammenarbeitete. Er gab an, daß ihn Müller eines Tages beauftragte, Roßkastanien zu besorgen. Müller habe daraus ein Mittel gegen Gicht bereiten wollen. Bekanntlich wird das Saponin, das im Prozeß eine gewisse Rolle spielt, aus Roßkastanien gewonnen. Müller äußerte dem Zeugen gegenüber, daß er dieses Saponin gewonnen habe. Zu welchem Zweck, ist dem Zeugen Hoch allerdings unbekannt. Frau Müller hat nach Aussagen dieses Zeugen die Tabletten ihres Mannes zu Frau Rocker gebracht, also die Verbindung zwischen beiden hergestellt. Frau Müller, Frau Rocker und Frau Vogler hielten zusammen. Wenn eine von ihnen aber aussage, würden sie wohl alle drei umfallen. Anschließend wurde Frau Müller vernommen. Anfänglich — und das ist sehr verdächtig — bestritt sie, nähere Beziehungen zu Frau Rocker gehabt zu haben. Sie sei lediglich des Kartenlegens wegen zu ihr gegangen. Auf Vorhaltungen des Staatsanwalts gab sie jedoch schließlich zu, daß ihre Beziehungen zu Frau Rocker doch recht freundschaftlich waren. Heber die Tätigkeit ihres Mannes konnte sie angeblich nur unzureichende Auskunft geben. Er habe lediglich Tabletten gegen Erkältungen hergestellt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie Gifttabletten zu Frau Rocker gebracht habe, verneinte sie das ganz energisch mit dem Ausruf: „Mein Mann hat nie Gift gehabt!" Der später als Zeuge vernommene Heinz Ehr- hard, so erzählte die Zeugin, habe ihrem Manne mit Rat und Tat zur Seite gestanden und auch Tabletten von ihm bekommen. Es wurde alsdann Dr. Bruch vernommen, der im Auftrage des Apothekers Müller die von diesem bestimmten Präparate herstellte. Entgegen den Aussagen von Frau Müller besitzt Dr. Bruch kein Laboratorium. Herr Müller kann also auch keine Versuche bei ihm vorgenommen haben. Die Frage, wo Müller eigentlich experimentierte, blieb ungeklärt. Anschließend wurde Heinz Ehrhard vernommen, der von Beruf Chorleiter ist und keinerlei chemische Kenntnisse besitzen will. Ursprünglich nahm man an, daß es sich bei ihm um den gesuchten „Onkel Ehrhard" handele. Er selbst gab an, es sei ihm ein Rätsel, wer dieser Mann sein könne. Ehrhard kennt die Familie Rocker durch einen Sohn der Angeklagten, mit dem er zusammen bei dem Apotheker Müller tätig war. Er bekam angeblich auch mehrfach Tabletten von Müller. Es habe sich jedoch um unschädliche Tabletten gegen Erkältung gehandelt. Er bestritt entschieden, irgend etwas zwischen Frau Rocker und Müller vermittelt zu haben. Eine Mitgefangene der Frau Vogler belastet die Rocker schwer. Im weiteren Verlauf der Zeugenaussagen wurde die 44jährige Zeugin Sander aus Hannover vernommen, die zehn Monate mit der Vogler die gleiche Zelle teilte. Die Vogler hat dieser Mitgefangenen gegenüber Aussagen gemacht, die die Rocker schwer belasten. U. a. hat sie von einem Besuch in Wiesbaden erzählt, bei dem die Rocker ihr die Karten gelegt und gesagt habe, in den Karten lägen gelbe Blumen, die bedeuteten Gift. Ihr Mann sei krank und läge an der Ecke, sie solle ihn um die Ecke schaffen. Mit ihrem Liebhaber Holzhauer werde sie glücklich. Darauf habe die Rocker der Vogler die Verkalkungstablelten ausgehändigt. Die Vogler hat diese Tabletten, wie sie der Zeugin erklärte, mit solchen vom Arzt verordneten vermischt und in die Nachttischschublade ihres Mannes gelegt, damit er sie sich selbst hole. Die Zeugin Sander hält dieses von der Vogler im Augenblick größter Verzweiflung gemachte Geständnis für durchaus glaubwürdig, wenn auch die Vogler später versucht habe, dieses Geständnis abzuschwächen und die Religiös-Wahnsinnige zu spielen. Die Zeugin erklärte weiter, die Vogler habe ihr erzählt, Frau Rocker habe diese Tabletten von einem Provisor Heinz Ehrhardt bezogen. Frau Vogler habe immer