Die Vorbereitung der zweiten Wahl in Krankreich. Nie Kommunisten triumphieren in der Volksfront. Paris, 29. April. (DNB.-Funkspruch). Am Dienstagabend tagten die verschiedenen Wahlausschüsse der Links- und Rechtsparteien, ebenso die gemeinsamen Wahlausschüsse der in der Volksfront zusammengeschlossenen Parteigruppen, um über die Kandidaturen für den zweiten Wahlgang Beschluß zu fassen. Wie aus den in der französischen Presse veröffentlichten Berichten der drei großen in der Volksfront zusammengeschlossenen Parteien hervorgeht, scheint die Wahldisziplin der Marxisten in vollem Umfange gesichert zu sein. U. a. heißt es: Die radikalsozialistische, die sozialistische und die kommunistische Partei hoffen gemein- f a m, daß der Sieg der Parteien der Volks- sammlung nach dem zweiten Wahlgang noch bedeutender sein werde, lleberall dort, wo die Stimmen der Linkswähler auf die Flamen verschiedener Kandidaten die Volkssamm- lungsfront verteilt gewesen sind, müssen sie sich für die Stichwahl auf denjenigen der Kandidaten vereinigen, der im e r st e n Wahlgang die meisten Stimmen erzielte. Unterzeichnet ist dieser Aufruf von D a l a d i e r, dem Vorsitzenden der radikalsozialistischen Partei, während eigenartigerweise für die fozialistische Partei nicht der Parteiführer L6on Blum, sondern der stellvertretende Generalsekretär S e v e r a c und gleichfalls für die kommunistische Partei nicht der Kommunistenführer C a ch i n, sondern der Generalsekretär T h o r e z unterzeichnet haben. Außerdem haben die Kommunisten und die Sozialisten noch einen gesonderten Aufruf ihres gemeinsamen Wahlausschusses an die Wählerschaft erlassen, in dem zunächst der Freude Ausdruck gegeben wird über den „großartigen Erfolg der beiden Parteien und damit der Gemeinschaft der Kräfte des Friedens und der Freiheit". Der Aufruf schließt: „So werden die Hoffnungen des Volkes dieses Landes sich verwirklichen, das sich von der Krise und dem Elend und den Gefahren befreien will, die die Reaktion dem Frieden und der Freiheit bringt." Die Tatsache, daß bei der Stichwahl die Abmachungen der Volksfront, d. y. sämtlicher Parteien der Linken, endgültig in Kraft treten sollen und daß in jedem Wahlbezirk die weniger aussichtsreichen Kandidaten der Volksfront verzichten oder von ihren Parteien selbst zurückgezogen werden, beschäftigt am Mittwochmorgen die Pariser Frühpresse. Der rechtsstehende „9 o u r" ist der Ansicht, daß es außerordentlich zu bedauern sei, daß der im ersten Wahlgang nicht durchgekommene Bürgermeister von Lyon und Ehrenvorsitzende der Radikalsozialistischen Partei, Herriot, doch den Entschluß gefaßt habe, sich mit Hilfe der Sozialisten u n d K o m m u n i st en in die neue Kammer wählen zu lassen. Mit diesem Entschluß mache er alle Hoffnungen auf eine nationale Gruppe innerhalb der Radikalsozialistischen Partei zunichte, die im Verlaufe der letzten Wochen aufgekommen seien, da Herriot scharf gegen eine Reihe von Grundsätzen der Volksfront vor dem ersten Wahlgang aufgetreten sei. Das „Echo de Paris" ist der Ansicht, daß der automatische Verzicht innerhalb der Volksfront zugunsten des aussichtsreichsten Kandidaten sich praktisch nur auf Ko st en der gemäßigteren Parteien der Volksfront auswirken werde. Alle Hoffnung sei daher für den zweiten Wahlgang verloren. Der „Petit Parisi en" stellt mit Bedauern Im Sitzungssaal des Schatzamtes richtete Dr. Ley herzliche Begrüßungsworte an Minister Rossoni und wies darauf hin, daß es ihm bekannt sei, welchen außerordentlichen Anteil Rossoni an der Gewinnung der italienischen Arbeiterschaft gehabt habe. Beiden Regierungsformen — dem Faschismus und dem Nationalsozialismus — sei es gelungen, das Volk durch Vernunft zu gewinnen. Er hoffe, daß der Minister während feines Aufenthaltes in Deutschland recht oft Gelegenheit finden werde, mit den schaffenden deutschen Menschen in Berührung zu kommen. Dr. Ley schloß seine Ausführungen mit einem Sieg-Heil auf Seine Majestät den König von Italien und auf den Duce. Minister R o s s o n t wies nach herzlichen Dankesworten auf die gleichlaufenden Bestrebungen Italiens und Deutschlands hin und hob besonders hervor, daß beide Länder im Kampf gegen den Bolschewismus verbunden seien. Er schloß seine Ausführungen mit einem Gruß an die Führer des neuen Deutschland. Anschließend besichtigte Minister Rossoni die Einrichtungen des Schatzamtes und ließ sich den Aufbau und die Leistungen der Deutschen Arbeitsfront eingehend erläutern. Der italienische Landwirtschaftsminister Edmondo Rossoni stattete am Dienstag Reichserziehungsminister R u st seinen Besuch ab. Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, dessen kürzlicher Besuch in Italien erfolgreich die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen gefördert hat, gab am Dienstagabend in den Räumen der Akademie für Deutsches fest, daß das Inkrafttreten der Dolksfrontbestim- mungen für den zweiten Wahlgang ein außerordentliches Anwachsen der Vertreter der Zweiten und Dritten Internationale in der neuen Kammer zur Folge haben werde. Die radikalsozialistischen Blätter sind sich in der Beurteilung der Lage nicht ganz einig. Die Blätter der Zweiten und der Dritten Internationale, der „P o p u l a i r e" und die „H u - m a n i t e", unterstreichen beide bereits den nach ihrer Ansicht feststehenden Sieg der Linksparteien am kommenden Sonntag. Wie ein Wann würden die Sozialisten und Kommunisten der Wahlparole der Volksfront Folge leisten und über die reaktionäre und faschistische Rechte der Kammer einen Sieg davontragen, der ihnen eine Wehrheit von 70 Sitzen bringen werde. Die Volksfront, so schreibt das „Journal des D e b a t s", werde nicht mehr von den Radikalsozialisten oder den Sozialisten geleitet, sondern von den K o m m u n i st e n, die ihrerseits vom Willen und der Organisation der Dritten Internationale beherrscht würden. Die kommunistischen Kandidaten, die heute Frankreich das Glück versprächen, würden morgen Moskau gehorchen. Der „T e m p s" erklärt ebenfalls, die eigentliche Gefahr für Frankreich bestehe darin, daß Recht einen Empfang zu Ehren von Exzellenz Rossoni. In der Begleitung des Ministers befanden sich der italienische Botschafter A t t o l i c o und Frau A t t o l i c o , der Botschaftsrat Marchese Diana und Marchesa Diana, sowie der Botschaftsrat Graf Magistrati. Dem Empfang wohnten ferner bei Reichsernährungsminister Darr 6, außerordentlicher Bevollmächtige!: und Botschafter von Ribbentrop mit Gattin, sowie der stellvertretende Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Geheimrat Professor Dr. Kis ch. Erlaß über die Errichtung des Reichssportamies. Berlin, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Im Reichsgesetzblatt wird folgender Erlaß des Führers und Reichskanzlers veröffentlicht: „Zur Bearbeitung aller Sportfragen wird im Geschäftsbereich des Reichsministers des Innern ein Reichssportamt errichtet. Der Leiter dieser Behörde führt die Bezeichnung Reichssportführer. Mit der Durchführung des Erlasses, besonders der Abgrenzung der Zuständigkeit des Reichssportamtes, beauftrage ich den Reichsminister des Innern. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern Frick." es ausländischen Einflüssen ausge» liefert werde. Die Kommunistische Partei führe die Befehle Moskaus aus. Wenn die Kommunisten sich jetzt vaterländisch und sogar militärisch gebärdeten und wenn sie die Trikolore grüßten, so sei das nur ein Grund mehr zum Mißtrauen. Die nationalen Republikaner Frankreichs müßten daher am Sonntag nur für französische Patrioten stimmen und sich gegen die internationalistischen Sozialisten und Kommunisten aussprechen. Herriot kandidiert. Begünstigung durch die Kommunisten. Paris, 28. April. (DNB.) Herriot hat sich entschlossen, seine Kandidatur zur Abgeordnetenwahl in Lyon auch im zweiten Wahlgang aufrechtzuerhalten. Der örtliche kommunistische Wahlausschuß hat beschlossen, gemäß der Wahlabmachung der Volksfront, den k o m m u n i st i s ch e n Bewerber in Herriots Wahlkreis zugunsten Her- riots aus der Stichwahl zurückzuziehen Das „Echo de Paris" begleitet den Entschluß Herriots, sich für den zweiten Wahlgang als Kandidaten aufstellen zu lassen, mit ironischen Bemerkungen. Herriot nehme also, so schreibt das Blatt, die 1100 Stimmen, die ihm die K o m m u - Or. $ricf zeichnet für das Oankopfer. Berlin, 28. April. (DNB.) Der Reichsminister des Innern und Reichsleiter Dr. Wilhelm Frick zeichnete sich am Dienstagmittag für das D a n k - opfer der Nation ein. Reichsminister Frick wurde von Obergruppenführer von Jagow, Brigadeführer Schwarz, sowie vom Sturmführer empfangen und begrüßte seinerseits in einer kurzen Ansprache den angetretenen Sturm und die Angehörigen des von Kommunisten ermordeten SA.-Mannes Hans Steinberg. Beim Verlassen des Sturmlokals wurde der Minister von der Menge, die sich inzwischen angesammelt hatte, herzlich begrüßt. Oer Fragebogen im Entwurf fertiggestellt. London, 28. April. (DNB.) Wie verlautet, hat bas englische Auswärtige Amt den Fragebogen an Deutschland im Entwurf fertiggestellt. Wie verlautet, hat die belgische Regierung durch ihren Botschafter am Montag keine besonderen Wünsche bezüglich des Fragebogens vortragen lassen. Sie überläßt es der britischen Regierung, die Fragen nach ihrem Ermessen zu stellen. Oer Völkerbund in Mißkredit. ,7lid)f mehr ein Bund der Völker." London, 29. April. (DRV. Funkspruch.) Der konservative Lord Queensborough Hal sein Amt als Schatzmeister und Finanzvorsihender des englischen V ö l k e r b u n d s verbandes überraschend niedergelegt. (Er begründet seinen Rücktritt in einem Schreiben mit den Worten: „Der Völkerbund ist. wie ich jetzt erkenne, nicht mehr ein Bund der Völker. Ich kann im Augenblick nicht sehen, daß er als ein wirksames Friedenswerkzeug arbeiten kann." Der Rücktritt Lord Oueensboroughs von seiner führenden Stellung im Völkerbundsverband hat in London beträckstl^ s Aufsehen erregt Die Völkerbunds- und onsfeindlichen kreise betrachten diese Tat' ’ als einen neuen Beweis dafür, daß das gegenwärtige Völkerbund s- f y st e m und die Sanktionspolitik Schiffbruch erlitten haben. Kein Aufgeben des Kollektivsystem-Gedankens. London, 29. April. (DNB.) Der Abgeordnete Mander fragte am Dienstag im Unterhaus, ob die Regierung es nicht für zweckmäßig halte, der französischen Regierung mitzuteilen, daß Großbritannien, falls Frankreich nicht bereit sei, wirksam an einer Unterdrückung des italienischen Angriffes in Abessinien mitzuarbeiten, nicht bereit sei, ein kollektives S y st e m aufrechtzuerhalten, das nur in Einzelfällen arbeite, und daß Großbritannien daher den Völkerbund verlassen und die Locarnoabmachungen kündigen werde. Lord Cranborne verwies darauf, daß diese Frage bereits einmal beantwortet worden sei, und zwar ablehnend. Mander gab sich jedoch hiermit nicht zufrieden. Er wies darauf hin, daß die von ihm vertretene Ansicht von der großen Mehrheit des britischen Volkes gebilligt werde, was zu stürmischen Rufen: „Nein! Nein!" im Unterhaus führte. Die Arbeiterpartei hat den Antrag gestellt, am nächsten Dienstag im Unterhaus eine allgemeine Aussprache über die auswärtigen Angelegenheiten stattfinden zu lassen. Dem Antrag wird voraussichtlich stattgegeben werden. Die Mutmahuncren um Hoare. London, 28. April. (DNB.) Die Vermutung, daß Sir Samuel Hoare demnächst in der Eigenschaft als Er st er Lord der Admiralität in das Kabinett zurückkehren wird, findet in der Oppositionspresse eine unfreundliche Aufnahme. „Daily Herald" schreibt in einem Leitaufsatz, Hoare sei unerwünscht, weil er das „Verbrechen" des Pariser Friedensplanes niemals zugegeben oder bereut habe. Er glaube immer noch, daß er im Recht gewesen sei, und würde dasselbe noch einmal wiederholen. Seine Wiederaufnahme ins Kabinett wäre ein neuer und ebenso schwerer Schlag für den Namen Englands, wie der Hoare-Laval-Plan. Die übrigen Blätter halten, obwohl eine amtliche Bestätigung noch nicht vorliegt, an der Annahme fest, daß Hoare demnächst ins Kabinett zurückgerufen würde. Für China. Genf, 29. April. (DNB.) Der Ausschuß für die Zusammensetzung des Völkerbundsrates beschloß die Schaffung eines elften nichtständigen Ratssitzes oorzuschlagen, der, vorbehaltlich der Zustimmung der Völkerbundsoersammlung, China zugeteilt werden soll. Außerdem wurde die Beibehaltung des im Jahre 1933 geschaffenen 10. nichtständigen Sitzes, den zur Zeit Portu- g a l innehat, beschlossen, wobei an die Möglichkeit gedacht wurde, ihn im September einem der baltischen Staaten zuzuteilen. 100 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 29. April 1956 stellte bei "den einen immen auf. R.) her deut- , ler Kampf Duell des nberg mit nach einer n wegen berg bie l Stunden lnde iurüd i liegenden Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen RH hi; 1,9 »iirde? pn ®e"; h%ng [Vieler W Kunb P» bann P ®anut Mang, ler Aprilia. Don unserem E.-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, 25. April. 3m Gebiet der einstigen Pontinischen Sümpfe ist am 25. April, gleichsam zur Nachfeier des Geburtstages von Rom, von Mussolini feierlich bü Grundsteinlegung von Aprilia vorgenommen werden. Nach Littoria, Sabaudia und Pontinia ist bÜ5 im Wandel von kaum vier Jahren die vierte Sirdlung in dem mit der Trockenlegung neu gewon- ntien Ackerland Agro Pontino. Die Besiedlung utD damit der Anbau von rund 600 Quadratkilo- m-ter fruchtbaren Bodens wird Übers Jahr so gut wir abgeschlossen sein. Die neue Stadt entsteht an der Straße, die von Rim nach dem nahe gelegenen kleinen Hasen und Sebad A n z i o führt. An der Bahnstrecke Rom— Lllzio soll auch die Bahnstation von Aprilia liegen. Dir Bodensläche für die neue Siedlung ist zunächst mit 30 Hektar angesetzt. Für diesen Siedlungskern wird mit einer Einwohnerzahl von 3000 gerechnet. Dir Stadtplan wurde von einem Schiedsrichteraus- lckuh bei einem Wettbewerb junger italienischer Architekten ausgewählt. Die Pläne mit der Gliederung der Plätze, der baumbestandenen Straßen utb der Verteilung der Haupt- und Amtsgebäude: Kirche, Rathaus, Haus des Fascio, Volksschule, Kaseine der Carabinieri usw. sind aufs genaueste aus- garbeitet. Das Stadtbild der „Frühlingsstadt" soll elmso wie Littoria, Sabaudia und Pontinia den -ist des faschistischen Italien in lebendiger Form 3i n Ausdruck bringen: einfache, klare Linien, über- siatliche Anlagen, ein-, höchstens zweistöckige, flach- dcchige Häuser; auch die Amtsgebäude schlicht, ohne seien überflüssigen „Schmuck", organisch zweckentsprechende und darum schöne Architektur. Die Pläne wrden sofort durchgeführt, so daß man binnen Jahresfrist schon in jenem Gebiet die junge Stadt, bfl5 neue Verwaltungs- und Siedlunaszentrum fin- ben wird, wo bis vor kurzem Krankheit und Fie- birtod unumstritten geherrscht haben. Schon die düsteren Namen der einst hier ver- ftieut liegenden Gehöfte und Niederlassungen: Stein- ksipferfeld, „Tote Frau", Totenfeld usw. erinnern q- das Grauen und Unheil, dem einst der einsame Wanderer in diesem Sumpfgelände begegnete. Bis Mit zurück ist dieser Landstrich verbunden mit -linklen Blättern der italienischen Geschichte. Hier kijcherm lügitch, autzri O ä Annahme von Anzeigen *”»””*«* ▼ . PT V für ,1, Ito,.,,™..,, cesssse miAHAHAil ■!M4A4 ääu Aimat im Bild-Die Scholle ■ ■ Md ■ M MW 1 g ■¥ Grundpreise für 1mm hohe te» tJllr Mr llr I zl lltr lilr I »«F : 1 v/ IV IIVIIV W v4 IIIV LtlV V ÄÄÄ Ach bei Nichterscheinen vorh Vereinbg.25°/„ mehr. Llge^ö7erer^^ewa^ KF " Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhesfen rijlen. Anzeiger Gießen tr f 4 V V gen,Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto: _ - . — _ behördliche Anzeigen6Rpf. zionlfurt am Main 11686 vru« und Verlag: vruhl sche Universitats-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B c-Kiaffe ’r in dem -(befett ließ ! o o b s auf 1,497 km/st )b. fjatte man der Trai- ifjmen den ige Streike e Simort km/st, oor jf (Harley) । gewinnen. ■zt E sand im Jahre 1482 die siegreiche Schlacht Roberts rcn Malatesta gegen den Herzog von Calabrien stctt, die Rom vor der Plünderung rettete. Der liihne Condottiere des Papstes, Malatesta, sollte jedoch die Früchte seines Sieges nicht genießen. Zchn Tage nach der Schlacht starben er und viele lener Soldaten den rühmlosen Fiebertod. In den Nächten, die sie in der malariaverseuchten Gegend in Freien zugebracht hatten, war ihr Blut vergiftet warben. Aus jüngerer Zeit ist das Grab des ältesten Lahnes des italienischen Nationalhelden Garibaldi, M e n o 11 i, den Nachfahren weniger ein „memento mori“ als vielmehr ein: „Gedenke zu leben und zu schaffen!" Der Sohn Garibaldis hatte selbst in dieser Gegend Siedlungsversuche gemacht und starb als Opfer der Malaria. Er wollte in dem von ihm geliebten Boden auch begraben sein. Sein Grabmal sollte den späteren Geschlechtern ein Mahnruf und Ansporn sein, dies Land von seinem düsteren Fluch zu befreien und ihm die alte Fruchtbarkeit wiederzugeben. In der Tat zeugen die einer sagenhaften Vorzeit angehörenden Ruinen des antiken „Satrico" (oon Satur, Saturicum oppidum, Stadt in fruchtbarem Land) von einem einstigen Reichtum des Bodens. So kehrt auch hier das faschistische Italien zur Stätte der Väter zurück und es mag auch für spätere Zeiten geschichtlich nicht ohne Reiz sein, zu beachten, wie dieser Mahnruf aus dem Munde eines Garibaldi in Mussolini seine Erfüllung gesunden hat. Nach altrömischem Brauch hat Mussolini bei der 0rünbung von Aprilia mit eigener Hand die Pflugschar geführt, die rings um die neue Siedlung die Scholle aufreißen und damit die Grenzen der neuen (gemeinde in den fruchtbaren Boden eingraben sollte. Freilich geschah das nicht-etwa mit einem antiken Museumsgerät, sondern mit einem hochmodernen Pflug, um auch so altes Brauchtum mit bem tätigen Leben der Gegenwart zu verbinden. Als Verbindungs- und Knotenpunkt zwischen den wieder fruchtbar gemachten Gebieten im Norden von Rom und denen im Süden der italienischen Hauptstadt wird Aprilia im Lauf der Jahre sicher noch besondere Bedeutung zukommen. Es liegt Rom am nächsten, ungefähr auf der Mitte des dem Sumpf entrissenen unb wieder urbar gemachten Landstriches, der sich von Grosseto im Norden bis herab nach Paestum-Salerno ifn Süden erstreckt unb im Altertum eine fast ununterbrochene Kette oon prunkvollen Lanbsitzen bes kaiserlichen Rom gebildet hat. Nach anberthald Jahrtausenden wird hier wieder blühendes Acker- und Weideland entstehen. Frohe Menschen werden hier wieder bauen, wider säen und ernten, werden Handel und IHan« bei wieder zum Aufblühen bringen und damit das alte Wort vom „Garten Italien" und „bas neue Wort vom „Krieg, den wir bevorzugen nämlich ben friedlichen Krieg gegen die widrigen Elemente, immer wahrer machen als lebendiges Zeugnis des soschistischen Italien. Oer italienischeMinisterbesuch inBerlin. Berlin, 28. April. (DNB.) Der italienische Landwirtschaftsminister Rossoni, der zu einem Utägigen Aufenthalt in Deutschland weilt, besuchte am Dienstagnachmittag in Begleitung des italienischen Generalkonsuls S c a r p a das Gebäude des Schatzamtes der Deutschen Arbeitsfront. nisten, und die 1300 Stimmen, die ihm die Sozialisten darbringen, an. Es sei nicht mehr die Rede davon, den Weg zur Anarchie zu versperren, es sei auch nicht mehr die Rede von den „Revolutionären im Kaninchenfell^. Herriot habe sich zwar Vorbehalten, sich nur dem radikalsozialistischen Parteiprogramm verpflichtet zu fühlen; trotzdem nehme er aber 2 0 0 0 marxistische Stimmen. Es sei aber noch die Frage, ob er überhaupt gewählt werde. Vielleicht würden es die kleinen radikalsozialistischen Händler seines Wahlbezirkes a b l e h n e n , ihre Stimmen mit denen der Jünger Moskaus zu vereinen. Oer Unterrichtsminister verzichtet. Paris, 28. April. (DNB.) Der Unterrichtsminister G u e r n u t, ein Radikalsozialist, hat seine Absicht bekanntgegeben, in der Stichwahl am kommenden Sonntag zugunsten seines sozialistischen Mitbewerbers zu verzichten, der im ersten Wahlgang mehr Stimmen als Guernut bekommen hat. Oalabier bei Sarraut. Paris, 28. April. (DNB.) Ministerpräsident Sarraut hat am Dienstagvormittag den Vorsitzenden der Radikalsozialistischen Partei, D a l a - vier, empfangen. ©er Aufbau der Sozialversicherung. Berlin, 28. April. (DNB.) Die im Reichsgesetzblatt erscheinende 14. Verordnung des Reichsarbeitsministers zum Aufbau der Sozialversicherung führt bei den Landkrankenkassen und landwirtschaftlichen Berufsgenossen- schäften den Führergrundsatz durch und trifft Bestimmungen über die Person des Leiters bei diesen Versicherungsträgern. Die Verordnung enthält weiter Vorschriften über Leiter und Beirat bei allen Trägern der Reichsoersicherung mit Ausnahme der Ersatzkassen der Krankenversicherung, für die bereits eine Sonderregelung besteht. Der Leiter hat alljährlich einen Haushaltsplan aufzustellen. Er bedarf nach Schluß jeden Geschäftsjahres der Entlastung. Um die verantwortliche Mitarbeit des Beirats bei den Trägern der Reichsoersicherung als Einrichtungen der Selbstverwaltung sicherzustellen, verpflichtet die Verordnung den Leiter, vor der Entscheidung über wichtige Angelegenheiten den Beirat zu hören. Der Beirat muß gehört werden vor Erlaß und Aenderung der Satzung und bei der Feststellung des Haushaltsplanes. Der Beirat hat ferner die Jahresrechnung abzunehmen. Soweit er die Abnahme verweigert, entscheidet die Aufsichtsbehörde. Der deutscheFuristentag 1936 Berlin, 28. April. (DNB.) Der Deutsche Juristenlag 19 3 6 beginnt Freitag, 15. Mai, abends, mit einem Empfang durch den Oberbürgermeister im Rathaus der Stadt Leipzig. Am 16. Mai vormittags wird die Ausstellung „Deutsches Recht" im Alten Rathaus eröffnet. Anschließend erfolgt die feierliche Eröffnung des Juristentages durch den Reichsführer der Deutschen Rechtsfront und des BNSDJ., Reichsminister Dr. Frank, in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Heß. Für den Nachmittag sind Führungen durch die Stadt, ein Presseempfang und kameradschaftliches Beisammensein vorgesehen. Die Veranstaltungen des Sonntags, 17. Mai, beginnen am Vormittag mit einem Aufmarsch am Augustusplatz mit anschließender Großkundgebung auf dem Reichsgerichts-Platz. Redner sind Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsminister Dr. Frank. Am Nachmittag finden wissenschaftliche Vorträge über „Das Recht in der Wirtschaft", eine Großkundgebung „Jugend und Recht" und ein Empfang der ausländischen Gäste des BNSDJ. durch Reichsminister Dr. Frank statt. Am Montag, 18. Mai, tagen die Reichsgruppen. Anschließend werden wissenschaftliche Vorträge über „Rasse und Volk" gehalten. Diesen Tag beschließt ein Festkonzert im Gewandhaus und Festvorstel- Kingen im Opernhaus und im Alten Theater. Am Dienstag, 19. Mai, wird die Tagung der Reichsgruppen fortgesetzt. Außerdem tagen' die Reichsfachschaften und Reichsberufsgruvpen in der Deutschen Rechtsfront. Es folgen wissenschaftliche Dorträge über „Recht und Gemeinschaft" und „Partei und Staat". Am Abend wird der Deutsche Juristentag geschlossen mit einer feierlichen Kundgebung, auf der Reichsführer Reichsminister Dr. Frank die Schlußansprache halten wird. Velgische Eindrücke in Warschau. Warschau, 29. April. (DNB. Funkspr.) Der belgische Ministerpräsident und Außenminister van Zeel and erklärte am Dienstag vor seiner Abreise auf einem Empfang polnischer Journalisten u. a., man müsse in naher Zukunft die Elemente einer dauernden Lösung des Dramas finden, das sich in Europa abspiele. Polen und Belgien seien aus verschiedenen Gründen sozusagen auf paralleler Linie mehr als andere Staaten daran interessiert, daß diese Elemente der Lösung möglichst schnell und sicher gefunden werden. Weiter betonte Minister van Zeeland, daß der weitere Ausbau derwirtschaftlichenAn- naherung zwischen Polen und Belgien der Hauptgegenstand der Unterredungen gewesen sei, die er in Warschau mit dem Außenminister Beck und der polnischen Regierung gehabt habe. Geheimnisse um die amerikanischen Flottenmanöver. Für die Geheimhaltung aller militärischen Einzelheiten der großen amerikanischen Flottenmanöver, an denen insgesamt 450 Flugzeuge und 150 Kriegsschiffe teilnehmen, sind besondere Maßnahmen getroffen worden, die sich nicht nur auf die Vernebelung der eigentlichen Manöverplätze beziehen. Bekanntlich war schon im vergangenen Jahr das Manövergebiet in einem auffallend großen Umkreis von Sperrschiffen umgeben, die kein Schiff in die „Kampfzone" hineinließen. Diesmal hat man sogar die Presse von der Berichterstattung ausgeschlossen, man hat verboten, daß die Mannschaften ihren Angehörigen irgendwelche Nachrichten über die Manöver geben, hat ferner angeordnet, daß selbst der Funkverkehr zwischen der Flotte und dem Marine- Ministerium unterbleibt und hat schließlich unmittelbar vor dem Auslaufen der Flotte sowohl Offizieren wie Mannschaften die Photoapparate abgenommen. König Fuad von Aegypten gestorben. Kairo, 28. April. (DRV.) König Fuadl.von Aegypten ist heute um 13.40 Uhr gestorben. * In Deutschland ist bekannt, daß König Fuad der Förderung der Wissenschaften und dem Ausbau der Geistesbeziehungen zu allen Ländern sein höchstes Interesse zugewandt hat. Dies gilt namentlich auch für die Beziehungen zu Deutschland, die auch dadurch sich besonders herzlich gestalteten, daß beide Länder sich in wirtschaftlicher Beziehung auf das vorteilhafteste ergänzen. Deutschland hat in den letzten Jahren im ägyptischen Handel in bezug auf Ein- und Ausfuhr mit an der Spitze der mit Aegypten Handel treibenden Länder gestanden. Die Mitglieder der deutschen Kolonie in Aegypten hatten erst in den letzten Tagen Anlaß zu besonderem Danke gegenüber dem König für die großzügige Unser Bild zeigt links den verstorbenen König Fuad von Aegypten, rechts den Thronfolger Prinz Faruk. