WM - MM Samtag, 29. August 1956 Er. 202 Erstes Blatt 186. Jahrgang Eichener Anzeiger ®c 5,0 v% 0t‘ •jO h ?; fPh La • h 3a zwischen den alten Freund England und den neuen Italien brachte, und an dem Wahlsieg der französischen Volksfront, deren erstes Kabinett schon in den ersten Tagen des Streiks und der Betriebsbesetzungen seine Abhängigkeit von den Kommunisten erwies. Der Bürgerkrieg in Spanien -machte den Einfluß Moskaus auf die französische Politik auch dem Begriffsstutzigsten deutlich. Während der Ministerpräsident Blum, der Außenminister D e l- b o 5 und Kriegsminister Daladier sich bemühen, Frankreichs Neutralität zu wahren, weil sie die außerordentlichen Gefahren einer Einmischung in die spanischen Dinge, wie sie eine einseitige Parteinahme für die Madrider Volksfrontregierung darstellen würde, kennen und fürchten, lassen ihre Ministerkollegen S a l e n g r o und Pierre C o t jede Rücksicht fallen und leihen den kommunistischen Forderungen auf tatkräftige Hilfe für die spanischen Marxisten ihre Unterstützung. Hier wird die Gefahr deutlich, daß das ursprünglich von der französischen Oefentlichkeit durchweg kühl und skeptisch ausgenommene Militärbündnis mit Sowjetrußland in der Erhitzung der Gemüter über den spanischen Bürgerkrieg für weite Kreise des französischen Volkes aus einem Instrument kühl überlegender Vernunft zu einer Herzenssache wird. Die französische Rechte zwar, der wohl die machtpolitischen Vorteile des Bündnisses mit einem hochgerüsteten Staat wie Sowjetrußland willkommen waren, die aber die innerpolitischen Begleiterscheinungen dieses Bundes mit dem roten Moskau nicht mit in Kauf Nach der Eröffnungsfeier besichtigte Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eingehend die Ausstellung. — Unser Bild zeigt ihn im Gespräch mit Dr. G o e r z (rechts) und Reichssendeleiter Hadamooski (links). — (Scherl-Bilderdienst-M.) o —2' |fh- ih nehmen wollte, zetert nun über den wachsenden Einfluß des Kreml auf die Regierung der Volksfront, die in ihren eigenen Reihen nicht auf eine einheitliche Politik sich festlegen läßt. Dieser Zwiespalt beherrscht natürlich auch die französische Politik gegenüber Deutschland. Während Männer wie Blum, Delbos und Daladier anscheinend den Wunsch haben, zu einer deutsch- französischen Verständigung zu gelangen, suchen die von Moskau instruierten französischen Kommunisten jede Annäherung zu verhindern Der kommunistische Parteiführer T h o r e z ließ auch nicht den Pariser Besuch des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der seinem Kollegen Labeyrie galt, vorüber, ohne den Ministerpräsidenten Blum zu rüffeln, der durch seine Teilnahme an einem Frühstück zu Ehren Dr. Schachts nach Meinung Moskaus dem deutschen Minister zu viel Ehre erwiesen hatte. Blum ist indessen dem Kommunisten die Antwort nicht schuldig geblieben. Er hat ihm geschrieben, daß die Organisierung des Friedens eine der Bedingungen der französischen Sicherheit darstelle, die Regierung wolle keinen Augenblick am Frieden verzweifeln und darum selbst nicht am Tage der Verlängerung der deutschen Dienstzeit Unterhaltungen zurückweisen, welche auf wirtschaftlichem, finanziellem oder politischem Gebiet eine allgemeine Regelung der europäischen Probleme erleichtern könnten. Diese ruhige Auffassung der Lage durch den französischen Regierungschef kann für eine Verständigung nützlich sein. Die Verhandlungen über den von Frankreich oorgeschlagenen NeutraU- = - 1F - w V Z feierlich eröffnet worden. Den feierlichen Akt leitete der Fanfarenmarsch auf das Pausenzeichen „Freut euch des Lebens" ein. Dann wurde das „Festliche Vorspiel zu einer nationalsozialistischen Feier" von Karl Ehrenberg vorgetragen. Die Begrüßungsansprache hielt der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, der die Verdienste des Reichsministers Dr. Goebbels bei dem Zustandekommen auch dieser Ausstellung heroorhob. Auch die 13. Große Deutsche Rundfunkausstellung werde in ihrem innersten Wesen und in ihrem äußeren Bilde wieder eine W e r- bung für Deutschland sein. Weiter erinnerte der Staatskommissar an das Brandunglück, das die Rundfunkausstellung 1935 heimgesucht hat. Der Brand habe die Bresche geschlagen für die Zukunft des Berliner Ausstellungsviertels. Unter den Augen des Führers und Reichskanzlers sowie auf das besondere Betreiben des Reichsministers Dr. Goebbels seien die seit langem geplanten Neuanlagen energisch in Angriff genommen worden, sodaß man heute bereits die ersten fertigen Teile des großen Zukunfts - wertes (eben könne. Der zweite Redner zur Eröffnungsfeier Dr. Goerz, der Leiter der Fachgruppe Rundfunk der Wirtschaftsgruppe Elektroindustrie, beleuchtete den unaeheueren Aufstieg der gesamten deutschen Rundfunkwirtschaft, sowie der Erfolge des Volkssenders. Darauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zu der Eröffnungsansprache. Aeichsminister Dr. Goebbels führte u.a. aus, der Deutsche Rundfunk, der sich heute zum vierten Male in einer großen Gesamtschau dem nationalsozialistischen Deutschland zeige, habe in dem hinter uns liegenden Rundfunkjahr allein mit seinem Olympia-Weltsender eine Leistung vollbracht, die einzigartig in der Welt da- Die Große Berliner Rundfunk-Ausstellung eröffnet. Reichsminister Or. Goebbels gibt Richtlinien für die Programmgestaltung des Rundfunks Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eröffnet die 13. Rundfunkausstellung. — (Scherl-M.) stehe. Durch die umfassenden technischen Vorbereitungen des Deutschen Rundfunks habe die ganze Welt an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Allein in 28 Sprachen wurde vom Olympia-Weltsender gesendet, 140 Sprecher gelangten zum Einsatz, von denen 70 von ausländischen Nationen nach Berlin gesandt worden waren. In den 16 Tagen der Olympischen Spiele 2.« s Wer einen Rundfunkempfänger im Hause hat, selber regelmäßig mithört oder bei Bekannten und Verwandten gelegentlich eine Sendung aufnimmt, der wird immer wieder die Erfahrung gemacht haben, daß ein Musikstück sehr gerne angehört wird, auch wenn es schwere Kost ist, daß aber in den meisten Fällen der Apparat abgestellt wird, sobald aus dem Kasten die Ankündigung eines längeren Vortrags kommt, selbst wenn diesem Vortrag ein unterhaltsames oder allgemein interessierendes Thema zugrunde liegt. Nur Führer- und Ministerreden, Kundgebungen der Partei und des Staates (Reichstag, Parteitag, Olympiade usw.), Reportagen aus dem Alltag, sowie gewisse interessante Hörspiele und kabarettistische Darbietungen machen eine Ausnahme von der Regel, daß im Radio das gesprochene Wort dem Gesang und der Instrumentalmusik unterlegen ist. Es ist ein Verdienst der nationalsozialistischen Rundfunkführung, sich diesem Urteil des Volkes gebeugt und das Programm der Sender dementsprechend umgebaut zu haben. Trotzdem bleiben immer noch manche Wünsche offen. Wer hat sich nicht schon abends über die Gleichförmigkeit der „ewigen Tanzmusik" geärgert, wer hat sich noch nicht über das „ewige Gequatsche" des Ansagers oder Redners aufgeregt, wer hat nicht dieses oder jenes auszusetzen gehabt? Mit Verlaub: Es kann nicht jeder seinen Prioatsender besitzen, jeder einen Empfänger sein eigen nennen. Man muß also auch als eifriger Radiohörer soviel Einsicht besitzen, um persönliche Wünsche einmal zurückzustellen und Rücksicht auf das Verlangen der Allgemeinheit nehmen zu können. Das größere Problem „Wort ober Musik?" freilich ist eine generelle Frage, die über den Streit der Privatmeinungen hinausgeht und die Programmgestaltung des deutschen Rundfunks aufs stärkste berührt. Reichsminister Dr. Goebbels hat bei der Eröffnung der Großen Deutschen Funkausstellung 1936 in seiner offenen, prägnanten Art der Volksmeinung dahin Ausdruck gegeben, daß diejenigen, die nur von Kant und Hegel ernährt werden wollen, kaum ins Gewicht fallen, daß es aber eine Frage ist, ob es für die Millionen Menschen, die weit verstreut im Lande wohnen, besser ist, niemals Beethoven und Wagner oder sie wenigstens über den Rundfunk gehört zu haben. Die Beobachtung, die sich in den Worten des Ministers widerspiegelt, haben wir alle tausendfältig bestätigt gefunden. Es ist nicht damit getan, irgendwelche Größen des deutschen Geisteslebens durch den Rundfunk zur Darstellung zu bringen, sondern es kommt daraus an, eine richtige Auswahl zu treffen. Jede Kunstart hat ihre besondere Ausdrucksweise, und da die Wellen des Funks unter Ausschluß aller anderen Sinne allein auf das menschliche Gehör wirken, so wird auch eine gefühlsbetonte mehr als eine verstandesmäßig zu begreifende Hörkunst am ehesten „Anklang" im Volke finden. Die großen Richtlinien der Programmgestaltung, die Dr. Goebbels ausgestellt hat, tragen auch dieser Erkenntnis Rechnung. Größte Vielseitigkeit in künstlerischer und unterhaltender Hinsicht auf einem nicht zu hohen, nicht zu tiefen Niveau ist das Ziel der deutschen Funkarbeit, ein Ziel, dessen Erreichung aus den angedeuteten Gründen schwierig genug ist, um die letzte Hingabe aller am Rundfunk tätigen Volksgenossen zu erfordern. Der Festakt. Berlin, 28. August. (DNB) Die 13. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1936 ist Freitagvormittag in Gegenwart von Mitgliedern der Behörden, der Partei, der ausländischen Diplomatie, aus Handel und Industrie, Kunst und Wissenschaft durch den Reichsminifter für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels n o 3 !s » - »612L 7 n5= S * s 2 " , ?■ Die aus den ersten Nachkriegsjahren herruhren- den Bündnisse mit Belgien, Polen und den Mächten der Kleinen Entente genügten dem französischen Sicherheitsbedürfnis nicht mehr. Der immer wieder unternommene Versuch, E nglano zur Uebernahrne von Bündnisverpflichtungen zu bewegen, die über den Locarnopakt hinausgmgen, mißlang ebenso wie einst das Bemühen um eine amerikanische Garantie für den in Versailles geschaffenen Zustand Europas. Barthou, ein Mann, dessen politische Vergangenheit weit in die Allianzpolitik der Vorkriegszeit zuruckrelchte, unter dessen Ministerpräsidentschaft Frankreich im Juli 1913 zur dreijährigen Dienstzeit ubergegangen war, und Delcasse als Botschafter in Petersburg die letzten diplomatischen Vorbereitungen sur den Gln- kreisungskneg gegen Deutschland getroffen hatte, Barthou kehrte nun im Jahre ^34 skrupellos zu der ihm vertrauten Politik der .Militärbündnisse zurück, in der er die einzige greifbare Bürgschaft für die „Sicherheit" Frankreichs stand also Pate beim Einzug des bolschewistischen Rußlands in den Völkerbund, und so wemg die dritte Republik Poincarös einst sich gescheut hatte, das zaristische Rußland als Bundesgenossen für den Revanchekrieg gegen Deutschland zu werben, so wenig Skrupel bereitete es nun den französischen Demokraten Barthou Hernot und Genossen, das rote Moskau als wichtigstes Glied eines neuen französischen Bündnissystems in die Fron gegen Deutschland einzureihen. Wenn auch Laval als Verwalter des Barthouschen Erbes den Versuch machte, durch Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zu I t a l i e n dem Bündnis m. der Sowjetunion ein Gegenstück zu schaffen, so zerschlug sich diese Entwicklung an den Klippen des Abesfi- nienkonflikts, der Frankreich in die Zwickmühle <3 R e y pt Licht und Schatten. Die Erhöhung der aktiven Dienstpflicht in Deutschland hat in der ausländischen Presse nicht jene hysterische Erregung ausgelöst, die die früheren wehrpolitischen Maßnahmen des Reichs begleitet haben. Niemand wird wohl erwartet haben, daß die Einführung der zweijährigen Dienstpflicht im Auslande Zustimmung ober auch nur überall Verständnis gefunden hätte, aber daß man sich in der ausländischen Presse schon entschließt, die deutschen Beweggründe sachlich zu erörtern, ohne über die Verletzung irgendeines Vertragsparagravhen zu zetern und laut nach einem gemeinsamen Protestschritt der anderen Mächte zu rufen, das charakterisiert die veränderte Lage. Nirgends wird mehr dem Deutschen Reich das Recht bestritten, den Grad feiner Wehrhaftigkeit selbst zu bestimmen. Die Ausübung eines der wesentlichsten Rechte ganz wiederhergestellter deutscher Souveränität wird widerspruchslos hingenommen. Deutschlands volle Gleichberechtigung ist Tatsache geworden. Und in Wahrheit bedeutet die Einführung der zweijährigen aktiven Dienstzeit für alle Waffengattungen in Deutschland ja auch nur eine Angleichung an die in den besonders in Betracht kommenden Staaten bereits bestehenden militärpolitischen Verhältnisse. Wir denken dabei vor allem an die durch Militärbündnisse zu einem gewaltigen Kraftblock zu- sammengeschlossenen Mächte Frankreich, die Tschechoslowakei und Sowjetruhland, von denen die beiden ersten bereits vor einem Jahr die Dienstzeit ihrer aktiven Truppen auf zwei Jahre erhöht hatten, während die Sowjetunion durch Herabsetzung des Diensteintrittsalters für die Rekruten der Roten Armee die aktive Dienstzeit sogar bis auf vier Jahre ausgedehnt hat. Deutschland begründet seine Maßnahme mit den jetzt zu erwartenden, zahlenmäßig besonders schwachen und auch körperlich eine verhältnismäßig geringere Diensttauglichkeit aufweisenden Kriegsjahrgängen. Es ist genau die gleiche Lage, die Frankreich imb bie Tschechoslowakei bereits vor einem Jahr zu eben derselben Maßnahme veranlaßt hatte. Deutschlanb macht also lediglich den Versuch, einen Vorsprung einzuholen, den die anderen europäischen Mächte bislang besaßen, und mit der Erreichung des durchschnittlichen europäischen Wehrstandes ein Gleichgewicht herzustellen, das durch die fieberhaft vorwärtsgetriebene Aufrüstung der Sowjetunion schon rein ziffernmäßig und waffentechnisch ins Schwanken geraten war. Damit ist vorerst ein Schlußstrich gezogen unter die Versuche, vor und während der Wiederaufrüstung Deutschlands durch ein internationales Abkommen zu einer allgemeinen Begrenzung der Rüstungen zu kommen. Es ist bezeichnend für die vollkommene Verkennung der politischen und moralischen Kraft des nationalsozialistischen Deutschlands, daß alle diese Versuche, zu einer Rüstungsvereinbarung zu gelangen, bevor die deutsche Aufrüstung nationale Notwendigkeit und schließlich vollendete Tatsache wurde, von Deutschland ausgegangen waren und daß es Frankreich war, das in erstaunlicher Kurzsichtigkeit alle auf eine vernünftige Rüstungsregelung gerichteten deutschen Vorschläge entweder abgelehnt oder gar unbeantwortet gelassen hatte. Im Februar 1934 hatte der Führer und Reichskanzler ein Rüstungs- abtommen auf der Grundlage eines 300 000 Mann- Heeres für Deutschland vorgeschlagen bei gleichzeitiger Bereitschaft, auf alle Angriffswaffen zu verzichten, falls auch die anderen Mächte in deren Abschaffung willigen würden. Die berüchtigte Note des damaligen französischen Außenministers Barthou vom 17. April 1934 lehnte diesen Vorschlag trotz britischer Mahnung brüsk ab. Damit hatte Frankreich einen Weg eingeschlagen, der immer mehr von dem Versuch, Frankreichs .'Sicherheit auf ein Abkommen über die Begrenzung der Rüstungen zu begründen, fortführte zu der alten Borkriegspolitik der Allianzen. tätspakt, der verhindern soll, daß aus dem spanischen Bürgerkrieg durch die Einmischung anderer Mächte internationale Verwicklungen gefährlichen Ausmaßes entstehen, hat Deutschland durch den beschleunigten Erlaß eines Waffenausfuhrverbots und feine Zustimmung zu dem Paktoorschlag wesentlich erleichtert. Deutschland wird auch ebenso wie England dem von dem nach Hendaye geflüchteten diplomatischen Korps angeregten Versuch, durch Verhandlungen mit beiden kriegführenden Parteien in Spanien zu erreichen, daß hie entsetzlichen Grausamkeiten dieses Bürgerkrieges künftighin vermieden werden, sicher sympathisch gegenüber- stehen. Hier zeichnet sich also eine neue Plattform für eine internationale Zusammenarbeit der Mächte ab, vorerst allerdings nur auf einem durch die Ereignisse in Spanien abgegrenzten Gebiet. Das große Fragezeichen einer jeden solchen Zusammenarbeit ist freilich Moskau, das gar nicht daran denkt, feine weltrevolutionären Ziele der Idee einer europäischen Staatengemeinschaft zu opfern und eben erst durch feine neuesten Aufrüstungsmaßnah- men offen den Willen bekundet hat, die Offensive gegen die abendländische Kulturwelt mit allen Mitteln vorzubereiten. Daß Frankreich durch sein Bündnis mit Moskau dem Bolschewismus gestattet hat, in europäischen Dingen mitzusprechen, war ein Verbrechen an der gemeinsamen Sendung Europas, eine unerhörte Belastung eines jeden Versuches einer deutsch-französischen Verständigung, der besten Bürgschaft des Weltfriedens. Erschein, täglich, außer ÄHBf ® A Annahme von Anzeige« Sonntags und Feiertags für die Mittagsnummer Beilagen: Die aUuftiiette J Jk IkA ▲ A A, ▲ AA ▲ Ak AÄ bis8-/,Uhr des Vormittag- r---«ss- IntdK^nAr rl it2MAi>r rsrM •sä UIIIl IiIlIIIlI ZIII^IlIIIIlI suäsä FMAI Vlvllvllvl t'vlljviyvt SÄ3ÄS2 von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt - Ä •• zSa. V* W aa Stellen-, Vereins-, gemein- •**£» wviiviui-aiijviyvi |iu wuvii/vpvu «Wssr Postscheckkonto: , „ , behördliche Anzeigen 6Rps. Frontsurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats vnch- und Steinbruderei R. Lange in Gietzen. Schristleitnng unb Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7 Mengenabfchlüffe Staffelö Trotzki wird interniert iröen. Damit markiere i)eur|a)iano in oeöug . -- <• f die Höhe der Rundfunkteilnehmer mit England in Detnebbefindlicheri Fernsehstuven n rrerun zweiter Stelle. Im R^ndfuykgeschäftsjahr 1932/33, standen wahrend der Olympischen Spiele weitere -n 1 340 000, im vorigen Geschäftsjahr 1 939 000 115 Fernsehstuben zur Verfügung. an seien 1340 000, im vorigen Geschäftsjahr sendung gelangen. . Die Zahl der Rundfunkteilnehmer sei in den hinter uns liegenden Jahren wieder um fast eine Millirm von 6 516 732 auf 7 404 144 erhöht worden. Damit marschiere Deutschland in bezug aus die Höhe der Rundfunkteilnehmer mit England men, zum Mithören aufzufordern. 4. Das Programm des Rundfunks muß so gestaltet werden, daß es den verwöhnteren Geschmack noch i n t e r e ssi e r t und dem a n - spruchsloseren noch gefällig und ver- st ä n d l i ch erscheint. Es soll in einer klugen und psychologisch geschickten Mischung Belehrung, Anregung, Entspannung und Unter- Ha l t u n g bieten. Dabei soll besonderer Bedacht gerade auf Entspannung und Unterhaltung gelegt werden, weil die weitaus überwiegende Mehrzahl aller Rundfunkteilnehmer meistens vom Leben sehr hart und unerbittlich angefaßt wird, in einem nerven- und kräfteverzehrenden Tageskampf steht und Anspruch darauf hat, in den wenigen Ruhe- und Mußestunden nun auch wirkliche Entspannung und Erholung zu finden. Demgegenüber fallen die wenigen, die nur von Kant und Hegel ernährt werden wollen, kaum ins Gewicht. 5. Es ist nicht wahr, daß Rundfunk oder Film b ejc Kultur Schaden zugefügt hätten. Gewiß entspricht es den Tatsachen, daß die reine Schauspielkunst, künstlerisch gesehen, der filmischen Wiedergabe überlegen ist, genau so wie ein Musikstück bei unmittelbarem Hören auch unmittelbarer wirkt als bei mechanischer Wiedergabe durch Rundfunk. Das aber steht ja gar nicht zur Debatte. Es steht zur Debatte, ob es für die Millionen Menschen, weit* verstreut im Lande, besser ist, niemals Beethoven oder Wagner oder sie w e n i g st e n s über den Rundfunk zu hören, und niemals einen großen Schauspieler oder ihn wenigstens im Film zu sehen. London. 28. Aug. (DNB.) Der Vorsitzende der sowjelrussischen Handelsdelegation in Großbritannien O z e r s k i ist nach einer „Exchanges-Meldung nach Moskau zurückberufen worden. An seiner Stelle ist der gegenwärtige Leiter des Rauchwarentrusts Staschewski ernannt worden. Ob Ozerfki der Aufforderung, nach Moskau zu kommen, Folge leisten wird, ist noch unbekannt. zu mir: „Ich weiß schon, warum du so grün im Gesicht bist, mein Kind, das ist nicht die Gelbsucht, sondern die Bosheit." Bubensommer dann — mit Kopfsprüngen in das kühle aufspritzende Wasser, dazu das Zählen des Schwimmeisters: ein—e! zwei—e! Tauchen nach Geldstücken in die geheimnisvolle grüne Tiefe mit den aufperlenden Luftbläschen, eine Freischwimmer- prüsung über einen kleinen Fluß, Kahnfahrten mit Umwerfen und unter dem Wasser unter das kiel- obenschwimmende Boot tauchen, damit die guten Leute am Ufer glauben sollen, diese lieben Jungen seien allesamt ersoffen ... Arme um den fchaumbeflockten Hals schlingen und ihm einen Kuß auf die weichen Nüstern geben. Dann aber die große Sommerschlacht von Lublin bis Lemberg in dieser grenzenlos weiten Landschaft, wo man sich nachts eher unter den Sternbildern des Himmels zurechtfindet als auf den Wegen, die sich in den großen Wäldern verlieren, während draußen, am Himmelsrand die Dörfer aufflammen. Eine eiserne Treppe in einer russischen Kaserne, die dicht unter das Dach führt; von dort kann man durch die vor Hitze zitternde Luft, weit hinaus, bis zur Wolga sehen. Ueber die Dächer her kommt weißer Taubenflug und verliert sich, eine fröhliche Himmelsschrift, draußen im Blauen. Ein Leierkasten tönt herauf. Heimweh und Glück machen traurig und selig zugleich. Ziehen wir hier den Schleier rasch wieder zu und zeigen wir ein anderes Bild, einen See, ein Boot und in dem Boot da liegen wir und hören die leichten Wellen an den Kiel plätschern und halten die Augen geschlossen. Da rauscht es über uns, wir blicken auf, Wildenten find es, deren Flügelschlag unser Herz mit der Botschaft des Der- gänzlichen rührt. Oben am Himmel aber stehen wie eine Waage mit gleichschweren Schalen eine kleine rötliche Sonne und ein blasser Mond, als würde die Zeit ausgewogen am längsten Tage des Jahres. sah. Kindersommer am Meere, mit dem weichen Sand der Dünen zwischen den Zehen — und die Frage der Mutter: „Wo sind denn alle Kirschenkerne hin?" — „Die habe ich alle geschluckt!" — Beileibe nicht aus Uebermut oder aus Bosheit, nur weil während des Spielens wirklich keine Zeit zum Ausspucken war. Dann aber dürfen alle baden gehen und der Kerneschlucker muß im Bette liegen. Da besucht ihn eines Tages der gute Onkel, der Kopfschmerzen hat und die Brille abnimmt. „Ich wußte gar nicht, wie schön man von diesem Fenster aus bas Meer sehen kann. Ja, das Meer, es ist ein erhebender, ein herrlicher Anblick!" Da richtet sich der kleine Junge mit der Gelbsucht ein wenig im Bett auf und blickt dem Onkel über bie Schulter, er will auch wissen, welches Meer der Onkel denn da sehen kann und da merkt er, daß cs das große, in der Sonne blitzende Blechdach dort brühen auf dem Hof ist, was der Onkel für das Meer hält. So habe ich zum erstenmal erfahren, was ein Dichter ist, der sich auch über den Schein freut, aber es kam mir ein wenig lächerlich vor, weil der Onkel wirklich ein erhabenes Gesicht machte. Sie Brille versteckte ich, denn ich war ein gutes Kind und wollte dem Onkel keine Enttäuschung bereiten. Aber ein paar Tage später sagte die Tante straft — hört ihr, dort tief unten rauscht die Pasterze. Aber einmal gehen wir mit dem Tandel Simon- lehner, vulgo Perlehner, Schafe suchen, die sich in den Wäldern verstiegen hatten. Wir steigen auf Leitern aus Lärchenbäumen die steilen Wände hinan, wir locken: „Huzala, Huzala", dann trete ich auf ein Schneebrett, der Fuß rutscht ab, in sausender Fahrt geht es hinunter. Irgendwie bekam die Hand doch einen Latschenzweig zu fassen, nun liegt man da, zerschunden und blutig. Auf dem Heimweg zittern noch ein wenig die Knie und die Mutter meint, wie sie ihren Jungen so zugerichtet sieht: „Ich seh schon, dich werden sie noch einmal auf einer Bahre nach Hause bringen." Nun, ich bin auf einer Bahre nach Hause gekommen, aber das war ein wenig später, im Kriege. Vorher aber noch die ersten Manöver, da bie Brust so von Glück war, daß man ganz vorschriftswidrig, allein auf Patrouille, vor Freude über das schöne Leben, das hohe Korn und die Lerchen oben im Blau, zu brüllen begann, weil es einem sonst das Herz abgedrückt hätte. Und immer, im tiefen Flug um die Beine des Pferdes, bie Schwalben als Begleiter, ja, da muß man — zur größten Verwunderung des Dienstpferdes, diesem die Scheidender Sommer. Don Bruno Brehm. Jetzt, ba sich in ber früh herabsinkenden Dämmerung Gegenwart und Vergangenheit die Hände reichen, ba sich dieser dahingehende Sommer zu allen andern Sommern unseres Lebens gesellt, wollen wir ihrer, die unsere Jahre gekrönt, gewärmt und beglückt haben, so gedenken, als wären sie alle einer gewesen, in welchem wir selig an der Brust dieser guten Erde gelegen sind. Kindersommer, nach grauen Schuljahren, geduckt im kühlen Schatten des Waldes, auf der Suche nach braunen Schwämmen, herumkriechend zwischen Stachelbeeren und Johannisbeeren, mit einem Butterbrot in der Hand, das nicht schmecken will, weil die Butter in der Sonne zergangen ist — und auf einmal ist man von den längerwerdenden Abenden überrascht, sitzt lange im Finstern und hört die Geschichten von dem edlen, gerechten, aber grausamen Räuberhauptmann Schinderhannes, kann gar nicht begreifen, daß dies noch der gleiche Sommer fein soll, zu dessen Beginn man zwischen stacheligen Brombeersträuchern und bösen Brennesseln auf den weiten Schlägen so viel Erdbeeren gepflückt hat, daß man abends vor dem Einschlafen die roten Küglein durch den heraufziehenden Traum rollen Entspannung und Unterhaltung im Vordergrund des Rundsunkprogrannns. Statin setzt die„Säuberungsaktion" fort Der sowjetrufsische Handelsdelegierte in London abberufen. Frau und Kinder auf ein Sowjetschiff verschleppt. Eine Wasserschlacht können wir aufsprihen sehen, zwei Segelboote rauschen hart nebeneinander her, ein Mädchen soll geraubt werden, wir haben sie schon bei den Händen gefaßt, aber ihr Helden« Hafter Verteidiger hält die Zappelnde noch bei den Füßen fest, er geht lieber mit seinem Boot unter und reißt uns mit, als daß er feine Herzdame auf« gegeben hätte. Geschrei, Lachen, Spritzen — Mädchen wird zu einem solchen Verteidiger be« glückwünscht. Die Tische der Felder sind schon abgedeckt, das Abendrot des Jahres, die rötlich blühende Heioe und die rotwangigen Aepfel leuchten auf und unter den Giebeln der Stadeln und Häuser hängt ^or dem bräunlichen Holz, Kolben an Kolben, per golden prunkende Mais. Nun heben wir noch em« mal den Arm und teilen wieder den Schleier. Ee* reinigt von Dünsten, mit weiter Sicht, in klarem Licht liegen das Land, die Seen, das Meer, ox Berge und die Wiesen vor uns. Gegenwärtig m der Sommer noch, wir können uns noch oie|e ober jenen Tag pflücken, können in der Sone U gen ober aus bem Schatten in das Bunte, hinausblicken, wir können für ben Winter ernt unb für spätere Tage, beren Zukunft ungewiß uno beren Geschenke vielleicht herb unb bitter |e» werben. „Daily Telegraph" weist darauf hin, baß die Abberufung Ozerskis kurze Zeit nach der Abreise des sowjetrussischen Botschafters, Maisky, erfolgte, der zusammen mit Ozerski der eifrigste Unterstützer der britisch-russischen Handelskammer gewesen sei. „Morning Post" kommt auf die Verhaftung des bisherigen sowjetrussischen Militärattaches in London, General Putna, zu sprechen und berichtet, daß dieser sehr bald vor ein Militärgericht gestellt werben würde. „Daily Heralb" schreibt, baß bie Abberufung Ozerskis bi e sowjetrus - Oslo, 28. Aug. (DNB.) Wie ber Norwegische Justizminister bekanntgibt, hat die norwegische Regierung beschlossen, Trstzki und seine Ehefrau zu internieren. Der Grunb für diesen Beschluß liegt in der ausdrücklichen Weigerung Trotzkis, die ihm auferlegte Bestimmung, sich nicht mehr politisch zu betätigen, anzunehmen. — Die beiden Sekretäre Trotzkis werden aus dem norwegischen Staatsgebiet aus» 6 Für die Bildung eines Volkes darf niemals ber Grundsatz gelten: „Alles ober nichts". Man muß im Gegenteil in ewigem eifrigem Bemühen bas Bildungsniveau eines Volkes z u heben unb z u befeftigen suchen. Verwerflich aber ist jener Stanbpunkt geistigen Hochmutes, ber mit Verächtlichkeit auf ein niebrigeres Bildungsniveau herunterschaut. Auch der Rundfunk darf nicht im luftleeren Raum eines überspitzten und damit massenfremden Bildungsideals wirken. Er soll im Gegenteil ben Geschmack des Volkes durch systematische Arbeit veredeln, fein Bildungsniveau nicht mit Hochmut belächeln, sondern mit Liebe und eifernder Hingabe heben." Es ist nicht wahr, daß die ungeheuren dynamischen Kräfte dieses Jahrhunderts Feinde des Menschen seien; sie sind seine Diener unb Freunbe, wenn eine kluge unb überlegene Staatsführung bie Kunst beherrscht, sie zu regulieren, zu führen unb planmäßig einzusetzen. Im Rahmen einer ganz neuartigen Menschenführung, wie sie vom Nationalsozialismus zum ersten- mal praktisch eingeleitet würbe, ist ber Runbfunk eines der wichtigsten Volkserziehungs-, Dolksfüh- rungs- und Volksbildungsmittel. Möge auch von der diesjährigen Schau des deutschen Rundsunkschaj- fens ein starker Impuls ausgehen. Möge auch ste mithelfen, die deutsche Volksgemeinschaft zu zimmern und die Kraft und die Fähigkeit des Rundfunks selbst zu vermehren, Glück und Frieden ben deutschen Menschen zu bringen. Ich verbinde mit Reichsminister Dr. Goebbels gab bann eine Reihe von Gesichtspunkten für bie P r o g r a m m g e ft a l- tung: 1. Bei einer Teilnehmerzahl von fast fiebern einhalb Millionen muß das Programm des Rundfunks nach der unterhaltenden wie nach der künstlerischen Seite entsprechend seiner Massenzuhörerschaft möglichst vielseitig sein. Für ihn gilt in der Tat das Goethewort: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. 2. Es ist selbstverständlich, daß bei einem Tagesprogramm eines einzigen Senders, das meistens von morgens 6 bis nachts 1 Uhr ununterbrochen abrollt, Im Laufe der Zeit auch manche Minderwertigkeit mit unterlaufen muß. Es ist ungerecht, vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein ein Rundfunkprogramm abzuhören, feine Höhepunkte zu vergessen und feine Tiefpunkte zu kritisieren. 3. Das Niveau des Rundfunkprogramms darf nicht zu tief gesenkt, aber auch nicht z u hoch geschraubt werden. Jede Sendung muß darauf Bedacht nehmen, daß sie von Millionen Teilnehmern nicht nur gehört, sondern auch verstanden werden will. Es ist etwas anderes, in einem Konzertsaal ober Theater mit einer immerhin begrenzten Teilnehmerzahl höchste Kunst in Ton unb Wort zu bringen, ober im Rundfunk, ohne baß durch unmittelbares optisches Teilnehmen das Verständnis erleichtert wird, Millionen Menschen, die aus allen Volksklassen und Bildungsschichten stam- pflücken — ohne Erlaubnis — einige Birnen, legen uns auf ben Rücken, becken uns mit dem Bauche zu und schlafen, wie man nur mit siebzehn Jahren schlafen kann. * Kohlröserln, zum erstenmal gepflückt auf einem windigen Joch, Habichtschreie in der Luft, Pfeifen ber Murmeltiere — o biefer zarte, milde Duft, der alles Glück des Sommers in sich schließt, die ersten Schreie der Gipfeldohlen und unten, tief unten ziehen die kleinen Straßen durch das Land, schleicht unendlich langsam ein Zug mit einer Rauchfahne dahin, blinkt ein Fluß, liegt der Flickenteppich von Feldern, Wiesen und Wäldern. Klirren im Gestein. Horch! Das sind Gemsen. Wo denn? Ja, wo denn? Dort drüben stehen unb äugen unb sichern sie unb ziehen langsam höher hinan. Aus Den Latschen buftet bas Harz, ber Schnee kühlt ben Puls — ja unb ba stehen wir drei bumme Jungen, ausgerüstet mit einem Wäschestrick, überhören bie Warnungen der Bergführer und wollen gerade durch die Wand da hinauf. Diesmal wurde Dummheit unb Uebermut nicht bekamen über 3000 Berichte zur Sendung Allein 10 000 Schallplatten wurden in den Hauptsprachen der Welt aufgenommen. Es erwies sich als notwendig, 17 Rundfunkzentralen einzurichten, bie von 29 europäischen und außereuropäischen Sendegesellschaften benutzt wurden. Die Hauptschalttafel mit einer Länge von 21 Meter und einer Höhe von 2,5 Meter wies 10 000 Eingangsbuch- fen auf, sie ist geradezu ein Wunderwerk der Technik. Es konnten zur gleichen Zeit 70 Sendungen auf Platten ausgenommen werden und 30 verschiedene Sendungen nach allen Erdteilen zur AussischeKolonie inLondon in panischen Schrecken versetzt habe. Frau Ozerski und ihre beiden Kinder seien verschwunden und es werde befürchtet, daß sie an Bord eines Sowie t s ch i f f e s verschleppt worden seien, das morgen von hier aus nach Sowjetrußland ab fahr en werde. Vermutlich würden sich deshalb bie Aus- wanderungsbehörden bie Passagierliste des Schiffes genauer ansehen. Die sog. „Säuberungsaktion" ber Sowjets erstrecke sich nahezu über bie ganze Welt. Wenn irgenbein Sowjetrusse heute etwas gegen einen anberen habe, so bringe er ihn ber Moskauer Behörbe gegenüber mit dem angeblichen Trotzki-Komplott in Serbin« düng. „Daily Mail" erklärt, amtliche britische Stellen seien über bie Abberufung sehr er« staunt gewesen, weil bas Handelsministerium erwarten könne, von einem derartigen Schritt unterrichtet zu werden. Das Blatt erinnert daran, daß Ozerski besonderen Anteil an der 10- Millionen-Pfund-Anleihe für Sowjetrußland gehabt habe. _______ Jünglingssommer mit erster, scheuer Liebe voll Angst und Bangen, Parkbänke mit eingeschnittenen Herzen unb Schulhefte mit den ersten Gedichten — bann bie ersten Bergfahrten, ber erste Anblick eines funkelnd weißen Schneefeldes gegen den von Bläue bebenden Himmel über ben grellen Zacken bes Kalkgesteins — ja, unb bann finb wir einmal ein wenig von daheim burchgebrannt, weil wir es nicht mehr aushalten konnten, baß allmorgenblich die liebe Frau Konsul ben Arm aus dem Schal wickelte und von der Terrasse der Pension bei Sonnenschein und Nebel auf bas Gebirge zeigte unb ihren Gemahl fragte: „Liebes, siehst bu bie S'h'ichenspitze?" Dann sind wir, nur mit einer Schwimmhose unb einer Zahnbürste bewaffnet unb mit unwahrscheinlich wenig Gelb, bavongeschlichen unb quer durch bas Salzkammergut gezogen unb hatten babei als rauher Jüngling bas Gefühl, als wären wir ganz unvermittelt auf ben Monb geraten. Da gab es auf einmal Bürschchen in unserem Alter, aber es waren geschniegelte unb gebügelte Bürschchen mit weißen Hosen unb weißen Schuhen, ben Tennisschläger unter bem Arm, geschleckte Knaben, bie es verstauben, mit Mäbchen zu scherzen unb zu plaubern — ba flanierten sie so auf ber Stranbpromenabe auf unb ab, als könnte bas ihr ganzes Leben lang so weitergehen unb zogen sich babei meine abgrundtiefe indianische Verachtung zu. Nachdem ich aber alle Seen dort, wo sie am breitesten waren, durchschwommen hatte — immer mit einem Auge nach den in den Badeanstalten Zurückbleibenden schielend, ob diese auch merkten, welch verfluchter Kerl ich war —, da war dann auf einmal bas ohnehin schon so knappe Geld zu Ende unb die reuemütige Heimkehr schien an der Zeit. Im Laufschritt also ein Seeufer entlang, aber da pfiff schon das Züglein, die Berge wiederholten höhnisch den langgezogenen Pfiff und da stand ich mit dem Fahrgeld, von dem sich nichts . mehr herunterbeißen liefe und konnte bis morgen , warten. Aber immer gibt es etwas, was den ; Kummer tröstet unb hier war eine Tafel mit einem : Derschen von Busch: Gin Rundgang. Ein Fernsehgespräch mit Dr. Goerdeler, Leipzig. Reichsminister Dr. Goebbels besichtigte im Anschluß an bie Eröffnungsfeier bie Ehrenhalle, Die Schau der Funkwirtschaft und den Fernsehprogrammbetrieb. Das besondere Interesse des Ministers galt dem A u t o z u g d e r R e i ch s p r o p a - qandaleitung, ber ben Eingang zur Ehrenhalle flankierte unb mit allen für Großübe^ragun- gen erforberlidjen runbfunktechnifchen Einrichtungen ausgerüstet ist. Der Leiter bes Reichspropaganda, amtes der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Geiger, zeigte bem Minister eine im Dienste der Freizeitgestaltung vorbildlich ausgerüstete Maschinenhalle, worin u. a. der Arbeitsfrontempsänger einen Ehrenplatz einnimmt. Nach diesem Vorbild sind bereits viele hundert Betriebe ausgerüstet worden Viel Aufmerksamkeit schenkte der Minister der nach Dr. Vierling konstruierten großen Tonorgel. Weiter interessierte ihn besonders der deutsche O l y m Pia - Koffer. Der Konstrukteur, Ingenieur Hans Sta- niend, erläuterte dem Minister die Konstruktion unb Verwendbarkeit dieses transportablen Empfanggerätes. Beim Eintritt in die Fernfehha11 e empfing ihn der Programmbetrieb des Fernsehsenders Paul Nipkow. In einer aktuellen Bildschau wurde ihm seine Ankunft in ber Festhalle wenige Zeit vorher in ausgezeichneten klaren Silbern gezeigt. 