Kr.25 Erstes Blatt f86. Jahrgang Dienstag, 28. Januar 1936 Gietzener Anzeiger tS’ÄX V * ▲ ''Qf G annattme von Anzeige, Ä IjÄ * 4 £* x* **. A ** M1 <* 4A, AAM k*S;5 Heimat im Bild Die Scholle ■ Bg^Ä ■ HX MM M W IW MW MM Zl>| HZU f W Grundpreise für, mm höhe Monats-Vezugrpreis: W W HM W M.Z W W W ^F |B W W W W W W Jr W für Anzeigen mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 IV M W ■ HT W g HT W WWW ^W W< WWW W< W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte . 1.80 V M wk W H wL, WW W Wk BI Jk W W WS Wk W W «8k W anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ B W H Wr W M W By 50Rpf.,Platzvorschrist nach Auch bei Nichterscheinen B ■ ~ ™ ^F vorh.Bereinbg.25°/^ mehr. ^7°-gNöh-re?G°wa» V t«W »tunOpreife: MM General-Anzeiger für Oberhessen WZ' StantfMrt am Main 11686 Druck und Verlag: Srühl'sche Universttätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Beginn der Trauerfeierlichkeiten in England. Die Straßen Londons am heutigen Tage der Beisetzung König Georgs. Ungeheure Teilnahme der Bevölkerung. London, 28. Ian. (DNB. Funkspr.) Am heutigen Tage sind die Augen der ganzen Welt nach London gerichtet, wo dem verstorbenen König Georg das letzte Geleit zur Ruhestätte seiner Väter im Schloß Windsor gegeben wird. Die Bevöl- keruna der englischen Hauptstadt und Tausende und aber Tausende aus allen Teilen Englands strömen bereits in den frühen Morgenstunden zu den Straßen und Plätzen, durch die sich der großartige Trauerzug bewegen wird. Die Londoner sind heute Nacht überhaupt nicht zur Ruhe gegangen. Schon mehrere Stunden vor Mitternacht sah man viele Menschen, die in den Straßen Aufstellung nahmen, um sich einen guten Platz zu sichern. Bei nächtlicher Fahrt durch London sah man Tausende, die am Rande der Bürger st eige saßen und sich durch mitgebrachte Decken oder auch nur mit Zeitungsblättern vor Kälte und Nässe zu schützen versuchten. Die Straßen und Plätze selbst, durch die sich der Trauerzug bewegen wird, bieten ein feierliches Bild, in dem die Farben schwarz und violett vorherrschen. An den Straßenrändern sind Flaggenbäume eingerammt, die mit violetten Bändern umwunden sind und an denen Trauerfahnen in violetten Farben mit weißen Rändern hängen. Straßenverkäuser bieten schwarze Rosetten und das Programm der Trauerprozession mit dem schwarz umrandeten Bild des toten Königs feil. Zeitungshändler rufen die mit Trauerrändern versehenen Morgenblätter aus, die heute ganz dem Gedenken des toten Monarchen gewidmet find. Ueberall, an jeder freien Stelle, und vor den Häusern und Geschäften werden noch in aller Hast die innerhalb weniger Stunden errichteten Holz- tribünen mit schwarzer Farbe gestrichen. Die Schaufenster mancher großen Warenhäuser, an denen der Zug vorbeisührt, sind vollkommen a u s - geräumt und in Sitztribünen umgewandelt worden, an denen noch in den Morgenstunden gehämmert wird. Die billigsten Plätze aus diesen Tribünen kosten 3 Guineen (60 Mark) und die teuersten 10 Guineen (200 Mark) und noch mehr. Selbst die Fußgänger-Inseln und Verkehrsampeln in der Mitte der Straße sind noch in letzter Stunde in fieberhafter Eile beseitigt worden, da der Trauerzug die ganze Breite der Straße einnehmen wird. Das Bild der trauernden Hauptstadt steht in seltsamen Gegensatz zu dem fröhlichen und schönen Schauspiel des vergangenen Sommers als König Georg bei seinem 25jährigen Regierungsjubiläums unter festlichem Getümmel und fröhlichen Feiern von seinen Untertanen gegrüßt worden war. Gegen 8 Uhr marschiert das Militär in den Straßen auf, um zum Spalier an der sechs Kilometer langen Sttecke Ausstellung zu nehmen. In allen Teilen des brittschen Weltreiches wird heute für den König getrauert. Ueberall werden Gottesdienste veranstaltet werden, bleiben alle Schulen, Theater und Geschäfte geschlossen. In London selbst sind alle Regierungsämter und viele Geschäftshäuser geschlossen, jedoch hat König Eduard ausdrücklich den Wunsch geäußert, daß keine allgemeine Betriebsstillegung anzuordnen ist, um die Geschäftswelt und die Arbeiterschaft keinen finanziellen Schäden auszusetzen. König Eduard und seine Vrüder hatten Totenwachi. London, 28. Ian. (DNB. Funkspruch.) König Eduard und seine drei Brüder hielten von Mitternacht ab eine halbe Stunde lang die Totenwacht am Sarge des verstorbenen Königs in der Westminster- Hall. Als der König und seine Brüder unerwartet die Riesenhalle betraten, schlug das berühmte Glockenspiel im Turm des Parlaments grade die zwölfte Stunde. Fortwährend schritten Tausende von Menschen langsam und ehrfürchtig an dem Katafalk vorbei. Kaum einer von ihnen erkannte zu nächst den Monarchen. Der König und seine Brüder traten zum Katafalk. Nach leise geflüsterten Kommandoworten lösten sie die Wache der berittenen Leibgarde ab und stellten sich an die Ecken des Katafalks. Es war ein eindrucksvolles und ergreifendes Bild, wie der junge König und seine Brüder im Dämmerschein der Kandelaber unbeweglich am Sarge ihre-, Vaters standen. Erst nach einiger Zeit erkannte man in der trauernden Menschenmenge, die ununterbrochen weiter strömte, den König. Eine halbe Stunde nach Mitternacht wurden der König und seine Brüder wieder abgelöst. In den frühen Morgenstunden wurde das Gebäude endgültig für die Oeffentlichkeit geschlossen, nachdem in den letzten Tagen insgesamt über 800000 Menschen dem toten Monarchen die letzte Ehrung erwiesen hatten. Ein großer Teil der Trauergäste begab sich nach dem Besuch der West- minster'-Hall in die auf der anderen Seite des Parlamentsplatzes liegende W e.st m i n st e r - A b t e i, um hier einige Minuten in stillem Gebet zu verbringen. Eine Abordnung des Unterhauses bei König Eduard. London, 27. Ian. (DNB.) König Eduard VIII. empfing eine unter Führung des Ministerprästden- ten Baldwin stehende Abordnung des Unterhauses, aus deren Händen er eine Beileids- und Treuekundgebung entgegennahm. Die Abordnung setzte sich aus Vertretern aller politischen Richtungen zusammen. Ihr gehörten u. a. der Schatzkanzler Neville Chamberlain, der frühere Außenminister Sir 21 u ft e n Chamberlain, der Führer der arbeiterparteilichen Opposition A t t l e e , der Liberale Lloyd George und der Arbeiterparteiler C l y n e s an. Die deutsche Trauerabordnung. London, 27. Ian. (DNB.) Die deutsche Abordnung zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten für König Georg ist am Montag- oormittag in London eingetroffen. Die Mitglieder der Abordnung, Reichsaußenminister Frhr. v o n Neurath, General der Infanterie von Rund- st e d t, Admiral Albrecht, General der Flieger K a u p i s ch , wurden bei ihrer Ankunft in London von Botschafter von H o e s ch sowie von Vertretern des englischen Heeres und der Marine begrüßt. Freiherr von Neurath stattete in Begleitung des Botschafters dem Außenminister Eden einen Besuch ab. Die deutsche Abordnung besuchte dann die Westminster-Hall, wo die Leiche des Königs aufgebahrt ist. Auf Einladung der British Legion nimmt Reichskriegsopferführer Oberlindober als Vertreter der deutschen Frontsoldatenbünde an den Beisetzungsfeierlichkeiten in London teil. Der Deutsche Rundfunk übertragt am heutigen Dienstag aus London Ausschnitte von den Trauerfeierlichkeiten. Der Deutschlandsender bringt um 14.15 Uhr eine Übertragung des G o t - tesdienstes aus der St. Georgskapelle in Windsor. Außerdem wird um 19.45 Uhr im Deutschlandecho des Deutschlandssenders ein zusammenfassender Bericht von den Beisetzungsfeierlichkeiten gegeben. Ausländische Trauergaste. London, 27. Ian. (DNB.) Montag trafen in England zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten ein: König Christian von Dänemark, König Carol von Rumänien, Kronprinz Gustaf Adolf von Schwede^, die schwedische Kronprinzessin, König Leopold von Belgien, Prinz Felix von Luxemburg der Präsident der f r a n z ö s i - fischen Republik Lebrun, der Kronprinz von Italien, der Kronprinz von Norwegen, die Prinzen Nikola, Paul und Georg von Griechenland, alle wurden mit den ihrem Rang zustehen- den Ehren beim Betreten des englischen Bodens empfangen, so daß die Salutbatterien in Dover und Folkestone ununterbrochen donnerten. Die Könige und der Präsident der französischen Republik wurden bei ihrem Eintreffen von Prinzen des königlichen Hauses empfangen. In Begleitung des französischen Präsidenten befand sich Außenminister F l a n d t n, sowie der Marineminister. Schule und Lustfahrt. Eine Berliner Ausstellung eröffnet. — Krühzeitige Auslese der besten Konstrukteure und Erfinder. Berlin, 27. Ian. (DNB.) „Wir wollen fliegen und wollen weiter arbeiten am Aufbau unserer Fliegerei". Dieser Ausspruch des ostpreußischen Lehrers und Segelflugweltmeisters Ferdinand Schulz, der am 16. Juni 1929 den Fliegertod starb, könnte als Leitwort über der Ausstellung „Schule und Luftfahrt" stehen, die in Anwesenheit des Reichserziehungsministers Rust, des Reichsluftfahrtministers General der Flieger Göring, des Staatssekretärs Milch sowie weiterer Vertreter des Staates der Bewegung und der Wehrmacht eröffnet wurde. Vor dem „Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht" in der Potsdamer Straße, in dessen Räume diese erste pädagogische Reichsausstellung ihren Platz gefunden hat, ist dem Altmeister Ferdinand Schulz von ostpreußischen Lehrern ein würdiges Ehrenmal errichtet worden Reichsminister Rust eröffnete die Ausstellung mit einer Ansprache. Viele unserer Erwachsenen, so führte er u. a. aus, stehen keiner Einrichtung, die auf ihr Leben Einfluß gewann, so kritisch gegenüber wie gerade der Schule. Man vergleiche mit dieser Kritik an der Schule die fröhliche Erinnerung an den Dienst im Heer. Selbst der angebliche rote Pazifist sprach gern und mit Stolz von seiner Heeresdienstleistung. Bei diesem Vergleich kommen vielleicht die tieferen Gründe für die Stellung zur Schule zum Vorschein. Das Heer stand mitten im Volke, alle Türen waren offen. Die Schule führte ein gewisses Eigendasein. Es schlossen sich gewissermaßen mit den Schultüren die Türen zum Leben. Der Einbruch des Lebens in die Schule ist nun mit dem Siege des Nattonal- sozialismus erfolgt. Er ist in gleicher Weise hin- eingetragen von der nationalsozialistischen Jugend selbst wie von einer neuen Lehrergeneration, von der einige bereits in vorderster Linie den Kampf des Führers mitgekämpft haben. Ich nenne von fünf Gauleitern Hans Schemm, Julius Streicher, Joseph Wagner, Simon (Koblenz). In Thüringen kämpiten M a r s ch l e r und W ä ch 11 e r voran. Dietrich Klagges mit seiner kinderreiche^ Familie folgte der Fahne des Führers wie Schepp- mann, der heutige SA.-Führer Sachsens, in Westfalen. Es will heute selbstverständlich jeder Junge Flieger werden. Die Schule braucht sich hier nicht anzustrengen, um die Neigung zu wecken. Hier gilt es, die wichtige Aufgabe der rechten und rechtzeittgen Auslese zu erfüllen. Ich habe vor einem Jahr einen Erlaß zur Planung der Ausbildung und Auslese für alle Schularten herausgegeben. Ein Jahr Arbeit liegt hinter uns. Ich bitte Sie, sich das Ergebnis anzusehen. Die vorbereitenden 2Irbeiten für die Aufgaben am deutschen Flugwesen werden niemals in Spielerei ausarten, sondern mit dem Ernst und der peinlichen Gewissen- hafttgkeit geführt werden, durch die die deutsche Arbeit und die deutsche Wehr in der Geschichte groß geworden sind. ReichslustfahrtministerGeneralGöring erklärte bann u. a.: Als Oberbefehlshaber der deut- fchen Luftwaffe lege ich größten Wert darauf, die deutsche Jugend mit der Luftfahrt vertraut zu machen. „Es wacht die Kraft der Nation in der neu geschaffenen Luftwaffe". Dieses Wort des Führers muß der deutschen Jugend eine Verpflichtung sein. Von jedem in der Luftfahrt wird ein Höchstes an Leistung gefordert. Ich brauche nicht Ingenieure, die nur ihre Tagesarbeit verrichten, sondern Ingenieure, die große Konstrukteure und Erfinder sind; denn Deutschland ist in der Zahl den anderen Ländern unterlegen. Darum müssen wir gegenüber der Masse einen leistungsfähigen Einsatz ohnegleichen erreichen, um der Masse personell und materiell überlegen zu sein. Die ganze Jugend muß dazu die Plattform bilden, aber nur d i e B e st e n sollen dann ausgewählt werden. * Nach einem einftünbigen Runbgang durch die Ausstellung nahm der Reichsluftfahrtminister im Vorgarten des Hauses die Taufe eines Segelflugzeuges auf den Namen „Ferdinand Schulz" vor. Der Minister drückte dabei feine Freude darüber aus, was er auf der Ausstellung als Erfolg der Arbeit der deutschen Jugend gesehen habe. Internationaler Patentrechtskongreß in Berlin. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, verkündete am Montag in Gegenwart zahlreicher Vertreter des Reiches, der Bewegung und der Wirtschaft auf einer Kundgebung in der Akademie für Deutsches Recht in Berlin, daß vom 1. bis 6. Juni 1936 der internationale P a - tentrechtskongreß in Berlin ftattfinben werde. Reichsminifter Dr. Frank führte dabei u. a. aus: Gerade dem Erfinder darf der formale Rechtsschutz um so weniger versagt werden, als gerade auf dem Gebiete der Technik und der Wirtschaft die objektive Wertbedeutung schöpferischer Dinge am Anfang sehr oft schwer festzustellen ist. Dadurch entsteht die Gefahr, daß ein Erfinderschicksal zur Tragödie wird, indem der einzelne Erfinder häufig nicht in den Besitz des Lohnes kommt, der ihm gebühren würde. Unter dem Gesichtswinkel des Erfinderschicksals liegt daher hinsichtlich der Gestaltung des Patentrechtes eine eminente soziale Mission des Gesetzgebers. Der Nationalsozialismus begrüßt es auf das herzlichste, daß sich in der Hauptstadt seines Reiches in diesem Jahre die Vertreter aller Kulturstaaten sammeln wollen, um die Gemeinschaftsaufgaben, die mit dem Schutze des geistigen Gutes auf dem Gebiete der Technik und Wirtschaft Zusammenhängen, einer weiteren Förderung zuzuführen. Wir hoffen, noch vor dem Termin ihres Kongresses ein neues deutsches Patentrecht vorlegen zu können. Direktor Dr. Gerdes, der Vorsitzende der deutschen Landesgruppe der Internationalen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, der auch der Präsident des Berliner Internationalen Patentrechtskongresses sein wird, entwickelte das Programm der Berliner Tagung. Im Mittelpunkt der Tagung wird eine Festsitzung der Akademie für Deutsches Recht stehen, bei der Geheimrat Professor Dr. W. Kisch über die Arbeiten und die Bedeutung der Akademie für Deutsches Recht sprechen wird. Das Arbeitsprogramm des Kongresses umfaßt eine große Anzahl von Einzelfragen, die von erheblicher praktischer Bedeutung insbesondere auch für den Schutz deutscher Erfinderrechte und deutscher Schutzmarken im Auslande sind. Das Lebensrecht der Völker. Wenige Tage vor der dritten Jährung des historischen Datums der nationalsozialistischen Revolution hat der Führer und Reichskanzler in der Unterredung mit der Vertreterin des „Paris Soir" Erklärungen abgegeben, die in schlechthin klassischen Formulierungen von ebenso großer Einprägsamkeit wie Einfachheit gewissermaßen die Grundsätze des Verhältnisses und des Verkehrs der Völker untereinander zusammenfassen. Es knüpft unmittelbar an die schwere Nachkriegsgeschichte des deutschen Volkes an, wenn Adolf Hitler als Leitsatz feststelll, daß „jedes Volk das Recht hat, zu leben. Ich sage, zu leben und nicht zu vegetieren" und wenn er etwas später die Erläuterung hinzusügt: „Der Mensch hat das Recht zu leben, sei es als Nation, sei es als Einzelner!" Was hat das deutsche Volk in der niederdrückenden langen Zeit der Erfüllungspolitik anderes tun müssen, als, politisch gesehen, eben zu vegetieren! Ins Praktische übersetzt, bedeutete das — ausgesprochen oder nicht — den Verzicht auf eine lange Reihe staatlicher Hoheitsrechte, auf die Souveränität schlechthin. Der Wandel, von allen Vorgängern wohl für unmöglich gehalten, fetzte erst mit dem 30. Januar 1933 ein und erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt einmal mit der Abschüttelung der letzten Bindungen an die Politik der Vorzeit, nämlich mit dem Austritt aus dem Völkerbund und aus der jetzt klanglos eingesargten sog. Abrüstungskonferenz, und zweitens mit der Wiederherstellung der Wehrfreiheit. Nichts ist selbstverständlicher, als daß ein Volk, das diesen Weg hat gehen müssen und das unter der Leitung seiner führenden Männer noch immer einen großen Teil feiner Arbeit an die Aufräumung des Trümmerfeldes der Systemzeit verschwenden muß, von einem imperialistischen Eroberungskrieg nichts wissen will, wie ihn gewisse berufsmäßige Hetzer mancher Auslandskreise wider besseres Wissen uns Deutschen unterstellen wollen. Gerade die Ausführungen Adolf Hitlers in jener Unterredung über gebietsmäßige Eroberungen durch das Mittel des Krieges sind in diesem Zusammenhänge besonders bedeutsam. Der Führer faßt seine staatsmännischen Erkenntnisse zu diesem Gedanken zusammen in dem lapidaren Satz: „Die menschlische Logik ist gegen einen territorialen Krieg.". Setzen wir gleich einen Satz hinzu, der unmittelbar zu diesem Fragenkomplex gehört: „Bei Gebietsfragen sollte allein die Stimme des Volkes entscheiden und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse." Wer denkt nicht bei diesen Worten an den großen Abstimmungssieg an der Saar, dessen Jahrestag wir soeben feiern konnten und der die friedlichen Auswirkungsmöglichkeiten einer freien Volksabstimmung auch solchen Auslandskreisen klarmachte, die auch heute noch trotz aller Widerlegungen, das völlig sinnlos gewordene System von Versailles als das europäische Dogma hinstellen wollen. Und wer denkt nicht ferner an die zahlreichen Stimmen beispielsweise einsichtiger Auslandskreise, die vor den letzten Memelwahlen eine Volksabstimmung für das Memelgebiet forderten! Adolf Hitler prägt einen neuen politischen Begriff, wenn er in Verfolg der hier zitierten Leitsätze betont, daß der Frieden „nur aus dem Gleichgewicht geboren werden kann, also aus der Gerechtigkei t". Ohne es direkt auszusprechen, knüpft der Führer hier an das großzügige Befriedungsprogramm für Europa an, das er in der Maifitzung des Reichstages vom vergangenen Jahr in den bekannten 13 Thesen entwickelte. Vielleicht denkt man auch in gewissen europäischen Kabinetten über den grundlegenden Unterschied nach, der zwischen dem fantastischen „Europabund" B r i a n d s auf der Grundlage von Versailles und zwischen der Völkergemeinschaft der europäischen Staaten besteht, von der das deutsche Staatsoberhaupt in dieser Unterredung spricht. Denn gerade für djese Art von Völkergemeinschaft spricht Adolf Hitler yier ein Wort aus, das uns das gewichtigste aus der ganzen bedeutsamen Unterredung zu sein scheint: Er verweist auf die beginnende Einsicht der Welt, daß der gute Wille der Völker eine „Zusammenarbeit ohne Hintergedan- k e n" schaffen muß. Das ist so ungefähr das genaue Gegenteil der bisherigen grundsätzlichen Politik beispielsweise Frankreichs, dessen Staatsmänner ihre Lebensaufgabe darin sehen, ein militärisches Bündnissystem nach dem anderen ineinander zu schachteln — immer zu einem sehr eindeutigen und bekannten Zweck — und deren sehr bezeichnende Frage bei jedem irgendwo auf der Welt abgeschlossenen Abkommen immer ist: „Gegen w e n?" Wir erinnern nur an die Kommentare der französischen Bresse etwa beim Abschluß des deutsch-polnischen Abkommens ober des deutsch-englischen Flottenabkommens. Adolf Hitler, von dem Europa schon manche unwiderlegbare Wahrheit zu hören bekommen hat, stellt jener Mentalität den Grundsatz der gegenseitigen Achtung vor dem Lebensrecht der Völker gegenüber. Nicht ein so revisionsbedürftiges Instrument wie die auf Versailles beruhende Völkerbundssatzung, sondern diese Achtung und die Zusammenarbeit ohne Hintergedanken müssen einmal zum obersten Gesetz in einer europäischen Völkergemeinschaft werden. Gute Entwicklung der Reichssteuereinnahmen. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Besitz- und Verkehrs steuern betrugen im Dezember 1935 691,5 Millionen Reichsmark gegen 499,6 Millionen RM. im gleichen Dorjahrsmonat. An Zöllen und Verbrauchs- steuern wurden 276,0 (264,9) Millionen RM. ver- einnahmt. Insgesamt hat sich also das Aufkommen an Steuern und Zöllen gegenüber Dezember 1934 von 764,5 auf 967,5 Millionen RM. erhöht. Für Vas erste bis dritte Viertel des Rechnungsjahres 1935 stellt sich das Mehraufkommen an Besitz- und Verkehrssteuern auf 948,3 Millionen Reichsmark, an Zöllen und Verbrauchssteuern auf 160,6 Millionen RM., zusammen also auf 110 8,9 Millionen R M. Unter Berücksichtigung der Aussonderungen und Sondereinnahmen im Vorjahr beträgt das wirkliche Mehraufkommen in den ersten neun Monaten 1935 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres 949,1 Millionen Reichsmark. Der deuischeViehbestand1935 Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts hat die Viehzählung am 3. Dezember 193 5 im Deutschen Reich ohne Saarland folgende Gesamtbestände (gegenüber der Z 1934) ergeben: Pferde 3,38 Rindvieh 18,85 davon Milchkühe 8,89 Schweine 22,72 Schafe 3,92 Ziegen 2,44 Hühner 85,45 davon Legehühner 56,21 Gänse 5,44 Enten 2,57 Bienenstöcke 2,12 Gegenüber der Dezemberzählung 1934 ist bei Pferden diesmal wieder eine leichte Zunahme des Gesamtbestandes zu verzeichnen, und zwar um rund 18 000 = 0,5 v. 5). Die in dem letzten Zähre wahrnehmbare Wiederoergrößerung der Nachzucht an Pferden hat weiter angehalten. An Jungfohlen (unter einem Jahr) sind allein 25 000. Tiere — 13,8 v. H. mehr vorhanden als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Rindviehbe- st a n d ist insgesamt um 344 000 Tiere = 1,8 d. 5). kleiner geworden, darunter an Milchkühen um 227 000 = 2,2 v. H. Die Ursache hierfür dürfte in erster Linie durch das Ausmerzen wenig leistungsfähiger Kühe bedingt sein. Von Bedeutung ist, daß der Gesamtbestand an über zwei Jahre alten weiblichen Tieren (einschließlich Färsen und Kalbinnen) nur um rund 73 000 = 0,7 v. 8). hinter dem Vorjahr zurückbleibt. Infolgedessen kann mit einem erhöhten Bestand an Färsen und Kalbinnen gerechnet werden, die für den Nachwuchs an Jungkühen in Betracht kommen. Bei den unter zwei Jahren alten Rindern hat sich der Bestand an Jungvieh um 297 000 Tiere — 4,9 v. 5). verringert, während der Kälberbestand um 89 000 Tiere = 6,5 v. H. gestiegen ist. Die Schweinehaltung hat bis auf einen Minderbestand von 448 000 Tieren — 1,9 v. H. die Dorjahreshöhe nahezu wieder erreicht. Der Aufbau der deutschen Schafzucht hat sich in noch stärkerem Maße als im Vorjahr, fortgesetzt. Insgesamt waren 435 000 Schafe = 12,5 v. H. mehr vorhanden als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Bestand an Jungschafen (unter einem Jahr alt) ist fast um ein Fünftel größer geworden (plus 213 000 Tiere) Bei Ziegen ist ein Rügang um 52 000 Stück = 2,1 d. H. zu verzeichnen. In der Geflügelhaltung hat die Zahl der Gänse um 6,8 v. H., der Enten um 5,6 o. $). und der Hühner um 0,5 v. H. abgenommen. Während die Zahl der Legehühner um 1,1 Mill. — 2 v. H. kleiner geworden ist, hat sich der Bestand an Junghennen um mehr als 851 000 Tiere = 3,8 v. H. erhöht. In der Bienenhaltung weist die neue Bestandszählung rund 118 000 Bienenvölker mehr auf als im Vorjahre. Oie größte Kaninchenschau der Wett. Am 1. und 2. Februar 1936 führt die „Reichsfachgruppe Kaninchenzüchter", die dem „Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter" angehört, i n Leipzig ihre „3. Deutschlandschau" durch. Wie ihre beiden Vorgängerinnen wird auch diese Veranstaltung die größte Deutschlands, ja, überhaupt der ganzen Welt sein. Schon jetzt beträgt die Zahl der gemeldeten Tiere, die unter Konkurrenz zur Ausstellung gelangen, weit über 5000 Stück. Außerdem aber kommen eine stattliche Anzahl von Tieren hinzu, die außer Konkurrenz stehen, wie z. B. Häsinnen mit Jungen, Tiere in den Lehrständen ujw. Doch nicht allein die lebenden Prachtexemplare ihrer Art wird man dort bewundern können, auch alles das, was sie nach ihrem Tode liefern, wird man zu Gesicht bekommen. Auch sie erlangen erst nach ihrem Tode eine gewisse „Berühmtheit"! So werden in der reichen Produktenschau die vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten, die das Kaninchen in großer Fülle bietet, eindringlich vox Augen geführt. Die gezeigten Fertigwaren find fast ausschließlich durch die Heimarbeit unserer deutschen Züchter frauen entstanden. Damit wird ein gangbarer Weg gewiesen, wie jeder sich auf verhältnismäßig einfache und vor allem billige Weise in den Besitz schützenden Pelzwerks oder schöner Stricksachen setzen und wie er seine Ernährung durch einen schmackhaften Braten oder andere Fleischgerichte verbessern kann. Hat man hierurch einen Anreiz zur Zucht und Haltung der Kaninchen bekommen, so zeigen weitere Lehrstände, wie man am zweckmäßigsten eine derartige Zucht aufbaut. Falsche und richtige Stallanlagen und Einrichtungen lassen erkennen, welche Maßnahmen in der Praxis anzuwenden sind, um Mißerfolge in der Zucht und unnötige Geldausgaben nach Möglichkeit zu vermeiden. Zur Belebung des Gesamtbildes wird ein Freigehege mit Wildkaninchen auf die Urform des Kaninchens Hinweisen. Von diesem Wildkaninchen stammt unser heutiges Hauskaninchen mit seinen rund dreißig Rassen ab. Die deutschen Züchter haben durch ihre langjährigen Erfahrungen bewundernswerte Verbesserungen bei den einzelnen Rassen erzielt. „Deutsche Gesellschaft für Ernährungsforschung." Die Bedeutung einer richtigen, d. h. der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des einzelnen dienenden Volksernährung, die im Einklang mit unseren wirtschaftlichen Belangen steht, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Seit längerer Zeit arbeitet auf diesem Gebiet die Reichsarbeitsgemeinschaft für Volksernährung, und vor kurzem konnte auch von der Einsetzung von Ernährungs- referenten bei den Gauämtern des Hauptamtes für Volksgesundheit berichtet werden. Diese Arbeit bedarf einer einwandfreien fachlichen Grundlage. Aus diesem Grunde wurde die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsforschung geschaffen, die jetzt im Reichsgesundheitsamt unter dem Vorsitz des Präsidenten, Professor Reiter, ihre Eröffnungssitzung abhielt. In diese Gesellschaft wurden zahlreiche Fachleute der verschiedenen Einzelfächer (Physiologie, Pharmakologie, innere Medizin usw.) berufen, um die Voraussetzungen für jede praktische Arbeit zu schaffen. Die Notwendigkeit einer engen Verbindung zum Reich s- nährstand wurde besonders betont. Wichtig ist auch die enge Verbindung dieser ganzen Arbeit mit dem Deutschen Frauenwerk. Professor F l ö ß n e r , Leiter der neugegründeten Abteilung für Ernährung im Reichsgesundheitsamt, berichtete über die Aufgaben, die durchweg in engster Beziehung zur Praxis der Erzeugung, Lage- (NSG.) Die Tätigkeit unserer Industrie im vergangenen Jahr 1935 hat in allen Zweigen zu einem lebhaften Aufstieg geführt und war fast ausschließlich von dem Einsatz der geistigen und körperlichen Arbeit unserer Volksgenosien abhängig. Die Zeichen der Gesundung unserer Wirtschaftsführung offenbaren sich daher wohl auch hier am meisten. Die wichtigsten Wirtschaftszweige unserer Industrieproduktion haben etwa folgenden Stand: Im Kohlenbergbau erhöhten sich die Produktion, Beschäftigung und Absatz im Jahre 1935 erheblich. Die Koksbestände der Halden verminderten sich laufenden Jahres, bedingt durch die Entwicklung der Industrie, um rund 1 Million Tonnen. Die Verminderung seit Anfang 1935 betrug bis jetzt rund 3 Millionen Tonnen. Bei den Steinkohlen und Steinkohlenbriketts haben sich die Beträge ebenfalls um eine erhebliche Anzahl von Tonnen erhöht. Die Haldenbestände bei den Braunkohlenbriketts zeigten eine Abnahme um etwa 500 000 bis 600 000 Tonnen. Die Kohlenausfuhr hat im Jahre 1935 