m. 99 Erster Blatt 186. Jahrgang vienrtag, 28. April 1956 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vvrh.Dereinbg.25"/<, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- Erschein täglich, autzer Sonntag und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.L.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt _ General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: 1 1 ' 1 gen, Bäder-, Unterrichts- u. granifurt am m°m 11686 Prüft und Verlag: Brühl',che UnioerfitSts-vuch- und Steindruckerei R. Lange In Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ng-nabS^StaK Was will England? Äon Or. Hans von Maloitki. In den nächsten Tagen wird die englische Regierung durch Sir Eric P h i p p s in Berlin jenen „Fragebogen" überreichen lassen, der einen neuen Meinungsaustausch mit Deutschland einleiten und herbeiführen soll. So wenigstens will die englische Diplomatie ihr Unternehmen aufgefaßt wissen; in einem konstruktiven Sinne also, als Start zu einer dauerhaften und vernunftae- mäßen Neuordnung der europäischen Verhältnisse. Die entspricht dem Standpunkt Englands, daß die gegenwärtige Lage auf alle Möglichkeiten des Aufbaues und des Ausgleichs mit Deutschland zumindest untersucht werden müsse. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, daß Frankreich sehr stark auf eine andere Entwicklung gedrängt hat. Nur mit Mühe konnte Herr Eden kurz vor Ostern seinen französischen Kollegen davon abbringen, schon damals das Wirksamwerden jener englischen Sonderbürgschaften zu verlangen, die London „für den Fall des Scheiterns" zugesagt hat. Den zeitlich und sachlich begrenzten Teil dieser Bürgschaften, die Generalstabsbesprechungen, hat Frankreich bekanntlich ausgehändigt erhalten. England berief sich hierbei auf seine Locarno-Verpflichtungen, und es war im übrigen der Ansicht, daß dies die künstliche Aufregung der Franzosen dämpfen und den Weg zu einem neuen Locarno erleichtern würde. Wenn dieses neue Locarno tatsächlich Englands Ziel ist, dann war es allerdings ein offensichtlicher taktischer Fehler, noch weiter zu gehen und sich den Franzosen gegenüber schon im voraus für den negativen Fall 'festzulegen. Denn seitdem bewegt den Quai d'Orsay nur die eine Sorge, wie dieser Fall herbeizuführen, England zur Einlösung seines Versprechens zu zwingen sei. Daß die englische Politik sich in diesem Punkt hartnäckig zeigt, hat seinen guten Grund. Denn dieser zweite Teil der englischen Bürgschaften — endgültige gegenseitige Garantie und Hilfeleistung — würde die Lage im Westen, aber auch die Beziehungen Englands zum europäischen Festland völlig verschieben. An die Stelle einer Gleichgewichts- Konstruktion im Sinne der Locarno-Idee trete eine einseitige französisch-englische Abrede, und England, nicht mehr wie bisher nur Garant, sondern auch Garantierter, würde in das französische Bündnisnetz geraten. Dieser hintergründige englisch-französische Gegensatz ist fürs erste durch ein Kompromiß überbrückt worden, als dessen sinnfälliger Ausdruck der englische Fragebogen an Deutschland angesehen werden kann. England will einen Ausgleich mit Deutschland; sicherlich insoweit, als es selbst damit Bindungen gegenüber Frankreich entgeht, die in der eigenen Oeffentlich- keit höchst unpopulär sind. Inwieweit aber will England, über diese begrenzte, aus den eigenen Interessen fließende Zielsetzung hinaus, eine wirklich konstruktive, europäisch gedachte Anstrengung machen? Dies ist die große und wesentliche Frage, die Deutschland zu stellen berechtigt ist, und in diesem Sinne wird der englische Fragebogen für uns zugleich auch eine Antwort sein. Soweit es England um sachliche Aufklärungen und Erläuterungen hinsichtlich des deutschen Friedensplanes zu tun ist, sehen wir keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Solche Sondierungen liegen in der Natur des diplomatischen Verfahrens, und wenn sie der Anbahnung eines europäischen Friedensgespräches und der Durchleuchtung der Probleme dienen, ist die deutsche Bereitschaft gewiß. Denn niemand hat mehr Interesse an einem gerechten Ausgleich, an der Beseitigung der unseligen Spannungen und all der Störungen des europäischen Gleichgewichts, als das Land in der empfindlichen Lage im Herzen Europas. Freilich, nach all den bisherigen Erfahrungen mit europäischen Friedensbemühungen, wird man uns — bei aller Bereitschaft — ein erhebliches Maß von wachsamer Nüchternheit zubilligen müssen. Wir wissen, daß man mit diplomatischen Sondierungen nicht nur eine Lage klären und Verhandlungen anbahnen, sondern auch Wirkungen in umgekehrter Richtung erzielen kann. Vor allem aber berechtigt nichts die Gegenseite, so zu tun, als ob zwar i h r guter Wille über jeden Zweifel feststehe, daß aber Deutschland und seine Absichten um so mehr das große Fragezeichen seien. Die Behauptung, daß Deutschland stets alle fortschrittlichen Bemühungen erschwert und im Grunde die Verantwortung für die gegenwärtigen unerquicklichen Zustände zu tragen habe, ist zwar ein beliebtes, aber doch allzu billiges Propagandamittel. Gerade deshalb muß es Verwunderung erregen, das solche primitiven Methoden sogar in ein offizielles Dokument wie das englische Blaubuch Eingang gewinnen und den Beifall der englischen Regierung finden konnten. Der in dieser Form immerhin ungewöhnliche Ent- lastungsversuch auf fremde Kosten hat freilich an den Tatsachen nichts ändern, sondern höchstens die Frage nach dem britischen „fair play" aktuell machen können. .. . Ein paar notwendige Feststellungen in öiefem Zusammenhang. Es trifft gewiß zu, daß die deutschen Einwendungen gegen den Rrisfenpakt bei den anderen Locarno-Mächten auf Ablehnung stießen. Aber das besagt doch noch nichts gegen die Stichhaltigkeit der deutschen Bedenken. Es scheint uns deshalb auch kein Zufall zu fein, daß das eng- liche Blaubuch sich über den damaligen Meinungsaustausch der Locarno-Mächte und über die Hintergründe und Motive, die für die Ablehnung der deutschen Einwendungen ausschlaggebend waren, vollkommen ausschweigt. Daß hier ein Spiel getrieben wurde, bei dem die Locarno-Garanten, im Widerspruch zu ihrer wahren Aufgabe, sehr einseitige politische Interessen« Frankreich zieht die Wahlbilanz vom Sonntag. Ruhigere Betrachtung der ersten Wahlergebnisse in der Pariser Presse. Paris, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Auch am Dienstag ist das Hauptaugenmerk der Pariser Frühpresse auf den Ausgang des ersten Wahlganges gerichtet. Nachdem die Montagblätter im allgemeinen noch unter dem ersten Eindruck der starken Zunahme der Kommunisten gestanden und ein genauer Ueberblick über den Ausgang der ersten Wahl- fchlacht noch nicht möglich gewesen war, betrachtet man am Dienstagmorgen die Lage bereits etwas ruhiger. Das Innenministerium hat am Montagnachmittag eine Aufstellung über den Ausgang des ersten Wahlganges der Kammerwahlen ausgegeben, die bis auf zwei noch ausstehende Ergebnisse aus Korsika, wo es Zwischenfälle bei der Auszählung gegeben hat, vollständig ist. Es liegen somit von 618 Wahlkreisen 616 Ergebnisse vor. Davon find in 18 3 Fällen d i e Entscheidungen im ersten Wahlgang gefallen, in 433 Fällen finde t S t i ch w a h l statt. Die 183 vorliegenden Ergebnisse stellen sich, auf die Parteien verteilt, wie folgt: Behauptet Gewinn Verlust Kommunisten 6 3 0 Sozialisten 21 2 6 Sozialistisch-Republikanische Vereinigung 4 1 0 Unabhängige Sozialisten 1 0 3 Radikalsozialiften 23 2 7 Unabhängige Radikale 11 2 3 Linksrepublikaner 33 5 5 Volksdemokraten 12 0 2 Republikan. Vereinigung und Rechtsrepublikaner 40 11 2 Konservative und Unabhängige 4 2 0 Das „Echo de Paris" erklärt, daß das Anwachsen der Anhänger der Dritten Internationale im Departement Seine und Seine-et-Oise, d. h. in der Hauptstadt und ihrem roten Gürtel, wohl alle Voraussagen übertreffe, daß die Provinz sich aber im großen und ganzen bisher außerordentlich gut gehalten habe. Der „I o u r" ist der Ansicht, daß sicherlich die nationalen Gruppen Gefahr liefen, am kommenden Sonntag bei der Stichwahl einen Teil ihrer Stimmen zu verlieren und dies besonders in der Umgebung von Paris und im Departement Nord, daß diese Verluste jedoch bereits im ersten Wahlgang durch zahlreiche siegreiche Kandidaten aufgehoben und die Veränderung durch die Wahlen sich weniger auf die Plahverteilung innerhalb der Kammer, als innerhalb der Volksfront selbst beziehe. Der „Matin" will die Lehre aus dem ersten Wahlgang ziehen und sagt, die Unzufriedenheit, die im vergangenen Jahre zusammen mit Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise auf dem gesamten Volk gelastet habe, sei am vergangenen Sonntag deutlich zum Ausdruck gekommen. Noch nie sei eine derartig geringe Zahl von Abgeordneten im ersten Wahlgang gewählt worden. Die Kommunisten seien innerhalb der Volksfront die großen Gewinner, doch sei es recht unwahrscheinlich, daß die Parteien der Linken in der kommenden Kammer über eine größere Mehrheit verfügen würden, als in der letzten. Das Blatt Herriots, die „E r e Nouvelle", enthält sich jeglicher Stellungnahme, und auch die „R e p u b l i q u e" begnügt sich angesichts des starken Anwachsens der Kommunisten auf Kosten der Radikalsozialiften mit einer Aufzählung der Wahlergebnisse in den einzelnen Departements. Im marxistischen „P o p u l a i r e" verlangt Leon Blum für den kommenden zweiten Wahlgang die genaue Durchführung des Volksfrontabkommens, um dem Faschismus und der Reaktion am kommenden Sonntag das Wasser abzuaraben. Der kommunistische Senator und Herausgeber der „Humanite", C a ch i n, ruft in seinem Leitartikel seine Gesinnungsgenossen der Dritten Internationale und die Angehörigen der Volksfront ebenfalls zu unbedingter Disziplin im Hinblick auf den zweiten Wahlgang auf. Es gebe keine andere Richtlinie als die völlige Vernichtung des Faschismus und der Reaktion. Das Anwachsen der kommunistischen Stimmen ist eines der bemerkenswertesten Ergebnisse, selbst wenn die vermehrten Stimmen sich nicht im gleichen Verhältnis in Abgeordnetenmandaten ausdrücken werden. Von 1920 bis 1936 ist die Zahl der kommunistischen Stimmen von etwa 790 000 auf etwa 1480 000 gestiegen, hat sich also fast verdoppelt. Trotzdem find im ersten Wahlgang nur neun Kommunisten gewählt worden, und wenn die „Humanite" auch sieghaft verkündet, daß an der Spitze der Linken 73 kommunistische Kandidaten stehen, so wird am kommenden Sonntag in der Stichwahl doch nur vielleicht ein Drittel gewählt werden, vielleicht sogar weniger. Am stärksten scheint sich die kommunistische Propaganda in Algier ausgewirkt zu haben, worüber seit Monaten von der Rechtspresse heftig Klage geführt worden ist. Dort haben die Kommunisten ihre Stimmenzahl seit 1932 von 1748 auf jetzt 12 674 vervielfacht. Französische Warnungen vor den Kommunisten. „Das Spiel der sowjetrussischen Botschaft in Paris." Paris, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Die rechtsgerichteten Zeitungen beschäftigen sich mehr oder weniger eingehend mit den Ursachen des Anwachsens der kommunistischen Stimmen in Frankreich. In der „Tournee I n d u st r i e l l e" schreibt der Herausgeber des Blattes Gigno ux, der selbst als Kandidat im ersten Wahlgang nicht durchgekommen ist und sich zur Stichwahl stellen muß, man müsse die örtlich bedeutenden Erfolge der Kommunisten anerkennen. Die Kommunisten hätten vor allem aus dem Eintritt in die Volksfront Nutzen gezogen. Aber auch die Rundfunkpropaganda habe eine große Rolle gespielt. Die Krise habe die Unzufriedenen für die extremen Parteien stimmen lassen, zumal für die Kommunisten, die nur noch von Vaterland, von Einigung, Versöhnung, Freiheit und Wohlfahrt sprechen und die Marseillaise auf ihr Wahlplakat fetzten. Die Opfer dieser Taktik seien vor allem die sozialistischen und radikalsozialistischen Rachbarn der kommunistischen Partei. Die Folgen dieser Entwicklung könnten für den Staat, für feine Finanzen und für feine Festigung nicht günstig sein, denn man müsse sich immer wieder vor Augen halten, daß die gegenwärtige Haltung der kommunstischen Partei nicht ihren wahren Zielen entspreche, die in der Revolution und in der Einrichtung der Sowjets in Frankreich bestünden. Der Leitartikler der „Action F r a n ? a i f e", Maurras, befaßt sich mit der Herkunft der Geldmittel für die ungeheuer große Propa- gandaflut der Kommunisten. Es sei vielleicht das erstemal, so schreibt Maurras, daß eine Regierung in ihren eigenen Hoheitsgebieten der ebenso mittelbaren, wie öffentlichen und zynischen Aktion einer auswärtigen Macht ausgesetzt gewesen sei. Die letztlichen Veröffentlichungen der nationalen Presse, besonders des „Jour", hätten keinen Zweifel in dieser Hinsicht gelassen. Seit langem schon sähen, verfolgten und meldeten die politischen Beobachter das Spiel der sowjetrussischen Botschaft in Paris und ihre fortwährende Einmischung in iunersranzösischen Angelegenheiten mit Hilfe ihrer Agenten und ihres Geldes. Auf Proteste fei stets geantwortet worden, man übertreibe, oder man täusche sich, der russische Botschafter fei die Klugheit, Loyalität und Korrektheit selber. Maurras schreibt dann weiter, daß man dieser „s l a w i s i e r t e n Iudenbande" und diesen verjudeten Slawen überstürzt vollständiges Vertrauen geschenkt habe. Nach einem Hinweis auf die „brutalen Handstreiche" der Kommunisten, wofür die Entführung des zaristischen Generals Ku» tiopoff ein Beispiel sei, und die fast täglichen Korruptionserscheinungen, erklärt er, daß sich nach und nach eine Art politischer Gemeinschaft mit dem russischen Kommunismus herausgebildet habe. Die Unterzeichnung des sowjetrussischen Pak- t e s habe die Augen jener Leute völlig verschlossen, die bereits nicht mehr gewohnt waren,' die Intrigen dieser „Orientalen" im Auge zu behalten. Das Spiel der Kahlböndmffe. Orabtberichi unseres ständigen v.G.-Korrespondenien. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, 27. April. Der erste Gang der französischen Kammerwahlen hat im wesentlichen die vorausgesagte Entwicklung bestätigt, wenn auch die Zunahme der kommunistischen Stimmen größer war, als erwartet wurde. Eine genaue Schätzung über den Ausgang des nächsten Wahlsonntags ist heute nicht möglich, weil weit mehr als zwei Drittel der 618 Kammersitze erst durch die Stichwahlen ermittelt werden müssen. Es ist aber zu vermuten, daß das Verhältnis zwischen der rechten und der linken Hälfte der Kammer sich so gut wie nicht verschieben wird. Die Aenderun- gen in ihrem Bestände werden innerhalb der beiden Seiten vor sich gehen, und zwar im Sinne einer zahlenmäßigen Stärkung der beiden Flügel. Mit dem heutigen Montag beginnt im Hinblick auf den zweiten Wahlgang das vom ganzen Land aufmerksam verfolgte Spiel der Wahlbündnisse. Die Linksparteien hatten sich mehr oder weniger darauf feftgetegt, innerhalb der t e n waren, dieser Verdacht liegt gerade angesichts der Verschwiegenheit des englischen Blaubuches nahe; um so mehr, als die Gegenseite ja wußte, daß für Deutschland die Angelegenheit damit nicht erledigt, sondern als weiterer Klärung bedürftig bezeichnet worden war. Dieser Klärung ist man aber bewußt aus dem Wege gegangen; bis dann Frankreich — ein halbes Jahr später — den Russenpakt plötzlich durch die Kammern trieb und vollendete Tatsachen schuf. Wer sich so verhält oder ein solches Verhalten begünstigt, ist wohl nicht gerade berufen, über ein deutsches „Ueberraschungsmanöver am Rhein" zu klagen. Man kann es auch nur begrüßen, daß das englische Blaubuch, allerdings unfreiwillig, den Anlaß auch zur Durchleuchtung der ganzen Luftpaktdebatten gegeben hat. Es hatte sich die Gepflogenheit eingebürgert, mit dieser Frage, als einem Hauptbeweismittel des schlechten deutschen Willens, in Europa hausieren zu gehen. Nach der Klarstellung durch die „Diplomatisch-politische Korre- pondenz" wissen wir nun, wo die Schwierigkeiten und Hemmnisse in Wirklichkeit lagen. Nicht bei Deutschland, das im letzten Sommer den Engländern auf ihren Wunsch einen entsprechenden Entwurf — der im Blaubuch totgeschwiegen wird — zuleitete und auf Verhandlungen drängte, sondern bei Fran kreich, das auf der vorhergehenden Annahme feines ganzen europäischen Pakt- vorhabens bestand, und bei England, das sich unter der Hand den Franzosen gegenüber schriftlich auf den Abschluß eines zweiseitigen Sondervertrages festlegte. Es fft gut, sich diese Dinge gerade angesichts der neu anhebenden Diskussion zu vergegenwärtigen. Nicht, um an diesen Enttäuschungen die Leidenschaft der Verneigung zu entzünden, sondern um die Anmaßung zu entlarven, als habe Deutschland nun erst einmal seinen guten Willen zu erweisen und seinem bisherigen Verhalten abzuschwören. Man kann vor solchen Absichten nicht genug warnen. Sie wären das sicherste Mittel, um eine Normalisierung der europäischen Verhältnisse erneut zu blockieren und die hoffenden Völker um eine Enttäuschung reicher zu machen; ganz abgesehen davon, daß das, was sich bisher auf der europäischen Bühne und im Zwielicht hintergründiger Kulissen abgespielt hat, eher Deutschland berechtigt, nach dem guten Willen der anderen zu fragen. Nun läßt man in London allerdings verlauten, daß die englischen Fragen in einer „konstruktiven Form" gehalten sein würden. England wolle ein erfolgreiches Ergebnis des Meinungsaustausches unter allen Umständen erzielen. Sehr wohl! Die Frage ist nur, welche Vorstellungen die englische Politik davon hat, was Europa not tut, was ihm bekömmlich ist und was nicht. In diesem Punkt hat man sich bislang in London zumindest erheblichen Täuschungen hingegeben, die aus der engen politischen Nachbarschaft mit Frankreich her- rüyrten. Besteht Aussicht, daß die englische Politik inzwischen selbständiger in der Haltung, freier im politischen Urteil geworden ist? Es geschieht in diesen Tagen manches, was nicht gerade dafür spricht. So wenn Reuter z. B. unterstreicht, England habe nicht die Notwendigkeit aus den Augen verloren, daß Deutschland etwas weiteres tun müsse, um das Vertrauen in die Verträge wieder herzustellen. Oder wenn Madame Tabouis im „Oeuvre" den Sinn der englischen Sondierung darin sieht, Frankreich einen „Gegenwert für die Verletzung des Versailler Vertrages (Anlage von Befestigungen im Westen) zu verschaffen". Da werden die Anregungen sichtbar, mit denen Frankreich den Fragebogen belasten und zur Provozierung einer abschlägigen deutschen Antwort mißbrauchen möchte. Es wird daran die Richtung erkennbar, in der die französische Politik das ganze Aufklärungsoerfahren abgewickelt sehen möchte. Frankreich will keine Aufklärung, überhaupt nicht Fortschritt und Ausgleich, sondern ein geräuschvolles Verhör Deutschlands; in der Absicht, die deutsche Vertragsfähigkeit überhaupt in Zweifel zu ziehen, oder uns auf die französische Sicherheitskonzeption festzulegen, — also auf jenen Zustand der Spannung und Unsicherheit in Europa, der gerade beseitigt werden soll. Besprechungen über die Rückfragen. London, 27. April. (DNB.) Wie verlautet, haben wahrend des Wochenendes Besprechungen zwischen der diplomatischen Vertretung Belgiens in London und dem Forsign Office über die Rückfragen stattgefunden, die England entsprechend dem Auftrage der ehemaligen Locarnomächte in Berlin stellen soll. Am Montag sprach der belgische Botschafter im Foreign Office vor. Außenminister Eden kehrte im Laufe des Tages von feinem Wochenendaufenthalt nach London zurück. Wie die Kammer endgültig aussehen wird, läßt verwirklicht werden sollen, ist nicht ersichtlich. Wie Führer Der italienische Marsch auf Addis Abeba Die Marschrichtung der Italiener an der Süd. und Nordfront. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sein von und der Köln, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Als Höhe- punkt der Woche des deutschen Jungvolks im Gebiet Mittelrhein fand am Montagnachmittag auf den Rheinwiesen in Köln-Deutz eine Besichtigung des Jungvolks Köln durch den Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann Lauterbacher, statt. Ueber 13 000 Kölner Pimpfe waren angetreten. Viele Ehrengäste, Vertreter der Gauleitung, der Wehrmacht, der Behörden, Organisationen und sämtliche Jungbannführer des Gaues waren gekommen. Stabsführer Hartmann Lauterbacher schritt in Begleitung von Gauleiter Staatsrat T e r b o - oen, von Gauleiter Staatsrat G r o h 6 und Ge- bietsführer W a l l w e x die Front ab und hielt dann an die Jugend eine Ansprache. Er betonte, daß im gesamten Reich am 20. April 800 000 deutsche Jungen in das Jungvolk eingetreten seien. Das seien etwa 95 v. h. des Jahrganges 1926, an den der Appell zum Eintritt gerichtet war. Das fei das Geburtstagsgeschenk des Die Werbewoche -es Jungvolks Stabsführer Lauterbacher stellt einen vollen Erfolg fest. Jungvolk lm Jahre 1936 an den gewesen. Asmara, 27.April. (Funkspruch des Kriegs- berichterstatters des DNB.) Eine Askariabteilung, die südlich von Dessie 120 Kilometer vorgestoßen war, hatte bei ihrem weiteren Vormarsch einen Zusammenstoß mit irregulären abessinischen Verbänden. Nach einem blutigen Gefecht wurden die letzteren in die Flucht geschlagen. Sie verloren viele Tote, während sich die Verluste der Askaris auf nur drei Tote und zehn Verwundete bezifferten. Der Sultan von Aussa, Muhamed Lajo Ansari, der vom Negus in Dessie gefangen gehal- ten worden war, hat sich der italienischen Regierung unterworfen. Zwischenfälle bei -en Wahlen in Korsika. Paris, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Ziehung von Sparguthaben aus den Banken, die vielfach in Gold und Valuten umge- wechselt wurden, ist gestern sofort auf ein normales Maß zurückgekehrt. Infolge der Devisen- Vorschriften haben die Reisebüros die angekündigten Gesellschaftsreisen ins Ausland abgesagt. Zurückhaltung in Danzig. Danzig, 27. April. (DNB.) In Danzig be- wahrt man gegenüber den währungspolitischen Maßnahmen Polens weitgehende Zurückhaltung. Insbesondere hat die Danziger Regierung sich nicht veranlaßt gesehen, irgendwelche Maß- nahmen zu ergreifen oder Erklärungen abzugeben. Die Danziger Nachmiltagsblätter betonen auf Grund ihrer Informationen, daß für Danzig keiner- lei Veranlassung oorliege, anläßlich der Einfüh- rung der Devisenbewirtschaftung in Polen eine Aenderung der Danziger Guldenbewirtschaftung vorzunehmen. Das Danziger System, wonach nur der Danziger Gulden der Bewirtschaftung unterliegt, dagegen über Devisen frei ver- fügt werden könne, sei den besonderen Danziger Verhältnissen angepaßt und habe sich bewährt. Dieses System brauche daher nicht abgeändert zu werden. Im übrigen wird in der Notiz der Danziger Zeitungen darauf hingewiesen, daß die gesetz- liche Deckung des Notenumlaufs und der Sicht« Verpflichtungen der Bank von Danzig 70 o. H., unter Hinzurechnung der sonstigen Devisen sogar 90 v. H. betragt und des Betriebs, den drei Wurzeln des Volkes. Das Gemeinschaftsleben muß durchpulst dem gemeinsamen Begriff der Ehre Leistung. Die Oevisenbewirtschastung in polen Der Eindruck bei der Bevölkerung. Englands Stellung zur Mandatsfrage Baldwin lehnt die Uebertragung von Mandatsgebieten ab. Oie soziale Ehrengerichtsbarkeit. Errichtung des Obersten Ehren- und Oifziplinarhofes der Deutschen Arbeitsfront London, 27. April. (DNB.) Der konservative Abgeordnete Herbert Williams fragte am Montag im Unterhaus den Ministerpräsidenten, ob er nicht, um die Entwicklung einer dem Frieden abträglichen Lage zu verhindern, eine Erklärung abgeben wolle, daß die britische Regierung zu keiner Zeit einer Übertragung der Mandatsgebiete zustimmen werde. Mnislerpräsident Sawwin antwortete darauf u. a.: Die Mandatsgebiete wurden bei Ende des Krieges von den hauptsächlichen alliierten und assozierten Mächten verteilt. Die solchermaßen auserwählten Mandatare nahmen die Mandate vom Völkerbund an und unterwarfen sich den besonders in Artikel 22 der Völkerbundssatzung und in den Mandaten selbst enthaltenen Verpflichtungen. Diese umfaßten in erster Linie die Verpflichtung, bis zum äußersten das materielle und moralische Wohlergehen und den sozialen Fortschritt der Einwohner der Mandatsgebiete selbst zu fördern. Weder in der Dölkerbundssahung, noch in den Friedensverlrägen oder in den Wandalen gibt es Bestimmungen, die Bezug haben auf die Ueberfragung von Wandalen von einer Wachl an die andere, und keine derartige Ueber- fragunq Hal jemals stallgefunden. Wan Hal mit mitgeteilt (I am advised), daß es, bevor irgendeine derartige Ueberfragung verwirklicht werden könnte, notwendig fein würde, auf jeden Fall die Zustimmung der gegenwärtigen Aufruf zur friedlichen lledergade. MarschallBadoglio an das abessinischeBolk. Addis Abeba, 27. April. (DNB.) Die am Montagvormittag über Addis Abeba abgeworfenen F l u g b I ä 11 e r enthalten einen Aufruf .ersten italienischen Heeresleitung an die abessinische Bevölkerung, der von Marschall Ba° es u a° 9e3cid)net ift 3" diesem Aufruf heißt . Gottes werde ich in Addis Abeba ein- ykÄ?' nex F A und die Soldaten seiner Ersten ^ch die von ihm an die Front geführten Ersatzarmeen sind vernichtet. Die Städte Wandatsmacht und der Wacht, an die das Gebiet übertragen werden soll, und auch die einmütige Zustimmung des Bölkerbundsrales einzuholen. Ich hoffe, daß meine Ausführungen klargestellt haben, daß die Ueberfragung von Wandafen eine Frage ist, die, wäre sie in Aussicht genommen, der sorgfältigsten Erwägung bedürfen würde. Was die von der britischen Regierung verfolgte Politik angeht, so möchte ich auf das bestimmteste versichern, daß wir die Ueberfragung irgendwelcher Mandatsgebiete an irgendeine andere Wacht nicht erwogen haben und nicht erwägen. Die Unterhausmitglieder dürfen versichert fein, daß die britische Regierung keinerlei irgendwie geartete Absicht hat, die Frage von sich aus anzuschnel- de. Sollte die Frage hinsichtlich der Zukunft des Status der Wandafsgebiete aufgeworfen werden, fo würde die britische Regierung sich nicht zu irgendeiner Regelung der fraglichen Probleme verpflichten, ohne vorher dem Unterhaus vollste Gelegenheit für eine Aussprache gegeben zu haben. Im Anschluß an die Erklärung Baldwins fragte der arbeiterparteiliche Abgeordnete T h u r t l e, ob es nicht eine Tatsache sei, daß seinerzeit, als die fraglichen Mächte die Mandate erhielten, die Bevölkerungen dieser Gebiete keineswegs befragt worden seien. Baldwin antwortete, er glaube nicht, daß zu jener Zeit irgend jemand gefragt worden sei. sich heute noch nicht sagen. Auch die nächste Kammer wird zwischen ener Linksregierung und Kon- ^entrattonsregierung schwanken. Wie unter diesen Umständen die allgemein erwarteten Reformen das „Ecko de Paris" meldet, soll die Wahl des Vorsitzenden des Pariser Stadtrates C h i a p p e, der sich in Korsika zum Abgeordnetenkandidaten hatte aufstellen lassen, auf Grund eines Zwischenfalles in dem kleinen Orte Calvi nicht anerkannt worden fein. Die Gegner Chiappes hätten in Korsika einen sehr heftigen Kampf gegen ihn geführt, und in Calvi hätten sich nach Abschluß der Wahl mehrere mit Revolvern bewaffnete Le u te der Wahlurnen bemächtigt und sie aus der Stadt fortgeschleppt. Auf diese Weise habe der Präfekt die Resultate nicht verkünden können. Wahlunruhen auf der 3nfd Runion. Paris, 28. April. (DNB. Funkspruch.) In dem Wahlkreis Saint-Denis auf der französischen Kolonialinsel R 6 u n i o n kam es bei der Auszählung der Stimmen für die Kammerwahlen in verschiedenen Bezirken zu blutigen Schlägereien, wobei mehr als 30 Personen verletzt wurden. Streik in der pariser Bekleidungsindustrie. Paris, 28.April. (DNB. Funkspruch.) Die Arbeiter einer großen Bekleidungsfabrik in Paris standen bereits feit drei Wochen im Streik. Da alle Versuche zu einer Beilegung des Streiks zwischen den Konfekttonsarbeitern und den Unternehmern fehlgeschlagen sind, wurde vom Syndikat der Herrenkonfektionsarbeiter und -arbeiterinnen für den heutigen Dienstag ein 24ftünbiger Sympathiestreik in Paris beschloßen. Berlin, 27. April. (DNB.) In dem mit den Symbolen der Deutschen Arbeitsfront und reichem Blumenflor geschmückten Festsaal des Berliner Rachauses fand am Montagnachmittag eine würdige Feier anläßlich der Errichtung des Obersten Ehren- und Difziplinarhofes der Deutschen Arbeitsfront statt. Der zum Vorsitzenden des Obersten Ehren- und Difziplinarhofes berufene Hauptamtsleiter Or. von Renteln begrüßte die Anwesenden, darunter zahlreiche Vertreter hoher Parteistellen, Ministerien und Behörden, und umriß die Aufgaben des Obersten Ehren- und Difziplinarhofes, der vor allem ^dazu geschaffen ist, die deutsche Arbeitsehre vor jedem Mißbrauch und vor jeder Unbill zu schützen. Ehre und Disziplin, erklärte er, sind die tragenden Pfeiler des Gemeinschaftslebens unseres Volkes. Der Vorsitzende des Obersten Parteigerichts, Reichsleiter Buch, stellte einleitend die großen Leistungen des Führers für das gesamte Volk heraus. Wenn die Parteigerichte vom Führer berufen find zur Wahrung der Ehre der Partei und des einzelnen Parteigenossen, so sind die Ehrendisziplinargerichte der Deutschen Arbeitsfront als Hüter der Ehre der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront berufen. Das alte Wort: ,Heder Stand hat feine Last, jeder Ehrfürchtig vor der großen Vergangenheit und Gegenwart, tapfer, einsatzbereit und vor allem treu zum Führer Adolf Hitler werde diese junge Mannschaft in die Zukunft schreiten. Anschließend begab sich der Stellvertreter des Reichsjugendführers mit den Ehrengästen, zu denen sich auch der Kölner Regierungspräsident Diehls gesellte, zum Opernhaus, wo er den Vorbeimarsch der 13 000 Kölner Pimpfe abnahm. lleber 15000 neue Iungniädel NSG. Zum Geburtstag des Führers konnten im Obergau Hessen-Nassau insgesamt über 15 000 10- und 11jährige Mädel neu in die Jungmädel- schäft ausgenommen werden, die bereit sind, mit den vielen tausend anderen Jungmädels froh und gern ihre Pflicht und ihren Dienst als jüngste Helfer des Führers zu tun. Stand hat feine Ehre", soll wieder zur Geltung kommen. Reichsorganisationsleiter Or. Ley legte dann in längeren Ausführungen dar, daß der Klassenkampf in Deutschland nur dadurch überwunden werden konnte, daß man die Menschen im Betriebe zusammenbrachte, daß man Arbeiter und Unternehmer unermüdlich lehrte, daß ihr Schicksal auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden war. Der Begriff „Soziale Ehre" ist bei uns der größte und herrlichste geworden. Zum erstenmal in der Geschichte der Völker kennen wir jetzt die soziale Ehrengerichtsbarkeit. Nicht die Tat allein wird beurteilt, sondern die Gesinnung, aus der eine Tat vollbracht wurde. Wir wollen dem Treuhänder der Arbeit seinen Begriff als höchster sozialer Richter nicht nehmen. Im (Segenteil, wir wollen ihn durch die Abnahme der Kleinarbeit des Alltags zu der Stellung emporheben, die er haben muß. Der Treuhänder muß im Volke ein unerhörtes Vertrauen genießen. Unternehmer und Arbeiter müssen von der Richtigkeit seines Spruches überzeugt sein. Er soll oberster sozialer Richter bleiben. Aber die P a rt e i und die A r - beitsfront als Instrument der Partei wollen das Volk zusammenführen auf gleicher Ebene. Wir werden eine Gemeinschaft gründen auf der untersten Zelle der Familie, der Gemeinde Volksfront gegenseitig zugunsten des für die Stichwahl aussichtsreichsten Kandidaten zurückzutreten. Wenn diese Absicht verwirklicht wird, könnten von den rund 430 noch zu ermittelnden Sitzen die meisten an die Linksparteien fallen. Das starke Anwachsen der Kommunisten hat jedoch in radikal- sozialistischen und auch in sozialistischen Kreisen etwas abkühlend gewirkt, und es ist daher nickt zu übersehen, wie weit sich diese Parteien an bte Losung der Volksfront halten werden. Auf alle Fälle haben sie schon jetzt deutlich erkennen müssen, daß die Volksfront sich ausschließlich zugunsten der Kommunisten auswirkt. Die radikalsozialistische „Republique" schreibt in diesem Zusammenhang bereits: „Das wichtigste Ziel des zweiten Wahlganges fei, die Rechte zu schlagen. Dieses Ergebnis könne nur durch Verzicht erreicht werden. Es fei aber nicht zweckmäßig, stets zugunsten des aussichtsreichsten Kandidaten zu verzichten. Klüger wäre es, der Rechten den gemäßigsten Linkskandidaten gegenüberzustellen." Von den 18 Mitgliedern der Negierung, die dem Abgeordnetenhause angehören, hatte der Gesundheitsminister N ic o 11 e auf eine Wiederwahl verzichtet. Von den übrigen Ministern und Staatssekretären sind die bekanntesten wiedergewählt worden, einige stehen jedoch in Stichwahl, darunter der radikalsozialistische Unterrichtsminister G u e r n o t in nicht gerade günstiger Stellung und der radikal- sozialistische Justizminister Dalbos. Neben den neueinziehenden Kommunisten sind als der bisherigen Kammer nicht angehörend der Hauptschrift- kiter des „Echo de Paris", d e K e r i 11 i s , der gleichzeitig das rechtsstehende Propagandazentrum leitet, und ferner der ehemalige Pariser Polizeipräfekt und jetzige Bürgermeister der Hauptstadt C h i a p p e zu erwähnen, der in feiner korsischen Heimat auf den Schild gehoben worden ist. Die führenden Abgeordneten der einzelnen Gruppen sind in der Regel wiedergewählt worden, ober stehen in aussichtsreicher Stellung. Um fo über» rafchenber ist bie Tatsache, daß Herriot in Lyon nicht nur nicht im ersten Wahlgang gewählt wurde, sondern auch nicht einmal die meisten Stimmen in feiner Bürgermeisterstadt erzielte. Italien beschwert sich Über Oum-Dum-Gesckosse. Rom, 27. April. (DNB.) Wie im italienischen Kolonialministerium erklärt wird, ist ein Telegramm von Marschall B a d o g l i o eingegangen, in dem mitgeteilt werde, daß über 200 0 Hülsen von Dum-Dum-Geschossen, die von der abessinischen Armee verwandt worden seien, aufgefunden worden seien. Es fei festgestellt, baß fast sämtliche abessinischen Bewaffneten mit Dum- Dum-Gesckossen versehen seien. In einem Telegramm Des Gouverneurs von Somaliland heiße es, daß von 160 italienischen Verwundeten 120 von solchen Geschossen getroffen worben seien. Das entsprechende Beweismaterial, so erklärt man, werde gemeinsam Mit den beiden Telegrammen dem Völkerbund zugeleitet werden. Das „Oiornale d'Jtalia" knüpft daran einen sehr scharfen Leitartikel, in dem Abessinien der Grausamkeiten angeklagt wird; gleichzeitig wird bie mehrfach erhobene Beschulbigung wieberholt, baß englische Munitionsfabriken diese D u m - D u m - G e s ch o s s e bis in bie letzten Monate nach Abessinien geliefert hätten. Diese unerhörte Zusammenarbeit zwischen Elementen einer zivilisierten Nation und dem Ueberbleibfet eines Sklavenstaates, so fährt das Blatt fort, könne für die Sicherheit der menschlichen und politischen Zukunft aller Länder ernste Präzedenzfälle schaffen. Gondar, Socota und Dessie sind von ut^s eingenommen. Wir sind Herren von Ogaden und werden in einigen Tagen in Harrar stehen. Ich will nickt, daß das christliche abessinische Volk vernichtet wird. Wir bringen Frieden und Zivilisation." An die Mahnung, fein Blut untereinander zu vergießen, schließt sich die Aufforderung an bie abessinischen Krieger, ben Kampf einzustellen unb in bie Heimat zurückzukehren. Zum Schluß heißt es: „Zerstört keine Straßen und setzt meiner Armee keinen Widerstand entgegen. Wir wollen weder euer Leben noch euer Eigentum. Wenn ihr aber meiner Armee Widerstand leisten und die Straßen zerstören solltet, wird die italienische Heeresmacht erbarmungslos über euch herfallen. Die Flugzeuge werden ein Blutbad unter euch anrichten und alles vernichten." Hofruf an fterriot Paris, 27. April. (DNB.) Die Tochter des Negus hat im Namen des Abessinischen Frauenbundes, dessen Vorsitzende sie ist, einen telegraphischen Notrufan den früheren Ministerpräsidenten Herr io t gesandt. Darin wird Herriot gebeten, sein Ansehen dafür einzusetzen, daß der Anwendung von G a s im Kriege gegen Abessinien ein Ende gesetzt werde und baß überhaupt bie Schrecken des Krieges sofort beendet werden möchten. Herriot hat geantwortet, daß er das Telegramm an die französische Regierung weiterleiten werde. Warschau, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Oeffentlichkeit steht noch völlig unter dem Eindruck der Einführung der Beschränkungen im Verkehr mit Devisen und Gold. Die Presse hebt zum großen Teil hervor, daß die Devisenoerordnung von der Oeffentlichkeit mit Ruhe ausgenommen worden sei. Einzelne Blätter, die wirtschaftlichen Kreisen nahestehen, hoffen, daß die Bekämpfung der Spekulation, üe das Hauptziel der Devisenverordnung ist, dazu ühren werde, daß man um so mehr Devisen für den legalen Handel und für die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Umsätze freigeben könne. Der konservative „Cz a s" meint, als zeitweilige Anordnung gegen die Spekulation könne man die Devisenbeschränkungen vielleicht als notwendig an- ehen, aber man müsse allen Versuchen ent- Ie gen treten, die Devisenbeschränkungen zum tändigen Instrument der Wirtschaftspolitik zu machen. Die Beunruhigung der Oef- entlichkeit und die Machenschaften der Miesmacher, die den Anlaß zu den Devisenverordnungen gegeben batten, würden in kurzer Zeit verschwunden sein Dann aber müsse man Mittel der Valutapoli- t i k suchen, die nicht das Wirtschaftsleben behinderten. Wie stark unter dem Einfluß der Innenpolitiken Krrsenstimmung der letzten Wochen die Hamsterung von ausländischen Devisen und Gold sich ausgewirkt hat, zeigt die Tatsache, daß die polnischen Privatbanken in den letzten Tagen der Vorwoche 4 Vt und am Samstag 6 Millionen Zloty bei der Bank von Polen angefordert hatten. Die gleichzeitig zu beobachtend- Zurück. ♦Gondar Tana-See Dschibuti Dessie Diredaua Addis Abeba Harrar Dsch‘d*hl93 nt> Dagabur Sassabaneh o loo. 200 300 km Zusammenfassung -er Rohstoff- und Devisenfragen unter Ministerpräsident Göring. Berlin, 27. April. (DNB.) Amtlich wird mit- aeteilt: Da bei der Bearbeitung der die Rohstoffe und Devisen betreffenden Fragen zahlreiche staatliche und parteiliche Stellen Zusammenwirken müssen, hat der Führer und Reichskanzler den preußischen Ministerpräsidenten mit der Prüfung und Anordnung aller erforderlichen Maßnahmen beauftragt Ministerpräsident Generaloberst Göring kann hierzu alle staatlichen und parteilichen Stellen anhören und anweisen. Er kann sich von den zuständigen Reichsministern unterstützen und nötigenfalls vertreten lassen. Reichsminister Heß dankt. Berlin, 27. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers übermittelt der Oeffent- lichkeit folgende Dankworte: „Allen im Reich und jenseits der Grenzen, die mir aus Anlaß meines Geburtstages Glückwünsche Übermittelten, sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Rudolf $) e h/ Seneralfeldmarschall v.Blomberg dankt Berlin, 27. April. (DRB.) Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg veröffentlicht folgende Danksagung: „Anläßlich meiner Ernennung zum Generalfeld- marschall sind mir aus allen Schichten der Bevölkerung im ganzen Reich so überaus zahlreiche Glückwunschschreiben zugegangen, daß es mir zu meinem lebhaften Bedauern nicht möglich ist, jedem einzelnen dafür meinen Dank auszusprechen. Ich bitte daher alle diejenigen, die meiner und damit zugleich der Wehrmacht gedacht haben, meines auf- richttgen Dankes versichert zu sein." Generaladmiral paeder zeichnet. Berlin, 27. April. (DRB.) Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral R a e d e r, zeichnete sich heute in die Ehrenliste der SA. für das Dankopfer der Ration beim Sturm 7/1 im Standartenheim Berlin-Charlottenburg ein. Anschließend besichtigte er das Standartenheim. Der italienische Landwlrtschastsminister in Berlin. Berlin, 27. April. (DRB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauern- führer R. Walther Darrs, empfing heute morgen im Reichsernährungsministerium den gestern abend in Berlin eingetroffenen königlich-italienischen Landwirtschaftsminister R o s s o n i, der in Verbindung mit einem Vortrag in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die sozialen und landwirtschaftlichen Einrichtungen und Maßnahmen des Dritten Reiches kennen lernen will. In angeregter Unterhaltung wurden bei dieser Gelegenheit die einzelnen Probleme der italienischen und deutschen Agrarpolitik eingehend erörtert. Rach einem Gegenbesuch im Hotel Esplanade fand nachmittags ein Empfang des italienischen Gastes im Hotel Kaiserhof statt. Minister R o s s o n i besuchte am Montagnachmittag in Begleitung von Konsul Scarpa das Ka- meradschaftshaus der Reichsjugendführung in Berlin-Wannsee, wo er von dem Leiter des Grenz- und Auslandsamtes der Reichsjugendführung, Gebietsführer Schulze, und dessen Mitarbeitern im Auftrage des Reichsjugendführers empfangen wurde. Minister R o s s o n i erkundigte sich in mehrstündiger Unterredung nach den Einrichtungen der Hitlerjugend und interessierte sich insbesondere für die sozialpolitische Arbeit der HI. »Emdens-Männer in Aeuyork. R e u y o r k, 28. April. (DRB. Funkspr.) Am Montagmittag trafen in Neuyork 169 Offiziere und Seekadetten von der Besatzung des Kreuzers „Emden" ein. Während des für zwei Tage vorgesehenen Aufenthaltes werden sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen. Die Unterbringung des deutschen Marinebesuches erfolgte an Bord des im Hafen liegenden Dampfers „Reuyork", wo eine Begrüßung durch den deutschen Generalkonsul Borchers stattfand. Geburtstag des Prinzregenten pauk von Jugoslawien. Belgrad, 27. April. (DRB.) Prinzregent Paul von Jugoslawien feiert am morgigen Dienstag seinen 4 3. Geburtstag. Prinz Paul Karageorgewitsch wurde am 28. April 1893 in Petersburg geboren. Sein Vater war Prinz Arsen Karageorgewitsch, der Bruder des Königs Peter I. von Serbien. Seine Mutter war die Prinzessin Aurora Pawlowna Dirnidoff. Rach dem Besuch des Gymnasiums in Belgrad studierte Prinz Paul gemeinsam mit dem damaligen Prinzen von Wales, dem heutigen König Eduard VIII. von England, an der Universität Oxford und erwarb sich den Titel eines Master of Arts. Als nach der. Ermordung des Königs Alexander von Jugoslawien in Marseille die Notwendigkeit entstand, für den minderjährigen Thronfolger eine Regentschaft zu bestellen, wurde zu dieser Aufgabe vor allem Prinz Paul heranaezogen, der als engster Mitarbeiter des Königs seit Jahren mit allen innen« und außenpolitischen Fragen, die Jugoslawien betreffen, vertraut war. Prinz Paul, der die Regentschaft Jugoslawiens am 9. Oktober 1934 übernommen hat, hat sich von Anfang an seiner schweren und verantwortungsvollen Aufgabe voll gewachsen gezeigt. Er betrachtet es als feine vornehmste Pflicht, den Staat der Jugoslawen im Sinne der Ideale, für die König Alexander lebte und fiel, in eine glückliche Zukunft zu führen. Hemiberusung des ägyptischen Kronprinzen. London, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Da mit dem Ableben König Fuads von Aegypten gerechnet wird, ist der in London lebende ägyptische Kronprinz Faruk nach Kairo gerufen worden. Der 16jährige Prinz, der feit einiger Zeit in England erzogen und militärisch ausgebifbet wird, tritt seine Reise voraussichtlich am Dienstag ober Mittwoch an. Nach Berichten aus Kairo hat bie ägyptische Regierung am Montagabenb bie Bilbung eines Rege n t - f d) a f t s r a t e s erwogen, an besten Spitze möglicherweise der 62jährige Neffe des Königs, Prinz Mohamed Ali, treten wirb. Die Spannungen in Oesterreich. Englische Betrachtungen. L o n b o n, 27. April. (DNB.) Die Rebe bes österreichischen Vizekanzlers Starhemderg in Horn finbet in ber englischen Presse starke Beach« tung. Sie wirb als eine offene Herausforderung und Drohung gegen ben Bun« beskanzler Schuschnigg und einen Teil seiner Anhänger betrachtet. Besonders wird hervorgehoben, daß Starhemderg sich geweigert habe, die Heimwehr zu entwaffnen. „Daily Telegraph" berichtet, daß die Rede Star- hembergs ein Hohn auf den bekannten Wunsch Schuschniggs nach Entwaffnung der H e i m w e h r geroefen fei. Sie habe ferner kaum verhüllte Angriffe gegen alle diejenigen Anhänger Schuschniggs enthalten, die von der Heimwehr wegen ihrer demokratischen Einstellung und ihres Wunsches, die Sozialdemokraten auszusöhnen, verdächtigt werden. „Daily Herald" schreibt, die Rede Starhembergs enthülle den Kampf um die Macht, der zwischen den beiden Seiten der österreichischen Regierung im Gange sei. Starhemberg sei entschlossen, seine eigene Stellung aufrechtzuerhalten und zu stärken. Viele Heimwehrführer, so erklärt das Blatt, seien beschuldigt, in den Finanz- skandal der Phönix-Versicherung verwickelt zu sein. Die Liste der Leute, die Bestechungsgelder erhalten haben, sei noch nicht veröffentlicht worden, Schuschnigg habe jedoch mehrere Male mit der Veröffentlichung aedroht. Mit einem Umbau ber österreichischen Regierung sei in wenigen Tagen zu rechnen. Jebe ber betben Parteien sei entschlossen, bet bieser Gelegenheit bie anbere in ben Hintergrund) zu stoßen. die Wiedereinführung der Dienstpflicht. Erklärungen Edens. London, 28. April. (DNB.) Außenminister Eden teilte in Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus mit, die englische Regierung stelle über die Entscheidung Oesterreichs, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, Erwägungen an. Er sei im Augenblick jedoch nicht in ber Lage, eine Erklärung abzugeben. — Als ein arbeiterparteilicher Abgeordneter barauf bestanb, baß Eben wenigstens bie Frage beantwortet, ob eine Verletzung bes Vertrages von St. Germain vorliege, antwortete Eben, er ziehe es vor, keine Erklärung abzugeben, bie ber Stellungnahme ber anberen Parteien, bie ebenfalls Unterzeichner bes Vertrages von St. Germain seien, vorwegeile. Wahlen in Vorarlberg. Nur Mitglieder der Vaterländischen Front. Wien, 28. April. (DNB.) In V-o r a r l b e r g fanben am Sonntag Wahlen innerhalb ber Berufsgruppe Lanbwirtschast statt. Stimmberechtigt waren nur Mitglieber ber Vater« länbischen Front. Ebenso hatten nur Mit- glieber ber Vaterlänbischen Front bas passive Wahlrecht. Aufgestellt war nur eine Liste. Wie amtlich mitgeteUt wirb, schwankte bie Wahlbeteiligung in einzelnen Ortschaften zwischen 75 unb 90 v. H. Südosteuropa Politik und türkische Meerengen-Aote. Von unserem ständigen Lz.-Berichterstatter. (Nachbmck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, 24. April. Der Außenminister Rumäniens, ber betriebsamste Politiker Sübosteuropas, Nicolaus T i t u l e s c u, hat ein großes Ziel: Vertreter unb Sprecher eines Blocks von 70 Millionen Menschen sein, der vom Erzgebirge unb ber Adria bis zur Aegäis, zum Dnjestr, zum Kaukasus und zum Libanon reicht; eines antirevisionistischen friedensvertrags- unb völkerbunbstreuen Blockes selbstverstänblich. Zur Erreichung dieses Zieles hat Nicolaus Titu- l e s c u keine Mühe unb keine Opfer gescheut. Ganz zweifellos ist in erster Linie seinen Bemühungen bas Zustanbekommen ber Gruppe ber Balkan- paktstauten zuzuschreiben, bie er nach lieber« Windung mancher Hindernisse endlich an die Seite der Kleinen Entente stellen konnte. Die Verschmelzung der beiden Gruppen ist ihm bisher nicht gelungen. Der vergebliche Versuch, eine geschlossene Stellungnahme ber Kleinen Entente unb ber Balkanpaktstaaten gelegentlich ber internationalen Erörterung über ben Locarno-Vertrag zu- stanbezubringen, war ein neuer und unzweideutiger Beweis dafür. Die verfrühte, selbstverständlich im französischen Sinne abgefaßte Verlautbarung mußte abgesagt werden, weil nicht nur Griechenland und die Tükei, sondern auch Jugoslawien ihre Anerkennung verweigerten. Die Ereignisse der letzten Zeit haben aber erwiesen, bah nicht nur die Verschmelzung ber beiden Bündnisgruppen unmöglich ist, sondern baß es auch immer unmöglicher wirb, bie Geschlossenheit jeber einzelnen Gruppe aufrechtzuerhalten. Nach ben weitgehenben Meinungsverschiebenheiten, bie sich bei ber Stellungnahme zur Einführung ber a l l- gemeinen Dienstpflicht in Oe st erreich innerhalb ber Mitglieber ber Kleinen Entente gel- tenb machten, ist nunmehr eine Erschütterung ber Gruppe ber Balkanpaktstaaten eingetreten, bie um so folgenschwerer ist, als sie bie Grunblage ber ganzen Balkanpaktpolitik, wie ber Sübosteuropa- politik überhaupt berührt. Eine ber Hauptbebin- gungen für bas Zustanbekommen bes Balkanpaktes unb für feine Verbindung mit der Kleinen Entente war die Anerkennung ber antireoifionifti- f cf) e n Grunbsätze burch alle Teilnehmer, also bie Gewinnung ber revisionistischen Staaten für bie Anerkennung der Friedensvertragsgrenzen. Die Gewinnung Bulgariens mißlang, die Gewinnung ber Türkei gelang. Die Bekehrung berTürkei zum Antirevisionismus war einer ber Haupterfolge der Balkanpaktpolitik. Bei ber ersten Gelegenheit jeboch, ba bie Türkei vor bie Wahl gestellt wurde, zwischen Balkanpaktinteressen und eigenen nationalen Erfordernissen zu wählen, hat sie nicht gezögert, sich auch um ben Preis offen- tunbiger Verletzung antirevisionistischer Grunbsätze für die letzteren zu entscheiden. Die im Rahmen des Balkanpaktes antireoifionistische Regierung in Ankara hat in einem für bie Erhaltung ber Friedensoerträge kritischen unb entschei- benben Augenblick burch ihre bekannte Meer- engen-Note eine Aenberung bestehender Frie- densvertragsbestimmungen und hiermit Revision gefordert. Daß sich die Regierung in Ankara zu diesem Schritt entschloß und daß sie dies tat, ohne ihre Balkanpaktpartner zu befragen oder auch nur in Kenntnis zu fetzen, wird von den Verfechtern des fübofteuropäifdjen Antirevisionismus als besonders bitter empfunden. Der türkische Revisionismus erschüttert aber deswegen bie Grundlagen ber ganzen Balkanpaktpolitik, weil sich biefe hauptsächlich auf bas persönliche Einvernehmen zwischen Titulescu unb bem türkischen Außenminister Rüschtii Arras stützte. Darüber, baß biefes Einvernehmen burch bas Vorgehen ber Türkei in entscheidenber Weise getrübt ist, gibt sich gerabe in Bukarest rtiemanb einer Täuschung hin. Die Folgen bes türkischen Schrittes werden sich früher oder später als schicksalhaft für Balkanpakt unb Sübost- europapolittk erweisen. Die türkische Meerengen-Note muß nicht ber Anfang vom Enbe bes Balkanbunbes fein. Sie ist aber jedenfalls ber Beweis für bie praktische Wertlosigkeit bieser Bünbnisbilbung. Neben bas Auseinan- berftreben ber Interessen innerhalb ber Kleinen Entente gestellt, zeigt biefe Tatsache mit aller Klarheit ben inneren Zerfall jenes Blockes, ber nach bem Willen Titulescus berufen sein sollte, burch geschlossenes Auftreten bie europäische Politik zu beeinflussen. Ebenso wie die Kleine Entente nur e i n wirklich gemeinsames Ziel, die Abwehr des u n g a- rischen Revisionismus, hat, kann auch ber Balkanpakt nur e i n wirklich gemeinsames Ziel ha- been: die Abwehr des bulgarischen Revisionismus. Ueber diese Ziele hinaus gibt es keine Kleine Entente und keinen Balkanpakt. Aus aller Well. Die Arbeit im Dienste ber deutschen Jugend. Ausklang in Königsberg. Nach einem heiteren Sing- und Spielabend, mit dem die Königsberger HI. die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf ber deutschen Jugend erfreute, wurde bie Prüfung fortgesetzt. Auf bie praktische Arbeit unb bie sportlichen Hebungen folgte die weltanschauliche unb theoretische Prüfung. Zunächst waren bie praktischen Fragen, unb zwar je vier auf ben verschiebensten Gebieten zu beantworten. Bei ben Mäbchen gab es zwei Leistungsklassen, bei ben Jungen vier. Auch bas Problem Ostpreußen wurde in ben Fragen berücksichtigt. Die Mäbel hatten je eine Frage über Wirtschaft unb Geschichte zu beantworten. Mit jeder Leistungsklasse würben naturgemäß bie Ansorberungen an das politische Wissen unserer berufstätigen Jugenb gesteigert. Aber auch bie praktischen Aufgaben waren nicht einfach zu lösen. Jeber hatte einen Aufsatz zu schreiben unb bann eine Anzahl von Fragen zu beantworten. Zum Schluß waren einige Berufsrechnungen burchzuführen. Die Jungen unb Mäbel mußten sehr grünbliche geistige Arbeit leisten, um bie Höchstpunktzahl von 20 Punkten für bie weltanschauliche unb 30 für bie praktischen Aufgaben zu erreichen. Am Montagabenb würbe ber eigentliche Reichsberufswettkampf ber beutschen Jugenb abgeschlossen. Reichsjugenbführer Baldur von Schirach traf 3ur Teilnahme an den Abschlußfeiern in Königsberg ein. Zum Abschluß der Schulungstagung für bie soziale Jugenbarbeit sprach in Königsberg Gauleiter Koch über bie sozialistische Senbung bes beutschen Ostens unb bie volk- unb staatspolitischen Aufgaben ber jungen Generation. Der Gauleiter wanbte sich bann ber politischen Senbung bes beutschen Ostens zu unb schilderte nach einem geschichtlichen Aufriß bie praktische politische Aufbauarbeit in Ostpreußen. Er ging auf ben Jnbustrialisierungsprozeß ein, nach bem in ben nächsten zehn Jahren Menschen in großer Zahl in Ostpreußen neu angefiebelt werben sollen, wobei bie besten Blutsträger gerade gut genug seien, hier angesetzt zu werden. Dor ber enbgültigen Lösung aller sozialpolitischen Probleme im Sinne bes Nationalsozialismus müsse bie außenpolitische Freiheit, bie Ernährungsgrunblage unb die Einschaltung aller Volksgenossen in den Arbeitsprozeß sichergestellt sein. Der deutsche Arbeiter schaffe durch sein unerhörtes persönliches Opfer, das er täglich bringe, die Voraussetzung für die außenpolitische Freiheit. Abschließend forderte der Gauleiter die Jugendführer auf, die Jungen und Mädel zu selbständigen Charakteren zu erziehen. „Graf Zeppelin" zur zweiten Südamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Montag um 19.25 Uhr bei regnerischem Wetter zu seiner zweiten diesjährigen Südamerikafahrt gestartet. Die Führung hat sein Kommanbant, Kapitän von Schiller, übernommen. An Bord befinden sich 20 Fahrgäste, außer Deutschen Engländer, Australier, Brasilianer, Argenttnier unb Franzosen. Das Luftschiff wirb wiederum bie nörb« liche Route über Hollanb einschlagen. An Borb werben 400 Kilogramm Fracht beförbert. — Das Luftschiff wirb bei seiner Rückkehr aus Sübamerifa am 8. Mai nach Frankfurt kommen. Der neue Zeppelinhafen würbe dieser Tage durch Vertreter ber Zepvelin-Reederei sowie der Behörden besichtigt, wobei man feststellte, daß bie Arbeiten beenbet sind und einer Landung bzw. einem Start nichts mehr im Wege steht. ♦ Dienstag früh 8 Uhr deutscher Zeit war das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Kanal. Die Geschwindigkeit betrug 57 Seemeilen in der Stunde und die Fahrthöhe 200 Meter. Geheimnisvolle Bluttat im Irischen Freistaat. In Dungarvan im Irischen Freistaat wurde am Sonntagabend eine geheimnisvolle Bluttat verübt. Ein junger Mann, der von einem Ball zurückkehrte, wurde von dem Insassen eines Kraftwagens angehalten und auf offener Straße durch mehrere Schüsse getötet. Die Hintergründe des Mordes find völlig ungeklärt. Bisher ist es trotz ausgedehnter Polizeimaßnahmen nicht gelungen, der Mörder habhaft zu werden. vier Kinder bei einem Autounglück in Oberitalien getötet Ein Kraftwagen, in dem sich fünf Personen befanden, raste mit voller Geschwindigkeit in den Ort Calusco d'Adda in der Nähe von Bergamo (Oberitalien) und überfuhr ein Kind, das sofort a e • tötet wurde. Durch diesen Unfall verlor ber Lenker bes Wagens bie Herrschaft über bas Fahrzeug, das gegen ein Haus geschleudert wurde, vor dem eine Gruppe von Kindern spielte. Drei siebenjährige Kinder waren auf der Stelle tot, die übrigen Kinder und eine Frau kamen mit mehr oder minder schweren Verletzungen davon. Argentinische Stabt vom Unwetter heimgesucht. Die argentinische Stabt Menboza unb Umgeaenb ist von einem schweren U n ro e tt e r heimgesucht worben, bas großen Schaben anrichtete' Wolken- bruchartige Regengüsse verursachten weithin Ueberschwemmungen. In einigen Straßen steht bas Wasser über einen Meter hoch. Die Weinberge ber Umgebung sinb vollstänbia verwüstet. Da bie Zugangssttaßen zerstört sinb, ist Die Stabt völlig abgeschnitten. Das Unwetter hat eine Reihe von Häusern bemoliert unb bamit viele Familien obdachlos gemacht. Ein dreijähriges Mädchen ist e r» trunken. Oer Wettbolschewismus. Ein Weißbuch der Anti-Komintern. Berlin, 27. April. (DNB.) Der Anti-Ko- m i n t e r n, der Gesamtoerband deutscher antikommunistischer Vereinigungen, veranstaltete anläßlich der Herausgabe des dokumentarischen internationalen Gemeinschaftswertes über bie Wühlarbeit unb bie Umsturzversuche ber Komintern in allen Säubern „D e r Weltbolschewismus" einen Presseempfang im Haus ber Deutschen Presse vor in- unb auslänbischen Journalisten unb prominenten Vertretern bes politischen unb geistigen Lebens. Dr. Abolf Ehrt, ber Leiter ber Anti-Komintern, sprach über bas neue Werk, bas in jahrelanger Gemeinschaftsarbeit von runb 50 ber hervorragendsten internationalen Sachkenner auf bem Gebiete des antikommunistischen Kampfes burch bie Initiative ber Anti-Komintern zu staube gekommen ist. Vor brei Jahren übergab bie Anti-Komintern an ber gleichen Stelle mit bem Buch „Bewaffneter SH u f ft a n b" bie authentische Darstellung ber kommunistischen Umsturzversuche innerhalb Deutschlands ber Oeffentlichkeit. Das jetzt erscheinende Werk behandelt das umfassende Thema bes Welt- bolschewismus. Die Themenstellung ist symptomatisch für bie inzwischen erfolgte Ausweitung ber Arbeit ber Anti-Komintern, die heute einen Konzern von Organisationen barstellt, bie bei aller Wahrung ber inbivibuellen Selbstänbigkeit einen gemeinsamen Kampf gegen ben bolschewistischen Weltfeind führen. Dr. Ehrt kennzeichnete in seiner Rebe bie weltpolitische Situation, in ber bas neue Werk erscheint. Der Bolschewismus, führte er aus, bilbe heute bas ernsteste Problem ber internationalen Politik. Währenb bie Kommunistische Internationale ben Umsturz in allen Säubern oorbereite, rüste ber militante Bolschewismus hinter ben Kulissen seiner abgeschmackten Phraseologie bie Rote Armee als Waffe feiner weltimperia- listischen unb weltrevolutionären Ziele. Komintern unb Sowjetunion seien Machwerkzeuge in ber Hanb ein unb berselben Clique internationaler Weltverschwörer mit (Stalin an ber Spitze. Als Bollwerk gegen biefe Weltverschwörung sei heute aber bereits eine anti- bolschewistische Weltbewegung in Dil- bung begriffen, als beren erstes in kamerabschaft- licher Zusammenarbeit entftanbenes Werk heute bas Buch „Der Weltbolschewismus" erscheine. Als Vertreter ber auslänbischen Mitarbeiter an bem Werk sprach Hauptmann von Bahr, ber Verfasser bes Beitrages über Schweben. Er bankte ber Anti-Komintern für ihre Initiative zur Herausgabe bes Werkes unb erklärte bie Schaffung einer antibolschewistischeu Weltfront für bas bringenbfte Gebot ber Stunbe. Der fonfequenten weltrevolutionären unb weltimperialistischen Wühlarbeit ber Komintern müsse eine internationale antibolsche- wistische Gemeinschaftsarbeit auf nationaler Grunblage entgegengestellt werben. Das Ergebnis der spanischen Wahlen. M a b r i b, 27. April. (DNB.) Die am Sonntag in Spanien gewählten Vertrauensleute setzen sich nach ben bis jetzt vorliegenden Ergebnissen, bei denen nur noch 13 Sitze fehlen, wie folgt zusammen: Sozialdemokraten 138, Sinfs- repubfifaner 117, Republikanische Union 58, Konservative Republikaner 40, Kommunisten 34, Es- ouerra (Katalanische Linke) 16, Siaa (Katalanische Rechte) 10, Splitter 47. An diesen Wahlen nahmen di" Rechtsparteien unb die Parteien ber Mitte nicht teil. Nur an wenigen Orten würben von biesen Parteien Kandidaten aufgestellt und gewählt. Ihre Zahl (Monarchisten 3, Agrarier 2, Radikale 5) beeinflußt jeboch bas Gesamtbilb in keiner Weise. ©er kommunistische Terror. Mabrib, 27. April. (DNB.) In Coria ftürmte eine Gruvpe Kommunisten bie Kirche Soledad, zerstörte drei Altäre, die Kanzel unb ben Glockenstuhl. Darauf hißten sie auf bem Kirchturm eine rote Fahne. Auch in Pueblo bei R i o überfielen Kommunisten eine Kirche und richteten im Innern Verwüstungen an. In Castillo de las Guardas wurde ein Chauffeur, ber vier Polizeibeamte nach einer Grube in ber Nähe gefahren hatte, auf dem Rückweg von Kommunisten überfallen, aus bem Wagen gerissen unb an einen Baum gebunben. Darauf zertrümmerten bie Kommunisten ben Wagen unb verprügelten ben wehrlosen Chauffeur, ber später mit erheblichen Verletzungen aufgefunben wurde. Deutschsprachige Sowjetzeitungen in Oesterreich verboten. Wien, 28. April. (DNB.) Das Bunbeskanzier» amt hat bie Verbreitung sämtlicher im Gebiet ber Sowjetunion in beutfefjer Sprache er- scheinenben Zeitungen unb Zeitschriften im In- lanbe für bie Dauer eines Jahres verboten. II DWG ■ '■ ■ -z ••• <<>• ■ WÄ M -,?