Nr. 200 Erstes Blatt 18b. Jahrgang Donnerstag, 27. August 1056 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und ZteindruSerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Offener ÄeutraMsbruch des stanzöWen Lustfahrtmimsters. Nächtlicher Start von Bombenflugzeugen der französischen Lustwaffe nach Spanien. Stalins 16 Mtopser. Von unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangbe, verboten.) Moskau, 25. August 1936. Enthüllungen des „Jour". Paris, 27. August. (DNB. Funkspruch.) „Le Jour" und „Action Fran?aise" berichten über den Abflug eines vonderfranzösifchen Volksfront gestifteten Bombenflugzeuges nach Spanien. „Le Jour" erklärt, daß am 25. August ein zweimotoriges Bloch-Bombenflugzeug aus einer Flugzeughalle des' Flugplatzes Villacaublay herausgereust worden sei und einen halbstündigen Probeflug gemacht habe. In der Nacht sei von dem Flugzeug die französische Landes- kokarde entfernt worden. Am 26.August sei der Apparat mit 2000 Litern Benzin an Bord mit einer Bombenvorrichtung und Funkeinrichtung mit Kurs nach Süden gewartet. Die Flughallenaufsicht, die gewußt habe, daß das Flugzeug der französischen Luftwaffe angehörte, habe einschreiten wollen, aber es sei ihr bedeutet worden, daß auf besonderen Befehl des M i n i st e r s der Start genehmigt sei. Die Direktion der Bloch-Werke bemühe sich, den Bestimmungsort des Flugzeuges zu verheimlichen, aber die Arbeiter von Bloch machten sich eine Ehre daraus, zu erklären, daß der Apparat nach Spanien unterwegs und für die Madrider Regierung bestimmt sei, ebenso wie ein zweiter ebensolcher Apparat, der binnen kurzem starten werde. Mit Genehmigung des Luftfahrtministers Cot seien diese beiden neuesten Bombenflugzeuge den Beständen der französischen Lu fl waffe entnommen worden. Die Arbeiter erklärten, die beiden Flugzeuge seien von der französischen Gewerkschaft der Madrider Regierung gestiftet worden. Die ,,Action Fran^aise", die den Vorfall ähnlich schildert, verlangt den Staatsgerichts- h o f für den Luftfahrtminister: denn hier handle es sich nicht mehr um Waffenschmuggel, sondern darum, daß ein Minister die im Ministerrat gefaßten öffentlichen Beschlüsse völlig mißachte. Es handele sich um eine offene und absichtliche Verletzung der von der französischen Regierung selbst vorgeschlagenen Neutralität. Man könne sich sogar fragen, ob diese Vorfälle nicht den Zweck verfolgten, die laufenden Neutralitätsverhandlungen a u f f l i e g e n zu lassen. Das Blatt fragt: „In welcher Lage befinde sich D e l - b o s? Was werden Deutschland, Italien und England tun? Welche Rolle spielt „dieser kleine Schlingel", dem man das Luftfahrtministerium übertragen hat? Ist Pierre Cot der Agent der Sowjets, der den Auftrag hat, uns entgegen unserem Willen in den Krieg hinein- z ü z i e h e n ?" Wo bleibt das allgemeine Waffenaussuhrverbot? Ein englischer Schritt in Lissabon? London, 26. Aug. (DNB.) Wie Evening Standard meldet, hat die britische Regierung ihren Botschafter in Lissabon angewiesen, die portugiesische Regierung auf die Dringlichkeit eines sofortigen Verbotes der Ausfuhr von Waffen und Munition nach Spanien aufmerksam zu machen. Die Notwendigkeit dieses Schrittes, so bemerkt das englische Blatt, ergebe sich aus der eigenartigen Lage, daß Italien, Sowjetrußland und Portugal den Erlaß von Ausfuhrverboten für den Augenblick in Aussicht gestellt hätten, in dem die anderen Mächte — gemeint gewesen sei Deutschland — entsprechende Maßnahmen getroffen haben würden. Obwohl das inzwischen geschehen sei, habe bisher keines der drei genannten Länder sein Versprechen erfüllt. plant Frankreich ein" NeuiralM'konferem? London, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Daily Telegraph berichtet, daß die französische Regierung eine internationale Konferenz mit dem Ziel plane, das allgemeine Nichteinmischungsabkommen zu verwirklichen, wie das Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Belgien bereits getan hätten. Die portugiesische Regierung, die im Prinzip zugeftimmt habe, scheine Bedenken zu haben, daß ein Waffenausfuhrverbot den Sieg der extremen linken Elemente in Spanien erleichtern könnte. Bei dem Wunsch der portugiesischen Regierung, in friedlichen Beziehungen zu ihrem größeren Nachbarn zu leben, würde eine st ritte Nichteinmischung in ihrem Fall besonders am Platze sein. Wenn die anderen europäischen Staaten ihre Verpflichtung getreulich einhielten und jede Munitionsausfuhr nicht nur - nach Spanien, sondern nach der Halbinsel überhaupt abstoppten, so sei nur wenig Kriegsmaterial in Portugal, das seinen Weg über die Grenze finden könnte. Daily Herald halt es für möglich, daß die Konferenz zu einer Art Aufsichts-Ausschuß ausgestaltet werde, dem jeder Bruch des Nichtein- wischungsabkommens zur Prüfung vorgelegt werden sollte. Auch könnte diese Konferenz gegebenenfalls zur Erörterung der indirekten Nichteinmischung (Geld und Freiwillige) beauftragt wer- iden. 1 9250 Spanien-Flüchtlinge unter dem Schuh deutscher Kriegsschiffe gerettet. Unter dem Schutz des deutschen Linienschiffs-Verbandes wurden mit 62 Transporten 4500 deutsche und 4750 ausländische Flüchtlinge von 40 Nationen aus dem spanischen Bürgerkrieg gerettet. Hier sieht man, wie der Dampfer „Uckermark" mit deutschen Flüchtlingen an Bord unter dem Schutz des Panzerschiffs „Deutschland" (im Vordergrund) den Hafen von Barcelona verläßt. (Presse-Illustration-Hoffmann-M.) Daul an die Kriegsmarine. Ein Funkspruch des Generaladmirals Raeder. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine hat den aus den spanischen Gewässern heimkehrenden deutschen Seestreitkräften seine besondere Anerkennung durch folgenden Funkspruch ausgesprochen: „Für die tatkräftige und besonnene Durchführung der Schutzaufgaben in Spanien spreche ich dem Befehlshaber, den Kommandanten und Besatzungen meine volle Anerkennung aus. Ich weiß, daß der verantwortungs- und entsagungsvolle Dienst seinen besten Lohn in dem Bewußtsein findet, Tausenden deutscher Volksgenossen und Tausenden von Bürgern fremder Nationen das Verlassen ihrer durch blutigen Bürgerkrieg gefährdeten Wohn- und Arbeitsstätten ermöglicht zu haben in vorbildlicher, kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kapitänen und Besatzungen unserer Handelsflotte und der Lufthansa und in wechselseitiger dankenswerter Unterstützung mit den Kriegsschiffen anderer Nationen." Schwere «ämvse eorjrun. Hendaye, 26. Aug. (DNB.) Seit Mittwochmorgen donnern an der Front von Jru n — San Sebastian ununterbrochen die Geschützsalven der nationalistischen Truppen. Obwohl dichter Nebel jede Sicht unmöglich macht und die Fliegertätigkeit sehr behindert, haben die Luftstreitkräfte der Militärgruppe doch das rote Gebiet mit zahlreichen Bomben belegt. In den Mittagsstunden scheinen größere Flugzeuge eingegriffen zu haben, was aus dem Motorengeräusch und den wesentlich größeren Bomben zu erkennen ist, deren Einschläge nahe der französischen Grenze liegen. In Hendaye zittern die Häuser von dem Explosionsdruck, das Krachen der Einschläge beunruhigt die Einwohnerschaft, die fürchtet, daß sich eines dieser Flugzeuge bei der schlechten Sicht irren und Bomben auf französisches Gebiet fallen lassen könnte. Die französische Polizei'hat alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um den Uebertritt bewaffneter Banden nach Frankreich zu verhindern. Eine schwere Küstenbatterie der Streitkräfte der Linksregierung hat ebenfalls in den Kampf eingegriffen, da es sich aber um alte Geschütze handelt, dürfte ihr Erfolg nicht groß sein. Marokkanische Truppen stehen in den Abendstunden kurz vor Behoble. Die von den Roten gesprengte Straße zwischen Endarlaza nach Behobie i't von den nationalen Truppen behelfsmäßig | wiederhergestellt worden, so daß mehrere Panzerwagen vorankommen konnten, um die Truppen der Nationalisten bei ihrem Vorgehen zu unterstützen. Nach Mitteilung des Hauptquartiers in Valladolid soll Malaga vollkommen von den Nationalisten eingeschlossen fein. Mehrere Flugzeuge sollen zum Einsatz bereitstehen. Die Truppen General Francos sollen am Mittwochabend bereits in den Straßen von Malaga kämpfen. In Asturien sollen die nationalistischen Truppen den Ort T i n e o beseht haben. Don den vor Cordoba eingesetzten roten Streitkräften sollen 1000 Mann, darunter zahlreiche Angehörige der Zivilen Garde, zu den Militärtruppen übergeqangen sein. Die Nachrichten aus Madrid, nach denen katalanische Milizen in Palma d e Mallorca Fuß gefaßt hätten, werden von den Nationalisten entschieden dementiert. Neue marxistische Greue'tateu Lissabon, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano berichtet über neue furchtbare Gräueltaten, die die Marxisten in allen Teilen des Landes begangen hätten. In Madrid feien die bekannten Politiker Dr. Albinana, Manuel Buero und Quintana erschossen worden. In Madrid wie auch in Malaga hätten die Marxisten eine große Zahl von Frauen und Kindern ermordet, nur weil ihre Männer und Väter national eingestellt seien. Die Marxisten in San S e b a sti a n ständen zum Teil unter dem Kommando französischer Gesinnungsgenossen. Die Stadt Cadiz sei am Mittwoch erneut von Regierungsflugzeugen mit Bomben belegt worden. Die Bombardierung habe 6 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung verursacht In dem Dorfe Salboerchea hätten die Kommunisten vor dem Eintreffen der Nationalisten 23 national- gesinnte Einwohner bei lebendigem Leibe verbrannt. Bei der Ortschaft Puente Mocho hätten die anrückenden nationale Truppen 4 0 v erst ü m m e l t e Leichen gefunden. Wachsende Spannung inRadrid London, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Trotz der in den letzten Tagen sich häufenden Meldungen, in denen die Madrider Linksregierung über angeblich erfolgreiche Vorstöße und Unternehmungen an den verschiedenen Fronten berichtet, herrscht, wie ein Gewährsmann des Reuterbüros meldet, in der Hauptstadt Spaniens eine sich immer bemerkbarer machende Spannung vor. Niemand wisse, was der nächste Tag bringen werde. Nach der Schilderung eines aus Madrid geflohenen Offiziers sollen in Madrid drei verschiedene „Tscheka s" herrschen, die ganz nach eigenem Gutdünken verfahren und wahllos jede Nacht Verhaftungen und Erschießungen vornehmen. Die Regierung führe nur mehr ein Schattendasein und werde völlig von den Anarchisten beherrscht. Der Staatspräsident sowohl wie einige unbeliebte Minister seien st ä n - big von roter Miliz bewacht, um ihre Flucht zu Derbinbf'rn. Starkes Befremden unter der Bevölkerung habe die Sperrung der Toledo-Straße hervorgerufen. Die Maßnahme werde in Zusammenhang mit einem dicht bei Madrid liegenden Militärflugplatz und dem kürzlichen nationalistischen Bombenangriff gebracht. Diese Meldung deckt sich mit einem heute aus Lissabon eingelaufenen Bericht, wonach bei dem nationalistischen Bombenangriff auf die Hauptstadt am Sonntag 2 1 neue Regierungsflugzeuge, unter denen sich ausgezeichnete, kürzlich aus Frankreich eingeführte Bombenflugzeuge befunden hätten, vernichtet worden seien. Die Lissaboner Meldung führt das auf einen geschickt organisierten Kundschafterdienst der Nationalisten zurück. Der Luftangriff sei 20 Minuten nach Ankunft des Transportes der neuen Flugzeuge erfolgt. In dem Augenblick, in dem diese Zeilen geschrie- ben werden, verkündet der Moskauer Unterhaltungsrundfunk eine Meldung, die den Abschluß eines neuen blutigen Kapitels Stalinfcher Machtpolitik darstellt und den tragischen Schlußpunkt hinter ein grotesk verzerrtes Netz von Widerlichkeiten und menschlichen Würdelosigkeiten setzt, das in der amtlichen bolschewistischen Sprache „Prozeß" genannt wird. Der GPU.-Arzt, der in den Kellern der Lubjanka die Leichen der sechzehn Angehörigen der trotzkistisch-sinowjewschen Opposition zu begutachten hatte, wird in der vergangenen Nacht bei jedem der Toten sein „Exit" gemurmelt haben. Sinowjew — exit, Kamenew — exit, Smirnow, Mratschkowski, Baermann und all die anderen — jeder von ihnen exit! Denn der Zentralvollzugsausschuß, so lautete die Meldung, hat die Begnadigung der Verurteilten abgelehnt, worauf das Urteil an ihnen in der vergangenen Nacht vollstreckt wurde. „Eine Welle der Begeisterun g", so fügt der Unterhaltungsrundfunk hinzu, „geht durch die Reihen der Werktätigen der Sowjetunion, daß wir von der Bedrohung befreit sind, die diese Reptilien durch ihr bloßes Leben für die ganze Zukunft des Landes darstellten, und alle danken es Stalin, daß er hier entschieden durchgegrifsen hat." Gewiß sind es „nur" eben 16 weitere Tote, die das Stalinsche Machtregime gefordert hat, gewiß ist ihr Blut nur ein Tropfen in dem Meer von Blut, durch das die Sowjets seit 19 Jahren waten. Schließlich ist der Weg der sogenannten „proletarischen Diktatur" mit Leichen gepflastert, und diese 16 neuen Toten können das Gewissen der GPU und ihrer Willenslenker nicht mehr erheblicher belasten, als es ohnehin schon ist. Dennoch stellt ihre Hinrichtung eine doppelte lieber» raschung dar. Nach dem Sowjetgesetz muß die Vollstreckung eines Todesurteils f p ä t e st e n s 72 Stunden nach dem Spruch erfolgen. Wenn Stalin also gewollt hätte, so hätte er Zeit zur Ueberlegung gehabt, und es hätten sich gewiß in dieser Zeit auch hohe und höchste Vermittler gefunden, die — wie 1935 die Witwe Lenins, die Krupskaja, die es damals verhinderte, daß Sinowjew und Kamenew wegen des Mordes an Kirow zum Tode verurteilt wurden — zur Milde geraten und ihr Leben gerettet hätten. Aber vielleicht wollte Stalin gerade dies vermeiden und hat deshalb die ungebetenen Vermittler vor vollendete Tatsachen gestellt? — Daß sie überhaupt hingerichtet wurden, stellt die zweite Ueberraschung dar. Denn trotz des im ganzen Lande aufgezogenen ungeheuren Propagandafeldzuges — „erschießt sie wie die tollen Hunde!" — glaubte man hier und da doch noch, daß man sich begnügen würde, ihnen die Todesangst ein» gejagt zu haben, zumal sie ohnehin schon mit Ausnahme des Angeklagten Smirnow so eine ungeheure Furcht hatten, daß sie ein Bild der um ihr Leben winselnden Kreaturen, ein warlich nicht erhebendes Schauspiel!, boten. Waren also die widerlichen und jeder menschlichen Würde hohnsprechenden Schuldeingeständnisse und Reuebekenntnisse, die die Angeklagten aufgefordert und unaufgefordert von sich gaben, vergebens? Vermochten auch die auffallend gleichlautenden Beteuerungen, die den Sechzehn von der GPU. gut einstudiert wurden und die sie unter reichlichem Tränenaufwand abgaben, nicht die Rachegefühle Stalins zu mildern? Trotzki — nur er, er allein! — war nach ihren Aussagen der geistige Leiter und Lenker aller Angeklagten und sie, die in dem Gebäude des Gewerkschaftshauses um ihr Leben zitterten, sie waren nur seine Werkzeuge--so hatte es die GPU. ihnen in den langen Monaten der Haft eingehämmert. So sollten sie es darstellen, damit sie vor dem Volk der Sowjetbürger einen guten Eindruck machten, damit das Interesse auf den bestgehaßten Mann abgelenkt werde und sie selbst sich den Anspruch auf Milde bei Stalin verdienten. Nun — sie haben es getan! Reichlicher und überschwenglicher, als es sich Stalin selbst je denken konnte. Und er — er hat es mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen — und d i e Leute Hinrich t e n lassen. Auch Namen, wie der Sinowjews, des ehemaligen Vorsitzenden der Komintern, und Kamenews, des früheren Staatspräsidenten und Stellvertreters Lenins selbst, Namen, wie der Smirnows, des früheren Landwirtfchafts- kommiffars und vieler alter Parteimitglieder — sie bedeuteten dem blutdürstenden Georgier nichts, da es sich bei ihm darum handelte, eine Macht- fr a g e ein für alle Male und völlig eindeutig zu lösen und alle Widerstände aus dem Wege zu räumen. Sie mögen genau so „schuldig" oder „unschuldig" sein wie Stalin selbst und seine unzähligen Mitläufer, die ihn beute als den „Führer der Menschheit" und den „Beglücker der Völker" verherrlichen, sie sind gewiß Kreaturen und würdelose Subjekte — da sie aber gewagt haben, gegen das 3U opponieren, was Stalin als Generallinie verkündete und mit brutaler Gewalt durchführt, da sie ihn mit den Methoden bekämnften. die sie einst von keinem anderen als von ihm selbst gelernt haben, da sie seinen Plänen ein Hindernis wurden, sind sie noch drei Tage vor ihrem Tode von seinen GPU.