3n einer Fernsehsprechzelle ber Reichspost sprach der Minister mit dem Leipziger Oberbürgermeister Dr. G o e r b e l e r. Auf ben Ständen ber Fernseh- inbuftrie fanben bie hochzeiligen Silber von großer Klarheit unb Scharfe sein besonberes Interesse. Hier würben auch moberne Großprojektionsanlagen vorgeführt, bie bie Fernsehbiiber auf eine Wand- fläche von einem Quadratmeter projizieren. Abschließend besichtigte der Minister die Freilicht- f e r n s e h b ü h n e, auf der der Fernsehsender Paul Nipkow gemeinsam mit dem Volkssender seinen Programmdienst durchführt. Zum ersten Mal werden hier Männern und Frauen aus dem Volke die Arbeitsgänge des Fernsehens vom Geschehen über den Empfänger bis zum leuchtenden Fernsehbild vorgeführt. Gerate und in diesem Jahr bis zum 3 0. Juni schon 1300000 Geräte abgesetzt worden. Don zwei Millionen Volksempfängern VE 301 seien bereits 1944 886 verkauft. Die Zahl der im Rundfunk a n g e ft e l (t e n P e r s onen sei von 2019 im Januar 1933 auf 3395 bis zum 30. Juni dieses Jahres gestiegen. Wahrend früher für Honorare und Sendegebuhren ährlich 9,5 Millionen NM. ausgeworfen wurden, stehen heute für den gleichen Zweck 1 7 2R i ll i o - nen zur Verfügung. Von den gesamten dem Rundfunk zur Verfügung stehenden Mitteln erüsallen 74 v. H. auf die Sendungen, 16 v. H. auf bie Technik und 10 v. H. auf die Verwaltung. Am 15. Januar 1936 wurde der regelmäßige Fernsehbetrieb des Fernsehsenders „Paul Nipkow" Serlin ausgenommen. Neben .den zehn Ein Vergnügen eigner Art Ist unb bleibt bie Wasserfahrt. Lesen unb beherzigen ist eines, wir besteigen einen nicht angeschlossenen Kahn, rudern auf bas andere Ufer, bedanken uns bei dem gastlichen Soot, Grubenarbeiterstreik in Frankreich. Paris, 28. Aug. (DNS.) Im Bergbaugebiet von Lens kam es auf den Gruben von Ostricourt zu einem Streik, der sich zu einem Generalstreik in dem ganzen Gebiet auswachsen kann. Schon weht bie rote Fahne auf einem Schacht« eingang. Der Grubeningenieur und der Polizeichef entfernten zweimal die Fahne. Sie wurde ihnen jedoch jedesmal wieder von den Streikenden entrissen und von neuem gehißt. Die Streikparole wird bereits von über 1100 Arbeitern befolgt. Im Grubengebiet von Ostricourt werden rund 40 polnische Auf eher beschäftigt, deren E n t l a s s u n g die franzö ischen Bergarbeiter fordern mit der Vehauptung, daß diese Aufseher wiederholt bie Arbeiter schwer mißh anbelt hätten. Es würbe beschlossen, wohl in die Grube einzufahren, aber nicht z u arbeiten. Man fürchtet, daß sich die Streikbewegung auf bas ganze Grubenbecken ausdehnt. Das neue österreichische Iugeridae eh. Wien, 28. August. (DNB) Ein Gesetz über bie vaterländische Erziehung der Jugend außerhalb der Schulen ist in Kraft getreten. Die beiden großen Jugendvcrbände, die O st märkischen Sturmscharen unb ber Heimatschutz, werden bestehen bleiben, aber einem Dachverband „O e st e r r e i ch i f ch e s Jungvolk" untergeordnet. Um auch die in den Bewegungen nicht organisierten Jugendlichen zu erfassen, wurde die Vestimmung erla|- sen, daß alle österreichischen Jugendlichen zu Veranstaltungen und Hebungen bes Oesterreichijchen Jungvolks herangezogen werben können. Eine Ausnahme wirb nur mit den im Konkordat genannten katholischen Jugendorganisationen gemacht. Alle Vereinigungen, die vornehmlich religiösen Zwecken dienen, einen Teil der Katholischen Aktion bilden und als solche laut Konkordat der Diözesangewalt unterstehen, werden nicht dem Unterrichtsministerium untergeordnet. gewiesen. Lenins Witwe kritisiert die Todesurteile. Stalin droht mit Verbannung. Moskau, 28. Aug. (DNV.) In Moskau sind Gerüchte verbreitet, daß zwischen Stalin und der Witwe Lenins, Krupskaja, ein ernster Konflikt ausgebrochen sei. Die Krupskaja, auf deren Fürsprache bei Stalin im Januar 1935 S i n o w» j e w und Kamenew, die der moralischen Schuld an der Ermordung Kirows angeklagt waren, nur zu einer Gefängnis- und Verbau- nungsftrafe verurteilt wurden, habe heftige Kritik an bem Tobesurteil gegen Sinowjew und Kamenew, die zu den engsten Mitarbeitern Lenins gehörten, geübt. Darauf fall es nach einer Lesart zu einer hitzigen Aussprache zwischen ihr unb Stalin gekommen sein, in beren Verlauf Stalin ber Witwe Lenins fchärfftens untersagt hat, sich m bie politischen Angelegenheiten feines Regimes einzumischen. Nach einer anberen Lesart hat Stalin es überhaupt abgelehnt, bie m r u p s • faja z u empfangen, worauf sie eine B e • schwerbe an bic Parteileitung gerichtet habe. Es wirb mitgeteilt, baß ber Witwe Lenins bic Verhaftung und die Verbannung aus Moskau drohe. diesem Wunsche meinen unb des deutschen Volkes Dank an alle die, die an der Gestaltung bes deut- . . .. w schen Rundfunks mitarbeiten, vom Intendanten bis Norwegen unterbindet revolutionäre Hetze, zum letzten Arbeiter. Das ganze Volk ist täglich *- w Zeuge dieser Arbeit, und es will, daß sie getan werde im Geiste der Freude, die alle Deut- schen am Werk- und Feiertag verbindet. In biejem Sinne erkläre ich die Große Deutsche Funkausstel- lung 1936 in Berlin für eröffnet. Bekanntmachung porlugalsKampsansageandenWeltboischewisms OPEL P4 Antikommunistische Massenkundgebung in Lissabon. ab 1. September nur noch RN 1430 der portugiesischen Jugendorganisation, eichlstt Weltwirtschaftskonferenz und beim Völker- Das Automobil soll Volksgut wer den! Ein großes Ziel, das Einsatz und Opfer großer Mittel rechtfer tigt. Die Entwicklung des deutschen Automobilmarktes und der begei Sterte, verantwortungswillige Ein satz unserer Gefolgschaft, unserer Händler und Lieferfirmen haben es uns vergönnt, unsern OPEL P4 diesem Ziel noch näher zu bringen auf der bund. Die Preise der übrigen P 4-Modelle werden entsprechend herabgesetzt. Ausdrücklich sei betonti weder an der bewährten Konstruktion, noch an der sprichwörtlichen Güte des Materials oder der anerkannten Sorgfalt der Verarbeitung und Ausstattung wurde irgend etwas geändert. Es ist der gleiche zuverlässige OPEL P4, der schon zu seinem bisherigen Preis von RM 1650 einen überragenden Gegenwert darstellte. - Eine neue Epoche des Automobils beginnt - Hunderttausenden zum Nutzen t ADAM OPEL A.G. Rüsselsheim am Main Flüchtlinge________ v italienischen Seite 15 Askaris fielen. Oer pariser Besuch des polnischen Generalinspekteurs. Warschau betont rein militärischen Charakter. — Oie außenpolitische £inie unverändert. Lotzdon, 28. Slug. , 1 ' ltchlretrner diplomatischer '. ’i ll Island folgend ist nun frontreii, 1 DergbLuakbr en von Djtri, 1 e« Öenerd. ^wachsen lau f einem Tchch d der Polizechi ! )nr. Sie wirt den Streikend» ■ i 6 l Die Strii X) firbeitem bc , itricourt wertig her beschWßi, l hen Bergorte i diese ilusseher mißhandelt hl in die @nit rbeiten. ng auf das ganze 28. Aug. (DNB.) Dem Beispiel somatischer Vertreter Spaniens im Abessinische Räuberbande bei Addis Abeba. Rom, 28. August. (DNB.) Eine abessinische Räuberbande von rund 1200 Mann hat einen An» griffsoersuch aus die abessinische Hauptstadt unternommen. Die Banditen versuchten, gegen den südlich der Stadt gelegenen Flugplatz oorzurücken. Der Angriff wurde jedoch von den italienischen und eingeborenen Truppen erfolgreich abgewehrt. Unter Führung von Ras Hailu nahm auch die motorisierte Abteilung der Eingeborenen an der Verfolgung energischen Anteil. Bei dem Gefecht ließen die Flüchtlinge 200 Tote zurück, während auf der Durfte. Die Kundgebung wurde von allen Rund- imtfenbern des Landes übertragen. Als Gäste naren die Lissaboner Ortsgruppen der NSDAP, und der italienischen Faschi- : e n geladen worden. Vertreter der spanischen Nationalisten, die der Kundgebung beiwohn- $n, wurden mit Begeisterungsstürmen begrüßt. Kroßen Beifall erhielten auch die Redner des llbends, der soeben aus Deutschland zurückgekehrte Führer 1 i Sksetz übtr tit g bet 5«; tn ift inlbii [ülü'.Tbänöe, £ ttxv UJl) •' । auch ierten Be-hrmnun; W zenblichtt ja > OefteneW werden W mit den im J3* to 3u«n>i" It DereWaz». fen dienen. J den und ob W eaott unterM. inisterium E Die Äeutralitüt. Baldiger Zusammentritt des Nichteinmischnngsausschusses. London, 29. Aug. (DRB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" berichtet, daß die E n t s ch e i d u n g b er italienischen Regierung über bas Waf- fcnausfuhrverbot nach Spanien ben ersten Abschnitt der Nichteinmischungsoerhanblungen vervollständige, da die größten Schwierigkeiten hiermit überwunden seien. Es bestehe jetzt die Hoffnung, daß die e r st e Sitzung des Richteinmischungsaus- a u s s ch u s s e s schon Ende nächster Woche ober Anfang ber barauf folgenben Woche ftattfinben könne, und, ba zu erwarten sei, baß ber Ausschuß sich mit allen bie Lage in Spanien betreffenben Angelegenheiten beschäftigen werbe, werde er sich wohl auch ber Frage roibmen, wie man ben Bürgerkrieg menschlicher g e ft alten könne. inuilg ' °'11' Ul» U 1935 S R ’A hitzig gtio» lm der Ditz, 31 hat, sich । fjtegivtz «sart hat Sit ;b‘e Krupii l'e eine £(l l!.“U geriet -nme Lenins h Innung am -8 Lissabon, 29. Aug. (DRB. Funkspruch.) In • er Lissaboner Stierkampf-Arena fanb eine anti» »mmunistische Massenkunbgebung statt, bie von ien nationalen Arbeiterverbänben veranstaltet Lissabon, 29. Aug. (DRB. Funkspruch.) Der m Besitz ber Rationalisten befindliche Rundfunk- mber Teneriffa teilte am Samstag um 1 Uhr ait, baß ber Wiberstand ber Roten in run zur Neige gehe. San S e b a st i a n sei von ien nationalen Truppen vollkommen einge- ch l o s s e n. Beibe Stäbte seien im Laufe bes ireitag verschiebene Male von Flugzeugen ber Na- : anal Uten mit Bomben beworfen worben. Das i'ort Guabalupe, bas bei ben Kämpfen eine große Atolle gespielt hat, sei schwer beschädigt. In San» ia n b e r fehle es an Lebensmitteln und Munition Lir Fortsetzung bes Wiberstandes gegen bie Nationalisten. Diario be Lisboa melbet aus Villa Real be ■Santa Antonio, baß an ber Grenze schwere Detonationen aus ber Richtung von Huelva zu hören ewesen seien. Man vermute, baß Regierungsflug- ?uge erneut bie Stabt Hueloa mit Bomben belegt iahen. Eine Bestätigung hierüber liegt allerdings noch nicht vor. Aus Valladolid wird gemeldet, daß tie Nationalisten an der Guadarama- !'ront ein Flugzeug und in ber Provinz Gui- mzcoa weitere vier Flugzeuge der Madrider Regierung abgeschossen haben. Die Luftwaffe ter Nationalisten sei an allen Fronten außerordentlich tätig. Streitkräfte der Fremdenlegion haben 1 ropesa, einen wichtigen strategischen Punkt in ter Provinz Toledo, eingenommen. Dabei nahmen sie ein ganzes Regiment ber Marxisten, «^schließlich aller Offiziere, gefangen und er» 1nuteten Geschütze, Munition und Transportmatenal. Mssenhinrichiunaen in Madrid Zahlreiche ehemalige Minister erschossen. Paris, 28. Aug. (DNB.) Wie erinnerlich, raren in Madrid nach dem Brande des Modell- xl'fängnisses am 24. August eine Reihe non 5iäftlingen unter ber Beschuldiaung erschos - s n worden, Urheber dieses Branoes gewesen zu f in. Aus Schilderungen von Reisenden, bie aus Spanien jetzt in Toulouse eingetroffen sind, geht hirvor, daß die Zahl der Erschossenen erheblich lÄher ist als ursprünglich angenommen wurde. Erschossen worden sind u. a. General Capaz, ber nter ber Regierung Lerroux Jfni erobert hatte: bar ehemalige Minister Meilquiabes Alva- ri» z; ber frühere Außenminister Martinezbe 2i e I a s c o ; ber frühere Marineminister Admiral a l a s : ber ehemalige Oberkommissar in Marokko 9i i c o Avello , ber mehrmals verschiebene Mini- fu-rpoften befleibet hat; ber Marquis von Uor q u i} o , einer ber größten Bankiers in Madrid; F'rdinand Primo de R i o e r a , ein Detter des Führers der spanischen Faschisten, und außerdem a-ehr als 100 andere Persönlichkeit iGeneral Oueipo de Llano meldete im Rundfunk- le.nbefr Sevilla, bah in Mabrib 150 Frauen aus ben höheren G e s e l l f ch a s ts k r e i fen B’morbet worben seien. Ferner habe man .300 Soldaten, bie s i ch weigerten, a n bie Front $n gehen, am Freitag erschossen. Oer fpanifdic Botschafter in London zurückgetretcn jjali IW* , jlüfiirn jw" Hellen E t Dm 61«* auf bm 8ejnv Dörfer i»#* ■ rui1'l*en,S «m d°N j i«. w«'' Ä Dächer Ör, 1 r* ,5 «W ’m 2a r«u » > nim « lPP<-nD/m & •n. ' lche" v - ber heutige Gegenbesuch angesichts eines völlig neuen Werteinsatzes ftattfinbe, ben Polen bem Bünbnis mit Frankreich gegeben habe. Seit bem Zustanbekornrnen bes Bünbnisses im Jahre 1921 sei bie Stärke Polens gestie - gen unb wachse anbauernb weiter. Ueber biese unbestrittene Tatsache gebe sich leiber ein Teil ber französischen öffentlichen Meinung nicht Recken- schäft, inbem er bie Bebeutuna biefes Bündnisses nicht immer im Einklang mit feinem Inhalt auslege. Nach polnischer Auffassung habe dieses Bündnis nur dann seinen Wert, wenn sein Inhalt, der auf der gegenseitigen Achtung der Unabhängigkeit seiner Unterzeichner beruhe, voll und ganz respektiert werde. Unter diesen Umständen seien die Gerüchte von einer Aenderung der polnischen Außenpolitik völlig unbegründet. Die Republik führe eine stetige, ihrem eigenen und den Interessen des Friedens entsprechende Politik. In ihrem Rahmen habe das Bündnis mit Frankreich immer eine gebührende Rolle gespielt und bei bem Vorgehen Polens auf internationalem Boden sei es entsprechend berücksichtigt worden. Deshalb werde die Außenpolitik Polens auch weiterhin auf derselben Linie bleiben. Pinto Coelho, und Hauptmann Botelho M o - niz, bie ber kommunistischen Zerstörungsarbeit in aller Welt bas Aufbauwerk in den national regierten Säubern, Italien, Deutschland und Portugal aegenüberfteliten. Portugal hat die Gefahr desWelt- oolschewismus klar erkannt und ist bereit, dieser Weltgefahr entschlossen den Kampf anzusagen. Am Schluß der Kundgebung wurde eine Entschließung angenommen, worin das nationale Portugal die Bildung einer besonderen Legion zurn Kampf gegen den Kommunismus fordert, und die Genehmigung der portugiesischen Regierung hierzu erbittet. Warschau, 29. August. (DNB. Funkspruch.) Der Generalinspektor der polnischen Armee General Rydz-Smigly hat Warschau in Richtung Paris, verlassen. In seiner Begleitung befinden sich der Chef des Generalstabes General Sta- chiewicz unb ber Chef bes Jnfpektionsbüros Dberst Strzelecki. Die „Gazeta Polfka"" schreibt zu ber Reise, biefer Gegenbesuch habe sbenso wie bie Warschauer Aufwartung Gamelins militärischen Charakter und liege im Rahmen der ausschließlich zweiseitigen Be- giehunyen zwischen Polen und Frankreich. Diese Zweiseitigkeit müsse erneut unterstrichen werden unb es müsse festgestellt werben, baß im polnisch- französischen Bünbnis lebiglich seine b eiben Partner mitsprechen.; jemanb anbers könne unb werbe nicht mitzureben haben. Polen stützte seine Außenpolitik auf brel Grundlagen, nämlich auf die eigene Verteidigungskraft, auf die guten Beziehungen mit Den Nachbarn und auf die Verteidigungsbündnisse. Während der letzten 15 üahre sei das Militärbündnis unverändert und pol- lischerseits im Einklang mit den Worten des Mar- challs Pilsudski verstanden und durchgeführt mor« •en. Jedoch müsse objektiv sestgestellt werden, daß IBetfet beliebt bes Reidisroefterbienftes. Ausqabeort Frankfurt. Das ausgedehnte europäische Hochdruckgebiet hat sich auf bas Festland verlagert, es ist daher noch immer für unser Wetter bestimmend. Die im Norden vorüberziehende Störung hat sich vereinzelt südwärts ausgedehnt und macht sich bereits bis in bie beutschen Küstengebiete bemerkbar. Ein starkes Eingreifen auf unser Wetter ist jedoch nicht zu befürchten, doch wird sich zeitweise Bewölkung einstellen. Aussichten für Sonntag: Morgens viel- fach dunstig und heiter bis wolkig, trocken, tagsüber warm, schwache Luftbewegung. Aussichten für Montag: Im wesentlichen noch freundlicher Witterunqscharakter. Lufttemperaturen am 28. August: mittags 22,1 Grad Celsius, abends 12,6 Grad; am 29. August: morgens 10,4 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum heute nacht 8,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. August: abends 20,5 Grad; am 29. August: morgens 15,2 Grad. — Sonnenscheinbauer 12,4 Stunben. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. islanb folgenb ist nun auch ber Londoner spa- _ R.'che Botschafter Lopez Oliv an von seinem | poften zurückgetreten. Lopez Olivan, früher spa- -■ ! , cher Gesandter in Bern, hatte erst vor etwa sie- hm Wochen seinen Londoner Posten angetreten. Mi ".»f ■ E war seinerzeit Generaldirektor der Marokko- . - Lirwattung in Madrid unb Vertreter Spaniens Vor wichtigen Entscheidungen im spanischen Bürgerkrieg. 3n Zrun und San Sebastian erlahmt der Widerstand der Marxisten? M» Schöner Laden BRAUEREI JHRING-MELCHIOR, LICH 5346 A -ii lertalei Gröbere Firma sucht tüchtige TELEFON NAPHTA . DOPPELHERZ wandert sichs auf Erden-- herrlich ohne Borrmannä Gleßen/Neustadt 5/Rut4165 [Verschiedenes] -ach wie zum Selbstaufstellen zu verk. 62Md Cale Jangblnl, Schlitz (öherhesseo) 7-Zimmer- Wohnung mit Bad, Veranda usw. per sofort ob. später preiswert zu vermieten. Anfr. b. Kilbinger, Franks. Str. 6, mögl.vorm. 03941 LZimmer mit Küche, von jungem Ehepaar (pünktl. Mietz.) z. I.Okt. gesucht. z. 1.10. z. oerm. Schr. Ang. unt. 03876 a.d.G.A getragen; keine Ausbesserung Un»i gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. 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Oben über der Oeffnung Zwischen den Koten- siangen dämmert das ungewisse Nachtgrau oes desigen Oktoberhimmels. Irgendwo hinter Dem Liolkendunst steht der Mond. Darum ist es so dam- n-erig da oben. In einer halben Stunde werde ich bin Meester wecken und dann fortgehen. Ich mutz > ^ute Nacht fort. Kurz nach fünf fahrt der Zug a-.s Worpswede ab, und von hier bis zum ^ayn- frif Worpswede sind es zwei Stunden. Wenn ich bnan denke, daß ich mich heute Nacht von den fcimeraben trennen soll, muß ich mein Gesicht Ligen das Knie drücken und mich mit den Zahnen lr die Haut beißen, die da über den Knochen s tz. Sy habe meine Kameraden so g^n wie niemanden Imst auf der Welt, Friedolin, den Meester, Stachel, E'immig und Bob. Das Torffeuer mitten in der Kote brennt still mir sich hin. Meist ist keine Flamme zu sehen Die Eoben glühen nur. Von Zelt zu Zeit schwebt n ° zchen Rauch mit der heißen Luft empor, wirbelt in das Stangenkreuz und verliert sich draußen in k- Nacht. Ich habe keine Lust zu lesen.Wasgeht nch in dieser Stunde Brasilien an? Ich muß an itxms anderes denken, ich muß denken, daß itf dreiundzwanzig Jahre alt bin. Nach ein gen Monaten bin ich vierundzwanzig und dann un- I iiozwanzig. Ein Vierteljahrhundert. Ich bin sozu- '- -.en ein Mann. Jetzt kommt etwas anderes an - li Reihe. Eine verdammte Sache! ' Die Torfstücke sind übrigens seltsam lebendig. I H Glut weht und atmet und flimmert Bald fliegt || h rötlicher Schatten innen in der Tiefe hin, bald ' spart loero- IS®»«« L°bl geno> -vtanfturt o* rlnidtitraße' .urch zum Verkünder nationalsozialistischen Ideengutes zu machen, daß man ihm etwa Stilformen lufzwingt, wie sie vielleicht den kulturpolitischen An» ichauungen des Nationalsozialismus gerecht werden, rine solche Entwicklung wäre nicht nur verhänanis- . oll, sondern würde — vom Künstler selbst betrieben — eine Erscheinung zeitigen, die ja gerade wir iuf das allerschärfste bekämpfen und ablebnen: das kulturpolitische Konjunkturrittertum! Jede künsterische Leistung ist im lebten Grunde abhängig von Rareckter "nd ^rn-n b^s "Rz"sn»n. rrrnn oir den Kulturschaffenden selbst gewonnen haben, ürfen wir von ihm auch eine Leistung erwart n, ie den von uns gestellten Forderungen cm die reutsche Kultur entsvricht ob»r doch nah"kom-'ß j[nb das Kriterium für die Bewertung solcher ' . ung wirb immer die Entscheidung ber Frage sein, 7oie weit bie künstlerische Darstellung eines Ereignisses mit K"lf"f-rnill"n m^f-nnaslacknlss- mus selbst in Einklang zu bringen ist. Dabei ist es lrrade auf dem Gebiet der Kulturvolitik m't der ck iMl \vxt\ W W 1 in*1 -bi- KemÄn'^'. 4D lOOOOM -T-'itüidNVS m I vochel. W tll, HaNdno^i iftl. su. ä 9i31 ln;. Hoß 1 ® -7 Keller. » fpj J. Wellh6|!' w, rcn' Mndlicd^ laI’c Bieesnun® * lagen. * unt- „irtrti' A eine»«* . ine imwi , jyugeb v-. .'rv.wirv V taultiM H BJtuhnU.li 4*3iQ ,-unEF - . |ame«S 1t «»>5 ,n, \ 4 SÄ' e ,'U läckcht ST kun'Ä- 1U ives^ k 1 ech- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Zielsetzung allein noch keineswegs getan. Neben ihr wird immer die Forderung nach einem berechtigten Eingreifen des Staates überall dort erhoben werden müssen, wo zersetzende Tendenzen das gesunde Wachstum der Gesamtkultur gefährden oder wo allzu offensichtlich der Kitsch seine unerwünschten Blüten treibt und dadurch bie Geschmacksrichtung des Volkes in Bahnen lenkt, bie niemals nach oben, stets aber nach unten führen können und müssen. — An biefer Stelle sei ein Wort zur Kritik gesagt: Ihre Ausgabe ist es, die M i t t l e r r o l l e zwischen dem Volke und seinen kulturellen Werten zu übernehmen: ihre Pflicht ist es, die Spreu vom Weizen zu scheiden und nicht nur bie Kulturwerte an das Volk heranzutragen, sondern gleichzeitig im Volke selbst den Willen zu kultureller Gestaltung wieder zu wecken: nur so können wir diese lebendige Wechselwirkung fördern, die als befruchtendes Fluidum zwischen dem Volk auf der einen und seinen Künstlern auf der anderen Seite immer vorhanden sein muß. Denn wir dürfen eines nicht vergessen: Wir würden dem Begriff der Kulturpolitik nicht gerecht werden, ja, ihn völlig verkennen, wollen wir mit ihm etwa ein Spezialgebiet unseres öffentlichen Lebens umreißen. Das gerade war ja das falsche Ideal, dem die Vergangenheit gehuldigt hat, wenn sie Kunst als etwas für sich allein Bestehendes betrachtet, wenn sie die schöpferischen Werte unserer deutschen Kultur glaubte aus dem Leben der Volksgesamtheit herauslösen zu können, wobei sie in ästhetisierender Ueberspitzung die Kunst schließlich an sich selbst zugrunde gehen ließ. Denn nur auf diese Weise ist es doch Oberhaupt möglich gewesen, daß Kunst schließlich ein Angelegenheit einiger weniger, meist nur noch der Kunstschaffenden selbst wurde, während ja in Wirklichkeit das gesamte Leben eines Volkes ebenso politisch bedingt wie in seinen Ausdruckslormen kulturpolitisch zu werten ist. Ist aber Kunst der seelisch-geistige Ausdruck unseres nationalen Lebens, dann muß sie entweder in der Seele des Volkes einen tönenden Resonanzboden finden oder sie hat ein für allemal ihre Daseinsberechtigung verloren. Ja, mehr noch! In jedem schmiedeeisernen Gitter, in jedem handwerklichen Türgriff, in jedem, auch dem kleinsten Werk der Architektur offenbart sich ein Stück des kulturpolitischen Willens einer Nation: dann nämlich — und zwar nur dann, — wenn diese innere Gleichrichtung zwischen dem Politischen und Kulturellen besteht. Wächst beides auseinander, ist die Kultur nicht mehr ein Teil dieses Volkes, dann wird sie ebenso an dem mangelnden Nährboden zu Grunde gehen, wie andererseits in den unendlich kleinen und vielfältigen Erscheinungen unseres täglichen Lebens bald auch nicht mehr der Hauch eines künstlerisch gestaltenden Willens zu verspüren sein wird. Bedarf es dafür der Beweise? Sprechen nicht die Verirrungen unseres kulturellen Lebens für sich selbst? Müssen wir noch an die unmöglichen und in Form wie Inhalt jedes künstlerischen Momentes baren Auswüchse erinnern, wie sie noch vor wenigen Jahren in mancher Hausfassade oder in schauerlichen Produkten der handwerklichen Kunst — die im übrigen diesen Wettlauf um die größtmöglichen Verzerrungen alles Gesunden und Normalen nicht in dem gleichen Maße mitmachte — zum Ausdruck kam? Denn nicht allein danach kann der Wert oder Unwert einer Kulturpolitik bemessen werden, wie viele Denkmäler, Siegessäulen, Kunsthallen ober Bibliotheken sie erstehen läßt: entscheidend für ihre Beurteilung bleibt immer, wie weit sie imstande ist, dem gesamten Leben eines Volkes wieder zu künstlerischen Ausdrucksformen zu verhelfen. Erst aus diesen primitivsten Kulturerscheinungen wachsen auch die Höchstleistungen künstlerischen Gestaltungsvermögens, die dann auch in Wahrheit als Kultur- dokumente eben dieses Volkes zu bezeichnen sind. Als vor einiger Zeit in Berlin die organisatorische Zusammenfassung aller kulturell schaffenden deutschen Menschen mit der Ernennung des Reichskultursenats ihren krönenden Abschluß fand, da schloß Reichsminister Dr. Goebbels seine Ausführung mit dem Dank an den Führer, „der uns auch in unserer Arbeit lebendiges und greifbarstes Vorbild ist. Er hält seine Hand über alles, was am Wesen einer echten deutschen Kunst und Kultur tätig ist. Die deutschen Künstler fühlen sich stolz und glücklich in dem Gefühl: Er gehört zu uns! Er ist Geist von unserm Geist, Trieb von unserm Trieb. Er ist der Flügel unserer Phantasie, der Stern unserer Hoffnung!" Wenn wir von dieser Warte aus die deutsche Kulturentwicklung betrachten, dann wollen wir eines nicht vergessen: Fünfzehn Jahre härtesten Kampfes hat der Nationalsozialismus gebraucht, um sich die Seele des deutschen Volkes zu erobern; sollten wir darum nicht auch geduldig warten, bis auf diesem in seinen letzten Teilen aufgepflügten. Boden der Nation auch die herrlichsten Früchte reifen, welche je nur ein Volk tragen kann? Dann aber ist eines nötig: Wachsen lassen, viel mehr wachsen lassen! Sedan und Tannenberg. Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a O. Sehr selten sind in der Kriegsgeschichte aller Zeiten die Schlachten, die zur Vernichtung ganzer Armeen durch deren Einschließung geführt haben. Geniale Führung auf der Seite des Siegers, Fehler auf der des Besiegten, Ueberlegenheit des Siegers an Zahl, Güte ober Bewaffnung der Truppen, Ausnutzung einer günstigen Ausgangslage ober von Geländevorteilen find fast immer die Grundbedingungen von Vernichtungsschlachten gewesen. Wenn, wie bei Sedan und Tannenberg, ein Volk in zwei aufeinanderfolgenden Kriegen zwei solche Vernichtungsschlachten schlagen konnte, so ist das in der Kriegsgeschichte ein Neues. Es' ist ein Zeugnis für die hohen soldatischen Eigenschaften des deutschen Volkes, die hervorragende Durchbildung seiner militärischen Führer und die geniale Veranlagung seiner Feldherren. Denn solche Schlachten kann nur ein gottbegnadeter und in der Kriegskunst durchgebildeter Feldherr schlagen, auch nur bann, wenn ihm ein Heer zur Verfügung steht, mit dem sich Höchleistungen erreichen lassen, das in sich die höchsten Tugenden des Soldaten vereinigt: Tapferkeit, Entschlossenheit, Manneszucht, Ausdauer, Ehr- und Vaterlandsliebe, Treue und Ka- radschaft. S"dan und Tannenberg sind wenige Wochen nach Kriegsbeginn geschlaa"n worden, also von Truppen, die nicht den Vorteil langer Kriegsgewöhnung besaßen, sondern nur das zeigen konnten, was sie in der Friedensausbildung gelernt hatten. Beide Schlachten waren also ein Beweis dafür, daß die deutsche Friedensans- bifbung in ihrem Kern richtig unb gut war, mochte auch in den taktischen Einzelheiten manches falsch gewesen sein. Die Friedensausbildung im Felddienst erreicht ja leider nie das, was der Ernstfall fordert, da ihr die Hauptsache, die W a f f e n Wirkung, fehlt. Aber das Heer, das den voraussichtlichen Anforderungen des Krieges in seiner Ausbildung am nächsten kommt, hat vor seinen Gegnern, die darin weniger geleistet haben, einen gewaltigen Vorsprung. So war es mit den deutschen Heeren von 1870 und 1914. Es ist nicht meine Absicht, die beiden Vernichtungsschlachten von Sedan und Tannenberg in ihrem Verlauf zu vergleichen. Ein solcher Versuch müßte scheitern, denn zu groß sind die Unterschiede in der Kriegslage, in der Anlage und Durchführung der Schlachten, in der Waffenwirkung, in den Geländeverhältnissen. Es soll nur in großen Zügen angedeutet werden, was den beiden Schlachten gemeinsam ist und was sie andererseits grundlegend voneinander unterscheidet. Die Ausgangslage für die Schlacht von Sedan war die " denkbar günstigste. In den Augustschlachten bei Weißenburg, Wörth, Spichern und um Metz war der größte Teil des französischen Feldheeres schwer geschlagen. Die Armee B a z a i - n e 5 war in Metz nach dem Siege bei Gravelotte eingeschlossen. Die in die Einschließung von Metz nicht verwickelten Heeresteile zusammen mit Formationen aus dem Inneren Frankreichs waren im Lager von ChZ.lons in Hast zu einer neuen Armee unter Marschall M a c M a h o n zusammengestellt worden. Ihr entgegen marschierten die Armeen der spielt ein weißer Gluthauch über die Oberfläche, bald eine violette Dunkelheit, und bald wabert alles durcheinander. Dabei entsteht nicht der leiseste Laut. Das Feuer brennt vollständig lautlos. Aber der Wind, der von weither über die Oede des Moores kommt und sich stoßweise gegen das Koten- tuch wirft, sorgt schon dafür, daß noch einiges Geräusch in der Nacht stattfindet. Er läßt das Tuch beben und rascheln. Es hört sich an, als schlügen Regentropfen darauf. Ich achte genau auf die verschiedenen Laute. Mit einem Male kipvt ein Stück Torf um, Funken wirbeln hoch, das Tuch raschelt stärker, das Feuer sackt zusammen, der Wind verklingt, und dann ist es wieder totenstill. Aber nicht lange. — Ich sitze da und hänge meinen Gedanken nach, und die Zeit vergeht. Ein bißchen Birkenreisig, das noch vom Feuermachen her am Rande des Feuerloches liegen geblieben ist, flammt auf und läßt die Kote ganz hell werden. Ich erkenne die schlafverschwollenen Gesichter der Kameraden, die mit Schweißperlen bedeckt sind, die verwählten Haarschöpfe, die nackten Knie, schmutzig von Moorerde. Nur Bobs Gesicht, der mit seinen sechzehn Jahren der jüngste von uns ist, Bann ich nicht sehen. Er liegt mit dem Rücken zum Feuer. Der eine Arm hängt verdreht über den Rücken hinab. Ein merkwürdiges Gebilde, so eine gelöste, willenlose Jungenhand! Bob ist derjenige von uns, der manchmal mit seinen Fingern auf einer Blockflöte aus hellgelbem Birnbaumholz spielt, aber nur manchmal, er kann es noch nicht besonders und schämt sich vor uns. Nun bröckelten die verbrannten Aestchen ab, die Flamme vergeht, nun herrscht wieder Dunkelheit im Zelt, und in der Mitte glüht der Torf in dem runden Loch. Es riecht nach Leder, nach Wolldecken, Stroh, Schweiß, Rauch und Tee. Wir waren drei Wochen zusammen, von Emden aus am Deich entlang durch Ostsriesland, Jeverland und Butjadingen, dann über die Weser und durchs Land Wursten und dann ins Moor. Große Dinge haben wir weiter nicht vollbracht in unserer Faulheit und in unserem Glück, aber ich glaube, wir sind ordentliche Kameraden miteinander gewesen. Ich glaube auch, daß ich nie wieder in meinem Leben so glücklich sein werde wie in diesen drei Wochen in Salzluft, Wind, Weite und Einsamkeit. Und oben über uns fönen am Tage die Möoen und bei Nacht die Kiebitze. Das ist nun vorbei. Ich bin jetzt dreiundzwanzig Jahre alt. Nachher gehe ich fort. — Wie ich mich bewege, um neuen Torf aufs Feuer zu legen, wacht Friedolin auf. „Hö?" „Schlaf man", sage ich. „Bist du denn noch da?" „Habe noch Zeit. Schlaf man weiter." Aber er stützt sich hoch, reibt sich mit dem Daumenballen über die dicken Augen und blinzelt ins Feuer. „Wieviel Uhr ist es denn?" fragt er mit heiserem Krächzen. „Weiß nicht. Viertelstunde habe ich wohl noch Zeit." „Schade, daß du weggehst." „Hm." „War schön, nicht?" „Senkrechte Sache, Frieda!" „Wie die alle pennen, die Brüder!" „Laß sie man." . „ „Du, ich bringe dich nachher noch em Stuck. „Kommt gar nicht in Frage.", „Macht mir aber nichts aus." „Ne, du. Laß mich man allein gehen. Ist besser. Mußt du verstehen." „Ach so." Er holt seine verschlissene und fettbekleckste Klampfe heran und fährt mit dem Zeigefinger vorsichtig über die Saiten: Bing, beng, böng, bang, bong, bum... Dann setzt er sich hin, nimmt die Klampfe richtig vor, schnüffelt und spielt ganz leise die Melodie von den verlorenen Reitern, die wir alle so lieben. Wir haben das Lied eigentlich nie bei Tage gesungen, immer nur des Nachts, immer nur bei ganz bestimmten Anlässen, wenn einer vielleicht etwas Nachdenkliches gesagt hatte und wir nun schweigend dasaßen, oder wenn wir einmal so ohne Grund niedergeschlagen waren, oder wenn das Feuer langsam zusammmfiel und wie durch Zauberei keiner die Hand rührte, um es wieder in Gang zu bringen, wenn es dann ganz dunkel in der Kote war, dann konnte es sein, daß nach einer Weile jemand anfing zu summen: Es tropft von Helm und Säbel, die Erde ruht so bang. Samstag. 