MH .'"■*■ .. 7 Mittwoch, 29. Juli 1936 M. 175 Erstes Blatt 186. Zahrgang amm inkfutta^. gen zu unterrichten, ersucht der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei die Länderregierungen, ihm bis zum 1. Oktober d. I. die Unterlagen über die Offiziere der Gemeindepolizei, die oberen Kriminalbeamten und die Polizei- und Kriminal« kommissaranwärter oorzulegen. Sehr eingehend befaßt sich dieser Organisationserlaß mit der Frage des Ersatzes bei den Gemeindepolizeiverwaltungen. Die Polizeiwachtmeisterstellen der Gemeindeoollzugspolizei sind nach den Anstellungsgrundsätzen zu 90 v. H. den Dersorgungsanwärtern vorbehalten. Die restlichen 10 v. H. der Wachtmeisterlaufbahn des Gemeindevollzugsdienstes sind mit für den polizeilichen Dollzugsdienst geeigneten nationalsozialistischen Kämpfern zu besetzen, und zwar erfolgt die Einstellung dieser Bewerber in sogenannten Eingangsstellungen, das heißt in solchen Stellen, die für die endgültige Anstellung als Beamter eine Probedienstzeit erforderlich machen. Eingestellt werden nach dem Organisationserlaß nur Nationalsozialisten, die vor dem 14. September 1930 ihre Eintrittserklärung in die NSDAP, abgegeben haben (in Ausnahmefällen genügt die Zugehörigkeit zu SS., SA. oder HI. vor diesem Zeitpunkt) und die üblichen für die Beamtenlaufbahn vorgesehenen Bedingungen erfüllen. Alle diese bisher nur für Preußen geltenden Bestimmungen sind jetzt sinngemäß auch in den übrigen Ländern durchzuführen, so daß wich- tige organisatorische Fragen der deutschen Gemeindepolizeiverwaltung nunmehr im ganzen Reich einheitlich geregelt werden. General Queipo d e Llano erklärte weiter, die Rationalisten hätten im Laufe des Dienstag die Südabhänge, also die Madrid zu- gewendete Seite der Sierra de Guadarrama genommen und das nur 40 Kilometer von Madrid entfernte Dorf gleichen Namens beseht. Weiter östlich stünden die Truppen des Generals Mola ebenfalls auf den S ü d - abhängen der Somosierra, wo sie das etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt entfernte B u i t r a g i eingenommen hatten. Auf der Süd front seien von Afrika neue Verstärkungen eingetroffen, die ebenfalls sich bereits auf dem Marsch nach Madrid befänden. Der General behauptete, Truppen der Militärgruppe hätten bis Dienstag insgesamt 2 2 Flugzeuge der Linksregierung abgeschossen oder sonstwie unschädlich gemacht. Nationalistische Flieger hätten über dem Madrider Flugplatz Barajas Bomben abgeworfen. Am heutigen Mittwoch um 1.30 Uhr früh teilte der Sender der Nationalisten in Burgos mit, man sei im Besitz von Nachrichten, die darauf schließen liehen, daß die regulären Truppen der Armee sowie der Guardia Civil sich nun ebenfalls offen gegen die Madrider Regierung erklärt und den Verkehrspalast sowie die Bank von Spanien beseht hätten. (Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt vorläufig nicht vor.) Ferner verbreitet der gleiche Sender eine Meldung, wonach eine Abteilung der Militär- gruppe auf dem Marsch von Cordoba nach M a d r i d mit einer größeren marxistischen Abteilung zusammengestoßen sei, diese in die Flucht geschlagen und ihr 20 Geschütze abgenommen habe. Der Sender Sevilla brachte um 1 Uhr früh die Nachricht, daß die Stadt h u e l v a (Südspa- General Eabanellas. der an der Spitze der in Burgos errichteten Regierung der Militärgruppe steht und die neue Militärdiktatur in Spanien durchführen will. — (Scherl-M.) Lissabon, 29. Juli (DNB. Funkspruch.) Ge- neral Franco teilte dem portugiesischen Konsul in Tanger mit, daß in Burgos die vorläufige Regierung des neuen Spaniens unter Vorsitz des Generals Cabanellas gebildet worden sei. das Ehrenbuch urde ihnen M icht, bei toi in e Griechen mit i He/jeMm Wei dtyd am SoiV a Baden: hei' London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Reuterbüro teilt eine aus Madrid erhaltene telephonische Meldung mit, wonach die Entscheidung nur noch eine Sache von Stunden ei. von Süden rücke eine starke Truppenabteilung auf Sevilla zu. 3m Norden rücken erhebliche Streitkräfte von Barcelona zum Angriff auf Saragossa heran. Auf den höhen nördlich von Madrid seien heftige Kämpfe zwischen der etwa 12 000 Mann starken Miliz und der Vorhut General Molas im Gange. Lagebericht der Aationaltsten. H e n d a y e, 29. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DNB. Funkfpruch.) lieber den Sender Sevilla sprach in der Nacht zum Mittwoch der Führer der Nationalisten in Andalusien, General Queipo de Llano. Er erklärte, daß der Madrider Sender Falschmeldungen in die Welt setze, um so das spanische Volk und das Ausland über die wahre Lage zu täuschen. Entgegen den Madrider Meldungen befinde sich Toledo in der Hand der Militärgruppe, ebenso T e r u e l, sowie Saragossa und Cordoba. Der Erfolg in der Provinz Huelva sei unaufhaltsam. Seine Truppen hätten allein im Laufe des Dienstag acht neue Ortschaften besetzt, hierbei sei fest- gestellt rooiöen, daß die Marxisten alle Rundfunkgeräte von Privatpersonen beschlagnahmt und lediglich in den marxistischen Parteihäusern einen Apparat gelassen hätten, der natürlich nur den Madrider Sender ausgenommen habe. Auf diese Weise sei es gelungen, die einfache Landbevölkerung völlig zu täuschen, die im übrigen bei der erften Berührung mit den nationalistischen Truppen jede feindselige Haltung aufgegeben habe Mit großen Barrikaden sperrte Barcelona den Vormarsch der Militärgruppe. Ein charakteristisches Bild aus dem heutigen Barcelona, das im Zeichen wüster Zerstörungen und schwerer Kämpfe steht. Das Straßenpflaster wurde aufaerissen. Aus Steinen und Sandsäcken errichteten die Marxisten Barrikaden, um sich gegen die Soldaten der Militärgruppe zu verteidigen. (Presse-Photo-M.) nlen) vor wenigen Stunden sich den nafio* nalistischen Truppen ergeben habe. Der Zivilgouverneur, sowie ein Oberst- leutnant und der Bürgermeister hätten sich rechtzeitig durch die Flucht der Gefangennahme entzogen. Aattonalislische Regierung in Vurgos. Erscheint täglich, außer Ä M Annahme von Anzeige« Sonntags und Feiertags DM ™ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte 4 J A A kA A A A A AA AA Ak A A A A AA bi-8-/,Uhrd°-Vormittag, Wietzener ZamMenblLtter AVA« M ■ MsM Grundpreise sllr 1mm Höhe tsxsr' impKpnpr /■ IhPIiipi bw« Mit 4 Beilagen RM. 1.95 B B B B B B B B B B von 70 mm Breite Ohne Illustrierte B W B B W ■LBL|B 50Rpf.,Platzvorschrist nach 3ustellg^büh^..^-25 ▼ ▼ 9 ■ ▼ ■ ▼ W ▼ vorhÄereinbg.Ä.meh?. von einzelnen Nummen! Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt < aa Stellen-, Vereins-, gemein- KM General-Anzeiger sm Gberhessen Z-xZ- vostscheckkonto- P behördliche Anzeigen 6Rpf. zrontturt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerftlatr Such- und Steindruckerei R. Lange In Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 lllands 'au. ausländtz lud) groß | lie llewiß r,: verleuM and selbst z >der soll ur 3nnen, babr uns den grö' \ Reise grr iw auf Gir': nt Deutschle Vertreter!- lnter der p i o s, dem [16 hen RegieriiL amstag auch-, überall, wo c: ewöhnliche L Griechen k: zu nehmen, ch das Nhiv von der U. in empfaiM Dberbürgem? die Gäste t Aktualität ;en des Olych chie entgegen^ irs der Griechn! men DeutWa) land künden zu iS oo c \ Und jS o h Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Immerhin erinnern wir uns anderseits, daß unmittelbar nach dem Zustandekommen des Kommuniques von London Frankreich erneut seine Bemühungen um irgendeine militärisch-bündnismäßige Bindung Englands an die französische Politik fortsetzte. Weiter erinnern wir uns an die Tatsache, daß jenes Kommunique gleichwohl von der Aufgabe spricht, das „Problem des 7. März" zu lösen, obgleich Deutschland keinerlei Irrtum darüber hat aufkommen lassen, daß die Wiederherstellung seiner Garnisonen in seinem eigenen Hoheitsgebiet am Rhein selbstverständlich überhaupt kein Problem für andere Leute sein kann. Italien wartet auf den Wortlaut der Eden-Hede. Rom, 29. Juli. (DNB.) Die Eden-Rede bedeutet nach Ansicht zuständiger italienischer Kreise vor allem die Anerkennung der Wichtigkeit der Mitarbeit Italiens in Europa. Doch hat man den Eindruck, daß die Formel für die Aufhebung der Flottengarantien Englands im Mittelmeer nicht sehr klar gehalten sei, betont aber, daß der stenographische Wortlaut der Rede noch nicht vorliege. Sollten diese Abmachungen, wie man glaube, wirklich abgeschafft sein, so verschwinde ein weiteres Hindernis für die Mitarbeit Italiens in Europa. Man will es aber in den gleichen Kreisen offen lassen, ob damit auch das letzte Hindernis verschwunden ist. Italien werde, so wird hinzuge- fügt, die neue Lage nunmehr einer P r ü - fung unterziehen, bevor es auf die Einla- > Zur kick' 0: Konzertstück Hans Vunb. U rf der hellens schließend: M : Allerlei - nann-Stunde. nungssitzuiig J unt! W* rschast. 20: Kck it, eine Opere^ ngreß für Fre Venns drr O anzeri der W Tß: WM Ausschnitts ?)lmnpiU'^onnti: bis 0.551 M bis 23.» 3* ' ÖU9 Ehrers "t>ch uni i 'n Sperr:' w 0 der Ul rbettiUi9Ur. °us. - 6 Wt M '"'gen Entspannung. Das griechische Gebot, das einst während der Olympischen Spiele befahl, die Waffen ruhen zu lassen und den Streit zwischen den Völkern zu begraben, solange die Männer und Jünglinge auf dem Sportforum von Olympia im friedlichen Wettkampf ihre Kräfte maßen, dieses Gebot scheint im Jahre 1936 seine innere Erneuerung zu erleben. Die Sowjetunion gehört nicht zu den Staaten, die ihre Vertreter zu den Weltspielen in Berlin entsandt haben. Moskau führt Krieg, solange die UdSSR, besteht, so auch jetzt wieder in Spanien. Der König von England mußte sogar aus diesem Grunde seine Urlaubspläne ändern. Die Villa für den englischen König in Cannes wird leerstehen, weil die politische Sicherheit im Nachbarlande Spaniens nicht genügend gewährleistet ist. Aber abgesehen von den bolschewistischen Umtrieben ist überall in den internationalen Beziehungen eine Ruhepause, ein Augenblick der Klärung und Entspannun eingetreten, der noch vor wenigen Monaten in unerreichbarer Ferne zu liegen schien. Für diese Beruhigung, für diesen Willen zu einer friedlichen Neuordnung des politischen Zustandes ist die Rede kennzeichnend, die Außenminister Eden vor dem englischen Unterhaus hielt. Eden bemühte sich sichtlich um eine sachliche, gemäßigte Darstellung der allgemeinen Lage, wie sie vom englischen Standpunkt aus und besonders von dem des Foreign Office gesehen wird. Grundsatz der britischen Politik ist es nach wie vor, alle Türen offen zu halten, ja, sie wenn möglich noch etwas weiter aufzustoßen. Das Tor, durch das die Italiener in den Konferenzsaal der fünf Locarno- Mächte einmarschieren sollen, ist nun ganz geöffnet. Großbritannien hat auf diplomatischem Wege in Ankara, in Belgrad und Athen wissen lassen, daß es keine Notwendigkeiten mehr sehe, die Hilfeleistungsversprechen, die der Türkei, Südslawien und Griechenland im Zusammenhang mit dem abessinischen Krieg gegeben wurden, noch weiterhin aufrechtzuerhalten. Als Eden den Unterhausabgeordneten Mitteilung von diesem Schritt machte, war damit die letzte Etappe im Abbau des Sanktionskrieges erreicht. Die Hilfeleistungsversprechungen zwischen England und den Mittelmeerstaaten wurden bekanntlich zu jener Zeit abgegeben, als der abessinische Krieg in vollem Gange war, als die italienischen Truppen in 100 000 - Mann-Stärke an der libyschen Grenze gegen Ägypten standen, als die Kriegsflotten Italiens und Englands in höchster Alarmbereitschaft das Mittelmeer abpatrouillierten und jeden Augenblick irgendein unglücklicher Zwischenfall die Minen ,3ur Explosion bringen konnte. Welchen militärischen 'Wert die Beistandsabkommen im Ernstfälle für England gehabt hätten, ist für Außenstehende schwer zu beurteilen. Jedenfalls wurde diese Vereinbarung von Jugoslawien überhaupt nicht ratifiziert, und auch die beiden anderen Partner haben an ihr sicher kein großes Vergnügen gefunden. Griechenland und die Türkei sind seit Jahren schon mit : Italien durch freundschaftliche Abkommen verbunden, deren innerer Wert allerdings durch die Entwicklung der Balkanpolitik inzwischen recht problematisch geworden ist. Immerhin erklärten die drei östlichen Mittelmeerstaaten alsbald nach Abschluß des abessinischen Feldzuges, daß sie sich an die Bestimmungen ihres Beistandsabkommens mit England nicht mehr gebunden fühlten. Der britischen Regierung blieb nun nichts anderes mehr übrig, । als ebenfalls in aller Form von diesem Knsenver- trag zurückzutreten. Damit ist nach der Aushemmg i der Sanktionen durch Völkerbeschluß die letzte Barriere gefallen, die Italien formell von einem Wie- i dereintritt in das europäische Konzert zurückhielt. Wenn das linksgerichtete Pariser „Oeuvre zu melden weiß, daß die römische Regierung als wei- : tere Bedingung für ihre Teilnahme an den La- i carnoverhandlungen die Anerkennung der Eroberung Abessiniens durch die einladenden Machte I stelle, so ist diese Behauptung wohl nichts anderes, »als eine üble Brunnenvergiftung, als ein Versuch, 'Mißtrauen zu säen und Spannungen zu erzeugen, ivon denen sich der Marxismus allein einen Vorteil .erhofft. Ein ähnliches Manöver erlebten wir be- i rexts vor einigen Tagen, als die französische Volks- ifront-Presse die durch nichts gerechtfertigte Dermu- itung aufstellte, Mussolini habe den aufständischen । Generälen in Spanien das Versprechen aktiver Unterstützung gegeben. Es ist nur bedauerlich, daß s solche Hetzereien, gegen die Deutschland sich auch oft «genug zur Wehr setzen mußte, in Frankreich immer mach geduldet werden. Der Entgiftung der m ter- mationalen Atmosphäre wird mit solchen Mätzchen inicht gedient. In Italien wurde die Rede Edens zwar zuruck- Ihaltend, aber doch freundlich ausgenommen und es avurde erklärt, daß die Einladung zur Funsmachte- -Konferenz wahrscheinlich angenommen werden Würde. So sind zwar noch nicht alle Strelfragen, Die im Verlaufe des abessinischen Unternehmens -zwischen Italien und England entstanden sind, be- meinigt — Anerkennung der abessinischen Eroberung, Wirtschafts- und Handelsfragen —, aber es ist em «neuer Anlauf gemacht worden. Außerdem verzeichnen wir gern, daß Herr Eden, Dessen stille und oft bekundete politische Liebe zu ^Frankreich man nicht vergessen darf, sich auch bemüht hat, für Deutschland einen Bruckensteg mach Locarno zu bauen. Er verwies mit einigem Nachdruck darauf, daß das Kommunique her Mocarno-Restrnächte ausdrücklich „befinden) , also ^endgültig den Blick der Unterzeichnerrnachte »auf die Zukunft richte, und man muß der Mede Edens zudem entnehmen, daß die englische Regierung ihren Fragebogen unerfreulichen Ange- Denkens heute vernünftigerweise als Makulatur an= steht. düng der Fünfer-Konferenz antworten und über die Wiederaufnahme feiner Mitarbeit entscheiden werde. Diese Prüfung betreffe sowohl die grundsätzliche Möglichkeit, als auch die Form seiner Mitarbeit. Der Rührer an Mussolini. Berlin, 28.Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem königlich italienischen Ministerpräsidenten Benito M u s s o l i n i zu seinem Geburtstag telegraphisch Glückwünsche übermittelt. Aus dem Wege zur Reichspolizei. Ein Drganisationserlast Himmlers. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Poli- z e i wendet sich in einem Runderlaß vorn 22. Juli 1936 an die Länderregierungen außer Preußen und gibt für das ganze Reich einheitliche Richtlinien zur Organisation der Gemeindepolizeiverwaltungen auf der Grundlage der bereits in Preußen durchgeführten Maßnahmen. Sv wird die Dienstaufficht über die Gemeindepolizeiverwaltungen im ganzen Reich einheitlich geregelt. Auch in der Frage der Beschulung werden die Länderregierungen ersucht, die bisher nur für Preußen geltenden Runderlasfe auch in den übrigen Ländern sinngemäß durchzuführen. Um sich über die P e r s o n a l v e r h a l t n i s s e bei den außerpreußischen Gemeindepvlizeiverwaltun- Heftige Kämpfe nördlich von Madrid. Ein telephonischer Bericht des Nenterbüros aus Madrid. — „Die Entscheidung nur noch eine Sache von Stunden?" Madrid meldet Ruhe in der Hauptstadt. 2JLa drib, 29. Juli. (DNB.) In Madrid herrscht weiterhin Ruhe. Im Stadtinnern ist der Verkehr lebhaft, Straßen- und Untergrundbahnen verkehren wie üblich, die Cafös sind stark besucht, und auch die Kinos sind geöffnet. Der Kraftwagenverkehr zu privaten Zwecken ist eingestellt, da die beschlagnahmten Kraftwagen den Wach- und Transportdienst innerhalb und außerhalb der Stadt vornehmen. Auffallend im Stadtbilde sind die zahllosen Krankenwagen, sowie mit der Roten-Kreuz-Fahne ausgerüstete Privatautos, die vom frühen Morgen bis zum Abend zwischen der Kampffront und den Madrider Hospitälern und Lazaretten hin- und herfahren. Das Büro des Diplomatischen Korps in Madrid, das zum gemeinsamen Schutz der Interessen der in Madrid ansässigen Ausländer kürzlich gebildet worden ist, erklärt, daß die Regierung bemüht bleibe, die Abfahrt eines Sonder- zuges für Ausländer nach Valencia sicherzustellen. Bor dem Einmarsch der Nationalisten in Badajos? Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie Ha- vas aus Lissabon meldet, sollen auf den öffentlichen Gebäuden in Badajos weiße Fahnen gehißt sein. Man erwartet für Mittwoch den Einzug der nationalistischen Truppen in Badajos. Angst vor her Zukunft. Havas berichtet über eine Unterredung mit dem Führer der spanischen Marxisten. Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Vertreter von Havas in Madrid berichtet über eine Unterredung mit dem Marxistenführer und früheren Minister P r i e t o s. Dieser gab zunächst die üblichen Erklärungen über die in Madrid Herrscheide Siegeszuversicht ab. Als Beweis, daß die Regierungsstreitkräfte noch nicht mit allem Nachdruck vorgegangen seien, führt er an, daß man von einer Bombardierung des Alkazar-Pa- lastes in Toledo abgesehen habe, um seine Kunstschätze nicht zu gefährden. Daraus scheine heroorzugehen, daß die Nachrichten von der Kapitulation des Alkazars, die Dienstag verbreitet wurden, nicht zutreffen. Auffallend ist die pessimistische Färbung der weiteren Aeuherungen Prietos. Er sagte u.a.: Sollte der Kampf noch einen Monat dauern, wären die Folgen sehr ernst. Denn aber nicht alles binnen zwei Monaten beendet fei, dann habe man gegenwärtig überhaupt gar keinen Anhaltspunkt mehr, um sich ein Urteil über das dann folgende politische und soziale Leben und über die Beziehungen der gesetzmäßigen Regierung und dem Volk in Waffen zu machen. Der Vertreter der Agentur Havas in Lissabon hatte eine Unterredung mit dem dort eingetroffenen Gil R o b l e s , der ihm zunächst erklärte, er wolle sich in Portugal einige Tage ausruhen, aber nichtvonPolitik sprechen. Im übrigen brachte er auf Befragen seine Bewunderung für das politische Werk Dr. Salazars in Portugal zum Ausdruck und widmete dem toten spanischen General Sanjurjo ehrende Nachrufsworte. Aufruf der französischen Marxisten. P a r i s, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der f r a n° zösische Gewerkschaftsoerband C. G. T. hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem dazu aufgefordert wird, die s p a n i s ch e n M a r x i st e n mit allen Mitteln, vor allem Geld zu unterstützen. Ferner veröffentlicht der sozialistische „P o p u - l a i r e" einen Aufruf des Internationalen Gewerkschaftsverbandes und der Sozialistischen Arbeiterinternationale zur Unterstützung der spanischen Volksfrontregierung und zur Bildung eines internationalen Solidaritätsfonds. Frankreichs Nugzeuglieserungen. Heute Abflug nach Madrid? Paris, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Franxaise", die am Dienstag berichtet hatte, daß die für Spanien bestimmten, aus der französischen Heeresreserve entnommenen 17 Potez-Flugzeuge über den Umweg einer privaten französischen Firma doch an die spanische Volksfront-Regierung geliefert werden würden, kündigt für den heutigen Mittwoch den Abflug dieser 17 Flugzeuge vom Flugplatz Montdesir an. Vielleicht werde man die Apparate wieder mit dem französischen Kennzeichen der blau-weiß-roten Kokarde übermalen, damit sie unbemerkt bis an die spanische Grenze gelangten. Sie würden über Pau geleitet. Vielleicht sei auch die Nachricht von der Ueber- wachung der französischen Pyrenäengrenze durch Flugzeuge in der Presse nur deshalb wiedergegeben worden, um den Eindruck zu erwecken, daß die Flugzeuge für die französische Grenzüberwachung bestimmt seien. Nach Ansicht der „Actton Franxaise" soll der Start der 17 Apparate am Mittwoch erfolgen, weil sie dann vor der Kammeraussprache am Freitag schon über alle Berge sein würden. Spanisches Flugzeug mit Goldsendung Paris, 28. Juli. (DNB.) In Le Bourget ist am Dienstagoormittag ein dreimotoriges spanisches Flugzeug, von Madrid kommend, eingettoffen. Neben vier Fahrgästen befanden sich 1260 Kilogramm Gold in Barren an Bord des Flugzeuges. De Llano droht mit Abbruch der Beziehungen zu Frankreich. Paris,28. Juli. (DNB.) Die „Liberte" gibt eine Meldung aus guter Quelle wieder, nach der General Queipo de Llano die Anhänger der spanischen Rechtsparteien, die sich augenblicklich in Gibraltar befinden, aufgefordert habe, nach Spanien zurückzukehren und sich der Armee anzuschließen. Zum Schluß seiner Ausführungen habe der General angeblich gedroht, sobald die Militärgruppe in Spanien die Macht in der Hand habe, werde sie die Beziehungen zur französischen Regierung abbrechen, da diese der Madrider Regierung Flugzeuge zur Verfügung gestellt habe. Keine englischen Flugzeuge für die Militärgruppe. London, 29 Juli. (DNB. Funkspruch.) Die britische Lustverkehrs-Gesellschaft British Airways London hat, wie verlautet, die Gerüchte in Abrede gestellt, die davon sprachen, daß vier Flugzeuge, die bereits den Kontinent erreicht hätten, für die Streitkräfte der Militärgruppe in Spanien bestimmt seien. Es handele sich um Ersatzmaschinen, die in Bordeaux gelandet seien, und die für die von der Gesellschaft in Europa beflogene Strecke bereitgehalten würden. Die Heimkehr unserer Volksgenoffen. Panzerschiff „Admiral Scheer" in Barcelona eingettoffen. Berlin, 28. Juli. Das Panzerschiff „Ad- mi r a l S ch e e r" ist am 28. Juli, 14 Uhr, in Barce l o n a eingetroffen. Spenden für den Hilfsfonds. Berlin, 28.Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat für den Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen einen weiteren Betrag von 5 0 0 0 0 Mark aus seinen Derfügungsmitteln gespendet. Zur Verwaltung des Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen hat der Leiter der Aus- landsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle einen Ausschuß eingesetzt und Gauamtsleiter Friedhelm Bürbach mit der Geschäftsführung beauf- ttagt. Der Sitz des Hilfsausschusses ist Berlin W 35, Tiergartenstraße 4 A (Auslondsorganisatton der NSDAP.), Telephon B 2 (Lützow) 7941. Inzwischen sind zahlreiche weitere Spenden zugunsten der deutschen Flüchtlinge aus Spanien eingegangen: Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat die Summe von 10 000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Reichsdeutschen in der Schweiz haben telegraphisch für die Unterstützung ihrer Kameraden in Spanien den namhaften Betrag von 12 000 Mark gespendet. Die Leitung der Auslandsorganisation d e r N S D A P. hat dem Hilfsfonds den Betrag von 10 000 Mark überwiesen. Der SS.-Gruppenführer von dem Bach-Zelewski- Breslau ließ dem Hilfsfonds als Spende der schlesischen SS. - Männer 1000 Mark zugeben. Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n (Stuttgart) (jat dem Hilfsfonds 3000 Mark überwiesen. Das Hilfswerk der „Deutschland". Paris, 29. Juli. (DNB.) Am Dienstagabend sind in Paris 25 deutsche Flüchtlinge aus Spanien eingettoffen, die um Mitternacht nach Saarbrücken weiterreisten. Es handelt sich um 21 Erwachsene und vier Kinder. Die Deutschen stammen aus Köln, Berlin, Hamburg, Bayern und Westfalen. Sie waren in San Sebastian und Bilbao ansässig und sind am Sonntag von dem Panzerkreuzer „Deutschland^ abgeholt und auf den Dampfer „Kronos" übergesetzt worden, der sie nach St. Jean de Luz brachte. Die Deutschen berichten, daß die Zeitungsnachrichten über die Ereignisse in San Sebastian nicht übertrieben feien. Die Deutschen haben die unruhigen Tage zumeist in ihren Häusern oder in den Kellern verbracht und waren glücklich, als sie erfuhren, daß der deutsche Panzerkreuzer sie holen werde. Der Empfang, der den Deutschen auf dem Panzerkreuzer „Deutschland" zuteil wurde, war herzlich und gastfreundlich. Der Panzerkreuzer fuhr Sonntagnacht nach Bilbao, wo er im Morgengrauen ankerte und noch 300 Deutsche an Bord nahm, die er unterwegs auf anderen Schiffen absetzte. In Paris fanden die ersten 25 deutschen Flüchtlinge aus Spanien hilfsbereite Aufnahme. Sie haben in Spanien ihre ganze Existenz verloren. Jüdische Emigranten hetzen gegen die Deutschen. Lissabon, 28. Juli. (DNB.) Am Dienstag trafen in Lissabon an Bord des Frachtdampfers „Hero" 58 deutsche Flüchtlinge aus Malaga, unter ihnen der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Stichling ein. Angesichts der Greuelkaten des roten Pöbels, der alle Macht in Händen gehabt hätte und teilweise von jüdischen Emigranten gegen die Deutschen aufgeheht worden sei, mußten die Mitglieder der deutschen Kolonie auf dem im Hafen liegenden Fracht- dampfer „hero" unter Zurücklassung von hab und Gut flüchten. Soweit die deutschen Volksgenossen nicht auf der „Hero" Unterkunft finden konnten, retteten sie sich auf den deutschen Frachtdampfer „Saturn", der sich noch im Hafen von Malaga befindet. Die in Lissabon eingetroffenen deutschen Flüchtlinge wurden von der dortigen deutschen Kolonie in Empfang genommen und in den Wohnungen dort ansässiger deutscher Volksgenossen untergebracht. Deutsche Flüchtlinge aus Bilbao. Hendaye, 28. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) In St. Jean de Luz kamen lm Laufe des Dienstag vormittag 6 5 Deutsche aus Bilbao an Bord eines deutschen Handelsschiffes an. Sie wurden vom deutschen Konsul in Boroeaux in Empfang genommen. Voraussichtlich werden in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch weitere deutsche Flüchtlingstranspotte aus Spanien in St. Jean de Luz eintreffen. Die Flüchtlinge erzählten, daß in Bilbao noch völlige Ruhe herrsche, was darauf zurückzuführen sei, daß dort die mit der Volksfront zusammenarbeitenden „baskischen Nationalisten" für Aufrechterhaltung der Ordnung gesorgt hätten. Die „baskischen Nationalisten", die als streng gläubige Katholiken gelten, haben keine Berührungspunkte mit den Marxisten. Ihr Zusammengehen mit den Marxisten entspringt lediglich dem Wunsch, auf diese Weise „ein freies Baskenland" zu schaffen. Oer Landesgruppenleiter Spanien der NSDAP, in Berlin angekommen. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Unter den deutschen Volksgenossen, die der italienische Dampfer „Prin- cipessa Maria" in Barcelona an Bord nahm, befand sich auch der Leiter der Landesgruppe Spanien der Auslandsorganisation der NSDÄP. Der Stellvertreter des Führers brachte den Landesgruppenleiter Pg. Hellermann und Pg. Weninger, den Syndikus der Deutschen Handelskammer in Barcelona, in seinem Flugzeug nach Berlin. Der Leiter der Auslandsorganisation Gauleiter Bohle begrüßte mit mehreren Mitarbeitern der Auslandsorganisation auf dem Flughafen Tempelhof die Kameraden aus Spanien und hieß sie in der Heimat herzlich willkommen. Rolunterkunst der ausländischen Diplomaten. Hendaye, 28. Juli. (DNB.) Auf einer Konferenz der in St. Jean de Luz befindlichen und in Spanien akkreditierten ausländischen Mis. s i o n s ch e f s wurde der Beschluß gefaßt, den o f f t« zielten Sitz der diplomatischen Ver. t r e t u n g e n auf spanischem Boden in I r u n, nur wenige 100 Meter von der französischen Grenze, gemeinsam in einem zu diesem Zwecke gemieteten Haus zu errichten. Die deutsche, amerikanische, italienische, norwegische und tschechische diplomatische Vertretungen bezogen dort bereits am Dienstagnach. mittag provisorische Amtsräume. Da Postsendun- aen nach Jrun nicht durchkommen, wird die gesamte Korrespondenz nach Hendaye posllagernd ge. richtet. Der englische Botschafter befindet sich in 3a, rauz, wo ihm englische Kriegsschiffe zur Versü. gung stehen. Der französische Botschafter will an Bord eines französischen Kriegsschiffes vor San Sebastian bleiben. Die Deutschen in Madrid und Alicante wohlauf. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Der Auslandsorga, nisation der NSDAP, ist am Dienstag telegraphisch mitgeteilt worden, daß die deutschen Volks, genossen in Madrid wohlauf sind. Eben- falls ist eine Drahtmeldung aus Alicante ein- gegangen, daß es allen Deutschen in Alicante und der Provinz gut geht und sie ihren Geschäften un< behindert nachgehen können. Ein treffendes Urteil Lloyd Georges. Wahrheiten werden ungeschminkt vor aller Welt ausgesprochen. London, 28. Juli. (DNB.) Im Verlauf der Aussprache im Unterhaus ergriff auch Lloyd George das Wort. Er erklärte, der Versailler Vertrag sei ein Kompromiß zwischen einer ganzen Reihe widersprechender Forderungen und Ansprüche gewesen. England habe den Mittelweg eingehalten. Eine der Schwierigkeiten sei der Grundsatz der Selbstbestimmung gewesen. Hieraus seien Danzig und der Korridor zurückzuführen und hieran seien auch einige der im Falle Ungarns gemachten Fehler schuld. Lloyd George wandte sich bann der jetzigen außenpolitischen Lage zu. Er erklärte, wenn die Politik der Regierung überhaupt irgend etwas besage, dann bedeute sie, daß England sich ehrlich und aufrichtig bemühen wolle, dem jahr- hunderte alten Konflikt zwischen Teutonen und Galliern ein Ende zu bereiten. Wenn der Regierung dies gelinge, dann werde sie Europa einen unschätzbaren Dienst erwiesen haben. Jedermann fei bekannt, daß die Abrüstungskonferenzen nichts anderes darftellten, als ein langes Intrigenspiel der gerüsteten Mächte um die Erhaltung ihrer Suprematie. Er freue sich außerordentlich, daß dieses Kapitel abgeschlossen fei und daß ein neuer Anfang gemacht werden solle. Er freue sich auch darüber, daß das Abkommen von Stresa nicht wieder ins Leben gerufen werden solle. Er sei froh, daß der Einmarsch in das Rheinland und selbst die Befestigung des Rheinlandes als etwas Unabänderliches angenommen werden. In dem Augenblick, als der f r a n z ö f i f ch-r uffifche Pakt unterzeichnet worden fei, hätten die für die Sicherheit Deutschlands verantwortlichen Personen ihre wichtigste industrielle Provinz nicht ohne Schuh lassen können, um so weniger, als Frankreich die gewaltigsten Befestigungen errichtet habe, die jemals die Welt gesehen habe. Hitler wäre ein Verräter an seinem eigenen Land gewesen, wenn er angesichts dieser Lage nicht etwas zum Schuhe Deutschlands unternommen hätte. Lloyd George begrüßte hierauf die Erklärung, die Neville Chamberlain kürzlich zur Mandatsfrage abgegeben hat. Er glaube nicht, daß Eden im jetzigen Augenblick weiter hätte gehen können, aber er freue sich, baß nicht bie Türe zugeworfen worben sei. Er wünsche Eben und seinen Freunden für die Fünfmächtekonferenz den besten Erfolg. Er verstehe nicht, warum Frank- reich nicht mit Deutschland zu einer Einigung gelangen könne. Frankreich habe alles zu gewinnen und nichts zu verlieren. Wenn es Eden gelänge, Frankreich hiervon zu überzeugen, bann werbe er sich unsterblichen Ruhm holen. Rüstungs-esprechungen -ei Baldwin. Oie englischen Minister -leiben während der Ferien im Lande. ßonbon, 29. Juli. (DNB.) Minitterpräsibent B a l b w i n empfing am Dienstagnachmittag im Beisein bes Verteibigungsministers unb ber Chefs ber brei Krieasministerien eine Aborb- n u n g, bie ihm gewisse Mitteilungen über R ü - stungsfragen unb militärpolitische Angelegenheiten in Europa unterbreitete. Die Aborbnung setzte sich aus Mitgliebern beiber Häuser bes englischen Parlaments zusammen unb mürbe von Winston Churchill, Sir Austen Chamberlain unb Lorb Lloyd geführt. Die Eröffnungserklärung gab Sir Austen Camber - Iain ab. Der Empfang dieser Abordnung ist auf einen Wunsch Winston Churchills zurückzuführen, ber kürzlich eine Geheimsitzung bes Unterhauses verlangt hatte, was aber von ber Regierung mit bem Hinweis abgelehnt worden war, daß sich England nicht im Kriege befinde. „Daily Telegraph" unb „Times befassen sich mit biefen Besprechungen. „Times" weist ausbrück- lich auf bie Vertraulichkeit ber Beratungen hin, gibt jeboch ber Ansicht Ausbruck, baß von den Abgeordneten nichts vorgebracht werden konnte, wovon die Regierung nicht bereits Kenntnis gehabt habe. „Daily Telegraph" stellt fest, daß bie Besprechungen zwei Stunden gedauert haben. Die Abgeordneten seien in der Lage gewesen, dem Ministerpräsidenten Baldwin umfangreiche Informationen über Rüstungsfragen in verschiedenen Ländern Europas zu übermitteln. Die Besprechungen werden heute fortgesetzt. Nach „News Chronicle" haben verschiedene Abgeordnete Anstoß daran genommen, daß von den mit Derteidigungsfragen befaßten Persönlichkeiten nur der Koorbinattonsminister Sir Thomas In- skip zugegen gewesen sei. Baldwin fei in feinen Antworten äußerst zurückhaltend gewesen. Bei der Fortsetzung ber Beratung werde jeboch heute vermutlich noch manches zur Sprache kommen. Der politische Korresponbent ber „Morning Post" berichtet, baß bie letzte Kabinettssitzung vor ber Parlamentsvertagung für bie Sommerferien Mittwoch vormittag im Downing- ftreet abgehalten würbe. Es fei nicht zu erwarten, daß irgendeiner der führenden Minister das Land während der Ferien verlaffen werde. Die Kabinettsausschüsse mürben jebenfalls mährenb bes Monats September mehrfach tagen, menn bie diplomatischen Verhanblungen ausgenommen mürben, die bie Dölkerbundsversammlung unb bie geplante Fünfmächte-Konserenz vorbereiten sollen. Aufstellung einer Infanteriereserve in England. ßonbon, 28. Juli. (DNB.) Kriegsminister Duff-Cooper teilte am Dienstag im Unterhaus mit, baß er beabsichtige, eine neue Infan- teriereferoe mit einer Anfangsstärke von 17 000 Mann zu schaffen. Die Verpflichtung zur Dienstleistung laute auf sechs Jahre, nach bereit Ablauf bie Reservisten bie Möglichkeit zu einer meiteren Dienstzeit von vier Jahren erhielten. In bie Reserve sollen unverheiratete ßeute im Alter zmischen 17 unb 25 Jahren aus Großbritannien ausgenommen werben. Für das erste Dienstjahr ist eine Ausbildungszeit von 26 Wochen vorgesehen, für alle weiteren Jahre Hebungen von je 14tägiger Dauer. Währenb ber Ausbilbungszeit erhalten bie Reservisten bie gleiche Löhnung roie die ßinien» truppen. Hinzu kommt eine jährliche Prämie in Höhe von sechs Pfund, die nachttäglich ausgezahlt wird. Einheitliche Altersgrenze für alle Iustizbeamten. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Trotz ber am 1. April 1935 erfolgten Uebernahrne der Rechtspflege auf das Reich gilt für bie früheren ßanbesjustizbearnten, bie jetzt Reichsbeamte finb, nach wie vor ßanbesbeamten» recht. U. a. war bisher auch bie Dienstaltersgrenze ber Beamten in den einzelne^ ßänbern verschieben geregelt. So treten bie Richter in Bayern erst mit Vollenbung bes 68. Lebensjahres in den Ruhestanb, in anderen ßänbern mit Vollenbung bes 65. ßebensjahres. Für bie Mitglieber des Reichsgerichts besteht nach dem geltenden Reichsbeamtengesetz insofern eine Sonderregelung, als sie erst mit bem 68. Lebensjahre in ben Ruhestanb treten. Um biefem uneinheitlichen Zustand ein Ende zu machen, hat der Reichsminister der Justtz auf Grund des Art. 5 des Ersten Gesetzes zur lieber« leitung der Rechtspflege auf das Reich vom 16. Februar 1934 die Verordnung vom 27. Juli 1936 erlassen. Nach dieser Verordnung gelten vom 1. Oktober 1936 ab für alle Beamten ber Reichsjustizverwaltung einheitliche Bestimmungen über bie Altersgrenze, mit Ausnahme ber Notare, für bie bie bisher maß' gebenben Bestimmungen weiter anzuwenben finb. Die Beamten treten mit Ablauf des Vierteljahres in ben Ruhestanb, bas auf ben Monat folgt, in bem sie bas 6 5. Lebensjahr vollenbet haben. Durch bie sofortige Einführung ber neuen Altersgrenze von 65 Jahren würben jeboch überall da, wo eine große Anzahl von Richtern gleichzeitig ausscheiden wüßte, z. B. beim Reichsgericht unb bei den bayerischen Gerichten, Schwierigkeiten entstehen. Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, wirb die neue Altersgrenze für Richter, für bie bisher eine höhere Altersgrenze bestand, bis zum Jahre 1939 staffel- weise eingeführt. LZ. „Hindenburg" auf der Heimreise. Das von Sübamerika heimkehrende Luftschiff „H i n b e n b u r g" stand heute, Mittwoch, um 8 Uhr bei Besanxon. Oie körperliche Erziehung -er -euifchen Lugend. Neuer Aufbau durch einen Vertrag zwischen -em Deutschen Neichsbun- für Leibesübungen und -erHitler-Jugend. 23 erlin, 28. Juli. (DNB.) Der R e i ch s s p o r t - f ü h r e r und der I u a e n d f u h r e r des Deutschen Reiches erlassen aus Anlaß der Neuregelung der körperlichen Erziehung der deutschen Jugend folgenden Ausruf: „Unmittelbar vor den Olympischen Spielen und im'Angesicht der Jugend der ganzen Welt richten wir diesen gemeinsamen Aufruf an die Jugend Deutschlands: Im Jahr des Deutschen Jungvolks hat die Jugendbewegung Adolf Hitlers durch die fast restlose Erfassung der im Jungvolkalter stehenden Jugend einen gewaltigen Aufschwung genommen. Im gleichen Jahr ist der Zusammenschluß der deutschen Turn- und Sportverbände zum Deutschen Reichsbund für Leibesübungen vollzogen worden. Damit haben wir gemeinsam die Voraussetzung für einen großzügigen und planvollen Aufbau der Leibeserziehung der deutschen Jugend im Sinne des nationalsozialistischen Volksstaates geschaffen. Die deutsche Jugendbewegung und die deutsche Sportbewegung haben am Tage des Beginns der Olympischen Spiele durch die Abgrenzung ihrer Aufgabengebiete und durch die Festlegung ihrer gemeinsamen Arbeit an der deutschen Jugend ihre innere Einigung vollzogen. Unser Bekenntnis zur gemeinsamen Arbeit gewährleistet die Einheitlichkeit der Leibeserziehung der deutschen Jugend und bedeutet einen weiteren Schritt zu unserem Ziel, die Leibesübungen zu einer Lebensgewohnheit des deutschen Volkes zu machen. Der Reichssportführer: von Tschammer. Der Jugendführer des Deutschen Reiches: von S ch i r a ch." Vertrag des Deutschen Reichs- bundes für Leibesübungen mit der Hitler-Jugend. Die gesamte Erziehung der deutschen Jugend außerhalb der Schule ist Angelegenheit des Jugendführers des Deutschen Reiches. Bei der Durchführung der körperlichen Ertüchtigung der Jugend wird der Reichssportführer maßgeblich gehört und beteiligt. Zur Regelung der Fragen der körperlichen Schulung der Jugend treffen der Jugendführer des Deutschen Reiches und der Reichssportführer folgende Vereinbarung: A. Deutsches Jungvolk. 