Nr. 98 Erstes Blatt 186. Jahrgang Montag, 21. April 1936 Erschein: täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugsprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VruL und Verlag: vrühl'sche Universiiätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Stimmung in der französischen Provinz. Aus Perpignan, in der äußersten Südwestecke Frankreichs, in der Nähe der Pyrenäen, wird uns geschrieben: Paris ist nicht Frankreich, wie hartnäckig auch immer das Gegenteil behauptet werden mag. Jedenfalls ist es bei den Wahlen die Bevölkerung der Provinz, die durch ihre große Mehrheit den Ausschlag gibt. Welche Stimmungen aber herrschen dort vor? Die Pariser Zeitungen geben darüber keine zuverlässige Auskunft, und letzten Endes auch nicht die letzten Wahlergebnisse. Man muß schon selbst hinfahren. Aber wohin? Die „Provinz" ist groß. Sie umfaßt schließlich das ganze Land, vor allem jedoch den Süden, der sich, durch die weite Entfernung unterstützt, am stärksten gegen den allmächtigen Einfluß der Hauptstadt Paris gewehrt hat. Dort mußte es also möglich sein, etwas über die wahre Stimmung der französischen Provinz zu erfahren. In der äußersten Südwestecke des Landes liegt das Departement der Ostpyrenäen mit der Hauptstadt Perignan. Ehemals hieß dieses Land die Grafschaft Roussillon, bis die Herren der „Großen Revolution" auf Grund ihrer Gleichheitsprinzipien das ganze Land willkürlich in 90 Departements einteilten. Aber in der einheimischen Bevölkerung hat der alte Name „Roussillon" seine Bedeutung behalten. Bis ins 17. Jahrhundert hinein hatte die Grafschaft zum spanischen Königreich Aragonien gehört. Kardinal Richelieu nahm angebliche Gewalttaten des spanischen Gouverneurs zum Vorwand, um das ganze Land zu erobern und Frankreich einzuverleiben, ein Verfahren, das ja auch in deutschen Länden in ähnlicher Weise von ihm angewandt worden ist. Das heutige „departement des Pyrenöes-orien- tales“ ist noch insofern bemerkenswert, als es das einzige in ganz Frankreich ist, welches sowohl in der Kammer wie im Senat nur durch Sozialisten vertreten ist. Sollte diese Bevölkerung wirklich marxistisch gesinnt sein, deren große Mehrheit aus Weinbauern, Küfern und kleinen Gewerbetreibenden besteht und in der es kaum unselbständige Arbeit gibt? Außerdem hatte die Umfrage des „Ind^pendant des Pyrenäes-orientales“, der einzigen Zeitung des Departements, die unter ihren Lesern durchgeführt worden war und deren Ergebnisse am 29. März, dem Tag des Bekenntnisses des deutschen Volkes zu seinem Führer, veröffentlicht wurden, überraschenderweise gezeigt, daß die Bevölkerung von Roussillon in außenpolitischer Hinsicht genau das Gegenteil von dem wünscht, was die sozialistische Partei in Paris vertritt. Von den annähernd 8000 Antworten haben sich nämlich durchschnittlich 80 vom Hundert gegen die Sanktionspolitik des Völkerbundes, gegen die Beibehaltung der Entente mit England, aber für eine Entente mit Deutschland und sogar für eine allgemeine Konferenz zur Abänderung der Friedensverträge ausgesprochen. Es lag nahe, daß unser erster Weg in Perpignan zur Redaktion dieser Zeitung führte. Wir wurden von dem Direktor (in Frankreich liegt die Leitung von Verlag und Schriftleitung gewöhnlich in einer Hand), einem jugendlichen Südfranzosen, der den unverfälschten Dialekt seiner Heimat sprach, freundlich ausgenommen. Seine näheren Erläuterungen unterstrichen noch die Bedeutung der „Volksabstimmung von Roussillon". Der „Jndspendant" ist die einzige Zeitung des Departements, richtet sich also an alle Schichten der Bevölkerung. Zur Beantwortung waren nur fünf Tage Zeit gegeben. Trotzdem sind von den Beziehern aus ganz Frankreich und sogar aus den Kolonien Antworten ein- gelaufen. Diele haben ihre Abstimmungen noch näher begründet und bekräftigt. Für die Entente mit Deutschland haben sich vor allem die ehemaligen Kriegsteilnehmer und die Frauen ausgesprochen. Aber auch fast alle sozialistischen Parteigrößen und Wähler — der Direktor der Zeitung, der die meisten persönlich oder dem Namen nach kennt, konnte das betätigen — zählten zu den Freunden Deutschlands. Am Abend folgte ich der Einladung eines Kandidaten für die Kammerwahlen, mit ihm in die Ortschaften der Pyrenäen hinaufzufahren, wo er Tag für Tag seine Wahlversammlungen abhält. Es war eine romantische Fahrt. Reichlich fünf Stunden waren wir unterwegs. Bis zu taufend Meter Höhe wurden mit dem Wagen erklommen. In drei verschiedenen Ortschaften wurden Versammlungen abgehalten. Die Bevölkerung, zumeist Weinbauern und Berghirten, nahmen regsten Anteil; vielleicht war es für sie auch nicht zuletzt eine willkommene Abwechslung in ihrer Einsamkeit. Der Kandidat, ein Gegner der kommunistischen „Volksfront" und des Sowjetpaktes, versuchte seinen Zuhörern klarzumachen, daß die „Volksfront" in Frankreich auf Anstiften der kommunistischen Internationale zu- ftanbegetommen sei. Moskau habe ein Interesse daran, daß es in seinem Kampf gegen den Faschismus von Frankreich unterstützt werde. Und diese Unterstützung sei ihm nur sicher, wenn reich eine Regierung am Ruder sei, die unter dem maßgeblichen Einfluß der Kommunisten stehe. Da die Zuhörer zumeist auf die Pa^eien der „Volksfront" eingeschworen waren, schloß sich an die Worte des Kandidaten regelmäßig eine hitzige Aussprache. Viele erklärten, daß sie von Außenpolitik nichts verstünden, jedoch soviel wüßten, daß sie keinen Krieg mit Deutschland wollten. Aber es handele sich darum, den Pariser Kapitalismus, die Großbanken und die Rüstungsindustrien der Hauptstadt zu bekämpfen, die das Land Roussillon aussaugten und verelenden ließen. Und deswegen setzten und hofften sie auf die „Volksfront". Irgendwelche feindlichen Absichten gegenüber Deutschland wies Oie Wahlen zur französischen Kammer. Ruhiger Verlauf des ersten Wahltages.—Oie Ergebnisse aus 605 von 618 Wahlbezirken. Erfolge der Kommunisten. Paris, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Gegen heute morgen 4 Uhr liegen von den gestrigen Kammerwahlen an amtlichen Stellen die Wahlergebnisse aus 6 0 5 von 618 Wahlbezirken vor. In 1 7 9 W a h l k r e i s e n ist die Wahl endgültig, während in den anderen 426 Bezirken Stichwahlen notwendig sind. Nach diesen Ergebnissen ergibt sich vorläufig nachstehendes Bild: Sitze Partei behauptet Gewinn Verlust Kommunisten 6 3 0 Sozialisten (8810) Sozialistisch-Republikanische 21 2 6 Vereinigung 4 1 0 Unabhängige Sozialisten 1 0 3 Radikalsozialisten 22 2 6 Unabhängige Radikale 10 2 3 Linksrepublikaner 32 5 5 Dolksdemokraten Republikan.-Demokratische 12 0 2 Vereinigung (Gruppe Marin) 40 10 ' 2 Konservative 4 2 0 Lin Ueberblick über diese Ergebnisse und die Stellung der einzelnen Kandidaten bei den Stichwahlen ergibt mit unzweifelhafter Klarheit die bedeutenden Fortschritte, die die Kommuni st en nicht nur in Paris selbst und in dem sog. „Roten Gürtel um die Hauptstadt" erzielt haben, wo bisher neun ihrer Kandidaten endgültig gewählt und etwa 30 in aussichtsreicher Stellung stehen, sondern auch in der Provinz, wo es ihnen gelungen ist, ihre Stimmenzahl zum Teil zu verdoppeln und die Anhänger der gemäßigten Gruppen in eine oft sehr heikle Lage zu bringen. Die kommunistische „H u m a n i t ä", das Organ der Dritten Internationale, kann daher auch mit einigem Recht von einem Sieg der Partei sprechen, wenn auch die von ihr angegebene Zahl von weiteren 60 aussichtsreichen Kandidaten stark übertrieben sein dürfte. Es ist aber trotzdem bemerkenswert, daß die Gesamtziffer der erhaltenen Stimmen, die bei den letzten Wahlen im Jahre 1932 noch 790 000 betrug, sich verdoppelt hat und auf etwa IV2 Millionen gestiegen ist. Der endgültige Erfolg der Kommunisten wird nunmehr davon abhängen, ob die Disziplin in den Reihen der Volksfront gewahrt wird, d. h. ob die einzelnen in der Volksfront zusammengeschlossenen Parteien ihre Stimme dem Spitzenkandidaten der Linken geben, der in sehr vielen Fällen Kommunist ist. In gewissen Kreisen scheint man Zweifel hieran zu hegen, weil der unerwartet starke Aufschwung der dritten Internationale anscheinend selbst in den Reihen der Volksftont unangenehm überrascht hat. Line andere Feststellung, die man auf Grund des bisherigen Wahlergebnisses machen kann, ist der deutliche Ruck nach rechts, der sich in den gemäßigten und Rechtskreisen zugunsten der Republikanischen Vereinigung vollzogen hat. Die Gruppe Marin ist bisher überhaupt diejenige, die von allen Gruppen die meisten neueroberten Sitze aufzuweisen hat. In 40 Wahlbezirken konnte sie im ersten Wahlgang ihre Kandidaten durchbringen und nur in 20 wurde sie geschlagen. Dafür gelang es ihr aber, in bisher 10 Bezirken neue Sitze zu gewinnen. Besonders bezeichnend für diesen Rechtsruck ist das Wahlergebnis in Lyon, wo der ehemalige Ministerpräsident Her- riot erst an zweiter Stelle hinter dem Kandidaten der Republikanischen Vereinigung folgt, während er bei den letzten Wahlen bereits im ersten Wahlgang mit über 2000 Stimmen Mehrheit gegen den gleichen Kandidaten gewählt worden war. Der Vorsitzende der Republikanischen Vereinigung, Louis Marin, wurde in Nancy im ersten Wahlgang gewählt. Die Sozialisten, die sich auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse in einigen Bezirken nicht behaupten konnten, dürften im zweiten Wahlgang zugunsten der kommuni st en noch mehr Sitze ein- büßen, da zahlreiche ihrer Kandidaten in nicht sehr günstiger Stellung stehen. Der Generalsekretär der Partei, F a u r e, verhält sich in seinem heutigen Kommentar im „Popu- laire" daher auch sehr zurückhaltend und begnügt sich mit der Feststellung, daß schon eine Beibehaltung der bisherigen Sitze einen Sieg darstellen würde. Das Blatt muß aber nichtsdestoweniger zugeben, daß einige Kandidaten bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden sind, wie man dies bei allen Wahlen erwarten müsse. Der markanteste unter ihnen ist wohl der sozialistische Abgeordnete Jules Mach. Für die Radikalsozialisten ergibt sich im wesentlichen die gleiche Lage. Auch sie werden Mühe haben, sich im zweiten Wahlgang zu behaupten, denn sie werden nicht nur von den anderen Parteien der Volksfront bedrängt, sondern auch von der Rechten, wofür das Wahlergebnis von Lyon bezeichnend ist. Eine stichhaltige Vorschau für das Endergebnis läßt sich im Augenblick noch nicht machen, da eine unerwartet hohe Zahl von Kandidaten in die Stichwahl gekommen ist. Es scheint sich aber zu bestätigen, daß auch die neue Kammer keine erdrückende Mehrheit nach der einen, oder der anderen Seite hin aufzuweisen Devisenkontrolle in polen. Eine Erklärung der polnischen Regierung. W a r sch a u, 27. April. (DRV. Funkspruch.) Mil dem heutigen Tage ist durch Verordnung des polnischen Staatspräsidenten und auf Grund einer Ausführungsverordnung des Finanzministers der freie Verkehr mit ausländischen Devisen und Gold verboten worden. 