Nr. 173 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 27. Zull 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätsSuch- und Steindruckerei R. Lange In Gießen. 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Die öffentliche Versammlung vollzog sich in festlichem Rahmen; an ihr nahmen Reichsminister Dr. Frick, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter von P a p e n und der Landeshauptmann von Ti- rol, Schuhmacher, teil. Die Leitung der Versammlung hatte der Präsident des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Professor Dr. von K l e b e l 5 b e r g , der in herzlichen Begrüßungsworten die Teilnahme Reichsminister Dr. Fricks hervorhob und ihm das Wort erteilte. Äeichsminister Dr. Frick führte in seiner Rede u. a. aus: „Es ist mir eine hohe Ehre und Freude, Sie heute hier als Sportminister, der den Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein in seiner sportlichen Betätigung als oberste Instanz im Reich zu betreuen hat, namens der Reichsregierung begrüßen zu können. Ich tue das um so lieber, als ich mich persönlich als echter Alpinist, der schon über drei Jahrzehnte dem Deutschen und Oesterreichischen Al- penverein angehört, mit Ihnen aufs engste verbunden fühle. Aber gerade heute als deutscher Mann unter den hier versammelten deutschen Brüdern von diesseits und jenseits der Grenze zu weilen, ist mir ein aufrichtiges Herzensbedürfnis." In seinen weiteren Ausführungen erinnerte der Minister an die harten Belastungsproben, denen der Alponverein in den vergangenen vier Jahren ausgesetzt gewesen sei. Eine glückliche Fügung habe nun den Gedanken der deutsch-österreichischen Einigung, ersehnt von Millionen bester Deutscher diesseits und jenseits der Grenze, Wirklichkeit roerifcn lassen. (Stürmischer Beifall.) Er betonte, daß es seine Sorge und sein Bestreben sein werde, die noch bestehenden Erschwerungen des touristischen Reiseverkehrs auf ein Mindestmaß herabzusehen. (Bravo-Rufe.) „Pflegen Sie, meine Freunde", so schloß der Minister, „in alter Treue die Liebe zu unseren herrlichen deutschen Bergen und seien Sie dadurch wie bisher in alle Zukunft treue Hüter des gesamtdeutschen Gedankens. Für seine Worte dankte die Versammlung dem Reichsminister mit jubelnden Beifallskundgebungen. Als zweiter Redner ergriff der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter von papen das Wort und brachte feine Freude darüber zum Ausdruck, ein Dankeswort sagen zu dürfen, denn er wisse, der Jubel der Versammlung gelte den beiden führenden Staatsmännern, dem Bundeskanzler und dem Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, die sich die Hände gereicht hätten und denen in dieser Stunde aller Herzen mit Dank entgegenschlügen. Er wünsche dem Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein, daß er heute und in Zukunft begeisterter Pionier der Ideale sein möge, um deren Verwirklichung das gesamte deutsche Volk in Europa heute ringe. Schließlich überbrachte noch der Landeshauptmann von Tirol, Dr. Schuhmacher die Grüße feines Landes. Auch er gab der Freude Ausdruck, daß nach Tagen des Zwistes Tage der Einigkeit gekommen seien. Oer Vorsitzende, Präsident Or. von Klebelsberg, :mies bei der Erstattung des Tätigkeitsberichtes dar- iauf hin, daß im Alpenverein die eigentliche alpine 'Sacharbeit wieder in den Vordergrund getreten sei «gegenüber der vereinspolitischen Tätigkeit die ve- idingt war in der Sorge um die Erhaltung des ^Vereins. Er gedachte der deutschen Bergsteiger- «expeditionen überall in der Welt und erwähnte »ehrend die Toten des Jahres, unter ihnen die vier Dpfer an der Eiger-Nordwand. Am Nachmittag folgte ein großer Teil der Mit- iglieder einer Einladung der Stadt I n n 5 b r u ck , ium mit einem Sonderzug unter Beseitigung aller ^Paßschwierigkeiten den ersten Besuch im deutschen Machbarland zu machen. Der Gruß an die leitenden Staatsmänner. München, 26. Juli. (DNB.» Die 82. chnupt- -Versammlung des Deutschen ustd Oesterreichischen Alpenoereins, die am Sonntag m Garmisch-Parten- lirchen abgehalten wurde, hat an den F u h r e r unö Reichskanzler und an den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg gleichlautend folgendes Telegramm gerichtet: „Der Deutsche und Österreichische Alpenverein, dessen 62. Hauptversammlung in Garmisch-Partenkirchen tagt, entbietet Gruß und Glückwunsch zu der Tat des 11. Juli 193 6. Sie erfüllt den sehnlichsten Wunsch des Vereins, der in Treue für die deutsche Volksgemeinschaft und in gemeinsamer Liebe zu den Alpen auch in Jahren der Not die Verbindung behalten hat." Im Rahmen der Hauptversammlung des Alpenvereins tagten außerdem noch der Verein zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere, der ein Grußtelegramm an den Ministerpräsidenten Generaloberst Göring als den Schöpfer des Reichsnaturschutzgesetzes und den Schirmherrn und Schützer der Bergwelt richtete. PapenzumBotschasterernannt Ein Handschreiben des Führers. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Abschlusses des deutsch-österreichischen Abkommens vom 11. Juli den mit der Leitung der Gesandtschaft in Wien beauftragten Gesandten Herrn von Papen zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter in besonderer Mission ernannt und ihm folgendes Handschreiben Übersandt: „Sehr verehrter Herr von Papen! Rach dem Abschluß des deuisch-ösier- reichischen llebereinkommens mochte ich Ihnen aufrichtig danken für Ihre fast zweijährige Arbeit zur Erreichung dieses von uns allen angestrebten Zieles. In Würdigung dieser Ihrer Tätigkeit habe ich Sie zum Botschafter in besonderer Mission in Wien ernannt. Die hierfür ausgeferkigte Urkunde geht Ihnen in der Anlage zu. Mit den besten Wünschen für Ihre weitere erfolgreiche Arbeit bin ich Ihr Adolf Hitler.- Die deutsche diplomatische Vertretung in Wien behält auch weiterhin den Rang einer Gesandtschaft. Schuschnigg zwei Lahre Bundeskanzler W i e n , 26. Juli. (DNB.) In einem am Samstagabend abgehaltenen TI i n i ft errat gedachte Vizekanzler Baar-Barenfels der Tatsache, daß Bundeskanzler Dr. Schuschnigg am 29. Juli zwei Jahre die Geschäfte des Regierungschefs führt. Der Vizekanzler versicherte den Bundeskanzler der treuem Gefolgschaft der Gesamtregierung. Hierauf beschloß der 'Ministerrat einige Gesetze, von denen ein Bundesgesetz über die Gebührenbefreiung zur Förderung der Ausmerzung von Gold- und Wert- sicherungsklauseln aus Schillingsverpflichtungen das wichtigste ist. Der Führer im Hause der deutschen Erziehung Bayreuth, 27. Juli. (DNB.) Der Führer, der zur Zeit aus Anlaß der Festspiele in Bayreuth weilt, besuchte mit Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntagnachmittag das Haus der deutschen Erziehung, das bekanntlich vor kurzem im Rahmen der Reichstagung des NSLB. eingeweiht worden war. Unter Führung des Reichswalters des NSLB., Gauleiter Fritz W ä ch t l e r, besichtigte der Führer eingehend die Weihehalle und die übrigen Räume des Hauses. Auf dem Hans-Schemm-Platz hatte sich schnell eine große Menschenmenge angesammelt, die dem Führer, wie so oft in diesen Tagen, bei seinem Erscheinen stürmisch zujubelte. GchweresUnglückbeieinemGA-Ausflug Zwanzig Tote. s k u k l g a r l, 27. Juli. Am Sonnlagnachmitlag ereignete sich auf der B e s e n f e l d e r Steige ein furchtbares Unglück, von dem der S A.-S türm 45/171 aus Mannheim betroffen wurde. Der SA.-Sturm machte am Sonntag einen Ausflug in den Schwarzwald. Ein Lastkraftwagen mit Anhänger, die beide zusammen mit 6 3 S 21.- Männern beseht waren, fuhr am Sonntagnachmittag aus dem Reckartal kommend über Attensteig nach Besenfeld. Von Vesenfeld wollten sie die Vesen- felder Steige hinunter ins Murgtal und vom Murgtal wieder durchs Badische zurück nach Mannheim. Der Fahrer des Wagens kannte die Steilheit der als gefährlich bekannten Vesenfelder Steige nicht und fuhr mit dem dritten Gang die Steige hinunter, anstatt mit mindestens dem zweiten. Dadurch geriet der Wagen in eine immer größere Schnelligkeit, so daß der Fahrer schließlich die Herrschaft über seinen Wagen verlor. Es ist nachgewiesen, daß der Wagen schließlich im Augenblick des Unglücks eine Schnelligkeit von mehr als 60 Kilometer gehabt hat. Als der Wagen in eine Kurve kam, konnte der Fahrer ihn nicht mehr auf der Straße halten. Der Wagen geriet über das Bankett (Straßenrand) und stürzte eine f a st senkrecht abfallende Böschung etwa 8 Meter hinunter. Bei dem Sturz wurde die Besatzung der beiden Wagen herausgeschleudert, z. T. gerieten sie auch unter den Wagen. 15 SA.- Männer waren sofort tot, drei starben, nachdem sie von den zur ersten Hilfe herbeieilenden Bewohnern der Murgtalorte auf die Straße hinaufgebracht worden waren. Auch ein Mädchen kam bei dem Unglück zu Tode, es starb im Krankenhaus in For- bach. Ebenfalls starb auch ein SA.-Mann im Krankenhaus in Freudenstadt. Die übrigen 40 Milfahrenden wurden sämtlich, z. T. leicht, z. T. schwer verletzt. Der Fahrer ist fast der einzige, der nur leicht verletzt worden ist. Er ist verhaftet worden und ist in einer Einzelzelle im Krankenhaus. Alarmiert wurden zur Absperrung der Arbeitsdienst in Bayersbronn und die SA. aus Freudenstadt und Bayersbronn. Die erste Hilfe leisteten Aerzte, die zufällig vorbeikamen, und die Sanitätskolonnen von Freudenstadt, Kloster Reichenbach und Forbach. Das Unglück ereignete sich um 16.45 Uhr. * In tiefster Ergriffenheit steht das gesamte deutsche Volk an der Bahre der verunglückten SA.-Männer. Seine Teilnahme wird den Hinterbliebenen ein Trost in ihrem großen Schmerz fein. Beileidstelegramm von Dr. Goebbels an Stabschef Luhe. Berlin, 27. Juli, (DNB.) Aus Anlaß des Un- glücks sandte Reichsminister Dr. Goebbels an Stabschef Lutze folgendes Beileidstelegramm: „Stabschef Lutze, Berlin. Zu dem schweren Unglück bei Freudenstadt, dem so viele brave SA.- Männer zum Opfer gefallen find, spreche ich Dir und der gesamten SA. mein tiefgefühltes und herzlichstes Beileid aus. Das ganze deutsche Volk wird in dieser Stunde bei den so schwer getroffenen Hinterbliebenen unserer toten Kameraden fein. Mit Hitlerheil in Kameradschaft Dr. Josef G o e b b e l s." Noch feine Entscheidung vor Madrid. Beide Parteien melden weitere Erfolge. — Ein vergebliches Angebot der Linksregierung an die Militärgruppe. Madrider Berichte. Madrid, 27. Juli. (DNB.) Die Kämpfe im Norden von Madrid dauern immer noch an, ohne daß bis jetzt die Entscheidungsschlacht stattgefunden hätte. Bei den die marxistische Regierung unterstützenden Truppen, der Miliz, sowie der Polizei, stellen sich infolge der tagelangen Kämpfe Ermüdungserscheinungen ein. Flugzeuge der marxistischen Regierung berichten, daß sie am Sonntagvormittag die Militärakademie in Saragossa unter Feuer ge- nommen hätten; sie seien von feindlichen Luftabwehrgeschützen beschossen worden, hätten aber keine Verluste erlitten. In Barcelona wurden am Samstag 260 Opfer beerdigt. — Der Eifenbahnverkehr zwischen Barcelona und San Cugat ist wieder- h e r g e st e l 11. Ein unter der Führung des Hauptmanns Sandino stehendes Flugzeuggeschwader der Madrider Regierung unternahm Erkundungsflüge über Aragon und in die Nähe von Cafpe; es berichtet, daß es ein Regiment der Nationalisten erfolgreich mit Bomben beworfen habe. Die marxistische Regierung teilt wiederum mit, daß Santander, Gijon, San Sebastian und Bilbao völlig in ihrer Hand seien. Motril, Chincilla und Villarobledo seien von marxistischer Miliz eingenommen worden. Wasserflugzeuge der Madrider Regierung hätten Palma Mallorca bombardiert. — Die spanische Luftfahrtgesellschaft „Lape" hat der Regierung neun dreimotorige Flugzeuge zur Verfügung gestellt. Die Madrider Regierung beschlagnahmte dreißig einem geistlichen Orden gehörende Häuser und Spitäler zu sanitären Zwecken. Die Madrider Stadtverwaltung verteilt täglich 20 000 Mahlzeiten an die Familien der an der Kampffront befindlichen Mitglieder der marxistischen Miliz. Blättermeldungen zufolge soll die Lebensmittelversorgung von Madrid für 14 Tage sichergestellt fein. Nach einer anderen Zeitungsmeldung befindet sich unter den Nationalisten auch ein Sohn des Marxiftenführers Largo C a ■ b a 11 e r o. Die Madrider Regierung erklärt, daß die telephonische und telegraphische Verbindung mit Alicante, Valencia, Barcelona, Cartagena und Murcia infolge der Eroberung von Albacete wiederhergestellt sei und daß in diesen Provinzen die Ruhe wieder einkehre. Oie Madrider Negierung entläßt. Madrid, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Madrider Regierung hat einen Erlaß veröffentlicht, in dem sämtliche Beamte, die nicht unbedingt hinter der Regierung stehen, mit sofortiger Wirkung entlassen sind Die betroffenen Beamten sind in dem Erlaß namentlich angeführt. Moskau und Madrid. Eine Feststellung de Llanos. Lissabon, 27.Juli. (DNB.) General Queipo d e Llano sprach am Sonntagnachmittag über den Sender Sevilla. Auf die Hetzarbeit Madrids und Moskaus gegen die nationale Erhebung eingehend stellte er fest, daß Moskau genau dieselben Nach richten verbreite wie Madrid, was beweise, daß Madrid im Solde der Bolschewisten stehe. Wenn Frankreich die Marxisten nicht unterstütze, wie es zu behaupten versuche, woher hätten dann die Marxisten Waffen? Angebot eines Ministerpostens an die Mitargruppe. Paris, 26. Juli. (DNB.) Nach einer Havasmel- düng aus Lissabon soll der ehemalige spanische Ministerpräsident Martinez Barr io dem Befehlshaber der Militärgruppe in Navarra, General Mola, im Namen des Präsidenten A z a n a telephonisch den Posten des Krie.gsministers in einem von Azana zu bildenden Ministerium der rechten Mitte angeboten tjaben. General M o la habe a b g e 1 e b n t mit der Begründung, es sei im Augenblick nicht die Rede davon, in Spanien Links- ober Rechtsregierungen zu bilden. Die Militärdiktatur sei ausgerufen, und der Kampf werde bis zum Triumph der Militärgruppe fortgesetzt werden. Ein entschiedenes Nein. Lissabon, 27. Juli. (DNB.) Am Sonntagnachmittag sprach General Queipo de Llano über den Sender Sevilla und ging dabei auf das Angebot Azanas an General Mola, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern, die Regierung umzubilden, ein. Er erklärte, es fei unglaublich, daß Azana so wenig Geschick besitze. Azana solle nicht glauben, daß die Nationalisten zurückkönnten. „Glaubt Azana", so sagte Queipo de Llano wörtlich, „daß man einen General kaufen kann? Ich rate den örtlichen Behörden, sich dem Militär zu ergeben und keine Terrorakte zu begehen, die wir streng bestrafen werden." Queipo de Llano wandte fick sodann an die Arbeiterschaft und verkündet: „Wer arbeitslos ist und dank der durch den Marxismus geschaffenen Lage im Elend lebt, braucht solange keine Miete zu bezahlen, bis er wieder Arbeit hat. Ich erwarte von Hausbesitzern, daß sie dies Opfer bringen werden. Jene Unglücklichen werden bezahlen, wenn die Ruhe in Spanien wieder eingekehrt ist, denn wir verschaffen allen Arbeit und Brot." Abschließend verlas General Queipo de Llano mehrere geheime Schriftstücke der Kommunistischen Partei von Sevilla, aus denen her- oorgeht, daß die kommunistischen Abgeordneten ungeheure Summen für sich verwandten. Unterredung mit General Franco. Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Journal" in Tanger hat mit einem spanischen Militärflugzeug General Franco aufgefucht, der sehr optimistisch sei. Die spanischen Nationalisten seien die Herren von Südspanien mit Ausnahme von M a - I a g a, wo die Regierungsflotte liege. In ganz Südspanien sei die Sicherheit der Ausländer gewährleistet. Die spanischen Militärs betrachteten die Madrider Regierung nur noch als ein marxistisches Komitee und sich selbst als die gesetzmäßigen Vertreter des neuen Regimes der spanischen nationalistischen Republik. Von der portugiesischen Grenze. Lissabon, 27. Jutt. (DNB. Funkspruch.) 400 Mann nationalistische Truppen und Mitglieder der spanischen Faschisten drangen am Sonntag, von Vigo und Pontevedra kommend, in Tunis ein, der letzten größeren Ortschaft in Galicien, die noch unter kommunistischer Herrschaft stand. Di« Kommuni st en ergaben sich gleich nach den ersten Schüssen. Die Bevölkerung begrüßte die Nationalisten mit unbeschreiblichem Jubel als Erretter. Die Kirchenglocken läuteten. Während der Beschießung fiel eine Granate auf das dickst benachbarte portugiesische Staatsgebiet, ohne Schaden an- zurichten. Ein Offizier machte sofort einen Entschul- bigungsbesuch bei den portugiesischen Behörden. Portugiesische Schiffer, die vor der südspanischen Küste gefischt haben, berichten, daß sie in Ayamontc, Huelva un£ anderen Orten überall L a st k r a f t» wagen mit bewaffneten Zivilisten ge- sehen hätten, die Männer zum Kampf gegen die Na- tionalisten aufboten. Ueberall begegne man b e - waffneten Zivilisten mit roten Arm- binden. In Huelva ist ein Grundbesitzer und sein Sohn von dem Pöbel ermordet worden. Seine Frau erlitt einen Herzschlag, als sie die Nachricht erfuhr. Alle Kirchen in der dortigen Gegend sind niedergebrannt worden. Der Sender Cordoba teilt mit, daß am Sonntag mehrere Abteilungen der Militärgruppe in Cordoba ohne Verluste eingezogen seien und von der Bevölkerung begeistert begrüßt mürben. Kurze Zeit darauf habe ein marxistischer Flieger Madrider Zeitschriften über der Stadt abgeworfen mit der Meldung, daß Cordoba im Besitz der marxistischen Regierung sei. Alle Sender der Nationalisten dementieren die Madrider Nachrichten, nach denen bei den Kämpfen am Freitag die rote Miliz Fortschritte gemacht habe. General Mola habe im Gegenteil die Milizen vernichtend geschlagen, die sich eiligst auf Madrid zurückgezogen hätten. Die nationalistischen Truppen befestigten ihre Stellungen in der Umgebung Madrids. NationalistischerVormarsch auf Malaga Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie Hcwas aus Gibraltar meldet, hätten 900 Mann nationalistischer Truppen den Dormarsch auf Malaga begonnen. Sie seien in Guadiaro bei Estepona auf 300 bewaffnete Kommunisten gestoßen. In blutigem Kampfe seien 100 Kommunisten und 20 Nationalisten getötet worden. Kämpfe bei San Sebastian. H e n d a y e , 27. Juli. (Boni Sonderberichterstatter des DNB.) Tausend Artilleristen und Pioniere der außerhalb von San Sebastian gelegenen Kaserne Loyola haben am Sonntag die Kaserne verlassen und sind auf den nahegelegenen Hügeln verschanzt, die die Stadt San Sebastian beherrschen. Bon dort aus beschossen sie die Stellungen der Regierungstruppen, die das Feuer sofort erwiderten. Der Kampf war außerordentlich heftig. Innerhalb der ersten Stunde wurden über 70 Schüsse gewechselt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Auf einem französischen Küstenwachschiff trafen am Sonntagabend wieder Ausländer aus San S e b a st i a n in St. Jean de Lux ein. Aus ihren Berichten geht hervor, daß in San Sebastian in den nächsten Tagen mit einem Angriff der M i l i t ä r g r u p p e auf die Stadt gerechnet wird. Schweres Gefecht bei Algeciras. London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Gibraltar soll es am Sonntagabend in der Gegend von Algeciras zu einem schweren Gefecht gekommen sein. Etwa 800 Nationalisten, darunter 200 Fremdenlegionüre, hätten eine 250 Mann starke Gruppe marxistischer Miliz angegriffen. Die Nationalisten seien siegreich geblieben. Etwa 100 Milizangehörige seien gefallen. In der Meldung heißt es weiter, daß die Nationalisten auf dem Luftwege Verstärkungen, u. a. 4 Feldgeschütze aus Cadiz und Algeciras, erhalten hätten. Weitere Rücktritte. Brüssel, 26.Juli. (DNB.) Wie die Belgische Telegraphenagentur meldet, hat der spanische Geschäftsträger in Brüssel seinen Rücktritt erklärt. Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der spanische Generalkonsul in Französisch-Marokko und der spanische Vize- ko ns ul haben wegen der Vorgänge in ihrer Heimat ihr Amt niedergelegt. Feuerübersall aus die polnische Gesandtschaft in Mdrid. Warschau, 26. Juli. (DNB.) Nach amtlichen polnischen Mitteilungen aus Madrid ist auf die dortige polnische Gesandtschaft am Freitagabend ein Feuerüberfall verübt worden. Am späten Abend kehrte der Handelsattache mit seiner Gattin im Kraftwagen in die Gesandtschaft zurück, als plötzlich eine Abteilung bewaffneter Volksfrontmiliz unter Führung eines Flie- gerkapitäns im Hof der Gesandtschaft auftauchte und sofort zu schießen begann. Wie durch ein Wunder ist niemand getroffen worden. Im Gebäude der Gesandtschaft haben zahlreiche Mitglieder der polnischen Kolonie sowie polnische Touristen, die sich in Madrid aushielten, Schutz gefunden. Die Lebensmittelvorräte reichen aber nur noch für einige Tage aus. Im Zusammenhang mit dem Ueberfall hat der Geschäftsträger energischen P r o t e st bei der spanischen Regierung eingelegt. Dem Warschauer Außenministerium ist es gelungen, am gestrigen Samstag mit der Gesandtschaft in Madrid in telephonische Verbindung zu treten, die über die Einzelheiten des Ueberfalles berichtete. Daraufhin hat oer Unterstaatssekretär im Außenministerium Graf S z e m b e k den Warschauer spanischen Gesandten empfangen, bei dem er wegen des Uebersalls auf die diplomatische Vertretung Polens in Madrid feierlich protestierte. Der Berichterstatter fragt, ob sich seit dem 21. Juli mehrere plombierte Eisenbahnwagen, die den Vermerk trugen: „Nicht stoßen!", was für Eingeweihte bedeute, daß sie mit Sprengstoff beladen sind, vom Arsenal in Bourges nach den Hafenstädten Nantes und N a z a i r e abgegangen seien, wohin das Arsenal seine Erzeugnisse sonst nicht zu liefern pflege. Seien nicht auch Eisenbahnwagen mit „2"-Geschossen (also Gasgranaten) dieser Tage von Bourges nach einer west französischen Stadt versandt worden? Bezeichnend! P a r i s, 27. Juli (DNB, Funkspruch.) „Oeuvre" verteidigt den Standpunkt, daß die französische Regierung nicht auf eine schlechte Karte gesetzt hätte, wenn sie der spanischen Regierung in Madrid ihre Nm . \ . ■ v G AM w r V HM * Hilfe hätte an gedeihen lassen. Das Blatt wendet sich gegen die französische Rechtspresse, der es nicht genüge, wenn das Kabinett Leon Blum den spanischen Republikanern seine Hilfe versagt, und die noch wünsche, daß es jedem französischen Staatsangehörigen verboten werden solle, den spanischen Republikanern zu helfen. Gil Nobles verläßt Frankreich. Paris, 26. Juli. (DNB.) Der frühere spanische Ministerpräsident Gil Nobles, der von den französischen Behörden aufgefor. dert wurde, Biarritz zu verlassen, hat sich am Samstag in Boulogne-sur-Mer an Bord eines nach Südamerika auslaufenden Dampfers eingeschifft. Da der Dampfer vorher auch Lis ja. bon anläuft, rechnet man mit der Möglichkeit, daß Gil Nobles vielleicht an Land geht. Links ein hoher Offizier der Armee des Generals M o l a, der Journalisten eine Unterredung gewahrt. Rechts ein Straßenbild aus Barcelona. Die katalanische Bolschewikenführerin Coridad M er c aber streift mit männlichen unb weiblichen Bolschewiken, bas Gewehr unterm Arm, burch die Straßen. — (Scherl-Bilberbienst-M.) panzerkreilrer„DeuWand"vorSanSebastian. Berlin, 26. Juli. (DRV.) Das Panzerschiff „Deutschland- ist am 26. Juli, morgens 6 Uhr, vor San Sebastian eingetroffen. Unter deutschem Schuh. