Kr. 174 Erstes Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 28. Juli 1956 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1-80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Eiehen postschecttonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drittfi und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B so können wir das nicht mit irgendwelchen schwer- unserem Lande ge- Ernst Wilhelm Bohle. Heil Hitler! e treffen, und dann einmal über die sorgen dafür, daß dasselbe in macht wird. Wir werden ein Abkommen wandern die Arbeiter auch Die vom Führer als erste Hilfe für die deutschen Flüchtlinge aus Spanien zur Verfügung gestellten 50 000 Mark sind als erste Einzahlung diesem Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen zugeleitet worden. vollkommen vernichtet. Familien sind auseinandergerissen, und keiner weiß, wie sich die Verhältnisse in den nächsten Tagen und Wochen noch gestalten werden. Die in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge werden in fast allen Fällen nur bcß besitzen, was sie am Leibe tragen. hier ist die Unterstützung der ganzen Ration dringend erforderlich. Die wir das Glück haben, in einem neuen Deutschland der Ordnung und des Friedens zu leben, dürfen und werden die deutschen Volksgenossen und die deutsche Jugend nicht vergessen, die außerhalb der Grenze leben und ihrer Heimat die Treue halten. Ich bitte, Spenden auf das Konto „Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen" bei der Berliner Stadtbank, Berlin, einzuzahlen. Das Wort von der nationalsozialistischen Schicksal s g e m e i n s ch a f t, die alle Deutschen diesseits und jenseits der Grenzen umfaßt, wird sich aus diesem traurigen Anlaß wieder bewahrheiten. für die Unterbringung der Flüchtlinge. Aus ihren Erzählungen ergibt sich ein erschütterndes Bild der Revolutionstage. Einer der Flüchtlinge schilderte anschaulich, wie es ihnen gelungen sei, aus dieser Hölle zu entkommen. Auf einem amerikanischen Dampfer wurden sie zunächst nach Marseille gebracht, wo sie ihre Reise mit dem Zug nach Kehl fortsetzten. Unter den in Kehl Eingetroffenen befindet sich auch die Verwalterin des Ortsgruppenheimes der DAF. in Barcelona, das vollständig zerstört worden ist. Der bewaffnete Mob war unter Führung jüdischer Kommunisten achtmal in das Ortsgruppenheim und ihre Wohnung, in der auch die Geschäftsräume der DAF. untergebracht waren, eingedrungen. Auch deutsche Emigranten befanden sich unter den Eindringlingen. Die Banden zerstörten die gesamte Einrichtung und nahmen sie teilweise mit. Sie drohten die Verwalterin zu erschießen, wenn sie die Adresse des Landesgruppenleiters der NSDAP, nicht angeben würde. Sie drohten sogar, sie mit Petroleum zu übergießen und sie anzuzünden. Sie übergossen die Frau dann tatsächlich mit Petroleum und schleiften sie auf die Straße. Nur dem energischen Eingreifen des Nachbarn ist es zu verdanken, daß sie noch am Leben ist. In den Berichten des „Führer" heißt es zum Schluß: Wir Deutschen, so erklärten die in Kehl angekommenen Flüchtlinge einmütig, haben die Verfolgung unserer Organisation, die sich in keiner Weise in die Politik des Gastlandes eingemischt hatte, in erster Linie den aus Deutschland emigrierten Juden zu verdanken, die, wo sie nur konnten, gegen uns hetzten. Erst in den letzten Wochen wurde in einem Aufsatz einer Pariser Zeitung in verleumderischer Weise verkündigt, daß sie militärische Spionage getrieben habe und in engster Verbindung mit der Organisation der spanischen Faschisten stunde. Nur diesen fortgesetzten Verleumdungen ist es zuzuschreiben, daß wir Deutsche jetzt den schwersten Verfolgungen ausgesetzt und unseres Lebens keine Stunde mehr sicher waren und daher zur Flucht gezwungen wurden. Vor der Hinrichtung gerettet. R o m , 27. Juli. (DNB.) An Stelle der Nachrichten über die Kämpfe in Spanien berichtet die römische Presse am Montagabend eingehend über die Ankunft des ersten italienischen Flüchtlingsdampfers Genua, mit dem auch mehrere hundert Deutsche in Sicherheit gebracht worden sind. Ausführlich wird auf Grund der Erzählungen der geretteten Flüchtlinge über die Schreckenstage von Barcelona berichtet, wobei auch das energische Eingreifen des italienischen Generalkonsuls Grossi erwähnt wird, dem es zu verdanken sei- wenn Kreisleiter Hellermann von Barcelona der Hinrichtung durch die Kommuni st en entging. Kreisleiter Hellermann habe selbst italienischen Journalisten gegenüber diese Tatsache festgestellt. Mit Genugtuung wird der Dank der deutschen Presse für das erfolgreiche italienische Hilfswerk zugunsten deutscher Staatsangehöriger verzeichnet. Im übrigen findet die aus London und anderen Hauptstädten gemeldete steigende Beunruhigung über die blutigen Ereignisse in Spanien stärkste Beachtung. Einstellung des Postpaketverkehrs nach Spanien und den Balearen. Berlin, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung des Reichspostministeriums ist der Paketverkehr nach Spanien und den Balearen eingestellt worden. Oie Regierung von Bourgos bemüht sich um Anerkennung. London, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Reuter behauptet in einer Meldung aus Lissabon, daß die Militär-Regierung in Bourgos bereits an das Ausland mit dem Ersuchen herangetreten sei, die Regierung von Bourgos als die gesetzliche Regierung anstatt der Madrider anzuerkennen. ür Freizeit und Erholung übermittelt haben, danke ich Ihnen bestens. Ich erwidere sie herzlich und wünsche auch weiterhin Ihrer Arbeit reichen Erfolg. Adolf H i t l e r." Weltkongreß für Freizeit unö Erholung wird Oauereinrichtung. Hamburg, 27. Juli. (DNB.) Auf der Reichstagung der NSG. „Kraft durch Freude" anläßlich des Weltkongresses für Freizeit und Erholung hielt Reichsleiter Dr. Ley eine Rede, in der er einleitend mitteilte, daß der nächste Weltkongreß ür Freizeit und Erholung in zwei Jahren in Rom stattfinden soll. Er sei darüber froh, denn Italien sei das Land, das auf diesem Gebiet viel getan habe und dadurch geehrt zu werden verdiene, daß es die Völker besuchen und sehen, was dort geschehen fei. Dr. Ley kündigte weiter an, daß der Weltkongreß zu einer Dauereinrichtung werde. Ein ständiges Büro sott die einschlägigen Fragen bearbeiten und für den Austausch der Erfahrungen Sorge tragen. „Wenn wir gern unsere Arbeiter in südliche Regionen bringen wollen", fo sagte Dr. Ley dann, Madrid, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Lage der Deutschen in Madrid bietet bisher keinen Anlaß zur Besorgnis. Etwa 700 deutsche Volksgenossen, insbesondere aus den unruhigen Stadtvierteln, haben sich in den Schutz der deutschen Botschaft begeben, die geräumt und von einem großen Garten umgeben ist. Dank der unermüdlichen Fürsorge des deutschen Geschäftsträgers Dr. Schwendemann und dank der vorbildlichen Disziplin, des Kameradschaftsgeistes und der gegenseitigen Hilfsbereitschaft ist das Leben in dieser großen Familie vorzüglich organisiert. Lebensmittel- und Wasservorräle reichen für längere Zeit aus. hilfsbereite Hausfrauen der deutschen Kolonie haben eine Küchengemeinschaft gebildet und sorgen für das leibliche Wohl. Die Kinder der zahlreichen deutschen Familien find in einem unter der Leitung von Erzieherinnen stehenden Kindergarten zusam- mengefaht, der in dem schattigen Park des Botschaftsgebäudes eingerichtet worden ist. Sorglos gesungene Kinderlieder machen den Ernst der Stunde vergessen. Ein gut organisierter Kraftwagendienst, der von deutschen Krafl- wagenbesihern versehen wird, unterhält eine ständige Verbindung zwischen der Botschaft und den in der Stadt wohnenden Deutschen, so daß das Wohlergehen auch dieser Volksgenossen jederzeit beobachtet werden kann. Die spanische Regierung hält mit der deutschen Botschaft gute Beziehungen aufrecht. Sie stellte mehrere Polizeibeamte zur Verfügung, die bei Tag und Rächt für die Sicherheit der deutschen Botschaft sorgen. Da das Stadtbild von Madrid in den letzten Tagen in zunehmendem Maße normal wird, hat sich ein Teil der deutschen Volksgenossen aus der Botschaft wieder in die Wohnungen zurückbegeben. fälligen Apparaten ausführen. Das könnte man aber etwa auf dem Wege machen, daß wir z. B. unseren italienischen Freunden, die in Hamburg waren, schreiben: Wir haben das und das vor und wollen zusammenkommen, um darüber zu verhandeln. Sie sorgen dafür, daß wir billige Tarife auf den italienischen Eisenbahnen bekommen, und wir Deutscher Protest in Madrid. Berlin, 27. Juli. (DRV.) Die deutsch Die deutsche Kolonie in Madrid liefert einen praktischen Beweis für die Wirksamkeit des wahrer Volksgemeinschaft innewohnenden Geistes. Heist den geschädigten Spanien-Deutschen! Ein Ausruf des Leiters der Auslandsorganisation der Partei. Grenzen hinüber, die Italiener nach Deutschland, die Deutschen nach Italien, die Franzosen nach Deutschland und wir nach Frankreich, die Belgier nach Deutschland und umgekehrt, oder nach Holland oder nach England. Sollte das nicht möglich sein? Das wird es in einigen Jahren geben! Wir wollen keine neue Internationale aufrichten, das möchte ich zum Schluß klarlegen. Es ist nicht mein Ehrgeiz, die Internationale Dreieinhalb zu gründen. Aber wir stehen am Beginn einer neuen Epoche sozialistischer Arbeit in der Welt. Die Lage der Deutschen in Madrid Bis jetzt zufriedenstellend. Deutsche Volksgemeinschaft über Länder und Meere Ein eindrucksvolles Bekenntnis auslandsdeutscher Arbeiter. Reichsletter Dr.Ley wies dann einleitend darauf hin, daß viele von den heute in Hamburg weilenden auslandsdeutschen Volksgenossen hinausgegangen seien in einer Zeit, als die besten des Volkes an Deutschland gezweifelt hätten, und schilderte dann den großen Umbruch im Denken, Fühlen und Sein des deutschen Volkes. „heule sieht man in Deutschland in jedem Volksgenossen den Bruder. Wir haben den Glauben an uns selbst wieder gewonnen. Wir glauben wieder an unser Volk und sind unbändig glücklich darüber. Wenn wir früher unser Vaterland gar nicht empfunden, gar nicht gekannt haben, heute haben wir es wiedergefunden. Wir haben wieder eine Heimat." Der brausende und zuweilen minutenlang anhaltende Beifall der Ausländsdeutschen unterbrach wieder und wieder die Worte Dr. Ley s. „Wenn auch noch große Aufgaben unser harren, eines haben wir geschaffen: Lin neues deutsches Volk!" (Stürmische Beifallskundgebungen.) Der Schöpfer der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wünschte den auslandsdeutschen Volksbrüdern und -Schwestern während ihres Deutschland- Aufenthaltes Tage der Gemeinschaft, der Freude, der Erbauung. „Sie können sich", so ruft er den Gästen zu, „heute wieder über ihr Vaterland freuen." Sie können wieder draußen mit Stolz bekunden: „Ich bin ein Deutscher". Deutschland hat einen Krieg verloren, aber es hat eine Revolution gewonnen. (Jubelnder Beifall.) Keiner kann leugnen: Deutschland ist besser und schöner geworden. Deutschland erneuert und die Wiedergeburt unseres Volkes vorbereitet und durchgeführt zu haben ist allein das Verdienst A d o l f h i t l e r s und feines starken Glaubens an fein Volk. Das Sieg-Heil des Reichsorganifationsleiters auf den Führer Adolf Hitler fand bet den Vertretern des gesamten schaffenden Auslandsdeutschtums begeisterten Widerhall. Stehend hörten dte Gaste den Badenweiler Marsch. Der Führer an die KdF. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Reichsorganisations- leiter Dr. Ley hat vom Weltkongreß für Fretzett und Erholung an den F ü h r e r und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Im Rahmen des Weltkongresses für Freizel und Erholung sind in Hamburg die ve^ntwortttchen Parteigenossen der Nationalsozialtstischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude" aus dem ganzen Re ch, aus allen Gauen und Kreisen zu ihrer zweiten Reichstagung versammelt. Das Fest der Volker nimmt einen herrlichen Verlaus. Es wurde zum Fest der Freude. Wir sind glücklich und stolz, unseren ausländischen Gästen die Erfolge des neuen Deutschland zeigen zu können. Wir grüßen unseren Führer in Liebe und Treue und danken ihm dafür, daß er uns die „Kraft zur Freude" gegeben> hat- Heil Hitler! Dr. Robert L e y. Der Führer und Reichskanzler hat geantwortet: x „Für die Grüße, die Sie mir namens der verantwortlichen Parteigenossen der Natlonalsozlalistlschen Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vom Weltkongreß Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, hat im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers, dem Reichsminister des Innern und dem Reichsschatzmeister der NSDAP, am Montag einen Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen ins Leben gerufen. Gauleiter Bohle wendet sich mit folgendem Ausruf an die deutsche Öffentlichkeit mit der Bitte, unserendeutschen Brüdern und Schwestern in Spanien zu helfen: Der Bürgerkrieg in Spanien hat Tausenden von deutschen Volksgenossen Hab und Gut genommen. Hunderte mußten aus Spanien unter Zurücklassung ihrer ganzen Habe flüchten und treffen täglich vollkommen mittellos in der Heimat ein. Pflicht der Heimat ist es, diesen geschädigten Volksgenossen in nationalsozialistischer Kameradschaft beizusiehen und ihr Los nach Kräften zu erleichtern. Das Elend unter den Deutschen wird täglich größer und ergibt in seinen Auswirkungen bereits heute ein ganz erschütterndes Bild. Schon find Opfer an Leben zu beklagen. Zahllose Existenzen, die in mühseliger, jahrelanger Arbeit aufgebaut wurden, sind Genua gebracht hatte. Zur Begrüßung hatten sich im Münchener Hauptbahnhof Reichsstatthalter Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert und Gauleiter Wagner eingefunden. Während der Verpflegung im Wartesaal richtete der Reichstatthalter herzliche Begrüßungsworte an die Flücht- linge, unter denen sich viele Frauen und Kinder befinden. Mit besonderer Freude, so betonte der Reichsstatthalter, habe er von der guten Aufnahme der deutschen Flüchtlinge in Genua gehört. Der nationalsozialistische Staat werde dafür sorgen, daß ie nicht den Boden unter den Füßen verlieren; ) e r Führer lasse niemanden fallen. Die Flüchtlinge berichteten über die letzten Tage in Barcelona, wo vor allem die Partei- und DAF.-Büros von spanischen Kommunisten vollständig vernichtet wurden. Deulschenhetze in Spanien. Aus Deutschland emigrierte Juden an der Spitze der Hetzer. Karlsruhe, 27. Juli. (DNB.) Der „Führer" berichtet über die Ankunft der ersten Flüchtlinge aus Spanien in der Grenzstadt Kehl. Es handelt sich um 20 Erwachsene und zwei Kinder, die im Kehler Bahnhof herzlich empfangen wurden. Ortsgruppenleiter Pg. Brandt sorgte im Einvernehmen mit der Kreisamtsleiterin der NSV. sofort Hamburg, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der gestrige Empfang der zum Weltkongreß für Freizeit und Erholung nach Hamburg gekommenen Ehrenabordnungen ausland- deutscher Arbeiter durch den Hamburger Senat gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Bekenntnis deutscher Volksgemeinschaft über Länder und Meere hinweg. Regierender Bürgermeister Krogmann übermittelte die Willkommensgrüße des Reichsstatthalters und des Senats und gab der Erwartung Ausdruck, daß die auslanddeutschen Volksgenossen mit einer Fülle schöner Eindrücke an ihre Arbeitsplätze im Auslande wieder zurückkehren möchten, nachdem sie jetzt ihr Vaterland, teilweise nach einer Zeit von 20 Jahren und mehr, zum ersten Male wieder gesehen hätten. Ein Vertreter der auslandsdeutschen Ehrenabordnungen sagte in feiner Dankesrede: W i r werden das gewaltige Erlebnis dieser Tage hinaustragen in alle Welt und es den vielen Zehntausenden Deutschen draußen, die nicht unter uns weilen können, vermitteln. Gerade der Auslanddeutsche spürt mehr als andere den tiefgreifenden Gegensatz zwischen dem darniederliegenden Deutschland von einst und dem neuen Deutschland Adolf Hitlers. Deutschland ist schöner geworden und strahlt eine Kraft aus, die alle mitreißt. V o l f ch a f t in Madrid hal bei der spanischen Regierung gegen die Zerstörnug des Heims der DAF., sowie der deutschen Schule in Barcelona energisch protestiert und die spanische Regierung für diese Plünderungen im vollsten Ausmaß verantwortlich gemacht und die entsprechenden Schadenersahforderungen angemeldet. Daraufhin hat der Staatssekretär im spanischen Außenministerium die deutsche Botschaft in Madrid aufgesucht und das aufrichtigste Bedauern der spanischen Regierung über die Ereignisse in Barcelona zum Ausdruck gebracht. Er versicherte, daß die Regierung alles tun werde, um ähnliche Vorkommnisse zukünftig auszuschließen. Weitere deutsche Kriegsschiffe nach Spanien entsandt. B e r I i n, 27. Juli. (DJ1B.) ft r e u 3 e r „fi ö t n“ und die aus drei Booten bestehenden II. Torpedobootsflottille sind zur Unterstützung der Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer" in die spanischen Gewässer entsandt worden. 