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und erfolgreiche Hilfe, die bei den Hilfsmaßnahmen zur Auffindung des deutschen Gesandten v. Stohrer in der libyschen Wüste von ägyptischer ebenso wie von englischer Seite entfaltet worden ist. Die innere Entwicklung Aegyptens ist durch den verstorbenen König auf das erfolgreichste gefördert worden. Besonders großes Interesse wandte er allen kulturellen Belangen seines Landes zu. Namentlich an der hygienischen Hebung des Landes hat er entscheidenden Anteil genommen. Auch der Säuglingspflege und der Fürsorge für Mutter und Kind galt seine ständige Aufmerksamkeit. Schon als Prinz setzte er sich lebhaft für die Gründung einer ägyptischen Universität in Kairo ein. 1925 hatte er die Freude, diesen Wunsch verwirklicht zu sehen. Seine organisatorischen Leistungen auf dem Gebiete der Hygiene und der Medizin sind durch Verleihung des Ehrendoktorgrades zahlreicher europäischer Universitäten anerkannt worden. So nahm er den aktivsten Anteil an den Arbeiten der ägyptischen landwirtschaftlichen Gesellschaft, der Gartenbaugesellschaft, der Entomologischen Gesellschaft, der Geographischen Gesellschaft und vieler anderer kultureller Institute. Die Nachfolge des verstorbenen Königs geht nach der ägyptischen Verfassung auf den am 11. Februar 1920 geborenen Prinzen Faruk, Emir von Said, über, der nach sorgfältigster Erziehung in Woolwich (England) seinen abschließenden Studien obliegt. Bis zu seiner Großjährigkeit wird verfassungsgemäß ein Regentschaftsrat für ihn die Geschäfte führen, dessen Zusammensetzung verfassungsgemäß vom verstorbenen König testamentarisch festgelegt ist. Der Tod des Königs fällt in eine sehr bewegte Zeit. Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen Aegypten und England, die eine endgültige Bereinigung der beiderseitigen Beziehungen bringen sollen. Wenn es auch dem König nicht vergönnt war, deren Abschluß mitzuerleben, so kann doch der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß die mit diesen Verhandlungen angebahnte Entwicklung einen segensreichen Abschluß finden möge, der auch seinerseits zur Gestaltung eines wahrhaften Friedens auch in diesem Teile der Welt beiträgt. Auch in Deutschland wird das Hinscheiden des Königs mit tiefer und aufrichtiger Trauer empfunden. Das Beileid des Führet. Berlin, 28. April. (DNB.) Nach Bekanntwerden des Ablebens Seiner Majestät König Fudads I. von Aegypten hat der Führer und Reichskanzler dem jungen König von Aegypten folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Die Nachricht vom Ableben Ew. Majestät erlauchten Herrn Vaters, Seiner Majestät des Königs Fuad I. von Aegypten, hat mich aufrichtig betrübt. Zugleich im Namen des deutschen Volkes bitte ich Ew. Majestät anläßlich des schweren Verlustes, den das königliche Haus und das ägyptische Volk erlitten haben, meine herzliche Anteilnahme entgegenzunehmen. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Außerdem stattete im persönlichen Auftrag des Führers und Reichskanzlers heute nachmittag der Staatssekretär und Ehef der Präsidialkanzlei Dr. Meißner dem hiesigen königlich ägyptischen Gesandten NachLt Pascha einen Beileidsbesuch ab. Als Zeichen der Trauer um den verstorbenen Herrscher haben die Präsidialkanzlei, die Reichskanzlei, das Auswärtige Amt und der Reichstag ihre Dienstflaggen für heute und morgen auf h a l b - mast gesetzt. Beileid des engliWen Königs. London, 28. April. (DNB.) König Edu- a r d VIII. übersandte dem Prinzen Faruk anläßlich des Ablebens seines Vaters ein herzliches Beileidstelegramm. Gleichzeitig ließ er durch das 'Auswärtige Amt und den britischen Oberkommissar in Aegypten seine Anteilnahme den Amtsstellen übermitteln. Roms Veileid. Rom, 28. April. (DNB.) Der König von Italien und der italienische Regierungs- ch e s haben anläßlich des Todes von König Fuad herzlich gehaltene Beileidstelegramme abgesandt. In ihren Nachrufen würdigt die römische Presse die Persönlichkeit des verstorbenen Toten, der, wie „G i o r n a l e d ' I t a l i a" schreibt, unter zuweilen hochdramatischen Umständen die nationalen Forderungen des ägyptischen Volkes vertreten wollte und sich zugleich nach den Notwendigkeiten und Interessen einer anderen Macht richten mußte. Die Geschichte werde einmal anerkennen müssen, daß Aegypten unter König Fuad wirksame Fortschritte gemacht habe. In den Nachrufen wird ferner an die engen geistigen Beziehungen erinnert, die den verstorbenen König mit Italien, dessen Sprache ihm vollkommen geläufig war, von Jugend an verbunden haben. Französische Nachrufe. Paris, 29. April. (DNB. Funkspr.) Die französische Presse widmet dem verstorbenen ägyptischen König ehrende Nachrufe. Der „Petit P a r i s i e n" schreibt, daß König Fuad I. ein sehr kluger und gebildeter Mann gewesen sei, der sein Volk der westlichen Kultur aufgeschlossen habe. Er selbst soll einmal geäußert haben: „Ich bin ein europäischer König und nicht ein Satrap des Orients". Ihm müsse Aegypten einen großen Teil seiner ungeahnten Blüte verdanken. Seiner Persönlichkeit sei es allein zuzuschreiben, daß sich enge Bande zwischen dem antiken Land der Pharaonen und den modernen Staaten geknüpft hätten. Durch seine Ausstellungen und durch seine Unterstützung, die er allen Wissenschaftlern und Geschichtsforschern angedeihen ließ, verdiene Fuad geradezu den Titel eines „Ludwig XIV. von Aegypten". Der „Ami du Peuple" hebt seinen langen Kampf hervor, den er für die Unabhängigkeit Aegyptens geführt habe. Der „F i g a r o" lobt die ruhige Festigkeit des Herrschers und seine Klarsichtigkeit. König Fuad sei es, dank seiner wachsamen und geschickten Diploma- tte, möglich gewesen, allen Intrigen die Stirn zu bieten, die Ungeduldigen zu bezähmen und vor allen Dingen seinem Lande eine gewisse politische Autonomie zu sichern. Wien, 28. April. (DNB.) Die amtliche Nachrichtenstelle in Wien beginnt jetzt mit der Ausgabe der schon besprochenen Listen der von der Lebe n s v e r s i ch e r u n g s g e s e l l s ch a f t Phönix bestochenen Personen. In der amtlichen Mitteilung heißt es: Die in der Öffentlichkeit viel genannte Liste wurde bei der Direktion der Lebensversicherungsgesellschaft Phönix vorgefunden und befindet sich in den Händen der Behörden. Es handelt sich hierbei um eine Liste, bestehend aus 24 Männern, die lückenlos vom Januar 1931 bis zum 17. Februar 1936 geführt wurden. Die Gesamtsumme der darin verzeichneten Beträge beläuft sich auf 2 814 000 Schilling und 7000 tschechische Kronen. Von dem in der Liste enthaltenen Gesamtbetrag entfallen 600 000 Schilling aus Renumerattonen, Aushilfen und Zuwendungen für Wohlfahrtszwecke an Angestellte der Lebensversicherunqsgesellschaft. Für Pressezwecke wurden ausgegeben 1 098 000 Schilling. Don diesem Betrag entfallen 635 000 Schilling an den Herausgeber der „Sonn- und Montagszeitung", Ernst K l e b i n d e r (Jude). Der verbleibende Betrag verteilt sich auf 5 Jahre und auf mehrere Blätter, unter denen sich keine führende Tageszeitung Oesterreichs befindet. Ein Betrag von 15 495 Schilling wurde als Darlehen an vier öffentliche Beamte ausgewiesen. Das Disziplinarverfahren wurde gegen diese Beamten eingeleitet. Ein Betrag von 94 329 Schilling ist auf die Guthabenchiffre 0 eingetragen. hierbei liegt der Verdacht vor, daß es sich um eine Summe handelt, die dem Leiter der staatlichen Aufsichtsbehörde über das Versicherungswesen, Sektionschef O ch s n e r, zugekommen ist. Der Jüdische Rationalfonds erhielt 500 000 Schilling. Die erwähnte Liste weist einen weiteren Betrag von 3500 Schilling für jüdisch-nationale Zwecke auf. In der amtlichen Verlautbarung wird dann behauptet, daß auch an einen angeblichen Nationalsozialisten namens Willi V a ch m n n n über 400 000 Schilling gegeben worden seien. (Ein solcher Willi Bachmann war bislang in Wien gänzlich unbekannt. Die Schriftleitung.) Die Liste fährt dann fort, die Pfriemer- Heimwehr (Dr. P f r i e m e r war seinerzeit zweiter Bundesleiter der Oesterreichischen Heimwehren und hat später die sog. Steyerische Heimwehr gegründet. Die Schriftleitung) erscheine unter den Geldempfängern in der Zeit vom 3. April 1931 bis 27. Juli 1932 mit 18 000 Schilling. Der Land- b u n d erscheint in der Liste mit dem Betrag von 192800 Schilling. Die Sozialdemokratische Technische Union erhielt ein Darlehen von 300 000 Schilling. Zu Händen Dr. Rintelens ist ausgewiesen ein Betrag von 13 000 Schilling sowie ein weiterer Betrag von 95 000, der ihm im Jahre 1932 von der Kompaß-Bank zugegangen ist. Ein Betrag von vier bis fünf Millionen Schilling, der sich nach den bisherigen Erhebungen etwas erhöhen dürfte, wurde nach den vorgefundenen Belegen für außerordentliche Ausgaben in Prag verwendet. In der amtlichen Verlautbarung folgen dann die Hamen von Personen, die öffentliche A e m t e r bekleiden. Es wird feflgesiellt, daß im Zusammenhang mit der Phönix-Angelegenheit der Präsident der Bundesbahnen, General der Infanterie V a u g o i n , der bekannte hei- matschuhführer Staatsrat E o r e t h , der Staatsrat und ehemalige Landesverteidigungsminister Generaloberst Fürst' Schönburg-Harte n ft e i n, der Landesleiter der vaterländischen Front in Wien, Oberstleutnant a. D. S eifer f, und schließlich der Präsident der österreichischen Verkehrswerbung, Mitglied des Bun- deswirtichaftsrates, Dr. S t r a f e l l a, ihre öffentlichen Aemler niedergelegk haben. Hinsichtlich der Beträge, die an Organisationen gegeben wurden, enthält die amtliche Verlautbarungsliste folgende Posten: Der Reichsbund derOe st erreichet (monarchisttsche Organisation) erhielt nach der Verlautbarung im ganzen 9000 Schilling, die O st märkischen Sturm scharen 2000 Schilling und die inzwischen aufgelöste Groß- deutsche Volks Partei 47 000' Schilling als Provision für eine Kollektivversicherung. Besorgnis in England. London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Noä dem Tode König Fuads sieht man in ßonbo, der politischen Zukunft Aegyptens mit einiger Besorgnis entgegen. Die der Regjx, rung nahestehenden Blätter sind der Ansicht, bai es König Fuad dank seiner starken diplomatische Fähigkeiten gelungen sei, die innenpolitische Stabilj, töt Aegyptens aufrechtzuerhalten und die nativ, nalistische englandfeindliche Wafd< p a r t e i an der Machtergreifung zu verhindern, ob. wohl er keineswegs ein Freund Englands gewesen sei „Daily Telegraph" weist auf die bevor, stehenden ägyptischen Parlamentswah. l e n hin, in denen eine Mehrheit für die Wafdpartei gesichert sei, bevor der Regent: schaftsrat überhaupt Gelegenheit haben werde, sich umzusehen. Angesichts der zur Zeit im Gange befindlichen Verhandlungen für ein neues englischägyptisches Abkommen fei diese Aussicht beunruhigend. Man wisse, daß der ägyptische Nationalismus nicht zu Kompromissen be. reit sei. Kompromisse seien jedoch in der gegenmär. tigen Lage unbedingt erforderlich. Der gutr Wille Englands fei vorhanden, wenn das! ägyptische Kabinett davon Gebrauch machen roolle Die „,M o r n i n g P o ft" ermahnt den jungen König Faruk, daß den Interessen Aegypten- auf seinem Thron am besten durch eine enge unb freundschaftliche Verständigung mit England gedient würde. Nach Pressemeldungen soll König Faruk be. absichtigen, nach seinem Aufenthalt in Aegypten und nach der Einsetzung des Regentschastsrate, wieder nach London zurückzukehren, um seine- militärischen Studien zu vollenden. Der Heimatschutz hatte für alle seine Ange« hörigen in allen Bundesländern eine kollektive Um fallversicherung abgeschlossen, wofür ihm ein Regie, kostenbeitrag für die Durchführung dieser Versicherung in Höhe von 5000 Schilling monatlich ausge- zahlt wurde. Die Summe dieser Vergütungen beträgt 95 000 Schilling. Es ist noch vieles unklar. Der Eindruck der nunmehr veröffentlichten amtlichen Liste der durch den Phönix-Skandal belaste. : ten Persönlichkeiten ist in hiesigen ausländischen Kreisen unbefriedigend. Man glaubt, daß nicht alles m i t g e t e i 11 wurde, was zur völligen Aufklärung hätte gesagt werden können. Selbst wenn man nur die amtliche Liste zur Beurteilung heranziehen und nicht die sich mit zäher Hartnäckig, feit erhaltenden Gerüchte und inoffiziellen L i st e n , so blieben, wie betont wird, ver> schiedene unaufgeklärte Punkte. Z. B. fei bei den Angaben der für die Presse verausgabten Be- träge über eine Summe von rund 460 000 Schilling nichts Genaueres gefaat. Auch vermisse man die Namen der vier öffentlichen Beamten, die ein Darlehen bekommen hätten. Für noch nicht geklärt hält man auch den Posten von rund 100 000 Schilling, der auf Konto „O" gegangen sei, unb wobei lediglich die Vermutung ausgesprochen werde, daß Sekttonschef O ch s n e r diese bekommen habe. Als ganz bedenklich betrachtet man den angeblichen Posten für die „Nationalsozialisten", lieber 400 000 Schilling soll ein Bachmann bekommen haben, der nach dem amtlichen Bericht Devisen- und Häuseragent war. Was dazu führte, diesen Mann als Nationalsozialisten zu bezeichnen, ist nicht bekannt. Selbst die amtliche Mitteilung deutet übrigens an, daß es sich hier möglicherweise um rechtmäßige Provisionen handelte. Ein Nationalsozialist Bachmann ist jedenfalls in Wien nirgends bekannt. Bei den „Natio- nalsozialisten", die darüber hinaus 64 000 Schilling bekommen haben sollen, sind seltsamerweise die Namen verschwiegen. Ferner vermißt man genaue Angaben darüber, wer die „namhaften, zum Teil unsichtbaren Darlehen zu niedrigem Zins- fuß" von den Mitgliedern des ehemaligen Landbundes erhielt. Keine Klarheit gewinnt man auch aus den 4 bis 5 Millionen „außerordentlichen Ausgaben in Prag". Als auffällig werden die Beträge angesehen, die für die O st märkischen Sturmscharen ausgewiesen sind, nachdem politisch weit weniger wichtige Drganifationen weitaus höhere Beträge bekommen haben. Nachzutragen wäre noch, daß der Landesleitek der Vaterländischen Front in Wien, Oberstleutnant Seifert, seit Oktober 1934 monatliche Zuwendungen in Höhe von 300 und später von 400 Schilling erhalten hat. Er will die Beträge zur Unterstützung notleidender Kameraden verwendet haben. Echo in Belgrad. ® e.1.3 r a b, 29 2Iprit. (DNB. Funkspruch., Di- m - ° 1 * E a.. sich Mit der gestrigen amtlichen Wiener Veröffentlichung über Verbände, die von nrr' llu h o " i k" Zuwendungen erhielten. Das Blatt bezeichnet es als Ueberrafchung, daß entgegen ÜOh Regierungskreisen früher gemachten Andeutungen m äer amtlichen Liste zwar zahlreiche regte* rungsseindliche Bewegungen und Personen, aber nur einige zum Regime gehörende Persönlichkeiten mit ganz geringen Summen genannt werden. Der 06^01*6116 Dr. Berliner, so sagt das Blatt ironisch habe also großes Glück gehabt, daß er red}t3eitig gestorben sei, da er nach diesen Enthül- lungen olelleicht nicht nur wegen der Unregelmäßig* bei "Phöiiik", sondern auch wegen Unterstützung illegaler Bewegungen und Organisatio* nen angeklagt worden wäre. Starke Veachtuug in London. London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblatter berichten in großer Aufmachung über die Enthüllungen der österreichischen Regie* rung im Zusammenhang mit dem Phönix-Skandal. Dte Tatsache, daß führende politische Per* sonlichkeiten Oesterreichs Bestechungsgeldervon der Phönix erhielten, wird besonders hervorgehoben. „Daily H e r a l d" meldet, daß mit einer K r i s e in der österreichischen Innenpolitik zu rechnen fei. Jedermann itt Oesterreich frage sich, ob die Heimwehr unteX Die Phönix-Korruption in Oesterreich. Ein amtlicher Nachweis über die umfangreichen Bestechungen. Wer M zeigt 5 Hinter ’tfjm W 1 ßtm Berlin, 28. Ap Les Reichstagsgebi lag Reichskriegsop NSK0V.-2lus (front". Zu dem gur Zeit in Bett lämpfer erschienen. Nach dem Zahne Mäftsführer der ii: gedachte der Tot 'M ■ kichsknegsopferfu mit die Ausstellum ■ €d)ou solle in Stinm ier Frontsoldat Ms i lang zu bestehen t>o die im Lause der ' gezeigt werden soll Front im leb sich jeder ein Bild Schützengraben, e habe. Dann weck len Berlin, 28. A i Reichsorganisations {agoormittag im Be Reichsarb 1 ^gung allein bas ^ebensstanda r den Ausfü §°Me Selbstoerai ”le Irage des a e Nkden im Sinne 2!?^°^ol'stische Mensch ji un& an eine bestim Leistung bi ÄU"9 ^r Leb. als a ues ^enen. J £ot)n em Ante HMunq be, Ml»* bafü? ft sUrbeit ti*«* tun/ .Mutig ÄUp£^i>em BotflF uni Werben a rOem -KL d-WW Wt. ■1 ch M - MO •z -......W ■MW U..,a a: W Z W 'Z>' "/ Eindruck gewonnen, daß die Lage Oesterreichs besser sei, als er vorher geglaubt habe. Er sei mehr als je von der Notwendigkeit überzeugt, die Unabhängigkeit Oesterreichs aufrechtzuerhalten. Wie verlautet, stehe Chamberlain grundsätzlich dem Gedanken einer Wieder Herstellung der österreichischen Monarchie freundlich gegenüber, ohne diese Frage im gegenwärtigen Augenblick als dringend zu betrachten. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" meldet, daß Chamberlain nach seiner Rück- ^hr nach London sowohl dem Ministerpräsidenten Baldwin wie dem Außenminister Eden einen ausführlichen Bericht über seine Eindrücke in Mittel- „Die lebende Front" der AGKOV Eine Ausstellung, die in ganz Deutschland gezeigt werden soll. Hl |>4' tfl k bi. fc'J l en" *• I 'J1 ®dhqe K. b »em8 P »°ch°n hneenno '9.5a ruf, *■ [9en‘fd)Qftsrr, ?! 5ren' um sh London, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Zum bschluß der Besuche Sir Austen Chamber- ains in Wien, Prag und Budapest schreibt der Wiener Reuter-Korrespondent, Chamberlain habe__wulut UUI während seines Aufenthaltes in Mitteleuropa deneuropa erstatten werde rsuhrung Starhembergs Schritte ergreifen Kerbe, um ihre Forderung durchzudrücken, daß die ^lasteten Minister im Kabinett Schuschnigg Massen werden sollen. Chamberlains Reiseeindrücke. Optimistisches Urteil über Oesterreich. ürdieWiederherstellungderösterreichijchen Nionarchie. gung. etommen hck an allsten". Uebtt inn bekMM Zeucht ütoifen« | ■ führte, ] bezeichnen, A ’ titteilung beulet glicherweise ®. schen Manne, der an der Front zu Schaden gekommen ist, und der deutschen Frau, die das höchste Opfer, ihren Ernährer, für das Vaterland hingegeben hat, still und ehrfürchtig den Dank im Herzen zu zollen, den sie ehrlich verdient haben. Gerade in diesen Tagen, in der die Welt von Krieg und Krie'gsgeschrei widerhalle, habe einer, der die Front wirklich kennengelernt hat, der Führer und Kanzler des deutschen Volkes, der Welt die Hand gereicht für einen Frieden, der nur auf gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung der Völker beruhen könne. Wie fruchtbar das Zusammenarbeiten der Frontsoldaten für die Nationen sein könne, zeige der Besuch der finnischen Frontkämpfer, die ein freundschaftliches Verhältnis mit ihren deutschen Kameraden verbinde. Nach der Eröffnung der Ausstellung empfing der Staatskommissar der Stadt Berlin, Dr. Lippert, die finnischen Frontkämpfer, die heute zum Teil an hervorragender Stelle im öffentlichen Leben Finnlands tätig sind, im Reichstagsgebäude. ’ Landesleiiel Dberftleutnaii | tliche 3yi | ib später W j > Betrages j en Derweil ur Zeit in Berlin weilenden finnischen Front- ämpfer erschienen. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte der Haupt- geschüftsführer der NSKOV., Liebel, die Gäste. Er gedachte der Toten des Krieges und der Bewe- Unser Bild zeigt Reichskriegsopferführer Oberlindober bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Hinter ihm sieht man (mit Bart) den Führer der augenblicklich in Berlin weilenden Abordnung des Finnischen Frontkämpferbundes Lund ström. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Tagung der Reichsarbeitskammer Leitgedanke: Erhöhung des Lebensstandards. triebsführung und Gefolgschaft berichten. Seine Ausführungen waren von der Sorge um den deutschen Arbeiter getragen. Er führte zahlreiche Beispiele sozialer Werkaufgaben an: Sicherung des Arbeitsplatzes, Berufserziehung, Unfallverhütung, Entschuldung schuldlos in Not geratener Werkskameraden usw. Für einen Nationalsozialisten, erklärte er, sei es das größte Glück, Menschen im Betriebe betreuen zu dürfen. Pg. König, Betriebswalter des Eisen- und Stahlwerkes Hoesch-Köln-Neuesfen AG., Dortmund, führte aus seinen Erfahrungen und seinem Wirken in diesem großen Werk viele Beispiele an. Er befürwortete den Ueberaang vom Wochen- und Tagelohn des Arbeiters zur monatlichen Entlohnung. In drei Abteilungen des Werkes sei dieser Uebergang zur vollsten Zufriedenheit der Arbeiterschaft vollzogen worden. Dieses Verfahren sei geeignet aur Beseitigung wirtschaftlicher und sozialer Härten. Hauswirtschaftlicher und Hausarbeitsunterricht der weiblichen Jugend führten zu wirtschaftlichem Denken _ der späteren Arbeiterfrauen und erhöhten ebenfalls den Lebensstandard. Zum Schluß drückte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley seine Freude über die zahlreichen Anregungen dieser Tagung aus. Der deutsche Arbeiter wisse echte Betriebsführer von unechten sehr gut zu unterscheiden. In der nationalsozialisti- schen Gemeinschaft werde von jedem eine Höchstleistung verlangt. Aber jeder könne sich in dieser Gemeinschaft nach seinen Fähigkeiten entfalten. Durch die Betriebsgemeinschaften sei eine saubere und vernünftige Ordnung der Gemeinschaft geschaffen worden. Man müsse den Menschen in seinem Beruf stark machen durch gute Berufsausbildung, müsse ihn gesund erhalten, einen vernünftigen Leistungslohn Srs 9 W st jedenfalls in ei den „Nab ' >4000 Schills amerwch b vermißt W ie „namhafte iedrigem > maligen M • innt man deutlichen te- en die Betrtz hen Sturi»' i politisch nxa leiiaus höhen men atW" mbe, »* hielten. 