186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ur. 278 Elftes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 29. September <936 „ u Annahme von Anzeige» ffiteBen«' JamittenMättet 4 W M A A W Grundpreiie für I mm höhe Heimat im Bild Die Scholle ffl B^W B 4 W B X 1 V B B fi V BV VB B B Sk B B B M Jr B für Anzeigen von 22 mm Monats Bezugspreis: H ■ «W B B/^ »4k B B B Jf B B B Br B B B B Breite 7 Rpf. für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Bk W B fl Bk B B Bk B B Bk B X. Jffl B B B Bk B B B wk B anzeigen von 70mm Breite »'«" 3 V/ IV11V-1 (V1 1V»4|V4 sesss "SS Vw V «>.w «™w* infolge höherer Gewalt ___ Stellen-, Verems-, geme MHr General-Anzeiger sur Oberhessen WWZ richten: Anzeiger Sieben V I e behördlich-Anz°ig-n6Rps. 8rantturtfamClma‘n 11686 Drudt und Verlag: vrühl'sche UniverfitStsvuch- und Sleindruckerei «.Lauge in Gietzen. Schriftleilung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabschluff-Staffel8 Deutschlands Ernährung völlig gesichert. Gewissenhafte Ablieferung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und verständnisvolle Der Reichsbauernführer anLandwittschaslundHaussrauen Berlin, 29. Sept. Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht grundsätzliche Ausführungen des Reichsernährungsministers R. Walter Darre zur Ernährungsgrundlage, in denen es u. a. heißt: In jedem landwirtschaftlichen Betrieb muß heute jede einzelne Maßnahme auf das Gesamtwohl eingestellt sein. Jetzt kommt alles darauf an, daß die deutsche Landwirtschaft ihre Erzeugnisse in ste ki g e m regelmäßigem Fluß und zu den feft- gesetzten Preisen an den Markt bringt. Gewissenhafte und pünktliche Erfüllung der vorgeschriebenen Ablieferungspflichten ist eine der dringlichen Forderungen der Volksernährung. Bauern und Landwirte, die gegen diese Vorschriften der Marktordnungsverbände verstoßen, schädigen das deutsche Volk. Gewissenlos gegenüber dem Gesamtwohl des Volkes handeln auch jene — wenn es auch nur Ausnahmeerscheinungen sind — die als Erzeuger, Verteiler oder Verarbeiter aus Gewinnsucht höhere Preise fordern als nach den geltenden Vorschriften zulässig ist. Ich betone mit nachdrücklichem Ernst: Diese pflichtvergessenen wird der Staat in Zukunft hart anfassen, um die Volksgemeinschaft zu schützen und um zu verhindern, daß einzelne das Ansehen und die Arbeit ganzer Berufsstände zu untergraben versuchen. Bedarfsdeckung der Hausfrau. Der nationalsozialistische Staat hat getreu seinem bei der Machtübernahme gegebenen Versprechen die deutsche Landwirtschaft vor dem drohenden völligen Zusammenbruch gerettet und die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft entscheidend verbessert. Die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse smd aus dem die Erzeugung lähmenden Tiefstand heraus und wieder an den allgemeinen Preisstand unserer Volkswirtschaft herangeführt worden. Diese Leistungen von Staat und Volkswirtschaft verpflichten die Landwirtschaft, mit besonderem Eifer den gekennzeichneten Anforderungen nachzukommen. Dank den Erfolgen der Erzeugungsschlacht ist die Ernährung unseres Volkes heute schonzu80bis85v. H. — 1927 waren es nur 65 v. — aus eigener Erzeugung gesichert. 15 bis 20 v. H. unseres Bedarfs an Nahrungsmitteln müssen aber auch heute noch aus dem Auslande eingeführt werden. Wir können bei normaler Ernte aus eigener Erzeugung decken den Bedarf an Brot und Mehl, Speisekartoffeln, Zucker, Frischmilch zu 10 0 v. H. Bei Gemüse und Fleisch erzeugen wir jedoch nur etwa 90 bis 94 v. H. im Inland. Bei Eiern und Molkereierzeugnissen beträgt die Selbstversorgung etwa 80 bis 85 v. j). und bei Fetten sogar nur 50 bis 55 v. H. Deutschlands Ausfuhr an Jndustrieerzeugnissen stößt im Ausland auf große Schwierigkeiten. Wir können deshalb den Umfang unserer Ausfuhr nicht beliebig erweitern. Den Erlös aus unserer Ausfuhr brauchen wir in erster Linie für die Beschaffung von Rohstoffen. Verzicht auf die Einfuhr von Rohstoffen zugunsten einer verstärkten Lebensmitteleinfuhr würde bedeuten, daß Millionen deutscher Volksgenossen wieder in das Elend der Arbeitslosigkeit zurückgestohen werden. Das muß aber unter allen Umständen verhindert werden. Daraus geht hervor, daß einzelne Erzeugnisse, bei denen wir heute noch nicht unseren ganzen Bedarf selbst erzeugen, einmal knapp werden können. Das deutsche Volk wird wieder vorübergehend etwas weniger Fett oder etwas weniger Fleisch oder weniger Eier essen, als der Geißel der Arbeitslosigkeit in Deutschland neuen Raum zu gewähren. Die Reichsregierung erwartet deshalb von der deutschen Hausfrau, daß sie diese gelegentlich auftretenden Mängel an einzelnen Lebensmitteln mit Verständnis auf- nimmt und durch geschicktes Ausweichen zu anderen reichlicher vorhandenen Lebensmitteln ausgleicht. Es braucht niemand Sorge zu haben, daß er nicht satt werden wird. Das geringe Opfer, das wir dem Ausbau eines starken Reiches in Freiheit und Unabhängigkeit bringen, ist nur ein Opfer an Bequemlichkeit. Es geht uns um Deutschlands gesicherte Zukunft. Darum sagen wir die Dinge wie sie sind und wie sie nicht anders sein können in dem stolzen Wissen, daß das deutsche Volk sich seiner Verantwortung vor der Geschichte bewußt ist. Berufserziehung, eine nationale Pflicht. Achtung vor dem Brot. Die Bedeutung des Werbefeldzugs ,Kampf dem Verderb" ergibt sich aus der Lage unserer Volkswirtschaft. Wir können gegenwärtig etwa 80 bis 85 v.H. unseres Bedarfs an Lebensmitteln im Inland erzeugen. Im Jahr 1927 betrug der Grad der Selbstversorgung nicht 80 v. $)., sondern nur 65 v. H. Wir sind also in der Selbstversorgung bereits ein gewaltiges Stück vorangekommen. Der Führer selbst hat dies anerkannt, indem er sagte: „Was der deutsche Bauer gerade in diesen letzten Jahren geleistet hat, ist etwas Einziges und Einmaliges." Bekannt ist auch, daß die Einuhr der fehlenden 15 bis 20 v. Sy an Nahrungsmitteln nicht leicht ist. Das deutsche Volk hat dies an der zeitweisen Verknappung einzelner Nahrungsmittel gespürt. Wir müssen die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Ausland mit der Ausfuhr deutscher Industrie-Erzeugnisse bezahlen. Unsere Ausfuhr stößt aber fast in der ganzen Welt auf erhebliche Schwierigkeiten. Hinzu kommt, daß wir aus unserer Ausuhr nicht nur Lebensmittel bezahlen müssen, sondern daß wir auch den Bezug von Rohstoffen sicher st ellen müssen, die wir für die Industrie gebrauchen. Wir wollen lieber einmal etwas weniger Fleisch, etwas weniger Fett oder weniger Eier essen, als erneut der Geißel der Arbeitslosigkeit Raum geben. Mit seinem Führer ist das deutsche Volk entschlossen, die Lebensmitteleinfuhr auf das notwendige Mindest- m a ß zu beschränken. Aus diesem Grunde muß das ganze deutsche Volk nunmehr als Ergänzung zur Erzeugungsschlacht auch gegen den Verderb von Nahrungsmitteln kämpfen. Wir rechnen mit einer Getreideernte von 22,6 Mill. Tonnen. Das sind 500 000 Tonnen mehr als die endgültige Ernteermittlung im Vorjahr. Das Schätzungsergebnis von Anfang September entspricht dem Mittel der Jahre 1930/35. In der Bilanz für das Getreidewirtschaftsjahr 1936/37 müssen wir weiter berücksichtigen, daß am 31. Juli 1936 in der Landwirtschaft noch rund 500 000 Tonnen aus alter Ernte und 'm zweiter Hand noch rund 1,2 Mill. Tonnen Getreide vorhanden waren. Für das Getreidewirtschaftsjahr 1936'37 stehen insgesamt 24,3 Mill. Tonnen Getreide zur Verfügung im Vergleich zu einem Ge- samtverbrauch von 23,9 Mill. Tonnen 1935/36. Bei einer Beurteilung der Lage muß man auch die Ernte an Heu, Rüben, sonstigem Futter Reichsorganisationsleiter Or. Ley auf einer Berliner Kundgebung der Arbeitsfront. B e r l i n , 28. Sept. (DNB.) Der F ü h r e r u n d Reichskanzler hat auf dem Reich-Parteitag der Ehre erklärt, daß „die Deutsche Arbeitsfront das vielleicht gewaltigste Monument der Erziehungsarbeit an unserem Volk ist". Berufserziehung nach der Schul- und Lehrzeit, die Ordnung der beruflichen Erwachsenen-Erziehung, sowie die Berufslenkung find Aufgaben von größter politischer Bedeutung. Um diese Fragen in der breiten Oeffentlichkeit herauszustellen, hat das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung seine Referenten zu einer Reichsarbeitstagung nach Berlin gerufen. Auf einer Kundgebung in der Kroll-Oper führte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley u. a. aus: Wmn es in Deutschland auch an besonderen Gütern der Natur fehle, so habe es doch in seiner Rasse mit das Beste, was die Welt überhaupt aufzuwei- sey habe. Es liege in diesem Menschentum em vn- aeheures Kapital, das zu nutzen unsere heiligste Pflicht sei. 3,5 Millionen Deutsche hätten heule einen falschen Beruf. Hier neue Wege zu gehen, sei eine der wesentlichsten Voraussetzungen für Erfüllung des neuen Vierjahresplanes. Zunächst einmal sei die Berufsberatung das A und O aller Arbeit. Es müsse einmal aufhoren, datz Not und Elend dem jungen Menschen seinen Lebensweg vorschreiben, und es müsse im Gegenteil alles geschehen, um ihn in der Entwicklung seiner Fähigkeiten zu unterstützen. Zunächst sollten die jungen Menschen em Jahr lang an Eisen und Holz mit den einfachsten Werkzeugen hantieren. Diese „Robinson-Erziehung könne vielfach in das letzte Schuljahr hineingelegt werden. Die Verhandlungen darüber seien emge- leitet. Vor allem aber müsse man sich davor hüten, die jungen Leute von vornherein zu einem Spezialistentum zu erziehen. Jeder Lehrling solle durch die harte, allgemeine Schule des Handwerks gehen, er müsse zunächst d i e n e n lernen und solle dabei auch die Leiden und Freuden eines selbständigen Handwerkers kennen lernen Das Handwerk hat die große Aufgabe, dem deutschen Volke die höchste Berufsausbildung zu neben. Diese Grundlehre beim Handwerk solle auf zwei Jabre ausgedehnt werden. Dann kommen die jungen Leute auf ein Jahr in d i e Lehrwerkstätte, wo sie Spezialisten würden und an den modernsten Werkzeugen lernten Der Berufskampf beginne schon im letzten Schuliahr und setze sich in den Lehrjahren fort. Die Lehrzeit könne dadurch bei vielen beteiligten Lehrlingen abgekürzt werden. Mit dem Gesellewerden sei die Ausbildung nicht beendet. Wir werden den Gesellen genau so betreuen wie den Lehrling. Wir verlangen, daß jeder junge Deutsche e i n Jahr durch Deutschlandwander t, um Deutschland und die Arbeitsweise tn den versch e- benen Landesteilen kennen 5" lernen. Cme Wirtschaft muß eine gesunde Mischung von Groß-, Mittel- und Kleinindustrie und -betrieben haben. Es kann also nur ein Teil der Meist er selbständig werden. Wir werden bie|em Teil durch Personalkredite der DAF. zur Erhaltung der selbständigen Existenz verhelfen Wir wollen auch nicht mehr dulden, daß in den Betrieben Meister beschäftigt werden, die nur Aufpasser und Antreiber fein sollen. Wer Meister im Betriebe ist, soll auch wirklich die Dinge meistern und anderen ein Vorbild sein. Auch der verantwortliche Be- tnebsführer muß M e i st e r sein. Er wird in unseren Reichsberufsschulen beweisen müssen, daß er tatsächlich einen Betrieb führen kann. Wir werden mit fahrbaren Wanderschu- l e n ins Land gehen, werden einen umfangreichen Lehrstoff in Form von Büchern anlegen und Gesellen- und Lehrlingsheime im Zusammenwirken mit der Hitlerjugend bauen. Dr. Ley betonte in diesem Zusammenhang, daß die konfessionellen Gesellenheime, auch die getarnten, nicht mehr länger geduldet werden könnten. 9er Reichserziehungsmimüer kündigt Aeuordmmg des Schulbesuchs der höheren Schulen und Studienresorm an. Reichserziehungsmmister Rust sprach über die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen dem Reichserziehungsministerium und dem Reichsorganisationsleiter. Der Staatsbürgerunterricht, so erklärte er u. a., könne vom Lehrplan a b g e s e tz t werden, da jeder Deutsche jetzt von seiner Jugend bis zum letzten Tage seines Lebens eine lebendige staatsbürgerliche Belehrung habe. Man werde ganz eindeutig darauf hin- fteuern, eine Schule zu schaffen, in der der l eist u n g s f ä h i g st e und beste Arbeiter herangebildet werde. Die Berufsschulen könnten in den verschiedenen Sparten grundsätzlich zusammengehörender Handwerke eine ganz hervorragende Ausbildung erzielen. Neben der Berufsführung könnten für Gesellen Fachschulen und für Meister Hochfachschulen stehen. Aufgabe des Staates sei die ständige Ueberprüfung der Leistungen. Für die Ausbildung der Lehrer in den Berufsschulen sollten Hochschulen für Berufsbildung geschaffen werden. Die erste derartige Schule werde voraussichtlich im nächsten Jahre gegründet. Mit vier bis fünf derartigen Hochschulen werde man in Deutschland auskommen. An^ Ende stehe die allgemeine Berufsschulpflicht in Deutschland. Der Minister gab bekannt, daß bereits am nächsten Ostern in den höheren Schulen die Zahl der Schuljahre herabgesetzt werde. Statt bisher vier Jahre Grundschule und neun höhere Schule, werde ab Ostern die zwölfjährige Schulzeit eingeführt. Weiter richtete der Minister an die deutschen Studenten eine ernste Aufforderung, daß bereits in allernächster Zeit große Anforderungen an fie gestellt würden. Man müsse vom siebenmonatigen Seme st er zum vollen Studienjahre kommen. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink sprach über Ausrichtung, Erziehung und Schulung der deutschen Mädchen. Hauptamtsleiter Claus ©eigner schloß die große und eindrucksvolle Kundgebung mit einem begeistert aufgenommenen Sieg- Heil auf den Führer. Sie Herbstübung der national- politischen Erziehungsanstalten. Berlin, 28. Sept. (DNB.) Die nationalpolitischen Erziehungsanstalten Preußens vereinten vom 19. bis 27. September 1936 etwa 2500 ihrer Schüler von den Jahrgängen der Untertertia ab zu einer großen Herb st Übung und einem anschließenden Zeltlager in der Lüneburger Heide. Bei der Hebung hatte die Abteilung „Rot" im Raume zwischen Lüneburg und Helzen den Vormarsch nach Bispingen zu versuchen, während „Blau" diesen Vormarsch aufhalten sollte. Das Geländespiel wurde auf beiden Seiten unter Verwendung von motorisierten Kräften, Spähertrupps mit Feldtelephonen, auf Fahrrädern und zu Pferde durchgeführt. Am 22. September 1936 trafen sich sämtliche Abteilungen in der Heide südlich Lüneburg, wo in der Nähe der Ortschaft Melbeck an dem Flüßchen Ilmenau ein Zeltlager errichtet wurde, das bis 29. September die Jungmannen und ihre Erzieher beherbergt. Neben dem Zeltlager wurden auf einer zum Sportplatz hergerichteten Schafweide sportliche Wettkämpfe ausgetragen. Die musische Seite der Erziehung kam bei den abendlichen Feierstunden in einem Heidetal zu ihrem Recht. Jeweils drei Anstalten waren an der Ausgestaltung einer Feierstunde beteiligt. Am 26. September 1936 besuchte Reichserziehungsminister Rust in Begleitung des Inspekteurs SS.-Gruppen- führer H e i ß m e y e r das Lager. Die Jungmannen zeigten den Stand ihrer Ausbildung in motorfporb l ich en, reiterischen und tunerischen Hebungen an den üblichen Geräten, im Boxen, Ringen, Tauziehen, in Bodenübungen und im Marine- und Morsewinken sowie im wettkampfmäßigen Legen von Fernsprechleitungen. Der Reichserziehungsminister konnte ihren Leistungen und ihrer Haltung seine uneingeschränkte Anerkennung aussprechen. und insbesondere Kartoffeln berücksichtigen. Di,e Kartoffelernte verspricht in diesem Jahr besser zu werden als 1935. Auch der sonstige Anfall an Futtermitteln wird voraussichtlich gut sein. Unfere Versorgungslage bietet in der Brotverso r g u n g keinen Anlaß zu Besorgnissen. Da. die Ernte an Brotgetreide sich auf insgesamt 12,15 Millionen Tonnen beläuft und für die menschliche Ernährung nur etwa 8,7 Millionen Tonnen benötigt werden, kann die Landwirtschaft das Ablieferungssoll an Brotgetreide erfüllen. An Speise- kartoffeln werden für die menschliche Ernährung nur etwa 12 bis 13 Millionen Tonnen Kartoffeln oder rund 30 v. H. einer Normalernte benötigt. Der Speisekartoffelbedarf kann also reichlich gedeckt werden. Die Ernte an Zuckerrüben wird aller Voraussicht nach die des Vorjahres übertreffen. Don der Gefamtmilch - erzeugung von etwa 23 bis 24 Milliarden Liter im Jahr werden höchstens 30 v. H. als Trinkmilch benötigt. In der Trinkmilchversorgung sind also keine Schwierigkeiten zu erwarten, zumal die Milcherzeugung sich'in diesem Jahr auf einem höheren Stande hält als 1935/36. Daher ist auch die Butterversorgung günstiger als im Vorjahr. Wir haben heute außerdem noch recht erhebliche Mengen von Butter in unseren Kühlhäusern. Vorläufig liegt die Buttererzeugung erheblich über dem vorjährigen Stand. Die Butterversorgung läßt sich aber nicht ohne Berücksichtigung der übrigen Fette betrachten. Wir sind in hohem Maße von der Einfuhr abhängig. Als der Nationalsozialismus die Macht übernahm, wurden nur etwa 40 v. H. des deutschen Fettbedarfs durch inländische Erzeugung gedeckt. Heute schaffen wir aus eigener Kraft etwa 50 bis 55 v. H. Das Fettproblem ist das schwie- r i g ft e unserer Nahrungsmittel - Versorgung. Die Jnlandsfetterzeugung wird aber in diesem Jahr voraussichtlich g ü n st i g e r sein als im vergangenen. Dies wird auch deswegen der Fall sein, weil der Schweinebestand erheblich größer ist als im Vorjahr.. Nach der letzten Schweinezählung von Anfang Juni 1936 hatten wir etwa 2 Millionen Schweine mehr als im Juni 1935. Mit dem Heranwachsen der Ferkel ist auch eine Entsvannung an den Schweinemärkten zu erwarten. Die Rindfl e i s ch v e r s o r g u n g hat sich im Zusammenhang mit der allmählich zu Ende gehenden Weidezeit verbessert. Der Bedarf kann jedoch bei der großen Nachfrage im Augenblick noch nicht voll gedeckt werden, insbesondere auch, weil Gefrierfleisch nicht mehr in dem Umfang der letzten Wochen und Monate zur Verfügung steht. Man rechnet aber mit einer weiteren Zunahme der Marktbeschickung mit Rindern. Die Eierversorgung dürfte voraussichtlich in den kommenden Wintermonaten glatt verlausen. Wir verfügen noch über Kühlhausbestände, die über der Gesamtlagerung des Vorjahres liegen und die im vergangenen Jahr schon im August und September infolge der Fleisch- und Fettknappheit sehr stark in Anspruch genommen waren. Unsere Ernährungslage bietet zur Beunruhigung keinen Anlaß. Das deutsche Volk wird i m m c r satt werden können. Wir wissen jedoch, datz unsere Abhängigkeit vom Ausland auf Teilgebieten der Nahrungsmittelversorgung noch erheblich ist. Dies verpflichtet uns, j e d c Verschwendung von Nahrungsmitteln zu unterlassen. nisteriums Gemeinschastsempfang in allen Betrieben. — Einleitungsansprache Or. Leys. * mit der um DZD. Netzt dienassessoren Amtsblatt bensbedingungen zur Zeit des zaristischen Rußlands anzugleichen und verwies dann auf die 21b» lieber das Ausmaß des Nahrungsmittelverderbs machen wir uns meist keine Vorstellungen. Der Verderb und vermeidbare Schwund au f dem Wege ^um Verbraucher hat im einzelnen etwa folgenden Wert: bei Kartoffeln 185 Mill. RM., Gemüse 79 Mill. RM., Obst 136 Mill. RM., Getreide 135 Mill. RM., Fleisch 110 Mill. RM., MUch und Milcherzeugnissen 57 Mill. RM., Eiern 24 Mill. RM., sonstigem 25 Mill. RM. Das ergibt eine Gesamtsumme von 751 Mill. RM. Dazu kommt der Verderb und vermeidbare Schwund beim Verbraucher, also in privaten, gewerblichen und öffentlichen Küchen und den dazu gehörigen Vorratsräumen mit etwa 750 Mill. RM. Rund 3 v. H. des Verbrauchswerts der Nahrungsmittel gehen in den Händen der Verbraucher durch Verderb oder vermeidbaren Schwund verloren. Bei den privaten Küchen wird sogar mit einem Verderb und vermeidbaren Schwund von 5 bis 8 v. H., bei den gewerblichen Küchen von 0,5 bis 1 v. H. gerechnet. Insgesamt gehen in Deutschland jährlich etwa f ü r IV- Milliarden Reichsmark Nahrungsgüter verloren. Man kann nicht hoffen, daß diese Verluste von 1,5 Milliarden RM. vollständig beseitigt werden, aber wenn es nur gelingt, den derzeitigen Verderb um 20 bis 30 v. H. zu vermindern, so wird damit unsere Einfuhr um mehrere Hundert Mill. RM. entlastet. Wir können mehr Güter einführen, hie sich in Deutschland nicht her- stellen lassen. So ist der Kampf gegen den Verderb auch ein Beitrag zu dem vom Führer in Nürnberg bekanntgegebenen neuen Vierjahresplan. Es gilt in Zukunft nicht nur die Erzeugung zu steigern, sondern auch das Erzeugte sparsam zu verwenden. Ganz Deutschland hörte die Proklamation des Führers Oer Staat gewährleistet den Rechtsschutz des geistigen Schaffens. Eröffnung des XI. Internationalen Autorenkongreffes in Berlin. — Gemeinsame Ziele deutscher und italienischer Kulturarbeit. öffentlich aufgeführt werden darf, wenn der Veranstalter die Aufführungsrechte erworben hat. Die nationalsozialistische Staatsführung nimmt darüber hinaus eine grundlegende Neuge - staltung des gesamten Urheberrechtes vor. Der nationalsozialistische Staat hat mit dem Reichskulturkammergesetz dem künstlerischen Schaffen eine völlig neue weltanschauliche, politische, rechtliche und organisatorische Grundlage gegeben. Es wurde ein Kulturstand geschaffen, dem eine staatspolitische Aufgabe gegeben wurde. heule lebt in Deutschland der Künstler wieder im Volk und mit dem Volk. Die Kunst ist in die Willensführung des Volkes und Staates eingeschlossen. Der Künstler hat feine hohe Mission als eine skaatpolitische Aufgabe zu erfüllen. Die ganze Kraft und der ganze Wille der autoritären Slaatsführung wird für die Kunst und für den Künstler eingesetzt. Der Staat führt die Künstler, aber er liebt sie auch! Die Regierung kommt zu den Künstlern und die Künstler kommen zur Regierung. Das verschafft dem Künstler eine echte Popularität, eine wahre Volksverbundenheit. Daß der geistig schaffende Mensch nicht um die »rächte seiner Arbeit gebracht wird, ist der hohe -sinn und Zweck auch Ihrer Organisation. Daß hie Ergebnisse der Arbeiten Ihres Kongresses in dem von mir dargelegten Sinne wirk- >am werde mögen, ist die zuversichtliche Erwartung und der aufrichtige Wunsch der Reichsregierung. DeritalienischeMinistersürpreffe und Propaganda, Exzellenz Dino Alsieri, sagte in seiner Ansprache u. a. folgendes' Unsere Charatter^durck, besonders bedeutungsvollen ^yararter durch die Teilnahme hoher Verlönlicki- kelten der Welt und durch die Gegenwart der Ver- treter der deutschen Reichsregierung. Mein Gruß gilt -n Herz icher Dankbarkeit für die uns bereitete freundliche Aufnahme zunächst der Reichsregieruna I besonders Herrn Staatssekretär Funk. Wir Auto-« Volkes, die Vorzüge des Flachbaues gegenüber der Mietkaserne, das Eigenheim gegenüber der Mietwohnung. Dabei wies der Redner jedoch darauf hin, daß immer ein großer Teil der Wohnungen Mietwohnungen bleiben werde, auf absehbare Zeit sicher noch der größere Teil. Aus diesem Grunde sei die Gestaltung des Mietverhältnisses von größter Bedeutung für die Entwicklung der Volksgemeinschaft. Jeder Mieter und Vermieter trage in der rechten Ausgestaltung ihrer gegenseitigen Beziehungen eine große Verantwortung gegenüber der Volksgemeinschaft. Relchsnumster Dr. Goebbels wieder in Berlin. Budapest, 28. Sept. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels nahm auf dem Rückflug von Athen in Saloniki eine Zwischenlandung vor, um die dortige deutsche Kolonie zu begrüßen, die ihm einen freudigen Empfang bereitete. Mittags trafen Reichsminister Goebbels und Frau zu einer mehrstündigen Zwischenlandung in Budapest ein. Zur Begrüßung hatten sich der ungarische Kultusminister H o - man, der deutsche Gesandte von Mackensen und der Ortsgruppenleiter der NSDAP., G r a e b , eingefunden. In der Gesandtschaft fand ein Früh- tück statt, an dem auch der stellvertretende Mini- terpräsident Daranyi teilnahm. Anschließend be- ichtigte der Reichsminister die Schönheiten der ungarischen Hauptstadt und begab sich sodann in die reichsdeutsche Schule. Die Ortsgruppe der NSDAP. Die Erhaltung der Lebensrnittel wird auch dem Einzelnen Nutzen bringen. Unsere Wirtschaftspolitik Zwingt die Lebensmittelverteiler, sich mit einer bescheidenen Handelsspanne zu begnügen. Diese mäßige Handelsspanne wird für das einzelne Lebensmittelgeschäft um so eher tragbar sein, je mehr Aufmerksamkeit man den Waren widmet. Ebenso wird es jede Hausfrau an ihrem Wirtschaftsgeld merken, wenn sie mit größter Sorgfalt alle Reste verwertet und den Verderb verhindert. Entscheidend ober ist niemals der Eigennutz des Einzelnen, sondern die Bedeutung dieses Kampfes für das Volk und seine Wirtschaft. Die Aktion darf nicht nur wirtschaftlich betrachtet werden, man muß auch an ihre ethische Seite denken. Die Verstädterung hat vielfach die natürlichen Bindungen zwischen Blut und Boden zerrissen. Die Achtung und Ehrfurcht vor dem täglichen Brot ist unserem Volk vielfach verloren gegangen. Wenn man an diese Zusammenhänge denkt, dann wird auch verständlich, warum die Werbung für den Kampf gegen den Verderb gerade kurze Zeit vor dem Erntedanktag des deutschen Volkes eröffnet wird. Wer sich klar ist, daß Kampf dem Verderb auch bedeutet, in unserem Volk wieder die Achtung vor dem täglichen Brot zu wecken und zu verstärken, der versteht auch den tiefen Sinn der Parole: „Der Erntedank des deutschen Volkes heißt Kampf dem Verderb!" 