tfr.122 Erster Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 27. Mai 1936 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen IXKTSEK iiäiAHAMAM 1IA44A4 R.wÄ=," Heimat im Bild-Die Scholle ■ HW B MM ■/ MM M B MM BV MB M M MWs 1W|Y Grundpreise für! mm hohe Monats-Bezugspreis: ■ ■ Hl B/T 1Z B B BZ B f I II BZ BMW B^ W für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■■ ■■ W ■ bBT W W ■T W / ■ || ^B Hr WB W Hr W Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte W H W B B. W W KH W IgÄ W W anzeigen von70mm Breite Zustellgebühr .. „ M ■ W W M M' WWW M- 50Npf.,Plahoorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ■ ■ ~ B vorh.Dereinbg.25O/„ mehr, von einzelnen Nummern WM , infolge höherer Gewalt WZ Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen ßWW Stanifurt °m Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätrSuch- und Steinöruderei «.Lange In Sieben. Schristleilung und SeschSstLftelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Der polnische Außenminister in Belgrad. Unbehagliche Empfindungen in Paris. Ein intereffanier Besuch Als in der zweiten Hälfte des April der inzwischen zurückgetretene polnische Ministerpräsident Kocialkowski seinen amtlichen Besuch in der jugoslawischen Hauptstadt machte, wurde in der internationalen Presse, die alle Schritte der polnischen Politik argwöhnisch überwacht, mit besonderer Befriedigung verzeichnet, daß der Außenminister Beck den Ministerpräsidenten nicht begleitete. Man schloß daraus, daß seine Stellung nicht mehr sehr fest und daß die Aussprache in Belgrad jedenfalls nicht in seinem Geiste geführt worden sei. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß diese Kombination allzu eilfertig war, jedenfalls durch die Entwicklung in Polen überholt ist. Das Ministerium Koscialkowski ist zurückgetreten, aber Oberst Beck ist Außenminister auch im neuen Kabinett geblieben, seine Stellung ist st ä r k e r und unangefochtener als je, und seine erste diplomatische Unternehmung nach der Regierungsumbildung ist der Besuch in Belgrad, wo er am 27. und 28. Mai mit dem jugoslawischen Ministerpräsidenten und dem Außenminister eine Aussprache über die europäische Lage, wie es heißt, namentlich über das Problem einer Reform des Völkerbunds, haben wird. Oberst Beck, der seit dreieinhalb Jahren die polnische Außenpolitik leitet, ist in dieser Zeit einer der interessantesten und einflußreichsten europäischen Staatsmänner geworden. Sein ruhiges und ziet- sicheres Auftreten hat ihn in Genf, wo die Diplomaten wie auf einer Bühne stehen und wie Stars abgeschätzt und klassifiziert werden, bald in die vorderste Reihe der Männer von Geltung und Einfluß gestellt; auch das Geheimnisvolle und Rätselhafte fehlt ihm nicht, was dazu gehört, um das dauernde Interesse des europäischen Parketts zu sichern. Vor allem ist er der Mann des polnischen Paktes mit dem Deutschland Hitlers, den man immer noch nicht begriffen hat, weil er so ganz außerhalb der landläufigen Berechnungen lag, aber dafür um so vernünftiger war. Arn klarsten ist Becks außenpolitische Auffassung vielleicht zum Ausdruck gekommen, als er bei feinem Besuch in Brüssel in diesem Frühjahr die scheinbar gewagte Parallele zwischen der geographischen und politischen Lage Polens und Belgiens zog und daraus die Gleichheit der Interessen der beiden Länder in der europäischen Politik ab- lcitete. Der Vergleich hat nämlich nur dann einen Sinn, wenn man Belgien nicht als reine Filiale der französischen oder englischen Politik oder beider vereint, sondern als ein selbständiges, mitten zwischen die westeuropäischen Mächte gestelltes Staatswesen ansieht, zu denen ja auch Deutschland, wenigstens teilweise, zu rechnen ist. Das war es aber gerade, was Beck den Belgiern sagen wollte: wie Belgien hat auch Polen ein Bündnis mit Frankreich, aber beide Länder können nicht, wie Paris dies gern sähe, ihr außenpolitisches Schicksal damit für erfüllt halten, sondern sie haben i h r eigenes Lebensgesetz zu verfolgen, das nicht ausschließlich in einer Politik gegen Deutschland bestehen kann, vielmehr eine Gestaltung mit Deutschland erfordert. Polen hat unter Becks Führung diesen Weg beschritten, während Belgien ihn noch sucht und eines Tages auch finden muß. Wenn man den Besuch Becks in Belgrad aus der diplomatischen Höflichkeitssphäre herausnimmt — und diese kann bei der nüchternen Straffheit der Beckschen Politik kaum die einzige Erklärung seiner Reise sein — so liegt es nahe, die Verwandtschaft der jugoslawischen und der polnischen Außenpolitik in dem Bestreben beider Länder zu erblicken, trotz der Gebundenheit durch ihre Bündnisse mit Frankreich ihre Selbständigkeit zu betonen und gemeinsame Wege zu deren Durchsetzung zu finden. Es ist bekannt, daß die jugoslawische Regierung seit langem dem Druck der Bundesgenossen der Kleinen Entente, namentlich der Tschechoslowakei, und Frankreichs ausgesetzt ist, die diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland aufzunehmen und die neue Rolle des Rätestaates in der europäischen Politik anzuerkennen, die ihm durch seine Bündnisse mit Frankreich und der Tschechoslowakei zuerteilt wurde. In der hierdurch für Sowjetrußland geschaffenen Möglichkeit, sich in jede europäische Frage einzumischen, liegt für Polen eine schwere Gefahr, weil es das Durchmarschland für eine russische Intervention in Europa ist. Die letzten französischen Wahlen, die dem Kommunismus einen noch unübersehbaren Einfluß auf die französische Politik, auch auf die Außenpolitik, verschafften, haben sicherlich nicht dazu beigetragen, Polen in der Beurteilung der durch die französische Bündnispolitik wesentlich bestimmten europäischen Lage zu beruhigen. Dasselbe gilt für Jugoslawien, das seine Abwehrstellung gegen Sowjetrußland und den Kommunismus nur beibehalten kann, wenn es sich innerhalb der Kleinen Entente und in seinem Bündnis mit Frankreich die Bewegungsfreiheit eines großen Mittelstaates bewahrt, unter anderem durch eine selbständige Regelung seiner Beziehungen zu Deutschland, dem mächtigen Riegel, der dem Vordringen des Kommunismus nach Europa vorgeschoben ist. Daß Jugoslawien mindestens in seiner Handelspolitik mit dem Reich diesen Weg der Selbständigkeit verfolgt,' gehört zu hen ständigen Beschwerden und Klagen, die von Paris aus gegen die Haltung des groß-serbischen Staates geführt werden. Es fehlt also, wie man sieht, nicht an interessanten Berührungspunkten in einer polnisch-jugoslawischen Aussprache. Die Bestrebungen, die beiden geographisch sich fern liegenden Länder einander zu nähern, sind übrigens schon seit längerer Zeit bemerkbar. Der im Jahre 1922 geschlossene Handelsvertrag wurde 1930 durch ein Zusatzprotokoll erneuert und ergänzt. Ein 1926 geschlossener Vertrag Paris, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zur Reise des polnischen Außenmninisters Beck nach Belgrad schreibt das „Echo de Paris" u. a., das Verhältnis Jugoslawiens zu Frankreich habe sich seit der Unterzeichnung des französisch-italienischen Abkommens und seit dem Königsmordprozeß in Aix- en-Provence geändert. Trotz mehrfacher amtlicher Leugnungen versuche die jugoslawische Diplomatie sich von Frankrei zu lösen und die Bürgschaft für Jugoslawiens Sicherheit bei anderen zu finden. Der Quai d'Orsay hat eine guten Teil des Jahres 1935 damit verbracht, den Donaupakt auf die Beine zu stellen und damit die Unabhängigkeit Oesterreichs. In Belgrad hätte dieser Pakt jedoch, auch wenn er Wirklichkeit geworden wäre, kaum Zustimmung gefunden, jedenfalls nur nach Beseitigung des Gegensatzes zu Italien, zu der sich Rom wiederum kaum bereit gefunden hätte. Der italienisch-abessinische Krieg habe in Jugoslawien die Unzufriedenheit mit Frankreich noch verstärkt. Die Sühnemaßnahmen gegen Italien seien von Belgrad nur Unter großen Opfern des eigenen Außenhandels mitgemacht worden. Immer wieder könne man in Belgrad die Frage hören, was werde Frankreich tun, falls I u - goflawien eines Tages von Italien angegriffen werde. Jugoslawien zeige heute bereits in der österreichischen Frage eine gewisse Teilnahmslosigkeit. Der Zusammenhalt mit der Kleinen Entente und der Balkan-Union sei durch die Tatsache, daß beide Staatenbünde enge Verbindungen z u der Sowjetunion unterhielten, während weder der frühere König Alexander noch Prinzregent Paul die Sowjetunion offiziell anerkannt hätten, ebenfalls nicht sehr g e st ä r k t. In der Mittelmeerfrage seien schließlich gleichlaufende Interessen Jugoslawiens mit England nicht ausgeschlossen. All dies seien zwar noch keineswegs Tatsachen, sondern mehr ober weniger pessimistische Vorahnungen. Die verantwortlichen Führer in Belgrad wüßten sehr wohl, um welchen Preis sie eine London, 27. Mai. (DRB. Funkspr.) Mehrere Morgenblätter weisen auf die wachsende Bedeutung hin, die man in London und in den Dominions dem Ausbau der Verteidigung des britischen Weltreiches beilegt. Diese Frage sei seit der Besetzung Abessiniens durch die Italiener besonders dringlich geworden. „Daily Telegraph" erklärt, sobald wie möglich, etwa noch im Laufe des Jahres, solle eine Reichskonferenz zur Erörterung der Verteidigungsfragen einberufen werden. Die Dominions hätten eingesehen, daß ihre Verteidigungsmaßnahmen unzulänglich seien. A u - stralien sei um die zukünftige Sicherheit des Mittelmeerweges besonders besorgt. Angesichts der ständigen Vermehrung der europäischen Flotten sei Großbritannien nicht mehr in der Lage, in E u - ropa und im Fernen Osten zugleich starke Flottenstreitkräfte zu unterhalten. Aus diesem Grunde seien Australien und Neuseeland zur Zeit mit Vorbereitungen zur beträchtlichen Verstärkung der eigenen See- und Luftstreitkräfte beschäftigt. Aehnliche Sorgen habe man in Südafrika, wo man zu der Ansicht neige, daß die Stellung der britischen Flotte im Mittelmeer gefährdet sei und daß die Admiralität daher den Seeweg überdas Kap entwickeln müsse. Die indische Regierung fürchte um die Sicherheit der Route durch den Suezkanal. Aus diesen Gründen wünschten alle Dominions, ausgenommen vielleicht Kanada, zu wissen, was die Londoner Regierung plane, um der neuen Lage gerecht zu werden. gegenseitiger Freundschaft und Zusammenarbeit 1930 auf unbestimmte Zeit verlängert und 1932 durch ein Abkommen über kulturellen Austausch und über die beiderseitige Pressepolitik befestigt. Die Entwicklung der europäischen Politik hat besonders in der letzten Zeit das Bedürfnis der Mittelstaaten sichtlich verstärkt, sich durch gegenseitige Annäherung und Stützung dem gefährlichen Spiel der Großmächte mit dem europäischen Frieden zu entziehen. Im März hat anläßlich der Tagungen der Locarnomächte und des Völkerbundsrats in London Oberst Beck durch seinen Protest gegen Beschlüsse der Großmächte ohne Zuziehung und Befragung der kleinen und mittleren Staaten sich an die Spitze dieser Bewegung gestellt, die bei der Entwirrung der europäischen Lage, so bei einer etwaigen Reform des Völkerbunds von größter Bedeutung werden könnte. Man kann sie als fortschreitende Emanzipation der europäisch e n K l e i n - u n d M i t t e l st a a t e n von dem beherrschenden, und wie sich herausgestellt hat, für Europa verderblichen Einfluß der Großmächte bezeichnen, welche die für groß und klein geschaffene Gemeinschaft des Völkerbundes nur für ihre Zwecke ausgenützt haben. In dieser Kritik und in den Bereichen, dle künftige europäische Ordnung anders anzulegen, begegnen sich die Interessen dieser Staaten mit denen Deutschlands und mit dem vom Füh- berartige Richtungsänderung ihrer Politik machen würden. Trotzdem habe die Reise Becks eine beunruhigende Tendenz. Auch „Journal" ist mit der Reise des polnischen Außenministers nicht zufrieden. Es fei in erster Linie die gleiche Einstellung Polens und Jugoslawiens der sowjetrussischen Gefahr gegenüber, die diese Annäherung zwi- Paris, 27. Mai (DNB. Funkspruch.) In mehreren Pariser Vorstadtwerken ist am Dienstag ein Streik ausgebrochen. Es handelt sich um die Flugzeug- und Automobilwerke Lava- lette Newport 6- Hotchkiß. Die Arbeiter der Werke waren am Dienstagmorgen wie gewohnt an ihren Arbeitsplätzen erschienen, und nichts hatte auf einen Streik schließen lassen. Um 9 Uhr stellten jedoch sämtliche Werksangehörige ihre Arbeit ein und blieben bei den Maschinen. Die Eingänge wurden mit Posten besetzt, die den Zutritt zu den Werken verhindern sollten, und kommuni st ische Vertrauensleute wurden bestimmt, die mit den Direktionen- über die Einführung der 40-Stunden- W o ch e und eine Erhöhung der Löhne verhandeln sollten. Um sich die Zeit zu vertreiben, hatten vorsorgliche Genossen Gramophone, Radioapparate und Spielkarten mitgebracht. Selbst Saxophone und Ziehharmonikas waren vorhanden. Unter Tanz und unaufhörlichem Absingen der Internationale verbrachten die Belegschaften in festlicher Stimmung den Streiktag. Gegen 18 Uhr wurden die weiblichen Angestellten nach Hause geschickt, während die Angehörigen des „starken Geschlechts" sich anschickten, die Nacht in der Maschjnen" Das dringendste Problem sei die Mittelmeerfrage. In der englischen Flotte selbst seien die Auffassungen darüber geteilt. Eine Richtung glaube nicht daran, daß England das Mittelmeer gegen eine erstklassige Mittelmeermacht verteidigen könne. Daher seien Vorbereitungen zu treffen, um im Notfall den ganzen Verkehr nach Asien und Australien um das Kap zu leiten. Die andere Richtung erkläre, daß das Mittelmeer unter allen Umständen gehalten werden müsse, auch wenn man große Summen für die Modernisierung der Verteidigungsanlagen von Malta und für den Ausbau der Stützpunkte im östlichen Mittelmeer, wie z. B. in Cypern aufgeben müsse. Eine amtliche Entscheidung über diese Frage sei bisher noch nicht erzielt worden. Auch die „Time s" setzt sich für eine engere Zusammenarbeit zwischen England und den Dominions ein. Bei den bevorstehenden Besuchen führender Staatsmänner der Dominions in London werde man neben wirtschaftlichen und Handelsfragen auch Probleme der Außenpolitik und Verteidigung besprechen. Wenn z. B. die gegenwärtigen Bemühungen um Verringerung der Spannung zwischen Deutschland und Frankreich einen nennenswerten Erfolg hätten, dann müßten verschiedene wirtschaftliche Fragen, wie der intern- nationale Zugang zu den Rohstoffen erörtert werden. Alle Regierungen des britischen Staatenverbandes würden von dieser Frage berührt. Sie müßten unter s i ch zu einer Einigung kom- rer und Reichskanzler vorgelegten europäischen Friedensplan. Das belgische Kabinett zurückgetteten. Brüssel, 26. Mai. (DNB.) Das belgische Kabinett ist zurückgetreten. Am Dienstag um 17 Uhr trat der Ministerrat zusammen, um zu der durch das Ergebnis der Neuwahlen geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Nach kurzer Beratung wurde beschlossen, dem König den Rücktritt des gesamten Kabinetts zu unterbreiten. Ministerpräsident van Zeeland begab sich sofort zum König, um diesem den Beschluß des Kabinetts mitzuteilen. Am Dienstagabend wurde das Ergebnis der Wahlen zum belgischen Senat bekannt- gegeben, die am letzten Sonntag gleichzeitig mit den Kammerwahlen stattgefunden haben. Danach haben die Sozialisten 39, die Katholische Partei 34, die Liberale Partei 11, die Rex-Bewegung 8, der Nationalflämische Block 5 und die Kommunisten 4 Sitze erhalten. Die Katholische Partei hat 8 Mandate eingebüßt, während sich die Liberalen und Sozialisten halten konnten. Der Nationalflämische Block hat 4, die Rex^Bewegung 8 und die Kommunisten 4 Senatssitze erobert schen Warschau und Belgrad bewirkt habe. Auch auf wirtschaftlichem Gebiete werde sich diese Annäherung zwischen Jugoslawien und Polen bald auswirken. Man könne wohl diejenigen, die an der Herbeiführung dieses Zustandes schuld seien, kritisieren. Besser jedoch sei es, in Zukunft eine größere Aktivität an den Tag zu legen. halle zu verbringen. Zwischenfälle waren nicht zu verzeichnen, doch hält man es für möglich, daß der Direktor der Flugzeugwerke Newport Perez von den Arbeitern in seinem Büro in Hast gehalten wird. Den ganzen Tag über habe man ihn in Paris nicht erreichen können. Die Direktion der Hotchkiß-Werke hat sich bereit erklärt, Mittwoch eine Arbeiterabordnung zu empfangen, um die Forderungen der Belegschaft durchzusprechen. Während die Blätter der zweiten und dritten Internationale, die „Humanite" und der „Popu- laite" sowie das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple" über den zähen Kampf frohlocken und1 ihn als „Vorbild von K l a f s e n g e i st" hinzustellen versuchen, zeigen sich die Blätter der Rechten betrübt und pessimistisch. Sie erklären, daß berufsmäßige Hetzer auch in Frankreich ähnliche Z u» st ä n d e heraufbeschwören wie in Spanien. Streik von 1200 Bergarbeitern. Paris, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Etwa 1200 Bergarbeiter sind imGebietoonAuchel (westlich von Bethune) in den Streik getreten, da die Gesellschaft von Maries einen Lehrling f r t ft ■ I o s entlassen hatte. Die Bergarbeiter fordern die sofortige Wiedereinstellung des Lehrlings. men, wenn sie eine wirksame Rolle in der allgemeinen Regelung spielen wollen. Englands Äekrulierungssorgen. London, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Stadträte der verschiedenen Stadtgemeinden Londons befassen sich zur Zeit mit den Maßnahmen für die Verteidigung Londons gegen einen Luftangriff, wobei die Rekrutierung für die Territorialarmee eine große Rolle spielt. Ein großer Teil der Stadträte hat sich dafür entschieden, den Rekrutierungsfeldzug zu unterstützen und den Eintritt der Angestellte n in die Territorialarmee zu erleichtern. Einige Gemeinderäte, die eine arbeiterparteiliche Mehrheit besitzen, haben jedoch erklärt, daß sie sich an irgendwelchen „militärischen Maßnahmen" nicht beteiligen wollen. Der Erziehungsausschuß des sozialistischen Stadtrates von Groß-London hat den Vorschlag abgelehnt, 100 Kinder einer öffentlichen Schule einer militärischen Vorführung am 9. Juni beiwohnen zu lassen. Die arbeiterparteilichen Stadtoertreter in Hackney haben beantragt, den Angestellten, die der Territorialarmee angehören, die Gehaltszahlung während des Sonderurlaubs für die militärischen Hebungen zu entziehen. In Barnsley hat der arbeiterparteiliche Bürgermeister sich geweigert, Lehrlingen den Eintritt in die königliche Luftstreitkraft zu empfehlen. Das Ergebnis dieser direkten Wahl läßt jedoch noch keine endgültigen Schlüsse über die Zusammensetzung des Senats zu. Nach der belgischen Verfassung setzt sich der Senat aus 101 Senatoren zusammen, die unmittelbar gewählt werden, ferner aus 44 Senatoren, die mittelbar durch d i e Provinzialräte gewählt werden und schließlich aus 22 weiteren Mitgliedern, die von der Versammlung der mittelbar und unmittelbar gewählten Senatoren kooptiert werden. Nachdem nun das Ergebnis der direkten Wahl vorliegt, entscheiden über die weitere Zusammensetzung des Senats die in 14 Tagen stattfindenden Provinzial- wahlen, und die erste Vollversammlung des Senats nach der offiziellen Parlamentseröffnung Ende Juni, in der die 22 Kooptierungen vorgenommen werden. Der ungarische Kultusminister bei Reichsminister Or. Goebbels. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der königlich ungarische Kultusminister stattete dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels einen Besuch ab, bei welcher Gelegenheit Fragen des deutsch-ungarischen Kulturaustausches, insbesondere auf den Gebieten des Films, des Rundfunks und Theaters sowie Oie Verteidigung des britischen Reiches. Folgerungen aus dem Abessinienkonflikt. — Gorgen der Dominions. — Aufgaben einer Reichskonserenz. Kommunistische Kraftproben in Frankreich. Streiks bei Grammophon und Tanz. aktuelle Presseprobleme in voller Uebereinstimmung erörtert wurden. Der Minister besuchte in Begleitung des Reichserziehungsministers Rust das Kai- le r - F r i e d r i ch - und Pergamon-Mu- f e u m, ferner das Anthropologische Insti - t u t in Dahlem. Die Führung hatten Professor Fischer und Professor Lenz. Im Institut für physikalische und Elektro-Chemie gab Professor Thyssen einen Ueberblick über die Arbeit des Instituts. Dor allen Dingen wurde die Tätigkeit des Nobelpreisträgers Professor R. Zsigmondy besprochen, der in Ungarn geboren ist und in Deutschland gearbeitet hat. Auf dem Rückweg in die Stadt stattete der Minister dem Grabe von Robert Grabber auf dem Friedhof Dahlem- Dorf einen Besuch ab und legte eine Blumenspende nieder als Ehrung für den großen Ungarn und Deutschenfreund, der in Berlin das Ungarische Institut und den ungarischen Lehrstuhl begründet hatte. Robert Grabber war ein alter Studienfreund des Ministers. Wahlerfolg der Memeldeutschen. Das Ergebnis der Memeler Stadtverordnetenwahl. M em e l, 26. Mai. (DNB.) Nach dem vorläufigen Ergebnis der Wahlen zur Memeler Stadtverordnetenversammlung haben von 27 229 Wahlberechtigten 23 515 ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 86,3 v. S). entspricht. Davon waren 180 Stimmen ungültig. Die Memelländische Gemeinschaftsliste erhielt 14^04 Stimmen, die vier litauischen Listen erhielten zusammen 6591 Stimmen, die drei S p l i t t e r l i st e n 2040 Stimmen. Es entfallen auf die Memelländische Gemeinschaftsliste 25 Sitze, auf die vier litauischen Listen 11 Sitze und auf die drei Splitterlisten drei Sitze. Ein weiters Mandat ist noch umstritten. Bei der außerordentlich starken Zuwanderung aus Großlitauen nach Memel, der lebhaften Wahlagitation der litauischen Parteien und der Behinderung der Wahlpropaganda der Memelländer muß das Ergebnis als ein großer Erfolg des Memeldeutschtums gewertet werden, da es auch in der neuen Stadtverordnetenversammlung über eiye große Mehrheit verfügen wird. Auch bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen a u f dem Lande hat sich das Verhältnis, wie es sich bei den Wahlen von 1933 ergab, nicht geändert. Lettische Kulturbarbaren. Das Haus der Großen Gilde in Riga soll abgebrochen werden. Riga, 26. Mai. (DNB.) Bereits am Montag waren in der lettischen Presse Andeutungen darüber enthalten, daß in Kreisen der Handels- und Industriekammer Lettlands die Absicht bestehe, die auf Grund der bekannten Kammergesetzgebung in das Eigentum der Kammer übergegangenen Gilde- Häuser abzubrechen. Am Dienstag bringt nun das lettische halbamtliche Blatt „Rits" eine ausführliche Meldung, durch die alle Zweifel darüber beseitigt werden, daß bei der Leitung der lettischen Wirtschaftskammer in der Tat die Absicht besteht, das Haus der Großen Gilde in Riga niederzureißen. Zur Begründung wird erklärt, daß das Haus der Großen Gilde wirtschaftlich gesehen unrentabel sei und auch nur geringe künstlerische, architektonische und historische Werte besitze. Von historischer Bedeutung seien nur der sooenannte Münstersaal und Teile der Brautkammer. Daher werde der Oeffentlichkeit Lettlands der Vorschlag unterbreitet, das Gebäude der Großen Gilde mit den Nebengebäuden abzubrechen und dafür ein Kongreßgebäude zu erbauen. In diesem Kongreßgebäude sollen alle Wirtschaftskammern Lettlands Platz finden. Es soll darin ein Sitzungssaal für 5000 Personen eingerichtet werden. Das Haus der Großen Gilde zu Riga stammt in seinen ältesten Teilen aus dem 13. Jahrhundert. Gießener Stadttheater. Shakespeare: „Ende gut, alles gut". Freundlicher Gedanke, die Spielzeit mit einem solchen Akkord ausklingen zu lassen, der gewissermaßen den Segen spricht über alles, was zuvor geschah. Die Theaterleitung möchte aber die Wahl gerade dieses Stückes zum Schluß nicht nur als eine anmutige Geste verstanden wissen. Wir dürfen also, von uns aus und zunächst ganz allgemein, dazu bemerken, daß mit diesem Lustspiel die ausgehende Spielzeit zugleich auch sinnvoll zum Anfang und Auftakt zurückweist, indem der klassische Kern des Repertoires wie die besondere Vorliebe des Intendanten für Shakespeare darin zum Ausdruck gebracht wird. * Wenn wir „Ende gut, alles gut" soeben im Sinne eines allgemeinen und unmißverständlichen Gattungsbegriffes in die Reihe der Klassiker gestellt haben, so darf man bei genauerer Betrachtung hinzufügen, daß es sich in diesem Falle um ein Stück handelt, das mit gleichem Recht romantisch und auch barock genannt werden kann: wir werden noch darauf zu sprechen kommen. „All’s well that end’s well" ist jedenfalls eines der schwierigsten und schwächsten Shakespeare-Stücke, soweit die uns heute geläufige Ueberlieferung überhaupt die eigentlich shakespearesche Form noch erkennen läßt: denn es ist wohl unbestritten, daß hier wie häufig in anderen Fällen die Bearbeitung eines älteren Textes vorliegt. Ob dieser Text, wie manche annehmen, ursprünglich etwa die nicht erhaltene „Gewonnene Liebesmüh" (der Inhalt würde passen) — also ein Gegenstück zur „Verlorenen Liebesmüh" war, vermögen wir nicht zu entscheiden. Zweifelhaft bleibt wohl auch die genaue Datierung: sicher scheint indessen, daß das Stück in Shakespeares Mittlere Zeit gehört und etwa um die Jahrhundertwende (1600) entstanden ist. * Die Vorlage