2» daß entgeh -n Andeutun' ^reiche tf rfonen, ersönlichteA werden- 2 it das W abt, d°ß ieien ) wegen , Lrgan'l^ jentlichten amt vkandal belaste n auslänbi^l daß niH Berlin, 28. April. (DNB.) In der Wandelhalle >es Reichstagsgebäudes eröffnete Dienstagvormit- Reichskriegsopferführer Oberlindober die K O V. - A u s st e l l u n g „Die lebende tont wird, uz-.» B. sei bei {xii 'ausgabten & 0000 mffe man M Beam kn, I Zür noch ch I i rund W| ingen sei, in) I sprachen wert’ I Berlin, 28. April. (DNB.) In Gegenwart des Neichsorganisationsleiters Dr. Ley fand am Diens- tagvorrnittag im Berliner Rathaus die 3 Tagung der Reichsarbeitskammer statt, auf deren Tagung allein das Thema „Erhöhung des Lebensstandards" stand. Nach den Ausführungen des Leiters des Amtes Soziale Selbstverantwortung, Dr. Hupfauer, kann die Frage des gerechten Lohnes nur gelöst werden im Sinne und aus dem Gedankengut der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus. Der völkische Mensch ist an einen bestimmten Raum und an eine bestimmte völkische Art gebunden. Die gesamte Leistung des deutschen Menschen muß zur Erhaltung der Lebenskraft und des Lebensraumes des Volkes dienen. Dem einzelnen Menschen muß als Lohn ein Anteil werden an dem Gesamtleben des Volkes, an allen Mühen und Segnungen. Eine Erhöhung des Lebensstandards liegt darin, den Wachstumswillen des Volkes dadurch anzuregen, daß man ihm artgemäße Wege weist. Beispiele dafür sind die Schaffung der Reichs- autobahnen, die immer neue Pulsschläge der Arbeit nach sich ziehen, die Schule des R e i ch s a r b e i t s d i e n st e s , die die seelischen und körperlichen Kräfte der jungen Menschen wachsen läßt, Erhaltung der Arbeitskraft durch U r - laub, Erholung und Feierabendgestaltung, wirtschaftliche Lenkung des Verbrauchs, Weckung und Erweiterung aller Aufbaukräfte überhaupt. Jedem muß die Möglichkeit geaeben werden, an den Vorzügen unserer gesamten Volkskultur teilzunehmen. Zu der gleichen Frage sprachen dann je ein Betriebsführer und ein Betriebswalter. Dr. W o t s ch k e, Betriebsführer der Bayerischen Stlck- stoffwerke AG., Piesteritz, konnte von vertrauensvoller Zusa mmenarbeit zwischen Ve- MutDöfi £9 tonnen. Gel:: ” ® „ - - - .-------o .......... zur Beurteile 8 ron t". Zu dem feierlichen Akt waren auch die äher HartnäH»! ”r --— Neichskriegsopferführer Oberlindober eröffnete die Ausstellung mit einer Ansprache. Die Schau solle in Erinnerung bringen, welche Schrecken der Frontsoldat des Weltkrieges viereinhalb Jahre lang zu bestehen hatte. Deshalb bringe die Schau, die im Laufe der Zeit in ganz Deutschland ilu gezeigt werden solle, einen Teilabschnitt der ben Wrt> Front im lebenden Modell. Hier könne fpn" i sich jeder ein Bild davon machen, was ein Tag im Schützengraben, ein Tag Trommelfeuer bedeutet habe. Dann werde er auch bereit fein, dem deut- reich, gen. I Ee seine Air ,e kollektive t ein 0'eser 'onatljch au-', 'bkgütungen i aufbauen, den Menschen in seiner Freizeit kräftigen für neue Arbeit, ihn an den Kulturgütern teilnehmen lassen und ihn für Notzeiten sicherstellen. Dr. Ley teilte u. a. mit, daß für ein großzügiges Siedlungswerk die Pläne bereits fertig feien, und daß sie in wenigen Jahren in Angriff genommen würden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, besichtigt am 28. und 29. April im Bereich der Wehrkreiskommandos VI (Münster) und X (Hamburg) Standorte des Heeres und der Luftwaffe. ♦ Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, stattete gestern nachmittag dem Standort Mainz einen kurzen Besuch ab. Er besichtigte die Unterkünfte und wohnte dem laufenden Dienst der Truppenteile bei. * Der Generalstabschef der lettländischen Armee, General Hartman is, trat gestern eine Informationsreise nach Moskau an, zu der er vom sowjetrussischen Generalstabschef Jegoroff eingeladen wurde. In seiner Begleitung befinden sich drei Offiziere des lettländischen Generalstabs und der sowjetrussische Militärattache in Riga. Josef Stolzing-Cerny, der seit 1920 in München lebende Schriftleiter und Schriftsteller, ist vom österreichischen Bundeskanzleramt seiner österreichischen Staatsbürgerschaft für verlustig erklärt und damit ausgebürgert worden. Es wurde ihm gleichzeitig angedroht, daß er beim Überschreiten der österreichischen Grenze sofort verhaftet werden würde. Als einziger Grund wurde seine Zugehörigkeit zur NSDAP, angegeben. Dabei hat er sich während seiner langjährigen Mitarbeit beim „Völkischen Beobachter" niemals außenpolitisch betätigt. Zusammenstöße in Nazareth. Jerusalem, 29. April. (DNB.) In Nazareth kam es am Dienstag zwischen demonstrierenden Arabern, die vor das Regierungsgebäude gezogen waren, und Polizisten zu Zusammen st ö ß e n. Die Polizei feuerte mehrmals. Mehrere Araber und drei Polizisten erlitten Verletzungen. DerReichsberufswettkampf abgeschlossen Der Reichsjugendführer besucht die Wettkampfteilnehmer. Königsberg, 28. April. (DNB.) Nach Abschluß des Reichsberufswettkampfes am Montagabend waren die Wettkämpfer und Teilnehmer die Gäste der Stadt Königsberg, Oberbürgermeister Dr. Will begrüßte den Reichsjugendführer, Gauleiter Koch und General von Brauchitfch und betonte, daß die Stadt Königsberg stolz darauf fei, den Reichsjugendwettkampf in ihren Mauern gesehen zu haben. Der Führer des Gebietes Ostland, Oberbannführer Boekmann, dankte dem Reichsjugendführer für sein Erscheinen. Am Dienstag unternahmen die Wettkampfteilnehmer einen Ausflug nach Warnicken und Rauschen, während die Wettkampfleitung die praktischen und theoretischen Arbeiten des Reichsberufswettkampfes zur endgültigen Aufstellung der Siegerlisten prüfte. Am frühen Morgen brachte ein Son- derzug die 650 Jungen und Mädel nach Warnicken. Von dort ging es zu Fuß die Steilküste entlang nach Rauschen. Dort waren inzwischen Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Obergebietsführer A x m a n n und der Führer des Gebietes Ostland Oberbannführer Boekmann ein- getroffen, die die Jungen und Mädel begrüßten. Immer wieder mußte der Reichsjugendführer den begeisterten Teilnehmern die Hand drücken. Am Nachmittag gab Obergebietsführer A x - mann vor den Gaujugendwaltern der DAF. und den Sozialreferenten der HI. in der Handelshochschule noch einmal in großen Zügen eine zusammenfassende Uebersicht über die Arbeit des Schulungsganges für soziale Jugendarbeit. Der Hauptreferent für den Landdienst in der Reichsjugendführung, Bannführer Woyrsch, sprach über die Aufgaben des Landdienstes der HI. Der Landdienst, der eine Pioniertruppe im Kampf um den deutschen Boden sei, werde noch in diesem Jahre auf ganz Deutschland ausgedehnt. Am Abend fand ein Besuch der Wettkampfteilnehmer im Neuen Schauspielhaus statt, wo sie der Aufführung des Shakespearschen Lustspieles „Was ihr wollt" beiwohnten. Baldur von Schirach bet den Berufs-Wettkämpfern. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach traf am Montag in Königsberg ein, um den Reichs» berufs-Wettkämpfen beizuwohnen. Hier sieht man ihn im Gespräch mit einer Teilnehmerin. Links: Ober- gebietsführer Axmann, der Schöpfer des Reichsberufs-Wettkampfes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Badoglios Marsch auf Addis Abeba. Die gewaltige Truppenmacht, die Marschall B a- doglio von Dessie aus in Bewegung gesetzt hat, um in schnellem Vormarsch die abessinische Hauptstadt zu erreichen, läßt darauf schließen, daß Italien auf jeden Fall ein baldiges Ende des afrikanischen Krieges herbeiführen will, sie läßt aber auch erkennen, daß die italienische Heeresleitung mit unvorhergesehenen militärischen Überraschungen während dieses Vormarsches durchaus rechnet. Die Ausrüstung, die Vorhutsicherung, die Seitendeckung, alles das sind die Merkmale eines letzten gewaltigen Schlages, der den Gegner zum Frieden zwingen soll. Es sind verschiedene Gründe, die zur Eile drängen: einmal das Bedürfnis der römischen Regierung, den Völkerbund, England und die übrigen Sanktionsmächte alsbald vor eine vollendete Tatsache zu stellen, die den Beginn von Einigungsoerhandlungen ermöglicht und den politischen Sieg des Faschismus sicherstellt, und zum andern das bevorstehende Einsetzen der großen Regenzeit. Nach amtlichen und privaten Regenmessungen aus den letzten Jahrzehnten beginnt nämlich die Hauptregenzeit im Süden Abessiniens Ende Mai, im Norden Abessiniens Mitte oder Ende Juni. Während die kleine Regenzeit, die im April und Anfang Mai eintritt, etwa den Niederschlagsmengen in unseren Breitengraden entspricht und daher auch keine ernstliche Behinderung der Kriegführenden mit sich bringt, kann die große Regenzeit die italienischen Heeresbewegungen ganz erheblich beeinträchtigen, ja vielleicht unmöglich machen. Addis Abeba muß also unbedingt noch im Laufe des Monats Mai erobert werden. Die Berichte, die bisher von der Expeditionstruppe eingetroffen sind, die auf d e r Kaiserstraße nach Addis vorstößt, lauten recht günstig. Zwar müssen die Wege oft erst fahrbar gemacht, gesprengte Brücken wieder hergestellt werden, aber selbst wenn das bisherige langsame Tempo des Vorrückens durchgehalten werden kann, reicht die zur Verfügung stehende Zeit und das mitgenommene Kriegsmaterial aus, um das Ziel des Vormarsches in etwa zehn Tagen zu erreichen. Neben diesem Kriegsschauplatz gibt es jedoch in Abessinien noch drei weitere Kriegsschauplätze, auf denen italienische Truppen kämpfen, und von diesen bereitet mindestens einer dem Marschall Badoglio Sorgen. Es ist die Front in Dgaben, wo der General Graziani seit dem Freitag vergangener Woche vergeblich versucht, den wichtigen abessinischen Stützpunkt Sassabaneh einzunehmen. Monatelang hatte der ehemalige türkische General Wehib Pascha, der hier unter dem formellen Oberbefehl Ras Nasibus die Abessinier befehligt, genügend Zeit, die ganze Gegend um den Ort Sassabaneh in ein ausgebautes System von Verteidigungsstellungen zu verwandeln, in denen sich die schwarzen Krieger nun mit dem Mute der Verzweiflung gegen den italienischen Ansturm wehren. Der strategische Plan, der den Operationen Gra- zianis zugrunde liegt, sah die Umfassung des gan- zen abessinischen Verteidigungssystems durch die MU > der ODOL L 83 wirkt vorbeugend gegen Infektionen, also gegen Schnupfen, Halsschmerzen, Grippe und ähnliche Gefahren. ODOL L83 beseitigt peinlichen Mundgeruch, erfrischt, belebt. 3) L 83 ist das Kennzeichen für ein weiter vervollkomlri- netes Odol mjt erhöhter bakterientötender Wirkung. Konserven ufi<| 3«/0 Rabatt u-..r. —-ÄS* 115 ------- , i.i.0 / »-80 ' 3 " 500 9- *• KakaO m ausgete.cn- . alV<$ TCe und Ka,$ "e,en '^ j’ado'u. 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Es vingerchen im < ma* das Flasche .?Qb) bekam fürchtete Zeit d°s Kind auch ; ff üüm "Z°h' schon mel qehc Mge Mutter lieben Aeii Dabei ist da< D' ,bIn kein ?°turlich st^ ff NnfleW Q" r aber m ff'gen. Bei q 9Qnd ohne Au J]Qn den erster L"^-. u 4^ Sih teeuii Se gesteckt i„ 1111 ALT oahnens I no ‘flSfe** lum A bi Seit Sn Plagen ist jn .l-s D ü"enC w«>® s»pfE"'n Se« italienischen Truppen vor. Drei Armeen stehen Gra- zrani zur Verfügung, sie werden befehligt von den Generalen Nasi (linker Flügel), prüfet (Mitte) und Agostini (rechter Flügel). General Nasi sollte vom Westen her über Dagamalo nach dem nördlich von Sassabaneh gelegenen Dogabur vor« stoßen, diesen Ort besetzen und damit der gesamten abessinischen cheeresmacht den Rückzug nach H ar- rar abschneiden. Diese Aktion sollte gleichzeitig von einer entsprechenden östlichen Flankenbewegung des Generals A g o st i n i unterstützt werden. Aber das großartige Umzingelungsmanöoer ist in der ersten Periode der Schlacht anscheinend mißlungen. Der abessinische Widerstand war so unerwartet stark, daß die italienischen Panzerwagen kurz vor Dagabur zum Rückzug gezwungen wurden und daß auch der Vormarsch Agostinis vor dem wichtigen strategischen Ort B u l l a l e h vorläufig zum Stehen kam. Die erbitterten Kämpfe um Sassabaneh haben auf beiden Seiten außerordentliche Verluste hervorgerufen. Wenn auch nicht daran zu zweifeln ist, daß die Ueberlegenheit der Waffen und der kriegerischen Disziplin den Soldaten des Duce schließlich auch hier den Erfolg verschaffen werden, so hat doch der Ablauf der Ogadenschlacht gezeigt, daß der Abessinier ein durchaus ernst zu nehmender Gegner ist, wenn er e4ne selbstsichere, d. h. in diesem Falle eine europäische Führung über sich spürt. Diese Erkenntnis, durch blutige Verluste bestätigt, werden auch die Italiener als künftige Herren Abessiniens wohl zu verwerten wissen. Von den beiden übrigen Kriegsschauplätzen ist im Augenblick wenig zu sagen. Sie scheinen den italienischen Truppen keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr zu bereiten. Von dem Fortgang der Operationen in der D a n a k i l - W ü st e, wo vor einigen Wochen die Oase Sardo in der Nähe von Französisch-Somaliland nach langem Wüstenmarsch eingenommen wurde, hat man seitdem nichts mehr gehört. Auch die Besetzung und Sicherung des ganzen Tanaseegebietes stößt scheinbar auf keinen militärischen Widerstand. Die Entscheidung fällt in O g a d e n. Wenn bei Sassabaneh das letzte kampffähige Heer Abessiniens besiegt ist, gibt es nichts mehr, was die restlose militärische Unterwerfung des schwarzen Kaiserreiches durch die Italiener verhindern könnte. Italienischer Heeresbericht. Rom, 28. April. (DRV.) Der italienische Heeresbericht Nr. 197 gibt bekannt: Marschall B a d o g l i o telegraphiert: „An der Nordfront sind unsere motorisierten Kolonnen von Dessie aus 14 0 Kilometer weit auf der Autostraße nach Addis Abeba vorgedrungen, ohne Widerstand zu finden. Eine andere Abteilung, die von Worrailu aufgebrochen war, hat nach 50 Kilometer den Fluß Wacit erreicht. Der Sultan von A o u s s a, Mohammed Jahio, hat sich in unseren Reihen eingefunden und sich unter unsere Militärhoheit gestellt. An der Somalifront macht unser siegreicher Vormarsch weitere Fortschritte. Auf dem linken Flügel dieser Front haben libysche Abteilungen, die von Dagamedo kamen, feindliche Gruppen im Tal des Faf geschlagen. In der Mitte hat die Kolonne F r u s c i die Gegend von Done Hamansei gesäubert. Dabei wurden drei Kampfwagen wieder in Besitz genommen, die am 11. November v. I. im Faf-Tal bei einer Erkundung zurückgelassen werden mußten, ferner ein Flugzeugmaschinengewehr und die Goldmedaille des Leutnants Minetti. Weiterflug beschaffen können? geben Madrid, Ende April. Steigende Nervosität ist das Merkmal des öffentlichen und privaten Lebens in Spanien. Eine Flut von Gerichten geht um, die aus der Provinz in die Hauptstadt und aus der Hauptstadt in die Provinz strömt. Die Pressezensur, schärfer denn je durchgeführt, aber von den Blättern der Rechten auch bereitwilliger denn je durch bedeutsames Ausstreichen von Druckzeilen und durch überdeutliche Vermerke ad oculos demonstriert, tut ihr Uebriges, um die Flut noch wilder ansteigen zu lassen. Schließlich kann man auf die Dauer der Hauptstadt nicht verbergen, daß in ihren Straßen d i e geheimen Unruhen bisher mehr als ein halbes hundert Tote gekostet haben. Offiziell aber herrscht Ruhe, doch diese „Ruhe" ist selbst bis in die höchsten politischen Kreise hinein so mit Nervosität geladen, daß zum Beispiel geringste Anlässe im Parlament gröbste Tumultszenen Hervorrufen und die Abgeordneten selbst zu keiner vernünftigen Arbeit kommen. Es gab erregte Debatten, und als eine Abstimmung die Wahlakte von Granada zu Ungunsten der Rechten liquidierte, zog die Ceda mit ihren 94 Abgeordneten geschlossen aus dem Parlament aus. Die Taktik Gil Nobles während der Arbeit des vergangenen Parlaments, fein ständiges Lavieren und ängstliches Zurückhalten, ja, seine Unentschlossenheit selbst als Kriegsminister und Mann von höchster Bedeutung im Kabinett Lerroux, hat ihm selbst unter seinen eigenen engsten Mitarbeitern eine große Einbuße an Beliebtheit eingetragen. Auch seine Wähler rückten ja deutlich von ihm ab. Der rote Verbrüderungswille hat jetzt auch die Sozialistische Jugend ergriffen, die im Augenblick Vorbereitungen für ein Aufgehen dieser Gruppe in der k o m m u n i st i s ch e n Jugend trifft. Diese Vorbereitungen fielen zeitlich kurz nach der Heimkehr der Delegierten der Kommunistischen mit Beschlag belegt worden, während sich der Flieger verborgen halte. Jedenfalls hat der Abessinienflug Drouillets damit ein vorzeitiges und programwidriges Ende gefunden. Wie der römische Vertreter des „Petit Parisien" hierzu ergänzend mitteilt, soll Drouillet zunächst die Absicht gehabt haben, nach Griechenland durch- zuflieaen. Er habe aber Schwierigkeiten mit der Oelzusuhr gehabt und hätte deshalb auf dem ersten erreichbaren Flugplatz landen müssen. Das sei ausgerechnet der italienische Militärflugplatz Montecelio gewefen. Die Tatsache, daß der Luftberater des Negus gerade auf italienischem Boden landen mußte, entbehre nicht eines gewissen Reizes. Da der französische Flieger keinerlei Papiere bei sich hatte, widersetzten sich die italienischen Behörden allein schon aus diesem Grunde seinem Weiterflug. Es bleibe, fo schreibt das Blatt, nur die Frage offen, was Drouillet feit dem Zeitpunkt feines überraschenden Startes in Paris am Samstag und seiner Landung in Italien am Dienstag gemacht habe. Wo ist e r wesen und wo hat er sich Brennstoff für Jugend Spaniens von Moskau, wo sie mit der Exekutive der Kommunistischen Jugend-Jnternatto- nale und ebenfalls mit dem Seketär der Kommunistischen Internationale, Dimitrof, eifrige Verhandlungen über die Revolutionierung Spaniens gepflogen haben. So wartet neuer Aufruhr im Hintergrund. Tagtäglich noch verlassen Mitglieder der spanischen Aristokratie und Finanz das gefährdete Land in Richtung Lissabon und Biarritz. Mit aller Gewalt versucht die Regierung, diese Auswanderung zu verhindern. Ader weder die Beschränkung der Banknotenausfuhr, noch die Erschwerung der Pahaus- stellung schneiden oiesen Wg ins Ausland ab, denn es finden sich immer noch Umgehungsmöglichkeiten. Außerdem kann diese Regierung auch deshalb nicht den allerstärksten Druck auf die emigrierenden Bürger ausüben, weil es einfach nicht m e h r i n ihrer Macht liegt, Gut und Leben zu schützen. Auch der Selb st schütz versagt, da die Polizeistellen immer dann energischer als in anderen Fällen mit Verhaftungen und Strafen vorgehen, wenn sie bei Mitgliedern der Rechtsparteien Waffen porfinben, oder gar geheime Versammlungen, in denen die Maßnahmen für den Notfall besprochen werden, irgendwo aufspüren. Die Verhaftung des Faschistenführers Primo de Rivera zeigt, daß man den Ausdruck „staatsgefährdend" sehr vage handhaben kann. Das Aufgebot der Truppen des Ueberfallkommandos reicht in der Hauptstadt gerade knapp dazu aus, die immer unruhiger werdenden Mittel- und Hochschulen unter polizeilicher Aufsicht zu halten und Banken, Ministerien, Wohnungen der Staatsmänner und besonders auch gerade die deutsche und die italienische Botschaft zu schützen. Moskaus Hand in Svanien. Madrid, 28. April. (DNB.) In Barcelona wurden am Dienstagmittag der frühere oberste Polizeichef von Barcelona, Miguel B a d i a, sowie fein Auf dem rechten Flügel baut die Abteilung Ago - stini die Stellungen bei Gunagado weiter aus. Die Flugwaffe unterstützt erfolgreich die Kampfhandlungen auf der ganzen Linie." Gin Flieger des Aegus landet unfreiwillig in Italien. Wenn man ausreibt und dann Pech hat! Paris, 29. April. (DNB. Funkspr.) Ein peinliches Mißgeschick hat den französischen Flieger Drouillet ereilt. Bekanntlich war es ihm am vorigen Samstag gelungen, die Aufmerksamkeit der französischen Luftpolizei irrezuführen und mit seinem für den Negus verdingten, aber von der französischen Regierung aus normalen Gründen b e - schlagnahmten Flugzeuge von einem Pariser Flugplatz zu entwischen. Seit diesem kühnen Streich war man ohne Nachricht von Drouillet gewesen. Nun soll, wie Havas aus Rom meldet, Drouillet in Italien zur Notlandung gezwungen worden fein. Das Flugzeug fei sofort Oie Lunte am spanischen Pulverfaß Von unserem spanischen Berichterstatter. Bruder Ios 6 auf offener Straße erfchof. s e n. Die Pistolenschützen entkamen. Die Bluttat hat in der katalanischen Oeffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Man nimmt an, daß es sich um einen Racheakt handelt. Ferner wurde am Dienstag in Madrid ein Bäckermeister erschossen, der früher dem Gewerkschaftsverband UGT. angehört hatte und als Streikbrecher später ausgeschieden wurde. Der spanische Staatsanzeiger veröffentlichte am Dienstag eine Verfügung des Innenministers, wonach ein Oberst und ein Oberstleutnant der Polizei zwangsweise zur Disposition ge- stellt werden. Schwere Ausschreitungen von Senegalsoldaten in einer tunesischen Stadt. In der tunesischen Stadt Susa haben dieser Tage etwa 100 Senegalsoldaten schwere Unruhen verursacht. Sie durchzogen die Stadt, beläftigten und verprügelten zahlreiche tunesische Eingeborene, von denen viele schwer verletzt wurden. In den Hauptstraßen der Stadt zerstörten sie die Schaufensterauslagen. Gendamerie, Polizei und Truppenabteilungen mußten eingesetzt werden, um die Ordnung wiederherzustellen. Die Ursache zu den Zwischenfällen soll in einem vor einigen Tagen erfolgten Zusammenstoß von Senegalsoldaten mit Eingeborenen zu suchen fein, wobei ein Senegalsoldat schwer verletzt worden war. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Wetterkarte zeigt heute ein kräftig entwickeltes Azoren-Hoch und ein fast ebenso kräftiges Hoch, druckgebiet über Nordosteuropa. Während am Süd- rand des letzteren verhältnismäßig warme Luft über Osteuropa westwärts verfrachtet wird, strömt über England noch immer kühle Meeresluft nach Deutschland. Der Witterungscharakter bleibt daher auch bei uns trotz zeitweiliger Aufheiterung noch leicht unbeständig und für die Jahreszeit zu kühl. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis aufheiternd, doch leicht unbeständig, Mittagstemperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Winde um Nord. Aussichten für Freitag: Fortdauer des leicht unbeständigen und ziemlich kühlen Wetters. Lufttemperaturen am 28. April: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 9,5 Grad; am 29. April: morgens 8,6 Grad. Maximum 10,9 Grad, Minimum heute nacht 8,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 9,5 Grad; am 29. April: morgens 8,7 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. StelloertretenderHauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. I Verkäufe RflöioopDorat Volksempfänger (Gleichstrom) zu verkauf, oim Brandgasse 3 I. Suche MitteMai erfahrenes, im Kochen bewand. MillMUll Oberst Kock Wartwegl4.f"^ Ordentl., sauber. Attein- mädchen das kinderlieb ist, fürsof. in Dauerstellung gesucht. Frau L Dirksmöller öinoenüurgro. 13 p Mädchen od. Frau für halbe Tage in eins. 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April 1936. 2706 D strafie 24) aus statt. 2704 D Plötzlich und unerwartet verschied meine liebe Frau und Mutter, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Enkelin. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Döringer, geb.Eckhardt im 24. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Döringer und Kind. Wieseck, Lollar, Allertshausen, den 29. April 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause (Wieseck, Philosophen- | Vermietungen Modern möbl. Wohn-u.Sclilafzim. mit sev. Küche und Bad zu vermieten. 01963 Landgraf- Plnl.-Platz 7 II. [Verschiedenes] Kleine pfinMaHrt m. Akademiker« tochter, 23, bl., evang., m. fnm* pathsichern Arzt oder Offizier machen. Ausst. später. Hausbes. Bildbriefe unter 2687D an den Gießen. Anzeig, erbeten. _ Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoOUto., Gießen Seltersweg 44 JM1 a stuönöeoiei (ließen 2628D Donn., 30. Avr. 20-22.30 Uhr (28. Freitag- Abonnement.) Preise von 1-bis 3.20 RM. Schwarze Husaren Operette von W. W. Goetze. Musik. Leitung! Ernst Bräuer. Spielleitung: Der Intendant. Ällli* Kabeljae, Pid. 32 PL Seelachs, Pfd. 26 PL PilnfV'See|acbs365 N renb am Tür. ;r™N Ub, ' "romt üb;-* '^slust N ' bleibt dch )eUe,rung not ;53eit zu fiiji Qv9: ©Olli- nbl9- MittM '°d- Winde i Fortdauer bts Men Wetten Mgs 10,7 ®r0} pul: morgen pnimum tjew in 10 cm Tin April: mc: lhelm Lange nstBlumschm Bilder in 8y. leton Dr>j ist Blumschein, örtlich für den el D.A.III.H 16 Universität-' K.-G., sämtlich tließlich 25 Pf. 15 Pf. mehr, istags 15 Pf, nehr. ni 1935 gültiz. ibesuchen rischenAtem extra starte) LLEW ZRMINZ idien ieuanfertigung« JnstandietzM L Beck Anzeigen e Druckerei 1*0 Verschiede^ Die WM achter, oan^^i Arzt otbil^&ier M-Ä US»««* Krauel!'; W« »ft® tz» .