stark zugenommen. In dem Zeitraum von März bis November 1935 konnte die Rohstahlerzeugung eine Erhöhung von 3,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Produktionsergebnis derselben Zeit des Jahres 1934 für sich buchen. Im ganzen war für das Jahr 1935 in der Stahlerzeugung eine Produktionssteigerung um rund 15 v. H. zu verzeichnen. An Roheisen und Weißfabrikation wurden in den ersten 10 Monaten des Jahres 1935 insgesamt 1865 000 Tonnen ausgeführt, das sind rund 350 000 Tonnen mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Einfuhr der gleichen Produktion hat sich dagegen um 50 v. H. vermindert. Demzufolge stieg der Außenhandelsüberschuß bei diesen Erzeugnissen von 47 Millionen Mark auf 149 Millionen Mark. In der nichteisenmetallschaffenden Jn- d u st r i e waren die Bemühungen, die Selbstversorgung zu steigern, besonders groß. Dadurch stieg die Hüttenproduktion um rund 25 v. H. Die Einfuhr von Rohmetallen hat hier gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Besonders stark davon betroffen sind Zink und Kupfer, weil zum Teil durch entsprechende Legierungen Einsparungen gemacht werden konnten. Durch diesen Wandel der Einfuhr entstanden bebeubenbe Devisenersparungen. In ber Maschinenindustrie ist die Beschäftigung und die Produktion im Jahr 1935 gegenüber dem Vorjahre gleichfalls sehr stark angewachsen. Die Umsätze sind in der ersten Hälfte des Jahres um rund 50 v. H. größer als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Vom September 1934 bis September 1935 nahm die Anzahl der beschäf- Paris, Januar 1936. Die Neuwahlen zur französischen Kammer, die verfassungsmäßig alle vier Jahre fällig sind, werden aller Voraussicht nach am 26. Avril und am 3. Mai in den beiden üblichen Wahlgängen stattfinden. Vierzig Tage vorher muß die Kammer ihre Pforten schließen, um den Abgeordneten genügend Zeit zu lassen, ihre Wahlkreise zu bearbeiten und ihre Wiederwahl zu sichern. Tatsächlich dürfte die gegenwärtige Sitzungsperiode bereits in etwa einem Monat ihr Ende finden. Bis dahin ist irgendwelche nennenswerte Gesetzgebungsarbeit von dieser Kammer, die sich gewissermaßen i m letzten Stadium der Liquidation befindet, nicht mehr zu erwarten. Das gesamte politische Leben wird in die Wahlversammlungen verlegt. Die Abgeordneten reifen in ihre Bezirke. Der Wahlkampf beginnt. Unter diesem Gesichtspunkt muß die neue französische Regierung betrachtet und bewertet werden. Die Radikalsozialistische Partei, welche in der Kammer über die bei weitem stärkste Gruppe (153 Abgeordnete) verfügt, hatte sich durch den Rücktritt ihrer Minister aus dem Kabinett Laval von der Regierungsmehrheit losgesagt, um für den Wahlkampf freie Hand zu haben. Den Linksparteien war es vor allem darum zu tun, den Ministerpräsidenten Laval zu stürzen, dessen Ansehen und Beliebtheit gerade in den Reihen der radikalsozialistischen Wähler in den letzten Wochen gewaltig zugenommen hatte. Die französischen Bauern, Handwerker und kleinen Angestellten, welche die etwa 2 Millionen Wähler der Radikalsozialistischen Partei ousmachen, billigten vor allem den außenpolitischen Kurs des zurückgetretenen Ministerpräsidenten, der sich offensichtlich bemühte, Frankreich aus dem Konflikt zwischen Italien und dem Völkerbund herauszu - halten und den Weg zu einer Verständigung mit Deutschland nicht durch eine allzu enge Zusammenarbeit mit der Sowjet-Union zu versperren. Andererseits wollte es die Linke unbedingt vermeiden, schon vor den Neuwahlen klar und eindeutig die gesamte Verantwortung zu Übernehmen. Am liebsten wäre es ihr gewesen, wenn die Rechte auch ohne Laval weiter regiert hätte und es ihr selbst möglich gewesen wäre, in eine für die Wahlen sehr vorteilhafte Oppositionsstellung zu gehen. Diesen Gefallen hat man ihr nicht getan. Vielmehr ist aus der Regierungskrise ein Ministerium hervorgegangen, das von den Linksparteien nicht als eigenes Kind anerkannt wird, dessen Zusammensetzung jedoch von der gesamten Rechten so ausgelegt wird, als ob es sich um ein reines Linkskabinett handelte. Klare Verhältnisse wären geschaffen worden, wenn Her riot oder Dalad i er, das heißt der bisherige oder ber neue Parteivorsitzende der rung, Konservierung und Zubereitung der Nahrungsmittel stehen. Auch die engen Zusammen- hange zwischen Landschaft und Mensch wurden be- tont. Professor Lehmann (Tübingen) berichtete als Botaniker über den Stoffwechsel der Pflanze im Verband der übrigen Pflanzen und des Bodens. Professor Mangold, Berlin, behandelte Probleme der Ernährung beim Tier in ihren Beziehungen zur menschlichen Ernährung. Professor Felix, Frankfurt a. M., gab Einzelheiten über den El- weißstoffwechsel bekannt, vor allem über das so-, genannte Eiweißminimum. In dem Schlußreferat von Professor Stepp, München, kamen Fragen des Zusammenwirkens oder Gegeneinanderwirkens der Vitamine zur Sprache. tigten Arbeiter um ein Siebentel zu und die Stundenleistung jedes einzelnen Arbeiters um ein Fünftel. Hierdurch ergibt sich, daß neben den Mehreinstellungen auch bei einem großen Teil der Betriebe wieder voll gearbeitet wurde. Allein durch die Steigerung des Jnlandgeschäftes war die vermehrte Tätigkeit in der Maschineninduftrie schon bedingt. Der Absatz vermehrte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 1935 um 5 4 v. H. gegenüber dem Vorjahr. Der Auslandsabsatz hat nur kleine Steigerungen erfahren. In der Kraftfahrzeug Industrie hat die allgemein bekannte Steigerung der Produktton im Jahre 1935 anaehalten. Ungefähr um 4 0 o. H. mehr Kraftfahrzeuge als im Jahre 1934 wurden hergestellt, und wir haben hier zum erstenmal den Fall, daß eine kontinentale, und zwar eine deutsche Fabrik eine Jahresproduktton von über 100 000 Fahrzeugen erzielen konnte. Infolge der steigenden Konkurrenzfähigkeit der deutschen Fabrikate hat sich das Ausfuhrgeschäft mit Kraftfahrzeugen um 50 v. H. gegenüber dem Vorjahr vermehrt. Hieraus ersieht man, daß wir den Anschluß in dem Weltstandard der Kraftfahrzeugindustrie erreicht haben. Bedingt durch den Einfuhrrückgang in Kraftfahrzeugen konnten wir 1935 den höchsten Ausfuhrüberschuß in dieser Industrie für die ganze Nachkriegszeit verbuchen. Dom Jahre 1934 zu 1935 stieg in der Elektroindustrie die Arbeitszeit um rund 7/io v. H. Die Steigerung der Produktion in der Elektroindustrie ist auf die Vermehrung des Jnlandgeschäftes zurückzuführen, die wohl in der Hauptsache durch die Aufträge für Arbeitsbeschaffung bedingt wurde. Die Ausfuhr von elektrischen Maschinen wird wahrscheinlich im Jahre 1935 sich etwa auf derselben Höhe des Vorjahres bewegen. Ein geringer Rückgang ist höchstens durch den Fortfall der russischen Aufträge erklärlich, da dieser Ausfall durch Steigerung der Ausfuhr nach den übrigen Ländern nicht voll und ganz ausgeglichen werden konnte. Auch in der chemischen Industrie nahm die Zahl der Beschäftigten um 5 v. H. und die Arbeitszeit insgesamt um 6 v. H. zu. Durch den Aufschwung von wichtigen Abnehmergruppen wurde der Absatz hier gefördert. Rund 15 v. H. der Gesamtausfuhr macht in den ersten zehn Monaten des Jahres 1935 allein die Ausfuhr von chemischen Erzeugnissen aus. 1934 dagegen waren es nur 12 v. H., also auch hier ein Aufschwung, den wir begrüßen können. So zeigte das Jabr 1935 auf der ganzen Linie einen Aufstieg, der bedingt war durch die nationalsozialistische Wirtschaftsführung in der deutschen Industrie. Radikalsozialen, die Regierung übernommen hätte. Man hat es vorgezogen, einen Mann zu beauftragen, der bisher für das Amt des Ministerpräsidenten keine besondere Eignungen bewiesen hat. Albert S a r r a u t ist, wenn auch erst 64 Jahre alt, ein Veteran der radikalsozialen Partei und des Parlaments, in das er bereits vor einem Menschenalter, im Jahre 1902, eingetreten ist. Schon vor dem Weltkriege war er mehrere Male Minister und verwaltete in den Jahren 1911 bis 1914 und 1916 bis 1919 das hohe Amt des Generalgouverneurs in Indo-China. In dem Kabinett der „Union Nationale" Poincarss von 1926 bis 1928 war er Innenminister und gilt seitdem als rechtsgerichtetes Mitglied der radikalsozialen Partei. In dem Krisenherbst 1933, als ein Kabinett nach dem andern stürzte, und es an Männern fehlte, die als Ministerpräsident in Frage kamen, bildete Sarraut seine erste Regierung. Er vermochte sich noch nicht einen Monat lang im Sattel zu halten und wurde am 24. November 1933 wieder gestürzt. Noch einmal hat Albert Sarraut von sich reden gemacht, als er unter Doumergue das Innenministerium verwaltete. Bei dem Attentat in Marseille, dem der König von Jugoslawien und der französische Außenminister zum Opfer fielen, trat eine derartige schuldhafte Fahrlässigkeit des französischen Sicherheitsdienstes zutage, daß der verantwortliche Innenminister wenige Tage darauf, am 13. Oktober 1934, infolge der Empörung der öffent- sichen Meinung zurücktreten mußte. Es dürfte im jugoslawischen Volk nicht besonders günstig ausgenommen werden, daß der damalige Innenminister ausgerechnet in dem Augenblick der Chef der fran» zösischen Regierung wird, wo der schon mehrfach hinausgeschobene Prozeß gegen die Marseiller Attentäter endlich durchgeführt werden soll. Da die Rechtsparteien der Regierung Sarraut, in der sie ein reines Linkskabinett sehen, ihr Vertrauen versagen werden, und da es noch durchaus unsicher ist, inwieweit die äußerste Linke den neuen Ministerpräsidenten unterstützen wird, der vor einigen Jahren in Constantine den viel zitierten Ausspruch tat: „Der Kommunismus ist der hauptsächlichste Feind Frankreichs!", steht ein Sturz des Kabinetts bereits am Tage der Regierungs- erklärung durchaus im Bereich der Mög- l i ch k e i t e n. Sollte ihm trotzdem eine gewisse Lebensfrist gewährt werden, so würde das mit Rücksicht auf die nahe bevorstehenden Neuwahlen sowie darauf, daß in der Zwischenzeit wichtige Regierungshandlungen nicht mehr zu erwarten sind, geschehen. Die Parlaments-Sttategen in den Linksparteien wissen recht gut, daß nach einem Sturz Sarrauts aller Wahrscheinlichkeit nach Pierre L a° o al wieder die Regierung übernehmen würde. Und um das zu vermeiden, werden sie vielleicht den ehemaligen Innenminister PoincarSs bis zu den Wahlen gewähren lassen. Unter normalen Verhältnissen würde der lieber- nähme des Außenmini st eriums durch Pierre-Etienne F l a n d i n natürlich eine starke Bedeutung zukommen. Er hat bei verschiedenen Gelegenheiten zu erkennen gelben, daß seine Ansichten in manchen Punkten von denjenigen Lavals ab« weichen, vor allem in der Hinsicht, daß er die französische Außenpolitik in vollständige Heb er» einftimmung mit der britischen gebracht wissen will. In dieser kurzen Zeitspanne bis zu den Neuwahlen ist indessen ein entscheidender Kurswechsel in der französischen Außenpolitik nicht denkbar. E r st n a ch d e n W a h l e n, bei denen außenpolitische Gesichtspunkte diesmal eine starke Rolle spielen werden, sind auf diesem Gebiet neue Entschlüsse zu erwarten. Vor der Regierungserklärung Sarrauts. P a r i s, 28. Jan. (DNB. Funkspr.) Unterstaats, sekretär Zay von der Ministerpräsidentschaft erklärte einigen Abgeordneten: Die Regierung werde es sich zur Aufgabe machen, den Notverordnungen eine menschliche Note zu geben und den Wünschen der Kammer entgegenzukommen. Außenpolitisch werde die Regierungserklärung klar und deutlich die Einstellung der Regie- rung zum Völkerbund festlegen. Den Vor- rourf, daß sich die neue Regierung zu wenig um eine Mitarbeit der Rechten in der Kammer be- müht habe, wies Zay mit der Begründung zurück, daß dies an den rechten Gruppen selbst läge, die ein solches Anerbieten energisch zurückgewiesen hät- ten. Zay ließ durchblicken, daß, falls das beschränkte Arbeitsprogramm der Regierung bei der Kammer keine Zustimmung finden sollte, der Ministerpräsident den Präsidenten der Republik um die Auflösung der Kammer bitten könnte. Kommunistische Propaganda in Frankreich. Das Endziel eine französische Sowjetrepublik. Paris, 27. Jan. (DNB.) Die achte Tagung der Kommunistischen Partei Frankreichs wurde mit der Verlesung eines Manifestes abgeschlossen. Nach der Weisung des Moskauer Komintern-Kongresses, der eine Zusammenarbeit der Kommunisten mit den gemäßigten Parteien empfahl, wird zum Ausdruck gebracht, daß es lediglich dem zähen Willen der Kommunistischen Partei zu verdanken sei, daß die Volksfront heutigen Tages den größten Teil der Arbeitermassen Frankreichs in sich oer- einige. Nur dank der Kommunistischen Partei, die die französische Sowjetrepublik (!) anstrebe, seien die Arbeitermassen geeint worden und der Vormarsch des Faschismus in Frankreich zum Stehen gekommen. Das Manifest fordert u. a. die sofortige Auflö- fung der sog. Bünde, die Reinigung des Heeres von royalistischen und faschistischen Offizieren, das Recht der freien politischen Meinungsäußerung für Soldaten, die sofortige Unterzeichnung des französisch.sowjetrussischen Vertrages, einen Untersuchungsausschuß über die Außenpolitik Lavals, „der die kriegerischen Unter- nehmungen des Faschismus begünstigt habe", sowie Maßnahmen, die die „Kriegspolitik Mussolinis" unwirksam machen, die 40-Stunden-Woche ohne Lohnkürzung, Enteignung der großen Vermögen über 500 000 Franken und einen Steuerzahlungsaufschub. Kommunisten wühlen in polen Köln, 27. Jan. (DNB.) Die „Kölnische Zei- hing" veröffentlicht unter der Ueberschrift „Korn- muniften wühlen in Polen" einen Bericht über die wieder stärker in Erscheinung tretende Wühlarbeit der Kommunisten in Polen. In dem Bericht heißt es u. a.: Der Minister des Inneren stellt fest, daß die Kommunisten auch in Polen unter der aus Frankreich und der Tschechoslowakei bekannten Volksfrontparole systematisch in die ge- werkschaftlichen Verbindungen der Arbeiterschaft einbringen und ftänöig an Boden geroin- n e n. In den letzten Wochen sind allein in Warschau annähernd ein Dutzend Gewerkschaftsversammlungen ausgehoben worden, die in Wahrheit k o m m u nistische Versammlungen gemeßen sind. Es handelt sich dabei meist um kleine jüdische Gewerkschaften — die christlichen und jüdischen Arbeiter besitzen in Polen getrennte Drgani- fationen —, in denen die Kommunisten die Oberhand gewonnen hatten. Seit Neujahr ist beinahe kein Tag vergangen, an dem nicht in Polen ein Kommun st enprozeß eröffnet wurde. In dem einen stand ein Dutzend Studenten der Wilnaer Batory - Universität unter der Anklage, kommunistische Propaganda getrieben und systematisch auf den Sturz der polnischen Staatsverwaltung in den Nordostprovinzen des Landes zum Zwecke ihrer Angliederung an den Räteound hingearbeitet zu haben. In einem anderen stand als Hauptangeklagte ein junges Mädchen vor Gericht, d i e Tochter des Lodzer jüdischen Großindustriellen Eiger, das wegen kommunistischer Betätigung schon mehrfach schwer bestraft ist und diesmal zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Wenige Tage nach dem Urteil wurden in einem Winterlager von Gymnasialschülerinnen im Norden Pommerellens drei Töchter anderer Industrieller verhaftet, die unter ihren Kameradinnen kommunistische Propaganda getrieben haben. Die polnisch- russische Grenze hat eine Ausdehnung von über 1400 Kilometer, mehr als die Hälfte des polnischen Landheeres müßte an dieser Grenze in Schützenstellung aufgestellt werden, wenn nur alle zehn Meter ein Wachtposten stehen sollte. Man hat Aufrufe zu Gesicht bekommen, in denen Dimi troff und die Führer der KPP. zum Sturz des faschisti- Regimes in Polen auffordern. Der König von Aegypten, der sich mit der Bildung eines Kabinetts aus über den Parteien stehenden Persönlichkeiten einverstanden erklärt hatte, hat kurz darauf den Wunsch geäußert, dem Kabinett möchten auch Vertreter von Parteien angehören. Diesen Wunsch hat die Wafd-Partei abgelehnt Aly Mäher Pascha, der Chef des königlichen Kabinetts, hat aber trotzdem den Auftrag zur Regierungsbildung übernommen. am 5. Dezember Millionen Stück ( 3,36) (19,20) (10,12) (23,17) ( 3,48) ( 2,49) (85,85) (57,34) ( 5,84) ( 2,73) ( 2,00) Entwicklung der deutschen Industrie im Jahre 1935. Verlegenheitslösung in Paris. Das Kabinett Sarraut eine Regierung auf Abruf. Don unserem Or. Zh..-Korrespondenien. Zivilcourage. Der NationalsozialistischeGau- dienst Hessen • Nassau schreibt: Bismarck hat einmal das Wort von der „Zivilcourage" geprägt und damit zum Ausdruck brin- aen wollen, daß Mannesmut sich nicht allein äußert tm Soldatenrock und draußen im Toben der Schlacht, sondern auch darin, daß er es wagt i m Zivilleben ein freies Wort am rechnen Platz zu sagen und dies auch solchen „Größen" gegenüber, die von den meisten schweifwedelnd umgeben werden. Bismarck hatte ja leider allen Grund, den Mangel dieser Courage an vielen seiner Mitarbeiter festzustellen und die ganze Wilhelminische Aera krankte an diesem Mangel zum Schaden des Kaisers selbst, zum noch größeren Schaden des deutschen Volkes. Wer sich mit der Geschichte der Wilhelminischen Aera nur etwas befaßt, muß sich mit Schauder abwenden von manchen Gestalten, die entgegen besserer Erkenntnis zu allem Ja und Amen sagten, was der Kaiser wollte, die nie den Mut aufbrachten, den Kaiser auf Fehler aufmerksam zu machen, teils aus angeborener höfischer Schmeichelei und teils aus Angst um ihre Stellung. Sie kannten oft genug die Wahrheit, kannten die Fehler, sogar deren Folgen, aber sie waren zu feige, den Mund aufzumachen. Darin äußert sich ja gerade der Mut, daß man für eine Sache, die es einem wert erscheint, seine Person einzusetzen wagt und kleinliche Rücksichten auf sich selbst außer Betracht läßt. Gibt es für uns Nationalsozialisten, ja für uns Deutsche ganz allgemein, ein leuchtenderes Beispiel von Zivilcourage als das unseres F ü h r e r s ? Er hat den damaligen Zeitströmungen, den Machthabern getrotzt, hat als einzelner ihre Methoden und Fehler an den Pranger gestellt, hat dem Marxismus die Stirn geboten, der uns alle zu vernichten drohte. Und wenn das Anwachsen der Bewegung anfänglich nur langsam vor sich ging, so ist das nur eben der Beweis für den Ma n - gel an Zivilcourage. Denn man kann doch nicht annehmen, daß unter den Millionen deutscher Männer anfangs nicht mehr als die paar Tausend gewesen sein sollten, die die Richigkeit des vom Führer zur Errettung Deutschlands aufgestellten Programms erkannt hätten; und dennoch blieben die anderen im Hintergrund. Warum? Aus Angst vor Vorgesetzten, aus Angst vor Nachteilen im Beruf, im Fortkommen. Diese Angst war bei vielen größer als die vor der Bekanntschaft mit einem Stuhlbein in Versammlungen oder mit der republikanischen „Genußwurzel", dem Gummiknüppel der Polizei. Und wie steht es nun heute? Ist die Zivilcourage größer geworden? Leider nein? Schlappschwänze, Schmeichler und Sklavenseelen wird es immer geben; ganz auszurotten sind sie nicht. Aber aerobe unsere Zeit braucht Männer, die den Mut haben, für ihre eigene Meinung gerade zu stehen, die den Mut haben, auf einen Fehler oder Mißstand hinzuweisen und zu sagen, wie man es besser machen könnte. Da stecken sie aber lieber irgendwo an einem sicheren Ort, am Stammtisch z. B., die Köpfe zusammen und kritisieren und raunen sich dies und jenes zu, statt den Gerüchten nachzugehen, sie auf Stichhaltigkeit zu prüfen und wenn die Prüfund positiv war, das Ergebnis an die richtige Stelle weiterzuleiten. Ja wenn man das anonym machen könnte — dann schon! Aber den Namen darunter setzen und damit die Verantwortung übernehmen, nein, lieber nicht. Zivilcourage! Wir wissen, daß wir einem Feigling begegnet sind, genau genommen einem Egoisten, der nur auf sein Wohl bedacht ist, statt das Wohl des Ganzen im Auge zu haben und dies als höchstes Gebot anzusehen. Dabei finden sich unter dieser Kategorie auch Männer, die wohlerworbene Kriegsauszeichnungen haben und beweisen, daß es ihnen draußen nicht an Mut gefehlt hat. Es ist halt doch etwas anderes, draußen im Kugelregen feinen Mann zu stehen, gegen den Feind anzustürmen, als daheim die nötige Zivilcourage aufzubringen. Warum nur nicht daheim? Und das wäre zuweilen noch nötiger als der im Feld bewiesene Mut. Kein Mensch und erst recht kein denkender Nationalsozialist wird glauben, daß man ein Volk in wenigen Jahren umkrempeln kann, daß man unter 65 Millionen Menschen lauter Edelleute hätte. Es passiert dies und jenes. Darauf kommt es aber gar nicht an, fondern darauf, wie man heute von Staats wegen und Partei wegen reagiert. Vieles aber spielt sich für Staat und Partei unsichtbar ab, so daß gar nicht darauf reagiert werden kann. Gebt dem Führer, dem Staat und der Partei Kenntnis davon, und dann wird, was jaul ist, ausgemerzt! fyabt den Mut, eure Kenntnisse an d i e richtige Stelle zu bringen. Und wenn ihr den nicht habt, dann habt ihr auch kein Recht zu schimpfen und insgeheim den Nationalsozialismus verantwortlich zu machen. Man braucht nur feine Ohren aufzumachen, da hört man z. B., daß in diesem ober jenem Betrieb etwas nicht in Orb- nung ist, baß die gesunbheitlichen Einrichtungen mangelhaft sinb, daß Arbeiter unter diesen ober jenen schädlichen Einflüssen zu leiden haben u. a. m. Fragt man bann, warum denn das nicht den zuständigen Stellen gemeldet würde, dann erhält man die klägliche Antwort: Ja wer will denn das tun? Da hat man nur Nachteile und Scherereien davon usw. Mangel an Zivilcourage? Aber den traurigen Mut haben die Menschen, die Köpfe zu- sammenzustecken und zu maulen und zu sagen: „Das ist heute auch nicht besser als früher!" Solche Redensarten sind wie schleichendes Gift, ein Bakterienherd, den die Regierung nicht ausrotten kann, bis er einen Umfang angenommen hat, daß man nicht erst noch besonders darauf aufmerksam zu machen braucht. Deutscher, der du seit deiner Ahnen Tage im steten Kampfe stehst mit Feinden, mit den Elementen der Natur, lerne um deiner und deines Volkes willen noch eines hinzu: Den Mut auch im bürgerlichen Leben, die Zivilcourage. Gewiß, es wird nicht gerade jeder, der mit deiner Zivilcourage Bekanntschaft machen muß, sich darüber sehr freuen, aber das ist völlig gleichgültig und nebensächlich, wenn du dafür das Bewußtsein haben darfst, Führer und Volk einen Dienst erwiesen zu haben. Kunst und Wissenschaft. 3nternationaler violinisten-wettbewerb. Die Musikstiftung Königin Elisabeth führt zum ehrenden Gedenken an den berühmten belgischen Geigenvirtuosen Eugöne P s a y e einen inter» nationalen Wettbewerb unter dem Namen „Internationaler Wettbewerb Eugöne Psaye ein. Der Wettbewerb findet Ostern 1937 in B r u s s e l zum erstenmal statt. Teilnahmeberechtigt sind die Geigenkünstler aller Länder, die am 1. Januar 1937 mindestens 30 Jahrs atf sind. Die Bedingungen sehen folgende Anforderungen vor: a) eine Diolin- fonate von Eugöne Ysaye; b) eine Violinsonate von I. S. Bach; c) ein Konzertstück aus den Werken von Spohr, Viotti, Kreutzer, Rod, Vieuxtemps ober Wieniawsky; d) ein Violinkonzert mit Orchesterbegleitung; e) sechs kleine Stücke, bavon ein Werk uön Eugene Moye mit Klavierbegleitung. Die genauen Bestimmungen können bei der Reichsmusikkammer (Berlin W 62, Lützowplatz 13) angeforbert werben. Das Preisgericht setzt sich aus ben bekanntesten Künstlern aller ßänber zusammen, Deutsch- lanb entsendet Georg Kulenkamps f. Für ben ersten Wettbewerb sind folgenbe Preise ausgesetzt: 1. Großer Internationaler Preis Eugöne Psaye 30 000 Franken, gestiftet von der Königin Elisabeth, Preis des Unterrichtsministeriums von 25 000 Franken. Von der Musikstiftung Königin Elisabeth selbst sind weitere Preise von 20 000, 15 000, 10 000, 7500, 5000 Franken und drei Preise zu 2500 Franken ausgesetzt worden. Treuerscheinungen im Verlag 3. Engelhorns Rachf.» Stuttgart. Der Verlag I. Engelhorns Nachf.- Stuttgart, kündigt folgende Neuerscheinungen für das kommende Frühjahr an: Dr. Hans Annaheim: Landschaftsformen des Luganoergebiets. — Wilhelm Ehmer: Um den Gipfel der Welt. Die Geschichte des Bergsteigers Mallory. — Dr. Kurt Rosenberger. Die künstliche Bewässerung im oberen Etschgebiet. — Cherry Kearton: Mein Freund Toto / Die Abenteuer eines Chimpansen. — Stijn Streuvels: Liebesspie1 in Flandern / Roman. — Kurt Kluge: Der Nonnenft e i n / Novellen. — Herbertv. Roemer Die Kutscherin des Zaren / Ein kleiner Roman. Die Kämpfe in Tembien Marschall Badoglio über den Asmara, 28. Jan. (DNB.) Marschall B a • b o g l i o schilderte den im italienischen Hauptquartier anwesenden Pressevertretern Einzelheiten der letzten Kämpfe in T e m p i e n. Nachdem das Oberkommando erfahren hatte, daß die abessinischen Truppenabteilungen unter Ras Kassa und Ras Seyoum in Tempien sich vereinigen wollten, um gemeinsam gegen Hausien nordwestlich von Makalle oor^ustoßen und so einen Keil zwischen d i e italienischen Fronten in Adua und Makalle zu treiben, hatte sich das italienische Oberkommando entschlossen, diesem Plan durch einen Gegenangriff zuvorzukommen Es sei gelungen, die von Den Abessiniern besetzten Höhen zu erobern, und den Gegner in Richtung Melfa zurückzuwerfen. Auf dem Kampfplatz seien über 1000 tote Gegner zurückgeblieben. Am 21. seien die Angriffsabteilungen weiter vorgerückt und hätten Verbindung mit den anderen Gruppen aufgenommen. Dabei hätten sie zwei weitere wichtige feindliche Stellungen einnehmen können. Inzwischen hätten die Abessinier versucht, über ben Wariv-Paß in ber Gegend von Adbi Abbi die italienische Linie zu durchbrechen. Der Paß sei aber von der Schwarzhem- den-Division unter blutigen Verlusten zwei Tage gehalten worben, bis bie Askari-Ver- ftärfungen eingetroffen feien. Dann fei es gelungen, den Gegner in die Flucht zu schlagen. Der Druchbruchsplan von Ras Kassa und Ras Seyoum könne also als gescheitert gelten. Marschall Badoglio warnte vor einer pessimistischen Beurteilung der Lage und erklärte, daß der Nachschub der italienischen Truppen trotz der ♦ Erfolg des italienischen Gegenstoßes. weiten Entfernungen gesichert sei, da die Stra- ßen gut ausgebaut worben seien. Die Hoffnung ber Abessinier auf bie Versumpfung der Straßen in der Regenzeit sei hinfällig. Im letzten italienischen Heeresbericht heißt es: An der Somalifront hat am 23. Januar eine unserer motorisierten Kolonnen einen Erkun- dun g s v o r st o ß auf Wadera, rund 70 Kilometer nordwestlich von Negelli an der Grenze zwischen Gala Borana und Sidamo ausgeführt. Nach kurzem Widerstand hat der Gegner das Feld geräumt, nachdem er zuvor ein Munitionslager in die Luft gesprengt hatte. Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht. Lebensmittel- und Materiallager fielen in unsere Hand. Eine aus Schwarzhemden mit Straßenpanzerwagen gebildete Kolonne ist unter dem Befehl des Generals Agostini entlang des Daua Parma vorgestoßen, nachdem abessinische Streitkräfte unter dem Befehl eines griechischen Offiziers zurückgeworfen worden seien, und hat gestern, 26. Januar, M a l c a Murri, 210 Kilometer von Dolo entfernt, besetzt. Bei den Kämpfen dieser Kolonne haben die Abessinier 1467 Tote verloren. Während der Schlacht am (Banale Dorio und der anschließenden Verfolgung hat der Gegner nach weiteren Feststellungen 10 000 Tote verloren. Unsere Verluste an Offizieren und nationalen Truppen sind gering. Die eingeborenen Truppen verloren einige Hundert an Toten, Verwundeten und Vermißten. Gewaltige Mengen an Waffen, Schaf- und Rinderherden, Materiallager aller Art, darunter auch eine weittragende Funkstation, fielen in unsere Hände. Rach -en Wahlen in Griechenland. Ministerpräsident Oemertzis für eine Negierung der nationalen Einheit. Athen, 28. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie das Ministerium des Innern mitteilt, ist auf Grund der Zählung ber bei ben Wahlen abgegebenen Stimmen eine zweite Verteilung ber Parlamentssitze vorgenommen worben. Danach erhalten die Liberalen (V e n i s e l i st e n) 124, Volkspartei (Tsalbaris) 65, bie Listenverbinbung Kondylis-Theoto- f i s 60, Liste Metaxas 7, Republikaner 12, Kommunisten 16, Gruppe Kotamanis 4 Sitze. Es sinb also 288 Sitze verteilt, lieber die letzten zwölf Sitze wird bei der dritten Verteilung entschieden werden. Die absolute Mehrheit ist weder durch eine Verbindung der Liberalen mit den Republikanern, noch durch eine solche'der gegen Veni- selos stehenden Partei möglich. Ministerpräsident D e m e r tz i s erklärte, selbst wenn eine der beiden großen gegnerischen Gruppen die absolute Mehrheit erhalten hätte, müßte doch eine ^Regierung der nationalen Einheit gebildet werden. Eine Revision der Verfassung, bie Festigung ber normalen Lage im Heer unb anbere in ber Schwebe befinbliche wichtige Fragen müßten b u r cf) Vertreterallerpolitischen Richtungen gemeinsam geregelt werben, um so die innere Befriedung zu erleichtern. Man rechnet damit, daß der Führer der Deniselisten S o p h o u l i s vom König mit der Bildung einer Regierung betraut werden wird, in ber außer ben Veniselisten bie Parteien von Tsalbaris unb Metaxas vertreten fein bürsten. Die Veniselisten haben es abgelehnt, mit Konbylis und Theotokis zusammenzuarbeiten. Nach dem gleichen und geheimen Stimmrecht hat das griechische Volk am Sonntag sein Parlament neu gewählt. Der zurückgekehrte König hatte keinen Zweifel darüber gelassen, daß er feine Regierung als bie des innerpolitischen A u s g l e i ch 5 und der Verständigung auffasse. Er hatte damit den extremen Monarchisten, die vor allem durch den General Metaxas repräsentiert werden, eine Absage erteilt. Aber auch General Konbylis unb Theotokis neigten einem autoritären Regiment zu, sie konnten die Auffassung des Königs kaum mit der von ihnen eingeschlagenen Linie vereinbaren. Diese drei Gruppen standen in heftigstem Wahlkampf mit ben Veniselisten. Als ber König seine Ausgleichsaktion begann, ergriffen bie Veniselisten, bie burch ihren verfehlten Märzputsch vom letzten Jahre bie rückläufige Entwicklung beschleunigt hatten, die Friebenshanb bes Königs. Sie haben Sitze verloren, aber nach den vorliegenden Meldungen scheint, baß sie immerhin noch die zahlen st ärk st e Partei in der griechischen Nationalversammlung bilden, während wenigstens General Metaxas mit seiner Gruppe bedeutungslos ist. Zwischen diesen Parteien steht vermittelnd bie Anhängerschaft bes früheren Ministerpräsibenten Tsalbaris, bie Volkspartei. An und für sich ist die Volkspartei monarchistisch, aber sie hatte sich gegen den Putsch bes Generals Konbylis gemanbt, ber bie Angelegenheit überhaupt ins Rollen brachte und neigte mehr einem allmählichen Herauswachsen ber Idee einer überparteilichen Monarchie aus dem Volke zu. Diese Gruppe hat sich gut geschlagen, unb wenn die Veniselisten Vernunft annehmen, dürfte trotz aller Grenzstreitigkeiten doch so etwas wie eine stabile Mehrheit in ber neuen Nationalversammlung sich bifben, vorausgesetzt, baß nicht, wie es ftüher der Fall war, biese Grenzstreitigkeiten zwischen ben Parteien jebe politische Vernunft überwuchern. König Georg, ber lange in Englanb lebte, wirb sich bas Ziel gesetzt haben, eine Regierung nicht aus ben Extremen zu bilben, fonbern zur griechischen Sammlung aufzurufen. Wir können nur wünschen, baß biese Parole ber absoluten politischen Vernunft in Griechenlanb Erfolg hat unb bas Schifflein bes Königs zwischen ben Klippen hin- durchsteuert, bie nun einmal ber Parlamentarismus unb bas Parteien-System einer überparteilichen monarchischen Haltung entgegensetzen. Es ist boch bemerkenswert, baß zwar in Alt-Griechenlanb bie Anhänger bes Veniselos einen erheblichen Stimmenrückgang aufwiesen, sich bagegen in Mazebonien unb in Kreta verhältnismäßig gut geschlafen haben. Vor allem Mazedonien ist aber durch jene Griechen besiedelt worben, die nach dem Fehlschlag des griechischen Angriffs auf bie Türken aus Kleinasien ausgefiebelt wurden und deren wirfchaftliche unb politische Wünsche bisher unter keiner Regierung, auch nicht unter ber ber Veniselisten, befrie- bigt worben sinb. Tsalbaris hat bie Mehrheit in ber bisherigen Nationalversammlung gehabt unb bie Veniselisten geächtet. Ob er nun bes Veniseli- stenführers Sophoulis Angebot annimmt, davon hängt bie nächste Entwicklung in Griechenland ab. Aus alter Wett. 50 Jahre Automobil. Das Jahr 1886 wird in ber Geschichte der menschlichen Technik und Kultur stets als besonders bedeutungsvoll gelten. Am 29. Januar dieses Jahres wurde dem Deutschen Carl Benz das Deutsche Reichspatent Nr. 37 435 für das e r f t e be = triebssichere Automobil ber Welt erteilt, bas er in ben Jahren 1884 unb 1885 erbaut und erprobt hatte. Nur etwas später trat auch Gottlieb Daimler mit einem ersten vierrädrigen Automobil an die Oeffentlichkeit. Die beiden Pioniere der Motorisierung arbeiteten unabhängig voneinander und kamen etwa zur selben Zeit zu gleich brauchbaren Konstruktionen. Dabei ergänzten sie sich, wie wir heute rückschauend feststellen können, auf bas Glücklichste. Carl Benz ging vor allem von ber Idee des für ben Motorwagen geeigneten Fahrgestelles aus, währenb Gottlieb Daimler fein Hauptaugenmerk auf die Entwicklung des für Fahrzeugantrieb erforderlichen leichten schnellaufenden Verbrennungsmotors richtete. Diese Tatsache stellt einen der interessantesten Fälle geschichtlicher Dubli- zität bar. Carl Benz hat das Reichspatent vom 29. Januar 1886 als „Geburtsschein des Automobils" bezeichnet. Unb in ber Tat stellt dies neben bem am 29. August 1885 an Gottlieb Daimler erteilten Patent auf bas erste Motor-Zwei- rab die einroanbfreie amtliche Urkunde für die Priorität deutscher Erfinder bei ber Schaffung bes Automobils bar. Seit 1926 sind bas reiche Geban- fengut unb die Erfahrungen der von Benz unb Daimler zur Verwirklichung ihrer roelterobernben Jbeen geschaffenen Werke in ber Daimler-Benz- Aktiengesellschaft vereinigt. Durch bas gewaltige Motorisierungsprogramm Abolf Hitlers erhält ihre Schöpfung, bas Automobil unb bie übrigen Motorverkehrsmittel auch in Deutfchlanb bie ihm gebüh- renbe Spitzenstellung im Verkehrs- und Wirtschaftsleben, bie sie bei anberen Volkern schon früher einnahm, so baß jetzt in ber Welt mehr als 35 Millionen Kraftfahrzeuge laufen. Ausbau ber deutschen Schule in Amsterdam. Mitte Januar würbe vorn deutschen Schul- verein in Amsterdam ein Kindergarten ins Leben gerufen, der der Kaiser-Wilhelm-Schule In Amsterdam angegliebert ist. Der leitende Gedanke dieser Neugrünoung war, die Kleinkinder deutscher Volksgenossen von vornherein in die deutsche Umwelt, die deutsche Sprache und Gedankenwelt ein« ^uführen, sie ber beutschen Schule zuzuführen und sie dadurch bem Deutschtum zu erhalten. Gleichzeitig verdient erwähnt zu werden, daß die Kaiser- Wilhelm-Schule in Amsterdam im weiteren Ausbau begriffen ist. Die deutsche Kolonie Amsterdams tut alles, was in ihren Kräften steht, um das Deutschtum bei unseren auslandsdeutschen Volksgenossen zu sichern und zu wahren. Lokaltermine im Seefeld-Prozeß. Arn Montag veranstaltete bas Schweriner Schwurgericht eine Reihe von Lokalterminen im Knabenmordprozeß Seefeld, bei denen sich die auffallende Aehnlichkeit der Tatorte erwies, an denen bie Leichen der ermordeten Knaben auf» gefunben worben waren. Stets handelte es sich um dichte Kiefernschonungen. Die Aehnlichkeit ber Tatorte stellt einen, ben Angeklagten stark belastenden Umstand dar. Nach der Besichtigung der Schonung, in der die Leiche des Knaben T e s ö o r f gefunden worden war, wandte sich das Schwurgericht einer Stelle bei Ludwigslust zu, wo Seefeld bereits 1928 von einem Polizeibeamten angehalten worden war, als er mit bem Knaben G. auf einen Walb zuging. Damals konnte ber Knabe dem Seefelb abgenommen werden. Das Schwurgericht wurde dann von einem Jungen, den Seefeld 1934 beauftragt hatte, fein Gepäck nach Ludwigslust zu tragen, geführt. Die Mutter bes Knaben war damals ben beiden gefolgt und hatte ben Jungen bem Angeklagten wieder abgenommen. Nun zeigte der Junge ben im Wald von der Chaussee abbiegenden Weg, ber zu einer Kie- fernschonung führte. Wie in allen Fällen, wo es sich um Kmbesentführungen unb Sittlichkeitsver- brechen hanbelt, bestätigte auch hier Seefelb bie Darstellung des Knaben. Das Schwurgericht begab sich bann nach Wittenberge, um bie Tatorte ber beiben dort verübten Morde in Augenschein zu nehmen. Bei Wittenberge wurde am 16. April 1933 ber 13jährige Kurt Gnirk unb am 22. März 1935 ber 8jährige Gustav Thomas ermorbet. In beiben Fällen würbe auch hier bie Tat in bichten Kiefernschonungen begangen. Die Zeugen aus Wittenberge erkannten in Seefelb auf bas bestimmteste ben ihnen schon bamals verbächtig erschienenen Mann wie- ber. Eine eingehenbe Vernehmung ber Zeugen wird in Schwerin bei der Beweisaufnahme erfolgen. Revolveranschlag in einem Wilnaer Gerichtssaal. Der Sitzungssaal des Wilnaer Bezirksgerichtes war ber Schauplatz eines verbrecherischen A n - schlages auf einen Zeugen, ber im Prozeß gegen 17 ber Vorbereitung bes Hochverrats beschuldigte Kommunisten vernommen wurde. Während der Vernehmung dieses Zeugen erhob sich plötzlich ein Mann von einer der Zuschauerbänke, ging auf den Zeugen zu unb feuerte vier Schüsse aus einem Revolver auf ihn ab. Der Zeuge stürzte getroffen zu Boden, erhob sich aber wieder unb rief: „Es lebe Polen!" Darauf sank er erneut zusammen. Der Täter versuchte, bie allgemeine Verwirrung zu benutzen und zu fliehen. Er wurde jedoch von Polizeibeamten verfolgt. Auf der Treppe wandte er sich plötzlich um und schoß auf seine Verfolger, ohne aber zu treffen. Die Beamten erwiderten bas Feuer; sie brachten bem Täter eine schwere Verletzung bei, so daß er ebenso wie der angeschos- fene Zeuge ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Mißglückter Raubüberfall In Hamburg. In Hamburg erschien in einer Sparkassen-Neben- stelle ein Mann, der sich sein Gesicht geschwärzt und einen falschen Bart angeklebt hatte. Er warf zwei Pakete auf den Tisch, die die Aufschrift trugen: „Bomben (!), Revolver (!), Kasse ist um» stellt(!), kein Widerstand ober Alarm, sonst trifft Euch ber Tod." Gleichzeitig rief ber Mann „Hänbe hoch!" unb richtete eine Pistole auf bie beiben allein anwesenden Kassenbeamten. — Hierauf ging er an ben Gelbschrank, bem er 750 Reichsmark entnahm. In diesem Augenblick stürzte sich einer ber Kassenbeamten auf ben Räuber. Der zweite Beamte griff gleichzeitig nach feinem be- reitliegenben Revolver unb gab sechs Alarmschüsse ab, durch die auf ber Straße Dorübergehenbe aufmerksam würben. Der Räuber rief daraufhin „Ich ergebe mich!" Als aber bann ber eine Beamte auf bie Straße lief, um bie Polizei zu alarmieren, ging ber Täter auf ben anberen los. Dieser konnte ihn aber solange in Schach halten, bis bie Polizei erschien unb ihn festnahm. In ben beiben Paketen befand sich, wie bie Untersuchung ergab, nur Sand. Dom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat bie vom Schwurgericht in Oppeln gegen bie am 16. November 1912 geborene Ehefrau Emilie Mnich geb. Wotka wegen Raubmordes erkannte Tobes- strafe mit Rücksicht auf bie bisherige Unbestraft- beit unb bie Jugenb ber Verurteilten in lebenslange Zuchthausstrafe umgeroanbelt. Ehrung einer hundertjährigen. Der Führer unb Reichskanzler hat ber Frau Wilhelmine Dasfow, geborenen Krüger, in Pinnow aus Anlaß ber Vollenbung ihres 10 0. L e - bensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben unb eine Ehrengabe zugehen lassen. 13 Todesopfer einer Schneelawine auf Sachalin. Auf ber Insel Sachalin im Ochotskischen Meer haben große durch starke Stürme hervorgerufene Schneelawinen in einem Fischerdorf bei ber Stabt Alexanbrowsk am Fuße eines Berges eine ganze Anzahl Häuser verschüttet. Bei bem Unglück würben 13 Personen getötet. Die obbach- los gewordenen Familien wurden in anderen Häusern untergebracht. 235 Todesopfer der Kältewelle in Amerika. Die Dftftaaten von Nordamerika werden zur Zeit erneut von einer Kältewelle beimgesucht. Im Mittelwesten dauert die furchtbare Kälte nunmehr seit sechs Tagen ununterbrochen an. Die Gesamtzahl ber Tobesopfer ist inzwischen auf 235 gestiegen. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Dollar. Besonders schwer haben bie Obstgärten gelitten. Die Eismassen bes Ohio-Flusses unb anbe- rer Flüsse legten die Schiffahrt völlig lahm. Amerikanische Krankenschwester rettet 17 Kinder vor dem Feuertod. In ber Kinberabteilung der Tuberkulose-Heilanstalt in Malvern (Pennsylvanien) brach, während alle Insassen schliefen, Feuer aus. Eine Krankenschwester, die ben Brand von ber Straße aus ent» beckte, rettete unter Lebensgefahr 17 Kinder. Zwei Knaben verbrannten, eint Krankenschwester urK mehrere Kinder wurden üer• letzt Löschversuche wurden durch die grimmige Kälte vereitelt. Ministerbesuch bei den Europameisterschaften Die hohe Bedeutung der Europameisterschaften im Berliner Sportpalast wurde besonders unterstrichen durch den Besuch der Reichsminister Dr. G o e b - b e l s und Göring. Unser Schnappschuß zeigt die beiden Minister im Gespräch mit Maxi Herber, der deutschen Meisterin im Paarlauf. — (Scherl-M.) Der Fall „Morro Castle" vor den Geschworenen. Die Geschworenen beim Neuyorker Bundesgericht fanden den stellvertretenden Kapitän der „M o r r o C a st l e", William W a r m s , den Chefingenieur, die New York and Cuba Mail Steamshir Co. sowie deren leitenden Direktor Henry C a b a u d der verbrecherischen Fahrlässigkeit schuldig. Die Festsetzung des Strafmaßes erfolgt in viefen Tagen. Die Höchststrafe beträgt 10 Jahre Gefängnis und 10 000 Dollar Geldstrafe. Bei dem Brand des Schiffes „Morro Castle" im Herbst 1934 fanden, wie erinnerlich, 124 Personen den Flam« mentod. Sechs Tote bei einem Autounglück in Frankreich. Bei Moulins stürzten sechs Personen mit ihrem Kraftwagen in einer gefährlichen Biegung in einen Seitenkanal der Loire. Erst nach mehrstündigen Bemühungen der Feuerwehr konnte der Wagen gehoben werden. Alle sechs Insassen, darunter zwei Kinder, waren t o t. Schweres Eisenbahnunglück in Japan fordert 20 Todesopfer. Westlich von Sendai in Japan stürzte ein Eisen- bahnbauzug mit drei Wagen in einen Fluß. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden etwa 20 Personen getötet und 40 verletzt. Auf dem Life eingebrochen und ertrunken. Der Lehrer Seitz aus Salpia (Kreis Lötzen, Ostpr.) lief auf einem See Schlittschuh und zog einen mit drei Kindern besetzten Schlitten hinter sich her. Auf dem dünnen Eis brach der Schlitten plötzlich ein/ und die Kinder stürzten ins Wasser. Der Mehrer fprang Öen Ertrinkenden sofort nach und konnte auch zwei von ihnen fassen. Es gelang ihm jedoch nicht mehr, sich auf das Els zu retten. Er ging mit den beiden Kindern unter und ertrank. Das dritte Kind konnte von hinzueilenden Leuten gerettet werden. Lehrer Seitz war erst 23 Jahre alt. Ein Hochbahnzug in Chikago entgleist. Die beiden ersten Wagen eines mit 150 Fahrgästen besetzten Hochbahnzuges in Chikago ent - gleisten in später Nachtstunde in einer Kurve und rissen den Schienenstrang etwa 20 Meter weit auf. 10 Personen wurden ernstlich, 40 leichter verletzt. Die entgleisten Wagen hingen in einem Winkel von etwa 45 Grad auf dem 10 Meter hohen Bahnkörper über einer Hauptverkehrsstraße. Die grimmige Kälte, die 22 Grad Celsius erreichte, und die Unterbrechung des Stromes erhöhten die Verwirrung. Nach zwei Stunden gelang es der Polizei uno der Feuerwehr, die Fahrgäste zu befreien. Sechs Todesopfer eines Autounglücks in Mexiko. Ern betrunkener Chauffeur raste mit seinem Lastkraftwagen, auf dem sich dreißig heimkehrende Ausflügler befanden, in der Nähe von Guadalajara (Mexiko) in einen Abgrund. Sechs Personen fanden den Tod, die übrigen wurden verletzt, unter diesen mehrere Frauen und Kinder. Bier Leichen wurden völlig verkohlt aufgefunden, da bei dem Absturz der Benzintank explodierte und in Brand geraten war. Kleine politische Nachrichten Der Stellvertreter des Führers hat Gauleiter Pa. W ä ch t l e r als dem Hauptamtsleiter des NS.-Lehrerbundes den Auftrag gegeben, als zuständiger Sachbearbeiter alle Schulfra - gen für ihn zu behandeln. Gleichzeitig hat der Stellvertreter des Führers dem Hauptamtsleiter des NSLB. die Oberaufsicht über die einzige N S. Deutsche Oberschule der Partei zu Feldafing übertragen. ♦ Freifrau von Eltz-Rübenach, die Gattin des Reichspost- und Reichsoerkehrsministers, hat am Dienstag früh einer Tochter das Leben geschenkt. Die Familie des Ministers hat nun einen Sohn und fünf Töchter. Frau Gräfrn Schwerin von Krosigk, die Gattin des Reichsministers der Finanzen, wurde am 25.Januar von einer Tochter entbunden. Der Reichsfinanzminister ist nun Vater von vier Söhnen und vier Töchtern. * Die am Jahresende erlassenen lettischen Gesetze, bte sich überwiegend gegen d i e deutsche Minderheit in Lettland richten, haben dem deutschen Gesandten in Riga Veranlassung gegeben, den lettischen Ministerpräsidenten und Außenminister Ulmanis aufzusuchen. Gesandter v. Schack hat hierbei den Ministerpräsidenten auf die schwere Belastung der Beziehungen des Deutschen Reiches zu Lettland infolge dieser Gesetze hingewiesen. * Der polnische Minister des Auswärtigen, Exzellenz Beck, hat auf der Reise von Genf nach Warschau in Berlin einige Stunden Aufenthalt genommen und diese Gelegenheit benutzt, um dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn v. Neurath und in den Abendstunden dem Ministerpräsidenten Göring einen Besuch zu machen. * Regierungspräsident Dr. Saasen in Trier wurde auf Antrag zur Wiederherstellung der Gesundheit einstweilen in den Ruhestand versetzt. Anfang Februar wird sich eine deutsche Abordnung aus Vertretern des Reichsluftfahrt- minifteriums, des Reichspostministeriums und der Deutschen Lufthansa nach Washington begeben, um mit den zuständigen Behörden der Vereinigten Staaten über die Durchführung des L u f t- verkehrs über den Nordatlantik Verhandlungen zu führen. Gegenüber den in österreichischen Zeitungen verbreiteten Nachrichten über Südtiroler Flüchtlinge in Deutschland wird festgestellt, daß alle diese Meldungen nur böswillige E r - ftnbungen zu einem sehr durchsichtigen Zweck oarstellen. * In Wien wurde in Anwesenheit des Bundespräsidenten M i k l a s und des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg das österreichisch-italienische Kulturin st itut eröffnet * Mandschurisch-japanische Truppen haben sich in den Besitz der Stadt K a I g a n gesetzt. Die chinesischen Behörden haben die Stadt verlassen. * Der amerikanische Senat hat das von Präsident Roosevelt gegen das Gesetz über die Auszahlung des Kriegsteilnehmerbonus eingelegte Veto mit der erwarteten Zweidrittelmehrheit von 76 gegen 19 Stimmen überstimmt Damit ist diese Gesetzesvorlage endgültig in Kraft getreten. Wo werden die neuen Keldfrüchte angebaut? Ein wichtiges Ziel der Erzeugungsschlacht ist die Verminderung der Auslandsabhängigkeit bei den Oelfrüchten und Faserpflanzen, die schon fast gana aus den Anbauplänen der deutschen Landwirtschaft verschwunden waren. Dabei taucht die Frage auf, welche Gebiete für den Anbau dieser Feldfrüchte in erster Linie Bedeutung gewinnen. Der Reichsnährstand ist bestrebt, den Anbau vor allem dort $u verstärken, wo die natürlichen Bedingungen günstig sind, und wo nur verhältnismäßig geringe Schäden durch Krankheiten erwartet werden können. Die Veränderungen der letzten Jahre gestatten noch kein endgültiges Urteil, weil die Erzeugung bei manchen Gütern, wie beim Flachs, von den Derarbeitungsmöglichkeiten abhängt, die erst geschaffen werden. Trotzdem lassen sich verschiedene Entwicklungslinien schon ganz deutlich erkennen. Die Oelfrüchte Rap» und Rübsen haben in Schleswig-Holstein und im Küstengebiet Mecklenburgs und Pommerns besonders stark an Bedeutung gewonnen. Von der gesamten Anbaufläche von 47 000 Hektar befinden sich etwa 14 500 Hektar allein in Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Pommern. Der Flachs findet vor allem in Schlesien eine neue Heimat, wo er bereits einmal von größter Bedeutung war. Ober- und Niederschlefien hatten 1935 allein 7 600 Hektar von einer Gesamtfläche von 22 300 Hektar im Reich. Nimmt man zu Schlesien noch Bayern und die Provinz Brandenburg und Sachsen, so erhält man etwa 65 v. H. der gesamten Anbaufläche. Noch schärfer ballt sich der Hans anbau räumlich zusammen; etwa die Hälfte der gesamten Fläche befindet sich in den Moorgebieten der Provinz Brandenburg. Wir haben es hier mit Entwicklungen zu tun, die auch außerhalb der Landwirtschaft Beachtung verdienen, weil die neuen Feldfrüchte durch ihre Be- und Verarbeitung zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Hochschulnachnchten. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden: wegen Erreichung der Altersgrenze Professor Dr. Eduard Hermann, Ordinarius für indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität Göttingen; traft Gesetzes Professor Dr. Max Eckert-Greifendorff, Ordinarius für Wirtschafts- und Verkehrsgeographie an der Technischen Hochschule Aachen. In Baden-Baden ist der Kunsthistoriker Geh. Rat Professor Dr. August S ch m a r s o w im 83. Lebensjahre g e ft o r b e n. Schmarsow war geborener Mecklenburger, hatte seine akademische Laufbahn in Göttingen begonnen, wurde 1885 Ordinarius in Breslau und 1892 in Leipzig, wo er 1919 emeritiert wurde. Zu Schrnarfows Schülerkreis gehörten u. a. Kautzsch, Schubring und der jetzt in Berlin wirkende Wilhelm Pinder, der ihm 1919 auf den Leipziger Lehrstuhl gefolgt war. Von Schmarsows sehr zahlreichen Arbeiten seien hier nur seine „Grundbegriffe der Kunstwisfenschaft" und die „Kompost- tionsgesetze in der Kunst des Mittelalters", ferner die Untersuchungen über Donatello, über die Naumburger Domplastik, über Lessings „Laokoon" und über Perugino genannt. Wetterbericht des Reichswelterdienskes. Ausgabeork Frankfurt. lieber den nördlichen Gebietsteilen Rußlands ist jetzt außerordentlich strenger Winter (Fröste zwischen — 20 und —40 Grad Celsius) eingetreten. Auch hat die Kaltluft bereits große Teile Skandinaviens erfaßt und macht sich bis zum Baltikum hin bemerkbar. West- und Mitteleuropa stehen dagegen noch immer unter dem Einfluß feucht-milder Meeresluft, die unbeständiges und auch zu Niederschlägen geneigtes Wetter bedingt. In den höheren Schichten hat sich jedoch stärkere Abkühlung eingestellt, so daß es in den Alpen sowie im Hochschwarzwald zu Neuschnee gekommen ist. Aussichten für Mittwoch: Veränderliche Bewölkung und zeitweise auch Niederschläge, bei lebhaften südwestlichen Winden Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags 73 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 28. Januar: morgens. 3 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Januar: abends 3,3 Grad; am 28. Januar: morgens 2,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden. Hauptfchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Der allmächtige Gott hat meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Pietsch am 26. Januar im Alter von 73 Jahren von seinem schweren Leiden erlöst In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen; Luise Pietsch Witwe. Gießen (Schifienberger Weg 34), den 28. Januar 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0384 57uD Heute früh um 6% Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwester Katharine Hofmann geborene Schneider im Alter von 71 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen.- Karl Hofmann und Familie Ludwig Hofmann und Familie Lollar, den 27. Januar 1936. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Januar, nachmittags 4 Uhr statt Nachruf Am 22. Januar starb unsere junge Arbeitskameradin Annemarie Plage. Wir betrauern eine liebe Kollegin, die in Treue und steter Einsatzbereitschaft zu den schönsten Hoffnungen berechtigte. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. Pfeiffersche Univ.-Buchhandlung. Otto Pfeiffer. Gießen, den 27. Januar 1936 _ Vermietungen Gut möbl. Zimmer i. Bcchnhofsnähe zu vermiet. Wo? sagt t>. Geschäftsstelle d.G.A.v3«o [Stellenangebote! Beine Ursprungszeugnisse, itmbern nur Zeugnis obfdjtiften vem Bc werbungchchrrtben beilegen I - Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müden zur Ber meidung von Verlusten aus Der Rückseite flamen und Anschrift deS Bewerber« tragen I Nach Wiesbaden in Villenbaush., 5 bew. Räume, zu einem Ehepaar wird anständig.. zuverl. Muhen zum 1. März gesucht, das gute Zeugnisse besitzt. Frau Prof. Dr. Weichardt, Wiesbad./Biebrich, Rheinblickstraße 3. (53OD Verkäufe 1 sehr gutes Pferd mit Garantie zu verkaufen. 668d P. Naumann Mrchvers. X15 und zum Bauen 571 D Karl Haardt,Dillenburg s-MprfiPimp. LWprnto imh .... 8»o (ommeln SR. 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Knipskarten anstatt für 10 Fahrten jetzt für 12 Fahrten ohne Einschränkung der Tage zum preise von 1,20 R2H. abgegeben. 563D Gießen, den 27. Januar 1936. Direktion der städtischen Betriebe. Dr. Erwin Sthliephake wird vertreten von Dr. Beste Die führende naturkundliche Monatsschrift! „©er Naturforscher" Ä'U»- Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, llnterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeg. von OberstudienratDr. R. Rein u. Prof. Dr. W. Schoenichen. Naturforscher-unterrichtet fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Ge» bieten der Naturwissenschaften und Technik. Er ist die verständliche, aber hochwertige naturwistenschastliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. s Vierteljährlicher Bezugspreis: UM. 2^0. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. - Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen Hugo Aermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Oberh.Gesellschaftf.Natur-u.Hejlkunde Naturwissensch.Abt- gemeinsam mit dem Deutschen Biologenverband, Ortsgr. Gießen Mittwoch, 29. Jan. 1936, 18 Uhr c.t., im Physiol. Institut: Herr Dozent Dr. W. Kuhl (Zoolog. Instit. Frankfurt a.M.): „Die Untersuchung der tierischen Entwicklung mit Hilfe des Zeitrafferfilms“. Vortrag mit Vorführung neuer Filme aus der Entwicklung von Seeigel. Molch und Axolotl. 