lieferte, wie in vielen Fällen, eine Novelle des Boccaccio, und in der Tat ist das Hauptmotiv des Lustspiels, ziemlich gewagt in mehrfacher Hinsicht, wenn auch sonst in der Literaturgeschichte nicht ganz unbekannt, sehr charakteristisch für den Italiener: ein romantisches Motiv jedenfalls in der Fassung, wie es bei Shakespeare erscheint. Die Zentralgestalt des Lustspiels ist Helena, Pflegetochter der Gräfin von Roussillon; selbst von bescheidener Abkunft, liebt sie den Sohn der Gräsin, Bertram von Roussillon, der ihre Neigung indessen nicht erwidert. Helena, deren Vater Gerhard von Narbonne ein berühmter Arzt war, vermag mit Hilfe eines wunderbaren Mittels den schwerkranken König von Frankreich zu heilen und darf sich dafür Lettland hat sich in den letzten Jahren dem Deutschtum gegenüber so unerhörte Uebergriffe ae- leistet, daß wir uns Gewalt antun müssen, dieser Nachricht vorerst feinen Glauben zu schenken. Würde man das kostbare Gebäude deutschen Ur- prungs abreißen, dann käme das einer Barbarei zleich, wie sie ihresgleichen so bald nicht wieder indet. Wir können uns nicht vorftellen, daß Lettland ernsthaft dulden will, wie man ein Gebäude vernichtet, das für Riga bisher eine Zierde war und das selbst von den mord- und vernichtungswütigen bolschewistischen Horden 1919 nicht angetastet wurde. Schwere Ausschreitungen gegen Minderheitsdeutsche in Ostoberschlesien. Kattowitz, 26. Mai. (DNB.) In Ostoberschlesien kam es am Sonntag in dem Jndustrieort Rydustau zu unerhört schweren Ausschreitungen gegen Minderheitsdeutsche. Eine Deranstal - t u n g „M utter und Kind" der Jungdeutschen Partei, die von 140 Minderheitsdeutschen besucht war, wurde von Angehörigen des Polnischen Aufständischenverbandes ge- Die Lage in Vaar-Varensels fordert zum Eintritt in die Front-Miliz auf. Wien, 27. Mai. (DNB.) Die Amtliche Nachrichtenstelle verlautbart einen Aufruf des Vizekanzlers Baar-Baren fels als Führer der Front- Miliz an alle Mitglieder der bisherigen Wehrformationen, in die Front-Miliz einzutreten. Als feinen Stellvertreter in der Front-Miliz ernannte Baar-Barenfels den Generalmajor Puchmayer. Auch sonst werden die Beziehungen zwischen Bundesheer und Frontmiliz sehr eng sein. In dem Aufruf wird an das Freiwilligen-Aufgebot vom Jahre 1809, an den Sieg von Aspern, an die Frei- willigen-Schützen-Formationen Tirols und Kärntens als Vorbilder der jetzigen Miliz^ erinnert. Als Zielsetzung für die Miliz wird der Kampf für das christlich-deutsche ständisch gegliederte Oesterreich bezeichnet. And der Heimatschuh? Wien, 27. Mai. (DNB.) Eine Mitteilung der Pressestelle des Heimatschutzes nimmt mit keinem Worte Kenntnis von der Raffung der Frontmiliz und von dem Aufruf des Vizekanzlers Baar-Barenfels an die Mitglieder der freiwilligen Wehrformationen, in die Miliz einzutreten. Das Communiquö erwähnt überhaupt die Vaterländische Front nicht, sondern spricht von einer Umorganisation des Heimatschutzes in einer Weise, welche die grundsätzlichen Erklärungen des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg und das neue Gesetz über die Vaterländische Front einfach übersieht. Eine neue Stabsleitung wird in Binz gebildet. Der Schwerpunkt des Heimatschutzes soll offenbar also wieder in die Provinz verlegt werden, wie dies schon einmal der Fall war. Nur der Sitz des Bundesführers selbst soll in Wien verbleiben. Zum Chef der Stabsleitung wird der energische und als scharfer Vorkämpfer des faschistischen Gedankens bekannte Landesleiter des Heimatschutzes von Oberösterreich Wenninger ernannt. Die Mitteilung hat folgenden Wortlaut: Unter dem Vorsitz des Bundesführers Star- Hemberg fand Dienstag die Besprechung der Landesführer im österreichischen Heimatschutz statt. Der Bundesführer Starhemberg gab einen Ueberblick über die gegenwärtige politische Lage, worauf sich eine eingehende Besprechung anschloß. Folgende organisatorische Maßnahmen wurden vom Bundeskanzler verfügt und von den svrengt. Kurz nach Beginn drangen etwa 100 Aufständische, zum Teil in Uniform, in den Saal ein und begannen mit mitgebrachten Knüppeln und Ochsenziemern unbarmherzig auf die Anwesenden einzuschlagen. Den sich ihnen entgegenfteUenben Vorstandsmitgliedern brachten die Eindringlinge Verletzungen durch Messerstiche bei. Die Anwesenden, die panikartig den Versammlungsraum verließen, wurden im Freien von weiteren 50 Aufstän- di sch en empfangen und erneut auf das schwerste mißhandelt. Nach den bisherigen Feststellungen haben etwa 30 Minderheitsdeutsche Verletzungen erlitten; einige von ihnen sind b e - sinnungslos geschlagen worden. Zehn der Verletzten mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Eindringlinge schreckten selbst davor nicht zurück, Frauen auf das schwerste zu verprügeln. Als die Polizei am Tatort erschien, waren die Aufständischen bereits entwichen. Bemerkenswerterweise nahm die Polizei über diesen unglaublichen Vorfall kein Protokoll auf. Da eine Anzahl der Eindringlinge erkannt wurde, unter ihnen zwei bekannte Ortsführer der Ausstän- dischen-Verbandes, darf der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß sie der gerechten Strafe zuge- führt werden. Oesterreich. Anwesenden zur Kenntnis genommen: Der Sitz der Stabsleitung des österreichischen Heimatschutzes wird von Wien nach Linz verlegt. Da Minister a. D. Berger-Waldenegg demnächst seinen Posten als Gesandter in Rom antreten wird, wird er für die Dauer feiner Abwesenheit von seinen Funktionen als Bundesführer-Stellvertreter sowie auch als Landesführer des österreichischen Heimatschutzes in Steiermark beurlaubt Die Stelle eines Landesführers des österreichischen Heimat- schutzes in Steiermark übernimmt der Landesstatthalter Berthold S t ü r g k h. Landesstatthalter Wenninger, geschästeführender Landesfuhrer des österreichischen Heimatschutzes in Oberösterreich, wird neben Bundesführer-Stellvertreter Vizekanzler Baar-Barenfels als Bundesführer-Stellvertreter mit der Leitung der Stabsleitung betraut. Als Ergebnis der mehrere Stunden dauernden Besprechung kam der durch nichts er- schütterbare Wille der Führerschaft des gesamten österreichischen Heimatschutzes zum Ausdruck, nach wie vor für die Zielsetzung des österreichischen Heimatschutzes zu kämpfen und in geschlossener Einigkeit dem Bundesführer Starhemberg bedingungslose Gefolgschaftstreue zu halten. Der Sitz des Bundesführers Starhemberg bleibt nach wie vor in Wien. Kundgebungen. Wien, 27. Mai. (DNB.) Am Sonntag kam es in Altenmarkt im südlichen Niederösterreich anläßlich einer Kundgebung der Vaterländischen Front zu Zusammen st äßen zwischen Anhängern der Vaterländischen Front und uniformierten Heimatschutzl euten, die immer wieder in Mißfallensäußerungen gegen Bundeskanzler Schuschnigg ausbrachen. In Gosau (Oberösterreich) mußte sogar eine Vaterländische-Front-Versammlung von der Gendarmerie a u f g e I ö ft werden, weil nach der Rede eines dem Heimatschutz nahestehenden Forstmeisters die Versammlung in Rufe gegen d i e Regierung ausbrach. In Vorarlberg hat der Landesleiter der Heimwehren, Ulmer, einen Aufruf erlassen, in dem er erklärt, daß der Heimatschutz sich niemals entwaffnen ließe, und keine Patronen und keine Gewehre und keine Maschinengewehre hergeben würde. Der Heimatschutz würde geschlossen in die neue Front-Miliz eintrefen und dort weiter für feine Ideale kämpfen: Die Schaffung eines Heimatschutz-Oesterreich. Mitgliedersperre für die Hitlerjugend. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Reichsjugend, führer hat folgende Verfügung erlasfen: „3m Jahre des Deutschen Jungvolk, sollte der Versuch unternommen werden, alle zehn- bis vierzehnjährigen Jugendlichen für die Jugendbewegung Adolf Hitlers zu gewinnen. Die deutsche Jugend hat dem Aufruf der Hitler- Jugend so schnell Folge geleistet, daß meine zu Beginn des Jahres erhobene Forderung heute bereits erfüllt ist. Ich verfüge deshalb ab heute totale Mitgliedersperre für alle Gliederungen der Hitler-Jugend (HI., DI.» BDM. und IM.). Der nächste Eintrittster- m i n in die nationalsozialistischen Jugendverbände ist d e r 2 0. A p r i l 19 3 7. Berlin, 26. Mai 1936. Gez.: Baldur von Schirach." Besondere Ehrungen für tüchtige Meister und Gesellen NSG. Der vom Handwerk heute mehr denn je vertretene Leistungsgrundsatz bringt es mit sich, daß die Handwerksführer ihr besonderes Augenmerk auf die fachliche Ertüchtigung des Nachwuchses und vor allem auf die Erstellung eines erstklassigen Meisterstandes legt. Jenen, die sich besonders durch ihre Arbeitsleistung Herausstellen, soll ein Zeichen der Anerkennung gegeben werden. Aus diesem Grunde hat der Reichshandwerksmeister angeordnet, daß alljährlich am Reichshandwerkertag in Frankfurt a. M. d i e besten Meister und Gesellen feierlich frei- gesprochen werden. Bei der diesjährigen Freisprechung in der Paulskirche zu Frankfurt a. M. wird je ein Meister und ein Geselle aus den politischen Gauen vom Reichshandwerksmeister durch Handschlag auf die Grundsätze der Standesehre, des Berufsstolzes und der Leistungssteigerunb verpflichtet werden. Die feierliche Freisprechung m der Paulskirche wird durch den Deutschlandsender verbreitet, so daß zur gleichen Stunde im Reich in Gemeinschaftsveranstaltungen Meister, Gesellen und Lehrlinge des Handwerks Zeugen dieser Feierstunde sein können. > Oer dänische Minister A. p. Hanffen gestorben. Im Alter von 74 Jahren ist der frühere Minister A. P. H a n s s e n nach viertägigem Krankenlager in seinem Landhaus an der Apenrader Förde gestorben. Bei dem Empfang des dänischen Königspaares, am Samstag hatte sich Haussen eine Erkältung zugezogen, die zu einer Lungentenzündung führte. Haussen war Herausgeber des Apenrader „Hejm- dal", das sich durch gehässige Ausfälle gegen das neue Deutschland auszeichnete. Von 1896 bis 1908 war er Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Don 1906 bis 1918 gehörte er auch dem Deutschen Reichstag an. Nach dem Kriege ging er nach Dänemark und wurde 1919 in der demokratischen Regierung Zahle Minister für die nord- schleswigschen Angelegenheiten. Als solcher war er für die Lostrennung der ersten nordschleswigschen Zone von Deutschland tätig. Kleine politische Nachrichten. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, stattete dem Olympischen Dorf einen Besuch ab. Der Minister wurde vom Kommandanten des Olympischen Dorfes, Hauptmann F ü r ft n e r, und dem Architekten March geleitet. Seine besondere Aufmerksamkeit wandte der Minister den Einrichtungen zu, die für die Verpflegung der ausländischen Olympiamannschaften getroffen sind. König Eduard VIII., der bei seiner Thronbesteigung automatisch den Rang eines Feld- eine Gnade ausbitten. Sie bittet um Bertrams Hand, der sich weigert, vom König gezwungen wird, aber die eben angetraute Gemahlin schnöde verläßt und nach Italien in den Krieg zieht. Helena reift ihm verkleidet nach und tritt nachts unerkannt an die Stelle eines von Bertram heftig umworbenen und bedrängten Fräuleins mit Namen Diana. Ein Ring erweist zuletzt vor den Augen des Königs die zwar unglaubhafte, aber hier zu vollem Erfolge führende, nächtliche Vertauschung der Geliebten. Bertram muß sich als (mit eigenen Waffen) geschlagen bekennen, Vergangenes wird verziehen, das junge Paar nun in Liebe vereint und — Ende gut, alles gut. Die romantische Boccaccio-Geschichte ist bei Shakespeare in ein barockes Gewand gekleidet, in eine tönende, oft bombastische Sprache mit allerlei Tiraden, die nicht besonders geeignet sind, die Handlung zu fördern. Es gibt auch eine ganze Reihe von Figuren in diesem Stück, die nicht viel mehr sind als bloße Schatten, Marionetten oder dramaturgische Hilfskonstruktionen. Ja selbst gegen Bertram, der doch gewiß eine entscheidende Rolle spielt, ist nicht ohne Grund der Vorwurf der Passivität erhoben worden; einen „traurigen Helden" hat man ihn genannt, dessen innere Wandlung sich zuletzt allerdings mit überraschender Plötzlichkeit und Einsilbigkeit vollzieht. Es sind also gegen dieses selten gespielte Stück — so wie es uns heute nun einmal vorliegt; was daran wirklich ganz und gar von Shakespeare ist, kann wohl nie mit Sicherheit entschieden werden — mit gutem Grunde eine Reihe nicht unbeträchtlicher Einwände zu erheben. Doch ist darüber nicht zu verkennen, daß es dichterische Schönheiten besonderer Art aufweist, in den Helena-Szenen vornehmlich, und daß es auch für Shakespeare überaus bezeichnende Züge aufweist. Das sieht man an der Gestalt des Parolles, °er als „Gesellschafter des Grafen" eingeführt wird "si.^,.2nvächst in dieser Funktion eine verhältnis- mafctg untergeordnete Figur bleibt, bis auf einmal em Nebeneinfall des Dichters das alte Motiv des ruhmredigen Soldaten auf ihn überträgt; und dieses JJcoho das mit der Haupthandlung nicht das mmdeste zu hin hat, wird gleichsam unter der pano so wichtig, daß die ganze Liebesgeschichte Darüber vergessen scheint, Parolles zu einer Zen- tralftgur oüfnjädjft, die, mit falstaffischen Zügen geschmückt, ganz im Vordergrund einer großen, breit ausgespielten Szenengruppe von groteskem und wiederum barockem Humor steht. Die Gestalt dieses Parolles — sehr aufschlußreich zu verfolgen — ist offenbar erst während der Arbeit am Stück für den Dichter selbst interessant geworden. Er vertieft sich in ihn, beschäftigt sich und treibt sein Spiel mit ihm: er läßt ihn, einen prahlerischen Feigling, sich vermessen, eine im Kampfe verloren gegangene Trommel wiederzuholen, was dem Kerl natürlich nicht gelingt; er demaskiert ihn in feiner ganzen Jämmerlichkeit, läßt ihn aus Angst zum Verräter werden und denkt sich — welch ein barocker Einfall! — eine wild kauderwelschende Phantasiesprache aus, mit der die eigenen Kameraden den miles gloriosus überfallen, erschrecken und entlarven. In diesen Szenen bekommt das Lustspiel einen ausgeprägt satirischen Charakter, der von der umrahmenden Liebesgeschichte merkwürdig genug absticht. — ♦ Es wäre noch manches zu sagen, worauf wir aus Raumgründen verzichten müssen. Man sieht aber wohl schon, aus wie verschiedenen Elementen dieses Stück gemischt ist; und man wird begreifen, was den Spielleiter, dem sich ja auch bei Shakespeare bequemere und dankbarere Aufgaben reichlich geboten hätten, daran gereizt hat. Intendant Schultze-Griesheim, der die Inszenierung selbst leitete (ihr lag die alte lieber» setzung von Baudissin zugrunde), hat im Programmheft bargelegt, was er von dem Stück hält, das er selbst ein Nebenwerk nennt, und was ihm für eine ausschöpfende Aufführung nötig schien: „... die vorliegende Form bearbeiten, Szenen zusammenraffen, den Handlungsablauf beschleunigen, die Zutaten improvisierender Schauspieler, die bekanntlich die Textgestaltung dieses Shakespeare- Stückes stark beeinflußt haben, wieder entfernen und alles Licht auf die Hauptgestalten sammeln..." Der Spielleiter hat es sich, wie man sieht, nicht leicht gemacht, und wir finden, daß die liebevolle Bemühung sich gelohnt hat. Zwar wird das Lustspiel immer im angedeuteten Sinne Nebenwerk bleiben, aber es ist erstaunlich und aller Ehren wert, was unter den Händen dieser schöpferischen Dramaturgie und Regieführung daraus geworden ist; man kann das nur beurteilen, wenn man den üblichen Text mit der Aufführung vergleicht. Die romantischen, die märchenhaft unwirklichen Züge des Spiels waren herausgehoben — betont von den diesem Stil feinsinnig nachspürenden Bildern des Herrn Löffler, wie von der melodiös gedämpften Bühnenmusik des Herrn Bräuer — vor allem in der gepflegten Sprachführung und in einer mimisch-gestischen Belebung von Nebenfiguren, die im Buch blaß und schattenhaft bleiben. ♦ Aller Glanz sammelt sich in der Szenenfolge auf Helena, einer ganz und gar shakespeareschen Figur, in der sich Züge der Julia wie der Porzia geschwi- sterlich mischen: sie wurde von Fräulein Birkmann so fein und beseelt gespielt, ganz von Anmut, mädchenhaftem Gefühl und schmerzlich-verhaltener Hingabe getragen, daß die Gestalt der gefähr- lich-zweideutigen Boccaccio - Welt völlig entrückt schien; auch in der sprachlichen Form übrigens eine reife und geklärte Darstellung. Neben ihr wirkte im Figuren-Reiaen der Parolles als die dramatisch und darstellerisch bedeutendste Erscheinung: man hatte ihn, auf den ersten Blick überraschend, Herrn von S p a l l a r t gegeben, doch wird bei einiger Ueberlegung diese Besetzung ge- billigt werden dürfen, da die Rolle neben ihren hochkomischen Qualitäten immerhin bemerkenswerte Einschläge vom Charakterfach her aufweist. Herr von Spallart fand auch sichtlich Gefallen daran, diese Kreuzung von Schuft und Schelm, von Bramarbas und Narren in ihrer ganzen sporenklirrenden, aufgeblasenen und wortgeschwollenen Fülle zu entwickeln. (Uebrigens war die Regie bemüht, die mangelnde organische Bindung dieser Szenen an die Haupthandlung zu verwischen.) Herr Rosenthal als Bertram: er tat fein Bestes, die undankbare und psychologisch mehr als schwierige Rolle gradlinig und glaubwürdig zu fassen. Ausgezeichnet der von Herrn Schorn mit behendem Witz beweglich und aufgelockert gegebene Narr, der mit Reden und Gebärden die Szene arabeskenhaft umspielt. Herr Neuhaus gab mit wohlerwogenen Uebergängen den milden und abgeklärten König, Herr Dolck mit überlegenem, wiewohl unaufdringlichen Humor den Vasallen Lafeu. Die Damen S t i r l (Gräfin) und H e n ck e l l (Diana), die Herren Kühne und F r i ck h ö f f e r feinen vom übrigen Ensemble noch hervorgehoben. — Herzlicher Beifall rief zum guten Ende mit den Darstellern auch Spielleiter und Bühnenbildner an die Rampe. hth. ♦ Intendant Schultze-Griesheim war vor der Aufführung zu einer Ansprache vor den Vorhang getreten. Er richtete Worte des Dankes an die Besucher für die in der abgelaufenen Spielzeit bewiesene freudige Gefolgschaft und ein wirkliches Verständnis für die zu Beginn gehegten Wünsche, für die Arbeit und die Ziele des Theaters. Dor allem sei das Vertrauen zum Theater wiederhergestellt; der begonnene Aufbau solle in der neuen Spielzeit mit Mut und Frische fortgeführt werden. Der Intendant bat, solche Gefolgschaftstreue dem Theater zu bewahren, das sich feiner hohen Der- antwortung stets bewußt bleiben werde. Marschalls annahm, erhielt im Buckingham- Palast in feierlicher Zeremonie von den zur Zeit noch lebenden sieben Feldmarschällen der britischen Armee seinen eigenen Marschallstab überreicht. Im St. Hames-Palast gab der König einen Staatsempfang, bei dem das diplomatische Korps, Ofsiziere der Armee, der Flotte und der Luftstreitkräfte sowie hohe Beamte u. a. zugegen waren. Im DölkerbundssekretariaE ist die Urkunde einge- aangen, in der Guatemala in aller Form die Absicht bestätigt, aus dem Völkerbund aus- 3U tret en. Es werde sich auch weiterhin von den in der Völkerbundssatzung aufgestellten Grundsätzen leiten lassen. * Der Dizekönig von Abessinien, Marschall B a - d o g l i o , hat in der Nacht vom Montag auf Dienstag von Massaua aus seine Urlaubsreife nach Italien angetreten. Die von den ägyptischen Zollbehörden beschlagnahmte goldene Krone und ein mit Juwelen besetztes Schwert haben sich als das Eigentum des italienischen Marschalls B a d o g l i o herausgestellt. Die Person, in deren Besitz die beiden Gegenstände waren, hat ordnungsmäßige Angaben gemacht und hin- zugefügt, daß die Gegenstände persönliches Eigen- tum des Marschalls seien. Aus aller Wett. Streik auf einem französischen Dampfer in Saigon. Paris, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Agentur Radio streikt im Hafen von Saigon (Cochinchina) die Mannschaft des französischen Dampfers „Porthos". Der Kapitän entließ die Besatzung in Stärke von 17 4 Mann und beantragte gegen sie ein Verfahren beim Seegericht in Saigon, das sich jedoch für unzuständig erklärte. Nach Anwerbung einer neuen Besatzung, der auch Matrosen der Kriegsmarine zugeteilt wurden, konnte der Dampfer seine Fahrt fortsetzen. Lastwagen mit Schulkindern verunglückt. In Porschdorf bei Bad Schandau (Elbe) ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Lastwagen aus Wittenberg, auf dem sich 31 Wit- tenberger Schüler mit ihrem Lehrer befanden, geriet in der Kurve aus der Fahrbahn, durchstieß ein Geländer und rutschte die Böschung hinab. Bei dem Unfall wurde der 12 Jahre alte Schüler Heinz Doerp tödlich verletzt. Zehn weitere Schüler mußten mit mehr oder weniger schweres Verletzungen ins Krankenhaus nach Bad Schandau eingeliefert werden. Auch der Fahrer des Wagens trug schwere Verletzungen davon. Schulkinder und Müller auf einem Ausflug verunglückt. Bei Lodz stürzte ein Kraftomnibus in einen Graben. In dem Wagen befanden sich Schulkinder und ihre Mütter auf einem Schulausflug. Sieben Personen wurden schwer, 15 leicht verletzt. Sechs Tote bei einem Schiffszusammenstoß. Auf der Höhe von Yorkshire stieß der englische Tankdampfer „San Salvador" in dichtem Nebel mit dem englischen Fischdampfer „Picador" aus Hüll zusammen. Die Gewalt des Zusammenpralls war so groß, daß der Fischdampfer innerhalb von drei Minuten sank. Von der 20 Mann starken Besatzung konnten 14 Mitglieder von dem Tankdampfer gerettet werden, während die übrigen sechs ertränke n. Die 5800 Tonnen große „San Salvador", die eine Oelladung an Bord hat, ist schwer beschädigt worden. Familiendrama fordert fünf Todesopfer. Ein furchtbares Familien drarna hat sich in Ebersbach (Sachsen) in einer Siedlung abgespielt. Eine Frau Bauer wurde zusammen mit ihren vier Kindern, Mädchen im Alter von zwölf Monaten, eineinhalb, vier und sechs Jahren, in ihrer Wohnung durch Gas vergiftet t o t aufge- funken. Die Kinder der Bauer waren in den letzten lagen leicht erkrankt. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß die Frau mit ihren Kindern den Tod gesucht hat. Der Grund zu diesem Schritt ist nicht vekannt. Ihr Mann sollte am gleichen Tage nach mehrtägiger Abwesenheit heimkommen. Das Ende eines verbrecherischen Hausverwalters. Der 60 Jahre alte Franz H ä h n e l, der, wie erinnerlich, in der Nacht vom 25. zum 26. April in dem von ihm verwalteten Hause Georgenkirch- straße 36 in Berlin eine schwere Gasexplosion berbeigeführt hatte, ist jetzt im Krankenhaus des Untersuchungsgefängnisses Berlin-Moabit an den Folgen der Verletzungen geftorben, die er sich bei seinem Sturz in den Schornstein des Hauses nach verübter Tat zugezogen hatte. Aus den Verletzungen hatte sich eine Wundrose am Kopfe, ferner eine eitrige Venenentzündung und schließlich auch eine Lungenentzündung entwickelt, die den Tod herbeigeführt hatte. Hähnel war auf Grund eines vom Untersuchungsrichter erlassenen Haftbefehls wegen versuchten Mordes, vorsätzlicher Brandstiftung und Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz in Untersuchungshaft genommen worden. Riefenbrand im Hasen von San Franzisko. 