3n einer Erklärung der Regierung wird hervorgehoben, daß teilweise unter dem Einfluß der außenpolitischen Vorgänge und teilweise infolge einer unbegründeten llnruhestimmung im Jnlande sich in letzter Zeit ein sehr umfangreicher Aufkauf von Gold und ausländischen Valuten zu Zwecken der Hortung gezeigt habe. Es würden die Reserven der Notenbank geschwächt und gleichzeitig dem Wirtschaftsprozeh Kapital entzogen, was die Verwirklichung der Regierungspläne zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erschwere. Die Regierung habe sich daher verpflichtet gesehen, eine Kontrolle des Goldverkehrs und des Verkehrs mit ausländischen Valuten einzuführen. Die Erklärung der Regierung hebt weiter hervor, daß die Devisenkontrolle den normalen Wirtschaftsverkehr mit dem Auslande, sowie die Versorgung mit Rohstoffen, Maschinen und Werkzeugen nicht behindern werde. Die polnischen Verpflichtungen aus dem Außenhandel, ebenso wie die polnischen Kreditverpflichtungen werden weiterhin eingehalten werden. Die Regierung betont schließlich, daß sie die vorübergehende Devisenkontrolle nur als Schutzmaßnahme gegen die Spekulation und gegen die wirtschaftliche Miesmacherei einführe. Die Verordnung bestimmt im wesentlichen die Errichtung einer Devisenkommission bei der Bank von Polen, die die Genehmigung für den Verkehr mit Devisen und Gold erteilen kann. Genehmigungspflichtig ist der Ankauf ausländischer Valuten, ihre Ausfuhr und ihre Ueber- weisung ins Ausland. Ferner dürfen Zahlungsmittel und Kredite Ausländern nur mit Genehmigung der Devisenkommission zur Verfügung gestellt werden. Genehmigungspflichtig ist weiter der handel mit Gold, die Ausfuhr und die Einfuhr von Gold. Der handel mit ausländischen Zahlungsmitteln darf nur von der Bank von Polen und einer Reihe bestimmter Devisenbanken getätigt werden. Ausländische Forderungen, insbesondere auch für den Warenverkauf ins Ausland, müssen der Bank von Polen oder den Devisenbanken zum Ankauf angeboten werden. Ausländer dürfen nur bei Devisenbanken sog. „Auslandsrechnungen" unterhalten, die je nach Herkunft der Summen entweder als „freies" oder als „Sperrkonto" behandelt werden. Genehmigungspflichtige Zahlungen können bei Forderung des Gläubigers in polnischer Valuta auf Sperrkonto des Gläubigers gezahlt werden. Für alle Verrechnungen in ausländischen Zahlungsmitteln gelten die Kurse der Warschauer Börse bzw. der Bank von Polen. 20 Millionen für ein ArbeitsbeschaffungSprogramm. Warschau, 26. April. (DNB.) Der Aufsichts- rat der Bank von Polen hat beschlossen, der polnischen Regierung sofort den Betrag von 20MillionenZloty unter Verzicht auf eigene geplante Investierung für zusätzliche Wegebauarbeiten zur Verfügung zu stellen. Man rechnet, daß mit Hilfe dieses sofort zur Verfügung zu stellenden Betrages 4 0 0 0 0 Arbeitslose vier Monate lang beschäftigt werden können. die überwiegende Mehrheit weit von sich. Nur in der letzten Versammlung gab es unter etwa zweihundert Zuhörern vier junge Burschen, die sich damit brüsteten, zum Kamps gegen den Faschismus im Ausland mit der Waffe in der Hand bereit zu sein. Im Ganzen genommen aber hatten wir den Eindruck, daß unsere Freunde in Roussillon nur deswegen links wählen, weil sie ihre Heimat und ihre Eigenart gegen die Geldmacht Paris auf diese Weise am ehesten und wirksamsten schützen zu Rudolf Heß 42Lahre alt. Berlin, 26. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, vollendete am heutigen Sonntag sein 4 2. Lebensjahr. Der Führer sandte an Rudolf H e ß folgendes Telegramm zum Geburtstag: „Mein lieber Heß! Nehmen Sie zu Ihrem heutigen 42. Geburtstage meine herzlichsten Grüße und Glückwünsche entgegen. In alter Freundschaft und treuer Verbundenheit Ihr Adolf Hitler." Der SA.-Stabschef des Führers, Pg. Viktor Lutze, hat folgendes Telegramm gesandt: „Reichs- minifter Rudolf Heß - München, Braunes Haus. Lieber Pg. Heß! Zum Geburtstage meine und der gesamten SA. herzliche Glückwünsche. Hoffentlich können Sie noch lange bei bester Gesundheit im alten Geist marschieren und kämpfen für Führer und Volk. In kameradschaftlicher Verbundenhett Heil Hitler! Ihr Viktor Lutze." Generaloberst Göring dankt. Berlin, 25. April. (DNB.) Reichsminister Generaloberst Göring veröffentlicht folgende Danksagung: „Anläßlich meiner Ernennung zum Generaloberst sind mir aus allen Schichten der Bevölkerung und allen Teilen des Reiches Glückwünsche in derartiger Fülle zugegangen, daß es mir zu meinem lebhaften Bedauern nicht möglich ist, jedem persönlich zu danken. Ich habe mich über das Gedenken jedes einzelnen herzlich gefreut und bitte, meinen Dank für die mir bezeugte Verbundenheit auf diesem Wege entgegenzunehmen." Zeichnungen für das Äankopfer. Berlin, 26. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminifter Rudolf Heß, SA.- Obergruppenführer Reichsminister Hermann G ö - ring und der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der DAF. Dr. L e y zeichneten sich am Samstag in die Ehrenlisten der SA. für das Dankopfer der Nation ein. Belgischer Ministerbesuch in Warschau. „Gegner aller Tendenzen, Europa in feindliche Blocks zu teilen." Warschau, 26. April. (DNB.) Der belgische Ministerpräsident und Außenminister van Zee - land ist am Sonntagnachmittag in Warschau eingetroffen, um den Besuch des polnischen Außenministers Beck vom März d. I. zu erwidern. Auf dem Bahnhof wurde der belgische Gast von Minister Beck begrüßt. Abends gab Minister Beck zu Ehren van Zeelands ein Essen. Der Aufenthalt des belgischen Ministerpräsidenten in Warschau wird zwei Tage dauern. In den Begrüßungsartikeln der Presse wird nicht nur auf die traditionelle Freundschaft zwischen Polen und Belgien und auf die günstige Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern hingewiesen, sondern in erster Linie die Aehnlichkeit der politischen Methoden beider Staaten betont. Beide befänden sich zwischen benachbarten Großmächten und müßten Dafür sorgen, nicht in ihre Streitigkeiten hineinge- zogen zu werden. Polen wie Belgien gemeinsam sei der Wille, die volle Unabhängigkeit ihrer Politik aufrechtzuerhalten. Polen wie Belgien zeichneten sich durch ein gesundes Gefühl für die Wirklichkeit aus und feien Gegner aller Tendenzen, Europa in feindliche Blocks z u teilen. Die der Regierung nahestehende „Gazeta Polfka" hebt hervor, daß die Zusammenarbeit der Minister Beck und van Zeeland die Uebereinftimmung ihrer Ansichten noch vertieft habe. Beide Länder erstrebten einen wirklichen Frieden und eine rationelle internationale Zusammenarbeit auf dem Wege praktischer Lösungen und positiver Formen des Zusammenwirkens, die sie schönen, aber irrealen Lösungen und komplizierten papierenen Konzessionen Vorzügen. h"ben wird. Die Verschiebungen finden vielmehr innerhalb der rechten und der linken Hälfte des Abgeordnetenhauses statt. Wahlsieges und SlichwahlkaM baten. Paris, 27. April. (DNB.) Der ehemalige Polizeipräsident und gegenwärtige Präsident des Stadtrates von Paris Chiappe ist in Corsica mit geringer Mehrheit, aber im ersten Wahlgang zum Abgeordneten gewählt worden. Unter den wiedergewählten Abgeordneten sind zu erwähnen der Vorsitzende des Finanzausschusses der Kammer M a l v y , der Landwirtschaftsminister Thiel- I i er, der führende sozialistische Abgeordnete Vince n t - A u r i o l, die kommunistischen Abgeordneten Thorez, Peri, und Jean. Der Kammerpräsident B o u i s s o n muß sich dagegen einer Stichwahl stellen. Dor vier Jahren hatte Bouisson von rund 14 000 Stimmen über 11000 Stimmen erhalten, während sein kommunistischer Gegenspieler sich mit 2000 Stimmen begnügen mußte. In diesem Jahre ist das Verhältnis 8248 zu 7564. Der ewige Deutschenhasser Franklin-Bouillon steht in Stichwahl, desgleichen Bergery, der während des letzten Tagungsabschnittes auf sein Mandat verzichtet hatte. Von den Mitgliedern der Regierung steht der Minister Stern in Stichwahl, während der Handelsmarineminister Chappede- l a i n e wiedergewählt worden ist. In Paris wurde der bekannte rechtsstehende Abgeordnete Dommange im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dommange ist bei der Aussprache über die sogenannten Bünde in der Kammer sehr scharf gegen die Freimaurer aufgetreten. Der rechtsgerichtete Abgeordnete T a i t t i n g e r kommt in die Stichwahl. Wiedergewählt wurden ferner der Unterstaatssekretär im Innenministerium B e a u - g i t t e und der Pensionsminister Besse, ferner Außenminister F l a n d i n. Unter den Gewählten sind weiter zu erwähnen der kriegsblinde rechtsgerichtete Abgeordnete S c z a p i n i, der rechtsgerichtete Abgeordnete de Lasteyrie und der als guter Redner bekannte Abgeordnete der Mitte Laurent. Der ehemalige Finanzminister Paul R e y n a u d , einer der führenden Minister der ehemaligen Tardieu-Gruppe, der jedoch zum Schluß der Legislaturperiode eine Linksschwenkung var- nahm, und mehr oder weniger offenkundig für die Frankenabwertung eintrat, kommt in die Stichwahl. Der Führer der Sozialisten Leon Blum und sein Fraktionskollege Monet sind wiedergewählt. Der bekannte Hauptschriftleiter des „Echo de Paris" Henry de Kerillis, der bei der letzten Wahl durchgefallen war, ist in Paris gewählt worden. An bekannten Persönlichkeiten wurden ferner wiedergewählt der radikalsozialistische Handelsminister Bonnet, der Vorsitzende der Radikalsozialistischen Bartei D a l a d i e r, der 700 Stimmen mehr als die absolute Mehrheit erhielt, der Arbeitsminister Frossard und der Poftminister Mandel, der bisherige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, der Radikalsozialist B a st i d , sowie der Vorsitzende des rechtsgerichteten nationalen Frontkämpferverbandes Jean G o y , der unabhängige sozialistische Bürgermeister von Bordeaux, Mar- q u e t, der rechtsstehende ehemalige Kriegsminister Fabry. Der unabhängige Kommunist D o r i o t kam in die Stichwahl. Kriegsmarineminister Piötri, sowie der bekannte rechtsgerichtete Abgeordnete Pbarnegarey wurden im ersten Wahlgang gewählt. Von den Mitgliedern des Kabinetts wurde der größte Teil im ersten Wahlgang gewählt, die anderen stehen in der Stichwahl in aussichtsreicher Stellung und dürften ebenfalls wiedergewählt werden. Die Wahlergebnisse in Llsaß-Lothrmgen. Straßburg, 27. April. (DRV.) In den 25 konnte. Im heftig umstrittenen oberelsässischen Wahlkreisen des G r e n z l a n d e s E l s a ß - L o t h- Kreis Colmar fehlten dem bisherigen Abgeord- ringen find im ersten Wahlgang bereits 11 Der- neten, dem katholischen Autonomisten Rosse (El- treter für die neue französische Kammer gewählt sässische Dolkspartei) knapp 200 Stimmen, um schon worden, je vier im Unterelsaß und in Lothringen, im ersten Wahlgang über vier Gegner von rechts drei in Oberelsaß. Bemerkenswert ist, daß sie und links gewählt zu sein. Mit rund 1040 Stim- . _ . - „ ,, men ließ er feinen Hauptgegner, den Sozialisten sämtlich -nlsch.eden- Gegner bes Ruffmpatfes Richard (5950 Stimmen) roeit zurück. 