-bisa-^e LÄS lrust-Kräaes- Nr. 100 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch 2OpriH936 Aus -em Reiche -er Krau. kommt vom Feuer. In einem Eßlöffel Hühnerbrühe löst man eine Haselnuß groß Waldhonia auf und gibt dies sorgfältig unter die Tunke. Der Honig darf nicht mitkochen, sonst werden seine Fermente zerstört! Das Huhn wird vom Brustknochen befreit, zerteilt und in der Mitte einer Schüssel davon ein Berg gemacht. Rundherum ein Reisrand, der mit Petersilie bestreut wird. Die Tunke kommt über das Hühnerfleisch. Die Frau entdeckt die Bluse. Die Frau hat mit der weiblichen Linie auch wieder in erhöhtem Maß die Bluse entdeckt. Besonders viel Möglichkeiten bieten uns hier die neuartigen Kunstseidenstoffe, Battiste und Kloques, die schon allein durch sich selbst wirken und kleidsam fallen. Am beliebtesten sind „festliche" Blusen aus glänzender Seide oder Kunseide, mit betonten Aermeln und weichem Ausschnitt. Lang, halblang, kurz — stets ist dem Aermel große Sorgfalt gewidmet, Fältchen, Plissees oder Schleifen, ein eigenartiger Schnitt verwendet. Der Ausschnitt wird entweder als eine Art Bubikragen getragen, mit kleinem Schleifchen geschlossen, oder man hat reiche Garnierung angebracht. Auch hier herrschen wieder kleine Fältchen, Plissees, große Schalkragen und Revers vor. Die Blusen sind alle unter und über dem Rock zu tragen. Schon sehr sommerlich sind einige Modelle aus duftigem Glasbattist und helle, bunte Taftblusen. Glasknöpfe in eigenartigen Formen dienen hier häufig als Schmuck. Die Bluse, noch vor wenigen Jahren nur sportlich vertreten, erobert sich immer mehr Boden. Als Chiffon- oder Spitzengebilde erscheint sie zum langen Rock. Sie ist fast stets ganz auf Figur gearbeitet. Auch die Vormittagsbluse weicht häufig vom Hemdblusenstil ab. Hohlsäume und Waffelstiche sorgen für eine Belebung. Sehr viel trägt man auch zum Rock passende, in sich gemusterte Stoffe. Felicitas. MhrVorralswirtschast! Von Olly Rust, Berlin. Es ist noch gar nicht allzu lange her, als wir Hausfrauen zum ersten Male etwas vom Begriff der „Marktordnung" hörten. Zunächst konnten wir uns unter diesem neuen Begriff gar nichts oorstellen Run ist gerade die Hausfrau mit der Marktordnung mehr verknüpft, als sie im allgemeinen glaubt. Verbraucht sie doch den größten Teil des Haushaltsgeldes — im ganzen mehr als 20 Milliarden Reichsmark — für Lebensrnittel. Diese wahrhaft große Summe muß die Hausfrau sich vor Augen halten, um zu verstehen, daß von ihrer Einstellung unendlich viel abhängt. Die Art und Weise, wie die deutsche Hausfrau schaltet und waltet, wie sie sich beim Einkauf nach nationalwirtschaftlichen Notwendigkeiten richtet, wie sie in Zeiten einer Verknappung haushält, ist mit ausschlaggebend dafür, ob es gelingen wird, Deutschlands Ernährung unabhängig vom Auslande zu beim Zahnen unruhig und weinerlich. Jetzt darf man aber nicht das Kind verwöhnen, es immer Herumtragen und schaukeln, denn das Kind merkt sich dies ganz genau, und aus dem lieben ruhigen Säugling hat sich im Handumdrehen ein Tyrann entwickelt, der die ganze Familie in Atem hält. Säuglinge dürfen ruhig einmal schreien, ohne daß sich die Mutter gleich aufregt. Da der Speichelfluß beim Zahnen in vielen Fällen besonders stark ist, ist es praktisch, dem Säugling ein saugfähiges Lätzchen umzubinden, das den Speichel auffängt und so nicht das Jäckchen durchnäßt. Diese durchnäßten Jäckchen sind sehr oft die Ursache der Erkältung — nicht aber etwa der kommende Zahn. Von den Veilchenwurzeln und Elfenbeinringen, die man früher dem Baby zum „Durchbeißen" der Zähne gab, ist man abgekommen. Die Zähne brauchen keine künstliche Nachhilfe, sie kommen ganz von allein. Auf ärztliche Verordnung gibt man dem Kind in der Zahnzeit kalkhaltige Substanzen in die Nahrung, damit die Zähne schön gesund werden. Vor allen Dingen soll dem Kind von der Mutter oder der Pflegerin während des Zahnens nicht mit dem Finger im Mund herumgefahren werden. Die ständige Suche nach neuen „Beißerchen" ist äußerst ungesund. Der Kindermund braucht auch nicht ausgewaschen zu werden! Blinder Eifer schadet auch hier nur. Dr. W. as sollen wir tragen? machen. Was will denn die nationalsozialistische Marktordnung? Der tiefere Sinn, die tiefere Bedeutung der Marktordnung wird uns erst richtig klar, wenn wir einmal zurückblicken auf die Zeiten vor der Machtübernahme, die uns durch die fast täglichen Preisschwankungen noch in sehr unliebsamer Erinnerung sind. Das ist mit einem Schlage durch die nationalsozialistische Marktordnung anders geworden. Die Getreidebörse als Regulator des Preises wurde ausgeschaltet Denn der Nationalsozialismus hält es für ein Verbrechen, mit den Nahrungsmitteln des Volkes Wucher zu treiben! Die Marktordnung regelt vor allem die Erzeugung, die Be- und Verarbeitung aller Nahrungsgüter, daneben sorgt sie für den be st möglichen Absatz der Erzeugnisse. Es wird sich in Zukunft nicht mehr wiederholen, daß der Segen einer guten Ernte zum Unsegen für den gesamten Landstand wird. Mit ihrem Festpreissystem gewährleistet die Marktordnung dem Landmann und dem Städter einen gleichmäßigen, stetigen und gerechten Preis, der die Erzeugungskosten des Landvolkes deckt und andererseits auf die Kaufkraft der ärmeren Verbrau- cherschlchten Rücksicht nimmt. So ist es auch der Marktordnung zu verdanken, daß der Brotpreis im letzten Jahre trotz der schlechten Ernte im Dürrejahr 1934 immer gleich und fest blieb. Wie die Marktordnung die Erzeugung regelt, so regelt sie auch die Einfuhr ausländischer Nahrungsmittel. Die Einfuhr wird abgestimmt nach dem jeweiligen Bedarf, und zwar gegen Eintausch industrieller Erzeugnisse. Die Marktordnung — das muß sich die deutsche Hausfrau immer vor Augen halten — ist nicht Selbstzweck, sondern das Rückgrat der deutschen Ernährungswirtschaft. Sie hat im wesentlichen mit dazu beigetragen, daß die Einfuhr ausländischer Nahrungsmittel von 4,4 Milliarden Reichsmark im Jahre 1929 auf rund 1 Milliarde Reichsmark im Jahre 1935 zurückgegangen ist. Das sind in kurzen Worten die Ziele der Marktordnung. Und jede Hausfrau tut in ihrem eigensten Interesse gut daran, diese Marktordnung zu unterstützen und zu fördern. Das kann sie in erster Linie dadurch, daß sie nur deutsche Erzeugnisse kauft und eine planvolle Vorratswirtschaft betreibt. Auf diese Vorratswirtschaft waren unsere Mütter und Großmütter immer sehr stolz. Vorratswirtschaft bedeutet, die Erzeugnisse einer bestimmten Jahreszeit kaufen, wenn sie billig sind, sie dann haltbar machen, um sie in den Monaten der natürlichen Mangels zur Verfügung zu haben. Daneben spielt eine sachgemäße Behandlung der Lebensmittel durch die Hausfrauen eine große Rolle. Nur wenige wissen, daß jährlich Lebensmittel im Werte von einer Milliarde Mark durch unsachgemäße Behandlung unserem Volke verloren gehen. Vaby bekommt Zähnchen. Wie kommt man am besten über die schwierige Zeit hinweg? Seit einigen Tagen ist unser Baby schlechter Stimmung. Es weint viel, es bohrt mit den kleinen Fingerchen im Mund herum und stößt sogar manchmal das Fläschchen fort. Baby bekommt Zähne, die von der Mutter so gefürchtete Zeit des „Zahnens" ist gekommen. Ob das Kind auch nur ja keine Zahnkrämpfe bekommt, auch ovm „Zahnhusten" und „Zahnfieber" hat man schon viel gehört. Schreckensbilder bedrängen die junge Mutter, noch geschürt durch Schauermärchen der lieben Verwandten. Dabei ist das Zahnen ein ganz natürlicher Vorgang, den keine Mutter mit Angst betrachten soll. Natürlich sind die Kinder dabei etwas weinerlich, das Zahnfleisch ist geschwollen und fühlt sich heiß an — aber mit Fieber hat das nicht das geringste zu tun! „Zahnkrämpfe", „Zahnhusten" und „Zahnfieber" gibt es nicht — das wird jede Mutter beruhigen. Bei gesunden Säuglingen geht das Zahnen ganz ohne Aufsehen vor sich. Eines Tages entdeckt man den ersten Zahn — sehr oft kommen auch zwei auf einmal, und dann geht alles seinen richtigen Wea weiß aber, daß Lotti damals Fieber hatte, als di- ersten Zähnchen kamen", wurde mir von einer Freundin entgegengehalten. Dieies Fieber hat aber mit dem Zahnen nichts ,u tun, die kleine Lotte hatte eben damals zum erstenmal eine Erkältung, oor der kein Kind ge- schützt ist. Eines Tages hat sich der Säugling angesteckt, eines Tages ist ihm -mmal dieNahrung nicht bekommen, und er hat Durchfall aber keinesfalls sind diese Erscheinungen eine Folge des ^°«ind"er »ahnen la vom 6. L-bensmonat bis ins dritte Jahr, der Zeit, wo die letzten B°ckenzahn- zum Durchbruch kommen, sie mußten also in ,Mer 'Reit sich immerfort mit „Zahnkrankheiten ab plagen Das ist aber nie der Fall bei gefunden Kindern. Es wäre auch ganz unnatürlich, denn ist ja ein biologischer Vorgang, daß die Zahne wachsen! Die Angst der jungen Mutter vor dem Zahnen des Säuglings ist völlig unberechttgt Beim Zahnwechsel von den Milchzahnen zu den bleiben- den Zähnen macht sich die Mutter viel weniger Kopfschmerzen, und es ist doch im Grunoe ge nommen derselbe Vorgang! cka«»« Selbstverständlich ist das Kind in vielen Fallen PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS i KINDERKLHDER AUS VOILE UND LEINEN LOJ | 'KÄr- * 9 c» W? «, Die Garnitur bilden ebenfalls weißer Pique und Perlmutterknöpfe. Aus zartgelbem Voile mit schwarzen ein- gewebten Tupfen ist Kleid 3. Es hat einen eingelesenen Rock, eingelesene Taschen und Aermel, seine Garnitur ist aus weißem Voile. Weißer Voile mit kleinen, bunten Streublümchen ist das Material des vierten Kleides. Seine Passe ist in senkrechten Biesen abgenäht, ebenso wie die Aermelbündchen es sind. Den Verschluß auf beiden Schultern bilden kleine Kugel- kn ö p f e aus weißem Glas. H. Aus Voile und Leinen sind die vier heute gezeigten Kinderkleider geschneidert. Das hell- blau-weiß tarierte Kleidchen links.(1) hat Aermelaufschläge und Kragen aus weißem Pique und weiße Perlmutterknöpfe. Der Rock hat in der Mitte hinten und vorn sowie seitlich je eine gegeneinandergelegte Falte. Der kleine Aermel ist in der Kugel etwas in Falten gelegt. Das rosaLeinenkleid (2) zeigt eine Faltenpartie in der vorderen Mittelbahn und einen Raglanärmel, der auf der Schulter drei Abnäher hat. Das Suppenhuhn im Sonntagskleid. Von Krieda Atsch, Bad-Rauheim Es ist durchaus nicht nötig, daß das ein bißchen ältliche Suppenhuhn der Schrecken aller Esser ist. Auch bei ihm machen Kleider Leute! Wir kochen das etwa zwei Jahre alte Huhn wie gewöhnlich mit Gelberüben, Sellerie und Petersilie. Vorher haben wir ihm der Sicherheit wegen einen dicken Glasstopfen (etwa von einer altmodischen Wasserkaraffe) in den Bauck gestopft. Dieser Glasstöpsel schlägt während des Kochens gegen den Brustknochen und hilft so, das Fleisch mürber zu machen. Ist das Huhn gar, ziehen wir ihm den fetten groben Pelz ab, denn er soll nicht wie bisher, von heimlichem Abscheu verfolgt, den Tellerrand zieren. v , Die Haut wird durch eine Maschine gedreht, mit einem reifen Handkäse, oder man gibt später 80 Gramm geriebenen deutschen Hartkäse zu. Der erkaltete Fettbrei wird mit einem Eßlöffel Butter, einem ganzen Ei und einem Eigelb, einer Prise Backpulver, etwas Pfeffer und Salz zusammengerührt, und soviel Mehl dazugegeben, daß ein nicht zu fester Teig entsteht. Dieser muß kaltgestellt eine Stunde ruhen. Wir haben jetzt ein Mittelding zwischen Mürbe- und Blätterteig. Er wird zentimeter- dick ausgerollt, in fingerlange Streifchen geschnitten, die, mit verdünntem Ei bestrichen, etwas Kümmel und Salz nach Geschmack bestreut, und immer zwei und zwei lose zusammengedreht, lichtbraun gebacken werden. Sie werden heiß zur Hühnerbrühe gereicht. Jetzt bereiten wir folgende Tunke: Zwei Eßlöffel Butter ober Margarine und zwei Eßlöffel Weizenmehl läßt man leicht gelb schwitzen. Nicht. Braunmehl machen! Dann füllt man etwa drei Viertel Liter Hühnerbrühe darauf, gibt zwei Eßlöffel Kapern (selbstgemacht von grünen Holunderbeeren), eine kleine Dose Champignons, einen Teelöffel Krebsbutter (aus der Tube) und zwei Eßlöffel süße Sahne daran. Alles kocht einmal auf und HauswirWaflliche Schulung der werktätigen Krau. Von Otti Rohr, Berlin. Mit der Uebernahme der Gewerkschaften und der Eingliederung ungeordneter Gruppen, großer und kleiner Arbeiteroerbände erwuchs der Deutschen Arbeitsfront die Aufgabe, für die weiblichen Gewerkschaftsmitglieder zu sorgen und die noch jedem Zusammenschluß fernstehenden Arbeiterinnen zu erfassen. Man erkannte sehr bald, daß eine Lösung dieser Aufgabe, die ein Verständnis und eine psychologische Durchdringung weiblicher Belange forderte, nur von Frauen herbeigeführt werden konnte und schuf das damalige „Amt für Frauensachen in der DA F." zur besonderen Betreuung der arbeitenden Frau. Es erhob sich die Frage: Wie sollte man herankommen an die Arbeiterinnen? Bislang standen sie oft genug den nattonalsozialistischen Gedankengängen verständnislos gegenüber, denn die Pressehetze der damaligen Parteien hatte in verheerender Weise ihr weltanschauliches Denken beeinflußt. Wenn hier eine seelische Umstellung vor sich gehen sollte, so mußte in der Arbeiterin das Gefühl erweckt werden: der Nationalsozialismus bringt uns statt leerer Versprechungen Verständnis entgegen, er wird auch die Möglichkeit finden, uns in unserer schweren Belastung als Berufsfrau und Hausfrau zugleich zu helfen. Denn diese Frauen erkannten wohl, daß die Gestaltung ihres ganzen Lebens abhängig ist von der Erhaltung ihrer Arbeitskraft, daß aber diese Arbeitskraft schwer geschädigt wird, wenn sowohl Beruf, als auch häusliche Arbeit zu starke Anforderungen an sie stellen. Besonders die häusliche Betätigung und die Aufgaben als Hausfrau und Mutter belasten sie schwer; niemand hatte sie bisher auf diese Pflichten vorbereitet oder ihnen Gelegenheit gegeben, sich Grundbegriffe über Haushaltführung oder Kindererziehung anzueignen. Es hieß also, durch Einrichtung von haus» wirtschaftlichen Kursen aller Art eine Lücke auszufüllen, die für das Leben der arbeitenden Frau von großer Bedeutung war. Dabei bot gerade diese praktische Unterweisung Gelegenheit, die Arbeiterin und die Angestellte gemeinsam in hauswirtschaftlichen Kursen zusammenzufassen und ihnen erstmalig den Begriff der Volksgemeinschaft nahezubringen. Schon die Bekanntgabe der Kurse, die zum Teil von den Frauenabteilungen der Reichsbetriebsgemeinschaften durchgeführt wurden, hatten außerordentlichen Erfolg. Die Frauen und Mädchen meldeten sich in so großer Zahl zu den Koch- und Nähkursen, den Sanitäts- und Säuglingskursen, daß sehr viele von ihnen zurückgewiesen und auf später vertröstet werden mußten. Es zeigte sich eben, daß der gesunde Sinn der deutschen Frau trotz aller Geringschätzung, welche die häusliche Arbeit eine Zeitlang in allen Kreisen genoß, sehr wohl die Bedeutung erlernter Hausarbeit zu schätzen wußte. Darüber hinaus drang aber bald durch Teilnehmerinnen in den Kursen der DAF. durch, in welch kameradschaftlicher Weise das Zusammenleben in den Kursen sich gestaltete und welche Hilfe die neuerworbenen Haushalts- kenntniffe für das tägliche Leben bedeuten. Die sehr beschränkten Mittel, die zur Einrichtung von Lehrstätten zur Verfügung standen, erlaubten leider nicht, daß der Nachfrage entsprechend genügend Lehrstätten geschaffen wurden. Aber da jeder, der um Zweck und Ziel wußte und in dieser Arbeit stand, mithalf und überall Interesse an den Kursen zu erwecken verstand, so konnte man nach knapp einem Jahr, an dem die erste Lehrstätte eröffnet wurde, also etwa Juli 1934, allein in Berlin an 25 Lehrstätten zählen, in denen Tausende von Arbeiterinnen geschult werden konnten. Durch die Schaffung des Frauenamtes der Deutschen Arbeitsfront bekam die anfänglich etwas regellose Unterrichtsgestaltung, die jede Reichsbetriebsgemeinschaft je nach geldlichem und fachlichem Können verschieden aufzog, eine klare Linie. Die Kurse wurden nun in der Gesamtheit der DAF. unterstellt und in enger Zusammenarbeit mit dem Reichsmütter» dienst ausgerichtet. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klint hatte inzwischen in Personalunion die Führung der NS.-Frauenschaft sowie die Amtsleitung des Frauenamtes der Deutschen Arbeitsfront übernommen. Sie leitete auch das sich aus dem Zusammenschluß der früheren Frauenverbände gründende Deutsche Frauenwerk und verwirklichte darin den genialen Gedanken, alle deutschen Frauen unter eine Führung zu stellen. Sie war es auch, die von keiner Abtrennung der Berufsfrau in Sonderkursen etwas wissen wollte, sondern übertrug dem Reichsmütterdienst die Aufgabe, alle deutschen Frauen und Mädchen auf dem Wege über praktische Säuglingspflege, Haus- und volkswirtschaftliche Ausbildung zur staatspolitischen Erziehung zu führen. In diesen Aufgabenkreis des Reichsmütterdienstes wurden nun auch die bisher vom Frauenamt der DAF. durchgeführten Kurse eingegliedert und einheitlich für alle deutschen Gaue gestaltet. Als Grundlage für Lehrplan und Unterrichtsgestaltung dienen die Erkenntnisse, die sich die Abteilung Hauswirtschaft-Volkswirtschaft im Deutschen Frauenwerk durch enge Zusammenarbeit mit zuständigen Behörden und Ministerien schafft. Dieser Abteilung sind auch Spezialkurse — Frischer- haltungs- und Einmachekurse, Fischoerwertung und bergt — übertragen worben, um in besonbers bazu geeigneten Zeiten Belehrung unb Beratung in allen Dolkskreisen geben zu können. Enge Arbeitsgemeinschaften, gutes Zusammenarbeiten aller beteiligten Stellen schafft bie Möglichkeit, baß jebe Abteilung ben ihnen gestellten Aufgaben gerecht werben kann. Das Ziel, bas mit ber hauswirtschaftlichen Schulung Der beutschen Frau erreicht werden soll, hat Frau S ch o l tz - K l i n k festgelegt in den Worten, die sie zur Einführung der vom Reichsausschuß für Volkswirtschaftliche Aufklärung in Verbindung mit dem Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront herausgegebenen Schulungshefte geschrieben hat: „Wir alle stehen heute mit unseren Pflichten und Aufgaben in der Verantwortung für Volk und Staat. Auch die deutsche Hausfrau muß um die Lage ihres Volkes wissen. Sie muß wissen, welche Mittel unserem Volk in dieser schweren Zeit zur Verfügung stehen, und wie sie diese Mittel aufs beste ausnutzen und auswerten kann für eine gesunde Ernährung und gesunde Volkswirtschaft. Gießener Stadiiheater. Leo Lenz und W.W.Goetze: „Schwarze Husaren." Leo Lenz, durch eine Reihe von Lustspielen seit Jahren bekannt, erzählt im Programmheft eine französische Kriegserinnerung aus dem Jahre 1917: wie ihm bei einem unfreiwilligen Aufenthalt in Dalenciennes an einem verregneten Oktobertag die Idee zu einem Theaterstück kam; daraus entstand, sehr viel später, das Lustspiel „Totenkopfhusaren". Aus diesem Lustspiel wurde, in neuerlicher Verwandlung, die Operette von W. W. G o e tz e. Das heißt: es ist eigentlich ein kleines Lustspiel mit etwas Musik, mit Gesang und Tanz geblieben. Das Ganze hat jedenfalls, für durchschnittliche Operettenverhältnisse, eine bemerkenswert vernünftige, übersichtliche und vor allem erfreulich dezente Handlung, die ohne nennenswerte Schwierigkeiten über den Mittelakt hinausreicht und ohne halsbrecherische Kunststücke und haarsträubende Verlegenheiten mit einem passablen, leicht gefühlvollen Ausklang unter Dach und Fach kommt. ♦ Das Stück spielt in den Befreiungskriegen und schildert, wie die Prinzessin Marieluise, die Braut des nach England geflohenen Herzogs von Braunschweig, auf Befehl Napoleons, der in selbstherrlichen Heiratsprojekten eine eigensinnige, vor radikalen Eingriffen nicht zurückschreckende Beharrlich, feit an den Tag zu legen liebte, von einem kaiserlichen General nach Magdeburg eskorttert wird, um dort kurzerhand mit einem dazu ausersehenen polnischen Fürsten Potovski vermählt zu werden. Zwei Offiziere vom braunschweigischen Regiment des Herzogs finden indessen willkommenen Anlaß zu einem verwegenen Husarenstückchen: sie überrumpeln den Polen, tauchen verkleidet im Magdeburger Gouoerneurspalais auf und entführen mit einem kecken Handstreich die bräutliche Prinzeß samt ihrer niedlichen Zofe. ♦ Der dritte Akt dient der allerdings nicht gerade dramattfchen Rekapitulatton des Entführungsabenteuers, wird aber durch allerlei Episoden belebt. Auch hat sich die Prinzeß mittlerweile in ihren Retter verliebt, und die Ueberfahrt über den Kanal wird beinahe in zwölfter Stunde in Frage gestellt. Doch besinnt sich Marieluise auf Zureden ihrer Gefährtin auf ihre Pflichten, und da sich auch in Moskau inzwischen das Blatt gewendet hat, sehen die beiden schwarzen Reiter sich bald neuen, minder galanten Aufgaben in einem preußischen Korps gegenüber. Unter kriegerischen Klängen nehmen sie Abschied und reiten davon. Der Marschrhythmus, mit dem das Stück recht stimmunasvoll ausklingt, führt zugleich mustkalich an den Ausgangspunkt zurück: die Vertonung W. W. G o e tz e s beschränkte sich im wesentlichen auf eine mit bescheidenen Mitteln erzielte Untermalung des Handlungsablaufes, fand aber auch für die gefühlvolleren und die Operetten- haft heiteren Partien eine angemessene Instrumentierung. Kapellmeister Ernst Bräuer am Pult bemühte sich nach Kräften, dem Werkchen auch musikalisch zu gerechter Geltung zu verhelfen und führte frisch und unbeschwert Orchester und Ensemble. Immerhin ging der bestimmende Eindruck des Abends von der Lustspielhandlung aus. Intendant Schultze- Griesheim hatte die Operette persönlich inszeniert und eine gepflegte, wohltuend dezente Aufführung herausgebracht, die sich von gewissen Libretto- deutlichkeiten und Uebertreibungen fernhielt und, von den Bühnenbild-Entwürfen (Herr Löffler) unterstützt, der Biedermeier-Einkleidung sttmmungs- oolle, empfindsame und heitere Wirkungen abgewann. Die Tanzeinlagen (Therry Schultheis) zeichneten sich teilweise durch erstaunliche Abgänge aus. ♦ Die Prinzeß wurde von Maria Perry auf der Mitte zwischen Koketterie und Sentiment (von einigen Textunebenheiten abgesehen) recht glaubwürdig gespielt und erwies sich gesanglich in einem zärtlichen Liebeslied des Mittelaktes am ergiebigsten. Erich B o d a r t erschien als Rittmeister von Hochberg a. G. und hatte für die Partie eine bühnengerechte Erscheinung und ein angenehm frisches Organ einzusetzen. Die darstellerisch belebteste und dankbarste Figur im kleinen Ensemble war die von Fräulein H e n ck e l l mit Humor und spritzigem Temperament ausgestattete Freundin und Liebhaberin Brigitte. Auch Herr Lindt als jun- ger Leutnant war mit unbekümmerter Selbstsicherheit und trocknem Witz, beweglich und tanzfreudig, in bester Form. * Herr Hub als französischer Korporal hatte seit langem wieder was zu fingen und erzielte mit verblüffendem Uebergang vom gebrochenen Hoch- deutsch ins heimatlich Oberhessische herzhafte Heiterkeitserfolge. In kleineren Aufgaben leisteten die Herren Bley, Lüpke, Nieren, Volck und Schorn Erfreuliches. * Das Haus war stark besetzt und sehr beifallsfreudig. Zum Schluß mußte mit den Hauptbeteiligten auch der Intendant erscheinen. hth. Frühling auf Schleichwegen. Eine Geschichte von Peter Mattheus. An einem dieser schönen Tage, als mir die Sonne gar zu verlockend ins Fenster schien, hieb ich kurzerhand den Deckel auf meine Schreibmaschine, setzte mich in einen Autobus und fuhr hinaus. Ich fand irgendwo da draußen eine Wiese, auf der Frühlingsblumen bluten und legte mich hin. Und dann muß ich wohl ein bißchen eingeschlafen sein. Als ich erwachte, bemerkte ich einige Schritte entfernt hinter einer Hügelwelle ein gelbes Büschel, das mir der Farbe nach durchaus nicht in die Gegend zu paffen schien. Was konnte das sein? Ich zerbrach mir vergeblich den Kopf. Wahrscheinlich war ich auch noch etwas verschlafen. Vorjähriges verdorrtes Gras, dachte ich, sieht anders aus. Und frisches sprießendes Gras überhaupt ganz anders. Gelb? Gut. Ich lasse mir ja einiges gefallen. Aber so gelb —? Während ich noch grübelte, bewegte sich das Büschel plötzlich und schob sich ein wenig in die Höhe. Es erwies sich als ein ziemlich wirrer Haarschopf über einer