0er Reichsarbeitsdienst. Erlaß des Führers über Dienstzeit und Stärke. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 28. September 1936 wird ein Erlaß des Führers und Reichskanzlers über die Dauer der Dienstzeit des Reichsarbeitsdien- stes unddie Stärke des Reichsarbeits- d i e n ft e s und des Arbeitsdienstes für d i e weibliche Jugend vom 26. September veröffentlicht. Danach beträgt in Ergänzung des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26. Juni 1935 die Dienst- 3eit im Reichsarbeitsdienst für alle arbeitsdienst- fähigen Wehrpflichtigen ein halbes Jahr. Die Stärke des Reichsarbeitsdienstes ist innerhalb der Zeit vom Oktober 1936 bis Anfang Oktober 1937 auf 230000 Mann (einschließlich Stammpersonal), in der Zeit bis Anfang Oktober 1938 a u f 2 7 5 0 0 0 Mann (einschließlich Stammpersonal), m der Zeit bis Anfang Oktober 1939 auf 300000 Mann (einschließlich Stammpersonal) zu erhöhen. Der vorläufig auf freiwilligen Eintritt beruhende Arbeitsdienst für Die weibliche Äugend soll planmäßig zur Vorbereitung der Arbeitsdienstpflicht weiter entwickelt werden. Die Stärke des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend ist in der Zeit vom April 1937 bis März 1938 auf 25000 Arbeitsmaiden (einschließlich Stammpersonal) zu erhöhen. „Volk und Wohnung." Reichstagung des Bundes Deutscher Mietervereine. Dresden 28. Sept. (DNB.) Die gesetzlich an- erkannte Spitzenoertretung der deutschen Mieterschaft, der Bund deutscher Mietervereine e. D., veranstaltete in Dresden eine Reichstagung. Bundesttih- rer Herrmann bezeichnete es als besondere Auf- gäbe, dort helfend und fördernd einzugreifen, wo es im Interesse der Erhaltung und Förderung der Hausgemeinschaft und der Behebung von Notständen im Wohnungswesen notwendig ist. Der Bund hatte durch praktische Arbeit gezeigt, daß das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter kein gegensätzliches sei, wenn jeder Teil seine Pflichten erfülle und sein Interesse dem Allgemeininteresse unterordne. — Ministerialrat Dr. Ebel (Berlin), Abteilungsdirigent im Reichsarbeitsministerium, sprach über den neuen Mieterschutz. Die große Masse gerade der minderbemittelten Schichten der Mieterschaft sei durch die neuen Maßnahmen der Reichsregierung gegen ungerechtfertigte Mietsteigerungen und Kündigungen geschützt. Das Ausmaß dieses Schutzes sei vielfach bei den Mietern nicht genügend bekannt. Es fei Aufgabe der Mieterorganisationen, hier aufklärend zu wirken. Ministerialrat Dr. Knoll (Berlin), Hauptabteilungsleiter im Reichsarbeitsministerium, legte die Maßnahmen der Reichsregierung zur Schaffung neuen W o hnraumes dar, die Errichtung von Kleinsiedlungen, bei denen der städtische Arbeiter durch eine hinreichend große Landzulage die Möglichkeit hat, durch Gartenbau und Kleinviehzucht einen wesentlichen Teil des Ernährungsbedarfs seiner Familie selbst zu schaffen; den Bau von Volkswohnungen für solche Familien, die aus persönlichen oder beruflichen Gründen keine Kleinsiedlung erhalten können; die Schaffung von Wohnungen für ländliche Handwer- k e r und namentlich von Heuerlingsstellen für Landarbeiter, wodurch zugleich der gefährlichen Landflucht vorgebeugt und den ländlichen Arbeitern die Möglichkeit eines Aufsteigens zur Selbständigkeit gegeben werden soll. Besonders betonte der Vortragende die Lebensnotwendigkeit der Kleinsiedlung für den Fortbestand des deutschen I Berlin, 28. Sept. (DNB.) Das ganze schaf- ende Deutschland hörte am Montagnachmittag in Gemeinschastsempfängen die historische Pro kla- mation des Führers, Die Gauleiter Wagner (München) auf dem Reichs Parteitag Der Ehre am 9. September verlesen hatte. Beamte, Ange- tellte unD Arbeiter hatten sich mit Dem Betriebs- ührer an Der Spitze in Den Fabrikhallen und Werkstätten, in Kontoren, Sitzungssälen und Arbeitszimmern versammelt, die Gesamcheit der deutschen Werktätigen der Stirn und der Faust. In Der ReichshauptstaDt sind nach Schätzungen Der Deut- chen Arbeitsfront, Deren Funkwarte umfassenDe Vorbereitungen für diesen Gemeinschaftsempfang getroffen haben, gut 80 v. H. der Werktätigen, D. h. alle dienstlich Abkömmlichen, zu diesem großen Appell zusammengekommen. Vor Übertragung der Proklamation selbst sprach der Reichsleiter Der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley. Anknüpfend an Die Fertigstellung Des tausendsten Kilometers Der Deutschen Reichsautobahnen stellte er in packenden unD mitreißenden Worten den Zuständen, Die bei Der Machtübernahme in Deutschland anzutreffen waren, die Errungenschaften gegenüber, die das Zroße Aufbauwerk Des Führers inzwischen mit sich gebracht haben. Und nun verkündet Der Führer bereits für Die nächsten vier Jahre einen Plan, Der noch g e - w a l t i g e r ist als Der erste. Was Dank marxisti- cher Hetze vor vier Jahren von vielen noch bezweifelt wurde — heute besteht kein Zweifel mehr darüber. Daß der Führer auch dieses neue Programm in Die Tat umsetzen wird. Nicht Lohnerhöhung wird Den Arbeiter besser stellen, sondern Produktionserhöhung. Schafft mehr Werte, mehr Nahrungsmittel, mehr Kleidung, mehr Wohnungen, mit einem Wort Dinge, Die Dem schaffenden Menschen ein besseres Leben garantieren. Dr. Ley sprach bann von Den Verhältnissen in Sowjetrußland, wo es Dem Bolschewismus bis heute auch nicht annähernd gelungen sei, Den Lebensstandard des Arbeiters und Bauern den Le- Berlin, 28. Sept. (DNB.) In Berlin wurde der 11. Internationale Kongreß der Autoren eröffnet, der unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels steht. Zahlreiche Delegierte aus 15 Ländern nehmen an dieser Tagung teil. Unter den zahlreichen Persönlichkeiten des kulturellen Schaffens Der ganzen Welt bemerkte man neben Dem Präsidenten Des Kongresses, Minister Alfieri, Den Chef Der Rechtsabteilung Des italienif eben Außenministeriums Giannini, eine Veihe von Vertretern Der Deutschen Reichsregie- nmg, an ihrer Spitze Reichsjustizminister Dr. Gurtner und Staatssekretär Funk. Staatssekretär Funk führte in seiner Ansprache u. a. aus- ho^r^Äee9ierun9 entbietet Ihnen durch mich herzliche Willkommensgrüße und Die besten Wünsche iihnon insbesondere übermittle ich bes Schirmherrn Des Kongresses, des Reichsrnmisters Dr. Goebbels, der am FreitagabenD zu Ihnen sprechen wirD. Die Reichsreglerung nimmt an den Verhandlungen dieses Kongresses lebhaften Anteil, zumal fein Gegenstand, der Rechtsschutz des g e i st i g e n S ch a f f e n s, in der Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates eine hervor- ragende Stellung einnimmt. Bereits im ersten 3abr der nationalsozialistischen Staatsführung wurde von uns das Gesetz über Vermittlung von Rlusikaufführungsrechten erlassen, durch das einem höchst verworrenen, die Komponisten schwer schädigenden Zustand ein Ende bereitet wurde. Das Gesetz führte für Die gewerbsmäßige Vermittlung von Aufführungsrechten an Werken Der Tonkunst einen G en e h mi gun g s z w a n g ein; die Genehmigung wirD vom PropaganDaministe- rium ausgesprochen. Die beiDen deutschen Gesellschaften Gema und GDT. waren nunmehr gezwungen, sich zu einigen. Sie schlossen sich in der „Stagma" zusammen. Durch Das Gesetz wirD Dafür gesorgt, Daß geschützte Musik nur noch Dann eine solche Menge von Kräften zu vereinigen. Dir sind entschlossen, von Diesen Kräften Gebrauch zu machen. So enthielt Denn Das Manifest, 2Ius allen diesen Gründen hat der Erste Deutsche Reifebürotab in Frankfurt nicht nur eine begrenzte sachliche Bedeutung, sondern auf ihm wurden Die Interessen Des ganzen reiselustigen Volkes vertreten. Der nationalsozia- listische Staat hat Diesen Unternehmungen, Die eine sa überaus wichtige Vermittlungsfunktton zwischen ,dem Reisepublikum einerseits unD Dem Gaststätten- unD Verkehrsgewerbe andrerseits erfüllen, gleich nach Der Machtergreifung sein besonDeres Augenmerk geschenkt. Er hat ihre iDeelle und wirtschaftliche BeDeutung gleichermaßen erkannt und auch für Die großen nationalpolitischen Ziele eingesetzt. Nach. Dem früher Die Einzelreise ganz im Vorder- grunD Des Verkehrs stanD, fetzte sich Die Gesell- schaftsreise nach Dem Weltkriege — zuerst in Den angelsächsischen Ländern und Dann auch in Deutschland — immer mehr Durch. So schossen in- folgedessen Die Reisebüros in Den letzten Jahren wie Pilze aus der Erde, und es konnte nicht aus- bleiben, daß auch Unternehmungen dabei waren, Die mehr Wert aufs VerDienen als auf Den Kundendienst legten. Von diesen Elementen wurde Die Be- rufsgruppe Der Reisebüros radikal gesäubert, so Daß heute jeder Reiselustige die Gewähr hat, feinem Geldbeutel entsprechend bedient und nicht übervorteilt $u werden. Mit gutem Gewissen können wir uns jetzt den Zaubermitteln Der Reiseführer und Reiseverführer hingeben und uns ihrer hilfreichen Dienste versichern. E.V. Wertung des französischen Franken. Wie im No- vemberstaat bei uns, so habe es auch in Frank- Der gegenwärtig in Berlin tagende Statoren- reich zunächst so ausgesehen, als ob durch eine kongreß ist in mehrfacher Hinsicht von meittragen- Flut von neuen Gesetzen über Lohnerhöhung, Ur- der Bedeutung. Das lebhafte Interesse, das die laubsregelung, Arbeitszeitverkürzung usw. ein Pa- Reichsregierung, insbesondere Der Reichsminister raDies anbrechen wollte. Aber genau wie bei uns für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. G o e b - sei nun Durch Das jüdische Taschenspie - bels, an Den Verhandlungen nimmt, kennzeichnet lerkunststück Der Inflation geraDe die hinreichend, wie sehr Das heutige Deutschland an breite Massedes Volkesaufsfchwerste allen Fragen Des geistigen und künstlerischen Schaf- i n Mitleidenschaft gezogen worden. Der fens Anteil nimmt, und wie sehr es vor allem auch Jude bleibe sich überall gleich, und hier wie dort oen Schutz Des geistigen Schassens und Dem Rechts- fei er Der Feind des ehrlichen und wahrhaften anspruch des Künstlers unD Des geistigen Arbeiters Sozialismus. überhaupt feine, tätige Aufmerksamkeit zuwenDet. Nachdem Dr. Ley dann das Wesen einer echten Daß der italienische Propagandaminister als Vor- Reoolution dahin gekennzeichnet hatte, daß sie, fitzender Den Kongreß leitet, Darf als ein Zeichen statt Die äußere Form zu verändern, die M e n - Pf5 ausgesprochenen, auf ein gemeinsames Ziel ge- schen selb st erneuere, fuhr er u. a. fort: sichteten Kulturwillens in beiden Nationen und „Die Kraft des Glaubens ist es gewesen, ihrer in der gesamten Kulturwelt vorbildlichen Die diesen neuen deutschen Menschen geschaffen hat. Entschlossenheit gewertet werden, mit allem Nach- 2ldolf Hitler siegte, weil er, als alles zu- druck dem geistigen und künstlerischen Schassen jeden sammenbrach, als einzigster an D e u t s ch l a n dj "ur denkbaren Rechtsschutz an die Seite zu stellen, und an das deutsche Volk glaubte. Sein So Darf man in Dem Berliner Kongreß eine er- Glaube hatBerge versetzt, Hot ein ganzes steuliche Dokumentierung iDeetter unD praktischer Volk verwandelt. Deutschland wird unbesiegbar fein, Gemeinschaftsarbeit auf kulturellem Gebiet er- solange dieser Quell Des Glaubens in unserem blicken; Die bereits angefünDigte Rebe von Reichs- Volke vorhanden sein wird. Aus diesem Glauben Minister Dr. Goebbels verdient im Hinblick auf kommt unsere Gemeinschaft, unsere Kraft und unsere fein.e internationale Zusammensetzung die erhöhte Freude. Es ist eine Gemeinschaft, Die nicht auf Den Aufmerksamkeit aller am geistigen Leben in Deutsch- Profit sieht, eine Kraft, Die Die Sorgen des Mit- i?ud und einer friedlichen Zusammenarbeit Der Menschen teilt, und eine edle und wahre Freude, Kulturnationen innerlich Beteiligten. die immer Da ist, wo Idealen nachgestrebt wird. Der Führer war ein Arbeiter wie Du, hat selbst abJ\ bat- fiCx bÄeflt ®ie k»n°r anderen Nation liegt das W ° n d ° r n Durch feinen Glauben. So glauben wir, Daß Der unD Reifen Dem Deutschen im Wut s, g«, d^Achtunkunddie Lebens'mägUchlesf'in der Das sie auch veranlaßt, zur Erweiterung ihres Ge- sichtskreises fremDe Länder und Städte aufzusuchen. Es ist auf diese Fernfehnsucht, Die vor allem ein Erbteil aller germanischen Völker ist unD Die sich unter den neuzeitlichen Lebensformen gleichzeitig mit Dem praktischen Ziel Der Urlaubserholung ver- binbet, mit zurückzuführen, daß die Mittler Des modernen Reiseverkehrs, Die Reisebüros, eine fast magische Anziehungskraft auf Die Menschen unserer Zeit auszuüben scheinen. Die oielverspre- chenDen, buntfarbigen Plakate an Den Anschlag- foulen unD in den Schaufenstern locken unmiDer- stehlich, mit den berufenen Agenten Des Reifeglücks 'm nähere Beziehungen zu treten, und nur allzu gerne läßt man sich von Der erregenden Atmosphäre ber Reisebüros gefangennehmen, Die eine seltsame Mischung von nüchternster Zweckmäßigkeit und träumerischer Romantik sind. Man verlangt von dem Mann hinter Dem Schalter ganz sachlich eine Fahrkarte nach Tuntenhausen oder eine Auskunft über Die schnellste Reisemöglickkeit nach Istanbul und bebt Doch innerlich vor gespannter Erwartung auf Das große Erlebnis. Dies Doppelgesicht, welches Das Reisebüro Dem Publikum zukehrt, ist nicht zufällig entstanden, sondern es entspricht auch Der doppelten Aufgabe, Die Dieses Gewerbe zu erfüllen hat. Die Reisebüros sollen nicht nur Fahrkarten verkaufen, fonDern sie sollen auch PropaganDisten ihrer Idee, sie sollen FörDerer unD Lenker Des Reiseverkehrs sein. ist es gelungen, Die Not ber Stu- gelang, einigermaßen zu beheben. Im gen. W Des Reichserziehungsmi-l , v __ ..... . . . ______ . , lesen wir. Daß im Schuljahr 1935/36 das — nach Dem Beschluß Des Kongresses von an Den preußischen höheren Schulen einschließlich Sevilla — Den Regierungen Die Forderungen der NS-Anstalten 459 statt 200 Studienassessoren der Autoren unterbreiten sollte. Das, unD -innen angestellt werden konnten. Die Anwär- woraus Die Autoren in unserer Zeit sozialen Um- terlifte ist im letzten Jahr nur um 50 Mann ge- druchs nicht verzichten können: wachsen gegenüber 567 im Vorjahr und 731 im 1. Das Zusammenfällen ber geistigen Urheber- Jahre 1933/34. Nur 200 ober 5 Prozent aller schäft mit Der physischen Person Des Schöpfers; Assessoren waren unbeschäftigt Es 2. das Rechl des Aulars auf fein -»wä ms: -ü1 y.?> <-• unterzubringen. Heute beträgt Das Durchschnitts- $ca“f Gbwmmmlell.« Diese GrunDsahe sind alter Der Stellenanwärter 33 Jahre, leiDer immer nun unfcrc »»Verfassung. Dir finD bereit, zu noch viel zu hoch, wenn man sich überlegt, Daß ihrer VerteiDigung unsere ganze Energie in Die Diese AkaDerniker Doch auch einmal heiraten sollen. Waagschale zu werfen. Schlimmer noch als bei Den Assessoren liegen Die Zahlreiche wichtige Fragen roerDen auf Dieser Anstellungsverhältnisse bei Den Asse sso rinn en, Tagung besprochen werben; ich möchte befonDers Die mit 1741 erheblich mehr sind als Die 1610 fest Die wichtige Frage her Autorenrechte in Der angestellten Studienrätinnen. Wie Die Assessorinnen Filmproduktion hervorheben. Die sittliche unterzubringen finD, kann angesichts Des geplanten unD wirtschaftliche GrunDlage Des Autorenrechts Umbaus Der höheren MäDchenschulbildung noch läßt keine Ausnahmen zu, unD in Dieser Hinsicht nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. | haben wir volles Vertrauen zu Der Klugheit unD her Rechtlichkeit bes beutschen Gesetzgebers. Wenn wir, so schloß Minister Alfieri, klar unb zielbewußt an ber geistigen Entwickelung arbeiten, bie jebe Nation burchmacht, wenn wir immer vernünftiger bie Regelung ber wirtschaftlichen Grunblagen ber Geistesbeziehungen ber Staaten förbern, bie oft bie Grenzen bes streng Gesetzmäßigen überschreiten, so werben wir am Horizont ben festen Willen gewahr, überall bie Ehre und ben Frieben ber Völker gegen blinbe Zerstörungssucht zu schützen." An bie Eröffnungssitzung schloß sich sogleich bie erste Arbeitstagung. unb Die deutsche Kolonie begrüßten Dr. Goebbels f ren werden nie vergessen, was Sie Herrn Dr. stürmischer Freude. Kurz nach 16 Uhr erfolgte Goebbels verdanken, Der uns klug, entschlossen Rückflug nach Berlin, wo her Minister unb kraftvoll b-eiftanb, wie wir es alle an ihm 19.30 Uhr eintraf. kennen. , .. , - - Vor zehn Jahren umfaßte der Verband nur die UCuCrOltCrtC otuoicttoffcnorcn dramatischen Autoren. Aber unsere Familie wuchs, imdffit? bis sie schließlich alle Autoren in vier Verbänden uniergevraaji. erfaßte. Wir können stolz darauf fein, daß es die Oie Einnahme Toledos erleichtert den Angriff auf die Hauptstadt sehen in den Kadetten vom Alkazar das unverfälschte Wesen und die Größe der spanischen Nation verkörpert. E. V. Oie belgischen Fliegerunteroffiziere enttäuscht aus Spanien zurückgekehrt. Brüssel, 29. Sept. (DNB.) Die beiden belgischen Fliegerunteroffiziere Jakobs und Han» finge aus Toledo nicht in die Hauptstadt hinein, UM eine Panik zu vermeiden. Rudolf Heß beglückwünscht die Helden des Alkazar. München, 28. Sept Der Slellver- tretet des Führers Rudolf Heß, hat namens der Partei an die Helden des Alkazar und ihre Befreier folgendes Telegramm gesandt: Die nationalsozialistische Partei Deutschlands sendet den Helden des Alkazar und ihren Befreiern die herzlichsten Glückwünsche. Rudolf Heß. Freudentaumel aus. Die Uniformen zerrissen, die Gesichter hohlwangig, so kamen die tapferen Verteidiger des Alcazar aus den Trümmern der Festung. Sogar die Verwundeten schleppten sich ins Freie und riefen ohne Unterlaß: „Es lebe Spanien!" Die ebenfalls aus den Gewölben befreiten Frauen knieten nieder, bekreuzigten sich und weinten vor Freude. Wie der Sonderberichterstatter des „Diario de Lisboa" meldet, ist man in militärischen Kreisen der Nationalisten davon überzeugt, daß die Einnahme von Madrid durch den Fall Toledos sehr erleichtert worden ist. Nach Mitteilungen der Gruppe Castejon können sofort weitere 30 Kilometer in Richtung auf Madrid ohne ernstlichen Widerstand besetzt werden. Die ersten größeren Gefechte würden voraussichtlich er st vor den Toren von Madrid stattfinden, da in der Provinz Toledo ebenes Gelände vorherrscht, das kaum eine Verteidigung gestattet. Erst hinter dem Madrider Flughafen Getafe werde die Landschaft wieder hügelig. Die nationale Luftwaffe werde die Ennahme von Madrid durch einen Angriff auf den Flughafen Getafe einleiten, anschließend werde der Sturm auf die Hauptstadt stattfinden. Das marxistische Militärkommando in Madrid lasse die Flücht- nach Paris, um die Schließung der Aentralmarkthalle zu erzwingen. Der größte Teil der Gemüsebauern konnte durch schnell zusammengezogene Polizei an den Toren ab- gefangen und heimb - sö r d e r werden. Einem Teil gelang es bis an die Markthalle vorzudringen, wo es zu Lärmszenen kam, die durch die Polizei beigelegt wurden. Lebhafte Abwertungsdebatte in der französischen Kammer Beträchtliche Mehrheit für die ersten Artikel der Regierungsvorlage. — Bium verzichtet auf die gleitende Lohnskala. Keine Aenderung der deutschen Währungspolitik. Berlin, 28. Sept. (DNB.) Der Zentral- ausfchuh der Reichsbank ist auf Mittwoch, den 30. September 1936, 16 Uhr, einberufen, um eine Erklärung des Reichsbankpra- fibenten über die deutsche Auffassung zur Wäh- rungslage entgegenzunehmen. Line Aenderung der deutschen Währungspolitik steht nicht in Frage. Schließung der italienischen Börsen bis 30. September. Mailand, 28. Sept. (DNB.) Durch einen Erlaß wurden sämtliche italienischen Börsen für die Zeit vom 28. bis 30. September geschlossen. In Finanzkreisen wird der Meinung Ausdruck gegeben, daß diese Börsensperre nur als eine Vorsichtsmaßnahme zur Unterbindung von Spekulationsmanöoern zu betrachten sei. Französisch-englische Konferenzpläne. P a r i 5 , 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Echo de Paris", „Oeuvre" und andere Blätter melden aus Genf, daß ein französisch-englischer Vorschlag zur Beseitigung der Zoll-Kontingente und der Währungskontrolle vorbereitet werde. Nach dem „Oeuvre" wird Ministerpräsident Blum Ende der Woche in Genf den Zusammentritt einer Konferenz in Basel vorschlagen. Angleichung der lettischen Währung an das englische Pfund. R i g a , 29. Sept. (DNB.) Das lettische Minister- kabinett beschloß, Aenderungen im Devisengesetz oorzunehmen, auf Grund deren der Lat dem englischen Pfund angeglichen wird. Damit wird das ursprüngliche Verhältnis zwischen dem Lat und dem englischen Pfund, wie es bis zum Jahre 1931 bestand, wiederhergestellt, also 1 Pfund Sterling kostet wieder 25,22 Lat. gierung vorgenommene Entwertungsoperation laufe Gefahr, wirkungslos zu werden, sie sei sicher eine Ungerechtigkeit. Der ehemalige Finanzminister und radikalsozialistische Abgeordnete Bonnet unterstrich die schwerwiegenden Bedenken seiner Partei gegen die Abwertung; die gemeinsame Erklärung enthalte keine rechtlichen Stabilisierungsverpflichtungen der Engländer und Amerikaner. Besondere Bedenken äußerte Bonnet gegenüber der geplanten gleitenden Lohnskala, mit der die Regierung eingestehe, daß sie eine Preis st eigerung erwarte. Diese Preissteigerung bedeute aber den Mißerfolg der Währungsmaßnahmen. Der als Vorkämpfer der Abwertung bekannte ehemalige Finanzminister und rechtsgerichtete Abgeordnete Paul R e y na u d bedauerte, daß die Abwertung verspätet beschlossen worden sei und Frankreich unnötig viel Geld verloren und die Wirtschaft unnütze Schäden erlitten hätte. Jetzt spiele Frankreich seine letzte Karte aus. Wenn die Regierung ihre bisherige Politik fortsetzen würde, würde bald eine neue Abwertung notwendig werden. Nach Ausführungen des Kommunisten Duclos wurde die allgemeine Aussprache geschlossen. Artikel 1 der Vorlage, der den Grundsatz der Abwertung enthält, wurde mit 343 gegen 252 Stimmen a n - genommen. Zu dem Artikel 2 brachte der rechtsgerichtete Abgeordnete Marin einen Ergänzungsantrag ein, nach dem der neue Goldwert des Franken nur durch das Parlament festgesetzt werden könnte. Mit 349 gegen 210 Stimmen wurde der Antrag Marin abgelehnt und der Artikel2 in dem Wortlaut der Regierungsvorlage angenommen. Zu Artikel 3 brachte Marin wiederum einen Ergänzungsantrag ein, wonach in den drei Monaten, die auf die Festsetzung des neuen Goldwertes des Franken folgen, die Goldprägung beschleunigt ausgenommen werden müsse, um das Gold wieder in Umlauf zu bringen. Marin erklärte, der Skandal müsse abgestellt werden, daß nur Reiche Gold kaufen könnten. Mit 351 gegen 231 Stimmen wurde auch dieser Antrag g e ■ lehnt. Darauf wurden die Artikel 3 bis 13 nacheinander angenommen. t v , Dann gab der Kammerpräsident bekannt, daß die nächsten Artikel der Regierungsvorlage, die ursprünglich die Bestimmungen über die gleitende Lohn kala enthielten, durch einen neuen Wortlaut ersetzt werden sollen. Danach soll die Regierung bis zum 31. Dezember 1936 bevollmächtigt werden, auf dem Verordnunaswege M a tz- nah m e n z u r V e r h i n d e r u n g de r Pr e i s - steiaerunwiss"nhaft über die Jungen. Zwei italienische Flugzeuge verunglückt. Ein Flugzeug der italienischen Luftverkehrsgesellschaft streifte beim Rückflug nach Bengasi (Tripolis) die Aufbauten eines Schiffes und stürzte ins Meer. Vier Mitglieder der Besatzung und fünf Spezialarbeiter kamen dabei ums Leben. Ein Telegraphist wurde verletzt. Das Flugzeug war kurz vor der Katastrophe in Bengasi