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Der österreichische Gesandte in Berlin hat die Reichsregierung gebeten, die in Spanien ansässigen ö st e r r e i ch i - schen Bundesangehörigen vorübergehend unter den Schutz des Deutschen Reiches zu stellen. Die deutschen diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Spanien, die deutsche Kriegsmarine und die deutschen Handelsreedereien sind sofort telegraphisch dementsprechend angewiesen worden. Die schweizerische Gesandtschaft in Berlin hat im Auftrage der Schweizer Regierung die deutsche Reichsregierung gebeten, den in Barcelona und anderen spanischen Häfen befindlichen Schweizer Staatsangehörigen die Möglichkeit zu geben, auf deutschen Schiffen Spanien zu verlassen. Die zuständigen deutschen Stellen sind sofort dementsprechend angewiesen worden. Nachdem die Gesandten Oesterreichs und der Schweiz in Berlin die Reichsregierung gebeten hatten, den Schutz ihrer Staatsangehörigen in Spanien zu übernehmen, hat sich auch der schwedische Gesandte in Berlin mit der gleichen Bitte an die Reichsregierung gewandt. Die zuständigen deutschen Stellen in Spanien sind daraufhin sofort angewiesen worden, auch die schwedischen Staatsangehörigen unter den Schutz des Deutschen Reiches zu nehmen. 700 Deutsche aus Spanien abbefördett. Berlin, 26. Juli. (DNB.) Wie aus San Sebastian und Bilbao gemeldet wird, befinden sich an Bord der „Deutschland" 700 deutsche Flüchtlinge, die am 27. und 28. Juli in St. Jean de Lux ausgeschifft werden. Feige kommunistische Bluttat an deutscher Familie in Spanien. Ein Kind erschossen. Berlin, 26. Juli. (NDB.) Wie der deutsche Konsul in Santander über den Kapitän eines englischen Dampfers durch Funkspruch mitteilt, wurde in Reinosa bei einem Ueberfall durch kommunistische Banditen der deutsche Staatsangehörige I m mh o f schwer verletzt. Seine siebenjährige Tochter Johanna wurde getötet. Jmmhof wurde mit schweren Schrotschußverletzungen in das Krankenhaus Valdecilla eingeliefert. Die Familie Jmmhof ist feit vielen Jahren im Bezirk Santander ansässig. Jmmhof und seine Angehörigen haben sich niemals politisch betätigt. Der feige Ueberfall hat überall die größte Empörung hervorgerufen. Der deutsche Konsul ist sofort bei dem spanischen Gouverneur vorstellig geworden und hat umfassende Schutzmaßnahmen für die Deutschen des Bezirks gefordert. Seine Waffenlieferungen Frankreichs? Eden rät Frankreich zur Neutralität. — Geheimnisvolle Sendungen. London, 27. Juli. (DRV. Funkspruch.) „Daily Telegraph" behauptet, wenn vom französischen Kabinett am Sonntag beschlossen worden sei, dem spanischen Bürgerkrieg gegenüber n en t r a l zu bleiben, so sei das nach einem Bericht aus Paris auf den RatdesAußenminifters Eden an Mnisterprasident Blum zurückzufüh- ren. Lustfahrtminister Lot wollte liefern. Kein Benzin. Paris, 26. Juli. (DNB.) Die von der Madrider Regierung in Frankreich erstrebte Flugzeug- und Waffenlieferung, von der man in Paris anscheinend abgerückt ist, steht neben den Ereignissen in Spanien im Mittelpunkt des Interesses. Die Verhandlungen um den Waffentransport werden ausführlich besprochen. Die meisten Zeitungen atmen jedoch erleichtert auf, weil die französische Regierung von einer Unterstützung der spanischen Linksregierung durch Kriegsmaterial-Lieferungen anscheinend a b s i e h t. Der Ruf, eine solche Rüstungsausfuhr befürwortet zu haben, bleibt nach der Rechtspresse auf dem linksradikal eingestellten RUnisler Lot lasten. Er habe, wie der „Ami du Peuple" erklärt, den Ministerpräsidenten zu einer „so unsinnigen Handlung" bestimmen wollen, die außenpolitische Rückwirkungen gehabt hätte und die nun, Gott sei Dank, infolge der Erregung der öffentlichen Meinung in Frankreich verhütet worden sei. Das „I o u r n a l" bemerkt, die Vorgänge in Spanien häkten nichts mit der normalen Verteidigung einer regelrechten Regierung gegen einen Aufstand zu tun. Die Madrider Regierung lenke nicht, sondern werde geführt. Sie habe keine Streitkräfte zu- sammengeslellt, sondern dem Pöbel Waffen ausgehändigt, der selbst schon vor seiner Bewaffnung sich die wahre Leitung der Regierungsmacht anmaßte. In dem französischen Hafen Port-de-Bouc bei Marseille sind am Sonntag ein aus Barcelona kommender Frachtdampfer und ein spanisches Küstenwachtboot eingetroffen. Sie sollten 300 Tonnen Benzin für die R e - aierungsluftflotte holen. Die französischen Behörden haben jedoch jede Lieferung untersagt. Nur zwei Offiziere der spanischen Schiffe durften unter Bedeckung an Land und dem spanischen Konsulat in Marseille einen Besuch abstatten. Die Geheimnisse auf einem Abstellgleis. „Nicht stoßen." Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Figaro" veröffentlicht eine Meldung aus Bourges, die besagt, daß sein dortiger Berichterstatter die Nummern von fünf auf einem A b st e l l g l e i s befindlichen Eisenbahnwagen notieren konnte, die am 25. Juli dringend nach Bordeaux abgehen unb bort an bie Schiffs verlaberampe gelie- fernt werben sollten. Die 5 Wagen trugen folgenbe Labungsangaben: 1. vier 75er-Geschütze, 2. acht Munitionskisten, 3. zehn Munitionskisten, 4. acht Munitionskisten, 5. vier 75er-Geschütze. Frankreichs Flugzeuggeschüße für die Sowjets. Ein neuer Vorstoß gegen den Luftfahrtminister Eot. Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Ab- georbnete be Kerillis kommt im „E ch o b e Paris" auf bie Angelegenheit ber vom französischen Luftfahrtminister C o t angeblich an bie Sowjet ausgelieferten Konstruktionspläne bes Flugzeuggeschützes 23 zurück. Er bringt ein als geheim gekennzeichnetes Schreiben des Stabes des französischen Luftheeres vom 2. April 1936 zum Abdruck, in dem unter Bezugnahme auf ein vorausgegangenes Schreiben des Luftattaches der französischen Botschaft in Moskau mitgeteilt wird, daß der Wunsch der Sowjetmilitärflugzeugleitung, mit der Fabrik hispano zwecks Ankauf der Lizenz für den Bau der 20 und 23 Milimeter Geschütze mit Verriegelung des Laufes in Verbindung zu treten, „zur Zeit leider nicht erfüllt werden könne", da die Materialprüfung noch nicht abgeschlossen und die erste Ausführung noch nicht vollkommen einwandfrei sei. Eine Abtretung der Lizenz wäre also verfrüht. De Kerillis fragt: Wie hatte bie Sowjet» regierung überhaupt von dem Vorhandensein des Flugzeuggeschützes 23 Kenntnis erhalten, daß man noch nicht über das Stadion ber Labo- ratoriumsoersuche hinausgelangt war? Bei seiner ersten parlamentarischen Anfrage in biefer Angelegenheit hatte der Luftfahrtminister C o t geantwortet, daß es sich um die Erfindung eines Schweizer Ingenieurs handele, die an sich frei fei. Diese Auskunft fei nicht stichhaltig, denn bie Firma Hispano, bie, wie sich aus bem angezogenen Schreiben ergebe, bie Erbauerin bes Geschützes ist, ist dem französischen Staat gegenüber gebunben unb hatte nie bas Recht gehabt, bas Geschütz den Russen auszuliefern. Deutsche Gesandtschaft in Addis Abeba wird Generalkonsulat. Rom, 25. Juli. (DNB.) Der italienische Außen- Minister Graf E i a n o hat nach einer Mitteilung der Agenzia Stefani den deutschen Botschafter von Hassel empfangen, der ihm den von der Reichs- regierung gefaßten Beschluß mitgeteilt hat, die deutsche Gesandtschaft in Addis Abeba aufzuheben und sie durch ein Generalkonsulat zu ersehen. Gras E i a n o hat, wie die Stesani-Meldung hinzufügt, von dieser Mitteilung mit Genugtuung Kenntnis genommen und hat Botschafter von Hassel für die Mitteilung gedankt. „Ein Beispiel einsichtiger Politik/' Rom, 25. Juli. (DNB.) Die Nachricht von ber Umwandlung der deutschen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat wird in Italien aufs lebhafte ft e begrüßt. Sämtliche römischen Abendblätter kommentieren die entsprechende Meldung unter riesigen Schlagzeilen. Nach dem „G i o r n a l e d ' Ita 1 ia" bedeutet ber Beschluß zugleich einen Akt ber Freunb- schäft gegenüber Italien unb für Europa ein Beispiel einsichtiger Politik. Deutsch- lanb bestätige mit seinem Beschluß bie aufrichtige Herzlichkeit seiner Beziehungen mit Italien und seine realistische, auf Klarheit bedachte Politik, die zu den Gepflogenheiten des neuen Reiches gehöre. „Tribun a" schreibt, der Beschluß ehre die Reichsregierung, die damit einen Beweis ihrer Freundschaft zu Italien erbracht habe. „L a d o r o Fascista" führt aus, ber Beschluß der Reichsregierung wird von allen Italienern mit Sympathie ausgenommen. Im übrigen erkennt das Blatt ausdrücklich die kolonisatorische Tüchtigkeit des deutschen Volkes an. „M essagero" betont, daß Deutschland bie erste Großmacht sei, bie bie burch Italien in Abbis Abeba vollzogene Tatsache anerkenne. Die beutsche Regierung habe es vorgezogen, bie italienische Eroberung ohne Verzögerung in weit- gehenbster, regulärer unb feierlicher unb vom biplo- matischen Gesichtspunkt aus in ber korrektesten Form anzuerkennen. Unb es gelte babei: Doppelt gibt, wer schnell gibt. Es sei vorauszusehen, baß bas Vorgehen Deutschlanbs seinen Einfluß auf andere Staaten ausüben werde. Wenn die anderen Staaten die aktive Mitarbeit Italiens an den internationalen Fragen wünschten, so müßten sie ftüher ober später sich entschließen, ebenso wie Deutsch- lanb zu hanbeln. „Voce b'Italia" erklärt, biefer Beschluß der deutschen Regierung stelle einen neuen Beweis für die verständnisvolle, kluge Realpolitik der Reichsregierung dar und werde als Beweis der Freundschaft für Italien von der italienischen Nation gewürdigt unb gewertet. Autounfall des Stabschefs Lutze. Berlin, 25. Juli. (DNB.) Am Freitagnachmittag erlitt Stabschef Lutze auf ber Fahrt zum Nürburgring zwischen Berlin unb Magbeburg bei Genthin einen Auto up f all, ber burch grobe Unvorsichtigkeit eines oollbelabenen Erntewagens verursacht würbe. Die erlittenen Verletzungen finb leichterer Natur, so daß Stabschef Lutze nach Anlegen eines Notverbandes sich ins Hotel begeben konnte unb Samstagmorgen nach Berlin zurückkehrte. 29 Emigranten ausgebürgert. Berlin, 25. Juli. (DNB.) In ber Samstag» ausgabe bes Reichsanzeigers für bas Deutsche Reich sind burch Bekanntmachung bes Reichs- unb preußischen Ministers bes Innern vom 22. Juli 1936 im Einvernehmen lyit bem Auswärtigen Amt die Namen von weiteren 2 9 beutschen Reichsangehörigen veröffentlicht worden, die gemäß § 2 des Gesetzes vom 14. Juli 1933 der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden sind, weil sie gegen ihre Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstoßen und bie beutschen Belange geschübigt haben. Bei allen hanbelt es sich um Emigranten, bie das Reichsgebiet verlassen haben unb ihren Aufenthalt im Auslanbe bazu mißbrauchen, ihr früheres Hei- matlanb in würdeloser Weise zu verunglimpfen, sowie das Ansehen des Reiches und feiner führenden Männer in Wort und Schrift herabzufetzen. Kommunistenverhastungen in Warschau Warschau, 26. Juli. (DNB.) Die Warschauer Polizei verhaftete 55 Kommunisten, die einen der Warschauer Parks zum Betätigungsfeld für ihre rote Agitation auserfehen hatten. Der Park wirb hauptsächlich von der jüdischen Bevölkerung ber Hauptstabt besucht. Oer Weltkongreß für Freizeit und Erholung. 16 Wagen, schlossen sich an. Das erste Fahrrad der Welt, die Erfindung eines Badeners, erweckte Begeisterung. Württemberg zeigte die großen Erfindungen seiner Söhne: den Zeppelin und den Daim- Wir find für die Olympiade gerüstet! Bisher 3800 Olympia-Kämpfer. Gchlußappell im Reichsministerium des Innern 2000 Gonderzüge kommen nach Berlin das düng zu überzeugen. Es stehen zu diesem Zi in Europa 10 direkte Kabel und für Ueberse Zwecke ee 10 sind und berichtete der Erbauer des Olympischen Stadions, Regierungsbaumeister a. D. Werner March, der darauf Hinweisen konnte, daß auch die zusätzlichen Bauten 5000 Stehplätze im Olympischen Stadion, die Nordtribüne des Schwimmstadions, die Tribü- ler-Wagen. Der Gau München-Oberbayern war besonders stark vertreten. Die Bayerische Ostmark, Franken, Mainfranken mit Gruppen aus den Bauernkriegen, Thüringen mit der Sonneberger Spielzeugschau, Sachsen mit der Leipziger Messe, mit Meißener Porzellan und den Spitzen Plauens zogen vorbei, Schlesien, der Gau Kurmark, Trachtengruppen aus dem Harz und der Gau Groß-Berlin folgten. Stunden waren vergangen, als Werkscharen in blauem Rock den Abschluß des Festzuges bildeten. Kurzwellensender zur Verfügung. Die Sendeanlagen in Deutschland werden 23 Stunden pro Tag in Betrieb sein. Anschließend berichtete die R e i ch s p o st, die für die Bewältigung ihrer Aufgaben einen Mehreinsatz von 4000 Arbeitskräften benötigt. Allein in Groß- Berlin mußten über 1000 Kilometer Kabelleitungen und die entsprechenden Reserveleitungen von gleicher Länge verlegt werden. Allein die Haupt« st e m p e l st e l l e, die die ungeheure Nachfrage nach den Olympiamarken mit dem Sonderstempel zu bewältigen habe, erbeite mit 120 Beamten. Staatssekretär Pfundtner dankte noch einmal allen Beteiligten für das ungeheure Maß aufopferungsvoller Arbeit. Der Schlußappell habe den Eindruck hinterlassen, daß die Vorbereitungsarbeiten mit echt deutscher Gründlichkeit so durchgeführt seien, daß wir mit gutem Gewissen und den besten Hoffnungen dem Welt» ereignis der XI. Olympischen Spiele in Berlin entgegensetzen könnten. Der Staatssekretär schloß die Arbeitssitzung mit einem Sieg- Heil auf den Führer, den Förderer und Schirm- Herrn dieses größten Sportfestes aller Zeiten. Unterbringung der privaten Besucher berichtete Graf Engel, der die Zahl der vorhandenen Bürgerquartiere mit 231962 angab. Hinzu kommen 22 000 Hotel- und Pensionsquartiere, 23 000 Massenquartiere mit Betten, genügendem Raum und allen hygienischen Einrichtungen. Engel erklärte mit Nachdruck, daß jeder Olympiabesucher in der Reichshauptstadt eine einwandfreie Unterkunft erhalten und daß die Meldungen einiger Auslandsblätter, daß es in Berlin Quartiernote gebe, vollkommen aus der Luft gegriffen feien. Lübeck, Schleswig-Holstein, Osthannover, Weser- Ems und Westfalen, Landsknechte, Soldaten aus allen Zeitabschnitten der deutschen Geschichte tauchten auf. Bei den Festwagen des Gaues Köln- Aachen marschierten 50 „rote Funken". Winzer in ihren farbenfrohen Trachten begleiten die Darstellungen von Koblenz-Trier und des Saarpfalzgaues. Plötzlich erklang das Saarlied, von einer starken Bergmannskapelle des Saarlandes gespielt und von der Menge begeistert mitgesungen. Hessen-Nassau, Kurhessen und Baden, letzteres allein mit tigkeit der Beschlüsse von Los Angeles. Es sei für alle Ausländer ein Anschauungsunterricht gewesen, wie er nicht besser hätte sein können. Man habe nur fröhliche Gesichter, lachende, zufriedene und glückliche Menschen gesehen. Man habe gesehen, wie hier in Deutschland alle Schaffenden sich gegenseitig helfen. Man habe einen Beweis bekommen für die Kraft, die aus der richtigen Anwendung der Freizeit kommt. Dr. Ley habe mit seiner Organisation „Kraft durch Freude" die richtigen Bahnen gezeigt. Es werde nicht von oben befohlen, die Freude komme spontan aus den Massen heraus. Ueberall, bei den Industriearbeitern sowohl wie beim Landvolk, habe er das gleiche gesehen, daß nämlich die Menschen glücklich, stark und zufrieden seien. Die ganze Welt sei Deutschland Dank schuldig für die Durchführung dieses Kongresses, und er wünsche, daß die Mitglieder des deutschen Organisationsausschusses von dem Ständigen Beratungskomitee zur Mitarbeit gewonnen würden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley bat Mr.Kirby, auch in Zukunft Deutschland seine Freundschaft zu erhalten. Er selbst habe Gelegenheit gehabt, festzustellen, daß die in Hamburg weilenden Ausländer in der Erkenntnis einig feien, daß Deutschland ehrlich und wahrhaft der Welt helfen wolle. r e r gestellten Aufgaben unterzogen und das fühl des Stolzes sei heute besonders stark, wo Werk vollbracht sei. lieber die baulichen Vorbereitungen Berlin, 25. Juli. (DNB.) Im Festsaal des Preußischen Ministeriums des Inneren fand heute eine abschließende Sitzung aller an der Vorbereitung und Durchführung der XI. Olympischen Spiele beteiligten Stellen unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern Pfundtner, dem die Der Vertreter des Reichsernährungsministeriums gab eine anschauliche Darlegung der Maßnahmen, die für die Verpflegung unserer Olym- p i a g ä st e getroffen wurden und von denen man sagen kann, daß sie nicht nur alle Erwartungen übertreffen, sondern auch die verwöhntesten Ansprüche befriedigen würden. Dabei ist wie bei den Quartieren durch Preisregelung und Preisüberwachung dafür Vorsorge getroffen, daß die Olympiagäste nicht übervorteilt werden können. Die sportlich-technischen Vorbereitungen schilderte mit fesselndem Zahlenmaterial Generalsekretär Dr. Diem, der die Zahl der bis heute feststehenden Olympiakämpfer mit 6 8 0 0 bezifferte, wobei aber immer noch mit einer Erhöhung gerechnet werden müßte. Allein der Stab für die technische Leitung der Spiele bestehe aus 2000 Köpfen. lieber die Arbeiten des Rundfunks gab der Olympiareferent der Reichsfendeleitung Dr. Mül« l e r Auskunft. Auch der Rundfunk habe feine Vorbereitungen zum Abschluß gebracht. Es sind gigantische Zahlen, mit denen er aufwarten kann, ein Sonderprogramm von riesigen Ausmaßen wie es die Welt noch nicht erlebt hat. 140 Sprecher werden zum Einsatz gelangen, 60 deutsche und 80 ausländische, lieber 350 Sendungen werden in insgesamt 182 Stunden durchgeführt, das sind IIV2 Stunden pro Tag, die ausschließlich auf Olympia- fenbungen in allen Sprachen der Welt für alle Länder der Welt entfallen. Allein im großen Stadion befinden sich 35 Sprechstellen, 200 auf dem gesamten Reichssportfeld, 350 Mikrophone auf sämtlichen olympischen Stätten zusammen. Auf dem Reichssportfeld sind 5 Rundfunk-Unterzentralen eingerichtet worden, die von 35 Sende- gefellschaften benutzt werden. 1400 Doppelleitungen endigen in der Rundfunkzentrale in der Masurenhalle und werden über Verteiler und Entzerrungsgeräte zur Hauptschalttafel geführt, die. bei einer Länge von 21 Meter und einer Höhe von 2 Meter 10 000 Schaltungsmöglichkeiten bietet. 3 8 Schallaufnahmezellen, 20 Uebertragungswagen und eine fahrbare große Hebertragungsstelle geben die Möglichkeit, zur gleichen Zeit 70 Sendungen auf Platten zu nehmen und 30 verschiedene Sendungen in die ganze Welt durchzuführen. Jeder ausländische Reporter hat die Möglichkeit, sofort unmittelbar von feinem Funkhaus zu sprechen, um sich von der guten Aufnahme seiner Sen- erroartet. Für die Unterrichtung der Presse alle nur erdenkbaren Vorkehrungen getroffen die neuzeitlichsten Einrichtungen des Nachrichtenwesens eingesetzt worden. Die Unterbringung der olympischen Teilnehmer im Olympischen Dorf sowie im Friesenhaus auf dem Reichssportfeld hat das Lob der bisher eingetroffenen 38 Nationen gefunden. Heber die Hamburg, 26. Juli. (DNB.) Der Verlauf des Hamburger Kongresses und der Festzug haben einen außerordentlichen Eindruck auf die hier versammelten Vertreter aller Länder gemacht. Ein Schriftleiter des Deutschen Nachrichtenbüros hatte Gelegenheit, einem Gedankenaustausch beizuwohnen, der zwischen dem Vertreter Amerikas, dem Präsidenten des 1. Weltkongresses für Freizeit und Erholung, Mr. Kirby, dem Reichsorganisations- leiter Dr. Ley, dem Leiter des deutschen Organisationsausschusses, Rentmeister, und anderen führenden Kongreßteilnehmern stattfand. 