2m Hafengebiet von San Franzisko fing die ölige Oberfläche eines Derbindungskanals Feuer. In wenigen Augenblicken glich der Wasserarm einem Flammen ström. Das Feuer, das an den mit Kreosot getränkten Balken der Bollwerke reiche Nahrung fand, zerstörte drei Pieranlagen, drei Sägewerke und 50 000 Festmeter Holz. Vier Stunden lang bekämpften 50 Feuerlöschzüge und zwei Löschboote den Brand. Riesige Rauchwolken hüllten lange Zeit den ganzen Südosten der Stadt ein. Bei den Löscharbeiten wurden acht Feuerwehrleute verletzt. Der Schaden wird auf 300 000 Dollar geschätzt. Großfeuer in den Balatum-Werken in Reuh. In den Balatum-Werken Neuß explodierte ein Oelbehälter. In kurzer Zeit stand das Fabrikgebäude in Hellen Flammen. Bisher ist die Lack- fabrif, in der sich die Explosion des Oettanks ereignete, dem Brande vollständig zum Opfer gefallen, ebenso das Lager mit riesigen Vorräten. Den Bemühungen der Neußer und Düsseldorfer Feuerwehr gelang es schließlich, das Feuer einzu- oämmen. Dem verheerenden Element ist vor allem die Papierfabrik zum Opfer gefallen, während die eigentliche Balatumfabrikation nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen ist. Großfeuer in den Gütersloher Sägewerken. Die Sperrholzfurnier- und Sägewerke W. Ruhen- stroth (Wirus-Werke) in Gütersloh wurden von einem Groß feuer heimgesucht. Die bei der tjirma beschäftigten Arbeiterinnen konnten sich nur Mehr als 200 Kranziskanerbrüder wegen schwerer Gitilichkeitsvergehen vor Gericht. Koblenz, 26. Mai. (DNB.) Vor der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichtes Koblenz begann ein Prozeß gegen weit über 2 0 0 Angehörige des F ranziskaner-Bruder- erbens, denen schwerste sittliche Verfehlungen zur Last gelegt werden. Es handelt sich nicht nur um schwerste sittliche Vergehen der Ordensbrüder untereinander, sondern auch an Pflegebefohlenen, die in den Anstalten des Ordens untergebracht waren, darunter Geisteskranke, sowie um die Verführung zahlreicher minderjähriger Fürsorgezöglinge, die z. T. Beichtkinder der Angeklagten waren, und schließlich um die Versuchung junger Aspiranten. Heute begann unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor oan Koolwyk der erste Prozeß gegen den 46jährigen Franziskanerpater Bernhard Steinhoff, genannt Bruder Leovigill, zuletzt im Franziskanerkloster in Warendorf (Westfalen), gegen den 28 Jahre alten Wilhelm Schröder aus Kohlfcheid bei Aachen, den 19jährigen Fritz B. aus Warendorf und den 18jährigen Heinrich B. aus Warendorf. Der angeklagte Steinhoff wird beschuldigt, in der Ordensniederlassung Waldbreitbach sowie in anderen Ordensanstalten als geistlicher Lehrer und Erzieher mit minderjährigen Zöglingen unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben und ferner mit Personen männlichen Geschlechtes widernatürliche Unzucht getrieben zu haben. Die übrigen drei Angeklagten werden beschuldigt, mit dem Stein- Hoff homosexuellen Verkehr getrieben zu haben. Der Angeklagte Bernhard Steinhoff erhielt 1921 die Priesterweihe in Paderborn. Von 1924 bis 1929 war er in dem Franziskanerkloster in Waldbreitbach, von Mai 1929 bis zu seiner Verhaftung 1935 in der Niederlassung Warendorf (Westfalen) als Seelsorger außerhalb des Klosters tätig, während er im Kloster selbst die Aspiranten in Religion und Kirchengeschichte unterrichtete. Der zweite Angeklagte sollte Metzger werden und wurde mit 14 Jahren auf Veranlassung seines Onkels, der Ordensbruder war, in das Franziskanerkloster Waldbreitbach in die Lehre gegeben. Der dritte Angeklagte kam 1931 als Metzgerlehrling in die Ordensniederlassung Warendorf, wo er Pater Steinhoff kennenlernte. Der vierte Angeklagte kam 1932 als 14jähriger zu einem Metzger- meister in Warendorf in die Lehre, der Fleischlieferungen in das Franziskanerkloster hatte, bei denen ihn Steinhoff kennenlernte. Nach Abschluß der Vernehmung zur Person wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit mit Ausnahme der Behörden- und Pressevertreter ausgeschlos- s e n. Der Angeklagte Pater Steinhoff (Leovi- gill) bekannte sich schuldig und gab an, daß er seine Taten bereue. Der Angeklagte Schröder, der damals in Waldbreitbach Bruder Aspirant war, empfing wiederholt von Pater Leovigill Geschenke, manchmal in Bargeld, auch dann noch, als Schröder aus dem Orden ausgeschieden war. Schröder hat danach den Pater noch zweimal im Kloster besucht. Schröder erklärte, seine Tat gebeichtet zu haben und Reue zu empfinden. Der Angeklagte Fritz B., der als Metzgerlehrling Fleisch ins Kloster brachte, wurde ebenfalls öfter von Pater Leovigill mit Pralinen, Zigaretten und Geld beschenkt. Als B. krank war und zu Bett lag, besuchte Pater Leovigill den 15jährigen jungen Menschen und verging sich an ihm. Auf der Zelle des Paters kam es zu Trinkgelagen. In ähnlicher Weise fand der Verkehr des Paters Leovigill und des ebenfalls noch jugendlichen Angeklagten Heinrich Br. statt. Die Skrupel der Jugendlichen über ihr fündiges Treiben beschwichtigte der Pater mit dem Hinweis, das fönne\man wieder gutmachen, wenn man älter fei. 1935 wurden die Angeklagten verhaftet und in das Witticher Gefängnis eingeliefert. Bezeichnend ist, daß der Pater Leovigill den Jugendlichen den Rat gab, niemals etwas zuzugeben und unter Umständen auch zu beschworen, daß nichts zwischen ihnen passiert sei. Der Arbeitgeber des jugendlichen Angeklagten Fritz B., ein Metzgermeister aus Warendorf bekundete, daß Pater Leovigill oft in die Fleischerei gekommen und nach dem jugendlichen B. gefragt habe, jedoch hätten weder er noch feine Frau etwas von den schändlichen Vorhaben des Paters gewußt. Er habe solche Ehrfurcht vor dem Ordenskleide gehabt, daß er auf einen solchen Gedanken auch nie gekommen wäre. Der 27jährige ehemalige Franziskanerbruder Kilian Matthes wird aus der Untersuchungshaft vorgeführt, um als Zeuge vernommen zu werden. Er hat 1926 als Bruder-Aspirant in der Ordensniederlassung Waldbreitbach den Angeklagten Pater Leovigill kennengelernt und ist von diesem, der ihm Unterricht im Katechismus erteilte und gleichzeitig fein Beichtvater war, mißbraucht worden.' 1931 trat Matthes aus dem Franziskanerorden aus. Aehnlich liegt der Fall bei dem ehemaligen Franziskanerbruder Alphons S ch i l s , der jetzt 24 Jahre alt ist und sich ebenfalls in Untersuchungshaft befindet. Erschwerend ist, daß Pater Leovigill dem Schils, dessen Lehrer und Beichtvater er war, nicht nur Alkohol gab, sondern auch unzüchtige Photos gezeigt hat. Sckils ist später ebenfalls aus dem Franziskaner- Orden ausgetreten. Auch der ehemalige 25jährige Franziskanerbruder Hans B r o ß aus Laupheim (Württemberg), gab zu, im Kloster Waldbreitbach mit dem Angeklagten Steinhoff verkehrt zu haben. Der Zeuge, der sich ebenfalls in Hast befindet, bekundete, daß er innerhalb dreier Jahre in sieben Or- denshäufern gewesen fei, und überall derart anormal veranlagte Patres und Ordensbrüder vorhanden gewesen seien, insbesondere in Ebernach (Kreis Cochem), Waldbreitbach (Kreis Neuwied), Bingen, Kreuznach, Waldniedl und Warendorf. Broß hat, ebenso wie die beiden vorhergehenden Zeugen, eingestanden, auch mit zahlreichen anderen Ordensbrüdern verkehrt zu haben. Der 27 Jahre alte Zeuge Walter Kaiser, der sich in der Pflegeanstalt Andernach befindet, kam 1922 infolge einer Kopfgrippe als Pflegling, 14jährig, in die Ordensniederlassung in Waldbreitbach. Der Zeuge, der einen stark zurückgebliebenen Eindruck macht, ist, wie er angibt, von mehreren Ordensbrüdern, u. a. den Brüdern Emmeran, Exheditus und Richards, sowie vom Pater Leovigill mißbraucht worden. Der Generalsekretär, der Franziskanerbruder Unterer, sagt aus, daß der damalige Generaloberer des Ordens, Bruder Pankratius, 1934 gestorben sei. Sein Nachfolger, Bruder Alfons, der verboten hatte, über die Verfehlungen zu sprechen, halte aegenroärtig in Afrika Visitationen ab. Sein Stellvertreter ist der Bruder P l a • 3 idus, der in Deutschland wegen Meineides gesucht wird und sich gegenwärtig in Rom aufhält. Dieser Bruder Plazidus ist, bevor er ins Ausland ging, bei den Franziskanerklöstern herumgefahren und hat kleine Brüder-Konvente abgehalten, in denen vertraulich aesagt wurde, wer etwas ausgefressen habe, solle sofort nach den holländischen Niederlassungen gehen. Der Anstaltsarzt der Ordensniederlassung Niederbreitbach, Dr. K o ft, bekundete, daß ihm nur zwei Fälle von Verfehlungen bekannt geworden seien; der damalige Generaloberer, Bruder Pankratius, habe derartige Fälle aber nie verfolgt, sondern fei darüber hinweggegangen. Der Zeuge Broß teilt noch mit, daß er dem Generaloberen seinerzeit von den Verfehlungen schriftlich Kenntnis gegeben habe, daß aber fein Schreiben als Frechheit ausgelegt worden und nichts erfolgt fei. Schließlich wurde noch der 51jährige Pater Georg von derHeide vernommen, dem die westfälische Ordensprovinz untersteht. Er betont, daß einem Manne wie dem Angeklagten in Zukunft jede priesterliche Tätigkeit streng untersagt sei. Er könne im Orden kein Amt mehr bekleiden, es bestehe außerdem die Möglichkeit, ihn in einem regelrechten Prozeß aus dem Orden auszustoßen. Ob es dazu komme, hänge von der Entscheidung des Patergenerals bei der Kongregation in Rom ab. Als medizinischer Sachverständiger äußert sich Dr. med. Eiden (Koblenz), daß der Angeklagte für feine Straftaten voll und ganz verantwortlich sei. Es handele sich um einen hemmungslosen, moralisch und sittlich tiefstehenden Menschen. Damit ist die Beweisaufnahme geschloffen. Auf Antrag des Staatsanwaltes beschließt das Gericht Vertagung auf Mittwoch. Schreckliches Mrungliick in der Tschechoslowakei 17 Kinder ertrunken. — 31 weitere vermißt. Lundenburg (Mähren), 26. Mai. (DRB.) Am Dienstagvormillag unternahmen die Volksschulen von Rakvih im politischen Bezirk Auspih (Mähren) einen Ausflug auf die Pavlover Höhe. Bei Reumühl wurden die Schulkinder mit einer Fähre über den angeschwollenen Thaya-Fluß gesetzt. Dabei kenterte das Fährboot, und die Kinder fielen in das Wasser. Rach der Meldung der Gendarmeriestalion sind 17 Kinder ertrunken. 31 Schulkinder werden noch vermißt. Die Katastrophe ist auf das plötzliche Auseinanderbrechen des Fährbootes zurückzuführen. Die auf der Fähre befindlichen Lehrer beteiligten sich fieberhaft an den Rettungsarbeiten. Die Bevölkerung des ganzen unteren Thaya-Gebietes ist zur Hilfeleistung aufgefordert worden. * Zu dem erschütternden Unglück werden von Augenzeugen folgende Einzelheiten gemeldet: 106 Schüler von der Volksschule in Rakovice unternahmen einen Schulausflug in die nahen Pollauner Berge. Im Tal der Thaya mußten die Wagen über den durch die letzten Regenfälle angeschwollenen Thaya-Fluß übergesetzt werden. Die ersten beiden Wagen mit den jugendlichen Ausflüglern waren ohne Unfall auf das andere Ufer gelangt. Nun sollte der dritte Wagen auf das andere Ufer übergesetzt werden. Die Kinder der folgenden Wagen konnten ihre Ungeduld nicht länger meistern, sprangen aus dem Wagen heraus und bestiegen ebenfalls die Fähre, die nun — da außer den Kindern o"ch noch ein mit zwei Pferden bespannter Wagen 's ihr Platz genommen hatte — stark ü L lallet war. Kaum war das Fährboot vom Ufer abgestoßen, begann es zu sinken. Inmitten des Flusses, der infolge des hohen Wafferstandes an dieser Stelle etwa acht Meter tief ist, ging das Boot unter. Es entstand eine unbeschreibliche Verwirrung. Die starke Strömung riß alle Kinder, Pferde und Wagen ins Wasser. Einige Kinder vermochten sich an dem Leitfeil feftzuhalten und sich so zu retten. Die Mehrzahl der Kinder wurde jedoch von der reißenden Strömung erfaßt und über die Strom- schnellen fortgetragen. Die entsetzliche Tragödie, die sich mitten auf dem reißenden Fluß abfpielte, lähmte keinen Augenblick die Entschlußkraft der am Ufer zurückgebliebenen Männer. Ein Kutscher rettete mit übermenschlicher Anstrengung allein acht Kinder. Der Lehrer Novotny, der sich mit den Kindern auf der Fähre befand, rettete neun vor dem sicheren Tod. 22 Mädchen und 9 Knaben sind nicht mehr zurückgekehrt. Es besteht zwar noch die Hoffnung, daß sich einige Kinder in der Verwirrung in den am Thaya-Ufer gelegenen Wäldern verirrt haben, doch ist diese Hoffnung leider sehr gering. Oer Fährmann verhaftet. Wie die heutigen Prager Morgenblätter melden, ist der Fährmann Leopold Schuster verhaftet worden. Beim Uebersetzen der Kinder soll alle Vorsicht außer Acht gelassen worden sein. Betriebsvorschriften gebe es nicht und noch weniger eine Betriebskontrolle. Die vorläufige Untersuchung der aufgefischten Planken des Fährprahms ergab, daß das Boot alt und angefault war. Es ist in der Mitte auseinandergerissen. Die Untersuchungen werden fortgeführt. Eine Pionierabteilung und die Feuerwehr von Brünn haben die ganze Nacht trotz des Unwetters mit Scheinwerfern nach den ertrunkenen Kindern gesucht. Bisher wurde nur ein toter Schüler und der Leichnam des Kutschers gefunden. mit knapper Not vor den Flammen retten und mußten zum Teil über die Dächer geborgen werden. Dabei wurde eine Arbeiterin so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Feuerwehren von Gütersloh und Bielefeld griffen den Brand mit achtzehn Rohren an, doch reichte ihr Einsatz nicht aus, so daß die Gütersloher Luft-Ersatz-Kompanie alarmiert wurde. Zwei Soldaten erlitten bei der Hilfeleistung leichte Verletzungen. Erst nach dreistündiger Löscharbeit konnte der Brand auf seinen Herd beschränkt werden. Amerikanische Arbeiksdiensifreiwillige bei einem Daldbrand verunglückt. Bei New Gretna (New Jersey, USA.) sind bei der Bekämpfung eines Waldbrandes, der sich über ein Gebiet von 130 Quadratkilometer erstreckte und mehrere Dörfer bedrohte, fünf Angehörige des Freiwilligen Arbeitsdienstes, die zur Löschung des Brandes herangezogen worden waren, ums L e - b e n gekommen. Die Arbeitsdienst-Freiwilligen, die in derartigen Löscharbeiten unerfahren waren, hatten versucht, durch ein Gegenfeuer den Brand zu ersticken. Der Wind schlug jedoch um und trieb plötzlich die Flammen eines brennenden Kiefernwaldes mit großer Schnelligkeit auf die Arbeitsmänner, so daß es nur wenigen gelang, auf einem Lastkraftwagen zu entfliehen. Sieben weitere erlitten schwere Brandwunden. Ferner werden 33 Arbeitsmänner noch vermißt, und man befürchtet, daß der größte Teil von ihnen ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallen ift । Schwere Zuchthausstrafen für zwei Landesverräter. Der 27jährige Herbert P r e u ß aus Tilsit ift durch Urteil des Volksgerichtshofes wegen Landesverrats zu lebenslangem Zuchthaus und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Preuß hat 1935 im Auftrage einer ausländischen Macht Nachrichten über Stärke und Verteilung der Wehrmacht in Ostpreußen, insbesondere über die Zusammensetzung und Bewaffnung der Garnison einer bestimmten ostpreußischen Stadt gesammelt. Bei dem Versuch, diese Nachrichten in das Ausland 3U bringen, ist der Verurteilte infolge der Wachsamkeit der Polizei festgenommen worden, so daß ihm die Ausführung seines verbrecherischen Vorhabens nicht gelungen ist. Ferner ist der 27 Jahre alte Max Wittich aus Neiße durch Urteil des Volksgerichtshofes wegen Landesverrats zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Wegen der von ihm bewiesenen ehrlosen Gesinnung und der Gemeingefährlichkeit feines Treibens sind ihm gleichzeitig die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt und Polizeiaufsicht für zulässig erklärt worden. Der Verurteilte hat 1935 im Auftrage einer ausländischen Macht versucht, Stärke, Ausrüstung und Zusammensetzung der Garnison einer Stadt Schlesiens zu Verratszwecken in Erfahrung zu bringen. Grubenunglück in England. In der Nähe von Haverfordwest in der englischen Grafschaft Pembrokeshire ereignete sich auf der Zeche Lovestov 6io Ichwaree Grubenunglück. Infolge eines Wassereinbruches wurde ein Stollen, in dem 21 Bergleute arbeiteten, in kurzer Zeit völlig überschwemmt. 14 Arbeitern gelang es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. 7 Bergleute sind ums Leden gekommen. Beim Einbruch ums Leben gekommen. In dem Benzinkeller des Gutes Piaten in Weh- lau (Ostpreußen) wurde von drei Dieben ein Einbruch verübt. Die Diebe steckten, um sich zu orientieren, ein Streichholz an. Dabei entzündeten sich die in dem Keller entstandenen Benzindämpfe, und die Einbrecher standen im Nu in Flamen. Einer von ihnen kam dabei ums Leben. Die beiden ankeren erlitten schwere Verletzungen. Glücklicherweise kam es nicht zu einer Explosion der Benzin- Vorräte; der Brand konnte von dem Verwalter des Gutes gelöscht werden. Rundsunkprogramm. Donnerstag, 28. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30 von Leipzig: Frühkonzert. 8.10 von Stuttgart: Gymnastik. 8.30 von Bad Hersfeld Bäderkonzert. 9.30 von Trier: Musik am Morgen. 10 von Stuttgart: Schulfunk. 11.30: Sauern- fünf. 11.45 Sozialdlenst. 12 von München: Mittagskonzert. 14.10: Das Phänomen der Stimme (vl): Feodor Schaljapin. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16 von Trier: Unterhaltungskonzert. Moderne Klaviermusik. 17.30: Altgermanische Lebensbilder (I): „Der Brautkauf bei den Germanen". Von Unioerfitätsprofeffor Konstantin Reichardt. 17.50: Eine Filmwochenschau entsteht. 18 von Königsberg: Konzert. 19: „Simplizius Simplizifsimus". Hörbild von Anton Betzner. 19.45: Hörbericht von der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule, Darmstadt. 20.10: Richard-Wagner-Konzert. 22.30 von Berlin: Kulturauftrag in Olympia. 22.45 von Berlin: Wir tanzen. 24 bis 2 von Stuttgart: Nachtmusik. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Wetterlage hat sich erneut umgestaltet. Im Norden Westeuropas hat sich ein Tiefdruckgebiet aufgebaut, während sich eine breite Tiefdruckrinne über Skandinavien auf das europäische Festland erstreckt. Entsprechend dieser Druckoerteilung sind bereits tiefere und feuchtere Luftmassen nach'Nord- deutschland eingedrungen und haben dort strich- weise Anlaß zu Regenfällen gegeben; auch bei uns ist mit dem Aufkommen von kühlerem Wetter zu rechnen. Aussichten für Donnerstag: Vielfach künftig unk meist wolkig mit Neigung zu einzelnen Regenfällen, bei lebhaften Winken aus Norden kühler. Lufttemperaturen am 26. Mai: mittags 23,6 Grad Celsius, abends 15,4 Grad; am 27. Mai: morgens 12,5 Grad. Maximum 25 Grad, Minimum heute nad't 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Mai: abends 21,9 Grad; am 27. Mai: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheindauer 13,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unk Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 3408D 02414 Verkäufe ] Kaiser s Festkaffee im Geschenkbeutel 500 g L - / 2.40 / 2.B0 / 3.- / 3.20 RM. 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Juni 1936, von 16 16% Uhr. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt r Einspaltige | werden zum ermäßigten men und Anschrift des Bewerbers tragen! Hiesiges Baugesch&ft sucht zum sofort. Eintritt fleißigen und strebsamen kaufmSnn. Lehrling Schriftl. Angeb. unter 34091) an den Gieß. Anz. 9au5ößlienn gesucht, am liebsten vom Lande, bei alleinst. alt. Mann. Schriftl. Ang. unt. 02419 an d. Gieß. Anz. Saubere Frau oder Mädchen das schon in bess. Häusern tätig war, werktags v. %8-H Uhr gesucht. Zu erfrag, in der Geschäfts- srelle des G. A. Solides MdOen für Geschäft und Haushalt zum 1. Juni gesucht. Merlau amD Ludwigstraße 26 Tüchtiges,solides Mdchen gesucht. 34i?d E. Mering »Graf Zeppelin' Willi elmstr. 49. Tüchtiges Mädchen für vormittags gesucht. Näheres in d. Geschäftsst. d.Gieß.Anz.g4i8v MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleien. Jmpflokal ist die Goetheschule, Horst-Wessel-Wall Nr. 43. Zu diesen Terminen können alle in 1935 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 22. Mai 1936. Der Oberbürgermeister. _______I. D.: Dr. Hamm, Bürgermeister.______ Bekanntmachung. Der gemäß § 13 Abs. 2 der Verordnung über Finanzstatistik vom 28. Februar 1931 (RGBl. I S. 32) zu veröffentlichende Halbjahres-Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für das II. Halbjahr 1935 (Oktober 1935 bis März 1936) wird in der Zeit vom 27. 2Hai 1936 bis 9. Juni 1936 an den für amtliche Bekanntmachungen bestimmten Anschlagtafeln zur allgemeinen Kenntnis gebracht. 3411C Gießen, den 26. Mai 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der BrühEschen Druckerei [Vermietungen"! 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Beerdigung: Donnerstag, den 28. Mai, nachm. 2% Uhr Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Else Schmidt für die Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Heren Pfarrer Weisel sagen wir auf diesem Wege unsem innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Schmidt nach kurzer Krankheit im 74. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen. I d. N.: W. Bechtold Emily Iser, geb. Bechtold, und Sohn Hans. Heuchelheim, den 27. Mai 1936. 3407 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, treue Frau, meine herzensgute Mutter und Großmutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Bechtold, geb. Diehl : CARL HEINZ SCHLÜTER --...... — — .....J - ..... — r -LIU ..J ^VV^)^WV^VW KAISERS^, Lichtspielhaus Gießen Heute Mittwoch Premiere 3427A Greta Garbo in ihrem größten Film aller Zeiten Anna Karenina nach dem großen Roman von Leo Tolstoi und ein behagliches Plätzchen im Garten, da geht man mit Freuden hinein--ins Wochenend! Und--ist es nicht auch herrlich, wenn man an schwülen Abenden so’n rechtes fröhliches Gartenfest feiern kann? Eben an diesem Plätzchen? Das hat ’was für sich! Darum sollte man sich auch diese Ecke so behaglich wie möglich machen. Vor allem für richtige Sitzgelegenheit sorgen, damit man vergnüglich die Beine unter den Tisch stecken kann. Gerade deshalb sollten Sie zum Häuser gehen. Bei ihm finden Sie Gartenmöbel und Liegestühle in jeder Auswahl, Holz oder Metall, und m jedem Fall auch zu einem Preis, der für Sie erschwinglich ist. Er führt die bekannten Markenfabrikate, und ein Weg zu ihm hat sich schon immer gelohnt Also Ihre Gartenmöbel von 7 B. 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So wieg ein dickes Flei Kaußneis der ist, io tornrnt unq in Mzutz. 1 Vorgang des mt die Veror ifer deutlich di lmaßoerordnur it auf jeder M Bezeichnu li lein muß, d Zechen muß. 5 H normiert feil "Wettbewerbs 1 Jin, da die r nun dem I 1 Rauminhalts Svrgi iL?ie Landesbaue 6* Frankju er Seilen: E::®u en Morgen ' denn für da sollte Kd S? ®oran "ber < nn ich nt Ä’W für ' um8 uFqu w SÄ®«* s-^inus N jede «h Maßen an tS * ... ®fu * I* Gramm verlm »ter S-M-tr -.■i tirloren. Um , getauft- B-m r-Ttb, bis nur 450 jlr.122 Zweites Blatt Neues Mß und Gewicht. Von M. v. Treskow, ßamburg. Man staunt oft über die Sicherheit alter erfahrner Hausfrauen, mit der sie Gewicht und Maß j^ndhaben, ohne Waage und Meßgerät zu benutzen, iererbung und eigene Kenntnisse haben diese Treffsicherheit geschaffen. Das Kochbuch unserer Mütter arbeitete nur mit: einer Prise, einer Handel, einem kleinen Pfündchen. Einige dieser Bekiffe sind uns geblieben, obgleich die neueren Kochbücher die Menge ihrer Zutaten in festen Gewichen und Maßen angeben, weil sie fest in unserm leben und Denken verankert sind. Zu diesen Bekiffen gehört das Pfund. Zwar ist es heutzutage nicht mehr nötig, beim Einkauf darauf zu chten, ob das Pfund groß oder klein, das heißt richlich oder knapp bemessen sei, wie es in früheren Leiten auf dem Markte der Fall war, dafür sorgt le Marktsicherheit. Aber das Pfund hatte so aller- jit Schwierigkeiten. Es war nicht jede Hausfrau in ler Lage, ein ganzes Pfund einzukaufen von dem, ras sie für ihren Bedarf wünschte. So wurden iilbe, viertel und achtel, ja sechzehntel Pfunde ge- Iiuft. Wenn nun das Pfund auch noch einen un- praben Betrag kostete, so ging die Rechnerei los. (in achtel Pfund aber sind 62Vr Gramm. Das hlbe Gramm verlor sich also nach oben oder nach taten, der Geldbetrag wurde entsprechend gekürzt l»er erhöht, aber der Begriff des Pfundes ging auch hbei verloren. Ein anderes Mal wurde ein Pfund See gekauft. Beim Nachwiegen ergab sich, daß es r_ir 450 Gramm waren. Ja, das war ein englisches lfund, das nur 450 Gramm wiegt. Man hatte also rehr bezahlt für den Tee, als man annahm. Aehn- lch stand es mit dem Begriff: eine Flasche roll. Im Laden stand eine besonders große Flasche bn der Süßigkeit, die man wünschte. Später ergab sch, daß er Boden der Flasche besonders hohl und rcht mehr Inhalt in der Flasche enthalten war alc ii einer ähnlichen kleineren. Seit dem 1. April diefes Jahres trat nun eine Lenderung ein. Das Pfund verschwindet und macht । i>r Berechnung nach Kilogramm Platz. Darus folgt, daß in Zukunft auch nur noch ein Gramm S’rerfjnet wird. Es wird zwar eine Weile dauern, ks bet Begriff des Pfundes verschwinden wird, inb bas Reich hat bem auch Rechnung getragen, bdern es erlaubt, baß bie Bestäube an Tüten unb ilerpackungen mit ber Gewichtsbezeichnung nach Ifunb aufgebraucht werben bürfen. Für bie kaufen be Frau wirb sich aus biefer Gewichtsklarheit mch eine Gewichtswahrheit ergeben, benn bie Zahlen haben gegenüber ben Begriffen vor allem bie Sugenb, baß sie klipp und klar vor Augen führen, vieviel gekauft und was dafür bezahlt worden ist. Sie zeigen unter anderem auch, daß es oft recht mwirtschaftlich ist, kleine Gewichtsmengen zu kau- j:n, ba bie Verpackung sie nicht unwesentlich r?rfeuert. So wiegt z. B. eine große braune Tüte tier ein bickes Fleischpapier fast 25 Gramm. Wenn i:r Kaufpreis ber Ware nach Gewicht zu berech- n n ist, so kommt natürlich das Gewicht der Verlockung in Abzug. Damit der Käufer sich selbst von Oim Vorgang des Abwiegens überzeugen kann, be- jfmmt die Verordnung, daß alle Waagen dem Säufer deutlich vor Augen sein müssen. Die neue fohlmaßverordnung dagegen verlangt, daß in Zu- sinft auf jeder Flasche neben der Fabrikmarke auch kne Bezeichnung des Rauminhalts ver- rerft fein muß, die genau festgelegten Maßgrößen entsprechen muß. Diese Maßgrößen werden in Zull n ft normiert sein. Zur Bekämpfung des unlau- firen Wettbewerbs wird diese Normung sehr bien- lch sein, da die manchmal täuschende Größe der slasche nun dem klaren Zahlenbild des angegebe- |nen Rauminhalts standhalten muß. Sorgen am Zahltag. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Verwal- hngsamt Frankfurt a. M., bittet um Aufnahme fügender Zeilen: „Guten Morgen, Frau Peter, na, was machen ■Eie denn für ein sorgenvolles Gesicht? Heute ist Zahltag, da sollte sich doch jede Hausfrau freuen!" — „Ja, liebe Frau Koch, gerade dieser Zahltag bet' itet mir so viel Kummer. Kaum hat mir mein Kann das Wirtschaftsgeld ausgehändigt, bezahle irj bie Schulden, und mit dem Rest komme ich nie aus. Ich überlege und rechne schon immerzu, voran kann ich nur sparen. Aber sehen Sie, mein Kann braucht für feine anstrengende Arbeit kräftiges Essen und meine vier Kinder verzehren viel $iot, dazu den teuren Aufstrich. An dem Mittag- |t||'en kann ich wirklich nicht mehr sparen, höchstens ai bem Brotaufstrich. Ich koche fast {eben Spätsommer einige Töpfe Marmelade und Gläser Ge- 1(2 ein. Aber da die Kinder diesen süßen Aufstrich bevorzugen, ist der Vorrat bald erschöpft. Außerdem stellt sich das Einmachen für mich viel zu teuer." Frau Koch hört sich geduldig und interessiert die Ragerede der Frau Peter an. Plötzlich lacht sie h rzhaft, klopft ihr auf die Schulter und sagt: „Wissen Sie, ich glaube, ich kann Ihnen helfen, dergleichen wir doch einmal unsere Wirtschaftsbücher! Ich habe sogar fünf Kinder zu versorgen inb mein Mann verdient nicht mehr als Ihr Mann inb trotzbem komme ich ganz gut mit meinem Gelb ojs." Beibe Frauen rechnen eifrig über ihren Wirtschaftsbüchern unb kommen zu bem Ergeb- riis, baß Frau Peter fast bie doppelte Menge an rett — also Butter, Schmalz und Margarine ein- Inuft unb verbraucht als Frau Koch. Hierburch ent- s-eht das Minus in ihrer Kasse. „Ja", sagt Frau 5 och, „ba haben wir ja bie Lösung. Meine Kmber unb ich essen jeben Morgen unb auch nachmittags anm Kaffee Marmelabe, die jetzt wesentlich billiger osworden ist. Das Pfund kostet nur 32 Pfg. Und dabei ist diese Marmelade in ihrer Qualität ganz ^gezeichnet. Sie besteht zur Hälfte aus deutschen 2 epfeln und teilweise aus Birnen. Die übrige Sätfte setzt sich aus Pflaumen, Himberen, Johan- risbeeren, Kirschen, Mirabellen, Erdbeeren und zum 2«il aus deutschen Trauben zusammen. Nur völlig enroanbfreies Obst wird verarbeitet. Meine Kinder freuen sich besonders, wenn ich Pfannkuchen.oder Oüerkuchen backe und sie dann mit Marmelade fülle, versuchen Sie sie doch einmal! Da Ihre Kinder sowieso süßen Aufstrich lieber mögen, wird die Narmelade sicher allseitigen Beifall finden." Frau Peter war für diesen Rat sehr dankbar, und hat nach einiger Zeit festgestellt, daß das Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen- Mittwoch, 21. Mai 1956 Aus dem Reiche -er Krau. Minus in ihrer Wirtschaftskasse immer geringer wurde. — Als sie nach einigen Wochen schuldenfrei ihr Wirtschaftsgeld in Empfang nahm, hat sie die ganze Familie Koch zum großen Pfännkuchenessen — gefüllt mit der schmackhaften Marmelade — eingeladen. Frau Peter ist dann später auch klar geworden, daß sie mit dieser kleinen Umstellung in ihrer Hauswirtschaft nicht nur sich selbst, sondern auch der deutschen Volkswirtschaft einen Dienst erwiesen hat. Sie erinnerte sich an die Zeit, wo — noch vor wenigen Monaten — Butter und Schmalz manchmal knapp waren und sie freute sich, daß auch sie für ihren Teil dazu beitragen konnte, die Fettlücke in der deutschen Erzeugung zu schließen. Wie wäre bas zu Pfingsten? Oer gekochte Sandkuchen, das Prachtstück der Urgroßmutter Kein Kuchen ist so empfindlich in seinem Gelingen wie ein Sandkuchen. Ist er glücklich fertig gerührt, kommt die Backsorge. Nicht jeder hat einen erstklassigen Gasofen, ein Küchenwunder oder den Bäcker so nahe, daß er den Teig unbesorgt über die Straße tragen kann. Eine uralte Vorschrift aus Urgroßmutters Zeit hilft hier aus der Not. Der Kuchen wird gekocht! Teig: 300 g Butter, 300 g Puderzucker, 1 Teelöffel Backpulver mit 300 g Kartoffelmehl gesiebt, 9 große oder 10 kleine Eier, 2 Eierschalen voll gutem Rum, 1 auf Zucker abgeriebene Zitronenschale. Zubereitung: Die Butter leicht angewärmt, wird dünn gerührt. Nach und nach kommt abwechselnd 1 Löffel Zucker, 1 Löffel Mehl, 1 Eigelb dazu, bis alle Zutaten unter tüchtigem Schlagen verbraucht sind. Unterdessen hat man das Stück Zi- tronenzucker im Rum aufgelöst und rührt es ebenfalls unter. Zum Schluß zieht man lose den sehr steifen Eierschnee unter den Teig. Er wird sofort in eine gut mit Butter und Zwiebackmehl vorbereitete hohe Puddingform gefüllt, die nur dreiviertel voll sein darf. Der Deckel ist ebenfalls mit Butter und Zwiebackmehl vorbereitet. Mit dem in den Eierschalen verbliebenem Eiweiß verrührt man etwas Weizenmehl und verklebt damit die Verschlußritze zwischen Deckel und Form Diese setzt man sofort in kochendes Wasser (Wecktopf), das soweit reichen muß, als der Teig die Form füllt. Damit sie nicht Umfallen kann, wird sie mit zwei Plättbolzen beschwert. Das Wasser muß kochend bleiben und wird, wenn verkocht, sofort mit kochendem Wasser wieder aufgefüllt. Der Deckel des Wecktopfes muß sich leicht abheben lassen, damit der Kuchen nicht erschüttert wird. Kochzeit 1% Stunden Dann nimmt man den Deckel ab und läßt ungerührt alles stehen. Erst nach völligem Erkalten des Wassers darf der Kuchen herausgenommen werden. Der fertige Kuchen bekommt einen Schokoladenüberzug. Ein Eiweiß wird mit 125 g Puderzucker und 1 Teelöffel Zitronensaft tüchtig geschlagen. Dann gibt man 2 Teelöffel Kakao dazu und schlägt ein paar Minuten weiter. Unter vorsichtigem Rühren wird der Guß in heißem Wasser leicht erwärmt, und der Kuchen damit angepinselt. Am schönsten und stolzesten wirkt eine hohe gerippte Puddinaform. Frida Aisch, Bad-Nauheim. -Ääas sollen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS fM I. wfe- .. *" v Aus farbigem Seinen wird auch in diesem Jahr wieder ein großer Teil der sommerlichen Garderobe bestehen, einerlei, ob aus einfarbigem, bunt- bebrudtem oder aus plastisch gewebtem Material. Das einfache Kleid unserer heutigen Skizze ist aus blaßgelbem, knitterfreien Leinen mit einem schwarzen Gurtengürtel. Zur Ergänzung kann ein kurzes Cape aus dem Kleidmaterial getragen werden oder eine lange Tunika, zu der ebenfalls gelbes Seinen, diesmal mit einem aparten schwarzen Webeffekt verwendet ist. Zu der Schulterpartie zeigen Cape und Tunika die gleiche Schnittform wie das Kleid, an Cape und Tunika werden die beiden Kragenteile des Kleides herausgeklappt getragen. Der H u t rechts ist aus grobem und stark glänzendem schwarzen Stroh, der mittlere aus gelbem und der linke aus schwarzem Exotenstroh. Alle drei Formen haben eine schmale, schwarze Ripsband - garnierung. H. Von allerlei wohlschmeckenden Krankem Don Dieter von -er Schulenburg. Nun sind sie wieder da, auf allen Märkten zu haben, die vielen wohlschmeckenden Suppen-, Salat- und Küchenkräuter. Don den Klostergärten her, in denen sie von kundigen Mönchshänden angepflanzt und gepflegt wurden, fanden sie ihren Weg in die Bauerngärten und erwarben sich dort Heimatrecht. So ein weiser Küchenpater hatte die untrügliche Feinschmeckerzunge eines Brillat-Savarin und verstand es meisterhaft, dem jungen Salatkopf durch den Zusatz eines bestimmten Würzkrautes eine immer neue Nuance des Wohlgeschmacks, ein köstliches Aroma abzugewinnen, öo entstanden früh schon die Einfassungen der Salbei mit ihren silberhaarigen Blättern, die Polster des Thymian — keine gute Wurst ohne ihn —, der Estragon, das üppig wuchernoe Pfefferminzkraut, der unentbehrliche Majoran, der ja mit Aepfeln zusammen den knusprig gebratenen Bauch der Gans füllen soll. Auch der Dill mit seiner aromatischen Dolde, das Bohnen- ober Pfefferkraut unb nicht zuletzt die Peterfilie feien genannt, ber man ihres Wohlgeschmacks wegen ganze Beete einräumte. Ein Kräutereckchen zuminbesten hat heute jeber Bauerngarten, dem jede tüchtige Bäuerin besonderes Interesse entgegenbringen und sorgsamste Pflege angedeihen lassen wird. Das bekannteste und verbreitetste Küchenkraut ist naturgemäß die Petersilie, ein zweijähriger Sippenblütler, der im Juni bis Juli seines zweiten Lebensjahres grüngelbe Blütendolden trägt. Sie stammt eigentlich aus Südosteuropa und war schon im Altertum ein Arzneimittel. Nicht nur ihre geträufelten Blätter, sondern auch ihre mohrenarUgen, süßlich schmeckenden Wurzeln sind geschätzt. Bekannt ist auch die verdauungsfördernde Wirkung der Saucharten, wie vor allem Schnittlauch; wie wohlschmeckend ist der Kerbel und die zarte Garten- und Brunnenkresse als Zusatz zum Kopf- oder, wie er in Süddeutschland vielfach heißt, Häuptersalat! Mehr noch vielleicht als die „Krause Minze" erfreut sich die Raute allgemeiner Beliebtheit mit ihrem herben, leicht bitteren Aroma. Der beliebte Borretsch hat seine Wiege in Südeuropa. Die Pflanze ist steifborstig, verästelt mit gurkenartig schmeckenden Blättern, sehr saftig und treibt von Juni bis August langstielige Blüten mit himmelblauer, sternförmig ausgebreiteter Krone. Ein kleines unscheinbares Wiesenkraut endlich sei noch erwähnt, dessen Name durch den englischen Meisterfilm „Die scharlachrote Blume" Berühmtheit erlangte: Pimperneil, Die Fran in der Gestiigelzuchi. Die meisten Eier für den Markt werden in Deutschland in den bäuerlichen Betrieben erzeugt. Seit Jahren arbeitet man daran, um den kleinen Sandwirt für sachgemäße Geflügelhaltung zu gewinnen. Da dieser Betriebszweig der Wirtschaft in den Händen der Bauersfrau liegt, wird auf die Ausbildung in ber Geflügelzucht in allen bäuerlichen Werkschulen ber größte Wert gelegt. Außerdem ergreifen zahlreiche junge Mädchen den Beruf der Geflügelzüchterin, weil sie entweder in größeren Betrieben die Herdbuchtierzucht treiben ober aber in ber bäuerlichen Beratung Aussicht auf eine Anstellung haben. Sie arbeiten zunächst als Lehrling in einer ber bafür befonbers zugelafsenen Sehrwirtschaften, bie unter bauernber Aufsicht ber Sanbesbauernschaften stehen. Es ist baburch die Gewähr gegeben, baß bie jungen Menschen tatsächlich lernen, sich auf allen Gebieten — z. B. künstliche unb natürliche Brut, Aufzucht unb Mast, Zuchtfragen unb Krankheiten — zurecht zu finden. Von dem Betriebsleiter wird erwartet, daß er auch theoretischen Unterricht erteilt. Don ben staatlichen Anstalten unb Mitglie- bern ber Prüfungskommissionen werben ferner burch bie Fachzeitungen von Zeit zu Zeit Fragen veröffentlicht, bie alle Sehrlinge schriftlich beantworten müssen. Die Beauftragten ber Sanbesbauernschaften prüfen biefe Einfenbungen ber Sehrlinge. Die Sehrzeit bauert zwei Jahre, so soll, um eine gewisse Vielseitigkeit zu gewährleisten, möglichst in zwei verschiebenen Betrieben verbracht werben. Nur in Ausnahmefällen wirb bie Arbeit im elterlichen Betrieb anerkannt. Der Sehrling soll beim Eintritt in bie Sehre bas 16. Jahr vollenbet haben. Die be- ftanbene Prüfung gibt bem Sehrling bas Recht, sich „Gehilfe" zu nennen. Vielen genügt bas Erreichte. Es beginnen bie Jahre praktischer Arbeit in größeren Geflügelzuchtbetrieben. Nach fünf Jahren praktischer Tätigkeit bietet sich ben tüchtigen Gehilfinnen bie Möglichkeit, an einer anerkannten staatlichen Anstalt ihr Examen als Ge- flügelmeifter zu bestehen. Diese Prüfung wirb besonders in Zukunft Bedeutung gewinnen, wenn die schon lange erstrebte Bestimmung durchgeführt fein wird, daß die Seiter von Geflügellehrwirtschaften ihr Meisterexamen bestanden haben müssen. Daneben läuft noch der Weg zur Zuchtleiterin. Er verlangt ebenfalls nach bestandener Gehilfenprüfung fünf volle Jahre praktischer Arbeit und ein Jahr Arbeit unb Stubium auf einer staatlichen Sehranstalt. Als geprüfte Zuchtleiterin kann bie Frau auf eine gehobene unb felbftänbige Anstellung Anspruch erheben, als Sachbearbeiterin für Geflügelzucht bei ben Sanbesbauernschaften ober als Geschäftsführerin ber Sanbesfachgruppen Herbbuchzucht unb lanbwirtfchaftliche Geflügelhaltung. Auch bie großen Dermehrungsbetriebe mit ihren unter Kontrolle stehenben Zuchthennenherben werben biefe tüchtigen unb erfahrenen Kräfte suchen. „WiefiehtdennIhrTeppichaus?" Eine wichtige Krage für die Hausfrau. „Sehen Sie sich boch nur mal meinen neuen Teppich an", klagt eine Hausfrau. „Drei Wochen habe ich ihn erst, behanble ihn so sorgfältig mit bem Staubsauger, unb boch habe ich immer eine ganze Hanbvoll Wolle nach bem Kehren! Wenn bas so weitergeht, ist ber Teppich in einem halben Jahr kaputt!" — „Ja, ba haben Sie recht, aber tragen bann selbst bie Schulb. Ein neuer Teppich barf nämlich in ben ersten brei Wochen überhaupt nicht mit bem Staubsauger ober einer scharfen Bürste behanbelt werben! Jeber neue Tep. pich gibt in ben ersten Wochen Wolle ab — bas schabet aber gar nichts. Wenn man ihn vorsichtig behanbelt, bann gibt sich bas halb. Das Gewebe eines neuen Teppichs ist nämlich ganz trocken, und ehe es genügend Feuchtigkeit aus der Umgebung angenommen hat, wird es immer Wolle verlieren! Der Staubsauger nimmt aber bei neuen Teppichen die kurzen Wollfasern weg und trocknet das Gewebe zu sehr aus. Die viele Wolle, die die Hausfrau in den ersten Tagen so erschreckt, sind abgeschorene Härchen, die sich zwischen die Noppen des Gewebes gesetzt hatten und nun natürlich mit der Zeit herausgehen — ohne daß aber die Qualität des Teppichs leidet. Wenn z. B. in der Wohnung geheizt wird, muß man auch seinen Teppich besonders pflegen. Die trockene Hitze der Zentralheizung ist nämlich für das Teppichmaterial gar nicht zuträglich. Der Teppich trocknet zu sehr aus, und das Gewebe wird locker. Da muß man der Luft den nötigen Feuchtigkeitsgehalt geben. Es genügt schon, wenn man an die Heizungen Tonröhren hängt, die Wasser zu verdunsten haben! Feuchtes Abbürsten ist dann nicht mehr nötig." „Warum hat der Teppich von Frau Müller schon ein Loch?" fragt man erstaunt, denn Frau Müller hat sich mit dem Teppich große Mühe gegeben und ihn alle paar Tage gründlich geklopft. Aber daran liegt es ja gerade! Kein Teppich verträgt das viele Klopfen, weil sich nämlich davon die Fäden lösen. Sie brechen, werden mürbe, und schon ist das Loch da! Teppiche sollen mit dem Staubsauger ober, wenn man keinen besitzt, mit einem weichen Feger behanbelt werben. Selbst- verstänblich barf immer nur in ber Richtung des Striches gebürstet werden. Einmal tm Jahr kann man den Teppich mit Sauerkraut abreiben, bie Farben werben bann roieber hell, auch leichtes Essigwaffer ist zu verwenben. Fettflecke auf bem Teppich entfernt man am besten mit Benzin. Natürlich muß man bie nötige Vorsicht walten lassen. Im Herrenzimmer barf man auch zwei Stunben später nicht rauchen, wenn man ben Teppich mit Benzin gereinigt hat, benn bie Benzinbämpfe halten sich noch minbeftens zwei Stunden im Raum, auch wenn man sonst nichts davon spürt! Einen ganzen Teppich selbst zu reinigen, ist nicht anzuraten, das überlasse man besser dem Fachmann. Mit einer milden Seifenlösung kann man helle Teppiche wohl einmal auswaschen, aber meistens hält das nicht lange vor. Auf jeden Fall muß der Teppich völlig ausgetrocknet sein, ehe man ihn wieder hinlegt! Dunkle Teppiche kann man mit Panamarinde behandeln, aber vorsichtig, so daß das Grundgewebe nicht naß wird, weil sonst die Appretur herausgeht und der Teppich seine Festigkeit verliert. D. K. Die hessische Ausführungsverordnung zum Aeichsmietengesetz. Die Hessische Landesregierung verordnet aus Grund der §§ 6 und 21 des Reichsmietengesetzes und der §§ 1, 5 und 6 der Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz vom 20. April 1936 nach Zustimmung des Reichsarbeitsministers und des Reichsministers der Justiz folgendes: § 1. Die Vorschriften des Reichsmietengesetzes gelten nicht für Mietverhältnisse über Wohnungen, Deren Jahresfriedensmiete a) 800 Mark und mehr in den Orten der Orts- klasse A, b) 600 Mark und mehr in den Orten der Ortsklasse B, e> 450 Mark und mehr in den Orten der Ortsklasse C, d) 350 Mark und mehr in den Orten der Ortsklasse D beträgt. Sie gelten ferner nicht für Mietverhältnisse über Geschäftsräume, die Teile einer Wohnung bilden oder wegen ihres wirtschaftlichen Zusammenhangs mit Wohnräumen zugleich mit diesen vermietet sind, wenn die Jahressnedensmiete für die Wohn- und Geschäftsräume zusammen die in Satz 1 bezeichnete Grenze erreicht oder Übersteigt. Die Zugehörigkeit einer Gemeinde zu der im Absatz 1 bezeichneten Ortsklasse bestimmt sich nach dem auf Grund des § 12 des Reichsbesoldungsgesetzes aufgestellten Ortsverzeichnis. Die Gemeinde kann namentlich anordnen, daß nach erfolglosem Ablauf einer dem Vermieter gesetzten Frist 1. ein Mieter zur Vornahme notmenbiger, bestimmt bezeichneter Arbeiten berechtigt ist und einen entsprechenden Betrag des Mietzinses, der bei der jeweils fälligen Zahlung 18 v. H. der Friedensmiete nicht übersteigen darf, einbehalten kann; 2. der Mieter einen Teil des Mietzinses, der bei der jeweils fälligen Zahlung 18 v. Sy der Friedensmiete nicht übersteigen darf, an eine von ihr zu bezeichnende Stelle abzuführen hat. Die Beträge können wie Gemeindeabgaben beigetrieben werden. Die Gemeinde hat bann bie not- wenbigen Jnstanbsetzungsarbeiten ausführen zu lassen. Sobalb bie Kosten für bie ausgeführten Arbeiten aus ben abgeführten Mietbeträgen gebeckt sind, hat bie Gemeinbe ihre Anordnung wieder aufzuheben. Soweit auf Grund einer nach Absatz 1 oder Absatz 2 ergangenen Anordnung der Gemeinde ein Betrag des Mietzinses für Jnstandsetzungsarbeiten in Anspruch genommen wird, erlischt der Anspruch des Vermieters. Dies gilt auch für den Fall der Abtretung, Verpfandung oder Befchkagnahmung des Mietzinses. Gegen eine Anordnung der Gemeinde findet die Beschwerde an die Aufsichtsbehörde binnen zweier Wochen statt. Die Befchwerde hat aufschiebende Wirkung. In der Anordnung ist auf das Rechtsmittel hinzuweisen. § 7. Wird auf Grund des § 2 Absatz 4 des Reichsmietengesetzes der ortsübliche Mietzins festgesetzt, so ist er durch Vergleich mit dem Mietzins zu ermitteln, der für die mit dem 1. Juli 1914 beginnende Zeit in der Gemeinde für Räume gleicher Art und Lage regelmäßig vereinbart war. Die Festsetzung lediglich auf Grund des abgeschätzten Bau- werts vom 1. yuli 1914 ober auf Grunb einer Abschätzung ohne Rücksicht auf bie für Räume gleicher Art unb Lage vereinbarten Mieten ober die Aufstellung von Durchschnittspreisen für den Quadratmeter benutzter Fläche ist unzulässig. § 8. In den Fällen der §§ 3 unb 5 hat die Umlegung nach dem Verhältnis der Friebensmiete — bei Räumen mit Sammelheizung unb Warmwasserversorgung nach Abzug von 7 bzw. 3 v. H. von ber Friedensmiete — und § 2 der Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz zu erfolgen. Hierbei sind auch Räume zu berüctsichtiaen, für die nicht die gesetzliche Miete gezahlt wird. § 9. Die Verordnung tritt am 1. Mai 1936 in Kraft. Wirtschaft. § 2. Der Mindestsatz der gesetzlichen Miete beträgt 1. in den Städten Darmstadt, Offenbach und Mainz (Alt-Mainz unb die Stadtteile Mainz- Kastel, Mainz - Kostheim, Mainz - Mombach) 116 v.H., 2. in den Stadtteilen Main^-Bischofsheim, Mainz- Bretzenheim, Mainz-Weisenau 114 v. H., Z. in dem Stadtteil Mainz-Ginsheim 112 v. H., 4. in den Städten Alzey und Neu-Isenburg 114 v. H., 5. in allen übrigen Gemeinden 112 v. H. der Friedensmiete. § 3. Der Vermieter ist berechtigt, das Wassergelb auf die Nutzungsberechtigten (Vermieter, Mieter, Pächter usw.) umzulegen. Die Umlegung ist erst zulässig, wenn der Vermieter dem Mieter gegenüber vor ber Fälligkeit bes Mietzinses eine entsprechend schriftliche Erklärung abgegeben hat. Macht er von diesem Recht Gebrauch, so vermindert sich die gesetzliche Miete um 3 v. H. der Friedensmiete. Abänderungen der auf Grund dieser Bestimmungen erfolgten Regelung sind ohne Zustimmung des Mieters nur für den Beginn des Kalenderjahres zulässig. § 4. Bei Räumen mit Sammelheizung und Warmwasserversorgung ist der Vermieter berechtigt, die Kosten der Heizstoffe einschließlich ber Anfuhrkosten nach Quabratmetern ber beheizten Fläche umzulegen. Die Kosten ber Beheizung gemeinsam benutzter Räume finb auf bie Rauminhaber zu verteilen. Der Vermieter ist berechtigt, monatlich für bie Heizstoffe Vorschüsse in Höhe eines Zwölftels bes Verbrauchs bes Vorjahres zu erheben. Ist ber Verbrauch bes Vorjahres nicht zu ermitteln, so finb bie voraussichtlich entstehenben Kosten zugrunbe zu legen. § 5. Werben in einer Gemeinbe nach dem 30. April 1936 Abgaben für Entwässerung unb für Fäkalienabfuhr, für Straßenreinigung ober Müll- unb Schlackenabfuhr neu eingeführt, so ist ber Vermieter berechtigt, biese Abgaben umzulegen. Werben derartige Abgaben nach diesem Zeitpunkt erhöht, so gilt das gleiche hinsichtlich der Erhöhung. Haben bei einer Neueinführung dieser Abgaben die Vermieter bie Aufwendungen für bie gleichen Zwecke bisher selbst getragen, so hat ber Reichsstatthalter in Hessen — ßanbesregierung — für biefe Aufwen- bungen einen Hunbertsatz ber Friebensmiete fest- zusetzen; um biefen Hunbertsatz vermindert sich ber umlagefähige Betrag. Sind in einer Gemeinbe Abgaben ber in Absatz 1 genannten Art nach bem 1. April 1932 ohne entsprechende Senkung ber gesetzlichen Miete ermäßigt worben, unb werben sie nach bem 30. April 1936 erhöht, so ist bie Umlegung nur bann unb insoweit gestattet, als bie Abgabenhöhe vorn 1. April 1932 überschritten wirb. § 6. Hat ber Vermieter bie Ausführung notroenbiger Jnstanbsetzungsarbeiten unterlassen, so hat bie Gemeinbe bie sachgemäße Ausführung ber Arbeiten durch geeignete Anordnung zu sichern. Jtinbermarff in Gießen. Auf bem gestrigen Rinber - (Nutzvieh-) Markt in Gießen stauben 574 Stück Großvieh, 170 Fresser unb 150 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragenbe Kühe 1. Qualität 480 bis 650 RM., 2. Qualität 350 bis 460, 3. Qualität 200 bis 300, Rinber, )4- bis Xjährig 140 bis 210, %• bis zweijährig 210 bis 280, tragenb 290 bis 500, Kälber, bis zwei Wochen 32, bis vier Wochen 52, bis sechs Wochen 74 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: mittelmäßig. — Nächster Markt am 9. Juni. 5 (—) v. H. Divibende bei Daimler- Ben z - A G. Die Daimler-Benz-AG. in Stuttgart konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz auf 226 (147) Millionen RM. steigern. Die Ausbeh- nung bes Geschäfts ermöglichte bie Neueinstellung von weiteren 4000 Beschäftigten (im ganzen seit 1933 = 18 000 Neueinstellungen). Die Summe ber Löhne unb Gehälter ist auf 63,25 (49,32), bie ber gefetfr lichen unb freiwilligen sozialen Leistungen auf 6,3o (4,87) Millionen Reichsmark gestiegen. Der Export konnte nach Wert und Stückzahl gegenüber dem Vorjahr verdreifacht werden. Vom Wert der Aus- fuhr ber beutschen Automobilinbuftrie entfiel fast ein Drittel auf bie Daimler-Benz-AG. Die Neuinvestitionen bezifferten sich auf runb 21 (im Vorjahre runb 7) Mill. RM. Nach Abschreibungen zum größten Teil auf kurzlebige Gegenstänbe in Höhe von runb 20,5 (im Vorjahre runb 7) Mill. RM. verbleibt ein Reingewinn von 4,11 (4,13) Mill. RM. Der auf ben 18. Juni angesetzten Generalversammlung soll vorgeschlagen werben, aus bem Vortrag von 1934 unb bem Gewinn von 1935 je 0,75 Mill. Reichsmark, zusammen 1,5 Mill. RM. zur Bilbung eines Unterstützungsfonds für die Gefolgschaft ab» zuzweigen, ferner soll der Posten Aufgeld auf die 6proz. Teilschuldoerschreibungen in Höhe von 0,84 Mill. RM. abgeschrieben und eine Dividende von 5 (—) v. H. aus die Stammaktien verteilt werden. Auf neue Rechnung sollen 0,38 Mill. RM. vorgetragen werden. Das laufende Geschäftsjahr zeigt eine günstige Weiterentwicklung. Mein-Mainische Börse. Mttagsborfe uneinheiklich. Frankfurt a. M., 26. Mai. Die Nähe ber Psingstseiertage macht sich an ber Börse schon jetzt in stark verringerter Geschäftstätigkeit bemerkbar. Die Kunbschaft zeigte nur wenig Interesse, während die Kulisse starke Zurückhaltung bekundete. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse uneinheitlich, wobei aber Abschwächungen überwogen haben. Später wurde die Haltung freundlicher und die Kurse zogen meist mäßig an. Eine Sonderbewegung vollzog sich in Daimler Motoren, die mit 115 (118,25) eröffneten, da die Kulisse größere Abgaben vornahm. Die Ausschüttung von 5 (0) v. H. Dividende bot eine Enttäuschung, da man mit 6 v. H. gerechnet hatte. Später ergab sich angesichts der günstigen Abschlußziffern eine leichte Erholung auf 115,50. Don chemischen Werten waren IG. Farben weiter gedrückt auf 170 (170,75), später 170,50, Goldschmidt lagen 0,50 v. H. höber. Am Elektromarkt gingen Gesfürel um 2 v. H., Siemens um 1,40 v. H. unb Betula um 0,50 v. H. zurück. Montanaktien lagen außerorbentlich ruhig unb etwa 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Fest waren Muag mit 100,50 bis 101,50 (99,25). Etwas lebhafter lagen Westdeutsche Kaufhof mit 44,25 bis 45,50 (44). Sonst eröffneten Zellstoff Aschaffenburg 1,25 v. H., Reichsbank 1,13 v. H., Deutscher Eisenhandel 0,75 o. H., Metallgesellschaft 0,50 v. H., AKU. 0,25 v. H., Moenus Maschinen 0,25 v. H. niedriger, dagegen gewannen Deutsche Erdöl 2,40 v. H. Schiffcchrts- aktien lagen gut behauptet. Im übrigen lagen zunächst nur wenig Erstkurse vor. Der Rentenmarkt lag still. Kommunal-Um- schulduna unverändert 88,65", späte Schuldbuchforderungen 0,13 o. H. niedriger mit 98,50, Altbesitzanleihe etwa 115,13 (unverändert). Am Auslandsrentenmarkt waren ungarische Anleihen gefragt unb höher, 4 v. H. Golbrente 9,40 (8,85), 1914er 9 (8,65), ferner 4 v. H. Rumänen 5,70 (5,60), bagegen I. Anatolier 42,13 (42,25). Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktienmarkt unregelmäßig, meist stellten sich jedoch gegen die Anfangsnotierungen leichte Erholungen ein. Die Umsätze blieben aber sehr klein. Montanwerte lagen 0,50 bis 1 v. H. freundlicher, Daimler 116 nach 115,50. IG. Farben bis 171,50 nach 170,50, dann 171 bis 172. Von später notierten Werten büßten Zellstoff Waldhof 1,50 v. H., Feldmühle Papier 1,25 v. Jn., Bemberg 2 v. H., Marisfelder 2,50 v. H., Deutsche Linoleum 2 v. H., Accumula- toren 1,50 v. H. und BMW. 1 v. H. ein. Weiter erhöht waren Chade A bis C mit 428 (423). Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal- Umschuldung bei größeren Umsätzen auf 88,80 nach 88,65, Althesitz notierten amtlich 115,20 bis 115,40 (115,13). Zertifizierte Dollar-Bonds lagen 0,25 bis 0,40 v. H. freundlicher. Pfandbriefe lagen unverändert, Nass. Gold R. 4 bis 5 96,75 (97). Liquidationspfandbriefe schwankten nach- beiden Seiten um 0,13 v. H., Kommunal - Obligationen unverändert, Stadtanleihen etwas uneinheitlich. Von Auslandsrenten gingen Ungarn Gold auf 9,25 nach 9,40 zurück, später 9,40, 4,50 v. H. Irrigations-Mexikaner 7,50 (7,90). 4 v. H. Ungar. Kronenrente wurden mit 2,35 (2,50) notiert. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendborfe fest. Die Abendbörse brachte im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr am Aktienmarkt weitere Befestigungen und hatte ziemlich lebhaftes Geschäft. Neben IG. Farben, Daimler, Kaufhof und Scheideanstalt waren Montanwerte lebhaft gefragt. Im Durchschnitt zogen die Kurse gegen den berliner Schluß um 0,50 bis 1 v. H. an. Auch der Rente n m a r k t war freundlich, lebhafter Altbesitz mit 115,60 (115,50). Sehr lebhaftes Geschäft hatten ungarische Anleihen, die bis 0,50 v. H. anzogen, ebenso waren Schweiz. Bahnanleihen höher gesucht. U. a. notierten: Altbesitz 115,60, 6 v. H. IG. Farben 138, 4,5 v. H. Franks. Hyp. KO. 2 bis 3 93,75, 4,5 v. H. Bosnier von 1902 5,5, 4 v. H. Oesterr. Einheits-Rente (Mai) 1,55, 4 v. H. Ungarn Gold 9,75, 1913er 9,50, 1914er 9,50, 1910er 9,50, 4 v. H. Ungar. Kronenrente 2,45, Anatolier I 43,50, 3,5 v. H. Schweiz. Bundesbahn 221, AKU. 54,75, BMW. 134, Bekula 150, Buderus 101,50, IG. Chemie volle 224, Daimler 116,75, Deutsche Erdöl 125 bis 125,50, Scheideanstalt 244,50 bis 245, Geringer 87, IG. Farben 172,75 bis 173, Felten 1H Gesfürel 141,75, Harpener 128, Holzmann 125,50, Klöckner 103 Mannesmann 96,25, Marisfelder 142 Metallgesellschaft 133, Moenus 92, Rhein, braun 236, Rheinstahl 130,25, RWE. 136 Schuckert 150,50, Stahlverein 95,25, Kaufho 45,75 bis 46, Braubank 136, Hapag 15,75. Frankfurter Obst- und Gemüjemarkt. Frankfurt a. M., 26. Mai. Der Gemüse» markt verzeichnet weiterhin starkes Angebot, ins- besondere von Rettich, Spinat und Früh-Wirsing. 31 Kopfsalat besteht Ueberangebot. Nachfrage im allgc- meinen zufriedenstellend, in Salat verblieben jedoch Ueberftänbe. Preise wenig verändert. U. a. notier» ten: Blumenkohl (T = Treibhaus) 20 bis 60, Erbsei 23 bis 26. dieselben, Körbchen, etwa 8 bis 9,5 Kilo, brutto 3,00 bis 3,40 ital., Gewürze!, gr. Bdl. 30 bis 40, Gurken (T) 20 bis 40, 30 bis 35 holl., Karotten (T) Bdl. 10 bis 12, Kartoffeln, gelbe, 50 Kilo 3,80 bis 4,05, neue runde 9,50 bis 10,00, lange 13,00 bis 14,00 ital., Kohlrabi 8 bis 15, Kopfsalat, Freiland 2 bis 6, Mistbeet 4 bis 6, Lauch 1 bis 3, Radies, Bdl. 2 bis 3, Rettich, gr. Bdl. 12 bis 40, kl. 5 bis 10, Rhabarber 5 bis 6, Römischkohl 6 bis 8, ! Spargeln I 37 bis 40, II 32 bis 35, III 28 bis 30, IV 17 bis 20, Spinat 5 bis 8, Tomaten 65, Weih- kraut, spitz 12, Wirsing 4 bis 5, Zwiebeln 11 ägypt. Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfelan- ; gebot schwach, Nachfrage bei festen Preisen befried!» 1 gend. Freiland- (Taunus) Erdbeeren und Kirschei (Bergstraße) bei geringem Angebot erstmalig notiert. Geschäft nur bei Erdbeeren zufriedenstellend, bei Kirschen recht langsam. Apfelsinenangebot noch gut. U. a. notierten: Äepfel 30 bis 50, Kiste, etwa 18,5 bis 20 Kilo, netto 19.00 bis 22,00 amerik., dieselben 20,00 bis 22,00 austral., Apfelsinen, blond 15 bis 18 span., Imperial 19 bis 22 span., Blut 15 bis 16 span., Imperial 30 bis 32 ital., Bananen, 12,5 Kilo» Kiste, netto 8,50 bis 9,00 Westind. und Kamerun, 8,50 Bros., Erdbeeren (T) I 1,50 bis 1,80, II 1,20 bis 1,40, Freiland 1,10 bis 1,20, Kirschen 40 bis 45 43 bis 48 ital., Stachelbeeren, grün 18 bis 20, Zitro» nen, Kiste 300 und 360 Stück, 6,00 bis 8,00. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Kr o f d orf-Gleiberg, 26. Mai. Ein langgehegter Wunsch der hiesigen Eltern, insonderhet der in Zigarrenfabriken erwerbstätigen Mütter, it mit der nunmehrigen Eröffnung eines Kindergartens in Erfüllung gegangen. Die neue segensreiche Einrichtung geht von der NSV. aus, die damit eine erste Musteranstalt dieser Art im Kreise Wetzlar geschaffen hat. Unter Anleitung fachkundiger Kräfte hat die Gemeinde das seit 1919 nicht mehr für Schulzwecke gebrauchte Schulgebäude aus dem Jahre 1866 in der Schulstrahe neu hergerichtet. Es sind Räume für die HI., den BDM. und die Sanitätskolonne vorgesehen. Den großen Schulsaal im ersten Stock hat man in gefälliger Weise für die Kleinen eingerichtet: kleine Bänke und Tische, Stühlchen, zahlreiche Waschgelegenheiten und der- aleichen mehr gewähren einen gemütlichen, anheimelnden Aufenthalt, während der Schulhof für Bewegung und Spiel im Freien Platz bietet. Eine Kindergärtnerin, der eine junge Hilfskraft zur Ver. fügung steht, betreut die stattliche Kinderschar. Die Einweihung der neuen Einrichtung soll am 14. Juni stattfinden. Q] Odenhausen (Lahn), 26. Mai. Der hiesige Turn- und Sportverein veranstaltete nm vorigen Sonntag auf dem Sportplatz sein An turnen. Die Leistungen der verschiedenen Abteilungen sowohl als auch der einzelnen Turner und ©portier waren hervorragend, u. a. wurden in der Jugend- abteihmg von Willi Felde und Adolf Henkel beim Weithochsprung 1,60 Meter bzw. 3,20 Meter übersprungen. Auch am Pferd mit Federbrett fonnie man in allen Abteilungen ausgezeichnete Leistungen sehen. cxd Dornholzhausen, 26. Mai. Am geftri« gen Montag beging das Ehepaar Anton Vogt uid Frau Katharina, geb. Köhler, das Fest der Silbernen Hochzeit. — Die hiesige lu r n erlüge n b hat jetzt eine Handballmannschaft aufgestellt, um nunmehr auch diesen Sport zu pflegen. — In den hiesigen Dbftbaumanlagen macht sich der Frostspanner außerordentlich stark bemerkbar. An zahlreichen Bäumen ist bereits starker Schaden angerichtet worden. Bekämpfungsmaßnahmen sind dringend erforderlich. Jüdische Ladendiebin erwischt. LPD. Bad Homburg, 26. Mai. Der Polizei ist es gelungen, in der Jüdin Selma Markise eine gefährliche Ladendiebinfe st zunehmen. Sie hielt sich in der Kant-Stiftung in Oberstedten auf und benutzte die Hauvtverkehrszeit in den Geschäften, um ausgelegte Gegenstände aller Art zu entwenden. Es konnten ihr Ladendiebstähle in sünfFällen nachgewiesen werden. Die Diebin wurde dem Amtsrichter vorgeführt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 4 v.H., Lombardzinsfuh 5 v. H. Frankfurt a. M. Äerün Schluß« hirt Gchlußk. Abend« börse Schluß« hird Gchlußk. Mittag« börse Datum 25 5 26.5. 25-5. 26.5- 6% Deuklche Retchsanleihe v. 1927 101,13 101,13 101,25 101,13 ♦% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,5 98,5 98,5 98,5 6Vi% Doung-Anlelhe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mt. 103,13 103 103 Auslos.-Rechten ............ 115,13 115,6 115,13 115,5 454% Deutsche Reichspostschatzaa Weisungen von 1934, 1....... 454% ehem. 8% Hessischer Dolk^ 100,3 100,4 100,3 100,3 ftaat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 454% ehem. 8% Hessische Lande« bank Darmstadt Gold R. 12... 98,5 98,75 98,6 — 96,9 96,9 96,9 _ 654% ehem. 454% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 454% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.k 101,2 101,5 — — 92,65 92,75 —. _ Lberhesjen Provinz-Anleihe mi> AuSlos. -Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabi. An — — — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 454% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 117,75 117,5 117,65 118 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 654% ehem. 454% Franks. Hyp. Bank-Liqu.«Pfandbriese...... 97 97 — — 101,65 — — _ 654% ehem. 454% Rheinische Hyp.-Bank-Liqi4.-Goldpse. ... 454% ehem. 8% Pr LandeSpsan» 101,75 101,9 101,75 102 briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 454% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £61.20 97 97 97 94,75 94,75 94,75 94,75 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 109,4 109,4 109,4 109,4 4% Oesterretchische Goldrente... _ 32 31,75 31,75 4,20% Oesterreichische Silberrente 2,7 — 2,85 2,7 4% Ungarische Goldrente....... 9 9,75 9,5 9,1 8,7 9,5 9,15 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% desgl. von 1913.......... 8,7 8,65 9,5 8,7 9,2 6% äbgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 13,5 13,5 13,4 13,5 Serie 1..................... 9,75 9,75 — — Frankfurt a.UL Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abend« börse Schluß« kurs Gchlußk. Mittag« börie Datum 25.5. 26 5 25-5- 26.5 4% oesgi. (Serie n ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4>4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2y4% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampsschtft . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Reichsbank ................ it '21.®.®....... o 9,75 9,65 5,6 42,25 16 17,75 121,5 93,25 95,25 95,5 191,5 37 150 152 133,25 142,5 138,75 134,75 148,75 191,5 140,5 101,25 121,4 127,5 105,75 134 102,5 95,5 9,75 6,75 5,6 43,5 15,75 17,9 121,5 93 94,5 95,75 190,4 37 150 132 152 133 141,75 136 150,5 190,13 140,13 101,5 125,5 128 106 133,5 103 96,25 6,95 9,7 5,7 42 16,13 32 117,75 93,25 95,25 95,5 188,5 37,13 150,25 132,75 152 133 142,25 138,5 134,4 149,4 190,5 140,25 102 121,75 127,75 105,5 169 133,5 102 95,25 9 6,8 9,55 5,65 43,25 15,75 31,75 17,5 121,4 118 93 94,5 95,25 189,5 36,75 150,25 132,5 151,75 133 141,65 135,5 150,5 190 141 101,5 124,5 127,5 106,25 171 133,25 102,5 95,9 Bekula...................... Dcktr. LieferungSgelellsch'aft... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... e Schuckert L Co............... e TiemensL Halske....... g Lahmeyer LCo.............. 7 Buderus ................... < Deutsche Erdöl ............... Harpener................. 2 y, Heesch Eisen—Köln-Neuesten .. 3 Ilse Bergbau ............... e Ulfe Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwrrke ............... 3 Mannes mann-Röhren........3 Frankfurt a. M. 23erlin Schluß« kurö Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 25-5- 26.5 25.5 26.5. Mansfelder Bergbau....... 6Vi 143,5 142 143,5 141,65 Kokswerke ................ .. 6 — —— 136,5 135,5 Rheinische Braunkohlen .... 12 233,5 236 236,5 235,9 Rheinstahi ................ .. 4 129 130,25 129,5 130,25 Bereinigte Stahlwerke...... sy, 94,13 95,25 94,13 95,25 Otavi Minen ............. .. 0 22,5 23 22,65 22,9 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 — 130 130,75 130 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 129,5 129 129,75 129,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 1* 182 — 182 I. ®. Farben.Industrte..... .. 7 170,75 173 170,75 171,65 Scheideanstalt............. .. 9 244 245 — Goldschmidt .............. .. b 111 111 112 111 Rütgerswerke............. .. 6 128,75 127 128,25 126,25 Melallgesellschaft........... .. 6 132,75 133 133,25 132,5 Philipp Holz mann......... Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 4 124.75 125,5 125 125,25 ::3 139,5 154 138,5 154 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 109,25 110 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,5 54,75 55 54,75 Bemberg................. .. b 92,5 91 91,75 91,5 Zellstoff Waldhof .......... Zellstoff Aschaffenburg ..... Dessauer Gas ............. .. 6 .. 0 142,25 101 141,25 99,75 141,9 100,25 142 100 .. 7 — 122,13 119,25 Daimler Motoren.......... .. 0 118,25 116,75 118,4 116,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 185 184 185,5 184 Orenstein & Koppel ........ .. 0 — — 87 86,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 44 46 44 45,5 Chade...........:........ .. V 423 428 423 429 Bccumulatoren-Fabrik...... 12 189 187,5 55 188,25 Eonti-Gummi............. 11 183 182 184 ri8b65 Grtyner.................. .. 0 32 31,5 31,65 31 Mainlrastwerke Höchst a.M.. .. 4 98 98 Süddeutscher Zucker ....... 10 208 206 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Banknoten. 25-Mai 26-Mai Amllsche Geld Notierung Aries Amtliche Gelb Dotierung Äriel Buenos Ain 0,685 0,689 0,685 0,689 Brüssel .... 42,03 42,11 42,03 42,11 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,138 0,140 Tosta..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,30 55,42 55,30 55,42 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,385 12,415 12,385 12,415 HelsingforS.. 5,455 5,465 5,46 5,47 Paris ..... 16,365 16,405 16,365 16,405 Holland ... 167,96 168,30 168,02 168,36 Italien.... 19,48 19.52 19,48 19,52 Japan ..... 0,725 0,727 0,725 0,727 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 LSlo..... : 62,24 62,36 62,24 62,36 ©ten...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,25 11,27 11,25 11,27 Stockholm.. 63,86 63,98 63,86 63,98 Schweiz ... 80,31 80,47 80,32 80,48 Spanien... 33,90 33,96 33,92 33,98 Prag...... UL28 10 3Q Budapest .. — Reuyork .. 2,486 2,490 2,487 2,491 öerlm,26.Ma> 1 <5c75 Är ef _ Amenkannche Roten.............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 41,88 42 04 Dänische Noten ................. 55,05 55,27 Englische Noten ................. 12,35 12,39 Französische Noten............... 16,315 16,375 Holländische Noten............... 167,60 168,28 Italienische Noten................ — — Norwegische Noten .............. 62,03 62,27 Deutsch Lesterreich, L 100 Schwing Rumänische Noten.............. — Schwedische Noten............... 63,64 63,9» Schweizer Noten................. 80,14 80,46 Spanische Noten................. 33 72 Ungarische Roten ................ ;.n" Ot Aj d°O wie ein Ämaldanne ».ne unseres üj arabos und ' , hie neue K ,'#n neuen t y n)ü5 hat erf 8 rin li^ ;* da h°t 61 inben, man h Ljert, wie man. W und der M ein Vogel- ch-s Anstieren, einer, „so ein .. Schlange oder Ida gemeint ha Her Natur kopi hat denn die irn?e . siel ich em: & zu gegebener knde lebt." „seh haben jetzt nicht 8* hat Lungen lier im Wasser al Mrnet^Wass uri besser hätte langweilige Nachri Ml’ante Dinge M aufs Land c Ä atmen, dann bun Absausen Iritet zu fluchen, Ernenn das ein liiim, was aus \ jRat^eit." Epral 3d) bestehe dara lebiges Tier gibl mölf Schoppen, siegesbewußt: „l Gierte, müßte Mrt haben." Tiner hat ein und lieft oc qe Tiere, Wir »Pn ihres Lebe: Menlsprechend Men, später t sii den Uchrn i trennt ^re fy und voll Mreü den, stark rieche wirkenden Saft eine Schweinere roller Ekel zu. ®onnen, und al Weqermesse ^zeitlich übet Wer Episod so unpop W symptoma 'M im zufäl «bien" auf ?*". Unb i, ft sür Diele L Kapitel der Mtchenlurche, Aaturc £ d°r Mensch-H fremb. Den "L? öornf’1 UNO das ist frf 4 s 2"' "*» ’S !" 'taen Äfe- di- im 4fr 5!atllr geit rüst Äe n M £‘!eyei altert kug. 5gSmm61 »ilffs? ®lf -kj'^ini ".lii ‘ erflj ,e'h8 ^sten j ö°’?inh,?etöu hl°ShiQnfer Jnb fi'nib nJ fc's'n Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 27. Mai (936 larFf. Aus der Provinzialhauptstadt aber wir und besser hätte sagen können, lacht alles. Der Wenn ein Fisch aufs Land gerät und soll durch seine Kiemen der Hand den Jüngsten der Verbrecher, hinter ihr Gießen: die beiden andern. Das Ganze ist wie eine afrikanische Abordnung, geführt von einer entrüsteten weißen Lady. „Ich sag's ja", sagt die Lady, „nicht eine Minute kann man aus dem Haus gehen! Sie haben den Ruß aus dem Müllkasten geholt und Wichse angerührt." Jaja, so sehen sie wahrhaftig aus, denkt der Vater. Aber: „Wie soll ich diese Kleider nur wieder sauber bringen?" fragt die entsetzte Mutter. „Ja wie? Du wirst sie wohl waschen müssen", antwortet der Mann vor dem Schreibtisch. „Es gibt doch sicher so Zeug gegen Ruß. Vielleicht probierst du's mal damit." Darauf jedoch hat die Mutter nur ein ärgerliches Kopfschnicken und schiebt mit ihren Afrikanern ab. Der Vater aber zündet sein Pfeifchen wieder an, nimmt einen neuen Bogen und denkt: Ein Glück, daß die Buben mal mitunter etwas anstellen. Ein wahrer Segen! Wo sollte man sonst immer den Stoff zum Schreiben hernehmen? Die Leute haben Am gestri" Bofltunbi t der SU" Turner» rnnschasil )ort zu B" iQnlagr Herolde,M m ist bereit ■ ietämpfW vischl- Der Nf1, । Marlist unekM" । Oberstes [ in den aller Uf; t. Die D'ebk ** Straßensperren. Wegen Ausführung von Umbauarbeiten auf der Reichsstraße Flensungen —Schotten sind die Ortsdurchfahrten F r e i e n s e e n und Flensungen vom 22. bzw. 28. Mai ab gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Grünberg und Laubach bzw. Ilsdorf—Groß-Eichen—Lardenbach. ** Maienblasen. Am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr wird das Maienblasen vom Turme der Stadtkirche mit folgenden Darbietungen stattfinden: 1. Choral „Valet will ich dir geben", Melchior Teschner 1613; 2. „Preis und Anbetung" von Rink; 3. „Das treue deutsche Herz", Volksweise von Ottu. ** Impftermine. Die Stadtverwaltung gibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Termine der öffentlichen Impfung bekannt. Die interessierten Eltern seien auf die Bekanntmachung hingewiesen. ** Bankenschluß amPfingstdienstag. Die Gießener Geldinstitute geben im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt, daß ihre Kassen- und Geschäftsräume am Dienstag, 2. Juni, geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag in der üblichen Zeit offenstehen. Man beachte die heutige Anzeige. ** Wem gehört das Fahrrad? Am 22. Mai, um 6 Uhr, wurde auf dem Hofe des Ludwig Abel in Gleiberg, Gießener Straße 83, ein fast neues Herrenfahrrad aufgefunden. Beschreibung: Marke „Wanderer", Rr. 628 504, schwarzer Rahmenbau mit blauen Streifen, hoher Lenker, schwarzer Sattel und neues Boschlicht. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Ortspolizeibehörde Krofdorf-Gleiberg. ja keine Ahnung . . . Dornoiizen. Tageskalender für ANllwoch. RS.- Kulturgemeinde, Studentenring Vom Flugzeug zu Fröschen und Kröten Ein Umweg zur hessischen Heimatnatur. Don £r. Karl Rudolf Fischer. seinen Jagdgründen. Das Abwässern und Ein- grasen der Teiche nimmt ihnen die Stätte zum Laichen, die Entwässerung der saueren Wiesen ihren Aufenthaltsort während der ausdörrenden Sommertage, da die Sonne der größte Feind ihrer schleimfeuchten Körperhäute ist, die Ueberführung der Täler in kultivierte Grasflur fetzt Mäuse und Grillen und Heuschrecken an ihre Stelle, und so wird, je weiter wir durch die Zeiten schreiten, auch eine weitere Abnahme zu erwarten sein. Das ist schade. Freilich sind diese Meliorationen des Oedlandes, von Risch- und Rohrgelände notwendig zur Kulturlandgewinnung im Interesse unserer autarken Volksernährung, auch ist das Zuschütten von Tümpeln in der Nähe menschlicher Wohnungen wünschenswert, wenn man anders nicht Herr über die Schnakenplage werden kann. Doch sollte man überall im Walde und Oedland dort um ihretwillen Vie Tümpel schonen und erhalten, wo eine letzte Heimstatt billig ihnen angewiesen werden kann. haben jetzt nicht mehr April. Ein Tier auf dem Lande hat Lungen und atmet nur blanke Luft, ein Tier im Wasser aber hat Kiemen und atmet, äh... und atmet — Wasser." (Obwohl es keiner besser weiß Luft atmen, dann geht er in die Binsen, und wenn du am Absaufen bist, hast du nicht mal mehr Zeit, drüber zu fluchen, daß du keine Wasserlungen hast. Na, wenn das ein Musterpott sein soll, dieses Amphibium, was aus solcher Anleihe stammt, dann Prost Mahlzeit." Sprach's und trank einen tiefen Schluck. Ich bestehe darauf, daß es d o ch solch ein doppel- lebiges Tier gibt und wette: — eine Runde, macht zwölf Schoppen. Er schlägt ein, die andern durch, siegesbewußt: „Aeh, wenn soo ein Tier überhaupt -existierte, müßte man doch schon mal was von ihm gehört haben." Einer hat ein Allerweltslexikon da. Er schlägt nach und liest vor: „Amphibium, griechisch, doppel- lebige Tiere, Wirbeltierklasse, erhielten ihren Namen wegen ihres Lebens im Wasser und auf dem Lande. Dementsprechend atmen sie in der Jugend durch Kiemen, später durch Lungen, welches Verhalten sie den Fischen nähert und sie von den Reptilien trennt. Ihre Haut ist nackt, glatt und schlüpfrig und voll zahlreicher Drüsen, die Schleim oder ätzenden, stark riechenden und auf kleinere Tiere giftig wirkenden Saft absondern ..." „Pfui Teufel, was eine Schweinerei", sagt Meier, und haut das Buch voller Ekel zu. Nun, meine Wette hatte ich gewonnen, und als wir abends beim Vertrinken in der Fliegermesse saßen, habe ich privatissime und unentgeltlich über Lurche doziert. Aber eines ist mir seit jener Episode klar: ich weiß nun, warum die Lurche so unpopulär sind. Mein Erlebnis ist geradezu symptomatisch dafür. Schlägt einer wirklich einmal im zufälligen Vorüberhuschen das Wort „Amphibien" auf, dann „wendet sich der Gast mit Grausen". Und ich entsinne mich, daß schon in der Schule für viele Kameraden neben den Spinnen das Kapitel der beschwänzten, unbeschwänzten und Schleichenlurche eines der unsympathischsten in der gesamten Naturgeschichte war. Das mag allgemein bei der Menschheit so sein, deshalb sind die Tiere ihr fremd. Denn von Dingen, für die man sich nicht von vornherein interessiert, weiß man nichts. Und das ist schade. Denn diese Tiergruppe hat es wirklich nicht verdient, stiefmütterlich behandelt zu werden, nachdem die Schöpfungskraft der Natur gerade in ihnen sich selbst gekrönt hat: doppellebige Geschöpfe, die im Wasser und zu Lande leben können, hat Natur ein einziges Mal geschaffen. Die Beschäftigung mit ihnen ist so voller intimen Reize, daß es sich verlohnt, ihrem nützlichen Schalten und Walten einen Augenblick zuzusehen. Da ist zuvörderst, um bei dem umfangreichen Kapitel der schwanzlosen oder Froschlurche zu verharren, zum Beispiel unsere deutsche Geburtshelferkröte, der man in manchen Gegenden auch den klangschönen Namen Glockenunke gegeben hat, weil sie in wunderbarer Tonfülle und Reinheit ruft, ganz so, als sei es eine Silberglocke. Geburtshelferkröte aber heißt sie deshalb, weil das Männchen feinem Weibchen in ganz eigenartiger Weife beim Laichgeschäft hilft und die Eischnüre um den eigenen Leib gewickelt, eine Zeitlang mit sich herumträgt. In den Tagen unserer Altvordern allerdings gab man dem Unkenruf eine andere Deutung. Da waren es die Glocken eines untergegangenen Dorfes, das tief unter dem Spiegel Vcs Sees versunken liegt — ich weiß nicht, war das in einem der einsamen Eifelmaare, über das bleigraue Hängewolken schleichen, war's einer der Weiher, die fern in den Waldwinkeln des Dogelsberges liegen, war's Proben auf den heidblanken Höhen des Westerwalds, da der Wind umgeht, stets eisig und kalt, kurz, überall dort erklingt seit Ahnenzeit und -tagen bis in die fernsten Tage vom Glockenturm des Kirchleins das Geläut zum Seelenheil derer, die da Doreinft versanken unter Raum und Ewigkeit. Obwohl trötenartig im Aussehen, so ist die Geburtshelferkröte doch ein recht niedliches, zartes Geschöpf, und nichts ist ungerechter, als daß Einfalt und Unverstand beim Anblick dieses harmlosen Tierchens in den Schmerzensruf ausbrechen: „Ach pfui, eine Kröte. Oh, wie häßlich." Gern hält sich bie Glockenunke unter Geröllschot, lern feuchtgrünbiger, verlassener Steinbrüche auf, aud) im einsam-anmoovigen Gelände ist sie zu Gang, bas im Nahbereich von Teichen liegt, die sie zum Laichakt brauchen und wo sie sich nur feiten zeigen. Nur die Rufe pflegt man dann zu vernehmen aus dem zerklüfteten Gestein heraus, beginnend bereits in den letzten Tagen des März, ben Sommer überdauernd. Freilich rufen nur die das zu gegebener Zeit im Wasser und auf dem Lande lebt." „Sehr schön, lieber Doktor, 55-2 12" & s? I® emü|. ►gebot in ' Llrn her, was hat er zu bedeuten? Ein Amphibium ist doch ein Tier, soweit man orientiert ist. Ach, sehr einfach, da hat beim Modell eben ein Tier Pate gestanden, man hat wieder mal Mutter Natur iopiert, wie man's bei der „Taube" tat, bei dem „Storch" und der „Ente". Ja, aber ist denn ein Amphib ein Vogel? Allgemeine Verlegenheit, gegenseitiges Anstieren, keiner weiß es genau. „Quatsch", lagt einer, „so ein Amphib ist doch so'n Biest wie ’ne Schlange oder Eidechse." Das war wieder der, der da gemeint hatte, mit dem Amphib hätten wir Mutter Natur kopiert. „Ja, aber um Gottes willen, was hat denn diese Kiste mit einer Schlange ge- mem?" Da fiel ich ein: „Ein Amphibium ist ein Tier, r m । fr- Bbl. jn t5 »x IT-1’"" rV bi, t I 12 bis I a bis ))!' r Ach lln 11 w k Aepselvi, 1'7 Mriefo ln . Kirsch, Vft stiert lallend, Hz |of noch Mt Let®a 18,j r- diesech, fö 15 big ij I 15 bis 1( r- 12,5 Kil» p Kamerun 1-80, II n 40 bis ü 8,00. Segen der Kinder. Der Jüngste streckt vorsichtig den Kopf zur Tür herein, wo der Vater am Schreibtisch sitzt und sich sein Pfeifchen stopft. Er wartet ein Weilchen und sieht dem Vater zu, der ihn nicht einmal bemerkt hat. Dann kommt er leise hinter den Stuhl, legt freundschaftlich die Hand auf Vaters Arm und fragt: „Wo ist denn die Mutti, Vati?" Der Vater tut den ersten frischen Zug, dreht sich nach seinem Jüngsten um und stellt — warum soll er die angenehme Situation der Arbeitsunterbrechung nicht ein wenig auskosten? — die Gegenfrage: „Was willst du denn von der Mutti?" Nichts will er, nein, wirklich gar nichts. Er will