aufgestiegen, ZU kauf, pesncht. Schriftliche Angebote U.6115D Filet von Seelachs i-00 Gramm 48 daß heute ein junger Mensch von 22 Fahren dem ganzen Wiederaufbau unserer Wehrmacht und gar der Einberufung des Jahrganges 1914, dem M. elbft angehört, unmöglich so gleichgültig gegenüoer- stehen kann, daß er von der Aushebung nichts wi sen sollte. Das Gericht verurteilte M. wegen Uebertretung der Verordnung zur Musterung und Aushebung zu einer Geldstrafe von 10 RM. und •Tagung der Kosten des Verfahrens. Dieser Fall t wieder ein schlagender Beweis dafür, wie notwendig es ist, daß jeder Volksgenosse eine Zeitung hält. Dor Gericht kann sich niemand damit entschuldigen, er hätte diese und jene Anordnung nicht gelesen. Eine kahenmutter und sieben kleine Entlein. Bei einem Tischlermeister in Flechtingen bei Kassel hat sich eine merkwürdige Tiergeschichte zu- getragen. Die Hauskatze bekam Junge, die Katzen- kinder gingen aber schon nach einigen Tagen ein. Zur gleichen Zeit brütete eine Glucke sieben kleine „Echo de Paris" schreibt, Litwinows Ausführungen zeigten deutlich die Furcht der Moskauer Regierung vor dem Westpa k t p l a n. Indem er dem Revisionsgedanken Edens den Prozeß gemacht habe, werfe sich der Volkskommissar zum Vertreter der mitteleuropäischen Verbündeten Frankreichs auf. Wenn Litwinow den Nationalsozialismus der Einmischung in anderen Ländern verdächtigt, so sei das nur ein Druck, solange Moskau nicht durch Tatsachen bewiesen habe, daß es sich um die inneren Angelegenheiten anderer Länder nicht kümmere. — „Journal" erklärt, man könne seinen Augen und Ohren nicht trauen. Hell auflachen müssen man, wenn man den Vertreter eines Regimes, das Methoden gebrauche, wie der Bolschewismus in Rußland, von der Zerstörung sämtlicher Schätze des Geistes und Jahrhunderte alter Menschheitskultur sprechen höre. Man glaube zu träumen bei der Erklärung, daß die Sowjets niemals einen Kreuzzug gepredigt hätten. Sei denn Litwinows Rede in Genf elroas anderes als ein Aufruf zu einem Kreuzzug gegen Deutschland. „Matin" weist auf die angebliche Abkühlung der französisch-sowjetrussischen Verhältnisse hin. Moskau sei sich der tiefen Abneigung der französischen Volksmassen gegen d i e kommuni st ischen Gedankengänge klar geworden; außerdem habe es mit unverhohlenem Mißfallen den kürzlichen Besuch des polnischen General st abschefs in Paris ausgenommen in der Annahme, daß Frankreich sich trotz des französisch-sowjetrussischen Paktes in Warschau eine Rückversicherung geholt habe. Litwinow habe daneben gegriffen, wenn er die Einberufung einer allgemeinen Friedenskonferenz vorschlage, und die Abrüstungskonferenz zu einem demagogischen Jahrmarkt machen möchte. Er fordere alle Politiker zur Teilnahme auf, richte aber solche Angriffe gegen Deutschland, daß er praktisch Deutschlands Mitwirkung verhindere. Seine Rede sei im Grunde genommen nur ein Aufruf zur Bildung eines Mächteblocks gegen Deutschlands im Rahmen des Völkerbundes. Auch der „Figaro" meint, wenn Litwinow sich zum Verfechter der Zivilisation gegen die Barbarei aufwerfe, sei das ein starkes Stück. Wenn er von allgemeiner Sicherheit spreche, dann müsse er es gefällig unterlassen, die Sicherheit in Westeuropa zu verhindern. Gut erhaltener KMemWU billig abzugeben. Ebenfalls einen noch nicht gebt. eleklr.Myerü Zu, erfragen in d. Geschäftsstelle d.Gietz.Anz. 193U-.2.L) 2 Mittwoch- Miete Gustav Kilian Ein altmodisches Stück v. Harald Bratt Preise von 0.60-3.00 RM. 8000 RM. Hypothek auf erstklassiges Wohngrundstück an erster Stelle gesucht. Schrift!. Angebote unter 04439 and.Gieß. Anzeiger erbet. 20.00 -22.15 Donna Diana 0.60 — 3.00 RM. 611OD Für Mitte Oktober wird durchaus perfekter, an selbständige Arbeit gewöhnter Metzgergeselle in Dauerstellung gesucht. Bewerb, unt.61131) an den Gieß. Anzeiger. Auch im Schwarzwald hat es geschneit. Montagfrüh prangten die höchsten Höhen des südlichen Schwarzwaldes — Feldberg und Schauinsland — in weißem Winterkleid. Der Schauinsland meldet 10 Zentimeter Schneehöhe, der Feldberg 5 bis 7 Zentimeter. Explosion in einer Schreibmaschinenfabrik. In der Europa-Schreibmaschmen AG. in Erfurt ereignete sich eine Explosion, die ein Todesopfer und vier Verletzte forderte. In der Lackiererei des Werkes stürzte ein mit Eisenlack gefüllter Behälter um und geriet in Brand. Auf die Hilferufe der in der Lackeriererei beschäftigten Frauen kamen sofort Werkskameraden zur Hilfe, um den Brand zu löschen. Plötzlich stieg eine gewaltige Stichflamme empor, der eine heftige Explosion folgte. Den Frauen gelang es noch, sich in Sicherheit zu bringen. Der 34jährige Schleifer Fischer wurde aber noch von den Flammen erfaßt und erlitt so schwere Brandwunden, daß er kurz danach starb. Vier weitere Arbeitskameraden erlitten leichtere Verletzungen. Der Sachschaden ist Nicht sehr erheblich, der Betrieb erleidet keine Ein- schränkunon. Er las keine Zeikung — und versäumte die Musterung. Der 22 Jahre alte I. M. sollte am 27. August zur Musterung nach Hall in Württemberg kommen, fehlte aber bei der Verlesung. Das Bürgermeisteramt Hessental wurde benachrichtigt, worauf sich M. verspätet einfand und vom Oberamt durch polizeiliche Strafverfügung einen Strafzettel über 3 RM. erhielt. M. behauptete, er habe von dem Musterungsbefehl nichts gewußt, weigerte sich, die Strafe anzuerkennen und ließ die Sache vor dem Gericht verhandeln. Auch hier behauptete er steif und fest, er habe von feiner Gestellungspflicht nichts gewußt, er habe die Bekanntmachungen, die wiederholt in der Ortspresse erschienen, nicht ge- lesen. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, Üttvinow in her Pose des Friedensfreundes. Oer Bolschewismus spielt sich in Genf als Hüter der Ordnung auf. — Ver nichtende Kritik der pariser presse. Goldbarsch, kopflos 5 0 Gramm 35 Pf. Kabeljau, kopflos 500 Gramm 40 Pf. Die Fischhändler: 0. Aeemann. Walilorslrafie 2 W. Haas. ScbQberistrafie 2 6109a B. Baah, Friedensstrabe 2 h. Rodenhanseo, Bismarckstr. 30 I. Maternus, Klioikslraije 22 A. Koch Nachfolger. 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Der ungarische Vertreter General T a n c z o s behandelte dann die Völkerbundsreform, wobei er hervorhob, daß die ungarische Regierung vor allem eine Verbesserung des Verfahrens zur Kriegsverhütung für notwendig halte. Das vorbeugende Verfahren der Völkerbundssatzung könne nicht befriedigend fein, Artikel 19 (Revision) müsse vielmehr als die festeste Stütze des Friedens- werkes betrachtet werden. Die ungarische Regierung könne sich nicht an regionalen Hilfeleistungspakten beteiligen, die kein anderes Ziel hätten, als den gegenwärtigen Stand der Dinge zu verewigen. SMota. Schr. Angeb. m. Mietpreis unter 01440 a.d.G.A. Sonniges, saub., gut möbliertes Mm (mit Schreibtisch u.Bücherschrank' für sofort zu mieten gesucht. Preisangebote unter 6116D an den Gießen. An- zeiger erbeten. Berufstätige Studentin sucht geräumiges un- möbliert.Zimm. a. Mans.-Zimm. wenn mögt mit Zentralheizung. Schr.Angeb.unt. 04445 a.d.G.A. Gloetfipftf ßQ ui «ab«« einer Amet«, ipoerveur. 6d UI iimmunmiiiiiiiiiiiiiii Gießen, Minden, den 28 September 1936. Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bitten wir abzusthen. PMietgesuche~| |Wohnungstausch] Bnh. Mieter such, sofort ob. später MngeWMsllnleiMlM f!^^ctu9rrItmatoinen6i:Qnc6e Obervertreter öesen Gehalt, Provision und Superprnvision. Nur Herren, die ahnl. Position schon bekleid, laben, senden kurze Zuschrift u. 6105D an den Gieß. Anzeiger. Gesund., kinderl. Mädchen zuverl. u. sauber sofort o. 15. Oft. in ruhig. Privathaushaltgesucht. Gute Behandlg. und Bezahlung. Eilmeldung.unt. 04448 a.d.G.A. Ä sirn be-n Gießener Walltorstr. 4 v. Anzeiger erbet. „ Gine, 66540 7-d. 9-Zim.-Wohg. will 2 bis 3 Zimm mit Zentrhzg. u. bei. Zugang, bei. als Büro geeig., alsb. zu oerm. Archit.Nicolaus A.d.Job.Kirche 5 (Hindenburgw.) 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Wegen Ueberschreitung der Großhandelspreise von Fleisch und dauernder Nichtbeachtung der zur Sicherstellung der Fleischversorgung des deutschen Volkes erlassenen Vorschriften mußte der Schlächter P. in Hartenholm (Kreis Seegeberg) in Schutzhast genommen werden, weil er durch fein Verhalten eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung herbeiführte; außerdem erhielt er eine Ordnungsstrafe von 500 Mark. Gedenkfeier der kaiserswerther Diakonissenanstatten. Die Diakonissenan ft alten in Kaiserswerth am Rhein feiern in diesen Tagen ihr hundertjähriges Bestehen. Den Mittelpunkt der Feierlichkeiten bildete eine Gedenkfeier, die in erster Linie eine Ehrung des Gründers darstellte, und zu der zahlreiche Gäste gekommen märens Fast 10 (00 Personen waren versammelt. Nach einem Gottesdienst, bei dem der Anstaltsvorsteher Pastor Graf von Lüttichau die Festpredigt hielt, begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes des Rheinisch-Westfälischen Diakonissenvereins, Oberregierungsrat von C v s s e l, die Erschienenen. Pastor D i e s s e l h o s s, ein Enkel des Gründers, Pastor Fliedner, erstattete den Jubiläumsbericht. Regierungspräsident Schmid überrachte die Grüße und Wünsche der Staatsregierung. Vom 12. bis 18. Oktober tagt dis Kaiserswerther Generalkonferenz, zu der Abordnungen aus aller Welt eintreffen werden. Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Die Großwetterlage zeigt ein Hochdruckgebiet über England und Wirbeltätigkeit über Nord- und Osteuropa. Die Ueberflutung des europäischen Festlandes mit Kaltlust hat daher noch weitere Fortschritte gemacht, so daß die am Montag aufgetretenen Schauer auch in den niederen Mittelgebirgen teilweise aus Schnee bestanden, und in der vergangenen Nacht die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe zurück- gingen. Zur Zeit macht sich das Hereindringen der Kaltlust in Aufheiterung bemerkbar, doch ist bei der gegebenen Wetterlage unbedingt niederschlagsfreies Wetter nicht gewährleistet. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, bei Winden um Nord für die Jahreszeit zu kalt. Lufttemperaturen am 28. September: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 6,6 Grad ; am 29. September: morgens 4,2 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum heute nacht 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September: abends 10,2 Grad; am 29. September: morgens 8,1 Grad. — Sonnenschein- dauer 1,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: ur den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Drurf unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gwßen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 2o JPf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. wehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur ZDt ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. morgeDliilfe bei wiederhollen Auf. MO aumsilöeigelö kauft ständig All» Skier Juwelier 04428 Bahnhofstr. 1. | Verschiedenes! Grüner Menslllilli entflogen. 04447 Abzugeben muüstr.lOI, Suche Stellung als 6io?d Mwagenfaire. Bin 20 Jahre u. im Bes. d. Führerscheins III. Ernst Wagner Langd bei Hungen. 1 Verkäufe 1 Zentralheizung Buderus-Heiz- kessel, 60000 W.° E., Warm Mass., billig abzugeben. Schr. Anfr. unt. 6097D a.d.G.A. Verkant :Wasch- brett (30 Rpf.), em. Waschständ. 100:35:55 (80), 9 Honigtöpfe (je 10),Küchenhobel (20), vernickelte Kaffeekanne (50) Ablaufbrett (30) Petrol. Klavierlampe (60), Eck- garderobeständ. 200:69 (2.50), led. Schulranzen (70),Stelzens 30) Schaukelpferd (50), Roller(80), Schachbrett. Perlm., geschn. M?nb^Fig.(40 Mk.), Wandkaf- feemühle(l). >.«« eriedilchstr.lOlll. Weißer Mdrtrd nut abgeschloss. Korridor, gegen eme gleich große Wohn, zu tausch. ges.Schr.Ang.u. 04441 a.d.G.A. [Stellenangebote] Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nur Zeugnis» abichriften Dem Be- werbungSichreiven bet» 'egen - LtchtbilDer unoBewerbungSunter- 'agen müssen ;ur Ver» meidung oon Verlusten aus Der iHüdlelte Kamen unD Änschrsst oeS Bewerbers tragenl Tüchtiges MM für sofort oder später gesucht. Frau Emmy DrieschWwe. 6i2iDSeltersw.es. Der sowjetrussische Vertreter Litwinow hielt dann eine Rede, in der er sich scheinheilig als Vorkämpfer der Ideen des Friedens und der internationalen Ordnung aufspielte. Er verabsäumte nicht, auf angebliche Vorherrschaftspläne und Kriegsvorbereitungen zu verweisen, die durch „wirksames Handeln und durch Organisierung des kollektiven Widerstandes" beantwortet werden müßten. Die von der Sowjetunion befürworteten Regionalpakte müßten ihren Platz in dem allgemeinen System der kollektiven Sicherheit erhalten. Dabei müsse auch ur die Sicherheit derjenigen Länder gesorgt werden, die nicht in einen solchen Pakt eingeschlossen sind. Nur wenn die Zustimmung aller interessierten Staaten gesichert sei, sei eine Revision nach Artikel 19 erwünscht. Wie nicht anders zu erwarten, schloß der Vertreter Sowjetrußlands mit den bei ihm üblichen plumpen Verdächtigungen der deutschen Politik, deren angebliche Tendenz es überflüssig und gefährlich mache, auf die Mitarbeit Deutschlands in Genf zu rechnen. Im übrigen ließ sich Litwinow die Gelegenheit nicht entgehen, auch in dieser Rede für den alten sowjetrussischen Plan einer ogenannten Friedenskonferenz und die Einberu- ung des Studienausschusses für die europäische Union einzutreten. ♦ Zwelscb Zentr. Mk. 4.50, abBaurn-Laden« theke und Regal zu verkaufen. Wernerwall Nr. 24 vt. 04446 | Kaufgesuche | Maputos sels, die kürzlich nach Spanien desertiert waren, wo sie in ein Fliegerlager der Roten Armee eingetreten waren, sind wieder von dort geflüchtet und nach Brüssel zurückgekehrt. Sie wurden sofort einem Militärgericht vorgeführt. Sie erzählten, daß sie zunächst nach Paris gegangen seien, wo man ihnen Geld gegeben habe. In Spanien habe man s i ch geweigert, ihnen den vereinbarten Lohn zu zahlen. Es sei ihnen dann gelungen, zu entfliehen und nach Brüssel zurückzukehren. Aus aller Wett. Münchener Oktoberfest. Den Höhepunkt des Münchener Oktoberfestes bildet seit Jahrzehnten der Festzug der Landesschutzen am Oktoberfest-Hauptsonntag. Dieser Fest- zug war diesmal wegen des 40jährigen Jubiläums des Landesschießens besonders schön gestaltet. Die Armbrustschützengilde Winzerer Fähndl und das Frundsberger Fähndl eröffneten den Zug, in dem nicht weniger als 40 Musikkapellen marschierten. Mit herzlicher Freude wurde die Gruppe Oesterreich begrüßt. Der Wiener und Niederösterreichische Kapselschützenoerband und der Kapselschützenverband für Oesterreich und Salzburg. Die Schützenoerbände von Baden, Württemberg und der Pfalz, aus Franken und der Bayrischen Ostmark, aus Oberbayern, Schwaben und dem Chiemgau schlossen sich an. Der ganze Marschweg war mit dichten Menschenmauern umsäumt. Annähernd 140 000 Personen sind in den letzten Tagen mit Sonderzügen und fahrplanmäßigen Zügen in München zum Oktoberfest eingetroffen. Auf der Festwiese konnte man trotz des trüben und kühlen Wetters und trotz des leichten Sprühregens, der gegen Abend einsetzte, sich nur Schritt für Schritt vorwärtsschieben. Eine so ungeheure Zahl von Wiesenbesuchern ist wohl kaum noch dagewesen. Und alle die vielen Tausende waren in schönster Stimmung. Dienstag, 29. September 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 228 Zweites Blatt in Detmold Grabbe-Aus st ellung Die illustriert d" de- Richters °d7rch in Tokio wird also das zweite sein, Briefe und Drucke, Porträts, Städtebitder, das im Fernen Osten gebaut wird, und das 25. (einer Manuskripte und Erstdrucke. I ^rt, das in der Welt besteh . Wenn in diesen Herbsttagen der Sturm tagelang über Helgoland dahingefegt ist und der Blanke Hans meterhohe Wellen mit ungebändigter Wucht an die roten Felsen geworfen hat, so daß überall noch der Tang in Fetzen herumliegt, dann kann sich der Naturfreund aus ein ganz besonderes Schauspiel gefaßt machen, vorausgesetzt, daß der Himmel noch bedeckt und der Sturm endgültig vorüber ist. Dann gibt es auch für die Leute von der Helgoländer Vogelwarte nur ein Ziel: Nachts auf den Leuchtturm mit Säcken und Fanggerät, um die nächtlich ziehenden Vögel auf der Reise für kurze Zeit zu arretieren — und es fliegen eine Menge in der Nacht! Und wir gehen hin, wenn die Sonne längst hinter dem grauen Horizont verschwunden ist und die Lichtkegel des Leuchtturms schon ein paar gute Stunden kreisen. Silberweiß wischt ihre Lichtslut durch den blaugrauen Dämmer, unheimlich regelmäßig huscht sie über den benachbarten Signal- turm. — Dichter und unsichtiger wird die Nacht, grellweiß bohren sich die Lichtstrahlen in das dunstige Schwarz, wandern wie übergroße Windmühlenflügel stet und leise ihre geisterhafte Bahn. In Berlin wurde ein Vertrag über Lieferung des Instrumentes mit Zubehör und Zusatzgeräten für ein Ze iß - Planetarium in Tokio, der Stadt der XII. Olympischen Spiele, unterzeichnet. Dieses neue Zeiß-Planetarium wird in einem Kuppelraum auf dem Gebäude des Zeitungsverlages Jiji Shinposha in Tokio Marunouchi aufgestellt werden. Später wird es in das Eigentum des Astro- nomical-Education-Museums in Tokio ohne Veränderung des Standortes übergehen. Mitte Oktober werden das Instrument und die Zusatzgeräte auch für ein Zeiß-Planetarium, das in Osaka errichtet werden soll, nach Japan verschifft werden. Das Zeitz- den polnischen Gebieten sehr stark, sie hat nach 1918 von neuem eingesetzt und ist erst durch die Einwanderungsbeschränkungen der fremden Staaten im Verlaufe der Weltwirtschaftskrise zu einem künstlichen Stillstand gebracht worden. Immerhin war noch zwischen 1926 und 1930 ein Ueberschuß der Auswanderung über die Rückwanderung, der jährlich etwa 100 000 Personen betrug, festzustellen. Dies Verhältnis ist immer ungünstiger geworden, seitdem die Ueberseeländer ihre Einwanderungssperren errichteten und seitdem auch die europäischen Staaten, wie beispielsweise Frankreich, die polnischen Arbeiter massenweise in ihre Heimat zurückschickten. Allein aus Frankreich wurden im vorigen Jahre nicht weniger als 35 000 polnische Arbeiter ausgewiesen, während nur 1400Polen zuwanderten. Eine gewisse Entlastung bedeutete dagegen der zunehmende jüdische Auswand erungs- strom nach Palästina, eine Ursache Übrigens für die dringenden Vorstellungen, die Polen in London erhob und die von England ein Festbleiben in der palästinischen Frage forderten. Im vorigen Jahre wanderten 25 000 Juden aus Polen aus, und es ist verständlich, daß die Warschauer Regierung jedes Hindernis für diese Emigration beseitigen möchte. Der jährliche Geburtenüberschuß des polnischen Volkes beträgt 12,1 pro Tausend. Da überdies seit fünf Jahren insgesamt die Ein- bzw Rückwanderung die Auswanderung bereits um ein Weniges übertrifft, muß sich der so entstehende Be- völkerungsdruck irgendwie entladen. Der Aufbau neuer Exportindustrien oder die Erschließung neuen Ackerbodens kann das Uebel nur in beschränktem Maße beseitigen, da für einen solchen innerpolnischen Aufbau die wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Voraussetzungen einstweilen noch fehlen. Die polnische Kolonialforderung verlangt Siedlungsraum. Die Zuteilung von Kolonien an Polen ist aber um so schwieriger, als die Erde bereits auf- geteilt ist und Polen auch nie zuvor Kolonialmacht war, also keine eigenen Mandate besitzt. Einige Theoretiker von der See- und Kolonialliga machen nun folgendes geltend: Polen habe 13 v. H. des deutschen Staatsgebietes aus der Vorkriegszeit übernommen und habe dementsprechend auch Anspruch auf 13 v. H. des ehemaligen deutschen Kolonialbesitzes. Aber diese Begründung ist wenig logisch, da ja Deutschland nicht 87 v. H. seiner Kolonien behalten, sondern 100 v. H. verloren hat. Es kann nicht im Sinne der Warschauer Wünsche liegen, mit solchen Rechenerempeln eine Kolonialpolitik zu treiben, die nur durch die Zusammenarbeit aller an dieser Frage interessierten Mächte zum Erfolge geführt werden kann. Kunst und Wissenschaft. Neue Wege der Kreislausforschung. Beim ärztlichen Fortbildungskursus in Bad-Nau- heim referierte Professor Bohnenkamp (Freiburg) über die „Beurteilung des Kreislaufkranken" und' ging dabei auf die diagnostischen Untersuchungsmethoden ein. lieber die allgemeine Therapie des Kreislaufkranken äußerte sich Professor Re in wein (Gießen). Er forderte, daß der Arzt nicht Krankheiten, sondern Kranke behandeln solle, und daß deshalb ein enger Kontakt im Sinne einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Arzt und Patient bestehen müsse. In fesselnder - Weise befaßte- sich Professor Schultz (Berlin) mit der „Seelischen Führung des Kreislaufkranken". Professor Vol- hard (Frankfurt) schilderte die „Beeinflussung des Wasserhaushalts", Professor Knipping (Düsseldorf) die „Atmungstherapie bei Kreislaufkranken", Professor Weber (Bad-Nauheim) „Die Behandlung von Kreislaufstörungen mit Kohlenfäure- bädern". Deutschland am Brüsseler krebssorscherkongreh hervorragend beteiligt. Der 2. Internationale Kongreß für Gloria-Palast: „Straßenmusik". Wir haben das Volksstück von Paul Schurek, das über viele deutsche Bühnen gegangen ist, vor einiger Zeit hier auf dem Theater gesehen-, mittler« weile hat die Bavaria einen Film daraus gemacht, und es ist, von etlichen räumlichen Ausweitungen abgesehen, welche die bewegliche Kamera sich leicht gestalten kann, die gleiche Geschichte geblieben, halb komisch, halb rührend, vom begabten Regisseur Hans Deppe mit viel Liebe und Humor in Szene gesetzt: das Hübsche dabei ist, daß durch alle lustspielhaft-volksstückmäßige Komik und stellenweise auch Drastik der Situation immer ein bißchen wirkliches Leben, ein Stückchen Alltag und ein wenig echte, unverstellte Menschlichkeit durchblickt. Deswegen lohnt es sich, den Film zu sehen, zumal er auf der ganzen Linie sauber besetzt ist und gut gespielt wird. Das Trio der Straßenmusikanten unterm Dach vor allen Dingen: Fritz Genschow, Ernst Legal (ehemals Intendant in Darmstadt) und Hans Deppe, der übrigens auch mit Walter Gronostay das Manuskript schrieb und dann als Klarinettist eine feine, gemütvolle Figur stellt; wirklich ein kleiner Charakterumriß. Jessie Dih- r o g gibt die Grete, ganz schlicht und mit weiblichem Gefühl, gar nicht als kesse Berlinerin, die sonst zu ihren Spezialitäten gehört. Fita Benk - hoff dagegen spielt, mit Verlaub, ein Biest ... namens Hilde Neumann, und es ist aller Ehren wert, wie sie das macht. Karl Valentin und Liest Karlstadt, münchnerische Berühmtheiten, bilden als Kürassier-Otto nebst Frau die Konkurrenz des Trios und geben eine sehens- und hörenswerte Sondervorstellung. Ein paar gut getroffene Chargen: Otto Wernicke als Gastwirt Gode« mann, Hans Kraft und Willem Holsboer. — Im Beiprogramm verdienen die ausführlichen Bildberichte vom Reichsparteitag besondere Hervorhebung. hth. Krebsforschung und Krebsbekämpfung in Brüssel, der dieser Tage zu Ende ging, hat deutlich gezeigt, daß der Kampf gegen den I Krebs in der aanzen Welt mit großem Eifer ge- Ieitscbriffen — Langenscheidts English M o n t hly Magazine eröffnet mit dem Oktoberheft den 2. Jahrgang. Der einleitende Artikel gibt ein Bild von der gegenwärtigen Lage Englands im Mittelmeer, von der Bedrohung des Seeweges nach Indien. Shirley Temple, dem kleinen amerikanischen Filmstar, ist ein anderer Artikel gewidmet. Eine spannende Detektivgeschichte, reichlich Humor, ein Aufsatz über das Flugwesen in den USA. seien weiterhin erwähnt. Wer seine englifdjen Sprachkenntnisse nicht einrosten lassen will, dem sei diese Zeitschrift besonders empfohlen. pole» blickt »ach tieberfee. Der polnische Außenminister Beck hat die Mitglieder der Genfer Mandatskommission mit der Erklärung überrascht, daß er für eine E r - Weiterung dieses Völkerdundsaus- f ch u f f e s eintrete. Und um keine falschen Vermutungen über die Bedeutung dieses Schrittes aufkommen zu lassen, ergänzte die „Gazeta Polska" die vorsichtige Formulierung des Obersten Beck dahin, daß die Warschauer Regierung damit den ersten Schritt auf dem Wege getan habe, der zur Anerkennung der natürlichen demographischen Rechte Polens führe. Polen habe in allen Fällen viel zu sagen, bei