3n München angekommen München, 27. Juli. (DNB.) In München kamen am Montagsrüh 328 deutsche Flücht- linge aus Barcelona an, die der italiemsche Dampfer „Principessa Maria" zusammen mit ita= lienischen Staatsangehörigen aus Barcelona nach Schreckenslage in San Sebastian. Hendaye, 28. Juli. (Dom Sonderberichterstatter des DNB. Funkspruch.) Am Montag um 23 Uhr trafen an Bord des deutschen Frachtschiffes „Kronos" der deutsche Geschäftsträger mit dem Botschaftspersonal und 84 Ausländern, darunter die Angehörigen der italienischen Botschaft und der portugiesische Konsul, sowie die letzten 33 Deutschen aus San S e b a st i a n in dem französischen Badeort St. Jean de Luz ein. Der Geschäftsträger beabsichtigt, am Dienstag sich auf spanisches Gebiet zurückzubegeben, und zwar nach Fuenterrabia oder Jrun. Don Bilbao sollen im Laufe des Dienstags 6 5 0 Deut« f ch e durch deutsche Frachtschiffe ebenfalls nach St. Jean de Luz abtransportiert werden. Die Deutschen teilen mit, daß ihr Abtransport nur unter großen Schwierigkeiten möglich gewesen sei und dah es des ganzen Einsatzes der Autorität des deutschen Geschäftsträgers bedurft habe, um die Volksgenossen in Sicherheit bringen zu können. Das Revolutionskomitee", das sich seit einigen Tagen zum Herrn der Stadt gemacht hat, habe nur denjenigen Deutschen die Ausreise erlauben wollen, die sich erst seit vier Wochen als Touristen in Spanien befunden hätten. Die Anhänger des „Revolu- tionskomitee", unter denen sich auch f o w j e t - russische Matrosen (!) befänden, hätten eine auherordentlich strenge Kontrolle einschließ- lich Leibesvisitation bei der Einbootung ausgeübt. Die Stadt befinde sich in zunehmender Anarchie. An Stelle der Behörden sei das „Revolutionskomitee" getreten, zu dem auch schwer bewaffnete Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren gehörten. (!!) Angesichts dieser Entwicklung hätten sich selbst die Mitglieder der bisherigen marxistischen Behörden sehr pessimistisch geäußert. Don zuverlässiger Seite verlautet, daß in San Sebastian der Sekretär von Gil Nobles, des Führers' der katholischen Volksaktion, von den Kommunisten erschossen worden sei. Verlegung der Botschaften aus Gan Sebastian. Paris, 27. Juli. (DNB.) Wie Havas aus St. JeandeLux meldet, wird aus amtlicher Quelle mitgeteilt, daß die ausländischen Botschaften aus San Sebastian auf Rat der Regierung fortv erlegt worden seien. Die französische Botschaft hat ihren Sitz in Zukunft in der Villa des französischen Botschafters herbette in Foniarabia, die englische Botschaft wird in einer Privatvilla des englischen Botschafters in Zaraus untergebracht. Die italienische, die nordamerikanische und die argentinische Botschaft, sowie die Gesandtschaften Norwegens und der Tschechoslowakei werden ihren Sitz in Jrun haben. Barcelona unter dem roien Terror. Ein englischer Bericht. London, 27. Juli. (DNB.) Ein grauenhaftes Bild der furchtbaren Geschehnisse, die sich in Barcelona zutrugen, zeichnet ein Sonderberichterstatter des Reuter-Büros, der soeben aus dieser Stadt nach der spanisch-französischen Grenze zurückgekehrt ist. In einem aus Serbere datierten Bericht zeigt er im einzelnen, daß die Bevölkerung von Barcelona, wie zu befürchten sei, voraussichtlich schon in kurzer Zeit dem Verhungern ausgesetzt sei. Die Regierung habe zwar das heft in der Hand, aber die Rahrungsmiltelvorräte gingen zu Ende. In der unteren Stadt feien eine ganze Reihe von Ladengeschäften geplündert und niedergebrannt worden. Tote Männer und Frauen, Pferde und Maulesel bedeckten die Straßen. Abfälle aller Art türmten sich zu riesigen Haufen an. Der Gestank fei einfach unerträglich. Die Drogerien und Apotheken hätten ihre Verkaufsstellen seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges unausgesetzt geöffnet, aber ihre Vorräte gingen schnell zur Neige. Jede Kirche und jedes Kloster der Stadt sei mit ganz geringen Ausnahmen eingeäschert worden. Man habe beobachtet, wie Anarchisten, die die Kirche Santa Anna in Brand steckten, auf dem Altar Tänze aufgeführt und das Ehristusbild zertrümmert hätten. Eine Gruppe nationalistischer Offiziere, die in einem Kloster Zuflucht gesucht habe, sei schließlich nach verzweifeltem Widerstand zur llebergabe gezwungen worden. Sämtliche Verteidiger seien auf der Stelle ermordet worden. Einem von ihnen seien beide Arme und Beine abgeschnitten worden. Das Kloster habe man hierauf ebenfalls in Brand gesteckt. Der Palast des Grafen Guell sei von der Regierung übernommen worden. Hier könne man sehen, wie zweifelhaft aussehende Individuen, die sogenannte Wache des Palastes, sich in den mit Gold und Plüsch überzogenen Sesseln von unschätzbarem Werte häuslich niederließen. Das Gebäude der Zollverwaltung, in dem sich die Nationalisten verzweifelt zur Wehr gesetzt hätten, sei schwer beschädigt worden. Die Strommasten der Straßenbahn seien durch die Schießereien umgelegt worden, so daß die Oberleitungskabel allenthalben die Straßen sperrten. Lin Lagebericht der Regierung in Madrid. Madrid, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die neue Madrider anarcho-syndikalistische Zeitung ENT. fordert energisch die Durchführung einer Grenzsperre f ü r sämtliche Reisende, „um eine Massenflucht der besiegten spanischen Faschisten zu verhindern". Die „Verräter" müsse die gerechte Strafe des Volkes treffen. Den Zeitungen und den amtlichen Rundfunk-Meldungen zufolge soll der Widerstand der in einer Kaserne in San Se b a st i a n eingeschlossenen nationalistischen Truppen gebrochen sein. In erster Linie sollen an diesem Erfolge die Flugzeuge der Marxisten beteiligt sein. Die dadurch freiwerdenden marxistischen Truppen in San Sebastian sollen sich nunmehr mit den Volksfront-Streitkräften von Bilbao vereinigen, um gemeinsam in Richtung auf die Stadt Bitori vorzurücken, die sich in den Händen des nationa- listifchen Militärs befindet. Die Volksfront-Miliz befindet sich in ständiger Alarmbereitschaft. In der Nacht versehen Patrouillen der Miliz-Soldaten den Wachdienst. „Das Komitee der antifaschistischen Frauen" hat die Kirche Montserrat, eine geistliche Schule und den Konvent San-Ramon beschlagnahmt, um in diesen Gebäuden Lazarette einzurichten. Auch das moderne Madrider Ballspielhaus Roco- letos soll als Lazarett eingerichtet werden. Wie im Rundfunk mitgeteilt wird, hat das internationale Rote Kreuz - Komitee in Bern dem spanischen Roten Kreuz seine Hilfe angeboten. Die Leitung des spanischen Roten Kreuzes hat dieses Angebot jedoch a b g e l e h n t mit der Begründung, daß die eigenen Mittel ausreichend seien. Der Kriegsminister hat sämtliche Waffenschmiede auf- geforbert, sich sofort zur Verfügung zu stellen. Bereits am ersten Tage sollen auf Grund dieser Aufforderung 6000 Gewehre hergestellt worden sein. Die in den Händen der Madrider befindlichen Waffenfabriken arbeiten angeblich verstärkt, um den Bedarf des marxistischen Heeres zu decken. Den Zeitungen ist größte Sparsamkeit beim Papierverbrauch empfohlen worden, um zu vermeiden, daß die Papieroorräte bei einer längeren Dauer des Bürgerkrieges erfchöpft würden. Mehrere Zeitungen hoben bereits in Anbetracht der Papierknappheit die Seitenzahl ihrer Ausgaben herabgesetzt. Auf Grund eines Dekrets des Handels- und Jndustrieminifters ist ein Ausschuß zur Ueberwachung der Industrie gebildet worden, der aus Ministerial- beamten besteht und die einzelnen Betriebe kontrollieren soll, um dort von sich aus die Leitung zu übernehmen, wenn es für notwendig erachtet wird. Auf Grund eines besonderen Erlasses hat die Madrider Stadtverwaltung die gesamte Milcherzeugung beschlagnahmt. Der Finanzminister hat die Einschränkungen des Bank- und Börsenverkehrs bis zum 2. August verlängert. Der Aufsichtsrat der Bank von Spanien hat zugunsten der Opfer des Bürgerkrieges 250 000 Peseten zur Verfügung gestellt. Wie verlautet, sind auf dem Südbahnhof von Madrid 11 Züge mit Lebensrnitteln aus Valencia, Alicante und Murcia eingetroffen. Ein Transport mit 490 verhafteten f a s ch i st i - schen Offizieren ist von Madrid aus nach Alicante abgegangen, wo die Verhafteten im Gefängnis untergebracht werden sollen. Die spanischen Rationalisten verbreiten Siegesmeldungen. H e n d a y e, 28. Juli. (DNB. Funkspruch. Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Die im Besitz der Nationalisten befindlichen Sender behaupten, daß die Truppen der M i l i t ä r g r u p p e im Guadarrama-Gebirge einen entscheidenden Sieg über d i e Marxisten davongetragen hätten. Ferner habe im Grubengebiet von Penna- roya (Südspanien) ein Zusammenstoß zwischen nationalistischen Truppen und bewaffneten Bergarbeitern stattgefunden, bei dem diese völlig zersprengt worden seien. Nach ziemlich einwandfreien Quellen sollen Truppen der Nordgruppe des Generals Mola die Verbindung mit der Garnison von San S e - b a st i a n ausgenommen haben, so daß mit der Einnahme dieser Stadt angeblich in kurzer Zeit gerechnet werden könnte. Vor der Entscheidungsschlacht? Lissabon, 27. Juli. (DNB.) Am Montag werden aus Spanien keine größeren Kampfhandlungen berichtet. Im Vormarsch der Truppen der Militärerhebung scheint ein Stil l- st a n d eingetreten zu sein. Es hat den Anschein, als wenn beide Parteien in der Uebergeugung, daß der Kampf auf Leben und Tod geht, alle Machtmittel zum Einsatz vorbereiten und sich mit dem Ausbau ihrer Stellungen beschäftigen. General Queipo de Llano hat bekanntgegeben, daß alle in Sevilla landenden Flugzeuge, gleich welcher Nationalität, beschlagnahmt werden würden. General Franco nach Sevilla gestartet. Paris, 28. Juli. (DNB.) Havas meldet aus Rabat, aus sicherer Quelle verlaute, daß sich General F r a n c o von Tetuan aus im Flugzeug nach Sevilla begeben habe. Wieder ein Rücktritt in der spanischen Diplomatie. London, 27. Juli. (DNB.) Der B o t s ch a f t s- r a t der Londoner spanischen Botschaft Conde ist von seinem Posten zurückgetreten und mit unbekanntem Ziel nach dem Festlande abgereist. Die genauen Gründe des Rücktritts sind nicht bekannt. König Eduard verzichtet. London, 27. Juli. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat König Eduard VIII. die beabsichtigte Erholungsreise nach Cannes und S ü d f r a n k- reich aufgegeben. Ergänzend verlautet, daß die Entscheidung des Königs eine Folge des Bürgerkrieges in Spanien sei. Der König, so meldet Preß Association, wünsche die Verantwortung, die schon durch die Zustände in Spanien den französischen Behörden auferlegt werde, nicht noch zu vermehren. Französische NligzeugeausümwegensürRadnd? Lustfahrtminister ßof als Organisator. Paris, 28. Juli. (DNB. Funkspr.) Die royalistische „Action Franxaise" behauptet, daß die 17 Potez-Flugzeuge auf Umwegen doch noch der spanischen Regierung zugeftellt werden sollen. Dem Blatt zufolge habe Luftfahrtminister E o t die Flugzeuge der Privatindustrie zur Verfügung gestellt, damit diese sie an Spanien verkaufe. Der Luftfahrtminister habe am Montag schriftlich eine heeresbestellung auf acht mehrsitzige Bombenflugzeuge „Bloch" aufgegeben mit dem Zusatz, daß zunächst als Gegenleistung die 17 Potez-Flugzeuge aus der heeres- reserve herausgezogen und der Firma Potez wieder zur Verfügung gestellt würden. Die Firmen Potez und Bloch bearbeiteten die Staatsauflräge gemeinsam, und die 17 Potez- Flugzeuge, um deren Freigabe es sich handele, seien dieselben, die auf dem Flugplatz Mont- desir bereitsländen und deren französische Zeichen man schon übermalt habe. Sie würden vielleicht schon Dienstag nach Spanien abfliegen. Die kommunistische „Humanitö" eröffnet eine Gegenoffensive, in dem sie die Frage stellt, ob es wahr sei, daß die Staatsbank von Französisch-Marokko der spanischen Militärbewegung 500000 Franken vorgeschossen habe, für die sich der französische Generalresident verbürgt habe, und ob es wahr sei, daß der spanische Gene- ral Franco dem französischen Generalresidenten in Marokko, Peyrouton, seinen Dank ausge- sprachen habe Die „Libertö" gibt eine Meldung der in Barce- lona erscheinenden Zeitung „Solidaridad Dbrero" wieder, nach der 50 aus Frankreich stammende Flugzeuge in Barcelona und weitere 20 in Madrid eingetroffen seien. Eine Nachrichtenagentur will wissen, daß es sich hierbei um die' erste Lieferung eines Ankaufs von insgesamt 300 Flugzeugen handele. * Paris, 27. Juli. (DNB.) Zum erstenmal in Frankreich sind die für den französischen Grenzschutz vorgesehenen besonderen Mahnah. men an der spanisch-französischen Grenze angewandt worden. Es handelt sich um Luftschutzmaßnahmen, die durch ein besonderes Gesetz sch. gelegt sind, die aber bisher noch nie praktisch durch, geführt wurden. Da die Lage an der spanischen Grenze diese Maßnahmen aber jetzt notwendig macht, ist eine Militär-Flugzeug st afsel von Pau nach Biarritz verlegt worden, wo sie unter den Befehl des Leiters der Luftschutzabteilung der Provinz gestellt wurde. Die Apparate stehen st art- bereit auf dem Flugfeld von Biarritz und sollen sofort eingesetzt werden, falls die Sicherheit an der Grenze gefährdet ist. 26 heim Unglück des GA.-Gturmes 45/111 Oer Augenzeugenbericht des Signalfahrers. Freuden stad t. 27. Jul!. (DNB.) Die Zahl der Todesopfer bei dem Autounglück des SA.-Sturmes 45/171 auf der Besenfelder Steige hat sich auf insgesamt 24 erhöht, da in der vergangenen Nacht noch ein weiterer Toter auf gefunden und drei Verunglückte in den Krankenhäusern gestorben sind. — Zu dem Unglück erfahren mir noch folgende Einzelheiten: Der SA.-Sturm 45/171 der Gruppe Süd-Kur- pfalz machte am Samstag mit 63 Mann eine Ausfahrt. Als Fahrzeug benutzte man einen Lastwagen mit Anhänger, der von dem Bruder des Fahrzeugbesitzers, der nicht SA.-Mann ist, geführt wurde. Am Sonntagnachmittag hatte man von Sulz den Weg über Nagold, Altensteig, Hochdorf, Besenfeld genommen. Dem Lastwagen voraus fuhr mit dem Motorrad ein Signalfahrer mit Beiwagen. Endziel der Fahrt war wieder Mannheim, das man über die Besenfelder Steige, genannt Erzsteige, die von Besenfeld 8 Kilometer lang nach Schönegründ im Murgtal geht und einen Höhenunterschied von 300 Meter überwindet, erreichen wollte. In Besenfeld stieg noch eine Gruppe von Mädchen aus der Stuttgarter Gegend zu, die von einer Fußwanderung ermüdet um Mitnahme bis zur nächsten Bahnstation bat. Die Straße wurde immer steiler und stei ° ler, das Fahrzeug immer schneller und schneller. Der Führer trat wohl auf die Bremse, sie gab aber keinen Wider st and, und das Fahrzeug geriet völlig aus des Lenkers Gewalt. Die ersten vier Kilometer von Besenfeld her legte man wie im Fluge zurück. Dabei streifte der Wagen schon die Einfassung der rechten Straßenseite, und der Anhänger geriet stark ins Schwanken. Der Signalfahrer, der auf dem Motorrad mit seinem Kameraden vorausfuhr und selbst bereits eine Geschwindigkeit von rund 60 Kilometer erreicht hatte, erzählte: „Wir sahen mit Grauen die slugartige Fahrt unserer Kameraden. Immer näher kam der Lastwagen, schon überholte er mich, der ich doch mit gedrosselter Maschine dieses Tempo fuhr. Mit Furcht und Schrecken gewahrten wir den schwankenden Anhänger und glaubten, daß entweder wir oder das neben dem Lastfahrzeug und uns entgegenkommende Motorrad mit Beiwagen jetzt von dem schwankenden Anhänger erfaßt würden. Der Lastwagen mit dem Anhänger wurde dann aus der Kurve nach rechts 6 i n a u s getragen. 40 Meter fuhr er schon auf dem Straßenrand entlang, nur noch die linken Räder haben einen Halt, die rechten hängen schon in der Luft über dem Abgrund. Es handelt sich nur um Bruchteile von Sekunden: Heber die Randsteine hinweg saust das Fahrzeug, der Anhänger neigt sich schon stark nach rechts, dann folgte der Absturz etwa fünf Meter tief die Böschung hinunter in den Wald hinein, Von den sich überschlagenden Fahrzeugen wird ein Baum mitsamt der Wurzel herausgerissen, an einem anderen bleibt der Motorwagen hängen. Vor unseren Augen — so erzählt der Motorradfahrer — waren Wagen und Mann für einen Augenblick wie vom Erdboden verschwunden." 2 4 Todesopfer, darunter ein Mädchen des BDM., waren bei dem Unglück zu beklagen. Sofort leisteten die beiden unverletzt gebliebenen Motorradfahrer ihren Kameraden die erste Hilfe. Vorbeifahrende SS.-Männer in Zivil riefen Hilfe herbei, hielten Fahrzeuge zur Beförderung der Verletzten ins Krankenhaus an und sperrten die Straße ab. Der Bürgermeister von Röth eilte mit einigen Einwohnern zu Hilfe. Die leichtverletzten SA.-Männer krochen selbst den Hang heraus und halfen dann tapfer mit, ihre Kameraden zu bergen, die man oben an den Hang legte. Alsbald waren außer der Polizei auch Aerzte und Sanitätsmannschaften aus der Umgegend, die Freudenstädter SA. und der Arbeitsdienst von Baiersbronn zur Stelle. * Am Montagvormittag besuchte der Führer der SA.-Gruppe Südwest, Gruppenführer finit die Unfallstelle. Als Vertreter der württembergischen Regierung erschien Staatssekretär Waldmann. Die badische Staatsregierung hat ebenfalls ihr Kommen nach Freudenstadt angekündigt. Ferner wird eine Gerichtskommission und die Staatsanwaltschaft des Landgerichts an der Unfallstelle eintreffen. Feierliche Ueberführung der toten SA.-Männer nach Mannheim. Röth (Oberamt Freudenstadt), 28. Juli. (DNB.) Nach einer ernsten, Würdigen Feier wurden die toten SA.-Männer, die ihr Leben im Dienste Hingaben, am Montag von Röth aus in ihre H e i- mat übergeführt. Nach der Einsargung der in Röth liegenden 18 toten SA.-Männer — ein ebenfalls hier aufgebahrtes totes Mädchen wurde schon am Nachmittag von feinen Eltern nach Stutt» aart heimgeholt — wurden die Särge auf den freien Platz vor das Gemeindehaus getragen und mit Blumen und frischem Grün geschmückt. Inzwischen waren aus Karlsruhe acht große Lastwagen der badischen Landespolizei eingetroffen, um die Toten in die Heimat zu bringen. Als die Abschiedsstunde nahte, traten die Ehrenformationen der Parteigliederungen und des Reichsarbeitsdienstes mit ihren Fahnen an, umsäumt von Tausenden von Volksgenossen. Sehr zahlreich hatten sich Angehörige der Loten eingefunden. Nach dem Eintreffen der toten Kameraden aus Freudenstadt und Forbach sprach Brigadeführer Ziegler (Karlsruhe) einen tief empfundenen Nachruf und legte einen Kranz an den Särgen nieder. Im Auftrage des Gauleiters von Württemberg, Reichs- statthalters Murr, überbrachte Staatssekretär Waldmann einen prächtigen Kranz. Für die württembergische Staatsregierung legte Ministerialdirektor Dr. Dill einen Kranz nieder. Das Lied vom guten Kameraden beschloß die ernste Feier. Zwei weitere Todesopfer. Freudenstadt, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Inzwischen sind noch zwei SA.-Männer, einer im Krankenhaus Freudenstadt und einer im Krankenhaus Forbach, ihren bei dem Autounglück bei Befen- seld erlittenen Verletzungen erlegen. Beileidsbezeugungen. Der Führer und Reichskanzler hat an Stabschef Lutze folgendes Telegramm gerichtet: „Zu dem schweren Unglück im Schwarzwald, das der SA. so viele brave Männer geraubt hat, spreche ich Ihnen meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte Sie, den betroffenen Familien den Ausdruck meines tief empfundenen Beileids zu übermitteln. Adolf Hitler." * Für die Wehrmacht haben Generalfeldmarschall von Blomberg und Generaloberst Freiherr von Fritsch ihre Anteilnahme ausgesprochen. Ebenso sandten Beileidstelegramme an Stabschef Lutze die Reichsminister Generaloberst Go er in« und Dr. Frick, der Reichsbauernführer Darre, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichssportführer von T s ch a m m e r und D ft e n, Reichsstatthalter General Ritter von Epp, Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach. Tagesbefehl des Stabschefs Luhe. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Anläßlich des schweren Unglücks, das den SA.