29. August 1936 Kronprinzen von Preußen und Sach- s e n. Hätte Mac Mahon nach seinem Willen handeln und in Richtung Paris zurückgehen können, um in geeigneter Stellung eine neue Schlacht unter Zusammenfassung aller Kräfte anzunehmen, so wäre der Ausgang des Krieges keineswegs sicher gewesen. Mac Mahon ließ sich aber durch politischen Druck dazu verleiten, von Chälons aus über die Maas in Gegend von Sedan zu gehen, um bann entlang der belgischen Grenze der in Metz eingeschlossenen Armee Bazaines zu Hilfe zu kommen. Er wollte also die ihm folgenden deutschen Armeen nördlich umgehen, in der Hoffnung, daß sie auf Paris weitermarschieren und somit einen Luftstoß machen würden, der ihm die Zeit lassen würde, die Armee des Prinzen Friedrich Karl um Metz zu schlagen und dann mit der befreiten Armee Bazaines auf den rückwärtigen Verbindungen der Deutschen zu operieren. Er hatte dabei nicht mit Moltkes Genie gerechnet, der die Möglichkeit eines solchen Versuchs der Franzosen erwogen und seine Aufklärung entsprechend angesetzt hatte. Die ersten noch vagen Meldungen über feindliche Truppenbewegungen aus der Gegend Chalons in nördlicher Richtung wertete Moltke in divinatorischer Sicherheit sofort richtig aus und warf die Armeen der Kronprinzen von Preußen und Sachsen nach rechts herum, um über die Maas oberhalb Sedan vorzugehen und Mac Mahon den Weg zu verlegen. Als er die Armee Mac Mahon's, bei der auch der Kaiser Napoleon III. sich befand, bei Sedan stellte, setzte er die Armeen in vollendeter strategischer Kunst zu beiderseits umfassendem Angriff so an, daß sich im Laufe der Schlacht eine Einkreisung der Franzosen ergeben mußte, der sich höchstens Teile durch Uebertritt in das neutrale Belgien entziehen konnten, wo ihre Entwaffnung und Internierung zu erwarten war. Moltkes Schlachtanlage erreichte fast vollständig ihren Zweck. Nur dem Korps V i n o i s war es während der einleitenden Bewegungen der deutschen Truppen gelungen, im letzten Augenblick an den zur Umfassung westlich Sedan vorgehenden deutschen Truppen vorbeizuschlüpfen und, nach Westen abmarschierend, zu entkommen. Im übrigen endete die sich am 1. September um Sedan ent» spinnende Schlacht mit der Einkesselung und Kapitulation der Armee Mac Mahons und der Gefangennahme des Kaisers Napoleon. Mit der Schlacht von Sedan war die Entscheidung des Krieges gefallen, da sie zur Vernichtung fast der gesamten noch im freien Felde kämpfenden französischen Truppen geführt hatte. Wenn es auch noch der Belagerung von Paris und mehr als fünf Monate währender Kämpfe bedurfte, um die französischen Neuformationen zu zerschlagen und Frankreich friedenswillig zu machen, so konnte doch nach Sedan der Enderfolg nicht in Frage gestellt werden. So hatte Moltke in überragender Feldherrnkunst, sich die Initiative in jedem Abschnitt der Operationen wahrend, jeden Fehler des Gegners mit untrüglichem Scharfblick sofort bemerkend und darauf seine Pläne genial aufbauend, eine Ausgangslage geschaffen für eine Vernichtunasschlacht, wie sie in solchem Ausmaße die Weltgeschichte noch nicht gekannt hat. Er konnte aber feine genialen Operationen nur durchführen mit so ausgezeichneten Truppen, wie sie ihm das durch die allgemeine Wehrpflicht erzogene preußische Volk und die nach preußischem Muster ausgebildeten Kontingente der deutschen verbündeten Staaten zur Verfügung stellten. Gänzlich anders war die Lage, die im Weltkriege zur Schlacht von Tannenberg führte. War die Ausgangslage für Sedan glücklich, so schien sie vor Tannenberg verzweifelt. Die schwache deutsche 8. Armee hatte am 20. August 1914 bei Gumbinnen gegen die russische Njemen- Armee gekämpft. Die Schlacht hatte an diesem Tage keine Entscheidung gebracht. Ein sich anbahnender Sieg auf dem linken Flügel schien durch eine kritische Lage in der Mitte aufgehoben. Auf dem rechten Flügel war die Lage noch ungeklärt. Ob die Schlacht am nächsten Tage zum Siege führen würde, schien zweifelhaft. Da traf die Meldung vom Vorgehen der russischen Narew-Armee gegen die Grenze 4^der neue hochempfindliche FEINKORN Film | OLYMPAN Schleussnerl Und alsbald fielen wir andern mit halber Stimme ein: Wir traben durch den Nebel mit Trommeln und Gesang. Nun schlagt die Trommeln feste für alles Glück und Gut da plong, rabaplong, plongplong, und schlagt sie auch mal leise für unser junges Blut da plong ... plong ... Es ist unser Lied. Ich glaube nicht, daß es viele Jungen gibt, die es kennen. Aber wir kennen es. Die Melodie ist unbeschreiblich wunderbar. Dies Lied zupft Friedolin also. Ich kann nicht gut fingen, ich habe es mehr mit dem Pfeifen. Und so pfeife ich die Melodie denn mit, ganz leise auch ich, ohne rechten Ton eigentlich, nur mit etwas summender Luft aus meinem Munde heraus. Und ich denke an die Worte, die der Melodie zugunde liegen: Sie haben uns verraten, die mit uns wollten fein. Ihr lieben Kameraden, wir sind nun ganz allein. Nun schlagt die Trommeln feste... Wir sehen uns nicht an, Friedolin und ich, mir starren ins Feuer und summen, Friedolin mit seiner Klampfe, ich mit meinen Lippen. Und schlagt sie auch mal leise für unser junges Blut... Der Meester hat sich stöhnend herumgewälzt. Nun legt er sich auf den Bauch und hebt den Kopf. Er herrscht über die tiefen Töne, mit denen er eine Melodie in Geheimnisse hüllen kann. Noch ist er nicht richtig wach, aber er läßt es schon dunkel in seiner Brust läuten: Da plong ... plong .. plong. Und dann singen noch zwei mit. Stachel bleibt lieaen, wie er ist, er macht nicht einmal die Augen auf, aber er singt. Es sieht aus, als fange er im Schlaf. Grimmig dagegen kriecht auf den Knien zum Ausgang, knöpft den Spalt auf und kriecht hinaus. Ich höre, wie er draußen mit seiner hohen Kopfstimme bei der Sache ist. Die letzte Strophe beiderseits Mlawa ein. Nur das XX. Armeekorps und schwache Grenztruppen konnten ihr kurzen Aufenthalt bereiten. Blieb also die 8, Armee im Kampf gegen die Njemen-Armee und wurde diese nicht durch einen raschen und entscheidenden Sieg so abgeschüttelt, daß sie auf Wochen für den Kampf ausschied, so konnte die Narew-Armee, in nördlicher oder nordwestlicher Richtung oormarschierend, die von Insterburg über Allenstein—Deutsch-Eylau und von Königsberg über Elbing führenden rückwärtigen Verbindungen durchschneiden und im Zusammenwirken mit der Njemen-Armee die 8. Armee vernichten. Solche Befürchtungen waren es, die den Oberkommandierenden der 8. Armee, General v. P r i t t w i tz , zu dem Entschluß bewogen, die Schlacht bei Gumbinnen abzubrechen und über die Weichsel zurückzugehen. Es gehörte ein großer Optimismus und unbedingtes Vertrauen auf die Leistungen der Truppe dazu, in solcher Lage einen kühneren Entschluß zu fassen, nämlich den, beide Gegner nacheinander anzugreifen und zu schlagen. Rückschauend wissen wir wohl, daß die Schlacht bei Gumbinnen, wäre sie durchgeschlagen worden, höchstwahrscheinlich zum Erfolge geführt hätte. Prittwitz konnte das ohne die Kenntnis von den Verhältnissen bei der Njemen- Armee, wie wir sie jetzt haben, nicht wissen, und so dürfen wir es nicht anfechten, daß ihm bei nüchterner Erwägung der Lage kein anderer Ausweg schien als der Rückzug. Wurde dieser aber bis hinter die Weichsel ausgedehnt, ohne vorher wenigstens den Versuch zu machen, mit der Narew-Armee abzurechnen, so wäre der Einfluß auf die Gesamtlage sehr bedenklich gewesen. Ostpreußen, eine wichtige Ernährungsbasis für Volk und Heer, wäre geopfert worden. Auf die in schweren Kämpfen stehenden Oesterreicher wäre der Eindruck einer deutschen Niederlage in Ostpreußen von erschütternder Wirkung gewesen. Ob es gelungen wäre, auf die Weichselfestungen gestützt, den Einmarsch der vereinigten russischen Armeen in das Innere Preußens dauernd zu verhindern, blieb zweifelhaft. Es muß dem Chef des Generalstabes des Feldheeres, General von M o l t k e, mag man seine Kriegführung im übrigen noch so scharf kritisieren, zum hohen Verdienst angerechnet werden, daß er in dieser Lage nicht die Nerven verlor und Prittwitz in seinen Rückzugsabsichten zustimmte, sondern an dem Gedanken an die offensive Kriegführung gegen die Russen festhielt und dem Kaiser die sofortige Ersetzung des Oberkommandos in Ostpreußen durch Männer seines Vertrauens vorschlug. Die Wahl konnte auf keine besseren fallen als auf Hindenburg und Ludendorff. Wie diese beiden Männer aus einer unheildrohenden Lage einen der glänzendsten Siege der Weltgeschichte gestaltet haben, das ist so kühn und gewaltig, daß Worte nicht ausreichen, um diese Tat gebührend zu würdigen. Es ist müßig, darüber zu streiten, ob die Gedanken zu den Operationen dem genialen Kopfe Ludendorffs entsprungen sind, ob im Armeeoberkommando 8 der tüchtige Generalstäbler Hoffmann ähnliche Gedanken aehabt und auch deren Verwirklichung vorbereitet hat, oder ob das Hauptverdienst Hindenburg zuzuschreiben ist. Er hat zum mindesten die kühnen Gedanken voll in sich ausgenommen, für ihre Durchführung seine Person eingesetzt und die Verantwortung vor seinem Kaiser und der Geschichte übernommen. Das aber wiegt fast noch schwerer als das Planen von Operationen! Die Absicht des neuen Oberkommandos der 8. Armee ging dahin, die Truppen aus der eingeleiteten Rückzugsbewegung zur Weichsel teils durch Fußmarsch, teils durch Bahntransport gegen die Narew-Armee umzuleiten, um diese anzugreifen. Für diesen entscheidungsuchenden Angriff sollte der letzte Mann und das letzte Geschütz eingesetzt werden, selbst die nur bedingt feldoerwendungsfähigen Besatzungen der Weichselfestungen und die Landwehrgrenzschutztruppen. Dazu sollte die Front vor der Njemen-Armee fast vollständig entblößt werden, nur die Hauptreserve der Festung. Königsberg in der befestigten Deime-Linie stehen bleiben und die 1. Kavallerie-Division den Abmarsch der Hauotkräfte gegen die Narew-Armee vor der Front der Njemen- Armee verschleiern. Durch örtlichen Widerstand einiger Landsturm-Bataillone sollte der Vormarsch der Njemen-Armee verzögert werden. Hindenburg und Ludendorff rechneten einerseits mit der Schwerfälligkeit russischer Heeresbewegun- gen, andererseits mit der Anziehungskraft der Festung Königsberg, die Rennenkampf verleiten würde, seine Operationen beiderseits des Pregels fortzusetzen, anstatt in südwestlicher Richtung einzudrehen und in den Kampf der Narew-Armee einzugreifen. Die Rechnung erwies sich als richtig. Das aber gerade ist das Geniale, daß Hindenburg und Ludenoorff ihre Gegner richtig einschätzten und darauf ihren kühnen Plan aufbauten. Ebenso genial wie die Gesamtoperation auf dem ostpreußischen Kriegsschauplatz war die Anlage und Leitung der Schlacht. Der Grundgedanke war der, beide Flügel der Narew-Armee umfassend anzugreifen und zu schlagen, sie auf die mittleren Korps zu werfen und dann die Hauptkräfte einzukesseln. Trotz mancher Reibungen und selbst örtlicher Rückschläge, da, wo in der Mitte des Schlachtfeldes schwache deutsche Abteilungen auf weit überlegene Massen der Russen stießen und obwohl von Tag zu Tag in der sechstägigen Schlacht vom 26. bis 31. August die drohende Wolke eines Eingreifens der Njemen-Armee in die Schlacht näher rückte, verloren Hindenburg und Ludendorff keinen Augenblick die Ruhe und behielten ihr Ziel, die Narew- Armee einzukesseln und zu vernichten, unbeirrbar im Auge. Es ist nicht meine Absicht, hier auf die taktischen Einzelmaßnahmen einzugehen, da ihre Schilderung den Rahmen einer kurzen Betrachtung sprengen würde. Bewundernswert ist für den, der die Schlacht rückblickend verfolgt, zu sehen, wie sich mit größter Kühnheit der Entwürfe doch auch die größtmögliche Sicherung gegen Rückschläge paart, wie, noch während die Schlacht tobt, aber die Entscheidung dem Oberkommando gesichert erscheint, bereits starke Truppen gegen ein etwaiges Eingreifen der Njemen-Armee ausgeschieden und in vollendeter Weise so gruppiert werden, daß zunächst die Abwehr, dann aber die beabsichtigten Angriffsbewegungen gegen diese auf das beste eingeleitet werden können. Die Schlacht von Tannenberg endete mit der Vernichtung des Hauptteiles der Narew-Armee, die allein an Zahl der Kämpfer der 8. Armee um 48 000 Mann überlegen war, wobei noch berücksichtigt werden muß, daß bei den Russen nur aktive Truppen, auf deutscher Seite dagegen zum großen Teil Reserve- und Landwehrformationen mitkämpften. Das Werk des Reichsarchios über den Weltkrieg sagt in seinen Schlußbetrachtungen über die Schlacht: „Nach Leipzig, Metz und Sedan steht Tannenberg als die größte Einkreisungs- schlacht da, die die Weltgeschichte kennt. Sie wurde im Gegensatz zu diesen gegen einen an Zahl überlegenen Feind geschlagen, während gleichzeitig beide Flanken von weiterer Uebermacht bedroht waren. Die Kriegsgeschichte hat kein Beispiel einer ähnlichen Leistung aufzuweisen." Wenn wir in Uebereinstimmung mit dem Reichs- archio Tannenberg als L e i st u n g noch über Sedan stellen, so konnte Der Erfolg für den Gesamtkrieg nicht der gleiche sein, wie der von Sedan für den Krieg 1870/71. Im Weltkriege bedeutete Tannenberg nur einen kleinen Ausschnitt aus dem uner- rnetzlicken Gesamtgeschehen. Von etwa 40 Millionen Kämpfern des Weltkrieges nahmen an der Schlacht nur etwa 340 000 teil, also noch nicht ein Hundertstel! Bei Sedan dagegen wurde fast der ganze noch im freien Felde befindliche Teil des französischen Heeres vernichtet. Sedan brachte demnach die Entscheidung des Krieges, Tannenberg konnte sie nicht bringen. Und doch war die mittelbare Folge die endliche Niederlage Rußlands, denn von dem Schrecken von Tannenberg hat sich das russische Heer nie erholt und das Gefühl der Unterlegenheit gegenüber deutscher Führung, deutscher Tapferkeit und Manneszucht nie verloren. Tannenberg hat den unzähligen Siegen deutscher Truppen über die gewaltige russische Überlegenheit den Weg bereitet. Ob ohne diesen Sieg und feine Folgen ein Deutsches Reich in feinem jetzigen Bestände und mit der Hoffnung auf Wiederherstellung der einstigen Macht und Weltgeltung denkbar wäre, ist zum mindesten zweifelhaft. Nie können wir den beiden großen Feldherren Hindenburg und Ludendorff, ihren hervorragenden Unterführern und den heldenhaften Kämpfern von Tannenberg dankbar genug sein für das, was sie für uns, unsere Kinder und Kindeskinder geleistet haben. Die ragenden Türme des Tannenberg-Denkmals, das den sterblichen Teil unseres Helden und Retters Hindenburg birgt, künden ihren Ruhm. HeN oder dunkel? Welches Sier bekommt Ihnen? - Eine Skala der Biertypen. V. A. Wenn Sie sich ein Stück Kuchen kaufen, dann stellen Sie sicherlich vor der Kuchenauslage einige Ueberlegungen an: Hab ich Hunger, hab ich keinen — will ich heute nur den Gaumen kitzeln oder muß es vorhalten — süß oder weniger süß — Fruchtkuchen oder trockenen usw. usw. Und was für Zeremonien veranstalten die Männer in der Regel, wenn sie sich eine Zigarre aussuchen? Welche „gelehrten" Vorgänge muß oftmals ein Zigarrenverkäufer feinem Kunden halten, damit der Kunde überzeugt ist, auch das richtige Blatt gewählt zu haben. Und wenn Sie sich im Lokal ein Glas Bier bestellen und der Kellner zurückfragt, hell oder dunkel? — Ja, dann ist wohl die einzige Ueberlegung, was kostet der Topf? Und für wen diese Frage keine Rolle spielt, für den ist die Wahl des Bieres Zufall. Entrüstet wird hier mancher Leser sagen, daß er sich sehr wohl überlegt, wo er sein gutes Bier bekommt. Unbestritten, aber bei dieser Ueberlegung spielen ganz andere Momente eine Rolle, als die Qualität und die Eigenschaften des Bieres. Das Lokal, der Wirt, die Skatgelegenheit, die Gepflegtheit des Ausschanks, diese Momente spielen die Hauptrolle. Und was gibt es alles beim Bier zu überlegen. Man braucht nur einen Blick auf die Skala der Biertypen zu werfen und man ist erstaunt, in wie umfassender Weise die Kunst der Bierbrauer für jeden Geschmack, für jeden Körperzustand gesorgt hat, — (denn es ist ja z. B. ein Unterschied, ob ich nach dem Biergenuß müde werden darf oder nicht, ob ich Rekonvaleszent bin usw.). Da haben wir die untergärigen und die ober- gärigen Biere. Die Berliner Weiße, die Gose, das Gräzer, und die im Haushalt selbst abgezogenen Viere sind die bekanntesten Typen der oberjäl)« rigen Biere. Daneben gibt es ungezählte Spezialtypen obergäriger Biere, die im Laufe der Zeit von den kleinen Brauereien draußen im Lande entwickelt wurden, aber nur von lokaler Bedeutung sind. Diese obergärigen Biere, deren Eigentümlichkeit darin besteht, daß sie schwach vergoren sind, geringen Hopfengehalt und einen ziemlich schwankenden Stammwürzgehalt haben, machen prozentual knapp 10 v. H. des deutschen Bierkonsums aus, der im Jahre 1934/35 insgesamt 36 480 000 Hektoliter betrug. Dieser geringe Anteil im Bierkonsum steht aber in keinem Verhältnis zu der Bedeutung, den diese Biere in jedem Haushalt haben könnten, da ihr geringer Alkohol- und Extraktgehalt sie äußerst bekömmlich und für jeden körperlichen Zustand zuträglich macht Diesen Typen stehen gegenüber die bekannteren untergärigen Biere. Der Fachmann teilt sie ein nach ihrer Farbe, in helle, mittelfarbige und dunkle, ober nach ihrem Stammwürzgehalt und spricht dann von einfachen Bieren, Schankbieren, Lager- und Exportbieren, Märzenbieren, Bock- und Doppelbieren. Der Laie kann sich rascher orientieren, und zwar an Hand der beiden Haupttypen: Das ist das Pilsener und das Münchener! Das Pilsener, ausgezeichnet durch feinen milden Geschmack, aber stärker ausgeprägtem Hopfenbitter, von dem auch das Aroma bestimmt wird, den geringen Alkoholgehalt und den verhältnismäßig sehr niedrigen Extraktgehalt, d. h. den Anteil unoergorener, nicht aromatischer Bestandteile. Eine von Kennern bevorzugte, noch edlere Abart des Pilseners ist das Dortmunder Bier, das noch höher vergärt, stärker konzentriert und Heller als das Pilsener ist, aber schwächer gehopft als dieses und von weichem weinigen Geschmack. Diesem Grundtyp des Hellen Bieres, das fast allen helleren Bieren als Vorbild dient, steht gegenüber der Grundtyp des dunklen Bieres, nämlich das Münchener;! Im Geschmack malzig und voll, schwach süßlich, weniger bitter als Pilsener Biere und niedriger vergoren als diese. Wie wir aus der nachfolgenden Tabelle sehen werden, zeichnen sich die Abarten des Grundtyps nur durch den größeren Gehalt an Stammwürze und die Tiefe der Farbe aus, die mit Hilfe von hohen Farb- malzaaben erreicht wird. Da wären zu nennen das Kulmbacher Bier, Bock und Salvator. Als dritter Grundtyp ist den Hellen und dunklen Bieren gegenüber ein mittelfarbiges Bier entwickelt worden, dessen Vorbild das Märzenbier der Münchener Brauereien ist, das auch hinsichtlich Geschmack, Hopfengabe usw. zwischen den Hellen und dunklen Bieren liegt, aber im Bier, konsurn keine allzu große Rolle spielt. Als letzte vorbildliche Biertype wäre dann noch das eng. lifche Bier zu nennen, das besonders stark ein« gebraut, reich an Alkohol, sehr starker Hopfenbittere und tiefer Farbe ist, das sogenannte Porter ober Staut. In den Hochschulbrauereien wird es auch in Deutschland zu Lehrzwecken hergestellt, ist aber sehr teuer und nur für wenige erschwinglich. In der folgenden Tabelle sieht nun der Leser vergleichsweise die verschiedenen Biertypen nach ihrem Extrakt-, Alkohol-, Stammwürzegehalt und ihrem Vergärungsgrad. Wir halten uns hierbei an die Angaben von Prof. H. Luers „Chemie des Brauwesens" und „Malz und Bier". Diese Tabelle xeigt auch jedem Laien, was für ihn der Genuß der einzelnen Biere bedeutet. Vor allem aber wird er sehen, daß Bier bei entsprechendem Stamm, würzegehalt nicht nur ein Genuß-, sondern auch ein Nahrungsmittel ist. Auch der Alkohol, geaalt hat andere Wirkungen, als sich der Laie in der Regel vorstellt. Der niedere Alkoholgehalt wird nämlich im Organismus fast vollkommen zu Kohlensäure und Wasser verbrannt, „verwandelt sich also in einen Energiespender". Hinzu kommt, daß das Bier durch seinen Kalireichtum durst- stillend ist, der Viergenuß also im Gegensatz zu der landläufigen Auffassung an sich nicht zum „saufen" zwingt. Der Körper hat nämlich nach dem Biergenuß nicht das Bedürfnis nach erneuter Flüssigkeitaufnahme, also das, was man Durst nennt, sondern Bier „löscht" ebenso wie kalihaltiges Mineralwasser den Durst. Berechnete Ver- Biertypen Extrakt Alkohol Stamm- gärungs- v. H. o. H. würze v.H. grab Münchener: (Hofvräu) 6,82 3,86 14,21 52,0 Pilsener: (1.Pilsener Aktienbrauerei, Pilsen) 4,63 3,65 11,71 60,0 Märzenbier: (Schultheiß-Br., Berlin) 5,49 4,07 13,31 58,8 Porter: (Barkley, Perkins & Co., England) 8,68 6,72 21,06 58,8 Berliner Weißbier 3,19 3,07 9,23 65,4 Vergleicht man nur die beiden letzten Biere, Porter und Berliner Weißbier, dann kann sich auch der Laie ein Bild davon machen, wie verschieden diese Biere im Körper wirken. Der hohe Stammwürze- und Extraktgehalt des Porters zeigt, daß es sich hier um eine sehr nahrhafte Angelegenheit handelt, und daß es für manchen schwachen Magen angezeigt erscheint, Porter nur zu bestimmten Tageszeiten zu trinken. Dasselbe gilt natürlich von dem hohen Alkoholgehalt, der fast an den Alkoholgehalt des Rotweins heranreicht. Demgegenüber erscheint die Berliner Weiße als eine harmlose Angelegenheit mit ihren 3,07 v. H. Alkohol und den 3,19 v. H. Extraktgehalt. Wie die Statistiken zeigen, sind wir ein sehr mäßiges Volk geworden. Während vor dem Kriege die deutsche Iahresbiererzeugung (1913) 69 200 000 Hektoliter betrug, sind wir heute auf 36 480 000 Hektoliter herunter (1934/35). Für 1935/36 schätzt man die Erzeugung auf rund 38 000 000 Hektoliter, wobei etwa 1,5 bis 1,6 Millionen Hektoliter Haustrunkbier fein werden. Der Verbrauch ist heute also verhältnismäßig sehr gering, denn er beträgt nur etwas über bis Hälfte der Vorkriegszeit. Die ©tatiftiEer machen zwar den Bierkonsum abhängig von der Höhe des Volkseinkommens, das stimmt aber, jedenfalls für die Zukunft, nicht mehr, denn die letzten drei Jahre zeigen, daß der Bierkonsum mit der Erhöhung des Volkseinkommens nicht Schritt hält, wenn man die Kurven der Vor- und Nachkriegszeit zum Vergleich heranzieht. Es liegt das sicherlich an der neuen Erziehung der Jugend, bei der heute die Körperertüchtigung und der Sport eine ganz andere Rolle spielt als früher, und es liegt weiterhin an den durch den Nationalsozialismus stark verlagerten Lebensinteressen des deutschen Volkes, die auch bewußt oder unbewußt eine gewisse Konsumlenkung im Gefolge haben. Die Bierbrauer werden sich mit dieser Tatsache abzufinden haben, und wir hoffen, daß auch dieser Aufsatz richtig verstanden wird, weder als pro noch kontra Bieroerbrauch. Wir wollten lediglich zeigen, wie man den täglichen Bierverzehr mit einiger Ueberlegung zu einer wirklich sinnvollen Angelegenheit gestalten und in unseren Speisezettel — im wahren Sinne fingen, brummen, summen und Kämpfen wir zu viert. Wir sind noch einmal so ganz und gar beieinander, wir schmiegen uns zusammen mit unseren Stimmen, wir sind keine einzelnen mehr, wir sind ein Chor. Es hurchschauert mich von oben bis unten. Unser Lied! Wir wissen nicht mehr weiter, von Schmach und Qual umloht. Wir sind verlor'ne Reiter, wir reiten in den Tod. Nun schlagt die Trommeln feste... Nur Bob schläft immer noch. Friedolin stößt ihn mit dem Ellbogen an. Die Hand auf dem Rücken zuckt, aber sonst rührt sich nichts. Ich schüttele den Kopf: Nicht!" Und schlagt sie auch mal leise für unser junges Blut da plong ... plong... plong... „Wird bei kleinem Zeit, daß ich losgehe", sage ich. „Kannst mir mal meinen Affen hergeben, Stachel." Friedolin erklärte den andern, daß ich lieber allein tippeln wollte. Ich richte mich auf: „Na, dann macht's gut, ihr dreckigen Helden." Ich gebe allen die Hand. Wir lachen uns an. Friedolin will unbedingt Bob aufwecken. Ich habe Mühe, es ihm auszureden. Ich schleife meinen Affen aus dem Zelt. „Bleib bloß drin! — Mach's gut. Grimmig!" Hochgeriffen, herumgeschwungen, rums, da fitzt der Affe auf meinem Rücken. Und dann gehe ich los. Es fängt an zu miffeln. Das Moor federt unter meinen Schritten. Der Wind ist ziemlich kalt. Ich drehe mich um; sie knöpfen den Koteneingang wieder dicht. Wenn etwas Rauch oben aus der Oeffnung herauskommt, sehe ich den Widerschein des Feuers. Da drinnen Haufen sie nun, und ich gehöre nicht mehr dazu. Lange, schnurgerade Gräben, lange, schnurgerade Dämme mit Birken bepflanzt, verlieren sich in der grauen Nacht. Aus den Wolken, aus dem gleichmäßigen Nebel da oben sickert ganz zartes Licht. Wir yaben heute Vollmond. Ich springe über einen Graben und marschier auf dem Damm weiter. Nach einer halben Stunde muß ich an die Klinkerstraße kommen, die von Osterholz-Scharmbeck in großem Bogen durchs Teufelsmoor nach Worpswede führt. ... Die Erde ruht so bang. Wir traben durch den Nebel mit Trommeln und Gesang ... Ich denke an Bob. Er gehört nicht zu denen, die eine große Klappe haben. Er sagt nicht viel, er hört lieber mit halb offenem Munde zu, was wir uns erzählen. Wenn einer ihn anredet, lächelt er erst einmal verlegen und denkt eine Zeitlang nach, was er antworten soll. Er bringt noch nicht viel auf seiner Blockflöte fertig, aber es sieht so nett aus, wenn er seine ungewaschenen Finger zaghaft hebt und senkt. Er ist so voll guten Willens in jeder Beziehung. Jetzt liegt er in der Kote und schläft. — Ja, ja, ja ... von heute ab kommt etwas anderes an die Reihe in meinem Leben. Ich glaube, Bob war mir der liebste von allen.— Ich tjabe ihm nicht auf Wiedersehen gesagt. — „Weiberrecvment" Das Dolksstück ist im Film nicht gerade häufig und das gute Volksstück sogar so selten, daß sich das Anschauen lohnt, wenn dabei ein so prachtvoller bajuvarischer Humor zu Wort kommt wie in diesem Film. Er hat zwar nicht mehr den Vorzug der Originalität seines Vorgängers „Der Ehestreik", aber es muß schon ein arger Trottel ober unverbesserlicher Griesgram fein, der bei der herzlichen Fröhlichkeit dieser Geschichte vom Weiberregiment im Zacherlbräu nicht mittun wollte. Das hübsche Rosl hat von ihrem Vater selig mit dem Zacherlbräu lauter Mannsleut' geerbt, die vom Bräuhaus bis in Stall und Küche die Wirtschaft besorgen müssen, weil der Alte die Weiber nicht leiden konnte. Das soll nun anders werden, als die Jungfer Cilli Sam- Haber als Rosls Vormund die Herrschaft im Zacher!