Nr 201 Erster Blatt 186. Zahrgang Zreitag, 28. August 1936 (Er)d)emi tög Md), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Sronffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrvhl'sche UnioerfitStsvuch- und Steinötuderel «.Lauge in Giehen. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25"/„ mehr. Ermästtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Verschwörung in der Noten Armee? Flugblätter der Trotzkisten in allen sowjetrussischen Garnisonen.-Bier Generäle verhafiet. Unbegrenzte Vollmacht für den Chef der GPLt. London. 28. Aug. (DRV. Funkspruch.) ..Daily Expreß" bringt eine Meldung aus Warschau, wonach der Chef der GPU. nach einer Geheimkonferenz mit Stalin Vollmacht erhalten habe, nach eigenem Gutdünken jedermann zu verhaften, den er für einen Gegner Stalins halte. (Es handele sich um die größte Säuberungsmahnahme in der Geschichte der Sowjetrepublik. Vier hohe Offiziere, die Generäle Schmidt, Sapojnikow, Kusnezow und Tulijn, feien gleichfalls verhaftet worden. Ls bestehe der starke Verdacht, daß innerhalb der Roten Armee eine Verschwörung vorbereitet werde, um den Kriegsminister Woroschilow zu ermorden. Berichte seien im Kreml eingetroffen, daß in ganz Rußland in den Garnisonen Flugblätter verteilt würden, die zum Aufruhr auffordern mit den Worten: „Trotzki, euer Führer, der die Armee geschaffen hat, ist verbannt, kämpft für ihn. Rache für Sinowjew und Kamenew." Sowjelrussischer Militärattache in London in den Trotzki-Prozeß verwickelt. M W Zwischen Metz und Bourges werden französische Luftmanöver abgehalten. Es ist bezeichnend, daß sich unter den Gästen zahlreiche Sowjet-Generale befinden, denen Festungswerke gezeigt werden sollen, die bisher noch kein Fremder gesehen hat. Auf unserem Bilde sieht man Sowjet-Generale mit französischen und anderen ausländischen Offizieren. — (Scherl-Bilderdienst-M.) GPU. in der Londoner Sowjetbotschaft. London, 27. Aug. (DNB.) Nach Meldungen aus Moskau ist der Militärattache der f o w j e t r u s s i s ch e n Botschaft in London, General P u t n a, der sich auf Urlaub in Sowjetrußland befindet, im Zusammenhang mit dem angeblich gegen Stalin geschmiedeten Komplott der Trotzkisten verhaftet worden. Der im Moskauer Schauprozeß zum Tode verurteilte und am Dienstag Hingerichtete Dreiser soll die Behauptung aufgestellt haben, daß General Putna den Kreis der Trotzkisten verlassen habe, um seine Stellung in der Roten Armee beibehalten zu können. Er habe indessen seine terroristische Aktivität fortgesetzt und habe auch weiterhin Verbindungen mit Trotzki unterhalten. Die Verhaftung Putnas erregt in England wegen der Umstände, unter denen die Abreise des Generals erfolgte, beträchtliches Aufsehen. Zwei Tage bevor General Putna unter dem Vorwand, in Moskau an einer militärpolitischen Konferenz teilzunehmen, zurückberufen wurde, erschienen in der Londoner Sowjetbotschaft zwei Mitglieder der GPU, die sämtliche Privatpapiere des Botschaftspersonals, auch Putnas, durchsuchten. Während in Moskau erklärt wird, daß General Putna der Mittäterschaft in der Verschwörung der Trotzkisten gegen Stalin und andere Sowjetführer beschuldigt wird, erfährt Evening News, daß er wahrscheinlich auch des militärischen Landesverrates angeklagt werde. An dem Tage, an dem Putna aus Sowjetrußland nach England zurückkehren sollte, hatte sich seine Frau auf dem Bahnhof in London zum Empfang eingefunden. Da Putna nicht eintraf, telegraphierte sie nach Moskau, erhielt aber erst nach mehreren Tagen eine Antwort, die sie veranlaßte, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken und Lon - don zu verlassen. Die Sowjetagenten in London haben in London Erkundigungen über d e n Umgang Pu tnas in hiesigen Emigrantenkreisen eingezogen. Besonders versuchten sie festzustellen, ob Putna Besucher vom Festlande empfangen hat. General Putna hat auf der Moskauer Militärakademie studiert und war ein Schützling des zur Zeit noch in Amt und Würden befindlichen Kriegsministers Woroschilow, dem er auch seinen Attacheposten in London verdankt. Arohe Manöver der Hofen Sfrmee. Moskau, 27. Aug. (DNB.) Die großen Herbst- manöoer der Roten Armee werden dieses Jahr Anfang September in Weißrußland stattfinden. Der Standort des Hauptquartiers wird Smolensk sein. Jedoch auch in anderen Teilen der Sowjetunion werden gegenwärtig Hebungen und Manöver sämtlicher Truppenteile abgehalten, so vor kurzem große Luftmanöver in der Nähe von Leningrad in Verbindung mit Luftfchutz- und Verdunkelungsübungen. Die Moskauer Presse meldet von den Herbstmanövern der Truppen des kaukasischen Militärbezirks sowie Luft- manövern und Luftschutzübungen im Umkreis der Hauptstadt Weißrußlands, Minsk. General Franco Oberbefehlshaber der naiionalen Glreilkräste Spaniens. Das Ziel der nationalen Erhebung Befreiung vom Joch Moskaus. Hendaye, 28. Aug. (DNB. Funkspruch., Der Radiosender Burgos protestierte gegen die andauernde Gold ausfuhr der Bank von Spanien nach Frankreich, die allmählich nicht mehr zu verantwortende Betrage erreiche, und fragt Frankreich, was es denn eigentlich mit diesem Gold vorhabe und was die Gegenleistung dafür fei? Ferner teilte Burgos mit, daß General Franco von dem nationalen Verteidigungsaus. schuß in Burgos zum Vberbe ehlshaber sämtlicher nationaler Streitkräfte Spaniens ernannt worden fei. Der Sender wandte sich mit aller Schärfe gegen die Behauptung, daß es sich um die ein eitige Vertretung irgendeiner sozialen Klasse handele. In den Reihen der für die Befreiung S p an i e ns vom Moskauer Joch kämpfenden Manner beenden sich Angehörige aller fo z i a len Sch ch - t en und aller Parteien, die nur ei n Ziel kennen, ihr Vaterland von den negatiaen inter- nationalen Einflüssen zu befreien und den fpant- (dien Staat auf einer neuen ft arten uni) sozial gerechten Grundlage aufzubauen. Zuchthäusler bilden das MdriderVolSgericht Französischer Kreuzer schützt Kriegsschiff der Marxisten. Lissabon 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) In einer Rundfunkanfprache stellte General de Llano fest daß die Marxisten nur noch in einem Sr'ittel Spaniens herrschten In wenigen Ta- aen würden sie nur nach ein Fünftel besitzen. Sim Donnerstag hatten national- Muszeuge den Flugplatz von Baraja sund Cuatro Lientos bombardiert und großen Schaden angerichtet. Die Regierungsflugzeuge eien nicht zur Verfolgung aufgeftiegen. Man könne feststellen, daß die Regierungsflugzeuge unterlegen feien und die nationale Flugwaffe in den letzten Tagen außerordentliche Erfolge zu verzeichnen hatte. 3n Madrid stritten sich jetzt 3 kommunist i s ch e Organisationen um die Macht. An der Spitze Sowjetrussen, jüdische Emigranten und der kommuni st Heinz Reumann. Das Madrider Volksgericht, das über Leben und Tod politischer Gegner urteile, sehe sich aus 6 ehemaligen Zuchthäuslern zusammen, die noch vor 2 Monaten hinter Schloß und Riegel sahen. Heber die französische Grenze seien übrigens von neuem Waffen für d i e M ar je i ft e n in Irun eingetroffen. Der spanische Militäratache in Paris habe Paris, weil er die Waffenausfuhr nicht gut geheißen habe, verlassen müssen. Nach wie vor, sende die französische Volksfront Waffen und Munition nach Madrid. — Im H a f e n v on Senil l a wurde, nachdem sich die Nebel verteilt hatten, der Piratenkreuzer „M iguel de Corvan- te s" gesichtet. Die Hafenbatterien eröffneten sofort das Feuer. Gleich zu Beginn der Beschießung tauchte ein französischer Kreuzer auf, der sich schützend vor das Piratenschiff legte. Mawflische Hilferufe nach Madrid. Hendaye, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstagabend fand zwischen Bilbao und Madrid eine Funkverständigung statt. Der rote Oberbefehlshaber von Bilbao bat mit schlecht ver- feierten Worten die Hauptstadt um Entsendung von Reservemannschaften und Material. Diese Bitte ist jedoch von Madrid abschlägig beschieden worden. Der Radiofender Coruna teilt mit, daß die im Besitz der Marxisten befindliche Stadt Gijon ebenfalls Madrid u m Unter ft ü^ung gebeten habe, ohne eine positive Zusage erhalten zu haben. Im Guadarrama- Gebirge sollen zahlreiche Angehörige der Zivilen Garde zu den Nationalisten übergegangen fein. blutiger Kamps bei Oviedo. London, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Nationalisten sollen gestern einen konzentrischen Angriff auf b i e kantabrische Stadt Oviedo unternommen haben, wobei die Truppen der Madrider Regierung 500 Tote verloren hätten. Nach einem Bericht aus dem Hauptquartier der Militärgruppe sollen die südwestlich von Madrid bei Toledo gelegenen Waffen- und Munitionswerk st ätten, die als einzige der Regierung verblieben seien, durch ein Unternehmen der Nationalisten zerstört worden fein. — Aus der gleichen Quelle kommt die Nachricht, daß drei Regierungsflugzeuge ab- geschossen worden seien. Eowjetrussischer Fliegeroffizier alsGeschwaderkommandant inGpanien Sevilla, 27. Aug. (DNB.) An Almeria ist am 19. August mit einem spanischen Regierungs- Wasserflugzeug ein aktiver sowjetrussi- scher Fliegermajor eingetroffen, um b i e Führung ein es Geschwabers zu übernehmen. Dem Major war ein spanischer Dolmetscher zugeteilt. Sudeiendeuischer Wirischafiskamps. Die 3,5 Millionen Subetenbeutschen in der Tschechoslowakei bilben seit Jahrhunberten einen einheitlichen S i e d l u n g s b e z i r k, in bem vor dem Weltkriege eine hochqualifizierte Industrie blühte, ba ber karge Boben im Gegensatz zu bem von ben Tschechen besetzten Gebieten die Masse der deutschen Bevölkerung nicht zu ernähren vermag. Die tschechoslowakische Textilindustrie, Glasindustrie, Luxuswarenindustrie usw. ist eigentlich deutschen Ursprungs und in ihren Betrieben waren zum allergrößten Teil deutsche Unternehmer und deutsche Arbeiter tätig. Seit dem 4. März 1919, als im Sudetenland friedliche Kundgebungen für das Wilsonsche Selbstbestimmungsrecht mit einer brutalen Niederknüppelungspolifck der Tschechen beantwortet wurden, hat der tschechische Nationalismus, angeblich demokratischer Färbung, mit den gewaltsamsten Mitteln die fubeten« deutsche Wirtschaft zu zerstören und die Sudetendeutschen zu entwurzeln versucht. Der einheitliche Widerstand gegen eine derartige Mordpolitik hat jetzt den tschechischen Staatspräsidenten Dr. Benesch in Reichenberg veranlaßt, den Sudetendeutschen gewisse Konzessionen zu versprechen. Er gab zu, baß Fehler gemacht worben seien, bie sich nicht wiederholten sollten. Aber ba seine entgegenEommenben Worte eingewickelt waren in solche, bie als Konzessionen an ben schrotten tschechischen Nationalismus empfunben werben können, muß man erst bie Wirkung abwarten. Je- benfalls ist bie Versicherung bes Präsidenten, baß die Deutschen und die Tschechen im Staate a l s gleiche Parteien behandelt würden, bis jetzt lediglich ein frommer Wunsch, und auch die Ausführungen des tschechischen Ministerpräsidenten Dr. Krofta, die Deutschen seien das zweite Staatsvolk der Tschechoslowakei, haben bisher in bezug auf die Gleichberechtigung der Deutschen noch keine Früchte getragen. Denn fast gleichzeitig kam in Prag das berüchtigte S t a a t s v e r t e i d i- gungsgesetz heraus, das die sudetendeutschen Grenzgebiete auch wirtschaftlich der Willkür rein tschechischer Nationalisten ausliefert. Die sudetendeutsche Industrie ist nicht nur durch die Weltwirtschaftskrise, sondern gerade durch die Maßnahmen der Prager Burg zum Absterben verurteilt worden. Die Reichenberger Handelskammer hatte kürzlich dem Staatspräsidenten eine Denkschrift übergeben, die rein zahlenmäßig ein erschüt- terndes Bild von den Wirkungen des tschechischen Nationalismus entwirft. Während sich im Durchschnitt für die ganze Tschechoslowakei die Arbeitslosigkeit auf je 1000 Einwohner auf 38 stellt, ist die Ziffer für das sudetendeutsche Gebiet 73! Schon darin prägt sich eine ungeheure Not aus. Zudem hat der tschechische Chauvinismus diese Not ausgebeutet, um den Sudetendeutschen das Brot zu nehmen. Allein in vier kleinen Bezirken sind seit dem Jahre 1922 153 sudetendeutsche Fabrikbetriebe eingegangen. Tausende von sudetendeutschen Arbeitern haben also allein durch den Ruin dieser Fabriken, die in Vorkriegszeiten blühten, ihr Brot auf immer verloren. Hinzu kommt, daß konsequent für die Verrichtung öffentlicher Arbeiten in fudeten- deutschen Bezirken auswärtige, das sind tschechische Firmen, herangezogen werden, die mit ihren tschechischen Hnternehmern und Arbeitern selbstverständlich auf Kosten des Sudetendeutschtums wirken. Die Not der Sudetendeutschen ist infolgedessen aufs Höchste gestiegen. Nach der amtlichen tschechoslowakischen Statistik betrug der Anteil der Sudentendeutschen an der Gesamtbevölkerung der Tschechoslowakei 22,32 Prozent. In Prozentsatz der Geburten der letzten fünf Jahre sind bie Subetenbeutschen aber nur an ber Gefamtbevöl- feruna beteiligt: 1930 mit 18.9 Prozent, 1931 mit 18,5 Prozent, 1932 mit 18,2 Prozent, 1933 mit 17.8 Prozent, 1934 mit 17,8 unb 1935 mit 17,3 Prozent. Hinzu kommt bie tschechische Schulpolitik. Runb 80 Prozent ber subetenbeutschen Kinber finb nach amtlichen Angaben unterernährt: aber ba bie Minberheitenschulen nur eingerichtet werben, wenn 20 Prozent ber Bevölkerung einer ,,nationalen Minberheit" angehören unb biete Bestimmung gänzlich einseitig gegen bie Subetenbeutschen angeronnbt wirb, ist es sehr häufig, baß selbst bei 60 subetenbeutschen Kinbern in einem Ort keine Schule für sie vorhanden ist, während für die wenigen tschechischen Kinder eine besondere Schule errichtet wird, denn die Tschechen haben gemäß ben Leitworten ihrer chauvinistischen Presse bas Stichwort ausgegeben, man solle bie subetenbeutschen Dörfer „erobern", unb mit ber tschechischen Enteignung subetenbeutschen Bauerntums geht bas Einbringen ber Tschechen Hanb in Hanb. So kommt es, baß bei 3Vs Millionen Sudtendeut- schen nicht weniger als über eine halbe Million Erwerbstätiger arbeitslos ist, unb baß zur Zeit nur ein Bevölkerungsüberschuß gegenüber ben eingetretenen Sterbefällen von 1857 Personen besteht. Die verschiebenen Notrufe ber Subetenbeutschen finb bis heute unbeantwortet geblieben. Vielmehr hat bie tschechische Nationalisierungspolitik trotz aller offiziellen schönen Worte sich noch verstärkt. Die Subentendeutschen verlangen nichts anberes, als baß sie im Staat als gleichberechtigt behandelt und den gleichen Bedingungen auch in wirtschaftlicher Beziehung unterstellt werden wie die anderen nationalen Minderheiten des tschechoslowakischen Gemengselstaates. Die Verfolgungen des Deutschtums in Böhmen, die Vergewaltigung jedes deutschen Kultur- und Wirtschaftslebens, die Stuttgart, 27. 2lug. (DNB.) Die Tagung des I d i e s e S t a d t aus Ihren Händen, Pg. Murr, eutscken Auslandsinstituts fand ihren Abschluß übernehme, so danken mit mir. ungezählte Volks- Adolf Bad Ems steht in alten Veteranen. Etwa 30 0 den am Dor- Ober- des neuen Museums im Dienste der Nation. Hitler." In seiner Schlußansprache brachte der sitzende des Deutschen Auslandsinstitutes Stuttgart die „Stadt der Ausländsdeutschen". Einweihung des „Ehrenmals der deutschen Leistung im Ausland". erteidigen". Oer olympische Gedanke. Eine Erklärung Barons de Coubertin. Paris, 27. Aug. (DNB.) Das Journal veröffentlicht Erklärungen des Barons Pierre de Coubertin, die den olympischen Gedanken mit Nachdruck verteidigen und gewisse Beanstandungen französischer Kreise zurückweisen. Baron de Coubertin betont zunächst, daß es gänzlich falsch sei, von einer Entstellung der olympischen Spiele und von einer Aufopferung der olympischen Idee zu Gunsten der Propaganda zu sprechen. Das prachtvolle Gelingen der Spiele in Berlin fjabe hervorragend dem olympischen Ideal gedient. Nur die Franzosen oder fast nur die Franzosen täten schwer Unrecht, indem sie die Kassandrarolle spielten und nicht begriffen oder nicht begreifen wollten. Man müsse den olympischen Gedanken sich frei entfalten lassen. Man dürfe die Leidenschaft und die Steigerung nicht fürchten, die das erforderliche Fieber und die notwendige Begeisterung schaffen. Es wäre ein Trugschluß, wenn man den Sport in eine Zwangsregel des Mahhaltens einzwängen wollte. Der Amateurstreit fei gegenstandslos. Der olympische Schwur betreffe nur den olympischen Geist, auf den alles ankomme. „Männliche Völker." Eine bevölkerungspolitische Neve Mussolinis. Nach dem gemeinsamen Gesang des Niederländischen Dankgebetes wurde zur großen Freude der Festteilnehmer das folgende Telegramm des Führers bekanntgegeben: „Den Teilnehmern an der Jahreslagung des Deutschen Auslandsinstituts und an der Feier der Einweihung des .Ehrenmals der deutschen Leistung im Ausland' danke ich herzlich für die Grüße. Ich erwidere sie mit besten Wünschen für weitere fruchtbare Arbeit des Deutschen Auslandsinstituts und Rom, 28. Aug. (DNB.) Mussolini, der an italienischen Manövern teilnimmt, hat sich Donnerstagnachmittag nach P o t e n z a begeben, wo er über das bevölkerungspolitische Problem sprach, in dessen Hinsicht die Provinz Lucania gegenüber allen anderen italienischen Provinzen ein Primat besitze. „Die Völker mit den leeren Wiegen", so sagte der Duce, „können ein Imperium nicht erobern. Sollten sie aber ein Imperium besitzen, so wird der Tag kommen, an dem es für sie — vielleicht — äußerst schwer sein wird, es zu erhalten oder zu verteidigen. Anrecht auf das Imperium haben die fruchtbaren Völker, jene Völker, die den Stolz und den Willen haben, ihre Raffe über den Erdkreis auszubreiten: die männlichen Völker im strengsten, buchstäblichen Sinne des Wortes." Mussolini schloß, er fei sicher, daß in der Provinz Lucania die Schwarzhemden zu jedem Opfer bereit seien, um „überall und gegen jedermann Italien und das Imperium zu Ein Anfang ist gemacht. Wien begrüßt die deutsch-österreichischen Vereinbarungen Unterstützung tschechischer Chauvinisten in ihrem Kampfe gegen das Sudetendeutschtum haben eine Lage gezeitigt, die geradezu beispiellos ist. Wenn die Sudetendeutschen bislang trotz aller Schikane von Prag aus ihr angestammtes Deutschtum behauptet haben, so ist diese Selbstbehauptung doch auf Kosten ihrer Wohlfahrt, die durch die Tschechen ruiniert wurde, geschehen. Daß ein Staat, in dem sich die sehr starken nationalen „Minderheiten' wie die Deutschen, Slowaken, Polen und Ungarn gegen das tschechische Herrenvolk wenden, das knapp die Hälfte der Einwohner ausmacht, nicht demokratisch regiert wird, ist eine Gefahr, die gerade durch die tschechische Nationalisierungspolitik noch verstärkt wird. Wenn der Staatspräsident Dr. Benesch das jetzt einfieht, ist es vielleicht noch Zeit, die schlimmsten Folgen für den Bestand des inneren Friedens in der Tschechoslowakei abzuwenden. Die „zivile" Fluglinie Moskau-Prag. M o 5 r a u , 27. Aug. (DNB.) Am Mittwoch traf in Moskau der Direktor der Tschechoslowakischen Luftverkehrsgesellschaft, S t o c e s , in eines größeren Mitarbeiterftabes ein. Während seines Aufenthaltes in Moskau sollen die letzten Einzelheiten der Eröffnung der regelmäßigen Fluglinie Moskau —Prag festgelegt werden. Der Plan, eine zivile" Flugverbindung zwischen Moskau und Prag einzurichten, tauchte sofort nach dem Abschluß des tschechoslowakisch-sowjetrussischen Beistandspaktes auf. Bereits im Herbst 1935 wurden die ersten Probeflüge auf der Strecke Moskau — Brjansk — Kiew — Winniza — Jaffy — Klausenburg — Ungvar — Prag, deren Länge etwa 2500 Kilometer beträgt, durchgeführt, Diese Flugstrecke soll planmäßig in 14 Stunden bewältigt werden. Seit dem August v. I. wurde eifrig an dem Ausbauder Flugplätze und der Einrichtung von Hilfslandungsplätzen sowie der Sicherung des N a ch t f l u g e s durch die Anlage von Leuchtfeuern gearbeitet. Die Eröffnung dieser neuen Fluglinie ist für den 1. September vorgesehen. Sie ist vom Standpunkt der normalen Flugverkehrstechnik aus betrachtet ein Unding, da die Strecke in einem großen Bogen Hunderte von Kilometern auf dem Scheitel der Karpathen unter ungünstigen meteorologischen Bedingungen entlangführt. Diese neue „zivile" Fluglinie muß daher unter Berücksichtigung der Stellung Prags als Brückenkopf für d i e West-Ost-Verb ind un g Moskaus betrachtet werden. Für eine menschlichere Kriegführung. England stimmt dem Vorschlag de- diplomatischen Korps in Hendaye zu. London, 27. Aug. (DNB.) Außenminister Eden hat an den in Hendaye befindlichen englischen Botschafter in Madrid ein Telegramm ge- andt, in dem er den Vorschlag einer H u ma n i - ierung der Kriegführung in Spanien befürwortet. Eden drahtete u. a.: Das Schau- piel einer von innerer Zwietracht zerrissenen gro- zen und alten Nation und die Leiden der Manner, Frauen und Kinder sind Ereignisse über Die eher zivilisierte Mensch e n tsetzt sein muß. Die Innenpolitik Spaniens ist eine Angelegenheit des spanischen Volkes. Aber die Lockerung der Leiden ist eine Frage, die uns alle angeht. Die Weigerung, Gefangene zu machen, und die daraus folgenden M a s s e n h i n r i ch t u n g en der Leute, die in Gefangenschaft geraten oder sich ergeben, die Vergeltungsmaßnahmen und die zunehmenden Grausamkeiten, zu denen sie führen, sind Dinge, denen zivilisierte Staaten nicht gleichgültig gegenüberstehen können. Es ist vorgeschlagen worden, daß die diplomatischen Vertreter bei der Formulierung eines Planes, an d i e Führer beider Parteien heranzutreten, Zusammenarbeiten sollen. Die britische Regierung wird bemüht sein, sich an jedem solchen Schritt z u beteiligen. Ueberbies ist es ihr dringender dem ganzen Reich, die die Einigungskriege 1864, 1866 und 1870/71 mitgemacht haben, geben sich als Gäste des KyffHäuserbundes ein Stelldichein. Ein reich ausgestaltetes Programm soll den verdienten Kämpfern um Deutschlands Einheit Stunden der Erholung uno Unterhaltung bringen. Am Sonntag findet aus Anlaß des Reichstreffens der Altveteranen ein Aus- marsch von 2000 Kameraden des Landesverbanves Westmark in Anwesenheit des Bundesfuhrers Oberst a. D. Reinhard statt, der auch am Montag bei einem Begrüßungsabend das Wort ergreifen wird. Möglichkeit mit sich, nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf kulturellem Gebiet die Zusammenarbeit von beiden Seiten her xu fördern. — Die „Wiener Neuesten Nachrich- t e n" freuen sich besonders darüber, daß Oesterreich nun wieder dem Besuch der reichsdeutschen Brüder offen stehe. „Wir wissen", so meint das Blatt, „wie gern die Reichsdeutschen in unser Land kommen, wie sehr sie die Naturschönheiten unserer Heimat genießen. Wenn sie jetzt nach drei langen bösen Jahren wieder zu uns kommen, wollen wir sie mit Herzlichkeit emp sänge n und ihnen beweisen, daß unser Land glücklich ist, alte liebe und vertraute Gäste wieder bei sich zu sehen." Das „Neue Wiener Tageblatt" stellt fest, daß die Normalisierung der Beziehun- gen zwischen den beiden blutsverwandten Staaten in zielbewußter Arbeit vorwärts schreite. Vorläufig 250 UM. für Reifen nach Oesterreich. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Der zu Reifen nach Oesterreich grundsätzlich vorgesehene höchst- befrag von 500 R2TL ist fürs erste auf 250 R2H. festgesetzt worden, um angesichts der vorläufig noch nicht In unbeschränktem Maße zur Verfügung flehenden Mittel möglichst vielen Reifenden die Reife nach Oesterreich zu ermöglichen. 3n Ausnahmefällen und bei Vorliegen besonderer Umstände kann ein h ö h e r e r B e t r a g bewilligt werden. genossen und Volksgenossinnen in .aller Welt dem Führer dafür, daß er diese Heimat für uns schuf und uns Deutschland näherbrachte. Als Zeichen unseres Dankes und unserer Verbundenheit wird die Auslandsorganisation der NSDAP, dem „Ehrenmal für die deutsche Leistung im Ausland" ein Porträt unseres ermordeten Landesgruppenleiters Gustloff überreichen, das ich dem Pg. Gustav B o e s e in Auftrag gegeben habe. Wilhelm Guft- loff, der erste Blutzeuge des kämpfenden Auslandsdeutschtums, soll dem Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland Wächter und Mahner sein. Das Große, das Deutsche im Ausland zu Ehren des deutschen Namens und des deutschen Ansehens leisteten, wird in Wilhelm Gustloff, der für Deutschland und seinen Führer fiel, seine Versinnbildlichung erhalten. Stolz auf diese Schau ihrer Leistungen rufen mit mir unsere Volksgenossen und unsere Volksgenossen im Ausland: Stuttgart, die Stadt der Ausländsdeutschen! Beifall der Teilnehmer Vegrüßungsteke- g ramme an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, an den Stellvertreter des Füh- rers Reichsminister Rudolf Heß, an Reichsmini, ter Dr. Goebbels und an Frau Gustloff in Rostock abgesandt. Neues Schiff für den Südafrika-Schnelldienst. StapellaufdesSchnelldamPfers„WindhE, In Hamburg lief auf der Werft von Blohm & Voß der zweite für die deutschen Afrikalimen erbaute Schnelldampfer „Windhuk" glücklich vom Stapel. Die Taufe vollzog im Beisein des früheren Gouverneurs von Deutsch- Südweftafrika, Dr. Seitz, Reichsftatchalter General Ritter von Epp. In seiner Taufrede wies er darauf hin, daß uns das Versailler Diktat nicht nur die Kolonien, sondern auch die Schiffe nahm, und das Weiterbestehen der deutschen Seefahrt überhaupt in Frage stellte. Unter Adolf Hitlers Führung wurde jedoch der Weg für die Schiffahrt und den Schiffsbau wieder frei und es zeigte sich sofort ein gewaltiges Leben in den deutschen Häfen. Wenn die deutsche Kolonie, nach deren Hauptstadt dieses Schiff seinen Namen tragen soll, auch der Zugehörigkeit zu uns beraubt ist und einem fremden Mandatar zur Verwaltung untersteht, so sind unsere Beziehungen doch zu diesem Mandatar, der Südafrikanischen Union, durchaus freundschaftlich und herzlich. Unsere wirtschaftlichen und politischen Beziehun- gen zu ihr haben sich so entwickelt, daß sich die Erweiterung des Schiffsdien st e s nach Südafrika als notwendig erwies. Diese Beziehungen finden ihren Ausdruck auch im Namen „Pretori a", den das Schwesterschiff der „Windhuk" trägt und der dem Namen der Hauptstadt von Transvaal entspricht. Es ist nicht das erste Mal, daß der Name „Windhuk" am Bug eines deutschen Afrika- öampfers steht, den schon vor dem Welt, krieg trug ein deutsches Schiff diesen Namen. Die alte „Windhuk" hatte 6344 Tonnen, lief 13 Seemeilen in der Stunde, konnte 180 Fahrgäste aufnehmen und brauchte für die Reise von Eng- land nach Kapstadt 24 Tage. Die neue „Windhuk ist 16 000 Tonnen groß, kann 500 Fahrgäste be- fördern, hat eine Stundengeschwindigkeit von 18 Seemeilen und legt die Strecke England—Kapstadt in 15 Tagen zurück. Sämtliche Kabinen auch der Touristenklasse haben warmes und kaltes fließendes Wasser und sind mit Schränken ausge- stattet. Das Schiff hat geräumige Promenaden-, Boots- und Sonnendecks, einen Wintergarten, zwei Schwimmbäder, eine Turnhalle, hübsche Bibliothek- und Lesezimmer, ein Spiel- und Sportdeck, Tanzflächen, Kinderspielzimmer usw. Das Schiff ist ebenso wie die „Pretoria", die vor wenigen Wochen von Stapel lief, für den „Südafrika - S ch n e l l d i e n st" bestimmt. Die „Pretoria" wird ihre Jungfernreise am 19. Dezember antreten, während die Indienststellung der „Windhuk" im März des nächsten Jahres er- folgen wird. Deutschen Auslandsinstituts fand ihren Abschluß mit der Einweihung des neuen im Wilhelms-Palast untergebrachten Volksdeutschen Museums, des „Ehrenmals der deutschen Le i st u n g i m A u s l a n d". Eine ganze Anzahl von Ehrengästen hatte sich auf dem Vorplatz eingefunden, an ihrer Spitze der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, als Vertreter des Reichsinnenministers Ministerialdirektor Dr. Vollert und als Vertreter von Reichsminister Dr. Goebbels Ministerialrat H a s e n ö h r l. Unter den Ehrengästen befanden sich weiter Reichsstatthalter und Gauleiter Murr, Ministerpräsident Mergenthaler, sowie der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle. Wunsch, sich an einer organisierten internationalen Anstrengung, wie sie sich hoffentlich aus diesem Schritt ergeben wird, voll zu beteiligen. Das Telegramm Edens wird von der LonDoner Morgenpresse begrüßt. Die Welt, so sagt die „Times", müsse jede Bemühung, die durch den Bürgerkrieg in Spanien verursachten Leiden zu mildern, begrüßen. Ein unmittelbarer greifbarer Erfolg sei allerdings nicht zu erwarten. „Daily Telegraph" und „Morning Post" berichten, daß die britische Regierung jedenfalls mit der Abhaltung der von Frankreich vorgeschlagenen Konferenz zur Beaufsichtigung des Nichteinmischungsabkommens m London einverstanden sein werde. Dieser Beaufsichtigungsausschuß würde für die ganze Dauer des Bürgerkrieges in Spanien in Tätigkeit fein. Der Ausschuß würde die erste Körperschaft dieser Art seit dem Weltkrieg sein und wahrscheinlich die Einleitung einer neuen europäischen Zusammenarbeit darstellen können, deren Tätigkeit mit besonderem Interesse beobachtet werden würde, weil er keinerlei Serbin du n g mitdemVölkerbundodermitdemVer- trag haben werde. Reichstreffen der Altveteranen in Bad Ems. diesen Tagen im Zeichen der a 300 alte Krieger aus Tagung Der Neichsarbeitskammer. Berlin, 27. Aug. (DNB.) Im Mittelpunk/ bet vierten Tagung der Reichsarbeitskammer, bie von Reichsleiter Dr. Ley geleitet wurde, stand das Problem des A r b e i t s e i n s a tz e s. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Ar- beitslosenverficherung, Dr. S y r u p , betonte mit Nachdruck, daß die Erfolge der Arbeitsschlacht, die sich in einem Rückgang der Arbeitslosen von 6 bis 7 Millionen auf 1,17 Millionen ausdrücken, nur möglich waren, weil der Nationalsozialismus die Kräfte des ganzen Volkes auf die Beseitigung der Geißel der Arbeitslosigkeit richtete. Gegenwärtig ist das Reservoir von Facharbeiterkräf- ten so gut wie erschöpft. Dem Grundsatz: Erst jedem einen Arbeitsplatz, bann jedem s e i- nen Arbeitsplatz, ist in vielen Berufsgruppen bereits jetzt Genüge getan. Es ist daher notwendig, der Facharbeiterausbildung und der Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses immer mehr Augenmerk zuzuwenden. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fritz Todt, sprach über die Probleme, die sich bei der sozialpolitischen Betreuung der Arbeiter an den Straßen Adolf Hitlers ergeben. Ziel dieser Betreuungsarbeit muß es sein, jedem Baustellenarbeiter das Ge- fühl zu nehmen, etwa nur eine Nummer zu sein. Moralische, materielle und gesundheitliche Sorgfalt haben ihr Teil dazu beigetragen, aus der aus allen Berufen zusammengeströmten Reichsautobahn-Arbeiterschaft eine stolze Gemeinschaft zu machen. Als eine besonders verpflichtende Aufgabe bezeichnete Dr. Todt die Erziehung der Ingenieure im Sauuni) Verwaltungsdienst zu wirklichen Menschenführern, die in den Baustellenarbeitem Arbeitskameraden sehen. Der Beauftragte des Führers für Wirtfchafts- fragen, Wilhelm Keppler, gab den führenden Männern der Deutschen Arbeitsfront und der Wirtschaft ein anschauliches Bild von den Anstrengungen, die das neue Deutschland macht, um seine Rohstoffversorgung auf jeden Fall sicherzustellen. Reichsleiter -Dr. L e y faßte die Ergebnisse der Tagung zusammen und schloß sie mit einem Dank an den Führer. Kunst und Wiffenstbast Eine Roentgen - Gedächnis - Stiftung. Zum Andenken an Konr. Wilh. Roentgen wurde in München zur Förderung der wissenschaftsichen Strahlenforschung und zum Aus- und Aufbau des Roentgenamtes der Deutschen Roentgen-Gesellschaft die „Roentgen-Gedächtnis-Stiftung" errichtet und mit einem Kapital von 5000 RM. ausgestattet. Wien, 27. Aug. (DNB.) Alle Blätter begrüßen die deutsch-österreichischen Vereinbarungen und vor allem die Aufhebung der 1000° Mark-Sperre in Leitartikeln. Übereinstimmend wird ausgeführt, daß dieses Ereignis sowohl politisch als auch wirtschaftlich auf das freudigste zu begrüßen sei. Wenn auch dem Deutschen Reich wegen seiner Devisenlage Grenzen des Reiseverkehrs nach Oesterreich gezogen seien, so sei ein A n f an g gemacht, und das bedeute viel. Die christlich- soziale „R e i ch s p o st" schreibt u. a.: „Der Anfang hat jedenfalls ein gutes Ergebnis gebracht, das nicht hätte erzielt werden können, wenn nicht auf beiden Seiten der Wille die Verhandlungen geleitet hätte, die Ziele des Normalisierungsabkommens auch praktisch zu verwirklichen. Die Bevölkerung wird diesseits und jenseits der rotweißroten Grenzpfähle die neuen Vereinbarungen nicht nur in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung würdigen, die z. T. beim Kleinen Grenzverkehr sicherlich nicht gerina ist, sondern sie auch als seelische Entlastung empfinden. Wenn auf diesem Wege weiter geschritten wird, dann wird sich die Hoffnung in vollem Maße erfüllen, mit der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Abkommen vom 11. Juli eingeleitet hat, „es wird beiden Staaten zum Segen gereiche n." Die politische Bedeutung unterstreicht besonders auch die mtliche „Wiener Zeitung", indem sie schreibt, daß die Vereinbarungen mit vollem Recht als wesentliche Arbeit zur Herstellung freundschaftlicher Nachbarschaft und gemeinsamer Aufbautätigkeit auch in politischer Hinsicht gewertet werden könnten; brächten sie doch die bürgermeister Dr S t r ö I i n den Dank an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler für seine Anerkennung der Volksdeutschen Sendung der schwäbischen Landeshauptstadt zum Ausdruck. Empfang der Stadt Stuttgart und des DAZ. Anschließend an die erste Besichtigung des „Ehrenmals der deutschen Leistung im Auslande" empfingen die Stadt Stuttgart und das Deutsche Auslarckunstitut ihre Ehrengäste aus dem Reich und die deutschen Gäste aus dem Auslande in der Villa Berg, wo sie der Vorsitzende des DAI., Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n , nochmals herzlich in der Stadt der Auslanddeutschen willkommen hieß. Er erinnerte neuerlich an die hohe Auszeich- nung, die der Stadt Stuttgart durch den Führer zuteil geworden war und gedachte der für alle Zukunft bedeutsamen Stunde der Eröffnung des jüng- ften deutschen Museums. Bei dem Empfang, an dem auch der Statthalter und Gauleiter Murr und der Leiter der Auslandorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, teilnahm, wurden unter stärkstem Kleine politische Nachrichten. Se. Majestät der König von Bulgarien hat auf der Rückreise nach Sofia folgendes A b - s ch i e d s t e l e g r a mm an den Führer und Reichskanzler gerichtet: „Beim Verlassen deutschen Gebietes ist es mir ein Herzensbedürfnis, Eurer Exzellenz sowie der Reichsregierung nochmals meinen tiefempfundenen Dank für die mir und der Königin in Ihrem Lande zuteil gewordene so überaus liebenswürdige Gastfreundschaft auszusprechen und zugleich der freundlichen Aufnahme zu gedenken, die Eure Exzellenz auch meinen Landsleuten anläßlich der so glanzvoll verlaufenen Olympiade gewährten. * Auf Einladung des italienischen Propagandaministers A l f i e r i wird Reichsminister Dr. Goebbels sich am Samstag, dem 29. d. M., im Flugzeug für zwei Tage zum Besuch der Biennale nach Venedig begeben. * Auf Ersuchen der behandelnden Aerzte ist Prof. W e n ck e b a ch aus Wien mit seinem Assistenten in Budapest eingetroffen, um den erkrankten Ministerpräsidenten Gömbös zu untersuchen. Nach Ansicht der Aerzte ist es notwendig, daß sich Ministerpräsident Gömbös in ein ausländisches Sanatorium begibt, wo er zwecks vollständiger Herstellung feiner Gesundheit noch einige Wochen verbringen muß. Reichsstaithalter und Gauleiter Murr begrüßte es, wenn die Stadt Stuttgart als der Sitz des Deutschen Auslandsinstituts seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus sich entschlossen habe, ein Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland zu errichten. In Würdigung dieses Verdienstes, so betonte der Reichsstatthalter unter dem Beifall der Tausende von Volksgenossen, habe der Führer und Reichskanzler auf den heutigen Tag der Stadt Stuttgart die Bezeichnung „Stadt der Ausländsdeutschen" verliehen. Diese hohe Anerkennung des Führers sei in besonderem Maße geeignet, die Stadt Stuttgart anzuspornen, die ihr gestellte Aufgabe auch in der Zukunft gewissenhaft zu erfüllen. Reichsftatthalter Murr bat darauf den Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, die Ehrenpatenschaft über die Stadt der Ausländsdeutschen zu übernehmen, um damit auch die enge Verbundenheit der Partei mit dem Deutschtum im Auslande zu bekunden. Gauleiter Bohle führte sodann u. a. aus: Das Reich ist die ewige Sehnsucht der Deutschen im Ausland; sie sehen dieses Reich als das Symbol ihrer Art und als den Ausdruck der Nation — dieser Nation fühlen sie sich zugehörig ihr ganzes Leben. Sie sehen nicht die einzelnen Länder, Provinzen oder Gemeinden, sondern sie sehen immer nur Deutschland. Deshalb wird die Stadt der Ausländsdeutschen für sie aus weiter Ferne Deutschland sein. Stuttgart wurde die Stadt derer, die nicht das Glück haben, in Deutschland zu leben. Stuttgart ist darum symbolhaft ihre Stadt, die Stadt der Ausländsdeutschen. Die Geschichte dieser Stadt bürgt dafür, daß sie sich der Verantwortung bewußt ist, die sie somit gegenüber unseren Volksgenossen draußen und gegenüber dem Reich trägt. Diese Stadt wird im wahrsten Sinne des Wortes Heimat sein für alle, die fern der Heimat leben. Wenn ich als Leiter der Auslandsorganisation der Bewegung die Ehrenpatenschaft über mutter. Orgel» Der hat |PSIMMiARQ£| 3? ( Spleen-Ernte 55 I I RUNDE SORTE W, ■■llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll VOLL DICK RUND Das bedeutet fär den ALVA-Eancher die Verbindung von Quantität mit Qualität: grösste Menge an Thbak und befbnders ausgefuchte Provenienzen: rige Funkausstellung zeigt also, Rundfunkempfänger systematisch bildet wurde und daß die schon V V V V daß der deutsche weiter durchgelange gewünschte 9 9 X X dem Gebiet des weltberühmten deutschen baues Hot nicht eine einzige Pfeife Xfä wl hslen Zahr« »> Verringerung und technische Vereinheitlichung der Typen große Fortschritte gemacht hat. Verbesserte Tonwiedergabe und Erhöhung der Leistung bei gleichzeitiger Preissenkung sind hip Kennzeichen des Rundfunkiabrgang« 1936 M die vom Schwurgericht in Landsberg (Warthe) gegen den 35jährigen Karl Zimmermann wegen Ermordung des Friedrich Müller in Tornow-Abbau verhängte Todesstrafe im Gnadenwege in eine zehnjährige Zuchthaus- st r a f e umgewandelt. Der Mord, an dem Zimmermann beteiligt war, liegt bereits 16 Jahre zurück und fand in einer Zeit statt, als Zimmermann erst 19 Jahre alt war. Zimmermann stand bei der Tat unter dem Einfluß seines älteren Bruders, der in der Untersuchungshaft Selbstmord begangen hat. Er hat inzwischen eine Familie gegründet und bis zur Entdeckung seiner Täterschaft zurückgezogen und arbeitsam aelebt. Ein Ehepaar an der Grohkarfpihe abgeffüqL Wie die Rettungsstelle Mittenwalde berichtet, ist im Anstieg vom Steinklippenkar zur mittleren Groß- J. ßoehmer Eine preffeMidtfwa Bei einer Pressevorbesichtigung sprach Ministerialrat D r e ß l e r - A n d r e ß , der Präsident der Reichsrundfunkkammer und Reichsamtsleiter der RS.-G. „Kraft durch Freude" u. a. über die Aus aller Welt, vom Führer begnadigt. Führer und Reichskanzler lfl6 der «Rami uWn Wildem Welt, /‘den Namen ^nnen, lief B 180 Fahrgähr °eijt von En;, "ue „Windhuk' 1 Fahrgäste bt- idigkeit von 1J Snalanb-Ra;, ie Kabinen am) - und kalte; chränken aiisgb t Promenaden., Wintergarten, nhalle, hübsche i Spiel' urj ichimmer ul®. ..Pretoria", die lief, für den ft* bestimmt. Rundfunk Jahrgang 1936. Ein erster Rundgang durch die 13. Große Deutsche Kunkausstettunq in Berlin vi In jeder Rundfunkaus» stellung der letzten Jahre glaubte man feststellen zu können, daß die Empfangsgeräte in technischer Beziehung kaum noch verbessert werden könnten und daß das einzige Ziel eine Verbilligung der Apparate sein müßte. Wenn wir den neuen Jahrgang 1936, der sich uns auf der diesjährigen Großen Funkausstellung vorstellt, betrachten, finden wir uns eines Besseren belehrt. An der technischen Vervollkommnung der Apparate ist weiter gearbeitet worden, und gleichzeitig sind auch die Der- kaufspreise trotz der Verbesserungen gesunken. Weiter fällt angenehm auf, daß das äußere Gesicht der Rundfunkempfänger ruhiger geworden ist. Läßt man sich die neuen Apparate Vorspielen, kann man feststellen, daß die WMlht Oen , °°» VSS Ä“? •* 7"-u S-, jtz Llrei «7n.,n bet Kolonie, na* n ^men tS 1 UE9 beraubt Jr ^erwaltM n?en doch > U'°Nijch.' Beziehllt, '?°ß. sich bii ' T s b1 e n H e s erwies 9oruck auch ^-dwesterschj» m Namen btt Die Rundfunkempfänger lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Zu der einen gehören die sog. Geradeausempfänger, zu der zweiten die Superhetempfänger oder Überlagerungsempfänger. Die Geradeausempfänger haben nicht mehr als drei Röhren und sind als Einkreis-, Zweikreis- und Dreikreis-Empfänger mit zwei und drei Röhren ausgebildet. Eine große Anzahl komplizierter Schaltungen sind vom Markte verschwunden, weil die Leistungsfähigkeit der Geräte mit Hilfe der neuen Röhren ohne schaltungstechnische Kunstgriffe gesteigert werden konnte. Die hochwertigsten Typen dieser Klasse besitzen zwei Kreise und drei Röhren. Man erkennt aus ihrer verhältnismäßig geringen Anzahl, daß sie preislich und leistungsmäßig den Superhetempfängern schon sehr nahe kommen. Ein kennzeichnendes Merkmal für die neuen Zweikreis-Dreiröhrenempfänger ist ihre Aus- stattung mit Schwundausgleich. Die Mehrzahl der Ueberlagerungsempfänger besitzt vier Röhren, die mit sechs und neun Röhren liegen zahlenmäßig weit zurück. Die Ueberlegenheit der Superhets liegt in ihrer großen Trennschärfe, der Störungsfrei- h e i t und dem Schwungausgleich. Erstaunlich ist, daß diese hochwertigen Apparate preislich den Geradeausempfängern sehr nahe gekommen sind. Bei einigen Superhets wird beim Empfang des Ortssenders auf den Ueberlagerer verzichtet und im Geradeausverfahren gearbeitet, wodurch die Klangwirkung verbessert wird. The Uneinheitlichkeit der Stromversorgungsnetze hat das Bedürfnis gezeitigt, die Empfänger beliebig am Wechselstrom- oder Gleichstromnetz betreiben zu können. Hieraus entwickelten sich die A 11 st r o m e m p f ä n g e r, die mit zwei bis vier Röhren in allen Typen vertreten sind. Als Neuerung ist ein Gerät zu bezeichnen, das als Wechselstromempfänger ausgebildet ist und durch den nachträglichen Anbau eines Wechselrichters, der den Netzgleichstrom in Wechselstrom verwandelt, ohne Aenderung des inneren Aufbaues am Gleichstromnetz arbeitet. £>a es gelungen ist, betriebssichere und wirtschaftliche Wechselrichter zu bauen, eröffnen sich hier dem Gleichstrombetrieb von Rundfunkapparaten neue Wege. Die äußere Form der Empfänger ist r u h i- karspitze ein Ehepaar aus Wittenberg etwa 100 Meter in eine Felsrinne abgestürzt und mit schweren Verletzungen nach zweitägigem Suchen ausgesunden und in das Krankenhaus Mittenwald gebracht worden. Ihr Befinden ist den Umständen nach gut. Bei den Verunglückten handelt es sich um einen Reichsbahninspektor und seine Frau. Beim Dreschen verunglückt. In Belgweiler bei Simmern kam die 13jährige Tochter des Landwirts Otto Weckmüller beim Dreschen der Trommelwelle zu nahe. Dadurch wurden die Zöpfe des Mädchens und das Kopftuch von der Welle erfaßt und völlig aufgewickelt. Das Mädchen stürzte schließlich vom Gebälk herunter in die Tenne, wobei ihm die Kopfhaut vom Genick bis zur Stirn abgerissen wurde. Im letzten Augenblick hatte das Mädel noch versucht, das Kopftuch, das unter dem Kmn geknotet war, aufzumachen. Dabei riß ihm jedoch die Maschine auch noch einen Daumen aus. Die Schwerverletzte wurde in ein Simmerner Krankenhaus gebracht. hohe Zuchthausstrafen für Falschmünzer. g e r und einheitlicher geworden. Die Skalen erscheinen fast Überall groß und vorwiegend gradlinig. Bei besonders preiswerten Geräten macht man von sehr großen Zeigerskalen Gebrauch. Bei manchen Aparaten läßt sich die Skala durch Klappdeckel oder Jalousien verschließen. An der Bedienung der Skalen ist der sogenannte „S ch n e 11 g a n g" interessant. Wenn man den Schaltknopf über einen gewissen Winkel hinaus- dreht, kann man sehr schnell über die ganze Skala laufen, während innerhalb eines kleinen Drehwinkels mit demselben Knopf die Feineinstellung erfolgt. Merkwürdigerweise bestehen die Gehäuse fast aller Empfänger aus Holz, das nicht so wie früher durch übertriebene Maserung und auffällige Farben hervoraehoben wird. Die Kunst, auch Preßstoffgehäuse formschön zu gestalten und ihnen ein werkstoffechtes Aussehen zu geben, ist nur einer Firma gelungen, die ihre Geräte in Schatullenform auf den Markt bringt. Andere Hersteller benutzen das K un st h a r z nur als Zierrat am Holzgehäuse, wofern nicht weißalänzendes Leichtmetall wie Hydronalium zur Verarbeitung gelangt. Dem Wunsch nach tongetreuer Wiedergabe der Musik kommen einige Sonderbauarten nach. So hat eins dieser tonvollendeten Geräte die Form eines Teewagens und ifi vom Lautsprecher getrennt. Welche akustischen Schwierigkeiten die Erzielung eines naturgetreuen Tones über alle Frequenzen an den Konstrukteur stellt, erkennt man auch an einem Kamermusikgerät, das gleichzeitig drei Lautsprecher für tiefe, mittlere und hohe Tonlagen benutzt. Schließlich muß noch auf die Vermehrung der Batterie- und Kofferempfänger aufmerksam gemacht werden. Sie besitzen drei bis fünf Röhren und werden überwiegend mit ein bis zwei Abstimmkreisen ausgerüstet. Allerdings sind auch besonders leistungsfähige Kofferempfänger mit fünf und sechs Kreisen ausgestattet. Die zu diesen Sonderbauarten gehörenden Kraftwagen- empfänger, die im Preise den hochwertigsten Ueberlagerungsempfängern nahestehen, haben bei sechs Röhren sogar sieben Kreise und sind in technischer Beziehung Meisterwerke. — Die diesjäy- I : Dolkssender-Aktion, die der Rundfunk mit der NS.