1. Der Jugendführer des Deutschen Reiches und der Reichssportführer stimmen in der Auffassung überein, daß die gesamte körperliche, charakterliche und weltanschauliche Erziehung aller Jugendlichen im Alter bis 14 Jahren ausschließlich im Deutschen Jungvolk erfolgt. 2. Aus diesem Grunde führen die Vereine des DRL. keine eigenen Jugendabteilungen für Jugendliche im Alter bis zu 14 Jahren. Der Reichssport- führer veranlaßt, daß alle noch in der Organisation des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen stehenden Jugendlichen in das Deutsche Jungvolk eintreten. 3. Um den Nachwuchs für den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen nicht zu gefährden und um dem gesunden Leistungsstreben der Jugendlichen Rechnung zu tragen, führt das Deutsche Jungvolk neben seinem allgemeinen Ausbildungsdienst in einem zusätzlich freiwilligen Uebungsbetrieb diejenigen Sportarten durch, die vom Jugendlichen seiner Veranlagung und seiner Neigung entsprechend selbst gewählt werden können. Die Fähnlein (in ländlichen Gegenden die Jungzüge) stellen den Teil ihrer Mitglieder, der sich an sportlichen Wettkämpfen und Wettspielen beteiligen will, in besonderen Gruppen zusammen, die von einem, vom Fähnleinführer zu bestimmenden Jungen geführt werden. Dieser freiwillige Sport ist für diejenigen Pimpfe, die ihn gewählt haben, Jungvolkdienst wie jeder andere Dienst im Deutschen Jungvolk. Der beauftragte Jungooltführer ist für die Durchführung des freiwilligen Sportdienstes verantwortlich. Die fachliche Leitung haben die jeweiligen Jugendwarte des DRL., soweit sie für die sportliche Ausbildung im Deutschen Jungvolk vorn DRL. zur Verfügung gestellt werden können. 4. Der DRL. stellt für den Uebungsbetrieb des DJ., soweit möglich, seine Uebungsplätze, Uebungs- geräte und für die Mitarbeit im Jungvolk geeignete Uebungsleiter zur Verfügung. B. Hitler-Zugend. 1. Zur Förderung der sportlichen Leistungen und zur Sicherung des Nachwuchses des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ist die Betätigung aller sportlich veranlagten Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren in den Vereinen des DRL. erwünscht. Der DRL. verpflichtet sich, seine Jugendlichen im Rahmen des vom Juaendführer des Deutschen Reiches gegebenen Erziehungsprogramms zu erziehen. 2. Voraussetzung für die Beteiligung von Mitgliedern der HI. an der Ausbildung in den Vereinen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ist die Inangriffnahme des Trainings für das Leistungsabzeichen der Hitler-Jugend, das mit abgeschlossenem 16. Lebensjahr erworben werden muß. Hitlerjungen, die nach Vollendung des 16. Lebensjahres das Leistungsabzeichen nicht erworben haben, sind bis zum Abschluß der Prüfungen vom Uebungsbetrieb des DRL. zurückzustellen. 3. Als Jugendwarte des DRL. werden künftighin nur solche Volksgenossen zur Mitarbeit herangezogen, die aus den Reihen der Hitler-Jugend her- vorgegangen sind oder in die HI. übernommen werden können. Für die Erreichung dieses Zieles ist eine Uebergangszeit von vier Jahren, vom Inkrafttreten dieses Vertrages an, vorgesehen. Die vom DRL. berufenen Gau- und Kreisjugendwarte werden im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung den Gebiets- und Bannstäben zugeteilt. Sie sind die Mittelspersonen zwischen HI. und DRL. 4. Der Jugendführer des Deutschen Reiches erkennt den hohen Wert einer Leibeserziehung durch den D^tL. an und fördert die Beteiligung der in der HI. erfaßten Jugendlichen an den Wettkämpfen und Wettspielen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Der Reichssportführer: von Tschammer. Der Jugendführer des Deutschen Reiches: von Schirach. Aussührungsbestlmmungen. Zu dem Vertrag zwischen dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer ist eine Reihe von Ausführungsbestimmungen erlassen. In diesen heißt es, daß die einzelnen Fachämter und Verbände im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen den Mitgliedern ihrer Jugendgruppen keinerlei Gleichtracht gestatten. Ferner stellt der Reichsbund eigene Jugendwandergruppen nicht auf, wie auch die Durchführung von Fahrten und Zeltlagern und die Ausbildung im Geländesport Aufgabe der Hitlerjugend ist. Die weltanschauliche Schulung und die Durchführung von Heimabenden ist ausschließlich Aufgabe der Hitlerjugend. Die Dienstzeiten der HI. sind wie folgt festgelegt: Vier Heimabende für weltanschauliche Schulung, vier Abende bzw. Nachmittage für die Grundziele in den Leibesübungen, zwei Samstag-Sonntage für Fahrt- und Geländesport. Danach gehören der zweite und vierte Sonntag im Monat der Schulung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Endlich wird bestimmt, daß der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen Wettkämpfe und Wettspiele nur für Mitglieder des DRL. aus- fchreibt. Den Mittelpunkt aller sportlichen Veranstaltungen der HI. bilden die Mannschaftsmehrkämpfe. Das Abkommen gilt sinngemäß für den Bund deutscher Mädchen und die weiblichen Jugendgruppen des Deutschen Reichsbundes für Leibes- | Übungen. Die gesamte deutsche lugend ersaßt. Erklärungen des Reichssportführers. Berlin, 28. Juli (DNB.) Aus Anlaß des zwischen dem Reichssportführer und dem Jugendführer des Deutschen Reiches geschlossenen Abkommens über hie Leibeserziehung der deutschen Jugend machte der Reichssportführer u. a. folgende Ausführungen: Der großen deutschen Jugendbewegung ist es gelungen, die deutsche Jugend fast restlos im Deutschen Jungvolk zu vereinigen. Nach mühevollen Vorbereitungen habe ich in diesem Jahr die ganzen deutschen Turn- und Sportverbände zum Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zufammengeschloffen; indem ich das wertvolle Erbgut dieser Verbände eingebracht habe in die Erkenntnisse und den motorischen Willen der nationalsozialistischen Weltanschauung, habe ich eine neue Sportbewegung aus nationalsozialistischem Geist geschaffen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen für ein großzügiges und auf lange Sicht gerichtetes Abkommen zur körperlichen Erziehung der deutschen Jugend. Durch diese Vereinbarung wird erreicht, daß praktisch die gesamte deutsche Jugend im Jungvolkalter Leibesübungen unter fachkundiger Anleitung treibt und daß auf der Basis einer in der Welt vielleicht beispiellosen körperlichen Grundschulung und Vreitenarbeit zugleich dem gesunden Leistungsstreben der Jugendlichen und ihrer Liebe zu den einzelnen Sportarten in weitestem Maße Rechnung getragen wird. Für die älteren Jugendlichen, also die von 14 bis 18 Jahren, mußte wegen der Stellung der HI. als Ausleseorganisation eine andere Regelung getroffen werden. Alle Jugendlichen dieses Alters können ohne jede Einschränkung in die Vereine des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen eintreten. Die Vereine bilden für die Jugendlichen dieser Altersstufe besondere Jugendabteilungen. Der Reichsjugendführer erkennt den Wert der Leibeserziehung im Deut- scheu Reichsbund für Leibesübungen an und fördert den Eintritt der Hitlerjugend in die Jugendabteilungen der Vereine. In Ausführungsbestimmungen zu unserem Abkommen ist im einzelnen das Aufgabengebiet der Jugendabteilungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und das der HI. so gegeneinander abgegrenzt, daß Überschneidungen nicht zu befürchten find. Ich glaube, wir stehen damit vor einem nicht unwichtigen Augenblick in der Geschichte der Leibesübungen. Die Jugend Adolf Hitlers und die deutsche Sportbewegung haben ihre innere Einigung vollzogen! Aus aller Wett. Oie Olympische Fackel in Budapest. 23 u b a p e ft, 28. Juli. (DNB.) Nachdem die Olympische Fackel durch das Weichbild der Stadt getragen worden war, erschien der Fackelläufer auf der Ringstraße und trug sie nach dem Stadtwäldchen, wo eine Feier vorbereitet war. Hier war bei der Siegessäule zur Erinnerung an den tausendjährigen Bestand des Königreiches Ungarn der Olympische Altar errichtet. Die Fackel traf beim Denkmal um 20.30 Uhr unter brausenden Eljen- Rufen ein. Der letzte Läufer vor dem Denkmal war der Rekordmann im 400-Meter-Lauf, 23 a r f i. Er übergab die Fackel dem Stellvertreter des Bürger, meistes Dr. Liber, während die Nationalhymne und die Olympische Hymne erklangen. Graf T a • kach-Tokloay, Präsident der ungarischen Frontkämpferoereinigung und Präsident des ungarischen Athletischen Verbandes, hielt ein Ansprache über die Bedeutung des Olympischen Gedankens. Unter den Klängen des Rakoczi-Marsches begann die Fortsetzung des Stafettenlaufes über die Kettenbrücke nach den Ofener Bergen. SA.-Gruppenführer Beckerle Mitglied des Olympischen Komitees. Eine Reihe bekannter Persönlichkeiten des Frankfurter Sportlebens ist zur Mithilfe bei der Durchführung der Olympischen Spiele berufen worden U. a. ist SA.-Gruppenführer Beckerle zum Mitglied des Olympischen Komitees ernannt worden. Ferner wurde Dr. med. Wilhelm Schön- dube als Arzt in die Olympische Arzttruppe berufen. Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat Fräulein Eleonore Gröber in Friedrichroda (Thüringen) aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Oberst Lindbergh bei Generaloberst Göring zu Gast. Oberst Lindbergh und Frau Lindbergh waren am Dienstagmittag gemeinsam mit dem amerikanischen Militärattache Major Smith und dem Heereslustfahrtattache Kapitän König und deren Gattinnen Gäste im Hause des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring. Die Ursachen von Udets Flugzeugunfall. Zu dem F l u g u n f a l l von Oberst Übet in Warnemünbe wirb gemelbet, baß bie sofort eingeleitete Untersuchung nunmehr abgeschlossen ist. Diese ergab, baß der Absturz auf einen Schaden an der Luftschraube des Flugzeuges zurückzuführen ist. Technische Fehler in der Konstruktion und der Bauausführung des Flugzeuges, die diesen Unfall hätten herbeiführen können, wurden nicht festge- stellt. Die Beschädigungen, die am Flugzeug selbst aufgetreten waren, konnten als Folgeerscheinung des Schadens an der Luftschraube geklärt werden. Oberst Übet wirb in etwa brei Tagen bas Krankenhaus in Rostock verlassen unb sich roieber nach Berlin begeben, um bort, wie bereits gemeldet, in etwa einer Woche seinen Dienst als Chef des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums wieder aufzunehmen. Das Todesurteil gegen den Bonner Kindesentführer rechtskräftig. Der 3. Strafsenat des Reichsgerichts hat die R e- sion des Bonner Kindesentführers unb Erpressers Ebuarb Giese, der vom Schwurgericht in Bonn durch Urteil vom 30. Juni b. I. auf Grunb bes Reichsgesetzes vom 22. Juni zum Tode verurteilt worden ist, entsprechend dem Antrag des Oberreichsanwaltes durch Beschluß einstimmig als offensichtlich unbegründet verworfen. Damit ist das Todesurteil gegen Giese rechtskräftig geworden. Hinrichtung in Bamberg. Wie die Jufttzpressestelle Bamberg mitteilt, ist am 28. Juli in Bamberg der am 29. Dezember 1912 geborene Wilhelm Schröder aus Sttössen- dorf hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Koburg wegen Raubmordes zum Tode verurteilt worden war. Schröder hatte am 3. Januar 1936 einen schlafenden Arbeitskameraden erschossen unb ihm einen Geldbetrag von 20 Mark geraubt. Drei Tote, 20 Schwerverletzte bei einem Unwetter. Die Gegend von Thom bis Culm wurde gestern von einem orkanartigen Sturm heimgesucht, durch den in verschiedenen Ortschaften 300 Gebäude zerstört wurden. Das Unwetter wütete etwa 15 Minuten. Drei Menschen wurden getötet, etwa 20 schwerverletzt. Das größere Schwesterschiff der „Queen Wary". „Daily Telegraph" bringt die Ankündigung vom Bau des Schwesterschiffes des Cunarddampfers „Queen Mary" in größerer Aufmachung. Das Schiff wird 2000 Tonnen größer als die „Queen Mary" fein. Die Baukosten sollen sich auf 5,5 Millionen Pfund belaufen. Das neue Schiff wird stärker unb wirtschaftlicher sein als bie „Queen Mary". Die Ausführung des Baues wird voraussichtlich 15 Monate dauern. Der Stapellauf wirb wahrscheinlich im Herbst des Krönungsjahres ftattfinben. W .M V? . 6. I VMobiloel Mehl'als Schmieroel- reiner Schmierstoff ! DEUTSCHE VACUUM OEL AKTIENGESELLSCHAFT HAMBURG Jedes Rohoel enthält neben erstklassigen Schmierstoffen unerwünschte und schad* A liehe Bestandteile, die durch die bisherigen Raffinations-Methoden nicht voll- ständig ausgeschieden werden konnten. Endlich ist ein umwälzend neues Ver- 'S fahren gefunden worden, das auf physikalischem Wege durch neuartige Lösungs- mittel restlos alle schmierungsfeindlichen Anteile aus dem Rohoel herauslöst. Für M die Anwendung dieses Verfahrens haben wir außergewöhnlich leistungsfähige M Neuanlagen geschaffen. In diesen entsteht aus deutschem Erdoel das neue Mobiloel, Äf ein Klarosol-Erzeugnis. Es ist reiner Schmierstoff mit einem bisher nie gekannten W Grad von Reinheit, Schmierkraft und Lebensdauer. Sofortiger Oelwechsel lohnt sich! Ein neues Auto-Oel wie eg in der ganzen Welt nidil besser geüefirl wird! Berlins Olympia Gewand ist fertig! Beichsminister Sr. Goebbels besichtigt die Ausschmückung derBeichShauptstadt. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Der Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels, der am Dienstag an die Bevölkerung Berlins einen Auf- ruf erließ, die Häuser zu schmücken und zu beflaggen, unternahm am Dienstagnachmit- tag eine Besichtigungsfahrt durch Berlin, um in erster Linie die von Amts wegen vorbereitete Ausschmückung der Berliner Straßen und Plätze in Augenschein zu nehmen. Reichsminister Dr. Goebbels wurde auf dieser Besichtigungsfahrt begleitet von dem Architekten Albert Speer, dem Amtsleiter der Reichspropa- aandaleitung der NSDAP. Schulze, dem Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung Schweitzer, dem Berliner Landesstellenleiter des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda Wachter, dem Vizepräsidenten beim Staatskommissar der Hauptstadt Berlin Steeg und dem Architekten Lottermoser. Die Hauptpunkte der Abschlußbesichtigung waren vor allem derPlatzvordemBerlinerRat- haus mit dem neuen Olympia-Brunnen der Bildhauerin Hanna dauer, der Lu st garten, in dem am 1. August die große Riesenkundgebung stattfinden wird und dessen Ausschmückung einen Höhepunkt all dessen darstellt, was für die Olympischen Spiele geleistet worden ist, und die Triumph- 20000-M-Spende des Führers für die Hinterbliebenen. Berlin, 28. Juli. (DBB.) Zur Unterstützung und Linderung der ersten Not hat der Führer für die Hinterbliebenen und Verletzten des Unglücks bei Freudenstadt im Schwarzwald den Betrag von 20000 Mark, der Reichsschahmeister einen solchen von 2 0 0 0 0 Mark und der Stabschef einen weiteren Betrag von 1 0 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt. Reichsbeamtenführer pg. Hermann Neef hat namens des Reichsbundes der Deutschen Beamten an den Chef des Stabes der SA. pg. Victor Luhe ein Telegramm gerichtet, in dem er das Beileid der deutschen Beamten zu dem furchtbaren Verkehrsunglück bei Freudenstadt ausspricht und zur Linderung der Not der Hinterbliebenen der toten SA.-Kameraden den Betrag von 2 5 0 0 0 Mark zur Verfügung stellt. Die toten SA.-Mnner in ihrer Heimatstadt. Mannheim, 28. Juli. (DNB.) Mannheim steht ganz unter dem Eindruck des furchtbaren Kraftwagenunglücks im Schwarzwald. Die ganze Stadt hat Trauerbeflaggung angelegt. In den frühen Morgenstunden des Dienstags sind die toten SA.-Männer in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, die sie am Samstag so frohgemut verlassen hatten. In aller Stille erfolgte die Aufbahrung der Lei- dien im würdig ausgeschmückten Nibelungensaal des Rosengartens. Die Trauerfeierlichkeiten sind auf Mittwoch nachmittag festgesetzt worden. Um 15 Uhr wird im Nibelungensaal ein offizieller Trauerakt stattsinden, an dem neben den Angehörigen der auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedenen SA. Männer hohe SA.-Führer aus dem Reich, Vertreter der verschiedenen Gliederungen der Partei, der Wehrmacht, des Staates, der Behörden usw. teilnehmen werden. Nach einem Vorbeimarsch der Ehrenstürme vor den Särgen erfolgt dann die feierliche Ueberführung der Toten nach dem Hauptfriedhof, wo sie in einem Sammelgrab ihre letzte Ruhestätte finden werden. Bei der Trauerfeier im Rosengarten werden Stabschef Lutze und Gauleiter Wagner sprechen. Anschließend findet die Trauerparade zum Hauptfriedhof statt. st raße vom Lustgarten zum Reichssportfeld. Es wurden insbesondere besichtigt die Straße Unter den Linden, die Charlottenburger Chaussee, die Bismarck- strahe und der Adolf-Httler-Platz. Nach der Inaugenscheinnahme der jetzt restlos fertiggestellten Anlage des Reichssportfeldes fuhr Reichsminister Dr. Goebbels die vor wenigen Tagen dem Verkehr übergebene Halensee-Straße ab, die als Durchbruchstraße zu den weltlichen Berliner Vororten für den Olympia-Verkehr besondere Bedeutung hat. Reichsminister Dr. Goebbels sprach seine be- sondere Genugtuung darüber aus, daß es gelungen sei, die vielen Bauvorhaben in Berlin, insbesondere auch die vielen Straßenbauten, rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele fertigzustellen, so daß Berlin jetzt ein sauberes und ordentliches Bild bietet. Er dankte den Beteiligten für ihre rastlose und aufopfernde Arbeit bei den Vorarbeiten für die Olympia-Ausschmückung der Berliner Straßen. Abgesehen von einigen geringfügigen Korrekturen, die noch vorgenommen werden mußten, könne die Ausschmückung Berlins, soweit sie von behördlicher Seite durchgeführt worden sei, als abgeschlossen gelten. Berlins Olympia-Gewand ist fertigt Weitere Veileidskundgebungen. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Der Stellver- ireter des Führers hat das folgende. Telegramm an den Stabschef der SA. gerichtet: „Lieber Parteigenosse Lutze! Bitte bringen Sie den Angehörigen der Toten und den Verwundeten des furcht- baren Autounglücks, das unsere Kameraden des Sturmes 45/171 der SA. betroffen hat, mein tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck. Heil Hitler! Ihr Rudolf Heß." Reichsminister Kerrl ließ sofort nach Bekanntwerden der erschütternden Unglücksbotschaft aus dem Schwarzwald Stabschef Lutze fernmündlich feiner aufrichtigen Anteilnahme versichern und beauftragte einen SA.-Obersturmbannführer seines Geschäftsbereiches, in feinem Namen bei der Beisetzung einen Kranz zu überbringen. Reichsführer SS. Himmler sprach dem Stabschef Lutze mit folgendem Telegramm das Mitgefühl der SS. aus: Zu dem entsetzlichen Unglück und dem Tod der 25 braven SA.