Hr. 302 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 28. Dezember 1636 Trichell täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie □Duftnerte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatrvezugsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutö und Verlag: Srvhl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mitlagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittag» Srnndprelfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach oorh-93ereinbg.25°/0 mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der deutsche Ilottenbau Von Kapiianleuinant A. Wols. Die bevorstehende Jahreswende bietet willkommenen Anlaß, den Aufbau der deutschen Flotte, wie er sich seit dem Abschluß des deutsch- enalischen Flottenabkommens vom 18. Juni 1935 gestaltet hat, einer Betrachtung zu unterziehen. Brachte das Jahr 1935 die Jnbaugabe der ersten Baurate von Schlachtschiffen, schweren Kreuzern, großen Zerstörern und Unterseebooten, Einheiten also, die das Versailler Diktat Deutschland ausdrücklich verbot, begann sich im Jahre 1936 die Befreiung von jenen unwürdigen Fesseln sichtbar auszuwirken. Die Schlachtschiffe „Scharnhorst" und „Gneisenau" liefen am 3. Oktober in Wilhelmshaven bzw. am 8. Dezember in Kiel in Gegenwart des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht vom Stapel. Damit find zum ersten Male seit dem Weltkriege wieder Großkampfschiffe von deutschen Hellingen gelaufen, Zeugen deutscher Großmachtstellung auch zur See. Gleichzeitig wurde der Bau der kleineren Einheiten tatkräftig gefördert. Der Ende September 1935 gebildeten U-Flottille Weddigen folgte Anfang Oktober 1936 die zweite U n t e r s e e b o o t s f l o t't i l» e, der der Führer den Namen Unterseebootsflottille „Saltz- wedel" verlieh. In diesen beiden Flottillen sind die inzwischen fertiggestellten Unterseeboote zusammengefaßt, und zwar die 250-Tonnen-Boote in der 0-Flottille „Weddigen", die 500-Tonnen- und 712- Tonnen-Boote in der 0-Flottille „Saltzwedel". Die Zerstörer sind gleichfalls zu Wasser und gehen ihrer Fertigstellung entgegen, während die ersten Kreuzerneubauten vor dem Stapellauf stehen. Es sei an dieser Stelle betont, daß es sich hierbei sämtlich um Einheiten handelt, die mit dem deutschen Bauprogramm vom 8. Juli 1935 b e - kanntgegeben wurden. Das Programm für 1935 umfaßte insgesamt zwei Schlachtschiffe („Scharnhorst" und „Gneisenau") zu je 26 000 Tonnen mit neun 28-Zentimeter- und zwölf 15-Zenti- meter-Geschützen, zwei schwere Kreuzer (G. u. H.) zu je 10 000 Tonnen mit acht 20,3-Zentimeter-Ge- schützen, 16 Zerstörer (Z 1 bis Z 16) zu je 1625 Tonnen mit fünf 12,7-Zentimeter-Geschützen und acht 53,3-Zentimeter-Torpedorohren in Vierlingsaufstellung und schließlich 28 Unterseeboote. Hiervon entfielen 20 Boote auf die 250-Tonnen-Klasse mit einem Maschinengewehr und drei 53,3-Zentimeter- Torpedorohren, sechs Boote auf die 500-Tonnen- Klasse mit einem 8,8-Zentimeter-Geschütz, einem Maschinengewehr und fünf 53,3-Zentimeter-Tor- pedorohren, zwei Boote auf die 712-Tonnen-Klasse mit einem 10,5-Zentimeter-Geschütz, einem Maschinengewehr und sechs 53,3 - Zentimeter - Torpedorohren. Diese 48 Einheiten verfügen zusammen über fö. 107 000 Tonnen. Der deutsch-englische Flottenvertrag leat nun für den Gesamtumfang der deutschen Fjotte ein Verhältnis von 35:100 zur britischen Gesamtflotte fest. Nach dem britischen Vertragsstande von 1935 entfällt auf Deutschland eine Gesamttonnage von etwa 420 000 Tonnen. Daraus ist ersichtlich, daß für weitere deutsche Neubauten noch eine recht umfangreiche Tonnage zur Verfügung steht, auch dann, wenn die unter den Versailler Bindungen gebauten Schiffe, wie dies im Vertrag vorgesehen ist, in die Rechnung mit einbezogen werden. Sie seien der Vollständigkeit halber aufgeführt. Es handelt sich hierbei um die drei Panzerschiffe der „Deutschland"-Klasse zu je 10 000 Tonnen, fünf Kreuzer (K-Klasse, „Leipzig" und „Nürnberg") zu je 6000 To., ein Kreuzer („Emden") zu 5400 To., zwölf Torpedoboote (Möwe"- und ,,Wolf"-Klasse) zu je 800 To., oder, anders ausgedrückt, um 21 Einheiten mit insgesamt 75 000 To. Zu den Zahlen des Bauprogramms von 1935 hinzugerechnet, ergibt sich nach dessen endgültiger Fertigstellung ein Bestand von 69 Einheiten mit zusammen 182 000 To., was, tonnagemäßig gesehen, noch wesentlich unter der Hälfte des verfügbaren Gesamtraumes steht. In planmäßiger Fortsetzung des Aufbaus sind deshalb im Jahre 1936 weitere Schiffe und Fahrzeuge auf Stapel gelegt worden.. In der Klasse der Schlachtschiffe befindet sich eine Einheit von 35 000 To. Wasserverdrängung im Bau. Die Größe zeigt nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung die in den gültigen Verträgen festgesetzte und bei den führenden Seemächten (z. B. England, USA., Frankreich, Italien) vorgesehene bzw. durchgeführte Höchsttonnage. Erstmalig ist in Deutschland in diesem Jahre nun auch ein Flugzeugträger in Bau gegeben worden. Seine Wasserverdrängung beläuft sich auf 19 250 To. Auch in der K r e u zer- klasse ist ein weiterer Neubau von 10 000 To. auf Stapel gelegt worden, während bei den Zerst ö r e r n unter Steigerung der Einzeltonnage auf 1811 Tonnen eine zweite Serie von sechs Einheiten sich auf den Hellingen befindet. Die U-Bootskategorie verzeichnet jetzt vier Neubauten zu 250 To. und 500 Tonnen. Insgesamt handelt es sich also um 1 7 Einheiten mit rund 78 000 Tonnen. Gehörten die bisher behandelten Schiffstypen zu den Kriegsschiffen I. Ordnung, die vertraglicher Bindung unterliegen, so sei im Folgenden noch kurz auf die vertraglich nicht gebundenen Kriegsschiffe H. Ordnung, Hilfs- und Spezialschiffe eingegangen. Im Vordergrund stehen hier die kleineren Torpedoboote von 600 To., von denen sich 12 (TI —12) im Bau befinden. Es folgen die Flottenbegleiter, d. s. größere seegehende Minensuchfahrzeuge, die, wie der Name sagt, Flottenoerbände in See begleiten, um ihnen Minen- fchutz zu gewähren. Bisher sind 10 (F 1 — F 10) dieser 600 To. großen Fahrzeuge, die mit 2- bis 10,5- Internationale Hilfe für die spanischen Bolschewisten. Oer Einsatz der Internationalen Brigade. — Sowjetrußland liefert Flugzeuge, Tanks und Kanonen. — Ein aufschlußreicher Bericht des englischen Neuterbureaus. London, 27. Dez. (DNB.) In welchem Umfange die bolschewistischen Machthaber in Spanien militärisch durch Sowjetrußland unter st ü tz t werden, geht aus einem Pariser Reute r b e r i cht hervor, der zum erstenmal auf diese in der englischen Presse mit ungewöhnlicher Zurückhaltung behandelte Frage hinweist. Reuter gibt in seinem Bericht offen zu, daß die Bolschewisten ausgiebig vom Auslande unterstützt worden seien. Was die Mannschaften anlange, so hätten sie im Gegensatz zu General Franco „genügend Kanonenfutter zur Verfügst n g". Was ihnen fehle, seien jedoch ausgebildete und disziplinierte Truppen. Diesem Mangel sei nunmehr teilweise durch die „berühmte" Internationale Brigade abgeholfen worden, die aus Bolschewisten von einem Dutzend Völkern bestehe. Ihre rechtzeitige Ankunft habe, so glaube man, die Hauptstadt „gerettet", nachdem die schlecht ausgebildete Miliz infolge ihrer ständigen Niederlagen demoralisiert gewesen sei. Die Stärke der Internationalen Brigade werde nach dem Reuter- Bericht auf etwa 7 0 0 0 Mann geschätzt. Sie sei gut ausgerüstet und bewaffnet, hätte aber schwere Verluste bei den Kämpfen um die Universitätsstadt erlitten. Die Bolschewisten seien im übrigen mit folgenden ausländischen Waffen versehen: A. Flugzeuge. Die meisten Flugzeuge seien sowjetrussische Maschinen, bei denen drei Typen vorherrschen: zunächst einsitzige Kampfflugzeuge mit einer Geschwindigkeit von über 400 Stundenkilometern, sodann z w ei - und dreisitzige Zwei- decker, die als leichte Bomber benutzt würden und mit vier Maschinengewehren versehen seien. Drittens schwere Bomber, die in Sowjetrußland hergestellt seien, und zwar nach dem Douglas- Patent. Diese Maschinen seien gepanzert und wükden von Sowjetrussen gesteuert. Außerdem besäßen die Bolschewisten eine Anzayl britischer Fairy-Kampfeinsitzer, sowie französische Breguet- und Devoitine- Kampfeinsitzer und zahlreiche andere Typen. B. Tanks. Hier sind drei Gruppen zu unterscheiden: zunächst Panzerwagen; sie seien in Spanien hergestellt worden und taugten nicht viel. Dann leichte Tanks, die sowjetrussischer Herkunft seien und eine Besatzung -von drei Mann mit zwei Maschinengewehren hätten. Sie entwickelten eine Geschwindigkeit bis zu 60 Kilometer auf Straßen, hätten aber nur eine beschränkte Möglichkeit, Hindernisse zu überwinden. Endlich wlttelschwere Tanks, ebenfalls sowjetrussischer Herkunft. Es soll sich hier um einen interessanten Typ handeln, der sowohl über Raupenketten als auch über Räder verfüge. Er sei gut ausgerüstet und könne sich schnell bewegen. Diese Tanks hätten auch sowjetrussische Besatzungen Ein sowjetrussischer General kommandiere das Tankkorps. C. Artillerie. Die Bolschewisten verfügten über eine Anzahl von 7,5- und 12-cm-Geschützen, die der früheren spanischen Armee gehört hätten. Kürzlich hätten die Bolschewisten jedoch mindestens 80 moderne sowjetrussische Kanonen von gleichem Kaliber erhalten. Französische Offiziere befehligten den größten Teil der Artillerie. D Maschinengewehre Hier behauptet der Bericht, daß die Bolschewisten zum größten Teil das veraltete englischeHotch- k i tz - G e w e h r verwendeten, das sich aber im Schützengraben gut bewähre. E. Tankabwehrkanonen. Bis vor einem Monat hätten die roten Machthaber nichts zur Abwehr der gegnerischen Tanks gehabt. Nunmehr besäßen sie jedoch eine ganze Anzahl ausgezeichneter sowjetrussischer, zwei- pfündiger Schnellfeuergeschütze, die schwersten Schaden unter den gegnerischen Tanks angerichtet hätten. Diese Geschütze ließen sich auch als Flugabwehrkanonen benutzen und würden meist von Sowjetrussen bedient. F. Kleinfeuerwaffen Es würden alle Arten von Gew-ehren verwendet, Mauser (spanische, französische Lebel- Gewehre, Martini-Gewehre usw.). Außerdem besäße die Internationale Brigade eine Anzahl britischer Levis-Gewehre (kleine Maschinengewehre). G. Transportmittel. Vor einigen Wochen seien etwa 250 Kraftwagen in Madrid eingetroffen, während sich die Bolschewisten bisher auf beschlagnahmte Transportmittel hätten beschränken müssen. Deutscher Dampfer von spanischen Voischennsten beschlagnahmt. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Amtlich wird mit- geteilt: Nach eingegangenen Nachrichten haben rote spanische Seestreitkräfte den deutschen Dampfer „Palo s“ der Oldenburg-Portugiesischen Dampfschiffahrtsgesellschaft außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer in der Nähe von Bilbao beschlagnahmt und nach Bilbao eingebrach l. Der Dampfer befand sich auf der Fahrt von Hamburg über Rotterdam nach spanischen Häfen. Die Ladung besteht nach einwandfreien Feststellung weder aus mittelbarem noch aus unmittelbarem Kriegsmaterial. Die notwendigen TNaßnahmen zur Freilassung des Dampfers sind eingeleitet. Ls wird erwartet, daß vor Inkrafttreten dieser TNaßnahmen die roten Machthaber sich dazu verstehen werden, den völlig unberechtigt aufgebrachten Dampfer mit unversehrter Ladung und den drei an Bord befindlichen Passagieren freizulassen. Die Freiwilligenfrage in Spanien. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Wie wir erfahren, haben die englische und die französische Regierung die beteiligten anderen Mächte auf die Bedeutung der Freiwilligen frage in Spanien hingewiesen, die in dem Londoner Embargo-Ausschuß bereits seit einiger Zeit erörtert wird. Bekanntlich hat die R e i ch s r e g i e r u n g ihrerseits schon vor mehreren Monaten diese Fragen als das wichtigste Problem der Einmischung in die spanischen Angelegenheiten bezeichnet. 8W Zentimeter - Geschützen und Flugzeugabwehrwaffen ausgerüstet sind, gebaut und zum Teil fertiggestellt worden. Als Ersatz für die noch aus der Kriegszeit stammenden Minensuchboote befinden sich 12 neue (Ml — M 12) eines etwas größeren Typs auf Stapel, desgleichen einige Schnellboote (Motortorpedoboote) und Minenräumboote. Von größeren Spezialfchiffen ist das Artillerieschulfchiff „Brummer" zu Beginn und das Segelschiff „H o r ft Wessel" im Herbst dieses Jahres in Dienst gestellt worden. Die gegebenen Zahlen zeigen, daß der deutsche Flottenbau zwar stetig und unter Berücksichtigung aller für eine moderne Flotte benötigten Klassen fortschreitet, sie beweisen aber auch die klare Innehaltung der freiwillig eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen. Es wäre für die immer wieder auftauchenden Kritiker im Ausland nicht eben schwer, sich bei Zugrundelegung des britischen Standards den zukünftigen Umfang der deutschen Seerüstung selbst vor Augen zu führen, ohne sich verpflichtet zu sehen, in jedem deutschen Schiffsneubau sofort eine Gefährdung des Weltfriedens zu erblicken und dieser Sorge mit durchweg recht unwahrscheinlichen Begründungen Ausdruck zu verleihen. Der erste Ausbau wird in etwa sechs Jahren seinen Abschluß gefunden haben. Der zur Verfügung stehende Raum wird dann unter Einbeziehung der „Diktatbauten" mit fünf Schlachtschiffen, drei Panzerschiffen der „Deutschland"-Klasse, zwei Flugzeugträgern, 14 (schweren und leichten) Kreuzern und 40 Zerstörern und Torpedobooten annähernd ausgenutzt sein. Hinzu tritt die ll-Boots- roaffe, die grundsätzlich bis zum vollen Effektivbestand der britischen ausgebaut werden kann. Deutschland hat sich jedoch auch hier freiwillig mit 45 v. H. der englischen Tonnage begnügt. Dieser aufrichtige Wille zur Verständigung, verbunden mit dem bisher einzigen Beispiel für eine wirksame Rüstungsbegrenzung sollte geeignet sein, auch die übrigen Mächte von der Durchführbarkeit dieser deutsch-englischen Bestrebungen zu überzeugen. Andererseits kann Deutschland auf den Bau einer Flotte von dem geschilderten Ausmaß keinesfalls verzichten, umso weniger, als aus dem Osten Europas immer unverhülltere Drohungen herüberklingen. Die Rede, die der Chef der fowjetrufsifchen Seeftreitkräfte, Orlow, auf dem VIIL Rätekongreß gehalten hat, dürfte jedem die Augen über die Ziele Moskaus auch hinsichtlich feiner Seerüstung geöffnet haben. Wenn Orlow z. B. die Vermehrung der russischen U-Boote, gemessen am Stande vom 1. Januar 1933, mit 715 v. H. angibt, so ist die Gesamtzahl der U-Boote, über die Rußland heute in fertigem Zustand verfügt, mit 150 I nicht zu hoch, sondern eher zu niedrig gegriffen. Das bedeutet, daß Sowjet rußland die bislang größte Unterfeebootmacht, Frankreich, weit überflügelt hat. Wird ferner in Rechtnung gestellt, daß Rußland u. a. mit dem Bau von mindestens zwei Schlachtschiffen zu 35 000 und mindestens 7 schweren Kreuzern sich nunmehr auch größeren Schiffskategorien zugewendet hat, so darf im Hinblick auf die Systematik, mit der die rote Armee und Luftwaffe aufgebaut worden sind, diese neue Rüstungsdrohung nicht geringer eingeschätzt werden. Damit aber gewinnt gerade die deutsche Seemacht eine ganz besondere Bedeutung. Ihr wird neben der Garantie für die Sicherheit der deutschen Seeoerbindungen und Seegrenzen die Aufgabe zufallen, einen bestimmenden Faktor für das Gleichgewicht der Kräfte im europäischen Mächtekreis zu bilden. Generaloberst Vertin, 27. Dez. (DNV.) Am Sonntagnachmittag verstarb im 71. Lebensjahr nach kurzer Krankheit ganz unerwartet Generaloberst a. D. hans von Seeckt. Der Führer und Reichskanzler hat an die Gattin des verstorbenen Generalobersten von Seeckt folgendes Telegramm gerichket: „Ew. Exzellenz bitte ich anläßlich des schweren Verlustes, der Sie und das ganze deutsche Volk betroffen hat, meine aufrichtig st e Teilnahme entgegennehmen zu wollen. Der Generaloberst von Seeckt wird in unserer Geschichte als großer Soldat weiterleben. * Generaloberst a. D. von Seeckt wurde 1866 als Sohn des nachmaligen Generals der Infanterie von Seeckt, in Schleswig geboren und auf den Gymnasien zu Detmold und Straßburg im Elsaß erzogen. Im Alexander-Garde-Gr e- nadier-Regiment begann er als Fahnenjunker seine militärische Laufbahn, die ihn im Jahre 1899 erstmalig in den General st ab führte. Nach den üblichen Frontkommandos als Kompaniechef und Bataillonskommandeur des Füsilier-Regiments Nr. 39 (Düsseldorf) und des Badischen Leibgrenadier-Regiment Nr. 109 (Karlsruhe) kam er 1913 als Chef des Stabes zum 3. Armeekorps nach Berlin. Gleichzeitig erfolgte feine Beförderung zum Oberstleutnant. Als Chef des Stbes des 3. Armeekorps unter General von Lochow rückte er im August 1914 aus, nahm an dem Vormarsch der Armee Kluck und dann an England baut das größte Schlachtschiff der Welt. London, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach dem „Daily Expreß" wird England außer den beiden Schlachtschiffen „King George V." und „Prinz o f Wale s", die im nächsten Monat auf Kiel gelegt werden, nach dem Ablauf der Washingtoner und Londoner Flottenverträge noch ein weiteres Schlachtschiff bauen lassen, das bei einem Kostenaufwand von 8 Millionen Pfund das größte Schlachtschiff der Welt werden soll. Das bisher größte Schlachtschiff Englands ist die „R o d n e y" mit 33 900 Tonnen, wählend die 42 000 Tonnen große „H o o d" ein Schlachtkreuzer ist. von Geeckt f. den Stellungskämpfen an der Aisne teil. Die Kämpfe bei S o i f f o n s vom 9. bis 12. Januar 1915 waren von ihm vorbereitet worden. Ende Januar 1915 wurde er Oberst und einige Zeit später Chef des Stabes der 11. Armee (von Mackensen). Als solcher bereitete er den Felbzug in Galizien und Rußland vor, der mit der Durch» bruchsschlacht bei Gorlice am 3. Mai 1915 begann. Seine Verdienste hierbei wurden durch die schon im Juni 1915 erfolgte Beförderung zum Ge- / M Ä... X^-Vx -.»■-•^ •’**•* - ' X - v^ r fen. t 2. 3. Seeckt war der Gründer e u t s ch e n Tschiangkaischek wieder in Nanking der letzten Völker. Reuter berichtet aus Rom, daß bei Der Rekrutenmangel in der englischen Armee Ein Notschrei des britischen Kriegsministers. noff, griffen einen Gast tätlich an und beschädig» ten Möbel. Die Hotelleitung ersuchte telephonisch um militärische Hilfe Doch war eine kleine Truppe, die später eintraf, nicht imstande, die Ordnung wieder herzustellen. Die Zioilpolizei ging mit dem Gummiknüppel gegen die Soldaten vor. In der Zwischenzeit hatten die Leute auch in den Nachbargebäuden Sachschaden verursacht, und erst in der ihrLeben aufs Spielsetzten, um Dampferladungen nach Spanien zu bringen, verpflichteten die Tschiangkaischek unmittelbar vor dem Abflug aus S i a n f u an Tschanghsueliang und General Danghuchen, einen Unterführer Tschanghsueliangs, richtete, stellte er fest, daß die beiden nunmehr ein notwendiges Verständnis für die Wohlfahrt der Nation zeigten und von ihren Versuchen, besondere Forderungen zu stellen, abgegangen seien. Die beiden hätten sich aus seinem Tagebllch überzeugen können, daß er nur die Wohlfahrt der Nation angestrebt habe, jedoch nichts gegen sie plante. Da sie nunmehr bereit seien, ihre eigenen Fehler zu berichtigen, seien sie berechtigt, weiterhin seine Untergebenen zu! bleiben. Tschanghsueliang hat nach der Ankunft in! Nanking in einem Brief an Tschiangkaischek die Bereitwilligkeit ausgesprochen, eine Strafe über sich ergehen zu lassen, um den Grundsatz der Disziplin aufrechtzuerhalten und dem Land ein strenges Beispiel für die Zukunft zu geben. Er erklärt, daß sein Vorgehen und fehle Leichtsinnigkeit zum Vergehen des Ungehorsams und der Disziplinlosigkeit führte, worüber er sich im tiefsten schäme. Wenn die Belange des Landes es verlangten, werde er auch den Tod nicht scheuen. Auf private Freundschaft solle keine Rücksicht genommen werden. Er bittet, seine Erklärung als aufrichtig und ehrlich zur Kenntnis zu nehmen. In Peiping hat es starkes Befremden ausgelöst, daß die Truppen der Zentralregierung angewiesen wurden, sich aus der Scheu si- Vrovinz zurückzuziehen. In politischen Kreisen Cbinas wird der gute Ausgang der Krise in erster Linie den überlegenen Nerven Tschiangkaischeks zugeschheben, dessen persönliches Ansehen gewalUg gestiegen sei. In Zukunft werde Tschiangkaischek gegen die Gewalttätigkeiten widerspenstiger Provinzqenerale mit absoluter Sicherheit an das chinesische Volk appellieren können. Eine wesentliche Aenderung der chinesischen Innen- und Außenpolitik sei jedoch nicht zu erwar-I ten. Die Kommunisten hätten durch ihren Mißerfolg in Sianfu für lange Zeit alle Aus-I sichten verloren. Hungersnot im roten Spanien. Grauenvolle Berichte über das Wüten der bolschewistischen Tscheka Meeren. 