Nr. 252 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 27. Oktober 1956 Gießener Anzeiger somt^g'unö“ feiertags V A "wf D Annahme von Anzeigen iiltAMAHAll 11M4A4AA4I käZäss Heimock lm Vild Die Scholle ■ H fl| w ■ X fl w ■ H W ■ ’ RH BH W RB jfljg fl w Rr Grundpreise für 1 mm höhe Monats-Bezugspreis: M jffl BH ERBk 8l/r H 88 K M ■ W ^W. B ffll B ■V' B für Anzeigen von 22 mm Mil 4 Beilagen RM.1.95 W ® MT W W BT ■ ■ HT ■ WWW HM Hf WWW Rr W Breite 7 Rps., für Text' Ohne Illustrierte . 1.80 M WA Wl W M W _> W W W, W W WS Bk W ® W Wk W anzeigen von 70 rnrn Breite Zustellgebühr .. . -.25 W W H W V W W W V W W W W 50Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ R ~ HM vorh.Dereinbg.25O/„ mehr. XÄÄS -rmWg.- «runo-ren.- MM General-Anzeiger für Oberhessen MW Postscheckkonto: V w f • M gen, Bäder-, Unterrichts-u. sronffurt am main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfitättSuch- und Steinörutfcrei «.Lange in Stehen. Schriftletlung und SeschäftLftelle: Schulftrahe 7 M-ng-n?bSffkst°K Die Einkreisung der Hauptstadt. Aranjuez und El Eskorial werden von den nationalen Truppen umgangen. Die Flughäfen von Madrid mit Bomben belegt. 3n her roten Hölle von Madrid. Aeunzehntausend Einwohner von den Bolschewisten ermordet. Warum Portugal die Beziehungen zu Madrid abbrach. nach Barcelona. Die Schiffe haben Material, Munition und Wagen für die spanischen Marxisten an Bord. Sechs weitere Dampfer aus .Wladiwostok werden in dieser Woche am Suez- Kanal erwartet. In Barcelona haben die roten Machthaber eine Minensperre um den Hafen zum «schütze vor Angriffen von der Seeseite her angeordnet. Diese Minensperre ist jedoch mit so wenig Sorgfalt angelegt worden, daß sich offenbar ein Teil der Minen l o s r e i ß e n konnte, und nun die Schiffahrt bedroht. nahmungen" nicht einverstanden erklärten, jut nächtlichen Zeit aus ihrer Wohnung geholt und erschossen. In Madrid sind die ausländischen Vertreter jetzt fieberhaft bemüht, ihre bis jetzt noch in der Hauptstadt verbliebenen Landsleute in Sicherheit zu bringen. Die Botschaften und Konsulate dürfen sie schon nicht mehr verlassen. Der Gelselaustausch. Eden erhebt erneut energische Vorstellungen London, 27. Oft (DNB. Funkspruch.) Der englische Außenminister Eden empfing am Montag den Botschafter der sogenannten Madrider „Regierun g", dem er die Enttäuschung der englischen Regierung über die Antwort Madrids auf den Vorschlag für einen Geiselaustausch zum Ausdruck brachte. Eden erhob von neuem energische Dor- st e l l u n g e n hinsichtlich der Lage der politischen Gefangenen in Madrid. Der britische Geschäftsträger in Madrid wird die rote „Regierung" wahrscheinlich auffordern, ihre Stellungnahme nochmals zu überprüfen. Inzwischen verlautet, daß die nationale Regierung in Burgos den englischen Vorschlag günstig beantwortet hat. Botschaftssekretärs und die Erschwerung seiner Ausreise aus Spanien beweisen, daß die diplomatische Exterritorialität im roten Spanien nicht mehr gewährleistet ist. 4. Das Verhalten der örtlichen Behörden in Tarragona anläßlich des Abtransports spanischer Flüchtlinge aus einem portugiesischen Dampfer ist als feindlich zu betrachten. 5. In der Beschwerdenote der roten spanischen „Reaierung" an den Nichteinmischungsausschuß wurden unwahrhaftige Angaben über eine angebliche Beschränkung der Freiheit des roten spanischen Botschafters in Lissabon aufgestellt, die. dieser nicht widerrufen hat. 6. Diese und noch weitere zu erwähnende Tatsachen bezeugen die Unmöglichkeit, mit der roten „Regierung" Spaniens normale diplomatische Beziehungen zu unterhalten. Ohne Tarnung. Von unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Moskau, 25. Oktober 1936. Im Kolonnensaal des Moskauer Rätehauses, eines der größten und prachtvollsten Bauwerke außerhalb des Kreml, sind alle Fenster erhellt. Menschenmengen, hauptsächlich Frauen, strömen von allen Seiten herzu und ine wenigen Ordner haben alle Hände voll zu tun, um die Frauen zu ihren Plätzen zu leiten. Es sind müde, ausgehungerte und abgehärmte Gesichter, in die man hier blickt, und kein Lächeln verrät, daß sie im Lande „des sieghaften Sozialismus das glückliche und wohlhabende Leben des Sowjetmenschen" leben. Sie wickeln sich fröstelnd in die abgeschabten Mäntelchen, ihre Tücher haben sie sich zum Schutz gegen die herrschende Grippe eng um Kopf und Hals geschlungen und nur hier und da rückt sich eine, auch hierin ihre „Verbundenheit mit den spanischen Brüdern" bezeugend, ihre Baskenmütze keck aufs Ohr. — „Was ist los?", fragt man den nächsten Vorübergehenden und erfährt, daß es ein „Meeting der Solidarität" ist, wie sie heute überall und zu Tausenden in der ganzen Union abgehalten werden. Und dann im Saal... An der Stirnseite steht der „Dorstandstisch", hinter dem einige Funktionäre Platz genommen haben. Drei, vier Redner von den Gewerkschaften, von der Partei oder anderen Organisationen versuchen, die Frauen der werktätigen Eisenbahner „zu flammendem Protest" aufzurütteln. „Wir erklären uns solidarisch mit der Erklärung des Genossen Maisky (des Sowjetbotschafters in London ..." — „Die frechgewordenen Faschisten sollen nicht Madrid bekommen! Madrid wird das Grab der Interventionisten werden! Wir verlangen, daß unsere Regierung zugunsten der spanischen Revolutionäre eingreift!" — „Wir werden es nicht zulassen, daß das freie Spaniervolk in seinem Blute ertrinkt." — „Genosse Maisky hat nur unsere Gedanken richtig widergegeben: Wir setzen die Kraft und die Größe unseres sozialistischen Vaterlandes zur unerschöpflichen Hilfe für Spanien ein." Nach dem MeeUng aber gehen die Frauen w i e- der wortlos und ergeben nach Hause. Auf den Straßen herrscht herbstlicher Matsch. Durch ihre undichten Schuhe dringt das Wasser ein — denn die traditionellen Galoschen, von Lederschuhwerk ganz abgesehen, gibt es in diesem Notherbst nirgends in Moskau zu kaufen. Ihre Mägen sind leer — denn die in Zentralrußland, im Südosten und in der Ukraine heraufziehende Hungersnot macht sich auch schon in Moskau bemerkbar. Und ein wattierter Wintermantel, ein neuer Schafspelz oder auch nur eine wollene Jacke, sie find einmal im Preise unerschwinglich, zum zweiten aber auch nicht zu haben — denn was die Industrie liefern kann, geht an „die spanischen Brüder" ab. Müde und abgehärmt, mit hunger- und leidverzerrten Zügen, den Blick nach innen ge= kehrt, gehen die Sowjetfrauen ihres Weges, — um bestimmt am nächsten Tage, wenn sie klassenbewußte Proletarier (oder Frauen solcher) sind, aus den Zeitungen zu erfckhren, welch einhellige Begeisterung in der Versammlung geherrscht und welch ungeheure Stärkung die Sache der spanischen Marxisten dadurch erfahren habe. Die Versammlung in dem Kolonnensaal, die hier beschrieben wurde, hat am Wochenende stattgefunden — wie gesagt, eine von den Tausenden Versammlungen, die im ganzen Lande systematisch seit Wochen abgehalten werden, um die „kochende Volksseele" zu schaffen, um gegenüber dem Ausland mit der „Einmütigkeit der Forderungen der Sowjetvölker" aufwarten und damit die Einmischung in spanische Verhältnisse, d. h. die Legalisierung der Waffenlieferungen, „begründen" zu können. In Tula, Woronesch, Kalinin und Smolensk, in Minsk, Mohilew genau so, wie in Omsk, Irkutsk und Wladiwostok, in Archangelsk genau so wie in der Krim und in Turkestan, auf den Polarinseln wie im subtropischen Kasakstan und Usbekistan, in Weißrußland wie in vstasien — überall wird gehetzt, wird die Kriegsstimmung geschürt und — gesammelt. Hunderttausende und Millionen werden dem darbenden Volk abgeknöpft, im Wege der „Freiwilligkeit" — was, ins Sowjetische übersetzt, organisierter Zwang heißt — werden Tages-, Zwei- und Dreitageslöhne abgezogen, es werden Konzerte und Vorstellungen veranstaltet, man eröffnet Museen und gibt Bücher, Bilder und Plakate heraus, deren Reinerträge für die spanischen Marxisten verwendet werden, und durch das ganze Land geht eine Agitation, die unter der Losung „Die spanische Sache ist unsere Herzenssache" — „Nichteinmischung" genannt wird. , . ,„r. In der Luftlinie mag zwischen der sowietrusstsch- polnischen und der französisch-spanischen Grenze 2300 Kilometer sein. Wohl diesem Umstand durfte es zuzuschreiben sein, daß Spanien heute noch nicht offiziell zur Räterepublik erklärt wurde. Bestimmt aber ist es auf diese Tatsache zurückzuführen, daß die großen Westmächte sich wieder einmal so glänzend ununterrichtet darüber gezeigt haben, was man hierzulande unter dieser „Nichteinmischung" versteht und wie man sie zu betreiben beliebt, daß man sich am Freitag in London an den Kopf griff und das als Farce bezeichnet, was in der Sowjetunion jedem, der es hören will, schon lange als blutiger Ernst dargereicht wird. Es ist gewiß grotesk, wenn der Londoner Botschafter Steinmann- Maiski sich hinstellt und erklärt, daß die Sowjetunion zwar für ihren eigenen Teil die Politik der Nichteinmischung auch nominell aufgebe und von nun ab die spanischen Marxisten mit Waffen Der» Burgos, 27. Oft (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Meldungen rücken die nationalen Streitkräfte auf ihrem Marsch nach Madrid auf dem rechten Ufer des Tajo rüstig voran. Es verlautet, daß die nationalen Truppen, um die Front nicht unnütz zu vergrößern und um Kräfte zu sparen, bei ihrem weiteren Vormarsch auf die Hauptstadt Aranjuez umgehen werden. — Das ständige Vorrücken der nationalistischen Truppen im Frontabschnitt Navas del Marquas nördlich von Madrid zeigt, daß El Escorial fast völlig umgangen und eingekreist ist. Anscheinend ist aber geplant, sich nicht in Kämpfe um das berühmte Kloster, in dem sich st a r f e marxistische Truppen verschanzt haben, einzulassen, in der Erwägung, dadurch die unersetzlichen historischen Kunstwerke, die im Escorial untergebracht sind, vor der Zerstörung zu retten. Man wird hier den Vormarsch wahrscheinlich auf der großen bis auf 12 Kilometer vor Madrid heranführenden Autostraße, die durch unbesiedeltes Gelände geht, weiter führen. (Die vom Sender Sevilla Samstag- nacht verbreitete Meldung von der Eroberung Es- corials dürfte also nicht zutreffen.) Zwei Pan- Z e r z ü g e der Roten mit 400 Mann Besatzung, die von Madrid zur Verstärkung nach Escorial entsandt sind, werden im Eisenbahntunnel bei Rob- ledo de Chavela von den nationalen Truppen belagert. Die wenigen von der Front in die Öffentlichkeit gelangenden Nachrichten lassen erkennen, daß die Einkreisung Madrids planmäßig fortschreitet. Durch die Einnahme einiger Ortschaften der Linie Illescas—Sesena können die roten Truppen aus Aranjuez und Umgebung nicht mehr zur Verstärkung in die Hauptstadt gebracht werden. Sie sind von Madrid völlig ab geschnitten. Am Samstag erschienen über Madrid 28 nationale Bomben- und Jagdflieger und belegten die Stadt, hauptsächlich die Not- befestigungen um den Stadtgürtel mehrere Stunden hindurch bis zum Einbruch der Dunkelheit mit Bomben. Die nationalen Flieger, die fast unbehelligt die Flugplätze Cuatro Dientos und Getafe sehr niedrig anfliegen konnten, machten die Beobachtung der fast vollständigen Räumung dieser beiden Plätze. Auch am Montag haben fünf nationalistische Bombenflugzeuge, die von sechs Jagdflugzeugen begleitet waren, die Kasernen und die Eisenbahnanlagen von Madrid bombardiert. Anschließend statteten sie auch dem Zivilflughafen Barajas nordöstlich von Madrid einen Besuch ab, roo sämtliche Apparate zerstört wurden, die sich dort befanden. Ein Brennstofflager ging in Flammen auf. Ein Ultimatum Francos an die rote „Regierung^. Burgos, 27. Ott (DNB. Funkspruch.) Der spanische Staatschef General Franco soll die Absicht haben, der roten Scheinregierung in Madrid ein Ultimatum, in dem die sofortige Ueber- gabe der Hauptstadt gefordert wird, zu übermitteln. Wenn auf dieses Ultimatum nach Ablauf von 48 Stunden keine Antwort eingegangen sei, würden die nationalen Truppen den letzten Widerstand der Roten brechen und Madrid mit Gewalt besetzen. „Mit Hat und Tat/' MoskausHilfe für die spanischen Marxisten Par i s, 27. Oft. (DNB. Funfspruch.) Der „Ma- tin" veröffentlicht eine Meldung aus Madrid, wonach der Außenminister der roten spanischen „Regierung" sich vor dem Ausschuß der roten Milizen sorgen werde, daß sie aber dennoch im Ausschuß bleibe und damit dessen Grundsätze der Nichteinmischung anerfenne — das ist grotesf! Denn wie will man das miteinander in Einklang bringen? Aber steckt nicht das eigentlich Groteske darin, daß Steinmann einer illustren Versammlung von Staatsmännern der führenden Mächte Europas einen solchen Roßtäuscherkniff darzubieten wagt? Ist nicht das in erster Linie grotesk, daß der Westen das hinnimmt? Auf dem 7. Kongreß der Komintern in Moskau im Sommer des vergangenen Jahres wurde der strategische Plan aufgestellt, daß in allen Ländern, die als „reif" angesehen werden, sogenannte Volksfronten aus allen marxistischen Strömungen von den anarcho-kommunistischen bis zu den halbsozialistischen und radikalen gebildet werden. Diese Volksfronten, die alle unzufriedenen Elemente zu umfassen hatten, sollten Regierungen „für die Uebergangs- 3 e i t" bilden, deren vornehmste Ausgabe darin bestand, die Länder „st u r m r e i f" zu machen zur Revolution der proletarischen Diktatur. Währenh.- dessen sollte die Sowjetregierung durch ihre „Politik der Friedensliebe und der Friedensstiftung sich der Sympathien der internationalen Volksmafsen" versichern, sich im Völkerbund und anderswo Popularität verschaffen und im Interesse des „ungeteilten Friedens" und der demokratischen Grund- sätze tätig fein, um ihren Einfluß im Bedarfsfälle über die Tätigkeit des sowjetrussischen Botschafters Moses Rosenberg geäußert habe, der der Madrider „Regierung" jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehe. (!) Außenminister del Dayo wies ferner auf hie mächtige Hilfe hin, die Sowjetrußland Spanien leiste und erklärte, daß in allernächster Zeit große sowjet - russische Kriegsmateriallieferungen erwartet würden. — Nach einer englischen Agenturmeldung aus Port Said fahren drei sowjetrussische Dampfer, von Wladiwostok kommend, durch den Suez-Kanal auf dem Wege Burgos, 27. Oft (DNB. Funkspruch.) Lin Wadrider Einwohner, dem es gelang, nach Burgos zu fliehen, gibt einen erschütternden Bericht über das Leben in der von roten Horden drangsalierten spanischen Hauptstadt Ein ungeheurer Druck liege über der ganzen Bevölkerung, die ständig in der größten Unsicherheit lebe, da die kleinste Berdächtigung genüge, um ohne Nachprüfung erschossen zu werden. Die Zahl der bis zum 10. Oktober in Madrid von den roten Horden ermordeten Menschen, die sich niemals etwas zu schulden hätten kommen lassen, als daß sie höchsten den roten Mordbrennern nicht freundlich gesinnt waren, betrage 19 000 (!). — 17 0 0 0 Männer und 2000 Frauen und Mädchen seien auf bie entsehlichste Art ums Leben gebracht worden. Haussuchungen und „Beschlagnahmungen" seien an der Tagesordnung und arteten in regelrechte Raubzüge aus, seitdem eine Verordnung erlassen sei, die eine Beschlag- nähme gewisser haushaltsgegenstände erlaube. Wage jemand auch nur die leiseste Widerrede, käme er noch verhältnismäßig leicht davon, wenn sein Protest nur mit dem Entzug der Lebensmittelkarten geahndet werde. Allgemein würden aber die, die sich mit derartigen „Beschlag- Lissabon, 27. Oft (DNB. Funfspruch.) Der portugiesische Außenminister Monteiro hat am Montag eine amtliche Verlautbarung bekanntgegeben, in der der Abbruch der diploma- tischen Beziehungen zu der sog. Madrider „Regierung" ausführlich begründet wird. In der an den früheren spanischen Botschafter Albornoz gerichteten Note wird u. a. folgendes aufgeführt: 1. Das Vorgehen der Madrider „Regierung" beim Völkerbund und den Mitgliedern des Nichteinmischungspaktes über die angebliche Hilfeleistung Portugals für die Nationalisten wird als unfreundlicher Akt betrachtet. 2. Die Verletzung des diplomatischen Postgeheimnisses und die unbefriedigende Erklärung über diesen Vorfall seitens des Madrider Innenministeriums wird ebenfalls als unfreundlicher Akt bezeichnet. 3. Die Durchsuchung der diplomatischen Post in Alicante sowie ein politisches Verhör des portugiesischen zugunsten des revolutionären Landes in die Waagschale werfen zu können. In Spanien hat die Volksfront diese Ideen der Komintern bis zum letzten Punkt auf dem i ins Leben umzusetzen versucht. Als sich die gesunden Kräfte des Landes aber gegen die Revolutionäre und Marxisten erhoben, schrien alle Volksfronten der Welt um Hilfe für die bedrohten spanischen Genossen. „Liefert Bomber und Kanonen! Helft den bedrohten Genossen!" Hier und da hatten Vertreter der Volksfront, die in den Regierungen anderer Länder saßen, die Unvorsichtigkeit, zu erklären, daß eine Niederlage der spanischen Marxisten eine Niederlage der Idee der Volksfront sein würde. — Und sie haben recht behalten. Nicht nur für sie — die Volksfrontler in Frankreich, die Laboristen in England und die Sozialdemokraten anderswo — auch für d i e Komintern (und das ist das Wesentliche!) geht es in Spanien nicht nur um die Entscheidung für dieses Land allein. Stalin schrieb in seinem berühmten Telegramm an die Genossen in Madrid, „es sei Sache der ganzen fortschrittlichen^ Menschheit, was sich in Spanien ereigne", und der italienische Kommunist und Mitglied des ZK. der Komintern E r c o l i plauderte in diesen Tagen in der Prawda aus der Schule, indem er erklärte, daß in Spanien sich die Richtigkeit der Linie der Komintern zu erweisen haben werde. Wenn die Jswestija schließlich unumwunden mitteilt, es sei für die Sowjetunion ein unerträglicher Gedanke, daß ein Sieg Francos einen Sieg des Nationalismus und damit eine Schwächung der Volksfrontidee bedeuten würde, so ist damit gesagt, worum es für Moskau in Spanien geht. Es ist nicht nur der Verzicht auf ein Sowjetspanien, was Dimitroff und Stalin unerträglich ist, sondern es sind vor allem die Aus» strahlungen eines Sieges Francos, die man in der Komintern fürchtet. Und so tun die Sowjets vorläufig, was sich nur tun läßt, sie versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Sie „mobilisieren die Volksmeinung" vom Eismeer bis zu den Grenzen Indiens, von den an Polen grenzenden Gebieten bis nach dem äußersten Zipfel Oftasiens; sie senden Dampfer mit „Konserven" nach Barcelona (und man weiß in Europa wohl schon ziemlich genau, welcher Art diese „Konserven" sind): sie haben den Bürgerkriegsspezialisten Antotonow-Owsejenko und seinen Gehilfen Haikiß in Spanien (neben dem Moses Rosenberg, dem Bela Kun, dem Hoffmann, dem Ginsburg-Kolzow, dem Ehrenburg und vielen anderen): sie füllen ihre Zeitungsspalten täglich mit Dutzenden von Berichten und Artikeln (so sehen wir z. B. in der „Krasnaja Gaseta" v. 15. 