3t o 11 e unb der marxistischen Volksfront ist jn der Pariser Kammer als Wortführer des sind. Einen großen Erfolg verzeichnet vor allem elfaß - lothringischen Wider st andes gegen die Elsässische'Volkspartei,'die bereits sechs Man- den französisch-sowjetrussischen Pakt date erlangen konnte. Sie hatte ihre Wahlpropa- aufgetreten. Der Sozialist Georges Weill, der ganda völlig auf das Bekenntnis zur deutsch- dagegen bei der Abstimmung der französischen französischen Verständigung und auf Kammer über den Rusfenpakt als einziger Dertre- die Verteidigung der Heimatrechte ter des Elsaß für die Annahme einaetreten war, (Schutz des Volkstums, elsaß-lothringische Sonder- konnte im Kreise Straßburg-Stadt I in aus» Verwaltung) abgestellt. Jn Lothringen ist beachtlich, sichtslose Stichwahl gedrängt werden. Auch daß im Grenzkreis F o r b a ch der in der Saar- ein anderer Deutschenfeind, der frühere kampfzeit als Verteidiger der Pariser Status-quo- Unterstaatssekretär Oberkirch, wird seinen Ab- Politik bekannt gewordene Abgeordnete D o e b l 6 geordnetensitz im Kreise Schlettstadt nicht mehr sein Mandat an einen Katholiken verlor, der neben retten können. Doeble auch zwei andere Linksradikale schlagen -------- Das Echo in bet pariser Morsenpresse. Paris, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Montagspresse steht im Zeichen der Kammerwahlen und unterstreicht einstimmig den ruhigen Verlauf des ersten Wahlsonntags, sowie die große Wahlbeteiligung. Die unerwartet starke Zunahme der kommunistischen Stimmen veranlaßt die rechtsstehende Presse zu einem letzten Aufruf zur Disziplin an die nationaldenkenden Wähler, um dem Vormarsch der Volksfront in ganzen Lande den Weg zu ver- fperren. Die Schlacht sei noch nicht beendet, schreibt das „Echo de Pari s", erst am kommenden Sonntag sei der entscheidende Tag. Den Gegnern der Volksfront bleiben noch sieben Kampftage übrig. Disziplin heiße die Losung. Die Entschlüsse des ersten Wahlganges müßten nunmehr angesichts des gemeinsamen Feindes in den Hintergrund treten. Auch der „A m i du P e u p l e" fordert restlos Disziplin der nationalgesinnten Wähler. Frankreich befinde sich auf einem absteigenden Weg, der zu den schlimmsten Abenteuern, zu jenen spanischen Meutereien oder zur Moskauer Diktatur führe. Die Volksfront stehe am Vorabend eines eindrucksvollen Wahlsieges. Alle Stichwahlen ständen günstig für sie und die besten Pariser Wahlbezirke seien verseucht. Der „Jour", der gleichfalls auf die Erfolge der Kommunisten hinweist, tröstet sich nur damit, daß der Stimmenzuwachs, den die Dritte Internationale erfahren habe, zum größten Teil a u f Kosten der Radtkaljozialisten und der Sozialisten gegangen sei. Der endgültige Ausgang der Wahlen werde davon abhängen, ob diese beiden Parteien in der Stichwahl die Disziplin der Volksfront wahren. Der „Matin" teilt diese Auffassung und bezeichnet die Sozialisten als die Besiegten des er st en Wahlganges Das Blatt gibt ein bisher unbestätigtes Gerücht wieder, wonach der ehemalige Ministerpräsident H e r r i o l sich mit der Absicht trage, seine Kandidatur zurückzuziehen. Er wolle angeblich vermeiden, sich um die Stimmen der Sozialisten zu bewerben, mit deren Hilfe er allein Aussicht hätte, den Gegenkandidaten der Republikanischen Vereinigung zu schlagen. Das „I o u r n a l" stellt als einziges Blatt Berechnungen für die künftige Zusammensetzung der Volksfront in der Kammer an. Danach würden die Kommunisten über etwa 40 Sitze verfügen, die Sozialisten über 110 und die Radikalsozialisten über 150. Das Blatt fordert, wie alle rechtsstehenden Blätter, die nationalen Parteien zur äußersten Disziplin auf. Der „Petit Parlsien" befaßt sich eingehend mit der Wiederwahl des Außenministers F l a n d i n. Dieser Sieg sei für ihn der beste Ansporn, sein bisheriges Werk fortzusehen. (Er gebe ihm außerdem eine erhöhte Autorität für die Verteidigung der französischen Interessen. Auch ,,L' Ordre" warnt vor dem Anwachsen der revolutionären Parteien. Die Kammer müsse jenen großen nationalen Zusammenschluß vollziehen, der allein geeignet sei, die kommunistische Gefahr zu bannen. Das radikalsozialistische „Oeuvr e" erwartet für den kommenden Sonntag einen entscheidenden Sieg der Linken. Es sei zu hoffen, daß die Kommunisten der Volksfront treu bleiben und im zweiten Wahlgang zugunsten der meist begünstigten Kandidaten verzichten werden. Der sozialistische „P o p u l a i r e" ist nicht begeistert und übt vorläufig noch starke Zurückhaltung. Es sei schwer, schon jetzt ein Urteil abzugeben. Man könne jedoch feftfteÜen daß die Sozialisten etwa ihre Stellung von 1932 behaupten, was schon als ein Sieg anzusprechen sei, wenn man die Absplitterung von etwa 30 Neu-Sozialisten berücksichtige, deren Einfluß nicht unterschätzt werden dürfe. Hingegen zeigt sich die kommunistische „Huma- n i t 6" sehr befriedigt und schreibt, die kommunisier der Dritten Internationale würden ihre Stimmen gegenüber der letzten Wahl verdoppeln. Eine kommunistische Sturzwelle gehe über Frankreich hinweg. Der kommunistische Senator Cachin weist darauf hin, daß die Kommunisten beim zweiten Wahlgang überall die Wahl jener Radikalsozialisten und Sozialisten unterstützen würden, die sich in aussichtsreicher Stellung befänden König Fuad lebt noch. Kairo, 25. April. (DNB.) Die Meldung über das Ableben des Königs Fuads, die heute morgen in Kairo verbreitet war, stellt sich erfreulicherweise als ein Irrtum heraus. Leider bestätigt es sich aber, daß der Zustand des Königs j e h r ernst ist. Im Laufe der vergangenen Nacht wurde nach starkem Bluterguß eine Blutrans- f u f i o n vorgenommen. Die irrtümliche Meldung war in den frühen Morgenstunden in ganz Kairo verbreitet. Die Nachricht, die in glaubwürdiger Weise von der Residenz ausgegeben worden war, hatte zur Folge, daß bereits eine Reihe öffentlicher und privater Gebäude Halbmast geflaggt hatte. Als nach einigen Stunden bekannt wurde, .daß der König noch am Leben ist, herrschte unter der Bevölkerung große Freude und Erleichterung. In Anbetracht der wichtigen Rolle, die der Thron im politischen Leben Aegyptens spielt, kommt der Erkrankung König Fuads erhebliche Bedeutung zu. Gedenkfeier des britischen OarbaneNenlorps London, 26. April. (DNB.) Die Wiederkehr des Tages der Landung britischer Truppen an den Dardanellen wurde in einer Reihe englischer Städte feierlich begangen. Nachdem am Freitag auf einem Festessen ehemaliger Dardanellenkämpfer General Jan Hamilton, der an den Dardanellen das Oberkommando über die britischen Truppen führte, die Türken als „Gentlemen" gefeiert hatte, deren militärische Leistungen höchstes Lob verdienten, legte er am Sonntag am Denkmal Lord Kitcheners einen Kranz nieder. Kitchener, so erklärte Hamilton, sei ein Genie gewesen, der sich um die britische Armee die höchsten Verdienste erworben habe. Nach ihm legten auch die ehemaligen Kommandeure der übrigen Divisionen Kränze nieder. Die Ueberlebenden von Kut-el-Amara hielten vor dem Kitchener-Denkmal einen Feldgottesdienst ab und legten am Denkmal für den Unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Oer Marxistenterror in Spanien. Zahlreiche neue Gewaltakte./SeringesIntereffe an der Vertrauensmännerwahl für die Präsidentenwahl. Madrid, 26. April. (DNB.) Die Beteiligung an der Wahl der Vertrauensleute für die am 10. Mai ftattfinbenbe Präsidentenwahl war in ganz Spanien außerordentlich gering, so daß in vielen Städten — so z. B. in Cartagena — die Wahllokale infolge Ausbleibens der Wähler schon in den Mittagsstunden den Dienst einstellten. Die Frauen zeigten ein besonders geringes Interesse. Die Beteiligung wird auf durchschnittlich etwa 2 5 v. H. geschätzt; nur in einigen Arbeitervierteln stieg der Prozentsatz auf etwa 50 o. H. Da außer der Volksfront nur noch die konservativen Republikaner — und auch diese nur an einigen Orten — Kandidaten aufgestellt hatten, so kann nirgends von einem Wahlkampf gesprochen werden. Die Volksfront ging also, wie nicht anders zu erwarten war, in ganz Spanien „als unbestrittener Sieger" hervor. In der Nacht zum heutigen Sonntag verübten marxistische Elemente in verschiedenen Orten Spaniens blutige Anschläge. Im Sitzungssaal des Rathauses von A r g a n d a explodierte eine Bombe, kurz nachdem der Gemeinderat zu einer Besprechung zusammengetreten war. Im Innern des Hauses wurde großer Schaden angerichtet. Ein Stadtrat wurde auf der Stelle getötet, zwei andere wurden schwer und zwei weitere leichter verletzt. In Madrid wurde ein Bäcker, als er seine Wohnung verlieh, aus dem Hinterhalt n i e d e r geschossen. Der Ermordete war ein Portugiese und Mitglied der Katholischen Volksaktion. Sem Begleiter, ein Kubaner, erlitt schwere Schußverletzungen. In Sevilla wurde ein Lehrer der dortigen Handelsschule überfallen und erschossen. In der Nacht zum Samstag drangen Lmksradl- kale in San Juan de Aznalfarache m die Gemeindekirche ein. Nachdem sämtliche Heiligenbilder entfernt worden waren, richteten die M a r x i ft e n das Gotteshaus als „Ha u s des Volkes" ein. Aus den Provinzen werden fortgesetzt neue Verhaftungen von rechtsgerichtsten Personen und Schließungen rechtspolitischer Parteiorganisationen gemeldet. In Ciudad Real ergab sich in einem Prozeß wegen angeblicher Ruhestörung gegen den Faschistenführer der dortigen Provinz die völlige Unschuld des Angeklagten, so daß der Staatsanwalt seine Anklage zurückziehen mußte. Kaum war jedoch die Freilassung erfolgt, als der Faschistenführer auf regierungsamtlichen Befehl hin erneut in das Gefängnis eingeliefert wurde. In Vivero ist die katholische Jugendorganisa- tion verboten worden. In anderen Orten der Provinz wurden zahlreiche führende Mitglieder der Fa- lange (Faschistenpartei) verhaftet. Im Gefängnis von Rorrelavega find bis jetzt bereits 55 rechtsstehende Personen eingeliefert worden. In Dilla Nueva de la Jara wurde die Parteigeschäftsstelle der Katholischen Dolksaktion ohne Angabe von Gründen geschlossen. OieZukunst -er österreichischenHeimwehr Starhemberg erklärt, nur über seine Leiche gehe die Abrüstung der Heimwebr. Wien, 26. April. (DNB.) In einer Heimwehrkundgebung in Horn erklärte Innenminister Baar-Bahrenfels, man brauche die Heimwehr, solange die Miliz nicht ausgebaut sei. Im Gegensatz dazu führte Starhemberg gleich zu Beginn seiner Rede aus, daß die Heimwehr nicht daran denke, abzurüsten. Es würde auch in Zukunft eine bewaffnete Heimwehr geben. Nur über feine Leiche gehe d i e Abrüstung der Heimwehr. Sehr scharf wandte sich Starhemberg gegen Bestrebungen, den Klassenkampf und die Parteikorruption wieder aufleben zu lassen. Er warne alle Politiker, die solche Ziele verfolgten, wie hoch sie auch gestellt seien. Die Heimwehr sei bereit, mit allen zu gehen, die den Dollfuß-Kurs zu gehen gewillt seien. Ausdrücklich erklärte er, man versuche, den Dollfuß- Kurs nicht einzuhalten. Seine Angriffe dürften vor allem den Christlich-Sozialen Gewerkschaften Kunsch a k s und dem Bauernbund R e i t h e r s gegolten haben. Weiter forderte Starhemberg erneut gründliche Reinigung des öffentlichen Lebens von unzuverlässigen Personen. Auch die Miliz beanspruchte Starhemberg für sich, indem er sagte, sie habe zwar nicht zu politisieren, sie sei aber das Ausführungsorgan der Vaterländischen Front und insofern auch politisch Er erklärte, Schuschnigg könne sich auf die T r e u e der Heimwehr verlassen, aber der Bundeskanzler solle sie auch einsetzen gegen feine (des Kanzlers) sogenannten Freunde; denn sonst könne es eines Tages geschehen, daß er von ihnen beseitigt werde Ausschreitungen von Gchutzkorpöleuten. Graz, 25. April. (DNB.) In den letzten Tagen ist es hier wiederholt zu Zwischenfällen in den Straßen gekommen. Diese begannen in der Vorstadt St. Peter, wo Heimwehr männer nationalgesinnte Leute mißhandelten. Am Geburtstag des Deutschen Reichskanzlers wurden von Mitgliedern der Heimwehren und der Sturmscharen die Häuserwände und die Schaufenster der Geschäfte mit Flugblättern beklebt, die heftige Ausfälle gegen den Nationalsozialismus enthielten. Im Verlauf dieser Vorfälle kam es am Ring zu heftigen Tumulten, in deren Verlauf eine Reihe wehrloser Passanten von den demonstrierenden Angehörigen der Wehrformationen niedergeschlagen wurden. Die Polizei griff nicht ein. Die Zwischenfälle haben in der Bevölkerung starke Erregung und Beunruhigung hervorgerufen. Marsch aus Addis Abeba. Mit 3000 Lastautos unterwegs. Asmara, 27. April. (Funkspruch des kriegs- berichlerslatters des DNB.) Am Sonntag hat eine riesige aus 3 0 0 0 Lastautos bestehende Kolonne, die sich in den letzten Tagen in D e s s i e versammelte, den Marsch nach Süden angetreten. Die Kolonne wird den (Eingeborenenabteilungen folgen, die vor einigen lagen aufgebrochen sind und verhältnismäßig rasch marschieren. Die Kraftwagenabteilung ist mit den modernsten technischen Mitteln ausgestattet. Auf vielen Lastwagen sind kleine Tanks aufmontiert. Flieger über Addis Abeba Addis Abeba, 27. April. (DNB. Funkspr.) Nachdem bereits am Samstag zwei italienische Bombenflugzeuge Addis Abeba nahezu eine Stunde lang überflogen hatten, erschien am Montag um 8.30 Uhr ein ganzes, aus 