-Sturm 45/171 betroffen hat, hat, wie der „Völkische Beobachter" meldet, der Stabschef der SA. folgenden Tagesbefehl erlassen: „Durch einen tragischen Verkehrsunfall ist die Gruppe Kurpfalz und mit ihr die gesamte SA. in tiefe Trauer versetzt worden, lieber 20 brave SA.- Männer haben bei diesem Unglück ihr Leben ein- gebüßt, und andere sind verletzt worden. Unbarmherzig hat hier das Schicksal gewaltet und der SA. Männer entrissen, die in stolzem Vertrauen und gläubiger Hingabe unter dem Banner des Führers für das Dritte Reich gekämpft haben. Unvergeßlich werden sie in den Reihen ihrer Kameraden weiterleben, und über ihren Gräbern senken sich die Standarten und Fahnen der SA. Zum äußeren Ausdruck der kameradschaftlichen Verbundenheit ordne ich an, daß ab sofort bis zum Tage der Beisetzung sämtliche Dienststellen der SA. H a l b m a st flaggen." Wirbelsturm im Osten Münchens. Eisenbahnwagen und Zirkuswagen umgeworfen. 14 Verletzte. Ein Unwetter, das am Montag die Gegend des Starnberger Sees heimsuchte, hat im ganzen Isartal und besonders im Osten Münchens die schwersten Schäden angerichtet. Zwischen Ottobrunn und Höhenkirchen herrschte ein solcher Wirbelsturm, daß fünf Wagen eines Personenzuges umstürzten. Von den 14 Reisenden wurden vier geringfügig verletzt. Sechs bespannte Wagen eines Zirkus, die auf der Straße fuhren, wurden samt und sonders acht Meter weit in ein Feld geschleudert, wobei sie vollständig in Trümmer gingen. Zehn Zirkusleute wurden mehr oder minder schwer verletzt. In Höhenkirchen allein wurden sieben Stadel vernichtet. Der Gesamtschaden in dieser Gegend dürfte etwa 400 000 Mark betragen. Im Isartal sah die ganze Gegend aus, als wäre eine Walze darüber hinweggegangen. Wie ein Teppich lag stellenweise das Eis auf der Straße. An den Hauswänden klebten Taufende von Hagelschloßen. Die Außenpolitik der englischen Regierung. „Endgültig der Zukunst zugewandt." - Bereinigung im Mütelmeer. - Are Krage der Kolonialgebiete. — Nie Friedenssicherung in Europa. London, 27. Juli. (DNB.) Am Montagnachmittag fand im Unterhaus die letzte außenpolitische Aussprache vor Beginn der Parlamentsferien statt. Nach der üblichen Fragezeit erhob sich Außenminister Eden um die mit Spannung erwartete Erklärung über die Außenpolitik abzugeben. Eden wandte sich sofort der geplanten Konferenz der fünf Locarno möchte zu, die er als den wichtigsten Abschnitt der internationalen Lage bezeichnete. Seit der Wiederbesetzung des Rheinlandes durch Deutschland sei es das ständige Bestreben der britischen Regierung gewesen, Verhandlungen in Gang zu bringen, um die Lage wieder herzustellen. Sie habe es für ihre Pflicht gehalten, aus einer Periode der Schwierigkeiten eine solche der Gelegenheiten zu schaffen, und in diesem Geiste habe sie während der Londoner Konferenz im März ständig gehandelt. In diesem Geist habe sie auch dem Uebereinkommen vom 19. März zugestimmt; in demselben Geist habe sie gewisse Fragen an die deutsche Regierung gerichtet. In dem gleichen Geist sei auf der Völkerbundsversammlung im letzten Monat die Möglichkeit eines weiteren Zusammentreffens der Locarnomächte erwogen worden. Die britische Regierung sei sich klar darüber gewesen, daß eine Konferenz nur eines Teiles der Locarnomächte eine begrenzte Tagesordnung im Vergleich zu der Fünfmächtekonferenz haben müßte, um ein konstruktives Ergebnis zu haben. Dies fei notwendig gewesen, um Mißverständnisse zu vermeiden und damit sie als erster Schritt für eine darauffolgende Zusammenkunft aller Locarnomächte dienen könnte. Lr glaube feststellen zu können, daß das Ergebnis der Londoner Konferenz zeige, wie vollständig das konstruktive Ziel, das die Mächte im Auge gehabt hätten, erreicht worden fei. Die ausgegebene Verlautbarung zeige, daß man nunmehr endgültig sich der Zukunft zugewandt habe und sich nicht auf die Vergangenheit beschränke. Lr wünsche zu unterstreichen, daß diese Ansicht von allen Teilnehmern dieser Zusammenkunft geteilt worden sei und er sei überzeugt, daß der Wunsch, ein neues Locarno herbeizuführen und zu einer europäischen Regelung zu gelangen, von den französischen und den belgischen Ministern ebenso sehr empfunden werde, wie von den Engländern. Eden berührte sodann die Unterrichtung der deutschen und der italienischen Regierung und erklärte, die britische Regierung sei sicher, daß jedes Mitglied des Hauses eine günstige Antwort dieser beiden Regierungen erhoffe. Bezüglich der Zukunft wünsche er jedoch ein Wort der Warnung hinzu- zusugen. Ein vorbereitendes Stadium, und zwar- ein wichtiges, sei zu Ende geführt worden, aber es sei immer noch ein vorbereitendes Stadium. Das Vorwort, so hoffe er, sei gut verfaßt, die eigentlichen Kapitel des Buches müßten erst noch geschrieben werden. Wenn die Einladungen angenommen würden, würde eine Uebereinstimmung über das Ziel im allgemeinen herbeigeführt sein, aber die Methode^ um es zu erreichen, würden noch viel Fleiß und viele Beratungen erfordern. Eine umfangreiche Arbeit auf diplomatischem Wege werde notwendig fein, bevor die Zusammenkunft der fünf Mächte erfolgen könne, viele Hindernisse mühten noch überwunden werden. Aber er glaube, daß ein Stadium erreicht worden sei, in dem es möglich sein sollte, die Schwierigkeiten zu überwinden, wenn der Geist der Zusammenarbeit bei allen vorhanden sei. Der englische Außenminister wandte sich hierauf der Konferenz von Montreux zu und gab 8er Auffassung Ausdruck, diese Konferenz habe bewiesen, daß eine vertragliche Neuregelung durch ein verhandeltes Uebereinkommen in Uebereinstimmung mit den normalen Grundsätzen der internationalen Beziehungen zu einer Regelung führen könne. Nur eine Frage habe der Konferenz Schwierigkeiten gemacht, nämlich die Frage des Durchfahrtsrechtes für Kriegsschiffe in Kriegszeiten, wenn die Türkei neutral sei. hier habe man zuerst Vorschläge gemacht, die den Uferstaaten im Kriegsfall ein freies Durchfahrtsrecht gewährt hätten, während die Meerengen für Nichtuferstaaten geschlossen werden sollten. Die britische Regierung habe sich gegen jede derartige Diskriminierung schärfstens gewandt. Eine noch schwierigere Frage sei der Versuch gewesen, der Türkei die Verpflichtung aufzuerlegen, zwischen den Kriegführenden zu unterscheiden, mit denen sie durch Verträge gebunden sei, und solchen, bei denen das nicht der Fall sei. Auch dieser Vorschlag sei aufgegeben worden. Zur Frage der M i t t e l m e e r p a k t e übergehend erklärte Eden, daß der Zu st and der Ungewißheit, während dessen Dauer die britischen Beistandszusagen weiter endgültig sein sollten, nunmehr beendet sei. Gegen Mitte dieses Monats habe die italienische Regierung den Regierungen Jugoslawiens, Griechenlands und der Türkei freiwillig eine Erklärung übermittelt, die auch der britischen Regierung übergeben worden sei. Aus diese Mitteilung gehe hervor, daß Italien niemals irgendeinen Angriff gegen diese Länder wegen ihrer Sanktionspolitik beabsichtigt habe oder beabsichtige. __________________________ Die italienische Regierung betrachte das Sanktionskapitel als abgeschlossen und sehe nunmehr einer Periode der Mitarbeit unter den Rationen wieder entgegen. Die italienische Regierung habe weiter daran erinnert, daß zwischen Italien und Griechenland und Italien und der Türkei Freundschaftsverträge bestünden, an die sich Italien stets gehalten habe und die die italienische Regierung auch weiter zu respektieren beabsichtige. Auch mit Jugoslawien wünsche Italien die besten Beziehungen zu pflegen. Diese Mitteilung rechtfertige den Schluß, daß die Umstände, unter denen die britische Regierung es für nötig gehalten habe, jene Zusicherungen zu geben, nicht mehr fortbestünden. Er freue sich daher feststellen zu können, daß nach Ansicht der britischen Regierung keine weitere Notwendigkeit für die Aufrechterhaltung der Beistandszusiche- • rungen bestehe. Eden behandelte dann die Verhandlungen mit Aegypten und wies daraufhin, daß das erste Stadium der Verhandlungen abgeschlossen sei. Der Außenminister gab hierauf seinem Bedauern über die Ereignisse in Svanien Ausdruck und wies darauf hin, daß die Lage noch ungeklärt sei. Durch Vermittlung des chilenischen Gesandten seien die auswärtigen Missionen gemeinsam an die spanische Regierung herangetreten, die versprochen habe, alles in ihrer Macht Stehende zum Schutze der Ausländer zu tun. Man hoffe, daß die Ausländer aus Madrid nach Valencia gebracht werden können. Auf eine Zwifchenfrage von Lloyd George erklärte Eden sodann, es sei nicht richtig, daß er Vorstellungen bei der französischen Regierung wegen Waffenlieferungen an die spanische Regierung gemacht habe. Eden wandte sich sodann der Lage in Danzig zu. Er schilderte die Vorgänge der letzten Zeit und erklärte, er könne über die letzten Verordnungen nichts sagen, solange er noch keinen Bericht hierüber habe. Sein ganzes Bestreben habe darin bestanden, die Völkerbundsmaschinerie zum Arbeiten zu bringen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der englische Außenminister aus die Frage der Mandatsgebiete zu sprechen. Die Regierung erkenne die Bedeutung der Angelegenheit in vollem Umfange an. Sie sei sich des Interesses bewußt, das diese Frage in vielen Kreisen erwecke, und fei bereit, die Frage auf einer inkernationalenkonferenz unter den Auspizien des Völkerbundes zu erörtern. Auf einer solchen Konferenz würde sie ihrerseits völlig bereit fein, größere Garantien für den Zutritt z u kolonialen Rohstoffgebielen und die ihnen ent- gegenstehenden Hindernisse zu erörtern. Diese Frage konnte sehr wohl auf der kommenden Volkerbundsfihung im September behandelt werden. Eden wandte sich hierauf der Frage zu, ob eine tatsächliche Ueberaabe von Gebieten von der Regierung beabsichtigt werde, die sie auf Grund eines Mandates besitze. Eden betonte, daß diese Frage die Politik aller Mandatsmächte berühre, sowohl die britische Regierung und die Regierungen der Dominien, als auch die Regierungen fremder Mächte. Die britische Regierung habe mit keiner von ihnen irgendeine diesbezügliche Beratung abgehalten. Soweit die britische Regierung in Frage komme, würde die Frage der Uebertragung eines Mandatsgebietes unvermeidlich große Schwierigkeiten moralischer, politischer und rechtlicher Ra- fur Hervorrufen, von denen die Regierung offen sagen müsse, daß sie nicht in der Lage gewesen fei, irgendeine Losung für sie zu finden. Die britische Regierung hoffe ferner, daß angesichts so vieler anderer bisher ungelöster internationaler Fragen, aber auch angesichts der neuen Gelegenheit, die für ihre Lösung in den letzten Tagen geboten worden sei, nirgendwo zur Zeit der Wunsch bestehe, weitere schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten zwischen die Völker zu tragen. Eden verteidigte dann noch einmal den Entschluß der Regierung zur Beendigung der Sanktionspolitik und erklärte, daß die Tatsache, daß England in einigen Teilen Europas gewisse Verpflichtungen habe, keineswegs bedeute, daß sich die Regierung für den Rest des übrigen Europas nicht interessiere. Gebe es, so fragt er, in Europa überhaupt einen Konflikt, der lokalisiert werden könne? Der Frieden in ganz Europa gehe daher auch ganz Europa an. Es fei jedoch die Frage, ob jedes Land in Europa auch für jedes andere kämpfen wolle. Wenn jede Ration in Europa bereit fei, sich zu verpflichten, dem Opfer eines Angriffes nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch zu Hilfe zu eilen, würde diese Frage zu losen fein. Die Schwierigkeit bestünde jedoch darin, daß dies nicht der Fall fei. Alle Anregungen für die Reform des Völkerbundes müßten diese Tatsache in Rechnung stellen. Abschließend wandte sich Eden gegen die Haltung der Arbeiteropposition in der Aufrüstungsfrage. Es werde die Pflicht der Regierung bleiben, dafür zu sorgen, daß jede Gelegenheit ergriffen werde, um eine Begrenzung der Rüstungen zu fördern. Die Gelegenheit hierfür werde vielleicht früher kommen als man glaube, wenn sich die schwere Last der Rüstungen bemerkbar mache. Die Aussprache. In der anschließenden Aussprache ergriff zunächst der Führer der Liberalen Opposition Sir Archibald Sinclair das Wort. Er gab seiner Befriedigung über die Feststellung des Außenministers Ausdruck, daß die britische Regierung nicht geneigt sei, die Verhandlungen, die durch die deutsche Wiederbesetzung des Rheinlandes ausgelöst worden seien, als gescheitert anzusehen. Er bedauere jedoch, daß Eden nicht wenigstens andeutungsweise Mitteilungen über die Absichten der Regierung hinsichtlich der Dölkerbundsresorm gemacht habe. Das eigentliche Friedensproblem sei wirtschaftlicher Natur. In diesem Zusammenhang behandelte der Redner die Frage der Arbeitslosigkeit und des Bevölkerungsdrucks, sowie das Kolonial- Problem. Er vertrat die Meinung, daß ähnliche Fragen, vor denen Deutschland stehe, durch die Rückgabe der früheren Kolonien nicht gelöst werden könnten. Es könne aber auch nicht behauptet werden, daß die Frage, ob Deutschland Kolonien besitzen könne, nicht diskutabel sei. Der Ardeiterparteiler Lawrence verlangte von der Regierung die Abgabe einer Erklärung, aus der hervorgehe, in welchem Falle die englischen Stellkräfte eingesetzt werden würden. Die Arbeiterpartei habe kein Vertrauen zu der Außenpolitik der Regierung. Als nächster Redner sprach der konservative Abgeordnete Sir Austen Chamberlain. Seine Ausführungen erschöpften sich im wesentlichen in den bei ihm üblichen gehässigen Angriffen und Verdächtigungen Deutschlands. Bei Schluß der Unterhausaussprache wurde der haushalt des Foreign Office mit 313 gegen 138 Stimmen angenommen. Aus aller Welt. Ausnahmebestimmungen für ausländische Teilnehmer an den Olympischen Spielen. Amtlich wird mitgeteilt: Den an den Olympischen Spielen beteiligten Ausländern, die in der Zeit bis Zum 15. August d. I. einschließlich nach Deutschland einreifen, wird von der deutschen Reichsregierung allgemein die Erlaubnis erteilt, ihre Uniformen, die sie in ihrem Heimatstaat zu tragen berechtigt sind, auch innerhalb des Deutschen Reichsgebietes anzulegen. Oie Olympische Fackel in Ungarn. Szeged, 28. Juli. (DNB Funkspruch.) Von Neusatz bis zur Grenze durcheilt die Olympia- Flamme viele deutsche Dörfer, wo sie überall begeistert begrüßt wird. Gegen Morgen laufen die letzten jugoslawischen Läufer. Noch ein letzter Fackelwechsel, und die Grenze ist erreicht. Auf beiden Seiten der Grenzlinie ist ein fahnengeschmücktes olympisches Fort errichtet. 1500 ungarische Radfahrer, darunter viele Frauen, erwarten den Ablauf des ersten ungarischen Läufers. Die Läufer machen halt. Der Vertreter der Jugoslawen hält eine kurze Ansprache. Ungarn und Jugoslawen kreuzen die Fahnen. Der stellvertretende Bürgermeister von Szeged, Bela Toth, übernimmt das olympische Feuer im Namen des Königreichs Ungarn. Nach seiner von leidenschaftlichem Patriotismus erfüllten Ansprache singt die Szegeder Liedertafel die ungarische Nationalhymne. Die erste Etappe bis Budapest ist 160 Kilometer lang. 203 Läufer wirken mit, meistens erstklassige Sportsleute, darunter Dr. h e r n a d i, der die ungarische Marathon-Meisterschaft mehrmals errang. Um 7.15 Uhr erreicht das olympische Feuer das Stadthaus der königlichen Freistadt Szeged, wo es von Obergespan Dr. Georg I m e c s empfangen wird. Lindbergh in Warnemünde. — Leichter Flugzeugunfall Udets. Oberst Lindbergh, der das Wochenende dazu bnutzt hatte, um sich die Umgebung Berlins, den neuen Sportflugplatz in Rangsdorf, die historischen Stätten Potsdam und den Wannsee anzusehen, besichtigte Montag vormittag die Heinkel-Flug- zeugwerke in Warnemünde. In Begleitung des amerikanischen Attaches für Marineluftfahrt, Commander Mailo, und für die heeresluftfahrt Kapitän König traf Oberst Lindbergh auf dem Flugplatz Marienehe ein und besuchte die Anlagen und Einrichtungen der heinkelwerke. Nach einem Gang durch die Werkstätten wurden mehrere Flugzeuge vorgeführt. Ein neues Flugzeugmuster wurde von dem Chef des technischen Amtes der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium, Oberst Udet, oorgeflogen. hierbei ging das Flugzeug aus bisher noch nicht geklärter Ursache in der Luft zu Bruch. Oberst Übet sprang geistesgegenwärtig mit dem Fallschirm ab und erlitt bei dem Unfall lediglich einige Schnittwunden und eine Beinoerstauchung. Es ist zu erwarten, daß Oberst Udet bereits in acht Tagen wieder seinen Dienst im Reichsluftfahrtministerium aufnehmen wird. Im Anschluß an die Flugvorführungen begab sich Oberst Lindbergh und die anderen amerikanischen Gäste nach dem Fliegerhorst Warnemünde, um den dortigen Truppenteil der Luftwaffe zu besichtigen. Sfanborlmelbung des LZ. „Hindenburg". Das von Südamerika heimkehrende Luftschiff „Hindenburg" stand nach Mitteilung der Deutschen Seewarte am Dienstagfrüh um 7 Uhr 280 Kilometer nordöstlich von Teneriffa. Deutscher Sieg im Internationalen Amateurfilmwettbewerb. Das Preisgericht des im Rahmen des Zweiten Internationalen Amateurfilm-Kongresses veranstalteten fünften internationalen Wettbewerbes um den beften Amateurfilm, dem aus mehr als 15 Staaten 56 Filme gemeldet worden waren, hat sieben erste und sechs zweite Preise verteilt. Davon entfielen drei erste Preise und ein zweiter Preis an Deutschland. Deutschland steht dadurch als b e st e Nation im Wettbewerb an führender Stelle. In der Gruppe A fiel der erste Preis an R. Groschopp (Dresden) für den Film „Bommerli", in der Gruppe B der zweite Preis an Professor Ramme (Berlin) für den Film „Saga, die Riesenschnecke". In der Gruppe C errang Dr. G. Schneider (Dresden) den ersten Preis für den Film „Frühling am Bodensee" und in der Gruppe D O. F1 iedner (Flensburg) mit dem Film „Das letzte Gericht". An zweiter Stelle steht Frankreich mit zwei ersten und einem zweiten Preis. Danach folgen die Tschechoslowakei, Italien, Ungarn, Holland und Portugal. Das Preisgericht, das diese Entscheidung fällte, setzte sich aus 28 Delegierten zusammen, darunter drei Deutschen. Hinrichtung in Ellwangen. Die Justizpressestelle Stuttgart teilt mit: Am 28. Juli dieses Jahres früh 5 Uhr ist in Ellwangen der am 19. Januar 1877 geborene Christian Hammer, Stillau (Krs. Ellwangen), hingerichtet worden. Hammer, der vom Schwurgericht in Eli- wangen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, hatte am 11. Juli 1935 gemeinschaftlich mit feiner vermindert zurechnungsfähigen Tochter ihre in Blutschande erzeugten beiden Kinder im Alter von 4 und 8 Jahren in einem Tümpel ertränkt, um sich ihrer zu entledigen. Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück. Unweit des Fröhnerhofes bei Eselsfürth (Pfalz) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit Ausflüglern besetzter Postomnibus aus Pirmasens befand sich auf der Heimfahrt. Zwei Mo» toradfahrer, der Polsterer Fritz Bernd und der Schlosser Heinrich Strasser, beide aus Kaiserslautern, wollten den Postkraftwagen Überholen. Obwohl dieser sich ganz rechts hielt, streifte das Motorrad den Autobus. Der eine Motorradfahrer wurde unter den Wagen geschleudert und vollständig zerstückelt. Auch der Mitfahrer blieb tot auf der Straße liegen. Der Geistesgegenwart des Postkraftwagenführers ist es zu verdanken, daß die Insassen des Wagens mit dem Schrecken davonkamen. Die Verunglückten befanden sich auf der Heimfahrt vom Nürburgring. Ein Volksschädling verhaftet. Verhaftet und dem Gerichtsgefängnis Limburg zugeführt wurde der Verwalter des Heimes für Gelehrte und Künstler „Vier Türme" in Bad Ems, Karl Becher. E hatte die Stellung erst feit kurzem inne, trotzdem aber schon erhebliche Veruntreuungen begangen. Da Becker vorher bet einer anderen Organisation tätig war, wurde die Untersuchung auch auf seine frühere Amtsführung ausgedehnt. Dabei stellte man fest, daß er auch hier Unterschlagungen begangen hatte. Reuer Schnelligkeitsrekord der „Queen Mary"? Die Londoner Presse spricht durchweg die Hoffnung aus, daß auf Grund der Standortmeldungen der Cunard-Dampfer „Queen Mary" den Schnelligkeitsrekord der „Normandie" brechen und damit das Blaue Band erringen werde. — Ein von Neuyork aus der „Queen Mary" entgegenfliegendes Flugzeug mit Pressevertretern und Pressephotographen st ü r z t e ins Meer. Vier Flugzeuggäste konnten von dem Dampfer „Exermont" geborgen werden. Einer von ihnen war tot, ein anderer soll im Sterben liegen. Drei Alpini in einem norditalienischen Wildbach ertrunken. Bei Truppenübungen, die eine Alpini-Abteilung am Ufer der Dora Riparia an der Einmündung des Waldbaches Baronecchia in der Nähe der Stadt Ulx im Gebiete der Cottifchen-Alpen vornahm, gab das von den mächtig angeschwollenen Flüssen unterspülte Erdreich plötzlich nach, so daß ein Unteroffizier und sechs Mann in das reißende Wasser stürzten. Trotz sofortiger Hilfeleistung durch die Kameraden ertranken drei von den verunglückten Soldaten. Wetterbericht -des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung. Da aber dabei zunächst die Störungstätigkeit über das europäische Festland hinweggeht und durch sie in Deutschland Luftmassen verschiedener Herkunft und Temperatur zusammengeführt werden, hat sich die Niederschlagsbereitschaft bei uns sogar noch gesteigert, während Nord- und Ostdeutschland dagegen einen allgemein günstigeren Witterungsoerlauf zeigen. Der unbeständige Charakter bleibt auch vorerst noch erhalten, wenn auch für später Witterungsbesserung wahrscheinlich ist. Aussichten für Mittwoch: Gelegentlich aufheiternd, doch noch unbeständig und zeitweise auch Regen, Taaestemperaturen um 20 Grad, schwül, veränderliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Wieder häufiger aufheiternd, doch immer noch unbeständig. Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 28. Juli: morgens 14,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum heute nacht 13,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 17,7 Grad; am 28. Juli: morgens 16,3 Grad. — Niederschläge 6,7 mm. WvWfV wAO MhwUw ■ - k 4 x># A MM & . ..' *, > ? ; 111 11 < ■ *<«i j ' ' M * i .. ■:- . .■■ ... :'^■■z--- tfäi---'' ■'*'• ■•<■■■■ ■*^8$»fcVvv - .. * < ' ' ”S,'..®«^S '> VZ- 'f **> Dienstag. 28. Zu» 1936 Nr. 174 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) -nderlkrlebnW Memel UM Dann kam eine Zeit, wo er Jahre in Dreck und I preßt. Dann plötzlich hinter mir ein Kriechen und orümnel non der Welt und allen vergessen auf Rumoren: Man hatte mich entdeckt Ich wie der Gerümpel von der Welt und allen vergessen auf einem Boden lag. Jochen, ein Freund, stöberte ihn da auf. Er vermachte ihn mir, weil ich keinen hatte. Ach, ich war ein Pimpf damals, einer, der durch den regennassen Wald stürmte mit Kameraden, der an nächtigen Feuern hockte, der über schwere, schlammige und weite Straßen tippelte, und der in all dem die Ganzheit seiner Jugend Die Venus im Gckeinwerserlichr. Die Lichtverhältnisse in den Museen sind nicht überall günstig für die Betrachtung der dort ausgestellten Kunstwerke, besonders, wenn es sich um Skulpturen handelt. Man hat sich jetzt in Paris entschlossen, einige berühmte Skulpturen im Reuen Louvre durch Scheinwerfer zu beleuchten und die Kunstwerke auf drehbare Sockel zu setzen. Was einige besorgte Künstler befürchteten, daß nämlich das elektrische Licht keine günstige Wirkung auf die Kunstgegenstände ausüben werde, hat sich nicht bestätigt. Man darf sogar sagen, daß das künstliche Licht bei den sich langsam drehenden Skulpturen wunderbare Wirkungen ausübt. Besonders trat das bei der berühmten Venus von Milo hervor, die bei den sich beständig ändernden Lichtwirkungen den Eindruck hervorrief, als ob sie lebte. Gründungstag mit einer Weltausstellung gefeiert werden soll, und das neue kaiserliche Japan, das Japan der Volksertüchtigung, des Aufstiegs in allen Lebensäußerungen, das Japan des bewußten Friedens, aber auch der entschlossenen Selbstbehauptung. Die 250 Kämpfer und die mehr als tausend Begleiter wollen den in Berlin versammelten Kämpfern aller Welt zeigen, daß Japan, falls die nächste Olympiade nach Tokio kommt, seine Gäste würdig und wohlvorbereitet empfangen wird. „Wir haben Berge, Schnee, Sprungschanzen und Rodelbahnen, und unser neues Stadion will Los Angeles und Berlin nacheifern. Klima? In den Bergen herrscht europäischer Winter, und in den Straßen Berlins, Reuyorks, Paris' oder Londons ist es im August nicht heißer oder kälter als in den Straßen Tokios. Und schön soll es bei uns werden. Seht euch nur unsere Sportmädels in Berlin an, wenn sie in heiter-bunten Kimonos, in schimmernden Obis auf zierlichen Zoris in den Hauptstraßen- der Olympia-Stadt spazieren gehen!" — Hier ruft aber der Verfasser dieser wohlmeinenden Arbeit dazwischen: „Eifert dem Vorbild Berlins nach und laßt die- Cafes und Vergnügungsstätten 1940 etwas länger offen. So wie jetzt, mit dem Elf-Uhr-Schluß, ist es Sloria-palast: „Liebeserwachen." In der Ankündigung wurde auf das erstmalige Auftreten von Kammersänger Heinrich S ch l u s -- n u s im Tonfilm besonderer Wert gelegt. Schlus- nus singt in der Tat — man hat den Eindruck, daß es sich um einen Versuchsballon handelt — zwei Lieder („Das ist der Tag des Herrn" und „Orplid" von Mörike und Hugo Wolf) und wenn unsere Vermutung zutrifft, dann muß der Versuch als sehr geglückt bezeichnet werden: sein schöner, warmer und weicher Bariton kommt auch hier herrlich zur Geltung; es ist ein Genuß, ihn zu hören. Mit dem Film selbst hat allerdings diese Gesangseinlage — von einer Rolle kann man kaum sprechen — so gut wie nichts zu tun. Das Manuskript schrieben Ph. L. M a y r i n g und Fred Andreas nach einer Idee von Johannes Fethke für die Terra. Vielleicht hat ihnen ein Gegenstück zu „Vergiß mein nicht" vorgeschwebt. Die Idee ist jedenfalls nicht neu: Zusammenstoß zweier von Natur grundsätzlich geschiedenen Lebenskreise. Die Tochter eines schlichten Landarztes verliebt sich in einen berühmten Musiker Aus einer kurzen glücklichen Liebesgeschichte entwickelt sich eine verfehlte Ehe, und am Ende kehrt die Frau wieder in die vertraute, heimatliche Welt zurück, wo denn auch nicht nur der alte Vater, sondern auch dessen junger Assistent auf ihre Rückkehr gewartet haben. Das ist im ganzen nicht gerade unmöglich, aber in manchen Einzelheiten recht unglaubwürdig. Die Typen der beiden Partner sind auch nicht besonders glücklich gewählt; es war nicht ausgemacht, daß eine solche, immerhin seltene Begegnung durchaus zum Scheitern verurteilt war. Der Regisseur Herbert Maisch (früher am Nationaltheater in Mannheim) hat noch Möglichkeit die wenigen, filmisch wirksamen Motive herausgearbeitet. Einzelne musikalische Partien und ein paar lebendig empfundene Liebesszenen bestimmen die wesentlichen Eindrücke, die man (abgesehen von Schlusnus) in diesem Film empfängt. Karin Hardt, zart, lieblich und anmutig-weiblich, und Walther R i l l a als der nervöse, impulsive und unberechenbare Geiger sind in erster Linie zu nennen Daneben Klöpfers breite, gedrungene Menschlichkeit, obwohl ihm diese Rolle des bürgerlichen Vaters keine besonderen Entfaltungsmöglichkeiten gibt; ferner Steinbeck,gleicht komisch als betriebsamer Impresario, Hans Schl en ck, Gina Falckenberg, Elizza I l l i a r d und Heinz Salfner. — Im Beiprogramm sieht man zwei Fridericus-Episoden mit Otto Gebühr; dazu die neue Wochenschau mit einem Bildbericht von den Ausscheidungskämpfen der amerikanischen Olympiamannschaft. — r — Deubel hoch, will weg. Ratsch — bums lag ich. Wieder hoch. Dasselbe. Ich flog wieder hin. Ich Idiot hatte auf meinen Mantel getreten. Ein langer Fetzen Stoff schleifte hinter mir her, als man Bildbericht i om Lonöorfer EA.-Reit- und Lahrturnier. getroffen. Sport, Sport und wieder Sport. Der politische Berichterstatter erlebt hier sorgenvolle Zeiten. Fragt er nach politischen Dingen, so wird er höflich belächelt. Politik? Jetzt? Hörten Sie nichts von Makinos neuem Rekord? — So desu ka! — Etwa: Ja, ja, mein Lieber! Aufgepaßt! Das ist viel wichtiger! Film, Rundfunk und Presse erzählen sich Wunderdinge von dem Olympischen Dors und von dem Festkleid Berlins. Deutsche Zeitungen können kaum mehr Bilder vom Berliner Stadion bringen als die japanische Presse. Tschammer- O st e n ist hier ein festumrissener Begriff für einen etwas unheimlichen Mann, der überall und nirgends ist, der Stadien aus dem Boden stampft und über Millionen von Sportlern gebietet. Und warum dieser Feuereifer im Sehen und Hören und Lernen? Japan will die nächste Olympiade nach Tokio bringen. Schon heute rühren sich fleißige Hände, Kommissionen werden gebildet, Pläne geschmiedet und Sammlungen vorbereitet. Da muß ein neues Stadion gebaut werden, neue Hotels, Verkehrsstraßen, Verkehrsmittel usw. Groß ist 'die Aufgabe, und das Berliner Stadion mit feinem Olympischen Dorf ist das erstrebenswerte Vorbild. Japan will 1940 der Welt zweierlei zeigen: das alte kaiserliche Japan, dessen 2600. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, im Juli 1936. Im letzten Monat konnte man auf dem Hcmpt- bahnhoj Tokio, vor dem großen Kaiserpalast oder vor dem Meiji-Tempel, der Gedächtnisstätte für den großen Kaiser Japans, eigenartige Prozessionen beobachten, denen d i e Sonnenfahne und die olympischen Kreise vorangetragen wurden. Es waren die Sportmannschaften, deren Ausreise nach Berlin bevorstand, und die nun, begleitet von zahlreichen Vereinen und Freunden, um den Segen des großen Meiji baten oder vor dem Palast "ihren jetzigen Kaiser mit dem Versprechen ehrten, ihr Bestes für das Vaterland zu tun. Auf dem Bahnhof versammelten sich Tausende von begeisterten Sportfreunden, um den Kämpfern eine letzte Ermunterung mit auf den Weg zu geben. Fahnen wehten, Reden wurden gehalten, und den abfahrenden Zug begleiteten stürmische „Banzais". Die japanischen Kämpfer haben rastlos gearbeitet, um ihrem Lande Ehre zu machen. Es wurde geschwommen, gelaufen, gelungen, geturnt, Diskus, Hammer, Kugeln und Speere flogen über die olympischen Strecken, während die Reiter sich selbst und den Pferden letzten Schliff gaben. 250 Mann werden in Berlin antreten, und Deutschland kann gewiß sein, daß jeder von ihnen zäh, begeistert und erbittert um den Lorbeer kämpfen wird. „D a s japanische Volk hofft auf euch" — so hieß es bei den letzten großen Feierlichkeiten zu Ehren der Kämpfer. Es geht Japan aber nicht allein um den Rekord schlechthin, vielmehr erwartet das Volk, daß ihre Landsleute in Berlin zeigen werden, wie sich der junge japanische Sport als Mittel zur Ertüchtigung der Jugend entwickelt hat. Wenn auch ritterlicher Kampf in früheren Jahrhunderten im Ringen (Sumo), Schwertfechten, Bogenschießen ober später im Jiujitsu geübt wurde, so ist der Volkssport im besten Sinne des Wortes kaum 20 Jahre alt. Aber die natürlichen Veranlagungen des Japaners für gewisse Sportarten (Laufen, Schwimmen, Springen) holten das Versäumte rasch nach, und so dürfen die Japaner mit Recht hoffen, ihre in Los Angeles erreichten .Erfolge noch zu vergrößern. Dabei gehen die Behörden von dem volkssportlich gesunden Standvunkt aus, daß eine gute Gesamtleistung wichtiger ist als wenige Höchstleistungen. Das Kriegsministerium bat sich nicht ohne Grund gegen die Ausartungen des Sports gewandt, als es in einer Musterungsliste feststellen mußte, daß der allgemeine Tauglichkeitsbefund Rückgänge zeigte (tuberkulöse Erscheinungen, Kurzsichtigkeit, schlechte Zähne). Die Durch- sckmittsgröße des Japaners ist gestiegen, aber das Körpergewicht hat sich nicht verändert. Das Militär fordert'also, daß der Ernährungsfrage und einem gesunden Sport in Schule und Universitäten erhöhte Beachtung geschenkt wird. Es wird offen ausgesprochen, daß dem deutschen Volks sport gegenüber dem auf Rekorden abgestellten Berufssport der Vorzug zu geben sei. An den O s y m n i a - W e r b e t a g en in den Staden. anf den Sportplätzen der Schulen und Universitäten herrschte ein geradezu lebensaesähr- liches G'dränae. Große Plakate, auch an Ballonen in der Luit hängend, die Olympia-Ringe auf den Sch'rmen hübscher Mädchen warben und riefen zur Sammlung auf. Der stöbere Minister Uchida konnte dem Svartsonds 750 000 Ben zuführen, eine hohe S"mme für japanische Verhältnisse. Daneben kielen Spenden aroßer Firmen, Banken ufm. Als eine besondere Ehruna nicht nur für die Kämpfer, sondern auch für die Berliner Olnmpiade darf man eine Sanderaabe des Kaisers bezeichnen. Die Mannschaften stehen unter der Führung des )berhausmitgliedes H i r a n u m a , der sich dem & mich abführte. Ja, das war eine Zeit, wo er nach Fahrten- qualm, nach Lehm, nach frischem Heu und nach säuerlichem Waldboden roch. Er wurde aus meiner Bude in den Keller geschmissen, angeblich weil er zu sehr stank. ,Jm Herbst holte ich ihn dann noch für ein paar Tage heraus — und seitdem liegt er oben zwischen Eisenbahnen, Soldaten, Burgen und Gerümpel, weil er einem anderen hatte Platz machen müssen. bÄil Ä Ä " 6»In Das japanische Volk blickt nach Berlin ... und hofft die nächste Olympiade nach Tokio zu bringen. Don unserem ständigen B. W -Berichterstatter. suchte. ~ ... Um mich herum zehn, fünfzehn Jungen; eine wilde Bande waren wir damals, verwegen und revolutionär. Jeder hatte einen grauen Stahlhelm, ein Seitengewehr am Koppel über dem Militärmantel, und stolz nannten wir uns: Rekruten. Da war es natürlich ein Fressen für mich, als er in meine Hände geriet, der alte Soldatenmantel. Er wurde wieder in Ordnung gebracht, und ich durfte ihn in meine Bude hängen. Für meinen alten Militärmantel aber brach eine neue Zeit an. Ich war stolz auf ihn. Das erstemal hatte ich ihn auf Fahrt an, es war so eine kalte Gottweißwohin-Fahrt im Herbst, mit Regenschauern und feuchten Winden, wie wir sie ja oft genug erlebten. Er ging mir beinahe bis zu den Fußknöcheln, und der Kragen, den ich hochgeschlagen hatte, überragte meine zerwehten Haarbüschel. Meine Hände hatte ich tief, zu Fausten geballt, in seine Taschen vergraben. Das war gut. Das gab meinem Schritt die nötige Breite und den Halt. Wie ein Ausgestoßener stelzte ich durch den Schlamm der Straße, irgendein Fahrtenlied trällernd. — Wir wollten bei einem Bauern pennen — aber der Himmel war uns nicht besonders hold gesinnt. Er spannte eine dicke dunkle Decke über uns mit großen Tintenklatschen und rostigen Mo - tenlochern. Es kam alles zu rasch mit der Dunkelheit und dem Regen. Da ließen wir uns in einen Graben fallen, spannten Zeltbahnen über uns und duselten frierend vor uns hin. Es waren ekelhas e Stunden, angefüllt mit Fluchen und monotonem Regengetrommel. Ich lag in einer Pfütze, eng den Mantel um meinen Körper gewickelt. Vielleicht habe ich da auch zum erstenmal daran gedacht, daß mein Mantel ähnliche Sachen aus eigener Erfahrung kennt. Davon habe ich aber nie gesprochen. Da fällt mir auch gerade ein, daß ferne Vorderseite ganz verschieden lang ist. Links reicht sie mir etzt nur noch bis zum Knie und rechts bis an Die Wade. Aber seine Schuldigkeit hat er auch so getan; trotz der linken, kurzen und der rechten, langen Seite. — , . , ,,, , Wie das kam? - Das war auch 'M Herbst. Auch nachts. Aber bei einem Geländespiel. Wildfremdes Gelände, und keine zehn Meter weit konntest du sehen So lag ich da, an den nassen Boden ge- läge"' / Os Hochschulnachnchten Professor Dr. Karl Helm, Ordinarius für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Marburg, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpfli ch t u n - gen entbunden worden. Professor Helm, 1871 in Karlsruhe geboren, wurde 1899 Privatdozent m Gießen und hier fünf Jahre später zum Extraordinarius ernannt. 1919 erhielt er eine ordentliche Professur in Würzburg, siedelte 1920 nach Frankfurt über und ging von dort 1921 nach Marburg, wo er bis zu feiner Emeritierung wirkte. Von Helms Arbeiten seien die Untersuchungen zur alt- germanischen Religionsgeschichte und zur Literatur des Deutschen Ordens genannt. ~ h. Professor Dr. Wilhelm Hedemann, Ordinarius für bürgerliches Recht an der Universität Jena, wurde in gleicher Eigenschaft an die Universität Berlin berufen. '"Sw yjSH ü » Seit i, n mit üta » Ai. *119 q * Srut Rächt will. lnJ das non mb «n gUj lorgfaltigem 59e9rabenen leme Bruch. Hetzen. De[ toen Ang. Dark de; oes linken wie Lukian Athen fchil. der Borge» während die t gelegt ist." den, dagegen er auch au; ’• Die Statue erscheint als men und ist ■ Wenn man rholungen in ^raxitele; ' gesehen hat, beinfigur alle Nt in voll, hnlichkeit mit nschen Aphro. Gelehrte sei» vagt: „Dürfen als er in sei. ltbild für den . Tempel de; e ausgezeich» vorlegte, die jatte?" H.H Rechts: Der herrlich gelegene Turnierplatz zu Londorf, den unser Bild zeigt, war am vergangenen Sonntag der Schauplatz einer großen reitsportlichen Veranstaltung, das zahlreiche Freunde des Reitsportes mit den SA.