wieder vom Onkel Heinz erzählt und gesagt, der Ehrhard heiße Heinz mit Vornamen. Die Zeugin ist der Ansicht, daß die Rocker tatsächlich Bescheid über die ganze Angelegenheit weiß und sich dumm stellt. Die Zeugin wurde in ihrem Verdacht gegen die Rocker bestärkt, weil die Vogler später sie und andere Mitgefangen« veranlassen wollte, vor dem Untersuchungsrichter ihre einmal gemachten Aussagen abzuschwächen, um die Aufmerksamkeit von der Rocker abzulenken und etwa auf Keim oder Holzhauer zu lenken. Als letzte Zeugin wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit eine Barbara Schäfer vernommen. Darauf wurde die Verhandlung auf Donnerstag vertagt. Büchertisch. — Clara Höhrath: Das Idealisten- n e ft. Roman. Verlag von Friedrich Reinhardt in Bafel. In Leinenband 4.80 Mark. — (295) — Ein fröhliches Buch aus einer kleinen Stadt, mit viel gütigem Humor geschrieben. Der Bürgermeister und die Oberin des Damenstiftes, zwei Idealisten im guten Sinne des Wortes, veranstalten ein Wettrennen, wem von beiden es am besten gelinge, das Leben der ihrer Obhut anvertrauten Menschen heller und glücklicher zu gestalten. Daneben wird auch eine Anzahl verschrobener Idealisten gezeichnet, die einem gesunden Fortschritt nicht weniger hinderlich sind, als die dumpfen Spießer des Städtchens. Dadurch, daß die Oberin schließlich dem em- samen Bürgermeister zu einer prächtigen Frau Der» hilft, hat sie das Wettrennen gewonnen. — EduardLachmann: DerBlutbaum. Erzählung. (Die kleine Bücherei, Nr. 66.) Geb. 80 Pfennig. Alb. Langen - Gg. Müller, München 1936. — (307) — Es ist eine schicksalhafte Fügung, daß in dieser Erzählung zwei Menschen, die Kampf und Tod hinter sich haben und in guter Kameradschaft aus dem Kriege zurückgekehrt sind, in schwere Schuld fallen, obwohl sie nicht um ihrer selbst, sondern um der Gemeinschaft willen das Gute gewollt haben. Sie folgten nur ihrer Pflicht und keinem anderen Gebot, als sie einen blutigen Frevel austilgen wollten, um weiteres Unheil zu verhüten. Für diese wider Erwarten strafbare Tat würden sie nach Jahr und Tag beinahe niedriger Rachsucht zum Opfer gefallen sein, wenn nicht — das ist der eigentliche Sinn dieser tiefgründigen Erzählung — das Gerücht zwischen Wert und Unwert der Parteien streng unterschieden und sich angesichts der redlichen Beweggründe beider Männer zu einer höheren Gerechtigkeit bekannt hätte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 31. Oktober. Jugendgottesdienste anläßlich des Reformationsfeftes. Gießen. Stadtkirche. 9 Uhr für die weibliche Jugend; Pfarrverwalter Damerau. — Johanneskirche. 9 Uhr für die männliche Jugend; Pfr. Ausfeld. Bekanntmachung Sli'W Kietze« DoiM Treffpunkt: 686»D bevorzugt die kluge 2.tttiths6ceWammlung5Lwku.Ulov. Gutkochende Hülsenfrüchte Lichtspielhaus» Gießen £ Sie verwenden Evang. Mich! Teigwaren und Reis Obstbäume Magnet-Eier-Bandnudeln5oo-g-p.5225o-gp.26 Obst-und Gemüsekonserven V o e *. H.Wagener, Gießen, Frankfurter Str. 45, Ruf 4120 Lebensrnittel Hausfrau 500 g 44 500 g 42 500 g 20 500 g 32 500 g 44 500 g 38 .500 g 18 500 g 35 500 g 40 500 g 35 .500 g 34 McineAmeiacn im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelei?n. Italiener Reis .... Siam-Patna-Reis Junge Schnittbohnen Gemüse-Erbsen....... Kirschen................. Erdbeeren ............. Eier-Bandnudeln, 10 mm, lose Eier-Bruchmakkaroni...... Neue Linsen, extra groß..... Neue Linsen, große.......... Weiße Bohnen............. Gelbe Erbsen mit Schale .... Gelbe Erbsen, ganz geschält. Grüne Erbsen mit Schale .... Grüne Erbsen, ganz geschält Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. 