-Männer spreche ich Dir und allen Kameraden der SA. mein und der gesamten Schutzstaffel herzliches Beileid aus. War soeben auf der Durchfahrt durch Freudenstadt bei den Verwundeten, denen es im großen und ganzen gut und hoffnungsvoll geht. H i m m I < r , Reichsführer SS. Im Namen der Hitler-Jugend telegraphierte der Reichsjugendführer: Lieber Parteigenosse Lutze! Zu dem furchtbaren Unglück, das unsere SA. betroffen hat, spreche ich Ihnen zugleich im Namen der gesamten Hitler-Jugend mein aufrichtiges Beileid aus und bitte Sie, auch den Angehörigen den Ausdruck der herzlichen Teilnahme der deutschen Jugend zu übermitteln. Heil Hitler! Ihr Baldur von S ch i r a ch. Kunst und Wissenschaft. Zweite Anordnung zur Sicherung künstlerischen Filmschaffens. B e r I j n, 25. Juli. (DNB.) Aus Grund des § 25 der ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom 1. November 1933 (RGBl. I S. 797) wird hiermit angeordnet: Meine Anordnung vom 31. März 1936 erhält folgende Ziffer 2 (ihr bisheriger Inhalt wird Ziffer 1): Spielleiter, Kameraleute und die Hauptdarsteller dürfen Verträge über ihre Mitwirkung -in abendfüllenden Spielfilmen nur tn der Weise chließen, daß zwischen dem letzten Tage, zu dem ie vertraglich für einen Film zur Verfügung zu tehen haben, und demjenigen, an dem sie $ur Ausnahme ihrer Tätigkeit für einen neuen Film verpflichtet sind, ein Zeitraum von mindestens zwei Wochen liegt. Wenn es sich um einen Film handelt, der überwiegend auf Gesang aufgebaut ist (sogenannter Sänger-Film), so beträgt die Frist drei Wochen. Darüber, wer im Sinne dieser Anordnung als Hauptdarsteller anzusehen ist, entscheide ich auf Anrufen des Filmschaffenden ober des Filmherstellers endgültig. Berlin, den 21 Juli 1936. Der Präsident der Reichsfilmkammer. gez. Dr. Lehnich. * Seitens der Reichsfilmkammer wird hierzu mitgeteilt: Die Erlassung der Anordnung hat sich als notwendig erwiesen, um die verschiedenen Schwierigkeiten und Schäden zu beseitigen, die durch Ueberschneidungen von Engagements solcher Filmschaffenden eingetreten sind, deren künstlerische Mitwirkung einen Film trägt. Das Filmschaffen erfordert vollen Einsatz des Künstlers. Es muß daher zwischen der Schaffung von Filmwer- ken burd) einen Künstler eine gewisse Zeit der Ruhe liegen. Außerdem muß Vorsorge getroffen werden, daß durch die mit der Filmherstellung verbundenen unerwartet auftretenden Verzögerungen der Dreharbeit durch Engagementsüberschneidungen und Fehldispositionen nicht eine Gefährdung Des ganzen Werkes sowohl künstlerisch wie wirtschaftlich eintritt. Für eine Übergangszeit bis zum 30 September 1936 werden Anträge auf Ausnahmebewilligungen oder Herabsetzung der Karenzfristen gemäß Ziffer 2 der Anpassungsanordnung vom 11. Juli 1936 wohlwollend geprüft. Die Innehaltung von Bühnen- Verpflichtungen wird durch diese Anordnung nicht berührt, inbessen wird darauf hingewiesen, daß der Filmschaffende ebenso wie der Filmhersteller auch hier dafür Sorge zu tragen hat, daß sich Uebernchneidungen nicht ergeben und ausreichende Karenzzeiten vorgesehen werden, soweit nicht ein gleichzeitiges Wirken an Bühne und Film ausnahmsweise möglich ist. Der Präsi- bent ber Reichsfilmkammer behält sich vor, nötigenfalls ben Präsidenten der Reichstheaterkammer zu bitten, sonst mit ihm durch eine gemeinsame Anordnung diese Frage zu regeln. XII. Aerzllicher Fortblldungslehrgang in Vab-Nauheim. Wie alljährlich veranstaltet auch in diesem Herbst — vom 25. bis 27. September — die Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte im Kerckhoff-Jnstitut ihren Fortbildungslehrgang für Aerzte, dem das Thema „Wege der Kreislaufbehandlung" zugrunde liegt. Vorträge werden gehalten von den Professoren Bohnenkamp (Freiburg), ’Rein» wein (Gießen), I. H. Schultz (Berlin), Edens (Düsseldorf), Schoen (Leipzig), Dol- hart) (Frankfurt), Knipping (Düsseldorf), F. Koch (Tübingen), A. Weber (Bad-Nauheim), R. Herzog (Gießen), Lampert (Bad Hom- burg), Grote (Dresden), ferner von Dr. Stiege (e (Stuttgart), Dr. Fahrenkamp (Stuttgart) und Dr. B r ~ " d) I e (Dresden). Auszeichnung des ronlsten Heinrich Kaminski. Der Ertrag . Harry-Kreismann- Stift u n g für das Jahr 1936 ist auf Grund einer Bekanntmachung des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, dem Komponisten Heinrich Kaminski in Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen und zur Förderung seiner weiteren Arbeiten verliehen worden. Die Regensburger „Donispahen" beim Führer. Die Regensburger „Domspatzen" statteten dem Führer auf dem Obersalzberg einen Besuch ab, um ihm für die Förderung des Chores zu danken. Die „Domspatzen" erfreuten den Führer durch einige Proben ihrer einzigdastehenden Kunst. Aus aller Wett. Im Lech ertrunken. Am Dienstagabend ereignete sich in Füßen (All- gäu) ein Unglücksfall. Zwei verwandte Ehepaare aus dem Rheinland, die auf einer Ferienreise über München nach Füßen gekommen waren, besichtigten um 19 Uhr noch den Lechfall nahe ber Lanbesgrenze. Einen ber beiben Herren interessierte besonbers bie felsige Umgebung. Er kletterte auf Das Unglück des SA.-Sturmes 4S/^7-l im Schwarzwald. Heute nachmittag Trauerfeier in Mannheim. den Steinen Umher, rutschte plötzlich aus tmb stürzte in bie Tiefe, wo er vom Strudel bes hochgehenben Flusses fortgerissen würbe und nicht mehr zum Vorschein kam. Es hanbelt sich um ben 36jährigen Hermann Rüsenb e r g. Die Frau des Verunglückten und seine Schwägerin erlitten einen Nervenschock und mußten ins Füßener Krankenhaus gebracht werden. Vier Jahre Zuchthaus für einen gemeingefährlichen Hochstapler. Dor dem Sonbergericht in Nürnberg hatte sich ber 43 Jahre alte verheiratete Georg Schuchmann aus Nieber-Ramstabt wegen unberechtigten Tragens bes Abzeichens ber NSDAP, zu verantworten. Im Laufe ber Verhanbluna entpuppte sich ber Angeklagte als ein Hochstapler großen For- m a t s, besten Lebenslauf wie ein Roman klingt. Um sich seinen Unterhalt zu verschaffen, verlegte er sich auf großangelegte Betrügereien. So gelang es ihm, ausgerüstet mit einem falschen Sparkassenbuch, mit einem Lanbwirt in Zarpen über ben Kauf von besten ßanbgut im Werte von 35 000 Mark einig zu werden. Zwei Tage später ve^auste der neue Gutsherr einem Viehhändler vier Stück Vieh, die er miterworben hatte, für 900 Mark gegen sofortige Barzahlung. Noch ehe ber Hänbler bas Viels 'abholen konnte, verkaufte ber Hochstapler bas gleiche Vieh nochmals um 700 Mark an einen anbern Viehhändler, der 500 Mark als Anzahlung entrichtete. Als er das Vieh abholen wollte, hatte es der erste Käufer bereits abgetrieben. Schumann war mit dem Geld, unter Mitnahme eines entwendeten Fahrrades und Hinterlassung einer Zech- schuld von 48 Mark verschwunden. Bei all diesen Betrügereien hatte Schumann das Parteiabzeichen der NSDAP, anstecken, obwohl er nicht Mitglied ist. Ferner behauptete er, Bauernführer in Pirmasens zu sein. Zahlreiche andere Betrügereien dieser Art kommen auf fein Konto. Schuchmann wurde wegen eines fortgesetzten Verbrechens des erschwerten Betruges, teilweise verübt in Tateinheit mit einem fortgesetzten Verbrechen ber gewinnsüchtigen Privaturkunbenfälschung unb mit einer Verfehlung gegen § 3 Abs. 1 bes Heimtückegesetzes zu vier Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehr- verlust verurteilt. Vier lote beim Absturz eines französischen Bombers. In ber Nähe bes Flugplatzes von Chartres stürzte ein französisches Bombenflugzeug bei einer Hebung ab. Vier der fünf Insassen fanden dabei ben Tob, ber fünfte konnte sich burd) Fallschirmabsprung retten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weitere Fortschritte gemacht, lieber Westeuropa baut sich ein Hochdruckgebiet auf, das einen Abschluß oer lebhaften vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit bringen wird. Dabei wird zunächst die bisher vorhandene überaus große Regenbereitschaft nachlassen, doch muß anfänglich bei Zufuhr kühlerer Meeresluft aus Nordwesten noch mit einzelnen Schauern gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit häufiger Aufheiterung und nur noch einzelnen Schauern, bei lebhaften westlichen bis nordwestlichen Winden frisch. Aussichten für Freitag: Häufig aufhei- ternb doch ziemlich frisch und noch nicht ganz regensicher. Lufttemperaturen am 28. Juli: mittags 17,6 Srab Celsius, abenbs 14,9 Grab; am 29. Juli: morgens 14,5 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum heute nacht 11,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Juli: abends 18,6 Grad; am 29. Juli: morgens 15,6 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 3,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. 21. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. t Gießen (Marburger Straße 7 I). den 29. Juli 1936. 1 Die trauernden Hinterbliebenen: Frieda Niepoth, geb. Pabst und Tochter Elfriede nebst Angehörigen. Das seither betriebene Geschäft führe ich im Sinne des Verstorbenen weiter und bitte um weiteres Vertrauen. __03145 Statt Karten. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die Blu menspenden und Beileidsbezeugungen, sowie für die trosti eichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. 2 Ammer I Mietgesuche I (Stellenangebote! mit klein. Küche 1 1 Zann_. * sofort zuvermiet. Schöne, sonnige in TTrarhrift I Vermietungen"] Schöne, sonnige In Urschrift mit Bad, Balkon, im Sübviertel v. älterem Ehepaar bis 1.10.ob.1.11. au miet, gesucht. Schristl. Angeb. unter 03439 an benGieh.Anzeig. Schöne 2-Zhnin.-Wohnung mit Küche sofort zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03444 a.b.G.A. Schöne 5-Zinun.-Wohnung mit Rab, vart., z.l. Okt.z.verm. Wnl). b.Karl Habe, Löberiiraße 17 p. Näheres Hinter denLchießgärtcn Nr. 22 vt. 03440 4-5 Zirn.-Wohn. Nähe Blockstraße per bald gesucht. Schr. Angebote unter 03446 qn b. Gießener Anzeiger erbeten. lonbern nur Zeugnis oblchrtften Dem Be- werbungslchrrtben bet- legen i — Lichtbilder undBewerbun^Sunte» lagen müllen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite flamen und Anschrift de» Bewerbers tragen i £eeres3tmmer ab 1. 8, zu oerrn. Marktflati 18 II. Tüchtige poliere für Hoch-, Tief- unb Eisenbetonbau gesucht. Schriftliche Angebote u. 4736D an ben Gießener Anzeiger erbeten 5-Motoj. mit Bad, Balkon unb Zubehör in freier, ruhiger, sonnigerLage ab 1.8.36 ob.später zu vermiet. 40040 Händelstr. 25 I L-Zimm.-Wohn. (große Zimmer) mit Küche i. gut. Hause,Nähe Universität, sofort zu vermiet. Näher. Büro Kirchner Selteröweg 8. Für die Kleinlebensversicherung einer altangesehenen, führenden deutschen Lebensversicherungsge- sellschast w rd für den Bezirk Gießen ein tüchtiger und zuverlässiger Wtbe'unoftgaulfotiOHMinaiiii ln selbständige, leitende Stellung gesuchl.Dorwärts- strebende Herren, insbesondere Fachleute, die sich verbestern wollen und die über ausgeprägte werberische und organisatorische Befähigung verfügen, finden ein entwicklungsfähig, u. reiches Arbeitsfeld. Geboten werden: Oirektionsvertrag, Gehalt, Spesen, Abschluß, und Anteilprovisionen. Schriftliche Bewerbungen sind zu richten unter 4684V an die Geschäftsstelle des Gießener An- zeigers. Vertrauliche Behandlung wirb zugesicherf. Junger Mann per sos. gesucht. Stenograph,Ma- schinenschrciber n Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schluß! Millagbörse. Datum 27-7 28 7 27.7 28-7 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,5 101,25 101,25 101,3 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97,65 97,4 97,65 6*/2% Duung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102,13 — 101,75 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 112,5 112,5 112,5 112,5 414% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100 100 100,1 100,1 414% ehcm. 8% Hessischer Volks float 1929 lrückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 — 4%% ehem.8% Hessische Lande« banl Darmstadt Gold N. 12... 97 97 _ _ b-/r% ehem. 4V,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,75 100,75 — _ 4*4% ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Goldschuldverschr. R.t 93,75 93,75 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mi' Ausloi.-Rechten ............ — — Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,65 _ 119,5 119,4 4 *A% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — b*/r% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 101,13 101 — 5(4% ehem. 4*/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. ... 101,4 101,4 101,4 101,4 4*4% ehem. 8% Pr. Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *y2% ebem. 7% Pr. Landespfand hciesanst., Gold Komm. Obl.20 95 95 95 95 Steuergutich Verrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Oesterrelchtsche Goldrente... 30 — 30,5 — 4,20% Österreichische Silberrente —— 2,6 —— 2,6 t% Ungarische Goldrente....... 9,13 9,1 9,1 9,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,5 —— 8,5 8,5 4'4% desgl. von 1913........ 8,7 8,65 8,7 8.6 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 14,9 14,65 14,75 14,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie«..................... —- —— Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börle Datum 27.7 28.7 27-7- 28-7. 4% oeegi. Serie n ........... — — — — 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 6,7 6,7 — 6,9 4)4%Ruman.vereinh.Nentev.l913 10,2 10,1 10,13 10,2 4% Rumänische vereinh. Rente . - 5,5 5,5 5,5 5,55 2 *4% Anatolier ......... .. 44,25 44,5 43,65 44 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,9 15,9 15,9 15,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —- 48,5 47,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,9 16,9 16,9 16,9 ■21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 118,25 118,75 118,25 118,4 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 127 — 126,5 126,25 Commerz, und Privat-Bank ... 4 103 101,75 103,25 102 Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................ 4 105 104,25 105,5 104 Dresdner Bank.............. 4 105 104 106 104 Reichsbank ................ 12 196,13 196 195 195,5 A.E.G...................... 0 38,4 38,4 38,65 38,4 Bekula..................... 8 155,5 155 156 .155 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 133,75 132,13 132,75 132,13 Licht und Kraft ............. 7 157,75 157 158 156,75 Feltens Guilleaume......... 4 139,25 138 139 136,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 143 142,75 143 142,4 Rheinische Elektrizität ........ 6 —— 134 133,5 133,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138,75 138,5 138,5 138 Schuckert LCo............... 6 163 162 163,5 162,5 Siemens & Halske............ 8 206,5 204,5 205,5 202 Lahmeyer LCo.............. 7 — 144 144,25 144 115,5 114,75 115,5 114,75 Deutsche Erdöl .............. 4 134 133 25 134,75 133,13 Harpener................. 2 y2 132 131,5 132 131,5 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 120 119 120,75 119,75 Ilse Bergbau ............... 6 —— — — 173 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 138,5 137,25 138,25 136,75 Klöcknerwerke ............... 8 119,75 120 119,5 120,5 Mannesmann-Röhren........ 8 113 113 113,4 112,65 Frankfurt a. M. Derlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 27.7. 28.7 27 .7. 28.7 Mansselber Bergbau .. .... 6K 148,5 149,5 149 149,5 Kokswerke ........... ...... 6 —- —— 133,25 132,9 Rheinische Braunkohlen .....12 — —— 228,5 231 Rheinstahl ........... ...... 4 149 149 149,25 148,75 Bereinigte Stahlwerke. .... 3y, 113 113,75 113,65 113,5 Otavi Minen ........ ......0 28,75 28,5 28,75 28,4 Kaliwerke Aschersleben. ......b 128,75 127 127 127 Kaliwerke Westeregeln. ......5 127,25 125,75 126,75 125,75 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% 184 184 184,5 184,4 3. G. Färben-Industrie .......7 170 170 169,9 170,13 Schetdeanstalt........ ......9 270 271 — — Goldschmidt ......... ...... 6 116,75 116,65 117 116.5 Rütgerswcrke ........ ....... 6 135 — 134 132,25 Metallgesellschaft...... .......b 140,5 137,75 140,75 137,75 Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ....... 4 131,5 130,5 131,5 131 ...... 7 151 150 .......6 Schultheis Patzenhofei ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren....... .... 0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Lonll-Gummi.............. 11 — — 110,5 110 58 57,75 58,25 58,13 88,75 87,25 87,5 87 155 154,5 154,75 152,5 119,5 119 119 117,25 — 119,5 118,75 132 130,25 131 130,65 173,75 173 173,75 173 — 87,65 86,5 53,75 53,75 53,75 53,75 397,75 400 401 400 —— — 214 189 187 190,75 189,25 Grttzner....................01 36 I Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 gg Süddeutscher Zucker ........ io| 223 1 33,9 97,5 223 33,65 Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 21L Banknoten. 27.3UÜ 28 3u l Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 23nef Geld Drie _ Buenos Alle 0,684 0,688 0,683 0,687 Brüssel .... 41,91 41,99 41,89 41,97 Rio de Jan. 0,142 0,144 0,142 0,144 Sofia ..... 3,047 3,055 3,047 3,053 Kopenhagen 55,65 55,77 55,63 55,75 Danzlg .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,465 12,495 12,46 12,49 Helstngfors. 5,495 5,505 5,495 5,505 Paris ..... 16,415 16,455 16,415 16,455 Holland ... 168,76 169,10 168,75 169,09 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Iavan ..... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,64 62,76 62,62 62,74 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon ... 11,325 11,345 11,32 11,34 Stockholm... 64,27 64,39 64,25 64,37 Schweiz ... 81,20 81,36 81,18 81,34 Spanien... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag^..... 10,28 10,30 10,28 10,30 BudWst .. — — — — Neuyork .. 2,484 2,488 2,485 2,489 Äerli», 28. >uli i Geld ---Mes Amerikanische Noten.............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 55,43 55,65 Englische Noten ................. 12,425 12,465 Französische Noten............... 16,365 16,425 Holländische Noten............... 168,33 169 01 Italienische Noten................ — —' Norwegische Noten .............. 62,40 62,66 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 64,03 64,29 Schweizer Noten................. 81,00 81,32 Spanische Noten................. 33,58 33,72 Ungarische Noten . . ........ .. —• SSÄ 4 v ■ w fcS j ' W WWM MW ÄZ ;z K/ ""■ ■i s- urkunden, zu denen noch die Gruppen der mittelalterlichen Chroniken, Rechtsbücher und andere Aufzeichnungen hinzuträten. Diese mehr oder minder reichhaltigen Geschichtsquellen seien zunächst zu sammeln, auf Echtheit oder Fälschung zu untersuchen und im Druck zu veröffentlichen. Die Ausgabe des neuen Reichsinstituts bestehe also in erster Linie darin, die mittelalterlichen Geschichtsquellen von gesamtdeutscher Bedeutung überhaupt einmal zu erschließen. m E In diesem Zusammenhänge würdigte Professor Dr Engel die Leistung der Monumenta Plausch ans Fenster getreten sein. Alles ist, als sei es erst gestern gewesen oder erst heute, von einer heimlichen, flüsternden Gegenwärtigkeit, einer herzbezwingenden, atmenden Nähe; als sei dies Handwerkszeug eben erst aus der Hand gelegt, diese Lampe eben erst erloschen, diese Uhr vor einer Stunde stillgestanden. Wir gehen schweigsam zurück in die vordere Stube. Das Gewitter hat sich verflüchtigt, zierliche Flammen spielen in den Fenstern. Einen alten, schlichten Mann in Bergmannstracht hat es im Innersten ergriffen. Er hält fein halbgefülltes Glas in der verarbeiteten Rechten, aber er führt es nicht zum Munde, und ein über das andere Mal bricht es aus ihm mit abgehackter Baßstimme, dankbar und erschüttert: „Hans Sachs! Lieber, alter Hans Sachs! Hab' ich's doch noch erlebt und dein Haus hier gesehen, deine Werkstatt." Er sieht aus, wie von Dürer gemalt, wie dessen Hieronymus Holzschuher, und wir alle blicken ihn an. Reichsminister Rust hat vor kurzem dte bisherigen „Monumenta Germaniae“ in em „Reichs- injtitut für ältere deutsche Geschichtskunde" umgewandelt. Professor Dr. Wilhelm Engel, der kommissarische Leiter des Instituts, äußerte sich dieser Tage in einer Unterredung über Wesen und Arbeiten des neuen Reichsinstituts. Als besondere Aufgabe bezeichnete Professor Dr. Engel die Erschließung der mittelalterlichen Geschichtsquellen. An Stelle der zahllosen Aktenreihen der Neuzeit gebe es hier die vielen Tausende einzelner Pergament- und Papier- ^rwerte H55 16 (145), l Ä Tagen. itet Nxv nahm } Verlauf. J mer Schluß; entes, schM 1 (189,25). I chfrage, jo K len. 3®. gart: 170 bis IW etwas niebrifc narkt brüte 101,75 (102), i: ier mit W 8ebr. W weiir l fast völlig p AuslandsM Farben W 6 0. h. W 4 v.h. te 199, MU. 57,i:, 15 114,75. । nüiemacfl Mit Ausmfss! von Qemüir gebot von Stein« t schleppend, w rbsenpreise Wn, rten: Blumenlcfl bis 22, WM is 16, <$rbj?n Ä 15 bis (bn- 51,70, TAV 5, KMX , TrMge G bi 3 bis 5, B b bis 8, S' bis 15, lomcii- a, 15 bis 20 M 'bis 4, Zwiebel' Pfalzer 614 fc 12 bis 15. M )is 22. die Anliefemss Jetzt habe ich dir schon hundertmal (sage und schreibe das drittemal erst, denkt der Junge), gesagt, daß du den Stoff nicht bekommen kannst. Ich brauch ihn doch, hab ich gesagt." — „Der olle Kram wäre zu schade, wenn du ihn für eine Mark dem Lumpensammler gäbst! Sowas müßte man aufheben als Altertum und wertvolle Antiquität." — Die Mutter flüchtet seufzend hinaus. Der Junge Albert ebenfalls, aber ohne Seufzen, dafür mit zwei großen Bündeln Stoff, einer Handvoll Druckknöpfe und einem Oelfarbkasten. 