-Leuten um ihr Leben betrogen worden. Haben sie es aber wirklich gewagt, gegen beit Stachel zu löken, haben sie denn die Verbrechen vorbereitet, die ihnen zur Last gelegt wurden? Planten sie in der Tat Attentate gegen Stalin, Die Genehmigung zum Erwerb von Reisezahlungsmitteln für einen weiteren Aufenthalt in Oesterreich oder für eine Reise nach Oesterreich können erteilt werden, wenn festgestellt worden ist, daß ein längerer Aufenthalt in Oesterreich oder eine Reise nach Oesterreich aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist. Der Antrag muß durch das Zeugnis eines deutschen Amtsarztes belegt werden. Auch das Zeugnis eines österreichischen Amtsarztes wird anerkannt. Ferner können über die monatliche Höchstgrenze von 500 RM. hinaus die Genehmigungen zum Erwerb von Reisezah- lungsmitteln erteilt werden, wenn dies zur Bestrei- tuna unvorhergesehener Ausgaben (z. B. infolge Unfalls, Krankheit, Tod) erforderlich ist. In Fällen, in denen die Bereitstellung der Reise- beträge durch Erwerb und Ueberbringung bzw. Nachsendung untunlich erscheint, können die Betrage im Wege der Auszahlung durch Vermittlung der deutschen Verrechnungskasse überwiesen werden. Die abgegebenen Beträge dürfen nur zur Be- streitung der Aufenhaltskosten in Oesterreich während der Reise verwendet werden. Die Reisezahlungsmittel haben selbst oder auf einem beigefügten Blatt einen Vermerk zu enthalten, welcher den Reisenden auf diese Verpflichtung und auf die Strafen aufmerksam macht, die durch eine mißbräuchliche Verwendung des Geldes verwirkt werden. beteiligt ist. Der Reiseverkehr. Das R e i s e v e r k e h r s a b k o m m e n besagt, daß Personen, die ihren Wohnsitz im Deutschen Reich haben, und die nach Oesterreich reisen, o h n e Genehmigung der Devisenstelle Schilling im Gegenwert von höchstens 50 0 R M. je Person und K a l e n d e r m o n a t über die jeweils geltende Freigrenze hinaus in Reisekreditbriefen, Reiseschecks, Akkreditiven, Hotelgutscheinen sowie Gutscheinen für Gesellschaftsreisen nach Oesterreich verbringen können. Der Höchstbetrag kann im beiderseitigen Einvernehmen vorübergehend herab- aesetzt werden. Es werden ermächtigt: a) das Mitteleuropäische Reisebüro ^tu.b.H. und seine Vertretungen in Deutschland und b) das Oesterreichische Verkehrsbüro in Berlin Reisekreditbriefe, Reiseschecks, Hotelgutscheme, Gutscheine für Gesellschaft- und Pauschalreisen aus- zustellen; c) ferner sämtliche Devisenbanken die hierzu eine allgemeine Genehmigung der Devisenstelle Berlin erhalten haben, Akkreditive, Kreditbriefe, Reiseschecks, zu eröffnen oder auszuwerden. Der Reifende hat auf der Rückseite des Einzahlungsscheins anzuführen, an welche Anschrift im Deutschen Reich der R e i ch s m a r k g e a e n. wert angewiesen werden soll und auch die Nummer des Reisezahlungsmittels anzugeben. Der Reichsmarkgegenwert des eingezahlten Betrages wird dem Reisenden unter Abzug der Ueberwei- sungskosten spätestens vier Wochen nach dem Tage der Einzahlung ausgezahlt. ist der Gegenwert in dem Berliner Mittelkurs der betreffenden Währung in Reichsmark urnzurech- nen und in -Reichsmark auszuzahlen. Die Auszahlungen an die Begünstigten erfolgen nach Matz- gäbe der auf den Sonderkonten vorhandenen Guthaben. Die Genehmigung zur unmittelbaren Verrechnung von Forderungen aus dem deutsch-österreichischen Warenverkehr wird nur dann erteilt, wenn etweder in Deutschland oder in Oesterreich nur eine Firma an der Verrechnung stellen. , ... . Die Ausgabe der Reisezahlungsmittel ist im Reisepaß des Erwerbers einzutragen. Die Eintragung muß enthalten: Betrag und Art und soweit möglich Nummer des Reisezahlungsmittels, Angabe des Kalendermonats, für den die Inanspruchnahme erfolgt, Datum und Unterschrift der Ausgabestelle, den Zusatz: „Reiseverkehr Oesterreich". Die Auszahlung von Barbeträgen auf Grund der Akkreditive, Reisekreditbriefe und Reiseschecks durch die österreichischen Auszahlungsstellen kann gestaffelt werden. Die Auszahlungen sind von den österreichischen Einlösestellen im Reisepaß des Reisenden einzutragen. Abgehobene, aber nicht verbrauchte Schillingbeträge, die den Betrag von 50 Schilling übersteigen, müssen von dem Reisenden vor seiner Ausreise aus Oesterresch bei einem österreichischen Postamt mit > Einmhlunasscbein (Erlaß-Schein) auf das Postscheck- Der Reise-, Waren- und Zahlungsverkehr mit oesterreich. , ... , m>pnn hie I fonto Wien Nr. 999 lautend auf „Österreichische Die Tausendmarkgebühr aufgehoben. VÄwtSng' nicht U Reichert lautet, WIpmMe, Wer ReiWehr^e in g e jaHit Ein im Reichsgesetzblatt veröffentlichen Gesetz i über den Reiseverkehr mit Oesterreich sieht die B e - eitigung der Ei n t a u s e nd r e i ch s ma r k - i gebühr für Reisen nach Oesterreich vor Reichs- < angehörige mit Wohnsitz oder ständigem ! im Jnlande können nun nach und durch Oester- i reich reisen, wenn der Geltungsbereich ihres Passes von der zuständigen Paßbehörde i ausdrücklich auf das Gebiet des Bundesstaates £) e ft e r r e i d) erstreckt ist. Die Neuordnung t r itt am 2 8. August 1936 in K r a f t. Dom 28. August 1936 ab kann die Ergänzung des Passes bei der zuständigen Paßbehörde beantragt werden. Der Zahlungsverkehr. Berlin, 26. Aua. (DNB.) Die am 12. August paraphierten Vereinbarungen zwischen dem Deut- chen Reich und Oesterreich über die Regelung oer- chiedener Fragen des Reise-, W ar e n - u n d Zahlungsverkehrs sind vom österreichischen Gesandten Tauschitz und vom Ministerialdirektor Ritter sowie von den beiden Delegationsfuhrern unterzeichnet worden. Ferner wurde ein Abkommen über Paßerleichterungen im klei- nen Grenzverkehr unterzeichnet. Die bisherigen Ausreisebeschränkungen zwischen Deutschland und Oesterreich treten am 28. August außer Kraft. Der Zahlungsverkehr zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich wird in Deutschland ausschließlich durch Vermittlung der deutschen Verrechnungskasse, in Oesterreich ausschließlich durch Vermittlung der österreichischen Nationalbank abgewickelt. Unter das Abkommen fallen Zahlungen aus der Ausfuhr deutscher Waren nach Oesterreich und österreichischer Waren nach Deutschland, auch dann, wenn die Verpflichtung zur Zahlung gegenüber Personen in einem dritten Lande besteht. Zahlungen für wirtschaftlich gerechtfertigte und mögliche Posten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem deutsch-österreichischen Warenverkehr stehen mit Ausnahme von Zahlungen auf dem Gebiet des Versicherungsverkehrs sowie von Seefrachten. Sonstige Zahlungen, über die sich die deutsche Verrechnungskasse und die osterrelchifche Nationalbank einigen. Der beiderseitige Transitverkehr fällt nicht unter die Bestimmungen dieses Abkommens. Schuldner, die Reichsmarkzahlungen nach Oesterreich zu leisten verpflichtet sind, haben die geschuldeten Beträge bei Fälligkeit auf Das Sonderkonto der österreichischen Nationalbank bet der Deutschen 23er- Das Abkommen über P a ß e rl e i ch t e r u n g en im Kleinen Grenzverkehr zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich bestimmt u. a„ daß deutsche Reichsangehörige und österreichische Bundesbürger, die im Grenzbezirk ihren Wohnsitz haben oder sich dort seit wenigstens drei Monaten auf- halten, eine Grenzkarte erhalten. Diese berechtigt zum jeweiligen Aufenthalt im Nachbargrenz- bezirk auf d i e Dauer von sechs Tagen. Der Grenzübertritt darf an den in der Grenzkarte bezeichneten Grenzübergangsstellen regelmäßig nur während der Tagesstunden erfolgen. Ausnahmen uCl cu.t.u —......... Men für Geistliche, Aerzte, Hebammen in Aus- Einzahlungsschein (Erlaß-Schein) auf das Postscheck-1 ubung ihres Berufes. Der englisch-ägyptische Vertrag unterzeichnet. Neue Grundlage engster Zusammenarbeit. Woroschilow, Kaganowitsch und andere? Ist ihr „Schuldig" zu Recht gesprochen worden? Es könnte vielerlei zu diesem Schauprozeh gesagt werden, was in Deutschland als ein Hohn auf |ebe Justiz aufgefaßt werden würde. Er ist auf einem Niveau geführt worden, das sich nur schwer beschreiben läßt. Wenn ein Staatsanwalt feine Anklagerede mit den Worten einleitet, „tollgewordene Hunde müßten erschossen werden", so ist das eine Angelegenheit des Geschmacks, über die man nicht streiten kann. Wenn dem Gericht aber oon d e n Angeklagten selbst jeweils die Stichworte für die Anklage geliefert werden, wenn 3. B. Sinowjew sich geradezu überschlägt in der Kennzeichnung seiner Taten als Schurkerei, als Betrug, als Verrat usw., wenn Epitheta, wie ekelerregend, abscheulich, gemein, niederträchtig, schuftig noch zu den literarisch harmlosen gehören, wenn alle Angeklagten ihre Haltung so sehr verloren, daß sich alles in großen Tränenströmen auflöste, wenn jeder von ihnen nur bestrebt war, sich auf Kosten des anderen reinzuwaschen, und die Prozehführung keinen Augenblick einen Hehl daraus machte, daß sie nur lieber gleich alles von selbst — und nach Möglichkeit noch etwas mehr als nötig — erzählten, und wenn schließlich die Angeklagten in ihrem Schlußwort sich als „räudige Hunde" bekannten, die „sich an dem Abgott des Volkes, an dem großen Stalin zu vergehen im Begriff standen" — dann wird man sich ungefähr eine Vorstellung machen, wie m Moskau Schauprozesse geführt werden. Und diesem Niveau paßte sich die Presse bestens an. Es ist einmal in Moskau eine Statistik geführt worden darüber, welches Blatt den Welt- dekord in Verbalinjurien hält, von denen jede einzelne im privaten Leben in zivilisierten Staaten einen Beleidigungsprozeß rechtfertigen wurde. In diesen • Tagen sind alle derartige Begriffe über Rekorde unbarmherzig über den Haufen geworfen worben. Denn was sich hier — in der Presse in den überall einberufenen Versammlungen, m den Ergebenheitsadressen an Stalin usw. — an Schimpfworten und Verunglimpfungen des Gegners zusammentragen ließ, wurde zusammengetragen. Eine Schülerin schrieb in der Jsweftija wörtlich: „Ihr dreimal verächtlichen abscheulichen Reptilien. Wem habt ihr mit dem Tode zu drohen gewagt Nein, ihr werdet Milde finden: nur ein Urteil ist für euch möglich — wie die tollen Hunde werdet ihr erschöpfen." In einem Brief an Stalin aber ist davon die Rede, daß „es wie Fäulnis- und Verwesungsgeruch von den faschistischen Banditen Trotzki, Sinowjew und Kamenew wehe und daß nur der Tod den blutgierigen faschistischen Kötern beschieden sein werbe". — Wiederum wird man zugeben müssen, daß sich über Geschmack nicht streiten laßt. Wenn aber schon von Blutgier die Rede ist und von dem Modergeruch verkommenen Untermenschentums, so muß man fragen, wie denn das zu bezeichnen ist, bas sich in biefen Kundgebungen und in der ganzen Prozeßführung offenbart hat. Der Prozeß gegen die 16 Angeklagten — von denen übrigens 12 Juden waren — war dewutzt mit Unklarheiten, mit halben Andeutungen und unausgesprochenen Anspielungen umgeben. Weder das Anklagematerial noch die Schlußreden der Gerichtsbehörden lassen deutlich erkennen, wessen sie angeklagt wurden und was davon „erwie- s e n" wurde. Ganz allgemein wurde behauptet, daß sie Anschläge gegen die bolschewistischen Führer hätten verüben wollen, und das haben sie freilich auch zugegeben. Der Geständnisse hat es aber viel zu viele gegeben, und allzu bereitwillig haben die Angeklagten auf das kleinste Zeichen der Gerichtsleitung hin sofort mit umfangreichen eelb|t= besehuldigungen reagiert, so daß der Eindruck einer zu gut klappenden Regie aufkam, die der Findung der Wahrheit nicht dienlich war. Was aber war Wahrheit in diesem Prozeß? Die Hauptangeklagten Sinowjew, Kamenew und Smirnow saßen seit Jahren in den Gefängnissen der GPU., und jedem, der das Regime m diesen Anstalten einigermaßen kennt, durfte es als ausgeschlossen gelten, daß sie unter den Augen dieser Behörde Anschläge gegen Stalin vorbereitet haben konnten. Ihnen wurde aber vorgeworfen, daß sie zusammen mit diesen vier, angeblich von Trotzki aus dem Ausland nach der Sowjetunion entsandten Terroristen diese Pläne geschmiedet hatten. Bei der Sucht der Angeklagten, sich selbst zu belasten, ist dies Kapitel bis zuletzt unklar geblieben. Fest scheint dagegen zu stehen, daß sie seit 1932 und bis zur Ermordung Kirows im Dezember 1934 gegen Stalin konspiriert haben. Ob diese Tätigkeit sich aber auf die Fortsetzung der Opposition beschränkte oder ob in der Tat die Angeklagten auf den Boden des individuellen Terrors getreten sind, läßt sich trotz der Selbstanklagen der Sechzehn ebenso wenig einwandfrei feststellen. Gänzlich unsinnig ist die Behauptung der Anklage, sie hätten mit einer ausländischen Macht gegen die Sowjetunion eine Verschwörung anzetteln wollen. Dafür hat der Prozeß nicht den gering ft en Anhaltspunkt erbracht. Mehr als bei jedem anderen Schauprozeh mutz hier die Frage cui bono? gestellt werden. Es ist bekannt, daß die Sowjetregierung, wenn ihr das angezeigt erschien, auch mit Trotzki in Verhandlungen eintrat, und es ist noch in aller Erinnerung, daß 1933 sogar Litwinow p e r - s ö n l i ch sich mit ihm in Paris traf. Seitdem hat Trotzki von Frankreich die Erlaubnis erhalten, sich bei Paris aufzuhalten, und erst später, als er der Moskauer Regierung nach den französischen Streiks unbequem wurde, ist er fallen gelassen worden. Der Schluß drängt sich von selbst auf, daß gegenwärtig wieder außenpolitisch in der Auffassung der Sowjets eine Lage entstanden ist, die es nicht ratsam erscheinen läßt, diese Verbindung auch weiter zu pflegen, die aber ganz unzweifelhaft bestand. Hat doch der Prozeß erwiesen, daß Trotzki selbst von der Staatsbank im Ausland ein Kredit eröffnet wurde! Steht etwa eine neue Schlappe der Komintern bevor, für die in Moskau stets Trotzki verantwortlich gemacht zu werden pflegt, und gibt vielleicht Moskau schon die Sache in Spanien verloren, daß ihm und seinen Anhängern nun dieser Schlag versetzt wird? Noch offensichtlicher ist aber die machtpolitische Bedeutung des Prozesses auf innerpolift- schem Gebiet. In einer Zeit, in der Stalin alle Kräfte anspannt, um zur Vorbereitung der Welt- reoolution die gewaltigste Rüstung zu schaffen, die die Welt je gesehen hat, ist ihm jedes menschliche Ueberbleibfel aus der Vergangenheit, in der noch um d i e „Generallinie" gefochten wurde, eine Erinnerung an mögliche Widerstände in der eigenen Partei und im eigenen Lande. Auch gegen R'ykow, Pjatakow, Sokolnikow, Bucharin und Radek, die verdächtig sind, sich ebenfalls oppositionell betätigt zu haben, wird die Untersuchung mit aller Strenge durchgeführt werden. Denn überall im Lande regt sich neuerdings der Widerspruch gegen das Gewaltregime Stalins. Selbst den Arbeiter hat in Verbindung mit dem unmenschlich hart durchgeführten Stachanow-System der Ausbeutung der Arbeitskraft die Gärung erfaßt. lieber 5000 Verhaftungen sind in den letzten Tagen erfolgt und das ganze Land durcheilt eine neue Welle des Terrors der GPU. So hat der Prozeß zwar zu einer neuen Zunahme der Machtfülle Stalins geführt, — was aber an seiner Peripherie geschah und was er als Folgeerscheinungen zeitigt, eröffnet den Blick in furchtbare Wirrnisse und deutet blutige Geheimnisse an, die vielleicht erst viel später entschleiert werden können. Es ist schließlich der Bolschewismus, der in Moskau auf der Anklagebank fnfj Reue Verhaftungswelle. „Trotzkisten-Nester" im Moskauer Staatsverlag. Moskau, 25. Slug. (DNB.) Die Sowjetpresse ist in den letzten Tagen voll von Nachrichten und Zuschriften aus allen Teilen der Sowjetunion, in denen neue „Entlarvungen" von Angehörigen der ehemaligen Rechts- oder Links-Opposition gemeldet werden. In den meisten Fällen wurden gegen die Betreffenden Disziplinarverfahren eingeleitet. Allein in den Moskauer Blattern konnte man in den letzten Tagen 119 Falle zählen, in denen gegen oft maßgebli ch e P a r- teimitglieber wegen angeblicher oppositioneller Umtriebe vorgegangen wurde. Die „Prawda" deckt „Trotzkisten-Nester" im Moskauer Vereinigten Staatsverlag auf. Bekanntlich war der frühere Rechtsoppositionelle T o m s k i, der dieser Tage Selbstmord verübte, Leiter des Staatsverlages. Nunmehr bezichtigt die „Prawda" den Leiter des Sozialökonomischen Sektors des Staatsverlages T a r d y j, dessen Stellvertreter M i l e j k o w s k i, ferner den Sekretär Radeks Tiwel und den Rektor der Moskauer Universität Friedland sowie zahlreiche andere im Staatsoerlag tätige Personen oppositioneller Umtriebe und des Mißbrauches von Verlagsgeldern. Das Blatt betont, daß „die Liste der Parteifreunde und der zweifelhaften Elemente, die in dem Verlag Unterschlupf gesunden hätten, noch lange nicht erschöpft fei." Einige der Beschuldigten wurden bereits verhaftet. Konferenz ver Luststreitkräste Rumäniens, der Tschechoslowakei, Frankreichs und Gowjetrußlands. Budapest, 26. Slug. (DNB.) Das über Balkan- jagen besonders gut unterrichtete katholische Blatt „U j N e m z e d e k" meldet aus Bukarest, die Vertreter der Luftstreitkräfte Rumäniens, der Tschechoslowakei, Frankreichs und Sowjetrußlands würden in nächster Zeit zu einer Konferenz zusammentreten, um ein einheitliches Vorgehen der Luftstreitkräfte der vier Länder für die Zukunft sicherzustellen. Die rumänische Regierung werde auf der Konferenz durch den Staatssekretär im Kriegsministerium vertreten sein. Ein sowjetrussisches Dementi. Moskau, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Bericht in dem englischen Blatt Eoening News haben Stalin, Kriegsminister Woroschilow, Generalstabschef Marschall D u d) a t = s ch e w s k i und der Chef der Roten Luftflotte, A l k s n i s , im Rundfunk gesprochen. Stalin soll erklärt haben, „der Krieg ist unvermeidlich, dies ist der Augenblick, den ihr erwartet habt, und jetzt erwartet eure Heimat von euch Erfüllung eurer Pflich t." Die Telegraphenagentur der Sowjetunion erklärt, daß diese Meldung der Eoening News über eine angebliche Rundfunkrede Stalins vor der Roten Armee von Anfang bis Ende provokatorische Erfindung fei. Stalin habe weder solche Rede gehalten, noch solche Aufrufe ausgesprochen. Ebenso hielten weder Woroschilow noch Tuchatschweski und Alksnis Reden. London, 26. Aug. (DNB.) Im Locarnosaal des Foreign Office fand die Unterzeichnung des englisch-ägyptischen Vertrages statt. Die Urkunde wurde von Außenminister Eden, Lordsiegelbewahrer Lord Halifax, Innenminister Sir John S i - m o n, Lordpräsident des Geheimen Staatsrates Ramsay Macdonald und dem britischen Oberkommissar für Aegypten, Sir Miles Lampson, mit einem besonderen goldenen Füllfederhalter unterzeichnet. Die Unterschrift leisteten ferner sämtliche 13 Mitglieder der ägyptischen Abordnung, darunter auch Ministerpräsident Nahas Pascha. Außenminister Eden erklärte, in beiden Ländern wachse die Ueberzeugung, daß die Interessen Englands und Aegyptens untrennbarmitei n= ander verbunden