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Käthchen Paulus, wie sie zärtlich genannt wurde, weilt nicht mehr unter uns; im vergangenen Jahre wurde uns die bekannte deutsche Pilotin und Fallschirmab- springerm entrissen. In den nachfolgenden Erinnerungen, die wir dem von Werner von Langsdorfs herausgegebenen Werk „Flieger — und was sie erlebten" mit Genehmigung des Verlages C. Bertelsmann, Gütersloh, entnehmen, steht sie noch einmal in ihrer Tapferkeit und Tatkraft vor uns. Meine Mutter war mit mir in Wiesbaden zur Kur. Ich ging über die Straße, als mich die Rufe anderer Leute aufschauen ließen. Ein Luftballon trieb da/ aus dem sich plötzlich ein Mensch löste. Er fiel. Mir stockte das Herz, und ich betete für ihn, daß Gott ihn glücklich zur Erde kommen lassen möchte, als die hinter ihm herflatternde Fahne sich zu einer Halbkugel blähte und ihn langsam herabtrug. Mir schlug das Herz. Zum ersten Male hörte ich den Namen Lattermann. Alles sprach von ihm. Ich hatte seinen dritten Fallschirmabsprung gesehen. Es war am 21. Juni 1889. Ich war ein Mädchen meiner Zeit. Nicht einmal Schlittschuh laufen konnte ich, denn meine Mutter hielt das für ein junges Mädchen für unnötig und aefährlich. Nie hatte ich mich um Luftschiffahrt und Luftschiffer gekümmert. Aber dieser Mann hatte mir großen Eindruck mit seinem Mut gemacht. Ein paar Tage später sagte meine Mutter: „Weißt du auch, Käthchen, wer in dem Tanzsaal da hinten im Garten ist? Das ist der Luftschiffer Lattermann, von dem die Leute alle sprechen! Er bessert seinen Ballon aus!" Mir stockte einen Augenblick der Atem, dann platzte ich mit der Frage los: „Wie sieht er aus?" Schließlich war ich ja auch eben 19 Jahre alt. — Ich ging natürlich gleich hinunter. Lattermann war mitten in der Arbeit. Die Ballonhülle war zerrissen und mußte zum nächsten Aufstieg geflickt werden. Ich sah den schlichten Mann, der da so sicher hantierte, immer wieder an, weil er doch so viel Mut hatte, und weil ich ihn hatte abspringen sehen. Lattermann merkte, wie mich das alles interessierte. Wir kamen ins Gespräch, und auf einmal fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, einmal mit ihm aufzusteigen. Es durchfuhr mich heiß, und ich antwortete ohne Zögern: „Ja?" Und ob ich etwa auch mal abspringen wollte? „Aber natürlich!" antwortete ich. froh, daß er solches Vertrauen in mich setzte. Aber es war noch lange nicht so weit. Wir waren längst wieder nach Frankfurt zurückgekehrt, als plötzlich Herr Lattermann bei uns Besuch machte. Und daraus wurde unsere Zusammenarbeit. Ich half bei der Ausbesserung seiner Ballone und Fallschirme, und schließlich baute ich auch alles für ihn. Ich konnte ihm manchen Rat geben, denn Fallschirmbau ist ja eigentlich eine Frauenarbeit. Als er sah, daß ich bis ins allerkleinste genau war, verließ er sich ganz auf mich. Ich schnitt nun Ballon- und Fallschirmhüllen selbst zu, nähte sie sorgfältig zusammen, knüpfte die Netze selbst, aber zum Mitfahren kam ich immer noch nicht. Als Lattermann mich — drei Jahre arbeiteten wir nun schon zusammen — in Wiesbaden aufsteigen lassen wollte, lehnte der Kurdirektor ab. Auch in Sachsen verbot die Behörde die praktische Betätigung einer Dame in der Luftschiffahrt. Erst Nürnberg brachte 1893 die Erfüllung meines Wunsches. Bis dahin war ich nur einmal mit Lattermann im Fesselballon aufgestiegen, in Frankfurt am Main bei der Elektrischen Ausstellung. Aber im Fesselballon war das doch nur eine halbe Sache. Und wenn er bei seinen Schauflügen mit dem Fallschirm absprang, ließ er den Ballon alleine weiter- flieqen, um ihn häufig stark beschädigt wiederzube- kommen. Nun hatten sich in Nürnberg Passagiere angemeldet. Lattermann schärfte mir daher ein, nicht merken zu lassen, daß es meine erste Luftfahrt wäre, denn erst nach sechs Fahrten mit einem Führer durfte man damals selbst einen Ballon führen. Er hatte mir außerdem jeden Handgriff gezeigt. Zum Ausgleich des Gewichtsverlustes sollte ich gleich bei seinem Absprung Ventil ziehen. Aber als er nun über den Korbrand stieg und sich in die Tiefe schwang, war ich von alledem so beeindruckt, daß ich vergaß, Ventil zu ziehen. Der Ballon schnellte dadurch sofort von 900 Meter auf etwa 3500 Meter Höhe. Wir waren begeistert; auf einmal aber wies der Passagier erschreckt auf die Ballonhülle, die an mehreren Stellen einriß. „D e r Ballon platzt!" zuckte es mir durch den Kopf. Sofort zog ich kräftig Ventil, mit dem Erfolg, daß wir schnell zu sinken begannen. Schneller sogar, als mir lieb war. Also Ballast heraus, um den Fall abzuschwächen! Aber der Ballon reagierte nicht. Offenbar verlor er durch die Risse in der Hülle zuviel an Gas. Auch unsere Mäntel mußten über Bord, Kognakflaschen und alles irgendwie Entbehrliche. Aber da kam schon die Erde heran, und gleich darauf prasselten wir in ein Hopfenfeld. Die Hülle ging noch mehr in Fetzen. Ich schlug mir den Schädel blutig. Aber was tat das alles gegenüber dem stolzen Bewußtsein, daß im großen ganzen doch die Sache geklappt hatte. Der Passagier war auch zufrieden und Lattermann noch mehr, als wird auf emem Ochsenwagen wieder zu dem von Tausenden von Menschen umringten Aufftieg- platz zurückkehrten. Es war der 19. Juli 1893. Die zweite Fahrt ging schon besser. Auf der dritten Fahrt sprang ich zum erstenmal selbst ab. Es war acht Tage später. Lattermann wollte den Ballon mit dem Passagier zu Boden bringen. Der Entschluß, mich springen zu lassen, war für ihn schwerer als für mich. Er nahm seine Verantwortung nicht leicht. Als es so weit war, daß ich aussteigen sollte, sah er mich einen Augenblick an. Dann sagte er mir leise: „Mit Gott!" So war er. Ich sah Lattermann nochmals in die Augen, stieg über den Korbrand und ließ mich in die Tiefe gleiten. Es war doch ein eigenartiges Gefühl. Ich schloß während des Absprungs vom Korbrand die Augen. Angst hatte ich nicht, denn ich hatte Vertrauen zu meinem Fallschirm. Ich hatte aber noch keine Hebung. So schwang ich mich nicht seitlich weg, sondern ließ mich zwischen den Seinen hindurchfallen. Die drei Sekunden bis zum Aufgehen des Schirmes kamen mir doch etwas länger vor, als ich gedacht hatte. Ich verspürte einen starken Druck in den Ohren und Atembeklemmungen während des Fallens. Die Hülle knatterte über mir im Wind. Mich überkam ein beglückendes Gefühl, als ich nach einem starken Ruck den ersten Blick nach oben wandte und fah, daß der Schirm sich langsam aufspannte. Dann kam das langsamere Pendeln unter dem weitgeöffneten Schirm. Ich hatte Zeit, mir die Landschaft anzusehen. Dann kam die Sorge um den Landungsplatz, denn ich mußte doch in der Nähe des Aufstiegplatzes, der meistens in größeren Städten lag, den Absprung ausführen; und es war kein angenehmes Gefühl, beim Hinabgleiten Kirchtürme, Fabrikfchornfteine, Hausdächer ufw. auf mich zukommen zu sehen. Nach einer Viertelstunde war ich aus 1200 Meter Höhe herabgeschwebt, aber im letzten Augenblick blies mich der Wind auf einen Bahndamm hin, auf dem ausgerechnet ein Zug herandampfte. Der Lokomottv- führer bremste. Alle Passagiere waren an den Fenstern. Ich kam noch eben über die Gleise und landete glatt. Die Begeisterung der Dazueilenden war groß, als sie ein Mädchen vorfanden, statt des erwarteten Luftschiffers. Im Triumphzug wurde ich zum Platz zurückgefahren, und da ging erst das richtige Feiern los; denn Nürnberg hatte jetzt feine große Sensation. Der 17. Juni 1894 war dann der schwere Tag, an dem ich Lattermann verlor. Wir hatten in Dortmund und Düsseldorf schon glatte Versuche in der Weise gemacht, daß ich bei meinem Absprung die Seine zum großen Pentti von zwei Meter Durchmesser zog. Dadurch verlor der 500-Kubikmeter-Ballon stark an Gas. Durch eine besondere Vorrichtung konnte Sattermann den unteren Teil der Hülle gleichzeittg derart nach oben stülpen, daß die Hülle fallschirmarttg wirkte, so daß Sattermann ebenfalls langsam zu Boden pendelte. In Krefeld wollten mir diesen Versuch nun zum drittenmal vorführen. Ich sprang planmäßig ab, aber die Seine versagte, mit der Sattermann den Unterteil der Hülle nach oben stülpen wollte. Das Gas entwich und der Ballon stürzte schwer an mir vorüber. Unwillkürlich schrie ich auf. Ich rief Sattermann zu, aber mir schien, als verstünde er mich nicht mehr, als hätte er die Augen geschlossen. Ich hing am Schirm, ohne helfen zu können, während er in rasender Fahrt, die Hülle wie ein umgekehrter Regenschirm nachflatternd, in die Tiefe stürzte. Alles war dumpf. Als ich landete, hatten sie ihn schon tot in einer Straße von Krefeld gefunden. Es war sehr schwer. — Alle bestürmten mich, diesen Beruf aufzugeben. Aber ich konnte es nicht. Man hat das vielleicht als Senfattonshunger ausgelegt ober aus der Sucht zum Geldverdienen erklärt. Es war aber mehr eine innere Verbundenheit mit dem wunderschönen Beruf, für den Sattermann fein Seben geopfert hatte. Diese Verbundenheit war durch das grausige Erlebnis, das mich tief beeindruckt Hatte, noch stärker geworden. Ich mußte der Luftfahrt weiter treu bleiben. Einundzwanzig Jahre lang blieb ich ßuft- schifferin. Ich machte in der Zeit 516 Ballonfahrten und 147 Absprünge. Die letzte Fahrt erfolgte am 26. Juli 1914. Wenige Tage später brach der Krieg aus. Ich gab meine drei Ballons und Fallschirme der Heeresverwaltung ab und schlug ihr die Einführung meiner Fallschirme in der Suftschiffer- truppe vor. Schon zweimal hatte ich das getan. Jedesmal ohne Erfolg. Die maßgebenden deutschen Stellen waren offenbar der Ansicht, daß Fallschirme keinen militärischen Wert haben würden, im Gegensatz zu denen des Auslandes. So kam es, daß in den ersten Kriegsjahren zahlreiche Fesselballon- Beobachter das Seben verloren, weil sie aus ihrem Ballon sich nicht retten konnten. Erst 1916 begann sich die deutsche Militärbehörde für Fallschirmfragen zu interessieren. Sie übertrug mir die Fabrikation meiner Schirme in großen Reihen. So habe ich bis Kriegsende etwa 7000 Fallschirme geliefert. Welche Arbeit hierzu gehörte, geht daraus hervor, daß ich wöchentlich etwa 125 Fallschirme lieferte, jede Woche etwa 20 000 Meter Stoff zuschneiden mußte; denn diese Arbeit selbst auszuführen ließ ich mir, angesichts ihrer Wichtigkeit, nicht nehmen. Meine Fallschirme sind in unzähliaen Fällen während des Krieges zum Retter deutscher Ballonbeobachter geworden, wie zahlreiche Dankschreiben und Kriegsauszeichnungen mir zeigten. Das war für mich die schönste Anerkennung für meine fast 25 Jahre dauernde aktive Tätigkeit als Freiballonführerin und Fallfchirmpilotin. Drigadeführer Solbrig Gauführer des Gaues XII. Der Reichssportführer, SA.-Gruppenführer Hans von Tfchammer und Osten, hat mit Wirkung vom 22. Januar 1936 den LA.-Vrigadeführer Solbrlg zum kommissarischen Gauführer des Gaues 12 (Rordhesien) im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen ernannt. Durch diese Ernennung ist nunmehr die Gewähr gegeben, daß der gesamte Sport auch im Gau 12 in einheitlicher und straffer Führung in dem Sinne arbeitet, den der Führer dem großen deutschen Reichsbund gegeben hat. »Schwimmen und Wasserspringen." Eine Filmvorführung des RfL. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Seibesübungen (Fachamt Schwimmen) hatte für den gestrigen Montagabend zu einer Filmvorführung in das kunstwissenschaftliche Institut eingeladen. Seiber war die Veranstaltung nicht so besucht, wie es wünschenswert gewesen wäre. Der Abend brachte einige ausgezeichnete Sehrfilme, die in überaus anschaulicher Weise Schwimm- und Springtechniken zeigten. Von besten deutschen Schwimmern wurden zunächst die verschiedenen Schwimmarten Kraul und Brustschwimmen, Rückenkraul und auch der aus dem Brustschwimmen heraus entwickelte Schmetterlingsstil gezeigt. In den aufgelösten Vorübungen für die verschiedenen Schwimmtechniken konnte anhand dieser Filme selbst der Anfänger Verständnis gewinnen für die Rhythmik der Bewegungen, die hier ganz ausgezeichnet dargestellt waren. Arm- und Beinarbeit, Atmung, Wenden, Startsprung waren in wundervoll klaren und technisch einwandfreien Bildern gezeigt, die gleichzeitig erkennen ließen, wie ausgefeilt die Schwimmtechnik unserer Besten ist. Nicht wenger große Aufmerksamkeit galt den weiteren Abschnitten der Filmvorführung, in denen das Wasserspringen in „falsch" und „richtig" klare Gegenüberstellungen brachte. Man sah einzigartig schöne Sprünge, die in allen Einzelheiten (Zeitlupe) erkennen ließen, welches Ausmaß an Körperdisziplin gerade für diesen Sport notwendige Voraussetzung ist. Die Besucher der Veranstaltung folgten den Bildern mit großer Aufmerksamkeit. Der Obmann für Schwimmen, Sauer, eröffnete und schloß den Abend mit Worten der Begrüßung bzw. des Dankes für das den Vorführungen entgegengebrachte Interesse. Fußball der Gauliga-Mannschasten. Im Gau Nordhessen ist Hanau 93 durch ein 5:1 (2:0) über Germania Fulda wieder mit 21:7 um einen Verlustpunkt günstiger als Borussia Fulda (22:8), die zu Hause bei 3:3 (2:1) 03 Kassel nicht schlagen konnte. Kurhessen Marburg und Hessen Hersfeld spielten 4:4 (1:1), womit Hersfeld endgültig aus dem Rennen ist. Spielv. Kassel holte mit 2:0 (0:0) über VfB. Friedberg wichtige Punkte. Aus and eren Gauen: Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Phönix Sudwigshafen 3:0; FSV. Frankfurt — Union Niederrad 2:1; Kickers Offenbach — FV. Saarbrücken 3:1; Wormatia Worms — Borussia Rüsselsheim 6:2. Gau Bayern: Bayern München — 1. FC. Nürnberg 2:2; Wacker München — FC. Schweinfurt 05 0:4; ASV. Nürnberg — BC. Augsburg 1:2; SpVgg. Fürth — 1860 München 3:0; 1. FC. Bayreuth — FC. München 4:1. Zuspitzung in der Handball-Sauliga Nordhessen. Die Sage hn Handballgau Nordhessen hat fich immer mehr zu einer Art „Verfolgungsrennen^ unter den drei führenden Mannschaften entwickelt. Alle drei holen gegen „den Rest" Sieg um Sieg heraus, so daß sich weder der Abstand unter ihnen vermindert, noch gar einer von ihnen vorzeitig aus dem engeren Titel-Wettbewerb ausscheidet. Am günstigsten liegen natürlich die Dinge für die führende Elf von Kurhessen Kassel, die durch einen hohen 14:4-Sieg über VfB. Kurhessen Marburg Haydn und Brahms. Zum dritten Symphonie-Konzert des Konzertvereins. Die für Johannes Brahms so schaffensglück, liche Zeit in Pörtschach am Wörther See, auf die schon gelegentlich der Aufführung des Violinkonzertes hingewiesen wurde, ließ auch die zweite Symphonie erstehen. „Der Wörther See ist ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, daß man sich hüten muß, keine zu treten," so schreibt Brahms im Vollgefühl der glücklichen Beendigung seines Werkes an Hanslick. Jedoch die Niederschrift der Symphonie, die er im Kopfe fchon fertig entworfen hatte, führte er in Sichtenthal bei Baden-Baden (September 1877) aus. So mögen die Eindrücke der Schwarzwaldlandschaft vielleicht nicht so ganz unbeteiligt an der endgültigen Formung geworden sein. Schon der 30. Dezember des Jahres meldet die Aufführung der Zweiten durch die „Philharmoniker" in .Wien. Der Haydn-Biograph C. F. Pohl, der den Proben beigewohnt hat, berichtet an den Verleger Simrock: „Es ist ein prachtvolles Werk, das Brahms der Welt schenkt und zudem recht zugängig. Jeder Satz ist Gold und alle vier zusammen bilden in sich ein notwendiges Ganzes. Seben und Kraft sprudelt überall, dabei Gemütstiefe und Sieblidjfeit. Das kann man nur auf dem Lande, mitten in der Natur komponieren." Diese Naturgebundenheit der Erfindung hat der O-clur-Symphonie von verschiedenen Seiten die Bezeichnung „Pastorale" eingetragen. Gewiß erscheint dieses Werk im Vergleich zu der düsteren und schicksalhaften ersten Symphonie in c-moll als lieblich und idyllisch. Aber diese Wertung würde an Brahms' Wesensart vorübergehen und den tiefen Grundkern seines Schaffens übersehen, denn, abgesehen von dem schweren zweiten Satz mit seiner düsteren Tragik, zeigt die Symphonie an vielen Stellen in dem Hinausstreben über das klangliche Bild einen Unterton, der das Elegische bei Brahms immer wieder von neuem erweist; ja, gerade bei der Wiedergabe dieser Symphonie ist das Einfühlungsvermögen des Dirigenten entscheidend für die Erfassung der seelischen Tiefen durch den Hörer. Das freundliche Antlitz, das der anmutige Beginn des ersten Satzes mit feinem Dialog der Hörner und Holzbläser zeigt, verdüstert sich gar bald nach dem Absinken der Violinen. Ein dumpfer Wirbel der Pauke; dann lassen dunkle Posaunenakkorde, die in schärfstem Kontraste zur Lieblichkeit des Beginns stehen, die Gebundenheit an das Schicksalhafte erahnen. Vielleicht ist es nur noch ein Erinnern an das Drohen gewesen, denn in abgewandelter Fortführung erhebt sich der Hauptgedanke in Frische und wird hinübergeleitet zu einem gesanglich beginnenden zweiten Haupthema. Bratschen und Celli, in Terzen gebunden, tragen es zuerst vor; nachdem es in den Holzbläsern aufgeblüht ist, schließen sich rhythmisch scharf charakterisierte, ener- gieoolle Gedanken an, bis dann, von der Flöte umspielt, die Kantilene zum Abschluß der Themenaufstellung führt. Die nun beginnende Durchführung erweist von neuem die Meisterschaft von Joh. Brahms in der Verarbeitung, in der Bildung neuer Kombinationen, im Satztechnischen und in der geistigen Durchdringung der aufgestellten Themen; er schürft in die Tiefe mit feiner kontrapunktischen Gestaltungskraft und gibt in mehrfachen Entwicklungen Höhepunkte, denen ebenso Momente innerer Schau entgegentreten. Von besonderem Eindruck ist beispielsweise gleich nach der ersten größeren Aufsteigerung in der Durchführung der Engführungs- einsatz der Posaunen. Die Wiederkehr entspricht nicht der Aufstellung der Themen, sondern, gewandelt durch den seelischen Prozeß der Durchführung, strafft Brahms den inneren Aufbau; die Koda des Satzes verklingt in stimmungsvoller, fast traumhafter Gelöstheit. Mit tiefernster, innerer Schwere, verdunkelt durch die innerlich verkettete Stimmführung, beginnt das Adagio, mit Fagott und Cello als thematischen Trägern. Nur zeitweilig lichtet sich die Stimmung, dann aber gibt ein neues Thema dem inneren Ringen und Zermürben Ausdruck in einer Aufsteigerung, die mit klagenden Rufen der Blechgruppe und Holzbläser abklingt und die Wiederkehr des Hauptgedankens herbeiführt. Wie em letztes Auf- zucken drohen die Celli mit ihrem grollenden Motiv in den Schluß hinein. Eine menuettartige Melodie der Oboe bestimmt die heitere Sphäre des dritten Satzes. Rhythmisch variiert steigert sich das Thema zu einem Presto im Zweiviertel-Takte; ein bewegter Mittelsatz (Dreiachtel-Takt), der besonders den Holzbläsern mit synkopierten Rhythmen Anteil gibt, überläßt später der zuerst angeschlagenen Menuettweise den Abschluß. Das Finale gibt frohem Sebensgefühl freien Raum. Erfüllt von der Freude am Klanglichen, entfaltet sich die Erfindungsgabe m reicher Mannigfaltigkeit und Innerlichkeit Besondere Wir- hing geht von der „Tranquillo^-Episode aus. Die Coda erwächst aus der Mollwendung des zweiten Themas in den Posaunen heraus zu festlichem Glanz. Unter den verschiedenen Entwicklungsperioden, in denen das symphonische Schaffen Joseph Haydns allmählich die Ausdruckswerte der Symphonie sich heraus kristallisier en läßt, bedeuten die 12 Symphonien der neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts, die er für die Londoner Konzerte geschrieben hatte, den Ausdruck höchster Meisterschaft in der Beherrschung des formalen Aufbaues und letzter seelischer Ausdrucksmöglichkeiten. Erst allmählich hatte Haydn das Prinzip der motivischen Arbeit durch die Erfahrung gewonnen, d. h. jene Fähigkeit der Zerlegung des Themas in einzelne Bestandteile und ein Gewinnen von neuen thematischen Gebilden aus diesem zerlegten Grund- material. Durch diese Arbeitsmethode konnte der im Thema ruhende Gehalt bis in seine letzten Einzelheiten beleuchtet, ausgeschöpft und neuen musikalischen Ausdrucksgestalten dienstbar gemacht werden. Damit hatte er die Arbeitsweise festgelegt, die für die klassische Symphonie kennzeichnend ist. Bei dieser im Vergleich zum vorausgegangenen Barock gänzlich neuen Kompositionstechnik mußte das Orchester eine veränderte Haltung einnehmen. An Stelle der meist chorisch geführten Jnstrumen- tengruppen' wurde das einzelne Instrument zu reger Beteiligung an der musikalischen Auseinandersetzung herangezogen. Der Unterschied zwischen Haupt- und Nebenstimmen wurde so gänzlich verwischt, ja sogar getilgt, denn im Anteil an der motivisch durchbrochenen Arbeit strebte jedes Instrument mit feiner Selbständigkeit freien polyphonen Bildungen zu. Darüber hinaus bedeuten die Londoner Symphonien Haydns einen Vorstoß in die persönliche Ausdruckssphäre des Schaffenden, und so wird das Werk über feine formale Geltung hinaus zu einem subjektiven Bekenntnis. Wenn Haydn feinen Symphonien eine langsame Einleitung vorausschickt, so konnte man diese wohl in formale Parallele zu der französischen Ouvertüre stellen, die mit einem langsamen Satz beginnt. Aber bei Haydn sind es weniger Einleitungen im traditionellen Sinne, sondern in den meisten Fällen fassen sie den Schaffensakt in tiefgründigstem Ausdruck zusammen, sei es nun vor Beginn der Gesamtkomposition oder gar als ein letztes Resumä nach der Vollendung des Werkes. So gewinnt auch das einleitende Adagio des Kopfsatzes der O - 6 u r - S y m p h o n i e Nr. 7 be- ftimmenbe Bedeutung für das nachfolgende Allegro, denn sowohl kurz vor Beginn der Durchführung, namentlich aber in der Entwicklung der Koda, bereichert es die Thematik des in sich scharf gegliederten Satzes, der gerade in Einzelheiten besondere Aufmerksamkeit zu erregen vermag. Das folgende adagio ma non troppo variiert in anmutig reizvoller Weise das angeschlagene Thema durch figurierte Stimmen und durch seine Wendung zum Moll hin; die letzte Krescendoentwicklung vor Schluß möchte fast wie ein romantischer Ausblick erscheinen. Nach dem folgenden Menuett nimmt das Finale ganz besonderes Interesse entgegen. Das verschiedentlich wiederkehrende Hauptthema erweist sich immer aufs neue reizvoll anziehend im Lichte der Gegenmotive und einer anmutigen thematischen Durchbildung. Kurz vor der Koda zeigt sich Haydn noch einmal in der Fülle der Ausdeutungskraft und seiner fast unerschöpflichen Einfälle und führt hier den Hörer heiter beschwingt durch den Wechsel der gegensätzlichsten Stimmungen hindurch, damit in dem Ganzen einen seiner schönsten Finalsätze gebend. Dr. H. »Unsterbliche Melodien." Im Gloria-Palast sieht man im neuen Programm den Johann-Strauß-Film „Unsterbliche Melodien". Der Untertitel lautet — nach berühmten Mustern — „Des Walzerkönigs letzte Liebe", und damit ist eigentlich fchon alles gesagt, was zu sagen ist: die Handlung ereignet sich, bald auf, bald hinter der Bühne, im Dreivierteltakt, und die Stadt der Lieder im Kostüm der siebziger Jahre stellt die oft gesehene, immer wieder anziehende Szenerie zur Herzensgeschichte des alternden Komponisten, der sich eines Tages in eine junge Tänzerin verliebt und dabei das große Glück verpaßt; zwar wird die Aufführung der neuen Operette „Der luftige Krieg" ein rauschender Erfolg, aber die Ehe mit dem Dal- lettmädel führt zu einer herben Enttäuschung; erst ganz zuletzt findet er die Frau wieder, die von ganzem Herzen auf ihn gewartet hat. Die Handlung ist nicht groß, aus luftigen und gefühlvollen Elementen gemischt, vom Regisseur Heinz Pau! gefällig in Szene gesetzt. Alfred I e r g e r ist ein romantischer, etwas schwermütiger Strauß, Maria P a u b l e r, früher am Berliner Staatsschauspiel, singt die Mizzi Geistinger mit Wärme und an* mutigem Ausdruck. Lizzi Holzschuh als die oberflächlich-kokette Lily, Leo S l e z a k mit breitem Humor und komödiantischer Fülle als Musikverleger Haslinger, Eduard W e s e n e r , Hans H o m m a und Rudolf Carl zeichnen sich im großen Ensemble aus. — Im Beiprogramm: die neue Fox- Wochenschau; eine Wasserfahrt von Berlin ngcky Hamburg; ein Vorspann zum „Postillon voy/Tjon- jumeau"- / —r— - • *•* i - . - - I . V • ' ..... • ■ schen Segelflieger vereinigen. Handball im Kreis VIII lLahn-Dill) Wirischast Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlosfenen Dividende an. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt y. Felten & Guilleaume 4 Besellsch.f.Elektr.Unternehmuna. 6 Rheinische Elektrizität g Rhein. Wests. Elektr e SchuckertLCo............... Siemens L Halske 7 Lahmeyer L Lo 130 ! 112,9 129 130 126,25 I 128,75 | 175,5 1 Fwd. Regelung des Absatzes von Speisezwiebeln. Rach einer Anordnung des Vorsitzenden der HV. der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 9 erfahren die Festpreise für je 50 Kilogramm deutsche Speisezwiebeln zum Aus- gleich für entstandene Lagerverluste einen weiteren Zuschlag von 0,60 RM. Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 27. Ian. Der Auftragseingang aus dem Publikum war nicht besonders groß, auch die Kulisse entwickelte nur wenig Unternehmungslust. Die Tendenz war aber — genährt durch einige vorteilhafte Wirtschaftsnachrichten — weiter freundlich und es überwogen meist weitere Kurserhöhungen. Viel Beachtung fand die 98pro- zentige Einzahlung auf die neuen Reichsbahn- Schätze. Am Aktienmarkt traten Montanwerte mehr hervor. Insbesondere Stahlverein waren auf private Käufe gesucht und auf 80,13 bis 81,25 (79,50) erhöht, da man mit ziemlicher Sicherheit auf eine Zprozentige Ausschüttung rechnet. Ferner fliegen Rheinstahl auf 112 (110) und Buderus bei kleinem Umsatz auf 99 (96,25), Hoesch notierten mit 88,25 bis 88,40 (88) und Mannesmann mit 84 (83,25). Lebhafter waren IG. Farben mit 151,25 bis 151,50 (151). Elektroaktien lagen ziemlich still und kaum verändert. Etwas höher Geffürel mit 129,25 (128,50) und Mainkraft mit 89,50 (89,25), dagegen Siemens 176,25 (176,65) und RWE. 126,25 (126,75). Stär- fere Befestigungen hatten Daimler Motoren mit 98 (96), MAR. mit 101 (100), Eßlinger Maschinen gewannen 0,75 v. H. auf 91, Moenus 0,50 v. S). auf 82,50, Muag blieben zu 78,50 unverändert. Von Verkehrswerten AG. für Verkehr mit 104,75 bis 105 (104,25) lebhafter, auch Hapag mit 16,25 bis 16,50 (16,25) und Norddeutscher Lloyd mit 17,75 (17,65) fanden Interesse. Von Kunstseideaktien stiegen Bemberg ziemlich kräftig auf 94,50 (91,25), AKU. gewannen 0,75 v. H. auf 55,50. Reichsbank- Anteile waren weiter etwas erholt auf 183 (182), ferner zogen L. Tietz auf 32,75 (32,65) an. Buderus ............. 4 Deutsche Erdöl 4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Nenessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse 8 Klöcknerwerke ...............3 Mannesmann-Röhren v Ham burg-A m erika- P aket 0 Hamburg-Südam. Dampsschifs. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Prival-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Retchsbank ................ 12 ° mit 211,50 (212), Kunstseide Aku mit 55,25 (56), ferner blieben einige Elektroaktien nicht ganz behauptet. Am Kasfamarkt notierten Knorr Heilbronn mit 200 (198), Vereinigte Faß Kassel mit unv. 9 ■ und Schramm Lack mit unv. 83, auch Bankaktien : zeigten die erhöhten Mittagskurse. Der Rentenmarkt lag gleichfalls freundlich, insbesondere zeigte sich für Kommunal-Umschuldung roeietere Nachfrage ztt 87,30 (87 und nachbörslich 87,20), ferner späte Schuldbuchforderungen 96,50 (96,40). Außerdem lagen Industrie-Genußrechte etwa 0,25 0. H. höher. Im Freiverkehr lagen von fremden Werten Türken schwach, 1. Tranche 100 Brief (101), 2. 98 Brief (99), 3. 99 Brief (100). U. a. notierten: Altbesitz 109,90, IG.-Farbenbonds 125,40, Schutzgebietsanleihen 10,80, Ungarn Gold 8,95, 4,5proz. Goldrumänen 9,15, 4proz. Rumänen 5,25, 5proz. innere Mexikaner 5,60, 5proz. äußere Goldmexikaner 13,25, Commerzbank 87,25, DD» Bank 86, Reiechsbank 183,75, Buderus 97.75, Harpener 109, Mannesmann 84,50, Hoesch 89, Rhein- stahl 112,25, Stahloerein 81 40 bis 81,50, Aku 55,25 AEG. 37, Bekula 138,75, MAN. 102, Daimler 99, Muag 79,65, Deutsche Erdöl 108,75, Scheideanstalt 211,50, Deutsche Linoleum 147, Licht & Kraft 130,50, IG.-Farben 151,75, Geffürel 129,50, Goldschmidt 112,75, Holzmann 95,75, Junghans 85, Mainkraft 89,50, Moenus 82,50, Schuckert 128,75, Siemens 176,25, Südd. Zucker 199, AG. für Verkehr 105, Hapag 16,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Ian. Weizen und Roggen waren der Jahreszeit entsprechend angeboten, das herauskommende Material wurde von den Mühlen glatt ausgenommen. Braugerste hatte nur wenig Geschäft, da die Verarbeiter genügend versorgt sind: Futtergerste war nicht angeboten. Hafer muß dem Getreidewirtschaftsoerband angemeldet werden, der die Freigabe verfügt. In ölhaltigen Futtermitteln und in Kleie erfolgten wie allmonatlich Zuteilungen: ölhaltige Mischfutter fanden wenig Interesse. Futtermehle und Nachmehle blieben bei nachgebenden Preisen angeboten, auch Treber weiter etwas leichter. Von Rauhfutter ermäßigte sich Heu auf 8,25 (8,50) und drahtgepreßtes Stroh auf 3,60 bis 3,80 (3,80 bis 4). Das Wei- zenmehlgeschäft ist ruhiger geworden im Vergleich zum Dezember, besonders in der Sorte 00, Brotmehle blieben gefragt; Roggenmehl hat normales Geschäft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 207, W 16 210, W19 214, W 20 216, Roggen R12 170, R15 173, R18 177, R19 179. Braugerste 225 bis 230. Weizenmehl W13 28,15, W16 28,40, W19 28,40, W20 28.75, Roggenmehl R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50. Weizennachmehl 17, Weizenfuttermehl 13,25 bis 13,50, Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W20 11,10, Roggen- kleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50. Soyaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Trockenschnitzel 8,92. Heu 8,25, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,60 bis 3,80, dto. gebündelt 3,50 bis 3,80. Kartoffeln: Industrie hiesige Gegend 3,20, gelbfleischige hiesige Gegend 3,10, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegen 2,80 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Ian. Auftrieb: 689 Rinder (gegen 902 am letzten Montagsmarkt), darunter 141 Ochsen, 45 Bullen, 388 Kühe, 115 Für- fen. Auslandrinder (Oesterreicher) 32, Kälber 409 (370), Schafe 58 (36), Schweine 2983 (3085). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 (am 20. 1. 43), b) 43 (43), c) 42 bis 43 (43), d) 34 bis 41 (35 bis 41); Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) — (42 bis 43); Kühe a) 43 (43), b) 39 bis 43 (37 bis 42), c) 32 bis 38 (—), d) 23 bis 31 (—); Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 40 bis 42 (38 bis 42); Kälber andere a) 53 bis 60 (62 bis 70), b) 43 bis 52 (51 bis 58), c) 35 bis 42 (40 bis 50), d) 26 bis 34 (32 bis 39); Lämmer und Hämmel b2) 50 (51), c) 48 bis 49 (50); Schafe nicht notiert; Schweine a) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51); Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Ueberstand: 33 Rinder, 1 Ochse, 32 Kühe. Marktverkauf: Rinder lebhaft, geringe Kühe Ueberstand. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausver- kauft. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und fuew a re nr Beschickung des Fleischgroß- marktes: 346 Viertel Rindfleisch, 127 ganze Kälber, 25 ganze Hämmel, 28 halbe Schweine. Notiert wur- den pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) L5 72 bis 74 90 bis 95; Schweinefleisch b) 6od)fter Preis 80. Dettmaren: roher Speck un- m 1 3oAnt!Seter höchster Preis 80, Flomen höchster Preis 80. Marktoerlauf ruhig. Mit Sonntags-Rückfahrkarten kann man zu den Olympischen Winterspielen nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Die Karten werden auf allen deutschen Bahnhöfen ausgegeben und gelten vom 1. bis 18. Februar. Die Hinfahrt kann innerhalb dieses Zeitraumes angetreten werden, die Rückfahrt muß am 18. Februar um 24 Uhr beendet fein. Der Rentenmarkt lag sehr still und kaum verändert. Kommunal-Umschuldung ca. 87,05 (87,10), Zinsvergütungsscheine ca. 92,90 und Altbesitzanleihe 109,80 (109,65), Reichsbahn-Vorzugsaktien unv. 121,75, 6proz. Verein. Stahlwerke 103,25 (103,50). Von fremden Werten 4proz. Rumänen 5,25 (5,20). 3m Verlaufe blieb die Tendenz bei anhaltend kleinern Geschäft freundlich. Die Kurse unterlagen leichten Schwankungen, waren aber zum Anfang meist behauptet, teilweise bröckelten sie auch etwa 0,25—0,50 o. H. ab.. Fester lagen nochmals Aku mit 55 nach 55,50. Von später notierten Werten erhöhten sich Junghans auf 85,50 (83,50), Chade AG. auf 288 (283,50), Rhein. Braunkohlen auf 219 (217,50), andererseits gaben Scheideanstalt auf 212 (213,75) nach. Am Kassamarkt waren Gebr. Roeder angeboten, Taxe 99 (1. K. 103), ferner Schriftg. Stempel, Taxe 56,50 (1. K. 58,25), dagegen blieben Verein. Fass. Kassel gesucht, 6 v. H. (4,50). Am Rentenmarkt blieb es durchweg sehr still und Veränderungen traten kaum ein. Auch der Pfandbriefmarkt wies mit einigen Ausnahmen bei Li- quibationspfanbbriefen feine Abweichungen auf. Stadtanlehen meist behauptet, etwas niedriger 4,50 Heidelberg mit 88,25 (88,75). Fremde Werte lagen still, 4proz. Ungarn Gold 8,95 (8,90), 4proz. Mexikaner 8 (8), 2'/«proz. Anatolier I 37,80 (37,50). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörfe freundlich. An der Abendbörfe war die Haltung im Anschluß an den Mittagsverkehr weiter freundlich. E« lagen einige Kundenaufträge vor, auch die Kulisse beteiligte sich etwas am Geschäft. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich meist leichte Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Meyr Beachtung fanden am Montanmarkt Vereinigte Stahlwerke mit 81,40 bis 81,50 (81,25), ferner erhöhten sich Mannesmann auf 84,50 (84,25), Hoesch auf 89 (88,75) und Rhein- stahl auf 112,25 (112), dagegen bröckelten Buderus auf 97,75 (98,25) ab. Etwas höher waren ferner MAN. mit 102 (101), Muag mit 79,65 (79,40), Siemens mit 176,25 (176), Daimler mit 99 (98,40). Auch AG. für Verkehr fanden bei unverändert 105 Interesse. Leicht abgeschwächt waren Scheideanstalt Wege. Epielabteilung Tv. 1889Klein-Linden. fUein-Cinben I — Tv. 1846 Gießen I 7:2 (3:0). Klein Linden 2. Igd. — VfBR. Gießen 3.3gb. 2:0 (1:0). Mit dem vierten Spiel kannte die erste Fußballmannschaft des Tv. Klein-Linden am Sonntag den vierten Sieg erringen. To. 1846 trat nur mit zehn Mann und mehreren Ersatzleuten an, so daß sich die Ueberlegenheit der Platzmannschaft von Anfang an bemerkbar machte. In der 12. Minute ging Klein-Linden durch einen Prachtschuß des Rechtsaußen Knapp in Führung. Kurz danach verlor der Torwart von 1846 den Ball, der Halblinke war zur Stelle und drücke ein. Immer wieder trugen beide Stürme schöne Angriffe vor, aber auch die Abwehr beider Mannschaften griff tapfer ein und vereitelte manchen Erfolg. Kurz vor der Panse nahm der Halbrechte Volk eine Steilvorlnge auf und verlängerte zum dritten Tor für Klein-Linden. Gleich nach Wiederanstoß schoß der Halblinke wohlplaciert ein. Die Gäste versuchten, sich nun frei zu machen und kamen auch durch Fernschuß und Umspielen des herausgelaufenen Torwartes zu zwei Erfolgen. Beim Stande von 4:2 nehmen die Einheimischen das Spiel wieder ernster. Einen Elf- meterbdll verwandelt Hofmann. Zwei weitere Erfolge von Jung und Volk stellen das Endergebnis auf 7:2. Während bei den Gästen die Leistungen von Mittelläufer und Jnnensturm besonders hervortraten, wartete Klein-Linden mit einer sehr guten Gesamtleistung auf. Einen unerwarteten Ausgang nahm das Iugend- spiel Klein-Linden 2. Jgd. gegen VfBR. 3. Jgd. Die neuaufgestellte 2. Jugend spielte sich rasch ein und erlangte durch ihren Eifer einen schönen 2:0- (lö)-Sieg über die 3. Jgd. von VfBR., die nur mit neun Mann antrat. Schiedsrichter Hofmann (Wieseck) war beiden Spielern ein umsichtiger Leiter. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1. 3gb. gegen FD. Sarnau 1. 3gb. 5:1. Die Spiele am vergangenen Sonntag waren ein schöner Erfolg. Der Gegner der 1. Jgd. Sarnau war eine körperlich starke Mannschaft, die auch zu kämpfen verstand. Jedoch das genaue Spiel und gute Schüsse auf das Tor ließ die Mannschaft vermissen. Dagegen waren die Blauweißen sehr gut aufgelegt und schossen auch so fünf schöne Tore, denen der Gast nur eins entgegenftetten konnte. 2. 3gb. gegen Heuchelheim 2. 3gb. 4:0. Die zweite Jugend war zu Gast in Heuchelheim, um gegen die dortige gleiche Mannschaft ein Freundschaftsspiel auszutragen. Allgemein glaubte man an eine knappe Niederlage, um so größer war die Ueberraschung, als sie nach schönem Spiel einen klaren Sieg erringen konnte. 1. Schüler gegen Spv. Lollar 1. Schüler 6:1. Ein schönes Spiel lieferte die erste Schülermannschaft im Spiel gegen Lollar. Die Gäste wehrten sich tapfer, doch immer wieder stürmten die kleinen 1900er gegen das gegnerische Tor. 2. Schüler gegen VfB. Gießen 2. Schüler 1:1. Die zweite Schüler konnten ihren Sieg gegen den Lokalgegner nicht wiederholen und mußten sich mit einem Unentschieden begnügen. Große lustsportliche Ereignisse im Rhein-Main-Gebiet. Lrösnung des Flughafens Rhein-Main am 21. Mai. Dor Vertretern der Presse machte der Reichsluftsportführer Oberst Mahncke in Berlin am Donnerstag Mitteilungen über die Pläne des deutschen Luftsportes im Jahre 1936. U. a. finden vom März bis August die Bewerbungsflüge um die deutsche Ballonmeisterschaft und die damit verbundene Anwartschaft auf eine Teilnahme am Gor - don-Bennet-Wettbewerb statt. Vorge- schrieben ist eine Ballon-Zielfahrt nach Darmstadt, eine Ballonfahrt Darmstadt—Darmstadt, für die eine Mindestzeit vorgeschrieben wird, und ein Zielflug Darmstadt—Berlin. Die beste Leistung aus allen drei Wettbewerben dient der Ermittlung des deutschen Ballonmeisters. Dom 17. bis 24. Mai wird der Deutschlandflug 1936 ausgetragen. Die Strecke wird wieder etwa 5000 Kilometer betragen. Es sollen möglichst viele Orte des Reiches angeflogen werden. Als ihr? Meisterschafts-Ansprüche unterstrich. Auch der Zweite, die Kasseler Turngemeinde, feierte mit 10:2 über den gefährlichen To. Kirchbauna einen hohen Erfolg. Gestolpert wäre dagegen beinahe der Tabellendritte, die Spielvereinigung 1900 Gießen. 2luf eigenem Gelände gelang den Oberhessen mit 7:6 Toren nur ein äußerst glücklicher Sieg über den Tabellenletzten, den Tv. 1861 Eschwege. Die beiden Kasseler Mannschaften führen mit 22:2 bzw. 19:3 Punkten vor Gießen, das mit 17:5 Punkten folgt. Dem Abstieg am nächsten sind mit je zwei Gewinnpunkten Kurhessen Marburg und Tv. Esch- besitzer schließlich nicht mehr standhalten und mußten sich knapp aber verdient geschlagen bekennen. 1. Kreisklasse. Tv. Niedergirmes — Tv. Groß-Rechtenbach 7:6. Mit dieser knappen und auch vielleicht unverdienten Niederlage ist Groh-Rechtenbach um feine Chancen, evtl, noch Meister zu werden, gekommen. Man sah auf beiden Seiten einen rassigen Kampf, der manchmal vielleicht etwas hart war, aber immer im Rahmen blieb. Durch eine zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung ließen sich die Gäste aus dem Konzept bringen, um sich erst wieder auf sich selbst zu besinnen, nachdem Girmes bereits klar m Führung lag. T o. Garbenheim — Tv. Holzheim 7:4 (5:2). Auch in diesem Spiel enttäuschten die Gäste wieder nach der angenehmen Seite. Sie zeigten ein Spiel wie lange nicht mehr. Nur dem Umstand kann Holzheim den Sieg verdanken, daß sein Sturm aus allen Lagen zu schießen verstand. Freundschaftsspiele. D f B.-R. Gießen — T o. Hörnsheim 7:5 (4:4). Beide Mannschaften lieferten sich ein sehr schönes und jederzeit offenes Spiel. Hörnsheim mußte mit Ersatz antreten und kam so um den in greifbarer Nähe liegenden Sieg. Mtv. Gießen II — Tv. Dutenhofen I 3:4 (3:1). Auch dieses Spiel war im wahrsten Sinne des Wortes ein Freundschaftsspiel, in dem beide Mannschaften eine gute Hälfte hatten. Während nämlich die Mtv.er in der ersten Halbzeit etwas überlegen waren, konnten die Gäste nach der Pause in einem schönen Endspurt einen knappen, aber verdienten Sieg herausholen. Tv. 18 4 6 Gießen Jugend — T v. Wetz- l a r 10:4 (5:1). Die Gießener Jungen konnten einen schönen Sieg feiern, in dem sich aufs neue wieder ihre zur Zeit sehr gute Form widerspiegelt. Denn Wetzlar nimmt in seiner Staffel einen sehr guten Platz ein. Schultheis Patzenhofer Hhi (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Hellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer ®a« ............... Die Spiele der Bezirksklasie sind mit einer einzigen Ausnahme so ausgegangen, wie es allgemein erwartet wurde. Dagegen kann man schon sagen, daß beide Spiele der 1. Kreisklasse Überraschungen darstellen. Dazu gehört vor allem die knappe Niederlage von Groß-Rechtenbach in Niedergirmes und die gute Haltung, die Garbenheim in dem Spiel gegen Holzheim erneut bewiesen hat. Während in der Bezirksklasse auch der gestrige Sonntag nichts Wesentliches an dem Tabellenstand geändert hat, ist man in der Kreisklasse einen Schritt weitergekommen. Niedergirmes braucht, um Kreismeister zu werden, nur noch das am kommenden Sonntag an- gesetzte Spiel gegen Tv. Dorlar zu gewinnen, woran wohl kein Zweifel besteht. Auch bei unentschiedenem Ausgang hat es noch die Möglichkeit, vorn zu bleiben, da in diesem Falle ein Entscheidungsspiel notwendig wird, und zwar gegen Hörnsheim. Bezirksklasie. Tv. Münchholzhausen — To. Lützellinden 6:7 (3:2). Der erwartete scharfe Kampf kam zustande. Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen. Denn, darüber bestehen wohl keine Zweifel, Münchholzhausen war gut, im Feldspiel sogar noch besser als die Gäste, hatte nur einen schlechten Tormann, der Lützellinden die Gewinnchance ließ. Mit diesem neuen Sieg führt Lützellinden die Tabelle weiter an. Tv. Hochelheim — Tv. Roth 3:6 (3:5). Mit diesem Ergebnis hatte wohl niemand gerechnet, und doch besteht es vollkommen zu Recht. Die Einheimischen, die am vergangenen Sonntag noch Marburg so eindeutig schlagen konnten, kamen gegen die in großer Form spielenden Gäste nie auf und mußten sich wider Erwarten verdient schlagen lassen. Tv. Hachenburg — Tv. Heuchelheim 7:5 (2:4). Die Heuchelheimer haben sich zwar recht gut gehalten, lagen bei Halbzeit sogar in Füyrung, konnten aber den ungestümen Angriffen der Platz- Datum Marisfelder Bergbau tz Kokswerke.................. g Rheinische Braunkohlen 18 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke 0 Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben s! Kaliwerke Westeregeln 61 Kaliwerke Salzdetfurth V/t\ Berlin,27 Januar Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ........... Ungarische Noten Nebernachkungsplatz ist n. a. auch Frankfurt a. M. s und wird auch in diesem Jahre die EMe der deut- für den 20. und 21. Mai mit lokalen Erkundungs- r' ’* aufgaben vorgesehen. In Frankfurt a. M. findet am 21. Mai die Eröffnung des Lutthafens Rhein- Main statt, die mit einem Großflugtag verbunden ist- Jran.iu Schlußkurs i a. JJL Schlußk. Abend- börse Äe Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Oatum 251 27 1 25-1 27 1. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 6¥i% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. <*/»% Deutsche NeichSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehern.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzablb. 102%)............ *%% dient. 8% Hessische Landes, banl Darmstadt Gold R. 12.... b/.% ehern. 4^,% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiaui *%% ehe in. 8% Darmst. Komm LandcSb.Goldschuldverschr R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mü Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *Vt% ehem.8% ffranks.Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehern. 4’/,% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6¥i% ehern. *Vi% Rheinische Hlsp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... <',4% ehern. 8% Br. LandeSpfand^ öriefanstall, Pfandbriefe R 19 V/i°/o ehern. 7% Pr. LandcSpfanp briesanst., Gold Komm. Cbl.Vi Cteuergulsch.BerrechnungSk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente.... '4*20% Oesterreichische Stlberrente 7^-Ümg arische Goldrente ....... 4% UnM^che Staatsrente v. 1910 4’4% De3fll?iM'n 1013.......... Serie I.................. 100,4 97,9 109,65 99,9 97,75 96,4 101,4 93 120 113,5 96,5 101,7 101,5 97 97 108,5 30 1,2 8,9 8,8 8,9 9,65 100,65 98 102,75 109,9 99,9 97,75 96,4 101,4 93 119,5 114 96,5 101,75 101,6 97 97 108,5 2?i ti,95 8,8 8,9 9,65 100,5 97,9 102,75 109,75 100 96,4 113,7 101,75 97 97 108,5 1,25 8,9 8,75 8,9 13,4 100,5 98 103,25 109,9 99,9 97,65 113,7 101,75 97 97 108,5 1,25 8,9 8,85 8,9 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Schluß« kurS Schlußk. Mittag- börse Datum 25.1 27.1- 25.1. 27.1 4% desgl. Serie II............ 9,65 9,65 9,75 _ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,5 6,45 4'/r%Rumän.vere1nh.Rentev.l913 9,13 9,15 9,05 9,25 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,2 5,25 5,25 5,30 2 y*% Anatolier ............... 37,5 37,8 38 37,9 Sranffurt a. M. Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse 25 L 27-1 25.1 ■ 27 1 125,5 125,5 125,5 127 — 119,25 119,25 — 219 218 218,5 110 112,25 111 112 79,5 81,5 79,5 81 ,25 17,5 17,65 17,5 17,65 ! 127,13 128,5 127 129,5 1 119 120,75 120 121 190 190 190 190,5 151 151,75 150,9 151,9 213,75 211,5 — 112,75 112,75 112,75 112,5 120,25 120,75 120,25 120,9 117,9 117 117,5 117,5 95 95,75 95 96,13 124 123,75 128 128 _ _ 98,75 98,75 54,75 55,25 55 55,9 91,25 94,5 91,4 93,9 118,5 119 118,65 119,25 82 82,25 82 82,25 — 121,5 121,75 96 99 96,5 98,4 146,75 147 146 147 — — 78,5 79,5 32,65 32,75 32,65 32,65 283,5 288 283,5 289 172,5 172,5 172 165 — 165,5 165,5 27 27 26,9 89,25 89,5 189 1991 188,18 168,5 25.Januar 27.Zanuar Amtliche Geld Notierung 1 Nriel Amtliche Geld Notierung Brief duenoe Atre> 0,676 0,680 0,676 0,680 Brüssel .... 41,98 42,06 41,91 41,99 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,138 0,140 Sofia..... Kopenhagen 3,047 54,91 3,053 55,01 3,047 54,86 3,063 54,96 Danzig .... 46,80 46,90 46.80 46,90 London ..... 12,295 12,325 12,285 12,315 HelsingforS.. 5,42 5,43 5,415 5,425 Paris ...... 16,375 16,415 16,39 16,43 Holland ... 168,63 168,97 168,61 168,95 Italien..... 19,85 19,89 19,85 19.89 Icwan...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... 0,718 5,654 61,74 48,95 11,15 63,39 80,73 33,93 10,275 0,720 5,666 61,86 49,05 11,17 63,51 80,89 33,99 10,295 0,717 5,654 61,69 48,95 11,15 63,34 80,70 33,97 10,28 0,719 5,666 61,81 Lissabon .... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Prag....... 49.05 11,17 63,46 80,86 34,03 Budapest .. 10,30 Reuyork ... 2,461 2,465 2,461 2,465 Nr. 23 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Dienstag, 28. Zanuar (936 Einweihung des Instituts für Erb- und Rassenpflege in Gießen. Am gestrigen Montagnachmittag fand mit einer schlichten Feier im vollbesetzten großen Hörsaal des Physiologischen Instituts die Einweihung des von Dr. med. Kranz- Gießen geschaffenen und geleiteten Instituts für Erb- und Rassenpflege in Gießen statt. Zu der Veranstaltung hatten sich mit dem Gauinspekteur H e y s e als Vertreter des Gauleiters zahlreiche weitere führende Männer der Partei eingefunden, ferner nahmen ein Vertreter der Regierung, zahlreiche Professoren der Universität, Aerzte aus Gießen und Oberhessen, sowie Vertreter der Wehrmacht an der Feierstunde teil. Dr. med. Kranz, Gießen als Leiter des neuen Instituts gab zunächst in einer großangelegten Rede einen Ueberblick über die grundsätzliche Haltung und die Aufgaben des deutschen Rassehygienikers. Er erinnerte dabei an das schwere Völkerringen vor 20 Jahren und die darwertvollen Förderung durch den Obermedizinalrat Dr. Schmidt im hessischen Ministerium. Besonders herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung widmete er dem Vorkämpfer auf dem Gebiete der Rassenhygiene, Professor Dr. Kuhn, dem früheren Leiter des Hygiene-Instituts an der Universität Gießen, den er als seinen väterlichen Freund bezeichnete, und den er bei dieser Feierstunde am Ehrentag des neuen Instituts mit ganz besonderer Freude und herzlichem Dank im Kreise der Besucher begrüße. Durch Professor Kuhn habe seine damals noch auf sehr enger Grundlage aufgebaute Arbeit außerordentlich bedeutsame Unterstützung und Förderung erfahren. Der Grundstock zu der heutigen S i p p e n - K a r t e i sei in dem von Professor Kuhn im Hygiene-Institut trotz eigener großer Raumnot bereitwillig zur Verfügung gestellten Zimmer gelegt worden. Den Dank des Redners an Professor Kuhn begleitete die große Versammlung mit starken Beifallskundgebungen zu \ \\ -r\ _j» i & *■ ds ■ ■ , '■ 7 Blick auf die Festversammlung im Großen Hörsaal des Physiologischen Instituts. (Aufn.: Photo-Pfaff.) aus auch für unser Volk sich ergebenden überaus schmerzlichen Verluste an kostbaren Menschenleben. Dann wies er auf die schwere Zeit in den Jahren des deutschen Niederganges und der Schmach nach dem Zusammenbruch von 1918 hin, aus dem ein glücklicher Ausweg nur durch den Erfolg des großen Ringens um die Seele des deutschen Menschen möglich war. Schon damals war es jedem Nationalsozialisten klar, daß kein Gebiet des deutschen Lebens von ter sieghaften Idee des Führers unberührt bleiben konnte und daß mit vielem gebrochen werden mußte, was bis dahin schön erschienen war. Sodann betonte und begründete der Redner eingehend den Ganzheitsgedanken der Rassehygiene, die mit dem Rationalsozialismus stehe und falle. In diesem Zusammenhang erklärte er, daß auch heute noch kein einziger nationalsozialistischer Rassenhygieniker einen Lehrstuhl haben würde, wenn nicht der Nationalsozialismus die Macht übernommen hätte. Das Primäre der Rassenhygiene sei immer die nationalsozialistische Weltanschauung, die praktische Rassenhygiene sei das Sekundäre. Es müsse verlangt werden, daß der Rassenhygieniker ein zuverlässiger und kritischer Wissenschaftler, ein guter Praktiker und ein gläubiger, unbeirrbarer nationalsozialistischer Propagandist sei. Für die Rassenhygiene werde die Fragestellung ausschließlich national und sozial sein, d. h. nationalsozialistisch sein und bleiben. Die Rassenhygiene könne keine einseitige theoretische Wissenschaft sein. Es dürfe nicht wieder vorkommen, daß der deutsche Gelehrte sich in seiner Studierstube einkapsele und nicht merke, wenn inzwischen draußen eine Welt aus den Fugen gehe. Es sei selbstverständlich, daß der Rassenhygieniker auch immer den Kontakt mit der akademischen Jugend haben müsse. Die Aufgabe des Wissenschaftlers und Hochschullehrers könne sich im nationalsozialistischen Staat nicht in der Forschung an sich erschöpfen, sondern die Grundstellung müsse ausgehen von einer die Ganzheit ins Auge fassenden Weltanschauung. Es solle nicht das Recht auf Forschung beschränkt werden, aber als national- fozialistischer Rassenhygieniker müsse man auch das Recht der Wertung in Anspruch nehmen. Von grundsätzlicher Bedeutung sei es auch, daß der wissenschaftliche und praktische Verkünder der Rassenhygiene immer mitten im Volke stehe und wirke und niemals die Sprache des Volkes verliere, der auch auf dem Boden einer Volksversammlung oder in den Schulungsabenden mit dem Herzen zum Volke zu gehören versiehe. 3n erster Linie müsse er aber immer Kämpfer und Propagandist der Tat sein und bleiben, denn die Wissenschaft sei nicht um der Wissenschaft willen da. In diesem Sinne und Geiste hätten er und seine Mitarbeiter in Hessen ihre rassenhygiemsche Aufgabe verstanden und aufgefaßt im Kampfe mit den polr= tischen Gegnern. Aus diesem Geist heraus sei auch dieses neue Institut entstanden. Der Redner gab dann einen Ueberblick über den Werdegang der bisherigen grundlegenden organisatorischen und praktischen Arbeiten und betonte dabei, daß er in den Jahren 1930 und 1931 mit nur ganz wenigen Helfern — im ganzen nur 6 Männer die Arbeit begonnen habe. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, daß er bereits etwa 2 Jahre vor der Machtübernahme der Rassereferent der oberhes- sischen SA. - Standarte 116 war, die woh als erste SA.-Standarte in Deutschland überhaupt einen eigenen Rassereferenten hatte und ihm die Möglichkeit des Wirkens bot Weiter gedachte er dankbar der Förderung durch den damaligen Obmann des NS.-Aerztebundes Dr. Ende und der Hessischen Aerztekammer, ferner der Ehren des jetzt im Ruhestand lebenden Gelehrten. Der Redner sprach dann grundsätzlich über die drei Hauptaufgaben des Instituts, nämlich die rassenpolitische Schulung und Propaganda, die rassenhygienische Beratung und Betreuung der Bevölkerung und die erbbiologische Sippenforschung. In diesem Zusammenhänge teilte er mit, daß die Sippen-Karkei des Instituts heute bereits 6500 hessische Sippen umfaßt, ferner eine 120 000 Karten enthaltende Perfonen-Kartei vorhanden ist. Anschließend gab der Vortragende an Hand von guten Lichtbildern einen Einblick in die Einrichtungen des Instituts, um hierauf unter überzeugender Beweisführung die Notwendigkeit dieses Instituts und dessen weitgesteckte Aufgaben darzulegen. Die Arbeit dieses Instituts unterstehe der nationalsozialistischen Idee und diene dem deutschen Volke. Weiter betonte der Redner, daß alle Arbeit, die bisher in so reichem Maße geleistet wurde, völlig ehrenamtlich erfolgte. Es sei ihm heute ein besonderes Bedürfnis, dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der ein alter und stets hilfsbereiter Förderer dieser Arbeiten im Gau Hessen-Nassau war und es auch weiterhin bleiben werde, für diese überaus wertvolle Hilfe herlichen Dank zu sagen. Das neue Institut solle ein brauchbares Werkzeug im Dienst der völkischen Arbeit unserer Ration unter bet: Führung Adolf Hitlers sein, die Arbeit solle immer in Treue zum Führer und seiner Bewegung geleistet werden. In diesem Sinne übergebe er das neue Institut dem Gauinspekteur H e y s e als Vertreter des Gauleiters. Oie weiteren Ansprachen. Gauinspekteur H e y s e als Vertreter des Gauleiters übernahm das Institut in die Obhut der Partei und teilte mit, daß der Gauleiter, der sich auf einer Dienstreise befinde, zu seinem Bedauern nicht persönlich anwesend sein könne. Der Redner sagte dem Institut mit den herzlichen Wünschen des Gauleiters auch die weitere Förderung durch die Gauleitung und die Bewegung zu, die alles tun werde, um etwaige Schwierigkeiten für die weitere Aufwärtsentwicklung des Instituts aus dem Wege zu räumen. Als Vertreter des Reichsärzteführers überbrachte Dr. Grote herzliche Wünsche und Grüße und verlas dabei ein Geleitwort des Reichsärzteführers, in dem die Ueberzeugung ausgedrückt wird, daß das neue Institut wertvolle Arbeit leisten werde. Ferner wird dem Gründer und Leiter Dr. Kranz besonderer Dank und Anerkennung ausgesprochen. Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der Reichsleitung Dr. Groß-Berlin würdigte in eindringlichen Worten den „Mut und Uebermut" des Schöpfers dieser jungen nationalsozialistischen Einrichtung, durch die wertvollste Aufbauarbeit geleistet und ein vortreffliches Stück Neuland erschlossen werde. Dieser Arbeit werde auch weiterhin alle Förderung zuteil werden. Obermedizinalrat Dr. Schmidt sprach als Vertreter der Gesundheitsabteilung der Landesregierung und der hessischen Amtsärzte und würdigte dabei die Arbeit des Instituts mit herzlichen Worten der Anerkennung. Im Namen der Landesuniversität und als Vertreter des dienstlich auswärts weilenden Rektors sprach der Kanzler Professor Dr. H u m m e l. Er gab der Freude und der Anerkennung der Universität über diese Schöpfung Ausdruck und wünschte dabei, daß dieses Institut in möglichst naher Zeit ein Teil der Universität selbst und Dr. Kranz Inhaber eines Lehrstuhls der Universität sein mochte. Die herzlichen Wünsche und Grüße der Medizinischen Fakultät brachte Professor Dr. Fischer zum Ausdruck, der gleichzeitig die bisherige Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit des Institutsleiters Dr. Kranz und seiner Mitarbeiter rühmte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß dieses Institut bald in innige Gemeinschaft mit der Universität komme und ein neuer blühender Zweig im Kreise unserer Hochschule werde. Professor Dr. Hoffmann übermittelte die Grüße und Wünsche des Reichsleiters der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und des Vorsitzenden der Medizinischen Gesellschaft. Dr. med. Kranz sprach sodann ein kurzes Schlußwort, in dem er allen Rednern für die freundlichen Wünsche und seinen Mitarbeitern für die bisherige treue Hilfe Dank sagte. Wenn auch das Institut heute noch in den Anfängen stecke, so werde dock mit dem alten Eifer weiter an der Erreichung der Ziele gearbeitet werden. Dr. Kranz schloß sodann die Feierstunde mit dem freudig auf« genommenen Sieg-Heil-Gruß an den Führer. Besichtigungsrundgang und Kameradschastsabend. Nach der Feier unternahmen die Teilnehmer einen Rundgang durch das Institut, auf dem sich der Eindruck vertiefte, daß durch dieses Institut die Verwirklichung des nationalsozialistischen Wollens zur Erneuerung des deutschen Menschen einen weiteren bedeutsamen Schritt vorwärts gekommen ist. Sodann vereinigte man sich im Studentenhaus zu einem gemeinsamen Abendessen und kameradschaftlichen Beisammensein, in dessen Verlauf Oberbürgermeister Ritter die herzlichen Grüße und Wünsche der Stadt überbrachte. Gute Darbietungen von Musikern des Musikzuges der Standarte 116 verschönten den Abend. Kreisversammlung des RS.