- bräu antritt. Sie will ihrem Bruder gern die gute P-artie verschaffen, aber da muß erst der fesche Bräumeister beiseite gebracht werden, der ein Auge auf die Rosl geworfen hat. Sehr spaßig ist es, wie die anschlägige Vormünderin beim Kegelschieben die Knechte überlistet und hinausdrängt. Aber die Madel, die sie ersetzen, können kein Bier brauen und das Getränk, das der Korbinian, das alte Faktotum des Zacherldräus, zusammenbraut, wollen die Wirte nicht haben. Also der Bräumeister muß wieder herbei, natürlich nur des Bieres wegen. Nun jagt eine luftige Episode die andere und als schließlich der Bruder Ignaz zur Brautschau erscheint, ist die Partie fast schon verloren, bevor sie eigentlich begonnen hatte. Das ganze Dorf zieht an, um der listigen Vormünderin das sauber eingefädelte Geschäft zu verderben. Der Bräumeister bekommt seine Rosl und Knechte und Mägde führen nun zusammen das Regiment im Zacherlbräu. Der erste Held dieser lustigen Geschichte ist wieder der Korbinian Theodor Daneggers, der große Liebesstratege, der alles ins Lot bringt, wenn Dickköpfigkeit und Rechthaberei alles auseinander zu treiben scheinen. Heli Finkenzeller ist das Rosl, hübsch und charmant. Die Vormünderin ist die richtige Rolle für Erika vonThellmann. Hermann Er Hardt als Bräumeister stur und bockig im Kampf zwischen Liebe und Männerwürde. Don prachtvoller Ursprünglichkeit der Koch Beppo Brems und den Typ des gefräßigen Biedermanns, der sich ins gemachte Bett legen möchte, macht Oskar Sima unnachahmlich echt. Karl Ritters Regie hat vor dem Hintergrund oberbayrischer Winterlandschaft das Spiel flott und bewegt in Gang gebracht, so daß es eine Mordsgaudi wird. Die luftige Musik Ernst Erich B u d e r s tut das ihre dazu. — $m Beiprogramm sahen wir einen fesselnden Kulturfilm über das Leben und Treiben der Huzulen. Die Wochenschau bringt Bilder vom spanischen Bürgerkrieg und von der Schlußfeier der Olympischen Spiele. Theodor Harrten. Der neue Oberspielleiter im Schauspiel unseres Stadttheaters. Theodor Haerten wurde 1898 in Geldern am Niederrhein geboren. Er entstammt einer in seiner Vaterstadt alteingesessenen Familie. Als führende ; Bürger ihrer Stadt nahmen seine Vorfahren an der höchst wechseloollen Geschichte dieses nahe bei Holland gelegenen deutschen Grenzlandes hervorragenden Anteil. Die wesentlichsten Eindrücke der Kindheit Theodor Haertens gründen sich auf die Ueberlieferungen eines ehrwürdigen und kultivierten deutschen Bürgertums. In.bie Knabenzeit fällt der Weltkrieg. Wie viele seiner Kameraden vertauscht Haerten das Gymnasium mit der Kaserne, die Schülermütze mit dem Stahlhelm. Mit 18 Jahren geht er ins Feld, an die vorderste Front in Rumänien. Bei Friedensschluß wird er, 20jährig, als Unteroffizier und mit Auszeichnung aus dem Heeresdienst entlassen. Es ist nun Zeit, einen praktischen Beruf zu ergreifen. Für den geheimen Dramatiker gibt es nichts Verlockenderes als das Theater. Theodor Haerten wird Spielleiter, vorerst im Rheinland. Nach wenigen Jahren schreibt er als junger Mann ein Stück. Es wird verlegt, gedruckt, von Bühnen angenommen — vorn Dichter aber vor der Auf' führung zurückgezogen. Haerten wirft sich erneut auf die Regiearbeit. Mit Erfolg. Klassiker und zeitgenössische Werke aller Art yehen durch feine Hand. Wir finden ihn jetzt in leitender Stellung an unseren großen Bühnen in der Provinz und auch in Berlin. Seine dichte« rischen Arbeiten werden von den Außenstehenden als Episode vergessen. Zehn Jahre dem deutschen Theater angehört zu haben, bedeutet von der Pike auf gelernt zu haben. Der Beruf wird für Haerten ein Quell von fcchrungen. Mit 30 Jahren etwa wird es ernst. Entweder ist Haerten nun ein Dramatiker oder nicht. Die beruflichen Interessen werden von nun an unbefriedigt, unentschieden und stockend BF genommen. Eine gesicherte Laufbahn als RegWk und Direktor muß aufgegeben werden. Andererseits ist Haerten auch als Autor dem Alter nach kein „junges Talent" mehr. Dom Mann wiro Leistung auf Anhieb gefordert. Jetzt zu dichten, >m stillen und planvoll, bedeutet einem echten Tneo zu folgen. Wenn es sein muß, auch unter Entbehrungen. Bedeutet vor allem Glauben und Zähigkeit. Dor etwa zwei Jahren erschien Theodor Haerten mit einer dichterischen Arbeit an der Oeffentlichkerl. Das Drama „Der tolle Christian" wurde schnell angenommen und erlebte nach seiner erfolgreichen Uraufführung am Hessischen Landestheater in Darmstadt im Frühjahr 1935 auch am Stadttheater Gießen eine allgemein beachtete Aufführung. GlelM- zeitig folgten eine ansehnliche Zahl deutsche Theater, die den „Tollen Christian" auf ihren Spiel- plan setzten. Intendant Schultze - Griesheim 9°* Theodor Haerten für die kommende Spielzeit al Oberspielleiter für das Schauspiel an oa Stadstheater Gießen verpflichtet. ves Wortes — „einreihen^ kann. Wenn wir oben das „Original" Pilsener Bier in die Tabelle setzen, so hat das seinen Grund darin, um den „Typ" in seiner ausgeprägtesten Form vorzufüh- ren. Jeder von uns weiß aber, daß wir heute eine ganze Reibe deutscher Pilsener Biere haben, die ungefähr die gleichen Qualitäten wie das Originalpilsener besitzen. Abgesehen von der rechtlichen Situation, die vor ungefähr Jahresfrist durch einen sehr langwierigen Prozeß geklärt wurde, der von den deutschen Brauereien gegen die Pilsener gewonnen wurde, haben uns die deutschen Chemiker zu „Krise rem" Pilsener oerholfen: und zwar kommt es für die Pilsener Biere auf ganz bestimmte Wasserqualitäten an, die wir uns heute beliebig Herstellen können. Auf dem Reichstreffen der Chemiker spielten diese Fragen auch in diesem Jahre in einem viel beachteten Dortrage von Professor H. Luers eine Rolle. Die chemische Forschung hat gezeigt, daß Wasser mit kohlensauren Salzen den Säuerungsgrad, der entscheidend ist für die Vorgänge des Bierbrauens, herabsetzt, wodurch nicht nur die Farbe des Bieres beeinflußt wird, sondern auch die Hopfenblttere, die rauh und unedel wird, ebenfalls leidet der Eiweißabbau, der durch kohlensaure Wässer erschwert wird. Für den Münchener Biertyp eignen sich nun diese kohlensauren Wässer, für Pilsener Biere werden aber gerade die entgegengesetzten Eigenschaften erfordert, die wir bei ungeeigneten Wässern durch Zusatz von Milchsäure, teilweise auch durch Zusatz von, gebranntem Kalk, dessen Menge auf Grund der Wasseranalyse genau berechnet wird, erreichen. Der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer lagt in Kiel. Kiel, 28. August. (DRB.) Der Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine a. V. hält in Kiel seine 57. Jahrestagung ab, zu der über 1500 Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches eingetroffen sind. Rach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal durch den Präsidenten u 5, fand im Rathause eine Begrüßung durch Oberbürgermeister Behrens statt. Der Oberbürgermeister wies auf die Tatsache hin, daß Kiel durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Führers zu neuer Blüte emporsteige. Zwei brennende Fragen seien für die Gemeinde zu lösen: die Schaffung von Wohnraum und die gerechte Miete. Diese Fragen könnten nur durch enge Zusammenarbeit auf dem Boden nationalsozialistischer Gerechtigkeit gelöst werden. Präsident Tribius dankte der Stadt Kiel und hieß die Tagungsteilnehmer herzlich willkommen. Ein Telegramm an den Führer, in dem die Einsatzbereitschaft des deutschen Hausbesitzes betont wird, und das Antworttelegramm des Führers wurden von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. Ferner wurde ein Telegramm des Reichshandwerksmeisters Schmidt verlesen, in dem die Zusammenarbeit zwischen Hausbesitz und Handwerk gewürdigt wird. Auf der Arbeitstagung am Freitagnachmittag behandelte Ministerialrat Dr. B l ü m i ch vom Reichsfinanzministerium Fragen der Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Bürgersteuer. Bei der Ein - kommensteuer bilden auf der Einnahmenseite des Hausbesitzers vor allem die Zuschüsse der öffentlichen Hand und der Mieter und die Bemessung des R u tz u n g s w e r t e s der eigenen Wohnung vielfach Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Steuerbehörde und Hausbesitzer. Der Vortragende wies auf eine bevorstehende Neuregelung hin, die an den zuletzt fest- gestellten Einheitswert für das Eigenheim anknüp- fen wird. Im Mittelpunkt des Vortrages standen Fragen, die die A u s g a b e n s e i t e des Haus- desitzes betreffen. Begriff und Umfang des E r - haltungsaufwandes, den der Hausbesitzer voll im Jahre der Ausgabe obziehen darf, der Kreis der Verwaltungsausgaben und Grundlage für Höhe der Absetzungen für Abnutzung wurden eingehend dargelegt. Besondere Beachtung fanden die Ausführungen über die Wendung in der Rechtsprechung bezüglich der Absetzungen bei besonderen Anlagen, die künftig als Teil des Gebäudes angesehen und nur mit dem Gebäude abgesetzt werden können, während sie bisher als besondere Wirtschaftsgüter auch einer besonderen Absetzung unterlagen. Auf dem Gebiet der ©eroerbefteuer, deren Neugestaltung ebenso wie die der Grundsteuer bevorsteht, streifte der Vortragende die künftige Neuregelung hinsichtlich der Dauerschuldzinsen (Hypothekenzinsen) und der Gewerbesteuer- pllicht der Grundstücksgesellschaften. Bei der Bürgersteuer hat die 1935 eingeführte B e - Steuerung nach dem Vermögen bei den Grundvermögen insofern zu Härten geführt, als hierbei die Schulden nicht abgezogen werden dürfen, so daß ein Hausbesitzer, der ein Grundstück im Werte von 100 000 RM besitzt, auf dem 70 000 RM Hypotheken lasten, nach einem Vermögen von 100 000 RM zu Bürgersteuer heran- zuziehen ist. Für die Zukunft müssen die darin liegenden Härten beseitigt werden. * Der Leiter der Hauptabteilung des Reichs-Arbeitsministeriums für Siedlungswesen, Wohnungswesen und Städtebau, Ministerialrat Dr. Knoll, führte aus, daß das Siedlungs-, Wohnungs- und 'Bauwesen nicht schlechtweg der „freien Wirtschaft" überlassen werden könne, da hier wichtige bevölkerungspolitische, soziale und hygienische Belange berührt würden: ebenso verkehrt sei es aber auch, das gesamte Bauwesen in die öffentliche Hand zu überführen. Vielmehr sei auch hier der Grundsatz der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik anzuwenden: Privatwirtschaft gelenkt und geführt vom Reich im Sinne der Einordnung in die Ziele der Volksgemeinschaft. Der Redner warnte eindringlich vor einer Wiederholung des Fehlers früherer Zeiten, am dringenden Bedarf vorbeizubauen, und zeigte, daß auch jetzt Anzeichen dafür bestehen, namentlich in dem übermäßigen Anwachsen des Baues von größeren Eigenheimen und Mietskasernen. Eine restlose toub= ventionswirtschaft aus öffentlichen Mitteln sei zu verwerfen, eine Durchführung der notwendigen Bauten lediglich mit den Mitteln der Privatwirtschaft sei aber bei der derzeitigen Lage der Preist und Löhne nicht möglich. Gerade die volkspolitisch wichtigsten Bauten würden ohne Unterstützung der Allgemeinheit nicht zu erstellen sein. Aufgabe der Wohnungs- und Siedlungspolitik sei es dafür zu sorgen, daß diese Unterstützung d a s r e ch t e Ausmaß erhalte und daß dabei die Gefahren vermieden würden, welche ein unterstützendes Eingreifen der öffentlichen Hand im Bauwesen leicht mit sich bringe. * Ministerialrat Dr. Paetzold vom Reichsjust^- minifterium führte über „Die nationalsozialistische Zinssenkungs-Gesehgebung" im wesentlichen folgendes aus: Die nationalsozialistische Zinspolitik war bestimmt durch die Aufgaben, der neuen Wirtschaftspolitik alle Kräfte mobil zu machen für das Aufbauwerk des Führers. So galt es, auch die natürliche Kräfte des Kapitalmarktes wieder zu beleben. Dieser Zielsetzung entsprach es, wenn sich die Wirtschaftsführung entschloß, den Zinsabbau nicht durch weitere unmittelbare Eingriffe des Gesetzgebers in die Schuldverhältnisse, sondern organisch, also als natürliche Frucht einer wiedergesundenden Wirtschaft, zu erlangen. Der Weg führte zu dem Erfolg der freiwilligen Zinskonversion von Anfang 1935, die in einem weiten Bereich des Hypothekarkredits zu einer Ermäßigung des Zinses auf 4% v. H. führte. Für die Landwirtschaft wurde der Zins durch besondere gesetzliche Maßnahmen, die auf die Sicherung der Ernährung des Volkes Rücksicht zu nehmen hatten, auf 4 bis 4XA v. H. gesenkt. Nicht erfaßt von der Zinskonversion waren im wesentlichen nur die Privathypotheken. Diese Lücke schloß das Gesetz vom 2. Juli 1936. Auch dieses Gesetz erstrebt eine freiwillige Ermäßigung des Hypothekenzinses auf den angemessenen Satz, für dessen Bemessung Richtlinien gegeben sind. Den Aufwertungsgläubigern bleibt grundsätzlich der bisherige gesetzliche Zins von 6 v. H. wegen des Kapitalverlustes, den sie durch die Geldentwertung erlitten haben, erhalten. Doch greift das Gesetz in den Fällen ein, in denen der Aufwertungsgläubiger, obwohl er keinen erheblichen Kapitalverlust erlitten hat, den Schuldner in unbilliger Weife an dem Aufwertungszins festhält. Die Entlastung, die der Schuldner erlangt hat, ist am besten genutzt, wenn sie dazu verwendet wird, schwebende hypothekarische Schulden in die für die Bodenbeleihung günstigste Beleihungsform, in Tilgungshypotheken umzuwandeln. Beide Parteien des Schuldverhältnisses müssen sich leiten lassen von der Erkenntnis: Jedes einzelne Schuldverhältnis, jede Bodenbeleihung, jedes Kapital, ist mit der Gesamtwirtschaft verbunden und in den Dienst des großen nationalen Aufbauwerkes gestellt, von dessen Fortschritten jeder Tag neue Kunde bringt. Aendewng der Korperschastssteuer. Berlin, 28. Ang. (DNB.) Die Reichsregierung hal soeben ein Gesetz verabschiedet, wonach die körperfchaftssleuer für das Jahr 1936 um ein Viertel und ab 1937 um die Hälfte der bisherigen Sähe erhöht wird. Um die Vorauszahlungen, die noch in diesem Jahr zu entrichten sind, der voraussichtlich endgültigen Jahressteuerschuld für 1936 anzupassen, erhöhen f i ch die am 10. September 1936 und am 10. Dezember 1936 fällig werdenden Vorauszahlungen je um die Hälfte. 7Nit Rücksicht auf die kurze Frist, die zwischen der Veröffentlichung des Gesetzes und dem Vorauszahlungszeitpunkt vom 10. September 1936 liegt, wird ein Säumniszuschlag nicht erhoben, wenn der Betrag, um den die Vorauszahlung auf den 10. September 1936 durch das neue Gesetz erhöht ist, bis zum 2 4. September 1 9 3 6 entrichtet wird. Die Vergünstigung gilt nicht für den Teil des Vorauszahlungsbetrages, der nach den bisherigen gesetzlichen Vorschriften bis zum 10. September 1936 zu entrichten gewesen wäre. * Die Erhöhung der Körperschaftssteuer ist fiskalisch bedingt, allgemeinpolitisch notwendig und steuer- politisch gerechtfertigt. Das Steueraufkommen hat sich in den letzten drei Jahren in Verbindung mit den umfassenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung und der starken Wirtschaftsbelebung durchaus günstig entwickelt. Die laufenden Steuereinnahmen haben den Voranschlag überstiegen. Die Ausgaben des Reiches zur Abdeckung von Fehlbeträgen früherer Jahre, zur Abdeckung der Vorbelastungen aus den verschiedenen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und zur Durchführung der großen nationalpolitischen Aufgaben, die durch das Lebensrecht der Nation bedingt sind, erfordern jedoch große Mittel. Das finanzpolitische Ziel der 'Reichsregierung ist, die Deckung dieser Ausgaben auf eine völlig gesicherte Grundlage zu stellen. Diesem erstrebten Ziel, die laufenden Ausgaben zu decken und sicherzustellen, das in den vergangenen Jahren für die Etats der Länder und Gemeinden bereits in weitestem Umfang erreicht worden ist, dient in Verbindung mit der allgemeinen Entwicklung des Steueraufkommens die jetzt beschlossene Steuererhöhung. Konnte diese Ziel endgültig nur durch eine Lastenerhöhung erreicht werden, so kam es darauf an, die sozialgerechte st e und wirtschaftlich zweckmäßig st e Form der Mehrbelastung zu finden. Diese Form war in der Erhöhung der Körperschaftssteuer zu erblicken. Die Körperschaftssteuer ist die Einkommen st euer der Kapitalgesellschaften, der Personenvereinigungen und Vermögensmassen, insbesondere also der Aktiengesellschaften und der Gesellschaften m. b. H. Sie betrug bisher 20 v. H. Demgegenüber ist die Einkommensteuer der natürlichen Personen bis zu 5 0 v. H. g e st a f f e l t. Infolgedessen sind schon beim Steuersatz die Körperschaften gegenüber den natürlichen Personen b e g ü n st i g t. Daneben zahlen die natürlichen Personen noch Bürger st euer und Kirchensteuer. Auch bei den offenen Handelsgesellschaften, deren Gesellschafter persönlich (uneingeschränkt) haften, und den Kommanditn?sell- schaften, bei denen ebenfalls ein Teil der Gesellschafter persönlich haftet, unterliegt — ebenso wie beim Einzelkaufmann — der gesamte G e - w i n n den gestaffelten Steuersätzen der Einkommensteuer. Daraus ergibt sich auch den offenen Handelsgesellschaften und den Kommanditgesellschaften gegenüber die Begünstigung der in anonymer Form befindlichen Kapitalgesellschaften. Es ist zwar nicht zu verkennen, daß die Besteuerung der Körperschaften zu einer doppelten Belastung führt. Diese tritt ein, wenn der Gewinn, der bei Der Kapitalgesellschaft bereits besteuert ist, an die Gewinnberechtigten ausgeschüttet wird und dann bei den Empfängern der Einkommen st euer unterliegt. Tatsächlich sammeln jedoch viele Kapitalgesellschaften in einer Zeit des Wirtschaftsaufschwungs einen sehr erheblichen Teil ihrer Gewinne an. Sie schütten sie zu einem großen Teil nicht aus. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden jedoch nur durch den einheitlichen Steuersatz von 20 v. H. erfaßt. Bei Einzelkaufleutcn, offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften werden die Gewinne, und zwar auch die nicht ausgeschütteten, restlos durch den Ein - fommenfteuertarif erfaßt, der bis zu 50 v. H. gestaffelt ist. Diese Tatsache verleitet Einzelkaufleute, offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften immer mehr zu dem Gedanken, ihre Unternehmen in eine G. m. b. H. oder AG. umzuwandeln. Solche Umwandlungsbestrebungen laufen jedoch den Grundsätzen des Nationalsozialismus zuwider. Der Anreiz, aus Steuerersparnisgründen die Form der anonymen Gesellschaft zu wählen, soll durch die Erhöhung der Körperschaftssteuer sehr erheblich abgeschwächt werden. Die Form der Kapitalgesellschaft .unb damit die Form der Anonymität und der Ausschließung der persönlichen Haftung der Gesellschafter soll nur in den wenigen Fällen gewählt werden, in denen sie aus volkswirtschaftlichen Gründen gerechtfertigt ist. Die meisten Kapitalgesellschaften gehören zu denjenigen Unternehmen, die in der letzten Zeit b e - deutende Gewinne erzielt haben, die sich vielfach auch noch im Steigen befinden. Das zeigt sich zum Teil auch in der Erhöhung von Bezügen, die sich in vielen Fällen nach der Höhe des Gewinnes bestimmen. Die Erhöhung der Körperschaftssteuer wird in Verbindung mit den zur Vermeidung einer ungesunden Dividendenpolitik getroffenen Maßnahmen einer unerwünschten Entwicklung der Aktienkurse entgegenwirken. Die Maßnahme dient mithin der Herstellung steuerlicher Gleichmäßigkeit, sie widerspricht nicht den Belangen der deutschen Volkswirtschaft und sie ist notwendig, um die Erfüllung der großen dem Reich obliegenden Aufgaben finanziell zu sichern. MerseebooMollMSaHwebel Berlin, 28. Aug. (DRB.) Der Führer unb Reichskanzler hat befohlen, daß die demnächst zu bildende zweite Unterseebootsflot- title zum ehrenden Gedächtnis des am 2.12.1917 gefallenen U-Bootskommandanlen Oberleutnant zur See Sathwedet den Barnen „Unterseeboots- ftottille Saltzwedel" erhält. * Oberleutnant zur See Saltzwedel stammte aus einer pommerschen Pfarrerfamilie und verbrachte seine Jugendjahre in Stettin. 1908 trat er in die kaiserliche Marine ein. Er erhielt die planmäßige Seeoffiziersausbildung. Zu Beginn des Krieges befand er sich auf dem Linienschiff ..Kaiser", wurde aber schon im Sommer 1915 der U-Bootswaffe zugeteilt. Am 29. September 1915 erhielt er sein erstes Kommando als U-Bootskommandant auf dem Unterseeboot UB 9, das er zwei Monate lang führte. Im Januar 1916 übernahm er das Unterseeboot UB 10 und führte in den folgenden Jahren die Unterseeboote UC 10, UB 17, UC 11, UC 21, UC 71 und UB 81, die alle der U - B o o t s - flottille „Flandern" zugeteilt waren. Mit diesen Booten führte Saltzwedel erfolgreiche Minenunternehmungen im englischen Kanal durch. In zahlreichen Unternehmungen gegen den feindlichen Handel versenkte er bis Ende 1917 insgesamt etwa 179 000 Tonnen Schiffsraum, eine Leistung, die um so höher einzuschätzen ist, als sie mit verhältnismäßig kleinen und schwachen Unterseebooten erzielt wurde. Nachdem Saltzwedel am 29. März 1917 mit dem Ritterkreuz mit Schwertern des Hausordens von Hohenzollern ausgezeichnet worden war, wurde ihm am 20. August 1917 der Orden Pour le Merite verliehen. Am Abend des 2. Dezember 1917 lief UB 81 im englischen Kanal auf eine tief stehende Mine, die schwere Zerstörungen im Boot hervorrief. Es gelang, das Boot für kurze Zeit an die Oberfläche zu bringen. Sieben Mann der Besatzung konnten sich durch das aus dem Wasser ragende Torpedobugrohr retten und sich auf einem in der Nähe befindlichen englischen Bewachunasfahrzeug in Sicherheit bringen. Die übrige Besatzung sand mit ihrem Kommandanten den Seemannstod. Kleine politische Nachrichten. Der Führer traf in Bayreuth ein und wohnte der Lohengrinaufführung im Festspielhaus^ bei. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat den Generalkonsul i. e. R. F r h r. v. Ow-Wachen- d o r f zum Gesandten in Kairo ernannt. ♦ Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat die Rück* reife nach Berlin angetreten. Dor feiner Abreise stattete er dem französischen Ministerpräsidenten einen längeren Abschiedsbesuch ab. Auf dem Flughafen Le Bourget hatten sich neben dem Botschafter Graf Welczeck der französische Wirtschaftsminister B a st i d sowie der Direktor der Bank von Frankreich, L a b e y r i e, eingefunden. ♦ Der Erste Lord der britischen Admiralität S i r Samuel Hoare traf auf der Admiralitätsjacht „Enchantreß" in Malta ein. Von Malta aus wird der Erste Lord der Admirälität weitere Stützpunkte der britischen Mittelmeerflotte besuchen. * Wie aus türkischer Quelle verlautet, soll die Möglichkeit eines baldigen Besuches des englischen Königs in der Türkei bestehen. Der König beabsichtige eine Besichtigung der Schlacht- f e l d e r auf der Halbinsel Gallipoli und eine Ehrung der englischen Kriegergräber. Wahrscheinlich werde anschließend ein Besuch Istanbuls sowie ein Zusammentreffen mit Atatürk erfolgen. Kunst und Wissenschaft. Oer Goethepreis für Georg Kolbe. Im Frankfurter Goethehaus fand am Freitag die feierliche Ueberreichung des Goetheprei- s e s an den Bildhauer Professor Dr. e. h. Georg Kolbe statt. Zu der Feier hatten sich die Mitglieder des Verwaltungsrates des Frankfurter Goethepreises und des Freien Deutschen Hochstiftes sowie zahlreiche Vertreter der Partei und der Behörden und eine Reihe schaffender Künstler eingefunden. Bürgermeister Linder richtete an den Künstler eine herzliche Begrüßungsansprache, in der er darauf Hinweisen konnte, daß heute zum zehnten Male der Goechepreis der Stadt Frankfurt verliehen werde, und zwar an einen Künstler, der, wie es die Satzungen der Stiftung verlangten, sich bereits einen Namen in der Welt gemacht habe und der sich dem Andenken Goethes als würdig erweise. Bürgermeister Linder betonte, daß auch die Stadt Frankfurt in dem glücklichen Besitz einer ganzen Reihe Kolbescher Werke sei und damit bereits zu erkennen gegeben habe, daß sie das Schaffen des Goethepreisträgers zu schätzen wisse. „Kolbe", so betonte er, „setzt der leidenschaftlichen Dramatik Rodins Herbheit und schwebende Anmut entgegen. Er ist das Sinnbild deutschen Geistes. Das reiche Geschenk seiner unermeßlichen Begabung hat Georg Kolbe uns fruchtbar gemacht. Möge sein Ringen um Sinnbild und Gestalt uns noch weitere reichliche Früchte tragen." Dann überreichte der Bürgermeister Professor Kolbe die Ehrenurkunde, die folgenden Text aufweist: „Die Ehrung gilt dem deutschen Meister, dessen Bildwerke Sinnbilder jenseits aller zeitlichen Bindungen sind und sich gleichermaßen durch Herbheit wie durch schwebende Anmut auszeichnen. Diese in großen und schweren Zeiten so selten erreichte Anmut zeugt zugleich für die Verbundenheit mit Goetheschem Geist, darum gilt ihr auch besonders diese Ehrung." Kolbe richtete dann einige Worte an die Anwesenden, die gerade durch ihre tiefe Schlichtheit und Bescheidenheit seltsam ergriffen. „Ich bin Handwerker", so sagte er, „und es würde mir besser gelingen, vor Ihnen mit meinen Händen ein Bildwerk aufzubauen, als mich in Worten erfolgreich zu bedanken. Mit Bestürzung und Wärme erfüllte es mich, als ich die Botschaft vernahm, daß mir der Goethepreis zuteil werden sollte, der sonst nur als Literaturpreis verliehen wird. Bereits in früher Jugend nahm ich den Geist Goethes in mich auf, der mein Schaffen befruchtete als jener Geist, der. ständig nach der Aufrichtung des Menschentums strebte und suchte. Und mit Dank empfange ich nun den Preis. Aber ich empfange ihn nicht allein, sondern er gilt der gesamten bildenden Kunst, der Goethe so nahe stand." — Klara Ebers von den Städtischen Bühnen ließ mit zwei Mozartliedern, die sie feinsinnig und zart vortrug, die Feierstunde ausklingen, die mit der A-dur=6onate von Mozart, gespielt von Alfred Höhn, begonnen hatte. Das Landeslhealer Darmstadt beginnt die neue Spielzeit. Am 12. September d. I. beginnt die neue Spielzeit des Hessischen Landestheaters. Sie bringt in der ersten Woche Mozarts „Don Giovanni" in neuer Einstudierung und Neuausstattung, Millöckers „Verwunschenes Schloß", d'Al- berts „Tieflan d", Richard Strauß' „Rosenkavalier" und im Schauspiel Schillers „W i l - Helm T e l l". Ferner sind in Vorbereitung die Erstaufführung des Schauspiels „Marsch der V e t e r a n e n", Neuinszenierung des „Frei- Ed Die LORENZ-SUPER mit dem RADIO-HERZ Lassen Sie sich von Ihrem Funkhändler das Lorenz-Radio-Herz erklären! Es handelt sich hierbei um eine wertvolle technische Neuerung, die den Rundfunkemptang verbessert und die Betriebssicherheit erhöht. . ..... rA . . .. Höchstleistungen auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik sind seit 50 Jahren mit dem Namen Lorenz verknüpft. Die vier Lorenz-Kurzwellen-Richtstrahlsender in Zeesen, mit denen die Funkberichte über den Verlauf der Olympiade nach allen Ländern der Erde verbreitet .wurden, sind jetzt wieder em Meisterwerk der Lorenz- Nachrichtentechnik. 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Die Frau verbrannte sich vor längerer Zeit beim Zwetschenmußkochen derart, daß sie starb, und vor etwa zwei Jahren fand ein Kind der Familie ebenfalls den Flammentod. Lin Brillant im Blagen eines jungen Hahns. Eine Frau aus Bröl bei Siegburg vermißte seit einigen Tagen ihren wertvollen Brillanten auf dem Goldring. Alles Suchen nach dem Schmuckstück war vergebens, bis die Verliererin auf eigenartige Weise wieder in Besitz desselben kam. Beim Schlachten eines jungen Hahnes fand sie den wertvollen Stein im Magen des Tieres wieder. Der Hahn hatte den Brillanten, den seine Besitzerin wahrscheinlich beim hühnerfüttern verloren hatte, aufgepickt. Im Straßengraben ertrunken. In Landau (Pfalz) ertrank in einem Straßen« graben an der Horststraße das e i n j ä h r i g e Mäd« chen des Einwohners Nikolaus Schultz. Das Kind hatte an dem Graben gespielt, der über 70 Zenti« meter tief, 1,20 Uhr breit und mit einer Schlamm« schicht bedeckt ist. Bergsteigeraustausches In den bayrischen Berge«. Der Austausch ist von der Alpenvereinssektion „Bayerland" in die Wege geleitet worden. Ein Kind kam in den Flammen um. Auf dem Anwesen von Nikolaus Groß in han- gard (Saar) brach ein Brand aus, dem der ganze obere Stock des Hauses völlig zum Opfer fiel. Bei dem Ausbruch des Brandes liefen die Bewohner des Hauses alle auf die Straße. Das 5 Jahre alte Töchterchen des Friseurs Groß, der ,m Hause seines Vaters wohnte, wurde zwar vermißt, man wollte es aber mit anderen Kindern gesehen haben und machte sich vorerst um das Lin Führer — eine Fugend — ein Glaube: Deutschland! Hitler-Jugend marschiert am 30. August in Gießen. Unser Stammhalter ist angekommenl In dankbarer Freude: Mathilde Schönhass Or.Heinrich Schönhals Ab MONTAG, den 31. August 1936, befinden sich meine Geschäftsräume Seltersweg 75 (FRÜHER ASTORIA-LICHTSP1ELE) Was macht Ihr Ofen? Ersetzen Sie bald, was schadhaft ist Dann ist Ihr Ofen am ersten kalten Tage betriebsfertig. Alle Ersatzteile liefert schnell und billigst MM J. B. 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Da* folgende Endspiel konnte Keres ziemlich rasch ur sich entscheiden. Ergebnisse: Lettland gegen Polen 2%:1%, England gegen Schweiz 4:3, Litauen gegen Tschechoslowakei 2:2, Dänemark gegen Rumänien 1:1, Oesterreich gegen Italien 5.1, Holland gegen Ungarn 1H:3%, Frankreich gegen Finnland Jugoslawien gegen Brasilien 4.1, Schweden gegen Estland 3%:2^,/Bulgarien gegen Norwegen 3:4, Deutschland spielfrei. Zunkers Ja 86 „Bückeberg" aus Bathurst zurück. Am Freitagabend ist das Lufthansa-Flugzeug Junkers Ju 86 „Bückeberg" in seine Heimat zu- rückqekehrt. Die Besatzung - Diplomingenieur Achterberg, Flugkapitän Untacht und Funkmaschinist Trauner' von der Lufthansa — wurde herzlich empfangen. Sie war am 22. August über den ersten Abschnitt der Lufthansa - Sudamerika- Poststrecke zu einem Sond erflu g ohne Zwichenlandung nach Bathurst — etwa 6000 km — gestartet, an der afrikanischen Westküste, wo sie noch mit Betriebsstoff für mehr als 2000 km an Bord landete. Das Flugzeug hätte also ohne Schwierigkeiten mit dem an Bord befindlichen Kraftstoff noch weitere acht Stunden ohne Unterbrechung den Flug forsetzen können. Jetzt ist das Flugzeug über die gleiche Strecke zurückgekehrt und hat abermals rund 6000 km in etwa 20 Stunden bewältigt. schütz" und zur Eröffnung des Kleinen Hauses die Erstaufführung des Schauspiels „Der Br and- ner-Kaspar schaut ins Paradies und die Neuinszenierung von „Zar undZimmer- m a n n". Schach-Olympiade München 1936. Im Brennpunkt des Interesses stand die Begegnung der beideu führenden Nationen Deutschland und Polen. Die deutschen Spieler legten ihre Partien außerordentlich vorsichtig an. Selbst Richter (Deutschland), sonst ein stürmischer Angreifer, spielte diesmal als Nachziehender gegen Fryd - man in einer Königs-Jndischen-Partie äußerst vorsichtig. Nach Abtausch der meisten Figuren im Mittelspiel unternahm der Pole sofort einen heftigen Königsangriff mit Dame und Läufer, dem Richter im 29. Zuge erlag. Auch die Partie Ahues (Deutschland) gegen Najdorf (Polen) nahm für Deutschland einen unglücklichen Ausgang. Ahues Uetz sich in ausgeglichener Stellung einen groben Fehler zuschulden kommen, durch den er die Dame und da- mit die Partie verlor. Am dritten Brett wählte Engels (Deutschland) gegen Regedzin s k i (Polen) eine scharfe Angriffsweise der Kömg-Jndi- chen-Partie. Beim Abbruch stand Engels etwas bes- er. Unentschieden wurde die Partie Carls (Deutschland) gegen Makarczyk (Polen). Eine gute Partie lieferte Rellstab gegen Fryd m a n. Der Deutsche machte nach lebhaftem Figurenspiel eine kleine Kombination, die ihm eine Figur für einen Bauern einbrachte. Die Partie wurde abgebrochen. Säh misch kam geaen Kremer (Polen), nachdem er im Zentrum Vorteile herausgearbeitet in große Spielnot und gab bald daraus auf. In der Partie Rödel (Deutschland) gegen P o - qorrelly gewann Rödel im Endspiel durch eine hübsche Kombination. Unentschieden endete der Kampf h e i n i ck e gegen Wojciechowski WIESECK Sonntag, den 30. August TANZ im „Kühlen Grund“ 6321d Inh. Adolf Schepers hältnls wird die M-beitsleistende Ausdehnung der ' Brenngase vollkommener und damit die Warme- ausbeute des Kraftstoffes besser, d. h. eine bestimmte Motorleistung kann mit kleinem Straft* stoffaufwand (170 g/PSh.) erreicht werden. Das Reichstreffen der alten Veteranen. In Bad Ems trafen bereits etwa 300 der ehrwürdigen Kämpfer aus den Einigungskriegen aus allen Teilen des Reiches ein. Der älteste Teilnehmer des diesjährigen Reichstreffens, Eduard L i n ö= ner aus Chemnitz, ist bereits 9 4 I a h r e alt. Drei weitere Altveteranen stehen im Alter von 93 Jahren, der jüngste Teilnehmer, der ehemalige Privatförster Ritschel aus Potsdam, zahlt Jahre. Im Kursaal fand die erste Begrüßung statt. Der Leiter des Reichstreffens, Major a. D. P r i x (Berlin), sprach die Hoffnung aus, daß die Veteranen in Bad Ems, an der historisch denkwürdigen Statte des deutsch-französischen Krieges, Stunden echter Kameradschaft erleben möchten. Oberstleutnant Bornbaufen (Koblenz), der Landesoerbands- führer Westmark, betonte, daß etwa 2000 Kyss- häuserkameraden den alten Veteranen am Sonntag die hohe militärische Ehre eines Vorbeimarsches erweisen würden als Zeichen der Dankbarkeit und der Hochachtung. Freitag fand eine Fahrt nach Braubach statt, von dort aus eine Rheinfahrt nach St Goar auf Einladung des Landesverbandes Westmark. Major a. D. Broicher hielt in Kaub einen kurzen historischen Bortrag. Am Samstag trifft der Bundesführer des Deutschen Reichskrieger- bundes SS.-Oberführer Oberst a. D. Reinhardt in Bad Ems ein. Ein Ehrenpreis des Führers für das Reichs-GebrauchshundeTurnier. Der Führer und Reichskanzler hat für das am 28 29. und 30. August in Berlin zur Durchführung kommende Reichs - Gebrauchs - Hunde - Turmer des Reichsverbandes für das deutsche Hundewesen einen Ehrenpreis f ü r die b e st e L e i st u n g gestiftet Der Preis, eine blau-goldene Porzellanvase, ist eine Arbeit der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen. Eine Erstbegehung im Wetterslein. Drei Seilschaften, bestehend aus sechs Eng- ' ländern und drei Deutschen, ist es ge- ; lungen, die erste Begehung der 600-Meter-Sud- : wand der Soellerköpfe in teilweise äußerst । schwieriger Kletterei auszuführen. Die engli chen : Bergsteiger sind im Zuge des deutsch-englischen Karl Holderer, im.-mmjubi Sortiment / Antiquariat / Leihbücherei MOBEL-SCHÄU wolwfertig owgerkkteler R 5 u m e einscMtef&ch TeppiAen.BeletKhtungs- körpcr, Kwstgewerbc, Dekorationen. 