21lr. kirby erklärte u. a., er sei überzeugt, daß der Nationalsozialismus nichts anderes bedeute als Liebe zum eigenen Volk, und daß er nicht ein Hindernis, sondern eine Möglichkeit der Verständigung unter den Völkern bedeute. Die Stärke eines Volkes hänge heute nicht mehr von der Größe des Landes,' nicht allein von der Stärke seiner Armee und von feiner wirtschaftlichen Macht ab, sondern in erster Linie von der Weisheit, die ihm innewohne, von dem guten Willen, der dem Herzen entspringe, von der Kraft, die in dem Körper des einzelnen stecke, und von der Freude, die aus der Seele komme. Die Eindrücke, die er bei dem gewaltigen Festzug heute morgen gewonnen habe, bestätigten die Rich- Aaiionalsozialismus und Völkerverständigung Erklärungen des Präsidenten Mr. Kirby. eingetroffen. Auf Einladung der Deutsch-Französischen Gesellschaft fand im Althamburger Bürgerhaus ein Beisammensein statt, an dem auch das Mitglied des Vorstandes der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Schleier, der Vizepräsident des Comite Franco- Allemand in Paris, B 0 nv 0 isin , der französische Generalkonsul in Hamburg, Gilbert Arvangas, ferner Vertreter des hamburgischen Staates, der Auslandsorganisation der NSDAP, und der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung teilnahmen. Ser große Festzug. Hamburg, 26. Juli. (DNB.) Der Weltkongreß für Freizeit und Erholung erreichte am Sonntag mit dem großen Festzug seinen Höhepunkt. Der große Strahenzug, durch den der Festzug seinen Weg nahm, war seit den frühesten Morgen- stunden von Hunderttausenden gefüllt. Pünktlich 10.13 Uhr lief auf den Hamburger Hauptbahnhof der Diplomatenfonderzug aus Berlin ein. Die Vertreter der ausländischen Regierungen begaben sich in Sonderwagen sogleich zum Rathaus, um auf der Ehrentribüne dem Festzug beizuwohnen. Auf der Haupttribüne hatten inzwischen das Präsidium des Kongresses, die Führer der zahlreichen ausländischen Abordnungen, die Leiter des deutschen Organisationsausschusses und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Platz genommen. Von stürmischen Kundgebungen begrüßt traf Dr. Ley in Begleitung des Präsidenten des Internationalen Beratungsausschusses, Kirby, ein. Beide schritten Ehrenabteilungen der HI. und des BDM. ab. Um 11 Uhr wurde dem Reichsleiter der F e ft - zug gemeldet. Das Trompeterkorps des Feldartillerieregiments 56 in historischen Uniformen, gefolgt vom Spielmanns- und Musikzug des Arbeitsdienstes Kiel, zog vorüber. Es folgten die ausländischen Volkstums- und Trachtengruppen aus allen Teilen der Welt. Nach den Ausländern tarnen deutsche Landschaft, deutscher Raum, deutsche Geschichte und deutsches Wesen an die Reihe. Tosender Jubel begleitete jeden der 200 prächtig und stileckst geschmückten Wagen. Hamburg eröffnete den Reigen. Ostpreußen folgte. Es kamen nun Pommern, Mecklenburg- nommen werden kann. Heber den Ausbau der Reichsbahnhöfe und die Maßnahmen zur Bewältigung des Eisenbahnverkehrs berichtete Reichsbahndirektor Dr. Dorpmüller. Es werde mit etwa 2 0 0 0 Sonderzügen insgesamt gerechnet, wobei die Leerzüge bis zu 50 Kilometer weit zu den Abstellorten gefahren werden müßten. Im 5-Bahnverkehr würden drei neue elektrische Zuggruppen mit kurzer Folge eingesetzt, der normale Fernverkehr durch Dor- und Nachzüge so ausgebaut, daß auch die größten Aufgaben einwandfrei bewältigt werden könnten. Aus den Mitteilungen des Vertreters des Chefs der deutschen Polizei ergab sich, daß zur Durchführung der verkehrspolizeilichen, kriminalpolizeilichen und sonstigen Kontrollmaßnahmen, für die ein besonderer Polizeibefehlsstab eingerichtet wurde, ein nahezu verdoppelter Einsatz der polizeikräste erforderlich ist. Die Vertreter der Gliederungen der Partei berichteten über den Anteil, den die Partei an der Durchführung der Olympischen Spiele haben wird. Oberführer Nord stellt für das NSKK. fest, daß die eingerichteten Auto- und Lotsendienste sich schon Ungarn. Der deutsche Süden marschierte auf m einem großartigen Festzug, voran die Dinkelsbühler Knaben, dann Volksgruppen aus Bayern, Schwaben, Eine schwedische Volksgruppe sang, lebhaft bejubelt, einen neu gedichteten und komponierten „Gruß an Deutschland . Besonders eindrucksvoll waren auch der Stechkampf einer irischen Kindergruppe und ein holländischer Holzschuhtanz. Dann folgten Darbietungen norddeutscher Sängergruppen. Eine chinesische Studentenkapelle lieh die eigenartigen Melodien des Fernen Ostens erklingen. In vier gewaltige Gruppen wurde die Welt- fenbung gegliedert: Nord, Süd, West und Ost. Den Gruppen der deutschen Stämme entsprachen jeweils die Volksgruppen der übrigen Länder Europas. So standen neben den Süddeutschen die Tänzerinnen und Sängerinnen Griechenlands, neben den Westdeutschen die Belgier und Franzosen und neben den Ostdeutschen die Bulgaren, Rumänen, Polen und Baden und Mainfranken. Als der Sprecher das Auftreten unserer westlichen Nachbarn mit den Worten ankündigte: „Es führen Brücken über den Rhein, mögen es Brücken des Friedens fein" und dann die besonders starken Volkstumsabordnungen aus allen Teilen 5ranE= reichs, vom Äanal bis zu den Pyrenäen im Licht der Scheinwerfer auftauchten, fetzte ein minutenlanger Beifallssturm ein. Dann wechselte wieder das Bild. Die Bühne füllte sich mit deutschen Volks- gruppen. Tänze Kieler Schiffszimmerleute, Fahnenschwingen der Halloren, ein Musikzug der Bergknappen aus dem Saargau, dem Pfalz-Saar-Gau, ostpreußische Fischertrachten begeisterten in ihrem buntfarbigen Zusammenklang die Zehntausende. Dann tarnen unsere Nachbarn aus dem Osten und Südosten: Polen, Ungarn, Rumänen und Bulgaren. Jede einzelne Gruppe und Darbietung wurde vom dankbaren und freudigen Beifall der unübersehbaren Zuschauermenge begrüßt. In der Hamburger Volksoper führte am Samstagabend das Amt „Arbeitsdank" der Deutschen Arbeitsfront das Weihefpiel „Schicksal und Tat" auf. Das Werk ist eine Dichtung von Konrad L i ß, zu der Hans Renner die Musik geschrieben hat. Es gibt einen Heberblick über die deutsche Geschichte, die zugleich die Geschichte seiner Volkwerdung ist. Die Aufführung in ihrer gedrängten Wucht fesselte die Zuhörer und wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Unter den Zuhörern befanden sich zahlreiche Mitglieder der ausländischen Abordnungen, darunter eine besonders starke Abordnung des bulgarischen Arbeitsdienstes. Französische Frontkämpfer besuchen den Kongreß. S) a m 6 u r g, 26. Juli. (DNB.) Henry Pichot, der Vorsitzende der Union Fed£rale des combattants und Generalsekretär des Comite Franco-Allemand, ist auf einer Deutschlandreife zur Teilnahme am Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg Die Beratungen am Samstag. Hamburg, 26. Juli. (DNB.) Die Tagung des Weltkongresses für Freizeit und Erholung wurde am Samstagvormittag fortgesetzt. Im Verlaufe der Beratungen erschien, von dem Kongreß lebhaft begrüßt, der Reichssportführer von Tschammer und Osten. Die dritte Vollsitzung der Konferenz begann mit einem Vortrag Des griechischen Kultusministers Professors L 0 u v a r i s über Hellenentum und Freizeit. Generaldirektor B 0 u v 0 i s i n (Paris) berichtete über die Arbeiterfreizeit und unterbreitete dem Kongreß einen Plan über beabsichtigte Freizeitmaßnahmen in Frankreich. Als Vertreter des Fernen Ostens sprach Professor T s a Wan (China) über Freizeit und Erholung in China als Problem. Der Vizepräsident des Weltkongresses Claus Selzner sprach dann in längeren Ausführungen über „Die sozialen Aufgaben". Er stellte dabei das Wort des Führers voran: „Es gibt nur einen Adel, den der Arbeit." Wir haben den Versuch unternommen, das Gold zu entthronen und den lebendigen Menschen und seine Leistung in den Mittelpunkt der Wertung zu stellen. Wir Nationalsozialisten haben der Sozialführung den Vorrang gegeben, weil wir die Kräfte der Gemeinschaft mobilisieren und nur für die Gemeinschaft und damit wahrhaft gemeinnützig arbeiten wollen. Nachdem Sir Noel Curtis-Bennett (London) über Sport, Spiel und Freiluftbewegung in England und Hauptmann Dr. Franciszek G a j l e r (Warschau) über die Frage der Leibesübungen im Rahmen der Freizeitorganisation in Polen gesprochen hatten, machte Reichssportführer v. Tschammer und Osten längere Ausführungen über die Bedeutung der Leibesübungen für die schaffenden Menschen. Er unterschied dabei drei große Abschnitte, erstens die Bedeutung der Leibesübungen für die Gesamtheit, zweitens den Sport als Kraftspender und drittens die Rückwirkung der Leibesübungen auf die soziale Frage. Nirgends werde der Mensch besser nach seinen Persönlichkeitswerten gemessen als im Sport. Um die theoretischen Erkenntnisse praktisch auszunutzen, habe man in Deutschland den groß angelegten Versuck) gemacht, die Segnungen der Leibesübungen allen schaffenden Menschen zugutekommen zu lassen, insbesondere sie schon an die ganz jungen Menschen heranzutragen. Ziel sei, möglichst das griechische Vorbild zu erreichen. Der Reichssportführer schloß unter brausendem Beifall mit den Worten: „Sonne in die Seelen armer Menschen zu bringen, schafft Freude!" In einigen Kurzvorträgen sprachen weiter Vertreter Argentiniens Mexikos, der Schweiz und Großbritanniens. Der Vertreter Argentiniens Dr. U r f i n überreichte eine Denkschrift, in der ausführlich dargelegt wird, was in Argentinien auf diesem Gebiet der Freizeitgestaltung und Erholung bisher geschaffen worden ist. Welttheater. — Das Weihespiel. Zu einem „Welttheater" im wahrsten Sinne des Wortes gestaltete sich der große Rundfunk- abend/ der aus Anlaß des Weltkongresses für Freizeit und Erholung am Samstag in Der Hanseatenhalle durchgeführt wurde. Fanfarenklänge leiteten die große Weltsendung ein. Ein Sprecher rief die deutschen Stämme und die benachbarten Volker Europas auf den Plan. Mit norddeutschen Volkstumsgruppen zusammen erschienen Gruppen aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Irland und Holland, von den Zehn- tausenden, die sich als Zuschauer eingesunden hatten. begeistert begrüßt. Dänische und norwegische Volks- und Bauerntänze eröffneten den Reigen. Leitung aller staatlichen Maßnahmen übertragen ist, statt. Vertreten waren 44 Dienststellen, und zwar alle Ministerien, alle Dienststellen der Partei, die Wehrmacht, Polizei, Arbeitsdienst, Reichsbahn und Reichspost, das Organisationskomitee mit allen Hn- terglieberungen und Die Sportbehörden. Staatssekretär Pfundtner, gleichzeitig Vizepräsident Des Organisationskomitees, Dankte Den Vertretern im Namen Des Reichsministers Des Innern Dr. Frick für Die von ihnen geleistete außerorDentlich umfangreiche Arbeit zu einem Werk, Dessen Gestaltung DeutschlanD für absehbare Zeit nur einmalig beschieben sei. Mit Stolz unD FreuDe aber hätten sich alle beteiligten Stellen Den ihnen vom Füh - " " ..... 1 ' Gesetzt außerorDentlich bewährt hätten. Das NSKK. werDe insbesondere auch bei der Verkehrsregelung in hervorragendem Maße mitwirken. Der Vertreter der SA.-Gruppe Berlin-Braiürenburg konnte mitteilen, daß die SA. für den Eröffnungs- und Schlußtag je 28 000 Mann, für Den Marathonlauf 4000 Mann zum Absperrdienst stelle. Brigadeführer Koppe gab für Die SS. zur Kenntnis, daß Die Schutzftaffel mit 6500 Mann sowie mit Der Leibstandarte Adolf Hitler und Dem Nachrichtensturmbann Adlershof an Der Absperrung beteiligt sei und ferner für eine Reihe von anderen Diensten, insbesondere sprachkundige SS.-Männer, angestellt habe. Die gesamten Ganitätsvorbereitungen sind, wie Staatsrat Dr. Conti und Stadtrat Spiewock ausführten, sowohl auf Den Kampfstätten als auch in Der Stadt durch die Einrichtungen von Aerztehäufern auf Dem Reichssportfeld und in Eichkamp, zahlreicher Hnfallstellen, eines Schnell- dienstes für Die Uebungsftätten, Durchgeführt. Den Sanitätsdienst versehen ausschließlich Die Sanitätshelfer Des Arbeitsdienstes und Des Roten Kreuzes. In Der Reichshauptstadt sind alle Maßnahmen in engster Zusammenarbeit mit Dem Amt für Volksgesundheit Der NSDAP, und Den zuständigen Behörden getroffen worden. Oberregierungsrat Dr. Mahlo vom Reichsmini- fterium für Volksaufklärung und Propaganda schilderte Die Werbemaßnahmen durch Werbe- wochen, Ausstellungen, den Olympia-Ausstellungs- zug, Der 9400 Kilometer zurückgelegt und Die olympische Werbung bis in die kleinsten Orte getragen hat. Die Drei Olympia-Werbefilme haben fast das gesamte Ausland, Die Werbeschriften Millionen-Auflagen erreicht. AußerorDentlich erfolgreich ist Die Werbung Durch Die 44 Auslandsstellen Der Deutschen Reichsbahnzentrale gewesen. Die nicht weniger als 1,4 Millionen Werbeschriften, 3 Millionen Streublätter, 153 000 Plakate unD 600 000 Siegelmarken unterbrachten. Die Presseorganisation bezeichnete der Leiter Des Presseausschusses für Die Olympischen Spiele, stell- vertretenDer Pressechef Der Reichsregierung, Ministerialrat BernDt, als die größte und technisch vollkommenste. Die es jemals in Der Welt gegeben hat. Zu Den Spielen werden nach Angabe des Leiters der Pressestelle des Organisationskomitees Dr. Krause etwa 1500 Pressevertreter aus dem Zn- und Auslande nenaufbauten im Hockeystadion und die für die Durchführung der Turnwettbewerbe in der Dietrich- Eckart-Bühne notwendigen transportablen Aufbau- und- >fen fertiggestellt seien. Das Reichssportfeld fei in der Zusammenfassung aller Kampfstätten und in Der dadurch erzielten Geschlossenheit einzigartig in der Welt. Auch die künstlerische Ausschmückung durch Plastiken von vollendeter Feinheit sei beendet. Auch die außerhalb des Reichssportfeldes gelegenen Kampfstätten in Grünau, Wannsee, an Der Avus, in Döberitz unD Kiel finD oDer roerDen, wie Oberregierungsrat Sp 0 nh 0 lz unD Die Leiter der übrigen Baubehörden mitteilten, im Laufe der nächsten Tage fertiggefteüt. Von den straßenbaulichen und verkehrsmäßigen Vorbereitungen Der StaDt Berlin ist zu sagen, daß Die etwa 90 Straßen, Die in Der Hauptsache für Die Bewältigung Des Verkehrs in Betracht kommen, terminmäßig fertig ge- worDen finD, unD Daß Die Hmgehungsftraße nach Hamburg, Die zum Schutze Des Olympischen Dorfes eingerichtet wurde, am 20. Juli in Benutzung ge- Die in im Alter von 74 Jahren ganz unerwartet von uns gegangen Gießen (Rodheimer Straße), 49, den 27. Juli 1936. 4717D verreist 03411 4721 D 4720V einwandfrei bei 4709A Gie en, Mäusburg Ruf 2010 U/FDRE DRUCKSACHEN WCKDE Brühl. GieOen 4718A ..und zum Bauen MWW Kunst und Wissenschaft „S eafried" m Bayreuth. Junger Mann ver sof. gesucht. Stenogravb.Ma- schinenschreiber (Adler), mindest, einige Jahre höh. Schule. Gehalt nach Ueberein- kunft. Keine volle Tagesarbeit. Selbstgeschrieb. Angebote unter 4714D an den Giessen. Anzeig. Suche grössere 2-o.3-Zim.-Wohng. Schr.Angeb.mit Preisangabe u. 03420 and. Giess. Anzeiger erbet. 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Dem Ideal des Dichterkomponisten für diese Figur entspricht Max Lorenz schon durch seine körperliche Gestalt; die sprudelnde Frische und der leidenschaftliche Einsatz seines Spiels, sowie der metallische Klang des Heldentenors, der im zweiten Akt auch feinsten lyrischen Ausdrucks fähig ist, vereinigen sich zu einer völlig geschlossenen Leistung. Im dritten Drogerie Kreuzplatz 10 Deutschlandschau am Kaiserdamm in Berlin hatte am Wochenende einen Massenbesuch aufzuweisen, wie er selbst auf dem Berliner Messegelände nur selten erlebt wurde. Nicht weniger als 102 000 Besucher haben am Samstag und Sonntag die gewaltige Ausstellung gesehen. Insgesamt wurden bisher 225 000 Ausstellungsbesucher gezählt. Aus dem Reich waren 58 Sonderzüge mit weit über 50 000 Ausstellungsbesuchern nach Berlin gekommen. Die einzigartige Schau erregte bei allen Besuchern, unter denen sich auch viele Ausländer befinden, immer wieder die größte Be- Sonntag an der bulgarisch-jugosla rot - schen Grenze. Bulgarische und jugoslawische Grenzoffiziere und Beamte stehen in freundschaftlicher Unterhaltung zusammen. Pünktlich um 1 Uhr stürmte der letzte bulgarische Fackelläufer, em junger Hauptmann, unter begeisterten Hurra- und Jivio-Rufen heran und übergab die Flamme dem ersten jugoslawischen Läufer, einem sun- gen Arzt aus Zaribrod, der mit dem Feuer schnell in der Dunkelheit verschwand. Um 2.55 Uhr traf die Fackel in Ptrot ein. Besonders feierlich war der Empfang in der alten Stadt Risch. Der Oberbürgermeister Dr. P et- ko w i t s ch , hielt eine Ansprache, in der er das olympische Feuer als Symbol der friedlichen Zusammenarbeit der Völker begrüßte. Darauf wurde der Fackellauf durch das Morawatal nördlich gegen Belgrad fortgesetzt. Die Fackel traf am Sonntag um 21,35 Uhr in K r a g u j e w a tz, der Hauptstadt des serbischen Kernlandes, ein. Am Denkmal Kontg Aleranders I. von Jugoslawien wurde das olympische Feuer entzündet. Um 22.20 Uhr ging der Fackellauf durch die Schumadija nach Oplenatz weiter. Ehrliche, saubere Frau oder Mädchen zum Puhen und Waschen gesucht. SchlesischeStr.18 1 Tr. hoch. 4713V Olympischer Fackellauf durch Bulgarien und Jugoslawien. Bulgarien grüßt den Führer. - tleberall Begeisterung für die olympische Idee. Für die Kleinlebensversicherung einer altangesehenen, führenden deutschen Tebensverflcherungsge- sellschast w rd für den Bezirk Gießen ein tüchtiger und zuverlässiger Velbe-livdörgWWvvsfMMM in selbständige,leitende Stellung gesucht.Dorwärts- strebende Herren, insbesondere Fachleute, die sich verbessern wollen und die über ausgeprägte werberische und organisatorische Befähigung verfügen, finden ein entwicklungsfähig, u. reiches Arbeitsfeld. Geboten werden: Oirettionsvertrag, Gehalt, Spesen, Abschluß- und Anteilprovisionen. Schriftliche Bewerbungen sind zu richten unter 4684V an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Vertrauliche Behandlung wird zugesichert. Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, für die zahlreichen Blumenspenden, sowie für die liebevolle und aufopfernde Pflege der Gemeindeschwestern sagen wir unseren herzlichsten Dank Karl Deeg im Namen der Hinterbliebenen. Gießen, im Juli 1936. Lwangsvevftelsevurrs Dienstag, den 28. Juli, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 28 bzw. au Ort und Stelle (Bekanntgabe ob. Lokal) zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 3 Spiegel, 3 Verviel« fältigungsapparate,2Nähmaschin., 2 Drehstühle, 3 Grammophons, 3 Radios, 8 Oefen, 4 Herde, eine Schaufenster - Ausstellungseinrichtung, 1 Teppich, 1 Poliermaschine, 1 Schleifbank, 1 Goniometer, ein Fernglas, 1 Schneidernähmasch., 1 Staubsauger, 1 Kassenschrank, Anzugstosse. Bestimmt wird versteigert: 2 Kommoden, 1 Büfett, Handschuhe u.e. Rest Damenschuhe Scharmann, Gerichtsvollzieher in Giessen, Wernerwall 33, Tel. 3108 Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stelloertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gorna-Djounaja (Mazedonisch-Bulgarien), 25. Juli. (DNB.) Die Olympia flamme erreichte am Samstagmorgen die erste bulgarische Sladt Gorna-Djounaja. Der Präsident des Bulgarischen Olympisä)en Komitees, General L a s a r 0 f f, richtete nach Eintreffen der Olympischen Flamme auf bulgarischem Boden folgendes Begrüßungstelegramm an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler: „Heute früh um 2 Uhr übernahm em bulgarischer Offizier als erster Fackelläufer Bulgariens von einem griechischen Kameraden die Olympiaflamme, die nunmehr, von der Begeisterung unseres Volkes getragen und von Glockengeläute begleitet, unser Land durcheilen wird, um bald dem friedlichen Wettbewerb der Völker in Berlin zu leuchten. Bulgariens Sportjugend grüßt in dieser feierlichen Stunde den großen Führer des befreundeten Deutschlands, welcher der ritterlichen olympischen Idee einen bisher nicht gekannten Ansporn gegeben hat." Der Führer hat telegraphisch gedankt: „Ihnen und dem bulgarischen Olympischen Komitee danke id) für die Mitteilung der Uebernahme der Olympischen Fackel durch einen bulgarischen Offizier als ersten Fackelläufer Bulgariens und für die freundlichen Grüße. Ich erwidere sie in herzlichen Gefühlen für das befreundete bulgarische Volk. Adolf Hitler." Das Eintreffen der olympischen Flamme in b er bulgarischen Hauptstadt Sofia gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier. Die Empfangsfeierlichkeit fand vor der Kathedrale Neski statt, wo sich mehr als 50 000 Menschen drängten. Zum Empfang hatten sich u. a. Ministerpräsident K ü s s etwa no ff und zahlreiche Mitglieder seines Kabinetts, der deutsche Gesandte Rümelin und viele hier ansässige deutsche Volksgenossen eingefupden. Der Präsident des Bulgarischen Olympischen Komitees, General Lasaroff, schloß seine Ansprache mit dem begeistert aufgenommenen Wunsch auf eine weitere glückliche Entwicklung der befreundeten deutschen Nation, den er in die deutsch gesprochenen Worte „Deutschland, Deutschland über alles" ausklingen ließ. Zaribrod (Bulgarisch-jugoslawische Grenze), 26 Juli. (DNB.) Nicht weniger stimmungsvoll als die nächtliche Fackelübergabe an der griechisch-bulgarischen Grenze war auch die um Mitternacht zum wunderung. 64jähriger SA.-TNann erringt das SA.-Sportabzeichen. Kürzlich fanden auf der Dönche in Kassel Prüfungen zur Erlangung des SA.-Sportabzeichens statt. An dieser Prüfung nahm auch der 6 4 j ä h - rige Oberscharführer Ranft teil. Seine Prüfung hat er mit zum Teil recht guten Leistungen abgelegt. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 25. Juli ist in Landsberg a. d. W. der 1915 geborene August Wittke hingerichtet worden, der durch Urteil des Schwurgerichtes Lands- Dentist Doering Bleichstraße 8 II Sauberes [03417 Mädchen stundenweise gesucht. Wo, sagt der Gietz.Anzeig. Aelteres, sauber. liööiBen zum 1. August gesucht. 4481V Seltersweg 19» Kleine Anxeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den EHeflener Anzeiger Akt tritt Frida Leider mit ihrem glanzvollen hochdramatischen Sopran und stark beseelter Darstellung hinzu, so daß sich das Schlußduett zum Höhepunkt der Aufführung steigerte. Hier erreichte auch die antreibende Kraft Furtwänglers einen Gipfel an musikdramatischer Intensität, der in der zauberhaften Innigkeit des Waldwebens im zweiten Akt ein großes Gegenstück hatte. Die Wandererszenen wurden ganz von der vollkommenen Gestaltung Rudolf Bockelmanns bestimmt, der hinter seiner Spitzenleistung in der „Walküre" nicht zurückblieb. Die beiden Nachtalben wurden von den nun schon traditionellen Vertretern dieser Partien, Erich Z i mm ermann (Mime) und Robert Burg (Alberich) mit scharfer Charakterisierung dargestellt. Als Erda hatte Inger Karen Gelegenheit, ihren üppigen Alt von neuem mit großer Eindringlichkeit hören zu lassen. Dem Fafner lieh Josef von Manowarda seinen drohenden Baß. Die Stimme des Waldvogels sang klar und sauber Käte Heidersbach. — In der bekannten Inszenierung Heinz T i e t j e n s , zu der Emil Pree- t 0 r i u 5 die Ausstattung geschaffen hat, wurde die Aufführung von lebhaftem Beifall begleitet, der sich am Schluß zum Jubel des ausverkauften Hauses steigerte. Aus aller Meli. Line Vierlelmillion Besucher auf der Deutfchlandfchau. Bekanntmachung. Verschiedene städtische Lagerhäuser mit Gleisanschluß an der Margaretenhütte sind zu verpachten. Auskunft wird erteilt im Zimmer 28 des Stadthauses, Bergstraße 20. 4711C Gießen, den 23. Juli 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Wegen Verheiratung m.jetzigen suche ich älteres Mädchen das etwas nähen kann, für Haus u. Garten. 03421 Frau Lehrmund Bahnhofstr. 