Ur. 227 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 28. September 1936 Erlcheim tftgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: Srühl'sche llnwerstläts-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.250/^ mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Tausend Kilometer Reichsautobahn Der Führer dankt allen Mitarbeitern an dem großen Werk auf der festlichen Kundgebung in Schlesien. Symbol -er Aeichseinhei't. Nun klingen uns wieder die Worte in den Ohren, die der Führer am 1. Mai 1933 auf dem Tempelhofer Feld sprach: „Wir werden große öffentliche Probleme noch in diesem Jahre zu verwirklichen uns bestreben: in erster Linie ein Riesenprogramm, das wir nicht der Nachwelt hinterlassen wollen, sondern das wir verwirklichen müssen; ein Programm, das viele Milliarden erfordert: das Programm unseres S t r a ß e n n e u b a u e s , eine gigantische Aufgabe. Wir werden sie groß beginnen und die Widerstände dagegen aus dem Wege räumen." Wahrlich, diese Aufgabe ist groß begonnen und, wie wir heute hinzufügen können, auch groß durchgeführt worden. Die ersten 1000 Kilometer der Straßen Adolf Hitlers sind fertiggestellt. Ueberall, im Osten und Westen, im Norden und Süden unseres Vaterlandes ziehen sich die schwingenden Bänder des künftigen Kraftwagenverkehrs durch die deutsche Landschaft. Zwar sind es Teilstücke erst, aber sie beginnen schon zusammenzuwachsen zu jenem gewaltigen Verkehrsnetz, das wir unseren Kindern und Kindeskindern als eine steinerne Bürgschaft ihrer nationalen Einigkeit übergeben wollen und das noch in Jahrhunderten von dem Manne künden soll, der nach dem furchtbarsten aller Kriege sein Volk aus dem Abgrund der Verzweiflung emporriß zur leuchtenden Höhe eines neuen Lebensideals. Als ewige Zeugen dieser Zeitenwende sollen die Autobahnen auch die kommenden Geschlechter daran mahnen, daß die Einheit und Freiheit der Nation die höchsten Güter eines Volkes sind. Vom Fels zum Meer, von der Memel bis zum Rhein strecken sich die geplanten Linien der Autobahnen, deren ersten großen Abschnitt wir nun vollendet sehen, lieber Fluß und Sumpf, über Berg und Tal, über die Grenzen der ehemaligen Länder hinweg führen die ersten Straßen einer schöneren Zukunft. Und während wir noch die Einweihung des tausendsten Kilometers feiern, sind schon weitere 1 5 0 0 Kilometer im Bau, werden weitere Hunderte von Kilometer für den Baubeginn vorbereitet. Dieser Augenblick an der Schwelle einer neuen Verkehrsepoche ist wohl dazu angetan, in der Arbeit kurz inne zu halten und die Ergebnisse des ersten Werkabschnitts zu überdenken. Die Autobahnen, die uns als Idee ein Symbol der Reichseinheit und ein Ausdruck unserer Weltanschauung sind, haben auch praktisch schon die größten Wirkungen auf das wirtschaftliche und soziale Leben des Volkes ausgeübt. Sie haben beispielsweise ihre Aufgabe der Arbeitsbeschaffung in höchstem Maße erfüllt, sie haben Hunderttausenden von Arbeitern aus Stadt und Land wieder das tägliche Brot verschafft. Besonders aus den Großstädten und den Zentren der Erwerbslosigkeit kam ein großer Teil der Arbeiter, die in den Barackenlagern der Autobahnen untergebracht werden konnten. Der Kampf gegen das Gespenst der Arbeitslosigkeit ist heute nahezu abgeschlossen, geblieben aber ist der Kamps um die beste Arbeitsbedingung. Auch in dieser» Hinsicht waren die Autobahnen musterhaft. Die Barackenlager wurden mit erheblichem Aufwand nach dem Muster der Arbeitsdienstlager errichtet, und die Aemter der Deutschen Arbeitsfront sorgten dafür, daß den Arbeitern der Aufenthalt in diesen Räumen so angenehm wie möglich gemacht wurde. Die Baracken sind nicht nur Nachtquartier und Schlafgelegenheit, sondern sie haben auch Wohnräume, Waschräume, Lesestuben. Der Rundfunkempfänger, gelegentlich auch ein Kino- oder Theaterabend, sorgen für die Unterhaltung des Arbeiters während seiner Freizeit. Aus der Lust und Liebe, mit der Arbeiter, Techniker, Ingenieure und Unternehmer ans Werk gingen, entstand die verkehrspolitische Großtat. Die Autobahnen brachten dem Kraftwagenverkehr endlich die Einheit von Straße und Fahrzeug, denn bisher war es so, daß unsere Verkehrswege mit der Entwicklung des Autos nicht entfernt Schritt halten konnten. Wie dankbar der Autobahnbau von den motorisierten Volksgenossen begrüßt wird, dafür ein schlichtes Beispiel: Die Verkehrsabwanderung von der alten Reichsstraße zur neuen Autobahn betrug aus der Strecke Darmstadt—Heidelberg 49,2 v. H-, auf der Strecke Mannheim—Heidelberg sogar 63 v. H. «Die überaus starke Beanspruchung der bisher fertig- gestellten Autobahnstrecken ist ja auch schließlich kein Wunder, denn die Vorteile, welche die Benutzung der Autobahn bietet, liegen für jeden Krast- wagenbesitzer auf der Hand. Außer einer beträchtlichen Ersparnis an Zeit und ®elbi die Autobahn dem Fahrer noch das Gefühl unbedingter Sicherheit und das Erlebnis der schonen deutschenLandschaft. Gerade auf die Linienführung der Autobahnen wird der allergrößte Wert elegt, denn die schöne Straße wußte , STusbrud den feien, jetzt erörtert und, wenn möglich, durch eine gemeinsame Uebereinfunft gemildert werden könnten. Das Ziel müsse ein Zwan einen am e r Die die dann als Wander- Sädten des Gaues Wiesbaden, Worms, Von Frankfurt aus wird sie ausstellung in allen größeren gezeigt werden. So in Mainz, Darmstadt und Gießen. ßine große Kunstausstellung im Gau Heffen-Naffau. Herr werden konnte. Die Amtsenthebung des bisherigen Postkommissars R y k o w kommt nicht überraschend. Seit dem Trotzkistenprozeß, in dem von einigen Angeklagten Beschuldigungen gegen ihn er- hoben wurden, die aber nicht bewiesen werden konnten, war damit zu rechnen, daß Rykow in irgendeiner Form abgeschoben werden würde. Der ungarische Innenminister von K o z m a hat erklärt, die Regierung sei weit davon entfernt, gegen irgend jemand einen Zwang zur M a g y a r i s i e • rung seines Namens auszuüben. Es gebe keinerlei Maßnahmen der Regierung, am wenigsten Die Abwertung des holländischen Gulden erstmalig Anregungen zu den zu schaffenden Bildern gegeben hat. So wurde von der Landesleitung angeregt: Veranstaltungen der Partei und Parteiorganisationen, Redner, Volksfeste, Landjahr, Siedlungen, Luftschutz, Veranstaltungen der Wehrmacht wie Aufmärsche, Zapfenstreich, Fliegerstaffeln, Themen aus Wirtschaft, Verkehr und Technik wie Schiffahrt, Bergbau, Reichsautobahn, Weltflughafen, Brückenbau usw. und schließlich die mannigfaltigsten Themen aus dem Bauerntum, Volkstum undSport. Die eingesandten Arbeiten werden von vier Referenten der Kammer und dem Landesleiter nach sehr strengen künstlerischen Gesichtspunkten juriert. Die Jury wird außerdem Fahrten in den Gau unternehmen und die Künstler in ihren Ateliers besuchen, um dort sofort das Beste auswählen zu können. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger übernommen. Anfang November wird die Ausstellung in den Römerhallen in Frankfurt eröffnet werden. Disziplin des englschen Volkes in Geldsachen. Sie yöhte die Löhne in einer geradezu reoolu» Ktvungen werden würde, den Goldstandard preis- Igeben, und zwar nach einer nicht zu verantwor- tnden Schwächung des Gotdvorrats der Rieder- Lissabon, 28. Sept. (DKB. Funkspruch.) General Queipo de Llano hat am Sonntagabend in seiner Rundfunk-Ansprache über den Sender Sevilla die Einnahme von Toledo amtlich bestätigt. Er fügte hinzu, daß die Begeisterung über die Helden des Alcazar und ihre Befreiung allgemein sei. Aus Spanien und aus der ganzen welk seien bereits zahlreiche Glückwünsche eingetroffen. Die Verteidigung des Alcazars von Toledo werde ewig in der Geschichte Spaniens fortleben, als eine Tat, die sich würdig an die größten Heldentaten vergangener Jahrhunderte anreihe. An- läßlich der Befreiung Toledos fanden am Sonntagabend in Sevilla begeisterte Kundgebungen statt. Der Sender von La Loruna berichtete: Bereits in der Rächt zum Sonntag feien nationale Abteilungen in die Stadt eingedrungen, um sich von der Widerstandskraft der roten Besatzung zu überzeugen. Nachdem man festgestellt habe, daß diese gleich null sei, hätten sich die verschiedenen Heeressäulen zum Sturmangriff fertig gemacht, der Sonntagnachmittag eingeleitet wor- den sei. Um 20 Uhr fei es zu heftigen Rah- kämpfen in den Straßen der Stadt gekommen. Um 21 Uhr habe ein Bajonettan- Die Sprengung des Goldblocks. (Sfoatefefrdär Reinhardt über die beispiellosen Erfolge der Wirtschaften und Finanzpolitik des Dritten Reichs. griff auf das Rathaus eingesetzt. Einige Augenblicke später sei die Stadt restlos in den Händen der Rationalisten gewesen. General Barela habe persönlich die überlebenden Berteidiger des Alcazar befreit. Line Abteilung habe schnell den Bahnhof und eine Brücke beseht, um den Roten den weg abzuschneiden. Geiselmord in Bilbao. ’ie Ausfuhr von Gold zu verbieten, Lös diese Ausfuhr nicht gedeckt ist durch ein authen- Mes Zertifikat der Riederländischen Bank. Des fiteren wird die Effektenbörse am Montag, em 28. und Dienstag, dem 29. September, g e - ch lassen sein. Nähere Mitteilungen über die Mchten der Regierung werden am Montag, dem L. September, veröffentlicht werden. Toledo von nationalistischen Truppen erobert. Oie Verteidiger des Alkazar befreit. — Großer Jubel im nationalen Spanien. mit einer Ansprache des Direktors der lippischen Landesbibliothek Dr. Weigand eröffnet. Dr. Alfred Bergmann, der Begründer der reichhaltigen Ausstellung, sprach über die Entstehung und den Aufbau dieser Sammlung. Gewaltiger Anteil Deutschlands an der Verminderung der Weltarbeilslofigkeil Zum erstenmal veranstaltet in diesem Jahre _ Reichskammer der bildenden Künste Landesleitung Hessen-Nassau eine große Kunstausstellung, die einen Ueberblick über das wirklich wertvolle Kunstschaffen im Gau Hessen-Nassau bieten soll. Alle Künstler, die Mitglied der Kammer sind und im Gau Hessen-Nassau wohnen, sind aufgefordert, sich an der Ausstellung zu beteiligen, sofern sie sich den hohen Anforderungen, die bei einer Veranstaltung der Landesleitung gestellt werden, gewachsen glauben. Die von den Künstlern einge» sandten Bilder müssen Neuschöpfungen im Rahmen dieser Veranstaltung sein. Neuartige bei dieser großen Ausstellung ist auch, daß die Landesleitung englische Regierung stürzte sich, ohne daß überhaupt ein wirklich sichtbarer und absolut zwingender Grund vorlag, in die Pfundabwertung — eine geniale Torheit nannte man es damals —, sie und die Regierung der Vereinigten Staaten gingen sozusagen auf freien Stücken in die Abwertung hinein. Es war ein überraschend vorgetragener Vorstoß zugunsten des Exportes bzw. in den USA. zugunsten der Erhöhung der Preise. In Frankreich liegt die Situation völlig anders. Die französische Regierung hat nicht hinter sich die Mendi". Um die Erschießuna zu verbergen, hat man an Bord der Schisse nach Land zu Holzplanken errichtet. Der Beauftragte des Genfer Internationa- len Roten Kreuzes, der Schweizer Dr. Junod, ist am Sonntag zum zweiten Male mit der „Aisne" nach Bilbao gefahren, um von den roten Machthabern zu erreichen, daß sie keine weiteren Geiseln erschießen. Die Roten haben die bringen» den Bitten und Vorstellungen Dr. Junods a b - schlägig beschieden. Rundfunkrede des Ministerpräsidenten. D e n h a a g , 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der illändische Ministerpräsident teilte in einer Rund- nkrede am Montag früh mit, daß sich die hollän- sche Regierung gezwungen sehe, den Gulden bjuroerte n. Ein Gesetzesvorschlag über die . Schaffung eines Währungsausgleichs. I hnb 5 sei dem Parlament bereits zugeleitet wor- tan. Die höhe des Ausgleichsfonds werde 300 Mil- läonen Gulden betragen. Der Ministerpräsident beknie, daß die holländische Regierung zur Aufgabe ks Goldstandards gezwungen worden sei, da sonst pi? Gefahr nahegelegen hätte, daß der Gulden zum -süpielball der internationalen Spekulation gewor- =tn wäre. Dies hätte unvermeidlich zu schwersten iBoldoerlusten der niederländischen Bank führen aussen. Eine rigorose Anwendung der Diskont- »raube hätte der Wirtschaft neue schwere Opfer I jferlegt. Eine gewisse Preissteigerung der j isländischen Güter werde eintreten. Dies gelte je- K „ch nicht hinsichtlich der inländischen ? Baren. Nachdrücklich warnte der Ministerpräsi- L >-nt vor Hamsterei und unberechtigter Preistrei- || frei. Die Regierung werde jedem Preiswucher j ufs strengste entgegentreten, lieber die höhe der ; Ibmertung könnten vorläufig noch keine Mitteilun- fefn gemacht werden. * ’ Der holländische Handelsminister teilte Vertretern •5 Lebensmittelhandels mit, daß die wqierunq jeder unberechtigten «Steigerung io n Lebensmittelpreisen mit allen ihr Ur Verfügung stehenden Mitteln entgegen» -eten werde. Ein Gesetzentwurf gegen unberech- □te Preiserhöhungen von Gütern, Die n st - ungen und mieten ist bereits fertig- schellt. Ferner ist eine Reihe von Maßnahmen ge- ' «offen worden, um Preissteigerungen der ßebens- - rüttel zu verhindern. So werden die Zahlungen an Ausfuhrprämien für landwirtschaftliche Erzeugte mit geringen Ausnahmen eingestellt. Weiter .folgte eine Reihe von Verfügungen um die Vor - Lrqung der Bevölkerung mit Kartoffeln, Getreide I ~ib Fleisch sicherzustellen. j Wichtiger Stellenwechsel m Moskau. Utiuiiiuyryivui, siter im Jnnenkornrnissariai, der vormaligen GPU, a g o b a , sowie ber Volkskommissar für Post und Telegraphie Rykow ihrer Aemter entsetzt -erden. Jagoda wird an Stelle von Rykow zum Volkskommissar für Post und Telegraphie bestimmt, Iihrend an seiner Stelle zum Jnnenkommlssar und es der GPU der bisherige Parteisekretär Je- >ow ernannt wird. Er ist einer der engsten itarbeiter Stalins. Aus Arbeiterkreisen hervorgangen, war er 1929 stellvertretender Landwirt- aftskommissar, Mitglied des zentralen Dollzugs- ppsschusses und Vorsitzender des Parteikontrollaus- touffes. Er gehört sämtlichen führenden Instanzen sie Partei und des Staates an und genießt den iuf, ein rücksichtsloser Verfechter der Sialinschen 'Eischen Linie zu sein. Kunst und Wissenschaft. Grabbe-Woche in Detmold. Die unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels stehende Grabbe-Woche in Detmold wurde mit einer feierlichen Ehrung des Dichters an feiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof an der Weinbergstraße würdig eingeleitet. Zahlreiche Vertreter der Parte« und des Staates sowie der Gliederungen der Bewegung hatten sich dazu eingefunden. Um das Grab Grabbes und feiner Mutter waren SA. und HI. aufmarschiert, hinter dem Grabstein nahmen drei Sturmfahnen der SA. Aufstellung. Darauf traf der Deranstaier der Grabbe- Woche, Reichsstatthalter und Gauleiter Dr Meyer, mit seiner.Begleitung ein. Das Musikkorps des Fliegerhorstes Detmold spielte zu Beginn der Feierstunde Musik aus Wagners „Rienzi". Dann nahm der Bürgermeister der Stadt Detmold, Keller, das Wort. Er würdigte den großen Sohn der Iip- pifchen Landeshauptstadt als Kämpfer feines Dol- kes, in dem er oft allein stand. Grabbe fei ein Gipfelmensch gewesen, Gipfelmenschen standen allein. — hierauf wurde eine große Anzahl von Kränken am Grabe niedergelegt. Im Auftrage des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staats- rais Hanns I o h st, sprach dann der Vizepräsident der Schrifttumskammer, Ministerialrat Wißmann, Berlin. Er würdigte das Ringen des Dichters der feiner Zeit voraus künftige Entwicklungen gesehen und in seinen Werken in großartigen Visionen gestaltet habe. Die deutsche Gegenwart wsise um ferne Leistungen und feinen Wert. Dies Wissen dürfe man nie wieder erlöschen lassen. Mit Beethovens Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" klang die Feierstunde aus. An- schließend wurde im Musiksaal des Lippischen Lan- destheaters die Krabbe-Gedenkausstellung in Gegenwart des Reichsstatthalters und Gauleiters Dr. Meyer und zahlreicher Ehrengäste tionären Weise, ohne auf der anderen Seite d i e Preise stabil halten zu können. Die Regierung hat weder Streiks noch Fabrikbesetzungen verhindern können, aber auch der Wirtschaft für die Kostensteigerungen durch Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen und andere Maßnahmen sozialpolitischer Art keinen Ausgleich durch Umsatzsteigeriing bieten können. Im Besitz des französischen Publikums befinden sich rund 34 Milliarden Geldscheine. Der französische Geldumlauf übersteigt den deutschen z. B. um ein Vielfaches. Blum hat infolgedessen t e i n e Kontrolle über das Geld f e I b ft. Die 34 Milliarden Franks im Besitz des Publikums können selbst bei den vorsichtigsten Maßnahmen der Banken und Sparkassen nicht eine panikartige Flucht in die Sachwerte verhindern. Was die Regierung praktisch damit gewinnen will, ist ziemlich unklar. Sie hat die Löhne um ungefähr 40 v. h. im Durchschnitt erhöht. Sie vermindert jetzt die Kaufkraft des Franks um rund 30 v. h., nachdem vorher bereits die Preise in ganz Frankreich um rund 15 bis 20 o. h. angezogen hatten. Was dem Arbeiter also auf der einen Seite durch die Lohnerhöhung gegeben wurde, ist ihm auf der anderen Seite durch Preissteigerung und Frank-Abwertung genommen worden. Der am meisten Geschädigte in diesem Spiel aber ist der französische Sparer, dessen Rente um ein Drittel verkürzt wird. Die innerpolitischen Folgen kann man sich leicht ausmalen. Wer weiß, wie das Kabinett die nächsten Tage überstehen wird. Vielleicht ertönt morgen schon der Schrei nach einem neuen Poincars, der in einer ähnlichen Lage vor zehn Jahren mit eiserner Hand das Steuer Herumriß, den Frank stabilisierte und ein Kabinett der nationalen Einigkeit arünbete. International gesehen, liegen die Dinge etwas anders. Es ist ja nicht so, daß nun etwa in Conbon wie in Newyork der ständige Goldabfluß aus Frankreich, der infolge der innerpolitischen Erschütterungen und der wirtschaftlichen Experi- mente Blums allein in der letzten Woche etwa 220 Millionen Mark in Gold ausmachte, mit reiner Freude betrachtet worden ist. Diese Goldausfuhr Frankreichs zwang die Vereinigten Staaten und England zu dauernden Gegenmaßnahmen, um umgekehrt ein unerwünschtes Ansteigen ihrer Währungen zu verhindern. Wir möchten glauben, daß beide Länder, dieses Kampfes müde, umso eher bereit waren, auf die französischen Vorschläge einzugehen, die ihnen bereits vor drei Monaten unterbreitet worden sind, als die Bank von Frankreich 50 Milliarden Francs an Gold noch zur Verfügung hatte. Eine Summe, die selbst gemessen an den rätselhaft hohen Währungsausgleichsfonds in London und Newyork eine Macht darstellt. Wenn wir die Vereinbarung zwischen Frankreich, USA und England genau studieren, sehen wir eine sehr bestimmte und positive Zusage Englands und eine etwas abgeschwächte der USA. Alle drei Mächte strebten feit Jahren nach einem Währungsausgleich. Keine wollte vorangehen, weil sie der anderen mißtraute. Jetzt ist gleichzeitig mit der Währungsstabilisierung auch die Vereinbarung getroffen worden, nach Möglichkeit a u f d i e Handelspolitik einzuwirken. Unzweifelhaft ein Schritt auf dem Wege einer internationalen Bereinigung der Handelshindernisse. Schon tauchen in London wie in allen anderen Nachrichtenzentralen Gerüchte über eine bevorstehende neue Weltwirtschaftskonferenz auf. Man wird ihnen mit größter Skepsis gegen» überstehen müssen. Vergessen wir nicht, daß die erste und entscheidende Ursache des heutigen Chaos in der Weltwirtschaft und in der Weltfinanz d i e inte r n ationale Schuldenverguickung ist. Mögen die letzten Jahre auch diese Grundtat» fache ein wenig überdeckt haben, so würde jede Erörterung allgemeiner Art sich sofort wieder an diesem Kern festbeißen. Ohne Lösung des internationalen Schuldenproblems ist keine Bereinigung der Handelsverhältnisse denkbar. Das Deutsche Reich hat immer wieder der Welt bargelegt, daß cs seine Devisenpolitik nur unter Zwang führen mußte. In den letzten Erklärungen Dr. Schachts kam der Ab- scheu vor diesem Wirrwarr in geradezu drastischen Sätzen zum Ausdruck. Wir können in Deutschland jede Bereinigung des Währungskrieges und des Kampfes aller gegen alle auf dem Weltmarkt nur willkommen heißen. Deutschland wird von der Franken-Abwertung nicht berührt und kann der weiteren Entwicklung aus den Vereinbarungen zwischen Frankreich, England und den Vereinigten Staaten mit aller Ruhe entgegensetzen, da der neu« Plan und die Deoisenmaßnahmen das Reich vor allen Zufälligkeiten schützen. Kleine politische Nachrichten. Auf Vorschlag des italienischen Regierungschefs hat der König von Italien Reichsminister Dr. Frank die höchste italienische Auszeichnung, das Groß- kreuz des Mauritiusordcns, verliehen. Hauptamtsleiter Dr. D r e ß l e r wurde zum Groß» offizier der Krone von Italien ernannt. Der Leiter der GPU. kaltgestellt. 