-G. „Kraft durch Freude" durchführt und durch die Fülle der Begabungen im Volke der Weg freigemacht wird, um später aus der Gemeinschaftsarbeit des ganzen Volkes heraus in einer neuen Komposition ein neues nationalsozialistisches Kunstleben des deutschen Volkes zu entwickeln. Dr.-Jng. Goerz, der Leiter der Fachgruppe Rundfunk in der Wirtschaftsgruppe Elektroindustrie, erklärte, auf dem Gebiet des Kurzwellenempfangs habe man eine Steigerung der Empfindlichkeit vorgenommen, um den Vorsprung der amerikanischen Konkurrenz auf den Auslandsmärkten aufzuholen Das jüngste Fachgebiet, das Fernsehen, nehme einen nicht unwesentlichen Raum der Ausstellung ein. Vervollständigt werde die Fernseh-Ausstellung noch durch eine Fernsprechgegensehanlage der deutschen Reichspost, wie sie anläßlich der Leipziger Messe zwischen Berlin und Leipzig in Betrieb genommen wurde. So aussichtsreich die Erfolge auch sein mögen, so müsse doch gesagt werden, daß die Beschaffung von Fernsehempfängern zur Zeit breiteren Schichten unseres Volkes wegen der hohen Kosten noch nicht möglich sei. Unter der Parole „Landvolk sendet für Landvolk" gibt die Reichsbauernführung eine Darstellung der Rundfunkarbeit in den Landbauernschaften. Die Reichspropagandaleitung der NSDAP, zeigt, welche Bedeutung der Rundfunk im Leben der Gemeinde hat Für die Eröffnungsfeier ist in der Ehrenhalle ein Wunderinstrument eingebaut worden, das später in die Halle des Dolkssenders Übersiedelt: eine „Doktor-Vierling-KdF. - Großtonorge l" Diese neueste Erscheinung auf . . . Ingenieure ihr Hauptaugenmerk auf eine verbesserte Klang- Wiedergabe gerichtet haben. Hierzu haben ihnen die Röhrentechniker durch Entwicklung neuer Rohren die Möglichkeit gegeben. Eine Zeit lang hatte es den Anschein, als ob die Apparatebauer sich bei der Entwicklung der Schaltung nach den vorhandenen Röhren richteten. Heute läßt sich feststellen, daß der Röhrenkonstrukteur den Wünschen des Apparatebauers nachkommt, also seine Vorherrschaft aufaegeben hat. Hierdurch ist es zu erklären, daß die Leistungsfähigkeit und Ausnutzbarkeit der einzelnen Röhren besser geworden ist, so daß die Zahl guter Empfänger mit nur zwei Röhren recht groß werden konnte. Nach 2^monatiger Verhandlung verkündete die Erste Strafkammer des Berliner Landgerichts das Urteil in dem großen Falschmünzerprozeß gegen den 33jährigen Max S t a r i ck und seine 29 Mitangeklagten. Der Hauptangeklagte erhielt 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. 15 Mitangeklagte erhielten Zuchthausstrafen von 2 Jahren bis zu 4 Jahren 6 Monaten, 8 weitere Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen bis zu 1 Jahr 9 Monaten verurteilt, 2 amnestiert und 4 freigesprochen. 30 Bandenmitglieder wurden bereits 1932 abgeurteilt. Die Straftaten liegen ausschließlich in der Zeit vor der Machtübernahme. Die Bandenmitglieder hatten sich hinter einen Sportverein getarnt, der mit berüchtigten Ringvereinen der Berliner Unterwelt aufs engste zusammenarbeitete. 3ufe-Branb auf einem amerikanischen Schiff im Hamburger Hafen. Auf dem im Roß-Hafen liegenden amerikanischen 9000-Tonnen-Dampfer „W e ft m o r e ( a n b" sind aus noch nicht geklärter Ursache Jute- und Lumpenballen in Brand geraten. Dichte Rauchwolken wälzten sich über den ganzen Hafen. Nachdem die Luken abgedeckt worden waren, versuchte die Feuerwehr mit zehn Schlauchleitungen eine Stunde lang vergebens, das Feuer in ihre Gewalt zu bekommen. Schließlich wurde eine größere Anzahl von Kohlesäureflaschen herangeschafft, um die Flammen auf diese Weise zu ersticken. Die ganze Nacht über war die Feuerwehr beim Lichte der Scheinwerfer damit beschäftigt, Kohlensäure in den brennenden Lagerraum zu pumpen. Erst am Morgen war der Brand so weit gelöscht, daß die Feuerwehrleute mit Rauchschutzgerät in den Raum einbringen unb bie Nachlöscharbeiten burchführen konnten. Zuchlhausrevolte in Amerika. In Milledgeville (Georgia) wollten Sträflinge bes Staatszuchthauses nachts aus einem Schlafsaal ausbrechen, inbem sie unter lautem Toben bie Saal- türen mit eisernen Bettstellen einzuschlagen unb den Schlafsaal in Branb zu stecken versuchten. Die Wärter schossen schließlich auf bie Tobenden mit Schrotgewehren, wobei ein Sträfling getötet und fünfzehn verwundet wurden. öeffer&ericbt Oes Reichswetterdienstes Ausaabeort Frankfurt. Das mächtige europäische Hochdruckgebiet verlagert seinen Schwerpunkt mehr unb mehr auf unser Festland, so baß sein Einfluß auf unser Wetter auch weiterhin gesichert ist. Aussichten für Samstag: Morgens vielfach, sonst überroiegenb heiter, trocken, tagsüber warm, schwache Luftbewegung. Aussichten für Sonntag: Fortbauer ber trockenen unb freunblichen Witterung. Lufttemperaturen am 27. August: mittags 22,2 Grab Celsius, abenbs 13,5 Grab-, am 28. August: morgens 11,2 Grab. Maximum 22,7 Grab, Minimum heute nacht 8,3 Grab. Hauptschriftleiter Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr. Fr. W. Gange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr W. Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D.21. VII.36: 9350. Druck unb Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts- Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. dtt'- , W ausbrüdm 1® ßliojialisna» N e BeieitigBH Gegenwart/ irbeitet![fl2 Tem flruM bann jtbtm V> bibcf notMW» bung und Ä-he 6* toatf) über/ . an den «tM • Betreuung50^ .arbeitet das * ®ummer zu » SS» *£ ' her aus .u » lut sührrl^ r-d den 7nd d- Auf dem linken Bilde beutet Der Pfeil auf bie interessanten tecynischen Verbesserungen ber großen Empfänger hin, den Banbregler, ber die Trennschärfe in drei Gängen zu schalten gestattet. Rechts: Grob - und Feint rieb (großes und kleines Räbchen) des Stationswählers ermöglichen ein schnelles Aufsuchen sowie genaues Schärfestellen des gewünschten Senders. — (Werkaufnahmen: Telefunken unb Korting.) nbt, d» Neues für den Vücherfisch ANGEBOT/ 1. 48,— RM. 2. 804,— 3. 41 475,— der tiefwirkende Mk 325 vH 500g-. 19 500 g—,29 Wie kriegt man die Speiseflecken heraus? Vanillegeschm. Schokolade ° Spetfefle&en gehen Keim Waschen sehr schwer heraus. Tun Sie in Ihr Einweich- wasser Burnus, so sind die meisten Flebben in der Hauptsache verschwunden, und der Schein, der noch zu- rücbbleibt, geht beim Waschen leicht und schnell heraus. Sie haben ein leichtes Waschen und sparen Seife u. Waschmittel. Große Dose 49 Psg., überall zu haben. Nachlässe von s mb 20 v. S. erhalten Eie bet wiederholten Aufnahmen einer Ameise Malzkaffee, Tafelschokoladen, Pralinen, Wein, Gemüse- und Obstkonserven in guter Qualität zu niedrigen Preisen. — Martin Luserke: Die Ausfahrt gegen den Tod. Propyläen-Verlag, Berlin. Gebunden 2,20 Mark. — (188) — Dieses Büchlein mußte kommen für alle, die nach Haskos jäher Vollendung doch wissen wollten um das Schicksal des Bleichedoot, des Wassergeusenadmirals Lanze- lott von Brederode. Man ahnte zwar, daß sein Ende so sein würde. Aber vor dem Schwertstreich erzählt Luserke die wundersam feine Geschichte vom Tod, von der herrlichen Frau Heldte, die in der ganzen Geschichte kaum ein Wort spricht und doch genug tut mit ihrer Liebe zu Geert Diepken und ihrem Wunderglauben an Brederode, um diese Ausfahrt in ihrem letzten Schicksal zu bestimmen. Das Buch erzählt kein Wort von Liebe. Das Buch erzählt wieder von den handgreiflichen Menschlichkeiten der Geusen. Es erzählt von einer Fahrt, über die der Tod gesetzt ist. Weil es aber drüben auf dem Land die straffe Frau Heldte gibt mit ihrer Liebe und ihrem Glauben, darum muß Bre- derode dem Tod mit eigener schmaler Hand die Kraft und den Uebermut und den Triumph zerschlagen; er geht im Dünenland hinein nach Haarlem, wo morgen der Tod sein wird. Heldte hört ütar den Sand seine Stimme, und sie glaubt wieder; Gert spürt es, wie er ihm die Knoten der Fesseln löst, der Tod muß ausweichen vor dem kalten, bleichen Menschen, der morgen wohl den Kopf auf den Block leaen wird, aber vorher dem Tod noch alle Lächerlichkeiten hingeworfen hat und Sieger bleibt. Daß dieses Buch so wundervoll zart ist, wo es doch grobe Männerschicksale und viel Tod erzählt, und daß es so gläubig von der Liebe erzählt, dort, wo man längst keinen Schatten von Liebe mehr vermutet, das ist eine Freude, die nicht geringer ist, als die Freude über den messing- blonden Hasko und seine große Geschichte. J.M.B. — Hans Caspar von Zabeltitz: Herz im Schild. Roman. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. Preis gebunden 4,80 Mark. — (239.) Ostdeutsche Adelswelt in drei Jahrzehnten wechselvollen deutschen Schicksals vom Ausklang der wilhelminischen Aera bis zum Anbruch einer neuen Zeit hat in diesem Roman eine verständnisvolle und warmherzige Gestaltung gefunden. Eine innerlich vornehme Frau, in einen großen Pflichtenkreis gestellt, kämpft sich durch alle Verlockungen persönlicher Wunsche zur Erkenntnis ihrer eigentlichen Aufgabe durch. Sie ist der Held des Buches. Reben ihr verblaßt etwas die Gestalt eines pflichttreuen, aber formstarren Offiziers, der nach den Erlebnissen des Krieges und des Zusammenbruchs zwar seinen Weg findet, den des fchlichten Soldaten, der nicht müde wird, für eine Ordnung zu kämpfen, für ein schöneres Deutschland, aber es bleibt eine menschliche Leere, er findet nicht mehr die Brücke zu der um viele Jahre jüngeren Frau, deren Mutter er einst als junger Leutnant geliebt hat. Es ist, als ob er sich hinter seinen Dienst an Deutschland verschanze, um die Enttäuschung seines Lebens zum Schweigen zu bringen. So wird es kein froher Dienst, wie bei Einspaltige Kleinanzeige1 werden zum ermäßigt*1 Grundpre s von 5 Pf. für o' Millimeterzeile veröffentlich. Zusammen 42 327,— RM. Emheitswert (1.1.35) zusammen 42100,— RM. Gießen, den 13. Juli 1936. Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. viel für sich, besonders für eine Epoche, die noch so wenig abgeschlossen ist, wie die des Kampfes um eine neue Friedensbasis in Europa. — Hans Retzlaff: Sie Schwalm. Kul. tUrbild einer hessischen Landschaft. Mit 107 Auf. nahmen des Verfassers und einführendem Text von Heinz Metz, Holzburg. Deutsches Verlagshaus Bong & Co Berlin W 57. Kartoniert 4,80 RM., Ganz, leinen 5,80 RM. — Dieses schöne Buch lehrt uns die Eigenart der reichgegliederten Schwalmer Tracht kennen. Wir erhalten einen Einblick in das Volks. Handwerk, das für die bäuerliche Kultur tätig ist. Der Arbeitskalender der Schwälmer Bauern wie der Festkalender tritt uns in bunter Eindringlich, feit vor Augen und öffnet den Blick für die Grund, läge solcher alten Lebens- und Arbeitskultur. — Albrecht Dürer. Blumen und Tiere. 10 farbige Tafeln und 6 Abbildungen nach Aquarellen und Zeichnungen, eingeleitet von Kurt Gerstenberg, Verlag Die Silbernen Bücher, Waldemar Klein, Berlin, Preis kartoniert 2.80 Mk. — (151) — Aus diesem Riesenwerk Albrecht Dürers sind die zarten Zeichnungen und Aquarelle aus der Natur die populärsten. Der Hase oder der Hirschkäfer oder die Akelei oder das soa. große Rasenstück sind in Millionen Re. Produktionen in jedermanns Händen und doch gibt diese Zusammenstellung reizvolle neue Ein- drücke. Die Wiedergabe der Aquarelle ist von zar- festem Duft, die in den Text eingestreuten Zeich. nungen sehr sorgfältig reproduziert. Die kurze Einführung selbst ist lobenswert. — Vierundzwanzig alte deutsche Lieder aus dem Wunderhorn. Reue Ausgabe nach dem Original von 1810 mit einem Begleitwort von Dr. Johannes Koepp. Ludwig Voggenreiter Verlag Potsdam, kart. 2,20 RM., Leinen 2,80 RM. — (235) — Die Volksltedsamm- lung der Romantiker Arnim und Brentano „Des Knaben Wunderhorn" bekam als reine Textsamm- lung leider keinerlei Bedeutung für das Singen des Volkes. Das änderte sich erst, als die Wandervogel« Bewegung die Lieder aufgriff und wieder zu fingen begann. Damals war also die Herausgabe eines Teils der schönsten Lieder mit Gesangstimmen eine verdienstvolle Tat, ohne die die schönen alten Lieder vergessen wären. Der Herausgeber ist der fast unbekannte Johann Nikolas Böhl. 1770 in Ham- bürg geboren, starb er vor 100 Jahren in Puerto Santa Maria. Die Melodien zu den Liedern sind ältere, bekannte Weisen, „die sich aber trefflich an- geschmiegt haben", wie es im Vorwort heißt. Dieses Werk vor der unverdienten Vergessenheit zu retten, um es aufs neue in „die Hände des Liebhabersoder dessen, „wer Sinn hat für altdeutsche Art und Innigkeit, sowohl in Leid als Freude", zu legen, 'm ar eine lohnende Aufgabe. Jede einzelne Seite ist gestochen. Nach gründlicher Ausbesserung des Originals erfolgte der Druck als Faksimile. Der Ein- band ist dem alten getreu nachgebildet. Damit ist ein Buch entstanden, das unsere Jugend voller Dank entgegennehmen wird. fen und sichtbaren, nicht bloß papierenen Deutschen Reich. Das 17. Jahrhundert kann Jörg nicht die Erfüllung seines Traumes bringen, er muß seinen Glauben an das Reich in die ewigen Worte formen: „Unser Reich komme." — Fritz Helke: DerPrinzaus Frankreich. Ein Schicksal um Bonaparte. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis broschiert 4,— Mark, gebunden 5,50 Mark. — (245.) Heber Frankreich lastet der Schatten der großen Revolution. Während mit Ludwig XVI. unter dem Fallbeil des Schafotts das morsche System des absoluten Monarchismus stirbt, flieht der hohe Adel Frankreichs ins Ausland. Auch der junge Herzog von Enghien vermochte nicht die Bindungen einer jetzt blutleer gewordenen Idee abzustreifen, um aus ehrlicher Ueberzeugung den Weg zu den neuen Kräften zu finden, die das Antlitz seines Vaterlandes völlig verwandelt hatten. Die langsam wachsende Erkenntnis von der innerlichen Verderbtheit des Systems, dem der Herzog durch Blut, Stand und Erziehung angehört, veranlaßt ihn, sich zunächst allen politischen Verwicklungen fernzuhalten. Der Prinz lebt an der Seite Charlotte Rohans in dem badischen Städtchen Ettenheim ein stilles Idyll von pastoraler Beschaulichkeit. Aber von allen Seiten treten Versuchungen und sittliche Forderungen an ihn heran. Er wird gewarnt, entscheidet sich zur Flucht und verwirft diese schließlich wieder, weil er an seine Unschuld glaubt. Hnd so erfüllt sich durch seinen Tod das tragische Geschick, weil er nicht begriffen hat, daß er, für Bonaparte und Talleyrand nichts als eine Figur auf dem politischen Schachbrett, schon durch seine bloße Existenz eine Kraft ist, die zur Durchsetzung neuer Machtziele beliebig ausgeschaltet werden kann. Ein reiner und edler Mensch, hineingeboren in einen innerlichen Umbruch außergewöhnlicher Art, durch Blut und Erziehung an ein System gebunden, dem das geschichtliche Urteil gesprochen wurde, kann den Weg in die neue Zeit nicht finden. Zwischen den Polen hin- und herschwankend, wird er von einem harten Schicksal, das klare Entscheidungen verlangt, zerbrochen. — Michael Freund, „V o n Versailles zur Wehr fr eih eit". Die Wiedererstehung Deutschlands als Großmacht. Eine Geschichte des Kampfes um Abrüstung und Gleichberechtigung im Jahre 1934/35 in Dokumenten. Essener Verlagsanstalt, Essen. — (65) — Dieses Buch ist ein Sonderdruck aus dem großen Sammelwerk „Weltgeschichte der Gegenwart in Dokumenten". Durch Zwischentexte wird hier der Versuch unternommen, den Fluß des Geschehens durch Dokumente zu veranschaulichen, in denen die Parteien des politischen Spiels selber zu Wort kommen. Unter Dokumente werden selbstverständlich auch Aufrufe, Reden, Denkschriften und ähnliches verstanden. Dieser Sonderdruck enthält die wichtigsten Tatsachen für die Vorgeschichte zur Erklärung der deutschen Wehrfreiheit und für die ihr folgenden politischen Vorgänge bis zum deutschen Friedensprogramm in der Rede des Führers vom 21. Mai 1935. Die hier angeschlagene Art der Betrachtung hat gewiß sehr 45 g - Beutelchen: Vanille, Mandel . BtL *«O5 250 g - Beutel: Vanille, Mandel . BtL —,25 Bekanntmachung. Velr.: Siromunlerbrechung im Stadtgebiet. Am Sonntag, dem 30. b. 211., wird in folgenden Sfrahenzügen die Stromlieferung wegen Unterhaltungsarbeiten in der Zeit von 6 bis 10 Uhr vormittags unterbrochen: 5291A Neuenweg, Seltersweg, von Kreuzplatz bis Plockstraße, Maigasse, Erlengasse, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Mäusburg, Sonnenstraße, von Schulstraße bis Kreuzplatz. Gießen, den 27. August 1936. Städtische Betriebe Gießen. Direktion. iiiiiimiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin (Ein Buch für den Naturfreund! Waldweben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waides in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleden des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufjchluhreichem Einführung^texl von K. Gerhard u. G. Wolff. Preis R Ilk.4,80. „Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturschönheiten in sich aufzunehmen, dem singen und klingen die Tafeln lausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." 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August 1936, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die den 5029D a) Weihbacker, 7Nax. zu b) Marx, Elisabelhe, dessen Verlobte, seht dessen Ehefrau, zu beide verstorben, Apfelsaft 7i R. o.GI. —.65 Traubensaft7, Fl.o.Gl. !•— Glaspfand —.10 Himbeersirup los.SOOg—*70 Puddingpulver lose KAISERS^ bei A. Richter K.G. Seltersweg 71 Alle Sommerstoffe weit unter Einkauf. Alle Wollstoffe jetzt äußerst herabgesetzt Alle Knöpfe zu halben Preisen. Grober Posten Reste! Nutzen Sie diese letzte Gelegenheit! Der Konkursverwalter. ___5305 D seinem Bruder, der einst Schulden halber über den „großen Teich" befördert, aus Amerika die größere seelische Robustheit und Unbekümmertheit mitge- bracht hat, um mit dem Leben fertig zu werden. So zeigt der Roman interessante Kontraste zwischen Menschen, die alle das „Herz im Schild" haben, aber jeder auf seine eigene Weise. e- — A. E. Hoche: „Aus der Werkstatt". Geheftet 4,50 Mark, Leinwand 6 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — (193) — Der Psychiater, Philosoph und Dichter Alfred Erich Hoche hat mit feiner eigenartigen Selbstbiographie „Jahresringe einen großen Bucherfolg errungen. Sein neues Buch ist keine Fortsetzung oder Erweiterung der Selbstbiographie, aber es läßt bei dem Blick in die Werkstatt das Werden und Wachsen der Meinungen und Ueberzeugungen erkennen, die in jenem Buch als Niederschlag der Erfahrungen eines langen Lebens bargeboten worden find. Aus einer größeren Anzahl von Vorträgen und Abhandlungen find diejenigen ausgewählt worden, die dem Verständnis des Gebildeten ohne weiteres zugänglich find; ein Teil davon bewegt sich in den Grenzlanden der Medizin. Abhandlungen allgemeinen Inhalts über menschliche Fragen, deren Bedeutung an keine Zeit gebunden ist, wechseln ab mit ernsten und leichter getönten Teilen, aus denen verklungene Stimmungen der Kriegszeit und der Jnflationsjahre in eine veränderte Gegenwart herüberdringen. Die Reichhaltigkeit des Gebotenen zeigt ein kurzer Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: Geisteskrankheit und Kultur / Shakespeare und die Psychiatrie / Angstzustände / Der Schmerz und seineBehandlung / Schülerselbstmorde / Die Schlußszene der Starnberger Tragödie (Berichte über die letzte Stunde Ludwigs II.) / Vom Schlaf / Die humanistische Bildung (Das humanistische Gymnasium im Kampf um seine Berechtigung / Zur Psychologie des Examens / Krieg und Seelenleben / Vom Sterben ufw. Die Eigenart Hoches, geistige Freiheit, Klarheit und die Fähigkeit zu glänzender Darstellung wird der Leser auch in seinem neuen Buche wiederfinden. — Werner Beumelburg: „Mont Roya l." Ein Buch vom himmlischen und vom irdischen Reich. Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg. Preis in Leinen geb. 5,50 RM. — (107) — Das neueste Werk Werner Beumelburgs versetzt uns in die Zeit der Raubkriege Ludwigs XIV. Es zeichnet in erschütternder Eindringlichkeit die Ohnmacht und Zerrissenheit des alten Deutschen Reiches, das sein westliches Grenzland der Willkür und dem Sicherheitswahn des französischen Nachbarn kampflos überläßt. Ein deutscher Berg an der Mosel, auf Geheiß des Sonnenkönigs zu einer starken französischen Festung ausgebaut, und ihm zu Ehren „Mont Royal" genannt, ist Symbol dieser Zeit. Werner Beumelburg ist als Sohn der Mosel wie kein zweiter berufen, Sprecher für den deutschen Westen zu sein. Meisterhaft schildert er in dem armen Weinbauernsohn Jörg die brennende Sehnsucht nach einem star- Unsere vorzüglichen Kaffeesorten 500 g Mk. 2— 2.40 2.80 3 - 3.20 125 g Mk. -.50 -.60 -.70 -.75 -.80 Kai ser’s Tee: kräftig und aromatisch in allen Geschmacksrichtungen Kaiser’s Kakao: wohlschmeckend, nahrhaft und bekömmlich Speisezimmer (Eiche mit Nußbaum) bestehend aus 1 Büfett (160 cm) mit Facetten- 8ehe ben und polieiter Mittetüre, Kredenz, 1 Auszugtisch und vier echten Lederstühlen auf Federn. Wegen Verheiratung meines jetzig. Mädchens suche ich für sofort oder später tüchtig., ehrlich., nicht zu junges Mdchcn für kl. Geschäftshaushalt u. zur Beihilfe i.Laden Frau Karl Rose Gieße« <»874 Löwengasse,Ecke Bahnhofstraße. tiescnattsörucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei BrUhl, Schulstr. ? Nr. 23), 6 qm Betrag der Schätzung . . . . Flur I, Jlr. 59Vio, Grabgarten daselbst, 134V1O qm Betrag der Schätzung. . . . 