69. I berg wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode verurteilt worden ist. Wittke hatte in der Nacht zum 9. März 1936 seine Mutter und seine Schwester ermordet und seinen älteren Bruder zu ermorden versucht, um sich in den uneingeschränkten Besitz der dem Bruder zugtzfallenen Wirtschaft seines verstorbenen Vaters zu setzen. Doppelmörder Würr hingerichlel. Die Justizpressestelle Nürnberg teilt mit: Am 25. Juli 1936 ist in Nürnberg der am 1. März 1882 geborene Georg Würr aus Nürnberg hinge- richtet worden, der am 1. April 1936 vom Schwurgericht beim Landgericht Nürnberg-Fürth wegen zweier Verbrechen des Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Würr hat in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 1936 in feiner Wohnung zu Nürnberg seine beiden Enkelkinder, den vierjährigen Winfried und den sechsjährigen Benno Würr, durch Leuchtgas vergiftet, um in den Besitz einer beim Tode des Winfried Würr fälligen Lebensoersicherungssumme zu gelangen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das durch einen Einbruch frischer Meeresluft entstandene Kaltlusthoch hat sich rasch ostwärts verlagert und brachte uns am Sonntag Witterungsbesserung und macht auch heute seinen Einfluß noch in großen Teilen Deutschlands geltend. Nach unserem Bezirk hat sich jedoch von Frankreich her eine flache Storung vorgeschoben, die mit warmer Luftzufuhr verbreiteten Regen bringt. Bei England ist ein neuer Atlantikwirbel, der wohl in der Hauptsache nordostwärts abwandert, jedoch veranlassen wird, daß die bei uns einsetzende Besserung nur vorübergehend bleiben wird. Aussichten für Dienstag: Wltterungs- befserung mit häufiger Aufheiterung, tagsüber recht warm, später wieder aufkommende Unbeständigkeit, von Ost nach Süden drehende Winde. Unser Sommer-Schluß-VerM bringt zu spottbilligen Preisen: Pullover, Sporthemden, Sportblusen, Janker, Regenmäntel Trainingsanzüge, Badeanzüge usw. SoortaisSdiwaii,GieSen Mäusburg 16 Mein Somer-SdM-Verkanl hat heute, Montag, begonnen Nützen auch Sie die gebotenen Vorteile! Else Dittmar Gießen, Seltersweg 52 4721 _P stoii: sagt Frau Müller - „sind die wohl- gefüllten Einmachgläser!“ Jetzt kauft man alles so billig ein und erspart durchs Einmachen dann im Winter manche Mark. Alle Einmachhilfen wie: Opekta 1/2 Fl. RM. -.86, 1/1 Fl. RM. 1.53. WeinsteinsÄure, Citronen- s&ure, roten Zucker 1/2 kg RM. -.55. Cellophan, Salicylpapier, Weinessig, beste Qualität, Ltr.RM.-.40.~ Sämtliche Gewürze. Alles bekommen Sie frisch und | Vermietungen | 3-Zimmßr-Wohn. m.Badez.u. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Leni Schmidt, geb. Metz und Tochter Rosemarie Gießen (Weidengasse 10), den 27. Juli 1936. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 28. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 47150 Herr Johann Melchior Rupp Ober-Postassistent a. D., Leutnant d. L a. D. Inhaber mehrerer Orden und Ehrenzeichen 03419 Gießen (Kaiserallee 2 IV), den 27. Juli 1936. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 28. Juli, 141/» Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Am Samstag verschied plötzlich unsere liebe gute Mutter. Großmutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Pauline Kutzer im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Karl Kutzer. Nr. ,73Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 27. Juli 1936 Meine IetztenVerhandlungeninpetersburgl9i4. Don Graf K pourtaleS (t), bis zum Kriegsausbruch deutscher Lotschaffer am Zarenhofe. Copyright by Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin. Die Tagesaufzeichnungen des Grafen Po urtal es, des langjährigen Botschafters des Deutschen Reiches am Hofe des letzten Zaren, sind das einzige deutsche Zeugnis aus Diplomatenmund über den Verlauf der Tage des Weltkriegsaus- Bruchs in der damaligen russischen Hauptstadt. Die Aufzeichnungen wurden unter dem frischen Eindruck der Erlebnisse schon auf der Fahrt von Petersburg nach Stockholm in Form von Tagebuchnotizen entworfen und dann in Berlin ausführlich niedergeschrieben. Sie waren ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung bestimmt. Die Schriftleitung. I. Mein letzter Besuch beim Zaren. „Am 31. Juli früh schickte ich mich gerade an, auf das Ministerium des Aeußeren zu gehen, als der Militärattache Major von Eggeling bei mir eintrat und mir meldete, daß soeben an den Straßenecken die Mobilmachungs-Ordre für die gesamte russische Armee angeschlagen werde. Hatte das Telegramm aus Wien wieder einige Hoffnung bei mir aufkommen lassen, so war ich mir jetzi vollkommen klar darüber, daß nunmehr der Krieg unabwendbar geworden war. Da ich inzwischen erfahren hatte, daß S a s a n o w sich in Peter- hof beim Zaren befand, fuhr ich sofort zu seinem Gehilfen R e r a t o w und teilte ihm den Inhalt der in der Nacht eingegangenen Telegramme mit. Ich fügte hinzu, daß die durch das Wiener Telegramm eröffneten Aussichten auf eine Verständigung leider durch die gegen uns gerichtete Mobilmachung endgültig zunichte gemacht seien. Ich könne nicht begreifen, wie die russische Regierung, nachdem uns erst vor zwei Tagen feierlich versichert worden sei, daß militärische Maßnahmen gegen uns nicht getroffen werden sollten, sich gerade in dem Augenblick zu dem ver- hängvisvollen Schritt der allgemeinen Mobilmachung entschließen konnte, wo ihr bekannt war, daß unser Kaiser und die deutsche Regierung mit dem größten Eifer und, wie das letzte Wiener Telegramm zeige, mit Erfolg bemüht waren, zwischen Petersburg und Wien zu vermitteln. Die allgemeine Mobilmachung der russischen Armee könne bei uns nur dahin aufgefaßt werden, daß Rußland durchaus den Krieg wolle, sie werde daher in Deutschland „einen Orkan entfesseln". Herr Ne - r a t o w war durch meine Ausführungen sichtlich betroffen. Er erwiderte nichts, sondern beschränkte sich darauf, mir zu sagen, er werde dem Minister von meinen Eröffnungen Kenntnis geben. Auf die Botschaft zurückgekehrt, ließ ich den in Peterhof befindlichen Herrn Sasonow an das Telephon bitten und schilderte ihm kurz die Wirkung, welche die russische Mobilmachung zweifellos bei uns ausüben werde. Da mir der Minister auf meine telephonische Mitteilung nur mit einigen nichtssagenden Bemerkungen geantwortet hatte, faßte ich den Entschluß, mich direkt beim Zaren anzumelden, um ihm den Ernst der Lage selbst vor Augen zu führen. Nach kurzer Zeit erhielt ich auf meine Anfrage vom Flügeladjutanten vom Dienst die telephonische Mitteilung, daß ich mit dem nächsten Zug erwartet würde. In Peterhof angekommen, wurde ich im kleinen Palais Alexandria vom Z a - ren in seinem kleinen Arbeitszimmer empfangen. Seme Majestät kam mir sehr freundlich entgegen und fragte mich, was ich brächte. Ob ich einen Auftrag aus Berlin hätte. Ich verneinte diese Frage und erklärte, ich hätte in dieser ernsten Stunde von meinem Vorrecht als Botschafter Gebrauch machen zu dürfen geglaubt und mich aus eigenem Antrieb direkt bei Seiner Majestät angemeldet. Mein Wunsch sei, dem Kaiser offen den Eindruck zu schildern, welchen nach meiner Ueberzeugung die allgemeine russische Mobilmachung in Deutschland Hervorrufen müsse. Ich schilderte diesen Eindruck ungefähr mit denselben Worten, wie ich es dem Ministergehilfen Ne- ratow gegenüber getan hatte, und betonte besonders, daß die Mobilmachung eine Bedrohung undHerausforderungDeutsch- lanbs bedeute und zugleich — da sie in dem Augenblick erfolge, wo unser Kaiser eifrig bemüht sei, zwischen Rußland und Oesterreich zu vermitteln — als eine Beleidigung Seiner Majestät angesehen werden müsse. Der Zar ließ mich ruhig aussprechen, ohne durch irgendeine Miene zu verraten, was in seinem Innern vorging. Er erwiderte auf meine Ausführungen zunächst nur: „Vous croyez vraiment?" („S i e glauben wirkli ch?") Ich hatte den Eindruck daß der hohe Herr entweder in ungewöhnlichem Maße die Gabe der Selbstbeherrschung besitzen müsse, oder aber trotz meiner sehr ernsten Ausführungen den vollen Ernst der Lage noch nicht erfaßt habe. Als ich bemerkte, daß das einzige, was nach meiner Ueberzeugung jetzt vielleicht noch den Krieg verhindern könne, die Zurückziehung der Mobilmachungsordre sei, erwiderte der Kaiser, ich müsse, da ich selbst Offizier gewesen sei, einsehen, daß ein Aufhalten der erlassenen Befehle „aus technischen Gründen nicht mehr möglich" sei. Der Kaiser zeigte mir darauf ein Telegramm an unseren Kaiser, das er im Begriff sei abzuschicken, sowie einen angefangenen Brief an Seine Majestät, in welchem er seinen Standpunkt darlegte. Ich erlaubte mir zu bemerken, daß es nach meiner Ueberzeugung für solche schriftlichen Auseinandersetzungen, wie die Dinge jetzt lägen, zu spät sei. Der Zar ging dann zu einer allgemeinen Besprechung der Lage über und wies, unverkennbar von Sasonow inspiriert, auf die Notwendigkeit hin, daß wir auf Oesterreich-Ungarn einen starken Druck ausübten. Der Monarch machte dabei eine bezeichnende Handbewegung. Dieser Druck sei für die Ruhe Europas dringend notwendig. Ich erwiderte, der mäßigende Einfluß, den^wir auf Oesterreich-Ungarn ausübten, habe sich während des Balkankrieges wiederholt gezeigt und sei auch von Rußland anerkannt worden. Eine gewaltsame Pression auf Oesterreich-Ungarn auszuüben, könne man uns aber nicht zumuten. Der Kaiser schwieg zu meinen Ausführungen, die anscheinend kein Verständnis bei ihm fanden. Ich machte darauf noch einen Versuch, den Kaiser darauf aufmerksam zu machen, welche Gefahren dieser Krieg für das monarchische Prinzip bedeute. Seine Majestät gab das zu und bemerkte schließlich, er hoffe, daß sich doch noch alles zum Guten wenden werde. Als ich darauf bemerkte, ich hielte diese Wendung nicht für möglich, wenn die russische Mobilmachung nicht angehalten werde, zeigte der Kaiser nach oben mit den Worten: ,Dann kann nur noch Einer helfen!' Seine Majestät entließ mich darauf mit einigen sehr gnädigen Worten, indem er mir noch ausdrücklich dankte, daß ich gekommen fei, um mich ihm gegenüber offen auszusprechen . . " AatwnenMgeistigenWMamp Von Hans Hartmann. Eine Fülle von Nachrichten, die es mit der Olympiade 1936 zu tun haben, sucht nun täglich den Weg zum deutschen Leser und Hörer. Die Spannung wächst von Stunde zu Stunde das besondere Interesse eines jeden kristallisiert sich heraus, und jeder muß anfangen, ein wenig mit der Fülle des Materials hauszuhalten; denn alles kann keiner verfolgen und vieles wird er geschehen lassen müssen, ohne daß er Notiz davon nimmt. Manchmal mag auch die Aufnahmebereitschaft für die rein sportlichen Dinge ermüden (um dann freilich nur um so heftiger wieder aufzuleben.) In solchen Augenblicken sei der Sinn auf einige mit idem Olympia unmittelbar zusammenhängende Er- .eignisse hingelenkt, die ohne Zweifel von besonde- trer kulturgeschichtlicher Bedeutung sind. Wir rnei- men damit den Kunstwettbewerb, das „geistige Olympia". f ™ Der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, Baron de Coubertin, hat von Anfang an den »vundervollen altgriechischen Gedanken der Einheit unb Harmonie von Körper und Geist gepflegt, cs ßollten mit den rein sportlichen Wettkämpfen auch künstlerische verbunden werden. Das sollte zugleich eine Weiterentwicklung des altgriechischen Olympia bedeuten. Eine mechanische Wiederbelebung dessen, «was vor 2000 Jahren geschah, läge ja auch nicht im Sinne eines rechtoerstandenen Kulturbegriffes. Zwar hatten auch die altgriechischen Olympischen Spiele eine gewisse Beziehung zur Kunst. Die Sieger konnten sich Denkmäler setzen lassen. In der Späteren Zeit, als die Spiele als Ganzes schon dem Verfall entgegengingen — im 3ahre 393 unserer Zeitrechnung wurden sie ganz aufgehoben — tau®» tten auch Redner, Dichter, Bildhauer m Olympia aus, um ihre Künste zu zeigen und den Spielen eine künstlerische Umrahmung zu geben. Aber zu einem Wettbewerb der Nationen kam 25 nicht. Das ist das entscheidend Neue, ®as Olympischen Spiele des 20. Jahrhunderts gebracht haben. Die Alten konnten es schon darum nicht, weil die Idee der Nation ganz fehlte- Ur- prünglich waren die Olympischen Sp'ele eme rem griechische Angelegenheit. Sie waren den „Ba Daren", den Orientalen unverständlich, ^^se waren auf eine mehr weichliche Lebenshaltung gerichte and die strenge spartanische Art berührte sie fremd. Der Gedanke, daß der Mensch seinen Lebenssinn Darin finde, sich auszubilden, und 3®ar beibe5 au5s Unbilden, Körper und Geist, war den Griechen eigentümlich, ja sie bedeutete die eigentlich gne- ^^pät^freillch^ änderte sich das. Das Römerreich nahm von Griechenland Besitz und prägte allen zriechischen Kulturerscheinungen, also auch den Olympischen Spielen, seinen Stempel auf. Das Römerreich aber war nicht auf der Idee selbständiger, nach eigener Art und eigenem Geschick geformter Nationen errichtet. Es beruhte vielmehr auf der Völkermasse — man nennt sie manchmal unschön, aber treffend „Völkerbrei" — einer Masse, die weiter keine Eigenart hatte, als daß alle von Rom aus regiert, organisiert und „befriedet" wurden; das war die berühmte Pax Romana, der römische Friede, der oft, aber durchaus nicht immer Kirchhofsfriede war. Denn er bedeutete ein genial erdachtes System,,den einzelnen und den landschaftlich gegliederten Völkerschaften eine gewisse Freiheit zu lassen, wenn sie nur den römischen Kaiser anerkannten. Hier also war der Gedanke eines nationalen Wettbewerbs unmöglich. Er beruht ja darauf, daß es ein nationales Erbgut gibt, das sich in den mannigfaltigen Farben der Kultur entfaltet: in Baukunst und bildender Kunst, in Musik und Dichtkunst, in Wissenschaft und staatlicher Formung. Die Voraussetzungen dafür schufen erst die letzten Jahrhunderte, die einen unaufhaltsamen Gang, Stufe für Stufe, zum nationalen Erwachen der Völker bedeuten. Das 19. Jahrhundert hat diese Entwicklung zu einem gewissen Höhepunkt, wenigstens zu einer gewissen Klarheit gebracht, freilich noch nicht zum Abschluß; vielmehr glauben wir Deutschen, oaß erst mit den national erwachten und gefestigten und wirklich eigenständigen Staaten eine nationale Kultur, die diesen Namen verdient, möglich ist. Immerhin trat schon im Laufe der letzten Jahrzehnte die Erkenntnis in den Vordergrund, daß es national bestimmte Kulturen gebe. Der große Deutsche Herder ist hierin führend gewesen. Man sah: es gab eine eigenartige französische Malerei. M i 1= I e t, Cezanne, van Gogh waren Männer anderen Typs als Leibl oder Lenbach oder B ö ck l i n. Die japanische Malerei, viel beachtet und immer wieder in Ausstellungen in Europa gezeigt, war wiederum etwas durchaus anderes. Natürlich blieben die Leute nicht aus, die grundsätzlich nur für das Ausländische, das Exotische — das heißt: das möglichst Fremdartige — aufgeschlossen waren. Daher verfiel das Bewußtsein für die Werte der eigenen Kultur und Vergangenheit in weiten Kreisen, und heute muß es mit vieler Mühe wieder erweckt werden. In gleicher Weise trat die Eigenart etwa der slawischen Dichtung ins Bewußtsein der Zeit. Puschkin, D o st o j e w s k i, T o l st o i waren eine Welt für sich. Und nicht anders ging es auf dem Gebiete der Musik. Die italienische Kunst etwa eines Verdi hob sich deutlich gegen die eines Brahms oder Wagner ab. Nordische Musiker wie Grieg oder Atterberg oder Sibelius bedeuteten wiederum eine Welt für sich, ebenso wie die russische Musik eines Borodin, Rimski- Ko r s a k o w oder Strawinski. iederbesehung der Dardanellen. In diesen Tagen besetzten die Türken wieder die Halbinsel Gallipoli und die Dardanellenufer. Die Truppen wurden in der entmilitarisierten Zone mit großer Freude und Begeisterung empfangen. Man sieht sie hier beim Einzug in ein Fort der Dardanellen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) WO Die Arbeit des „Reichsiustituts für Geschichte des neuen Deutschlands". Eine Unterredung mit Professor Dr. Walter Frank. Das „Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands" bringt soeben die „I n - struktion Friedrichs des Großen für feine Generale von 1747" heraus. Das Werk ist „dem Schöpfer der neuen deutschen Wehrmacht Adolf Hitler" gewidmet. Gleichzeitig veröffentlicht das Institut die Heidelberger Reden vom Reichswissenschaftsminister Rust und Prof. K r i e ck. Der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Walter Frank, empfing aus diesem Anlaß den Hauptschriftleiter der „Kulturbeiträge" zu einer Unterredung. Die Frage nach dem Sinn der Widmung beantwortete Dr. Frank zunächst mit dem Hinweis darauf, daß die Herausgabe der bisher unbekannten Instruktion von 1747 einem längst bitter empfundenen Bedürfnis der Wissenschaft entsprang. Der Mitarbeiter des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands", Geheimrat Prof. Rich. Fester, der sich als Kenner der Geschichte Friedrichs des Großen bereits früher einen Namen gemacht hat, hat auch diese neue Aufgabe mustergültig gelöst, lieber das rein wissenschaftliche Bedürfnis hinaus aber wollte das Institut durch die Widmung zum 15 0. Todestage Frie drichs des Großen ein Bekenntnis zum Führergedanken und zu unserem Führer Adolf Hitler ablegen. Prof. Frank wies darauf hin, daß in der Person Adolf Hitlers und feinem Schicksal die lebendige Verbindung preußisch-soldatischer Zucht und süddeutschen Künstlertums für das neue Deutschland hergestellt worden ist und daß der symbolische Akt in der Potsdamer Garnisonkirche vom März 1933 ein Bekenntnis zu hem war, was an dem großen Friedrich ewig jung und ewig lebendig bleibt: zurKraftdesgenialenFührer- tums. Diesem Führertum wollte das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands huldigen. Prof. Dr. Frank legte weiter dar, daß die neue Wissenschaft sich der G e i st e s h a l t u n g des Soldatentums innerlich verwandt fühlt. So, wie der „Soldat" auch die geistigen Güter der Nation mit feiner Waffe schützt, so wird der „Geistige" dem kämpferischen Lebenswillen seines Volkes, den der „Soldat" verkörpert, seine geistige Rechtfertigung mitfchaffen helfen. Dieses Verhältnis hat, woran Prof. Frank ergänzend erinnerte, kürzlich auch feinen äußeren Ausdruck darin gefunden, daß der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht besondere Vertreter der drei Wehrmachtsteile in den Sachverständigenbeirat des Reichsinstituts entsandt hat. Die Frage nach der Bedeutung der Veröffentlichung der Reden, die Reichsminister R u st und Professor K r i e ck gelegentlich der Jubelfeier der Heidelberger Universität gehalten haben, beantwortete Professor Frank zunächst mit dem Hinweis darauf, daß hier der verantwortliche Leiter der deutschen Wissenschaftspolitik und einer der führenden Denker der neuen deutschen Wissenschaftslehre erstmalig vor einem internationalen Forum sprachen. Was R u st und K r i e ck grundsätzlich formulierten, das muß im nächsten Jahrzehnt durch Einzelheiten auf allen Gebieten in seiner Fruchtbarkeit und inneren Wahrheit erwiesen werden. Dem Reichsinstitut fällt dabei eine besondere Aufgabe zu. Bei feiner Gründung hat der Reichswissenfchaftsminister in einem Erlaß erklärt: „Ich bin aufs tiefste überzeugt, daß gerade der Geschichtsschreibung heute eine besondere nationale So trafen zwei Ströme zusammen, die um 1900 die Idee eines kulturellen Wettbewerbes der Nationen möglich erschienen ließen: einmal der durch die Olympischen Spiele geschaffene Rahmen, das „internationale Forum", auf dem sich die Nationen treffen können, wo sie sich „begegnen" im wahrhaften Sinne des Wortes: das heißt, wo sie sich in die Augen schauen,, jede erfüllt von dem Bewußtsein ihrer eigenen Art, jede in dem Gefühl, aufgerufen zu sein zur höchsten Leistung, jede bereit, ihr Letztes einzusetzen, um vor der Welt mit den Werken ihrer geistigen Kultur in Ehren zu bestehen. Zweitens aber sind es nun wirklich geformte Nationen, die zum Wettkampf antreten, nicht mehr der antike „Völkerbrei". Wenn unsere Preisrichter jetzt zwischen deutschen, amerikanischen, französischen, italienischen und anderen Kunstwerken zu entscheiden haben, so wissen sie, daß ein jedes dieser Kunstwerke auf dem Boden eines Volkstums erwachsen ist, das einen Eigenwert in sich selbst darstellt. Diese Erkenntnis macht nun freilich das Amt des internationalen Preisgerichts für die besten Bau- und Bildwerke, die besten Musikwerke und die besten Dichtungen ganz besonders schwer und verantwortungsvoll. Denn diese Männer aus Deutschland, Oesterreich, Schweden, Italien, Polen, Finnland, Holland und der Schweiz wissen genau: einen allgemeinen objektiven Maßstab gibt es nicht, nach dem man feststellen könnte, daß ein polnisches Gedicht schöner sei als ein holländisches, eine italienische Hymne schöner als eine dänische. Was möglich ist, was erstrebt werden muß und was diesem olympischen Kunstwettbewerb, die große kulturgeschichtliche Bedeutung verleiht, ist dagegen dies: man wird erkennen, wie sehr es den einzelnen Künstlern gelungen ist, auf Grund ihrer nationalen Eigenart die einmalige und unwiederholbar ist, Dinge auszusprechen, die alle Völker heute bewegen. Das Thema für den Kunstwettbewerb ist gegeben: Das Werk muß der olympischen Idee dienen. Diese ist nun freilich sehr weit gefaßt. Die Werke der bildenden Kunst müssen einen sportlichen Voraang darstellen. Dabei kann aber der Nachdruck ebenso sehr auf dem Einzelkämpfer feine gestrafften Haltung, seinem Willen zum Siege, seiner Methode im Kampfe ruhen wie auf einer Massenszene. Die Dichtungen werden die olympische Idee als solche verherrlichen, und dabei kann ebenso sehr das sportliche Einzelereignis wie die Darstellung der Welt des Sportes wie auch die Idee der Einheit von Seele und Leib im Mittelpunkt stehen. Bei der Musik endlich ist der Rahmen wohl am weitesten gefaßt. Neben Einzugsmärschen oder musikalischen Ausdeutungen des Kampfes und Kampfwillens steht die Möglichkeit, den heldischen Gedanken an sich in Tönen zu erfassen. So ist das Feld für den geistigen Wettkampf weit abgesteckt. Und die Nationen werden sicher eine Fülle von Werken zeigen. Die musikalischen und dichterischen Werke sind von den Preisrichtern bereits bestimmt, an den musikalischen wird