30 Flugzeugen bestehendes Geschwader über der Hauptstadt. (Eines der Flugzeuge stieß bis auf 30 Meter herab und zog in dieser geringen Hohe mehrere Kurven über den Dächern der Innenstadt. Es heißt, daß von den Italienern Flugblätter abgeworfen worden feien, bisher war es jedoch nicht möglich, derartige Flugblätter aufzufinden. Der italienische Heeresbericht. Rom, 26. April. (DNB.) Marschall Bado- gl io drahtet im Heeresbericht 196: „Die Truppen des Generals Graziani haben nach dem Siege von Djanagobo den Vormarsch gegen die befestigte feindliche Linie von Sasfabaneh wieder ausgenommen. An unserer linken Front hat eine motorisierte Kolonne unter Führung bed* Generals Verne am Nachmittag des 23. überraschend Dagamedo eingenommen. Unsere motorisierten Abteilungen verfolgten den Feind, der zahlreiche Tote hatte und Hunderte von Gewehren und reichliches Munitionsmaterial zurückließ. Unsere bis jetzt festgestellten Verluste belaufen sich auf 20 Gefallene, etwa 50 Verwundete der Heimat- und Eingeborenentruppen. Jn der Mitte griff General Frufci in der Morgendämmerung des 24. die mächtigen feindlichen Stellungen von H a m a n l e i an. Unsere Truppen vertrieben den Feind aus dem Tal des Faf, wobei ihm sehr schwere Verluste zugefügt wurden (mehr als 1000 Tote). Hamanlei wurde eingenommen. Unsere bis jetzt festgestellten Verluste betragen in den Tagen des 24. und 25. April 10 gefallene Offiziere, zwei gefallene Soldaten, 10 verwundete Offiziere, 9 verwundete Soldaten und 600 gefallene oder verwundete Eingeborenen. Unsere rechte Kolonne unter Führung des Generäls A g o st i n i eröffnete am Morgen des 24. einen Angriff auf die befestigten Stellungen von Gounagado, das um 10.30 Uhr besetzt wurde. Unsere bis jetzt festgestellten Verluste belaufen sich auf einen gefallenen Offizier, 5 gefallene Soldaten, 3 verwundete Offiziere, 4 verwundete Unteroffiziere, 30 verwundete Soldaten und 20 verwundete Dubats. Unsere Kolonnen sind bis jetzt mehr als 2 0 0 Kilometer von ihrem Ausgangspunkt aus vorgerückt und setzen ihren Marsch u n • wider st ehlich nach Norden fort. Die Luftwaffe tat sich in Bomben- und Erkundungs- filmen hervor. Sieben Flugzeuge wurden ver- schiedenemal getroffen und zwei Piloten verletzt, davon einer durch ein Dum-Dum-Geschoß." Kronrai in Sofia. Sofia, 25 April (DNB.) König Boris empfing am Samstag um 10 Uhr vormittags sämtliche Mitglieder des Kabinetts mit Ministerpräsident Küsseiwanoff an der Spitze. Während des K r o n r a t e s, der vier Stunden dauerte, berichteten die Minister über die bisher in ihrem Ressort geleisteten Abeit und über die Pläne, die sie auszuführen beabsichtigen. Nußland und Japan. Eine Drohung Woroschilows. Moskau, 26. April. (DNB.) Wie die „Taß* meldet, fand anläßlich der Abberufung des japanischen Militärattaches beim Moskauer japanischen Botschafter ein Empfang statt, dem u. a. auch der Kriegskommifsar Woroschilow beiwohnte. In einer Ansprache betonte Botschafter O h t a, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern von selbst eine Besserung erfahren wüi> den, wenn es gelänge, die wirtschaftlichen Fragen einer Losung zuzuführen. Es gebe zwischen Tokio unb Moskau feine solche Schwierigkeiten, die nicht aus friedlichem Wege beigelegt werden könnten. Kriegskommissar Woroschilow pflichtete dieser Auffassung bei, betonte aber, daß die Grenz- zwischenfälle, deren Zahl sich ständig mehre, ein bedrohliches Moment in den Beziehungen der beiden Länder zueinander schafften. Mitglieder der Roten Armee ober Sowjetgrenzbeamte seien, wie Woroschilow behauptete, niemals an der Entstehung dieser Zwischenfälle schuld gewesen. Deshalb fabe die Sowjetregierung das Recht, die Erwartung auszusprechen, daß Japan endlich alles tun werde, um dieser unhaltbaren Lage ein Ende zu bereiten. Denn die „Friedenspolitik und die Nachgiebigkeit" Sowjetrußlands dürften nicht als Schwäche ausgelegt werden. (!) Gir Samuel Hoare erster Lord der Admiralität. X i London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Morning Post" meldet, daß in der nächsten Woche mit der Ernennung des früheren Außenministers Sir Samuel Hoare zum ersten Lord der Admiralität an Stelle Lord M o n s e l l s, der in den Ruhestand treten werde, zu rechnen sei. Nach Mitteilung gut unterrichteter Kreise sei ihm der Posten bereits angeboten worden, und er habe ihn angenommen. Hieraus könne man schließen, daß die Gesundheit von Sir Samuel Hoare, der nach der Ablehnung des Hoare-Laoalschen Friedensplanes durch die britische Öffentlichkeit zurückgetreten war, wieder voll hergestellt sei. Oer italienische Landwirtschafisminister in Berlin. Berlin, 26. April. (DNB.) Der königlich-italienische Landwirtschaftsminister Exzellenz R o s s o n i ist am Samstagabend hier eingetroffen, um eine Reihe von Einrichtungen des Dritten Reiches, besonders auf landwirtschaftlichem und sozialem Gebiet, aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Auf Einladung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wird er am Mittwoch, 29. April, im Harnack-Haus einen Vortrag über die „politischen und moralischen Gesichtspunkte der neuen korporativen Wirtschaft" halten. Er wird darauf als Gast des Reichsbauernführers Reichsminister Darre eine Reise in verschiedene Gebiete Deutschlands antreten, um Einrichtungen des Reichsnährstandes, besonders auf dem Gebiete der Binnensiedlung, sowie im Deichgebiet der Nordsee in Augenschein nehmen. Während seines Aufenthaltes in Berlin wird er Gelegenheit haben, mit den ihn interessierenden Regierungs- und Parteistellen Fühlung zu nehmen. 26 jüdische Kommunisten in Warschau abgeurteilt. Warschau, 26. April. (DNB.) In Warschau ging ein großer Kommuni st enprozeß zu Ende. Angeklagt waren 26 Personen — fast durchweg Juden — wegen Beteiligung bei der Abfassung, Herstellung und Verbreitung illegaler Zeitschriften und Broschüren. Die Wühlarbeit der Angeklagten richtete sich besonders gegen die Disziplin in der polnischen Armee. Die jüdischen Hetzer versuchten, die Soldaten zum Ungehorsam, zur Meuterei und zur Spionage zu bewegen. Der Hauptangeklagte wurde zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Möglichkeiten des letzten Begnadigungsgesetzes wurden ihm gegenüber nicht angewendet. Die übrigen Angeklagten wurden zu Freiheits st rasen zwischen 10 und 3 Jahren verurteilt, wobei ein Teil der Strafe auf Grund des Begnadigungsgesetzes erlassen wird. Kulturtagung der HI. in Heidelberg. Im Heidelberger Rathaus eröffnete der stellvertretende Leiter des Kulturamtes Obergebietsführer Cerff die Reichstagung der Hauptreferenten und Mitarbeiter des Kul- turamtes der Reichsjugendführung sowie der Leiter und Leiterinnen der Kulturabteilungen in den Gebieten und Obergauen. Obergebietsführer Cer ff wies darauf hin, daß die Kulturarbeit der HI. nur als Teil der Totalität der nationalsozialistischen Weltanschauung aufzufassen sei. Die HI. wende ihr stärkstes Interesse der kulturellen Arbeit zu. Sie müsse die Behauptung zurückweisen, daß nur die Menschen zur Gestaltung der neuen nationalsozialistischen Kultur berufen seien, die auch in der Vergangenheit kulturelle Fragen betreuten. Das Kultur- und Rundfunkamt der Reichsjugendführung habe es sich zur Aufgabe gemacht, die jungen schöpferischen Kräfte der Hitler-Jugend planmäßig zur Gemeinschaftsarbeit zu erziehen. Dieser Erziehung diene das alljährliche Sommerlager. Zweck dieser Reichstagung müsse es sein, mit allen Gliederungen der Bewegung zusammen eine Front der kulturellen Aktivisten zu bilden. Der Hauptreferent für bildende Kunst, Heinrich Hartmann, gab u. a. eine Uebersicht über den Einsatz der bildenden Künstler der Hitlerjugend für die Notwendigkeit des politischen Lebens. Maler und Graphiker der Arbeitsgemeinschaft junger Künstler seien in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt worden. Architekten und Heimgestalter haben eine große Aufgabe im Bau und der Ausgestaltung der neuen Jugendherbergen erhalten. Der Münchener Schriftsteller Wolf Justin Hartmann brachte die enge Verbindung von Jugend und Frontsoldatentum zum Ausdruck, lieber die Arbeitsgemeinschaft junger Künstler, ihren Einsatz und ihre Aufgaben sprach der Geschäftsführer des Kulturamtes Hermann Roth Der bekannte Filmschauspieler und Regisseur Luis Trenker sprach über das deutsche Filmschaffen der Gegenwart. Der alemannische Dichter Hermann Burte las aus seinen Werken. Karl Richard Ganzer sprach zum Thema „Kunstschaffen der deutschen Nation". Nach einer gemeinsamen Fahrt zum Ehrenfriedhof wurde der Platz beim Bierhelderhof besichtigt, auf dem m diesem Sommer ein Lager des Rundfunk- und Kulturamtes durchgeführt werden wird. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach besichtigte mit den Tagungsteilnehmern die Burg Rotenberg, die in Kürze Reichsschule des Kulturamtes wird. Am Abend sprach der Reichsjugendführer im Heidelberger Rathaus vor den versammelten Kultur- und Rundfunkabteilungsleitern und -leiterinnen der Gebiete und Obergaue. Aus aller Welt. miert worden. Das entkommene Flugzeug ist ein gelber Doppeldecker und trägt als Kennzeichen ein Kleeblatt an der Seitensteuerfläche. Oie sportliche Prüfung im Reichsberufswettkampf. Zu den sportlichen Wettbewerben im Reichs- k a m p f des Reichsberufswettkampfes in Königsberg traten 650 Jungen und Mädel, die am Tage zuvor im beruflichen Wettstreit ihre Kräfte gemessen hatten, an. In Anwesenheit des Gauleiters Koch begann das Wettkampfprogramm mit einem 100-Meter-Lauf und mit Weitspringen jur Jungen und Mädel sowie mit Keulenwerfen Der Jungen und Schlagballweitwurf der Mädel. In glänzender Disziplin wurden die Hebungen öurchgeführt. Die Bestleistungen der einzelnen Klaßen liegen trotz der strengen Bedingungen beträchtlich über dem geforderten Mindestmaß. Nach den Wettkämpfen zeigten die Königsberger Formationen der HI. und des BDM. in mannigfachen Vorführungen den hohen Stand ihrer körperlichen Ausbildung. Ein Vorbeimarsch der Reichsberufskampfteilnehmer und der Königsberger HJ.-For- mationen vor Gauleiter Koch und Obergebietsführer Axmann beschloß die sportlichen Wettbewerbe. * Die Schulungstagung für soziale Jugendarbeit nah^n ihren Fortgang. Der Leiter des Sozialamtes der DAF., Reichsabteilungsleiter M e n d , sprach über die Sozialpolitik des nationalsozialistischen Staates. DerReichshauptabteilungsleiter I des Reichsnährstandes SS.