10., daß drei Seiten des Blattes und ein großer Teil der vierten Spanien gewidmet ist, sind wir zählen elf Illustrationen, sechs Portraits, ater Gedichte, eine Karte Spaniens und sechzehn Ar- -itel): sie taffen sich laufend' über den Gang dev Lerteidigungsarbeiten von Madrid berichten; sie richten dort nach Sowjetmuster „Rote Samstage und Sonntage" ein, um die Versetzung der Hauptstadt in den Verteidigungszustand zu fördern, und mir lesen, daß „diese ernsten Minuten an das gigantische Beispiel des revolutionären Petrograd von 1919 erinnern": sie schicken nicht nur Maschinengewehre und Tanks, Bomber und Flugzeuge, sondern neuerdings auch ihre Generalstäbler hinunter, um die spanischen Genossen erst einmal zu lehren, wie man Krieg führt, — kurz, sie geben zu, daß sie nach dem Londoner Schritt nunmehr o f f e n t u n können, was sie bisher tarnen mußten. Und Europa? Nach englischen Blättern soll der italienische Botschafter G r a n d i in London erklärt haben, daß die Verantwortung für die Folgen eines etwaigen völligen Austritts der Sowjetregierung aus dem Ausschuß uneingeschränkt zu Lasten der Sowjets gehen wird. Solche Erklärungen pflegen in Moskau eine gewisse abkühlende Wirkung nicht zu verfehlen. Es kommt hinzu, daß man sich an führender Moskauer Stelle zwar entschließen kann, ein wenig mit dem Säbel z u rasseln, daß man sich aber über „die" Aktion dennoch nicht ohne weiteres klar ist, zumal die Reaktion der Vorgänge auf Frankreich, die englische Ernüchterung und die Schlappe im Ausschuß „der Spitze" doch auf die Nerven gegangen sind. Es ist kein Geheimnis mehr, daß D i m i t r o f f von der Komintern schon längst gewillt ist, sich mit diesem Rasseln der Sowjetsäbel allein nicht zufrieden zu geben, sondern zu drastischeren Mitteln zu greifen. Man weiß aber auch, daß Wallach -Litwinow vor den internationalen Folgen gewarnt, daß Molotow von der Parteibürokratie vor den inneren Auswirkungen feine Bedenken ausgesprochen und daß auch Woroschilow sich für eine weniger explosive Gangart eingesetzt hat. Voraussichtlich wird also Moskau in der Zukunft nur offen tun, was es bisher im Geheimen tat. Gewiß ist die Lage trotzdem ernst; gefahrdrohend kann sie unseres Erachtens nur werden, wenn Europa nicht mehr zusammenhält. Und das wird sich erstmalig bei dem Fall von Madrid zeigen. Kommunistischer Terror gegen Gudeiendeutsche. Genehmigte Versammlung von roten Rowdies gesprengt. Pilsen, 26. Okt. (DNB.) In Hermannshütte bei Pilsen, wo eine von der tschechoslowakischen Behörde bewilligte öffentliche Versammlung der S u d e t e n d e u t s ch e n Partei ckngekündigt war, fielen tschechische und deutsche Kommunisten, als ein Autobus aus Staab Anhänger der Sudetendeutschen Partei nach Hermannshütte brachte, sofort mit johlendem Geheul über die Aussteigenden her und schlugen sie mit Messern, Schlagringen, Stahlruten und Steinen nieder. Hierbei wurden zwei Mitglieder der Sudetendeutschen Partei durch Messerstiche schwer verletzt, einem weiteren wurde die Uhr geraubt (!). Kurz vor dem Versammlungsbeginn traf Abgeordneter H o l l u b e mit 32 Mitgliedern der SdP. ein. Die roten Banditen fielen, von der Gendarmerie kaum behindert, über den Abgeordneten und seine Kameraden her. In dem Handgemenge wurde ein Bäckermeister niedergeschlagen. Als er sich zur Flucht wandte, wurde von Kommunisten, die am Arm rote Binden trugen, a u f ihn geschossen. Währenddessen war eine größere Anzahl von Versammlungsbesuchern und der Saalschutz der Sudetendeutschen Partei indem Gasthaus eingeschlossen, da die Roten jeden Andersgesinnten niederschlugen. Neun Anhänger der Sudetendeutschen Partei wurden verletzt. Einige Zeit darauf wurde die Straße endlich von Gendarmerie geräumt. * Moskau kämpft gegen alles, was entschlossen ist, der bollchewistischen Seuche Widerstand zu leisten. Auch die Sudetendeutschen stehen auf der Schwarzen Liste der Kommunistischen Internationale. Wenn man auch im gegenwärtigen Augenblick wegen des spanischen Abenteuers besondere Sorgen hat, so hat man doch nicht vergessen, den sich zur Henlein- Bewegung bekennenden Sudetendeutschen zu Gemüte zu führen, daß Moskau auch im deutschen Sprachgebiet Auge und Ohr hat, aber auch Schergen, die bereit sind, für ein paar Silberlinge ihre blutsmäßigen Bindungen zu leugnen und ihren deutschen Brüdern das Messer in die Seite zu jagen. So ist es in Hermannshütte geschehen. Wie stets, wenn marxistisches Gesindel in die Erscheinung tritt, um seine sklavische Gesinnung unter Beweis zu stellen, war auch diesmal von der tschechischen Polizei zunächst nichts zu sehen. Warum auch? Die Roten, aufgeputscht und bezahlt durch ihre Hintermänner von der III. Internationale, leisten so vorzügliche Arbeit, daß man sich auf der Polizeiwache getrost der Ruhe hingeben kann. Zwei Sudetendeutsche werden wohl kaum mit dem Leben davonkommen. Andere haben mehr ober minder schwere Verletzungen durch den kommunistischen Mob erlitten. Polizei erschien erst, alsMoskausBefehleer- füllt waren. Sie wird überhaupt immer erst in Tätigkeit treten, wenn die finsteren Gestalten des großen Verbündeten der Tschechoslowakei i h r W e r k verrichtet haben. Und nach den Wühlereien der Kommunisten in der Tschechoslowakei zu urteilen, sieht es beinahe so aus, als ob die tschechische Polizei eines Tages überhaupt zu spät kommen wird, nicht in den sudetendeutschen Landen, wo man sich seiner Haut schon zu wehren wissen wird, wohl aber im übrigen Staatsgebiet. Sturm gegen kommunistische Hetzreden in Amerika. Neuyork, 26. Okt. (DNB.) Als der kommunistische Präsidentschaftskandidat B r o w d e r in Tampa (Florida) eine Wahlrede halten wollte, wurde er von 15 Männern unterbrochen und verjagt. Die Gruppe schaffte sich durch Faustschläge und vorgehaltene Revolver freie Bahn zur Rednertribüne, riß diese ein und brachte dadurch den Redner und seine Freunde zu Fall. Brvwder und sein Stab e n t f e r n t en s i ch s ch l e u n i g st aus der Versammlung. Als der farbige Dizepräsidentschafts- kandidat der Kommunisten. James Ford, in Durham (Nordkarolina) feine Wahlrede beginnen wollte, wurde er von einer weißen Volksmenge b e d r o ht. Ford mußte feine Rede unterbrechen bis Polizeiverstärkung eintraf. Das Bunde s g e r i ch t in Washington lehnte den Antrag der Kommunisten aus dem Staate Illinois ab, die Entscheidung über den Antrag zu beschleunigen, die Namen des kommunistischen Präsidentschaftskandidaten und seines Stellvertreters auf die Wahl- Das Programm des Berliner Ganjubilänn's. Berlin, 26. Oft. (DNB.) Aus Anlaß des zehnjährigen Gaujubiläums werden eine Reihe von Veranstaltungen ftattfinben, die vornehmlich arbeitsmäßigen Charakter haben unb mehr dem ernsten Gedenken an eine heldenhafte und opferreiche Kampfzeit um Deutschlands Wiedergeburt gewidmet sind. Den Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen gibt am Donnerstag, den 29. Oktober, um 10.30 Ahr vormittags ein Empfang im Propagandaminlsterlum, an dem die Mitarbeiter der Gauteitung Berlin und des Ministeriums, sowie die Spitzen der parteiglie- derungen Reichsminister Dr. Goebbels zu seinem zehnjährigen Jubiläum als Gauleiter des Gaues Vertin der RSDAP. und gleichzeitig zu seinem Geburtstage beglückwünschen werden. Um 11.30 Uhr folgt sodann ein Empfang namhafter Persönlichkeiten des künstlerischen Lebens und um 12 Uhr überreicht der Bürgermeister der Stadt Teltow, die mit der Geschichte der Berliner Bewegung unlöslich verbunden ist, dem Gauleiter den Ehrenbürgerbrief der Stadt. Aus Anlaß dieser Empfänge konzertieren auf dem Wilhelmsplatz je ein Musikzug oer Leibstandarte, der SA., SS., HI., des Arbeitsdienstes, der NSBO. und der politischen Leiter Um 14 Uhr findet im großen Saal des Rundfunkhauses die Ausschüttung der Dr. Goebbelsspende statt. Diese Feierstunde, bei der Gaupropagandaleiter Wächter im Auftrage des Gauleiters Dr. Goebbels etwa 600 alten Parteigenossen und Parteigenossinnen je einen Volksempfänger überreichen wird, findet durch die künstlerische Gestaltung des Rundfunks einen würdigen Rahmen. Um 16 Uhr eröffnet der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitz er die Ausstellung: Zehn Jahre Kampf um Berlin, die den heroischen Kampf der Berliner Bewegung gegen das rote Un- termenfchentum wieder lebendig werden läßt. Den Abschluß dieses Tages bildet der Fackelzug der Parteiorganisationen, an dem sich etwa 100 000 Mann beteiligen werden. Die Spitze des Fackelzuges trifft um 21 Uhr im Lustgarten ein, wo der Gauleiter Dr. Goebbels an der für die Bewegung historischen Schloßrampe den Vorbeimarsch abnimmt. Im Anschluß an den Fackelzug bringt die SA. in der Hermann- Göring-Straße vor der Wohnung der Gauleiters den SA.-Ruf. Am Freitag, 30. Oktober, um 12 Ahr mit- I tags empfängt der Staatskommissar | Travemünde, 26. Okt. (DNB.) Die Nord- atlantif - Flugboote „A e o l u s" und „Z e p h i r" sind im Travemünder Flughafen eingetroffen. Die Besatzungen der beiden Flugboote wurden in Travemünde stürmisch begrüßt. Am Montag gegen 14 Uhr sind die Besatzungen der beiden Flugboote in einem Sonderflugzeug nach der Reichshauptstadt abgeflogen. Die Deutsche Lufthansa hat Reichsminister der Luftfahrt Generaloberst Göring über den Abschluß der ersten Versuchsflüge über den Nordatlantik das folgende Telegramm gesandt: „Die Deutsche Lufthansa meldet hiermit die soeben erfolgte Rückkehr der an den Erkundungsflügen nach Nordamerika beteiligten Flugboote nach Lissabon. Damit ist die erste Versuchsreihe der Erkundungsflüge zur Schalung eines planmäßigen Luftpost - Verkehrs Deutschland — Nordamerika erfolgreich abgeschlossen. Mit zwei Dornier-Oo 18 - Flugbooten, ausgerüstet mit zwei Junkers JUMO 205 Schwerölmotoren wurden auf acht planmäßigen Flügen insgesamt 33 000 Kilometer über den Nordatlantik zurückgelegt. An den Versuchsflügen waren als Flugzeugbesatzungen die Flugkapitäne Blankenburg, v. Engel, Mayr, Graf Schack, Direktor Frhr. v. Buddenbrock, Oberflugmaschinist Gruschwitz, Flugmaschinist Eger, die Flugzeugfunker Ehleberg und Stein, sowie der schwimmende Flugstützvunkt „Schwabenland" unter dem Kommando des Kapitäns Kottas beteiligt. Lufthansa." Der Reichsminister der Luftfahrt, Generaloberst Göring, hat hierauf wie folgt erwidext: „Den pflichtgetreuen und tapferen Besatzungen der Deutschen Lufthansa, die an den Erkundungsflügen über den Nordatlantik beteiligt waren, spreche ich meine volle Anerkennung und herzlichen Glückwunsch aus. Deutsche Flieger haben erneut eine Pioniertat in der Geschichte der Handelsluftfahrt über den Erdteilen und Weltmeeren vollbracht. Aus dem Gelingen der nun abgeschlossenen ersten Versuchsreihe gewinnt Deutschland die Zuversicht, daß es deutscher Tatkraft gelingen wird, auch den Nordatlantik für den planmäßigen Luftverkehr zu erschließen. Die Besatzungen der Deutschen Lufthansa können darauf rechnen, daß auch ihre weiteren kühnen und verantwortungsbewußten Arbeiten von den heißen Wünschen der gesamten deutschen Luftfahrt und der begeisterten Anteilnahme der ganzen Nation begleitet und getragen sein werden. Das nationalsozialistische Deutschland ist stolz auf feine Söhne. Görin g." Am Montagnachmittag sind die Besatzungen der Lufthansa-Flugboote „Aeolus" und „Zephir" auf Zettel zu setzen. Das Gericht wird über das Gesuch erst nach den Wahlen Beschluß fassen. Botschafter von Ribbentrop in London. London, 26. Okt. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop traf in London ein. Zu seiner Begrüßung waren das gesamte Personal der beut- schen Botschaft, der stellvertretende Landesgruppenleiter der NSDAP. Dr. Markau und zahlreiche Angehörige der deutschen Kolonie in London erschienen, ferner der stellvertretende Protokollchef Monck und englische Freunde des Botschafters. Der Botschafter erklärte der Presse: Deutschland wünscht die Freundschaft Großbritanniens und ich glaube. der Reichshaupt st adt den Gauleiter Dr. Goebbels und feine Mitarbeiter der Gauleitung sowie die Vertreter der Formationen im Rathaus. Anschließend an den Empfang wird sich Dr. Goebbels in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen, um sodann die Ausstellung „Zehn Jahre Kampf um Berlin" zu besichtigen. Rach der Besichtigung finden sich die Teilnehmer als Gäste der Stadt Berlin im Rathaus zu einem Eintop f e f f e n zusammen. Um 17 Uhr erfolgt die Grundsteinlegung der Goebbels-Heimstätte im Friedrichs- Hain. Auf Grund der Urkunde, die dem Gauleiter Dr. Goebbels hierbei überreicht wird, sollen später alte, verdiente Parteigenossen in die dadurch erstellten etwa 300 Wohnungen a l s Mieter eingewiesen werden. Um 18 Uhr legt Gauleiter Dr. Goebbels für die Gefallenen der Bewegung am Hör st-Wessel-Gr ab einen Kranz nieder, nachdem bereits am frühen Morgen an jedem Grab der Gefallenen der Berliner Bewegung Ehrenwachen Aufstellung genommen haben und im Auftrage des Gauleiters ein Kranz niedergelegt wurde. Am Abend dieses Tages versammeln sich um 19.30 Uhr im Kasino des Sportpalastes 4 0 0 alte Parteigenossen, denen auf Grund ihrer Verdienste um die Berliner Bewegung durch den Gauleiter das Gau-Ehrenzeichen verliehen werden soll. Anschließend folgt um 20.30 Uhr die Großkundgebung im S p o r t p a la st, die ebenfalls den alten Parteigenossen Vorbehalten ist und bei der Gauleiter Dr. Goebbels sprechen wird. Für acht große Säle Berlins sind Parallelkundgebungen vorgesehen, auf die die Rede des Gauleiters übertragen wird. Die Rede des Gauleiters wird auch auf alle Sender übertragen. Am Samstag, 31. Oktober, sind um 16 Uhr zu einem Appell im Lustgarten die Berliner SA.-, sowie diejenigen SS.-, RSKK.- Männer und politischen Leiter angetreten, die früher in der SA. Dienst getan haben. Es sprechen Gauleiter Dr. Goebbels. Stabschef der SA. Luhe und Reichsführer SS. h i m m - l e r. Damit ist der arbeitsmäßige Teil des Programms beendet. Am Abend findet um 20 Uhr in der Deutfchlandhalle und allen Rebenfälen ein großes parteifest statt, das aus- fchliehlich den alten Parteigenossen vorbehalten ist. hierbei werden hervorragende Künstler Mitwirken. dem Flughafen eingetroffen. Den kühnen Fliegern wurde ein außerordentlich herzlicher Empfang zuteil, nicht nur durch ihre Kameraden von der Lufthansa und die Vertreter der Behörden, sondern auch durch Tausende von Berlinern. — Ehrenstürme marschierten mit klingendem Spiel auf dem Rollfeld auf. Bald erschienen auch die zum Empfang geladenen Gäste. In ihrer Mitte sah man den Direktor der Lufthansa, Freiherrn von Gablenz, der im Flugboot „Zephir" an der Seite des Flugkapitäns Blankenburg einen der direkten Flüge Azoren—Neuyork mitgemacht hat und inzwischen mit dem Luftschiff „Hindenburg" zurückgekehrt ist. Ferner sah man den Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium, General der Flieger Milch, in Vertretung des Reichsministers der Luftfahrt, den Befehlshaber im Luftkreis II, General der Flieger Kaupifch, die Amtschefs im Reichsluftfahrtministerium", Generalleutnant Kesselring, Ministerialdirektor Fisch, Kommandeur der Fliegerschulen, Generalmajor Christiansen, Generalmajor V o l k m a n n und Oberst Übet, Ministerialdirektor Dieckhoff vom Auswärtigen Amt, ben Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, den Reichsluftsportführer Oberst M a h n ck e u. a. m. 15.30 Uhr landete das dreimotorige Sonderflug- Zeug. Von allen Seiten stürmten die Grüße und Glückwünsche auf die kühnen Ozeanbezwinger ein. Die Atlantikflieger bestiegen dann das Podium. Dort begrüßte sie Staatssekretär Milch. Er übermittelte ihnen die Grüße und die besondere Anerkennung des Oberbebefehlshabers der Luftwaffe und Reichsluftfahrtministers. „Seien Sie gewiß", erklärte der Redner, „daß alles, was Sie leisten, für das größere Deutschland getan wird." Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer, dem folgten die Nationalhymnen. Staatskommiffar Dr. Lippert hieß die Ozeanflieger namens der Reichshauptstadt gleichfalls auf das herzlichste willkommen. Berlin fei stolz, die kühnen Ozeanflieger nun in feinen Mauern begrüßen zu können, unb es werbe diesen Dank mit der Überreichung der Großen Plakette zum Ausdruck bringen. Die Flieger und Gäste begaben sich dann in das Restaurant des Flughafens. Dort dankte der Direktor der Lufthansa, Freiherr von Gablenz, namens der Flugbootbesatzungen für den herzlichen Empfang. Staatskommissar Lippert überreichte darauf iebem einzelnen her ftfte= ger die Große Plakette der Stadt Berlin. Seiner Bitte entsprechend trugen sich die zehn Luftpioniere in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. daß auch das englische Volk die deutsche Freundschaft wünscht. Der Führer ist überzeugt, daß die einzrg wirkliche Gefahr für Europa und auch für das Britische Reich die weitere Ausbreitung des Kommunismus ist, dieser schreck- ll.chsten aller Krankheiten. — schrecklich deshalb, weil die Menschen im allgemeinen hierin erst dann eine wirkliche Gefahr zu erkennen scheinen, wenn es zu spät i st. Eine engere Zusammenarbeit zwi- fchen unseren beiden Ländern in diesem Sinne ist eine vitale Notwendigkeit in unserem gemeinsamen Kampf um die Erhaltung unserer Zivilisation und unserer Kultur. Die Wege zu einer englisch-deutschen Freundschaft sind vielleicht etwas länger als einige Optimisten wünschen, aber ich bin überzeugt, daß sie Zustandekommen wird. Die Zeitung - ein unentbehrlicher Ratgeber. Der Reichsbauernführer zur Herbstwerbung für die deutsche Presse. ZdR. Berlin. 27. Okt. Der Relchsbauera- führer veröffentlicht zur Herbstwerbung für die deutsche presse folgendes Geleitwort: „Der Rationalsozialismus hat das deutsche Landvolk vor Aufgaben gestellt, die nur gelöst werden können, wenn sich der einzelne Angehörige des Landvolkes nicht vom Leben des Gesamt- volkes abschließt. Mittler zwischen Volk und Staatsführung, zwischen Führer und Gefolgschaftsmann ist die Zeitung, die damit zum treue st en Freund und unentbehrlichen Ratgeber des deutschen Bauern. Landwirts und Landarbeiters wird. Für jeden Deutschen sollte daher das tägliche Zeitungslesen selbstverständ- l l ch e pflicht sein. R. Walther Darre. Reichsbauernführer. Reichsminister und Reichsleiter der RSDAp." SFahre Reichsjugendführung. Von ber Pressestelle bes Bannes 116 der HI. wirb uns geschrieben: Arn 30. Oktober jährt sich zum fünften Male ber Tag ber Ernennung unseres Reichs- jugendführers burch ben Führer unb bie Grünbung ber Reichsjugenbführung. Dis Hitler- jugenb blickt in biesem Jahre in stolzer Freube auf eine großartige unb einzig bastehenbe Entwicklung unter ber Führung bes Reichsjugenbführers Baldur von Schirach zurück. Das, was bis Weiteren ber Bewegung in ben ersten Jahren bes Kampfes zwar erhofften, aUerbings im Glauben an eine jahrzehntelange Entwicklung, würbe i n 5 Jahren verwirklicht. In ben dreieinhalb Jahren nach ber nationalsozialistischen Revolution, wurde aus einer zerrissenen, von einer Unzahl von Verbänden, Bünden, Gruppen, Sippen, Vereinen aufgespaltene Jugend unter der Führung Baldur vgn Schirachs eine Organisation 6 Millionen Jugendlicher. Geschaffen nach dem Willen unseres Führers, trägt diese Jugend als einzige Organisation seinen, ben Ehrennamen Hitlerjugend. An diesem Tage hält nun bie Hitlerjugenb Rückschau. In Stabt und Land versammelt sich Hitlerjugend, der BDM. unb bas Jungvolk, in einer Feierstunbe ober in einem Heimabend weist der Einheitsführer auf diesen denkwürdigen Tag hin; den 30. Oktober als den Markstein der Einheit der deutschen Jugend. Rk. MinisterpräsidentSöringsprichtmorgen im Berliner Sportpalast. Berlin, 26. Ott. (MtB.) MlnislerprSsidenl Generaloberst Göring wird am Mittwoch. 26. Oktober, 20 Ahr, im Sportpalast über den Vierjahreptan sprechen. Die Rede des Ministerpräsidenten wird ab 20 Uhr von allen deutschen Sendern übertragen. Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., der am 30. und 31. Oktober in Köln feine 17. Reichstagung abhält, veröffentlicht den Arbeitsbericht für 1935/36. Es haben sich nahezu 15 0000 neue Mitglieder in bie Reihen des Volksbundes gestellt. Die Zahl ber Kreis- und Ortsgruppen hat sich von 2035 auf 4747 erhöht. Die Zahl ber Stäbte unb Gerneinben, die dem Volksbund als Mitglieder beitraten stieg dieses Jahr auf 28 201. Die Aufgabe bes Volksbundes besteht barin, in allen Ländern, in denen deutsche Soldaten kämpften und fielen, aus dem Gemeinschafts- gedanken heraus Mahnmale zu schaffen, die allen späteren Geschlechtern von deutscher Treue und deutschem Opfermut künden. In Frankreich, wo die weitaus größte Zahl unserer Toten liegt, stieg die Zahl der ausgebauten Ehrenstätten von 80 im Jahre 1934 auf 93 im Jahre 1935. Von den 209 deutschen Kriegsgräberstätten mit einer Ge- samtgräberzahl von 710 000 sind bis heute 132 fertiggestellt oder in Arbeit genommen. Weitere Arbeit wurde geleistet in Belgien, England, Polen, Jugoslawien, Italien, Schweiz, Palästina und anderen Ländern. Die Patenschaften, die der Volksbund über bestimmte Kriegsgräberstätten an feine Gliederungen, an Städte, Provinzen und Soldatenverbände, vergibt, haben sich aufs Beste bewährt. Anfragen nach.Gräbern deutscher Sol- baten sind in den letzten beiden Jahren stark zurückgegangen. Nach wie vor stehe aber der Volks- bunb den Angehörigen jederzeit in allen Fragen der Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung. Die Reichs- bahnverwaltung hat eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. H. auch auf Fahrten zum Besuch der deutschen Kriegsgräder im Auslande unb ber Gräber der Gefallenen der Bewegung ausgedehnt. Die Fahrpreisermäßigung wird den Eltern, Ehefrauen und Kindern der Gefallenen gewährt. Meine politische Nachrichten. Gauleiter Bohle, der Leiter der Auslandsorga» nifation der NSDAP, ist in Venedig eingetroffen. Von Behörden, ber Faschistischen Partei und her Bevölkerung wurde ihm ein herzlicher Empfang bereitet. Der Präfekt gab ein Frühstück. Nachmittags legte die deutsche Delegation am Denkmal der befallenen Faschisten einen Kranz nieder. (Bauleiter Bohle ist dann nach Florenz weitergereist. Von dort wird er sich nach Rom begeben, um an ber Jahresfeier bes Marsches auf Rom teilzunehmen. * Der biplomatische Vertreter ber Republik Polen in Danzia, Minister Dr. Papse, hat nach mehr- tägigem Aufenthalt in Warschau, wo er zur Einholung von Instruktionen weilte, am Samstag dem Präsidenten des Senats Greiser einen Besuch abgestattet. Man nimmt an, daß sich die War- schauer Instruktionen an Minister Papse auf ben Auftrag beziehen, der vom Völkerbundsrat bei der letzten Tagung der polnischen Regierung übertragen worden ist. Gegen De grelle, den Führer ber belgischen Rexbewegung, und drei seiner Mitarbeiter ist eie Strafverfahren wegen Übertretung einer Polizeiverordnung über das Verbot von Ansammlungen eingeleitet worden. Heimkehr der Nordatlantik-Flughoote „Aeolus" und „Zephir". Görings Glückwunsch und Anerkennung. — Herzlicher Empfang in Berlin. LM-iti/ 'Glichen @eben sowie Ew. G. Mionalfaiali fen Tagen in ■n großzüc loben. Die Z, •fl^obt habe ur Argfchaft j.UMtige Zi 7''° der Bezieh, ®ern sowie im «uibaues QUf j ®atl 6d>. Er» ÄS'* ‘Ä-« (3ra t ».rjMri 3r(nb Jhlltt ‘"be. I 0t ®ut9 Sä Hute nut ihre Tore i fluten s leH L ist tn 5ibi*”6: äS ! w I E hli ®"0la Zwei Mo Presse vor ° lache, daß er jprechungen eines -ö1 Allianz 6 Tatsache, das bie Tür zu ternationalen darüber W „News w festige in sichten aus eil bie deutsch-itc iebem Falle c gemeine 23orti Vereinbarkeit Nische Pröble Italiens aust Zusammenhar bie Anerk rung nicht schließlich ein Ansicht oertr Isprechungen B e u n r u h i( alles in ber' Ischmnys ber ber offizielle fozialismus". Gewiß, es baren unb t gefjenb tniebe auf bie Saue Es ift überau rabe in einen stärkste pi mar, ba Gn: wechsel in feint die sranzö ihrer Regierun scher llltmatum Furcht vor Sri Moskau-Pariser eiMe unb ihr W sich bas b MW m ( ben es braufy meijenbe W Sank des Berlin, Außenministe Minister bei Neurath, -,Bei men meine bankb unb rpräsident llwoch, er den des Uli- in deut- irung. 1 der HI. “®etn, 8 wird. ' tag. rffänb. !ber. iit du S> e°°d. Sri“* h b,! efamt. 611 Volk ' befolg, 'ikznm ittzien- -l-ndE' Parte' und >r Lmpsang f Uachm'l' )entmaj & r Aauleitek «®ft «s nffl on Ö »itzunehw^- ktzr. berjürsorge t ö I n seine ntlicht ben fyaten fid) ier in bie M ber > auf 4747 inben, die lieg dieses undes be« ltiche Sol» lei^chafts» die allen jeue und nkreich, Loten liegt, lten von 80 2on den einer Geheute 132 rt. Weitere and, Polen, ia und an- n, die der rstätten an nnzen und aufs Sefte Oer ©fll’ i stark zu- der Soff»- !n fragen Die Deichs- et deutschen Graber W Die Fahr' ,[rauen und M C n-^r Aale der ^eichz, und die 2 Hiller, reude auf Entwick. ndführers was die ihren des Glauben Dutbe in dreieinhalb ^oolution, lnwhl van Vereinen ig Baldur ■ 6 Mil. nach dem ^enb a/s rennamen nun bis land ver» unb das rem heim» esen denk« den Mark. Rk. morgen Die Tore stehen osten. -O Vt. V'- 1 Graf Crano beim Führer in Berchtesgaden. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Das Echo in Rom. Botschafter von Ribbentrop mit Frau nach London abgefahren. (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ M , - W»»iiiaii tueieiiimiieieieiBi iiiiiiiiiiiiäiiiaigi Miiieieieii Äieiiiaiiii »■iNiWiijMiIiaiWü ueiBieiiiei^iril iiiir liiiiiei». .SSL,r 'S/ M i? ...... iimiieimeieimeieieiiiBii iiBieieiiiwieieiiieiBieieii iiBiiiiieieiiiiiiiiieimBii uaiUBlBigir iiaiiiäiaiiii "»■'-•gier ui jaiaiaiaiawt iif iiii»iii»iei»iiik iieiaiaieiaiaii iiiiüiieigigii iiiiäiaiiiaiaii ::::::::: i amBieieieiai •■■!!!■!■!■!■! -l.aiaieiaiaii iiiiiiiiiaiaij IIII» liaie jieieiiieiaiaieieieieieiaii ■iäiaiaiiieiiiiiiiiiiieiaii iiei-iaia'' '''iiiir:: liBiBiaiajin iiiiäiajaiii' ^C^äigiBiaieiiiiiaiiiii - iiaii •^leiaiaieiaiiiiiiiBiaiii -. iiiii iiBM'i'L «ÜLliHj it»Miaw»i»iit»B2LZ^ xsL '««!»!>SiäÄW^.. W iiaiaiaigiat. ^7 ...... 4i»aiaiaie;»iei iiiiaieie.-.aiiiiiiiiiäiiiS»; ■■■■-'-•-•S'Siaiäiaiäiaiiäii. liiiiiaiawiiiiii. WM iiiii'aiaiaiiiiii ■iiiiiiiäieiiieiii jiiiiiiiiiäüiiiiii ; iiiii, ,e aiaiai .sm iiiiä ■F ■!■!■ ■!■!■>■ ■!■!■ ■ «iiiiiiiaigieiai fiaiiiaigiaigiai eiiieiaiaieigia1 iiiiiimeitaiei* iiaieiiiaiaiiiai Frankreichs Vischvse gegen den Kommunismus. Der letzte Sonntag stanb in Nord- unb O st frankreich unter bem Zeichen bes G e - genstoßes ber französischen Katholiken gegen bie unerhörten Provokationen ber französischen Bolschewisten. Zuverlässige Zahlenangaben aus bem Elsaß, aus Lille unb aus vielen anberen französischen Stäbten liegen uns vor. Nur wer französische Verhältnisse kennt, weiß, was es heißt, wenn ber Straßburger Bischof vor 60 000 Elsässern in Mülhausen sprechen konnte unb i n N a n c y sich 30 000 zu einer nationalen Kundgebung zusarnrnenfanden. In Worten schärfster Kampfansage unb völliger Kompromißlosigkeit haben bie Bischöfe von Straßburg unb von Lille bas hoppelte Gesicht ber bolschewistischen Propaganba außerhalb Rußlanbs gebranbmarft unb ihn beschulbigt, bas innerfranzosische Leben burch bie ununterbrochene Zerstörungsarbeit ber Anzettelung von Streiks, örtlichen Unruhen, tätlichen Angriffen ufw. zerrüttet zu haben. Das katholische Elsaß unb basselbe Nordfrankreich, dessen Radikalsozialiften auf dem radikalsozialistischen Parteitag von Biarritz mit bem faschistischen Gruß unb ber Nationalhymne ben geballten Fäusten ber Volksfrontanhänger entgegentraten, finb erwacht, so erklärte ber Bischof von Lille. Der Haß des Kommunismus sei so groß, daß er weder das Le- Aus aller Well. Giurmfahrt ber „Queen Mary'6'. Ein schwerer Sturm, der seit zwei Tagen über den Nordatlantik und den englischen Küsten wütet, hat großen Schaden angerichtet. Der englische Riesendampfer „Queen Mary“, der am Montag mit sechs Stunden Verspätung in Southampton eintraf, hatte besonders schwer unter dem Sturmwetter zu leiden. Durch bas starke Rollen bes Schiffes würben über 50 Fahrgäste unb Mitglieber ber Besatzung verletzt. Zwei Personen, von benen eine einen Schäbelbruch erlitt, mußten noch währenb ber Fahrt operiert werben. Gleich nach ber Ankunft bes Dampfers würben sechs Verletzte in ein Krankenhaus beförbert. — Der amerikanische Dampfer „American Shippers“ (7500 Tonnen) verlor im irischen Kanal sein Steuer unb mußte von englischen Schleppern geborgen werben. Mehrere Schiffe würben burch ben Orkan auf Sfranb getrieben. Besonbers schwer würbe ber Westen Schottlanbs heimgesucht. In Glas- gow würbe ein zweistöckiger Straßenbahnwagen aus ben noch bie Ehre feiner Opfer a$te unb ihren Tob mit ben raffinierte ft en Mitteln unmenschlicher Grausamkeit herbeiführe. Man müsse im Namen ber geheiligten Rechte ber geschänbeten Menschheit ebenso wie im Namen ber christlichen Brüberlichkeit btefen Opfern bes Hasses bie tiefste Sympathie zum Ausdruck bringen, ohne sich deshalb in die inneren Angelegenheiten anderer Länder zu mischen. Man müsse sich fragen, ob bie Arbeiter unb Bauern in Sowjetrußlanb wirklich glücklich seien, nachbem ihnen jebes Recht ber Verteidigung genommen worden sei und sie nicht einmal die Möglichkeit hätten, auszuwandern. Gott möae Frankreichk vor einem solchen „Glück" bewahren. Glücklicherweise sei es in Frankreich noch nicht soweit, aber es gebe Franzosen unb Aus- länber, bie bas französische Volk ebenfalls bahin bringen möchten. In ben französischen Norb- bepartements ebenso wie im übrigen Frankreich habe ber Kommunismus bewiesen, wieweit er bie Organisierung von Unruhen burch Streiks unb Fabrikbesetzungen beherrsche. Wenn man sich aber bemühe, bie Wurzeln biefes Hebels zu suchen, so werbe man auch Mittel finben, ihm wirksam entgegentreten zu können. ben Schienen gehoben unb umgestürzt. Der Führer unb bie Insassen kamen mit Verletzungen bavon. In ben Straßen Glasgows würben viele Leute burch ab« stürzenbe Ziegel unb Kamine verletzt. Oistnwrdprozeß in Wuppertal Unter ber Anklage, ihren Ehemann K. Meyer aus Wupperau bei Solingen vorsätzlich unb mit Ueberlegung durch Gift getötet zu haben, haben sich in Wuppertal bie 36jährige Antonie Meyer und der 35jährige Robert Marx aus Solingen zu verantworten. Meyer war am 29. Mai im Krankenhaus unter Vergiftungserscheinungen gestorben. Bereits vor Eintritt seines Todes war die Kriminalpolizei zugezogen unb bie Ehefrau Meyer, als sie im Krankenhaus ihren Mann besuchen wollte, verhaftet worben. Zwei Stunben später batten bie Kriminalbeamten ben Rodert Marx, der zu Frau Meyer in näheren Beziehungen stand, verhaftet. Beide legten unter den belastenden Zeugenaussagen ein Geständnis ab, bestritten jedoch, überlegt gehandelt zu haben. — In der Verhandlung behauptete Frau Meyer, Marx habe ihr gesagt, daß sie es bei ihrem Mann einmal mit Giftpilzen versuchen solle. Nachher habe er ihr Cyankali mitgebracht, das sie ihrem Manne im Kaffee geben sollte. Sie habe es aber, wie auch ein später gekauftes Rattengift, ihrem Manne nicht verabfolgt, sondern „nur" ein kaliumhaltiges Gift mehrmals im Gemüse gekocht. Sie habe nicht die Absicht gehabt, ihren Mann umzubringen, sondern lediglich bezwecken wollen, daß er einmal krank werde, um sich auf diese Weise für die schlechte Behandlung durch ihn zu rächen. Marx erklärte, er habe versucht, Frau Meyer von dem Giftmord abzuraten. Frau Meyer beschuldigt den Mitangeklagten, daß er ihr anbcfohlen hätte, im Verhör alle Beziehungen abzuleugnen und auszusagen, daß sie das Cyankali in der Tasche ihres Mannes gefunden habe, der Selbstmordabsichten geäußert habe. Die Gifimordaffäre Brodesfer-Zohannesberg vor dem Schwurgericht. Vor dem Schwurgericht in Bonn begann die Verhandlung gegen die des Giftmordes angeklagten Heinrich Brodefser und die Witwe des Franz Johannesberg aus Bonn. Im August 1935 starben innerhalb von 14 Tagen die Ehefrau Brodefser und der Kriegsverletzte Franz Johannesberg. Es tauchten bald Vermutungen auf, daß die beiden eines nicht natürlichen Todes gestorben seien. Die Untersuchung ließ den Verdacht zu, daß die Ehepartner der Frau Brodefser und des Johannesberg sich des Giftmordes schuldig gemacht hatten. Unter der Wucht des Beweismaterials gestand Brodefser seine Schuld ein. Die Johannesberg dagegen stritt alles ab, obgleich ihr Mitangeklagter, mit dem sie seitdem in engster Gemeinschaft gelebt hatte, sie schwer belastete. Das Gericht trat zunächst in die Vernehmung des Brodefser ein, der u. a. drei Strafen wegen Fahnenflucht während des Krieges aufzuweisen hat. Von seinem früheren Geständnis rückte der Angeklagte entschieden ab. Er habe es nur deshalb gemacht, um Frau Johannesberg zu schonen. Unter dem Vorwand, nun die reine Wahrheit sagen zu wollen, wälzte er alle Schuld auf die Mitangeklagte ab. Frau Johannesberg erklärte, sie habe von dem Gift nichts gewußt. Die Aerzte, die die Verstorbenen behandelt hatten, erklärten übereinstimmend, daß in den Leichen Gift gefunden worden sei. Prozeß gegen den „Tausendmarkschein-Winler". In Halle a. d. S. begann vor dem Mitteldeutschen Sondergericht die Verhandlung gegen den 54 Jahre alten Gustav Winter aus Naumburg a. d. S., der einst durch seinen Krieg um die „rot gestempelten T a u s e n d m a r k s ch e i n e" sich einen zweifelhaften Ruhm erworben hatte, und gegen sieben weitere Angeklagte. Sie haben sich wegen Verbrechens und Vergehens gegen das Gesetz vom 14. Juli 1933 über die Neubildung von Parteien zu verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor: Aufrechterhaltung, Weiterführung und Neuausbau der sogenannten „Winter-Bewegung" nack bcm Parteiverbot. Der „Tausendmarkschein-Winter' wird außerdem beschuldigt, seine Anhänger um 50 000 Mark betrogen zu haben. Zur Durchführung der Beweisaufnahme sind zwei Sachverständige und über 60 Zeugen geladen. Unerschrockene Rettungskat eines deutschen Artisten. Zu dem vor kurzem gemeldeten Zwischenfall im Pariser Winterzirkus, bei dem ein dänisches Tierbändiger-Ehepaar von einem Tiger ange- fallen und schwer verletzt wurde, erfahren mir folgende Einzelheiten: Bei der Abendvorstellung fiel der als hinterlistig bekannte Tiger Prinz die die Tiergruppe vorführende Frau Schirow an und brachte ihr schwere Verletzungen an Arm, Brust und Rücken bei. Der zu Hilfe eilende Ehemann wurde ebenfalls von einem Prankenhieb schwer verletzt. Während alle anderen Zirkusangestellten, von Entsetzen fast gelähmt, tatlos dem heimtückischen Anfall des Tigers gegenüberstanden, sprang in diesem Augenblick höchster Gefahr der deutsche Tierbändiger Max Stolle aus Dresden, der in dem gleichen Programm eine Elefantengrup^e des Zirkus Sarrasani vorführt, unter Einsatz seines Lebens kurz entschlossen in den Käfig. Es gelang ihm auch, Zu den Vorgängen in Brüssel. M ■ ■ $ ' Neben der von der Polizei verbotenen großen Kundgebung der Rexisten in Brüssel fand am Sonntag die Kundgebung der Frontkämpfer am Grabmal des Unbekannten Soldaten mit dem Vorbeimarsch vor dem König statt. Die Rexisten, die sich in großen Mengen in der Hauptstadt Belgiens eingefunden hatten, umsäumten die Straßen, durch die der Frontkämpferzug ging, und begrüßten ihre Kameraden mit erhobenem Arm. — (Scherl-Bilderdienst-M.) I Büchertisch. — Walter Kramer: Der politische Wille als geschichtsbildende Macht. Der Untergang des Zweiten und die Entstehung des Dritten Reichs als Wirkung geistiger Kräfte. Ein Ueberblick in Fragen und Antworten. Verlag Herm. Reyer, Leipzig O 3, Preis 0,80 Mark. — (286) — Das Büchlein erscheint geeignet in seiner klaren Gliederung und Darlegung bei Schulungsvorträgen wertvolle Dienste zu leisten. — Otto Bernhard Wendler: Sommertheater. Roman. 314 Seiten. Leinen 4.—, kart. 3.— Mark. Schützen-Verlag GmbH., Berlin SW 19. — (290) — Ein leicht lesbarer Unterhaltungsroman, dessen bunte und figurenreiche Handlung sich um die Komödianten- und Liebesgeschichten einer sommerlichen Kleinstadt rankt. — Otto Hoffmann: Wieliestmanden Wirtschaftsteil einer Tageszeitung? Kart. 4,50 Mark. Halbleinen 5,40 Mark. Sozietäts- Verlag Frankfurt a. M. — (313) — Aus dem Bedürfnis entstanden, dem Zeitungsleser eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und eine übersichtliche Darstellung der wirtschaftlichen Formen und Vorgänge an die Hand zu geben, ist diese völlige Neubearbeitung des Buches „Wie liest man den Handelsteil einer Tageszeitung?" zu einem umfassenden Handbuch der Wirtschaft geworden. Es wendet sich an Laien und Fachleute in gleicher Weise; denn es geht einerseits von den Grundbegriffen des Wirtschaftslebens aus, fetzt keine Kenntnisse voraus, insbesondere nicht die Kenntnis der wirtschaftspolitischen Terminologie, und enthält anderseits Spezialdarstellungen der einzelnen Wirtschaftsgebiete, die auch dem wirtschaftlich Erfahrenen und Tätigen Neues und Anregendes geben. Den vielfachen und engen Zusammenhängen der reinen Geldwirtschaft mit den. allgemeinen Problemen des gesamten Wirtschaftslebens ist durch eine gegenüber früher erweiterte Fassung des Themas Rechnung getragen. den Tiger von seinen Opfern abzudrängen und die bewußtlose Frau Schirow aus dem Käfig zu bergen. Dem mutigen und tapferen Eingreifen des jungen Deutschen ist es zu verdanken, daß bei dem Zwischenfall keine Verluste an Menschenleben zu beklagen waren. Da das dänische Ehepaar infolge seiner Verletzungen nicht imstande war, aufzutreten, führte Stolle an den nächsten Tagen ohne vorherige Probe außer der Elefanten- auch die Tigergruppe der Dänen unter dem tosenden Beifall der Pariser vor. Die Pariser Zeitungen widmeten der mutigen Tat des deutschen Artisten breite Spalten an bevorzugter Stelle und lobten insbesondere sein unerschrockenes Eingreifen. Folgenschwere Explosion. Bei der Firma Reimann 8z Sohn, Mechanische Kleiderfabrik in Neugersdorf in Sachsen ereignete sich eine folgenschwere'E x p l o s i o n. Aus noch nicht bekannter Ursache explodierten in den Gebäudeteilen, in dem die Gerberei und Färberei untergebracht sind, die dort lagernden Benzintanks. Das Dach des Hauses wurde emporgeschleudert und das Innere vollständig zertrümmert. Die Explosion hatte ein Großfeuer zur Folge, das jedoch in einer Stunde niedergekämpft werden konnte. Man befürchtet, daß bei dem Unglück auch Menschen ums Leben gekommen sind. Blutvergiftung durch Tintenstift. In Kassel hatte sich ein junger Postbeamter mit einem T i n t e n st i f t in die linke Hand gestochen. Der junge Mann begib sich zwecks erster Hilfeleistung zur nächsten Sanitätswache, brach aber hier plötzlich bewußtlos zusammen. Die Sanitäter stellten eine vorgeschrittene Blutvergiftung des Armes fest, so daß der Bedauernswerte schleunigst einem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Schweres Eisenbahnunglück in Rumänien. — 8 Tote, 50 Verletzte. In der Nähe von Focsani in Rumänien entgleiste ein Personenzug, wobei zwei Wagen vollständig zertrümmert wurden. Das Unglück hat bisher 8 Tote gefordert, lieber 50 Personen sind verletzt. Es handelt sich meist um Kriegsinvaliden, die sich auf der Fahrt nach Bukarest befanden. Sie wollten dort die Neuregelung ihrer Versorgungsansprüche betreiben. Die Bergungsarbeiten sind äußerst schwierig. Wieder ein Opfer der Gärgase. In den letzten Tagen wurde von zwei Fällen berichtet, in denen Menschen durch Gärgase im Weinkeller getötet wurden. Nun kommt auch aus dem Breisgaudorf Schallstadt die Meldung, daß der Landwirt Wilhelm Joos diesen Gärgasen zum Opfer gefallen ist. Joos wurde im Keller leblos aufgefunden. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg Kunst und Wissenschaft. Professor Georg Schumann 70 Jahre alt. Aus Anlaß des 70. Geburtstages von Professor Dr. h. c. Georg Schumann, des stellvertretenden Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste und Direktors der Singakademie, fand in der Singakademie in Berlin eine Feierstunde statt, die von der großen Beliebtheit und der allseitigen Anerkennung, die Schumanns musikalisches Wirken und Schaffen findet, Zeugnis ablegte. Die Glückwünsche der Preußischen Staatsregierung und des Reichs- und Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung überbrachte Staatssekretär Z s ch i n tz s ch , der Professor Schumann im Namen der Preußischen Staatsregierung die selten verliehene „Zelter-Plakette" überreichte. Eine besondere Ehrung wurde Professor Schumann von seiner Geburtsstadt Königstein (Sächsische Schweiz) bereitet, die ihm die Ehrenbürgerschaft verlieh. „Wir suchen den besten Zeitungsroman." Die Reichsschrifttumsstelle teilt mit: Die Bekanntgabe der Preisträger im Preisausschreiben „Wir suchen den besten Zeitungsroman" sollte ursprünglich aus Anlaß der „Woche des deutschen Buches 1936" erfolgen. Die überaus große Zahl der Einsendungen 'macht eine besonders sorgfältige Prüfung notwendig, die zu dem genannten Termin noch nicht abgeschlossen werden konnte. Die Verkündung der Preisträger wird nunmehr am „Tag der deutschen Presse 1936" erfolgen Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit hat sich werter verstärkt. In rascher Folge ziehen Sturmwirbel über Nord- und Ostsee ostwärts und rufen unter ständigem Wechsel zwischen warmen und kalten Luftmassen äußerst unbeständige Witterung hervor. Während bei uns in der Nacht zum Dienstag (Temperaturen 4 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt) ergiebige Regenfälle fielen, werden von England bereits Schneefälle gemeldet, lieber der Nord- und Ostsee sind erneut Stürme aufgetreten, die sich tief in das Binnenland hinein bemerkbar machen. Zunächst stößt unter böigen West- und Nordwestwinden kalte Lust nach Deutschland vor, doch setzt sich auch weiterhin das sehr wechselhafte und unbeständige Wetter fort. Aussichten für Mittwoch: Zunächst veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung und nur noch vereinzelten Schauern, dann wieder zunehmende Verschlechterung und Regen, bei kräftigen westlichen bis nordwestlichen Winden kälter. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der unruhigen und wechselhaften zu Niederschlägen geneigten Witterung. Lufttemperaturen am 26. Oktober: mittags 94 Grad Celsius, abends 7,5 Grad; am 27. Oktober: morgens 12,5 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum heute nacht 7,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Oktober: abends 8,5 Grad; am 27. Oktober: morgens 9,5 Grad. — Niederschläge 6,4 mm. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leitet: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 04948 JungerArbeiter 30 Nähre, sucht Mädchen vom Lande atü. spät. Heirat kennen zu lernen. 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Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutzoerordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich ober als Liebhaber und Naturfreund tn Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Her» und Pflanzensteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barien-Handlungen und Lehrrnittelgeschüfte, Präparatoren, Ausftopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derküufer, Kranzbindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Pollzeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. W LemWer Beilog, W.'jMlerWe Verkäufe Hochtrag, schweres Simmentaler Rind gelernt,zmnVer- kauf. 6816D Diehl I., Münzen- herg(Krs. Friedberg), Tränkg. 3 | Vermietungen"! Umzugshalber ist unsere WWW bestehend aus 5 Zimmern u. Zubehör zu verm. Dr.Arold Hindenburg- wall 22II. 6824D Schöne 04957 4-Hrtolio. 2. Stock, mit Zubehör ver 15.11. für RM. 65.- zu vermieten. Bleichstr. 14 v. Kleines Nehenhaus z. 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Dazu ist zu bemerken, daß die Aufrollung dieser Frage für unser Gebiet nichts Neues bedeutet, da die Diskussion über die Zweckmäßigkeit der Einführung des Ferngases ins Rhein-Main-Gebiet schon öfter seit etwa zehn Jahren die Gemüter bewegt. Seit einigen Monaten wurde die Frage von der Ruhr-Gas AG., die als Lieferant des Ferngases neben Saar- Gas AG. und Thyssenjchen Gas- und Wasserwerke GmbH, auftritt, erneut aufgeworfen. Es wurden für die Notwendigkeit der Erweiterung des Abnehmerkreises für Ferngas die verschiedensten Gründe, u. a. das Vorhandensein von Ueberschußgas, die Ueberkapazität der Kokereien u. a. m. angeführt, Gründe, die sich im Laufe der verschiedenen Erörterungen auch in anderen Gebieten des Reiches immer wieder als nicht so stichhaltig herausgestellt haben wie sie von den Lieferanten des Ferngases hingestellt wurden. Man kann die Frage nicht bejahen und verneinen vom Standpunkt der daran interessierten Lieferindustrien oder von dem der vorhandenen Gaswerke. Einzig und allein kann nur entscheidend sein der Vorteil, den etwa die Wirtschaft und die Bevölkerung unseres Gebietes in ihrer Gesamtheit durch die Einführung dieser Neuerung erhalten kann und darüber hinaus die Frage, ob die Einführung des Ferngases im Rhein- Main-Gebiet der Volkswirtschaft gemeinhin nützlich oder schädlich ist. Dabei muß man sich hüten, das Problem irgendwie leichtfertig und nur vom Standpunkt des Augenblicks zu betrachten, sondern muß sich klar darüber sein, daß mit der Bejahung des Ferngases für unser Gebiet eine Entwicklung auf Jahre und vielleicht aus Jahrzehnte hinaus in'wirtschaftlicher Beziehung festgelegt ist. Es ist nicht zu leugnen, daß schon zur Zeit ein steigender Bedarf an Gas seitens der Wirtschaft vorliegt, und man muß sich darüber klar sein, daß auch die kommenden Jahre eine noch stärkere Steigerung des Gasbedarfs erwarten lassen. Es wird deshalb einmal der Zeitpunkt eintreten, an dem die örtlichen Werke allein und ohne gegenseitige Unterstützung den Lieferunqs- onforderungen nicht mehr genügen können. Es wird also einmal notwendig sein, entweder durch Neubau großer Anlagen und den Ausbau der Verbundwirtschaft oder aber durch Inanspruchnahme von Ferngas diesen Bedarf der Industrie zu befriedigen. Das Allgemeininteresse entscheidet. Das kann aber nicht soweit führen, den Ferngaslieferanten nun die Gesamtversorgung des Gebietes zu übertragen und damit die gesamte Industrie abhängig zu machen von einigen wenigen in sich aufs engste zusammengeschlossenen Gas- lieferanten, denen damit eine Monopol st el- lung eingeräumt würde, die einmal nicht dem Wollen der Partei entspricht und zum anderen die unbedingt notwendigen Einwirkungsmöglichkeiten der Allgemeinheit, d. h. der öffentlichen Hand vermissen läßt. Es maa angegeben werden, daß die Industrie im Einzelfalle heute einen kleinen Vorteil bei dem Uebergang zum Ferngas haben könnte, wobei bemerkt werden muß, daß die Ferngaslieferanten nicht etwa allgemeingültige, gleiche Preise anbieten, sondern bei zwar gleichen Lieferungsmöglichkeiten und Kosten nach durchaus liberalistischen Grundsätzen im Einzelfalle d i e Preise heraus- holen, die herauszuholen sind. Aber auch der heute vielleicht noch vorhandene Vorteil wird sich im Laufe der Jahre bei der weiterschreitenden Monopolisierung auf dem Gasmarkt insofern zu einem Nachteil auswirken können, als bei der Preisgestaltung, immer weniger das GrundüeinlWnaWmHauledesDeuMenRechts X & I*i6 W ■ 8 ■ MD X >> ’> R XRx. * * i j x M ■'» * > z - Von Seiten der Ferngaslieferanten können fei« nesfalls irgendwelche Teilgebiete der Wirtschaft des Rhein-Main-Gebietes zur eigenen Belieferung herausgenommen werden, während im übrigen die kommunalen Gaswerke weiterliefern. Es kann bet richtiger Auffassung des Problems nur so sein, daß bei Bezug von Ferngas dieses als Spitzen- menge von den kommunalen Gaswerken zur Verteilung bezogen wird. In dieser Richtung bewegen sich wohl auch die Erwägungen, die von den daran beteiligten Stellen des Staates, der Gemeinden und der Industrie in unserem Gebiet angestellt worden sind. Um eine Einheitlichkeit der Stellungnahme zu erreichen, haben sich die Gemeinden und Kreise des Rhein-Main-Gebietes zu einer Rhein-Mainische n - Gas - G. m. b. H. zusammengeschlossen. Diese hat die Aufgabe, unter weitgehendster Berücksichtigung aller Wünsche der Industrie unseres Gebietes die Interessen der Allgemeinheit und der gesamten Volkswirtschaft unseres Gebietes zu wahren. Der Gauleiter dankt der Bevölkerung seines Ganes. Bei der großen Herbstübung 1936 haben sämtliche Staats- und Gemeindebehörden, in deren Bereich sich die Herbstübung abwickelte, die Wehrmacht nach besten Kräften unterstützt, so daß die Große Herbstübung 1936 reibungslos durchgeführt werden konnte. Der Oberbefehlshaber des Gruppenkomm-an- unbedingt zu erhalten. Werken öffentliche Interesse, sondern vielleicht immer mehr das Privatinteresse und immer mehr ein überspitztesGewinn streben die Preisgestaltung beeinflussen könnte. Wenn es schon nachgewiesen wurde, daß der Uebergang zum Ferngas für die Industrie — auf die Dauer gesehen — keinen Vorteil bringen kann, so muß andererseits hervorgehoben werden, daß, wie schon oben ausgeführt, vielleicht für kommende Zeiten bei stark ansteigendem Gasbedarf eine gewisse Notwendigkeit bestehen wird, den Ausgleich durch Ferngasbezug zu befriedigen. Man kann aber bei Erörterung dieses Problems an den schweren wirtschaftlichen und finanziellen Gefahren, die ein sofortiger Uebergang zum Ferngasbezug für das gesamte Gebiet mit sich bringen muß, nicht achtlos vorübergehen. Ein Uebergang zum Ferngasbezug, auch nur für die großen Jndu- ftriewerke unseres Gebietes, würde für die' kom - munalen Werke einen erheblichen A b - f a tz v e r l u st zur Folge haben, der sich im Laufe der Jahre immer stärker auswirken und insbesondere bei den kleineren Werken zu einem Zusammenbruch dieser Werke führen müßte, soweit man nicht schon von feiten der Ferngaslieferanten mit dem Gedanken der alsbaldigen Stillegung der klei- Jn Gegenwart zahlreicher Ehrengäste vollzog Reichserziehungsminifter R u ft die Grundsteinlegung zum Haufe des Deutschen Rechts in München. Rechts: Reichsminister Dr. Frank. — (Scherl-Bilderdienst-M.) worden, die aber zum Teil, da die eigenen Anlagen nicht ausreichen, von den Großlieferanten den Strom beziehen. Es zeigt sich also, daß soweit dieses Gebiet in Frage steht, ebenso Verteilungshoheit als auch Preishoheit bei den kleinen Betrieben verblieben ist, während lediglich der Spitzenausgleich bzw. die Menge, die bei der Kapazität des eigenen Werkes nicht geliefert werden kann, von dritter Seite, den Großlieferanten bezogen wird. Wenn also bei Prüfung des gesamten Problems die Frage, ob für unser Gebiet überhaupt e i n- m a l Ferngas bezogen werden soll, nach allen Ueberlegungen bejaht werden kann, so muh andererseits aber genau so eindeutig die Erhaltung der kommunalen Gaswerke bejaht werden. Das heißt aber, daß es unbedingt erforderlich ist, Preishoheit und Verteilungshoheit — rote auf dem Elektrizitätsmarkt — den kommunalen Erntedankfest in Ost-Afrika. Bananen und Kaffee, Vanille und Pfeffer im Erntekranz. dos 2, General Ritter von L e e b , hat mir gegenüber den besonderen Dank der Wehrmacht für die ihr durch die Staats- und Gemeindebehörden zuteil gewordene Unterstützung ausgesprochen, nicht zuletzt aber auch für das mustergültige Verhalten der Bevölkerung. Sie habe in glänzender Disziplin die nicht immer bequemen Beschränkungen hingenom- men und alle behördlichen Maßnahmen freudig und verständnisvoll unterstützt. Insbesondere habe sie ihrer inneren Verbundenheit mit dem Heere in vorbildlicher Weise dadurch Ausdruck gegeben, daß sie alle mit einer starken Truppenbelegung verbundenen Lasten nicht nur hingenommen, sondern in persönlicher Fürsorglichkeit der einquartierten Truppe alle denkbaren Opfer gebracht habe. Don der Truppe als Trägerin des soldatischen Ehrenkleides sei diese soldatische Gesinnung mit besonderer Genugtuung empfunden worden. Ich schließe mich dem Dank des Oberbefehlshabers voll und ganz an und bin der Gewißheit, daß sich diese soldatische Haltung der gesamten Bevölkerung in aller Zukunft bewähren wird. S p e n g e r. neren Werke sich beschäftigt. Das Ergebnis solcher Maßnahmen oder einer solchen Entwicklung wäre zunächst einmal eine erhebliche Schädigung des in diesen Werken angelegten Volksvermögens. Darüber hinaus würde eine große Zahl von Volksgenossen durch eine solche Maßnahme zwangsläufig ihre Arbeitsplätze und damit ihre Existenz verlieren. Außerdem müßte das gesamte Transportgewerbe einschließlich der Reichsbahn durch die wegfallenden Kohlen- und sonstigen Beförderungsaufträge erhebliche Verluste erleiden. Dazu kommen Schädigungen des ortsansässigen Handels und Handwerks und außerdem als wichtigstes der Fortfall erheblicher Steuereinnahmen und Einnahmen der öffentlichen Hand aus diesen Werken, die bei der teilweise noch immer angespannten Lage der städtischen Finanzen als unerträglich bezeichnet werden müssen. Wie die Lage am Elektrizitätsmarkt, wo einmal ähnliche Tendenzen festzustellen waren, zeigt, sind großenteils die kommunalen Werke erhalten Die Leitung des Auslands-Organisation der NSDAP, stellt uns den folgenden Aufsatz zur Verfügung. Die Anregung der Auslands-Organisation der NSDAP., auch auf unserem Vorposten des Deutschtums ein richtiges Erntedankfest zu veranstalten, wurde hier begeistert ausgenommen. Weniger leicht war allerdings die Ausführung, weil unser Gruppengebiet „nur" etwa 120 Kilometer im Umkreis mißt. Mir war die ehren- und ziemlich dornenvolle Aufgabe zugefallen, einen würdigen Erntekranz zu beschaffen. Das ist nämlich hier nicht so, daß man einfach zum Gärtner um die Ecke geht und sagt: Machen Sie mir zum Sonntag einen Erntekranz für fünf oder zehn Emm" und ... bums, am Samstag früh liegt das Stück fix und fertig auf dem Ladentisch. Nein! Weder Neger noch Inder oder Engländer haben nämlich eine blasse Ahnung davon, was eine Erntekrone ist. Auch kann man nicht etwa einfach einen kleinen Spaziergang aufs Land machen und so im Handumdrehen einen Buschen Aehren nebst Kornblumen und Mohn pflücken, weil ... je nun, weil es das in unserer Gegend gar nicht gibt. — Als ich über mein Leid stöhnte, hatten die Herren vom Festausschuß nur ein Achselzucken: „Tja, ein richtiger Erntekranz muß her, und wenn Sie die ganze Kolonie mobil machen!" Im Sprachschatz eines Nazi existiert ja bekanntlich das Wort „unmöglich" nicht, also ging ein Rundschreiben an die deutschen Ansiedler hinaus, in dem dringendst Material für eine Erntekrone angefordert wurde, und zwar schon zum kommenden Freitag. Das ist nämlich in Tanga der Bauerntag, an dem von jeder Pflanzung jemand zur Stadt kommt, um Geld für Löhne zu holen, Besorgungen zu machen und ... na ja, auch einen Trunk mit Bekannten zu nehmen. — Und meine Mobilmachung hatte Erfolg! Zeitig früh schon kam die erste Erntegabe aus Mnyusi, 70 Kilometer von hier: zwei schöne Büschel roter Pfeffer. „Hm, das sieht zwar nicht gerade nach einer Erntekrone Kundgebung zur Woche des deutschen Buches. Josef Weinheber und Robert Hohlbaum lesen aus eigenen Werken. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Goethe- Bund und Kaufmännischer Verein, sowie der örtliche Arbeitsausschuß zur Buchwoche hatten für gestern abend zu einer Kundgebung aus Anlaß der „Woche des deutschen Buches 1936" ins Stadttheater eingeladen. Eine erfreulich große Zahl von Besuchern war dem Rufe gefolgt. Der feinsinnige Vortrag des 1. Satzes aus dem Streichquartett Nr. 6, op. 18, von Beethoven leitete Die Feierstunde ein. Darauf betrat Oberbürgermeister Ritter Gießen, die mit den Farben des Reiches und mit frischem Grün geschmückte Bühne zu einer Ansprache, in der er die Erschienenen willkommen hieß, seiner Freude Über den zahlreichen Besuch Ausdruck gab, dem Goethe-Bund und dem Arbe. s- ausschuß für die Vorbereitung des Abends dankte und dann u. a. etwa folgendes ausfuhrte: Wir wissen, welche Ausgaben heute dem deutschen Buche gestellt sind: es soll Mittler sein von Mensch Menlck es hat die Ueberlieserung zu wahren und ist der Nachwelt verpflichtet. Wir haben heute besonders den Wert des Buches erkannt: nur w,f. |en, was wir dem deutschen Buche zu verdanken haben — Der Vortragende erinnerte an die verheerenden Folgen der Systemzelt, als Juden die Buchproduktion in Händen hatten als Verfall und Sittenlosigkeit infolge der Verbreitung lud,scher Bucher um sich griffen. Heute ist >edem, der Bucher schreibt und Bücher verlegt, hohe Verantwortung gegeben. Niemand kann dem nationalsozialistifchen Staate Vorwürfe darüber machen, daß -r bestimme was geschrieben wird und werden darf, feder darf schreiben, wenn er dem Volke und dessen Zukunft damit dient. Wir wissen selbst um d.e Erlebmss- welche vom guten Buche ausgehen, um die Kraft die daraus geschöpft wird, — die gleiche Kraft wie aus der lebendigen Rede. Oberbürgermeister R i t - ter schilderte in diesem Zusammenhang die über, wälügenden und wegweisenden Eindrücke, die ihm aus Hitlers Buch „Mein Kampf immer aufs neue zuteil wurden. Und so wie das Buch unter uns und auf uns zu wirken bestimmt ist, so wirkt es auch über die Grenzen, ist dieses eine Buch ,m politischen Leben der Volker von unabsehbarer Be- deutung. Deshalb find alle Maßnahmen der For- derung des deutschen Buches durch die Reichsregie- runfl eine unabweisbare Notwendigkeit. - Ober- Bürgermeister Ritter schloß mit dem Wunsche, die Buchwoche möge auch bei uns in Gießen die Anregungen geben, die von der Regierung erwartet werden, iinb mit der Aufforderung, unserer Pflichten gegen das deutsche Buch eingedenk zu sein — uns selber und unserem» Volke zum Segen. Von den beiden Dichtern, denen der Abend gewidmet war, und die wir beide bereits mit Bild und kurzem Lebensabriß unfern Lesern vorgestellt haben, betrat zuerst der mit dem Mozart-Preis ausgezeichnete Wiener Lyriker Josef Weinheber die Bühne. Er begann seine Vorlesung mit der „Hymne an die deutsche Sprache" aus dem Gedichtbande „Adel und Untergang", und wie hätte eine Stunde, die sich der Würde des Wortes verpflichtet hatte, vornehmer und sinnvoller begonnen werden können als mit der leidenschaftlichen und doch durch edles Maß gehaltenen Anrufung der „Sprache unfer", die uns Heimat ist, Zuflucht und Trost, „dunkle Geliebte, heilige Mutter"? Schärfer und heftiger klingt der streng gebundene Rhythmus der „Trommel"; das Gedicht „Am Ziele" kreist um die Entschleierung und die letzte Weisheit eines Menschen auf dem Totenlager. Dann hörten wir drei Gedichte aus dem Zyklus „Osterwanderung. durch die Wachau": das erste, „Weißenkirchen", ein aus gesteigertem Lebens- und Naturgefühl kommender, trunkener Gesang an das „süße Leben"; das zweite, „Nacht", verhaltener und einfacher, aus dem Bewußtsein der Verbundenheit mit mütterlichem Erde und heimatlicher Landschaft aufsteigend, das dritte, „Einkehr", ein stiller, beseelter Abgesang. Eines der schönsten und reinsten Gedichte dieses Abends war der „Vorfrühling", voller Empfindung, dabei febarf, lebendig und angeschaut in jedem Wort und Bild; und die leise österreichische Tönung in Vers und Sprachklang gab dem Gedicht seinen besonderen Charakter und menschlichen Reiz. Schlechthin vollkommen darf auch das Gedicht „An einen Schmetterling" genannt werden, an den „Boten einer tief ersehnten Welt", „aus Gottes Traum geboren" — vollkommen in der sprachlichen Beherrschung, im reinen Zusammenklang von Form und innerstem Kern. — Aus Weinhebers letztem Gedichtband „Späte Krone" hörten wir zunächst das (vor kurzem in der Unterhaltungsbeilage abgedruckte) Gedicht „An den Wurzeln", ein uns besonders ehrwürdiges Thema umkreisend, von den Müttern singend und an die Wesensgründe des Daseins rührend. Wieder spürt man den Hölderlin-Ton anklingen, und wieder spürt man die starke, lebendige und eigene Weise, die das lyrische