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August (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) andlungen im Gießener Stadtbild ri« ®laubt; Georg Dem und seine Heimat 6fott Karten! ongdommen! u^M.aug.1936 Ore weifte Schlange den sei. bei Bieber Veitsberg Glaubrecht, Glaubrecht önhals hönhals ihm ihm geboren wurde, von sich reden; vom kennt man den Kalendermann, den der Volksschriftsteller verherrlichte, selbst, ein Kind unserer Stadt, wurde ließ aber im Weiselschen Hause in der Sonnenstraße geboren. Noch mancher andere berühmt gewordene Name könnte in diesem Zusammenhänge genannt werden. Gestern konnten wir> von Georg D ern berichten, der, fern seiner Stammheimat, in den Vereinigten Staaten von Amerika verstarb und dort in den vergangenen drei Jahren als Kriegsminister tätig war und großes Ansehen erwarb. Das Bild (rechts), das den verstorbenen Kriegsminister als einen etwa 22jährigen jungen Mann zeigt, wurde uns aus einem Familienalbum von einer Base Georg Derns freundlich zur Verfügung gestellt. (Aufnahme: Elite Studio Townsend, Lincoln.) Darunter das Bild seiner Stammheimat, die Häusermühle bei Hausen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) schäft legen stratze wald Stadt hob sie in seine Arme und trug sie fort durch Wald. Nach einem Weilchen fühlte er, wie jemand Kinder nefrkdi kiengs- werbe, Aus unserer Heimat ist schon mancher bedeutende Mann herausgewachsen. Im 18. Jahrhundert machte der Kupferstecher Wille, der auf der Obermühle aus für Don Selma Laoerlöf. ein Mann, der hieß Reor. Er war den Hut abgenommen hatte. Sie b-'ielt ihn darum über seinen Kopf wie einen Sonnenschirm, aber sie setzte ihn ihm nicht auf, fon^'rn hielt ihn so, daß sie immerzu in sein Gesicht sechen konnte. Da deuchte es ihn, daß er nichts zu fragen, nichts zu sagen brauchte. Stumm trug er sie hinab zu seiner Mutter Hütte. Doch sein ganzes Wesen durchbebte Glückseligkeit, und als er auf der Schwelle seines Heims stand, da sah er, wie die weiße Schlange, die Glück ins Haus bringt, unter die Grundmauer schlüpfte. jehen, wie der Mann aussah, der sie trug. Er sie gewähren, er machte größere Schritte, sagte nichts. Da mußte sie wohl gemerkt haben, wie heiß die Sonne auf den Kopf brannte, nachd^-m "sie trunken. in .einem Ctrotzv njährigeD- Schultz. Das fe er über 70 3® it einer Echlaw begonnen, indem sie den Eichgärtenteich an- unb die breite, mit Bäumen gezierte Querendung dieses Wohnviertels wird an dem Tage eintreten, an dem die Wohnbaracken an der Kaiserallee, die vor gut zehn Jahren als Notbehelf errichtet wurden, verschwinden und gefällig gebauten, massiven Häusern Platz machen werden. Erfreulicherweise kann gesagt werden, daß die Stadtverwaltung auch auf diesen Punkt des lokalen Erneuerungswerks ihr Augenmerk gerichtet hat, jedoch läßt sich diese Aufgabe nicht von heute auf morgen lösen. Große Ausdehnung hat die Bautätigkeit auch im südlichen Stadtteil in der Nachbarschaft des Klinikviertels angenommen. Vor etwa zehn Jahren hatte dort am Wartweg der Zeichenoberlehrer Schäfer mitten ins Feld gebaut, er war gewissermaßen „aufs Land gezogen". Alle Einrichtungen, die zu einem städtischen Straßenbau nun einmal gehören, fehlten und blieben auch noch einige Jahre lang aus. Trotzdem setzte schon im Verlaufe der folgenden Jahre eine rege Bautätigkeit ein, und nunmehr ist an jener Straße und von ihr seitwärts ausstrahlend ebenfalls fast ein neuer Stadtteil entstanden, dessen weiterer flotter Ausbau bei der Beliebtheit der dortigen Baugegend in den kommenden Jahren mit Sicherheit zu erwarten ist. Die baufördernden Maßnahmen der Stadtverwaltung werden diese Entwicklung zweifellos weitgehend begünstigen, so daß man heute schon unaefähr den Zeitpunkt absehen kann, an dem die Geschlossenheit der Bebauung vom Nizza her über das Schiffenberger Tal zum Wartweg herauf erreicht sein wird. Bis dahin dürfte dann wohl auch das Bauland bis herüber zur Frankfurter Straße seine planmäßige Verwendung gefunden haben. Ergänzend trat bisher zu der baulichen Ausdehnung im Südviertel die Errichtung zahlreicher neuer Häuser am Leihgesterner Weg, in der Nähe des StUdentenhauses usw. hinzu, wodurch manche vor einigen Jahren dort noch vorhandene Baulücken im Straßengelände ausgefüllt wurden. Im N o r d v i e r t e l hat im Verlaufe der letzten Jahre das Schwarzlachgebiet im Vordergründe der Stadterweiterung gestanden. Nachdem der Asterweg zunächst in Verlängerung des Abschnitts jenseits der Steinstraße beiderseits zwei langgestreckte Kleinwohnungsblöcke erhalten hatte, folgte als nächstes eine gleichartige Verlängerung der Schottstraße, sodann wurde der Ausbau nach beiden Seiten hin in Richtung Ederftraße, neben den alten Abschnitten des Asterwegs und der Schottstraße, und ostwärts nach der Marburger Straße hin durchgeführt. Für den weiteren Ausbau ist das Gelände in Richtung nach dem Rodtberg planungsmäßig, zum Teil auch bereits bautechnisch vorbereitet, so daß dort zu jeder Zeit die Bautätigkeit fortgesetzt werden kann. Ferner sind im nördlichen Stadtteil in der oberen Marburger Straße, an der Friedhofsallee und weiterhin in der Nähe der Karlsruhe, dem sog. „Rinnshausen", zahlreiche Wohnhäuser erstanden. Nicht vergessen sei auch die ansehnliche Gagfah-Siedlung an der Feuerbachstraße, die dort einen ansehnlichen Geländeblock in Anspruch genommen hat. Jenseits der Lahn, in „Sachsenhause n", hat sich die Bautätigkeit in den letzten Jahren ebenfalls rege entfaltet, auch dort sind zum Teil neue Straßenzüge entstanden, eine Anzahl Baulücken im Gelände ist ausgefüllt worden, und neues Bauland für Kleinstwahnungen an der Krofdorfer Straße ist in den Dienst der Bevölkerung getreten. Bekannt ist ferner, daß ein Teil des Neustädter Feldes in der Richtung nach dem Umspannwerk zu für eine größere Kleinsiedlungs-Baumaßnahme Verwendung finden soll, deren Verwirklichung wohl auch im Laufe der nächsten Jahre zu erwarten sein wird. Alle diese Wohnungsbauten zusammen haben naturgemäß die Zabl der Häuser und der Wohnungen erheblich anwachsen lassen, insbesondere seit der Machtergreifung des Führers. Zählte unsere Stadt im Jahre 1925 noch 8080 Wohnungen, so war deren recht einig mit sich selbst, wie er gegen sie handeln sollte. Doch da lauschte er, der die Sprache der Natur besser kannte als die der Menschen, dem großen ernsten Walde und dem strengen Berge. „Sieh", sagten sie, „dir, der du die Wildnis liebst, geben wir unsere schöne Tochter. Besser ziemt sie dir als die Töchter der Ebene. Reor, bist du der edelsten Gabe würdig?" Da dankte er in seinem Herzen der großen wohltätigen Natur und beschloß das Mädchen zu seiner Frau zu machen und nicht nur zu seiner Magd. Und da er dachte, daß sie, wenn sie das Christentum und Menschensitte angenommen hatte, sich bei dem Gedanken, daß sie so unoerhüllt dagelegen habe, schämen würde, löste er die Bärenhaut von seinem Rücken, entrollte das steife Fell und wa,rf den grauen zottigen Pelz des alten Bären über' sie. Doch als er dies tat, erdröhnte hinter der Felswald ein Lachen, von dem die Erde erzitterte. Es klang nicht wie Hohn, nur so, als hätte jemand in großer Angst gewartet, der lachen mußte, als er ganz plötzlich davon befreit wurde. Die furchtbare Stille und die drückende Hitze hatten nun auch ein Ende, lieber das Gras schwebte ein erquickender Wind, und die Nadeln begannen ihren rauschenden Gesang. Der glückliche Jäger fühlte, daß der ganze Wald den Atem angehalten hatte, in Unruhe, wie die Tochter der Wildnis von dem Menschensohn behandelt werden würde. Die Schlange schlüpfte jetzt in das hohe Gras; aber die Schlummernde lag in Zauberschlaf versunken und regte sich nicht. Da rollte Reor sie in die grobe Bärenhaut, so daß nur ihr Kopf aus dem zottigen Fell hervorguckte. Obgleich sie sicherlich eine Tochter des alten Riesen im Berge war, war sie doch zart und fein gebaut, und der starke Schütze den, deuchte es ihn, als fangen sie zusammen ein eintöniges Lied: „Kommt, ihr schönen Gäste, kommt heute, denn morgen sind wir tot. Morgen lieaen wir auf dem trocknen Laub." Doch es sollte Reor vergönnt sein, das frohe Ende des Blumenmärchens zu sehen. Er vernahm hinter sich ein Flattern wie das allerleiseste Lüftchen und sah einen weißen Schmetterling im Dunkel zwischen den dicken Stämmen umherirren. Unruhig suchend flog er hin und wieder, als wüßte er den Weg nicht. Er war nicht allein, ein Schmetterling nach dem andern tauchte im Dunkeln auf, bis endlich ein ganzes Heer dör weißbeschwingten Honigsucher versammelt war. Aber der erste war der Anführer, und er fand, vom Dufte geleitet, die Blumen. Nach ihm kam das ganze Schmetterlingsheer herangestürmt. Er stürzte sich auf die sehnsüchtigen Blumen, wie der Sieger sich auf die Beute stürzt. Wie ein Schneefall von weißen Flügeln senkten sie sich auf sie herab. Und nun gab es ein Fest- und Trinkgelage um jede Blume. Der Wald war voll von stillem Jubel. Reor ging weiter. Doch nun war es, als folgte ihm der honigsüße Duft auf dem Fuße, wohin er auch ging. Und er empfand, daß sich drinnen im Walde eine Sehnsucht verbarg, stärker als die der Blumen. Daß da etwas war, was ihn zu sich zog, so wie die Blumen die Schmetterlinge angelockt | hatten. Er ging mit einer stillen Freude im Herzen einher, so, als harrte er eines großen unbekannten Glückes. Das einzige, was ihn ängstigte, war, ob er auch den Weg zu diesem finden konnte, was sich nach ihm sehnte. Vor ihm auf dem schmalen Pfade kroch eine weiße Schlange. Er bückte sich, um das glückbringende Tier aufzuheben, aber die Schlange glitt ihm aus den Händen und eilte rasch den Pfad hinauf. Da rollte sie sich zusammen und lag still, doch als der Schütze wieder nach ihr griff, glitt sie so glatt wie Eis zwischen seinen Fingern durch. Nun war Reor ganz und gar darauf erpicht, das klügste Tier zu besitzen. Er lies der Schlange nach, konnte sie aber nicht erreichen, und sie lockte ihn von dem Pfade fort auf den ungebahnten Waldboden. Dieser war mit Föhren bestanden, und in einem Föhrenwalde findet man selten Rasen. Aber jetzt verschwand plötzlich das trockene Moos und die braunen Nadeln, Farrenkräuter und Preisel- beerbüsche zogen sich zurück, und Reor fühlte seidenweiches Gras unter seinen Füßen, lieber der grünen Matte zitterten federleichte Blumenrispen auf sanftgeneigten Stengeln, und zwischen den langen schmalen Blättern zeigten sich die kleinen, halberblühten Blumen der Steinnelke. Es war nur eine ganz kleine Stelle, und darüber breiteten die hochstämmigen Föhren ihre knorrigen, braunen Aeste mit dichten Nadelbüscheln. Doch zwischen diesen konnten die Sonnenstrahlen viele Wege zur Erde finden, und es war erstickend heiß. im Kirchspiel Soartborg und galt . Schützen der Gegen. Er wurde getauft, Olof die alter Lehre in Viken ausrottete, fortab ein eifriger Christ. Er war von von der Moltkestraße nach dem Philosophen- in Angriff nehmen ließ; diese Gegend der ______ ist zu einem der beliebtesten Spaziergängergelände geworden, da sie gute Erholungsmöglichkeiten fern vom Trubel des Verkehrs inmitten von Gärten, Wiesen und Wald bietet. Eine schöne Voll- N hu Spier k N h« o las Trotz ■» >.*i nen breitrandigen Hut abhob. Da sah er auf und merkte, daß die Riesentochter erwacht war. Sie saß ganz ruhig in feinem Arm, aber nun wollte sie i*al durch V ..5“ «rtriBn "° wn 5 'MOHS |g iu* hchos 1 Wanten t öem Schmucks n Q1ji eigenarr. '" anL Stil wbnes fanbj, )e= Tieres wie!- seine Desi^ 11 verloren Hw sehr geschätzt wird. Die Bautätigkeit in jenem Abschnitt ist ja auch schon in der Nähe des Klingelbaches in Gang gekommen, allerdinas handelt es sich bisher noch um vereinzelte Wohnungsbauten, die natürlich erst noch in einen systematisch gegliederten Bauplan eingeordnet werden müssen. In der Nachbarschaft der „Ostmark" ist nach den E i ch g ä r (e n zu ein gleiches Wohnviertel in flottem Ausbau begriffen, Dem man ebenfalls weitreichende Zukunftsmöglichkeiten zusprechen muß. Es dürfte wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis das gesamte Eichgärtengelände vollständig bebaut ist und damit der bauliche Zusammenhang von der War da Auglekärr üben besten Lils König unb war - ....... , freier Geburt, aber arm, schön, aber nicht nom= gewachsen, stark, aber sanft. Er zähmte junge Fohlen mit Blick und Wort allem, und er konnte mit seinem einzigen Zuruf die kleinen Vöglein an sich locken. Er hielt sich fast immer im Walde auf, und Lie Natur hatte große Macht über ihn. Das Wachstum der Pflanzen und das Knospen der Baume Ibas Spiel der Hasen in den Waldlichtungen und Der Sprung des Barsches in dem abendstillen See, Der Kampf der Jahreszeiten und der Wechsel der Witterung, dies waren die Hauptgeschehnisse m ."einem Leben. Schmerz und Freude beredete ihm Derlei, und nicht das, was sich unter Menschen An den wenigen Tagen dieses Sommers, die mit schönem Wetter erfreuten, konnte man zahlreiche Volksgenossen in den verschiedensten Stadtvierteln spazierengehen sehen, die dort eifrig Umschau hielten. Für viele, die nur selten in andere Stadtviertel kommen, gab es dabei allerlei Überraschungen. Sie kamen gewissermaßen nicht aus dem Staunen darüber heraus, wie verhältnismäßig rasch und weiträumig unsere Stadt im Verlaufe von wenigen Jahren angewachsen ist, insbesondere wieder die Bautätigkeit dieses Sommers die Stadtgrenze immer weiter hinausgeschoben hat. An diesem Wachstum der Stadt nach allen Richtungen hin kann man überzeugend die Auswirkungen des großen Aufbauprögramms unseres Führers und Reichskanzlers sehen und Den erheblichen Anteil feftfteUen, den auch unser 'Gemeinwesen an dem gewaltigen Erfolg des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit und an dem »Einsatz aller Kräfte für die wirtschaftliche Wieder- »gesundung unseres Volkes zu verzeichnen hat. Es iist eine erhebende Sprache der Tatsachen, die -Zeugnis gibt für den glücklichen Wandel der Dinge, den auch unsere Stadtgemeinschaft dem Führer zu danken hat. Lassen wir diese weit- lgehende Veränderung in einem kurzen Rundblick zufamrnenfassend zu uns sprechen! Arn eindrucksvollsten zeigt sich der Aufschwung in «unserem Stadtbild im sog. O st markenviertel. Dort waren vor gut zehn Jahren die Einwohner ivon „Plattenhausen" sozusagen noch abseits unter sich; sie waren eine Art „Waldkolonisten". Dann kam die Straße „Am Kugelberg" hinzu, etwas Jpäter folgten die Bauten parallel zur Straße „Am Kugelberg", anschließend einige Wohnhausbauten öder Hegemag an der Licher Straße. Hieraus erlebten wir die schlimmen Auswirkungen des immer schnelleren wirtschaftlichen Niederganges, der iiud) in unserer Stadt zum Stillstand der gesamten Bautätigkeit führte und trotz großen Bedarfs an Wohnungen dem weiteren Ausbau des Stadt- zgebiets im Osten ein Ende bereitete. Erst der wirtschaftliche Auftrieb durch die großzügigen Maßnahmen des Führers im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit hat dem Ostmarkenviertel in seiner jetzigen Gestalt das von vielen Volksgenossen begrüßte Dasein gegeben. Zahlreiche schaffensfrohe Menschen, Die in den vorhergehenden Jahren das furchtbare Glend der Arbeitslosigkeit bitter empfunden hatten, Sonnten bei den Bauten in diesem Stadtteil für sich uunb ihre Angehörigen wieder das tägliche Brot Verdienen. Weitere Kreise der heimischen Wirtschaft Wurden durch diese Arbeiten mit neuer Kraft aus- ggeftattet und konnten ihre wirtschaftliche Erstarkung Weitergeben an andere Arbeitsgebiete. Neben die- ifem großen und dankbar begrüßten Erfolg stand zals weiteres erfreuliches Ergebnis schon nach karger Zeit die Möglichkeit, daß zahlreiche Familien schöne und gesunde Wohnungen in jenem Stadtviertel beziehen und dabei auch manche Familien aus ungünstigen Wohnungsoerhältnissen heraus- geholt werden konnten. In der schönen landschaft- "ichen Umgebung haben diese Volksgenossen Wohn- iitätten, die insbesondere auch für die Kinder gute Gntwicklungsmöglichkeiten bieten, da neben den gesunden Räumen der Häuser Gelegenheit zum Tummeln in frischer Luft in unmittelbarer Nähe Des Waldes reichlich vorhanden ist. Sogar eine Wahnstation steht jenen Bewohnern in dem Halte- Punkt „Licher Straße" zur Verfügung, an dem morgens einige Züge zur Fahrt nach der Stadt und nm Abend wiederum mehrere Züge zur Rückkehr Don der Arbeitsstätte kurzen Aufenthalt haben. Eine weitere Ausdehnung dieses Stadtteils ist zu erwarten, sobald die Baulandumlegung in dem benach- ckarten Gelände „Am Nahrungsberg" durchgeführt jein wird. Es ist ja bekannt, daß jenes Gelände mit guten Baumöglichkeiten in der Front nach Süden ^Emes Tages tat der geschickte Jäger einen guten Zang. Er traf im tiefen Waldesdickicht einen alten Wären und erlegte ihn mit einem einzigen Schutz. Die scharfe Spitze des grünen Pfeiles drang in Das Herz des Gewaltigen, und er rank dem Jager tot gu Füßen. Es war Sommer, und der Pelz Des j Wären war weder dicht noch glatt, dennoch zog der Schütze ihn ab, rollte ihn zu einem harten Bündel Zusammen und ging mit dem Bärenfell auf dem Mücken weiter. Er war noch nicht lange gewandert, als er einen überaus starken Honigduft verspürte. Der kam von Den kleinen blühenden Pflanzen, die den Boden be- Deckten. Sie wuchsen auf dünnen St.elen, hatten "ichtqrüne, glatte Blätter, die sehr schon 9eaDert waren, unb auf der Svitze des Stengels flei- Tnes Büschelchen, das dicht mit weißen Bluten be- etzt war. Die kleinen Kronen waren nach winzigem Maßstabe geraten, doch aus ihnenragte; e neHeine Bürste von Stempeln auf, deren blutenstaubgefullte Knöpfchen auf weißen Saiten zitterten. Reor dachte. Während er so unter ihnen e'nherglNtz daß diese EBlumen, die einsam und unbemerkt m Waides- Dunkel standen, Botschaft um SpWt Wuf um Ruf aussandten. Der starke honigsüße Duft war ihr Ruf, Der verbreitete die Kunde ihres Daseins weit unter Die Bäume unD hoch bmaufinDie Wolken. Aber es lag etwas Beängstigendes in dem schweren Duft. Die Blumen hatten ihre .Becher gefüllt unb .ihre Tischlein geDeckt, Der geflügelten Gaste har- irenb, aber niemanD kam. Sie Ahnten sich zu Tobe i:n ihrer trüben Einsamkeit in Dem dunkeln, romD- stillen Waldesdickicht. Sie schienen fchreien unD ■jammern zu wollen, weil Die schonen Schmetterlinge nicht kamen, um bei ihnen zu Gaste zu |em. Da wo die Blumen am dichtesten beisammen stan- Aber gerade vor dieser kleinen Wiese erhob sich eine Felswand lotrecht aus Dem Boden. Sie lag im Hellen Sonnenschein, und man sah deutlich die moosigen Steinflächen, die frischen Brüche, da wo der Winterfrost zuletzt gewaltige Blöcke gelöst hatte, die großen Stauden Steinwurz, die die braunen Wurzeln in erdgefüllte Spalten drängten, und die zollbreiten Absätze, wo Die Säulenflechte ihre rot- gestreiften Pokale aufrichtete unD eine grasgrüne Moosart auf naDelfeinen Stiftchen Die kleinen grauen Mützen erhob. Die ihre Befruchtungsorgane enthielten. Diese FelswanD schien in allen Stücken jeder andern Felswand zu gleichen ,aber Reor bemerkte sogleich, daß er gerade vor die Giebelwand einer Riesenbehausung gekommen war, und er entdeckte unter Moos und Flechten die großen Angeln, auf denen das Steintor des Berges sich drehte. Er glaubte setzt, daß die Schlange sich in das Gras verkrochen habe, um sich da zu verbergen, bis sie unbemerkt in den Felsen schlüpfen konnte, und er gab die Hoffnung auf, sie zu fangen. Er spürte jetzt wieder den honigsüßen Duft der sehnsüchtigen Blumen und merkte, daß hier oben unter der Bergwand eine erstickende Hitze herrschte. Es war auch seltsam still: kein Vogel rührte sich, keine Nadel spielte im Winde, es war, als hielte alles den Atem an, um in unbeschreiblicher Spannung zu warten unb zu lauschen. Reor war gleichsam in ein Gemach gekommen, wo er nicht allein war, obgleich er niemanden sah. Er hatte das Gefühl, als ob jemand ihn beobachtete, es war ihm, als würde er erwartet. Er empfand keine Angst, nur ein wohliger Schauer durchrieselte ihn, so, als sollte er bald etwas überaus Schönes zu sehen bekommen. In diesem Agenblick gewahrte er wieder die Schlange. Sie hatte sich nicht versteckt, sie war viel- mehr auf einen der Blöcke gekrochen, die der Frost von der Felswand abgesprengt hatte. Unb dicht unter ber weißen Schlange sah er ben lichten Leib eines Mäbchens, bas im weichen Grase lag unb schlief. Sie lag ohne anbere Decke, als ein paar fpinnroebbünne Schleier, gerabe als hätte sie sich Dort bingeroorfen, nachdem sie Die Nacht hinburch im Elfenreigen getanzt, aber bie langen Grashalmen unb bie zitternden, federleichten Blumenrispen erhoben sich hoch über ber Schlafenben, so baß Reor nur unbeutlid) bie weichen Linien ihres Körpers gewahren konnte. Er trat auch nicht näher, um besser zu sehen, aber sein gutes Messer zog er aus ber Scheibe unb warf es zwischen das Mädchen und die Felswand, damit die den Stahl fürchtende Riesentochter nicht in den Berg fliehen konnte, wenn sie erwachte. Dann blieb er in tiefe Gedanken versunken stehen. Eines wußte er sogleich, das Mädchen, das hier schlief, wollte er besitzen; aber noch war er nicht Dai"1 „ri B**' I«-»* ■*7> H»*ed # i M Kaiserallee bis hinüber zum Philosophenwald- Grundstück, dem jetzigen Arbeitsdienstlager, hergestellt wird. Auch an dieser Stelle bietet die schöne Landschaft mit weiter Blickmöglichkeit hinüber zum Gleiberg und Dünsberg sowie zum Hangelstein einen besonderen Anreiz für Baulustige. Unmittelbar „vor der Haustür" hat überdies bie Stadtver- roaltung mit ber Erfüllung eines feit Jahren be- ftehenben Wunsches nach Verschönerung ber Land-. Zahl bis Ende 1935 auf 9173 gestiegen, bis Ende 1936 kommen, einschließlich der noch fertigwerdenden Wohnungen, weitere 408 hinzu, so daß unser Gemeinwesen bis Ende 1936 insgesamt 9581 Wohnungen zählen wird. Dabei, ist noch besonders hervorzuheben, daß die Stadt durch die weiträumige Bauart und die dadurch bedingte Verlängerung der Straßenslächen erhebliche finanzielle Mehrleistungen für den Straßenausbau gegenüber der früheren ena- räumigeren Bebauung auf sich genommen hat. Diese wenigen Zahlen zeigen schon zur Genüge den starken Wandel im Gießener Stadtbild, der sich zum Vorteil unseres Gemeinwesens in den letzten Jahren vollzogen hat. Wir haben allen Grund, über diese kräftig aufstrebende Entwicklung erfreut zu [ein und auch hieran mit Genugtuung die Feststellung zu knüpfen, daß unsere Stadt in der Auswirkung des nationalsozialistisches Wiederaufbaues auf dem Gebiete der Bauwirtschaft bisher sehr gut abgeschnitten hat. Neben der Förderung der Bautätigkeit hat sich die Stadtverwaltung aber auch jederzeit in weitgehendem Maße die Verschönerung des Stadtbildes durch die Schaffung von hübschen Grünanlagen angelegen fein lassen. So wurde — um nur einige Beispiele zu nennen — die große Grünfläche neben der Reichs- post am Bahnhofsplatz geschmackvoll angelegt, in jüngster Zeit der Ludwigsplatz geradezu wunderbar hergerichtet, am Bahnhof der Biebertalbahn der Anfang der Lahnuferanlagen mit fchönen gärtnerischen Schöpfungen in Gang gebracht, der Skagerrakplatz vor der Pestalozzischule im Eichgärtengebiet m der ersten Stufe begonnen, im Ostmarkenviertel an der Danziger Straße den Anlagen ein gebührender Platz gegeben, die gärtnerischen Arbeiten am Horst-Wessel- Wall entlang der Bahn immer mehr verbessert, darüber hinaus unser innerer Anlagenring selbst gut gepflegt, insbesondere vor dem Stadttheater em herrliches Bild der Gartenbaukunst geschaffen, schließlich auch bei der Luther-Eiche in der Nähe der Provinzialpflegeanstalt weitere Arbeit zur Verschönerung der Anlagen geleistet. Alle diese Dinae haben bei der Bevölkerung mit Recht dankbare Anerkennung ausgelöst. Wenn nun noch in nächster Zeit an verschiedenen schönen Stellen hübsche Lausund Springbrunnen geschaffen wurden — u. a. auf dem Ludwigsplatz unter dem Baume inmitten der Anlagen, vor dem Stadttheater, am Lie» bigdenkmal, am Horst-Wessel-Wall, vielleicht auch an der Bürgersteigspitze Ecke Mäusburg und Sonnen» straße — fo würde eine weitere, sicherlich allseits dankbar begrüßte Verschönerung des Stadtbildes erzielt werden. , , , , Die starke Ausweitung des bebauten Stadtg^ bietes rückt neue und große Aufgaben, die an sich früher schon in ihren Umrissen bestanden, jetzt immer schärfer in den Vordergrund und macht ihre Lösung dringlicher als je zuvor. Wir denken hierbei nicht an die technische Vorbereitung des Straßengeländes, die ja stets im Gleichklang mit dem Fortschritt der Bebauung, ihr allerdings immer ein Stück vorauseilend, fein muß. Es handelt sich vielmehr um das große Problem der Losung der Derkehrsaufgaben, die den Bewohnern der äußeren Stadtteile die erhoffte günstige Fahrverbindung mit dem Stadtkern selbst, mit bem Bahnhofsbezirk und mit anderen Stadtgegenden an die Hand gibt. In früheren Jahren hat die Frage der Erweiterung d e s S t ratzen- . b a h n n e tz e s unsere Bevölkerung oft beschäftigt-, ein Teilstück dieses Ausbaues ist ja auch 'm Sommer 1932 durch den Straßenbahnbau nach Wieseck in glücklicher Weise verwirklicht worden. Eine Zeit lang stand auch das Projekt einer Autobuslinie im Anschluß an die Straßenbahn und in entsprechender Gestaltung der Fahrplane beider Verkehrseinrichtungen stark im Vordergrund des Interesses. Zu jener Zeit vollzog sich in Wiesbaden ein grundlegender Wandel m den städtischen Verkehrseinrichtungen dadurch, daß man dort die Straßenbahn aufgab und an ihre Stelle den Betrieb von Autobussen setzte. In Gießen kam man unter dem Eindruck dieser Neuerung zu dem Entschluß, zunächst einmal die praktischen Erfahrungen der Stadt Wiesbaden und die weitere Entwicklung von Autobuslinien im städtischen Verkehrsbetrieb überhaupt abzuwarten. Seitdem ist dieses Kapitel der städtischen Betriebswirtschaft in unserer Stadt nicht wieder ausgeschlagen worden. Es bestand allerdings dazu auch einige Jahre lang kein Anlaß, da ja die Bautätigkeit und eine Stadterweiterung als vor- toärtstreibenbe Faktoren nicht in Betracht kamen. Diese Sachlage hat sich jetzt jedoch entschieden geändert. Man darf in der Bevölkerung gewiß sein, daß die berufenen Dienststellen der Stadtverwaltung, insbesondere der Oberbürgermeister als verantwortlicher Leiter der Stadt, fich eingehend mit diesem ganzen Fragenkomplex beschäftigt haben und daß die Spitze unserer Stadtverwaltung auch bereits Pläne und Möglichkeiten erwogen hat, die zu einer gedeihlichen Lösung des Verkehrsproblems innerhalb der Stadt führen werden. Neben der Verstärkung der Verkehrsmöglichkeiten innerhalb der Wohnviertel rückt nun aber auch schärfer denn je die Frage einer teilweisen Neugestaltung der Verkehrsanlagen der Reichsbahn in die vorderste Front em. Die gewaltig angewachsene Motorisierung des Verkehrs und die daraus erwachsene ganz erhebliche Steigerung von Kraftfahrzeugen in den Durchgangs- straßen unserer Stadt wird immer mehr unvereinbar mit den Hemmungen und sonstigen unliebsamen Erscheinungen, die beispielsweise in der Frankfurter Straße vor den geschlossenen Schranken des Bahnübergangs häufig zutage treten. Es ist keine Seltenheit, daß dort beiderseits der geschlossenen Schranken weithin in die Tiefe und nahezu auf die ganze Straßenbreite reichende Massenansammlungen von Kraftwagen, Motorradfahrern, Radlern, Fuhr- werken aller Art entstehen, bei deren Entwirrung den Fußgängern auf dem Bürgersteig häufig ebenso angst und bange wird, wie sicherlich manchem Fahrer in dem Knäuel selbst. In früheren Jahren hat sich die Reichsbahnverwaltung bei den vielfachen Bemühungen um die Lösung dieses unhaltbaren Zustandes dadurch auf die Hinterbeine gestellt, daß sie sich zur Verlegung der Bahnstrecke aus dem Weichbild der Stadt zwar bereiterklärte, die Kosten jedoch von der Stadt Gießen bezahlt sehen wollte. Die Stadt selbst hatte aber auch fein Geld für dieses Projekt von mehreren Millionen Mark Kosten, und so blieb denn alles schön, oder richtiger gesagt nicht mehr schön beim alten. Ob sich feit jener Zeit eine Wandlung in den Ansichten der maßgebenden Stellen der Reichsbahn gegenüber dieser Frage vollzogen hat, wissen wir nicht. Aber die Gewißheit darf unsere Bevölkerung haben, daß diese große Aufgabe, auch hinsichtlich ihrer Finanzierung heute nicht nur von Gießen aus, sondern wohl auch an den maßgebenden Stellen unseres engeren Heimatgebietes mit ganz anderen und für das gute Gelingen günstigeren Augen angesehen wird. Ob und wann und wie die ganze Frage jedoch schließlich zur Lösung kommt, darüber vermag man heute auch keine bestimmten Erklärungen und Voraussagen abzugeben. Die Bevölkerung darf aber mit Sicherheit darauf rechnen, daß sie auch bei diesem großen Problem in dem Oberbürgermeister als verantwortlichen Leiter der Geschicke unseres Gemeinwesens einen getreuen Sachwalter^ ihrer Interessen und einen guten Wegbereiter für die weitere gedeihliche Entwicklung unserer Stadt auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens besitzt. Aus der Provinzialhauptstadt. Zeit sparen! Wir hatten einen alten Lehrer, der uns Schülern bei mancher Gelegenheit sagte: „Nützet eure Zeit! Was einmal vorüber ist, kommt niemals wieder. Jeder Schlag eures Herzens ist ein Schritt zum Grab!" Wir Jungen machten uns über diese treffenden Sätze keine großen Gedanken, sie beunruhigten uns auch nicht, dafür waren wir ja noch zu jung. Aber sie blieben in unserem Gedächtnis poften. Viel später habe ich aber noch oft an den alten Herrn gedacht. Zeit können wir nicht kaufen. Wir können wohl über sie verfügen, wir können sie ausnutzen, oder auch vergeuden. Wie schnell geht sie vorüber! „Die Jahre fliehen pfeilgeschwind!" Und je älter man wird, desto mehr stellt man diese Wahrheit fest. Wir sollten deshalb mit unserer Zeit sehr sparsam und sorgfältig umgehen. Macht sich nicht auch jeder Arbeiter, wenn er am Ende Der Woche seinen Lohn erhält, einen Ueberblick über die Verteilung des Geldes? Oder gibt er das Geld einfach aus, ohne zu überleben, Jür was? Gewiß gibt es hier und da auch solche Volksgenossen. Wir sagen dann, wenn ihre Familien darben müssen, der Mensch ist ein Verschwender, dem gehört kein Geld in die Finger. Diele Menschen machen es aber mit der Zeit genau so wie der Verschwender mit seinem Geld. Sie tun so, als ob sie über unendlich viel Zeit zu verfügen hätten. Sie planen alles Mögliche, sie erzählen jedem, was sie noch leisten wollen... Und das Ende vom Liede? Nichts, gar nichts bringen fie zu Wege! Sie verstehen nicht, mit ihrer Zeit yauszuhalten, sie können nicht einteilen. Alle Menschen, die etwas Großes geleistet haben, wußten mit der Zeit umzugehen, sonst wären sie nicht zum Ziele gelangt. Und das Merkwürdige dabei ist, daß gerade diese zeitsparenden Menschen gar nichts Abgehetztes und Aufregendes an sich haben. Mit kühler Ruhe und sicherer Ueberlegung gehen sie an ihr Werk. So prägt sich die Leistungsfähigkeit schon äußerlich bei vielen Menschen aus. Sie verstehen, ihre Zeit einzuteilen. Wir müssen deshalb — wie unser alter Lehrer — auch den Kindern immer wieder sagen: Seid sparsam mit eurer Zeit: Ihr sollt gewiß Geld sparen und Kleider schonen, aber das allein tut es ObecheUcheSA-Reiterweihen ihre Höhnen Am Sonntag, dem 30. August, findet die Weihe von 12 Sturmsahnen der SA.-Reiterstandarte 147 durch den Führer der SA.Gruppe Hessen, Gruppen- sührer Bewerte, statt. Die Veranstaltung nimmt folgenden Verlaus: 7.00 Uhr: Wecken durch den Wusikzug der SA.-Reiterstandarte 49 zu Pferd. 10.00 Uhr: Paradeausstellung der Sturmabordnungen aus dem Trieb. Weiheakt. Anschließend Abmarsch der Stürme durch die Stadt Gießen durch solgende Straßen: Trieb, Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstrahe, hindenburgwall, Seltersweg, Kreuzplah, Sonnenstrahe, Kanzleiberg zum Vrandplatz, wo der Vorbeimarsch vor dem Führer der Gruppe Hessen, Gruppensührer Veckerle, in Gegenwart von Obergruppen, sührer L i h m a n n stattsindet. Anschließend Rückmarsch durch solgende Straßen: Landgras-Philipp-Plah, Landgrasenstraße, hitlerwall, Woltke- straße, Schlageterstraße, Dolsstraße, Fröbelstraße, Georg-Philipp-Gail- Straße, Kalserallee zum Trieb. 12.00 Uhr: Ausschlagen eines Feldstalles auf dem Trieb und Verpflegung der SA.-Reiter und Füttern der Pferde. Während des Feldstalles spielt der Rlusikzug der SA.-Reiterstandarte 147. 15.30 Uhr: Abbruch des Feldstalles und Abrücken der SA.-Reiterstürme in ihre Heimatorte. Am Vorabend findet um 20 Uhr im LasL Leib ein Konzert der vereinigten Musikzüge der SA.-Reiterstandarten 49 und 147 statt. Eintritt 20 Pf. Der Führer der Reiterstandarte 147 Gießen. Vl.d.F.b.: Leip old, Truppsührer. nicht. Wir müsien unsere Tage ausnutzen, sonst ver> fliegt unser Leben, und wir stehen am Ende da wie die ärmsten Bettler. Wir kennen doch alle unsere lieben Nächsten, Die immer zu spät kommen, die sich aber in ihrem Beruf keine freie Minute gönnen. Sie bringen es eben nicht fertig, ihre Zeit richtig auszunützen. Wohl gibt es viele Berufe, die schon äußerlich zu genauem Zeiteinhalten zwingen, aber das sind immer nur einige Stunden am Tage. Wie ist es aber mit der Freizeit, mit den Stunden der Erholung? Und wie stellt sich die Hausfrau zum Zeitsparen? Gerade bei ihr gibt es so viele schwierige und zeit- raubende Arbeiten, die die armen, geplagten Frauen kaum zur Ruhe kommen lassen. Wie gehetzt sausen sie von Zimmer zu Zimmer und werden doch nie fertig. Da hilft nur eins: Die Zeit planvoll einteilen! Dazu genügen am frühen Morgen nur fünf Minuten Besinnung. Wir überlegen, was am Tage zu leisten ist. Wir ordnen die Arbeiten so, daß sie sich zeitlich und räumlich ergänzen. Wir müssen ausgehen. Da schreiben wir uns die Reihenfolge der Geschäfte auf einen Zettel. Diese paar Minuten helfen uns, daß unnötige Gänge und Laufereien vermieden werden. Dabei braucht man sich keineswegs allzu fest an feinen Plan zu halten. Das ist nicht notig. Nur die Hauptsachen präge man sich ein. Dann kann eine Hausfrau, dann kann ein freier Arbeiter, ein Bauer oder ein Handwerker getrost an die Tagesarbeit gehen, und am Abend wird er, wenn alles vollbracht ist, richig und zufrieden feine Leistung überschauen. Das gibt Kraft und neuen Mut für den nächsten Tag. Er kann dann mit dem Dichter Falke sprechen: Sinnend sitz ich, Haupt in Hand gestützt: schöner Tag, ich hab dich ausgenützt. M. Bornoiizen. Tageskalender für Samstag. 20 Uhr Konzert des Musikzuges der üMter» standarte 49 Frankfurt a. M. im Caf6 Leib, Wall- ' torftrafje. — NSLB., 15 Uhr Obleute-Besprechung in der Goethe-Schule. — Glaria-Palast, Seltersweg: „Weiberregiment". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Menschen im Hotel." Tageskalender für Sonntag. Bannsportfest des Bannes 116 der HI. — 10 Uhr Sturmfahnenweihe der SA.-Reiterstandarte 147 Gießen auf dem Trieb. Pressestellen melden. Das Kreispresieamt Wetterau, Gießen, Lony» straße 18, benötigt dringend die Anschriften der Pressestellen aller Behörden, Verbände und Vereine. Soweit diese dem Kreispresseamt noch nicht gemeldet find, bittet es um umgehende Benachrichtigung. Oie Verpflegung der EA.-Ueiier bei der Sturmfahnenweihe. Die Verpflegung der SA.-Reiter bei der morgen auf dem Trieb statkfindsnden Sturmfahnenweihe erfolgt durch die Schulspeisung Frankfurt a. M. Auf dem Trieb wird für die Veranstaltung ein Feldstall aufgeschlagen, bei dem die Verpflegung stattfindeg wird. Es ist also zu erwarten, daß sich bei dieser Veranstaltung über den eigentlichen Verlauf der Feier hinaus ein Bild frischen Reiterlebens bieten wird. An d e Universität Gießen berufen. Der Lehrstuhl für Agrikulturchemie an der Friedrich-Schiller-Unioersität in Jena wurde dem Direktor der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Harleshausen, Dr. phil. Friedrich Scheffer, vom Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft und Dolkserziehuna kommissarisch übertragen. Dr. Scheffer wird hier der Nachfolger von Professor Dr. Karl S ch a r r e r, der einen Ruf als Ordinarius für Pflanzen- und Tierernährung an die Uni v e r- j i t ä t Gießen erhalten und angenommen hat. Das Jenaer Ordinariat hatte vorher Professor Dr. Hans W i eß mann, der ebenfalls aus Harles- hausen nach Jena berufen wurde, aber Anfang 1935 verstarb. Professor Dr. Scharr er, der gebürtiger Oester« wurde am 16. April 1892 in Linz a. D. Roman von Zran! z.Vrann. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Genug." Frau Grete stand auf. Die Lust, weiterzufrühstücken, war ihr gründlich vergangen. Ihr Magen kehrte sich um. Ihr war übel. Sie hätte heulen mögen. Was für ein Zustand! Der Vater ihres Mannes, ihr Schwiegervater, nahm dem Mädchen Geld weg aus der Hausstandskasse. Er stahl nicht, das konnte man nicht sagen: aber der Unterschied war kaum sehr groß. Sie biß die Zähne zusammen, ihre Züge verkrampften sich. Zum Glück sah niemand sie in diesen Augenblik- fen, fie sah zehn Jahre älter aus. Sie dachte: ist das Alter eine Entschuldigung? Ihr Gatte Paul hatte damals beim Fall der Dora, behauptet, es fei das Ganze nicht so schlimm, dem alten Herrn hätten sich eben die Begriffe etwas verwischt. Sie war anderer Meinung. Aber sie gedachte auch dies nal zu schweigen. Mit raschen Schritten lief sie vor dem breiten Benjter auf und ab. Sie sah nur den Rücken des chwiegervaters. Sein Gesicht, dies gleichmäßig ungerührte, hätte sie neuerlich aufgebracht. So jedoch vermochte sie leidlich ruhig zu fragen: „Was willst du mit dem Geld?' Der Hofrat schwieg. Er schien recht zufrieden. Grete schalt nicht einmal sonderlich, das war famos, so lief die Geschichte besser ab, als er zu hoffen gewagt hatte. Er drehte seinen Stuhl em bißchen und lächelte sie an, wortlos: seine wasserhellen Augen blinferten, als seien sie Verschworene. Dann trbnbtV sie sich ab und verließ das Zimmer. Sie ging in Sie Küche. Wie unangenehm war dieser (Sang. Welche Rolle spielte sie vor dem Mädchen! „Antjes sagte sie, und war freundlicher, „die zehn Mark, haben sich gefunden. Der Herr Hofrat hat eine Rechnung bezahlt und vergessen, Ihnen Bescheid zu sagen." Sie nickte ihr zu, be- merkte Antjes starre Verwunderung und ging schnell wieder hinaus. Scheinbar war die Angelegenheit erledigt; aber nur scheinbar. t _ e Am andern Tag fehlten drei Mark. Sicherlich. hatte wieder jemand eine Rechnung bezahlt, und es würde sich wenig später Herausstellen. Sie wartete bis zum Sonnabend. Da fehlten ihr im ganzen 7 Mk., und sie ging wiederum zu Frau Grete. Die Kasse stimmt leider wieder nicht. Am Mittwoch fehlten mir drei Mark, heute sind es schon sieben. Dabei ist meine Rechnung genau. Es muß wieder jemand bei dem Geld gewesen fein und hat es nicht gesagt." Antje war nicht gerade ärgerlich, aber auch nicht ganz ungerührt. Es war nicht angenehm, eine Kasse zu führen, an die jeder herankonnte. Frau Grete sagte barsch: „Rechnen Sie nur noch einmal nach, es wird schon stimmen." Ganz gewiß nicht. „Ich wußte es schon am Mittwoch, aber ich dachte —" „Was dachten Sie?" „Daß der Hofrat sich vielleicht von selber melden würde." „Glauben Sie denn, wenn Ihre Kasse nicht stimmt, können Sie jedesmal den Herrn Hofrat verdächtigen? Sie sind wohl verrückt geworden!" Frau Grete verließ die Küche; Zorn im Herzen, lodernde Wut in den Augen. Sie stieß in der Bibliothek auf den Hofrat. Sie machte die Tür hart hinter sich zu und fand sich mit ihm allein. „Ich wollte gerade eben einmal sehen, ob die Zeitungen schon da sind, entschuldige mich, Grete." „Du bleibst jetzt hier!" Das war ein Befehl. Der Hofrat kuschte. Frau Grete trat ganz dicht an ihn heran. Vielleicht wollte sie nicht, daß noch irgend jemand etwas von ihren Worten horte. „Der Antje fehlt wieder Geld", sagte sie, und als er zurückwich, folgte sie ihm. „Ich denke, du hast es wieder genommen. Was denkst du dir dabei? Ich bitte dich ernsthaft, überlege einmal, was du tust!" Er sah ihre funkelnden Augen. Er war feige. Dor diesem Blick wagte er das Geständnis nicht. „Ich schwöre dir, ich habe das Geld nicht, Grete!" „Du schwörst einen Meineid!" Wahrhaftig, Grete, ich habe das Geld nicht. Du mußt mir glauben." Sie konnte ihm glauben, er hatte Das Geld wirklich nicht mehr. Ader Frau Grete kam nicht auf feine Rabulistik. „Wenn du mir versicherst, daß du das Geld nicht hast, bleibt die Sache auf Antje sitzen. Kannst du das verantworten?" Er gedachte gar nichts zu verantworten. Sein alter Kopf war froh, den billigen Ausweg des Wortspiels gefunden" zu haben. „Ich schwöre dir, ich habe das Geld nicht, Grete." Frau Billing sah ihren Schwiegervater an. Seine Lippen bebten. „Wenn du die Wahrheit sagst, muß Antje das Geld haben oder es verloren haben." Sie sah vor sich hin. Don Natur war sie eine mißtrauische Frau. Womöglich hatte diese Antje wirklich gehofft, den Hofrat noch einmal belasten zu können; diesmal ungerechterweise, vielleicht hatte sie das Geld genommen und rechnete, daß man es nicht zum Bruch kommen lassen werde. Wer kannte sich mit Menschen heute noch aus. Sie drehte sich um und ging wieder in die Küche. „Antje" hob sie an, „es hat niemand Geld aus Ihrer Kasse genommen. Sie müssen selber herausfinden, wo es geblieben ist." „Aber das ist doch nicht möglich. Hat der Herr Hofrat nicht vielleicht den Vorgang vergessen?" „Ich verbiete Ihnen solche Reden, verstehen Sie! Der Hosrat ist zwar ein alter Herr, aber nicht fo vergeßlich, daß er nicht mehr wüßte, was er getan hat." Antje schwieg. Sie legte das Heft, in dem ihre Ausgaben angeschrieben waren, auf den Küchentisch. „Sehen Sie selber, ich kann mich nicht verrechnet haben." „Dann müssen Sie eben etwas beim Anschrei, ben vergessen haben." „Nein, ich habe alles ausgeschrieben, was ich besorgt habe. Die Rechnungszettel liegen immer dabei'." „Sie sind sehr vorsichtig, daß Sie sich überall haben Rechnungen geben lassen." „Ja. Ich war gewarnt." Antje sagte das ohne böse Absicht. Es war einfach ihre Meinung. Aber Frau Gretes Zorn kochte über. „Gewarnt waren Sie? Wovor gewarnt? Daß hier Geld verschwindet? Wollen Sie das damit sagen?" Antje erschrack sehr; aber ihr Stolz empörte sich noch stärker; sie mußte sich Luft schaffen. „Ich bin nicht unverschämt. Ich mochte nur, daß Sie die Ausgaben überprüfen, damit sich herausstellt, daß die fehlenden sieben Mark durch meine Schuld nicht verschwunden sind." Frau Grete nahm das Buch. Sie sah hinein. Die Zahlen tanzten vor ihren Augen. Zugegeben, Antje schrieb ungelenk. Aber so schlecht, daß Frau Gretes Behauptung gerechtfertigt gewesen wäre, unleserlich war Antjes Schrift keineswegs. „Dieses Geschmiere kann ich überhaupt nicht lesen!" Sie warf das Heft auf den Tisch zurück. Antje atmete schwer. Aber sie preßte zurück, was da über die Lippen wollte. Leider ermutigte ihr Schweigen Frau Billing zu einem neuen An- 9",Schaffen Sie sich erst einmal eine anständige Handschrift an, verstehen Sie! Wer soll denn das entziffern!" , , „Ich bin als Dienstmädchen bei Ihnen m Stellung. Ich bin ja nicht als Kontoristin ausgebildet." Frau Grete sah rot vor Augen. Diese unverschämte Antje hielt ihr scheinbar ihre eigene Herkunft vor. Kontoristin! Sie waren ja Kontoristin. Sie können natürlich besser schreiben als ich! Frau Grete Billings Atem ging ganz kurz. Entweder sie zersprang jetzt ober — Sie wählte das Oder. „Ich habe genug von Ihren Frechheiten", stieß sie hervor, heiser vor Erregung. „Holen Sie sich nachher Ihren Lohn ab. Ich zahle Ihnen den Monat voll aus, um Sie loszuwerden. Keine Minute länger als nötig mochte ich Sie bei uns im Hause haben. Packen Sie Ihre Sachen, und dann hinaus mit Ihnen!" Antje, versteinert, ganz ruhig, je mehr Frau Billing in ein sinnloses Wüten geriet, hatte die Gelassenheit, zu fragen: „Und die fehlenden sieben Mark?" . . Frau Grete Billing sah sie an mit einem Blut abgrundtiefer Verachtung. „Die schenke ich Ihnen auch noch", sagte sie, und sie war tatsächlich so verrannt, daß sie wirklich glaubte, hier etwas zu verschenken zu haben. Dann rauschte sie hinaus. Grundlos reumütig begann Antje eine fieberhafte Tätigkeit. Sie scheuerte die Küche, alles mußte blitzblank sein. Dann begann sie Den langen Korridor zu bohnern. Sie lag auf den Knien. Sie versperrte Den Weg. Frau Billing stieg noch zwei« mal über fie hinweg: aber sie sagte nichts, sah sie qar nicht an. Antje sank her Mut immer tiefer. Was sollte sie anfangen, wenn Frau Billing sie wirklich jetzt mitten im Monat entließ?" (Fortsetzung folgt!) & Aon der 6 9anWurQi ini Kreist W Terminen £ 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 10. 1L 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. jtiepura : sprechen un Besucher h lebnis volle durchzieht e begeistert u Dorverka die Drtsgru Sonnfai ». ,4t Abend mi lern. Die E Plätze 60, Plätze 40 in ben b Äreisbienf triebe, bte nen nod) - Dit 3e tag, 4. Sepi ob. Die not Hochtaum Lab Hom Längerer Homburg Anmelbm Am mc das Musi sithruna i dem Kr stehender 1. M 2. Die D 3.2lngere von T <■ An be » 5. 6tr *• Am Qi 6- Walbtk ®fen . Ns, «■ M hfflm'.inn , 7 m i -L-r *193° ‘•Ä> *y44i veränderte in großes Ver- zugleich. Die Film ist ein Dieser Aiepura singt. 'die Ortsgruppe statt. Gastspiel Willy Reichert. NSG. lern. Eintrittspreise betragen für numerierte ob. führung des Musikleiters Feldwebel Nickel auf dem Kreuzplatz ein Platzkonzert mit nach- Nach dem Essen nicht vergessen Tambach. Wisselsheim. Assenheim. Kaichen. Reichelsheim. Terminen vorgeführt: 1. September Die öcutfdie flrbcitolront n.S.=6cmeinf(haft;,firaft öurdi frcubc" 5eif folge: Die Sportveranstaltung beginnt um 14.30 Uhr. Beginn des Marsches durch die Stadt Gießen um 17.50 Uhr. Beginn der Feierstunde um 19.15 Uhr aus dem Brandplah. Der Marsch der Hitler-Jugend, der an der volkshalle beginnt, führt durch folgende Straßen: Kaiserallee, Moltkestrahe, hitlerwall. Walltorstrahe, Kirchenplah, Schul- strahe, Sonnenstrahe, kreuzplah, Seltersweg, frankfurter Straße, Alicenstraße, Ludwigstraße (an der Universität Vorbeimarsch des gesamten Vannes und Jung- bannes 116), Ludwigsplah, Gartenstrahe, Reuen Väue. Sonnenstrahe zum Vrand- plah. hier versammelt sich die Hitler-Jugend zur Feierstunde. «In dem Aufmarsch beteiligen sich folgende Ehrenformationen: Abordnung der Wehrmacht, des Relchsarbeitsdienstes, der SA., des RSKK. und der Politischen Leiter. 'fctn. Sony« ichristen der und Sereint »ch nicht ge- Lenachrichti» Mahnen heraus! Die Bann- und Jungbannsührung 116 bittet, zum Bann- und Jungbannsportfest am kommenden Sonntag die Häuser festlich zu beflaggen. .•Reiter i der morgen m'ahnenweihe urt L.M. Auf I ein Feldstall ng ftattfinbtij sch bei dieser Berfairf der bene bieten Am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr gibt das Musikkorps des MG.-Batl. 2 unter der Stab- Tages-Omnibusfahrt. Die nächste Omnibusfahrt führt in den herrlichen Hochtaunus. Strecke: Gießen—Usingen—Saalburg— 'Bad Homburg—Königstein—Bad-Nauheim—Gießen. Längerer Aufenthalt auf der Saalburq, in Bad Homburg und Königstein. Fahrpreis 3,80 Mark. Anmeldungen auf der Kreisdienststelle. Militärisches Platzkonzert. I 3.-10 W anbarte 147 ** Segelflugzeuge über Gießen. Wie wir im heutigen Sportteil ausführlicher berichten, hatten gestern Teilnehmer der „17. Rbön" Meldungen zu Zielflügen nach Gießen abgegeben. Fünf Segelfliegern gelang es auch, unseren Flughafen zu erreichen. Gegen 15 Uhr kreiste ein Segelflugzeug längere Zeit über unserer Stadt und wurde viel beobachtet. Ein zweites Segelflugzeug war mehr südwestlich unserer Stadt zu sehen, das jedoch nach einiger Zeit an höhe gewann und bald in den Wolken verschwand. Gestern abend wurden die Flugzeuge in den charakteristischen Transportwagen zur Wasser- ftippe zurückgebracht. *♦ Rindermarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutz- vieh-)Markt statt. ** Die Schweinezwischenzählung am 4. September betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in'unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die Deutsche Stenographen- schäft, Ortsgruppe Gießen, eröffnet am kommenden Montag einen neuen Kurzschriftlehr- gang in der Alten Pestalozzischule am Werner- wall. Am Dienstag beginnt ferner ein Lehrgang für Maschinenschreiben im Hause der Oeffentlichen Handelslehranstalt (Liebigstraße). Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Genehmigung der Versammlung, die sowohl dem Borstand, als auch dem Aufsichtsrat ebenfalls einstimmig Entlastung erteilte. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Brühl, Gorr und Eduard Schneider wur- Gefängnis wegen Hinterziehung der Heichsfluchtsteuer. LPD. F r a n k f u r t a. M., 28. Aug. Das Schöf- fengericht verurteilte den 1878 in Großen - Bu - s e ck geborenen, früher in Gießen ansässig ge- wesenen Leopold Katz und dessen Ehefrau Ja- kobine Katz, geborene Grünebaum, beide zuletzt in Frankfurt a. M., Eysseneckstraße 4 wohnhaft, wegen Hinterziehung der Reichsfluchtsteuer zu j e zwei Jahren Gefängnis und 50000 Mark Geldstrafe. Die heute in der Schweiz sich aufhaltenden Angeklagten besaßen ein Dermö- gen von 168 000 RM. und verließen das Inland, ohne die Reichsfluchtsteuer in höhe von 40 000 RM. zu entrichten. Die Verhandlung gegen die Angeklagten fand in deren Auwesenheit statt. Es kam darin u. a. zur Sprache, daß der Beschuldigte wiederholt Steuerstundungsgesuche machte und angab, kleine Steuerbeträge nicht zahlen zu können. $• dn Retter, d Leib, Doll- $ 'Besprechung >asl, Seilers» Haus, Jahn» Die Eintrittspreise betragen für numerierte Plätze 60, 80 Pf. und 1 Mark, für nichtnumerierte Plätze 40 Pf. Karten sind durch die Betriebswarte, in den bekannten Vorverkaufsstellen und auf der .Kreisdienststelle, Schanzenstraßee 18, erhältlich. Betriebe, die noch keine Karten erhalten haben, können noch Sammelbestellung umgehend einreichen. .— Die Betriebswarte rechnen bis spätestens Freitag, 4. September, 12 Uhr, bei der Kreisdienststelle genehmigt. ....... , , ... Vorstandes zu ermöglichen, wurde die Herabsetzung der Zahl der Vorstandsmitglieder von seither 5 auf 3 beschlossen. Der Versammlungsleiter schloß die Versammlung in der üblichen Weise. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. Sonntag, 6. September, 20 Uhr, veranstaltet die NSG. „Äraft durch Freude" einen bunten heiteren Abend mit Willy Reichert und seinen Künst- Treis a. d. Lumda. Allendorf a. d. Lumda. Gellshausen. Annerod. Heuchelheim. Großen-Buseck. Hausen bei Gießen. Watzenborn-Steinberg. Klein-Linden. Großen-Linden. Holzheim. Münzenberg. Wölfersheim. Rodheim a. d. Horloff. geboren. Er studierte in Wien unb Brünn unb promovierte dort an der Deutschen Technischen hoch- ichule 1920. Kurze Zeit daraus wurde er Assistent an dem Aarikuliurchemischen Institut der Techn,. scheu Hochschule In München. Hier hat er sich 1931 'habilitiert. 1935 erhielt er den Tfl-l ->h-- außerordentlichen Professors. An der Fnednch^ch.ller- Unioerfität in Jena lehrt er seit dem Sommer, ferne,t-r 1936. Zahlreiche Derostentlichungen in Fachzeitschriften und Büchern über Pflanzen- und Tierernährung sowie Bodenkunde und Unter- suchung-methoden der landwirtschaftlichen Chemie sind der Niederschlag einer umfassenden F^scher- rtätigkeit, wodurch er sich in seinem Fachgebiet den Ruf eines vielversprechenden Gelehrten gesichert 'bat In Jena hatte er neben der Leitung der Land- -Wirtschaftlich-Chemischen Anstalt auch das Dor- standsamt der Thüringischen Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt inne. Kreisfilmstelle Don der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau wird der Äan-Kiepura-Großtonfilm „Ich liebe alle Frauen" im Kreise Wetterau (Gießen-Friedberg) an folgenden WOqrlbPfq Ta bi 20 Pfg Rundfunkproaromm. Sonntag, 30. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.4b: Morgenmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Vom mutigen Leben und tapferen Sterben." Don Kurt Eggers. 10: Vom Volkssender: Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.15: Der österreichische Dichter Franz Rabl liest seine Erzählung: „Der Vogel Tscheap". 11.30: Ein Blumenstrauß. 12: Dom Dolkssender: Es singt und klingt im rheinisch-mainischen Städte- kränz. 13.30: Hörberichte vom Großen Preis von Deutschland auf der Rennstrecke vom Schauinsland. 14: Kinderfunk. 14.45: Altdeutsche Eheweisheit. 15: Deutsche Scholle. 15.30: Am Rhein, da wachsen uns're Reben... Hörbericht vom Rhein-Mainischen Winzertag in Mainz. 16: Schlußbericht vom Großen Bergpreis von Deutschland auf der Rennstrecke Schauinsland. 16.30: Dom Volkssender: ,Rund um die Lahnberge" 17.30: Von der Wasserkuppe (Rhön): Hörbericht von dem internationalen Segel- flug-Wettbewerb. 18: Wilhelm Strienz singt volkstümliche Weisen 18.30: Der Rundfunkchor singt deutsche Volkslieder von Brahms und Reger. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Sportbericht. 20: Bunt ist die Welt der Oper. 22.15: Sportspiegel des Sonntags. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Im Krug zum grünen Kranze. Eine unterhaltsame Sendung im Kreise froher Zecher. Montag, 31. August. 6.00 Uhr: Gnmnastik. 6.30: Don Freiburg: Früh, konzert. 8.10: Don Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Don Kassel: Musik zur Frühstückspause. 10.00: Von Berlin: Schulfunk „Märchen vom Fliegen." Hörszenen von W. Bartelt. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Don Hamburg: Schloßkonzert I. 13.15: Don Hamburg: Schloßkonzert II. 14.10: Wunsch-Automat. 15.00: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Don Kassel: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit: Jos. Magnus Wehner: „Geschichten aus der Rhön". 17.00: Don Freiburg (aus Glotterbad): Unterhaltungsmusik. 17.30: Von Kastel': Hesten-Nastauisches Hinterland. Ein Wandertag im Ouellgebiet von Lahn, Eder und Ruhr. 18.00: Don Stuttgart: Fröhlicher Alltag. 19.00: Don Freiburg: Kammermusik. 20.10: Aus Homburg v. d. h. (Uebertragung nach Saarbrücken): Konzert des Kurorchesters Bad Homburg v. d. h. 22.30: Don Breslau: Musik zur .Guten Nacht". 24.00 bis 2.00: Don Stuttgart: Nachtmusik. ______________ Schiedsnchier-Zusammenlunst. Kreisschiedsrichterobmann Drolsbach hat für morgen (9 Uhr Mtv.-Platz in Gießen) sämtliche Schiedsrichter und Anwärter der Unterkreise Gießen und Wetzlar zu einem Lehrgang zusommengerufen, um ihnen vor den beginnenden Pflichtspielen noch einmal alles das vor Augen zu halten was notwendig ist und deshalb beachtet werden muß. Es ist klar, daß bei der aufstrebenden Spielbewegung und bei dem immer reiferen Spiel der Mannschaften ein Stab guter Schiedsrichter zur Verfügung stehen muß, damit eine reibungslose Abwicklung und vor allem Durchführung der Runde gewährleistet ist. Daneben ist eine ganze Reihe von Aenderungen, die noch nicht allen bekannt sind, praktisch und theoretisch durchzugehen, so daß die Zeit also mehr als reichlich ausgefüllt sein wird. Zwei, aus Schiedsrichtern zusammengestellte Mannschaften werden ihre Kräfte in einem Lehrspiel messen, und den amtierenden Schiedsrichtern Gelegenheit genug geben, ihre „Kunst" zu beweisen. Oberhessen. Verhafiung des Gemeinderechners von Eichelsdorf. * Schotten, 29.Aua. Der wegen grober Verfehlungen in seinem Dienst als Gemeinderechner vor einigen Tagen seines Amtes enthobene Gemeinderechner des Dorfes E i ch e l s d o r f, Ludwig Mieze, ist am gestrigen Freitag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft v e r h a f te t und in das Amsgerichtsgefängnis in Nidda eingeliefert worden. Die Veruntreu- sttuftn. lie m 6tt ourbt 6m achsftation in ItUtr.Dom r MiiWft Vertragen. Dr. von Weflot als Ordinarius bieUninei« tnommtn M. Professor Dr. > aus aber finfanj lürtiaer Oester« 1 19 fink . W ift "N' IV^aber ^rbolungi jNparen! 3e Unb zeit. ft en doch nie “ 'inkilem r fünf Mj. Vm läge jfe ha6J'! ^^nfohe ^^nuten ^ufereien Jlur tonrt lr.bt|i«r, ein 1 b,e Tages- , wenn alles [ne Leistunq 7 Mut für dem Dichter gestützt: *61 M. Selbstmord auf der Main-Weser-Bahn Am gestrigen Freitag kurz vor 13 Uhr sprang zwischen Lang-Göns und Butzbach ein Mann unmittelbar vor dem von Gießen nach Frankfurt fahrenden v-Zua auf den Bahnkörper der Main- Weser-Bahn uno warf sich in selbstmörderischer Absicht vor den Zug. Der Mann wurde übersah- ren und auf der Stelle getötet. Bei dem Toten fand man Papiere, die auf den im Jahre 1901 geborenen Ludolf Fritsch aus Harburg bei Ham- bürg lauten. Die polizeilichen Ermittlungen über die Persönlichkeit des Toten sind im Gange. Tischlerhandwerk erhält Gütezeichen. Fwd. Nachdem das Polsterhandwerk sein Gütezeichen eingeführt und neuerdings unter verschärfte Bedingungen gestellt hat, folgt jetzt als zweiter Handwerkszweig das Tischlerhandwerk mit einem Gütezeichen. Dies gilt nicht nur für Haus- und Büromöbel, sondern auch für Decken- und Wand- ungen sollen sich auf über 15 000 Mark belaufen. Felddiebe werden anaeprangert. * Schotten, 28. Aug. Die Stadtverwaltung gibt bekannt, daß diejenigen Personen, die Felddieb st ähle ausführen, im Aushang am Rathaus namentlich öffentlich bekannt gemacht werden. CanOfr#»ie Gießen xy harbach, 28. Aug. An verschiedenen Z w e t- schenbäumen, namentlich an Wildlingen, konnte man seither interessante Gebilde wahr- nehmen. Manche Früchte waren nicht nur auffallend groß, sondern auch plattgedrückt. Wenn man sie öffnete, konnte man feftftellen, daß sie vollkommen hohl waren. Käfer oder Würmer waren nicht zu entdecken. Man nennt diese Krankheit nach der taschenförmigen Gestalt der erkrankten Früchte Tasckenkrankheit. Sie wird durch einen Pilz hervorgerufen (Taphrina pruni). Da dieser in den Zweigen überwintert, ist es ratsam, solche Zweige, an denen kranke Früchte hängen, abzu- schneiden und zu verbrennen. Auch die von dem Pilz befallenen Früchte müssen unbedingt ver- nichtet werden. Andernfalls ist im kommenden Jahre mit einem noch stärkeren Auftreten des Schädlings zu rechnen. + Grünberg, 28. Aug. Die Bautätigkeit in unserer Stadt war auch in diesem Jahre wieder zufriedenstellend. Zunächst wurden drei Neubauten, je einer in der Adolf-Hitler-Straße, am Steinweg und in der Diebsturmstraße, die zum Teil erst im Spätherbst des Vorjahres im Rohbau errichtet wurden, fertiggestellt. Dieses Jahr brachte bis jetzt die Erichtung eines Neubaues, der oberhalb der haasschen holzschneiderei, der Unteren Ziegelhütte gegenüber, steht. Mit einem weiteren Neubau ist vor einiger Zeit begonnen worden. Er kommt in die zum Ausbau vorgesehene Diebsturm- strahe und ist das erste Haus, das die gemeinnützige Baugenossenschaft errichten läßt. Weiterhin ist noch ein dritter Neubau vorgesehen, der in der Gießener Straße, gegenüber der Färbgrabenaasse, errichtet werden soll. Der Erbauer dieses Neubaues plant hierbei auch die Errichtung einer Autorepa- raturwerkstätte und einiger Garagen. 3" erwähnen ist auch, daß die Bahnverwaltung am Bahnübergang an der Londorfer Straße das alte Stellwerk durch einen Neubau ersetzen ließ. Daneben fanden noch eine Anzahl Umbauten statt, hier sind befon- d"rs zu ermähnen zwei größere Umbnuten von Geschäftshäusern, die in neuzeitlicher Wei e her- gerichtet wurden. Es sind dies zufälligerweise zwei Schuhgeschäfte, wovon das eine in der Bahnhof- straße, das andere in der Marktgasse sich befindet. ch L i ch, 28. Aug. Die Z w e t sch e n e r n t e übertrifft alle Erwartungen. Die Bäume hängen zum Brechen voll. Die ersten Frühzwetschen werden be- reits geerntet, sie kosten gegenwärtig noch 30 Pfen- nig das Kilo. _ , T Lich . 29. Aug. Im hohen Alter von 82 Jahren wurde am Freitagnachmittag Fräulein Anna Fischer zu Grabe getragen. Sie war e i n e d er ältesten Einwohnerinnen unserer Stadt. Z Lich, 29. Aug. Am Montag, 31. August, be- - ginnt in unserer Stadt ein Erziehungsku r - susdes Retchsmütterdienstesim D e u t- schen grauen wert Der Eröffnungsabend wird als Werbeabend ausgestaltet, zu dem alle ßener Straße ab ein besonderer Radfahrerweg, sowie ein Fußpfad neu angelegt, außerdem findet eine Kuroenstreckung an dieser Straße statt. Der Umbau des früheren Finanzamts, das von der Sparkasse Mathildenstift angefauft wurde, schreitet rüstig vorwärts, der hinter dem Gebäude errichtete größere Anbau ist im Rohbau fertiggestellt, sodaß auch dieser Bau im Spätherbst bezogen werden kann. Weiterhin ist der Umbau des über 100 Jahre bestehenden „hessischen Hofes" nunmehr sertiggestellt. Die Reichsbahn hat einen Teil der Ladestraße umpflastern und verlängern, sowie an der Kopframpe hinter der ©üterabferti- guna drei weitere Lichtmaste aufstellen lassen, um die Der- und Entlademöglichkeiten zu verbessern. 6reit Schotten Laubach, 28. Aug. Der Altveteran Konrad Salzmann konnte dieser Tage sein 8 7. Lebensjahr vollenden. Er ist körperlich und geistig noch rüstig und hilft noch in der Landwirtschaft seines Sohnes. — Durch dos schöne Wetter der letzten Tage ist das Einbringen der Ernte sehr gefördert worden. Die Dreschmaschine ist eifrig im Betriebe. Das Grummetgras steht gut, mit besten Ernte in den nächsten Tagen begonnen wird. § Ulfa, 28. Aua. heute konnte der Landwirt Iohs Ludwig III. — Hohmanns Hannes — feinen 8 0. Geburtstag feiern. Trotz feines hohen Alters ist der im Dorfe in großem Ansehen stehende, allseits geachtete Greis geistig noch derart frisch, daß er heute noch das Amt eines Kirchenvorstehers versieht, das er schon feit Jahrzehnten innehat und mit allgemein hoch eingefchätzter Rechtschaffenheit verwaltet. Der„Tag des Vannes undZungbannes 116" in Gießen. Am kommenden Sonntag, 30. August, treffen sich alle Einheiten des Bannes und Jungbannes in Gießen zu ihrer Sportveranstaltung, verbunden mit Aufmarsch und Feierstunde. tfrauen und Mütter Zutritt haben. Der Kursus behandelt alle Fragen der Kindererziehung und erstreckt sich voraussichtlich auf zwölf Tage. kreis Friedberg. pb. Butzbach, 28.August. Das hiesige Bauhandwerk bat sich feit Jahresbeginn stetig aufwärts entwickelt, so daß zeitweise ein Mangel nn Arbeitern vorhanden war. Bis jetzt wurden in diesem Jahre 21 Wohngebäude mit 51 Wohnungen fertiggestellt und bezogen. Im Rohbau befinden sich noch 5 Wohnhäuser, die bis zum Spätherbst bezogen werden können. Seitens der Stadtverwaltung sind die Schillerstraße, die Hermann-Jägerstraße und die Rämerftraße neu aufgelegt worden. Zwischen Butzbach und Pohlgöns wird vom Bahnübergang an der Gie- Iprechen und eine größere Erfüllung zugleich. Die Besucher haben ein köstliches, unvergeßliches Er- lebnis voller Laune und Lachen. Den ganzen Film Durchzieht eine schwungvolle fröhliche Handlung, die Hegeistert und unendliche Freude schenkt. Vorverkauf der Eintrittskarten findet jewells durch Os * Dieses W eine 1 S* V ‘Ä* n >°d- «S -°- ,et 3»r,1L Sie »1 oU«i, nöHfl q<: $a4<” t h^ Ihperl! uJ Mi Östron i-”M t» ".6*t fu, fltW ’m < * b je 1000000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu te 30000, 6 zu je 20000, 48 zu je 10000, 72 zu \t\ 6000, 116 zu je 3000, 354 zu je 2000, 1112 zu je 1000, 1952 zu je 500, 7434 zu je 300 RM. _J x u •&r Danksagung. Emmi Nickel sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Karl Nickel. Ober-Widdersheim, im August 1936. 5313 Dl Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Frau 5355 D 5354 D 5345D Die Beerdigung findet Montag, den 31. August nachmittags 1/23Uhrvom Sterbehause, Alicestraße 23. aus statt Der Betriebsführer und die Gefolgschaft der Firma Arnold Mueller G. m. b. H. Gießen, den 29. August 1936. Nachruf Heute nacht ist unser langjähriger Versandmeister fiotnmeijOoet vertilgt jedesUn- geziefer. I03842 Schomber, Gießen, jetzt Kircli- straße20. Sachverständig, i. Gerichtsangelegen - heiten.Tel.3983. Heute morgen entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unsre liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgr .ßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete WagnerWwe. geb. Schmidt im fast vollendeten 80. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Trohe, Wieseck, den 28. August 1936. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. August, nachmittags 2*/z Uhr, in Trohe statt. Herr Daniel Erb in Wieseck aus seinem arbeitsreichen Leben abberufen worden. Er hat über 50 Jahre in vorbildlicher, unermüdlicher Pflichttreue seinen Platz ausgefüllt Seinen Arbeitskameraden stand er jederzeit mit Rat und Tat hilfsbereit zur Seite. Leider war ihm nur ein kurzer Ruhestand vergönnt Seine Verdienste um die Firma und sein lauterer Charakter sichern ihm ein bleibendes, ehrendes Andenken. Trauringe 5 8 5 gestempelt dürfen ab 1. Oktober 1936 nicht mehr verkauft werden. Solange Vorrat, gebe ich zu günsti gern l Jreise ab Ang. Trebbe, Uhrmachermeister Marktstraße 22 03937 Zentral-Heizungen, Sanitäre Anlagen, Reparaturen OolOJÄnerW. Ludwigstratze 40 Fernruf 3355 Von der Reise zurück 5332 D 531QD Dentist Stroh 03868 Montag, den 31. August wieder Sprechstunde verreist bis 21. September Tanzschule Schmidt beginnt Montag, 21. September im „Thüringer Hof*'Hammstr.7 Anmeldungen jederzeit 5328D Karl Schmidt Tanzlehrer - Wetzsteingasse 31 Prof. Brüning Liebigstraße 26 neben dem Kath. Schwesternhaus Dr. C. Schott Zahnarzt Nach einem arbeitsreichen Leben ist heute nacht unser guter treusorgen» der Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Daniel Erb I. im 71. Lebensjahre sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Karl Erb und Frau Friedrich Horrmann und Frau, geb. Erb Gustav Möser und Frau, geb. Erb Erwin Horrmann, Enkelkind nebst allen Angehörigen. Wieseck, den 29. August 1936. 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August 1936 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen r Gewinne ,u 20000 RM. 319261 2 Gewinne zu 10000 RM. 279467 4 Gewinne zu 5000 RM. 179740 319617 10 Gewinne zu 3000 RM. 16127 47525 181719 197852 211321 22 Gewinne zu 2000 RM. 104945 167344 173025 180533 200936 290013 307357 338018 340156 362162 369255 70 Gewinne ,u 1000 RM. 3563 6840 7770 9462 16328 20150 28289 64210 73310 73871 90779 92172 95423 101059 110243 130512 135656 197134 198745 200721 202868 210890 243041 257515 265946 290555 305437 312567 314646 320566 327029 337474 341145 344113 376288 90 Gewinne zu 500 RM. 2626 5918 6289 9782 16220 21861 29615 41569 53940 67126 68457 76509 91782 99455 102077 104880 122911 123274 149152 149666 150778 166177 156688 206695 207167 208851 218549 239661 241533 248773 259463 281469 302148 325481 326575 326801 329318 329491 330761 334324 339227 354180 355907 372450 392284 416 Gewinne zu 300 RM. 1781 2070 3873 4259 6663 9031 10789 11448 11667 12822 13520 15665 16108 18489 18568 22210 29590 34508 38217 39463 42234 43318 46059 48647 60154 50171 60319 51862 61924 64156 67823 68226 69112 69747 70683 70815 71043 72458 72837 74004 74129 74165 79922 81009 85509 88264 89450 91367 91620 92210 92649 99889 100728 101200 102026 105216 108065 110800 112148 112173 112180 112235 113100 114905 116097 116138 127509 128744 130421 131908 133976 134819 134924 135443 136938 137540 138484 140162 140521 140667 144137 144302 144903 146023 148646 150689 152789 153528 154147 166700 163360 163571 163658 167562 172622 174266 175082 1823K) 182507 185863 187539 190876 194760 197231 197539 201123 201413 202364 207716 208128 209573 210647 210785 213009 213660 214720 214853 216468 217731 218784 219705 226851 243768 243930 243931 247813 251496 252794 255128 255293 256780 260299 261454 268895 272510 275426 275561 277563 277800 277805 280236 281167 282691 285811 288445 289205 290009 291662 292312 297828 298918 299259 302188 302769 302804 303740 307424 308218 308280 313672 315481 316418 316425 316883 320126 320750 320898 325582 327324 327946 328567 331411 331641 331994 332245 337206 339002 339059 339114 343716 346476 350281 354104 355171 356189 366805 357082 358585 359305 360026 365071 366811 367061 369295 370466 371162 374726 375471 375656 383121 383389 385132 389684 391627 393501 393903 394734 399034 äjt ' Zln^(t)L s 1 t unb er. der. -r. •II ln bringend, ^atterbltni ilochabholtk | 2500. 