5. Eine Zusicherung für die A u f r e ch t e r h a l - tung des Status quo im Mittel- meer in bezug auf militärische Positionen, Flottenbasen und Einflußsphären der beiden Radiotelegramm des roten Zivilgouverneurs von Santander aufgefangen, in dem mitgeteilt wird, daß in Santander sich besonders der Mangel an Brot bemerkbar mache. In den nächsten Tagen könnten auch selbst die kleinsten Rationen Reis, Zucker, Hülsenfrüchte und Del nicht mehr ausgegeben werden, da die Vorräte völlig aufgebrauchb feien. Die Seifenvorräte seien ebenfalls schon aufgeteilt, so daß Seife aus dem Handel verschwunden sei. Der bolschewistische sogenannte „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Der- ordnung, nach der Wasser nur noch in Ortschaften mit weniger als 2000 Einwohnern kostenlos abgegeben werden darf. Für Moskau in den Tod. Sowjetrutzlands große Lieferungen verpflichten. Unterredung zwischen dem britischen Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, und dem Grafen Ciano die endgültige Fassung des Mittelmeerabkommens festgelegt wurde. Der Entwurf geht nunmehr nach London zur letzten Billigung. Auch Reuter erklärt, daß er fünf Punkte umfaßt. zuerhalten. Eine Zusicherung auf Achtung der Interessen beider Völker. Eine Zusicherung, daß der freie Zugang zum Mittelmeer aufrechterhalten werden wird. Eine Zusicherung auf einen freien und ungehinderten Verkehr auf allen Holländischer Marxistenführer als Werber. A m st e r i> a m, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der holländische Marxistenführer I. N o o t e r ist von der Amsterdamer Polizei verhaftet worden. Nooter steht im dringenden Verdacht, umfangreiche Werbungen für die Roten in Spanien unter den holländischen Arbeitslosen durchgeführt und organisiert zu haben. Unter der Vorspiegelung, daß er Arbeitsstellen auf Handelsschiffen vermitteln könne, machte er sich an Arbeitslose heran und verstand es, seine ahnungslosen Opfer dem sog. „Comite nationale de defense du puple kspa^ne" zuzuleiten, von dem sie zu Kriegsdiensten für die Roten in Spanien abgeschoben wurden. Nooter hat sich damit gegen das holländische Strafgesetz vergangen, das ausdrücklich jede Werbung für fremde Heere und Truppen in Holland ohne königliche Genehmigung unter Strafe stellt. Man nimmt an, daß Nooter bei seinem verbrecherischen Treiben eine Anzahl von Helfershelfern gehabt hat. $ünf Punkte des englisch-italienischen Mittelmeer-Abkommens. London, 27. Dez. (DNB.) Die Agentur „Central News" berichtet aus Rom, daß die italienischenglischen Vereinbarungen über das Mittelmeer folgende fünf Punkte umfassen würden: 1. Eine Verpflichtung, den Frieden aufrecht- ralstabes der türkischen Armee ernannt, deren Erliegen er mit seinen geringen deutschen Streitkräften nicht zu verhindern vermochte. Nach der Nooemberrevolte war Seeckt zunächst im Januar 1919 beim Grenzschutz im Osten Oe- neralstabschef beim Führer des Armee-Oberkom- Nacht gelang es, die Ordnung wieder herzustellen. Weitere Ausschreitungen ereigneten sich am Abend„„ .....o—, ■ ■ ' . . des ersten Weihnachtsfeiertages, als englisches Mi- die spanischen Kommunisten, wenn es notig lei. litär gewaltsam in Läden und Gast-^für Sowjetruhland zu sterben. (/ stätten eindrang, und sich alkoholische Getränke aneignete. Die Geschäftswelt von Bangalore ersuchte die Behörden, Maßnahmen zu tref- Nanking, 26. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Marschall Tschiangkaischek traf Samstag mittag im Flugzeug auf dem Militärflugplatz in Nanking ein. Eine Stunde später kam auch Tschanghsueliang auf dem Flugplatz von Nanking an. Tschiangkaischek, der von seiner Frau und seinem Schwager T. V. Soong begleitet war, wurde auf dem Flugplatz freudig begrüßt. Außer rund 300 Regierungsbeamten und Parteivertretern hatte sich eine Menschenmenge von etwa 10 000 Köpfen zum Empfang Tschiangkaischeks eingefunden. Auch Abordnungen der Universitäten, Schulen und Pfadfinder hießen ihn willkommen. Ganz China feiert die Ankunft Tschiangkaischeks in Nanking in Freudenkundgebungen. In Nanking und in anderen großen Städten knatterten die ganze Nacht hindurch Feuerwerkskörper. Auf dem Nankinger Flugplatz fand am Sonntag eine gewaltige Versammlung statt, die einberufen worden war, um Tschiangkaischek zu feiern. 300 000 Teilnehmer aus allen Berufskreisen jubelten bei der Kundgebung, die wohl die größte Veranstaltung in der chinesischen Republik gewesen sein dürfte, Tschiangkaischek zu. Die Menschen waren seit 5 Uhr morgens in unabsehbaren Kolonnen nach dem Ver- ammlungsplatz marschiert. Der Nankinger Bürgermeister verwies darauf, daß auch die größten Männer Chinas, Konfuzius und Sunyatsen, chwere Prüfungen zu bestehen hatten, weil auch ie gefangengesetzt worden waren. Der Kriegsminister verlas eine Erklärung, in der betont wurde, daß die von der Regierung während der Sianfu-Krise ergriffenen Maßnahmen das neue China als eine wohlorganisierte Nation der Welt gezeigt hätte. Tschiangkaischeks erste Amtshandlung war der Befehl zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten und 3ur Zurückziehung der Regierungstruppen aus der Provinz Schensi.'Das chinesische Auswärtige Amt hat bekanntgegeben, daß die Freilassung Tschiangkaischeks bedingungslos erfolgt sei, da Tschanghsueliang seinen Irrtum eingesehen habe. In einer Ansprache Aeuiahrsempfang beim Führer am 11 Januar. Berlin, 27. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat für die üblichen Neujahrsempfänge im kommenden Jahr Montag, den 11. Januar, bestimmt. An diesem Tage wird der Führer und Reichskanzler um 12 Uhr mittags im „Hause des Reichspräfidente n", Wil- helrnstraße 73, in der hergebrachten feierlichen Form zur Entgegennahme und Erwiderung ihrer Glückwünsche die hier beglaubigten ausländischen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, empfangen. Vorher wird der Führer und oberste Befehls- Haber der Wehrmacht die Glückwünsche der Wehrmacht entgegennehmen, als deren 23er» ! tretet der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral h. c. Raeder und der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, sich beim Führer melden werden. Ferner wird der Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert die Glückwünsche der Bevölkerung der Reichshauptstadt darbringen. Am gleichen Vormittag findet auch der traditionelle Empfang einer Abordnung der Halloren beim Reichsoberhaupt statt. Für die militärischen Ehrenbezeugungen wird während dieser Zeit eine Ehrenkompanie des Heeres mit Musik im Ehrenhof des „Hauses des Reichspräsidenten" aufziehen. Nach Abschluß der Empfänge wird der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht vom Balkon der Reichskanzlei aus den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie abnehmen. Oie „Eiserne jetrus fisch en Proletariats und sagte wörtlich: „Die Unterstützung, die Spanien durch das tägliche Eintreffen sowjetrussifcher Dampfer mit Waffen und Munition zuteil werde, verpflichte die spanischen Kommunisten zur Hergabe ihrer letzten Kraft für die gemeinsame Sache? (!) Die berüchtigte Kommunistin Passionaria erklärte u. a., Die Tatsache, daß sowjetrussische Arbeiter Ueberstunden machten (gezwungenerweise, d. Schriftlg.), um Spanien zu helfen, die Tatsache, daß sowjetrussische Seeleute London, 27. Dez. (DNB.) Starkes Aufsehen erregt in der englischen Oeffentlichkeit ein Artikel des Kriegsministers Duff Cooper in der Zeitschrift „Home and Empire". Wenn die Armee, so schreibt Duff Cooper u. a., nur 5 v. H. der wehrfähigen Männer des Volkes besäße, wäre ihr Personal komplett und sie wäre in der Lage, die lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen, die ihr bei der Verteidigung der britischen Küsten, der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit im Reich gestellt würden. Die reguläre Armee leide schwer, ja verhängnisvoll unter Mannschafts- mangel. „Die beunruhigendste Tatsache, die wir nur unter Gefährdung unserer Selbsterhaltung außer acht lassen können, ist, daß das englische Sy st em der Rekrutierung zusammenbrechen wird, falls diese fortfährt, so unbefriedigend zu sein, und wenn nicht eine große und sofortige Wendung eintritt. Wenn ich die dringende nationale Notwendigkeit der Rekrutierung hervorhebe, so wünsche ich damit festzustellen, daß wir jetzt Rekruten erhalten müssen und nicht erst dann, wenn Feindseligkeiten auszubrechen drohen. Jetzt brauchen wir die Männer, damit sie bereit sind, wenn ein Notfall eintritt." Der Rekrutenmangel in der Armee beschäftigt auch die gesamte Sonntagspresse. Besonders eingehend äußert sich dazu der „Sunday Dispatch", der sogar eine „Rekrutierun^krise" feststellt. Der regulären Armee würden im März nächsten Jahres 12000 Mann fehlen. Der Oberste Kriegsrat der Armee habe daher die Regierung davon unterrichtet, daß es 1937 unmöglich sein werde, die über See stationierten Truppen überall in ausreichendem Maße zu ergänzen oder abzulösen, wenn sich die Rekrutierung der Armee nicht bessere. In den nächsten Monaten werde eine ganze Anzahl von Soldaten aus Indien und dem Fernen Osten nach Hause kommen, deren Dienstzeit abgelaufen sei. Die Sachverständigen befürchten, daß diese Tatsache das Ende der freiwilligen Rekrutierung bedeute. Es bleibe wohl nichts anderes übrig als die Einführung einer Sonderform der Wehrpflicht in der Heimat, damit die ausgebildeten Soldaten für den Dienst in Uebersee zur Verfügung stünden. Man werde außerdem Sonderoergünstigungen für diejenigen einführen müssen, die sich bereit erklärten, Ueberfeebienft zu leisten. Interessant ist, daß gleichzeitig auch die Flotte Anstrengungen macht, um ihr Personal zu ergänzen. In der britischen Flotte fehlt es vor allem an Mechanikern und Hilfsingenieuren. oberft a. D. von Seeckt hat sich auch als Militärschriftsteller einen Namen gemacht. Seine Werke „Gedanken eines Soldate n", „Die Zutun f t d e s Reiches", „M o l t k e , ein Vorbild" unb seine im November 1932 erschienene Abhandlung „D i e Reichswehr" fanden außerordentlich große Beachtung und Anerkennung. Leitung des General st abes, und im Herb 1920 wurde er zum ChefderHeeresleitung ernannt. In dieser Stellung gelang es ihm, die neue Armee, die Reichswehr, Schritt für Schritt wieder zu einem brauchbaren, seinen Zweck erfüllenden Instrument tu machen. Anfang Oktober 1926 nahm Generaloberst von Seeckt seinen Abschied, weil es zwischen ihm und dem damaligen Reichswehrminister Geßler zu einer Meinungsverschiedenheit gekommen war. Während seiner kurzen Zugehörigkeit zum Reichstag hat Generaloberst von Seeckt stets eine Regierungsbeteiligung der NSDAP, gefordert. Im Frühjahr 1935 kehrte er von einer langen Chinareise nach Deutschland zurück. Die chinesische Regierung verlieh ihm später einen ihrer höchsten Orden. General- Sa l a m a n c a, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der nationalen Zeitung ABC. wird ein erschütternder Bericht eines spanischen Kaufmannes veröffentlicht, dem es gelang, an Bord eines ausländischen Kriegsschiffes aus dem roten Spanien zu entkommen. Danach sind die Marxisten während der ersten Tage ihres Wütens hauptsächlich damit beschäftigt gewesen, unter Anführung eines roten Komitees zu plündern, zu stehlen und die Bevölkerung all ihrer Habe zu berauben. Van Leuten, die Bankguthaben unterhielten, erpreßten ie unter Gewaltanwendung und Todesdrohungen die Abtretung und Uebereignung iprer Bankguthaben. Friedliche Einwohner, die sich nie in die Wirren eingemischt hatten, wurden kurzerhand verhaftet. Sie waren dann die ersten, die beim Eintreffen anarchistischer Horden ermordet wurden. Sommerfrischler, die ick zu dieser Zeit dort aufhielten, wurden z u chweren Feldarbeiten unter Aufsicht bewaffneter Anarchisten gezwungen. Eine der ersten Taten war bann bie Bilbung einer Tscheka in Gijon. Jebe Nacht würben Gefangene aus ben Gefängnissen geholt unb aus reiner Morbgier erschossen. Niemanb war in einer Wohnung sicher, ba Angehörige ber