-Reitern vereinigte. Unten links: Frl. Erika S ch ö m b s (Gießen) beteiligte sich außer Konkurrenz an der Dressurprüfung A und sicherte sich einen ehrenvollen dritten Platz. Hier wird sie durch den Führer der Reiter- standarte, Truppführer ßeipolb, beglückwünscht. Unten rechts: Ein schneidiger Sprung über eines der vielen Hindernisse. — (Aufnahmen: Pfaff, Gießen.) letzten Transport angeschlossen hat. Viel Arbeit hat hat er hinter sich, und mit ihm der Olympiaausschuß, der Sportverband, das Hilfskomitee und nicht zuletzt der deutsche Sonderbeauftragte für die Olympiade, der im Film, Vortrag und Rundfunk eifrig warb. Sport und Olympia beherrschen heute die japanische Presse. Die großen Zeitungen entsenden richtige Mannschaften, bestehend aus Sport- und Bildberichterstattern. Die „Pomiuri" will am Eröffnungstage aus Berlin ein eigens zu diesem in Deutschland gekauftes Flugzeug mit den ersten Bildern nach Tokio starten lassen. Das Verkehrsministerium hat durch Entsendung einer eigenen Bildfunkmaschine nach Berlin alles vorbereitet, um Funkbilder nach Tokio zu senden, ein Versuch, der dem Funkbild Berlin— Ostasien neue Wege öffnet. Die Domei Tsushin Sha, das neue große japanische Nachrichten-Büro, hat mit dem Deutschen Nachrichten-Büro eine Sonderver- einbarung zur Berichterstattung auf dem Funkwege ,n AaturausnahnÄ 3 60. in LIchkalb tork ufler vom Mett- lenaweröet - W x.EIche tm Schn«, ein ausgezeichnet chstg-ri-rd«sd^ S'SS r Statur besitzen. dttDttl°S^ Berlin^ LSZ -ZK NZÄ Ä *Ä»-S rKS ,VS LZ Ä E»n alter Solvatenmantel. Don $. 3- Tripp. Gr ist ein verkommenes, zwischen Lumpen, Bur- gen und Bleisoldaten halbvergessenes Stuck, zerrissen und dreckig, mit einem Nimbus von Rauch und Tod Landstraßen und tollen Wettern, der um und in ihm hockt. Ein totes Ding ist er - etwas, was man mit einer abtuenden Geste wegwerfen oder verbrennen kann, wenn es einem nicht mehr payl. Man kann ihn sogar zwischen den Traumdingen eines Kinderreiches das weltvergessene Dasein einer willkommenen Mottenbehausung führen lassen. Alles das kann man, aber — — aber man kann ihn, solange noch irgendwo ein feldgrauer Fetzen von ihm liegt, nie seines Schicksals berauben.' Viele tote Dinge haben oft eine Seele, hat ein Dichter gesagt: seitdem -ch d^ wußte zählte ich diesen alten grauen, zerfetzten Veteranen zu jenen Dingen, die eine Seele haben: für man chen ein Lumpen unter Lumpen, em unangenel) Etwas, was einen an Tage erinnerte, wo der Tod mit offenen Karten (einen Trumpf ausfpiette unv nahm, was und wen er wollte. — Am Anfang mußte er einem jungen Soldaten gehört haben, der vielleicht Web^roder Muller o er Meier hieß. Ich weiß das nicht Er konnte aber s es6als Pim^pf°Hgemach7 h^be,^wenn unsere ^Horde irgendwo zwischen Felsen oder Kanten im GesILt, die ihm die Tage hier vorn meißelt hatten. Er wird nachts an KS Ä=., - "? S'Ä'ÄÄ Löcher, die Winkel und die vielen Brandstellen, die man an der unteren Rückseite sieht. )elm Lanae. imschein. Str« Bilder il: Hans Thyriost tin. Anzeigen« len Inhalt der VI. 36: M its- Buch'B ch in Mn. Mch M\. 5 M * iay> 15 Pf-, tyc. n 1935 gültig. (unter uns gesagt) langsam zum Auswachsen. — Aber dies nur nebenbei." — Man weiß nicht, welche Gründe für oder gegen die Abhaltung der nächsten Olympiade in Tokio sprechen. Aber das ist sicher, daß Japan das Jahr 1940 zu einem Feiertag sei ne s Volkes gepalten will, zu dem Gäste aus aller Welt geladen sind. Selbst die ältesten „Westlerischen Dingen" nicht immer gewogenen Herren aus der Feudalzeit wollen diesmal beide Augen zudrücken. Da kam kürzlich, 95jährig, ein alter Daimyo den uralten Weg der Feudalherren von Hiroshima nach Tokio gezogen, um seinen Kaiser zu sehen. Viele glaubten, dieser alte Gras Azano würde in der Gewandung eines Daimyos in die alte Kaiserburg einziehen. Aber dem war nicht so, im Gegenteil, ein elegantes Auto brachte den in schwarzen Rock mit hohem Hut gekleideten Feudallord zur Audienz. Uebrigens äußerte der Graf den Wunsch, seinen 100. Geburtstag in Tokio zu feiern, wenn Japan selbst 2600 Jahre alt wird. Er begrüßte auch noch einige Olympiakämpfer, die gerade nach Deutschland fuhren. Eine neue Zeit, wenn man überlegt, daß vor 70 Jahren der Junge Azanoc, im Harnisch mit Doppelschwert, den Sturz des Feudalsystems mit- erlebte . . . Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Verwertung der Pilzschätze unseres Waldes. Die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, teilt mit: Wir dürfen uns nicht beschweren, daß es uns schlecht gehe, solange noch Millionen an Pilzschätzen im Walde nutzlos verfaulen. Zu einer besseren Pilzoerwertung ist aber zunächst eine weitgehende Pilzaufklärung notwendig, damit die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen vermieden werden. „Iß nur, was d u ganz genau als efe- bar kenn st", ist die erste und wichtigste Pilzregel. Aus diesem Grunde lassen wir seit langen Jahren unsere Pilzmerkblätter durch die ganze deutsche Presie an das Volk immer und immer wieder herantragen. Dazu veranstalten wir alljährlich Lehrwanderungen usw. in allen Teilen Deutschlands. Zum gleichen Zweck sind überall die örtlichen Beratungsstellen tätig, um durch Marktkontrolle, Beratungsstunden, Wanderungen und Ausstellungen die beste Pilzaufklärung, die persönliche Beleh- rung zu verbreiten. Nur so werden wir der Vergiftungen Herr, nur auf diese Weise werden unsere Waldesschätze vollkommen genützt. Wo keine derartigen örtlichen Beratungsstellen vorhanden sind, wende man sich an unser Mykologisches Institut in Darmstadt oder an unsere Vertrauensleute in allen deutschen Gauen, die wir als Verbindungsmänner zur Abteilung Schadenverhütung bei jeder Gauleitung zu benennen haben. Zur Ausnützung der Pilze, die wir dem Werte nach dem Gemüse gleichzusetzen haben, empfehlen wir folgende P i l z r e z e p t e, die sich aus jedem billigen Kochbuch beliebig vermehren lassen. Gedämpfte Pilze. Nur junge, gesunde Pilze sollen möglichst frisch verwandt werden. Die bereits im Walde geputzten Schwämme erfordern zu Hause nicht mehr viel Arbeit. Sie werden gesäubert, in kleine Stücke zerschnitten und sorgfältig gewaschen. Nun werden sie im eigenen Säst ohne Zusatz von Wasser und je Der „Culvacher Markt". Zehniausende beim Volksfest des Odenwaldes. NSG. Erbach, 27. Juli. Der „Eulbacher Markt", das Heimatfest des Odenwaldes in Erbach, das am 19. Juli mit einem Volksfest begann, am 20. Juli ein gut verlaufenes SS.- und SA.-Reit- und Fahrturnier mit ausgezeichneten Ergebnissen brachte, erreichte am vergangenen Sonntag seinen Höhepunkt. Zehntausende kamen nach Erbach, um hier ein bodenständiges Volksfest zu feiern, in dessen Mittelpunkt diesmal die vom Odenwälder Rennver- ein veranstalteten Pferderennen standen. In einer umfangreichen Budenstadt, in der es alles zu kaufen gab was der Bauer an Gegenständen seines täglichen Bedarfs in Haus und Hof braucht, drängten sich die Massen Kopf an Kopf, und auch der sehenswerte Vergnügungspark erfreute sich eines ungeheuren Zuspruchs, ebenso die großen Festhallen und Zelte, die wie sämtliche Gaststätten des Städtchens die frohgestimmten Menschenmassen kaum zu fassen vermochten. Der „Eulbacher Markt" kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Seine ersten Anfänge reichen bis ins Mittelalter, doch ist über die damalige Zeit wenig in den Archiven enthalten. Im Jahre 1802 wurde er in seiner jetzigen Gestalt von dem damaligen Erbacher Grafen zu Eulbach gegründet; nach dessen Tod wurde er unter Beibehaltung des alten Namens nach Erbach verlegt. Das schöne, alte Städtchen zeigt regen Gewerbefleiß. Es wurde in allen Teilen der Welt bekannt durch seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiete der Elfenbeinschnitzerei, die hier eine ganz besondere Pflegestätte gefunden hat. In den Nachkriegszeiten sank die Bedeutung des Marktes ganz erheblich; der Verkauf war fast ausnahmslos in jüdischen Händen, aber nach der Machtergreifung wurde hierin ein gründlicher Wandel geschaffen, und nun ist der Eulbacher Markt judenfrei. Er erfreut sich der besonderen Förderung durch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der auch am vergangenen Sonntag den Markt besuchte, den Pferderennen beiwohnte und noch mehrere Stunden im Kreise der Volksgenossen verweilte. Während der Vormittagsstunden strömten Zehntausende nach der schönen Stadt Erbach; die Eisenbahnzüge und ununterbrochen verkehrenden Postomnibusse waren überfüllt; auf den Landstraßen bildeten die Motorfahrzeuge und Radfahrer eine schier ununterbrochene Kette. Das Schloß mit seinen schönen Sammlungen war während des Vormittags das Ziel Tausender, und schon um die Mittagszeit wanderten wahre Menschenschlangen zum Festplatz und zu den Pferderennen, die sich der besonderen Unterstützung und des Interesses des Gauleiters erfreuen. Die Rennen begannen mit dem Preis des Reichs st atthalters für SA. und SS, den G. Darmstädter mit feiner Stute „Käthe" gewann. Der Hessenpreis, ebenfalls ein Preis des Reichsstatthalters, brachte sieben Pferde an den Start. Er wurde von Oberleutnant Z i e r v o g e l auf „Gastrolle" glatt gewonnen, nachdem es kurz vor dem Ziel noch zu einem packenden Kampf gekommen war. Das Odenwaldflachrennen und der Ehrenpreis der Hessischen Landeszeitung wurde von drei Pferden bestritten. Dr. El. D e n cf e r siegte überlegen auf seinem Fuchswallach „Amethyst", mit dem er auch den abschließenden Amazonenpreis gewann, ein Nennen, das sechs schneidige Reiterinnen im Sattel sah. Das „Eulbacher- M a r k t" - R e n n e n war ein Offiziersrennen. Fünf Offiziere der Wehrmacht stiegen in den Sattel — Sieger wurde nach schärfstem Kampf, sozusagen erst im Ziel, mit einer Halslänge Oberleutnant Ocker auf dem von ihm selbst trainierten Fuchswallach „Lockvogel". Der Preis ÜerStadt Erbach sah abermals sieben Pferde am Start. Er wurde von der braunen Stute „Lockvogel" gewonnen, auf der A. U h l im Sattel saß. Sehr spannend verlief das „Graf-Eberhard-Er- innerungsrenne n", ein Halbblut-Amateurreiten, das der SS.-Mann Schmeer auf „Marschall" sicher gewann. In einem eingelegten HJ.- Reiten zeigten vier junge Reiter ausgezeichnetes Können. Die Rennen fanden das ungeteilte Interesse aller Zuschauer. Auch dem Totalisator wurde gut zugesprochen. Zweifellos haben sich die Erbacher Rennen einen ganz besonderen Platz im deutschen Rennsport erobert. Das war aber nur möglich durch die Beseitigung der zahlreichen Hemmnisse, die eine verständnislose Zeit allem Heimatlichen und Bodenständigen in den Weg legte. Auch zeigte sich abermals der Erfolg nationalsozialistischen Wollens und Handelns. Der „Eulbacher Markt", der durch die besondere Pflege des Pferdesports im Rahmen unserer heimtlichen Volksfeste einen ganz besonderen Rang einnimmt, steigt in seiner Bedeutung seit der Machtübernahme von Jahr zu Jahr. Er ist das Fest des Odenwaldes und eines unserer größten Heimatfeste überhaupt. P. K nach der Pilzart zehn bis zwanzig Minuten gedämpft. Der Pilzsaft wird nicht weggeschüttet (Gemüse!); falls zuviel Saft, dann Verwendung zur Suppe. Dann wird mit Zwiebel und sonstigen Gewürzen, je nach Geschack, eine Mehlschwitze bereitet. Dazu werden die fertig gedämpften Pilze mitsamt dem Saft gegeben, worauf man sie genügend durchziehen und noch etwas braten läßt. So ist ein einfaches und schmackhaftes Pilzgericht fertig. pilz-Frikadelleu. Hartnäckige Pilzfeinde kann man leicht zu eifrigen Pilzfreunden bekehren, wenn man ihnen Pilzfrikadellen — ohne Kenntnis der Zusammensetzung — vorsetzt. Die Pilze werden wie oben gedämpft, der überschüssige Saft zur Suppe verwandt. Die gedämpften Stücke werden durch die Fleischmaschine getrieben und mit den gleichen Zutaten wie bei Fleisch-Frikadellen versehen und dann genau wie jene in Fett gebraten. Ein Zusatz von etwas Fleisch erleichtert die oben beabsichtigte „Täuschung". Mzvorrcite. Für den Winter können die Pilze entweder g e - trocknet, fterilifiert oder eingesalzen werden. Aus den hart getrockneten Pilzen (Sonne oder Backofen) empfiehlt sich die Herstellung von Pilzpulver durch Mahlen in der Kaffeemühle oder bergt Das äußerst schmackhafte Pilzpulver kann zur Herstellung von Suppen, Tunken, zum Verfluchtes Gold! Roman von 3- Schneider-Zoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) Rolf taumelte aus dem Operationszimmer. „Blödsinnia, nicht?" sagte der Chefarzt, als sie sich die Hände wuschen. „Da scheint nun draußen so schön die Sonne und so ein junges Leben ist nun ein für allemal verpfuscht.--„Was haben Sie denn?" fragte er, als Rolf plötzlich beide Hände ans Gesicht hob. „Mir wurde nur schwarz vor den Augen." „Ach so! — Sie sind noch jung. Sind Sie irgendwie mit der Verunglückten befreundet?" „Sie ist meine Braut! —" Es dauerte lange, bis sich der Chefarzt von dieser Ueberraschung erholt hatte. „Und das sagen Sie jetzt erst? — So leid es mir tut — ich kann kein Wort zurücknehmen von dem, was ich gesagt habe." Der alte Mediziner sah ein bißchen abwesend nach dem Garten hinunter, wo sorgende Hände Rollstühle über die Wege schoben. „Mutter", fragte Rolf Steffen, als er sie von Marias Krankenbett weg nach dem Hotel begleitete, „glaubst du, daß es eine Macht gibt, die über uns bestimmt, über uns richtet, uns Lohn und Strafe zudiktiert und uns erhört, wenn wir mit einer Bitte zu ihr kommen?" „Ja, Rolf! Wie hätte ich ohne diesen Glauben die vielen Jahre des Alleinseins ertragen?" sagte sie ernst. „Wie dich und mich über Wasser gehalten? Zu wem wäre ich gekommen, wenn du im Fieber lagst? An wen hätte ich mich gewandt, wenn ich das Leben nicht mehr zu ertragen meinte?" „Und du bist nie enttäuscht worden, Mutter?" „Nie!" „Dann bete, daß mir Maria erhalten bleibt." Im Dahinschreiten griff sie nach seiner Hand und drückte sie. ,Hch will dich nicht tadeln, Rolf, daß es nicht mehr so ist, wie früher.--Aber wenn du als Arzt mit deinem letzten Wissen und Können zu Ende bist — wohin fliehst du bann?" „In das Nichts, Mutter!" „Es gibt kein Nichts, mein Sohn. Wo du dich auch immer hinflüchten wirst, immer läufst du ihm in die Arme." „Gott, meinst du?" „3a, Gott meine ich, mein armer Junge!" Hertha Amselmann kam. Hylmar war zwei Tage geblieben und wieder abgereift. Elisabeth Steffen und die Mutter der beiden Jungen verstanden sich, als wären sie schon immer eng befreundet gewesen. Jede sah und erkannte in der anderen die Frau, die ebenfalls durch Leid und Nacht gegangen war. Maria befand sich dem Tode näher als dem Oe* nejen. Sie war jetzt bei Bewußtsein und suchte mit grübelnden Augen in den Gesichtern, die sich über sie neigten. Einmal beugte sich Rolfs Mutter tief herab und küßte sie auf Den Mund. „Rolf läßt bitten, daß du ihm verzeihst." Sie wußte nicht, ob ihre Worte gehört worden waren, denn Marias Augen waren schon wieder geschlossen. Hertha Amselmann trieb es nach München. Terrys Verhandlung stand knapp bevor. Rolf mußte seine Praxis als Assistenzarzt in einer Klinik antreten. Nur seine Mutter blieb. Albert Stef- fanelli befand sich auf. einer Amerikatoumöe, so hatte sie Zeit und Muße, sich ganz Maria Terry zu widmen. Welch eine Frau! dachte der Chefarzt. Es schien, als seien ihre Hände voll des Segens, und je mehr Hilfe und Güte man von ihnen erwartete, desto überreicher spendeten sie. Er sprach mit ihr, wie er schon lange mit keinem Menschen mehr gesprochen hatte, ganz aus der Tiefe seines Seelenlebens heraus. Es gab nichts, das sie nicht begriff, das ihr fremd gewesen wäre, das sie verurteilte, verdammte, über Das sie gerichtet hätte. Am Fenster stehend, erzählte sie ihm von Rolfs Frage, ob sie gläubig sei, und daß sie beten sollte, daß Maria ihm erhalten blieb. „Haben sich die beiden irgendwie entzweit?" fragte er, mit einer Pinzette spielend. „Ich möchte so gern klar sehen und will doch nicht zudringlich erscheinen." Sie gestand, daß sie selbst nicht ganz im Bilde sei. Sie wisse nur das eine, daß ihr Sohn das Mädchen über alles liebe. „Haben Sie mit ihm von einer möglichen Lähmung gesprochen? — Es wäre entsetzlich." „Entsetzlich, ja! Mit zwanzig Jahren an einen Rollstuhl gefesselt sein, den man vielleicht sein Lebtag nicht mehr verläßt. Der Wille vermöchte viel, aber Fräulein Terry will nicht. Und ihr zu sagen: Wenn Sie so weitermachen, reichen zwei Krücken nicht aus, sie von einer Zimmerecke zur anderen zu tragen — das Experiment wäre mir zu gefährlich, das Risiko viel zu groß. Bleibt nur die Hoffnung, daß sie eines Tages selbst auf diesen Gedanken kommt. Dann ist es aber möglicherweise schon zu spät." „Soll ich mit ihr reden?" fragte Elisabeth. „Sie haben keine Angst davor?" „Durchaus nicht. Vielleicht versuche ich's gleich heute. Ich sage Ihnen dann, was ich ausgenchtet habe." Aber Frau Steffanelli konnte ihren Vorsatz erst am anderen Morgen verwirklichen. Als Maria ihr Frühstück kurzerhand beiseiteschob, rückte es ihr Elisabeth lächelnd wieder herzu. „Wissen Sie, daß ich nur noch ein paar Tage bei Ihnen bin, liebes Kind?" Der erschrockene Blick, der sie traf, sagte ihr genug. „Sie können nicht mehr bleiben?" „Können wohl, aber es ist zwecklos. Der Chefarzt hat gemeint, mein Hiersein würde Ihre Genesung beschleunigen. Nun ist er aber enttäuscht, weil eher das Gegenteil der Fall ist. Vielleicht wird es besser, wenn ich fort bin." „Wie können lvie das nur annehmen, gnädige Frau?" „Oh", meinte Elisabeth leichthin. ,Jch bin so ein eitles Wesen liebes Kind, daß ich mir einbilde, Sie werden Sehnsucht nach mir kriegen und sich eines Tages selbst aufmachen, zu mir zu kommen. Ich habe jetzt ein kleines Haus in Lugano. Waren Sie schon einmal in Lugano?" „Früher einmal!" Elisabeth bemerkte den sehnsüchtigen Blick und lächelte ermunternd: „Blauer Himmel, Maria, und Palmen und blaues Wasser und verschleierte Berge. Dom Morgen bis zum Abend lockt der See. Sie sind sicher eine gute Schwimmerin?" „Eine sehr gute!" „Ich auch. Sich so dahintragen zu lassen und dann im Sand zu liegen. — Lieben Sie Musik, Maria?" „Sehr!" „Schön, nicht, daß wir so vieles gemeinsam haben, das wir lieben?" Ein flüchtiges Rot glitt Marias Wangen hinauf und erlosch wieder. „Es blüht schon alles dort. Die Verwaltersleute haben mir geschrieben, sie wüßten gar nicht mehr wohin mit all den