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Bei der Grummeternte auf de» Höhen bet Königsberg. würzig riechenden Körben zu bergen Um große und kleine Garben ging die Rede, um kurzes und langes Zuforken auf den Wagen sprach man hin und her, bis schließlich dazu übergegangen wurde, einige der Arbeitskameraden, die sich besonders verdient gemacht hatten, zu ehren, indem sie von den handfesten Burschen auf die Schultern nach schweren Tagen der Arbeit — diese festlichen Stunden in kleinem Kreise. Manches schöne Volkslied wurde gesungen und die Weisen einer Ziehharmonika klangen durch den friedlichen Abend. Eine große Freude war es allen, als sich gar einer der Helfer, jener, der auch die Ziehharmonika meisterhaft handhabte, als Sänger mit einem schönen Bariton erwies und mit Liedern aus deutschen Opern aufwartete. Auch gab es manches ernste, besinnliche Wort hin und her — ein Deutschösterreicher, der auf dem Gute arbeitet, sprach von seiner Heimat an der Donau und brüderlicher Verbundenheit mit allen Deutschen: der Ortsbauernführer Hennecken lenkte die Gedanken auf den großen und tiefen Sinn wahrer Volksgemeinschaft. Der Mond stand am Himmel und lugte durch die Bäume des Gartens auf die kleine Runde, die hier beschaulich im Bannkreis des Lichtes einer Laterne faß und einen Tag würdig beschloß, der den Abschluß einer Arbeit brachte, die unseren Bauern den Höhepunkt des Jahres bedeutet. Bei der Obsternte. (Aufnahmen s8s: Neuner, Gießener Anzeiger.) Maschinen. Die gemeinsamen Stunden am Abend gestalteten sich zu einer Feier, so stimmungsvoll und so sehr im Sinne unserer Zeit daß es angebracht erscheint, hier noch einige Worte darüber zu sagen. Unmittelbar an Haus und Garten waren Tische aufgestellt und während im Westen die Sonne sank, saß man nach einem kräftigen Abendbrot kameradschaftlich zusammen. Noch einmal sprach Herr Hen- I necken herzliche Worte des Dankes an seine Mitsaftigen Zwetschenkuchen. Frühe Zwetschen und Pflaumen treten schon den Weg in die Einmach- Je nach den alten Ueberlieferungen werden die Erntefeste verschieden gefeiert in den einzelnen deutschen Gauen. Aber der große Rahmen bleibt immer derselbe. Bei Sang und Klang werden die Erntekränze auf der Diele eines der Bauern gewunden, in vielen Gegenden in dem Hause, in dem Knecht und Magd die Ehre haben, den Erntekranz in den Saal des Dorfkruges zu tragen Und die kleinen Erntesträuße, überall stehen sie in diesen Tagen in den Häusern des deutschen Bauern, goldene Haferhalme, gemischt mit denen des Roggens und den leuchtend vollen Aehren des Weizens. Singend und fröhlich geht es zum Hofe, wo der Erntekranz gewunden wird. Erntebraut und Erntebräutigam haben den Zug schon erwartet, sie sagen beide ein kurzes Erntegebet her, und alsdann kommt der Bauer und gibt der Dorfjugend einen kleinen Willkommensschluck. Nun setzt sich der Zug zum Dorfkruge in Bewegung, das Erntebrautpaar geht mit dem Erntekranz voran, hinterher schreiten die Dorfschönen und jungen Burschen. Im Kruge macht der Zug halt, und dann werden sinnige Erntegedichte vorgetragen, bis zum Schluß der Vorträge die Fiedel und der Brummbaß ihre Melodie leise beginnen und der Tanz mit dem Erntekranz von dem Brautpaar begonnen wird, rings umstanden von der Jugend des Dorfes. Abends aber ist der eigentliche Ernteball. Ernte. Landauf, landab werden die Erntefeste in diesen Wochen gefeiert, bis das große Erntedankfest das deutsche Volk, die Stämme und Landsmannschaften brüderlich zum Erntedankfeste auf dem Lückeberg vereint. überreichte. Herr Hennecken hielt bann der versammelten Gefolgschaft eine kleine Ansprache, in der er den treuen Helferinnen und Helfern herzlich für alle aufopfernde Arbeit dankte, von der guten und trotz aller Schwierigkeiten doch glücklichen Einbringung des Getreides sprach und dann alle für die Stunden nach Feierabend zu einem Faß Bier einlud — eine Kunde, die selbstverständlich mit großer Freude ausgenommen wurde. Nachdem dann zu Ehren der letzten Garbe noch eine Flasche eines kraftvollen alkoholischen Getränks die Runde gemacht hatte — auch die Frauen und Mädchen nippten einmal an den Gläsern — ging man wieder an die Dresch- Erntekranz und letzte Garbe. müsse sie die Aepfel jetzt schnell abnehmen, obwohl sie noch reifer, saft- und kraftvoller am Baume werden sollten. Aber, aber — es gibt leider immer noch Volksgenossen, die selbst einen halbreifen und leicht greifbaren Apfel nicht hängen sehen können. Und diese Tatsache zwingt den Bauern dazu, früher zu ernten, als er es gerne möchte. Es ist leider auch schon beobachtet worden, daß Kraftfahrer schnell einmal aus dem Auto steigen, an einem Bäumchen - z ; Im Biebertal: Frauen ziehen zur Grummeternte aus. gläser an. An der Straße nach Großen-Buseck sprachen wir mit einer Frau, die den Segen ihrer Bäume, die Gravensteiner kaum in ihren Für denjenigen, der sich dem bäuerlichen Lebenskreis nahefuhlt, ist es sicherlich immer wieder eine große Freude, mit dem Bauern einmal über seine Arbeit, über das, was ihn bewegt und was ihm Freude macht, zu sprechen. Wie noch viel reizvoller ist es aber, einmal bei einem Feste dabei zu sein. Der Gießener Ortsbauernführer Hennecken, der das Gut an der Marburger Straße bewirtschaftet, gab uns Gelegenheit, am Donnerstagmorgen und auch am Abend an einer kleinen Feier teilzunehmen, die aus Anlaß der Einbringung der letzten Garben im Kreise der Familie und der Gefolgschaft abgehalten wurde. Morgens, als der letzte Wagen mit Hafer etn- gebracht wurde, unterbrach man für eine Viertelstunde die Arbeit an der Dreschmaschine. Mit großer Geschicklichkeit war ein Erntekranz gefertigt worden, aus Aehren und Blumen, geschmückt mit bunten . ,------.... < ■ - Bändern, den der Hofmeister dem Gutspächter! gehoben wurden. In heller Freude vergingen — Landvolk in heimischer Landschaft Bei der Ernte. — Grummet, Getreide, Obst. — Die letzte Garbe. arbeiterinnen und Mitarbeiter, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß alles Getreide mahlfähig eingebracht werden konnte und zur Stunde zum großen Teil die Mühle bereits durchlaufen hatte. Er gab ferner humorig die Tatsache zur Kenntnis, daß es bei den vielen eingebrachten Wagen keinen „Umfchmiß" gab und dankte den Fuhrleuten für ihre Arbeit, lieber diese Worte des Betnebsfuh- rers gab es dann eine lebhafte und von vielem Gelächter unterbrochene Aussprache zwischen den Fuhrleuten und jenen, die so ausgezeichnet geladen hatten, daß „einfach gar 'nicht umzuschmeißen war . Nun lag in diesen Tagen das Licht einer strahlenden Augu,tsonne über unserer Heimat. Wenn zu früher Morgenstunde in den Tälern und über den Waldern leichte Nebel lagen und die freie Sicht verwehrten — um die Mittagsstunde leuchtete aber immer in den herrlichen Tagen dieser Woche die Sonne über unserer schönen heimatlichen Landschaft und machte sie freundlicher, als wir sie zu vielen Tagen eines mißvergnügten Sommers sahen. Zu aller Schönheit, die die Sonne beschied, tat sie noch einen besonderen Dienst: sie trocknet jetzt mit aller Kraft die letzten Garben, die noch auf dem Felde stehen und verwandelt außerdem das durch die durchdringenden Regen üppig gewachsene Gras nach dem Schnitt in wenigen Stunden in Grummet, dessen Geruch jetzt überall durch die leichten Winde über das Land getragen wird. So ist es kein Wunder, daß überall die Bauern auf Feldern und Wiesen sind. Gerade auf den heimischen Wiesen rattern die Mähmaschinen. Ueberall leuchten die weißen Tücher der Frauen und Mädchen, die das Grummet wenden. Jetzt ist auch die Zeit, da sich die Getreideernte ihrem Ende nähert. Das Getreide stand durch das feuchte Wetter unverhältnismäßig lange Zeit auf Halm und Haufen. Nun geht es aber an die letzten Haferbestände. Wer die glücklichen Tage eines Urlaubs gemeßen kann, und wer nicht in die Berge oder an die See fährt, sondern die Heimat für würdig hält, sie näher kennen zu lernen, wird gerade jetzt nicht versäumen, die Tage zu nutzen, denn man weiß nie, wie lange die Herrlichkeit dauert. Ueberall prangen die Bäume und Wälder in ihrem kraftvollsten und dunkelsten Grün, und nur die Kastanien an den Straßen und auf Plätzen in den Dörfern mahnen an den Herbst Der Anblick der Obstbäume ist eine helle Freude. Im Busecker Tal, im Biebertal, in der Gegend um den Düns- berg und im Lahntal hängen die Bäume so voll, wie selten in Jahren vorher. Fast unter jedem -weiten Baume stehen mehrere Holzstangen als Stützen oder aber eine Stange überragt den Baum unb mit weichen Seilen sind die Aeste hochgebun- den. An der Straße Kinzenbach—Krofdorf sahen wir einen Birnbaum, der beinahe mehr Fruchte als Blätter trägt. Da kann in diesem Jahre viel Most bereitet werden, da gibt es guten Apfelwein — vom Zwetschenhonig gar nicht zu reden! Der Segen, der an den Zwetschenbäumen hangt, wird kaum unterzubringen sein. Die Kinder lecken sicher schon jetzt die Finger in der Erwartung auf die rütteln und dann ernten, wo sie kein Recht dazu haben. Man müßte meinen, daß Apfelmus aus solchermaßen erworbenen Aepfeln doch nicht recht schmecken könnte. Man muß sich darüber klar sein, daß die zu frühe Ernte einen volkswirtschaftlichen Verlust bedeutet. So reichlich wie die Obsternte, ist in diesem Jahre auch die Grummeternte ausgefallen. Kaum daß der zweite Schnitt weniger Heu gibt, wie der erste! Der Bauer kann es gut gebrauchen! Jedermann erinnert sich dessen, daß das Vieh nur mühsam über den Winter 1935/36 gebracht werden konnte. Diese Sorge hat der Bauer für die bevorstehenden Monate nicht. Zwar gibt es mit dem Futter viel Arbeit, aber man geht gerne auf die Wiesen, und wenn mehrere hinausziehen zum Grummetwenden, dann ist es ja auch zu schaffen. Männern und Frauen mit geschulterten Rechen kann man jetzt auf allen Wegen begegnen. Im Busecker Tal haben die Bauern auch für die Grummeternte Hilfe erhalten. Seit Wochen sind Männer des Gießener Arbeitsdienstlagers „Justus von Liebig" bei den Bauern einquartiert, und sie ziehen jeden Tag mit auf Felder und Wiesen. Die Bauern haben die Hilfe auch für die Grummeternte behalten können. Diese Gastarbeit des Gießener Arbeitsdienstes hat übrigens einen besonderen Reiz: sind doch die Kameraden des Gießener Arbeitsdienstes zumeist aus dem äußersten deutschen Westen, aus der Trierer Gegend, aus Aachen und aus der Eifel! Es läßt sich leicht denken, daß es da auch wohl manches Mißverständnis gibt, das sich aus der Verschiedenartigkeit der Mundarten ergibt. Nun, nach Wochen, versteht man sich auf beiden Seiten doch schon recht gut, denn wir sprechen ja alle deutsch. - M 4?* KG Wandern und Reisen Lader und Sommerfrischen. die Wanderfahrten heiter wie die des und ward es Napoleon I. zur Raststätte auf der Flucht. unsere Hindeburg!" Nervös-Erschöpfte 191 • v und rheumatische Leiden 'Jlllllllllllllllllllllllllll IIHIIIIIIIIIUllllilllllllill den die seiner Men- Schächten des Verkehrswege Felda vor- Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen u.Oberb Das Jahrzehnt nach dem Kriege brachte die neue Brücke über die Ravennaschlucht und die Dreiseenbahn mit der höchsten Eisenbahnstation Deutschlands. Aus dem abenteuerlichen Mann im Pelz waren tausende junge Skiläufer mit bunten Zipfelmützen geworden, und auf den Feldberg war es vom Bärental gerade noch ein Sprung. Aber Deutschland — mehr Herzbruder als Simplizissi- mus — versuchte immer noch, den Leidensweg auf ungekochten Erbsen zu gehen, bis Adolf Hitler ihm ein Paar neue Stiefel mit besseren Einlagen schenkte. söhnt. Wie eine Verheißung steigt aus dem Ton» nendüster der Seebuck und reicht dem Himmel Die Hand. langzieht und von der Felda, einem Nebenfluß der Werra, großenteils besäumt wird. Auch die Vorderrhön trägt die Merkmale, die schon Goethe an dem ganzen Gebirge rühmte: Aus vulkanischem Ursprung aufschießende Kuppen in mannigfaltigen Gruppen und Mischungen geben der Landschaft ein Formenspiel, das etwas Selbstgenügsames, Entrücktes aufweist. An den Talstraßen aber hat sich seit vielen Jahrzehnten bodenständiger Gewerbefleih entfaltet. Er bietet ein auffallendes Widerspiel zu der einsamen Gelassenheit, mit der die Berge das Flußtal geleiten, doch auch ein Beispiel volks- gesunder Mischung von Ackerbau und verarbeitendem Geschick. So hat diese früher wenig wirtliche Heimat trotz steinigem Boden und rauhem Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr.BI. Schulle-Kahleyss, Nervenarzt fläche in einigermaßen ebener Verbindung, um aber von dort ab sogleich die Gestalt eines schma» len, mehrere hundert Meter langen Grates anzu. nehmen, der aber überall gut begehbar ift. Der schmale Pfad, der vom Ostende zum Bahnhof Eller hinabführt, ist nur rüstigen und sicheren Gehern zu empfehlen, wird diesen aber vielen Genuß bereiten. Der „Vierseenblick" entschädigt schon allein für die nicht ganz leichte Besteigung des Bergmassivs. Die Züge, die den Bahnhof Eller in der Rich- tung nach Bullay verlassen, überqueren die Mosel, durchfahren drüben den Tunnel, der den Petersberg durchsticht, und erreichen an der anderen Seite bereits nach einigen hundert Metern den Bahnhof Neef. Sie schneiden damit die Moselschleife ab, auf deren nördlichen Abschnitt der Calmond hinabblickt und an deren Westende Bremm liegt. In die Landzunge gegenüber Bremm hinein verflacht sich der Petersberg: unter seinem Ausläufer, dessen Rücken schonen Wald trägt, erhebt sich aus saftigem Wiesengrund nahe dem Ufer die ungemein anmutige Kloster- ruine Stubben. Zum Petersberg steigt man von Neef zwischen Weingärten hinan, wahrend zur Linken Bahn und Fluß immer tiefer sinken. Hier wie am Sollig und am Calmond sieht man sich zu nachdenklichen Betrachtungen darüber veranlaßt, wie sehr mühsam, zumal durch die manchmal fast unvorstellbare Steilheit der Lagen, die Arbeit des Moselwinzers ist. Der Friedhof der Neefer droben auf dem Petersberg, das muß auch der Vielgewanderte bezeugen, ist einer der schönsten in deutschen Landen. Fast unmittelbar neben dem Friedhof er- hebt sich das Eulenköpfchen, dessen Fels- zinne einen entzückenden Talblick nach der Seite von Neef und Aldegund bietet. Wer aber einen noch umfassenderen, auch die Nordseite einbeziehenden Ausblick sucht, darf die geringe Muhe nicht scheuen, vom Friedhof in südöstlicher Richtung zu der hervorragenden Aussichtswarte on- zusteigen, der der Name des Reichsarbeitsdienst, führers verliehen wurde. Mit der Herrichtung und Ausgestaltung der Oberst-Hierl-Höhe hat sich das Lager Eller des Reichsarbeitsdienstes ein bemerkenswertes Verdienst erworben. Von der Oberst-Hierl-Höhe, die müheloser als Sollig und Calmond zu erreichen ist, in südöstlicher Richtung weiterzuwandern und den dort aufragenden Hoch kessel zu ersteigen, muß den Freunden eines einsamen Bergwaldes angeraten werden. Der Hochkessel blickt bereits in die Süd- ostecke des Kochemer Krampens hinein. Man wird von ihm nach Senheim oder nach Neef absteigen und feststellen, daß für die massige, ansehnliche Kuppe ein treffenderer Name nicht hätte gefun • den werden können. Meter hoch, bildet er mit dem Eisenacher Haus nahe der Feldaquelle ein Ziel wechselnder Fernsichten. Von Fichtenwänden durchzogen, grüßen seine Hänge eine große Nachbarschaft entblößter, Auf ins schöne Maintal Freudenberg Perle des Maintals umgeb.v.Laub-u.Tannenw.,schon, ^reib.biet. herrl.Sommeraufenth. Gasth. u. Pens. „Zur Rose“. Sch.FremdA. fl.Waller, gute Vervfl/Pens.-PreiS t).3.30 an.Bes.Hugo MN.Prosp.b.GA» der aus- Winke für Mose Wanderer. Von Ernst Maste Die Auffassung, daß man vom Schiff, von Bahn oder vom Kraftwagen aus eine kürzlich erlassenen Richtlinien zur Bekämpfung des verfälschten Brauchtums und des Andenkenkltfches, hat der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste die Erzeugung, Verbreitung und Vermittlung des Absatzes von Reiseandenken, Relsenut- bringseln und dergleichen als eine kammerpflichtige Tätigkeit erklärt. Gleichzeitig wird angeordnet, daß sich alle juristischen und natürlichen Personen, die auf diesem Gebiete tätig sind, über den zuständigen Landesleiter bis zum 1. Oktober 1936 anzumelden und gleichzeitig ein V e r z e l ch - n i s der einschlägigen, von den Anmeldepflichtigen erzeugten, verbreiteten oder vermittelten Gegenstände beizufügen haben. Damit wird ein allgemeiner Genehmigungszwang für Erzeugung, Verbreitung und Vermittlung des Absatzes von Reiseandenken durchgeführt, der in absehbarer Zeit zu einer Beseitigung allen Reiseandenken-Kitsches führen wird. reichende Kenntnis einer Landschaft erwerben könne, ist für das Moseltal ebenso unzutreffend wie für das Rheintal. Hier wie dort wird nur der Wanderer, der die Uferhöhen besteigt, die ganze Eigenart und den vollen Reiz der Landschaft erkennen und erleben. Das gilt in ganz besonderer Weise für das abwechslungsreiche Moselland zwischen Kochem und der Marienburg. Kochern mit seinem Schloß und der Winneburg ist bekannt, und auch die Namen Beilstein, Marienburg und Bad Bertrich haben seit langem den verdienten guten Klang. Das ist aber bei weitem nicht alles, was es dort zu sehen gibt. Wer von Bullay nach Alf übersetzt, blickt gegen die steile Ostwand des Sollig, den wir von Alf aus besteigen. An einer Kapelle und einem Aussichtstempel oorbei geht es auf Weinbergswegen steil bergan; schön sind die Rückblicke auf Alf, Bullay und die Marienburg. Wo der Weinbau endet, beginnt eine Niederwaldzone, die die ganze breitgelagerte, fast 400 Meter Höhe erreichende Gipfelkuppe umfaßt. Oben trifft man ein Aus- sichtsgerüst an, das eine eindrucksvolle, eigen - artige Aussicht erschließt. Die sanfte Aufwölbung der Kuppe verbietet den Blick in den unmittelbar zu Füßen liegenden Abschnitt des Moseltals, doch sieht man dafür nicht weniger als drei' andere Stellen des gewundenen Flußlaufes: oberhalb der Bullayer Brücke, bei Briedel und bei Reil. Und bann Berge oder Hochfläche, wohin das Auge blickt! Prächtig heben sich etwa die das Bertricher Tal begleitenden Berge heraus, aber auch sonst ragt in Nähe und Ferne manch stolze Höhe empor, so daß es auch dem Anspruchsvollen schwer fallen wird, sich von dem schönen Rundbilde los- zureißen. Dom Sollig vermag man über das Höhendorf Beuren zum Calmond zu gelangen, der 378 Meter Höhe erreicht und auch von Bremm ober der Nordseite her erstiegen werden kann. Er ist einer der schönsten Moselberge! Mit einer ungewöhnlich steilen und felsdurchsetzten, breiten Südwand fällt er gegen den Flußabschnitt zwischen dem prächtig gelegenen Bremm und der euerer Eisenbahnbrücke ab, um sich von Norden und Osten kaum weniger schroff aus dem Ellerbachtal zu erheben. Nur im Südwesten, in der Richtung auf Beuren, steht er mit der dortigen Hoch- SpajarnRheioMoppiii'ii Pension Wirtb. - Volle Pension, Nachsaison 3.25 bis 3.50 RM. 4 Mahlzeiten - keine Nebenkosten. Herrliche Lage — - Nheinterrane. Bad und WO. im Hause. tauP Berge und Menschen der Vorderrhön Von Or. Siegfried Brase. Weilburg — Merenberg — Mengerskirchen — knoten — Driedorf. Diese lohnende Westerwaldwanderung beginnen wir in Weilburg, dem reizvollen Lahnstädtchen. Wir gehen schwarzen Strichen nach, die uns auf guter aussichtsreicher Straße nach Merenberg bringen. Hier besteigen wir die Burgruine, um uns an dem herrlichen Rundblick zu erfreuen (Turmschlüssel in der Wirtschaft am Fuß der Ruine) und wandern bann über die Dörfer Bärig, Reichenborn und Rückersbach am Seeweiher vorbei nach dem hoch- liegenden Mengerskirchen, einem Flecken mit altem Schloß. In der Nähe liegt versteckt eine verfallene Ruine, die Mayenburg. Der weitere Weg führt über Arborn hinauf zum 604 m hohen Knoten, wo sich uns ein schöner Blick über den hohen Westerwald erschließt. Ferner sehen wir Greifenstein, Großer und Kleiner Feldberg, Hohensolms, Dünsberg und Himberg. Vom Knoten wenden wir uns abwärts über Münchhausen nach Driedorf, einem alten Städtchen mit zwei Ruinen, das im Mittelalter in hoher Blüte stand. Von Driedorf fahren wir über Herborn wieder zurück. Wanderzeit etwa 6 Stunden. Und jetzt im sechsten Jahrzehnt die erste neue Fahrt. Der „Hollentäler" legt jetzt eine weite Bumerangschleife um die Stadt, bevor er in der | Wiehre ganz ernst macht. Die Kreuzblume des I Münsters winkt noch einmal, und schon hinter Lit- tenroeiler, dem köstlichsten aller Freiburger Vororte,! liegen die Bauernhöfe tief gebettet in den saftigen Matten. Im hohen Gras stehen die Mähder und hauen zu. Aus Wolkentürmen fallen blendende Lichter auf die blauen Berge. Im Himmelreich fangen die Wasser an zu rennen und zu raunen, und zwischen den schwarzen Hirschsprungfelsen brodelt und schäumt die Hölle. Der Atem geht immer tiefer. Harzduft füllt die Nüstern. Inseln blauer Wunderblumen wechseln mit Wildnissen von Huflattich. Aber die olivengrün gestrichenen Hochspannungsmaste an der Bergseite sieht fast kein Mensch. So voller Ehr- Kt vor der Natur ist die Strecke elektrifiziert en. In vier Sprachen hört man diesen Takt gegen die Schöpfung loben. Aus den Leitungen singt der elektrische Strom, dem Wind und dem Wasser verwandter als der puffende Dampf, und hebt uns hinauf in die birkenweiße Moränenland- schäft des Titisees. Auch die Taubenwirtin ist Der- Dicht über Vacha und seinem alten Stvrchenturm ragt die Kuppe des O e ch s e n, ein vorgeschichtlicher Kultplatz, empor. Ein Sonnenuntergang hier oben erlebt, ist ein lohnender Auftakt zur Rhön- Wanderung. Die geschwungene Linie vieler Kuppen und Kegel schließt im Westen der große bläuliche Hintergrund der Hohen Rhön ab. Als Nachbarn reihen sich diesem Ragpunkt bis in 700 Meter Seehöhe der Dietrichsberg und der Baier zum Kleeblatt an, nordwärts von einer anderen Gruppe, den neun Bergen des „Hessischen Kegelspiels" gegrüßt. Zu Füßen des Baiers liegen an der Felda, zwischen Waldsäumen und geblümter Aue, S t a d t-L e n g s f e l d, aus dem Porzellantassen in alle Welt gehen, und der Flecken Dermbach mit einem ehemaligen Fuldaer Fürstenschloß und stattlichen Kirchen. Unweit von hier, wo 1866 der letzte Bruderkampf zwischen Preußen und Bayern entbrannte, findet man einen Bestand tausendjähriger Eiben. Heimische Holzschnitzerei dieses Bezirkes reicht auf lange handwerkliche Ueberlie- ferung zurück; unter einem der steilen Rhön- basaltbrüche stellt man für den Wandersmann die Thermosflasche her. In und um Kaltennordheim, neben den Zeugen heimischer Geschichte, Schloß und ragender Wehrkirche, zimmern Werkstätten Tisch und Schrank für junge Paare weithin, ist außer vereinzelten Webstühlen seit alters der Peitschenmacher zu Haus, aber freilich durch die Motorisierung „unter die Räder gekommen". In den bergumfaßten Dörfern eines einsamen Seitentals werden Puppen und Gobe- lingemebe hergestellt, die aus geschickten Frauenbünden nach der alten kunsthandwerklichen lieber» lieferung entstanden. Das mittlere Feldatal wird von dem hohen Nacken' des Gläsers beherrscht, auf dem eine Hütte zur Rast lädt. Südlich heben sich schwei- |sende Matten dem Ellenbogen au; an 900 ...nach Herzenslust Mensch sein! Das Geheimnis der „Münchner Stadt". Von K. Krieger. Fast jede deutsche Stadt hat ihre charakteristische Merkwürdigkeit, um derentwillen man sie liebt: so etwa Köln seinen Dorn, Hamburg die Alster, Potsdam sein Sanssouci. Wer aber München mit einem Wort sinnfällig kennzeichnen wollte, der hätte es schwer. Die Residenz ist ein berühmter, wunder- voller Bau aus vier Jahrhunderten, aber sie allein ist nicht München. Die Kirchen sind einzig in ihrer Art, aber wirklich nicht die Hauptanziehungskraft der Stadt. Das Deutsche Museum, die Kunst- Sammlungen, die Ludwigstraße und die in die Zukunft weisenden Bauten des neuen Deutschlands um den Königlichen Platz — das alles ist Kultur, Erbauung, Andacht, aber keines für sich allein ist München. Auch anderes, was diesseits von Gut und Böse liegt, das Münchner Bier zum Beispiel, der Münchner Fasching, das Oktoberfest oder die Nähe der Berge — sie alle gehören zum Inbegriff „München", gehören zu einer Stadt, die alle Augen heller strahlen läßt, sobald jemand draußen in der Welt von ihr erzählt. Natur, Resident, Museum und „Ewige Wacht", alles zusammen ist München! Es geht einem mit dieser Stadt wie mit einem lieben Menschen. Er ist als Ganzes schön und wert, und wenn einer fragen wollte, was man am meisten an ihm liebe, das Auge, die Gestalt, eine Hand, — man wüßte es nicht und fände erst nach langem Suchen die Antwort: am innigsten zu schätzen sei das Ungreifbare, das Wesen. Das Gemüt ist auch Münchens bester Grundzug, nicht, weil es im Lied vom „Alten Peter" immer wieder sich vorstellt, nicht wegen der Ländlerfreudigkeit in Schwabing oder Giesing, auch nicht wegen der jovialen Herablassung des Dienstmannes am Münchener Hauptbahnhof. Die Gemütlichkeit der Münchener Stadt steckt tiefer; sie liegt in der einzigartigen Stellung, die ihre Bewohner zum Leben einnehmen. Sie nehmen das, was sich auf Erden hier begibt, nicht als letzte Offenbarung. Ein Spaziergang in der ersten Frühlingssonne ist den meisten wichtiger als hundert Telephonanrufe im Büro, und selbst für Münchener Bankdirektoren kann etwa ein Tag in den nahen Bergen mehr bedeuten als ein Gang zur Börse. Heber solche Eigenschaften seiner Ureinwohner ist München oft schön der Rückständigkeit, sogar der begriffsunsicheren Enge geziehen worden. So ein Urteil gibt freilich nur ab, wer München bloß vom Umsteiqen im Bahnhof her kennt. Ist der „Zi^ gereiste" erst selber seßhaft geworden, fühlt er sich in München wohler als bei sich zu Hause. Denn KleineWettgeschichie imHöllental Schwarzwalderinnernngen von Ant Fendnch RDV. Für mich begann die kleine Weltgeschichte im Höllental genau vor fünfzig Jahren. Das Signal gab der Postillon vom hohen Sitz einer mächtigen gelben Kutsche. In der rechten Faust hielt er die Zügel von sechs scharrenden Pferden, mit der linken preßte er das Horn an die Lippen. Unter Trara ging es in der ersten Morgenfrühe über das holprige Pflaster zum Freiburger Schwabentor yinaus. Im Augenblick, als das Posthorn den Schläfern ringsum zu Gemüte führte, daß es noch andere Welten gab als die ihren, hob sich an einem Hause sanft ein Fenstervorhang. Dahinter wurde im hochgeschlossenen Nachtgewand ein Mädchen sichtbar. So schön erschien es dem zum ersten Mal in die Welt Reisenden, daß ihm durchs ganze Himmelreich bis zum Postwirtshaus mit den zwei schnäbelnden Tauben nichts von dem offenbar wurde, was man damals mit einem neuen Wort: die Landschaft nannte. Und er war doch so sehr darauf aus gewesen. Es lebte mehr Himmelreich in ihm als um ihn herum. Kirchgöns — Kleeberg — Köhlerberg — Vrandoberndorf — Schornfeld — Vuhbach. Mit Sonntagskarte Butzbach fahren wir nach! Kirchgöns, wandern von hier ohne Zeichen über Nieder- und Oberkleen nach dem malerisch an den Berghang gelehnten, von einer Burg bekrönten: Kleeberg mit guten Gasthäusern. Der weitere Weg führt uns über den bewaldeten Köhlerberg nach Vrandoberndorf mit vielen wohlerhaltenen, teilweise mit reichen Schnitzereien und Malereien gezierten Fachwerkhäusern. Auch wird hier noch vielfach die alte hessische Tracht getragen. In Vrandoberndorf treffen wir blaue Striche, die uns nunmehr bis zum Schluffe das Geleit geben. Nachdem wir ein kurzes Stück in dem lieblichen Solmsdachtal aufwärts gegangen sind, führt uns das Zeichen über die die Landschaft beherrschende Höhe des Schornfelds — 438 m — mit hübscher Aussicht nach Norden und hierauf in angenehmem Wechsel von Wald und Feld am gastlichen Forsthaus Butzbach vorüber, zuletzt einen Pfiff, brauste in einen Tunnel — und der Thüringer Kaligebiets, führen Spuk verschwand. an Waldwiesen der forellenreichen * bei; nebenan leitet das nächste Rhöntal, das Tal Und dann 1916: der „Höllentäler" fuhr nicht der Ulster, in das Zentrum des Gebirges, der mehr oft. Deutschland mußte Kohlen sparen. Bei Wasserkuppe zu. Zwischen beiden Gründen ist das Kriegsbeleuchtung war nicht mehr gut lesen. Werrastädtchen Vacha, unweit des Solbades Deutschland mußte an allem sparen. Und als ich Salzungen, nördliche Eingangspforte zur zum Weihnachtsabend ins Hauptquartier-Ost fuhr, Rhön. Es überrascht mit einem der schönsten mitkam im letzten Augenblick schnaufend ein altes teldeutschen Rathäuser, dem breiten, hochgestockten Mütterchen an den Zug in Hinterzarten, streckte Fachwerkbau der Widemark; auf einen hessischen mir ein in Papier gewickeltes Stück Speck durchs Kriegsoberst des 17. Jahrhunderts zurückgehend, Fenster und sagte, nach Atem ringend: „Für , ~ " ' v " Auf der Leipziger Herbstmesse wird Reichskammer der bildenden Kun st e mit einer Reiseandenken-Sonderschau vertreten fein, die in wirksamster Weise Anschauungsunterricht erteilen will, wie Reiseandenken beschaffen sein müssen, um deutschem Werkschaffen und Brauchtum Ehre zu machen. Anknüpfend an die vom geschästs- führenden Präsidenten des „Reichsausschusses für Fremdenverkehr", Staatsminister a. D. H. Esser, Kampf demKiischimIremdelwerkehr. Reiseandenken-Wander schau aus der Leipziger Herbstmesse. überfonnfer Berggesellen. Entgegengesetzt führt ein Wanderweg über die Hohe Geba oder die Ruine Henneberg, Stammsitz eines berühmten Grafengeschlechts, in den Werragrund hinab, der bei Meiningen sich malerisch in die Senke zwischen Rhön und Thüringer Wald bettet. Günstige Kraftpostverbindungen erleichtern die Zu- und Uebergänge, wo die Bahnen aufhören, so auch zwischen Kaltennordheim und Fladungen. Hier rafft sich der bayerische Vorhang der Rhön, läßt aber noch einem versprengten Thüringer Bezirk Raum: durch seine alte Kirchfeste und die an einer nahen Waldhöhe emporgereckten Mauern der Lichtenburg nimmt Ostheim gefangen. Südwärts senkt sich das Vorgebirge zur Fränkischen Saale; dort überragt Neustadts vielberühmte Ringmauer der Bergfried der S a l z- b u r g, einer Kaiserpfalz, deren Umfang einst Deutschlands größten Burgen kaum nachstand. Für diese Südseite bildet der Kreuzberg mit seinem Kloster und den Wallfahrtsstationen auf dem Gipfel die beherrschende Höhe. Hat man ihn erstiegen und ist so in den Gebirgskern gedrungen, dann lockt mit kräftigsten Massen und Wölben die benachbarte Hohe Rhön nach ihrer Umstreifung zu einer abschließenden Wanderung. Man wird klüger und — älter. Ein kleines Dezennium ist bald vorbei. Ich war in die tiefverschneite Heimat zurückgekehrt. Die Wirtin zu den „Zwei Tauben" gab mit wohlwollend in die breiten Hüften gestemmten Armen diesmal geradeso darauf acht, daß der Gast ja nicht zu wenig Brot, Butter und Honig zum Kaffee bekäme wie zehn Jahre vorher bei dem einstigen Primaner. Aber als hoch hinter dem Haus über die von italienischen Arbeitern gebaute Zyklopenmauer ein Zug paffte, wies sie geringschätzig mit dem Daumen nach oben auf den schwarzen Nebenbuhler, der nun ganz Falkensteig unten liegen und das stolze Reichspostschild in einem Winkel verrosten ließ. Den Trost des Fortschrittes lehnte sie ab. Fast mit einem schlechten Gewissen wartete ich in Hirschsprung auf den Zug. Tapfer kam er mit feinen kurzen Wagen aus dem Felsenloch gefahren. Bis die kleine Schub- uiii ___________ . v „ lokomotive hinten angetoppelt, bis gepfiffen und über den Schrenzer (schöner Blick über die Wetterau) wieder gepfiffen und schließlich das Zahnrad mit nacfj unserem Endziel Butzbach. Dauer der Wande- hörbarem Knacken in die Zahnstange eingefd)nappt rung 5ya Stunden. war, marschierte eine in viel Pelz gehüllte Gestalt, zwei lange Bretter über der Schulter und mit einer Art Speer bewaffnet, ernst den Bahnsteig auf und ab. Nansen hatte im Jahre vorher sein Schiff im Treibeis verlassen, um den Nordpol auf Schneeschuhen zu erobern. Er konnte das nicht tun, ohne damit auch im Schwarzwald den Schnee aufzu-, - ,- ;r. s. wirbeln. Die Welt ift klein. Aber das Züglein Von Jahr zu Jahr ift -Hohe Rhon allge staunt- über den alemannischen Eskimo. mein, bekannter geworden. Dazu haben vor allem 1 die jungen deutschen Segelflieger beigetra» * . gen, die in diesen Tagen auf der Wasferkuppe Das Jahrhundert wechselte die Nummer. Die jhx^n 17. Segelflu g-W e 11 b e ro e r b austra- Grohstädte erwachten aus ihrem steinernen Schlaf, gen Minderbeachtet blieb dagegen die Vorder- unb die ersten Wandervögel flogen auf, Kochkessel xhjjn, und doch verdient sie in mancher Hin- unb Lauten auf bem Rücken. Ein neues Jahrzehnt sjchz ausgiebigen Besuch. Sie bildet den Ostflügel wurde voll. Aus den Fahrten aus der Gotik des foe5 Gebirges, der sich von der Werra her a n Hochwalds hinab in die der Freiburger Brunnen & e r tljüringif ch-h essischen Grenze, die und Weinstuben und zurück las es sich gut. Die zugleich eine Sprachgrenze ist, nach Bayern ent» neuen Aussichtswagen waren bequem. Ein Blick'- ' - *- ~ ,v aus dem Buch durchs Fenster — und das Tal wurde lebendig: die Dinarier flüchteten vor Kelten und Germanen in die Bergwälder, bis drunten auf der Heerstraße des Rheintals wieder alles geheuer war. Die römischen Eroberer brannten bei Kirchzarten ihre Ziegel mit der eingeprefjten Legionszahl und schauten bei dem Geschäft vergeblich den Alemanninnen nach. Die Benediktiner zogen Psalmen singend hinauf nach St. Blasien, und der schwäbische Bauer fuhr mit feinem Wagen voll Talern von Tuttlingen durchs Himmelreich, um in Freiburg einzukaufen. Die Falkensteiner Knechte raubten die Kaufleute aus, die ihr schönes elsässisches Tuch von Straßburg nach Wien bringen wollten; verwundert sahen die alten Tannenriesen die Staats- , ..... karosse das Tal herabkvmmen, in der Marie Antoi- Klima ihre Menschen festgehalten. Sie sind nicht nette bem Schafott in Paris entgegenrollte, und abgewandert, sondern blieben ihren zuweilen noch Arm um Schultern wanderte Simplizissimus mit schindelgedeckten Hausungen, heimischem Lied und feinem wiederentdeckten Herzbruder der Baar zu, Brauchtum treu. Ihre schlichte, herbe Art verum von dort für seine Sünden auf Erbsen die schenkt sich nicht so leicht und Wallfahrt nach Einsiedeln anzutreten. Nicht ohne, benachbarten Thüringerlandes für feinen Teil wenigstens, vorher die Erbsen schen. gründlich gekocht zu haben. Da tat die Lokomotive Von Dorndorf her, von S.jf.-tfportf Die Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Berlin $ronflurt a. 28f. 8 120,25 120,13 Banknoten. 97 ,ö io; 9 10! 113,13 100 98,75 Schluß- kurs 13,4 9 101,13 97,5 95 109,65 29,3 2,95 8,95 8,35 13,65 100,9 97,5 95 109,65 VfB -Reichsbahn Gießen. Kirchhain auf dem Watdfportplah. SchlM AbeLid- bösle P8,75 ) 97 j 101 / 93,4 126 120 97 100,75 101 97,5 95 109,65 2,9 8,8 8,15 8,3 1 3,25 2,9 8,85 Auch der zweite Trainingstag zum „Großen Bergpreis" im Freiburger Schauinsland brachte neue Rekordfahrten. Großes Bedauern rief die Nachricht hervor, daß der Rekordhalter und Berg- meister 5)ans Stuck am Sonntag seinen Auto-Union wegen der wieder aufgebrochenen chandverletzung nicht steuern kann. Der Wagen wird Ernst von Delius anvertraut, der sich schnell damit zurechtfand und als beste Fahrzeit 7:56,8, d. h. über 90 km/st. Der weitaus Schnellste war jedoch wieder Bernd Rosemeyer, der seinen Auto-Union mit unnachahmlicher Bravour steuerte und mit 7:46,4 gleich 92,6 km/st seine Dortags-Bestleistungen übertraf. Brivio hatte mit seinem Alfa Romeo noch einige Schwierigkeiten und kam erst an die 86- krn/st-Grenze heran. In der Mittelklasse übertraf der Engländer Tonge mit ERA. als Einziger die 80 Kilometer In der Klaffe der kleinen Rennwagen blieb Kohlrausch mit MM. unanfechtbar. Mit einem als Sportwagen aufgemachten Alfa- Romeo-Monoposto überbot Farina mit 86,67 km/st den seit dem Jahre 1931 von Caracciola mit 81,29 km/st gehaltenen Klaffen-Rekord. Wieder Auto-klnion gegen Alfa-Nomeo 12 Rennwagen im ..Großen Preis von Italien". Der letzte „Große Preis" in Europa, der in diesem Jahre zur Entscheidung gelangt, ist der von Italien, der am 13. September auf der Bahn von Monza ausgefahren wird. Nach dem großen Erfolg von Pescara wird es auch hier wieder zu einem großen Zweikampf zwischen der Auto-Union und Atta-Romeo, da bisher von Mercedes noch keine Meldungen vorliegen, kommen. Die Auto-Union hat vier Wagen genannt, für die als Fahrer Barzi, Stuck, Rosemeyer und wahrscheinlich Ernst von Delius in Frage kommen. Das Mailänder Werk tritt mit der gleichen Anzahl in den Wettbewerb, dazu kommen zwei Kohlgemüsen. Nachfrage vollkommen ungenügend. Preise für Bohnen und Tomaten weiter gefallen. Starke Ueberstände. U. a. notierten: Blumenkohl I 20 bis 30, II 15 bis 18, III 5 bis 12, Buschbohnen 4 bis 6, Stangenbohnen 7 bis 10, Wachs-(Busch-) Bohnen 6 bis 8 Stangen- (Wachs-) Bohnen 8 bis 10, Eskarol 3 bis 5, Salatgurken 6 bis 10, Einmachgurken Essig 0,35 bis 0,70, Salz 0,80 bis 1,10, Karotten 4 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,10 bis 3,30, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 3 bis 10, Lauch 3 bis 5, Pfifferlinge 20 bis 23, Rettich 3 bis 10, Römischkohl 4 bis 5, Rotkraut VA bis 4, Sellerie 8 bis 25, Spinat 8 bis 10, Tomaten la 7 bis 8, I 4 bis 6, II 2 bis 3, Weißkraut 2% bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln (Gärtner) 5,00, Pfälzer und Sachsen 4,80 bis 5,00. Ob ft und Südfrüchte: Aepfel und Birnen sowie Zwetschen gut angeboten, Mirabellen merk- lich abnehmend. Nachfrage nach gutem Obst gut, im übrigen schleppend. Preise für Pfirsiche und Zwetschen nachgebend. U. a. notierten: Aepfel: Alexander 12 bis 16, I 12 bis 20, Lebe! 12 bis 15, Goldparmänen (ital.) 26 bis 30, Falläpfel 4 bis 5, Kochäpfel 7 bis 10, Birnen I 20 bis 25, II 12 bis 18, Kochbirnen 7 bis 10, Klapps I 18 bis 22, II 14 bis 16, William I 20 bis 25, II 15 bis 18, Brombeeren 20 bis 22, Mirabellen I 28 bis 32, II 22 bis 25, Pfirsiche 20 bis 35, ital. 30 bis 40, Preißel- beeren 22 bis 30, Reineklauden 12 bis 18, Trauben ital. 25 bis 28, 16 bis 20 jugosl., Zwetschen 12 bis 15, Bananen 12^-kg-Kiste netto Kam. 4,50 bis 5,00, Westind. 