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Gründer der Deutschen Turnschule. * Der Kaschauer Marathonlauf wurde am Mittwoch unter Beteiligung mehrerer deutscher Läufer abgewickelt. Sieger wurde der Oesterreicher Balaban in 2:41:08 vor dem Ungarn Kiß und dem Stuttgarter H. Helber. Bertsch-Stuttgart belegte den 5., Jäckel-Saarbrücken den 14. Platz. D i e W i n t e r s p o r t k ä m p f e der NSDAP, werden am 27. und 28. Februar in Rottach-Egern abgewickelt. Die im Vorjahre erstmals durchgeführten Wettkämpfe, die einen großartigen Verlauf nahmen, werden eine ständige Einrichtung im deutschen Wintersportprogramm bleiben. Deutsche Erfolge gab es am Sonntag beim Dreihotter-Vergrennen bei Budapest. Zu Siegen kamen Walter Bäumer-Bünde (750-ocm-Renn° wagenklasse), Herbert Lang - Altena (schnellster Sportwagenfahrer), W. Winkler auf DKW. in der 250-ccw-Motorradklasse, H. Müller (DKW.) in der Halbliterklasse und Schumann (NSU.) in der kleinen Seitenwagenklasse. * Gustao Eder soll — einem Telegramm des auf der Reise nach Europa befindlichen amerikanischen Boxoeranstalters Niederreiter zufolge — im Sommer wieder in Amerika in den Ring gehen. MresaW liß-Timienberhti nischenTumvereme In Klein-Linden. Unter der Oberleitung von Oberturnwart Wilh. Harnisch und der Unterstützung der Turnwarte Rudolf Jung, Walter Klein, Walter Weber und Frl. Tilli Hahn wurde am Sonntag das Abturnen im Turnverein Klein-Linden 1889 durchgeführt. Nahezu 70 Turner und Turnerinnen traten an. Die Geräteübungen wurden in der Turnhalle, die volkstümlichen Hebungen auf dem Turn- und Sportplatz ausgetragen. Als Kampfrichter waren ältere Vereinsmitglieder tätig. Am Nachmittag wurden einige Fußballspiele ausgetragen und wahrend der Pausen die Freiübungen aller am Abturnen beteiligten Turner und Turnerinnen geboten. Die Preisverteilung für die Jugendabteilungen wurde noch am späten Nachmittag oorgenommen. Abends fand im Turnerheim ein gut besuchter Familienabend statt. Die Turnerinnen unter Leitung ihrer Turnwartin Tilli Hahn erfreuten mit schönen Volkstänzen. Vereinsführer Karl Weiß und Turn- roart Rudolf Jung nahmen die Preisverteilung vor. Sie hatte folgendes Ergebnis (es find jedesmal nur die fünf ersten Sieger genannt): Aktive Turner (Zwölfkampf): 1. Walter Lang 196 Punkte, 2. Willi Wagner 191 P., 3. Helmut Weber 166 P. Schüler - Oberstufe (Siebenkampf): 1. Hermann Hinterlang 124 P., 2. Horst Lenz 107 P., 3. Hans Germer 106 P., 4. Reinhold Weigel 105 P., 5. Otto Weller 102 P. Schüler-Unter st ufe (Siebenkampf): 1. Ernst Gelitzer 107 P., 2. Hans Germer 94 P., 3. Wilhelm Otto 90 P., 4. Hans Stein 88 P., 5. Hans Weber 86 P. Sportabteilung. Jugend tu rner (volkstümlicher Vierkampf): 1. Eberhard Kopp 68 P., 2. Hanfried Jung 50 P., 3. Hermann Stein 49 P., 4. Walter Weiß 33 P. Sportabteilung. Aktive Turner (volkstümlicher Vierkampf): 1. Heinrich Schimmel 66 P., 2. Paul Müller 54 P. Aktive Turner (volkstümlicher Vierkampf): 1. Walter Lang 74 P., 2. Willi Wagner 65 P., 3. Helmut Weber 30 P. Turnerinnen (Fünfkampf): Ehrenpreis Tilli Hahn 95 P., 1. Frieda Volk 92 P., 2. Martha Rinn 89 P., 3. Marie Burger 80 P., 4. Elfriede Brücke! 77 P., 5. Elisabeth Zörb 66 P. Schülerinnen (Siebenkampf): 1. Gertrud Hörder 126 P., 2. Gertrud Klein 123 P., 3. Marie Siegmund 117 P., 4. Ria Klein 115 P., 5. Martha Volkert 110 P. Den von dem Turnbruder Albert Weigel gestifteten Wanderpreis für den Sieger des volkstümlichen Vierkampfes errang Walter Klein. Sieger im Gerätekampf und damit Gewinner des von dem Turnbruder Heinrich Adolph gestifteten Wanderpreises wurde Helmuth Weber. In Krofdorf. Am Sonntag legte der Turnverein Krofdorf in einer" Turnschau die Jahresbilanz turnerischen Schaffens innerhalb eines Jahres der Oef- fentlichkeit vor. Nach einleitenden Musikstücken begrüßte der 2. Vorsitzende Ernst Leib die große, die