<■ £V"" Alte ö( Iie italienische traf in Kl'-" reichten der 3t 3uiti Einer der e der italienische Nossoni, w lin einen Bort 'M Italiens tag teilnehmen schastlichen ®r Deutschland ui Bei aller Vers denn das ist d und des Fascl faffung nad) bie Uebermin fdjenbe 2Jladjt jenige, was b und Italiens lien fid) auf f jedoch die Stai Mischland bei Ws- und sozi der Freiheit des gelassen worben, tralismus ohne litischer, wirtsü zentraler Ttaa heitsstaat, der standen ist un litischer, noch sicht.verleugn _ Äm Jahre über die polil mus für die den FaschiZmi leitet oom M der italienische und Enrico Le lamentsseindlic Zusammensasser Unter den v Kindheit war k bwder hamniei kleinen Ladt c Tag vier Straß Her drucken 7" b°> -m m 7"?°"d d° » ^ute, bei Obereren, Toi ^UeichtniA A?"" °>° ?er ">cht nur i-m- Hel, s“ Wfc de feite der Di, Vogen. 1 der uni Diel Qrn Jer 'K'fs,' ^ine Ärt»9e allem r7l: Nicht;,^gen 6s N«sSleit Serme r ist MA ' *1) Kreistagssihung in Gießen kundige 2690Ü Marktstraße 23 2682a Tel. 2417 Wir suchen für sofort eine tüchtige, fleißige u. branche- Spratts Küken-Füller Futter- n. Moscbel-Kalk Eugen Scheel,Mäusburi 17 KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleien lOßclfingoimng dovWßvvMche Dos Lfphoiungsmoofö Dos iDonlfdionWolfos Disolnfdiäofilid] )0.DrllM. liUoiDungonnohmon allo W-LIlOtiststoW cntgogon. IMOlfSUMtHW lüaimmtsloitung Ssoston-Mssau geschlossen ist, werden sie dann kastriert. Sobald nun die Pollenreife eingetreten ist, werden die Blüten künstlich befruchtet und wieder sorgfältig mit Pergament eingehüllt. Jeder Blütenzweig erhält eine Nummer, die auf einem Etikett, das sich am Blütenzweig befindet, und in den Kontrollbüchern vermerkt wird. Sämtliche Beobachtungen werden unter dieser Nummer in das Protokollbuch eingetragen, so daß sich der Erfolg in jedem Einzelfall genau feststellen läßt. Wenn die Blütezeit vorüber ist, werden die Pergamenthüllen wieder entfernt. Später, gewöhnlich nach dem sogenannten Junifall, erfolgt die Zählung und Buchung des Obstansatzes. Gleichzeitig werden die Blütenzweige, die Ansatz zeigen, mit Gazebeuteln eingehüllt, um den Erfolg sicherzustellen. Die geernteten Früchte werden später ebenfalls gezählt und gebucht. Die Praxis nimmt in steigendem Maße die Ergebnisse der Untersuchungen in Anspruch. Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 400 462 Mark; Ausgabe: 137 776 Mark. Grund st ücksverwaltung: Einnahme drei Mark: Ausgabe: 15 Mark. Kapitalvermögen und Kapitalschulden: Einnahme 4796 Mark; Ausgabe: 4501 Mark. Aus der Vermögensrechnung für 1936 ist folgendes zu berichten: Der Reste- und Ausgleichsstock weist in Einnahme und Ausgabe je 166 822 Mark auf und der Kapitalien- und Erneuerungsfonds schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 13 206 Mark ab. Die Höhe der K r e i s u m l a g e n ist auf 201 000 Mark veranschlagt. Aus der Vermögensübersicht nach dem Stand vom 1. Januar 1936 ist ersichtlich, daß sich das Vermögen des Kreises insgesamt auf 318 685,47 Mark beläuft, dem eine Gesamtsumme an Schulden in Höhe von 98 083 Mark gegenübersteht. Zu diesem Voranschlag gab Oberregierungsrat Dr. Schoenhals einige Erläuterungen, wies auf verschiedene Veränderungen gegenüber dem vorjährigen Voranschlag hin und betonte, daß der Voranschlag gut ausgeglichen sei. Die Steuerausschlagsätze bewegen sich in allen Teilen auf der Höhe des Vorjahres. Das zu erwartende Steueraufkommen deckt den Umlagebedarf. Der Kreistag erklärte sich einstimmig mit dem vom Kreisausschuß aufgestellten Voranschlag einverstanden. Hierauf wurde der Schaffung einer etatsmäßigen Jnspektorenstelle bei dem Kreisfürsorgeamt (Jn- haberstelle) zugestimmt. In seinen abschließenden Ausführungen sprach Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s in einem kurzen Rückblick über die Verhältnisse im Kreis und in den Landgemeinden vor der Machtergreifung, zeichnete ein Bild von der verzweifelten Lage vieler Gemeinden zu jener Zeit und stellte dem die erfreuliche Entwicklung gegenüber, die sich im Laufe der vergangenen drei Jahre nationalsozialistischer Regierung angebahnt hatte. Mit dankbarem Gedenken des Führers, mit einem Gelöbnis zu weiterer tatkräftiger Mitarbeit an der Verwirklichung und Erreichung der Ziele des Führers und Reichskanzlers und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Lenker des deutschen Geschicks schloß der Kreistag. Fachgruppe 1 Bandelsverlreter irefiDunlf 1* Mai 11 Uhr Mannestlme. SlerMseAevven welche Apparate vv. verkaufen können, als Bezirks - Provisions- IBüten-ülDtomotrn-Bertreler für zum Teil neuartige, gut zu verkaufende Apparate gebucht.Intensive Arbeiter, die la Möglichkeiten auszunutz, versteh., wollen schriftl. Angeb. u. 2684D an den Gießener Anzeig, einr., wobei Mitteilung, ob bereits Automaten verkauft und ob Kraftwagenbenutzung möglich, erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Der Kreistag des Kreises Gießen hielt am heutigen Dienstagvormittag im Sitzungssaal des Kreisamtes seine diesjährige ordentliche Sitzung unter Leitung von Oberreglerungsrat Dr. Schoenhals ab. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde der Bericht über die Rechnung der Kreisklasse für 1934 in Verbindung mit dem Verwaltungsbericht des Kreisausschusses erstattet. Die Rechnung der Kreiskasse für das Rechnungsjahr 1934 schließt in der Abteilung A (für den Betrieb) in Einnahmen mit 475 378,35 Mark, in Ausgaben mit 444 816,13 Mk. und im Rechnungsrest mit 30 562,22 Mark (der in Außenständen besteht) ab. In der Abteilung B (für das Vermögen) belaufen sich die Einnahmen auf 175 956,60 Mark, die Ausgaben auf 9134,75 Mark und der Rechnungsrest auf 166 822,13 Mark, einem Bestand, der in barem Vorrat vorhanden ist. Im Zusammenhang mit der Rechnung wies Oberregierungsrat Dr. Schoenhals auf den Verwaltungbericht des Kreisausfchuffes für das Jahr 1934 hin, der den Mitgliedern des Kreistages gedruckt vorlag. Kreistagsmitglied Direktor W r e d e stellte den Antrag, den vorliegenden Rechnungsbericht der Kreiskaffe, vorbehaltlich der Genehmigung der Oberrechnungskammer Darmstadt gutzuheißen, gleichermaßen den Verwaltungsbericht. Dem Antrag wurde durch den Kreistag einstimmig entsprochen. Sodann kam der Vo rans'chlag des Krei- Kleine PfhWflljrt mit Akademikertochter, 23, bl., evang., mit smn- vathischem Arzt oder Offizier machen. Ausst. später. Hausbes. Bildbriefe unter 2687D an den Gießen. Anzeig, erbeten. Südafrika rüstet aus. Erklärung des südafrikanischen Verteidigungsministers. London, 27 April. (DNB.) Wie aus Kapstadt gemeldet wird, hat der Verteidigungsminister der Südafrikanischen Union, Pirow, am Montag im Abgeordnetenhaus eine wichtige Erklärung über die r ü st ungspolitischen Maßnahmen der Regierung abgegeben. Danach sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre 1000 Flugzeugführer ausgebildet werden. Außerdem ist die Aufstellung eines Panzerabwehrbataillons beabsichtigt, das mit den modernsten Abwehrwaffen ausgerüstet werden und in der Lage fein soll, innerhalb 48 Stunden auf dem Luftwege eine Entfernung von 800 Kilometer zurückzulegen. Der Funfjahrplan sieht ferner vor, daß außer der Verkehrsluftflotte nicht weniger als 12 Bombengeschwader gebildet werden sollen. Pirow fügte hinzu, es fei noch keineswegs sicher, daß diese Maßnahmen ausreichen würden. Vielleicht werde Südafrika in einem oder zwei Jahren feststellen, daß es dreimal so viel Frontflugzeuge benötige. Die Union behalte sich in allen Wehrfragen Handlungsfreiheit vor. Das bedeute nicht, daß zwischen England und Südafrika in militärischen Angelegenheiten eine Spannung bestanden habe. Im. Gegenteil hätten in den letzten 16 Jahren und besonders seit 1924 häufige und herzliche Aussprachen zwischen dem britischen Reichsverteidigungsausschuß und dem südafrikanischen Wehrministerium stattgefunden. Diese Woche wischeMche <£. G. ^rleinhenn Bahnhofstraße 61 2686d Tel. 3866 6125Adler Person.-Wagen, geschloss., mosch, einwandfrei, mit od. ohne 2-Rad- Anhäng. rn.Ka- sten-Aufbau, ca. 10 Ztr. Tragkr., billig,z.280RM., zu verk. Probcf. und Teilzahlung gestattet. [2471i) Aug.Kullmann, Frankfurt a.M., Gr.Rittergasse9. Beginn der amerikanischen Marinemanöver. San Pedro (Kalifornien), 27. April. (DNB.) Fast die gesamte H o ch s e e f l o t t e der Vereinigten Staaten ist am Montag in Begleitung von 45 0 Marineflugzeugen zu einer 6 wöchigen Ueb u n g ausgelaufen Als Manöveraufgabe, über bie, wie üblich, strengstes Stillschweigen gewahrt wird, ist die Lösung des „Geheimproblems XVII" gestellt worden. 3m Dienste des deutschen Obstbaues Künstliche Befruchtung. —Eine Million Versuche in Geisenheim. Kunst und Wissenschaft. Ehrenvoller Auftrag an einen deutschen Gelehrten im Fernen Osten. Professor Erich Reuleaux, der zur Zeit beurlaubte Inhaber des Lehrstuhls für Eisenbahnwesen an der Technischen Hochschule D a r m st a d t, ist von der chinesischen Regierung, in deren Dienst er für eine Reihe von Jahren getreten ist, von seiner Tätigkeit als Professor an der Tung Chi- Universität entbunden worden, um dem Eisenbahnminister ständig und ausschließlich als Berater zur Verfügung zu stehen. Professor Reuleaux übt mit seiner Tätigkeit eine wichtige deutsche Kulturmission im Fernen Osten aus. rNittelrheinifcher Aerztekag in Bad Soden. Am 7. Juni d. I. findet in Bad Soden am Taunus der 7 4. Mi tte lrh eini sch e A e rzt e- t a g statt. Die Tagung wird im Kurhaus abgehalten. Die Reichsfesifpiele in Heidelberg. Unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels finden auch dieses Jahr die Reichs fest spiele in Heidelberg statt. Die Spielzeit hat eine Verlängerung erfahren, um allen Olympiadebesuchern Gelegenheit zu geben, vor oder nach den Olympischen Spielen diese hervorragenden Aufführungen deutscher Schauspielkunst an geschichtlich und kulturell bedeutsamer Stätte zu erleben. Vom 12. Juli an wird durchgespielt bis 30. August. Zur Aufführung gelangen " Goethes „G ö tz von B e r l i ch i n g e n" unter der Spielleitung von Heinrich George und Hebbels „Agnes Bernau e r", Regie: Richprd Weichert (Berlin). Neben den deutschen Klassikern erscheint Shakespeare mit der „Komödie der Irrungen" in der Inszenierung von Paul Mundorf, dem Direktor des Thalia-Theaters Hamburg, während das Lustspiel „Pantalon und seineSöhne" des verstorbenen Dichters Paul Ernst von Hans Sch weit art, dem Oberspielleiter der Bayerischen Staatstheater München vorbereitet wird. Von Menschenhand erfolgt die künstliche Befruchtung der Blüten. Hier muß mit äußerster Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt vorgegangen werden. — (DNB.-Heimatbilderdienst. Photo: Kern.) Verkäuferin Manfred Volz, Gießen Bahnhofstraße 2-4. Llrrrelgen-Atmahtner Oie Oonnerstagsnummer des Gießener Anzeigers vom 30 April wird aus Anlaß des Nationalfeiertages des deutschen Volkes als LNaifeieviags-Älusgabe herausgebracht werden. 2689 d Oie nächste Nummer erscheint am Samstag, dem 2. Mai. - Anzeigen für diese SaniSiags-Ausgabe bitten wir bis 30. April aufzugeben, weil unser Betrieb am 1. Mai geschloffen ist. Vevtag des Gietzenev Anzeigers Fischlag für jede» Haushalt Filet......Pfund von 35 an Kochfische Pfund von 28 4 an Erinnerung! Tagung d.Kreis- gebiets Gießen d Deutsch. Stenografenschaft verbunden mit Lei- stungsschreiben am 2, u. 3. Mai m Wrefeck. 268id + Hämorrhoiden sind lästig. Eine einzige der (xratisproben, welche wir versenden, um jeden von der Wirkung unseres J .. ANUVAL1N zu überzeugen, wird Ihnen schon neue Lebensfreude geben. Verlangen Sie noch heute eine Probe umsonst und portofrei von Annvalin, Berlin SW 61, Abteilung 253 Donnerstag billige Seefische von 0.28 an Schellfische o.K.Pfd. von 0.40 an Z'let .......Pfd. von 0.35 an Lebende Karpfen .... Pfd. 1.00 Rot-Zungen, Schollen und alle übrigen Sorten empfiehlt billigst Ä>. #to Odenhausen (Lah n), 27. April. Auf der abschüssigen Straße am Ausgang unseres Dorfes stürzte gestern die 16 Jahre alte Tochter des Bahnbeamten Konrad Schneider aus dem benachbarten Fronhausen mit ihrem Fahrrad. Das bedauernswerte Mädchen erlitt dabei so st a r k e Verletzungen am Unterkiefer, daß nach erster ärztlicher Hilfeleistung die Ueberführung nach der Marburger Klinik erforderlich war. cxd Hörnsheim, 27. April. Bei den hiesigen Gemeindebullen wurde die Trichino - madenseuche festgestellt. Zwei Bullen müssen abgeschafft werden, darunter auch der Herdbuchbulle der Herbuchgesellschaft Wetzlar. Ein jüngerer Bulle soll durch das Veterinärinstitut in Gießen behandelt werden. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Arannuri a. -Ul. Bernn Schlußkurs Schluß'. Abend» börsc Gchluß- kurs Schlußk. mittag» börsc Oaturn 25-4. 27-4. 25.4. 27-4- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101 100,9 100,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,5 97,4 97,4 k^% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,9 102,9 103,13 103 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. Manne« mann-R >ren........0 96,65 91.5 97,65 92,5 96,75 91.25 97,75 92,5 Sranffurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß'. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Oatum 25-4- 27 4 25 4- 27 4- ManSselder Bergbau....... .. 5 138,5 139,5 138,5 140 Kokswerke ................ .. 6 —— 130 130 Rheinische Braunkohlen .... . 12 — 230,5 229,75 Rheinstahl ................ .. 4 123,25 124,5 123,5 124,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 88,5 89,5 88,5 89,4 Otavi Minen ............. .. O 22,25 22,75 22,4 22,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 129 130 129,9 128,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 128,25 128 129,5 129 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 185 185 185 3. G. Farben-Zndustrte..... .. ? 166,25 231 166,75 166,25 166,65 Scheideanstalt............. .. 9 231,5 Goldschmidt .............. .. 6 112 113,25 112,75 113,25 RütgerSwerke ............. .. 6 130 130 129,13 129,65 Metallgesellschaft........... 125 123,5 125 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... Cemenlwerk Karlstadt....... .. 4 116,65 118 117,5 .. 7 .. 6 143 142 142,75 ।116,65 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — _ 107 107,9 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 51,13 52,25 51,5 52,25 Bemberg................. .. 5 — 88,65 87,4 89,25 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 129 129,5 129,4 129,13 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 93 92,75 92,9 93 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 133,65 135,25 Daimler Motoren.......... .. 0 107 107,5 107 107,65 Deutsche Linoleum......... .. 8 174,75 174,25 174,75 174,75 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 80 80,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 39,4 39,25 39,25 39,25 Chade .................... 7'/. 357,5 361 356,5 360 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 189,4 189 188,5 190,5 Conti-Gummi............. .. 8 181 180,5 130,75 GrHner.................. .. 0 I 30,4 I 30 30,65 Mainkraftwerke Höchst U.M.. Süddeutscher Zucker_____ .. 4 . 10 95 1 203 96 204 1 - 203,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21t 25-April 27-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Brief Buenos Al re. 0,681 0,685 0,682 0,686 Brüssel .... 42,06 42,14 42,07 42,15 Rio de Jan. 0,137 0,139 0,136 0,138 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,84 54,94 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,28 12,31 HelsingfarS.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ...... 16,37 16,41 16,385 16,425 Holland ... 168,65 169,99 168,80 169,14 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Faoan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,68 61,80 61,71 61,83 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,15 11,17 11,155 11,175 Stockholm... 63,29 63,41 63,32 63,44 Schweiz .... 81,00 81,16 81,03 81,19 Spanien.... 33,93 33,99 33,96 34,02 Prag....... Budapest .. 10,265 10,285 10,27 10,29 fieuQod ... 2,487 2,491 2,488 2,492 Banknoten. Berlin, 27-April Geld Brie< Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänische Noten ................. 54,58 54,80 Englische Noten ................. 12,245 12,285 Französische Noten............... 16,335 16,395 Holländische Noten............... 168,38 169,06 Htattenische Noten................ Norwegische Noten .............. 61,50 61,74 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... — _ Schwedische Noten............... 63,10 63,36 Schweizer Noten................. 80,85 81,17 Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 33,62 33J6 ‘fr fr Vi uni> Schaft »meine ürFett. Rmdfleisch, 179 Halhx en pro 50 Höchstpreise) bis 105, C) > Schweine- ^er chster Preis ausverkauft. teil. ioline) un- r Äeit hörte erlach von imme einige )t unter den schuft öfters )er 29jaf)rige; schen Hebung inneren Klinik nach e Kirchen-' Familien- Lied leiteten ie/ degrühte bas ßeihnort . In unter« i der Chor lie allgemein nbs, 8u d"m bunwrvo't'n mnkte Pfar- forderte au', der wW nd Schwur", zum Führer Zum Mor- vonntags bot : vier Kim zur Taufe M. Auf der lferes Dorfes Tochter des aus dem be- h r r a d. Das i so starke rr, daß nach Führung nach den hiesigen Trichino« Zullen müssen ^erdbuchbulle üngerer Bulle ßen behandelt ioa. Zamskagno^ 12 )7 16 \1 14 10 !8 15 35 30 50 17 >4 n >5 i5 12 13 16 7 18 42,15 0,138 3,053 54,94 46,90 12,3 5,425 16,425 169,4 19,64 0,719 5,666 61,83 49-0 11/175 63,44 81.18 34, 2 10,29 2,492 42,08 54,8« 12 285 16,38 169^8 61^ 63/8< irt fl«®* ii. r.99 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 28. April 1936 0er Borentwurf zur Neugestaltung der „Liebigshöhe" JE Är Ansicht der neuen Liebigshöhe von der Talseite her, mit großem Saal, überdeckter Veranda und Aussichtsturm. Daneben durch eine Pergola verbunden die alte Liebigshöhe, ohne den baufälligen großen Saal, als künftige Gemäldegalerie und Ausstellungsraum, beide verbunden durch den großen Liebig-Park. Aus der Provinzialhauptstadt. Briefe aus dem Dritten Reich. Von jeher waren Briefe die lebendigsten Zeugen geschichtlicher Vorgänge oder menschlichen Erlebens. Wie arm wären wir, besäßen wir nicht den kostbaren Schatz der Briefe großer Männer und Frauen, in denen wir den Atem ihrer Zeit weit stärker spüren als in Geschichtswerken und Lebensbeschreibungen, die Ereignisse und Seelenregungen doch nur rückschauend widerspiegeln können. Daß aber auch die Briefe unbekannter Männer zu Zeugen geschichtlicher und seelischer Bewegungen aufwachsen können, wissen wir, seit dem wir die Kriegsbriefe gefallener Studenten besitzen. Tief zu bedauern ist deswegen, daß unsere heutige Zeit nicht mehr brieffreudig ist und wohl auch nicht sein kann, weil ihr Pulsschlag zu schnell geht, um uns genügend Stunden besinnlichen Briefschreibens zu schenken. Und trotz alledem! Auch heute noch werden Briefe geschrieben, die uns einen tiefen Einblick in die Zeit und das Erleben unseres Volkes geben. Wir müssen uns nur etwas Mühe geben, sie aufzustöbern, oder das Glück haben, daß sie uns unversehens in die Hände fallen wie zum Beispiel die rund hundert Briefe der „Hitler-Urlauber", die vom Hauptamt der NS.