-Lehrerbundes. „Vortrag: Volksdeutscher Kampf im Südosten." Unter zahlreicher Beteiligung der Lehrerschaft des Kreises Gießen fand am gestrigen Montagnachmittag in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule die Kreisversammlung des NS.-Lehrerbundes im Kreise Gießen statt. Die Versammlung wurde mit einer ausgezeichneten musikalischen Darbietung des Orchesters des Lehrerbundes, ferner mit einem Gedichtvortrag und dem gemeinsam gesungenen Liede „Unter der Fahne schreiten wir" eingeleitet. Schulrat Nebeling gab kurz einige geschäftliche Bekanntmachungen zur Kenntnis und hielt dann eine Ansprache über den Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution. Nur noch wenige Tage trennten uns, so führte er u. a. aus, von jenem denkwürdigen Tage, da vor drei Jahren Generalfeldmarschall von Hindenburg dem Führer Adolf Hitler die Führung des Reiches übergeben habe. Der 30. Januar sei nicht lediglich der Tag des Antritts einer neuen Regierung gewesen, wie wir vorher 24mal einen Regierungswechsel erlebt hatten, sondern es war der Tag des Antritts der richtigen Regierung. Nach drei Jahren könnten wir nun feststellen, daß diese Regierung aus dem Chaos Ordnung schuf, aufbaute, dem Volke Glauben an die Staatsführung und neues Vertrauen gab. Adolf Hitler fei der Staatsmann, der nicht nur Deutschlands Geschick, sondern das Schicksal Europas lösen werde. Alle bisher drohenden Verwicklungen habe er abwehren können. Dankbar müßten wir deshalb dem Schicksal sein, für diesen Staatsmann, den wir nach 1918 bis 1933 so dringend nötig brauchten. Jetzt wohnten wir Deutschen auf einer Insel des Friedens. In der Staatsführung habe Deutschland zurückgefunden auf den rechten Weg. Die Volkseinheit fei hergestellt, nachdem sie in den Jahren vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus völlig auseinanderzufallen drohte. Den Zwiespalt der damaligen Zeit habe der Erzieher in dem Verhältnis der Schüler untereinander allzu deutlich empfunden und darunter gelitten. Heute gebe der Staat die Richtung für die Schule, heute streiten wir alle unter einer Fahne. Unser Dienen dem Vaterlands und seiner Zukunft zu widmen, fei unsere große und dankbare Aufgabe. Deutschland aber fei überall da, wo deutsche Menschen wohnten. Was deutsch fei, müsse über fremde Staatsgrenzen hinweg auch deutsch bleiben. Der 30. Januar 1933 habe die Lösung der Frage des Reiches gebracht, es werde auch der Tag kommen, an dem die Volksdeutsche Frage gelöst sein werde. Sodann sprach pg hieß über das Thema „Volksdeutscher Kampf im Süd- often." Der Idealismus und die Liebe zum deutschen Volke hielten, so führte er u. a. aus, die Ausländsdeutschen ausrecht. Der Idealismus, aus dem die Bewegung des Nationalsozialismus erwachsen fei, fei es auch, der die Ausländsdeutschen immer wieder stark werden lasse. Der Glaube an das heilige Recht und der unerschütterliche Wille deutsch zu bleiben und das Deutsche zu leben, lasse die Deutschen über den Grenzen bestehen. Wohl werde der fremden Fahne die Treue gehalten, unwandelbar fei aber auch die Treue zum deutschen Blute. Im Reiche könne sich heute jeder Volksgenosse glücklich preisen, daß er seine Muttersprache sprechen könne, in schönen Sälen beisammensein, überall die Hakenkreuzfahne flattern sehen, Versammlungen abhalten, Feste feiern könne — den Ausländsdeutschen sei das alles nicht möglich. Es seien die Besten deutschen Volksgenossen gewesen, die vor Jahren oder Jahrhunderten hinauszogen, weil ihnen der Raum im Vaterlande zu eng wurde, viele suchten aus wirtschaftlichen Gründen, andere aus religiösen Gründen in früheren Jahrhunderten eine neue Heimat in fremden Ländern. Die 33 Millionen Deutschen im Ausland müßten heute den Angriffen gegen das neue Deutschland standhalten und stünden wie in einem Brandungstoben. Der Kampf der Ausländsdeutschen sei Kamps um Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes. Da müsse aber auch jeder deutsche Volksgenosse sich verpflichtet fühlen, mitzuhelfen. Wohl mancher Reichsdeutsche werde die Arbeit in volksdeutschem Geiste nicht ganz verstehen können, wohl wisse aber jeder, daß Wahlsiege um deutsche Einheitslisten in unendlicher Kleinarbeit schwer errungen seien. Deshalb müsse über alle Grenzen hinweg die völkische Verbundenheit gepflegt werden, die durch den Volksbund für das Deutschtum im Ausland vermittelt werde. Die VDA.-Arbeit fei eine unbedingte Notwendigkeit. In feinen weiteren Ausführungen gab der Redner eindrucksvolle Schilderungen des Volkstumskampfes in Südtirol, im Memelland, in Ungarn und in Oesterreich. Seine reichen Schilderungen aus persönlichem Erleben heraus verfehlten ihren Eindruck auf die Zuhörer nicht. Die Ausführungen des Redners wurden mit anhaltendem Beifall ausgenommen. Nachdem Schulrat N e b e l i n g noch eindringlich zur Mitarbeit im VDA. aufgefordert hatte, nach einem weiteren Gedichtvortrag und nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler fand die Versammlung mit dem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lied ihren Abschluß. Aus der Provinzialhauptstadt. 3m Zeichen der Treue. Winterhilfsabzeichen aus Leder. LPD. Das Winterhilfswerk beschert uns in diesem Jahr Abzeichen aus den mannigfachsten Werkstoffen. Nach dem Holz- und Keramik-Schiffchen waren die Edelstein- und Erzplaketten, sowie die bunten Weihnachtsreiterlein sehr begehrt. Am 2 Februar gelangt nun ein Ledera b ze ichen mit der Wolfsangel, der altgermanischen Rune der Treue, zum Verkauf. Das Abzeichen wurde hergestellt in den Mittelpunkten j)er Buchbinderei und Lederindustrie in Leipzig und Offenbach, Gebiete, die unter dem wirtschaftlichen Niedergang der Nachkriegsjahre schwer gelitten hatten. Auch Hachenburg im Westerwald wurde mit einem Auftrag bedacht. Der Auftrag des Winterhilfswerkes gab hier den arbeitslosen Volksgenossen auf Monate hinaus Arbeit und Brot und bahnte darüber hinaus eine Umstellung auf andere Betätigungsmöglichkeiten an, die auch für die Zukunft eine Besserung der Arbeitslage in den betreffenden Gewerbezweigen erhoffen läßt. So schlicht das Abzeichen sein mag, so viel handwerkliches Können steckt in ihm. Die kreisrunden Lederausschnitte werden ausgestanzt, woraus die Farbe der Grundfläche aufgedruckt wird, ein Arbeitsvorgang, der sorgsamste Aufmerksamkeit verlangt. Höchste fachliche Ansprüche stellt der Druck der in Hochrelief gehaltenen Rune, muß doch der Reliefdruck genau auf die vorgedruckten Farben passen, was bei der Verschiedenartigkeit des Leders in Stärke und Beschaffenheit oft erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Den Straßenverkaus der ansprechenden Abzeichen werden am 2. Februar SA., SS., NSKK. und NSDStB. übernehmen. Ganz Deutschland wird es als seine Pflicht ansehen, die WHW.-Parole des Monats Februar zu verwirklichen, „verschworen in Treue zum Volk". Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte und Nord: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Lichtbildervortrag „Bäuerliche und städtische Heimkul- tur". — DAF., RBG. 8 Druck: 18 Uhr Appell im Saale der Deutschen Arbeitsfront. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gymnastik, nur für Frauen, im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Konzertverein Gießen: 20 bis 22 Uhr: III Symphonie-Konzert. — Gloria-Palast, Sellersweg: „Unsterbliche Melodien". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Seefahrt, die ist lustig ..." Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22 Uhr III. Symphoniekonzert. Fünftes Abonnement-Konzert des Gießener Konzertvereins und 16. Dienstag-Abonnement. Werke von Brahms, Reger, Beethoven, Haydn. Leitung des Städtischen Orchesters: Prof. Stefan Temes- v a r y. Solistin: Lore Fischer, Stuttgart (Alt). Freier Kartenverkauf nur Musikalienhandlung Challier. Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde. Die Naturwissenschaftliche Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hält in Verbindung mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenoerbandes am morgigen Mittwoch, 29. Januar, im Physiologischen Institut einen Vortragsabend ab. Dozent Dr. W. Kuhl (Frankfurt a. M.) spricht über das Thema „Die Untersuchung der tierischen Entwicklung mit Hilfe des Zeitrafferfilmes". Auf die heutige Anzeige sei hin- gewiesen. Deutsche Arbeitsfront. Verwalkungssielle 19 Gießen. Voraussichtlich ist die Buchumschreibung für den Kreis Gießen Ende Februar 1936 beendet. Diejenigen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, welche ihr Mitgliedsbuch noch nicht zur Umschreibung abgegeben haben, werden hiermit aufgefordert, dasselbe umgehend bei ihrem Ortsgruppen» bzw. Betriebsgemeinschaftswalter abzugeben. Ausgenommen von der Umschreibung sind die Mitgliedsbücher derjenigen Mitglieder, die von der Deutschen Angestelltenschaft in die Deutsche Arbeitsfront überführt worden sind, wie: Deutscher Werkmeister-Verband, Deutscher Techniker-Verband, Deut- scher Büro- und Behördenangestellten-Verband, Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Zen- tralverband der Angestellten, Gesamtverband der Angestellten, Verband weibl. Büroangestellten usw. Wegen Umschreibung dieser Mitgliedsbücher ergeht noch besondere Aufforderung. Sportkurse des Sportamts Gießen heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhk, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unlversttats-Reit- institut, Brandplah. Schwimmen, Frauen und Männer. Von 20 bis 21 und von 21 dis 22 Uhr, Volksbad. Interessante Vogelforschungen. Als Vogelwart auf Wangeroog. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Biologischen Fachschaft an der Universität und der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenoerbandes berichtete vor kurzem Studienassessor H e l m u t h Henning über seine Arbeit als Vogelwart im Sommer 1935 auf der ostfriesischen Insel Wanger- o o g. Sandige Dünen, salzige Sumpfwiesen und die unabsehbaren Flächen des bei Niedrigwasser aus dem Meer auftauchenden Watts bestimmen die wechselvolle Landschaft dieser Insel, liefern Brutorte und Fraßstätten für zahllose Vögel. An erster Stelle stehen unter den Brutvögeln die Seeschwalben; in den unter der Obhut des Vogel- wartes stehenden Brutgebieten konnten Heuer über tausend brütende Flußseeschwalben gezählt werden, seltener sind Küstenseeschwalben und Zwergseeschwalben. Lichtbilder von den Nestern dieser Arten gaben Aufschluß über ihre Brutsitten und Gewohnheiten am Nest. Die Seeschwalben brüten unfern dem Strand'e, die Gelege werden daher vor allem durch hohe Bluten bedroht, eine Gefahr, der gegenüber auch der Vogelwart machtlos ist. Die Sumpfwiesen im Westen der Insel sind das Brutgebiet der melodisch rufenden Rotschenkel und der K a m p f l ä u f e r, die zur Paarungszeit bei ihren Kampsspielen beobachtet werden konnten. Auch Kiebitze und Austernfischer haben hier ihre Nester, beide bekannt dafür, daß sie sich flügellahm und krank stellen, um ihre Feinde vom Gelege oder von den Jungen fortzulocken. Einer der schönsten und größten Brutvögel der Insel ist die Brandente. Seit alters bietet man ihr auf den friesischen Inseln künstliche Nisthöhlen und gewinnt so, ohne ihr zu schaden, einen Teil der Eier. Das prächtige, durch unverständige Ausbeutung in den letzten Jahren vertriebene Tier konnte durch die Bemühungen des Vogelwarts im Schutzgebiet wieder zum Nisten gebracht werden. Feldlerchen, Hänflinge, Kuckucke und Stare, Rauchschwalben und Grasmücken schließen die Reihe der Brutvögel auf der Insel. Die Zugzeit im Frühfahr und Herbst bringt andere Arten mit fremden Stimmen und ungewohntem Gehaben auf die Insel. Außer Fischadlern, Weihen, Entenvögeln aller Art, Schwärmen von Buntspechten, kam manch seltener Nordländer zur Beobachtung, u. a. ein Baßtölpel, ein Vogel von Gänsegröße mit gefährlich spitzem Schnabel und hartblauen Augen zwischen rötlich überlaufenen Kopffedern. Der Vogelwart schützt die Brutgebiete gegen menschliche und tierische Eierräuber, er wehrt der Zudringlichkeit neugieriger Badegäste, er sucht bei Sturmfluten von den Gelegen zu retten, was zu retten ist. Um zur Aufklärung des in vielen Punkten noch rätselhaften Vogelzuges beizutraaen, müssen möglichst viele Vögel „beringt" werden. Aus diesem Grund bemächtigt sich der Vogelwart mit Netzen und Fallen der Brut- und Zugvögel, legt ihnen am Bein einen Ring um, der mit einer Nummer versehen ist und läßt sie wieder fliegen. Berin- gungs- uni) Beobachtungslisten sind täglich zu führen, kurz, die Pflichten eines Vogelwartes sind mannigfaltig und nehmen ihn vom frühen Morgen bis tief in die Nacht hinein in Anspruch, lohnen aber auch durch reiche Eindrücke und Erfahrungen. Nach einer regen Aussprache vereinigten sich die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenverbandes, der Biologischen Fachschaft und einer Anzahl von Studierender der Landwirtschaftlichen Fachschaft, die unter der Führung von Dr. Tempel gerade von einer Tagung aus Frankfurt zurückgekommen waren, zu einem kameradschaftlichen Abend, der einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Lichtung! Verlegung von Kursen! Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche werden einmalig folgende Kurse in das Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, verlegt: Allgemeine Körperschule, Frauen And Männer. Mittwoch, von 20.30 bis 21.45 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Donnerstag, von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr. Baltikum- und Freikorpskämpfer! Abwicklungsstelle: Gießen, Hammstraße 4II. Achtung, wichtig! An alle Antragsteller „Einsatz für Deutschland". Die Prüfung der Anträge durch uns und die politische Zuoerlässigkeitsprüfung durch die zuständigen Gau- bzw. Kreisleitungen umfassen mehr als 100 000 Kameraden und werden sich noch über mehrere Wochen erstrecken. Es ist uns nicht möglich, vor dem endgültigen Abschluß der Prüfung eingesandte Unterlagen sofort zurückzusenden. Wir sind auch außerstande, die unzähligen Anfragen einzeln zu beantworten. Die Portospesen, die wir durch Einholung von Informationen, Zeugenerklärungen usw. haben, sind schon kaum tragbar. Es ist mehrfach bekanntgegeben worden, daß die eingereichten Unterlagen mit der Urkunde zurückgehen. Eine Ausnahme bilden nur die Antragsteller, die die Bedingungen der Prüfung nicht erfüllen. Wenn wir den Einzelwünschen der Kameraden auf Rückgabe der Papiere entsprechen, so benötigen wir, wie gemeldet, eine Frist von etwa drei bis vier Wochen. Eine bevorzugte Bearbeitung von Anträgen ist ausgeschlossen. Täglich laufen hier Arbeitsvermitt- lungs- und Unterstützungsgesuche ein, zu denen wir im Augenblick nicht Stellung nehmen können. Wir hoffen, daß in kürzester Frist die in Aussicht gestellten Entscheidungen des Reichsinnenministeriums bekanntgebeben werden. Uns würde viel Arbeit erspart und damit im Interesse aller Kameraden eine Verzögerung der Hauptarbeit vermieden, wenn die täglich steigenden Anfragen über den Stand der Dinge unterlassen werden. Alle wichtigen Meldungen können in Wehrfront, Ausgabe B, nachgelesen werden. Reichsabwicklungsstelle des Reichsverbandes der Baltikum- und Freikorpskämpfer, Berlin W15, Lietzenburger Straße 12. Für die Ausfertigung: gez. Paul Euler. Schont die Weidenkätzchen! Kaum haben die Weiden begonnen ihre Kätzchen zu zeigen, als auch schon Personen angetroffen wurden, die Sträuße aus Weidenzweigen nach Haus trugen. Das Pflücken der kätzchen- tragenden Weiden zweige ist durch Polizeiverordnung des Kreisamtes verboten. Wer dem Verbot zuwiderhandelt, macht sich strafbar. Jeder Spaziergänger und Naturfreund, der auf feinen Wanderungen Personen antrifft, die sich gegen die polizeilichen Schutzvorschriften vergehen und die Weidenbüsche ihres Schmuckes berauben, sei es auch aus Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit, sollte diese „Naturzerstörer" auf das Strafbare ihrer Handlung aufmerksam machen oder zur Anzeige bringen. Es muß endlich dem Unfug des Abbrechens der Weidenzweige, der die Ursache ist, daß in der Umgebung Gießens kein Weidenbusch angetroffen wird, welcher nicht irgendeine Verstümmelung aufzuweisen hat, ein Ende gemad)t werden. Auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht ist das Abpflücken der Kätzchen ein Schaden, denn die Bestäubung erfolgt in der Hauptsache durch Bienen, denen die Blüten reichlich Honig bieten. Wir haben in Deutschland alle Ursache, darauf zu sehen, daß den Bienen die ersten Blüten, von denen aus sie ihre im Winter aufgebrauchten Honigvorräte wieder ergänzen können, erhalten bleiben. Die deutsche Reichsregierung hot in 'dem Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Juni 1935 die Grundlage für die Erhaltung der einheimischen Natur geschaffen. Sie in ihren Bestrebungen zu unterstützen, ist Pflicht eines jeden Volksgenossen. Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen (Naturschutz). Goethe-Bund. Dichterabend: Rudolf G. Binding. Gestern las, wie schon einmal vor einer Reihe von Jahren, Rudolf G. Binding in der Neuen Aula vor einer yroßen Zuhörerschaft aus seinen Dichtungen. Er erinnerte sich zu Beginn jenes Besuches und gab seiner Freude über die Wiederbegegnung mit der seit damals noch gewachsenen Gemeinde und Anhängerschaft Ausoruck. Dichter dürften, so fuhr er fort, eigentlich keine Stimme und kein Gesicht haben — über ihr Werk hinaus. „Dichter lesen immer gegen sich", und das Einmalige in der Gestaltung eines Werkes komme in der Wiedergabe nicht mehr zum Vorschein. Die Zuhörer möchten aber wissen, „ob es stimmt", ob Uebereinftimmung besteht zwischen Wesen und Werk eines Dichters. (Wer Binding nur einmal gesehen un'ö gehört hat, weih, daß es bei ihm „stimmt".) Die alte romantische Vorstellung vom Dichter, den seine Muse küßt, sei begraben; heute gelte die Forderung, daß Dichtung Stimme des Volkes sei, aber was wäre denn Dichtung anders als seine verborgene Stimme. Volkstümlich sei nicht zu verwechseln rftit „leicht faßlich", — gerade das Aben- teuerlidje und das Gewaltige fei es, und der wahre Dichter (scharf geschieden vom Literaten) lei nie etwas anderes gewesen als Stimme seines Volkes. Der heutige Staat habe die Dichtung zu einer öffentlichen Angelegenheit gemacht, große Teile des Volkes seien dieser Stimme teilhaftig und stolz darauf. So sollen die Dichter vor uns stehen, jeder in seinen Grenzen, aber doch auch als Ausdruck der Nation, als Verkünder der deutschen Seele im Wettstreit mit andern Völkern. Der Hörer und Leser müsse Forderungen stellen: in solchem Wettstreit mit andern Völkern müssen wir mit dem höchsten Ausdruck und Anspruch auftreten; und so sind wir verständlich in aller Welt. Gegenstand der Dichtung sei immer das Leben, wir warten mit vollem Recht auf den Roman, auf d i e Dichtung des Volkes, die freilich, als ganz große Leistung, immer aus dem Zusammentreffen besonders glücklicher Fügungen hervorgehe. * Dies war in großen Zügen die Einleitung all- aemeiner und grundsätzlicher Art, die Binding feiner Vorlesung als Ansprache an die Hörer vorausschickte. Er las dann, gleichsam als Beleg für das zuvor Gesagte, eine Betrachtung, noch nicht gestaltet, einen Keim gewissermaßen: „Ewiges Langemarck", ein Thema also, das in uns allen auf Ausdruck wartet. Beschworen wurde — in der Die Lustschutzpflicht. Diese Pflicht ist für alle Deutschen, auch für die Frauen, seit dem 26. Juni 1935 gesetzlich festgelegt. Nachdem das Flugzeug zu einer gefährlichen Angriffswaffe geworden ist, war die gesetzliche Pflicht, im Selbstschutz der Bevölkerung mitzuarbeiten, eine zwingende Notwendigkeit geworden. Dies gilt für jedes Dorf und für jede Stadt. Nicht nur industrielle Anlagen sind in einem Kriege bedroht, auch die Getreide- und Futtervorräte, die Viehbestände und landwirtschaftlichen Maschinen sind sehr lohnende Objekte für einen Angreifer. Jeder Bauer, jede Bäuerin muß dies wissen. Der Reicksluftschutzbund ist beauftragt, auch auf dem Lande den Selbstschutz der Bevölkerung aufzubauen. Jeder, der den Bund unterstützt, dient der Landesverteidigung. HI.-Fahne für die kaufmännischeBerufs- schute in Gießen. Von der Direktion der Kaufmännischen Berufsschule in Gießen wird uns berichtet: Nach erfolgreicher Werbung durch das Lehrerkollegium der Kaufmännischen Berufsschule für die Staatsjugend gehören nunmehr 99 v. H. von den 421 Schülern der Schule zur HI. und zum BDM. Auf Grund dieser Zugehörigkeitsziffer ist die Schule berechtigt, die HJ.-Fahne zu hissen. Die Fahnenweihe, zu der auch die Vertreter der HI. und des BDM. einaelaöen waren, fand am 24. Januar um 8 Uhr statt. Der Leiter der Schule, Handelsstudiendirektor Dr. Wendel, gab zu Beginn der Feier das Ergebnis der Werbung zur Staatsjugend bekannt, worauf die Fahne gehißt wurde. Während der Hisfung der Fahne sprach die gesamte Schülerschaft den Sprechchor: „Stellt euch um die Standarte rund" von Baldur von Schirach. Darauf wurde das Fahnenlied der HI.: „Vorwärts! Vorwärts! schmettert die Heldenfanfaren" gesungen. In seiner Ansprache charakterisierte der Schulleiter die Vorkriegsjugend als die Jugend der feldgrauen Generation, die Nachkriegsjugend in ihrer ungesunden Problemhaftigkeit und die heutige Staatsjugend in der Eindeutigkeit ihres Glaubens edlen, männlichen und ritterlichen Haltung, die alles auszeichnet, was Binding schreibt — noch einmal die über sich selbst hinausgehobene Auslese unserer jungen Mannschaft in Flandern, kärnpfeno, singend und sterbend in der heroischen Landschaft, die in jenen Herbsttagen 1914 „den größten Eingang in das Reich des Todes" bildete. „Keiner der Singenden kam zurück", aber ihre Tat steht wie ein Stern über allem, was damals geschah. Hier sprach Binding, der Dichter und der Offizier, vom heiligen Vorbild der „wahrhaft Geweihten", wie sie schon vorgeahnt scheinen in den Versen Hölderlins vom „Tode fürs Vaterland". Die Tat ist ihr Vermächtnis; wir wollen ihre Tat weitergeben an unsere Söhne. Wer Gedichte nicht liebt, sagte Binding dann, entzieht sich dem Edelsten, was es in der Sprache gibt. Er kennzeichnete mit wenigen Worten das naturhaft-elementare Wesen des echten Gedichtes und wies dem Hörer einige Kunstgriffe, welche die Aufnahme gesprochener Lyrik erleichtern. Wir vernahmen dann den „Spruch auf dem Hochzeitsturm in Darmstadt" („Die Sonnenuhr spricht") und die „Grabschrift für eine junge Mutter": kristallen gebildet in der Form, einfach, zart, voller Gefühl und sprachlicher Melodie. Dann, ganz anders, die beiden Reitergedichte, von denen das erste jenes „höchste Glück dieser Erde" des alten Reiterspruches besingt, während das zweite noch einmal in die Totenlandschaft des großen Krieges („über die Schlachtfelder der Somme") zurückweist. Zwei Naturgedichte, „Gipfelgespräch" und „Fest der Wälder", leiteten zum Ausklang des Abends über. ♦ Wir hörten zuletzt ein novellenhaftes Erlebnis aus dem Buche „Erlebtes Leden", auch dies als Beleg für das zu Anfang Gesagte: Wahrheit ist der Kern aller Dichtung; sie muß immer wieder von jeder Generation neu gestaltet werden. Das Erlebnis ist überschrieben „Das Tübinger Mädchen" und schildert die wunderliche Begegnung des jungen Studenten Binding im Garten seiner Hauswirtin, in einer hellen, warmen Nacht unterm Goldregen; öas Erlebnis setzt sich fort und endet mit einem gemeinsamen Kirchgang am folgenden Sonntagmorgen. Das ist ganz knapp und sparsam geschildert, könnte auf den ersten Blick nur als gefühlvolles Idyll in einer kleinen schwäbischen Stadt gelten, erweist sich aber dem von der Höhe des Lebens Rückschauenden als eine Begegnung von tieferem Sinn und, vielleicht, schicksalhafter Bedeutung. — Die Zuhörerschaft dankte mit herzlichem Beifall. —y— an Deutschland. Die Feier schloß in der üblichen Form mit dem Horst-Wessel- und dem Deutschlandlied. Gratisabgabe von Verlosungsgegenständen. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtschastsgruppe Einzelhandel gibt von folgender Mtteilung der Industrie- und Handelskammer zu Berlin Kenntnis: „In letzter Zeit ist wieder, wie früher schon, in Kreisen des Einzelhandels darüber geklagt worden, daß Vereine, Betriebsgemeinschaften und andere Organisationen an Geschäftsinhaber mit dem Ersuchen herantraten, für eine anläßlich einer geselligen Veranstaltung durchzuführende Tombola Gebrauchsgegenstände sowie Lebens- und Genuß- mittel zu spenden. Hiergegen bestehen Bedenken. Der Einzelhändler, an den das Ersuchen gestellt wird, befindet sich vielfach in einer Zwangslage, weil er glaubt, die an ihn herantretenden Personen als Kunden zu verärgern oder gar zu verlieren, wenn er die Spenden gewährung ablehnt. Grundsätzlich rst der Einzelhändler nicht in der Lage, seine Waren zu verschenken. Er schafft aber auch im Falle eines einmaligen Entgegenkommens eine Situation, die von der übrigen Kundschaft mißverstanden werden muß, der er keine derartigen Zuwendungen machen kann. Die Einzelhandelsoertretung bittet daher alle Einzelhändler, in jedem Falle von einer Spendengewährung für Tombola- und ähnliche Zwecke Abstand zu nehmen, und richtet auch alle Organisationen der Wirtschaft, der Arbeitsfront, sowie gesellige Vereine die dringende Bitte, die Einzelhandelsgeschäftsinhaber nicht um derartige Spenden anzugehen und dadurch zu einem Verhalten zu veranlassen, das wirtschaftlich und wettbewerblich in keiner Weise gerechtfertigt ist." Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 28. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inlän- Geheimnis eines Liedes. Eine Anekdote von Karl Lerbö. Zart und schön und von seltsam herzrührendem Zauber ist die Geschichte von dem Liede, das der junge Lehrer eines schwedischen Dorfes erdachte, als im Hellen Grafe über den Schären die ersten Gänseblumen aufglänzten. Es war ein einfaches Lied, voll sachter Schwermut und silbriger Herbheit, wie der schwedische Frühlingstag, den es fang, wie seine blasse Sonne und seine schimmernde Verhaltenheit, wie die Frühnebelschleier und der Wind, dessen kühler Atem immer eine Ahnung vom Eis- Hauch des hohen Nordens in diesen lichtgrünen Frühling trug. Aber es war auch eine Sehnsucht darin, der das Helle zartdunstige Blau dieses Himmels wie eine begrenzende Hülle erscheinen wollte. Der junge Lehrer war stolz auf das Lied, aber auch ein wenig scheu davor, wie vor den wunderlich süßen und beklemmenden Träumen, die ihn zuweilen seiner Welt der kleinen Pflichten und der ge- wissenhaften Sparsamkeit, der kargen Bücher und des immerwährenden Einsamseins entrückten. Er sang es in seinem Schulzimmer und freute sich daran, daß die ruhigen, hellhaarigen Kinder die Weise, zögernd und leise erst, aufnahmen und dann heller und sicherer nachsangen und mit ihrem jungen Leben füllten; er fang es abermals: und nun ergriff ihn ein Gefühl, als vermöchte er zum erstenmal in beschwingt steigendem Flug sich einen Herzschlag lang über jene begrenzende Hülle hinwegzuheben und einen kurzen glanzgeblendeten Blick in die Unendlichkeit tun. Es war ein ungeheures Erlebnis, beseligend und tief verwirrend zugleich; aber später erst, als er in der Einsamkeit seines kleinen Zimmers der rätselhaften Kraft nachsann, die ihn getragen hatte, erkannte er, daß diese Kraft aus einem großen, unverwandt auf ihm ruhenden Blick strömte: dem Bück blauer Augen in einem schmalen blaffen Mädchengesicht. Der hätte der Lehrer dieser Verknüpfungen nicht Namen noch Deutung geben können, selbst wenn er nach solcher Deutlichkeit gesucht hätte. Er suchte sie nicht — mied sie wohl gar. Als er freilich im barauffolgenben Winter, durch einen Knecht herbeigerufen, sich durch eine winb- f auf ent) e Nacht bis zu dem Bauernhof hindurch- aekämpft hatte, der den Eltern des Mädchens gehörte, schien das Tor zu solcher Erfüllung für immer geschlossen, und das schmale blasse Gesicht war, augenlos geworden, in die geheimnisvolle Endgültigkeit eines rätselhaften Ausdrucks gebannt: Senn dische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10 bis 11 Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25 bis 28, Nüsse 40 bis 50, Blumenkohl, das Stück 25 bis 45, Salat 20 bis 35, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. Ein fruchtbares Jahr der Marinekameradfchast Gießen. Die Marine-Kameradschaft Gießen berichtet uns folgendes: Die Kameraden der Marine-Kameradschaft Gießen 1892 trafen sich am Samstag im Marineheim am Wißmarer Weg zur Jahres-Hauptversammlung. Erstmalig war von der Kameradschaftsführung ein gedruckter Jahresbericht mit Vermögensbilanz herausgegeben worden, der allgemeine Zustimmung fand. Aus diesem ist als wesentlichstes herauszuheben, daß auch im vergangenen Jahre gute Arbeit für Volk und Reich geleistet wurde. Gutes Zusammenarbeiten mit der Marine-SA. wurde festgestellt, da ja die Kameradschaft der Ansicht ist, daß ein gemeinsamer Weg zum gleichen Ziele führt: Ein stolzes Deutschland! Die Förderung oer Jugend soll, wie in den vergangenen Jahren, sehr gepflegt werden. Als im abgelaufenen Jahre die Marine-HI. neu aufgebaut wurde, wurden bereitwilligst Platz und Geräte zur Verfügung gestellt. Und so kann man heute auf dem Platz und im Haus der Marinekameradschaft die Marine-HI. ebenso wie die Marine-SA. bei ihrem Dienst für Führer und Volk sehen. Der Mitgliederbestand ift ziemlich konstant geblieben; des im letzten Jahre Heimgegangenen Mitgründers und Ehrenvorsitzenden Gg. H e b st r e i t wurde gebührend gedacht. Durch den Willen des Führers wurde den im Nationalsozialistischen Deutschen Marinebund zusammengeschlossene Marinkameradschaften die Aufgabe gestellt, alle jungen, aus der Kriegsmarine ausscheidenden Kameraden aufzunehmen und zu betreuen, und so konnte bereits in der Versammlung der erste dieser Kameraden vorgestellt werden. Es wurde der Wille bekundet, treu dem Führer am Neubau des Dritten Reiches zu helfen. Nach Behandlung der Bilanz und des Kassenberichtes wurde vom Rechnungsausschuß die saubere Arbeit des Kassenführers Kamerad Seibert anerkannt. Nachdem noch die Einweihung des Marine-Ehrenmals Labon und die Teilnahme berMarine- kameradfchaft besprochen war, sagte die Versammlung der Kameradschaftsführung Dank für die geleistete Arbeit. Nach kurzem Schlußwort und nach Gedenken und Gruß an den Führer schloß Kameradschaftsführer Lich den offizellen Tell der Versammlung. Inzwischen war „Papa S ch m e h l", der alte Fuchs vom „Wolf", erschienen, herzlich begrüßt von den Kameraden. Und dann folgte ein frohes tarne« radschaftliches Beisammensein, das nur der so richtig begreifen kann, der selbst einst die blaue Uniform getragen hat. Es war sehr spät, als der jugendfrische „Käpn Schmehl" nach Hause ging, und es soll sehr früh gewesen sein, als die letzten ihren Heimweg antraten. Am Sonntagmorgen wurde die neue Bundesflagge des NSDMB. gehißt, und auf Wunsch der Marine-HI. die alte Kriegsflagge, die bis dahin über dem Marineheim geweht hatte, zur Ausschmückung ihres Heimes übergeben. Die Marine-Kameradschaft Gießen wird die im Jahre 1892 begonnene Arbeit für Volk und Reich fortsetzen. Versammlung der Ostdeutschen. Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Oft- bund), Bundesgruppe Gießen, hielt am Samstag im „Pfälzer Hof" unter Bundesgruppenleiter H. Kostorz die diesjährige Jahreshauptversammlung ab, die gut besucht war. Hierzu waren auch zahlreiche Gäste erschienen. Der Bundesgruppenleiter verband mit dem Jahresbericht eine politische Umschau unter besonderer das Mädchen war an einem jähen 9eeber gestorben, und der Lehrer kam zu spät, um den letzten Wunsch zu erfüllen, um defsentwillen er herbeigeru- en war. Er vernahm von allem, was zu ihm ge- prochen wurde, nur dies: daß er ihr noch einmal ein Lied habe Vorsingen sollen, bevor sie sterben müsse; und er suchte dabei unablässig den Ausdruck dieses Gesichtes zu deuten. Sehnsucht, dachte er; und Liebe — ja, Liebe; ein großes Verlangen, das über alles irdisch Endliche hinausgreift; und ein Wissen, eine Gewißheit, die der Erfüllung sicher ist. Danach wandte er fick plötzlich und lief so rasch in die Nacht hinaus, daß der Knecht, den sie ihm mit der Laterne nachschickten, Mühe hatte, ihn einzuholen und heimzugeleiten. Die Deutung der Botschaft, die das Antlitz der Toten ihm sagen wollte, muß zu ihm gedrungen sein wie ein unabweisbar zwingender Ruf. Die Bauern und die Kinder, die dem Sarge auf dem weiten Wege zum Friedhof folgten, fanden es kaum verwunderlich, daß der Lehrer barhaupt und stumm unter ihnen erschien; denn sie kannten es an ihm, daß er zuweilen auf eine seltsame und unzugängliche Art anders war als sie. Der und jener sah wohl erstaunt auf, als er dann vor ihnen allen an der Spitze des Zuges dahinschritt. Alle aber hoben betroffen die Köpfe, als er zu fingen begann. Er fang der Toten sein Lied, das noch einmal zu vernehmen der Lebenden versagt worden war. Als er es zum ersten Male fang, schwankte seine Stimme ein wenig und verflackerte zuweilen im eisigen Winde. Dann aber, beim zweiten Male, hob sich die Stimme hoch und frei und siegte über Kälte und Wind und war ein Helles, sieghaft schwebendes Getön über der winterlichen Gebe. Sie sahen ihn schreiten und hörten ihn fingen, und sie mochten wohl ahnen, daß der Mann da vor ihnen einen Schicksalsweg ging. Noch aber ahnten sie nicht, daß dieser Weg vor ihren Augen in die Vollendung münden sollte: denn schon war der Singende dahingeschritten durch den aufleuchten- den Glanz, der ihn wie eine linde und zugleich mächtige Flamme ergriff. Schon hatte sie ihn steil- auf über alle irdische Begrenzung emporgetragen in die flammende Unendlichkeit einer Erfüllung, in die er, singend, völlig und selig sich verströmte: so daß, noch ehe der letzte Ton des Liedes verklungen war. Wissen und Erkenntnis des uns Unerkennbaren ihn ganz in Klarheit hüllten und er, niederstürzend ins Endliche und dennoch emporgerisfen ins Unendliche, die Berührung mit der Erde nicht mehr spürte. BerüDchtigung der Verhältnisse im Osten. Hierbei verwies er auch auf die Sonderausgaben der Ost- dünde, die durch die Wachhaltung der Heimatliebe die Volksgenossen in allen Teilen des Reiches mit den Sorgen und Aufgaben der Menschen an den Grenzen vertraut machen und damit am Ausbau ver Volksgemeinschaft mithelfen wollen. An den Beispielen aus der Vergangenheit zeigte der Redner, daß einem Volke nichts geschenkt wird oder erspart bleibt und nur ein in fick gesundes und geschlossenes Volk sich gegen alle Anstürme behaupten kann. Die Sammlung der Ostdeutschen im Reich bedeute die Bildung von Stützpunkten für die große Aufgabe, das ganze Volk mit den Fragen der Ostgrenzen vertraut zu machen. Die Gießener Bundesgruppe hat durch die Veranstaltung von Vorträgen zur Aufklärung über den Osten beigetragen. In verschiedenen Vorträgen wurden die Sonderfragen für das Grenzland und seine in stetem Kampf um ihr Volkstum stehenden Bewohner eingehend behandelt. Außerdem sprach der Bunüesgruppenleiter in Friedberg, Wetzlar und Marburg. Die Zahl der Mitglieder ist gestiegen, wenn auch noch nicht alle Ostdeutschen Gießens und der Umgebung erfaßt sind. Die Gruppe zählt auch in einigen Orten der Provinz Mitglieder. Nachdem nun die Umbildung durchgeführt ist, soll eine lebhafte Tiefen- und Breitenarbeit in An- §riff genommen werden. Es ist beabsichtigt, am erienkinderaustausch teilzunehmen, größere Vorträge zu veranstalten und die Verbindung mit den Nachbargruppen zu vertiefen. Die Ausgabe der Ehrenzeichen für die Abstimmungsberechtigten soll mit einer Kundgebung für den deutschen Osten verbunden werden. Mit den Mitgliedsbeiträgen, die der einzelne dem Bund an die Hand gibt, ermöglicht er nicht nur die Förderung der kulturellen Einrichtungen, sondern hilft auch Die Not in der alten Heimat lindern. Außerdem ist darin eine Sterbefall-Unterstützung und eine Wöchnerin-Beihilfe für das zahlende Mitglied eingescylossen. Es sind ferner wieder Sommerausflüge zu den Nachbargruppen vorgesehen. Der Kassenbericht gab Aufschluß über geordnete Verhältnisse. Neu in den Beirat wurde Franz Kramer berufen. Die Versammlung schloß in üblicher Weife. Ein gemütlicher Teil schloß sich an. Einstellung von Freiwilligen beim Inf.-Regt. 36 in Gießen. Beim Inf. - Regiment 36 können noch Freiwillige für Oktober eingestellt werden. Die Bedingungen zum freiwilligen Eintritt können bei jedem Wehrmeldeamt ober Wehrbezirkskommando erfragt werden. Die Gesuche müssen bis zum 31. Januar 1936 beim Truppenteil eingehen. ♦ Der Nachrichtenzug Art. -Regiment in Fulda nimmt noch Freiwillige an. Bevorzugt werden technische Berufe und Berufsmusiker. Bewerbungsgesuche sind bis spätestens 31. Januar 19 3 6 zu richten an: Nachrichtenzug Art.-Rgt. Nr. 45 in Fulda. * ** Weitere Wohnungsbauten im Eichgärtengebiet. Nachdem die Fröbelftraße (Parallelstraße zur Kaiser-Allee) in kaum Jahresfrist ausgebaut ist, wird jetzt mit Errichtung von mehrgeschossigen Wohnhäusern an der Curtmannstraße begonnen. Die Curtmannstraße ist die Verbindungsstraße zwischen der Kaiser-Allee und der Straße „In den Eichgärten", während der Ta.n- nenroeg in nördlicher Richtung von der Curtmann- ftraße abzweigt und nach dem Schliefplatz läuft. Die Baufirma H. W. Rinn hat Ecke Curtmannstraße- Tannenweg mit den Ausschachtungsarbeiten für ein zweigeschossiges Doppelwohnhaus vor einigen Tagen beginnen lassen; im Erd- und im 1. Obergeschoß dieses Neubaues sollen je zwei Vierzimmerwohnungen mit allem Zubehör eingerichtet werden, während im Dachgeschoß eine Dreizimmerwohnung eingebaut werden soll; außer einem ca. 6 Meter tiefem Vorgarten soll auch ein kleiner Hausgarten angelegt werden. Mit der Fertigstel- gung dieses Bauvorhabens wird bis zum Sommer gerechnet. Weitere Wohnungsbauten in ähnlicher Ausstattung sollen hier alsbald in Angriff genommen werden. ♦* Eine Ermäßigung der Fahrpreise der Straßenbahn (Knipskarten) betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. * * Fahrplanänderung auf der Strecke Gießen — Marburg. Vom 1. Februar ab wird der Personenzug 729 Gießen—Marburg, seither Gießen ab 22.40 Uhr, werktags fünf Minuten und Sonntags 20 Minuten später gelegt. Der Zug wird dann in Gießen werktags um 22.45 Uhr und Sonntags um 23 Uhr abfahren. In Marburg hat der Zug Anschluß bis Treysa. * * Zur Richtigstellung. Der zweite Teilbetrag des Beitrags zum Reichsnährstand ist nicht am 25. Januar fällig gewesen, sondern wird erst am 2 5. Februar fällig. Nähere Mitteilung ergeht noch durch das Finanzamt. * * Unfall bei der Arbeit. Gestern kurz nach Mittag ereignete sich auf einer Baustelle ein schwerer Unfall. Der Beifahrer auf einem Traktor, Karl Wetter aus Corbach, erlitt bei einer Re- paraturarbeit an der Maschine einen schweren Schädelbruch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der bedauernswerte Mann liegt schwer darnieder. * * Ein billiger Sonderzug nach Berlin verkehrt vom 21. bis 25. Februar anläßlich der Großen Automobilausstellung, an dem sich jedermann beteiligen kann. Näheres in der heutigen Anzeige. GoitesdienstezumIv.Ianuar. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 2 9. Januar. Dieseck. 20 Uhr: Gottesdienstliche Feier unter Mitwirkung der Gesangsabteilung des Turnvereins; Kollekte für die örtliche Kriegerehrung. — Albach. 19.15: Gottesdienst. — Steinbach. 20: Evangelische Frauenhilfe; 20.15: Evangelischer Frauenchor. — Rödgen. 20.30: Gottesdienst. — Annerod. 19: Gottesdienst. — Heuchelheim. 20: Gottesdienst aus Anlaß der Machtergreifung durch Adolf Hitler. — Klein-Linden. 20: Dankgottesdienst. — Garbenleich. 20.30: Gottesdienst zum 30. Januar. — Hausen. 19.30: Gottesdienst zum 30. Januar. — Lich. 20: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf 20.30: Adendgottesdienft. — Bellenhausen. 19: Abendgottesdienst. Donnerstag, den 30. Januar. Steinbach. 19 Uhr: Gottesdienst. — Langd. 19: Gottesdienst. Obecheffen. Ein schöner Erfolg der Lollarer Segelflieger. A Lollar, 27. Ian. Bereits vor Jahren hat der Segelflugsport in unserem Orte — besonders in den Kreisen der in der Main-Weserhütte beschäftigten Jungens — eifrige Anhänger gefunden. Unter Leitung von Ingenieur Scrabeck wurde unermüdlich zunächst am Bau von Segelflugzeugen und dann an der praktischen Flugausbildung gearbeitet. Mit den Erfolgen können alle Beteiligten durchaus zufrieden fein. Dies bewies aufs neue der gestrige Sonntag. Galt es doch, ein in gemeinsamer Arbeit erbautes Segelflugzeug, welches außerdem mit einem von Ingenieur Scrabeck konstruierten Drei-Zylinder-St'ernmo- tor ausgestattet ist, der Fliegerlandesgruppe Darmstadt zur Abnahme vorzuführen. Schon in früher Morgenstunde, bei starkem Nebel, gings mit dem Auto — das Flugzeug wurde im Anhänger transportiert — auf den Flugplatz nach Darmstadt. Nach der Montage erfolgte in Anwesenheit der Führung der Landesgruppe die Vermessung und Abnahme des Flugzeuges, die zur vollen Zufriedenheit ausfielen. Daher konnte man bald an die praktische Prüfung gehen. Jetzt mußte es sich erweisen, ob die Berechnungen richtig waren. Die Erwartungen wurden nicht getäuscht. Vor einer großen Zuschauermenge erhob sich die Maschine zu ihrem ersten Flug und landete nach einigen Kreisen über dem Platz wieder wohlbehalten. Die Freude über den Erfolg war natürlich groß und in froher Stimmung möchte man sich auf den Heimweg. Möge unseren Segelfliegern auch weiterhin der Erfolg ihrer rastlosen Tätigkeit nicht ausbleiben! Ein neuer Altertumsfund bei Ausgrabungen. * Ettingshausen (Kreis Gießen), 28. Ian. Bei den Ausgrabungen im Kreuzerfeld bet Harbach, Gemarkung Ettingshausen, wurde gestern em Schwert aus Eisen, zweiseitig geschliffen, aufgefunden, das aus der gleichen Zeit stammt wie die bisherigen Funde. Der Schwertgriff, dessen einzelne Stücke zum größten Teil gefunden wurden, ist ebenfalls noch gut erhalten. Der interessante Fund wurde für Museumszwecke sichergestellt. Drillinge in Muschenheim. □ Muschenheim (Kreis Gießen), 26. Ian. Heute mittag schenkte die Ehefrau des Milchfuhrmannes Heinrich Nier drei Mädchen das Leben. Mutter und Kinder sind wohlauf. Nier ist nun Vater von 4 Mädchen und 2 Buben. Bürgermeistertagung in Schotten. (tl Schotten, 25. Ian. Im Rathaussaal zu Schotten fand gestern eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises statt, die von Regierungsrat Schwan eröffnet wurde. Regierungsassessor Denzer gab zunächst eine Reihe von Verfügungen und Rundschreiben bekannt, die sich auf die verschiedensten Gebiete — Luftschutz, Abrechnung bei Notstandsarbeiten, Holzeinschlag, Verwertung der Gemeindebullen usw. — bezogen. Anschließend wurde die Neuorganisation der Po- lizei erörtert. Nebenstellenleiter H e ß vom Arbeitsamt in Schotten sprach im weiteren Verlaufe der Versammlung über die Ausstellung der Arbeits- bücher und gab auf verschiedene Fragen aus der Versammlung Ausschluß. Lebhafte Klage wurde darüber geführt, daß die elektrischen Birnen der Straßenbeleuchtung so rasch unbrauchbar werden. In einer Beschwerde soll das Ueberlandwerk um eine Untersuchung der Sachlage gebeten werden. Regierungsrat Schwan schloß die Tagung mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer. Landkreis Gießen. * Wieseck, 28. Jan. Am heutigen Dienstag, 20 Uhr, findet in unserer Kirche ein Gemeinde- abend statt, bei dem Pfarrer Trapp aus Gießen sprechen wird. wg Großen-Buseck, 28. Jan. Dieser Tage konnte in geistiger und körperlicher Frische Balthasar Hahn seinen 84. Geburtstag feiern. 45 Jahre war er in der Oberhessischen Nebenwerkstatt zu Gießen als Bohrer beschäftigt. Dann trat er in den Ruhestand. Im Dorfe erfreut sich der Hochbetagte allgemeiner Beliebtheit. Stets macht er noch feinen Spaziergang in das Feld. Aus feiner Jugendzeit weiß der Vierundachtzigjährige viel zu erzählen. An allen Geschehnissen der Gegenwart nimmt er regen Anteil. Schon 58 Jahre ist er Leser des Gießener Anzeigers. wg Großen-Buseck, 27. Jan. Der Ge- flüaelzuchtverein Großen-Buseck hielt bei Gastwirt Hahn feine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer, Lehrer Jung, gab einen kurzen Ueberblid über die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahre. Schriftführer Münch gab an» schließend den Tätigkeitsbericht bekannt. Die Kasse, von Rechner Wilhelm Weiß mustergültig geführt, von den Revisoren Wilhelm Hahn und Heinrich I o st für richtig befunden, verzeichnete einen guten Stand der Vereinsfinanzen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Anschließend gab der Zuchtwart Wilhelm M e I i o r die Ergebnisse der Brutmaschine im vergangenen Jahre bekannt und berichtete von einem Schlupfergebnis von 75 bis 100 v. H. aller eingelegten Eier. Zum Schluß der Versammlung wurde noch über gemeinschaftlichen Bezug von Geflügelfutter beraten. In der üolichen Weise klang die Versammlung aus. CD Lollar, 27. Jan. Am Samstag versammelten sich die Gefolgschaftsmitglieder der Abteilung „Stadulo" des Buderusfchen Eisenwerks Lollar in der „Germania" zu einem Kameradschaftsnachmittag, der den Arbeitskameraden einige frohe Stunden bereitete. Für die musikalische Unterhaltung hatte man die Kapelle des Wetzlarer Werkes verpflichtet, die mit ihren munteren Weifen zur Hebung der Stimmung wesentlich beitrug. Nach dem Eingangsmarsch sprach zunächst der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront. Gedichtvorträge, Einzel- und gemeinsame Lieder schlossen sich in bunter Folge an. Im Verlaufe des Nachmittags richtete auch der Direktor des Lollarer Werkes, Jantzen, beherzigenswerte Worte an die Arbeitskameraden. In den Abendstunden fand die Kameradschaftsveranstaltung, die man in jeder Weise als gelungen bezeichnen muß, ihren Abschluß. § Staufenberg, 27. Jan. Durch einen Lehrgang für Bedienung des Spinnrades, der hier unter Leitung der stellv. NS.-Frauenschafts» führerin Frau B ä u m l e abgehalten wird, kommt ein alter Brauch wieder zu Ehren. Der Lehrgang findet regen Zuspruch. Die Anregung hierzu ging vom Lehrer Rabenau aus. # Allertshausen, 27. Jan. In der Ra- benauschen Waldung kam dieser Tage eine Holz- Versteigerung zur Durchführung. Buchenscheitholz (4 rm) kostete 30 bis 33 RM., Buchenprügel 20 bis 23, Buchenreisig (10 rm)ll bis 12, Tannen- unb Fichtenprügel (je 2 rm) 6 bis 7, Eichenknüppel bis 13 RM. * Beuern, 27. Jan. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und sämtlicher Gliederungen der Partei wurde hier ein Stürmerkasten seiner Bestimmung übergeben. Zellenwart Schwalb sprach habet über die Judenfrage. Die Feier wurde mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem Horst-Wessel-Lied geschlossen. < Beuern, 27. Jan. Bei der H o l z v e r ft e i • g e r u n g im Gemeindewald, zu der auch viele auswärtige Interessenten erschienen waren, wurden folgende Preise (je 2 Raummeter) erzielt: Buchenscheite 20 NM., Eichenscheite 10, Buchenknüppel 16, Buchenstöcke 8, Buchenreisig 3, Eichenstöcke 6 RM. — Die Holzhauerarbeiten in unserem Walde werden demnächst beendet. Die Gemeinde hat nunmehr beschlossen, ihre sämtlichen Obstbäume unter der Leitung eines Baumwartes auslichten, die Rinde abkratzen und die Bäume vorschriftsmäßig spritzen zu lassen. - S t e i n b a ch, 24. Jan. Am gestrigen Donnerstagabend hielt der Ob st- und Gartenbauverein feine Jahresgeneralversammlung bei Mitglied August Haas ab. Der Leiter des Vereins, Balthasar Jakob Haas, gab zunächst den Jahresbericht für 1935 bekannt. Infolge der Umstellung des Vereinsjahres, das seither vom 1. April bis 31. März lief, auf das Kalenderjahr umfaßte der Bericht nur % Jahre. Planmäßig hat der Verein feine Aufgaben verfolgt, das Spritzen der Bäume und das Anbringen von Kleberingen für Mitglieder und Nichtmitglieder durchgeführt. Es beide aber immer noch vieles zu tun, um das Ziel der Erzeugungsschlacht auf dem Vereinsgebiet zu erreichen. Die Rechnungsablage durch den Rechner Wil- helb N e e b ergab einen günstigen Kassenbestand, die Geschäftsführung des Rechners fand ebenso wie die des Vorstandes wohlverdienten Beifall. Auf Vorschlag des Ortsbauernführers Ludwig Balser wurde der Vorstand durch Zuruf neu bestätigt, nachdem ihm vorher Entlastung gewährt wurde. Die neue Zeitschrift der Landesbauernschaft „Der Gärtner" wird für jedes Mitglied gehalten und der Vereinsbeitrag festgesetzt. Es fand dann eine Aussprache über hie Aufgaben des Vereins im neuen Jahr statt, die helfen soll, das Ziel der Erzeugungsschlacht zu erreichen. Auf die Bezirksversammlung in Gießen am 1. Februar wurde besonders hingewiesen. Nachdem noch Fragen der Düngung und die geplante Süßmostbereitungsanlage besprochen waren und der Ortsgruppenleiter, Bürgermeister Pg. Rink, auf die im vaterländischen Interesse nötigen Verkäufe von alten Birnbäumen hingewiesen hatte, schloß der Vereinsleiter in üblicher Weise die Versammlung. = Steinbach, 28.Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt am Samstag im Saale des Vereinswirtes G ö r l a ch einen Kame- rädfchaftsabend ab, Der sehr gut besucht war. Kameradschaftsführer Jakob Sehrt eröffnete den Abend mit einer Ansprache, gedachte besonders der durch den Führer wiedergewonnenen Wehrfreiheit des deutschen Volkes und brachte ein dreifaches Sieg- Heil auf Den Führer aus. Dann gedachte er in üblicher Weife Der Toten Des Weltkrieges und Der Bewegung. Nach ihm sprach Der Kreisschießleiter der Kyffhäuser-Kameradschaft Albin Klein- Gießen, betonte Den vaterländischen Wert des Schießsportes innerhalb der Kriegerkameradschaften und erkannte an, daß die Steinbacher Kameradschaft 1 ausgiebig und zahnpflegend, nachhaltig erfrischend WWMMklWM. Roman von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwäris-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Bald darauf saß der Maler seiner Wirtin in der Wohnküche gegenüber, ließ stumm Redeschwall und Nötigen über sich ergehen und aß; denn er war sehr hungrig. Nur ab und zu glitt ein verlorenes Lächeln über seine Züge, wie es Menschen haben, die freundlich erscheinen wollen, deren Gedanken aber weitab weilen. Frau Alma merkte es nicht. Sie wir in ihrem Element, tischte geschäftig auf, aß, schmatzend wacker mit und plätscherte fröhlich wie ein Fisch im Gewässer ihrer unaufhörlich dahinströmenden Geschwätzigkeit. Jeden Menschen in der Nachbarschaft kannte sie, und seine intimsten Familienangelegenheiten dazu. Wo das Wissen nicht langte, half eine blühende Phantasie nach. Und vom Konkurs des kleinen verwachsenen Uhrmachers nebenan kam sie auf die Zeiten zu sprechen — womit man bei den Bratäpfeln angelangt war. „Ach ja, die Zeiten!" Sie seufzte beklommen. Der Rockbund begann zu drücken. Es war gar nicht leicht, sich als Witwe heutzutage durchzubringen. Man hatte ja Gottlob noch ein bissel Erspartes und sei auch in der Krankenkasse, man brauche niemanden zur Last zu fallen, im Gegenteil! Der volle Busen wölbte sich selbstbewußt noch höher. Aber wenn man heimkam und so alleine 'rumsaß und niemand hatte, der ein bißchen ,für einen war... „Schmeckt Ihnen der Kuchen nich? Viele nehmen Fett zu den Streusel, aber das gibt’s bei mir mm, da is reine Butter drin! Noch ein Täßchen Kaffee — ach, kommen Sie nur, Herr Drau, der is gut fürn Magen! Sie müßten überhaupt öfters mal bei mir essen, das schmeckt doch anders als in so nem Gasthaus, nich? Ich bin sehr für Fleisch. Ja, was ich sagen wollte — ein Mann hat s besser. Der braucht nicht allein zu fein. Der findet schnell jemand --" Hier folgte eine längere Pause, während die Jettäuglein über Den RanD Der Kaffeetasse hinweg zu dem Maler hinüber lichterten, Der mit keinem Wort das Schweigen brach, sondern beharrlich Den Blick auf seinen Teller gesenkt hielt, nachdem er leise und höflich „Jawohl" gesagt hatte. Der Wortschwall war so gut wie unverstanden an feinem Ohr verprasselt. Er war satt, zum ersten Mal in vielen Wochen, und voll angenehmer Schläfrigkeit. Die Wärme tat wohl, und das Sofa, auf das er genötigt worden, war weich. Erst als er, aufsehend, die schwarzen Augen zärtlich auf sich ruhen sah, als Das Lächeln auf dem dicken Gesicht breiter und deutlicher ward, erwachte er aus seinem Dahindämmern. Mochte er auch im Augenblick wunschlos fein, die Frau da war es nicht. Verfluchter Narr, der er gewesen! Oder war es wirklich nur Mitleid, das ihm helfen wollte, gaukelten Einbildung ober Eitelkeit ihm etwas vor, das gar nicht bestand? Du lieber Gott, wer war er denn, daß er sich gegen die Hand wehrte, die ihm Gutes tat, die einzige Hand. Und aus der satten Müdigkeit ward eine stumpfe Ergebung. Statt aufzustehen und fortzugehen, wie er es im ersten Impuls gewollt, blieb der Mann sitzen, rauchte eine der herbeigeholten Zigaretten nach der anderen, während Frau Alma abräumte, eine Decke über den Tisch breitete und sich mit einem Strickstrumpf — „ich werd mir mal Ihre Socken vornehmen!" — wieder zu ihm setzte. Allerlei Fragen brannten ihr auf dem Herzen. Aber allzu neugierig durfte man diesem Mann nicht kommen, der ihr gar so gut gefiel in seiner aufrechten Schlankheit, mit dem schwarzen welligen Haar über Dem hageren Gesicht, in dem Die Augen manchmal wie dunkle Juwelen glühten, wenn er vor feiner Staffelei ftanD. (Sie mußte noch herauskriegen, wer die Blonde war, die er jetzt malte.) Was für schöne Hände er hatte-- Unwillkürlich betrachtete sie ihre roten Wurstfinger mit Widerwillen, tröstete sich aber gleich harauf. Wer gut verdiente und was auf der Sparkasse hatte, konnte sich die ruhig leisten, und noch manches dazu! Hatte Herr Drau noch Eltern? — Nein, die waren lange tot, und Geschwister hatte er nie gehabt. Er stamme gewiß nicht aus dieser ©egerib? „Ich bin Schlesier." Ein weiches Sinnen stand plötzlich in Des Gefragten Blick. „Und Ihr lieber Vater — war Der auch Maler?" „Nichts weniger, Frau Müller." Das Sinnen vertiefte sich zu einem stillen Schmunzeln, als Drau Der Prügel gedachte, die seine erste Malerei — an der Wand und Stalltür — ihm eingetragen. „Er war Oberförster im Fürst Pleß'schen Revier und hatte für meine Kleckserei wenig übrig." Fürst Pleß — Ein Hauch von höfischem Glanz und Reichtum umwehte das Wort. Frau Alma kriegte runde Augen und atmete tief vor lauter Ehrfurcht. Hatte Herr Drau je den Fürsten gesehen? Drau sah fragend auf. Seine Gedanken waren weit fort gewesen. „Wie meinen Sie? Ach so, Den Fürsten? Ja, oft, er war riesig nett zu uns Kindern, ich spielte ja mit seinen beiden Jungen damals. Nun war der Fragestrom nicht mehr aufzuhalten. Aber Drau unterbrach ihn endlich, indem er kurzerhand aufstand. Er müsse noch arbeiten. Ihm war plötzlich, als müsse er ersticken in diesem kleinen, mit abgestandenem Kochdunst erfüllten Raum, er empfand die Neugier der fragenden Frau wie eine körperliche Belästigung. Was gingen diese Fremde seine Verhältnisse an?! Aber der Dank fiel sehr höflich aus. Denn es war Dem Mann jäh zum Bewußtsein gekommen, Daß er seiner Gastgeberin noch Die Monatsmiete schulDete. — 8. Kapitel. „Guten Morgen, sind hier zwei Zimmer zu vermieten?" Grete Mervius, die auf das Klingeln geöffnet, riß Die Tür weit auf. „Zwei Zimmer, jawohl. Darf ich Sie bitten, näherzutreten? Gleich hier links —" Sie lief voran. FreunDlich lagen Die beiben behaglich eingerichteten Räume vor Des EintretenDen prüfenDer Betrachtung. „Das Bett ist wie neu, Die Matratze wurDe erst aufgearbeitet", betonte Grete, Die grüne Satinsteppbecke einlaDenD