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Das konnte man auch bei den wachsenden Erfolgen des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit deutlich beobachten. Etwa bis Ende 1934 sahen alle immer mit Spannung den neuesten Ziffern über die Ergebnisse des Arbeitseinsatzes entgegen. Dann aber fing man an, es als „selbstverständlich" hinzunehmen, was wenige Jahre zuvor noch wie ein Wunder erschienen wäre. Heute sind wir an den ständigen Rückgang der Arbeitslosenziffern bereits so sehr gewöhnt, daß wohl nur die Wenigsten sich weitere Gedanken darüber machen. Und doch sollten wir das tun. Denn Erfolge fallen auf keinem Gebiet dem einzelnen wie dem Volksganzen mühelos in den Schoß. Sie wollen erkämpft sein. Sind sie erzielt, so gibt es auch noch kein Ausruhen. Dann geht der Kampf darum, den gewonnenen Stand zu halten und möglichst noch zu verbessern. In diesem Stadium stehen wir gegenwärtig tn unserer Arbeitsschlacht. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben die in sie gesetzten Erwartungen noch übertroffen. Die Ziffer der beschäftigten Arbeiter und Angestellten war am 30. Juni d. I. um 6 188 272 höher als am Tiefstand vom 31. Januar 1933. Da im Durchschnitt der letzten 12 Monate, für die die endgültigen Ergebnisse der Statistik der reichsgesetzlichen Krankenkassen und der Arbeitsämter vorliegen, die Gesamtzahl der in Deutschland überhaupt vorhandenen Arbeiter und Angestellten mit 18 844 000 -ermittelt wurde, bedeutet eine Beschäftigungsziffer von 17 675 483 — Stand am 30. Juni — eine Beschäftigung von rund 95 v. H. aller 'Arbeiter und Ange st eilten. Jetzt geht es also darum, diesen hohen Beschäfti- igungsstand zu halten und auch noch die letzten 'einsatzfähigen Erwerbslosen in Arbeit und Brot -zu bringen „Ist denn das so schwer?", so wird wielleicht jetzt mancher Leser sagen. In der Tab fsieht für das ungeschulte Auge die Aufgabe oer- lhältnismäßig einfach aus. Weit über 6 Millionen -Erwerbslose sind seit dem 31. Januar 1933 in den ^Produktionsprozeß eingereiht worden. Gegenüber Lieser Tatsache müßte es dann doch leicht sein, «noch 1 Million Menschen mehr eine Arbeitsmöglichkeit zu geben. Und doch ist es nicht leicht. Es wird sogar mit fiebern weiteren Erfolg der Arbeitsschlacht immer schwieriger, Arbeitsgesuche und offene Stellen in Ilebereinstimmung zu bringen. Schon die Hausffrau kann ja zu diesem Kapitel etwas sagen. Denn Wie oft wird sie davon gesprochen haben, daß ihre Hausangestellte sich vorzüglich für einen anders gearteten Haushalt, aber eben nicht für den h r i g en eignet. Ist es schon im Kleinen so, wie- ruel mehr dann im Leben der Wirtschaft mit «einen fortgesetzten Aenderungen, mit den Kon - lunktur- und Saisonschwankungen. Was heißt das für die Praxis? Doch nichts anderes, als daß gerade nach den Erfolgen der Ärbeitsschlacht die planvolle Leitung des Arbeitseinsatzes immer wichtiger wird. Sie wird aber auch immer schwieriger. Bei einer großen Zahl von Erwerbslosen ist es reicht für einen gemeldeten offenen Arbeitsplatz ’oen geeigneten Bewerber auszusuchen. Schwieriger ist es, wenn eben nur wenige Bewerber zur Verfügung stehen. Da müssen oann die berechtigten Wünsche des Arbeitsuchenden mit den Notwendigkeiten der Besetzung der Arbeitsplätze in Uebereinstimmung gebracht werden. Das Allgemeininteresse erfordert die Ausfüllung deber Arbeitsmöglichkeit. Die persönlichen Wünsche »es Erwerbslosen gehen oft in eine andere Richtung. Da gilt es dann abzuwägen. Da gilt es, die Grenze zu finden zwischen Einzelschicksal und Notwendiakeiten für das Volksganze Noch weitere Fragen tauchen bei der planvollen Leitung des Arbeitseinsatzes auf. Wir haben zum Beispiel im Mai 1936 in der Landwirtschafti 83 652 Arbeitsgesuche und 133 921 offene Stellen gehabt. Trotzdem konnten die Arbeitsmänner nur bei 61 340 Einstellungen in der Berufsgruppe Landwirtschaft im Monat Mai mitwirken. Es war also nicht möglich, alle Erwerbslosen dieser Berufsgruppe unterzubringen. Warum? Die Zahl der offenen Stellen war doch größer. Weshalb wurden dann am 30. Juni noch 19 008 Erwerbslose in der Berufsgruppe Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht gezählt? Geht man der Frage nach, so lüftet sich das Geheimnis. Don den 19 008 Erwerbslosen der genannten Berufsgruppe waren 7294 verheiratete Landarbeiter. Mit ihnen konnten die offenen Stellen nicht besetzt werden, weil es wohl in den meisten Fällen a n W o h n u n g e n für die Landarbeiterfamilien fehlte. Weitere 6202 waren Gärtner und Gartenarbeiter. Die Bauern wollten aber im Mai keine Gärtner, sondern g e - schulte Landarbeiter. Da tritt dann die Frage auf, ob es richtig ist, die 6000 erwerbslosen Gärtner umzuschulen. Wird der Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft auch nach der Ernte in der Höhe anhalten, daß die Umschulung verantwortet werden kann. Jeder einzelne Fall muß da geprüft werden. Eine falsche Entscheidung kann das Lebensschicksal eines Volksgenossen auf das Schwerste belasten. Dabei hängt die Entscheidung von Faktoren ab, die mit absoluter Sicherheit niemand zu beurteilen vermag. Der Ausgleich muß nicht nur innerhalb der einzelnen Berufsgruppen getroffen werden. Auch zwischen den Berufsgruppen selbst ist er notwendig. Wir haben für Mai die Zahl der Arbeitsgesuche und die der offenen Stellen in der Be- rufsgruppe Landwirtschaft genannt. Die offenen Stellen übertrafen die Arbeitsgesuche. Schon i n der For st wirtschaft und Fischerei war es umgekehrt. Hier standen 17 478 Arbeitsgesuchen nur 7690 offene Stellen gegenüber. Noch mehr verschiebt sich das Verhältnis bei verschiedenen industriellen Berufsgruppen. Im Bergbau wurden von den Arbeitsämtern im Mai 94 355 Arbeitsgesuche, aber nur 3157 offene Stellen gezählt. Für die Eisen- und Metallerzeugung waren die Zahlen 228 150 und 47 925. In anderen industriellen Berufsgruppen war das Verhältnis von Arbeitsgesuchen zu offenen Stellen wenigstens wie 2:1. Bei den Hausgehilfinnen — was die Hausfrau besonders interessiert — lagen im Mai 60 867 Arbeitsgesuche gegenüber 51 866 offenen Stellen vor. Man muß bedenken, daß die Zahlenverhältnisse von Arbeitsgesuchen und offen Stellen nicht nur zwischen den einzelnen Berufsgruppen, sondern ebeso auch zeitlich und örtlich schwanken. Einige Ziffern mögen das belegen. Zunächst wollen wir die Zahlen für einige Berufsgruppen vom Mai 1936 denen vom Mai 1935 gegenüberstellen. Das ergibt folgendes Bild: Arbeitsgesuche. Mai 1935 Mai 1936 Landwirtschaft 119 526 83 652 Forstwirtschaft 24 899 17 478 Saisonaußenberufe zusammen 730 822 527 165 Uebrige Arbeiterberufe 1 293 785 997 588 Ungelernte Arbeiter 982 654 834 158 Angestellte 361 559 304 312 Offene Stellen. Mai 1935 Mai 1936 Landwirtschaft 140 767 133 921 Forstwirtschaft 2 720 7 690 Saisonaußenberufe zusammen 297 627 309 408 Uebrige Arbeiterberufe 281 211 325 212 Ungelernte Arbeiter 186 754 231 225 Angestellte 102 482 142 341 Die Dermittlungsziffern reichen an die Gesamtzahl der offenen Stellen niemals hundertprozentig heran. Zum Teil melden die Unternehmer eine offene Stelle dem Arbeitsamt und geben gleichzeitig ein Stelleninserat auf. Hinzu kommt die gelegentliche Vermittlung aus Gefälligkeit, wie sie unter Bekannten üblich ist. Eine restlose Erfassung der offenen Stellen und auch der Arbeitssuche findet also bei den Arbeitsämtern der Reichsanftalt nicht statt. Es bleibt noch hervorzuheben, daß der Umschlag im Arbeitseinsatz mit den Erfolgen der Ärbeitsschlacht sich noch gesteigert hat. Er hat sich rund um ein Drittel erhöht. Fügt man zu diesen Tatsachen noch die Bedeutung der Berufsberatung und Lehrftellenverrnittlung, dann erkennt man die Richtigkeit unserer Forderung nach planvollem Arbeitseinsatz. ünterzrichnunOesenalisch-äsMischenVerlrages --- — X 077^71 MA ng HM M ä Im Locarnosaal des Auswärtigen Amts in London wurde der englisch-ägyptische Vertrag, der Aegypten seine Souveränität zuerkennt, feierlich unterzeichnet. In der Mitte des Tisches sieht man den englischen Außenminister Eden während der Unterzeichnung. Links davon sitzt Ministerpräsident Nahas Pascha. (Scherl-Bilderdienst-M.) Ungebetene Kostgänger -er Wetterau. Ein Iahreögang durch das Leben des deutschen Hamsters. Von Dr. Karl Rudolf Fischer. Schwer neigen sich die reifen Aehren unter der Last des reichen Körnerregens zur Erde, aber wie gewalzt liegt das fruchtbeladene Feld nach dem letzten Platzregen da. Die Bauern werden es schwer haben dies Jahr, den neine Mahd mit der Maschine, die ganze Felder nimmt, wird nicht mehr möglich sein, wenn die Frucht so liegt, und es gibt viel gebückte Rücken im Erntegang, viel sichelbewehrte Arme, und die Vorschnittsense wird diesmal ohne Reff geführt werden müssen und vielleicht durch-, aber nicht widerhauen können. Das aber ist das ideale Feld für die Geißel der Wetterau, den ungebetenen Kostgänger und Nebenbuhler im Nahrungskampf, den billigen Konkurrenten im Korneinheimfen und unsteten Wühler, Nager und Griesgram, Ackerverderber und Tunichtgut. Denn Heuer braucht er nicht die Halme zu biegen, daß sich ihr Aehrensegen zur Erde neigt, um Halm für Halm unö Aehre für Aehre einzeln abzuernten, heute liegen sie alle da, wie er sie haben will, auf Abruf bereit für feine dicken Taschen und für sein ewig tätiges Mahlgerät. Das ist das Feld, wie der Hamster es haben will, wenn er bei dem Kornbauern zu Gaste geht und keinen Acker verläßt, bevor er ihn gezeichnet hat. Der Spuren hinterläßt, wie kein Mensch sie zu hinterlassen vermag und dessen Tätigkeit so sprichwörtlich ist wie kaum eine zweite, so daß der Vorgang sogar von der menschlichen Ausdrucksweise übernommen wurde, und dessen Urheber trotz seines Einganges in den Dolksmund den Menschen doch so fern, so fremd und so unerwünscht geblieben ist, so rätselhaft und so unbekannt wie der deutsche Hamster. Wo er mit seinem Räuberhandwerk zu Gange ist, sein unglaubliches Verheerungswerk treibt, da gibt es halbe Ernten und mageren Drusch, und viel Schweiß, viel Mühe und Arbeit ist vergeblich gewesen. Geht der Hamster zu Häuf übers Feld, dann ist Notwehrzeit für den Bauern. Ein Glück, daß er sich nicht überall zu halten und anzusiedeln vermag, und daß er dort, wo gutgründiger Boden ihm das Graben gestattet, im großen Ganzen kurz zu halten ist und seine jährliche Vermehrungsstärke schwankt wie Erntereichtum und Klimagunst. Dabei sieht der Kerl gar nicht unsympathisch aus, im Gegenteil, er stellt etwas vor in seinem kontrastreichen Ausgehanzug, der glatten, rötlichgelbbraunen Rückenseite und dem weichen Pelz seiner tiefschwarzen Bauchhälfte, und die Weißtupfung von Schnauze, Backen und Pfoten geben ihm noch obendrein jene Liebhaberfärbung, auf die wir bei unseren Katzen und Hunden so stolz sind. Es ist eigentlich schade, daß dieses anmutige, gegen 30 Zentimeter große Tierchen ein so großer Verwüster unserer Kulturpflanzen und so empfindlicher Schädling ist. Alle Nutzfrucht, die der Mensch auf den Feldern Hein ich Wolfqanq Gewel Zu seinem 60. Geburtstag am 28 August von Herbert Günther „Arn 28. August wurde ihm fein erster Sohn •icboren", so erzählt Heinrich Wolfgang Seidel in nen „(Erinnerungen an Heinrich Seidel". In diesem unscheinbaren Satz liegt schon ein Wesentliches siner Persönlichkeit: Zurückhaltung. Heinrich Wols- -iang Seidel hat immer gerne das Wort „W Der-- -nieben. Nicht aus Hochmut ober falscher Bescheidenheit. Lautes Vorbrängen wäre gegen seine Na- iir gewesen. „Als ob ein Künstler nicht vor allen oberen Anlaß hätte, ben Abstanb zu magren , □qt ber Maler Roßbors in seinem Roman „D a s ergitterte Fen st er" unb meint bannt nicht Liletzt ben Abstanb zu ben eigenen Eitelkeiten. Seibel brauchte sich nicht vor ben Gefahren des Ziteratenhaften zu schützen. Es war ihm non \xv -,en her fremd mit seiner Betriebsamkeit, (Erfolgs^ mbetung und' dem Geschwätz. Seit seinem 14. Lebensjahr ist ©eibel heimlich iewiß, daß auch er einmal Bücher schreiben werbe. Als ber früheste Novellenband erscheint, Zahlt.er ti)on 37, unb man steht im Dorkriegsiahr 1913. !rs ist „Der Vogel T o l i b a n , seiner Gattin Ina Seibel qeroibmet. Seibel hatte jung an fernem 58ater erfahren, was künstlerische Arbeit bebeutet, inb so wäre es ihm beschämend erschienen. als Präger seines Namens mit unreifen Erzeugnissen :ion sich reben machen zu möllern Unb hier erweist ,ch eine anbere seltene Eigenschaft: heiligen Anspruch ber Kunst, ber nicht ^ch genug -in kann: Ehrfurcht vor ber Leistung derer, bie ix)n erfüllen. Wie konnte es anbers fein, als ba£ •t zunächst ben Nachlaß seines Katers herausgab unb bann jene „Erinnerungen mit Briefen iwn unb an Heinrich Seibel, f“nb weiteren Mitteilungen aus bem Nachlaß, ein !pre- cienb-lebendiges Bild bes Unvergeßlichen, bas aus innigster Kenntnis manche üblich geworbene 23 er- /üchnung berichtigt unb Zugleich em erlebtes Stuck liiteraturgeschichte jener Zeit. (Bei ^otta erschienen.) Kürzlich hat Seibel zum erstenmal 'n Buchform ein paar Seiten autobiographischer Betrachtung fiiner „K i n b e r - unb L e hr I a h r e gegeben !n einem Schaffstein-Auswahlbanbchen „Die Dam- i kvlzer"), unb es ist nicht zufällig, bah er auch ihnen f gleich roieber eine Darstellung stmes Vaters an» | igt. Trotzdem wäre nichts falscher, als in t^m «inen Epigonen zu sehen. Das Gegenteil ist ber all. Grabe weil er,, ber ohnehin anbers Geartete, ucht unselbstänbig hervortreten wollte, wartete er. Sechs Jahre erst nach bem Tobe bes Vaters erschien jene Schilberung. Ebenso langsam wuchs fein ganzes Werk. Seibel hat (nach einem Ausspruch seines Vaters) immer roieber bie Bassins vollaufen lassen, ehe er von neuem zu schöpfen begann Vier Romane unb vier Novellen-Sammlungen finb seine bisherige bichterische Lebensernte. Darf man sie klein an Umfang nennen, wenn jebe Garbe so gereift ist? (Alles im Verlage Grote.) Seibel, Erbe einer lange kaum unterbrochenen unb hoppelten Ahnenreihe mecklenburgischer Pfarrer, ftanb selbst bis vor zwei Jahren im geistlichen Amt, unb zwar so sehr aus echter Neigung, baß er neben mancherlei Prebigten etwa auch einen Aussatz über „Die Verpflichtung bes evangelischen Christen zur Auseinandersetzung mit bem geistigen Gesamtbilbe ber Zeit" veröffentlichen konnte. Diese DoppeltÄtig- feit, bie manchen vielleicht zersplittert hätte, schenkte seinem bichterischen Schaffen eine rounberfame Aus- geruhtheit Der Leser spürt sofort: hier gibt es nichts Erzwungenes, Fahriges, Zufälliges. Selbstzucht unb Strenge bes Dichters gegen bie eigene Feber finb oberstes Gesetz. Man fühlt sich in sicherer Hanb. ber man sich willig anvertraut unb bie man schließlich nicht mehr lassen kann: gebannt von echter Kraft. Das ist es, was für Seibels Bücher einnehmen muß: sie finb burch unb burch geformt, allein sie finb es nicht aus Lust am äußeren Glanz, fonbern weil sie verinnerlicht finb bis zur enbgültigen Gestalt. Sie finb verhalten, aber nie trocken, finb fpröbe unb babei phantasievoll-über- rafchenb Sprachliche Herrschaft ist es zunächst, bie uns nicht roieber losläßt: denn Seibel hat sich eine Fülle unb Weite bes Wortes erschlossen wie wenige heute. Balb aber merkt man: biese reiche, biegsame, gefügig unb ergiebig gemachte Sprache ist nur Ausdruck für eine Seele, ber Heiterkeit unb Ernst eins geworben sinb. Man kann bas (Ergebnis Humor nennen unb bamit etwas höchst Rares preisen ober auch Lebensweisheit, wenn man nicht scheut, feierlich gescholten zu werben. Seibel ist tief ber Märchenhaftigkeit alles Lebens inne. So fuhrt er feine Sonberlinge nicht um bes Abseitigen willen vor unb begnügt sich nie mit bem Ausmalen ihrer behaglichen Kauzigkeit. Seibels Jbylle ist immer bämonifd) bebroht. Mehr als einmal bricht bas Geheimnis in bie georbnete Welt bes Genießers ober ber Herzensträg Gewordenen. Was anderes erlebt Rechtsanwalt Vamholzer als diese schmerzhafte Heilung durch den Krieg, was anderes Herr Kammerherr Justus von Ahlim in der großartigen Novelle „Elk" durch das rätselhafte Antlitz einer Urweltlandschaft? Nicht um Wunderlichkeit geht es Seidel, jonbern um das Wunder. „George P a l m e r st o n e" ist ein Entwick- lungs- und Familienroman, der sich den Besten der deutschen Erziehungsromane anreiht. Beglückungen, Aengste, Einbildungen des Kindes und seine Wandlungen machen ihn allein uverlierbar. Und ist noch mancher darin mehr „Figur" als Mensch, wird Seidel später immer lockerer („K r ü- [eman n"). Nie aber erliegt er den Verführungen des Krausen (wie selbst Raabe manchmal) ober bes Skurrilen (wie mitunter sogar E. T. A. Hoffmann). Seine Kavitelschlüfse etwa entzücken burch Fontanesche Feinheit. Was ihn vor jebem Auswuchs bewahrt, ist wohl ber englische Tropfen in seinem Blut, ber ihm auch Dickens zu einem seiner Hausgötter bestimmte. Seibel besitzt mehr als Geschmack, Vornehmheit, Haltung: Kultur. Unb wenn bas Wort .meisterhaft" nicht so verschleubert würbe, müßte es Seibel zuerkannt werben Nun wählen wir ein anberes: altmeisterlich Es ist still um Seibel, ber in seinem Buch über ben Vater barauf hinweist, baß auch jenem ber Weg schwer gemacht worben fei, „wie allen echten Künstlern" Seibel trägt bas Geschick ohne Bitternis. Schon in seinem Erstlingsroman „Die Varn- Holzer" bekennt ber Anwalt, er habe nie finben können, baß in Goethes Aeußerung „Meine Sachen können nicht populär werben" ein Bebauern liege. Dafür barf Seibel hoffen, baß fein Werk bleiben wirb, wenn bie Zukunft ihre natürliche Auslese trifft. Der Simulant. Der Professor ber gerichtlichen Mebizin an ber Berliner Universität, Dr. C a \ p e r , ber vor siebzig Jahren in Berlin weilte, war überaus geschickt in ber Entlarvung von Simulanten. Ein junger Solbat, bem es beim Kommiß nicht besagte, stellte sich taub. Er würbe zur Beobachtung seines Leibens in bie Klinik Professor Caspers kommanbiert unb, wie ba- mals üblich, auf halbe Ration gesetzt. Eines Tages blieb ber Arzt bei seinem Runbgang vor bem Lager des Solbaten stehen unb sagte mit halblauter Stimme zu bem Krankenwärter: „Hören Sie, bas geht aber nicht! Sie lassen ben Mann ja verhungern! Lassen Sie ihm heute ein großes Beefsteak unb eine gehörige Portion Bratkartoffeln reichen, verstauben? Und laut fragte er den Patienten: „Nicht wahr, das essen Sie doch?" — „Jawohl, Herr Professor!", antwortete der „Taube" in seiner freudigen Ueberraschung. Indessen bekam er nun kein Beefsteak, sondern übte eine halbe Stunde später „langsamen Schritt auf dem Kasernenhof... „Menschen im Hotel." Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße wird feit gestern ein Film gezeigt, der in eine Lebenssphäre führt, aus ber ber Film schon öfter bankbare Anregungen empfing: in bie Welt bes Hotels! Dort ist eine oerroirrenbe Vielfalt ber Erscheinungen, ein ftänbiges Kommen unb Gehen, bort ist ber Sammelpunkt ber Großen, ber Starken unb ber Mächtigen ber Welt. War es in bem Film „Hotel Savoy" ber Lebenskreis ber bienftbaren Geister, ber bie Filmschaffenben beschäftigte, so ist es biesmal bas Leben ber Gäste, bereu einige in Konflikt miteinanber geraten, Konflikte, bie sich verwirren, steigern unb zur Lösung brängen — bie Lösung, bie biesmal einen Mvrb bebeutet. Sv begegnen sich hier bie elegante berühmte russische Tänzerin, bie Kruszinskaja (einige Bilber erinnern lebhaft an bie Pawlowa), bann ber lebenslustige Buchhalter Klingeleiu, tobkrank unb genußsüchtig in seinen letzten Tagen, ba ist ber Baron von Geiger, feines Zeichens Hochstapler unb Hotel- bieb, unb bann noch ber Textiliubustrielle Freising, robust, rücksichtslos, ein Geschäftsmann vor bem Ruin, ber ben Hotelbieb ermorbet unb bamit ber Kruszinskaja größten Schmerz zufügt, sie hatte ben Baron lieben gelernt, als er ihr bie Perlen stehlen wollte. Ganz zu schweigen von ber kleinen Sekretärin, bie sich auch bie Augen nach bem Baron ausgesehen hatte. Die Kruszinskaja ist Greta Garbo! Faszi- nierenb ist sie in jenen Silbern, in benen ber Film bas ganze Gesicht in aller Tiefe bes Ausbrucks unö in ber ganzen Skala ber (Empfinbungen, von tiefster Trauer bis zur himmelftürmenbcn ßiebesfelig« feit zeigt. Beunruhigenb unb zur äußersten Aufmerksamkeit zwingend jebe ihrer Bewegungen, erschütternd ihre Klage, hinreißenb der Ausbruck ihrer Lebenskraft in Regungen ber Freube. Immer roieber ist es reizvoll, ihre wenigen Worte Deutsch zu hören, bie sie, schwerfällig zwar, aber immer glaubhaft im Ausbruck zu sprechen weiß. Es ist kaum möglich, sich ber Kraft ihrer Kunst zu entziehen. Neben ihr stehen mit sicherer Beherrschung ber schauspielerischen Mittel John Barry more, Joan Crawford, Wallace Beery unb anbere amerikanische Darsteller. Regie- unb phototechnisch ist ber Film von sehr geschlossener Wirkung. Der äußere Aufwanb in biefem Film amerikanischer Probuktion ist verhältnismäßig gering, so daß alle Aufmerksamkeit ber Handlung geschenkt werden kann. n. Wirtschaft Abendbürse nachgebend. T^hein-mainischer Getreidemarkt. sehr Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 120,25 120,4 Banknoten. Berlin, 27-Auaust 95 109.65 I 109,65 Die hinter den 100 98,75 2,44 41,88 55,68 12,48 16,325 168,48 62,68 101,3 97,9 । 102,13 112,9 j 100,1 ! 98,75 97 101 93,5 125,25 120 97 101 100,75 97,5 100,9 97,5 95 109,65 100,9 97,5 95 109,65 29,3 2,95 8,95 8,35 13,65 64,57 81,21 30,66 101,25 97,75 102,4 113 100 98,75 97 101 93,5 125,25 120,13 97 100,75 100,9 97,5 95 64,31 80,89 30,54 100 98,75 . 