nur wissen, wo sie ist. „Sie ist in die Stadt gegangen", sagt der Vater. „Wann kommt sie denn wieder?" „Das weiß ich nicht; aber es wird doch ein bißchen dauern; sie ist ja erst zwei Stunden weg." Der Knirvs geht; geht bis zur Tür, bleibt stehen, dreht sich nach dem Vater um und tut ganz leise die Frage: „Und du, Datl, schreibst du jetzt wieder?" — Und da der Vater schon so gut wie beim Schreiben ist — in Gedanken wenigstens j— so brummt er nur etwas vor sich hin und denkt weder an Hinterhalt, noch an Spionage. „Jaja, aber jetzt mach, daß du rauskommst", brummt er. Und der Jüngste kommt — voller Spannung erwartet — zu seinen Mitverschworenen und meldet, was er ausgekundschaftet hat: „Die Mutter ist in der Stadt und der Vater schreibt", sagt er. Und damit ist der diplomatische Teil der Angelegenheit erledigt. Der politische Teil offenbart sich eine Stunde später, als die Mutter nach Hause kommt. „So, da bin ich", sagt sie zum Herrn des Hauses, „war ich nicht schnell wieder da?" „Doch, doch, ja, natürlich." „Oh, ich hab mich auch sooo abgerannt ... Wo sind denn die Kinder?" „Einen Augenblick", sagt der Herr Papa und schreibt weiter ..., „die Kinder? Ich weiß nicht. Ich denke, in ihrem Zimmer oder im Hof." „Soso, du denkst ..." und die Mutter geht ab durch die Mitte. Nach wenigen Minuten kommt sie wieder, an ai. Ein (an® infonW i Mütter, if! 5 Kindei' neue fegen;. Männchen. Aber sie konzertieren stets gemeinsam, und es ist dann ein Geläut in der Luft wie an einem richtigen Kirchensonntag. Leider ist die Geburtshelferkröte, deren Vorkommen sich in unserem deutschen Landschaftsraum bis weit in die Vergangenheit zurückverfolgen läßt, recht selten in unseren Heimataründen geworden, denn viel Hundert Teiche und Laichplätze haben der Kultur weichen müssen. In ihrer Gestalt erreicht die Glockenunke nur Ausmaße von drei bis vier Zentimetern, ist oberfeits aschgrau bis gelblich, unterseits aber weißlich, rahmsarben ober gelblichgrau gezeichnet. Vom Äopf zieht sich in der bekannten Krötenart eine Reihe von Warzen bis zu den Schenkeln der Hinterbeine, sorgfältig ins Längsreihe angeordnet. Wie gesagt, hilft bas Männchen bem Weibchen zur Laichzeit, bie in Monat Mai fällt, beim Fortpflanzungsgeschäft, unb zwar in ber Weise, baß es mit seinen langen Fingerchen an ben Hinterfüßen die auf eine Schnur gereihten Eier herauszieht unb sich nach ber Befruchtung um bie eigenen Schenkel wickelt. Ganze Schlingen trägt es so mit sich herum unb entlebigt sich ihrer erst, je nach ber Witterung unb ihrer Entwicklungsgunst nach dem elften Tage, an bem in der Regel bie Kaulquappen zum Vorlchein kommen. Auch ja, bie Kaulquappen! Also bas ist bei ben Fröschen, Kröten unb Unken im allgemeinen so: Sobald das Froschweibchen die Eier abgestoßen hat, quillt die äußere Hülle im Wasser wie Gallerte auf. So ein Laichklumpen ist nun eine sehr sinnreiche Einrichtung. Es gibt Forscharten, vor allem diejenigen, bie sich weit nach Narben in bie Hochlagen ber Gebirge wagen, welche oft schon im März unbeschadet, daß gelegentlicher Nachtfrost noch Eiskrusten über ben Wasserspiegel legt, ihren Laich in großen Fladen an bie Seicht- ränber ber Gewässer legen. Mitunter ist es noch so kalt, baß das Tauwasser nur wenig Wärmegrade am Tag erreicht. Unb dennoch geht bie Eientwicklung ihren Gang, bas Froschjunge wächst. Wie ist bas möglich? Nun, bie Gallerthülle ber Schleimkugel ist ein schlechter Wärmeleiter. Sie gibt von innen her nicht einen Deut von Entwicklungswärme nach außen ab. Außerbem hat man ihr bie Fähigkeit eines Brennglases nachgesagt. Sie leitet jeben auf sie treffenben Sonnenstrahl nach ber Mitte zum Tierkeim hin unb führt ihm bamit Wärme zu. Bei Frühlaichern finb bie Eier oben schwarz. Wie wir vom Tragen unserer schwarzen Kleiber wissen, saugt Schwarz in befonberem Maße Wärme auf. Sie ist also auch im kalten Frühjahr schon bestens für Brutwärme gesorgt. Unter ihrem Einfluß beginnt bie Furchung, b. h. ber innere Teilungsprozeß. Aus ihm entsteht ein fadenförmiger Keim, ber alsbann bas Rückenmark zu bilden hat. In ihm ist ber Hauptsitz bes Seelenlebens. Noch bevor bas Junge einen Munb hat unb infolgebeffen noch vom Dotter zehren muß, verläßt es bas Ei: bie Kaulquappe ist geboren. Mit langem muskulösem Schwanz, verbreitert burch einen Flossensaum, zittert es im Wasser umher unb sammelt sich mit seinen Kameraben an ben leeren Gallerthüllen zu Häuf, um, wenn ber Munb jetzt burchbricht, zuerst noch von bem Eiweiß ber Hüllen zu zehren. Die Atmung im Wasser wirb gewährleistet burch brei Paar äußere Büschelkiemen, bie mittlerweile am Hinterhaupt entstauben finb. In langbauernder Nachverwandlung (Metamorphose) wirb bann aus ber Larve ber lanbbewohnenbe Frosch. Das nebenbei. Von ben beiben in Deutschlanb heimischen Feuerunken, ber Bergunke unb ber Tieflanbunke, finbet sich in West- unb Mittelbeutschlanb, also auch bei uns, nur bie erstere, bie man auch bie gelbbauchige Unke nennt. Ihr Rücken ist gelbgrau, bis ins hellolivengrüne Moment hinein ausgetönt, ber Bauch bagegen herrlich zitronengelb mit schon bagegen ab- stechenben blaugrauen bis tiefbunfelen Flecken. Finger unb Zehen bagegen finb vollenbs gelb gefärbt. Die Bergunke finbet sich nur in Europa, bavon in Deutschlanb hauptsächlich in ber Rheinprovinz, in Westfalen, Hannover, Harz, Thüringen, Sübwest- beutschlanb, Hessen unb Bayern. Im nieberen Berg- unb Hügellanb West- unb Mittelbeutschlanbs ist sie bie einzig vertretene Unke. Dieses unscheinbare, nur vier Zentimeter große Tierchen nimmt mit jebem Dorfteich, unb fei es auch nur ein schlammiger Entenpfuhl, vorlieb unb haust hier ben ganzen Sommer über. Dann sieht man es, im Wasser ein Stückchen vom Ufer entfernt, mit bem Köpfchen herausgucken. Seinen Singsang läßt es, wie alle Lurche, bie boch von Natur aus Nachttiere finb, gegen Abenb erschallen, ber Ruf ist nicht heiter unb leicht wie ber bes Teichfrosches etwa, sonbern schwermütig unb traurig, genau wie bie Schwermut bes eintönigen Moores, bas feine ursprüngliche Heimat war. Wie ein Glasglöckchen klingt er auf, ganz leise, unb boch volltönig, aber so fern, baß man mitunter überrascht ist, wenn man bei näherem Zusehen auf einmal das Tierchen ganz bicht vor sich entbeckt. Nur brei-, vier-, fünfmal ruft bas Unkchen in ber Minute, ba aber alle Männchen gleichzeitig zu fingen pflegen, ist es allemal ein ununterbrochenes Konzert. Verfolgt man bas Tier, solange es sich auf bem Lanbe befinbet, bann nimmt es augenblicklich feine Schreck- ftellung ein, inbem es bie Vorberbeine über bem fopfoberft zurückgebogenen Rücken kreuzt unb so lange in biefer Haftstellung verweilt, bis es bie Gefahr vorüber wähnt. Bei biefer Gelegenheit kommt es benn auch vor, baß bas Tier einen feifengifchtigen Schaum vom Körper abfonbert, ber bitter unb auch leicht giftig ist, fo baß es von Schlangen aller Art gemieben wirb. Dennoch ist es überwiegenb nützlich, ba es Infekten, Würmer unb Schnecken vertilgt. Merkwürdigerweise kommen bei ihm mehr Weibchen als Männchen vor. Seine Paarungszeit fällt in ben Mai. Der in Klumpen austretenbe Laich entwickelt sich schnell in ber Heißzeit bes Sommers auf dem Boden der Gewässer, und schon nach neun Tagen kommt die Larve aus dem Ei. Don verwandten schwanzlosen Lurchen finden wir bei uns noch die im Volk bekannteren eigentlichen Frösche, so ben Laubfrosch, weiterhin recht häusig ben grünen Wasserfrosch unb ben braunen Taufrosch. Der letztgenannte hält sich zur Laichzeit nur in ben Gewässern auf, ansonsten sieht man ihn auf Wiesen unb auch im Walde. Noch einige unserer Krötenarten aber wollen wir hinzu- fügen, zum Teil genau so bekannt, wie unsere Frösche, aber unverdientermaßen ob ihrer vermeinten Häßlichkeit viel stiefmütterlicher, um nicht zu sagen, feindselig von dummen Menschen behandelt. Da ist als häufigste bie überall anzutref- fenbe rötlich-braungraue Erd kröte mit ihren > hergekichü-. 0M. unb h" jen Schick er Weile v ! und lifo, len und br» ütlichen, er« Schulhof iii ) bietet. (Eira rast M St-.. ber(d)ar. Di am 14. Imi - „Amphibien" ober „Lurche" finb ben meisten iß Menschen ein böhmisches Dorf, etelerregenb unb u- unappetitlich bazu, unb nur hie unb ba gibt es einen verschrobenen Kerl, ein „Original", wie „man" so schön zu sagen pflegt, ber sich für sie interessiert. Gewiß, bas verborgene Leben biefer Tiere ist wie ein Geheimnis. Es macht sie beob- achtungsfremb. Ihre Artverwanblung aber ist wie ein Mysterium. Es macht sie unbegreiflich. Unb deshalb Übersieht man sie, wo man nur kann; man mag sich nicht gerne abgeben mit unverstänblichem Zeug, zumal bann, wenn es ekelerregend ist. Neulich saß ich mit Fliegerkameraben vor ber Messe unseres Flughafens. Wir unterhielten uns über Arabos unb Jus, Kabetten unb Albatrosse, über bie neue H. E. 111, vorn „Blitz" unb allen möglichen neuen Flugzeugtypen. Plötzlich fiel bas Wort „Amphibium". Das ist ein Flugzeug für Lanb- u n b Wasserlanbung. Wo aber kommt ber Name RS ttr.122 Drittes Blatt ks. - 75.M 1 42-11 0,1« 3,09 55,42 46,* »Ä ie.f« U {£ 62-Z sj 2,451 8 Uhr, Neue Aula ber Universität, Heinrich Zil - l i ch lieft aus eigenen Werken. — Stabttheater: „Pygmalion". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Raub ber ©abinerinnen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Nach Büroschluß 11.20 Uhr Morbalarm". Abschiedsvorstellung scheidender Künstler. Aus dem Stadttheaterbüro wirb uns aeschrieben: Heute von 19.30 bis 22 Uhr zum letzten Mal „Pygmalion", Komöbie von Vernarb Shaw. „Pygmalion", bas bei seiner Erstaufführung im Stabttheater einen großen Publikumserfolg erringen konnte, ist eine lebenbig-humorvolle Geselllchaftskomöbie von launiger Ironie unb prächtiger Satire, voll geistreicher Einfälle unb svrühenben Dialogs, elenb mit bem Triumph echter Menschlichkeit. Die Vorstellung ist zugleich bie Abschiedsvorstellung von Cissy Henckell, bie zum letzten Mal Die Rolle ber Eliza Doolittle in Gießen spielen wirb, unb von Luise Decker in ber Rolle ber Clara. 32. (letzte) Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Llnterrichtstaqunq an der Universität Gießen. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Bei ber Veterinärmebizinischen Fakultät ber Universität Gießen fanb am 22. Mai aus Anlaß ber 3. Reichsnährstanbsschau in Frankfurt am Main auf Vorschlag bes Reichshauptabteilungs- leiters Dr. Brummenbaum eine Unterrichts- tagung für Tierzuchtbeamte bes Reiches statt. Es würben Vorträge, oerbunben mit Vorweisungen, gehalten von Prof. Dr. S ch a u b e r über anatomische unb funktionelle ©runblagen ber Tierbeurteilung, von Prof. Dr. Jakob über bie Frage bes Viehkaufs unter befonberer Berücksichtigung von Abortus Bang und Professor Dr. K ü st über die Unfruchtbarkeit ber Haustiere, einschl. ber künstlichen Besamung. An bie Vorträge schloß sich die Be- Der hiesicir ijtaüete ar: in 21 ntur« Weiluwr mb SporllÄ ber 3ugenh» olf Henkell . 3,20 MM -rbreft konnir; \eie ßeiftun- ?U-5' langweilige Nachmittag wirb interessant burch un- tt im Im -interessante Dinge.) Er aber fuhr fort: ig fachkuG —£- c -“-A ' t 1919 niidl gebäube cts sichtigung ber Kliniken und Institute der Veterinärmedizinischen Fakultät an. Gießener Marine-SA. beim Gepäckmarsch in Fulda. Bei den am vergangenen Sonntag in Fulda aus- getragenen Ausscheidungskämpfen der SA.-Gruvpe Hessen für den Reichsgepäckmarsch hat der Marschblock ber Marine-Stanbarte 34 Frankfurt die ausgezeichnete Zeit von 3:30 ©tun« ben erzielt. (Der Sieger war, wie berichtet, ber Marschsturm bes Sturmbannes III/254 ber Brigabe 147 Oberhessen mit 3:22 © t unb en.) Die Leistung ber Marine-SA., an welcher ber SA. -Marine-Sturmbann 11/34 Gießen heroorragenb beteiligt war, ist um so höher zu bewerten, wenn man bebenft, baß bie Marine-SA. als Sonberformation mit ihren örtlich meist weit ooneinanber liegenben Einheiten in Fulba gegen einen sehr starken Wettbewerb von gut aufeinanber trainierten Kameraben angetreten ist, denen außerdem das dortige Gelände (rund die Hälfte des Weges von Hünfeld nach Fulda führte ununterbrochen bergan!) vertraut ist. Auch bie auf Lastwagen durchgeführte lange Anfahrt von Gießen unb bie Uebernachtung im Stroh, bei ber bie meisten weber aus Kleibern, nach Schuhen kamen, hat vielleicht manchem Marine-SA.-Mann einiges von feiner sonstigen Frische genommen. Dennoch haben bie meisten Kameraben ausgezeichnet burch- gehalten, unb sie ernteten für ihre gute Haltung unb Verfassung am Ziele reichen Beifall ber Bevölkerung von Fulba. Gießener Marine-Freunde fahren nach Kiel. Aus Gießen werben ein größerer Teil ber Marine- Kamerabschaft Gießen mit Angehörigen, ferner Mitglieder ber Marine-SA. unb ber Marine-HI. zu ber Einweihung bes Marine-Ehrenmales in Kiel-Laboe fahren. Die Teilnehmer, insgesamt 70 Personen, werben Gießen am morgigen Donnerstag früh 5.46 Uhr mit einem Sonberzug verlassen unb voraussichtlich am Dienstag zurückkehren. Die Hauptfeier in Laboe am Samstag, 11 Uhr, wird bekanntlich über alle beutfchen Senber übertragen unb somit auch für biejenigen zugänglich sein, bie an ber Fahrt nicht teilnehmen können. Oie Obstaussichten. Von einem Obstbau-Sachverständigen in einem Orte bes Wiesecktales wirb uns geschrieben: Jetzt lassen sich bie Obstaussichten überblicken. Das gute Blütenwetter war für bie Befruchtung günstig, so baß in biesem Jahre bie Aepfel wieber einmal nach vier knappen Jahren eine Dollernte versprechen. Die frühen Sorten haben schon haselnußgroße Früchte angesetzt. Leiber machen sich zwei Obstfeinbe, ber Apfelwickler und ber Apfelstecher, bemerkbar, so baß jetzt noch mit Spritzmitteln vorgegangen werben muß. Die seitherige Witterung war auch ber Entwicklung ber Schorfkrankheit günstig. Auch alle Birnsorten zeigen starken Fruchtansatz- Beim Steinobst ist ber Behang recht unterschie'blich. Während bie Frühkirschen mancherorts stark unter ben Spätfrösten gelitten haben, hängen die Spätsorten büschelweise an den Tragästen. Auch Sauerkirschen unb Quitten versprechen einen Vollertrag. Zwet- schen, Pflaumen, Mirabellen unb Reinekloben haben sehr reichlich angesetzt. Nur beim Ebelsteinobst hort man Klagen. Aprikosen im Freien haben recht knappen Fruchtbehang, an Spalieren ist eine Mittelernte zu erwarten. Bei ben Pfirsichen hängt ber Ertrag ganz von ber Sorte ab. Frostwiberstanbs- fähige Sorten hängen zum Brechen voll, anbere erbringen nur bie Art. Stachel- unb Johannisbeeren fruchten überaus reich. Erb- unb Himbeeren stehen in voller Blüte. hohen, monbsichelförmigen Ohrbrüfen unb verstecktem Trommelfell, weiterhin mit befonberer Ver- breitunasbichte im Westen unb Sübwesten Deutsch- lanbs die an bem schwefelgelben Rückenstreifen kenntliche Kreuzkröte unb bie mehr östlich orientierte grüne Wechselkröte. lieber bas Vorkommen ber Knoblauchskröte, eines echten Lanb- tieres mit glattem Rücken, braunen Flecken unb roten Drüsen, finb wir noch unvollkommen unterrichtet, obwohl sie ber erste Froschlurch ist, ber sich im Frühjahr zum Laichgeschäft in unseren Gewässern zeigt. Sie hat Den Ruhm, bie größten Kaulquappen unserer Heimat hervorgebracht zu haben. Leiber ist unsere Froschfauna mit allen ihren Verwanbten eine recht seltene Angelegenheit geworben trotz bes anerkannten Nutzens für Garten unb Felb, ber von ihnen ausgeht. Das heimische Naturbilb hat sie schon zum großen Teil verloren, und nur ein Bruchteil von ehedem haust noch in Setlkänipse im deuWen Lustspott <1 9Jl.-Sport schärfend müsse das ganze Verhalten des Angeklagten vor und in mufikkammer, u. a. die Mozart-Variationen op. 132. Das Wendling - Quartett spielte mit Professor Dreisbach aus Stuttgart Regers letztes Werk, das Klarinetten-Quintett A-dur op. 146. Das abschließende Orchesterkonzert in der Festhalle brachte u. a das Requiem für Alt, Chor und Orchester und die Vaterländische Ouvertüre. Im ganzen brachten die Freiburger Festtage des Meisters würdige Feierstunden. die einen Ueberblick über das gesamte musikalische Schaffen Regers gestatteten. Straffreiheitsgesetz, eine Bestrafung könne daher nicht erfolgen. Gegen M a s s e n g e i l beantragte der Anklagevertreter eine Gesamtgefängnis- strafe von 1 Jahr 8 Monaten. Straf- Reichswettbewerb für Segelflugmodelle. - Internationaler Sternflug jur Olympiade. - Kunstflugmeisterschast. Heute voll Arbeit, Gewinn und Geschäft. Aber was heißt das alles mehr als ein Kratzer am Saume der Stille, aus der plötzlich in den Mittag der geschäftigen Stadt das Laub der Buchen schwebt: — vergeßt nicht, es ist Herbst und wir sterben zur Zeit. — Vögeln gleich schwebt es und läßt aus den Turmlöchern der Schwarzen Kirche die Tauben aufschwirren, so dicht, daß wir nicht mehr wissen, ob Vögel oder Laub kreisend niedersinken. Der Schnee läßt nicht mehr lange auf sich warten. Ebene und Stadt und die großen Dörfer deckt er zu und vernebelt die Berge, die nie vergessen kann, wer sie sah. Wettbewerb 1936 für Segelslugmodelle zu Pfingsten auf der Wasserkuppe der Rhön und einem Internationalen Stern- Olympia-Ausscheidung im Degenfechten. Der Reichsfachamtsleiter Erwin C a s m i r hatte am Samstag und Sonntag nochmals die Degenfechter zu einem Ausscheidungsfechten nach Frankfurt a. M. berufen. Insgesamt unterzogen sich zwölf Degenfechter dieser letzten Prüfung vor den Olympischen Spielen. Das Ausscheidungsfechten, das diesmal beim Frankfurter Tv. 1860 stattfand, wurde in zwei Runden ausgetragen. Wieder schienen Ler- don, Schröder und Röthig am beständigsten, wieder erfuhr man aber auch die merkwürdige Tatsache, daß der schlechteste Fechter in der ersten Runde sich in der zweiten als der Beste erwies. Diesmal war Hauptmann H e i g l derjenige Fechter, der nach dem 12. Platz in der ersten Runde den ersten Platz in der zweiten Runde belegte. Das Gesamtergebnis der beiden Runden bringt folgende Rangfolge: 1. Röthig 14V-r S., 29 P.; 2. Schroeder 14^ S., 29 P.; 3. Benkert 14 S., 28 P.; 4. Lerdon 14 S., 28 P.: 5. Esser 13 S., 26 P.; 6. Uhlmann 12 S., 24 P.; 7. Klingenberg 10^ S., 21 P.; 8. Heigl 10 S., 20 P.; 9. Mersch 10 S., 20 P.: 10. Geiwitz 8% S., 17 P.; 11. Rosenbauer 6H S., 13 P.; 12. Adam 4% S„ 9 P. Bei Gleichheit von Siegen und Punkten entschied das bessere Tresferoerhältnis über die Rangfolge. Aus diesem und den voraufgegangenen Ausscheidungsturnieren werden nun von jedem Fechter die Durchschnittsleistungen errechnet werden. Die ersten sechs Fechter dieser Rangliste werden die Olympia- Degenmannschaft bilden. Jetzt aber darf bereits als sicher gelten, daß Lerdon, Röthig und Schröder der Mannschaft angehören werden. ganze Verhalten des zlngi der Hauptverhandlung in Betracht kommen, insbesondere aber die Tatsache, daß Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Sochschulnachrichien. Ernannt wurden: Professor Dr. Johannes Friedrich, Extraordinarius für orientalische Philologie an der Universität Leipzig, zum Ordinarius daselbst; Professor Dr. Wolfgang Lintzeh Extraordinarius für Tierphysiologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, zum ordentlichen Professor an der Universität Jena; Profes' sor Dr. Hans Dörries, Extraordinarius für Geographie an der Universität Münster, zum ordentlichen Professor daselbst. Heins Rekord im Hammerwerfen nicht anerkannt. Dem deutschen Hammerwurs-Rekord, den der Hamburger Hein am vorigen Sonntag in Berlin mit 52,84 Meter aufgestellt hatte, mußte leider die Anerkennung versagt bleiben. Beim Nachwiegen des Gerätes stellte sich nämlich heraus, daß das Gerät um 67 Gramm zu leicht war. Das amtliche Organ des Fachamtes Leichtathletik nimmt zu dieser Angelegenheit Stellung und richtet an Veranstalter und Vereine noch einmal die scharfe Mahnung, die Geräte vorher auf ihr Gewicht und ihre Beschaffenheit hin zu prüfen. Es dürfte gerade imOlympia- jahr nicht vorkommen, daß ein Rekord nachträglich der Mangelhaftigkeit des Gerätes wegen nicht anerkannt werden könne. Derlei Leichtfertigkeit — um eine solche handelt es sich auch in den vorausgegangenen „Berichtigungen" — liegt keineswegs im Interesse des deutschen Sports, und in Zukunft wird, wie das Leichtathletik-Organ weiter sagt — gegen Veranstalter und Vereine, denen mangelndes Verantwortungsbewußtsein zum Vorwurf gemacht werden muß, mit exemplarischen Strafen vorgegangen. Anwärter auf die von dem Königsberger B l a s k mit 51,66 Meter seither gehaltene deutsche Rekordmarke ist jetzt der Mannheimer Greulich, dem vor kurzem ein Wurf von 52,02 Meter gelang. Sporiamt „Krast durch Freude". Heule folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Frauen undMänner. Don 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Oer Prozeß gegen frühere Handwerkskammerangestellte Freispruch für Röhr, 2 Iahre Gefängnis für Maffengeil. 25 -inM.. ">schWen Paffe” Ne (Q] 4^ Jr 2 hotha Am gestrigen zweiten Verhandlungstage gegen die ehemaligen Angestellten der Handwerkskammer- Nebenstelle in Gießen Röhr und M a s s e n g e i l nahm die Beweisaufnahme den grüßten Raum ein. Während der Angeklagte Röhr auf Grund der Zeugenaussagen — es wurden nicht weniger als 24 Zeugen sowie ein Sachverständiger gehört, außerdem wurde noch eine große Menge Beweismaterial in Form von Akten usw. beigezogen — erheblich entlastet wurde, brachte die Beweisaufnahme bezüglich des Angeklagten M a s s e n g e i l eiH recht ungünstiges Ergebnis. Insbesondere haben zwei Zeugen im Gegensatz zur Voruntersuchung ihre Aussagen in wesentlichen Punkten zugunsten Röhrs revidiert, so daß bei dieser Sachlage von einer strafbaren Handlung Röhrs nicht mehr die Rede sein konnte. Das von dem Sachverständigen abgegebene Gutachten gipfelt in der Feststellung, daß es ihm durch die unordentliche und auch gercäezu unlogische Buchführuna unmöglich aewesen sei, einen vollkommenen Abschluß herbeizuführen. „Ordnung und Sauberkeit, eiserne Pflichtauffassung und Pflichterfüllung", so eröffnete der Vertreter der Anklage sein Plädoyer, „sind Qualitäten, die von jedem Beamten und Angestellten zu erwarten sind." Mißbrauch des Vertrauens der vorgesetzten Dienststelle seien insbesondere bei dem Angeklagten M a s s e n g e i l an der Tagesordnung gewesen. Während dem Angeklagten Röhr, nach Auffassung des Vertreters der Anklagebehörde, lediglich eine versuchte Untreue nachzuweisen sei, habe sich M ässe n g e i l einer Anzahl Betrügereien, Unterschla- aungen, Urkundenfälschungen, sowie der Untreue schuldig gemacht. Die Straftaten Röhrs, der im Gegensatz zu M a s s e n g e i l einen sehr guten Eindruck in der Hauptoerhandlung gemacht habe, fielen nach der Erklärung des Staatsanwalts unter das Ihre Entscheidung, gegen die eine Berufung nicht zulässig ist, wird am Pfingstmontag getroffen und verkündet. — Das zweite große luftsportliche Ereignis des Sommers, der Internationale Sternflug am 29. und 30. Juli nach Berlin, wird vom Aero- Klub von Deutschland im Einvernehmen mit dem Reichsluftsportführer veranstaltet. Zugelassen sind hierzu Sportflugzeuge aller Kategorien, sowie Land- und Wasserflugzeuge. Letztere landen auf dem Rangsdorfer See bei Berlin. Der Sternflug wird in zwei getrennten Gruppen für Flugzeuge mit ausländischer Zulassung und für deutsche Flugzeuge ausgetragen. Der Start beginnt am 29. Juli um sechs Uhr mitteleuropäischer Zeit. Am 30. Juli müssen die teilnehmenden Flugzeuge zwischen 14 und 16 Uhr in Rangsdorf-Berlin lanoen. Flugzeuge, die vor oder nach diesem Zeitpunkt eintreffen, werden nicht gewertet. Von jedem Teilnehmer am Sternflug muß eine Mindeststrecke von 500 Kilometer zurückgelegt werden, wobei bet Tag und Nacht geflogen werden darf. Zweck der Veranstaltung ist die Vereinigung einer möglichst großen Anzahl ausländischer Sport- flieg er zur Olympiade in Deutschland. Daraufhin sind auch die Teilnahmebedingungen abgestellt. An Preisen stehen unter anderen Ehrenpreise des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, der Reichsluftsportführers und des Aero-Klubs von Deutschland zur Verfügung. Nennungsschluß ist am 1. Juli 1936. Nach dem Eintreffen der Wettbewerbsflugzeuge am 30. Juli gelangt auf dem Flugplatz Rangsdorf die Internationale Kunstflugmeister- schäft zur Austragung, deren Endkämpfe im Rahmen eines Großflugtages auf dem Tempelhofec Feld am 31. Juli stattfinden. Zu diesem Flugtag ist ein gemeinsamer Flug sämllicher ausländischer Maschinenen nach Tempelhof vorgesehen. Am Sonntag, 2. August, wird der Aero-Klub von Deutschland noch einen Empfang der Gäste im Haus der Flieger veranstalten. Während und nach Beeir« digung der Olympischen Spiele ist den ausländischen Fliegern Gelegenheit gegeben, unter Führung vorn Mitgliedern des Aero-Klubs durch Touristik-Flüg< die landschaftlich schönsten und interessantesten Gegenden Deutschlands kennenzulernen. Zeitschriften. — Eugen Diesel veröffentlicht im Maiheft der euHcfjen Rundschau" (Verlag Bibliogra- phlsches Institut AG., Leipzig) einen Aufsatz zur Frage „Wie können Völker sich verständigen?" Ausgehend von den Begebenheiten beim Zusammeneben der Einzelwesen innerhalb der Volksgemein- ^.wickelt er die Schwierigkeiten und Unterschiede, die