-Obersturmbannführer Haidn entwickelte den Gedanken des Volkes als der höchsten, weil gottgewollten, blut- und bodenverbundenen Gemeinschaftsform. Ehrung eines flämischen Dichters im Deutschlandsender. Stijn S t r e u v e l s, einer der größten flämischen Dichter, der für seinen Roman „Knecht J a n" 1927 den großen Flamenpreis erhielt und kürzlich von der Stadt Hamburg durch Verleihung des Rembrandt-Preises ausgezeichnet wurde, kommt am 30. April im Deutschlandsender zu Wort. Nach Streuvels' Roman schuf Gerhart Pohl auf Anregung des Deutschlandsenders eine dramatische Skizze, die mit außerordentlichem Geschick zwischen den Gegebenheiten des Romans und den Notwendigkeiten des Funks vermittelt. In Streuvels' Werk, das den Lebensweg des armen Pferdeknechtes Jan schildert, ersteht vor dem Hörer ein großes bäuerliches Epos von flämischer Erde und ihren Menschen. Englisches Dankschreiben an die HI. Der Führer der englischen Schülergruppe, die von dem traurigen Unglück a u f dem Schauins- l a n d betroffen wurde, hat an den Beauftragten des Gebietsführers Kemper, Gefolgschaftsführer Stähle bei seiner Abreise von Freiburg folgendes Schreiben gerichtet: Lieber Kamerad! Wir jungen Engländer haben es tief dankbar empfunden, daß die HI. uns in den schweren Stunden selbstlos und kameradschaftlich geholfen hat. Wir freuen uns, daß es möglich war, daß sich in einer menschlichen Not die Jugend zweier ßänoer über Grenze und Sprache hinroea verstanden hat. Es war mit eine sehr große Hilfe, daß Sie uns so selbstverständlich Ihre Organisation zur Verfügung stellten und alle Arbeiten, die Sie erledigen konnten, übernahmen. Wir bitten Sie, Ihrem Gebietsführer unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen, daß die Hitler-Jugend bei unseren Kameraden Wache gestanden hat und für die Worte, die der Gebietsführer zu uns .gesprochen hat. Ihr habt unseren toten Kameraden ein Ehrengeleit bis zur deutschen Grenze gegeben, und wir werden Euch das nicht vergessen. Der Generalkonsul, der englische Pfarrer uno vor allem der Vater haben mir wiederholt ihre Dankbarkeit und Ergriffenheit bekundet. Der Vater sagte mir am Bahnhof, er wünsche, gain England könne sehen, was Sie für uns getan haben und wie Sie von unseren toten Kameraden Abschied genommen haben. (Gez.) Kenneth Kea st. Gasexplosion In einem Berliner Methans. Verbrecherischer Anschlag des Hausverwalters. In der Georgenkirch-Straße in Berlin ereignete sich in einem^ Wohnhaus eine schwere Explosion. Das ganze Gebäude wurde stark beschädigt. Wohnungen und Läden boten den Anblick eines Trümmerfeldes. 13 Personen wurden durch herabfallende Wandverkleidung und durch Glassplitter leicht verletzt. Das Haus mußte wegen Einsturzgefahr vollständig geräumt werden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei führten zu der Feststellung, daß der Verwalter des Hauses, der 61jährige Franz Hänel, aus Rache gegen den Eigentümer und mehrere Mieter nach einem raffiniert ausgeklügelten Plan in der Waschküche ausströmendes Leuchtgas zur Explosion gebracht hat. Hänel wurde verhaftet. Durch die Explosion schwebten annähernd 100 Personen — das Haus beherbergte 27 Mietparteien mit 10 Untermietern — in Lebensgefahr. Der Verwalter Hänel war zunächst nicht aufzufinden, so daß man vermutete, er sei bei der Explosion umgekommen. Später hörten Bewohner des Nachbarhauses Klopfgeräusche, die aus der Wand zu kommen schienen. Nachforschungen ergaben, daß sich Hänel in einem Schornstein verborgen hatte, wo er hilflos eingeklemmt war. Die Feuerwehr konnte ihn mit großer Mühe bergen. Er gestand nach kurzem Leugnen das Verbrechen ein. Hänel war an dem Haufe, das feiner in Kopenhagen wohnenden Schwester und deren Tochter gehört, mit 15 000 Mark beteiligt. Da seine Absicht, gegen den Willen seiner Verwandten das Haus zu verkaufen, nicht auszuführen war, kam er auf den verbrecherischen Gedanken, das Haus durch eine Gasexplosion zu vernichten. Dabei leitete ihn auch die Absicht, seine eigene Frau und seinen Sohn unö einige ihm verhaßte Mieter zu beseitigen. Angeblich wollte Hänel nach der Tat sich erschießen, will aber nicht mehr den Mut gefunden haben; sprang dann in einen Schornstein des Nachbarhauses, um sich zu verstecken. Dort blieb er hängen, so daß er nur noch die Wahl hatte, zu verhungern ober um Hilfe zu rufen. Hänel, der bei dem Sprung in den Schornstein Verletzungen erlitten hatte, wurde als Gefangener in das Staatskrankenhaus gebracht. kohlenoydgasvergiftungen während einer Abendmahlsfeier ln Jütland. In der Kirche in Logftör in Jütland erlitten während der Abendmahlsfeier zahlreiche Besucher schwere Kohlenoxydgasvergiftungen. Als nach Beginn der Abendmahlsausteilung erst eine ältere Dame und dann mehrere Konfirmanden bewußtlos zusammenbrachen, wollte der Geistliche die Feier schnell beendigen. Während des Orgelspiels verloren noch die Organistin und zwei Frauen aus dem Kirchenchor das Bewußtsein. Die Besucher eilten ins Freie. In der frischen Luft erlitten noch weitere Personen Ohnmachtsanfälle. Aerztliche Hilfe war rasch zur Stelle. Verschiedene Kirchenbesucher spürten die Folgen der Vergiftung erst in ihren Wohnungen und mußten sich ebenfalls in ärztliche Behandlung begeben. Insgesamt hatten etwa 20 Personen unter den Vergiftungen zu leiden; in zwei Fällen mußten die Betroffenen ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Untersuchung ergab, daß die giftigen Gase offenbar durch eine undichte Leitung in das Kircheninnere eingedrungen waren. Großfeuer im Jeverlande. In der Gemeinde Wangerland in der Nähe von Jever wurde das große landwirtschaftliche Anwesen des Bauern Janssen in Gammens durch ein Schadenfeuer eingeäschert. Nur das Wohnhaus konnte durch den Einsatz von zwei Feuerwehren aus der Umgegend gerettet werden. Der große Viehbestand, acht Pferde, mehr als 45 Stück Rindvieh, zahlreiche Schweine, Schafe und Schaflämmer sowie 70 Hühner kamen in den Flammen um. Auch sämtliche landwirtschaftlichen Geräte wurden vernichtet. Man vermutet Brandstiftung. Die Polizei nahm bereits einen Verdächtigen fest. Furchtbare Bluttat in Hannover. In dem Vorort Hannover-Wülfel ereignete sich am Sonntagvormittag eine blutige Familientragödie. Der etwa 28jährige Schmied Sille drang nach einem Streit mit seiner Mutter und seiner Frau mit einem großen Messer auf seine Mutter ein und durchschnitt ihr den Hals. Dann versuchte er seine Frau zu ermorden und tötete schließlich sich selbst durch einen Schnitt in den Hals. Die beiden Frauen wurden ins Krankenhaus gebracht, wo die Mutter unmittelbar nach der Einlieferung starb. Französischer Flieger narrt die Luftpolizei. Der Berater des Negus für flugtechnische Fragen, der französische Flieger Drouillet, hat der Luftpolizei einen Streich gespielt, der in Paris allgemeines Aufsehen erregt. Drouillet hatte in abessinischem Auftrage ein Flugzeug in Amerika gekauft. Es wurde in einem französischen Kanalhafen gelandet und von Drouillet nach dem bei Paris gelegenen Flughafen Villacoublay geflogen. Mit der Begründung, daß die Einfuhr nicht rechtmäßig erfolgt sei, wurde es von den französischen Behörden zunächst unter Verschluß genommen. Der Flieger Drouillet erhob hiergegen gerichtlichen Einspruch, der noch nicht erledigt ist. Auf seine dringenden Bitten erteilte die Polizei dem Flieger die Erlaubnis zu einem kurzen Probeflug über dem Flugplatz. Von diesem Probeflug ist Drouillet aber nicht zurückgekehrt. Nun ist die Luftpolizei alar- Geführliche Geldschrankknacker in Amsterdam verhaftet. Der holländischen Polizei ist ein guter Fang gelungen. In Hartem wurden in einer der letzten Nächte vier Einbrecher verhaftet, die gerade im Begriff waren, im dortigen Finanzamt einen Geldschrank mit Hilfe von Schneidebrennern zu öffnen. Die vier Verbrecher, die einer berüchtigten Bande angehören, dürften nach Annahme der Polizei u. a. auch den Einbruch in einem städtischen Büro Amsterdams auf dem Gewissen haben, bei dem nicht weniger als vier Geldschränke aufge« brachen wurden. Dieser Fall, der bisher nicht aufgeklärt werden konnte, hatte im vorigen Jahr in Amsterdam großes Aussehen erregt. Otto-von-Guericke-Erinnerungsmarke. Die Deutsche Reichspost gibt zur Erinnerung an den deutschen Physiker Otto von Guericke anläßlich der 250. Wiederkehr seines Todestags eine Sondermarke z u 6 Pf. heraus. Otto von Guericke schuf wesentliche Grundlagen der Maschinentechnik, die sich u. a. auch bei der Entwicklung der Rohrpost und des Rundfunks wiederfinden. Die neue Marke, die in beschränkter Auflage vom 4. Mai ab an den Postschaltern ausgegeben wird, zeigt das Bildnis des deutschen Erfinders nach einem Entwurf von Professor Richard Klein in München. Sie ist in grüner Farbe in Rastertiefdruck hergestellt und kann auch zur Freimachung von Postsendungen nach dem Ausland benutzt werden. Betrügerischer Bankier in Dijon verhaftet. Die Polizei in Dijon verhaftete einen Bankier B e r t i l l o n, der seine Kunden um nicht weniger als 20 Millionen Franks betrogen hat. Gauausscheidungskampf im Schreibmaschinenschreiben. LPD. Frankfurt a. M., 26. April. Bei dem großen Treffen der deutschen Stenographen und Maschinenschreiber im vorigen Jahre in Frankfurt war beschlossen worden, die Reichsmeister- schäft im Maschinenschreiben zu Pfingsten in Bayreuth auszutragen. Zur Ermittlung der Anwärter aus unserem Gau fand hier am heutigen Sonntag ein Kampf um die (Saumei ft erfdjaft statt. Siegerinnen wurden: Emmi B ä 11 g e r (Wiesbaden-Biebrich) mit 23,08 Punkten und 7,6 Anschlägen in der Sekunde; Edith Steinmetz (Frankfurt a. M.) mit 23,05 Punkten; Elfriede Sander (Frankfurt a. M.) An diesem Gaumeisterschaftsschreiben nahm außer Konkurrenz auch die zweite Preisträgerin des letzten Kampfes um die Reichsmeisterschaft, Olga F i - scher- Berlin teil. Sie erreichte insgesamt 27,34 Punkte bei 8,033 Anschlägen in der Sekunde. Buntes Allerlei. . Erinnerungen an Max Reger. Am 11. Mai jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem Max Reger starb; aus diesem Anlaß veröffentlicht Freiherr v. Malapert-Neufville in „Velhagen & Klassings Monatsheften" fesselnde persönliche Erinnerungen an den großen Komponisten. Er hatte Reger als bescheidenen Musiklehrer am Freudenbergischen Konservatorium in Wiesbaden kennengelernt. „Gut mittelgroß, mit etwas nach vorn geneigter Körperhaltung, trug er nach Künstlersitte eine kurzgeschnittene Sammetjacke, einen großen Schlapphut und einen schwarzeingefaßten Kneifer an schwarzer Schnur." Der Künstler verkehrte viel im Elternhause des Verfassers und erfreute die Familie häufig durch sein herrliches Spiel. „Bei diesen Gelegenheiten führte er auch alle möglichen Virtuosenstückchen vor; so legte er ein Handtuch auf die Tasten des Klaviers und spielte dann verdeckt ebenso meisterhaft wie bei freier Klaviatur. Dabei mußte stets ein Glas Gerstensaft auf dem Klavier stehen, da Reger als echter Bayer ein großer Liebhaber dieses Getränkes war und oft zu sagen pflegte: „Trink, damit du noch an 'n triggft!" Reger hatte die Erlaubnis, jederzeit die Orgel in der Marktkirche zu spielen, und Freiherr von Malapert-Neufville war oft mit ihm allein in dem weiten Gotteshaus. „Reger, der an sich gerade keine Schönheit war, verklärte sich bei feinem Orgelspiel; finster, wuchtig, könnte man sagen, wurde der Ge» sichtsausdruck, wenn er mit allen Registern los- brauste, dann wieder zart und milde, kindlich rein bei seinen eben nur hingehauchten Pianos, die wie aus weiter Himmelshöhe klangen ..." Gern teilte Reger mit seinen Freunden; wenn er aber knapp war, verlangte er das gleiche von ihnen. Als der Verfasser ihn einmal in seiner Wohnung in der Sedanstraße besuchte, lagen frisch geschriebene Notenblätter auf allen Möbeln. Er habe etwas zu- fammengeschmiert, um wieder flott zu werden, erklärte er. Damals hatte Reger einen Verleger in England, der seine Kompositionen erwarb und sicher dafür nur sehr bescheidene Honorare zahlte. Es war die höchste Zeit, daß Hilfe kam; der Gerichtsvollzieher hatte aerobe Regers Klavier gepfändet, und Reger spielte nun mit göttlichem Humor auf dem gepfändeten Klavier: „Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf mein Klavier." Neues Licht auf die älteste ägyptische Kultur. Die Entdeckungen, die vor kurzem in einem Grabe in Sakkara aus dem Jahre 3500 v. Chr. gemacht worden sind, gehören zu den bedeutungsvollsten Gräberfunden, die bisher in Aegypten gelungen sind. Im Museum von Kairo werden jetzt die ersten Gegenstände von diesen Ausgrabungen gezeigt. Das Grab, das 2000 Jahre älter ist als das von Tut-ench-Amun, in dem vor 14 Jahren so reiche Schätze gefunden wurden, wurde bereits 1931 zum ersten Male geöffnet. Seine volle Bedeutung wurde jedoch zunächst nicht erkannt; erst bei neuen Untersuchungen, die W. B. E mer y jetzt aufnahm, wurden in der letzten Woche 42 Vorratskammern gefunden, deren Inhalt außerordentlich reiche Schätze umfaßte. Dr. Reisner, der Führer der