29 3,075 8,9 8,13 8,3 13,65 bedarf ohne Stockung gedeckt werden kann, jedoch sind die Vorräte beim Bäcker noch klein. Don Futtermitteln bleiben Kleie und Futtermehl sehr begehrt, stehen aber nur in kleinen Mengen zur Verfügung. Biertreter werden gerne gekauft. Malzkeime haben weitechin ruhiges Geschäft. Olkuchen-Mischfutter wird langsam gekauft, während Oelkuchen nicht zur Verfügung stehen. Fischmehle werden aus Zuteilungen abgegeben. Heu und Stroh haben weiter sehr ruhigen Markt. Rhein-mainische Diehmärkte An den Großviehrnärkten standen insgesamt 543 (525) Stück zum Verkauf. Bei mittleren Qualitäten war in Frankfurt ein geringes Ansteigen (411 gegen 377) des Auftriebs zu verzeichnen, während er in Mainz auf 82 (98) zurückgegangen ist und die Qualität der Tiere als gering bezeichnet werden mußte. Zn Wiesbaden war der Auftrieb mit 50 Stück gleich hoch wie in der Vorwoche bei guten Qualitäten. Auf allen Märkten erfolgte Zuteilung. Es wurde versucht, durch Lieferung zusätzlicher Mengen Frisch- und Gefrierfleisches der Verknappung zu steuern. An Schweinen wurden zusammen 2569 (2738) aufgetrieben. In Frankfurt ist der Auftrieb auf 1285 (1543) und in Darmstadt auf 329 (342) zurückgegangen. In Wiesbaden und Mainz lagen die Zahlen um ein Geringes höher. Auf sämtlichen Märkten entsprachen die Auftriebe nicht dem Bedarf. Auch hier wurden von Berlin zusätzlich ge- schlachtete Schweine geliefert, um dem Mangel abzuhelfen. Die Qualität der Tiere war durchweg Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 4% Ce(tfolötente... 4,20% Lesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% veügl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkise Bagdadbahn-Anleihe Serie I............ 5 y2% ehern. 4'/2% Rheinisch, Hyp.-Banl-Ltau.-Goldpfe. 4*/.% ehern. 8% Pr. Landespfand. oriefanftalt, Pfandbriefe R 19 4¥2% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £bL20 tzteuergutsch B-rrechnungSk. 34-38 3 9 8,4 8,5 13,65 29 3 8,85 8,4 13,4 die Höhe der 6% Teuliche Reichsaniethe v. 1937 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleche von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Auslos.-Rechten ............ 4%% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1931, l 4y2% ehern. 8% Hessischer Volts ftaat 1929 (rQdjahlb. 102%) .. 4%% ehem.8°/„ Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 5y2% ehern. sy2% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiau 4'/2% ehern. 8% Tarmst. Komm Landesb.Goldichuldverfchr. R.i Cbetheljeu Provinz-Anleihe ml Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mu AuSlos.-Rechten 4>/2% ehern.8% Franks. Hyp.-BaM Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5y,% ehern. 4>/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese...... An den Kälbermärkten machte sich das Monatsende bemerkbar, so daß die Preise in Frankfurt Wiesbaden und Darmstadt etwas nachgaben, während in Mainz noch eine leichte Erhöhung em- trat. Die Gesamtzufuhr von 1W3 (1926) Stuck ver- teilte sich wie folgt: Frankfurt 1281 (H86), Mainz 232 (320), Wiesbaden 340 (319), Darmstadt 140 (101). Die Qualitäten waren mittel bis gut. Der Schafmarkt in Frankfurt wies gegenüber der Vorwoche einen Mehraustneb von 57 Tieren mit 338 Stück auf. Der Geschäftsgang war nicht mehr so flott, so daß die Preise z. T. etwas nachgaben. Auf den übrigen Markten fanden kerne Notierungen wegen zu geringen Austriebs statt. Rbein Mainische Börse. Mittagsbörse schwächer. ümeatannche Dloten Belgische Noten.................. Dänische Nüten .... .......... LHiglische Noten ................. Französische Noten Holländische Noten italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten......... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten ........ Ungarische Note» ........ Frankfurt a. M., 27. Aug Die Börse lag am 21 Etienmar tt schwächer. Neben kleinen Angaben der Kundschaft erfolgten hauptsächlich von der Kulisse Glattstellungen, während Aufnahmeneigung kaum vorhanden war. Bei stark geschrumpften Umsätzen erfuhren die ersten fturfe durchschnittliche Rückgänge von 1—2 v.H. Am Montanmarkt waren die Einbußen z. T. e was starker, besonders Hoesch mit 107,50—107,25 (111,25) ren gedrückt, Rheinstahl verloren 2,50 v.H., Klöckner 2 v. H., Buderus 2,50 v. H. Mannesmann 1,50 v. H., Harpener 1,25 o. H. und Verein. Stahl 1,75 v. H. Weiteres Angebot zeigte sich auch in Der Farben-Aktie, die auf 162—161,50 (163,25) nachließ, Scheideanstalt 273 (273,50). Von Eie rower. ten ermäßigten sich Siemens auf 183,50 (186,25), Felten auf 131 (133) und Schuckert auf 151,75 (153). AEG. blieben mit 38 behauptet. Starker ermäßigt waren noch Daimler Motoren mit 122,50 (125,25). Im einzelnen kamen Reichsbank 2,25 v. Sy, Jul. Berger 2,25 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 2 v.H., Cement Heidelberg 1,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 1 v. H. und Rheinmetall 0,65 v. H. niedriger zur Notiz. Maschinenaktien setzten behauptet ein, nur Muag 1 v. H. schwächer. Nach den ersten Notierungen hielt die Geschäftsstille an und Die Kurse zeigten eher weiter weichende Tendenz. In der zweiten Börsenstunde blieb die Unternehmungslust sehr gering, es herrschte fast völlige Ge- schäftsstille. Ueberwiegend bröckelten die Aktien- k u r s e noch etwas ab. Auch die erst später notierten Werte erfuhren Abschwächungen von 1—2 v. H., Zellstoff Waldhof verloren 4 v. H. auf 146 und Gesfürel 3,50 v. H. auf 134. Kaliwerte lagen behauptet, ebenso Deutsche Linoleum mit 170. Der Rentenmarkt lag weiter still. Altbesitz wurden mit 113 notiert und waren so gefragt, Korn- : munal-Umschuldung 88,05 nach 88, dagegen spate ; Schuldbuchforderungen 97,90 nach 98. Goldpfand- ; briefe blieben unverändert, Liquidationspfandbrlefe etwas uneinheitlich, Stadtanleihen zumeist behaup- i tet, etwas höher Heidelberger mit 92 (91,75). Aus- ■ lanbsrenten lagen geschäftslos. > Freiverkehr nannte man Adlerwerke > mit 113, Ufa mit 62, Growag mit 83, VDM. mit - 134, NSU mit 148, Wayß & Freytag mit 120 und Dyckerhokf Zement mit 134,50. Tagesgeld etwas steifer mit 2,75 (2,50) v. H.. Reif dazu sagen. ... Da ist es schon besser, wenn man sich auf feiner Burg behäbig zur Ruhe setzt, die andern draußen i tun läßt, wessen sie lustig sind, sich lang wacht : oder rund und wartet, bis der stramm sitzende Balg die erste Querfalte zieht. Im Uebrigen ist ja ge - nüqenb da, man kanns aushalten; da ist eine Kammer mit Frucht, viel Hafer und Weizen, aber auch etwas Gerste und Roggen sind Darm, dann eine mit Erbsen und Bohnen, Gelben Ruben und Runkelrübenschrot, roenns nicht gar Zuckerrüben sind, dann ist noch ein Raum da mit Vorrat an Kleesamen und allerhand Wurzeln, Die man braucht, damit einem während des langen Winters die Zähne nicht aus der Schnauze wachsen. Und so wird abwechselnd geschlafen und ge- frefen und gefressen und geschlafen, man laßt Gott einen guten Mann sein und kümmert sich weder um den Tod, der oben in Der weißen Zeit auf alles mögliche lauert, was Hunger und Beine hat, noch um den Teufel, an den man nicht glaubt, weil er nicht schlechter sein kann, als man selbst, Denn oben kräht kein Hahn mehr nach dem Hamster, weil alle Zugänge zu seinem Reiche gewissenhaft verstopft sind und von unten her mit Erde vermauert und gesperrt. Er hat für die Oberwelt alle Brücken hinter sich abgebrochen, und es muß während des kalten Jahres schon einmal ausnehmend schöne und warme Tage geben, wenn er sich bequemen sollte, sich einmal oben zu zeigen und ein wenig zu lüften. Aber das ist halb so wichtig, wenngleich da unten wie es Herrenbrauch auf jedem waschechten Adelssitze ist, auf Form, Sauberkeit und Reinlichkeit sonst allergrößter Wert gelegt wird, Denn Das Teppichpolster Des Jagb- zimmers hat nichts von gewöhnlichem Mäusemuff an sich unD von Dem sonst so anstößigen Armeleutegeruch. Kein WunDer, Daß man es hier schon aushalten kann, so lange man lustig ist, Denn Der Vorrat reicht noch weit in das EommenDe Jahr, unD es . beDarf schon ganzer Wochen voller Sonne und , Lerchenlieder, bis ihn Das nächste Frühjahr wie- Der oben bei sich zu Gaste sieht. 101,3 101,25 97,9 । 97,75 102,5 1 — 113,25 113,13 baut, ist auch seine Lieblingsnahrung. Schon im { Frühjahr, wenn er Eaum aus Dem Bau ist, in Dem er Den Winter verschlief, Da geht's schon los. Kaum I sind die jungen Pflänzchen über dem Oberboden | erschienen, macht er sich über sie her. (Bbenfo er- i geht's der jungen Saat, wenn er nicht noch oben» . drein ein Weiteres tut und bei der Aussaat be» • reite die Körner und das Saatgut stiehlt. Aber auch Fleischkost, Die bas Feld ihm liefert, verschmäht er nicht. Dabei bleibt er nicht bei der Maus, Die sich vor Dem BussarD in einen seiner Gänge geflüchtet oDer hinein verirrt haben mag unD die er nun mit überlegener Gewandtheit hascht, genickt und verspeist, oder bei der Eidechse, Die em DurchweichenDer LanDregen in seine sicheren Bau- tiefe trieb, von Engerlingen, aufbohrenDen Laufkäfern unD sonstigem Gewürm ganz zu schweigen, Das seine Wiege im ErDreich hat unD im Frühjahr nach oben will, auch Die FelDlerche kann ein LieD von ihm singen, wenn sie Das Pech gehabt haben sollte, ihr Nest mit Den fünf Jungen ausgerechnet in eine Eckerfurche zu bauen, Die in feiner engeren Nachbarschaft liegt. Im Hochsommer freilich und zur herbstlichen Reifezeit ist er Vegetarier dann schmecken süße Früchte, reifes Gemüse und fett- speicherndes, mästendes Getreide besser als Maushirn, Eidechsenherz oder Käferfrikassee. Dann ist er auch nicht wählerisch, nimmt mit Vorliebe Erbsen zu Häuf von den Aeckern, daß der Erbsendrusch recht mager werden kann, und die Bohne gehört nicht minder zu dem stetigen Kostverzeichnis seines Speisezettels. Am liebsten aber, wie gesagt, holt er sich den süßen Hafer und den mastigen Weiten vom Halm, frißt sich voll bis ANNi Bersten, satt bis zum Platzen und trägt als waschechter Unflat noch ganze Berge dieser leicht wmterlägenschen Frucht für die mageren Zeiten zum Bau. Ich habe Hamsterbauten gesehen, Die brechend voll getragen waren mit Frucht, und Mengen von 50, 60 Pfund Wintervorrat und darüber sinb Durchaus keine Seltenheit. Da bedarf es keiner weiteren Ueberzeugungskünstelei, daß er dort, wo er in Massen auftritt, ungemein schädlich werden kann und empfindliche Verluste beizubringen vermag. Und wenn wir uns einiger Zahlen bedienen wollen, wie zum Beispiel ein vermehrungsstarker Jahrgang in ausgesprochenen Hamstergebieten einen wahren Vertilgungsfeldzug, einen regelrechten Notwehrkampf entfesseln kann, bann sei erwähnt, daß in l Hechtsheim bei Mainz einmal nach einwöchigem Ausrottungsfeldzug 1480 alte und 4100 junge \ Hamster gegen die ausgesetzten Schablmgspramien abgeliefert wurden, und vom Gemarkungsgebiet Quedlinburg-Stadt wissen wir aus dem Jahr loyo, daß das Fangergebnis 24 910 Tiere betrug. Allerdings waren, wie auch für die Mäuseplagen und eine Reihe anderer Schädlingskatastrophen Damals besondere Verhältnisse vorhanden, die eine Massen- vermehrunq gestatteten. Speziell für den Hamster sind diese Verhältnisse aber bei uns zur Zeit nicht mehr gegeben, von kleineren Aufflackerungen in feiner Siedlungsdichte abgesehen. Aber solche Schwankungen macht eben jede Tierart in ihrem Häufigkeitegrad durch. Kein Wunder, daß man ihm Daher allenthalben UrfehDe geschworen hat, und mancher Bau ist vom Bauern wieder geleert worden und fein Inhalt auf dem Hühnerhof ober im Schweinefutter gelandet, mit bem fein ehemaliger Besitzer ben Winter zu überbauern gebuchte. So ein Hamsterbau, Das muh ja Der NeiD Dem Burschen lassen, ist eine großartige Angelegenheit. Eine richtige untenrDische Burg mit allen Raffinessen und Schikanen, und eine Welt für sich. Zunächst einmal so tief, daß weder Die DrüberziehenDe Pflugschar, noch Der Durchweichende Landregen ihm etwas anhaben können, also bis zu einem Meter tief, geräumig und wohnlich zumal, eine ovale Wohnkammer ist Drin mit glatten WänDen und wärmendem Polfterzeug, Speicher und Silo dazu, mit Dem Herrensitz Durch Not- und Gangröhren verbunden, gut Durchlüftet Durch schräge Schächte nach oben, ein anfänglich senkrechtes, Dann schief oerlaufenDes Eingangsrohr von oben, ganze Gängeviertel und Galerien m Der Mitte, kurz, so ein Hamsterbau hat System und Plan der Bruder versteht etwas vom Burgenbauen. Das hat er aus den ostländischen Steppengebieten mitgebracht, wo er einst zuhause war, bis er dem Menschen in die Kulturfelder folgte, wo Der Fraß reichlicher unD Die Verfolgung Durch natürliche FeinDe geringer ist, unD wo er nun bis hinüber zu Den Vogesen angefieDelt ist. Felsengrundiger UnterboDen ober Rutschsand aber ziehen ihm hier natürliche Grenzen, bie für ihn unüberwindlich sind, dafür tritt er aber in Orten, wo diese Schranken der Natur fallen und guter Grabboden vorherrscht um so häustger und spürbarer auf. So kam er auch in die Wetterau. Hier herrscht er in seiner Burg wie em Souverän, ein Hagestolz und Einsiedler, wie er im Buche steht, unverträglich, griesgrämig, sich selbst und seinen Artgenossen nicht gut. Nicht alles, daß er wenigstens während der Liebesperiode eine gute Seite zeigt; doch nur für kurze Zeit. Dann muß feine eigene Frau vor ihm flüchtig gehen. Aber Die ist ja nicht besser. Ihre Jungenaufzucht sieht An Der AbenDbörse setzten sich Die Abschwachun- gen infolge weiterer Abgaben Des berufsmäßigen BörfenhanDels fort, Doch fanD Das herauskommenDe Material bei 0,25 bis 0,50 v. H. nachgebenDen Kursen Aufnahme. Mannesmann verloren 1 o. H. auf 106, Deutsche ErDöl 0,75 v. H. auf 124,75. Das Geschäft hatte Durchweg nur sehr kleinen Umfang. Am Kassamarkt ließen ADca 1 v. H. aus 84 nach. Die Rentenmärkte lagen bei behaupteten Kursen ganz Danach aus. Kaum Daß sie ihnen Das erste SattwerDen gönnt, fliegen sie schon zum Hause s hinaus unD bekommen noch nicht einmal zui er- i fahren, wer ihr Vater war. DementsprechenD blüht auch bie Keilerei unter ber Sippschaft wie unter Zigeunern, unb blutige Sträuße sind an Der Da- , gesorbnung. Blutlecken ist allemal ein Geschäft, unb . so werben besiegte Gegner gewöhnlich ausgesrepen. Frieblosigkeit unb Uneinträchtigkeit, Zank, Hader und Haß gegen alles und jeden, Unausstehlichkeit ist ber hervorstechenbste Charakter - zuq biefes Raubritteroolkes ber unterirbischen Region, unb wären bie Jungen nicht so schnellwüchsig und selbständig, wer weiß, was ihnen da zu Hause alles noch passieren könnte. Denn ber ewig bärbeißige Alte ist mindestens genau so gefährlich wie das Wiesel unb ber blutlüfterne 3Uis, Die bis in bie eigene Wohnung einbringen und sich Den Teufel um den Hausfriedensbruch scheren, und der Bussard, der oben vor dem Loche hockt und einen Grenzpflock vortäuscht, ist auch gleich bei der Hand, wie ein Polizeidiener, der das Genickfassen gelernt hat. So geht halt jedes seinen Weg, und bie selbst- gezogenen Jungen sinb über kurz oder lang genau so wie die Alten, und ihr Lebenswandel auch. Kem Wunder, daß alle Tiere wissen, daß mit dem Hamster nicht gut Kirschen essen ist, denn wem das eigene Blut nicht heilig ist, hat auch keinen Respekt vor fremdem, und mancher doofe Dorfkoter, der bie Sache in seiner Einfalt zu leicht nahm, hat nicht geglaubt, baß biefes Spielzeug von Tier einem bie Lefzen herabreihen könnte wie em ganz großer erwachsener Hunb. Ja, so ein richtiger alter Hamster hat s auf sich, unb nicht nur ber Bauer weiß Davon zu erzählen! Der halbwüchsige Walbkauz, ber sich an ihm in recht jugenblidjem Uebermut vergriff, er hat em ganzes langes Kauzenleben lang Zeit, sich zu überlegen, ob er bei ber Attacke auf ben nächsten f)am- fter auch feine beiden anderen Krallen noch riskieren will, die ihm beim Biß abhanden kamen. Und auch ein ausgewachsener Wiefel täte gut ferne i Kräfte erst einmal an einem feldgerechten Ratten- mann zu probieren, bevor es gleich der Hamster zu sein braucht. Freilich, wenn man nachts dem Marder, dem Fuchs, ober so einem von ben Großkönigen bes Nachtraubes in bie Quere kommt, bann hilft nur Fersengeld, wenn es nod) Seit ist denn bei diesen abgefeimten Marodebrudem gilt Bangemachen schon lange nicht mehr, und Ausrichten und Fauchen, Verohrfeigen und Schnappbeihe- reien ziehen bei denen nicht. Man tut eben gut, sich bei Zeiten zu verduften ober sich seitwärts m die Büsche zu schlagen. Und auch Die Dorstoter finD mitunter nicht ohne, aber bei Denen kennt man sich aus und weih um feine Leute. Auch die Katzen sind halb so schlimm, besonders nachts, denn was so eine verweichlichte Dorfstronzerm ist, die mag sich ja noch nicht mal ihre Pfoten tau - feucht machen, geschweige denn rni hohen Gehalm jagen gehen. Alles in allem: wenn man die Ohren steif halt, bei Tag mit den Augen und des Nachts mit den Ohren scharf und stetig zu Gange bleibt, wie mans gelernt hat, kann man schon alt wer- den dabei, und es ist man alles halbewege, was sie da sagen von Tod und Gefahr. ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Aug. Austrieb: Rinder 38 (gegen 28 am letzten SonnerstagsmarEt), Darunter 2 (4) Ochsen, 6 (4) Bullen, 25 (16) Kühe 5 (4) Färsen. Kälber 708 (709), Hämmel und Schafe 218 (161), Schweine 277 (333). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in ME.: Kälber a) 85 bis 91 (am 20. August 89 bis 94), b)78 bis 84 (83 bis 88), c) 68 bis 77 (75 bis 82), d) 58 bis 67 (65 bis 74). Hämmel b2) 55 bis 57 (56), c) 50 bis 54 (53 bis 55), d) 46 bis 49 40 bis 50). Schafe e) 50 bis 54 (51 bis 55), f) 42 bis 48 (40 bis 50), g) 38 bis 40 (28 bis 36). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). MarEtverlauf: Kälber, Ham- mel und Schafe mittelmäßig, ausoerEauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 27. Aug. Der heutige Schweins- mar Et war mit 576 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel bis 16 RM., sechs bis acht Wochen alte Tiere 16 bis 22 RM., über acht Wochen alte Tiere Ferkel 22 RM. und mehr. Der MarEtverlauf war schleppend, es verblieb großer Ueberstand. Und bevor man sichs überhaupt versieht, ist es schon wieder Herbst, und so ein Stuck totes Jahr, wie es der Winter ist, schön roarm unter Der fdjirmenDen ErDe, ist so gut wie Schonzeit im Schlaraffenland Für was hat man Denn auch Das ganze Jahr über geschuftet unD gespart Wie ein Aegypterkönig, Dem es vor Den sieben Magerjahren bangt. Das heißt, abgezogen hat man sich ia nun geraDe nichts, unD man hat mitgenommen, was Die Schöpfung für alle wachsen ließ unD ist Dia unD runD Dabei geworben. Aber nwn hat doch wochenlang eingetragen unD gesammelt, Dat Rächt um Nacht gehulzt unD geschroten, gepflückt unD gegraben, geDroschen unb gelernt, so Daß man sich jetzt wirElich auch einmal Ruhe gönnen kann. Da Draußen ist jetzt ohnehin nichts los, feuchtEalte WinDe peitschen über Die Eahlen Stoppeln, unb führen, wenn sie nieDerträchtig finD, mitunter sogar noch Klatschregen mit. Nein, Dieses Wetter taugt nichts für Genießer, unD wenn es so weiter geht, Dann roirD es nicht lange Dauern, daß Der Tau morgens schon grauweiß roirD, unD Die Leute 2,46 42,04 55,90 12,52 16,385 169J6 62,94 Fr anksurt a. M., 27. Aug. Die Zufuhren von BrotgetreiDe haben — zumal Der AusDrusch Fortschritte macht — in Den letzten Tagen einen normalen Umfang angenommen unD finDen bei Der seitherigen ungenügenDen Versorgung Der Mühlen rasche Aufnahme. Die Mühlen zeigen weiterhin Kaufneigung für spätere Lieferung, zumal aus NorD- unb Mittelbeutschlanb bas Angebot noch klein bleibt, ba bie hiesigen Mühlen eine Erhöhung ber Hanbelsspanne nicht bewilligen. Teilweise werben Die Lieferungen von Mahlgetreide wegen hohen FeuchtigEeitsgehaltes und geringen HeEto- litergewichtes beanstandet. In Braugerste find erst wenige Abschlüsse zustandegekommen, wobei für gute Qualitäten 20 bis 22 RM. je 100 Kilogramm ab Erzeugerstation bezahlt werden Im allgemeinen ist das Gerstegeschäft noch wenig entwickelt. Nach Dem bisherigen Ausfall Der Muster ist Der Anteil befrieDigenDer Qualitäten nicht sehr umfangreich. JnfolgeDessen ist auch Das Angebot von Jnbustriegerste etwas ftärEer geworben, boch ist bie Jnbustrie nur in beschränktem Umfange aufnahmebereit. Futter» g e r ft e kommt jetzt stellenweise an ben Markt unb finbet auch guten Absatz. Hafer neuer Ernte fehlt noch, boch kann ber laufenbe Bebarf burch Zuweisungen auslänbischen Hafers burch bie RfG. befriebigt werben. Am Mehlmarkt besteht weiter Bebarf für Weizenmehl, so baß viele Großmühlen für bie nächsten Monate ihre Kontingente bereite verkauft haben. Roggenmehl ist jetzt in starkem Umfange v , aus bem Osten herangekommen, so baß ber Haupt- mittel bis gut. Frankfurt ti.Ul. Merlin Frantiuri a. m. Berlin Schlußkurs Schluß«. Abend- börlr Schlußkurs ü?chlußk. mittag- 66rfe Schlußkurs 96.8. | Schluß!. Abendbörse 27.8 Schluß- lurs 26-8- Schluß!. Mittag» börse 27-8 Datum 4% oeegi. Serie h......... 5% fllumän. vercmi). Rente v. 1903 26 8- — 1 6,75 1 27 8- 6,75 26.8 | 9 6,9 27-8 ■ ManSselber Bergbau....... Kokswerke ................. 6¥t . 6 150,75 150,25 151 132 150 130,25 4yi%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,8 ; 10 9,75 Rheinische Braunkohlen ..... 12 — 225,5 225,5 225 4% Numänijche vereinh. Rente . 2%% Anawlter .... 5,4 5,4 5,45 5,45 Rheinstahl ................ 138,5 134 139,25 134,25 43,25 1 43,25 43,5 — Bereinigte Stahlwerke...... Otavt Minen ............. »'/, . 0 108,5 33,13 106 108,75 32,9 106,25 31,25 Kaliwerke Aschersleben...... . d 120,5 121 122 121 Hamburg-Amenla-Paler .....0 14,13 ! 14,13 14 1 14,13 Kaliwerke Westeregeln...... . 6 120 120 122 120,25 Hamburg-Südam. Dampfschifs . O — — 41 ; 41,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 173 173 175 172 Nordveutjcher Lloyo .........O 14,5 14,5 14,4 14,65 NG. für Verlehrsweten Alt. .. O Berliner Hanbelrgelellichast ... 6 116,5 114,5 116,75 125 114,4 124,5 I. G. Farben-Jnduftrte..... .. 7 163,25 160 164,25 160,5 Commerz, unb Privat-Banl ... 4 101 100,5 101 100,5 ScheideanstaU............. .. y 273,5 272,5 Deutlctie Banl unb Diskonto. Goldschmidt .............. 116 116 116,25 116 Äeiellfchaft................ 4 100,5 100 100,5 100 Rutgerswerke ............. .. 6 130 129 130,5 128,5 Dresdner Bank.............. 4 100,5 100,25 100,5 100,25 Metallgelellschast........... .. 