seien. Der Vertrag sei der Anfang eines neuen Abschnittes in den beiderseitigen Beziehungen, er stelle eine Verpflich- t ü n g uni) ein Instrument der künftigen Zusammenarbeit dar. Nahas Pascha führte u. a. aus, der Vertrag könne als ein Symbol dafür angesehen werden, daß England und Aegypten sich der Welt als zwei gleichberechtigte und einander freundlich gesonnene Länder vorstellen, die geeinigt seien im Zeichen einer freien Zusammenarbeit und eines aufrichtigen Bündnisses. Wie verlautet, enthält der Vertrag eine Klausel, wonach jede Meinungsverschiedenheit über die Auslegung irgendeiner der Bestimmungen dem Völkerbundsrat zur Schlichtung unterbreitet werden muß. Der Vertrag, der bisher noch nicht veröffentlicht ist, enthält dem Vernehmen nach im wesentlichen folgende Bestimmungen: Sämtliche britischenTruppen werden nach einer lieber» gangszeit Kairo, Alexandrien und andere ägyptische Städte räumen und zusammen mit der Luftstreitkraft in der Kanalzone rund um 35- mal i a zusammengezogen werden. Als HöchMond ist für das Heer eine Stärke von 10 000 Mann und für die Luftwaffe eine solche von 3400 Mann feft- gelegt, doch kann England im Notfall Verstärkungen entsenden. Das neue ägyptische Heer, das in Zukunft nicht mehr unter der Kontrolle eines britischen Generalinspekteurs steht, wird von einer britischen Militärmission ausgebildet. Die Ausrüstung der Armee übernimmt England. Die ägyptischen Truppen werden an der militärischen D e - setzung des Sudans wieder teilhaben. Außerdem werden künftig wieder Aegypter an der wirtschaftlichen und finanziellen Verwaltung des Sudans beteiligt. Der Abschaffung der Kapitulationen hat England grundsätzlich zugestimmt, allerdings unter der Voraussetzung, daß auch die übrigen Mächte ihr Einverständnis erklären. Die Europäer werden in Zukunft der ägyptischen Gerichtsbarkeit unterstehen. Der britische Kommissar in Aegypten und der ägyptische Gesandte in London werden den Rang von Botschaftern erhalten. Aegypten wird keiner anderen Macht das Recht einräumen, in Kairo eine Botschaft zu unterhalten. Michsbankpräsident Schacht in Paris. Paris, 26. Aug. (DNB.) Zu Ehren des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht gab der Gouverneur der Bank von Frankreich, L a b e y r i e, am Mittwoch ein. Frühstück, an welchem neben dem deutschen Botschafter Ministerpräsident Leon Blum, Außenminister D e l b o s, Finanzminister Vincent A u r i o l, Wirtschaftsminister S p i n a s s e Handelsminister Bastid und der Untergouverneur der Bank von Frankreich Guirand teil- nahmen. An dem Abendessen, das der deutsche Botschafter in Paris Graf Welczeck zu Ehren Dr. Schachts in der deutschen Botschaft gab, nahmen von französischer Seite Außenminister D e I b o s, Finanzminister V i n c e n t-A u r i o l, Wirtschaftsminister S p i n a s s e, Handelsminister Bastid, der Gouverneur der Bank von Frankreich L a b e y r i e und der politische Direktor des Außenministeriums Sargeton teil. * Der Gouverneur der Bank von Frankreich ist seit einigen Tagen nicht mehr das Oberhaupt eines Staates im Staate, sondern ein wenn auch sehr selbständiges und einflußreiches Werkzeug der französischen Regierung. Eine der ersten Taten des Kabinetts Blum war ja die Beseitigung der „Herrschaft der 200 Familien" durch die Neuschaffung des Statutes der Bank von Frankreich, das auf Napoleon zurückging. Dr. Schacht verhandelt also mit einem direkten Beauftragten der französischen Regierung. Uns erscheint dieser Unterschied wichtig, denn alle früheren Gouverneure der Bank von Frankreich, mit denen Dr. Schacht ohnehin im Jahre mehrmals bei den Beratungen der Bank für internationale Zahlungen in Basel zusammenkam, konnten ähnlich wie der Gouverneur der Bank von England als ziemlich autonome Persönlichkeiten gelten. Dr. Schacht trifft die Bank von Frankreich in einer Zeit immer noch andauernder Goldab - Wanderungen. Die Bedeutung der Bank als Zentrum des sogenannten inoffiziellen Goldblockes ist feit einem halben Jahr reichlich erschüttert. Die Bedeutung von Amsterdam und London wuchs wieder in dem Maße, in dem das Gold von Paris in diese Länder zurückströmte. Immerhin ist das Goldfundament der Bank von Frankreich noch so unerhört fest, daß die französische Regierung absolut über die Sicherheit ihrer Währung verfügen kann. Der relativen Golddeckung nach kann es die französische Währung immer noch mit den Besten dieser Welt aufnehmen. Trotzdem werden vielleicht in keinem Lande der Welt so stark Probleme der Abwertung und der Angleichung an die englische und amerikanische Währung behandelt wie in Frankreich, das durch seine plötzlichen und überaus einschneidenden Lohnerhöhungen wohl kaum einen anderen Weg als den einer Inflation gehen kann, um den Unternehmern einen Ausgleich ZU bieten. Wir verzeichneten in diesen Tagen die dritte Erhöhung des französischen Brotpreises in kurzer Zeit. Veränderungen in der französischen Währung müssen naturgemäß für den verantwortlichen Leiter der deutschen Reichsbank und Währungspolitik b«' eutungsooll und interessant sein. Frankreich uw Deutschland können ja heute sozusagen als die einflußreichsten Stützen der „festen" Währungen bezeichnet werden. International gesehen liegt heute das Währungsproblem so, daß alle sich über eine Verständigung einig sind, weil die ursprüngliche" Vorteile der Abwertung in England und UbA. längst durch entsprechende Maßnahmen der anderen Länder nivelliert worden sind. Es wartet iw Grunde genommen nur jeder auf jenen Mann, oer die längsten Beine hat. um voranzugehen. Die Reise Dr. Schachts ist in der französischem Presse zum Gegenstand ausführlicher Kommentargemacht worden, die in gewagte Vermutungen u Kombinationen ausmündeten. Warum jedoch ons Rührigkeit, mit der die Pariser Reise Dr Schachs obgleich sie als Gegenstück zu der kürzlichen Ai Wesenheit Labeyries in Berlin nur einen Hofttu? ‘niuqth». nach Ai verreich / itr*,UnW LsZ ;Ä V?,ig J"15 iur l?,“S9ab<« ,,. , »nnen bi, ‘"-Uemitth OENviesen werij " "ur Aur$(l ',11910 ff t n II ,e verwendet t> len selbst ober G wmert zu enld- ^'ese Verpfiichte- 1 macht, bie bu? I des Selbes v- ^eichterunai- d r ZDischen \ witimmt u. q, b 1 erreichische Lunts en Wohnsitz hi- Irei Monaten e. ollen. Diese brich im NachbargiD- n sechs Tag,- in der Grenzt en regelmäßig n$ folgen. Susnäiw. Kbammen in Äis- iS® tag, der bisher no4 em Vernehmen nai unungen: Gämilife n nad) einer IW»1 ) andere ägppii'--’ en mit her IV1 e runb um?" n. W x on 34001BW loM vechMn iche ftetr,*® Kontrolle tmß wird ron einn - mb. Die ä«' litärischtn vk' der teilhaben. W ropter an her du 1 teilen *«’• Der Absch-s^ t England M- tr der Voraus^ ihr EinvE •b,n in -W: erfteben.Se'fc; ime us folgenden Distrikten r. SWWUn Die Einbeziehung mehrerer Jahrgänge ist nötig, um die Schwankungen im Ernteausfall völlig auszugleichen und den Mischungscharakter genau einzuhalten. die NebenktÄtec denkbar geringsl X ^sCHUNGSNR5 SORTE Rö0/ 7M Der Hechtswahrer. Nicht durch Gesetzeszwang, sondern durch die innere Logik der deutschen Rechtserneuerung der letzten Jahre hat sich neuerdings eine Bezeichnung für Richter, Rechts- und Stcm'tsanwälte Bahn gebrochen, die früher in Deutschland unbekannt war. Auf dem Deutschen Juristentag 1936 wurde dieser neue Name durch Reichsminister D>r. Frank ausdrücklich anerkannt und damit in den Rang allgemeiner Gültigkeit erhoben. Aus dem deutschen „Juristen" hatte sich der deutsche „Rechtswahrer" entwickelt. Wir sagen ausdrücklich: entwickelt. Denn es handelt sich hierbei nicht um eine vielleicht zweckmäßige Namens- oder Formänderung, sondern um eine wesenhafte Veränderung des B e g r i f f s i n h a l t e s.So sehr von jetzt ab die allgemeine Anwendung des Begriffes „Rechtswahrer" durch alle Volksgenossen zu wünschen ist, so genau muß doch unterschieden werden zwischen dem alten und dem neuen Ausdruck. Denn nicht alle Juristen sind zugleich Rechtswahrer. Jurist ist nach dem geltenden Sprachgebrauch jeder, der seiner wissenschaftlichen Ausbildung gemäß diesen Beruf ausübt, also auch jeder Fremdrassige oder Ausländer. Recht^wahrer dagegen kann nur sein, wer deutschen Blutes ist. Als Rechtswahrer sind daher beispielsweise auch nicht diejenigen jüdischen Rechtsanwälte zu bezeichnen, die auf Grund der Sonderbestimmungen heute noch im Reich tätig sind. Ebenso ist es einleuchtend, daß die Juristen, die international auftreten, die also über inte- nationale Streitfälle in Genf oder im Haag oder sonstwo entscheiden, nicht als Rechtswahrer gelten können. Man denke nur an die rechtlich und politisch völlig abwegige Verurteilung des deutschen Schrittes vom 7. März (Wiederbesetzung der Rheinlande) durch einige internationale Juristen. Darin unterscheidet sich der Begriff des Juristen von dem des Rechtswahrers ja gerade, daß dieser das höhere Recht des Lebens über das des toten Buchstabens stellt, während jener, wenn er will, nur das geschriebene Wort als seine oft zu vieldeutige, oft zu beschränkte Richtlinie für ganz bestimmte Zwecke anerkennt. Der Jurist braucht sich nur an Paragraphen, der Rechtswahrer aber muß sich an das Recht gebunden fühlen. Darum wollen wir von unseren deutschen, nicht jüdischen Rechtsanwälten und Richtern künftig nur als von den „Rechtswahrern" des deutschen Volkes sprechen. Schach-Olympiade München 1936. In der 14. Runde errang die deutsche Mannschaft gegen die Schweiz einen hohen Sieg mit 7:1 Punkten. Am ersten Brett zeigte sich Richter (Deutschland) gegen Naegeli (Schweiz) wieder sehr angriffslustig. In einer spanischen Partie ritt er nach vollendetem Figurenaufmarsch eine heftige Attacke gegen den gelockerten feindlichen Königsflügel, opferte die Qualität und siegte schon im 30. Zug. Auch Engels (Deutschland) zwang den Schweizer Grob, der sich holländisch verteidigte, in einem Turmettdspiel durch zwei Mehrbauern zur Aufgabe. Unentschieden endete die Partie Ah u e s (Deutschland) gegen Jo h n er (Schweiz) und Carl (Deutschland) gegen Dr. V o e l l m y (Schweiz). Dagegen siegten R e l l st a b (Deutschland) gegen G y g l i (Schweiz), S a e m i s ch (Deutschland) gegen S t a e h e l i n (Schweiz), Dr. R ö d l (Deutschland) gegen Ormond (Schweiz) und Heinicke (Deutschland) gegen S t r e h l e (Schweiz). Von den übrigen Wettkämpfen wurde keiner zu Ende geführt. Die Abbruchsergebnisse lauten: Deutschland — Schweiz 7 :1; Lettland gegen Tschechoslowakei 3:2; Island—Rumänen 1% : 3%; Litauen — Italien 3A : 1%; Dänemark — Ungarn 1:4; Oesterreich — Finnland 2% :1A; Frankreich gegen Estland 2:4; Jugoslawien — Norwegen 3:1; Schweden — Bulgarien 4:0; Holland gegen Brasilien 2A : 1A. Gleichzeitig wurde in Halle III ein großes Blitzturnier ausgetragen, an dem sich in 11 Gruppen 132 Spieler aus allen Gauen Deutschlands und aus dem Auslande beteiligten. Kunss und Wissenschaft. Von der Universität Heidelberg. Dozent Dr. Harro de Wet Jensenin Marburg hat den Ruf auf den Lehrstuhl für englische Philologie als Nachfolger von Geh. Rat Prof. Hoops zum Wintersemester 1936/37 an die Universität Heidelberg angenommen. Hoffmann'von-Fallersleben-Gedenkfeier. Fallersleben, die kleine Stadt im niedersächsischen Lande, ehrte im Rahmen einer Gedenkfeier den Schöpfer des Deutschlandliedes und vieler Volksund Wanderlieder. Der große Saal des jetzt wieder hergerichteten Geburtshauses des Dichters hatte eine festliche Ausschmückung erhalten. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Gauleiter Staatsrat T e l s ch o w , den Ministerialdirigenten von Detten, Ministerpräsident Klagges sowie Verwandte des Dichters, unter ihnen auch seine Enkelin Frau Schäfer (Berlin). Kreisleiterftellver- treter G e f f e r s würdigte die geschichtliche Gestalt Hoffmann von Fallersleben, fein Wirken und sein Schaffen. Hoffmann von Fallersleben, so erklärte er, ist tot, sein Geist aber lebt, er lebt in den braunen Bataillonen, die gegen Rotfront und Reaktion das Dritte Reich erkämpften, er lebte in dem jungen Sturmführer Horst Wessel, dessen Lied nun würdig an der Seite des Liedes der Deutschen steht, er soll auch in uns weiterleben. Das Andante aus dem Kaiser-Quartett von Haydn, durch das die Motive des Deutschlandliedes klingen, bildete den stimmungsvollen Ausklang der Feier. Aus aller Wett. „Hindenburg" nimmt Poft auf in Lissabon. Das Luftschiff „Hindenburg" wird am Donnerstagabend zum er st en Male in Lissabon die deutsche Südamerikapost aufnehmen, da infolge der unsicheren Verhältnisse in Spanien eine Postaufnahme in Spanien nicht möglich ist. Die Poft wird von Frankfurt mit einem Heinkel-Schnellflugzeug nach Lissabon nachgebracht, wodurch eine erhebliche Beschleunigung der Postbeförderung nach Südamerika erzielt wird. Schon am Samstagnachmittag wird das Luftschiff voraussichtlich die südamerikanische Küste erreichen und die Poft über Natal abwerfen, von wo das Con- dor-Syndikat die Weiterbeförderung nach Rio de Janeiro und den anderen füdamerikani- fchen Städten übernimmt. Hinrichtung eines Mörders. In Zweibrücken ist der Ernst Manderfcheidt aus Essingen hingerichtet worden, der am 27. Mai 1936 vom Schwurgericht in Landau wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Manderfcheidt hat im Frühjahr 1935 seine Ehefrau vergiftet, so daß sie nach qualvollem Siechtum starb. Die Tat hat er begangen, um seine Geliebte zu heiraten. Elf Todesopfer bei einem Flugzeugabsturz in Vordsibirien. Im Gebiet des Jenissei-Stromes stürzte ein Großflugzeug vom Typ des neuerdings in Sowjetrußland viel gebauten Art mit elf Personen an Bord aus ungeklärter Ursache ab und zertrümmerte. Sämtliche elf Personen kamen ums Leben. Großfeuer in Lübeck. In einer Lübecker Holzmehlfabrik entstand durch Explosion ein Brand, der sich rasch ausbreitete und auf die benachbarten Lagerschuppen Übergriff. Nach stundenlanger Arbeit gelang es den Wehren, das Feuer einzudämmen. Die Holzmehlfabrik wurde vollständig e i n g e ä f ch e r t. Die Hitze war fo stark, daß zwei auf der Trave liegende Kähne vom Hafenamt verlegt werden mußten, um zu verhindern, daß sie Feuer fingen. Zuchthaus für einen üblen Kurpfuscher. Die Schwindeleien eines 22mal vorbestraften Mannes, der in ländlichen Gegenden a l s „A u g e n d i a g n o ft i k e r" herumreifte, und das Volk in niederträchtiger Weife betrog, fanden vor der Koblenzer Großen Strafkammer eine gerechte Sühne. Der Bursche war in der ersten Instanz zu einer Gefängnis st rafe verurteilt worden, weil er, ohne medizinische Kenntnisse zu besitzen, in aufdringlicher und geschwätziger Art seine „Kunst" gepriesen und seine Patienten für teures Geld mit billigen Tabletten und Medikamenten hereingelegt hatte. Ein Sachverständiger betonte, daß es sich bei dem Angeschuldigten um einen Kurpfuscher schlimmster Sorte handelte, der mit einem unerhörten Leichtsinn an die Krankenbehandlung herangegangen sei. Das Gericht ging auf den Antrag des Staatsanwaltes über das von der Vor- inftanz verhängte Strafmaß hinaus und verurteilte den Burschen zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. Schweres Vergwerksunglück in Bulgarien. In einem zwei Kilometer langen Stollen der Kohlengrube Schwarzes Meer bei Burgas kam es durch Kurzschluß zu einer Explosion schlagender Wetter. 23oi£ den Bergleuten konnten sich neun retten. Elf blieben eingeschlossen. Von ihnen wurden später zwei mit schweren Brandwunden geborgen. Die übrigen neun, die noch einige Stunden lang Klopfzeichen gaben, wurden in den Abendstunden tot aufgefunden. Eine aus Sofia mit Flugzeug abgesandte Rettungsexpedition mußte infolge udet- aus heftigen Sturmes zweimal notlanden. Schließlich mußte sie den letzten Teil der Fahrt mit der Eisenbahn zurücklegen. Dadurch kam die Hilfe zu spät. Motorboot in Flammen. Das mit neun Personen besetzte Motorboot des Fabrikanten Frey aus München geriet bei der Badeanstalt Lidl in Tutzing in Brand. Die neun Insassen konnten zwar im letzten Augenblick in Sicherheit gebracht werden, erlitten aber Brandwunden. — Als Entstehungsursache des Brandes muß Fehlzündung angenommen werden. Beim Anspringen des Motors ging eine gewaltige Stichflamme durch das ganze Boot, wobei die Kleider der Insassen Feuer fingen. Nach zwei Explosionen der Benzintanks stand das Boot lichterloh in Flammen. Das brennende Motorboot ging unter. Bier auf Mirabellen. In Kirchheimbolanden hatte der 30 Jahre alte Eugen Steinmetz Mirabellen geerntet, von den Früchten gegessen unb Bier darauf getrun- k e n. Mit starken Schmerzen wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er alsbald ft a r b. Wetterbericht des Reichswekkerdienftes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche einer lebhaften Nordftrömung, die uns eine Zufuhr polarer Luftmassen brachte, konnte sich am Mittwoch nach anfänglich stärkerer Bewölkung rasch wieder Aufheiterung durchsetzen. Immerhin wurden trotz der kräftigen Sonneneinstrahlung die Temperaturen ziemlich niedergehalten. Auch brachte die Nacht zum Donnerstag infolge Ausstrahlung weiter erhebliche Abkühlung, so daß ihr Einfluß für unser Wetter auch weiterhin bestimmend bleibt. Aussichten für Freitag: Meist heiter und trocken, mittags ziemlich warm, leichte nördliche und östliche Winde. Aussichten für Samstag: Im wesentlichen Fortdauer des Schönwettercharakters. Lufttemperaturen am 26. August: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 12,5 Grad; am 27. August: morgens 11,1 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum heute nacht 9,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. August: abends 20,3 Grad; am 27. August: morgens 15,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. DANKSAGUNG. Es ist uns nicht möglich, allen einzeln zum Dank die Hand zu drücken, die uns ihre Teilnahme erwiesen haben. Darum sprechen wir auf diesem Wege unseren tieiempfundenen Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Erhard Wwe. Hans und Paula Erhard. Gießen, den 27. August 1936. __________________________03861 & 0 Flock- II. Zervelatwurst Holsteiner. 