Werk dieses spät erkannten Dichters kennzeichnet und adelt .. auch in der „Kaisergruft", vom „unerbittlichen Maß der Ehrfurcht wie des Vergessens" kündend, im „Befreiten Helden" und in oer „Meditation". Den Abschluß bildeten die zwölf Gedichte aus einem bäuerlichen Kalender: auch hier, in diesen einfachen Reimpaaren, ganz schlicht und fromm, in welchen der Dichter den bäuerlichen Jahreskreis ausschreitet und die alten Kalenderheiligen beschwört, empfindet man in der vom Aufgang zum Niedergang sich wandelnden melodischen Weise nicht allein die Spur von Weinhebers Ahnenerbe und Herkunft, auch das typisch Oesterreichische seines Wesens; und man bewundert, solche Verse mit den zuerst gelesenen vergleichend, Reichtum und Einheit einer reifen und in sich ruhenden künstlerischen Persönlichkeit, Leichtigkeit und Vielfalt, beherrschte Gefühlskraft, ein edles und strenges Maß, dem jedes Wort und jede Zeile willig untertan ist. — Nach der Pauje las Robert Hohlbaum: er begann mit zwei Kapiteln aus feinem eben erst bei Langen und Müller in München erschienenen Roman „Zweikampf um Deutschland", der, zeitlich etwa die Spanne von 1848 bis 1870 umfassend, das Nationalitätenproblem im alten Oesterreich behandelt und vor allem in der Geschichte des österreichischen Heeres unter Radetzky sich spiegeln läßt. Hohlbaum wählt zwei sehr verschieden geartete Offizierstypen, um an ihrer Gegenüberstellung Spiel und Gegenspiel zu entwickeln; er erzählt schnell, fließend und flüssig, in einer sich steigernden Verschärfung von Situation und Dialog zum Kern vorstoßend, und erreicht den Höhepunkt romanhafter Spannung in einer knapp und eindringlich vorgetragenen, erregenden Erschießungsszene. — Man kann aus einem Kapitel wie diesem freilich Umfang und Ausmaß des Buches und feiner Problemstellung nur ahnen. Im zweiten, dem gleichen Buche entnommen und „Die Grenze" überschrieben, nähert sich Hohlbaum der nämlichen Generalfrage mit der Schilderung eines Ausfluges, den ein Lehrer mit feinen Schülern unternimmt... gleichsam durch die persönlich-räumliche Begegnung mit der äußeren Scheide zwischen zwei Staaten, zwei Völkern. In einer durch ein kurzes Mundart-Gespräch eigentümlich belebten Szene im Wirtshaus an der Grenze findet dieses Kapitel feinen Höhepunkt; dann klingt es, mit einer einfachen Volksliedweise, still und lyrisch aus. Den stärksten und einheitlichsten Eindruck von Hohlbaums Vorlesung hinterließ das Eingangskapitel aus der Erzählung „Getrennt marschieren", eine sehr lebendige Szene zwischen Moltke und Benedek auf dem Schauplatz von Golferino, ein Jahr nach der Schlacht. Hier stehen sich Sieger und Besiegter von Königgrätz gegenüber, und es ist sehr reizvoll zu erleben, wie Hohlbaum, wiederum schnell, knapp und mit Humor erzählend, in dieser Begegnung nicht nur zwei Persönlichkeiten, zwei Feldherren, zwei Temperamente einander gegen« überstellt, sondern in ihnen zugleich die ausgezeichneten und charakteristischen Vertreter ihrer Nationen erkennt: hie Oesterreich — hie Preußen, beide in ihrer ausgeprägtesten, nobelsten und liebenswürdigsten Gestalt. Das ist sehr anschaulich, übrigens auch mit großem Taktgefühl, feinsinnig, überlegen, ohne Enge und Kleinlichkeit entwickelt. — Das Ganze ein glücklicher Abschluß dieses wertvollen Dichter- Abends, welcher den Vortragenden reichen Beifall eintrug und die Hörer mit vielen, guten Eindrücken entließ. Wir wollen wünschen, daß die Veranstaltung — auch über die kurze Spanne der Buchwoche hinaus — anregend und fruchtbringend weiterwirkt. * In der Pause hatten die Besucher Gelegenheit, die im Foyer eingerichtete (am Samstag hier bereits besprochene) Ausstellung „Papier, Druck und Buch" zu besichtigen, die bis zum 1. November täglich geöffnet ist. Diese Ausstellung trägt in ihrem Aufbau, in der Zusammenstellung und Ausgestaltung der verschiedenen Gruppen ein ganz eigenes Gesicht: sie gibt einen Einblick in die Arbeit der hiesigen Buchhersteller und Buchhändler und ist geeignet, die in der Vorlesung empfangenen Eindrücke sachlich und anschaulich — gleichsam von der praktischen Seite her — zu vervollständigen und zu vertiefen. An einem sehr interessanten Einzelbeispiel wird der Werdegang vom Manuskript zum Buch im fortschreitenden 'Arbeitsprozeß von Text- und Bildgestaltung vorbildlich dargestellt. Einen Einblick in die kunsthandwerkliche Tätigkeit des Buchbinders gewährt die sachlich anschließende zweite Gruppe der Ausstellung, die eine Reihe höchst geschmackvoller Arbeiten zur Schau stellt; die dritte, unter dem Kennwort „Das Volk lebt im Buch", ist eine übersichtlich gegliederte, vielfältig anreaenbe und einladende Leistungsschau des Buchhandels, die eine Auswahl aus dem Reichtum der Neuerscheinungen auf dem deutschen Büchermarkt vorführt. hth. Eine tapfere Iran. Wie aus Montreal berichtet wird, rettete Mrs. Dan Munday, die Frau eines bekannten Bergsteigers aus Vancouver, ihren Gatten vor einem Bären, der ihn bei einer Bergtour angegriffen hatte. Das Ehepaar hatte die gefährliche Bearpaw- Schlucht überschritten, als sie auf ein Bärenpmges stießen, das sie zu photographieren versuchten. Plötzlich tauchte die Bärenmutter auf und griff wütend den Mann an, der zu Boden fiel. Da stürzte sich Mrs. Munday mit ihrem Eispickel auf den Bären und bearbeitete ihn damit so kräftig, daß das T'cr von dem Mann abließ und die Flucht ergriff. 50 Zähre (Station Großen-Linden Wirtschaft Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Jronrturt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 7N. turü börse' 24.10 | 26-10. 0 8 7 Hellen & Guilleaume 32, Die hinter den Papieren 62,56 57,04 62,82 57,26 16,4 39 16,4 126 126,5 105 107,5 106,5 193 l\ 92,5 112 168 142 125,5 171 59,75 449 177 123 145 158 118 154 127 117,75 16,75 16,13 125 127 105 107,5 106,5 192,25 40,5 166,5 134 160,13 138,5 143 136,75 139,9 162 206,25 153,5 16,25 15,9 124,5 105,25 107,5 107 192,5 123,65 146,25 158 118,4 214 154 127,5 117,75 121,75 146 156,5 117,75 212 152,75 127 117,13 178,9 280 126,9 139,5 149,75 159,75 237,5 154,5 124,4 44,25 146,75 139 197 95,25 115 167,75 140,4 124,75 168 60,5 447 207 175,5 32,65 99,5 2,471 41,92 54,38 12,18 11,565 134,34 61,22 6 6 3 3 40,5 166,25 134 161,5 139 144,75 140 162 209,5 154 122 145,75 156 117,5 152 126,75 117,25 16,25 39,5 16 124,9 126,5 105,25 107,5 107 192,25 9 b 6 5 3. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt ...... Goldschmidt Rütgerswerle Metallgesellschaft 2,451 41,76 54,16 12,14 11,525 133,80 60,98 Phlltvp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cemenlwerk Karlstadt.. V---/ zum Schlachthof direkt: 86 (188) Ochsen, 51 (14) Kühe, 54 (58) Färsen. Kalber 344 (321), Hammel und Schafe 82 (148), Schweine 2242 (1977). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (am 19. Okt. 43 bis 45), b) 37 bis 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (39). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (27 bis 33), d) 25 (25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 36 bis 40 (36 bis 40), c) 35 (35), Kälber a) 65 (65), b) 55 (55), c) 40 (40), d) 40 (—). Hämmel b2) 51 bis 52 (48 bis 50), c) 49 bis 50 (44 bis 47). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57) a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51) oauen gl) 56 (56). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe belebt, ausverkauft. 133,5 | 159,5 158 | Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 876: Neuregelung gewisser Zahlun- gen im Verkehr mit der Schweiz: betr. die Bezahlung von Veredlungslöhnen, Nebenkosten und ideellen schweizerischen Leistungen sowie die Abdeckung alter Verbindlichkeiten aus der Einfuhr nichtschweizerischer Waren. — 877: Herabsetzung der Devisengenehmigungen für Ueberweisungen von Versorgungsbezügen, Renten und Unterstützungen nach den Abwertungsländern. — 878: Die Zollsenkungen in Lettland. — 879: Nachnahmepakete nach Frankreich. — 880: Anordnung der Wirt- schaftsgrirppe Kraftstoffindustrie. — 881: Gebühren» ordnung der Ueberwachungsstelle für Edelmetalle. — 882: Rundschreiben der Ueberwachungsstelle für Wolle. Zur Frage der Ausfuhrauflage für Kämmerer- und Spinnereiabgänge und zur Frage des verbanülichen Verkaufs durch den Wollhandel. — 883: Verordnung über Fleisch- und Wurstpreise. — 884: Genehmigungspflicht bei Gewährung von Preisnachlässen bei der Ausfuhr nach Abwertungsländern. — 885: Die devisenrechtliche Stellung von ausländischen Gesellschaften, die ihren Sitz im Jn- lande haben. — 886: Die Wertbestimmungen von Einfuhrwaren in Italien. — 887: Anordnung 20 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern über Abänderung der Grundmengenfestsetzung für Teppichhersteller. Buderus ................... t Deutsche Erdöl 4 Harpener 2 y2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 123,40, Otavi Minen 44,90, AKU. 95 bis 95,25, Bemberg 115, Bekula 166,50, IG. Chemie leere 180, Daimler 124,75, Deutsche Erdöl 145,75, Scheideanstalt 280, Elektr. Licht & Kraft E 160,13, Elektr. Lieferungen 134, Eßlinger Maschinen 103,50, IG. Farben 177, Felten 138,50, Gesfürel 143, Goldschmidt 125,50, Holzmann 133,50, Muag 130,25, Metallgesellschast 149,50, Schuckert 162, Westdeutsche Kaufhof 60,50, Südd. Zucker 205,25, AG. für Verkehrswesen 124,50, Hapag 16,25, Seilindustrie Wolff 97,50. die Höhe der Amenkanyche Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.......... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Noten .. Ungarische Noten ..... Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Eleltr 6 Schuckert L Co g Siemens L Halske 8 LahmeyerLCo ..... 7 A.E.G. Bekula Elektr. Lieferungsgesettschast .'. 6 Licht und Kraft Ilse Genuß 152, Hoesch 117,50, Klöckner E 126,75, darunter 340 (405) Ochsen, 103 (99) Bullen 382 Mannesmann 117,25, Rheinstahl 153, Verein. Stahl (376) Kühe, 262 (229) Färsen- --- 19.3 ("Mnnt fTDinoti A A OH Of 7 AK t.: - ntrne -„tu.. o? z. a - P .. Grttzner....................o| Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker........io] Ille Bergbau ...... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwrrke ....... Mannesmann-Röhren aus", dachte ich, „aber es ist mal was anders." Als nächstes kam aus Mlingote frischer S i s a l h a n f. Der Pg. hatte 50 Kilometer Bahnfahrt hinter sich. „Na, zum Binden ist das ja gar nicht mal so übel", sinnierte ich. Der nächste Bote brachte aus Segoma die Gaben: Kakao, Zimt, Muskat; aber bitte, nicht eßfertig, wie das die Heimat kennt, sondern frische Pflanzen. Ferner schickte uns die Küste: Vanille, schwarzen Pfeffer nno Kaffee: doch wohlgemerkt, keine gebrannten Bohnen, sondern richtige Pflanzen. Nun war ich wirklich gespannt, was noch kommen würde. Und schon bringt ein Landsmann Kapok und einen großen Bananenzweig samt Früchten. „Donnerwetter, so ne Erntekrone hat die deutsche Heimat sicher noch nie gesehen," scherzt ein Bekannter,, als er die seltsame Sammlung auf dem Tische sieht. Natürlich freute ich mich über den Eifer unserer Siedler: doch mit leiser Wehmut dachte ich an die fehlenden Aehren, Kornblumen und Mohn, die Erntezeichen der Heimat. Schade, schade! Doch da kam auch schon die letzte Gabe von der Pflanzung Kitanga, im Usambaragebirge. Weither: Erst Autofahrt zur Bahn, dann 5Vr Stunden Bahnfahrt und ... hier sind sie: die richtiggehenden Korn - und Weizenähren! Ein Gruß der Jneimat aus Afrika. Aus biegsamen Zweigen wird also ein Ring mit zwei Bügeln zusammengebastelt und das Ganze mit Sisal umwickelt. Dann die Aehren schön gleichmäßig verteilt, dazwischen Muskatnüsse, Zimt, Kaffee- und Kakaozweige. Roter und schwarzer Pfeffer nebst Vanille und einem Büschel Kapok gaben der Krone einen seltsamen Farbenreichtum. In der Mitte hingen dann die Bananen und eine dicke Kakaofrucht, also ein Erntekranz, wie er noch nie dagewesen ist. Die Negerjungen glotzten und staunten nur so; mochten wohl denken: Was machen diese Deutschen nur für verrückte Sachen? Unb dann kam der große Sonntag heran. Voll Erwartung rückten zum Abend die Deutschen von fern und nah an: lieber Berg und Tal, aus Wald und Busch kamen sie herbei: gelaufen, geritten, gefahren in allen nur erdenklichen Fahrzeugen. Der Saal unseres Deutschen Hauses war herrlich mit Palmen geschmückt, zwischen deren Grün das Rot unserer Fahnen leuchtete und das schwarze Haken- Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Okt. Herbstbestellung, Hackfruchternte und das Monatsende beeinträchtigen weiterhin das Angebot in Brotgetreide. Die Versorgung der Mühlen bleibt trotz des fehlenden nord- und mitteldeutschen Angebots meist befriedigend. Brau- und Jndustriegerste bleiben gut gefragt, während Futtergetreide unzureichend angeboten ist. Weizenmehl wird lebhaft gekauft, Roggenmehl geht bei ausreichenden Beständen laufend ab. Futtermittel sind für den Herbst- und Winterbedarf begehrt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R12 164, R 15 167, R18 171, R19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste—, Braugerste 232, Futterhafer —. Weizenmehl Type 790 W13 28,00, W16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Rogge^leie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Muhlen- eftpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 2,60, do. (gebündelt) 2,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißschalige 2,40 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. 5ranffurler Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Okt. Auftrieb: Rinder 1087 (gegen 1109 am letzten Montagsmarkt), kreuz auf dem weißen Grunde sich so schön abhob. Dorn hing der Stolz und die Freude Aller: unser schöner Erntekranz, der ein wahres Zeichen deutschen Fleißes im dunklen Erdteil darstellte. Wie immer, wenn Deutsche sich draußen treffen, wanderten unsere Gedanken nach der fernen Heimat, dem Lande unserer ewigen Sehnsucht. In diese Stimmung hinein klangen dann die Weisen unserer schneidigen Militärmärsche vom Erntedankfest aus dem fernen Europa, packten sogleich die Herzen und ließen vor unserem geistigen Auge auch schon den Anmarsch der Hunderttausende deutscher Bauern zum Bückeberg erstehen. Nach ein paar kernigen Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters hielt ein Pg. aus dem Hinterlande eine zündende Rede über heimisches Bauerntum, Blut und Boden; wies auf die Bedeutung des gewaltigen Umbruchs im Vaterlande hin. Nach diesem beifällig aufgenommenen Vortrag trugen uns die Aetherwellen des Rundfunks erhebende Heimatlieder vom großen Fest der Bauern im Wese r g a u herüber, Lieder, die im Herzen jedes Ausländsdeutschen so wundervolle Saiten erklingen lassen. — Da bis zum Hauptakt noch Zeit war, benützte der NSV.-Wart der Auslandsorganisation der NSDAP, die frohe Stimmung der Anwesenden, um mit kurzen, zu Herzen gehenden Worten für das Winterhilfswerk der Heimat zu werben. Die sofort eingeleitete Sammlung zeitigte ein schönes Ergebnis. Und dann riß der Rundfunk uns ganz in feinen Bann. Gleich Millionen von Deutschen auf dem weiten Erdenrund lauschten wir der großangelegten Rede Adolf Hitlers vor seinen Bauern. Noch unter dem Eindruck von des Führers packenden Worten hörten wir den jubelnden Beifall der Hun- dertausende, ausklingend in das Deutschlandlied, dessen Aufrauschen auch bei uns den ganzen Saal auf die Beine brachte. Auch wir fangen zum Schluß in weihevoller Stimmung — zugleich mit den Brüdern, auf dem Bückeberg — „Die Fahne hoch -. wissend, daß zur gleichen Stunde viele Tausende von Volksgenossen außerhalb Deutschlands gleich uns fingen, die Arme recken und mit uns in Treue des großen Vaterlandes gedenken. R. Da. Die Beschäftigung der Industrie im (September. Fwd. Im September haben in der Industrie die Vorbereitungen für das Herbst- und Weihnachts- gefchäft an Umfang zugenommen. Die Beschäftigung hat sich im September doppelt so stark erhöht, als im August. Nach der Induftrieberichter- ftattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 71,6 v. H. der Arbeiterplatzkapazität auf 72,3 v.H., die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden von 66,6 v.H. der Arbeiterstundenkapazität auf 68,3 v. H. gestiegen. Entsprechend hat sich die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 7,52 auf 7,62 Stunden erhöht. Rhein-Mainische Börse. IMllagsbörfe: Aktien schwächer, Renten fester. Frankfurt a. M., 26. Okt. Das Publikums- tntereffe hat sich nach der anhaltenden Aufwärtsbewegung der letzten Zeit stark vermindert, was sich auch in nur ganz kleinen Kaufaufträgen am Aktienmarkt ausdrückt. Die Abgabeneigung hat sich vergrößert zum Zweck der Gewinnsicherungen. Bei sehr kleinen Umsätzen schwächten sich die Aktienkurse weiter etwas ab, während Erhöhungen nur noch vereinzelt waren. Von Montan- werten ermäßigten sich Harpener auf 156 (158), Ilse Genuß auf 152,50 (154), Verein. Stahl auf 124 bis 123 (124,40), Buderus auf 122 (123), Hoesch und Mannesmann blieben behauptet, Klöckner lagen 0,65 v. H. höher. IG.-Farben schwächten sich auf 177,50 (178,90) ab, Deutsche Erdöl unv. 145, Rüt- gerswerke 0,25 v. H. leichter. Am Elektromarkt gingen Siemens auf 206,25 (209,50) zurück, Gesfürel verloren 1,25 v. H., Felten und Licht & Kraft je 1 v. H., RWE. 0,65 d. H. Von Zellstoffaktien büßten Aschaffenburger 1,65 v. H., Waldhof 0,25 v. H. ein. Maschinen- und Motorenwerte lagen uneinheitlich, höher waren BMW. mit 139,50 (138,25) und Muag mit 127,50 (127,13), Daimler und Eßlinger bröckelten je 0,25 v. H., Moenus Maschinen 1 v. H. ab. Am Kunstseideaktienmarkt lagen Aku etwas fester mit 92,75 bis 93,25 (92,50), dagegen Bemberg 111,25 (112). Von Einzelwerten notierten Reichsbank 0,75 v, H. freundlicher, Hapag 0,50 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt war weiter fest, die Umsätze waren aber nicht sehr lebhaft. Altbesitz 119,40 (118,65), Kommunal-Umschuldung 90,35 (90,10). Späte Schuldbuchforderungen 98,50 und Zinsvergütungsscheine 93,75 lagen unverändert. Zertif. Dol- Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A-G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank .’ 4 steichsbank ................ )( Großen-Linden, 26. Okt. Arn 1. November 1936 werden es 50 Jahre, daß der Haltepunkt Großen-Linden der Main- Weser-Bahn eröffnet wurde. Die Main-Weser-Bahn (Frankfurt a. M.—Kassel) wurde bekanntlich durch Kurhessen, Hessen-Darmstadt und die Freie Stadt Frankfurt in den Jahren 1846 bis 1852 erbaut. Die Eröffnung der einzelnen Bahnstrecken erfolgte in verschiedenen Zeitabschnitten, zuletzt die Strecke Gießen—Lang-Göns. Der damalige Bürgermeister von Großen-Linden bewarb sich rechtzeitig um die Errichtung einer Station bei Großen-Linden. Da fein Gesuch seitens der Bahnverwaltung wiederholt abgelehnt wurde, bat er um Audienz beim Großherzog in Darmstadt. Die Audienz wurde auf den 1. Mai 1853 bestimmt. Allein das einladende Schreiben traf erst am 3. Mai in Großen-Linden ein. Auf die neue schriftliche Bitte des Bürgermeisters um Audienz ließ der Großherzog mitteilen, wenn der Gesuch- steller weiter nichts wolle, als eine Station bei Großen-Linden, dann könne er die Reise und Kosten sparen, er habe alles untersuchen lassen, es wäre unmöglich bei den Trasseverhältnissen, die Züge halten zu lassen. (Die Bahn steigt hier 1:150, und die damaligen Bedenken mögen richtig gewesen fein, denn die damaligen Lokomotiven waren ganz wesentlich schwächer als die jetzigen.) Auch die weiteren Gesuche in den 1860er Jahren wurden abschlägig beschieden. 