6,50 bis 7,00, Bras. u. Kanar. 5,00 bis 5,50. 4% Oefterretd)t|(he Goldrente... 4,20% Oesterretchijche SUberrente 4% Unoartfdje Woldrente ....... 4% Unflnrifdie Staattirente v. 1910 *Vi% bedfil. von 1913......... 6% cbgefl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleiht Serie 1.................... ,25 ',75 !,25 113 100 mit einem Spitzenereignis allerersten Ranges zu Wort, mit dem Spiel „Schalke — Nürnberg", der mit großer Spannung erwarteten Begegnung zwi- chen den deutschen Meistern der letzten beiden Spieliahre, die sich zulekt in der Vorendrunde zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft gegenüberstan- den, wo der „Club" die mit großen Hoffnungen gestarteten und von Tausenden als Favorit erklärten „Knappen" aus dem weiteren Wettbewerb aus- chattete und sich dann im Endspiel gegen Düsseldorf die „Deutsche" holte. Dieses Spiel dürfte einer der Höhepunkte des sportlichen Programms werden. Auch die Reiter kommen zu Wort. Bei einem solchen Zusammentreffen der besten Vertreter zahlreicher Sportarten dürfen natürlich auch unsere lOOprozentigen Olympiasieger, unsere Reiter, nicht fehlen. In einem Kanonen-Jagdspringen, an dem etwa 15 bis 20 der besten deutschen Reiter mit den erfolgreichsten Springpferden teilnehmen, wird den Massen die Bekanntschaft mit unserer hervorragenden Streitmacht der Reiter vermittelt. Rosemeyer auf Nekord-Iagd. ..Großer Bergpreis" ohne Stuck. Die Gießener 2. Mannschaft hat immer noch nicht ihre Spielstärke wiedergefunden. Sie tritt in neuer Besetzung auf den Plan. Ob diese sich gegen die Sportfreunde aus Wetzlar durchzuschen vermag, ist fraglich. Die entscheidende Rolle dieses Spieles liegt bei' dem Gießener Sturm, der in den seitherigen Spielen überhaupt keine Durchschlagskraft zeigte. VfB. A. h. — Kurhessen Marburg 2L H. Da das vorsonntägliche für Marburg vereinbarte Spiel nicht zustandekam, so fährt diesen Sonntag die Mannschaft zu dem Gastgeber. Die A.-H.-Mann- schaft von Marburg ist sehr spielstark. Spielvereinigung 1900 Gießen. lufpo Raunheim — 1900 Liga. Die Blau-Weißen haben für Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen den vorjährigen Meister des Bezirks, Turn- und Sportverein Naunheim, abgeschlossen. Nach einem Unentschieden im vergangenen Jahre war es 1900 noch nicht vergönnt, trotz stärk- ster Mannschaftsaufstellungen, in Naunheim zu einem Siege zu kommen. Auch diesmal wird es nicht dazu kommen, denn die Blau-Weißen müssen wiederum mit zahlreichem Ersatz antreten, während die Gastgeber wohl die stärkste Vertretung mit Docter, Hattert, Keusch usw. zur Stelle haben werden. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Morgen fährt die erste Mannschaft nach Friedberg, um das fällige Rückspiel zu erledigen. Wie im Vorspiel, so wird auch im Rückspiel die technische und taktische Ueberlegenheit der DfB.er aus Friedberg ausschlaggebend sein. Die neuaufgestellte zweite Mannschaft beteiligt sich bei den Pokalspielen in Lich. Da sie als spielstark bezeichnet werden muß, kann man mit Ruhe dem Ausgang der Kämpfe entgegen sehen. Schatte oegerr „Güib". Das Spiel der Meister beim Reichsparteitag. Das große Sportfest, das die NSG. „Kraft durch Freude^ anläßlich des Reichsparteitages am 12. September als Volksfest im Nürnberger Stadion- gelönde aufzieht, ist selbstverständlich nicht ohne j Fußballspiel zu denken. Der Fußball kommt sogar 109,6,5 C9 [3 8,185 0,4 IM 222,50 (225,50). Renten blieben sehr ruhig, Altbesitz kamen mit unv. 113, Reichsbahn-VA. mit 123 (122,90) zur Notiz. Späte Schuldbuchforderungen, Zinsvergütungsscheine und zertif. Dollar-Bonds lagen behauptet, Kommunal-Umschuldung etwas leichter mit 88 (88,05). Industrie-Obligationen bröckelten etwa 0,25 v. H. ab. Goldpfandbriefe unverändert, auch Liquidationswerte und Stadtanleihen, Meininger Liquid, fester mit 101,35 (101). Rhein. Hyp. Bank KO 94,75 (95). Auslandsrenten lagen ruhig bei behaupteten Kursen. Im Freiverkehr wurden bewertet: Adlerwerke 113, Pokorny 112, Ufa 61,50 (62), Growag 83, Kali Wintershall 121,50, Dyckerhoff Gement 135 (134,50). Abendbörse knapp behauptet. Auch die Abendbörse war nahezu geschäftslos. Die Kulisse übte weiterhin Zurückhaltung, die Kundschaft fehlte mit Aufträgen. Bei denkbar kleinsten Umsätzen blieben die Aktienkurse in den meisten Fällen nur knapp behauptet. Gegen den Berliner Schluß bröckelten die Kurse etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ab, Metallgesellschaft um 1,25 v. H. auf 133. IG. Farben konnten sich mit 160,75 (160,65) ebenso wie Kunstseide AKU. mit 60,50 (60,25) gut behaupten. Der Rentenmarkt lag still. Don Stadtanleihen gingen 4,50 v. H. Darmstadt von 28 auf 94,50 (95) zurück. U. a. notierten: 4,50 v. H. Darmstadt von 28 94,50, Reichsbahn-VA. 123, 4 v. H. Oesterr. Ein- heits-(Juli-)Rente 1,80, 4 v. H. Rumänen 5,40, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 230, Adca 84, Commerzbank 100, DD.-Bank 100, Dresdner Bank 100, Buderus 110,50, Mannesmann 106,50, Hoesch 107, Rheinstahl 135,50, Verein. Stahl 106,50, Otaoi Minen 31,75, AKU. 60,50, AEG. 37,50, BMW. 135,25, Bekula 152, Bemberg 83,50, Chem. Albert 117, Conti Gummi 175,25, Daimler 122,50, Deutsche Erdöl 124,50, Scheideanstalt 273, Deutsche Linoleum 168, Licht 8- Kraft 147,65, IG. Farben 160,75, Geffürel 135, Goldschmidt 115,50, Holzmann 124,50, Iunghans 98,25, Muag 118,50, Metallgesellschaft 133, Moenus 94, Rütgerswerke E 130,50, Schuckert 151, Westdeutsche Kaufhof 52,75, Südd. Zucker 209, AG. für Verkehr 115, Nordd. Lloyd 14,50. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 28. August. Ueberrnäßiges Angebot von allen G e m ü f e arten, besonders aber von Blumenkohl, Bohnen, Gurken, Tomaten und — Ein Auto für 1450 RM. Fwd. Die Adam Opel AG., Rüsselsheim, hat den Preis für den kleinen Typ ihrer Produktion, den „P 4", ab 1. September 1936 um 200 Mark oder 12 v. H. auf 1450 Mark gesenkt. Diese Preissenkung, mit der erstmalig die 1500-Mark- Grenze unterschritten wird, bedeutet abermals einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Motorisierung immer breiterer Volksschichten. Die Vorgeschichte des billigen Opel-P-4-Wagens beginnt mit dem „Laubfrosch", der mit feinem für die damalige Zeit (1924) sehr niedrigen Preis von 5250 Mark den ersten in großen Serien hergestellten Gebrauchswagen darstellte. Langsam sind dann die Preise gefallen. Bis 1929 war der Preis bereits auf zwei Drittel, auf 3500 Mark, bis 1934 auf ein Drittel, auf 1850 Mark, gesenkt worden. Im November 1935 fiel die Preiskurve abermal auf 1650 Mark, um nun ab 1. September 1936 den bisher unerreicht niedrigen Stand von 1450 Mark für die Normallimousine zu erreichen. Nbein-Mainische Börse. Mittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 28. Aug. Auf kleine Rückkäufe der Kundschaft war die Börse am Akti e n- markt etwas erholt, doch war die Kursentwicklung noch uneinheitlich und vielfach von Zufallsausträgen abhängig. Die kürzlichen Betrachtungen des Instituts für Konjunkturforschung blieben auf die Unternehmungslust des berufsmäßigen Börsenhandels weiterhin nicht ohne Einfluß. Das Geschäft bewegte sich in denkbar engsten Grenzen und die Zahl der zur Erstnotierung gekommenen Papiere war sehr gering. Ueberwiegend erholt waren Montanwerte, Mannesmann 107,50 (106), Hoesch 107,25 (106) Verein. Stahlwerke 107 (106), Rheinstahl 135 (134), Klöckner 110,90 (110) und Buderus 110,50 (110). Die Farben-Aktie lag mit 160,40 (160) nur mäßig höher, ebenso Scheideanstalt mit 273 (272,50). Arn Elektromarkt wurden vorerst nur RWE. mit unv. 130,25 notiert. Daimler Motoren erholten sich um 1,65 auf 123,40 und Westdeutsche Kaufhof um 0,75 v. H. auf 53. Reichsbank und Jul. Berger lagen unverändert. Etwas schwacher notierten Deutscher Eisenhandel mit 130 (13!,25), Deut ch-Atlanten-Teleqraf mit 116 (117,75) auch Aku mit 60,50 (60,65) waren nur knapp gehalten. Die Geschäftsstille hielt auch später an und im allgemeinen wiesen die Kurse kaum Veränderungen auf, IG. Farben lagen etwas hoher mst 161 nacy 16?)er fRentenmarft lag ruhig bssi gut be- haupteten Kursen. Altbesitz etwas hoher mit ca. ^InFolgPber anhaltenden Geschäfslos^gkeit bröckelten die Kurse am Aktienmarkts überwiegend etwas ab, insbesondere am Montan^arkt ergaben setzung des Dorsonntags. VfB.-R. II — Sportfreunde Wetzlar II. ___Gäste gehören der Bezirksklasse der Gruppe Marburg an und spielen einen ganz auf Erfolg eingestellten Fußball. Bei dieser Spielweise kommt ihnen besonders die körperliche Verfassung der einzelnen Spieler zustatten. Aus diesem Grunde werden die Gießener gut daran tun, von Beginn an auf Sieg zu spielen, denn nur fo können sie sich vor einer Ueberraschung bewahren. Die bis jetzt nach der Sperre erzielten Resultate lassen erkennen, daß die Gießener ihre vor der Sperre zu Tage getretene Krisis langsam aber stetig überwinden. Die Mannschaft spielt mit geringen Umänderungen auf dem rechten Flügel in der Be- Namen zu nennen — nicht anders ergangen wie fpäter dem Hildesheimer Leo von Klenze, oder dem Rheinländer Friedrich Gärtner: sie wurzelten im bayerischen Erdreich und wurden Münchner in der Münchner Luft. Den Zauberhauch spürt jeder, der sich mit Behagen vollschaut an den Münchner Künsten. Brauche ich noch an den Abend solcher Tage zu erinnern? Es gibt in diesen Wochen eine Fülle festlicher Veranstaltungen in der Münchner Stadt: Richard-Wagner- und Mozart-Festspiele, Marionet- ten-Festspiele und Kunstausellungen, das Schach- Olympia und internationale Sportveranstaltungen. Landet man am Ende eines erlebnisreichen Tages zu später Stunde beim „bayerischen Dvnisl" und lernt die morgendliche Weißwurst richtig, ohne Messer, essen, dann findet der Gast aus Halle, Berlin, Mecklenburg oder England ganz von selber die Antwort auf die Frage „Warum nach München?" Mit dem „(Släferncn" an Rhein und Mosel. Der neue „gläserne" Aussichtstriebwagen, den die Reichsbahn seit kurzem für Rhein- und Moselfahr- ten eingestellt hat, erfreut sich bei den Besuchern des Rheins lebhaften Zuspruchs. In neun festliegenden Fahrten, die jeweils im Hauptbahnhof Koblenz beginnen und enden und unter Einschaltung der längeren Aufenthaltszeiten einen volle Tag beanspruchen, erschließt der „Glä- ferne" mit feinen Fahrten eins der schönsten deutschen Landschaftsgebiete. Die Rundfahrten führen in die Eifel, entlang der Mosel nach Trier, in den Westerwald und an die Lahn, an die Nahe (Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein) und in den Hunsrück, an den Mittelrhein und über Rüdesheim durch den sonnigen Rheingau zu den weltberühmten Taunusbädern Schmalbach und Wiesbaden. hier, das ist das letzte Geheimnis der Stadt, kann er nach Herzenslust Mensch fein. Der gemütvolle, nicht etwa nur „gemütliche" Geist umfließt gemächlich und sicher die Vorstellung vom Leben, und er gibt auch den Sehenswürdigkeiten, also dem Körperlichen der Stadt, ein besonderes Raumbild. Wenn einer vom Nachtzug, aus dem hohen Norden kommend, über den Stachus zum Karlstor schlendert und gleich von der Neuhauser- straße aus die tupfergrünen Hauben auf den Türmen der Frauenkirche auftauchen sieht, dann bekommt er das erste Gefühl für den heimeligen Aufbau der Münchner Stadt. Freilich, zur künstlerisch wissenden Begründung seiner ersten Ahnung muß er schon die paar Schritte hinübergehen zum Dom oder unter guter Führung einen langen Blick tun in die hohe Halle der Michaeliskirche. Auch das „Alte Rathaus", das sich vor einiger Zeit innen und außen frisch und zukunftsfroh erneuert hat, ist eines Besuches wert. Man lernt an ihm und in feinen tänzerischen Gestalten aus der Hand des Erasmus Grasser das alte bürgerliche München kennen, das, ins 20. Jahrhundert übersetzt, uns ein paar Häuserzeilen weiter am Viktualienmarkt handfest und unmißverständlich begegnet. Von hier oder vom Marienplatz aus sind immer nur Minuten zu gehen: zum Max-Josephs-Platz mit den Münch- ner Theatern oder zum Odeonsplatz mit feiner weihevollen Feldherrnhalle. Auch ein Stück neue Zeit, das Haus der Deutschen Kunst, ist auf einem kleinen Spaziergang zum Englischen Garten leicht zu finden. Das Bild der Stadt rundet sich unversehens, sobald einen der freie Nachmittag ins Isartal, nach Nymphenburg oder zum Schleißheimer Schloß führt. Bayerische Landschaft und Bayerisches Barock gehören zusammen; denn bei allem Einfluß von außen, bei allen französischen und italienischen Namen, ist die Kunst in Bayern aus dem heimatlichen Boden herausgewachsen. Es ist den Savoyern, den Cuvilli^s, oder Moreti — um wahllos ein paar sich Rückgänge von 0,25—0,75 v. H. IG. Farben 160,50 nach 161. Die erst später zur Notiz gekommenen Werte lagen überwiegend etwas fester, fo Muag mit 118,65 (117), Geffürel, Schuckert und Cement Heidelberg mit je plus 1 v. H. Hanfwerke Füssen nach Pause und Geldstreichung 87,75 (85,50). Etwas schwächer lagen Deutsche Linoleum mit 168,13 (169,50) und Rhein. Braunkohlen mit / Die hinter den Frankfurter Vuttergroßniarkt. F r a n k f u r t a. M., 28. Aug. Die Anlieferungen blieben infolge höherer Anforderungen für den Trinkmilchverbrauch hinter den Erwartungen zu« rück. Um die lebhafte Nachfrage des Konsums zufriedenzustellen, mußten zusätzliche Mengen aus den Kühlhausbeständen entnommen werden. Es notierten in Reichsmark per 50 Kilo frei Frankfurt a. SDt (Grohhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel); Deutsche Markenbutter 148, Dt. j. Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125. Holl. Butter 148. Fette: Schmalz wird ebenfalls seitens der Reichsstelle abgegeben, da durch die schwächere Beschickung von lebenden Schweinen zu den Viehmärkten eine leichte Verknappung eingetreten ist. Frankfurter Eiergrohmarkt. F r a n k f u r t a. M., 28. Aug. Die Zufuhren von Eiern haben in der abgelaufenen Woche keinen nennenswerten Rückgang erfahren. Bei stetiger Nachfrage kann der Bedarf befriedigt werden. Es stehen sowohl Inland- wie auch Auslandeier zur Verfügung. Außerdem setzt die Legetätigkeit der Jung- Hennen vereinzelt ein. Gefragt werden zwar in der Hauptsache frische Eier, doch werden auch Kühlhauseier, die ausreichend angeboten find, wegen ihres billigen Preises und ihrer verhältnismäßig guten Qualität gerne ausgenommen. Es notierten in Rpf. pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsver- faufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) S 12% bis 13, A ll’/< bis 12, I B IO8/* bis 11, C 10 bis 10/«, D 9 bis 9'/,. 27-8 101,25 97,75 102,4 113 100 98,75 97 101 93,5 125,25 120,131 97/ Schluß- kurs 27-8 101,25 97,75 Schluß!. Mittag- börsc 28-8. 101,25 97,9 102,9 113,25 100,13 98,75 97 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. „.h.n hi. fifihP her ,uleht betoloffenen Dividend- an. - Reichsbankdiskon, 4 V.H, Lombardzinssutz 5 o. S). Datum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5y.% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten ............ brlefanftalt, Pfandbriefe R 19 4y.% ehem. 7% Pr. Landespsand vrtefanst., Gold Komm. Lbl. 20 Eteuergutich.BerrecknungSk. 84-88 a angeführten 11 UIC VI Jranfturt a.M. | Berlin Franlfur Schluß- kurs a.M. öchlußk. Abend- börse 3er Schluß- lurs in Schloßt. Mittag« dörsc Schluß- kurs Schlußi. Abendbörse Schluß- kurs Schluß'. Mittag- böne Datum 4% vesgi. Serie U ............ 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4y»%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 4% Rumänische vercinh. Rente . 2y4% Anatolier ............. Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prlvat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconko- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank.............. 4 Reichabank ................ l'£ A.E.G...................... 0 Clektr. LieferungSgefellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilieaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ ß Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Steinen« K Halske............ k Lahmeyer & Co......... •••• 7 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............< Harpener................. 2'/ Hoesch Eisen—Köln-Neuefsen .. Ilse Bergbau ............... ( nlfe Bergbau Genüsse........ 1 Klöcknerwerke ............... 1 ManneSmann-Röhren........ 27.8. 6,75 5,4 43,25 14,13 14,5 114,5 100,5 100 100,25 184 37,75 152 126 146,75 131 133,5 130,25 150 183,5 143 110 124,75 127,65 106 134,75 111,5 160 28-8 6,75 9,85 5,4 43,5 14,13 14,5 115 100 100 100 184 37,5 152 125,75 147,65 130,5 135 125,5 130,25 151 185 142,5 110,5 124,5 128 107 134 110,9 106,5 27.8 9,75 5,45 14,13 41,5 14,65 114,4 124,5 100,5 100 100,25 183,5 37,5 152,25 125,5 146,75 130,25 133,25 126 131 150,5 182,5 145 110,5 125,5 127,5 106,5 163 134,9 110 107 28-8 9,15 6,7 9,8 5,4 44 14 14,5 114,9 124,5 100 100 100 183,5 37,65 152 125,65 147,65 130,5 135 125,5 131 151,25 184,75 142,5 110,5 124,9 129,5 107,65 163 134,5 111 106,7K Datum ManSselder Bergbau....... 6% Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....1*2 Rheinstahl ........ ■ 4 Bereinigte Stahlwerke...... 8yi Olavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% I. G. Yarben.Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................6 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. b Philipp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... < Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Pahenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhos ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......< Dessauer Ga» ...............7 Daimler Motoren............9 Deutsche Linoleum........... Orenstein « Koppel .......... Westdeutsche Kaufhof......... Accumulatoren-Fabnk....... i Conti-Gummi.............. 11 Mainkraftwerke Höchst a.9R....J Süddeutscher Zucker ........ 27.8. 150,25 225,5 134 106 121 120 173 160 272,5 116 129 124,25 143 156 60,65 84,25 146 119,25 121,75 169,5 52,25 389 — 176,5 I 34,13 95 >| 208 28-8 150 222,5 135,5 106,5 31,75 119 160,75 273 115,5 130,5 133 124,5 144 156 60,5 83,5 145 118,5 122,5 168 52,75 388 175,25 I 34 94,5 I 209 27.8 150 130,25 225 134,25 106,25 31,25 121 120,25 172 160,5 116 128,5 132,75 124,25 105,25 60 83,75 146 118 108,25 121,5 170 83,13 52,4 390 176 1 ** 28-8 150 130,75 222 136,25 106,65 31,5 119 173 160,65 115,5 130,75 134,25 124,75 105,5 60,25 83 144 118 106,9 122,25 168 84,4 53 386 175 1 * 1 210,5 27.August 28.August Amttiche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld | Briet uueno» Ulm 0,695 0,699 0,695 0,699 Brüssel .... 42,02 42,10 41,99 42,10 Rio de Jan. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,88 56,00 55,83 55,95 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,515 12,545 12,505 12,535 HeliingforS. 5,519 5,531 5,514 5,526 Paris ..... 16,375 16,415 16,38 16,42 Holland ... 168,90 169,24 168,99 169,33 Italien .... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan...... 0,732 0,734 0,732 0,734 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 OSlo..... : 62,90 63,02 62,85 62,97 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,37 11,39 11,36 11,38 Stockholm... 64,53 64,65 64,48 64,60 Schweiz ... 81,07 81,23 81,10 81,26 Spanien... 30,87 30,93 30,87 30,93 Prag...... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest .. — —— —— Reuyock ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin, 28-August tfrlef Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,84 42,00 Dänische Noten ................. 55,63 55,85 Englische Noten ................. 12,47 12,51 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,57 169,25 Italienische Noten................ —— —— 62,63 62,89 Deuttch Oesterreich, & 1OO Schilling Rumänische Noten............... ——1 Schwedische Noten............... 64,26 64,52 80,92 81,24 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 30^54 30j6fl Maseratin ünb Je ein Wagen her gleichen^ Fabrik von der Scuderia Maremmana und der Scuderia Torino. Max Schmeling wieder in Deutschland. Mit dem Schnelldampfer „Bremen" ist Max Schmeling in den frühen Morgenstunden des Freitag wieder in Deutschland eingetroffen. Nach Braddocks Verletzung befragt, erklärte Schmeling, daß er keinen Anlaß habe, an der Wahrheit dieser Verletzung zu zweifeln, zumal der Weltmeister Geld sehr nötig habe und ihm bei diesem Kampfe 300 000 Dollar zugefallen seien. Auf die Frage, ob sich Joe Louis wieder in den Gang der Ereignisse einschalten könne, antwortete Schmeling mit einem „Nein". Die Neuyorker Boxkommission sei ehrlich und anständig genug, um sein Anrecht auf den Titelkampf mit Braddock nicht zu schmälern. Allerdings habe ihm Louis' Manager ein Kampfangebot gemacht, wobei Schmeling die gesamte Einnahme zufallen sollte. Schmeling will aber nicht wegen des Geldes boxen, sondern Weltmeister werden und daher habe er den Kampf abgelehnt. Schmeling wird im Oktober oder November wieder nach USA. fahren, um zu filmen und an einer Schaukampftournee teilzunehmen. Der Tittelkampf gegen Braddock wird im Juni 1937, vielleicht auch schon lm Februar stattfinden. Die Entscheidung darüber fallt erst in etwa sechs Wochen. Segelzielflüge nach Gießen. 11. Rhön.- 5 Segelflieger landen im Flughafen Gießen. Am Abend des Donnerstags weihte Reichsluftsportführer Oberst Mahncke das neue Wettbewerbshaus ein, das den Namen Groenhoff-Haus zum Andenken an den im Jahre 1932 tödlich verunlückten Segelflieger erhielt. Unter den Ehrengästen befand sich auch der Kommandierende General des X. Armeekorps aus Kassel, General von Dollmann. Hier besichtigt der Reichsluftsportführer (rechts) mit General v. Dollmann (halb verdeckt) ein Segelflugzeug. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Das Ausmaß des Startbetriebes und die Zahl der Strecken- und Fernzielflüge stand nur wenig hinter dem Vortage zurück, wenn auch die hohe Durchschnittsziffer der Ueberlandflüge nicht ganz erreicht wurde. Auch am Freitag gelangten wieder zahlreiche Fernzielflüge zur Durchführung. So konnten die beiden Königsberger Segelflieger Ruhnke und König, die gestern zusammen mit dem Danziger Piloten Kuhn den ersten Kettenfernzielflug der Welt von der Wasserkuppe nach Wiesbaden durchgeführt hatten, diesmal ohne ihren Danziger Kameraden den Flugplatz Gießen im Fernzielflug erreichen. Hier landeten außerdem Haase und Philipp-Berlin sowie Dr. Janke-Gießen. Der sächsische Segelflieger Walther flog bis über Limburg hinaus, während Peter Riedel, der mit dem Ziele Limburg gestartet war, in Butzbach niederging. Hier landete auch Hakenjos-Stuttgart. Es landeten weiter: Hanna Reitsch-Darmstadt 20 km vor Koblenz, Heidrich-Düsseldorf in Höhr- Grenzhausen, Müller-Magdeburg in Wachenbuchen bei Hanau, Bräutigam-Dresden in Unter- Schmitten bei Nidda, Röthemeyer-Paderborn bei Alsfeld, Siemers-Stuttgart bei Lauterbach (Oberhessen), Opitz-Darmstadt bei Wächtersbach, Sauerbier-Breslau bei Homberg (Bezirk Kassel), Huth- Hamburg vor Gießen, Treuter-Weimar bei Marburg, Wilhelm-Frankfurt a. M. bei Ullrichstein in Oberhessen, Reukauf-Hannover bei Ober-Eschbach, Helm (Lufthansa) bei Hungen und Steinig-Breslau in Körle, südlich von Kassel. Iaustball-Beoegnungen. Der morgige Sonntag bringt im Faustball in einigen Staffeln bereits die Rückrunde, während andere Staffeln noch Vor- und Rückspiele auszutragen haben. Die diesjährige Sommerspielzeit hat sich mit Rücksicht auf die herrschende Terminnot leider über Gebühr lange hingezogen, so daß den Spielen eigentlich nicht mehr das Jnteresie entgegengebracht wird, wie es eigentlich erwünscht ist. Hand- und Fußball sind nach der Sommerpause wieder auf dem Plan und die wenigen Faustballspieler müssen bereits darauf wieder Rücksicht nehmen. — Trotz alledem darf angenommen werden, daß morgen die letzten Spiele unter Dach und Fach kommen und daß man demnächst in dem alljährlich stattfinden- Rückspielen; Schwimmwetlkamps Offenbach-Gießen Handball im Sporlkreis Gießen und und einem 4:10,4 den Kreisspieltag bereits die Sieger der einzelnen Klassen feststellen kann. Hausen, Krofdorf, Holzheim und Garbenleich auf dem Platze des Tv. Hausen. Wie die Aussichten sind, ist im Voraus nicht zu sagen. In der Staffel! hat Nauborn Chancen in der Staffel II ist die zweite Garnitur von 1846 Gie- ßen recht gut und in der Staffel II! dürfte wohl Holzheim nicht zu schlagen sein. Der dritte Wettkampf, die Schwellstaffel über 50, 100, 200, 100 und 50 Meter zeigte die Offenbacher Mannschaft in Front. Der Gießener 200- Meter-Schwimmer war seinem Offenbacher Käme- raden nicht gewachsen; trotz des Vorsprungs, mit dem der Gießener die 200 Meter beginnen konnte, war es ihm nicht möglich, den Offenbacher Schwimmer über die gleiche Strecke von sich zu halten. Der Offenbacher kämpfte für seine Mannschaft noch einen beachtlichen Vorsprung heraus, den die Gie- ßener Schlußmänner nicht mehr aufholen tonnten. So blieb Offenbach in der Zeit von 6:20,8 Mm. verdienter Sieger. 2. Gießen (Hechler, Warner, Zimmer, Herbert, Horeyseck) 6,25 Min. Das Wasserballspiel, von dem man zunächst den Eindruck hatte, daß sich hier zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden, endete mit einem sicheren Sieg der besseren Offenbacher Mannschaft mit 1:3 Toren. Es treten an: Wetzlar-Niedergirmes, Nauborn, Atzbach und Erda zu den Rückspielen in Atzbach; Mtv. Gießen, Allendorf (Lumda), 1846 Gießen Alsfeld auf dem Mtv.-Platz in Gießen zu Vor- Im zweiten Wettbewerb, der Bruststaffel 3 mal 100 Meter blieb die Gießener Mannschaft (Baumann, Mewes und Pascoe) ebenfalls sicherer Sieger. Die ersten 100 Meter brachten einen Vorsprung von 5 Metern, der sich bei den zweiten 100 Metern auf 10 Meter vergrößerte und zum Schluß lag die Gießener Mannschaft etwa 20 Meter vor Offenbach. Zeit: Gießen 4,28 Min., 2. Offenbach 4:53,2 Minuten. Am gestrigen Spätnachmittag trafen sich die Offenbacher und Gießener Schwimmer (Gießener Schwimmverein und Turnverein 1846, Gießen) m der Müller'schen Badeanstalt in der Lahn zu einem Schwimmwettkampf. Die Offenbacher Mannschaft ist auf einer Wasserballturnierreise in Westdeutschland. Auf die Ankündigung -hin, daß der Olympia-Kunstspringer Storck, Frankfurt a. M., ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen werde, hatte sich eine zahlreiche Zuschauermenge emge- funden, die aber leider enttäuscht werden mußte. Storck hatte zum Bedauern der Gießener Schwimmgemeinde nicht anwesend sein können. Die Zuschauer wandten dann ihr vollstes Interesse den gebeteten Schwimmwettkämpfen zu. Der Wettkampf mit Offenbach bestand aus drei Staffelwettbewerben und einem Wasserballspiel; jede Mannschaft konnte von diesen Kämpfen zwei für sich entscheiden. Im ersten Kampf stellten sich dem Starter ,e 3 Schwimmer zur Lagenstaffel über 3X100 Meter. Die Gießener Mannschaft mit Krenzien, Mewes und Herbert verlor zunächst auf den ersten 100 Meter etwa einen Meter; der zweite Schwimmer holte den Verlust jedoch wieder auf und überließ dem Schlußmann mit einem Vorsprung von zwei Metern das Rennen, das mit sicheren Sieg der Gießener endete. Zeit: Min.; 2. Offenbach 4:12,6 Min. Der Beginn der Pflichtspiele in den Kreisklassen dürfte sich noch bis zum 20. nächsten Monats verzögern, weil es immer noch eine ganze Reihe von Mannschaften gibt, die ihre bestimmt in Aussicht gestellten Meldungen noch nicht abgegeben haben und verschiedene Formalitäten noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die beteiligten Mannschaften können also die dazwischenliegende Zeit noch benutzen, um sich für die sicher auch diesmal nicht leichten Spiele zu rüsten. Es ist deshalb nicht recht zu verstehen, weshalb der Freundschaftsspielbetrieb nicht bereits wieder voll eingesetzt hat. Der morgige Sonntag bringt auch kein reichhaltiges Programm. Er sieht aber immerhin einige Treffen vor, die erwähnenswert sind. To. Dutenhofen — To. Hörnsheim. Zu einem interessanten Spiel dürfte es aller Voraussicht nach auch in Dutenhofen kommen. Es gehört dazu allerdings, daß Hörnsheim etwas mehr zeigt, als das in Grüningen der Fall war. Die Mannschaft hat das Zeug in sich, um einen Gegner abzugeben, der selbst vor der stärksten Mannschaft nicht so ohne weiteres kapituliert. Tv. Holzheim — Tufpo Butzbach. Man darf mit Recht gespannt sein, wie sich die Holzheimer Mannschaft nach der langen Ruhepause zurechtfinden wird. Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar. Wetzlar wird in diesem Spiel zu beweisen haben, ob es Aussicht hat, in diesem Jahre wieder in der Gauklasse ein Wort mitzusprechen. Es ist bekannt, daß Münchholzhausen auf eigenem Platz immer gefährlich ist und daß eine Mannschaft schon über ein gerütteltes Maß an Können verfügen muß, um die Oberhand zu behalten. 0.95 CARLKiowack GIESSEN SELTERSWEG A stimmt bei: 4393V NeueWollstoffe für Kleider und Complets in großem Farbsortir^ent p. m Cotelö, 68 cm breit, reine Wolle in vielen Farben p. m Mörtelcröpe, 85 cm breit, reine Wolle in guten Farben . .p. m CloquG, 90 cm breit, akpartes, wollenes Gewebe in streifenartiger Cloqut»musterung .. p. m Cloquö, 90 cm breit, elegantes Gewebe in modischen Farben p. m Complets in modischen Farben p. m Cloquö, 130 cm breit, nt>u in Farben und Gewebe, reine Wolle .p. m Cloquö- Diagonal, 13t) cm breit, herrliche, reinwollene Ware in aparten Farben p. m gib GIESSEN 5322 A BS |JNHABER- CARL HEINZ’ SCHLÜTER STOFF S PEZIALHAUS < 1.48 1.58 1.80 2.40 2.75 3.25 3.65 3.95 4.35 4.95 5.50 5.85 7.90 Cloquö-Astor, 95 cm breit, gute, reinwollene Ware in ganz neuartiger Cloquemusterung. .p. m Mörtelcröpe, 130 cm breit, für Kleider und iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.7 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Crßpe Cald, 75 cm breit, gute, haltb., reinwoll. 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Bcroährte StichftoffOOngcr für Oie ÄnroenOung Im Herbft sind: «««w»»«<*« Kalhfttchftoff • Perlhalkftlchftoff • Schroefcllauree Ammoniak • Kalkammonlah Ämmonfulfatfalpeter (Leuna=Montan) • Kalkammonfalpeter* Kaliammonfalpeter Stichftoffhalhphospbat • Vollöünger Nitrophoglu. sind Hautunreinheiten, die man nldü dulden sollte. Beseitigt werden sie leicht durch tägliches Waschen mit der echten Steckenpferd- Teerschwefel-Seife von Bergmann & Co., Radebeul. Zu haben in den Fachgeschäften, be- Bekanntmachung. Betr.: Schweinezwischenzählung am 4. September 1936, verbunden mit Ermittlung der Hausschlachtungen und der Kälbergeburten. Am 4. September 1936 findet wieder eine Schweinezwischenzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweinebestände bereitwilligst zu erteilen. Die Leitung ist dem Landesstatistischen Amte in Darmstadt übertragen. Das Einsehen unrichtiger Angaben oder die Verweigerung von Angaben durch die Auskunftspflichtigen wird mit erheblichen Strafen bedroht. Den Auskunftspflichtigen wird die Geheimhaltung ihrer Angaben hiermit ausdrücklich zugesichert. 5299C Gießen, den 22. August 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Viktoria-Drogerie E. Guth Central-Drogerie E. Karn Germania-Drogerie C. Seibel Parfümerie Hermann Plank Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Sanitäre Anlagen Heizungen, Reparaturen nur bei Withoff Selters weg 63 ■ W!Ia Telefon 2037 Wl hin ungehemr von der konnten Bahnhofnische Kr Navarra reaung n zösischen oußerordi Befand geroani auch ni Marxist, Es schc Nichts den, um Itif Diele oon Guc deutendes richten ro - ihre i nicht - nali r>°- sj« «W teil ?'*’ N d! p des o Avagen Front o späten Abend rung der einen N“ M dab die Mitternacht e von 22 Gejch , Artillerie unc bleit wert)' Stabt do men zu io Tatsächlich mung 3rim Das sich inlernatio traurig.■ endlos begleitet. 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