bereits geübt, um sie der Weltöffentlichkeit im Laufe der Olympischen Spiele zu Gehör zu bringen. Aber bekannt sind sie zunächst nur einem kleinen Kreis Eingeweihter. Das Element der Ueberraschung darf und soll nicht fehlen. Es wird die Stunde 'kommen, wo die Nationen in ihren besten Schöpfungen sich dem Urteil der ganzen Welt stellen. Hoffen wir, daß überall die rechte Aufgeschlossenheit herrsche und daß das Urteil so gerecht wie möglich ausfalle. Es ist von Interesse, einen kurzen Rückblick auf die früheren Kulturwettbewerbe bei den Olympischen Spielen zu werfen. Nach schwächeren Versuchen 1912 in Stockholm und 1924 in Paris dürfen erst die Kunstwettbewerbe von Amsterdam 1928 und Los Angeles 1932 ernstere Aufmerksamkeit beanspruchen. In Amsterdam hat Deutschland gut abgeschnitten. Die Werke der Städtebaukunst brachten den ersten und dritten Preis zwei Deutschen, den zweiten einem Franzosen. Bei den Werken der Baukunst dagegen gingen die Preise nach Holland, Dänemark und Frankreich. In der Dichtstunst fielen unter sieben verteilten (von neun ausgesetzten) Preisen zwei nach Deutschland. Bemerkenswert ist, daß unter neun ausgesetzten Musikpreisen nur einer verteilt wurde, ein Zeichen, daß man keineswegs gewillt ist, die Preise zu verschleudern, sondern daß man den strengsten Maßstab anlegt. Aus diesem Grunde hat auch der deutsche Musikausschuß nur vier von über 100 eingereichten Werken zum internationalen Wettbewerb angemeldet und zum Beispiel in der Gruppe II (Instrumental- und Kammermusik) feines der eingereichten Werke für würdig befunden. In der Gruppe der bildenden Kunst wurden in Amsterdam alle 15 ausgesetzten Preise verteilt und Deutschland konnte fünf davon für sich buchen. In Los Angeles erhielt Deutschland von 25 verteilten Preisen nur drei. Den Löwenanteil der Preise erhielten die Amerikaner. Durch eine strenge Auswahl ist Vorsorge getroffen, daß Deutschland nur mit wertvollen Kunstwerken in Erscheinung tritt. Darum dürfen wir als Deutsche. Hoffen wir, daß mehrere unserer Volksgenossen als Sieger hervorgehen. Sie werden damit dem deutschen Namen genau so dienen wie die, die als Sportler ihren Sieg an die deutschen Fahnen heften. Sie werden darüber hinaus aber ein Werk für die Verständigung der Völker tun; denn während — man kann sagen: leider — der Eindruck der sportlichen Siege nicht plastisch wiederholt werden kann, werden die Werke der drei Kunstarten dauern, sie werden noch oft die Nationen erfreuen, und sie werden zu einem Spiegel ihrer nationalen Eigenart, also zu wirklichen Kulturwerten, werden können. Brasilien kugel. Ali HUT rar a Wirischast be- Gesetz betrat Frankfurt o. M. Berlin Lerlm 5ranfturt a. M. 146 97 132,25 ll 132,25 l 150,5 119,5 > 38 98 »I 2231 14,9 Süddeutscher Zucker io| iiiuiimiininuiiiiiu!!! OieKlaggen-ernichieuropäischenOlympia-Raiionen 2,5 9,2 üHiiaiiiiiiHiiiiimtiiini Echluß« kurs 101 97,4 102 112,65 100,1 98,75 101,4 97,5 95 109,5 171 271 114,75 134 140 171 271 116,5 135 139,4 146 134,4 230 149,5 112,75 29,13 127 127 183 170,25 114,25 134,25 140 147,5 134,5 231,25 150,75 113,75 28,75 127,25 126,65 184,25 170,65 117 135 139,13 57,65 87,5 152,75 118,25 133,5 175 55,13 407 217 188,5 151 113,75 29,13 127 125,75 58,5 88 154,5 119,5 133,25 174 54,75 405 190 37,65 99 223 98,75 97 101,13 93,75 123 119,5 97 101,25 101,4 97,5 111 58,25 88 154 119,13 119,25 133,13 174 88,25 54,65 403 190 36,65 225 Columbien Gelb - blau - rot waagerecht gestreift. Bermudas Britische Flagge mit Wappen. Jamaika Britische Flagge mit Wappen. Schluß!. Abeno- börse Mexiko Grün-weiß-rot, senkrecht gestreift. Indien Britische Flagge mit dem Stern von Indien. Argentinien hellblau - weiß - hellblau, waagerecht gestreift. stand. Am Rentenmarkt eröffneten Altbesitzanleche 0,25 v. H. freundlicher, Kommunal - Umschuldung weiterhin unverändert 88,25, ebenso Jinsvergütungs- scheine mit 92,85; späte Schuldbuchforderungen mit 97,90 bis 98 etwa behauptet. Von Auslandsrenten Japan Rote Scheibe auf weißem Grund. Neuseeland Britische Flagge in der Oberecke, vier Sterne auf rotem Grund Afghanistan Schwarz - rot - grün, senkrecht gestreift, mit Wappen. Aegypten Weißer Halbmond mit drei weißen Sternen aus grünem Grund. Australien Auf rotem Grund sechs Sterne verschiedener Größe, in der Oberecke britische Flagge. Südafrika Orange - weih - blau, waagerecht gestreift, im weißen Feld kleine Flaggen. Costa Rica Blau - weiß - rot - weiß - blau, waagerecht gestreift. Peru Rot-weiß-rot, senkrecht gestreift. 4% Österreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 4' . % desgl. Don 1913......... 5% abgest. Goldmsxikaner von 90 4% Tückische BagdadSahn-Anleihe Serie l................... Philippinen Blau - rot, waagerecht gestreift, im weißen Dreieck drei Sterne und Sonne. Kanada Wappen auf rotem Grund, Britische Flagge in der Oberecke. Haiti Blaurot, waagerecht gestreift. China Rot, darin auf blauer Oberecke eine zwölf- strahlige weiße Sonne. Bolivien Rot-gelb-grün, waage» recht gestreift. 101,4 97,5 95 109,5 30,5 2,6 9,13 8,55 8,25 14,9 Oie Einengung des schwarzen Kapitalmarktes Uruguay Neun weihe und blaue Streifen, in der weißen Oberecke eine Sonne. USA. Dreizehn rote u. weiße Streifen, in der blauen Oberecke 48 Sterne. 109,5 30,25 2,6 9,2 8,65 8,8 14,8 119,4 97 101,35 101,4 97,5 95 109,5 30 2,6 8,5 8,75 14,75 Rundfunkprogramm. Dienstag, 28. Juli. 6 Uhr: Musik in der Frühe. Frühgymnastik. Nachrichten. 8.05: Unterhaltungskonzert. 9: Volksmusik. 10: Unterhaltungsmusik. 12: Musik am Mittag. Dazwischen Hörberichte. 13.45: Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei! 15: Melodien aus französischen Spielopern. 16: Bunter Nachmittag. 18: Das kommt uns spanisch vor ... 19: Meister ihres Facks. Die Welt hört die XI. Olympischen Spiele. Der Olympia- beauftrage des Deutschen Rundfunks spricht über die erste Rundfunkübertragung der Olympischen Spiele 20: Kurznachrichten. 20.10: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 6. Tag: Volkskonzert im Haus der Arbeit. Dazwischen (20.50) Echo des Tages. beiträgt, den „schwarzen Kapitalmarkt" auf die Dauer etwas zu beschränken und die Ersparnisse noch stärker zu den berufenen Kreditinstituten fließen zu lassen, so wird damit eine gesamtwirtschaftlich gewünschte Entwicklung gefördert. Nhein-Mainische Börse. Fest. (10,25). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 339 Rinder (43 Ochsen, 67 Bullen, 189 Kühe, 40 Färsen), 344 Kälber, 52 Schafe, 2371 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 49, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 44 bis 72, Hämmel 47 bis 49, Schweine 50 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 631: Der Reichsausschuß für Fremdenverkehr hat anläßlich der bevorstehenden XI. Olympischen Spiele 1936 ein Merkblatt über die deutschen Devisenvorschriften für Ausländer im Reiseverkehr herausgegeben, das kostenlos von uns abgegeben wird. — 632: Erweiterung der Bestimmungen für Geschäftspapiere. — 633: Zusammen- I fassung der Bestimmungen über den Zahlungsverkehr mit der Schweiz und Liechtenstein. — 634: Neufassung der Bestimmungen über den Verrechnungsverkehr mit Jugoslawien. — 635: Erhöhung der Reisefreigrenze in Danzig auf 200 Gulden für Reichsmark und Zloty für den Monat August. — 636: Die Zolltarifänderungen der Südafrikanischen Union. Sranffurt a.M. | Berlin Wipp Holz mann .... [emenitoen Heidelberg ementwerk Karlstadt.. | 132,5 1 132,5 | 151,75 Oainm 6% Deutsche Reichsanteihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 B’/i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 4Vi% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, l....... 4%% ehem. 8% Hessischer Botts' jtaat 1929 trückzahlb. 102%) ... 4/i°/o ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold N. 12... 5%% ehem. 4 tz% Heil. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4’/i% ehem. 8% Darmst. Komm Lanoesb.Goldschuldverschr R. fc Lberhesjen Provinz-Anleihe mi Auslol.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp^Vani Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp. Bauk-Liqu.-Psandbrtese...... b'/r% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. .. - 4%% ehem. 8% Pr. Landespsank briefanstalt, Psandbriese R. 19 414% ehem. 7% Pr. Landespsanv brieianst., Gold Komm. £61.20 Sleuergutlch.Berrechnungök. 34-38 gewannen 4 v. H. Goldmexikaner 0,25 v. h- auf 10,65 und 4 v. H. Rumänen 0,13 o. H. auf 5,65 Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft am Aktie n m a r k t weiter zusammen. In der Farven- Aktie lag stärkeres Angebot vor, das den Kurs dis auf 170,50 drückte. Für Montanwerte nannte man ebenfalls leicht ermäßigte Kurse, die Gesamthaltung blieb aber doch fest. Nachfrage fanden Kunstseide AKU mit 57,50 bis 58,50 (57,65), auch Bemberg 0,50 v.H. höher mit 88. Für Bankaktien war die Haltung uneinheitlich. Am variablen Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein. Kommunal-Umschuldung 88,20 zu 88,25, zertif. Dollar-Bonte etwa 67,75 bis 68. Goldpfandbriefe notierten unverändert, Liquidationswerte teilweise etwas höher. Von Stadtan- leihen zogen Mainzer auf 94,75 (94,50) an, Hanauer gaben auf 91,50 (92) nach, sonst blieben die Kurse behauptet. Von fremden Werten lagen noch 4,50 d. H. Irrigations-Mexikaner etwas fester mit 10,45 Panama Weiß - rot» blau - weiß gestreift. In den weißen Feldern je ein Stern. Chile grüner Gründ, in geb Weiß-rot, waagerecht dem Feld eine Himmels- gestreift, blaue Oberecke mit Stern. Oer Gau Hessen-Nassau auf der Weltgeflügelausstellung. LPD. Frankfurt a. M., 25. Juli. Der VI. Wettgeflügelkvngreß, der zur Zeit in Leipzig tagt, lenkt die Blicke des Auslandes nach Deutschland, das in der Kleintierzucht eine führende Stellung einnimmt. Wert und Bedeutung lassen folgende wenige Zahlen erkennen. Bei der letzten Zahlung Ende 1934 wurde der Hühnerbestand mit über 200 Millionen Mark bewertet, der der Gänse mit 35 Millionen Mark und der der Enten mit 11 Millionen Mark. Die deutschen Bienen stellen den zweitgrößten Posten mit 110 Millionen Mark dar, für Ziegen wurde der Wert mit 70 Millionen Mark, für Kaninchen mit 44 Millionen Mark und für Pelztiere mit 9 Millionen Mark errechnet, zusammen also annähernd eine halbe Milliarde. Der Er- zeuqungswert stellt sich bei der Geflügelzucht auf 700 Millionen, Ziegenzucht 240 Millionen, Bienenzucht 40 Millionen und Kaninchenzucht ebenfalls 40 Millionen, also über eine Milliarde Mark Im Gau Hessen-Nassau hat die Kleintierhaltung jeder Art von jeher eine zweckmäßige Forderung erfahren. Der Gau steht im Reich an dritter Stelle. Es gibt zur Zeit im Gaugebiet Hessen-Nassau rund 1000 Kleintierzüchtervereine mit einem Mitglieder- bestand, der in die Zehntausende geht. Mission zukommt, Durch die großen Umwälzungen und Erlebnisse des Weltkrieges, des Zusammenbruchs und der nationalsozialistischen Erhebung sind ihr völlig neue Ein- und 'Ausblicke eröffnet und neue Aufgaben gestellt. Diese neuen Aufgaben werden im alten Geist deutscher Wissenschaftlichkeit, mit all der Gründlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Wahr- Hastigkeit zu lösen sein, die von jeher ein Ruhmestitel des deutschen Volkes waren." In diesem Geiste, so betonte Professor Frank, ist das Institut an die Arbeit gegangen. Im einzelnen betonte Frank weiter, daß niemandem die geistige Auseinandersetzung mit diesen Reden erspart werden könne. Er fei überzeugt, daß sie der Anlaß zu einer ernsthaften geistigen Auseinandersetzung mit dem Wissen- fchaftswillen des nationalsozialisti- sch en Deutschlands werden würden, die gerate im Ausland manche falsche Vorstellung end- gültig zerstreuen dürfte. Professor Frank hob besonders die grundlegende Feststellung des Reichswissenschaftsministers hervor, daß weder die Blüte der Wissenschaft durch „organisatorische Maßnah- men" bewirkt, noch die Hochschulkrise durch solche Maßnahmen gelöst werden kann, daß vielmehr jeder Reform der Universitäten die innere Erneuerung der Wissenschaftsidee vvr- ausgehen müsse. Auf diese Erkenntnis ist, so betonte Frank, die gesamte Arbeit seines „Reichsinstituts" gegründet. Als 1933 die nationalsozialistische Bewegung die Macht und Verantwortung übernahm, habe sich gezeigt, daß der stürmende Elan allein — und noch viel weniger die äußere Organisation allein — nicht imstande waren, der nationalsozialistischen Idee die geistige Macht über die hohen Schulen zu sichern. Ein neues siegentscheidendes Element mußte eingeschaltet werden. Es ist die Überlegenheit des Nationalsozialismus auch in der geistigen B e - gründung seiner Wissenschafts idee und in der wissenschaftlichen Leistung aus dieser Idee heraus. , . , Prof. Frank hob abschließend hervor, daß es in den Jahren seit 1930 das große Problem des politischen Kampfes war, zu beweisen, daß die NSDAP, nicht nur die Trommeln der Begeisterung rühren, sondern nach einer Formulierung Adol Hitlers vom September 1930 „auch Florett fechten" und zuletzt auch „regieren" könne. Er verwies auf die wissenschaftlichen Spitzenleistungen von Günther, Krieck und Bäumler, hinter denen sich bereits die ersten bedeutsamen Leistungen einer jungen nationalsozialistischen Gelehrtengeneration abzeichneten, von denen er Hans Alfred Grunsky, Karl Richard Ganzer und Wilhelm Graus erwähnte. 24.7 TÖT 97,4 102,25 112,4 25 7 iöT 97,4 102,25 112,65 100 98,75 97 100,9 93,75 Frankfurt a. M., 25. Juli. Die Börse bewahrte auch am letzten Tag der Woche ihre feste Haltung, da weiterhin Kaufaufträge der Kundschaft Dorlagen. Das Geschäft war indes nicht besonders lebhaft, da kein entsprechendes Anaebot herauskam. Am Aktienmarkt lagen besonders Montan- werte auf Käufe von Großanlegern wieder fest und recht lebhaft. Hoesch, Klöckner, Mannesmann, Rheinstahl und Verein. Stahl setzten 1 bis 1,50 v. H. höher ein, Buderus 116,50 bis 117 (116,50), auch Laurahütte 0,50 v. H. fester. Harpener bei kleinem Umsatz plus 2,50 v. H. IG. Farben zogen zunächst auf 171,90 (171) an, waren aber später zu 170,75 angeboten, Deutsche Erdöl 1 v. H. höher. Von Elektroaktien stiegen Siemens um 2,50 v. H. auf 208, Licht & Kraft plus 1 v. H., AEG. plus 0,13 v. H., dagegen gaben RWE. 0,50 v. H. und Elektr. Lieferungen 0,75 v. H. nach; Schuckert unverändert 164,75. Autowerte bröckelten 0,25 bis 0,50 v. H. ab, auch Maschinenwerte ruhiger, Muag minus 1 v. H., Moenus mit 96,50 gut behauptet. Zellstoffaktien lagen 1,50 v. H. höher, ferner gewannen Zement Heidelberg 1,25 v. H., Holzmann 0,75 v. H., Deutscher Eisenhandel 2 v. H., Reichsbank 0,90 v. H. Schiffahrtsaktien blieben voll behauptet, Hapag 0,25 v. H. freundlicher. Westdeutsche Kaufhof zunächst 55,50 (55,13), dann 55,25. Metallgesellschaft und Rheinmetall-Borsig setzten 0,25 bis 0,50 v. H. leichter ein. Nach den ersten Kursen wurde es etwas ruhiger, Montanwerte blieben voll behauptet, auch sonst zeigten die Kurse größtenteils den Anfangs- Norm. Die Gläubiger sollen sich zunächst mit den Schuldnern in Verbindung setzen, damit eine Einigung erzielt wird; wenn dies nicht gelingt, soll die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen werden. Durch diese Neuregelung wird den Schuldnern eine wesentliche Erleichterung verschafft, denn bisher waren noch häusig für Privathypotheken Zinsen von mehr als 6, ja 7 und 8 v. H. und hoher zu zahlen. Ferner wird erreicht, daß der Zinsunterschied zwischen den Privathypotheken und denjenigen Hypotheken, die von den organisierten Realkreditgebern gewährt wurden, bedeutend geringer wird. Der Anreiz, zwecks Erzielung höherer Zinsen sich dem schwarzen Kapitalmarkt zuAU- wenden, verliert durch die Herabsetzung der Zinsen für Privathypotheken natürlich erheblich an Bedeutung. Je höher der Zins, desto hoher stellt sich auch das Risiko; diese Erfahrung haben viele gemacht, die sich nicht der berufenen Kreditinstitute bedienten, sondern ihre Ersparnisse selbst, z. B. als Hypotheken, ausgeliehen haben. Wer dagegen seine Ersparnisse Kreditinstituten anoertraut, bleibt vor manchem Aerger, vor Sorgen und auch Verlust- gesahren bewahrt. Denn die Kreditinstitute, wie z. B. die Sparkassen, haben einen ganz anderen Einblick in Fragen des Geldverkehrs und des Grundstücksmarktes, wie ihn der Privatmann nun einmal nicht besitzen kann. Das gilt vor allem auch für die zahlreichen im Grundstücksverkehr zu beachtenden rechtlichen Fragen, durch deren ungenügende Kenntnis schon mancher Volksgenosse, der Geld in Hypothekenform ausgeliehen hatte, in eine unangenehme Lage gekommen ist. Wenn also das Gesetz über die Zinsen von Privathypotheken dazu Im Zuge der Maßnahmen, mit denen in verschiedenen Abschnitten die Zinsen für öffentliche Anleihen, Pfandbriefe und damit auch für die von den Grundkreditanstalten gewährten Hypotheken herabgesetzt wurden, sind nunmehr durch das Gesetz über Hypothekenzinsen vom 2. Juli 1936 auch die Zinsen für Privathypotheken gesenkt worden. Dieses ™ ' chtet Zinssätze von 5 bis 6 o. H. als Gläubiger sollen sich zunächst mit den Datum Manssetver Bergbau....... 6 /t Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhetnstahl.................. 4 Vereinigte Stahlwerke...... 8% Otavi Minen ...............O Kaliwerke Aschersleben........b Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% Schlußkurs 24-7 101 97,4 102 112,5 100,1 6*s- AL Schlußkurs 24-7. 145 230 149,5 112,9 29,13 126,5 183 Schultheis Patzenhofer .......4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum ...........8 Orenstein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Ehade...................... 9 Accumulatoren-Fabrtt....... 12 Lonti-Gummt.............. 11 Gritzner....................Ol Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 124 119,65 97 Schlußk. Abend- börsc 25.7 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren nngesührten Ziss-rn geben die Höhe der zuletzt b°1chl°H°n°n Dividende an. - R-ichvbankdi-kvnI 4 v.H., Lvmbardzin-fuß 5 v.H. börse 25.7. kurs 24.7. Schlußk. Mittag- börse 25.7 I. G- Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerüwerle ......... 6 Metallgesellschaft............. 5 110,75 57,75 87,65 154 118,5 118,9 133,13 174,9 89,4 55,25 407 2I7 188,5 !"l WWW iiiiiiiw Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 24-Juli 25 Juli Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 24-7 25.7- 24-7. 25.7. 4% Desai. Sene n ........... — — — — 5% Numan, veretnh. Rente v.1903 6,7 6,7 6,7 6,75 4'/,9l>Rumän.vereinh.Rentev.l91ö 10,25 10,4 10,25 10,25 4% Rumänische vercinh. Rente 5,5 5,65 5,55 5,4 44 44,25 —— 43,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,25 15,5 15,65 15,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 48 48,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,75 16,9 16,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 119,5 119,5 119 119 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 127 126,75 Commerz» und Prtvat-Bank ... 4 103,5 104,5 103,4 104 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 105,75 106,5 105,5 106,5 Dresdner Bank.............. 4 105,75 106,5 105,5 106,5 Retchsbank ................ li 196,13 197 195,75 197 A.E.G...................... 0 39,13 39,25 39,13 39 Bekula..................... 8 155,5 155,4 155,75 155,9 Elektr. Lteferungsgesellschast .. 6 135,75 135 136 133,75 Licht und Kraft ............. 7 159 160 159,4 159,75 Felten & Guilleaume......... 4 139 138,5 139,5 139,75 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung 6 145 144,5 145 144 Rheinische Elektrizität ........ 6 134,5 135 134,13 135,25 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 140,25 139,75 140,13 139,5 Schuckert LEo.............. 6 164,75 164,75 164,75 164,75 Siemens L Halske........... k 205,5 208 206,5 208 Lahmeyer LEo............. 7 145,5 146,5 145 146,25 4 116,5 117 115,75 116,5 4 135 136 135 135,9 Harpener................. 2'/ 131 133,5 130,5 132,25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 120,5 121,5 121 121,75 Ilse Bergbau .............. —■ 174,75 173 l 139 139 139,5 139,5 Klöcknerwerke .............. 118,75 120,25 119 120,4 ManneSmann-Röhren....... 112,75 113,5 113 113,75 Buenos Alle 0,680 0,684 0,683 0,687 Brüssel .... 41,92 . 42,00 41,90 41,98 Rio de Jan. 0,143 0,145 0,142 3,047 0,144 Sofia..... 3,047 3,053 3,053 Kopenhagen 55,65 55,77 55,63 55,75 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,465 12,495 12,46 12,49 HelsingforS. Paris ..... 5,485 5,495 5,49 5,50 16,42 16,46 16,41 16,45 Holland ... 168,76 169,10 168,75 169,09 Italien.... 19,53 19,57 19,53 19,57 Javan ..... 0,727 0,729 0,726 0,728 Jugoslawien 5,654 5,666 62,76 5,654 5,666 Oslo..... : 62,64 62,62 62,74 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,325 11 ,345 11,32 11,34 Stockholm.. 64,27 64,39 64,25 64,37 Schweiz ... 81,13 33,92 81,34 81,16 81,32 Spanien... 33,98 33,92 33,98 Prag...... 10,28 10,30 10,275 10,295 Budapest .. —— — — — Reuyork ... 2,485 2,489 2,481 2,488 Banknoten Berlin, 25. .Vul 1 Geld Brief Amerttamsche^koien...... 2,436 2,456 41,92 Belgische Noten.......... 41,76 Dänische Noten ......... 55,43 55,65 Englische Noten ......... 12,425 12,465 Französische Noten....... 16,36 16,42 Holländische Noten....... 168,33 169,01 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 62,40 62,66 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — Rumänische Noten....... —— Schwedische Noten....... 64,03 64,29 Schweizer Noten......... 80,98 81,30 Spanische Noten......... 33,58 33,72 Ungarische Noten ....... — Ittl n der lerne mb weiße blauen lerne. 5 v.h. auf aus 5,65. ft am Aller Farben« m Kurs bis nannte man lsamihallung n Kunstseide ich Lemberg tien war die traten feine ulbung 88,20 57,75 bis 08. irt, Liquida- Ian Sladlan- । an, chanai/er en bie N i noch r mit tU. ibmä)t.) Um caustrieb'. 339 ie, 40 FärsÄ >. Es töteten: len 39 bis 49, bis 44, Kalber -ine 50 bis 31 .weine würben Schafe mittel1 .er Gießen iuB für FrE stehenden X >latt über du Oslander im »los von uns g der Beft.w' r- Zusammen’ ZahlMSSver' ^den Derre-H' 635: E >00 Gulden!u nat Anguss furl o.K- ,683 1,90 i,142 l,047 >5,63 16,80 12,46 5,49 16,41 68,75 19,53 ,726 5,654 62,62 «•' 11.32 64.