1873 ließ die hiesige Firma Engel & Krause auf ihre Kosten durch den Wetzlarer Ingenieur Witte einen Plan anfertigen, um nachzuweifen, daß die Züge halten könnten! Auch diesmal erfolgte wieder eine Ablehnung seitens der Bahnverwaltung. Im Jahre 1886 erneuerte die Bürgermeisterei Großen-Linden die früheren Gesuche. Die Bahnoer- waltung lehnte zunächst ab mit der Begründung, die Steigung lasse das Halten der Züge an der Straße Großen-Linden—Leihgestern nicht zu. Die Bürgermeisterei Großen-Linden bat dann in einem neueren Gesuch, man möge dann auf dem Lückenbachsdamm eine Personenhaltestelle errichten, denn hier fei eine Horizontale vorhanden. Die Antwort des Betriebsamtes Kassel lautete: Der Lückenbachsdamm sei ungeeignet, man fei aber bereit, einen Personenhaltepunkt an jener Straße zu errichten, wenn die Gemeinde Großen-Linden bereit wäre, die auf 5 bis 6000 Mark geschätzten Baukosten zu übernehmen. lar-Bonds waren sehr ruhig und nicht ganz behauptet. Höher lagen noch Reichsbahn - VA. mit 126 (125,90). Von Auslandrenten 4proz. Rumänen unv. 7,50 und 4proz. Mexikaner 11,60 (11,50). In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft Zwar sehr klein, am A k t i e n m a r k t war die Haltung teilweise etwas fester. Fest lagen Muag mit 128,50 bis 130,75 nach 127,50, auch Moenus Maschinen um 0,75 v. H. auf 99,75 erholt, dagegen Daimler auf 124,75 nach 125,25 nachgebend. Farben ermäßigten sich auf 176,75 nach 177,50, Hoesch auf 117,50 nach 118, höher waren Westdeutsche Kaufhof mit 60,25 nach 59,13 und Aku bei etwas lebhafteren Umsätzen mit 94,50 nach 92,75. Auch sonst ergaben sich hier und da mäßige Erhöhungen. In den variablen Renten war das Geschäft spater klein und die Kurse unverändert. Gold- und Liquidationspfandbriefe notierten fast unverändert, von Kommunal-Obligationen die beiden Frankfurter 94,50 (94,25). Stadtanleihen lagen überwiegend etwas fester, besonders 4,5 Hanau mit 91,75 (91). Auslandrenten blieben sehr ruhig, Ungarn Gold 13,75 bis 13,80 (13,95), 4,5proz. Rumänen 12,25 (12,95), dagegen 5proz. 8,45 (8,40). Der Freiverkehr lag sehr ruhig. Man nannte Adlerwerke mit 104,50, Wayß & Freytag mit 126, VDM. mit 146 und Kali Wintershall mit 139,50. Tagesgeld blieb sehr leicht und unverändert 2,50 v. H. Abendbürfe ruhig. Das Abendbörsengeschäft hatte bei im großen und ganzen wenig veränderten Kursen kleines Ausmaß. Im allgemeinen dauerte die schon mittags beobachtete Zurückhaltung fort, die Grundtendenz blieb aber recht widerstandsfähig, obgleich die meisten Kurse nicht immer aus dem Berliner Schlußstand behauptet blieben. Die Abweichungen betrugen nach beiden Richtungen aber selten mehr als 0,25 bis 0,50 v. H. Etwas Nachfrage und lebhafteren Umsatz hatten Kunstseide AKU. mit 95 bis 95,25. Auch der Rentenmarkt lag sehr still, die Ge- meinde-Umschuldungsanleihe blieb mit 90,40 voll behauptet. Zertif. Dollar-Bonds waren bei kleiner Nachfrage leicht erhöht. Von Auslandsrenten waren Ungarn Gold etwas schwankend mit 13,70 bis 13,50 bis 13,60 (13,65). Schweiz. Bahnanleihen waren etwa 1 bis 3 v. H. höher gesucht. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 135, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,90, 4 v. H. Ungarn Gold 13,70 bis 13,50 bis 13,60, 5 v. H. Rumänen 8,40, 4 v. H. do. 7,45, 3,50 v. H. Schweiz. Bundesbahn 207, Commerzbank 105,25, DD.-Bank 107,50, Dresdner Bank 107, Buderus 122, Harpener 156, SchultbetS Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhof g Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer (Aas ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum g Lrenstein & Koppel 0 Westdeutsche Kaufhof 0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik 12 Conti-Gummi.............. 11 Schwill. Abend« börse 26 10- 40,75 I 40,9 167 167,25 132,75 134 162,25 160,75 138,4 | 138,5 144,25 1 143,5 137 136,75 140 , 139,4 162,75 162,75 209 207 155,75 I 154,75 Die Gemeinde Großen-Linden stimmte zu, und so wurde der neue Haltepunkt, nach mehr als 30jäh- rigem Petitionieren am 1. November 1886 eröffnet; die von Großen-Linden bezahlten Kosten betrugen 6533,33 Mark. Damals ging vor acht Uhr kein Perfonenzug vom Süden nach Gießen. Viele Leute von hier-arbeiteten in Gießen und mußten um 6 Uhr an der Arbeits- ftätte fein, weshalb die Bürgermeisterei Großen- Linden um die Einlegung eines früheren Zugs bat. Zunächst Ablehnung. Aus wiederholte Bitte ließ die Bahnverwaltung versuchsweise von Friedberg ab einen Zug nach Gießen fahren, der hier um 6 Uhr emtraf und um 6 Uhr abends wieder nach Friedberg zuruckfuhr. In Großen-Linden gab es Arbeiterwochenkarten zu dem mäßigen Preis von 1 Mark. Trotzdem war die Beteiligung gering, viele Arbeiter gingen nach wie vor zu Fuß nach Gießen. Die Bahnverwaltung drohte mit der Einstellung dieses Zuges. Um die Beibehaltung dieses Frühzuges zu ermöglichen, stiftete die hiesige Casino-Gesellschaft 50 Mark und gab jedem Arbeiter, der in Großen- Linden Montags eine Wochenkarte nach Gießen loste, einen Zuschuß von 30 Pf. Trotzdem war die Beteiligung noch zu gering, und von dritter Seite wurden weitere 50 Mark zum gleichen Zweck gestiftet. Nunmehr war die Beteiligung allgemein und diese und noch mehr Fahrgelegenheiten blieben bestehen. Anfangs hielten in Großen-Linden täglich nur sechs Züge, nämlich drei in nördlicher und drei in südlicher Richtung. Es dauerte Jahre, bis, nach vielen Eingaben, alle Personenzüge hier hielten, und dann bat man um Güterverkehr. Die Eisenbahndirektion Hannover forderte zu dieser Anlage einen Zuschuß von 70 000 Mark. Eine Reise des Bürgermeisters von Großen-Linden zu dem Minister der öffentlichen Arbeiten in Berlin hatte den Erfolg, daß die Bahnverwaltung auf 35 000 Mark herunter ging. Inzwischen kam die hiesige Bahnstrecke zur Eisen- bahndirektton Frankfurt am Main und diese ermäßigte nach verschiedenen Eingaben den Zuschuß auf 12 500 Mark. Die Gemeinde Großen-Linden bezahlte 7000, Leihgestern 5500 Mark, und so konnte der Güterverkehr am 1. April 1897 eröffnet werden. Wer heute den großen Verkehr auf der Station Großen-Linden sieht, der kann gar nicht begreifen, daß es damals soviel Geld und Mühe kosten konnte, um zum Ziele zu gelangen. !,75 I 100 .... 207 I 205,25 Schlußkurs 24-10- Datum Manssetver Bergbau 6% Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke 3% Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln b Kaliwerke Salzdetfurth 7% Frankfurt a.M. Serlin Schluß« lurs Schluß!. Abend« börse Schluß« fürs Schluß!. Mittag« börle Datum 24-10- 26 10 24-10 26-10 4% ocsgi. Sene 11........... 8,4 7,5 8,4 12,25 7,45 8,5 12,5 7,55 40,9 8,45 12,25 7,4 40,65 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/,%Rumän.vereinh.Reutev.19l3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« turs Schluß!. Mittag, börse Datum 24-10- 26-10 24-10 26-10- 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 101,5 101,5 101,5 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,8 97,9 97,8 97,9 6/1% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,75 103 103 102,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 118,65 119,25 119 119 *¥1% Deutsche Retchspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... — 09,9 _ 100,1 4¥i% ehem. 8% Hessischer BolkS- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 98,75 4Vi% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold R. 12... 97 97 _ 6)4% ehem. 4)4% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau — 100,5 _ 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr. R.6 93 93 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............ 128,75 129 — Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 122,75 122,75 123 123 4)4% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 _ 6)4% ehem. 4/2% Franks. Hyp. Bank-Ltqu.-Pfandbrtefe...... 100,55 100,55 _ _ 6)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.«Goldpfe. ... 100,75 100,75 101 100,8 4)4% ehem. 8% Pr. Landeöpfant» oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4)4% ehem. 7% Pr. Landespfand oriefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Eteuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 109,8 109,8 109,9 109,9 4% Oesterretchtsche Goldrente... 32,5 32 32,25 32 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente — 3,2 3,25 3,3 4% Ungarische Goldrente....... 13,95 13,6 13,9 13,65 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 11 11 11,1 10,9 4)4% desgl. von 1913.......... 11,25 11,13 11,4 11,25 6% abgest. Goldmexikaner von 99 —— 15,65 15,5 15,7 i^ZMifcfje Bagdadbahn-Anleihe — — — 24-Oitober 26-Oktober Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Brie! ouenod Hitu 0,691 0,695 0,691 0,695 Brüssel... 41,93 42,01 41,91 41,99 Rio de Jan. 0,145 0,147 0,145 *0,147 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3.0.5.3 Kopenhagen 54,32 54,42 54,32 54,42 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,165 12,195 12,165 12x195 Heliingfors. 5,37 5,33 5,37 5,38 Paris ..... 11,585 11,605 11,575 11,595 Holland ... Italien .... 134,08 13,09 134,34 13,11 134,14 13,09 134,40 13,11 Japan ..... Jugoslawien 0,711 5,654 0,713 5,666 0,711 5,654 0,713 5,666 Oslo..... : 61,14 61,26 61,14 61,26 Wien...... Listabon ... Stockholm.. 48,95 11,055 62,73 49,05 11,075 62,85 48,95 11,055 62,73 49,05 11,075 62,85 Schweiz ... 57,22 57,34 57,19 57,31 spanten... 22,48 22,52 22,73 22,77 Prag...... Budapest .. 8,771 3,789 8,771 8,789 Neu York ... 2,489 2,493 2,489 2,493 Banknoten. 159 159,25 158,5 — 141,25 140,65 239 237,5 239 153 154,5 153,4 123,4 124 123,65 44,9 44,4 44,65 — 145 144 136,5 137,5 137 195 196 195 177 178,75 177 280 — 125,5 127 125 139,5 139,13 138 149,5 149,5 149,5 133,5 132,75 134,25 159 158 — 105 105,5 92,25 94,9 111,25 115 167 167,5 143 142,5 112,4 111,13 124,75 124,5 170 168 91,5 91,5 60 60,5 445 445 207 207 176 175,25 I 32'72 32,5 1 208 — Ur. 252 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 27. Oktober 1956 Das Volk lebt im guten Buch! Aus der Ausstellung zur „Woche des Buches" im Gießener Etadttheater. E n» Zu unsernBildern: (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Links oben: Die Schau des Buchdruckgewerbes. Veranschaulichung der technischen Herstellung eines Buches. Rechts oben: Alle Aufmerksamkeit dem guten Buch! Links unten: Der schöne Bucheinband Hand» merklicher Anfertigung; Ausschnitt aus der Schau der Gießener Buchbinder- Innung. Rechts unten: Gießener Buchhändler zeigen die neuesten Bucherscheinungen in übersichtlichen Auslagen. i stellen, der den Gegebenheiten unserer heimatlichen I Erzeugnisse entspricht. Was die deutsche Heimaterde uns bietet, und was wir darüber hinaus noch erarbeiten können. muh uns als Ernährungsgrundlage genügen. Wenn sich beides vereinigt: die betreuende Hausfrau und die verständnisvolle Kameradin des Mannes, dann wird die deutsche Familie in ihren letzten Gliedern so beschwingt werden, daß es nur noch Nationalsozialisten in Deutschland gibt. Mord oder Totschlag? Eine männliche Leiche in Lauterbach im Wasser aufgefunden.—Verhaftung eines jungen Mannes. Die Kriminalpolizeistelle bei der Polizeidirektion Giehen berichtet: Am 26. Oktober 1936 in den ersten Morgenstunden bemerkte eine Frau in Lauterbach, als sie über eine Drücke der L a u t e r ging, daß in unmittelbarer Nähe der Drücke (Kanalsiraße-Lang- gasse), eine männliche Person tot im Wasser lag. Die Frau verständigte sofort einen Gendarmeriebeamten, der anschließend dem Amtsgericht Lauterbach Kenntnis gab. Nach Besichtigung der % -E Harmonie der Jugenderziehung im Gau Hessen-Nassau.' Dem BOM. konnte eine zweite Führerinnenschule im Gau übergeben werden. NSG. In Anwesenheit der Reichsreferentin des BDM. Trude Bürkner-Mohr und des Gauleiters, sowie fast aller Vertreter der Gaugliederungen wurde am Sonntag das herrliche, bei Jugenheim an der Bergstraße gelegene Schloß heiligenberg seiner Bestimmung als B D M - F ü h r e r i n n e n - und Haushaltungsschule übergeben werden. Ursprünglich den Fürsten von Battenberg gehörend, wechselte dieses Schloß verschiedentlich seine Besitzer, um schließlich auf den hessischen Staat überzugehen. Aber was sollte mit einem solchen Komplex gemacht werden? Diese Frage trat auch an den Gauleiter in seiner Eigenschaft als hessischer Staatschef heran, und gern nahm er die Gelegenheit wahr, das herrliche Stück deutscher Heimaterde der Jugenderziehung in seinem Gau zugänglich zu machen. Daß dabei Schwierigkeiten zu überwinden waren, steht fest. Ein beinahe schon verwunschenes, dem Verfall preisgegebenes Schloß muhte neu hergerichtet und feiner neuen Zweckbestimmung zugänglich gemacht werden. Alle halfen dabei mit. Vor allem aber verdiente die unentwegte Tatbereitschaft der hessischen Staatsregierung mit Recht den Dank, den die Reichsreferentln ihr dafür aussprach. In ihrer Ansprache gelobte sie dem Gauleiter die Erziehung eines Frauenae- jchlechtes durchzuführen, das seinen Platz im Le- ben des Volkes restlos ausfüllt. Kraftströme sollen von dieser Schulungsanstalt hinausgehen in das Land und sowohl für den Gau Hessen-Nassau, wie für die gesamte deutsche Jugenderziehung richtungweisend sein. Der Gauleiter wies aus die bezeichnende Tatsache hin, daß ein Gebäude, das ehedem dem Luxus und dem Genuß einiger Weniger diente, nunmehr zum Gebrauch für die deutsche Jugend hergerichtet werden konnte. Es ist hier wie überall: Das Alte stürzt und Neues bricht sich Bahn, wobei das, was vom Alten noch brauchbar ist, den Zwecken der neuen Zeit dienstar gemacht wird. Der Führer sagte auf dem Parteitag der Ehre, daß unsere Jugend die Geburtsstunde einer neuen Zeit erlebe. Diese Zeit ist heute noch nicht verwirklicht, darum müssen alle Kräfte zusammengefaßt werden, um in dieser Geburtsstunde etwas zu schaffen, was für Jahrtausende Bestand hat. Besonders erfreute den Gauleiter die Harmonie der Erziehung, wie sie gerade auf dieser Führerinnenschule ihre Vollendung gefunden hat. Einerseits das Erlernen dessen, was eine Frau im praktischen Leben für die Zukunft nötig hat, andererseits die weltanschaulich-politische Orientierung. So ist es möglich, ein Frauengeschlecht zu erziehen, das sowohl als Frau, wie' auch als Kameradin dem Manne zur Seite stehen kann. Am wichtigsten ist aber auch hier der Hinweis, daß die Kunst des Kochens bei unseren Frauen darin bestehen muß, nicht etwa aus dem Vollen zu schöpfen, sondern aus wenigem etwas zu gestalten, das wird sie zum glücklichen Mittelpunkt einer glücklichen Familie machen; vor allem gilt es, einen Speisezettel aufzu- Tatortstelle durch das Gericht wurde die Leiche geborgen und an Hand der Papiere des Verlebten festgestellt, daß es sich um den Ingenieur Kart Georg 2Hulter aus Berlin handelt, der bei der Deutschen Fernkabelgesellschaft Verlin-Lharlotten» bürg, z. Z. in Lauterbach, tätig ist. Da der dringende Verdacht eines Verbrechens besteht, begaben sich Beamte der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizeistelle Gießen an die Tatstelle und nahmen die erforderlichen Ermittlungen auf, die z. Z. noch nicht zum Abschluß gekommen sind. Wegen dringenden Tatverdachts wurde ein bei der eingangs erwähnten Fernkabelgesellschaft beschäftigter junger Wann fest genommen. Aus her Provinzialhaupistahi. Bücher ins Dorf. ZdR. Wie überall, so wird die „Woche des Buches" zweifellos auch auf dem Lande starken Widerhall finden. Wer das Landvolk kennt, der weiß, daß die früher oft feststellbare Abneigung, ja manchmal sogar Feindschaft zum Buch nicht ein Teil des eigentlichen bäuerlichen Wesens gewesen ist. Wenn lange Zeit hindurch das Buch im Land- haushalt keine Heimstatt finden konnte, so tragen an dieser Tatsache die größte Schuld die Vertreter jener Geistesrichtungen, die sich in äußerlichen Dingen erschöpften, die vergaßen, auf die Seele des Volkes zu hören, und die sich ganz besonders das Leben des Landvolkes aussuchten, um an ihm ihre zersetzende Spottlust auszutoben. Es ist verständlich, daß der Bauer und Landwirt und der Landarbeiter aus gesundem, ursprünglichem Empfinden heraus dieses ganze Literatengewäsch mit einer Handbewegung yinwegfegten. heute weiß jeder einzelne des deutschen Landvolkes, daß er getrost zum Buch greifen kann, denn heute gibt es keine Kluft mehr zwischen Volk und Buch, sondern heute lebt das Buch im Volke. In erster Linie gilt das für die Fachliteratur; denn die Weltanschauung und der Tatwille des Nationalsozialismus haben das deutsche Landvolk vor Aufgaben gestellt, die es nicht ausschließlich aus seiner praktischen Erfahrung heraus meistern kann. An diese Feststellung knüpft der Reichsleiter der NSDAP., Reichsminister und Reichsbauernführer R. Walter Darrs in feinem Geleitwort zur „Woche Holzhauer im Taunus. Don Joses Husch. Alljährlich im Oktober oder November, wenn der Saft im Baurn ruht, greift der Taunusbauer nach der Axt: die Zeit des Holzhauens ist gekommen. Die Holzhauer versammeln sich am Dorfbackhaus, hier macht der Förster sie mit den Vorschriften bekannt: Feuer im Gehölz zu machen ist verboten, Branntweintrinken ist untersagt, beim Baumstür ° zen ist dreimal Achtung zu rufen! Dann wird der Verdienst geregelt: ein Akkord wird ausgemacht. Mit geschulterter Axt, mit Beil, Säge, Meßgerät und Seil ziehen die Rotten hinaus in die Wälder. Im hieb! So heißt der Ort, an dem die Holzhauer arbeiten. Rottenweise, zu dritt oder zu viert, mit einem Rottenführer gehen sie vor. Verantwortlich für den hieb ist der holzhauermeister. Holzhauen ist schwer und gefährlich, nur der Kerl mit Murr in den Knochen kann der Unbill trotzen, hält das Leben im Wald aus. Oft schützt der dickste Schal und der solideste Stiefel nicht gegen die Eiseskälte und das Schneewasser. Wahrlich, der Fährnisse sind genug: der schlaggewohnteste Mann kann mal daneben hauen, oder der Fuß gleitet aus, das halteseil reißt, der Ast zerbricht, der Baum stürzt anders als. gedacht, der Wind dreht ihn herum. Lang streckt sich der S)«b durch den alten Forst mit mannsdicken Bäumen Tannen, Buchen, Eichen. Da steht man die gefällten Stamme m der durchtichteten, tannengrün überwölbten Welle rote Strandholz am Meer nach einem Unroetter sich übereinanderlegen und schichten; con den Wmter- wolkensäcken, die über die Hohen streiften, schneeverweht. Eintönig singend schneiden die Sagen. Haue... Hau ... hau! hallt der Axtschlag weithin, Zu zweit hauen sie eine a/te Eiche um. Gleichmäßig und im Takt fahren d,e Aexte in den Wur- zelhals und kerben ihn tief em. Dann mus en sie mit der großen Säge vorbeiziehen. Damit sie sich leichter zieht und schneidet, haben sie oben ,m Baumgeast ein Seil festgemacht. Sie Z-ehen es an und der Baum neigt sich ein wenig über In den Einschnitt hinter der Säge werden Keile gesetzt. So ^eht sich die Säge leichter hm und her, bis sie wie abgestumpft kreischt „Achtung! Achtung! Zurück!" ... Die Axt zerreißt die letzten Wurzelsasern Immer wieder packt es, wenn solch ein Baum hinsällt und im Sturz die Luft mitreißt, dumpf hinwuchtet und umsonst versucht, sich wieder aufzurichten. Da liegt er nun, lang hingestreckt; weiß blutet seine Wunde aus. In der Luft hängt Geruch von Schweiß, harz und Schnee. Der holzhauermeister kommt her: „Vespern!" Niedrig brennt das Feuer auf der Lichtung. Die Holzhauer, die drum herum hocken, holen dicke Butterbrote, Speck und Wurst, Eier und Aepsel hervor. Den Speck und die Wurst drehen sie fest in ein Papier ein und stecken das dann in die glimmende Asche. Das Brot wird auf die Glut gelegt, damit es röstet; auch die Kaffeepullen werden gewärmt Speck und Wurst brutzeln, das Brot bräunt und duftet herrlich. Alles mundet gut. Wind geht im Geäst. Ein Specht