Tscheka nachts in die Wohnungen eindrangen und willkürlich Erschießungen Vornahmen. Da die Gefängnisse infolge der ständigen Einlieferungen über füllt waren, führten die Angehörigen der Tscheka eines Tages mehrere hundert Gefangene schwer ge- esselt auf d i e Plattform des Leuchtturmes und stießen sie von hier ins M e e r h i n a b. Der größte Teil der auf so viehische Art Ermordeten waren Arbeiter. Die Zahl der von ben Anarchisten Ermorbeten beläuft sich auf etwa 7000. Der Bericht des ABC. spricht bann von ber großen Hungersnot, bie in Asturien herrscht. Die von ber Lebensmittelkommission festgesetzten Rationen könnten nicht zur Verteilung gelangen, ba nur völlig unzureichenbe Mengen vorhanden wären. Im übrigen haben bie Roten basAbhörennationalerSenderunter Todesstrafe verboten. In Gijon seien allein aus diesem Grunde über 20 Personen erschossen worden. In Salamanca wurde ein R e i ch s w e h r, die er aus dem Durcheinander der verschiedenen Freikorps herausführte. Auf der von ihm geschaffenen Grundlage konnte der natio - nalsozialistische Staat militärisch aufbauen. Der Führer hat die Verdienste des Generalobersten von Seeckt stets außerordentlich hoch anerkannt. An seinem 70. Geburtstage ernannte der Führer und Oberste Befehlshaber der deutschen Wehrmacht den Generalobersten von Seeckt zum Chef des Infanterie-Regiments 67 in Spandau. Die Ehrungen, die dem Jubilar an diesem Festtage zuteil wurden, galten einem ber verdienstvollsten deutschen militärischen Führer. Noch kurz vor seinem Ableben hatte Generaloberst von Seeckt in voller Gesundheit im Kreise seiner Soldaten auf einer Weihnachtsfeier geweilt. In Trauer steht die deutsche Nation nun an der Bahre eines Mannes, der sich in seinem langen Soldatenleben große Verdienste um sein Vaterland erworben hat. Die pariser presse zum Tode Seeckts Paris, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse ergänzt die Nachricht vom Tode des Generalobersten von Seeckt durch ausführliche Lebensbeschreibungen. Das „Journal" erklärt, General von Seeckts Aufgabe fei dadurch erleichtert worden, haß sich die Verfasser der Friedensverträge nichts besseres ausgedacht hätten, als Deutschland die Militär- dienstpslicht zu verbieten und ihm die Bildung eines Berufsheeres aufzuzwingen. Die Organisierung der Reichswehr sei das Meister- werk Seeckts gewesen. Er sei der große Künstler der militärischen Wiedererstehung Deutschlands. Sorge für Alte Kampfer. Die Befreiung von derPflicht zum Ersatz vonFürsorgekosten Berlin, 24. Dez. (DNB.) Nach dem auf Veranlassung der NSDAP, und auf besonderes Bemühen des Stellvertreters des Führers von dem Reichsminister des Innern, Dr. Frick, und dem Reichsarbeitsminister, Seldte, eingebrachten und von der Reichsregierung am 22. Dezember 1936 beschlossenen Gesetz über die Befreiung von der Pflicht zum Ersatz von Fürsorgekosten sind Kosten ber öffentlichen Fürsorge, bie v or bem 1. Januar 1935 aufgeroenbet mürben, bem Fürsorgeverbanb weder von den Unterstützten noch von seinem Ehegatten, seinen Eltern oder seinen Erben zu ersetzen. Das Gleiche gilt für die Kosten einer in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Juli 1935 gewährten öffentlichen Fürsorge, sofern der Unterstützte oder, falls ein zuschlagsberechtigter Angehöriger von der öffentlichen Fürsorge unterstützt worden ist, der Hauptunterstützungsempfänger vor dem 28. November 1932 aus der Krisenunterstützung wegen Erreichung ihrer Höchstdauer ausaeschieben war. Auch bie gegenüber bem Unterstützten Unterhaltungspflichti- gen brauchen bie vorbezeichneten Kosten bem Für- forgeoerbanb nicht zu ersetzen. Sicherheiten für bie Ansprüche bes Fürsorgeverbanbes auf Ersatz ber Kosten sind freigegeben. Jedoch können Ersatzleistungen, die bis zum Tage der Verkündung des Gesetzes (24. Dezember 1936) bewirkt worden sind, nicht zu- rückgefordert werden. Das Gesetz entlvricht einem feit langem von ber Partei gehegten Wunsche, ba zahlreiche alte Kämpfer vor ber Machtergreifung wegen ihrer Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Bewegung aus ihren Arbeitsstellen entlassen würben unb vielfach bie größten. Schwierigkeiten hatten, roteber eine neu» Arbeitsstelle zu finden. Sie waren dann in ber Zeit ber Arbeitslosigkeit vielfach auf öffentliche Fürsorge angewiesen. Es erschien nicht erträglich, biese Volksgenossen weiter unter bem Druck ber Ersta11ung ber Für - forgefoften zu lassen, eine Last, die ihnen wegen ihres Eintretens für bie nationalsozialistische Bewegung aufgebürbet worben ist. Im übrigen bleibt ber Grunbsatz, baß bie Empfänger öffentlicher Fürsorge verpflichtet finb, bie Fürsorgekosten zu ersetzen, unberührt. Das Gesetz bebeutet eine einmalige Ausnahme von biesem Grunbsatz, bie sich nicht wiederholen wird. Ausschreitungen englischer Soldaten in Indien. London, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrist „Britische Truppen plündern indische Läden" berichtet der „Daily Telegraph", daß am Heiligen Abend und erneut am ersten Weihnachtsfeiertag in Bangalore (Indien) 300 Angehörige des 1. Bataillons des Wiltshire-Regiments eine Panik verursacht hätten. In Gruppen von 30 bis 40 Mann verschafften sich die Soldaten g e - waltsam Eintritt in das Hotel Fu- nfrafmafor anerkannt. Unter Mackensen war er bann später ber geistige Leiter bes erfolgreichen Feldzuges vom Herbst 1915 gegen Serbien. 3m Feldzug gegen Rumänien im Sommer unb Herbst 1916 hatte er als Chef bes Stabes ber Heeresfront bes Erzherzog-Thronfolgers Karl bie Aufgabe, beren Zusammenwirken mit ber Armee von Falkenhayn unb von Mackensen sicherzustellen. Schließlich würbe Seeckt zum Chef bes Gene- manbos Norb, halb barauf trat er als Chef bes Allgemeinen Truppenamtes in bas Reichswehrministerium ein. Als Leiter ber militäri- scheu Vertretung mußte er bie beutsche Aborbnung auf bem schweren Gang nach Versailles begleiten. Anfang 1919 übernahm er an Stelle Gröners bie b?l°monca, 28. Dez. (DNB. Funkspruch.) In Madrid fand am Sonntag eine Massenversammlung statt, an ber hauptsächlich ausländische Kommunisten teilnahmen. Die Veranstaltung, die über alle roten Senber verbreitet würbe, ftanb im Zeichen ber engen Verbindung mitSowjetrußland unb brachte wieder einmal klar unb beutlich ben Beweis ber sowjetrussischen Einmischung in Spanien unb ber ft a n b i g e n Waffenhllfe Moskaus für .,»• 'Ntoi* d-'der Bertabtgungeaustouffes", Metje. gab in schen A r b e i t sfr an t mit der 4 R ei» s. fiommuniflcna ^ugout (Kopf, Hals, fand warmherzige Worte für die dankbar lauschen- 2. D a m w i l d : a) Keule ohne Den Pattenten. Gesangsoorträge des Schwestern- Blätter (Bug) ohne Bein 0,90 chors, gemeinsam gesungene alte Weihnachtsweisen 1'05 Mk.; d) Ragout (Kopf, Hals, trugen zum guten Gelingen bei. Im Anschluß fand 3. Rehwild: a) Keule ohne den die Bescherungen statt. Weihnachtsfreude ließ b) Blätter (Bug) ohne Bein 1,00 die Kranken für kurze Zeit Not und Sorgen ver- 1,40 Mk.; d) Ragout (Hals, Kopf, 96 en‘ 4. Wild fchwein: a) Keule ohne Bein 1,25 Mk.; Weihnachts-Haniilienaberid b) blätter (Bug) ohne Bein 1,00 Mk.; c) Rücken P'20 Mk- d) Ragout (Hals, Kopf, Brust) 0,50 Mk. OCtf Nparerbundes. 5. Hafen: a) im Ganzen mit Fell 0,65 Mk.; Mit einer fröhlichen Weihnachts-Familtenf-ier ®“n^n *= Fell und ausgenommen 0,95 b-reitele dis Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes W" Keule, Schlegel Rucken (Hasenbraten) 1,30 chren Mitgliedern im Saale des „Hindenburg" eine q x d2 ,Paf^np!c^er (Vorderlaufe, Herz, Lunge, schöne Ueberraschung. Klingende Weihnachtsweisen, Leder) 0,45 Mark. von Mitgliedern der Kapelle Daubertshäuser vor- ferner wurden folgende Stückpreise festgelegt: getragen, und ein finniger Vorspruch von Frl. Dora 6. Wildenten I.: 2,20 Mk.; II.: 1,65 Mark. 20 W h e r iteicn 3U ?er Ansprache Des Ortsgrup- 7. ;«liyc I.. x,ou -jju., mnqe mir-1 quna irn LUber' ®rx-fonntX ""ch eine Lei: 1,20 Mk.; junge II.: 1,25 Mk.; alte 1,30^ Mark, tti Kraft. Anzahl Festtagswunsche auswärtiger Freunde Der' 1 Gießener Ortsgruppe unD solche Des Führers des Reichsbundes vorlesen. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied fang Frl. Christelene Partenheimer, von Frl. N. Hoos begleitet, drei mit großem Beifall aufgenommene Weihnachtslieder Aus der Fülle feines reichen Erlebens hielt Dann Mistionar W a l t h e r eine Ansprache, in Der er I * All en Dorf a. d. Lda., 28. Dez. Am ersten das aus Dem Weihnachtserlebnis geborene Gottver- Weihnachtsfeiertag gegen 15.45 Uhr ereignete sich trauen als das schönste Festgeschenk für unser Volk an dem unbewachten Saluber gang beim m den Mittelpunkt feiner Betrachtungen stellte, hiesigen Bahnhof ein V e r k e h r s un f a l l, bei W -!^g Schorn - dem ein Personenauto von dem aus Gießen hnnn .in/ nnn und las kommenden, in den hiesigen Bahnhof einfahrenden Dann eine von köstlichem Humor getragene, von Personenzug überfahren wurde Der aetoiA^D- 2UtDat^r gedichtete Weihnachts- Gutsinspektor Lemmer aus Winnerod befand sich nnr hn6 q Sparmaßnahme so herzgewinnend mit Dem Personenauto Der Winneroder Gutsverwal- ttill ni^nd^^n^ Summen und der Bei- tung auf Der Fahrt nach Climbach und passierte enDen roottte- Mit zahlreichen Schmal- den Bahnübergang gerade in Dem Augenblick als hi»m^U'rn^ me-n sgruppenführer Lorenz der Personenzug einfuhr. Das Auto wurde' von in aller" sin und -gebrauch- d-r Lokomotive gefaßt und überfahren, wobei es S f einmal bereitete Frau INTrummer ging, Gutsinspektor L e m m e r als bx? !(anb'r aufmerksamen Zu- einziger Insasse kam zum Glück mit einer leichten luna eimn^bs?ts^n®s^tt'°°"n°9 Unb cine Erzäh. Knieverletzung davon. Dem Umstand, daß der Zug R-a Assessor Dr stegen des Einft-Hrens in seiner Geschwindigkeit be- ^neg. ^yeyor Dr. D a n n e r dankte dem Orts« rette stark gebremst war Dürfte es wohl xuxuirfirei» n»rhiöenubfrer p'-x schonen Stunden und feine ben fein, Daß Der Unglücksfall für den Autofahrer Ä f Der Leiter des früheren glücklicherweise so glimpflich verlief f Bundes der Saardeutschen, Polizeihauptwachtmeister ' 7 b Thum, verband mit seinen Dankesworten eine Landkreis Gießen. ^ohresfeier der Saarabftimmung. £ 2Biefecf, 26. Dez. Am zweiten Weihnachts- ?oUIK fcen ^m^^oionialbund wies dessen Ortsgrup- feiertag feierten die Eheleute Georg Wild Wel- .k^?^.,?