1 Moskau, 27. Sept. (DNB.) Amtlich wird eine perorbnung bes Präsibiums des zentralen Vollzugs- "Usschusses bekanntgegeben, nach der der bisherige einem Jahr nationalsozialistischer Staatsführung, erhöhte sich um 1,2 Milliarden; 1935 um 2,6 Milliarden und 1936 hofft man sogar rund 5 Mil» liarden Steuern mehr einzunehmen, als 1933. Dabei muß aber immer wieder betont werden, daß keine Steuererhöhung während dieser Zeit erfolgte, sondern sogar teilweise erhebliche Ermäßigungen gewährt wurden. Staatssekretär Reinhardt betonte, daß nach feiner Meinung die Höhe ber wirtschaftlichen unb finanziellen Aufwärtsentwicklung bes neuen Deutsch- lanb noch lange nicht erreicht sei, unb baß er mit einer weiteren erheblichen Steigerung bes Steueraufkommens in ben Jahren 1937 unb 1938 rechne, bie sich aus ber melieren bedeutenden Belebung ber beutschen Wirt - schäft ergeben werbe. Staatssekretär Reinhardt nahm dann noch Stellung zu den Abwertungsmahnahmen der französischen Regierung und ihren Folgen. „Die deutsche Währung ist stabil; sie wird unter keinen Umständen abgewertet. In Deutschland denkt niemand an verantwortlicher Stelle an Währungsexperimente, und es wird hier nichts geschehen, was das große Ausbauwerk Adolf Hitlers erschüttern könnte." Der in diesem Jahr vom Führer aufgestellte neue Dierjahresplan werde mit seinen Ergebnissen die ganze Welt in Staunen versetzen. Schon jetzt habe man z. B. die F l a ch s e r z e u g u n g von 15 000 auf 40 000 Tonnen im Jahre erhöht, die Wollerzeugung vom 5. v. H. des Gesamtbedarfs im Jahre 1933 auf rund 20 v. H. heute er- höht. Während man im Jahre 1935 16 Millionen Kilogramm Zellwolle herstellte, steigt die Lei- stung in diesem Jahhre auf 40 bis 50 Millionen Kilogramm, die im nächsten Jahre von ben noch be- stetzenben inbustriellen Einrichtungen sogar auf 70 bis 80 Millionen Kilogramm gesteigert werben kann und soll. Diese gewaltige Anstrengung bes beutschen Volkes werbe in ben fommenben vier Jahren noch ganz anbere Ergebnisse aufweisen können. Staatssekretär Reinharbt schloß mit bem Hinweis, baß Deutschlanb voller Zuversicht ber Zukunft entgegengehen kann, wenn alle Volksgenossen unb -genossinnen im Rahmen ber vom Führer gestellten Aufgaben ihre Pflicht erfüllen. Königswusterhausen, 27. Sept. (DNB.) Auf einer Führertagung ber SA.-Gruppe Berlin- Brandenburg gab Staatssekr. SA-Grupppenführer Reinhardt einen Einblick in die Finanzpolitik des Dritten Reiches unb zeigte babel die hohen Pflichten auf, die jeder einzelne bis zum restlosen Gelingen ber vom Führer gestellten Ausgabe zu erfüllen hat. „Schon heute ist bie Erfüllung bes ersten Vierjahresplanes bes Führers Wirklichkeit geworben, mit ber man erst eigentlich im Frühjahr 1937 rechnete. Heute haben wir nur noch rein statistisch 1 Million Arbeitslose, von benen allerdings 500 000 nur zeitweilig ohne Beschäftigung und im freien Spiel des Kräfteaus- taufches zu decken geradezu notwendig find. In verschieden gelagerten Berufen hat Deutschland sogar schon einen fühlbaren Mangel an Arbeitskräften. Die anderen 500 000 sind Kräfte, die man eigentlich als nicht mehr voll einsatzfähig ansehen kann. Man kann also heute praktisch in Deutschland kaum noch von einer Arbeitslosigkeit sprechen, da man mit einem gewissen Prozentsatz Nichtbeschcistigter immer rechnen muß. Deutlicher spricht noch die Statistik über den Zugang an Beschäftigten, die seit 1933 rund 6 Millionen verzeichnet. Aber selbst ein internationales Forum muß heute dem Rationalsozialismus bescheinigen, daß der beschrittene Weg der einzig richtige war und bleibt. Die Zahl der Arbeitslosen der Welt wurde — Rußland nicht milgerechnet — 1932 auf 26 Millionen geschäht; heute verzeichnet man ungefähr 19 Millionen Arbeitslose in der Welt. Bon den 7 Millionen wieder in den Arbeitsprozeß eingeschalteten haben allein 5 Millionen in Deutschland Arbeit gefunden! Diese Erfolge waren aber nur möglich durch die Ablösung des Parteienstaates durch eine weitsichtige Politik Adolf Hitlers. Aber nicht nur die Wirtschaft gesundete in diesen drei Jahren, sondern auch die öffentlichen Finanzen. Man braucht sich weder im Jnlande noch vielmehr im Auslande ben Kopf zu zerbrechen, wie Deutschland z. B. die Aufrüstung finanziert; man muß nur in ben Statistiken zu lesen lernen. Das Steueraufkommen im Jahre 1934, also nach In einer seiner ersten Reben nach ber Bilbung seines Kabinettes versprach ber französische Ministerpräsident Blum, ben Franken mit allen ihm zur Verfügung stehenben Mitteln zu halten. Unb so nahm er in sein Kabinett als Finanzminister Vincent Auriol auf, ber als einer ber hervorragenb» ten Gegner ber Franken-Abwertung galt. In ber Folgezeit hat bie Regierung Blum wirtschaftlich eine Politik verfolgt, bie zusammengenommen mit ben ozialen Erschütterungen s i e selb st in eine gslage versetzte, aus ber es kaum iberen Ausweg als ben ber Franken-Abwertung geben konnte. Dies ist bas Entscheibenbe, bas Unterschiebliche, zwischen ber jetzt vorgenommenen Franken-Abwertung unb ben vorangegangenen Abwertungen bes Pfunbes unb bes Dollar. Die Indischen Bank, hat die Regierung in voller Ueder- iJnfHmmung mit der Ansicht der Riederländischen tank beschlossen, vom 2 7. September ab Der Wechsel im sowjetrussischen Jnnenkornrnissa- jjt wirft ein grelles Licht auf bie gegenwärtig vor °) gehenbe tiefgreifende Umschichtung in »! artei unb Staat der Sowjetunion. Die Er- . -nming bes bisher allmächtigen Chefs der GPU. | °yoda zum Postkommissar, die praktisch eine L | a Uft e I lu n g bedeutet, kann in ihrer Be- ‘Hutung gar nicht hoch genug eingeschatzt werden. l'Wba war nach dem Tode Dshershins'is Verkorpe- bes Geistes ber Tscheka und ber GPU., woran I die Schaffung bes Jnnenkommissariats, in dem * GPU. in ihrer alten Form auf ging, f einerlei Änderung mit sich brachte. Der Einfluß des oftens des Jnnenkornrnisfars würbe vielmehr noch ; 'durch wesentlich erhöht, daß dem Jnnenkommis- iTt!aLunter Leitung Jagodas die großen^ Wege» Jtfb Kanalbauten unterstellt wurden. Offenbar hat wachsende Unzufriedenheit und Gärung m ver- । ^ebenen Gebieten ber Sowjetunion den Sturz ' \d)t länger als noch vorhanden ange- . hen werden. Um zu verhüten, daß man schließlich St. Jean deLuz, 28. Sept. (DNB.) roten Machthaber von Bilbao setzten bie Erschießungen ber in ihren Hänben befindlichen Geiseln systematisch fort. A n Bord bes Dampfers „D u i l a t e s" sind am «Samstag 2 5 Geiseln erschossen worben, 14 an Bord bes Dampfers „Altuna Menbi" unb 45 an Borb bes Geiselschiffes „Aranzazu in den von den deutschen Minderheiten bewohnten Gebieten Ungarns. * Der Danziger Polizeipräsident hat angeordnet, daß mit dem 26. September das Verbot aller politischen Versammlungen und Umzüge wieder aufgehoben wird. In Schweden ist die erwartete Koalitionsregierung der Sozialdemokraten und des Bauernbundes gebildet worden. Ministerpräsident wurde der Sozialdemokrat S) a n f f o n , das Außenministerium wurde wiederum von dem Sozialdemokraten Sandler übernommen. Vier Bauernbündler gehören dem neuen Kabinett als Minister für Justiz, Verteidigung, Landwirtschaft und als Minister ohne Portefeuille an. * König Eduard VIII. hielt im Schloß Balmoral in Schottland seinen ersten K r o n r a t ab, an dem Innenminister Simon und der Kolonialminister Ormsby-Gore teilnahmen. Wie verlautet, wurde die Lage in Palästina besprochen. Aus aller Wett. Erste r deutscher Reisebürotag in Frankfurt a. M. Der 1. Deutsche Reisebürotag in Frankfurt nahm seinen Fortgang mit einer Haupttagung im Schumann-Theater. Der Direktor der Reichsbahn Treibe sprach über die Reisebüros als Werber der Deutschen Reichsbahn. Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe, Körner, sprach über Soziale Selbstverwaltung. Der stellvertretende Leiter der Wirl- fchaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe, Fritz Gabler, nahm Stellung zu dem Problem der Zusammenarbeit zwischen Reisebüro und Gaststätten. Rach dem Vortrag des Leiters der Reichsoerkehrsgruppe Kraftfahrgewerbe, Direklor Benninghoff über „Kraftwagenoerkehr und Reiseverkehr" sprach der Leiter des Präsidialbüros des Deutschen Automobilclubs Freiherr von der Recke über „Die Autotouristik im Dienste des Fremdenverkehrs". Am folgenden Tage begrüßte der Leiter der Tagung, Direktor Kipfmüller, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger und Staatsminister a. D. Hermann Esser und ging noch einmal auf die Entwicklung des Reiseverkehrs in den letzten Jahren ein. Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger betonte, im heutigen Deutschland dienten die Reisebüros der Volksgemeinschaft, denn jeder schaffende Mensch solle heute seine Urlaubsreise haben. Die Männer, die dieser Aufgabe dienten, könnten sie nur erfüllen, wenn in ihnen der Geist der Volksgemeinschaft herrsche, wenn sie volks- und völkerverbindend arbeiteten. „In die alten Anschauungen über das Reisen haben Sie eine Gasse gehauen, nun gilt es, in diese Gasse den breiten Strom der Massen zu lenken, auf daß sich das Volk untereinander kennen und schätzen lernt, auf daß die Völker einander näherkommen. Wenn Sie diese Aufgabe restlos erfüllen, dann dürfen Sie sich sagen, daß Sie Diener des Volkes geworden sind und daß Sie die vom Führer gestellte Aufgabe erfüllen. Ich habe den Wunsch, daß gerade diese Ausweitung des Verkehrs der Erfolg dieser Tagung in Frankfurt ist." Staatsminister a. D. Hermann Esser sprach darauf über „Deutsche Fremdenverkehrspolitik". Der Fremdenverkehr habe vor allen Dingen die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten und dürfte sich nicht darin gefallen, ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu handeln. Der Verkauf von Reisen setzte eine bestimmte Lage der Politik voraus. Diese politische Voraussetzung habe den Reisebüros in den letzten Jahren einen großen Aufschwung gebracht, und wenn die Reisebüros weiter in diesem Sinne arbeiteten, dann werde auch ihr persönlicher Nutzen immer größer werden. „Es gilt namentlich den Mittelstand und das besser gestellte Bürgertum, das nicht auf eine Reiseunterstützung angewiesen ist, für die Reiselust zu gewinnen." Schneefall im Riesengebirge und im Allgau. Auf dem Kamm des R i e s e n g e b i r g e s hat es am Sonntag mehrfach geschneit. Da der Schnee liegen blieb, findet man stellenweise bereits eine dünne Schneedecke. Im Tal verwandelt sich der Regen in Graupeln.— Auch in den Allgäuer Bergen ist am Sonntag bis zur Baumgrenze herab Schnee gefallen. Arnaleurpholographen» Schau in Frankfurt a. 211. In Anwesenheit einer großen Zahl in- und ausländischer Amateurfotografen wurde in Frankfurt die Deutsche und II. Internationale Schau der A m a t e u r f o t o g r a- f e n eröffnet. Der Verbandsvorsitzende L ü ck i n g unterstrich die große Beachtung, die die Bestrebungen des Verbandes Deutscher Amateurfotografen- Vereine auch im Propagandaministenum fänden, was seinen beredten Ausdruck finde in der Tatsache, daß das Reichspropagandaministerium zwei Ehrenpreise für die besten Photos der Ausstellung gestiftet habe, die übrigens beide, zusammen mit vier goldenen und verschiedenen silbernen und bronzenen Medaillen der Fotografischen Gesellschaft Frankfurt a. M. für Werke ihrer Mitglieder zugefallen sind. Dann erklärte Bürgermeister Linder, nachdem er die besten Wünsche des Gauleiters und Statthalters Sprenger und des Oberbürgermeisters und Staatsrat Dr. Krebs überbracht hatte, die Ausstellung für eröffnet; er sprach auch der Fotografischen Gesellschaft Frankfurt anläßlich ihres 40jährigen Bestehens feine besten Wünsche aus. ton in „Butterfly" und den Alfred Germont ht „Traviata". War das schon physisch eine achtunggebietende Leistung, so schien sie seinem weichen, im üppigsten Prunke strahlenden Tenor doch leicht zu fallen. Wenn er dreimal an der Leiche seiner Geliebten steht, so ist es wohl nicht verwunderlich, daß er die Skala des Schmerzes und der Leidenschaft vorzüglich beherrscht. Aber auch seine Part- nerinnen waren untadelig in Gesang und Darstellung: Maria C e b o t a r i, die in Anmut und Zartheit dem Idealbild der Butterfly in hohem Grade entspricht, und Käte Heidersbach, die der Mimi ihren zarten Sopran leiht, sich aber mit einer gewissen Kühle von dem morbiden Puccini-Geschöpf distanziert. In beiden Opern führte Rudolf Hartmann klug, lebendig und werkgerecht Regie. Reizvoll war schließlich die Feststellung, wie drei der besten Bühnenbildner ihre Aufgaben lösten. Benno von Arent erwies in der Oper Grae- n e r 5 und in „Boheme" seine malerisch schweifende Phantasie, die in den Kostümen das Aparte bevorzugt und architektonisch zum Monumentalen strebt. Leo P a s e t t i tauchte die „Traviata" ganz in den repräsentativen Plüschmöbelprunk des fin de siede, in dem er die mondäne Atmosphäre der Handlung einfing und sie zugleich historisierend von uns absetzte. Besonders fesselnd war die Art, wie Emil P r e e t o r i u s in der „Butterfly" dis Doppelseitigkeit dieser „japanischen" Musiktragödie eines italienischen Komponisten herausarbeitete. Er unterstrich die innere Distanz, mit der wir den Vorgängen folgen, durch einen braunen Zwischenvorhang vor der verkleinerten Bühne. Vor einer blauen japanischen Landschaft im Stil des Farbenholzschnittes errichtete er ein Landhaus, das eine beziehungsreiche Verbindung zwischen japanischem Teehaus und abendländischer Wochenendvilla darstellt. — Mit diesen Neuausstattungen schuf sich die Staatsoper einen prachtvollen Ersatz für die beim Brande des Kulissenhauses vernichteten alten Dekorationen. Johannes Jacobi. Wetterbericht des Reichsmetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Eine neu vom Nordmeer südostwärts wandernde Störung brachte uns am Sonntag mit aufgleitender Warmluft leichte landregenartige Niederschläge, die Temperaturen hielten sich dabei in den Niederungen um etwa 6 Grad unter dem jahreszeitlichen Regelwerk. Erneut nachstoßende Kaltluft brachte in der vergangenen Nacht in den höheren Lagen vielfach leichten Frost und auch Schneefälle, so daß heute früh z. B. vom Hochschwarzwald Schneedecke gemeldet wird. Mit der Kaltluftzufuhr hat sich gleichzeitig ein Hochdruckgebiet aufgebaut, das wenigstens vorübergehend Witterungsbefferung, aber noch keinen Abschluß der Schlechtwetterperiode bringen wird. Aussichten für Dienstag: Stellenweise vorübergehend Nebel, sonst häufig aufheiternd und nur vereinzelte Schauer, bei lebhaften nordwestlichen Winden tagsüber frisch. Aussichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus Nord für die Jahreszeit zu kalt, Unbeständigkeit voraussichtlich wieder zunehmend. Lufttemperaturen am 27. September: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 6,4 Grad; am 28. September: morgens 5,1 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum heute nacht 5,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 10,7 Grad; am 28. September: morgens 9,5 Grad. — Niederschläge 3 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Glanzvoller Beginn der Opernspielzeil in Berlin. Bewährte Repertoirestücke - zeitgenössische Komponisten. Wie auf Verabredung begannen die drei Opernbühnen Berlins Mitte September ihre Spielzeit. Das Deutsche Opernhaus beschränkte sich zwar zunächst auf die Wiederaufnahme stehender Werke. Es stellte an den Anfang eine würdige Aufführung von „T r i ft a n undIsolde" und deutete damit an, daß die Pflege der Mufik- bramen Richard Wagners auch im kommenden Winter mit besonderer Sorgfalt fortgesetzt werden soll. Die Volksoper im Theater des Westens brachte aber in der ersten Woche gleich drei Neuinszenierungen heraus: „L o h e n g r i n", Lortzings „Unöine" und die „B o h e m e". Sie zeigten die verstärkte Leistungsfähigkeit des Hauses, das feine zweite Spielzeit nur mit neueinstudierten Werken bestreiten will. Orchester und Chor wurden zahlenmäßig erweitert, ein neuer Oberspielleiter, Dr. Carl Hagemann, und ein dritter Kapellmeister, Gustav König aus Stettin, sind verpflichtet worden. Auch im solistischen Personal war Intendant Orthmann um Verbesserungen bemüht. Die neuen Kräfte werden sich noch aufeinander einspielen müssen. Erst wenn die Eile des Anfangs überwunden ist, wird sich zeigen, welche Hoffnungen wirklich erfüllt wurden. Ungestümer Tatendrang und künstlerische Abrundung der Leistung wurden zum Ausgleich gebracht beim Start der Staatsoper. Als Clemens Krauß nach München berufen wurde, konnte man wohl einen Augenblick im Zweifel fein, ob die Zielsicherheit und Arbeitsfreude im Haufe Unter den Linden während der Uebergangszeit nicht erschüttert werden würde. Die schnelle Entscheidung des Ministerpräsidenten Göring hat eine klare Antwort geschaffen. Die Betrauung des Generalintendanten Heinz T i e t j e n mit der künstlerischen Leitung der Staatsoper war die beste Lösung, die man finden konnte. Die erste Woche zeigte bereits den unbändigen Arbeitswillen der neuen Aera Tietjen. Drei Neuinszenierungen und eine Erstaufführung sind das Ergebnis von sieben Tagen. Aber auch die ungewöhnliche Tatsache, daß in der ersten Vorstellung ein lebender Komponist zu Worte kam, ist mehr als ein Zufall. Denn der Spielplan verheißt neben Paul 0 r a e n e r noch Max von Schillings, Siegfried Wagner und Wolf-Ferrari. Damit ist ein vorsichtiger, aber als Anfang doch begrüßenswerter Schritt aus dem starren Repertoire älterer Musik zur Gegenwart hin getan. Diese selbst wird durch die Uraufführung von P. von K l e n - aus neuer Oper „Rembrandt van Rijn" vertreten sein. ©raeners heitere Oper „Schirin und Gertraude" machte den Anfang. 1920 ging sie von Dresden aus über die Bühnen. In Berlin besann man sich mit gutem Recht auf das liebenswürdige Werk. Es strebt nicht nach den derben Wirkungen so mancher „komischen" Oper, ©raeners Humor gewinnt einem Problem, das einen tragischen Kern umschließt, die heiteren Züge ab. Das leichte Spiel zwischen den Klippen des Daseins hat die Verbindung zur Tiefe, aber der Ernst spiegelt sich in den Augen des Schalks. Der Komponist stützt sich auf das gleichnamige Scherzspiel von Ernst Hardt, das die bekannte Sage vom ©rasen von Gleichen mit den beiden Frauen nach der heiteren Seite wendet, so daß schließlich der Graf als der Geprellte erscheint, weil sich die beiden Frauen vertragen wie Schwestern. Die Handlung ist pikant, aber stets geschmackvoll geführt. Der sprachlich Humor der Dichtung setzt sich auch in der Oper noch durch. Das Libretto hat freilich einen großen Mangel: es ist zu breit, fließt idyllisch-episch dahin und verleitet auch den Komponisten zu lyrischer Kleinmalerei, die die theatralische Wirkung einschränkt. Dennoch steckt die Musik voll köstlicher Einfälle und bestrikt durch die aufgelichtete Instrumentation mit ihren impressionistischen Reizen. Die stellenweise symphonisch durchwirkte Orchestersprache sprüht von illustrativem Humor. Die Aufführung der Staatsoper schöpfte die reichen gesanglichen Möglichkeiten aus. Jaro Prohaska stellte seinem meisterhaften Ochs von Lerchenau den artverwandten Grafen von Gleichen an die Seite. Käte Heidersbach und Rut Berglund spielten ausgezeichnet die beiden Frauenrvllen. Offenbarte bereits diese Erstaufführung den fein enwickelten Klangsinn des neuen Staatskapellmeisters Johannes Schüler (bisher in Essen), so zeigte die Neuinszenierung von Verdis „Traviata" vollends, welchen guten Griff die Staatsoper mit der Verpflichtung dieses Dirigenten getan hat. Das Orchester spiel unter seiner weich modellierenden Hand berauschend schön. Schüler gibt der Musik Verdis eine dynamische Beweglichkeit, eine rhythmische Präzision und Klarheit der melodischen Linie, die dieser intimen Partitur orchestral hervorragend gerecht wird. Als Ganzes gehört diese „Traviata"-Aufführung zu den prächtigsten Leistungen der Staatsoper. Was Sängern, die in deutscher Sprache fingen, an italienischem Belcanto zu erreichen möglich ist, das verwirklichten Erna Berger (Violette), Helga Roswaenge (Alfred Germont) und Heinrich S ch l u s n u s (Vater Germont). Wesentlichen Anteil an der Geschlossenheit dieses glanzvollen Abends hatten die Regie des ebenfalls neu verpflichteten Oberspielleiters Josef Gielen. Was er als Gast schon mehrfach als feinen besonderen Vorzug erwiesen hatte, das bewährte sich jetzt an ©raener und Verdi: die Selbstverständlichkeit der Bewegungsvorgänge, die Freiheit von aller Opernschablone, die Auflockerung des Bühnengeschehens aus dem ©elfte der Schaufpielregie. Die mufikalifche Leitung der beiden neuinszenier- ten Puccini-Opern „M adame Butterfly" und „B o h e m e" hatte Leo Blech. Es ist feit langem bekannt, mit welch subtilem Klangempfinden er die schwirrenden sinnlichen Reize dieser Musik aufklingen läßt. Blech hält im Impressionismus noch die Form fest, er dämpft das Sentimentale bis zur Innigkeit und legt mit ungewöhnlicher Gestaltungskraft dramatische Steigerungen an. Auf der Bühne war vor allem die Leistung Helge Roswaenges zu bewundern. Er fang in dieser einen Woche den Rudolf in „Boheme", den Linkerim 78. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Moltkestraße 28), den 28. September 1936. 04434 Heuchelheim, den 28. September 1936. 6092V Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. September, nachmittags 5 Uhr vom Trauerhause, Marktstraße 41, aus statt Am Freitag, dem 25. September, abends 8 30 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in der med. Klinik zu Gießen unser lieber, unvergeßlicher Sohn, mein lieber Bruder und Enkel Am Samstagvormittag 10.30 Uhr hat es Gott dem Allmächtigen gefal'en, unsere innigstgeliebte. treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 29. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 6-ZilMlier-WohNlWZ mit Bad, Zubehör und Gartenstück ab 1. Okt. preiswert zu vermieten. Hausverw. Marburger Str. 20. Ernst Nesseldreher Kanonier im Art-Regiment 9, Siegen im 24. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Familie Ludwig Nesseldreher Gretchen Kehr. Nauerheim! In meinem neugegründetenHeim finden ältere alleinsteh. Personen, auch Ehepaar,liebevolle Aufnahme zu angeneh. Preise. Sonn.Balkon- zim.mit fließ.Wasseru.Zentralhzg. Bffcmoin Bad-Nau beim . v2l0kMHerm.-Göring-Str.39 Frau Johannette Fegbeitel verw Geißler, geb. Müller Tüchtig., solides Mädchen in Haus- und Küchenarbeit erfahren, z. baldig. Eintritt gesucht. Hrch. 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Die Strecke hat daher auch außerordentlich viel Park - und Ra st Plätze erhalten. Wie auf allen Strecken der Reichsautobahn, so mußten auch hier viele Bauwerke zur Ueberwin- dung von Geländehindernissen und -Unebenheiten geschaffen werden. Die bedeutendsten Bauwerke der Strecke sind die 270 m lange Mainbrücke, die 315 m lange Urseltalbrücke und die 130 m lange Brücke über die Limburger Bahn. Durch die neue Autobahnstrecke erhält Frankfurt nun einen direkten und durch vier Rampen gesicherten Zugang zur Reichsautobahn, bei dem jede Wegkreuzung vermieden wird. Große Bedeutung hat die neue Strecke auch für die rheim-mainischen Bäder, werden doch zwei große Bäderbezirke durch die Reichsautobahn schnell miteinander verbunden. Ferner erhält die Wetterau, unsere große Kornkammer, eine bessere Gelegenheit zum Abtransport ihrer Erzeugnisse. Landschaftsidyll an einer der vielen Brücken, die über die Autobahn führen. Teil st recke nach Darmstadt durch einen feierlichen Akt an Kilometer Null durch den Führer eröffnet werden. Autostraßen gibt es auch sonst, und in allen Ländern bemüht man sich, den neuen Anforderungen, die der Kraftwagen an die Straßen stellt, gerecht zu werden, aber in so vollendeter Form wie hier in Deutschland ist bis jetzt däs Problem in keinem einzigen Lande gelöst. Am 6. Oktober desselben Jahres bereits wurde die Strecke von Darmstadt nach Heidelberg eröffnet und heute nach drei Jahren haben wir nicht nur eine wundervolle Strecke von der südlichsten Grenze des Gaues bis zur nördlichen, nein, darüber hinaus sind weitere Strecken soweit gediehen, daß wir vielleicht schon im Frühsommer die erste Bahn von der Süd - nach der Nordgrenze haben. Wir werden weiter fertig haben die Strecke Frankfurt —Köln über Limburg. Q 15 000 Arbeiter sind zur Zeit an den Autobahnstrecken in unserm Gau tätig. Wir wissen, daß keiner dieser Männer große Werte aus seiner Arbeit nach Hause trägt; aber eines steht fest: alle diese Männer haben wieder einen moralischen Halt bekommen. Sie fühlen sich wieder als deutsche Männer, als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft. Sie sind sich bewußt, durch ihr Opfer dazu beizutragen, das herrliche Werk zu vollenden. Wir haben die besondere Verpflichtung in unserm Gebiet, dem Führer dankbar zu sein, und wir haben besonderen Anlaß zum Stolz, denn wenn irgendwo in der Welt eine Verkehrssinfonie aufgefuhrt werden kann, bei uns wird sie gespielt. Hier, wo die herrliche Autobahn an unserm Rhein-Mainischen Flug- und Luftschiffhafen vorbeiführt, trifft sich alles, was den Verkehr ausmacht. Der Gauleiter dankte allen, die an diesem Werk Der Festakt. Eigener Bericht des GA. Der gestrige Sonntag brachte für den Gau Hessen- Nassau, insbesondere für das Gebiet zwischen Frankfurt a. M. und Bad-Nauheim, und in weiterem Sinne auch für unsere engere Heimat ein Ereignis von weittragender Bedeutung. Gestern wurde die Reichsautobahn Strecke Frankfurt a. M. — Bad- Nauheim ihrer Bestimmung übergeben. Auch die Autobahnstrecke Heidelberg — Bruchsal wurde dem Verkehr übergeben. Die Strecke Frankfurt a. M. — Bad-Nauheim hat eine Länge von 40 Kilometer, die von Heidelberg bis Bruchsal 35 Kilometer. Die Fertigstellung dieser beiden Teilstrecken bedeutet eine eminente Arbeitsleistung, vollbracht unter zum Während die Kraftfahrzeuge über die neue Strecke brausen, wird eifrig an der Fortführung der Straße gearbeitet. Erste Fahrt über die neue Teilstrecke Frankfurt a. M.—Bad-Nauheim. Der Wagen des Rerchsstatt- Halters Sprenger zerreißt das symbolische weiße Band und gibt damit die Strecke frei. (Aufnahmen [5J: Neuner, Gießener Anzeiger.) ht I Achtung. | °>ner I '"derlich, L Leiden. A . Darstel. 1 nö Zart. I n ®raj)e I Ier HM 3er ge> I Sw ! Hari- i egie. wie drei n |0ta. ; r q e. > schwej. 5 Aparie Mentalen • h 8Q3 bes fm hare her visierend die Art, liy" die uragödie iitete. Er wir den Zwischen- wr einer . Farben- das eine panischen; nlla dar- >f sich die 1 die beim ilten De- der Straßen Adolf Hitlers im Gau Hessen-Nassau mitgearbeitet haben, von dem einfachsten Mann bis zum Unternehmer und übergab die dem Verkehr mit einem dreifachen auf den Führer. inffurL wandernde gleitender hläge, die ederungen en Regel- te in der n vielfach laß heute ’Me ge« ich gleich- lenigstens noch fei- igen wird, iellenweise ternd und 'westlichen , Luftzufuhr ! 'beständig- litlags 8,1 September: Minimum in 10 cm 9rab; am derschläge Die erste Fahrt. Eindrucksvoll gestaltete sich dann die Oberhessen. Ein Kind beim Spielen erschlagen. LPD. Lauterbach, 26. Sept. Auf einer Baustelle in unserer Stadt machten sich gestern mehrere kleine Buben an einer Mörtelpfanne zu schaffen, die an einer rückwärtigen Wand der Baustelle angelehnt stand. Dabei stürzte die schwere eiserne Pfanne plötzlich um und traf im Sturz den fünf Jahre alten Sohn des Kaufmannsgehilfen Kolb zu unglücklich am Kopf, daß das Kind auf der Stelle tot war. CanMreis Gießen 00 Klein-Linden, 26. Sept. Die Obst- Versteigerung an der Straße nach Dutenhofen war stark besucht. Es kamen an Aepfeln zum Ausgebot Landsberger Renetten, Goldparmänen, Gold- pepping, Schöner von Boskop und Französische Renetten, sämtlich von sehr guter Qualität. Der Zentner kostete am Baum 6 bis 10 Mark. Einzelne sehr stark behangene Bäume kamen auf 40 Mark und darüber. Anschließend wurde das wenige Obst an der Straße nach Lützellinden ausgeboten. Der Zentner Honiabirnen kam hier auf 1 bis 2 Mark. An der Straße nach Großen-Linden waren nur einige Boskop, Goldrenetten und Goldparmänen vorhanden, die in mehreren Losen zusammen abgegeben wurden. Für den Zentner Aepfel wurden hier 5 bis 10 Mark bezahlt. A Allendorf (Lahn), 25. Sept. Gestern fand die Versteigerung des Gemeindeobstes statt. Nicht nur die Ortseinwohner, sondern darüber hinaus auch die Interessenten aus nah und fern sorgten dafür, daß manche Bäume auf 40 RM. und mehr kamen, d. i. umgerechnet für den Zentner rund 10—12 RM. Die Zwetschenernte ist noch nicht abgeschlossen. Täglich kommen noch die Händler, um in großen Lastwagen denSegen abzuholen. Viele hundert Zentner wurden bereits geliefert, weitere werden in diesen Tagen noch folgen. Die ältesten Leute in unserem Dorfe können sich nicht !rum96s Volksgenosse Philipp Daun aus Mörfelden, Übermittelte die Grüße aller Arbeitskameraden, die an dem Bau der neuen Strecke beteiligt waren. Wenn wir heute das große Werk vollendet sehen, so fuhr er dann fort, dann sind alle schweren Tage vergessen, die bei den Schwierigkeiten des Geländes so manchen Tropfen Schweiß gefordert haben. War uns die Witterung auch meist unfreundlich gesinnt, so hat doch die vorbildliche Kameradschaft zwischen Betriebsführung und Gefolgschaft uns immer wieder vorwärts getrieben. Heute haben wir das stolze Gefühl, an dem großen Werk unseres Führers mitgearbeitet zu haben, das unfern Kindern und Kindeskindern zeigen wird, was ein Volk zu leisten yermag, das durch den Nationalsozialismus zusammengeschweißt worden ist. Reichsbahn-Oberbaurat D ö l s i n g als Vertreter der Obersten Bauleitung überbrachte die Grüße des Generalinspektors des Deutschen Straßenwesens Dr. Todt und der Gesellschaft Reichsautobahn an den Gauleiter, an die Arbeitskameraden der Stirn und der Faust sowie an die Unternehmer, die Partei- tellen und die Behörden. Die Teilstrecke Frank- urt a. M.—Bad-Nauheim könne wohl als die ch ö n st e des Reichsautobahnnetzes bezeichnet werden. Nach der Aufzählung der Leistungen, die in verhältnismäßig kurzer Zeit vollbracht worden sind, gedachte Oberbaurat Dölsing der toten Arbeitskameraden, die während der Bauzeit als Opfer der Arbeit zu beklagen find. Nach einer Minute stillen Gedenkens meldete er dem Gauleiter die Strecke als vollendet und bat ihn, die Eröffnung oorzu- nehmen. Der Gauleiter spricht Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger führte dann u. a. aus: Heute vormittag hat der Führer den 1 00 0. Kilometer Autobahn in Schlesien und damit eine ganze Anzahl von Teilstrecken in ganz Deutschland dem Verkehr übergeben. Der Name Autobahn ist neu, ist eine Wortprägung des Führers, ist ein Wort, hervorgegangen aus nationalsozialistischer Tatkraft. Es ist schon früher von Auto st raßen geredet worden. Gerade in unserer Gegend wurde von tatkräftigen Männern wiederholt der Wunsch laut, Autostraßen zu bauen. Es blieb aber bei der Forderung, weil man in der Zeit des Systems und der Rederei nicht zu Taten kommen konnte. Erst mit der Machtübernahme durch den Führer wurde das Wort Autobahn ausgesprochen und damit war auch schon der Weg zur Tat beschritten. Wir alle denken noch an den Tag, da der Führer hier an dieser Stelle symbolisch die praktische Arbeit einleitete. Er zeigte hier symbolisch, daß er willens ist, diese Arbeit so rasch vorwärts zu treiben, daß alsbald der Bau seiner Straßen der Welt zeigen würde, was im Nationalsozialismus steckt an Willen und Energie. Traumhaft war es uns damals, als kurz nach der Machtübernahme 700 Arbeiter mit geschultertem Spaten vor dem Führer hier aufmarschierten, die jahrelang arbeitslos waren und die nunmehr wieder durch ihrer eigenen Hände Arbeit die Unterhaltung für sich und ihre Familie verdienen sollten. Und schon am 19. Mai 1935 konnte d i e erste Augenblicksbild vom Weiheakt zur Eröffnung der neuen Reichsautobahn-Teilstrecke. Teil außerordentlichen Schwierigkeiten, und unter dem Einsatz ollen Pflichtbewußtseins und aller Opferkraft der Beteiligten. Die Inbetriebnahme der neuen Autobahnstrecken wird jedermann erneut bewußt werden lassen, wie bedeutungsvoll das Werk des Führers ist und zu welcher achtunggebletenden Größe es heranwächst. Die vielen Arbeiter, die hier den Plänen des Führers zur Verwirklichung halfen, mag berechtigte und stolze Freude erfüllen über das vollendete Werk der neuen Teilstrecken. Der schwerverhangene Himmel, der ständig niedergehende staubfeine Regen, die empfindliche herbstliche Kühle des gestrigen Nachmittags vermochte nicht die feierliche Stimmung und den bedeutungsvollen Ernst der Stunde zu beeinträchtigen, die alle diejenigen erfüllten, die gestern an der Eroffnungs- feier für biefe Teilstrecke teilnehmen tonnten. Sie keier fand an denkwürdigster Stelle statt, lieber dem Platz, an dem der Führer den ersten Spaten- stich zu diesem großen Werk vollzog, wo sich letzt einer der mächtigen Pfeiler der Mambrucke für die Reichsautobahn erhebt und wo eine gefct)niactDo(I gestaltete große Tafel mit erinnernden Worten die hi lorifche Stelle kennzeichnet, ragten gestern viele Fahnenmaste auf. Vertreter der Parte, und ihrer Formationen, Offiziere der Wehrmacht und Herren der Seppelinreeberei hatten sich emgefunden. Behörden aus weitem Umkreis batten ihre Repräsentanten entsandt. Die Stadt Gießen war durch Oberbürgermeister Ritter und den B°ig°°rdne en Sudheimer vertreten. Man sah ferner Kreis birettor Br. Loh und Herren der Prooinzialdirek. finn 3n Siunderten von Kraftwagen kamen die (Hätte Taufende von Volksgenossen säumten die Strafte und fanden auf den Brücken über der Auto- bahn^um Aeiigen der Erössnungs ahrt zu fern 3n Omnibussen waren die Belegschaften der am Bau beteiligten Firmen gekommen, um unmittelbaren Anteil am vollendeten Werk zu nehmen, das ihnen a%na«UbembeVtreff?nLbeä (Bauleiters und Reichs- ftattbalters Sprenger eröffnete (Baupropaganba- (eiter und Landesstellen,eiter Mulle r - S ch e I d den Weihealt. Ein Mitglied der Belegschaft, der Eröffnung der Reichsautobahn Zwischen zwei Fahnenmasten war ein weißes Band über die Straße gespannt, eine SA-Kapelle hatte auf dem Brückenkopf Aufstellung genommen, die Autos der Teilnehmer an dieser Feier hatte sich zu schier endloser Kette formiert. Die Fahnen, so schwer und regennaß sie geworden waren, flatterten hoch über der Brücke lebhaft im Winde. Jedermann harrte der ersten Fahrt über die Reichsautobahn. Auf den Wink des Gaupropagandaleiters Müller- S ch e l d, der die gesamte Feier geleitet hatte, gaben drei SA-Trompeter Signal und nun setzte sich langsam der Wagen des Reichsstatthalters in Bewegung Der Kühler des Wagens zerriß das Band, die Strecke war frei! Der Wagen des Gauleiters nahm dann rasche Fahrt und ihm folgte unmittelbar die unübersehbare Kette mehrerer hundert Personenkraftwagen zur ersten denkwürdigen Fahrt über die Autobahnstrecke Frankfurt am Main—Bad-Nauheim. In der langen Reihe der Fahrzeuge fielen besonders die — schätzungsweise 50 — großen Omnibusse auf, in denen die Arbeiter fuhren, die an der Autobahn beschäftigt waren. Diele der Omnibusse waren mit Herbstblumen und Girlanden geschmückt. Die Zuschauer folgten der großartigen Auffahrt mit aller Aufmerksamkeit, lieber viele Brücken und unter mehrere Unterführungen hindurch fuhren die Wagen den Taunus entlang hinauf auf die Vorhöhen, über die große Brücke des Urselbach- tales, später hinab in das Tal der Ufa, bis unweit Bad-Nauheim. Bei Bad-Nauheim nahm der Reichsstatthalter und Gauleiter die Dorbeifahrt ab, dann wurde die Rückfahrt nach Frankfurt a M. anqe- treten. Leider war es den Teilnehmern an dieser Fahrt nicht vergönnt, die außerordentlichen und ungemein reizvollen landschaftlichen Schönheiten gerade dieser Strecke bewundern zu können, denn der anhaltende Regen und der Dunst über der Landschaft verwehrten jeglichen Blick in die Ferne. Seit heute morgen steht diese Teilstrecke der Reichsautobahn dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung. Jeder, der sie zum erstenmal befährt, wird es tun in dankbarem Gedenken an den Führer, im Gedanken an den deutschen Aufbau und im neu bestätigten Glauben an unüberwindliche deutsche Kraft und deutsche Zukunft 160 Kilometer von Bruchsal bis Bad-Aauheim. Unter den neuen Autobahn-Teilstrecken, die am Sonntag in Betrieb genommen worden sind, kommt der Teilstrecke Frankfurt a. M.—Bad-Nauheim insofern eine besondere Bedeutung zu, als durch die gleichzeitige Eröffnung der Teilstrecke Mannheim— Heidelberg — Bruchsal nunmehr das bisher längste zusammenhängende Stück der Lange. : Mder: > Thyriot; Anzeigen- Inhalt der 36: 9350. täts-Buch- initlich in ischließlich -n 15 Ps. Samstags rehr. )35 gültig. .ev. H.v z' ' • ■ . MMM. z entsinnen, ein ähnliches „Zwetschenjahr" erlebt zu haben 4- £1 tfrt d b o r n , 27. Sept. In unserer Gemarkung wurde nunmehr die Kartoffelernte beendet. Der Ertrag bleibt hinter dem des Vorjahres zurück. Gute Erträge brachten die Frühkartoffeln. Die „Industrie" hatte unter der feuchten Witterung w leiden. Sehr gute Erträge konnte man überall da feststellen, wo neues Saatgut verwandt worden war. — Zu der Versteigerung des Gemeinde- o bst es waren sehr viele Interessenten erschienen. Der Obstbehang war nicht sehr reichlich. Die Preise lagen sehr hoch. Der Zentner Aepfel am Baum kostete durchweg über 8 Mark. Bei der Zwetschenversteige- rung wurde der Zentner am Baum mit 1 bis 2 Mark genannt. 4- Grünberg, 27. Sept. Die Versteige- rung des städtischen Obstes am Freitag erbrachte durchweg gute Preise. Trotz der geringen Menge, die zur Versteigerung kam, erbrachte der Gesamterlös über 600 RM., gegenüber 931 RM. im Vorjahre. Bedeutend höher lagen dagegen die Preise bei der ersten Versteigerung an den Provinzstraßen, die am Samstag stattfand. Besonders Tafelobstsortem wie Boskop, Landsberger und die diesmal nur wenig vorhandene Harberts - Renette wurden sehr gut bezahlt. Birnen zeigten dagegen weniger Nachfrage und brachten nur mittlere Preise. Am Montag und Dienstag hat die Provinz noch zwei Versteigerungen, wobei an der Straße nach Mücke eine große Zahl sehr gut behangener Bäume Rheinischer Bohnäpfel sich befinden. In den letzten zwei Wochen wurden am hiesigen Bahnhof fast jeden Tag ein bis zwei Wagen Zwetschen verladen. Wegen der weit vorgeschrittenen Reife der Zwetschen ist von jetzt ab deren Versand nicht mehr gut möglich. ch Lauter, 27. Sept. Am heutigen Sonntag konnte in voller körperlicher und geistiger Frische Karl M e b u s I. seinen 8 2. Geburtstag feiern. Mehrere Jahrzehnte war der Jubilar in der Spinnerei von Albert Godosar tätig. Wie rüstig der Jubilar ist, ersieht man daraus, daß er während der Brombeerernte täglich in den Wald auf die Brombeersuche ging. Sein Bruder, Heinrich Mebus, ist mit seinen 87 Lenzen der älteste Einwohner unseres Dorfes. * Birklar, 27. Sept. In der vorigen Woche wurde die Adolf-Hitler-Flachsspende heimgebracht und das Entriffeln des Flachses durch die hiesige HI. und den BDM. vorgenommen. Bei Gesang und Humor vollzog sich die schöne Arbeit. Der Ortsbauernführer ließ sich die Sache sehr angelegen sein und sorgte für alles, was zur Einbringung der Flachsernte nötig war. Zu bemerken ist, daß er der Gemeinde ein Stück Larw zur Verfügung stellte, um den Flachsanbau zu erleichtern. A Bellersheim, 27. Sept. Die Aufräu - mungsarbeiten nach dem Scheunen- brand bei dem Landwirt Schmidt sind ziemlich beendet. Wie man hört, ist ein Wiederaufbau des Wirtschaftsgeländes nicht geplant, vielmehr soll der freigewordene Platz vom angrenzenden Nachbar zur Vergrößerung seiner Hofreite käuflich erworben werden. — Die Flach saufbereitungsar- beiten, die die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft im Auftrage der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft durchführt, nehmen ihren Fortgang.'Die Witterung ist für das Taurösten günstig, so daß die Arbeiten in einigen Wochen beendet sein werden. Der so verarbeitete Flachs wird in der Hauptröste zu Stockheim weiter behandelt. Bis jetzt sind hier mehrere hundert Zentner Flachsstroh angeliefert worden. —.