125 g 45 Emmentaler o.Rinde, vollfett, 45°/0Fett i.T.. 125 g 33 Limburger o.Rinde, Halbfettkäse,20°/0 Fett i.T. 125 g 16 Oelsardinen 7« Klub, 30 mm...........Dose 30 Oelsardinen Portionsdose ............Dose 20 Bratheringe in Burgundersoße.........Dose 38 Fettheringe in Tomatensoße..........Dose 35 Weizen-Auszug-Mehl Type 405, mit 10% Ausland-Weizen.........500 g 25 Weizen-Auszug-Mehl, Type 405... soo g 23 Magnet-Eierbandnudeln 500-g.Pk.52 250-g.Pk.26 Eier-Bruchmakkaroni .............soog 42 Sultaninen.................soo g 50, 40, 30 Korinthen..............................soo g 44 1935er Edenkobener Pfalz.. 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März 1936 (NG SI.l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen tzugoLecmllhiec Verlag. vecttn-LWers. Motorfahrer-Kleidung, Leder-Kleidung, Sport-Anzüge Knickerbocker, Breeches - Hosen, Windjacken — und überhaupt alles, was Männer und Buben an Kleidung für alle Gelegenheiten gebrauchen. — Eine zuverlässige und fachkundige Bedienung berät Sie uneigennützig und gerne. KÖHLER Gießen, Seltersweg Oberhessens größtes Snexialhans mit eigner Zivil- n. Uniform-DIaß-Schneiderei _________________________5280 A 7>in hit kN Al,.. 7 Ht|h. f(>n U'Wbf • ? aber < ”i «fc SM "erden Ld'-iZL AM ÄOlotb"öl en. A.r^ t0rV"S8t""'« bf *'M $«nttort T^tomung, |, 5 k >ch'°, tonj ■ ? SQ7,rtt M ! 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Nachdem die Westgoten vom arianischen zum katholischen Glauben übergetreten waren, verschmolzen sie mit den ebenfalls christlichen seßhaft gewordenen Römern, die umso zahlreicher waren, als Rom Jahrhunderte hindurch Legionäre in Spanien angesiedelt und dafür spanische Söldner in entlegene Reichsteile verpflanzt hatte. So erklärt sich der römische Charakter der kastilischen Sprache, die mit der Zeit die meisten übrigen Dialekte verdrängte. Streitigkeiten der Geistlichkeit mit dem Komg Witiza, den sie vom Thron zu stürzen vermochten, reizten dessen Söhne dazu auf, d ieLlraber ins Land zu rufen. 711 landeten diese unter ihrem Feldherrn Tarik bei Gibraltar. Tarik soll die Schiffe, die er zum Transport seiner Truppen verwendete, der Zerstörung durch Feuer preisgegeben haben, ein Beispiel, das bekanntlich Cortez für die Eroberung Mexikos nachahmte. In der Schlacht bei Jerez de la Frontera erlitten die Westgoten eine vernichtende Niederlage. In kurzer Zeitspanne konnten die Araber ihre Herrschaft fast über die ganze Halbinsel ausbreiten. Unter klugen arabischen Herrschern erhielten Handel und Wandel einen lebhaften Impuls, tarnen Kultur und Wohlstand zu prächtiger Entfaltung. Um das Jahr 1000, wo das Kalifat feinen Höhepunkt erreichte, soll Cordoba eine halbe Million Einwohner gehabt haben. Auch Sevilla, Granada und Toledo sollen niemals wieder eine solche Glanzzeit erlebt haben wie damals. Im Norden und Nordosten hatten sich kleine christliche Für- st e n in der Macht behauptet, die ihr Gebiet allmählich auf Kosten der arabischen Herrschaft auszudehnen vermochten. Im 11. Jahrhundert nahmen die Königreiche Leon, Kastilien, Aragonien und Navarra wieder ungefähr die Hälfte der Halbinsel ein. 1139 wurde die im Jahre 1094 von Kreuzfahrern unter einem burgundischen Hause begründete Mark Portugal Königreich. Die Entwicklung eines einheitlichen spanischen Königreichs wurde 1479 durch die Heirat Ferdinands V. von Aragonien mit Isabella von Kastilien zum Abschluß gebracht. 1492 verloren die Araber mit Granada ihren letzten Halt auf europäischem Boden. Ferdinand und Isabella zögerten nach der Einnahme Granadas nicht länger, von den ihnen längst angebotenen Diensten des Genuesen Christoph Kolumbus Gebrauch zu machen, der auf westlicher Fahrt zu den Schätzen Indiens und des Fernen Ostens zu gelangen hoffte, von denen die Eroberungen der Seldfchuken das Abendland abgesperrt hatten. Es läßt sich schwer entscheiden, ob es für das spanische Volk nicht eher ein Verhängnis als ein Glück war, daß es unmittelbar nach der Befreiung von arabischer Herrschaft durch die Genialität und Zähigkeit fremder Abenteurer und Seefahrer instandgesetzt wurde, in ähnlicher Weise neuentdeckte überseeische Länder auszuplündern, wie Phönizier, Karthager, Römer und Araber nacheinander Spanien ausplünderten. Während Spanien mit dem Gold und Silber, das es aus der Neuen Welt heimführte, feinen Machtspielraum diesseits und jenseits des Ozeans ausweitete, tat es bitter wenig, die Hilfsquellen des eigenen Landes und den Gewerbefleiß des eigenen Volkes zu entwickeln. Ein wachsender Teil jenes Reichtums an Edelmetallen wanderte in die Taschen von Franzosen, Engländern und Holländer, die in Cadiz Handel trieben und die Märkte eines Weltreichs, „worin die Sonne nicht unterging", mit gewerblichen Erzeugnissen aus ihrer Heimat versorgten. In England tat schon Lord Cecil B u r l e i g h , der Minister der König Elisabeth, den weisen Ausspruch: „Es ist klar, daß nichts das Britische Reich ärmer macht, als wenn mehr Ware in das Reich eingeführt als ausgeführt wird..." Der Vernachlässigung dieser Wahrheit war es zuzuschreiben, daß Spanien noch im Laufe der Entfaltung seiner Kolonialmacht immer mehr verkümmerte, bis es sich aus einem blühenden Lande großenteils in eine Wüste verwandelt hatte. Die Geschichte des glänzenden Elends spanischer Kolonialmacht ist zu bekannt, als daß hier näher daraus eingegangen zu werden brauchte. Im Grunde hat sich an dem Verhältnis zwischen Raum und Volk in Spanien seitdem wenig geändert. Aus dem großen Kriege ergab sich für Spanien wieder die Möglichkeit weltgeschichtlicher Machtgestaltung, aber wirtschaftspolitisch findet der große Moment wieder ein schwaches Geschlecht. Wie kaum ein anderes neutrales Land konnte sich Spanien aus den Wirren des großen Krieges heraushalten und daraus Nutzen ziehen. Es wurde auch von der Weltwirtschaftskrise so wenig in Mitleidenschaft gezogen, daß es seine Wahrung intakt halten konnte. Ununterbrochen hatte es Gelegenheit, seine noch so wenig entwickelten und ausgeschöpften natürlichen Reichtümer mit fremder Hilfe, die ihm zu günstigen Bedingungen von allen Seiten angeboten wurde, zu entwickeln. Es ist nicht wahr, daß die Fortdauer überlebter feudaler Zustände eine Modernisierung Spaniens übermäßig zu hemmen brauchte. Die Geschichte Englands beweist, daß ein Volk sich auch ohne sozialreoolutionäre Eisenbartkuren fortschrittlich zu entwickeln vermag und es dabei viel, viel weiter bringen kann, als andere Völker, die sich von politischen Kurpfuschern solche Kuren allzu leichtgläubig verschreiben lassen. Es läßt sich leicht nachweisen, daß, wenn nur die meisten wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die in Spanien seit dem Ausbruch des großen Krieges von wechselnden Regierungen getroffen wurden, halbwegs zweckentsprechend gewesen wären, der sozialen Unzufriedenheit breitester Volksmassen vorgebeugt worden wäre, die das gegenwärtige Chaos ursächlich verschuldeten. Ob es sich um neue Straßen ober neue Eisenbahnen, um neue Industrie- ober neue Hafenanlagen handelt, immer kommt dabei das spanische Grundübel zu verhängnisvollem Ausdruck: eine unzulänglich entwickelte Fähigkeit wirtschaftlichen Denkens. Ueberall verhindern übermäßige unproduktive Kosten eine Ertragsfähigkeit, die allein einen sozialen Aufstieg der Bauern- und Arbeitermassen ermöglichen würbe. Man elektrifizierte Dörfer, beren Bewohner infolge hoher Transportkosten zu ben Märkten unb ungünstiger natürlicher Arbeitsbebingungen kaum ihr nacktes Leben fristen können. Spanische Ingenieure, bie zu teure auslänbische ersetzen sollen, schwelgen in Plänen für Bewässerungs- unb anbere Anlagen, bie Mil- liarben erforbern, bie sich für alle absehbare Zeit nicht beschaffen lassen. Freilich barf nicht übersehen werben, baß gerabe bie Regierungen berjenigen Staaten, bie bei ber Entstehung ber spanischen Republik Geburtshilfe leisteten, für beren Versagen stark mitverantwortlich finb. Der junge spanische Industrialismus würbe vielleicht genügenb Zeit gewinnen, seine Kinberkrankheiten zu überroinben, wenn bie Mutter- länber ber großen Kolonialreiche, bie sich auf Kosten spanischer Kolonialmacht entwickelten, spanischen landwirtschaftlichen Spezialerzeugnissen ihre Märkte, nicht immer mehr verschlössen. Was Wunber, baß sich in qualvoller Entwicklung eine politische Richtung in Spanien burchzuringen begann, bie bas Heil bes eigenen Lanbes eher in ber Verbinbung mit ärmeren Freundschaften sucht. ElektroneMahl-M auf der Funkausstellung. H ..<■ Zum erstenmal wirb in ber Funkausstellung in Berlin, die Ende der Woche eröffnet wird, die Elektronen st rahl-Uhr, die in der Sprache der Techniker Polar-Koordinaten-Oszillograph bezeichnet wird, der Oesfentlichkeit gezeigt. Dieser Apparat erlaubt die Messung von Zeiten, die noch kleiner als Vio - M i l l i o n st e l--S e k u n b e sind. Unser Bild zeigt das Instrument mit feinem Erfinder. — (Schirner-M.) Technische Rundschau. Don Joachim Boehmer. Gold in Stoffen. In gewissen Abständen tauchen in der Oessent- lichkeit Mitteilungen über den Golreichturn deutscher Flüsse auf. Daran werden vielfach Hoffnungen auf die Beschaffung namhafter Zahlungsmittel geknüpft, foaar Aussichten auf eine schnelle Lösung aller Devisenfragen erweckt. Wohl ist es richtig, daß in deutschen Flüssen, besonders i m Rhein, nachweisbare Mengen von Gold vorhanden sind, aber ebenso bekannt sind die seit Jahrhunderten immer wieder verzeichneten Mißerfolge, wenn sich jemand daran machte, das im Flußsand vorhandene Gold zu gewinnen. Aehnlich sieht es in Oesterreich aus, wo wieder große Hoffnungen auf die Goldgewinnung aus den von den Hohen Tauern kommenden Flüssen erweckt werden. Auch in Ungarn träumt man von Goldschätzen in der Donau und in anderen Flüssen. Man kann mit ziemlicher Gewißheit damit rechnen, daß in jedem Quarzsand, ben Hochgebirgsflüsse mit sich bringen, Golb vorhanben ist. Aber bie Gewinnung ber sehr geringen Mengen erforbert so hohe Aufwertungen, baß ein lohnenber Betrieb mit ben heute bekannten Methoben nicht gelingen kann. Durch Erfahrungen weiß man, baß beim Baggerbetrieb, also ber Golbgewin- nung aus Flußsanb, minbeftens ein Viertelgramm Golb in 1000 Kilogramm Sanb enthalten fein muß. DeuWandsFilmkunslinVenedig Währenb in ben Olympischen Spielen bie besten Sportler ber Welt ermittelt würben, begann am 10. August bie IV. Internationale Filmkunstausstellung in Venebig, eine Leistungsschau bes internationalen Filmschaffens, eine Olympia bes yums. Zwölf Nationen beteiligten sich in biefem Jahr an bem großen Wettbewerb, ber bis Enbe zlugujl bauern wirb, unb streben nach ben Mebaillen, nach ben golbenen unb silbernen Bechern, die als Preye ausgesetzt finb, unb nach bem wertvollsten, bem Mussolini-Pokal. Diese Filmkunstausstellung ist aus ben Internationalen ßun ft au Stellungen ber Stabt hervorgegangen. Sie waren ursprünglich als zl - Stellungen nur italienischer Künstler gedacht, aber schon nach ber ersten Veranstaltung würben auch Ausländer eingclaben mit bem Erfolg, daß die Biennal e", bie international anerkannte Kunstausstellung ber Welt würbe. Heute verfugen bie meisten großen ßänber auf bem von ber Stabt Venebig zur Verfügung gestellten schonen Gelanbe über eigene Pavillons. ,. s Es bauerte verhältnismäßig lange, bis 0 e r Film in bie Kunstausstellungen ausgenommen würbe. Erst 1932 sanb ber erste internationale Filmwettbewerb statt, unb dadurch wurde der Film als Kunst anerkannt und den anderen Künsten gleichgestellt. Man ging hier aber gleich n°$ c Schritt weiter.' da bie Entwick ung der F lmkunst mit Riesenschritten vor sich geht, l>a* stellimgsleitung entschlossen, den F'/mwettbewerb alljährlich abzuhalten. Gleichzeitig wurde die Filmkunstausstellung von Venedig durch em Dekret des Königs von Italien als °'Nö'Se Veranstaltung ihrer Art in Italien anerkannt, wurde hr eine Versa,sung als selbständige Körperschaft mit auto- nomer Verwaltung gegeben, w°mit sie zu einer dauernden Einrichtung geworden ist. In ö e|em Jahre schenkt ihr erstmalig auch di- Interna t i o na le Film-Kamme r - deren Präsident bekanntlich zur Zeit der ^Ä'dent der Reichs Msr» st» Delegierte vertreten. Deutschlanb war eines der ersten Lanber das sich von Anbeginn nachbrücklichst für bie Fllmkunst- ausftellung einsetzte unb an ihrer Forberung lebhaften Anteil nahm. Auf ber Ausstellung sollen vorwiegenb neue Filme zur Vorführung gebracht werben, bie noch nicht ober bisher nur in ihrem Herstellungslanbe aufgeführt würben. Die von ben Länbern angemelbeten Filme werben barum in ber Originalfassung gezeigt, um sie in ihrer ursprünglichen Fassung zu sehen unb so bie künstlerischen, geistigen unb kulturellen Bestrebungen bes Lanbes kennenzulernen. Diese Vorführungsweise hat aber auch Nachteile, ba beim lieber» wiegen bes Dialogs bie Hanblung wohl nur zum Teil verstauben werben kann. Im vergangenen Jahr war Deutschlanb burch brei Spielfilme „D e r verlorene Soh n", „D e r alte unb ber junge König" unb „Hermine unb bie sieben Aufrechte n", burch ben bokumentarischen Film „Triumph bes Willens" unb sechs Kulturfilme vertreten. Die beutschen Filme fanben vor bem internationalen Forum große Beachtung unb würben mit verschobenen wertvollen Preisen ausgezeichnet. So gewann „Der verlorene Sohn" ben Preis bes italienischen Propaganbaministeriums. „Triumph bes Willens" würbe mit bem Preis bes Internationalen Lehr-Filminstituts in Rom für ben besten bokumentarischen Film ausgezeichnet; „Hermine unb bie sieben Aufrechten" unb ber Kulturfilm „Der Ameisenstaat" erhielten Anerkennungen. In biesem Jahr hat Deutschlanb sechs Spielfilme gemelbet — roieber einen Trenkerfilm „Der Kaiser von Kalifornien", „Schluß- a k k o r b", „Vertäte r", „Iraumul us", „A v e Maria" unb „Der B e 11 e l st u b e n t"; bazu zwei bokumentarische Filme, nämlich ben Film von ben IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch- Partenkirchen „Iugenb ber Wei t" unb ben KbF.-Film von ber Fahrt ber 3000 Arbeiter nach Lissabon im Jahre 1935; schließlich roieberum sechs Kulturfilme (ein Gebiet, auf bem Deutschlanb in ber Welt führenb ist): „Ein Meer versinkt", „Fische unserer Heimat", „Hanbwerker im Dorf", „Metall bes Himmels", „Das Pnrabies ber Pferbe" unb „Die Kamera fährt mit". Diese Kulturfilme haben bereits allgemeine Aufmerksamkeit erregt. Am Eröffnungstage war bereits ber dokumentarische Film „Die Kamera fährt mit zur Aufführung gelangt. Als bas Bilb bes Führers auf ber Leinwanb erschien, würbe lebhaft applaubiert unb ber Beifall am Schluß war anhaltenb Noch in ber vergangenen Woche würbe bas Vorführungsprogramm für bie beutschen Filme ab» geänbert. Sie sollten ursprünglich geschlossen etwa in ber Zeit vom 20. bis 23. August vorgeführt werben; inzwischen ist ihre Vorführung über bie ganze Dauer ber Filmkunstausstellung verteilt worben. „S ch 1 u ß a k k o r b", ber bereits gelaufen ist, errang am Enbe großen Beifall, obwohl er infolge bes Ueberroiegens bes Dialogs nur zum Teil verstauben würbe. Einen sehr großen Erfolg konnte (ber in Deutschlanb noch nicht bekannte) Ufa-Film „Verräter" buchen. Währenb sonst bas Publikum, bas vorwiegend aus sehr anspruchsvollen Kreisen sich zusammensetzt, mit seiner Kritik keineswegs zurückhielt, wurde dieser Film bis zum Ende mit stärkstem Interesse ausgenommen unb fanb am Schluß lebhaftesten Beifall. Deutschlanb hat mit biesem Film einen Sieg errungen. Unter biesen Umftänben kann man auf bas Abschneiben unserer übrigen Filme sehr gespannt sein. Dreimal jedermann. Halle. Febermann fitzt im O-Zug. Der O-Zug hält auf offener Strecke. Aus bem Nebengleise steht ein roter Güterwagen. „Allerhanb", sagt Febermann zu seinem Nachbarn unb lieft bie weiße Inschrift, bie Herkunft, Labegewicht unb Größe bes Güterwagens bezeichnet, „Deutsche Reichsbahn. Halle 42 408 — hätten Sie gebucht, baß bie Reichsbahn s o viele Hallen hat?" • Atome. Febermann trifft Professor Antonius. Antonius spricht nur von seiner Arbeit. Also fragt Febermann: ,Wie ist es, womit beschäftigen Sie sich augenblicklich?" M £ „ „Mit Atomzertrümmerung!", sagt ber Professor. „Aber, aber —", schüttelt Febermann ben Kops. „Warum benn? Wo sie boch schon so klein finb!" Der Stock. Febermanns Onkel ist gestorben. Febermann hat ein paar Kleinigkeiten geerbt, ein Jagbgewehr, em paar Rucksäcke unb auch einen Bergstock mit elfenbeinerner Krücke. „Hör mal", sagt Mücke, als er mit Febermann einen Ausflug macht, „ber Stock ist viel zu groß für bich; er reicht bir ja bis zur Brust." „Ich weiß", nickt Febermann, „aber soll ich bie Elftnbeinkrücke abschneiben?" „Das nicht", lächelt Mücke, „aber wie wär's, wenn bu ben Stock unten abschneiben würbest?" „Weshalb benn?", schüttelt Febermann ben Kopf. „Unten reicht er boch gerabe bis zum Boben." Zeitschriften. — „Ewiges Deutschlan b", bas monatliche Mitteilungsblatt ber NS.-Volkswohlfahrt gibt in feinem Augusiheft einen ausgezeichneten Einblick in alle die weitverzweigten Tätigkeitsbereiche der NS.