^, 81-1$ 33,92 10,0 2,481 436 ,76 ,43 5 i'<« $ 41'11 0,1» 3,0= 55'S 46,?0 12,g 5,50 16,«5 169, 19,51 0,728 5,66j 62,74 49,05 1b J 64,37 81'5 1^ 0 4b 'h 169;” Ir. 173 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 27. M Mb Die Sommerarbeit der AS.-Irauenschast im Gau Heffen-Aaffau. RSG. Juli und August sind ja eigentlich Ferienmonate. Es finden keine Heimabende der NS.- Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes statt und alle Arbeiten werden auf das Notwendigste beschränkt. Die Arbeit der Hausfrau kann aber auch in diesen Monaten nicht ruhen. Die Norratswirl- schaft stellt ihre Ansprüche, Garten und Feld bedürfen der Pflege, und die reifenden Früchte müssen verwertet werden. So hört auch die Arbeit der Abteilung „Volkswirtschaft — Hauswirtschaft" in diesen Sommermonaten nicht auf. Im Gegenteil! jetzt zur E i n m a ch z e i t holt sich die . Hausfrau gern einen Rat bei der Abteilung oder läßt sich durch Kurse und Vorführungen unterrichten über Süßmostbereitung, Fifchver- brauch im Sommer, Kampf dem Verderb, Gartenarbeiten und Schädlingsbekämpfung, Gesundheitspflege im Sommer usw. In einigen Ortsgruppen der NS.-Frauenschaft wurden die letzten Heimabende vor den Ferien dazu benutzt, gemeinsam die Flachsfelder zu jäten, die der Reichsnährstand in der Gemarkung angelegt hat. Trotz vieler Landarbeit finden sich immer noch Frauen zusammen, die für die NSV. arbeiten: Strümpfe und Wollsachen werden ausgebessert und Wäsche genäht für den kommenden Winter. Vielfach konnte man in den letzten Wochen auf den Landstraßen unseres Gaues Omnibussen begegnen mit singenden Frauen, die gemeinsam einen kleinen Ausflug in ihre weitere Heimat unternahmen. Für viele ist das ein ganz großes Ereignis und ein unvergeßliches Erlebnis: nach der gemeinsamen Arbeit des vergangenen Jahres nun auch die gemeinsame Freude, das Erlebnis der schönen Heimat. Bei einer solchen Fahrt durch wogende Kornfelder zwischen fruchtbehangenen Obstbäumen und durch saubere kleine Ortschaften sieht man recht verschiedenartige Bilder. In einem kleinen stillen Dorf vor dem Schulhaus stehen gerade mitten in der Sonne ein gutes Dutzend Kinderwagen friedlich nebeneinander. Von Müttern und Kindern ist nichts zu sehen. Drinnen im Schulhaus hält die Wanderlehrerin des Reichsmütterdienstes Beratungsstunde und hat die Frauen aufgefordert, dazu ihre Kleinsten mitzubringen. Ein guter Rat läßt sich oft besser veranschaulichen, wenn man ihn am lebenden Objekt beweisen kann. Aus der Provinzialhauptstadt. Geheime Wünsche! O — wir tragen sie alle mit uns herum. Hand cr'fs Herz! Ist jemand da, der das ernstlick be- Mten wollte. Er würde vergeblich der Wahrheit eh Schnippchen schlagen wollen, denn einen Men- ften ohne geheime Wünsche gibt es einfach nicht, (f sei denn ein übersättigter Lebegreis oder ein abgemachter Trottel. Und beide Spezies find unter D - Gattung der Menschen erfreulicherweise nicht ’k r häufig. Rein, Tatsachen soll man nicht bestreiten. Es hat timen Sinn, die eine Hand beschwörend zur Ab- Aihr zu erheben und die andere unterdessen in der Kcktasche recht wohlgefällig auf dem eben erstan- dmen Lotterielos ruhen zu lassen. Auf dem Lotte- illos, jawohl! Ist es etwa eine Schande, in der L-terie zu spielen, um zu sehen, ob die Glücksgöt- fir uns einige Freundlichkeiten erweisen will? Wahrhaftig, es ist keine Schande und außerdem ist es ja gerade die Lotterie, die nicht wenigen von in» die Erfüllung ihrer geheimen Wünsche sichern so... Zumindestens hoffen sie es und schicken ihr Hi snungsschifschen immer wieder mit stolz geblähte Segeln auf neue Fahrt. Denn das ist ja des Pudels Kern: daß sich die D"wirtlichung unserer geheimen Wünsche in vielen FDlen erst möglich macht mit der rollenden und kl genden Münze. „Wenn ich erst Geld verdiene, de in kaufe ich mir ein Fahrrad", sagt der Dreizehnjährige, der brennend gern die Pedale treten mchte. Ist einige Jahre später sein höchster Wunsch erüllt, lockt ihn natürlich in viel stärkerem Maße da Motorrad. „Donnerwetter, wenn ich doch erst mi auf einer anständigen Maschine sitzen könnte." Wir ihm dann das Schicksal gnädig und er kann kvilklich auf seiner Knattermaschine durch die Ge- ge8d rasen, dann streift sein Blick auf den Park- plyen mit stiller Begehrlichkeit die schnittigen Ai 05. -5 braucht nicht immer mit dem Fahrrade anzu- fagen und bis zum eleganten Mercedes zu gehen. D geheimen Wünsche sind tausendfältig wie der Sind am Meer, und was den einen als höchste S insucht erscheint, hat für den anderen nicht den m besten Reiz. Dafür richtet sich fein Verlangen iriMheim auf Dinge, die wieder den Dritten kaum im regieren. Aber immer oder fast ausschließlich |pült im Hintergründe der gefüllte Beutel eine iihrragenbe Rolle in der Wunschskala unserer Dor- stemngen. Soll man darüber die Achseln zucken ob" gar moralisch den Finger heben? >5 würde sinnlos sein, denn in der Tat läßt sich lütt leugnen, daß der Goldesel aus dem Märchen in:Leben des einzelnen oft genug vor recht nütz- lici Aufgaben gestellt werden könnte. Nur fragt esttch, ob er auch in der Lage wäre, als dauernder El.scksfpender zu wirken. Da das Märchen diese Rroge verneint, kann man es ruhig dabei bewenden los n. Das Glück liegt eben nicht im Besitz, son- »en im Streben nach den Dingen. Und deshalb »aisn auch all die vielen geheimen Wünsche, die wir iw uns herumtragen, ihre tiefere Bedeutung. Denn ie mögen sein, wie sie wollen: sie beglücken uns 1 mfi) ihr Dasein und das ist für den Alltag unend- ichioiel wert. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Montag. (Noria-Palast, Seltersweg: „Liebeserwachen". Oer Gau Hesten-Naffau v»r jeglicher Preistreiberei geschützt. b5G. Verschiedene Zeitungsnotizen über die Ein- I »tzmg besonderer Ueberwachungskommissionen in s res- und sozialpolitischer Hinsicht in anderen i Ba.ien des Reiches ließen hier und da bei der Be- i cl erung Hessen-Nassaus die Frage auf- I awgen, ob ähnliches auch im Rhein-Main - Gebiet es, eh en sei. fterzu wird mitgeteilt, daß schon seit Jahren die UQAP. des Gaues Hessen-Nassau im Verein mit 15 zuständigen staatlichen Stellen und umgekehrt Oie torpedierte Kuh »nd der pünktliche Dorsch. ! Woot-Geschichten vonKorveiien-Kapiiäna O. G. G. Irhrn. v. Forstner. vTtn Juli 1910 hatte ich als Kommandant unseres : Uürootes „U 1" großes Pech. Üie schossen in der Eckernförder Bucht Torpedos. 'Lm westlichen Strande der Bucht tummelte sich die Jftibgerbe des Gutes Hemmelmark, das Seiner Kö- iiczlchen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preu- j jtn, unserem damaligen Flottenchef, gehörte, bei 81' glühenden Hitze im Wasser. Auch einem meiner ! Riedas schien die Bullenhitze nicht bekommen zu ioi, denn er lief, statt zum Zielschiff im Bogen il> jsogenannter „Kreisläufer", der leicht durch Lilthmutzungen in der Steuermaschine entstehen ktt, in brausender Fahrt in Richtung auf dem frn-melmarfer Strand. „Wenn das man klar war unser letztes Stoßgebet. Schnell tauchen mir auf und verfolgten die Torpedolaufbahn Itttiöem Doppelglas, auch die Fangboote eilten JpoT hinter dem Ausreißer her. — Unser bangem k tz- Hoffen wurde aber bald jäh erschüttert durch Üd: Ausruf meines Steuermannes: „Der läuft da eieaie mitten mang, der kriegt sicher noch 'ne S R, 3u fassen!" Tatsächlich sprang auch unmittel- t>o: darauf der verflixte Torpedo in elegantem nach seinem ersten Aufstoßen auf den fla- c im Strand aus dem Wasser heraus und erledigte 6 fa fi^uf) der Königlichen Herde durch „Blattschuß". 1 betm ging der große Krach los. Erst hieß es, c ns iber toten Kuh den Torpedo herauszuziehen vom kleinen Beiboote aus hierbei die wüten- Angriffe des Herden-Hundes unter lautem <1 tupfen des aus feiner Ruhe so furchtbar auf- ksthieckten Hirten abzuweisen. Dann kamen die einüsen Protokolle über „Eine torpedierte Komg- l'cr.Kuh", die Schadenersatz-Regelung und alles Gottlob war der hohe Besitzer mit der gerade im Atlantischen Ozean, so daß dessen * wrnerroetter" noch nicht sogleich zu befurchten mit dem Inspektor war schon eher zu oer- - Nachdruck verboten! 35 Fortsetzung. 'ft' h'unde - n r5ZahfeZtveigverein Echzell-esBHE. Echzell, 26.Juli. Der hiesige Zweigoerein des Vogelsberger Höh en -Clubs (VHC.) feierte heute sein 25jähriges Stiftungsfest. Die Ortsgruppe wurde im Jahre 1911 von dem rührigen Prof. Gg. Bender (Frankfurt a. M.) gegründet, wobei der Zweigverein Schotten damals Pate stand. Altbürgermeister Friedr. Schmidt begrüßte im „Deutschen Haus" die zahlreich erschienenen Mitglieder des VHC., wies auf die Bedeutung der Wandervereine hin. Er eröffnete die Feier mit einem „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland. Der Rechner Wilh. Gros gab einen Ueberblick über die Geschichte des Zweigvereins und gedachte der dahingeschiedenen Mitglieder, insbesondere der Gefallenen. Dann zeichnete er die fleißigen Wanderer des letzten Jahres mit dem goldenen Ehrenzeichen aus. Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein), der Vorsitzende des Gesamtoereins, überbrachte die Glückwünsche des VHC. und überreichte acht Mitgliedern das Ehrenzeichen für 25jährige treue Mitgliedschaft. Ausgezeichnet wurden Altbürgermeister Friedr. Schmidt, Rendant Wilh. R e i tz V., Phil. Stoll II., Otto Haller, Hch. Stoll VIII., Wilh. Gros, alle von Echzell, Phil. Reitz II., Weckesheim, und Lehrer Wilh. K a n tz , Beienheim. Amtsgerichtsrat Lutz überbrachte Grüße und Glückwünsche des Zweigoereins Frankfurt a. M. Apotheker S c r i b a die von Schotten, Rektor D e rn (Offenbach a. M.) die des Süd- und Weft- „Warum schreist du denn so?" fragte Steffens Kollege von unten herauf. „Laß dock das Mädel in Ruh. — Was will er denn von Ihnen?" fragte er, die paar Stufen heraufspringend. „Es ist ja eine Schande, wie du dich benimmst, Rolf." „Geh!" keuchte Steffen. „Tu mir die Liebe und aeh. Was wir miteinander auszumachen haben, schert keinen dritten." Da machte der andere wieder kehrt. „Also", hob Steffen etwas gemäßigter wieder an. „Du bist wirklich —" „Ich bin wirklich, ja." „So laß mich doch ausreden!" „Es ist nicht nötig." „Wann heiratet er dich?" Maria hielt den Kopf gegen die Holzwand gedrückt und lächelte. „So eine heiratet man doch nicht." „Ich werde ihn zwingen! Verlaß dich drauf, daß ich ihn zwinge. Morgen bin ich bei ihm. Er braucht sich nur zu mucken, hat er eine Kugel im Kopf." Maria lächelte noch immer. „Du wirst doch zuerst mit ihm reden, nicht?" „Natürlich, zuerst rede ich mit ihm." „Dann wirst du ja hören, was er sagt." „Ja, das werde ich. In vierzehn Tagen macht er Hochzeit mit dir." Ich erwürge sie, dachte er, als noch immer dieses Lächeln in ihrem Gesicht stand. „Anfpeten sollte ich dich — du — du!" „Dirne", ergänzte sie ruhig. „Du hast es schon einmal gesagt. Damals in Grainau. Es wäre nicht nötig gewesen, daß du es wiederholt hättest." Ein jäher Schrecken durchfuhr ihn, als er spürte, daß sie seinen Händen zu entgleiten drohten. „Mach jetzt kein Theater!" Da war sie schon zusammengebrochen. Den Kopf zur Seite gefallen, lag sie vor ihm auf den Brettern. Er sah auf sie herab, nagte an der Unterlippe, bekam einen bösen Zug um den Mund, zuckte die Achseln und ging die Treppe hinab. Als er wieder zurückkam, befand sich der Kollege bei der Ohnmächtigen. „Was hast du denn Tolles gemacht?" schalt er. „Läßt sie liegen, als ob sie ein Tier wäre. — Pack an!" „Ich will nicht!", sagte Steffen. „Sie ist auch gar nicht schwer. Du kannst sie auch allein zu Bett tragen." Im selben Augenblick schlug Maria die Augen auf und sah ihn an. „Ist Ihnen jetzt wieder besser?" fragte der andere. „Sie sind ein bißchen übermüdet, ja?" „Ja.. ." „Soll ich Ihnen ein Pulver geben, daß Sie schlafen können?" „Bitte!" Zu zweien brachten sie das Mädchen nach seiner Kammer. — Fünf Minuten später war Maria eingeschlafen. „Was war denn?" fragte Rolfs Kollege ärgerlich. „Was habt ihr denn miteinander gehabt?" Verfluchtes Gold! Vornan von I. Schneider-Zoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Herren Stadtfrack? A Freundin — — Daß i nel lach! Hast das Wort früher amal ghört? — Und wann's dann genua habn, dann derfst noch froh sein, wann s dir nix hinterlassn. — Hast d' Würschl zählt? Sechs Dutzend müssens sein." „Ja, Frau Ehringer. Es sind aber nur achtund- vierzia Stück." „Jessas Maria? — Was tu i mit achtundvierzig Stück! Die greifen mich ja, wann s' net langen. Magst übrifahrn mit d' Bretteln auf die Grandl Hütten, ob f uns net aushelfen könnt, die Anna- mirl? Am Nachmittag kriegst sie f wieder. I schick den Taverl ’nunter, wann er kimmt." Maria hatte schon die blaue Schürze abgelegt und strich sich das Kleid zurecht. „Wieviel soll ich bringen, Frau Ehrmger?" „Was uns halt abgeht. Wann s' keine hergeb'n will, sagst ihr, i hätf noch a Fasst Bier gut. Sie weife schon. — Jetzt tummel dich. Js das a Kreuz, wann man seine Augen net überall haben kam Gibt mir der Schlawiner blofe achtundvierzig StA und i hab' ausdrücklich gsagt sechs Dutzend." Als Maria die Skier anschnallte und die Bin- düng auf ihre Haltbarkeit prüfte, sah sie zwei Ge> ftalten den glitzernden Hang heraufkommen, erkannte sie sofort und bekam einen harten Zug um. den Mund, der sich auch in den Augen wider- spiegelte. „Zu spät, mein Freund! — Diel zu spät!" * Fünf Stunden später fand man sie. Die Wirtin deckte die Hände über die 21 ugen, ob die Bergwacht die Tragbahre im Flur auf die ®reb ter stellte. „Daß i dran schuld sein muß! Grad U weinte sie. „Wegen vierundzwanzig Würscht. Uno is so a braves Madl gwesn! So a lebfrischer Kerl! Grad gern angschaut hat man s'! Und jetzt das!" Das zu Tal bringen, ins Krankenhaus nach Wit-' tenwald, war nicht allzu schwierig. Der Schnee walfest. Rolfs Gehirn vermochte keinen einzigen vel" nünftigen Gedanken mehr zu fassen. Wolfgang stol" perte dahin, wie ein Berauschter. „Glauben Sie,, dafe es noch Hilfe gibt?" fragte er einmal aus- feinem Brüten heraus. „Ich weife es nicht!" Und das ist ein Arzt, dachte Wolfgang Amfelman-- * Rolf Steffen bat, bei der Untersuchung, die der Chefarzt vornahm, zugegen fein zu dürfen. wurde ihm als Mediziner zugestanden. Der ergraute Kopf des Arztes hob sich für eine"- Augenblick. „Das ist nun schon der zweite Fall diefer Woche. So blödsinnig hat der Sport aus" geartet. Schade um jedes junge Leben!" * „Gibt es keine Rettung mehr, Herr Chefarzt- stellte Rolf die bange Frage. „Ich hoffe nicht!" Während er der Krankenschwester ein Anweisung gab, sagte er, ohne Step' jene leichenblasses Gesicht zu gewahren: „Was Yl" ein solches Dasein noch für einen Wert? — Mochte Sie als Gelähmter weiterleben?" ... „Sie denken an eine Lähmung?" preßte R Rolf ab, und half ihm den Gipsverband anlege „Haben Sie nicht die gleiche Vermutung?' stag der Chefarzt und horchte auf das schmerzliche mern der Verunglückten. — „Wir wollen ihr no eine zweite Spritze geben, Schwester. Diesmal etw kräftiger. Ich kann sie jetzt nicht wach brauchen. (Schluß folgt-) verstand es, eine frohe Stimmung vorzubereiten. Eine kleine Künstlergruppe, ebenfalls von den Arbeitsdienstmännern gestellt, brachte ein Varietö- Programm zur Aufführung. Die Kapelle spielte fleißig zum Tanz auf. Allzu rasch vergingen für beide Teile die frohen Stunden. Sommerfest in Kloster Arnsburg. Der gestrige Sonntag brachte uns erfreulicherweise wieder einmal günstigeres Wetter, so daß das von der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude’ in Kloster Arnsburg veranstaltete Sommerfest einen sehr starken Besuch zu verzeichnen hatte. Den musikalischen Teil der Veranstaltung hatte die Standartenkapelle N. W. 4 Friedberg übernommen. Die Darbietungen standen durchweg auf beachtlicher Höhe und ernteten reichen Beifall. Ein großer Teil des Nachmittags war den Kindern gewidmet. Besondere Anziehungskraft übte dabei das beliebte Kasperltheater aus. Lange Zeit nahm bei der großen Beteiligung das „Wurstschnappen" in Anspruch. Wer hierbei leer ausging, wurde beim Sackhüpfen und Eierlaufen durch Schokolade entschädigt. Die vorgesehene Aufführung der Heimatspiele Wetterau konnte nicht durchgeführt werden, da die Spieler an dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung in Hamburg teilnehmen. Es ist jedoch vorgesehen, daß die geplante Aufführung gelegentlich des am 1. und 2. August im Hardtwäldchen in Gießen stattfindenden Sommerfestes nachgeholt wird. Nach eingetretener Dunkelheit konzertierte die Standartenkapelle bei Fackelbeleuchtung in den Ruinen der ehemaligen Klosterkirche. Außerdem wurden Volkstänze aufgeführt. Im übrigen vergnügte sich jung und alt während des ganzen Festes bei Volksbelustigung und Tanz. Das Sommerfest gab vielen Veranlassung, die alte ehrwürdige Klosterruine mit ihren schönen Anlagen zu besichtigen. Nein ? e" w A immer^tuc Hä - y,rs H3"! w h st Ä MfP „ , m,?öei ras Äh RS HA': „(Eine Unterredung!" „Die muß aber reichlich aufregend gewesen sein. Kennst du sie von früher her?" „--Ich wollte sie einmal heiraten!" „Und jetzt?" „Heiratet sie ein anderer! Ich fahre gleich nachher zur Station und dann weiter nach Grainau. Dort wohnt nämlich der Betreffende. Morgen bringe ich ihn mit. In vierzehn Tagen heiratet er sie. Wenn er „Nein" sagt, schieße ihn ihn über den Haufen." Aber Wolfgang Amselmann sagte weder „Ja" noch „Nein", sondern saß nur zuerst verblüfft, dann vollkommen entgeistert seinem erregten Besucher gegenüber und war nicht fähig, auch nur einen Ton über die Lippen zu bringen. Erst nach einer langen Weile sprach er kopfschüttelnd: „Das ist ja gar nicht möglich, Herr Steffen! Da müßte Fräulein Terry ja geradezu wahnsinnig geworden jein." „Sie hat sehr klar gesprochen", höhnte Rolf. „Es widert mich an, noch einmal alles zu wiederholen, was sie gesagt hat." „Ader das kann sie doch nicht gesagt haben!" rief Wolfgang verzweifelt. „Sie müßte zuerst den Verstand verlieren, um so etwas behaupten zu können. — Meine Geliebte! — Ich bitte Sie, Herr Steffen! Die wenigen Stunden, die wir zusammen verbrachten, waren angefüllt mit Grübeln und Sorgen über das schreckliche Geschick ihres Vaters. Nicht einmal ein Flirt hat zwischen uns bestanden. Dazu war die Zeit viel zu ernst und zu traurig. Und dazu, Herr Steffen, haben wir uns auch zu lange gekannt, und überdies habe ich Maria viel zu doch geschätzt, um nur ein Spiel mit ihr zu treiben. „Sie hat es aber doch selbst gesagt!" beharrte Rolf. „Sie kann doch nicht alles aus der Luft gegriffen haben. Ein Mädchen setzt sich doch nicht selbst herab." Wolfgang war verzweifelt. „Ick begreife nicht mehr!" sagte er stöhnend. „Ich komme selbstverständlich mit Ihnen. Meine Mutter und mein Bruder sind heute nach München gefahren, Kommerzienrat Terry zu besuchen. Ich werde ihnen einen Zettel hinterlassen, damit sie wissen, wo ich bin. Sie werden sehen, Herr Steffen, in dem Augenblick, wo ich Maria gegenübertrete, bricht das ganze Lügenwerk zusammen — denn eine Lüge ist und bleibt es. Ich kann mir ja gar nicht denken, was sie damit bezwecken wollte. Vielleicht ist das Ganze der Beginn einer Krankheit." Der Lois, der in Garmisch gewesen war, stapfte mit schweren Schuhen in den Flur. Als er die Tür öffnete, stieß er einen freudigen Ueberraschungs- juchzer aus. „Jefasss, der Steffen! Wo kimmst denn du auf einmal her? Haft etwa gar das Freiln Maria mitbracht?" „Fräulein Terry befindet sich auf der Sennefelder Hütte", sagte Wolfgang. „Es ist gut, daß du da bist. Ich fahre nämlich mit Herrn Steffen zu ihr. fürchte, daß es dringend nötig ist, daß wir sie heimholen.--Hast du irgendwie einmal bemerkt, Lois, daß Fräulein Terry Anzeichen von Wahnsinn zeigte?" „Don Wahnsinn?" sagte der Lois mit weitgeöffneten Augen. „A na, a so weit wird's doch net gfehlt sein mit’n Freiln Maria! Wär net schlecht! Herrgott, so a Madl! A na", sagte er noch einmal. „Hast leicht mit ihr g’rebt, Stesfn?" die Arbeitsmänner — mit sauberen weißen Schürzen angetan — sehr eifrig um das Wohl ihrer Gäste bemühten, ihre Augen überall hatten, bescheiden nach den Wünschen der Gäste fragten und dann sehr rasch mit dem Gewünschten zur Stelle waren. Sehr beliebt waren die Würstchen, die es als Spezialität gab und die in rauhen Mengen vertilgt wurden. Im Laufe des Nachmittags war den zahlreichen Gästen auch Gelegenheit gegeben, die vorbildliche Unterkunft unserer hiesigen Arbeitsdienstmänner zu besichtigen. Das Fest in seiner Gesamtheit, m seiner guten Organisation war für die Arbeitsdienstabteilung „Justus von Liebig" ein schöner äußerer, aber auch ein schöner moralischer Erfolg, der dem Lager sicherlich manchen neuen Freund gewonnen hat. Kameradschastsabend mit dem Arbens- dienst Gießen in Danbrinaen. Am Samstagabend hielt der Arbeitsdienst von Gießen in den Sälen der Gastwirte Erb und Schäfer zu Daubringen einen Kameradschaftsabend ab, zu dem sich viele Einwohner unseres Dorfes, besonders die Jugend, eingefunden hatten. Mit dem Musikzug der Abteilung 1 zogen sie gegen 2lbend mit klingendem Spiel von Gießen her zu Fuß in das Dorf ein, um zunächst zum Abendessen zu Gast bei den Einwohnern zu sein. In einer launigen Ansprache legte Feldmeister Krämer den Zweck des Abends dar: Die Arbeitsdienstmänner, die seit einem Jahr in der Saubringer Gemarkung Wiesen entwässerten und Feldwege verbesserten, wollten auch einmal in einiaen gemütlichen und frohen Stunden in nähere Berührung mit der Bevölkerung kommen. Feldmeister Krämer Unwetter über dem Dusecker Tal. wg. Großen-Buseck, 26. Juli. Gestern gegen 14.30 Uhr ging ein Gewitter mit einem wolkenbruchartigen Regen über unsere Gemarkung nieder. Auf den Feldwegen stand das Wasser mitunter fo hoch, daß es den von dem Wetter überraschten Bauern auf dem Felde von oben her in die Schuhe eindrang. Im Dorfe selbst waren in wenigen Minuten verschiedene Straßen unter Wasser gesetzt und glichen reißenden Strömen, da die Kanalisation das Wasser nicht alles fassen konnte. Um diesem liebel für die Zukunft abzuhelfen, fall nun mit einer vorschriftsmäßigen Kanalisation in der Bismarckstrahe, Alten-Busecker Weg, Bahnhofstraße, Zeilstraße und Grünberger Weg in absehbarer Zeit begonnen werden. Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. $ Nidda, 26. Juli. Gestern früh morgens ereignete sich am Eingang des Nachbardorfes Ranstadt ein schweres Motorradunglück, dem ein blühendes Leben zum Opfer fiel. Der 28jährige Gehilfe des hiesigen Forstamtes, Hermann Bechtold, Sohn von Landwirt Louis Bechtold dahier, stürzte auf unerklärliche Weife vom Motorrad und zog sich sehr schwere Kopfverletzungen zu. Der sofort hinzugezogene Arzt ordnete die Ueberführung des Schwerverletzten in das Krankenhaus zu Büdingen an, aber unterwegs verschied er schon. aaues vom VHC. und überreichte Im Namen des Reichsoerbands deutscher Gebirgs- und Wander, vereine eine Wimpelschleife. Die Feier mar sinn, gemäß umrahmt von trefflichen musikalischen und gesanglichen Darbietungen. Dem 25. Stiftungsfeste des hiesigen VHC. gab die Anwesenheit des Reichs, wanderfuhrers Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner (Darmstadt) eine besondere Weihe. 23on der Versammlung stürmisch begrüßt, kam er noch am späten Nachmittag von einer Erinnerungsfeier auf dem Äeyzberg im Taunus zu seinen oberhessischen Wanoerleuten. Landkreis Gieße«. £ Wieseck , 26. Juli. Gestern abend hielt der Turnverein e. V. eine gut besuchte General- Versammlung ab. Der stellvertretende Vereinsführer Lotz gedachte des in der letzten Woche verstorbenen Mitgliedes Gottfried Hoffmann, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Sodann gab er einen längeren Bericht über das abgelaufene Kreisturnfest und die hierbei geleistete gemeinsame Arbeit, der es nur zu danken sei, daß das Fest, wie von vielen Fachleuten beurteilt, mustergültig verlief. Sein Dank galt der Gemeindeverwaltung für die Unterstützung, den Mitgliedern für ihre Mitarbeit und ganz besonders der Wiesecker gerschaft für die Bereitstellung von weit über 500 Quartieren. Zum Schluß stellte er fest, daß der Turnverein stolz sein könne auf das gute Gelingen der Veranstaltung und das Kreisfest in jeder hin. sicht für den Verein ein voller Erfolg gewesen sei. Mit einem Turnerlied und dem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Nach, dem man bereits am gemütlichen Teil angelanzt war, trafen, von einer Gauvorstandssitzung von Gießen kommend, Kreisfachamtsleiter und $er« einsführer Daupert mit dem Gaufachamtsleiter Brunst (Kassel), Kassierer Herzog und Staffel, führer Dr. Schäfer, Kreisführer im DRL., ein. Nach Begrüfeungsworten von Karl Daupert an die Gäste sprach Gaufachamtsleiter Brunst noch einige Worte über Werdegang und Ziele der deutschen Turnerei im DRL. Noch längere Zeit verbrachte man mit den Gästen in echtem Turnergeist. wg. Großen-Buseck, 26. Juli. Die Ernte- arbeiten in unserer Gemarkung find trotz des schlechten Wetters der letzten Zeit rüstig vorwärts- geschritten. Raps und Wintergerste sind bereits eingeerntet und die Dreschmaschine hat bereits mit den Drescharbeiten auf dem hiesigen Hofgut Esau begonnen. Der Schnitt der Sommergerste ist beendet, der des Roggens hat begonnen. Alle Getreidearten haben sich gut entwickelt, doch hatte sich allenthalben Lagerfrucht gebildet. Infolge der noch anhaltenden Niederschläge werden meist des leichteren Austrocknens halber dünne Garben gebunden. Die Graser der Wiesen weisen für die Grummeternte einen guten Stand auf. Auch der Klee steht sehr gut. Kartoffeln und Dickwurz versprechen eine gute Ernte. Die Aussichten der Kernobsternte sind kaum als mittelmäßig zu bezeichnen, demgegenüber bringt das Steinobst eine reichlichere Ernte. Sämtliche Gartengewächse stehen sehr gut. Kreis Büdingen. A Stockheim, 24. Juli. In den von den letzten schweren Regengüssen überfluteten W i e s e n i m Niddertale, seitlich der Vogelsbergbahn, geben sich täglich zahlreiche Störche ein Stelldichein. Die Nacht verbringen diese Vögel meist aus hohen Bäumen und etwa zehn auf dem zur Zeit: noch unbenutzten hohen Schornstein der bald in: Betrieb gesetzten Flachszubereitungsanstalt (frühe-- ren Aktien-Zuckerfabrik). Rolf nickte. „Sie hat sich beschuldigt, daß sie die Geliebte Herrn Amselmanns gewesen sei." „Js ja net währ!" rief der Lois in helles Lachen ausbrechend. „Ja, wieso denn? — Das is doch net wahr! Das weiß i jetzt haargenau!" „Sie hat es selbst gesagt." „Jetzt weiß i nimmer — bin i der Lois, oder bin i a anderer", sagte dieser kopfschüttelnd. „Meinst net, Steffen, daß da nimmer ganz richtig is, bei der Freiln Maria? Daß ihr irgendwas durcheinander- kommn is im Hirnkaftl drinn? — Aaß an Dafett hat? — Oder heißt's net a fo?" fragte er verlegen, als über Steffens Gesicht ein flüchtiges Lächeln huschte. „Defekt", klärte Wolfgang ihn auf. „Also an Defekt! — Bist doch a Doktor, Steffen. Du mußt dich doch in so was auskennen. Sind die Leut gftuiüert und kugeln fünf Jähr und länger auf einer Hochschul umeinander und nacha wissn s' net amal so viel, als sich unser einer auskennt. Schon, daß sortglaufn is, das is nix richtigs gwesn. Warum is denn gangn? — Weiht, i mein, Steffen — i mein bloß", sagte er, da Rolf stumm blieb. „Die Krankheit hat's schon in sich ghabt, wie sie sich bei uns niederglegt hat. Und nachher naus in die Kältn und wer weiß wie lang kein Unterschlupf mehr gfunbn und nix Warms im Leib ghab-t und etroan an die Angst, es könnt s' aner abfangen. — Verstehst, Stessen?" Rolf verstand. Sein Gesicht war ganz blaß geworden. Ader er war noch nicht ganz überzeugt. „Gestern, als sie mit mir sprach, hat sie noch vollkommen klar geredet." „Hast gmeint!" fiel Lois ihm dazwischen. „Weißt, die Narrischen sind oft schlauer, wie die gscheitesten Leut." „Es wäre schrecklich!", meinte Wolfgang. „Ich möchte keine Zeit mehr verlieren. Wenn die Mutter und Hylmar kommen, dann erzählst du ihnen, wie sich alles verhält, Lois. Sagst ihnen auch, daß ich nach der Sennefelder Hütte bin und Maria für alle Fälle mitbringe. Du hälft ein Zimmer bereit." „Da fehlt sich nix, Herr Amselmann. Jetzt schau i um einen Schlittn, und wann's gut geht, nachher habn wir's am Abend schon wieder da, das Freiln Maria. — Die wird schon wieder", tröstete er Steffen, um dessen Mundwinkel es zitterte. „So um die zwanzig is ma net so leicht zum Umbringen. Da halt ma noch allerhand aus. — Das weißt ja selber, Steffen." Aber der hörte es nicht mehr. Er hatte schon den Raum verlassen. ♦ Die Sennefelder Hütte lag in die wundervolle Klarheit des Wintertages gebettet. Weiß in weiß strahlte das Tal herauf, glitzerten die Berge hernieder. Das Skivolk war zu neuen Taten und Abenteuern ausgezogen. Es war ganz still in der großen, niederen Stube. Nur aus der Küche waren der Lärm von Geschirr und Herdringen und die gutmütig scheltende Stimme der Wirtin zu vernehmen. „Wegn so an Lassen töt i mir a noch die Augen rotmeinen, Mizzerl. Muß denn grab der sein? Kimmt wieder aner. ©lei heut machst d' Augen auf und schaust. Gibt sovül fesche Mannesleut, Die auf der Hüttn einkehrn. Wird doch amal aner dabei sein für dich. Hör' mir auf mit die Gstudierten! A Holzknecht is mir lieber. Was wolln j' denn, die Unsere hiesige Arbeitsdienstabteilung, die draußen im Lager „Justus von Liebig" am Philosophenwald ihr eigenes Leben im Dienste der Volksgemeinschaft führt, dokumentierte am gestrigen Sonntag, daß sie auch unmittelbar der Volksverbundenheit zu dienen vermag. Sie veranstaltete ein rvohlgelungenes Sommersest. Gleichzeitig brachte das Fest den Beweis, daß sich der Arbeitsdienst bei der Bevölkerung unserer Stadt und der Umgebung aller Sympathien erfreut. Das Sommersest war so gut besucht, wie es sich die Veranstalter nur wünschen konnten. Der Sonntagvormittag brachte zunächst bei prächtigem Wetter ein Frühkonzert, zu dem sich bereits viele Zuhörer auf einem Morgenspazier- gang eingefunden hatten. Das Gruppenorchester, in Dillenburg stationiert, bot unter der Leitung des Musikzugführers K n a f ausgezeichnete Marschmusik, aber auch gute Darbietungen als Konzert- Orchester. Die Zuhörer verbrachten eine angenehme und unterhaltsame Stunde in der reizvollen Umgebung nahe am Lager. Der Nachmittag brachte bann das eigentliche Sommerfest, das von den Arbeitsdienstkameraden mit der ihnen eigenen Gründlichkeit vorbereitet worden war. Auf dem Festplatz waren zahlreiche Bänke ausgestellt, die vielen Besuchern Platz boten, für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt, der Jugend war viel Gelegen- heil zum Tanz geschaffen worden, die Räume der Unterkunft selbst, die für dieses Sommersest verfügbar gemacht worden waren, hatten grünen Schmuck erhalten und boten sich fesllich dar. Das prächtige Wetter des gestrigen Nachmittags lockte denn auch viele Besucher hinaus. Aus Gießen, aber auch aus Wiefeck und anderen Orten der Nachbarschaft kamen sie herbei, so daß sich unter den herrlichen Eichen am Philosophenwald bald ein buntes, lebensvolles Bild ergab, an dem man seine Helle Freude haben konnte. Mit großer Freude werden viele der Gäste auch den schonen, von den Arbeits- bienftmännern selbst angelegten Rosengarten zum erstenmal berounbert haben. Der Musikzug ber Gruppe füllte ben Nachmittag und die Abendstunden eifrig mit guter Musik. Immer wieder und unermüdlich spielten die Arbeitsdienstmänner zum Tanze auf. Selbstverständlich gab es auch für die Kinder allerlei Unterhaltung. Beim Wurstschnappen lagerte die Jugend in dichten Scharen um das Tanzpodium, und immer wieder klang lautes Lachen durch die Bäume, wenn es den Kleinen gelang, die Würstchen zu schnappen. Heftig begehrt waren dann die bunten Luftballons, die zur Verteilung gelangten. Selbstverständlich gab es auch Brezeln für die Jugend, die außerdem auch mit begehrlichen Augen den Stand mit ben gerosteten Zuckermanbeln umringte. Die Sensation des Nachmittags wie auch des Abends bildeten die Aufführungen des Weltvarie- tös, das „erste Kräfte aus allen Ländern der Welt" verpflichtet hatte. Da horte man nach luftiger Ansage die Gesänge der Donkosaken und sah ihren Nationaltanz, man erlebte den Teddy-Bill als Kunstschützen, ber allerdings vergeblich gegen die Skepsis seiner Zuschauer ankämpfte, bann sah man noch die „kleinsten Arbeitsmänner der Welt", die auf eine ulkische Weise zustandekamen. Ein origineller Boxkampf zwischen dem größten und dem kleinsten Ärbeitsmann, Feuerfresser usw. konnten bei kleinen Eintrittspreisen außerdem bewundert werden. Zum angenehmen Aufenthalt der Gäste und zu ihrer Befriedigung trug nicht wenig bei, daß sich Kurz vor 1 ausgelosten R links nach rec Tazio Nuvo Union), 3 Rudolf Cara Brauchitsc Severi (2U| Bernd Ro - Seaman (M N). j ßuigi tfagioli I gatti), Miau I Rene Lreyfui (MnMrH I CHMvMrr, Union), Ci I Äuan Zanelli Romeo). 1 Zwei Minu ihre einzigarti das Ttartzeich zu. Manfred denstart, er sc >>e Spitze, hin >ann folgten Mit ungeheim tongen von fr wollender B erste Runde f Spitje lag m ™I«W, Staolori 3„ ’Jtinto lnj(rj 7l,A Wo r=*mi S'm Ai 'Mte bas Wb ft 9'H » Ml MV 1 > ein I I A ben m "MH-» ,0««* *'" ! i luwobili “ : .in- <“* J bungslos " kehr ab. » ßop an R° 5 frühen M-" : N-ch den !°d : Die 6®irl5 I Minute zu i 2-bn Minuten ; AL «-L : d-- d-M» A lein, "ach eim ' W man aus ' ' ^ernd R°i : vorwegzunehmen : gewann bas W j in neuer Reko i Rojemeqer sur - Strecke und er 1 131,6 Kilomete 1 des Rennens j in 9:56,6 Mim i > und da auherk I künden en j fenwechsel i: meyers zu ei Zweiter m i mit 3:52:36.2 ; fast vier Min immer noch u 1 blieb. Rosemeyer nach einer Fahrt über 504 Kilometer e uAu r* DKW.-Äoppelsieg in Belgien Benz). ! Luigi Fagioli (Mercedes-Benz), I. W. Rens (Bu- Reit- undFahrturmer der SA.-Reiter in Londorf Brennftoffpumpe1 atoang u>n' jum An- jubelten ihm di- Zuschauer 3u. Ben*, tonnte « M Inn, zu Fuß mußt- d-r M-.st-rfahr-r zur B°r -.st-n -men Be-und-r-rn M't Wm °n zu dnn- ken. Zehn Minuten vor 15 Uhr passierte Bernd 3-t Ägehen. von also Ob zu Hause oder auf Reisen: Chlorodont immer abends als Letztes ! chitsch im vergangenen Jahre. Nach der 19. Runde übernahm Caracciola Fa- qiolis Wagen. Der Endspurt brachte _aber keine Veränderungen mehr. Rosemeyer und Stuck konnten ungehindert dem Siege zufahren. Unter ungeheurer Begeisterung und Anteilnahme ging Rosemeyer in die letzte Runde. Ueberall, wo er mit seinem silbergrauen Auto-Union-Wagen auftauchte, gatti), Marchese Brivio (Alfa Romeo). 3jene Dreyfus (Alfa Romeo), Louis Chiron ÜLrnd Rosemeyer drehte in der dritten Runde oif um sich einen Vorsprung vor den übrigen ßftrern zu verschaffen. Sein Abstand von Lang, Guncciola, Stuck, Nuoolari und Chiron wurde tarier größer, und schließlich meldete der Laut- ssscher die Zeit von 9:56,6 Minuten für Rose- misrs Runde, eine Zeit, die bisher noch niemals fn eine Nürburgrunde erreicht wurde. Großer M!'l belohnte die Prachtleistung des jungen Auto- Uü'nfahrers. Inzwischen schied Wimille (Bugatti) 1^5 Sevori und Seaman hielten an der Box. Rosemeyer ging mit 30 Sekunden Vorsprung m bit vierte Runde. Lang war Zweiter vor Nuoolari, hr > Stuck wieder passiert hatte. Auch Caracciola IMKe anhalten, ehe er weiterfahren konnte, waren Dir Konkurrenten vorbeigerast. „Caratsch" ließ sich er?: davon nicht beeindrucken, wie der Teufel Ri'3e der Meister des Nürburgringes hinter seinen Ofnern her. Vorne drehte Rosemeyer unbehin- dtt seine Runden, er hielt ein Mittel von 134,9 .t. In der fünften Runde blieb das Bild un- ir mbert, Rosemeyer, Lang, Nuoolari, /stuck, von *lus und Chiron bildeten die Spitzengruppe. Mincciola blieb auf der Strecke liegen, ein De- legenes Rennen und gewann über die 272 Kilometer (20 Runden) mit dem erstaunlich guten Durch- schnitt von 117,255 Stundenkilometer, wobei er eine Rekordrunde von 120,591 Stundenkilometer herausholte. Den zweiten Platz belegte Winkler mit 111,171 Stundenkilometer. In der 350-ccm - und 500-ccm-Klasse gab es englische Siege. Mellers kam auf Velocette mit 123,693 Stundenkilometer zum Siege bei den 350-ccm-Maschinen. Der Engländer Frith fuhr hier zwar mit 130,990 Stundenkilometer die schnellste Runde, mußte aber nach acht Runden aufgeben. Bei den Halbliter-Maschinen kam Europameister James Guthrie auf Norton erneut zu einem Erfolge. In 2:24,04 Stunden (135,264 Stundenkilometer) legte er die 24 Runden zurück. Zweiter wurde sein Markengefährte White, während den dritten Platz Oskar Steinbach auf DKW. belegte. Guthrie fuhr mit 138,305 Stundenkilometer die schnellste Runde des Tages. Grandioser deutscher Autosieg auf dem Nürburgring Iernd Rosemeyers großer Tag.—Vor 350 OOO Zuschauern. — Triumph der Autounion. Der Start. I lturz vor 11 Uhr hatten sich die Wagen in der iitgeloften Reihenfolge formiert, sie standen von linö nach rechts: Lazio Nuoolari (Alfa Romeo), Hans Stuck (Auto- Union), Jean-Pierre Wimille (Bugatti). fmdolf Caracciola (Mercedes-Benz), Manfred von Brauchitfch (Mercedes-Benz). lseoeri (Alfa Romeo), Graf Trossi (Maserati), Bernd Rosemeyer (Auto-Union). I (-aeaman (Maserati), Hermann Lang (Mercedes- kl. i den von d.-u! teten Wiesm elsbergbahn, p : ch e ein Eick: t Vögel nitii'i t aus dem jur K- iftein her M ß mgsanD W' das Ziel. Den zweiten Platz sicherte sich Stuck. Als Dritter überfährt der Italiener Brivio das Zielband, dann folgten Hasse (Auto-Union), Caracciola mit Fagiolis Wagen und eine Runde zurück schließlich noch von Delius (Auto-Union) und Lang mit dem Wagen Brauchitschs. Von 20 Gestarteten erreichten nur sieben das Ziel. ^9Ute < y in jeher Jol9 getDebr ^9-heil au, S°N°ssen.; ! tC11 angeh *^ung tatet »n!l; ®Qufod)amt$i 0 9 und Cli r im M„ ! Daupert ar runst noch t der beut L. Zeit uerbn Turnergeist, uli. Die Erc n9.N trotz ' rüstig vorn: e sinb bereits i at bereits mh hosgut 6(ay Zerste ist ber ^llle Getreide le sich allentiiö noch anhaltL eichteren Aurd lnden. Die A eternte einen $2 ihr gut. Karir" ie Ernte. Diel in als Mitteln: ngt das Stein >e Tartengenv sitz km tt Jb Festzug und Turnier. Ein wunderschöner Sommertag begünstigte das Reitturnier am Sonntag. Bereits zu den Vorprüfungen am Vormittag hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. In den Mittagsstunden führte ein Festzug durch das schmucke, saubere Dörfchen, das mit seiner altehrwürdigen Kirche, in deren Schatten die Grabmale der Herren von Rabenau an eine große Vergangenheit mahnen, ein reizvoller Flecken in der schönen Rabenau darstellt. Die Organisation des Turniers war ausgezeichnet. Don dem im Schatten der Bäume verborgenen Sattelplatz führte eine Telephonverbindung zum Führungsturm, der mit großen Hakenkreuzfahnen sich ausgezeichnet vom grünen Hintergrund abhob. Unter den Klängen des Musikzuges der SA.-Rei» terftanbarte 147 unter Musikzugführer Helfrich- Hirzenhain ritten die Turnierteilnehmer, freudig begrüßt, ein. Der Ritt in Schlangenlinien bot eine bunte Reiterwiese als Auftakt des Turniers, die viele Freude bereitete. Dann setzte das Jagdspringen ein, für das eine Anzahl Hindernisse aufgebaut war. Die kleine Schar des NS.-Reiter-Korps aus Londorf fand mit ihren Uebungen großen Beifall und bewies, was zielbewußter Wille zu leisten vermag. Ferner wurden gute Dressurprüfungen gezeigt, die bewiesen, daß die Mitglieder der früheren Reitvereine jetzt als SA.-Reiter gute Fortschritte gemacht haben. Ein wunderschöner Anblick war auch die Eignungsprüfung der Wagenpferde, der Zwei- und Einspänner, die gute Ergebnisse zeitigte. Viel Spaß bereitete ein Maskenrennen im leichten Galopp durch das ganze Feld. Für das Gruppenspringen waren leider nur wenige Meldungen eingegangen und doch erlebten die Zuschauer hieran viel frischen Reitergeist, der in dem Dahinstürmen der Pferde, dem leichten Schwung über die Hürden und dem auf dem feuchten Rasen gedämpften Getrappel erst richtig die Schönheiten des edlen und ritterlichen Sportes offenbart. Brigadeführer Schmidt, Bad-Nauheim, der dieser Veranstaltung beiwohnte, fand bei aller Würdigung der Schwierigkeiten und der noch zu leistenden Aufgaben, viel Freude an dem Unter- nehmungsgeist der SA.-Reiter. Der Turnierleitung unter Obertruppführer S ch u d t, dem Sturm 4/147 der SA.-Reiter, den Richtern, dem Führer der SA.-Reiter-Standarte 147, L e i p 0 l d, Major (E.) Freiherr Röder von Diersburg, Rottenführer W. K l i n g s p 0 r - Gladenbach, die vor recht schwierigen Aufgaben standen und allen Beteiligten ist zu danken, für diese schöne Reitersportveranstaltung der Rabenau. Am Abend fand dann die Preisoerteilung statt, bei der auch die Gießener SA.-Reiterkameraden wertvolle Geschenke mit nach Hause nehmen konnten. Das Ergebnis: 1. Bernd Rosemeyer- Deutschland (Auto- Union) 3:48:39 Stunden (131,6 Stundenkilometer) neuer Rekord. 2. Hans Stuck- Deutschland (Auto - Union) 3:52:36.2 Stunden (129,5 Stundenkilometer). 3. Marchese Antonino Brivio- Italien (Alfa Romeo) 3:57:05 Stunden (127 Stundenkilometer). 4. R. H a s s e - Deutschland (Auto-Union) 3:59:13.1 Stunden (125,9 Stundenkilometer). 5. Fagioli/Caracciola (Mercedes-Benz). Eine Runde zurück: 6. Ernst von Delius- Deutschland (Auto- Union). 7. Lang/Brauchitsch (Mercedes-Benz). Der Sieger. Als Bernd Rosemeyer, der glückliche und verdiente Gewinner des großen Rennens, langsam zu seiner Box fuhr, führten seine treuen und bewährten Helfer einen wahren Freudentanz auf. Bernd würde sofort von zahlreichen Personen umringt, die ihm alle ihren Glückwunsch aussprechen wollten. Korpsführer Hühnlein war der erste, der Bernd beglückwünschte und ihm den Siegerkranz umhängte. Dann wurde Rosemeyer auf die Schultern gehoben und im Triumph weggetragen. Als vier Minuten nach dem Eintreffen Rosemeyers auch Hans Stuck --Daß i: tal $ört? *! ,n berfjt nod)r - hast d' M jein." aber nur achte i mit odjtunW ann f net lq ?ln aus die r n könnt, die k e s' wieder. 5! kilnnit." e Schürze / it. „Wieviel |> n f feine H j# SBi« f. h 3s das a » beroll W I; «Ute Md »ii- te, jch f« i® Raufte* den Augen i Mel zu fPal!' (-1 Und jetzi g GlaB"', i Wetter zufrieden. Uchon am Samstagabend war Adenau mit Frem- h überfüllt, es war unmöglich, für Geld und all» Worte noch eine Unterkunft zu finden und inmoch stärkerem Maße als im Vorjahre und hu diesjährigen Eifelrennen gingen die Motor- i|i( tfreunoe dazu über, sich am Samstag ihre Zelte in «en Wäldern entlang der Rennstrecke zu bauen. )inder Nacht zum Sonntag riß der Zustrom der 1 immobile und Motorräder nicht ab. Dabei war in erfreuliche Fahrdisziplin festzustellen, r e i ■ i iin g s 10 s wickelte sich der ungeheure V e r - Auf der Rundstrecke von Floreffe (13,6 Kilometer) wurde am Sonntag der Große Motorrad-Preis von Belgien entschieden. Unter den Fahrern befanden sich auch mehrere Deutsche, die auch zu schönen Erfolgen kommen konnten. In der Klasse bis 175 c c m, deren Fahrer 18 Runden = 248,8 Kilometer zurückzulegen hatten, sah es ganz nach einem überlegenen Sieg von Walfried Winkler auf DKW. aus, der nach vier Runden schon einen Vorsprung von zwei Minuten hatte, als der Deutsche wegen Kerzenschadens aufgeben mußte. Sieger wurde der Franzose T a r i g i auf M.M. mit 95,2 Stundenkilometer. Wie stark Winkler überlegen war, zeigt seine Rekordrunde mit 108,079 Stundenkilometer, die er schon gleich nach Beginn des Rennens fuhr. In der 250-ccm-Klasse erwiesen sich dann die DKW.-Maschinen wiederum als unschlagbar. Arthur Geiß fuhr ein großartiges und über- fein 3U i--, ,>5 **** * nt> er ?/otj sagst er,„ O- 'ÄS’* SSL Eine mehrjährige Erfahrung im Reitsport, dazu ein wunderschöner Turnierplatz inmitten der reizvollen Rabenau und nicht zuletzt ein guter Zuspruch der Bevölkerung aus weit und breit bilden den Dreiklang, der das große SA.