— Obbornhofen, 27. Sept. Bei der V e r- steigerung des Gemeindeobstes wurden angemessene Preise erzielt. Da der gesamte Baumbestand der Gemeinde auf Anregung des Obst- und Gartenbauvereins gründlich ausgeputzt, gedüngt und gespritzt worden war, war der Behang der gut gepflegten Bäume reichlich und das Obst von prachtvoller Entwicklung. Die Kosten für die Pflegearbeiten hatten sich reichlich gelohnt, floß doch der Gemeindekasse der dreifache Betrag zu, als in früheren Jahren. Einzelne Bäume der Sorte Kaiser Wilhelm, die hier besonders gut fortgeht, kamen auf 25 Mark und darüber. — Die Maurer- und Zimmerarbeiten am hiesigen Rathause gehen ihrem Ende entgegen. Die Bauleitung hofft, die Renovierungsarbeiten auch im Innern des Baues noch bis zum Eintritt des Winters vollenden zu können. csd Eberstadt, 25. Sept. Heute fand hier die ObitVersteigerung der Gemeinde und des Pachtkonsortiums statt. Da es hier wenig Obst gibt, waren die Preise im Durchschnitt sehr hoch. Bei Simen war die Nachfrage geringer, Aepfel kosteten je nach Sorte und Qualität pro Zentner am Baume 10 bis 16 Mark. — Die Kartoffelernte ist hier in vollem Gange. Die Erträge sind je nach Sorte und Bodenart sehr verschieden. Bei zarteren Sorten, hauptsächlich bei der hier viel angebauten Speisetartoffel „Industrie", gibt es schr viel faule. Bei dem günstigen Wetter der letzten Tage gingen die Kartoffelerntearbeiten rasch vonstatten. Kreis Friedberg. 4-' Butzbach, 25. Sept. In der Frauenschaft wurde ein vom Reichsmütterdienst eingerichteter Kursus über „Erziehungsfragen und Basteln" unter Leitung von Fräulein St roh meyer abgehalten. Gestern fand der Abschlußabend statt, der von allen an dem Kursus teilgenommenen Frauen besucht war. — Gegenwärtig sind von der NS- Frauenschast auf den staatlichen und städtischen Obstanlagen Falläpfel gelesen und zu Marmelade verarbeitet worden. Auch die Direktion des Zuchthauses hat Zwetschen und Honigbirnen unentgeltlich zur Verfügung gestellt, aus denen ebenfalls Honig breitet und dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt wird. = Aus der Wetterau, 25. Sept. Gegenwärtig ist die Kartoffelernte in vollem Gange. Ueberall sind die Kartoffelerntemaschinen eingesetzt. Was den Ertrag anlangt, so kann von einer guten Ernte berichtet werden. Das gilt sowohl von den Speise- als auch den Futterkartof- feln. Die Dickwurz haben sich vortrefflich entwickeln können. Gänsefutter ist in Hülle und Fülle vorhanden. Die Zwischenfrucht zeigt vorzüglichen Stand. Sie wird zum Teil in den in großer Zahl neu errichteten Silos eingesäuert werden. Die £) b ft e r n t e ist ebenfalls im Gange, die einen geringen Ertrag bringt. Die Preise für Zwetschen betragen zwischen 5 und 6 Mark. Während Wirtschaftsobst zu den Festpreisen verkauft wird, bieten die Obsthändler für das im Freiverkauf gehandelte erstklassige Tafelobst 15 und mehr Mark pro Zentner. Große Erträge bringen in diesem Jahre die Walnußbäume. Die Ferkelpreise sind in der letzten Zeit im Absinken begriffen. Gegenwärtig gelten die Ferkel im Alter von 6 Wochen 12—14 Mark, 6—8 wöchige 15—20 Mark, ältere Tiere je nach Gewicht und Qualität entsprechend mehr. firete Schotten. # Groß-Eichen, 27. Sept. Durch die Einführung der Mustersatzung für Freiwillige Feuerwehren wurde die Ernennung eines neuen Führerrates notwendig. Nunmehr wurden durch Bürgermeister Ernst Greif zum Führerrat vorgeschlagen und bestätigt: Wehrführer Heinrich Burk, Stellvertreter Otto Momberger, Schrift- und Kassenwart Otto Stamm, Gerätewart Karl Philippi II., zu Beisitzern die Löschmeister Karl Heinrich Schorn- b e r t, Gustav Ellrich und Gustav S ch l o s s e r. csd Eichelsdorf, 22. Sept. Während der Fruchternte, in der Eichelsächser Arbeitsdienst- männer bei hiesigen Bauern tätig waren, hat sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das auch nach der Rückkehr ins Arbeitsdienstlager wei- teraepflegt wird. Die hier beschäftigt gewesenen Arbeitsdienstmänner, die aus dem Saarlande stammen, verbrachten ihre letzten Urlaubssonntage in den Familien ihrer früheren Arbeitgeber. Beiden Teilen kann reicher Gewinn aus näherem Bekannt- werden erwachsen. Der Arbeitsdienstmann aus entfernteren Gegenden des Reiches lernt die schwere Arbeit und das kärgliche Dasein des Vogelsberger Bauern kennen, und der Vogelsberger muß endlich sein Mißtrauen dem Arbeitdienstmann gegenüber ablegen. Die aus den Anfängen des freiwilligen Arbeitsdienstes stammenden Bezeichnungen „ßager* teile" oder „Arbeitskerle" müssen endlich aus dem Wortschatz unserer Bevölkerung verschwinden und durch den Ehrennamen Arbeitsmann ersetzt werden. Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 26. Sept. Der Witwer Heinrich Müller VII. von hier kann am 28. September seinen 80. Geburtstag begehen. Er hat in den Jahren 1876 bis 1879 seiner Militärpflicht bei der Marine-Infanterie in Wilhelmshaven genügt 40 Lahre Gießener Ziegenzucht. Jubiläumsfeier des Gießener Ziegenzuchtvereins. Nach altem Brauch hielt der Erste Gießener Ziegenzuchtoerein feine Familienfeier im „Kühlen Grund" ab, die in diesem Jahre durch die Feier des 40jährigen Bestehens eine besondere Note erhielt. Nereinsführer Heinrich Hobel entbot den etwa 300 Züchtern und Gästen den Willkommengruß des Vereins, den er mit einem Rückblick auf die Entwicklung der Ziegenzucht und auf die Erfolge des Gießener Vereins verband. Er schilderte u. a., wie sich 1896 einige Ziegenhalter au einem Verein zusammenschlossen, um gemeinsam Die Schwierigkeiten zu überwinden, die sich damals in starkem Maße der Ziegenhaltung entgegenstellten. Damals hatte Tapezierer Stroh im Teufelslustgärtchen die erste Deckstation. Später wurde die Bockhaltung von Zecher im Tiefenweg übernommen, bis sie 1910 nach dem Nahrungsberg verlegt und vom Mitglied P a n tz Übernommen wurde, der sie bis heute noch führt. Nach Verhandlungen des Kaufmannns Jean Weisel mit der Stadt wegen Errichtung eines eigenen Hauses mit den notwendigen Stallungen für die Zucht konnte das Bauvorhaben in Arbeit genommen und 1910 fertig- gestellt werden. Die Kosten dafür beliefen sich über 8000 Mark, an denen der Verein noch heute abbezahlt. Der damalige Oberbürgermeister Mecum hatte nicht das Verständnis für die Ziegenzucht, wie es der heuttge Oberbürgermeister Ritter beweist, sonst wäre ein solcher Vertrag mit der Stadt nie zustandegekommen. Nach und nach trat der Verein an die Öffentlichkeit und hielt 1909 die ersten zwei und für lange Zeit auch die letzten Ziegenmärkte in Gießen ab. Die erste Veranstaltung war nur ein Ziegen- markt, dem im Herbst desselben Jahres ein zweiter mit einer Prämiierung folgte, der aber so schnell nicht wiederholt werden konnte, weil die Stadt keinerlei Zuschüsse für die Märkte bewilligte. Von 1917 bis 1924 ging die Ziegenzucht stark in die Höhe, weil wegen des Milch- und Fettmangels viele Gießener ihre eigene Ziege hielten. 1925 übernahm der neue Vorstand die Vereinsleitung. Diesem gelang es, auf der Hauptversammlung in Hungen einen Ziegenmarkt für Gießen zu erreichen, und da der damalige Oberbürgermeister Keller einen Zuschuß der Stadt bewilligte, fand 1925 wieder der erste Ziegenmarkt in Gießen statt. Der nächste Plan, die Bockauktionen für Gießen zu erreichen, wurde durch die Mithilfe der neuen Regierung erreicht. In großzügiger Weise hat die Stadt Gießen durch die neue Auktionshalle allen Züchtern einen großen Dienst erwiesen, und auch die Ziegenzüchter sind erfreut, dabei durch die Herstellung eines Bockstalles berücksichtigt zu sein. Die Stadt Gießen verdankt es ihrem Oberbürgermeister R i t- ter, daß diese Auktionshalle nach Gießen gelegt wurde und die gesamten Diehauktionen Oberhessens hierher zentralisiert werden. Vereinsführer Hobel begrüßte, daß Oberbürgermeister Ritter in dem um die Ziegenzucht in Gießen sehr verdienten und den Bestrebungen des Vereins stets wohlwollenden Vermessungsrat Karle den richtigen Vertreter zur Jubiläumsfeier geschickt hat. Gleichzeitig begrüßte er den Orts- bauernführer Hennecken, den langjährigen Kreisziegenzuchtwart Balthasar Philipp IV. aus Watzenborn-Steinberg, den Vertreter des Tierzuchtamtes Gießen, Verwaltungsobersekretär Karl Philipp IV., der als jetziger Kreisfachschaftsleiter die Gießener Ziegenzucht stark fördert, und die verdienten Ehrenmitglieder des Vereins, Apotheker S ch w i e d e r und Landwirt Wilhelm Fenchel, Oberhörgern, der als früherer Bauernführer und besonders als Vofitzender des oberhessischen Verbandes der Ziegenzucht im Kreise Gießen zu großem Ansehen verhalfen hat. Der Vereinsführer erinnerte dann daran, daß durch die großzügigen Maßnahmen des Führers und Reichskanzlers auch die 40jährige Arbeit des Ziegenzuchtvereins Gießen Anerkennung gefunden haben. Den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgten einige anerkennende Worte, die der Vertreter des Tierzuchtamtes und Kreisfachwari Karl Philipp sprach und denen er die besten Glückwünsche folgen ließ, die das Tierzuchtamt und er als Kreisfachwart in dankbarer Anerkennung der gleichgerichteten Arbeit übermittelten. Ganz besonders hob er den Aufstieg des Vereins unter der zielbewußten Leitung des Vereinsführers Höbe! hervor, für den er diesem besonderen Dank aussprach. Nach einer Pause, die durch allerlei Kurzweil ausgefüllt war, gab das Ehrenmitglied, der frühere Kreisverbandsvorsitzende Wilhelm Fenchel, Oberhörgern in längeren launigen Ausführungen einen Ueberblitf über die schwierige Arbeit des Ziegenzüchters, der einst verlacht und verkannt seinen Weg ging und heute seine Anerkennung von einer lebensnahen Regierung findet. Wie einst der Reichstagsabgeordnete Köhler (Langsdorf), der sich an die Spitze eines Werbezuges für die Ziegenzucht stellte, wie der im Weltkrieg gefallene Landwirtschaftslehrer Damm aus Lich, so hat auch der Gießener Verein Männer gefunden, die seine Bestrebungen unterstützten. Neben dem erkrankten Kaufmann ^ean Weisel waren es das jetziae Ehrenmitglied Apotheker Sch wieder und Dermessungsrat Karle, die den Verein bei der Stadtverwaltung in bester Weise vertraten, und war es auch Oberbürgermeister Dr. Keller, der sich die Förderung der Gießener Ziegenmärkte angelegen sein ließ. Ganz besonders aber danken die Ziegenzuchter dem Oberbürger, meister Ritter dafür, daß er in weltschauender Weise die Gießener Ziegen- und Prämnerungs« märkte und die Bockversteigerungen der Stadt erhalten hat. Wilhelm Fenchel fand auch freundliche Worte für die Kleinarbeit der Frau des Ziegenzüchters, von der man mit Recht sagen kann, daß sie der eigentliche Züchter sei, der die Tiere hegt und pflegt. In seinem Schlußwort dankte Vereinsführer H ö b e l allen seinen Mithelfern, besonders dem Bauinspektor i.R. Hch. Philippi, Hch. Vogel und Straßenbahnwagensührer Theiß sowie allen Frauen für die Ausgestaltung der harmonisch ver- laufenen Feier. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Fest. Frankfurt a. M., 26. Sept. Die Wochen- schlußbörse nahm die Abwertung des französischen Franken mit Ruhe auf. Hinsichtlich der möglichen Auswirkungen der für den internationalen Wirtschaftsverkehr so einschneidenden Maßnahme wartet man die weitere Entwicklung ab. Die Aktienmärkte verkehrten in fester Haltung und das Geschäft war zu den ersten Kursen recht lebhaft, später etwas ruhiger. Da kaum Angebot vorlag, ergaben sich vielfach starke Erhöhungen. Im Durchschnitt zogen die Kurse um 1 bis 2 v. H. an. Montanwerte standen im Zusammen- Zeder Handwerker muß die Ausbildungskurse des Reichstuftschuh, bundes besuchen. hang mit der Veröffentlichung der Hoesch-Bilanz im Vordergrund; Hoesch stiegen auf 109,50 bis 110 (106,13), Verein. Stahl auf 108 bis 109 (106), Mannesmann auf ebenfalls 108 bis 109 (106), Rheinstahl auf 140,50 bis 141,50 (138,25) Klöckner auf 118,25 (114,50) und Harpener auf 135,50 (133,25). Fest lagen auch Otaoi Minen mit 35,50 (34,50). IG. Farben erfuhren eine Erhöhung von 3,50 v. H. auf 162. Starke Steigerungen vollzogen sich außerdem für Elektroaktiven; Siemens 186 (182,40), Lahmeyer 147 bis 146,50 (143,50), Geffürel 135,50 (133), Schuckert 154,50 (152,25), Licht & Kraft 153,50 (152), AEG. und Betula gewannen je 0,50 v. H. Von Zellstoffpapieren gewannen Waldhof 3,50 v. H. auf 155. Sonst eröffneten im einzelnen: AG. für Verkehr 114 (112,75), Daimler 115 (114), BMW. uno. 131,50, Kunstseide AKU. 80 (79), West- deutsche Kaufhof 53,13 (52,50), Moenus Maschinen 93 (92,50) und Hapag uno. 14,65. Der Rentenmarkt lag still. Altbesitz 115 (115,13), Zinsoergütungsscheine 93,40 (93,45). Späte Schuldbücher und Kommunal-Umschulduna blieben unverändert. Zertif. Dollar-Bonds lagen fest, 6 v. H. Preußen 68,50. Von Auslandsrenten zogen Ungarn Gold auf 11,40 bis 11,70 (11,40) an. Etwas schwächer waren Oesterr. Silber-Renten mit 3,65 (4), 4 v. H. Rumänen mit 15,85 (6,95) und im Frei- verkehr 3 v. H. Steg von 1895 mit 7,50 bis 8 (8,25). Im Verlaufe ließ das Geschäft am Aktienmarkt weiter nach, es zeigte sich etwas Zurückhaltung, zumal da keine weiteren Aufträge mehr einliefen. Teilweise erfolgten einige Gewinnmitnahmen. IG. Farben 162,75 nach 163, Verein. Stahl 109 nach 109,25, Hoesch 109,75 nach 110, AKU. 78,75 nach 80, andererseits stiegen Harpener auf 136 nach 135,50, Daimler auf 116 nach 115 und Rheinstahl auf 142,25 nach 141,50. Von später notierten Werten zogen Deutsche Erdöl und Holz- mann je 3,50 v. H. auf 131 bzw. 128,50, Muaa auf 116,90 (114,50), Ilse Genuß auf 137,50 (135,25) und Scheideanstalt auf 274 (273) an. Am Rentenmarkt galten Kommunal-Um- schuldung schließlich 88,40 nach gestern 88,60. Ungar. Goldrente bröckelten auf 11,60 nach 11,70 ab. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 100,50 und Wayß & Freytag mit 121. — Tagesgeld uno. 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Seit dem letzten Markt dem Schlachthof direkt zugeführt: 79 Ochsen, 1 Bulle, 38 Kühe, 48 Färsen; Voraustrieb: 393 Rinder (54 Ochsen, 96 Bullen, 179 Kühe, 64 Färsen), 548 Kälber, 406 Schafe, 3496 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 29 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 55 bis 85, Hammel 50 bis 62, Schafe 40 bis 58, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber ruhig, Häm- mel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankiu rt a. M. De Im Frankfurt a.M. 33t rlin Frankfu rt a. Ul. Berlin Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt O.2IL Schluß- kurs Abend- börse Schluß- kurs Mittag- börse Schlußkurs SchlUtzk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- böric Gchluß- kurS Schluvl. Abend- Schlußrurs Schlußk. Mittag- börse 25. September 26. September Datum 25 9- 26.9. 25-9. 26-9. Datum 25.9. 26-9. 25-9 26.9. Datum 25.9. 26-9 25-9- 26.9. Amtliche Geld Dotierung Brief Amtliche Geld Notierung I Brief 6% Deutsche Reichsanleihe o. 1927 *% Deutsche Retchsanl. von 1934 6Yt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 101,4 97,75 102,13 115,13 101,4 97,75 102,25 115 101,4 97,75 115,2 101,4 97,75 102,5 115 100,4 4% vesgi. Serie li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/,%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier .... 8 12,13 6,85 46 8,1 12 6,85 10,25 8,1 12 7,05 8,4 12,2 6,95 Mansselder Bergbau....... Kokswerke................ Rheinische Braunkohlen .... Ryeinstahl ................ 6 y, .. 6 12 . 4 223,5 138,25 154 225,75 142,25 151 126,75 223,5 138,25 154 130,75 225,75 142 ouenoe Am Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig.... 0,707 42,06 0,147 3,047 56,19 47,04 0,711 42,14 0,149 3,053 56,31 47,14 0,707 42,06 0,147 3,047 0,711 42,14 0,149 3,053 4¥i% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100 100 45,5 45,9 Bereinigte Stahlwerke...... Otavt Minen ............. »K . O 106 34,5 109 35,5 105,75 34,13 109 36 55,96 47,04 56,08 47,14 4Vi% ehem. 8% Hessischer Volk«. Hamburg-Amerika-Paket .... o 14,65 15,13 114 99,5 14,13 40,4 14,25 112,65 120 99,25 14,75 41 15,13 115,25 120 99,5 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 121,5 122,5 120,5 122 London.... 12,585 12,615 12,535 12,565 float 1929 lrückzahlb. 102%) ... W/o ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold 81.13.... 5%% ehem. 4y,% Hess. Lande- Hypothekenbank DarmstadtLtgu. 4¥t% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.e Oberhessen Provinz-Anleihe mti Au-los.-Rechten .......... 98,75 97 100,75 98,75 97 100,75 — Hamvurg-Südam. Dampfschiff. 5 Norddeutscher Lloyd .........o '21.0. für Verkehrswesen Akt. .. o Berliner Handelsgesellschaft ... « Commerz, und Prival-Bank ... 4 Deutsche Bank und DiLconto- 14,25 112,75 119,4 99,25 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... 9. ®. Yarben-Jndustrie..... Schetdeanstalt............. . 5 7% .. 7 . 9 119 158,5 273 120,5 179 162,75 274 119,75 176 158,13 122 179 163 Helsingfors. Barts ..... Holland ... Italien.... 3aoan ..... Jugoslawien 5,554 16,375 168,06 19,55 0,735 5,654 5,566 16,415 168,40 19,59 0,737 5,666 5,524 168,08 19,55 0,735 5,654 5,538 168,42 19,59 0,737 5,666 93,5 93,5 97,5 97,5 181,5 97,75 97,75 182 97,5 97,5 181,5 Goldschmidt .............. 113,5 115 114 114 130,5 L5lo..... ; 63,25 48,95 63,37 62,99 48,95 63,11 49,05 — — Dresdner Bank.......... 97,75 Rütgerswerke ............. . 6 129,5 127,5 Wien...... 49,05 Retchsbank .............. 1 97,75 Metallgesellschaft........... . 6 130 131,5 130 131,25 Lissabon... 11,435 11,455 11,39 11,41 Deutsche Komm. Sammelabl. An 183 Stockholm.. 64,89 65,01 64,63 64,75 leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4/»% ehem.8% Franks. Hyv.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar vis 1985 121 121 121 121 -aea n 35,25 154,5 124,75 152 35,75 155 125,5 153,5 35,13 154,5 124,5 152,5 35,75 155 126,65 Philipp Holz mann......... . 4 125 128,5 125 129,25 -Schweiz ... Spanien... 80,95 28,72 81,11 28,78 10,295 80,87 28,47 10,27 81,03 28,53 10,29 97 100,55 97 Bekula...................... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... . 7 143,5 •45 - - Prag...... 10,275 5%% ehem. 4y.% Franks. Hyp. Bank-Liqu..Pfandbriese...... 100,65 Elektr. LieferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 7 156,5 156,5 — - Budapest .. Reuyort ... 2,490 2,494 2,488 2,492 6V,% ehem. 4Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe. ... 101,13 101 101,13 101,13 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 128,5 133 130 135 128,25 133,5 130,5 136 126 131,25 154 187 146,5 Schultheis Patzenhoser ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) . 4 . 0 79 78,75 101,4 80 87 151,25 124,13 103,25 114,13 161 82,5 52,4 431 103 79 Banknoten. 4x/»% ehem. 8% Pr. Landespfand Driefanftalt, Pfandbriefe R. 19 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... e 124,25 129,5 152,25 183,75 143,75 Bemberg...... 86,75 151,5 124 88 155 127 97,5 97,5 97,5 97,5 130 130,75 154 186 146,5 Zellstoff Waldhof .......... 88 155,75 128,4 Berlin, 26. September Gew Dries 4Vi% ehem. 7% Pr. Landespfand vriefanst., Gold Komm. Obl. 20 bteuergutich.BerrechnungSk. 84-38 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske............ 8 Lahmeyer L To. ......... 7 152,25 182,4 143,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. Amentanuche rlloren.............. 2,44 41,92 55,76 12,49 2,46 42,08 55,98 12,55 95 109,75 95 109,75 95 109,8 95 109,8 Belgische Noten.................. Daimler Motoren.......... 114 Iti 116 161,5 104,5 116,25 Dänische Noten ................. Deutsche Linoleum......... Englische Noten ................. 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente Lrenstein & Koppel ........ . 0 162 84,5 französische Noten............... — —— 35,25 *— Buderus ................... < 110 127,5 133,25 113,75 132,5 136 110,25 128 133,25 114,25 131,5 136 Westdeutsche Kaufhof....... Chade .................... 52,5 430 196 53,5 Holländische Noten........ Italienische Noten......... Norwegische Noten ....... 167,66 19,21 62,77 168,34 19,29 Ra ni — 3,65 3,75 3,9 Deutsche Erdöl .............. 4 53,25 4% Ungarische Goldrente....... 11,4 11,7 11,6 11,65 Haroener................. 2% Accumulaloren-Fabrtk...... 