-Volkswohlfahrt. Auch über die Arbeit in unserem Heimatgau Hessen-Nassau wird mit hübschen Bildern ausführlich berichtet So finden wir einen reich bebilderten Beitrag über bie NS.-Schwesternschule bes Gaues Hessen-Nassau in Darmstabt unb einen Aufsatz über Hohensolms unb bem Zeltlager ber NSV. Zahlreiche unterhaltenbe Beiträge ber verschiebensten Art runben ben reichen Inhalt bes Heftes ab. — Von ber Eröffnung ber „GDLA." in Köln, ber Großen Deutschen Luftschutz-Ausstellung, burch den Präsibenten bes Reichsluftschutzbunbes gibt bas neue Heft ber „S i r e n e" einen interessanten Bericht mit mehreren Silbern. Die gleiche Nummer bringt große Bilbberichte von ber letzten Uebung ber Luftwaffe in Hamburg, von ben Großflugtagen ber britischen unb französischen Luftflotten unb vom englisch-russischen Gegensatz im Kampf um die Dardanellen. Die Artikelreihe „Luftschutz auf bem ßanbe" wirb mit einem Kapitel vom Menschen im länblichen ßuftschutz fortgesetzt. Der Unterhaltungsteil berichtet von Frauen, bie Geschichte machten, unb anberem. — Vom Weifenschatz, biefer granbiofcn Sammlung kostbarer Reliquiare bes Mittelalters, vermittelt ein Bilbbeitrag im neuen Heft ber „I l • luftrirten Zeitung ßeipzig" (I. I. Weber, ßeipzig) einen ausgezeichneten Einbruck. In einem aufschlußreichen Artikel „Friebloses Palästina" zeigt Paul Rohrbach bie Hintergründe ber arabischen Aufstänbe. — Don einem interessanten Zukunftsplan zur Erschließung Afrikas als Sieblungslanb für Europäer berichtet ber Beitrag „Zentraiafrika soll brei große Binnenmeere erhalten". Der Bildbeitrag „Wunderwerk ber Technik" enthält großartige Bilder vom Bau einer Riesenbrücke über bie San Francisco-Bai, währenb ein ausführlicher illustrierter Artikel sich mit der „Rolle Der Frau bei den Olympischen Spielen" beschäftigt. reich erschienenen Gäste willkommen, unter denen , den upel: ß in der frischen Luft und bei dieser gesunden Lebens- Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 23erlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfun a. M. SKP ®»M- AS rur* börse rur<* börse LI! «** börie Iurg 25-8. | 26.8. 25-8. 127,25 «htltpp Holz mann .... Zementwerk Hetdelberg Lementwerk Karlstadt.. 120,25 120,4 Schultheis Pahenhoser 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 109,6 I 109,65 Die hinter den 163,25 273,5 116 130 133,5 161 114,5 129,65 133,75 164,25 116,25 130,5 134,5 114,75 129,5 130,75 110 135 113,75 109,5 a 161,5 272,5 114 130 133,5 61,5 84,25 150 121,5 125,13 170 54,25 393 201 177,5 34,9 95 211,5 138,5 108,5 33,13 120,5 120 173 151 132 225,5 139,25 108,75 32,9 122 122 175 0,695 42,02 0,146 3,047 55,88 46,80 12,515 5,519 16,375 168,90 19,57 0,732 5,654 62,90 48,95 11,37 64,53 81,07 30,87 10,27 2,488 100,9 97,5 95 109,65 114 129 111,25 135,25 114,5 109,5 114 129,13 131 110 162 135,5 113,5 108,9 114 129 110,75 164 135,75 114,25 110,4 5 8 o 7 0 8 0 0 9 IS 11 150 227,5 139,25 108,5 33,25 119 119,5 60,5 84 148,5 121 125,75 169,5 54 389 200 176,5 150 131,25 227,5 138,75 108,13 33 119 119 172 0,699 42,10 0,148 3,053 56,00 46,90 12,545 5,531 16,415 169,24 19,61 0,734 5,666 63,02 49,05 11,39 64,65 81,23 30,93 10,29 2,492 107,25 61,4 84 149,5 121,75 109 125,65 170,5 85,9 55 393 201 176,4 34,9 212,5 0,695 42,02 0,146 3,047 55,88 46,80 12,515 5,519 16,38 168,90 19,57 0,732 5,654 62,90 48,95 11,37 64,53 81,07 31,17 10,27 2,488 Im Verlaufe unterlagen die Kurse am Aktienmarkt einigen Schwankungen, wobei größere Veränderungen nicht eintraten. IG. Farben lebhafter mit 164,50 bis 164 bis 164,50, weiter fest Lahmeyer mit 145,50 nach 144, auch Muag plus 1 d. H. mit 121. Bei Montanaktien betrugen die Veränderungen etwa 0,25 bis 0,50 v. S). Zellstoffaktien kamen bis 1,50 o. 5). höher zur Notiz, ferner Klöckner mit 115,50 (113,75), Accumulatoren mit 201 (200), dagegen RWE. 133 (133,50). Am Kassamarkt wurden Hartmann & Braun der gestrigen Taxe entsprechend mit 92,50 (89) wieder notiert. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 115, Wayß & Freytag mit 121, Pokorny mit 111, Growag mit 83 und Dyckerhoff mit 134. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse etwas schwächer. Die Abendbörse war nach stillem, aber eher freundlichem Beginn im Verlaufe überwiegend etwas schwächer. Der Rückgang der Farben-Aktie auf 163,25 nach anfangs 164,50 (164,25) infolge einigen Kundschaftsangebots veranlaßte zur Zurückhaltung, zumal auch auf anderen Gebieten kleine Vorkäufe vorlagen, die nur zögernd und bei weichenden Kursen ausgenommen wurden. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich überwiegend Rückgänge von 0,25 bis 0,75 v. H., Südd. Zucker minus 1 v. S). auf 211,50. Dagegen wurden Conti Gummi 1,13 v. H. höher gefragt mit 177,50. Der Rentenmarkt lag ruhig. Don Auslandrenten bröckelten 4proz. Steg. Prior, von 1883 auf 11,60 (11,75) ab, während Öefterr. Silberrente noch leicht anzogen auf 3,07 (3). U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 127, 4,20proz. Öefterr. Silber-Rente 3,07, - 4proz. Öefterr. Juli- Rente 1,85, 4proz. Ungarn Kronen 2,25, 4proz. Steg-Prior, von 1883 11,60, 4proz. Rumänen 5,40, 5proz. äußere Gold-Mexikaner 13,65, Adca 85,25, 29 3,075 8,9 8,13 8,3 13,65 öuenos UUiv 18rüffel .... iRio de Jan. Sofia ..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelstngsorS. Paris ..... Holland ... ■halfen .... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. -Jleugod ... 2,8 8,9 8,2 13,75 3 9 8,4 8,5 13,65 HI-Zeltlager-Feierabend. Ergebnis einer Rundfahrt durch die Sommerlager der Hitler-Jugend. 106,4 60,9 83,75 147 120,5 108 125 170,5 85 54,13 390 199 176,25 I -I I 2121 res Gaues führte. Gebietsführer B r a n d t^hieß im Zeltlager des 127,5 144 156 I 0,699 42,10 0,148 3,053 56,00 46,90 12,545 5,531 16,42 169,24 19,61 0,734 5,666 63,02 49,05 11,39 64,65 81,23 31,23 10,29 2,492 Banknoten. NSG. Am Mittwoch fand die zweite Zeltlagerrundfahrt statt, die aus Einladung der Gebiets- führung Hessen-Nassau der Hitler-Jugend Persönlichkeiten des Gaues, der Parteigliederungen, der Staatsbehörden durch einige der 22 Zeltlager unse- 4% Oesterreichtsche Goldrente... 4,20% Lesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4' ,% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ...................... weife erkranken? Die Waschanlagen und andere hygienische Einrichtungen wurden gebührend bewundert, genau so wie Feierstätte und der Lagerturm, der das Zeltlager abschließt. Den Gästen kam hier so recht der Sozialismus wie auch der gesundheitliche Zweck des Lagers zum Bewußtsein, und aus den Antworten, die die Jungens den Gästen auf ihre vielen Fragen gaben, klang immer nur das Bedauern, leider nur so kurze Zeit in dieser herrlichen Kameradschaft leben zu dürfen. Wenige Minuten später war dann die Wagenkolonne wieder unterwegs zum Lager des Jungbannes 115 bei Sßeiter ft ab t. Hier waren die Pimpfe gerade beim Efsenempfang angetreten und klapperten mit ihren Kochgeschirren. Die Gäste ließen es sich nicht nehmen, den „Lagerfraß" zusammen mit den Pimpfen einzunehmen, der ihnen in der frischen Waldluft und bei den begeisterten Jungen doppelt gut schmeckte. Die Schatten wurden schon länger, als das Lager des Jungbannes 287 bei Urberach erreicht wurde. Der Lagerleiter hatte feine 300 Pimpfe, die im Geländedisnft beschäftigt waren, schnell zusam- mengetrommelt, und im Sitzring schmetterten sie nun ein Lied nach dem anderen zu Ehren des hohen Besuches. Noch einige Wochen und die Zeltlagerzeit geht ihrem Ende zu. Bis dahin aber haben 70 000 Jungen des Gebietes Hessen-Nassau frohe Tage unter den Kameraden verbracht. Tage anstrengenden und begeisterten Dienstes, aber erlebnisreich und vielgestaltig. Sie kehren in den Alltag zurück, gereifter, selbstbewußter und härter, als Kerle, wie sie das deutsche Volk braucht. ftifute haben oft keine Fenster. Aber ein F a b r \ t - und Bürohaus ohne Fenster dürfte eine Neuerung — und noch dazu eine amerikanische — fein. Ausgerechnet eine Schokoladenfabrik ist zum Versuchskaninchen geworden. Man sieht nur einen dreigeschossigen, unschönen Steinklotz und wird von Mitleid erfüllt bei dem Gedanken, daß hier, vom Tageslicht abgesperrt, Menschen ihrem Brot nachgehen müssen. Aber das kümmert den Erbauer nicht. Er will glauben machen, daß in einem stets gleichmäßig beleuchteten und belüfteten Gebäude der an der Maschine und der im Büro beschäftigte Mensch „mehr" leistet. Außerdem sollen die fehlenden Fenster 25 v. H. Heizungskosten ersparen. Immerhin ist es nicht uninteressant, festzustellen, daß das fensterlose Febrikgebäude teurer als ein oernünfttges helles Werkgebäude geworden ist. Die Mehrkosten sollen aber durch Mehrarbeit wieder eingebracht werden. Armes Amerika! lische Schriftstellerin Bothamley und einige indische Damen und Herren bemerkten, die sich auf Veranlassung der ebenfalls an der Fahrt teilnehmenden Gräfin Sierstorffs von der Elt- viller Aue angeschlossen hatten. Das Lager, das eingehend besichtigt, geknipst und gefilmt wurde, bot das gewohnte Bild. „Auf Wache nichts Neues", hieß es am Lagertor, und der Lagerleiter meldete: „Belegschaft beim Dienst". Hier übte ein Zug neue Lieder, ein zweiter war im Gelände beschäftigt, ein anderer beim Training für das Jungoolk-Leistungsabzeichen, drüben sah man Pimpfe beim Boxkampf; hier warfen sie den Bambusspeer. Die Zelte waren hochgeknöpft, drinnen lagen am Rande die Tornister. An der Lagerküche stiegen blaue Dampfwolken in den Himmel. Beschäftigungslos waren — ein gutes Zeichen — die Feldschere im Sanitätsraum. Wer will wohl auch hier draußen Mein-Mainische Börse. rNillagsbörse fest. Frankfurt a. M., 26. Aug. Die Börse lag am Aktienmarkt weiter fest. Das Geschäft hatte keinen allzu großen Umfang, da der Auftragseingang aus dem Publikum verhältnismäßig gering war. Auch die Kurserhöhungen waren bescheidener als gestern, immerhin traten durckschnitt- liche Gewinne von 1 v. H. ein. Bevorzugt schienen heute IG. Farben, die mit 162,25 (161,50) eröffneten und bald auf 164 anzogen. Montanwerte lagen etwas ruhiger, Verein. Stahl 109,25 (108,50), Mannesmann leicht schwankend mit 110 bis 109,90 bis 110,50 (109,50), Hoesch 111,25 (110), dagegen Buderus 0,65 o. H. leichter. Don Elektroaktien lagen AEG. mit 37,75 bis 38 (37,25) auf die Bezugsrechtsnotierung etwas lebhafter, fest Lahmeyer mit 144 (140,50), Siemens, Mainkraft, Geffürel und Betula zogen je 0,50 v. H. an. Chade A bis C 393 (389). Maschinen- und Motorenwerte erhöhten sich um 0,25 bis 0,50 v. H., Moenus um 1,25 v. H. Westdeutsche Kaufhof etwas lebhafter mit 55 bis 55,40 (54). Im einzelnen eröffneten Reichsbank 0,75 v. H., Holzmann, Rheinmetall, Kunstseide AKU. je 0,50 v. H., Südd. Zucker 1 v. H. höher. Deutsche Erdöl zunächst 129 (129,50), später 129,75. Nach den ersten Notierungen ergaben sich bei leichter Geschäftsbelebung weitere Besserungen von etwa 0,50 v. H. Am Rentenmarkt war die Haltung bei voll behaupteten Kursen freundlich. Altbesitz etwa 112,90 bis 113 (112,75). Kommunal - Umschuldung (88), Zinsvergütungsscheine (93,10) und späte Schuldbuchforderungen (98) lagen unverändert. Zertif. Preußen-Bonds nannte man mit 68 bis 68,25, ferner 3 v. H. Steg-Prior, von 1895 mit 4,25 bis 4,35 (4,15). Buderus ........ < Deutsche Erdöl .............. 4 Harpener................. 2¥a Hoefch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhre» ........8 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Reichsinstitut für Lebensmittelfrischhaltung. Dom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde in Karlsruhe ein Reichsinstitut für Lebensmittelfrischhaltung errichtet. Diese Schöpfung stellt eine wichtige Forschungsstelle für die Erlangung der Nahrungsmittelfreiheit Deutschlands dar. Denn wenn unsere Aecker und Gärten ihre Ertrage mehr und mehr steigern, so wäre ihr Erfolg vermindert, wenn es nicht gelänge, die über den augenblicklichen Bedarf hinaus anfallenden Mengen an Dbft, Fleisch, Gemüse usw. so lange frisch zu halten, bis der Verbraucher sie benötigt. Das wichtigste Mittel zur Frischerhaltung von Nahrungsmitteln ist die Kühlung. Darum gehört auch die Untersuchung der Einwirkung von Kaltlagerung auf Fleisch, Butter und dergleichen zu den wichtigen Aufgaben des neuen Reichsinstituts. Was auf diesem Gebiet noch zu leisten ist, erkennt man daraus, daß beispielsweise der in großen Mengen vorhandene deutsche Apfel mit den heutigen Kühlmethoden nur etwa zu 50 v. H. einwandfrei frisch gehalten werden kann. Viele Sorten lassen sich auch bei sorgfältiger Pflege nicht so lange halten, bis der Verbraucher sie verwenden kann. Daher kommt es auch, daß in den Frühjahrsmonaten ein Mangel an preiswerten heimischen Aepfeln eintritt, obgleich die Ernte den Bedarf voll decken würde, wenn sie richtig gelagert werden könnte. Man wird natürlich auch bei dem Anbau von Aepfeln künftig mehr als bisher auf seine Lagerfähigkeit achten. Noch umfassender sind die Aufgaben, die dem Institut bei der Untersuchung der Lagerfähigkeit von Eiern, Fleisch oder Butter zufallen. Für die verschiedenen Nahrungsmittel sind verschiedene Temperaturen erforderlich. Darum besitzt das Karlsruher Institut zahlreiche Kühlanlagen mit regelbaren Temperier- und Befeuchtungsanlagen. Diese Erfahrungen wird sich dann der Erzeuger, der Verbraucher und besonders der Beförderer von Lebensrnitteln zunutze machen müssen. Denn die Kühlung an einer dieser Stellen hat ihren Zweck verfehlt, wenn nicht 25.8 101,3 97,9 102 112,8 100,13 98,75 97 26.8. 150,7? 26.8- 101,3 97,9 102,13 112,9 100,1 98,75 97 101 93,5 125,25 120 97 101 100,75 97,5 95 Schlußl. Mittag. börse 26-8. 101,3 97,9 102,5 113,25 100 98,75 101,1 97,5 95 109,65 I 29 2,9 9 8,35 8,7 13,75 Commerzbank 101, DD-B 95 um die Betriebs- und Anlagekosten aufzubrlngen. Ist man aber gezwungen, goldhaltiges Gestein im Bergbau zu gewinnen, müssen schon 10 Gramm Gold in einer Tonne Gestein vorhanden sein. Solche Schätze hat aber bisher niemand im Geröll der Salzach oder in den Tauern gefunden. HosMutz trotz Farbenknappheit. Der Beständigkeit von Stahl und Eisen setzt der gefräßige Rost ein schnelles Ende. Aber auch andere Metalle, wie Kupfer, Zink oder Aluminium, vermögen der Einwirkung von Wetter und Klima nicht zu trotzen, ohne an Festigkeit zu verlieren. Wir wissen, daß zum Schutz gegen äußere Einflüsse alle Bauteile aus Stahl oder Metallen mit einem Farb- cinstrich überzogen werden. Dieser Anstrich ist Nicht etwa nur eine Verschönerung, auf die man vielleicht verzichten könnte, sondern eine dringende Notwendigkeit, um an Baustoffen zu sparen. Leider besitzen wir in Deutschland nicht genügend Roh- stoffe, um den Bedarf an Farben für Anstriche selbst herzustellen. Etwa die Hälfte der Rohstoffe für Farben stammt aus dem Ausland und muß nut heimischer Arbeit bezahlt werden. Aber unsere Chemiker wissen der Farbnot neue Verfahren entgegenzustellen. Vielleicht hat schon mancher von P a r k e r • und Bonderverfahren gelesen, ohne zu wissen, daß es sich hierbei um volkswirtschaftlich äußerst wertvolle Verfahren zur Ersparnis von Farb- auch an letzter Stelle, also beim Verbraucher, bis unmittelbar vor dem Genuß der Erzeugnisse gekühlt wird. Hat man doch errechnet, daß in Deutschland dem Werte nach mehr Nahrungsmittel verderben als der Wert unserer gesamten Kohlenförderung beträgt. Hat die Frischhaltung also einen nachweisbaren Erfolg gegenüber dem jetzigen Zustand, so erspart unsere Wirtschaft Milliarden. Je me^r das neue Reichsinstitut den Weg von einer gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur Anwendung in der Praxis verkürzt, um so schneller haben wir die Erzeugungsschlacht gewonnen. Zu dem Jnstttu^ gehört auch die in Wesermünde errichtete Außenstelle für die Untersuchung über die Frischhaltung von Fischen. Haus ohne Fenster. Häuser ohne Fenster sind keine Seltenheit, denn Speicher ober Kühlhäuser, auch wissenschaftliche Jn- I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgeielllchaft............. 6 Datum Mansseiver Bergbau....... 6% Kokswcrke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Ryetnstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke......8% Otavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% Bemberg........... Zellstoss Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren.... Deuttche Linoleum ... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Ehade.............. Accumulatoren-Fabril Conti-Gummi....... Grthner....................O| 34 I Mainkrastwerke Höchst a.M»... 4l 94,5 Süddeutscher Zuck«........1O| 211 I 127,5 I 127,5 I 144,5 I - 1561 -| Dalum 5% Teupche Relchsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b'/r% Dvung-Anleihe von 1930 .. 1 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I. ...... 4K% ehe in. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... *y2% ehern. 8% Hessische Landes . bunt Darmstadt Gold R. 12... b'/r% ehern. 4s4% Heis. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiou. */2°/o ehern. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr 8t. 6 Oberhessen Prooinz-Anleihe mtt Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelobl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten L'/r% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ty2% ehern. 4'/,% Franks. HyP Bank-Ligll.-Psandbriese...... 6%% ehern. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 4%% ehern. 8% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 r. Hamm übermittelte die Grüße des durch anderweitige dringende Dienstgeschäfte am Erscheinen verhinderten Oberbürgermeisters und betonte, daß die Stadtverwaltung, die schon seit Jahren das Wirken der Baugenossenschaft mit warmem Interesse verfolgte, auch für die Zukunft der Baugenossenschaft bei ihrer Arbeit des gemeinnützigen Wohnungsbaues fördernd zur Seite stehen werde. Die Baugenossenschaft könne mit Befriedigung auf iyr Werk zurückblicken, und wenn auch Unbekannte Fracht Hom in von Zranl nun. „Aber der Vers!" Er war, wie die meisten Menschen, auf eine Produktion besonders stolz, die nicht eigentlich in sein Fach schlug. „Na, solche Verse mache ich Ihnen auch, Herr Lorenzen." Sie lachte mit breiter werdendem Doppelkinn. „Ins Grüne mit dem Omnibus — ist billig und doch ein Genuß!" Er sah sie mit offenem Mund an. „Der ist beinahe noch besser als meiner. Warum haben Sie mir nichts vorher gesagt, daß Sie Verse machen können." Frau Lorenz wurde ernst. „Das ist ja nun schade", sagte sie. „Da sehe ich wohl am Ersten keine Miete von Ihnen?" „Doch", versicherte er. „Einen Teil ganz bestimmt. Mein Bruder, wissen Sie, der Hans, er fährt neuerdings zur See, hat mir aus Singa- pore geschrieben, er habe seine Bank beauftragt, mir ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu überweisen. Das Geld kommt aus England. Ich weiß ja nun nicht, wieviel es sein wird; aber kleinlich war der Hans nie." Er stieß einen Seufzer aus. „Das ist ja auch ein anderes Leben, yrau Lorenz, der Junge sieht die ganze Welt. Nun fährt er sogar nach China." „Als was denn?" Zuschauer zu starkem Beifall. Nach den gesang- lichen Darbietungen spielte die Kapelle zum Tanz auf, und alt und jung verblieb noch lange in Fröhlichkeit beisammen. Zuchlviehversteigerunq in Alsfeld. } Alsfeld, 26. August. Heute fand hier eine Zuchtvieh -Ber st eigerung der Landes- bauemschaft Hessen-Nassau durch das Tierzuchtamt Gießen für Fleckoiehbullen und Zuchteber des veredelten Landschweins und des deutschen Edel- schweins statt. Es wurden 60 Bullen zur Versteigerung gebracht, die fast alle verkauft wurden. Die Preise bewegten sich zwischen 500.— und 1200.— Mark. Für die Eberoersteigerung standen insgesamt 50 Tiere zum Verkauf. Die Preise bewegten sich zwischen 160.— und 300.— Mark. Verkauft wurden 34 Eber. Die Zuchtviehversteigerung erfreute sich eines sehr guten Besuches aus den Käuferkreisen. candkr-ls Gießen £ 5ß i e \ e d , 26. Aug. Der Spar- und 23 o r- schußoerein hielt am Dienstagabend in seiner Geschäftsstelle, Gießener Straße 127, eine Vorstands- und Aufsichtsratssitzung ab, die neben der Behandlung der laufenden Angelegenheiten auch einen Rückblick über das verflossene erste halbe Geschäftsjahr 1936 bot. In dieser Sitzung wurden fünf neue Mitglieder ausgenommen. Sieben vorliegende, vertretbare Kreditgesuche in Höhe von 12 430 Mark wurden bewilligt. Die Spareinlagen sind im ersten Halbjahr 1936 gegenüber 1935 ganz bedeutend gestiegen und übersteigen die hauptsächlich für Bauzwecke gegebenen Darlehen noch um 5067 Mark. Die Zahl der bis zum 30. Juni dieses Jahres aufgenommenen neuen Mitglieder überfteigt die des vorigen Jahres um elf. In derselben Zeck wurden 31 Sparbücher mehr ausgestellt als im Jahre 1935. Diese gute Entwicklung der Geldver- hccktnisse beim Spar- und Vorschußverein ist sehr zu begrüßen, zumal alle Spareinlagen im Orte selbst wieder Verwendung finden, um kreditbedürftigen Volksgenossen auszuhelfen, ganz besonders jedoch um die Bautätigkeit zu heben und damit Arbeit schaffen zu helfen. # Wiefeck, 26. August. Von den zehn Klassen der hiesigen Volksschule unternahmen gestern insgesamt neun ihre Sommerausflüge, die vom besten Wanderwetter begünstigt waren. Während die Jahrgänge der Grundschule Ausflugsorte in der näheren Umgebung auffuchten, hatten sich die oberen Klassen den Westerwald als Ziel gewählt. Nach einer Bahnfahrt bis Katzen- furth ging es in über 30 Kilometer weitem Marsch über Greifenstein, Dianaburg ins Lahntal nach Braunfels. Leicht wurden die nicht geringen körperlichen Anstrengungen ertragen, und große Freude bereitete das Abkochen, wozu schon vorher durch Bildung von Gemeinschaftsgruppen die notwendigen Vorbereitungen getroffen waren. Allen Kindern wurde diese schöne Fahrt zu einem inneren Erlebnis, das ihnen zeitlebens im Gedächtnis bleiben wird. Das achte Schuljahr unter Leitung von Lehrer Stoll wird die ganze kommende Woche Landschulaufenthalt in der Jugendherberge Weilburg nehmen und von dort aus Lehr- und Besichtigungsgänge durchführen. Das Lagerleben an sich soll vor allem auch der Förderung des Kameradschaftsgeistes im Sinne nationalsozialistischer Erziehungsmaßnahmen dienen. $ Alten-Buseck, 26. Aug. Infolge des guten Wetters in der letzten Zeit war es unseren mit unermüdlichem Fleiß schaffenden Bauern möglich, bie Getreideernte fast völlig einzubringen. In unserem Dorf wird im Gegensatz zu den meisten anderen Ortschaften das Getreide vom Feld unmittelbar zum Drusch gebracht. Die Dreschmaschine läuft jetzt schon seit einigen Wochen Tag und Nacht, um den Erntesegen zu bewältigen. Der Körner- ertrag ist vollkommen befriedigend. Auch die ©rummeternte ist in vollem Gange und verspricht ebenfalls ein gutes Ergebnis. Bei dem Abernten des Flachsanbaues haben Jungvolk, Jungmädel und Schule tüchtig geholfen. Der Ob st ertrag erfüllt alle Erwartungen: die Apfel-, Bim- und Zwetfchenbäume tragen fo reichlich, daß die Aefte stellenweise stark gestützt werden müssen. Im allgemeinen können unsere Bauern mit der ertragreichen Ernte zufrieden fein. Einen Grund zum Klagen haben eigentlich nur die Imker, die mit diesem Jahr ein zweites äußerst schlechtes Honigjahr hinter sich haben. £ Lollar, 26. Aug. In der Gastwirtschaft „Zur Bergschenke" fand eine Versammlung der Blockwarte und Selbstschutzkräfte des Reichs lüft- ln früheren Jahren eine Zeitlang kein guter Stern übet der Geno enfchajtsarbeit gewaltet habe, so könne doch jetzt mit besonderer Befriedigung auf die Tätigkeit der Genofsenschafts- leitung hingewiesen werden, die ihrer Aufgabe voll und ganz gewachsen fei. Er wünschte namens der Stadt, daß die Baugenossenschaft unter Führung ihrer aegenroärtigen leitenden Männer weiter so gut und so glücklich arbeiten möge, wie bisher. Dank an die Bansenoffenschast. Nach den Dankesworten des Vorsitzenden Schneide r an die Stadtverwaltung und ihren Sprecher, Bürgermeister Pros. Dr. Hamm, brachten die Vertreter der an dem Bau beschäftigten Firmen ihren Dank für den Bauauftrag und ihre besten Wünsche für die Baugenossenschaft und für die künftigen Bewohner der Häuser zum Ausdruck, wobei sie gleichzeitig versicherten, daß sie es als eine Ehre und Freude betrachteten, an den Werken der Baugenossenschaft mitarbeiten zu können. Herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung sprachen auch ein künftiger Bewohner eines Eigenheimes und einige Vertreter der Bauarbeiterschaft. Alle Ansprachen legten eindrucksvoll Zeugnis ab von dem guten Verhältnis zwischen der Leitung der Baugenossenschaft 1894 und ihren Helfern am Werk, wie auch zu den Mitgliedern der Genossenschaft. Bei gutem Mahl, einem vortrefflichen Glas Bier und schöner Unterhaltung mit vielen gemeinschaftlich gelungenen Volksliedern saßen die Teilnehmer einige Stunden in bester Kameradschaft der Arbeit beisammen. ..... — -...... —-------- u‘w“ —„0, —, —- tianü." Er sah Frau Lorenz an. „Haben Sie eine ab. Da er lange genug bei ihr wohnte, durfte er Ahnung, was solche Leute verdienen? Ich meine sich solche Rede wie auch die Wanderung um den J Schiffsarzte. Nicht, schade, ich auch nicht. Ich habe ihm nämlich von fträulein Antje geschrieben und von meiner bevorstehenden Verlobung. Vielleicht wenn er gut verdient, läßt er noch einen Hunderter springen." Er bemerkte Frau Lorenz' Gesicht und ahnte wohl ihre Gedanken. „Sie dürfen nicht denken, daß ich der geborene Nassauer bin, Wieder einmal stehen die kleinen Richtfestbäume auf Wohnhausbauten der Baugenossenschaft 1 8 9 4. Fleißiger Hände Arbeit der am Bau beschäftigten Männer hat inneralb weniger Wochen 10 Eigenheime an der Iahnst r a ß e im Rohbau soweit vorangebracht, daß am gestrigen Nachmittag der alte Brauch des Richtfestes wiederum die Bauherren und die Männer des Baues zu froh-gestimmtem Feiern und Rückblick vereinigen konnte. Gegen 16 Uhr trafen sich die Vertreter der Baugenossenschaft 1894 mit den Maurern und Zimmerleuten, Dachdeckern und Handlangern, sowie den Vertretern der Baufirmen und einer Anzahl Gäste vor den gefälligen Wohnhausbauten an der Iahn- straße, die im Scheine der Nachmittagssonne und inmitten der reizvollen Landschaft einen guten Eindruck machten und die Hoffnung aufkommen ließen, daß die Käufer und späteren Bewohner dieser Eigenheime sich in den Räumen wohlfühlen werden. Von der Baustelle ging es gemeinsam in geschlossenem Zuge zum Gasthaus „Zur Stadt Lich", wo das Richtfest, in der Fachsprache die „Bauhebe" genannt, in froher Stimmung gefeiert wurde. Die Baugenossenschaft 1894 bereitete hier bei Speis und Trank, der üblichen Zigarre, den zunftgerechten Klängen eines „Schifferklaviers" usw. den Werkmännern nach ‘ schwerem Schaffen einige vergnügte Stunden, die allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben werden. Oer Vorsitzende der Baugenossenschaft H. Schneider wies in feiner Begrüßungsansprache an die Arbeitskameraden der Stirn und der Faust mit Genugtuung darauf hin, daß die Baugenossenschaft innerhalb Jahresfrist zum zweiten Male gemeinsam mit Männern des Bauhandwerks ein Richtfest feiern könne. Er betonte dabei den tiefen Sinn dieses zur Tradition gewordenen Zunftgebrauchs, der in der Verwirklichung einer edlen Volksgemeinschaft besteht, die dem stark pulsierenden Leben der Nation dient und ihr den Kampf um Glück und Größe des Volkes erleichtert. Sodann sprach er den geistig und körperlich Schaffenden am Bau namens der Baugenossenschaft 1894 den wohlverdienten Dank für ihre gute Arbeit aus und hob dabei hervor, daß die in verhältnismäßig kurzer Zeit unter der umsichtigen Leitung des Architekten Dirksmöller im Rohbau errichteten Bauten nicht nur die Befriedigung der Verwaltung der Baugenossenschaft ausge'löst, sondern darüber hinaus auch in der breitesten Öffentlichkeit Beachtung und Anerkennung gefunden hoben; alle Männer, vom Architekten bis zum letzten Gefolgsmann, hätten hier wiederum vorbildliche Arbeit geleistet; er erinnerte dabei an das Wort des Führers: „Es ist nicht entscheidend, was der einzelne schafft, sondern wie er es schafft." Nach einem besonderen Gruß an die Ehrengäste betonte Herr Schneider u. a., die Baugenossenschaft 1894 habe sich unter Ausschaltung aller spekulativen Gewmnbestrebun- geu eine zwiefache Aufgabe gestellt: erstens durch Arbeitsbejchaffung der Wirtschaft zu dienen und zweitens durch Wohnraumschaffung der noch nicht behobenen Wohnungsnot entgegenzuwirken. Darüber hinaus fei sich die Leitung der Baugenossenschaft aber auch der weiteren Pflicht bewußt, das große Siedlungswerk der Reichsregierung fördern zu helfen, zu stützen und zu verwirklichen. Wesentlich sei es dabei, der Seßhaftigmachung unserer Volksgenossen den Weg zu ebnen, weiterhin eine in der deutschen Geschichte einzigartige Gelegenheit zu schaffen, auf diesem Wege die deutsche Heimat mitgestalten zu helfen. Der Redner sprach sodann Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Professor Dr. Hamm, Stadtbaurat G r a v e r t und Vermessungsrat Karle den herzlichen Dank der Baugenossenschaft aus für die stets bekundete warme Anteilnahme und für die eifrige Förderung der Unternehmungen der Genossenschaft, und er bat die Stadtverwaltung, der Baugenossenschaft angesichts ihrer gemeinnützigen Tätigkeit auch für die Zukunft Unterstützung und Förderung zuteil werden zu lassen. Er bat weiterhin die Gäste, stets _______ Steinberg und „Frohsinn" Garbenteich, hatten sich au ihrem diesjährigen Kameradschaftstreffen am Sonntag in Garbenteich eingefunden. Der Gesangverein „Germania" Steinbach konnte wegen eines Trauerfalls leider nicht erscheinen. Die Sänger begeben sich um 14.30 Uhr zunächst in langem Zuge zum Kriegerehremal auf dem Fried- Hof, um der gefallenen Helden zu gedenken. Nach dem gut gewählten Chor „Mahnung", sprach Vereinsführer Wahl, Garbenteich. Er betonte, daß das heldenhafte Sterben dieser Helden nicht umsonst war, da ein Mann, wie unser Führer Adolf Hitler dem Vaterland Ehre, Einigkeit und Stärko wiedergegeben hat. Als äußeres Zeichen des Dankes legte er im Namen der Sänger das Symbol des deutschen Liedes am Ehrenmal nieder. Zum Abschluß der Feierstunde erklang der Chor „Deutschland, heilger Name" in die feierliche Stille. Anschließend begaben sich die Sänger in das Vereinslokal „Zum weißen Roß", wo nach einigen Musikstücken die einzelnen Vereine Volkslieder und Chöre zu Gehör brachten. Der Vortrag, sowie Klangschönheit und Reinheit zeugten von gutgeschultem Stimm-Material, mit dem der über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannte Chormeister Harnisch erneut den Beweis seines unermüblidipn Willens und des Idealismus für das deutsche Lieb erbrachte. Die meine Schulden bezahlen und die Antje wie eine kleine Prinzessin verwöhnen." Frau Lorenz verzog den Mund. Es war ein gutes Lächeln. „Hoffen wir also auf den Wechsel, nicht wahr!" Er lachte sie spitzbübisch an. „Aus den Wechsel, den mein Bruder schickt, oder meinten Sie auf den Umschwung?" Auf die Glückswende, Herr Lorenzen." Sie sagte es ernst, bedeutungsvoll, ihm wollte scheinen, sogar feierlich. Solcher Zuspruch, er empfand die Worte so, tat ihm wohl. Wir bleiben alle in einem Herzenswinkel Kind. Es wird schon alles gut werden, mein Junge. — Hätte sie noch über seinen Kopf streicheln sollen? Freddy, kleiner Liebling . . . Wie lange war das her? Kindheit, Kindheit, solange die Mutter lebte, war es doch das Schönste im Leben. Die Wünsche, klein und nahe, waren alle erfüllbar. Es gab keine Sorgen. Die Mutter trug sie und man ahnte es nicht einmal. Die Mutter' . . . Verschüttetes kam zum Vorschein. Er spürte eine Wärme in der Brust, dort, wo das Herz sitzen mußte. Warum jetzt, weshalb in diesem ungeeigneten Augenblick? Frau Lorenz da vor ihm sah seiner Mutter nicht ähnlich. Die war schön gewesen, nicht dick, nicht alt; sie war gestorben in der Blüte, auf dem Höhepunkt ihres Lebens. Das Altern, die Enttäuschungen waren ihr also erspart geblieben. Ein beneidenswertes Los? Er wußte es nicht. Nachdenklich stand er und sah seine Wirtin an, die runzeligen Hände mit den dicken Adern, die Krähenfüße bei den Augen, der faltige Mund ... Frau Lorenz wußte diesmal nicht, was in ihrem Mieter vorging, und lächelte freundlich. Da riß er sich los und ging mit einem stummen Grutz OO Stauf enb er g,26.August. Nachdem in der vorigen Woche in unserer Gegend überall die Schule nach den Sommerferien wieder begonnen f)at, fand hier bei Gastwirt Zecher eine Tagung des Bezirks Lollar des NSLB statt. ' Der Bezirksobmann Lehrer E m m e l von hier eröffnete die Tagung. Er erinnerte zunächst an die glänzend verlaufene Olympiade, gedachte der Bedeutung Friedrichs des Großen, dessen 150. Todestag in die vergangene Woche fiel, und gab weiterhin eine Schilderung der Zustände in Spanien, die er in Gegensatz stellte zu den geordneten Verhältnissen in unserem Vaterlande. Im Anschluß an die Bezirkstagung tagte die Arbeitsgemeinschaft „Volksschul e", in der ebenfalls Lehrer E m m e l sprach. Sein Thema lautete: „Neue Bauerngesetze seit 1 93 3". Er führte aus: Die Gesch>chte des deutschen Bauerntums ist früher in vielen Stücken falsch dargestellt worden. Der alte, echte Adel, der an der Scholle hastete, stand immer an der Seite des Bauern, da er ja aus dem Bauerntum her- norqegangen war. Das sehen wir z. B. in den Kämpfen der Schweizer und der niederländischen Bauern. Die Verhältnisse änderten sich unter den Hohenstaufen und Habsburgern, so daß viele Bauern ihre Heimat verloren. Der Weg des Bauerntums ist oft ein Leidensweg gewesen. Adolf Hitler hat nach der Machtübernahme aus dem Gedanken heraus, daß das Reich nur auf der Grundlage eines gefunden Bauerntums bestehen und gedeihen kann, als erstes großes Ziel die Rettung des Bauerntums angekündigt und in Angriff genommen. Nach der „Aufräumungsarbeit" folgte die deutsche Bauerngesetzgebung. Das Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes als erstes, dann das Gesetz zur Sicherung der Getreidepreise und das Reichserbhofgesetz. Dem libe- ralistischen, kapitalistischen System wurde damit der Todesstoß versetzt. Die Preise wurden auf neuer Grundlage geregelt. Während früher nach liberalistischer Ansicht Angebot und Nachfrage den Preis bestimmten und so Preisschwankungen her- Dorriefen, die vielfach der Spekulation übermäßige Gewinne ermöglichten, gewährleistet der beute festgesetzte Preis dem Erzeuger eine Kalkulation auf weite Sicht. So verhält es sich heute nicht nur mit den Getreidepreisen, sondern auch die Milch- und Butterpreise sind auf einer Grundlage festgesetzt, die sowohl dem Erzeuger, als auch dem Verbraucher Rechnung trägt. Pflicht des Bauern ist ^ueuusnius jui uu» ucui]«^ — I es für ausreichende Versorgung des Volkes mit j Vorträge veranlaßten die zahlreich erschienenen «S$ Hart 2**?! MKs Qu=a ? 