denen international das große Problem der wachsenden Bevölkerungszahl besprochen werde. Das heißt mit anderen Worten: Polen meldet, von der politischen Theorie zur Praxis allmählich übergehend, in aller Form und vor aller Welt seinen Anspruch auf eigenen Kolonialbesitz an. Die polnische Forderung kommt nicht ganz unerwartet, sie ist durch eine intensive Propaganda stimmungsmäßig vorbereitet und auch schon früher nach außen hin andeutungsweise vertreten worden. Der Träger dieser Propaganda war in Polen die See- und K o l o n i a l l i g a , die unter anderem Namen bereits im Jahre 1918 gegründet wurde. Sie hat besonders unter der Führung des Generals Orlicz-Drefzer, der vor einigen Monaten tödlich verunglückte, einen großen Aufschwung genommen und zählt heute etwa 500 000 Mitglieder. Ihre Organisation ist über das ganze Land verbreitet und hat mit Hilfe zahlreicher illustrierter Zeitschriften auch dem letzten Bauern in Kongreßpolen bereits die Ueberzeugung beigebracht, daß eine Kolonie die Voraussetzung für das polnische Großmachtprestige sei. Einen bemerkenswerten Antrieb erhielt die polnische Kolonialpropaganda durch das Vorgehen Italiens in Abessinien. Ununterbrochen wurde im letzten Jahre durch die Presse und durch Dor- tragsoeranstaltungen auf die Wichtigkeit eigenen Kolonialbesitzes hingewiesen. So trat im Februar dieses Jahres der Universitätsprofefsor Pawlowski in einem Zeitungsaufsatz dafür ein, daß Polen seine kolonialen Forderungen anmelde, daß es von anderen Staaten und Völkern Verständnis für diese Forderungen verlangen und ihre tatsächliche Berücksichtigung in einem Umfange fordern müsse, der den Bedürfnissen Polens entspreche. Polen brauche Kolonien in erster ßienie, um Raum für feinen Bevölke- rungsüberschuß zu schaffen. Es müsse daher Kolonialgebiete verlangen, die sich zur Ansiedlung' eignen. Erst in zweiter Linie könnte Polen sich mit Gebieten begnügen, die es mit Rücksicht auf feine wirtschaftlichen Interessen, d. h. auf die Rohstoffversorgung und den Absatz polnischer Jndustrieerzeugnisse größte Augenblick aber war es, als ich den Kapellmeister erreichte, der mit seinem Taktstock in der Hand vorausmarschierte. Es war — ich wußte es — Herr Boettge, derselbe schöne, freundliche, doch Respekt einflößende Mann, der mir gelegentlich im Stadtgarten die Hand gereicht und mich huldvoll in feinen hölzernen Musikpavillon eingeladen hatte, wo nur wenige auserlesene Kinder Zutritt hatten. Jetzt aber in meiner erregten Phantasie war er nicht viel weniger als der gute Großherzog selber und auch nur eine Bestätigung meiner eigenen, geschwellten Glückseligkeit. So zog ich dahin, von der Musik umrauscht, zitternd entführt aus allem, was mir sonst lieb und gewohnt war. Drüben leuchtete das schöne weiße Schloß, und über dem massigen Grün der Kastanien ragte der Turm, auf dessen Spitze die gelbrotgelbe Fahne flatterte. Ich war nicht mehr der kleine Bub von der Akademiestraße 27, ich war aufgelöst, weggetragen von einer Welle und erlebte staunend die Größe der Welt, die aus der Bewegung des menschlichen Herzens kommt und alles verwandelt. Aber ich sollte, wie es nicht anders möglich ist, damit auch zum ersten Male die. Grenzen dieser Welt erleben und die Bitternis des Zwiespaltes, in den der Mensch gestellt ist. Denn mitten in meinem Triumphzug spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter. Es war mir fast, wie wenn ich erwachte. Ich schaute um: Da stand mein Vater. Ich war kein unartiges Kind; ich hatte wenig, zu wenig sogar von Knabenübermut und Lausbubenlust; und mein Vater war kein strenger Vater. Er verstand aus ganzem Herzen meine militärisch-musikalische Entrückung. Er hatte mich im Garten gesucht und war mir, vermutend, weshalb und wohin ich entlaufen war, gefolgt. Es war keine Spur Angst vor Strafe in mir, als ich ihn neben mir erblickte. Aber darum war es doch eine vollkommene Entzauberung, und die Scham flieg in mir hoch und trieb mir das Blut in den Kopf, daß er mich so hingerissen gesehen hatte. Nur mit leisem und kurzem Vorwurf, daß ich mich so weit allein von zu Hause entfernt habe, nahm er mich bei der Hand, und wir marschierten noch ein Stück zusammen. Aber die Entrückung war vorüber. Dieses früheste Herausgehobensein aus den Gesetzen des Tages, dessen ich mich erinnern fann, stieg in mir mit allen Einzelheiten empor, während ich durch den Wald radelte. Es erfüllte mich mit einem Dankgefühl gegen meine Heimat und Vergangenheit. Aber es stärkte den Entschluß, die Wirklichkeit fernen Lebens nicht an alten Orten, sondern in mir selber zu suchen. Die Nacht der Vögel. Vögel kommen wie Schneeflocken.-Dar! Geheimnis des Vogelzuges. Zugnacht in Helgoland. Don Dr. H. Frieling. führt wird. Der Führer der deutschen Delegation, Geheimrat Professor Dr. Borst, sprach über die Organisation der Krebsbekämpfung in Deutschland und über den Stand der Forschung hinsichtlich der Wuchsstoffe. Der Vortrag fand außerordentlich starke Beachtung. Fischer (Rostock) sprach über die Krankheitsbeurteilung auf Grund der Gewebsuntersuchung. Bernhard (Gießen) schilderte diagnostische Untersuchungen im krebskranken Menschen mit Hilfe der Blutuntersuchung. Zu diesem Vortrag gab Klapp (Marburg) wertvolle Anregungen. Fi sch er-Masels (Frankfurt) hielt einen Vortrag über die allgemeine Krebsbereltschaft. Teutschländer (Heidelberg) sprach über Regulation der Körpersäfte und Gewächsbildung. Die deutsche Teilnehmergruppe hat an dem Erfolg des Kongresses einen großen Anteil. Die deutschen Krebsforscher haben durch ihre wissenschaftlichen Leistungen auf dem Kongreß den Beweis geliefert, daß die deutsche Wissenschaft im Kampfe gegen den Krebs in der vordersten Reihe steht. Oie Grabbe-Woche in Detmold. Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten brachte der erste Tag der Grabbe-Woche zwei Aufführungen des Stadttheaters Münster unter Leitung des Intendanten Willy Hanke. Zunächst wurde das Drama „Der Einsame" von Hanns I o h st aufgeführt. Eine überragende Leistung vollbrachte Robert Michal als Grabbe. Die Aufführung, von Beethoven- und Mozartmusik untermalt, hinterließ tiefsten Eindruck. Als zweite Aufführung folgte das Fragment Marius und Sulla" von Grabbe. Das von Dr. Wolfgang Petzet für die Bühne eingerichtete Werk wurde mit steigendem Interesse verfolgt, zumal die von Ludwig Zucker mandel- B a f f e r m a n n geschaffenen Bühnenbilder erregten Bewunderung. Der zweite Tag wurde mit einem Vortrag von Dr. Molo über Grabbes Lebenskampf eingeleitet. Abends gastierte das Stadttheater Bochum unter der Spielleitung von Dr. Saladin Schmitt mit Grabbes funfattigem Drama „N a p o l e o n". Da — ferne Dogelrufe klingen durch die Nacht, sie kommen immer näher: Brachvögel stnd s, Bewohner des Moors. Immer oielftimmiger wird der Chor, jetzt schallt der Helle, volle Flötenpfiff des Goldregenpfeifers und das melodische Dübeln eines Rotschenkels dazwischen, mischt sich wundersam in das zarte Flöten melancholischer Brachvogelstimmen. Wir lauschen und starren angestrengt ins Licht, um die Tiere erkennen zu tonnen. Plötzlich flattert etwas oben an den erleuchteten Scheiben, jetzt platscht es, dann hört man einen Schnabel anstoßen, wieder Flattern — und nun kommt ein großer Schatten von der obersten Galerie auf uns niedergetaumelt, fetzt sich dicht vor uns hin. Der Vogel kann uns sicher nicht erkennen, er ist ja noch ganz benommen. Nur leise, nicht sprechen! Da — schon Haden wir ihn! Es ist ein schöner großer Brachvogel, leicht an dem langen, abwärts gebogenen Schnabel zu erkennen. Zum Glück ist dieses feine Instrument beim Anprall unversehrt geblieben — seitdem die Vogelschutzlampen das Gehäuse des Leuchtturmes von außen beleuchten, rennt sich nur noch selten ein Vogel zu Tod. Unser Brachvogel jnirb einstweilen in einen Sack verpackt. Die „Abfertigung" kommt dann erst spä- Reichstagung für deutsche Vorgeschichte verlegt. Wegen dienstlicher Verhinderung von Reichsleiter Alfred Rosenberg, der auf der Kundgebung für deutsche Vorgeschichte über „Germanische Lebenswerte im Weltanschauungskampf" spricht, wird die für den 10. bis 18. Oktober 1936 in Ulm angesetzte dritte Reichstagung für deutsche Vorgeschichte verbunden mit der zweiten Reichstagung für Geschichte und Vorgeschichte des NS.« Lehrerbundes auf den 17. bis 25. Oktober verlegt. Die ausgegebenen vorläufigen Tagungsprogramme behalten in der Folge der angekündigten Veranstaltungen, ebenso in der Zeitsetzung ihre Gültigkeit. Das für 10. Oktober vorgesehene Programm gilt nunmehr für den 17. Oktober. Tag des deutschen Liedes in Danzig. Die kulturelle Verbundenheit Danzigs mit dem Mutterlande feierte gelegentlich des von der Landeskulturkammer Danzig veranstalteten „Tages des deutschen Liedes" einen großen Triumph. Auf allen Plätzen Danzigs waren die Danziger Chöre aufmarschiert und erfreuten die Zuschauer durch Massenchöre. Besonders eindrucksvoll war die Kundgebung auf dem Langen Markt. Reichskulturfenator I h 1 e r t führte aus, hier komme einem immer wieder zum Bewußtsein, wie untrennbar die gemeinsamen Kulturgüter uns Deutsche diesseits und jenseits der Grenze miteinander verbänden. Lin Zeiß-Planetarium für Tokio. wirklich zu mir, die Stadt der Kindheit, so daß ich fast ihre Luft zu atmen glaubte. Jenes erste traumhafte Erleben der Stadt und ihrer Stimmung trat vor mich hin, wie ich als kleiner Bub im Garten des großelterlichen Hauses in der Akademiestraße spielte — ein schöner Frühlingstag wird es wohl gewesen sein — und wie plötzlich von fern über die Häuser Militärmusik zu mir drang. Von den Erzählungen meines Vaters erfüllt, der einst als junger Offizier den Feldzug 70/71 mitgemacht hatte, bildete ich mir irgendwie ein, diese Musik habe etwas zu tun mit Krieg, in den die Soldaten jetzt zögen oder von dem sie zurückkämen. Ich lief, verzaubert vom Rhythmus des klingenden Spiels, durch die Torfahrt hinaus auf die Straße und dem Klang nach. Es war noch lange vor den Jahren der Schule, und ich hatte noch nie allein einen Weg durch die Stadt gemacht. Aber daran dachte ich nicht; ich achtete nicht auf die Straße und nicht auf die Menschen. Ich marschierte weiter, sah nur im Geiste den Marsch der Soldaten, fühlte das Herz pochen, je näher ich dem Schall kam, desto härter, und geriet immer mehr in einen unendlichen Rausch von Glück, wie ihn eben nur Kinder erleben können, der mit verschwommenen Vorstellungen von Fahnen, von Federbüschen, großherzoglichen Herrschaften und roten Lakaien auf gummideräderten Hofchaisen, von Krieg und Sieg verbunden war. Die Tatsache, daß im elterlichen Hause, mit großer Liebe und Verehrung von der großherzogstchen Familie gesprochen wurde, und das Wissen, daß ein König noch viel mehr war als ein Grvßherzvg, gab mir auch ohne weiteres einen mir sehr begreiflichen Grund zum Jubel ein; ich dachte mir aus und glaubte es auch im nächsten Augenblick selbst, unser lieber Großherzog habe in einer Schlacht die Franzosen besiegt und sei zur Belohnung dafür vom Kaiser zum König gemacht worden, wie es ihm wohl zu gönnen war, da doch mein Vetter aus München mir erst kurz vorher von fernem König gesprochen hatte; warum sollte also nicht auch unser lieber Großherzoq erst recht ein König werden! Ich wußte zwar wohl, daß kein Krieg war, und daß also auch der tapferste und beste Fürst keine Gelegenheit hatte zu einer siegreichen Sch ach , aber mein Wunsch war für den Augenblick starker als alle Kritik, und ich war nur froh, einen triftigen Grund für den Jubel meines Herzens gefunden zu Haden. So gelangte ich auf die sogenannte Linken- heimer Straße — die heutige Hans-Thoma-Straße — und erreichte die Musik, die dem Schlosse zuzog. Die Helme und die großen Blechinstrumente blitzten golden in der Sonne, der Schellenbaum funkelte, I und seine beiden Roßschwänze wehten leise. Der Nie Stadt der Kindheit. Von Otto Gmelin Die Stadt der Kindheit hieß „Karlsruh". Vieles in der heutigen Stadt Karlsruhe in Baden erinnert daran; aber jene war doch ganz und gar anders^ Sie liegt in einem Lande, das man vergeblich auf der Erde suchen würde. Sie ist nie mehr zu finden. Seltsame Sehnsucht, Stätten einstigen Erlebens nach Jahren oder Jahrzehnten wiederaufzusuchen, immer gefolgt von derselben selbstverständlichen Entt deckung, daß es jene Stätten nicht mehr gibt, auch da nicht, wo alles geblieben ist, wie es war. Vor mehreren Jahren, als ich mich einige Towe in' Karlsruhe aufhielt, erlag ich Mer Sehnsucht, nachdem ich ihr oft und lange widerstanden hatte. Ich lieh mir ein Fahrrad, um >n jene M des (Srrrhfmnlbes xu fahren, die wir als Kinder uns MM bevorzugten Tummelplatz °us-r,ehen hatten Es war eine ungewisse, beinahe traurige Fahrt, ^wa? dort draußen stand wirklich noch der Wald: All ein°g°r Müh- sand ich fogar di- Weg-: und doch schien alles verändert, auch wo es ofjenbar unverändert war. Ich wartete immer aus eine ganz bestimmte Stelle, aus eine kleine Bodenerhebung mit einem sehr alten Baum, unter dem emst eine Bank gestanden hatte. Ich sand weder Hügel, noch Zaum, noch Bank. Ich verbiß mich aber,,n m°.n Gedanken, das Verlorene zu sinden. Ich fuhr ein Stück zurück, kehrte um, suhr kreuz und guer st-llt- mein Fahrrad ab und suchte, zu Fuß durch den Wald streichend. Di- Sonne Ä^n durch das Blat- terdach von jenseits der Straße klang der Schlag von Holzfällern. Ich irrte durch r° chelndes Laub: drüben hinter den Büschen sammelte -in Mädchen dürre Aeste in einen Sack. Ich suchte eine gute stunde Ich fand die Bodenerhebung Nicht den Baum nichtz die Bank nicht. Und plötzlich, a s?d) entmutigt flü meinem Fahrrad Zuruckgmg purte 1» es wie ein trauriges Glück, daß ich nichts ge- ^77dvr7den Kttfernwald und durch di- lang- 6ÄS. «Ä nF SSä ä s llnghlft träumerischen Rücksahrt, nun erst kam sie brauche. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Kolonialforderung auch amtlich von der Warschauer Regierung übernommen. Anknüpfend an das bekannte Zugeständnis des ehemaligen englischen Außenministers Sir Samuel Hoare, der vor dem Unterhaus eine internationale Verständigung über die Verteilung der Rohstof.fgebiete als möglich und notwendig anerkannte, sprach Oberst B e cf im Warschauer Senat feine Zustimmung für diesen Plan aus. Nunmehr ist Polen für seine in Genf vorgebrachte Forderung, dem Mandatsausschuß der Liga beizutreten, noch einen Schritt weitergegangen. Bei der diplomatischen Geschicklichkeit, die dem polnischen Außenminister eigen ist, ist anzunehmen, daß die neue Aktion, sorgfältig und gründlich vorbereitet, schließlich auch zum Erfolge führen wird. Das angeschnittene Problem bedarf in Polen tatsächlich dringend einer Lösung. Man ist in Warschau überzeugt, daß die Ueberoölferung auf dem Lande so stark ist, daß sie auch durch eine großzügige innere Kolonisation allem E gehoben werben tann. | ^lt mit großem" Eifer ge Wirtschaft ter. Jetzt heißt es, feine Zeit draußen auf der Galerie au verlieren, denn es kann jeden Augen» blick wieoer etwas landen. Da nahen die schwirrenden Heere der Strandläufer mit ihrem wecrerschrillenden „trrrrii". Regenpfeifer lassen sich vernehmen, Uferläuser, Steinwälzer, Wasserläufer — es ist ein überwältigendes Stimmenkonzert. Jetzt tauchen in den grellen Strahlen die Silberleiber der Vögel wie Schneeflocken auf und vergehen wieder ins schwarze Nichts: es ist ein einziges Wirbeln und Blitzen, ein Schreien und Rufen der unzähligen Vögel. Nun kommen auch noch die Drosseln und Stare! Wie auf eine Kette gereiht sitzen sie auf der Brüstung und sind daher mit dem Käscher leicht zu fangen. Kaum vermögen unsere Säcke die Scharen zu fassen! Auf den Treppenstufen bewegen sich die Säcke, versuchen wohl gar, ein kleines Stück hinwegzuhüpfen. Und wenn wieder ein neuer Vogel in den Sack gesteckt wird, dann fühlt man da drinnen eine feuchte Hitze. Aber die Tiere tun sich gar nichts zuleide und können sich auch nicht stoßen. Immer mehr kommen noch dazu, der Vogelstrom will nicht enden: unablässig rauschen die Stare heran, tönt das helle „zip" und „zieh" der Drosseln durch die Luft. Auch die Lerchen mit ihrem quirlenden Wanderliedchen ziehen des Nachts unbeirrt ihres Weges — bis tief hinein ins Morgengrauen: Erst dann ebbt der Vogelstrom ab. Auch wir bleiben nur so lange munter, wie die Vögel in hellen Haufen um die Galerie vrasseln, dann überkommt uns eine gerechte Müdigkeit. Aber ein Schauspiel war es, wie man es selten erlebt und wie es in Helgoland auch nicht in jedem Herbst vorkommt. Und dann noch auf den Heimweg, durch den düstergrauen, kalten Morgen kommen wir nicht los von dem Erlebnis, denn allenthalben umgeistert uns noch ruheloses Dogeltreiben. Gesfürel je 4,50 v. H., Lechwerke gewannen 2 v. H., Mainkraft 1,25 v. H. und AEG. 0,50 v. H. Zellstoffaktien zogen ebenfalls stark an, Waldhof 158,25 (155), Feldmühle 138,75 (135,50), Aschaffenburg 128,75 (127). Maschinen- und Motorenwerke erhöhten sich von 1 bis 1,50 v. H., ferner kamen Deutsche Linoleum 4,65 v. H., Holzmann 2,50 v. H., Rheinmetall 1 v. H. höher, dagegen Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. niedriger zur Notiz. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Fest waren zertif. Dollar-Bonds bei lebhaften Umsätzen, 6 v. H. Preußen 71,50 bis 70,50 (68,50). Kommunal-Um- schuldung und Zinsoergütungsscheine lagen unverändert, Altbesitzanleihe etwas schwächer. Von Auslandsrenten gingen Ungar. Goldanleihe auf 11,40 (11,70) zurück. Im Verlaufe unterlagen die Kurse am Aktienmarkt stärkeren Schwankungen, bei anhaltend fester Tendenz war das Geschäft ruhiger. In den meisten Fällen wurden die zwischendurch eingetretenen Abschwächungen von etwa 0,50 bis 1 o. H. wieder ausgeglichen. IG. Farben 166,50 bis 167,50 nach 167,75, Verein. Stahl 110 bis 111,25 nach 112,50, Mannesmann wieder 111 nach 110, Deutsche Erdöl 134,50 bis 135 nach 135,50, Reichsbank 186 bis 185,75 (182). Etwas niedriger lagen Harpener mit 140,75 nach 140,75, Rheinstahl mit 144,75 nach 146, Otaoi Minen mit 37 nach 38. Die erst später zur Notiz gekommenen Papiere lagen 2 bis 4 v. H. höher, sehr fest Eement Heidelberg mit 151 (145). Für AKU. erfolgt keine Notierung. Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 114,50 nach 114,75 (115) ab, 6 v. H. Preußen bei lebhaften Umsätzen wieder 71,75 nach 70,50. Bon Auslandsrenten Ungarn Gold lebhaft mit 11,30 bis 11,70 nach 11,40. Rumänen etwas schwächer, Mexikaner blieben ohne Notiz. Kleines Angebot in Goldpfandbriefen wurde bei unveränderten Kursen ausgenommen; Liquidationspfandbriefe gaben 0,25 bis 0,40 v. H. nach. Stadtanleihen notierten meist unverändert. Im F r e i v e r k e h r nannte man Adlerwerke 100,50 bis 101, Wayß & Freytaq 121,50, VDM. 135, Kali Wintershall 126,25. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Abendbörse etwas schwächer. An der Abendbörse bestand nach den starken Erhöhungen von heute Mittag etwas Realisationsneigung, zumal da vom Publikum kaum Orders vorlagen. Bei nicht sehr großen Umsätzen schwächten sich die Kurse gegen den Berliner Schluß um etwa 0,50—1 v. H. ab. Bon Montanwerten gingen Klöckner um 2 v. H. auf 119, Verein. Stahl um 1,75 v. H. auf 110,25, Buderus um 1,40 v. H. auf 115.50 und Hoesch um 0,65 v. H. auf 113,25 zurück, während Rheinstahl noch 0,75 v. H. gewannen auf 145,25. IG. Farben ermäßigten sich von 169 auf 168,25 (169), Gesfürel auf 137 (138,50), Aschaffenburger Zellstoff auf 129,75 (131) und Deutsche Linoleum auf 164 (165,50). Etwas höher lagen RWE, Holzmann, Otavi Minen, Deutscher Eisenhandel und Elektr. Lieferungen mit plus 0.50 v. H. Am deutschen Rentenmarkt ließen Altbesitz auf 114,25 (114,40), Reichsbahn-Dorzugsaktien auf 123,25 (123,50), 4,5proz. Darmstadt v. 28 auf 94,50 (94,75) nach. Zertif. Dollar-Preußen noch etwas fester mit 71,75 (71,50). Don Auslandsrenten erholten sich 4proz. Steg v. 1883 auf 20,50 (20). Rumänen blieben behauptet. U. a. notierten: Altbesitz 114,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,25, 6proz. IG. Farben 128, 4,5proz. Frankfurt v. 26 94,50, 4,5proz. Darmstadt v. 28 94.50, 4,5proz. Ungarn 1914 10,40, 5proz. Rumänen 7,75, 4,5proz. do. 12, 4proz. do. 6,75, 4,5proz. Irrigations-Mexikaner 10,40, Commerzbank 99,75, DD.- Bank 98,25, Dresdner Bank 98,75, Buderus 115.50, Harpener E 140, Ilse Genuß 139, Kali Aschersleben 127,50, Klöckner 119, Mannesmann 110,65—110,40, Otavi Minen 36,75—37, Hoesch 113,25, Rheinstahl 145.25, Verein. Stahl 111—110,25, AEG. 36,75, BMW. 135,50, Eement Heidelberg 150,25, Conti Gummi 171, Dtsch. Eisenhandel 130,50, Dtsch. Erdöl 135.75, Scheideanstalt 277, Dtsch. Linoleum 164, Licht & Kraft 154,50, Elektr. Lieferungen 128,50, Eßlin- Einschränkung der Gahneherstellung und Einsparung von Fett bei der Käseherstellung. Fwd. Nach einer Anordnung Nr. 6 der HD. der deutschen Milchwirtschaft wird die Herstellung von Schlagsahne durch Milcherzeuger, sowie Milch- und Sahneverteiler bis auf weiteres verboten. Molkereien ist die Herstellung nur zur unmittelbaren oder mittelbaren Lieferung an Konditoreien und Kaffeehäuser erlaubt. Sie Darf höchstens 25 v. H. der im September 1936 an die einzelnen gewerblichen Betriebe jeweils Gelieferten Mengen erreichen. Der Verkauf von Schlagsahne an Verbraucher ist verboten. Die Herstellung von Sahne gemäß der 1. Verordnung zur Ausführung des Milchgesetzes vom 15. Mai 1931, insbesondere von Kaffeesahne und saurer Sahne, darf bis auf weiteres 25 v. H. der Erzeugung im September 1936 nicht überschreiten. Der Fettgehalt der Kaffeesahne und der sauren Sahne darf 12 v. H. Fett nicht übersteigen. Die Belieferung neuer Kunden ist untersagt. Dies gilt nicht für die Belieferung von Verbrauchern durch den Kleinhandel. Dies gilt auch für die Herstellung und den Absatz von Tubensahne. Allen Mitgliedern, welche Erzeugnisse der vorgenannten Art nicht her- gestellt oder in den Verkehr gebracht haben, ist die Herstellung und der Absatz dieser Erzeugnisse verboten. Die zusätzliche Belieferung mit Milch zur Umgehung der Verbote ist verboten. Bis zum 31. 12. 1936 darf Käse einschl. Schmelzkäse und Sveisequark außer den nachstehend genannten Käsesorten höchstens als Halbfettkäse mit 20 v. H. Fett i. T. hergestellt werden. Die Erzeugung von 1. Käse, wie Gervais, sowie Käse noch Art des Gervais, 2. Käse wie Bel Paese, Brie, Stilton und Imperial, 3. Emmentaler Käse (Schweizerkäse) und Käse nach Art des Emmentaler Käses (auch Schmelzkäse). 4. Käse, die nur mit Phantasienamen ohne nähere Sortenbezeichnung versehen sind, 5. Käse wie Camembert und Käse nach Art des Camembert, 6. Edelpilzkäse wird vom 1. 10. 1936 bis 31. 12. 1936 für jeden Betrieb auf die Arten und Mengen beschränkt, die in den Monaten Oktober bis Dezember 1935 herqestellt worden sind. Die durch die vorstehenden Maßnahmen freiwer- denden Milch- und Sahnemenge sind der Verbutterung zuzuführen. Sofern die hierdurch zusätzlich n-’ronrbpnen Buttermengen 50 Kilogramm in der Woche übersteigen, muß diese anfallende Butter dem zuständigen Milchwirtschaftsverband zugunsten der Reichsstelle für Milcherzeugnifse, Oele und Fette zur Verfügung gestellt werden. Die Milchwirtschaftsverbände können auf begründeten Antrag Ausnahmen zulasten, insbesondere die Belieferung von Krankenhäusern gestatten. Verstöße gegen die Bestimmungen dieser Anordnung, die mit dem 1. 10. 