Turnhalle füllende Freundesschar der Krosdor- fer Turnsache und gedachte in ehrenden Worten der Gründer des Vereins, die vor einem halben Jahrhundert — nächstes Jahr sind es 50 Jahre — die Turnerei im Ort aus kleinen Anfängen entwickelten. Im Laufe der Zeit, so führte der Redner aus, habe sich aus dem Pflänzlein ein stattlicher Baum entwickelt, dessen Wurzeln bis zum heutigen Tag fest im dörflichen Volkstum verankert seien. Den vielen Aesten am Baum gleich stünden die mannigfachen Gliederungen und Riegen der jungen Mannschaft. Oberturnwart A m e h b und seinem treuen Helferstab gebühre größter Dank für die uneigennützige Betreuung der weit über hundert Jungen und Mädels. Dem Führer, unter dessen zielsicheren Maßnahmen Turnen und Sport wie- oer recht zur Geltung gekommen sind, galt ein dreifaches Sieg-Heil, das der gemeinsame Gesang der Nationallieder bekräftigte. Den Uebergang zu den turnerischen Vorführungen bildete ein glänzend durchgeführtes Flaggen- schwingen der Turnerinnen, das großen Eindruck bei den Zuschauern hinterließ. Das nun folgende, recht abwechselungsreich aufgestellte Turnprogramm brachte alle Gliederungen auf den Plan, vornweg der 54jährige Oberturnwart A m e n d, der mit jugendlicher Frische selbst an einzelnen Hebungen teilnahm. An Geräten, in Freiübungen und im Volkstanz wurde der kritischen Zuschauermenge gezeigt, daß turnerische Breitenarbeit mit guten Durchschnittsleistungen gesichert ist. Ein Singspiel der Schülerinnen und anschließend die Verkündigung der Sieger in einem schon vor Wochen abgewickelten Vereins-Wettkampf beendete den Nachmittag. Der Abend bot Tanzunterhaltung mit Volksanzeinlagen der Turnerinnen und dem neuartigen Turnen "am Ring durch Jugendturner. Wirtschaft. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 166 Ferkel und 5 Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel: 5 bis 6 Wochen alt 13 bis 15 Mk., 6 bis 8 Wochen alt 15 bis 18 Mk., 8 bis 10 Wochen alt 18 bis 20 Mk., 10 bis 12 Wochen alt 20 bis 24 Mk.; Läuferschweine: über 3 bis 5 Monate alt 40 bis 45 Mk. Tendenz: schwach. Nhein-Mainische Börse. Ruhig. Frankfurt a. M., 28. Okt. Die Börse blieb weiter ruhig, die Hmsätze hatten wieder nur geringen Umfang. Der Auftragseingang hielt sich in engen Grenzen, doch war die Haltung nach den Abschwächungen der beiden letzten Tage etwas freundlicher. Mit großem Interesse erwartet man die Ausführungen des Ministerpräsidenten Göring über den Vierjahresplan. Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung noch uneinheitlich, es überwogen jedoch Besserungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. Erholt waren hauptsächlich Montanwerte, Rhein. Braunkohlen plus 3,50 v. H., Harpener plus 2 v. H., Klöckner, Rheinstahl und Stahlverein gewannen je 1,50 v. H. und Mannesmann 0,75 v. H. Von chemischen Werten IG.-Farben unv. 176, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft je 0,40 v. H. höher. Elektropapiere waren kaum verändert, Siemens noch 0,75 v. H. leichter mit 204,25. Von Maschinenaktien gaben Muag auf 129,50 (130,25), Moenus auf 99 (99,25) nach. Auch Motorenwerte uneinheitl., Daimler 124,75 (124,40), dagegen BMW. 137,65 (138,50). Kunstseide Aku waren um 1,25 v. H. erholt, Bemberg 0,25 v. H. niedriger. Fest lagen Holzmann mit 136 (133,50) und Zellstoff Aschaffenburg mit 144 (140,50); Me- meler Zellstoff erschienen auf den neuerlichen Verlustabschluß mit „Minus-Zeichen". Von Einzelwerten lagen Westdeutsche Kaufhof 0,65 v. H. fester, Nordd. Lloyd mit 16 unverändert. Im Verlaufe unterlagen die Kurse am Aktienmarkt kleinen Schwankungen, das Geschäft blieb im ganzen klein. Verein. Stahl 123,50 nach 123 bis 122,75, Mannesmann 117,75 nach 117,50 bis 117,40, IG.