12 1 Aß 434 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 10,5 10,9 14,4 10,13 10,5 14,5 10,13 10,25 14,5 10,5 10,5 14,5 Hoesch Eisen—Söln-Reuessen ««, 3 Alse Bergbau ............... e Ale Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............... 3 106,13 169 135,25 114,5 110,5. 106 169,5 135,5 114,5 110,5 Conti-Gummi............. 11 168 168 168 Deutsch Leste Rumänische N Schwedische N Schweizer No neid), ä 1OO Schwing — 6% aügest. Golvmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 137,25 118 171,75 138 118,4 Gritzner.................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. • 0 33,25 33,75 33 33,13 oten........ en.......... 64,41 80,69 27,45 64,67 81,01 Serie 1..................... 10,25 Mannesmann-Röhren........ 8 • * * * 4 * * * * * 10 94 95 Spanische Noten.......... Ungarische Noten......... 106 108,5 105,13 109 Süddeutscher Zucker....... 10 205 206 205 205 27,55 Montag, 28. September 1936 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 227 Drittes Blatt AV so Armer Mann bittet um alte Hose . . hatte er angefangen. Hase's Herz ist milde, drum Mit der feierlichen Schließung der Innung stabe fand die offizielle Feier ihren Abschluß Am Nach- mittaq besuchten viele Meister und Meisterinnen und Gesellen die Braune Messe. Em Ehrentag des oberhessischen Handwerks. Feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an junge Meister und Gesellen. Aus der Provinzialhauptstadt. Deutsche Arbeitsfront. Kreiswaltung Detterau. Belr.: Gemelnfchaftsempfang am Montag, 28. September, um 16.30 Uhr. An die Vetriebsführer und Betriebswaller des Kreises Metterau! Innerhalb des Gemeinschaftsempfanges am Montag, 28. September, um 16.30 Uhr, wird anstelle der Rede des Führers auf der 4. Arbeitstagung der Deutschen Arbeitsfront die Proklamation des Führers, die Gauleiter Parteigenosse Magner auf dem Eröffnungskongreß des diesjährigen Reichsparteitages verlesen hat, mit einleitenden Dorten von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, gesendet. Die voraussichtliche Dauer der Uebertragung wird 1% Stunde betragen. Dir bitten Sie, hiervon gefl. Kenntnis nehmen zu wollen. böte, meistens die Anwesenheit irgendeines weltberühmten Sängers oder Musikers. Im Jahre 1924 wurden ihr bei einem Einbruch Juwelen im Wert von einer Viertel Million Pfund gestohlen. Unter den Zeichen Frauen, deren Rennstall berühmt geworden ist, ist vor allem auch Miß Dorothy Paget zu nennen, die Tochter von Lord Queenborough. Diese junge Millionärin gewann vor zwei Jahren den Großen Preis der Nation mit „Golden Miller" und lief von dem Rennplatz weg, um den Glückwünschen zu entgehen. Miß Paget erbte ihr Vermögen von ihrer Mutter, einer Whitney aus Neu- york. Vor einiger Zeit hat sie sich dem Autorennen zugewandt und 20 000 Pfund für drei der schnellsten Wagen der Welt ausgegeben. Als sie bei einer erstklassigen Veranstaltung keinen Preis davontrugen, verkaufte sie sie wieder. Miß Paget ist auch auf Wohltätigkeitskonzerten als Sängerin aufgetreten. Lord Daziel of Wooler, der in London die Taxis eingeführt hat und Präsident der Pullmanwagen- Gefellfchaft war, hinterließ fein ganzes Vermögen, das auf 2 000 000 Pfund geschätzt wurde, seiner Witwe. Während vieler Jahre hatte Lady Daziel ihren Mann jeden Morgen im Auto in die Stadt gefahren und ihn nachmittags wieder abgeholt. Während der Sitzungen des Oberhauses pflegte sie dort stundenlang auf ihn zu warten, weil er nicht glücklich war, wenn er nicht ihre Gesellschaft zur Heimfahrt hatte. Sir Robert Houston, der Schiffsbesitzer, hinterließ vier Fünftel feines Vermögens von 7 000 000 Pfund seiner Frau, die er in seinem Testament bezeichnete „meine geliebte Frau, deren Aufopferung, Hingabe, Pflege und wunderbare Eingebung bei zwei verschiedenen Gelegenheiten mein Leben gerettet hat, wo die Aerzte^ es auf- gegeben hatten". Ein Neuling unter den weiblichen Millionären ist Mrs. M a c d o n a l d-B u ch a n a n, die Tochter des verstorbenen Lord Woolwington, die im vorigen Jahr von ihm 3 000 000 Pfund erbte. Mrs. Macdonald-Buchanan und ihr Mann leben mit ihren vier Kindern auf ihrem Landsitz in Northampton und haben besonderes Interesse für Rennen und Jagden. Schließlich muh in dieser Aufstellung noch Lady Rhondda besonders ermähnt werden. Selten hat eine Frau ein so ausgefülltes und rastloses Leben gehabt wie sie. Sie kam als Suffragette ins Gefängnis, ertrank beinahe beim Untergang der ßufitania, leitete eine Reihe von Kohlengruben und anderen Gesellschaften und gab eine Wochenzeitschrift heraus. Wer würde Pck träumen lassen, daß eine solche Frau jemals an Mangel an Selbstvertrauen gelitten hätte? Dennoch hat sie bekannt, daß sie erst seit der ßufitania« Tragödie wahres Selbstvertrauen gefunden hatte« Handlung, bei der 393 junge Meister und Meisterinnen in handwerkliche Pflicht genommen und die damit in den Dienst des Führers, des deutschen Handwerks und des ganzen deutschen Volkes gestellt wurden. Nach dem Gelöbnis erfolgte ihre Freisprechung vom Gesellenstand und ihre Ernennung zu jungen Meistern und Meisterinnen des Handwerks. Ein Dankeswort des Jungmeisters Schutt-Lich im Namen seiner Kameraden und Kameradinnen beschloß diesen Abschnitt der Feier. <9lütftt>unfd)onfprad)en. Oer Rektor der Universität Marburg tödlich verunglückt. Marburg, 26. Sept. (DNB.) Der Rektor der Universität Marburg, Professor Dr. B a u r , ift am Samstag bei einem Flugzeugunfall auf dem Flugplatz Travemünde ums ßeben gekommen. Professor Dr. Baur, der eine Reserveübung bei der Luftwaffe als Assistenzarzt ableistete, gehörte zu der Bsatzung eines zweisitzigen Flugzeugs, das auf einem Uebungsflug kurz nach dem Start verunglückte.. Auch der zweite Insasse des Flugzeuges, Hauptmann Briefe, fand bei dem Unfall den Tod. Kreishandwe, ksmeister Stühler, ■ Gießen als stellvertretender Vorsitzender der Meifterprü- ! fungskommission für die Provinz Oberhessen richtete . zunächst herzliche Begrüßungsworte an die große Versammlung, wobei er mit besonderer Freude neben den Prüfungsmeistern die Angehörigen der Prüflinge, die Vertreter der Regierung, der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und der Handwerkskammer Darmstadt willkommen hieß. Er ermahnte sodann die jungen Meister und Gesellen, alle ihre Kraft für die hohen Ziele des Handwerks einzusetzen und sich dabei für den Dienst an der Gesamtheit des Volkes immer den Führer zum Vorbild zu nehmen, den uns eine gütige Vorsehung geschickt hat, der in wenigen Jahren aus der Zerrissenheit des gesamten Volkes ein einiges und fest- geschlossenes Volk nach innen und außen machte. Gerade in dieser Feierstunde müssen sich alle Angehörigen des Handwerks wieder bewußt sein, daß auch sie die Aufgabe haben, mit ganzer Kraft an der guten Gestaltung der Geschicke des Handwerks und des Vaterlandes mitzuarbeiten.. Dabei fei es notwendig, alle Arbeit im nationalsozialistischen Sinne unter das vom Führer gegebene Geleitwort „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu stellen, kein Eigenleben zu führen, die eigenen Belange zuruck - steilen und stets den Dienst zum Besten der Allgemeinheit als oberste Richtschnur alles Handelns anzusehen. Es sei nicht damit getan, daß man den Meister- und den Gesellenbrief habe, sondern dieses Dokument verpflichte alle Tage aufs neue, immer wieder für die Belange des Handwerks und des Staates einzutreten und damit der Aufgabe 311 oie= nen, die der Führer auf dem diesjährigen Reichs- Parteitag in Nürnberg wieder in so wunderbaren Worten klargelegt habe. Insbesondere müßten die jungen Meister und Meisterinnen, sowie die jungen Gesellen eifrig und freudig mitarbeiten an der Gestaltung einer wahren Betriebs- und Volksgemeinschaft, müßten sie sich immer als Diener des Staates und des Volkes fühlen und betätigen tm Sinne und nach dem Willen des Führers In diesem Geiste solle diese Verpflichtungsfeier stehen Anschließend fanb unter Anwendung des altehrwürdigen Brauchtums der Handwerkerschaft bei geöffneter Jnnungslade in feierlicher Weife die Verpflichtung der jungen Gesellen und Meister Regierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen sprach als Vertreter der Regierung den jungen Gesellen, Meistern und Meisterinnen herzlichen Glückwunsch aus und betonte besonders, daß es für den Nachwuchs im Handwerk ein besonderes Glück sei, in einem Staate zu leben, in dem es auf allen Gebieten vorwärts und aufwärts gehe. Er wies auf die großen Taten des Führers hin und erinnerte an den starken Glauben, den unser Volk zum Führer habe. Die jungen Gesellen und Meister forderte er auf, allezeit in Treue zum Führer, zum deutschen Volk und zum deutschen Handwerk zu stehen und alle Kräfte für die Erfüllung der vom Führer gestellten Aufgaben einzusetzen. Kreisamtsleiter Schimmel brachte als Vertreter des durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhinderten Kreisleiters die herzlichen Wünsche der Partei zum Ausdruck und hob besonders hervor, daß durch die nationalsozialistische Revolution auch die Gesellen- und Meisterprüfung erst wieder ihren wahren Sinn erhalten habe, wie denn das deutsche Leben überhaupt durch den Nationalsozialismus wieder zum rechten Sinn gekommen sei. Er forderte die jungen Gesellen und Meister auf, sich immer des Führers und der großen Taten seiner nationalsozialistischen Bewegung würdig zu erweisen, treue Helfer und Mitkämpfer des Führers zu sein, besonders auch alle Kraft mit einzusetzen in den Kampf des Führers gegen den Bolschewismus, dem wir dank unserem Führer m Deutschland das starke Bollwerk eines geeinten und deren sank herab. Es bildete sich ein Zirkel um den Dialog. Der Hausherr lächelte. „Sie setzen mich in Verlegenheit, Teuerste, indem Sie mich durchschauen. Aber da ich Sie gebeten habe, meine Heimkunft mit mir zu begehen, darf ich Ihnen auch nichts vorenthalten. Das wäre ungastlich ..r _ , 1 „Nun bin ich aber doch gespannt , sagte einer der Herren und drückte damit aus, was alle in diesem Augenblick empfanden. Es ist kein Grund zur Spannung da, meine Sieben, nicht der geringste. Hier — schauen Sie, das ist alles", erwiderte der Gastgeber. Er hielt zwei Muscheln in der hohlen Hand, — eine flache, graufarben, mit leichtem Perlmutterglanz in der inneren Wölbung, und eine in der Form des Schneckenhauses, blau, mit phantastischem Stachelschmuck. Diese hielt er der Dame, die ihn angeredet hatte, ans Ohr. „Es rauscht", sagte sie. . . „Ja", gab er zurück, „sie rauscht em wenig. Sie rauscht ganz leise, wie die Erinnerung an den Strand in mir rauscht, an dem ich sie aufgehoben Seltenheiten sind das ja nicht. Ich hätte sie für wenig Geld in ganzen Haufen erstehen können. Aber ich habe sie vor meinen Fußen aus dem feuchten Sand aufgehoben, zu dem ich hmblickte, um mich vom Ansehen der weiten Blaue des Wassers da draußen zu erholen und —- um dieses Ansehen mit frischem Entzücken wieder zu beginnen. Ich habe sie aufgehoben und m einer s^zigen Pfütze abgewaschen, während ich mit einem Freund plau- ftatt. Kreishandwerksmeister Stühler leitete den feierlichen Vorgang, an dessen Beginn der Gefa - lenen des Krieges und der Blutopfer der national» sozialistischen Bewegung im innerdeutschen Freiheitskampfe gebührend gedacht wurde. Dann erfolgte zunächst die Freisprechung von 9 0 Jungge seilen, denen mit dem verpflichtenden Gelöbnis der Treue zum Führer, zum Handwerk und zur deutschen Volksgemeinschaft die Gesellenbrief überreicht wurden. Anschließend erfolgte die gleiche feierliche fest zusammenstehenden Volkes entgegenstellen können. An den großen Aufgaben der Bewegung für den Staat müsse auch die Jungmannschaft des Handwerks immer tatkräftig Mitarbeiten und damit neben ihrer Pflicht im Beruf die Pflicht gegenüber der Gesamtheit erfüllen. Kreishandwerksmeister Neumann (Schotten) sprach als Vertreter der Handwerkskammer Darmstadt. Seinen Glückwunschworten an die jungen Meister und Gesellen schloß er tue Ermahnung an allezeit im handwerklichen Beruf nach den besten Leistungen und nach höchster Wertarbeit zu streben, sich auch dadurch des Führers und seiner Rettunqstctt am deutschen Handwerk würdig zu erweisen und hierdurch beizutragen zum wetteren glücklichen Aufbau des deutschen Vaterlandes Kreishandwerksmeister Stühler sprach abschließend herzliche Dankesworte an die Prufungs- meister, die bei der Prüfung der jungen Gesellen und Meister manche harte Nuß zu knacken ha ten, sowie an alle Mithelfer bet der Ausgestaltung dieser würdigen Feier. Die Versammlung gedachte sodann in Verbundenheit des Führers und Reichskanzler Adolf Hitler, dem sie das Gelöbnis der Treue und damit der Treue zum Handwerk und zum deutschen Vaterlande mit freudigen Sieg-Hett-Rusen Mscheln, am Strand gesunden. Von Will Scheller. Bücherreihen schimmerten, ringsum an den Wanden emporwachsend, in der Dammermig des Nllch- mittaas dessen halbes Licht von den Gardinen noch aedämp'st wurde Damen und Herren befanden sich, eine kleine Gruppe freundlich gestimmter Manschen in heiterem Gespräch. Der Hausherr von einer südlichen Reise heirngekommen, hatte die Freunde u fid) gebeten, um durch das Beisammensein mtt ihnen die erste Fremdheit des Uebergangs leichter Siaias'äs ,“ä'»r. 'S M statten vor ihm, durch die Wände um Jn aurud 1 jene Welt, in deren wundersamer Szenerie er e n Zeitlang des heimischen Daseins hatte vergessen mein, sagen wir, schweifendes Gefühl. Sie sind im (*üben entstanden, dessen Erlebnis mir so schnell entrückt wurde, es haftet an ihnen noch etwas von dem Sand, auf dem ich ging, und — von der Stunde, die sehr kostbar gewesen ist. Wie sollten sie da nicht selber kostbar geworden sein — für mich, nur für mich, doch immerhin kostbar für einen lebenden Menschen?" „Bitte", sagte die Dame, „lassen Sie mich noch einmal hören." „Gern", antwortete er und gab die Schneckenmuschel in die zarte Frauenhand zurück, die sie mit feingliebrigen Fingern in einer Bewegung zum Ohre führte, die wie ein Schmeicheln war. „Sie rauscht", flüsterte es in der Dämmerung, „sie rauscht wirklich, sie rauscht noch immer.. Englands reichste Frauen. In England gibt es viel mehr selbständig lebende Millionärinnen als bei uns, die im Lande eine gesellschaftliche Rolle spielen. Als eine der ersten in der Reihe nennt ein englisches Blatt Lady Pule, die Witwe von Sir David Pule, dem anglo-indischen fürstlichen Kaufmann, der vor acht Jahren gestorben ist und ihr 9 000 000 Pfund hinterlassen hat. Lady Pule ist die Besitzerin der Luxusjacht „Nahlin", die König Eduard VIII. jetzt für seine Mittelmeerreise gechartert hat, und die sie seinerzeit für ihre eigenen Bedürfnisse bauen ließ. Lady Pule liebt die Ruhe und führt inmitten ihrer ungeheuren Besitzungen ein sehr schlichtes Leben. Zweifellos ebenso reich ist Lady Louis Mount- batten, die als Miß Edwina Ashley den größten Teil des von ihrem Großvater hinterlassenen Vermögens erbte, des Sir Ernest Cassel, Finanzmann, Philanthrop und naher Freund von König Eduard VII. Der Titel der „reichsten Frau Englands" ist oft — unoffiziell — der Lady Ludlow zugesprochen worden, die die Gattin des berühmten Diamant-Magnaten Sir Julius Wernher war. Sir Julius begann fein Leben als kleiner Bankangestellter, aber suchte und fand sein Glück in den Diamant-Minen von Südafrika. Bei feinem Tode im Jahre 1912 hinterließ er 11000 000 Pfund, das meiste davon seiner Witwe. Lord Ludlow, ihr zweiter Mann, kam vor 14 Jahren bei einem Jagdunfall um. Lady Ludlow ist seit vielen Jahren eine begeisterte Patronin des Turfs. Im Jahre 1924 hat sie angefangen, Pferde unter ihren eigenen Farben laufen zu lassen. Sie ist eine von Londons berühmtesten Wirtinnen, und es heißt, daß keine ; ihrer Gesellschaften oorüberginge, ohne daß sie ■ I ihren Gästen irgendeine besondere Ueberraschung Er schwieg einen Augenblick und sah vor sich hin. Ich weiß nicht, ob es das Erlebnis des südlichen Meeres und des südlichen Himmels war was mich bewog, diese Muscheln mitzunehmen, oder ob das Gespräch, das auf diesem Strandspaziergang geführt wurde mich — ohne daß ich s recht wußte — zwang, biete unscheinbaren Dinge als Andenken mitzunehmen. Der Freund und ich, wir sehen uns nicht oft, und wenn wir uns begegnen, haben wir nicht immer Gelegenheit, unbehindert unbeen^ miteinander zu sprechen, ob wir es gleich mochten. Nun diesmal hatten wir Glück. Und wir sprachen miteinander wie es möglicherweise nur die Nahe blr Unendlichkeit erlaubt, die sich im Meere spiegelt. Und deshalb" - er nahm die Muscheln wieder m Empfang, die'die Runde gemacht hatten, und leg e sie zu den Büchern zurück, „deshalb wiegen diese leichten wertlosen Gegenstände mehr, als ihnen anzusehen ist — wiegen freilich nur für mich, für t°Von'fernher winkten ihm seltsamer Verkleinerung, wie aus einem Jenseits der Dinglich kett, Säulengänge mit üppigem Zierat, nes h f mit dem Prunk der Decken und der Wand ■ in deren märchenhaft gestalteter Raum lchkeit der lebende Mensch im Anschauen sich verlier, gewölbt Brücken, Paläste in leuchtender Sch°nt>°ü und a d-r-, die dem Verfall sich neigen, B dwerke, aus höchster Vollendung des farbigen Ausdrucks em standen. Statuen aus Erz, Marmor, D°n grofc g - Mieter Auffassung des Lebens ündend und eng- Gallen von drängendem Volk erfüllt, uno -pmg , in deren Weite selbst die Masse sich zerstreut, und Inseln und Schiffe und das Meer, das blaue, unb der blaue Himmel über alledem ... bte haben Sie denn gar nichts mitgebradjt? wandle sich eine Dame an den Verfunk-N-N der nun nut der Hand etwas wie Schleier von1 der Stirne stnch. „Keine (Erinnerungen, die Sie fb.er^rc^'?!. können, die Ihnen beweisen, so oft s*e "0“etnrä5mt Sie" — sie lächelte ein wenig — „mäst geträumt haben?" . Er sah der Fragerin in die Augen. „Wie Sie mich immer verstehen, liebe Freundin! Aber Sie wissen ja, wie ich bm, an dergleichen denk ich allemal, wenn es zu spat ist, und komme dann mit leeren Händen. Nein, ich habe nichts mt gebracht — nichts, was ich zeigen konnte. „Auf das Zeigenkönnen kommt es ja auch nid) an", lockte die Stimme. Und das Gespräch der an- Am gestrigen Sonntagvormittag vereinigten sich auf Einladung der Meisterprüfungskommission für bie Provinz Oberhessen viele Handwerksmeister und -Meisterinnen sowie Gesellen mit den Prüfungsmeistern und einer Anzahl Gäste im Saale des Cafe Le. in Gießen zur feierlichen Ueberreichung der Meisterbriefe an die jungen Meister und Meisterinnen sowie die jungen Gesellen, die in diesem Jahre vor der Meisterprüfungskommission ihre Prüfungen mit Erfolg bestanden haben. Insgesamt wurden 393 Meister und Meisterinnen und 90 Gesellen durch die Ueberreichung der Meister- bzw. Gesellenbriefe ausgezeichnet und damit nach altem handwerklichen Brauch von ihrem bisherigen Gesellen- bzw. Lehrlingsstand frsigespiochen. Der Saal des Cafe Leib war anläßlich dieses Ehrentags des oberhessischen Handwerks bis zum letzten Plätzchen besetzt. Die feierliche Freisprechungszeremonie vor der geöffneten Jnnungslade. Zwei Jungmeifter und eine Jungmeisterin legen für ihre Kameraden das Gelöbnis der Treue zum Führer, Handwerk und Vater- y land ab. — (Aufnahme: Pfaff, Gießen.)______________________________ wendet er sich um zum Kleiderschrank. Aus leisen Sohle» schleicht der „Bettler" hinterher, ritsch-ratsch, eia Knotenstock saust Hase über'» Kops. Dann „türmt" der Räuber schwerbeladea... „Haben Sie denn nie gelesen, daß man fremde Leute nicht in die Wohnung läßt?" fragte der Kriminalbeamte, „und daß man alte Kleider der NSV. gibt, die alles gerecht verteilt?" Nein, das ift ihm neu. Er heißt ja Hase und weiß vo» nichts ... Tja - hätte er Zeitung gelesen! Die warnt beizeiten: Sieh dich vor — > sonst han'n dich Gauner über'S Ohr! Hase Ortsgruppe Sießen-Mitte. Betr. Winterhilfswerk 1936/37. Alle diejenigen, welche die Unterstützung durch das WHW- 1936/37 in Anspruch nehmen wollen, werden gebeten, sich an den Tagen, wie aus nachstehendem Plan zu ersehen ist, auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, zu melden. Die als Beleg für die Einkommen- und Mietverhältnisse notwendigen Unterlagen sind unter allen Umständen mit vorzulegen. Am 3 0. September: Kaplansgasse, Weidengasse, Maigasse, Neuenweg, Ludwigstraße. 