186. Jahrgang Metzener Anzeiger Ur- HO Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 29. Juni 1936 Sonntags* und * Feiertage JMHB D A ytf’ A Annahme von Anzeigen «vrSLLS EÄÄfiÄ Heimat im DUd - Die Scholle B 1 VH MR^R RA 11k fp Grundpreise für 1 mm höhe Monatt'vezugrpreir: ■■ ■■ BA BZ W W SLr W /■ II A Ä > W M W 1/ W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.I.S5 Bf W ■ ■T |B|f ■ W Hf B H H B Br II I C W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 B B ^R . B B B JR B B ^H Bk B Bl B B von 70 mrn Breite Zustellgebühr.. , -.25 W ■ W B vWA H V B W W A 50Rpf.,Platzvorschriftnach Auch bei Nichterscheinen ■ B M B vorh.Bereinbg.25°/„ mehr. Kr <7 «rmötzigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen if|§ gtantfiirt am Main 11688 Prüft und Verlag: vrühl'sche Uüiverfitätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SefchäftLftelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel B OieJubelfeier der Universität Heidelberg. Vertreter von 31 Kulturnationen nehmen an dem Fest völkerverbindender Wissenschaft teil. Heidelberg im Fesischmuü. Heidelberg, 27. Juni. (DNB.) Die schöne Stadt am Neckar, deren landschaftlicher und wissenschaftlicher Ruhm in alle Welt hinausstrahlt, hat für die 550-Jahr-Feier ihrer Universität reichen Flaggenschmuck angelegt. Besonders wirkungsvoll ist der Universitätsplatz geschmückt. 31 Fahnenmasten gegenüber dem neuen Universitäts- aebaude werden während des ganzen Festes die Flaggen der hier vertretenen Nationen tragen, und auf vier Säulen werden die Flammen ihren lodernden Schein über den Platz ergießen. Nach der Pe° terskirche zu bildet ein großer Bogen, mit Grün verkleidet, Abschluß und Eingang in das eigentliche Universitätsgebiet. Die Stadthalle, in deren großen Saal die Festakte am Montag und Dienstag vormittag vor sich gehen, ist in ihrem Innern einheitlich gelb gehalten und prächtig geschmückt. An der Stirnseite des Saales sind in großen Lettern die Zahlen „1386" ui$ „1936" zu sehen. Ueberall auf den Straßen verkaufen Studenten und Studentinnen das Festabzeichen. Die Begrüßung der Gäste. Der Rektor heitzt die Vertreter von 31 Nationen in Heidelberg willkommen. Zum Auftakt der Feiern fand am Samstagabend in der neuen Universität die Begrüßung der in - und ausländischen Ehrengäste statt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie hohe Offiziere der Wehrmacht wohnten mit den Teilnehmern aus dem Auslande der feierlichen Hiffung der Flaggen von 31 Ländern bei, aus denen die Vertreter vieler Universitäten und Hochschulen in diesen Tagen in Heidelberg anwesend sind. An den Masten auf dem Universitätssportplatz gingen unter den Klängen des Präsentiermarsches die Fahnen folgender Länder hoch: Argentinien, Oesterreich, Belgien, Bulgarien. Kanada, Chile, China, Tschechoslowakei, Dänemark, Spanien, Vereinigte Staaten von Nordamerika, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Japan, Finnland, Mexiko, Norwegen, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Südafrikanische Union, Türkei, Venezuela, Jugoslawien. In der Aula der Universität begrüßte dann Per Hektor Professor Or. Groh die Gäste. Die Universität Heidelberg, so sagte er u. a., heißt Sie durch mich auf das herzlichste willkommen! Als die älteste Hochschule des Reiches, als eine in der Welt berühmte und geachtete Pflegestätte deutscher Forschung, Lehre und Erziehung, öffnet Ihnen die Ruperto Carola weit ihre Tore und bittet Sie, teilzunehmen an ihrer Freude und ihrem Glück, fordert zugleich auf, mit ihr zurückzublicken auf einen langen Weg geistiger Arbeit und vorwärts zu schauen auf weite, noch zu durchmessende Strecken eines wissenschaftlichen Ringens, das der Gesamtheit der Kulturvölker um so besser d.ient, je tiefer es aus dem Wurzelreich jeder einzelnen Nation seine Kräfte zieht. Drei Tatsachen von symbolischer Geltung gaben dem Beginn unserer Feier einen besonderen Sinn. Vor wenigen Stunden fand die internationale Hochschulkonferenz ihren Ausklang, die Tagung ernster, völkerverbindender Arbeit von Gelehrten aller Kulturstaaten der Welt. Und während wir uns hier versammeln zum ersten Kennenlernen oder freudigen Wiedersehen, wehen draußen auf dem Platz im Herzen der alten Stadt die Flaggen von 32 Nationen. Wir haben sie gehißt, weil wir unseren ausländischen Gästen damit sagen wollen, daß wir in ihnen zugleich die Nationen grüßen und ehren, als deren Abgesandte sie zu uns kommen; und weil wir nicht allein sein wollen mit unserer Erinnerung an die große Leistung der Vergangenheit und mit unserem Willen zur Weiterarbeit auf ihren Spuren. Beides gehört Deutschland und zugleich der Welt. Das dritte Symbol der Weltverbundenheit Heidelbergs aber ist dieser Raum, ist dieses Haus: es entstand aus der Anhänglichkeit amerikanischer Freunde in Deutschlands schwerster Notzeit. Was nun die kommenden Tage bringen, die Erinnerung und den Ausblick, die Besinnung auf die gegenwärtige Aufgabe und das Bekenntnis zu der heutigen Lebensform der Nation, alles sei betrachtet und verstanden als Ausdruck unseres Willens, unseren Gästen aus dem Reiche ein Zeichen der inner ft en Gemeinschaft von Hochschule und Volk, unseren Freunden aus dem Auslande ein Bild des wahren geistigen Lebens Deutschlands zu zeigen, des neuen, zufriedenen und glücklichen Deutschland. Denn meine verehrten ausländischen Gäste, wir gaben nichts zu verbergen, nichts zu verheimlichen. Ihre freimütige Frage wird die freimütige Antwort erfahren. Nur Offenheit und Ehrlichkeit kann den Weg bereiten Zum endlichen Verstehen und zu aufrichtiger Wertschätzung. Daß dazu unsere Feier injeder Stunde beitragen möge, ist mein herzlichst r Wunsch. Dann erfüllt sie zugleich ihren tiefsten Sinn: eine Feier des Friedens zu fein, den wir alle als das höchste Glück auch der eigenen Nation erkennen. Darum grüße ich Sie mit dem Gruße unseres Volkes, das feine Frie- densgesinnung nicht bester verkünden kann, als im Namen des Führers, der ihm den Frieden im Inneren geschenkt und den Frieden nach außen gesichert hat: heil Hiller! Heldengedenkfeier auf dem Ehrenfriedhos. Heidelberg, 28. Juni. (DNB.) Am Sonntagvormittag gedachten die Teilnehmer an den Jubiläumsfeiern der Universität Heidelberg auf dem Ehrenfriedhof der Gefallenen des Weltkrieges und der nationalsozialistischen Bewegung. Gefolgt von den Ehrenformationen nahmen die Ehrengäste, an ihrer Spitze der Reichskultusminister R u st, Reichsstatthalter Wagner und Kultusminister Wacker vor dem mächtigen Gedenkstein Aufstellung. Fanfarenbläser der SS. und die den Toten gewidmeten Verse eines jungen Dichters eröffneten die Feier. Darauf sprach Staatsminister Schmitthenner. Nach dem Lied vom guten Kameraden legten der Rektor der Universität, Professor Dr. Groh, und der Führer der Heidelberger Studentenschaft, cand. jur. Kreuzer, am Ehrenmal Kränze nieder. Ihnen folgten Kranzniederlegungen vom Rektor der Sun- jat-sen-Universität Kanton, des japanischen Botschafters und einer rumänischen Gruppe. Nach dem Empfang im Königssaal begaben sich die Gäste der Reichsregierung auf die im Schloß- hof errichtete Tribüne der R e i ch s f e st s p i e l e. Solokräfte des Deutschen Opernhauses Berlin, u. a. Ursula Deinert, Margot und Hedy H ö p f n e r, Lieselotte Köster und Daisy Spies zeigten unter Leitung von Rudolf Kölling künstlerische Darbietungen. Danach begaben sich die Gäste auf den S ch l o ß a l t a n und in den historischen S ch lohte l l e r , wo die ausländischen Besucher mit ihren deutschen Gastgebern noch lange in angeregtem Meinungsaustausch verweilten. Der Glückwunsch des Führers. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat an die Universität Heidelberg aus Anlaß der Feier ihres 550jäh- rigen Bestehens folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: Der Universität Heidelberg, der ältesten des Deutschen Reiches, spreche ich zu ihrem Ehrentage, an dem sie im kreise ihrer deutschen und ausländischen Freunde und von Vertretern zahlreicher Rationen ihr 550jähriges Bestehen festlich begeht, meine und der Reichsregierung Glückwünsche ans. Zugleich danke ich Ihnen, Herr Rektor, dem Senat und den Studierenden für die mir aus diesem Anlaß in Treue entbotenen Grüße. Ich erwidere sie herzlich mit dem Wunsche, daß die altehrwürdige Heidelberger Hochschule — getreu ihrer Ueberlieferung — auch in die fernste Zukunft eine Pflanzstä11e edel- ft en deutschen Geisteslebens und die bewährte Mittlerin echten deutschen Kulturgutes an die Welt bleiben möge. (gez.) Adolf Hiller. Die Ausstellung Heidelberg Vermächtnis und Ausgabe. Am Sonntag wurde die Ausstellung „Heidelberg — Vermächtnis und Aufgabe" in den erweiterten Räumen des Kurpfälzischen Museums der Öffentlichkeit übergeben. Zu einer dazu veranstalteten Feier in der Aula der neuen Universität waren der Reichsstatthalter Wagner, Minister Professor Schmitthenner, der Rektor der Universität, Professor Groh, und zahlreiche andere Ehrengäste erschienen. Oberbürgermeister Dr. N e i n h a u s, dessen Initiative diese Ausstellung zu verdanken ist, unterstrich die Tatsache, daß Heidelberg sich den starken und reichen Kräften einer großen Ueberlieferung und Geschichte verbunden wisse und gleichwohl die Verpflichtung freudig anerkenne und erfülle, mit allem, was ihr eigen sei, das gegenwärtige politische Streben und Schaffen zu stützen und zu fördern. Die Ausstellung zerfällt in fünf Abteilungen: 1. Der Heilige Berg (Frühgeschichte unseres Volkes); 2. Heidelberg als Bollwerk der Westgrenze unseres Reiches; 3. Pflegestätte volksnaher Kunst und Wissenschaft; 4. Mittler deutscher Art; 5. Zerstörung und Aufbau. Die Internationale UniversMs- wnserenz. Am Freitagvormittag wurden die Sektionssitzungen der Internationalen Universitätskonferenz fortgesetzt. Die ausländischen Delegierten zeigten großes Interesse für die Organisation des deutschen Unterrichtswesens an den Universitäten und Lehrerbildungsanstalten, worüber die Professoren Hellpach, v. Rauchhaupt und Brinkmann Auskunft gaben. Später hielt Geheimrat Professor Dr. Panzer, der frühere Hei- delberger Ordinarius für Germanistik, einen Lichtbildervortrag über mittelalterliche Klöster als Einführung für den Besuch des Klosters Maulbronn. Die Konferenz hielt am Samstag ihre Schlußsitzung ab. Zunächst sprach Pros, von S a l i s (Heidelberg) über den Olympischen Kranz. Dr. Prez de Waal (Holland) erstattete Bericht über die Ueberfüllung der Universitäten und geistigen Berufe. Man nahm mit Interesse davon Kenntnis, daß die Angelegenheit der Hochschulüberfüllung in Deutschland durch die nationalsozialistische Regierung gelöst worden ist. Prof. Mc. Lean (England) gab einen Bericht über Studentenfragen. Frau Prof. S a r g e n t (Idaho, USA.) berichtete über die Universitätsreform. Nächster Punkt der Tagesordnung war der Bericht über die künftige Satzung der Univcrsitätskonferenz. Don Interesse ist, daß die Konferenz künftig nur alle zwei Jahre zusammentreten und getragen werden soll von den Verbänden der Hochschullehrer der einzelnen Staaten. Professor T s a n Wan (China) führte die Unruhe in der Welt auf eine versäumte Fühlungnahme der Völker miteinander zurück. Er dankte für die herz- liche Aufnahme in Heidelberg. Prof, de Loor aus Pretoria (Südafrika) hob die Verdienste von Geheimrat Hoops um den reibungslosen Verlauf der Konferenz hervor. In seinem Schlußwort dankte Geheimrat Hoops den Professoren B a u d o u i n (Paris) und Mc. Lean (England) für ihre Mitarbeit an der Konferenzvorbereitung. Er hoffe, daß die völkerverbindende Wissenschaft auch weiterhin Brücken zwischen den Ländern schlagen werde. Festlicher Empfang der Reichsregierung im Heidelberger Schloß. Reichsminister Or. Goebbels feiert die Ruperto Carola als Zungborn deutschen Geistes. Die Jubiläumsfeierlichkeiten erreichten am Sonntagabend mit einem Empfang der Reichs- regierung ihren Höhepunkt. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust hießen in dem festlich geschmückten Königssaal des Schlosses die hervorragenden Wissenschaftler und Freunde der Heidelberger Universität im In- und Auslande und die führenden Männer von Partei und Staat willkommen. An dem Empfang nahmen, zum größten Teil mit ihren Damen, u. a. teil die Reichsminister Dr. Frank und Seid t,e, Stabschef Lutze, die Staatssekretäre Dr. Meißner, Funk, Schlegelberger, Zschintzsch und Backe. Vom Diplomatischen Korps waren erschienen der kaiserlich japanische Botschafter, der kubanische Gesandte, der königlich afghanische Gesandte, der königlich jugoslawische Gesandte, der königlich ungarische Gesandte, der mexikanische Gesandte, der Gesandte der Südafrikanischen Union; ferner waren anwesend die Gauleiter R. Wagner, Sprenger und Murr, der badische Ministerpräsident Köhler und die badischen Minister Pflaum er und Dr. Wacker, der Kommandierende General des 5. Armeekorps Generalleutnant Geyer, der den Reichskriegsminister vertrat, Reichsstudentenbundführer Derichsweiler, der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Dr. N e i - haus. Zahlreiche Vertreter der Professorenschaft aus dem Auslande sowie fast alle Rektoren der deutschen Universitäten und Hochschulen sowie die Vertreter der Akademien und sonstigen wissenschaftlichen Gesellschaften. Das Jahrhunderte alte Schloß schien zu neuem Leben erwacht. Sein eigenartiger Zauber, die würdige Ausgestaltung und der überaus feierliche Rahmen ließen bei den Gästen aus allen Ländern eine harmonische Feststimmung entstehen. Reichsminister Or. Goebbels begrüßte die Gäste mit folgender Ansprache: „Exzellenzen! Magnifizenzen! Meine Damen und Herren! Ich habe die große Freude und die hohe Ehre, Sie im Namen des Führers und der deutschen Reichsregierung, die Sie aus dem In- und Auslande in so großer Zahl zur Jubiläumsfeier der Heidelberger Universität hierher gekommen sind, auf das Herzlich sie zube- grüßen. Vor allem bereitet es uns eine besondere Freude, daß wir eine große Anzahl Gäste aus so vielen Ländern der Welt in den Mauern dieser gastfreien Stadt begrüßen und beherbergen können. Wer einmal das Glück gehabt hat — und ich gehöre zu diesen Glücklichen — an der Universität dieser Stadt zu studieren, wird diese Zeit in seinem Leben niemals vergessen. Denn diese Stadt hat etwas, was sie mit keiner anderen Stadt — weder in Deutschland noch sonstwo in der Welt — zu teilen braucht: jene wunderbare Mischung aus Ernst, Arbeitseifer, Lebensaufgeschlossenheit und Lebensfreude. Das ist es, was d i e Atmosphäre dieser Stadt ausmacht! Ich kann es deshalb verstehen, daß es vielen, die Sie aus dem Auslande zu uns gekommen sind, genau so gegangen ist wie mir, der ich von Berlin hierher kam, um die einzigartige Atmosphäre dieser Stadt wieder einmal zu spüren und zu fühlen. Unseren jungen Deutschen, die hier feit 3V- Iahren der deutschen Nation neue Wege zum Leben zu erschließen versuchen, geht diese Atmosphäre in einem ganz neuen Lichte auf. Denn es ist unser Bestreben, das ganze deutsche Volk mit diesem etnften Arbeitseifer und dieser Lebensaufgeschlossenheit und Lebensfreude zu erfüllen. Deshalb ist es für uns fo begrüßens- wert, daß Sie, unsere ausländischen Gäste, Gelegenheit nehmen, picht nur diese Stadt zu sehen und wiederzusehen, sondern auch mit weit geöffneten Augen das junge Deut- s ch e Reich zu beobachten und vielleicht dabei sestzustellen, daß es darum doch besser gestellt ist, als es manchmal nach ausländischen Blättern den Anschein hat. Ich glaube, in diesem Wunsche können wir uns alle vereinigen, daß zu den 550 Jahren, die diese herrliche Universität besteht, noch viele Jahrhunderte vom Schicksal hinzugegeben werden, daß aber trotz ihres betagten Alters diese wunderbare Universität immer jung bleiben möge, aufgeschlossen jungen Ideen und jungen Wissenschaften, eine Zierde nicht nur des deutschen Geistes, sondern der Kultur der ganzen Menschheit. In diesem Sinne erhob Reichsminister Dr. Goebbels sein Glas und schloß auf eine glückliche Zukunft der Heidelberger Universität. Dank für großzügige Förderung. Aus der Einheit von Geist und Staat schöpst die deutsche Wiffenschast ihre Krast. Der Hektor Professor Dr. Groh brachte dann den Dank an die Reichsregierung mit folaender Ansprache zum Ausdruck: Keine größere Ehre, keine tiefere Freude tonnte der feiernden Aniversttät geschenkt werden als durch die,- Stunde. Die Reichsregierung ist Zauder Hauptstadt in unsere „fchicksalskundlge Burg ge- kommen und waltet hier ihres hohenAmtes a s Schirmherrin deutscher Wissenschaft. Sie bekundet vor den Vertretern des Geisteslebens ^eler Kulturnationen den W i l l e n d e s n e u e n Reiches au völkerverbindender Kulturarbeit unb zu stärkfter Anspannung hör n p i ft i a e n Leistung an allen Fronten der Wissenschaft %en Fronten des friedlichsten Wett- sUeites in der Welt. Die älteste Universität d-- Stet- ches dankt der Reichsregierung in Treue für diese feierliche Stunde. Sie spricht Heute für alle deutschen Hochschulen und bezeugt vor der ganzen Welt, daß die deutsche TBiffenfdjaft nod) in keiner Epoche ihrer langen Gefchchte fo großzügig gefordert und so kraft- voll unter st üht wurde wie in diesem unserem neuen nationalsozialistischen Deutschland. Wir empfinden es als das größte Glück, daß die alte Gegenüberstellung zwischen Politik und Wissenschaft gegenstandslos geworden ist. Es gibt für uns keine Spannung zwischen der Geistesarbeit der Rationen und ihrer politischen Lebensform. Es gibt nur d ie 1 ehte Einheit zwischen beiden; in ihr schaffen wir, aus ihr schöpfen wir unser ganzes Recht, unsere Aufgabe und unser Ziel. Und daß diese Einheit erreicht ist, nach 2000 Jahren deutscher Geschichte, das danken wir dem neuen Deutschland, das danken wir dem Führer und seinen treuen Mitarbeitern am Aufbau unseres nationalsozialistischen Staates. Möge die schwer errungene Einheit von deutschem Geist und deutschem Staat in alle Zukunft bestehen mm Wohle der deutschen Wissenschaft, zum Segen unseres Volkes und zur dauerhaften Gründung des wahren Friedens unter den Kulturvölkern der Welt. Daß es dieser Einheit gelingen möge, Brücken zu schlagen und somit ihr Teil beizutragen an der völkerverbindenden Arbeit und an dem Frieden aller Völker im Sinne des Führers, das ist unser heißester Wunsch, mit dem ich heute abend diesen Dank an die deutsche Regierung verbinden mochte. dem Ge- beut- e n aus Das Limburger Gautreffen nahm am Samstagnachmittag mit der Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof seinen Anfang. Anschließend fand die Eröffnung der bis 5. Juli zugänglichen Ausstellung „K u n st aus t s" in der Turnhalle statt. Bundesgeschäftsführer Dr. Givens (Berlin) führte dabei aus, wie in allen Ländern und Erdteilen, wohin das Schicksal deutsche Kriegsgefangene verschlug, der gleiche Geist herrschte, zu ' , * V, ' ~ innerem Drang und so überall gleichermaßen Kunde von deutschem Wesen und deutscher Kultur auch in der Fremde zu geben, vor allem aber darzutun, daß man sich nicht unterkriegen lassen wollte. Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein Lagerzelt mit primitivem Ofen, Kochgeräten, Strohdecken und vielem behelfsmäßigem Kleinkram. Ein Schild „So lebten und wohnten wir hinter Stacheldraht — Gefangenschaft räumt auf mit alter Gewohnheit" besagt mehr als alle Beschreibungen. Jordan eröffnet. Er sprach von der neuen schen Weltanschauung, die das Bekenntnis zur Zukunft mit dem Bekenntnis zu unserer Vergangenheit verbindet und in der Parole vom ewigen Deutschland zusammenklingen läßt. Er erinnerte an die Männer, die in Entscheidungsstunden Oie Heinrichsfeier in Memleben Nächtliche Totenfeier in der Krypta. deutscher Schicksalswende die Geschicke des Abendlandes bestimmten. Fremder Maßstab und falscher Blickpunkt haben im Geschichtsbild der Vergangenheit manchen dieser Männer nicht die ihm gebührende Würdigung zuteil werden lassen.^Einer der ganz Großen unter ihnen ist d - r Sachsen- Heinrich gewesen, der vor tausend Jahren an dieser Stätte gestorben ist. Nicht in seinen Handlungen allein und in seinen Erfolgen, fuhr der Gauleiter fort, sieht der Nationalsozialismus die überragende Bedeutung dieser Führerpersönlichkeit, sondern mehr noch in dem politischen Königtum, das in ihm zum ersten Male seine Verwirklichung fand. In schöner, alter Instrumentalmusik, Liedern und Versen ließ dann die Jungmannschaft der national- politischen Erziehungsanstalten Naumburg und Schulpforta die Zeiten lebendig werden, in denen das erste Deutsche Reich erstand. Das chorische Spiel folgt der geschichtlichen Entwickelung weiter durch Verfall und neue Machtentfaltung, durch Weltkrieg, Zusammenbruch und endlicher Neugeburt des deutschen Volkes in Ide« und Gestalt. Es verband sich so mit den Schlußworten des Gauleiters: „Das Tor ist wieder aufgetan in eine neue deutsche Zukunft! An ihr mitzuarbeiten ijt die Verpflichtung, die wir aus der Verqangenyeit empfangen." — Im Sieg-Heil auf den Führer und im Sturmlied der SA. vereinigte sich zum Gelöbnis dessen die Gemeinde dieser nächtlichen Totenfeier. widmen. ... Gauamtsleiter Ziegler brachte d'- Gruße des Gauleiters. Zu den englischen Kame raden gewandt, betonte er: Wenn wir uns -ms. im Graben gegenüberlagen, so wünschen wir gerade darum, weil wir den Krieg k-nneng°I°rnt haben, nichts Sehnlicheres als Frieden für unsere Volker, aber einen Frieden der Ehre und Gerechtigkeit. Bundesführer Freiherr v. Lersner wies auf den Kampf um die Selbstbehauptung des einzelnen Gefangenen, um seine Ehre als deutscher Soldat hin und schilderte das große Gefühl der Gemeinschaft aller in der Baracke, einerlei, welchen Standes der einzelne war. Auch die Verzweiflung, als der Waffenstillstand kam und damit die Aus- icht, bald heim zu kommen, in die Ferne ruckte, teilte er dar und die Empfindung der Leere, als chließlich nach langer Zeit die Stunde der Heimkehr in eine fremd gewordene Heimat chlug. irr dankte dem Führer, daß er 1933 bald dafür sorgte, den ehemaligen Kriegsgefangenen ihren Platz zur Mitarbeit am Aufbau des Vaterlandes ^wzu- räumen. Nachmittags erhielten auf dem Adolf- Hitler-Platz fünf neue RE K. -Fahnen ihre Weihe. An dem anschließenden Festzug und Vorbeimarsch beteiligten sich auch die englischen Gäste mit ihrer Legionsfahne. In Barackenstunden trafen sich anschließend die REK.-Männer, getrennt nach allen Ländern, in denen sie in Gefangenschaft weilten. In kameradschaftlichem Gedankenaustausch klang das Gautreffen aus. Gautreffen ehemaliger Kriegsgefangener in Limburg Englische Zronikämpser als Gäste. - Oer Inedhss »es Gefangenenlagers Oielkirchen. Drei Jahre nattonal- sozialistische Agrarpolitik. 3t.'. “’tiS«1?!