sich bei dem Zusammenleben der Völker ergeben. Durch Propaganda und politische Situationen entstehen Feindschaft und Freundschaft unter den Volkern verhältnismäßig leicht, wobei aller- dings nicht zu übersehen ist, daß die Feindschaft leichter entsteht als die Freundschaft. Eugen Diesel stellt fest, daß in Europa ein neuer politischer Stil heraufzieht. Das Deutsche Reich ist dabei, einen solchen Stil zu erarbeiten, aber die anderen Länder auch, jedes auf seine Weise. Es besteht die Gefahr, daß dieser Unterschied in Form und Wesen erneut 3U schweren Mißverständnissen führt. Nationen sind verwandte und durch fortschreitende Verständigung immer verwandter gewordene Menschengruppen, die sich schließlich auf Grund politischer Entwicklungen aus Vertrauen und dem ernsthaften Willen zur Verständigung zu großen Gruppen zusammengeschlossen haben. Eine ungeheure Summe von Leid, Opfer, Begeisterung und Zielbewußtsein ist nötig gewesen, um solche Ergebnisse zu erreichen. Noch mehr wird gefordert werden, um das Gesetz der neuen Zeit zu erfüllen. Werden die Völker hierzu imstande sein? Naumann, Ziegler Ad., (Klinkel), Römer; Klinkrl (Ziegler (Ad.), Ziegler W-, Kreiling, Geißler, Löhr. Naunheim zog gleich mächtig los. Lollar war auch nicht müßig. In der vierten Minute landete ein Biij von Löhr am Pfosten. Keusch auf der anderen €cit( schoß manche „Sachen" haushoch über den Kasten. Haltert wurde von Gabriel kaltgestellt. Dann mar meistens verteiltes Mittelseldspiel. Fünf Minuten vor Halbzeit paßte Geißler schön zu Kreiling. Diesel lief einige Schritte und schoß an dem herauslaufen- den Tormann vorbei zum einzigen Tor des Tage, ein. Nach der Pause wechselten Klinkel und Ziegler Ad. die Plätze. Naunheim kam jetzt ganz groß ins Spiel. Die Lollarer Hintermannschaft ließ sich nicht schlagen. In der letzten Viertelstunde versuchte e; Naunheim mit Umstellungen; aber auch jetzt gelang nichts mehr. Beim Schlußpfiff verließ Lollar als glücklicher Sieger den Platz. Dem Spielgeschehen nach wäre ein Unentschieden der gerechte Ausgang gewesen. Neeb von Naunheim und Gabriel von Lollar waren die besten Spieler auf dem Felde. Die zweite Mannschaft spielte in Staufenberg mit nur zehn Mann und außerdem noch mit sechs Ersatzleuten. Es gelang ihr nicht ganz, die 4:2-Niederlage vom Vorspiel zu forri- gieren. Jedoch mit 1:1 zog sich die „Krick"-Mann- schast sehr gut aus der Affäre. SÄ tiS UZ kiUn %t9s ys- S°°s ÄS Astern V-' der Ku? Ebene spülte — als Kinder bargen wir Muscheln aus den Bächen und meinten, sie stammten aus der See — Talfläche, die nur von Rittern zum erstenmal unter den Pflug gedrückt werden konnte, so adlig frei streckt sie sich bis an die Steinbrust der Karpathenmauer, die herüber wuchtet in schwebendem Blau und Weiß. Die Ritter des Deutschen Ordens rodeten die Wildnis und setzten ihre Bauern an, über deren ersten Saatgang die Marienburg schützend aufftieg, die heute zerbröckelt. Die Ritter wurden vertrieben, bauten ihre zweite Marienburg an die Nogat. Die Bauern ziehen weiter die Furchen seit siebenhundert Jahren. Und welche Bauern! Nicht die singenden, milden Winzer des Kokeltals oder die träumerisch-dichtenden des Har- bachgeländes, nein! Ordensbauern sind es, die immer die Grenze vor den Augen sahen. Sie legen das Saatgut wie an der Schnur in den fetten Boden, rechnen den Ertrag bis aufs Quäntchen genau und wissen, daß Gott den Klugen mehr hilft als den Betern. Drum fahren sie auch nicht mit den ratternden Gebirgswagen, wo am Leiterbaum die Lisse im Ring quietscht; sie fahren mit den doppelt so großen Wagen der Ebene, bretterunv zimmert, polternd, haben starke hohe Pferde, haben Knecht und Magd, wissen, wie man Zuckerrübe vereinzelt, die Zichorie erntet, die Pfefferminze sät. Wenn ihre Glocken erklingen im dumpfen langsamen Ruf, schwillt das Geläut über das hastige Bimmeln der rumänischen Kirchen hinaus; und das dünne fernerher tastende Rufen ungarischer Gemeinden hört man nur wie einen Hauch. Dunkel und ernst fällt ihre Tracht, wenig Bänder zieren die Mädchen, während gen Sonnenuntergang in den Weinstrichen Tanz und Jubel in den Kleidern füttert. Hier fahren sie stumm auf das Feld, die roten Haare der Bauern und die Sommersprossen der Frauen leuchten. Auch der Rumäne ist hier ernster und zog die deutschen Schaftstiefel an. Das ®rün der Felder aber leuchtet heller als sonstwo, leuchtender blendet der Karpathenschnee, reiner bringt das flüssige Erz der Luft aus der Lunge ungeheurer Wälder, die auf allen Seiten in weiter Rundung dies Burzenland, dies Meer der Frucht, umlagern. Die Walder atmen in die „Kron- ftabt" hinein, umschlingen sie mit engen Talwänden, umrauschen sie mit Buche und Tanne und bergen in heimlichen Tiefen noch den kaiserlichen Baum der Edel-Eibe. In Kronstadt betet die Natur für die Menschen, Denn diese bauten Fabriken auf und lassen Schorn- steme rauchen: köpften am Galgenberg die Bösen, standen auf den Festungen der Stadt, den heute zemeselnden und sinkenden, schlugen den Handel um bis Nürnberg und Adrianopel und haben die Vergangenheit gerettet in ein brausend tätiges Der deutsche Luftsport steht gegenwärtig vor zwei großen Ereignissen: dem Reichswettbewerb 1936 für Segelslugmod," Pfingsten auf der Wassert flug anläßlich der Olympiade am 29. und 30. Juli nach Berlin mit Austragung der Internationalen Kunstflugmeisterschast. „Deutschland muß ein Volk von Fliegern werden!" Diesen Ausspruch des Reichslustfahrtministers Hermann G ö r i n a hat sich der deutsche Luftsport zu eigen gemacht. In ständig zunehmendem Maße begegnen feine Bestrebungen dem Verständnis und der Anerkennung weitester Bevölkerungskreise. Durch Großveranstaltungen in allen Teilen des Reiches wird der Lustsportgedanke nach jeder Richtung hin gefördert. Vom 30. Mai bis 1. Juni veranstaltet der Reichsluftsportführer auf der W a s s e r k u p p e der Rhön den diesjährigen Reichswettbewerb für Segelflugmodelle. Er soll den gegenwärtigen Stand der Ausbildung im Modellbau feststellen, die Entwicklung neuer Segelflugmodelle fördern und darüber hinaus eine Werbung für den Luftsportgedanken im allgemeinen und den Modellflugsport im besonderen darstellen. Bewerber um den Ehrenpreis des Reichsluftsportführers sowie weitere Ehren- und Geldpreise sind die Luftsport- Landesgruppen des Reichsluftsportführers. Teilnahmeberechtigt sind die Mitglieder der Ortsgruppen des Reichsluftsportführers, der Luftsportscharen, der Hitler-Jugend und der Modellbau-Arbeitsgemeinschaften des DJ. sowie die Schüler aller deutschen Volks-, höheren, Berufs- und Fachschulen, soweit sie der HI. oder dem DJ. angehören, im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren. .Für den ersten Wettbewerbstag ist Hand st art, für den zweiten Hoch- bzw. S e i I ft a r t vorgeschrieben. Zur Ermittlung der Gesamtleistung erfolgt Wertung nach Zeit und Strecke. Bei Einzelpreisen wird dagegen Zeit oder Strecke gewertet. Für die Zeitmessung gilt die Dauer des Fluges, als Strecke die kürzeste Entfernung zwischen Start- und Landepunkt, bzw. dem Punkt, an dem das Modell zuletzt gesehen wurde. Die Teilnehmer am diesjährigen Reichswettbewerb werden sich ziemlich anstrengen müssen, hielt sich doch beim Modellwettbewerb 1935 das schwanzlose Modell des 1. Preisträgers ohne jeden Antrieb schon 37 Minuten und 41 Sekunden in der Luft. Das Preisgericht besteht aus einer ^ehnköpfigen Kommission mit dem Reichs- luftsportführer Oberst Mahnte an der Spitze. Max-Reger-Fest in Freiburg. In der vergangenen Woche wurde in der Städtischen Festhalle in Freiburg das 10. deutsche Max - Reger-Fest eröffnet. Dem festlichen Akt wohnten neben der Witwe des Meisters Vertreter der Stadt, des Staates, der Wehrmacht und der Bewegung bei. Oberbürgermeister Dr. H 0 fner sprach Begrüßungsworte im Namen der Stadt. Professor Hasse (Köln), ein Freund Regers, zeichnete ein Bild vom Schaffen und Wirken des Meisters. Zwanzig Jahre nach dem Tode Regers und drei Jahre nach der nationalsozialistischen Revolution könne man feststellen, daß der Ausstieg Regers unaufhaltbar sei. Die Gestalt dieses Musikers, die wie die eines Klassikers wirke, habe in der Reihe der deutschen Meister einen Platz errungen, der ihm nicht leicht wieder genommen werden könne. Während das erste deutsche Reger-Fest sich nur an eine begrenzte Zuhörerschaft wendete, solle heute das ganze deutsche Volk an der Ehrung des Meisters teilnehmen. Die Reger-Feste sollen dazu dienen, zwischen Reger und dem deutschen Volke die Fäden innerer Zusammengehörigkeit zu knüpfen. — Das Programm dieser Feierstunde umfaßte den „Sinfonischen Prolog zu einer Tragödie" und die „Hiller- Variationen". Generalmusikdirektor Franz K 0 n - witsch ny, der die Gesamtleitung des Festes innehatte, war mit dem verstärkten städtischen Orchester ein feinsinniger Interpret der Werke, wofür ihm das fast ausverkaufte Haus herzlich dankte. Das erste Orgelkonzert bestritt Professor Günther Ramin aus Leipzig, der unter anderem Tokkata und Fuge in d-moll op. 129 spielte. Das zweite Orgelkonzert mit dem Passauer Domorganisten Otto Dunkelberg brachte u. a. Phantasie und Fuge über b a c h. 3n den beiden Kammermusikoeranstaltungen wirkten u. a. Karl Hermann Pjllney aus Köln und Professor Alfred Hoehn aus Frankfurt mit. Im ersten Orchesterkonzert dirigierte Professor Dr. Peter Raabe, Präsident der Reichs- Siebenbürgische Landschaft. Von Heinrich Zillich. Der siebenbürgische Dichter Heinrich Zil- lich lieft heute auf Einladung der NS.- Kulturgemeinde in Gießen aus seinen Werken. — Dem neuesten Heft der von P. Alver- des und K. B. v. Mechow betreuten Zeitschrift „Das Innere Reich", das auch einen ausgezeichneten Beitrag über siebenbürgische Kunst enthält, entnehmen wir mit Erlaubnis der Herausgeber den folgenden Abschnitt. Wie soll ich das Geheimnis dieser Landschaft aus einen Nenner bringen? Ich taste und zwinge es nicht. Wo Osten und Westen unter nordischem Eis und südlicher Sonne hundert Täler besetzt halten, bei dreierlei Volk, und das vierte — das noch zu nennen ist — die langhaarigen Wanderzigeuner von Ort zu Ort jagen, da ist die Vielfalt so bunt, daß Schwermut und Frohsinn, Reichtum und Kargheit nur durch die Gabelung eines Wegs getrennt werden. Schwermut der lehmigen Täler, durch das die Büffelherden ziehen und manchmal die weiße Wolle der Schafe, Hundelaut manchmal und vielleicht der dünne einfältige Ton der Hirtenflöte! Aber unvergleichlich die strotzende Wein- landfülle in jenem Tale der Völkerwanderung, wo die deutschen Kleinstädte Schäßburg und Mediasch liegen. Sie trinken die perlende Rebenflut in sich hinein, die Bottiche schwappen über, die Winzer stehen auf den Wingertstufen und blicken hinunter schweißüberströmt in die Welt, die nur aus Sonne, Grün und einem dunklen Waldschatten zu bestehen scheint in alle leuchtende Ewigkeit hinein und dort in der Ecke einen Förderturm ausströmenden Erdgases duldet. Zwei Stunden Wegs weiter gegen Kronstadt rauscht der Geisterwald, trommeln die Spechte, rastet die Stille, leicht bewegt vom Vogelsang, die fürchterliche Stille, in der hier die Räuber feit ebenso langen Ewigkeiten saßen wie drüben der Frohsinn lachte; sie lauerten auf die Reisenden und sind noch heute nicht ganz ausgestorben. Immer nach etlichen Jahren steht einer auf, der lange schlief, hält die Wagen an, die jetzt oft Autos sind, und raubt sie aus. Angstvolle Stille, das Murmeln einer eisigen Quelle, fernher der Schlag der Holz- knechte oder das harte Rattern kleiner fiebenbürgi» scher Gebirgswägen, jener Leiterwägelchen, die in allen Teilen beweglich über jede Unebenheit wegjag en. Ist die Steigung zu schwer, hilft ein Fluch und die Pferdchen fliegen wie Vögel. Und dann du, göttlichste Hochfläche, die ich je sah, meine innigste Heimat, Burzenland, um die Krone der Städte gelagert, um Kronstadt; Talmulde, wo einst ein Meer wogte, das dich zur der Angeklagte die Verfehlungen dazu benutzte, um auf recht großem Fuße zu leben. Nach etwa Inständiger Beratung verkündete das Gericht seine Entscheidung, nach der Röhr frei- gesprochen und der Angeklagte Maffengeil zu einer Oefamtgefängnisftrafe von 2 Jahren verurteilt wurde. Auf diese Strafe werden 4 Monate Untersuchungshaft angerechnet. In der Urteilsbegründung bezog sich die Strafkammer im wesentlichen auf die Ausführungen des Vertreters der Anklage. Insbesondere betonte der Vorsitzende, daß der Angeklagte Röhr sich nicht strafbar gemacht habe, zumal er von Anfang an bestimmte Erklärungen abgab und evtl. Verfehlungen zugegeben habe, während Massen- g e i l einen denkbar ungünstigen Eindruck machte und nur das zugegeben hätte, was ihm positiv nachgewiesen worden fei. An sich habe der Angeklagte M a s s e n g e i l wegen schwerer Urkundenfälschung eine Zuchthausstrafe verwirkt. Das Gericht habe ihm jedoch noch einmal mildernde Umstände zugebilligt. Mit Rücksicht darauf, daß die Veruntreuungen lange Jahre hintereinander erfolgt feien, fei aber eine exemplarische Strafe am Platze gewesen. Da in Anbetracht der hohen Strafe für den Angeklagten Massengeil bei dem Gericht Fluchtverdacht bestand, wurde Haftbefehl erlassen und der Angeklagte unmittelbar nach Beendigung der Sitzung in bas Landgerichtsgefängnis einge- liefert. Retten. Von 21 bis 22 Uhr, Untversitäts-Rett- inftihit, Brandplatz. Reue kdF.-Sportturse im Freien. Donnerstag, von 17.30 bis 19 Uhr, Leichtathletik und Waldlauf, Universitätssportplatz. Samstags, von 17.30 bis 19 Uhr, Reichssportabzeichen, Universitätssportplatz. Sonntags, von 8 bis 10 Uhr, Tennis, Städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Sonntags, von 9 bis 11 Uhr, Reichssportabzeichen für NSBO.-Bereitschaft und Werkscharen. Montags, von 17.30 bis 19 Uhr, Allgemeine Körperschule, Universitätssportplatz; von 18 bis 19 Uhr, Rettungsschwimmen, Müllersche Badeanstalt; von 18 bis 19 Uhr, Schwimmen für Anfänger, Müllersche Badeanstalt. Fußball in Naunheim. Lollar, der Neuling der Bezirksklasse, schlägt den Oautigaanroärter Naunheim auf dessen Gelände 1:0 (1:0). Diesem Spiel sah man mit Bangen entgegen. Torwart und rechter Läufer mußten ersetzt werden. Dem aut amtierenden Schiedsrichter K 0 0 b (Garbenheim) stellten sich beide Mannschaften in folgenden Aufstellungen: Naunheim: Kern; Schäfer, Dokter; Küster, Neeb, Ulm; Adam, Becker, Haltert, Pfeiffer, Keusch; Lollar: Schermuly; Hörstel, Gabriel; X.»*0® 0' -En”/ unööri' Mjilftt, 5?V" jinitW in 1 Aä !-' des -eM tfi E Gäste - Wechma L-d sw* Me die Ate Sdi-L« iiit über die y Sten KursM rt durch das N waren über ? einem gemein Hireftor Freiherr ft begrüßte, sprc (fernen (einer K MA die ni töM galtbe' Mischm Aerzt S-ber. 2er sm» ci Kollegen W Menarbeit m c-z her beiden -3 im die Firma E. W ihrer Fabn jtünbiger Rund i-t ginnen. Auf große Freude, Mn zu könn ich und ihre Di Lübbecke im timmen geheiß !uMrch denRöi j an. Die (inr jlbarteit von ih : ihre Heimat zu' Änderung und dl :ahre Deutschland An der £ W Lpd. Büding Ai Kehl aus J-!te bei Mont "nnungslei Anhöhe tödl Amg zu nahe c •Mm zum Opfer CO Klein-!! •nö Darlehr >>(en hatte für «5 Gasthaus iDtoersammlun Mete den Iah ersehen Wsjahr 1651 dÄnschastsrech I fin der Da Mung für D fe ftÄ SV'c ^ende wird j Oberheffen ffltp Sf ™ LUUHH jyc||i|u.jcn viuui □uuucs -ü U U = l/l U U = !knk. - bW !«i m. Die Gäste wurden von Kurdirektor ^rei» Da l?rrn v. Wechmar herzlich begrüßt. Die finni- Felde. i knflug 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Schram's Puddingpulver muß es sein. Derin'Schram's Puddihg schmeckt fein! * Bad-Nauheim, 26. Mai. 2 0 finnische lerzte besuchten in den letzten Tagen auf Einladung des Hessischen Staatsbades Bad-Nauden op. tf- Profess ihtes M 5. Das ab* ialle bra-h» irchefier M en bracht rdige Fein- is gefam» ssU^ung nich raffen ui pignis der fternflu. F v°m Aera hn mit bzn gelassen hl sowie Lan) P auf bei - Der Stent 'n für Flu» für biutfAi beginnt di er Zeis, foi Hinteren Eingang des Gebäudes. Sie sah in das kleine Wohnzimmer Jens Petersens. Da saß er schon über Schulhefte gebeugt. „Jens Petersen", rief sie leise. Er fuhr auf: „Fräulein Benedikte?" „Kann ich Sie sprechen?" „Ich komme gleich." Er nahm sich gar nicht erst die Zeit, aus der Tür zu gehen. Mit einem Satz war er über das Fensterbrett des ebenerdigen Zimmers. In fliegender Eile erzählte Benedikte dem Freunde, was geschehen war. „Warum ist er denn gegangen?" fragte Petersen. Benedikte wurde rot: „Wir — wir hatten eine Auseinandersetzung." Sie war nicht imstande, mehr zu sagen. Still senkte sie den Kopf. Ihr war, als müßte er ihr ansehen, warum sie Hans-Hermann abgewiessn hatte. Er schaute auf ihren gesenkten blonden Schei- tel. In ihm stieg es heiß und sehnsüchtig auf: sie jetzt in seine Arme nehmen dürfen, ihr jetzt sagen können, was er für sie fühlte. Aber er durfte in diesem Augenblick nicht an sich denken. Sie war in Sorge um ihren Verwandten. Und er teilte diese Sorge, so wenig freundlich Hans-Hermann ihm auch in den letzten Wochen entgegengekommen war. „Der alte Josua hat recht. Da oben auf der ,Burg<, das ist kein Aufenthalt für einen Menschen wie Hans-Hermann", äußerte er bedenklich. „Sie haben auch von irgendwelchen Gerüchtett „Josua sprach davon." „Ich gebe nichts auf Gerüchte", wehrte er ab. „Ich meine es in einem andern Sinne. Die Menschen da oben führen das Leben von Leuten, denen Geld nichts bedeutet, es ist ein nichtstuerifches Leben. Hans-Hermann aber scheint mir nicht genug gefestigt, um dann wieder in den harten Kampf des Daseins hineinzufinden." „Was soll man tun?" fragte Benedikte angstvoll. „Ach, Jens Petersen, ich fühle mich Hans-Hermanns Vater gegenüber gewissermaßen verantwortlich, weil ich meinen Detter mit hierher genommen habe. Wenn dem Jungen etwas zustößt, ich meine seelisch, ich könnte nicht wieder froh werden." (Fortsetzung folgt!) rrlQu vernommen. Finnischer Aerztebesuch in Bad-Nauheim. kämpfe in ;empelf)ofen m Wag- msländische: -hen. A o-Klub von iste im Hau; nad) Beern us/äMchen tfrung oon Hik-Flüge itesten Ge- I o sich hja w* P Kt gefo- 'St ■n Mbli-gl'I lufM/ M?" » Sulam®? tW* iijih her e Situ* »oft * * £ igen bei,-' en 2« ie ®‘f* fen eng innen f» ltüE 5$ ist 3r. Lübbecke im Kurfürstenzimmer des „Römer" willkommen geheißen. Hieran schloß sich ein Rund- ,ang durch den Römer, die Altstadt und das Goethe- »aus an. Die finnischen Gäste schieden in großer Dankbarkeit von ihren Gastgebern und versicherten, in ihre Heimat zurückzukehren mit der größten Bewunderung und dem Willen, ihren Landsleuten das wahre Deutschland schildern zu wollen. An der Hochspannungsleitung tödlich verunglückt. Lpd. Büdingen, 26. Mai. Der Elektromonteur Dilli K e h l aus Selters (Kreis Büdingen) verun- ilückte bei Montagearbeiten an der Höchst an n un g s l e i t u n g in der Nähe des Hofes Lreidenhöhe tödlich. Er war mit einer Leiter der Leitung zu nahe gekommen und fiel dadurch dem Strom zum Opfer. Landkreis Gießen CO Klein-Linden, 26. Mai. Der Spar» - nd Darlehenskaffen-Verein Raiff- i i f e n hatte für Samstagabend feine Mitglieder in das Gasthaus „Zur deutschen Eiche" zur Jahres- dauptversammlung eingeladen. Direktor Karl Lotz irstattete den Jahres- und Geschäftsbericht, aus dem «. a. zu ersehen war, daß die Mitgliederzahl im Berichtsjahr 165 betrug. Ueber die Bilanz berichtete Eenossenschaftsrechner Wilhelm Fourier. Aus Der Rechnung sind folgende Zahlen entnommen: Die Höhe der Darlehen betrug 23 210 Mark. Die Verzinsung für Darlehen betrug 5 v. H. bei Darlehen gegen Bürgschaft, 5,5 v. H. gegen solche mit Schuldschein. An Zinsen wurden 1348 Mark gutgeschrieben. Der Umsatz im Warengeschäft betrug $8 952 Mark. Die Forderungen für Warenlieferungen beliefen sich am Bilanztag auf 1642,73 Mark. Bei der Landesbauernkasse in Frankfurt hatte die Genossenschaft am Bilanztage ein Guthaben von 4184,95 Mk. Der Reingewinn betrug 204,58 Mark. Dividende wird in Höhe von 3 v. H. ausbezahlt. satzungsgemäß ausscheidenben Mitglieder wurdet wiedergewählt. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. § Göbelnrod, 26. Mai. Auf Veranlassung des Ob st- und Gartenbauvereins fand am Sonntag ein Rundgang durch die Obstanlagen unsrer Gemarkung statt. Der Vereinsvorsitzende, Baumwart Fuchs, sprach dabei über die Bedeutung der Obst« baumpflege in der Erzeugungsschlacht und machte die Rundgangteilnehmer mit der fachgemäßen Ausführung aller Baumpflegearbeiten, insbesondere auch mit der Schädlingsbekämpfung eingehend bekannt. An dem Rundgang nahmen zahlreiche Baumbesitzer teil. Obbornhofen, 26. Mai. In den letzten Wochen wurde hier eine Umgestaltung des Kirchenplatzes vorgenommen. Das vor Jahrzehnten dort gepflanzte Buschwerk hatte sich stark verbreitert, so daß die angelegten Wege nur schwer zu begehen und die Freilandflächen von Wildpflanzen aller Art bestanden waren. Auf Anregung unseres neuen Pfarrers Schäfer und unter feiner tatkräftigen Mithilfe wurde eine Auslichtung des Zierstrauchwerkes vorgenommen und das Wegenetz neu hergerichtet. Gegenüber der Haupttür des Gotteshauses wurde ein erhöhtes Blumenbeet geschaffen und zu beiden Seiten des Kirchweges Rosen- und Blumenpflanzungen angelegt. Schön wirkt auch die Einfassung des Pfades zum Friedhof, deren Linienführung der Einzäunung gut angepaßt wurde. Die ganze Anlage ist mustergültig und trägt den Forderungen moderner Landschaftsgestaltung in jeder Hinsicht Rechnung. A Aus der mittleren Wetterau, 26. Mai. Sommer- und Wintergetreide versprechen eine gute Ernte. Der Roggen ist in die Aehre geschossen. Die kühle Witterung der letzten Zeit hat den Halm besonders gekräftigt, so daß die Gefahr der Lagerung nicht zu erwarten ist. Bei Winterweizen tritt vereinzelt Rost auf. Besonders üppig hat sich die Wintergerste entwickelt, deren Aehren bereits blühen. Für Gerste und Hafer war die Witterung auch recht günstig, die Bestockung erfolgte gleichmäßig, so daß keine Fehlplätze sichtbar sind. Die Kartoffeln stehen reihenweise. Der gleichmäßige Stand ist eine Folge des fast allgemein durchgeführten Saatgutwechsels. Vielfach hört man Klagen über Schäden an den Saaten von Dickwurz und Zuckerrüben. Vereinzelt tritt die Larve des Rübenaaskäfers, landläufig „Dickwurzwurm" genannt, so stark auf, daß Aecker umgelegt werden müssen. Der vor vier Wochen gesäte Lein ist schon handhoch ge-, wachsen. Da die Freihaltung von Unkraut eine wichtige Kulturmaßnahme für diese Faserpflanze ist, geht man eifrig an die Bekämpfung der Disteln. Erstmalig sieht man auch Aecker mit Futtergemengebau unter Beimischung von Sonnenblumensamen. Auch der Körnermaisbau hat heuer neue Anhänger gefunden, da die Erträgnisse im Vorjahre recht zufriedenstellend und lohnend waren. Winterraps und Winterrübsen gehen der Reife entgegen, so daß in diesem Jahr noch eine Zweitfrucht nachgebaut werden kann. Kreis Bübingen. § Nidda, 25. Mai. Altem Brauche gemäß trafen sich gestern dahier die 50-Jährigen des Kirchspiels Nidda, wozu außer Nidda noch die Gemeinden Bad Salzhausen, Kohden, Michelnau und Unter-Schmitten zählen, zu einem gemütlichen Stelldichein. Von einst 44 Schulkameraden deckt schon zehn der kühle Rasen. Nach dem Treffen am Marktbrunnen begab man sich im geschlossenen Zuge zur Stadtkirche, wo Pfarrer Siegfried Werner zu Viernheim, einer der Schulkameraden, in der Festpredigt eine zu Herzen gehende Ansprache hielt. Nach dem Gottesdienste besuchte man die Gräber der einstigen Pfarrer und Lehrer. Einem Rundgang durch das Heimatstädtchen schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl in der „Alten Post" an. Die offizielle Feier mit Angehörigen und geladenen Gästen wurde durch Ansprachen, Musik- und sonstige Unterhaltungsoorträge unter Austausch von fröhlichen Erlebnissen aus der Jugendzeit bis tief in die Nacht hinein ausgedehnt. O N i d d a, 26. Mai. Infolge massenhaften Auftretens der Blutläuse ordnete die Bürgermeisterei auf Grund einer Polizeiverordnung des Kreisamtes Büdingen an, daß mit der Vertilgung der Schädlinge sofort begonnen werden muß. Erfolgt die Vernichtung der Blutläuse innerhalb einer bestimmten Frist nicht, so wird die Beseitigung seitens Oer Stadt auf Kosten der Säumigen ausgeführt. hen Gäste besichtigten mit großem Interesse die !ade- und Kuranlagen, das Balneologische Unioer- iräts-Jnstitut, das W. C. Kerckhoff-Jnstitut, das jonitzkystift und das Deutsche Kurheim. Die tech- i schen Erklärungen bei der Führung durch die lade- und Kuranlagen gaben Oberbaurat Lau- ann und Dr. Müller. Professor Weber brach über die Methode der „Herztonaufnahmen". Jm Kerckhoff-Jnstitut gab Professor Koch Erklä- nngen über die Forschungsaufgaben des Instituts mb führte die Gäste durch das Haus. Prof. L u e g cklärte die Bestimmung des Konitzkystiftes und be- 'chtete über die Heilerfolge in der Anstalt. Im putschen Kurheim hatte Direktor Lis so die Fühlung durch das fiaus übernommen. Die finnischen -äste waren überwältigt von dem Gesehenen. Sei einem gemeinschaftlichen Abendessen, bei dem kurdirektor Freiherr v. Wechmar nochmals seine Säfte begrüßte, sprach einer der finnischen Herren -n Namen seiner Kollegen den Dank für die Gast- reundschaft, die man ihnen entgegenbrachte, aus. Sein Gruß galt besonders auch dem Ehrenmitglied ler finnischen Aerztegesellschaft „Duodecim", Prof. Leber. Der finnische Redner erklärte, er und eine Kollegen sähen in dieser Reise die Idee der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständ- risses der beiden Völker verwirklicht. Für Montag lotte die Firma E. Merck (Darmstadt) zu einem besuch ihrer Fabrikationsanlagen eingeladen. Ein weistündiger Rundgang erregte hie Bewunderung er Finnen. Auf der Rückfahrt hatten die Gäste üe große Freude, das Luftschiff „Hindenburg" be- lchtigen zu können. In Frankfurt wurden die Herzte und ihre Damen im Namen der Stadt von- SflltiKStoKW Roman von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. Iraner dr n Kind und dritten Sohn des Schweinesütterers - < 5laui> Andreas Müller, beschäftigt auf dem Hofgut Cngeltal bei Altenstadt, die Ehrenpatenschaft „Nach unserer gestrigen Aussprache wirst Du wohl selbst fühlen, daß es besser ist, wenn ich gehe. Ich wünsche Dir alles Gute. Hans-Hermann." Benedikte war blaß geworden. Stumm legte sie den Brief auf den Tisch zurück. „Um Gottes willen — was ist denn geschehen?" Fräulein Giesecke beugte sich erschreckt herüber. Benedikte wies kraftlos auf den Brief: „Lesen Sie." Und dany brach sie in Tränen aus. Es war zu unvermutet. Sie hatte doch wirklich an Hans-Her- mann gehangen. Und wenn sie ihm auch nicht eine Liebe geben konnte, wie er sie gefordert hatte, mußte er deswegen so von ihr gehen? Was würde man nun im Dorfe sagen! Was für einen Eindruck mußte das machen! Aber vor allen Dingen, was wurde mit dem Jungen? Er hatte ja überhaupt kein Geld. Was würde er beginnen? Was würde fein Vater sagen? Sie war sicher: alle würden ihr Vorwürfe machen. Und sie hatte doch nichts getan. Die Angst um Hans-Hermann schnürte ihr das Herz ab. Fräulein Giesecke wollte sie trösten, aber Benedikte konnte jetzt kein Wort vertragen. Sie mußte zuerst allein mit sich fertig werden, und dann mußte sie den einzigen guten Freund ins Vertrauen ziehen: Jens Petersen. Jens Petersen ging mit unruhigem Gesicht vor Benediktes Garten auf und ab. Es war schon fünf Dftinuten vor acht und gleich Zeit zum Schulbeginn. Um diese Zeit pflegte Benedikte schon längst auf zu jein und im Garten zu arbeiten. Ach, da kam sie endlich. Sein Gesicht strahlte auf. Auch ihre Augen wurden froh. Schnell kam sie zum Zaun gelaufen und reichte ihm die Hand herüber: „Guten Morgen, Jens Petersen." „Guten Morgen, Fräulein Benedikte! Wo sind Sie denn gestern abend gewesen? Ich kam mit dem Segelboot an Ihrem Garten vorbei — nichts hat fid) gerührt." Benedikte lächelte: „Große Einladung, Jens Petersen. Denken Sie, >ich war gestern mit Hans-Hermann oben auf der »Burg'." „Auf der ,Bürg'? Wie kommen Sie denn da hin?" ..Erst einmal fein mit einem schnittigen Wagen", nedte Benedikte. Dann erzählte sie Jens Petersen, was sich gestern ereignet hatte. Sie berichtete von dem Besuch Steffens' und der Einladung auf die „Burg". ."Ein entzückender Abend", schwärmte sie, „so leicht und beschwingt! Es hat mir nur eins leid getan: Sie hätten mit dabei sein müssen!" „Ich glaube kaum, daß ich in diese Gesellschaft passe. 