219 5Jor. St*/" seiner ;■ E>ne Dor. ;nble neben ber Äen °uch halbe ®e! *9 Würben " . sieben vor. •A W von 'Spareinlagen J. b'e hauprjä^ noch u; < 3uni diese; J»« übersteigt n derselben Zeit gestellt als im n.9 der Teldver. -herein ist sch nlagen im Orte am krebitbebüis. Zaaz besonder; :ben und damit Zehn Klassen nahmen gestern ausflüge, di, ctünstigt waren. Grundschule Ausübung aussuchten, Desierwald als adtt bis Katzen- r weitem Manch s Lahntal nach hl geringen kor- m, und grotzt o;u schon vorher gruppen die not« n waren. Men t zu einem inne« is im Gedächtnis jr unter ßeitung ganze fommenöe r Jugendherberge aus Lehr- unb Jas Lagerleben r Förderung bes nanona/soziaW- folge bts quin mieten 'mit w* em nützlich - vx^ubtip Ä 5U bet wm vom Fckb wV ie Drei-mW« n Tag uni M । jer Sörnet' befriebigeu in vollem 6a« es Ergebnis. Sn nbaues M I tüchtig (Froartungen: W ie tragen |o vf rf gestützt werbtn infere Dauern M fein Einen 8n® 0" 3ml!r’ta )erft W-cht« * speich nTantjT®^ x ff« war sil ft w ®* euf ben ®* „ ■ §il , * Ä* tat»? ittddv. « 7 er9 war,^ nö iB he tlem jn keine Sorge ie es kam cd ■„ bi-'" roesha'b D r« 2” S»*Z ifi*ia y „ü i1* -2 f««’ ja f* schutzbundes unter Leitung des Gemeindegruppenführers Eberle statt, in deren Mittelpunkt eine Besprechung der Maßnahmen stand, die bei einer Verdunkelungsübung zu ergreifen sind. Die von der Lezirksgruppe Oberhessen des RLB. herausgegebenen Richtlinien für die Durchführung der Verdunkelung durch den Selbstschutz und erweiterten Selbstschutz wurden eingehend besprochen. Weiter wurde noch eine Reihe die Organisation betreffende Fragen behandelt. I Lollar, 27. Augst. An Stelle der alten Warnungstafeln wurden am Uebergang der Haupt st raße über die Lurndatalbah.n die neuen Warnungszeichen angebracht, die eine weitaus bessere Sicherung — vor allem auch nachts infolge der Rückstrahler — gewährleisten. Bei dem starken Verkehr auf dieser Straße war eine bessere Sicherung des Bahnübergangs seit langem erforderlich. Aber nur die Anbringung von S ch r a n - k e n könnte hier den Erfordernissen ganz gerecht werden. /X Großen-Linden, 26. Aug. Eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Christine P e p p l e r , geborene Stamm, Bahnhofstraße 110, konnte gestern ihren 8 6. Geburtstag feiern. Die Greisin erfreut sich noch körperlicher und geiziger Rüstigkeit. + Grünberg, 26. Aug. Am Mittwoch fand im Gebäude des hiesigen Bahnhofs eine Ehrung des 40 Jahre im Dienst der Reichsbahn sich befindenden Reichsbahnobersekretärs Heinrich Schmidt statt. Oberbahnhofsvorsteher F e i st sprach die Glückwünsche der Bahnverwaltung aus und feierte den Jubilar als tüchtigen, pflichteifrigen Beamten. Die ihm zugedachte Urkunde, sowie des Führers Buch „Mein Kampf" werden ihm später überreicht, da sie noch nicht eingetroffen waren. Außerdem sprach der Vorsitzende des Eisenbahnvereins Heinrich S ch e I l h a a s , da der Jubilar zu den Gründern des Vereins zählt. Er überreichte ihm eine gerahmte Plakette. Der Geehrte dankte für die ihm erwiesenen Ehrungen. cv) Langsdorf, 26. Aug. Die Getreideernte nähert sich ihrem Ende. Rur noch der Hafer harrt in Hausten der Einbringung. Durch die beständige Sommerwitterung der letzten Tage trocknet die Frucht schön aus und gelangt in gutem Zustand in die Scheuern. Das Getreide, das in den vorigen Wochen nicht ganz ausgetrocknet geborgen wurde, verursacht beim Ausdrusch fast un- . erträglichen Schmutz und Staub. Die Landwirte, die sich in der Regenperiode nicht nervös machen ließen, hatten wieder das bessere Teil erwählt. Da in die Einbringung des letzten Getreides die Grummeternte einbricht, fehlt es den Bauern wieder einmal an Händen. Dafür ist das Grummet von erlesener Güte und großer Menge. Es gibt wenig Landwirte, die genügend Raum zur Unterbringung aller Ernteteile haben. Leider .scheinen wir trotz des nassen Sommers mit einer Mäuse- plage rechnen zu müssen. Pie Frühkartoffeln bringen nicht den gewünschten Ertrag. Sie hatten in dem für sie entscheidenden Monat Juli zuviel Rässe und zu wenig Sonne. — Die Gemeinde plant im kommenden Winter eine Zarte Aus - Holzung d e s Hegerichswaldes, dessen meist 150jährige Buchen, längst hiebreif, jungem Wuchs Platz machen müssen. Darum wird die eine Abfahrtstraße auf einen halben Kilometer Länge im Herbst chauffiert. Unsere Arbeiter sind zur Zeit dabei, in einem vor Jahrzehnten schon benutzten Steinbruch, der u. a. das Material für den Bahnkörper der Strecke Gießen—Gelnhausen lieferte, die erforderlichen Steine im Distrikt Hinter den Alten Landen zu brechen. Kreis Bübingen. * Büdingen, 26. August. Beim Füttern der Schweine wurde heute die Frau des Dauern Ludwig Schwarz im Stalle von einem Herzschlag betroffen, so daß sie auf der Stelle tot zu Boden sank. Erst später fand man die bedauernswerte Frau leblos im Stalle auf. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 26. Aug. Dem hiesigen Feldpolizisten und Totengräber Johannes Rühl, der bei der Freiherrlich Riedsselschen Revierverwaltung Oder-Ohmen noch als Vorarbeiter bei den Waldarbeiten tätig ist und jetzt im achtzigsten Lebensjahre steht, wurde eine besondere Ehrung für langjährige treue Dienste zuteil. Anläßlich einer Zusammenkunft Riedeselscher Arbeiter in Lauterbach erhielt der trotz seiner Jahre noch rüstige Volksgenosse für seine mehr als vierzigjährige Tätigkeit als Waldarbeiter eine Ehrengabe und ein Diplom mit anerkennender Widmung der Dienstherrschaft. co Deckenbach, 26. Aug. Am kommenden Sonntag, 30. August, kann der älteste Ein- wohn er unseres Ortes, Ludwig Scholl II., feinen 91. Geburtstag feiern. Aus den preußischen Nachbargebieten. Zusammenstoß zwischen Kleinbahn und Neichspost-Omnibus. vier Verletzte. * Braunfels, 27. Aug. Arn gestrigen Mittwochnachmittag ereignete sich in der Gegend der Wolfsmühle an der unbeschrankten Bahnüberführung der Ern st bahn ein schwerer .Zusammen st oß zwischen einem Zuge der «Ernst bahn und einem Reichspo st-Personenomnibus. Der Kleinbahnzug, der leer vom «Staatsbahnhof nach der Stadt Braunfels fuhr, be= । gegnete an dem ungesicherten Bahnübergang dem ! Reichspost-Personenomnibus, der mit Fahrgästen । auf der Fahrt von der Stadt zum Staatsbahnhof Ibegriffen war. Der Postomnibus wurde von idem Zuge so kräftig zur Seite geschleudert, daß er ivon der einen Straßenseite auf die andere Seite I flog und dabei eine Seitenwand des W a - igens vollständig aufgeriffen wurde. !Dier Fahrgäste des Omnibusses wurden v e r- Hetzt, zum Glück sind jedoch die Verletzungen nur Ileichterer Art. An der Lokomotive des Klein- ! bahnzuges wurden bei dem Zusammenprall die Puffer abgebrochen. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuld frage sind im Gange. Oie Arbeitskameradin mit dem Spaten niedergeschlagen. LPD. Frankfurt a. M., 26. Aug. Die Krimi- nalpolizei teilt mit: Arn Mittwoch um 17.15 Uhr hat der Ernst Tausend, geboren 16. Juli 1900 zu Friedberg, wohnhaft Basaltstraße 27, die ledige Frieda Veite, Wurmbachstraße 14 wohnhaft, mit einem Spät e n niedergeschlagen. Tausend und die Veite arbeiteten auf einem Gartenstück, das im Ginnheimer Wäldchen liegt. Die Veite hatte dem Tausend vorgeworfen, er habe aus dem Garten des Milchhändlers Dörr die Birnen vom Baum gestohlen und verkauft. Hierüber geriet Tausend dermaßen in Wut, daß er feinen Spaten ergriff und die Veite damit auf den Kopf schlug. Sie wurde in schwerverletztem Zu st and dem Markus-Krankenhaus zugeführt; Lebensgefahr besteht nicht, sie ist bei vollem Bewußtsein. Der Täter wurde fest genommen, Untersuchung ist eingeleitet. Wie Deutschlands größter Weinsestzug entsteht. Am 30. August wird er über Hunderttausend Gäste nach Mainz bringen. RSG. Mainz rüstet zum größten Weinfestzug, 1 der bisher in Deutschland veranstaltet wurde. Die i alte Weinmetropole des Rhein-Main-Gebretes hat Hebung in solchen Dingen. Richt umsonst wird hier | feit Generationen der Karneval mit einer Anteilnahme von jung und alt gefeiert, die ^^oufe der Jahrhunderte bestimmte Formen und Grundsätze । als praktisch und gut entwickelte. Da weiß man im .„goldenen Mainz", wie so'etwas angepackt werden imuß. Und fix und schnell wird gearbeitet, fast über 'Nacht wird eine Veranstaltung entworfen und auf- । gebaut die weit über hunderttausend Besucher ans । ganz Deutschland in die Mauern der alten Stadt i führen soll. Vom 2 9. August bis 1. S'eptember ver- i eint der „Rhein-Mainische Winzertag ii n Mainz alles, was an der schweren Arbeit des ? Weinbauern Anteil hat. Aus dem alten Mainzer iWeimnirkt wurde dieses Fest des Winzers im Mhein-Main-Gebiet, dem größten geschloffenen 'Weinbaugebiet Deutschlands, entwickelt. Es soll Heine tiefste Bedeutung darin finden, ein Iebens= iwahres Spiegelbild des Menschen und der Land- I schäft, der Geschichte und des Brauchtums im ! Weinland unserer deutschen Westmark zu sein. Den Höhepunkt dieser vier Tage bildet der große ! W e i n f e st z u g , der am Sonntag, 30. August, «durch Mainz ziehen wird. Es ist keine Rekordiagerei Iber Zahlen, wenn erklärt wird, daß es der größte ! Weinfestzug ist, den man in Deutschland bisher i veranstaltete. Denn hierin zeigt sich ja zugleich auch ibie Bedeutung unseres Weinbaues in kultureller «und wirtschaftlicher Hinsicht. Und den über hundert- itaulend Gästen von überall her wird gerade dieser jFestzug einen bedeutsamen Eindruck von dem lLebensbild des rhein-mainischen Winzers bieten. Weit über 200 Weinorte und Kreise des rhem- imainifchen Weinbaugebietes sind an der Ausgestal- üung dieses Weinfestzuges beteiligt. Mit über 24 Wagen unzähliger Tanz-, Brauchtums- und Trach- rtengruppen, Fahnenschwingern und Herolden wird -er sogar die berühmten Mainzer Karneoalszuge iübertreffen, lieber 1500 Teilnehmer umfaßt der ° ganze Zug. Er wird am ©onntagmitag um 14 Uhr •beginnen und etwa um 17.30 uf£beenbet 5bei legt die endlose Kette von Wagen und Grup- lpen einen Weg von etwa 8 Kilometer zuruck, den immer wieder kurze Haltepausen von etwa 5 Mi- muten Dauer unterbrechen. In diesen sollen dann ibie Tanz- und Brauchtumsgruppen — dort wo sie Aerobe stehen — ihre historischen Tanze und Dar- $,lS,e'|fant0irt ein Einblick in die Organisation rines solchen Riesenzuges. Dann sind die Mainzer wahre Meister. Wenige Tage vor dem Fest selbst werden die letzten, entscheidenden Bestimmungen getroffen. Es heißt bann:. •. "der Zug wirb aufgelegt!" Auf einem riesigen Tisch wird babei tatsächlich ber ganze Zug im kleinen rekonstruiert. Jeber Wagen unb jebe Gruppe, ja selbst bie einzelnen Fußgänger unb Reiter werben burch kleine Pappschilber in bestimmter Farbe unb Kennzeichnung markiert. So wirb die genaue Reihenfolge festgelegt, wobei auch bie geringsten Einzelheiten ihre Berücksichtigung finben. Die Art ber aufein- anberfolgenben Wagen unb Gruppen muß zusammenpassen, bie Farbwirkungen wollen bebacht werben, Herolde und Reiter, Fahnenschwinger und Schilderträger sind an den richtigen Stellen einzusetzen. Unterdessen arbeiten die Mainzer Künstler an den Wagen, die eine besondere künstlerische Rote tragen sollen. Es wird dabei ein Verfahren ange wandt, das charakteristisch für Mainz ist unb au bas bie Mainzer besonders stolz sind, weil hierdurch eine besondere Feinheit der Plastiken der Festwagen erhielt wird. Die über zwei Meter hohen Figuren werden zuerst in Ton herausgearbeitet, hierauf in ihren einzelnen Teilen abgegossen. Diese werden bann in einem besonberen Verfahren mit einer-bünnen Papierschicht ausgelegt, bie bann, erhärtet und bemalt, bie eigentlichen Figuren bilben. So wird einmal erreicht, daß die riesigen Figuren bis in die letzten Feinheiten herausgearbeitet werden können, weiter ist dadurch aber auch ihr Gewicht verblüffend gering. Alle Kräfte im Rhein-Main-Gebiet sind so angespannt, um den „Rhein-mainischen Winzertaa" und seinem Weinfestzug den Erfolg zu sichern, ben er in Anbetracht seiner bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Zielsetzung verdient. Die Tage vom 29. August bis 1. September in Mainz sollen Ehrentage des rhein-mainischen Win- ze^s und Weinbaues sein. Zu Zehntausenden werden die Volksgenossen aus ganz Deutschland an ihnen teilnehmen und sie so zu einem Ereignis für die ganze deutsche Oeffentlichkeit gestalten Helsen. Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechen. Mainz, 26. Aug. (LPD.) Der 39jährige evangelische Pfarrer Hans Durst aus Westhofen hat sich in fünf Fällen an minderjährigen Jungen vergangen. Eine Reihe von Fällen wurden von dem Gericht wegen Verjährung eingestellt. Die Erste Große Strafkammer in Mainz verurteilte den Angeklagten wegen Sittlichkeitsverbrechen in fünf Fällen zu drei Jahren Zuchthaus, abzüglich sechs Monate ber bereits verbüßten Untersuchungshaft- Im Hinblick darauf, daß der Angeklagte (einerlei tiefgehende Reue zeigte, konnte das Gericht keine mildernden Umstände zuerkennen. „Schach her Nationen"in München. f: DEN £■' ":T" Während einer Kampfpause wurde im Rahmen des Schach-Olympias t n München eine großartige Festvorstellung „Schach der Rationen" aufgeführt, bei der bas Staatstheater-Ballett, bie Berittmachungsstaffel ber Kriegsschule, Tänzerinnen aus 18 Länbern, Gaukler, Artisten, sogar ein Elefant unb zwei Robote mitwirkten. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Tag her Artillerie. Vorführungen her Frankfurter Artillerie.-Fliegerabwehr.-Bernebelung. -Biwak. LPD. Frankfurt a. M., 26. Aug. Mit großer Freube würbe von ber Bevölkerung schon vor mehreren Tagen bie Nachricht ausgenommen, baß bie Frankfurter Garnison im Sportfelb sich mit einer Veranstaltung militärischer Art bem Frank- urter Publikum vorstellen werbe. Unb heute war tiefer Tag gekommen. Schon lange vor bem Abmarsch ber Solbaten waren bie Straßen, bie die Truppe passieren mußte, von Tausenden von Volksgenossen besetzt, und aus allen Fenstern winkten die Bewohner ben Felbgrauen zu. Je mehr sich bie Solbaten bem Sportfelbe näherten, besto beängsti- genber würbe ber Anbrcmg, unb auf dem Sportfeld selbst hatte sich bereits eine unübersehbare Menschenmenge eingefunden. Nach fast zweistündigem Marsch von der Kaserne machte die Truppe noch einmal eine halbstündige Rast auf ber Forsthausstraße, um bann mit fdjmetternber Musik ms Sportfelb einzuziehen. Auf ber großen Spielwiese vor bem eigentlichen Stabion stauben die Menschen in erbrücfenber Fülle unb begrüßten bie Artilleristen mit lauten Rufen. In verschiebenen Gangarten geritten, umrasten nun bie Batterien den weiten Platz, um schließlich Aufstellung zum Gefecht zu nehmen. Geschütze werden eingestellt, die Fernsprechleitunaen gelegt. Gasmasken aufgesetzt, Geschütze eingeschossen, alles das Werk weniger Sekunden. Da kommen auch schon die feindlichen Flieger; neun Stück auf einen Schlag und schon in nächster Nähe. Schnell wird Deckung genommen, die jeder Batterie zugeteilten Maschinengewehre beginnen ihr Geknatter, und nachdem die Entfernung angegeben worden ist, bellen die Kanonen auch schon los. Bald hat man festgestellt, auf welches Ziel die Flieger es abgesehen haben, die Vernebelung setzt ein, die so vollkommen war, daß alles in einem weißen Nebel verschwand. Zu sehen war- jetzt nichts mehr, dafür knatterten aber um so heftiger die Maschinengewehre, um so intensiver donnerten die Geschütze. Die Flieger sind abgeschlagen. Langsam verzieht sich der Nebel, und die Sonne kommt wieder durch. Das war der ernstere Teil der Darbietung. Jetzt wird es gemütlicher. Die Soldaten schlagen ihr Biwak auf, ein Friedensbiwak, das soll heißen, es darf vom Publikum besucht werden, und davon wurde so ausgiebig Gebrauch gemacht, daß die Hiiler-Zugendkameradschasien kämpfen am 30. August in Gießen um die beste Kameradschaft im Bann 116. Soldaten unter der ungeheuren Menschenmasse fast vollkommen verschwanden. Der Kommandant hielt eine kurze Ansprache, und dann trat die Gulaschkanone in Tätigkeit. Zwischendurch fangen die Batterien zunächst einzeln und dann alle zusammen schöne, alte und auch neuere Soldatenlieder, die bei vielen ber Zuschauer liebe alte Erinnerungen an bie Dienstzeit wach werben ließen. Der Abschluß war ber Zapfenstreich, so oft gehört unb boch immer roieber eine besondere Empfindung wachrufend. Auch diesmal standen die Massen in Andacht zuhörend, als der umliegende Wald die Töne in sich aufnahm und die Nacht ihre Schatten über alles verbreitete. Das militärische Schauspiel war aus, aber für die Jugend war es der Geschehnisse noch nicht genug. Fröhlich wurde noch lange das Tanzbein geschwungen, denn schließlich war es ja ein Friedensbiwak. Die Hausfrau muß ihre Kräste sparen. Von Hilde Fries. „Spare in der Zeit, so hast du in ber Not", heißt ein altes Sprichwort, doch wer ist schon einmal auf ben Gebauten gekommen, biefes Sparen auf bie menschliche Kraft zu beziehen? Eine vielbeschäftigte Hausfrau ganz gewiß nicht. Unb doch, wie klug würden wir handeln, wenn wir beizeiten bem unnützen Kräfteverbrauch Einhalt geböten, wenn wir bafür sorgten, daß so etwas wie eine Bremse in unserem Innern selbsttätig in Bewegung träte sobald wir uns zuviel zumuten wollen. Wie- oiele von uns sparen Geld für eine Reise, für ein Vergnügen, oder gar für einen eigenen Besitz, warum soll man es nicht auch einmal mit dem Kraftsparen versuchen? „Jetzt ist es endgültig genug", sei für diesen Zweck unsere Parole. Es muß soweit kommen, daß unwillkürlich die Bremse anzieht, die noch vorhandene Kraft aufgespeichert wird, damit sie im Notfall zur Hilfe herangeholt werden kann. Dieser Vorschlag, den die meisten Hausfrauen sicher für unausführbar halten, ist dessenungeachtet in der Praxis wohl anzuwenden. Man braucht nur darüber nachzudenken, welche unnötige Lauferei an manchem Tag allein durch unser schwaches Gedächtnis verursacht wird. Wir gehen vom Zimmer in die Küche und umgekehrt, um schließlich festzustellen, daß wir die Hauptsache doch wieder haben liegen lassen. So bleibt oft em benutzter Aschbecher, eine Vase mit welken Blumen, eine abgelegte Zeitung