6 133,5 — 134,5 132,75 Reichsbanl ................ 1t 187 184 186 183,5 Philipp Holz mann ......... .. 4 127,5 124,25 124,25 21.6.®...................... O '-Betula..................... 8 38 152,5 37,75 152 38,13 153,13 37,5 152,25 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 7 .. 6 144,5 i 156 143 156 1127,25 = Clektt. Lieserungsgesellichast... 6 127,5 126 127,25 125,5 Licht unb Kraft ............. 7 149,5 146,75 148,5 146,75 Schultheis Payenhoser ..... — — 107,25 105,25 ,reiten & Guilleaume......... 4 GeseUsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 133 131 133,25 130,25 Qlhi (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. .. O 61,5 60,65 61,4 60 137,5 133,5 137,65 133,25 .. 5 84,25 84,25 84 83,75 Rheinische Elektrizität ........ 6 — — — 126 Zellstoss Waldhos .......... .. 6 150 146 149,5 146 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 133 130,25 133,25 131 Zellstoss Aschaffenburg ..... .. O 121,5 119,25 121,75 118 Schuckert L Co............... 6 153 150 153,5 | 150,5 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —— 109 108,25 Siemens L Halske....... 8 186,25 183,5 186,5 182,5 Daimler Motoren......... .. C 125,13 121,75 125,65 121,5 Oahmet>er LCo......... .... 7 145,5 143 146,4 145 Deutsche Linoleum........ .. 8 170 169,5 170,5 170 Lrenstein & Koppel ....... .. C — 85,9 83,13 Buderus ................... Deutsche Erdöl .............. Haroener................. 2% 110 , 124,75 | 127,65 114 129 110,5 125,5 127,5 Westdeutsche Kaufhof...... .. c 54,25 52,25 55 52,4 129 Chade................... Accumulaioren-Fabrik..... Conti-Gummi............ .. . 1 . 11 393 201 177,5 389 176,5 393 201 176,4 i 390 I 176 Hoesch Eisen—Söln.Neuessen .. 111,25 106 110,75 106,5 Ilse Bergbau ............... Mse Bergbau Genüsse........1 Klöcknerwrrke ............... : Mannesmann-Röhrea........ 135,25 114,5 109,5 134,75 111,5 1 106 164 135,75 114,25 110,4 163 1 134,9 1. 110 1 107 Gritzner................. Mainlraftwerke Höchst a.M. Süddeutscher Zucker ...... 1 34,9 95 >1 211,5 I 34,13 95 I 208 1 34,9 ! 212,5 j 34 '1 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß! Abend- börie Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 26-8 27.8. 26-8 27-8. 26-August 27.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld | Brie- __ dueno» tiiti 0,695 0,699 0,695 0,6§9 Brüssel ... 42,02 42,10 42,02 42,10 Rio be Jan. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sosta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,88 56,00 55,88 56,00 Danzig .... 46.80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,515 12,545 12,515 12,545 Helsingsor». Paris ..... 5,519 5,531 5,519 5,531 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland ... 168,90 169,24 168,90 169,24 Italien.... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan ..... 0,732 0,734 0,732 0,734 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 63,02 Oslo..... • 62,90 63,02 62,90 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,37 11,39 11,37 11,39 Stockholm.. 64,53 64,65 64,53 64,65 Schweiz ... 81,07 81,23 81,07 81,23 Spanien... 30,87 30,93 30,87 30,93 Prag...... Budapest .. 10,27 10,29 10,27 10,29 Reuyork .. 2,488 2.492 2,488 2,492 h ta l, Zreilag, 28. August (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) :ii.20i Drittes Blatt nehmen würde. Die Bedeutung von Silbermünzen Unbekannte Fracht konnte das Kind schon zu lange, um sie etwa zum Spielen an sich zu bringen. Homtnt von Frank Z.Vraun Nachdruck verboten! L iwrtsetzung |U *■! . ii i» Kn 49. Haupt nicht geschlafen! aus; dann gelang es schlafen. Nach zwei Stunden Gute Möbel bei Koos 6 iessen Schulstr 6 Der Führer des Zungbannes 116: Taesler, Stammführer. Der Führer des Vannes 116: heim, Bannsührer. schlechten Tag. Antje begann zu reden. Sie begriff, daß eine merkbar werdende Verlegenheit sie nur belasten mußte. „Ich habe gestern das Wirtschaftsgeld, das ich abzurechnen habe, einmal nachgezählt. Ich tue das jeden Abend. Gestern fehlten mir zehn Mark. ** Straßensperrungen. Wegen Gleisarbeiten am Bahnübergang wird die Reichsstraße Nieder-Mörlen — Nieder-Weisel am 1. September für jeglichen Verkehr gesperrt; die Umleitung erfolgt über Steinfurth—Griedel—Butzbach. Aus dem gleichen Anlaß wird auch tue Landstraße Wohnbach — Ber st adt am 1. September von 6 bis 16 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt; die Umleitung erfolgt über Obbornhofen—Bellersheim—Treis-Horloff. ** Eine Unterbrechung der Elektrizitätslieferung in der Stadtmitte wird -am nächsten Sonntag von 6 bis 10 Uhr eintreten. Die Vornahme von Unterhaltungsarbeiten ist der Anlaß zu dieser Maßnahme. Näheres in der heutigen Bekanntmachung der Direktion der Städtischen Betriebe. ihr tatsächlich, sofort einzu- mit dem Schlag der Turm- Wecker, den ihr Frau Bil- Es war einen Augenblick still. Dann sagte Frau Billing schärfer als notwendig gewesen wäre: „Stimmt Ihre Aufrechnung denn?" da!" . , „ .. Antje blieb stumm. Sie nickte nur, als wolle sie ihre Auslage bekräftigen. Weshalb hätte sie ihre klaren Sätze wiederholen sollen. Frau Billing mußte sie verstanden haben. Aber der Schreck saß ihr wieder im halse. Frau Billing hatte das Geld oit« 51 t le. den von der Stromzuführung abgeschnitten und Fabriken stillgelegt. Auch besteht Gefahr für den Halter des Drachens. Eltern und Erzieher werden ersucht, auf ihre Kinder und Schutzbefohlenen im Sinne dieser Warnung einzuwirken, da sie für das Tun derselben und für den angerichteten Schaden zu haften haben. Verwickelt sich aber ein Drachen in einer Leitung, so ist das Ziehen an der Schnur nicht allein mit Rücksicht auf die Lebensgefahr, sondern auch mit Rücksicht auf eine Beschädigung der Leitung selbst unbedingt zu vermeiden. Es muß das zuständige Elektrizitätswerk auf dem schnellsten Wege benachrichtigt werden, damit der Drachen bei ausgeschalteter Leitung enfernt wird. Olympia-Kunstspringer Storck in ließen. Schwimmwettkampf Offenbach — Gießen. heute nachmittag und heute abend wird die INüllersche Badeanstalt der Schauplatz einiger außer- ordentlicher sportlicher Wettbewerbe fein. Die Gießener Schwimmer (Schwimmverein und Schwimmabteilung des Turnvereins 1846) werden gegen eine Schwimmermannschaft aus Offenbach zu einem Schwimmwettkampf antreten, der verschiedene Staf- fel-Wettbewerbe und auch Dafserballfpiele bringen wird. Besondere Bedeutung kommt der Veranstaltung ferner dadurch zu, daß der Olympia-Kunsl- springer Storck, Frankfurt a. 2H. (er errang die bronzene Medaille bei den Olympischen Spielen), in unserer Stadt weilen und im Rahmen des Wettkampfes auch einige feiner ausgezeichneten Sprünge zeigen wird. Für Freunde des schönen Sportes In der Wehrmacht wird jetzt ein neuer Scheile n b a u m eingeführt, der in der Mitte der neugestalteten „Sonne" das Hoheitszeichen trägt. Die Spitze zeigt den Adler mit dem von einem Eichenkranz umgebenen Hakenkreuz. — (Scherl-M.) man Ldlkmeck il 83, M mit plag mit 120 und ZagesgeD etoos haben Sie das Geld herausgenommen?" Sie bekam vor Verlegenheit über diese peinliche Rede rote Flecke auf den Backen. Frau Billing wurde auf der Stelle sehr wach. Sie hob mit einem Ruck den Kopf. Gerade hatte sie sich Kaffee einschenken wollen. Die Kanne klirrte unsanft auf den Untersatz. „Was sagen Sie iN; /n An die Vevölkewng des Kreises Gießen! Am kommenden Sonntag, 30. August, steht die Stadt Gießen im Zeichen der Hitler-Jugend. 3m friedlichen Wettkamps werden die besten Kameradschaften und Zungenschasten ihre Kräfte mefsen und damit beweisen, daß sie gewillt sind, ihren Körper hart und leistungsfähig zu machen. Am Nachmittag des Sonntags marschieren die Formationen der Hitler-Jugend unter Vorantritt einer Ehrenkompanie des Reichsheeres sowie Abordnungen der SA., PO. und des Reichsarbeitsdienstes durch die Straßen der Stadt, um an der Universität an ihren vorgesetzten Führern vorbeizumarschieren. Der Tag findet seinen Abschluß durch eine Kundgebung aus dem Vrandplah . Wir bitten die gesamte Bevölkerung, die Veranstaltung der HZ. zu besuchen und sich persönlich davon zu überzeugen, daß die Hitler-Jugend bestrebt ist, die deutsche Fugend zu einem gesunden und starken Geschlecht heranzuziehen. hell Hitler! Dr. Hildebrandt, Kreisleiter. verrechnen. Sie sagte mir, daß sie jeden Abend ihre Kasse überprüfe. Ich kann mir dieses Fehlen von zehn Mark also nur so erklären, daß jemand das Geld aus dem Schrank genommen hat, ohne ihr einen Zettel hinzulegen oder sonst Bescheid zu sagen." Sie sah ihren Schwiegervater bedeutungsvoll an. Der alte Mann schwieg. Er schnitt eine Semmel auf und bestrich sie mit Butter, dann nahm er Honig dazu. Die Beschäftigung beanspruchte ihn ganz und gar. Frau Billing räusperte sich unnotwendig; dann sagte sie geradezu: „hast du eine Ahnung, wo das Geld geblieben sein könnte?" Der Hofrat kniff den Mund ein. „Nein", sagte er dann, wie sollte ich das wissen." „Es gab schon einmal einen ähnlichen Fall. Der Dora fehlte einmal Geld; es stellte sich später heraus, daß du — irrtümlich — den Betrag an dich genommen hattest." „Ach damals — du hast ein gutes Gedächtnis, das muß man sagen." „Ein sehr gutes. Und eine ganz normale Kombinationsgabe; vielleicht wäre es einfacher ..." „Was denn, Grete, was machst du für ein Gesicht!" „Paul fühlt sich heute nicht wohl. Er ist in letzter Zeit überhaupt nicht recht auf dem Damm. Ich hätte ihm diese Geschichte sehr gern erspart. Verstehst du?" „Sehr gut, du redest ja deutsch." „Vielleicht ist es möglich, daß wir beide — du und ich — das erledigen." „Erledigen...?" „Ich meine: beilegen." „Das wäre gut." Er kaute krampfhaft; aber feine Blicke gingen unruhig auf ihrem Gesicht hin und her. „Du hast also genau wie damals, das Geld genommen?" Der Hofrat war alt. Er fühlte sich in die Enge getrieben. Er wurde wieder zum Kinde, seine Entgegnung war kindlich. „Ich kann mich nicht genau erinnern, Grete, aber es ist möglich." (Fortsetzung folgt!) hr, erwachte sie. Den ------- - ling hingestellt hatte — „Ja nicht die Zeit verschlafen, Antje!" —, hatte sie noch nie aebraucht. Sie war zeitigeres Aufstehen bei dem Bauer in Wietze gewohnt gewesen. Als sie den Morgenkaffe fertig hatte, kam als erste Frau Billing aus dem ehelichen Schlalge- mach. Sie schien nicht gut geruht zu haben, zrem- lich unwirsch grüßte sie Antje und setzte stch allem an den Kaffeetisch. „Mein Mann kommt heute etwas später." Antje hatte nicht gefragt, aber fte blieb jetzt stehen. Der Augenblick war günstig. Frau Billing war sonst selten allein zu treffen. „Was gibt es denn, Antje?" Frau Grete sah ihr Mädchen nicht gerade freunbhch an. Sie war offensichtlich nicht ausgeschlafen und hatte ihren raö. bit Kbldjwäto' ? berufsmäfop terau5tommt& BXtTV X vH ' VOM intn auf 84 neun MtW Zahdach- beunae ,1 bis 16 S’ S 99 M unö verblieb P „Ich habe alles genau ausgeschrieben. Bei mir liegt der Fehler nicht." Das hätte sie nicht behaupten sollen. Frau Billing erboste sich. „Bei wem soll er denn liegen! Es kann doch kein Geld einfach verschwinden! Die Szene erfuhr eine Unterbrechung. Der Hofrat stand unerwartet in der Tür; er mußte ein aut Teil der Unterhaltung schon mit angehört haben. „Guten Morgen", sagte Frau Billing kühl. Darf ich dir schon einschenken oder wartest du noch?" Antje stand mit rotem Kopf und wartete. Der Hofrat gönnte ihr einen schiefen Gruß. Dann neigte er sich, alter Schwerenöter, über die Hand einer Schwiegertochter, die solche Begrüßung nicht gern zu sehen schien. „Gehen Sie, Antje, wir reden später weiter." Antje ging hinaus. Frau Billing achtete daraus, daß die Tür richtig hinter ihr geschlossen war. Dann sah fie ben Hofrat an. „Daß ich nicht gleich daran gedacht habe!" stieß sie hervor. Der Alte tat, als gehe ihn dieser Satz nichts an. Sie mußte deutlicher wer- werden und verzichtete denn auch auf Zuruckhaltung. „Der Antje fehlen zehn Mark in der haus- stanbskaste", sagte sie scharf. „Die Anste »st ein ordentliches Mädchen. Sie ist vom Lande Ich halte es für ausgeschlossen, daß sie das Geld unter schlagen hat. Ebenso unmöglich ist es, sich be einem so kleinen Kassenbestand um zehn Mark zu und wirtschaftlichen Fragen des Unternehmens der Gefolgschaft beweisen, daß es ihnen um die Betriebsgemeinschaft ernst ist, besondere Anerkennung und weitere Nachahmung. Bi'lia unö qdtinö. 3m Gau Hessen-Nassau ist Mittwochs Fischtag. NSG In den Tagen vom 25. bis 28. September begeht die deutsche Hochseefischerei ihr 50- jähriges Bestehen. 50 Jahre ist es her, seit der erste deutsche Fischdampfer zum Fang von Geestemünde auslief. Das war der kleine Beginn der deutschen Hochseefischerei. Ihre Bedeutung wurde von Staat und Wirtschaft bald mehr und mehr erkannt. Geräumige Fischereihäfen, hochentwickelte Fischdampfer. verbesserte Fangmethoden. Beschleunigung im Transportwesen und durch alle eine Verbesserung der Qualität der Seefische und Seefischereierzeug- nisse führten in den letzten Jahren zu einer Der- braud)sfteigerung von nahezu 100 v. H. gegenüber den letzten Vorkriegsjahren. Rund 350 Fischdampfer und etwa 12 000 Küstenfahrzeuge betreiben den Fischfang. Es ist selbstverständlich, daß diese Fischereiflotte abhängig ist von dem Fischverbrauch des Innenlandes. Es handelt sich jedoch nicht nur um die Fischereiflotte, sondern vor allem um eine große Anzahl von Nebengewerben, die die Verarbeitung des Fisches übernehmen. Während auf der Gesamtfischereiflotte rund 30 000 Volksgenossen beschäftigt werden, sind in den Landbetrieben der Fischereihäfen, im Küstengroßhandel, in der Fischindustrie und im Fischkleinhandel über 100 000 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Volksgenossen, die in den Hilfs- und Nebenbetrieben beschäftigt sind, dürfte etwa eine halbe Million umfaffert________________ wird die Veranstaltung ihre Anziehungskraft nicht verfehlen. eporfamf „Krast durch Freude". heute folgende Kurse: Allg. Körperschule, Frauen und Männer: Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyceum, Dammstraße 26. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene: Von 20.30 bis 21.30 und von 21.30 bis 22.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Artilleristenfahrt nach Köln. Die beim Artillerieoerein Gießen zur Fahrt nach Köln zur Weihe des Reichsehrenmals der deutschen Feldartillerie angemeldeten alten Artilleristen roerben — da die erforderliche Mindestzahl der Teilnehmer nicht erreicht wurde — nicht in einem Sonderzug nach Köln fahren, sondern die Fahrt von Gießen nach Köln und zurück in Relseommbusten der Reichspost unternehmen. Die Abfahrt m Gießen wird am morgigen Samstag um 13.30 Uhr erfolgen. Wer von den alten Artilleristen noch Interesse an dieser Fahrt hat, der möge sich an den vom Artillerieverein Gießen mit der Erledigung der Fahrtangelegenheit beauftragten Kameraden Stephan, Gießen, Bahnhofstraße, Fernsprecher 3729, wenden. IMichtslosigkeit auf das Pflaster schickt. Ebenso t-d)ig ist diese Feststellung, soweit die Fußgänger 7 1 Frage kommen. Groß ist ihre Zahl in den l.tegsftunben jedenfalls nicht, nur daß sie im S3irer mit vorgebeugten Körpern losrennen, als rien sie zum Marathonlauf gestartet wären, wäh- r'u! sie im Sommer eine Gemächlichkeit zur Schau t:ocn, als hätten sie sich das Tempo der Zeitlupe gan idealen Ziel erkoren. U b was die psychologische Seite der Angelegen- friittetrifft, so ist die immerhin interessante Wahr- mh'iung zu machen, daß auch sie ihre über- tifonbe Gleichartigkeit enthüllt. Was tun die ITe scheu bei eisiger Kälte und wie benehmen sie s chvei hellstem Sonnenschein? Sie schimpfen! Sie s forpfen auf alle Fälle. Es kommt zu tempera- TienDoüen Ausbrüchen gegen das Wetter, gegen IrnWettermacher, gegen die Temperatur und gegen 1 ns Thermometer. Weshalb der nicht sehr kühne tz-chAß gezogen werden kann, daß das Schimpfen i i -er Tat ein notwendiges Erfordernis unserer sielihen Bedürfnisse sein muß. Denn sonst könnte c> licht immer ausgerechnet da in Erscheinung trcln, wo alle anderen Mittel restlos versagen. Wenfalls ist die Sache mit dem Thermometer fb 31 jagen ein „Ding an sich" und durchaus geeignet zu iemerkenswerten lleberlegungen. Nur daß sich i tüqe des Wetters diese lleberlegungen gewöhnlich trül-n. Aber das ist ja wieder eine der Tücken, rxitDenen das Thermometer zur Zeit feiner Herr- f £p recht boshaft aufwartet. H. W. Sch. Üornofhen. Tageskalender für Freitag. ßjoria-Palaft, Seltersweg: „Weiberregiment". — ü^ spielhaus, Bahnhofstraße: „Menschen im Hotel". Betriebsausgaben 15®. Es darf als ein erfreuliches Zeichen sich irnr ’r mehr vertiefender Betriebsgemeinschaft ge- i n.:r2t werden, daß in immer stärkerem Umfange Wiebsfüf)ter dazu übergehen, in den laufend f inbenben Betriebsappellen ben Gefolgschafts- ttIliebem Einblick in bie Lage unb geschäftliche flFiroicflung bes Betriebes zu geben und mit aller Dliheit auch über diese Fragen bes Betriebes £ ersten Jene Betriebsführer haben mit Recht er» 1'airt daß die persönliche Anteilnahme der Gefolg- f tclsmitglieber unb ihr Verstänbnis für bie roirt- i Äc tlichen Bebingungen unb Aufgaben bes Ve- iriees eine wichtige Voraussetzung für eine wirk- 1 ith Betriebsgemeinschaft ist. So manche notwen- l ii unb vielleicht einschneibenbe organisatorische betriebstechnische Maßnahme ber Betnebs- I icitmq wirb naturgemäß viel eher in i^rem Cr- firtrrni5 von ben Gefolgschaftsmitgliebern begriffen •imti infolgebeffen auch bie Zustimmung unb Unter- Ifofeung ber Gefolgschaftsmitglieber fmben. wenn ;jjlYbie wirtschaftlichen Grünbe bieser Maßnahme^ LÄHrenb Freb Lorenzen so Erschütterung unb 8 Üif idjtung gleichermaßen erfuhr — er ging in f en Zimmer unb machte sich an einem neuen (Efcourf, bie Gaswerke hatten em Preisausschrei- > !)«i-zur Sichtbarmachung ber Vorzüge eines neuen thir-es ausgeschrieben —, ging es Antje Oelke In weitem unangenehmer. Ungefahr zu gleich kg-ii mußte sie bie betrübliche unb auch be- j |ti-nenbe Entbeckung machen, baß m der °iem sicaorzen Lebertasche, bie in ber Schrankschub I lq 1 unb bas Wirtschaftsaelb enthielt, über bas I !ta regelmäßig am Wachenenbe Frau Grete !Ar:chnung geben mußte, baß in diesem Goldbe-. '. ijäi:r unerwartet unb unbeareiflich zehn JJi seslm. Genau zehn Mark. Sie rechnete nochmals ■ik Posten auf. Vielleicht hatte s'e sich um eme i6n: in ber Zehnerkolonne verzählt? 2lber ba nWbnis blieb basselbe. tere Bestürzung war qrofe. Es w-w ausgefd)Iof= I k -baß sie etwa Geld verloren hatte. Ebenso un link ich mußte es sein, daß em Ladengeschcs ihr 'V. nnem (Eintauf zehn Mark zuwenig zuruckge^ fl»«n hatte. Sie wußte -,-nau. daß sie den^Betrag | n jbie Woche von Frau Billing ln Fun mark- sÄm bekommen hatte. Wie kann man sich da fcir Einkauf um zehn Mark irren Sie schlief bie Nacht nicht. 2hre Gebauten hielte te wach Was soll ich Frau Billing sagen, wie tir: sie es aufnehmen. Kann sie nur glauben, bah ti reine Ahnung habe, wie bas Gelb ^rI°refn^.ee knren se.n mag? Sie schüttelte im Dunkel m i'ei Bett ben Kopf. Das Gelb mar ia auej mch Rhrengegangen! Sie war bereit, ihre Hand ba- h ms Feuer zu legen! Emen Augenblick huschte ber Gebanke vorüber, id- vielleicht ber Junge an bie Schrankschublabe igc:en sein mochte. Er hätte es vermocht, sie auf» rechen, gewiß, aber es war nicht sehr wahres c-iillich, daß er das Geld aus dem Täschchen grauen Schimmer und wurden durchsichtig. Aber i Antje drehte sich noch einmal auf die andere Seite und fchloß die Augen. Ihr blieben noch zwei gute । Stunden Zeit. Nicht viel, nicht genug, um ben Der» 1 lorenen Schlaf nachzuholen; aber besser als über» .....Sie atmete ein paarmal tief i’l bekannt sinb unb wenn sie weiß, baß es sich babei nicht um eine „Schikaniererei" ober bloße „Neuerungssucht" hanbelt, sonbern um ein betriebliches Ersorbernis im Interesse von Betriebsführung unb Gefolgschaft. Insbesonbere wirb bas betriebliche Zusammengehörigkeitsgefühl jedes einzelnen Gefolgfchaftsmit- gliebes zur Betriebsgemeinschaft um so stärker sein, je mehr bie Gefolgschaft aus innerer Erkenntnis unb persönlichem Wissen um ben Betrieb, seine wirtschaftlichen Bebingtheiten unb Aufgaben mit bem Unternehmen oerbunben ist. Der „unpersönliche" Betrieb, in bem ber Arbeiter keinen Führer unb keine verantwortliche Instanz kennt, vermag nicht bas Bewußtsein wirklicher Betriebsgemeinschaft im Sinne von Führertum unb Gefolgschaft zu geben. Der Arbeiter, ber sich lebiglich als „Mittel zum Zweck" unb irgendwelchen unsichtbaren Gewinn-Interessenten ausgeliefert fühlt, wird auch kein Zugehörigkeitsgefühl unb Gefolgschaftsbewußtsein aufbringen. Darum verdient das Beispiel jener Betriebsführer, deren Zahl im Gau Hessen-Nassau erfreulich groß ist, die durch persönliche Fühlungnahme und Erörterung der betrieblichen Belange Zu Beginn dieses Sommers wurde für den G a u Hessen-Nassau ein zusätzlicher Fischmittwoch eingeführt. An jedem Mittwoch wird der ganze Gau mit frischen Seefischen beliefert. Keine Hausfrau sollte es versäumen diese Gelegenheit wahrzunehmen, unb auf biefe Weise nicht nur ein billiges unb gesunbes Nahrungsmittel auf ben Tisch bringen, sonbern zugleich ben vielen tausenben Volksgenossen mit ihrem Einkauf bie Lebensmöglichkeit sichern zu helfen! Vorsicht beim Drachensteigen! Jetzt steigen roieber bie Drachen! Aber nicht nur Vergnügungen, sonbern auch Gefahren können baraus entstehen. Allgemein gültig ist baher folgend Warnung über bas Drachensteigenlassen in ber Nähe elektrischer Starkstromleitungen, bie bie Regierung in Liegnitz erläßt: Es wirb gewarnt, Papierbrachen im Gefahrenbereich ber elektrischen Leitungen steigen zu lasten. Daburch, baß sich Drachen in ben Hochspannungsleitungen verfingen, sinb mehrfach erhebliche Schöben an ben Leitungen entstauben, ganze Bezirke wur- ÜI110 ber Provinzialhauptstadt. Das Thermometer. Mt bem Thermometer ist es eine eigen» tiwiche Sache. Monatelang hängt es meist unbe- c 4)111 in einer Zimmerecke ober vor bem Laben t2s'.Optikers. Niemanb interessiert sich bafür unb li um einer sieht sich bie Quecksilbersäule von weitem cu Dafür röcht sich bas Thermometer, benn plötz- lchjsteht es im Mittelpunkt bes Tagesgeschehens, mb wer auf bie Frage „Wieviel Grab?" nicht x:eim zu antworten weiß, barf mit Sicherheit bar-- cJi'redjuen, als wunberlicher Zeitgenosse angesehen r erben, besten Meinung völlig bebeutungslos ist. $ns bas Thermometer sagt, barauf kommt es j tzt wieber an. Was bas Thermometer sagte, war c id von entscheibenber Bebeutung in ben kältesten 5'ac n bes Winters. Woraus sich einroanbfrei er= c bi baß zwischen ber Wärme unb ber Kälte 1 lii ere Beziehungen bestehen, als man gemeinhin cnimmt. Was übrigens jenen bekannten Satz nur t ejtitigt, baß bie Extreme bie Eigenschaft haben, sch iu berühren. Ihnen nicht schon ausgefallen, baß zwischen Leu Verkehr in ben Mittagsstunben bei großer J'üte unb bei entsprechenber Hitze fein großer knirschieb besteht? Natürlich, bie Autos sausen end in ben Mittagsstunben, aber insgesamt ist ber ; Di-verkehr in gleichem Maße schwächer, wenn S'rci Hotte ihre Betten stark geschüttelt hat unb tien bie Sonne ihre Strahlen mit beachtenswerter intixlr n ’n. Don HarTj $lon, . "was ftarfer ^(111,25) De: VAs. Mannesmann . Verein, tioji ni\ M in 6et , W6325i ntubi ’°n Sleftrow«, 183r50 (186^ !rt M 151,7) auPtet Startet °r«n mit 122Ä rdank 2,25 v.h ”ld)Qfienbura' )■» SMtbeutjfy D.f). nicht ktzten behaupte ftad) ben erste: jn unb h;i t Xenbenj. id die UntemA faft völlige 6e- n bie Aktie» rjt später notier- n von 1-2 D.jj, h. auf 146 im) wem lagen be- 1 mit 170. ter still, illtbestz so gefragt, Korn- 8, dagegen späte I 98. (Boßpianb- larionspianbbrieie zumeist beim? 92 (91,75). Sus» irbmarft , Lufttirb: trstagsmarhi.