-Reit- und Fahr- turnier in Londorf auszeichnet und es ähnlichen Veranstaltungen z. B. in der Wetterau gleichsetzt. Die Londorfer Reiter sind ihrer Tradition treu geblieben und hoffentlich hat dieses, ihr 5. Turnier ihnen neue Freunde auch aus Gießen gewonnen, damit die weiteren Veranstaltungen in den nächsten Jahren die Londorfer Turniere zu den größten Reitersportfesten Oberhessens werden lassen. Das diesjährige Turnier begann mit einer Vielseitigkeitsprüfung, bei der Pferde, die in der Landwirtschaft und im Gewerbe gehen, verwendet wurden. Die Beteiligung war sehr stark, wenn auch der Geländeritt unter dem am Samstag so heftig niedergegangenen Regen litt. Als weitere Uebungen waren eine Reitprüfung, Kleinkaliber- Schießen und ein Keulenweitwurf zu bewältigen. Dieser Vorentscheidung folgte die zweite, ein G e - länderitt für SA., Wehrmacht und Reitervereine über eine Strecke von 6 Kilometer. Außerdem wurden Dressurprüfungen in zwei Klassen, der Klasse A für SA. und HI. auf Pferden, die in der Landwirtschaft und im Gewerbe gehen und in der Klasse L für SA., Wehrmacht und Rettervereine durchgeführt. Der BegrüßunqSabend. Ein Begrüßungsabend für die Turnierteilnehmer, verbunden mit einem Kameradschaftsabend in der Festhalle beschloß den ersten Tag. Der Leiter des Turnieres und Führer des veranstaltenden Retter- SA.-Sturmes 4/147, Obertruppführer Schudt, rief den Kameraden der Retter-SA. und des Reichs- Heeres sowie allen anderen Teilnehmern ein herzliches Willkommen zu. Auch der Ortsgruppenführer und Bürgermeister Becker begrüßte die Erschienenen im gastlichen Londorf. Der Führer der Reiter- Standarte 147, Truppführer Leip old (Gießen), gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die junge Reiter-SA. durch ihren Sturm 4/147 die Tradition der Londorfer Turniere übernommen hat. Er würdigte die in langen Jahren zielsicher und in dem besten Bestreben geleistete Arbeit der Reit- und Fahrvereine, die unbeirrt um die Zeitverhältnisse einen wichtigen und wertvollen Dienst am deutschen Volke geleistet haben und dankte allen alten Reitern, die 3um größten Teil heute in die Reiter-SA. übergegangen sind. Seine besondere Anerkennung galt dem Förderer dieser Rett- und Pferdesportveranstaltungen, die ein hohes Maß reiterlichen Könnens entwickelten und den Londorfer Veranstaltungen einen Ehrenplatz unter den ländlichen Reiterver- anstaltungen sicherten. Wie hoch diese Arbeit ein- zuschätzen ist, erkennt man aus den hohen Aufgaben, die der Führer der Reiter-SA. gestellt hat. Ihm galt auch der Treuegruß, in den Die Festversammlung freudig einstimmte. am Ziel erschien, steigerte sich der Siegesjubel noch einmal. Auch Hans Stuck wurde gebührend gefeiert. Korpsführer Hühnlein feierte dann bei der Siegerehrung den glückstrahlenden Sieger. Er betonte, daß er sich freue, diesem jungen Bernd Rosemeyer zum zweiten Male zum Siege Glück wünschen zu können und überreichte ihm den Ehrenpreis des Führers und Reichskanzlers. Ein Telegramm an den Führer. Karpssührer Hühnlein verlas auch das Telegramm, das er nach Schluß des Rennens an den Führer und Reichskanzler sandte: „Für den zehnten Großen Preis von Deutschland für Rennwagen setzten Sie, mein Führer, selbst die Trophäe des Sieges aus und gaben dem deutschen Kraftsahrsport damit höchsten Ansporn und Verpflichtung. Ich bin stolz und glücklich, Ihnen melden zu können: Die Entscheidungsschlacht der Motoren im .Großen Preis von Deutschland 1936‘ und damit Ihren Preis, mein Führer, gewann am Vorabend der Olympischen Spiele nach einem mörderisch großen Rennen gegen die Elite der Renn-' sahrer Europas ein deutscher Fahrer auf deutscher Maschine, Berndt Rosemeyer auf Auto-Union. Zweiter wurde gleichfalls auf Auto-Union fein Kampfgefährte Hans Stuck. Heil mein Führer! gez. Hühnlein." Mercedes-Benz im Pech. Mercedes-Benz fuhr wiederum kein glückliches Rennen. Zwei Wagen mußten an die Box gestellt werden und die Maschine Chirons landete zertrümmert im Graben. Ein Glück, daß dem sympathischen Franzosen nichts Schweres zugestoßen ist. Manfred von Brauchitfch war auch diesmal wieder ein Pechvogel. Caracciola gab sich alle Mühe, durch „Umfteigen" einen besseren Platz zu erkämp- fen, aber es gelang nicht. Eine ganz großartige Leistung sah man von dem jungen Hermann Lang, der unser zweiter Rosemeyer ist. Ohne den gebrochenen Finger hätte er sicher eine noch weit bessere Rolle gespielt. Mit Lang zusammen muß man auch den langen Sachsen Hasse erwähnen, der ebenfalls eine große Fahrer-Zukunft hat. ! e r ab. hopf an Kopf standen die Menschen von den riii en Morgenstunden ab am Start- und Zielplatz. )ld) den fabelhaften Trainingsleistungen waren nie Erwartungen auf das höchste gestiegen. Von Dbute zu Minute steigerte sich die Spannung. Zen Minuten vor dem Start wurde die Flaggen- panbe vorgenommen. Dann richtete der Führer lei! deutschen Kraftfahrsportes, Korpsführer Hühnern, noch einige Worte an die Zuschauer, deren Zoll man auf über 350000 schätzte. lernb Rosemeyer — um das Ergebnis lowegzunehmen — der junge Ehemann Bernd, jctnnn das Rennen nach einer blendenden Fahrt in meuer Rekordzeit. 3:48:39 Stunden benötigte Rtsmeger für die etwas über 500 Kilometer lange Stecke und er holte dabei ein Stundenmittel von 131)6 Kilometer heraus. Auch die schnellste Runde )«! Rennens wurde von dem Auto-Union-Fahrer in :56,6 Minuten (137,6 Stundenkilometer) gedreht in da außerdem die Helfer Bernds m i t 2 8 Seim d e n einen neuen Rekord f ü r Rei- ! e wechsel aufstellten, wurde die Fahrt Rose- nuers zu einer dreifachen Rekordleistung. Weiter wurde Hans Stuck (Auto-Union), der ni 3:52:36.2 Min. (129,5 Stundenkilometer) zwar ja vier Minuten langsamer als Bernd war, aber inner noch unter dem bestehenden Nürburg-Rekord ! Hin. ibi Qbw " . Muster llebern für • Dieses n weit übt, I angeführt. Allerdings waren damals auch die Witterungsverhältnisse ganz anders. In die 13. Runde kam Caracciola hinter Rosemeyer und Nuvolari bereits als Dritter. Vierter war Stuck vor Chiron. Fagioli war noch ziemlich dabei, er fuhr gleichmäßig ruhig. Auch Hasse hatte nach Reifenwechsel Anschluß behalten. Chiron stürzt - Nuvolari steigt aus. Dann wurde auch Chiron vom Schicksal ereilt. An der Antoniusbuche kam der Franzose mit dem linken Hinterrad auf die Grasnarbe und dadurch ins Schleudern. Der Wagen fegte einen Zaun von zehn Meter weg und sauste dann in eine Schlucht, wo er vollkommen zertrümmert, Chiron unter sich begrabend, liegen blieb. Chiron hatte aber Glück im Unglück, denn er trug nur Schnittwund en davon, mußte aber ins Adenauer Krankenhaus transportiert werden. Schon 2:25 Minuten Vorsprung hat Rosemeyer in der 14. Runde vor Nuvolari. Die Fahrt Rosemeyers riß die Zuschauer immer wieder zu großem Beifall hin. Die Geschwindigkeit hatte kaum nachgelassen. Der Vorsprung Rosemeyers verringerte sich etwas, als der Auto-Union-Fahrer an die Box mußte, um ein Vorderrad und beide Hinterräder 3u wechseln. Caracciola mußte mit Langs Wagen ebenfalls anhalten, er verlor dabei viel Zeit und gab schließlich auf. Stuck hielt jetzt den dritten Platz. Inzwischen hatte sich am Schwalbenschwanz em großer Kampf abgespielt. Nuvolari wurde von Stuck überholt und gleich darauf wurde gemeldet, daß der Italiener nicht mehr im Rennen liegt. Nuvolari, der große Gegner der Deutschen, stieg wegen Kerzenschadens aus. Turmhoch überlegen waren nun die beiden Auto- Unionwagen mit Bernd Rosemeyer und Hans Stuck am Steuer. Erst vier Minuten hinter diesen beiden Fahrern folgte Brivio, der zweite Scuderia Ferrari-Mann. Die Eiegesfahrt der Auto-!lnion-Wagen. Die Schlußphase des Rennens war eine einzige Siegesfahrt der Auto-Union-Wagen. Die Zuschauer waren immer noch aufgeregt, denn sie fürchteten, daß sich noch etwas Schlimmes ereignen könnte. Man dachte an das Pech von Manfred von Brau- Nach fünf Runden war der Stand des Rennens: 1. Rosemeyer (Auto-Union) 50:48,4 Min. (134,6 km/st), 2. Lang (Mercedes-Benz) 51:15 (133,6), 3. Nuvolari (Alfa Romeo) 51:55,4 (131,7), 4. Stuck (Auto-Union) 52:27,2 (130,4). In der sechsten Runde wurde der Alfa-Romeo- Fahrer Raymond Sommer (Frankreich) überrundet, nachdem dieses Mißgeschick dem Holländer Rens bereits längst passiert war. Ueberhaupt konnten sich von den Ausländern nur Tazio Nuoolari und Marchese Brivio ziemlich bei der Spitze halten. Rosemeyer hielt sein Tempo, nach sechs Runden betrug seine Geschwindigkeit immer noch 134,6 km/st. Dann hielt der Spitzenreiter am Ersatzteillager. In fieberhafter Eile wurden die Hinterradreifen gewechselt, aber trotzdem konnte Lang an den Tribünen vorbei als Erster in die siebente Runde gehen, ehe Rosemeyer wieder startbereit war. In der achten Runde drehte von Brcmchitsch mächtig auf, zu Beginn der Runde lag er noch an 13. Stelle, er machte aber dann viel Boden gut. Nuvolori, der an dritter Stelle lag, hatte eingangs der achten Runde 1:10 Minuten Rückstand auf Lang, mußte aber halten, tanken und Reifen wechseln, so daß Stuck wieder auf den dritten Platz vorrücken konnte. Auch v. Delius und Brivio machten am Ersatzteillager halt. Hasse, der zum ersten Male mit einem Rennwagen ein Rennen fuhr und sich dabei ausgezeichnet hielt, machte im Hinterfelde Jagd auf Fagioli. Dreyfus schied wegen Maschinenschadens aus. Lang und Caracciola wechseln. Vor Beginn der neunten Runde ging auch Lang ans Ersatzteillager, um die Hinterradreifen zu wechseln, so daß Rosemeyer wieder zur Führung kam. Ueberraschend stieg der junge Lang aus, um Carrac- ciola Platz zu machen. Das Publikum protestierte schon, daß der sympathische und tapfere Nachwuchsmann des Mercedes-Stalles nicht mehr weiterfuhr, als bekanntgegeben wurde, daß sich Lang einen Finger aebrochen hatte. Seine hervorragende Leistung erschien nun begreiflicherweise noch in einem besseren Lichte und als er wenig später mit geschientem Finger wieder an der Box erschien, wurde er stürmisch gefeiert. 250 Kilometer in 1:22,55 Std. In die zehnte Runde ging die Spitze in folgender Reihenfolge: 1. Rosemeyer mit großem Vorsprung vor Hans Stuck, Nuvolari und Chiron, der unerhört gleichmäßig fuhr. Lana setzte sich in Brauchitschs Wagen, doch mußte er das Rennen mit einer Runde Rückstand aufnehmen. Caracciola folgte an fünfter Stelle in Langs Wagen, Haffe hatte in prächtiger Weife Fagioli überholen können. Zu Beginn der 11. Runde wechselten Stuck und Chiron die Reifen und tankten. Bernd Rosemeyer hatte die Hälfte des Weges in 1:22:55 Stunden (133,3 Stundenkilometer) zurück- gelegt, eine Geschwindigkeit, wie man sie auf dem Nürburgring in einem Großen-Preis-Rennen nicht für möglich gehalten hatte. Als Vergleich sei die Siegeszeit von Rosemeyer beim diesjährigen Eifel- rennen mit einem Mittel von 117 Stundenkilometer (Mercedes-Benz). Qyolmont)eleq=Iapper (Maserati), R. Hasse (Auto- Union), Ernst von Delius (Auto-Union). Jian Zanelli (Maserati), Raymond Sommer (Alfa ' Romeo). <3Dei Minuten vor 11 Uhr stimmten die Motoren hr einzigartige Melodie an. Punkt elf Uhr wurde Startzeichen gegeben. Alles jubelte den Fahrern lii.Manfred v. Brauchitfch hatte einen Bom- entart, er schoß förmlich an Wimille vorbei an öieSpitze, hinter ihm fetzte sich Rosemeyer fest und liain folgten die Wagen in dichter Reihenfolge. M ungeheurer Spannung wurden die ersten Meinigen von der Strecke erwartet und nicht enden- mcienöer Jubel begrüßte die Fahrer, als sie die eis Runde hinter sich gebracht hatten. An der §sKe lag noch Brauchitfch, hundert Meter vor Ic^.'meyer, Hermann Lang, Caracciola, Stuck und Smolari. Zanelli hielt bereits nach der ersten Siriibe an der Box und fuhr nicht weiter. Das Feld vci jetzt schon ganz auseinandergezogen, das ^olußlicht" bildete der Holländer I. W. Rens mit fin’m Bugatti. In der zweiten Runde ging Rose- mer im „Karussell" an Brauchitfch vorbei und Wie das Feld mit 300 Meter Vorsprung vor Lang nl Caracciola an den Tribünen vorbei. Hans Glitf erhielt einen Sonderbeifall, als er auf der KZgeraden an Nuvolari vorbei auf den vierten Dcg ging. Manfred von Brauchitfch, der Pech- D.'cl-l, mußte am Erfatzteillager halten und konnte eil nach vier Minuten Aufenthalt den Kampf Diener aufnehmen. gründe — Rosemeyers Nekordrunde i er „Große Preis von Deutschland", das größte ncmrsportliche Ereignis des Jahres, hatte wieder ’innal die ganzen Freunde des Motorsports m feinen Bann gezogen. Adenau erlebte zum zweiten DUe in diesem Jahre „seinen" großen Tag. In den lefcen Tagen hatte sich glücklicherweise das Wetter Je njeteC!S zeii ssert und die Hoffnungen, daß endlich einmal >d)e ein Großer Preis im strahlenden Sonnenschein ent* dessen i? di -ben werden konnte, waren begründet. Alle Be- Eodann leisten waren mit dem prächtigen, nicht zu heißen Oie Begebnisse. Vielseitigkeitsprüfung. 1. Sturmmann Kornmann 4/147 (Max); 2. Sturmmann Petry 4/147 (Harras); 3. Sturmmann Spruck 6/147 (Liese); 4. Scharführer Dörr 4/147 (Benjamin); 5. Rottenführer Bohl 5/48 (Cäsar); 6. Sturmmann Fischer 5/48 (Max); 7. Rottenführer Bender 5 '48 (Krone); 8. Sturmmann Faulftich 4/147 (Franz); 9. Scharführer Rabenau 4/147 (Leda); 10 Sturmmann Dpper 4/147; 11. Sturmmann Pfast 4/147 (I.) Tell. 12. Sturmmann Krauskopf 6/147 (Lotte); 13. Sturmmann Lerch 4/147 (Hexe); 14 S2l.-Mann Pfaff 4/147 (II.) (Max); 15. Sturmmann Kuhn 6/147. Geländeritt für Wehrmacht und Reitervereine. 1. Unteroffizier Würfel (Nr. 6); 2. Frl. Ursula Lomatzsch, Marburg (Annektion); 3. San.-Truppf. Dr. Büttner- 147 (Pascha); 4. SA.-Mann Kowalzik 6/147 (Max); 5. Oberveterinär Dr. Otto (Norbine); 6. Paul Büttel, Grünberg (Eggo); 7. Trupps. Schömbs 6/147 (Kreuzritter); 8. Unterfeldwebel Henkelmann (Nr. 232); 9. Feldwebel Lörtzing (Isabella); 10. Unteroffizier Gottesleben (Nr. 125). Dressur A. 1. SA.-Mann Kowalzik 6/147 (Max); 2. Sturmmann Lerch 4/147 (Hexe); 3. Frl. Erika Schombs (außer Konkurrenz); 4. Trupps. Peil 5/48 (Hella); 5. SA.-Mann Pfaff II. 4/147 (Max); 6. Rottenführer Schneider 4/147 (Liese); 7. Oberscharführer Fischer 147 (Olaf); 8. SA.-Mann Schreiner 6/147 (Nelli); 9. Rottenführer Bender 5/48 (Krone); 10. Rottenführer Bohl 5/48 (Cäsar); 11. Sturmmann Fischer 5/48 (Max); 12. SA.-Mann Krauskopf 6/147 (Lotte). Dressurprüfung L. 1. Trupps. Schömbs 6/147 (Kreuzritter); 2. Fr. Lomatzsch, Marburg (Flingardt); 3. dieselbe (aus Annektion); 4. San.-Truppf. Dr. Büttner (Pascha); 5. Oberscharführer Fischer 147 (Olaf); 6. Oberfeldwebel Schmidt (Nikol.); 7. Feldwebel Lörtzing (Husar). Jagdspringen Klasse A. 1. Sturmmann Kornmann, 4/147 (Max); 2. Sturmmann Kowalzik, 6/147 (Olaf); 3. Sturmmann O. Petry, 4 147 (Harras); 4. Trupps. Peil, 5/48 (Hella); 5. Sturmmann Krauskopf, 6/147 (Lotte). Jagdspringen Klasse L. 1. Sturmmann Fischer, 5/48 (Max); 2. Stand.- Arzt Dr. Büttner (Pascha); 3. Paul Büttel, Grünberg (Eggo); 4. SA.-Mann Kowalzik, 6/147 (Olaf); 5. Rottens. Bohl, 5/48. _________________________ Eignungsprüfung für Wagenpferde (Zweispänner). 1. Sturmmann Brückmann, 5/147 (Roland-Nelly); 2. Bäckermeister Löber, Gießen; 3. Rottenführer K. Häuser, 4a/147 (Fanny, Selma); 4. Truppführer Schömbs, 6/147 (Kreuzritter, Pascha). Eignungsprüfung (Einspänner). 1. Sturmmann Brückmann, 5/147 (Rosand); 2. derselbe; 3. Sturmmann Schreiner, 6/147 (Nelly); 4. Sturmmann Kowalzik, 6/147 (Max). Gruppenspringen. 1. Gruppe Brünett, 5/48; 2. Gruppe Schömbs, 6/147. Das 9. Hoherodskopf-Dergturnen. Das 9. Hoherodskopf-Bergturnen findet am 6. September statt. Die Vorbereitungen liegen in den Händen des Kreisvolksturnwartes A. Langsdorf - Bad-Nauheim. Das Turnen ist offen für den ganzen Gau XII (Hessen). An diesem Tage werden die Turner aus weitem Umkreis zum höchsten Berge Oberhessens pilgern, um sich hier im friedlichken Wettkampf zu beaegnen. Mit den Wettkämpfen ist eine völkische Aussprache verbunden. Die Wettkämpfe beginnen vormittags um 10 Uhr. Nachmittags werden dann Sonderkämpfe, bestehend aus Stasfelläufen, Keulenweitwerfen, Mannschasts- steinstohen und Mannschaftstauziehen durchgeführt. Tv. 1846 Gießen wieder Gaumeister im Faustball. In der 1200jährigen Lullustadt Hersfeld fand zum letzten Wochenende ein dreitägiger Lehrgang für Sommerspiele statt, der in kameradschaftlichster Zusammenarbeit den etwa 60 Teilnehmern aus allen Teilen des Gaues wertvolle Anregungen bot und der Sache der Sommerspiele bestimmt neuen Auftrieb geben wird. Es war ein glücklicher Gedanke, mit dem Lehrgang die Durchführung der Gauspielmeisterschaften des Fachamtes I Turnen zu verbinden, konnten doch die Lehrgangsteilnehmer mit Erfolg in den Spielgerichten des Tages beschäftigt werden und so wesentlich zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung beitragen. 20 Mannschaften waren nach Bad Hersfeld gekommen. Der prächtige Sommersonntag verhalf der Durchführung der Sommerspiele auf dem herrlich am Fuldastrande gelegenen Platz der Reichsbahn- Sportgemeinde Hessen zu einem alle Erwartungen befriedigenden Gelingen. Der Gauspielwart des Fachamtes I Turnen, Karl D e n n - Kassel, war den Spielen ein umsichtiger und erfahrener Leiter. Im Faustball der Männer I wurden in zwei Gruppen durch Rundenspiele die Besten festgestellt. Als Gruppensieger gingen CT. Kassel und Licht-Luft Hanau a. M. hervor. Mit ihnen kämpften noch die 2. Sieger, Tv. 1846 Gießen und Tgde. Friedberg in der Endrunde. Hier standen sich völlig gleichwertige Gegner gegenüber, die im spannenden Treffen mit knappsten Ergebnissen eine Spielstärke in der Spitzenklasse des Gaues zeigten, die auch die verwöhntesten Ansprüche befriedigte. Die Ebenbürtigkeit der Mannschaften bedingte es, daß zum Schluß der Entscheidungsrunde CT. Kassel und Tv. 1846 Gießen punktgleich an der Spitze standen. Das Entscheidungsspiel zwischen beiden Mannschaften bildete für die begeisterten Zuschauer ein nicht alltägliches Erlebnis. Tv. 1846 Gießen, der Titelverteidiger, ging daraus mit dem Ergebnis 29:23 (15:12) als Sieger hervor und wurde damit wieder Gaumeister. Gausieger in der Männerklasse II wurde Pol.-Spv. Hanau a. M., der alle Spiele gewinnen konnte, vor Tv. 1861 Eschweye. Bei den Frauen errang CT. Kassel die Gaumelsterschaft vor Tuspo. Treysa. Im Schlagball der Männer setzte sich Tv. Bad Wildungen, der langjährige Gaumeister, wieder an die Spitze, gefolgt vom Tv. Hersfeld und Tv. 1861 Eschwege. lieber die einzelnen Ergebnisse berichten wir noch. Lm das „Braune Band" von Deutschland. Die Festwoche anläßlich der 500jährigen Wiederkehr der ersten Pferderennen in Deutschland fand am Sonntag in München mit dem Braunen Band von Deutschland — mit 100 000 Mark das wertvollste Rennen des Reiches — ihren Höhepunkt. Die Favoritin Nereide aus dem Gestüt Erlenhof, die in ihrer bisherigen Laufbahn noch ungeschlagen ist, gewann unter Jockey Grabsch die schwere internationale Prüfung sicher gegen die französische Fuchsstute Eorrida, Wahnfried und Goldtaler, während Sturmvogel, dem man neben Nereide eine erste Chance eingeräumt hatte, völlig versagte. Die Rennbahn in München-Riem zeigte am Sonntag bei prachtvollem Wetter ein wesentlich anderes Bild als vor zwölf Monaten. Repräsen. tative Tribünen gaben dem Ganzen ein modernes Aussehen. Auf allen Plätzen drängten sich die Mas. sen. Auch die Ehrentribüne wies keine Lücke auf u. a. bemerkte man den Reichskriegsminister Gene! ralfeldmarschall von Blomberg, Reichsaußen. Minister von Neurath, Botschafter von Pa. p e n und den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet-Latour, der hier zugleich den Jockeyklub von Belgien ver. trat. Zehn Pferde stellten sich dem Starter, darun. ter als einzige Ausländerin die Fuchsstute Corrida die als bestes älteres Pferd Frankreichs bezeichnet wird. Nereide kam am besten ab, doch übernahm sofort ihr Stallgefährte Glaukos die Führung vor Abendstimmung, Nereide und Contessma. Im letzten Bogen hielt Grabsch auf Nereide seine Zeit für gekommen, und als Erste bog die wundervolle Er. lenhofer Stute in die Gerade vor Abendstimmung, Contessina und der stark aufgerückten Corrida. Einen Augenblick schien Nereides Sieg gefährdet. Corrida rückte innen zu den Führenden auf. Bis auf Halslänge kam die Französin auf, dann aber zog Nereide'davon und gewann unter dem Jubel der Zuschauer sicher mit einer Länge in der guten Zeit von 2:37,5. Corrida, die mit 60 Kilogramm das zweithöchste Gewicht zu tragen hatte, behauptete den zweiten Platz gegen den gut nach vorne ge- kommenen Wahnfried und Goldtaler. llmfanareiche Lederdiebstähle. Lpd. Offenbach, 25. Juli. Am 13. Juli kam der Kriminalpolizei zur Kenntnis, daß ein Leder, warenfabrikant mit einem Lieferanten wegen Um stimmigkeiten der auf dem gelieferten Leder bezeich. neten Maße Differenzen bekommen habe. Die von der Herstellerfirma aufgestempelten Mage w ar e n a b g e s ch n i t t e n und andere Handschrist, liche Maße vermerkt. Die durch die Kriminalpolizei sofort angestellten Ermittlungen begründeten ben Verdacht, daß es sich um gestohlenes Leder handelte. Ein jüdischer Lederwarenhändler aus Offenbach und drei weitere Personen wurden fe st genommen. Sie kamen in Unter« suchungshaft. Es stellte sich heraus, daß der Händler feitvielenMonatengestohlenesLeder bezogen hat und weiterverkaufte. Der Haupt- täter hat aber auch an andere Abnehmer in Offen- bach und Umgebung gestohlenes Leder abgesetzt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslaguoch- mittag geschloffen. $ Miele f für RM.58." 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Die beiden Verfasser der vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- schutzgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutz Verordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungs bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und Seben damit jedem eine gründliche üfklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier» und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet lein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien« u. Herbarien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckreisig-Verkäufer, Kranzbinderelen und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeiftellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Damen-Hemden — Schlüpfern — Röcken aus künstlicher Seide Damen-T aghemden — Nachthemden — Schlafanzügen aus guten Wäschestoffen Herren-Sporthemden — Unterjacken — Hosen — Selbstbinder Mein Ausstellungsraum Mäusburg 4 zeigt Ihnen gute Leistung durch Vergleich von Qualität und Preisen Frdr.Teipel 16 Markt 16 4677A