zweifelhaft sauberen Stirn und zwei blanken Augen, die mich neugierig, wachsam und mit einem Schimmer von Blutdurst musterten. „Hu...", machte ich erschrocken und setzte mich auf. In der gleichen Sekunde sprang auch der Besitzer des Haarschopfes auf die Füße. Es war ein zehnjähriger Junge, der einen mit bunten Federn verzierten Gürtel trug und damit andeutete, daß er augenblicklich den Komantfchen, Apatschen, Sioux oder Chippeway-Jndianern angehörte. „Uff! Schunke-Schetscha ist ein großer Krieger", sagte ich prompt. Ein verständnisinniges, wenn auch verlegenes Grienen zog über sein Gesicht. „Och — haben Sie auch Karl May gelesen?" fragte er. „Allemal", sagte ich fröhlich. Er sah mich ein Weilchen nachdenklich an. Dann kehrte der alte Blutdurst in feine Züge zurück. Er rückte, ein hölzernes Dolchmesser schwingend, gegen mich vor und erklärte: „Jetzt werden Sie skalpiert." „Ach nein — bitte nicht!" sagte ich rasch. „Skalpieren ist mir unsympathisch. Könntest du dir nicht eine andere Todesart aussuchen?" Er blieb stehen und sah mich wiederum eine Weile nachdenklich an. Allmählich schienen die Gedanken hinter seiner Stirn festere Form anzunehmen. Plötzlich wandte er sich halb ab und winkte zu einer Buschgruppe hinüber. „Bring den Speer!" brüllte er. Es war immerhin ein umgänglicher Indianer, der auf die Wünsche seiner Opfer Rücksicht nahm. Aus den Büschen tauchte ein zweiter Komantsche, Staat und Schule inIapan. Die Doktorarbeit eines Japaners an der Universität Gießen. Don Rudolf Weise. Dr. Komao M u r a k a m i hat ein aufschlußreiches Werk über das japanische Erziehungswesen veröffentlicht, dem eine Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Universität Gießen zugrundeliegt. Das nun vorliegende Buch Murakamis geht inhaltlich über das eigentliche Erziehungswesen Japans hinaus und umschließt gleichzeitig Entwicklung und Stand des japanischen Bil- dungs- und Schulwesens. Das Japanisch-Deutsche Kulturinstitut Tokyo, und besonders Dr. W. G u n - d e r t im Vorstand dieses Instituts, können sich die Herausgabe dieses Buches als Verdienst anrechnen. Dem gesamten Erziehungswesen liegt die Verordnung des Kaisers Meist — „Kaiserliches Reskript über die Erziehung" — aus dem Jahre 1890 zugrunde, das nicht nur die Entstehungsgründe des japanischen Staatsgebildes, sondern auch das hiervon abgeleitete, durch Ueberlieferung für den Japaner geheiligte Verhältnis zwischen Herrscher und Untertan erklärt. Auf diesem Verhältnis beruhen die Nationaltugenden des Japaners, die der Erziehung ihre grundsätzliche Richtung geben. Das Reskript ist als Abschluß jahelanger Kämpfe zwischen der konservattven Richtung (Verteidigung und Wahrung der einheimischen Kultur in Anlehnuna an die Staatsidee des deutschen Nationalismus) und den fortschrittlich Gesinnten (Verfechter der freien Rechte des Volkes in Anlehnung an die Ideen der französischen Revolution) zu betrachten, die um die geistigen Wissensschätze der abendländischen Kultur, dessen Aufnahme ohne jeden Uebergang erfolgte, geführt werden. So zum Beispiel verlangten extreme Fortschrittler, daß mit der Ueberlieferung in Kleidung, Nahrung und Wohnung gebrochen werde und die englische Sprache als Muttersprache einzuführen fei. Das Kaiserliche Reskript, das auf den Urboden der japanischen Staatsidee zurückführt, verdient wegen seines hohen sittlichen Gehalts in feinem wesentlichsten Teile wiedergegeben zu werden. „... Liebet und ehret denn eure Eltern, seid ergeben euren Geschwistern, seid einig als Gatte und Gattin, und treu als Freund dem Freunde! Haltet auf bescheidene Mäßigung für euch selbst, euer Wohlwollen erstrecke sich auf Alle! Pfleget des Wissens und übet die Künste, auf daß ihr eure Kenntnisse und Fertigkeiten entwickelt und eure sittlichen Kräfte vervollkommnet! Bestrebet euch ferner, das öffentliche Wohl und das Allgemeininteresse zu fördern! Achtet die Reichsoerfassuna und befolget die Gesetze des Landes! Sollte es je sich nötig erweisen, so opfert euch tapfer für das Vaterland auf! Erhaltet und mehret also das Gedeihen Unserer wie Himmel und Erde ewig dauernden Dynastie ..." Das japanische Schulwesen als Träger der Staatsidee gliedert sich in Volksschule (Shogakku- Kleinschule), Mittelschule für Knaben und Mädchen (Kotogakko, etwa Obergymnasium) und Hochschulen und Universitäten (Daigakku). Jeder Japaner ist schulpflichtig. Mit dem vollendeten siebenten Lebensjahre tritt das Kind bis zum vollendeten 13. Jahre in die Volksschule, nachdem es, besonders in den Städten, vorher einige Jahre in Kindergärten (Poshiin, das heißt Anstalt für die Kleinsten) verbracht hat. In den meisten Volksschulen ist ein höherer Kursus (zwei Jahre) als Vorbereitung für den Uebergang in die Mittelschule eingerichtet. Für diejenigen Kinder, die keine weitere Schule besuchen, sieht dieser Kurs eine Anleitung für die „Lebenspraxis" vor (Haushalt, einfache Buchführung usw.) Für die kommenden Mittelschüler wird außerdem Unterricht in den ersten Anfängen der englischen Sprache erteilt. Die Mittelschule, getrennt nach Knaben und Mädchen, kann nur durch ein besonderes Examen erreicht werden, wie denn Zwischen- ober Abschlußprüfungen für einzelne Lehrgänge ober bie nächsthöhere Schule im japanischen Erziehungswesen eine bebeutenbe Rolle spielen unb ben „Aufstieg der Begabten" zum Grundsatz erheben. Wissenshunger und Lernbegier des japanischen Schulkindes führen zu schärfstem Wettstreit in den Prüfungen. Für die Altersklassen der Mittelschule vom vollendeten 13. bis zum vollendeten 18. Lebensjahre sind außerdem für Knaben und Mädchen besondere Fachschulen für Handelslehre (Shogyogakku), Technik (Kogyogakku) und Landwirtschaft (Nagyogakku) eingerichtet. Sie dienen der fachlichen Ausbildung für diejenigen Kinder, die nach Absolvierung der Mittelschule in den Haushalt ober in bie praktischen Berufe übergehen. Die höhere Schule bient ber Vorbereitung für bie Universität, bas heißt also, baß nur biejenigen Schüler zu ben Hochschulen zugelassen werben, die im Abschlußexamen Eignung für das Universitätsstudium erkennen lassen. Man könnte diese Schule etwa mit den Seminaren eines Obergymnasiums vergleichen, der der Schüler bis zum vollendeten 20. Lebensjahr angehört. Diese Kotogakku (staatlich oder privat) ist eine van der Universität unabhängige Schule; ein besonderer Vorbereitungskursus (Pokwa) ist jedoch schon jetzt einer bestimmten Universität angegliedert. Für diejenigen Mittelschüler, die sich ohne Univer- sitätsstudium weiter fachlich ausbilden wollen, bestehen die sogenannten höheren Fachschulen (Sem- mongakku) für Medizin, Zahnheilkunde, Pharmazie, Technik, Landwirtschaft, Handel, Fremdsprachen, Er war ein richtiger Junge, immer bereit, Un- inn zu machen und zu lachen, sehr beliebt bei einen Kameraden, die mit ihm in Cambridge studierten. Kind sehr reicher Eltern, lebte er sorglos unb verwöhnt in ben Tag hinein. Ein bißchen spielerisch träumte er in bie Zukunft. Welchen Beruf würbe er — auf Erwerb nicht angewiesen — wählen? Er schien sich nicht gern anzustrengen, hatte fein ausgesprochen sportliches Interesse, nur schwimmen konnte er gut. Manchmal war er sehr in Gebauten versunken, ging etwas schlacksig, bie Hände in den Hosentaschen, umher, der Blick seiner Augen war ernst. Von seinen Kameraden aus diesen Träumereien erweckt, verbarg er fast erschreckt den Ernst seines Wesens unter irgendeinem raschen Scherz. Er hätte ihnen doch nicht erklären können, was ihn beschäftigte. Er wußte selbst noch nicht, wohin ihn diese Sehnsucht führte, die er beunruhigend empfand und bie ihn fortzog aus bem gesicherten Leben der Heimat. * Dann kam bas Jahr 1925. Er war krank gewesen unb konnte nicht ftubieren. Um sich zu zerstreuen, hörte er die Vorträge, welche Priestley, Teilnehmer der antarktischen Expeditton unter Scott und Shakleton, in Cambridge hielt. Der Junge saß dabei, Hände in den Hosentaschen und blinzelte zwischen halbgeschlossenen Lidern zu dem Vortragenden hinüber. Plötzlich aber kam Glanz in seine hellblauen Augen, er öffnete sie weit, sie wurden dunkel vor Begeisterung. Beim Nachhausegehen wandte er sich an ben Freund, der ihn begleitet hatte: „Ich denke, das beste ist, wir gehen in die Arktis", sagte er lachend. Sein Freund hielt es für einen Scherz. Sechs Jahre später stand derselbe schmalschultrige, junge Mann, sehr elegant gekleidet, sehr jungenhaft aussehend, vor seinem König im Buckingham-Palast. Er hatte drei Polar- Expeditionen, die erste mit 21 Jahren, geführt. Er war Mitglied der Geographischen Gesellschaft, obwohl er noch nicht das für diese vorgeschriebene Alter hatte. Als Führer der größten brittsch-arktt- Musik, Jura, Politik, Volkswirtschaftslehre, Pädagogik usw. Die Studienzeit beträgt etwa drei bis vier Jahre, unb man kann etwa von einem ab- aekürzten Unioerfitätsfiubium für mittlere unb höhere Beamte ober Angestellte ober freie Berufe, jeboch ohne Erlangung akabemischer Grabe, sprechen. Das Studium auf Universitäten unb Hochschulen (Daigakku) bauert vorn 20. bis 23. ober 24. Lebensjahre, je nach Fakultät ober Universität. Man muß kaiserliche, staatliche, öffentliche unb private Universitäten unterscheiben. Die privaten Universitäten, wie Waseba, Keijo, Meiji, Hosei usw. finb jetzt hinsichtlich Lehrplan unb Promovierung ben staatlichen Hochschulen vollkommen gleichberechtigt. Allerbings marschiert bie Kaiserliche Universität Tokyo an erster Stelle, unb man kann annehmen, baß Diplomaten, hohe Beamte usw. auf biefen Universitäten ftubiert haben. Der Lehrgang aller Schulen wirb in brei Semester eingeteilt: Frühlings-, Herbst- unb Wintersemester. Die verhältnismäßig langen Ferien fallen in bie Sommerzeit. Am Abschluß jebes Semesters sind, mit Ausnahme der Universität, Prüfungen abzulegen; die Prüfung noch dem dritten Semester entscheidet über bas Fortkommen des Schülers unb sorgt für eine ftänbige Auswahl ber für bie höheren Klaffen ober Schulen geeigneten Schüler. Am Abschluß bes Universitätsstubiums steht bas Gakushi unb Hakase ober (Hakushi). Gakushi entspricht etwa bem beutschen Doktorgrad, währenb Hakase etwa bem beutschen Professor gleichkommt. Ein Gakushi kann sich ohne weiteres habilitieren, sofern er von einer Universität berufen wird. Zur Erlangung des Hakasegrades muß der Gakushi besondere Leistungen aufweisen, wie zum Beispiel wissenschaftliche Arbeiten. Die Medizin machte eine Ausnahme, weil der Andrang besonders stark ist. schen Expeditton bes Jahrhunderts hatte er die Polar-Medaille erhalten, die seit 50 Jahren nicht mehr verliehen worden war. Dieser zarte Junge hatte 600 Seemeilen in schmalen, offenen Boot von Westgrönland zurückgelegt. * Gleich nach dem Abend, als Gino Watkins — so ist sein Name — den Vortrag Priestleys gehört hatte, setzte er sich mit Wordie in Verbindung, Mitglied der Shakleton-Expeditton, der jetzt eine neue plante. Wordie versprach dem Jungen, ihn in zwei Jahren mit nach Grönland zu nehmen. Gino begann sich nun sehr zielbewußt auf diese Expedition hin zu trainieren. Er wurde ein erstklassiger Skiläufer und Bergsteiger, er wurde Flieger und lernte mit einem Flugzeug umgehen. Er war mit Energien geladen und konnte gar nicht genug in diesen vorbereitenden Hebungen tun. „Zum Spaß" kletterte er auf den Kirchturm von Salisbury, konnte aber wegen strömenden Regens nicht ganz bis zur obersten Spitze gelangen. Er schlief im strengsten Winter unbekleidet am weit geöffneten Fenster. Er übte sich in „Polar-Ratto- nen" unb hielt sich an eine Diät, die zum größten Teil aus reinem Fett bestand. Selbst wenn er ein» geloben war, machte er keine Ausnahme unb brachte fein fettes Mahl in einem Lederbeutel mit. ♦ Er gab niemals nach. Als Wordies Expeditton 1927 nicht zustande kam, entschloß er sich sofort, eine eigene einzurichten und selbst zu führen. Er fuhr dann mit acht ausgebildeten Leuten in einem norwegischen Segelschiff, bas er gechartert hatte, los. Er, ber Anführer, der Jüngste von allen. Aber die ältesten Leute ordneten sich ihm gern unter. Er wirkte durch sein Beispiel, durch die frohe Art, mit ber er alle Hindernisse spielend nahm und für sich jedesmal die schwerste Aufgabe wählte. Er wollte nie „Herr" fein, er wurde wütend, wenn ihn jemand anders als Gino anrebete. Von einer feiner Expeditionen nach London zurückgekehrt, sollte er einen Vortrag in der „Geographischen Gesellschaft" hatten. „Er sah aus wie ein Sechzehnjähriger, wie er da zwischen all ben alten Gelehrten stand", schreibt seine Mutter, „er erschien blaß und aufgeregt auf bem Rednerpult. Entschieden leitete er lieber eine gefahrvolle Arktis-Expedition, anstatt Reden zu halten und öffentlich gefeiert zu werden." Kurz vor seiner Abreise nach Labrador verlor Gino seine Mutter, an der er leidenschaftlich hing, und die ihn in seinen Bestrebungen so gut verstanden hatte. Sein Schmerz war so groß, daß er daran dachte, den Plan aufzugeben. Woran sollte er sich erinnern, wenn er in ben Eisbergen ber Arktis faß, woran sich erwärmen, wenn bas Licht in seiner Mutter Zimmer nicht mehr brannte unb sie ihn nicht mit mütterlichem Stolz zurückerwartete und zurückrief mit ihrer Sorge und Sehnsucht. Aber er gab der Stimmung nicht nach, schon um seiner Leute willen. * Von den nächsten fünf Jahren verbrachte er drei in ber Arktis. Ginos Unternehmungslust unb Lebenswille waren wieder mit aller Kraft erwacht. Er war voller Eifer, neue Entdeckungen zu machen. Dazwischen plante er eine Expedition durch Abessinien an die Nilque11en. Er wollte dort in selbsterfundenen flachen Metallbooten den Zufluß des Wassers überwachen und berechnen, um Möglichkeiten für einen neuen Deichbau zu bestimmen. Diese Projekte ließ er fallen, ein anderes beschäftigte ihn mehr: die Vermessung des grönländischen Eiskaps, um die Möglichkeit eines Luftverkehrs von England nach der Westküste Amerikas über Grönland, Baffinsbai, Hudfonbai und Edmonton festzustellen. Mit 23 Jahren war er der Führer der britisch-arktischen Luftfahrtexpeditton. Bei dieser gelang es ihm, einem anderen Polarforscher, Courtald, das Leben zu retten, ber einen ganzen Winter auf bem Eiskap zugebracht hatte. Ruch England zurückgekehrt wird er mit Ehren überhäuft, an denen ihm so wenig gelegen ist. * Er hat kaum den Heimatboden unter den Füßen, als er schon zu einer meteorologischen Forschungsreise in die Arktis rüstet. Gino verlobt sich mit einer Fliegerin Margaret Graham, kühn, lebensvoll, warmherzig wie er selbst. Sie begleitet ihn vor seiner Abreise nach Kopenhagen. Dort nehmen sie Abschied. Schmal, blond, jungenhaft steht Gino cm Bord des Schiffes, das ihn nach Norden führt, und sieht zu seiner Braut herüber. Die Trennung wird ihm schwer und doch ruft ihn die Ferne. Dieses Mal aber wird er nicht wiederkommen. Im Museum ber Geographischen Gesellschaft steht ein Kajak, ein Eskimoboot, es ist das Gino Watkins. Es wurde von seinen Kameraden leer und leck neben einem Eisberg gefunden. Von Gino keine Spur... 25 Jahre alt, war er fyinübergegangen, erfüllt von neuen Plänen. Jetzt ist ein großes Buch „Gino Watttns" von I. M. Scott in London erschienen mit einer Schilderung des Lebens dieses jugendlichen Polarforschers, von bem der Präsident der Englischen Geographischen Gesellschaft schrieb: „Er Englischen Grvgraphischen Gesellschaft schrieb: „Er Große Strafkammer Gießen. Ein Mann aus einem Orte in Oberhessen entwendete fortgesetzt kleinere Beträge aus ber ihm anvertrauten Portokasse, um auf biese Weise seine Einnahmen zu erhöhen. In Anbetracht seines Geständnisses unb ber Tatsache, baß bie Beträge ersetzt finb, erkannte bas Gericht auf 10 Monate Gefängnis unb 180 Mark ©clbftrafc. Unter Ausschluß ber Öffentlichkeit befaßte sich bas Gericht mit bem H. Sch. aus Robgen, Kreis Friedberg, unb ben Eheleuten Jakob aus Bad- Nauheim wegen Sittlichkeitsverbrechens bzw. Kuppelei. Währenb Sch. freigesprochen wurde, erhielt ber Ehemann Jakob 1 Jahr Zuchthaus unb bie Ehefrau 3 Monate Gefängnis. Dem Ehemann Jakob würben bie bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von brei Jahren aberkannt. Apatsche, Sioux ober Chippeway auf. Er trug einen wallenden Kopfputz, kam im Galopp heran und schleifte eine lange Lanze hinter sich her. Jetzt hatte sich die feindliche Macht verdoppelt. „Sieh da: Kanteh-Pehta persönlich!" sagte ich höflich und verneigte mich. „Es scheint heut hier herum von großen Häuptlingen zu wimmeln." Der zweite Indianer verzog keine Mene. Er akzeptierte ben berühmten Namen mit ber ernsten Würbe, die die echte Nothaut auszeichnet. Nur bankbar war er nicht. Denn er senkte ohne weiteres den Spieß unb schickte sich an, mich zu durchbohren. Und Schunke-Schetscha folgte ihm mit geschwungenem Dolch. Es war ein peinlicher Augenblick. Niemand läßt sich gerne speeren und skalpieren. Ich wußte mir keinen rechten Rat unb lächelte hilflos. Unbewußt schien ich bas Richtige getroffen zu haben. Die beiden hielten inne und sahen mich vorwurfsvoll an. „Haben Sie denn gar keine Angst?" fragte ber eine. „Oh boch — grausliche", sagte ich rasch. „Wie wäre es benn mit Lösegelb?" Die beiben stutzten unb sahen diesmal sich an. Ich gebe zu, daß es ein Formfehler war. Lösegelb gehört natürlich in bie Abteilung „(Seeräuber' unb nicht in die Abteilung „Indianer". Aber was soll man tun, wenn einem bas Wasser bis zum Halse steht und Speer unb Skalpmesser bas liebe Leben bedrohen! Ich zückte also einen Groschen und sagte: „Nun —" „Hm", machten beide unb starrten unschlüssig bas Geldstück an. „Hört mal", fuhr ich fort, „ihr könnt euch ja zu einer Beratung zurückziehen — aber ohne Lagerfeuer möglichst, weil ich nämlich bis heute abend wieder zu Hause sein muß. Und ohne Friedenspfeife, wenn wir einig werden — aus naheliegenden Gründen. Also —?" Es ging ohne jede Beratung. Es schien nicht einmal eine Meinungsverschiedenheit zu geben. Schunke- Schetscha mit dem Dolch streckte einfach die Hand aus und sagte: „Geben Sie her!" Der Groschen wechselte hinüber in Finger, die keineswegs rot, sondern eher schwärzlich waren. Dann machten beide Indianer kehrt unb trabten ohne Gruß bavon. Nach fünfzig Schritten jeboch blieben sie noch einmal stehen und brüllten im Chor zurück: „Wir danken auch schön!" Es waren nicht nur umgängliche, sondern auch sehr wohlerzogene Indianer. Dann verschwanden sie endgültig. Ihr Blutdurit schien vollkommen gesttllt zu fein. Sie machten einen glücklichen Eindruck. Und auch ich war ganz zufrieden. Ein Groschen ist nicht viel. Schon gar nicht, wenn es sich um den eigenen Skalp handelt. „Wir gehen in die Arktis..." Glück und Ende des englischen Polarforschers Gino Watkins. ttrJOOrittes Blatt Gietzen.er Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 29. April (936 Der 1. Mai in Gießen Anordnungen und Marschordnung für den Ltmzug. — Kundgebung auf Oswaldsgarten der der Aus der Provinzialhauptstadt Die der des der der des 1. 2. 3. 1. 2. 3. Mann Mann Mann des HI. marschiert in Marschgruppe I Sturmfahnen der Gießener SA. Sturmfahnen des NSKK. Gießen. Fahnen der Hitler-Jugend. Marschgruppe II: Fahnen der Gießener Ortsgruppen. Fahnen der Arbeitsfront. Fahnen des Jungvolks. In G r ü n i n g e n mit Holzheim, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörgern. Leitung: OG. und Unterbannführer Buß. In L i ch mit Steinbach, Albach und Langsdorf. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Lerch In M u s ch e n h e im mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: OG. Bettenhausen und Gefolgschaftsführer Jost, Hungen. In Hungen mit Villingen und Langd. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Schlesinger. In Trais-Horloff mit Inheiden, Utphe, Rodheim, Steinheim, Rabertshausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer Bocher. In Ettingshausen mit Röthges, Rieder- Bessingen, Ober-Bessingen, Ronnenroth, Münster, Harbach, Hattenrod. Leitung: OG. Ettingshausen und Fähnleinführer M e n g e l. In G r ü n b e r g mit Queckborn, Lauter, Weik- kartshain, Saasen, Göbelnrod. Beltershain. Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: OG. Grünberg und Fähnleinführer G r a v e l i u s. In Großen-Bufeck mit Oppenrod, Burkhardsfelden, Alten-Buseck, Rödgen, Trohe, Bersrod, Reiskirchen, Beuern, Lindenstruth, Annerod. Leitung: OG. Grohen-Buseck und Unterbannführer Schneide« In Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar, Stau- feberg, Daubringen. Leitung: OG. Lollar und Fähnleinführer U h r b e r g. In Londorf mit Kesselbach, Allertshausen, Allendorf, Treis, Klimbach. Leitung: OG. Londorf und Gefolgschaftsführer Nachtigall. In G e i l s h a u s e n mit Lumda, Odenhausen, Weitershain, Rüddingshausen. Leitung: OG. Geilshausen und Fähnleinführer Schlapp. Die Kundgebungen im ehemaligen Kreis Friedberg werden wie im Vorjahre durchgeführt. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Ehrenabteilung des Jungvolks marschiert in Mitte des Zuges hinter dem Spielmannszug Jungvolks. Fahnengruppen am 1. Mai. 1. SA. 120 2. NSKK. 120 3. HI. 120 Die Ehrenabteilung Mitte der Gruppe I hinter dem Spielmannszug der Hitler-Jugend. Marschgruppe II: 1. Bereitschaft der PL., 60 Mann. 2. Arbeitsdienstabteilung Gießen. 3. NSBO.-Bereitschaft, 60 Mann. 4. Werkscharen der DAF., 60 Mann. 5. NSDStB. 6. Jungvolk, 60 Mann (ältere Führer). Der NSDStB. marschiert vor der Universität. 116 marschieren an der Spitze der Marschgruppe I. In der Mitte der Marschgruppe I marschiert Spielmannszug der HI. Schönheit am Wege. ZdR. Kein Weg führt durch die Landschaft, der ganz ohne Schönheit wäre. Unsere deutsche Heimat ist so mannigfaltig und abwechselungsreich, daß das Auge immer wieder neue Bilder und Schönheiten findet, im Sommer wie im Winter, im Herbst wie im Frühling, der uns jetzt wieder mit sprudelndem Leben entgegenströmt. Und wenn Tausende an einer bescheiden am Wegrand stehenden Blume achtlos vorübergehen, der, dessen Auge sie sucht, wird sich tausendfach darüber freuen. Unzählige aber suchen nach dieser verborgenen Schönheit und dem Liebreiz, den die bunten Blümchen dem Wegrand entströmen lassen. Wer sie daher für sich allein in Anspruch nimmt und sie pflückt oder mutwillig zertrampelt, nimmt tausenden genießenden Wanderern und Spaziergängern ihr stilles Glück, das ihre Augen in verborgenen Schönheiten suchen. Niemandem wird ein kleines Blümlein am Wegrande zu pflücken verwehrt, wenn sie zu Tausenden die Straßen umsäumen. Aber jeder muß an die anderen denken, die nach ihm des Weges kommen und die gleiche Freude an den lieblichen Blumen gewinnen wollen. Es ist rücksichtslos und maßlos anspruchsvoll, wenn jemand den Weg seiner Schönheit beraubt, die Sträucher und Blumen pflückt und sie nachher sogar achtlos fortwirft. Wie häßlich sehen so verwüstete und verunzierte Wege aus! Immer wieder muß man beobachten, wie die ersten Kätzchen der Weiden, oder das frische Grün der Birken massenweise abgebrochen sind und die kahlen Stümpfe anklagend gen Himmel ragen und den ganzen Sommer über die Wanderer an ihre rücksichtslosen Gefährten erinnern. Wer so mutwillig die Landschaft und die Schönheit am Wege verschandelt, ist ein Feind der Volksgemeinschaft, weil er gegen seine Volksgenossen rücksichtslos ist und Millionen von Wanderern eine stille Freude nimmt. Dornotizen. Tageskalender für NUttwoch. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — Stadt- theater: 19.30 bis 22 Uhr „Towarisch". — Gloria- Musikzug der Marine-SA. marschiert an Spitze der Marschgruppe II. In der Mitte Marschgruppe II marschiert der Spielmannszug Jungvolks. Ehrenabteitungen am 1. Mai Marschgruppe I: Palast, Seltersweg: „Artisten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mazurka". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werten von Fritz Heidingsfeld- Danzig und P. A. Böckstiegel-Dresden. Sladllhealer Gießen. Heute, von 19.30 bis 22 Uhr, der neue Curt Goetz „Towarisch", Komödie von Jacques Deoal, bearbeitet von Curt Goetz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. 28. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Hausfrau, bezahle beim Empfang die Milch! Nach Errichtung des Milchoerforgungsverbandes im Jahre 1933 wurden ab 1. September innerhalb des Verbandsgebietes die Ein- und Verkaufspreise für sämtliche Milchhändler festgesetzt. In der gleichen Anordnung wurde auch bekanntgegeben, daß von diesem Tage ab alle Milch täglich bar zu bezahlen ist; dadurch mußten zwangsläufig die Milchhändler auch Barbezahlung bei den Verbrauchern einführen. In letzter Zeit wurden jedoch Wahrnehmungen gemacht, daß die Milchverteiler wieder einen größeren Teil ihrer Milch auf Kredit an die Verbraucher abgeben müssen. Vielleicht hat der eine oder andere Milchhändler Angst, daß er den Kunden verliert, wenn er auf Barzahlung besteht. Jede Hausfrau wird jedoch einsehen, wenn der Milchhändler täglich seine Ware bezahlen muß, kann er den Tag schon voraussehen, an welchem ihm dies nicht mehr möglich ist, falls nicht auch er täglich sein Geld einnimmt. Mit Recht ist der Bauer an die vorderste Stelle im neuen Reich gestellt worden; hängt doch von ihm allein die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes ab. Aber nur, wenn er für die gelieferte Ware auch sein Geld bekommt, kann dieses Ziel erreicht werden. Nur dann, wenn jeder, auch der Verbraucher, seine Pflicht tut, werden wir schneller und leichter über diese Zeit hinwegkommen. Nochmals! Deutsche Hausfrau, bezahle beim Empfang die Milch bar. Lugendkundgebungen am 1. Mai. Um 8.30 Uhr finden überall Jugendkundgebungen statt. An diesen Kundgebungen nimmt die ganze deutsche Jugend teil. Nichtorganisierte Schüler und Schülerinnen über 10 Jahre werden von den Schulen erfaßt. Mit der Führung der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im ehemaligen Kreis Gießen festgelegt worden: In Gießen auf dem Oswaldsgarten für Gießen. Leitung: Bannführer Schreiber. In Klein-Linden mit Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim. Leitung: Ortsgruppe Klein-Linden und Gefolgschaftsführer Kreiling. In W i e s e ck für Wieseck. Leitung: OG. Wieseck und Fähnleinführer T a e s l e r. In Lang-Göns mit Großen-Linden und Leihgestern. Leitung: OG. Lang-Göns und Gefolgschaftsführer Faber. In Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Hausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer S ch m a n d t. Es wird in zwei Marschgruppen marschiert: Marschgruppe I. Aufstellung im Hitlerwall, Spitze an der SS.- Standarte. Anmarsch nur durch den Hitlerwall oder Moltkestraße, Marschleiter der Marschgruppe I ist Kreiswalter der DAF. Wagner, Stellvertreter ist der stellvertretende Kreiswalter der DAF. Jung. Zur Unterstützung werden herangezogen die Mitarbeiter der Kreiswaltung Gießen. Zur Marschgruppe I gehören: Sämtliche Betriebe, wie Reichsbahn, Tabakindustrie, Bänninger, sämtliche Betriebe und Arbeitsstellen der Stadt, Sparkasse, alle Banken, Poppe, Schaffstaedt, Heeresverwaltung, Heeres- bauamt, Heil- und Pflegeanstalt, Denninghoff. O. T., Gießener Anzeiger, Stempel-Kreuter, Grieb mit Filialen, Gailsche Werke, auch sämtliche anderen Betriebe, die nicht aufgezählt sind. Freie Berufe, wie Aerzte und ihre Mitarbeiter, soweit sie nicht in den Kliniken beschäftigt sind, Rechtsanwälte mit Büropersonal, Versicherungsbüros. Angestellte, Reichsnährstand, soweit er in Gießen vertreten ist. Marschweg der Gruppe I: Hindenburgwall, Goethestraße, Seltersweg, Ka- plansgasse, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. 11.15 Uhr ist d i e Gruppe I angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden. Alle Betriebe müssen also spätestens um 11.15 Uhr im Hitlerwall sein. Abmarsch 11.30 Uhr. Marschgruppe II. Aufstellung in der Ludwigstraße, Spitze Ecke Ludwigstraße/Bleichstraße. Anmarsch nur vom Lud- wigsplatz her, Marschleiter der Margruppe 2 ist Ortsgruppenleiter Thomas, Stellvertreter Kreishandwerksmeister S t ü h l e r. Zur Unterstützung werden herangezogen die erforderliche Anzahl politischer Leiter aus der Ortsgruppe Gießen-Nord. Zur Marschgruppe II gehören: Handel, Handwerk, Gewerbe. Dazu gehören sämtliche Geschäfte Gießens, sämtliche Innungen, Kraftfahrzeuggewerbe. Sämtliche Behörden, wie Universität mit allen Kliniken. Vor der Universität marschiert die Ehrenabteilung des NSDSt. Die Reihenfolge innerhalb der Universität bestimmt der Rektor. Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Provinz, Kreisamt, Zoll, Finanzamt, Reichsbank, Forstbehörden, Vermessungsämter, Post, alle Krankenkassen, Biebertalbahn, Schulen auch Privatschulen. Sämtliche Lehrer aller Schulen, alle Angestellte an Schulen treten um 11 Uhr im Hofe des Realgyrnnasiiums an. Geistliche Behörden. Marschweg der Gruppe II: Bleichstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall. Oswaldsgarten. 11.15 Uhr ist die Gruppe II angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden. Abmarsch: 11.30 Uhr. Anordnungen für beideMarschgruppen. Bis auf die Ehrenabteilungen wird in Achter- Reihen marschiert. Eine bestimmte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Marschgruppen wird nicht festgelegt. Die Reihenfolge erfolgt in der Reihenfolge der Ankunft der einzelnen Betriebe. Aufmarsch auf Oswaldsgarten. Die Aufmarschrichtung auf Oswaldsgarten hat der SS.-Sturmbannführer H a i n b a ch. Die Absperrung erfolgt durch die SS. Auf Oswaldsgarten findet die Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin statt. Es spricht der Führer. Anfragen in Zweifelsfällen täglich zwischen 15 und 16 Uhr bei der Kreisleitung (Tel. 4032). Kapellen am 1. Mai. Folgende Kapellen stellen sich am 1. Mai zur Verfügung: 1. Musikzug und Spielmannszug der SA.-Stan- darte 116. 2. Musikzug der Marine-SA. 3. Spielmannszug der HI. 4. Spielmannszug des Jungvolks. Musikzug und Spielmannszug der SA.-Standarte Oie Ehrenliste des Sturmes 5/116 liegt zur Einzeichnung des Dankopfers der Nation für den Führer ab 28. April im Fahnensaal des S (an* dartengebäudes zu Gießen (Ecke Senckeu- bergstrahe — Landgraf-Philipp-Plah) Wochentags von 18 bis 21 Uhr Sonntags von 9 bis 18 Uhr offen. Deutscher Volksgenosse! Trage auch du einen Teil deiner Dankesschuld an den Führer durch Einzeichnung in die Listen des Dankopfers ab! DerWea zum chorifchen Spiel. Von Claus Dörner. Die immer wiederkehrende Aufgabe, bei Veranstaltungen und Elternabenden Jungen handelnd auf die Bühne zu stellen, wird durch die vorhandene Spielbegeisterung und die Lust zur Darstellung ganz wesentlich erleichtert. Wollten wir mit einer Gruppe von Erwachsenen, die niemals „öffentlich aufgetreten" sind, ein Laienspiel aufführen, so würden sich diesem Versuch gewaltige Schwierigkeiten entgegenstellen. Der Erwachsene „geniert" sich, er ist allzu überheblich, als daß er sich restlos und alles vergessend in seine Rolle hineinversetzen könnte. Er denkt immer an seine Wirkung und ist dadurch gehemmt. Ein Pimpf spielt frisch drauflos. Ihm ist es zunächst gleichgültig, was andere über sein Spiel sagen, ja wird er nicht gerade an die Rampe gestellt, so denkt er gar nicht an die Leute im Zuschauerraum. Läßt der Regieführende nie eine Lampensieberstimmung aufkommen und gibt er dem Gedanken an Publikumsangst gar nicht erst Raum, so wird er mit elf- und vierzehn- und sechzehnjährigen Jungens beste Leistungen zeigen können — Leistungen, nicht so sehr auf Grund mimischer oder sprachlicher Effekte, sondern auf Grund einer Lebendigkeit und inneren Wahrhaftigkeit des Spieles, die man nur allzuoft an Berufsschauspielern vermissen muß. . . Die Voraussetzungen für ein „Theater der Jugend" sind gegeben. Bei keinem großen Theater könnte die Anteilnahme beider Teile — der Spieler und der Zuschauer — stärker sein! Wenn wir heute kein Jugendtheater besitzen, wenn wir nur selten, sehr selten einmal ein gutes Laienspiel sehen können, so liegt die Schuld nicht auf der Seite der Darstellenden. — Es fehlen die Stücke! Diese Feststellung soll keine Aufforderung an eine bestimmte Gruppe von „Schriftstellern und Verlegern fein, noch mehr der sogenannten Jugendspiele zu produzieren. Im Gegenteil die Zahl solcher Spiele, die im Druck erschien und durch Druck- fachen und Prospekte in allen Gliederungen der Hitler-Jugend propagiert werden, ist ins Ungemessene gestiegen. Nur leider ist das kein Beweis für Güte. . .. , Doch es ergibt sich jedenfalls daraus, wie stark das Interesse in allen Gefolgschaften, Fähnlein und Mädelgruppen für das Laienspiel ist. Dabei ist oft erstaunlich, wie ein paar Pimpfe in einem „kleinen Dorf nur durch ihre Begeisterung aus dem übelsten Schmarren noch eine ganz gute Sache machen. Warum wird nichts Besseres geschrieben? Es gibt eine Laienspieltradition. Aus ihr ist Neues nicht zu entwickeln. Das Laienspiel alten Stiles ist tot. Es ist besser, man trifft eine solche Feststellung in ihrer vollen Härte, als daß man versucht, einem Leichnam Scheinleben einzuhauchen. Auch die höheren Schulen bemühten sich immer um Schüleraufführungen. Da wurden einige klassische Dramen gespielt, in erster Linie immer der „Wilhelm Tell". Man kann mit ausgewählten älteren Schülern auch solche Stücke mit Erfolg vor den Eltern aufführen, die schwierige schauspielerische Leistungen verlangen (also auch moderne Bühnenstücke!). Diese Erfahrung machte sich in einer großen deutschen Stadt ein Unterbann der HI. zunutze und versuchte sich an der „Endlosen Straße", dem bekannten Kriegsstück von Graff und Hintze. Es war auf keinen Fall ein Mißerfolg, denn Jungens und Führer hatten Zeit und Liebe zur Sache daran gewendet. Doch es konnte kein vollständiges Gelingen werden. Derjenige, der das gleiche Stück im Schauspielhaus der gleichen Stadt gesehen hatte und — obgleich es lange zurücklag — noch tief unter dem Eindruck stand, empfand deutlich, daß hier lebendige Kraft falsch angesetzt war, daß Jungens sich nicht der Kunst berufener Schauspieler an die Seite stellen können. Und sollen sie denn das? — Es würde nie der Eigenart des Laienspiels entsprechen und kann nie die Aufgabe der Hitler-Jugend fein, zweitklassige Schauspielkunst zu bieten. Ihre Art erfordert andere, gemäßere Ausdrucksmöglichkeiten. Der einfache Sprechchor gibt unseren Feierstunden tiefgreifenden Gehalt. Aber um ihn seiner besonderen Wirkung nicht zu berauben, müssen wir ihn uns sparen für die seltenen Stunden, da in unserer Gemeinschaft das laute Wort, das Kommando, das Lachen verstummt, da wir eins werden im Gedenken der Pflicht. Stellen wir uns vor die Eltern und die Außenstehenden, so müssen wir aus allem geben, müssen aus unserer Art in ihr Denken treten, müssen zu- gleich wuchtig und hart in unserer Sprache, farbig und blutvoll in unserem Bild, mitreißend und klingend in unserer Musik sein. Das alte — aus dem Individualismus gewordene — Laienspiel kann weder uns noch ihnen geben. Wollen wir von unserer Idee sprechen, so bedürfen wir nicht der Figur eines Dramenhelden, sie herzusagen; wir müssen selbst — ihre Träger — auf der Bühne stehen und hämmern und rufen, bis wir verstanden werden. Die uns wesensgemäße Darstellungskraft ist das Sprechchorspiel! — Kurze Szenen, knappe Bilder werden ausgefüllt durch die hallenden Worte der namenlosen Sprecher, der Chöre. Auf einander zuwuchtende Gruppen als Verkörperung von Gegensätzen; Kolonnen, Gesang, Trommeln und symbolische Sinngebungen fügen zu einem Bild, was Vielheit schien, lieber naturalistische Darstellung hinweg findet unsere Zeit in solchem Spiel ihren eigentlichen Ausdruck. Denn es ist nicht damit getan, daß man alte Formen mit neuen Worten erfüllt. Für die jungen Ideen gelten auch neue Formgesetze. Wir denken mit Grausen zurück an ein Schauspiel, in dem die Komplexe krankhafter Individuen zur „Problematik" erhoben wurden. Unser Sprechchorspiel darf sich nie verflachen, sich nie einer nur persönlichen und für das Gesamtschick- sal unbedeutenden Not annehmen. Auf die Bühne der jungen Generation gehört die Vielheit der einzelnen ebensowenig, wie wir sie auch im Leben nicht anerkennen. In unseren Spielen soll der Gedanke von Führung und Gefolgschaft nicht nur verkündet werden, er muß vielmehr in der Art der Spiele selbst Aus- druck und Form finden! So wird einmal aus dem Sprechchorspiel, das die HI. sich schuf, mehr werden und in dem Spiel der Jugend — die das Spielen noch nicht als einen Beruf auffaßt — der Grund gelegt werden für die der werdenden Epoche gemäße Bühnenkunst. Eine weiße Fran in der »Verbotenen Stadt". Einer tapferen Fr«u, Mme. Alexandra David- Neel, Norwegerin von Geburt, durch Heirat Französin, ist es gelungen, die heilige Stadt Lhasa in Tibet als erste „weiße Frau" zu betreten. Sie hat damit etwas ganz Außergewöhnliches erreicht, denn Lhasa, die Hauptstadt Tibets, Sitz der Dalai- Lamas, ist ein geheimnisvolles, den Forschern unerschlossenes Gebiet, kaum je von einem Fremden, geschweige denn von einer Frau betreten. Alexandra Daoid - Neel, bekannt durch ihre Studien auf dem Gebiet orientalischer Religionen, eine unermüdliche Forscherin, hatte, wie eine englische Zeitschrift erzählt, bereits viermal Tibet bereift. Sie pflegte dies in der Verkleidung einer vornehmen tibetanischen Nonne, die mit reicher Begleitung reifte. Die Dorfleute umringten unterwegs die vornehme Nonne im goldbrokatenen Gewand und baten um ihren Segen. Für die heilige Stadt mußte sie eine wirksamere Verkleidung wählen, wenn ihr Plan gelingen sollte. Sie muhte als tibetcmifche Bettlerin zu Fuß daherkommen. Sie beherrscht die tibetanische Sprache nicht nur in der Ausdrucksweife der Gebildeten, sie war auch gut unterrichtet in der Gedankenwelt des einfachen Volkes. Es war aber doch ein großes Wagnis, monatelang eine verwit- terte alte Bettlerin mit mongolischen Gesichtszügen vortäuschen zu wollen. Sie rieb ihr Gesicht mit einer Mischung von Kakao und geriebener Kohle ein, färbte ihr kurzes Haar mit chinesischer Tusche, steckte sich glänzende Zöpfe von Pferdehaar an und umwand den Kopf mit einem Tuch. Ihr Gewand war zerlumpt. Sie wurde allein von ihrem Adoptivsohn, dem jungen tibetanischen Lama Pongden begleitet. Mit unerschöpflicher Energie drang Frau Neel über unwegsame Bergpässe, durch Eis und Schnee zu der heiligen Stadt vor. Niemand sah etwas anderes an dieser alten erschöpften Frau als eine Bettlerin. Nur einmal hätte sie sich fast verraten. Als sie sich in einem Dorf Tee kochte, hörte sie plötzlich die Umstehenden flüstern: „Seht die weißen Hände, das ist eine Fremde." Eilig schwärzte sie sich ihre Hände mit dem Ruß des Teekessels und verließ das Dorf, so rasch sie konnte. — Ein anderes Mal wurde sie von einem Beamten angesprochen und ausgefragt. Getreu den tibetanischen Gebräuchen warf sie sich zu Boden, um ihre Ehrfurcht zu bezeugen. Der Beamte schien mißtrauisch, aber Frau Neel rettete die Lage, indem sie denselben auf so komische Weise anbettelte, daß er lachen mußte und ihrem „Enkel" einen „Kupfernen" gab. Die Bettlerin bedankte sich auf die höflichste tibetanische Weise, indem sie ihre Zunge so lang als möglich herausstreckte. Während ihrer Wanderung wurde es unerträglich kalt, Schneestürme setzten ein und die „Bettlerin" befand sich mehr als einmal mit ihrem „Enkelsohn" in größter Lebensgefahr. Kurz vor dem Ziel verirrten sich die Wanderer und waren nahe daran, vor Erschöpfung und Hunger liegen zu bleiben. Die Vorräte waren aufgezehrt und das Fett, das ihnen zum Stiefeleinreiben diente, mußte als Nahrung herhalten. Der Einzug in die heilige Stadt, nach viermonatiger Minderung, aber wurde von einem merkwürdigen Ereignis begleitet. Ein furchtbarer Sturm jagte die Bettler, in dunkle Wolken von Staub gehüllt, durch die sonst so bewachten Tore in die Stadt hinein. Als der Sturm abgeebbt war und sie noch halb geblendet von Sand und Staub endlich zu sich kamen, grüßte eine freundliche Stimme die Ankömmlinge. „Wünschest Du ein Zimmer, Mutter?" fragte eine junge Frau, „ich sehe, Du kommst von weit her. Du mußt müde sein! Komm mit." Alexandra David-Neel blieb zwei Monate unerkannt in Lhasa und verließ die Stadt dann bereichert durch eingehendes Studium. Ausgleich für den 1. Mai für bestimmte Berufe. Ein Aufruf des Treuhänders der Arbeit. Frankfurt a. 2IL, 28. April. (€pD.) Der Tre-uhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, Schwarz, erläßt folgenden Aufruf zum 1. Wai 1936! Der 1. Mai ist der Nationale Feiertag des deutschen Volkes. Aus der Lage der Verhältnisse heraus ist es jedoch nicht möglich, daß alle Volksgenossen diesen Tag durch Arbeitsruhe feiern können, zum Beispiel nicht diejenigen Arbeitskameraden, welche im Gaststätten-, Vergnügungs-, Verkehrs- und Transportgewerbe beschäftigt sind. Aus den Kreisen der in diesen Berufen beschäftigten Volksgenossen wird mir der verständliche Wunsch vorgetragen, daß hierfür ein Ausgleich in Gestalt eines anderen bezahlten Tages gewährt wird. Ich übermittele hierdurch allen Betriebsfuhrern - diesen Wunsch mit der Empfehlung, eine entsprechende großzügige Regelung zu treffen. Schwarz, Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen. Massenpolitische Schulung der Sesundheitspflegerinnen. Auch die an fyen Gesundheitsämtern tätigen Ge- sundheitsvflegerinnen sollen rassenpolitisch geschult werden und an den vom Rassenpolitischen Amt veranstalteten Lehrgängen für Frauen teilnehmen. Das Reich übernimmt die für die Unterkunft und Verpflegung einschließlich der Schulung entstehenden Kosten für insgesamt 200 Teilnehmerinnen. Die Reisekosten werden von den Gesundheitsämtern ersetzt. Treibt Seidenbau! Die deutschen Seidenbauer beginnen in Kürze mit den diesjährigen Zuchten. Die Brutbestellungen sind nunmehr schnellstens aufzugeben. Es fei in diesem Zusammenhang auf die seit dem letzten Jahre durch die Verordnung des Herrn Reichs- Ministers für Ernährung und Landwirtschaft geschaffene Neuordnung hingewiesen, nach welcher Seidenspinnereier einzig und allein durch die staatlich anerkannte Versuchs- und Forschungsanstalt für Seidenbau in Celle unter Vermittlung der Reichs- Die Werbung für Kinderpflegestellen wird bis zum 30. April 1936 verlängert. Meldungen nehmen alle NSV.-Dienstsiellen entgegen. fachgruppe Seidenbauer in Celle bezogen werden Dürfen. Verstöße gegen die Verordnung werden mit Geldstrafen bis zu 10 000 Mark geahndet. In diesem Frühjahr sind zahlreiche Maulbeerneupflanzungen erfolgt. Schon im nächsten Jahre kann die Nutzung dieser Anlagen in bescheidenem Umfang ausgenommen werden. Die Interessenten sollten jedoch vorher sich im Seidenbau praktisch schulen, wofür zahlreiche Betriebe vorhanden sind. Die Kurse sind kostenfrei und werden vom Juli bis Anfang September durchgeführt. Näheres teilt die Reichsfachgruppe Seidenoauer e. V. Celle auf Anfrage mit, die auch die Anmeldungen entgegennimmt und sonstige Auskunft über Seidenbau erteilt. Dir öculfthc flrbeitefront n.9.=bctncinfdiaft „firaft Öurth frcuöc" Omnibusfahrt an den Edersee am 3. Mai. Für diese Omnibusfahrt können noch einige Anmeldungen auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden. Der Fahrpreis Beträgt mit Mittagessen 4,70 Mark. Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgender Kurs: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Don 20.30 Uhr bis 21,45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Tennis. Für die Tenniskurse (Anfänger und Fortgeschrittene) werden noch Anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. * ** Gin Bezirks-Ausscheidungs-Fri- fieren des Bezirks Hessen der Friseure findet am kommenden Sonntag in den Räumen des Gesellschaftsvereins (Klub) in Verbindung mit einer Modenschau statt. Interessenten ersehen Näheres aus der Einladung im heutigen Anzeigenteil. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Gießen wurde wegen Einbruchsdiebstahls zu der Mindeststrafe von 3 Monaten G e f ä n g n i s verurteilt. Der Angeklagte öffnete mit Nachschlüssel einen Kassenschrank im Gebäude der alten Klinik und entwendete etwa 200 Mark. 7lod)lZ Tagen tot im Bett aufgefunden. Lpd. Mainz, 28. April. Eine Frau aus Mainz- Kastel wollte vor etwa drei Wochen eine Reise nach Gießen antreten, um ihren dort lebenden Sohn zu besuchen. Am Abend vor der Abreise unterhielt sie sich mit Hausbewohnern und sagte dabei, daß sie am andern Morgen frühzeitig wegfahre. Infolgedessen fiel es nicht auf, daß in den nächsten Wochen die Tür zu ihrer Wohnung verschlossen blieb. Der Sohn in Gießen wartete vergebens auf seine Mutter, oder auf eine Nachricht von ihr. Arn vergangenen Sonntag fuhr er nach Mainz-Kastel, um nach dem Rechten Äu sehen. Zu seinem größten Erstaunen erfuhr er, Daß feine Mutter bereits vor 17 Tagen nach Gießen abgereist sei. Daraufhin stieg er in die Wohnung ein, wo er die Mutter tot im Bett liegend auffand. Die ärztliche Untersuchung ergab einwandfrei, daß die Frau einem Herzschlag erlegen ist. Alles war zur Abreise vorbereitet, die Koffer fertig gepackt. Anscheinend hat die Freude über die Reise und das Wiedersehen mit dem Sohne ihrem Leben ein schnelles Ende bereitet. Sonderschau des Deutschen Frauenwerks. Oie Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft auf der Reichsniihrstandsschau in Frankfurt a. M. NSG. Die Reichsnährstandsschau in Frankfurt am Main bringt für die Hausfrau in Stadt und Land viel Wissenswertes und manche Anregung. Die Ziele und Durchführung der Marktordnung mit allen sich daraus ergebenden Anforderungen werden ihr gezeigt. Die Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes bringt unter dem Motto „Hauswirtschaft und Marktordnung" eine Sonderschau. Die Unterstützung der Marktordnung durch die Frau wird an vielen Beispielen gesunder Vorratswirtschaft gezeigt. Richtigen Verbrauch der deutschen Bodenerzeugnisse lehren die Kochvorführungen. Eine kleine Küche wird eingerichtet mit einem Zuschauerraum, der etwa 200 Personen zu fassen vermag. Selbstverständlich müssen Kostproben von dem Wert der hergestellten Speisen überzeugen. Wenn die Hausfrau bemüht ist, ihren haushalt ständig den Erfordernissen der Volkswirtschaft an- zupassen, dan ist ihr der beste Helfer dabei eine hauswirtschaftliche Zeitschrift, Bücher und Rezepte, die auf der Reichsnährstandsschau auch nicht fehlen. Das Obstentsaften im haushalt ist zu sehen, ein kleiner Markt für deutsche Gewürze, und was die Hausfrau aus Stadt und Land besonders interessieren wird, vorbildliche Vorratskeller und Speisekammern, die ständigen Sorgenkinder so mancher Hausfrau. Geprüfte Haushaltungsgeräte, die die Arbeit erleichtern, werden gezeigt. Zum Abschluß wandert man in den Vorführraum, wo hauswirt- fchaftliche Filme vorgeführt werden. Jede Hausfrau, die es möglich machen kann, soll sich die Reichsnährstandsfchau vom 17. bis 24. Mai in Frankfurt a. M. anfehen. Alles für Vas deutsche Kind! Das deutsche Kind ist die Zukunft des deutschen Volkes! Auf seinen Schultern wird einst das Geschick des Vaterlandes liegen. Der deutsche Junge soll später als ganzer Mann seiner Familie, seinem Volke und dem Staate dienen. Viele von ihnen werden ausersehen sein, zu führen. Das deutsche Mädchen soll zur deutschen Mutter, zur Hüterin des innigen Gemeinschaftssinnes werden. Dazu müssen sie gesund und stark sein! Soll ein Bauwerk gut bestehen können, muß guter Mörtel verwandt werden. Der gute Mörtel für das Bauwerk des jungen Lebens, das deutsche Kind, ist die verständnisvolle, aufopfernde Pflege der Jugend, ist die Ueberwachung der körperlichen Gesundheit und geistigen Frische. Nichts was hierin getan wird, ist zuviel. Für das Kind ist das Beste gerade gut genug! Aber nicht allen Eltern ist es heute schon mög- lich, ihren Kindern das zu geben, was sie gerne möchten, und was vor allen Dingen dem Kinde notwendig ist. Und hier muß das ganze Volk eintreten und helfen! Das deutsche Volk hat die Pflicht und ist es der Jugend schuldig, daß in dieser Hinsicht das Aeuherste getan wird. Von einer gesunden Jugend ist es abhängig, daß das neue Deutschland stark, gesund und beständig wird und bleibt! Die NSV., die die Trägerin des Erholungswerkes für das deutsche Volk ist, wird auch in diesem Jahre wieder Zehntausenden von erholungsbedürftigen Kindern minderbemittelter Volksgenossen mehrwöchige Freistellen im ganzen Reiche vermitteln. hast du einzelne, meist mit noch ungelenker Hand, aber überströmenden, dankbaren Herzens geschriebene Briefe von Kindern und Eltern gelesen? Auf den Dienststellen der NSV. liegen sie noch zu Tausenden, hast du schon einmal in ein dankbares Kinderauge gesehen? Bereite dir diese große Freude! Die Herzen und die Türen auf! Verhilf dazu, daß auch in diesem Jahre genügend Freistellen zur Verfügung stehen. Melde deiner zuständigen NSV.