3. Akt: Dunkelheit. Ein schwacher Schein aus einer Petroleumfunzel. Ein Keller mit Latten, Brettern, stoffbespannten Rahmen, Sägen und Hämmern angefüllt. Drei Gestalten kleben, malen, schneiden und klopfen, daß die Wände einzustürzen drohen. Ein Junge, den die beiden Watz nennen und kurze stachelige Grasbüschel von Haaren auf dem großen Kopf hat, flucht, weil er sich auf seinen Daumen geschlagen hat. Der Rohbau ist fertig: drei Wände aus Stoff. Jetzt kommen die Kulissen, Vorhänge und das wesentliche: die Figuren. Natürlich zuerst ein Kasper; dann liegt da ein ganzer Staat: ein König, Schutzmann, verschiedene Spieß- bürger mit großen roten Nasen und Brillen, Träge und Philosophen, Frauen, denen man ihre Klatschsüchtigkeit von weitem ansieht, bei anderen könnte man in Versuchung kommen, zu denken, daß sie einem Wohltätigkeitsverein angehören, wo man nachmittags bei Kaffee und Kuchen für arme Heidenkinder Strümpfe strickt. Ferner gibt es da einen Tod, einen Teufel und ein ganzes Geister- kabinett. „Soweit ist nun alles fertig", sagen nach langem Treiben die Gestalten, „wir müßten proben." 4. Akt: Heimabend beim Jungvolk. Die Kasbü steht, und man bestaunt sie mit offenen Mäulern und großen Augen. Friedel ist Außenminister, Watz Regisseur, Albert Mädchen für alles, Vorhang-rauf- und -runterzieher, Kulissenschieber, Krachmacher. Die Sache geht los. „Das geheimnisvolle Murmeln im Kochgeschirr", steht auf dem Programm. Große Sache und handelt von einem Gert, der stets zwei Paar Unterhosen auf Fahrt an hatte und einen Wanderstab zum erstenmal mitbrachte. (Der Betreffende im Publikum errötet sanft.) Weiter von einem, der lieber zu Hause hockte und Schmöker las. — Man hat viel gelacht, und die Kasbü und ihre Leute waren sehr zufrieden. 5. Akt: Transport der Kasbü vom Heim auf die Straße. Auf der Treppe Poltern, Krachen. Einer ist mit den Wänden ausgerutscht, fällt auf seinen Vordermann. Unten liegt ein bunter Gerümpelhaufen. Eine Minute später liegen die drei Freunde entseelt daneben. Der Vorhang fällt. r. J. —67683 41,89 0,1) 3,047 55,153 46,80 12,46 5,49 IM’ 168,75 19; 0,727 5,654 62,6 - 11.57 64- 81, 33,92 104« 2,485 Go entstand eine Kasbü. Tragödie in fünf Akten. Vorwort: Suche nicht im Brockhaus, auch sonst in keinem Lexikon, du würdest jenes Wörtchen doch nicht finden. Kasbü ist kein abessinischer Wurden- träger, der sich erhängte — oder ein neues Universalpülverchen gegen Ischias, lästigen Haarwuchs, Blinddarm und Durchfall. O nein, Kasbü ist em großes Werk, etwas Einzigartiges, etwas Schwieriges das bei einer stinkenden Petroleumfunzel von drei Jungen im Dunkel eines Kellers ausgeknobelt wurde. 1. Akt: Der Vorhang hebt sich. Ein Junge, der Friedel heißt, zu einem Schreinermeister: „Habense nid) so'n paar Dinger da übrig, so'n paar Latten ober ’n olles Scharnier, es können auch zwei fein. Oder 'n paar Nägel?" „Hm — hm. Ham tun mer ba schon was. Und gebrauchen können wir es eigentlich auch noch selbst. Was willst'n damit?" — Öch wissen Se, wir wollen da eine Kasbü bauen fürs'Zeltlager. Das gibt immer Spaß — und da wollt ich mal fragen." — „Kasbü? Kasbuu?? Was'n das? Noch nid) gegessen sowas!" — „>)a, ach so, wissen Se, das ist mehr so 'ne Kasperlebuhne. Aber weil das so lang dauert, bis man das gesprochen hat, sagen wir nur Kasbü." Ja, dann netze sich da schon mal eher drüber dischkutieren. Er will mal sehen, was sich da machen läßt. Nach einer halben Stunde trollt der Junge trat einer kaum schleppbaren Last Holz ab. 2. Akt: Eine Küche. Eine Mutter. Ein Junge der aber diesmal Albert heißt. — „Aber 2Ubert. In Sofia wurde das Eintreffen des olympischen Feuers festlich begangen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Weine letzten Verhandlungen inpetersburgM4. Don Graf $. pourtaltzs (f), bis zum Kriegsausbruch deutscher Botschafter am Zarenhofe. *^2^ Kirschen nur iß Mäst im R ch U. a. * iÄ-A-B U ung., 3** bis 22, Son* 35 bis 38, N bis 38, 3*1= > 28 bis 30, > Obis E aumen 30 bis je 32 bis 35, * Miner Mhen , und : ElME. ,ehr noch lin Nachtsspiele zeigen, auch dem derben Witz und ausgelassenen Humor seine wohlgesetzte Form zu geben vermochte. r,r . . . Ich leere mein Glas und schließe mich dem bescheidenen Zug an, den die Wirtin bis zu Sachsens verschwiegen und überaus winzig tm Hmterhaus gelegener Werkstatt anführt. Man hort die Erklärungen, die tausendmal schon hergesagten, mit halbem Ohr. Aber unsere Ergriffenheit, unsere Ehrfurcht kann nichts mindern. In diesem nur wenige Quadratmeter messenden Loch, in das das Wetterleuchten des aufgewühlten 16. Jahrhunderts aucfte, ist noch alles unverändert, und doch echt in feinen Bestandteilen ba, was seine Hand bewegte, sein Geist ordnete: das Handwerkszeug, der Schemel, die Oellämpchen, der selbstgebaute Ofen. In diesem rührend bescheidenen Raum schusterte und sang, maß und brütete er, schmetterte der Feuerkops den beckmessernden Zeitgenossen seine Kampfansagen entgegen, gab er gütig weisen Rat, wälzte er nach Feierabend die reich- beschlagenen Folianten. Aber der Schuster Hans Sachs, der Dürer und Stoß, Vischer und Pirkhermer würdiger Zeitgenosse, blieb nicht bei fernem Leisten; zu feinem Lobe und zu unserer Ehre! In seiner Werkstatt besserte er nicht nur die Schuhe seiner Mitbürger, sondern auch ihre Fehler, ihre Schwächen und Untugenden. Denn außer Leisten, Nadel und Hammer standen ihm noch ein unbezähmbarer Drang zum Reimen, ein tapferes, großmütiges Herz unb. ber Blick des Weisen zur Seite. Der Mensch braucht nicht viel Raum, um Unvergängliches zu schaffen. Dieser vom Holzwurm angenagte, von Jahrhunderten mürbe aemachte Tisch, über dem die Glaskugeln der altertümlichen Oellampe sinnlos hängen, kennt wie kein anderer das bärtige Haupt des Sängers und Spötters, der in unerhörter Fruchtbarkeit alle Echos der damaligen Welt reimend, dialogisierend und psalmodierend auffing, „zum Preise der Tugend und zur Schmach des Lasters und den „Traurigen zur Fröhlichkeit'. Ein gut Teil der 34 Bücher seines Lebenswerkes hat er hier eigenhändig niedergeschrieben: insgesamt 6048 Dichtungen darunter fast 1500 Schwänke und Fabeln, über 200 Komödien und Tragödien, 4275 Meistergesänge. Solch mönchischer Fleiß, solch immenses Schöpfertum ist nur noch mit der Lope de Vegas oder Goethes vergleichbar, der für den damals zu Unrecht Verspotteten mutig die Stimme erhob: Da droben in den Wolken schwebt — ein Eichkranz ewig unbelaubt — den setzt die Nachwelt ihm aufs Haupt! Das Leben Sachsens war eitel Arbeit und fand fernen höchsten Sinn darin. Oeffnete er das Fenster, so konnte er vom Schemel ; aus des Pogner Haus gegenüber sehen, und gar , manchmal wird des Goldschmieds Tochter zu einem Gruß an Hans Gachs. 1 Nürnberger Erinnerung von W. Schumann Jeder Straßenjunge in Nürnberg sagt dir, wo Hans Sachsens Haus steht. So sehr ist er, der Schuh- 1 macher und Poet, Besitz seiner Vaterstadt, seines Volkes. Der Weg zum Bahnhof in die kleine enge Kalle die des Meistersingers Namen tragt, ist nicht weit, 'aber aufjd)lu6reid): er führt an den Bastianen und Türmen, die einst die reiche, mit ihrem Einstutz bis zur Adria reichende Stadt zu schützen hatten, Darüber in die Bezirke der Kaufleute der breiten Patrizierhauser und stolzen Kirchen. Aber schon aus dem Obstmarkt, wo das „Gansemannchen unschem- bar bi ater Gittern steht, wird es besch-id-ner. Und gleich dort hörte, sich noch nach Jahrhunderten deutlich abgrenzend, das Nürnberg der Macht und des weithinreichenden Wohlstandes auf; hier wohnte immerhin befaß er ein eigenes Haus. Es schießt engbrüstig in die Höhe, die Balken Zeichnen sich daraus ab, aus friedlich-schmalen Erkern quellen Blm men, tief herabhangende Ranken. Em Schild über dem Eingang meldet, daß hier die hlstarische chan^ Sachs-Stube sei. Das ist des Ansichtskartenhandlers gegenüber bestes Geschäft. Ein schwuler, gew kündender Nachmittag ist es, Geruch non Wem Räucherwaren und Semmeln liegt m der.trage Lust. Ich trete endlich ein und ftnbe mad) in einer Weinkneipe, die geschickt zu verstehen scheint dl A hänglichkeit des Volkes an eine ferner Uebtoerttnen Erscheinungen in klingende Münze zu v Muß man, um ein Beispiel anderer Art 3 t 0 » das oan-Gogh-chaus in Arles lange fuch n und öffnet sich die Pforte zum ^eiligen mn : miDent« benb, so hat die Kneipe hier ine volle Oessentlichkeit betriebsam hergeftellt. . klüiternde Sie liegt im Halbdunkel, andachtsvoll-, stulternoe Gäste trinken behutsam ihren Hellen. Wem. Huw°ll-n noch als Siebcnundsechzigiahr,ger »Dor Sonnen Untergang", unneröraffen em M-d-h n °°n 17 ^.en zen heimführte, am großen Familient sch f 9 J Zucht unb gute Sitte «leit:. auf ba& d Hande fein gewaschen eien, niemand sich b^n1l„fh;d3fe;n ae= gefräßig zeigen oder gar das Schnupftuchlein g räuschvoll benutzen moge^.. Denn imi wni roi beim Dichten war er ein Mann, der bewußt av,eils non mancher Zügellosigkeit seiner Zeit stand und wie seine mit Recht vielberuhmten und unerreichten Fast Copyright by Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin. II. Gndkamps um den Frieden. Am Abend des 31. Juli, 11 Uhr 10 Minuten, traf ein Telegramm des Reichskanzlers nachstehenden Inhalts ein: Trotz noch schwebender Vermittlungsverhandlungen, und obwohl wir selbst bis zur Stunde keinerlei Mobilmachungsmaßnah- nien getroffen hätten, habe Rußland feine ganze Armee und Flotte, also auch gegen uns, mobilisiert. Durch diese russischen Maßnahmen seien wir gezwungen worden, zur Sicherung des Reiches die „drohende Kriegsgefahr" auszusprechen, die noch nicht die Mobilisierung bedeute. Die Mobilisierung miüsse aber folgen, falls nicht Rußland binnen ^wölf Stunden jede Kriegsmaßnahme gegen uns nnd Oesterreich-Ungarn einstelle und uns hierüber seine bestimmte Erklärung abgebe. Ich wurde beauftragt, dies sofort Sasonow mitzuteilen und die Stunde der Mitteilung zu drahten. Der Reichskanzler schloß, er wisse, daß Herr Sw erbe je w am Tage vorher aus Berlin nach Petersburg telegra- xhiert habe, wir hätten mobil gemacht, was bis zur Stunde nicht der Fall sei. Dieser Auftrag wurde von mir in der Nacht vom ZI. Juli auf den 1. August bei Sasonow um Mitternacht ausgerichtet. Der Minister wie- Lerhotte zunächst die Erklärung des Zaren, daß ein Anhalten der Mobilmachung oder Zurücknahme des Mobilmachungsbefehls aus technischen Gründen mnmöglich sei. Er versuchte sodann wieder nachzu- llveiseii, daß in Rußland Mobilmachung keineswegs »die Absicht, Krieg zu führen, bedeute, und daß man ttroh der Mobilmachung die Verhandlungen fort- sietzen könne ... Der Minister kam dann wieder »darauf zurück, daß Mobilmachung noch nicht zum ^Kriege zu führen brauche, und wiederholt die mir stchost früher gestellte Frage, ob denn nicht auch bei uns mobil gemacht werden könne, ohne daß es notwendig deswegen zum Kriege kommen müsse. Ich konnte mich bezüglich dieses Punktes nur auf meine früheren Ausführungen berufen und erklärte bestimmt, daß, wenn Rußland seine Mobilmachung nicht anhalte und uns auf diese Weise zwinge, ebenfalls mobil zu machen, wir uns unmittelbar am Rande des Krieges befänden. Ich bat Herrn Sasonow nochmals dringend, sich den Ernst der Lage klar zu machen. Die Aussichten, zu einer friedlichen Lösung zu gelangen, hätten sich durch die vom Wiener Kabinett zu erkennen gegebene Bereitwilligkeit, mit der russischen Regierung über die Note' an Serbien in einen Gedankenaustausch em- zutreten, erheblich gebessert ... In diesem Augenblick habe Rußland ohne den geringsten Anlaß, trotz der uns kurz vorher gegebenen feierlichen Versicherungen, gegen uns mobil gemacht. Es sei an Rußland, wenn es den Frieden wolle, diese Drohunc rückgängig zu machen. Rußland habe es auf die Weise in der Hand, das Unheil des Krieges abzuwenden. Ich hielte immer noch an der Hoffnung fest, daß die russische Regierung sich entschließen werde, die Mobilmachung anzuhalten. „Technische Unmöglichkeit" gebe es m dieser Beziehung nicht. Der Kaiser von Rußland brauche nur ein Wort zu sprechen, dann könnten die Befehle, welche die Mobilmachung an- geordnet hätten, dahin geändert werden, daß infolge eingetretener neuer Umstände die Mobilma- chungsmaßregeln anzuhalten seien. Nach einstündi- ger Unterredung verließ ich den Minister mit dem bestimmten Eindruck, daß die russische Regierung entschlossen war, es zum Aeußer'sten kommen zu lassen. Am Morgen des 1. August entschloß ich mich, von einem Anerbieten des Hofmeisters Grafen Frede- ricksz Gebrauch zu machen und durch ihn noch in letzter Stunde zu versuchen, den Zaren zur y Berlin. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mittelalterliche Forschungsaufgaben im Dritten Reich. Sine Unterredung mit Professor Dr. Wilhelm Sngel. "StiN w?5 «IW N dir fc ;.15: Sotii, '»-ich! P, 6,5 2: Ron, Mittwoch, 2Y.MM6 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) klr. 175 Dritter Blatt Das olympische Feuer in Bulgariens HaupiM Vegrüßuna der italienischen Olympia-Mannschafi nicht mobilisieren, daß jedoch, falls uns Rußland nicht bis heute mittag erklärt, daß es feine Kriegsvorbereitungen gegen uns und Oesterreich einstellt, der Mobilmachungsbefehl heute gegeben werden wird. Sie wissen, was das bei uns bedeutet. Wir können uns nicht verhehlen, daß wir in diesem Falle nur noch um Fingerbreite vom Kriege entfernt sind, von einem Kriege, den weder Sie, noch wir wünschen. Ich weiß, wie schwer es ist, die Maschine aufzuhalten, die bereits in Bewegung gesetzt ist. Aber der Kaiser von Rußland ist in dieser Hinsicht allmächtig. Ich bitte Sie inständig: tun Sie, was Sie können, um ein Unheil aufzuhalten. ... Ihr sehr herzlicher ergebener und tief bekümmerter Pourtales." Nachmittags etwa um 2 Uhr ließ mich Graf Fredericksz von Peterhof aus an das Telephon bitten und teilte mir den Inhalt eines neuen Telegramms mit, das der Zar an unseren Kaiser gerichtet hatte. Er sprach die Hoffnung aus, daß dieses Telegramm noch die Kriegsgefahr Zurücknahme des Mobilmachungsbefehls zu bewegen. Ich schickte frühmorgens den Attache von Bülow (den späteren, kürzlich verstorbenen Staatssekretär im Auswärtigen Amt. D. Red.) mit einem Brief an Graf Fredericksz im Automobil nach Peterhof. Der Brief lautete: „Mein lieber Graf! Ich wende mich an Sie auf Grund Ihrer mir liebenswürdigerweise erteilten Ermächtigung, Sie im Falle der Notwendigkeit anzugehen. Was ich vorausgesehen habe, ist eingetragen. Die Mobilisation der gesamten russischen Armee )at in Berlin den schlechtesten Eindruck gemacht. Man begreift nicht, daß dieser Befehl gegeben werden konnte, während die Vermittlung meines Souveräns fortbauerte und noch nicht gescheitert war. Vergessen Sie nicht, daß man uns erst vor wenigen Tagen ganz offiziell erklärt hat, daß man nur an der österreichischen und nicht an der deutschen Grenze mobil machen würde. Die Lage ist daher äußerst ernst geworden, und ich suche überall nach Mitteln, um ein Unheil zu verhüten. Denn ein Krieg wäre eine ungeheure Gefahr für alle Monarchien. Ich habe heute nacht den Befehl erhalten, uus, uuD u«»« Herrn Sasonow sofort zu sagen, daß wir n o cf) 1 abwenden möge. v.-.v.v.v ... - V- .' .. Germania«, deren Träger in rastlosem Fleiß und entsagungsvoller Kleinarbeit reichswichtige mittelalterliche Quellen untersucht und in fünf verschiedenen Serien haben drucken lassen. Auf dem Gebiete der Königsurkunden haben besonders der bisherige Leiter der Zentraldirektion der Monu- menta, Geh. Rat Professor Paul Kehr, hervor- ragende Verdienste. Die deutsche Geschichtsforschung des Mittelalters stehe durch die Arbeit der Monu- menta auf sicheren und methodisch einwandfreien Grundlagen. Aus der Fülle der Aufgaben, die sich das neue Reichsinstitut gestellt hat, erwähnte Professor Dr. Engel folgendes: Zunächst gelte es, die noch laufenden Arbeiten abzuschließen, so die neue verbesserte Ausgabe der umfangreichen Franken- Chronik des Gregor von Tours, eine der wertvollsten Quellen germanisch-deutscher Frühgeschichte, ferner die für das 14. Jahrhundert sehr wichtige Chronik des Matthias von Neuenburg, deren zweiter Band demnächst erscheine. Bedeutsame Briefsammlungen des 11. und 12. Jahrhunderts feien in Arbeit. Geh. Rat Kehr bearbeite selbst noch die Urkunden der Karolinger. Entscheidend aber sei, daß in den letzten drei Monaten das Reichsinstitut drei große Forschungsgebiete in Angriff genommen habe, für die kaum nennenswerte Vorarbeiten geleistet seien: 1. D i e Urkunden Heinrichs IV., des deutschen Königs, der nach Canossa ging. Seine lange Regierung sei ein entscheidender Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Heinrich besser und sicherer als bisher zu erkennen, werde erst möglich sein, wenn alle Urkunden in gutem Druck vorliegen werden. 2. D i e Urkunden Friedrich Barbarossas, wo kaum erste Schritte getan seien, um diese Urkunden zu sammeln, zu untersuchen und zu drucken. Annähernd 1900 einzelne Urkunden müßten bearbeitet werden. Diese Aufgabe werde an drei Stellen nach einheitlichen Gesichtspunkten angefaßt, in Berlin am Reichsinstttut, in Rom am Preußischen Histori- schen Institut für Italien und in Wien am österreichischen Institut für Geschichtsforschung. 