1- Oktober: Bleichstraße, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolkengasse, Löwengasse, Erlengasse, Teufelslustgärtchen. 2. Oktober: Bahnhofstraße, Grabenstraße, Lö- berstraße, Plockstraße, Seltersweg, Hindenburgwall, Hinter der Westanlage. 5. Oktober: Bruchstraße, Goethestraße, Mühl- straße, Neustadt, Horst-Wessel-Wall. 6. Oktober: Alicenstraße, Bismarckstr., Schanzenstraße, Marktstraße, Rittergasse, Wagengasse. 7. Oktober: Sandgasse, Mäusburg, Marktplatz, Tiefenweg, In ^oershof. Meldezeit von 15 bis 18 Uhr und 20 bis 22 Uhr. Der Ortsgruppenamtsleiter. Gez.: Schelhorn. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Braune Messe: 10 bis 20 Uhr in der Volkshalle. — Deutsches Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft- Hauswirtschaft: 20 Uhr Einkochkursus für die Frauenschaft Gießen-Ost im Einhorn, in der Lehrküche der NSV. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Straßenmusik". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der verkannte Lebemann". Kammer für Handelssachen in Gießen aufgehoben. Der Leiter der Justizpressestelle Darmstadt teilt uns mit: Durch Verfügung vom 18. September 1936 hat der Reichsminister der Justiz die Kammern für Handelssachen bei einigen Landgerichten mit Ablauf des 30. September 1936 aufgehoben. Von dieser Maßnahme wird im Bereich des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt die Kammer für Handelssachen bei dem Landgericht Gießen betroffen. 3 Minuten = 133,50 Mark. Fernsprechverkehr mif Paraguay. Das Reichspostministerium teilt mit, daß von sofort an alle Orte in Paraguay zum Sprechverkehr mit Deutschland zugelassen sind. Ein Dreiminutengespräch kostet 133,50 Mark. Ueberwachung einer umfassenden Lehrausbildung eingeführt worden. Sollte die Einrichtung diesen Zweck erfüllen, so müssen die Bücher vom Lehrling gewissenhaft in Form regelmäßiger Monatsberichte geführt werden. Es soll vor allem daraus hervorgehen, daß der Lehrling die Ihm übertragene Tätigkeit auch wirklich erfaßt hat und den Aufgaben des kaufmännischen Berufs gewachsen erscheint. Die „Braune Messe — Deutsche Woche" war am gestrigen Sonntag der Anlaß dafür, daß aus weitem Umkreis unserer Stadt die ländliche Bevölkerung in großen Scharen nach Gießen kam. Besonders um die Mittagszeit waren die Züge von Alsfeld und Marburg her, ferner aus der Richtung von Lich, Friedberg und Wetzlar außerordentlich stark besetzt. Nach Schätzungen der Reichsbahn kamen in der Zeit zwischen 14 und 15 Uhr etwa 2000—3000 Personen in unserer Stadt an. Auch die Omnibusse der Reichspost waren stark besetzt. Die „Braune Messe — Deutsche Woche" in der Volkshalle war infolgedessen außerordentlich stark besucht, zeitweise mußten sogar wegen Ueberfüllung der Halle und des Freigeländes die Türen geschlossen werden. Der starke Besuch der ländlichen Bevölkerung in unserer Stadt dürfte auch für die Geschäftswelt (die Läden konnten gestern nachmittag offen gehalten werden) von Vorteil gewesen sein. Innungstagungen. Die Handwerker eröffneten mit ihren In- nungstagungen die Reihe der Veranstaltungen zu „Braunen Messe — Deutsche Woche". Zunächst war es die Dachdecker-Innung für die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach, die im Krausmüller-Saal der Kreishandwerkerschaft ihre Versammlung abhielt. Nach kurzen Begrüßungsworten des Obermeisters Hermann Röhrig (Gießen) sprach der stellvertr. Kreishandwerksmeister Schneider-Obermeister Hartmann (Gießen), zur Wahl des Obermeisters. Er empfahl die Wiederwahl Hermann Röhrigs zum Obermeister, die die Versammlung anschließend vornahm. Hierauf dankte der stellv. Kreishandwerksmeister den Arbeitskameraden für die bekundete Einmütigkeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese fortbestehen ' Unfall auf dem Weg zur Arbeit. Heute morgen kam eine Arbeiterin aus Steinbach, die in einem hiesigen Werke beschäftigt ist, mit ihrem Fahrrad in der Licher Straße zu Fall und erlitt dabei eine Kopfverletzung. Die bedauernswerte Verunglückte wurde durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht. möge. Jeder einzelne müsse mitarbeiten, wenn das Ziel erreicht werden solle. Der Führer habe gesagt, daß die Reichsregierung dem Handwerk den Rahmen der Organisation geschaffen habe, nun müsse das Handwerk diese Organisation sich selbst ausgestalten. Das könne nur durch Disziplin, Einigkeit und Kameradschaft erfolgen. Wer mithelfe und mitarbeite, der diene dem Volk und dem Führer und der Erfolg für ihn werde nicht ausbleiben. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Hartmann beglückwünschte den wiedergewählten Obermeister Röhrig und verpflichtete ihn erneut durch Handschlag. Obermeister Röhrig dankte seinen Arbeitskameraden und versprach, sein Amt auch fernerhin zum Wohle der Innung und des Handwerks zu fuhren. — Anschließend wurden einige organisatorische und fachliche Fragen der Innung besprochen. Die Innung der Glaser für die gleichen Kreise tagte im Bayerischen Hof. Hier gab Obermeister Marx im Anschluß an seine Begrüßungsworte den Jahresbericht, der infolge der regen Bautätigkeit eine lebhafte Beschäftigung der Jn- nungsmitglieder cmfwies, die sich auch im Jnnungs- leben bemerkbar machte. Einen breiten Raum der Aussprache nahm die Abgrenzung zwischen dem Schreiner- und dem Glaserhandwerk ein. Im Mittelpunkt stand das Berufsabgrenzungsabkommen zur Aussprache, das die Zuteilung der Arbeiten für die beiden Berufsgruppen sichert. Dann sprach ein Vertreter der Berufsversicherung über Versicherungsfragen. Der inzwischen eingetroffene stellv. Kreishandwerksmeister Hartmann leitete hierauf die Wahl des Obermeisters ein. Durch Zuruf wurde Obermeister Marx wiedergewählt, den der stellv. Kreishandwerksmeister beglückwünschte. Obermeister Marx dankte für das Vertrauen und versicherte, das Amt auch fernerhin zum Wohle des Handwerks im Sinne des Führers zu versehen. Gturmbataillone der Technik im neuen Bierjahresplan des Führers. Starker Besuch der Braunen Messe in Gießen. Lebhafter Verkehr auf der Reichsbahn. des internationalen jüdischen Bolschewismus zu dienen. Auch durch diese Ereignisse ergebe sich für uns erneut die Verpflichtung, an unsere eigenen Erfahrungen mit dem Bolschewismus in der Vergangenheit zu denken und daraus die notwendigen Schlußfolgerungen zu ziehen. Der Redner wandte sich sodann den Aufgaben zu, die unserem Volke auf dem Gebiete seiner Versorgungswirtschaft in allen Zweigen erwachsen, um unsere Selbständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Auslande unter allen Umständen sicherzustellen. Lr bezeichnete es als besonders wichtige Aufgabe der Technik, das Fehlen von Rohstoffen auszugleichen durch neue Schöpfungen aus den Gaben des Geistes und der Kunst der Technik, um auf diesem Wege das deutsche Volk nach bester Möglichkeit unabhängig zu machen von den ausländischen Rohstoffquellen. Der Führer habe uns den Weg für die nächsten Iahre gezeigt und vorgeschrieben. Runmehr sei es Sache der deutschen Wissenschaft und Technik, an die Arbeit zu gehen. Lins aber müsse gesagt sein: Die Aufgabe, die der Führer gestellt habe, könne nicht nur mit dem Verstand gelöst werden, sie finde vielmehr nur dann ihre gute Lösung, wenn die Männer der Wissenschaft und der Technik mit heißem Herzen an die Arbeit gingen, wenn sie sich immer als Diener der gesamten deutschen Ration fühlen und ihr Ziel darin sähen, nicht nur der Technik und der Wissenschaft, sondern dem Volke, der ganzen deutschen Ration und dem nationalsozialistischen Staate zu dienen. Der Kreisleiter erinnerte sodann an das große und starke Erlebnis, das in diesem Jahre wiederum vom Reichsparteitag ausgegangen fei und bekundet habe, daß unser ganzes Volk geschloffen und in einheitlicher geistiger Ausrichtung gemeinsam den Weg in eine bessere Zukunft gehe. Bei den großen Aufmärschen in Nürnberg fjabe es sich gezeigt, daß dort Männer nur auf Grund ihrer innersten lieber- zeugung marschierten in der Gewißheit, daß in ihrer Geschlossenheit und Einmütigkeit die gleiche Haltung der nationalsozialistischen deutschen Volksgemeinschaft zum Ausdruck komme und darin unsere größte Stärke liege gegenüber den anderen Völkern, die in ihrem Innern durch schwere Auseinandersetzungen erschüttert würden. Am Schlüsse seiner Ansprache forderte der Kreisleiter die Männer der Technik auf, sich mit aller Kraft zu bemühen, jeder an seiner Stelle, im Geiste des Nationalsozialismus die vom Führer gestellte Aufgabe zu erfüllen und damit als wirkliche Sturmbataillone der Technik an die Arbeit zu gehen. Gaudienststellenleiter Or. Scholz, ** Arbeitsjubiläum. In diesen Tagen kann der Küfer bei der Firma „Gießener Brau- haus" (Denninghoff) Fritz Dörr aus Hausen, auf eine 25jährige Tätigkeit in der genannten Brauerei zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich aller Wertschätzung sowohl der Betriebsführung wie auch der gesamten Arbeitskameraden. Eine besondere Freude wurde ihm dadurch zuteil, daß am gestrigen Sonntag die Belegschaft der Brauerei einen Familienausflug nach Hausen unternahm, um den Jubilar bei dieser Gelegenheit zu beglückwünschen. ** Gießener Geldinstitute heute nachmittag geschlossen. Wie aus dem Anzeigenteil am Samstag hervorging, haben die Gießener Geldinstitute aus Anlaß des Gemeinfchafts- empfanges der Proklamation des Führers am heutigen Montagnachmittag ihre Schalter geschlossen. ** Eine öffentliche Mahnung zur Zahlung von Fälligkeiten gibt die Stadtkasse Gießen im heutigen Anzeigenteil bekannt. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Kontrolle der kaufmännischen Lehrlingsbücher im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet. Im kaufmännischen Einzelhandel des rhein-mainischen Wirtschaftsgebiets werden zur Zeit durch das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung sämtliche kaufmännischen Lehrlingsbücher einer Nachprüfung unter- gegen. Die Bücher sind als wichtige Hilfsmittel zur Die Kreisleitung der NSDAP. Kreis Wetterau, Amt für Technik, und der NS.-Bund Deutscher Technik hatten auf Samstagnachmittag die Angehörigen der technischen Berufe zu einer Versammlung im Tagungszelt der Braunen Messe in Gießen eingeladen, auf der die Vorträge unter der Parole „Sturmbataillone der Technik im neuen Vierjahresplan des Führers" standen. Die gut besuchte Versammlung wurde von Kreisamtsleiter Oipl.-Dergingenieur Croniaeger mit einer kurzen Ansprache eröffnet, in der er es als die besondere Aufgabe dieser Tagung bezeichnete, durch die Ansprachen den Befehl des Führers über den neuen Vierjahresplan auf dem diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg zu verdeutlichen. Er forderte besonders auf, die Gedanken der neuen technischen Ordnung nicht nur sachlich und fachlich zu lesen, sondern sie auch immer mit nationalsozialistischem Geist aufzunehmen und durchzuführen. Kreisleiter Or. Hildebrandt erinnerte in seiner Ansprache daran, daß in der Vergangenheit leider nur allzu oft der Fehler begangen wurde, die Bedeutung der Techniker für den Staat zu unterschätzen. Wenn man früher etwas von Technik hörte, dann sei irrtümlich immer angenommen worden, daß das nur die Fachleute an- gehe. Im nationalsozialistischen Staat, im Dritten Reich gebe es jedoch kein Tätigkeitsgebiet, das Selbstzweck fei oder nur einem gewissen Personenkreis Vorbehalten bleibe. Genau so wenig wie die Wirkschask Selbstzweck sei, genau so wenig wie nach nallonalsoziall- siischer Auffassung die frühere Anschauung gelle, daß die Wirtschaft ein eigenes Lebensgebiel darstelle, genau so wenig könne die Auffassung bestehen, daß die Technik ein Lebensgebiel für sich sei. Wir wüßten heute, daß alle Lebensgebiete ihren tiefen Sinn nur darin fänden, daß sie der gesamten Nation zu dienen bestimmt seien. Unter diesem Gesichtspunkt müsse auch zu der Technik Stellung genommen werden. Wir alle wüßten, daß unser Volk in einer Schicksalswende lebe. Die Zukunft unseres Volkes hänge davon ab, wie wir die Probe bestünden, die das Schicksal uns in der Gegenwart stelle. Der jüdische Bolschewismus ringe mit dem Nationalsozialismus um die Seele der Völker. Was der Bolschewismus bedeute, werde uns und der Welt durch die furchtbaren Grausamkeiten und das Morden der Bolschewisten in Spanien klar und überzeugend vor Augen geführt, wo in diesem unglücklichen Lande die roten Machthaber alles nur tun, um den Bestrebungen Frankfurt von der Gaudienststelle des NSBDT. des Gaues Hessen-Nassau beantwortete als nächster Redner die Frage: „Was heißt Technik?" in kurzer Zusammenfassung dahin: „Technik heißt im letzten die Kunst, unter Anwendung der Naturgesetze die Verwirklichung des menschlichen Freiheitsstrebens durchzusetzen". Er gab sodann in großen Zügen einen Ueberblick über die gewaltigen Leistungen auf dem Gebiete der Technik im Verlause der Jahrhunderte bis heute, die uns unabhängig gemacht haben von Raum und Zeit. Er erinnerte dabei an die verschiedensten grundlegenden Erfindungen, die im Leben der Völker von der Technik ausgingen und völlig neue Lebensgrundlagen und Arbeitsmöglichkeiten mit sich brachten. Als Aufgaben der Techniker für die Gegenwart und die Zukunft stellte er sodann drei Punkte als besonders wichtig und bedeutsam heraus. 1. Unser kostbarster Gut, das wir haben, d i e Erfinder, muß besser als bisher geschützt und vorangebracht werden. 2. Die Betriebssichrer müssen sich als Be- triebsoffiziere fühlen, die wirklich im Geiste der Offiziere in ihren Betrieben stehen und alles für ihre Gefolgschaft einsehen. 3. Aufklärung zu schaffen in allen Betrieben und an allen Stellen über die grundlegenden Aufgaben Der Schauplatz des,FrankenburgerMrfelspiels' Von unserem Wiener Miiarbeiier. - Es war ein glücklicher Griff Eberhard Wolfgang Mollers, daß er den Stoff des „Fran k e n - bu/Zer Würfelspiels" zu einem Weihespiel gestaltete. Wurde doch durch die Ausführung auf der Dietnch-Eckart-Bühne während der Olympischen Spiele em Kapitel österreichischer Geschichte ins Bewußtsein der Nation gerufen, das man bisher nur im Schatten ähnlicher Ereignisse zu sehen gewohnt war. 0 1 J a da es den Volksgenossen im Reiche wieder m°>? österreichischen Gaue zu bereifen, unö dabei auch das unmittelbar an Bayern gren- 3enbe Öberösterreichische Innviertel regen Zuspruch ^halten wird, da in diesem Landstrich Braunau ^ssen Mauern Adolf Hitler das Licht ^^^E,/rbltckt hat, so wird es auch für jeden Reichsdeutschen wissenswert sein, daß m dem cm- grenzenden Hausruckviertel jene Stätte zu finden ist, die vor mehr als dreihundert Jahren der Schauplatz jenes blutigen und grausamen Geschehens war das auf der großen Freilichtbühne aus dem Dunkel der Vergangenheit ins Licht der Gegenwart gehoben wurde. Im Sudosten ist das Innviertel von den waldigen Hohen des Hausrucks umrahmt. Hier verlief auch m der Zsit der oberösterreichischen Bauernkriege ungefähr die bayrisch-österreichische Landes- grenze. Am südlichen Fuße dieses Waldrückens liegt Franken bürg, von dem die blutigen Wirren o ü Ausgallg genommen haben. Etwas weiter im Lande finden wir Hausham, der auf einer kleinen A"hohe gelegen eine halbe Wegstunde von der Bahnstatton Voklamarkt entfett, das typische Bild einer voralvinen Dorssiedlung gibt. Im Norden liegen die sanften Ausläufer des Hausruckwaldes im Süden breitet sich das großartige Panorama der Salzkammergutberge aus. Hier ist die Stelle an der einst jene Linde gestanden hat, in deren ©(hatten oberösterreichische Bauern um ihr Leben würfeln mußten, und an deren Aesten dann ihre Leichen gingen! Die Lehre Luthers hatte in den Alpenländern sehr rasch und fest Fuß gefaßt. Um 1600 war das Land beinahe vollkommen lutherisch, oft schon in der dritten Generation. Da bestieg Ferdinand II. den habsburgischen Thron, und mit ihm setzte in den Alpenländern jene Bewegung ein, die man gemeinhin (Segenreformation nennt, die aber als eine an Gewaltakten und blutigen Kämpfen reiche Zwangsbekehrung verstanden werden muß. Der Kaiser hatte sich entschlossen, die lutherische Ketzerei zu vernichten und feine Landeskinder, wenn es fein müsse, mit Feuer und Schwert wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurückzusühren. So wurden die lutherischen Prediger und Lehrer landesverwiesen und ihre heimliche Unterstützung unter schwere Strafe gestellt. In die leeren Pfründe wurde em katholischer Klerus eingesetzt, der meist sittlich verwahrlost und welscher Herkunft war. Der Gegensatz zwischen dem Volk und dieser aufgezwungenen Priesterschaft ließ sich auch mit Gewalt- Mitteln nicht überbrücken. So kam es bald zu Auflaufen, Priesteraustreibungen und ähnlichen Händeln. Zu der religiösen Unterdrückung gesellte sich auch eine soziale, die sich besonders durch die zahlreichen Einquartierungen bayrischer Truppen ins unerträgliche steigerte. In dieser gewitterschwange- ren Stimmung entzündete sich der Funke der Rebellion. In Frankenburg wurde ein italienischer Priester eingesetzt. Die Bauern verweigerten den Kirchenbesuch, rotteten sich vor der Kirche mit Büchsen und Stangen zusammen, bedrohten den Pfleger, der aber entkommen konnte, und vertrieben den Geistlichen aus der Kirche. Am gleichen Abend wurde das Schloß, in das der Pfleger geflüchtet war, bereits von 1500 Bauern und Bürgern be- > 9^- Eilboten zogen durchs Land, die angrenzen- äur Erhebung aufzurufen. In den na?lnAAX'a??n schon war die Zahl der Belagerer aus 5000 gestiegen. J^ ^attMter Graf Herberstorff zog alle Der ugbaren Truppen um Döklabruck zusammen, Derfpracfj den Belagerern Straflosigkeit und Ab- 2- ej-t.rer Beschwerden, wenn sie heimkehren und die Führer ausliefem wollten. Sonst habe jeder mit 5?b und Gut und mit dem Tode zu büßen. Der JJOerpfleger stellte außerdem noch einen Schein aus, Straflosigkeit und keine Neueinstel- lung katholischer Priester zusicherte. Darauf ver- .Bauern in ihre Gehöfte. Nun zog fernen Truppen vor Frankenburg und ließ von Haus zu Haus kundmachen, daß sich Me gesamte männliche Bevölkerung der beteiligten Gemeinden am nächsten Tage bei der großen Linde aus dem Haushamer Feld zu versammeln hätte. Wer kommt, der soll Gnade erhalten, wer aus- bleibt, verfallt dem Tode. Am 15. Mai 1625 fanden sich Segen 6000 Männer ein. Der Statthalter ließ sie von feinen Truppen umstellen, verlangte die BEung eines Ausschusses von Richtern, Räten ujL r ^euten aller Gemeinden, mit dem er verhandeln wolle. An diesen Männern vollzog sich dann jenes Geschehen, das als „Frankenburger W ü r f e l s p i e l" bekannt ist. Der Statthalter Herberstorff ließ seine versprochene Gnade also walten, daß er einwilligte, der Hälfte das Leben zu schenken. Zwei und zwei hatten nun anzutreten und mit den Würfeln zu bestimmen, welcher von beiden dem Tod verfallen fei. Erst diese grauenvolle Bluttat rief jene allgemeine Empörung hervor, aus der der große oberösterreichische Bauernktteg reisen sollte. Die ursprüngliche Linde ist nicht mehr erhalten. Sie stand bis 1850. Einzelne Zeichnungen sind in musealer Verwahrung. Das Grundstück, auf dem sie stand, wurde im Jahre 1900 von zwei Schulmännern angekauft, um die historische Stätte zu bewahren. Bereits 1909 gründete sich ein Ausschuß, der sich die Errichtung eines würdigen Denkmales Zum Ziele setzte. Die Vorarbeiten und Sammlungen waren schon weit gediehen, als der Kriegsausbruch all dem ein Ende fetzte. Erst 1925, am dreihundertsten Gedenktag, war es so weit, daß mit einer würdigen Feier das Denkmal am Haushamerfeld der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Nach einem Entwurf von Professor Ernst Lieber- m a n n in München, der Motive eines germanischen Hünengrabes gestaltet, zeugt es nun an der historischen Stätte von dem Opfertode jener Bauern. Kunst und Wissenschaft. Der Vorgefchichksforscher Prof. Wolfgang Schultz f. Zn München starb der bekannte Vorgeschichts- und Mythenforscher Professor Wolfgang Schultz. Er war 1881 in Wien geboren, wo er als Monatsschrift für vergleichende Mythenforschung die „Mitra" herausgab. 1918 bis 1921 war er Sachwalter des Forschungsinstituts für Osten und Orient in Wien. Seit 1923 lebte er als Privatgelehrter in München, wo er die deutsche Staatsangehörigkeit erwarb. Weit über Fachkreise hinaus wurde er de- fannt durch seine gehaltvollen Aufsätze über die großen Brauchtumfeste des deutschen Volkes und ihren germanischen Sinngehalt in den NS.