usw. im Zimmer zurück, die längst im Vorübergehen hätten mitgenommen werden können. Wenn man seine doch immerhin kostbare Zeit nicht besser einzuteilen versteht, macht man sich zum Sklaven des Objekts, eine Eigenschaft, die niemand erstrebt. Es ließen sich in dieser Hinsicht noch viele Beispiele anführen — erinnert sei an die Besorgungen, die wir mehrmals täglich in Etappen, anstatt gesammelt und nach einem bestimmten Plan morgens in aller Frühe erledigen, wenn der Mann im Dienst ist unb bie Kinber in der Schule sind. . Nicht selten bilden wir uns auch em, sehr geschickt zu handeln, wenn wir mehrere Obliegenheiten beinahe gleichzeitig ausführen. Eben noch mit Gemüseputzen beschäftigt, sausen wir in bie Speisekammer, um etwas nachzusehen, bann beginnt vielleicht ein vergebliches Suchen nach einem Gebrauchsgerät, unb nach einer Unterbrechung von einer Diertelstunbe setzen wir uns roieber an bie vernachlässigten Mohrrüben, ober was es sonst fein möge. Hoffentlich setzt man sich auch wirklich, benn barüber, baß bas Stehen bei einer Beschäftigung, die im Sitzen geleistet werden kann, eine ganz schlimme Kraftvergeudung barstellt, bürste man sich allmählich auch im letzten Dorf klar sein. Selbst wenn man von ben immer mehr m Den Hanbel gelangenben Hilfsmitteln für ben Haushalt absieht, bleiben gar nicht so wenige Arbeiten übrig, bie bei einiger Ueberlegung leichter gestaltet werden können. Da ist z. B. die Kaffeemühle, bie bie Bohnen meist auch noch viel zu grob mahlt. Warum läßt man nicht ben Kaffee gleich beim Einkauf im Geschäft mahlen? Das Aroma braucht keineswegs zu leiben, wenn das braune Mehl in nicht zu reichlicher Menge in festschließenden Blechoder Porzellandosen aufbewahrt wird. Weiter fällt ber Blick auf bie Fleischmaschine, die sich oft so schwer dreht. Ob sie ber Handwerker nicht wieder zurechtrücken konnte, oder womöglich wäre auch ein neues Messer für sie am Platz? Und warum schleppen wir uns fast alle an Markttagen mit vollbepackten Netzen in beiden Händen ab? Nur die ganz Klugen benutzen den von ihren Kindern außer Betrieb gesetzten Roller ober ein ähnlich fahrbares Gestell, an bas sie beguem ihre Taschen hängen können. Sie wissen, baß sie auf diese Weise Zeit unb Kraft sparen, unb baß sie früher ober später bie aufgespeicherten Reserven anber- roeitig benötigen werden. Ein raffinierter Schwindler. Er stellte sich als Freund des Sohnes vor. Oppenheim, 26. Aug. (LPD.) An einem der letzten Tage trieb ein raffinierter Schwind- I e r im nahen Guntersblum sein Unwesen. Bei einer dortigen Familie stellte er sich als Freund ihres Sohnes vor, der zur Zeit seiner Arbeitsbienst- pflicht genügt. Ihr Sohn habe ihn geschickt, um zwecks Teilnahme an einer Veranstaltung seinen Sonntagsanzug unb feinen Sommermantel obzu- holen. Die Frau bes Hauses hänbigte nichtahnend die gewünschten Kleidungsstücke aus, außer dem Mantel, der wie sie sagte, überflüssig sei. Nachdem der Fremde den Anzug erhalten hatte, machte er sich in einem Auto so schnell wie möglich aus dem Staube. Groß war allerdings die Uederraschung am Abend, als der Sohn nach Hause kam und es sich herausstellte, daß man einem ganz raffinierten Schwindler ins Garn gegangen war. Die sofort aufgenommenen polizeilichen Ermittlungen führten bisher zu keinem Erfolg. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bie 12.30 Uhr, 16 bie 17 Ubr Samstagnad)- mittag geschlossen. Wie oft soll ich dem Kind, den Kopf waschen? Heute kann man sagen: so oft es nötig erscheint, also auch in kürzeren als 8-tägigen Abständen — wenn man das Kinder-Schaumpon Schwarzkopf „Extra-Zart" verwendet. „Extra-Zart" mit dem Spezial-Kräuterbad (DRP angem.) ist mehr als eine Kopfwäsche: es ftihrt zartem Haar und jugendlicher Kopfhaut die notwendigen Auf- baustoffe zu. Durch besondere Abstimmung lassen sich Schinnen und Schuppen, sprödes oder fettiges Haar wirkungsvoll behandeln. Wie „Extra-Mild" und „Extra-Blond" ist auch Schwarzkopf „Extra-Zart" seifenfrei und nicht-alkalisch. 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Januar 1936 erteilten Auftrag, das deutsche Bühnenbildwesen einheitlich auszu- richten, nunmehr die Bezeichnung „Reichsbühnenbildner" verliehen. * Der Münchener Segelflieger Kurt der am Dienstagabend um 19.47 Uhr der Dunkelheit mit 13 Stunden und einen neuen Rhön - Dauers des FC. Teutonia _ v setzen. Steinberg, 1846 Gießen I standen schon vor Beginn der Pokalspiele als Gegner fest. Butzbach II, Lich und Hungen meldeten aber noch in der Klasse nach, so daß die Mittagspause wegfallen mußte. Auch hier konnte Steinberg im Endspiel Lich schlagen und als Pokalsieger den Platz verlassen. Laux G. Weber Tv.1846 in den Jaustbaü-Gaugruppenspielen Enttäuschte Meisterschastshoffnungen. Q.jL'fport Sirerkenstlig-Tag bei her „17. Mn Am Nachmittag fand nun das Werbespiel zwischen VfB. Friedberg Ligareserve gegen Spielvereinigung 1926 Leihgestern statt, das die Friedberger mit 7:2 für sich entscheiden konnten. Die beiden Mannschaften standen: VfB. Friedberg: Dechent Volp Sauer wigshafen, das eine sehr ausgeglichene Mannschaft stellt, wie zu erwarten gegen Köln-Sürth gewann, war der Punktgleichstand der Mannschaften erreicht. Das Los ergab als Vorentscheidung die Paarung Gießen — Ludwigshafen. Jede der beiden Mannschaften wußte, daß nach dem bisherigen zu urteilen, der Sieger auch den Gesamtsieg erringen werde. Die erste Halbzeit war wiederum klar für Gießen, das einen Vorsprung von drei Punkten herausspielt und ihn nach der Pause noch vergrößern konnte. Kaum jemand gab dem Vertreter von Südwest eine Chance, noch gleichzuziehen, um so überraschender kam dann der Umschwung. Einen Augenblick ließ die Aufmerksamkeit des Führenden nach, und im Nu hatte Ludwigshafen gleichgezogen und sogar einen kleinen Vorteil errungen, den es bei der anhaltenden leichten Zerfahrenheit im Gießener Zusammenspiel noch auf 24:32 beim Schlußpfiff vergrößern konnte. Erwartungsgemäß siegte dann Ludwigshafen auch über Köln-Sürth und erreichte damit die Meisterschaftsendrunde. Für die Gießener Mannschaft ist der Ausgang insofern recht schmerzlich, als sie den Sieger schon geschlagen hatte, und das erste Spiel durch die Entscheidung des Schiedsrichters einen nicht ganz einwandfreien Verlauf nahm. Allerdings war auch nicht zu verkennen, daß trotz guter Einzelleistungen aller das Zusammenspiel kritischen Augenblicken nicht immer standhielt, und darauf war die Niederlage zurückzuführen, die freilich dadurch so bitter wurde, weil der Sieg in so greifbarer Nähe Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der Spiel- vereinigyng 1926 Leihgestern fand am Sonntag aus dem Platze in der Rindsmühle ein großes Blitzturnier statt. Schon.kurz nach 8 Uhr begann die Jugendklasse mit ihren Spielen, wo man die Jugend des VfB.-R. Gießen als Sieger sah. VfB.-R. Gießen spielte zuerst gegen Allendorf und gewann 2:1. Ihr Gegner, die Spieloereinigung 1926 Leihgestern, gewann im ersten Spiel gegen Alten-Buseck 2:0 und im zweiten Spiel gegen Steinbach 4:0. Da VfB.-R. Gießen das Freilos gezogen hatte, spielten diese Mannschaften gegeneinander zur Feststellung des Pokalsiegers, das VfB.-R. Gießen nach dreimaliger Verlängerung mit 1:0 gewinnen konnte. — In der Wie erwartet, kamen bei diesen Gaugruppenspielen mit Köln-Sürth, Ludwigshafen und Gießen drei gleichwertige Gaumeister zusammen. Gießen trat in der vorgesehenen Aufstellung Grünig, Riexinger, Pfeffer, Königer, Loh an. Als erstes Spiel stieg die Begegnung Köln-Sürth — Gießen. Gießen hatte zunächst Mühe, die für solche Spiele notwendige Sicherheit zu finden. Zudem erschwerte der Gegenwind erheblich ihr Spiel, der den Bällen des Gegners außerordentliche Durchschlagskraft verlieh. 6:1, 18:9 waren Zwischenergebnisse aus der ersten Halbzeit, die dann mit 19:13 für Sürth endete. In der zweiten Spielhälfte wandte sich langsam das Blatt, in einem aufregenden Kampf wurde Punkt für Punkt aufgeholt, 25:25 zog Gießen gleich. Da warf eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters, die auch von den Zuschauern unwillig vermerkt wurde, die Gießener wieder um zwei Punkte zurück, und alle Anstrengungen, diesen Rückstand aufzuholen, scheiterten nun an dem höchst achtsamen und vorsichtigen Spiel der Sürther, die sich nur über die Zeit retten wollen. In dem Bemühen, mit aller Gewalt gleichzukommen, wurden noch ein paar Bälle verschlagen, so daß das Spiel mit 28:32 an Sürth ging. Es sollte, wie sich dann im nächsten Spiel erwies, Gießen um den Gesamtsieg bringen. Gegen den Gau S ü d w e st führt Gießen schon in der ersten Halbzeit knapp und vermochte nach dem Wechsel seinen Vorsprung zu vergrößern, der zeitweilig 7 Punkte betrug. Doch kamen gegen Ende die Ludwigshafener wieder etwas auf, ohne jedoch die Entscheidung noch ändern zu können. 28:31 behielt Gießen die Oberhand. Als dann Lud- Oberländer Mase Schwarz Väth Sauber Gremm Laux einzigen S t r a f st o ß. Der Schiedsrichter hatte ein sehr leichtes Amt. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Leichtathletik, Frauen und Männer. Von 19 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg. Fröhl. Gymnastik u. Spiele, Frauen. Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Don 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Kindergymnastik! Für die in der nächsten Woche beginnende Kindergymnastik werden noch Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Der Kursus läuft Dienstags von 16 big 17 Uhr in der Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Alle Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren können daran teilnehmen. Die Kosten betragen 20 Pf. für die Uebungsstunde. Kurze Sportnotizen. Die indifchenOlympia-Hockeyfieger spielten am Mittwoch in Berlin gegen eine dran- dcnburgische Auswahlelf und mußten sich über» rafchenberweise mit einem 3:3-Unentschieden begnügen, nachdem die Berliner bei der Pause noch mit 1:0 führten. Erfolgreicher waren die Olympia-Hockeyer aus Afghanistan, die in Erfurt den dortigen SC. sicher mit 3:0 (2:0) besiegen konnten. Deutschlands Turner haben eine Ein- ladung nach Tokio zu einem Länderkampf gegen Japan erhalten. Eine Entscheidung über die Annahme der Einladung ist noch nicht erfolgt. ♦ M i t der neuen Handball-Ehrennadel wurden Dr. Ritter von Halt, die 22 deutschen Olympia-Handballer und Trainer Kaundynia B-fUaffe konnte sich eine kombinierte Mannschaft des FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg durchsetzen und den Pokal mit nach Hause nehmen. Die Butzbacher, die in dieser Klasse den schönsten Fußball zeigten, konnten sich mit ihrer feinen und technischen Spielweise nicht durchsetzen. Auch Lich und Hungen, ebenso Steinbach und 1846 Gießen II konnten für die Steinberger kaum gefährlich werden. Im entschei- Steinberg Steinbach schlagen. bis in die Nähe von Heilbronn flog und nach 137 Kilometer Luftlinie bei Möckmühl landete. In Kitzin- gen am Main ging der Lufthansa-Pilot He l m nieder, während die beiden mit ihm im Kettenflug gestarteten Wettbewerbsteilnehmer Riedel und Kraft bis nach Herbolzheim (108 Kilometer) kamen. Die Wertung hat sich durch den gestrigen Flugtag nicht unwesentlich verschoben, denn Kurt Schmidt (München) steht mit 868,5 Punkten an der Spitze, gefolgt von Spaethe (Chemnitz) mit 646,23 Punkten, Steinig (Breslau) mit 638,5, Helm (Lufthansa) 631,35, Hakenjos 524, Hanna Reitsch 520 und Peter Riedel mit 476 Punkten. In der Wertung nach Landesgruppen führt Schlesien mit 487,92 Punkten. Es folgen München mit 482,50, Württemberg mit 397,35, Reichsgruppe Lufthansa mit 369,12 und Landesgruppe Dresden mit 222 Punkten. Am Donnerstg findet auf der Wasserkuppe in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Einweihung des neuen Groenhoff-Hauses statt. Tanzschule Büulke ^rnru?38S5 Willy Reichert MIMMM Gewlnnauszug von Margarete Bote Programm u.ZI VARIETE-PARODIE Ohne Gewähr Nachdruck verboten 62 Seiten. Kartoniert RM. —.90 DER VORVERKAUF HAT BEGONNENI 16. Ziehungstag 26. August 1936 Numerierte Plätze: RM. 0.60, 0.80, 1.—, Nichtnumeriert: RM. 0.40 On der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen N.S.G. „Kraft durch Freude“ Hugo Bermühler Verlag 5286V Verlin-Lichterfelde ■ In gebundenen Ausgaben 236 6159 7231 309136 118888 54019 278764 337731 Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2251 Bekanntmachung 2569 3410 3502 4982 14067 15527 16693 Betr.: Aufhebung der Bau- und Straßenfluchtlinie" und Erlaß einer Ortsbausatzung hierzu. 83326 120701 162260 236686 289374 326868 394135 29946 43632 62611 73308 82628 96773 243797 175099 320924 15233 161826 19576 36324 54296 67988 76772 89184 236744 277480 324463 344596 102558 128190 163189 252017 290380 327807 109731 135055 206733 258238 293574 339096 109555 116479 126622 144060 162273 169070 186096 204693 214482 221378 235694 251956 263725 275796 286782 291134 313238 330753 342358 346024 361806 368946 378875 387558 224281 141322 317944 42182 117271 144756 223564 269542 312612 365356 15457 162861 278412 359860 165580 231493 285457 285577 286062 359369 364626 365374 24249 41119 56115 70545 81354 95582 116469 143303 211034 260150 298538 346385 32864 171923 283601 326320 i 18624 31292 45089 65411 74177 82860 99840 111957 119194 138188 153133 165286 177258 193553 209600 216484 229545 238116 257604 264024 279008 287166 303901 319440 332360 343162 351655 364423 370116 382051 133162 142117 155408 174343 183503 199743 212164 227951 242560 260413 270575 275777 290521 304230 327108 343653 362789 382254 391949 106525 136380 144869 160382 175350 185781 200897 218898 230656 243570 260799 272130 276637 297267 304646 330339 347801 369751 384121 112205 136989 147593 160440 177328 188847 201710 222720 231738 249607 263857 272332 280696 301658 313461 331960 349653 374763 384591 54121 204046 279126 378541 25158 41712 56346 72185 82092 95837 110792 117212 129481 144602 163248 175851 191359 204761 215116 222325 236615 256444 263849 277354 286992 291964 318810 330791 342823 347663 363632 369321 379800 97348 .120528 140498 153288 171517 183120 191486 210040 226458 240208 256214 268850 275718 287596 303927 317427 340946 362662 377865 388745 1000 RM. 135803 118080 158253 232624 283060 323652 382644 18783 33137 54208 66974 76647 86578 101522 112741 122824 141284 153482 166163 180465 199752 210138 217134 231921 243726 260638 266919 280633 288581 310828 321016 333884 344292 351900 365660 370838 382654 19696 39628 54749 69427 80783 89677 108824 115637 126036 143612 158434 167915 185267 203772 214148 220787 233193 251544 263428 269132 286525 289803 312721 326738 341199 345963 359218 367758 377440 383675 114984 139657 150620 166085 182872 191403 205862 225714 239983 255703 268127 274226 286097 303776 317164 336066 359622 377189 386592 87687 113255 138915 150298 162501 182184 190540 205547 223809 234915 250467 264170 273778 283455 302206 314758 334069 356632 375900 385912 108288 115345 123414 141692 153894 166543 181797 200434 212043 220552 232102 247189 262483 267365 281585 288921 311866 321821 334636 345022 358285 367451 373275 383427 258731 260939 314277 314922 44 Gewinne zu 79565 86485 229536 231755 282221 294590 380985 392 Gewinne zu 300 RM. 7041 9244 10060 13893 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! 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Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 298 Gewinne zu 300 NM. 3251 4499 4823 7239 §188 18022 2198? 25409 27236 32804 33650 WZ? 39984 42925 48275 50206 51044 «IIZq WA W20 84449 56815 59848 62765 Tin frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunderreichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Es erzählt von den Schön, beiten dieser Insel mit ihren Dunen, ihrem Wattenmeer und ihrer reichen Tier» und Pflanzenwelt. — Für die Jugend, die ihre Ferien am Nordstestrande verlebt, ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk, ein Führer ür alle, die die Naturschuhbestrebungen auf den Nordseeinseln kennenlernen wollen. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. 2 Gewinne zu 30000 RM. 148534 4 Gewinne zu 10000 RM. 153947 8 Gewinne zu 5000 RM. 117506 369582 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie in der Friedhofsallee, Erweiterung des dort bestehenden Bebauungsplanes vom 8. 7.1901 Hofsallee, der Erweiterung des dort bestehenden Be- bauungsplanes vom 8. 7.1907 und dem Erlaß einer Ortsbausatzung zugestimmt. 5273C Der Plan sowie die Ortsbausatzung liegen in der Zeit vom 1. bis 15. September 1936 beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden zur Einsicht offen. Einwendungen gegen den Plan oder die Ortsbausatzung sind beim Städtischen Hochbauamt innerhalb der Ossen- legungsfrist schriftlich oder zu Protokoll vorzu- bringen. Gießen, den 25. August 1936. 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen Die Ratsherren der Stadt Gießen haben in der Sitzung vom 10. August 1936 die Aufhebung der Straßen- und Baufluchtlinien in der oberen Fried- ™ Gloria-Palast ■ Heute Donnerstag letzter Tag: Gustav Fröhlich, Hansi Knotek m Inkognito. 5270A Vornehm / Geschmackvolle Persönlich I Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien« Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 UfCDRC DRUCKSACHEN w tnDC Brühl, Gießen | Lichtspielhaus Gießen| Ab heute Donnerstag: Greta Garbo in dem Großfilm der Metro in deutscher Sprache Menschen im Hotel mit John Barrymore, Joa Crawford — Wallace Beery Vorher: Beiprogramm und Ton-Woche Tägl.: 4, 6, 8.30, Sonntags 3,5.30, 8.30 Uhr. . VSGHHAUS £UX-H£V£