Boston-Harward-Expedition, der bereits feit 40 Iahrtzn amerikanische Ausgrabungsarbeiten in Aegypten leitet, machte darüber einige Mitteilungen. Emerys Entdeckung ist danach von der größten Bedeutung, weil sie wichtige Tatsachen vom Leben unter der ersten Dynastie enthüllt. Es ist die größte Sammlung von Grabreliquien, die jemals in einem Prioatgrabe gefunden worden ist. Die Entdeckung von Borratsräumen, die in den Felsen ausgehauen waren, ist besonders wertvoll. Sie enthalten Schmuckschalen und Platten und eine große Menge von Gefäßen, Waffen und Werkzeugen, die Licht auf die handwerkliche Geschicklichkeit und Erfindungsgabe der ägyptischen Kultur 3000 Jahre vor Christi Geburt werfen. Das Grab war, bald nachdem das Begräbnis stattgefunden hatte, aus- geplündert worden. Die Diebe nahmen aber nur die wertvollen Metalle und ließen die Vorratsräume unberührt; ihr Vorhandensein wurde auch bei den Ausgrabungsarbeiten vor fünf Jahren nicht bemerkt. Die 42 Vorratsräume, die in den Felsen eingeschnitten sind, wurden mit Ziegeln getäfelt. Etwa die Hälfte davon ist bisher nur ausgeräumt worden. In den Räumen fanden sich Gefäße, in denen Wein und Nahrung für den Bestatteten in seinem Leben nach dem Tode gehalten wurden. Lehmsiegel tragen den Namen der begrabenen Person und seines Königs. Die Schmuckscheiben sind aus Stein, Bronze, Holz und Elfenbein. Eine aus gefärbtem Kalkstein trägt eine Jagdszene, einen Hund, der eine Antilope verfolgt, eingraviert. Auf einer anderen sieht man ein Bild, wie der Hund die Antilope an der Kehle gepackt hat. Merkwürdig ist eine Scheibe, die ein Ornament von abwechselnden roten und schwarzen Kreisen aufweist, auf die weiße Sterne aufgetragen sind. Unter den Gegenständen, die jetzt im Museum von Kairo gezeigt werden, befinden sich riesige Sicheln mit Flintschneiden, sehr große Messer aus Feuerstein von bemerkenswerter Schärfe, ein Kocher, der aus Rindleder hergestellt ist, Pfeile aus Knochen, deren Spitzen von Elfenbein ober Feuerstein sind, ein Speer aus Elfenbein, ein kreisrunder Kasten mit eingelegten Vierecken und eine Reihe merkwürdiger Gegenstände, die noch der genaueren Deutung harren. Die Funde bringen in allem eine bedeutende Vermehrung und Erkenntnis über diese fernste Zeit der ägypttschen Geschichte. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich subtropischer Warmluft bei gleichzeitig kräftiger Sonneneinstrahlung setzte gestern vornehmlich in West- und Süddeutschland erhebliche Wärmezunahme ein. Sie begünstigte das Eindringen kühlerer Meeresluft, die in der Nacht zum Montag stellenweise sogar zum Auftreten von Gewittern Anlaß gab und heute unbeständigeres Wetter bedingt. Kräftiger, von Westen einsetzender Lufttiruckanstieg bedingt erneut den Aufbau eines Zwischenhochs und Witterungsbesserung. Doch läßt die gleichzeitige Zufuhr feuchter Meeresluft für längere Zeit trockenes Wetter noch nicht erwarten. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd, aber nicht durchaus trocken, tagsüber wieder leichte Wärmezunahme, westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Im wesentlichen freundliches und ziemlich warmes Wetter, doch nicht regensicher. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschristleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. HI. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 8 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ch Zeit den wandernden Gesellen in den deutschen Gauen Gemeinschaftsheime zur Verfügung stehen werden, in denen sie Erholung und weltanschauliche Betreuung durch die DAF. finden. Dr. Ley wandte sich dagegen, das Handwerk in katholische und evangelische Menschen einzuteilen. Das Handwerk teile sich ganz einfach in die, die etwas l e i st e t e n, und in die, die nichts l e i st e t e n , in solche, die Deutschland opferbereit bejahten, und in andere, die alle Profite von Deutschland haben wollten, in anständige und in unanständige Menschen. Unter Vorantritt der Fahnen und der Kapelle setzte sich dann der Zug der Handwerksgesellen und der übrigen Kundgebungsteilnehmer mit Dr. Ley und dem Reichshandwerksmeister Schmidt an der Spitze nach den „Linden" zu in Marsch, wo den Handwerksgesellen auf Schritt und Tritt herzliche und ermunternde Abschiedsrufe entgegenschallten. Mit dem Liedchen „Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus" ging es durch das Brandenburger Tor. Auf dem Königsplatz nahm Dr. Ley von der Freitreppe des Reichstages aus den Vorbeimarsch der Wandergesellen und der Handwerksabordnungen entgegen, um dann mit jedem einzelnen der hinäus- ziehenden Gesellen und auch mit den auslandsdeutschen Lehrlingen herzliche Worte zu wechseln. Als Spende der Berliner Fleischer, Bäcker und Konditoren wurde den scheidenden Gesellen hier noch eine nicht knapp bemessene Wegzehrung gereicht, die den Bedarf fürs erste decken wird. Dann zerstreuten sich die Trupps, kleiner und kleiner werdend, nach allen Himmelsrichtungen. „Das Wandern ist des Müllers Lust — so hörte man ihren fröhlichen Gesang. Büchertisch. — Kurt Eggers: Vom mutigen Leben und tapferen Sterben. „Schriften an die Nation" Band 73/74. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.-Berlin. Gebunden 1,60 Mark. — (572) — Kurt Eggers, Verfasser der ausgezeichneten Hutten-Biographie, bestrebt in seiner Schrift, jungen deutschen Menschen den Weg zum totalen deutschen Denken zu zeigen. Hart und unerbittlich in seinen Formulierungen spricht er vom Wesen des Deutschen, von der Erweckung des Lebens» willens, von der Grenze des Eigenlebens, der Ueberwindung des Ich, vom geistigen Vorbehalt, von der neuen Wertung der Begriffe und schließt mit der fordernden Zwiesprache zwischen dem Krieger und Jungen. f — Hermann Teske: „Zehntausend Mann, die zogen ins Manöver ..." Ein Erlebnisbericht. Mit Zeichnungen von H. Roth- fuchs. 64 Seiten. Pappband 1,50 Mark. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (27) — Ein echtes, frisches Soldatenbuch! Die lebendige Manöverschilderung gewährt einen erfreulichen Einblick in Dienstbetrieb, Formen und Geist unseres neuen Heeres. Vor dem Hintergrund der östlichen Landschaft ziehen in einer Fülle fesselnder Bilder die Manövererlebnisse einer Infanterie-Kompanie vorüber, heiter und ernst, wie sie der spannende Verlauf der Herbstübung jenseits der Oder mit sich brachte. Das hübsche Buch wird jedem Soldaten gefallen, dem jungen wie dem alten. — Margot von Simpson: Donna Irena. Roman aus Rio. 323 Seiten. Grethlein & Co. Nachf., Leipzig. — (522) — Der reizvolle Rahmen von Rio de Janeiro gibt diesem Buche seinen besonderen Charakter. Die tropische Landschaft, das blaue Meer, das rauschende Leben der Großstadt sind der Hintergrund eines Geschehens von dramatischer Spannung. Die Handlung schildert Denken und Handeln eines internationalen Kapitalhasardeurs und seiner Hintermänner, Aufstieg zu höchster Macht und jähen Sturz. Eine zarte Liebesgeschichte ist in die Fabel verwoben. — D r. Hans Lutz: Was muß der Marke n a r t i k e l h ä n d l e r vom Preis- und Vertriebsschutz wissen? (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München.) Preis 50 Pf. (563) aufn öeten 6 ^°men Wer berechtigte PartanM' vinztalräti sechzehn^ lichen D innerbelg insbejoni bie führe gung, bie zismus ir jjaf unb e zu Reibe her innerb Staat, beff unb als de. Mandate, r icn belgisch Volkstum, kennen. Schon gischen S daß uns entweder halsen, würdigt« Stimme bemüht sie für sorgen uns ent Wahlver gen und abhalten, über alle lockungen * „ ?'! «ilt jWöli And" Die ge und Stei Dresden, nllngen Vöckstieae M, zue. lernt W, norf) ein bald, aud bindunos Munn 1 les sönlichke M jotne oidakt, M ge "chen aus der nüttelba, den Vlu Aenste Größe, den ' prägt fjd sind aus übrigens nahe unt »en, sind wen Handwerksgesellen gehen auf Wanderschaft. Dr. Ley kündigt die Errichtung von Gesellenheimen an. Berlin, 26. April. (DNB.) Der vor einem Jahr auf Veranlassung des Reichsorganisationsleiters £r. Ley wieder eingeführte alte Brauch des Gesellenwanderns hatte die Hoffnungen und Erwartungen, die sich mit ihm verbanden, in solchem Umfange erfüllt, daß man sich entschlossen hat, das diesjährige Gesellenwandern in erheblich verstärktem Umfange durchzuführen. Waren es damals nur 1000 Gesellen aus dem Fleischer-, Bäcker- und Konditorhandwerk, die für ein Jahr hinauszogen, so sind jetzt schon mehr als 15 0 0 Gesel - l e n aus einer großen Anzahl von Handwerksberufen nach wohldurchdachtem Plan auf die Wanderschaft geschickt worden. Weitere große Trupps werden in den nächsten Wochen folgen. Die eigentliche Wanderschaft erstreckt sich auf eine Zeit von etwa acht Wochen und endet vorläufig an einem Austauschplatz. Wie überall im Reich, so gab auch in Berlin die Verabschiedung der wandernden Handwerksgesellen am Sonntagmittag Anlaß zu einer feierlichen Kundgebung am Schloß. Marschmäßig ausgerüstet, mit Blumen geschmückt, den Wanderstab in der Hand, standen die 120 aus der großen Zahl der Bewerber sorgfältig ausgesuchten Gesellen, um nun für ein Jahr Abschied zu nehmen von Berlin. Auf der Schloßrampe hatten sich zusammen mit dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Dr. Ley, und dem Reichshandwerksmeister Schmidt führende Vertreter der Parteigliederungen und des Handwerks eingefunden. Nachdem Reichshandwerksmeister Schmidt an die scheidenden Wandergesellen Abschiedswerte gerichtet hatte, ergriff Dr. Ley das Wort zu einer Ansprache, in der er ankündigte, daß in absehbarer Dr. Ley verabschiedet sich in Berlin von den Gesellen. — (Scherl-Bilderdienst.) chen lsämtlich neu). 26670 Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33, Tel.3108 Zwangsversteigerung. Dienstag, den 28. Avril, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 28 bzw. an Ort nnd Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Poliermaschine, zwei Schreibmaschinen, 1 Motorrad, 4 Herde, 4 Oefen, 2 Registrierkassen, 3 Radios, 3 Staubsauger, 1 Klavier, 1 Photoapvarat, ein Teppich und Anzugstoffe. Bestimmt: 1 Schließkorb, 3 Tische, 2 Wäschetruhen, 2 Blumenkrippen, 1 Blumenständer, 1 Hocker, ein Nähständer, 10 Papierkörbe, ein Babikorb, 4 Liegestühle, 8 Sessel, 2 Basttaschen und 18 Kinderkörb- Weg. Verheirat, meines jetzigen, 5 Jahre bei mir in Stellung gewesenen Hausmädchens, suche ich zum möglichst baldigen Eintritt neues ordentliches, sauberes Ulleinmnödjen nicht unter 25I., die mit mir ge- meins.denHaus- halt versorgt, ab. auch in der Lage ist, die Hausarbeiten selbständ. verricht, zu könn. FrouEriMSinslnge Hindenburgw.18 Mr haben uns verlobt Trudel Kübel Dr. jur. Gottfried Zimmer Assessor im April -1936 Gießen, Markt 16 / Friedberg, Weiherstraße 29 2673 D Hausfrauen bevorzugen heute Zu haben bei: 1981V Für farbige Böden REGINA - BEIZE R eg ina-H art glanz - wa c h s, weil es mit reinem Balsam - Terpentinöl her- gestellt ist. dieser feine Geruch gibt der Wohnung eine besondereNote. Durch seine Zusammensetzung wird der Boden nicht glatt, sodaß ein Begehen für jung u. alt ganz ungefährlich ist. Central-Drogerie Emil Karn; Kreuz-Drogerie Äug. Noll; Kronen-Drog. Gebr. Michel; Löwen-Drog. W.KilbingerN chf. 25. April 1936 2. Ziehungstag 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 54 Gewinne zu 500 M. 27037 29039 34577 52169 B6400 59357 69238 113611 139519 140086 141880 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 4 Gewinne zu 1000 M. 22 Gewinne zu 800 M. 32479 33292 37143 43631 44818 76918 128762 330890 350665 393155 397467 98265 99377 99547 121130 125741 129461 Slla Anzeigen-Attiengesellfchaft Gießen/Schulstraße 7 176440 223832 351700 112756 134791 184835 222174 237945 270319 296989 319282 343445 388876 115204 153279 188740 223998 248705 270466 298919 328732 354726 393368 172916 217986 336437 144055 176082 191565 225299 250005 302243 328871 361369 391138 145248 227731 98408 161878 216069 326302 3729 105416 364632 84800 350581 40963 154477 181003 196385 231561 255631 302561 350115 366955 395093 117354 155084 199785 224859 251445 271145 313220 329467 363098 396691 111152 125694 170254 219014 233436 263689 284102 316237 334615 382113 111847 129492 180464 219992 236614 269591 287052 318142 339333 384483 168166 182092 198956 238227 262985 304106 358281 372688 395860 11697 55724 79079 102653 122304 155938 203905 228511 256598 274571 316000 333681 369028 130058 171226 188341 209101 242067 267826 304338 360939 381369 399339 143614 175173 191539 220399 242242 268625 311719 361291 384421 154252 176518 191747 228684 253003 302332 344956 364230 392178 306806 338711 385276 228118 171587 308005 2091 3447 4470 8084 46120 112587 328479 397968 186599 210595 133254 153242 159092 181411 186722 188871 253399 285226 299030 161973 170989 180805 183070 185158 269396 283840 288127 319250 358516 2 Gewinne zu 10000 M. 375067 .... ™ — 58664 338222 50 Gewinne zu 500 M. 22161 22610 64421 94872 "" 104201 123219 ------ ------ ------ 4 Gewinne zu 5000 M. 6 Gewinne zu 3000 M. 2 Gewinne zu 2000 M. 2 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 4 Gewinne zu 2000 M. 14 Gewinne zu 1000 M. 246829 269596 339615 12 Gewinne zu 800 M. 131480 245252 273067 373239 386089 393297 393734 168 Gewinne zu 200 M. 324 1283 10989 16356 22163 22340 38617 52381 55167 64858 65667 69455 69879 72153 76965 80970 86459 89577 93002 102060 102381 172 Gewinne zu 200 M. .... ........ ..... 9228 16700 17720 20425 20443 28304 31374 34956 36050 43696 44037 47316 49484 53459 62497 65352 77102 78116 86876 88316 95963 Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Die Ziehung der 2. Klosse der 47. Preußisch- Süddeutschen (273. Preußischen) Klassen - Lotterie findet am 19. und 20. Mai 1936 statt. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag i. Nenanfführung % mit PO LA N EG RI W ALBRECHT SCHOENHALS W INGEBORG THEEK U PAUL HARTMANN w FRIEDRICH KAYSSLER Mazurka - ein wunderbarer Film, dessen Spannung und dessen erschütternde Darstellung ein tiefes, bleibendes Erlebnis ist für jeden, der dieses Fiimwerk sah. 2669a Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Gießen (Roonstraße 29), Hannover, den 27. April 1936. 2670 D In tiefer Trauen Dr. med. Carl Arnold Erna Arnold. Nach ihrem Wunsch hat die Beisetzung auf dem Alten Friedhof in der Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Unsere Hebe, gute Mutter Frau Anna Arnold, geb. Löwe ist am 23. April sanft entschlafen. Nachdruck verboten Ohne Gewähr Blutfrische billige Fische Seelachs, Pfd. 26 Kabeljau 30 Rotbarsch, Pfd. 32 Schellfisch 42^ Filets v. 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Filmwerk, so gereift und spannend, daß es mit vollem Recht als HarryPiels besteLeistung bezeichnet wird. Die Reichsfilmstelle erklärte „Artisten“ für „künstlerisch wertvoll4* Beiprogramm und Fox-Ton-Woche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. Ein tüchtig, l^v Zement- arbeiier sofort gesucht. Ludwig Braun Groffen-Linden. Verkäufe Vogelsberger Fahr-Rind Mitte Juni kalbend, zu verkauf. Nodheim a.dä8. Krofdorf. Str.23 1 gebrauchte gußemaillierte Badewanne undlgebr.Heiff- Wasser-Avvarat (Junkers)zu verkaufen. 01937 Grabenstr, 9 I. Verschiedenes ZweckSBekampsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerken! nur mit Tlamensnen- nnng u. unter Vorlage desSewerbenachweise« ausgenommen werden. Verlag »«StebenerSlnzetgers Am 15. Mai 1936 erscheint z. Besonderen Tarifheft (Heft B) für den Binnenverkehr der Kleinbahn Gießen — Bieber derNach- trag 8. 267iv Jrankfurt(MaiM den24.Avrill936 VereinifiteKleinbahn. Aktiengesellschaft. 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Mietgesuche Vermietungen [REGINA^ HARTGLANZWACHS i POLO ST Giessen spült Wäsche weiß unklar/ f)ergefteilt in öenperstlweckn S97e Montag. rr.AprN Mb Eichener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberhchen) Ar. 48 Zweiter Statt Oie Weihe der Ordensburgen der NSDAP (Fnwfinben die Halbfigur des weiblichen Aktes düng der angestammten Umwelt vollzieht sich bei Ier ^mpslnoen oie 5)u।iyui u w j mel ein acker und unmittelbarer als bei stellungen zu kurz. 5 t Eupen, Ende April 1936. Wieder müssen wir Eupen-Malmedyer als „gleichberechtigte Staatsbürger" Belgiens zum belgiAen Parlament, zum belgischen Senat und zu den Provinzialräten des Staates wählen, in den wir vor sechzehn Jahren unter Nichtachtung der völkerrechtlichen Vereinbarungen verpflanzt wurden. Der innerbelgische Parteienkampf schlägt hohe Wellen: insbesondere befehden sich die Katholische Union, die führende Regierungspartei, und die Rex-Bewegung, die die Erneuerung des politischen Katholizismus in Belgien auf ihr Programm geschrieben hat und eindringlich gegen die politische Korruption zu Felde zieht. Was geht uns Eupen-Malmedyer der innerbelgische Parteienkampf an? Der belgische Staat, dessen Gesetze wir achten, ist uns Obrigkeit, und als deutsches Grenzland kämpfen wir nicht um Mandate, wohl aber nützen wir auch den kommenden belgischen Wahltag, um uns erneut zu Heimat, Volkstum, Gleichberechtigung und Frieden zu be- Oberhessischer Kunstverein Peter August Böckstiegel.— Fritz Heidingsfeld. Stadtbaurat G r a v e r t eröffnete die Ausstellung als die letzte des Winterhalbjahres: die nächste soll in etwas anderem Rahmen im Theater veranstaltet werden und die Ergebnisse eines Wettbewerbes der deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst zeigen: „Frauen im Schmuck". Als Einführung zur gestrigen Ausstellung las Baurat G r a v e r t, sehr aufschlußreich, einiges von dem, was beide Künstler selbst zu ihren Arbeiten äußern. teil verkündet: „Die Angeklagten Karl und Heinrich Hey- mann werden verurteilt wegen fortgesetzten ge- meinschaftlichen Betrugs und fortgesetzten Vernicht mehr herein. Wir stehen für uns: als Heimattreue Front Eupen-Malmedys, die weiß, daß keine altbelgische Partei, ob groß oder klein, ob alt oder jung, sich für uns einsetzen wird. Und demgemäß lautet die Grundforderung auch bei dieser Wahl von 1936: keine neubelgische Stimme einer alt- Briefmarke zu Ehren eines großen Erfinders. Zm Zeichen der belgischen Neuwahlen Brief aus Eupen-Malmedy. Böckstiegel viel einfacher und unmittelbarer als bei Heidingsfeld, in dessen Bildern sich jene „Auseinandersetzung", von der er spricht, die Problematik seiner Malerei sehr deutlich spiegelt. Man kann die Vielfalt der hier gezeigten Arbeiten von Heidlngs- feld kaum auf einen Nenner oder auf eine Formel bringen: sie wirken auf uns am ehesten wie der Ausschnitt aus einer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, wie Zeugnisse eines Uebergangsstiles, dessen endgültige Form vorerst nur vermutet werden kann. Für die Art der Auseinandersetzung nut dem Vorwurf spricht wohl am deutlichsten eine Fiqurengruppe wie die Fischerfamilie, die schon m der Behandlung von Farbe und Umriß die innere Wesensart des ostdeutschen Menschenschlages zum Ausdruck bringen will. „Eine Bauersfrau, breit das Gesicht, fast ohne Plastik" — so kennzeichnet Heidingsfeld das Modell: man spürt die Bemühung um die Gestaltung des Lebensgrundes und der Seelenhaltung der von ihm dargestellten Menschen. Unmittelbarer, frisch zupackend gemalt, erscheint gegenüber das Porträt eines Vorarbeiters. Die Landschaft, in der diese Menschen zuhause sind, entwickelt sich in vielfältiger Gestalt, Belichtung und Tönung: sie erscheint bald heiter-idyllisch, bald großartig, einsam und herb, manchmal („Kühe am Abend") fast unheimlich und etwas gespenstig. Die für unser Empfinden geschlossenste Haltung zeigen etwa das pastellhaft zarte Vorfrühlingsbild, das Dorf in Ostpreußen", oder „Bei Rügen . „Das schönste Gefühl aber", sagt der Maler einmal, „ist für mich, zu sehen, daß ich malen kann, wie und was ich will — es werden doch immer meine Bilder." — Heidingsfeld ist noch jung und er hat in der letzten Zeit große und durchaus ungewöhnliche Erfolge zu verzeichnen gehabt: es wird interessant sein, seine Entwicklung zu verfolgen, der sich vielfältige Möglichkeiten anzubieten scheinen. Recht! Das ist die Losung, nach der wir Eupen- Malmedyer daher auch bei diesen belgischen Neuwahlen handeln werden. Landgerichtspräsident i. 2R. Geheimrat Theobald 80 Lahre alt. LPD. Darmstadt, 25. April. Am heutigen Tage vollendete der seit 12 Jahren im Ruhestand lebende Landgerichtspräsident Geheimrat Karl »Theobald das 8 0. Lebensjahr. Seme Berufstätigkeit war von Anfang an dem hessischen Justizdienst gewidmet, begann im Amte eines Staatsanwalts bei den Landgerichten m G i e ß e n und Mainz und führte zur Ernennung zum Land- gerichtsrat am Landgericht in Mainz. Die vorbildliche Richtertätigkeit und hervorragende Berufs- eignung fanden in der Folgezeit Anerkennung durch die Beförderung zum Oberstaatsanwalt in Gießen, zum Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt und schließlich zum Präsidenten des Landgerichts m Darmstadt. Ehrungen mannigfacher Art kennzeichnen die allseitige Beliebtheit des verdienten Richters, dessen jahrelange auch nach dem Eintritt in den Ruhestand unermüdlich fortgesetzte soziale Wirksamkeit und Hilfsbereitschaft Ausdruck und I Prägung eines lebendigen und echten Berufsvor- bildes sind. Das Urteil im Weinfälscherprozeß Heymann. LPD. M a i n z, 26. April. Im Prozeß gegen die jüdischen Weinhändler H e y m a n n wurde von der Großen Strafkammer in Mainz folgendes Ur- am Fenster; der beherrschende Eindruck haftet an den Gestalten aus bäuerlich-heimatlichem Umkreis; diese Plastiken entstammen im eigentlichen Sinne dem heimischen Boden; Backsteinton ist das in warmem Rot leuchtende, körnige und charaktervolle Material, mit dem Böckstiegel arbeitet: em wahrhaft stilvoller Werkstoff; man empfindet sofort die innere Zusammengehörigkeit von Material, Künstler und Modell. Hier kann man wirklich von bodenständiger, erdverbundener Kunst reden: in diesen Fluren und in dieser Landschaft ist die heimatliche Welt Bockstiegels beschlossen, hier ist er zu Hause, wie sein Vater, der auf einer der Zeichnungen zu sehen ist. So ist diese Ausstellung von hohem Reiz und vielfältiger Anziehungskraft, nicht nur weil sie eine al e Bekanntschaft auf eine lehrreiche, beziehungsvolle und erfreuliche Weise erneuert sondern auch, ganz allgemein, um des plastischen Gegenstandes willen, an und für sich, denn die Bildhauerei kommt ja in der Regel, nicht nur bei uns, tn den Kunstaus- Der Maler Fritz Heidingsfeld ist 1907 als Sohn eines Musikers in Zoppot geboren war Schüler von Pfuhle in Danzig (wie die G eßener Malerin Lotte Droefe), reifte durch Deutschland Oesterreich und Spanien; gerade aus dem Erlebnis der südlichen Landschaft fand er M kehr zur Gestaltung der heimatlichen ostdeutschen Welt angeregt. Er schreibt darüber: „1934 machte ich meine zweite Studienreise nach Spanien, und zwar nach ^Mallorca. Dort setzte ich mich erneut mit der Farbe auseinander und ich muß sagen, daß diese Zeit nur zu Gunsten meiner Malerei des deutschen Ostens gewesen ist, denn heute sehe ich das Haff, ein Kornfeld, Baume Tiere und auch die Menschen in ganz anderen frischeren Farben.