hämmert. Es klopft einer feine Pfeife aus, stopft sie und pafft. Ein Scherz knistert wie Reisig, und Gelächter kollert. Einer rappelt sich hoch und schiebt mit der Stiefelspitze den Kloben ins Feuer zurück. Für einen Augenblick kann man an die schönsten deutschen Märchen denken, die gewöhnlich so anfangen: „Vor einem großen Wald wohnte ein armer Holzhacker ..." Es ist gewiß, daß viele an den Feuern der heimischen Holzhauer zuerst erzählt worden sind, die Brüder Grimm haben sie ja vom Volk unserer Wälder zu treuen Händen empfangen. Nun hallt der Wald vom Axtschlag wider. Das Reisig wird gleich zu Wellen gebunden. Der hieb ist zwar gelichtet, doch der Tag verdämmert jetzt. Das Sägen versummt. Ein letzter Baum erzittert und rauscht im Sturz und schlittert den Boden. Aus dem wachsenden Dunkel stechen einzelne Tannenstämme wie gekappte Segelmaste. Man kann nach Eulen greifen, der Wald hat seine Stunde. Das Mondlicht gleißt an den breiten schneidigen Aexten der zum Dorf heimkehrenden Holzhauer. Lichtspielhaus! „Ein Lied flogt an". Dieser Euphono-Film beginnt mit einer großen Opernszene und endet mit einem Idyll; dazwischen liegt eine Handlung, die sich aus den Bestandteilen des Gesellschaftsstückes, eines Ehedramas und eines damit in ursächlichem Zusammenhang stehenden Kriminalfalles wirksam zusammensetzt. Wir haben es hier mit einer Sondersorm des bereits auf vielerlei Arten von der Produktion abgewandelten Gesangsfilmes zu tun. Georg Zoch schrieb das Buch und führte später selbst Regie: er stellte den Sänger Louis Graveure in ' den Mittelpunkt, und es ist kaum zu übersehen oder vielmehr zu überhören, daß der illusionistische Stil des Gesangsfilmes nicht allenthalben mit den Szenen der durchaus realistisch behandelten Kriminalaffäre in Einklang gebracht werden konnte: im Leben geht dergleichen ja leider meistens weniger musikalisch vor sich, als das im Film aus naheliegenden und begreiflichen Gründen in Szene gefetzt wird. Uebrigens ist nicht zu bestreiten, daß die Handlung, besonders gegen Ende hin, äußerst spannend abrollt und vom Regisseur Georg Z o ch auch mit geschickter und überlegter Verwaltung seiner filmischen Mittel entwickelt wird. Auf Einzelheiten der Fabel einzugehen, erübrigt sich; der Film ist so aufgebaut, daß der Zuschauer sich ohne vorbereitende Andeutungen zurechtfinden kann und um der notwendigen Spannung willen auch soll. Was den musikalischen Teil des Buches betrifft, so kann Graveure mit der ihm zugeteilten Aufgabe sehr zufrieden sein: die Partie des Kammersängers Matthias Harden gibt ihm Gelegenheit, seine Stimme und seine Ausdrucksmöglichkeiten in breitestem Umfang und vielfältiger Nuancierung zu entfalten: er singt die alte Bajazzo-Klage schmetternd und schmelzend zugleich, mit metallischem Beiklang in der Höhenlage; er singt ein deutsches Volkslied ganz schlicht und ohne fälsche Pose (obwohl der Gesang in diesem handlungsmäßigen Zusammenhang, gelinde gesagt, etwas überraschend wirkt) — und er singt mit temperamentvollem Schwung die Serenade, die sich wie ein Leitmotiv durch die Handlung zieht, deren Wiedergabe in der Verhandlung hernach die entscheidende Wendung herbeiführt Graveure gibt sich darstellerisch erfreulich einfach und überzeugend, ohne sensationelle Aufmachung der immerhin delikaten Rolle, und es stört auch nicht, daß man ihm in den Sprechszenen den ausländischen Akzent anmerkt. Aus dem sehr zahlreichen Ensemble: Gina Falckenberg zeigt als Vera Harden eine begabte Leistung, scheint aber allmählich etwas einseitig auf einen bestimmten Filmtyp festgelegt zu werden. Sehr fein und zart, wie immer, Hanna Waag, in der menschlich sympathischsten Rolle der Maria Kramer. Knapp und scharf im Charakterumriß: Walter Rilla als Bildhauer Dörner. Ferner sind mit tüchtigen Leistungen Walter I a n f f e n , Fritz Odemar, Erwin B i e g e l und Herbert Hübner zu nennen. — Die Aufnahmen sind einwandfrei; an der Kamera: Karl h a f s e l m a n n. Die Musik schrieb de>r von der Operette her bekannte Eduard Künneke mit sicherem Gefühl für effektvolle Wirkungen. — Im Beiprogramm: die Wochenschau und ein humoristischer Kurztonfilm. hth. Oer Ning. Von Knut Hamsun. Ich sah einmal in einer Gesellschaft ein junges verliebtes Mädchen. Ihre Augen waren doppelt blau und doppelt strahlend, und sie vermochte ihre Gefühle nicht zu verbergen. Wen liebte sie? Den jungen Herrn dort am Fenster, den Sohn des Hauses, einen Mann in Uniform und mit Löwenstimme. Ach Gott, wie ihre Augen den jungen Mann liebkosten und wie sie unruhig auf ihrem Stuhle saß! Als wir nachts nach Hause gingen, sagte ich, weil ich sie so gut kannte: Wie klar und herrlich das Wetter ist! hast du dich heute nacht amüsiert? Und um ihrem Wunsche zuvorzukommen, zog ich meinen Derlobungsring vom Finger ab und sagte weiter: Sieh, dein Ring ist mir zu eng geworden, er drückt mich. Wie, wenn du ihn weiter machen ließest. Sie streckte ihre Hand aus und flüsterte: Gib ihn mir, dann wird er schon größer werden. Und ich gab ihr den Ring. Einen Monat später traf ich sie wieder Ich wollte nach dem Ringe fragen, unterließ es aber. Es eilt noch nicht, dachte ich, laß ihr noch Zeit. Da blickt sie die Straße entlang und spricht. Es ist wahr — der Ring. Ich hatte Unglück mit ihm. Ich habe ihn verlegt, ober vielmehr verloren. Sie wartet dann auf meine Antwort. Bist du mir deshalb böse? fragte sie unruhig. Nein, antwortete ich. Ach Gott, wie erleichtert sie fortging, als sie sah, daß ich nicht böse darüber war. ♦ Dann verging ein ganzes Jahr. Ich kam roieoer in die Gegend und ging eines Abends einen mir bekannten, sehr bekannten Weg. Da kommt sie mir entgegen, und sie hatte dreifach blaue und dreifach strahlende Augen. Ihr Mund aber war so groß und so bleich geworden hier ist dein Ring, rief sie, dein Verlobungsring. Ich habe ihn wiedergefunden, Geliebter, und ihn größer machen lassen. Nun wird er dich nicht mehr drücken. Ich sah das verlaßene Weib an und ihren großen bleichen Mund. Und ich betrachtete auch den Ring. Ach! sagte ich und verneigte mich tief, mit dem Ring haben wir Unglück! Nun ist er allzu weit! des deutschen Buches" an, daß so das Buch zu einem unentbehrlichen Berater und Helfer des Landvolkes werden müsse. Es wird jeder zugeben, daß der Landmann roe« Niger Zeit zum Lesen hat als die Angehörigen wohl aller anderen Berufe. Im Frühjahr, Sommer und Herbst wird auf dem Lande vom frühesten Morgen bis in den späten Abend hinein gearbeitet. Aber im Winter gibt es stille Stunden, wo auch der Angehörige des Landvolks Zeit und Muße findet, sich einem Buche zu widmen, sei es, um sich fachlich weiterzubilden, sei es darüber hin, aus ein politisches Werk, das jeder Deutsche kennen muß, sei es ein guter Roman, eine Reisebeschreibung oder anderes mehr. Es soll nur keiner sagen, daß es ihm zu teuer sei, für ein Buch ein paar Mark auszugeben. Zwar ist Sparen eine sehr lobenswerte Sache, aber Sparen am falschen Ende ist ebenso grundsätzlich verkehrt. Ausgaben für ein gutes Buch sind niemals unnütz, denn durch das Buch verbindet sich der Mensch mit dem Leben seines Volkes, mit seiner Geschichte, mit sei- höchster Nationalismus ist höchster Sozialismus! Denkt daran, wenn am 31. Oktober und 1. November SA.» SS. und NSKü. für das whw. sammeln. Das Edelsteinabzeichen der zweiten Reichsstrahensammlung des WHW. ist die Arbeit von falt 1200 Edelsteinschleifern an der Nahe. Jeder Deutsche hilft mit am großen Werk des Führers durch fein Opfer am 31. Oktober und 1. November! ner Arbeit und darüber hinaus mit dem menschlichen Schaffen in aller Welt. So sind Bücher Mittler zwischen dem einzelnen und dem tätigen Leben in aller Welt. Man liest ja nicht um des Lesens willen, das Lesen ist kein Selbstzweck, nein, durch das Lesen guter Bücher soll der einzelne in die Lage versetzt werden, seine Leistungen durch Weiterbildung zu steigern, er soll aber auch Stunden der Erholung, der Ausspannung und der Erbauung durch das Bücherlesen gewinnen. Und das braucht und will man auch auf dem Lande, ja gerade auf dem Lande. Bücher ins Dorf! ist deshalb eine der wichtigsten Parolen der Buchwoche. Khb. Äornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.15 Uhr Versammlung im Caf6 Leib; es spricht Pg. Eisen - t r a u d , Frankfurt a. M. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Figaros Hochzeit". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Glückskinder". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.15 Uhr Märchen-Sondervorstellung „Hänsel und Gretel"; „Ein Lied klagt an!". — Ausstellung „Das Buch" im Foyer des Stadttheaters. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr große Kunstausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. Bornotizen. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung von „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart, statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Paul Walter. Die Spielleitung führt der Intendant. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Dienstag-Miete, 6. Vorstellung. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Ost. Am heutigen Dienstag, 27. Oktober, 20.15 Uhr, Versammlung im Caf6 Leib. Es spricht Pg. Eisen tra ud, Frankfurt a. M., Gauredner und Kreisobmann der DAF. Die Parteigenossen, die Mitglieder des Opferrings, alle Gliederungen, die DAF. und alle übrigen Volksgenossen sind eingeladen. Eintritt frei. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Die Pressestelle des Bannes 116 der HI. teilt uns mit: An der Sendung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Sonntag, 1. November, im Gloria-Palast nehmen u. a. auch Hitlerjungen teil. Auch liegt die musikalische Leitung in den Händen des Bannmusikreferenten. Die Führer der Gefolgschaften und Sondereinheiten setzen nach Möglichkeit Gemeinschaftsempfang für die Scharen an. Näheres in den Ankündigungen. Bürgermeister-Tagung in Gießen. Die Kreisabteilung Gießen der Landesdienststelle Hessen - Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetages hielt am gestrigen Montagnachmittag im Restaurant „Zum kühlen Grund" eine Bürgermeister- Versammlung ab, die von dem Vorsitzenden. Bürgermeister Euler (Wieseck), geleitet wurde, lieber das Urkundensleuergefeh sprach als erster Redner Regierungsrat Dr. D e x - Heimer vom Finanzamt Gießen. Er zeigte die bisherigen Vielseitigkeiten des Urkundenrechtes, das z. B. in Hessen durch das Hessische Urkundensteuergesetz, in den anderen Ländern und im Reich durch weitere, in ihren Einzelbestimmungen differenzierte Gesetze geregelt war und nun im neuen Reich durch ein neues Urkundengesetz vereinheitlicht wurde. Dadurch sind viele Aenderungen eingetreten, weil nun Dinge, die bisher besteuert wurden, steuerfrei ausgehen, während andere, die bisher steuerfrei waren, jetzt unter das Gesetz fallen. Die Aufgaben der Bürgermeister auf diesem Gebiete sind darum größer geworden. Der Vortragende erläuterte dann eingehend die gesetzlichen Bestimmungen. Er forderte die Bürgermeister zu ersprießlicher Zusammenarbeit mit dem Finanzamt auf, das in jedem Falle zu Auskünften zur Verfügung steht. In einer angeregten Aussprache wurden Einzelfälle geklärt. Bürgermeister Euler machte bekannt, daß in einer nächsten Versammlung ein weiterer Vortrag über dieses umfangreiche Gebiet folgen soll. Die Mitwirkung der Bürgermeister bei baupolizeilichen Borschriflen behandelte ein Vortrag von Regierungsbaurat Kuhlmann vom Staatlichen Hochbauamt Gießen. Er machte den Bürgermeistern verständlich, daß die strikte Befolgung der gesetzlichen Vorschriften keine kleinliche Erfüllung des Buchstabens bedeutet, sondern, von höherer Warte aus gesehen, eine Berücksichtigung des Interesses der Allgemeinheit und eine wertvolle kulturpolitische Aufgabe für das Volk darstellt. Im Kreise Gießen ist eine große Fülle von Bauwerken, Hausrat und Häusergruppen, sowie von Platzgestaltungen vorhanden, ferner manche Bauwerke mit vielen Kulturepochen, die von großer Bedeutung sind. In Zusammenarbeit von Denkmalpflege und Baupolizei ist man jetzt bestrebt, auf dem großen Gebiet des Fachwerkbaues, der von dem Charakter der Bewohner zeugt, eine zielsichere Pflege durchzuführen. Es ist Aufgabe der Bürgermeister, dabei mitzuarbeiten, daß diese Bauwerke erhalten und gepflegt werden, daß das gute Alte vor Verschandelung geschützt und vor Zerstörung bewahrt wird. Dazu gehört auch die Aufgabe, historische Bauwerke vor einer stillosen Umgebung mit neuen, unsachgemäßen Bauten zu bewahren. Die baupolizeilichen Vorschriften dienen dazu, den Charakter der Ortschaften und Städte stilvoll zu bewahren und dem unvernünftigen Bauen zu begegnen. Das Hochbauamt steht schon bei der Bauplanung mit Rat und Tat kostenlos zur Verfügung. Regierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen machte mit den Bauvorschriften bekannt und wies darauf hin, daß zu der Erneuerung alter Facbwerk- bauten durch den Denkmalpfleger Zuschüsse bewilligt werden können. Oberbauinspektor Mohr vom Hochbauamt erläuterte die Vorschriften und betonte nochmals, daß zu allen Bauvorhaben, ganz gleich welcher Art, erst die Genehmigung einzuholen ist. In einer kurzen Pause gab Oberregierungsrat Dr. Schönhals Dienstanweisungen und sprach dann über einige dienstliche Angelegenheiten. Nachdem Bürgermeister a. D. A x aus Nanz- hausen auf die vom Deutschen Gemeindetaa befürwortete Ortschronik hingewiesen hatte, die den Gemeinden zur Festhaltung aller wichtigen Begebenheiten empfohlen wird, sprach Dr. Finger vom Staatlichen Gesundheitsamt, Abteilung Beratungsstelle für erbbiologische Forschung, über die Mitarbeit der Bürgermeister bei den erbbiologischen Maßnahmen des Staates. Der Redner gab den Bürgermeistern Einblick in das umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabengebiet der erbbiologischen Betreuung und besprach dann die verantwortungsbewußte Mithilfe bei den Anträgen für Ehestandsdarlehen, Siedler- und Kinderbeihilfen, der Erbfähigkeit, Heiratstaub- lichkeit usw. Er verwies besonders darauf, daß für alle diese Anträge die Beratungsstelle in Gießen, Friedrichstraße 18, zuständig ist. U. a. machte er auch darauf aufmerksam, daß Anträge auf Ehestandsdarlehen nur mit der vom Bürgermeister be- glaubigten Unterschrift einzureichen sind und forderte die Bürgermeister auf, durch die Ausnützung der ihnen zugestandenen Gelegenheit zur Niederschrift der für den Einzelfall wichtigen Kenntnisse die Arbeit der Beratungsstelle zu fördern. Bürgermeister Euler dankte allen Rednern und den Bürgermeistern und kündigte eine weitere Versammlung an, die in erster Linie dem Gedankenaustausch in zwangloser Form dienen wird. Mit dem Gruß an den Führer beschloß er die arbeitsreiche Tagung. Rekruten-Vereidigung in Gießen am nächsten Freitag. Der Standortälteste der Garnison Gießen teilt uns mit: Freitag, 30. Oktober, 11 Uhr, findet auf dem Platz zwischen der Artillerie-Kaserne und der Volkshalle die Vereidigung der neu eingezogenen Rekruten der Gießener Truppenteile statt. Nach kurzen Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen und des Standortältesten wird die eigentliche Vereidigung in feierlicher Form vorgenommen. Der Bevölkerung der Stadt Gießen ist durch Beiwohnen die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben. Es wird gebeten, den Anordnungen der Absperrkommandos Folge zu leisten und besonders den feierlichen Akt der Vereidigung nicht durch lautes Sprechen und Rufen zu stören. Schule und Reformationstag. LPD. Die Abteilung VII der hessischen Landesregierung ordnet an, daß, da in diesem Jahr der Tag des'Reformationsfestes mit dem Staatsjugendtag zusammenfällt, am Samstag, 31. Oktober, der Unterricht für sämtliche evangelische Schüler und Lehrer ausfällt. Große Vogelzüge in Richtung Westen und Südwesten. Am Sonntagnachmittag und den ganzen Montag über konnte man andauernd große Schwärme von Krähen beobachten, die in nicht sehr großer Höhe in der Richtung nach Westen und Südwesten flogen. Nach Ansicht von Vogelsachverständigen soll es sich um Tiere aus Osteuropa (Polen und Rußland) handeln, die einen Kälteeinbruch vorausahnen und westliche und südliche Länder mit wärmerem Klima als vorübergehendes Winterquartier aufsuchen. Gymnastik-Vorführungen der Hilda-Senff-Schule. Eine Veranstaltung der „Deutschen Frauenkultur" in Gießen. Die „Deutsche Frauenkultur" im Deutschen Frauenwerk bot gestern abend (im Studentenheim, Leihgesterner Weg) ihren Mitgliedern und Gästen eine nicht alltägliche Abendveranstaltung. Der Abend brachte Vorführungen der Gymnastik-Schule Hilda Senfs (Düsseldorf), die eine Fülle der Anregungen dafür gab, in welcher Form eine für die Frau sinn- und artgemäße Leibesübung mit einfachen Mitteln getrieben werden kann. Die Leiterin der Schule gab in einleitenden Worten Aufklärung über das Wollen der Schule. Sie wies darauf hin, daß es gelte, eine Leibesübung für die Frau zu schaffen, die auf breiter Grundlage betrieben werden könne, eine Leibesübung, die den Bewegungssinn zum Natürlichen hin entwickle und bewußt werden lasse. Es solle nicht um jeden Preis eine körperliche Leistung vollbracht werden, wichtiger sei, Schäden im Körper zu beseitigen, sich anbahnende Schäden zu verhindern, die Frau für die Mutterschaft vorzubereiten, sie stark zu machen und geschmeidig zugleich. Diese Leibesübung der Frau solle sich organisch aus der Ganzheit des Körpers ergeben. Jeder Bewegung solle die Natur Lehrmeister sein. Die Leibesübung der Frau müsse immer von einem natürlichen Bewegungsablauf ausgehen. Nicht Bühnentänzerei sei das Ziel, sondern naturhafte Bewegung. Wenn sich in letzter Mollen oemen Roman von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 34 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Aber das ist er nur deshalb, weil Leonhardt im Wolde ganz genau weiß, was er tun wird. Pünktlich wie vorgenommen, wacht er um sieben Uhr auf, es ist zwar noch stockdunkel, aber bis er start- fertia ist, vergeht ja noch eine gute halbe Stunde. Er schleicht wie ein Indianer auf Kriegspfaden durchs Zimmer und entkommt seinem Aufpasser, der dabei ist, einen dicken Ast zu durchsägen. Zeit zum Frühstücken nimmt er sich nicht, das kann er ja in der „Alpenrose" in Buchwald besorgen, und bis dorthin wird er in aller Seelenruhe fahren, es hetzt ihn ja heute keiner, und wer ihn finden will, soll suchen, lang wird er seinen Leutchen ja doch nicht entkommen, und ein Geheimnis wird es dem guten Herdegen nicht bleiben, wo er sich aufhält. Gegen halb neun Uhr kommt er vor der „Alpenrose" an, der Herr Geschäftsführer ist sehr dienst- eifrig, insgeheim hofft er, daß dieser Teilnehmer an her Winterfahrt andere Kameraden nach sich zieht, es hat ihn schwer gekränkt, daß die Konkurrenz, nur weil sie am Ziel liegt, die ganze Sahne abschöpft. „Ich möchte frühstücken und vorher was wissen, verehrter Herr Direktor, wohnt Fräulein Brandes aus Berlin bei Ihnen?" ,Zch kann Ihnen dienen, mein Herr. Die Dame ist gestern Abend hier für eine Nacht abgestiegen. Das heißt — sie hatte nur einen Rucksack bei sich, schien von einer Tour zu kommen und will auch weiter. Sie sitzt in der Veranda, bitte geradeaus und dann rechts am Fenster." „Danke." Im Wolde ist schon unterwegs. Er federt richtig in den Knien vor Freude. Wahrhaftig, dort sitzt sie. So kennt er sie gar nicht. In langen blauen Hosen, braun wie Bronze sind die Arme und das Gesicht, dessen Profil ihm zugewandt ist. Nun steht sie auf, knöpft die blaue Jacke zu, am Aermel leuchtet das schwarzweißrote Abzeichen