3. Das Reichsinstitut habe die große Aufgabe übernommen, durch die Herausgabe der Urkunden Hein- richs des Löwen, des bedeutsamen Gegenspielers Friedrich Barbarossas, die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine quellenmäßig gesicherte Darstellung seines Lebens und seiner gesamt-deutschen Leistung zu schaffen. Drei Bände seien jetzt in Auftrag gegeben. _ Auf die Frage nach anderen Arbeiten zur Geschichte des deutschen Mittelalters betonte Dr. Engel, daß das Reichsinstitut der Er- forschunq des gesamten deutschen Mittelalters diene Sobald die dringendsten Quellenausgaben im Druck vorliegen, würden vom Reichsinstitut auch beson- dere Forschungsaufgaben gestellt, die in Form von Darstellungen Fragen der deutschen Geschichte tm Mittelalter behandelten. Noch in diesem Herbst werde der erste Band der neuen Zeitschrift Deutsches Archiv für Geschichte des Mittelalters mit besonderen Beiheften „Archiv für Urkunden- forschung und Quellenkunde" erscheinen. Die deutsche mittelalterliche Geschichte biete noch auf viele Jahrzehnte hinaus wertvolle Aufgaben der Quellenauswertung. In zäher Kleinarbeit diene der mittelalterliche Forscher der Erkenntnis deutscher Geschichte. Politisch solle sich aber seine Arbeit aufs Ganze auswirken. Die deutsche Geschichte müsse von der Vorgeschichte, der Rasse her, begriffen werden: das Mittelalter sei die Zeit der deutschen Dolk- werdung, sei die tragende Brücke, die zur Gegenwart führe, in das Dritte Reich der Deutschen. Diese innere Einheit der geschichtlichen Forschung befördere und befruchte die Einheit der ge- schichtlichen Lehre. Aus der Kenntnis der Vergangenheit würdigten wir die Bedeutung der Gegenwart und dienten zielbewußt der Zukunft. Die Reichsautobahn im Kreise Friedberg. Aus der Provinzialhauptstadt. = Bad-Nauheim, 27. Juli. Wenn man den Stand der Arbeiten an der Reichsautobahn heute mit dem vor einigen Wochen vergleicht, so ist ein un- oeheurer Fortschritt festzustellen. Annähernd tausend Arbeiter sind gegenwärtig in dem verhältnismäßig kurzen Bauabschnitt Bad-Nauheim—Niederweisel— Griedel eingesetzt, unterstützt von den modernsten Maschinen aller Art. Ohne Zweifel stellt aber auch anderseits dieses Projekt eines der schwierigsten Teile der gesamten Linie der Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Gießen dar. Sanft und doch wuchtig in ihren Ausmaßen zieht sich die erste „Straße des Führers" in Oberhessen von Frankfurt kommend, an den Abhängen des Taunus herauf und erreicht zwischen dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Hofgute Hasselheck und am 7 Kilometer entfernten Rosbach ihren höchsten Punkt. Ein prächtiger Mischwald unterlag der Axt. Nach einem tiefen Einschnitt tritt die Autobahn aus den Wäldern des Wintersteinmassivs. Nicht alle Kraftfahrer werden nach Fertigstellung der Bahn diese Stelle blindlings überfahren. Das eine ist sicher, daß viele Naturfreunde ihren Wagen zum Halten bringen und Umschau halten werden. Herrlich ist der Weitblick, den man genießen kann. Zu den Füßen breiten sich die fruchtbaren Gefilde der südlichen und mittleren Wetterau aus; die alte freie Reichsstadt Friedberg, gekrönt von ihrem Adolfsturm, liegt im Sonnenglanze. Eingebettet in den abgeriegelten nördlichen Teil der fruchtbaren Wetterau träumt die Burgfeste Münzenberg, das „Wetterauer Tintenfaß". Bei guter Fernsicht sind die Höhen des Dogelsberges zu sehen. Der Horizont wird von den Spessartbergen im Südosten, den höchsten Erhebungen des Dogelsberges im Osten und dem Dünsberg, den Lahnbergen, dem Lollarer Kopf und Hangelstein im Norden gebildet. Ungezählt die Dörfer, die im weiten Runde der oberhessischen Landschaft, oft teilweise hinter Hügeln versteckt, eingestreut sind. Wahrlich, eine abwechslungsreichere Linienführung hätte die Bauleitung nicht treffen können! Von hier aus wendet sich die Autobahn endgültig vom Taunus ab, gleitet im sanften Bogen nach dem romantischen Tale der Ufa hin, überquert die Anfahrtstraße Bad- Nauheim—Bad Homburg und verläuft nun in nördlicher Richtung. Während von Süden her die Straße bis auf die Anlage des drei Meter breiten Grünstreifens bis auf kleine Teile fertiggestellt ist, liegt jetzt die Teilstrecke Bad-Nauheim—Griedel—Gambach im Brennpunkt der Arbeit. Meberatl herrscht Hochbetrieb! Tag und Rächt, Sonntag wie Werktag, unaufhörlich wird bei jeder Witterung in dreischichtiger Arbeit das Werk vorgetrieben, das nach dem Willen der Bauleitung tm letzten Drittel des Monats September beendet fein soll. Am 22. September soll die Einweihung erfolgen. Der Kopf eines Hügels ist abgetragen und im Usa- tale zur Ausschüttung des notwendigen Dammes benötigt worden. Weit und breit sind die Dörfer von Arbeitslosen frei. In besonderen Transportwagen werden die Arbeiter täglich bis aus der Gegend von Limburg heranbefördert. Sie kommen gerne. Sie dürfen dereinst ihren Enkeln erzählen, an den Straßen des Führers mitgeholfen zu haben. Ungezählte Feld- bahngeleise, Lokomotiven, Waaen, Autos bedecken die Arbeitsstätte. Mächtige Löffelbagger sind eingesetzt, die menschliche Kraft zu unterstützen. Don weitem vernimmt man das Gekreische des Stampfers. Beim Näherkommen erdröhnt unter den gewaltigen Schlägen des 45 Zentner schweren Stahlklotzes die Erde weithin. Sieben Brücken größeren und kleineren Formals sind auf der kleinen Strecke von etwa drei Kilometer tm Bau, zum Teil schon fertig- gestellt. Kaurn vorstellbar sind die Mengen des Materials, besonders Zement, die hier verbraucht wurden. Täglich werden ganze Eisenbahnladungen benötigt. Eisenbeton ist bas Fundament aller Arbeit. An anderer Stelle wird die Erde auf dem laufenden Band wegbefördert. Hier werden die letzten Arbeiten, die 20 Zentimeter starke Betonschicht, der wiederum Eisendrahtgeflechte einoerleibt werden, verrichtet: dort sind moderne Maschinen daran, die schmiegsame sandige Unterlage zu glätten und zu stampfen, eine Arbeit, die menschliche Kraft nicht im entferntesten so sauber und einwandfrei bewerkstelligen könnte. Bewundernswert sind die hintereinander geschalteten Einrichtungen an Maschinen, die den Beton Herstellen, auf die Bahn befördern, ausbrei- fen, glatt walzen, stampfen, vor starker Sonnenbestrahlung schützen und mit großen Planen bedecken. Don einem riesigen Silo aus, das an der Straße Nieder-Mörlen nach Ober-Mörlen errichtet worden ist, werden die Betongrundstoffe mittels einer besonders angelegten Feldbahn zu den gewünschten Stellen befördert. Die beiden Fahrbahnen der Auto- straße werden im Innern von dem noch anzulegenden Grün- und nach außen hin von einem ein Meter breiten schwarzen Asphaltstreifen begrenzt. Die beiden Ansahrtslrahen zur Autobahn lm Zuge der Straße von Ober- und Rieder-Mörlen her sind gegenwärtig im Bau. Zum Teil ist das Packlaaer und die Kanalisation schon fertiggestellt. Ebenso unermeßlich sind die Wassermengen, die in eigens angelegten Leitungen sowohl von der Ufa, als auch von einer geschaffenen Quellenfassung in den Wiesen am Winterstein mittels Pumpwerk heranbefördert werden. Verlassen wir nun diesen Bauabschnitt und wandern auf dem Damm nach der Main-Weser-Bahn und Griedel zu. In unmittelbarer Nähe der Block- ftation Ober-Mörlen werden zwecks Ueberführung der Reichsaulostraße über die Bahnlinie hohe Dämme aufgeführt, deren Material aus den Sandgruben bei Nieder-Mörlen durch Feldbahnen heranbefördert wird. Zur Ueberwindung der Höhenunterschiede werden große Erdbewegungen vorgenommen, die in derselben Art wie zwischen Hofgut Hasselheck und Ober-Mörlen befestigt werden. Die gleichen Vorarbeiten sind an der einzigen Ueberführung der Durchgangsstraße Frankfurt- Kassel zu beobachten. Don hier aus bis Griedel herrscht auf der Autobahn Ruhe. Der Mutterboden ist beiseite geschafft worden. Umfangreiche Erdbewegungen brauchen auf dieser Teilstrecke kaum vorgenommen zu werden. Schwieriger dagegen gestalten sich die Arbeiten an den vier Brücken über die Straßen Butzbach—Lich sowie deren Abzweigung nach Griedel mit der Bahn Butzbach—Lich und zwei nach dem Griedeler Wald anzulegende Unterführungen. Hier müssen wieder bedeutende Höhenunterschiede überwunden werden. Große Vorarbeiten sind für die Brückenbauten bereits geleistet. Mächtige Pfeiler aus Eisenbeton sind gegossen. Der weitere Aufbau ist gegenwärtig an der einen Ueberführung in Arbeit. Die ausgedehnten Fundamente der anderen Brücke sind aus- gehoben und werden nun mit besonders genau abgewogenen Mischungen aus Eisenbeton ausgefüllt, damit die berechnete Festigkeit und Tragfähigkeit gewährleistet ist. 3n weitem Bogen verläuft nun die Autobahn um Gambach herum nach dem kreise Gießen. Planungen, Erdaushub und Aufschüttungen auf der anderen Seite sind bis dorthin die wichtigsten Arbeiten. Feldbahnen schaffen die Sandmengen herbei. Löffelbagger unterstützen die Arbeiten der schaffenden Menschen. Hinterher vollbringt der zum Stampfer umgebaute Bagger Leistungen, die menschliche Kraft niemals heroorzubringen imstande ist. Die Arbeiter, die größtenteils hier lohnende Beschäftigung finden, kommen meist aus den abgelegenen Dörfern des Hintertaunus. Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er gibt nur einen Ueberblick über den derzeitigen Arbeitsstand auf der Reichsautobahn und zwar auf derjenigen Strecke, die gegenwärtig im Blickfeld der gesamten oberhessischen Linienführung steht. Wenn sie dereinst fertiggestellt fein wird, ist sie als ein Werk zu betrachten, das feines- gleichen unsere Provinz nicht aufzuweisen hat. Sie wird Zeugnis oblegen von den gemeinsamen Arbeiten der Männer der Stirn und der Faust, aber auch von dem weitschauenden Geiste des Führers, mit dessen Namen sie für alle Zeiten als „die Straßen des Führers" verbunden fein werden. Oie Beschäftigung der Industrie im Juni. Fwd. Trotz der Sommerflaute, die alljährlich zwischen der Frühjahrs- und der Herbstbelebung namentlich in der verarbeitenden Industrie einzutreten pflegt, hat im Juni der Auftrieb der industriellen Tätigkeit angehalten. Nach der Jndustrie- berichterstattung des Statistischen Reichsamts hat die Zahl der beschäftigten Arbeiter stärker als im Vorjahr, von 69,3 v. H. der Arbeiterplatzkapazität im Mai auf 70,3 v. H. im Juni, zugenommen. Das Arbeitsvolumen oder die Summe der geleisteten Arbeiterstunden ist, wie alljährlich, in der Urlaubszeit schwächer als im Vorjahr, von 66,1 v. H. der Arbeiterstundenkapazität auf 65,8 v. H. zurückgegangen. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit hat sich von 7,73 Stunden auf 7,56 Stunden vermindert. Kein Streichholz in Kinderhand! Line beherzigenswerte Mahnung. Vom Landratsamt Wetzlar wird mit« geteilt: In letzter Zeit haben sich öfters Kinder in ihrer elterlichen Behausung Streichhölzer beschafft und haben damit Feuer angelegt, so daß dadurch wertvolles Dolksvermögen vernichtet wurde. Die Zeit der Ernte steht vor der Tür und viele Kinder find sich tagsüber selbst überlassen. Es ist Pflicht der Eltern, Sorge dafür zu treffen, daß Streichhölzer und Feuer sorgsam verwahrt werden, damit unbesonnene Kinder keinen Brand herbeifuhren können. Wird durch leichtsinniges Spielen mit Zündhölzern Eigentum und Leben dritter Personen gefährdet, so sind die Eltern gemäß § 832 BGB. tn vollem Umfange zum Schadenersatz verpflichtet. Aber auch an alle Erwachsene ergeht die ernste Mahnung: „Seid vorsichtig bei dem Umgang mit Feuer." Während der Erntezeit befinden sich m bäuerlichen Gehöften überall leicht brennbare Erntevorräte. Laßt daher das Rauchen in Scheune und Stall. Werft feine brennenden Zigarettenreste fort, verwahrt glühende Asche sorgfältig, daß kein Brand entsteht. Bedenkt, daß jeder Brand Volksvermögen zerstört und uns ärmer macht. Jeder Volksgenosse wird zur Bezahlung von Brandverlusten herangezogen. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebeserwachen". Derkehröopfer der letzten Woche. DRV. Der Reichs- und preußische Verkehrsminister gibt bekannt: 141 Tote und 4090 verletzte find die Opfer des Straßenverkehrs im Deutschen Reich während der vorigen Woche. Der Minister mahnt: Ihr Jugendlichen auf Motorrädern, fahrt vorsichtig! wenn Ihr mit lautem Geknatter und übermäßiger Geschwindigkeit durch belebte Straßen rast, zeigt Ihr nicht Schneid und Fahrkunst. sondern Unreife und Rücksichtslosigkeit! Erneuerung der Kapelle des Alten Friedhofs. Nachdem im Frühjahr das Dach der Kapelle des Alten Friedhofs erneuert worden ist und mit feinem leuchtend warmen Rot in feinem Zusammenklang mit dem Grün der alten Bäume steht, soll nun auch das Innere des ehrwürdigen Gotteshauses erneuert werden. Die Kapelle ist das erste steinerne Haus im Nahrungsbergbezirk gewesen und stellt den ältesten gottesdienstlichen Raum unserer Stadt dar. Für die Zeit der Jnstandsetzungsarbeiten, die sich voraussichtlich auf sechs Wochen erstrecken werden, muß die Luthergemeinde einen Notraum beziehen. Zur Durchführung der regelmäßigen Gottesdienste wurde die Aula des Gymnasiums, Hindenburg- wall 6, zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten werden unter Leitung von Stadtbaurat G r a v e r t unter Hinzuziehung von Denkmalpfleger Dr. Lie- e r ausgeführt. Die künstlerische Ausgestaltung des Kirchenraumes- hat der bekannte Kirchenmaler K i e n z l e aus Eberstadt bei Darmstadt übernommen. Alle Glieder der Luthergemeinde werden sich freuen, daß ihre alte Kapelle nun bald wieder in einem neuen inneren und äußeren Gewand ihrer eigentlichen Aufgabe dienen darf: eine Stätte zu sein, wo Gottes Wort und Sakrament recht gelehrt und gespendet, im Glauben gehört und empfangen wird. Die Gemeinde wird darum den Notbehelf der Uebergangszeit gern in Kauf nehmen. Aber auch alle andern Freunde des Alten Friedhofs werden es begrüßen, daß das alte Schmuckkästlein wiederhergerichtet und fein Bestand von neuem gesichert werden soll. Die deutsche Arbeitsfront W^z n.9.=ßemcinfdiaft „Kraft durch frciiöc" Urlaubßfahrt 47/36 Borkum. Die Fahrtunterlagen für diese Fahrt liegen bei der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, vor und können von den Teilnehmern während der Dienststunden (8 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr außer Mittwoch und Samstag nachmittags) gegen Dorzeigen der Quittung abgeholt werden. Die Abfahrt erfolgt in Gießen um 22.48 Uhr. Ebenso sind die Karten für die Urlaubsfahrt 45/36 Bayerischer Wald abzuholen. * Für die Urlaubsfahrt nach dem Bayerischen Wald vom 31. Juli bis 8. August können noch Anmeldungen angenommen werden, die umgehend erfolgen müssen. Der Fahrpreis mit voller Verpflegung und Unterkunft beträgt 37,50 RM. Die Abfahrt erfolgt in Frankfurt a. M. 22.15 Uhr. Die Fahrt geht über Offenbach — Hanau — Kahl — Regensburg nach den Aufnahmeorten. Urlaubsfahrt 48/36 Pommerfche Küste — Rügenwaldermünde. Für diese Fahrt liegen die Fahrtunterlagen auf der Kreisdienststelle Gießen zum Abholen bereit. Die Abfahrt erfolgt in Frankfurt a. M. am 2. August 1936 um 18.13 Uhr. Omnidusfahrt nach Heidelberg am 1. und 2. August. Arn Samstag um 14 Uhr geht ab Gießen eine Omnibusfahrt nach dem schönen alten Heidelberg. Die Teilnehmer werden in Heidelberg gegen abend eintreffen, dort übernachten und den ganzen Sonntag in Heidelberg einen gemütlichen Tag verbringen. Abends geht dann die Fahrt wieder über die Reichs- autobahnstraße zurück. Der Fahrpreis einschl. lieber- nadjiung, Frühstück und Mittagessen 11,30 RM. Anmeldungen müssen bis spätestens Mittwoch auf der Kreisdienststelle vorliegen. * Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. August, findet im Hardtwäldchen ein großes Sommerfest mit viel Humor, Musik und Tanz für jung und alt statt. Wir weisen heute schon besonders auf das Kasperletheater am Samstagnachmittag für die Kinder hin. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers den Abdruck des Romans „Verfluchtes Gold" von I. Schneid er-Fo erst! beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns wiederum einen durchschlagenden Erfolg bei unserer Leserschaft in Stadt und Land versprechen dürfen. Wir erneuern heute die Bekanntschaft mit einem Autor, der fein ungewöhnliches Können gerade auf dem Gebiete des Zeitungsromans wiederholt und sehr überzeugend erwiesen hat. Das Werk, mit dessen Abdruck wir jetzt beginnen, heißt „Unbekannte Fracht" von Frank F. Braun. Dies ist ein Roman, der an Spannung und bewegter Handlung nichts zu wünschen übrig läßt, der von Fortsetzung zst Fortsetzung — davon sind wir überzeugt — förmlich verschlungen werden wird. Wir brauchen den Autor wohl nicht vorzustellen: die außerordentlichen Erfolge seiner früher bei uns erschienenen Romane sprechen für ihn. Viele unserer Leserinnen und Leser werden sich gewiß erinnern, mit welcher Anteilnahme und Spannung seinerzeit die mit einer Preisfrage verbundene Veröffentlichung des Romans „Das Halsband" von Braun verfolgt wurde. Auch feine später hier erschienenen Romane „Schatten der Vergangenheit" und „Geheimnis der Heide" fanden allgemein ganz außergewöhnlichen Anklang. Der neue Roman, mit dem wir heute beginnen, eine Abenteuer- und Liebesgeschichte, ist, obwohl ein ganz anderes Thema behandelnd, genau so fesselnd, dramatisch und spannend geschrieben wie die erwähnten Vorgänger. Auf den Inhalt wollen wir nicht näher eingehen, um niemandem etwas vorwegzunehmen. Wir wissen, daß dieser Roman dem Autor viele neue Freunde gewinnen wird, und wir freuen uns, allen unseren Leserinnen und Le- fern in Stadt und Land eine Lektüre bieten zu können, der sie von Tag zu Tag erwartungsvoll entgegensehen werden. Ehemalige Kriegsgefangene im Reichskriegerbund. Von Bundesamt des Reichskriegerbundes wird mitgeteilt: Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener (ReK.) hat den bisher bestehenden korporativen Anschluß an den Deutschen Reichskriegerbund aufgegeben. Dadurch ist der Weg für die unmittelbare Eingliederung aller ehemaligen Kriegsgefangenen sowie deren örtlicher Vereinigungen in den Reichskriegerbund mit allen Rechten und Pflichten einer Kriegerkameradschaft frei geworden. Diese unmittelbare Eingliederung, die von zahlreichen Ortsgruppen ehemaliger Kriegsgefangener gewünscht und beantragt wurde, mußte bisher auf Grund der mit der Bundesleitung der ReK. getroffenen Vereinbarungen abgelehnt werden. Mitbestimmend für die Trennung der ReK. vom Reichskriegerbund war meine unzweideutig zum Ausdruck gebrachte Auffassung, daß im nationalsozialistischen Reich kein Raum mehr für eine Sonderorganisation der ehemaligen Kriegsgefangenen ist. Nachdem die wirtschaftlichen Bestrebungen der Kriegsgefangenen, die srüher deren Zusammenschluß rechtfertigten, seit Jahren erledigt sind, muß nunmehr erwartet werden, daß auch die Kriegsgefangenen sich in die große Kameradschaft aller alten Soldaten, die in erster Linie durch den Deutschen Reichskriegerbund verkörpert wird, einfügen. Ich werde bei der Bundesleitung des Deutschen Reichskriegerbundes ein Referat für Kriegsgefangenenfragen errichten und so die Stoßkraft der von mir geführten Millionenorganisation auch für die berechtigten Interessen der schuldlos in Kriegsgefam genschaft geratenen alten Soldaten einsetzen. Die Berechtigung von Sonderzusammenschlüssen über den Rahmen von Ortsgruppen hinaus kann ich jedoch nicht mehr anerkennen. 