Blumen. Soll ich Ihnen welche schicken, Kind?" Statt einer Antwort, drückte Maria die Hände Dors Gesicht. „Nicht meinen!" bat Elisabeth. „Sonst zankt der Chefarzt, daß ich so unvernünftig war, zu Ihnen von all dem zu sprechen." „Ich möchte mit", kam es von einem Stöhnen begleitet. „Glauben Sie, daß ich mit kann?" „Sie sind so sehr entkräftet, Maria." Wieder ein Stöhnen. „Aber wenn ich zu essen anfange. Wenn ich eine Arznei bekäme, daß es rascher geht? Wenn die Schwester mir helfen wollte, meine Füße wieder zu üben, glauben Sie, daß es dann —?" „Ja, dann", sagte der Chefarzt von der Tür her, „sind wir möglicherweise in vierzehn Tagen schon ausgeflogen. Man kann es seinen Patienten noch so schon machen, keiner will bleiben. Schwester-- Fräulein Terry bekommt jetzt eine Tasse heiße Fleischbrühe. Die hier ist schon ganz kalt. Um Hehn Uhr dann Rotwein mit Ei und eine Schinkensemmel und mittags ißt sie nach freier Wahl; und zum Nachmittag ein Schokolädchen mit Biskuit oder Zwieback, ober sonst etwas und abends nach Belieben." „3a, bitte", sagte Maria so innig, daß es ihm ein herzliches Lachen abnötigte. „Sieh einer! Erst haben wir gebeten. Nun bitten Sie. Nur daß wir nicht so hartherzig sind. Und ein Medizinchen gibt es! Fein! Nicht ein bißchen bitter. Und wenn mir den ersten großen Ausflug durchs Zimmer machen, wird auf dem Pascherkofel ein Feuerwerk abgebrannt." „Und wann darf ich fort?" Dieser Antwort entzog sich der Gute durch rasche Flucht. Ach, es würde noch viel Wasser den Inn hinunterlaufen, ehe Maria Terry wieder auf eigenen Beinen durch die Welt ging, wenn es überhaupt je dazu kam. Die Aussichten waren noch immer äußerst trostlos. Aber wenn man so viel Gottesglauben hatte, wie Frau Elisabeth, würde der Himmel doch ein Wunder für sie tun. * Terrys Verteidiger war ein Genie. Die Kollegen schmunzelten. Sein Plädoyer hört sich an, als sei Terry der Kläger und die Dysoltwerke beziehungsweise die Aktionäre die Angeklagten. Daß er aus Gewinnsucht ober um sich unb seiner Tochter eine Vergünstigung zu erschwindeln, gehandelt hatte? — Wer konnte das behaupten? Wer war der Lügner, der das zu sagen wagte? Der Mann, der mit seinen 56 Jahren vollständig ergraut vor den Richtern stand, war den umwälzenden Verhältnissen zum Opfer gefallen. — Und die Tochter? — Erst von Freunden aus Barmherzigkeit ausgenommen, dann Magd auf einer Touristenhütte, von der Dienstherrin um ein Dutzend Panieren von Koteletten, Frikadellen üsw. guk verwandt werden. Die Totentrompete z. B. gibt durch ihr massenhaftes Vorkommen leicht Gelegenheit zur Herstellung eines schmackhaften Pilzpulvers. Genau so beliebt ist die Bereitung von Pilz- ex t r a k t unb seine Verwenbung als Suppenwürze usw. Zu diesem Zweck wird der Pilzsaft mit entsprechendem Gewürzzusatz (Salz und bergt) aus ben gedämpften Pilzen ausgepreßt (wie bei Jo. hannisbeeren) und auf dem Feuer immer mehr eingedickt. Dieser eingedickte Pilzsaft bleibt in Gläsern lange haltbar. Massenpilze wie der Hallimasch, die Tintenpilze und viele anderen eignen sich vorzüglich zum Pilzextrakt. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebeserwachen". äO Die deutsche Arbeitsfront n.9.=6emeinf(haft „ßraft durch freude" Omnibusfahrt nach Heidelberg. Am Samstag und Sonntag findet eine Omnibus- fahrt nach Heidelberg statt. Die Fahrt geht ab in Gießen am Samstag, 1. August, 14 Uhr. Rückfahrt erfolgt am Sonntag gegen Abend. Der Fahrpreis einschließlich Uebernachtung, Frühstück und Mittagessen beträgt pro Teilnehmer 11,30 Mark. Nur wenige Plätze sind noch nicht besetzt. Wir nehmen noch bis spätestens Mittwoch früh Anmeldungen für diese Fahrt auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegen. Urlaubsfahrt 45/36 Bayrischer Duld vom 31. Juli bis 8. August. Unberührte alte, deutsche Kulturlandschaft zeigt sich hier mit ragenden Schlössern und kunstreichen Kirchen, freundlichen Dörfern mit Volksbräuchen, die die Bevölkerung in ihrer ganzen Ursprünglichkeit bewahrt hat. In der bayrischen Ostmark gibt es noch deutschen Urwald, in dem noch keine Axt erklang. Von den Bergen reicht der Blick bis zu ben weißen Firnen ber Alpen. Dunkle Bergseen, endlose Wälder, die größten zusammenhängenden Waldgebiete verleihen der Landschaft einen besonderen Reiz. So ist diese Gegend, vergessen zwar und wenig bekannt, ein Kleinod deutscher Landschaft. Hier in der Unendlichkeit der Wälder mit dem ewigen Wiegen und Wogen grüner Wipfel kann der erholungsuchende Urlauber wirklich neue Kraft mit nach Hause nehmen. Für diese Fahrt sind noch einige Plätze frei. Teilnehmerpreis beträgt 37,50 Mark. Besuch in der alten Heimat. Die Hessen-Vereinigung Rheinland-Westfalen, Sitz in Essen, der Zusammenschluß der im Rhein-Ruhr- Gebiet wohnenden hessischen Landsleute, hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch gemeinsame Urlaubsfahrten in die verschiedensten Gegenden ber allen Heimat bie Verbunbenheit ber hessischen Lanbsleute unb ihrer Kinder mit ber Heimat ber Väter aufrechtzuerhalten bzw. bei ben Kindern zu wecken unb zu vertiefen. Von biefem schönen Gebauten geleitet wurde auch am gestrigen Montag wieder eine gemeinsame Urlaubsfahrt aus dem Industriegebiet nach dem Stammlande im Rhein-Main-Bezirk unternommen. An der Fahrt waren rund 650 Personen beteiligt, bie 10.14 Uhr in Essen abgefahren waren unb, nachbem ein Teil in Wetzlar ben Zug zur Weiterfahrt nach ber Limburger Gegenb bedürfte geschickt unb wegen biefer lächerlichen Würste Verunglückt unb möglicherweise zu lebenslänglichem Krüppelbasein verurteilt. Terrys Gesicht war bleich. „Es ist gleich vorüber", tröstete Hertha Amselmann, bie hinter ihm saß. Wolfgang unb Hylmar wagten kaum zu atmen. Auch bie Zuhörer — es waren nicht einmal übermäßig viel — verhielten sich vollkommen ruhig. Der Mann ba vorne war kein Betrüger, keiner von benen, bie anbere aussaugten; unb hatte er nicht schon genug gebüßt? 7 Monate Untersuchungshaft? Alles verloren bis auf ben letzten Pfennig. Das Haus versteigert, bie Tochter zum Krüppeldasein verdammt. Aber Recht mußte Recht bleiben. Der Staatsanwalt erkannte auf zwei Jahre Gefängnis mit Anrechnung ber Untersuchungshaft unb infolge ber bisher straffreien Führung und des Mangels jeder gewinnsüchtigen Motive, auf fünf Jahre Bewährungsfrist. Terry schwankte zwischen seinem Verteidiger unb ben beiben Amselmanns aus bem Saal. Herthas Wagen stand am Ausgang. Sie nahm seine Hänbe in bie ihren und drückte sie schweigend. — Schuld, die man begangen hat, kommt dem Gewissen gegenüber nur dadurch zum Schweigen, daß man sie sühnt. Schuld aber, die gesühnt ist, verliert ihren bittersten Stachel. Mehr wie bereuen unb büßen können wir nicht. Unb baß wir straucheln, ist menschlich, hatte sie bamats in Köln gesagt. Terry hielt erst bie Lider gesenkt, bann hob et ben Blick unb suchte in ihren Augen. Sie nicktt ihm tröftenb zu. Man fuhr in bie Villa Amselmann unb setzte sich bort mit dem Verteidiger zu einem kleinen Imbiß zusammen. Am Nachmittag wollte Terry nach Mittenwald abreifen. Oskar meldete Herrn Steffen. Wolfgang und Hylmar sprangen gleichzeitig auf, ihn zu begrüßen. In Rolfs Augen stand ein feuchtes Glänzen. ..Vor einer Viertelstunde hat meine Mutter telephoniert, daß Maria die ersten Schritte gemacht hat. Aber der Chefarzt glaubt jetzt, Hoffnung geben zu dürfen, daß noch alles gut wird. Man mußte nur Geduld haben/ „Herrlich!" begeisterte sich Wolfgang. „Kommen Sie doch einen Augenblick herein, Herr Steffen. Marias Vater ist eben hier und wird sich ungemein freuen, wenn er Sie kennenlernt." Und auf Rolfs fragenden Blick erklärte er leise: „Er hat Bewährungsfrist bekommen und fährt noch heute nach Mittenwald." Wolfgang führte Steffen in das Herrenzimmer und bat Terry hinaus. Was bie beiden miteinander sprachen, hörte kein dritter. Aber als sie bann zusammen zu den anderen traten, stand in ihren Augen ein feuchter Schimmer. Hertha Amselmann erhob sich, ging Rolf entgegen und nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände: „Ihre Mutter unb ich haben uns verstehen und lieben gelernt. Seien Sie auch meinen Söhnen ein guter Freund." Es war gegen 2 Uhr, als man aufbrach. Wolf« gang schlug vor, statt bes Schnellzugs, den matt versäumt hatte, ben Wagen zu nehmen. Zu fünfen fuhren sie nach Garmisch unb wanderten von bort aus ben Weg, ben Maria in jener Winternacht so bitterschweren Herzens gegangen war. — Ende. — E °n H; 51 ÖetQl \ 7 i-bb »mtt „t ’tr $> *?s ^chen". ,e Omnibus, 9e^t ab in r'S^1 r Mtpreis 5b?, ®lr nehM» y^ungen e^e Gießen, vald Wjft zeigt kunstreichen Jltsbraucben, ursprünglich. Ostmark gibi ch keine Art Blick bis zu le Bergseen, '^hängenden einen beson- rgessen zwar Uscher Land. Wälder mit 'üner Wipfel wirklich neue diese Fahrt merpreis be* mal Ostfalen, Citz Rhein-Rch. te, hat es sich ime Urlaube len der alten m Landsleute r Bäter auf* u wecken und anken geleitet ieder eine ge* Mustriegebiet lin-Dezirk un< und 650 fyr- 'n abgi^m dar den M ©egenb bt> : lächerlichen se zu lebens* Hertha Amsel' um zu ahnen. 1 einmal über- ommen ruhiz »trüget, fein« und hatte« Untersuchung »feiert Psenni zum Kruppc- oii »t ®e; wN und ing und des ne, auf fünf ■tteibij« iaat. S)*s n (.int -°°i- r E-°>ill-n l.1' । daß man l't 'stiert* straucheln. n M , , dann hob [in. Sie mt uni le8*( t*'Ä .rry naM JK X Glänzen * 'S dgriüe «°A d fi*1Jj’S'ii Und - jpjj. s-AZ- IS n ft««» zugs. S'»" SJL-tfpoii Die Ihrem stratze hielt in Sonnen- in erster für Ort- 3:12,2 Minuten. Auch die Meisterschaft im CT. Kassel 29:23 (15:12). Gießen. Bernd Rosemeyer der Sieger vom Nürburgring. Für das Hockenheimer Motorrad« Rennen, das am 2. August durchgeführt toirbk wurden insgesamt 144 Mewungen abgegeben. Dis beste deutsche Motorradfahrer-Klasse wird am Start erscheinen. gewonnen worden sind. Die Gießener Schwimmer haben sich sehr erfolgreich an den Wettkämpfen beteiligt. Alle Meisterschaften, mit Ausnahme der Meisterschaft im Rückenschwimmen für Männer, die sich der Wetzlarer Seibert im Alleingang holte, erkämpfen sich Gießener Schwimmerinnen und Schwimmer. Im 200-Meter-Brustschwimmen für Frauen (Meisterschaft) siegte Margot Köhl in - g e r, Tv. 1846 Gießen, 3:46,6 Minuten, vor Henny Fisch, Laubach. Die 200-Meter-Brustmeisterschaft für Männer gestaltete sich zu einem spannenden Rennen zwischen Baumann und Mewes (GSB.). Beide wechselten sich mehrmals in der Führung ab, bis schließlich Mewes durch seinen besseren Endspurt einen knappen Handschlagsieg erringen konnte. Dritter wurde der Oesterreicher Laundorff von der Standarte NW 4 in Friedberg. Die Zeiten sind: 1. ster, 123(3. 1846, Staffelsiege der Gießener Schwimmer. 3 X 100 - Meter - Kraul-Staffel männliche Jugend: 1. GSB. (Amend, wein, Zimmer), 4:09,2; 2. Tv. Wetzlar, 4:11,4. Sieger vor Eyermann, Hanau (1:13,4) und Werner, TDG 1846 (1:16,5). Das Rennen um ben' GroßenPreis von Deutschland auf dem Nürburgring gewann Bernd Rose- meyer vor Hans Stuck, die beide Auto - Union- Fahrer sind. Links sieht man Rosemeyer mit dem Preis des Führers. (Schirner-M) Gießener IBodjenmarffpreife. * Gießen, 28. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse B 12, Klasse C 11X, D 10^2, Wirsing, ¥i kg 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mark, Frühäpfel, kg 20 bis 40, Falläpfel 8, ausländische Aepfel 70, Birnen 20 bis 50, Kirschen 30 bis 35, Pfirsiche 40 bis 50, Himbeeren 25 bis 30, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 10 bis 15, Pflaumen 30 bis 40, Mirabellen 35 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 1% bis 5, Oberkohlrabi 4 bis 8, Radieschen, Bündel 10, Rettich, Stück 5 bis 10 Pf. ** Eine Fünfundachtzigjährige. Am vergangenen Sonntag tonnte Frau Elise Hendrich (Kaiserallee 2) ihren 85. Geburtstag feiern. ** Ein Siebzigjähriger. Der Buchbindermeister Justus Woelke, Wilhelmstraße 48, kann am heutigen Dienstag seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist seit Jahrzehnten treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten ist die B i s m a r ck st r a ß e zwischen Ludwigstraße und Stephanstraße ab Montag, 27. Juli, auf die Dauer von 14 Tagen für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt worden. Die auf« Kameradschaft ehemaliger 116er neuen Heim „Zum Andres" in der einen Kameradschaftsabend ab, der eine erneute Aufforderung zu einem engeren 3 X 100 - Meter - Bru st-Staffel für Männer, offen: 1. GSV. (Baumann, Brüning, Mewes), 4:27,8; 2. Tv. Wetzlar, 4:31,4; 3. Standarte NW 4, Friedberg, 4:34,4. Sieger: Tv. 1846 Gießen. Entfcheidungsrunde: CT. Kassel — To. 1846 Gießen 27:27 (11:13); Tgde. Friedberg — Licht-Luft Hanau 25:18 (12:12); Hanau — CT. Kassel 25:42 (12:21); Tv. 1846 Gießen — Friedberg 28:27 (15:17); Licht-Luft Hanau — Gießen 21:39 (8:18); Kassel — Friedberg 26:25 (11:14). Entscheidungsspiel: Tv. 1846 Gießen — — - -- - Gaumeister Tv. 1846 mläumsfeier beigetragen haben. Nach einer vom Ehrenrechner, Kamerad Volz, erstatteten Uebersicht über die finanziellen Ergebnisse der Feier des 25jährigen Bestehens erinnerte Kamerad Bill daran, daß die Kameradschaft trot Vieser großen Anstrengungen ihre Ehrenpslick gegenüber den Kriegergräbern zu erfutten bereit ist iino ermahnte die Kameraden dabei ihre Psticht zu tun. Er kam dann auch auf die großen Aufgaben ber Zukunft zu sprechen, die den letzten ^6er verpflichten sollten, in Treue zur Kameradschaft zu stehen und mitzuhelfen, daß die Kriegserinnerungen und die praktischen Erfahrungen möglichst lückenlos gesammelt und der Zukunft überfuhrt werden 'ollen. , . . Der Mitbegründer, Kamerad fR e i S , erinnerte an die großen Leistungen des alten Vereins, der mährend des Krieges die Hinterbliebenen der 30 Gefallenen mit ganz erheblichen Mitteln unter« fitütjen und den Kameraden im Felde durch Liebesgaben manche Freude bereiten konnte. Bis m den heutigen Tag hinein hat die Kameradschaft durch tbas Sterbegeld vielen alten Kameraden große Sor- ggen abnehmen können. Zusammen mit dem Mitbegründer Kamerad Burger erinnerte er on den guten Eindruck, den der Geist der Kameradschaft überall hervorgerufen hat. Beim Liede vom „Argonnerwald wurde der Mitkämpfer gedacht, deren die Kameradschaft noch mehrere aufzuweisen hat. Dankbare Anerkennung Widmete der Kameradschaftsführer bem ältesten Kameraden Todt, ber trotz seiner fast «3 Jahre aein steter Besucher der Kameradschaftsabende ist und Lurch seine vielen Erlebnisse ein Stuck.lebendiger Regimentsgeschichte darstellt. Für die nächste Zeit wurde ein Ausflug zum Kameraden Debus nach der „Ludwigsburg" beschlossen. Beim Gesänge alter Soldatenlieder blieben die 116er noch lange geraume Zeit beieinander. ■eiis verlassen hatte, kurz vor 15 Uhr auf dem Gie- «ner Bahnhof mit einem Sonderzug eintrafen. Stiele Männer, Frauen und Kinder waren an dieser i f-ahrt beteiligt; sie kamen aus zahlreichen Orten ; 125 rheinisch-westfälischen Jndustriebezirks und hat- vm sich in Essen zu der gemeinsamen Fahrt nach der । eiten Heimat mittels Sonder^ugs vereinigt. Nach äoa viertelstündigem Aufenthast des Zuges, der ; lvrchweq aus Wagen zweiter Klasse bestand und Ire Fahrtt-ilnchm-r mit SOproj Fahrpr-.sermabl- mnq beförderte. wurde van Gießen über Grunberg Lauterbach nach dem Endpunkt der Sanderzugsahrt tjulda weitergefahren. Sn Gießen stiegen zahlreiche äahrtteilnehmer um, um dl- Weiterfahrt in Richtung Nidda. Friedberg. Frank,urt a. M., Marburg. i Neustadt (firs. Kirchhain) fortzufetzen. wahrend ■ine weitere Gruppe von Lauterbach aus m lilch- ■ina Herbstein fuhr und von Fulda aus andere gruppen nach Schlüchtern und Hünfeld weiter- »isten. Die Fahrtteilnehmer benutzten diese Gele- lenheit, um zum Teil in vierwöchigem Urlaubsaup uthalt, manche aber auch während zweier Wochen jore Verwandten und Bekannten in der alten Heimat und liebgewordene Stätte der Jugend aufzu- iochen. Soweit ein Teil der Fahrtteilnehmer nicht chon zu einem früheren Zeitpunkt Surückreisen muß, erfolgt ab 1. September die gemeinsame Ruck- ohrt mittels Sonderzuas, der dann wiederum den Siebener Bahnhof passieren wird. Allenthalben Ännte man bei den Urlaubsfahrern Die beste Urlaubsstimmung und aufrichtige Freude über das Wiedersehen mit der Heimat der Vater feststellen. Oie Braune Messe — Deutsche Woche Gießen. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms Dwie im Sinne einer weitgehendsten Lockerung der allgemeinen Marktgestaltung bilden Braune Messen - Deutsche Wochen einen wesentlichen Faktor, von Sem die wünschenswerten Anregungen zur unmit- slbaren und mittelbaren Wirtschaftsbelebung aus- ^i.ehen. Braune Messen — Deutsche Wochen haben im Segensatz zu Ausstellungen der vergangenen Zeit de Aufgabe, sich im besonderen Maße für das Aus- .auroert unseres Führers zur Verfügung zu stellen. Sie appellieren nicht nur an das Gemeinschaftsgefühl des deutschen Arbeitsgeistes, sondern verengen als Voraussetzung für den guten Ausklang iud) eine tatkräftige und allseitige fördernde Gemeinschaftsarbeit. Dom 25. September bis 4. Oktober 1936 führt >as Institut für Deutsche Wirtschafts- Propaganda Berlin in Gießen in der Volks- »alle und auf dem angrenzenden Freigelände eine Braune Messe — Deutsche Woche durch, der in ' Ihrer Eigenschaft als Leistungsschau räumlich ge- .ehen für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet Bedeutung beizumessen ist. Die Universitats-, Gar- msons- und Gartenstadt Gießen rüstet zu einer Veranstaltung, die schon heute überall lebhaften Widerhall gefunden hat. Industrie, Handwerk, Han- joel und Landwirtschaft sind in einer besonders großzügigen Wirtschaftsschau vertreten. Eindeutig wird bei allem, dem Charakter der Veranstaltung ntsprechend, der Begriff der Leistungen heraus- gestellt werden. Daher wird die Braune Messe — Deutsche Woche eine Leistungsschau sein, die von !,em Können aller Beteiligten überzeugend berich- tzen soll. Die von der Ausstellungsleitung in Angriff genommenen Vorarbeiten schreiten rüstig vorwärts und lassen das große Interesse erkennen, das bereits in einer lebhaften Nachfrage und Besetzung «er Stände zum Ausdruck gekommen ist. Engerer Zusammenschluß der ehemaligen 116 er. Oie Ergebnisse der Sornmerspiel- Meisterschasten in Hersfeld. Faustball Manner I. Gruppe I: CT. Kassel — Tv. 61 Eschwege 47:33 (20:19); Tgde. Friedberg — CT. Kassel 26:38 (15:18); Eschwege — Turn- und Fechtklub Fulda 47:28 (25:10); Turn- und Fechtklub Fulda — Friedberg 26:51 (13:24); CT. Kassel — Turn- unb Fechtklub Fulba 48:27 (23:17); Tv. Friebberg — Tv. 61 Eschwege 35:24 (18:15); 1. Sieger: CT. Kassel; 2. Sieger: Tgbe. Friebberg. Gruppe II: Tv. Wasenberg — Tv. Wölfershausen 34:29 (15:17); Tv. Gießen — Wasenberg 46:36 (23:18); Tv. Wölfershausen — Licht-Lust Hanau 34:35 (19:21); To. Gießen — Wölfershau- en 41:21 (22:11); 1. Sieger: Licht-Luft Hanau; 2. ein Harbach 275 Ringe. Die Einzelmeisterschaft bei den Altfchützen wurde von dem vorjährigen Emzelkreismeister Heinrich F o r m h a l s, Allendorf, zum zweiten Male mit dem sehr guten Resultat von 93 Ringen erschossen. Zur Teilnahme an dem Bezirksschießen sind außerdem auch diejenigen Altschützen berechtigt, die mit neun Schuß 84 Ringe und darüber schossen und von den Jungschützen alle diejenigen, die mindestens 70 Ringe geschossen haben. Der Altschütze Kurt Strack vom Postsport- verein Gießen, welcher 86 Ringe erschoß, wird somit als Einzelschütze an dem Bezirksschießen teilnehmen. Die weiteren guten Altschützen Heinrich Formhals mit 93 Ringen, Karl Horn- Steinbach mit 89 Ringen und Hch. Lubw. Haas Vl.