-Monats- heften und durch fein begeisterndes Buch „Alt- germanische Kulturhöhe in Wort und Bild", das schon in dritter Auflage vorliegt. Professor Schultz war Hauptstellenleiter in der Dienststelle des Reichs- tfreö Rosenberg und Landesleiter des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte in Süd- deutschland. 55jahrig wurde er aus fruchtbarstem gerissen. In ihm verliett die deutsche Vor- geschichtsforschung einen der tapfersten und kom- vromißlosesten Vorkämpfer für die Ehre und Große der deutschen Kultur. Reuerscheinungen des Verlages Ullstein und des Propyläen-Verlages. Verlag Ullstein und Propyläen-Verlag, Berlin, kündigen folgende Herbst- und Weihnachts-Neuerscheinungen an: D i e großen Deutschen i m B i l d. — Fedor von Zobeltitz : Briefe deutscher Frauen. — Fürstin Marie R a d z i w i l l: Briefe vom deutschen Kaiserhof 1889—1915. — Sally von Kügelgen: Stilles Tagebuch eines baltischen Fräuleins 1855—1856. — Martin Le» 3 i u s : Das Ehrenkleid des Soldaten. Eine Kulturgeschichte der Uniform von ihren Anfängen bis 3ur Gegenwart. Mit 265 bunten Bildern. — Norbert Jacques: Der Bundschuh-Hauptmann Joß. Roman. — Kurt Maronde: Schiffer Nettelbeck. Der Roman eines abenteuerlichen Lebens. — Klara Hofer: Das letzte Jahr. Ein Roman um Theodor Körner. — Edgar Maaß: Verdun. Roman. — Walther von Schoen: ,.Kreu3erkrieg führen!" Die Heldenfahrten unserer Auslandskreuzer im Weltkrieg. — Götz Otto S t o f f r e g e n : Spuk in Frankreich. Fünf Erzählungen aus dem Wettkrieg. — Peter Eckart: Blockadebrecher Marie. Abenteuer-Fahrten des Kapitäns Sörensen im Weltkrieg. — Bruno H. Bürgel: Sterne über den Gassen. Roman. — Joses Martin Bauer: Das Haus am Fohlenmarkt. Roman. — Hans Thyriot: Magische Welt. Gedichte. — Hadrian Maria Netto: Leben jenseits der Liebe. Roman. — Peter Weber: Götter über den Menschen. Roman. — Max Me 3 ger : Der junge Florian. — Theodor Bohner: Der ehrbare Kaufmann. Ein Jahrhundert in Deutschlands Kontoren und Fabriken. — H. W. vanLoon: Männer und Meere. Siebentausend Jahre Seefahrt. — A. E. I 0 h a n n: Känguruhs, Kopra und Korallen. Fahrten und Erlebnisse in Australien und der Südfee. Zweiter Band: Kulis, Kapitäne und Kopfjäger. Fahrten und Erlebnisse zwischen Peking und der Timor-See. — Das Reich der Tiere. Das Tier in feinem Lebensraum. — Paul Eipper: Die gelbe Dogge Senta. — Prof. Dr. K. von Frisch: Du und das Leben. — „1000 Worte Polnisch". — „1000 Worte Russisch". — E. O. Plauen: „Vater und Sohn", zweiter Band. — Außerdem erscheint im Herbst eine Reihe neuer Ullstein-Bücher. Hochschulnachnchten. Der Inhaber des Lehrstuhls für Papierfabrika» tion an der Technischen Hochschule Darmstadt, Prof. Dr.-Jng. Walter Brecht, wurde von der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieur- Wissenschaften zum korrespondierenden Mitglied er* nannt. und den guten Leumund, den der Angeklagte in seinem Heimatsdorfe genießt. Schöffengericht Gießen. Der W. G. aus Bad-Nauheim, 36 Jahre alt, wurde wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug, sowie des Diebstahls unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten und drei Tagen Gefängnis verurteilt. Von dieser Strafe gelten 8 Wochen erlittene Untersuchungshaft als verbüßt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Angeklagten auferlegt. Der Angeklagte entwendete einer ihm bekannten Firma ein Scheckformular, stellte den Scheck auf sich aus, fälschte die Unterschrift seines Arbeitgebers und gab dann diesen Scheck gegen ein Darlehen an einen Bekannten als Sicherheit weiter mit der Auflage, den Scheck nicht in Zahlung zu geben. Da der Angeklagte nicht, wie versprochen, das Darlehen zurückzahlte, gab der Geldgeber den Scheck zur Bank, wodurch sich die Fälschung herausstellte. ,r , Der 55jährige E. R., gebürtig von Wolfenborn, im Kreise Büdingen, Inhaber einer außergewöhnlich großen Vorstrafenliste, wurde wegen Verleumdung, sowie wegen versuchter Nötigung in Tateinheit mit Verleumdung zu einer Gesamtge- fängnis strafe von zehn Monaten und zur Kostentragung verurteilt. Der Angeklagte hat in diesem Jahre an verschiedenen Orten wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen Unwahrheiten behauptet. Er teilte in einem Brief an einen Pfarrer in Darmstadt ein unsittliches Vorkommnis mit, das sich angeblich in Wohnbach zugetragen haben sollte. Er war wegen Verbreitung dieser Erzählungen schon einmal vom Amtsgericht Büdingen rechtskräftig verurteilt worden. Trotzdem erzählte er es wieder, obwohl ihm durch die Verurteilung bekannt war, daß er sich durch den Inhalt dieses Briefes erneut einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen würde. S.Jl-tfport Kußball der Gauliga Heften. 3m Gau Hessen. Das Programm der hessischen Gauliga war infolge des Länderspiels aus drei Begegnungen zusammengeschrumpft. „Hessen" Bad Hersfeld schlug den SC. 03 Kassel knapp mit 3:2 (2:1) und errang dadurch — Hanau und Wachenbuchen spielten nicht — die Führung in der Tabelle. Die Spvgg. Niederzwehren leistete auf eigenem Platz Germania Fulda erbitterten Widerstand und ergab sich erst nach Kampf 1:2 (0:0). Im dritten Spiel brachte Borussia durch einen schönen Erfolg mit 4:3 (2:2) über Kurhessen Marburg ihren Anhängern eine freudige Ueberraschung. Gau Südwest: FSV. Frankfurt — Union Niederrad 9:0; Kickers Offenbach — FD. Saarbrücken 5:4; Wormatia Worms — SV. Wiesbaden ausgefallen; Borussia Neunkirchen — Eintracht Frankfurt 4:2; Spfr. Saarbrücken — FC. 03 Pirmasens 1:1. Gau Bayern: 1. FC. Nürnberg — VfB Jn- golstadt-Ringsee 2:1; 1860 München — Spvgg. Fürth 0:2. Sporttag des pi-Stmmes 15/116 in Wieselt. Fußball-Ergebnisse der hrimischen Mannschaften. Frohnhausen — 1900 Gießen 6:0. Lollar — Dillenburg 4:0. Naunheim — Bissenberg 1:0. BfB.-Reichsbahn Gießen — Burg 1:2. Alsfeld — Wetzlar 1:6. Bis zur Halbzeit konnten die 1900er in Frohnhausen das Spiel offen gestalten, unterlagen dann aber unerwartet hoch. Die Lollarer befanden sich in großer Fahrt und hatten schon bei Halbzeit ihren Sieg sichergestellt. Obwohl die Bissenberger den Naunheimern an Schnelligkeit überlegen und auch eifriger waren, mußten sie doch zum Schluß sich dem vorjährigen Meister beugen. Die Niederlage der VfB.er bedeutet eine Ueberraschung, denn man hatte ihnen auf eigenem Platze einen knappen Sieg zugettaut. In Alsfeld errangen die Wetzlarer den erwarteten Sieg. und Fragen des deutschen Lebens, wie auch über ihre Lösung auf dem Gebiete der Technik und auf allen übrigen Wegen. Znu Punkt 1 erinnerte der Redner daran, daß in früheren Jahren manche gute Erfindung lediglich den patentrechtlichen Schutz erhallen habe, aber nicht ausgeführt wurde, nur weil sie dem betr. Unternehmer andere wirtschaftliche Pläne behinderte, der Erfinder selbst aber kein Geld hatte. In Zukunft müsse als oberster Grundsatz gelten, alle Erfindungen, die dem Wohle und dem Fortschritt des Volkes dienen, unter allen Umständen auszunützen. Zu Punkt 2 erinnerte der Vortragende an die früheren ungünstigen und vielfach unsozialen Verhältnisse in Betrieben zwischen dem Inhaber und ihren Mitarbeitern, er stellte demgegenüber die starke Achtung, die im nationalsozialistischen Staat dem Arbeiter entgegengebracht wird, und forderte auf, diesen Weg immer weiter auszubauen und damit das Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft nach dem vorbildlichen Verhältnis zwischen Offizier und Soldat zu gestalten, die beide in bester Kameradschaft und innigster Verbundenheit im gemeinsamen Dienst sichtbar sind. Zu Punkt 3 betonte er an eindrucksvollen Beispielen die dringende Notwendigkeit der Aufklärung auch im Lebens- und Arbeitsbereich der Techniker und auf allen Gebieten, mit denen der Mann der Technik überhaupt in Berührung komme. Nach der eingehenden Darlegung einer Reihe von technischen Fragen und Aufgaben, bei denen es, wie auch der Führer in Nürnberg bereits betonte, das Wort „Unmöglich" nicht geben dürfe und könne, erklärte der Redner zum Schluß, die Sturmbataillone der Technik hätten die Aufgabe, den Bierjahresplan des Führers mit aller Kraft durchzuführen, damit unser Volk neben der Nahrungsfreiheit auch die Rohstofffreiheit erringe. Der Führer habe unser Deutschland wieder zu lehren gebracht und stark gemacht, ihm wieder Geltung und Ansehen in der Welt verschafft, nun sei es eine neue Aufgabe, die in dem Vierjahresplan vom Führer gestellt sei, an der alle Kräfte mit voller Hingabe mitzuarbeiten hätten. Kreisamtsleiter Eronjaeger unterstrich mit kurzen Worten die Appelle der Vorredner und forderte die Männer der Technik auf, die von den Rednern ausgesprochenen Gedanken weiterzutragen und damit dem Führer und seiner Bewegung im Interesse des gesamten deutschen Volkes zu dienen. Sodann wurde die Kundgebung mit dem Gruß und Treugelöbnis an den Führer geschlossen. Schwurgericht Gießen. Am Samstagvormittag wurde die Beweisaufnahme in dem Meineidsverfahren gegen den Ludwig Belzer II. aus Borsdorf, über das wir bereits in unserer Samstagausgabe berichteten, fortgesetzt. Mit der Beeidigung der Hauptbelastungszeugen wurde die Beweisaufnahme abgeschlossen. Nach den Plädoyers des Staatsanwalts (Gerichtsassessor Dr. Bechtoldt) und des Verteidigers (Rechtsanwalt L u l e y) verkündete das Gericht nach längerer Beratung das Urteil. Das Schwurgericht erkannte gegen den Angeklagten auf eine Zucht» hausstrafe von einem Jahr und drei Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde gegen den Angeklagten auf dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständiger vor Gericht vernommen zu werden, erkannt. Der Vorsitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Dr. Speckhardt, führte in seiner Begründung aus, daß erwiesen sei, daß der Angeklagte einen Meineid geleistet habe. Der als Zeuge vernommene Oberamtsrichter habe bestätigt, daß ihm der Angeklagte in dem neben dem eigentlichen Zivilprozeß, den die Zeugin M. gegen den Angeklagten wegen Verlöbnisbruchs angestrengt hatte, hergelaufenen Verfahren auf Befragen, ob er der Zeugin die Heirat versprochen, mit. „Ja" geantwortet habe. Die Behauptung des Angeklagten, daß er von einem am Amtsgericht Nidda tätigen Beamten falsch belehrt worden sei, was man unter Verlöbnis verstehe, sei durch die Aussage des in Frage kommenden Beamten einwandfrei widerlegt. Straferschwerend berücksichtigte das Schwurgericht, daß der Angeklagte mit der Ehre der Zeugin M. Schindluder getrieben und, um finanziell keine Einbuße zu erleiden, den Meineid geleistet hat. Strafmildernd berücksichtigte das Gericht die seitherige Unbestraftheit Auf den Schießständen des Schützenhauses zu Gießen waren die Teilnehmer an den Wettkämpfen frühmorgens zum Kleinkaliberschießen angetreten. Es wurden durchschnittlich hohe Ringzahlen geschossen. Außer den Pionier-Stürmen 15/116 und 16/116 beteiligten sich an den Wettkämpfen noch eine Mannschaft der SA.-Reserve sowie 2 Mannschaften der Hitlerjugend von Wieseck. Dann wurde der Marsch nach Wieseck zum Sportplatz angetreten. Nach der Flaggenhissung und Meldung an den Brigadeführer Schmidt ermahnte der Führer des Sturmes 15/116, Obertruppführer M artin, die Teilnehmer zum ehrlichen Wettkampfe. Wettkampf in der Leibesübung. An mehreren Stellen zugleich wurden die einzelnen Sportarten des Fünfkampfes, 100-Meter- Lauf, Kugelstoßen, Keulenweitwurf und Weitsprung ausgetragen. Anschließend wurde mit dem Dreikampf, Steinstoßen, Keulen-Zielwurf und 150-Meter-Kampfbahn begonnen. Zu Mittag hatte die Feldküche ein schmackhaftes Essen zubereitet, dem tüchtig zugesprochen wurde. Als wieder das Kommando zum Antreten gegeben wurde, waren alle Teilnehmer wieder frisch wie am Vormittag. Oie pioniertechnischen Wettbewerbe. Der Nachmittag brachte eine ganz andere Sportart, und zwar pioniertechnische Wettbewerbe. Als erster und wohl auch schönster Wettkampf wurde ein Beseler Steg über die durch Ad- stauung verbreiterte Wieseck gebaut. Das Material lag für die wetteifernden Stürme 15/116 und 16/116 zurecht, und auf einen Pfiff des Adjutanten des Sturmbannes IV/116 begann die Arbeit. Zu bewundern war die Ruhe der aus je 10 Mann, einschließlich einem Führer, bestehenden Mannschaften, mit der sie ihre Arbeit verrichteten. Jedem einzelnen sah man die Durchbildung an. Da gerade die Pionierstürme zu den jüngeren Stürmen der Standarte 116 zählen, war diese ausgezeichnete Facharbeit um so lobenswerter. Nach 26 Winulen war der erste Steg fertig, und konnte der Benutzung übergeben werden. Die Bauart des Steges war derart fest und dauerhaft, daß es schade war, ihn nach kurzer Zeit wieder abbauen zu müssen. Die Abbauarbeit ging ebenso sachkundig vonstatten wie der Aufbau. Der Mannschaftslauf mit Gasmaske zeigte die Männer auch hier auf voller Höhe. Als weitere sportliche Hebung war den beiden Radfahr- Pionier-Spähtrupps der Stürme 15 und 16 die Aufgabe gestellt, einen auf der Karte bezeichneten Platz an der Lahn zu erreichen und dort Flußbreite, Stromgeschwindigkeit in der Strommitte sowie Wege- und Hserverhältnisse festzustellen, ob sie für einen Stegbau geeignet seien. Weiterhin war an der Stelle selbst der Rechts- und Hochwert zu ergründen. Außerdem mußte von dem ganzen Platz eine möglichst genaue Skizze hergestellt werden. An der genauen Lösung der Aufgaben konnte man die gute Durchbildung und Leistung der Stürme erkennen. Als letzte Hebung war ein Tau-Wett- z i e h e n der beiden Stürme angesetzt. Diese Mannschaftskraftübung löste sowohl bei den Beteiligten wie bei den Zuschauern viel Freude aus. Nach der feierlichen Flaggeneinholung marschierten alle Kampfteilnehmer, SA., SA.- Reserve und Hitler-Jugend unter klingendem Spiel des SZ. und MZ. der Standarte 116 durch Wieseck. Die Einwohner hatten es sich nicht nehmen lassen, durch reichen Fahnenschmuck ihre Verbundenheit mit der SA. zu bekunden. Dor dem Schulhaus nahm Standartenführer Lutter den Vorbeimarsch ab. Sodann versammelte man sich zu einer Kundgebung im Saale der Gastwirtschaft Scheppers. Nach dem Fahneneinmarsch und einem Gedicht, oorgetragen von Rottenführer Janssen, dankte der Führer des Sturmes 15/116, Obertruppführer Martin allen für ihre Teilnahme. Wenn wir heute, so führte er u. a. aus, zusammengekommen sind zu einem Wettkampf innerhalb eines Sturmbannes, so wollen wir keine Spitzenleistungen oorführen, sondern wir wollen zeigen, daß jeder SA.-Mann eine sportliche Ausbildung erfährt und bei dem Sport die Kameradschaft übt. Dazu dienen gerade die Mannschaftskämpfe in erster Linie. Von der heutigen Veranstaltung wollen wir mit nach Hause nehmen, daß wir gewappnet sind, auch für größere Aufgaben, die uns der Führer stellen möge. Nach dem gemeinsam gelungenen Liede „Volk an's Gewehr" sprach Standartenführer Lutter zur SA. und führte aus: „SA.-Kameraden, Nationalsozialisten! Wir sind heute hierher gekommen, um ein Sportfest abzu- halten. Es hat sich von anderen Deranstaltunaen dieser Art ausgezeichnet durch die pioniertechnischen Leistungen, die überraschend gut waren. Kameraden, wer von euch mit in Nürnberg war und durfte seinem Führer ins Auge blicken, der hat wieder neuen Mut und neue Kraft gefunden für die Arbeit im kommenden Jahre. 2)er SA.-Mann muß mehr leisten als alle anderen, er muß Vorbild sein. Der SA. sind vom Führer hohe und hehre Aufgaben gestellt worden, für deren restlose Erfüllung wir eintreten müssen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben gehört aber vor allen Dingen eine vollkommene Durchbildung eines jeden einzelnen SA.- Mannes. Wir dürfen nicht ruhen, im Gegenteil, wir ziehen den Riemen fester und marschieren weiter bis auch der letzte deutsche Volksgenosse er- süllt ist von dem Glauben an den Führer und sein großes Werk. Denken wir zurück an die Kampfzeit, wie es in Wieseck, im Lande, ja im ganzen Reiche aussah. Nur durch unseren Führer ist Deutschland wieder das geworden, was es heute ist. Wir danken ihm für feine große Tat, für die Einigung Deutschlands und grüßen unseren Führer nach alter SA.- Art und schwören ihm erneut Treue." Nach dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied erfolgte der Ausmarsch der Fahnen. r Abends fand noch ein Manoverball statt, der die Teilnehmer und Bevölkerung noch lange zusammenhielt. Oie Ergebnisse der Wettkämpfe. Fünfkampf: 1. Sieger Pi-Sturm 16/116, mit 335,5 Punkten (Mannschaft Schmidt); 2. Sieger Pi- Sturm 15/116, mit 310 Punkten (Mannschaft Wel- ler I.). — 1. Sieger Hitler-Jugend: Mannschaft Singel (Wieseck) mit 300 Punkten. Dreikampf: I. Sieger Sturm 16/116 mit 443 Punkten (Mannschaft Haus); 2. Sieger: Pi-Sturm 15/116 mit 401 Punkten, Mannschaft Scherer. — 1. Sieger der Hitler-Jugend: Mannschaft Kreiling mit 398 Punkten. Gasmaskenlauf: 1. Sieger Hitler-Jugend Wieseck mit 74.Sekunden; 2. Sieger Pi-Sturm 15/116 (Trupp Heuchelheim) mit 75,6 Sekunden. • Spähtruppaufgabe: 1. Sieger Pi-Sturm 16/116. Tauziehen: Sieger Pi-Sturm 15/116. Beseler-Stegbau: Sieger Pi-Sturm 15/116 in 26 Minuten 11 Sekunden. Kurze Sportnotizen. Eine große Wintersportwoche, die die Erinnerung an die Olympischen Winterpsiele in Garmisch-Partenkirchen wachhalten soll, kommt in der Zeit vom 23. bis 31. Januar des nächsten Jahres an den olympischen Stätten zum Austrag. Der Internationale Luftsport-Verband beschloß auf seiner Tagung in Warschau die Schaffung eines internationalen Sporsliegerabzei- chens. Die große Goldmedaille der FAJ. für besondere fliegerische Leistungen erhielt der Sieger des Luftrennens England-Australien, der Engländer Scott. Auch am Schlußtage des Wiener Reitturniers feierten die deutschen Reiter noch einen großen Erfolg. Rittmeister Brandt (Alchimist) und Rittmeister Momm (Baccarat) gewannen den Siegerpreis vor dem Italiener Capt. Montfort auf Fe- lino. Sei den Meisterschaften der Tennislehrer in Berlin gab es am Sonntag eine Riesen-Heber- raschung, da Nüßlein gegen Ramillon mit 6:4, 2:6, 2:6, 4:6 verlor. Nüßlein wurde aber doch deutscher Meister, da er im Gesamten das bessere Satzverhältnis aufzuweisen hatte. Ramillon wurde Zweiter vor Goritschnig und Rott. MWWesmWe» Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Guten Abend, Hanna." „Paul! Wo kommst du denn her?", erfreut sieh sie auf und nimmt von dem einzigen freien Stuhl Schläger und Bälle weg. „Setz dich und erzähle. „Ich war bei euch, dein Vater ist nicht da, aber Friedel wußte wenigstens, wo du bist." Der Verleger nimmt Platz und sieht nun erst, daß noch jemand am Tisch sitzt, der mit Hanna gegessen hat. „Du bist nicht allein, entschuldige, aber — „Du kannst getrost sitzen bleiben, Paul, du kennst den Mann sogar. Vielleicht freut dich auch die Be- 9 Da kommt Herbing zurück, er erkennt Paul La- verenz sofort. „Mein Himmel, Laverenz, Sie hier? Das ist ja nun wirklich ein Novum!" Laverenz ist sichtlich überrascht, Hanna und dieser Mann? Das ist denn doch —! Er erhebt sich und gibt Herbing die Hand. „Nett, Sie zu treffen, Herbing Wenn ich nicht störe, bleibe ich auf eine halbe Stunde. Ich habe den Wagen mit unb kann die Herrschaften umschichtig heimfahren." . „Sie kennen Fräulein Brandes —? „Fräulein Brandes ist gut, was Hanna? Aber vielleicht darf ich zurückfragen: du kennst Herrn ^Dtt"beiden^lachen, John Herbing lacht nicht. Er sagt nur, verbindlich gegen das Mädchen gewandt: „Ich habe seit drei Stunden den Vorzug Ihrer Gesellschaft!" „Hanna und du —" Ä .. . n @5 nimmt ihm für kurze Zett ine gute Laune ... 