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lollar. Jubiläumsfeier und Herbstverbandstag. £ £ o 11 a r, 29. Juli. Unser Ort rüstet zum Herbstverbandstag verbunden mit dem 60. Stiftungsfest seiner Freiwilligen Feuerwehr am kommenden Samstag und Sonntag. Die Vorarbeiten sind in vollem Gang, und so verspricht auch diese Veranstaltung wieder ein voller Erfolg zu werden. Weit über 1000 Feuerwehrmänner unserer engeren Heimat kommen am Sonntag nach Lollar, um in ernster Arbeit, aber auch in Freude mit der heimischen Wehr den Ehrentag zu begehen. Die Jubelwehr, die am 13. Juni 1876 von 84 Feuerwehrleuten gegründet wurde, hat eine stolze Vergangenheit. Sie hielt Schritt mit der Entwicklung der Gemeinde, die durch das Eisenwerk Main-Weser-Hütte stark gefördert wurde und weit über den Rahmen einer Landgemeinde hinauswuchs. Bereits bei der Gründung besaß die Wehr einen guten Gerätepark mit 150 Meter Schläuchen. Die Ausrüstungsstücke verschafften sich die Wehrmänner auf eigene Kosten, ein gutes Zeichen für den Opfersinn und die Nächstenliebe. So wie bei der Gründung, so ging es weiter. Der Weltkrieg, an dem 47 Kameraden teilnahmen, forderte 10 Opfer. Nach dem Krieg ging es in der Wehr durch ihre zielbewußte Führung stets aufwärts. Der Gerätepark wurde im Laufe der Jahre vervollkommnet, fo daß heute ein Hydrantenwagen, ein Rettungswagen, eine mechanische Leiter, Stützenleiter, eine Motorspritze, zwei Druckspritzen, ein Zubringer .und 1000 Meter Schläuche vorhanden sind. Der Wehr gehören heute an: 153 aktive Feuerwehrleute, 37 Ehrenmitglieder und 104 passive Mitglieder, ferner verfügt die Wehr über eine leistungsfähige Kapelle, die ihr im Jahre 1925 angegliedert wurde. In den sechs Jahrzehnten ihres Bestehens hatte die Wehr oft Gelegenheit, von ihrem Köynen Beweise zu geben. Dank der guten Schulung und vortrefflichen Ausrüstung gelang es der Wehr immer, selbst die größten Brände auf ihren Entstehungsherd zu beschränken. Es seien hier nur die Großfeuer, 1895 Badenburger Mühle, 22. Dezember 1919 Main-Weser-Hütte, 31. Januar 1925 Dampfsägewerk Nuhn, Lollar, 12. Januar 1928 Didierwerk Mainzlar, erwähnt. Auch wurde die Wehr öfters nach auswärts gerufen. Wo es auch war, immer wurde die freiwillig übernom1 mene Pflicht erfüllt. Die hohen Ideale — „Einer für alle, alle für einen" — die ihr wie allen anderen Wehren vorschweben, sind oberstes Gesetz. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 ' 2- Sumti «Halt (tat ‘iNperln ™®er üiilX. ?* M 4‘ Nw yn6«m, «tbrin.” U0 X ^esTießk. s »Verfluch, r[W beendet 'scheinenden 2lnes neuen ’? wiederum iker Leser, dürfen. U 'nem Autor, de auf dem iit und seh! . mit dessen ;ung und bi. 1 übrig läfet, - davon sind lgen werden nicht vorzu, seiner früher ien für ihn. erden sich ge< ie und Span- ]e verbundene alsband" von •äter hier en ergangenheil' .(gemein M ute beginnen, , ist, obwohl id, genau |o schrieben mit Inhalt wollen .andern etwas dieser (Roman nen wird, und nnen und &- üre bieten ju rwartunM w buntes wird Amagesan- henden toipo. skeichskrieger- ,eg für die un* tätigen W' leinigunoen m iten und W ^worden. Dust on zahlreich« jener gewuB auf Gründe >trofsenen der ReK. °°° meideutig. M » im national' “ für eine Som riegsgesangem ÄS* 'LS- lalt aller alle» Ln Deutsche einfugen. putschen W “5 w< LöM WZ km Sj M % S inten- E tientiu'»' y#f Hütt-' «rfj .S5--S Ä-l- j •' Einstellung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte in gewerblichen und ähnlichenBetrieben Das Arbeitsamt Gießen teilt mit: Nach dem Gesetz zur Regelung des Arbeitsein, satzes vom 15. Mai 1934 ist die Einstellung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte in nichtlandwirtschast- lichen Betrieben und Berufen von der vorher ein- zuholenden Genehmigung des Arbeitsamtes abhängig Zuwiderhandlungen können empfindlich bestraft werden. Trotzdem klagen die Bauern ständig über Abwanderung ihrer Arbeitskräfte. Das erwähnte Gesetz sagt keineswegs, wie vielfach angenommen, daß Arbeitskräfte, die heute landwirtschaftliche Arbeit erstmals verrichten, immer in der Landwirtschaft bleiben müßten. Es ist selbstverständlich Pflicht eines jeden dazu geeigneten noch arbeitslosen Volksgenossen, mitzuhelfen, die Ernte einzubringen. Das Arbeitsamt hat nach dem Gesetz zur Befriedigung des Bedarfs der Landwirtschaft an Arbeitskräften vom 26. Febr. 1935 sogar das Recht, abgewanderte landwirtschaftliche Arbeitskräfte — auch weibliche! — aus nichtlandwirtschaftlichen Betrieben herauszunehmen, um sie der Landwirtschaft wie- der zuzuführen. Arbeitskräfte aller Art dürfen heute nur noch eingestellt werden, wenn sie im D e s i tz d e s A r - be'itsbuches sind. Um sich vor strafrechtlichen Verfolgungen und den Betrieb vor unangenehmen Störungen durch Herausnehmen nichtgenehmigter Arbeitskräfte zu bewahren (vergleiche auch das Gesetz über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934 — Einstellung Jugendlicher unter 25 Jahren —) empfiehlt es sich für jeden Betriebsführer, durch Einsicht der Arbeitsbücher die Ein- n landwirtschaftlicher Arbeitskräfte (s. Seite 5 beitsbuches, Berufsgruppe la, b, c, d) von vornherein zu unterbinden. Durch die Witterung der letzten Wochen ist die Ernte in Gefahr. Maschinen können fast gar nicht verwendet werden, mehr als sonst ist der Bauer auf gelernte Arbeitskräfte angewiesen. Er braucht sie dringend, wenn er die Erzeugunasschlacht im Interesse jedes einzelnen Volksgenossen siegreich durchkämpfen will. Mit Recht verlangt daher der Bauer die straffe Durchführung der Gesetze. Betriebsführer, Hausfrauen! stellt keine landwirtschaftlichen Arbeitskräfte ein. Gebt sie, wenn sie von euch zurückgefordert werden, ohne Zögern frei. Volksgenossen, die ihr ohne Arbeit seid, meldet euch nötigenfalls auch nur zu vorübergehender Arbeit beim Bauern, auf den Vermittlungsstellen des Arbeitsamts. Hunde in freiem Feld anleinen! Don einem Gießener Jäger wird uns geschrieben: Nicht nur der deutsche Jäger, sondern viele Naturfreunde, lassen es sich angelegen sein, unser Wild im Wald und Feld vor allen Gefahren zu schützen, um sowohl Freude an dem lebenden Bilde zu haben, als auch dadurch mitzuhelfen, das nicht zu unterschätzende Volksgut für die Ernährung zu vergrößern. In dem neuen Jagdgesetz wird der Wildschutz besonders behandelt und fahrlässiges Handeln unter strenge Strafe gestellt. Vor allen Dingen ist es Pflicht jedes Hunde- und Katzenhalters, dafür ' Sorge zu tragen, daß bei ihren Pflegbefohlenen 'dem Naturtrieb des Wilderns nicht freier Lauf gelassen wird. Trotzdem kommen an die Jagdpächter immer wieder Klagen von Uebertretungen. In letzter Zeit wird besonders das Südgelände von einem wildernden Hund heimgesucht. Die Frau eines Postbeamten hat kürzlich einen Schäferhund einen . Hasen hetzen sehen, der dem sicheren Tode verfallen wäre, wenn ihn nicht im letzten Augenblick ein schützender Garten ausgenommen hätte. Leider war es Frau K. nicht möglich, die Begleiterin des Hundes — eine Dame — festzustellen. Die Jagdpächter des Jagdbezirkes Gießen richten erneut eine Warnung an alle, die es angeht, die Vorschriften des Jagdgesetzes in der erwähnten Angelegenheit nicht außer Acht zu lassen. Erste große Gchafbockversteigeruug in Gießen. Am heutigen Mittwoch, um 7 Uhr begann die erste große Schafbock-Versteigerung des Landesverbandes der Schafzüchter Hessen- Nassau an der Dersteigerungshalle Rhein - Main am Güterbahnhof. Bisher fanden diese Schafbock- Versteigerungen in dem benachbarten Lich statt, wo sie in dem leider zu früh verstorbenen Fürstlichen Gutsverwalter Büchsenschütz, der nicht nur als Vorsitzender des Landesverbandes, sondern auch als bekannter Schafzüchter in hohem Ansehen stand, einen sorgsamen Betreuer sanden. Die erste Gießener Veranstaltung zeichnet sich durch einen überaus ft arten Austrieb aus, da neben den Jährlingen auch Lammböcke zur Versteigerung zugelassen sind. Das Lehr- und Versuchsgut Selgenhof ist mit Spitzentieren vertreten. Don den bekannten Zuchten haben die Fürstliche Gutsverwaltung Lich, Ludwig S ch u d t (Mittel - Gründau), Hch. Wicke (Rudlos), Otto Rinn (Utphe) und die Freiherrlich Riedeselsche Gutsverwaltung Eifenbach ihre mit guten Volleistungen veranlagten Datertiere aufgetrieben. Auch die Hüttenberger Zuchten haben Tiere aus Lang-Göns, Hochelheim, Nieder-Kleen und Lützellinden zur Schau gestellt. Bei den mehr als 70 zur Prämiierung vorgeführten Tieren haben die Preisrichter Dr. L i n n e n k o h l aus Kassel und der Vorsitzende des Landesverbandes der Schafzüchter in Hessen-Nassau, Schuster vom Heuserhof, ein recht schweres Amt. In erster Linie werden Formen und Volleistungen bei der Prämiierung berücksichtigt. Anschließend fand dann die Versteigerung statt, für die recht zahlreiche Käufer eingetroffen sind, fo daß kein Rückstand bleiben dürfte. Heber den weiteren Verlauf berichten wir noch. ♦ ** Eine öffentliche Mahnung zur Zahlung von Umlagen und Sondergebäudesteuer sowie Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren veröffentlicht die Stadtkaffe Gießen im heutigen Anzeigenteil. Aus die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen. ** Straßen Herstellung der Bismarckstraße. Die durch den starken Durchgangsverkehr erheblich beschädigte Straßenstrecke zwischen der Ludwigstraße und dem Bahnübergang der Fuldaer Eisenbahn wird jetzt mit Hilfe eines Dampfpfluges aufgeriffen. Das alte Deckmaterial wird abgefahren. Im Anschluß hieran soll eine neue Teerdecke nach dem neuesten Verfahren aufgebracht werden. ** Erfolgreiche Beschickung des Weltgeflügelkongresses durch Mitglieder des Gießener Geflügelzuchtvereins. Priesterjubiläum in Lich. 4 Lich, 28. Juli. Ein Ehrentag in der Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde Lich war der vergangene Sonntag. Der derzeitige Geistliche der Gemeinde, Pfarrer C r ö n I e i n, konnte am Donnerstag der vergangenen Woche auf eine fünfundzwanzigjährige Tätigkeit als Priester zurückblicken. Nachdem bereits am Donnerstag in Mainz in einer schlichten kirchlichen Feier dieses Tages in entsprechender und würdiger Weise gedacht worden war, fand die eigentliche Jubelfeier am vergangenen Sonntag in der hiesigen Pfarrkirche statt. Der Gottesraum konnte kaum die Gläubigen fassen, die am Vormittag dem Festgottesdienst beiwohnten. Das Feftamt hielt der Jubilar unter Assistenz des Pfarrers Brückner (Zwingenberg a. M.), eines Jugendfreundes des Jubilars, des Pfarrers Frey (Kleinhaufen bei Lorsch a. Rh ), eines ehemaligen Schülers des Jubilars, und des Kaplans Schilling (Gießen). Die Festansprache hielt Pfarrer Frey, der sich über die Aufgaben des Priesters als Mann Gottes und Mann des Volkes verbreitete und den Jubilar als die Verkörperung dieser beiden Eigenschaften feierte. Der Katholische Kirchenchor Gießen sang unter der Stabführung seines Chormeisters Klein eine dreistimmige Messe von Piel, wodurch er in wirkungsvoller Weise zur Verschönerung des Festgottesdienstes beitrug. Am Nachmittag versammelte sich die Gemeinde nach der Festandacht zu einer schlichten Feier in Steins Saalbau. In einem Weihespiel, als Huldigung an das Priestertum, gab der Gießener Kirchenchor abermals Zeugnis von seiner auf beachtlicher Stufe stehenden Sangeskunst. Prologe wiesen auf die segensreiche Tätigkeit des Jubilars in feinen einzelnen Wirkungskreisen hin. Verschiedene Ansprachen feierten den Jubilar als den unermüdlichen Streiter Gottes und den leutseligen, jederzeit und gegen jedermann hilfsbereiten Mann des Volkes und würdigten insbesondere seine Verdienste um die Pfarrei Lich. Tiefbewegt gab Pfarrer Crönlein I in feiner Schlußansprache seiner Freude über die Aus dem zur Zeit in Leipzig stattfindenden Weltgeflügelkongreß wurden in der Abteilung „Rasse- geflügel" den Gießener Züchtern Bauer auf einen Stamm Rhvdeländer und Becker auf einen Stamm rotbunte Drloff die Note „sehr gut" und je ein Ehrenpreis zuerkannt. In der Abteilung „Leistungsgeflügel" wurden die von der Geflügelfarm D e e g ausgestellten weißen Leghorn mit „sehr gut" bewertet und mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. ** Ernennung. Am 23. Juli ist der Ver- maltungsfetretär Wilhelm Hofmann vom Der- forgungsamt Gießen zum Verwaltungsinspektor ernannt worden. Große Strafkammer Gießen. Der 26jährige Fritz Heuser aus Marburg (Lahn) hatte sich wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten. Der Angeklagte saß in der Nacht vorn 30. zum 31. August 1935 in einer Wirtschaft in Schotten. Es kam zunächst zu einer friedlichen Unterhaltung mit den am Nebentische sitzenden Gästen, die schließlich.dahin ausartete, daß es zwischen dem Verletzten I. und dem Angeklagten zu einer Auseinandersetzung kam. Der Verletzte I. kam, nachdem er inzwischen die Wirtschaft verlassen hatte, nach einiger Zeit mit zwei Gästen zurück und nahm an einem anderen Tische Platz. Hier hieb nun der Angeklagte grundlos mit einem Gegenstand auf den Verletzten ein, so daß dieser bewußtlos zusammenbrach. Der Verletzte I., dem der Angeklagte eine 7 bis 8 Zentimeter tiefe Verletzung an der linken Schläfenseite beigebracht hatte, ist nach dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen, wie die Beweisaufnahme ergeben hat, wohl niemals mehr in der Lage, einer Erwerbstätigkeit voll nachzugehen. Mit Rücksicht hierauf erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von zwei Iah - r e n unter Freisprechung im übrigen sowie zur Kostentragung. Gegen den Angeklagten wurde Haftbefehl erlassen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen den 36 Jahre alten A. Sch. aus Hanau wegen Beleidigung verhandelt. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gefängnis st rase von sechs Wochen sowie zur Kostentragung. große Anteilnahme an seinem Ehrentage und seinen Dank für die ihm aus allen Kreisen der Bevölkerung zuteil gewordenen zahlreichen und herzlichen Ehrungen Ausdruck. Seine Worte gipfelten in dem Wunsch, daß das innige Verhältnis zwischen ihm und allen Volksgenossen auch für die Zukunft sich recht fruchtbar für alle Teile gestalten möge. Günstiger Abschluß der Spar- undLeihkaffe Großen-Buseck. wg. Großen-Buseck, 28. Juli. Im Saale des Gasthauses „Zum Busecker Tal" sand die diesjährige Hauptversammlung der Spar- u. Leihkasse (eGmbH.) Großen-Buseck statt. Der Versammlung laa eine umfangreiche Tagesordnung vor. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Karl B o n a r i u s begrüßte die Mitglieder und gedachte der beiden Großtaten des Führers, der Wiedereinführung der Wehrmacht und der Wiederbesetzung der entmilitarisierten Zone. Sodann gaben er und der Direktor Wilh. Damm die Geschäftsberichte zur Kenntnis, die von der geleisteten Arbeit des abgelaufenen Geschäftsjahres Zeugnis ablegten. Der Geschäftsbericht des Gefamtvor- standes spiegelte den wirtschaftlichen Aufschwung im Dritten Reich wider und bewies außerdem das allgemeine Vertrauen, das der Kasse entgegengebracht wird. Nachdem die Kasse bereits im Jahre 1934 den Umsatz um rund 1 Million Mark steigern konnte, gelang es 1935, den Umsatz nochmals um 900 000 RM. auf 5 513 000 RM. zu erhöhen. Aber nicht nur der Umsatz hat sich erhöht, sondern auch die Bilanzsumme ist um 16 513,63 RM. auf 463 422 Reichsmark gestiegen. Während sich die Buchungen im Hauptjournal in 1934 um 700 Stück vermehrten, haben sie sich in 1935 nochmals um 1200 Stück erhöht und belaufen sich somit auf 11000. Infolge des gesteigerten Geschäftsverkehrs sah sich die Kaffe genötigt, auf Maschinenbuchhaltung umzustellen. Im Berichtsjahr 1935 ist ein sehr starker Spareinlagezuwachs zu verzeichnen, welche sich jedoch bilanzmäßig nicht auswirkt, da etwa 25 000 RM. für Feldbereinlgungs- und Bauztve'ckS zurückbezahlt wurden. Der Kleinsparverkehr durch Die Wochenerheber nimmt immer größeren Umfang an und erfreut sich größter Beliebtheit. Allein durch diesen Kleinsparverkehr wurden in 1935 8707,00 Reichsmark gespart. Aus einer Zusammenstellung des Rechners Roll ging hervor, daß der Aufstieg auch im Jahre 1936 anhält. Läßt doch der heutige Stand der Buchungen bis zu Ende des Geschäftsjahres 1936 eine weitere Steigerung auf 2000 bis 2500 erwarten. In den Jahren 1935 und 1936 wurde je eine fünftägige Revision der Kaffe vorgenommen. Die Revisionsberichte bezeichnen die Kasse als durchaus liquide. Beanstand düngen haben sich keine ergeben. Die Bilanz, sowie die vorgeschlagene Verteilung des Reingewinns wurden von der Versammlung genehmigt. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung er« teilt. Das Einheitsstatut wurde erläutert und von der Generalversammlung gutgeheißen. Das sat« zungsgemäß ausscheidende Vorstandsmitglied Wilhelm Schmidt X. wurde einstimmig wiedergewählt. Ebenso wurde das einstweilige Aufsichtsratsmitglied Heinrich Scheld V. wieder bestätigt. Im Anschluß daran entwickelte sich zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern eine rege Aussprache. Nachdem die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen worden war, blieb man noch geraume Zeit kameradschaftlich beisammen. Eine Neunzigjährige. * Kesseldach (Kreis Gießen), 29. Juli. Am heutigen 29. Juli begeht Frau Elisabeth M u l y in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 9 0. Geburtstag. Frau Muly ist Witwe, sie verlor ihren Gatten schon vor 51 Jahren. Sie verlebt ihren Lebensabend in unserem Dörfchen bei ihrer Schwester, die auch schon im hohen Alter von 79 Jahren steht. Vier Kinder sind ihr schon durch den Tod entrissen worden. Einbrecher-Quartett im Vogelsberg verhaftet. LPD. Lauterbach, 28.Juli. In den beiden letzten Wochen kamen in Lauterbach wiederholt Einbrücye vor, die meist in Hauskeller ausgeführt wurden. Daneben verschmähten die Diebe aber auch die Mitnahme anderer Sachen an anderen Stellen der heimgesuchten Häuser nicht, sobald sich ihnen dazu Gelegenheit bot. Nunmehr gelang es bei einer großangelegten Razzia der Gendarmerie in Gemeinschaft mit SA. im hohen Vogelsberg vier Land st reicher dingfest zu machen, bei denen man mancherlei Diebesgut aus den Einbrüchen in Lauterbach vorfand. Die Verhafteten wurden in das Lauterbacher Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 28. Juli. War bereits im vergangenen Jahre in unserer Gemeinde eine rege Bautätigkeit zu beobachten, so wurde sie in diesem Jahr um ein wesentliches gesteigert. Von den in diesem Jahr in Angriff genommenen 15 Wohnhäusern und einem Werkstattbau sind 14 Wohnhäuser und die Werkstatt unter Dach gebracht. Das 15. Wohnhaus ward z. Z. im Rohbau fertig- gestellt. Auch verschiedene An- und Umbauten gehen ihrer Vollendung entgegen. Durch die rege Bautätigkeit ist das heimische Handwerk vollauf beschäftigt, denn alle Bauten sollen bis zum Winter bezogen sein. Zahlreiche alte Gebäude wurden neu hergerichtet, so daß das Straßenbild in unserer Gemeinde gewonnen hat. Die Herstellung der Niederfeldstraße vervollkommnete das Straßennetz. Auch firtö noch weitere Straßeninstandsetzungen (verlängerte Grabenstraße und Horst-Wessel-Straße) vorgesehen. Eine durch verschiedene Neubauten notwendig gewordene Verlegung eines Teiles des Ortsnetzes wurde bereits ausgeführt. I Großen-Linden, 28. Juli. Die Roggenernte ist bereits beendet. Die Arbeit war doppelt schwer; nicht allein, daß der Roggen am Boden lag, so daß kaum Maschinen verwendet werden konnten, 3ähne putzen ist viel, Zahne pflegen alles. Nicht darauf kommt es an, miß B welcher Kraft Sie die Zähne put- zen, sondern darauf, daß auch der äußerste Winkel der Zahn- reihen erfaßt wird. — Nivea- Zahnpasta wirkt auch dort, wo die mechanische Reinigung nicht Z4$ hinreicht. Das ist dann Zahnpflege, Unbekannte Fracht. Roman von Zrank £. Braun. (Nachdruck verboten.) 