zurückschlagenD. „Sehen Sie? Hier, der Schrank —" tabellos sauber, mit weißem Papier ausgeschlagen waren Die Fächer für Die Wäsche. „Der konnte auch gegen Die WanD geschoben werben, aber wir fanDen ihn so quer- gestellt hübscher. Es gibt zwei Kontakte für Die Leselampe, da an Der Chaiselongue nochmal. Und wenn Die Blumen am Fenster stören, nehmen wir sie natürlich fort —" Der FremDe lächelte. Er wußte nicht, was ihm besser gefiel, Die helle, heimelige FreunDlichkeit, Die so gar nichts von „möbliertem Zimmer" an sich hatte, ober bas frische Mäbel ba. Das mit eifergeröteten Wangen Die Wohnung zeigte, kinDliche Erwartung in Den blauen Augen, ob Die also gepriesene ihm auch gefiele. „Die Blumen werben keinen stören", erroiberte er, „im Gegenteil, sie werben ben glücklichen Bewohner Dieser schönen Zimmer stets erfreuen. Und Der Schreibtisch könnte gar nicht besser stehen, auch Des Lichtes wegen." „Welch angenehme Stimme!" Dachte Frau Margret, über Die Schwelle tretenb. Sie fjatte in ber Küche zu tun gehabt. Nun war Die große Schürze abgebunben. In zierlicher Feingliebrigkeit, frisch und rosig ftanb sie vor bem sich umroenbenben Herrn, Der sie mit ritterlicher Verneigung grüßte unb seinen Namen nannte: „Dr. Goebel. Hierher berufen an bie ©emälbegalerie." Margret Mervius sah interessiert auf. „Der Name scheint mir bekannt. Sinb Sie etwa ber Verfasser ber interessanten Artikelserie über gefälschte Bilber berühmter Meister unb ihre Ent- beckung?" Der Frembe bejaht. „Daß Sie Die kleinen Plau- bereien interessierten, ehrt mich, gnäbige Frau! So wissen Sie auch wenigstens, weß' Nam unb Art' ber Frembe ist, ber bei Ihnen ein Obbach sucht. Sie hatten bie Güte, mir zu schreiben" — aus seiner Brieftasche eine Anzahl Briefe hervorholenb. „Ich habe von ben zweihunbertsechzig Angeboten nur Die besten ausgesucht." „Zweihunbertsechzig?" wiederholte Grete fassungslos. „Da ist's ja der reinste Glückszufall, daß Sie zu uns kamen!" „Ein Glückszufall, bem ich bankbar bin", errat- bette ber Herr mit feinem Lächeln. „Die ruhige Lage am Park lockte mich. Unb nun ich bie Blumen unb ben schonen Schreibtisch gesehen habe, werben Sie mich kaum mehr loswerben, mein Fräulein!" Er sah von bem strahlenben Jungmäd« chengesicht roieber zur Mutter. „Das heißt: wenn Ihnen mein Einzug recht ist, gnädige Frau?" (Fortsetzung folgt!) Turnvereine halten Rückschau beim 6.30: schon schön Denn am 1. und 2. Februar SA., SS., JISfifi. und NSDStB. in der 5. Reichsstrahensammlung um ein Opfer für das Winterhilfswerk bitten, wird sich keiner feiner Pflicht entziehen! einer Halle für Geräts und Waschräume vorgesehen sind. Der Betrag wird aus dem Ueberschuß Kirche und Schule Landkreis Gießen. Itundfunkvrogramm Dlktwoch, 29. Januar: + Watzenborn-Steinberg, 27. Ian. Unter reger Teilnahme fand gestern in unserer Pfarrei die bereits im letzten Jahr fällige, aber durch Psarrerwechsel verschobene ordentliche Kirchenvisitation durch Dekan Sattler, Wieseck, statt. Die letzte war im Jahre 1929 von dem damaligen Dekan G u ß m a n n , Kirchberg, gehalten worden. Zur Feier des Tages wehte an der Kirche die Kirchenfahne. Im Gottesdienst, den der Kirchenchor unter Leitung seines Dirigenten Sommer mit zwei Chören „Der Herr ist unsre Zuversicht" und „Das ist ein köstlich Ding" verschönte, hielt Psarroerwalter G o n t r u m die Predigt über Römer 12, 7 bis 11: „Rechte christliche Gemeinde ist Gemeinde der Liebe und des Geistes in Christus". Der Visitator gedachte im Eingang seiner Ansprache über 2. Kor. 4, 6 des am 8. Fe- bruar 1935 verstorbenen Pfarrers Staubach und des hier in seiner Heimat ruhenden langjährigen Wiesecker Lehrers Heinrich Burk und erkannte dis Freudigkeit und Opferbereitschaft an, die die Gemeinde u. a. im Umbau der Pfarrscheuer zum Gemeindesaal, in Frauenhilfe, Jungmädchenvereinigung und Männerwerk an den Tag gelegt. Eine Unterredung mit den drei Jahrgängen der Chri- tenlehre schloß sich an. Rach Einsichtnahme der Kirchenbücher begann um 13.30 Uhr der Gottesdienst der Schuljugend mit bald 300 Kindern. Auf die Besprechung mit den beiden Organisten Rektor B e über und Philipp folgte im Pfarrhaus eine Sitzung mit dem Kirchenvorstand, der bereitwillig auf verschiedene Anregungen des Dekans einging, wie die Spendung von Traubibeln auch an Nichtangehörige des Kirchenchors und der Jungmädchenvereinigung, die Abgabe von Bildchen an '„Geburts- tagskind"r", des Kinderaottesdienstes. Die schönen großen Altarleuchter, die seither nur bei Abendmahlen auf dem Altar standen, sollen nun immer da stehen zu beiden Seiten des wertvollen alten Kruzifixes. Aner- kannt wurde, was bereits im Pfarrhause wiederhergestellt worden ist und weiteres Dringliche in Aus- icht genommen. Eine Einsichtnahme der Pfarrakten und des Gemeindehauses, das in diesem Jahre nach der Vollendung eingeweiht werden soll, aber leißig benutzt wird, bildete den Beschluß der und harmonisch verlaufenen Kirchenvisitation. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: „Im Wald und auf der Heide". 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nach, richten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei 15- Wirtschaftbericht. 15.15: Fritz Boehle. Der Einsied', ler vom Sachsenhäuser Berg. Seine Freunde er- Mlen. 15.30 Bücherfunk. 15.50: „Zieten aus dem Busch". Anekdoten um den Reitergeneral Fried- richs des Großen. 16: Konzert. Heitere Klavierstücke — ernste Lieder von Rudolf Racky. 17 30: Haus Heldenberg. Ein altes Frankfurter Patrizierhaus. 18: Der bunte Frankfurter Nachmittag. 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nachrichten. 2015: Stunde der jungen Nation. Das Erbe im Blut. Eine Bauernchronik. 20.45: Großer bunter Abend mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22 15t Vor dem Beginn der Olympischen Wintersviele 1936. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: NachtmusA Verkauf des Heimes gedeckt, ferner wurde noch be- chloffen, das Winterfest am 15. Februar abzuhalten. Für ein verstorbenes Mitglied berief der Vereinsführer Heinrich Bernhardt in den Aelte- tenrat. Im Vorstand gab es einige Aenderungen. Für den freiwillig zurücktretenden Oberturnwart Ernst Pfaff, dem der Vereinsführer herzlich für seine mühevolle Arbeit dankte, wurde Wilh. Harnisch als Oberturnwart berufen. Dieser ernannte zu seinen Mitarbeitern: Rudolf Jung I. zum 1. Turn- wart, Walter K l e in zum 2. Turnwart und die Turner Ludwig Stotz und Karl Marten zu einen Helfern, ferner Walter Weber zum Schü- lerturnwart und die Turner Karl Ludwig Rau und Hanfried Jung zu Riegenführern in der Schülermannschaft, ferner Fritz Morneweg zum Frauenturnwart. Das Amt eines Turnwartes für die Altersriege wurde Ernst Pfaff übertragen. Vereinskassenwart Karl Klein warb noch für den Verkauf der Olympiamarken, und Dietwart Karl E y r i n g rief zu starkem Besuch der Schulungsabende der NSDAP, auf. Zum Schluß sprach noch der Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann über Angaben über die zur Zeit vom Landesverband Hessen zur Durchführung gelangenden Werbemaßnahmen erfolgte die Übertragung der Rede des Reichsministers der Luftfahrt, General Göring, aus dem Sportpalast in Berlin, die mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen wurde. Mit einer kurzen Ansprache des Ortsgruppenführers des RLB. und dem Gesang der nationalen Hymnen fand die Kundgebung ihren Abschluß. ? L i ch, 26. Jan. „Wer es mit der Jugend hält, bleibt ewig jung!" Die tiefe Wahrheit, die dieses Wort enthält, haben wohl auch alle diejenigen erfahren, die gestern . abend beim Elternabend der Deutschen Jugend in der Turnhalle zu- gegen waren. Wer wäre da nicht mitgerissen und in den Bann gezogen worden von der frischfrohen und begeisterten Jugend? Eine stolze selbstbewußte Jugend zeigte in dieser besinnlichen Feierstunde den Aelteren, wie sie sich auf die Zukunft vorbereitet und wie sie den Weg geht, den der Führer vorgezeichnet hat. Und dieser Weg geht zum Volk und mit dem Volk und für ein neues glückliches Deutschland. Die Veranstalter des Abends waren die Gefolgschaft 16/116, die Gruppe 12/116, das Fähnlein 8/116, der Spielmannszug des Bannes 116 und die HJ.-Kapelle der Gefolgschaft 16/116. Die Turnhalle war gut besetzt. Die Vortragsfolge fand bei allen Besuchern dankbare Aufnahme. Gute Musikdarbie- tungen der HJ.-Kapelle und des Bann-Spielmanns- zuges ernteten reichen Beifall. Gedicht, Gesang, Sprechchor, Körperschule, Volkstanz, ein frohes Spiel in drei Aufzügen „Kampf ums Heim" gaben Eltern, Erziehern und den sonstigen Volksgenossen Zeugnis von dem Geist und Wollen der Jugend des Führers. Bannführer Schreiber (Gießen) und Gefolgschaftsführer Lerch (Lich) warben mit beredten Worten bei den Eltern um Verständnis und Unterstützung für die HI. Mit dem begeistert gelungenen Lied der Jugend und dem Gruß an den Führer fand die eindrucksvolle Feierstunde ihren würdigen Abschluß. D Lich, 27. Jan. Der weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannte Orgelbauer Franz Müller wurde am gestrigen Sonntag 3 u Grabe getragen. Diele seiner Freunde aus nah und fern gaben ihm das letzte Geleite. Pfarrer C r ö n l e i n von der katholischen Kirchengemeinde schilderte den Verstorbenen als treuen Familienvater. Als Orgelbauer war Herr Müller jahrzehntelang bei der Firma Nicolaus tätig, um sich später selbständig zu machen. Es gibt in geHen und den angrenzenden Gebieten nur wenige Kirchen, in denen Herr Müller nicht als Orgelbauer und Stimmer tätig war. Allzeit war er ein gern gesehener Gast, der seine Arbeit an der Kö- mgin der Instrumente, der Orgel, stets gewissenhaft verrichtete. * SUI in gen, 26. Jan. Der 45 Jahre alte Arbeiter Otto Schultheiß von hier erlitt bei seiner Arbeit im Sägewerk durch ein abspringendes Stück Holz einen Beckenbruch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. kreis Friedberg. ch Butzbach, 26. Jan. Den Abschluß des vorigen Wanderjahres beging der Vogelsberger Höhen-Club, Zweigoerein Butzbach, am Samstagabend mit dem Auszeichnungsfest, das man im Saale des „Deutschen Hauses" feierte. einigen Musikstücken der verstärkten Hauskapelle hielt der Vereinsführer Apotheker M a - t f) ä u s eine kurze Begrüßungsansprache. Gemeinsam gesungene Lieder, Solospiele auf Flöte unb Cello, sowie ein Kinderreigen (Zwergvolk) usw. unter ihrem Schießleiter Steller voll ihre Schuldigkeit erfüllt habe. Er verkündete die Verleihung von vier bronzenen Ehrennadeln an die Kameraden Hch. Eberhard Haas, Hch. Ludwig Gerhard, Karl Balser IX. und Christian Magel (bester Schütze). Hierauf nahm der Redner des Abends, Kamerad Steueramtmann Pfeiffer- Gießen, $u seinem Vortrage über feine Erlebnisse in fünfjähriger Kriegsgefangenschaft bei den Franzosen das Wort. Die erschütternden Bilder und Erlebnisse in Frankreich und Afrika bis zum Jahre 1915, die Schilderung der körperlichen und seelischen Leiden, die die „grande Nation" für die Lazarettinsassen, die als Verwundete in ihre Hände gefallen waren, bereit hatte, hielten die Zuhörer in Spannung. Der Kameradschaftsführer sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus und die Hoffnung, daß der Schluß der Erlebniste in einem zweiten Vortrag bald bargeboten werde. Im weiteren Verlaufe des Abends überreichte der Kameradschaftsführer je ein Bild des Führers mit Widmung des obersten Kameradschaftsführers Oberst Reinhard an den Ehrenpräsidenten Hch. Keßler VI. für 30jährige Vorstandstätigkeit, an Altbürgermeister Jacob Krämer II. für 25jährige Vorstandsmitgliedschaft und an zwei der ältesten Mitglieder Heinrich K e ß - ler V. und Ludwig Krämer II., die beide im vergangenen Jahre ihre goldene Hochzeit feiern konnten. Die Musik ließ zwischendurch ihre Weisen ertönen. Rasch waren einige Stunden bester Kameradschaft vergangen. O Hausen, 25. Jan. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete heute in der Gastwirtschaft von Friedrich Dörr einen Familienabend, der recht gut besucht war und einen schönen Verlauf nahm. Kommandant Stumpf begrüßte die Versammlung, im besonderen die Gäste aus Gießen, darunter die Feuerwehrinspektoren Bouffier und Münch. Gesangliche und musikalische Darbietungen, sowie ansprechende Theateraufführungen sorgten für angenehme Unterhaltung. Im besonderen gefielen die humorvollen Vorttäge von Karl Mohr. Bürgermeister Göbel richtete Gruß und Dank an die Freiwillige Wehr, versprach die Unterstützung durch die Gemeinde und wünschte der Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr besten Erfolg. Das Schlußwort von Bürgermeister G ö - b e l klang aus in einem „Sieg-Heil" auf Volk und Führer. Musik, Gesang und munterer Tanz hielten die Feuerwehrleute und ihre Gäste noch einige Stunden vergnügt beisammen. Y Watzenborn-Steinberg, 24. Jan. Der Vorstand des Gesangvereins „Sängerkranz" hatte die Mitglieder in das Vereinslokal „Zum goldnen Stern" zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Vereinsführer Karl H o f gab einen Rückblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Aus dem Jahresbericht war zu ersehen, daß der Verein im letzten Jahre wieder ein gutes Stück Kulturarbeit im deutschen Männergesang geleistet hat. Rechner Karl Lang erstattete den Kassenbericht, der einen Ueberschuß auswies. Die Prüfung ergab keinerlei Beanstandung. Dem Rechner konnte für feine mustergültige Buchführung Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt werden. Dem Gesamtvorstand wurde von der Versammlung erneut das Vertrauen ausgesprochen. Er bleibt in derselben Besetzung wie im Vorjahr im Amt. Für 25jährige Vereinszugehörigkeit wurden die Mitglieder Karl W e h r u m, Hch. M ö ck e l, Friedrich Sommer, Ludwig Jung, Karl Philipp, Georg Burk und Hch. Burger zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt und mit einem Diplom bedacht. Außerdem wurde dem Sangesbruder Karl W e h r u m anläßlich feiner 25jähri- gen aktiven Sängertätigkeit die Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes überreicht. In diesem Jahre kann der Verein auf sein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Es wurde von der Versammlung beschlossen, dieses Jubiläum am 13. und 14. Juni in der Form eines Sängerfestes zu feiern. Zur Verschönerung des Abends trug der Chor, der unter der Leitung des Dirigenten Lehrer Spory steht, einige Lieder vor. Nachdem der geschäftliche Teil seine Erledigung gefunden hatte, schloß der Vorsitzende mit Sieg-Heil auf Führer und Vaterland die gutbesuchte Versammlung. Kreiswalter Müller vom Sängerkreis Gießen im Gau XII des Deutschen Sängerbundes verweilte in der letzten Gesangstunde des Vereins und sprach anerkennende und mahnende Worte zur Sängerschar. Y Watzenborn-Steinberg, 27. Jan. Der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Watzenborn-Steinberg hielt bei Mitglied Karl Häuser („Zur Wilhelmshöhe") seine ordentliche Jahreshauptversammlung ab. Vorsitzender Karl P H i l i p p IV. gab den Geschäftsbericht des abgelaufenen Dereinsjahres bekannt. U. a. berichtete er über die Verschickung von Tieren zu größeren Ausstellungen. Auf der 1. Deutschen Rassegeflügelausstellung in Essen konnten die Züchter Karl Philipp, Heinrich Ruhl und Ludwig Heß mit 17 Nummern 15mal sehr gut, zweimal gut und zwei Siegerpreise erringen. Die Kreis- ausftellung in Grünberg wurde mit 34 Nummern beschickt, das Ergebnis war 21mal sehr gut, 12mal gut, 4 Ehrenpreise und Zusatzpreise. Die Landesausstellung in Frankfurt a. M. brachte mit 26 Nummern 22 sehr gut, viermal gut, einen Ehrenpreis und 6 Zusatzpreise. Die Lokalausstellung am 9. und 10. November vorigen Jahres war mit 135 Tieren beschickt. Rechner Heinrich Pfeiffer erstattete Bericht über die Kassengeschäfte, er konnte einen Kassenbestand von 64,10 Mark mitteilen. Die Abrechnung von der Lokalausstellung trug Ausstellungsrechner Otto Weiß vor; sie ergab einen Ueberschuß von 31,43 Mark. Beide Rechnungen wurden geprüft. Dem Gesamtvorstand sowie der Ausstellungsleitung wurde Entlastung erteilt. Im Hinblick auf das 25jährige Bestehen des Vereins in diesem Jahre wurde beschlossen, sich um die Kreis aus st ellung zu bewerben. Da im Laufe dieses Jahres der Bau einer größeren Gemeindehalle ersteht, so kann der Verein für eine gute Abwicklung der Kreisausstellung garantieren. Nachdem noch einige Angelegenheiten ihre Erledigung fanden, schloß der Vorsitzende mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Versammlung. )—( Allendorf a. d. Lahn, 27. Jan. Am Freitagabend fand durch die hiesige R L B. - G e - meindegruppe ein Ausklärungs- und Werbevortrag statt. Gemeindegruppenführer Pg. Kim- m e l sprach über „Luftgefahren und Luftschutz auf dem Lande". Er gab außerdem genaue Aufklärungen über die Hauslisten der Personenstandsauf- nähme für den Luftschutz, die dieser Tage zur Ausgabe gelangten. Jeder Familienvorstand ist für sorg- ältigste Ausfüllung verantwortlich. Die Listen werden in den nächsten Tagen wieder abgeholt und auf die Richtigkeit der Angaben nachgeprüft. Mit der Personenstandsaufnahme ist zugleich eine Mitgliederwerbung für den RLB. verbunden. Jeder Deutsche muß in seinem eigenen Interesse seinen Beitritt erklären, zumal der Jahresbeitrag nur eine Mark, oder auf die Woche umgerechnet 2 Pfennige beträgt. Wer soviel für seinen eigenen Schutz und den seiner Volksgenossen nicht aufbringen will, schließt sich selbst aus der Volksgemeinschaft aus und muß die Folgen auf sich nehmen. Im Anschluß an den Vortrag wurde gemeinsam die Uebertragung der Rede des Generals der Flieger Göring über Luftschutz gehört. ti) Grüningen, 27. Jan. Bei einer Ackerland - Versteigerung konnte der Verkäufer gute Preise erzielen. Es kostete Ackerland 4. Klasse (2231 Quadratmeter) 1690 RM. Die Gemeinde Dorf-Gill, die gleichzeitig einen in der hie- igen Gemarkung liegenden Acker versteigerte, konnte, geringeres Land, für 2867 Quadratmeter nur ein Angebot von 600 Mark erzielen. — Dieser Tage fand im Vereinslokal Bender die Jahreshauptversammlung des Sportvereins Grüningen statt. Kassenführer Lang erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1935. Im Verlaufe der Versammlung wurde be- chlossen, am 23. Februar ein Wintervergnügen abzuhalten. > Holzheim, 26. Jan. Dieser Tage beging der Kirchendiener i. R. Jakob Schneider seinen 83. Geburtstag. In völlig körperlicher und geistiger Frische macht er tagein, tagaus noch seine Haus- und Feldarbeiten. Nie hört man ihn klagen. Lange Jahre hatte er das Amt des Kirchendieners versehen. Er erfreut sich bei allen Einwohnern allgemeiner Beliebtheit. Die NS.-Frauenschaft braute dem Hochbetagten an diesem Tage ein Ständchen. — Der Gesangverein „Harmonie" hatte am Samstag zu einem Familienabend im Saale des Gastwirts und Dirigenten Games eingeladen. Die Feier wurde eingeleitet durch einen flott gepiekten Marsch der Hauskapelle. Nach dem Bundesgruß des Deutschen Sängerbundes hielt der Ver- einssührer Landwirt Heinrich Jung eine kurze Ansprache, in der er alle Mitglieder des Vereins aufforderte, dem Gesangverein „Harmonie", sowie dem Deutschen Männergesang die Treue zu halten. Im ersten Teile des Programms wechselten Ge- angsDorträge und Musikstücke in bunter Reihenfolge miteinander ab. Dann wurde ein Theaterstück ge» pielt. Nach einer Kaffeepause folgten einige schön vorgetragene Lieder der Sänger unter der bewährten Leitung ihres Chormeisters (9g. Games. Der Vereinsführer überreichte bann für den besten Singstundenbesuch den Sängern Wilh. Klee, Konrad K l e e und Otto Games je eine Ebren- aadel, wobei ein Siegheil auf den Deutschen Sängerbund, das Vaterland und den Führer Adolf Hitler ausgebracht wurde. Es folgte noch ein Theaterstück. Die Hauskapelle spielte dann flotte Tänze. * Lich, 25. Jan. Die hiesige Ortsgruppe des Re ichsluftschutzbundes veranstaltete gestern abend in Steins Saal eine öffentliche Kundgebung, zu der sich zahlreiche Volksgenossen eingefunden hatten. Unter Leitung des rührigen Ortsgruppen- führers des RLB, Pg. Maidhof, gestaltete sich der Abend für alle Teilnehmer recht anregend. Der Geschäftsführer der Ortsgruppe, Lehrer Meckel, beleuchtete in klaren Ausführungen den Luftschutz aus dem Lande, die die Notwendigkeit der Arbeit des Reichsluftschutzbundes bewiesen. Nach näheren Jahreshauptversammlung des Turnvereins 1889 Klein-Linden. In seinem Vereinslokal, dem Turnerheim, hielt der Turnverein Klein-Linden 1889 unter starker Beteiligung seiner Mitalieder seine Jahreshauptversammlung ab. Der Versammlung wohnten der Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann bei. Vereinsführer Karl Weiß gedachte in ehrenden Worten des im verflossenen Vereinsjahres verstorbenen langjährigen Ehrenmitgliedes und einstigen Gründers Wilhelm R e u s ch l i n g. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen in üblicher Weise. Der Vereinsführer gab die Beteiligung der Turner und Turnerinnen an den Turnfesten bekannt und führte die Gründe an, die zum Verkauf des Heimes am 15. Oktober vorigen Jahres zwangen. Er sprach ferner über den Turnbetrieb, der sich namentlich auf dem Gebiet Spiel und Sport, dank der eifrigen Tätigkeit des Spielwartes Otto Hahn, stark gehoben habe. Sodann erstatteten die einzelnen Fachwarte ihre Jahresberichte. Oberturnwart Enft Pfaff, Spiel- wart Otto Hahn, Frauenturnwart Fritz Morneweg, Wanderwart Ernst Weigel und Schü- lerturnwart Walter Weber. In allen Abteilungen ist eine starke Aufwärtsentwicklung festzustellen, was sich ip einer wachsenden Mitgliederzahl ausdrückt. Heber die Kassenverhältnisse berichtete Vereinsrechner Karl Klein. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 6066 Mark, die Ausgaben auf 6456,20 Mark, so daß ein Zuschuß von 388,20 Mark nötig war. Die Rechnung war von den Kassenprüfern Ludwig Volk und Wilhelm Fey geprüft worden. Turner Fey erkannte die mustergültige Arbeit des Kassenwarts an und beantragte Entlastung, die auch erteilt wurde. Der Voranschlag für das kommende Jahr enthält u. a. die Summe von 3000 Mark, die zum Bau die hohen vaterländischen Aufgaben der Turnvereine und brachte das Sieg-Heil auf den Führer unseres Volkes aus. Mit dem gemeinsamen Gesang eines Turnerliedes fand die Jahreshauptversammlung ihr Ende. Turnverein Wieseck im Dienste des Winterhilfswerks. Am Samstag hatte der hiesige Turnverein eine Veranstaltung zu Gunsten des Winterhilfswerks durchgeführt. Mit dem Aufmarsch der gesamten Turnerjugend, die beim Eintritt ihren Opfergroschen für das Winterhilfswerk ablegte, bot sich auf der Bühne ein imposantes Bild. Die Einleitung brachte die chorische Festgestaltung des Auftaktes zu dem Coburger Festspiel. Die aufmarschierte Turnerjugend, in Verbindung mit der Gesangs-Abteilung und einer Musikkapelle, brachten im Chorspruch das Treuebekenntnis für Turnvater Jahn, Deutsche Turnerschaft, Deutschland und seinem Führer zum Ausdruck. Mit großer Aufmerksamkeit wurde das für diesen Abend glücklich gewählte Festspiel von den Besuchern aufgenommen. Vereinsführer Dau» peri begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die erstmals in Wieseck auftretende Kreisriege. Sein Dank galt den Musikern, die sich opferbereit in den Dienst der guten Sache stellten. Er befaßte sich dann mit der DT. und ihrem Werk, das in Coburg vollendet wurde. Jahns Traum fei nun in Erfüllung gegangen, es gibt heute nur noch einen großen Bund, in welchen alle Leibesübungen aufgehen werden. In der weiteren Vortragsfolge wurden gezeigt: Laufreigen der Schülerinnen, Schüler am Barren, Tanzreigen (Schwarzwaldmädel) der Schülerinnen und Oberbayrischer Ländler, Walzertanz der Turnerinnen, Barrenturnen der Vereinsriege, Tanzreigen der Turnerinnen. Die Turnerin Anneliese Wehling erfreute mit einem vorzüglichen Solotanz. Alle Darbietungen zeugten von bester Schulung und Ausbildung, um die sich besonders die einzelnen Turnwarte verdient gemacht haben. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen, die besonderes Interesse auslösten, stand das Turnen der Kreisriege. Kreisoberturnwart Schüler stellte die Turner vor. Es waren angetreten: K r e u t e r » Merkenbach, Seipp- Großen-Linden, Schick- Wetzlar-Niedergirmes, Herbert-Gießen, Schade- Wetzlar und die beiden Wiesecker Lettin und Schösfmann. Geturnt wurde am Pferd, am Reck und Freiübungen. Die hier gezeigten Spitzenleistungen waren in gleichguter höchster Vollendung und ernteten den wohlverdienten Beifall. Den übrigen Teil des Abends fülltt die Gesangs-Abteilung unter Stabführung von Chormeister Meyer aus, sowie die mit acht Mann aus Vereinsmitgliedern bestehende Musik-Kapelle. Vereinsführer Dau- pert sprach zum Schluß nochmals allen Beteiligten seinen besten Dank aus. Der Erlös des Abends — 71 Mark — wurde restlos dem Wintechilfs- werk zugeführt. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied wurde der offizielle Teil der Veranstaltung geschlossen. wechselten miteinander ab. Die Auszeichnung nahm der Vereinswanderwart W. S e i p p e l vor. Während gelegentlich der letzten Wanderung durch de» Reichswanderführer Prof. Dr. Werner zwei Der- einsmitglieder für die 200. und 150. Wanderung besondere Auszeichnungen erhielten, konnte jetzt eine größere Anzahl Wanderer und Wanderschwestern, dazu mehrere Kinder, vom 3. bis zum 17. Mal ausgezeichnet werden, wobei der Wanderwart auf die Ziele und den Zweck des Wanderns hinwies. Ein flott gespieltes Theaterstück und Tanz beschlossen den Abend. Am heutigen Sonntag erfolgte unter großer Beteiligung die erste Wanderung nach Hausen. Kreis Schotten. Laub ach, 27. Jan. Gestern abend fand im Saale des „Solmser Hofes" eine Groß-Kundgebung des Reichsbundes der Kinderreichen, Ortsgruppe Laubach, statt, die gut besucht war. Nach dem Eröffnungsmarsch, gespielt von dem Spielmannszug des Jungvolks, begrüßte Ortsgruppenwart Gg. Stengel die Besucher. Es sprach sodann Pg. K r a u ß k o p f (Frankfurt a. M.) über das Thema: „Warum Reichsbund der Kinderreichen?" Aufmerksam lauschten die Zuhörer den interessanten und wichtigen Ausführungen über Rasse- und Beoölkerungspolittk. Nach zwei Gedichtvorträgen durch Mitglieder des BDM. wurde ein lebendes Bild „Die kinderreiche Familie des Dritten Reiches" gezeigt. Nach weiteren Ansprachen des stellv. Kreiswartes V i e r h e l l e r (Schotten) und des Ortsgruppenleiters Henze wurde die Versammlung mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes geschlossen. □ Laubach, 27. Jan. Am Samstagabend fand im Saale des „Schützenhofes" die diesjährige Hauptversammlung der Kriegerkameradschaft L a u b a ch statt. Kameradschaftsführer Hermann Stotz gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden Johannes Fritsch und Johannes Schombert. Schießwart Heinr. Wahl berichtete sodann eingehend über die Erfolge, die bei Den Wettkämpfen und dem Opferschießen errungen wurden. Mehrere Kyffhäusernadeln und Ehrenurkunden gelangten an die Preisträger zur Verteilung. Die hiesige Schirßgruppe gewann auch die Wanderplakette des Gebietes Laubach. Kassenwart Georg Tröller sen. legte die Rechnung vor, die einen kleinen Ueberschuß ergab. Es wurde die Anschaffung einer Kyffhäuser-Bundesfahne beschlossen. Am 15. Februar findet ein Schmal-Tonfilm» Vortrag „Im gleichen Schritt und Tritt" statt. Die schön verlaufene Versammlung wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer geschlossen. kreis Dehlar. ♦ Wißmar, 24. Jan. In der Gastwirtschaft von Bittendorf fand dieser Tage eine Versammlung des Reichsluftschutzbundes statt. Ortsgruppenleiter Wagner leitete die Versammlung und wies eingangs auf die hohe Bedeutung des Luftschutzes für unsere Volksgemeinschaft hin. Er forderte auf, sich dem RLB. anzuschließen. Demnächst soll, ebenfalls bei Gastwirt Bittendorf, eine Luftjchutzaus st ellung stattfinden. Mit Schulungsabenden soll demnächst begonnen werden.