5. Kapitel. Die Heimfahrt ist recht schweigsam. Paul Laverenz hat zwar nicht viel aufzupassen, denn der Verkehr in den Grunewaldstraßen »st übersichtlich, er hätte längst fragen können, wie Hanna Brandes zu der Einladung Herbings gekommen ist. Als sie der Binger Straße immer näher kommen, tut er es endlich. „Das war sehr einfach, Paul. Wir spielten einen Satz zusammen, und da lud er mich eben ein." „So. "Dann ist es wieder eine Weile still zwischen den Beiden. Am Breitenbachplatz setzt Laverenz hinzu: „Nimm dich da ein bißchen in acht, Hanna!" „Wieso?" Es kommt nicht ohne Schärfe. Das Mädchen hat nie viel Sinn für Ratschläge in Dingen, denen sie allein auf den Grund kommen will. „Der Mann ist nicht uninteressant und deshalb nicht ganz ungefährlich." Hanna Brandes sieht den Freund ihres Vaters erstaunt an, dann lacht sie kurz auf. „Unb das sagst du mir, Paul? Ich dachte, du kenntest mich ganz gut!" „Ich hoffe es, Hanna. Warum hat er es übrigens abgelehnt, mitzufahren?" „Ich weiß es nicht, und es interessiert mich auch nicht. Willst du noch auf einen Sprung mit ins Haus kommen? Vater scheint daheim zu sein, in seinem Zimmer brennt Licht." „Es ist schon spät und —" „Ich dachte, du wolltest ihn sprechen?" Wieder richtet Hanna Brandes ihre großen, klaren Augen voll auf des Mannes Gesicht. Sie versteht ihn heute nicht ganz, er ist nervös, fast gereizt, und das kennt sie an ihm nicht. „Was ist denn los mit dir, Paul? Jetzt bringe ich sogar barauf, baß du mit herein» kommst." Er preßt die Lippen zusammen, die Muskeln in seinem Gesicht spielen. Er schiebt die leichte Sportmütze von der Stirn und fährt sich mi^ der Hand durch das dichte angegraute Haar. Dann stoppt er seinen Wagen ein paar Meter vor dem Hause ab. „Entschuldige, Hanna, aber ich — ich möchte doch lieber nach Hause, es wird mir zu spät. Grüße schön. Wenn du noch ein wenig Zeit gehabt hättest, wäre ich gern noch ein bißchen herumgefahren, aber du bist müde —" „Ja, das bin ich, Paul. Der Wein ist daran schuld und ein scharfes Spiel, ich muß bester trainieren, ich will auch das Turnier mitspielen." „Mit Herbing?" „Ja. Du hast sehr viel gegen ihn, wie es scheint. Warum?" „Nichts, was ich beweisen könnte, Hanna. Er hat mir den Abend verdorben, deshalb bin ich wohl ungerecht." „Er hat dir den Abend verdorben? Das verstehe ich nicht, Paul. Du mußt schon deutlicher werden." „Ein andermal. Ich bin ein alter Esel, entschuldige." Verbindlich lächelnd öffnet er den Schlag, unb nimmt bie Hand, bie sich ihm entgegenstreckt, mit festem Druck. Er wartet, bis Hanna bie Haustüre aufgeschlossen hat unb brinnen bas Licht aufflammt, bann gibt er Gas unb fährt sehr rasch bavon. Hanna bleibt fetunbenlang in der Diele stehen unb horcht bem Geräusch des Wagens nach. „Sonderbar," benkt sie. Aber ba geht bie Tür zum Arbeitszimmer bes Vaters auf, helles Licht flutet heraus, benn Brandes hat alle Lampen eingeschaltet. „Guten Abend, Hanna, ich warte schon eine Stunde auf dich und —" „Du wartest auf mich, Vater? Das tut mir leib, Friedel wußte, wo ich war, bu hättest mich ruhig anläuten können, bann wäre ich auch heimgekommen. Paul war auch hier, er traf dich aber nicht an." „Hast du ihn gesprochen? Komm, trink noch einen Schluck Wein mit mir." „Danke, Vater, aber mein Bedarf ist gedeckt." Hanna hat ihre weiße Leinenmütze in der Hand, steht schlank unb groß vor ihrem Vater. Der weiße Rock geht bis knapp über bie Knie, der ärmellose Pullover hat eine einzige Verzierung auf der rech- ten Brustfelle, ein rotes Monogramm. Brandes erfaßt das mit einem einzigen Blick. Er sieht die Tochter heut zum ersten Mal mit anderen Augen an. Sie ähnelt ihrer Mutter immer mehr, aber was bei Agnes Mathufius scheue Zurückhaltung war, ist bei Hanna eine Verschlossenheit, bie an Hochmut grenzt. Er versucht, seinen Freund Paul zu ver- stehen unb entdeckt nun auch, baß seine Tochter ein schöner Mensch geworben ist. Für einen Mann wie Laverenz wohl das Ziel von Wünschen. „Dann wirft bu aber eine Zigarette nicht ablehnen. Hanna. Komm, setz dich hierher. Ist dir bas Licht zu hell? Ich kann nur arbeiten, wenn alles klar und deutlich um mich herum ist, verwischte Konturen sind nichts für nuch." Er dreht bas Dek- kenlicht aus unb schiebt Hanna den Stuhl so, daß sie im Lichtkegel der Schreibtischlampe sitzt. Sie lächelt, als der Vater ihr gegenüber Platz nimmt, sie kann kaum sein Gesicht erkennen. „Wie bei einem Verhör," sagt sie. „Mein Kompliment, Hanna. Du bist also doch auch meine Tochter, sonst hättest du es wohl kaum bemerkt," meint der Anwalt, ihm ist nicht ganz wohl in seiner Haut. Hanna ist deutlich unb hat ihn burchschaut. Also nimmt er sich vor, keine Fragen zu stellen, bei benen sie vielleicht nur überlegen lächelt. „Aber biesmal ist es wirklich nur eine Gewohnheit, keine Absicht. Warum ist Paul nicht mit- gekommen?" „Angeblich war es ihm zu spät." Hanna nimmt von den Zigaretten, bie ihr Vater vor sie hingestellt hat, unb benutzt ihr Feuerzeug. Mehr sagt sie nicht. „Angeblich? Wie meinst bu bas?" „Er war sehr sonderbar heute Abenb. Ich muß erst mal eine Nacht darüber schlafen, morgen bin ich vielleicht klüger." Herbert Brandes hat aufgehorcht. „Mir ist er auch ausgefallen, vielleicht hat er Sorgen unb will sie nicht eingestehen." „Halte ich für ausgeschlossen. Er kam in den Klub, um mich zu treffen. Ich war nicht allein, unb wenn es nicht eben Paul Laverenz, dein Freund gewesen wäre, hätte ich annehmen können, daß ihn das gestört hat." „Vielleicht — hat es ihn gestört." Das Mädchen sieht auf, ihre ohnehin eigenwillig nach oben strebenden Augenbrauen wölben sich zu mongolischem Schwung unb verändern jäh das Gesicht. Auch bas bemerkt Brandes mit leichter Verwunderung. „Das wäre doch lächerlich, Vater. Außerdem täte mir das — sehr leib." Der Anwalt versteht sofort. Es erscheint ihm ratsam, einen Wink zu geben, nichts zu überstürzen. „Dars ich wissen, mit wem bu zusammen warst?" „Mit John Herbing, wenn dir der Name etwas sagt. Paul hat ein Buch von ihm verlegt." (Fortsetzung folgt.) Das Kreistreffen der Atterstnrner in Dillenburg. Warum veranstaltet man das Alterstreffen an der äußersten Grenze des langgestreckten Kreises, [o hörte man wohl hier und da vor der Veranstal- rung Stimmen laut werden. Leidet darunter nicht der Besuch? Nun, die Fragen waren unnütz; die Turnkreisleitung wußte, daß in Dillenburg soviel alte Turnertradition steckt, um den notwendigen Anreiz zum Besuch des 3. Kreis-Alterstreffens zu bieten. Das 3. Alterstreffen wurde zu einem vollen Erfolg und vielen turnbegeisterten Volksgenossen zu einem besonders schönen Erleben. Oer Begrüßungsabend. Das Treffen wurde am Samstag eingeleitet durch einen Begrüßungsabend, der den Geist des ganzen Treffens atmete, den Geist herzlicher Kameradschaft und froher turnerischer Verbundenheit. Der Abend sah die Alten mit den Jungen zusammen, die sich mit bestem Erfolg bemühten, den Gästen frohe Stunden zu bereiten. Manches gute Wort wurde gesprochen, nachdem Dereinssührer Jakob seine Gäste begrüßt hatte. Seine Worte über Dereinsleben und turnerisches Wesen klangen aus in einem Dankgruß an den Führer, dem das Deutschland- und Horst-Wessel- Lied folgten. Unterkreisführer Zobel- Haiger überbrachte die Grüße des Kreisfachamtsleiters D a u b e r t - Wie- feck. Zobel bezeichnete die Altersriegen als den festen Angelpunkt der Turnvereine und brachte der edlen Turnerei ein dreifaches „Gut-Heil". Der Schulungsleiter der NSDAP, und Dietwart des Tv.Dillenburg P l i e f k e sprach Worte über Ehre und Treue als Grundlage jeder Arbeit im Reichsbund und Ortsgruppenleiter Höhn, der die Grüße des Kreisleiters Scheyer und des Bürgermeisters S ch i e b e ck überbrachte, bezeichnete vom Hakenkreuz und der neuen Reichsbundfahne ausgehend, die Arbeit im Reichsbund als ungeheuer wichtig für das Volksganze. Der Festabend verlief schön, würdig und inhaltsreich. Altersturner im Wettkampf. Am Sonntagvormittag traten dann die Alten in der schönen neuen Turnhalle des Tv. Dillenburg zum Wettkampf an. Rund 80 Turner waren in sechs Riegen und drei Altersklassen, die nun im Vier- bzw. Siebenkampf zeigen wollten, was sie noch zu leisten vermögen. Man mußte oft staunen, welche Turnfertigkeit sich die Männer im grauen Haar noch bewahrt haben. Viele von ihnen könnten in Wettkämpfen aktiver Turner noch gut ihren Mann stehen. Trotz allen Wettkampfeifers, trotz Lampenfiebers bei dem einen oder anderen, war besonders wefenllich festzustellen die Wiedersehensfreude, die sich auf allen Gesichtern spiegelte, vom jüngsten 32- jäyrigen bis zum ältesten Wettkampfteilnehmer des Tages, dem 77 Jahre alten Turnbruder Wilhelm D a p p e r (Tv. 1846 Gießen), der 13. Sieger wurde. In verhältnismäßig kurzer Zeit war das Turnen beendet. v Während der Wettkämpfe begab sich eine Abordnung mit der Dereinsfahne auf den Friedhof, um dort am Grabe des Ehrengauvertreters Heinrich Richter einen Kranz niederzulegen. Am Nachmittag trafen sich alle Teilnehmer des Alterstreffens, um in gemeinsamem Spaziergang die Sehenswürdigkeiten Dillenburgs zu genießen. Bei frohem Zusammensein in engster turnbruder- licher Verbundenheit verbrachte man den Rest des Nachmittags. Man frischte alte Erinnerungen auf. Die Siegerverkündung nahm Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar), der Leiter der gesamten Veranstaltung war, mit Worten herzlicher Anerkennung für die Arbeit der Altersturner vor. Die auf dem Alterstreffen errunaenen Sieae sind für die Turner eine Anerkennung für bisher geleistete Arbeit. Das 3. Alterstreffen wird den Dillenburgern und allen Beteiligten aus dem Kreis 8 in guter Erinnerung bleiben. Auszug aus der Siegerliste. Altersklasse I (32 bis 38 Jahre): 1. August Best, Tv. 1847 Wetzlar, 134 P.; 2. Paul Hardt, To. Herborn, 131; 3. Otto Kuhlmann, Tv. Herborn, 121; 4. Otto Heusler, Tv. Dillenburg, 120; 5. Heinrich Franz, To. Sinn, 117; 6. Rudolf Hainz, Tv. Aßlar, 116; 7. Karl Rüger, Tv. Dillenburg, 115; 8. Florian Jahn, Tv. 1847 Wetzlar, 113 P. Altersklasse II (39 bis 45 Jahre): 1. Karl Gissel, Tv. Waldgirmes, 133 P.; 2. Max Engelmann, Tv. 1847 Wetzlar, 126; 3. Adolf Jung, To. 1847 Wetzlar, 124; 4. Franz Sauer, Tv. 1846 Gießen, 121; 5. Karl Heß, Tv. Braunfels, 120; 6. Karl Müller, Tv. 1846 Gießen, 118; 7. Rudolf Keller, Tv. Rodheim, 116; 8. Wilhelm Liekhoff, Tv. Dillenburg, 113 P. Altersklasse III (46 uni) älter): 1. Paul Schüler, Tv. 1847 Wetzlar, Otto Seibert, Tv. 1847 Wetzlar, je 76 P.; 2. Hans Häuf, Tv. 1847 Wetzlar, 74; 3. Fritz Kunz, To. Sinn, 73; 4. Ernst Dölitz sch, Tv. Dillenburg, Heinrich Hamel, Tv. 1846 Gießen, je 72; 9. Fritz Wiegand, 66; 11. Karl Erb, 64; 13. Wilhelm Dapper, 62; 15. Ludwig Röhrich, 60; 17. Georg Wahl, 58; 21. Karl Lichtenfels, Heinrich Zimmermann, je 51; 22. Hermann Haubach, 47 P. Die Letztgenannten sind sämtlich vom Tv. 1846 Gießen. Feldberg-Rennen im Regen. Rosemeyer Tagesbester und neuer Dieses 11. Feldbergrennen im Taunus wird jeder, der als Aktiver oder als Zuschauer teilgenommen hatte, so schnell nicht vergessen. Dichter Nebel auf dem oberen Teil der 12 Kilometer langen Strecke, ein Dauerregen, dem auf dem Feldberg-Gipfel hie und da auch etwas Schnee beigemischt war, und eine empfindliche Kälte machten den Aufenthalt für die über Erwarten große Zuschauermenge an der Strecke nicht angenehm. Am meisten hatten aber unter der Unbill des Wetters die Rennfahrer zu leiden, die auf der glatten und besonders in den zahlreichen Kurven schlüpfrigen Straße ihre ganze Steuerkunst aufbieten mußten, um in der Bahn zu bleiben. Unter diesen Umständen war in keiner Klasse an die Verbesserung der bestehenden Rekorde zu denken, es ist aber im höchsten Maße bewundernswert, daß trotz allem Geschwindigkeiten herausgeholt wurden, die nur ganz wenig unter den Rekordzeiten blieben. Bernd Rosemeyer, der junge Meisterfahrer der Auto-Union, kam dem absoluten Streckenrekord von Hans Stuck (112,9 km/st) bis auf 112,7 km/st nahe und auch bei den übrigen Wagen- und Motorradfahrern wurde ziemlich oft die 100 km/st- Grenze Überboten. Es war auch nicht zu verwundern, daß zahlreiche Stürze und Ausfälle zu verzeichnen waren. Da war es der Nebel, der die Fahrer von der Straße ge- deutscher Rennwagen-Bergmeister. raten ließ, dort war es die regennasse Bahn, die Anlaß zu einem Sturze bot. Um so erfreulicher ist es, daß keiner dieser Stürze Schaden bei den betroffenen Fahrern anrichtete. In manchen Fällen wurde die große Fahrkunst der Teilnehmer offenbar, als sie — schon im Sturz begriffen — noch im letzten Augenblick die Maschine abfingen oder den Wagen mit Aufbietung aller Kraft wieder auf die Mitte der Straße zurückzwangen. Die Schlußkurve hatte es besonders in sich. Größeres Mißgeschick hatte der Auto-Union-Fahrer Ernst v. Delius, der bei Kilometerstein 10 im Graben landete und dabei seinen Wagen so schwer beschädigte, daß er nicht mehr weiterfahren konnte. Delius selbst blieb heil. Oie Kämpfe auf Motorrädern. Im Mittelpunkt des Rennens standen die Kämpfe der Motorrad-Lizenzfahrer um die Deutsche Meisterschaft und der Start der beiden Auto-Unionfahrer Bernd Rosemeyer und Ernst von Delius. Die Motorradfahrer absolvierten den zweiten Berglauf zu ihrer Meisterschaft und dabei gingen folgende Meisterfahrer als neue Titelträger hervor: 250-ccw-Solomaschinen: E. Kluge, Zschopau (DKW.). 350-cem-Solomaschinen: H. Fleischmann, Nürnberg (NSU.). 500-cem-Solomaschinen: H. P. Müller, Bielefeld (DKW.). Seitenwagen-Maschinen: Hans Kahrmann, Fulda (DKW.). Im Feldberg-Rennen selbst beherrschten diesmal die NSU.-Fahrer das Feld. In vier Klassen siegten sie, und zwar zweimal durch die gleichen Fahrer: Heiner Fleischmann holte sich den Sieg in der 350- ccm= und in der 500-ccm-Klasse und Hans Stürkle beendete die beiden Seitenwagenklassen siegreich. Fleischmann erreichte dabei mit 7:00,0 Minuten und 101,2 km/st die schnellste Motorrad-Zeit des Tages. Stärkte legte die 12 Kilometer mit der 600-ccm- Seitenwagen-Maschine in 7:42,8 Minuten zurück, mit der „Tausender" war er etwas langsamer. DKW. holte sich erwartungsgemäß den 250-ccm- Klassensieg durch den neuen Meister Kluge, der in 7:36,6 (94,6) am Ziel ankam. Bei den Sportwagen war Bobby Kohlrausch mit seinem Magic-Midget in 7:32,2 Minuten (95,5) am schnellsten. Berg, Altena (Ford), war mit 7:34,0 Minuten nur wenig langsamer und Paul Schweder erreichte 7:51,4 Minuten. Glänzend hielt sich wieder der junge Frankfurter Brendel, der in der Klasse bis 1100 ccm ohne Kompressor auf NSU.-Fiat in 8:37,4 Minuten (83,5 km/st) Erster wurde. In der „kleinen" Rennwagen-Klasse bis 1100 ccm gab diesmal Walter Bäumer-Bünde mit seinem 750-ccm-Austin dem Münchener Bobby Kohlrausch das Nachsehen. In der Klasse bis 3000 ccm siegte Brudes-Breslau (Bugatti) in 7:02.6 (101.2). Das Rennen der »Großen". Unter großer Spannung der Zuschauer machten sich dann als letzte Bernd Rosemeyer und Ernst von Delius fertig zum Start. Bernd war auf dem ersten Teil der Strecke überaus schnell, mußte dann aber sehr vorsichtig fahren, da der Nebel fast jede weitere Sicht nahm. Die berüchtigte Schlußkurve meisterte Bernd aber mit vollendeter Fahrkunst. Elegant und sicher „zog" er den Wagen um die Ecke und raste mit kaum verminderter Geschwindigkeit dem nahen Ziele zu. Ernst von Delius erreichte für den ersten Teil der Strecke ebenfalls eine großartige Zeit, hatte aber dann das Pech, beim Kilometerstein 10 in den Graben zu fahren. Bei der Siegerehrung auf dem Feldberg, die im dichtesten Nebel stattfand, spendeten die Besucher den erfolgreichen Fahrern laut Beifall und dankten ihnen für ihre großartigen Leistungen. OaS Rennen von Monza. In Monza wurde um die Internationale Geschwindigkeits-Trophäe für Motorräder gekämpft. Tenni-Jtalien verteidigte dabei in der 500-ccrn- Klasse auf Guzzi die Trophäe vor Aldrighetti (Guzzi), Gall und Ley (beide BMW.). In der 350-ccm-Klasse siegte Sunnqvist-Schweden (Husqvarna) vor Nocchi-Jtalien und „Grizzly"-Belgien. Bei den 250-ccm-Maschinen fiel der Sieg an Aldrighetti (Guzzi) vor Pagani (Italien). Die deutschen Teilnehmer waren überall stark vom Pech verfolgt. Deuffche Fußballsiege in Prag und Krefeld. Deutschland—Tschechoslowakei 2:1. Das dritte Länderspiel zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei, das am Sonntag vor 45 000 Zuschauern in Prag durchgeführt wurde, ergab den zweiten deutschen Sieg. Auf dem Dresdener 2:1- Erfolg von 1935 folgte nun ein neuer Sieg mit dem gleichen Ergebnis in der Hauptstadt der Tschechoslowakei. Deutschlands Erfolg kam etwas unerwartet — das müssen wir ohne weiteres eingestehen — aber er war vollkommen verdient. Unsere Elf bot die bessereMannschaftsleistung und war vor allem nach der Pause im Sturm stärker als die Tschechoslowakei. Dem guten Schiedsrichter O h l s s o n (Schweden) stellten sich folgende Mannschaften: Deutschland: Jakob; Münzenberg, Munkert; Rodzinski, Goldbrunner, Kitzinger; Elbern, Gellesch, Siffling, Lenz, Kobierski. Tschechoslowakei: Planicka; Burger, Cty- rocky; Bousca, Bouzek, Kvapiel; Faszinek, Cech, So- botka, Nejedly, Rulc. In der ersten Halbzeit war der Kampf im großen und ganzen ausgeglichen. Bei den Mannschaften boten sich Chancen, die aber alle von den großartigen Verteidigungen vernichtet wurden. Die Stürmer waren hüben und drüben in dieser ersten Halbzeit noch nicht nichtig im Bilde. Der tschechische Sturm kam zwar durch Cech zum ersten Tor, konnte aber sonst nicht befriedigen. In der deutschen Mannschaft überragten Jakob, Münzenberg und Goldbrunner, die dafür sorgten, daß „hinten" für die Tschechoslowaken nicht viel zu holen war. Nach der Pause beherrschte die Tschechoslowakei 10 Minuten lang eindeutig das Feld. Dann ging der deutsche Sturm einmal los und schon dieser erste Angriff brachte den Ausaleich. Elbern nützte ein Mißverständnis zwischen Burger und Planicka geschickt aus und beförderte den Ball mit dem Kopf ins Netz. Nun war die deutsche Elf gegen vorher nicht wieder zu erkennen. Auf einmal klappte alles und die Tschechoslowakei hatte alle Hände voll zu tun, um sich der stürmischen Vorstöße der Deutschen zu erwehren. Das gelang auch lange Zeit, aber in der 75. Minute gelang unserer Mannschaft doch der entscheidende Treffer. Stiffling nahm eine Ko- bierski-Flanke auf und sandte unhaltbar ein. Die deutsche Elf verdient ein Gesamtlob. Sie tat ihre Pflicht, kein Mann versagte. Ueberragend waren Jakob im Tor, Münzenberg in der Verteidigung und Elbern im Sturm. Bei den Tschechoslowaken machten Torwart Planicka, die Verteidigung, der Läufer Boucek und der Stürmer Cech den be-1 sten Eindruck. Die übrigen Spieler spielten teilweise nicht in bester Form. Deutschland —Luxemburg 7:2. Zu einem vollen Erfolg für Deutschland wurde auch das zweite Treffen des Zweifrontenkampfes, den der deutsche Fußballsport an diesem Sonntag zu bestehen hatte. In der Krefelder Grotenburg- Kampfbahn kämpften Luxemburg und eine deutsche 6-Mannschaft vor 18 000 Zuschauern und die deutsche Elf errang dabei einen sicheren 7:2-(3:2-)Sieg. Vor der Pause konnten die Luxemburger noch einigermaßen standhalten, obwohl sie zwei Mann durch Verletzungen verloren. Schwächen in der deutschen Verteidigung gestatteten den Luxemburgern zwei Tore. Nach der Pause kämpfte Luxemburg wieder mit 11 Mann, konnte aber den Torsegen nicht verhindern. Die Schalter Kuzorra und Pörtgen, sowie der Duisburger Günther beteiligten sich am eifrigsten am Torschießen. Glückwunsch des Relchssporlführers. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat der siegreichen deutschen Mannschaft in? im Fußballkampf die Tschechoslowakei mit 2:1 schlug, folgendes Telegramm gesandt: „Durch Mißerfolge nicht entmutigt, hat die deutsche Mannschaft sich einen neuen deutschen Sieg erkämpft. Ich beglückwünsche die Mannschaft, da dieser Erfolg echter Kameradschaft und letzter Hingabe zu verdanken ist. Gez.: von Tschammer und Osten." Aundfunkprogramm. Dienstag, 29. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sebdebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! Italienische Musik. 15: Volk und Wirtschaft. Das Handwerk im Aufstieg. 15.15: Die deutsche Frau. 16: Kompositionen von Fritz Lubrich. 16.50: Krach um einen Staubsauger. Kurzszenen. 17: Fidele Schrammelmusik. 17.30: Vom Gold, das aus der Erde quillt. Die Erdölvorkommen der Welt. Eine Hörfolge. 18: Unterhaltungskonzert. 19: HJ.- Funk. Neidhard von Gneisenau. Hörspiel. 19.30: „Wenn im Herbst die Blätter fallen." 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.05: Einführung in die folgende Oper. 20.10: Don Juan, Oper in zwei Akten von W. A. Mozart. In der Pause, 21.30 bis 21.50: 1. Nachrichten. 2. Einführung in den letzten Akt der Oper. Zurück IGLORIhI Ab heute Montag Ein Film für alle! 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