1. Kapitel. Der Krieg und dann die Inflation hatten das 'Geld verschlungen, das in Lüneburg, m Hannover und in Bremen auf den Kaffen gewesen war. Aber Iber Hof war ihnen natürlich geblieben. Da kam keiner heran. _ , , . Hinrich Terbrügge hatte in den Jahren nach der Geldentwertung schwer zu kämpfen gehabt. Es war .zudem die Zeit, als die Frau starb. Sie erkaltete sich eines Morgens beim Füttern un Stall. Sie kam mit dem gekochten Schweinefutter aus der !warmen Waschküche auf den Hof, es regnete ein Ibißchen, der Trog war nicht sauber, sie hielt sich Hänger draußen auf, als sonst nötig geroefen nmre, Mm Abend hustete sie schon. Der gute alte Lmden- Sblütentee wollte diesmal gar nicht helfen. So fuhr ^andern Tags Rudolf, der Sohn, mit dem Rad mach Wietze und holte den Arzt. .. Sonderbar war das. Frau Auguste Terbrügge, geborene Flentje aus Husum, hatte nie eine richtige Krankheit kennengelernt, vielleicht trug gerade Lieser Umstand die Schuld. Es überfiel sie diese Krankheit jetzt so überraschend und war so. "euarag für sie, daß sie „die kleine Verkühlung unterschätzte. Sie starb am andern Mittag, bis zuletzt erklärend, iihr fehle nichts und es sei ein Geldwegwerfen, den Rudolf zum Arzt zu schicken. Der Arzt tarn dann gegen Nachmittag und stellte Öen lotenfdjein aus. Grippe, /klarte er. Dann hchr er wieder weg. Er besorgte die Kassenprarls in Wietze, das viele Arbeiter und Angestellte bei Den Bohrtürmen beschäftigte, und er hatte wirk- ^Der^Sohi? Rudolf, der mit dem Arzt gekommen mar, zu spät, um feiner Mutter noch einmal m Die Augen zu sehen, wurde von diesem Sterben ge- rroffen wie von einer Lähmung. Er ging einher und tat auf dem Hof feine Arbeit wie vorher; er Dar stumm, mit brennenden Augen bei Der Beerdigung, wo der alte Terdrügge seinem Schmerz trompetend mit vielfachen Schnäuzern Luft machte. Man sah dem Jungen nichts an. Aber er selber hatte das Empfinden, als fei ihm irgendwo da Drinnen etwas zerbrochen, das nie wieder heilen könne. Der Vater Hinrich Terdrügge ging monatelang um feinen Sohn herum, als habe er dem Jungen gegenüber ein Schuldgefühl. Es gelang ihm, sich rascher zu tröffen, die Arbeit und die Sorgen lenkten ihn ab. „Ich habe die Mutter an jenem Morgen nicht hinausgeschickt", sagte er einmal unvermutet. Der Sohn sah ihn an und schwieg. Aber um seinen Mund war ein bitterer Zug. — Der Vater ging davon. Im Grunde hatte sich ihre Stellung zueinander in diesen drei Jahren nicht verändert. Sie wichen sich noch immer gern aus, gingen umeinander herum, wenn sie sich im selben Zimmer befanden, und waren froh, wenn der eine hinausging. Es war eine Atmosphäre zwischen ihnen, die von Wetterleuchten schon beherrscht war; aber sie waren Heidebauern: kühl, verschlossen und mit gebändigter Leidenschaft. Die Gewitter kamen nicht zur Entladung. Der reinigende Blitz blieb aus. Rudolf Terdrügge war ln diesen Jahren innerlich sehr allein. Er war neunzehn Jahre alt geworden. Die Arbeit drückte schwer. Sie hielten nur noch einen Knecht, den alten Leonhard, auf dem Hofe. Aber auch die schwerste Arbeit ist am Feierabend einmal getan. Und dann kamen die Gedanken ... Wenn die Mutter am Leben geblieben märe, würde wahrscheinlich alles anders gekommen fein. Sie war von Natur nicht leicht gewesen, aber sie hatte eine Art gehabt, den Dingen das Schwere zu nehmen und allem, was geschah, die gute Seite abzugewinnen. Rudolf wußte, daß er in der Mutter eine Fürsprecherin bei dem Vater gehabt hatte. Damals schon, als das mit der Antje wie eine kleine dumme Liebelei unter Nachbarskindern aussah. Er fühlte, die Mutter würde auch heute, da eine richtige große Liebe aus feiner Neigung zu Antje geworden war, da auch Antje ihn liebte — die Mutter würde heute wie damals anders als der Vater gesprochen haben. Hinrich Terbrügge war hart geworden. Gefühle wogen bei ihm nicht. Er meinte klug sein zu müssen, klug, wie er es verstand, für den Jungen mit. Diese Antje Oelkens war arm, sie besaß buchstäblich nichts als die Kleider, die sie trug. Was nützte es, zu wissen, daß der alte Oelkens einmal viel Geld bei einer Reederei in Hamburg besessen haben sollte. Das erschwerte dem Mädchen nur Das Leben und war wie eine Belastung. Besessenhaben galt nichts. Besitzen! hieß däs Zauberwort. Die Reederei war kaputtgegangen, als der Kapitän Oelkens mit dem Dampfer vor Kap Horn strandete und nicht wieder- kam von großer Fahrt. Die Tochter Antje erhielt fo gut wie nichts aus dem Konkurs. Mit ein paar taufend wertlos gewordenen Aktienbogen konnte sie eine Stube tapezieren lassen! Der Jochem Oelkens nahm sie auf, der Oelkens in Steele. Aber er hatte selber nicht viel. Die Antje war nichts anderes für ihn als eine billige Magd, die für Kost und Unterkunft auf dem Hof blieb. Lohn konnte er ihr nicht geben; aber gute Worte und manchmal einen Hinweis, wie dankbar sie fein müsse, da er sie ernähre. Gewiß, das war traurig und alles nicht schon. Hinrich Terbrügge hatte gar nichts gegen die Antje. Seinetwegen mochte sie einen Grafen heiraten. Aber feinen Sohn solle sie in Frieden lassen! Mit dem hatte er Besseres, Höheres vor! Aber Hinrich Terbrügge hatte in dieser Zeit so viele Gedanken zu bewältigen, daß er nicht dazu kam, alle zu Ende zu denken. Das war vielleicht seine ganze Schuld, wenn man das Leben von einer andern Warte aus anzusehen bereit ist. Die Stube roch nach Seife oder Terpentin; wenn man längere Zeit sich darin aufhielt, kam auch der unaufdringlichere Geruch des Wacholders durch. Da das große Fenster auf den Hof hinaus geöffnet war, hielt sich der Tabakrauch als fremdes Element nicht im Zimmer, er wurde gewissermaßen von den bodenständigen Gerüchten verjagt und zog zum Fenster hinaus. Hinrich Terbrügge legte die kurze Shagpfeife weg. Sie war ihm ausgegangen. So sehr er jetzt daran sog, der Rauch schmeckte kalt und verkohlt. Man konnte eben nicht richtig rauchen, wenn man reden mußte und sich dabei erregte. Höchstens die alberne Zigarette, die der Rudolf sich anzundete und die allein zwischen den Fingern roeiterghmmte. Er sah ärgerlich, Dabei grundlos gereizt, auf Die Hand seines Sohnes, die solche Zigarette hielt. „Wirf sie weg!" wollte er wütend sagen, aber er verbiß sich den Satz. Nur Ruhe. Es gab schon Aerger genug. Er lief durch die StulE Das weiße, schüttere Haar flach zum Hinterkopf zurückgebürstet, die Mundpartie leicht angestrengt, mit aufgepreßten Lippen eher wie ein Schauspieler aussehend, Der Erregung Darstellen will — keinesfalls sofort als ein Heidebauer zu erkennen. Seine Züge waren hart, ein bißchen grob geschnitten. Sie verrieten das Selbftbewußtsein seiner Rasse. Seine Hände waren verarbeitet und voller Schwielen, die Hornhaut geworden waren. Er hatte viel und schwer gearbeitet, der Heidebauer Hinrich Terbrügge. Aber er war ein Herr. Er hatte niemals gedient. Seiner Erde, seinem Hof, feiner Familie — gewiß, wenn das ein Dienen war. In Die Stadt war er nicht gekommen. Hier draußen herrschte er. Und da feine Ueberlegenheit nie eine Prüfung durchmachen mußte, keine Anzweiflung irgendwelcher Art erfuhr, trug sie ihn wie ein guter, fester Glaube. Sie gebar seine Gerechtigkeit, feine Bereitwilligkeit, in nichts zurückzustehen. Die schwerste Arbeit tat er immer gern selber. Ob der Herr Sohn das zugeben wolle? Er stand aufgerichtet vor Rudolf Terbrügge, diesem plötzlich aufsässigen, unbotmäßigen Jungen, und musterte ihn mit einem schiefen Blick von oben nach unten. War Der Bengel nun schon etwas eingeschüchtert, daß er schwieg, ober war es im Gegenteil Trotz, der chn stumm bleiben ließ? Gerade da sagte Rudolf Terbrügge mit einem leichten Kopfneigen: „Gewiß, Vater. Aber nicht darum geht es." Dann biß er sich auf die zitternde Unterlippe und schwieg wieder. Der Alte trat an das Fenster und schloß es unsanft. Die Scheiben flirrten. Auf dem Hof war Der Knecht Leonhard. Vielleicht drang von dieser Unterredung zwischen Vater und Sohn doch etwas hinaus. Er sagte grimmig, wenn auch weniger laut nun: „Worum geht es dir denn, mein Sohn? Die Antje hierher zu bringen, dich in das warme, gemachte Nest zu setzen und mich vielleicht auf den Altenteil verweisen?" (Fortsetzung folgt!) sondern hinzukommt das schlechte Erntewetter. Mit dem Schnitt der So in merger st e hat man zum Teil begonnen. Die Wintergerste steht auf Haufen und mutz bei einigermaßen gutem Wetter eingefahren werden. — Der neuerrichtete Brunnen soll nun bald für das Leitungswasser in Benutzung genommen werden. Wie man erfährt, soll die Hör st-Wessel-Straße kanalisiert werden. > Garbcnteich, 29. Juli. Am 1. August kann Bäckermeister Karl Stumpf auf ein 40- jähriges Bestehen seiner Brot- und Feinbäckerei zurückblicken. Während dieser langen Zeit hat es Herr Stumpf verstanden, sein Geschäft auf der Höhe zu halten. Ebenso lange ist er Leser seiner Heimatzeitung, des „Gießener Anzeigers". K Steinbach, 29. Juli. Am 30. Juli feiern die Eheleute Jakob Keßler I. und Katharina, geb. Hermann, das Fest der Silbernen Hochzeit. Frau Keßler ist die Lagerhalterin des hiesigen Landwirtschaftlichen Konsumvereins. * Lich, 29. Juli. Der Meß- und Kanzleigehilfe Karl K l i e h m in Lich wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum Kanzlisten im hessischen Landesdienst ernannt. I Queckborn, 28. Juli. Auch in diesem Jahre wurden von Seiten der Gemeinde wieder größere Chausierungsarbeiten durchgeführt, außer einigen kleinen Stellen im Felde wurde der Brühlweg unterhalb des Wasserwerks neu hergerichtet. Da keine Arbeitslose mehr vorhanden waren, wurden die Arbeiten an kleine Landwirte vergeben. — Bei der ungünstigen Witterung schreiten die Erntearbeiten nur langsam vorwärts, Korn und Gerste sind größtenteils geschnitten und stehen auf Haufen. Bis jetzt konnte allerdings noch keine Frucht eingefahren werden. Die Drescharbeiten wurden wieder an August Höckler zu Höckersdorf vergeben, der in diesem Jahre seit zwanzig Jahren die Ernte unseres Ortes mit zwei Maschinen drischt. OJL-^fpOHt Rudolf Ismayr spricht den Olympischen Eid. Reichssportführer von Tschammer und O st e n hat bestimmt, daß Rudolf I s m a y r, der bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 für Deutschland eine Goldmedaille im Gewichtheben erringen konnte, bei den Olympischen Spielen in Berlin den Olympischen Eid spricht. Ende September: Weltmeisterschafts- Boxkampf Schmeling —Braddock. Die Verhandlungen für den Weltmeisterschaftskampf zwischen Max Schmeling und Jimmy Braddock sind zwischen den beiden konkurrierenden Veranstaltergruppen abgeschlossen worden. Der Kampfvertrag wurde jetzt unterzeichnet Madison Square Garden und 20. Jahrhundert-Club (Mike Jacobs) haben sich dahin geeinigt, den Kampf gemeinsam durchzuführen. Er soll in den Tagen zwischen dem 2 4. und 3 0. September in Neu- york in der Madison-Square-Garden-Arena stattfinden. Rach dem Welimeisterschaftskampf sind beide Boxer kontraktfrei. Schmeling beabsichtigt, am 6. August nach Neuyork abzureisen. Ehrung für die SA.-Männer der siegreichen Jacht „Roland von Bremen". Unter der aus acht Mann bestehenden Besatzung der im Atlantik-Rennen siegreichen Jacht „Roland von Bremen", die den Preis des Führers errang, befinden sich vier SA.-Männer: Obertruppführer Dr. Perlia und SA.-Mann Kroeger der Marinestandarte 15, Bremen, Obersturmführer Jesse, Marinestandarte 90, Danzig, Truppführer Bruening, SA.-Standarte 411, Bremerhaven- Wesermünde, ferner der RSKK.-Obersturmführer Rackwitz von der Motorbrigade 62, Bremen, und Pg. v. Lattner, Bremen. Sofort nach Ankunft der siegreichen Jacht erstattete Gruppenführer Boehmcker Stabschef Lutze Meldung, der mit folgendem die gesamte SA. ehrenden Telegramm antwortete: „Ich danke Ihnen für die Meldung von der siegreichen Beendigung des Transatlantik-Rennen? durch die Segeljacht .Roland von Bremen'. Dem Führer der Jacht, SA.-Obertruppführer Dr. Perlia und der Besatzung, Obersturmführer Jesse, Truvp- führer Bruening und SA.-Mann Kroeger, bitte ich meine vollste Anerkennung für ihre vorbildliche sportliche Kameradschaftsleistung zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig befördere ich die Genannten zum nächsthöheren Dienstgrad. (gez.) Lutze." Oie deutschen Olympia-Sternflieger unterwegs. Am Dienstagmittag starteten in ganz Deutschland unsere Olympia-Sternflieger zu ihrem zweitägigen Flug nach der Reichshauptstaot. Bei diesem „Deutschen Sternflug 1936", den der Reichsluftsportführer aus Anlaß der Oympischen Spiele für die Mitglieder seiner Luftsport-Landesgruppen ausschrieb, werden vor allem die Anzahl der angeflogenen Flugplätze, die Geschicklichkeit der Besatzungen, die Gesamtkilometerleistung (mindestens 500 Kilometer) und die Anzahl der je Flugzeug beförderten Personen bewertet. Infolge des zum Teil überaus ungünstigen Wetters in den verschiedenen Gegenden Deutschlands stellte bereits der Dienstagnachmittag hohe Anforderungen an das fliegerische Können der Besatzungen. Von den 154 Teilnehmern fielen, soweit bisher feststeht, drei Besatzungen aus. Start der internationalen Sternflieger. Am heutigen Mittwoch starteten von ihren heimatlichen Flughäfen aus die ausländischen Teilnehmer des vom Aero-Club von Deutschland veranstalteten Internationalen Sternsluges. Die Gesamtzahl der endgültig gemeldeten Maschinen beträgt 57, die sich auf die nachstehenden 17 Rationen wie folgt verteilen: Frankreich 10 Flugzeuge, Oesterreich 9, Belgien 6, Polen 5, England, Holland und Ungarn je 4, Schweden und die Tschechoslowakei je 3, Italien 2. Chile, Griechenland, Japan, Jugoslawien, Rumänien, Spanien und die Schweiz je eine Maschine. England zum vierten Male OaviSpokal-Sieger. Fred I. Perry, Englands Weltranglisten-Erster im Tennissport, sicherte am Dienstag seinem Lande zum vierten Male den Besitz des Davispokals, nachdem vorher der Australier Quist durch einen Sieg mit 6:4, 3:6, 7:5, 6:3 noch den Gleichstand des Endkampfes erreicht hatte. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage hing also von Fred I. Perry ab, der aber das Vertrauen seiner Landsleute rechtfertigte und den Australier Crawford ohne Satzverlust 6:2, 6:3, 6:3 besiegte, sodaß England mit 3:2 Punkten gewann und den Pokal zum dritten Male erfolgreich verteidigte. Weitere deutsche Erfolge beim V. Welt-Keglerturnier. Beim V. Welt-Keglerturnier gab es am Freitagabend einen Länderkampf Deutschland — Schweden auf der l-Bahn, der mit einem knappen aber verdienten Sieg Deutschlands mit 5941:5922 Punkten endete. Bester Einzel-Kegler war der Schwede Lillier mit 835 P., der beste der deutschen Mannschaft war Kurzenberger mit 788 P. Außerdem gab es einen Länderkampf Deutschland — Belgien auf der Scheren-Bahn über je 50 Wurf in die Vollen und 50 Wurf auf Abräumen. Die deutsche Zehner- Riege erzielte 5523 Holz, während Belgien nur auf 5364 Holz kam. Bester Einzelkegler war Lücking mit 576 Holz, der beste Belgier Peeter brachte es auf 565 Holz. Auch die Europa-Meisterschaft im Einzelkampf fiel an Deutschland. Als Sieger ging W a ß n e r - Pirna mit 838 Holz hervor. Den zweiten Platz belegte Gehringer-Nürnberg mit 810 Holz vor Richter-Tschechoslowakei mit 798 Holz. Die letzten Wettbewerbe. In Anwesenheit des Reichssportführers wurden am Sonntag die letzten Kämpfe des fünften Welt- Keglerturniers in der Deutschlandhalle ausgetragen. Dabei gab es wieder einen deutschen Sieg, durch die B-Mannschaft Gehringer-Nürnberg, Thors-Kassel, N i e h o f f - Wernigerode, Sturm und Dürrheide (Braunschweig) im Fünfer- Mannschaftskampf auf der Asphaltbahn. Mit 2026 Holz gewann die deutsche B-Mannschaft den Curopatz Meistertitel vor der eigenen ^-Mannschaft (1984 Holz) und der Tschechoslowakei mit 1940 Holz. Auch bei den Frauen war ein großer deutsches Erfolg zu verzeichnen. Auf der I-Bahn wurde int Einzelkampf der Frauen Lindemann-Dresden mit 716 Punkten Weltbeste vor Frau Nies-Berlin (682) und Frau Müller (645 Holz). Europameister im Fünfer-Mannschaftskampf auf der I-Bahn wurde Belgien mit 2782 Holz knapp vor Deutschland mit 2778. Im Mannschaftskampf um die Euro, p a m e i st e r s ch a f t auf der I-Bahn siegte Finn« land mit 5848 Holz vor Deutschland mit 5820. 22 Mannschaften traten zum Fünfermannschaftskampf um die Weltmeisterschaft auf der I-Bahn, wöbe! es auch um den Gewinn des Ehrenpreises der Reichsregierung ging, an. USA. siegte mit 4054 Punkten. Den 2. Platz belegte eine weitere amen- kanische Mannschaft mit 4048 P. vor Schweden. Die beste deutsche Mannschaft kam nicht über den 7. Platz hinaus. Rund um olympische Trainingsstätten. Unter den amerikanischen Olympiateilnehmerinnen befindet sich Helen Stephens (im Vordergrund), die junge Farmertochter, die als schnellste Frau der Welt den kommenden Tagen mit großen Siegeshoffnungen entgegensetzen darf. — (Schirner-M.) WKW , W - ' ■' Leichtathleten aus alter Welt. Nur Tage trennen uns noch vom Beginn der Olympischen Spiele, die bereits am 2. August die ersten Entscheidungen in der Leichtathletik bringen. Immer neue Nationen kommen. Und gerade in der Leichtathletik ist das Aufgebot außerordentlich stark, so daß es weiter nicht überrascht, gerade auf den Leichtathletik-Plätzen des Reichssportfeldes Hochbetrieb festzustellen. Es ist ein Kommen und Gehen, von den frühen Morgenstunden bis zum hereinbrechenden Abend. Immer neue Kämpfer tauchen auf. Es gehört tatsächlich schon einige Mühe dazu, sich in diesem Trudel der Länder und Durcheinander der Sprachen überhaupt noch durchzufinden. Mädchen aus dem Süden. Sie wirken eigentlich nicht mädchenhaft, die Leichtathletinnen aus Italien, die am Donnerstag erstmalig ohne allzu großen Eifer, aber mit um so größerem Aufsehenerregen auf dem August- Bier-Platz trainierten. Betreuer fanden sich bei diesen hübschen Südländerinnen genug ein. Zum Schluß zählten wir mehr Berater als Beratene. Am härtesten arbeiteten noch die Hürdenläuferinnen, deren Zeiten zwischen 12,5 und 13 Sekunden lagen. Heimlich waren bereits am Vormittag die kleinen Japanerinnen am Werk. Auf der Aschenbahn übten die drei Sprinterinnen Komia, Punko Nishida und Mitsui aus den Startlöchern. Im Jnnenraum vertrieben sich die Speer- und Diskuswerferinnen mit Lockerungsübungen und einigen Trainingswürfen den Vormittag. Kanadas Trainer: „Ich kann nichts mehr verbessern!" Das Training der Ruderer geht jeden Tag nach seit langem feststehendem und ausprobiertem Plan vor sich. Bob Hunter, der Trainer der Kanadier, wandte sich achselzuckend an uns: „Ich weiß nicht mehr, was ich eigentlich verbessern soll." Es wird ihm nicht nur allein so gehen. Der Sonnenschein und die ungestörten Ruhestunden im Liegestuhl haben alle, seien es nun die riesigen australischen Polizisten ober die kleinen Brasilianer, in eine Form gebracht, die zu halten, allein genug Umsicht und Kniffe erfordert. Etwas erstaunt blickte man zum Wasser hinunter, als Tokios Meister-Achter mit sieben Mann vom Steg ging und ohne „Nr. 1" arbeitete. Die Japaner haben ihren Schlagmann aber nicht verloren, ein leichter Grippeanfall zwingt ihn zu einer unfreiwilligen Erholungspause. 57,6 Sekunden für 100 Meter kraul! Fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit hat Matsuzawa, Japans Schwimmtrainer, seine Schützlinge noch einmal einer entscheidenden Prüfung unterzogen. Am Freitagnachmittag kämpften die japanischen Schwimmer im Olympischen Schwimm- Stadion um die Ehre, ihr Land bei den Spielen vertreten zu dürfen. Die Wasser-Temperatur betrug 22,5 Grad, das Thermometer zeigte im Schatten bei bewölktem Himmel 28 Grad, zu kalt war es also kaum. Pusa konnte nicht mitmachen, weil er sich vor etwa zehn Tagen bei der Gymnastik das rechte Armgelenk leicht ausgekugelt hatte. In feiner Abwesenheit gewann Arai die 100 Meter Freistil in 57,6 Sekunden mit Handschlag vor Taguchi. Ueber 400 Meter Freistil gaben sich Makino, Negami und Shimma nicht voll aus; trotzdem kamen sie glatt unter 4:50 Minuten. Der junge Udo holte sich überlegen mit guten 25 Meter Vorsprung die 1500 Meter in 19:17,4, nachdem er auf den ersten 1000 Meter leicht gebummelt hatte. Erst recht.... im Sommerschluß-Verkauf will ich meinen Kunden gute und brauchbare Anzüge, Mäntel, einzelne Joppen und einz. Hosen usw. verkaufen. 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