-Volkswohlfahrt in einem (unveröffentlichten) Umdruck zusammengefaßt wurden. Es sind die Briefe jener Volksgenossen, jener alten SA.-Männer und ergrauten Arbeiter, denen Durch die Hitler-Freiplatz-Spende oft zum allererstenmal Gelegenheit gegeben wurde, „mit dem Schnellzug zu fahren" oder zu begreifen, daß es außerhalb ihres Arbeitsplatzes und ihrer engen Stockwerkwohnung noch ein „wunderschönes Deutschland" gibt. Man muß einmal in diesen Briefen geblättert haben, um zu erfahren, was diese Hitler-Freiplatz- Spende für die Erneuerung unseres Volkes bedeutet. Wenn da ein Hitler-Urlauber schreibt, daß er „die Volksgemeinschaft zwischen Arbeiter und Geheimrat praktisch erleben konnte", so ist dieses Erlebnis mehr als ein kleiner Baustein für die kommende, vollendete Volksgemeinschaft. Wenn ein anderer Hitler-Urlauber schreibt, daß ihn „die deutsche Art der Gastfreundschaft froh gemacht habe"; wieder ein anderer begeistert von den deutschen Frauen und Mädchen in der Grafschaft Schlitz berichtet, die „ihre altüberlieferten Trachten tragen und allwöchentlich ihre Spinn- und Strickstuben halten", so schlägt da urplötzlich ein Blutserbe Wurzel, das für immer verdorrt wäre, gäbe es diese Hitler-Freiplatz-Spende nicht. Auch die Berichte von der überreichen Verpflegung („ ... auch wurde ich gewogen, da sie an mich noch etwas anbauen wollten") beweisen, daß die Freiplatz-Spender wissen, wo vielen, vielen unserer Volksgenossen noch immer der Schuh drückt. Vielleicht wäre es doch gut, diese „Briefe dankbarer Hitler-Urlauber" zu veröffentlichen, weil es die ersten Briefe aus dem Dritten Reich find, die ungeheißen und ungeschminkt aufzeigen, wie ein großer Führer die sittlichen Kräfte eines Volkes wieder wachzurufen und damit das Glück dieses Volkes zu schmieden vermag. Dr. By. Vornoiizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 17.30 bis 18.30 Uhr Kindergymnastik Frankfurter Straße 60 (Gartenhaus); 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Schwarze Husaren". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Artisten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mazurka". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Hei- dingsfeld-Danzig und P. A. Böckstiegel-Dresden. „Schwarze Husaren" im Stadttheater. Aus- dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, von 20 bis 22.30 Uhr, geht erstmalig die Operette „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze (nach einem Lustspiel von Leo Lenz) in Szene. Am Dirigentenpult: Ernst Bräuer. Die Spielleitung liegt in den Händen des Intendanten. Mit- wi'rkende: Damen: Henckell, Perry; Herren: Bley, Hub, Lindt, Lüpke, Nieren, Schorn, Dolck, Bodart a. G. 28. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. (schafft Jugendherbergen! Reichswerbe- und Opfertag des Deutschen Iugendherbergewerkes. Wie schon seit Jahren, führt auch in diesem Jahr der Reichsverband für deutsche Jugendherbergen einen Reichswerbe- und Opfertag durch, der von dem Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP, für den 16. und 17. Mai genehmigt wurde. Das gewaltige Ansteigen der Uebernachtungszls- sern der deutschen wie auch der ausländischen Jugend in den deutschen Jugendherbergen hat den Mangel an solchen Heimen an vielen Orten fühlbar verstärkt. Mehr als 2000 Jugendherbergen hat der Jugendherbergsverband geschaffen, die für die ganze Welt vorbildlich geworden sind. Die Fahrt ist heute zu einem Bestandteil des Dienstes der Hitlerjugend erklärt worden. Dies hat zu einer verstärkten Belegung der deutschen Jugendherbergen geführt. Es ist daher notwendig, in Deutschland noch viele Jugendherbergen zu schaffen. Der Reichs- werbe- und Öpfertag am 16. und 17. Mai soll dem Reichsverband für deutsche Jugendherbergen die Lösung dieser Aufgabe ermöglichen. Keine Redner tür den 1. Mai. Wie die Kreisleitung Wetterau uns mitteilt, werden für den 1.211 a i keine Redner gestellt. Es wird nur die Rededes Führers übertragen. Oie Zeuerwerkerlaufbahn im Heer. Vielfach werden Soldaten erst während ihrer einjährigen Dienstzeit auf die Feuerwerkerlaufbahn aufmerksam, die für diese Laufbahn sehr geeignet sind, aber der Bestimmung der Bezugsoorschrift, die eine zweijährige praktische Tätigkeit in der Metallindustrie oder im Metallhandwerk vorschreibt, nicht genügen. Um den Ersatz an Feuerwerkern sicherzüftellen, können künftig auch geeignete Mannschaften des Beurlaubtenstandes, die im Anschluß an ihre einjährige Dienstzeit l3/< Jahr praktisch in der Metallindustrie oder im Metallhandwerk gearbeitet haben und sich spätestens l3/< Jahr nach Beendigung ihres Dienstjahres bei ihrem Stammtruppenteil auf ein weiteres Dienstjahr verpflichten, als Anwärter für die Feuerwerkerlaufbahn zugelaffen werden. Der Wiedereintritt hat zum 1. 7. des auf die Entlassung folgenden übernächsten Jahres zu erfolgen. Am Ende ihrer 12jährigen Dienstzeit sollen Wiederetngestellte in der Regel nicht älter als 35 Jahre sein. Die Wiedereingestellten leisten zwei Monate Dienst bei einer Truppenwaffenmeisterei und einen Monat bei Heeres-Feld- zeugdienststellen und den Abnahme-Kommandos. NeueBestinirnungen über dieIörderung der Kleinsiedlung DNB. Jrn Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger vorn Montag werden die neuen Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über die Förderung der Kleinsiedelung vom 21. April 1936 veröffentlicht. Durch die neuen Bestimmungen werden die für die Kleinsiedlung geltenden Verwaltungsvorschriften zusammengefaßt, dabei stark gekürzt, vereinfacht und so geändert, daß die Durchführung der Kleinsiedlung wesentlich erleichtert wird. So sind die Reichsdarlehen erheblich erhöht worden, die L a n d b e s ch a f f u n g i st erleichtert,- die Begrenzung der Baukosten ist aufgelockert, besonders auch für den Fall, daß den Siedlern erhebliche Barmittel oder unverzinsliche Wertdarlehen zur Verfügung stehen. Kinderreichen Siedlern kann unter bestimmten Voraussetzungen bis zu fünf Jahren ein erheblicher Zinsnachlaß auch für Reichsdarlehen zugestanden werden. Das Verfahren ist vereinfacht Entscheidung und Verantwortung in stärkerem Maße in die ausführenden Stellen verlegt. Solchen Siedlern, die bereits geeignete Siedlungsgrundstücke besitzen, sind wesentliche Verfahrenserleichterungen zugebilligt worden. Die Reichsregierung hofft, auf diese Weise die Hemmungen, die sich bisher der Durchführung der Kleinsiedlung mitunter entgegenstellten, im wesentlichen beseitigt zu haben, so'daß diese Maßnahmen nunmehr mit verstärkter Tatkraft zum Besten der schaffenden Volksgenossen fortgeführt werden können Die öeutfdiß Rrbeildfront ^n;6.=6ßmdnf(haft.„firaft öürth freuöc" Dolkslanzkreis. Der Tanzabend am Mittwoch, 29. April, fällt aus. Für die nächste Woche wird der Abend noch bekanntgegeben. Angehörige der DAF., HI. und BDM. können an unserem Tanzkreis noch teilnehmen. Anmeldungen in der Kreisdienststelle, Schanzenstr. 18. Heidelbergfahrer. Bei der am 10. Mai stattfindenden Heidelberg- fahrt wollen wir 1 bis 2 Wandergruppen zusammenstellen, die eine 4- bis 6stündige Wanderung ins Neckartal durchführen. Wer hat Lust, mitzuwandern? Meldung hierzu an die Kreisdienststelle Schanzenstraße 18. Der Fahrpreis für den Sonder- zug beträgt 4,20 Mark. An dem Sonderzng nach Heidelberg beteiligen sich auch die Kreise Alsfeld, Luftbild vom Aufmarschplatz vor der Volkshalle mit der alten (rechts) und der neuen Liebigshöhe (links). Diese Bilder stellen den Vorentwurf nach den heutigen Gedankengängen dar. Lauterbach, Schotten fowie der Kreis Friedberg. Anmeldungen auf dem vorgeschriebenen Formular müssen umgegend an die Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, erfolgen. Sperrung von Urlaubsfahrten. Seit Samstag, 25. April, find alle Norwegenfahrten, mit Ausnahme der Fahrt vom 19. bis 26. Mai gesperrt. Wir bitten alle Volksgenossen, die sich für eine Nordlandreise interessieren, sich umgehend noch für die Fahrt am 19. Mai hier anzumelden. An dieser Fahrt nimmt die Regimentskapelle des Infanterie-Regiments 81 Frankfurt am Main teil. Es ist dies eine Vergünstigung, die uns zugestanden wurde und erheblich zur Erheiterung aller Teilnehmer beitragen dürfte. Außerdem ist seit Samstag die Urlaubsfährt 19/36 vom 8. bis 16. Juni an den Schliersee gesperrt. Anmeldungen an all die gesperrten Züge können nicht mehr entgegengenommen werden. Gportamt „Kraft durch $reuöez'. Heule folgende Kurse: Kindergymnastik. Von 17.30 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 2145 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad; 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen. Beide Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Teuniskurfe. Die Tenniskurse beginnen am 11. Mai. Folgende Uebungstage sind vorgesehen für Anfänger und Fortgeschrittene: Montags und Dienstags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr, Sonntags von 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr, außerdem können vormittags beliebig Uebungsstunden eingerichtet werden. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF- 4,80 Mark, für Nichtmitglieder 6 Mark. Hierbei werden Bälle und Schläger gefielt, die Platzbenutzung und Balljungengebühr ist ebenfalls in den Gebühren einbegriffen. Baldige Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, entgegen. Für alle anderen Kurse, wie Reiten, Fechten, Schach, Kindergymnastik und Rollschuhlaufen werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Gießener Dochenmarktpreise * G i e ß e n, 28. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9V2, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Gänseeier 30, Enteneier 9 bis 12, Weißkraut, das Pfund 15 bis 18, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 80 Pf. bis 1 Mk., Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 25, Kartoffeln, das Pfund 5, 10 Pfund 45 Pf., der Zentner 3,70 bis 3,90 Mk., Aepfel, das Pfund 25 bis 35 Pf., Nüsse 48, Zwet- schenhonig 40 bis 45, Suppenhühner 85 bis 90, Tauben, das Stück 50, Salat 15 bis 25, Salatgurken 50 bis 65, Oberkohlrabi 20 bis 22, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 30 bis 40, das Stück 5 bis 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 12 bis 15 Pf. ** D i e Dien st stunden bei den hiesigen Gerichtsbehörden (Landgericht, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht) find vom 2. Mai ab wie folgt festgesetzt worden: Montags bis Freitags von 7 bis 13 und von 14% bis 17 Uhr; Samstags von 7 bis 12% Uhr. ** Straßenherstellung im Stadtteil jenseitsderLahn. Von der Rodheimer Straße abbiegend in Richtung nach dem Gleiberger Weg und parallel mit der Krofdorfer Straße laufend wird zur Erschließung eines größeren Baugrundstückes eine neue Straße angelegt. Gegenwärtig ist man dabei, den Regen- und Schmutzwasserkanal anzulegen; im Anschluß hieran soll der neue Straßen- Gesunde Jugend stellt die Zukunft des deutschen Volkes sicher! Stellt Freiplühe für Kinder im Rahmen der Kinderlandverschickung zur Verfügung! körper aufgefüllt und befestigt werden. Es ist beabsichtigt, nach Fertigstellung an der neuen Straße Kleinwohnungen zur Ausführung zu bringen, wofür bereits mehrere Interessenten vorhanden sind. ** Verkehrsunfall. Gestern ereignete sich auf der Marburger Straße ein Verkehrsunfall. Ein Lastkraftwagen aus Bad-Nauheim geriet gegen einen Baum. Glücklicherweise wurde der Führer des Fahrzeuges nicht verletzt. Es entstand lediglich einiger Materialschaden. ** Diebstäh 1 e. Die Kriminalpolizeistelle Gießen berichtet: In einem hiesigen Betrieb wurden in der letzten Zeit zwei Damenarmbanduhren entwendet. (Beschreibung: 1. eine kleine silberne Damenuhr, innen am Gehäuse stark verkratzt, Armband zerrissen; 2. kleine silberne Damenuhr mit silbernem Gliederarmband und Sicherheitskettchen, auf dem Uhrdeckel befindet sich folgende Gravierung „Zum 16. Wiegenfeste W. Wenzel". — Aus einem Garten in der Frankfurter Straße wurde ein fchwarzlackierter Blumentisch gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizeistelle Gießen, Zimmer 5. ** Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt — wie man uns berichtet — am Samstag im Restaurant „Aquarium" ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Anwesend waren 55 Kameraden. Brandmeister Koch eröffnete für den durch Krankheit verhinderten Ober-Brandmeister Wenzel die Versammlung. Er gab einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Wehr im ab- gelaufenen Geschäftsjahr. Gleichzeitig aedachte er der im verflossenen Jahre verstorbenen Kameraden; die Versammlung ehrte deren Andenken in üblicher Weise. Eine Anzahl über 60 Jahre alter Kameraden wurde einer Altersabteilung zugeteilt. Rechner H e i ß l er gab den Kassenbericht bekannt. Die Kassenoerhältnisse sind zufriedenstellend. Der Voranschlag für das laufende Geschäftsjahr wurde genehmigt. Die Verhältnisse der Sterbeunterstützungskasse sind als günstig zu bezeichnen; der seitherige Satz der Unterstützung bleibt bestehen. 8 Kameraden wurde für 25jährige Dienstzeit das übliche Geschenk von der Wehr überreicht. Durch Schreiben des Kreisamts Gießen ist die Wehr als öffentliche Wehr anerkannt. Brandmeister Koch wies nochmals auf den Landesverbandstag in Nieder-Olm hin und bat um rege Beteiligung. Mit dreifachem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler wurde die Versammlung geschlossen. Oberyeffen. Eröffnung des L©M.-Lagers in Laubach. □ Laubach, 27. April. Gestern nachmittag wurde das im Mai vorigen Jahres eingeweihte Sommerlager des BDM., nachdem es über den Winter leergestanden hatte, in feierlicher Weise wieder eröffnet. Um 15 Uhr hatten die einzelnen Mädchengruppen im geräumigen Hofe vor dem Heim im Viereck Aufstellung genommen und eröffneten den feierlichen Akt mit dem Lied: „Ein junges Volk steht auf". Die Untergauführerin Käthe Pfeffer begrüßte sodann die Vertreter der Parteigliederungen und der Behörden und sprach über Zweck und Ziel der Gemeinschaftslager. Ihr besonderer Dank galt der NSV., dem Jugendherbergsverband sowie der Stadt Laubach für die gewährte Unterstützung. Anschließend hieß Bürgermeister H ö g y die Mädel im Namen der Stadt willkommen und wünschte ihnen für die Dauer ihres Aufenthaltes gute Erholung. Für die Kreisamtsleitung des Kreises Schotten und die Ortsgruppe Laubach sprach Amtsleiter Pg. M o e n- n i g. Nach der Flaggenhissung und dem folgenden Sieg-Heil auf den Führer wurde die feierliche Eröffnung des Lagers mit dem Gesang des HJ-Lie- des beschloßen. Die anwesenden Gäste hatten bei dem anschließenden Rundgang durch die Lagerräume Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß sämtliche Räumlichkeiten, die ihrer Größe und Einrichtung einer Höchstbelegschaft von 60 Jugendlichen entsprechen, praktisch und vorbildlich sind und daß den hier untergebrachten Mädeln in jeder Hinsicht ein angenehmer Erholungsaufenthalt zuteil wird. Das unmittelbar am Schloßpark gelegene Heim gehört zu den schönsten des Gaues. Brand auf dem Schloßgut Büdesheim. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Am Sonntag gegen 15.30 Uhr brach in dem Schloß- gut Büdesheim (Pächter Alfred K o h l h a g e) in einer Scheune Feuer aus. Der Brand wurde von zwei landwirtschaftlichen Arbeiterinnen des Gutes bemerkt. Die Scheune mit etwa 700 Zentner Weizenstroh brannte vollständig nieder. Eine angrenzende Halle mtt landwirtschaftlichen Maschinen und Saatkartoffeln konnte gerettet werden. Die Ermittlungen Über die Brandursache wurden sofort durch die Kriminalpolizeistelle Gießen im Auftrage des Oberstaatsanwalts ausgenommen. Vereinsbank fürButzbach u. Umgegend. pb. Butzbach, 26. April. Heute nachmittag fand im kleinen Saal des „Hessischen Hof" die ordentliche Generalversammlung der Vereins» bank für Butzbach u. Umgegend e G. m. b. H. statt. Dem Bericht des Vorstandes ist zu entnehmen, daß der Gesamtjahresumsatz sich von RM. 41598 000 im Jahre 1934 auf RM. 49 892 000 in 1935 gesteigert hat. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 1 595 000 auf 1 890 000 RM., die Spareinlagen von 1 079 000 auf 1253 000 RM., die Einlagen in laufender Rechnung von 236 700 auf 397 700 RM. Die Ausleihungen in laufender Rechnung und auf Hypothekenkonto erhöhten sich um 216 200 RM. Das Anwachsen der Spareinlagen ermöglichte es, durch Gewährung von Krediten'zur Arbeitsbefchaf- fung beizuttagen, es konnten insgesamt 41 neue Kredite im Betrage von 92 060 RM. gewährt werden. Im Laufe des Berichtsjahres wurde die D e r - fchmelzung der Vorschuß- und Kreditkasse Oberkleen, sowie des Ebersgönser Spar- und D a r l e h n s k a s s e n v e r e i n s beschloßen. Die Abwickelung dieser Kassen wurde 1935 begonnen und dürfte bis Ende 1936 erledigt fein. Die Bilanz schließt am 31. Dezember 1935 mit 1 890 184,47 RM. in Aktiva und Passiva ab. Der Mitgliederbestand betrug Ende 1935 = 613 mit 667 Geschäftsanteilen. Die Umsatzbilanz weist in Soll und Haben 24 946 489,94 RM. nach. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist den Betrag von 115121,71 RM. nach. Der Gewinn soll verteilt werden: 7189,67 RM. 5 v. H. Dividende, 87165 Reichsmark an Reservefonds, 475,47 RM. an Be- triebsrücklage, 131,31 RM. Vortrag auf neue Rech- Einsame Reise. Von Peter Bauer. Fünfundzwanzig Jahre war Klaus Arrabin Diener und Kutscher beim Grafen von Friedewald, als dessen jung verheirateter Sohn das väterliche Schloß übernahm, das wie eine mittelalterliche Burg mit dicken Mauern und ragenden Türmen über alle Täler und Höhen horizontweit ins Land schaute. Der seitherige Schloßherr, der sich auf ein anderes Besitztum zurückzog, erfreute den Jubilar an seinem Ehrentage mit einem ansehnlichen Geldgeschenk und wünschte ihm noch weitere fünfundzwanzig gesunde und rüstige Jahre bei seinem Sohn. Und Klaus Arrabin, dessen einzige Tochter Hausmädchen und dessen Frau ständige Aushelferin im Schlosse war, schaltete und waltete mit ungeschmälerten Befugnissen in seinem Bereich fort, als ob alles beim Alten wäre. Daß der junge Graf beim gemeinsamen Ausritt ein strammeres Tempo hielt, als der Vater es geliebt hatte, machte ihm nichts aus, und wenn er das junge Paar mit den beiden feurigen Füchsen vor der Kutsche eine Stunde weit jur Bahnstatton fuhr oder von dort abholte, geschah es auf denselben Wegen und dieselbe Weise wie seit Jahr und Tag. Ebenso blieb Arrabins Tätigkeit bei Besuchen und Festlichkeiten im Schloß unverändert: er bediente die Gäste mit gewohnter Aufmerksamkeit und trug zu den Essen Speisen und Getränke mit so viel Geschick und Takt auf, daß weder die Besucher noch er selbst wegen des empfangenen Trinkgeldes sich je zu beklagen hatten. Nur im eigenen Familienleben Arrabins trat eine Wandlung ein, als die Tochter heiratete und weit hinter Berlin zu wohnen kam. Das machte eine große Reise notwendig vom wesllichen Deutschland bis fast an die Ostgrenze. Einmal unternahm Arrabin mit seiner Frau diese Fahrt, aber er war fein Freund von langen Reisen und meinte beim Abschied, das wäre wohl sein erster und letzter Besuch gewesen: die jungen Leute hätten gerade so weit zu ihm. So kam die Tochter mit ihrem Manne in jedem Urlaub zu den Eltern, und es waren für Arrabin und seine Frau immer die schönsten Tage, die ihnen ein Jahr nach dem andern schenkte. Erst recht, als der Enkel dabei war, dem Großvater Arrabin stolz die Pferde zeigte, auf denen er ihn einmal reiten lehren würde. Den Fünfjährigen, der ihm, wenn es zu den Pferden ging, auf Schritt und Tritt folgte, ließ er bereits kleine Stückchen Wegs vor sich im Sattel sitzen. Eines Sommerabends, da der Park mtt betau» nung, insgesamt 8668,10 RM. Es wurde weiterhin beschloßen, daß der Vorstand nur aus drei Mitgliedern besteht, demzufolge scheiden die Mitglieder Kunz und Werner, aus. Beim Aufsichtsrat scheidet Postassistent Reitz aus, an dessen Stelle tritt Oberpostmeister Maykämper. Nach der Versammlung sprach Verbandsoberrevisor H o l z - h a y über wichtige genossenschaftliche Fragen. ©er Ochse im Vogelsberg. Seine Verfolger an der Rase herumgeführt. * Aus dem Vogelsberg, 27. April. Im Vogelsberg wird die vor einigen Tagen von uns gemeldete Ochsenflucht immer noch besprochen. Bekanntlich waren in Schotten zwei junge Fahrochsen ihrem Lenker, nachdem sie durch die Geräusche eines Sägewerks scheu geworden waren, durchgegangen und hatten sich tagelang im Oberwald Herumgetrieben, bis schließlich eines der Tiere in Nösberts wieder Anschluß an Menschen suchte und fand. Das andere Ochsentier zog es aber vor, als Einzelgänger weiter durch die Waldungen des Vogelsbergs zu wandern. Um diesen Ausreißer drehte sich nun tagelang das besondere Interesse der Bevölkerung. Der Ochse wurde bald hier, bald dort gesehen, aber niemand gelang es, den wanderfrohen Burschen zu faßen. Sein Freiheitsdrang widerstand allen Lockungen. So gelang es ihm denn, etwa zwei Wochen lang ein ungebundenes Leben „frei nach Karl Moor" im Vogelsberg zu führen. Schließlich sahen ihn einige Verfolger im Steinbruch verschwin- den, und nun ging die Kunde von Mund zu Mund, der Ochse sei in den Steinbruch gestürzt und habe sich das Genick gebrochen. Das Brummen des Ochsen faßte man als den Todesschrei auf, während es tatsächlich aber wohl ein Triumphgeheul war. Wie sich später ergab, hatte der bereits totgesagte Ochse- gar nicht daran gedacht, auf so unwürdige Weise aus dem Leben zu scheiden und einen gewöhnlichen Selbstmord durch Sprung in den Steinbruch zu begehen. Es war ihm nämlich gelungen, unbemerkt am anderen Ende den Steinbruch zu verlassen. Während man ihn überall totsagte, lebte er als freier, ungebundener Ochse wieder seine Tage. Aber im Vogelsberg wgr ihm die Sache doch anscheinend verleidet worden, denn er wandte sich nun über die herrlichen Wiesen des Vogelsbergvorgeländes hinab zur W e 11 e r a u in Richtung Büdingen, ja vielleicht wollte er noch weiter nach Hanau und Frankfurt zur Zeppelin- Besichtigung. Aber auf diesem Wege fand sein Freiheitsdrang nun wirklich eine Grenze. Gemütlich nach Ochsenart und im stolzen Bewußtsein seiner Ungebundenheit kam er des Weges dahergezogen und betrat dreist das Dorf Rohrbach im Kreise Büdingen. Ob er sich nichts dabei dachte, oder ob er die Bewohner herausfordern wollte, mag dahingestellt bleiben. Aber die Rohrbacher griffen beherzt zu, hielten ihn fest, und nun war es wirklich aus für ihn mit der goldenen Freiheit. Jetzt graft er wieder auf seiner vorgeschriebenen Viehweide bei Wenings und wird wohl mit Wehmut an seine schöne Flucht in die Freiheit denken. Canöfreit (Biehen ch Staufenberg, 27. April. Der hiesige S par - und Vorschuhverein hielt bei Gastwirt Wilhelm G r ö l z feine ordentliche General- Versammlung ab. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Direktor Stephan gab einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Spareinlagen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 15 974 Mark. Dem Vorstand und dem Außichtsrat wurde Entlastung erteilt. Sodann wurde der Revisionsbericht zur Kenntnis gegeben. Die 'satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Louis Henkelmann IIL, sowie Philipp Sommer und das Vorstandsmitglied Heinrich Stephan wurden einstimmig wiedergewählt. ch M a i n z l a r, 27. April. Die am Samstag vom BDM. durchgeführte Pfundsamml-ung des Lebensmittelopfer rings erbrachte wiederum ein sehr gutes Ergebnis. benben Jasmindüften atmete, brach überraschend ein heftiger Wind durch die offenen Fenster ein und zauste Gardinen und Tischdecke, als wären es Fahnen und Wimpel, während draußen die Wipfel schwer aufteufzend rauschten und flüsterten. Frau Arrabin prophezeite ein Wetter und bekam bereits beim Schließen der Fenster die ersten Regenwirbel ins Gesicht, die sich rasch verstärkten, so daß immer dichter winzige Bächlein die Scheiben herabrannen. Klaus Arrabin fielen plötzlich die Pferde ein, die noch draußen waren. Er eilte die Treppe hinunter, um die Tiere in den Stall zu gängeln. Aber die hatten, wie immer, ihre helle Freude an dem Regenschutt. Sie sprangen mit vorgestreckten Hälsen und ausschlagenden Hinterbeinen umher, schüttelten Mähne und Schweif, bäumten sich übermütig hoch, damit der Regen sie auch am Bauch traf, streiften die Nüstern durchs nasse Gras ober wälzten sich gar barin mit wollüstigem Gewieher. Klaus Arrabin hetzte keuchend hinter ihnen her. All seine Lockungen waren heute in den Wind gerufen. Die Pferde schienen der Meinung, er nehme teil an ihrem tollen Spiel und galoppierten ihm stets im letzten Augenblick davon. Endlich ließ sich aber doch ein Tier überreden und dann folgten auch die andern langsam. Nur die beiden Füchse hatten gar keine Sehnsucht nach dem Stall. Erst als sie sich ganz allein sahen, gaben auch sie das Toben auf. Klaus Arrabin war völlig durchnäßt und dampfte dabei wie die Tierleiber. Er lehnte erschöpft an der Stallwand und wischte sich den unaufhörlich sickernden Schweiß von der Stirne. „Wie hast du dich wieder abgehetzt!", tadelte seine Frau, der es oben keine Ruhe gelassen hatte. Er lächelte still, als er auch seine Tochter und den Schwiegersohn kommen sah, reckte aber plötzlich die Arme hoch wie ein Ertrinkender und drohte zusammenzusinken. Mit Aufbietung aller Kraft packte die schwächliche Frau den starken Mann und hielt ihn umklammert, bis der Schwiegersohn half, und die Tochter rasch ein paar Säcke Heu herbei- geschleift hatte, auf das sie ihn behutsam niedergleiten ließen. Klaus Arrabins letzter Blick ging strahlend von einem zum andern. Er dankte es ihnen stumm, daß sie alle bei ihm waren. Dann senkte sich sein Kopf auf die Seite, wie wenn er sich auch von seinen Pferden verabschieden wollte. Aber die sah er schon nicht mehr. Frau Arrabin hatte immer für das Herz ihres Mannes gefürchtet, aber an ein so jähes Ende wie dieses hatte sie nie gedacht. Es war ihr, als hätte das erloschene Lebenslicht ihres Mannes auch ihrem eigenen Lichtstümpfchen seinen Schein genommen. Sie fühlte sich in einer Welt ohne Klaus im * Steinbach, 27. April. Der 16jähr. Arbeiter Wilhelm Burger von hier, der in einepi Gießener Industriebetrieb beschäftigt ist, erlitt an einer Maschine einen Unfall. Mit einer schweren Armverletzung mußte er in die Chirurgische Klinik gebracht werden. T Lich, 27. April. Wie im verflossenen Jahr, so hat sich auch jetzt wieder in den Anlagen des Fürstlichen Schloßgartens ein Nachtiaallenpär- chen eingefunden und erfreut mit seinem Gesang die Anwohner der Nachbarschaft. Am Samstag hörte man zum erstenmal wieder um Mitternachtsstunde die schöne Vogelstimme. Kreis Irledberg. pb. Butzbach, 27. April. Im Saale des „Deutschen Hauses" fand ein von der Ortsgruppe des Alice-Frauenvereins (Rotes Kreuz) veranstalteter Familien- und Werbeabend statt, der sehr stark besucht war. Die Begrüßung der Besucher erfolgte durch die Vorsitzende Frau Luise Patz. Dann entwickelte sich ein sinnig zusammengestelltes Programm, bei welchem sowohl der ernste Zweck des Roten Kreuzes als auch im zweiten Teil der Humor zu seinem Recht tarnen. Das Ganze wurde umrahmt durch Musikvorttäge einer Hauskapelle. Kreis Bübingen. O Nidda, 27. April. Die hiesige Krieger- k a m e r a d s ch a f t, die 15 Ehren- und 206 ordentliche Mitglieder zählt, hielt ihre Jahreshauptversammlung mit Kameradschaftsabend im Hotel „Zur Traube" ab. Kameradschaftsführer Helferich erstattete einen ausführlichen Jahres- und Geschäftsbericht. Die Rechnungsablage bei einer Einnahme von rund 1595 Mark und einer Ausgabe von 1549 Mark gab zu keinen Beanstandungen Anlaß, so daß dem Vorstand Entlastung erteilt werden konnte. Ueber das Kleinkaliberschießen berichtete Kamerad Philipp Wenzel. Ihm wurde für feine eifrige Tätigkeit besonderer Dank gesagt. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler wurde die Versammlung geschlossen. A Bleichenbach, 27. April. Seinen 85. Gs» burtstag beging heute der hiesige Landwirt Theodor Kraft. Kreis Schotten. ) Schotten, 27. April. Der hiesige Ob ft- und Gartenbauverein tagte mit einer Kommission, um zu der Durchführung eines Blumenschmuckwettbewerbs in der Stadt Stellung zu nehmen. Dbftbauinfpeftor Metternich aab den Ueberblick und die Anweisungen für einen solchen Wettbewerb. Die Mittel zur Prämiierung sind durch Beiträge des Vereins und der Stadt gesichert, so daß alsbald ans Werk gegangen wird. Alle Haushaltungen bekommen ein Rundschreiben über die Ausgestaltung mit der Aufforderung, sich freiwillig zu beteiligen. Ende Juli wird durch eine Kommission eine Besichtigung stattfinden, im Spätherbst wird der Abschlußabend mit Preisverteilung folgen. — Der alte Kirchenbrunnen war mit der Zeit sehr baufällig geworden. Der Sand- steinsockel war brüchig, die gußeiserne Verzierung verfiel immer mehr. Der Denkmalpfleger gab, da der Brunnen keinen besonderen künstlerischen Wert aufwies, seine Einwilligung zur Entfernung, die nunmehr erfolgt ist. Ein Stückchen alter Poesie verschwindet damit, denn viel Gemeinschaftsleben hat GeheimerRegierungsralKarlTheobaldSchönseld Eine heimatgeschichtliche Erinnerung aus Schotten. Von Erwin Mengel, Schotten. Am 29. April geziemt es sich wohl, eines Mannes zu gedenken, der vor 100 Jahren im Pfarrhaus M Wöllstein (Rheinhessen) als Sohn des Pfarrers Philipp Schönfeld und seiner Ehefrau Karoline, geb. Maier, das Licht der Welt erblickte: „Karl Theobald! Unser Geheime! Der Großherzog vom Vogelsberg!" Wer von der älteren Generation hätte nicht mehr die patriarchalische Gestalt im freundlichen Gedächtnis, wer sähe nicht den Altehrwürdigen im silbergrauen Zylinder daherschreiten, ihn hoch zu Roß wie ein strammer Reitergeneral fest im Sattel sitzen? Wie flott fuhr er mit seinem Gespann und den feurigen Rappen, seinen treuen Diener Ulrich auf dem Rücksitz, täglich durch seinen Kreis, bald in diese oder jene Gemeinde, um sich von Freud und Leid feiner Kreiseingesessenen zu überzeugen, um an Ort und Stelle so manche private oder dienstliche Angelegenheit zu regeln. Keine Wirtschaft, in der nicht sein Bild hing, in die er nicht einkehrte, kein größeres Fest, keine Feier im Kreis, der er nicht beiwohnte und der er durch eine schwungvolle Festrede eine besondere Note gab. Parade der Feuerwehren, der Kriegervereine — wie flogen die Beine bei dem Vorbeimarsch an „unserem Geheimen", der ja ein begeisterter Freund unseres Militärs war. Der „Radetzki", von den schneidigen Ulanen gespielt, hatte es ihm besonders angetan. Am Geburtstag und am Neujahrsmorgen trafen sich in den Empfangsräumen des Kreisamts, dem blauen, grünen und roten Salon, und im „Löwen- faal" die Deputationen aller Verwaltungen und Vereine, gute Freunde und Bekannte, Die alle „unserem Geheimen" herzliche Glückwünsche über- bringen wollten. Perlen edelsten Weines barg der reichhaltige Keller, der sich dann den Gästen weit öffnete. Inmitten dieser weinbeschwingten Gäste saß die ehrwürdige Gestalt und gab reizende Anekdoten, Erlebnisse aus seiner Jugend- und Amtszett zum besten und rezitierte mit seinem fabelhaften Gedächtnis viele Gedichte lateinischer, griechischer und deutscher Klassiker. O aura academia! Nie fehlte er morgens bei der frohen Tafelrunde in der „Alten Post , abends in der „Alten Traube", „Hessischen Haus", „Brauhaus" u. a. Welche Wärme und Behaglichkeit, welch sonniger Humor ging vom eigenartigen Zauder seiner Person aus. Nach bestandenen glänzenden Examen war Schönfeld als Kreisassessor in Grünberg, Büdingen und Dieburg tätig und wurde 1882 zum Kreisrat des Kreises Lauterbach ernannt. Im Dezember 1887 übernahm er den Kreis Schotten. Von 1892 bis 1902 vertrat er als Landtagsabgeordneter den Wahlkreis Grünberg. Die Verdienste Schönfelds, der als sparsamer Hausvater vor allem die Finanzen seines Kreises und seiner Gemeinden in bester Ordnung zu halten bestrebt war, um feinen Kreis und die ihm anoertrauten Gemeinden sind sehr groß. Vielen notleidenden Gemeinden hat er durch Hergabe eigenen Geldes zu mäßigem Zins» satz zum Bau ihrer Schulhäuser oder üßaffedeihingen verhalfen. Die unter ihm erbaute Straße nach Rudingshain, ebenso wie den oberhalb gelegenen Brunnen hat man nach ihm benannt. Reich an Erfolgen und an Ehrungen ist sein Leben gewesen." 54 Jahre hat er dem hessischen Staat treueste Dienste geleistet, der Großherzog verlieh ihm das Komturkreuz Philipps des Großmütigen nut der Krone. Im Oktober 1911 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Schotten war ihm feine zweite Heimat geworden, der Vogelsberg ließ ihn nicht mehr los. So blieb er bei uns in Schotten, kaufte sich das Dr. Büchnerfche Anwesen in der Gederner Straße und verbrachte dort bei seinem Wein, seinen beiden Rappen, hn Kreise lieber Schottener Freunde und Bekannten seinen Lebensabend. So große feine Liebe zu feinen Tieren und zu dem wirklich edlen Wein war, so groß war auch feine Abneigung gegen alle Ueberfuttur, Telephon, Löschpapier, Radio und dergleichen moderne Einrichtungsgegen- stände. Das an den Weinflaschen verbrauchte Staniol wurde zu den sog. Bleibergwerken umgegossen, und von so mancher Liebhaberei und kleinen Schwäche wäre noch zu sagen. Doch: „Er war ein Mann! Nehmt alles nur in allem!" — ,Hch will dich segnen, und du sollst ein Segen sein!" — Diese Worte der heiligen Schrift waren der Text der Grabrede, wie auch der Kem und Inhalt seines ganzen Lebens. In dankbarer Pietät wird die Stadt Schotten, deren Ehrenbürger Karl Theobald Schönfeld war, am 100. Geburtstag auf feinem Grab einen Kranz mit den Farben der Stadt nieberiegen. Ave pia animal Dunkeln. Irgendwie mutzte sich doch noch etwas ereignen, das Schicksal konnte ihr unmöglich so erbarmungslos die Tür zu allem, was ihr Leben und Lebensglück bedeutet hatte, zuschlagen. Sie konnte sich darum nicht entschließen, mit den Kindern ab- jureifen: sondern blieb in ihrer Einsamkeit mit ihren Hoffnungen und ihren Träumen. Sie ging die Wege, auf denen Klaus ihr oft entgegengekommen war, erschien im Stall und sprach mit den Pferden, belächelt von dem jungen Nachfolger ihres Mannes und saß in der Dämmerung, wartend auf das Knarren der Treppenstufen unter den wohlbekannten Schritten. Manchmal stand sie auf, von ihren'Sinnen getäuscht, und streckte rasch die Hände aus, weil sie ihren Mann mit seinem letzten Lächeln leibhaftig vor sich sah. Aber je mehr sie ihren trügerischen Vorstellungen und Grübeleien nachhing, um so härter stieß sie sich überall an der veränderten Wirklichkeit. Ihre verhärmte Gestalt wäre auch ohne das schwarze Gewand der Trauer ein Bild des Leides und der Klage gewesen. Die Gräfin sorgte sich sehr um Frau Arrabin und riet ihr wiederholt, wenigstens vorübergehend, ßuftoeränöerung an. Sie könnte ja immer wieder zurückkehren, da ihr der Aufenthalt im Schloß auf Lebenszeit freigestellt worden war. Schließlich mußte der Hausarzt mithelfen, Frau Arrabin durch den Winter zu bringen. Als sie im Frühjahr auch noch nicht aufzuleben begann, schrieb die Gräfin der Tochter einen ein- gehenden Bericht und bald traf von dieser ein Brief an Arrabin ein, in dem sie dringend gebeten wurde zu kommen. Sie abzuholen sei ihr unmöglich, da der kleine Klaus schwer krank liege. Die Krankheit des Enkels war schließlich für Frau Arrabins Entschluß ausschlaggebend. Aber als sie im Zug saß, war ihr Herz voll Wehmut. Die einsame Reise schien ihr wie eine Wieder- holung jener Fahrt, die einst ihre Kinderjahre im Elternhaus abschloß. Sie fuhr auch damals allein, da die Mutter kränklich war und der Vater als Förster nicht nach Belieben fort konnte. Wie ein endloser Filmstreifen begann sich ihr Leben von da an vor ihrem inneren Schauen abzurollen. Da war auch ein Besuchstag, wo im Försterhof eine Menge Arbeiter eine schon ältere Linde umge- pflanzt hatten, weil sie an ihrem alten Platz im Wege gestanden war. Obschon man den Wurzeln so viel Erdreich wie möglich gelassen hatte, war der Baum doch eingegangen. „Es ist eben eine Torheit, einen alten Baum versetzen zu wollen", hatte damals der Vater gesagt. Frau Arrabin nickte leise vor sich hin, als ob sie dem damaligen Wort des Vaters zustimmen wollte. Sie war ein alter Baum, der es nun geschehen lassen mußte, wogegen sich seine Natur so lange gesträubt hatte ... Es war gut, daß ein junges Mädchen, wie der leibhaftige Frühling selber, ins Abteil wehte, und Frau Arrabin bald in ein lustiges Geplauder zog. Ehinesische Geburtstagsfeier. Die Chinesen sind berühmt für ihre Gastlichkeit, und Familienfeste, bei denen sie diese Eigenschaft voll entfalten können, spielen im Reich der Mitte eine große Rolle. Den Weltrekord an Gastfreundschaft und Unterhaltung hat, wie aus Schanghai berichtet wird, der Bürgermeister von Tientsin, Hsiac Scheng-Ying, geleistet, der eben den sechsundsech- zigsten Geburtstag seines Vaters in einer Weise feierte, die noch Jahre lang ein beliebtes Gesprächsthema der chinesischen Gesellschaft bilden wird. Scheng-Ping hatte nicht weniger als 8000 Gäste eingeladen, die aus den entferntesten Gegenden in Extrazügen zu der Feier herbeiströmten. Man stelle sich diesen Glanz vor. 8000 Chinesen und Chinesinnen in ihrer bunten Festkleidung, mit Geschenken beladen und mit Schristrollen, auf denen sie mit spitzem Pinsel ihre guten Wünsche gemalt, unter dem Arm. Welch eine Prozession schwarzbezopfter Tanten, die mit trippelnden Schritten herbeikommen, um sich wieder und wieder vor dem glücklichen Geburtstagskind verneigen. Natürlich war für das Wohlbefinden der vielen Gäste auf das Großartigste gesorgt. Die drei ersten Restaurants Tientsins waren beauftragt, den Hunger dieser gelben Schar mit den beliebten chinesischen Leckerbissen zu sttllen. Das Festessen wurde nur durch Ausführungen der besten Schauspieler unterbrochen, die in einem besonders zu dem Zweck erbauten Thea- ter stattfanden. Das Geburtstagskind konnte sich an nicht weniger als 47 000 Geschenken erfreuen. Zeitschristen. — Das neue Heft der Sirene bringt Berichte über die Gestaltung der Mußestunden in der Reichsluftschutzschule und über die große Luftsport-Aus- stellung in Berlin. Vom ostafrikanischen Kriegsschauplatz erzählt ein Beitrag über „Militärische und politische Offensive". Das Werk des Führers Adolf Hitler wird in einem Aufsatz anläßlich feines Geburtstages gewürdigt. Einen historischen Rückblick auf die Zeit Friedrichs des Großen bringt ein reichbebilderter Auftatz „Von Wusterhausen bis Sanssouci". sich In früheren Zeiten am Brunnen abgespielt. In dem trockenen Jahre 1893 hatte der Brunnen die gan^e Stadt gespeist. Es ist auch jetzt Vorsorge getroffen, daß das Wasser des 21 Meter tiefen Brunnens für Notfälle erhalten bleibt. Kreis Alsfeld. Ober-Ohmen, 27. April. Nachdem vor einigen Jahren die Schafhaltung hier aufgegeben worden war, weidet jetzt eine sogenannte Ga st Herde in unserer Gemarkung. Von der Ge- meinde wurden die grasbestandenen Feldwege und Triften als Weide zur Verfügung gestellt. Wertungssingen des Sängerkreises Golms - Wetzlar. O Groß-Rechenbach, 27. April. Im Rahmen der Kreisliedertage fand hier gestern im Saale Bepler das Wertungssingen der Hüttenberger Vereine statt. An dem Wertungssingen nahmen folgende zehn Vereine aus dem Hüttenberg teil: Männergesangverein Vollnkirchen, Germania Volpertshausen, Liederkranz Dornholzhausen, Eintracht Hörnsheim, Männergesangverein Klein-Rechtenbach, Liederkranz Groß-Rechtenbach, Frohsinn Hochelheim, Männergesangverein Lützellinden, Liederkranz Niederkleen, Männergesangverein Concordia 1887 Münchholzhausen. Anwesend waren der Führer des Sängerkreisos Solms-Wetzlar. Lehrer Majewski (Oberndorf) und Musikdirektor Knettel (Bingen), der das Singen bewertete. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an der Veranstaltung, so daß der Saal überfüllt war. Erstmalig wurden Stundenchöre von sechs Ver- gebrachE Ameise gutem Erfolg zum Vortrag Nachmittags fand auf dem Adolf-Hitler-Platz eine Kundgebung statt, die mit dem Deutschen Sangergruß, gesungen von sämtlichen Vereinen, eingelettet wurde. (Dirigent Lehrer Svory (Groß- Rechtenbach.) Der Sängerkreisführer, Lehrer M a - j e w s k i (Oberndorf) legte in einer Ansprache die Ziele der deutschen Sängerbünde klar und wies dann auf die Bedeutung der Kreisliedertage hin. Während im vorigen Jahre mehr die alten Meister gepflegt worden seien, ständen in diesem Jahr auf den Kreisliedertagen die Volksweisen von Silcher und das zeitgebundene Lied im Vordergrund. Jeder Sänger müsse mit dem Herzen dabei sein, mit einer äußeren Gleichschaltung sei es nicht getan, auf den inneren Wert des Menschen komme es im heutigen Staat an. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes übermittelte Bürgermeister Langsdorf die besten Wünsche der Ortsgrupp der NSDAP, und der Gemeinde Groß-Rechtenbach. Er betonte, daß in dem nattonalsozialistischen Kulturaufbauprogramm auch den Sängerbünden . ihre Aufgabe zugewiesen sei. Ihnen läge es ob, das deutsche Lied zu pflegen. Von dem nationalsozialistischen Standpunkt der Volksgemeinschaft aus seien hier zwei Punkte von besonderer Bedeutung: die Pflege des alten deutschen Volksliedes und die Förderung des zeit- gemäßen Gesanges. Jede große Zeit habe ihre Lieder. Aufgabe der Sängerbünde fei es, mitzuhelfen, daß die Kampflieder der NS.-Bewegung Allgemeingut des Volkes werden. Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Kundgebung, an der sich die Bevölkerung zahlreich beteiligte, geschlossen. Aufstiegsspiele in Hessen. Am letzten Aprilsonntag standen wieder alle Vereine im Kampf, nachdem am Vorsonntag wegen der Vereinspokalspiele nur zwei Treffen stattgefunden hatten. In der Gruppe Nord scheint sich die Lage etwas zu klären. Spvgg. Niederzwehren siegte am Sonntag auch in Eschwege mit 4:1 (2:1) und führt nun in der Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor Reichsbahn SD. Elm, der in Wallau ein 2:2 (2:0) Unentschieden erreichte. In der Gruppe Süd hat der SV. Naunheim, der beim VfR. Büdingen nur 4:4 (4:1) spielte, weiter die Tabellenspitze inne, dicht gefolgt von Kewa Wachenbuchen, das am Sonntag auch in Limburg mit 3:2 (1:1) erfolgreich blieb. Ergebnisse der Aufstiegspiele. Burg — Lollar 1:2. Sportfreunde Wetzlar — Aßlar 1:2. Der Sieg von Lollar in Burg kommt etwas überraschend, ist aber trotzdem in dieser Höhe verdient. Zu allem Ueberfluß verschossen die Lollarer noch einen Elftneter. Auch die Aßlarer konnten sich in Wetzlar behaupten, allerdings erst nach einem schweren und harten Kampf. Auf Grund dieser Ergebnisse hat die Tabelle folgendes Aussehen: Verein Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Lollar 4 0 0 8:0 Burg 2 0 2 4:4 Aßlar 2 0 2 4:4 Sportsr. Wetzlar 0 0 4 0:8 , FC Teutonia"Wahenborn-Giemberg Watzenborn-Steinberg I — Oberschmitten I 3:1 (1:0). Die erste Mannschaft von Oberschmitten weilte am Sonntag bei den Teutonen und lieferte ein Gesellschaftsspiel. Man hatte sich mit diesem Gegner nicht vergriffen. Die Gäste bewiesen durch ihr schnelles schönes Spiel, daß sie ihren Titel (Kreisklassenmeister) verdient haben. In der ersten Halbzeit sah man die Gastgeber im Vorteil, aber es reichte nicht zu Zählbarem, bis dann Haas von Halblinks einen schönen Schuß und somit das einzige Tor der ersten Halbzeit erzielte. Die Schüsse der Gäste waren für den Tormann Happel meist leicht zu halten oder waren ungenau. In der zweiten Halbzeit ergab sich dasselbe Bild. Gekämpft wurde ritterlich, denn es standen sich fast zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber. Der Mittelstürmer Brücke! schoß kurz hintereinander zwei Tore, denen die Gäste nur ein einziges entgegensetzen konnten. Damit war der Siea für die Gastgeber sicher. Schiedsrichter Holzapfel (Lich) leitete sehr korrekt. Die Schülermannschaft spielte gegen die zweite Schülermannschaft von VfB.°R. und gewann nach anfangs mäßigem Spiel mit 5:0 Toren. In der zweiten Halbzeit war das Spiel technisch mehr auf der Höhe und dadurch gelang es auch den Teutonen, die Gäste so hoch zu schlagen. Die Gießener traten nur mit neun Mann an. Epielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern 1. Schüler — Butzbach 2. Schüler 3:1. Leihgestern 1. Jgd. — Grohen-Linden 1. 3gb. 5:1. Leihgestern I — Hungen I 2:2. Die Schülermannschast trat am Sonntag zum Zweiten Male auf den Plan und konnte gegen Butzbach 2. Schüler auch einen verdienten 3:1-Sieg feiern. Die Niederlage des Tv. Großen-Lindens Jugend in Leihgestern war vorausZusehen. Daß aber die Gäste mit 5:1 das Feld verlassen mußten, hatte wohl niemand erwartet. Die Blauweißen traten mit einer sehr starken Besetzung an, trotzdem in der Verteidigung W. Schäfer fehlte. Großen-Linden ging vom Anstoß weg vor das Leihgesterner Tor, konnte aber vorerst nichts Zählbares erreichen, bis endlich der gegnerische Mittelstürmer aus einem Gedränge heraus den Ball zum 1:0 einköpfen konnte. Dann machten sich die Einheimischen ftei und belagerten das Tor der Gäste. Aber sie hatten Schußpech! Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach dem Wechsel drehten die Einheimischen auf und schossen Tor auf Tor. Die Tore schossen Krick, Laux (Kopfball), Martini, R. Arnold und nochmals R. Arnold. Die Jugendmannschaft wird die Spielvereinigung 1926 Leihgestern sicherlich würdig bei den Serienspielen vertreten. Das Spiel der ersten Mannschaften war ein Spiel, das nur die kampfkräftigste Mannschaft gewinnen konnte. Die Gäste spielten sehr schnell und hart. Es war eines der schlechtesten Spiele das die Blauweißen bis jetzt ausgetragen haben. Der Grund dürfte darauf zurückzuführen fein, daß drei de^Besten ersetzt werden mußten. Sportverein 1928 Garbenteich. Baubringen I — Garbenleich I 0:3 (0:1). Am Sonntag weilte die hiesige erste Mannschaft zu einem Aufstiegspiel in Daubringen. Zahlreiche Zuschauer, etwa 500, hatten sich auf dem Platz des Gastgebers eingefunden. Sie alle wurden Zeugen eines interessanten Kampfes, wie er 'von Mannschaften der 2. Kreisklasse wohl nur selten gezeigt werden kann. Beide Mannschaften begannen in scharfem Tempo. Man war sich der Bedeutung des Kampfes bewußt. Ein Elfmeterball für Garbenteich, in der 20. Minute gegeben, wurde unhaltbar vom Halblinken verwandelt. Kurz darauf gab es einen Elfmeterball auf der Gegenseite. Der Torhüter von Garbenteich hielt aber den ausgezeichnet getretenen Ball in großartiger Manier. Bis zur Halbzeit änderte sich an dem bisherigen Ergebnis nichts mehr. Nach der Pause sah man die Blauweißen wieder leicht im Vorteil. Während einer Drangperiode der Gastgeber zeigte sich die Gäste- Hintermannschaft sehr auf dem Posten. Der Mittelläufer Stumpf und der linke Verteidiger Mohr erwiesen sich dabei als fast unschlagbar. Im weiteren Verlauf des Kampfes konnte der Halblinke noch zweimal erfolgreich fein und damit den Schlußstand herstellen. Der Meister der 2. Klasse führt nach diesem Spiele die Tabelle der Kämpfe um den Aufstieg mit 4:0 Punkten und 8:2 Toren an. BfB.-Reichsbahn Gießen. BfB.-R. 1. Jugend — Tv. Butzbach 1. Jugend 2:1. Die Butzbacher fanden in den Gießenern den erwarteten starken Gegner, der sie zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwang. Die Leistungen der beiden Mannschaften waren derart gut, daß man behaupten kann, daß bei akttoen Mannschaften solche nicht gezeigt werden. DfB.-R. 2. Jugend — Großen-Linden 2. Jugend 1:0. Bei ansprechenden Leistungen beider Mannschaften errangen die Gießener einen knappen, jedoch in dieser Höhe verdienten Sieg. Die 3. Jugend wurde in Klein-Linden zweistellig geschlagen. VfB.-R. 1. Schülermannschast — Butzbach 1. Schülermannschaft 0:1. Ein glücklicher Sieg der Gäste. — Die 2. Schülermannschaft wurde in Watzenborn- Steinberg mit 4:1 verdient geschlagen. Um die Vezirksmeisterschast im 6er Rasenradball. 1885 Gießen Bezirksmeister im 6 er Rasenradball. Am Sonntag fanden in Aßlar die Bezirksmeister- schaften im 6er-Rasenradball des Bezirks Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband statt. Die Mannschaften von 1885 Gießen, Wetzlar-Niedergirmes und Aßlar hatten ihre Meldungen hierzu abgegeben. Im ersten Spiel standen sich 1885 Gießen und Aßlar gegenüber. Die Gießener, die den Aßlarern technisch weit überlegen waren, hatten das Spiel stets in der Hand. Mit 7:1 Toren konnten die Gießener sicher gewinnen. Das zweite Spiel sah wiederum Aßlar sowie Wetzlar-Niedergirmes am Start. Die Aßlarer, durch das vorausgegangene Spiel gegen Gießen etwas ermüdet, leisteten den Girmefern zähen Widerstand. Doch die Balltechnik und das Zuspiel der Nieder- girmeser triumphierte schließlich über die körperlich stärkere Mannschaft von Aßlar. Mit 4:0 Toren mußten sich die Aßlarer geschlagen bekennen. Somit waren 1885 Gießen und Wetzlar-Niedergirmes punktgleich. Die Begegnung dieser beiden Mannschaften mußte die Entscheidung bringen. Die beiden Mannschaften traten in folgender Aufstellung an: 18 8 5 Gießen: Hauck; Stammel, O. Don-Eiff; Deibel, W. Von-Eiff, Baum. Niedergirmes: Nolte; Willy Göbel, Elmshäuser; Lotz, Walter Göbel, Freitag. Die Gießener hatten Anspiel und konnten sogleich den Führungstteffer erzielen. Bald darauf gelang aber den Girmefern der Ausgleich. Ein Weitschuß von Lotz konnte von dem Gießener Torhüter nicht gehalten werden und damit lagen die Girmeser mit einem Tor in Führung. Eine schöne Kombinatton vom Gießener Sturm schloß mit dem Ausgleichstor ab. Die Gießener Hintermannschaft, die sich gegen den anstürmenden Sturm von Niedergirmes nicht so recht durchzusetzen vermochte, ließ sich noch zweimal umspielen, so daß Niedergirmes mit 4:2 Toren in Führung gehen konnte. Kur^ vor Halbzeit gelang dem Gießener Deibel im Alleingang noch ein Tor. Halbzeitergebnis von 4:3 Toren für Wetzlar-Niedergirmes. Die Gießener stellten nun um. Stammel ging in den Sturm, Hauck und Deibel in die Verteidigung, O. Dan-Eiff ins Tar. Nun klappte es bei der Gießener Mannschaft besser. Die Verteidigung vermachte dem Ansturm der Niedergirmeser, die den Vor- sprung nach vergrößern wallten, standzuhalten. Dem Gießener Sturm gelang in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit der Ausgleich und gleich darauf das Führungstar. Die Gießener wurden immer mehr überlegen und die Niedergirmeser konnten nur noch selten in den gegnerischen Strafraum kommen. Während Gießen nochmals erfolgreich sein konnte, gelang es Niedergirmes nicht mehr, das Ergebnis für sich günstiger zu gestalten. Nach einem schönen Kampf trennten sich die Mannschaften mit dem Ergebnis von 6:4 Toren für Gießen. Damit verteidigte Gießen seinen Titel als Bezirksmeister erfolgreich. Am kommenden Sonntag finden in Nieder- girmes die Gaumeisterschaften statt. Für den Bezirk Gießen starten Gießen (1885) und Wetzlar-Nieder- girmes. Die Vertreter des Bezirks Kassel wurden ebenfalls am Sonntag ermittelt, doch sind diese bis zur Stunde noch nicht bekannt. Handball im Kreis N Mn-Dill). Durch das schöne Wetter begünstigt, kam am Sonntag eine Reihe von interessanten Spielen zum Austrag, von denen besonders die z. Zt. laufenden Aufstiegspiele interessieren. Ueberraschend kommt der hohe Sieg des Tv. Wetzlar über Tv. Vilbel in der Bezirksklasse, das Unentschieden, das der Tv. Dutenhofen dem To. Grüningen abtrotzen konnte und vor allem auch der klare Sieg der Lang-Gönser Jugendmannschaft. Aber auch die Freundschaftsspiele brachten aufschlußreiche Ergebnisse, die wieder einmal mehr besagen, wie schwankend doch die einzelnen Mannschaften in bezug auf ihre Spielstärke sind. Tv. Wetzlar — Tv. Vilbel 14:2 (9:1). Die Soldaten haben der Wetzlarer Mannschaft wieder ihre alte Stärke zurückgegeben. Denn, es will schon etwas heißen, den komplett angetretenen Tv. Vilbel in dieser eindeutigen Weise zu schlagen. Dam't ist die Frage des Aufstiegs wieder ganz offen geworden. II. kreisklasse. Tv. Grüningen — Tv. Dutenhofen 9:9 (3:3). In einem außerordentlich erbittert durchgeführten Kampf ist es Dutenhofen gelungen, wenigstens einen Punkt sicherzustellen. Beide Mannschaften gaben alles aus sich heraus, um Sieger zu werden. Wie aber das Halbzeitergebnis besagt, ist das Endergebnis schon gerecht. Es wird abzuwarten bleiben, wie beide Mannschaften, die sich in einer sehr guten Form befanden, die weiteren Spiele bestehen werden. Tv. Alsfeld — Tv. Allendorf (Lumda) 13:4 (7:1). Höher als erwartet, mußten sich die Gäste in Alsfeld geschlagen bekennen. Es soll ihnen zugutegehalten werden, daß sie mit reichlichem Ersatz antraten. Der Mannschaft fehlt es aber darüber hinaus an innerem Zusammenhalt. Erst wenn der einmal hergestellt ist, wird der Sturm auch Tore schießen können. Immerhin ist der Sieg der Platzbesitzer bemerkenswert. Jugendklasse. TV. Lang-Göns — TV. Lützellinden 10:3 (7:3). Das Endergebnis entspricht nicht ganz dem Spielverlauf. Wohl war Lang-Göns besser, wohl zeigte fein Sturm besseres Wurfoermögen, so daß auch der Sieg berechtigt ist. Die Gäste hätten auf Grund ihres Eifers aber noch einige Tore verdient gehabt, zumal sich ihre Mannschaft immer mehr als viel stärker erweist, als sie ursprünglich beurteilt wurde. TV. Münchholzhausen — TD. Ruttershausen 12:6 (2:3). Der Halbzeitstand ist keinesfalls etwa eine Ueberrafchung. Die Gäste waren in diesem Zeitpunkt klar überlegen. Sie hatten sich allerdings dann aber auch so ausgegeben, daß sie zum Schluß immer mehr abfielen, so daß die Platzbesitzer schließlich doch noch zu einem hohen Sieg kamen. ui im« MMiMMWAMk Roman von Marlise Köllina. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten! II. Die Halle des großen, vornehm wirkenden Hotels im Berliner Westen war hell erleuchtet. Autos hielten in langer Reihe. Damen in geschmackvollen Pelzen entstiegen ihnen, Herren, schon zum Ausgehen angezogen, im schwarzen Abendanzug oder Frack, standen plaudernd in dem eleganten Vestibül. Ein großer blonder Herr trat gerade aus dem Fahrstuhl und schlenderte zum Empfangstisch hinüber, hinter dem die Hotelangestellten hantierten, Kursbücher einsahen, Auskunft erteilten, Zimmerschlüssel aushändigten, die an den Brettern hingen, Briefe sortierten, Telephonate vermittelten. „Herr Stessens schon zurück?" fragte er auf dänisch. Der Portier sah nach dem Schlüsselbrett. „Bedauere, Herr Gras, der Schlüssel hängt noch — aber da kommt Herr Steffens ja!" Der Däne wandte sich lebhaft um, winkte mit der Hand: „Guten Abend, Steffens. Wir haben schon auf Sie gewartet. Haben Sie die Theaterkarten?" Er sah den Mann mtt den scharfen dunklen Augen gespannt an. „Alles in Ordnung, Graf. Ich habe, obschon es ausverkauft war, doch noch ganz gute Plätze bekommen." Der blonde große Herr atmete hastig auf. Es schien ihm unendlich viel an den Theaterkarten zu liegen. „Da werden sich meine Damen aber freuen. Wie ist es, Steffens, kommen Sie vor dem Theater noch auf einen Sprung auf mein Zimmer zu einem „Gemacht, Graf, ich will mich nur schnell umziehen. Sie sind, wie ich sehe, fertig." Die beiden Herren trennten sich. Während der große Blonde sich am Zeitungsstand ein paat skandinavische Zeitungen kaufte und, bequem in einen der großen Sessel gelehnt, die Seiten durchblätterte, fuhr der Dunkle in jein Zimmer hinauf. Dort verschloß er sorgfältig die Tür zum Korridor, ließ die Rolläden an den Fenstern herunter. Er ging zu dem eingebauten Kleiderschrank, öffnete ihn und klopfte viermal in einem bestimmten Rhythmus an die Tür des benachbarten Hotelzimmers. Nach einer Minute wurde das Signal in gleicher Weise wiedergegeben. Zur selben Zeit schritt eine zierliche rotblonde Dame suchend durch die Hotelhalle dem Abendrestaurant zu. Wie sie an dem großen blonden Herrn vorüberkam, faltete der wie zufällig feine Zeitung zusammen, erhob sich dann und begab sich langsam zum Fahrstuhl. „Verzeihung, Herr Graf, soll ich dem Chauffeur Bescheid sagen, daß er zur Zeit vorfährt? Die Garage hat vorhin angefragt, ob der Herr Graf den Wagen heute noch befehlen — Herr Graf sprachen doch vom Theaterbesuch." Der Portier war dem Gast nachgeeilt. „Ach so, ja natürlich," sagte der und schien im Augenblick nicht zu wissen, was man eigentlich von ihm wollte, „ja, wir fahren zur Oper, lassen Sie den Wagen um neun Uhr vorfahren." Der Portier verkniff sich den Hinweis, daß die Oper bereits Punkt acht Uhr anfinge. Komisch waren diese reichen Leute doch. Erst regten sie sich auf, ob sie noch Karten erhielten, dann kam es ihnen gar nicht darauf an, eine geschlagene Stunde später zu erscheinen. Portier Gruner, im Privatleben ein leidenschaftlicher Musikliebhaber, sah Gras Lonne mit einer leisen Mißbilligung nach. — Um sieben Ühr klopfte es bei Graf Lonne an der Zimmertür. Aus das laute „Herein" erschien Herr Steffens, nun auch schon im Abendanzug. Gerade stellte der Kellner den eisgekühlten Kognak auf den Tisch und rückte die opalisierenden stachen Gläser handgerecht. „Ich schenke selbst ein, danke," winkte Graf Lonne ab. Der Kellner verschwand. Steffens wartete, bis sich die Doppeltür hinter ihm geschlossen hatte. Dann zog er aus der Innenseite seines Rockes ein dünnes, m Papier gewickeltes Päckchen heraus: J)ier von de Heer, wie verabredet," sagte er.l „War nicht so leicht, durchzukommen. Den andern Teil kriegen wir wahrscheinlich heute, in —" Lonne legte hastig die Hand auf den Mund. „Still, ich weiß ja Bescheid!" Steffen lachte geringschätzig. „Seit wann so nervös, Lonne? Ist doch noch immer alles gut gegangen." „Berufen Sie es nicht." Lonne steckte sich eine Zigarette an und rauchte in hastigen Lungenzügen. „Man kann nicht vorsichtig genug fein. Wissen Sie nicht mehr, wie in Amsterdam plötzlich die Wände Ohren hatten? „Weil Robertson ein Verräter war. Hier dagegen sind wir ja unter uns. Immerhin", er ging an die Tür und öffnete sie schnell; aber niemand war auf dem Korridor zu sehen. Beruhigt kehrte er wieder zurück, schloß die Tür. und nun begann ein gedämpftes Gespräch zwischen den beiden Mannern. Steffens machte sich ab und zu ein paar Notizen in einer Geheimschrift, Lonne verglich sie auf ihre Richtigkeit. Silbern schlug die kleine Kaminuhr 9 Uhr. Es war Zeit, zur Oper zu fahren. Lonne ließ sich durch das Haustelephon mit einem anderen Zimmer verbinden. „Ach, Sie find es, Helene, ist die Gräfin fertig? Gut, ich erwarte die Damen unten in der Halle." Das Auto, das sich Graf Lonne für die Zeit feines Berliner Aufenthaltes gemietet hatte, hielt schon vor dem Hotel. Die Gäste in der Halle sahen mit einem gewissen Interesse den beiden schmucken Paaren nach, die ein Weilchen später dem Hotelausgang zuschritten, um in den dunkelblauen Luxuswagen zu steigen. Die Herren, den Mantel über dem Abendanzug offen, waren in ihrer Eleganz eine diskrete Folie für die beiden schonen Frauen. Die Gräfin Lonne, verhältnismäßig groß, sehr schlank und blond, hatte ein etwas hochmütiges regelmäßiges Gesicht, dessen starre Züge mie von einem Bildhauer geformt