^^^ptwachtmeifter S ch n e i d e r , l e r das Fest der g o I Denen Hochz eit. Zugleich auf die Zusammenarbeit mit dem Sparerbund hin konnten ihr Sohn Gustav Weller und Ehefrau ^arbeit an der Ausbreitung die 6 i I b e r D o % 3 ei t begehen. Aerr @eorq 2öib hniQ enct-^anF^' Ostdeutschen Helm Weller war lange Jahre Polizeidiener der hör bCrCn ^U^resr' Schriftleiter Kostorz , in Gemeinde Wieseck. Dem goldenen Jubelpaar gingen Leid, aus dem sehr viele Glückwünsche zu. U a überreichten* Bür- Deraus unser Volk die Schicksalsverbundenheit ged germeifter G u l e r unD »eigeor^ Z bat Der Rechner des Sparerbundes Poft- Ehrengeschenk der Gemeinde'" L ‘irn • t.0 r 1;' ^och einmal Ennne- * Wieseck, 27. Dez. Der hiesige Tur nv er - rungen an Weihnachten m Kamerun aufkommen, ein hielt eine sehr gut besuchte Weihnachts- unb dann sagte Ortsgruppenführer Lorenz allen feier ab. Zunächst erfreute H^e Eule rdurw 5Ritroirfenben feinen Dank. Er sprach von der Ver- einen Vorspruch. Nach einem gemeinsam gesungenen bundenhett des letziqen Reichssuhrers des Sparer- Weihnachtslied hielt der Vereinsführer Dauvert bundes, des ehern Offiziers und Freikorpskämpfers eine kurze Segrü6UngsaXa^ öfr er Öen Frecherrn v Tothenwarth mit Gießen durch Gemeinschastsgedanken herausstellte der in diesem Die nor 300 Jahren hier erfolgte Stiftung Des Abend seine Verwirklichung * finde Die Jugend Oberen Kanzlers v. Tothenwarth aus Der noch führte sodann ein schönes Weihnachtsspiel auf ^das heute nach 300 Jahren bedürftige Gießener kleine bei jung und alt großen Beifall fand Auch der 21?a en' D'e Familienfeier schloß in üb- die vier Jahreszeiten darstellende Jahresreigen, so- $ ,e- * wie em Tanz- und Singspiel gefielen sehr gut. Die « S tra ß °n s p ° rtun gen. Die Straßen- Ä d"-^TmnkrOZ° Reetz und «""ffeller^Fü? Pi^r sd5oolnz'alstraßenstrecke Butzbach— den musikalischen Teil stellten sich Mitglied Oswald Xh™ Gel 'st ob 2.5. Dezember aufgehoben und seine Tochter Erna in den Dienst des Abends §Eraßensperren auf den Landstra- wg. Großen-Buseck, 27. Dez Der Ge- ßen Rodheim a. d. H.—Nidda von Glaubzahl bis ! s a n g ve rei n „Heiterkeit-Sängerkranz" ieil). pur. Lederware im vorigen Jahrhundert, von den An- aus mit rn. !; F*6en I ab. I V die - PPiele ■ impf, ltglie- lwej. eine Umfang von 4500 Einzelstücken. Es folgen die Räume für die Volkskunst und die Lederkleidung I, art Reiter Da«! deutsche Ledermuseum in Offenbach feiert Richtfest. wgen liefen r be. per k R: ft -vH r,PPe 1 ein, sich Ken, >ends e zur rnisch wirtschaft eine Stätte, die nicht nur ihr selbst zur Anregung, Belehrung und Werbung zu dienen vermag, sondern auch der Allgemeinheit dient und vor Augen führt, daß das Leder nicht allein ein wichtiger Werkstoff des täglichen Gebrauchs iit, sondern auch als Träger künstlerischer und handwerklicher Arbeit eine hohe kulturelle Bedeutung [ isiatischen Kulturvölker zeigen. Dann schließt sich |ertag b»ie größte Schattenspielsammlung der Welt an: lr,i a8 j Schattenspielfiguren und -kulissen in Leder aus der h'ner lürfei, Aegypten, Siam, Java, China in einem 'ichen Umfang von 4500 Einzelstücken. Es folgen die Jei(.; Räume für die Volkskunst und die Lederkleidung dichte. iller Völker, ferner die Entwicklung der deutschen hfam Lederware im vorigen Jahrhundert, von den Anbesitzt. Nun ist nach mancherlei Fährnissen das Gebäude soweit gefördert, daß der erste Bauabschnitt durch Fort, ein Richtfest gefeiert werden konnte. Die Zimmer- die ft leute zogen den geschmückten Kranz am Gebäude rren. hoch, ein Altgeselle sprach nach altem Zunftbrauch den Richtspruch und die Werkleute des Baues fanden sich zu einem kräftigen Trunk zusammen. Im Herbst nächsten Jahres wird das neue Museum -mit seinen Schätzen als ein weiteres Zeugnis des Aufbauwillens im Deutschland Adolf Hitlers feine ängen bis zur Jetztzeit. Endlich bringt das vierte ^Pelle .. Stockwerk eine Darstellung der Handwerksberufe achts« 2us dem Materialgebiete Leder und die Technolo- I der gische Sammlung: Tier, Haut, Lederware, Gerben, Mit. ■ Färben, Lederschäden, Berufskrankheiten. Mit diesem Museum erhält die deutsche Leder- LPD. Oss - nbach, 27. Dez Dem in der Welt lnzigartigen Fachmuseum der deutschen Lederwirt- ch°!t hat die Stadt Offenbach a. M IN be er Lage, iamitten der 500 G-fchastsb-tnebe der Offenbacher ^ederwarenindustrie, ein großes Gebäude über, niesen. Durch Umbau soll dieses 1828 für Messe- pcde erbaute Haus für die Ausnahme des aus« -«dehnten wertvollen Museumsbesitzes vorbereitet herben. Der alte Charakter des geschichtlichen Bauwerks wird durch den planenden Architekten Pro- sssor Dr Hugo Eberhardt, den Schöpfer und ihrenamtiichen Leiter des Museums, nach Möglich- r 7- >ieit gewahrt. Ein neuaufgesetztes Stockwerk und I. °as in gut belichtetes Dachgeschoß bringen das Fasler -fungsoermögen des alten Gebäudes auf das Dop- Pjjte ,elte. Das Erdgeschoß wird neben den Derwaltungs- Jöe« : äumen und einer für Vorträge bestimmten Halle inen Saal für ständig wechselnde Sonderausstel- ungen sowie die bedeutende Sammlung des Schuh- oerks aller Zeiten und Völker aufnehmen. Im f-rsten Stock folgen Arbeiten der beiden hauptsäch- !i.chen Ziertechniken des Mittelalters, der Renaissance -und des Barock: der Lederschnitt und die Hand- Fj°r‘: Vergoldung, dann große Räume für die handwerk- MA lief) bemerkenswerten Lederarbeiten primitiver Völ- pet. I ;er. Das dritte Stockwerk wird die Arbeiten der Pforten öffnen. e am t An- -eiche- ' oben, fami« ab em lieber eigen- -Kali ab. 511m 'and nder- lebem Alien« DM., eiet 1 ®e« te die aner ankte hat- h bie rche köd« rage- inber -spiel imen ferer ! am Sie noch Don der Rangierlokomotive totgefahren * Wetzlar, 27. Dez. Am Weihnachts-Heiligabend wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Reichs- bahnvbersekretär Schaaf von einer Rangierlokomotive ersaßt und überfahren. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann so schwere Verletzungen, daß er bald nach feiner Ueberführung ins Krankenhaus verstarb. Kreis Wetzlar. Wißmar, 26. Dez. Die hiesige Sonn- t-agsschule hielt im Saale Wolf ihre Weihnachtsfeier ab. Gemeinsam gesungene Lieder, Weihnachtsspiele und Gedichte wechselten in bunter Reihe miteinander ab. Zum Abschluß der Weihnachtsfeier erhielt jedes der Kinder ein Geschenk. — Die hiesige Schäfereigenossenschaft hält einen schönen Brauch der Vorfahren aufrecht. Der Schäfer, der in diesem Jahre mit seiner Herde bis zum Weihnachtsfest im Felde bleiben konnte, wurde von der gesamten Schäferei vom Felde abgeholt. Voraus ging der Schäfer, der seinen Hut geschmückt hatte, ihm folgte die Herde, hinter der die Schafhalter marschierten. Den Abschluß des Zuges bildete die geschmückte Hütte. Auf dem Adolf-Hitler- Platz fand eine kleine Feier statt. Der Ortsbürgermeister LOF. Wagner hielt eine kurze Ansprache. Sodann sprach der Schäfereivorsitzende (der söge- nannte „Salzmeister") Hermann. Am Abend des 23. Dezember, der sogenannten „langen Nacht", fand dann die Jahreshauptversammlung der Schäfereigenossenschaft statt. Der Vorsitzende Hermann gab den Kassenbericht bekannt, der einen guten Ab- schluß zu verzeichnen hatte. Die Genossenschaft zählt nach zwei Abgängen und einem Zugang 28 Mitglieder. Der älteste Schafhalter H. Schwalm ge- hört in diesem Jahre feit 48 Jahren der Schäferei an. Auf Vorschlag von Bürgermeister Kraus wurde er für seine Verdienste um die Genossenschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Dem Schäfer Eckard wurde für sein treues Aushalten im Few ein schönes Weihnachtsgeschenk überreicht. Die Geschäftsführung der Genossenschaft geht in diesem Jahr an den Schafhalter Georg Ufer (247) über. Nach einer allgemeinen Aussprache klang die Versammlung in kameradschaftlichem Beisammensein Leder Hilst dem WHW.! Opferspenden vom Lohn oder Gehalt sind an das D! n t e r h i l f s w e r k des Deutschen Volkes, Kreisführung Vetterau in Gießen, Postscheckkonto Jlr. 23 v33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der Bezirkssparkasse Gießen zu überweisen. aus. Das Mnlerhilsswerk als Weihnachtsmann. Gewaltige Leistungen der NGV. LPD. Frankfurt a. M., 23. Dez. Eine der schönsten Aufgaben des WHW. ist die Weihnachtsbetreuung der Volksgenossen. Einen Begriff von den gewaltigen Leistungen, die in den Weihnachtstagen von Der NSV. für das WHW. vollbracht wurden, bekommt man z. B. von den Zahlen, wie sie für Groß-Frankfurt soeben bekannt werden: Aus den 12 Kreisen des Gaues sind rund 30 000 Pakete nach Frankfurt gekommen und ebenso viele hinausgeschickt worden an die Kreise. 20 000 Pakete enthalten Kleider, 5 000 Schuhe und weitere 5 000 Lebensmittel. Damit an den Feiertagen kein Volksgenosse friert, hat das DhW. zu Weihnachten 51 079 Zentner Steinkohlen und 39 531 Zentner Briketts ausgegeben. An Lebensrnitteln wurden verteilt: 30 000 Kilo Fischfilet, 28 303 kg Zucker, 14 500 kg Schmalz, 10 500 Dosen Gemüse und andere Konserven, 44 000 kg Mehl, 12 760 Dosen Fischkonserven für Alleinstehende, 38 400 Brote ober Brotgutscheine, 12 500 Kg Malzkaffee, 5 250 Kilo Käse für Alleinstehenbe, 5 000 kg Erbsen, 5 000 kg Nubeln, 10 000 kg Linsen. Zu biefen Mengen kommen noch 800 Zentner hochwertige Lebensrnittel aus der Pfunbsammlung. Zu den vier Pfund Lebensrnitteln je Kopf der Betreuten kommen noch die Fische und das Brot hinzu, die nicht in das Gewicht der Pakete eingerechnet sind. Ferner werden verteilt insgesamt 500 Stück Wild. Das ist eine Leistung, bie sich wirklich sehen lassen kann. Sie gibt aber auch Zeugnis für den G e - m e i n s ch a f t s g e i st, der heute bereits im ganzen Volke herrscht. Was aber wären alle Gaben, wenn sie nicht unter dem brennenden Weihnachtsbaum lägen. Darum hat das WHW. auch in diesem Jahre wieder für jeden Volksgenossen einen Weihnachtsbaum. 2000 Weihnachlsbäume sind vom WHW. in Frankfurt a. M. ausgegeben worden. Daß auf den Weihnachtstisch auch Konfekt gehört, ist selbstverständlich. Hierfür hat die Frauenschaft in großzügiger Weise gesorgt. Es konnten 300 Zentner Gebäck von ihr gesammelt und verteilt werden. Wenn wir die Leistungen für die Erwachsenen genannt haben, so soll auch nicht vergessen werden, der Weihnachtsbescheruna für die Kinder zu gedenken. Auch in diesem Jahre wurde wieder der Gabenttsch für 1 0 000 Kinder gedeckt, die Spielzeug erhielten. Wirtschaft. Mehreinschlag und Waldverwüstungs-Gesetz. DNB. Dom Reichsforstamt wird amtlich mitge» teilt, daß die vor kurzem ergangene Verordnung zur Erhöhung des Hiebsatzes in allen Waldbesitz- formen auf 150 0. H. in keiner Weise das Wald- Verwüstungsgesetz vom 18. Januar 1934 berührt. Während es sich hier um einen volkswirtschaftlich schädlichen Raubbau oder zumindesten um einen vorzeitigen, betrieblich nicht vertretbaren Abtrieb solcher betriebsunreifer Bestände handelt, die noch in wertvolle Nutzholzsortimente hineinwachsen können, wird der auf Grund unseres derzeitigen ver- stärkten Holzbedarfs notwendige Mehreinschlag im Rahmen eines ordnungsmäßigen Forstbetriebes erzielt. Insbesondere kann er durch Nachholung versäumter Durchforstungen, durch Pflege und Lichtungshiebe in äußeren Beständen erfüllt werden. Die Bestimmungen des Waldverwüstungsgesetzes gelten in vollem Umfange weiter. Die Beschäftigung der Industrie im November. Fwd. Im November hat die Beschäftigung der Industrie trotz der weiter vorgerückten Jahreszeit stärker zugenommen als im Vormonat. Nach der Jndustrieberichterstattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden von 68,9 v. H. der Arbeiterstundenkapazität im Oktober aus 69,8 v. H. gestiegen. Die Zahl der befchäf- ttgten Arbeiter ist mit 72,3 v. H. der Arbetterplatz- kapazität nahezu unverändert. Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit ist von 7,68 Stunden im Oktober auf 7,80 Stunden gestiegen. Der Personenverkehr mit Omnibussen im Wirtschaflsbezirk Hessen. Fwd. Im Wirtschaftsbezirk Hessen, also in der Provinz Hessen-Nassau und dem Lande Hessen, bestanden im ersten Vierteljahr 1936 = 101 private Linien mit einer Gesamtlänge von 1708,3 Kilometer. Die Zahl der verwendeten Omnibusse betrug 284. Die Reichspost betrieb 175 Linien mit 287 Fahrzeugen. Das Streckennetz belief sich auf 3608 Kilometer. Beide StreKennetze zusammen ergeben 5316,3 Kilometer, denen ein Netz der Schienenbahnen von insgesamt 4613 Kilometer gegenübersteht, wovon auf Straßenbahnen, Bergbahnen u. dgl. 317,7 Kilometer entfallen. Der Omnibusverkehr der Reichsbahn wird für die einzelnen innerdeutschen Bezirke nicht gesondert erfaßt. Die befahrenen Sttecken belaufen sich für das ganze Reichsgebiet auch nur auf rund 700 Kilometer. Ein Vergleich mit der Gesamtlänge der deutschen Kraftfahrlinien (außer Reichsbahn) von zirka 78 000 Kilometer zeigt seine Geringfügigkeit (Reichspost = 45 800 Kilometer, Privatunternehmungen - 32 200 Kilometer). Immerhin ist der Reichsbahnomnibusverkehr für den Wirtschaftsbezirk Hessen von besonderer Bedeutung. Hier wurden die ersten von der Reichsbahn betriebenen Reichsautobahn- Omnibusverbindungen geschaffen: Frankfurt a. M. — Darmstadt und Frankfurt a. M. — Heidelberg- Mannheim; neuerdings läuft auch die Linie Frank- furt a. M. — Friedberg (Bad-Nauheim). Die Zahl der in Hessen mit Reichspost und privaten Omnibussen beförderten Personen erreichte 7 669 000. Davon entfallen 6 306 900 auf die privat- wirtschaftlichen Betriebe und 1 360 100 auf die Post. Die Ziffern stehen mit dem befahrenen Streckennetz in keinem proportionalen Verhältnis. Die Erklärung hierfür ist nach der amtlichen Darstellung darin zu suchen, daß die Reichspost vornehmlich Ueberlandverkehr betreibt (zirka 97,6 v. H. ihrer Linien), während sich von den privaten Unternehmen im Reichsdurchschnitt mehr als ein Fünftel der Linien, d. s. zehnmal soviel wie bei der Reichspost, im Ortsverkehr betätigen. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbezirken war der Omnibus-Personenverkehr in Hessen sehr rege. Er überragte mit 7 667 000 Personen bei weitem das Badener Land (zirka 1,5 Mill.), liegt über Bayerns Frequenz (4 099 400) und übertrifft sogar noch Westfalen mit Lippe (5 232 300) und das Rheinland (7 067 900). Lediglich Sachsen mit 13 567 200 und Berlin mit 40V2 Millionen Perso- nen stehen dem hessischen Bezirk voran. Im zweiten Vierteljahr 1936 haben sich diese Zahlen für Hessen nicht wesentlich geändert. Gegenüber dem ersten Quartal ging allerdings die Zahl der beförderten Personen um rund 100 000 zurück, während der Reichsdurchschnitt eine etwa 2prozen- tige Erhöhung aufwies. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1050: Deutsch - Südamerikanischer Industrie- und Handelsführer. — 1051: Verlängerung des Warenabkommens mit dem Irischen Freistaat. — 1052: Verwertung deutscher Auslands- bonds durch Auswanderer. — 1053: Verordnung über die Verarbeitung von Rohstoffen in landwirtschaftlichen und gewerblichen Brennereien im Betriebsjahre 1936/37. — 1054: Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle „Chemie" (Zusammensetzung und Markenbezeichnung von Harzleimen oder har^- halttgen Leimstoffen). — 1055: Neues Warenabkommen mit der Südafrikanischen Union für 1937. — 1056: Verlängerung des Wirtschaftsvertrages mit Polen bis zum 28. Februar 1937. — 1057: Das bisherige Ergebnis der deuffch-österreichifchen Besprechungen. — 1058: Verlängerung des Handelsvertrages und des Verrechnungsabkommens mit Finnland. — 1059: Verlängerung des Warenabkommens mit Lettland. — 1060: Zuständigkeit der Ueberwachungsstellen für die besonderen Nebenkosten der Wareneinfuhr. — 1061: Bestimmungen über den Fernsprechverkehr mit dem Ausland. I. Monats- und Wochengespräche. II. V-Gespräche. III. U-Gespräche. — 1062: Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für Lederwirtschaft (allgemeine Einkaufsgenehmigungen für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1937). — 1063: Anordnung Nr. 5 der Ueberwachungsstelle „Chemie" betr. Lieferung mtb Selbstverbrauch von Schwefelsäure. Rundfunkprogramm Dienstag, 29. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Schrammelmusik von Freun- dorfer. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt Euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Märchen für Erwachsene! Eine besinnliche Funkfolge von Johannes Maurer. 18: Konzert. 19: „Zu wihen nahten". Glaube und Brauch in den 12 heiligen Nächten zwischen den Jahren. 19.30: Kamps dem Verderb! Der Griff in die Ladenkasse. 19.45: Die eiserne Rose. Funkbericht von der Herstellung des WHW.-Abzeichens für Januar. 20: Nachrichten. 20.10: Tanzabend der Kapellen Hauck und Burkart. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanz- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Mittwoch, 30. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXXI). 15: Volk und Wirtschaft. Das Wirtschaftsjahr 1936. 15.15: I. Winter am Bodensee. Prosa und Lyrik von Paul Sattele, Allensbach. II. Wir besuchen Dichter des badischen Oberlandes. 16: I. Klaviermusik. II. Unterhaltungsmusik. 17.30: Georg Schweinfurth. Zum 100. Geburtstag des deutschen Afrikaforschers (29.12.). Von Univ.-Prof. Dr. Konrad Günther. 17.50: „In letzter Stunde." Das Erlebnis einer Kriegs-Silvesternacht. Von Fritz Kaiser. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Hitler-Jugend 1936". Eine Ringsendung zum Jahresschluß. 20.45: Konzert ’n« igen ft M Jin« für 1 fn ent rau» att, die lehr up« ;rte llße Der iis in IN' icht fen Jen mg Die in* im he' W hie ng he n* l(5 ft er ri e* er |t Das fremde Gesicht. JRoman von Caren. 2. Forffetzung. (Nachdruck verboten!) Der Dobermann verließ seine Ecke und drückte sich leise wedelnd an die Knie der Weinenden, als wollte er für sie Partei ergreifen. Dieser Anblick entwaffnete den Zornigen. Seine Wut schlug in eine finstere Traurigkeit um. „Evelyn", sagte er fast flehend, „sei doch aufrichtig zu mir, Evelyn. Zieh doch unsere Liebe nicht mit solchen unwürdigen Lügen in den Schmutz. Das hab' ich doch, weiß Gott, nicht verdient. Wenn du", er atmete schwer, „wenn du mich nicht mehr liebhast, dann sag es mir doch." „Liebster!" _ . Frank Alland überhörte den erstickten Aufschrei Fröstelnd vor Erregung lief er im Zimmer auf und ab. „Wir, die sechs Jahre lang jeden Gedanken miteinander geteilt haben! Wir, die wir ..." Er stieß ein bitteres Lachen aus. „Früher sagtest du einmal, ich sei der einzige Mensch, zu dem du Vertrauen hättest — der einzige, den du nie belügen könntest. Und jetzt? Hast du vergessen, was uns zusammen- aeführt hat, und wie wir gekämpft haben um unser Glück? Mehr, weit mehr als jedes durchschnittliche Liebespaar. Hast du das alles schon vergessen?" Evelyn hob den Kopf und kehrte ihm ihr tranenüberströmtes Gesicht zu. „O nein, Frank — ich werde mich noch oft daran erinnern müssen", sagte sie leise mit schmerzlicher Betonung. „Dann handle an mir, wie es der Anstand erfordert einem Menschen gegenüber, den man einmal geliebt hat. Sag mir die Wahrheit!" „Eben weil ich dich geliebt habe und noch liebe — kann ich sie dir nicht sagen. Ich kann nicht, hörst du, Frank — und ich will auch nicht." Ihre Tränen waren versiegt, aber ihr kleines Gesicht war ganz schmal geworden, ganz ausaelöscht vor Kummer. Mühsam erhob sie sich und griff nach Handtasche und Hut. Ihr Gang hatte etwas Müdes, Gebrochenes. Mitten im Zimmer blieb sie noch einmal stehen und fügte mit zuckenden Lippen: „Nur das eine, wenn du mir glauben wolltest — daß ich mich nie an unserer Liebe versündigt habe, und daß ..." Die Stimme versagte ihr. Mit einer hilflosen Gebärde streichelte sie über den Kopf des Hundes, der ihr bis zur Tür folgte. Alland pfiff ihn zurück. Die stumme Parteinahme des Tieres erbitterte ihn. Er hörte das Einschnappen der Klinke und die leise sich entfernenden Schritte. Er rührte sich nicht. Eine eisige Leere war in seiner Brust. Er fühlte, das war das Ende. Das Ende seiner Liebe. Nie mehr würde es zwischen ihnen werden wie früher. Nie mehr, und wenn diese Ehe noch zwanzig Jahre dauerte. Bis in alle Ewigkeit würde diese Lüge zwischen ihnen stehen ... Eine Uhr schlug drei, als Frank Alland endlich die Schreibtischlampe verlöschte, um sein Schlafzimmer aufzusuchen. Durch einen Spalt der Verbindungstür drang Licht, und ihm war, als höre er nebenan ein unterdrücktes Schluchzen. Ganz flüchtig tauchte Evelyns blasses, verzweifeltes kleines Gesicht vor ihm auf, und einen Augenblick war er versucht, auf die Klinke zu drücken und zu ihr hineinzugehen. Nur einen Augenblick lang. Dann verschloß jäh aufquellende Bitterkeit aufs neue fein Herz. Und wie gebrannt zog er die ausgestreckte Hand wieder zurück. * Drei Tage später, an einem Samstagnachmittag, fuhr Dr. Alland in die Stadt. Er hatte sich für vier Uhr bei seinem Zahnarzt angemeldet und wollte vorher noch seinen Wagen in die Reparaturwerkstätte bringen. Der Motor gab in der letzten Zeit so ein verdächtiges Nebengeräusch von sich, dessen Ursache er selber nicht feststellen konnte. Er ließ den Wagen bei dem Mechaniker, der ihn sofort nachzusehen versprach, und ging das kurze Stück durch die Altstadt zu Fuß weiter. Das Wetter hatte sich nach den Regentagen wieder aufgeklärt. Die Sonne schien hell wie im Sommer, aber vom Gebirge her blies schon ein herbstlich kalter Wind. Alland knöpfte fröstelnd sein Jackett zu, er bereute jetzt, seinen Mantel im Auto gelassen zu haben. Rasch überquerte er die Straße, um auf die Sonnenseite zu gelangen. Da gab es ihm plötzlich einen Riß. War das nicht Evelyns kleiner sandfarbener Fiat, der dort drüben vor dem Postamt stand? Was hatte sie in dieser entlegenen Gegend zu suchen? Allands Blick verdunkelte sich. Ein jähes Mißtrauen krampfte ihm das Herz zusammen. Seit drei Tagen lebten sie nebeneinander wie zwei Fremde. Kein gutes Wort, keine Zärtlichkeit ... Wenn es so weitergeht, muß ich mich betrinken, dachte er. Das hält fein Hund aus ... Wie ein Dieb pirschte er sich von rückwärts an den Fiat heran. Die Nummer stimmte — rr hatte sich nicht getäuscht. Aber der Wagen war leer. Evelyn mußte ins Postamt gegangen sein. Sonderbar, daß sie sich gerade dieses kleine Winkelpostamt ausgesucht hatte ...! Instinktiv schritt er auf die schmale Glastür zu, die mit höllischem Geschmetter hinter ihm ins Schloß