1936 in Kraft tritt, wer- den im Einzelfall mit einer Ordnungsstrafe bis zu 10 000 RM. bestraft. Rbein-Mainische Börse. Aktien lebhaft und fest. Frankfurt a. TL, 28. Sept. Die Börse bewahrte auch heute gegenüber den wertungspolitischen Vorgängen ihre ruhige Haltung, wozu die Ausführungen des Staatssekretärs Reinhardt beitrugen. Starke Beachtung fand die Einberufung des Zentral-Ausschuffes der Reichsbank und der Hinweis, daß eine Aenderung der deutschen Währungspolitik nicht in Frage steht. Der Aktienmarkt war wieder sehr fest, da die vorhandene Nachfrage auf leere Märkte stieß, so daß durchschnittlich Erhöhungen von 2 bis 4 v. H. eintraten. Unter starken Schwankungen sehr lebhaft lagen Montanwerte. Verein. Stahl 112,50 bis 110 bis 111 (109), Mannesmann 111 bis 110 (108,50), Klöckner 120,50 (118), Hoesch 114 bis 113 (110,50), Buderus 117,25 (113,75), Rbeinstahl 146 (142,25), Harpener 140,75 (136), Ilse Genuß 139,75 (137,25), Otaoi Minen 38 (35,50). Sehr fest waren IG. Farben mit 167,75 (162,75), ferner zogen Scheideanstalt und Deutsche Erdöl je 3 v. H. an. Am Elektromarkt stiegen Siemens, Felten und Lichttrunkene Schnepfen und Steinschmätzer, Drosseln jmb Stare flattern in den Straßen. Die weiß getünchten Hauswände haben es ihnen angetan. Noch mitten im Dorf kann man sie fangen. Aber man stolpert schon fast über seine Beine vor Müdigkeit. Und dennoch müssen die Säcke erst zur Vogelwarte geschafft werden. Morgen — ach, es ist ja schon heute! — geht es an die Beringung. Ein paar Stunden Schlaf. Selbst in mein Zimmer fyat sich ein Steinschmätzer verirrt. Und dann los zur Vogelwarte und in den Fanggarten, der heute von Vögeln dicht besetzt ist. Untertags sind unermeßliche Vogelmasten auf der Insel — fein Wunder nach solch einer Zugnacht! Viele sind noch bei Tagesgrauen eingefallen und wimmeln allenthalben auf dem Oberlande herum. Dort auf der freien Wiese wurmen die W a l d s ch n e p - fern „De Snepp!!" rufen freudig die Helgoländer, und alles bewaffnet sich mit Donnerbüchsem Die Schnepfe ist das „Hochwild" der Helgoländer, die nicht nur tüchtige Schiffer, sondern auch ausge- zeichnete Schützen und geradezu erstaunliche Vogelkenner sind. Jeden Vogel können sie benennen, manche freilich nur mit dem helgoländischen Namen. Aber der Forscher kann sich unten im Nordseemuseum von den Etiketten die Helgolandsnamen abschreiben und wird dann nicht im Zweifel sein, welcher Vogel gemeint war. Es hat früher ziemliche Kämpfe gegeben zwischen den Helgoländern und der Vogelwarte. Durch die Schongesetze, die den Abschuß der meisten Vögel verbieten, ging den Fischern zwar eine wichtige Nahrungsquelle (wenn Sturm ist, können sie im Winter tagelang nichts fangen!) verlustig, aber heute weiß jeder Einheimische, was die Vogelwarte der Biologischen Anstalt eigentlich will. Sie beschneidet ja in Wirklichkeit nicht die Belange der Fischer, sondern sie fordert sie im Gegenteil dazu auf, nach Kräften mitzuarbeiten. Und mancher Vogel, der sonst in den Kochtopf gewandert wäre, landet nun gegen ein gewisses Entgelt in der Vogelwarte. Hier werden die Vögel beringt und dann sofort wieder frei gelassen. Tausende von Vögeln werden in Helgoland alljährlich mit einem „Reisepaß" versehen, der uns von den Wanderungen der gefiederten Tiere eine oft sehr erstaunliche Geschichte erzählt. Heute kennen wir die Zugwege fast aller heimischen Vögel bereits recht gut, und darüber hinaus hat das Beringungsverfahren mannigfachen Aufschluß über alle Lebensgewohnheiten und Schicksale der Vögel gegeben. Hand in Hand mit der großzügig durchgeführten Beringungsarbeit und der Ringverteilung an die zahlreichen Mitarbeiter im Land werden wissenschaftliche Versuche über den Vogelzug an- gestellt — und es ist sonst nirgendwo so günstige Gelegenheit wie hier in Helgoland. Vogelmaterial zu bekommen. Denn die unermeßlichen Scharen, die des Nachts vom Leuchtturm angelockt und von der breitspurigen Sugbahn über die deutsche Bucht angelentt, hier vorüberziehen, können sonst nirgends in Europa beobachtet werden. An sich führt keine "Zugstraße" über Helgoland — nur der Leuchtturm nut seinen vierAigmillionen-kerzigen Strahlen zieht die nächtlichen Wanderer in seinen Bann. Die Vö- Kirchliche Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 30. September. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. — Wiefeck. 20.30: Bibelstunde. Donnerstag, den 1. Oktober. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde im Johannes- saal. katholische Gemeinden. Mittwoch, den 30. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 1. Oktober. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte; 18: Rosenkranzandacht. Freitag, den 2. Oktober. Gießen. 6 Uhr: Segensamt; 20: Rosenkranz« andacht. — Cid). 6.15: Segensmesse. Samstag, den 3. Oktober. Gießen. 18 Uhr: Rosenkranzandacht. gel, die nicht weiter ziehen können oder wollen, fallen auf die Insel ein, zur längeren oder kürzeren Rast. Und es sind oft die seltensten Arten dabei, die der Binnenländer nie zu Gesicht bekommt. Eine solche Zugnacht am Leuchtturm von Helgoland ist ein unvergeßliches Erlebnis. Kaum jemals spürt man wieder so gewaltig den mächtigen Trieb, der die Vögel beherrscht, wenn sie nad) dem Süden aufbrechen. Zu dieser Zeit gibt es für die Vögel kein anderes Ziel als die Befriedigung des Zugtriebes, der mächtiger ist als Hunger und Liebe, der die unermeßlichen Vogelscharen mit feiner Geisterhand machtvoll ergreift und sie bei Nacht und Wind über Meere und Länder wandern läßt. Ueber ganz Deutschland ergießt sich im Herbst ger 99, Gebr. Fahr 130, IG. Farben 169—168,25, Feldmühle 139, Felten 134, Gesfürel 137, Goldschmidt 117, Holzmann 130, Iunghans 101,5(X Muag 117, Metallgesellschaft 135,50, Moenus 94, RWE. 133,50, Schuckert 155,50, Westdeutsche Kauf« Hof 54,50, Zellstoff Aschaffenburg 129,75, Südd. Zucker 206. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Sept. Das kleine Angebot von Wetterauer Weizen dient vorwiegend für die Versorgung des engeren Rhein-Main-Gebietes: die Qualität bleibt unterschiedlich. Ost- und mittel« deutsche Offerten stehen noch aus. Das Roggen- Angebot an den Großmärkten ist sehr klein, während die Landversorgung besser ist. Industrie- und Futtergerste sowie Hafer waren lebhaft begehrt, aber nur in unzureichenden Mengen erhältlich. Roggen- unb Weizenmehl haben stetiges Geschäft bei kleinem Angebot für spätere Termine. Kleie, Biertreber und Oelkuchen soweit sie demnächst zur Verteilung gelangen, wurden gefragt. In Rauh« futter ist das Geschäft ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 199, w 16 202, W 19 206, W 20 208; Roggen R 12 162, R 15 165, R18 169, R19 171, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Braugerste 232, Futterhaser —. Weizenmehl Type 790 W13 27,90, W16 28,00, W19 28,00, w 20 28,35; Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizen- kleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestprerse ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnuß« kuchen —, Treber 16,50, Trockenschnitzel —, Heu 4,50 bis 5,00, Weizen- und Roggenstroh (drahtge« preßt oder gebündelt) 2,00. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug FrachtparitäL Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. Auftrieb: Rinder 393 (gegen 326 am letzten Montagsmarkt), darunter 54 (25) Ochsen, 96 (59) Bullen, 179 (178) Kühe, 64 (64) Färsen; zum Schlachthof direkt: 79 (56) Ochsen, 1 (3) Bulle, 38 (22) Kühe, 48 (41) Färsen. Kälber 548 (519), Hämmel und Schafe 406 (219), Schweine 3496 (2140). Notiert wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (am 21. Sept. 42 bis 45), b) 41 (—-); Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 28 bis 33 (33), d) 25 (25); Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 40 (36 bis 40); Kälber a) 72 bis 80 (85 bis 92), b) 63 bis 71 (75 bis 84), c) 53 bis 62 (65 bis 74), d) 45 bis 52 (60 bis 64); Hämmel b2) 56 bis 60 (60 bis 63), c) 50 bis 55 (—); Schafe e) 45 bis 50 (58 bis 62), f) 36 bis 44 (52 bis 57), g) 30 bis 35 (45 bis 50); Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51); Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber schleppend, ausverkauft. Hämmel und Schafe schleppend, Ueberstand (115). Fleischgroßmarkt. Beschickung: 790 Viertel Rindfleisch, 1076 halbe Schweine, 132 ganze Kälber, 99 Hämmel. 74 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: Ochsenfleisch a) 80, Kuhfleisch a) 77, b) 65; Färsenfleisch a) 80 (alles Höchstpreise). Kalbfleisch b) 105 bis 115 (110 bis 120), c) 95 bis 105 (105 bis 110). Hammelfleisch b) 105 bis 120. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren nicht notiert. Marktoerlauf: lebhqft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 771: Neue Wirtschaftsvereinbarungen mit Rumänien. — 772: Weitere polnische Be« Stimmungen über die Ueberweisungen nach Deutschland. und Frühjahr der riesige Dogelstrom. Unhörbar und versteckt durch die deckende Nacht ziehen die fliegenden Heere dahin — und nur selten merken wir etwas von diesem Ereignis. Wenn irgendwo ein Leuchtfeuer in den Nachthimmel strahlt, dann werden die gefiederten Wanderer irre, sie rufen sich gegenseitig zu, aus Angst, den Zusammenhang zu verlieren, und ist die Nacht gar zu schwarz, bann fliegen sie hinein in das brennende Licht wie die Motten, kreisen und rufen und kommen so leicht nicht wieder los. Der Mensch aber, der solches erlebt, ahnt etwas von den gewaltigen Kräften, mit denen die Natur das Schicksal alle Lebewesen beherrscht und auf unsichtbar vorgeschriebenen Bahnen leitet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Frankfurt a. M. Lerim Schluß- kurS Schluß! Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börie Datum 26 9 28 9 26 9- 28.9- 6% Deutsche Retchsanieihe v. 1927 101,4 101,25 101,4 101,4 4% Deutsche Reicheanl. von 1934 97,75 97,75 97,75 97,75 &y>7o Doung'Anlethe von 1980 . Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mfi 102,25 102,25 102,5 102,7 Auslos.»Rechten ...... 115 114,25 115 114,5 Deutsche Reichspostschatz an Weisungen von 1934, I..... *y?% ehem. 8% Hessischer Volks 100 — 100,4 100,4 staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. *V»% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12.. 98,75 98,75 — — 97 97 — — 5*4% ehern. 4tz% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4Vi% ehern. 8% Darm st. Komm 100,75 100,65 — — Landesb.Goldichuidverichr. R.t> Oberhessen Provinz-Anleihe mb 93,5 93,5 — — Auslol.»Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Lene 1 mit Auslos.-Rechten ehem.8% Franks. Hpp.-Vanl 121 120,75 121 120,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 5*4% ehem. 4'/,% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese...... — 100,65 100,5 5 ys% ehem. 4>/,% Rheinische — Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... 4%% ehem. 8% Pr. Landespfand. 101 101 101,13 101,25 vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4ty% ebcm. 7% Pr. Landespfand 97,5 97,5 97,5 97,5 briefanst., Gold Komm. €61. 20 95 95 109,75 95 109,8 Steuergutich. Verrechnung»!. 84-88 109,75 109,8 4% Oesterretchtsche Golbrente... 4,20% Oesterreimrsche Silberrente 4% Ungarische Gvldrenle ....... 3,65 11,7 10,13 3,6 11,6 10,2 3,9 11,65 10,5 3,65 11,6 10,25 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *Vi°(. besgl. von 1913......... 5% abgest. Golvmenkaner von 99 10,5 10,4 10,5 10,6 14,5 14,9 14,5 14,9 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie 1..................... — 10,25 e— Frankfurt a.M. Derlln Schlußkurs Schluß». Abend- börs- Gchluß- kurs Schlußk. Mittag- bör'e Datum 26.9. 28-9. 26.9 28.9. 4% oesgt. Lene h ............ b% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Rentev.iS13 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 */*% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........o öl.®, für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Prioat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichsbank ................ ÖL®.®...................... 0 Bekula...................... Elektr. LieferungSgesellschaft ... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmuna. 6 -iiheintsche Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... g Schuckert L Co............... ß Siemens »HalSke............ ß Lahmeyer & Co......... 7 Buderus ......... t Deutsche Erdöl .............. 4 Harvener................. 2% Hoesch Eilen—Köln-Reuessen .. 3 Ilse Bergbau ...............e Ilie Bergbau Genüsse........ 6 Kldcknerwerke ...............g ManneSmann-Rbhreu........g 8,1 12 6,85 14,65 15,13 114 99,5 97,75 97,75 182 35,75 155 125,5 153,5 130 135 130,75 154 186 148,5 113,75 132,5 136 110,5 137,25 118 108,5 7,75 12 6,75 15 15,25 116,25 99,75 98,25 98,75 185,75 36,75 156 128,5 154,5 134 137 126 133,5 155,5 190 149 115,5 135,75 140 113,25 139 119 110,4 8,4 12,2 6,95 45,9 14,75 41 15,13 115,25 120 99,5 97,75 97,75 183 35,75 155 126,65 154 130,5 136 126 131,25 154 187 146,5 114,25 131,5 136 110,5 171,75 138 118,4 109 7,8 12 6,75 15 41,25 15 116,75 120,75 99,75 98,25 98,75 184,75 37 157,25 128,25 154,5 135 138,5 126,5 133 155,5 191 150,5 116,9 136,75 140 113,9 172 140 121 110,65 Krankfun a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schiuß- kurS Schluß». Mittag- börse Datum l 26.9- 28.9 26.9. 28.9. ManSselver Bergbau....... 6Vi 154 159,5 154 159 Koktzwerke ................ .. 6 130,75 134 Rheinische Braunkohlen .... . 12 225,75 228 225,75 227,5 Rheinslahl................ .. 4 142,25 145,25 142 144,5 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 109 110,25 109 112 Otavi Minen ............. .. 0 35,5 36,75 36 36.5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 122,5 127,5 122 128 Kaliwerke Westeregeln...... .. k> 120,5 127 122 127.25 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 179 180 179 "iso 3. G. Farben.Ixüustrte..... .. 7 162,75 168,25 163 169 Scheideanstalt............. .. 9 274 277 Goldschmidt .............. .. 5 115 117 114 117 Rütgerswerke ............. .. 6 129,5 134 130,5 134 Metallgelellschaft............ .. 6 131,5 135,5 131,25 136 Philipp Holzmann ......... 128,5 130 129,25 129,5 Zementwerk Heidelberg .... 7 145 150,25 Cementwerk Karlstadt....... 6 156,5 156,5 — Schultheis Payenhofer ..... .. 4 __ — 103 106,75 Aku «Allgemeine Kunstseide) .. O 78,75 —— 79 Bemberg................. .. 6 88 87,75 88 88 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 155 157 155,75 157,65 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 127 129,75 128,4 131 Deslauer Gas ............. — — 104,5 Daimler Motoren.......... 116 119 116,25 Deutsche Linoleum......... 161,5 164 162 Orenstein & Koppel ........ .. O 84,5 ^86 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 53,5 54,25 53,25 54,4 Thade .................... Accumulatoren-Fabrik...... . 12 196 199 200 Conti-Gummi ..... ...... - 11 171 168 171,13 Grttzner.................. Matnkraftwerke Höchst a.M.. :: 21 33,75 95 35 1 96,25 1 33,131 34,65 Süddeutscher Zucker....... io| 206 2061 205 1 207 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.2IL 26-September 28-September Ärmliche Notierung Amtliche Notierung Geld I 25rle| Geld 1 Ärlek juenuä tiliu 0,707 0,711 0,698 0,702 Brüssel .... 42,06 42,14 42,08 42,16 Rio de Jan. 0,147 0,149 0,147 0,149 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,96 56,08 54,95 55,05 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,535 12,565 12,305 12,335 Helstngfor». 5,524 5,536 5,425 5,435 Baris ..... —— —— Holland ... 168,08 168,42 —— _ Italien .... 19,55 19,59 _ _ Japan ..... 0,735 0,737 0,719 0,721 Jugoslawien ' 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ; 62,99 63,1 61,84 61,96 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,39 11,4i 11,19 11,21 Stockholm.. 64,63 64,75 63,44 63,56 Schweiz ... 80.87 81,03 — Lpanien... 28,47 28,53 28,47 28,53 Prag...... Budapest .. Reupork ... 10,27 2,488 10,29 2,492 10,27 2,490 10,29 2,494 Banknoten. _______Äeriin, 28 ■ September Geld 2? rief Amerikanische Noren...... 2,442 2,462 " Belgische Roten.......... 41,92 42,08 Däntiche Roren ........ 54,74 54,98 Englische Noten ......... 12,27 12,31 Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten......... —— Norwegische Noten ....... 61,63 61,87 neulich Oesterreich, 6 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ 63,22 63,48 Schweizer Noten.......... Spanische Noten.......... Ungarische Noten......... 2745 27,55 Dienstag, 29. September (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 228 Drittes Blatt GO Alt als >.....-iM; verheiratete Tante, Frau Emmy Knottcnkerk, geboren« Jeroen, verheiratete Laute, tzrau ^rnrny ^noncnicri, Fläche ! ^ndle ihm mit den besten Grüßen drei Hunderten be- ....... Volke profee letzte sie dankbar Nachdruck verboten! 10. Fortsetzung. eine dem wird der Gedanke lebendig, daß hier geborgen wird, die seit Jahrhunderten zum Segen geworden ist. Die Kartoffelernte brinat uns eine Gabe der Ackerschollen. Wir nehmen nahmt!" ist die Antwort. Da hilft kein Lamentieren, diS Bestimmungen über Auslands - Sendungen waren j* schwarz auf weiß veröffentlicht worden! Aber Hase bleibt Hase und weiß von nichts ... Doch Unkenntnis schützt nicht vor Strafe ... R-ßr^ch'as-steUe R- Rastplatz - T- ‘Parkplatz ■ den Nahrungssorgen des Weltkrieges Deutschland verarmte. Trotzdem hat sich bei uns immer noch ein kleiner Rest jener seltsamen Sitte erhalten, wenn auch nicht in so krasser Form. Es ist doch eine Nachlässigkeit und noch ein Ueberbleibsel der mangelnden Achtung vor dem täglichen Brot, zu dem ja nicht nur das Brot, sondern alle Lebensrnittel gehören, wenn heute der deutschen Volkswirtschaft immer noch l’/2 Milliarden Mark durch den Verderb von Lebensrnitteln verlorengehen. Das ist sogar um 200 Millionen Mark mehr als der Betrag, den wir jährlich zur Einfuhr von Lebensrnitteln aus dem Ausland benötigen. In jener Zeit, in der die Sitte des „feinen Restes" herrschte, hat mancher Bauer alles kritiklos übernommen, was er dem Städter abgucken tonnte. Heute ist die Sache anders. Der Bauer ist sich seines Wertes wieder bewußt, und auch der Städter kennt diesen Wert wieder sehr genau. Der Bauer macht heute nichts mehr nach, sondern er ist, wie in der Erzeugungsschlacht, auch im Kamps gegen den Verderb dazu berufen, ein Vorbild des Städters zu sein. Sein Erntedank, wie der des ganzen deutschen Volkes ist es also, wenn er durch sein Beispiel manchem Städter erst zeigt, wie die Achtung vor dem täglichen Brot beschaffen sein mufe. Es sollte ein Wettbewerb werden zwischen dem Bauern einerseits und dem Handel, der Verteilung und den Verbrauchern anderseits, der das Ziel hat, einen mög- werden gebeten, sich an den Tagen, wie aus nachstehendem Plan zu ersehen ist, auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, zu melden. Die als Beleg für die Einkommen- und Mietverhältnisse notwendigen Unterlagen sind unter allen Umständen mir danken zu ordnen. Aber es gelingt ihr nur schlecht. Sie denkt an Paul Laverenz und die eigentümliche Bemerkung des Vaters, sie sieht die Sängerin vor sich und daneben das lächelnde Gesicht John Herbings. Und dieses Gesicht verdrängt allmählich alles andere. Sie träumt dann auch von diesem Gesicht, sie spricht über Bucher und Musik mit dem Manne, und immer wieder fängt er von der Sängerin Melanie Morholt an Es find quälende Vorstellungen, aus denen sie ehr früh auiwacht. Sie springt aus dem Bett und geht ans offeneFenster. Die Vögel sind längst auf und beschäftigen sich mit Morgenwäsche und Morgenlied. Irgendwo in der Nachbarschaft kräht ein Hahn, der Dackel von nebenan ist auch schon auf, er fegt mit wildem Freudengekläffe über Rasen und Kieswege und läßt sich darin auch nicht durch das Hausmädchen stören, das ihn zur Ruhe bringen will. Eine Uhr schlägt sechs. Hanna Brandes macht ein paar Hebungen, reckt und streckt sich, geht tief in die Kniebeuge, schnellt elastisch hoch und macht zum Schluß einen guten Handstand Dann verschwindet sie im Badezimmer unter der kalten Dusche. Um sieben Uhr erscheint sie im Garten. „Herr Doktor ist auch schon auf, da kann ich ja den Kaffee aufbrühen, Fräulein Hanna." Das Hausmädchen beschäftigt sich mit dem Tisch im (Sorten und Hanna greift zu. Sie hat sich noch nicht angezogen, der dünne, hellblaue Hausanzug mit den weitfallenen Hosen ist nicht nur durch Stoff und Schnitt elegant, sondern auch herrlich bequem, und Hanna hat vor, sich den ganzen Tag recht bequem zu machen. Sie begrüßt ihren Vater, ist ganz unbefangen und hat allem Anschein nach alles vergessen, was tags zuvor zwischen ihnen gesprochen worden ist. „Ist das nicht ein wonniger Tag, Vater?" Herbert Brandes stimmt zu, aber er mufe sich sehr zusammennehmen, denn er hat nichts vergessen. Nicht die abweisende kühle Art seiner Tochter und nicht die Bestimmtheit, mit der sie ihm Melanie Morholt abgelehnt hat. Sein Zorn ist noch nicht verflogen: er spricht ihr das Recht ab, sein Leben in den wichtigsten Fragen zu heeinflussea und wünscht sehr, daß Paul Laverenz doch jein Ziel erreicht. Er gibt Hanna wenig Gelegenheit zur Unterhaltung, und sie merkt das sehr gut. Sie hat den Wunsch, auszugleichen, aber sie weiß nicht, wie sie das anfangen soll. „Ich will morgen verreisen, Hanna, du hast wohl die Freundlichkeit nachzusehen ob ich alles habe, was ich für acht Tage brauche. Ich will an die See," sagt er, als er schon aufgestanden ist, um ins Büro zu fahren. „Mir tut eine Entspannung auch mal ganz gut, und du bist ja genügend mit dem Training für dein Turnier beschäftigt, sodaß du mich kaum vermissen wirst." „Ich werde dir gern den Koffer packen, Vater. Wenn das Turnier nicht wäre, hätte ich sogar gefragt, ob du mich mitnehmen willst. Aber so —" „Das wäre sicher sehr nett gewesen, Hanna. Ich treffe aber Fräulein Morholt und da glaube ich doch, daß du vorgezogen hättest,, nicht mitzukommen. Ich habe deine Einstellung zur Kenntnis genommen und ich bin sehr verstimmt darüber. Wir werden über den Fqll noch einmal sprechen, wenn ich zurückkomme." Diesmal vergißt er, seiner Tochter die Hand zum Abschied zu geben. Hanna sieht ihm betroffen nach, bis er im Hause verschwunden ist. Nachdenklich geht sie dann über die gelben Kieswege. Langsam steigen ihr die Tränen in die Augen, etwas, was sehr selten geschieht. Hanna Brandes kennt nicht die Erlösung, die aus Tränen kommen können, sie ist immer mit Zähnezusammenbeißen und harter Kritik über Menschen und Dinge fertig geworden, sie ist streng gegen sich und daher auch gegen andere. Sie hat viel entbehrt: nicht das, was zu einem äußerlich angenehmen Leben gehört, nein, aber die Hand der Mutter, die Kameradschaftlichkeit junger Mädchen und den Austausch mit ihnen. Sie ist früh reif geworden, sie hat meistens nur Gelegenheit zum objektiven Urteil gehabt, sie hat nie bei irgendwelchen Geschehnissen im Mittelpunkt ober auch nur an der Peripherie gestanden. Sie hat auch nie das richtige Jungsein der Backfischzeit erfahren, sie hat mit ihren siebenundzwanzig Jahren noch keinen Flirt kennen gelernt, die jungen Leute aus dem Klub haben sie wohl immer hübsch gesunden, aber es wäre keinem eingefallen, der unnahbaren Hanna Brandes den Hof zu machen, er hätte sich vor der Lächerlichkeit gefürchtet, der sie ihn ausgesetzt hätte. (Fortsetzung folgt) oorzulegen. Am 3 0. September: Kaplansgasse, Weiden- gaffe, Maigasse, Neuenweg, Ludwigstrafee. 1. Oktober: Bleichstraße, Kreuzplatz, Katha» rinengasse, Wolkengasse, Löwengasse, Erlengasse, Teufelslustgärtchen. 2. Oktober: Bahnhofstraße, Grabenstraße, Lö- berstraße, Plockstrafee, Seltersweg, Hindenburgwall, Hinter der Westanlage. , 5. Oktober: Bruchstraße, Goethestraße, Muhl- ftrafee, Neustadt, Horst-Wessel-Wall. 6. Oktober: Alicenstraße, Bismarckstr., Schon- zenstraße, Marktstrafee, Rittergasse, Wagengasse. 7. Oktober: Sandgasse, Mäusburg, Marktplatz, Tiefenweg, In — ^ershof. Meldezeit von 15 bis 18 Uhr und 20 bis 22 Uhr. Der Drtsgruppenamtsleiter. Gez.: Schelhorn Fiihrertagung der 83.SG.-Gtandarte. Am 26. und 27. September fand hier eine Führertagung der 83. SS.-Standarte unter Leitung ihres Führers, SS.