-Farben 175,75 bis 176 bis 175,25 nach 176, BMW. 138 nach 137,65, Kaufhof 62,50 nach 62,90 Kunstseide AKH. 91,50 bis 90 bis 90,50 nach 93,25. Schwächer logen Zellstoff Waldhof mit 168 bis 170. Memeler Zellstoff gestrichen Brief, Taxe 80 (l. K. 86). Am variablen Rentenmarkt ergaben sich kaum Veränderungen. Ungar. Goldrente weiter ermäßigt auf 12,60 nach 13. Schweiz. Bahnanleihen und andere Valutapapiere waren stark angeboten, bei Abschlägen bis zu 10 Punkten. Der Pfandbriefmarkt lag still und unverändert. Für Stadtanleihen bestand etwas Nachfrage bei meist leicht erhöhten Kursen. Abendbörse gut behauptet. Zwar war das Geschäft klein und die Kursgestaltung etwas uneinheitlich, die freundliche Haltung des Mittagsverkehrs konnte sich aber erhalten, und im ganzen war die Tendenz gut behauptet. Soweit Abweichungen gegen den Berliner Schluß eintraten, betrugen sie kaum mehr als 0,25 bis 0,75 v, H. Nachfrage fanden Metallgefellfchaft zu 150 bis 150,50 (149,50), auch Otavi Minen bei einigem Umsatz auf 43,50 (43,25) erhöht. Schwa» cher waren wieder Auslandswerte, AKU. 90 bis 89,50 90,90), 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 200 (203) und 4 v. H. Ungarn Gold 12,90 bis 12,75 (12,90). Am Einheitsmarkt zogen Großbankaktien weiter etwas an, Commerzbank 106,50 (106), DD.- Bank und Dresdner Bank um je 0,25 v. H. auf 108,25 bzw. 107,50. Verein. Glanzstoff kamen nach Pause mit 245 (240) wieder zur Notiz. Am deutschen Rentenmarkt fanden Schutzgebietsanleihen bei leicht erhöhten Kursen wieder einige Nachfrage, sonst lag der Rentenmarkt sehr still. Zertif. Dollar-Bonds im Freiverkehr bei kleinen Umsätzen 0,25 bis 0,50 v. H. nachgebend, so 6 v. H. Preußen auf 78,25. U. a. notierten: 4,50 v. H. Verein. Stahl 94,25, Schutzgebietsanleibe-Stücke von 1908 und 1909 11,10, do. Zertif. von 1908 und 1909 11,10, von 1910 bis 1914 11,30, 4 v. H. Ungarn Gold 12,90 bis 12,75, 5 v. H. Rumänen 7,70, 4,50 o. H. do. 11,25, 4 v. H. do. 6,65, 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn 200, 2,25 v. H. Anatolier I 40, 5 v. H. Silber-Mexikaner 5,90, 4 v. H. Gold Mexikaner 10,50, Commerzbank 106,50, DD.-Bank 108,25, Dresdner Bank 107,50, Harpener 156,50, Ilse Genuß 152, Klöckner 126,25, Mannesmann 118, Rheinstahl 153,75 Verein. Stahl 124,13, Otavi Minen 43,50, AKU. 90 bis 89,50, AEG. 40,25, Bemberg 114,50, Daimler 124,25, Deutsche Erdöl 145,75, Scheideanstalt 279, Deutsche Linoleum 168, Licht & Kraft 160,50, IG. Farben 175,50, Felten 137,50, Gesfürel 143,25, Goldschmidt 125, Holzmann 135, Muag 129,50, Metallgesellschaft 150 bis 150,50, RWE. 138,75, Schuckert 161,50, Westdeutsche Kaufhof 62,75, Zellstoff Waldhof E 169,75, Südd. Zucker 206, AG. für Verkehr 123,50, Der. Glanzstoff 245. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurta M., 28. Okt. Die Anlieferungen von Brot- und Futtergetreide blieben klein und deckten nicht den Bedarf. Das Mehlgeschäft zeigte keine Veränderung, auch der Futtermittelmarkt war unverändert. Für Rauhfutter hat sich die Nachfrage verstärkt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210, Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W 13 28,00 W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —. Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5,00—5,50, Weizen- uttd Roggenstroh drahtgepreßt 2,60, do. gebunden 2/40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 134 Rinder (3 Ochsen, 8 Bullen, 96 Kühe, 27 Färsen), 470 Kälber, 286 Schafe, 350 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 45 Mark, Bullen 40 bis 43, Kühe 24 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 41 bis 44, Kälber 40 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 28 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurde zugeteilt, Hämmel und Schafe ruhig. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 28. Okt. Beim heutigen Schweinemarkt waren 249Tiere aufgetrieben. Das Geschäft war schleppend; der Markt wurde geräumt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 10 bis 12 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Mk., 8 bis 12 Wochen alte Tiere 15 bis 24 Mk. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: 893: Ergänzende Bestimmungen für Auswanderer. — 894: Abfertigungsverbot für gewisse Waren. — 895: Vorläufige Bestimmung des Werberates der deutschen Wirtschaft über die Werbung auf dem Gebiete der Elektrizität, des Gases und der Brennstoffe aller Art. — 896: Anordnung des Reichswirtschaftsministers über die Anerkennung des Deutschen Genossenschaftsoerbandes. — 897: Anordnung des Reichswirtschaftsministers über die Errichtung einer Fachgruppe Gemeinschaftseinkauf bei der Neichsgruppe Handel. — 898: Anordnung des Reichswirtschaftsministers über die Errichtung einer Fachgruppe „Handwerkliche Genossenschaften^ bei der Reichsgruppe Handwerk. — 899: Verordnung zur Regelung der Bezeichnungen, der Preise und des Absatzes für Erzeugnisse der Klengan- anstalten. — 900:Anordnung des Reichswirtschaftsministers über die Anerkennung der Wirtschaftsgruppe Kreditgenossenschaften. — 901: Anordnung Nr. 11 der Heberwachungsstelle für Tabak (Festsetzung des Verarbeitungswertes für holländische Kolonialtabake). — 902: Festpreise für Rotklee und Luzerne. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0. M. Berlin Schluß« hird Schluß!. Abend- börse Schluß« furd Schluß!. Mittag« börse Datum 27-10- 28-10. 27 10 28 10 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 101,5 101,4 101,5 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,9 97,9 97,9 97,9 5yz% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil 103 103 103 102,9 Auslos.-Rechten ............ 4 yt% Deutsche Reichspostschatz an 118,9 119 119,13 119,4 Weisungen von 1934, l....... 4%% ehem. 8% Hessischer Volks- 99,9 99,9 100,3 100,3 staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 'e Datum 27-10. 28 10 27-10 28-10 4% oesgt. Serie 11 ............ _ _ — _ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 8,35 7,7 8,13 7,7 4^I<^.^umän-Dere‘n^-^enteU-1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 12 11,25 11,75 11,4 6,7 6,65 6,75 66 2 %% Anatolier........... — 40 40,9 40,13 Hamburg-Amerika-Paker .....0 16,13 16,13 16,13 16 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 39,5 39,5 Norddeutscher Lloyd .........0 16 16 16,25 15,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 123,75 123,5 124 123,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— — 125,5 126 Commerz- und Prtvat-Bank ... 4 105,5 106,5 105,5 106 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................ 4 107,5 108,25 107,5 108 Dresdner Bank.............. 4 107 107,5 107 107,25 «ieichsbank ................ 12 192,75 193,25 192,75 194 A.E.G...................... 0 Bekula.....................8 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 6 Licht unv Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L Lo.............. 7 Buderus ................... •_ Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2’/2 Hoeictt Eilen—Köln-Neuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Röhren........3 40 40,25 40,4 39,9 166,75 166,75 167,25 166,9 133,25 133 132,65 133 160,75 160,5 161 160,5 138,5 137,5 138,25 137 142,75 143,25 142,75 142,75 137,13 137 137,25 137 139,5 138,75 139,5 138,65 162 161,5 161,75 161,25 205 204,25 206 205 — — 154,75 138,65 121,75 122,5 122 124,25 145 145,75 145 146,25 154 156,5 154 156,5 115,75 116,25 115,9 117,25 — — 212 201 153,25 152 152,5 152 125 126,25 125,75 126,25 116,75 118 116,5 118,4 Frankfurt a. M. ^Berlin Schluß- furd Schluß!. Abend« börse Schluß« kurd Schluß!. Mittag« börse Datum 27.10- 28 10 27.10 28-10 Mansselver Bergbau....... ey, 158 158,5 158,5 159 Kokswerke ................ .. 6 — — 138,5 139,5 Rheinische Braunkohlen .... . 12 236 239,5 236 238,5 Rheinstahl ................ .. 4 150,75 153,75 151 153,5 Bereinigte Stahlwerke...... BV, 121,75 124,13 121 123,9 Otavi Minen ............. .. 0 43,7 43,5 43,9 43,25 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 144,5 144,75 144,5 144,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. b 136,5 135,5 135 136 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 194 196 195,13 196 3. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 176 175,5 176,25 175,5 Scheideanstalt............. .. 9 279 279 — Goldschmidt .............. .. 5 124,75 125 124,65 124,75 Rütgerswerke ............. .. 6 137,5 138 138 138,50 Metallgesellschaft........... .. 5 149 150,5 149 149,5 Philipp Holzmann......... .. 4 133,5 135 132,5 135,65 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 158 158,25 - - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 158 158 - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 104,5 103,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 92 89,5 93,5 90,4 Bemberg................. .. 5 114 114,5 113,5 115,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 170 169,75 169,5 169 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 140,5 143 141 143,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 110 109 Daimler Motoren.......... .. 0 124,4 124,25 124,25 125 Deutsche Linoleum......... .. 8 167,75 168 167,25 168 Orenstein & Koppel ........ .. 0 —— —— 90 92,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,25 62,75 62,5 62,75 Chade.................... .. £ 436 435 438 425 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — 205 207,9 205 Conti-Gummi ............ . 11 176 175 176 175,13 Grttzner.................. .. 0 32,25 32,25 32 31,5 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 99 - - Süddeutscher Zucker ....... . 10 205 206 - 207 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 27 .Oktober 28-Oktober Amiliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brie juerw» äiu 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel ... 41,92 42,00 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,145 0,147 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,32 54,42 54,34 54,44 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,165 12,195 12,17 12,20 Helstngfors. 5,37 5,38 5,375 5,385 Paris ..... 11,575 11,595 11,575 11,595 Holland ... 134,30 134,56 134,43 134,69 Italien .... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan...... 0,711 0,713 0,711 0,713 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,14 61,26 61,16 61,28 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,055 11,075 11,055 11,075 Stockholm.. 62,73 62,85 62,75 62,87 Schweiz ... 57,19 57,31 57,19 57,31 Spanien... 22,73 22,7/ 22,73 22,77 Prag...... 8,771 3,789 8,771 8,789 Budapest .. — — — Neuyork .. 2,489 2,493 2,489 2,493 Berlin, 28.Oktober Geit) Äries Amentaniiche Noien.............. 2,451 2,471 Belgische Noten.................. 41,80 41,96 Dänische Noten ................. 54,18 54,40 Englische Noten ................. 12,145 12,185 Französische Noten............... 11,525 11,565 Holländische Noten............... 134,09 134,63 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. — 61,00 61,24 Deutsch Oesterreich, h 100 Schilling —— Rumänische Noten.............. — — Schwedische Noten............... 62,58 62,84 Schweizer Noten................. 57,04 57,26 Spanische Noten Ungarische Note» *