« NSZAP, R. Walth-r Darre der emen Monat vorher durch di- u-bernahme der Führung der öffentlich-rechtlichen Bcrussveremigung m der Land- wirtschaft Reichsbauernführer geworden war, vom Kührer die Leitung des R-ichsnumfter.ums für Er- näbrung und Landwirtschaft ubertagen erh.e t. Damit war zum ersten Mal die Führung der st ° a t. I i ch e n Landwirtschaftspolitik und der landwirt- rbaitlicken Berufsvertretungen IN emer finnb vereinigt Auf diese Weise war die Voraus- ktanq geschahen, nun alle Maßnahmen einheitlich und ohne Rücksicht auf Sonderzustand,gk-iten durch- “„führen Das gilt um so mehr, als Darrä gleich- Ätia auch Preußischer LandwirtschaftsmlNister geworden war. Die Bedeutung dieser^ einheitlichen ^uiammenfassunq aller ur ine Durchführung einer N-wuM" Agrarpolitik wichtigen Stellen kann nur ber ermeflen, der früher das Nebeneinander der zahlreichen Zuständigkeiten in Amtsstellen des Reiches der Länder und der einzelnen Organisationen gekannt hat. Schon diese Vielheit am selbstan- diaen Stellen genügte, um auch bei gut gemeinten und an und für sich nicht schlechten Maßnahmen einen Erfolg zu verhindern. Selbstverständlich konnten die Fehler dieser Entwicklung nicht von heute aus morgen beseitigt werden. Jetzt nach drei Jahren kann' man aber feststellen daß IN dieser kurzen Uxjt mehr geschehen ist, als man hatte erwarten können. Die Erfolge hätten niemals so schnell em- treten können, wenn Nicht innerhalb des Amtes für Agrarpolitik in München schon in den Jähren oor der Machtergreifung von Darre und feinen Mitarbeitern in planmäßiger Generalstabsarbeit die wichtigsten Maßnahmen in den Grundzügen oor- bereitet worden wären. Infolge der bedrohlichen Notlage, m die Die Landwirtschaft in der Systemzeit gekommen war, stand die nationalsozialistische Führung, als sie die Leitung der staatlichen und der berufsftandischen Agrarpolitik in ihrer Hand vereinigt hatte, zwei großen Aufgaben gegenüber. Es galt, das durch Üebeeschuldung und drohende Zwangsversteigerungen in seinen Grundfesten erschütterte Bauerntum zu sichern, und nach Möglichkeit rein zah. lenmäßig wieder ein günstigeres Verhältnis zwi- schen landwirtschaftlicher und nicht landwirtschaft- licher Bevölkerung bea7beizuführen. Die andere Auf. gäbe bestand in der'S i ch e r u n g unserer 61- nährungsgrundlagen und der Beseitigung der immer stärker gewordenen Abhängigkeit vom Auslande, die eine empfindliche Bedrohung unserer politischen Freiheit darstellte. Beide großen Aufgabengebiete wurden unverzüglich in Angriff genommen. - Das Reichserbhofgesetz stellte die Schollenfestigkeit unseres Bauerntums wieder her und verhinderte für alle Zeiten, daß Bauern aus rein geldwirtschaftlichen Gründen von Haus und Hof vertrieben werden können. Es knüpft bewußt an an die in zahlreichen Gebieten Deutschlands, aber auch in den von deutschen Bauern besiedelten Gebieten außerhalb der Reichsgrenzen bestehende Anerbensitte, nach der der Hof geschlossen in der Familie vererbt wird. Es befreit aber auch diese Anerbensitte von dem im kapitalistischen Zeitalter hinzugekommenen Beiwerk, das eine Verfälschung der ursprünglichen Regelung darstellte. In den Jahren, die seit der Einführung des Reichserbhofgesetzes verstrichen find, ist — oor allem im Anfang — in zahlreichen Kreisen gegen das Reichserbhofgesetz Stimmung gemacht worden, weil es angeblich Familienglieder zugunsten eines einzigen benachteiligt. Inzwischen ist diese Kritik verstummt. Man hat erkannt, daß das Bauerntum seine bluts- mäßigen Aufgaben nur dann erfüllen kann, wenn es schollen-verwurzelt ist und die Bauernscholle nicht mehr als bewegliche Ware angesehen wird. Man kann heute vielleicht sagen, daß ein Teil der seinerzeit gegen das Erbhofgesetz erhobenen Kritik wahrscheinlich von vornherein unterblieben wäre, wenn es nicht das erste Gesetz ge* hat die stürmische Nordsee einen reichen Schatz auch an Sagen und Märchen erzeugt. Der „blanke Hans" kennt seine „schwarze Gret", die Fischerfei, die Segen und Unsegen zu spenden ver- mag und über den vielberedeten Fischen mit den Goldschuppen wacht. Der fromme, redliche Fischer zwar wirft solche königlichen Tiere wieder über Bord und empfängt den verdienten Lohn für solche Schonung; aber geizig-gierige Fahrensleute wollen oft das Fabeltier mit den kostbaren Schuppen, mit der Perlenkrone und den Demantaugen nicht freigeben, unerachtet der Bitten des Gefangenen. Dann verwandelt wohl die schwarze Gret auch den übrigen Fang des Fischers in Goldschuppentiere, die nun mit ihrer Last das Boot in die Tiefe ziehen. Der „Mürchenfisch" ist auch den Landbewohnern bekannt; nicht nur durch den „Buttje" aus dem Märchen „Dom Fischer und s i n e r F r u", sondern auch durch viele andere Sagen. Bis zu den Tiroler Bergseen hinauf finden wir den Volksglauben an Fische als „Seelentier e", in die sich nämlich „arme Seelen" zum Besuche der längst verlassenen Welt hineinverstecken. Gekrönt aber wird das Sinnen und Sagen vom Fische durch den niederdeutschen Mythos, daß auf dem riesigen „Zitterfisch" die gesamte Erdenwelt erbaut sei und auf ihm ruhe, bis dem Fische einmal ein Umwälzen beliebe. Don Fischen zu träumen, bedeutet mancherorts die Voraussage von Sturm, Krieg, Tod. Träumt man von kleinen Fischen, so stirbt ein Kind der Familie ober Freundschaft; ein großer Fisch verkündet das gleiche Ereignis für einen Erwachsenen. Anderwärts entnimmt man dem „Fischtraume" nur Günstiges und sagt, er verspreche gute Nachricht, Geld ober allerlei was bas Menschenherz sonst als Glück sich ersehnt. Stets aber galt es als schlechtes Vorzeichen, wenn ganze Fischzüge einen See, einen Fluß ober Meeresteil außerhalb ber Laichzeit verlassen. Zweifellos war hier oft eine Seuche ober sonstige Naturstörung eingetreten, bie sich irgenbroie weiter auswirkte und nun zumindest ber fischenden Bevölkerung Nachteil brachte Denn wirklich meidet der Fisch diejenigen Plätze seines reinlichen Elementes, bie verdorben werben, peinlich. Daß ber Fisch auch ein Wetterkünber ist, hat Schiller in seinen bekannten Versen, bie auf seiner Kenntnis echter Volksweisheit beruhen, zum Ausdruck gebracht: „Die Fische springen, unb das Wasserhuhn taucht unter, ein Gewitter ist hn Anzug". Uebrigens soll der Blitz dort, wo der Hecht steht, nicht einschlagen. Das mag damit Zusammenhängen' daß auch ber Teufel nicht in biefen Fisch fahren tonn; trägt der Hecht doch m feinen Kopfknochen von Wales gern nachgekommen sich mit Wen deu schen Frontkameraden zu verstanblgen Es sei ihr ernster Wunsch, baß unsere beiden Lander immer in Frieden Zusammenleben. Darum sollten sie sch mit aller Kraft dem Aufbau des Friedens m Europa LPD. Limburg, 28. Juni. Am spätesten von allen Verbünden, die dem Zusammenschluß ehemaliger Frontkämpfer dienen, haben die in Gefangenschaft gewesenen Soldaten ihre Anerkennung in ber Öffentlichkeit burchsetzen können. Es blieb unferm Führer Adolf Hitler vorbehalten, auch den in der Gefangenschaft gewesenen Soldaten des großen Krieges in der Öffentlichkeit die ihnen gebührende Stellung zuzuweisen. Patrouillengänger und die Männer der vordersten Gräben waren es ja, die das Schicksal traf, von den kämpfenden Kameraden getrennt zu werden unb einen langen Leibensweg durch Haß und Schmach ins Ungewisse anzutreten. Memleben (Unstrut), 27. Juni. (DNB.) In der dämmerigen Krypta des Domes zu Quedlinburg ruht König Heinrichs I. Gebein. Sein tapferes Herz ist in Memleben beigesetzt, wo Heinrich und sein Sohn Otto ber Große starben. Das Unstrut-Tal, in bem Memleben liegt, sah einen großen Teil ber beutschen Geschichte: Die Schlacht von Burgscheibungen zerbrach 531 bas alte Thüringer Reich. Zwischen Sachsen unb Franken bilbete bann bie Unstrut bie Grenze. Früh würbe ihr Tal Missionsgebiet. Hersselber Annalen erwähnen schon von 786 bas Dorf Memleben. In ber Zeit bes ersten deutschen Reiches gehörte es zum Kernland. Hier weilten Heinrich I., bie Dttonen, Heinrich IV., hier liegen ihre Pfalzen und Königs- Höfe. Von hier aus wurde die deutsche Reichspolitik geführt. Die Verteidigungslinien gegen den Osten, an denen 933 ber Ansturm der Ungarn zerschellt, wurden die Angriffsbasis für die Rückgewinnung und Eindeutschung ber einst an slawische Völkerschaften verlorenen Gebiete rechts ber Elbe und Saale. Wenig Baudenkmäler erinnern an jene Zeit. Zu Memleben aber steht monumental ein gewaltiger Mauerklotz, das „K a i f e r t o r" mit einigen Mauerreste aus Heinrichs Zeit. Alles andere ist verschwunden. Aus ber Pfalz würbe ein Kloster unb von ber großen breischiffigen spätromanischen Klosterkirche, die etwa gleichzeitig mit ben Dombauten zu Naumburg und Magdeburg begonnen wurde, sind nur Krypta und bie ragenben Seitenwänbe erhalten geblieben. Ihr Zustand hat den Gauleiter Jordan veranlaßt, (Erneuerung^ und das Freilegungsarbeiten anzuvrdnen, die jetzt die Schönheit und die Größe der Kirchenanlage erkennen lassen. Die Heinrich-Feier in der Kirchenruine von Memleben wurde durch eine Ansprache des Gauleiters das „ganze Leiden Christi" mit sich herum, Kreuz, Hammer, Nägel, Spieß usw. Ehlern setzte man in deutschen Gauen aus ben Schädelmocyen des Karpfens eine Taube, ben Vogel des Heiligen Geistes, zusammen und hängte bies Gebilde in der Stube als „Herenfchutz" auf. Viele Fische sollen Steine oder Kristalle im Kopfskelett tragen, die man in der Volksheilkunde mannigfach verwendete. Die Bedeutung des Fisches für die Volksmedizin ist auch sonst erstaunlich groß. Lachsfett nahm man gegen Lähmungen und Ohrenleiben, Kaulbarschkopfsteine stillen ben Krampf, mit Fischgalle stellte man Liebestränke her. Wer Zahnweh hat, soll einen Fisch elfen unb den Schwanz an die Zimmerdecke mit Speichel ankleben. Solange er dort sitzt, ist das Zahnweh fort. Wenn ein Kranker an einen lebenden Fisch ein ausgerissenes Haar hängt ober ihm ein Spänchen bes Fuß- ober Fingernagels zu fressen gibt, dann aber den Fisch aussetzt und wegschwimmen läßt, so nimmt ber Flossenträger bie Krankheit bes Patienten mit sich fort. Hat man einen Hecht gefangen, in dessen Magen — wie so häufig — kleine Fischlein sich befinden, so kann man einen Fieberkranken genesen lassen, indem man ihm diese geraubten Fische brät unb zu essen gibt. Ein besonderes Kapitel bilden die F i s ch e r f e ft e — zu Stralau, Ulm, Nürnberg, Memmingen, Leipzig unb anbersroo. Erwähnt werben soll nur noch em besonders schöner Gedanke, ber ben „Kompanien" unb „Kommunen" ber Fischer Rügens zu- grunbe liegt. Sie schließen sich zu Gilden zusammen, well sie wissen, wie sehr sie bei der Ausübung ihres gefährlichen Gewerbes aufeinander angewiesen sind. Diese pommerschen Seeftscher also vertreten bewußt seit Urzeiten den guten Gedanken der Zusammenarbeit und ber Gemeinschaftshilfe D'e Z°hl ber Sprichwort e, bie sich auf den t eff beziehen, ist sehr groß, mag man nun von „faulen Fischen sprechen, und damit Flunkereien Betrügereien meinen, oder schlicht und zutreffend Ute Fische", damit zu tätigem 6"Mus e mahnend. Don „Ueberklugen" sagt man wohl spöttisch: „Gr W die Fische im Wfser singen! Und die Genießer — bas sind fast alle Fischverehrer -Jagen: „Der Fisch will dreimal schwimmen: im Wasser, in Butter, im Wein"! Hochschulnachfichten. Ser Führer und Reichskanzler hat Dr. Walter Schumacher unter Berufung in das preußische Der Degrüßungsadend. Während sich in einer internen Gauarbeitstagung die leitenden Männer trafen, strömte die Bevölkerung von nah und fern zu Tausenden zum Bahnhof, um die Abordnung der Wehrmacht zu empfangen. Die Abordnung marschierte in Begleitung eines Ehren st urmsdes REK. zur Limburger Jugendherberge, wo sie Quartier nahm. Zu gleicher Zeit trafen in einem großen Reisewagen englische Frontkämpfer, 34 Mitglie - ber ber British Legion, in Limburg ein. Durch die Anwesenheit ber Wehrmachtsabordnung und der Engländer gestaltete sich ber Kamerab- schafts - unb Begrüßungsabenb am Samstag im Georgshof zu einer Feier besonderer Prägung. Dr. Givens begrüßte besonders die englischen Kameraden und betonte, daß es nicht nur gelte, frohe Stunden zu feiern, sondern auch eine hohe Aufgabe zu erfüUen und eine Brücke der Freundschaft und des Verständnisses hinüber und herüber zu schlagen. Wie er selbst aus England ausgezeichnete Eindrücke mitgebracht habe, so hoffe er, daß die Reise ber britischen Kameraden durch die deutschen Gaue dazu beitrage, immer mehr Verständnis für das neue Deutschland in Enaland zu wecken. Sein Sieg-Heil galt dem Führer Adolf Hitler und dem König Eduard VIII. von England. Major Tritton, ber unter den Klängen der englischen Nationalhymne mit der Fahne der British Legion einmarschiert war, dankte für den herzlichen Empfang und gab der Überzeugung Ausdruck, daß ber Besuch bazu beitragen werde, die herzlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken und persönliche Freundschaften zu knüpfen, die von besonderem Wert für die Festigung des europäischen Friedens sind, ben alle Völker ohne Unterschied wünschten. Bundssführer Freiherr v. Lersner sprach über das Erlebnis der Kriegsgefangenen in der Baracke, sowie über bas ewige Soldatentum, bas immer wieder neue Ausrichtung verlange. Oberstudienbirektor S p a n u t h gab Erlebnisse in ber sibirischen Gefangenschaft bekannt; nur ber Glaube an Deutschlanb war es gewesen, ber bie (Befangenen tn ber Fremde überhaupt so lange aufrechterhielt. »Oie Hammeikomödie" in Marburg. Als zweite diesjährige Festspielaufführung ging im Schloßparktheater „Die H a mm e l k o m ö b i e" mit vollem Erfolg in Szene. Hans Wolfgang H i l- lers hat bas aus bem 15. Jahrhundert stammende Possenspiel vom Maitre Pathelin im vergangenen Jahre neu bearbeitet und uns damit ein Volksstück in des Wortes bester Bedeutung beschert. Peter Pille, ein in Geldnöten befindlicher Winkeladvokat, versteht es, dem habgierigen Tuchhändler Schummel ein Stück Kleiderstoff abzulotfen, um ihn dann — als dieser auf Bezahlung drängt — an ber Nase herumzuführen. Pille spielt bei einem späteren Besuch bes nach seinem Gelbe schreienben Tuchhänblers ben Sterbenden unb kann auch bei ihm ben Eindruck eines verlorenen Mannes erwecken. Dazu kommt, daß Schummel — nebenbei Besitzer einer Schafherde — von feinem Hirten Lämmlein um mehrere Schafe geprellt wird. Es folgt eine Gerichtsverhandlung, in welcher der wegen Diebstahls angeklagte Hirte von bem Winkeladvokaten Pille vertreten wird. Der Hirte verspricht gute Bezahlung und muß auf Anraten feines Verteidigers während ber Verhandlung ben Blödmann markieren. In ber Gerichtsverhandlung ift ber Kläger Schummel durch das unverhoffte Auftreten des totgeglaubten Winkeladvokaten so verwirrt, daß er bei seiner Vernehmung die Geschichte mit bem unbezahlten Kleiderstoff und ben gestohlenen Hümmeln völlig durcheinander wirft. Die Verwirrung des Klägers und die scheinbare Blödheit des Angeklagten veranlassen den Richter zur Freisprechung des Hirten, der schließlich bie ihm angeratene Blöbheit dazu ausnutzt, dem Winkeladvokaten eine Honorierung der Verteidigung zu versagen. Die Schlauheit des diebischen Schäfers tragt ben Sieg davon. — Dr. Fritz Buddes Regiekunst verstand es aufs neue, das Stück den Verhältnissen der Schloßparkbühne wirkungsvoll an- zupassen und es von Akt zu Akt zu steigern. Der derbe Humor des Spieles, welcher die Lachmuskeln der zahlreichen Zuschauer andauernd in Tätigkeit Wit, fand in ber Gerichtsszene seinen Höhepunkt. — Von den Darstellern vermochte Seppi Litsch die schwierige Rolle bes habgierigen Tuchhändlers ausgezeichnet zu meistern. Robert B ü r f n e r war ibm als Winkeladvokat ein gewiefter Gegenspieler, oon seiner Frau (Renäe S t o d r a w a) aufs Beste unterstützt. Die Rolle bes einfältigen Schäfers ist m'^rum wie geschaffen für Lubwi'g LinkmanN. 2lud) Karl Zi st i g als Richter, Hanne Mer- tens als besten Frau, Hansi Nasses als m re& S ch.r öer als Männe unb Erwin aIs Gerichtsdiener standen auf dem rechten Platze. Festgottesdienst in Dielkirchen. Nach bem Wecken burch bie HI. unb bas Jungvolk zog Sonntag ber REK. mit den Gästen, die Partei mit ihren Gliederungen sowie die Bevölkerung hinaus oor die Tore ber Stabt nach bem Lohnbörfchen Dietkirchen, wo sich während des Krieges ein Gefangenenlager für 20 000 Insassen befand. Ein besonderer Friedhof auf ber Lohnhöhe in herrlicher lanbschaftlicher Umgebung, ber nach vielen Ausgrabungen unb Ueber- führungen jetzt noch bie Gräber von etwa ehemals 300 feinblichen Soldaten enthält, ist nun letzter Zeuge des längst gänzlich verschwundenen Lagers. Die Anlage, auf der sich auch ein irisches unb ein französisches Denkmal in künstlerischer Ausführung befinden, ist in bestem gärtnerischem Zustand. Nach bem Choral „Wir treten zum Beten" hielt Stubien- rat Dr. Lic. von der Au (Darmstadt) die Gedenkrede, bie er unter den Leitgedanken stellte: Wenn es auch nach dem Kriege schien, als stünde über allen Gräbern bas trostlose Wort „Umsonst", so fühlen wir boch heute roieber klar, nachbem uns ber Führer Ehr unb Wehr erkämpft hat, baß uns die Toten an bas ewige Staatsgrunbgesetz bes hingebenden Opfers mahnen. Die Hauplsitzung. Gegen Mittag vereinte die Hauptfestsitzung im Georgshof die Teilnehmer und viele Hunderte von Gästen. Kreisleiter Bürgermeister Hollenders (Limburg) begrüßte die Vertreter ber Wehrmacht unb fanb herzliche Worte für bie englischen Gäste. Major Tritton versicherte, die British Legion sei vqr Jahresfrist ber Aufforderung bes Prinzen Der Fisch im deutschen Volkstum. Don Werner Lenz. Reben Jagd unb Wilbfruchtsuche ist bie Fischerei die ä11este N a h r u n g s g e 11 e für den Men- schen gewesen. Und als ber Mensch seßhaft wurde, hat ihm gewiß manche geschützte Meeresbucht, manch fischreicher Fluß ober Binnensee bie Wahl des festzugründenben Wohnplatzes empfohlen. Zumal der Pfahlbauer hat seine Wohnstätte nicht nur des besseren Schutzes, sondern auch der Fischbeute halber unmittelbar über die Wasserfläche gelegt. Finden wir doch in den Pfahlbauten Angelhaken, Harpunen, Fischspeere unb auch noch Samen bes Melbekrautes, der „Fischmelde", die man den Fachen als Lockspeise aufs Wasser streute. Der Fisch spielt somit im ßebensbebarf wie auch im kulturellen Brauchtum eine große Rolle bei den die Fischweib hochschätzenden Germanen. Einer ber ältesten Hanbelsgegenstände war ber getrocknete Meerf ijch, ber Klippfisch, längst bevor man bas Pökelverfahren kannte. Die salzhaltige Luft ber Seeküste börrte das Fischfleisch genügend. Ja, diese Tauschware nahm sogar die Stellvertre- tung für das später auffommenbe Münzgeld ein. Wir haben noch aus bem nordischen Mittelalter Finanzerlasse gefunden, worin ein Zahlungswert — etwa für Steuer ober Pachtzins — nach Fischen berechnet wurde. Später hieß in Island sogar eine Münze im Groschenwert „fisk". Eigenartig ist die bei vielen Völkern feststellbare Verknüpfung des Fischbildes mit religiösen Begriffen. So war es nicht nur bei ben ersten Christen, auch in viel älterer Zeit müssen unsere Altoorberen ben Fisich religionssymbolisch bewertet haben; denn feiner kunstgewerblichen Verwen- düng an Geräten und Waffen — zumal Speer- blättern — wie auch als Grundform von Fibeln der Völkerwanderungszeit wohnt boch wohl nicht nur eine omamentalische Absicht inne. Auch in ber Heroldskunst, einem wahren Treuhänder urtümlicher Symbolik, wird der Fisch ftar: gewürdigt. Ein alter Heraldiker schreibt (1736): „Fische bedeuten in der Wappen Kunst Unschuld, Liebe gegen das Vaterland, Gesundheit, Wachsamkeit, Verschwiegenheit. Werden sie schwimmende wider ben Strom gemcchlet, so zielen sie auf einen, ber im Unglück lebet". Es kann uns also nicht wundernehmen, wenn volkstümlicher Brauch unb Aberglaube sowie bas Sprichwort sich eingehend mit bem Fische beschäftigen. Der Nordseefischer befestigte früher einen Haifischschwanz am Bugspriet seines Seglers; bamit wollte er gute Fahrt, frischen Wind unb Abwehr von Haifischgefahr erlangen. Überhaupt rungswirtschaft wirtschaftlichen lassen sich nach nung gliedern. daß man in einem zu suchen zu heben. Kampfmoment aus der ersten Runde, der die hervorragende Deckung Max S ch m e l i n g s zeigt. Er blockt mit der Rechten einen linken Schlag von Louis. — (Scherl-M.) Erstes Originalbild vom Boxkampf Echmeling-Louis daß sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und einem Dertuschungssystem Vorschub leisteten. Rur so läßt es sich erklären, daß das Uebel einen solchen Umfang annehmen konnte. Der Staat, der über die Erhaltung der Volksgesundheit zu wachen hat, wird dies an den Wurzeln der Volkskraft rührende Uebel ohne Ansehen der Person ausbrennen und seien es auch Klosterinsassen, die zwar für ihre himmlische Mission andere Namen annehmen, aber für ihr irdisches Verhalten dem Gesetz unterworfen sind wie jeder andere. (Brausender, langanhaltender Beifall.) werden. Untrennbar verbunden mit ihr ist die Marktordnung. Sie sichert die bestmögliche Verwertung der Erzeugnisse zu Preisen, die eine gesunde Be- triebsführunq ermöglichen, gleichzeitig aber auf die Lebenshaltung des Gesamtvolkes, nicht zuletzt der gewerblichen und industriellen Arbeiterschaft Rücksicht nehmen. Gerade die Ueberwindung der bei einzelnen Lebensmitteln im letzten Winter aufgetretenen Versorgungsspannungen hat gezeigt, daß die Marktordnung in diesen drei Jahren zu einem brauchbaren 'Werkzeug unserer Ernährungswirt- schaft, ja der Wirtschaftslenkung überhaupt geworden ist. Damit ist die Ernährungswirtschaft zu einem wichtigen Faktor des Gesamtaufbaues unserer Wirtschaft und nicht zuletzt zu einem wichtigen Motor der Arbeitsschlacht geworden. Gebiet getroffenen Maßnahmen Erzeugungsschlacht und Marktord- um die Nahrungsfreiheit bedingt it her iv der Monat in ihrem eigenen Volke leben wie wir. Das deutsche Volk weiß, daß das Prestige seiner Führung auch sein Prestige ist. Wenn es uns gelingt, Europa auf einer neuen Grundlage einen besseren Frieden zu geben, ist diese Aufgabe nicht wert, daß die besten Europäer sich darum jahrelang mühen? Auf eine andere Weife kommt eben dieser Friede nicht zustande! Es gibt keine Instanz, die den Frieden organisieren könnte, auch der Völkerbund nicht! Im abessinisch-italienischen Krieg blieb allen friedenstiftenden Instanzen nichts anderes übrig, als die geschaffenen Tatsachen zu akzeptieren. Vermutlich wäre es uns ebenso ergangen, wenn wir einmal das Opfer eines kriegerischen Uederfalles geworden wären; deshalb haben wir uns rechtzeitig vorgesehen nach dem Grundsatz: „Völkerbund ist gut, aber Luftgeschwader und Armeekorps sind noch besser." (Stürmischer Beifall.) Heute wagt es niemand mehr, uns unsittliche und die deutsche Ehre und das deutsche Volk verletzende Verträge vorzulegen, weil alle Welt weiß, daß wir solche nicht mehr unterzeichnen. Der Führer hat sich ein Verdienst um Deutschland, um Europa und um die gesamte Kulturmenschheit erworben; denn er hat nicht nur 1933 den Ansturm des Bolschewismus abgewehrt, sondern auch durch die Wiederbesetzung des Rheinlandes Deutschland gegen jeden Ueberfall gesichert." Stuttgart, 28. Juni. (DNB.) Auf einer Führertagung, zu der aus dem ganzen Gau 10 000 politische Leiter zusammengekommen waren, beschäftigte sich Reichsminister Dr. Goebbels mit dem Vorwurf, die Nationalsozialisten seien die „Heiden des 20. Jahrhunderts" und hätten den Segen des Himmels nicht verdient. „Der Himmel segnet auf die Dauer nur den, der seinen Segen verdient." Wenn er immer die nur segnen wollte, die am Staatssekretär Grauert in den einstweiligen Ruhestand versetzt. B e r l i n, 27. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Staatssekretär tm Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern, Grauert, auf seinen Antrag in den einst- weiligen Ruhe st and versetzt. Aus diesem Anlaß hat der Führer und Reichskanzler folgendes Dankschreiben an den Staatssekretär Grauert gerichtet: „Ihrem Antrag auf Versetzung in den einstweiligen Ruhestand habe ich mit Wirkung vom 1. Juli d. I. durch den beiliegenden Erlaß vom heutigen Tage entsprochen. Ich benutze diese Gelegenheit, Ihnen für die wertvollen Dienste, die Sie seit der Machtübernahme im Preußischen Ministerium des Innern und später im vereinigten Reichsund Preußischen Ministerium des Innern geleistet haben, meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. Ich behalte mir Ihre Wiederverwendung bei sich bietender Gelegenheit vor."- Das Ausscheiden des Staatssekretärs Grauert als zweiten Staatssekretär des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern ergab sich aus der Notwendigkeit der strafferen Zusammenfassung der Geschäfte des Ministeriums auch in der Person des Vertreters des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern, Dr. Frick. Staatssekretär P f u n d t n e r leitet jetzt als alleiniger Staatssekretär die Geschäfte sämtlicher Abteilungen des Ministeriums. Die polizeilichen Angelegenheiten sind unter dem Ehef der deutschen Polizei im Reichs- und Preußischen Ministerium düs Innern, Reichsführer SS. Himmler, zu- sammengefaßt, der dem Minister persönlich und unmittelbar untersteht. Die Stellung des Reichsarbeitsführers Staatssekretär Hier! ist durch die Neuregelung nicht berührt. Empfang der Handwerksführer bei Dr. Schacht. Berlin, 27. Juni. (DNB.) Am Samstagvormittag empfing der amtierende Reichswirtschafts- Minister Reichsbankpräsident Dr. Schacht die leitenden Männer des Handwerks. Reichshandwerksmeister Schmidt überreichte Dr. Schacht als Ausdruck des Dankes den Ehrenring der Stadt des Handwerks, Frankfurt a. M. Der Reichswirtschaftsminister gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es ihm vergönnt gewesen sei, den alten Wünschen des Handwerks die g e s e tz - lautesten von ihm reden, dann hätte er sicher unsere Amtsvorgänger gesegnet. Auch bas Glück, das uns manche Neider vorwerfen, ist nicht von selbst gekommen. Wir haben in diesen 3V2 Jahren u m das Glück gerungen und gekämpft, haben uns gesorgt und manche schlaflose Nacht verbracht, wenn wir um das Schicksal unseres Volkes bangten. Es gehörte nicht nur Glück dazu, die neue Wehrmacht a'ufzubauen und das Rheinland wieder zu besetzen. Das war nicht nur Glück, das war auch Mut! Unsere Vorgänger haben diesen Mut nicht gehabt, und deshalb sind sie gescheitert." (Stürmischer Beifall.) Dr. Goebbels verwahrte sich dagegen. Dom " Er. t- Da- j ,QQt- lömirt. einer prous. Millich durch, gleich. ?. gewichen I einer kann nandex ’ -u des ; usntio- lbstän- l 'einten \ lahmen । konn- 1 heute ' wahren : kurzen warten ell ein- Amtes wahren n Mit- ; ü die i Dor- Der Kampf ..... . , v , eine größtmögliche Ertragssteigerung in der Landwirtschaft. Diesem Ziel dient die seit 1934 durchgeführte Erzeugungsschlacht. Sie wird so geführt, daß neben einer allgemeinen Erzeugungssteigerung stets die Erhaltung oder die Wieder- herbeiführung des inneren Gleichgewichts der landwirtschaftlichen Betriebe im Vordergrund steht. Diese Erzeugungsschlacht ist noch lange nicht zu Ende. Die Absatzentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel zeigt aber, daß die ausgegebenen Parolen in der gesamten Landwirtschaft befolgt Reichsminister Dr. Frick in Koblenz Ein Wort zu den Sittlichkeitsprozeffen gegen Klosterinsaffen. herbeiführte. Die Skepsis, mit der man in weiten Kreisen dieser neuen Organisation gegenüberstand, konnte sehr bald beseitigt werden, als immer mehr zutage trat, daß diese Organisation keinen Inter- essentenhaufen darstellt, sondern den Ausgangspunkt gemeinwirtschaftlichen Denkens bildet, das seitdem als wichtigste Richtschnur unserer Ernäh- ' " " dient. Die auf dem ernährungs- )Mg. ng ging in Ö d it mg h'i' ammenöt qangentn ßoltN :t. Pet" rladoolai. ' SchB' ihn . an M :m IP?' Deutschlands Sicherheit die Grundlage des Friedens. Reichsminister Dr. Goebbels spricht in Stuttgart. der Flieger Milch erklärte, bei allen deutschen Fliegern hätten die Tage der Anwesenheit Exzellenz Valles und seiner Mitarbeiter einen tiefen Eindruck hinterlassen, dieser Besuch sei ein Besuch erfüllt von wahrhafter Fliegerkameradschaft gewesen. Dem italienischen Gast gab General Milch den deutschen Fliegergruß „Hals- und Beinbruch!" mit auf den Weg. Exzellenz Valle dankte mit warmen Worten und äußerte seine aufrichtige Bewunderung für die Leistungen der deutschen Luftwaffe, des Luftverkehrs und der Luftfahrt während der letzten Jahre. Besonders eindrucksvoll fei für ihn der hervorragende Geist, der die deutschen Flieger beseele. Exzellenz Dalle gab der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen den Fliegern beider Nationen weiter ausgebaut und vertieft werde. Am Sonntag verließen die italienischen Gäste Deutschland im Flugzeug von Staaken aus. Zum Abschied hatten sich der italienische Botschafter Attolico und Staatssekretär Milch mit zahlreichen Angehörigen des Reichsluftfahrtministeriums eingefunden. nnes t. neben»- , S) U» -ird. ® her ein »«; )irte raten n°-rE i ine her NM chKÄ n ®"* < s- , litt# nn« ’ # n ’ji- Keine Fortschritte in Gens. London, 29. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Sonderberichterstatter der „Times" berichtet von einer Unterredung zwischen Eden, Delbos und Lord Stanhope, in der u. a. besprochen worden sei, daß sich die gegenwärtige Tagung nur mit der Aenderung der D ö l ° kerbündsreform befassen solle. Mit entsprechenden Vorschlägen sei es wohl günstig, bis zum Herbst z u warten. Ebenso sei man überein» gekommen, gegenwärtig keine formelle Tagung der Locarno-Mächte abzuhalten. Der Sonderkorrespondent des „Daily Herald" berichtet aus Genf, das abessinische Problem spiele nur die zweite Rolle. Die Völkerbundsreform beherrsche vielmehr die Situation. Es gebe wohl Klage unter den Völkerbundsmitgliedern: Die einen wünschten aus Furcht vor europäischen Ve - Wicklungen von ihren gegenwärtigen Verantwort lichkeiten aus den Dölkerbundssatzungen befreit zu sein, während die anderen wüßten, daß ihre Existenz vom Völkerbund abhänge. Allem Anschein nach würden die Sanktionen dem 18er Ausschuß zur weiteren Behandlung überlassen. Vor- aussichlich wird eine Entschließung gefaßt, wonach sich die Umstände geändert hätten. Das neue italienische Memorandum sei bereits zwischen Italienern und britischen zuständigen Persönlichkeiten besprochen worden und werde im großen und ganzen Italiens Bereitwilligkeit zur aktiven Mitarbeit in Europa als Gegenleistung für eine „gerechte Behandlung" in Aussicht stellen. Einigung in Montreux? Paris, 28. Juni. (DNB.) Auf der Dardanellenkonferenz soll zwischen Litwinow, Eden und Rüschtü Aras eine grundsätzliche Einigung erzielt worden fein. Danach sollen die Dardanellen für jede Flotte offen fein, die einen Beschluß des Völkerbundes oder eine vom Völkerbundsrat gebilligte Verpflichtung ausführen soll. Außerdem soll Sowjetrußland berechtigt sein, die Meerenge zu benutzen und seine Flotte in der Ostsee zu verstärken, falls Sowjetrußland dies für notwendig erachtet. Für normale Zeiten hingegen sollte die von der Türkei vorgeschlagene Regelung gelten. Japan und Italien würben, so meint „Echo de Paris", dieser Lösung nicht zustimmen. Trotzdem würden die anderen Staaten wahrscheinlich dieses Protokoll unterzeichnen und weiteren Staaten den Beitritt offen lassen, polen hebt die Sanktionen auf. Rom, 28. Juni. (DNB.) Die „Agenzia Stesani" teilt mit: Außenminister Ciano empfing den polnischen Botschafter, der ihm von dem Beschluß des polnischen Ministerrats Mitteilung machte, demzufolge Polen von der Fortsetzung der Sanktionen Abstand nimmt. Gleichzeitig teilte der Botschafter mit, daß Vorkehrungen zugunsten einer raschen Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen getroffen wurden. Der Außenminister dankte dem polnischen Botschafter für die Mitteilung. Er nahm mit Genugtuung diesen Schritt zur Kenntnis, durch den Polen an die Spitze jener Mächte trete, die von den Sanktionen Abstand zu nehmen bereit seien. Nicaragua verläßt den Völkerbund. Genf, 27. Juni. (DNB.) Nicaragua hat in einem Telegramm an den Generalsekretär des Völkerbundes feinen Austritt aus dem Bunde erklärt. In den letzten Wochen haben bereits Guatemala, Honduras und El Salvador ihren Austritt angekündigt. In Völkerbundskreisen wird dazu abschwächend erklärt, bas Vorgehen dieser mittelamerikanischen Staaten habe hauptsächlich finanzielle Gründe und werde wieder rückgängig gemacht werden, wenn im Zuge der Völkerbundsreform eine neue Festsetzung der Beiträge für diese durch die Wirtschaftskrise besonders betroffenen Länder erfolge. weis hierfür ist die Person des Führers selbst. Er will nur eine Gefolgschaft aus innerer Ueberzeugung, weil er weiß, daß nur auf persönliches Vertrauen gegründete Macht auf die Dauer Bestand hat. Darin liegt geradezu das ganze Geheimnis der Staatskunst Adolf Hitlers. Ohne dieses weitgehende Vertrauen des Volkes hätte er nie die gewaltigen innen- und außenpolitischen Erfolge erzielen können. Das Beispiel und Vorbild des Führers soll für uns alle rich- tung- und maßgebend sein. Wir müssen an uns viel größere Anforderungen stellen, als an alle anderen Volksgenossen. Wir müssen denen, die wir überzeugen wollen, in Lebenshaltung und Charakter Vorbild fein. Nur so werden wir Kämpfer für die Ideale der Bewegung auch als Erzieher überzeugend wirken. Gewiß laßt es sich nicht vermeiden, daß auch einmal räudige Schafe in eine Bewegung ober eine Organisation Eingang finden. Aber dann ist es Pflicht dieser Bewegung oder Organisation, wenn anders sie sich nicht selbst belasten will, erkannte Schädlinge rücksichtslos daraus zu e n t f e r n e n , so wie es der Führer vor zwei Iah- ren getan hat. In diesem Zusammenhang muß ich mit einigen Worten auf die peinlichen Prozesse zu sprechen kommen, die skandalöse Vorgänge in gewissen Ordensklöstern zum Gegenstand haben. Die deutsche Oeffentlichkeit ist erschüttert über den Abgrund von Gemeinheit, der sich hier vor ihren Augen öffnet. Klöster, die ein Hort gläubiger Einkehr und frommer Andachtsübungen sein sollten, enthüllen sich hier als Brutstätten des Lasters. Dem Uebel wird nicht dadurch begegnet, daß man e$ verschweigt und mit dem Mantel christlicher Liebe bedeckt. Und hier muß ich leider feststellen, daß die kirchlichen Aufsichtsbehörden ein gerüttelt Maß von Schuld dadurch auf sich geladen haben, liche Grundlage und Verwirklichung zu geben. Man könne heute von der Entbehrlich- feit des Handwerks oder feines gesetzlich begründen Aufbaues tatsächlich nicht mehr sprechen. Das Handwerk habe im Neuaufbau des Staates feine Pflicht erfüllt. Dr. Schacht schätzte am Handwerk die ruhige und zielbewußte sachliche Arbeit, vie ja besonders heute jeder an seiner Stelle nur eine Pflicht tun müsse, ohne von dieser Seldstver- tändlichkeit große Worte zu machen. Maßgebend ei die innere Befriedigung am Ende eines jeden Arbeitsjahres. Mit dem Ausdruck der Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit im bisherigen Geiste begrüßte Dr. Schacht bann die einzelnen leitenden Männer des Handwerks. Abschiedsfeier für General Dalle. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Zu Ehren des Staatssekretärs und Chefs des Generalftabes der königlich-italienischen Luftwaffe, Armeegeneral Valle, wurde im „Haus der Flieger" ein Ab- chiedsabend veranstaltet, in dessen Verlauf ein Zapfen st reich stattfand. Staatssekretär General wesen wäre, das dem ausschließlich individualistischen Wirtschaftsdenken ein gemeinwirt- schaftliches Denken entgegensetzte. Inzwischen ist dies ja auch auf verschiedenen anderen Gebieten — auch außerhalb des ernährungswirtschaftlichen Sektors unserer Wirtschaft — erfolgt. Wenn das Reichserbhofgesetz das bestehende Bauerntum sichern will, so will das ebenfalls noch 1983 erlassene Gesetz über die Neubildung deutschen Bauerntums die Zahl der Bauern und ihren Anteil am Gesamtvolk vermehren. Ganz bewußt ist die Bezeichnung Neubildung deutschen Bauerntums an Stelle „von landwirtschaftlicher Siedlung" gesetzt worden. Damit wurde zum Ausdruck gebracht, daß die landwirtschastliche Siedlung künftig in erster Linie die blutsmäßigen Aufgaben des Bauerntums berücksichtigen will. Es konnte sich also nicht mehr jeder Beliebige um eine landwirtschaftliche Siedlung bewerben, der im Besitz der erforderlichen Geldmittel war. Bei der Auswahl erfolgte vielmehr eine eingehende Prüfung der Erbgesundheit und Erbtüchtigkeit. Damit sind die wirtschaftlichen Grundlagen keineswegs vernachlässigt worden, wie es immer wieder gelegentlich von Gegnern der nationalsozialistischen Neubauernpolitik behauptet wird. Bei der Auswahl wird ebenso eingehend geprüft, ob der Bewerber über die erforderliche Fähigkeit zur erfolgreichen Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes verfügt. Gerade in diesen Tagen sind erst eingehende Richtlinien über eine besondere Wirtschafts b erat ung der Neubauern er- gangen, die ebenso wie die jetzt durchgesührte Lieferung von Landmaschinen und landwirtschaftlichen Geräten zu verbilligten Preisen im Neubauernbetriebe dazu beitragen, die Neubauernbetriebe von Anfang an mit voller Kraft in der Erzeugungsschlacht einzusetzen. Rein verwaltungsmäßig ist unter der Führung Darräs die Neubildung deutschen Bauerntums ausschließlich zur Reichssache erklärt, und dadurch eine Beseitigung der früher gerade auf diesem Gebiet besonders hin- derli^en verschiedenen Länderzuständigkeiten erreicht worden. Die andere Aufgabe, die Sicherung unserer Ernährungsgrundlagen, ist in den vergangenen drei Jahren ebenfalls ein gutes Stück vorwärts gekommen. Die organisatorischen Voraussetzungen hierfür wurden im September 1933 durck das Reichs- nährstandsgesetz geschaffen, das eine einheitliche Zusammenfassung aller Erzeuger — Verarbeiter und Verteilerbetriebe der Ernährungswirtschaft Koblenz, 28. Juni. (DNB.) Auf dem Gautag des Westmark-Gaues Koblenz-Trier-Birkenfeld hielt Reichsminister Frick eine Rede. In löjahrigem unermüdlich zähem Ringen um die Seele des deutschen Volkes, so führte er u. a. aus, ist es gelungen, Millionen von Volksgenossen im fanatischen karnpfe- ri dien Willen zur nationalen Selbstbehauptung urib zu sozialer Gerechtigkeit unter dem Zeichen bes fiakenkreuzes zu sammeln und aus Grund einer neuen organischen Weltanschauung, die die Volks- aemeinsümst in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellt die oeraltete liberalistilch-marxsttlsche Gedankenwelt zu überwinden und schließlich dadurch auch die außer- Macht im Reich zu °r°b°rn Seit der Machtübernahme sind der NSDAP, noch größere und schwerere Ausgaben zuaeiallen Laut dem Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat ist die RSDAP. die Iraaerin bes deutschen «Staat sgeöan- tens9 unt) öes politischen Willens der Nation und mit dem Staat unlöslich verbunden. Die NSDAP, ist der Fuhr er o r d ende r Nation, und ihre Mitglieder sollen nach dem Willen des Führers eine Auslese der tüchtigsten entschlossensten und taip fer ft e n 53,Ht s aenassen ein. Der Führernachwuchs der NSDAP, bedeutet nicht Begründung einer neuen bevorzugten Kaste, sondern lieber nähme einer ung heuren Verantwortung und e r h oh ter Pflichten gegenüber Führer, Volk und Staat. * », * »HS £ t“ *». äußere' Autorität läßt sich auf Die Sauer nur auf- Ä’&UtaÄ überzeugt. Der beste Be- Erneuerungsbewegung in Norwegen. Oslo, 28. Juni. (DNB.) Arn Samstag sprach auf dem Reichstreifen d e r Nasjonal Sämling der Führer der Bewegung, der frühere norwegische Wehrminister Quisling, im größ- ten Lichtspieltheater Oslos. Seine Ausführungen gipfelten in der Aufforderung an alle Menschen und Völker nordischer Art, sich gegen den kulturvernichtenden jüdischen Marxismus zusammenzuschließen. Quisling führte u. a. aus: Bei der heutigen europäischen Lage sehen wir auf der einen Seite den Bolschewismus, als Ausdruck eines Weltzusammenbruchs, auf dem das Judentum feine Herrschaft aufrichtet, aus der anderen Seite den vergeblichen Versuch, Frieden und Zusammenarbeit herzustellen und mitten in diesem Zerfall d i e jungen Kräfte der Erneuerungsbewegungen. Die Nasjonal Sämling lehnt jede Vogel-Strauß- Politik ab und noch mehr jene verbrecherische Poli- tik, die in der Maske des Friedens bolschewistische Kriegspolitik treibt. Zwei Gruppen stehen sich in Europa gegenüber, die Sowjetunion, Frankreich und die Tschechoslowakei und hinter ihnen das Judentum. Diese drei wünschen Deutschland anzugreifen. Bolschewismus und Judentum im heutigen Rußland können das Ziel der Weltrevolution nicht aufgeben, ohne selbst zusammenzubrechen. Unter diesen Umständen ist d i e Stellung Norwegens am Kreuzungspunkt zwischen Rußland, England und Deutschland ganz besonders schwierig, zumal die Regierungsmacht in den Händen der Marxisten liegt. Die Verteidigung Nord-Norwegens muß zu Lande, zu Wasser und in der Luft verstärkt werden. Die Aufrechterhaltung des Friedens zwischen England und Deutschland ist eine Lebensfrage für Norwegen. Es ist unsere Aufgabe, mit allen rechtmäßigen Mitteln denen entgegenzuarbeiten, die Zwietracht zwischen England und Deutschland säen wollen. Der dekadente Liberalismus und fein Zwillingsbruder der Marxismus sind gerichtet gegen den )ie die n war, sie die wischen e, zwei. - durch äflerun» uern.: in zah. is zwi.. rtschast. re Aus. er (fr eitigung :it Dom unserer n Aus. riss K- ; Schal' ;er und ius reüi mb Hof j oußt an bs, aber [ten Ge- : gehende -j lassen in ier auch i en Zeil- 1 DM. I llte. Ä f id)se* • im An- Reichs- } veil es j inMM | ummt. | bluts« l wenn lauern- || gesehen jj aß ein || erhöbe- |l unter« n -setz jg Deutschland verwerfe, es rüste auf, um kommenden Kriege militärische Lorbeeren und dadurch sein innenpolitisches Prestige „ , „Ich glaube nicht, daß alle Regierungen so furchtlos wie wir zur Wahlurne schreiten oder so mitten - I M 8 | M $orb< Festai beit Grünt 750=3( gen ff Lerlai Stadt Wims markt doppe Bild, dem, hielt Min ner gant Part der ober! Alch Niger die ( zurüc aus, zu ve jage möge allem Grün gehe Feste lichst Iprac Fühl gerit der Aus f eine die halb und Punk Piilfi( Stabt lütten l.'8e '"■'m ,nneru ÖQs ! Glicht Sdi Ni > Juki s< fe' 'S Aus aller Welt Mannschaft folgende Telegramme ge Millionen Deutscher hoffe ich, daß Si >ie recht bald dustriellen diktiert. Die Bauern ernteten nicht mehr den ihnen zustehenden Lohn ihrer Arbeit am Boden. Ihr kleines Einkommen wurde in entfernteren Städten festgesetzt Die politische Gleichberechtigung und die Freiheit sanken zur Bedeutungslosigkeit herab angesichts dieser wirtschaftlichen Ungleich- an den Hauer Schmidt und an die Rettungs- ~ ' gerichtet: Wie heit. Aermlich wäre unser Volk, wenn es nicht gelänge, die Befürchtungen der Arbeitslosen zu bannen, daß sie auf dieser Welt überflüssig seien. An die Stelle des Prunkes der Begünstigten wollen wir das Vertrauen und die Hoffnung des Volkes setzen. Regierungen können irren und Präsidenten machen manchmal Fehler, aber lieber gelegentliche Fehler einer hilfreichen Regierung, als ständige Tatenlosigkeit eine gleichgültigen, eiskalten Regierung. Wir müssen den Kampf nicht nur gegen Brot und Elend, sondern auch für wahre Demokratie durchhalten! Die 40-Elunden-Woche in Belgien. Brüssel, 27. Juni. (DNB.) Die Kammer hat den Gesetzentwurf, der die allmähliche Einführung der 40stündigen Arbeitswoche in der Industrie Vorsicht, mit 160 Stimmen bei 23 Stimmenthaltungen angenommen. Die von den Kommunisten und Rexisten eingebrachten, über die Regierungsvorlage hinausgehenden Anträge, die teils eine sofortige Durchführung der 40stündigen Arbeitswoche in allen Industriezweigen, teils die Beibehaltung desselben Lohnes auch bei herabgesetzter Arbeitszeit forderten, wurden abgelehnt. Ferner stimmte die Kammer den Gesetzentwürfen über den bezahlten Jahresurlaub und die gewerkschaftliche Dereinigungsfreiheit zu. Die Hotels an der französischen Riviera geschloffen. Paris, 28. Juni. (DNB.) Der Hoteloerband der französischen Riviera hat beschlossen, ab Sonntag mittag sämtliche Hotels an der Riviera zu schließen, weil es die neuen Gesetze dem Hotelgewerbe nicht ermöglichten, ihren Betrieb normal durchzuführen. Die Maßnahme wird weiter mit der Besetzung mehrerer Hotels da die Gefahr besteht, daß weitere Steinmassen sich lösen. Die Bergung des Hauers Schmidt, der bis heute, Montag früh 2 Uhr, insgesamt 162 Stunden mit bewunderswerter Tapferkeit sein Bergmannslos trägt, steht nach einem Funkjpruch von heute morgen kurz bevor. Dem tapferen Knappen, mit dem man nun seit drei Tagen in ununterbrochener Verbindung steht, geht es den Verhältnissen entsprechend gut. Von zwei Seiten geht das Rettungswerk schnell vonstatten: Montag früh 1.30 Uhr war man nur noch knappe fünf Meter von dem Abgeschlossenen entfernt. * Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hat Festliche Heimattage in Bad-Nauheim Arbeitstagung des ^Landschastsbundes Volkstum und Heimat. Bad-Nauheim, 28. Juni. (LPD.) Keinen schöneren Ausklang konnte die Bad-Nauheimer Woche finden als die Arbeitstagung des L a n d s ch a f t s b u n d e s Volkstum und Heimat. Eröffnet wurde die Tagung, an der zahlreiche Vertreter der Partei, des Staates und der Stadtverwaltung Bad-Nauheim teilnahmen, mit einer ebenso reichhaltigen wie gut aufgezogenen Heimatausstellung in den Trinkkuranlagen. Im großen Hörsaal des Kerckhoff-Jnstituts begann dann die Arbeitstagung. Nach der Eröffnung durch den Organisationsleiter Stei nicke, der Ministerialrat Ringshausens Aufbauarbeit für die Organisation würdigte, führte der Leiter des Landschaftsbundes etwa aus: Die Arbeit für Volkstum und Heimat ist Arbeit der deutschen Revolution. Diese Arbeit ist noch lange nicht zu Ende. Jetzt beginnt die zweite Etappe des Kampfes, der Kampf um die Seele des Volkes. Diese Aufgabe kommt aus der Ewigkeit, um der Ewigkeit zu dienen. Je mehr man an dieser Arbeit arbeitet, desto näher kommt man dem, der uns auf Erden gesandt hat. Der Samstag war außerdem noch einer ganzen Reihe aufschlußreicher Referate aus den einzelnen Arbeitsgebieten des Bundes gewidmet. Vor allem wurde nachmittags durch den verdienstvollen Ringleiter von Bad-Nauheim, Lehrer Oswald, eine Führung nach den Wisselsheimer Salzstellen durch- gesährt, wobei Kreisdirektor Dr. Straub (Friedberg) die gesamte Oertlichkeit als Naturschutzgebiet erklärte. Der Sonntag stand wiederum im Zeichen der Kleinarbeit der Werkleute für Volkstum und Heimat. Auch hier sprachen Kenner des Landstrichs zwischen Neckar und Sieg über Fragen des Heimatschutzes und die dörfliche und städtische Gemeinnordischen Staats- und Dolksgedanken. Wenn es den Tatsachen entspricht, daß es sich heute um einen Zweikampf zwischen Judentum und dem nordischen europäischen Gedanken handelt, dann müssen wir oas wirksam sie Gegenmittel gegen die marxistische Unterwühlungsarbeit in einer nationalen Wiedergeburt erblicken. Eine ehrliche Verständigung zwischen den Völkern mit nordischer Einstellung herbeizuführen, ist heute eine heilige Pflicht für alle weitschauenden Männer und Frauen. Ein Block der nordischen Völker könnte in weit höherem Grade als der bankrotte liberalistisch-marxistische Völkerbund ein Bollwerk gegen den Bolschewismus sein. Roosevelt gegen den Wirischasisdespoiismus. Washington, 28. Juni. (DNB.) Präsident Roosevelt nahm in einer Massenversammlung der Demokratischen Partei in Philadelphia die ihm angebotene Kandidatur für die Wiederwahl an. Er erklärte: 1716 wurde hier in Philadelphia die Tyrannei der britischen Royalisten ab- aeschüttelt. Seitdem sind anstelle der politischen Royalisten wirtschaftliche Royalisten auf den Plan getreten. Die ganze Struktur des modernen Lebens preßten diese Wirtschaftskönige in ihren Dienst. Für kleine Kaufleute und Gewerbetreibende gab es in diesem Königreich keinen Platz, Bauern und Arbeiter waren wirtschaftlich unfrei. Daher war es nur natürlich, daß diese Wirtschaftsdyna- tien in ihrem Machthunger ihre Hand sogar nach )er Kontrolle über die Regierung ausstreckten. Sie 162(5funben imSchacht eingeschlossen. Seit einer Woche ist auf der Zeche Shamrock I/II in Herne der 34 Jahre alte Hauer Schmidt durch das Zubruchgehen einer Strecke auf der 7. Sohle eingeschlossen. Schmidt arbeitete allein in einem Querschacht. Trotz der unermüdlichen Bemühungen der unter Aufsicht der Bergbehörde arbeitenden Rettungsmannschaft konnte der Verschüttete bislang noch nicht geborgen werden. Seit Dienstag ist eine Verständigung mit dem Eingeschlossenen durch Klopfzeichen hergestellt. Essen und Trinken werden ihm durch eine Rohrleitung zugeführt. Ebenso ist für eine ausreichende Luftzufuhr gesorgt. Die Rettungsarbeiten, die von zwei Stellen aus betrieben werden, gestalten sich sehr schwierig und müssen mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, schäft. Um die Mittagsstunden versammelten sich dann um den Leiter des Landschaftsbundes Ministerialrat R i n g s h a u s e n die Kreisnngletter um noch einmal auf die zukünftige schwierige Arbeit ausgerichtet zu werden. Salzgrafentag — Fest der Salzsöder. Unterdessen rüstete die Badestadt zu dem eigentlichen Heimatfest, dem Salzgrafentag, der in einem Festzug der Sa lzw e r kle ute endete, der die Bad-Nauheimer Salzsiedertage aus der Zeit vor 200 Jahren wieder vorfuhrte. Der vielbewunderte Zug der Salzsüder endete auf der Festwiese vor dem Kurhaus, um das Tausende von Zuschauern sich geschart hatten. Hier boten dann die Salzsieder und der Salzschreiber ein Spiel von Oberstudienrat Philipps-Friedberg, das an altes Bad-Nauheimer Brauchtum anknupft. Unter der Regie von Hans von der Au - Darmstadt wurde dann von einer Tanzgruppe ein a l t d e u t • scher Schwertertanz vorgeführt. Danach umriß noch einmal Ministerialrat R i n g s h a u ° s e n das Schaffen des Landschaftsbundes, der aus der Idee des Nationalsozialismus entsprang, um in dreijährigem Aufbau nun endgültig des deutschen Volkes ganze Seele und sein ganzes Sehnen zu erfassen. Die deutsche Sehnsucht komme aus dem Heimatboden und aus den Tiefen des Volkstums. Treu zu Partei und treu zu Vaterland und Führer zu stehen, sei das Gebot dieser Stunde. Mit dem „Sieg-Heil!" der Tausende und den nationalen Hymnen schloß die Kundgebung des Landschaftsbundes, während danach echtes Volkstum in der Buntheit der oberhessischen Trachtengruppen unter Leitung des oberhessischen Heimatdichters Heß- Leihgestern abrollte. durch Streikende in Cannes begründet. In den Städten Nizza, Mentone, Cannes usw wird jedoch ein Hotel jeder Preisstufe geöffnet bleiben, um Reisende für eine Nacht aufzunehmen. Meine politische Nachrichten. Der frühere deutsche Weltmeister im Schwer- gewichtsboxen Max Schmeling, der nach seinem yervorragenden Sieg über den Neger Joe Louis auch jetzt wieder die größte Anwartschaft auf den Weltmeistertitel besitzt, war am Samstagmittaa mit seiner Frau Anny O n d r a - Schmeling und seiner Mutter G a st d e s F ü h r e r s m der Reichs- kanzlei. * Am Sonntag traf auf dem Flugplatz Croydon bei London der Staatssekretär General der Flieger Milch zu einem Besuch der Schau der Gesellschaft britischer Luftkonstrukteure ein. Er wurde vom deutschen Luftfahrtattache m London, General Wenninger, im Auftrage der britischen Re- gierung 4 C°mm°d°r° R°b°rHon und d-M britischen Luftattachä m Berlin, Cpt. Dom ve grüßt. * Das Tschechoslowakische Pressegericht in Lettmerltz hat dieser Tage das im Verlage Paul Zschormr in Leipzig erschienene „Liederbuch für Frauenchöre" wegen des Textes zu sieben X, dern beschlagnahmt. ♦ Die Gattin des tsch-ch°Il°wakilchen Mintsterxrast- denten Hadza halt sich zurzeit mit 'hrern Sahne in der Sowjetunion auf. Sie bereisten bis her die Ukraine und den Kaukasus, wo sie u. a. die Städte Kiew und Tiflis und das Dnjepr-Waffer- kraftwerk besichtigten. aus Ihrer mit soviel Tapferkeit ertragenen Lage befreit werden und nehme von Herzen Anteil an Ihrem Geschick. — An die Bergungsmannschaft! Ihrem unermüdlichen Einsatz für unseren Arbeits- kameraden Schmidt wünsche ich von ganzem Herzen rettenden Erfölg. Schweres Verkehrsunglück bei Oranienburg. Auf der eingleisigen Strecke zwischen Germen- darf und Oranienburg nördlich von Berlin wurden eine Helferin und vier Kinder aus dem Katholischen Kinderheim St. Johannesberg in Dramenburg von einem Triebwagen angefahren. Die Helferin hatte mit den Kindern die Bahnböschung betreten und sich neben das Gleis gesetzt. Der Trieb- Wagenführer gab ein Warnsignal, als er die Kinder dort sitzen sah. Die Helferin und die Kinder liefen daraufhin in ihrer Verwirrung auf das Gleis und wurden von dem Wagen erfaßt. Hierbei wurde em zweijähriges Kind sofort getötet. Die Helferin wurde sehr schwer verletzt. An ihrem Auf- kommen wird gezweifelt. Zwei weitere Kinder wurden ebenfalls schwer verletzt. Der Triebwagen- schaffner alarmierte die Freiwillige Sanitätskolonne, die die Verunglückten in das Kreiskrankenhaus Oranienburg einlieferte. Luftpost Südamerika—Frankfurt in noch nicht 2 Tagen. Die am letzten Freitag von Südamerika mit dem Transozeanflügzeug der Lufthansa abaegangene P o st ist Sonntagvormittag um 10.42 Uhr bereits in Frankfurt a. M. eingetroffen. Die Postflugzeuge der Lufthansa brauchten demnach nicht einmal zwei Tage von Brasilien bis Deutschland, d. h. für die Ueberwindung einer Strecke von fast 10 000 Kilometer. Rumänische Ehrung des Rektors der Universität Heidelberg. Die Königlich Rumänische Gesellschaft der Ge- schichte der Medizin hat ihrer „Ehrerbietung und vollen Dankbarkeit, die die rumänische Wissenschaft der Heilkunde der Universität Heidelberg schuldet" sichtbaren Ausdruck gegeben durch die einstimmige Ernennung des Rektors der Universität Professor Dr. Groh zu ihrem Ehrenmitglied. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat über Sonntaa eine gründliche Umgestaltung erfahren. Die Zufuhr frischer, polarmaritimer Luftmassen, die sich anfangs bis zu uns hin bemerkbar machte, wurde nach Westen abgedrängt, so daß bei steigender Luftbewegung kräftige Sonneneinstrahlung neue Erwärmung herbeiführte Da gleichzeitig starke Druckniederung und Zufuhr feuchtwarmer Meeresluft eintrat, muß schon heute abend im Westen und Süden des Reiches mit Gewittertätigkeit gerechnet werden. Aussichten für Dienstag: Nach verbreiteter Gewittertätigkeit überwiegend wolkig mit noch einzelnen gewittrigen Schauern, bei südwestlichen Winden warm und schwül. ♦ Lufttemperaturen am 28. Juni: mittags 25 Grad Celsius, abends 19,6 Grad: am 29. Juni: morgens 18,9 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum heute nacht 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Juni: abends 25,2 Grad: am 29. Juni: morgens 21,5 Grad. — Sonnenscheindauer 11,2 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmeu D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. chufen einen neuen Despotismus und um- raben ihn mit dem Mantel der Gesetzmäßigkeit. Die Arbeitszeit und die Löhne wurden von den In- vtUß &nJo gl Persil ! I SWkvM<-LL^ ssora mit umbau linnumni mit Universal- u.emTischpreis- Nnmvvvvvu Motor f. 40 Mk. wert gegen Kasse abzugeben. 4168d abzugeben. 02990 Grabenstr. 6 vt. Danziger Str. 5. zu verkauf. 4mD Seltersweg 67 L Staubsauger Sofa mit Umbau Roichslottoriß Herr Paul Säuberlich Lieh, den 29. Juni 1936. 4173D [Stellenangebote Frau Elise Spies Wwe., geb. Belloff Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen. Steinstraße 27, den 29. Juni 1936. 02388 Betriebsführer und Gefolgschaft der Brauerei Ihring-Melchior, Lieh. Plötzlich und unerwartet ist uns am Sonntagmittag ein langjähriges, treues Gefolgschaftsmitglied, unser erster Maschinist durch den Tod entrissen worden. Wir betrauern in dem Verstorbenen einen Menschen, der uns in über 25 Jahren treue Dienste geleistet hat und dessen oberste Richtschnur bis zur letzten Arbeitsstunde Pflichterfüllung war. Seinen Arbeitskameraden gegenüber war er stets ein hilfsbereiter und vorbildlicher Freund. In tiefer Trauer nehmen wir mit den Angehörigen des Verstorbenen Abschied von ihm und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Freitag, den 26 Juni, abends 12 Uhr. verschied unerwartet unsere Hebe Tochter. Schwester. Schwägerin und Tante Die Trauerfeier findet Dienstag, den 30. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnis- abschristen hem Be- -erbungsschreiben bei- ieoetii — ötchchilver unsBewerbungSmuer- lagen muffen »ur Ver> meibung von Verlusten auf bei Rückseite R» men und Anschrift bei Bewerbers tragen l Zuverläss., fleife. Haus- brrrrsthe 18 bis 22 Jahre, gesucht 4170d Heinrich Hehler Konditorei u.Cafd A. v. Soosten 6. m. b. H. 4161A Nur Marktplatz 2 | Verkäufe | bei Brühl, Gießen Bettstelle mit Matratze Kommode Uebervorhang u. versch. andere umzgsh.diil.sdrug. Seltersweg 75III »Unser zufriedener Kundenkreis! ist die beste Reklame für unsere! gute Schuhreparatur la Kernleder, Excelsior-Gummiabsätze saubere Ausführung, prompte Bedienung, billige Preise zeugen von unserer Leistungsfähigkeit Achten Sie deshalb auf den Namen Schuh-Instandsetzungs-Fabrik .HANSA' Einfaches Bett mit Matratze u. em 2fl. Gasherd Postkarten Marktstraße 19. 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Er betonte, daß die Partei an allem Anteil nehme, was im Leben unseres Boltes vor sich gehe. Deshalb müsse sich aber auch jede Gemeinschaft der Ordnung im Volke anpassen. Städte und Gemeinden müßten mit der Partei Zusammenwirken. Das Gute der Vergangenheit werde übernommen, die Fehler der Vergangenheit müßten vermieden werden. Der Aufbau müsse dann gelingen für viele hundert Jahre. Kreisdirektor Or. Lotz gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Stadt Grünberg dieses Jubiläum im Dritten Reiche feiern könne. Die Stadt Grünberg und ihre Bevölkerung Hube zu den Quellen von Volkstum und Heimat Grünberger Geschichte sinnfälligen und zugleich symbolischen Niederschlag. Ferner wurden Männer der Stadt Grünberg, die im Laufe der Jahhunderte bedeutsam geworden waren, gezeigt, inmitten ihrer Umgebung, gezeigt in Bildern, die aus dem Geist jeweils ihrer Zeit heraus gestaltet worden waren. So sah man den ersten Burpvogt Guntram von Ulfa, den ersten bekannten Propst Nikolaus von Linden st ruth beim Ostergottesdienst in der Antoniterkirche, man sah den ersten Lutherdrucker Johannes R h a u mit seinen Gehilfen an der Arbeit und erlebte eine Ratssitzung unter Bürgermeister Rabe. Die Landgräfin Maria von Mansfeld, für die Grünberg Witwensitz war, im Kreise Grünberger Bürgerstöchter war zu sehen, ein ansprechendes Bild bot die Darstellung des Johannes C e r v i n u s von Wetterfeld, wie er seinen Bauern predigte. Schließlich folgte der Generalwachtmeister Hartmann Samuel Hofmann von L ö w e n f e l d t, der gegen die Türken erfolgreich war. Weitere eindrucksvolle Bilder zeigten den K a - lendermann Konrad Justus vom Veits- berg, den Archäologen Professor Friedrich Gottlieb W e l ck e r, den Forscher Professor Dr. Theodor Koch. Mit Generalleutnant Ludwig Steinmetz, dem Kommandeur der Artillerie vor Lüttich, Mau- beuge und Namur wurde eine Epoche aus dem Weltkrieg veranschaulicht. Nach einer Pause wurden die Festteilnehmer im Geiste in die jüngste Vergangenheit versetzt und in den Herren Archivverwalter Schweißguth und B. Schreiner verständnisvoll zusammengetragen worden war. Nach der Mittagspause vereinigte eine Kundgebung am dem Alarttpiatz zahlreiche Einwohner der Stadt, viele Gäste aus nah und fern, sowie die Gliederungen der Partei auf dem Marktplatz. Der Marktplatz bot einen prächtigen Rahmen. An der Kundgebung nahm neben der einheimischen SA. auch SA. aus Gießen, ferner ein Sturm der Motorstandarde 147 mit Musik teil. Polittsche Leiter aus Gießen waren in stattlicher Anzahl mit ihren Fahnen gekommen. Zahlreiche Vertreter der Behörden waren anwesend. Nachdem Gauleiter Sprenger, herzlich begrüßt, erschienen war und die Fronten der verschiedenen Gliederungen der Partei abgeschritten halte, eröffnete Bürgermeister Wagner die Kund- aebung zum Jubiläum der Stadt Grünberg. Nach seinen kurzen Ausführungen über Sinn und Bedeutung des Festes sprach der Gauleiter und Reichsstatchalter Sprenger. Er führte die Gedanken zunächst zurück in die Zeit der Gründung der Stadt Grünberg, erinnerte an die schweren Kämpfe der Vergangenheit im deutschen Land, an die vielfachen immer wieder Der Kalendermann vom Veitsberg. (Aufnahmen 15]: Neuner, Gießener Anzeiger.) * Grünberg, 29. Juni. Nach einer Fülle der Vorbereitungsarbeit, nach vielen Beratungen der Festausschüsse, nach vieler uneigennütziger Mitar« beit vieler Einwohner und Freunde der Stadt Grünberg, konnte am Samstag und Sonntag die 750-Jahrfeier der Stadt Grünberg festlich begangen werden. Das Fest nahm den erhofften schönen Verlauf. Ueberaü herrschte Festfreudigkeit. Die Stadt prankte im Schmucke vieler Fahnen und Wimpel, in all der Zierde, die man vom Gallus- markt her kennt. Die Sommersonne machte alles doppelt hell und freundlich. Es bot sich das bunteste Bild, das sich denken läßt. Ganz abgesehen von dem, was der historische Festzug brachte. Der Festakt in der Turnhalle am Samstagabend war würdiger Auftakt. Die schöne i nlr rqer Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Einwohner der Stadt hatten sich eingefunden: viele Gäste nahmen teil Musik des Goethe Orchesters (Leitung: Dr. Herdt) eröffnete den Abend. * Gauleiter Sprenger schreitet die Fronten der Formationen ab. Staatsrat Hille inmitten der alten Garde von Grünberg. Bürgermeister Wagner hielt die Begrüßungsansprache. Er hieß besonders Ministerialrat Ringshausen willkommen, ferner den Kreisdirektor Dr. Lotz, den Kreispropagandaleiter Schmelz, die alten Vorkämpfer der Partei in Grünberg, die Vertreter der Gliederungen der Partei, die Bürgermeister der benachbarten oderhessischen Städte Gießen, Lich, Schotten und Alsfeld, die Vertreter der Behörden usw. Nicht weniger herzlich war sein Gruß an die (Brünberger, die aus Anlaß des Festes in ihre Heimatstadt zurückkehrten. Grünberg habe sich, so führte er u. a. aus, alle Mühe gegeben, dem Feste zum Erfolg zu verhelfen. Allen Mitarbeitern und Mitwirkenden sage er herzlichen Dank. Der Erfolg des Festes möge ihnen der schönste Lohn sein. Das Fest solle allem Stolz auf die Heimatstadt und aller Liebe zu Grünberg Ausdruck geben. Aus vielen Zuschriften gehe hervor, daß sich viele Grünberger die zum Feste nicht kommen konnten, ihrer Heimatstadt herzlichst verbunden fühlten. Zum Schluß ferner Ansprache gab der Bürgermeister bekannt, daß an Den Führer Adolf Hitler ein G r u ß t e l e g La m m gerichtet worden sei, in welchem dem Gedanken der Verbundenheit zu Heimat, Volk und Führer Ausdruck gegeben worden sei. Sodann hielt Archivrat Or. Glcmm, Darmstadt die Festrede. Der Redner gab in seinen Ausführungen einen Rückblick auf die Geschichte der Stabt Friedberä in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens, schilderte die Jahre des Kampfes zwischen den Thüringer Herren und den Mainzer 930d)ojen, kennzeichnete die Rolle und das Schicksal der Stadt Grünberg in diesen Kämpfen und wußte an Hand vieler geschichtlicher Daten und Einzelheiten, unter kurzer Charakterisierung der damals maßgebenden Personen, einen schonen Ueberblick über die älteste Vergangenheit der Stadt zu geben. Der Vortrag trug wesentlich zur Vertiefung des Wissens um die Geschichte der Heimat bei. Im weiteren Verlauf des Abends hielt Ministerialrat Ringshausen eine kurze kraftvolle Ansprache. Er beglückwünschte die Stadt zum Jubiläum besonders herzlich deshalb, weil die Stadt mit diesem Jubiläum Heimat und Väter ehre. Grünberg als Stadt sei Mittelpunkt für einen weiten ländlichen Umkreis, aus ihr pulsiere das Leben hinaus in die Dörfer und die Stadt habe dabei stets besondere Aufgaben zu erfüllen. Das Leben der Stadt erneuere sich m der Stadt immer aus sich selbst und aus ber tätigen Bürgerschaft. Für die Stadt in ihrer Ge^mtheit sei immer der Bürgermeister verantwortlich Alles Erleben im Laufe der Zett und alle Er- mnerunq an Vergangenes seien fruchtbar und wertvoll: das Entscheidende sei aber doch immer das Vorwärtsstreben. Das Vergangene fei per- pflichtendes Erbe, Verpflichtung, sich der Vater würdig zu erweisen. Aufgabe fei. immer roieoer Männer heranzubilden, die die Geschicke der Stadt verantwortlich zu tragen wüßten. , Wer Liebe zu Vergangenheit und Heimat yave, werde immer das Vaterland anerkennen. Solange die Wurzeln in der Heimaterde feien, bleibe Leben und Kraft. Das Volk ruhe dann in sich silbst und brauche nicht in die Ferne zu schweifen. Wenn die flugenb in gleichem Geiste erzogen werbe, bann führe unser deutscher Weg in Die Ewigkeit. Wenn jedermann fein Teil dazu beitrage, bann werbe es gefunben unb werbe wertvolle Zelle im Aufbau bes Reiches fein. — Im Auftrage ber Universität übermittelte ber Kanzler ber Universität, Professor Or. Hummel die Glückwünsche der Universität. Er betonte, daß die Stadt Grünberg der Universität schon manchen wertvollen Gelehrten und Forscher gegeben habe. Die Bindungen zwischen der Universität und der Stadt Grünberg seien vielseitig; führe doch die Gießener Universität das Zeichen der Antomter im Wappen. Sie fei auch der Rechtsnachfolger des Antoniterklosters gewesen. Der Redner gab dem Wunsche nach weiterer Pflege der Beziehungen Ausdruck und versprach Forderung des geistigen und kulturellen Lebens der Stadt durch die Universität. Bürgermeister Or. Hamm, Gießen übermittelte die Glückwünsche des Oberbürgermeisters der Nachbarstadt und teilte mit, daß es für Oberbürgermeister Ritter als ben tze-ter bes Frerndenverkehrsarntes für das Rhem-Mam-Gebiet eine Freude fein werde, sich auch für Grünberg em- zufetzen. Mit herzlichen Worten freundnachbarlicher Verbundenheit der beiden Städte schloß Bürgermeister Dr. Hamm seine kurze Ansprache. Im weiteren Verlauf des Abends überbrachten die Bürgermeister der Städte Alsfeld (Dr. Völsing), Schotten (Menge!) und Lich ' l) herzliche Glückwünsche der Stadt. Bürgermeister Menge! überbrachte mit launigen Worten em Bild des Schottener Rathauses als Ehrengabe Bürgermeister Wagner dankte für die zahl- ^Der"zweite^Tell^des Abends brachte einen hohen künstlerischen und ästhetischen Genuß. Auf der Bühne wurden lebende Bilder gezeigt, die sehr sorg- fältia vorbereitet waren. In diesen Bildern Die unter der Leitung des Intendanten des Gießener ^^-riters (Schultze-Griesheim) gestellt worben Ereignisse unb Tatsachen ber einem sich organisch entwickelnden Bilde traten Die Lützower Jäger, der Soldat aus dem Krieg 1870/71, der Stoßtrupp des Weltkriegs und schließlich die SA. als Kämpfer gegen den inneren Feind auf. Mit dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied sand die Reihe der Vorführungen ihren schönsten Abschluß. Die Darbietungen waren besonders deshalb von starker Wirkung, weil sie durch das gesprochene Wort, durch Musik und Gesang sehr geschickt untermalt wurden. Mit der Ausführung der Bilder folgte man der Anregung des Verlegers H. Robert; die Bearbeitung geschah durch Archivverwalter Ehr. Schweißguth, sowie durch die Historiker Dr. W.' Fühler und Dr. Hermann Otto Vanbei. Das Goetheorchester gab Musik aus jenen Zeiten, die in den Bildern ihren Ausdruck fanden. Die Auswahl hatte Kapellmeister Bräuer (Gießen) getroffen. Der Männerchor Grünberg und Mitglieder des Kirchenchores (Gesamtleitung V. R o t h) vertieften mit passenden Liedern die Eindrücke, während Berufsschullehrer Gengnagel in sehr angenehmer Form Verse zum Vortrag brachte, in Denen Die einzelnen Bilder mit dichterischem Schwung erläutert wurden. Die Gedichte waren von Den Herren Dr. H. Buß (Gießen) und Erwin Stern (Grünberg) verfaßt worben. Die organisatorische Leitung hatte Ratsherr K. H. Pfeffer, Die technische Leitung Architekt H. Balser und Fr S ch r ö D e r. Die Kostüme stammten von Fr. W u st in Frankfurt a. M. Nicht weniger Denn 120 Mtt- mirtenbe bemühten sich um Den großen Erfolg. Sie alle waren mit großem Ernst bei Der Sache. Ange- regt von all Den vielen Eindrücken Des Abends begab man sich nach Hause.* Der Festsonntag wurde mit dem Wecken eingeleitet. In der Stadtkirche wurden em Fest- q o 11 e 5 b i e n ft gehalten. Im Laufe bes Vorrnit- taqs wie auch zu einigen Stunben bes Nachmittags war Gelegenheit gegeben, eine schone heimatgeschichtliche Ausstellung im Sitzungssaal bes Rathauses zu besuchen, die von gescheiterten Bemühungen um eine enbgültige Einigung bes beutschen Volkes unb kam Dann auf Die Gegenwart zu sprechen. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, baß sich deutsche Art in Oberhessen so stark erhalten habe. Die Feier des Jubiläums sei ein Zeugnis der Lebenskraft und der Lebensfreude. Die Einheit fei errungen, lieber ein Jahrzehnt habe die NSDAP, einen unerhörten Kampf gekämpft um Die Seele eines jeDen Deutschen Menschen. Dankbar müßten wir immer Der Vorsehung sein, Die uns Den Führer gegeben habe. Der Dem Deutschen Menschen das Deutschbewußtsein lebendig werden ließ. Das deutsche Volk sei sich seiner Kraft bewußt geworden, gehe seinen Weg in geschlossener Einheit unter der Hand des Führers. In seinen weiteren Worten sprach der Redner von der Jugend, von den Pflichten der gegenwärtigen der kommenden Generation gegenüber, von den Pflichten der Jugend selbst und den Forderungen, denen sie gerecht'werden muß im Hinblick auf den Bestand der Natton für alle Zukunft. Wir alle müßten stets bereit sein, als Soldaten der Arbeit auf allen Gebieten zu wirken, müßten immer hinter dem Führer unb zu jebem Einsatz bereit stehen. Der Weg ber Kommenben fei burch ben Führer gesichert. Wir aber müßten immer bleiben, was wir waren: Solbaten Deutschlanbs, Solbaten bes Führers. Damit werbe Deutschlanb geehrt und unsere Arbeit. Mit hellen Augen müßten wir vor uns sehen und immer Gefolgsmannen des Führers bleiben. (Anhaltender Beifall.) Im weiteren Verlauf der Kundgebung übergab der Beauftragte des Präsidenten des Deutschen Gemeindetages, Bürgermeister Linder, Frankfurt a. M., dem Bürgermeister der festgebenden Stadt (Brün» berg eine vom Deutschen ©emeinbetag zugebachte Porzellanplakette, bie bas Bilbnis bes Reichsfrei. Herrn vom Stein trägt. Der Ueberbringer biefer Ehrung für (Brünberg knüpfte an diese Heber- Der erste Burgvogt von Grünberg im Festzuge. "r5- 3 1 Bürgermeister Nab« mit seinen Ratsherren. HO reichung der (^rrngctibe kurze Darlegimaen über bie Bedeutung her» Freiherrn vom Stein für die deutschen Gemeinden und gab einen kurzen geschichtlichen 'Jtütfbü-f auf die Zeit, in der von einem volksfremden System die Gemeinden nahezu völlig zugrur-de gerichtet und di« Gedanken eines Frei- hsrrn vom Stein in das Gegenteil verkehrt worden waren. Er erinnerte demgegenüber an die durch den Führer gegeben« Deutsche @tmetnbeorbnung, die in der kurzen Zeit chree Bestehens schon zu den schönsten Auswirkungen geführt habe. Zusammen mit der Ehrengabe überbrachte Bürgermeister Linder auch ein Glückwunschschreiben des Deutschen Gemeinde tage». Bürgermeister Wagner erwiderte in kurzen Worten, bah die Ehrung für die Stadt Grünberg cts eine Verpflichtuna betrachtet werde. Zum Schluß der Kundgebung sprach noch Kreisleiter Dr. Hildebrandt, Gießen, der darauf hinwies, daß die Zukunft der Stadt, wie auch dis Zukunft des Vaterlandes immer dann gesichert seien, wenn jeder einzelne seine Pflicht tue. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!* auf den Führer und den gemeinsam gesungenen Nationalliedern fand die Kundgebung ihren Abschluß. Der historische Festzug. Ein schönes Erlebnis für die vielen Volksgenossen, die die Straßen säumten, bildete der große historische Festzug. Kaum jemand ließ es sich nehmen, den Festzug zweimal anzusehen. Es bot sich dem Auge aber auch ein ungemein farbenprächtiges Bikd. Die bunte Fülle der mittelalterlichen Trachten klang reizvoll mit dem Schmuck der Straßen zusammen. Ein besonderes Gepräge gaben dem Festzug die vielen Neiter, die daran teilnahmen. In den Straßen mit den alten Häusern der Stadt Grünberg nahm sich der Festzug besonders glücklich aus. Die Darsteller und die durch sie verkörperten Personen waren im wesentlichen die glei- chen, wie bei der Aufführung der „lebenden Bilder". Durch die mitgeführten Festwagen, durch die ungezwungene Bewegung im Freien, war der Eindruck allerdings wieder ein ganz anderer als am Abend vorher. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle die Erscheinungen, die der Festzug brachte, noch einmal erwähnen zu wollen. Den Beschluß des Festzuges bildeten die Formationen der Partei, die von Staatsrat Fritz Hille und der alten Garde von Grünberg geführt wurden. Die Musik für den Festzug stellte die Motorstandarde 147 unter Leitung von Walter Horst-Grunberg. Der Ausklang. Nachdem sich der Festzug aufgelöst hatte, setzte ein lebhafter Zustrom zum Festplatz ein, auf dem sich bald eine angeregte Stimmung entwickelte. In der Turnhalle gab es Konzert, im Freien konnte getanzt werden. Am Abend wurden die lebenden Bilder für diejenigen Volksgenossen wiederholt, die am Samstag keine Möglichkeit hatten, dem Festakt beizuwohnen. Den Abschluß des Festes bildete ein schönes Feuerwerk, das vom Diebsturm aus abgebrannt wurde und große Freude auslöste. Der ausgezeichnete Verlauf der 750-Jahrfeier der Stadt Grünberg darf als ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Stadt verzeichnet werden. Der Opfersinn der Volksgemeinschaft hat diese Veranstaltung ermöglicht. Den zahlreichen Gästen war ein schönes Erlebnis zuteil geworden, das noch lange nachklingen wird. 100 Ähre Gesangverein „Cinirachl" Hungen. Gruppensingen des Chattia-Sängerkreises. * Hungen, 28. Juni. Die Veranstaltung aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des Gesangvereins „Eintracht" Hungen in Verbindung mit dem Gruppensingen des Chattia-Sänger- k r e i s e s gestaltete sich zu einer spontanen Kundgebung für das deutsche Lied. Bereits am Samstagabend hielten die zu Gast geladenen Vereine des ehemaligen Lahntalsängerbundes von Kirchhain, Londorf, Wetzlar usw. sowie der Bouersche Gesangverein Gießen ihren feierlichen Einzug in das geschmückte Städtchen, von den Sanyesvrüdern und der Einwohnerschaft herzlichst begrüßt. Am Vorabend des eigentlichen Festaustaktes gedachte der Gesangverein „Eintracht" am Kriegerehrenmal der gefallenen Helden. Mit dem Chor „Des Kriegers Erntelied" von Schellenberg leitete Chorleiter Dietrich die feierliche Totenehrung ein. Unter dem Klange der Kirchen- alocken widmete der Dereinsleiter K a m b e i tz dem Andenken der gefallenen Helden tiefempfundene Worte des Gedenkens und legte einen Kranz am Kriegriehrenmale nieder. Anschließend begaben sich die Sänger auf den Friedhof, um auch hier der Toten zu gedenken. Nachdem sich die Sänger an der Grabstätte des Mitbegründers und ersten Dirigenten der „Eintracht", des Präzeptors Ludwig Klein, versammelt und mit dem „Sanctus", aus der deutschen Messe von Schubert auch hier die Totenehrung eröffnet hatten, sprach Vereinsleiter K o m b e i tz Worte des Gedenkens an den lang» jährigen Dirigenten des Vereins Lorenz Metz und feines Präsidenten Philipp Seibert, deren Andenken in Liebe und Ehrfurcht wachzuhalten für alle Zeiten dem Verein eine heilige Pflicht sei. Den festlichen Auftakt der Jubiläumsveranstaltung bildete anschließend ein Kommers in der Iesthalle. Nach einem einleitenden Marsch der Musikkapelle fang der Jubelverein unter der Leitung seines Chorleiters Dietrich den Chor „An das Vaterland" von Konradin Kreutzer und den Chor „Hymne an die Musik" von Lachner. Nachdem der Ehrenpräsident Ludwig Schneider alle Teilnehmer herzlich willkommen geheißen hatte, gab er einen Ueberblick über den Werdegang des Gesangvereins „Eintracht". Er schloß mit einem Hoch auf das deutsche Lied, und einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer. Mit dem Singen der beiden Nationallieder fanden die Ausführungen seiner Worte ihren Abschluß. Als Vertreter des Kreisamtes übermittelte Reg.- Rat Weber dem Festverein herzliche Glückwünsche und würdigte die Bedeutung, die den Gesangvereinen durch die Pflege des Gesanges zukomme. Ortsgruppenleiter K i r ch h ö s e r übermittelte herzlichste Glückwünsche und brockte zum Ausdruck, daß die Pflege des Gesanges in yohem Maße dazu beitrage, die Liebe zum Daterlande, zur deutschen Heimat zu wecken. Dieser Aufgabe habe sich der Jubelverein in dem vergangenen Jahrhundert in der erfolgreichsten Weisen unterzogen. Er wünschte dem Verein einen glückhaften Aufstieg. Anschließend brachten der Bouersche Gesangverein Gießen unter Leitung von Musiklehrer Blaß, der Gesangverein Kirchhain unter Leitung seines Dirigenten Lüder, der Gesangverein „Frohsinn" Londorf unter Leitung von Musiklehrer Blaß, sowie der Gesangverein „Liederkranz" Hungen unter_ Stabführung seines Dirigenten Lenz je zwei Chöre zum Vortrag. Die Dereinsleiter bzw. Sprecher des Bauer» schen Gesangvereins Gießen, des Gesangvereins Kirchhain, des Gesangvereins „Frohsinn" Londorf, des Erckschen Männerchors Wetzlar, der Sängervereinigung „Cäcilia" Lich übermittelten sodann Jubiläumsgeschenke. Den Ausklang des Festabends bildete unter anderem ein von dem Jubelverein unter Leitung seines Chorleiters Dietrich mit Orchesterbegleitung zu Gehör gebrachten Chor „Der Freiheit Wiederkehr" von Ost. Reicher Beifall lohnte diesen Erfolg. Der stellvertretende Vereinsleiter Steller dankte dem Chorleiter Dietrich für die mühevolle Arbeit. Der Sonntagvormittag stand im Zeichen des Gruppensingens des Chattia-Sängerkreises. Nachdem der stellvertretende Vereinsleiter der „Eintracht", Steller, sowie der Kreisführer des Chattia- Sängerkreises, Rinker, die Vereine begrüßt hatten, begann das Gruppensingen. Das Gruppensingen. Kreischorleiter Stein- Lich gab eine allgemeine Kritik. Kreisführer Rinker wies anschließend in seinen Schlußworten darauf hin, daß der Chattia- Sängerkreis in dem nächsten Jahre wiederum ein Wertungssingen zur Durchführung bringe. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die geschmückten Straßen der Stadt nach dem Festplatz. Dem Festzuge gaben insbesondere die einzelnen Festwagen ein besonderes Gepräche. Der Gesangverein ,Liederkranz" Hungen hatte Schuberts Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore", dar- gestellt, der Turnverein stellte einen Festwagen der im Zeichen der fünf Ringe stand, der Kaninchenzuchtverein feilte einen Festwagen, während der Jubeloerein selbst den Triumphwagen gestellt hatte. Auf dem Festplatz begrüßte der Jubelverein mit dem Deutschen Sängergruß die Festteilnehmer und leitete anschließend mit dem Chor „Der Frei- heit Wiederkehr" wiederum mit Orchesterbegleitung zu der Begrüßungsansprache des Vereinsleiters K a m b e i tz über. Inzwischen war auch der Gauführer des Hessischen Sängerbundes Ministerialrat Ringshau- fen erschienen, der von den Sängern herzlich be- 8r®er Bürgermeister der Stabt chungen Dr, H°s- Mauern der Stadt Hungen zukomme. Er Uber mittelte dem Jubelverem die Herz ichsten Gluckw n Iche und überreichte dem Verein-ine von der Stadt gestiftete Liedersammlung. Anschließend sprach Ministerialrat Ringöhausen. Er würdigte den großen Wert der kulturellen Arbeit in den Gesangvereinen. Singen sei ein ideeller Wert. Die Kraft dazu, diesem Ideal zu dienen s sichtbarer Ausdruck innerer Große. Der Ge ana sei der Ausdruck der inneren seelischen Größe eines Volkes, deshalb fei em Volk, das in seinen Liedern aus der inneren Tiefe feiner Seele schöpfe, em reiches Volk. Wenn der Jubeloerein stets treu den traditionellen lieber, lieferungen sich der Größe des anoertrauten Erbes bewußt bleibe, könne die ^un9hbtefeh5MlfI?jien vollen Kulturgutes in der Pflege des deutschen Liedes gesichert sein. Seine Worte sanden in einem dreifachen „Sieg-Heil" und dem Gesang der beiden Nationallieder ihren Ausklang. Anschließend überreichte Ministerialrat Ringshausen dem Vereins- (eiter der „Eintracht" eine Anerkennungsurkunde des Deutschen Sängerbundes. Im weiteren Verlauf der Festveranstaltung stand die durch den Prooinzialleiter Wendler (Bad-Nauheim) vorgenommene Ehrung der Sängerjubilare. Die Ehrung galt in erster Linie für fünfzigjährige aktive Sängertätigkeit im Gesangverein „Eintracht Hungen dem Sänger August Hofmann. Provinzialleiter Wendler übermittelte die Glückwünsche und den Dank des Hessischen und Deutschen Sängerbundes und sprach die Hoffnung aus, daß es dem Jubilar vergönnt fein möge, noch recht lange in voller Gesundheit dem deutschen Liede zu dienen und überreichte ihm den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes und die goldene Ehrennadel. Weiter wurden von ihm geehrt für 40jährige Sangestätigkeit die Sänger Hermann Schmalz, Heinrich Ulrich und Wilhelm Grünbein, sämtlich von dem Gesangverein „Eintracht" Hungen. Diese Sanger erhielten die silberne Ehrennadel. Für 25jährige Sangestätigkeit wurden ausgezeichnet von dem Gesangverein „Eintracht" Bettenhausen die Sänger: Hans Streck, Herm. Hahn und Hch. Becker. Anschließend wurde dem Jubeloerein noch, nach einem von Fräulein Schmalz vorgetragenen Prolog, durch die Frauen und Jungfrauen des Vereines eine Fahnenschleife überreicht. Kreisfüh- rer Rinker schloß sodann den offiziellen Teil der Festveranstaltung. Einweihung des Großen-Busecker Schwimmbades wg. Großen-Buseck, 28. Juni. Wiederum ist unser Dorf um eine segensreiche Einrichtung reicher geworden. Ging doch mit der heute feierlich erfolgten Eröffnung des im herrlichen Wiesengrunde gelegenen neuerbauten Schwi mmbad e s ein langgehegter Wunsch hauptsächlich unserer Jugend in Erfüllung. Nach dem Einmarsch der SA., der Hitler-Jugend, des Jungvolks, BDM. und Jungmädel und nach der Flaggenparade ergriff Bürgermeister Rebholz das Wort zu seiner im Sinne des Führers gehaltenen Rede, an die anschließend die Uebergabe des Bades an die Gemeinde erfolgte. Herr Sauer (Gießen) wies auf die Bedeutung des Schwimmsportes hin und überbrachte Grüße des Landessportführers. Hierauf zeigten Mitglieder des Gießener Schwimm- und des Turnvereins alle Arten des Schwimmsportes, u. a. wurde auch ein Ret- tungss chwimmen oorgeführt. Reicher Beifall der Einwohner erntete deren Können. Ein Wasserballspiel bildete den Schluß der Veranstaltung. Das Schwimmbad besitzt eine Gesamtlänge von 35 Meter und eine Breite von 12 Meter, das in drei Abteilungen unterteilt Ist und unen Wasserinhalt von 900 Kubikmeter hat. Die eiste Zuteilung, nur für Schwimmer bestimmt, hat eine Länge von 25 Meter mit einem Wasserstand bis zu &20 Meter; anschließend folgt die Abteilung für Nichtschwimmer mit einer Tiefe von 0,90 bis 1,50 Meter und zum Schluß ein Planschbecken für Kinder. Zu beiden Seiten des 3 Meter hohen Sprungturmes sind weitere vier Absprungstellen vorgesehen. Die Umfleiberäume enthalten neben 17 verschließbaren Zellen je einen Gemeinschaftsraum für Jungen und Mädel, ferner die Bedürfnisanstalten. Zwei Brausen stehen den Badenden vor Benutzung des eigentlichen Bades zur Verfügung, ebenso ist eine Trinkanlage erstellt worden. Das Wasser, der Wieseck entnommen, führt durch eine doppelte Filtri e r a n la g e in das ,ia°ntlick>-Schwimmbassin. Zwischen dem Schwimm. £nh «n6 tor im vergangenen Jahre erbauten Eisbahn "st eim Sport - und Liegewiese vor. ^Sü°mtlich° Arbeiten wurden zur größten Zusrie. dech>°st nur von hiesigen Gewerbetretbenden aus. 0e^rti'w hier ein Werk entstanden, das der Ge. 1 ETre macht. Durch unermüdliche Arbeit meinde Eh 2g April begonnene Bauvorhaben °"'d ,er kuEn Zeit^ausgefuhrt werden. Arbeit- aeber und Arbeitnehmer versammelten sich 3u einem gmeinlamen Richtfest 'm Gaschaus „Zum kühlen Grund". ... n .f Tier Fußpfad (Verbindungsweg zwischen Zeil- ftrafte und Weidengasse», von dem aus das Schwimmbad zu erreichen ist, wurde einer gründ, lichen Instandsetzung unterzogen zum Teil mit Kkinpslaster versehen und die Fuhstege über die Wieieck ums doppelte verbreitert. Das umhegenbe ®elänbe der Babeanlag- selbst soll noch nut einer Einfriedigung versehen werden. Wirischafi. Khein-Mainische Börse. Tendenz: freundlich, eher fester. Frankfurt a. M., 27. Juni. Auf Kundschaftsorder hin eröffnete die Börse weiter freundlich, wobei fick überwiegend Kurserhöhungen ergaben. Verstärkt wurde die Tendenz noch durch günstige Wirt- chaftsnachrichten, Arn Chemiemarkt eröffneten Farben mit 168,25 abzüglich des Dividendenabschlages von 6 3 v.H. um 0,40 v. H. fester. Deutsche Erdöl mit 125 50 (130) 4,5 v. H. Dividende behauptet, Scheideanstalt um 1 v. H. auf 270 erhöht. Montan- roerte lagen mit Ausnahme von Rhemstahl, die 1,50 eindühten, durchweg höher. So konnten Har- pener 0 75 v.H., Hvesch 0,90 v.H., Klöckner 0,65 v H. gewinnen. Vereinigte Stahlwerke mit 97,13 (96 25 um 0,90 v. H. erhöht. Der Elektromarkt war insgesamt fester. U. a. konnten Siemens 1,13 vH. Felten ebenfalls 1,13 v. H., Schuckert und Bekula je 0,50 0.5)., RWE. 2 v. H. gewinnen. Verkehrs- werte behauptet, AG. für Verkehr um 1,25 v. H. befestigt, Hapag ca. 14,75 bis 15 (14,65), dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien um 0,50 v. H. ermäßigt. Von Linoleumwerten Deutsche Linoleum 190 (189), Motorenaktien durchschnittlich um 0,75 v.H. höher. Von sonstigen Werten stiegen Reichsbank um 0,25 d. H. auf 194,50. Der Rentenrnarkt lag behauptet, Kornrnunal- Umschuldung 0,13 v.H. schwächer, Reichsaltbesitz mit 112,50 v.H. unverändert. Von Auslandsrenten Mexikaner unverändert, Warschau-Wiener um 0,25 bis 0,40 v. H. leichter. Der Verlauf war eher weiter befestigt. IG. Farben erhöhten sich auf 168,75 nach 168,25 ebenso Verein. Stahlwerke auf 97,40 (97,13) erhöht. Von den später zur Notiz gekommenen Werten fliegen Rutgers um 1, ©effürel dagegen mit 139 1 v.H. niedriger. Aku büßten 0,65 v. H. auf 55 ein. Von Verkehrswerten Nordd. Lloyd um 0,13 v. H. erhöht. Otavi fetzten ihre gestrige Kurssteigerung weiter fort und erhöhten sich auf 25,75 bis 26 (25). Der Rentenmarkt lag im Verlauf ruhig und knapp behauptet. Auslandsrenten nahe zu unver- verändert. 4 v. H. Ungarn-Gvld 9,55 (9,50), 4,5 v. H. Gold-Mexikaner Irrigation 0,13 v. H. schwächer, Anatolier" mit 43,25 v. H. unverändert. Von Stadtanleihen Hanau 0,25 v. H. höher, im übrigen unverändert. Pfandbriefe bei kleinen Umsätzen ohne Veränderung. Im Freiverkehr Adler- Kleyer 0,50 v. H. erhöht, Auto-Union 4 v. H., Ways; 8t Freytag 1 v. H., NSU. 2 v.H. hoher, dagegen Pokorny 0,50 o. H. leichter. — Tagesgeld 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 244 Rinder (16 Ochsen, 50 Bullen, 138 Schafe, 40 Färsen), 551 Kälber, 11 Schafe, 4123 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 45 Mark, Bullen 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 44, Kälber 38 bis 66, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber langsam, Schafe schleppend, Rinder und Schweine wurden zu- geteilt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 5 41: Genehmigungsfreie Verwendung von Sperrguthaben zur Zeichnung der 700 Millionen Reichsschatzanweisungen. — 5 4 2: Bekanntmachung KP 156 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 5 4 3: Regelung der gewerbsmäßigen Verarbeitung von Knochen und Knochenabfällen. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Kamstagnach- mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sranffurt a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Aranksurt a. 2IL Datum 27.6. 26.6 26.6. 27-6. 112,5 100,2 100,2 100,2 100,2 98,65 98,9 98,75 98,75 97 97 173,75 167,75 101,13 101,18 93,5 93,5 12 123,5 123,5 119,5 119,5 119,65 119,65 123 97 97 101,13 101,13 Banknoten. 55,65 101,65 101,4 101,5 55 101,5 Zellstoss Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS 97,5 97,5 97,5 97,5 62,66 62,40 14,5 14,4 32 3 95,25 109,4 2,775 9,55 9,25 14,4 6 6 6 8 7 119 190 41,84 55,38 12,425 16,385 168,53 101,65 98,5 102,4 101,65 98,5 102,13 101,65 98,5 102 101,65 98,5 101,25 135,5 106,5 101,9 141 104,5 168 270 114 130 136,5 142 105,5 113,75 129,4 135,65 42,00 55,60 12,465 16,445 169,21 64,29 81,30 33,82 12 11 95 109,5 98 109,4 103,13 126,25 127 110,9 95 109,4 93 93,25 194,5 174,13 269 113 129 136,5 45 441 199,75 190,5 15 34,75 16,5 124,13 117,25 92,25 118,25 189 113,75 129,75 137 Bubend Deutsche Erdöl 2% . 8 c .. 6 Schluß- hird Schluß- hird 123,751 122,65 141 — 150 — 4% beofli. £enc n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^,°/oRumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8y4% Anatolier .............. Schluß!. Albend- börse Belgische Roten. Dänische Noten Schluß!. Mittag- börse Spanische Noten. Ungarische Noten Hamburg-Amersta-Paket O Vamburfl-eübam. Dampfschiff. O Roft> deutscher Lloyd .........o o f. Deutsche Komm. eammclabL An leibe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4H% ci;-m.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6K% ebem. 4%% Franks. Hyp. 'iik-Liq»t.-Pfandortese....... 6y,% ebem. Rheinische ■i?;)*1 ^ank-Ltqu.-Goldpfc 4ft% khem.8%$t.SanbHpfanb- lmefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4H% ebem. 7% Pr. Landeipfand briefanst., Gold Komm. CbL 20 kteuergn tsch. Berre chnungsk. 34-38 Grthner.................... -. 7, . Höch» a.M.... J 98 75 Süddeutscher Zucker........H Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. —- Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Englische Noten .. Französische Noten Holländische Noten 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,80% Oesterreichtsche Silderrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Vi% desgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdaddahn-Anlethe Serie I..................... Schultheis Patzenhofer Sttu (Allgemeine Kunstseide) Bembcrg 2,75 9,5 9,15 32 2,75 9,5 9,13 6,6 9,85 5,7 43,25 45,9 440 200,5 190 64,03 80,98 33,68 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6ya% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ülill.-AblSs.-Schuld mü AuSlos.-Rechten ............. 4h% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, L ...... 4H% chem. 8% Hessischer Volks- float 1929 triickzahld. 102%) ... 4%% ehem. 8% Hessische Lande« dank Darmstadt Gold R. 12.... 6K% ehem. 4^% Hess. Lande« Hypolhekendanl DarmstaviLiou. 4%% ehem. 8% Darmst. Kvmnr LanbeSb.Goldschuldverfchr. R.e Oberhessen Provinz-Anleihe mh AuSlos.-Rechten ............. 111,25 55,13 85,5 142,5 105,75 118,25 118,4 190,5 80,9 45,65 439 200 191 Schurken LTo. Siemens L Halske. Lahmeyer & Lo. . 33 2,75 9,55 9,15 9,4 14,4 36 153 133,9 157,25 131,65 139,5 135,75 135,75 155,5 204,9 141,5 32,25 I 31,5 | 98,75 1 — 226 225,51 Daimler Motoren..." Deutsche Linoleum ... vrenstein L Koppel .. Vestdevtsche Kaufhof. Accumulaloren-Fah'rü' Sontt^ummt ...... A.LG...................... o Bekula ........... t ©eta. LicferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Fetten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Etektr.Unternehmung. 6 Gesellschaft.. Dresdner Bank Reich-banl ... 110 55,4 84,65 141,4 104,5 118,65 118 188,5 80,4 45,25 440 200 192 Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten 3. G. Färben-Industrie Scheideanstalt . Goldschmidt . RutgerSwerle Metallgesellschaft Harpencr................. Hoejch Etsen-Köln-Neuesjen Ilse Bergbau Ille Bergbau Genüsse...... Klöcknerwerke ... ManueLmann-Rö hren 1 9 5 6 5 O b 6 O 7 0 8 O 0 9 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Echlußk. Abendbörse Schluß- kurs Echlußk. Mittag- börse Datum 26-6- 27.6. 26.6. 27.6- ManSfelder Bergbau .. .....6% 139,5 140,75 140,75 140,25 Koköwerke........... ....... 6 — — 129 129,9 Rheinische Braunkohlen .....12 240,5 — 240,5 Rheinstahl........... ....... 4 143,75 141,65 141,75 140,75 Bereinigte Stahlwerke. .....sy, 96,25 97,4 95,75 97,25 Otavi Minen ........ .......0 25 26 24,13 26 Kaliwerke Aschersleben. .......6 126,5 128,5 126 128,5 Kaliwerke Westeregeln. .......5 125 125 124,5 125,5 Kaliwerke Salzdetfurth .....7% 180 180 “184 Frankfurt a. M. 2)erlin Schluß- kurs Schloßt. Abend- börse Schluß« kurs Schluß!. Millag« börse Datum 26.6. 27.d. 26.6 27.6 26.Juni 27. Juni Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Geld Notierung Brief Buenos titte 0,678 0,682 0,676 0,680 Brüssel .... Mo de Jan. 41,99 42,07 41,96 42,04 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,65 55,77 55,63 55,75 Danzig.... 46,48 46,49 46,80 46,90 London.... HelsingforS.. 12,465 12,495 12,46 12,49 5,495 5,505 5,49 5,50 Paris ..... 16,425 16,465 16,435 16,475 Holland ... 168,71 169,05 168,95 169,29 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ...... 0,729 0,731 0,728 0,730 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5’666 Oslo..... _■ 62,64 62,76 , 62,62 62,74 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,325 11,345 11,32 11,34 Stockholm... 64,27 64,39 64,25 64,37 Schweiz ... 81,04 81,20 81,16 81,32 Spanien.... 34,02 34,08 34,02 34,08 Prag....... 10,295 10,315 10,30 10,32 Budapest ... — — Reuyorl... 2,485 2,489 2,483 2,487 6,75 9,75 5,65 43,25 6,7 9,8 5,75 43,25 6,75 9,8 5,75 43,4 14,65 15 14,5 — — 35 16,25 16,4 15,75 123 124,25 122,25 116 117 117,5 92,5 92,25 92,25 93 93 93 93,25 93,25 93,25 194,25 194,5 195 35,65 35,9 35,5 152 152,5 152 133,25 •34 133 156,25 156,75 157,5 131 132,13 130,75 140 139 140,25 133,5 134 133 133,75 136 133,65 156 156,5 155,75 204,75 204,5 205,65 140 142 140,5 103,5 103,75 103,5 130 126 129,25 126,5 127,25 126,5 110 110,9 110 — 136 133,75 106,25 106,4 105,5 102 !102,25 101,4 — — A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... — — Commerz- und Privat-Bank ... Deullche Bank und Dtscomo- Berlm,27-Zuni | Geld Brief Amerikanische Noten.............. 2,435 2,455 Nr. HO Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 29. Zuni 1936 Die feierliche Weihe -er Gießener Bonifatiuskirche. Aus derprovinzialhauptstadt. Oie Buttermilch im Haushalte. Sie hat viel von Ihrem guten Rufe in den letzten Jahren verloren. Zu Unrecht! Zu unserer Kinderzeit gabs den ganzen Sommer über als Abendmahlzeit Dickmilch und Kartoffeln mit Matte- oder Butterbrot als Abschluß und an den beiden „Leier- t-gen" dann Buttermilch mit Erdäpfeln in der Schale. Und wenn man im Hochsommer halbver- frurftet vom Felde heimkam, wie mundeten dann einige „Schepplöfsel" voll dieses herrlichen Ge- tränkes! Ein neues Geschlecht will nicht mehr so oi-1 von Buttermilch wissen. Mit den Worten: „Da gibt« eine Schleif in den Leib" sucht man sie als minderwertig hinzustellen.. Dabei ist sie doch, wie ein Bauernspruch sagt, wirkliche Arznei, ein Hausmittel im besten Sinne des Wortes. „Macht frisch das Herz, den Leib uns rein, uns klar den Kopf und auch die Bein — Das merkt euch fein!" > Zur Winterszeit aar kommt die Buttermilch nur noch in „altmodischen" Haushaltungen auf den Tisch. Wenn dann gebuttert wird, findet sie als Säufutter Verwendung — und die Schweine gedeihen vortresflick bei dieser Kost. Besser wäre es, sie gerade in dieser rohkostarmen Zeit weitgehendst in, Familienhaushalt zu verbrauchen. Der Nährwert der Buttermilch wird leider noch immer unterschätzt. Ihr Gehalt an Milchsäure und mineralischen Salzen macht sie au einem heilsamen Getränk. Sie wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend. Bei sieberhaften Erkrankungen vermag sie Krankheitserreger unschädlich zu machen und trägt so zur Beschleunigung der Gesundung bei. Sagt doch der Dolksmund, daß Buttermilch imstande sei, neun Krankheiten zu heilen. Weitere wertvolle Bestandteile sind Eiweiß, Milchzucker und Käsestoff. Darum heißt es: Was der Mensch noch trinken kann, ist Buttermilch, die nährt den Mann! Die Verwendungsmöglichkeit der Buttermilch im Haushalte ist aber nicht bloß aus den Rohgenuß beschränkt. Die Buttermilchsuppe ist auch nur noch dem Namen nach befannt Sobald sie einmal auf dem Tische erscheint, roiro sie gerade von Feinschmeckern mehr gewünscht. Daß man aus der Buttermilch auch eine ganz außergewöhnlich zarte Matte (Quart) Herstellen kann, wissen auch nicht viele Hausfrauen. Dabei enthält ein Pfund Matte ebensoviel Eiweiß wie die gleiche Menge Rindfleisch. Gerade als Abendgericht dürfte sie' ob ihrer Leichtverdaulichkeit mehr auf dem Küchenzettel stehen. Alles in allem: Mehr als seither muß die Buttermilch wegen ihres gesundheitlichen Wertes und auch ihrer Billigkeit zum Volksnahrungsmittel werden. Wie sagt doch so treffend, urwüchsig und schlagkräftig ein Wandspruch in der Bauernstube eines niederdeutschen Erbhofes: Das Bier gibt Schlag(anfall), Der Wein gibt Gicht, Der Branntwein Kupfer ins Gesicht, Der Porter uns das Blut verdickt, Der Grog macht dumm, der Kaffee blind, Der Tee macht unsere Kraft zu Wind. Das, was der Mensch noch trinken kann, ist Buttermilch, die nährt den Mann, Macht frisch das Herz, den Leib uns rein und klar den Kopf und auch die Bein'. Heimatbiologischer Gang im NSLB., Kreis Giehen Die biologischen Fachgruppen im NSLB. haben sich die Aufgabe gestellt, unsere Heimat nach der volksbotanischen und nach floristisch-pflanzengeogra- phischer Seite hin näher zu erforschen. Diesem Zwecke diente ein heimatbiologischer Ausflug des NSLB., Kreis Gießen, der am Samstagnachmittag durchgeführt wurde. Am Biebertalbahn-^ Hof trafen sich die Teilnehmer, eine Gruppe biologischinteressierter Lehrer verschiedener Schulgattun- gen, um unter Führung von Professor Funk von der hiesigen Universität die Flora und Vegetation des oberen Biebertales kennenzulernen. In Bieber, wohin die Biebertalbahn die Teilnehmer brachte, schloß sich noch Studienassessor Echter nacht (Wetzlar), ein besonderer Kenner des Gebiets im oberen Biebertal, der Gruppe an. Zunächst wurde den kalkhaltigen Abhängen des Biebertals ein Besuch abgestattet. Eine Reihe kalkholder Pflanzen konnte hier festgestellt werden: der deutsche Ziest (Stachis germanicus), die Fiederzwenke, das Perlgras, die in großen Mengen vorkommende Waldrebe (Clematis vitalba), eine Liane unserer Wälder, der Wundklee, das Waldvöglein (Platanthera), rot und weiß, zwei wunderbar blühende Orchideen, die beide unter dem Natur» denkmal-Schutzgesetz stehen. Ferner trafen die Teilnehmer als kalkholde Pflanzen noch an: das Turmkraut, die Haselwurz (Asarum europaeum), den großwurzeligen Storchschnabel am moosreichen Eberstein, eine aus Südeuropa eingewanderte Pflanze, den Roßkümmel u. a. mehr. Professor Funk gab Erläuterungen zu den Funden, verbreitete sich ferner eingehend über das Zusammenleben von Pflanzengenossenschaften, schilderte die Abhängigkeit der Flora vom Standort (auf Halden, Aufbruchstellen) je nach den verschiedenen Jahreszeiten. Von den vielen Gräsern, die die Teilnehmer zu Gesicht bekamen, seien erwähnt: die verschiedenen Trespenarten, Wiesenschwingel, Wiesenhafer, Wie- senknauel, Schafschwingel, Waldzwenke, Goldhafer, Straußgras, Lieschgras, Flatterhirse, Perlgras und Wiesenkammgras. Auch konnten die Einwirkungen der mannigfachen Arten der Rostpilze auf Blättern der verschiedensten Pflanzen festgestellt werden. Unter dem Blätterdach der Waldbäume wurden die Reste der Zahnwurz, die schon im zeitigen Frühjahr, bevor noch die Buchen ihr Laub entfaltet hatten, geblüht hatte, gefunden werden, ferner sah man Nest- und Braunwurz, den Giftbaum oder Giftsumach und die aus dem Alpengebiet stammende Bergsockenblume. Sehr stark war auch die gerade im Blühen begriffene Tollkirsche vertreten. Die vielen andern sonst noch vorgefundenen Pflanzen anzuführen, würde zu weit führen. Am Gebiet des Eberstein, nordwestlich von Bieber, machte Professor Funk an einigen Stellen pflanzensoziologische Aufnahmen. Er machte aufmerksam auf die Abhängigkeit der Vegetation von der Belichtung, von der Bodenart, machte nebenbei auch tierbiologische Beobachtungen, ließ das Vorkommen der einzelnen Pflanzen eintragen und stellte Berechnungen darüber auf. Bei Versuchen derselben Art in späteren Jahren läßt sich dann nachprüfen, wie sich die Vegetation im Lause der Jahre geändert hat. Bischof Dr. S t o h r von Mainz inmitten der Geistlichkeit. (Aufn. [2]: Pfaff, Gießen.) Die feierliche Einweihung der erweiterten katholischen Kirche durch den Bischof von Mainz wird über die katholische Kirchengemeinde hinaus ein denkwürdiges Ereignis bleiben. Zahlreiche Katholiken der oberhessischen Diaspora nahmen an dieser Feier teil. Eine bischöfliche Messe im Vereinshaus leitete die Kirchenweihe ein. Anschließend begab sich der Bischof im feierlichen Zuge zum neuen Gotteshaus, begleitet von den oberhessischen Pfarrern und dem Wetzlarer Geistlichen, sowie den Priestern seines Gefolges und einer zahlreichen Volksmenge. Die Weihe Zeremonien Am Portal begann mit einem Gebet die eigentliche Weihehandlung. Als äußere Vorbereitung hierfür wurde die. Bereitung des Weihewassers vor- genommen. Dann folgte die Weihe der Kirche von außen. Dreimal umwandelten Priester und Volk betend das Gotteshaus und dreimal klopfte der Bischof mit seinem Stab an das Portal, um Einlaß für den „König der Herrlichkeit" zu verlangen, der ihm beim dritten Male gewährt wird. Während nun der Bischof mit dem Klerus in die Kirche einzog, blieb die Gemeinde im Gebete verharrend vor dem Eingang stehen, wo ihr Kaplan Haenlein die vorbereitenden Zeremonien erklärte, die in dem geschlossenen Gotteshause vor sich gingen. Unter den rhythmischen Wechselgesängen der Priester hielt der Bischof zum Zeichen der Besitzergreifung seinen Einzug in die Kirche. In geheimnisvoller Zeremonie zeichnete er auf zwei kreuzweise über den Fußboden der Kirche gezogenen Aschenstreifen das lateinische und das griechische Alphabet ein, zum Zeichen dafür, daß Gott, der das Alpha und Omega, der der Anfang und das Ende ist, diesen Ort in Besitz nimmt. Dieser ursprünglich heidnische Brauch war ein Bannmittel gegen feindliche Mächte bei Besitzergreifung eines Tempels. Mit der Weihe des sogenannten Gregorianischen Wassers wurde der vorbereitende Teil der Kirchenweihe beschlossen, nun begann die Heiligung, die Taufe des Altars, der ja der Mittelpunkt und das Herz des Gotteshauses ist. Nach mehrmaliger Umwanderung des Altars und der Kirche erreichte mit dem eucharistischen Weihegebet diese Weihe der Kirche ihren Höhepunkt. Nun verließ der Bischof wiederum die Kirche, um in feierlicher Prozession die Reliquien um die Kirche herumzutragen. Unter Einhaltung der Zeremonien trugen hierauf die Priester die Reliquien in die Kirche hinein, gefolgt von der Gemeinde, die zum ersten Male das neue Gotteshaus betrat. Hier folgte dann der Höhepunkt des Weiheaktes durch die Konsekration des Altars, der in Duft und Licht gehüllt wurde zum Zeichen dafür, daß der Heilige Geist herniedergestiegen ist, als die Gralstaube, die verwandelnd über dem Kelche schwebt. Unter den Wechselgesängen der Priester schritt die Handlung ihrem Ende zu. Erstes feierliches Hochamt. Zu dem ersten feierlichen Hochamt in der neuge- weihten Kirche hatten sich Pfarrer Bechtolshei - m e r und Kirchenvorstand N o l l, Ratsherr, SA.