-Hauptfturmführer Müller, statt. Zum ersten Male in diesem Jahre versammelten sich die Führer der Sturmbanne und Stürme mit den Referenten der Standarte und den Schu- lungsmännem. Während der Samstag der Schulung Vorbehalten blieb, war der Sonntag der praktischen »5 ; Z W f Ü^rsidtskade der : IRßichscwtobahndreds ,, drarikfurtr-^naiA. Hafe n hing der Himmel voller Geigen er den feilen Brief geöffnet hatte. Seine in Holland £ *5 fsiwioi'- sich weit der herbstliche Himmel Es riecht nach Feuchtigkeit und fruchtbarer Erde, und bei allem Frucht entgegen und bergen sie in unsere Keller, ehe die letzten Herbststürme der strengeren Jahreszeit den Einzugsmarsch blasen. H. W. Sch. Oer „feine" Rest. LW. Es hat vor Jahren einmal eine seltsame Sitte in manchen sogenannten „feinen" Kreisen gegeben, auf die sich die Heiteren unter uns noch wohl erinnern werden: War man bei Bekannten zu Tisch geladen, dann mußte man von Suppe, Speise^Ku'chen oder was es sonst gab, immer einen gewissen Rest übrig lassen, der hinterher weggeschüttet wurde. Das „mußte" sein, weil der, der seinen Teller leergegessen hätte, damit gezeigt hätte, daß er „gierig" gegessen hatte. Etwas aufzuessen, hatte man „nicht nötig"! Man hätte ja auch meinen können^ daß man das Nichtvorhandensein seiner „Gier" dadurch hätte beweisen können, daß man sich eben nur soviel auf den Teller nahm, als man wirklich essen konnte. Aber zu dieser lleberlegung kam man erst später, und Weltkrieg und besonders der „Kohlrübenwinter" haben auch die letzten Reste dieser Unsitte verschwinden lassen. Es ist ein sehr weiter Weg von jener seltsamen Sitte bis zu dem Kampf, den die gegenwärtige Staats- und Wirtschaftsführung dem Verderb erklärt hat. Jene Sitte wgr nicht nur der Ausdruck dessen, daß man es „dazu hatte", etwas wegwerfen zu können, sie war auch ein Beweis dafür, rote durch die übermäßig gestiegene Verstädterung die Achtung vor dem täglichen Brot geschwunden war. Den Verstädterten mochten es damals auch manche Bauern nach, aber das ging natürlich nur solange, als wir ein mehr oder weniger scheinbar reiches Volk waren Es mußte aufbören, als abgesehen von Aus Oer Provinzialhauptsta0t Kartoffelernte. In der Abenddämmerung knarrt ein Wagen den Weg zur Stadt. Er ist vollbepackt, und die beiden Buben, die ihn ziehen, haben ordentlich zu tun. Hinterdrein geht der Vater und schiebt, er gibt aber auch acht, daß von den Säcken keiner ins Rutschen kommt. Es wäre schode drum, denn die Säcke sind bis obenhin gefüllt und bergen Kartoffeln. Der Vater ist indessen ordentlich bei der Sache, doch bei aller Aufmerksamkeit raucht er zufrieden sein Pfeifchen und trägt auch eine recht vergnügte Miene zur Schau. Ein Wunder ist es nicht, denn die Kartoffeln, die hier heimgefahren werden als Wintervorrat, sind von dem eigenen Stückchen Acker, das die Familie bewirtschaftet. So ziehen sie eifrig ihres Weges, der Wagen rattert, und üb<^ den aufgetürmten Säcken steigt in kleinen Wölkchen der Tabaksrauch in die graublaue Dämmerung. E>n erfreuliches Bild der Lebensbejahung und des Arbeitsfleißes, wie es sich jetzt fast täglich bietet. Aber nicht nur der Kleingärtner und Pächter eines Streifens Ackerlandes ist am Werke. Auch/die Bauern find mit ihren Fuhrwerken unterwegs, um die braunen Früchte einzuholen, die die Mutter Erde gegenwärtig bereithält. Die Kartoffelernte ist im Gange, und Die Rauchwolken der Feuer auf den Feldern find die lodernden Fanale dieses segensreichen Tuns. Es tft etwas Eigenes um die Kartoffelernte. Sie kennt nicht den Zauber, den die Dichter den goldenen Erntekränzen des Getre'des (obfingen, sie kennt auch nich^ die Romantik, die sich um die fröhliche Weinlese rankt. Die Kartoffel ist weitaus nüchterner, als dos lockende Bild einer Traube, ober der Anblick einer von Kornblumen geschmückten Garbe. Aber mag die äußerliche Form der Kartoffel auch zu lyrischen Gesängen keinen Anlaß geben: die Kartoffelernte entbehrt nicht des sinnfälligen Reizes, sie gibt dem Landschaftsbild vielmehr eine prächtige und gemütvolle Note. Die Maschinen klappern weit vernehmbar au; den Feldern, starke Arme schwingen die Hacken, und gruppenweise schieben sich die Lesekvlonnen auf den Aeckern vorwärts. Korb füllt sich auf Korb mit den Früchten, rasch reiht sich Sock an Sack wie ein Glied grauer Wächter, und über dem Ganzen spannt lichst großen Teil jener 1,5 Milliarden Mark im Jahr zu ersparen und damit um ebensoviel die deutsche Nahrungseinfuhr aus dem Ausland zu vermindern. Wenn heute auf diesem Gebiet der Städter vom Bauern lernen kann und ihm etwas abguckt, das für uns alle zum Vorteil gereicht, dann wird der große Unterschied erst klar, der unsere heutige Welt von jener vergangenen trennt. Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Braune Messe: 10 bis 20 Uhr in der Volkshalle. — Stadttheater: 20 dis 22.15 Uhr „Donna Diana". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Straßenmusik". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der verkannte Lebemann". — Lichtbildervortrag von Frau Else Pelz- Langenscheidt (Kassel): „Ein Gang durch die große Berliner Ausstellung „Deutschland" 16 und 20 Uhr im Cafe Leib. Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung des Auftaktes der Spielzeit „Donna Diana". Lustspiel von Moreto. Spielleitung: Der Intendant. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Die Vorstellung findet als zweite Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Vetr. Dinterhilfswerk 1936/37. * Alle diejenigen, welche die Unterstützung durch das WHW. 1936/37 in Anspruch nehmen wollen. erohn Herbinq? Nein Aber ich freue mich, wenn bu’bid) flut unterhalten hast. Ich wollt-,dir schon länas vorschlaqen, Dir einmal Gaste emzuladen. D?r Garten ist so hübsch letzt tmr tormten eine kalte Ente ansetzen, was meinst du? Machen wir hoch mal eine Liste, wen du bitten willst ! Brandes nimmt eifrig seinen Notizblock vom Schreibtisch und sieht zu Hanna hinüber. Ich wüßte wahrhaftig nicht, Vater- wen kenne ich"schon. Die Leutrim Klub sehe ich selten — ich kenne sie zu wenig. Dann wirst du eben mal an anSen es ju tun TOenn dich Herr Herbing eingeladen hotte bittest du ihn auch. Dann war doch da Frau Blandt, mit ihrem Mann natürlich. Wen noch? Meine Schulkameradin Liesel Gottschalk, sagt Wer?" Aber da fällt ihm die Bemerkung Pauls -st das nicht das Mädchen von der Molkerei? Lieft, Gottschalk?". Ja, warum nicht? „Wer ist *a56ie™at 'in^der Aufl°b««°r Straße eine Milch- B^1ßenn du meinst, daß sie In den Kreis hinein- Pa^Sieropa6f1 in'leben Kreis, In den unfriflen in- „öie potzr selbst aus ihm kommt. Äre^Mittier war eine geborene von Winkel. Ge- NÜ b™ bas? e e »ar übriflens schon mal hier." Äer({»in8t ber■ leife Spoti mit. aber Bran- bes tut nicht, al?.of jjeine Freundin kennen "^^n^Dann blieb noch Paul unb feine au lernen, y°nno Dann biuo wenn bu M^M'o^"^ne°Ein-abun^schickst. bis bahin “fianna Br^nbes'senkt'die Auflen. Sie bleibt ernst, „äs wird ihr doch kaum etwas daran liegen, Technik unb Schönheit der Reichsautobahn Oie Streckenführung der Teilstrecke Frankfurt a.M. — Bad-Aauheim. ins Haus zu kommen, wenn ich Leute eingeladen habe, die ihr gänzlich unbekannt und gleichgültig sind." „Mit anderen Worten, Hanna: du willst nicht. Darf ich den Grund erfahren?" Herbert Brandes ist aufgestanden. „Ich hätte schon lange gern gewußt, was du gegen die Künstlerin hast?" „Ich kenne sie nicht, ich kann also rein persönlich nichts gegen sie haben, Vater. Ich habe aber fein Bedürfnis, die Freundschaft, die du ihr ent- gegenbringft, auf mich auszudehnen. Das ist alles." „Das ist schade, Hanna." Brandes hat sich sehr in der Hand, obgleich der Zorn in ihm aufsteht. „Sie ist nur zehn Jahre älter als du und ein wertvoller Mensch. Vielleicht wäre sie wirklich eine Bereicherung für dein doch immerhin einseitiges Leben. Du schließt dich ab, du mußt ja vorzeitig altern, Hanna." Sie hat nur auf den ersten Satz gehört, die Beherrschung des Vaters ist ihr auch nicht entgangen, sie bedauert den disharmonischen Ausklang nicht nur des Tages, sondern auch dieser nächtlichen Stunde, aber sie gibt nicht nach. „Zehn Jahre älter als ick, sagst du. Vielleicht ist es gerade das, was mich so stört, Vater." Hanna Brandes steht nun auch auf, sie hat ihre Zigarette zu Ende geraucht und drückt sie in der Kristall- schale aus. „Ich möchte nun doch schlafen gehen, es ist fast zwölf Uhr. Und wegen dieser Gartengesellschaft — warten wir vielleicht noch ein wenig. Gute Nacht, Vater." Sie hält ihm die Hand hin. Brandes greift nicht gleich zu, er hält die Hände in den Taschen und jenes offizielle Gesicht, das seine Klienten und die Richter kennen. Halb verdecktes Auge, enge Brauen über der Nasenwurzel und ein vorgeschobenes Kinn. _ , r, „Du machst uns beiden das Leben recht schwer, Hanna." Sie bleibt die Antwort schuldig und geht hinaus. Sie liegt schon im Bett, als Brandes noch immer an einer Zigarre raucht und em Glas Wein nach dem andern trinkt. Ein ohnmächtiger Zorn schüttelt ihn. Aber auch feine Tochter kann trotz der Müdigkeit nicht schlafen. Sie starrt aus weiten offenen Annen . in die Dunkelheit, horcht auf die leisen Geräusche , der Nacht von ihrem Fenster und versucht ihre Ge- Tja - hätte er Zeitung gelesen! Da liest man zeitig stets, was nützt, und wie man sich vor Schaden schützt. WiuoMoemtn Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G.m. b. H., Berlin Sw 68 Für die Teilstrecke Frankfurt a. M.—Bao-Nau- heirn der Reichsautobahn, die am vergangenen Sonntag ihrer Bestimmung übergeben wurde war ein erheblicher Arbeits- und Materialaufwand notwendig. Etwa 4000 Arbeiter schafften an diesem Teil der Strecke, die unter außerordentlichen Schwierigkeiten gebaut wurde. Der schwere Lehm-Loß- Boden der sich für die Dammaufschuttung und für den Unterbau als wenig zweckmäßig erwies, machte es notwendig, daß viel anderes Material, über den Main an die Baustellen gebracht werden mußte. Außerdem hatten Bauleitung und Arbeiter tänbig mit schlechtem Wetter zu kämpfen, teilweise gingen Wolkenbrüche nieder, so daß die geleistete Arbeit und die rechtzeitige planmäßige Fertigstellung der Bahn um so bewundernswerter ist. Interessant sind verschiedene Einzelheiten des Baues. Drei große Bauwerke galt es zu erstellen: die große und imposante Mainbrücke mit einer Länge von 270 Meter, die Brücke über die Limburger Bahn mit einer Länge von 130 Meter und die Brücke über das Urselbachtal mit einer Lange von 315 Meter. Für diese drei Brücken wurden nicht weniger denn 5800 Tonnen Stahl verarbeitet. Neben diesen hervorragenden Bauwerken wurden zahlreiche Brücken und' Uederführungen gebaut. Für die Strecke Frankfurt a. M—Bad-Nauheim mußten etwa 1000 000 qm Land gerodet werden, der Mutterbodenabtrag geschah auf einer von 1 500 0000 qm, Erd- und Felsbewegungen be- , . Keburtsiaas-Dräsenl' liefen sich auf 2 500 000 cbm. Für die einzelnen markscheme als Weburtstags-praienr. Bauwerke wurden insgesamt 65 000 cbm Bau- günf Tage spater kommt ein Herr von der Devisen^ merfsbeton verarbeitet. An Stahl und Eisen wur- ^berwachunqsstelle. Was der Brief enthalten hättet den insgesamt 10 500 Tonnen aufgewandt, eine ueocrroa^ungvi Menge, die ausreichte, um vier Zeppelinhallen zu ' „Gottlob, 300 Mark!" sagt Hase lächelnd. „Beschlagerstellen. Für die Fahrbahndecke selbst mußten 120 000 Tonnen Beton aufgebracht werden. 1 Die Teilstrecke Frankfurt a. M—Bad-Nauheim zeichnet sich besonders dadurch aus, daß sie allen Kraftfahrern, die sie je benützen werden, die Schönheiten unserer Heimat zeigt und von zahlreichen Stellen aus herrliche Fernsichten gestattet Führt sie doch bis auf etwa 200 Meter Hohe auf die Dorhohen des Taunus, gestattet einen einzigartig schönen Ausblick auf den Feldberg, und einen ebenso großartigen Ausblick über das fruchtbare Tal der Wetterau bis zum Vogelsberg. Um diese landschaftlichen Schönheiten einer beschaulichen Betrachtung zugänglich zu machen, wurden zahlreiche Rast- und Parkplätze an hervorragend schonen Aussichtspunkten angelegt. Für alle Kraftfahrer, die der Weg über diese Strecke der Reichsautobahn führt, wird die Fahrt zu einem schonen Erlebnis werden. R, X 1 "Vt Schwurgericht in Gießen Hilfsmaßnahmen für die Schuhmacher Ortsbanernführer-Tagung in Gießen Kreis Friedberg. # Aus der mittleren Wetterau, 28. Sept. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Während der Ertrag bei den Frühkartoffeln als sehr gut bezeichnet werden konnte, ist das Ernte- ^gebnis der Späternte innerhalb der einzelnen Gemarkungen recht unterschiedlich. In Lagen mit schweren undurchlässigen Böden gibt es häufig Klagen über das Auftreten von Knollenfäule. Auch ist hier der Behang der Stöcke trotz starker Kraut» bildung unter mittel. Gerade die beste Speisekar- toffel, die Industrie, hat hier versagt, hingegen lie- serten „Ackersegen", „Priska" und „Parnassia" gute Ernten. Ueber neuere Züchtungen, wie „Raddatz voran" lauten die Urteile recht verschieden. Derschie- deutlich ist es noch üblich, die Furchen der Kartoffeläcker mit Buschbohnen zu bepflanzen. Dies« haben in diesem Jahre einen sehr guten Behang. Teilweise müssen die Hülsen noch grün geerntet werden, um das Feld zu räumen. er dann über das Ansehen unseres Führers im Auslande. In eingehender Besprechung wurden die Vorbereitungen für die Hilfsmaßnahmen für das Schuhmacherhandwerk vorgenommen. Der Kampf gegen das Borgunwesen und die Notlage des Schuhmacherhandwerks, das in den letzten Jahren immer sehr übel dran war, veranlassen nun auch die Innung des Kreises Gießen, Hilfsmaßnahmen durchzuführen, um den Berufskameraden den Lebensunterhalt zu sichern. Die Außenstände manches Meisters sind so groß, daß die Hereinbringung ihn von sämtlichen Sorgen befreien könnte. Die Innung des Kreises Gießen wird darum, in Verbindung mit den zustebenden Behörden und in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, von einem rechtzeitig angekündigten Termin ab die Abgabe der Reparaturen nur noch gegen Barzahlung durchführen. Alle 349 Betriebe Der Städte und der Dörfer des Kreises Gießen sind einig in dieser Forderung, die allein geeignet sein wird, das Schuhmacherhandwerk über die schwierigen Zeiten hinwegzubringen. Die Schuhmacher sind gewiß, daß sie dabei auf das volle Verständnis aller Volksgenossen rechnen können. Die Maßnahme werde so durchgeführt, daß der Kundschaft und dem Handwerker zugleich gedient sein wird. Die Einkassierung der Rückstände wird einer zentralen Stelle bei der Kreishandwerkerschaft übertragen werden. Das Schuhmacherhandwerk wird weiterhin darauf bedacht sein, die Anfertigung von Maßschuhwerk zu fördern, um damit den Volksgenossen einen guten Dienst zu leisten. Mit freudigem Bekenntnis zum Führer wurde die Jnnungstagung beschlossen. Den Vorsitz in der gestrigen Schwurgerichtssitzung führte Landgerichtsdirektor Dr. S p e ck h a r d t. Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Rumpf, als Verteidiger fungierte Rechtsanwalt Koehler in Gießen. Der 55 Jahre alte Georg Bill aus Nieder- Weisel, zuletzt in Wetzlar wohnhaft gewesen, ist einer ganzen Reihe von Delikten angeklagt. Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen vielfach vorbestraften Menschen, der u. a. wiederholt wegen Urkundenfälschung, einmal wegen Sittlichkeitsverbrechens und anderen Delikten mit dem Strafgesetzbuch Bekanntschaft gemacht hat. Der Angeklagte hat schon mehrere Jahre hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern zugebracht. Die Anklage legt dem Angeklagten Bill zur Last: Im ersten Falle eine Unterschlagung, indem er eine Schneidemaschine, die bereits einer Frankfurter Firma übereignet war, gegen eine geringwertige Maschine eintauschte; im zweiten Falle einen Betrug, indem er einem Händler eine Schnellpresse zum Preise von 150 Mark verkaufte und hierbei dem Käufer verschwieg, daß die fragliche Maschine einer Frankfurter Firma sicherungsüber- eignet war, handelnd im strafschärfenden Rückfall, d. h., daß der Angeklagte bereits wegen Betrugs vorbestraft ist; im dritten Falle eine Pfandunterschlagung, indem der Angeklagte eine durch den Die Schuhmacherinnung für den Kreis Gießen hielt am gestrigen Montagvormittag eine gut besuchte Jnnungsversammlung im Cafe Leib zu Gießen ab, der auch der Kreishandwerksmeister Stüh- l e r beiwohnte. Obermeister Emil Kraus, Gießen, begrüßte besonders die aus den entfernteren Ortschaften des Kreises erschienenen Berufskameraden und erstattete dann einen ausführlichen Jahresbericht, aus dem die vielen Sorgen und Nöte, die das Schuhmacherhandwerk noch zu tragen hat, ersichtlich waren. U. a. sagte er, wie schwierig es sei, eine Genoisen- schaft für den Materialbezug zu erhalten, und wies auf die Landeslieferungsgenossenschaft Hessen-Nassau hin, durch die den Innungen Aufträge zugewie^en werden. Er hob hervor, daß auch in diesem Jahre die Innung wieder Schuhreparaturen für das Winterhilfswerk ausführt. Die „Braune Messe", in der das Handwerk mit ausgestellt hat, sei eine begrüßenswerte Veranstaltung auch für die Schuhmacher. Ein immer noch bedauernswerter Zustand sei die Schwarzarbeit, die dem Handwerk sehr^ schadet. Zum Schluß rief der Obermeister noch einmal zur Zeichnung für die „Adolf-Hitler-Spende des deutschen Handwerks" auf. Der stellvertretende Obermeister Ph. Hch. Findt, Lich, leitete die Wahl des Obermeisters. Aus der Versammlung wurde die Wiederwahl des bisherigen Obermeisters vorgeschlagen. Kreishandwerksmeister Stichler sprach über die Bedeutung dieser Wahl und würdigte die Schwierigkeiten, die gerade der Schuhmacherberuf zu meistern habe. Als dann Obermeister Emil Kraus einstimmig wiedergewählt wurde, gab der Kreishandwerksmeister seiner Freude über diese Vertrauenskundgebung Ausdruck. Er dankte den Berufskameraden und verpflichtete erneut den Obermeister. In einigen Ausführungen sprach leistungsprüfung am amerikanischen Kraftmeßwagen auf der Seewiese. Die ganze Veranstaltung wird umrahmt von einem gediegenen Volksfest größten Ausmaßes, das sich der uralten Ueberlieferung Friedbergs als einer Stadt des gepflegten Frohsinns und einer echten Volksgemeinschaft würdig erweisen wird. Oberhessen. Tödlicher Unfall auf dem Bahnsteig. * Friedberg, 27. Sept. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich auf einem B a h n st e i g unseres Bahnhofs ein schwerer Unfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel. Die etwa 23jährige Kontoristin Elfriede K i ß l e r aus Butzbacb wollte — trotz des warnenden Zurufes des Fahrdienstleiters — auf den Personenzug aufspringen, der sich schon in Fahrt in der Richtung nach Gießen befand. Das Mädchen verfehlte dabei jedoch das Trittorett, stürzte und wurde zwischen Trittbrett und Bahnsteigrampe eingeklemmt. Der Zug konnte unmittelbar nach dem Unfall zum Halten gebracht werden. Das Mädchen wurde sofort aus der verhängnisvollen Lage befreit, es hatte jedoch so schwere Verletzungen erlitten, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Dieser Vorfall dürfte für jedermann eine ernste Warnung sein! Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 28. Sept. In den Wiesen an der Lahn flog am Samstagnachmittag ein Storch gegen die elektrische Lichtleitung und verletzte sich, daß er nicht weiterfliegen konnte und zur Erde stürzte. Einige Knaben fanden ihn und lieferten ihn in der Veterinärklinik zu Gießen ab. Da dem Vogel an beiden Flügeln di^ großen Schwingfedern gestümpft waren, anscheinend mit einer Schere, so ist anzunehmen, daß es sich um ein in der Gefangenschaft gehaltenes zahmes Tier handelt, das, dem Wandertrieb folgend, durchgegangen ist, um die Reise nach dem Süden anzutreten. Beringt war der Vogel nicht. 1. die Jahre 1936 als Vor-, Zwischen- und Nachfrucht angebauten Flächen von Gartengewächsen in Freilandkultur; 2. die Anbaufläche der landwirtschaftlichen Zwischenfrüchte; 3. der Anbau der Futterpflanzen zur Samengewinnung. Da die Ergebnisse für die Kenntnis der Lage der Futter-, Saatgut- und Nahrungsmittelversorgung unentbehrlich sind, muß die Erhebung so zuverlässig wie möglich durchgeführt werden. Die Betriebsinhaber oder deren gesetzliche Der- treter sind auf Grund der Verordnung über die Auskunftspflicht vom 13. 7. 23 gesetzlich verpflichtet, wahrheitsgemäße Auskunft zu erteilen. * ** Silberne Hochzeit. Der Bürodirektor bei der Verwaltung der Universitätskliniken Heinrich Freundlieb und Frau, Friedrichstraße 16 wohnhaft, können am morgigen 30. September das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** 3 uft i3p e r f o.naIi e n. Die Justizkanzleigehilfen Willy Goffelmeyer (Gießen), Heinrich Gerhard (Launsbach) und Karl Fett (Rödgen), sämtlich beim Amtsgericht Gießen beschäftigt, wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 ab zu außerplanmäßigen Kanzlisten im Justizdienst ernannt. Straßensperrung. Wegen Ausführung von Autobahnarbeiten werden die Landstraßen: D 'Gill — Holzheim und Grüningen — D o rf - Gill vom 1. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Eberstadt —Gambach bzw.Watzenborn-Steinberg—Garbenteich. Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Landstraßenstrecke Heuchel- h e l m — A tz b a ch bis Landesgrenze ist ab 27. September aufgehoben worden. Die Gießener Wochenmärkte beginnen vom kommenden Donnerstag ab um 8 Uhr und enden um 14 Uhr. ,.** nzelhandels Versammlung. Anläßlich der Braunen Messe findet am 30. September lrn W Leck, zu Gießen, Walltorstraße, um 16 Uhr eine Versammlung des Einzelhandels des Bezirkes die sich Tagungen der einzelnen Fachgruppen Wlrtschaftsgruppe Einzelhandel anschließen. Rest- lose Beteiligung wird erwartet. Auf die Anzeige im heutigen Anzeigenteil wird verwiesen. ** Samilien3ufammenf unft des G i e- 6 en er Geflugelzuchtver eins. Man be- nch et uns: Einmal im Jahre läßt der Gießener "^elzuchtverein seine Monatsversammlung aus- tShmT» xeV,nS Familienzusammenkunft Un- zu ihrem Recht kommen. Am Samstag trafen sich die Mitglieder mit ihren D?r ^ön^ mT tm. ^°rMre' ini Schützenhaus. • $a™Ilten£&ent) wurde mit einem Hah- nenesien eingeleitet. Für abwechslungsreiche Unterhaltung hatte der Vorsitzende, Fritz Bauer Sorge getragen. Talentierte Mitglieder Überboten sich neben guter Musik in Humor- und Dialektvor- tragen, ein Mitglieds-Ehepaar erfreute durch seine formvollendet vorgeführten modernen Tänze. Der Gießener Geflugelzuchtoerein läßt es sich nicht nur ,Wieber durch gut vorbereitete Monatsversammlungen für aufbauende Arbeit zu chulen, er ist auch darauf bedacht, den Gemein" lchaftsgedanken zu pflegen und auch die Angehöri- nehmen'' ie&er ln ^efe Gemeinschaft aufzu- ** Keine Streichhölzer in Postpake - te n v e r se nd e n ! Im Postbetrieb kommen immer wieder Selbstentzündungen von Paketen vor die einzelne Schachteln mit Streichhölzern enthalten haben und verbotswidrig mit der Post verschickt worden sind. Die Deutsche Reichspost macht dar- auf aufmerksam, daß Streichhölzer in Schachteln grundsätzlich nicht mit der Post verschickt werden dürfen. Bei Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot hat der Absender nicht nur den etwa entstehenden Schaden zu ersetzen, andern macht sich auch straffällig (Strafgesetzbuch § 367). J 11 Arbeit gewidmet. Ein Kameradschaftsabend vereinigte alle Teilnehmer im Studentenheim. Ausgerüstet für die kommende Winterarbeit in ihren Einheiten verließen die Führer am Sonntagabend unsere Stadt. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die Geschäftsstelle der NS.-Kreisftauenschaft ist nur noch am Dienstag, Donnerstag und Freitag, jeweils von 9 bis 10 Uhr vormittags und von 4 bis 5 Uhr nachmittags, für den Geschäftsverkehr geöffnet Ausnahmen von dieser Sprechzeit können nicht gemacht werden. HG>£8., Kreis Gießen. Mittwoch, 30. September, 15.30 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums Sitzung der Gesamtfachschaft 2 (Höhere Schule). Vortrag von Universitäts- Professor Dr. Schmied-Kowarzik: „Die religiöse Lage der Gegenwart". Gäste willkommen. MG.-Batl. 2 verläßt Gießen. Heute morgen verließ das Maschinengewehr-Bataillon Nr. 2 unsere Stadt. In feierlicher Form wurde an der Artilleriekaserne die Fahne eingeholt, dann stellten sich die Mannschaften mit ihren Fahrzeugen zur Abfahrt auf. Ueber die Kaiserallee bzw. über die Licher Straße, den Ludwigsplatz und durch die Ludwigstraße sowie durch die Frankfurter Straße fuhren die zahlreichen Motorräder und Kraftwagen des Bataillons ab, um sich nach der neuen Garnison zu begeben. Gauwandertreffen der KdI.