-Ortsgruppe oder dem NSV.-Helfer, daß du ein Kind für einige Zeit aufnehmen willst! Unserem Führer liegt das Wohl des Kindes sehr am Herzen! Auch Adolf Hitler erftreuft du durch diese Tat wahren Volksgemeinschaftsgeistes! Schuß des Kindes vor den Gefahren der Straße. Die Justizprefsestelle Darmstadt teilt mit: Das Strafverfahren und das Urteil gegen den vielfachen Knabenmörder Seefeld hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf die mannigfache Gefährdung Jugendlicher durch das verbrecherische Treiben sittlich entarteter Menschen hingelenkt. Der Verlauf und die Lehren des Prozesses sind den Eltern und Erziehern unserer deutschen Kinder in der gesamten Tagespresse aus den amtlichen Kundgebungen und Warnungen des Reichsjustizministeriums zum Rechtsschutz des deutschen Volkes in eindringlichster Weife bekannt geworden. Der Polizeipräsident in Berlin hat nun darüber hinaus in einem Flugblatt aus dem gleichen Anlaß „Gebote für die Eltern!" aufgestellt, deren Beachtung ernsteste Erzieherpflicht fein muß und deren Forderung einen bedeutsamen praktischen Beitrag zu dem nationalsozialistischen Grundsatz vorbeugender Verbrechensbekämpfung durch verständnisvolle Zusammenarbeit von Polizei, Elternschaft und Oeffentlichkeit liefert. Aus dem Hinweis im amtlichen Blatt der deutschen Rechtspflege, der „Deutschen Justiz" wird deshalb im folgenden der mahnende Ruf des Polizeiflugblatts bekanntgegeben: Gebote für die Eltern. Tag und Nacht schützt du dein Eigentum und deinen Besitz. Denke daran, daß du auch dein Kind, dein kostbarstes Gut, hüten mußt! Ein Kind lebt drei Leben: das Leben zu Haus, du kennst es; das Leben in der Schule, der Lehrer weiß mehr davon; das Leben auf der Straße, was weißt du davon? Weißt du, was dein Kind heute erlebt hat? hast du sein unbedingtes Vertrauen? Erzählt es dir alle seine Erlebnisse? Weißt du, mit wem dein Kind verkehrt? Lerne seinen Umgang kennen, nur dann kannst du darüber wachen, daß es nicht in schlechte Gesellschaft gerät. Weißt du, von wem und wofür dein Kind das Geld (Näschereien) erhalten hat, das es neulich nach Haufe brachte? „Der gefährliche Kinderfreund" ist es, der mit Vorliebe Kindern „etwas schenkt", um sie zutraulich zu machen. Erziehe dein Kind, daß es sich nicht von fremden Menschen beschenken oder anfassen läßt. Nicht selten haben Kinder ihre Vertrauensseligkeit zu dem „Onkel" mit dem Tode bezahlt. Weißt du, für wen dein Kind Besorgungen macht? Verbiete ihm, so etwas ohne deine Erlaubnis zu tun. Wie oft sind schon Kinder auf diese Weise in Wohnungen, Hausflure oder entlegene Gegenden gelockt und dort das Opfer eines Sittlicbkeitsver- brechers geworden! Weißt du, daß der Wunsch deines Kindes, mit einem Auto oder Radfahrer zu fahren, schwere Gefahren bringen kann? Warne es, mit fremden Menschen zu fahren! Weißt du, was dein Kind nach den Schularbeiten treibt? Laß es nicht allein in Warenhäuser gehen! Die lockenden Auslagen reizen seine Begehrlichkeit! Weißt du, daß Rummelplätze oft für Kinder ungeeignet sind? Was dort gezeigt wird, ist meist nichts für Kinderaugen und -ohren. Dort treibt sich auch mancher Taugenichts herum. Weißt du, daß durch die Kleidung deines Kindes auch Unheil gestiftet werden kann? Durch zu kurze oder zu auffallende Kleidung wird die Begehrlichkeit des Sittlichkeitsverbrechers gereizt. Weißt du, was dein Kind in deiner eigenen Wohnung beobachtet? Verletze nie das natürliche Schamgefühl des Kindes, auch wenn die Wohnung klein ist und die Betten knapp sind. Meide zweideutige Witze und anstößige Redensarten. Die beste Erziehung ist das gute Beispiel! Weißt du, daß die Polizei dir helfen will, dein Kind zu schützen? Fort mit dem Märchen von dem bösen Schutzmann, der die unartigen Kinder einsperrt! Präge deinem Kinde ein: Auch auf der Strafte ist die Polizei dein bester Freund! In allen Fragen der Gefährdung deines Kindes steht dir die Kriminalpolizei, besonders die weibliche Polizei, mit Rat und Tat zur Seite. Oberheffen. Reichslustschuhbund Busecker- und Lumdatal. * Riiddingshaufen, 28. April. Am Sonntag hielt die Ortsgruppe Busecker und Lumdatal im Reichsluftschutzbund hier im Saale der Wirtschaft Theiß eine Versammlung ab. Die Zusammenkunft verfolgte zwei Ziele. Einmal sollte in der Oeffentlichkeit für den Luftschutzgedanken geworben, dann aber vor allem die Notwendigkeit des Luftschutzes auf dem Lande gezeigt werden. Der Redner, Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Bufeck), sprach mit eindringlichen, ernsten Worten zu den versammelten Volksgenossen. Wie aus vielen Gebieten, so vor allem auch auf dem der Strategie bedeutet der Weltkrieg eine Wende. War jahrtausendelang der Frontsoldat der Träger des Kampfes, so ist feit dem Weltkrieg und erst recht in Zukunft auch die Heimat Kampfgebiet, und die Zuhausegebliebenen sind damit Soldaten der Heimat. Durch die Entwicklung der Flugwaffe find Stadt und Land gleicherweise dem Verderben des Krieges ausgesetzt. Die Anwendung von Brandbomben und Brandmunition gefährdet menschliche und tierische Behausungen und Vorräte, vor allem in Scheunen und Stallungen, Splitterbomben und Maschinengewehre die Viehherden, chemische Kampfstoffe die Lebens- und Futtermittel, Tier und Mensch. Demgemäß erstrecken sich die Schutzmaßnahmen auf die Erhaltung der für die Volkswirtschaft und Dolks- ernährung wichtigen Viehbestände und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Zur Lösung all dieser Probleme machte Dr. Haas auch schon für den Frieden beachtenswerte Vorschläge. Jetzt im Frühjahr, wo allenthalben die Speicher geräumt werden, ist auch auf dem Lande eine Entrümpelung nicht schwierig durchzuführen und manchem Speicher im Interesse des Brandschutzes dienlich. Neben dem Brandschutz ist Ausbildung in „Erster Hilfe" auf dem Lande dringend vonnöten. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit folgten die Hörer den nahezu zweistündigen Ausführungen des Redners. Im Anschluß an den Vortrag erfolgte die Ernennung der Blockwarte, deren Aufgaben Dr. Haas noch näher erläuterte. hoffen wir, daß auch in unserer Landgemeinde der Luftschutzgedanke immer mehr Volksgenossen als treue Anhänger gewinnt. Landkreis Gieften = Mainzlar, 28 April. Nach den umfangreichen Regenfällen in den vergangenen Tagen ist der Wasser st and der Lumda sehr hoch geworden. Der Bach ist bereits über die Ufer getreten. * Steinbach, 29. April. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am morgigen Donnerstag Friedrich Walb und Frau Eleonore geb. Horn. Herr Wall, ist langjähriger Führer des Gesangvereins „Eintracht". Seit langer Äeit gehört er zu den treuen Lesern des Gießener Anzeigers. * Steinbach, 29. April. Am morgigen 30. April können der Landwirt Friedrich W a l b und feine Ehefrau Eleonore, geb. Horn, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Am 1. Mai ist das Ehepaar seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ■y Watzenborn-St einberg, 29. April. Morgen Donnerstag begehen Schlossermeister Georg S ch m a n ö t und Ehefrau Katharine, geb. Schmitt, das Fest der silbernen Hochzeit. ! ch Reiskirchen, 28. April. DieSchar 3 der Gefolgschaft 6/116 „Wilhelm Belloff" veranstaltete in Gemeinschaft mit dem Bund Deut- scherMädelim festlich geschmückten Saale „Zum Hirsch" einen Kulturabend. An der Veranstaltung wirkten noch der Spielmannszug der Gefolgschaft und die Spielschar der Schar 1, Großen» Buseck mit. Mit dem Fanfarenmarsch, gespielt vom Spielmannszug und mit der Einbringung der Fahnen wurde der Abend eröffnet. Dann folgte das Gedicht „heraus wir Jungen" und das Lied „Revolution". Nach einer weiteren musikalischen Darbietung sprach der Gefolgschaftsführer Karl Heintz (Winnerod) über das Schaffen und Wirken und über die Ziele der Hitlerjugend. Die Jungen ermahnte er, weiterzukämpfen im Sinne unseres Führers Adolf Hitler. Seine Worte wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Nach einem weiteren Marsch des Spielmannszugs folgte das historische Stück „Der Keller von Memel", das den Kampf der Deutschen im Memellande schilderte. Anschließend wurde von der Spielschar ein Weihespiel „Treue zum Reich" aufgeführt. Nach einer Pause wartete der hiesige BDM. mit feinen Volkstänzen auf. Die Vor- führungen fanden regen Beifall. Im weiteren Verlauf des Abends gestaltete die Schar 3 Reiskirchen einen Heimabend, um den Eltern und Gästen einen Einblick in die Arbeit der HI. zu geben. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein gut gelungener Heimabend mit eigener Hauskapelle, der die Zuhörer sehr in seinen Bann zog. Alte Volkslieder begeisterten die Zuhörer, die selbst mit in den Gesang einstimmten. Zum Schluß nahm die Hitlerjugend Aufstellung und der Gefolgschaftsführer dankte den Erschienenen für ihren Besuch. Mit dem Treuegelöbnis zu unterem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, mit dem Lied der Jugend, mit dem Fahnenausmarsch und dem Ausmarsch der Hitlerjugend fand der Abend seinen Abschluß. Die Veranstaltung hinterließ einen tiefen Eindruck. * ha11enrod, 28. April, heute verunglückte hier ein Bauarbeiter an seiner Arbeitsstelle. Mit Brustquetschungen mußte er durch die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Büdingen. S Nidda, 28. April. Auf Anregung des Lust-- schutzbundes, Ortsgruppe Nidda, wurde heute dahier der Luftschutzfilm „Volk in Gefahr" wiederholt oorgeführt und zwar bei sehr starker Beteiligung von hiesigen und auswärtigen Schulen, hiesigen und auswärtigen Bewohnern, der Arbeitsdienstabteilung 2/225, des Werkluftfchutzes vom Sägewerk Himmelsbach, der Papierfabriken Moufang und Staffel in Ober-Schmitten, sowie sonstiger Vereinigungen. — Der unter Leitung von Dr. med. Fritz Koch stehende Kursus zur Ausbildung von Samariterinnen vom Roten Kreuz schloß am Sonntag in hiesiger Realschule mit einer Prüfung in theoretischen und praktischen Kenntnissen, sowie der Verpflichtung der Teilnehmerinnen ab. Kreis Schotten. 0 Schotten, 28. April. Auf 30 Jahrs Schuldienst in unserer Stadt konnte dieser Tage der Berufsschullehrer Emil h i tz zurückblicken. Dom 23. April 1906 ab war er an der hiesigen Volksschule, von 1908 ab an der Realschule tätig. Er nahm am Weltkrieg teil, zunächst als Kriegsfreiwilliger, dann als Offizier; er geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er im Jahre 1920 zurückkehrte; feit 1923 unterrichtete er an der Berufsschule. Der außerordentlich befähigte Pädagoge erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit, besonders auch durch seine unermüdliche Tätigkeit auf manchen Gebieten des öffentlichen Lebens, und zwar als Vereinsführer des Kriegervereins und des Volksbildungsoereins, sowie als weithin bekanntes Vorstandsmitglied des Gesamtvereins des Vogelsberger Höhenklubs. # Groß-Eichen, 28. April. Der hiesige Ob st - und Gartenbauverein hielt bei Mitglied Karl Merz seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer Gärtner Wilhelm Bort begrüßte besonders die neuen Mitglieder. Die Mitgliederzahl beträgt nunmehr 39 Personen. Der Vereinsführer wies darauf hin, daß die durchgeführte Winterspritzung des Vorjahres von sehr gutem (Erfolg gewesen sei und ermahnte die Mitglieder, auch fernerhin die jährlichen Arbeiten an den Obstbäumen gründlich durchzuführen. Die Versammlung wurde nach einigen weiteren Mitteilungen in der üblichen Weise geschlossen. — Die hiesigen Jugend turn er sicherten sich im Mannschaftskampf für die Jugendturner der Kreise Büdingen und Schotten mit 299 Punkten nach Ober-Seemen mit 325 Punkten den zweiten Platz. Die Mannschaft setzte sich aus Jugendturnern zusammen, die erst zu Ostern die Schule verlassen hatten. Kreis Alsfeld. A Alsfeld, 28. April. In einer am vergangenen Samstag abgehaltenen Kreisverfammlung hielt der Gaufachbearbeiter für Luftschutz im NSLB. Beyer (Frankfurt a. M.) einen Vortrag über das Thema: „Die Schule im Dienste des Luftschutze s". In Verbindung mit dem Vortrag lief vorher der Film „Volk in Gefahr". Der Redner wies in feinen Ausführungen darauf hin, daß sich die Jugend bewußt in den Dienst des Luftschutzes stelle. Es wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Auswertung im Unterricht gezeigt: Schülerfeuerwehr, Räumungstrupps, Meldetrupps ufw., Einbau des Luftschutzes in den Unterricht und Vertiefung durch Wiederholung. Bei sinngemäßer Auswertung kann der Luftschutzgedanke auch bei den Kleinsten gefördert und geweckt werden zur Erreichung des Zieles: Schaffung einer abwehrbereiten Jugend. j) Alsfeld, 28. April. Die hiesige Hitler- Jugend hatte zu einem Kolonialabend in das „Deutsche Haus" eingeladen. Der Saal war dicht besetzt. Nach dem Fahneneinmarsch, nach Lied und Vorspruch begrüßte die Kolonialreferentin im Untergau 384, Flora A l l e n d o r f, die Teilnehmer. Alsdann sprach der Führer der Jugendbewegung in Südwestafrika Kurt Bütow über Deutsch-Südwest- afrifa. Der Redner erklärte, daß sie sich in Südwestafrika nicht als Ausländsdeutsche fühlten, denn sie wohnten ja in Gebieten, die rechtmäßig zu Deutschland gehörten. Man solle deshalb auch nicht von den „ehemaligen" deutschen Kolonien reden. Aus der Fülle der lebensfrischen und interessanten Darstellungen des Redners ging hervor, daß die Kolonialidee in Südwestafrika aufrechterhalten wird, und man hat dort den Glauben, daß die Rückkehr zum Mutterland erfolgen wird. Der Richtstrahler des Deutschlandsenders nach Afrika sei jetzt die stärkste Verbindung mit der Heimat und eine große nationalsozialistische Tat. Stürmischer langanhaltender Beifall folgte den hinreißenden Ausführungen des Redners. Mit dem Liede der Jugend schloß Der Abend. —Homberg, 27. April. Dieser Tage fand in der Gastwirtschaft Histerich die Hauptversamm» des Lust, heute da- ■ wiederholt Beteiligung /"'hiesigen Arbeitsdienst, m Sägewerk oufang und ger Vereini- • med. Fritz )unq von n Kreuz rle mit einer ichen Kennt» der Teil. »d ?r '-oum der Z^cil. 1 iT ">« 0 & »keV- «ieb1 dien ^°°°. »hl*1»* -LZ >A-Ä f.-'Beut. N wurde "^reue illn; wartetet "■f-SeY •ÄS SL Worte ,,h ÄP-llmz ’w «nie. mit /""usmarsch ö and der ’9 hinterließ e verun. «f Arbeits. We er durch ! Hetzen in ■Qd)t werden. 30 Jahrs t konnte die« Hitz zurück» r er an der- n der Realteil, zunächst er; er geriet fyfre 1920 an bet Be- Pädagoge besonder; aus man. urtb zwar und des i bekanntes des Vogels» Der hiesige ielt bei Mit» Versammlung Helm Bort >r. Die Mit» m. Der Ber- durchgeführte r gutem Er- ialieder, auch i den Obst* Versammlung Tigen in der iesigen Ju» ischaftskampf üdingen und -Seemen mit Mannschast icn, die erst m oergW- nmlung Helt im NSLB. aq über bas des Luft- Vortrag lies Der Redner rin, daß sich Luftschutzes Möglichkeiten igt; Sch"ler' trupps usw-» lcht und Der» e^ßer.Au' auch 6« den zur ® ,wchrb-mt-» 7-« di-h' ch Li°d un intin "N UN > Teilnehinek' )t,elDr95eb oor, baLrb, «L fifi fei Am M BMW ' .7 ' , § er • »i i ' M M S>Ar...T ns» WM MM DNB •.. daß der eigene Wagen Ihnen das Le- ben erleichtert, Sie beneidenswert frei Y macht, das Wertvollste schenkt, was es für J tätige Menschen überhaupt gibt, näm- ^A-* lieh Zeit,- kurz Ihr Leben von Grund aus äuf das Glücklichste beeinflußt - ist millionen- W> fach praktisch bewiesen. Die erste Tankstelle an der Reichsaulobahn erste Tankstelle auf der Autobahn, die am kommenden Freitag, 1. Mai 1936, an d^r Darmstädter Zufahrtstraße in Betrieb genommen wird. — (DNB.-Heimatbllderdienst. Photo: Schmidter.) Trümmerhaufen in dem Haus am Alexanderplatz des Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 29. April. Gießen. Stadlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. König Gustaf von Schweden besichtigte am Dienstag gelegentlich seiner Durchreise von der Riviera nach Schweden das Reichssportfeld in Berlin, wo die Olympischen Spiele stattfinden werden. Staatssekretär Dr. Lewald erklärte dem König die Anlagen des Stadions. (Presse -Jllustration-Hosfmann-M.)________ Bord. Die 17stündige Seefahrt nach Mau bot herrliche Augenblicke, besonders als die Sonne am Donnerstagmorgen über die spiegelglatte See schien. In Pillau, beim Betreten ostpreußischen Bodens, war großer Empfang durch die HI., Jungvolk und BDM., mit dem Führer des Gebietes Ostland, dem Landrat und dem Bürgermeister an der Spitze. Im Sonderzug ging es weiter nach Königsberg. Auch dort großer Empfang, worauf dann die Quartiere bezogen wurden. _______ RSG. Aus Königsberg wurde uns ein ausführlicher Bericht über den gegenwärtig dort stattfindenden Endkampf des 3. Reichsberufswettkampfes und die Erlebnisse der 32 daran teilnehmenden Jungen und Mädel aus unserem Gau übermittelt. Rach der Abfahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof am 21. April um 22.51 Uhr brachte der Schnellzug unsere Teilnehmer rasch nach Berlin, wo sie früh morgens kurz nach 7 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof ankamen. Die Reichshauptstadt bot viel Sehenswertes für unsere jungen Kameraden, die sämtlich noch nicht dort gewesen waren. Selbstverständlich war der erste Gang zur Wilhelmstraße und zur Reichskanzlei. Als sich die Blicke nach den Fenstern der Ar- beilsräume des Führers richteten, fragte sich wohl jeder, ob er wohl zu den Glücklichen gehören werde, die am 1. Alai dem Führer dort vorgestellt werden. Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude, Krolloper, Lustgarten, Ehrenmal und Zeughaus wurden noch besichtigt und im Anschluß daran gab es em Ori- Q Wetzlar, 28. April. Der Haushaltsplan Kreises Wetzlar, der in den Jahren vor der Machtübernahme stets hohe Fehlbeträge aufwies, ist für das Rechnungsjahr 1936 im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 1669 400 Mark Daß der OPEL »Typ Olympias der Wagen ist, der Ihnen alle praktisch wertvollen Vorteile eines Groß - Automobils zum Kleinwagen-Preis zugänglich macht, ist eine ebenso unbestrittene Tatsache. Einige seiner bewährten Vorzüge: • Starker, äußerst sparsamer geschmei- i diger 4 Zyl. Motor • Geräuscharmes Getriebe • »OPEL Synchron-Federungs • Ganzstahl - Karosserie • »Zugfreie Entlüftung« • Breite, bequeme Sitze im best- gefederten Raum • Große Scheiben • freie Sicht • Besonders großer, diebessicherer Kofferraum. Rufen Sie Ihren Händler an - er holt Sie zu einer unverbindlichen Probefahrt abl OFE Ei \r meüe eine Entschuldigung gegen feine Nachba und verließ ben kleinen Raum. 1900 1. Schüler — Atten-Duseck 1. Schüler 0:0. Im Schüler-Pflichtspiel trennten sich die Geaner, Erfolg zu kommen. Sportverein 1920 Lollar. Aufstiegspiel Burg I — Lollar I 1:2 (1:0). Am letzten Sonntag fanb schon bas Rückspiel zwischen beiden Mannschaften statt, Lollar konnte den Vorspielsieg mit demselben Resultat wiederholen. Burg hatte Anstoß und zog gleich vor Lollars Tor. Allmählich fand sich Lollar. Mitte der ersten Hälfte gab es eine Ecke für Burg. Der Ball kam gut herein. Ein Verteidiger köpfte dem Lollarer Hüter den Ball aus den Händen. Ein kurzes Hin und Her und das Führungstor für Burg fiel. Bis Halbzeit sah man verteiltes Spiel. Nach ber Pause war Lollar bauernb überlegen. Löhr brachte einen schönen Schuß aus kurzer Entfernung zum Ausgleich an. Jede ber Mannschaften wollte jetzt den Sieg erringen. Der Gastgeber brachte jetzt eine harte Note ins Spiel. Es gab ein Strafstoß für Lollar. Gabriel kam aus ber Verteidigung unb MMiUMWWMl CRoman von Marlise Köllinq. Urheberrechtsfchutz: Verlag Oskar Meister, Werbau. In ben fommenben Wochen unb Monaten wird Deutschland einen Reiseverkehr aufzuweisen haben, der unsere Verkehrseinrichtungen und alle damit zusammenhängenden Wirtschaftszweige auf eine hohe Belastungsprobe stellen wird. Die bereits vorliegenden Anmeldungen zeigen, daß die Mehrzahl unserer ausländischen Olympiagäste nicht nur nach Berlin kommen, sondern vor oder nach der Olympiade andere Gegenden Deutschlands bereisen ober Kuraufenthalte nehmen werben. So wirb sich also ber Gästestrom über bas ganze Reich verteilen, unb allerorts werben bereits Vorbereitungen hierfür getroffen. Eine weitere Steigerung wirb der innerdeutsche Reiseverkehr burch bie Fahrten unfern deutschen Volksgenossen von und nach Berlin als Olympiabesucher erfahren. Neben den vielen Gefellschafts- und Gruppenreisen mit Bahn, Autobus und Flugzeug werden auch viele Motorradfahrer, Radfahrer und selbst Fußwanderer in der Reichshauptstadt erwartet. Eine Reihe meist behördlicher Einrichtungen wird in Berlin die Unterkunft, Verpflegung, gesellschaftlichen Veranstaltungen unb anberes mehr organisieren, so daß jeder Olympia- besucher alles aufs beste vorbereitet finden wird. und Adolf Kiefer ben im 100-Meter-Rückenschwim- men mit 1:04,9 Minuten. Diese drei Zeiten sind selbst von ben Besten ber Japaner bisher noch nicht annähernd erreicht worden. Fick und Medica können sich zudem auf einwandfreie Siege über bie japanische Auslese berufen, bie sie im Vorjahre in Tokio beim Länderkampf errangen. Bisher 20 White-Star-Olympiareisen. Ein weiteres Beispiel von bem ungeheuren Interesse bes Auslandes für bie kommenden Olympischen Spiele in Berlin ist bie Tatsache, baß allein bie amerikanische Cunard-White-Skar-Linie nicht wem- qer als 20 Gesellschaftsreisen zu ben Olympischen Spielen veranstaltet. Die Reisenden werben auch durchaus sachkundig betreut werden, denn bie Schiffahrtsgesellschaft hat eigens zu diesem Zweck eine Reihe ber bekanntesten Sporttrainer verpflichtet, die als sachkundige Führer mitfahren. Ungarns Eishockeymannschaft bestraft. Spielvereinigung 1900 Gießen. Tuspo. Kirchhain — 1900 I 0:2. Die Reise nach Kirchhain konnten die Blau-Wei- ßen siegreich beenden. Wenn der Sieg auch nur 2:0 lautet, so muß festgestellt werden, bah bem Spielverlauf entsprechend ein anderes Resultat hätte zustande kommen müssen. Den aroßten Teil der Kampfhandlungen diktierten die Blau-Weißen, unb wenn ber Gastgeber wirklich mal zu Worte kam, bann war es nur ein Aufflackern, bas von ber 93er- teibigung Zeiler-Lippert schnell wieber abgeschwächt wuröe. Bei Beginn bes Spieles finb bie Blau-Weißen sofort im Angriff. Zahlreiche Schüsse gehen aufs Tor, boch meist finb sie zu ungenau. Erst nach Ablauf einer Viertelstunbe fiel bas erste Tor. Ein gutes Durchspriel von Heilmann übör Rinberknecht zu Enbers schlug bieser flach ins Netz. Weiter brän= gen bie Gäste und bie Hintermannschaft ber Kirchhainer gerät stark in Bebrängnis. Den Blau- Weißen will jeboch nichts mehr gelingen. Enbers schießt in aussichtsreicher Stellung knapp baneben. Einen Eckball, ben Enbers in bie lange Ecke köpft, hebt Garth über bie Latte unb Ranft hat mit zwei Schüssen ebenfalls Pech. Nach ber Pause basfelbe Bilb! 1900 brängt unb brängt, aber zu Erfolgen will es nicht kommen. Das Pech verläßt bie blau-weißen Stürmer nicht. Erft in ber Mitte ber zweiten Hälfte fällt bas zweite Tor. Heilmann, ber bei einem Eckball mit aufgerückt war, schlug ben abgewehrten Ball über bie Kopfe ber Abwehrmauer ins Netz. Nun bemühen sich bie Gastgeber stark um Verbesserung bes Resultats. Zeller unb Lippert waren jeboch auf ber Hut und bie beiben aussichtsreichen Chancen machte Wißmar in großer Manier unfchäblich. Diese Pe- riobe war schnell vorüber unb bas Enbe ftanb weiterhin im Zeichen ber Blau-Weihen. „Ich habe Ihnen dies zu übergeben, mein Herr", dem Geschäft auch (o ausnutzen? Für die paar sagte der Schließer, Der Herr nahm den Z°tt°h Mark^ ^ann kein- Rede sein, Mutter," „Zu dumm! Ja, da muß^ich fort, -m Arzt kann ermibcrk Benedikte ruhig, vor den Feiertagen ist eben niemals über feine Zett verfugen .sagte