- Truppführer Rechtsanwalt Krüger als Vertreter des beurlaubten Oberbürgermeisters, Vertreter der Wehrmacht und der Gießener Schulen und andere Ehrengäste eingefunden. Pfarrer G e r l a ch aus Herbstein zelebrierte unter Assistenz in Gegenwart des Bischofs, der von dem Gießener und einem Mainzer Domkapitular umgeben war, das erste hl. Meßopfer. Die Wechselgesänge der Priester und die Mitwirkung des Kirchenchores gaben der Feier eine würdige Umrahmung. Nachdem der Bischof zum Pfarrhaus geleitet worden war, machte der Kirchenvorftand mit den Ehrengästen einen Rundgang durch das neue Gotteshaus. Am Nachmittag wurde der Bischof von den Kindern begrüßt, an die er eine kurze Ansprache richtete, später empfing er den Kirchenvorstand, die Lehrer und die Vereinsleitungen. Das bedeutend erweiterte Gotteshaus wies am Sonntag einen überaus starken Besuch auf. Auf dem festlich geschmückten Altar zelebrierte beim Hochamt der Geistliche Rat Bayer das Meßopfer. Die Festpredigt hielt der Wetzlarer Pfarrer Dr. H o e r e n , der den Firmlingen ernste Mahnungen mit auf den Weg gab. Anschließend teilte der Bischof das Sakrament der Firmung aus. Bei der Nachmittagsandacht hielt der Bischof eine Ansprache an die Gießener Gemeinde und erteilte ihr den päpstlichen Segen. Dank an den Bischof. Mit einer Feierstunde der Pfarrgemeinde unter Mitwirkung des Wetzlarer und des Gießener Kirchenchores und des Gießener Kirchenorchesters wurden die Feiertage beendet. Der Geistliche Rat dankte dem Bischof für seine Mühen und gab der Freude darüber Ausdruck, daß er nicht nur als kirchlicher Oberhirte und Herr, sondern auch als Vater in Christus zu der Gießener Pfarrgemeinde gekommen ist, die ihn lebhaft und herzlich begrüße. Er versicherte ihn der Ehrfurcht, Liebe und des Gehorsams der Gießener Gläubigen und sprach den Wunsch aus, daß er bei der Glockenweihe wiederum die Gießener Katholiken durch seinen Besuch erfreuen möge. In gleicher Weise dankte em Sprecher des Kirchenvorstandes der Exzellenz für die Weihehandlung. Als Dolmetsch der Gefühle der Pfarrgemeinde würdigte er trotz aller Abneigung des Geistlichen Rates und Domkapitulars für äußere Ehrungen die großen Verdienste, die er sich als Pfarrer der Gießener Gemeinde durch die Erbauung dieses schönen Gotteshauses erworben hat. Der Sprecher dankte ganz besonders Baumeister Peter G r o d e für die tatkräftige Mithilfe am guten Gelingen dieses Werkes, den Kirchenchören und ihren Dirigenten, vor allem dem Gießener Chor unter Leitung von Lehrer Klein, für die schöne Ausgestaltung und auch Kaplan Haenlein für seine große Mühewaltung. In sehr launiger Weise bedankte sich der Bischof für die überaus zahlreichen Beweise der Liebe und Verehrung, die ihm in diesen Tagen hier in Gießen entgegengebracht wurden. Auch er versicherte dem Geistlichen Rat Bayer seine Hochachtung und versprach, ihm seinen Lebensabend in dankbarer Anerkennung verschönern zu helfen. Als Oberhirte drückte er ihm seine Anerkennung für sein priesterliches Wirken und sein bescheidenes Wesen aus. Allen denen, die sich bereitwilligst in den Dienst der hohen Sache gestellt haben, sagte er herzliche Dankesworte und begründete sein Bemühen, für alle seine Diözesanen nur der Volksbischof bleiben zu wollen. Mit aufmunternden Worten an ihr gläubiges Empfinden verabschiedete er sich von der Gemeinde, die seine Ansprache mit lebhaften Beifallskundgebungen aufnahm. Eine Visitation der Gießener Schulen am heutigen Montag beschließt den Besuch des Bischofs, der heute nachmittag nach Grünberg weiterfährt, um der dortigen Pfarrgemeinde einen kurzen Besuch abzustatten. Blick in die Kirche während der Feierlichkeiten.- k. r Den vielen Beobachtungen auf dem sehr lehrreichen heimatbiologischen Ausflug brachten d:e Teilnehmer ein sehr reges Interesse entgegen, so daß der Wunsch ausgesprochen wurde, im Herbst wieder einen solchen Gang, vielleicht in den Vogelsberg, zu unternehmen. Tagung des NSLB. Bezirks-Verein Giehen-Land Am Samstagnachmittaa hatten sich die Mitglieder des NSLB., Gießen-Land, in der Goetheschule versammelt, um einen Vortrag über den Tonfilm zu hören. Rektor Siegfried (Großen- Linden), der Obmann des Bezirkes, begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Hessischen Landesbildstelle, Lehrer L o r tz (Arheilgen b. Darmstadt) und den Vortragenden Dr. H ä u s g e n aus Düsseldorf. Dieser nahm sofort das Wort und gab in klaren, sachlichen Ausführungen ein ausgezeichnetes Bild über die Entwicklung und Technik des Tonfilms Der Vortrag wurde durch Lichtbilder erläutert. Anschließend wurden drei Tonfilme gezeigt, die Vorgeschichte der Germanen", die „Olympi- schen'Winterspiele" und die „Liebe zur Harmonika" (ireffingen). Der Vertreter der Landesbildstelle gab bekannt, daß zu gegebener Zeit alle Kreisbildstellen mit besonderen Geräten für den Tonfilm ausgerüstet würden und dann könnten die Schulen auch diesen Vorführungen beiwohnen. Im übrigen bleibe natürlich der stumme Lehrfilm auch in Zukunft die Hauptsache für die Schulen. Der Tonfilm soll nur ergänzend zum Unterricht gezeiat werden. Nach den Vorführungen sprach Rektor S i e g f r t e d herzliche Dankesworte an die Vortragenden und unterstrich noch einmal die hohe Bedeutung, die dem Film m der Schule zukommt. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß er den ersten Teil der Tagung. An- ckliekend sprach Lehrer R e i n h e i m e r m kurzen Sätzen Über die Wichtigkeit des stehenden Lichtbildes und bat, neben dem Film nicht die Lichtblldapparate lEpidiaskov^ zu veraessen. Den Schluß bildeten qe- schäftliche Mitteilungen über die Teilnahme an der großen Tagung der NSLB. m Bayreuth usw. Motor-Kucksiaod des OOAC Am Sonntagvormittag fand bei herrlichstem Sommerwetter die DDAC.-Fuchsjagd der Ortsgruppen Gießen und Bad-Nauheim statt. Erne stattliche Anzahl Kraftfahrer stellten sich dem Starter und um 9 Uhr wurde die Meute auf die Fährte des Fuchses gefetzt. Die Spur führte kreuz und quer durch das Gebiet rund um den tzausberg bei Butz- buch bis nach Brandoberndorf und Usingen Etwa 60 Wimpel wurden von dem Kraftwagenfuchs versteckt k)baf3 die Aufspürung recht lange dauerte. Nur zwei Kraftwagen und einige Motorräder fanden das Ende der Spur etwa um 11.15 Uhr, also dreioiertel Stunden vor dem Abblasen der Jagd. Der Fuchs hatte sich aber mit seinem Kraftwagen so gut getarnt, so daß es nicht gelang, ihn zu stellen und ihm die grüne Armbinde abzunehmen. Um 12 Uhr wurde die Jagd durch den Sportleiter der Veranstaltung, Fourier aus Wölfersheim abgeblasen. Er führte die vergeblich Suchenden zu dem nur 10 Meter von der Straße angelegten Versteck, das mit Buschwerk und Farnkräutern angelegt war. Dann vereinigten sich die Teilnehmer im „Hessischen Hof" in Butzbach zum gemeinschaftlichen Mittagsmahl. Dort hatte sich Bürgermeister Dr. Mörschel von Butzbach zur Begrüßung der Gäste eingefunden. Iw Anschluß ergriff der Ortsgruppenleiter der DDAC., Ortsgruppe Gießen, das Wort. Er bearijßte die zahlreich erschienenen Kameraden des NSKK. Dann wurde die Preisverteilung vorgenommen. Den Revierpreis erhielt der Fuchs, dessen Rolle Herr K r i e ck aus Bad-Nauheim gespielt hatte Den 2. Preis erhielt Kamerad Dr. Werner aus Butzbach, den 3. Preis gewann Senor Hui - d o b r o vom Automobil-Club de Chile, der als Gatt an der Npranstaltung teilnahm und den vierten Preis erhielt Herr Marx aus Friedberg. Nach der Preisverteilung gedachte Dr. Kreger (Gießen) des Führers und schloß die Veranstaltung. (Sinpiennig-Sonderzüae zur Ausftelluna „‘DcufM*idnt)/z. In der Zeit vom 18. Juli bis 16. August d. I., also bis zum Schlußtag der Olympischen Spiele, findet auf dem gesamten Ausstellungsgelände der Reichshauvtstadt die große Ausstellung „Deutschland" statt, deren Schirmherrschaft der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda übernommen hat. Da Hunderttausende deutscher Volksgenossen während der Olympischen Spiele, also vom 1. bis 16. August, nicht nach Berlin kommen können, werden aus allen Gauen stark verbilligte Sonderzüae am 18., 19., 25. und 26. Juli nach Berlin gefahren. Der Fahrpreis beträgt pro Kilometer 1 Pfennig. Anmeldungen nehmen überall die Gau-, Kreis- und Ortsgruppen-Propagandaleitun- gen entgegen. Durch ihre außergewöhnliche Verbilligung wird es jedem ermöglicht, die Ausstellung ,',Deutschland" und darüber hinaus noch das Reichssportfeld mit seinen gewaltigen Kampfstätten und Bauten zu besichtigen. Wer das Reichssportfeld vor Beginn der Olympiade gesehen hat, wird am Lautsprecher die Wettkämpfe viel intensiver erleben können. Der Preis für den Besuch der Ausstellung. Besichtigung des Reichssportfeldes einschließlich Führung und Zubringerdienste von den Bahnhöfen zum Reichssportfeld und zur Ausstellung „Deutschland" ist ebenfalls besonders verbilligt und beträgt insgesamt 2,10 RM. Die Anzahl dieser stark verbilligten Sonderzüge ist beschränkt. Bestellung ist deshalb im eigensten Interesse bei den Ortsgruppen der NSDAP, sofort notwendig. Das erste Opfer der Lahn. Am gestrigen Sonntag forderte die Lahn ihr erstes Opfer in diesem Jahre. Ein Bäckergeselle, der 19jährige Ludwig Linker aus Feldkrücken im Vogelsberg, der bei einem hiesigen Bäckermeister arbeitet, fuhr gestern zum Baden an die freie Lahn. Der junge Mann, der des Schwimmens nicht kundig war, versank an einer tiefen Stelle und ertrank. Seine Leiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Äornotizen. Tageskalender für Montag: Gloria- Palast, Seltersweg: „Die Drei um Christine". ♦ ** Eine Siebzigjährige. Ihren 70. Geburtstag begeht am morgigen Dienstag in außerordentlicher geistiger und körperlicher Regsamkeit Frau Elisabeth Schaub, Hammstraße 16. ** Z w ei Verkehrsunfälle. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in der Marburger Straße ein schwerer Verkehrsunsall. Ein Auto, das mit vier jungen Leuten besetzt war, fuhr von der Karlsruhe in Richtung nach der Stadt, als plötzlich der Fahrer die Herrschaft über das Auto verlor. Der Wagen geriet gegen einen Baum und überschlug sich. Einer der Insassen, der Angestellte Günther, Neustadt 39, erlitt einen Schädelbruch. Die übrigen Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon. — Ein zweiter Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in der Ludwigstraße. Hier verunglückte ebenfalls ein Kraftwagen. Die beiden Insassen, ein Mann aus Koblenz und feine Tochter, mußten zur ersten Hilfeleistung in Öre Klinik gebracht werden, konnten aber dann die Fahrt mit der Bahn fortsetzen. Landkreis Gießen — Staufenberg, 27. Juni. Bei der hier abgehaltenen G r a s d e r ft e i g e r u n g hat sich ergeben, daß der Preis gegenüber dem Vorjahre stark zurückgegangen ist. Der Stand der Feldfrüchte in unserer Gemarkung ist ausgezeichnet. Kreis Schotten * Mittel-Seemen, 28. Juni. Der hiesige Metzger Wilhelm K r o t h fuhr am Samstag mit feinem Motorrad mit einem Auto zusammen und erlitt dabei einen schweren Oberschenkelbruch. Er wurde sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. * Unter-Seibertenrod, 27. Juni. Der 16jährige landwirtschaftliche Arbeiter Albert Pfeil von hier zog sich beim Sturz von einem Heuwagen eine schwere Knieverletzung und einen Ellenbogenbruch zu. Der bedauernswerte junge Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Jahresfeier und Gemesterschlußappell der Llniversiiät sv < 1 ~ . .. . rrunfbntnm Christianisierung Die Dekane der Zakvllälen erflatten Bericht e n Ab- für !ge Gottesfrage zu tun hat. Deshalb sei Theologie am tiefsten bewegt und auf- Rektor, Dozenten- und Studentenschaft hatten für Samstagoormittag zur Jahresfeier und zum Semesterschlußappell der Ludwigsuni- v e r s i t ä t in die Neue Aula eingeladen. Die Feier begann mit dem Einzug des Senats und der Lehrer, während das Collegium musicum unter Leitung von Univerfitätsmusikdirektor Professor Dr. T e m e s - Dari) aus dem Concerto grosso Nr. 23 von Händel spielte. Nach dem feierlichen Fahneneinmarsch brachte der Akademische Gesangverein den Chor „D alles Lichtes Quell" zum Vortrag. Der Rektor der Landes- unioersität rechtliche Volkskunde. Der Dekan der Theologischen Fakultät, Professor Dr. Haenchen, sprach von der Tiefenwirkung jeder Revolution, die diesen Namen verdient; auch die Wissenschaft sei zur Auseinandersetzung gezwungen, und jene Wissenschaft besonders, wo es um den lebendigen Menschen geht, die Theologie, die es mit der Antwort auf die ewil m *“ i‘" <"~L r-: gerade die . , gerufen von der geistigen Wende in unserer Zeit. Stausee und Nidderkrasttverk. Das Nidder-Wasserkraftwerk Lißberg wurde 1923 in Betrieb genommen. Es diente zunächst der Aufgabe, mit dem seinerzeitigen staatlichen Braun- kohlen-Kraftwerk Wölfersheim auf das Hochspannungsnetz der Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen zum Spitzenausgleich und zur Spannungsoerbesserung parallel zu arbeiten. Das Nidder-Wasserkraftwerk Lißberg erhält das Betriebswasser aus den beiden Staubecken bei Hirzenhain (mit damals ungefähr 30 000 cbm Inhalt) und im Hillersbachtale (mit damals ungefähr 90 000 cbm Inhalt). Die in diesen beiden Staubecken gesammelten Wassermengen der Nidder und des Hi'llersbaches (mit einem Niederschlagsgebiete von 60 km) werden durch geeignete, geschlossene Werkkanäle aus Eisenbeton (3 km lang) und durch einen Stollen von 700 Meter Länge, der vom Hillersbachtale nach dem Niddertale vor- getrieben wurde, zum Wasserschloß im Niddertale geführt. Das Gefälle dieses geschlossenen Werkkanals ist 1:2500 Meter. Vom Wasserschloße führt eine Triebrohrleitung nach dem unten im Tale gelegenen Nidder-Wasserkraftwerk bei Lißberg, das I im ersten Ausbau zwei Voith-Spiralturbinen von In der Verantwortung vor Gott und vor unserm Volke müsse heute gelehrt und gearbeitet werden; in allen Fächern unserer Wissenschaft gehe es heute um die Neugestaltung der Theologie; den innigen Zusammenhang zwischen Gottesfragen und Gegenwartsfragen bezeugen eindringlich die im letzten Semester behandelten Themen (Dienst am Volke, Als erster erstattete der Dekan der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung, Professor Or. Gerthsen, Professor Dr. Pfähler dankte nach einer Begrüßung der Gäste, unter denen zahlreiche Vertreter von Staat, Partei und Wehr- macht erschienen waren, allen Männern aus Staat, Partei und Stadt, aus Heer und Wirtschaft, welche die Ludoviciana mit Rat und Tat gefördert haben, deren Verdienst es sei, wenn die Universität heute keine Abbausorgen mehr hege und bis zum Beginn des Wintersemesters sämtliche jetzt noch freien Lehrstühle besetzt zu haben hoffe. An Stelle der früher üblichen wissenschaftlichen Rede sollen in diesem Jahre die Berichte aller Dekane über den Fakultats- aufbau, über Forschung und Lehre und über die besonderen Sorgen jeder einzelnen Fakultät treten. Stausee- und Strandbad-Einweihung am Hillersbach. Eine neue Erholungsstätte für Oberhessen. rung zur Jahresfeier erschienen war, sprach der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Or. Ouken, zunächst über die Probleme und Schwierigkeiten der medizinischen Forschung und über die Forderungen, die von unserer Zeit an ein neues, lebendiges Arzt- tum gestellt werden. Nachdem Professor D u k e n an den Neubau und Ausbau unserer Kliniken erinnert hatte, insbesondere an die Errichtung des Instituts für Erbgejundheitspflege und Erbbiologie, das von Dr. Kranz fast aus dem Nichts geschaffen worden sei, schilderte er im Ueberblick die Entwicklung der medizinischen Lehre und des Artttums bis in unsere Zeit hinein, die auch dem Arzt ihre bestimmten Züge aufprägt: so sei der heutige Arzt ein politischer Mensch (im weitesten Sinne), der sich zur Volksverbundenheit und Volksgemeinschaft bekennt. Das entscheidende Ringen des Arztes in dieser Zeit muß in ihm selbst ausgetragen werden. Wir haben die Gemeinschaft mit unfern Helfern wie mit unseren Kranken zu hüten und zu pflegen. Unser heutiges Arzttum wird nicht im Wissen, sondern im Glauben entschieden. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Professor Or. Dietz, Eines der reizvollsten Waldtäler des Vogelsberges ist das Hillersbachtal, das von Lißberg aus sich in mehreren Windungen höher und höher schlängelt. Das Tal, das lange in schier unberührter Stille lag, hat im letzten Jahrzehnt einige Wandlungen erlebt. Im oberen Teil des Tales war ein Stausee angelegt worden, der die Kraftreserve für das Nidderkraftwerk Lißberg zu geben hat. Dieser Stausee war in den letzten beiden Jahren erweitert worden. Es bedurfte dafür umfangreicher Erdbewegungen. Zahlreiche Volksgenossen fanden dabei Verdienst und Brot. Gleichzeitig mit der Erweiterung des Stauweihers wurde aber auch der Plan gefaßt, ein Strandbad zu schaffen, das nach feiner Lage in der Landschaft eines der schönsten zu werden versprach. Diese Erwartung wurde voll erfüllt. Die Schaffung und Erweiterung des Stausees und die Herrichtung des Strandbades wurden im Auftrag der Pro o i n - zialverwaltung Oberhessen durchgeführt. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Stauseen im Hillersbach, wie auch im Tal zu Hirzenhain, interessieren sicherlich einige technische Einzelheiten: bemerkte einleitend, daß die Arbeit der Fakultät im vergangenen Jahre ganz im Zeichen der Erneuerung des deutschen Rechtes im nationalsozialistischen Staate gestanden habe, und sprach dann von den großen Aufgaben, die der Rechtswissenschaft in unserer Zeit zu lösen bestimmt sind. Die Rechtswissenschaft als Rechtserneuerin fei besonders zu einer Neugestaltung im Dienste des Nationalsozialismus und des deutschen Volkes aufgerufen; sie habe das von der Bewegung gefundene und geprägte Rechtsgut aufzunehmen und zu formen. Ein Rückblick auf die von der Fakultät geleistete Arbeit zeigte schon an den Dissertationsthemen, die außerordentlich aktuell genannt werden dürfen, wie hier die Wissenschaft in ihren Jüngern begeisterte Diener am deutschen Recht bewußt ausbildet und erzieht. Besonders erinnert wurde an die Arbeiten des an der Landesuniversität neu errichteten Institutes f"" Professor Or. Pfähler eine Ansprache, in der er zunächst den bereits vorweggenommenen Dank ber Landesuniversi a den Staat noch einmal persönlich an Mlmsterwk rat Rings hausen und seinen Mitarbeiter, Re- aierungsrat Köhler zum Ausdruck brachte, (ßeb bafter Beifall.) Der Rektor dankte auch den Deka- nen für ihre Berichte über die Arbeit, die unsere Pflicht und unsere Ehre ist, sowie den nunmehr ausscheidenden Mitgliedern der Universität, von de nen der klassische Philolog Proft°r Rudolf Herzog anwesend war. — Der Auftrag deut scher Universitäten, so fuhr Professor Pfähler fort sei eingeordnet in den Gesamtauftrag, den da neue Deutschland heute uns allen stellt; der Auftrag an den Geist sei unterstellt der Begeisterung; der Wille des Führers gebe unserer Arbeit Richtung unb Schwergewicht. Unser Geist starke .ch au- der Begeisterung, daneben starke sich unermüdlich unser Wille als fester Grund all unseres Denkens ünd Tuns Die innere Umschichtung aller F°r- schung in den Fakultäten sei schon in ihren neuen Forschungsbegriffen, ihren Objekten und Fragen klar zu erkennen. Jede Erkenntnis sei mit die er Zeit und in unserem Volke innerlich verbunden: das sei der Sinn unserer recht verstandenen Objektivität. All unsere Geistesarbeck sei m den Aufbruch der Nation hineingestellt. Geist und Begeisterung seien keine Gegensätze. Auch im Verhalt- Nis von Lehrer und Schüler sondern sich die nur Geistigen und die nur Begeisterten immer deutlicher von all jenen ab, die beides, Geist und Begeisterung, in sich vereinen, und erst diese Einheit von beiden weise das Ziel. Hierauf erfolgte die Ehrung der Gießener Sieger des ersten wissen- schastlichenHeichSleistungswettkampfes Der Wettkampfleiter Dr. Eckle überreichte den Siegern je ein Exemplar des Buches „Im Kampf gegen die Kriegsfchuldlüge" von Alfred von W e - gerer und erstattete Bericht über das Ergebnis teilung, Professor Or. Glöckner, ging davon aus, daß feine Fakultät zu den ältesten Bestandteilen der deutschen Universität gehöre und recht eigentlich die Gelehrtenfakultät sei; sie stehe stets im Kampfe um ihre Daseinsberechtigung unter der Sonne praktischen Lebens. Auch auf dem Felde gelehrter Forschung gebe es Schlachtfelder, wo der Mann feinen Charakter erprobt. Nach einem Bekenntnis der Treue zu Volk und Vaterland und dem Bekenntnis zur Leistung im nationalsozialistischen Staate erstattete Professor Glöckner Bericht über die in den verschiedenen Disziplinen und Instituten seiner Fakultät im abgelaufenen Semester vielfältig und sehr erfolgreich geleisteten Arbeiten. Der Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät, Professor Or. Bolz, sprach einleitend von den Aufgaben des Tierarztes im nationalsozialistischen Staate, denen, wie mit sprechenden Zahlenbeispielen belegt wurde, eine hohe volkswirtschaftliche Verantwortlichkeit Momme, da ein großer Teil des deutschen Volksvermögens in unserem Tierbestand festgelegt sei. Im Dienste der Nahrungsfreiheit und der Volksgesundheit haben die einzelnen Institute, zum Teil in Gemeinschaftsarbeit, erfolgreich gewirkt. Auf den Gebieten der Nahrungsmittelkontrolle, der Einzeltierbehandlung, des Tierschutzes einschließlich des Tiergasschutzes ist zielbewußt und klar neue wissenschaftliche Arbeit geleistet worden. Auch der Ausbau der Institute, Kliniken und Sammlungen wurde planmäßig betrieben. Nach der Zahl der Studierenden besitze Gießen heute die drittstärkste veterinärmedizinische Fakultät in Deutschland. Nach einem Zwischenspiel des Collegium musicum (vivace aus dem Concerto grosso Nr. 2 von Händel) und nachdem inzwischen Ministerialrat Ringshausen als Vertreter der Landesregie- Gießener Reichsleistungskampfes und Jein« Be. ».rfnnosatunNäöe. Die Gießener Universität war S uppen und in-gesamt 108 Teilnehmern Re chsleistung-kampf eingesetzt; e- handelte sich um ausgesprochene Gemeinschastsarbeit d,e ,n drei Stusen bewertet wurde, lion den els Gießener Gruvven sind fünf in der zweiten Bewertungsftrrfe Ieaer geworden. Dr. Eckle beglückwünschte di- Sieger namens der Wettkampfleitung und der Deutschen Studentenschaft und dankte ihnen für die bewiesene Einsatzbereitschaft: das Gießener Ergeb- nis stehe wie von der Reichsleitung der Deutschen Studentenschaft ausdrücklich anerkannt wurde, tm meraleich zu den andern Universitäten mit an der Spitze. (Lebhafter Beifall.) Aus den Händen des Wettkampfleiters nahmen dann die folgenden Gruppenleiter der siegreichen Gruppen Ehrengabe und Urkunde in Empfang: Fritz Muller, Fritz Z e i s e w e i s , Heinrich S e l z e r , Wilhelm Schafe r Erich Decker (mit einer Einzelarbeit) und Karl' Eikmeyer. Der Wettkampfleiter richtete hiernach auch Dankesworte an Rektor und Dozenten und an die Männer aus Staat, Partei und Wirtschaft, die das Unternehmen mit Rat und Tat gefördert haben. Der Rektor Professor Pfähler sprach die Hoffnung aus, daß Gießen beim nächsten Kampf auch einen Reichssieger stellen werde und berichtete zum Schluß über die Ergebnisse der preisaufgaben für das Iahr 1935/36, Don denen nur eine bearbeitet wurde: der von der zuständigen Fakultät gut beurteilten Arbeit „Untersuchungen zur Taktik und Strategie der Germanen nach den antiken Quellen" von Hans Georg Gun ° d e l wurde ein voller Preis zuerkannt. Den Diez- Preis erhielt Fräulein Irmgard Schultz für ihre Arbeit „Bildhaftigkeit im französischen Argot". Einen halben Preis der Osann-Beulwitz- Stiftung erhielt Dr. Joachim Weimer für seine Arbeit „Erbcharakterologische Untersuchung einer Familie mit experimentalpsychologischen Methoden". Einen der für sonstige wissenschaftliche Bearbeiter ausgeschriebenen Preise erhielt Dr. Friedrich Manz für seine Arbeit über „Ursachen, Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung der Unfrucht- borteit des Rindes in den Kreisen Wetzlar und Gießen". Der Rektor beglückwünschte die Sieger herzlich. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen rofirüe der Festakt geschlossen. Judentum und Christentum, Christianisierung Deutschlands, Bedeutung der Hugenotten-Auswa derung Entbürgerlichung des Protestantismus). Anschließend® an bie Rechenschaftsberichte der Dekane hielt der Rektor seinen Rechenschaftsbericht. Nach einer Einleitung über die beiden Hauptgesichtspunkte im Aufgabenkreis einer Universität wies Professor ©erttjf barauf hin, daß die Philosophische Fakultät, II. S teilung, mit 17 Instituten und nahezu 50 Dozenten die größte der Landesuniversität sei; ein kurzer Ueberblick sei daher fast unmöglich. Doch sei jede der hier geleisteten Arbeiten wichtig und unentbehrlich als ein Stein im Mosaik der Wissenschaft auf dem Wege, unserem Volke zu dienen. Der Fakultät liege allem die Ausbildung von wenigstens zehn verschiedenen Berufsgruppen ob. Nach einem Bericht über die Probleme der Fachgruppen, über die Spezialarbeiten der verschiedenen Institute, die der Fakultät angeschlossen sind, betonte der Dekan die charakterbildenden und erzieherischen Werte der reinen Forschung. Mit kämpfender Jugend kämpfend jung zu bleiben — das sei Deutschlands Forderung an die Professoren in unserer Zeit. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, I. Ab- Merkwürdige Tatsachen. Olympia-Kuriositäten aus vier Jahrzehnten. Bei den ersten Olympischen Spielen zu Athen 1896 gewann der amerikanische Student James Garrett das Diskuswerfen mit einem Wurf von 29,15 Meter. Das Erstaunliche an diesem Olympiasieg ist, daß Garrett nie zuvor einen Diskus in der Hand hatte. Ein Beispiel für vollkommene Körperbeherrschung. Im Jahre 1900, bei den Olympischen Spielen zu Paris, ereignete es sich, daß die Veranstalter einen Fünfkampf ausschrieben, der nur vier Wettbewerbe umfaßte. Natürlich wurde die Konkurrenz rasch wieder abgeblasen. In St. Louis 1904 standen 25 leichtathletische Bewerbe auf dem Programm. Alle fünfundzwanzig wurden von Amerikanern gewonnen. Der erstaunlichste Olympiasieg, den je eine Nation errang. Im Programm zum olympischen Marathonlauf 1908 zu London waren Vor- und Nachname des Italieners Dorando Pie tri vertauscht. Ein schlechtes Omen. Und wirklich wurde Pietri, nachdem er den schweren Lauf als Erster beendet hatte, wegen unerlaubter Hilfeleistung disqualifiziert. ♦ A. N. Jackson wurde 1912 von der englischen Athletik-Behörde nicht für würdig befunden, die Farben seines Landes in Stockholm zu vertreten. Er fuhr aber heimlich auf eigene Kosten hin, lief... und wurde Olympiasieger über 1500 Meter. * Beim Speerwerfen 1920 zu Antwerpen verletzte sich der Weltrekordmann M y r r h ä die Hand. Kurz entschlossen nahm er den Speer in die inte Hand und gewann die Konkurrenz mit einem Wurf, der nur wenig unter seiner Welthöchstleistung lag. * Die Amerikaner hatten den Farbigen Legendre 1924 in Paris nicht für gut genug befunden, die Weitsprungkonkurrenz zu bestreiten. Er durste nur am Fünfkampf teilnehmen und stellte im Rahmen dieser Konkurrenz so nebenbei einen neuen Weltrekord im Weitsprung auf! In Amsterdam regnete es am zweiten Tag des Zehnkampfwettbewerbes so stark, daß man die Schiedsrichter lange bitten mußte, bis sie, mit Schirmen bewaffnet, das Feld betraten. Trotz dieses Regens aber stellte der Finne P r j ö l ä einen neuen Zehnkampfweltrekord auf! ♦ Bei den Olympischen Spielen 1932 zu Los Angeles waren die ZeiMehmer fo begeistert von dem Stabhochsprungduell Miller-Nashida, daß sie die Teilnehmer am 3000-Meter-Hindernis- lauf eine Runde zuviel laufen ließen. Glück- licherweise war auch an der richtigen Marke schon der Finne I s o h o l l o klarer Sieger gewesen. ♦ Das Jahr 1936 bringt die 11. Olympischen Spiele in Berlin. Olympische Spiele finden bekanntlich alle vier Jahre statt. Multipliziert man die beiden Zahlen (11 X 4) und erhebt sie ins Quadrat, so ergibt sich — 1936. Erasmus Gerber. Ein vergessener Bauernsührer. NSG. Erasmus Gerber ist ein fast vergessener Bauernführer aus den Bauernkriegen. Er gehört zwar nicht in den Mittelpunkt der Bauernbewe- gung, aber er hat doch eine entscheidende Rolle ge« spielt. Sein tragisches Schicksal, das ihn in wenigen Wochen zum Anführer einer gewaltigen Volksmenge und im raschen Sturz zum Märtyrer seiner Uederzeuaung machte, verdient es, der Vergessenheit entrissen zu werden. In den letzten Jahren des großen Bauernkrieges flammt auch im Elsaß die Unruhe aus. Hat die Bewegung zuerst rein wirtschaftliches und politisches Gepräge getragen — man lehnte sich gegen die Willkürherrschast der Fürsten und der Kirche, gegen auferlegte Lasten und Abgaben auf — so wird mit der Ausbreitung der Reformation die neue Lehre immer mehr zum geistigen Inhalt der Bewegung. Ihr gegenüber steht die gewaltige Macht der gesamten Obrigkeit, die in den Unruhestiftern nichts anderes jehen will als „Ketzer". Es bedurfte nur eines geringen Anlasses, um im Elsaß das im Verborgenen schwelende Feuer zu Heller Flamme anzufachen. Das geschah im Frühjahr 1525 durch die Festnahme einer Anzahl evangelischer Pfarrer. Der Aufstand bricht los. In Dorlisheim, einem Dorf im Bereich der bischöflichen Stadt Molsheim, sammeln sich die Bauern unter Erasmus Gerber. Indem er die friedlichen Absichten der Versammelten betont, sendet er die Botschaft oon diesem Zusammenschluß der Bauern in alle umliegenden Dörfer. Schon nach einigen Tagen be- setzen die Bauern in einer Starte oon einigen Tausend Manu das Kloster oon Altdorf. Erasmus Gerber und die ihm zur Seite stehenden Bauern- führer nennen sich nun „christliche Regenten" und betonen damit, daß ihre Forderungen von ihrem Glauben an die neue Lehre wahrhaft unterbaut sind. Nach diesem ersten Erfolg überträgt sich die Unruhe auf das ganze Elsaß, und die Regierung erkennt allmählich die Bedeutung der Gegnerschaft. Man leitete Verhandlungen mit Erasmus Gerber ein, der nun glaubt, feine Forderungen ohne großes Blutvergießen durchsetzen zu können. Eine oon ihm oorgeschlagene Aussprache in Molsheim wird von der Regierung zwar angenommen, aber verzögert. Die Landoögte der Regierung gehen inzwischen den Lochringer Herzog An ton um Hilfe gegen diese aufrührerischen Bauern an. Bereits am 6. Mai 1525 bricht dieser mit einem Heer von 30 000 Mann von Nancy auf. Unterwegs erhält er eine Botschaft von Erasmus Gerber mit der Bitte, in die Bruderschaft der Bauern einzutreten und sich dem Evangelium nicht weiter zu widersetzen; er, Erasmus Gerber, wolle weiter nichts als die Freiheit wahren. Der Herzog ließ den Ueberbringer der Botschaft kurzerhand enthaupten. Je länger die Regierung die angebahnten Verhandlungen ausdehnt und je näher Herzog Anton der Elsässischen Grenze rückt, um so tiefer wird die Erbitterung der Bauern und um so radikaler werden ihre Forderungen. Allmählich gewinnt ihre militärische Stoßkraft an Bedeutung. Erasmus Gerber wird der Führer der ganzen elsässischen Bauernbewegung und seiner Autorität gelingt es, nicht nur Ordnung und Zucht in den Bauernhaufen aufrechtzuerhalten, sondern auch militärische Operationen durchzuführen. Das gesamte Heer, mehr als 20 000 Mann umfassend, sammelt sich unter stmer Führung in Zabern. Hier verschanzt sich Erasmus Gerber und erwartet den heranziehenden Herzog, der schon nach drei Tagen, ehe noch die Verproviantierung des großen Bauernheeres in der etabt möglich war, vor den Toren steht. Der Herzog hat es eilig: es heißt, daß weitere 30000 Dauern vom jenseitigen Rheinufer im Zuzug begriffen feien Bei Nupfstein, östlich von Zabern, trifft er °uf. "en ersten Bauernhaufen. Mit albanischen und it altem fegen Schützen und mit gutem Geschütz ,Cfine ^rvppe£ unter Führung des Prinzen von Guise und des Prinzen von Vaudemond gegen das Bauernlager vor. Der Ueberfall geschah unerwartet, und nur ein Teil der Bauern konnte sich in den befestigten Ort retten. Von dort aus führen sie den Kampf hartnäckig und zäh und verschanzen sich, als das Dorf gestürmt wird, in der Kirche und in den benachbarten Häusern. Auch als die Truppen des Lothringers Feuer in die Häuser werfen, ergeben sie sich nicht. Sie kommen alle in den Flammen um. Das ist der Auftakt und auch schon das Ende des Bauernkrieges im Elsaß. Die Einaeschlossenen in Zabern erkennen ihre hoffnungslose Lage. Erasmus Gerber versucht, wie schon einmal, die Stadt Straßburg für eine Vermittlung zu gewinnen, die auch wiederum zur Hilfe bereit ist. Aber Herzog Anton läßt die Straßburger Vermittlung gar nicht erst vor. Die zur Hilfe gerufenen anderen Bauernhaufen erreichen die Bedrängten nicht. Zwei Tage nach der Einschließung Zaberns muß Erasmus Gerber kapitulieren. Die Bedingungen sind hart: der Herzog verlangt Stellung von 100 Geiseln, Abschwörung der lutherischen Irrlehren, wogegen er freien Abzug ohne Waffen, aber mit Beute gewährt. In dichten Reihen ziehen 20 000 Bauern ohne Waffen dahin, nur ein weißes Stäbchen in der Hand als Losung des Friedens. Die Landsknechte des Herzogs aber bringen plötzlich ohne jeden stichhaltigen Grund auf die abziehenden Bauernhaufen ein, drängen einen Teil in die Stadt zurück und metzeln die Wehrlosen nieder. Nur einer kleinen Anzahl gelingt es, zu entkommen. Erasmus Gerber wird, nachdem er auf Schloß Za- bern gefangengenommen wurde, zwischen brennen» Öen Dörfern am Waldrand gehängt. Die elsässische Bauernbewegung ist mit diesem Zusammenbruch beendet. Sie hat bestes Blut gekostet. Perlenfischerei im Bayrischen Wald. 2Iuf die überraschende Tatsache, daß im Bayerischen Wald gelegentlich noch Perlenfischerei betrieben wird, wird in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" hingewiesen. In den klaren Bergwässern der Waldbäche und des Regenflusses bei Kötzting finden sich noch schwarze oder steinfarbene Perlmuscheln am Grunde des Flusses. Der Fischer kniet im Vorderteil eines langsam dahintreibenden Kahnes ober er watet den klaren Waldbach hinauf und sucht die Muscheln mit einer Muschelgabel. Vorsichtig werden dann die Ränder der Muschel mit der Gabel geöffnet, und sind nur kleine minderwertige Perlen oder gar keine vorhanden, so werden sie wieder ins Wasser geworfen; nur Tiere mit reinen Flußperlen werden erbeutet. Da die Perlen wegen der mangelnden Nachfrage meist unter ihrem Wert verkauft werden müssen, ist der Ertrag der Arbeit sehr gering. Nachdruck verboten! 11. Fortsetzung. Verfluchtes Gold! DRomon von I. Schneider-Zoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. „Ach", meinte sie und spürte, wie die bleierne Müdigkeit, die sie schon auf dem Friedhof überfallen hatte, immer mehr zunahm. „Ich habe dir doch gesagt, du sollst sie vergessen, und ich bin heute wirklich am Ende, Wolfgang. Morgen dann--" „Du willst mich vertrösten!" „Wäre dir das so unangenehm?" Sie stand jetzt dicht vor ihm und ließ die Finger langsam über seinen Arm herabstreicheln. Ein hoher Wandspiegel zeigte ihre beiden Gestalten: schlank, mit schmalen Schultern und einem leicht geneigten Oberkörper, der feine Kopf vom Halse leicht in den Nacken gebeugt. Sie wirkten so gar nicht wie Mutter und Sohn — eher wie Bruder und Schwester. r , Dann gewahrte Hertha Amselmann einen Ausdruck im Gesicht ihres Sohnes, der fie zusammenschauern ließ. So hatte ihr Mann sie manchmal angesehen. „Wir wollen schlafen gehen Wolfgang. Morgen stehe ich dir dann zur Verfügung Obwohl es besser wäre, du wurdest dich nicht mehr an meine Worte erinnern. Aber wie du willst! Für heute gute Nacht, mein Junge. „Gute Nacht!" Er verneigte sich steif. „Ich hoffe nicht, daß du ohne Abschied gehst- „Gewiß nicht, Wolfgang, und schlafe so gut es geht. Du wirst morgen eine schwere Entscheidung vor dir haben." . . , . w„r Er war schon an der Tür und kam noch einmal zu ihr zurück. „Eine Entscheidung? „Ja!" Sie wollte noch etwas sagen, taumeltt und griff eilig nach der Klinke. „Geh bitte! Ich ^Fast^mchörbar^ schloß sich die Tür ihres Zimmers. * In Klein-Ellbach gurgelte das Mühlwasser über die mondbeschienenen Kieselsteine. Der Wind ging je 1OOO PS Normalleistung erhalten hatte, die mit 5000-Dolt-Dynarnos unmittelbar gekupvelt sind. Der mit 5000 Volt erzeugte Drehstrom wird durch Kabel zwei Transformatoren von derselben Größe wie die Dynamomaschinen, d. h. für je 900=kVA=2)auer« belastung, zugeführt und auf 20 000 Volt hochtransformiert, um in das bei Lißberg zusammenkommende 20-kV-Hochspannungsleitungsnetz des Ueber- landwerkes übergeführt zu werden. 1928 wurde das Nidder-Wasserkraftwerk Lißberg durch einen dritten Maschinen- und Trafo-Satz erweitert. Zur Arbeitsbeschaffung und um die Anlagen für das Abfahren der Belastungsspitzen gut ausnutzen zu können, wurden im Jahre 1933 das Staubecken im Nidder- als auch vornehmlich das im Hillers- bachtale erheblich erweitert und durch den Einbau von elektrisch bedienten Stauklappen auf einen um 50 Zentimeter höheren Stau gebracht, so daß diese beiden Staubecken nunmehr folgende nutzbaren Wassermengen aufnehmen können: der Stauweiher zu Hirzenhain 43 000 cbm, der Stausee im Hillersbachtale 162 000 cbm, zusammen: 205 000 cbm. Durch den Einbau der genannten Stauklappen sind insgesDntt rund 44 000 cbm nutzbare Wassermenge gewonnen worden, also rund 21 v. H. Bei der durchschnittlichen Ausnutzung mit 3,5 cbm/sek. und 68 Meter Bruttogefälle können 2300 Kilowatt (kW) geleistet werden. Bei Hochwasser kann die Leistung kurzzeitig aus 3000 Kilowatt (kW) gesteigert werden. Der Inhalt der Stauseen ohne die Stauklappen ermöglichte bei einer Belastung von 2300 kW eine Tagesausnutzung während 12% Stunden; nach Aufbau der Stauklappen wurde diese Ausnutzungsmöglichkeit um 31/2 Stunden erhöht. Die geschaffenen Anlagen und besonders deren rasch durchgeführte Vergrößerung trugen wesentlich zur Senkung der Strompreise des Ueberlandwerkes Oberhessen bei, indem durch die in den Staubecken gesammelten Wassermengen unter Benutzung der Kraftanlagen des Nidder - Wasserkraftwerkes bei Lißberg die Spitzenlast abgefahren und dabei eine Verbilligung des von der Preußenelektra (Hefrag, Wölfersheim) bezogenen übrigen Stromes herbeigeführt werden konnte. Die Arbeiten zur Vergrößerung des Stausees im Hillersbachtale und die Schaffung der sonstigen Anlagen haben zwei Jahre hindurch auf fünf bis sechs Monate fast allen Arbeitslosen in den Kreisen Büdingen und Schotten Beschäftigung gegeben. Nas Hillersbach Strandbad. Das Hillersbachtal-Strandbad, für dessen Schaffung der Stausee die glückliche Voraussetzung gab, ist sicherlich eines der neuzeitlichsten und der schönsten in weitem Umkreis. Die landschaftliche Lage muß einzigartig genannt werden. Nach der Bergseite zu öffnet sich ein weiter Blick auf die Höhen, die das Tal einschließen. Alte Baumbestände unmittelbar am Strandbad bieten Schatten, während die eigens geschaffene Sandfläche am See in hellstem Sonnenlicht liegt. Das Wasser ist klar, an den Ufern seicht, nach der Mitte des Sees wird die Wassertiefe allmählich größer. Inmitten des Teiches steht ein Sprunggerüst. Den Mittelpunkt der gesamten Anlage stellt das „Hotel Hillersbach" bar, das sich auf schönen, gärtnerisch ausgestalteten Terrassen erhebt und selbst einen schönen Terrassenvorbau hat. Die Gaststätte ist in jeder Hinsicht neuzeitlich ausgestattet. Das Haus fügt sich der Landschaft sehr gut ein, insbesondere dadurch, daß die großen Außenwandflächen mit Holz verkleidet sind. Nie Einweihung. Zu der Feier der Einweihung des Sees und des Strandbades waren für den vergangenen Samstag jene Volksgenossen eingeladen, die sich um die Uebertragung des großen Projektes in die Wirtlichkeit verdient gemacht hatten. An der Feier nahmen Vertreter der Partei und ihrer Organisationen, Mitglieder der Provinzialverwaltung und des Provinzialausschusses Oberhessen, ferner die Vertreter des Ueberlandwerkes Friedberg teil. Musik der Feuerwehrkapelle Lißberg leitete die Feier ein, die in einem großen Zelte stattfand. Kreisdirektor Dr. Lotz, Gietzen sprach allen, die am Werke mitgeholfen hatten, im Namen der Provinz Oberheffen herzlichen Dank aus. Er lobte die Meister, die sich um die Sache sehr verdient gemacht haben, und lobte das Werk ferner als eine Tat der Gemeinschaft. Das schöne Tal solle, so fuhr er fort, nicht nur der Wirtschaft, andern auch der Bevölkerung dienen. Die Kraft olle nicht nur von diesem Tale aus in die Machten strömen, sondern auch in die Menschen. Das Hillersbachtal solle zu einer Stätte der Erholung für viele Volksgenossen werden. Sodann übergab Kreisdirektor Dr. Lotz die gesamten Anlagen in die treue Obhut des Ueberlandwerkes. Direktor von Stadler vom Ueberlanbroerf Friedberg erzählte dann in lau- niger Weise von der Geschichte des Tales und des Kraftwerkes Lißberg, er erläuterte den Weg des Wassers aus dem Stausee heraus über die Turbinen, die Umsetzung der Wasserkraft in elektrischen Strom, der, so bemerkte er angeregt, durchaus nicht in die Taschen der Provinzialverwaltung fließe, sondern der Wirtschaft dienstbar fei. Das Hotel, das hier erstellt worden fei und im Volksmund bereits bas „G r undgebührenhaus" genannt roerbe (weil die Meinung sei, baß durch dieses Haus die Grundgebühren für den Strom erhöht würden), fei tatsächlich geschaffen worden, um dereinst die Möglichkeit zu haben, die Grundgebühren zu senken. So verdiene das Haus diesen Namen immerhin zu gutem Recht. Aber auch der andere Name des Hotels „Hotel Oberhessen" — bestehe zu Recht: das Haus gehöre der Provinz Oberhessen, liege in Oberhessen, sei für die Oberheffen und liege außerdem oben in Hessen. In seinen weiteren Ausführungen sprach Direktor von Stadler der Provinzialverwaltung herzlichen Dank dafür aus, daß sie die Mittel für den Ausbau des Stauweihers und die Schaffung des Bades zur Verfügung gestellt habe. In weiteren Ausführungen erläuterte der Redner die verschiedenartigen Vorteile, die der Stauweiher in wirtschaftlicher Hinsicht für die Anlieger am Hillersbach mit sich bringe. Interessant sei übrigens die Tatsache und Oberhessen dürfe stolz darauf fein: Der hillersbach-Slauweiher habe die ersten elektrisch bedienten Stauwehre der Welt! Zum Schluß dankte der Redner noch dem Forstmeister K ü h n l e i n und seiner Frau, die in tatkräftiger Weise das Werk unterstützten. In einer weiteren kurzen Ansprache forderte das Provinzial-Ausschußmitglied Schäfer- Vadenrod die Anerkennung der großen Leistung für das hier Geschaffene. Das Werk solle nicht nur dem wirtschaftlichen Nutzen dienen, sondern der Stausee solle auch eine Stätte der Freude werden. Wenn auch das Hillersbachtal bis jetzt nicht weit über die engere Heimat hinaus bekannt sei, so werde doch die Zeit kommen, da man im ganzen Gau Hessen-Nassau, in Württemberg und Baden, in allen angrenzenden Gebieten, dieses Tal kennen werde. Durch die Einrichtung des schönen Bades müsse uns unsere Heimat noch viel lieber geworden fein. Mit einem Gedenken des Führers schloß er seine Ansprache. Bei einer kräftigen Vesper blieben die Arbeitskameraden und zahlreiche Gäste noch geraume Zeit bei anregender Unterhaltung beisammen. — Wie wir hören, ist für die nächste Zeit eine Besichtigung für Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden vorgesehen. gehenden Zuschauer den Siegestreffer. Dann schloß Kreisspielwart L u h mit der Siegerehrung die in jeder Hinsicht wohlgelungene Veranstaltung. Das Ergebnis: 1. To. Lang-Göns 1. Jgd., 30:9 Tore, 16:0 Punkte; 2. Tv. Münchholzhausen 13:3 Punkte; 3. Turnv. Hochelheim, Tv. Groß-Rechtenbach und Tv. Lang- Göns 2. Jgd., mit je 10:6 Punkten. 1900-MG. Batl. S:2. Das Spiel hat alle Erwartungen übertroffen, denn was beide Mannschaften am Samstag zeigten, war mehr als „Sommerfußball". Don allem Anfang hatte das Treffen ein solch schnelles Tempo, wie es nur bei wenigen Verbandsspielen festzustellen war. Die gezeigten Leistungen standen weit über dem Durchschnitt. Es war ein Spiel, wie es die Zuschauer sehen wollen. Der Spielverlauf begann mit abwechslungsreichen Aktionen. Die einzelnen Vorstöße der Stürmerreihen waren stets gefährlich, so daß beide Hintermannschaften voll in Tätigkeit treten mußten. In der 18. Minute kamen die Soldaten zu dem Führungstreffer. Einen von Zeiler abspringenden Ball erwischte Keul 2 bis 3 Meter vor dem Tor und schlug ihn wuchtig zwischen die Pfosten. Die Anstrengungen der Blauweißen um den Ausgleich waren erst kurz vor der Pause von Erfolg, da es der Jnnensturm nicht verstand, vorher verschiedene gute Chancen auszunutzen. Nach der Pause verlor das Spiel keineswegs an Tempo. Im Gegenteil. Als die Blauweißen durch Enders und Lippert auf 3:1 davongezogen waren. OJi.-tfpOTt Abschluß des Hirzenhainer Segelflugwettbewerbs. Flieger-Landesgruppe Hessen an der Spitze. Lpd. Fliegerlager Hirzenhain, 28. Juni. Nachdem am Freitag infolge der ungünstigen Witterung jede Flugtätigkeit ausgefallen war und am Samstag nur einige Dauerflüge im Blickfeld des Fliegerlagers ausgeführt werden konnten, wurde am Sonntagnachmittag der Hirzenhainer Ausscheidungs- Wettbewerb für die Rhön mit einer feierlichen Kundgebung abgeschlossen. Im Beisein der Führer der beteiligten Landesgruppen, Oberstleutnant Witte (Rheinland), Major Böhmer (Westfalen) und Hauptmann Schädel (Hessen), gab an Stelle des Wettbetverbsleiters Dr. O u v r i e r - Darmstadt, der sich im Laufe der. Woche eine Lungenentzündung zugezogen hat, der Sportleiter Dr. Zumbansen die Ergebnisse des Wettbewerbs bekannt, aus denen die Landesgruppe Hessen mit 3910 Punkten als Sieger hervorgegangen ist. Die Landesgruppe Westfalen sichere sich mit 3732 Punkten den zweiten Platz, während die Landesgruppe Rheinland mit 1651 Punkten erst in beträchtlichem Abstand folgt. In der Gemeinschaftsleistung ist der Landesgruppe Westfalen mit 36 Punkten vor Hessen mit 35 Punkten der erste Preis zuerkannt. Neben diesen Gemeinschaftsleistungen sind noch einige Sonderleistungen hervorzuheben, so der Zielflug des Flie- aers Arends (Aachen), der nach Frankfurt a. M. flog und auf dem Flughafen Rhein-Main landete, und ein zweiter Zielflug nach dem Flugplatz Kistin- gen, der nur aus Mangel an Ortskenntnis nicht restlos bewerkstelligt werden konnte. Die größte Gesamtpunktzahl als einzelner Flieger erreichte der Flieger Schilling-Bottrop, der auch den Zweitlängsten Streckenflug zu verzeichnen hatte. Besonders anerkannt wurden weiter die Leistungen des Fliegers Jung-Hirzenhain, der die größte Punktzahl während eines Fluges erreichte, Wilhelm-Hirzenhain, der mit fast 2270 Meter die größte Startüberhöhung erzielte, Heiderich - Düsseldorf, der einen 224-Kilometer-Streckenflug absolvierte, und Krieger von der Landesgruppe XII, der mit sieben Stunden die größte Flugdauer aufzuweisen hat. Auch der Leistung des Fliegers Bro men, dem als jüngsten Piloten des Wettbewerbs ein Tagespreis zugesprochen werden konnte, wurde gebührende Anerkennung zuteil. In einer Schlußansprache hob der Leiter der gastgebenden Landesgruppe, Hauptmann S ch ä d e l, hervor, daß dieser Wettbewerb, die Vorbereitung für d i e Rhön, die in ihn gesetzten Erwartungen voll erfüllt habe. Er schloß mit einem „Sieg-Heil!" auf den Reichsluftfahrtminister Hermann Göring. „Nereide" Siegerin im Deutschen Derby Zum 68. Male wurde am Sonntag in Hamburg- Horn bei strahlendem Sonnenschein und einem Massenbesuch das Deutsche Derby entschieden. Als Vertreter der Reichsregierung wohnten Generaloberst Göring und Generalfeldmarschall von Blomberg dem größten deutschen Zuchtrennen bei. Zum ersten Male nach 21 Jahren gab es wieder einen Stutensieg durch „Nereide", die in der neuen Rekordzeit von 2:28.8 für die 2400 Meter ganz überlegen vor „Alexandra" und „Periander" gewann. Im Triumphzug wurde die Siegerin unter ihrem Reiter zur Waage zurückgeführt, und Ministerpräsident Göring schmückte die in neun Rennen ungeschlagene „Nereide" mit dem Lorbeerkranz und dem „Blauen Bande". Handball-Blitzturnier in Lang-Göns. Neun Jugendmannschaften traten auf dem Lang- Gönser Sportplatz zum Kampf um die Urkunde an. Es waren die Jugenden der Turnvereine von Münchholzhausen, Hochelheim, Groß-Rechtenbach, Holzheim, Oberkleen, Ebersgöns und Garbenteich. Dazu kamen die beiden Mannschaften des Platzvereins. Kreisspielwart L u h eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Ansprache, in der er auf die Bedeutung und den Zweck des Pflichtturniers hinwies. Er betonte auch, daß dieses Turnier das erste feiner Art im ganzen Gau fei. Dann begannen die Kämpfe. Man sah vom Anfang bis zum Ende schöne und schnelle Spiele. An Überraschungen fehlte es auch nicht. So gewann die Favoriten-Mannschaft Lang-Göns nach einem hohen Sieg gegen Holzheim und Oberkleen nur äußerst knapp und mit großer Mühe. Münchholzhausen mußte sich sogar in seinem Spiel gegen Groß- Rechtenbach mit einem Unentschieden begnügen. Aber trotzdem sah man bald, daß für den ersten Platz nur Lang-Göns und Münchholzhausen in Frage kamen. So war auch das Spiel dieser beiden Mannschaften der krönende Abschuß der Veranstaltung. Dieser Kampf war der schönste und farbigste des Tages. In der ersten Halbzeit, sah man verteiltes Spiel, so daß die Seiten 0:0 gewechselt wurden. Dann wurde der Kampf spannender und rassiger. Durch einen Strafstoß ging Münchholzhausen in Führung. Aber bald holte Lang-Göns nach schönem Zusammenspiel das Tor auf und schoß sogar kurz vor Schluß unter dem Jubel der begeistert mit- setzten die Soldaten alle Hebel in Bewegung, um das Resultat zu verbessern. Es glückte ihnen aber nicht, denn die Hintermannschaft der Platzbefitzer gab sich keine Blöße. Erst als Enders auf 4:1 verbesserte, kamen sie durch den Rechtsaußen zum zweiten Treffer. Kurz vor Schluß stellte Enders dann das Endergebnis her. Die Soldaten stellten eine äußerst stabile Mannschaft, die ein gefälliges Spiel und großen Eifer zeigte. Beide Torwächter waren gleich gut. Der in der zweiten Halbzeit tätige wurde auf eine härtere Probe gestellt. Die Verteidigung war fchlagsicher und die Läuferreihe, in der der Mittelläufer besonders auffiel, war gleich gut in Aufbau und Abwehr. Der Sturm hatte verschiedene gute Momente, konnte sich aber gegen die diesmal besonders gut aufgelegte Hintermannschaft der Platzbesitzer nicht immer durchsetzen. Die Blau-Weißen zeigten eine Leistung, die die Anhänger sichtlich befriedigte. Der Sturm, der vor der Pause manchmal kopflos handelte, war später wie umgewandelt. Läuferreihe und Verteidigung war ohne Tadel, und Schmitt im Tor.an beiden Treffern schuldlos. 1900 Liga—Kirchhain 1:1. Das Spiel reichte nicht im entferntesten an das Samstagspiel heran. Die Leistung beider Mannschaften konnte nicht befriedigen. Die Gäste waren vor der Pause noch einigermaßen gut; später ließen auch sie mehr und mehr nach. Bei den Blau- Weißen machte sich das Dortagsspiel stark bemerkbar. Besonders der Sturm zeigte sich hiervon stark in Mitleidenschaft gezogen. Die lebendigen Spielphasen des Samstagspiels, besonders die der zweiten Halbzeit, sah man höchst selten. Die Gäste waren sofort stark im Angriff und die Hintermannschaft der Platzbefitzer hat alle Hände voll zu tun, um sich dieser Ueberlegenheit zu erwehren. Der Sturm der Blau-Weißen dagegen kann sich zu keiner geschlossenen Aktion finden, und so mußte Lippert wieder einmal für die Führung sorgen. Bei einem Eckball ging er nach vorne und im Nachschuß schoß er in die lange Ecke. Hierdurch änderte sich das Bild etwas. Der Erfolg hatte Auftrieb verliehen und nach der Pause war die Ueberlegenheit ziemlich stark. Die Gäste wurden ganz in ihre Hälfte zurückgedrängt, aber der Sturm konnte von den unzähligen Chancen keine mehr verwerten. Es fah also nach einem knappen Siege aus. Doch in der letzten Minute kam die Wendung: Heilmann spielte einen Ball ungenau zu Zeiler zurück. Der Halblinke fing ihn auf und lief bis kurz vor das Tor und knallte scharf unter die Latte. Die Gäste hatten eine ausgeglichene Elf zur Stelle, die ein ungekünsteltes Spiel zeigte. Ihr bester Mann war der Mittelläufer. Während der Drangperiode der Blau-Weißen neigte sie zu etwas hartem Spiel. Bei den Platzbefitzern konnte nur die Hintermannschaft einschließlich der Läuferreihe über die Stoppelfelder und ließ das Blattwerk vor Frau Steffens Fenster rascheln. Drinnen aber in dem kleinen Hause schlich die Erinnerung über knarrende Treppen und drängte sich durch die niedere weißgestrichene Tür, die in Frau Elisabeths Schlafzimmer mündete. Das Licht war längst gelöscht, aber sie war noch wach und horchte nach oben, von wo der ruhelose Schritt ihres Sohnes kam. War nicht gestern noch alles voll Frieden und unaeftörter Harmonie gewesen? — Nein, gestern schon nicht mehr! Da hatte Maria Terry bereits unter it)rejn Dache geschlafen. Wie ein Funke, der sich eingenistet, hatte das Mädchen langsam, aber stetig etwas zum Glühen gebracht, was noch hatte schlafen und träumen sollen, viele, viele Jahre lang. Er war erst fünfundzwanzig, ihr Sohn, und bis gestern immer nur ihr Kind gewesen. Sonst nichts.