3*ns sagte es merkwürdig unfreundlich. „Jia, beißen Sie nur nicht gleich! Haben Sie etwas gegen die Leute da oben?" „Nein." Es kam merkwürdig abweisend und etwas zögernd ^^aus. Und plötzlich sagte Jens Petersen hastig: „Entschuldigen Sie, ich muß hinüber! In zwei Minuten fängt der Unterricht an." Er verabschiedete sich eilends von Benedikte. Da draußen auf der Straße kam auch schon ein Trupp ■r._ ' pn'S 9er Führer Ehrenpate beim 13. Sind. Bübingen, 26.Mai. (LPD.» Der Führer Kino d Reichskanzler hat bei dem 13. leben- ü-n Kind und dritten Sohn des Schweinesütterers Als sie das Zimmer verließ, stand Josua im Gange. Er sah Die Tränenspuren auf Benediktes Gesicht: „Weiß ich, wohin junger Herr gegangen fein", sagte er geheimnisvoll, „er telephonieren hinauf nach ,Burg', ist schönes junges Mädchen ihm entgegengekommen. Hat er Koffer hereinfahren machen auf ,Burg'. Ist nicht gut, daß er fein dort. Viel Geld und niemand weiß, woher." Benedikte erschrak heftig: „Wie meinst du das, Josua?" Josua schüttelt bekümmert seinen Wollkopf: „Ich nicht wissen. Aber Leute reden soviel im Dorf, nicht gut für jungen Herrn dort fein oben." Benedikte konnte es kaum erwarten, bis die Schule aus war. Als sie das fröhliche Lärmen und Toben der Kinder vor dem Schulhaus hörte, eilte sie durch den Garten über die Wiese zum rbsflugzeug- Rangsdorf! in der Straßensammlung 18,39 Mark, für die Jugendherbergen 14,14 Mark. <3 Saubringen, 26. Mai. Bei der Samm- lung für den VDA. wurden hier durch Sammelheftchen 20 Mark gesammelt. Bei dem Reichs- Opfertag wurden 25 Mark aufgebracht. — Infolge eifriger Werbetätigkeit für den zivilen Luftschutz ist die Mitgliederzahl der hiesigen Gruppe des Reichsluftschutzbundes ständig im Wachsen begriffen. Gegenwärtig gehören der Gruppe etwa 15 v. H. der gesamten Einwohnerzahl als Mitglieder an. wg. Großen-Buseck, 26. Mai. Die Werbung für die Adolf - Hitler - Freiplatzspende in unserer Ortsgruppe ist vorläufig abgeschlossen. In Großen-Buseck werden fünf, in Burkhardsfelden drei SA.-Männer und in Oppenrod ein SA.-Mann Aufnahme finden, für SS.- Männer sind sechs, bzw. je eine Stelle gezeichnet worden, an Kinder-Freiplätzen wurden 34, bzw. acht bzw. neun zur Verfügung gestellt. — Die hiesige NS. -Frauenschaft veranstaltete am Samstag im Saale des Gastwirts Wagner einen Werbeabend für „Mutter und Kind". Dazu waren auch die Mitglieder des Alice-Frauen- vereins und zahlreiche weitere Volksgenossen erschienen. Nach der Begrüßungsansprache der Frauen- schastsführerin, Frau Schneider, folgten schön gesungene Lieder der Frauenschaft, Gedichtvorträge von Schulkindern, einige Theaterstückchen und musikalische Darbietungen einer Schülerkapelle mit Geige und Ziehharmonika. Den Abschluß der Darbietungen bildete eine Verlosung von Säuglingswäsche und Küchengeräten, die größtenteils von den Frauenschaftsmitgliedern gestiftet waren. Dem Reichsmütterdienst konnte aus dieser Verlosung ein ansehnlicher Betrage zugeführt werden. Mit dem Gruß an den Führer und dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschland-Liedes und Horst-Wessel-Liedes schloß der Abend. — Auf dem Anger inmitten des Dorfes sind im Laufe der letzten Woche begrüßenswerte Erneuerungen der Blumen- und Strauchanlagen, wie auch eine Erweiterung des Springbrunnens durchgeführt worden. Die Gemeindeverwaltung hat ferner am Rande der nahegelegenen Wälder eine größere Anzahl Ruhebänke aufstellen lassen. Diese Verbesserungen werden allgemein dankbar begrüßt. Reiskirchen, 26. Mai. Am Sonntag hielt die hiesige Spar - und Darlehenskasse im Saale „Zum Hirsch" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Sebastian Schmidt leitete die Versammlung mit einem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder ein. Dann erstattete der Kontrolleur Philipp Stumpf den Geschäftsbericht von 1935. Zu Anfang des Jahres waren es 347, Ende des Jahres 345 Mitglieder. Die Spareinlagen vermehrten sich um rund 1300 Mark. Eingelegt wurden im Berichtsjahr 73 822, abgehoben 72 555 Mark. Der größte Teil des abgehobenen Geldes wurde für Bauzwecke in Reiskirchen und Umgegend verbraucht. In feinem Bericht richtete der Kontrolleur einen Aufruf zum Sparwillen. Am Nationalen Spartag ergab sich der Betrag von 4200 Mark. Die Schulsparkasse von Reiskirchen und Hattenrod erbrachten im verflossenen Jahr den Betrag von 1170 Mark, seit dem Bestehen der Kassen einen Betrag von 17 810 Mark. Reservefonds und Betriebsrücklage betragen rund 27 000 Mark. Der Umsatz stieg von 2 598 814 Mark im Jahre 1934, auf 3 001 110 Mark im Jahre 1935. Das Warengeschäft belief sich im abgelaufenen Jahre im Soll auf 28 800 Mark, im Haben auf 31 825 Mark. Die Steigerung ist hauptsächlich durch den Absatz von Obst (Zwetschen) zu verzeichnen. Auf Reiskirchen entfielen rund 6000 Mark. Die hiesige Sparkasse hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 1602,15 Mark, der wie folgt verteilt wurde: 4 v. H. Dividende, der Rest für Reservefonds und Betriebsrücklage. Am Schluffe feines Berichtes wies der Kontrolleur auf den Mann hin, der mit übermenschlichem Willen und durchschlagender Energie rechtzeitig das Steuer unseres Staatsschiffes in die heutigen Bahnen lenkte, auf unseren Führer Adolf Hitler. Auf ihn wurde ein dreifaches Sieg-Heil ausgebracht. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Aus dem Vorstand sind ausgeschieden Heinrich Philipp S ch v m b e r und Wilhelm Albach , Grünberg, der erstere aus Gesundheitsrücksichten, der letztere wegen zu starker anderweitiger Inanspruchnahme. Als Direktor wurde der Ortsbauern- führer Heinrich Fritzel neugewählt. In den Auf- fichtsrat wurden neugewählt Philipp Damm XI. und Adolf Horn, Burkhardsfelden. Die übrigen Dem Winterhilfswerk werden 30 Mark überwiesen. Die Versammlung beschloß, den Reingewinn nach Abzug der Versammlungsunkosten dem Reservefonds au überweisen. Dem Vorstand, Aufsichtsrat und Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorsitzende Des Aufsichtsrates August Naumann berichtete über die gesetzliche Revision, bei der sich keinerlei Anstände ergeben haben. Nach Wiederwahl bzw. Neuberufung in den Vorstand setzt sich die Leitung der Genossenschaft folgendermaßen zusammen: Vorsitzender: Karl Lotz; Stellvertreter: Friedrich L u h; Beisitzer im Vorstand: Otto Hahn, Wilhelm Stein und Heinrich Ufer. Dem Aufsichtsrat gehören an: als Vorsitzender: August Naumann; Stellvertreter: Ludwig V o 1 k IV. und als Beisitzer: EhrPoph Bocking, Friedrich Klein, Anton Weller und Ludwig W eilet I.; Genossenschaftsrechner ist Wilhelm Fourier. Zum Schluß forderte der Vorsitzende noch zu stärkstem Einsatz für die Genossenschaft im Interesse der Mitglieder auf und brachte ein Sieg-Heil auf den Führer aus. A G r o ß en - L i n d e n, 26. Mai. Dieser Tage konnte die älteste Einwohnerin unseres Ortes, die Landwirtswitwe Katharina Wag- n e r, Frankfurter Straße 103, ihren 91. Geburtstag feiern. — Die Schulkinder im Alter von 10 bis 14 Jahren sammelten in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis für den Volks- bund für das Deutschtum im Auslande den Betrag von 47 Mark. Am Samstag und Sonntag wurde für den gleichen Zweck eine Haus- und Straßensammlung durchgeführt, wobei durch den Verkauf von Kornblumen 46,48 Mark eingingen, obwohl beide Sammlungen wegen der Sammelpause im Sommer dicht aufeinander folgten. Weitere Mittel fließen dem VDA. hier für seine völkische Schutzarbeit durch die monatlichen Beiträge der Schulgemeinschaft zu. Dieser gehören im laufenden Schuljahr etwa 120 Schüler als Mitglieder an. Die Erwachsenengruppe des VDA. umfaßt 36 Mitglieder. Zu dieser Zahl kommen jedoch die vielen hier ansässigen Eisenbahnbeamten hinzu, die auswärts in ihren Betrieben die Mitgliedschaft des VDA. erworben haben. Lollar, 26. Mai. Bei der durch Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe des V o l k s b u n b e s für das Deuts chtum im Aus 1 ande veranstalteten Haus- und Straßensammlung ging ein Betrag von über 38 Mark ein. Die vor einiger Zeit durch die Schulkinder durchgeführte Heftchensammlung erbrachte etwa 51 Mark. I Lollar, 26. Mai. Die hiesige Gemeinde- gruppe des Reichsluftschutzbundes veranstaltete am Sonntagabend im Saalbau „Zur Linde" eine Feier aus Anlaß des dreijährigen Bestehens des Bundes. Zu Beginn begrüßte Der Gemeindegruppenführer Lehrer Eberle die Mitglieder des RLB. und die übrigen Besucher. Sodann hielt er einen Vortrag, in dem er die Gründung und Entwicklung des RLB. in den drei Jahren seines Bestehens zeigte. Weiter behandelte der Redner die Frage der Notwendigkeit des Luftschutzes und warb für den Luftschutzgedanken und den RLB. Seine Rede klang in ein „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland aus, an das sich das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied anschlossen. Der Spielmanns- zug des Jungvolks trug durch feine schneidigen Märsche, der Musikzug der SA. durch feine guten Darbietungen, der Turn-Gesangverein durch seine schönen gemischten Chore und Fräulein Elli Fuchs durch ihre sehr gut vorgetragenen Mundartgedichte wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. In seinem Schlußwort dankte der Gruppenführer allen Mitwirkenden. Leider wies die Feier im Hinblick auf die Größe der hiesigen Gemeindegruppe, die über 800 Mitglieder zählt, einen schlechten Besuch auf, eine Folge der Häufung aller möglicher Veranstaltungen in den letzten Tagen. — Die von dem RLB. am 23. und 24. Mai durchgeführte Haus- und Straßensammlung erbrachte den Betrag von nahezu 52 Mark. # Staufenberg, 26. Mai. Die Bautätigkeit in unserem Orte ist bis jetzt rege. Gegenwärtig wird an zwei Neubauten gearbeitet, mit weiteren Bauten ist in der nächsten Zeit zu rechnen. — Am Sonntagabend hielt Dr. Mi11er - meier im Lokale des Gastwirts Geißler einen Vortrag über die Bedeutung des Luftschutzes auf dem Lande. > Mainzlar, 26. Mai. Die von den Schulkindern durchgeführte Sammlung für den VDA. erbrachte in der Blocksammlung 18,55 Mark, flachshaariger Kinder vorbei. Als sie Jens Petersen bemerkten, stürzten sie auf ihn zu. Er hätte zehn Hände haben mögen, um alle die sich ihm entgegen» streckenden Kinderhändchen zu fassen. Sie hingen an ihm, lachten, erzählten. Von dem fröhlichen kleinen Volk umquirlt, schritt der junge Lehrer der Schule zu. Benedikte blieb mit einem Gefühl des Unbehagens zurück. Was hatte Jens Petersen nur? Er war doch sonst immer so beherrscht und gleichmäßig. War es ihm nicht recht, daß sie oben auf der „Burg" Besuch gemacht hatte? Plötzlich kam ihr ein Gedanke: Er dachte wahrscheinlich, sie würde von nun an zuviel da oben sein, es könnte ihm etwas von ihr genommen werden. Sicherlich, das war der Grund. Da wurde sie wieder fröhlich. Dummer, lieber Jens Petersen, weißt du denn nicht, daß niemand und nichts mich von dir fort- nehmen kann?! Er war ganz gewiß ein bißchen eifersüchtig. Zum ersten Male, daß er das zeigte! Aber wenn er eifersüchtig fein konnte, dann war er ihr ja gut. Warum sprach er da nur niemals? Fühlte er nicht, wie sie zu ihm stand? — Vielleicht war es seine Sprödigkeit und Scheu, er fand möglicherweise nicht das rechte Wort und den rechten Weg. Gut denn, warten, geduldig sein, nicht drängen. So wie der Frühling in den Sommer überging, die Zeit des Werdens in die Zeit der Reife, so mußte wohl auch bei einem Menschen wie Jens Petersen die Liebe reifen. 13. Als Benedikte zum Frühstück ins Wohnzimmer kam, sah sie Fräulein Giesecke mit sorgenvoller Miene dasitzen. Auf dem Tisch lag ein Brief mit Benediktes Namen, die Handschrift war die von Hans-Hermann. „Ich weiß gar nicht, was los ist. Kindchen", sagte Fräulein Giesecke, „Herr Zedlitz hat sich vorhin seinen Koffer von Josua herunterbringen lassen, hat gepackt und das ganze Zeug durch einen Jungen aus der Nachbarschaft fortschaffen lassen. „Will er denn verreisen? Er hat mir gar nichts davon gesagt." Voll böser Ahnungen öffnete Benedikte den Brief. Sie las: L®* m, tel Muge Mi. erlin laM eifpunft eir- >.em leitmW 'ftftrede döi )bei bej T-z Bereinigt- rischer Spo b: DarmH ibgeftellt. irenpreifete. ympiade, tat i-Klubs m W ift m 8 Nidda, 26. Mai. Dem Altveteran und Ehren« Mitglied der hiesigen Kriegerkameradschast Ludwig Fey von Kohden, jetzt in Lißberg wohnend, wurden anläßlich seines 9 0. Geburtstages durch eine Abordnung der Kriegerkameradschaft Nidda die Glückwünsche des Reichskriegerbundes und der hiesigen Kriegerkameradschaft übermittelt sowie ein Glückwunschschreiben des Bundesführers Oberst a. D. Reinhard und das gerahmte Bild des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg nebst einer Geldspende überreicht. Amtsgericht Gießen. Der Fr. R. aus Heuchelheim, der bereits mehrfach vorbestraft ist, verletzte anläßlich der Vornahme von Dollstreckungshandlungen einen Gerichtsvollzieher aus Gießen, indem er mit einem Fensterflügel auf den Beamten einschlug. Durch Strafbefehl wurde der Angeklagte mit 3 Monaten Gefängnis belegt. Der dagegen verfolgte Einspruch wurde kostenpflichtig verworfen, da der Angeklagte nicht erschien. Kanzelmißbrauch in Offenbach a. M. LPD. Offenbach a. M., 26. Mai. Die Justiz- Pressestelle Darmstadt teilt mit: Dor dem Sonder- Sericht hatte sich der Kaplan Albert Münch aus Offenbach wegen eines Vergehens gegen den Kanzel-Paragraph und das Heimtückengesetz vom 20. Dezember 1934 zu verantworten. Auf Grund der Verhandlungsergebnisse begründete der Staatsanwalt den Antrag, Münch wegen fortgesetzter Verletzung dieser Strafbestimmungen zu neun Monaten Gefängnis zu verurteilen mit der Feststellung, daß die im Juni, im Juli und September 1935 von dem Geistlichen gehaltenen Reden und Predigten nicht lediglich Auseinandersetzungen mit religiösen Zeitströmungen, sondern zugleich der inneren Einstellung des Angeklagten entsprechend, versteckte und den inneren Frieden gefährdende An- ariffe und Aufforderungen zum passiven Widerstand gegen den nationalsozialistischen Staat gewesen sind. Das Gericht sah die Schutzbehauptung des Angeklagten, er habe als Geisllicher und Führer einer katholischen Jugendgruppe lediglich die gesetzlichen Rechte und Befugnisse seines Standes und seiner Organisation auf konfessionellem Gebiet ausgeübt und verteidigt, als widerlegt an und verurteilte Münch, nachdem die Vorgänge im Juni 1935 bei einer Sonntagspredigt in der Offenbacher Paulskirche und im Juli 1935 bei einer katholischen Totengedenkfeier in Ober-Wöllstadt mangels ausreichender Aufklärung und infolge der Zweifelhaftigkeit des strafrechtlichen Tatwillens in diesen beiden Fällen für die Bestrafung ausgeschieden waren, wegen eines tateinheitlichen Vergehens gegen den Kanzelparagraph (§ 130a StrGB.) und § 2 des Heimtückengesetzes zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten. Auf Grund eigener Zugabe des Angeklagten in Verbindung mit dem Beweisaufnahmeergebnis wurde ermittelt, daß Münch in einer Kanzelpredigt in Offenbach im September 1935, ausgehend von der Erwähnung kommunistischer Kirchenoerfolgungen in ausländischen Staaten, die versteckte und unwahre Behauptung einer gewaltsamen Kirchenunterdrückung im Inland aufstellte, das staatliche Verbot des Tragens bestimmter Organisationsabzeichen mit der mehr oder weniger offenen Aufforderung des Widerstandes gegen die damit erstrebten staatspolitischen Ziele verband und durch unangebrachte Verallgemeinerungen hetzerische Aeuße- rungen gegen Einrichtungen und Angelegenheiten des Staates vortrug. Bei der Strafzumessung wurde erschwerend berücksichtigt, daß der Angeklagte die mit früheren dienstlichen Versetzungen zum Ausdruck gebrachten Warnungen in seiner Offenbacher Tätigkeit mißachtet hatte. Den Bestimmungen des Straffreiheitsgesetzes vom 23. April 1936 entsprechend wurde die Strafe mit dreijähriger Bewährungsfrist bedingt erlassen. Kunst und Wissenschaft. Dr. Goebbels überreicht den Preisträgern des Rationalen Film- und Buchpreises ihre Preise. Reichsminister Dr. Goebbels übergab den diesjährigen Preisträgern des Rationalen Film - und Buchpreises, dem Regisseur Carl Froelich und dem Standartenführer Gerhard Schumann, ihre Preise. Bei der Ueberreichung der Preise gab der Minister seiner Freude darüber Ausdruck, daß sie auch diesmal wieder ohne Vorbehalt mit ganzem Herzen ihren Trägern zugesprochen werden konnten für Leistungen, die große künstlerische Schöpfungen darstellen. Der Film sei ohne aufdringliche Tendenz, aber in klarer weltanschaulicher Linie geschaffen worden, und das Werk des Dichters sei aeeignet, unsere in den letzten Jahrzehnten man^mal verarmte deutsche Sprache aufs neue zu bereichern. — Der Nationale Filmpreis ist ein Wanderpreis und bisher für den Film „Flüchtlinge" und für den Reichsparteitagsfilm „Triumph des Willens" verliehen worden. Er wird jetzt im Atelier seines neuen Inhabers Aufstellung finden. Der nationale Buchpreis wurde vor zwei Jahren Für das fingst- fest! WMWWWWMWWWWW Für die Dame Kunstseidene Wäsche Korseletts - Büstenhalter Strümpfe—Handschuhe Jäckchen — Pullover Seidene Tücher—Schals Garnituren - Gürtel Für den Herrn Sport- und Oberhemden Selbstbinder — Kragen Socken — Sportgürtel Sommer-Unterwäsche Für das Kind Kniestrümpfe - Söckchen Sporthemden-Poloblusen Schürzen - Kittel Pullover-Westen Bade-Mantel, Bade-Anzüge für Damen und Herren Bade-Mützen und -Schuhe, Frottiertücher Richard Eurlnger, im vorigen Jahr Eberhard Wolfgang Moeller verliehen. Die Goethe-Medaille für Professor Dr. Heinrich Dolf. Der Führer und Reichskanzler hat durch Ur. künde vom 20. Mai d. I. dem Professor Dr. Hein, rich W o l fv in Düsseldorf anläßlich seines 78. Ee» burtstages am 28. Mai d. I. in Anerkennung seiner Verdienste um die Geschichtswissenschaft die Goethe. Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Heinrich Wolf, 1858 in Duisburg geboren, wirkte von 1885 bis 1917 als Gymnasialprofessor in Düssel. dorf. Von seinen zahlreichen geschichtlichen Arbeiten nennen wir: „Angewandte Geschichte, eine Erzie. hung zum politischen Denken und Wollen"; „Ange, wandte Kirchengeschichte, eine Erziehung zu natio. nalem Denken und Wollen"; „Die Hauptsache. Kriegsaufsätze"; „Deutsche Geschichte"; „Weltge. schichte der Lüge"; „Angewandte Kulturgeschichte"; „Angewandte Rassenkunde" und „Weltgeschichte der Revolution". Sporlfischer tagen in Kassel. Am 30. Mai findet in Kassel das Reichstreffeil des Reichsverbandes Deutscher Sport, f i s ch e r statt. Der Verband Deutscher Sportfischer, der über 100 000 Mitglieder zählt, bezweckt die Ausbreitung und Vertiefung des sportlichen Fischens, die Hege und Pflege des Fischbestandes in den hei. amtlichen Gewässern, den Schutz der deutschen Ge. wässer vor Minderung und Vernichtung ihrer Fischbestände, weiter Maßnahmen zur Erhaltung des Landschaftsbildes, Pachtung und Kauf von Ge» wässern zur Ausübung der Fischweid. MODEHAUS Franz Schneberger Schulstraße 4 (Früher Modehaus Salomon) s-'k s-s Jf 4 Seilte Ä? s?<% poWtklt £,*nifurt am D proWi M unterem Mit der §ino> Md) ist das ge jt^en in den " «rückt und nich J denken, es fi reichs kleinem selben soll. So Mündiger, sch ' irr Umschlagplat «je Eisenbahn eorsiieß, den Bc «rs wie dem Jetzt wird dara Problem Denn krückchen sranzc seines hinterlan! jagen wir offen Ob man in ls o>5 Herr Laval dem Tüchtigen s Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Dienstay {Hiogsidiensiag), dem 2. M1936 geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag wie üblich (von 8 bis 13 Uhr) geöffnet bleiben Bezirkssparkasse Gießen Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Gießen Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Dresdner Bank Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H, Gießen „„v Herren-Hemden 5.50 6.50 mit festem Kragen 2.85 3.95 4.75 mit losem Kragen 3.50 4.45 5.25 Pullover ohne Arm in modernen Strickarten 1.75 2.90 3.85 4.85 Binder in eleganten Streifen 0.95 1.55 1.95 2.25 Gleichzeitig empfehlen wir unsere reichsortierten Läger in leichter Kleidung wie: Lüster-Joppen Leinen-u.Woll-Jankers sowie Flanell- und Kammgarn-Hosen braucht der Herr, um PFINGSTEN froh gestimmt zu sein — das alles findet er bei uns, modisch, geschmackvoll, gut und preiswert: e1 r INH: W / LH C LM HORN UND SOHN Gießen, Kreuzplatz 15 uha Seit 185 Jahren Textilhaus el einem Spaziergang durch unser Haus lehrt der Augenschein, wie die Auswahl auf der Höhe Ist und unsere Preiswürdigkeit Ihren Kauf- wünschen entgegenkommt. m UJ: Sie sehen alles Neue, was man Im Sommer sieht: die ganze Vielseitigkeit der Mode, alle Spielarten des neuen Geschmacks. Unsere Sorge gilt Ihrer Versorgung und Jetzt angesichts des Pfingstfestes, der Ferien und der frohen Sommertage In doppeltem Maße. 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Ich möchte deshalb nochmals betonen, daß Klosterfrau- Melissengeist mir und meiner Familie im Laufe der Jahre unentbehrlich geworden ist und das Recht hat, als der gute Geist des Hauses au gelten, der in keiner Hausapotheke fehlen dürste." i Ich nehme beim Kauf einer neuen Kamera Ihre alte In Zahlung und vermittele für meine Kunden auch gerne Kameratausch. Ich mache es meinen Kunden sehr leicht in den Besitz einer neuen, modernen Kamera zu kommen. Sprechen Sie mit mir darüber! Photo - Kino 34isa Kreuzplatz 9 §ssssbGardinen liefert preiswert Ludwig Haas Gießen - Plockstr. 7 84i »a Telephon 3305 Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen in Schleiflack und naturlasiert Schreib-Schränke Schreibtische Bücher-Schränke Wäsche-Schränke Schuh-Schränke Putz-Schränke Dr. Mehl verreist bis 8. Juni Vertreter die Herren: Dr. W. Klein Dr. Malech Dr. Neumann-Spengel 02422 „RAPPID“ * für jed. Bart das ideale, geruchl Rasiermittel. Kein Brenn., Juck. od. Spann.! 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