er . halb zu dem Schließer. „Wollen Sie mir schnellstens meine Garderobe besorgen." Eine Minute später verließ der Herr in Hut und Mantel eiligst das Gebäude. Ein Schupo, der vor dem Theater auf- und abpatrouillierte, sah ihn m bas wartende Auto, einen großen schwarzen Tourenwagen, einsteigen und davonfahren. Der Wagen mochte kaum fünf Minuten verschwunden sein, als eine Autodroschke vor dem Theater hielt. Ein Herr sprang heraus Er schlug seine Rockklappe zurück, zeigte dem Schupo seine Als Benedikte daheim ankam fand sie die Mutter und den alten Oberst ihren Onk l m einer ziemlichen Ausregung. Aus dem Eßtisch, unter ber Lampe, glänzte ein gelbliches Papier mit einem Amtssiegel, baneben lag ein dicker Brief. Oeoens- hoe, las Benebikte, während sie der Mutter unb bem Onkel guten Abenb sagte. Wo bleibst bu nur solange, Benebikte", meinte Fr°u Z-dlitz mit ihrer ^m°r °kva-^ Nagenden @efäi)rli(i)eg. „Ich begreife d-in- fttzt"i7m°r zu tun hast. Warum läßt du dich in Ruhe nicht, es geht dach fchließiich auch um deinen Nur für eins muß jeber Besucher selber sorgen: für Beschaffung, Mitnahme unb zweckmäßige 93er- menbung feines Reifegelbbeutels. Die Beschaffung ber benötigten Summe wirb bis bahin — wohl meist mit Hilfe bes Sparkassenbuches — erfolgt fein, die „zweckmäßige" Verwendung hangt von bem Geschmack jebes einzelnen ab, unb über eine zweckmäßige Art ber Mitnahme bestehen auch keine Zweifel, wenn man sich z. B. eines Rob, bes Reise» trebitbriefes ber beutschen öffentlichen Spar- und Girokafsen bebient. Dieser Rob wirb neuerbmgs auch für zwei zusammenreisende Personen ausge- ■l Schmalz uno j g^ben. Solch eine Reisekreditbrief macht die Mit- Im Verlaufe ber | nähme von barem Gelbe überflüssig; bie Reisekasse kann also weder gestohlen werden, noch verloren- aehen, und für zahlreiche Einlösestellen des Reisekreditbriefes — in Berlin z. B. in allen Stadtgegenden — ist gesorgt. Also auch auf diesem Gebiet ist im Olympiajahr für Sicherheit und Bequemlichkeit unserer Gäste alles geschehen. Kurze Sportnotizen. Paul da Bruyn, der deutschamerikanische Langstreckenläufer, der 1932 in Los Angeles für Deutschland am Marathonlauf teilnahm, ist zu vorolympischem Training jetzt in Berlin eingetroffen. Er wird hier zusammen mit unserer Langstreckler- Garde trainieren. Unsere Olympia-Reiter werden demnächst an einem großen internationalen Turnier, dem in Warschau vom 30. Mai bis 8. Juni, teilnehmen. Die deutsche Reitermannschaft startet in folgender Besetzung: Rittmeister Momm, Hauptmann von Barnekow, Rittmeister E. Hasse, Oberleutnant K. Hasse, Oberleutnant Schlickum und wahrscheinlich noch Oberleutnant Brinkmann vom Nachwuchs. Eine Olympiaprobe der deutschen Degenfechter fand am Wochenende in Frankfurt am Main statt. Als bester Fechter dieser Waffe erwies sich der Berliner M i e r s ch mit 12 Siegen vor Adam-Wiesbaden mit elf Siegen und dem Ulmer U h l m a n n mit IOV2 Siegen. Geiwitz - Ulm, Rosenbauer -Frankfurt und Benkert- Saarbrücken belegten die nächsten Plätze. Juan Zabala, der argentinische Marathon- Olympiasieger von Los Angeles, gewann am Sonntag in Nürnberg ein 25 Kilometer-Straßenlaufen in 1:26,54 vor dem Berliner Siegers, dem Stuttgarter Bertsch, dem Berliner B r ä s i ck e und H e l b e r - Stuttgart. Zabalas 20-Icm-Weltrekord, der am 19. April in München mit 1:04:00,2 Stunden aufgestellt wurde, ist jetzt vom Sekretariat des Internationalen Leichtathletik-Verbandes anerkannt worden. „Rund um Köln" wurde am Sonntag als weiteres der großen deutschen Straßenradrennen ausgefahren. Bei den Berufsfahrern siegte in dem über 260 Kilometer führenden Rennen Bautz- Dortmund in 7:06,20 Stunden vor Weiß-Berlin und Umbenhauer - Nürnberg, bei den Amateuren (119 Kilometer) gewann Meurer- Köln in 3:46:38,8 vor Scheller-Nürnberg und W ö l k e r 1 - Schweinfurt. Zwei Hockeykämpfe zwischen den Gauen Süowest und Baden fanden in Frankfurt statt. Bei den Männern siegte Südwest mit 3:0, bei den Frauen war Baden mit dem gleichen Ergebnis erfolgreich. Wirtschaft. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 380: Neue Einheitsbedingungen der deutschen Textilindustrie. Anwendung ab 27. April 1936. — 381: Einführung der Devisenzwangswirtschaft in Polen. — 382: Tätigkeit australischer Prüfungsbeamter im Deutschen Reich. — 383: Einfuhranmeldungen für das dritte Vierteljahr in Lettland. ♦ P h. H 0 lzmann AG., Frankfurt a. M. Das Geschäftsjahr 1935 hat, wie der Fwd. von zuständiger Seite erfährt, eine gegen das Vorjahr erzielte Umsatzbelebung und Ertragssteigerung gebracht. Es kann mit einer Dividendensteigerung für das abgelaufene Jahr gerechnet werden. Ob die Erhöhung im Ausmaße um 1 bis höchstens 2 v. H. erfolgen werde, hänge von der Berücksichtigung verschiedener Umstände ab, die man bis zu der für Ende Mai vorgesehenen Bilanzsitzung übersehen könne. * Unveränderte Dividenden im Salzdetfurth-Konzern. In den AR.-Sitzungen von Aschersleben, Westeregeln und Salzdetfurth wurde beschlossen, für 1935 den Hauptversammlungen am 27. Mai vorzuschlagen, nach angemessenen Abschreibungen und Rückstellungen wieder die gleichen Dividenden wie im Vorjahre zu verteilen Aschersleben und Westeregeln je 5 v. H., Salzdetfurth IVz d. H.). Ahein-Mainische Börse. rNittagsbörfe uneinheitlich. 3m Verlaufe schwächer. Frankfurt a. M., 28. April. Die Börse eröffnete bei lebhaftem Geschäft nicht ganz einheitlich, aber zu den ersten Notierungen noch überwiegend fester. Es lagen weitere Käufe der Privatkundschast vor, während die Kulisse teilweise glattstellte. Gleich nach den ersten Kursen ergab sich am Aktienmarkt ein Rückschlag, der die meisten Papiere um 1 bis 1,50 0. H. zurückwarf, da plötzlich stärkeres Angebot herauskam. Im Verlaufe war die Haltung dann auf der etwas ermäßigten Basis widerstandsfähiger, aber noch recht unsicher. Chemische Werte lagen zunächst 0,50 bis 1 0. H. höher, IG. Farben gingen dann auf 166 nach 167 (166,75) zurück. Besonders schwankend lagen Montanaktien: Vereinigte Stahlwerke 89,65 bis 88,25 bis 88,50 (89,50), Mannesmann 92,25 bis 91,50 (92,50), Hoefch 102,13 bis 100,50 bis 101 (101,50), Klöckner 96,90 (97,65), Buderus 106,50 bis 106 (106), Rheinstahl unverändert 124,50. Am Elektromarkt notierten Siemens und Deutsch-Atlanten-Telegraf je 2 0. H. höher, dagegen Lahmeyer 1,75 v. H. und Schuckert 1,25 v. H. schwächer, die übrigen Werte gaben meist 0,25 bis 0,50 v. H. nach. Im übrigen kamen anfangs zur Notiz: Deutsche Linoleum mit 172,40 (174,25), AG. für Verkehr mit 115,90 (115,40), Daimler mit 107,25 (107,50), Zement Heidelberg mit 142,50 bis 142,75 (142,75), Zellstoff Aschaffenburg 92,50 (92,75), Kunstseide AKU. 52,40 bis 52 (52,25) und Reichsbank mit unverändert 184,25. Von Auslandswerten Chade A bis C 364 (361). Am Rentenmarkt waren Altbesitz stärker gedrückt mit 113,13 (113,60), Kommunal-Umschul- dung, Zinsvergütungsscheine und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet. Lebhaftes Geschäft hatten zertifizierte Dollar-Bonds, 6 v. H. Preußen und Spargiro 68 bis 67,65 bis 67,75 (67,50), 6,50 v. H. Frankfurter 65,50 bis 66 (65,25). Von Auslandrenten blieben Mexikaner behauptet. Am variablen Rentenmarkt ergaben fick keine Veränderungen. 6 v. H. Vereinigte Stahlwerke fester mit 104,40 (104). Goldpfandbriefe blieben behauptet, Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen lagen etwas uneinheitlich. Fremde Werte lagen ruhig. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse schwächer. An der Abendbörse schwächten sich die Aktienkurse weiter etwas ab. Im Durchschnitt ergaben sich Rückgänge von 0,25 bis 0,75 v. H., Südd. Zucker verloren 2 v. H. auf 199. Neben weiteren Abgaben der Kulisse lagen auch kleine Kundschaftsverkäufe vor, denen nur geringe Aufnahme gegenüberstand. IG.-Farben 165,50 (166), Hoesch 100,25 (100,50), Verein. Stahlwerke 88,65 (88,90), Buderus 104,75 (105,50), Mannesmann 91,25 (91,90). Entgegen der Allgemeintendenz weiter fest waren Lechwerke Augsburg, Taxe 110 bis 111 (108). Am Kassamarkt kamen Verein. Strohstoff Dresden nach mehrtägiger Pause mit 83 (84,25) wieder zur Notiz. Am Rente n m a r k t ergaben sich keine Veränderungen. Zertif. Dollar-Bonds waren gefragt und lagen 0,25 v. H. fester, 6proz. Preußen und Spargiro 67,75 bis 68. U. a. notierten: Altbesitz 113, Schutzgebietsanleihe Zertif. 10,70, 6proz. Verein. Stahl 104,25, Krupp 104,40, 6proz. Mittelstahl 104,75, 4proz. Ungarn Gold 8,60, Anatolier I 41,65, AKU. 51,25, MAN. 110,50, Bekula 147, Buderus 104,75, IG.-Chemie volle 212, Daimler 105,50, Erdöl 118, Scheideanstalt 231, Dt. Linoleum 173, JG.-Farben 165,50, Gesfürel 137, Harpener 126,50, Hoesch 100,25, Holzmann E116, Klöckner E 95,25, Mannesmann 91,25, Muag 90,50, Schuckert 139, Südd. Zucker E199, Verein. Stahl 88,65, Westdeutsche Kaufhof 38, Commerzbank 88, Reichsbank 184,50, AG. für Verkehr 114,25, Voltohm 88, Verein. Strohstoff 83, Gritzner 30,25. Frankfurter Obff- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 28. April. Gemüse: Gesamtbeschickung gut. Geschäft nicht besonders lebhaft. Spargelanqebot täglich zunehmend. Preise für Kopfsalat und Spargel rückläufig. Zunehmendes Angebot ital. Frühkartoffeln, Nachfrage bei fallenden Preisen gut. Geringes Angebot von ital. Erbsen war rasch vergriffen. U. a. notierten: Erbsen ca. 5 Kilogramm netto 3,00 ital., Gewürze! gr. Bdl. 30—40, Salat-Gurken St. 25—45, Karotten 8—12, Kohlrabi (Treibh.) St. 15—25, Kopfsalat (Treibh.) St. 10—18, Steige 30 St. 4,00—4,50 holl., Schlüpfer 35—40, Lattich 25—40, Radies 6—8, Rettich Bdl. 20—50, Stück 10—20, Eiszapfen Bdl. 10—15, Sellerie je nach Größe 5—25, Spargel I 70—80, II 50 bis 60, III 40—45, Spinat 3—6, Weißkraut 15—18 holl., Zwiebeln 10—11, 12—13 argen! Obst und Südfrüchte: Deutsche Aepfelzu- fuhren merklich nachlassend, Nachfrage noch befriedigend, Preise unv., Apfelsinenangebot gut, Verkauf bei unv. Preisen zufriedenstellend. U a. notierten: Aepfel I 28—38, II 20—26, III 15—20, Roter Eifer 24—30, Apfelsinen blond 15—20 span., Blut 14—20 span., 22—25 ital., Bananen, Kiste 12,5 Kilogramm 6,50 Kam., 6,50—7,50 Westind., Treibhaus-Erdbeeren 3,50—5,00, Smyrnq-Feigen, 25-Kilogramm- Kiste 10,00, Zitronen 300 und 360 St. 6,00 bis 7,50. Kommunalpoü'iische Tagung in Alsfeld. "X Alsfeld, 28. April. Am vergangenen Montag hielt die Kreisabteilung Alsfeld im Deutschen Gemeindetag unter dem Vorsitz ihres Obmannes, Bürgermeister Dr. Völsing, eine Arbeitstagung ab, an welcher auch das Kreisamt Alsfeld und die Kreisamtsleiter des Amtes für Kommunalpolitik teilnahmen. Die 84 Bürgermeister des Kreises Alsfeld waren nahezu vollzählig erschienen. Als erster Referent sprach K r e i s - oeterinärrat Dr. Schmidt-Alsfeld über „Das Relchslierschuhgeseh". Der Vortragende stellte an die Spitze seiner Ausführungen den Satz, daß die Tierschutzgesetzgebung ein Gradmesser für das sittliche Empfinden eines Volkes fei. Mit der Weiterentwicklung der Kultur ei auch das Verlangen nach einem staatlichen Tier- chutz immer stärker geworden. Der frühere Tier- chutz im Sinne der -Bekämpfung der Tierquälerei auf Grund des bekannten § 360 Ziffer 13 des StGB, sei mangelhaft gewesen. Es sei das Verdienst der nationalsozialistifchen Regierung, daß sie alsbald nach der Machtübernahme wirksame Maßnahmen für den Tierschutz ergriffen habe. Durch Verordnung vom 21. April 1933 über das Schlachten von Tieren wurde das Schächtverbot eingeführt, da es dem deutschen Empfinden nicht entspricht, Tiere ohne vorherige Betäubung zu töten. Eine mustergültige Lösung der Tierschutzfrage stelle das Reichstierschutzgesetz vom 24. November 1933 dar. Dr. Schmidt erläuterte sodann den grundlegenden Begriff der Tierauälerei nach dem neuen Gesetze und die neuen Vorschriften zum Schutze der Tiere. Von besonderem Interesse waren dabei die Ausführungen über Versuche an lebenden Tieren (Vivisektion). Hier seien die Ansichten sehr auseinandergegangen, insbesondere zwischen der Wissenschaft und den allgemeinen Tierschutzbestrebungen. Das Reichstierschutzgesetz stelle den Grundsatz des Verbotes der Vivisektion auf, allerdings mit gewissen Ausnahmen, die im Gesetz ganz genau aufgeführt seien. Die Wissenschaft könne nicht vollständig auf die Versuche an lebenden Tieren verzichten, z. B. bei Ermittlung der Tollwut. (Erfreulich fei, daß die Zahl der Anzeigen wegen Tierquälerei feit Erlaß des Tierschutzgesetzes ganz bedeutend geringer geworden sei. Auch sei eine bessere Behandlung der Pferde festzustellen. Als besonders wertvoll für den Gedanken des Tierschutzes erklärte der Redner die Mitarbeit der Schule. Das neue Tierschutzgesetz werde weiter ausgebaut werden. Regierungsassessor Seibert vom Kreisamt Alsfeld sprach alsdann über praktische Fragen aus dem Fürsorgerecht. insbesondere über Angelegenheiten aus dem Jugendamt: Unterhaltsoerpflichtungen gegenüber unehelichen Kindern unter Darstellung der Rechtslage auf Grund des BGB. und der Betracht kommenden strafrechtlichen Bestimmungen gegenüber der Entziehung der Unterhaltspflicht. In einem weiteren Referat behandelte Verwaltungsoberinspektor D i p p e l l vom Kreisamt Alsfeld das Therpa: „Der Ausschlag der Gemeinde-, kreis- und Provinzialumlagen". Der Referent gab auf Grund des hessischen Steuergesetzes für das Rechnungsjahr 1936 und des dazu erlassenen Ministerialamtsblattes eine systematische Darstellung des Aufbaues der einzelnen Steuerarten unter besonderer Berücksichtigung des Real- steuersperrgesetzes und der Besteuerung des älteren Neuhausbesitzes. Unter Mitteilungen gab alsdann der stellvertretende Kreisdirektor Dr. Krüger einige all- gemeine Verfügungen an die Bürgermeister bekannt; der Kreisobmann gab einen Bericht über die kürzlich in Darmstadt stattgefundene Tagung der Kreisobleute von Hessen im Deutschen Gemeindetag. Viel Post für den ersten Nordamerika Flug des 1.2. „Hindenburg". Ein Besuch in der Auslandstelle des Frankfurter Bahnpostamts. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 28. April. In den ersten Maitagen geht die erste Luftpost mit dem Luftschiff „LZ 129% vom neuen Frankfurter Flughafen aus nach Nordamerika ab. Für diese Fahrt yat die Deutsche Reichspoft zwei neue Freimarken herausgegeben, eine zu 50 Pfennig in blauer und eine zu 75 Pfennig in grüner Farbe. Das Markenbild zeigt das neue Luftschiff auf einer Fahrt über die Meere und trägt am oberen Rand den Vermerk: „Mit LZ 129 nach Nordamerika." Um möglichst weiten Kreisen des In- und Auslandes Gelegenheit zu geben, Briefsendungen mit der ersten Nordamerikafahrt des Luftschiffes abzusenden, hat die Deutsche Reichspost für diese Fahrt ausnahmsweise zugelassen, daß neben Luftpostsen- buncjen nach Nordamerika und darüber hinaus auch gewöhnlichMund eingeschriebene Briefe sowie Postkarten an Empfänger in beliebigen Bestimmungsorten ein geliefert werden können. Es ist also möglich, mit dieser ersten Fahrt Briefe ufro. abzufenden, die an den Auflieferer selbst gerichtet sind. Solche Briefe müssen in freigemachten Briefumschlägen an das Bahnpostamt 19 in Frankfurt am Main eingesandt werden. Die Aufschrift auf dem äußeren Umschlag muß lauten: „Postsendungen für die erste Fahrt des Luftschiffs LZ 129 nach Nordamerika, Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M." Ein Besuch in der Auslandstelle des Bahnpostamts zeigt, daß von dieser Einrichtung, Briefe über Nordamerika an die eigene Anschrift zu senden, bereits außerordentlich rege Gebrauch gemacht wird. Tausende von Briefen und Postkarten warten bereits auf den Abflug mit dem Luftschiff „Hindenburg". In der Hauptsache sind es Sendungen, die von Markenfammlern herrühren und zum Teil mit 50 und mehr Freimarken verschiedener Werte beklebt sind. Besonders stark vertreten sind Sendungen aus Frankfurt a. M., Nürnberg, München, Hamburg, Berlin und anderen Großstädten. Aber auch das Ausland bringt dieser Versendungsmöglichkeit größte Beachtung entgegen. Ein Blick auf die Sortiertische und in die Derteilspinde zeigt, daß bereits Hunderte von Sendungen aus England, Schweden, Dänemark, Spanien, Frankreich, ja fast aus sämtlichen europäischen Staaten oorliegen, die nach der Reise über den Ozean mit dem Luftschiff „Hindenburg" wieder auf gewöhnlichem Wege an die Aufgabeländer und an die Empfänger zurückgelangen. Selbst aus Süd- und Nordamerika und sogar von den großen Sunda-Jnseln liegen derartige Sendungen vor. Augenblicklich warten über 10 000 Briefsendungen und über 2000 Einschreibebriefe auf ihre Beförderung. Diese Zahl wird aber noch bedeutend größer werden, da der Zugang in den letzten Tagen ständig gestiegen ist. So hat allein eine Großfirma die Zusendung von mehreren tausend Briefen in Aussicht gestellt. Die Sendungen erhalten sämtlich neben dem gewöhnlichen Tagesstempel den Aufdruck eines besonderen Bestätigungsstempels in roter Farbe mit der Angabe: „Deutsche Luftpost Europa- Nordamerika". Für die erste Fahrt ist außerdem ausnahmsweise vorgesehen, daß die Sendungen am Zielort der Fahrt in den Vereinigten Staaten und in Deutschland mit einem besonderen Stempel (Ankunftsstempel) bedruckt werden. Jeder Absender einer derartigen Luftpostsendung erhält so die Gewißheit, daß sein Brief auch tatsächlich mit dem Luftschiff „Hindenburg" die Reise über den Ozean gemacht hat. Die Gebühren betragen neben der Auslandsfreigebühr für die Beförderung mit dem Luftschiff bis Lakehurft für Briefe je 5 Gramm und Postkarten 50 Pfennig. Eine Mutter vergiftet ihr Kind. LPD Frankfurt a. M., 28. April. Wie die Polizei meldet, mietete sich am Sonntag eine 26- jährige Frau, die seither bei fremden Leuten in Untermiete wohnte, mit ihrem vierjährigen Kind unter falschem Namen in einem hiesigen Hotel ein. Gleich darauf gab sie ihrem Kind eine z u große Dosis eines Schlafmittels, so daß das Kind am Montagvormittag starb. Sie selbst nahm ebenfalls ein Schlafmittel und schnitt sich mit einer Rasierklinge die Pulsader an einem Arm auf. Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht. Hier hat sich ihr Zustand inzwischen bereits gebessert. Die Mordkommission eilte sofort zum Tatort, um die nötigen Feststellungen Zu treffen. Die Frau gab bei ihrer Vernehmung an, daß sie sich schon feit langer Zeit mit dem Gedanken trug, mit ihrem Kind aus dem Leben zu scheiden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 4 0. $)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantturi a. !>L | Benm Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag- börsc Datum 27-4. 28-4 27.4. 28.4. 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 101 100,9 100,9 100, 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,5 97,4 97,4 6Vi% young-2lnleifje von 1930 .. 102,9 103 103,4 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 113,6 113 113,5 113 <*/»% Deutsche Reichöpostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolküstaat 1929 100,2 100,2 100,2 100,13 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 _ 4%% ehem.8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold R. 12.... 96,5 96,5 96,5 96,5 5%% ehem. sy2% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiauI 101 101,4 4/t°/o ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverichr. N.6 92 _ _ Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............ 120 — 118,25 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115,65 115,75 115,65 116 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Vank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 5%% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbrtese....... 101,4 101,45 ■— _ 5y2% ehem 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 101,5 101,5 101,4 101,4 184,25 184,5 184,25 184,25 A.C.G......................o Bekula.................... io (Sieht. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6H Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ g Rhein. West,. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens 8 Halske............7 Lahmeyer S Co..............7 36,4 147,5 125,5 145,25 124,5 138,5 131,75 128,25 140,75 186,13 136 36 147 125,5 145,75 123 137 132 129,25 139 187 134,25 36,25 147,13 125,75 145,25 124,25 138 131,75 128,13 140,75 186,75 135,75 36,13 147 126,4 146 122,75 137 132,25 129,4 139,75 185,4 134,25 Buderus .............. 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reuesfen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-R Hren........O 106 119,13 128 101,5 132,25 97,65 92,5 104,75 118 126,5 100,25 131,25 95,25 91,25 106,25 119,4 128 101,75 168,5 132,5 97,75 92,5 105,5 118 127 100,5 168,5 131,5 95,75 91,9 Krankfuri a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- kurS Schlußk. Mittag« börse Datum 27.4. 28 4. 27-4. 28 4. ManSselder Bergbau....... .. 5 139,5 — 140 138,25 Kokswerke ................ .. 6 — — 130 129,25 Rheinische Braunkohlen .... . 18 230,5 227,5 229,75 227 Rheinstahl ................ .. 4 124,5 123,5 124,25 124 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 89,5 88,65 89,4 88,9 Ltavi Minen ............. .. O 22,75 22,25 22,5 22,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 130 129,25 128,75 129,4 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 128 129 129,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y2 - 184 185 185 3- G. Farben-Indusme..... .. 7 166,75 165,5 166,65 166 Scheideanstalt............. 9 231,5 231 - - Goldschmidt .............. .. 6 113,25 112,25 113,25 112,25 Rütgerswerke ............. .. 6 130 129,75 129,65 128,75 Metallgeiellichaft........... .. 4 125 125 125 125 Philipp Holzmann......... .. 4 118 116 117,5 116,5 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 7 .. 6 142,75 141,75 - Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 — - 107,9 107 Aku (Allgemeine Kun Meide) .. O 52,25 51,25 52,25 51,75 Bemberg................. .. 5 88,65 87,5 89,25 87,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 129,5 129,25 129,13 128,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 92,75 92,5 93 92,5 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —- 135,25 133,25 Daimler Motoren.......... .. 0 107,5 105,5 107,65 105,75 Deutsche Linoleum......... .. 8 174,25 173 174,75 173 LrensteinL Koppel ........ .. O — — 80,75 81,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 39,25 38 39,25 38,4 Chade.................... TU 361 364 360 364 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 189 188 190,5 189,5 Contt-Gummi............. .. 8 180,5 180 — 180,5 | Gritzner.................. .. 0 3M 30,25 I 30,65 30 | Matnkraslwerke Höchst O.M.. .. 4 96 96 ' Süddeutscher Zucker . 10 204 199 1 203,5 201 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L 27.April 28.April Amtliche Geld Notierung »rief Amtliche Notieruna Geld Dries Buenos Aire 0,682 0,686 0,682 0,686 Brüssel .... 42,07 42,15 42,06 42,14 Rio de Ian. 0,136 0,138 0,136 0,138 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,84 54,94 54,84 54,94 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,28 12,31 12,28 12,31 HeliingforS.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ..... 16,385 16,425 16,375 16,415 Holland ... 168,80 169,14 168,76 169,10 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,71 61,83 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,155 11,175 11,155 11,175 Stockholm... 63,32 63,44 63,32 63,44 Schweiz .... 81,03 81,19 81,02 81,18 Spanien.... 33,96 34,02 33,94 34,00 Prag....... Budapest .. 10,27 10,29 10,27 10,29 Reuyork .. 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten ___________Öernn,28 April_________ Geio 25nci Amerikanische Roten....... Belgische Roten........... 2,44 41,92 2,46 42,08 Dänische Oioten .......... Englische Noten .......... 12,245 12,285 Französische Noten........ 16,325 16,385 Holländische Noten........ Italienische Noten......... Norwegische Sloten ...... 61,50 61,74 Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten....... —— _ Schwedische Noten........ 63,10 63,36 Schweizer Noten.......... 90,84 81,16 Spanische Noten.......... 33,60 33,74 Ungarische Noten........