^' [en, 25 (Ml» 09), f)änuntl 77 (333)- enbaewW m Huguft M te * bis 77 (75 und W) 55 ) • a\ 46 bis w i bis 55), 0«^ C k« 36). schloß M lato, * auicttti"!*- W Antje grübelte unb zermarterte ihr Hirn. Aber ihr kam keine Klarheit. Als einziger rettenber Ausweg fiel ihr gegen Morgen ein, baß Frau Billing' selber vielleicht bas Gelb herrausgenom- men habe unb ihr bas anberntags, wenn Antje mit ihren Sorgen herauskam, sagen würbe. Das schien ihr wirklich die einziae ßöfunn. Sie atmete freier. Ein Alpbruck fiel von ihrer Brust. Warum hatte sie nicht gleich baran gebacht unb gestern abenb noch Frau Billing banach gefragt. I ““ Sie (ah auf ihre Uhr. die auf dem NachUifch lag. nicht genommen i soviel merkte sie schon. Es war gerabe vier Uhr in ber Frühe. Die Fenster-! Vorhänge bes kleinen Zimmers hatten schon einen » w £ A Ä. der S., 6 Die Hebe krnationale gab keiner! ergebnis Jo1 vier Fabril Team und mag, Adlei gezeichneten Alpen-P ichast das e Punkten, al dem Glänz b« 12.® rhe,M )U Je N 9n b,r »amt 7? Ubnissen füj fcen ®- 0 Erziehers, ob ü alle guten K n gültig ju bei :! binden und i 9 Höchste, was 3 Derantwortu : schen zu achte i ziehen zu du Wenn in d : liche Ausbild t kommen bat 8 Körper gi ! Volkes wichti j Jahre sind ei c schon den ! Leibeser^ i: bergeburi die £T u "“«"'A1 As- r?? nar Pltnin^ ÖQn betK'hebl Hinten 9tlöQfl . @|ÜH Kl" Nuö|!tl Di,"’. ifc ■#* ::$a,m'tatber8 II *eL(t t ! 54° ‘te sK L,s>. :‘iS* Der Gedanke :iarbeit ist . iiMerjungeM iSenttlnschv melden. Sanz l iizieWsideal d< iliie Zeit, m dtt Melle Personlll ibezw. esi Jahr 114 fahren m nerlebt zum gri ■j ährt etwas r il age jeglicher I iplin keine N il eine Leisiun; flfiriffe Dijzipl' nurn jo mehr j In den h'mtei Kamera i\ leeres Wort, Minister Georg Grippe gestorb Aus Washington wird gemeldet: Nach längerem Leiden ist am Donnerstag der Kriegs- ‘ ~ Dem an den Folgen einer Eltern! Erzieher! Besucht am Sonntag die Veranstaltungen des Bannes 116. Oer amerikanische Kriegsminister Oern gestorben. Kreis Büdingen. tt Mittleres Niddatal, 27. Aug. Bei den gegenwärtigen günstigen Wetterverhältnissen dürfte die Getreideernte in etlichen Tagen völlig unter Dach und Fach gebracht sein. Von früh bis spät in die Nacht herrscht auf den öffentlichen Dreschplätzen lebhaftes Treiben. Die Körnererträge sind verschieden, doch ergeben sie ein zufriedenstellendes Resultat. Für die Unterbringung der überaus großen Strohmenge reichen die Räume in der Hofreite nicht aus, deshalb errichtet märt vielfach vor den Dörfern Schober. Die Grummeternte ist in vollem Gange. Infolge des ausgiebigen Regens haben sich alle Futtergräser derart reichlich entwickelt, daß mit einer großen Menge Grummet von vorzüglicher Güte gerechnet werden kann. Wenn auch hier und da einzelne Aepfelbäume, namentlich die der Wirtschaftsäpfel, einen fast guten Behang zeigen, die ein Stützen notwendig machten, so ist doch der Ertrag im allgemeinen als unter mittelmäßig zu bezeichnen. Dagegen sind die Zwetschenbäume fast ohne Ausnahme derartig reich mit Früchten beladen, daß überall Stützen angebracht werden mußten, um dem Brechen der Aeste vorzubeugen. Kreis Schotten. A Schotten, 27. Aug. In der Umgegend tritt, wie anderwärts, der Keuchhusten stark auf. Jedenfalls dürfte die feuchte Witterung der letzten Zeit wesentlich zur Verbreitung dieses unliebsamen Gastes beigetragen haben. Kreis Alsfeld. 4= Deckenbach, 27. Aug. Die Getreideernte in unserer Gemarkung ist bis auf einen kleinen Teil Hafer zu Ende. Die Ohmtal-Dresch- Gesellschaft, der unser Ort als Mitglied angehört, ist gegenwärtig mit einer völlig neuen Dreschgarnitur hier beim Vordrusch an der Arbeit. Der Körnerertrag zeigt, daß die früheren Befürchtungen hinsichtlich de.s Ernteausfalls zum Glück nicht begründet sind, dagegen das Ergebnis zufriedenstellend ist. Unsere Bauern sind jetzt mit der Grummeternte eifrig beschäftigt. Bei der O b st e r n t e ist der Ertrag an Aepfeln und Birnen groß, bei Zwetschen ist er sogar sehr gut. — Die letzten Ferienkinder, die aus Berlin Die neuen Briefmarken mit dem Porträt König Eduards VIII., die jetzt erscheinen, werden in Werten zu %,1%2 und 2^- Pence verausgabt. Der Wert zu 1 Penny soll erst Mitte September heraus, kommen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) hier ein inoffizieller Müllplatz aufgetan. Jetzt schas fen dort Arbeiter mit Hacken und Schaufeln. Kipp, loren fahren auf Schienensträngen. Erde wird be. wegt, und vor dem Schulgebäude ist bereits eine große planierte Fläche entstanden. Ein Spiel, platz für die Kinder der Riederwaldkolonie ist im Werden. Ebenso wird nebenan, durch den Fahrweg ge. trennt, fleißig gearbeitet. Wagen des städtischen Fuhrparks fahren auf die aus Bohlen hergestellte Rampe. Sie bringen Schutt und nicht riechenden Abfall. Alles wird in der welligen Bodensenke zer- hackt und zerkleinert. So entsteht aus Schutt und anderem alten Material eine ein Meter hohe Va. dendecke, die dann, mit Mutterboden versehen, enb sprechend bepflanzt werden soll. Hinter diesem Ge. lände sollen dann später, um die vorhandene Kana- lisation besser auszunutzen, Einfamilien. Häuser mit Kleingärten errichtet werden. Auch an den mit Wasserpflanzen bestandenen Flächen des alten Erlenbruches tnirt) gearbeitet Man baut Spazierwege und stellt die Verbindung wege nach der Straße her. Richt lange mehr, und vom Eingang der Riederwaldkolonie, den ganzen Erlenbruch entlang, wird der Weg nach Enkhem an schönen Anlagen, an einem Kinderspielplatz und an bunten Kleingärten vorüberführen. fetter im Bauernhof. Bereits bet dritte Brand in diesem Iahre. LPD. F u l d a , 27. Aug. Im Kreisort Almen- dorf brach in dem Anwesen des Bauern Heil,, das in diesem Jahre schon zweimal von einem: Schadenfeuer heimgesucht worden war, wiederum, Feuer aus. Obwohl die Feuerwehren schnell zm: Stelle waren, brannten die Scheune, in der bereite die gesamte Ernte untergebracht war, sowie! die Stallungen vollständig nieder. Man, vermutet, daß — wie auch in den vorhergehenden, Fällen — wieder Brand st iftung vorliegt. Die; Untersuchung ist eingeleitet. Som Zug überfahren und getötet LPD. Hersfeld, 27. Aug. Im Kreisort! Niederaula wurde der in den 70er Jahren, stehende Schreinermeister Martin Schäfer, als, er an einem Bahnübergang die Gleise überquerte,, von einem herannahenden Zuge erfaßt und gut: Seite geschleudert. Der alte Mann war auf her: Stelle t o t. Man nimmt an, daß er das Warnungs» geläut überhört hat. Wenn keiner nachaeben w ll. LPD. Hadamar, 27. Aug. Zu einer Verkehrsstörung recht eigener Art kam es durch die; Starrköpfigkeit zweier Kraftfahrer in der Borngassi? in Hadamar. Durch ein vor einem Hause haltendes; Personenauto war die Fahrbahn zur Hälfte versperrt, als zwei Kraftwagen, der eine in Richtung Limburg, der andere von entgegengesetzter Seite,, Oie Sturmfahnenweihe -er SA -ReiterstandartelHGießen Für die am 30. August, vormittags 10 Uhr. aus dem Trieb in Gießen stattfindende Sturmfahnenweihe der SA.-Reiterstandarte 147/Gießen treffen die Abordnungen der einzelnen Stürme bereits am Samstagabend per Landmarfch und per Bahntransport ein. Die Abteilungen haben ost 50 und mehr Kilometer zurückzulegen. Es ist noch anzuerkennen, daß die Vater der SA.-Reiter nach anstrengendster Erntearbeit dennoch ihre Pferde zur Verfügung stellen, damit ihre Söhne an der Sturmsahnenweihe teilnehmen können. Auch für die jungen Reiter ist es ein gutes Zeugnis, daß sie nach der aufreibenden Erntearbeit, die vom frühen Morgen bis in die späte Rächt dauerte, auch die weiteren Strapazen noch aus sich nehmen, um nach Gießen zu kommen. Die Väter und Pserdebesiher werden sich freuen, wenn sie ihre Söhne als stramme Reiter am Sonntag aus dem Trieb in Gießen sehen können, und manchem alten Kavalleristen und Artilleristen wird es warm ums Herz werden, wenn er seiner eigenen Dienstzeit gedenkt, als er selbst stolz hoch zu Roß saß. Für die Zuschauer ist aus dem Trieb ein großer Raum an der Artilleriekaserne entlang reserviert, von wo aus alles bestens übersehen werden kann. Der Führer der Reiterstandarte 147/Gießen. Al. d. F. b.: L e i p o l d. Truppführer. den hat, wobei der Bühnenboden einen neuen Belag erhielt, daß alle sonstigen Einrichtungen und Apparaturen der Bühne zum Teil erneuert, repariert ober gereinigt wurden, sind Vorkehrungen, die nach außen weniger in die Erscheinung treten. Don ganz besonderer Bedeutung ist neben der Drehbühne der elektrische Antrieb des Rund- Horizontes, der in einer Höhe von 18 Meter und 30 Meter Rundung, nunmehr in den 60 Sekunden abläuft und innerhalb dieser Zeit die vollkommene Schließung der Dorderbühne gegen die Hinterbühne ermöglicht. Ganz besonders wichtig sind die wesentlich technischen Verbesserungen der Beleuchtungsanlage, die vor allem in den beiden völlig neuen Be'leuchtungstürmen zu beiden Seiten des Bühnenrahmens und der Neuanlage einer heb- und senkbaren Beleuchterbrücke quer über die ganze Bühne hinweg und parallel zum Bühnenrahmen bestehen. Alle diese Neuerungen bringen es mit sich, daß das Stadttheater Gießen mit Beginn der Spielzeit eine völlig neuzeitlich eingerichtete Bühne besitzt, die mit all ihren Möglichkeiten bereits in der Eröffnungsvorstellung „Donna Diana", dem bezaubernden altspanischen Lustspiel von Moreto, in der Inszenierung des Intendanten m die Erscheinung tritt. sehr gut; teilweise reicht er an die Heuernte mengenmäßig heran. Die Heuböden werden in diesem Jahre übervoll, und damit ist die Grundlage der Winterfütterung gegeben. Auf den Getreidefeldern treten gemarkungsweise in diesem Jahre sehr stark die H a m st e r auf, so daß man geradezu von einer Hamsterplage sprechen kann. Die Gemeinden vergüten für Alttiere 30 bis 40, für Jungtiere 15 bis 20 Rpf. Auf diese Weise nur ist es möglich, diese schädlichen Nager, die nicht unbeträchtliche Mengen Frucht für den Winterbedarf in ihren Höhlen auf- stapeln, zu bekämpfen. Die Hackfrüchte stehen gut. Einzelne Spätkartoffelsorten verfärben sich bereits. Die Reife beginnt bald. Von allen Obstarten bringen nur die Zwetschen einen Doller- tr a g. Die Bäume hängen übervoll und müssen unbedingt gestützt werden. Die ersten Rapsaus- s a a t e n sind bereits vorgenommen. Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Anbaufläche dieser bedeutungsvollen Oelfrucht wiederum im Steigen begriffen ist. Es ist dies ein Zeichen dafür, daß die Forderungen der Regierung auf fruchtbaren Boden gefallen find. Der Flachs ist geerntet und steht zunächst noch auf Haufen. Er wird von den Samen befreit und den Sammelstellen zugeführt. gleichzeitig an dieser Stelle zusammentrafen. AM keiner wollte einige Meter zurücksetzen, um dm anderen vorbei zu lassen, und es blieb schlietziW nichts anderes übrig, als die Polizei herbeizuruseu die zur Feststellung des Tatbestandes beide Fahrn mit zur Wache nahm. Hier warf der eine FatM feinem Kollegen Trunkenheit vor, worauf sofort durch einen Arzt eine Blutprobe entnehm^ ließ, die er als Beweismaterial für das GegenM nunmehr in der fälligen Beleidigungsklage zu oei.1 wenden gedenkt. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 27. August. Ablauf dieser Woche wird auch das der mW. Bevölkerung bereits zur Gewohnheit geworoeor. Brummen der Dreschmaschine oerstu^ m e n. Die Frucht ist gedroschen und die arbeit des Landmanns getan. Nach dem günftig^ Winter und dem feuchten Frühjahr durfte hier ojj gemein mit einer guten Ernte gerechnet wem doch haben die vielen Niederschläge des Somme die teilweise sogar die Einbringung des Oetre^ außerordentich erschwerten, den Ertrag viels durch Lagerung der Frucht beeinträchtigt, so v- man allgemein jetzt von einer guten M111e_ ernte sprechen kann. Der feuchte Sommer w aber dem Wachstum der Futterpflanzen und Wiesen günstig, so daß die Hackfruchtern - recht ergiebig zu werden verspricht, wie a der Grummetschnitt der Wiesen als beb ders gut anzusprechen ist. Günstig erscheinen a die Aussichten der Kartoffelernte. Die träge der Gärten sind — an denen des oerganfle 1 Jahres gemessen — als reichlich zu bezeich . wenn auch der Behang der Kernobstari teilweise nicht voll befriedigt. Dagegen bart einer guten Zwetfchenernte gerechnet den. Leider hat aber der Wind der letzten WoM den Obstabfall stark vermehrt und ist auch ou Astbruch in den Obstanlagen teilweise recht beträte licher Schaden entstanden. Die Beerenerni - insbesondere die Johannisbeerernte, war gm, Ertrag der Gemüsegärten ist allgemein befriedigen rschen Sparkassen Ende des Jahres 1934 über einen Spareinlagenbestand von 515,73 Mill. RM., darunter 43,53 Aufwertungs-Spareinlagen. Der Spar- einlagenzuwachs in 1935 einfchl. gutgefchriebener Zinsen stellte sich auf 43,60 Mill. RM. ober 8,5 v. H. bes Jayresanfangsbestandes, ber Zuwachs ohne Zinsgutschriften auf 25,37 Mill. RM. ober 4,9 o. H. bes Jahresanfangsbeftanbes (Reichsburch- fchnitt 4,1 v. H.). Die Neueinzahlungen stellten sich auf 264,76 (241,67), bie Zinsgutschriften auf 17,13 (17,68), gegenüber Rückzahlungen von 239,39 (217,77), fo baß einfchl. ber ausgeroiefenen 37,89 Aufwertungsspareinlagen am Jahresenbe 559,33 (515,73) Mill. RM. vorhanden waren. Gleichzeitig erhöhte sich bie Zahl der Sparkonten auf 1,60 (1,58) Mill. Stück Sparbücher. Die Aufwertungskonten ginaen auf 580 200 (642 500) zurück. Die hesien- nasiauischen Sparkassen erreichten in ihrer Gesamtheit 83 v. H. des Spareinlagenbestandes von Ende 1914. Die erhöhte Spartätigkeit setzte sich im laufenden Jahre fort. Am 30. Juni 1936 wurden 570,79 Mill. RM. Spareinlagen für 1,612 Mill. Stück Sparkonten verwaltet. * Haufen, 28. Aug. Der verstorbene amerikanische Kriegsminister Georg Dem, stammt väterlicherseits und mütterlicherseits aus Deutschland. Der Vater von Minister Georg Dem Johannes Dem, geboren am 25. Oktober 1850, war der Sohn von Müllermeister Johannes Dem aus unserem Orte. Ebenso stammt die Mutter, eine geborene Dem, aus Hausen. Die Vorfahren von Minister Dem, der ungefähr 55 Jahre alt war, lassen sich in den hiesigen Standesamtsregistern, (Kirchenbüchern) zurückverfolgen bis in bas 17. Jahrhundert. Am 7. Oktober 1693 wurde hier ein Johannes Dem geboren. Er ist der Ahnherr in männlicher und weiblicher Linie bes 1693 geborenen Johannes Dem, ältester Sohn. Johannes Melchior Dem, geboren am 12. Dezember 1725, ist bes Ministers Stammvater väterlicherseits; von einem jüngeren Sohn, Johann Konrab, geboren am 30. November 1734 stammen bie männlichen Vorfahren von Georg Derns Mutter ab. Von ben Vorfahren väterlicherseits waren mehrere Müllermeister. Ihnen gehörte bie Häusermühle, bort wohnt noch jetzt eine Base bes Ministers. Mehrere Ahnherren väterlicherseits und auch mütterlicherseits waren Bürgermeister in Hausen. Verwandte von Georg Dem leben in Hausen, in Alsfeld und m Hamburg. _ , Der Vater von Minister Dem, Johannes Dem, besuchte die höhere Schule in Gießen und wanderte 1868 nach Amerika aus. Einige Jahre später kam er wieder nach Deutschland, um sich hier eine Lebensgefährtin auszuwählen. Nach Amerika zurückgekehrt, ließ er feine Bafe, Margarete Elisabeths Dem, zu sich nach USA. kommen. Der Ehebund wurde in den Vereinigten Staaten geschlossen. Dort sind auch alle Kinder dieser Ehe, also auch Minister Georg Dem, geboren. Johannes Dem war zuerst Farmer, später wohnte er in ber Salzseestabt (Salt Lake City) im Staat Utah unb genoß bort großes Ansehen. Er erlangte burch Kupferminen unb andere hohe gewinnbringende Unternehmungen ein großes Vermögen. Dem war ein kluger und umsichtiger Geschäftsmann. In feinem Wesen war er schlicht und einfach und hielt treu zu seiner deutschen Heimat. Nach dem Weltkriege kam er 1920 als 70jähriger nochmals nach Deutschland. Dem Schreiber dieser Zeilen erzählte er, „Die in Amerika verbreiteten Schauernachrichten ließen mir keine Ruhe, ich wollte mich mit eigenen Augen von Deutschlands Zustand überzeugen." Dem reifte gegen Ende 1920 nach Amerika zurück und starb 8 Tage nach feiner Heimkehr nach USA. Anfang 1921. Georg Dem selbst hat seine Stammheimat nur einmal gesehen und habet bie Mühle im Tal besucht und dabei auch feiner Base einen Besuch ab- geftattet. Unsere Bühne in neuer Gestalt. Aus dem Dramaturgischen Büro des Gießener hierher zur Erholung gekommen waren, haben heute unseren Ort verlassen, unb sind nach Hause zurückgekehrt. Den Kinbern ist ber Aufenthalt in ben hiesigen Familien sehr gut bekommen. Kleine Strafkammer Gießen. Der 42 Jahre Konrad Heftrich aus Frankfurt wurde vorn Amtsgericht Vilbel neben anderen Delikten wegen Bettelns in eine Haftftrafe von sechs Wochen genommen. Außerdem wurde seine Unterbringung in ein Arbeitshaus angeorbnet. Die seitens der Amtsanwaltschaft, sowie des Angeklagten hiergegen eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig zurückgewiefen. Der 32jährige Friedrich Hofmann aus Nieder- Wöllstabt hatte mit einem Komplicen aus einem (Stalle in einem ©arten drei Hasen entwendet. Das Amtsgericht Friedberg verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, wogegen der Angeklagte Berufung verfolgte. In ber gestrigen Haupt- verhanblung stellte sich heraus, baß bei bem Angeklagten bie Voraussetzungen des strafverschärfenden Rückfalls Dorliegen. Die Kleine Strafkammer erkannte daher auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und legte dem Angeklagten die Kosten bes Verfahrens auf. Preußen. Oie Sparkassen in Hessen-Nassau im Lahre 1935. Fwd. Unmittelbar vor feiner biesjährigen Ver- banbstagung in Bab Ems legt ber Sparkafsen- unb Giroverbanb für Heffen-Naffau feinen Bericht für 1935 vor. Danach verfügten die heffen-nasfau- Aus bem Arbeitsbereich wird mitgeteilt, daß die Hypothekenausleihung auf 222,55 Mill. RM. langfristige Hypotheken, also um 17,62 erhöht, ausgedehnt würbe. Sie entfällt auf 74 300 Einzelbewilligungen mit bem Durchschnittsbetrag der Hypothek von 2993 RM. Es entfallen davon 174,57 Mill. RM. auf städtische Grundstücke (Durchschnittsbetrag 3749), 47,53 Mill. RM. auf landwirtschaftliche Hypotheken (1710 RÄt.), 72,30 Mill. RM. für Wohnungsbau 3757 RM.). Bei diesen spielten Kleinwohnungs- unb Sieblungskrebite eine bebeutenbe Rolle. Das Kommunal-Neukrebitgefchäft ruht bekanntlich noch. Von ben im Jahre 1935 neu ausgeliehenen 53,71 Mill. RM. waren 36,56 Mill. RM., also runb 68 v. H. Arbeitsbeschasfungskrebite. Dabei überwogen bie langfristigen Hypothekenkrebite. Auch der Perfonalkredit wurde gepflegt, das Handwerk erhielt 43,83 Mill. RM. in runb 26 600 Einzelkrebiten. Die ßiquibitätsreferoen der heffen-naffauifchen Sparkassen sind weiter erhöht worden. Am 15. Januar 1936 war das Liquiditäts-Soll im Durchschnitt voll erreicht, von einigen Sparkassen sogar wesentlich überschritten. Aus Müllplöhen werden Gartenantagen. Entrümpelung der Landschaft in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 27. Aug. Frankfurt hat in den letzten Jahren viel für die Verschönerung seiner Straßen, Plätze und Anlagen getan. Prächtig denen sich heute die Uferstraßen des Maines, häßliche Baulücken in der Innenstadt ver- jchwinden, im Zuge ber Altstadtfanierung wird ebenfalls aufgeräumt, unb an zahlreichen anberen Stellen der Stadt werden kleinere Arbeiten durchgeführt. Auch an der Peripherie der Stadt hat man sich um die „Entrümpelung" der Landschaft bemüht. Zahlreiche „wilde" Abfallgruben erfordern Beseitigung. So entstanden aus ben Müllplützen in der Nähe bes Sandhofs prächtige Spiel- und Ruhewiesen, und auch bas Gelände am Erlenbruch vor der Riederwaldschule wird augenblicklich aufgeräumt. Alte Konservenbüchsen, Ofenrohre, Taschenlampenbatterien, Matratzen, Blecheimer, Emaillegeschirre, alte Besen, Bürsten und Drähte lagen zerstreut zwischen wild-wucherndem dürftigem ©ras. Im Laufe der Jahre hatte sich Stadttheaters wird uns geschrieben: Wer in letzter Zeit durch die Johannesstraße ging, dem verriet seit Wochen schon, daß im Theater was Besonderes los sein müße. Täglich fuhren an ber Hinterfront des Theaters Lastwagen vor, luden bald schwere Eisenbalken ab, brachten morgen frisches Holz, ober es wurden geheimnisvolle Maschinenteile abgesetzt. So ging dies bunte Treiben bereits seit Wochen unb ist nunmehr beenbtt. Mancher fragte neugierig, was das alles wohl bedeutet! Auf oft gestellte Fragen wurde auch stets bereitwilligst Auskunft erteilt. Hanbelte es sich doch um ben Umbau unserer Bühne. Die kommende Spielzeit des Stadttheaters kündigt sich für ben Außenstehenben zunächst also recht eigenartig an. Währenb ein Teil bes darstellenden Personals — darunter eine Reihe von neuoerpslichteten Kräften — noch irgendwo draußen meist mehr verregnete als schone Ferienzeit genießt, ober auf der „Probebühne" bie Stücke zur Bespielung ber Bäber Nauheim unb Ems einftubiert, währenb Intendant unb Dramaturg die Vorarbeiten ber kommenden Spielzeit been - den, die technischen Abteilungen ihren Fundus einer gründlichen Aufbesserung unterziehen, die Theaterkasse in unermüdlicher Arbeit all der vielen Wünsche unserer Abonnenten gerecht zu werden sich bemüht, während alledem bauen fleißige Hände unsere Bühne um, damit am Montag, bem 31. August, wenn die eigentliche Probenarbeit für den Winter beginnt, alles bis zum i-Tüpfelchen fertig unb in bester Ordnung ist. Mit Beginn ber Spielzeit wird die Bühne sich ben Besuchern in neuem Gewände zeigen. Die Bühne wurde von Grund auf umgebaut. Vor allem erhielt unser Theater die maschinell betriebene Drehbühne. Durch diese Neueinrichtung ist es möglich geworden, bie für den Umbau ber Szenen notwendige Zeit auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Auch läßt sich ein schneller Szenen - wechsel bei offenem Vorhang unb wenn erforber- lich sogar bei beleuchteter Bühne bewerkstelligen. All die Vorteile, die der Zuschauer von der modernen Bühnentechnik erwartet sind uns mit dieser Neueinrichtung ber maschinell betriebenen Drehbühne zuteil geworden. Daß dabei gleichzeitig eine vollkommene Ueberholung ber Bühne stattgesun- Oberhessen. Landkrpls Gietzen. 