des Deutschen Skiverbandes. Aber ehe sie die Mütze aufsetzen kann, steht er vor ihr. „Guten Morgen, Fräulein Brandes." Sie sagt nicht gleich etwas. Sie starrt ihn ohne Begreifen an, ihre Hand mit der Mütze sinkt herunter. Ist das den menschenmöglich — Leonhardt im Wolde hier in Buchwald — ? „Ich bin es wirklich, Fräulein Brandes — Kriege ich denn gar keine Hand?", lacht er sie an. „Herr im Wolde. Ich bin nur so maßlos überrascht." Aber da fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. „Waren Sie das vielleicht gestern — der schwarzrote Wagen — nur ganz anders — die Prüfungsfahrt!" Jetzt kommt doch Leben in das Mädchen, sie erinnert sich sehr genau der Pläne, die der Mann gehabt hat, sie freut sich auch wirklich, ihn zu sehen. „Hatten Sie denn Glück? Hoffentlich!" „Fräulein Brandes — ich habe eine Bitte. Bleiben Sie noch ein paar Minuten sitzen, das ist so ein wunderschöner Zufall — und wenn es solange ist, um mir beim Frühstück ein bißchen Gesellschaft zu leisten, ja?" „Aber warum denn nicht? Ich habe nichts weiter vor, ich will nach — nach ja, ich will weiter, aber das eilt nicht." „Sie wohnen nicht hier?" „Nein." Mehr sagt sie nicht, und er hütet sich vor jeder weiteren Frage. Das Wort Berlin nimmt er nicht in den Mund. Er hat sehr gut gesehen, wie schmal Hanna Brandes geworden ist, und daß die braune Haut weniger ein Zeichen von Gesundheit als von viel Sonne ist. Sie hat auch etwas im Blick, was ihm sofort aufgefallen ist — Unruhe. Er erzählt ihr, daß sie sich sehr schnell entschlossen hätten, die Winterfahrt mitzumachen, die Versuche hätten geklappt, und ©Untermann wollte eine Probe aufs Exempel machen, sie sei auch glänzend bestanden. „Der zweite Platz, Fräulein Brandes, hinter einem klotzigen Mercedes!" „Das ist ja wunderbar, da gratuliere ich aber herzlich. Aber wo haben Sie denn Ihre Bekannten? Ich habe nicht gemerkt, daß das Hotel —" „Können Sie auch nicht, ich komme nämlich eben vom Ziel, das liegt etwa zehn Kilometer weiter weg — ich wollte Ihnen ja auch nur guten Tag sagen, Fräulein Brandes." Hanna staunt immer mehr, sie wird ernst, als im Wolde ihr das Rätsel löst und von Herdegens guten Augen erzählt. „Es lag doch sehr nahe, hierher zu fahren. Ich weiß ja nun nicht, wohin Sie wollen, und es klingt beinahe verrückt, wenn man einer Skiläuferin eine Spazierfahrt im Auto anbietet —" „Es wäre heute gar nicht so verrückt. Mir liegt im Augenblick nicht mal soviel an den Brettern, ich habe eine anstrengende Tour hinter mir, und der Weg nach Greiding ist ohne aufregende Begleiterscheinungen." „Nach Greiding wollen Sie? Das ist doch das gottverlassene Nest vor Buchwald — was haben Sie dort verloren?" „Ich wohne dort," gibt Hanna Brandes zu. „Ach so." In diesen zwei kleinen Worten liegt sehr viel, eine lange Gedankenkette hängt Leonhardt daran. Aber bann schneidet er sich selber entschlossen den Faden ab. „Fahren wir nach Grei- ding, Fräulein Brandes." „Sagten Sie vorhin nicht, daß man sich für Sie und den Wagen interessiert, da wird man Sie doch auch vermissen," glaubt Hanna mahnen zu müssen, ihr ist das alles so plötzlich, zu unwahrscheinlich gekommen. „Wenn die Leute was von mir wollen, werden sie auch warten können. Im Augenblick sind Sie mir viel wichtiger, als die ganze Süddeutsche Motoren AG.," fährt es ihm heraus. „Das ist ein unverantwortlicher Leichtsinn Herr im Wolde, den ich nicht auf mich nehme. Fahren Sie zurück. Ich komme auch gut allein nach Greiding. Ich habe noch eine Bitte —- es liegt mir daran, daß man in Berlin zwar weiß, daß es mir gut geht, aber wo ich bin, fei lieber verschwiegen. Wir haben uns nicht gesehen, ja?" Leonhardt im, Wolde geht ganz ernsthaft auf ihren Wunsch ein, er sagt auch kein Wort davon, daß Dr. Brandes bei ihm gewesen ist. Er will Hanna die Illusion völliger Abgeschiedenheit nicht nehmen, er versteht sehr gut, daß man eine Stadt mitsamt einen Einwohnern auf den Mond wünschen kann, wenn man in ihr Schlimmes erlebt hat. „Wer mich sucht, wird mich finden, selbst in Greiding, ich jage dem Geschäftsführer Bescheid, Entwicklung eine schöne urtb einfache Form des Gemeinschaftstanzes ergebe, so sei das erfreulich aber nicht das wesentliche Ziel. Ueberdies gehe bi6 Arbeit der Leibesübung und der Gymnastik nicht nur die Jugend an. Die Vorführungen der Schule, die dann in un- unterbrochener Folge die Zuschauerinnen in Atem hielten, bedeuteten einen anschaulichen Querschnitt durch die Arbeit des Instituts. Die Schülerinnen begannen mit einfachen Ballspielen, bei denen der ganze jugendliche Körper harmonisch' mitschwang, in denen aber auch die innere Ruhe aller Ausübenden und ihre innerste Anteilnahme an der Sache klar zum Ausdruck kamen. In einer großen Menge von Spielen mit dem Ball konnten die Besucher des Abends die vielen Möglichkeiten erahnen, die hier für eine sinnvolle ßetbesübung gegeben sind. Neben diesen Hebungen, die die harmonische Bewegung des Körpers zu fördern hatten, fehlten auch nicht jene Hebungen, die zur Kräftigung des Körpers und einzelner Muskelpartien sowie zu ihrer Lockerung und Lösung beitragen sollten. Die Hebungen wurden fortgesetzt und erweitert hüt der Zuhilfenahme des Tamburins. Dabei war es sehr anschaulich zu beobachten, wie aus dem Schwung und der Beherrschung des Körpers in seiner natürlichsten Bewegung auch Geschicklichkeiten erwachsen, die dem Ungeübten zu erreichen niemals möglich sein würden. Heber diese reinen Bewegungsübungen hinaus zeigten die Mädchen dann selbstschöpferische Bewegungsspiele nach einfachen musikalischen Rhythmen. Die Bewegung folgte dabei nicht der Musik, sondern die Musik war der Bewegung nachgeschaffen worden. Eine weitere Steigerung erfuhren die Vorfüh» rungen durch die Hebungen im Laufen und Springen, in denen der ganze Ernst der hier gepflegten Arbeit besonders stark zum Ausdruck kam. Hier war besonders zu bemerken, daß sich aus dem sinnvollen und zweckmäßigen, aus der natürlichen Haltung auch gleichzeitig das Aesthetische ergab, das fast ausnahmslos die Vorführungen charakterisierte. Den Abschluß bildeten mehrere Bewegungsspiele mit Zuhilfenahme einfacher Geräte (Reif, Stab, Spungseil usw.) und schließlich einige Gemeinschaftstänze, die in ihrer Einfachheit und Wahrhaftigkeit von Bewegung und Ausdruck als Ergebnis der ernsten Körperschulungsarbeit gewonnen worden waren. Die ganze Veranstaltung machte auf die vielen Besucher einen starken Eindruck und sicherlich wird in vielen der Wunsch nach dieser schönen Art Körperschulung und Leibesübung wach geworden sein. Gießener rvochenrnarktpreise. ♦ Gießen, 27. Oft. Auf dem heutiben Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, H Kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 6 Mk., Weißkraut, % kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 3,50 Mk., Rotkraut, % kg 7 bis 10 Pf., 50 kg 6 bis 7 Mk., gelbe Rüben, % kg 8 bis 12 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Hnterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,20 Mk., Pfirsiche, kg 25 Pf., Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, % kg 8 bis 15 Pf., Zwetfchenhonig 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. ♦ * * Eine Siebzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 28. Oktober, kann Frau Katharine Theiß, Weserstraße 9 wohnhaft, in guter Gesundheit und Frische ihren 70. Geburtstag begehen. * * Aufgehobene Straßensperre. Vom 28. Oktober ab wird die Straßensperre auf der Landstraße Ruppertsburg — Wetterfeld wieder aufgehoben. * * Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Rödgen, Kreis Gießen. Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben. daß man hier auf mich warten soll, wenn sie wirklich hinter mir her sind. Hnd jetzt seien Sie lieb und steigen Sie ein." Hanna verstaut ihre Bretter hinten im Wagen und setzt sich neben den Führersitz. Es ist doch ein sonderbares Gefühl, nach Wochen einem Menschen zu begegnen, den man kennt. Man könnte ihn nach Liesel Gottschalk fragen, vielleicht wäre er erstaunt, wenn sie es nicht täte — er weiß doch von nichts — „Was macht denn Liesel?" Es geht ihr sehr gut, sie hat doch jetzt eine Hllfe, da kann sie es sich ein bißchen leichter machen. Ich habe übrigens jetzt au cheine," lenkt Leonhardt ab. „Mein Freund Fritz betreut meine Leihbücherei, sonst hätte ich ja garnicht weg gekonnt. Wie er das wieder mit dem Urlaub gedreht hat, ist mir schleierhaft, er hat immer eine Hintertür, wo er sich hinausschlängelt. Dort liegt ja schon Greiding, wo muß ich Sie denn absetzen?" „Beim Gemeindevorsteher." „Den haben also die zehn Häuser doch auch nötig!" Wie sie das hier bloß acht Tage ausgehalten hat, denkt er, da muß man sich doch wegkriegen können, und wenn es nach Buchwald wäre! Der Sternbäuerin fällt fast der Teller aus der Hand, als der Wagen vor ihrem Haus hält; Sepp ist mit drei Sprüngen draußen und selbst Mohr- chen betrachtet sich den nie gesehenen Aufzug aus einiger Entfernung. Mit ein paar Worten erklärt Hanna, was sich zugetragen hat. Es ist selbstverständlich für die Bäuerin und Frau des Gemeindevorstehers, daß der Herr aus Berlin wenigstens für eine halbe Stunde das Haus betritt, und einen Enzian wird der Herr ja wohl auch nicht ablehnen. Die Ruhe soll er nicht mitnehmen und sich setzen. Nichts könnte Leonhardt willkommener fein, er tut, als sähe er Hannas Hnsicherheit nicht. Der Sternbauer kommt dazu, und es soll eben lang und breit über die Winter-Gebirgs-Prüfungsfahrr verhandelt werden, als es draußen ein paarmal hupt. Es ist Herdegen mit Anhang, und diesmal besteht er nicht nur aus ©Untermann, er hat Dr, Mittelstädt bei sich, und der Wagen ist auch eilt funkelnagelneuer des Nürnberger Werks. (Fortsetzung folgt) Overheffen. Seiratssitzung der Industrie- und Handelskammer Jrieoberg in Hirzenhain. Die Industrie- und Handelskammer Friedberg hielt in Hirzenhain eine Beiratssitzung ab, um auch hierdurch die engen Beziehungen mit der be- zirkseingesessenen Wirtschaft zu pflegen und zu fördern. Der Präsident der Kammer von der Emde (Friedberg) begrüßte die erschienenen Herren und widmete dem verstorbenen seitherigen Mitglied der Kammer Ludwig Hohmann sen. (Laubach) einen ehrenden Nachruf. Gleichzeitig führte er das neue Laubacher Beiratsmitglied Willi Michel in fein Amt ein. 1 Der Syndikus der Kammer Dr. Göbel (Friedberg) berichtete über die Neuerungen in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft. Ausgangspunkt fei das Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. Februar 1934 und dessen Durchführungsverordnungen vom 27. November 1934 und 25. September 1935. Durch den Erlaß des Reichswirtschaftsministers vom 7. Juli 1936 fei eine Verbindung zwischen den Industrie- und Handelskammern und den verschiedenen Gruppen der gewerblichen Wirtschaft hergestellt worden. In den Wirrschaftskammern seien die beiden Zweige der Organisation zusammengefaßt. Jede Wirtschafts- kammer — für das hiesige Gebiet fei die Wirt- schaftskammer Hessen, Sitz Frankfurt a. M., zuständig — bestehe aus verschiedenen Abteilungen bzw. Unterabteilungen, und zwar aus einer Abteilung für Industrie- und Handelskammern, einer Jndustrieabteilung und Unterabteilungen für die der Reichsgruppe Handel angehörenden Wirtschaftsgruppen (Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel, Einzelhandel usw.). Der Vortragende gab der Hoffnung Ausdruck, daß in den Wirtschaftskammern eine neue wirkliche Selbstverwaltungsstelle der Wirtschaft geschaffen sei und daß die gesunde Tradition der Industrie- und Handelskammern, die immer schon unter gesamtwirtschaftlicher Blickrichtung zu arbeiten gewöhnt waren, den neuen Wirtschaftskammern zugute komme. Im weiteren Verlauf der Sitzung sprach Syndikus Dr. Göbel über die Neuordnung des öffentlichen Auftragswesens. Mit der starken Zunahme der öffentlichen Aufträge infolge der Arbeitsbeschaffung und der Wiederwehrhast- machung sei die Frage einer möglichst zweckmäßigen, räumlicken und zeitlichen Verteilung der Aufträge dringlich geworden, um damit eine gleichmäßige Berücksichtigung des gesamten Reichsgebietes zu erreichen. Dies habe bestimmte Neuerungen auf dem Gebiete des öffentlichen Auftragswesens zur Folge gehabt. Die Reichsausgleichsstelle für öffentliche Aufträge hätte die räumliche und zeitliche Verteilung zentraler Reichsaufträge vorzunehmen, und die Bezirksausgleichstellen hätten für die zweckmäßige und ausgleichende Verteilung der Aufträge auf die Betriebe ihres Bezirkes zu forgen. Für den hiesigen Bezirk fei eine Bezirksausgleichstelle in Frankfurt a. M. errichtet. Da die Bezirksausgleichstelle in stetiger Arbeitsverbindung mit der Industrie- und Handelskammer stehe, sei die Gewähr gegeben, daß die einzelnen Firmen ihrer besonderen Notlage und Leistungsfähigkeit entsprechend berücksichtigt würden. Schließlich wurden die Auswirkungen des Ein- zelbandelsschutzaefetzes besprochen und der Meinung Ausdruck gegeben, daß die in Aussicht genommene Neugestaltung des Einzelhandels- fchutzgesetzes baldigst erfolgen möge. Im Anschluß an die Sitzung wurde eine ein- aehende Besichtigung der Eisenwerke Hirzenhain vorgenommen. Unter sachkundiger Führung bekamen die Teilnehmer einen wertvollen Einblick in die Arbeitsweise und Einrichtung dieses bedeutenden Unternehmens des Kammervezirks, das vor allem Oefen, Badewannen und Sanitätsguß erzeugt und das auf eine lange Vergangenheit zurückblicken kann. Mit der Fahrt war ein Betriebsausflug verbunden, der auch nach dem schönen Hillersbachtal führte, wo die Teilnehmer mehrere Stunden in Kameradschaft und Geselligkeit verbrachten. Heichslnstschuhbnnd Busecker- und Lumdatal. Im Zuge der Verdunkelungsübungen innerhalb der Ortsgruppe Busecker - und Lumdatal des Reichsluftschutzbundes fanden in Mainzlar und Daubringen zwei Verdunkelungsübungen statt. Beide Uebungen können als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden. Aus freien Stücken schloffen sich die Didier-Werke in Mainzlar der Verdunkelungsübung an. Pünktlich um 20 Uhr lagen Mainzlar und das Werk im Dunkeln. Es war, da außerdem etwas trübes Wetter herrschte, nicht ein Haus- zu sehen, nicht einmal die Umrisse des Ortes. Lediglich das Aufflammen der roten Signallampen der Posten an den Ortseingängen bei der Ankunft eines Fahrzeuges verriet, daß hier eine menschliche Siedelung ist. Aehnlich gestaltete sich die Verdunkelungsübung im benachbarten Daubringen. Am Schluß der Uebungen fand eine eingehende Besprechung der Blockwarte und Luftschutzhauswarte in Anwesenheit der Ortspolizeibehörde und eines Teil der Feuerwehr statt. Ortsgruppenführer Dr. Haas, Alten- Buseck, wies auf die Bedeutung der Verdunkelung hin und hob die Disziplin der Bevölkerung beroor. Ferner empfahl er, an Stelle der behelfsmäßigen Verdunkelunasmittel allmählich dauerhaftere und zweckmäßige "Mittel, die jederzeit greifbar sind, herzustellen. Am kommenden Donnerstag beginnt in Daubringen ein Kursus für LS.-Hauswarte. Im Bereiche der Ortsgruppe laufen gegenwärtig 6 Schulungskurse. Glück im Llnglück. * Climbach (Kreis Gießen), 26.Okt. Am gestrigen Sonntagnachmittag ereignete sich auf der steil abfallenden Landstraße von Climbach nach Allen darf o. d. Lda. ein eigenartiger Ver- kehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Eine Gruppe von drei Radfahrern fauste auf ihren Rädern die steile Landstraße hinunter. Dabei hatte einer der Radler das Pech, eine Frau anzufahren, so daß beide zu Fall kamen. Da die beiden nachfolgenden Radler ihre Maschinen nicht schnell genug zur Seite lenken konnten, fuhren sie über den am Boden liegenden Radler und über die Frau hinweg, wobei sie ebenfalls stürzten. Wie durch ein Wunder kamen alle vier nur mit einigen kleinen Hautabschürfungen und dem Schrecken davon, auch die Fahrräder sollen nahezu unversehrt geblieben fein. Ser Alice-Frauenverein im Kreis Schotten. (D Schotten, 26. Okt. Die Mitglieder- Versammlung des A l i c e - F r a u e n v e r- eins, Kreisverein Schotten, war sehr gut besucht und ließ ein stets zunehmendes Interesse and er Sache des Roten Kreuzes erkennen. Nach dem Siegheil auf den Führer erstattete die Kreis- vorsitzende, Frau Hanna Widmann, den Jahresbericht, in dem besonders darauf hingewiesen wurde, daß der Bereitschaftsdienst im Kreis Schotten durch die Neuausbildung von weiblichen Hilfskräften (Helferinnen und Samariterinnen) erfreuliche Fortschritte macht: In diesem Zusammenhang wurde auch bemerkt, daß mit Beginn des Monats November ein weiterer Ausbildungs-Lehrgang in Schotten veranstaltet wird, zu dem Neuanmeldungen noch sehr erwünscht sind. Ferner wurde als Winterarbeit des Kreisoereins die Beschaffung und Anfertigung von Krankenwäsche für den Bereitschaftsdienst angeregt, was einen besonderen Einsatz von Opferwilligkeit und Stiftungsfreudigkeit erforderlich macht. Letzteres gilt auch ganz besonders für den hiesigen Kindergarten des Älice-Frauenoereins, dessen Betreuung und Erhaltung die wichtigste Aufgabe des Ortsvereins ist. Weiter wies die Vorsitzende darauf hin, daß die Mitarbeit der Rotkreuzfahnen im Mütterdienst, bei dem Winterhilfswerk und bei der NSV. eine Selbstverständlichkeit für alle Vereinsmitglieder fei. Nach diesem Jahresbericht erfolgt ein Ueberblick über die Kassenverhältnisse. Mit einem warmen Appell zur weiteren eifrigen Mitarbeit wurde der offizielle Teil der Versammlung geschlossen. Man blieb noch einige Stunden beieinander zu gemütlichem Zusammensein und Gedankenaustausch über die gegebenen Anregungen. EandFreie Gießen CO Klein-Linden, 26. Okt. Am gestrigen Sonntag beging unsere evangelische Kirchengemeinde ihr Kirchweihfest. Bis auf den heutigen Tag hat das Fest feinen rein kirchlichen Charakter behalten. Der Posaunenchor blies am frühen Sonntagmorgen, nach altem Brauchtum, den Weckruf. Im stark besuchten Festgottesdienst hielt Herr Pfarrer König die Festpredigt und knüpfte an die Erbauung der jetzigen Kirche im Jahre 1866, also vor nun siebzig Jahren, an. Abends feierte die kirchliche Gemeinschaft im Germerschen Sälchen ihr Kirchweihfest. 8. Lang-Göns, 26. Okt. Am Freitag und Samstag wurde vom hiesigen Jungvolk eine Brotsammlung für das WHW. durchgeführt. Mit geschmückten Leiterwägelchen zogen die Jungen durchs Dorf. Es wurden nahezu 200 Laib Brot gespendet. e Uni fci-! 6813D Vornehm! Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Heute Dienstag und morgen Mittwoch 2.15 Uhr: Preise: Kinder -.30 -.50 Erwachsene -.50 -.75 Märchenvorstellung „Hänsel und Gretel“ Achtung! Heute Dienstag die große Premiere I Glückskinder | mit Lilian Harvey — Willy Fritsch 6811 A I Lichtspielhaus Bahnhofstraße Achtung BesiUer‘ t_astkra*tw”ii-A . _ Gasolin Akt,enJL 6ut'e«'8traB 3 =«utoc Pelze billig! Pelz-Reparaturen bei [5957D M.Liebler Asterweg 16. Oteliäiime jeder Art. Günst. 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Platz 15 RM.« auch in Raten zahlbar. - Ausführliche Prospekte und jede gewünschte Auskunft in der Musikalienhandlung Challier, Neuenweg 10. 6812D die führende Maßschneiderei Plockstraße 7 6567 d iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiij Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die M4llimeterzeile veröffentlich* iiiiiiiiiiiiiiiiikiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiit Mittwoch, den 28.Oktober 1936, 14 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Versteigerungslokal), bzw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegenBarzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. 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