--Und heute? Sie lehnte den Rücken gegen die Wand des Bettes und horchte nach oben. Für den Augenblick war es still dann ging wieder dieser tastende Schritt hin und her und her und hin. Rolf mochte wohl denken sie höre ihn nicht, wie er wohl gemeint hatte, daß ie nicht merke, wie verändert er nach Hau e gekommen war, mit einem Lachen, das nicht fern Lachen war und einem Zug um den Mund, der halb Seligkeit, halb Verzweiflung ausdruckte. Sie hatte gesagt: „Fräulein Terry läßt dich noch grüßen Sie ist unerwartet geholt worden. Und hatte bann gewartet, was er erwidern wurde. Aber er hatte nur genickt und war dann nach seinem Zimmer hinaufgegangen. Weiter hatten sie kein Wort mehr über das Mädchen 9efP™$en. früher als gewöhnlich hatte er ihr gute Nacht ge- (Fr sei sehr müde.--Und nun konnte er nicht Waftn und sollte morgen wieder frisch sein für feine schwere Arbeit. Eine sengende Röte schoß ihr in die Mangern War es recht, daß sie duldete, wie er sich d>° H°nd° schwielig riß? Ein paar kurze Zeilen nur und R° f hatte alles was vielen anderen feines Alters zur Berfüaunastand: Geld, -inen gefüllten Schrank mit Garderobe, Möglichkeit zu Sport und Ausflügen und was es fonft noch für einen jungen Mann Be gehrenswertes gab. „Ach!" Sie horchte wieder nach oben, wo jetzt ein Stuhl gerückt wurde, leise, bedachtsam, um keinen Lärm zu verursachen, und es wirkte doch überlaut in der Stille der Nacht. Genau so überlaut, wie sich ihr Gewissen meldete, das die Vergangenheit wachrief. Unten auf der Straße ging ein Schritt vorüber, verhielt und ging weiter. Einmal, vor vielen Jahren — es mar nicht hier gewesen — war auch des Nachts ein Schritt gekommen, hatte Haltgemacht und war dann über den weißen Kies des Gartens geschritten. Aber damals war nicht heute gewesen. Da hatte Rolf noch kleine, pralle Fäustchen gegen die Schläfen gebrückt gehalten unb im Traum sein seligstes Kinder- lächeln gezeigt. Dicht vor ihrer Tür war ber Schritt verstummt. Sie hatte nicht geöffnet. Da war er roieber nach der Straße zu geschlichen und hatte sich dort verloren. Unb seither hatte sie ihn nie roieber gehört, bie vielen langen Jahre nicht mehr ... Oben war es jetzt ganz still. Vielleicht schlief er. Vielleicht auch lag er auf seinem Bett unb meinte. Aber Rolf tat keines von beiben, fonbern ftanb am Giebelfenster unb sah in bie Monbnacht. „Am Samstag um fünf Uhr — einen Kilometer außerhalb ber Stabt." Die Augen halb geschlossen, lehnte er gegen den Fensterrahmen. — „Trau den Weibern nicht, Steffen! Nein!", stöhnte er. „Sie nicht! — Sie nicht!' Ueber die Treppe herauf hastete ein Schritt. „Rolf?!" „Ja, Mutter!" „Ist dir etwas?" „Was sollte mir fein?" Da tappte Frau Steffen wieder die Stufen hinab. Daß sich die Menschen gerade in den Stunden willigsten Verzeihens so fern waren? Vielleicht war ber Mann, besten Namen sie einmal getragen hatte, in Italien, vielleicht in Rußlanb ober Frankreich, ober sonstwo an irgenbeinem fernen Fleck ber Erbe. Unb bis sie ihn fanb, war alles roieber verlöscht, bie Sehnsucht nach ihm, bie Reue, bas Dergebenroollen, bas ßiebebebürfnis einer einsamen Stunbe. Die Augen Elisabeths würben schwer. Die Liber schlossen sich. Eine Katze schlich bie Dachrinne entlang unb turnte kopfüber in ben Garten, wo eine Maus sich zu weit in den Hellen Schein des Mondes gewagt hatte. Gräser und Blumen schwankten, Duft letzter Rosen stieg empor. In Frau Elisabeths Schlafzimmer wurde ein Flüstern laut: „Nicht, Rudolf! Wenn der Junge erwacht!" Der Frauenmund lächelte, bot sich willig bem anderen dar, der sich in Leidenschaft zu dem ihren fand. „Glaubst du mir nun, daß alles Lüge ist? Alles Verleumdung, alles nur aufgebaufcht, damit ich dich und du mich verlieren sollst? Glaubst du mir?" Die Frauenhände hoben sich und glitten wieder zurück, halb Gewährung schenkend. Der Kirchturm Klein-Ellbachs warf zwölf Schläge in die Nacht. Daraus wurden in Elisabeths Traum die Hochzeitsglocken ... Sie schwangen und klangen, und unter ihrem Gesang trat sie mit dem Mann ihrer Liebe in die Kirche, myrthenübersät, seidenumrauscht, sprach ihr „Ja" und war bas glückseligste Weib, dem je ein Mann seine Liebe geschenkt hatte.--Unb jetzt hielt sie ihren Jungen im Arm unb hob ihn seinem D«^ oatgegen. „Ist er nicht ganz wie bu?" „Nein, wie bu, (Beliebtes!" Unb wieder lächelte bie schlafenbe Elisabeth Steffen, während ihre Hände über die Decke strichen. Das waren Rolfs weiche Kinderwangen, die sie jetzt liebkoste. Urplötzlich war der eben noch lächelnde Frauenmund hart. „Du betrügst mich! Die ganze Stadt spricht schon davon. — Aber der Junge gehört mir! Mir, mir, mir allein! Es ist das einzige, das ich mir nicht nehmen laste. Geh du, wohin du willst! Aber das Kind muß mir bleiben!"--- „Mutter", flüsterte vom Gang her Rolfs Stimme. „Mutter, es ist fünf Uhr?" Sie hörte ihn nicht. Ihre Hände flogen über dis Decke, packten Kleider, Wäsche, Schmuck, Spielzeug, Mäntel und Hüte in Koffer und Schachteln. Ihr Atem keuchte. In einer Stunde mußten sie fort fein. Wenn er zurückkehrte, sollte er das Haus leer finden... „Mutter--!" „Ja, mein Junge, ja! Gleich sind wir fertig! Gleich, mein Liebling!" Rolf schüttelt den Kopf und geht leisen Schrittes die Treppe hinab. Er macht nicht das geringste Geräusch. Dämmer liegt über bem Garten. Der schwache Ton der Frühglocke schwimmt über die Blumen hin. (Fortsetzung folgt!) GLORIA Ab heute Montag: Süddeutsche Uraufführung Der Schmuckkasten unter den deutschen Circusunternehmungen, wegen der besonderen Eigenart in seiner Programmgestaltung in allen Ländern Europas gelobt, kommt nach GIESSEN und bringt der Geschäftswelt GELD Die Direktion erbittet Offerten für größere Mengen gutes Wiesenheu, Stroh, Hafer, Quetschhafer, Kleie, frisch gestempeltes Roßfleisch, Brenn-, sowie Schmieröle, Sägemehl, usw. Außerdem für leihweise Gestellung von Landauern bzw. Jagdwagen mit Bespannung für den großen Festzug. Gesucht werden außerdem Möblierte Zimmer für Artisten und Angestellte, möglichst in der Nähe des Volkshallenplatzes. Preise erbeten ’ Offerten an die Direktion des Circus J. Busch, z. Zt. Euskirchen Rhld. Eröffnungsvorstellung: Freitag, den 10. Juli, abends 8 Uhr. -------- 4165D >£>O 'S er <3*.; Sa •Eg 02 E *6'0' c * -- tu tu ■* 0( b1$ *. E toc a ; die seines Jahren dachten. Erfolge der Teilnehmer unserer engeren Heimat. alles rüstet zur Ob mit der zur See, frohe Die Reisezeit ist da, und sommerlichen Urlaubsfahrt. Bahn, mit dem Auto oder befriedigen. Im Sturm waren verschiedene gute Flanken der Außen die einzigsten Lichtblicke. Schiedsrichter Deibel war äußerst aufmerksam. 1900 II — Klein-Linden 5:4. Dieses Spiel nahm einen torreichen Verlauf. Mitte der zweiten Halbzeit sah es schon nach einem Siege der Gäste aus. Ein kräftiger Zwischenspurt der Platzbesitzer glich die 4:2-Führung jedoch aus und kurz vor Schluß kamen sie noch zum Sieges- treffer. 1900 Alle Herren — Lollar Alte Herren. Die Alten Herren blieben ohne Spiel, da die GäsH wieder nicht zur Stelle waren. Zum 83. Male Feldbergturnfest Oie Reichsbundflagge über dem höchsten Taunusgipfei. Nachstehend geben wir einen Ueberblick über Ergebnisse. Der Auszug aus der Siegerliste bringt aus jeder Stufe die ersten Sieger und anschließend noch die Namen der Preisträger aus unserem Heimatgebiet: Männerklasse I (422 Teiln., 373 Sieger): 1. G. Lade, Tgm. Aschaffenburg-Damm, 89 Punkte: 12. H. Meyer, ATV. Marburg, 73 P.: 14. Carl Michels, Tv. 1846 Gießen; Arnold Fehrenbach, Mtv. Gießen, je 71 P.; 15. Gg. Stüssel, ATV. war; sie hielt sich an die Geschichte des Feldbertz- festes und betonte stark auch die Verbundenheit nut der heimischen Scholle. Die feierliche Siegerehrung am Nachmittag klang aus in einem begeistert aufgenommenen Treuebekenntnis zu Volk und Führer. So war das Feldbergfest wieder ein Fest der Heimat mit reichem völkischen Erleben, ein Fest wahrer Volksgemeinschaft, ganz so, wie die Väter des Feldbergturnfestes vor nunmehr bald hundert sich die Gestaltung deutscher Turnfeste Von allerlei Krankheiten unterwegs Wie schützt man sich gegen Reisekrankheiten? Don Dr. mei>. 3- Hansen. Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: All g em. Körperschule, Frauen und Manner: Don 19.15 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Schwimmen für Anfänger, Frauen u n d M ä n n e r. Von 18 bis 19.15 Uhr, Mullersche Badeanstalt. f Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen: Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kantine der Firma Buderus. Zu diesen Kursen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung kann vor Beginn der Hebungsstunde bei dem Sportlehrer erfolgen. Diese Erscheinungen der Seekrankheit klingen durch allmähliche Gewöhnung oft völlig ab und Die „Patienten" sind dann für die Zukunft weitgehend geschützt. Allerdings ist auch das nicht immer der Fall. Es gibt viele Seeleute, die bei stürmischem Wetter regelmäßig wieder erkranken, obwohl sie schon lange Jahre hindurch zur See fahren. Sv ist der berühmte englische Admiral Nelson während ganzen Lebens nie seefest gewesen! Stunden der Erholung erwarten uns überall. Oft jedoch wird die Reisefreude durch einen Schatten, der über vielen lastet, gedämpft: es ist die Angst vor der See-, Berg- ober Eisenbahnkrankheit. Diese ebenso harmlosen wie unangenehmen Begleiterscheinungen der modernen Reise sind in letzter Zeit sehr eingehend erforscht worden. Die folgenden Zeilen sollen sich mit ihren Ursachen beschäftigen und zugleich praktische Hinweise geben, wie man diesen unangenehmen „Reisekrankheiten" zu Leibe rücken kann. Die Seekrankheit ist vielen von uns aus eigener Erfahrung nur allzu bekannt — fast jeder Seereisende hat schon einmal daran gelitten, denn nach neueren Untersuchungen sind nur etwa 3 v. H. aller Erwachsenen wirklich seefest, wenn man die erste Seereise als maßgebend nimmt. Aeltere Menschen bleiben von ihr häufiger als jüngere verschont; außerdem wird von einigen Wissenschaftlern behauptet, daß merkwürdigerweise Geisteskranke unempfindlich gegen die Seekrankheit sind. Geschützt sollen auch Taubstumme, Blinde und Personen sein, die an gewissen Erkrankungen des inneren Ohres gelitten haben. Kinder bis etwa zum dritten Lebensjahr sind völlig unempfindlich gegen die Seekrankheit. Dagegen können auch Tiere von diesem Leiden ergriffen werden, besonders empfindlich sind Pferde und Hunde. Es ist leider nicht allgemein bekannt, daß das Frekbleiben von der Seekrankheit durchaus kein Zeichen von besonderer Energie und Willenskraft ist, sondern lediglich eine Frage der Veranlagung und Gewöhnung. Ebenso sicher ist allerdings, daß Furcht und übergroße Ängstlichkeit besonders bei nervösen Menschen das Auftreten der Krankheit beschleunigen, während durch eine gewisse Eneroie der Eintritt der Erkrankung sich zwar hinausschieben, aber nicht aufheben läßt. Ein Irrtum ist auch die häufig geäußerte Annahme, daß nur schwächliche Personen von ihr betroffen werden. Im Gegenteil: kräftige Männer fallen ihr oft nach kurzem Widerstand zum Opfer, während schwächliche Personen nicht selten fast unempfindlich zu sein scheinen. Marburg; Hans Schubert, ATV. Marburg; Reinhold Stock, Tschft. Lauterbach; Georg Schwan, Mtv. Gießen je 70 P.; 16. Gerhard Weiß, T. und Spv. Butzbach; Bohnacker, To. Schlitz; Adolf Klm- kel Tv. Lollar; Wilhelm Moos, To. Punkte; 18. Ernst Decher, Tv. Schlitz; Will'. Munt- zel! To. Lollar,'je 67 P.; A. Michel, T u. Spv. 1860 Marburg; Helmut Großhaus, Tv. Lollar 21. R Sckleifer, To. Braunfels, 64 P.; 22. Hrcy. Stein, Tschft. Lauterbach, 63 23. 0. Braunfels; Rolf Dollmuller, Tv Schlitz Fritz Guntrum, Tv. Schlitz, je 62 P.; 24 Helmut Diehl, To. Lollar, 61 P.; 25. I. Leßner, T. u. Spo. Butzbach- Hans Happel, Tv. 1846 Gießen, ,e 60 P., 26. E. Harms, ATD. Marburg, 59 P.; 27..L. Herbert, To. 1846 Gießen, 58 P.; 29. A. Seipp, Tv. Lollar, 56 P.; 30. R. Biermann, T.u. Spv. Butzbach, 55 Punkte. Männerklasse II (108 Teiln., 86 Sieger): 1. A. Fortuna, Tv. Haßloch, 73 P.; 14. ®enLbf' Sportv. 05 Wetzlar, 49 P.; 15. Otto Dietz Tv. Lollar, 48 P.; 16. Otto Köster Tv. L°ng-Gons 47 P.; 18. Adolf Müller, Postspv. Gießen, Fritz Adam,' Tv. Braunfels, je 45 Punkte. SDlännertlaffe HI (72 Teiln 69 Sieger): 1. H. Will, Tgm. Schwanheim, 67 P., U. Karl Heß, Tv. Braunfels, 57 P.; 12. Hermann Moller, Tschft. Lauterbach, 56 P.; 17. Ernst Sodler, Tschft. Lauterbach, 51 Punkte. -Miinn-rklaNe IV <95 Teilnehmer 83 S.e° ger): 1. H. Silberreis, Tgm. Unterliederbach, 70 P.. 2. W. Rieke, Tv. Braunfels, 69 P.; 16. Otto Meier, Tgm. Bad-Nauheim, 52 P. Jugend (272 Teilnehmer, 204 Sieger): L W. Sproß, To. Frankenthal, 96 P.; 4. Fntz Wald- schmidt, Tv. 1847 Wetzlar, 90 Z Helmut Schleenbecker, Tog. Ruttershausen, 86 P.; 14-Willi Berghäuser, Tsp. Wetzlar-Niedergirmes, 78 P.; 22. Fritz Gräser, Tv. Wetzlar, Otto Eger^ Mtv. Gießen, je 70 P.; 25. Karl ©paar, Tvg. Rutters- hausen, Erich Heß, Tv. Braunfels, Karl Reitz, T.-u. Spo. Butzbach, je 67 P.; 31. Fritz Schmidt To. Braunfels, 61 P.; 33. Willi Schreiner, Postsportverein Gießen, 59 P.; 36. Otto Schüßler, T.-u. Spv. Butzbach, 56 P. Die Seekrankheit geht vom Gehirn aus! Man kann fast überall die Meinung hören, das liebel der Seekrankheit werde vom Magen aus hervorgerufen. Diese Ansicht hat die moderne Wissenschaft einwandfrei als irrig nachgewiesen. Die Magenstörungen bei der Seekrankheit sind nur sekundärer Natur und kommen durch Reflexübertragung vom Gehirn her zustande. Wir wissen heute, daß die Schiffsschwankungen auf dem Weg über das Auge und vor allem über die Gleichgewichtsorgane des inneren Ohres besonders auf das Kleinhirn wirken und von dort zum Großhirn, das ja alle Sinneseindrücke uns erst bewußt macht, weitergeleitet werden. Don hier aus werden dann Schwindelgefühl, Erbrechen und die anderen Begleiterscheinungen der Seekrankheit hervorgerufen. Die modernen Mittel gegen dieses Leiden fußen auf dieser Erkenntnis und haben neuerdings zu Arzneikombinationen geführt, die hemmend auf diese abnormen Vorgänge im Gehirn wirken und somit vielfach den besten Erfolg erzielen. Durch derartige Mittel werden unsere Geruchs- unh Sinnesorgane vorübergehend verändert, so daß zum Beispiel Wohlgerüche noch angenehmer, üble Gerüche dagegen weniger unangenehm empfunden werden. Durch allgemeine Maßnahmen, die ja vielfach unbewußt ergriffen werden, lassen sich die Symptome der Seekrankheit auch erheblich mildern. So ist der für die Vermeidung der Krankheit günstigste Platz etwa in der Mitte des Schiffes, wichtig ist ferner die horizontale Lage des Körpers, und zwar fo, daß der Körper in Richtung des Schiffsrumpfes liegt, der Kopf nach vorn. Dorzuziehen ist der Aufenthalt in frischer Luft, also an Deck, auch eine regelmäßige Körperbewegung ist sehr zweckmäßig. Namentlich Spazierengehen auf Deck, gymnastische Hebungen und häufiges tiefes Luftholen sind sehr zu empfehlen. Auf dem höchsten Taunusgipfel, dem Großen Feldberg, wurde Samstag und Sonntag das 83. Feldbergturnfest durchgeführt. Das älteste Bergfest Deutschlands, zugleich das älteste Volks- und Heimatfest der Lande um Main und Rhein, übte roieber seine alte Anziehungskraft aus. Zu ben Wettkämpfern aus den verschiedensten deutschen Gauen kamen wieder Tausende von Feldbergfreun- den als Festbesucher und gaben mit ihrem froh- belebten Zelt- und Lagerleben den bunten Rahmen zu tzen vielseitigen Wettkampfveranstaltungen. Die Durchführung der reichsbundoffenen volkstümlichen Wettkämpfe erfolgte auf breitester volks- gemeiyschaftlicher Grundlage. Turner und Sportler, geeint im DRL., traten mit den Kameraden von den Wehrverbänden an, die mit ihren Mannschafts- Wehrkämpfen den Volkssport des neuen Deutschlands als ein Ideal alter deutscher Leibesübung im Sinne Fr. L. Jahns überzeugend darstellten. Das Feldbergfest begann am Samstagnachmittag mit dem spannenden Mannschaslskamps um das historische Völsungenhorn. Fünf Vereine waren dazu angetreten. Der Verteidiger, Stadt-Sportverein Frankfurt a. M., wurde auch in diesem Jahre wieder einwandfrei und sicher Sieger mit 389 Punkten; es folgen: Turnverein 1817 Mainz, 364 Punkte; Turnverein Fechenheim, 329 Punkte; Frankfurter Turn- und Fechtclub, 301 Punkte; Turnverein 1860 Frankfurt a. M., 287 Punkte. Eine völkische Feierstunde gab dem Fest Samstagabend einen stimmungsvollen Austakt. In Gegenwart vieler Ehrengäste hielt G-udietwart Dr. Kahle am brennenden Holzstoß die Feuerrede. Er lenkte die Blicke auf jenes erste Feudi-, das Ernst Moritz Arndt am 18. Oktober 1815 auf dem Feldberg entzündete und zeigte, wie das Feldbergfest immer im Brennpunkt der auf deutsche Einheit und Freiheit gerichteten Bestrebungen gestanden hat. Wenn wir heute endlich als restlos geeintes Volk um das Feuer versammelt seien, so sei das der großen Tat des Führers zu verdanken. Es fei das Feuer, um das unsere Gedanken kreisen und unsere Sorgen, daß nichts aufkommen möge, was seine leuchtende Kraft verdunkeln könne. Der Festsonnlag begann in der Frühe mit dem Aufmarsch aller Teilnehmer auf dem Philipp-Röbig-Platz. Der Führer des Feldbergfest-Ausschusses, Hugo Pfaff, Frankfurt a. M., zeichnete in seinen Grußwarten kurz und treffend die völkischen Wesenszüge des Feldbergturnfestes und führte weiter überzeugend aus, daß die Geschichte des Festes mit ihrer reichen Heben üeferung allen die heilige Verpflichtung auferlege, sich mit ganzer Kraft dafür einzusetzen, daß Deutschlands ältestes Bergfest auch im neuen größeren Bunde, im DRL. ein Hort Jahnschen Geistes bleibe. Freudig begrüßt der Feldbergfest-Ausschuß die Beteiligung der NS.-Wehrforrnationen an dem Mannschaftswehrkampf, wodurch die vom Reichssportführer gewünschte kameradschaftliche Verbundenheit dieser Formationen mit den Mitgliedern des DRL. sinnfällig zum Ausdruck kommt. Dank sagte Hugo Pfaff dem Reichsbundgauführer SA.-Gruppenfüy- rer Beckerle und dem Reichsbundgauobmann und Sportreferenten der SA.-Gruppe Hessen, SA.- Scharführer Hermann Topp, für die tatfäftige Hnterstützung bei der Ausschreibung des Wehrkampfes. Dann fliegen unter dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horft-Wesfel-Liedes die Flaggen an den Masten hoch, neben der Flagge des Reiches erstmals auch die Reichsbundflagge und die Olympiaflagge. Unter Leitung des Oberturnwarts des Feldbergfestes, Gausportwart K r a m b (Bad Kreuznach), wurden anschließend die vielseitigen Wettkämpfe reibungslos und bei dem herrlichen Bergwetter auch mit guten Leistungen durchgeführt. Bemerkenswert ist, daß erstmals auch die völkische Aussprache auf dem Feldberg angesetzt Auch auf regelmäßige Verdauung vor Beginn einer längeren Seereise ist zu achten. Der an Bord webende Reisende soll weder einen überfüllten, noch einen leeren Magen haben. Man vermeide flüssige Nahruna in größeren Mengen, besonders Bouillon und Tee nehme leicht verdauliche, trockene Speisen in kleinen Mengen zu sich. Kleine Mengen Kognak sind in vielen Fällen recht nützlich. DieGi senbahn- undAutokrankhett Die Eisenbahn- und Autokrankheit stellt eine mildere Form der Seekrankheit dar, von der meist nur sehr empfindliche Personen betroffen werden. Hier ist besonders das Schleudern der Wagen in der Kurve ein auslösendes Moment, schlechtes Pflaster, schlechte Federung der Autos oder Eisenbahnwagen sowie das Schleudern bei höherer Geschwindigkeit sind die übrigen Ursachen. Beim Auto spricht man direkt von einer „Limousinenkrankheit", die, wie der Name sagt, hauptsächlich beim geschlossenen Wagen auftritt. Der enge Raum, in dem der Fahrgast eingeschlossen ist, besonders aber die vom Motor aus in den Wagen gelangenden Gase werden von vielen Menschen sehr unangenehm empfunden und lösen ähnlich wie bei der Seekrankheit Schwindel, Hebel- feit und Erbrechen aus. Frische Luft — also Deffnen der Fenster — ist hier erstes Gebot! Oft genügt schon ein festes Andrücken des Kopfes an bie Wagenwand oder Bank, um Besserung zu bringen. Besonders günstig wirkt aber die Rückenlagerung. Außerdem ist es empfehlenswert, die Augen zu schließen, um den Eindruck der vorbeisausenden Landschaft zu unterdrücken. Die modernen Präparate gegen die Seekrankheit leisten auch hier — vor Antritt der Fahrt genommen! — recht gute Dienste. Auch das Uebelbefinben im Flugzeug ist in erster Linie durch die gleichen Ursachen bedingt wie die Seekrankheit. Eine besondere Rolle spielen aber in diesem Falle noch die Zentrifugalkräfte, die das Blut im Körper nach einer Seite drängen. 3n 18000 Beter Höhe würde das Vlut kochen! Die Berg- oder Höhenkrankheit der Menschen und Tiere ist durch den in der Höhe sinkenden Luftdruck verursacht. Damit ist naturgemäß auch ein Mangel am lebensnotwendigen Sauer- ft o f f verbunden. In 5000 Meter Höhe herrscht nur noch der halbe Luftdruck wie auf Meereshöhe und es steht auch nur noch die Hälfte Sauerstoff zur Atmung zur Verfügung. Von dieser Höhe an ist es schon empfehlenswert, künstliche Sauerstoffzufuhr einzusetzen, lieber 15 000 Meter Höhe genügt auch die Sauerstoffatmung nicht mehr, weil durch den dort herrschenden geringen Luftdruck der Organismus so abnormen Verhältnissen ausgesetzt ist, daß alle feine Funktionen gestört sind. Wir wissen ja, daß in größeren Höhen das Wasser bei niedri-» gerer Temperatur als 100 Grad zu sieden beginnt. Auf den höchsten Gipfeln der Alpen siedet es bereits bei 70 Grad. Da auch das Blut in der Hauptsache aus Wasser besteht, unterliegt es naturgemäß den gleichen Gesetzen und es läßt sich leicht errechnen, daß in 18 000 Meter Höhe das Blut zu sieden beginnen würde. Man kann also derartige Höhen nur mit Hilfe geschlossener Gondeln erreichen, wie das Prof. Piccard und andere Strato- sphärenfkieger ja auch getan haben. Wir brauchen aber gar nicht an so große Höhen zu denken, um die Wirkungen von Luftdruck und Sauerstoffmangel am eigenen Leibe demonstriert zu bekommen. Jeder Bergsteiger wird schon an sich selbst erlebt haben, daß sich oft schon bei 1500 bis 2000 Meter Höhe Erscheinungen einstellen, die als leichtere Formen der Bergkrankheit zu betrachten sind. Ebenso wie Menschen erkranken übrigens auch Tiere in größeren Höhen und von zahlreichen Bergexpeditionen sind uns derartige Fälle bekannt. Besonders empfindlich sind Hühner. Wenn sie aus dem Tiefland in die Höhe gebracht werden, leben sie meist nur kurze Zeit, mindestens aber verlieren sie die Fähigkeit zum Eierlegen. Die Erscheinungen der Bergkrankheit sind recht verschieden. Kurzatmigkeit, Leistungsverminderung, Schwindel und Herzklopfen sind die ersten Anzei- chen. Für Bergsteiger ist Schwindel und Mattigkeit namentlich an exponierten Stellen besonders gefährlich. Glücklicherweise tritt auch hier bald eine ausgesprochene Gewöhnung ein und wir wissen aus den Berichten der letzten Himalaya-Expedi- t i o n e n, wie weitgehend sich der Körper an große Höhen gewöhnen kann. In noch größeren Höhen nimmt allerdings die Bergkrankheit rasch bedroh- liche Maß an, und Flieger, die plötzlich auf viele tausend Meter Höhe aufsteigen, sind daher stark ge- fahrdet. Schon in 5000 bis 7000 Meter Höhe ist es manchem Flieger nicht mehr möglich, der Karte zu folgen und in noch größeren Höhen ist die fünft- liche Sauer st offzufuhr unbedingt notwendig. 02983 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzelle veröffentlicht Magdalene Polster Lehrerin Martin Burmester Medizinal-Praktifanf Verlobte ^Vekmielungsn^ Seltersweg 671 moderne 02994 7-Zimni.-Wohnung m.Heizung,grotz. Glasveranda u. anschl. Dachgart, sofort preiswert zu vermieten. Kilbinger Franks. Str. 6 I mögl.vormittags Hamburg, Hass elbrookstr. 54 Gießen / Hamburg 28. Juni 1936 Auch in der größten Sommerhitze sorgt der Elektro-Kühl- schrank für frische, wohlschmeckende Speisen. Er arbeitet völlig geräuschlos, ohne Beaufsichtigung und sehr billig. Lassen Sie sich Ihn genau erklären. Ansehen kostet Ja nichts. Gehen Sie zu n J- B. Häuser WP7Ä Gießen 3870 a Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Zwangsversteigerung Dienstag, 30. 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