4 Mainzlar, 27.Aug. In ihrem Garten am Hause erntete eine hiesige Einwohnerin einen Krautkopf (Weißkraut) von 11% (elfem- halb) Pfund. = ©roßen-Linden, 27. Aug. Heute nachmittag ereignete sich auf ber Straße nach Klem- ßinben, unweit bes Bergwerkswalbes, ein | chwe - rerAutounfall. Ein Ehepaar aus Frankfurt wollte, mit feinem Kraftwagen in ber Richtung Gießen fahrend, einen ßaftroagen überholen, als in entgegengesetzter Richtung plötzlich ein anderer Kraftwagen kam. Die Dame, als Fahrer des verunglückten Autos, zog derart stark bie Bremse, daß der Kraftwagen mit ber linken Seite gegen einen tarfen Straßenbaum flog unb infolge ber hohen Fahrgeschwindigkeit durch den ungeheuren Anprall rechtsseitig gegen den nächsten Baum geschleudert wurde. Die Fahrerin kam mit dem Schrecken davon, der Ehemann erlitt einen Nasenbein- und Unterkieferbruch und wurde sofort in bie Gießener Klinik verbracht. Der Kraftwagen wurde völlig demoliert und mußte abgefchleppt werden. Die Straßenbäume erlitten schwere Beschädigungen. )( A u s d e r 2B e 11 e r a u, 27. Aug. Infolge der günstigen Witterung der letzten Tage sind die Erntearbeiten gut fortgeschritten. Von einzelnen Nachzüglern abgesehen, ist die gesamte Frucht im Seil und bis auf ben Hafer unb teilweise Weizen eingefahren. Bis zur nächsten Woche dürften die Erntearbeiten beendet fein. Das sonnig-warme Wetter veranlaßte unsere Bauersleute, die Grum- m e t e r n t e rasch zu erledigen. Vielfach sind schon ganze Wiesengründe leer geworden. Der Ertrag ist e n. * 815®. Am 5. und 6. September wird die Stadt Llamstadt ganz im Zeichen der rot-weiß-roten vi^-ien der HI. stehen. Mit dem Gebiets- iildungs- und Er- TDefjren Ich) SJl.-'fpOTt Großer Tag auf der Wasserkuppe Nlänzende Ilugleistungen.-Kurt Schmidt flog im Zielflug nach Trier. ergebrad)! mn, f® obig niebtr.5- r Öen oorHerg^ ftun% wOM Der Berliner Philipp, der sich im Rhön-Wettbewerb besonders bei den Streckenflügen auszeichnete und kürzlich mit dem Flug nach Donauwörth (210 km) die größte Strecke ohne Angabe des Zieles erreichte. — (Prefse-Bild-Zentrale-M.) Bei herrlichem Wetter wurde am Donnerstag auf der zwölf Kilometer langen Strecke zum Schauins- land bei Freiburg i. Br. das Training zum „Großen Bergpreis von Deutschland" ausgenommen. Während tief unten im Tale noch dichter Rebel herrschte, lag die Rennstrecke bei wolkenlosem Himmel in strahlendem Sonnenschein. Von den „Assen" war bei diesem ersten Training nur Bernd Rose- meyer mit seinem Auto-Union auf der Strecke, er sorgte aber schon gleich mit seiner ersten Fahrt für eine Sensation. Zn 8:04.4 Min. durcheilte er die zwölf Kilometer und entwickelte dabei eine Stundengeschwindigkeit von 89,306 Kilometer. Damit hatte Bernd bereits den alten Rekord, der von Hans Stuck auf Auto-Union mit 8:06.6 Minuten (88,7 km/st) gehalten wurde, gebrochen. Bernd Rofemeyer gab sich aber damit noch nicht zufrieden. Der „Bergpreis ist das erste Bergrennen, das der junge Auto-Union-Fahrer im Rennwagen bestreitet, und da will er gleich beweisen, daß er auch in solchen Konkurrenzen zur allerersten Fahrerklasse zu rechnen ist. Schon beim zweiten Durchgang kam Bernd mit 7:56 Min. unter die Acht-Minutengrenze und über 90 km/st Im dritten Lauf erzielte er fin) und Philipp (Berlin). Rackow (Haxnburg) war in Brandoberndorf bei Braunfels an der Lahn niedergegangen. Weitere schöne Zielflüge wurden von den beiden Segelfliegern Huth (Hamburb) und Heinemann (Hamburg) durchgeführt, tue bis nach dem 197 Kilometer entfernten Flugplatz Hangelar geflogen waren. Den Flugplatz Mannheim erreichten im Zielflug die Piloten S p a e t h e - Chemnitz und Haken- j o 5 (150 Kilometer). Roch weiter südlich landete Tr e u t e r - Weimar, der bis nach Donnersberg in der Pfalz kam und damit 177 Kilometer zurücklegte, während Bräutigam- Dresden etwas östlich von Heidelberg (141 Kilometer) niederging. Siebert-Hannover landete in der Nähe von Boppard (166 Kilometer), Dr. Janke-Gießen flog bis nach Bechtheim bei Worms. Einen Segelflug über 173,5 Kilometer als Zielflug führte So i ger-Essen durch, der in der Nähe von Mühlheim bei Koblenz landete. Auf dem Flugplatz Griesheim bei Darmstadt ging Heidrich- Düsseldorf (120 Kilometer) nieder, auf dem Flugplatz Rebstock bei Frankfurt a. M. landete Reu- kauf- Hannover (103 Kilometer). Haase-Berlin kam nach einem Fluge von 160 Kilometer bis unterhalb von Bingen, während Döbler-Nürnberg bei Montabaur niederging und damit 140 Kilometer zurücklegte. Hanna R e i t s ch kam bis nach Mosbach in Baden, Steinhoff - Weimar bis nach Oppenheim, und Kraft-Stuttgart landete südwestlich von Koblenz nach einem Fluge von 176 Kilometer. Bartaune ging in der Nähe von Andernach nieder und legte damit insgesamt 195 Kilometer zurück. feierliche Weihe des Groenhoff-Hauses Mit einem feierlichen Akt fand dann um 18 Uhr in Anwesenheit der Gauleiter von Unterfranken und Kurhessen sowie zahlreicher führender Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates und der Wehrmacht die Einweihung des neuen Groenhoff-Hauses auf der Wasserkuppe statt. Reichsluftsportführer Oberst Mahnte dankte der Arbeitsgemeinschaft Wasserkuppe für ihre tatkräftige Unterstützung und versprach den weiteren Aus- bau der Reichssegelfliegerschule Was- s e r k u p p e. Mit herzlichen Glückwünschen und Gedenkworten übergab er bann das neue Haus seiner Bestimmung. Für die Arbeitsgemeinschaft Wasserkuppe sprach der stellvertretende Gauleiter Landrat Dr. Burkhardt-Fulda, dessen Im- tiative die Herbeischaffung der Mittel zum Bau dieses neuen Hauses zu verdanken ist. Boxweltmeister James I. Braddock und Max Schmeling im Gespräch über die Gründe, die Braddock veranlaßten, den Titelkampf einstweilen zu verschieben, da sich der Weltmeister gesundheitlich nicht auf dem Posten fühlt und die linke Hand beschädigt ist. — (Scherl-Bilderdienst-M.) D. ■ Gedanke der nationalsozialistischen Erfiehungs- acbi.1 ist die Erziehung in der Gemeinschaft. Der LM -junge und der Jungvolkpimps sollen zu einer Cieieinschaftspersönlichkeit geformt Deutscher Reiter-Sieg in Aachen Deutschland gewinnt den ».Preis der Nationen". Pokal konnten 17 Einzelfahrer ausgezeichnet werden, und zwar 12 Deutsche, zwei Engländer, zwei Holländer und ein Schweizer. Die Goldene Gletscher- Plakette erhielten sechs Fahrer, darunter vier aus Deutschland. Die Silberne Gletscher-Plakette, die in jeder Gruppe nur einmal vergeben wird, fiel an drei deutsche und einen schweizerischen Teilnehmer. Außerdem bekamen weitere 25 Teilnehmer zur Erinnerung die Bronzene Gletscher-Plakette. Unter diesen 25 Fahrern waren 9 Deutsche. Am Donnerstag unternahmen alle Fahrtteilnehmer nach der Schlußprüfung eine Fahrt zum Jungfrau-Joch. In Interlaken wurde dann die Preisverteilung vorgenommen, bei der Paul von Guilleaume für die deutschen Teilnehmer den Dank abstattete. auch die Nachricht von dem er st en geglückten Kettenflug dieses Wettbewerbes ein, den die drei norddeutschen Piloten R u h n k e und König (beide Königsberg), sowie Kuhn (Danzig) ausführten. Sie waren in geschlossenem Verband bis nach Wiesbaden geflygen (125 Kilometer Luftlinie) und dort auf dem Flugplatz Erbenheim glatt gelandet. Außerdem kamen im erfolgreichen Zielflug nach Wiesbaden: Graf Treuberg (München), Müller (Magdeburg), F r o w e i n (Ber- Rofemeyer bricht Stucks Verg-Rekord. Erstes Training zum »Großen Berg-preis von Deutschland". dann sogar mit 7:21.1 Min. eine Geschwindigkeit von 91,7 km/st. In der Rennwagenklasse bis 1100 ccm taten sich Walter Bäumer auf Austin und Bobby Kohlrausch auf MG. hervor. Auch Geiß und Fleischmann über Rekord. Gehörte der Vormittag des ersten Trainingstages den Wagenfahrern, so stand der Nachmittag den Motorrad-Fahrern zur Verfügung. Auch hier wurden bereits zwei Klassen-Rekorde verbessert Arthur Geiß stellte mit seiner 250 ccm-DKW. in der Diertelliterklasse seinen eigenen im Vorjahre erzielten Rekord von 81,77 auf 82,85 km/st, nachdem er schon im ersten Durchgang 81,87 km/st erreicht hatte. Auch in der 350 cam-Klasse buchte Heiner Fleischmann auf NSU. eine neue Bestleistung. Mercedes - Venz startet nicht. Mercedes-Benz hat die Startzusage von Rudolf Caracciola und Hermann Lang für den ..Großen Berg-Preis" zurückgezogen, da einige Schwachen an den Rennwagen, die beim Großen Preis der Schweiz zutage traten, deren Ursache nicht restlos erkannt worden sind. °usgetan. und Schaufeln. 5 "M. Erde nr ist bereis' anben. Ein Herwaldkolonik > den Fahnvi * des stöd 15 Bohlen Herr und nicht riej ll'grn Lodens lncdt aus etfc ein Meter hch erhoben versch« olt hinter dies« die vorhandene 1 ’■ Einfang 11 n errichtet k glanzen heftet ches wick» hellt die Sertiti. sticht lange mei: lldkolonie, den $ :r Weg nach M m Kinderspiels »erführen. uemhos. ) in diese« 3afrt 5m Streisort 8lni: en des Lauern f)i i zweimal von eir „Tag der Hitler-Jugend" in Darmstadt Etaböführer Hartmann-Lauterbacher beim Gebietösportfest und Aufmarsch der Hitler-Jugend. •Wrnen, glt< 'S'W'mberk, iderdienst-M.) «.116- Das Ergebnis »rr 8. Internationalen A'penfahrt. Ergebnis und Preisverteilung. D • Überprüfung der Wagen, die an der 8.3n- teimiionalen Alpenfahrt teilgenommen hatten, er- g rb keinerlei Beanstandungen, so daß das End- e:r$e*ni5 sofort bekanntgegeben werden konnte. Alle v ierj Fabrik-Mannschaften, das holländische Ford- Tiea- und die deutschen Mannschaften von Hano- Adler und DKW. erhielten für ihre aus- g Liechneten Leistungen den Internationalen AI !;re n - P o k a l. Dabei war die DKW.-Mann- sc h:f das einzige Team, das die Fahrt mit 3000 Pf Men, also ohne Strafpunkte, beendete. dem Internationalen Gletscher- Gedanken zum Sportfest des Bannes und Lungbannes 116 Von ünierbannführer Dr. W. Schneider. Jr 12. Wettbewerbstag der „17. Rhön" geftal- teiii :cf) zu dem größten und in seiner Auswertung b, kniendsten Ereignis der diesjährigen Veranftal- H m In der Zeit von 9 Uhr bis 17 Uhr wurden inisicamt 77 Starts vorgenommen, welche zu Edemissen führten, die die zum Teil großartigen billigen Wettbewerbstage weit in den Schatten I hi! ersten Starts wurden in Anwesenheit von E stm-al von Dollmann (Kassel), Gruppenführer von O>bri.itz (Nürnberg), sämtliche höheren SA.-Fuh- run :oon Franken, Ministerialdirektor Fisch uno 21 Rintterialrat Dahlmann vom Reichsluftsahrt- iriiiherium unternommen. Vorerst bereiteten aber d ie Windverhältnisse den Segelfliegern noch 0™Be Srchyerigkeiten, und zahlreiche Flieger mutzten Ic nitin, um unverdrossen aber bald wieder von n tra zu starten. . . A sich dann um die Mittagszeit die Windver- hii!nPe erheblich besserten, steigerte sich der Start- birtnoo gewaltig. Zahlreiche Zielflugmeldungen roiirbm abgegeben, da durch die Zielfluge grotze PIwkNewinne erzielt werden können. Glänzende Flugleistungen. hu 14 Uhr ab gingen dann ununterbrochen Skb-melbungen ein, die eine Streckenausbeute v o innigen tausend Kilometer für diesen Wett- b exHstag erbrachten. k an der Spitze der Wertung mit 1151 Giften liegende Münchener Segelflieger Kurt hm i b f erreichte heute die größte Flugstrecke ui beste Leistung des Tages durch einen Fern- 'Uug nach Trier (250 Kilometer Luftlinie). Reue Richtlinien zur landwirtschaftlichen Schuldenregelung Von Negierungsrai Dr. Steiger, Michsernahrungsministerium. ften abgeschnitten hatte. Die Amerikaner behaupteten den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor Ungarn, Holland und Rumänien. Schwedens Mannschaft schied als einzige nach dem ersten Umlauf aus, da „Kornett" und „Urfe" den Kurs nicht beendeten. Olympiasieger „Kronos" wurde in der Großen Dressurprüfung für Reitpferde diesmal von feinem Besitzer O. Loerke geritten. Er zeigte sich — wie erwartet — allen seinen Mitbewerbern überlegen und erhielt die Goldene Schleife vor „Lausbub" und „Burgdorff". Ausländische Dressurpferde beteiligten sich am „Talbot-Preis". Mit dem österreichischen Vollblüter Nero unter Major Podhajski wurde hier ebenfalls ein olympischer Preisträger Sieger. Efe leinschaftspersönlichk n:er!*n. Ganz bewußt wird das Bi z ehnasideal der Dor- und Nachkriegszeit abgelehnt, d!e jeit, in der man großen Wert auf die „indivi- biliel Persönlichkeit" legte. Der Junge, der mit zehn b $r elf Jahren in das Jungvolk kommt und mit 11 fahren in die Hitler-Jugend überwiesen wird, e 4et zum großen Teil etwas ganz Neues. Er er- fil)r etwas von Disziplin, die ja die Grund- lcge jeglicher Gemeinschaft überhaupt ist. Ohne Dis- ?ijplr keine Kameradschaft, und ohne Kameradschaft • in Leistung. Je mehr sich der Hitlerjunge die Betz sif Disziplin und Kameradschaft vor Augen hält, um d mehr wird er auch lernen, sein eigenes Ich in l-n Hintergrund zu stellen. S meradschaft bedeutet für ihn nicht nur ein leier Wort, sondern ist für ihn ein Beariff, der ihn zi öherem verpflichtet. Die Aufgabe jedes Cfrzchers, ob als Meister oder Lehrer, muß es fein, alle guten Kräfte des Charakters zu fördern und g ihrig zu beeinflussen, alles Schlechte aber zu unter- b inlm und ihm entbegenzutreten. Das Größte und HKö te, was es für einen Erzieher geben kann, ist die L Isrntwortung, die ihm anvertrauten jungen Men- sc yeifzu achten und zu leistungsfrohen Kameraden er- zizehn zu dürfen. Äi nn in der Hitler-Jugend großer Wert auf sport- liiheAusbildung gelegt wird, dann ist man sich voll- ti innen darüber klar, daß nur ein gesunder K! ö np e r gute und für den Aufbau des deutschen Violüs wichtige Gedanken fassen kann. Kaum hundert Iah sind es her, da hatte der alte Turnvater Jahn fciyn den unbedingten Zusammenhang zwischen Leibeserziehung und nationaler Wie- b lerigeb urt erkannt. Indem er seine Gedanken Betriebsinhabers ist eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Schuldenregeluna. Sie gibt dem Betriebsinhaber die Gewähr, daß er feine Schulden allmählich aus den Erträgnissen seines Betriebes abtragen kann und nicht genötigt ist, zu irgendeinem Zeitpunkt von dem Gläubiger auf Rückzahlung der gesamten Schuld oder doch von Teilbeträgen in Anspruch genommen zu werden, die er nicht leisten kann, ohne die Substanz des Betriebes anzugreifen. Die Allgemeinen Hypothekenbedingungen der Kreditanstalten enthalten häufig Bestimmungen, wonach der Gläu- biaer bei unpünktlicher Zinszahlung des Betriebs» inyabers unangemessen hohe Verzugszinsen oder ähnliche Mehrleistungen verlangen oder aber — auch bei unverschuldetem Zahlungsverzug mit unerheblichen Betrügen — das Kapital fällig machen kann. Es versteht sich von selbst, daß „es nicht im Sinne des Schuldenregelungsgesetzes liegen kann, Betriebe unter Einsetzung erheblicher öffentlicher Mittel zu entschulden und sie später gegebenenfalls infolge der Erhebung von Verzugszinsen und der Deutschlands Reiter, die schon bei den Olympischen Spielen ihre überlegene Klasse eindrucksvoll beweisen konnten, haben einen neuen großen Erfolg errungen. Im „Preis der Nationen", der den Höhepunkt des 12. Internationalen Aachener Reitturniers bildete, wiederholte die deutsche Mannschaft mit Rittmeister M o m m auf „Baccarat", Hauptmann von Barnekow auf „Olafs", dem Olympiasieger Rittmeister Kurt Hasse auf „Thora" und Rittmeister Brandt auf „Alchimist" ihren Dorjahrssieg. Wie um den deutschen Triumph zu vervollständigen, stellte Rittmeister Momm auch den Einzelsieger. Es gelang ihm als einzigen der 40 gestarteten Reiter den Parcours zweimal fehlerlos zu beenden. Der Führer und Reichskanzler stiftete für die kommenden Turniere einen neuen Pokal im Nationenpreis, nachdem Deutschland mit dem diesjährigen Sieg auch diese Trophäe in seinen endgültigen Besitz gebracht hat. 25 000 Zuschauer, unter ihnen auch Reicksminister Dr. Frick, erlebten mit großer Freude den deutschen Erfolg. Dem Springen ging der feierliche Aufmarsch der teilnehmenden Ländermannschaften voraus. Der Parcours mit [einen 12 Hindernissen und 19 zu wertenden Sprüngen entsprach den internationalen Bestimmungen. Die größten Schwierigkeiten bereiteten wieder einmal die Doppelsprünge. Gleich im er st en Durchgang konnte die deutsche Mannschaft mit einer ganz vorzüglichen Leistung aufwarten. Die Olympia-Siegerin Thora und Baccarat gingen fehlerlos, während sich Olaf 4 und Alchimist 8 Fehler zuzogen. Mit nur drei gewerteten Pferden hatte Deutschland nach der Hälfte des Springens mit vier Fehlern bereits eine klare Führung vor den Vertretern Amerikas (12), Ungarn (19), Holland und Türkei (je 20). Im zweiten Durchgang steigerten sich die Leistungen. Don den deutschen Reitern blieb nur Rittmeister Momm auf Baccarat wiederum ohne Fehler, während Thora und Olafs sich je einmal versahen. Die Amerikaner hatten hier dagegen mit Capt. Raguse auf „Dakota" und Capt. Jadwin auf „Ugly" zwei fehlerlose Ritte aufzuweisen, ebenso Rumänien und Ungarn. Aber selbst diese guten Leistungen der drei Nationen konnten den deutschen Siea nicht mehr gefährden. Die deutsche Mannschaft verzichtete sogar im zweiten Umlauf auf den Start von Alchimist, der im ersten Gang mit 8 Fehlern von unserem Quartett am schlechte- Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat zur landwirtschaftlichen Schuldenregelung im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Justiz drei neue Richtlinien erlassen (Richtlinie Nr. 67, 68, 69). Die größte Bedeutung kommt der Richtlinie Nr. 69 zu, die sich mit den Bedingungen der Schuldenregelungshypotheken befaßt. Die Schulden des Betriebsinhabers werden in der Schuldenregelung bekanntlich, soweit sie nicht ab« gelöst werden, in unkündbare Tilgungsschulden um- geroanbelt (festgeschrieben). Der Betriebsinhaber hat die Schuld mit jährlich 4 ober 4,5 v. H. zu verzinsen und mit einem bestimmten Tilgungssatz zu tilgen. Der Tilgungssatz wird je nach der Leistungsfähigkeit des Betriebes von der Entschuldungsstelle auf mindestens 0,5 v. H. und höchstens 5 o. H. festgesetzt. Je nach der Höhe des Tilaungssatzes ergibt sich [ur die festgeschriebenen Verbindlichkeiten damit eine zwischen 56 Jahren (bei 0,5 v. H. Tilgung) und 15 Jahren (bei 5 v. H. Tilgung) liegende Laufzeit. Die F e st sch reib un g der Verbindlichkeiten des ablegen werden. Am Nachmittag werden die End- wettkämpse des Gebietssportfestes auf dem Hvch- schulstadion ausgetragen. Abgeschlossen wird der „Tag der HI." mit dem bereits außerordentlich erfolgreich aufgeführten „Jahreszeitenspiel" von Delfmann. Dieses Spiel wird in einem für diese Aufführung besonders zur Freilichtbühne ausgebauten Steinbruch im Darmstädter Wald am Glasberg veranstaltet. Im Reichsbefehl der HI. wurde auf die Aufführung dieses Spiels besonders hingewiesen. Es steht zu erwarten, daß eine große Zahl von Gebietsführern der HI. an dieser Aufführung teilnehmen wird. Die Stadt Darmstadt wird damit ihre Freilichtbühne erhalten, die aus dem Ideengut und dem Gestaltungswillen der Hitlerjugend entsprungen ist. Bug. 3“ ürt tam es W;.: robrer r mem f)au’'V. brbabn zur n der eine m < entgegen^11' der breiten Masse des deutschen Volkes klarmachte, zeigte er schon damals, daß nicht die Studierstube das Alleinseligmachende war. Der Sport wird mit seiner Eigenart immer wieder dafür sorgen, daß der deutsche Mensch Freude an seiner Heimat und an seinem Vaterlande gewinnt. Die körperliche Ertüchtigung ist in der Hitlerjugend fast ausschließlich auf Mannschafts- kämpfe eingestellt. Der Hitlerjunge soll bei allen Hebungen erkennen, daß nicht er, sondern die Gemeinschaft, in der er mitwirkt, die Hauptsache ist. Wenn zum Bann- und Jungbannsportfest 116 am letzten Sonntag im August die einzelnen Kameradschaften ober Jungenschaften zum frieblichen Wettkampf antreten, dann sollen sie beweisen, was sie an körperlicher Ertüchtigung im Laufe dieses Jahres gelernt und geübt Haden, wollen aber auch gleichzeitig beweisen, daß ihre Kameradschaft durch harmonisches Zusammenwirken alles zu leisten vermag, was von ihr gefordert wird. So soll das Sportfest des Bannes und Jungbannes jedem Volksgenossen einen Einblick geben in die Arbeit, die auf sportlichem Gebiete in ber Hitlerjugenb geleistet wirb, unb baß die HI. bereit ist, mit den dazu berufenen sportlichen Stellen alles zu tun, um ihre Kameraden hart unb leistungsfroh zu machen, getreu dem Ausspruch bes Generalfelbmarschalls von Hinbendurg: „Nur in einem gefunben Körper wohnt ein gesunder G e i st." Am 30. August steht Gießen im Zeichen ber Hitlerjugenb, unb alle Volksgenossen ber näheren Umgebung unb bes Kreises beweisen durch ihr Erscheinen ihre Verbundenheit mit der Hitlerjugend, mit der Jugend des Führers, die bereit ist, zu tun unb alles zu opfern, wenn es das Volksganze verlangt. 27V; »•yjv ää , mfauimenf*’ ”„r3 es d>'-d» b.e oitr:i „.jiaieF Ä(