waren. Sie trug ein schwarzes Spitzenkleid, unter dem eine weichblaue Seide mild hindurchschimmerte, und eine dreifach geschlungene Kette milchweißer Perlen um den schlanken Hals. Lose über das Kleid geworfen lag ein Abendmantel aus schwarzem Samt mit einem hohen Hermelinkragen. Ihre Begleiterin, ein zierliches rotblondes Persönchen mit einem unregelmäßigen aber reizenden Jungengesichtchen, hatte ein giftgrünes Chiffonkleid mit unendlich viel Rüschen und Falbeln an, die bei jedem Schritt unter dem halblangen grünen Seidenumhang wippten. Um den Hals lag eine Ichwere Kette von Türkisen, in den zierlichen Ohren, die halb unter dem Lockenhaar verborgen waren, zitterten ebenfalls zwei Türkisen an dünnen Kettchen, und auch den schlanken Oberarm umspannten Armreifen aus den gleichen kostbaren Steinen. Hochhackige grüne Seidenschuhe tarnen unter dem weiten Rock hervor und eilten über die roten Läufer, die bis auf die Straße hinaus gelegt waren. „Wer waren die Herrschaften", fragte ein Hotelgast den Portier. „Ein Graf Lonne mit seiner Gattin und Freunden, er wohnt in jedem Jahre ein paar Wochen bei uns." „Lonne? Schwedischer Adel?" „Ich glaube wohl, aber die Herrschaften wohnen meines Wissens gewöhnlich in Paris." „Elegante Frauen", murmelte der Fragende anerkennend vor sich hin. Er schien Lust zu haben, noch mehr zu erfahren, aber der Portier war schon dabei, einem andern Hotelgast eine Auskunft zu geben. * Die Oper hatte natürlich schon längst begonnen, als Sonne mit feinem Begleiter und den beiden Damen in die Loge trat. Leise nahmen sie in dem verdunkelten Raum Platz, die beiden Frauen an der Brüstung, die Herren hinter ihnen. Gräfin Lonne legte ihre Brokattasche neben sich auf den Samt der Logenbrüstung. Dicht daneben lag der Theaterzettel der benachbarten Loge, in der ein anderes Paar saß. Die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses war auf die Bühne gerichtet, der Tenor, ein berühmter polnischer Gast, begann gerade seine große Arie. Der Herr in der Nebenloge griff nach dem Opern» glas, das auf der Brüstung lag, scheinbar aus Versehen erfaßte er dabei den Theaterzettel von nebenan und zog ihn 3U sich hinüber. Das Panier verschwand, man hörte ein leises Knittern. Der Herr schien sehr zerstreut zu sein, denn er steckte bcp Zettel, anstatt ihn wieder hinzulegen, in seine Tasche. Dann lehnte er sich zurück und schien völlig in die Musik versunken. (Fortsetzung folgt!) Lehrgang im Frauenturnen in Wetzlar Großer Mtorradpreis von Barcelona. DKW. siegt in der kleinen Klaffe. - St. Woods Tagesbester. Winkler wieder aufgerückt. Mit einer Runde zurück hielt er den zweiten Platz hinter dem siegenden Geiß, der 1:11,52 Stunden benötigte In der 350-ccm-Klasse fehlte der deutsche Meister Steinbach am Start. Der Kampf der 18 Maschinen spitzte sich zu einem Duell des schwedischen Husquarna-Fahrers Strömberg mit Stanley Woods zu Als St. Woods nach einer Rekordrunde von 101 Kilometerstunden wegen Kettenbruchs ausschied, konnte Strömberg die 40 Runden = 151,626 Kilometer in 1:33,53 Stunden 21. Runde zur Aufgabe gezwungen wurde. Das gleiche Schicksal ereilte den Engländer Ginger Wood auf New Imperial. 3n3roifchen war Anne > Ittfo. I — Tuspo Vuhbach I 10:8 (5:3). 21m Sonntag waren die Männerturner einer Einladung des Turn- und Sportvereins Butzbach mit zwei Mannschaften gefolgt. Beide Ergebnisse fielen verhältnismäßig hoch aus. Der Männerturnverein hatte wieder eine stabile und ausgeglichene erste Elf zur Stelle; Butzbach stellte seine alte, gut eingespielte, kernige Turnerelf ins Feld. Mächtig mußten sich die Männerturner anstrengen. Die Gießener traten in folgender Aufstellung an: Krausch I.; Seipp, Zehner; Lübke, Volz, Götz; Weigand, Winter, Weiß, Silß, Krausch II. Gleich in den ersten Minuten kam Butzbach durch ein Mißverständnis der Gießener Hintermannschaft zum ersten Treffer, den Weigand kurz darauf mit einer schön geschossenen langen Ecke wettmachte. Im abwechlungsreichen Kampfe wanderte der Ball; beide Torleute bekamen reichlich zu tun. Zwei den Butzbachern zugesprochene Strafwürfe wurden verwandelt. 3:1 für Butzbach! Winter schoß kurz darauf seinerseits ein, unhaltbar für den Butzbacher Schlußmann. Eine Drangperiode der Männerturner schuf einen Vorsprung und ein Halbzeitergebnis von 5:3. Rach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Die Männerturner, infolge Verletzung des rechten Läufers nur noch mit zehn Mann spielend, drängten mächtig und schufen sich nun durch ruhigeres und besseres Abspiel eine leichte Ueberlegenheit. In regelmäßigen Abständen fielen, verteilt auf die einzelnen Stürmer, vier weitere Tore. Seipp, als Verteidiger, machte mit dem zehnten Tor den Abschluß. Mit diesem Stande, 10:5, hätte das Spiel, den Leistungen nach zu urteilen, fein Ende finden müssen; daß aber trotzdem die Gastgeber noch dreimal durchkamen, war lediglich auf das leichtsinnige Spiel der Gießener zurückzu- führen. Wenn das Frauenturnen im Turnkreis Lahn-Dill einen erfreulich hohen Leistungsstand aufweist, so ist dies nicht zuletzt zurückzuführen auf die überaus eifrige Lehrtätigkeit, die der verantwortliche Kreis- frauenturnwart ausübt; und diese eifrige Lehrtätigkeit hat auch nur deshalb den großen Erfolg aufzuweisen, weil sie planmäßig erfolgt und weil die Turnerinnen des Kreises, obwohl ihnen an diesen Schulungstagen wahrhaftig nichts geschenkt wird, immer mit Lust und Liebe bei der Sache sind. Daß dies der Fall ist, bewies wieder einmal der Verlauf des am Samstag und am Sonntag in Wetzlar unter Leitung des Kreisfrauenturnwartes Schneider (Wetzlar) stattgefundenen Lehrgangs und die Beteiligung, die er fand. Mit 96 Teilnehmerinnen — darunter auch einige Vereinsfrauenturnwarte — ist der Besuch als außerordentlich gut zu bezeichnen. Der vorliegende Lehrstoff war außerordentlich reichhaltig, er wurde aber nicht nur vollständig, sondern auch sehr eingehend durchgenommen. Nach kurzer Begrüßung durch den Leiter wurde die turnerische Arbeit durch eine Körperschule eingeleitet, die die Muskulatur des gesamten Körpers in Schritt-, Lauf- und Rumpfbewegungen für die nachfolgende Arbeit gefügig machte. Diese dann kommende Arbeit kann in zwei Teile eingeteilt werden; einmal in die Vorbereitungsarbeit zum Kreisfrauenturnen und den sonstigen Wettkämpfen, und zweitens in die Einführung der Hebungen zu dem vom Fachamt Turnen ausgeschriebenen g y m n a - stischen Vierkampf, der, wie Kreisfrauen- turnroart Sckmeider betonte, erst im Herbst durch- gefüfyrt werden soll und an dem sich neben den Turnerinnen auch möglichst die Angehörigen der Frauenriegen beteiligen sollen. Dieser gymnastische Vi-rkampf besteht aus: Gymnastik mit dem Voll- boll, Gymnastik mit dem Springseil, Gymnastik mit den Keulen und Gleichgewichtsübungen auf dem Schwebebalken. Die Durchnahme der Keulenübungen brachte Außen- und Jnnenarmkreise, Kopfkreise und Srcharmfreife und aus dielen entwickelte sich dann allmählich die ganze voraeschriebene Hebung, die, gut ausgeführt, sehr gefällig wirkt. Die Hebungen auf dem Schwebebal- k e n wurden, und dies soll auch in den Turn- Der Deutsche Meister Helmuth Fischer stellte bei einem Schulungsschwimmen mit 56,8 Sekunden einen neuen Europarekord im 100-m-Freistilschwimmen auf. (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.) noch bestehende falsche Auffassungen über diese Hebungen ausgemerzt. Volkstanzformen gehören natürlich auch zum Programm eines solchen Lehrgangs und deshalb wurden auch sie gezeigt. Dann wurde die Gymnastik mit dem Springseil geübt, die für Viele etwas Neues ist und die sehr eindeutig aufzeigt, mit welch einfachen Mitteln man schönste turnerische Leistungen erzielen kann. Mit der nochmaligen Durchnahme der Freiübungen und der Keulenübungen schloß dann die turnerische Arbeit ab, welche am Samstagabend in frohem Kreis auch eine sehr eingehende Aussprache und Aufklärung über die Diet- arbeit im Verein und über die völkische Prüfung bei den turnerischen Veranstaltungen des Jahres gebracht hatte. Kreisfrauenturnwart Schneider konnte den Lehrgang beschließen in der begründeten Hoffnung, daß es auf dem Gebiet des Frauenturnens im Kreise Lahn-Dill auch weiterhin vorwärts geht. Die Veranstaltungen des Turnkreises 8 Lahn-Dill im Fahre 1936. 3. Mai: Turnstunde für Vereinsturnwarte in Gießen für Gießen-Alsfeld und in Dillenburg für Dillkreis und Wetzlad. 16/17. Mai: Lehrgang für Volksturnen und Sommerspiele in Oberscheld für den Dillkreis. 21. Mai: Wanderungen in den Unterfreifen, Gießen-Wetzlar (Zahneiche auf dem Dünsberg). 6/7. Zu n i: Lehrgang für Volksturnen und stunden der Vereine so durchgeführt werden, zunächst auf dem Boden ausgeführt, um bi? Turnerinnen zuerst an die Ausführung dieser Hebungen in dem vorgeschriebenen Rhythmus zu gewöhnen. Sie bringen sehr schöne Bewegungen und wirken, wie man im weiteren Verlaufe des Lehrgangs noch sah, besonders gut auf dem Schwebebalken. Nach kurzer Morgenfeier wurden am Sonntagvormittag die Freiübungen durchgeturnt und anschließend die Hebungen mit dem Vollball durchgenommen, die den ganzen Körper durcharbeiten. Unter Leitung von erfahrenen Vorturnern und Vorturnerinnen wurden dann in vier Riegen die vorgeschriebenen Hebungen für das Kreisfrauenturnen an Reck, Barren, Pferd seit und Pferd Sprung durchgeturnt und hierbei vor allem Oavispofalkampf Spanien - Deutschland. 4:1 für Deutschland. — v. (Stamms Niederlage. Unter ungünstigen äußeren Voraussetzungen wurden am Montag in Barcelona die beiden letzten Einzelspiele des Davispokal-Kampfes Spanien gegen Deutschland ausgetragen. Es regnete, so daß verschiedentlich Unterbrechungen notwendig wurden. Auch der Besuch hatte unter dem ungünstigen Wetter gelitten. Eine ebenso unerwartete wie große Ueberraschung brachte das erste Spiel das Tages, das der Spanier Enrico Maier und Deutschlands Spitzenspieler Gottfried von Gramm bestritten. Dem Deutschen sagte das schlechte Wetter sichtlich nicht zu. Er spielte weit unter der von ihm gewohnten Form und wurde ganz glatt mit 3:6, 2:6, 1:6 geschlagen Den vierten Punkt für Deutschland errang dann H. Henkel, der den spanischen Altmeister Manuel Alonso sicher mit 6:2, 6:3, 6:4 bezwang. Europa-Rekordschwimmer Helmut Fischer Mv. Jugend — Vuhbach Jugend 10:12. Vor diesem Spiel standen sich die beiden Jugendmannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Auch dieses Ergebnis besagt einen auf beiden Seiten völlig ausgeglichenen Kampf; wenn schon die Butzbacher den Männerturnern körperlich überlegen waren, so standen die Gießener ihnen keineswegs spielerisch nach. Mit einigermaßen mehr Zusammenspiel und Verständnis im Sturm mußte das Spiel gewonnen werden. Die Männerturner spielten mit Walter, Götz, Möckel, Vogel, Blum, Schüler, Weigand II., Berkenhoff, Eger, Eckhardt und Weyel. Für Weyel, der in der zweiten Halbzeit ausschied, spielte Dmmert. TV. Holzheim — TV. Hochelheim komb. 15:3 (7:1). Die Platzbesitzer haben gestern ein Spiel gezeigt, das in jeder Beziehung gefallen konnte. Alle Mannschaftsteile waren gleichmäßig gut besetzt, so daß es schon zu einem eindeutigen Sieg kommen mußte. Wenn auch Hochelheim nicht seine komplette Mannschaft zur Stelle hatte, so wurde Holzheim doch zur Hergabe seines ganzen Könnens veranlaßt. TV. Nauborn — TV. Atzb ach 3:9 (3:3). Trotzdem Atzbach feine Mannschaft stark verjüngt hat, gelang es, die Platzbesitzer, die allerdings wieder mit Ersatz antreten mußten, hoch zu schlagen. TV. Katzenfurt — TV. Niedergirmes 9:6 (6:4). TV. Pohl-Göns — TV. Münchholzhau- f e n 8:10 (3:5). Münchholzhausen konnte seit langer Zeit erstmalig wieder mit feiner alten Mannschaft antreten. Mit Rücksicht darauf ist auch der Sieg gegen die auf eigenem Platz sehr spielstarken Platzbesitzer voll und ganz zu verstehen. 40 000 Zuschauer umsäumten die 3,790 Kilometer lange Rundstrecke im Montjuichpark von Barcelona, in dem der Motorklub von Barcelona am Sonntag den 4 Großen Preis von Barcelona bei herrlichem Wetter durchsührte 56 Fahrer aus acht Nationen gingen an den Start, zu dem sich auch verschiedene deutsche Fahrer gesellten. Gewinner des Großen Preises wurde als Tagesschnellster der Sieger der ^-Liter-Klasse Stanley Woods (Irland) auf Velocette mit 101,497 km/st. An der 250-ccm-Klasse trat Artur Geiß das Erbe seines Markengefährten Hans Winkler an. Er gewann das Rennen mit 94,942 km/st vor Hans Winkler. Vier DKW. lagen im Rennen der 250-ccm-Klasse über 30 Runden = 113,719 Kilometer, das zehn Fahrer bestritten. Walfried Winkler, Hans Winkler, Artur Geiß und der Tscheche Juhan lagen sofort im Vorder eld. Hans Winkler stürzte in der dritten Runde chwer und zog sich eine Knieverletzung zu. Er fuhr aber trotzdem weiter und belegte noch den zweiten Platz. Artur Geiß und Walter Winkler verteidigten ihre führende Stellung erfolgreich, bis Walfried Winkler in der Sommerspiele in Burggemunden für Alsfeld und Gießen (Teil). 13./14. Juni: Lehrgang für Volksturnen und Sommerspiele in Kinzenbach für Kreis Wetzlar und Gießen (Teil). 2 8. Juni: Werbespieltag für die Sommerspiele. 4./5.Z6. Juli: Kreisturnfest in Wieseck. 16. August: Volksturnen in Burggemünden für Alsfeld und Gießen (Teil). 2 3. August: Volksturnen in Kinzenbach für Wetzlar und Gießen (Teil). 3 0. August: Volksturnen in Oberscheld für Dillkreis. 13. September: Kreisfrauenturnen in Wetzlar-Niedergirmes. 2 7. September: Alterstreffen in Dillenburg. Vorbereitung für das Kreisturnfest in Wiesest. Versammlung des Turnvereins Diefeck. Durch Beschluß des Kreisführerrings wurde dem hiesigen Turnverein die Ausführung des diesjährigen Kreisturnfestes übertragen. Aus diesem Anlaß hatte der Verein am vergangenen Samstag zu einer außerordentlichen Versammlung, zum Zwecke der Vorbesprechung dieses Festes eingeladen. Der Vereinsführer sprach nach der Begrüßung über Sinn und Zweck des Kreisturnfestes, das vom 4. bis 6. Juli auf dem Festplatz an der Wieseck abgehalten werden soll. Er gab des weiteren bestimmte Richtlinien über die Durchführung und ben gedachten Verlauf dieser Veranstaltung. Im Anschluß hieran ging man sofort dazu über, die einzelnen Festausschüsse zu bilden, wobei betont wurde, daß durch Selbsthilfe und die Mitarbeit eines jeden einzelnen sofort mit den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten, soweit nicht schon geschehen, begonnen werden muß. Jedes Mitglied des Vereins hat sich dafür einzusetzen, daß ein volles Gelingen dieser großen Veranstaltung gewährleistet ist. Vereinsführer D a u p e r t, der den Turntag in Berlin besucht hatte, erstattete eingehend Bericht über die Erlebnisse und die gewonnenen Eindrücke. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Nork heftens Ringer-Meister geschlagen. Nordhessens Gaumeister im Mannschaftsringen, der VfK. Alsfeld, trug am Wochenende Drei Kämpfe in Westfalen aus und mußte dabei drei Niederlagen einftecken. Dem in stärkster Besetzung antretenden westfälischen Gaumeister K S V. Hohenlimburg unterlagen die Hessen glatt mit 0:18. In Herdecke siegten die Gastgeber 11:9 und mit dem gleichen Ergebnis war auch Witten 2 8 über die Gäste erfolgreich. = 96,902 km/st gewinnen Zu den 40 Runden der -Liter-Klasse hatte sich auch wieder Hans Winkler in dem 18köpfigen Feld eingefunden. Ein Kühlerdefekt ließ ihn aber aus dem Sattel steigen. St Woods auf Velocette kam in 1:29,38 Stunden = 101,497 km/st zu einem knappen Sieg vor Ginger Wood. Mit einem weiteren deutschen Sieg hatte man bei den Seitenwagen auf Grund der Trainingsleistungen gerechnet. 11 Fahrer nahmen den Kampf über die 53,069 Kilometer lange Strecke auf. Heberraschend konnte der Franzose A m o r t auf Stilsons in 37:52 Stunden = 84,088 km/st vor - «------ dem deutschen Meister Karl Braun auf (Harley) auf New Jmpenal. Inzwischen war Hansl und dem Aachener Weyres auf Harley gewinnen. •! I OasHeimatbuch vom deutschen Walde! Iungfuchs lGiarf verkleinere Abb. aus Daldwebem WMKWOhOU Oie Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 1503lafuraufnabmen aus demTier-undpflanzen- leben desheimatlichenWaldes auf 128Kupsertief- drucktafeln,mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Preis in Leinen RM. 4.80 „Dat ist eine herrliche Welt! Oie beiden Kameramänner sind Ihr bis in köstliche Verschwiegenheiten nahe gekommen. — Köstlich ist asies und zauberhaft schön.* Dresdner Anzeiger Verlangen Sie das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Vevmühtev Verlag BerliN'Lichterfelde Cafe Restaurant AJC Plochstraße 5 / Telephon 2398 Donnerstag, 30. April: Ehren- und Abschiedsabend der Hauskapelle E. Schirwitz Am 1. Mai: Konzert und Tanz Maibowle im Pokal. Erstklassige kalte und warme Küchel 2679d Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht llllllllllllllllllllllllllllll ZwestSBekümpmngon Schwarzarbeit können Arbeits-Ange. bote von Handwerkern nur mit Ramensnen- nung u. unter Vorlage desGewerbenachweiies auigeuommrn werden. Verlag desGiebenerAnzeigere llllllllllllllllllllllllllllll Kohlen Koks 1Bb Briketts Eiform Happel & Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Schöne Herrenstoffe billig! Lasten Sie sich kostenfrei und unverbindlich unsere, 160 schöne, mo- derncMuster umfassende Auöwabl- Kollcktion Nr. 67 kommen und vergleichen Sie Preise und Quali- taten mit anderen. Wir beliefern Sre so vorteilhaft, dasi Sie an jedem Anzug doppelte Freude haben. Da« wird uns oft von unseren Kunden bestätigt. Schreiben Sic uns eine Postkarte. Schwctasch- Stoffe sind feit mehr als 40 Jahren bewährt! Wörlitzer Tuchfabrik Otto Schtvelasch GmbH. Görlitz Feinste eigene u. fremde Neuheiten. Mein diesjähriger Tanz-Kursus in .Collar 2683 D Baum- und Rosenpfähle Bohnenstang. emvsteblt beginnt am Samstag, 9. Mai, abends 8 Uhr, im Saale „Zur Germania“. Anmeldeliste liegt dortselbst offen. (fanzscfiulc tföäiilftc Gießen. Wolfstraße 31 / Telephonruf 3835. Aussaat durch Ziehen mit dem am 2401 a von 3,80 Gleichmäßig und QuevRl"eo von Län6s' RmentiebcI Häuser ....................... auch bitte ahe 1 r^TZTGießen erreichen Sie billigst 25301> s. TreAsler Steinstr. 73. Tel. 3581 Auf alle Fälle Vetter die billige Möbel -Einkaufsquelle! Austeilung und Verkauf nur Wiesenstr. 6 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: 5t le in anzeigen in die Heimatzeitung, den Bießener Anzeiger TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen 1085a Bahnhofstraße Mittwoch, den 29 April Praxis wegen Umzug geschlossen! Wiedereröffnung: Donnerslag, 30. April, Franklorl. Str. 6II (Eingang Alicenstraße) Df. Gerster, Nervenarzt Gießen / Telefon 3830 - _____________ 676 D kisiüerlMlmlllMung öm HSJL । -rain^ad l',Wiert !'Sr $on uiN ßchdruck, " . it »sÄf • en'n w; Anbai Wß nach dem nahe (üüö Lnzio fuhr Klio soll auch der ^Lodcnsläche für 30 Hektar angel rirb mit einer Emv Stadtplan wurd < M bei einem Welten ausgewa t-rmg der Platze, 1 der Verteilung lürche, Rathaus, ha t;tne der Karabinier »arbeitet. Das Sta No wie Littoria WH des fa|d)i|ti|d) Em Ausdruck bring Etliche Anlagen, e L'chige Häuser; aut eilen überflüssigen i 'prechende und bar: | werben sofort dur Hvhresfrift schon ir Ö5 neue Äerwaltu Än mirb, wo bis »cioh unumstritten :chon die büften Umliegenden Gehö Wchld, „Tote F. in Grauen und Wckrer in diesem seit zurück ist dies «litten Blättern de mnb im Jahre 14B2 ®n Malatesta geg Mtt, die Rom voi ütjne Condottiere udoch die Früchte Kehn Tage nach d einer Soldaten dk Mächten, die sie in mn Freien zugebrai «vorden. Aus jüngerer H Ahnes des Italien utenotti, den Nc non“ als vielmehr Wn!" Der Sohr {r Gegend Siedlm »3 Opfer der Mala Lebten Boden auc ;llte den späteren hifporn sein, dies l befreien und ihn Reben. In der Tc orzeit angehörende ,on Satur, Safuric & °°" Ä WE ™ «ItrömilchkN b.83» SS", SS" Wftet ft« So