schnappte. Alland fuhr erschrocken zusammen. Wie ein versprengter Einbrecher blieb Alland in dem kleinen Vorraum stehen und spähte verstohlen durch die Scheide. Mit einem Blick hatte er Evelyn gesichtet. Sie stand, mit dem Rücken gegen ihn, vor einem der Schreibpulte und las einen Brief, den sie sich offensichtlich gerade am Schalter abgeholt hatte, denn das Kuvert lag noch, in Eile aufgerissen, neben ihr. Frank Alland fühlte seine Schläfe kalt werden, ein feiner, kühler Schweiß brach ihm aus allen Poren. Er mußte sich Gewalt antun, um sich nicht auf Evelyn zu stürzen und ihr diesen Brief zu entreißen, der — er fühlte es — die Lösung des qualvollen Rätsels enthielt. Auf einmal wurde er sich bewußt, daß er hier im Weg herumstand und von den Aus- und Eingehenden mit unfreundlichen Blicken gestreift wurde. Und außerdem war dieser Platz als Beobachterposten ziemlich ungeeignet. Wenn Evelyn sich zufällig umdrehte, mußte sie ihn sehen, ein Ausweichen gab es nicht. Wohin aber? Sich unverrichteter Dinge wieder zurückziehen? Nicht um alles! Die Telephonzelle — durchzuckte es ihn plötzlich. Drei, vier Schritt waren es bis dorthin. Wenn er Glück hatte — wenn Evelyn nicht von ihrem Brief auffchaute ...? Er hatte Glück. Unbemerkt verschwand er in der dunklen Zelle, durch deren Glasfenster er den ganzen Schalterraum bequem Überblicken konnte. Er beobachtete, wie Evelyn ihren Brief zusammenfaltete und ihn Dann langsam in kleine Schnitzel zerpflückte. Ein dünnes Schwindelgefühl zog ihm die Kopfhaut zusammen, als er sie die Hand nach dem Papierkorb ausstrecken sah. Aber er frohlockte zu früh. Im nächsten Augenblick zog sie, sich besinnend, die Hand zurück und steckte die Papierschnitzel in ihre Manteltasche. Dann entnahm sie einem kleinen Holzkasten ein Telegrammformular. Zog langsam den rechten Handschuh aus. Kramte ihren Füllfederhalter aus der Handtasche. Und blieb dann mit ratlos grübelndem Gesichtsausdruck vor dem leeren Papier stehen. Sie blickte erst auf, als ein Postangestellter zu ihr an das Pult trat, um die Schreibunterlage auszuwechseln. Evelyn raffte ihre Sachen zusammen und wartete geduldig, bis der Mann das alte, tintengetränkte Löschpapier gegen ein neues vertauscht hatte. Dann setzte sie mit plötzlichem Entschluß die Feder an und warf ein paar Worte auf das Formular, das sie dann noch einmal flüchtig überlas, ablöschte und zum Depeschenschalter trug ... Frank Alland konnte es kaum erwarten, bis Evelyn gezahlt hatte und sich langsam dem Ausgang zuwandte. Kaum war die Tür geräuschvoll hinter ihr zugefallen, verließ er auch schon die Telephonzelle und stürzte sich wie ein Stoßoogel auf das Schreibpult, an dem sie soeben noch gestanden hatte. Mit ein, zwei Griffen riß er das Löschblatt aus der Metalleinfassung und verbarg es in seiner Rocktasche. Niemand hatte seinen Raub bemerkt. Jetzt nur noch ein paar Minuten warten, bis Evelyn mit ihrem Wagen außer Sehweite war. Zwei, drei Minuten noch ... Als er endlich die Luft rein glaubte, trat er ins Freie, prallte aber erschrocken zurück, als er den sandfarbenen Fiat noch immer draußen stehen sah. Er wollte schleunigst wieder in Deckung gehen, da sah er auf etwa zwanzig Schritt Entfernung den laubroten Herbstmantel seiner Frau aufleuchten. Sie ging sehr rasch, in der leicht vornübergeneigten Haltung eines Menschen, der es eilig hat. Vielleicht hatte sie irgendwo in der Nähe noch eine Besorgung zu machen und wollte nur den Wagen solange stehen lassen. Jetzt bog sie um die Ecke in eine schmale Seitenstraße, die auf den Kai münden mußte. Was hatte Evelyn da zu suchen? Wo in aller Welt ging sie hin ...? (Fortsetzung folgt!) Die Ordnung der Viehwirtschast im Jahre 1937 Ziffff Wintersport 05863 (Verschiedenes Karten 2. 3. 4. 5. 8455D Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbauamt. stunden täglich 11.30-13 Uhr. 8458V einen durch Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Gießen Äahnhofstraße 18 Weihnachtsverkehr frei der Reichsbahn 143 Sonderzüge neben den planmäßigen passierten -en Bahnhof Gießen. Serlln Q 2 Kalser-Wllhelm-Straße 48 im Dezember 1936 Keine Zeugnisse in Urschrift iondern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber- meidung von Verlusten auf der Rückseite Ra. men und Anschrift des Bewerbers tragen 1 ZdR. Mit dem Datum vom 26. November 1936 gibt der Reichsnährstand durch die Hauptoereini- gung der deutschen Viehwirtschaft die Anordnung Nr. 74 bekannt, die nicht nur eine Zusammenfassung der früher von der Hauptvereinigung veröffentlichten Anordnungen und damit eine wesentliche Vereinfachung für die mit der Durchführung der Arbeiten Beauftragten bedeutet, sondern einen maßgeblichen Schritt zur Erreichung der Preis- k l a r h e i t und der Preiswahrheit darstellt. Durch den Ausbau der Bestimmungen für einzelne Gebiete der Marktbewirtschaftung mit Vieh und Fleisch sind die Voraussetzungen gegeben, den Unterbau der viehwirtschaftlichen Marktordnung organisch zu festigen. Es liegt in der Natur der Sache, daß mit der Durchführung dieser Sammelanordnung und der zum Teil einschneidenden Maßnahmen nur schrittweise und verbandsweise oorgegangen wird. Aus diesem Grunde bestimmt die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft den Zeitpunkt der Ingangsetzung, um eine gleichmäßige Durchführung der Bewirtschaftung im Reiche sicherzustellen. Es ist ganz selbstverständlich, daß bei der Vielgestaltigkeit der Gebiete und bei dem Bestreben, nach Möglichkeit den natürlichen Eigenarten jedes Gebietes gerecht zu werden, nicht bürokratisch verfahren werden darf. Im einzelnen ergeben sich in großen Zügen folgende Abweichungen von den bisher auf dem Gebiete der Bewirtschaftung mit Vieh und Fleisch geltenden Bestimmungen: Zur Einhaltung einer geordneten Bedarfsdeckungswirtschaft bedarf es einer strafferen Erfassung und Lenkung des Schlachtviehs. Diesem Zwecke dienen Verlade- und Verteilungsstellen, die von den Viehwirtschaftsverbänden eingerichtet werden. lieber diese Stellen wird in Zukunft sämtliches Schlachtvieh zum Versand oder zur Verwertung gebracht werden müssen. Die einzelnen Verlade- und Verteilungsstellen werden in der nächsten Zeit von den Viehwirtschaftsverbänden bestimmt. Die Hauptoereinigung hat sich ihrerseits den Zeitpunkt, zu welchem diese „Schleusen für Schlachtvieh" in jedem Verbände bzw. in jedem Bezirk in Tätigkeit gesetzt werden sollen, vorbehalten, um die notwen- Am 25. Dezember: Zwei Sonderzüge für Festtagsverkehr und für Reisende der NS.-Gemeinschaft „Kraft Freude" von Bochum nach Sonthofen. Am 26. Dezember: Aw ei Sonderzüge für Festtagsverkehr. Am 27. Dezember: Vier Sonderzüge für Festtagsverkehr. Am 28. Dezember: dige organische Entwicklung des Ganzen zu gewährleisten. Mit der Feststellung der Verlade- und Verteilungsstellen wird teilweise eine Aenderung im Einkauf des Schlachtviehs Hand in Hand gehen, und zwar insofern, als die Schlachtvieh be- und verarbeitenden Betriebe künftig entweder den Schlachtviehmärkten selbst, oder den Verteilungsstellen, nötigenfalls auch den Verladestellen zum Einkauf zugewiesen werden. Das besagt, daß in Zukunft ein direkter Einkauf von Schlachtvieh durch den Schlachter selbst beim Bauern nicht mehr getätigt werden kann, lieber die Durchführung dieser Bestimmung, insbesondere wegen des Inkrafttretens, werden noch besondere Bekanntmachungen durch die einzelnen Viehwirtschaftsoerbände erfolgen. Die Durchorganisierung der Anlieferung und Verteilung des Schlachtviehes konnte auf die Liefer- und Abnahmebestimmungen beim Handel mit Schlachtvieh nicht ohne Einfluß bleiben. So sind z. B. die Bestimmungen über „Abnahme ab Land" und „Abnahme frei Empfangsort" und „Marktpreis" für Verteiler und Schlachter eindeutig geklärt worden. Im Zusammenhang hiermit steht die Ausdehnung der bislang nur für Schweine geltenden S ch l u ß f ch e i n p fl i ch t auch auf den Handel mit Rindvieh. Die bisher gültigen Bestimmungen über die Voranmeldepflicht von Schlachtvieh aus dem Gebiet eines Viehwirtschaftsverbandes heraus mußten eine Erweiterung erfahren, um jederzeit einen einwandfreien Ueberblick über den tatsächlichen Versand und damit auch die Möglichkeit der Warenlenkung zu haben. In Zukunft ist in sämtlichen Vieh- Wirtschaftsverbänden der Versand von Schlachtvieh aus dem Gebiet einer Kreisbauernschaft heraus v o r a n m e ld e p f l i ch - t i g. Darüber hinaus wird der Bezug von Rindern und Schlachtfchweinen aus dem Gebiet eines jeden Viehwirtfchaftsverbandes heraus an nicht marktgeschützte Plätze von einer Genehmigung abhängig gemacht, während bisher Die einschlägigen Bestimmungen nur für einzelne Diehwirtschafts- verbände Geltung gehabt haben. Der bisher völlig unkontrollierte Versand Berufstät. Herr sucht in der Nabe der^ Bahnhofstr. möbliertes Zimmer Schriftl. Angeb. unter 05862 an den Gietz. Anz. Lichtspielhaus Meute Montag letzter Tag HANS ALBERS in seinem neuen spannenden Ufafilm: Unter heißem Himmel Behaglich möbliert. Zimmer (Bahnhofsnähe) zum l.Äan. 1937 gesucht. Preisangebote an V. Itidjcßöorff bei Eisenbahnbrennstoffversorgung, Gießen Bahnhof. 8446D Ihre Verlobung geben bekannt Gretel Kobisch Kurt Geismar Dame Ende 30, von edlem Charakter, sehr häuslich und sparsam, mit guter Aussteuer, ersehnt 05864 K lick Elie mit Herrn von gutem Rus,eventuell Witwer. Zuschriften erbeten unt. J.K. 150, hauvtpost- lagernd Gießen. Möbliert. Zimmer von jung. Herrn bei alleinstehend. Dame Anfang Januar gesucht. Nahe Nahrungsberg, Zentral- beizung. Schrift- lrche Angeb. unt. 8450D a.d.G.A. viele, ihr Gepäck aufzugeben. Der Gepäckoerkehr hat allein im Dezember um 23 Prozent zugenommen. Der Expretzgutverkehr war genau so stark, wie beim vorjährigen Weihnachtsfest. Der Umladeverkehr hat sogar um 10 Prozent zugenommen. In Gießen waren alle örtlichen Maßnahmen getroffen, um die Tausende und aber Tausende von Expreßgütern schnell zu befördern und den Empfängern zuzuführen. Der Eilgutverkehr erreichte den gleichen Umfang wie im vorigen Jahre und war sehr rege. Die Fahrkartenausgabe war durch die Abfertigung der Reisenden vor Weihnachten stark in Anspruch genommen. Ausreichende Schalterbesetzung sorgte für glatte Abwicklung. Die Fahrkarten für Militärurlauber und Arbeitsdienstler wurden bereits vor Weihnachten listenmäßig, kompanie- oder abteilungsweise verausgabt, so daß hierdurch die glatte Abfertigung der übrigen Reisenden an den Schaltern gesichert war. Der Personenverkehr hat gegenüber dem Vorjahr etwas zugenommen. Gegen November sind im Dezember 10 862 Personen mehr in Gießen abgereift. Der Riesenverkehr an Weihnachten, der bei der Fahrkarten-, Gepäck-, Expreßgut- und Eilgutabfertigung ununterbrochen Tag und Nacht zu bewältigen war, stellte an alle Beamten und Gefolgschafts- männer die größten Anforderungen. In treuer Pflichterfüllung standen alle zu Tages- oder Nachtzeit auf ihren Posten, auch am Heiligen Abend, zu einer Zeit, da sich Millionen anderer Volksgenossen unter dem strahlenden Lichterbaum versammelten, I„. . . fast dramatisch wirkt diese DU. herfolge, die auch den Duft und Dunst der Küstenlandschaft wiedergtbL Mit leidenschaftlich bewegtem Text, aber auch mit präziser Sachkunde begleitet Martin Kakies seine großartigen Aufnahmen. Ein vortreffliches Buch." Bert. Tageblatt Sn Ganzleinen RM. 3,60. Erhältlich in allen Wietzener Buchhandlungen! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Bahnsteig I ckausgabe Sonntag mittag Swrsch. Anlagen und Gutenberg- stratze [8453d Perlenkette verloren Gegen gute Belohnung abzugeben bei Juwelier Karl Noll, Seltersweg 39. Bett.: U. Ä. Arbeiten auf Reichsstrahen Rj. 1937. Al beits- u Lieferungsvergebung. Auf Grund der Reichsverdingunasordnung sollen für die nachstehenden Reichsstrahensttecken öffentlich vergeben werden.- Höhere PrivelsMe Gielen Wern er wall 15 Oberrealschul-Ijehrplan, realgymna- siale u. gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprech- Elche zwischen Meer und Memel Don Martin Kakies 120 Seilen, 82 Naturaufnahmen von Fleisch wird in die Gesamtregelung eh, bezogen. Damit wird auch der unwirtschaftlich! Fleischversanü unterbunden und der wirtsckastl» notwendige eine entsprechende Förderung erfahre? Um weiterhin die Möglichkeit zu haben, z, Mangellagen einem etwaigen Ausweichen do-' Verarbeitungsbetrieben von Konsumsorten auf 6pk zialerzeugnisse zu steuern, wird die Hauptvereini. gung der deutschen Viehwirtschaft nötigenfalls i, die Produktion solcher Betriebe r« gelndeingreifen. Den starken Schwankungen in der Höhe dez Fleischoerkaufs im Laufe des Jahres, besonders t den ländlichen Bezirken, mußte Rechnung getragen werden. Dies ist mit einer Aenderung der Kon, tingentsgrundlage geschehen, die nach bet neuen Anordnung auf Vierteljahresabschnitte ab gestellt ist. Schließlich haben sich auch auf dem Preiz, gebiete Aenderungen als notwendig erwiese,, die jedoch nur für Schweine ein sch neidende! sind. Die Abänderungen an sich sind bereits b(i fanntgegeben. Die Kleinhandelspreise für Flei^ werden von der Neuregelung nicht betroffen. der Festsetzung von Preisen für Rinder wirb sich im wesentlichen an den bisher schon geltenden Grundpreisen nichts ändern. Neu ist lediglich öi, Aufnahme von jahreszeitlich bedingten Zu- uni Abschlägen bei einer Reihe von Märkten. Aus 23 Großmärkten werden in den Frühjahrs- bzy, Sommermonaten Zu- und Abschläge erhoben werben, um den Versand von Schlachtvieh nach den Vermietungen | G-7-Z.-Wohog. 1. St., Garten- straffe 14, neu hergerichtet, mit Bad, 1 Glasveranda, 1 off. Veranda, reich!, groß. Zubehörräumen, 1. Avril oder früher zu vermiet. [smD Wegzugshalber ist meine Wohnung (05859 6 Zimmer Badu.Mädchenzimmer, ab 1. 3. oder 1. 4. 1937 zu vermieten. H. Reinschmidt, Horst-Wessel-- Wall 511. 1. Kurvenumbau und Verbreiterung Gedern—Schot- ten, km 2,8—3,6. 8000 cbm Erd- und Planierungsarbeiten, 8200 qm Fahrbahnunterbau und Profil- Herstellung. Desgleichen Laubach—Freienfeen, km 7,4—9,4. 11300 cbm Erd- und Planierungsarbeiten, 16 000 qm Fahrbahnunterbau und Profilherstel- lung. Neubau von der Ziegelhülle bei Alsfeld bis zur Reichsstraße 62, Abgang nach Eudorf. 5200 cbm Erd- und Planierungsarbeiten. 4500 km Kleinpflaster auf Packlage. Herstellen von Kleinpftaster Gedern—Schotten, km 1,0—2,8. 15 600 qm Fahrbahnunterbau und Profilherstelluna. 12 000 qm Kleinpflaster. Desgleichen Schotten—Laubach, km 20,7—23,0. 8000 qm Profilherstellung. 6500 qm Kleinpflaster. 6. Lieferung von 5000 t Kleinpflastersteinen und 6700 m Randsteinen. Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Montag, den 4. Januar 1937, bei uns (Hitlerwall 37) erhältlich, woselbst auch die Bedingungen offenliegen. Angebote sind verschlossen, für jede Straßenstrecke im besonderen Umschlag, mit entsprechender Aufschrift versehen, bei uns bis zum Mittwoch, dem 13. Januar 1937, vormittags 9 Ahr, portofrei einzureichen. Die Deffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bewerber in vorstehender Reihenfolge. Nur Bieter und Bevollmächtigte der Berufsvertretungen haben Zutritt. ----- Gießen, den 24. Dezember 1936. werden. Aber auch für die Unfallverhütung leisten die Lautsprecher gute Dienste, da das Publikum rechtzeitig und in ausgiebiger Weise von dem Her- annahen eines Zuges mit der Aufforderung zum Zurücktreten in Kenntnis gesetzt und zur Vorsicht ermahnt werden kann. Durch das Ausrufen der Anschlüsse mit der Angabe der Abfahrtszeiten und der Bahnsteige wurde eine Beschleunigung des Reiseübergangs erzielt, der sich besonders bei Zug- verspätungen segensreich sowohl für die Reisenden als auch für die Eisenbahn auswirkte. Großbetrieb an der Fahrkartenausgabe und Gepäckabfertigung. Wie im Vorjahre, so hat auch in diesem Jahr der Weihnachtsverkehr an die Verkehrsdienststellen der Reichsbahn in Gießen, zu denen die Fahrkarten-, Gepäck-, Eilgüter- und Güterabfertigung zählen, besondere Anforderungen gestellt. Neben dem Ortsverkehr hatten die Gepäck-, Eilgut- und Güterabfertigung umfangreiche Umladearbeiten auszuführen. Diese Umlaoearbeiten sind gegenüber dem Ortsverkehr bedeutend größer. Besonders stark war auch der Anfall an Reisegepäck, denn das bequeme und sorgenfreie Reisen ohne Gepäck veranlaßte Morgen Dienstag Erstaufführung Die Nacht mit dem Kaiser mit Jenny Jugo 8474 A jeweiligen Zufuhrgebieten ordnungsmäßig vorneh. men zu können und damit auch Die Gleichmäßig, feit in der Gefamtverforgung sicherzustellen. Im übrigen enthält die Anordnung noch Preis- regelungen für Fleisch im Großhandel, sowie Höchst, preise für Schafe auf den Schlachtviehmärkten. Die Anordnung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1 9 3 7 in Kraft. Lediglich die Bestimmungen, dis eine längere Anlaufzeit bedingen, werden schritt- weise von der Hauptvereinigung wirksam gemacht werden. Kunss und Wissenschaft. Der Reichserziehungsminister beglückwünscht Professor Engel. Reichserziehungsminister R u st sandte an den Maler Professor Otto Heinrich E n g e l das folgend« Glückwunschtelegramm: „Dem Meister niederdeutscher Landschäfts- und Lebenshaltung, dem hervorragenden Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, übermittle ich als deren Kurator zum 70. Geburtstag beste Glück- wünsche. * Reichsminister R u st." Otto Heinrich Engel, am 27. Dezember 1866 in Erbach (Odenwald) geboren, Schüler der Akademien von Berlin, Karlsruhe und München, hat in einen Bildern Landschaft und Gestalten, vielfach in riesifcher Volkstracht, zu stimmungsvoller Einheit verbunden, aber auch zahlreiche reine Landschaften gemalt. Engel wurde 1906 Mitglied der Berliner Akademie, 1908 Porofessor, 1921 Senator. Geheimrat Ludolf von krehl 75 Jahre all. Am 26. Dezember vollendete Geh. Rat Professor Ludolf von Krehl in Heidelberg das 7 5. Lebensjahr. Die Bedeutung Geheimrat Krehls für die Heilkunde ist über die Äerzteschast hinaus weit bekannt. Das deutsche Volk ehr chn als großen deutschen Ar§t, Forscher und Lehrer, der sich 'in dec Welt durch die Begründung der pathologischen Physiologie große Achtung errungen hat. Das Kai- ser-Wilhelm-Jnstitut für medizinische Forschung in Heidelberg, dessen Entstehung auf feine Idee zurückgeht, ist noch heute seine Wirkungsstätte. Anläßlich des Jubiläums der Universität Heidelberg im Sommer 1936 wurde Geheimrat von Krehl vom Führer und Reichskanzler wegen feiner Verdienste durch die Verleihung des Adlerschildes des Reiches ausgezeichnet. ^eiffunasf. ftabri. kationsnrma stellt Vertreter ein z.Verk.v.Huus- halt- u. Aussteuer- Wüsche anPrtvate. Btelseit.Kollektion kostenlos Hoher, mm Teil sofortiger Barverdienst Gchllehsach 286 Plauer, t. Boatl. Wegen Erkrank, mein. Mädchens suche ich für fof. Mädchen vom Lande, üb. 20^,Jahre, für Küche u. Haus. Lyncker Bahnspedition Möbeltransport Tel. 3947. IsiseD Zur Bewältigung des Weihnachtsverkehrs mußten in der Zeit vom 16. bis 28. Dezember gefahren werden: Am 16. Dezember: Je ein Schnellgüterzug für Gepäck- und Expreßgut von Frankfurt a. M. nach Altona und zurück und 3 Sonderzüge für Heimbeförderung von Land- jahrpflichtigen. Am 17. Dezember: Je ein Schnellgüterzug für Gepäck- und Expreßgut von Frankfurt a. M. nach Altona und zurück und 4 Sonderzüge für Landjahr-Heimkehrer. Am 18. Dezember: 3e ein Schnellgüterzug für Gepäck- und Expreßgut von Frankfurt a. M. nach Altona und zurück .und sechs Sonderzüge für Beförderung von Landjahrpflichtigen und sonstigen Festtagsreifen. Am 19. Dezember: 3c ein Schnellgüterzug von Frankfurt a. M. nach Altona und zurück, zwei Sonderzüge für Reichsarbeitsdienst-Heimkehrer und sieben weitere Son- derzüge für sonstige Festtagsreisende. Am 20. Dezember: Ein Schnellgüterzug Frankfurt a. M.—Altona und vier Sonderzüge für Festtags- und Einkaufsverkehr. Am 21. Dezember: Ein Schnellgüterzug Altona—Frankfurt a. M., ein Militär-Urlauberzug und zwei Sonderzüge für sonstige Festtagsreisende. Am 22. Dezember: 3e ein Schnellgüterzug Frankfurt a. M. — Altona und zurück, acht Militärurlauber-Sonderzüge und 16 Sonderzüge für sonstige Festtagsreisende. Am 23. Dezember: 3e ein Schnellgüterzug Frankfurt a. M. — Altona und zurück, 17 Sonderzüge für Beförderung von Festtagsreisenden. Am 24. Dezember: Ein Schnellgüterzug Frankfurt am Main — Altona und 20 Sonderzüge für Festtagsverkehr. Neun Militärurlauber-Sonderzüge, fünf Sonderzüge für Reichsarbeitsdienst und 15 Sonderzüge für sonstige Festtags-Heimkehrer. Es verkehrten somit in der Zeit vom 16. bis 28. Dezember insgesamt 143 Sonderzüge, die im Bahnhof Gießen abzufertigen waren. Arn 21., 22., 23. und 24. Dezember waren die planmäßigen Züge, besonders die O-Züge, sehr stark besetzt. Nach unseren Beobachtungen war der diesjährige Weihnachtsverkehr gegenüber dem Vorjahre erheblich stärker, schätzungsweise um etwa 25 v. H. Die auf sämtlichen Bahnsteigen angebrachte Laut- sprechanlage hat sich sehr gut bewährt. Zugoerspätungen, sowie die hierdurch bedingten plötzlichen Umdispositionen in der Benutzung'der Bahnsteige konnten dem reisenden Publikum schnell und sicher bekanntgegeben werden. Es konnte eine merkbare Beruhigung bei den Reisenden gegenüber den Vorjahren festgestellt öZinmer mit Bdz., 2. St., neu hergerichtet, z.verm.sgöMNäh. N.-A. H. Becker, Bahnhofstr.77v. Schöne [05860 ü-Mohng. in erster Etage ab sofort od.auch später zu verm. Näheres durch H. Reinschmidt, Horst-Wessel- Wall 51.__ Jin Hause Hitlerwall 12 5--Zimm.-Wohn. m. Bad u. Küche per 1.4.1937 ev. sofort zu verm. Näher. Baubüro H. W. Rinn, G. m. b. H., 8400V Gieffen, Hitlerwall 12. I Mietgesuche ( 54M.M. in ruhiger Lage, mit Bad und Nebenräumen z. 1. April 1937 gesucht. Schriftl. Ängeb.u. 8451V an o. Gieß. Anz. Tu pestet {überschnitte VOtzü^eugeS *****