- Steinbach mit 88 Ringen nehmen an bem Bezirksschießen bei ihren Mannschaften teil, so baß biefe Schützen auch hierbei erneut ihre Schießleistungen erproben können. Als enxige Jungschützenmannschaft unter 17 Jahren hat uuetfborn teilgenommen. Hierbei erreichten einzelnen Schützen ihrem Alter entsprechenb recht gute Ergebnisse. Die E i n z e l me i st e r s ch a f t in ber Klasse ber Jungschützen errang Werner Scheller Postsport- verein Gießen mit 74 Ringen, ber somit auch an dem Bezirksschießen teilnehmen wird. Die von dem Schützenverein Wetterfelb und von dem Kreis gestifteten Ehrenscheiben schossen Joh. Damm- Allendorf, Heinrich Ludwig Haas, Glasermeister, Steinbach und Heinrich Sann, Post- sportverein Gießen. Deutsche Siege im Ozeon-Nennen. Die Olympia-Atlantik-Regatta fand am Samstag ihr Ende. Als erstes traf nach ber 3400 Seemeilen langen Reife von ben Bermubainfeln nach Cuxhaven bie beutfche Jacht „Rvlanb von Bremen" unter Führung von Dr. P e r I i a am Samstag um 20.39 Uhr am Ziel, bem Feuerschiff „Elbe I" bei Cuxhaven ein. Der Sieg ber „Rvlanb von Bremen" bürste endgültig sein, ba bie Jacht nur der „Hamburg" und der „Arctur", von denen in den letzten Tagen keine Standortmeldungen mehr vor- liegen, einige Stunden Zeitvergütung zu geben hat. Das Bremer Boot würde somit auch den Ehrenpreis des Führers gewonnen haben. Die zweite der an der Transatlantikregatta beteiligten Jachten „Brema" passierte am Montag früh um 6.02,35 Uhr die Ziellinie bei Feuerschiff „Elbe I". Damit ist 33V- Stunden nach dem Eintreffen der siegreichen Jacht „Roland von Bremen" wiederum ein deutsches Schiff als zweites durchs Ziel gegangen. Auch das dritte Boot war ein deutsches: Die Bremer Jacht „Jschanti", die um 8.55,25 Uhr das Ziel erreichte. Lutz warf den Hammer 53,50 weit! Bei einem Leichtathletikfest in Hagen (Westfalen) bewies ber Wünsborfer Hammerwerfer Lutz, baß er feine Leistungsfähigkeit innerhalb ber letzten Wochen mächtig gesteigert hat. Den Wettbewerb gewann er mit einer Weite von 52,71 Meter. Außer Wettbewerb gelang ihm sogar ein Wurf von 53,50 Meter. — Es ist erstaunlich, wie schnell und gründlich die deutschen Hammerwerfer den Anschluß an die Weltklasse hergestellt haben. Weltrekord im Gewichtheben. Bei einem in München burchgeführten Kampfsportabend der Gewichtheberriege des TSV. 1860 München gelang es bem früheren Rekordhalter Franz Schweiger (60 München) im linksarmigen Reißen einen neuen Weltrekord zu schaffen. Er verbesserte die erst kürzlich von Schubert-Welzow auf 161 Pfund geschraubte Rekordmarke um vier Pfund auf 165 Pfund. Schweiger ist bei 133,5 Pfund Leichtgewichtler. Der Davispokalkampf England — Australien. Eine 2:0-Führung holte sich England am ersten Tage des Davispokal-Endkampfes gegen Australien heraus. Im ersten Spiele gab es gleich eine große Ueberraschung, da Austin den Australier Jack Crawford mit 4:6, 6:3, 6:1, 6:1 besiegte. Den Zweiten Punkt holte dann der englische Weltrang- listen-Erste Fred I. Perry, der über Quist 6:1, 4:6, 7:5, 6:2 erfolgreich war. Australiens Doppel gewann dann am Montag ben ersten Punkt, so baß bie Briten also nur noch mit 2:1 in Führung liegen. Jack Crawforb-Abrian Quist schlugen die Wimbledon-Sieger Hughes« ' Tuckey in einem harten Viersatzkampf 6:4, 2:6, 7:5, ■ 10:8. IHänner II. TuSp. Treysa — Tgde. Friedberg 37:34 (20:15); Pol.-Spov. Hanau — 61 Eschwege 49:30 (27:13); CT. Kassel — Tuspo. Treysa 26:30 (11:15); Friedberg — Hanau 29:39 (14:13); Eschwege — Treysa 31:29 (15:15); CT. Kassel — Friedberg 34:40 (19:20); Hanau — Treysa 40:22 (17:14); Friedberg — Eschwege 27:40 (9:21); CT. Kassel — Hanau 18:35 (8:20); Eschwege — CT. Kassel 42:31 (23:11). Gaumeister: Pol.-Spv. Hanau a. M. Frauen. Tuspo. Treysa — CT. Kassel 37:42 (18:23); Tgde. Friedberg — Tv. Hersseld 49:42 (28:16); CT. Kassel — Tv. Hersfelb 70:28 (32:15); Tv. Treysa — Friebberg 48:37 (27:14); Tv. Hersfelb — Tuspo. Treysa 37:42 (18:23); Tgbe. Friebberg — CT. Kassel 30:44 (16:23). Gaumeister: CT. Kassel. Schlagball: männer. Vorspiele. Tv. Bab Wilbungen — To. Hersfelb 52:35; Eschwege 61 — Wilbungen 20:50; Tv. Hersfelb — Eschwege 61 42:32. Rückspiele. Tv. Hersfelb — Tv. Bab Wilbungen 17:50; Eschwege 61 — Tv. Hersfelb 28:34; Wilbungen — Eschwege (Eschwege verzichtet). Gaumeister: Tv. Bab Wilbungen. Altmeister Fritz Pascoe (GSV.) stellte erneut sein großes Können unter Beweis. Er würbe mit 1:25,8 Sieger im 100-Meter-Bru ft schwimme n ber AH.-Klasse vor Burcharb, GSV. Ein Stamm guter Brustschwimmer gehört zur Trabition bes Gießener Schwimmvereins. Das bewiesen bie Jugendschwimmer beim 200-Meter-Brust- schwimmen ihrer Klasse: O r t w e i n, GSV., siegte mit 3:16,2 vor R u ck e l s h a u s e n , GSV., unb Kling, Wetzlar. Auch die Damenjugenb war bei ber Sache. Im 100 Meter Brustschwimmen für weibliche Jugend siegte Gertrub Plank mit 1:49,4 vor Elisabeth Plank mit 1:51,4 (beibe GSV.) unb vor Schu- Vezilksmeisterschasien der Schwimmer M Aidda Großer Erfolg der Gießener Schwimmer. gestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** E i n Fahrrad sichergestellt. Von der Gendarmerie wurde ein Fahrrad sichergestellt, das am Dorfeingang nach Heuchelheim aufgefunden worden war. Es handelt sich um ein Fahrrad Marke „Diamant", Fabriknummer 38 021, dessen eines Pedal festgestellt ist. Zweifellos ist das Fahrrad das Eigentum eines Körperbehinderten; es wurde der Bürgermeisterei Heuchelheim in Verwahrung gegeben. ** Unfall. Der elfjährige Sohn des Arbeiters Kornmann, Alter Rödger Weg 16, erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Unterschenkels und mußte in die Chirurgische Klimk gebracht werden. ** PrämiierungbeimBurgenbau. Der Sohn des Regierungsrats Dr. Krüger, Klaus Krüger, der gegenwärtig seine Ferien bei Verwandten in Glücksburg verbringt, wurde bei einem Strandfeft im Rahmen einer Burgenprämuerung mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Der Sechzehnjährige hatte im Rahmen des Wettbewerbs ein Krokodil und einen Elefanten in Lebensgröße geschaffen, die den Beifall der Preisrichter fanden. ** Gießener Hundezucht-Er folg. Bei ber am Sonntag von ber KFG. Butzbach ber Fachschaft für Deutsche Schäferhunbe S. V. burchgeführten Schutzhundevorprüfung errang Frl. Dirginie Hüttenberger (Gießen) mit ihrem aus eigener Zucht ftammenben Rüden „Tago vom Lahnftrand" (461 107 Z. Pr. unb Suchh.) unter 20 gemelbeten Hunden bie höchste Bewertung „Vorzüglich" an erster Stelle unb somit bie Anwartschaft auf bie Teilnahme an ber Schutzhundehauptprüfung im August in Lam- 1 pertheim. Weitere Ergebnisse. 100 Meter Rücken für männliche Jugend, Klasse III: 1. Heinz Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 1:32,2; 2. Wilfried Amend, GSV., 1:34,6; 3. Erich Mignon, To. Wetzlar, 1:45,8 Minuten. 100 Meter Kraul für männliche Iu- gend, Klaffe II: 1. Heinz Zimmer, GSV., 1:14,4; 2. Willi Kujus, Tuspo. Marburg, 1:13,9 (Zielrichter- entscheidung); 3. Heinz Köhlinger, Tv. 1846 Gießen, 1:17; 4. Georg Almenröder, Tv. Wetzlar, 1:19,4. Kreissckießen der Klein-Kaliberscbützen Gießen-Nord. Steinbach erringt die kreismeisterschaft. Die Kleinkaliber-Schützenoereine des Kreises Gie- ßen-Nord hielten am Sonntag in Wetterfeld ihr diesjähriges Kreisschießen ab. An dem Schießen haben dreizehn Mannschaften mit insgesamt 68 Schützen teilgenommen. Es wurden bei ben Mannschaften, sowie auch bei ben Einzelschützen recht gute Schießleistungen gezeigt. Die biesjährige Kreismeisterschaft in der Wettkampfklasse II (Altschützen) errang der Schützenver- ein Steinbach mit dem guten Ergebnis von 407 Ringen. An die zweite Stelle kam die Altmann- scbaft von Allendorf mit 400 Ringen. Beide Mann- scyaften haben sich damit die Teilnahme am Be- zirksschießen erkämpft. Der vorjährige Kreismeister Leihgestern mußte ben Titel an bie Steinbacher erste Mannschaft abgeben. Es folgen bann nach ihren Leistungen bie Vereine: Postsportoerein Gießen mit 378 R.; Schützen- verein Leihgestern 378 R-; Schützenverein Allenbors zweite Mannschaft 377 R.; Schützenverein Wetterfelb 329 R.; Schützenverein Steinbach dritte Mannschaft 315 R.; Schützenverein Lauter 305 R.; Post- sportverein Gießen zweite Mannschaft 296 R.; Schützenverein Queckborn 281 R.; Schützenverein Steinbach zweite Mannschaft 281 R.; Schützenoer- wlullüUl« ullcvv„y. ......... ... 3 X 100 - Meter - Brust - Staffel für Mewes, 3:08,8; 2 Baumann, 3:09,2; 3. Laundorff, weibliche Jugend, offen: 1. GSV. (E. Plank, Roth, G. Plank, 5:32,2; 2. To. 1846 Gießen, 100 » Meter- 5:44,2 Minuten. Die Oberhessische Schwimmgemeinde traf sich am s K r a u l s ch w i mm e n kam nach Gießen; Georg Sonntag in Nidda, um ihre diesjährigen Bezirks- Herbert vom GSV. wurde mit 1:11,4 erfter Meisterschaften auszutragen. Alles war bestens vor- ««».«,««« """" "" bereitet unb sogar ber Wettergott war ben Schwimmern halb. So kam es auch, baß bie Veranstaltung in jeher Beziehung einen guten Verlauf nahm. Die Leistungen lassen wohl hie unb ba noch zu wünschen übrig; es muß bafür aber anerkannt werden, baß in Ooerhessen, wo hoch in ben letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Schwimmbäber erstanben sinb, viele neue Anhänger für ben Schwimmsport Linie eine erneute Aufforderung zu einem enaeren Zusammenschluß aller ehemaligen 116er sein sollte. Kameradfchaftssührer Bill eröffnete den Abend -mit Worten des Gedenkens an die verstorbenen Kameraden Oberpostassistent a. D. Joh. M. Ru p p .unb Zugrevisor H. Hühn, beren in Ehren gedacht uDiirbe. Daran anknüpfend schilderte der Kamerad- jchaftsführer, wie sehr sich die Reihen der alten -Soldaten lichten und darum forderte er Die letzten Ungehörigen des stolzen Gießener Regimentes auf, in treuer Kameradschaft zusammenzustehen Er noies dann auf den Wechsel des Kameradschafts- cheimes hin, der in 25 Jahren der erste ist, nachdem i)er „Poftkeller" geschlossen wurde. Kamerad Bill Ivies besonders darauf hin, daß das Bild der gefallenen Kameraden wieder die Stirnseite des Lo- lals ziere, damit sie auch in der Erinnerung unter Lenen bleiben, bie zu ihnen gehören. Die Der- Lunbenheit mit ihnen, sowie bas Anbenken Der Jur 3bie Bewegung gefallenen, würbe in einem stillen Vebenken zum Ausdruck gebracht. In seinen weiteren Ausführungen dankte der Kameradschaftsfuhrer nllen Kameraden, die zum guten Gelingen der 3u- tim die Saumeisterschast 8lm vergangenen Sonntag veranstaltete der Gau Hessen in Gietzen sein Rennen um die Meisterschaft des Gaues. Die Strecke führte von Gießen über Steinbach, Cid), Münster, Grünberg, Reiskirchen zurück nach Gießen und mußte zweimal durchfahren werden. 16 Fahrer aus dem Gaugebiet wurden um 9 Uhr vormittags auf die Fahrt geschickt. Bei schönem Sonnenschein eilen die Fahrer in Richtung Steinbach, jedoch bleiben diese trotz der Steigung an der Hochwarte noch zusammen. Erst in den Kurven vor Cid) kann das Feld durch das starke Tempo der Spitzenfahrer gesprengt werden. Weber und Marschmann fallen zurück, später aud) Kraft (Wißmar), lieber Münster geht es Grünberg zu, wo die steilen Serpentinen zu nehmen sind. Unter Führung von Neumann und Preiß wird diese Steigung genommen. Imhof und Deubel fallen zurück, auch Cein muß das Feld ziehen lassen, doch kann er vor Cindenstruth wieder aufschließen. Der Berg an der Ganseburg reißt das Feld sehr auseinander, wo schon Neumann versucht, seinen Mitstreitern zu enteilen. Die Spitzengruppe besteht nun noch aus 6 Fahrern, gefolgt von einer drei Mann starken zweiten Gruppe. Neumann, Preiß, Kraft (Gießen), Heinzemann, Kolien (Kassel) und Kuschte (Fulda) passieren als erste Gießen. Mebus gibt in Gießen auf. Die Spitzengruppe passiert geschlossen zum zweiten Male den Berg an der Hochwarte und in scharfem Tempo geht es Cid) zu. In Cid) konnte der junge Alsfelder Fahrer, der inzwischen abgefallen war, nach prächtiger Ceiftung wieder zur Spitze auffahren. Weiter geht es Grünberg zu. Wo wird die Entscheidung fallen? Am Grünberger Berg, an der Ganseburg oder aber erst im Endspurt? Das ist die Frage, die die Fahrer sowie die zahlreichen Begleitauto- und Motorradfahrer bewegt. Ein schneller Antritt des Gießeners Neumann am Grünberger Berg sieht ihn auf der Höhe in Grünberg 30 Meter vor dem Feld liegen. Nun setzt eine Jagd auf den Ausreißer ein und hier vollbringt Neumann eine große Energieleistung. Bis kurz vor dem Ganseburger Berg kann Neumann diesen Vorsprung halten, doch durch die wechselseitige Führung gelingt es der Verfolger-1 im 1er Sireckenfahren. gruppe, den Ausreißer wieder einzufangen. Auf den letzten Metern des Berges an der Ganseburg versucht Neumann nochmals vom Felde loszukommen, dod; sind die anderen Fahrer, insbesondere der Gießener Preiß, der heute durd) einen Sattelfederbruch etwas behindert, wachsam und eilen nun 7 Fahrer dem Ziel und damit dem Endspurt entgegen. Zweifellos der stärkste Fahrer im Feld, Neumann, trat einen halben Meter von dem Bordstein des Bürgersteiges entfernt den Endspurt an. Der Gießener Preiß wollte nun noch zwischen Neumann und den Zuschauern vorbei, was Neumann, indem er noch näher an die Zuschauer heranfuhr, verhindern wollte und so Preiß zum Sturz brachte. Dieser Vorfall war höchst bedauerlich, denn auf diese Weise fielen die beiden Gießener aus der Entscheidung und der Fuldaer Kuschte konnte das Rennen leicht vor Neumann und Kraft (Gießen) gewinnen. Der Wettfahrausschuß mußte Neumann wegen dieser Fahrweise distanzieren. Während des 100-Kilometer-Rennens lief noch ein Jugendfahren über 30 Kilometer. Auch hier zeigten die Jugendlichen ganz ansprechende Ceiftungen und konnte im Spurt der Hanauer Bassermann vor Stange, Preiß und weiteren fünf Fahrern gewinnen. Ergebnisse: 100-Kilometer-Gaurennen Gaumeister: A. Kuschte, Fulda (2,51 Stunden): Zweiter: E. Kraft, 1885 Gießen (% Radlänge): Dritter: W. Heinzemann, Kassel: Vierter: E. Kolien, Kassel: Fünfter: Fr. Heck, Alskelb; Sechster: H. Preiß, Germania Gießen (gestürzt): Neumann, 1885 Gießen (disdanzierter Zweiter). Jugend: 1. W. Bassermann, Hanau: 2. K. Stange, Germania Gießen; 3. E. C. Preiß, Germania Gießen: 4. Karl Zahrt, Germania Gießen; 5. P. Emmerich, Krojborf; 6. H. Haseler, Gießen; 7. G. Wedel, Gießen; 8. O. Wagner, Gießen. Wirtschast. Stahlwerke Nöchling-Buderus AS., Wehlar. Fwd. Die Gesellschaft, deren Aktienkapital von 3 Mill. RM. sich zur Hälfte im Besitz der Buderus- schen Eisen- und Stahlwerke und des Röchling- Konzerns befindet, erzielte 1935 erhöhte Betriebsüberschüsse von 7,17 (6,48) und außerordentliche Erträge von 0,26 (0,10) Mill. RM. Demgegenüber erhöhten sich die Aufwendungen für Cöhne auf 4,17 (3,45), für soziale Abgaben auf 0,32 (0,24), für Zinsen auf 0,34 (0,29) und für Steuern auf 1,02 (0,51), während alle übrigen Aufwendungen auf 1,17 (1,62) Mill. RM. ermäßigt werden konnten. Nach 309 061 (302 212) RM. Abschreibungen auf Anlagen und 67 710 (55 571) RM. anderen Abschreibungen ergibt sich ein Gewinn von 21 814 RM., der sich um den Gewinnvortrag aus dem Vorjahre auf 148 036 RM. erhöht (i. V. 220 562 RM. Gewinn, woraus der Verlustvortrag aus 1933 von 94 340 RM. gedeckt und der Rest vorgetragen wurde). Im Geschäftsbericht wird auf den erneuten Aufschwung des Jnlandsgeschästs im Jahre 1936 hingewiesen. Wenn sich dies nicht in der gleichgroßen Steigerung des Beschäftigungsgrades des Werkes ausdrücke, fo liege dies darin begründet, daß die inländische Verkaufsorganisation der Gesellschaft feit der Rückgliederung der Saar auch für die Beschäftigung des Edelstahlwerkes der Röchling- schen Eisen- und Stahlwerke G. m. b. H., Völklingen, zu sorgen hatte. Dieses Edelstahlwerk sei dadurch ohne erhebliche Störung in das deutsche Wirtschaftsgebiet eingeschaltet worden. Zur Wahrung der Einheitlichkeit des Verkaufs wurde zusammen mit Völklingen die Röchlingstahl-G. m. b. H. in Völklingen gegründet. Dieser Gesellschaft, in der die Verkaufsbeteiligung von Röchling-Buderus aufgegangen ist, obliegt der Verkauf der Erzeugnisse beider Werke für das Inland. Im Verlauf der sich aus dieser Entwicklung ergebenden Spezialisierung der beiden Werke mußte Röchling-Buderus entsprechende Investitionen in ihrem Betriebe vornehmen. Der Auslandsabsatz konnte gegenüber dem Vorjahre nicht unerheblich gesteigert werden. Durch Errichtung neuer Stützpunkte in bisher noch nicht bearbeiteten Märkten wird auch für die Zukunft die Sicherung eines entsprechenden Auslandsabsatzes erhofft. Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr werden hoffnungsvoll beurteilt. Nhein-Mainische Börse. INillagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 27. Juli. Der Auftragseingang aus dem Publikum für den hiesigen Platz hat sich ganz beträchtlich vermindert. Infolgedessen lag die Börse zum Wochenbeginn auf allen Märkten sehr ruhig. Die freundliche Tendenz konnte sich erhalten, die Kursentwicklung war aber etwas uneinheitlich, da die Kulisse eher etwas Material übrig hatte. Am Aktienmarkt schwankten die Kurse nach beiden Richtungen innerhalb eines Prozentes. Für Montanwerte erhielt sich etwas Anlageinteresse. Mannesmann und Verein. Stahl gewannen je 1,50 v. H. auf 115, Hoesch, Klöckner und Buderus zogen bis 0,65 v. H. an, während Rheinftahl und Har- pener nur knapp gehalten blieben. Mansfelder Bergbau waren gesucht zu ca. 148,50 (146) und von Kaliwerten fliegen Westeregeln um 1,50 v. H. Elektroaktien wurden stark vernachlässigt, Cichl und Kraft 159 (160), AEG. 38,75 (39,25) und Deutsch- Atlanten-Telegraph 120 (119,50). IG. Farben blieben bei sehr geringem Umsatz mit 171 unverändert. Maschinen- und Motorenaktien lagen behauptet, Moenus weiter gesucht und auf 96,75 bis 97,50 (96,50) erhöht. Kunstseideaktien waren noch etwas fester, AKU. 59,25 (58,40), Bemberg 88,40 (88). Im einzelnen eröffneten Deutscher Eisenhandel 1 o. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 o. H., Reichsbank 0,25 v. H. niedriger, andererseits Gement Heidelberg, Metallgesellschaft und Deutsche Erdöl je 0,25 o. H. höher. Von Zellstoffaktien Waldhof 1 v. H. fester; Holzmann blieben unverändert. Nach den ersten Notierungen blieb die starke Geschäftsstille bestehen und die Kurse bröckelten z. T. etwas ab. Der Rentenmarkt lag ebenfalls weiter ruhig. Altbesitz, späte Schuldbuchforderungen, Kommunal- Umschuldung und Zinsvergütungsscheine lagen gut behauptet. Zertif. Dollar-Bonds bei ruhigem Geschäft unverändert. Don Industrie-Obligationen 6 v. H. Krupp etwas höher mit 103,40 (103). Im Freiverkehr lagen Warschau-Wiener etwas fester, Mark-Obl. 14,25 (13,75), dto. Stücke 12,90 (12,50). In der zweiten Börsenstunde war die Haltung am Aktienmarkt schwächer. Von der Kulisse lag Angebot vor, besonders Montanwerte gingen um etwa 1 bis 1,25 v. H. zurück, Hoesch 121 (122,13), Verein. Stahlwerke 114 (115), auch Rheinstahl weiter rückläufig. IG. Farben verloren 1 v. H. auf 170, Kaufhof 53,75 (54,25), Muag 117,75 (118), AKU. 58,75 (59,25). Die später notierten Werte laPressevertreter Griechenlands im Gan Hessen-Nassau. NSG. Die Zahl der Besuche ausländischer Schriftleiter ist in diesem Jahr erfreulich groß. Wir im Reich knüpfen an diese Tatsache die gewiß nicht unberechtigte Hoffnung, damit eine verleumderische Emigrantenhetze im jeweiligen Canb selbst zum Schweigen zu bringen. Der Ausländer soll unbefangen sehen und urteilen können, dadurch leistet er sich, seinem Cand und auch uns den größtmöglichen Dienst. Besondere Bedeutung kommt einer Reise griechischer Schriftleiter zu, die auf Einladung der Reichsregierung zur Zeit Deutschland besuchen. Es handelt sich um elf Vertreter der größten Zeitungen Griechenlands unter der Füh- rung von Ministerialdirektor Gettos, dem stell- vertretenden Pressechef der griechischen Regierung. Auf dieser Reise kamen sie am Samstag auch in das Rhein-Main-Gebiet. Ueberall, wo wir im Gau Hessen-Nassau auf außergewöhnliche Cei- ftungen Hinweisen können, ist den Griechen Gelegenheit gegeben worden, Einblick zu nehmen. Als Abschluß ihrer Fahrt durch das Rhein- Main-Gebiet wurden sie abends von der Gau- bauvtstadt Frankfurt am Main empfangen. In Vertretung des Kreisleiters und Oberbürgermeisters hieß Stadtrat Dr. Müller die Gäste willkommen. Er wies vor allem auf die Aktualität dieses Besuches hin, dem in den Tagen des Olympischen Fackellaufes erhöhte Sympathie entgegengebracht wird. Der Dank des Sprechers der Griechen gipfelte in der Zusicherung, vom neuen Deutschland offen und rückhaltlos in Griechenland künden zu wollen. Nachdem sich die Gäste noch in das Ehrenbuch Frankfurts eingetragen hatten, wurde ihnen von der Stadt ein kleiner Imbiß gereicht, bei dem in ungezwungener Aussprache sich die Griechen mit uns unterhielten. Der Tag im Gau Hessen-Nassau wurde mit einem Besuch der Römerberg-Festspiele, die lebhaftes Interesse sanden, beschlossen. Don Frankfurt a. M. ging die Fahrt am ^Sonn- tagoormittag, weiter nach dem Gau Baden: Heidelberg. iRundfunkprogramm Mittwoch, 29. Juli. 6 Uhr: Musik in der Frühe. Frühgymnastik. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Blasmusik. 9: Zur Unterhaltung. Waldemar-Haß-Quintett. 10: Konzertstunde. 11: Unterhaltungskonzert. Kapelle Hans Bund. 12: Eröffnung der Ausstellung „Sport der Hellenen" im Pergamon-Museum Berlin. Anschließend: Musik am Mittag. 13.45: Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Robert-Schumann-Stunde zu seinem 80. Todestag. 16: Eröffnungssitzung des Internationalen Olympia-Komitees (IOK.). Unterhaltungskonzert. 18: Heiter und bunt! Dazwischen: Hörberichte von der Kunstflugmeisterschaft. 20: Kurznachrichten. 20.10: Der Bettelstudent, eine Operette von Earl Millöcker. 20.10: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936, 7. Tag. Wenn's die Soldaten ... Uebertragung vom Großkonzert der Wehrmacht. ...und abends wird getanzt! 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Ausschnitt aus dem Festakt des Internationalen Olympia-Komitees im Pergamon - Museum. 22.45 bis 0.55: Unterhaltungsmusik. Dazwischen 23.15 bis 23.30: Fackelstaffellauf Olympia—Berlin. Das olympische Feuer erreicht Wien. Weihestunde auf dem Heldenplatz. gen ebenfalls etwas niedriger, insbesondere Elek- troaktien gingen um 1 bis 1,50 o. H. zurück. Am Kassamarkt waren Odenwälder Hartstein und Sin- ner Brauerei mit „Plus-Zeichen" angeschrieben. Der variable Rentenmarkt blieb sehr still und unverändert. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen lagen behauptet. Stadtanleihen etwas gefragt und überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Don Ciquidationspfandbriefen gaben Frankfurter Hyp.- und Frankfurter Pfandbrief-Bank auf je 101,13 (101,35) nach. Am Markt der Auslandswerte waren Schweizer Bahnanleihen angeboten, auch Ehade-Aktien schwächer. Mexikanische Anleihen notierten teilweise 0,13 v. H. fester. Im Freiverkehr fielen Kleyer auf 116,50 (117), Kali Wintershall auf 129 (130), dagegen zogen Growag auf 84 (83,50) an. — Tagesgelb zeigte mit unverändert 3 v. H. noch keine Entspannung. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse bewegte sich das Geschäft in sehr engen Grenzen. Die Haltung war am Aktienmarkt nicht ganz behauptet, besonders in Montanwerten erfolgten noch kleine Abgaben. Hoesch waren zu 120 (120,40) und Mannesmann zu 113 (113,40) angeboten, auch Vereinigte Stahl- werke ließen 0,65 'n. H. auf 113 und Rheinftahl 0,25 v. H. auf 149 nach, während Buderus mit 115,50 behauptet blieben. IG. Farben bei kleinsten Umsätzen 170 (169,90). Elektroaktien bröckelten bis 0,50 v. H. ab, ferner verloren Kunstseide AKU. 0,25 v. H. auf 58, Moenus Maschinen 0,50 v. H. auf 97, Scheideanftalt 1 v. H. auf 270. Gut behauptet lagen Metallgesellschaft mit 140,50 und Westdeutsche Kaufhof mit 53,75. Am Einheits- markt gingen Filialgroßbanken weiter zurück, Commerzbank auf 103 (103,25), DD.-Bank auf 105 (105,50) und Dresdner Bank auf 105 (106). Von Jndustriepapieren verloren Schramm Cack 2 v. H. auf 97. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage für Reichsaltbesitz zu 112,50, für Reichsbahn-Vorzugsaktien zu 123,13 und für Kommunal- Umfchuldung zu 88,25, zu nennensw^ n Umsätzen kam es aber nicht. Don fremden Werten blieben Jugoslawische Restquoten zu den festeren Mittagskursen gefragt. 11. a. notierten: Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,13, 6 v. H. IG. Farben 130,40, 4 v. H. Rumänen 5,50, 4 v. H. Ungarn Gold 9,13, 4Vs v. H. Defterr. Sil- berrcnte 2,70, Adca 89,25, Commerzbank 103, DD.-Bank 105, Dresdner Bank 105, Buderus 115,50, Harpener 132, Mannesmann 113, Hoesch 120, Rheinstahl 149, Vereinigte Stahl 113, AEG. 38,40, AKU. 58, Bekula 155,50, Conti Gummi 189 Frankfurter Schlachtviehmorkt. Frankfurt a. M., 27. Juli. Auftrieb: Rinder 339 (gegen 470 am letzten Montagsmarkt), darunter 43 (59) Ochsen, 67 (112) Bullen, 189 (243) Kühe, 40 (56) Färsen. Kälber 344 (515), Schafe 52 (61), Schweine 2371 (3185). Zum Schlachthof direkt: 3 Ochsen, 1 Bulle, 8 Kühe, 3 Färsen. Notiert wurden pro 50 Kilo Cebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (am 20. Juli 43 bis 45), b) 41 (41), c) 36 (36): Bullen a) 41 bis 43 (43), b) 39 (39); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 28 bis 33 (27 bis 33), d) 25 (25); Färsen a) 44 (44), b) 40 (40). Kälber andere a) 68 bis 72 (67 bis 70), b) 61 bis 67 (60 bis 66), c) 52 bis 60 (50 bis 59), d) 42 bis 51 (42 bis 49). Hämmel b2) Weidemast 48 (47 bis 48), c) 43 bis 47 (—). Schafe nicht notiert Schweine a) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) .55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51): Sauen gl) 54 bis 56 (54 bis 56). Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Grvßmarkt für Fleifcb und Fettwaren. Beschickung: 640 Viertel Rindfleisch, 324 halbe Schweine, 61 aanze Kälber, 5 Hämmel. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80; Kalbfleisch bj 95 bis 105, c) 85 bis 95, Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Sveck aus diesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm 65 bis 73 (am ?3. Juli 60 bis 65), Flomen 80 bis 83 (höchster Prei 80). Marktverkauf: lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Juli. Brotgetreide konnte von der Candwirtschaft infolge der ungünstigen Wetterlage noch nicht an den Markt gebracht werden, abgesehen von einigen Mustern aus Bayern und Norddeutschland. Die Nachfrage der Müdlen nach Mahlgut für den nächsten Monat ist in Anbetracht ihrer kleinen Vorräte sehr lebhaft. Wintergerste wird entsprechend der kleinen Zufuhren für Futter- und Jnbustriezwecke umgesetzt. Akter norddeutscher Hafer bat wechselndes Interesse infolge der hohen Preise. Am Futtermarkt sind Kartoffelflocken und Futtermehle sowie Schnitzel gefragt. Rauhfutter hat recht kleines Geschäft. Mehl wird für Juli und August flott gekauft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 217, W 16 220, W 19 224, W 20 226, Roggen R 12 160, R 15 163, R18 167, R 19 169. Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futterhafer 190. Weizenmehl Typs 790 W 13 28,75, W 16 29, W 19 29, W 20 29,35, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,20 bis 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50. Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Soyaschrot —, Palmkuchen Erdnußkuchen —, Treber 14,85—15,00, Trockenschnitzel —, Heu 4,50—5,00, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ober gebündelt 2,00. Kartoffeln: Erstlinge 4,95, Böhms Allerfrüheste 4,55 RM. per 50 Kilogramm bei- Waggonbezug einschl, Sack. Tendenz: ruhig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 637: Die Rede des Führers vom 7. März 1936 und der Friedensplan der deutschen Regierung vom 31. März 1936 in Deutsch und in Fremdsprachen können von der Kammer kostenlos zur Verteilung an ausländische Geschäftsfreunde bezogen werden. — 638: Freigabe von Sperr- und Sonderkonten für Flugzeug- und Cuftschift-Passa- gen. — 639: Bekanntmachung KP 170 der lieber» wachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 640: Die Schweiz hebt den Einfuhrbewilligungszwang für eine Anzahl von Waren auf. — 641: Neunte Zusatzvereinbarung zum Schweizer Abkommen mit Deutschland über den gegenseitigen Waren- verkehr, betr. u. a. Hutgeflechte. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskant 4 v.H., Combardzinsfuß 5 v. H. ■£)alnm 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6>/2% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ *¥i% Deutsche Reichspostschahan Weisungen von 1934, I....... <%% ehern. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahib. 102%) ... *’/2% ehern. 8% Hessische Landes bau! Darmstadt Gold R. 12... 5y2% ehem. 4%% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. *y2% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldlchuldverschr R'.c Oberhessen Provinz-Anleihe mi' Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4’/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 V/2% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6yt% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpsc. ... 4 y2% ehem. 8% Pr. Landespfank briesanstatt, Pfandbriefe R. 19 <%% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. £61.20 Lteuergutich.BerrechnungSk. 34-38 4% £ österreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichlsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4-/r% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... Frantiurt a. Ul. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- lurs Schlußk. Mittag- börse 25.7 27 7 25-7 27.7. 101 101,5 101 101,25 97,4 97,4 97,4 97,4 102,25 102,25 102 — 112,65 112,5 112,65 112,5 100 100 100,1 . 100,1 98,75 98,75 98,75 98,75 97 97 — — 100,9 100,75 — — 93,75 93,75 — — — — — — 119,4 119,65 119,5 119,5 97 97 — — 101,35 101,13 — — 101,4 101,4 101,4 101,4 97,5 97,5 97,5 97,5 95 95 95 95 109,5 109,5 109,5 109,5 30 30 — 30,5 2,6 — 2,5 — — 9,13 9,2 9,1 8,5 8,5 — 8,5 8,75 8,7 — 8,7 14,75 14,9 14,9 14,75 — — — — Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 25.7 27.7. 25-7. 27.7. 4% vesgl. Serie li ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,7 6,7 6,75 — 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,4 10,2 10,25 10,13 4% Rumänische vereinh. Rente • . 5,65 5,5 5,4 5,5 2*/4% Anatolier ............. 44,25 44,25 43,25 43,65 Hamburg-Amerika-Paket ..... v 15,5 15,9 15,75 15,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 48,75 48,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,9 16,65 16,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 119,5 118,25 119 118,25 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — 127 126,75 126,5 Commerz, und Privat-Bank ... 4 104,5 103 104 103,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 106,5 105 106,5 105,5 Dresdner Bank.............. 4 106,5 105 106,5 106 Reichsbank ................ 12 197 196,13 197 195 A.E.G...................... 0 39,25 38,4 39 38,65 Bekula..................... 8 155,4 155,5 155,9 156 Elektr. Lieferungsgelellschaft... 6 135 133,75 133,75 132,75 Licht und Kraft ............. 7 160 157,75 159,75 158 Felten L Guilleaume......... 1 138,5 139,25 139,75 139 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 144,5 143 144 143 Rheinische Elektrizität ........ 6 135 —— 135,25 133,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 139,75 138,75 139,5 138,5 Schuckert LCo............... 6 164,75 163 164,75 163,5 Siemens L Halske............ 8 208 206,5 208 205,5 Lahmeyer & Co.............. 7 146,5 146,25 144,25 BuderuS ................... .. 117 115,5 116,5 115,5 Deutsche Erdöl .............. 4 136 134 135,9 134,75 Harpener................. 2’/2 133,5 132 132,25 132 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 3 121,5 120 121,75 120,75 Ilse Bergbau ............... 6 — — 173 —— Ilse Bergbau Genüsse........ 6 139 138,5 139,5 138,25 Klöcknerwerke ............... 3 120,25 119,75 120,4 119,5 Mannesmann-Röhren........ 3 113,5 113 113,75 113,4 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 25-7. 27.7- 25.7. 27.7 ManSseioer Bergbau....... 6 yt 146 148,5 147,5 149 Kokswerke ................ .. 6 — _ 134,5 133,25 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — — 231,25 228,5 Rheinftahl ................ .. 4 151 149 150,75 149,25 Vereinigte Stahlwerke...... ay, 113,75 113 113,75 113,65 Otavi Minen ............. .. 0 29,13 28,75 28,75 28,75 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 127 128,75 127,25 127 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 125,75 127,25 126,65 126.75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7y, 184 184,25 184,5 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 171 170 170,65 169,9 Scheideanftalt............. .. 9 271 270 Goldschmidt .............. .. 5 116,5 116,75 117 117 Rütgerswerke ............. .. 6 135 135 135 134 Metällgesellschaft........... .. 6 139,4 140,5 139,13 140,75 Philipp Holzmann......... .. 4 132,5 131,5 132,25 131,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 151,75 151 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 - - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ — 111 110,5 Aku lAllgemeine Kunstseide) .. O 58,5 58 58,25 58,25 Bemberg................. .. 6 88 88,75 88 87,5 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 154,5 155 154 154,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 119,5 119,5 119,13 119 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 119,25 119,5 Daimler Motoren.......... .. O 133,25 132 133,13 131 Deutsche Linoleum......... .. 8 174 173,75 174 173,75 Orenstein & Koppel........ .. O — — 88,25 87,65 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 54,75 53,75 54,65 53,75 Chade .................... .. 9 405 397,75 403 401 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 — — — — Conti-Gummi............. . 11 190 189 190 190,75 Gritzner.................. .. O 37,65 36 36,65 35,75 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 99 98 — Süddeutscher Zucker ....... . 10 223 223 225 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 25.Juli 27-Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Brief Jueno» «Uitv 0,683 0,687 0,684 0,688 Brüssel .... 41,90 41,98 41,91 41,99 Rio de Jan. 0,142 0,144 0,142 0,144 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,055 Kopenhagen 55,63 55,75 55,65 55,77 Danzig----- 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,46 12,49 12,465 12,495 HelsingforS. 5,49 5,50 5,495 5,505 Paris ..... 16,41 16,45 16,415 16,455 Holland ... 168,75 169,09 168,76 169,10 Italien..... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ...... 0,726 0,728 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,62 62,7k 62,64 62,7h. Wien....... 48,95 49,0' 48.95 Lissabon... 11,32 11,34 11,325 11,345 Stockholm... 64,25 64,37 64,27 64,39 Schweiz .... 81,16 81,32 81,20 81,36 Spanien... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag...... 10,275 10,295 10,28 10,30 Budapest .. — — Reuyork... 2,481 2,488 2,484 2,488 Banknoten Berlin, 27- Juli Geld Brief Amerikanische Roten....... 2,436 2,456 Belgische Roten........... 41,76 41,92 Dänische Noten .......... 55,45 55,67 Englische Noten .......... 12,43 12,47 Französische Noten........ 16,365 16,425 Holländische Noten........ 168,34 169,02 Italienische Noten......... — — Norwegische Noten ....... 62,42 62,68 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — —- Rumänische Noten........ — —- Schwedische Noten........ 64,05 64,31 Schweizer Noten........... 81,02 81,34 Spanische Noten.......... 33,58 33,72 Ungarische Noten ......... —