-Ferienwanderer. NSG. Am 11. Oktober treffen sich die ,Kraft- durch-Freude"-Ferienwanderer des Gaues Hessen- Nassau zu einem Gauwanderertreffen auf der Burg Dreieichenhain, um Erfahrungen und Erlebnisse ihrer diesjährigen Ferienwanderungen auszutauschen. Außerdem sollen auf diesem Treffen die Wanderpläne des kommenden Jahres besprochen werden. Eine Photoausstellung, in der die besten Aufnahmen von den Wanderungen des Jahres 1936, die die ,Kraft-durch-Freude"-Wanderer in alle deutschen Gaue geführt haben, gezeigt werden, ist mit diesem Wanderertreffen verbunden. liacherhebung zur Bodenbenuhungsaufnahme -1936. NSG. Das Reichs- und Preußische Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat für das gesamte Reichsgebiet eine Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme angeordnet. Die Durchführung der Erhebungen, die in der ersten Hälfte des Oktobers 1936 vorgenommen wird, liegt in den Händen der Landräte, Bürgermeister, Bezirksamtmänner usw. Die Haupterhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme 1936 ist abgeschlossen. Bei den jetzt durchzuführenden ergänzenden Nacherhebungen werden ermittelt: Gerichtsvollzieher gepfändete Schnellpresse weiterverkaufte; im vierten Falle eine Urkundenfälschung. Der Angeklagte hatte bei dem Verkauf der im vorigen Falle erwähnten gepfändeten Schnellpresse einer von dem Käufer unterschriebenen Bescheinigung verschiedene rechtsverbindliche Zusätze und Abänderungen beigefügt und von diesen gefälschten Urkunden in einem gerichtlichen Verfahren Gebrauch gemacht; im fünften Falle war der Angeklagte wiederum des Gebrauchs einer gefälschten Urkunde angeklagt, indem er ein Zwangsvollstreckungspro- tokoll des betreffenden Gerichtsvollziehers zur Täuschung des Gerichts abänderte; im sechsten Falle legte die Anklage dem Angeklagten zur Last, daß er eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat; als siebter Punkt warf die Anklage dem Angeklagten vor, sich eines Meineids schuldig gemacht zu haben. Bill hat bei Leistung des Offenbarungseides verschiedene im zustehende geldliche Ansprüche wissentlich verschwiegen. Der Angeklagte stritt in der gestrigen Hauptverhandlung sämtliche'ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen ab. Es wurde eine große Anzahl Zeugen vernommen, die den Angeklagten stark belasteten. Die Verhandlung wurde gestern spät abends auf Dienstagvormittag vertagt. leichtern bzw. zu sichern. Er forderte vor allem auf, die bewährten Landarbeiter zu ft ä n d i g e n Helfern zu machen und ihnen damit das Gefühl der Zugehörigkeit zum Hofe zu geben. Er gab ferner die Anregung, den Landarbeitern durch die lieber» laffung eines Stückes Land jur eigenen Bewirtschaftung des Arbeiters, ihm das eigene Interesse an seinem Arbeitsplatz zu steigern. Kreisleiter Dr. Hildebrandt unterstützte diese Ausführungen und wies vor allem darauf hin, daß auch der Landarbeiter das Gefiihl der Achtung kennenlernen solle. Er müsse als vollwertiger Volksgenosse betrachtet werden, der durck) seine Arbeit an der Scholle für die Volksgemeinschaft wertvolle Arbeit leiste. Kreisbauernführer Ott unterstützte auch seinerseits die in diesem Zusammenhang zum Ausdruck gekommenen Anregungen. Nachdem noch auf verschiedene geschäftliche Dinge hinsichtlich der Kontingentierung von Schweinen und des Getreides hingewiesen und Unklarheiten beseitigt worden waren, ferner die Erfassung der Winterhilfsspenden 1936/37 besprochen worden war, fand die anregende Versammlung mit dreifachem „Sieg-Hell!" auf den Führer chren Abschluß. Kreisbauerntag Oberheffen-West in Verbindung mit dem Friedberger Herbstmarkt vom 10. bis 14. Oktober. Von der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg wird uns geschrieben: Die umfangreichen Vorarbeiten für das Programm dieser Großveranstaltung in der alten Reichsstadt Friedberg sind beendet. Es hat sich hierbei herausgestellt, wie anregend und nützlich der Gedanke einer Verbindung der Arbeitstagung der Kreisbauernschaft mit dem Friedberger Herbstmarkt gewesen ist. Für alle Lehrtätigkeit auf dem Lande ist Anschauung, praktische Vorführung alles. So tritt der Arbeitstagung Der Kreis- bausrnschaft mit ihren theoretischen Erörterungen auch in bezug auf die „Erzeugungsschlacht" die praktische Vorführung einer Wetterauer H eimatschau „Blut und Boden", sowie einer Reihe von Lehrschauen, d. h. Ausschnitten aus den verschiedenen Arbeitsgebieten, wie „Hof", „Markt", „Landwirtschaftliche Maschinen", „Bekämpfung der Schädlinge" usw. ergänzend zur Seite. In Verbindung mit dem uralten Friedberger Herbstmarkt findet ein Großes SA. ° und Ländliches Reit - und Fahrturnier statt. Es beginnt am Montag, 12. Oktober, mit einem Zuchtkoppelwettbewerb der Ortsbauernschaften, hessen-nassauisches Warmblut, bringt ferner eine Vorführung der Warmblut-Zuchtkoppeln, eine Eignungsprüfung für Gespanne, Dressur- und Reiter- Prüfung, sowie Jagdspringen in zwei Klassen und schließlich als große Turnier-Schaunummer eine Darstellung „Moderne Raubritterkämpfe". Der eigentliche Friedberger Herbstpferdemarkt wird am Dienstag eröffnet. Ihm reihen sich Prämiierungen der Händlerpferde und im Hufbeschlag an. Es folgen Zuchtkoppelwettbewerbe und die Vorführung von hessen-nassauischem Kaltblut. Den Abschluß des Herbstpferdemarktes bildet eine Zugs. Lang-Göns, 28. Sept. Die Kartoffel» ernte ist in vollem Gange. Trotz des ständigen Regenwetters schreitet die Arbeit rüstig weiter. Die Sträucher sind fast alle abgestorben, die Kartoffeln sind reif. Alle Arbeitskräfte im Dorfe helfen bei dem Ausmachen. Die größeren Betriebe haben fast alle Auswurfmaschinen. Beim Auslesen helfen Tag- löhner, aber auch Gefangene aus dem nahen Butzbacher Zuchthaus. Da der Boden sehr naß tft, ist die Arbeit in Diesem Jahre sehr mühselig. Die Knollen müssen zuerst von der anhaftenden Erde befreit werden. Auch gibt es — bedingt durch die Feuchtigkeit — ziemlich viel faule Knollen, besonders auf dem schweren Boden. Auf leichtem, durchlässigem Land sind die Kartoffeln dagegen gesund. Im allgemeinen kann man sagen, daß etwa zehn v. H. faul sind. Die Knollen sind sehr dick. Die Ernte ist durchaus befriedigend. Freilich finb die Erträge der einzelnen Sorten recht verschieden. Sehr gut schneidet die Sorte „Erdgold" ab, sie zeigt auch fast gar keine faulen Knollen. Dagegen ist die „Industrie" nicht so gut geraten, da viele Stöcke schon vor der Reife abgestorben waren. Für die Züchter in hiesiger Gemeinde sind die dicken Kartoffeln keineswegs erwünscht, denn nur die mittelgroßen Knollen geben einwandfreies Saatgut. 5 Steinbach, 29. Sept. Am 1. Oktober feiern die Eheleute Straßenwart Karl Heinr. Hermann und Luise, geb. Herbel, das Fest der Silbernen Hochzeit. «^Reiskirchen, 28. Sept. Am Freitag wurden in unserer Gemeinde und am Samstag an der Kreisstraße die A e p f e I versteigert. Ein Korb Aepfel kam auf 4,— bis 6,— RM. Die in unserer Gemeinde verladenen Zwetschen erbrachten den Betrag von 1500,— RM. Nicht weniger als 28 Eisenbahnwagen, gefüllt mit Zwetschen, verließen unseren Ort. * Reiskirchen, 27. Sept. Auf der Straße zwischen hier und Lindenstruth ereignete sich gestern mittag ein Unfall. Ein Personenkraftwagen geriet auf der regennassen Straße in einer Kurve ins Rutschen und fuhr gegen einen B aum. Der Wagen wurde beschädigt. Der Fahrzeugführer erlitt glücklicherweise nur eine leichte Kopfverletzung. * Langsdorf, 27. Sept. Auf der Straße zwischen Langsdorf und Hungen ereignete sich am Samstag gegen 18 Uhr ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer aus Wallernhausen fuhr mit feinem Kraftrad gegen ein Pferdefuhrwerk, das aus einem Feldweg auf die Hauptstraße einbog. Der Motorradfahrer stürzte und erlitt einen Unterschenkelbruch. Im Kraftwagen eines herbeigerufenen Arztes wurde der Verunglückte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. )( Steinheim, 28. Sept. Der Fußpfad 3um Bahnhof Trais-Horloff, der kurz nach der Feldbereinigung auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Kreiling geschaffen worden war, weist infolge der starken Benutzung bet Regenwetter verschiedene stark ausgetretene Stellen auf, die der Gemeinde alljährlich Ausbesserungskosten verursachten. Um nun ganze Arbeit zu leisten, beschloß die Gemeindeverwaltung schon vor einiger Zeit, den ganzen Gehpfad mit Klein» P f l a st e r u n g befestigen zu lassen. Mit Rücksicht auf die Gemeindefinanzen wird die Arbeit in mehreren Abschnitten vorgenommen. Mit den Pflasterarbeiten wurde bereits von der Dorfseite her begonnen. — Während die Zwetschenernte hier sehr gut ausfiel, so daß starke Verladetätigkeit auf dem Versandbahnhofe Ober-Widdersheim herrschte, zeigen die Aepfelbäume in den Hauptobstanlagen auf dem Kalten Rain nur einen mäßigen Behang. Einige Wirtschaftssorten machen nur eine Ausnahme. Die Honigbirnen, vor allem die Schulbirne, tragen gut. Am gestrigen Montagnachmittag fand im Saale der „Germania" eine Versammlung der Ortsbauernführer des Kreises Gießen statt. Die Versammlung wurde durch Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) eröffnet und geleitet; er begrüßte die Teilnehmer, insbesondere Kreisleiter Dr. Hildebrandt. Kreisleiter Dr. Hildebrandt hielt eingangs eine kurze Ansprache, in der er zum steten Einsatz für die Volksgemeinschaft aufrief und forderte, daß gerade die Arbeit des Bauern und des Bauernführers geleistet werden müsse im Verantwortungsbewußtsein der Volksgemeinschaft gegenüber. Er forderte ferner zur Kameradschaftlichkeit in dieser Arbeit auf und erinnerte an die Kameradschaft, wie sie im Kriege beispielhaft zur gegenseitigen Verpflichtung geworden war. Diese Auffassung von Kameradschaft müsse auch unsere gegenwärtige Arbeit bestimmen. 3m Verlaufe der Versammlung wurden dann zahlreiche geschäftliche und organisatorische Fragen besprochen und geklärt. Der Stabsleiter der Kreisbauernschaft Oberhessen - West, Dr. Krämer, Friedberg, regte zunächst zum Besuch der Kreisbauernschule in Michelstadt an, in der ein neuer Lehrgang am 24. Oktober beginnt. Diejenigen Junglandwirte, die daran teilnehmen wollen, haben ihrer Bezirksbauernschaft einen Lebenslauf und ein Lichtbild einzusenden. Anschließend prach er über den bevorstehenden Kr e i s b au e rn- tag in Friedberg. Er wies besonders auf die damit verbundene Heimatschau „Blut und Boden" hin, die in der Burgkirche zu Friedberg gezeigt werden wird. Mit dieser Tagung wird auch eine Kartoffelprüfung verbunden sein, ferner eine Sonderschau unter dem Titel „Kampf dem Verderb". Eine Arbeitstagung der Kreisbauernschaft und eine Sondertagung der Orts» bauernführer sind ebenfalls vorgesehen. Der Referent sprach bann über die K a r t o f f e l p r e i s e unb forberte, baß diese unbedingt eingehalten werden. Die bekanntgegebenen Preise seien E r z enger - H o ch st p r e i s e. Von diesen Preisen sei die Fracht abzuziehen, sofern die Kartoffeln durch Last- kraftwagen oder Fuhrwerk abgeholt würden. Der Abzug dürfe aber nicht mehr als 15 Pfennig je Zentner betragen. Kartoffeln sollen nicht unter dem ttstgesetzten Preis abgegeben werden. Wer die s*refcr-^Ttetrbie^' ^rafe zu gewärtigen. Schließlich sprach Dr. Krämer noch über den h»n @rU-bf ax ber auch in diesem Jahre Den Kleinlandwirten und Landarbeitern Gelegen- heit geben solle, in Fahrten über einen Zeitraum 8 Tagen einen Teil unseres deutschen Vaterlandes kennenzulernen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung machte Herr Pfeiffer von der Hauptabteilung I ber Kreisbauernschaft Ausführungen über den L a nd - Eltertarif und gab eine Reihe von Orten bekannt, die im fianbarbeitertarif aus ber Lohn- naije 2 m bie Lohnklasse 1 umgesetzt würben. Der J^e-Dner sprach bann in einigen grunbsätzlichen Aus- ubrungen über bie Entlohnung der Landarbeiter und forderte vor allem, baß jeher Bauer dazu bei» tragen solle, bie ßanbarbeiter seßhaft zu machen und ihnen und ihrer Familie die Existenz zu er- SJ.4pori gesunken. Kreistreffen der Evangelischen Zrauenhilsen nichts anfangen konnten, während Frohnhausen burdi gutes Stürmersviel zu d'm hoben Siege kam. 1900, in der Aufstellung: Fischer: Zeiler, Lippert; Erhard, Mank Garth: Schellhaas, Enders, Jäger, Günther, Schäler, konnte nur in der Zeit befriedigen, da die Elf vollständig war. Nach dem Aus- scheiden Zellers verlor die Mannschaft jeden Zusammenhang, zumal verschiedene Spieler nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache waren. Frohnhausen hatte das Schwergewicht im Sturm. Die fünf Spieler ließen nicht locker, wenn sie einmal den Ball in den Strafraum gebracht hatten und schossen aus allen Lagen. Auch die Läuferreihe hat gebührenden Anteil an dem Sieg. Sie fand neben der Abwehrarbeit noch genügend Zeit, den Sturm tatkräftig zu unterstützen. Frohnhausen II — 1900 II 1:2. Lange Zeit brauchten beide Mannschaften, bis sie einigermaßen Ordnung und Fluß in ihr Spiel bringen konnten. Als dies gelungen war, hatte sich die Spielzeit stark ihrem Ende zugeneigt, und man hatte sich bereits mit einem torlosen Verlauf abge- funden, als in den Schlußminuten noch das oben- stehende Resultat zustande kam. Nach Wiederbeginn schien es zuerst, als sollten die Platzbesitzer einen hohen Sieg erringen. Immer wieder waren sie im Strafraum des Gegners, aber sie verstanden es nicht, gebotene Gelegenheiten auszunutzen. Dann leiteten die Gäste durch chren Mittelläufer einen Angriff ein. Der Rechtsaußen gab zum Halbrechten, und dieser schoß den Ausgleich. Von jetzt an änderte sich das Bild des Spieles. Die Burger kämpften jetzt hart und sehr eifrig. Aber noch einmal hatten die Platzbesitzer die Gelegenheit, den Sieg zu erringen. Szponick ging durch und wurde im Strafraum gelegt. Den fälligen Elfmeter schoß er selbst an die Latte. Kurze Zeit später waren die Burger wieder im Strafraum der VfBer, und bei dem entstehenden Gedränge legte der Halbrechte an dem herausgelaufenen Balser vorbei den Ball zum Halblinken, der zum Siegestor einschoh. DfB.-R. 2. — Burg 0:4. Die 2. Mannschaft trat mit 10 Mann an und verlor auch noch 2 Spieler durch Verletzungen. Die Burger konnten einen verdienten Sieg erringen. Gpielvereiniguug 1900 Gießen. Frohnhausen — 1900 Liga 6:0. Das war eine Ueberraschung, die 1900 gestern in Frohnhausen erlebte! Man hatte den Blauweißen nur geringe Aussichten eingeräumt und ziemlich sicher mit einem Sieg der Frohnhäuser gerechnet. Daß er jedoch so eindeutig ausfallen würde, hatten die wenigsten erwartet. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings, daß 1900 in der 25. Minute Zeiler durch Verletzung verlor und die restliche Spielzeit mit nur zehn Mann durchstehen mußte. Das Spiel hatte trotz des nassen Bodens ein äußerst schnelles Tempo, und die Situationen wechselten rasch ab. Beide Torwächter wurden gleich auf harte Proben gestellt. Besonders Fischer wurde durch verschiedene scharfe Schüsse des gegnerischen Jnnensturmes geprüft, und als er sie ziemlich gut bewältigte, glaubte man, daß bei ihm alles in Ordnung fei. Doch wenig später, als Schäfer einen Gegner angriff, lief er unnötig aus dem Tor, fo daß der Ball über ihn hinweg ins Tor ging. Das zweite Tor fiel kurz darauf durch einen Strafstoß von der Strafraumgrenze. Nach der Pause hatte 1900 die Hoffnung, daß sich einmal die Möglichkeit ergeben könnte, daß man auf dem Frohnhäuser Platz bergab dem Spiel noch eine Wendung geben kann. Doch auch dies war ein Trugschluß, denn die Dränier schnürten die Blauweißen jetzt vollständig ein, und nur vereinzelt kamen sie noch vor das gegnerische Tor, wo sie mit den vier Stürmern kreis Bübingen. 0 Nidda (Kreis Büdingen), 28. Sept. Dieser Tage wurden die A e p f e l öer Stadt versteigert. Zahlreiche Kaufliebhaber trieben die Preise in die Höhe. Die schwache Mittelernte fand flotten Absatz. Es wurde die verhältnismäßig hohe Summe von knavp 1400 Reichsmark erzielt. Die Preise waren uneinheitlich. Maßgebend waren Sorte und Qualität. Der Zentner Tafelobst am Baum stellte sich immerhin auf 10 bis 12 Reichsmark. Im allgemeinen konnte man feststellen, daß auf Bäume mit Ernst Pein, Nieder-Bessingen, 3. Pr.; Rudolf Haber- mehl, Ruppertsburg, und Wilhelm Holzapfel, Stein- heim, je eine Anerkennung. J Jüngere Kühe: Rudolf Schmidt, Weickarts- Hain, 1. Preis; derselbe 2.P.; Ernst Pein, Nieder- Bessingen, 2. Pr.; Ludwig Prinz, Muhlsachsen, 3. Pr.; Rudolf Habermehl, Ruppertsburg, 3.Pr.; Karl Ke- blowski, Nieder-Bessingen, 3. Pr.: Ernst Pein, Nieder-Bessingen, und Wilhelm Bruck, Nieder-Bes- fingen, je eine Anerkennung. Kalbinnen: Ludwig Prinz, Muhlsachsen, 1 Preis- Wllhelm Brück, Nieder-Bessingen, 2. Pr.; Rudolf Schmidt, Weickartshain, 2. Pr. Rinder: Ludwig Prmz, Muhlsachsen, 1. Pr., Rudolf Habermehl, Ruppertsburg, 2. Pr.; derselbe 2. Pr.; Ernst Pein, Nieder-Bessingen, 3. Pr.; Ludwig Prinz, Mühlsachsen, 3. Pr.; Rud. Schmidt, Weickarts- am'u te n : Ludwig Prinz, Mllhl,--chsen Epr ; Karl Keblowski, Nieder-Bessingen, Epr.; Rudolf Schmidt, Weickartshain, 2.Pr.; Ernst Pem, Nieder- Bessingen, 2. Pr. sen, Bellersheim, Ober-Widdersheim, Trais-Horloff, Utphe, Inheiden, Rabertshausen, Dors-Gill und Rod- Heim. Letztere Frauenhilfe wurde von Frau K r e u- der besonders begrüßt, well sie, neu gegründet, zum ersten Male bei einem Frauentreffen erschienen war. Frau Rau (Klein-Linden) als Schrlftfuyrerm gab den Rechenschaftsbericht über das vergangene Berichtsjahr. Es fanden in diesem Berichtsjahr (1935) 5 Tagungen statt mit insgesamt 2530 Teilnehmern, gegen 2126 im Jahre 1934. Die Zusammenkünfte in 1935 waren in Saasen, Allertshausen, Heuchelheim, Hungen und Kirchberg. Missionar Ruff richtete noch einige beherzigenswerte Worte an die Frauen. Für die kirchlichen Behörden sprachen Dankes- und Begrühungsworte Dekan Sattler (Wieseck) für das Dekanat Gießen, Dekanatsstellvertreter Dechant Kahn (Lich) für das Dekanat Hungen. Hierauf hielt Frau Pfarrer Hoffmann (Offenheim bei Friedberg) den Hauptvortrag über das Thema: „Mütter helfen Gemeinden bauen". Ihre schlichten und starken Worte wußten die Gewissen aufzurütteln und überzeugend und zwingend aufzurufen für die hohen Pflichten und Aufgaben, die eine deutsche Mutter auf sich nehmen muß. Und wieder klang es hindurch in eindringlichen Worten, wie schon in der Predigt, daß die Mütter die tragenden Pfeiler eines Volkes find, und daß Priesterdienst im Geiste des Christentums nicht nur Gemeinden aufbaut, sondern das ganze Volk. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer den wertvollen Ausführungen der Rednerin. Pfarrer Steiner (Haufen), der Vorsitzende der Frauenhilfe Garbenteich, sprach dann ein kurzes Schlußwort, der Gemeinde Garbenteich und allen Helfern danken, die sich zur Ausgestaltung des Tages in den Dienst der Sache gestellt hatten, und wies darauf hin, daß es nun gelte, recht viel von all dem mitzunehmen, was an geistiger Kost geboten worden fei und es daheim zu verarbeiten und zu verwirk- lichen. Mit dem gemeinsam gelungenen Liede „Zieht m Frieden eure Pfade" schloß die anregende und wertvolle Tagung. I Garbenteich, 28. Sept. Am gestrigen Sonn- tag fand hier ein Kreistreffen der Evangelischen Frauenhilfen des Kreises Gießen statt. 582 Frauen hatten sich zu ernstem und stillem Besinnen zusammengefunden. In der überfüllten Kirche predigte Missionar Ruff aus Frankfurt, der am Vormittag bereits in Hausen den Gottesdienst übernommen hatte. Der Redner wußte in seiner temperamentvollen Art die zahlreichen Zuhörer von Anfang bis Ende zu packen, indem er darauf hinwies, daß die Heiligkeit Gottes die christlichen Mütter unseres Volkes zu Priesterdienst verpflichte, als ein Damm gegen die das Christentum bedrohenden feindlichen Mächte. Durch solch heiligen Mütterdienst könne unser Volk bewahrt beiden vor dem Schicksal des alles zerstörenden Bolschewismus. Im Gottesdienst wirkte der Chor der Frauenhilfe Garbenteich mit, der im Vorsommer dieses Jahres gegründet worden war und unter Leitung seines Dirigenten Schäfer (Garbenteich) bereits erstaunlich gutes Können an den Tag legte. Nach dem Gottesdienst waren die auswärtigen Teilnehmerinnen Kaffeegäste in den Häusern der Mitglieder der hiesigen Frauenhilfe. Um 16 Uhr fand die Nachversammlung m den Sälen der Wirtschaft Lotz statt, die trotz ihrer Große kaum alle Teilnehmer fassen konnten. Der Frauenchor Garbenteich eröffnete die Nachversammlung mit einem Lied. Nach gemeinsamem Gesang eines Chorals begrüßte die Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfen des Kreisoerbandes Gießen, Frau Kreuder (Gießen) die Versammlung und dankte allen für ihre Anteilnahme an dem Werk, zu dessen Dienst die Frauenhilfe aufruft. Sie begrüßte auch die Vertreter der kirchlichen Behörde und stellte die Zahl der Anwesenden aus den einzelnen Frauenhilfen fest, die zu dem Teilbezirk ge- hören, der sich in Garbenteich getroffen hatte. Ein Zusammenkommen sämtlicher Bereinigungen des Bezirks zu einem Treffen ist wegen der großen Anzahl der beteiligten Frauen unmöglich. So sind in dem Bezirk, der fein Treffen hier veranstaltete, zusammengeschlossen die Frauenhilfen von Muschen- heim Birklar, Langsdorf, Hungen, Münzenberg, Eberstadt, Lich, Nieder-Bessingen, Garbenteich, Hau- geringem Behang mehr geboten wurde, als auf solche mit vielen Früchten. Die enorm große Zwetschenernte erbrachte der Stadtkasse den Betrag von rund 1000 Reichsmark. Die Preise am Baum bewegten sich in mäßigen Grenzen, sodaß sich auch die minderbemittelten Volksgenossen reichlich mit Zwelschen eindecken konnten. Die über den Bedarf hinausgehende Zwetschenmenge wurde durch die vom Reichsnährstand eingerichtete Orts- sammelstelle aufgekauft und den Konservenfabriken, oder dem Industriegebiet zugeführt. Infolge der Preisfestsetzung in annehmbarer Höhe von 5 RM. je Zentner planen nun Landbesitzer Neuanlagen von Zwetschenbäumen, da vor einigen Jahren eine große Menge wegen geringem Erlös, ober wegen Altersschwäche beseitigt wurden. Kreis Alsfeld. < Alsfeld, 28. Sept. Unter dem Vorsitz von Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner Gießen als Vertreter des Tierzuchtamtes Gießen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau sand im hiesigen Rathaus eine Besprechung über die am 16. Oktober laufenden Jahres in Alsfeld ftattfinbenbe B e - zirkstierschau statt. An der Besprechung nahmen u. a. Vertreter des Kreisamts, der Stadtverwaltung, der Ortsbauernführer sowie der Stabsleiter des Kreisbauernführers und der Leiter der landwirtschaftlichen Schule Alsfeld teil. Nach den Darlegungen von Dr. Wagner dürfte die geplante Schau einen guten Erfolg versprechen. Es sind bis jetzt bereits 200 Stück Fleckvieh, 50 Stück Vogelsberger Rotvieh, 50 Ziegen, 25 Pferde, etwa 30 Schweine angemeldet. Für die Durchführung der Prämiierung stehen namhafte Preise zur Verfügung. Die Stadt Alsfeld stellt für die Veranstaltung chren Festplatz sowie die Feschalle und die Reithalle zur Verfügung. — Die in der vergangenen Woche hier durchgefuhrten beiden Verdunke- lungs ubungen können als gut gelungen bezeichnet werden. Während bei der ersten Hebung noch einzelne Mängel bei der Abdunkelung der Häuser zu verzeichnen waren, konnte bei der zwei- Preußen. Kreis Wetzlar < Wißmar, 25. Sept. Der Kontrolleur H. Klinket tonnte in dieser Woche auf eine 25 j ä h- riqe Tätigkeit in den Buderus'schen Eisenwerken in Lollar zurückblicken. Der Hüttenarbeiter Albert Kraft von hier wurde in Wetzlar von einem herabstürzenden Kran getroffen und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung Der Verunglückte wurde in das Wetzlarer Krankenhaus eingeliefert. — Die hiesige Gemeinde hat der NS- Frauen schäft den Ertrag einiger Zwetschen- bäume zur Verfügung gestellt.. Die Frauen kochen daraus Honig, der für das Winterhilfswerk bCOm©nr oh - Rechtenbach , 25. Sept. Der hiesige Kleinkindergarten, der von der NSV. betreut wird, feierte fein Sommerfest. Bürgermeister Langs- borf begrüßte die Erschienenen und führte dann aus, daß vor drei Jahren der Reichsnährstand $u- fammen mit der Gemeinde den Kindergarten ms Leben gerufen habe. Nunmehr sei dessen Betreuung an die NSV. übergegangen. Er wünsche, daß sich die weitere Arbeit des Kindergartens recht segensreich gestalten möge. Nach einem Vortrag des Posaunenchors hielt der Ortsgeislliche Pfarrer Harth eine kurze Ansprache. Kreisamtsleiter Pg. Freund wandte sich in seiner Ansprache an die Mutter. Frohe Spiele der Kleinen erfreuten jung und alt. Auch die Freude der Kleinen, die mit Brezeln beschenkt würben, war groß. Stützpunktleiter Bechtold dankte zum Schluß der Kindergärtnerin für ihre aufopfe- rungsDoUe Tätigkeit und schloß mit dem Gruß an den Führer. , §6.Teuionia^ Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Spo. Steinbach I 8:1 (4:1). Die 1. Mannschaft vom Sportverein 1926 Stern- bad) kam am vorigen Sonntag zum zweiten Der- bandsspiel nach Watzenborn-Steinberg. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Für jeden, der schon vor Spielbeginn auf einen hohen Sieg der Teutonen getippt hatte, waren die ersten 15 Minuten eine Ueberraschung nach der unangenehmen Seite hin. Beide Mannschaften kamen wiederholt gesahr- lich vor das Tor des Gegners, die Hintermannschaf, ten aber wehrten geschickt ab, wobei sich der kleine Rolly auf dem rechten Läuferposten der Teutonen ganz besonders bewährte. Den Steinbachern gelang es sogar durch einen unverzeihlichen Fehler des Tor- warts Haas und des Verteidigers Schmandt tue Führung an sich zu nehmen. Als sich der Sturm nach einer Umstellung besser verstand, blieben auch die Teutonen nicht torlos. Mit 4:1 wechselten die Mannschaften die Seiten. . Rach der Halbzeit ergab sich fast das gleiche Bild. Die Teutonen waren tonangebend, aber Zählbares wurde nicht erreicht. Beide Mannschaften litten unter dem Tempo der 1. Halbzeit. Eine halbe Stunde wurde gespielt, während Deuker im Tor der Gäste nicht zu schlagen war, bis dann endlich der Schwer» punkt überwunden wurde. In den letzten 15 Minuten tarnen die Teutonen noch zu weiteren vier Erfolgen, so daß das Endresultat mit 8:1 sicher- gestellt wurde. Die Jugendmannschaft der Teutonen verlor in Gießen knapp mit 1:0 Toren. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Alten-Buseck I 7:2. 1. 3gb. Großen-Buseck — 1. 3gb. BfB.-R. 1:4. Die 1. Jugend empfing die spielstarke 1. Jugend des RfD.-R. Gießen zum Freundschaftsspiel. Die Gäste hatten Anstoß, der aber von der Busecker Hintermannschaft abgestoppt wurde. Es entwickelte sich sofort ein schneller Kampf, der von den spiel- erfahrenen Gästen kurz vor Halbzeit zu einem Tor führte. Die zweite Halbzeit wurde mit einem schonen Tor der Gäste eröffnet, worauf die Einheimischen einen Gegentreffer erzielten. Den Rest der Spielzeit entschieden die Gäste mit noch zwei weiteren Toren für sich, so daß das Spiel verdient von VfB.-R. mit 4:1 gewonnen wurde. Dann traten die aktiven Mannschaften aus dem Busecker Tal auf den Plan. Nach einem schonen 8:0-Sieg in Grünberg am vergangenen Sonntag, wurde heute der 2. Derbandsspielsieg sichergestellt. Nach langem Hin und Her erzielte der Rechtsaußen der Platzbesitzer den ersten Treffer, der aber kurz darauf von den Gästen erwidert wurde. Durch schone Kombinationen reichte es bis zur Halbzeit noch zu zwei schonen Toren der Einheimischen. Nach dem Seitenwechsel hatte Großen-Buseck das Spiel in der Hand, so daß mit drei weiteren und einem Gegentreffer der 7:2^5ieg sichergestellt wurde. DfB.-Veichsbahn Gießen. Niederlage gegen Burg. Die Burger stellten eine Mannschaft ins Feld, die mit restlosem Einsatz bis zum Schlüsse kämpfte Ihr Torhüter hatte nur ab und zu Gelegenheit, fein Können unter Beweis zu stellen. Im übrigen stellte ihn auch der Sturm der Grunweihen vor keine unlösbare Aufgabe. Die Verteidigung erwies sich als schlagsicher. Die gefährlichsten Leute des Burger Sturmes waren der Halblinke und der Rechtsaußen. Diesem Gegner gegenüber brachten die VfBer folgende Mannschaft auf das Feld: Balser- Haupt, Knauß; Michel, Mund, Seufter; Bischoff, L. Schmidt, Heß, Fehling, Szpomck. Basier im Tor hielt gut. Haupt und Knauß waren die Stützen der Mannschaft. In der Läuferreihe uoer- ragte Feuster. Der Sturm zeigte erneut eine nicht zu überbietende Hilfslosigkeit. Leider war der Boden sehr glatt und beeinträchtigte die Leistungen. Die VfBer hatten Anstoß, der aber von der gegnerischen Läuferreihe abgefangen wurde. Im Gegenangriff zeigten die Gäste ihre Gefährlichkeit. Ein wuchtiger Schrägschuß des Halblinken ging knapp über die Latte. Dann waren die DfB.er leicht im Vorteil. Auffallend war, daß beide Mannschaften weite Vorlagen bevorzugten. Als Szponick nach rechts flankte, schien das erste Tor für die Gießener fällig. Schmidt schoß unter die Latte, der Schiedsrichter pfiff, änderte jedoch feine Entscheidung und gab Niederwurf. Als die VfBer sich einmal^flach durchfpielten, erzielten sie chr Tor. An diesem Stand änderte sich bis zur Halbzeit nichts. i ten Hebung durch die Kontrolle festgestellt werden, daß die Verdunkelung der Stadt vollständig war. An der Kontrolle der ersten Verdunkelungsubung beteiligten sich auch Bezirksluftschutzführer Poppe lGiehen) und dessen Stabsleiter Schuchardt *D b er - Ohmen, 28. Sept. Am Samstag wurde hier das Gemeindeobst versteigert. Die Preise lagen sehr unterschiedlich; je nach Qualität kostete der Korb Aepfel auf dem Baum von 75 Pf. bis 6,50 Mark. Im letzteren Falle kam ein besonders ausgesuchter Apfelbaum (von Blenheim) auf sage und schreibe 52 Mark. Ein Beweis daß gutes Tafelobst Einnahmen bringt, wahrend geringwertige Lokalsorten unrentabel sind — Die Nachfrage nach Zwetschen beginnt nachzulassen. Der Preis ist von 5 Mark auf 4,50 Mark pro Zentner Viehmarkt in Hungen Jünger- Bullen: 0 Hungen, 28. Sept. Der heute hier abgehaltene Ri n d v i e h - u n d F e r k e l m a r k t war trotz der ungünstigen Witterung außerordentlich gut be- fucht Es waren aufgetrieben: 124 Stück Großvieh Bullen Kühe und Rinder), 14 Fresser und Kälber und 523 Ferkel. Der Handel auf dem Ferkel- r f t war schleppend, es verblieb Ueberstand. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 12 bis 15 Reichsmark, bis acht Wochen alte 16 bis 22, acht bis £hn Wochen alte 23 bis 26, zehn bis dreizehn Wacken alte bis zu 30 RM. An Rindvieh wurden verkauft: Rinder von 140 bis 250 RM., trächtige Ser oon 500 dis 700, Kühe 450 bis 750 RM Sur B r ä m i i e r u n g mar sowohl von dem Hessi- icken Fleckvieh als auch von der Vogelsberger Rasse Lanx hervorragendes Material aufgetrieben, fo daß d°e Pr-isrichte? keinen leichten Stand hatten. O»e prämiierungserqebniffe. Hessisches Fleckvieh. 21 smVmp r t. Kühe : Frdr. Bommersheim, Langs- datt. Gp.; Pani Sannenbnrg Hungen Emil Bausch L°ng-d°rs, i- -in-n ^ d^Ad°m H- n & » s"rt, L°ng-d°r°l, Dito (beide Hungen). Hch. Köhler IN.. > chch SchmidU.. Eduard Fay. sämtliche Langedors), Karl Nathes, ie et^ro Weber. Langsdorf, Jüngere K h • szkiar VI (beide Langs- rnersheirn, Otto Kohler I., derselbe, (sämtliche aus Langsdorf), je einen 2. Preis; Heinrich Kohler III., Langsdorf, K. Nathes, derselbe, Lich, K. Kohler III., Langsdorf, je einen 3. Preis. Kalbinnen: Jak. Fay, Langsdorf, 1. Preis; Otto Kohler I., Ernst Dem, Hch. Kohler VI., (sämtliche Langsdorf), je einen 2. Preis; Hch. Schiel I., Will). Guth, (beide Langsdorf), je einen 3. Preis; Emil Bausch, Otto Kleinkurt, (beide Langsdorf), Gustav Schmalz, Hungen, je eine Anerkennnung. dünnere Bullen: Friedr. Bommersheim, OA*rmRhnrf 1 PreisI Adam Hofmann, Eduard Fay, Ewi? Bauschs Amtlich °u- Langsdorf). f° -inen Rinder: Adam Hofmann, Hch. Kohler III., (beide Langsdorf), je einen 1. Preis; Otto Lang, Otto Scharmann I., (beide Steinheim), Wilh. Guth, Hch. Köhler VI. (beide Langsdorf), je einen Pr.; Adolf Kuhl, Inheiden, Adam Hofmann, Eduard Fay, Frdr. Bommersheim, Karl Kohler III., (sämtliche Langsdorf), je einen 3. Preis; Otto Kleinkurt, Otto Kohler I., (beide Langsdorf), Karl Nathes, derselbe, Lich, je eine Anerkennung. Familien: O. Kohler I., Langsdorf, Ehrenpr.; Ludw. Weber, Langsdorf, 1. Preis; Ad. Hofmann, Hch. Kohler VI., (beide Langsdorf), je einen 2. Pr.; Karl Nathes. Lich, Emil Bausch, Adam Hofmann, Hch. Köhler III., Eduard Fay (sämtlich in Langsdorf), je einen 3 Preis; Otto Kleinkurt, Langsdorf, eine Anerkennung. Vogelsberger Vieh. Jüngere Bullen: Karl Keblowski, Nieder» | Bessingen, 1. Preis. Aeltere Kühe: Karl Keblowski, Nieder-Bes- singen, 1. Preis; Ludwig Prinz, Mühlsachsen, 1. Pr.; Hermann Döll, Hungen, 2. Pr.; Rudolf Schmidt, Weickartshain, 2. Pr.; Ludwig Prinz, Mühlsachsen, 2. Pr.; Karl Keblowski, Nieder-Bessingen, 3. Pr.; Handball im Sportkreis Gießen. Mit dem gestrigen Sonntag, einem wegen des starken Regens nicht gerade schönen Spieltag, hat nunmehr auch die Gauklasse des Gaues Hessen, wohl als letzte im Reich, mit den Pflichtspielen begonnen. Die Spiele in den übrigen Klassen nahmen termingemäß ihren Fortgang. Die durch den Regen verursachten schlechten Platzverhältnisse ließen selten einwandfreie Spiele zu. Bezirksklasse. In der Staffel 5 der Bezirksklasse waren nur zwei Spiele angesetzt, von denen aber nur eines zum Austrag kommen konnte, weil zu dem Treffen Spo. 1900 Gießen — To. Münchholzhausen die Gäste ohne ersichtlichen Grund nicht antraten und damit dem Gegner die Punkte kampflos überließen. Im Spiel lufpo Marburg — 2Mv. Gießen 16:6 (9:2) gab es eine Riesenüberraschung. Es war wohl bekannt, daß Marburg, wenn es seine Soldaten und Studenten zur Stelle hat, als äußerst spielstark angesprochen werden muh. Daß sich aber die Mtv.er in dieser Weise würden überfahren lassen, daran hatte niemand gedacht. Was Gießen den Sieg kostete, war nicht nur die ausgezeichnete Hintermannschaft und der wurfgewaltige Sturm der Platzmannschaft, sondern vor allem die Unentschlos- senheit und die Gleichgültigkctt der Gießener. 1. Kreisklasse. Tv. Hörnsheim — Tv. Holzheim 6:3 (3:1). Holzheim hat zwei wichtige Punkte verloren, und zwar nicht etwa durch den Schiedsrichter, wie fälsch- lich angenommen wurde, sondern durch die Hjlf- losigkett im eigenen Sturm. Es mutete an, fünf Spieler zu sehen, die noch nie zusammengestanden hatten, so hilflos waren oft die Aktionen. Daneben verriet auch die Hintermannschaft bedenkliche Schwächen. Allerdings fehlte auch der bekannte Torhüter. Anders war es bei Hörnsheim. Die Mannschaft spielte wie aus einem Guß und wird mit dieser Leistung bestimmt noch manchen Sieg erringen. Tv. Herborn — Tv. Ahbach 6:3 (4:1). Wie gefährlich Herborn auf eigenem Platz ist, beweist das obige Ergebnis, das dem Spielverlauf entspricht. Tv. Grüningen — Tv. Dutenhofen 3:6 (0:5). Grüningen hatte seine komplette Mannschaft nicht zur Stelle, so daß der Sieg der Gäste zu verstehen ist. Das Spiel hätte sonst sicher ein wesentlich anderes Gesicht bekommen. Diese Tatsache soll aber keinesfalls die spielerische Leistung der Gäste schmälern. Sie waren gegenüber dem Vorsonntag nicht wiederzuerkennen und errangen einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg. 2. Kreisklassc. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. hausen 3:11 (2:3). Bis zur Halbzeit konnte sich Allendorf noch recht gut halten, ließ aber dann merklich nach Als schließlich noch Dispute aufkamen, fiel die Mannschaft vollends auseinander, so daß Hausen nach Belieben gewinnen konnte. Tv. Wetzlar — Tv. Cid) 4:1 (2:1). Lich trat zu dem obigen Spiel nicht vollständig an, so daß die Mannsck>aft dadurch schon im Nachteil war. Dazu kam noch eine schlechte Schieds- richterleistung, die der Mannschaft den Rest gab. Unter normalen Verhältnissen hätte Lich allemal für ein günstigeres Ergebnis sorgen können. 2Nlv. Gießen II — Tv. Lang-Göns 2:3 (1:0). Die Gäste haben gestern erneut bewiesen, daß sie eine ausgezeichnete Mannschaft zur Stelle haben. Wenn auch der Sieg äußerst knapp ausgefallen ist, so ist er in jeder Beziehung verdient gewesen. Daß auf beiden Seiten nicht mehr Tore fielen, deutet auf gute Hintermannschaften und auf schwache Stürmerleistungen hin. Jugendklasse. Mtv. Gießen I — To. 1846 Gießen 15:9 (9:4). Mto. Gießen II — Spvgg. 1900 Gießen 3:13 (2:5). To. Dutenhofen — To. Krofdorf 4:3 (1:1). To Garbenteich — Tv. Lich 11:0. To. Lützellinden — Tv. Hochelheim 13:2. Tv. Oberkleen — To. Gr.-Rechtenbach 5:0 abgebr. Tv. Wetzlar — Tv. Garbenheim 9:5 (3:5). To. Nauborn — Tv. Burgsolms 5:6 (2:2). Die beiden Lokaltreffen zeitigten den erwarteten Erfolg. Allerdings konnten sie in sportlicher Hinsicht nicht ganz befriedigen. Nicht nur, daß 1846 nur mit 10 Mann antrat, die Mannschaft hat sich auch durch dauerndes Reklamieren viel verdorben. 1900 war der 2. Garnitur des Mto. klar überlegen. Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient. Die übrigen Spiele verliefen erwartungsgemäß. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Weiterer Versuch der Jugend •n der Deutschen Vereinsmeisterschaft klaffe B. Am Samstag wurde mit der Jugend der zweite Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschaft Kl. B unternommen. Die Kämpfe, die gemeinsam mit dem VfB.-R. und Männerturnverein auf dem Waldsportplatz durchgeführt wurden, verliefen recht anregend. Da die 1900er abermals ohne Seifer und weitere gute Kräfte antreten mußten, waren die Aussichten auf Erhöhung der Punktzahl nicht sonderlich günstig. Im Verlauf der Kämpfe ergab sich jedoch durchweg eine Leistungssteigerung, so daß man im End^raebnis auf 5.670,80 Punkte kam, gegenüber 5.444,49 beim ersten Versuch. Besonderen Anteil an dem Punktgewinn hatte der B-Jugend- liche Bertold Goß. Mit 14,40 Meter im Kugelstoßen erzielte er die beste Tagesleistung. Die 100 Meter lief er in 11.6 Sek., und im Diskuswerfen kam er auf 32,51 Meter. Neben Goß verdienen noch Erwähnung: Röhm mit einer 1500-Meterzeit von 4:39,7 Mm., sowie Günther Schmidt und Link im Hochsprung mit 1,50 Meter. BfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Erfolgreiche Versuche um die Deutschen Vereins- meisterfchaften der Aktiven und Jugendlichen. Am Samstag war es auf Einladung des Kreisfachamtes zu einem erneuten Versuch um die Deutschen Vereinsmeisterschaften in der Jugend-Klasse B gekommen. Die Jugendlichen des VfB.-R. zeigten sich in prächtiger Form. So gewann Kley die 100 Meter in 11,6 Sekunden. Helmut Möll sprang 1,60 Meter hoch. Stürmer gewann, die 1500 Meter in 4:38,3 Minuten. Linkmann überraschte im Diskuswerfen und siegte vor Goß, 1900, mit 32,99 Meter. Aber auch im Durchschnitt war VfB.-R. gut besetzt. Schwarz sprang als 2. 1,55 Meter und Kley II. als 3. 1,50 Meter hoch, lieber 1500 Meter überraschten Heller und Krollpfeiffer. Nies und Schieferstein waren im Kugelstoßen und Diskus auch besser als sonst. So kam es, daß der VfB.-R. die höchste Punktzahl erreichte vor 1900 und Mto. Mit 5842,91 Punkten ist der VfB.-R. der im Gau führenden Turngemeinde Eschwege dicht auf den Fersen. Am Sonntag folgte ein Kampf der Aktiven. Trotzdem einige sehr gute Leute fehlten, erreichte der VfB.-R. doch etwas mehr Punkte als beim ersten Versuch. Insgesamt wurden 4522,50 Punkte erreicht. Wiurnen. Turnverein Allendorf (Lahn). In Allendorf (Lahn) fand am vergangenen Sonntag das diesjährige Abturnen des hiesigen Turnvereins statt. Vormittags wurden die Wettkämpfe der Turner und Turnerinnen ausgetragen. Die Leistungen wurden leider durch das schlechte Wetter stark beeinflußt. Abends trafen sich Vereinsmitglieder und Gäste im Vereinslokallder Gastwirtschaft Henkelmann. Hier gab der Vereinsvorsitzende, Alb. L u h , zuerst einen Rechenschaftsbericht über die im Laufe des Jahres erzielten Leistungen ab. Diese ständen zum Teil hinter denen der Vorjahre zurück, da die Vereinsmitglieder nicht so rege wie früher xu den wöchentlichen Hebungen erschienen seien. Er sprach die Hoffnung aus, daß sich dies im nächsten Jahre bessern und die Leistungen wieder steigen würden. Danach verlas er die Sieger der am Vormittag stattgefundenen Wettkämpfe: Schüler: 1. Reinh. Heep; 2. Willi Hohbach: 3. Fritz Stengel; 4. Wilfried Arnold; 5. O. Müller; 6. K. H. Faber; 7. Heini Konstanz; 8. Walter Heep, 9 Adolf Müller. Jugend-Unterstufe: 1. Emil Felde, 158 Punkte; 2. Albert Dick und Reinhold Faber, je 112; 3. Helmut Volk, 109; 4. Werner Binz, 104. Jugend-Ober st ufe : 1. Walter Dick, 215; 2. Helmut Menges und Ludwig Ulm, je 147; 3. Willi Heep, 143; 4. Willi Müller, 115; 5. Karl Volk, 92; 6. Karl Becker, 87; 7. Reinhold Keiner,ohne Geräte, 72 Punkte. Turnerstufe: 1. Richard Lenz, 153; 2. Ernst Luh, 118; 3. Willi Ulm, 108; 4. Alb. Luh und Emil Binz, je 105 Punkte. Schülerinnen: 1. Marie Heep; 2. Margot Weber; 3. Marie Flohr; 4. L. Viehmann; 5. Fr. Luh; 6. Fr. Franz. Turnerinnen - Oberstufe: 1. Milli Luh, 100; 2. Alma Steinmüller und Meline Franz, je 86; 3. Irma Hahn, 73; 4. Marie Müller, 71; 5. Lydia Hahn, 61; 6. Pauline Hoßbach, 59. Durch die im Anschluß gezeigten Vorführungen sollte die Vereinstätigkeit wieder angeregt und für das Turnen wieder Mitglieder geworben werden. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf unseren Führer wurde der offizielle Teil beendet, und es ging zum gemütlichen Teil, dem Tanz, über. Turnverein 1908 Reiskirchen. Am vorigen Sonntag veranstaltete der hiesige Turnverein fein Abturnen. 24 Turner maßen ihre Kräfte im ritterlichen Volksturnen und Gerätewettkampf. Im Dreikampf in der Schülerunterstufe erhielten mit je 65 Punkten Karl Balser und Helmut Schomber den 1. Preis, Ernst Stiehler mit 59 Punkten den 2.; Otto Zimmer mit 55 Punkten den 3.; Alfred Pitz mit 54 Punkten den 4.; Karl Fink mit 52 Punkten den 5,; Ernst Balser mit 49 Punkten den 6.; Karl Weigand mit 47 Punkten den 7. Preis. Iugendoberstufe: Erich Opper, 196 P.; Karl Stock, 184 P.; Heinrich Schmitt, 156 P.; Karl Damm I., 154 P.; Heinrich Peter, 149 P. Jugendunter st ufe: Wilhelm Stark, 141 Punkte; Ferdinand Peter, 140 P.; Karl Enders, 137 P.; Ludwig Döring, 136 P.; Karl Damm II., 128 P.; Karl Hartmann, 125 P.; Karl Gundrum, 114 P. Aktiven st ufe: Philipp Jünger, 71 Punkte; Ferdinand Becker, 64 P.; Heinrich Damm, 62 P.; Ludwig Becker, 60 P.; Wilhelm Becker, 56 P. Glückwunsch des Führers zum 90. Geburtstag. Darmstadt, 26. Sept. (LPD.) Der Führer und Reichskanzler hat dem alten Darmstädter Christian Lul ey zu feinem 9 0. G e - burtstag ein herzliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zukommen lassen. Auch der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Kreisleiter W a m b o l d , die NSV. und der frühere Groß- Herzog befanden sich unter den Gratulanten. Kundgebung fürVolkStum undHeimat. LPD. Darmstadt, 28. Sept. Die unter der Gaufachstelle für Trachtenpflege und Landsmannschaften im Landschaftsbund Volkstum und Heimat zusammengeschlossenen Heimat- und Trach- tenoereme öes Gaues Hessen-Nassau hielten in Darmstadt ihr Herbsttreffen ab, das außerordentlich stark besucht war. Das Treffen fand in der geschmückten Turnhalle am Woogsplatz statt und gestaltete sich zu einem farbenfreudigen Ausschnitt lebendiger Volkstumspflege. In einer Kundgebung sprachen nach dem Gaufachstellenleiter Heß der Landschaftsleiter Ministerialrat Ringshaus e n (Darmstadt) und der Reichsfachstellenleiter K a p l a n e ck (Berlin). Die Ziele und Wege der Arbeit wurden eingehend bargelegt und praktische Erfahrungen zu Ratschlägen an die Mitarbeiter verwertet, getreu dem Leitsatz des Führers, daß das gesamte kulturelle Leben der deutschen Nation den in unserem Volkstum liegenden Ewigkeitswerten zu dienen habe. Die Darbietungen des Stammes Bayrisch-r Landsmannschaften, des Stammes Bayrischer Gebirgstrachtenvereine, umrahmt von Darbietungen anoerer Stämme und musikalisch getragen von der Bayern-Kapelle Frankfurt a. M.-Nied, fanden immer wieder stürmischen Beifall. Größeren Betrag unterschlagen und geflüchtet. LPD. Frankfurt a. M., 28. Sept. Der Polizeibericht meldet: Der Georg Kaiser aus Frankfurt hat 2 7 0 0 Mark unterschlagen und wird gesucht. Kaiser ist 50 Jahre alt, 1,75 Meter groß, hat dünnes, dunkelblondes, linksgescheiteltes Haar und glattrasiertes, rotes Gesicht mit vorstehenden Backenknochen. Er zieht sein rechtes Bein unter zitterigen Bewegungen nach. Für Angaben über den Aufenthalt Kaisers, durch die das Geld sicher- gestellt werden kann, hat der Geschädigte eine Belohnung ausgesetzt. Mitteilungen, auch vertraulicher Art, nimmt die Kriminalpolizei auf Zimmer 440 im Polizeipräsidium entgegen. Gießener Vochenmorkkpreise. * Gießen, 29. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, ausländische 11%, Wirsing, grün, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8, Bohnen, grün 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Tomatenl5, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel 10 bis 20 Pf., Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 7 bis 8, Nüsse 40, Brombeeren 35, Preiselbeeren 32 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Rundfunkprogramm Mittwoch, 30. September: 6.00 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Werkskonzert. 10.00: Schulfunk: „Arbeiter, Bauern, Soldaten" Eine Hörfolge, zusammengestellt und geleitet von Reinhold Stapelberg. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk) 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 14.20: Das Phänomen der Stimme (XVIII) Felicie Hühni-Mihacsek. 15.00: Volk und Wirtschaft (Sorgen der Rheinschiffahrt. Allerlei Vorschläge zur Gesundung). 15.15: Heimat im Lied Lieder von Joseph Kröll. 15.45: Durch's Salmtal nach Dreis. Plauderei von Walter Deurer, Trier. 16.00: Unterhaltungskonzert. 17.30: HJ-Funk. 18.00: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Kampf dem Verderb! 20.00: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: „Ernteabend im Dorf". 20.45: Unsere Wehrmacht musiziert. 22.00: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24—2.00: Nachtmusik. Donnerstag, 1. Oktober. 6.00 Uhr: Heimatland, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7.00 Uhr: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.00: Schulfunk 11.00: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst, 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Bunter Zeitvertreib. 15.00: Volk und Wirtschaft. Verbesserte deutsche Weine. 15.15: Unterhaltungskonzert. 16.00: Kinderfunk. 17.30: Ein sudetendeutscher Dichter als Träger des Eichendorfs- Preises: Gustav Leutelt. Eine Würdigung seines Schaffens. 17.45: Deutsche Menschen suchen und finden die Heimat. Das Problem der Landflucht in neuen Romanen. 18.00: Konzert. 19.00: Unnötige Opfer der Straße. Zum Thema: Derkehrsdisziplin. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.00: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 21.10: Unterhaltungsmusik. 22.00: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk) 22.30: Es wird getanzt. 24.00—2.00: Deutsches Konzert. in meine neue Wohnung gehört auch ein neuer Familien Gasherd mit Brat- und Backofen sonst ist d. Freude nur halb Auf d. Braunen Messe werden unverbindlich die einzelnen Fabrikate in Betrieb vorgeführt Gas’Gemeinschall Gießen 6124A Drückt auch Dich der böse Schuh? Komm zu mir, ich schaff’ Dir Ruh’ Werd’ ihn 6125A längen oder we ten Wird Dir große Freud’ bereiten Wilhelm Kemler Schuhmacherei Schulstraße 5 UlifW, öen 30. Sept 1936 14 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Versteigerungslokal) bzw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. Näbmaschin., 2 Schuh- machernähmasch., Kassenschränke, Registrierkassen, 1 Kaffeeröster, 1 elektrische Kaffeemühle, Warenregale, 4 Radiogeräte, 1 Kraftverstärker, Herren-, Damen- und Kinder - Schnur- und Schnallenschäfte, Kleider-, Anzug-, Möbel- und Vorhangstoffe, Stratzenbesen, Bürsten, Körbe, Kordel, Hanfstricke, Bücher, 1 Porträt. 61220 vaiev Vertreter des Ger.-Vollz.Bittorf, Gießen, Steinstratze 42, Tel. 3660. DieFonne, ja Moe! Das ist stets ein unberechenbares Element be derBelichtung.Wirk- li h unberechenbar? — nein! Auf einem e ektrischen t elichtungs- mes Bahnhofstraße Abgabe von Fichiendeckreisern. Aus den Waldungen der Stadt Gießen können Fichiendeckreiser (von 30 Wellen an aufwärts ab Wald) zum Preise von 20 Rps- je Welle an Gärtner und sonstige Großabnehmer abgegeben werden. Bestellungen bei gleichzeitiger Barzahlung nimmt das Städtische Rechnungsamt, Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 8, bis zum 6. Oktober d. J. entgegen (Fernsprechnummer 2851). 6111D Gießen, den 28. September 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Betr.: Die Wochenmarkt-Verkaufszeiten. Die Dochenmärkie beginnen von Donnerstag, den 1. Oktober 1936, ab vormittags um 8 Uhr und enden um 14 Uhr. 6108C Gießen, den 29. September 1936. Der Oberbürgermeister. I. V.: S u d h e i m e r, Beigeordneter.