^ Trotzdem aber bleibe ich bei dem Ernst, der hier vor- wiegend herrscht — herbe und knapp - Diese Sätze scheinen uns bezeichnend für die Eigenart Heidingsstlds, für Richtung und 2^l ferner Arbeit, sie kennzeichnen die Bilder, die man hier ausgestellt findet, bis zu einem bestimmten Grade und deuten auch, in der Hinwendung zum Landschaftlich-Bodenständigen, eine flüchtige Berührung mit dem Schaffen Böckstiegels an. Freilich «^rd es angesichts dieser Ausstellung, niemandem entgehen können, daß hier zwei in'ihrer landschaftlichen ^hmft^ m der Generation und im künstlerischen Ausdruck . grundverschiedene Temperamente am : JBerf fmö , Die Anschauung und Umbildung, besser. Nachbil belgischen Partei oder Bewegung! Das gilt, wie gesagt, für alle altbelgischen Parteien, einschließlich der Rex-Partei, die ihrerseits als Gegner der Katholischen Union in ihren Wahlversprechungen „Gerechtigkeit für Eupen-Malmedy verkündet und gegenwärtig besonders rege ihre Propaganda auch in unserer Heimat betreibt. Das Rex-Organ erscheint ja schon seit einiger Zeit in einer deutschen Ausgabe, um auf die deutschen Wähler einzuwirken und ihnen darzutun, daß auch sie im Rexwagen am besten fahren wurden. Was haben wir von dieser Propaganda zu halten? Letzthin fanden sowohl in Malmedy wie in Eupen Versammlungen der Rexisten statt, auf denen ihr Führer Leon De grelle selbst das Wort nahm. Diese Versammlungen klärten die Lage. Der rexistische Kampf gegen die Katholische Union allein, der bei uns Eupen-Malmedyern an sich Sympathien auslöst, weil die katholische Regierungspartei seit Jahr und Tag der schärfste Unterdrücker unserer Heimatrechte ist, kann uns nicht genügen; wir wollten hören, wie Rex zu uns und zu den Fragen, die uns bewegen, steht. Und da zeigte sich, daß die Rexisten, zur Stellungnahme gezwungen, keineswegs bereit waren, ihren Begriff „Gerechtigkeit für Eupen-Malmedy" näher zu erläutern, daß sie vielmehr sowohl gegenüber dem Ausbürgerungsgesetz, wie der Frage Eupen-Malmedy insgesamt einen durchaus „belgischen Standpunkt einnehmen, also sich im Grunde in nichts van anderen belgischen Parteien unterscheiden. Im Die gestern eröffnete Ausstellung zeigt Plastiken und Steinzeichnungen von P. A. Böckstiegel, Dresden, und Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Fritz H e i d i n g s f e l d, Danzigs Böckstiegel haben wir vor längerer Zeit, im Jahre 1928, zuerst als Maler im Kunstverein kennen gelernt. Wenn man sich der damaligen Eindrücke noch ein wenig zu erinnern vermag, wird man bald, auch wenn die entschiedene Wendung zur bildhauerischen Form zunächst überraschen mag, Verbindungslinien von jener ersten zur heutigen Ausstellung Herstellen können und die Einheit des Werkes aus der in sich ruhenden abgeschlossenen Persönlichkeit dieses Künstlers empfunden. Bockstiegel ist soweit wir uns erinnern, im wesentlichen Autodidakt ohne akademische Schulen und Einflüsse groß geworden, fest verwurzelt in seiner bäuerlichen Herkunft und in seiner westfalischen Heimat, aus der ihm die in allen seinen Schöpfungen unmittelbar spürbaren und dem Beschauer sich mitteilen- den Blut- und Erdkräfte zuwachsen. Es ist seine eigenste Welt, die er da gestaltet, und em Zug zur Größe zur Monumentalität, der schon seinerzeit in den Gemälden Böckstiegels festzustellen war, prägt sich womöglich noch gesteigert, noch strenger und ausschließlicher in seinen figürlichen Arbecken, übrigens auch in den Stemzeichnungen aus. Erdnähe und unverfchminkte Realität spricht aus den großen kantigen Bauernköpfen dieser Bildnerei. Und wenn etwa der Kopf des blinden Bauern fd)on fast die übermenschlich-entrückten Zuge antiker Masken aufweist, so strotzen doch die meisten der anderen Skulpturen, das Selbstbillmis etwck der iunae Bauer", der „Bauer mit Hut , um nur einige der stärksten Leistungen herauszugreifen, von lebendigstem Leben. Diese Kopfe haben, oon enu- gen Ausnahmen abgesehen, schon m der eigentum- lichen Materialbehandlung, m lhrer Oberfläche nichts von jener bekannten, unverbmdlich-polierten akademischen Glätte, der man so häufig begegnet, sondern sie sind, gleichsam von innen her, übrigens mit einer bestechend ruhigen und Scheren Hand, aufgebaut und durchgebildet, gleichsam durch , immer ganz individuell geformt ohne die Mindeste Beschönigung oder Stilisierung, unmittelbar „Wachend" und ausstrahlend wie eine photagraphl che Momentaufnahme. Etwas außerhalb steht für un kennen. , .. . . , , Schon bei früheren Wahlen, die wir tm beb mschen Staatsverbande mitmachten, erlebten wir, daß uns die altbelgischen Parteien, die uns zuvor entweder übersahen oder aber kräftig zu entrechten halfen plötzlich ihrer liebevollen Aufmerksamkeit würdigten. Bei einer Wahl möchten sie gern unsere Stimmen haben! Diesmal sind sie noch eifriger bemüht als zuvor, uns klarzumachen, wie trefflich sie für das Wahl und Gedeihen Eupen-Malmedys argen würden, wenn... Bitterste Erfahrung hat uns endgültig darüber belehrt, was van solchen Wahlversprechungen zu halten ist. Wie uns Drohungen und Rechtsbeugung nicht von unserer- Pflicht abhalten, unsere Volkszugehörigkeit und unser Recht über alles zu setzen, fo fallen tmr auch auf Ser. lockungen und sogenanntes Zuckerbrot der Parteien In der festlich g-fchmückten Ordensburg Crofsmfee übergab her Sübr« .am SÄieÄ?« 5 und" ffiem- mit der der Führer in der Ordensburg umjubelt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 0« l e 9 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe, ferner zu 1500, 300 und 300 Mark Geldstrafe. Für die Geldstrafen tritt im „, E ~ I Falle der Uneinbringlichkeit für je 100 Mark etn zweiten Punkte zogen sie sich auf die übliche For- $ Gefängnis ein. Von der seit Oktober 1935 er- mel zurück, über eine Frage, die „durch mter- Iittenen Untersuchungshaft werden je 5 Monate nationalen Vertrag geregelt" fei, könne nicht ge= , bie Strafe angerechnet. Die Angeklagten I u - sprachen werden, im ersten Punkte wiesen sie sich \{ t u g c « m a n n und Fritz Prosch werden durchaus als Anhänger der Ausbürgerung aus, k ^gesprochen. Soweit Verurteilung erfolgt ist, wenn sie auch schüchtern mitteilten, daß das ent- tra Verurteilten die Kosten, im Falle der sprechende Gesetz nicht nur für einen Teil des skreisprechunq entfallen sie auf die Staatskasse." Staatsgebiets gelten dürfe. Gewichtiger war noch " ihr Verhalten bei der Eupener Versammlung selbst. Es wurde „freie Aussprache" vereinbart, und nach der Rede De grell es hatte die rexistische Leitung nichts dagegen, daß zwei Marxisten ausführlich machen. Als jedoch ein Vertreter der Heimattreuen Stellung zu nehmen gedachte, verließen D e q r e l l e und feine Freunde unter der Verkündigung, die Versammlung sei geschlossen den Saal. Die Masse der Teilnehmer, die natürlich aus fieimattreuen bestand, mußte erfahren, daß btefe belgische Erneuerungspartei in Sachen Eupen-Malmedy s anscheinend keineswegs Erneuerungsgrund- fätze vertritt, auch wenn Degrelle nicht noch' nach-' träglich, unter dem Druck gegenteiliger altbelgischer Behauptungen, bekannt hätte, die Versammlungen auf Eupen-Malmedyer Boden hätten „im Zeichen Belgiens" stattgefunden. . Auch die Rexisten haben uns also, wie auf Grund ber belgisch-wallonischen Struktur dieser Gruppe kaum anders zu erwarten war, gründlich enttäuscht. Wir mußten erneut erfahren, daß wir auf uns selbst gestellt sind. Um so mehr aber wurde uns unsere Ausgabe bewußt: auch bei diesen Wahlen ein geschlossenes heimattreues Bekenntnis abzulegen. Jede Sttmme, die einer altbelgischen Gruppe gegeben wird, schwächt unsere völkische Geschlossenheit und damit die Geschlossenheit unseres I Sie R-ich-post gibt «riäM* b« 2^«’ fpbfpr Störte hab mir bet diesen belgischen Wahlen Otta aan Guerickes eine Sondermarke zu 6 Pf. für kqenbtia SrüTfeler Sartoment ober für in beschränktem Umfange heraus. Otto aan Guencke : Drovinzialrate wähUn, sondern oar aller Welt war Physiker, gleichzeitig auch regterenber Bu ger- : Kenbaren müssen: baß wir Heimattreue und meister in Magdeburg wo er u. a. d-° Luftpumpe -i.tpr.nn. ifnner.Boimebner sind ersanb. Der Entwurf ber Priesmarke stammt von । und^nichts als dies. Treu der Heimat und unserem Professor Richard Klein, München. — (Scherl-M^) Heger spendiert Gulasch. Max Reger, dessen Todestag sich am 11. Mai zum zwanzigsten Male jährt, liebte sehr einen gemütlichen Äbendschoppen. Wir hatten, so erzählt Freiherr von Malapert-Neufville, em Jugendfreund des Komponisten, im Maiheft von Velhagen & Klasings Monatsheften, einen Stammtisch in einer bescheidenen Kneipe, zu dem junge Musiker, Schauspieler, Kaufleute und Studenten kamen. An solchen Abenden ging es sehr gemütlich und fidel zu. Auch ein alter Herr, der als junger Pfarrer wegen zu freier politischer Anstch. ten'aus dem Dienst entlassen war, kam des öfteren zu diesen Abenden. Er wurde van uns „Herr Pro- sessor" angeredet, obwohl ihm, soviel ich weiß, dieser Titel nicht zustand. Dieser alte Herr hatte einen sehr guten Appetit; besonders liebte er Gulasch. Als er einstmals wiederum diese Leibspeise bei dem Kellner bestellt hatte, nahm Reger den Kellner bei- feite und sagte ihm: „Bringen Sie dem Herrn Professor drei Portionen Gulasch, rechnen Sie ihm aber nur eine Portion an, die beiden anderen Portionen bezahle ich." Der Kellner brachte eine Nie- senportion, die unser lieber Professor mit gutem Appetit in kurzer Zeit verzehrte. Zu unserem größten Erstaunen bestellte sich der alte Herr noch eine zweite Portion Gulasch; er wollte eine derartig vorteilhafte Speise gründlich ausnützen. Das Er- staunen und die Enttäuschung war freilich auf Seiten des Professors, als der Kellner diesmal mit einer gewöhnlichen, natürlich viel kleineren Portion erschien. Zeitschristen. — Die Olympischen Spiele stehen in diesem Jahre im Mittelpunkt aller Sportinteressen; so schweift auch der Blick einmal zuruck zu der Ursprungsstätte im alten Hellas. Daher wird der reich bebilderte Artikel „Olympia" von Dr. Franz Kuy- pers in der neuesten Nummer der „Jllustrir- ten Zeitung" (I- I. Weber, Leipzig) begrüßt werden. Eine ganzseitige Bildertafel fuhrt die Stak- ten der modernen Olympischen Spiele vor Augen und stellt das Heute dem Einst gegenüber. — An bie Riesenschlacht von Verdun vor 20 Jahren gemahnt ein Gedenkbeitrag von Hermann Ziese- geringer: „Opfergang vor Verdun" Die beige- □ebenen Zeichnungen und Photos stellen Augenblicksbilder der Schlacht bar, Bilder wie sie die Kriegsteilnehmer sahen: hüben und drüben. schrieben und in der Welt Carl Spitzwegs ange- Wirtschaft zum Hal- Des Führers Getreuen, die sich im Kampf um die Erneuerung des deutschen Volkes eingesetzt, haben Schäden jeglicher Art erlitten. Unsere Pflicht ist es, ihnen Erholung zu verschaffen. Gebt Freistellen für die Kampfer Adolf Hitlers! RGKK.-Führer-Appett in Frankfurt M. LPD. Frankfurt a. M., 26. April. Der Führer der Motorobergruppe West, der auch die Motorgruppe Frankfurt-Darmstadt angehört, Obergruppenführer S e y d e l - Köln, hatte für gestern abend einen Appell der Führer dieser Gruppe angeordnet, der im Römer stattfand. Vor dem Appell wurde Obergruppenführer Seydel von Stadtrat Böhm im Namen der Stadt begrüßt und trug sich darauf in das goldene Buch der Stadt Frankfurt am Main ein. Zu dem Appell waren ca. 150 Füh. rer erschienen, die aus dem Munde des Obergruppenführers neue Richtlinien empfingen im Interesse einer weiteren erfolgreichen Aufbauarbeit für das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps. Dieses Korps ist auch mit der besonderen Aufgabe betraut worden, die Idee und die Verbreitung der Motorisierung Deutschlands zu vertie- fen bzw. zu unterstützen, und in den Motorsportschu- len, die neuerdings vom NSKK. errichtet worden sind, werden jetzt auch die jungen Nachwuchs- Kräfte herangebildet, die dann in der Armee ihre motorsportliche Schulung gut gebrauchen können. Weiter diente der Appey der Vorbereitung der großen Taunusgeländefahrt, die das NSKK. Motorgruppe Hessen am 10. Mai durchführt, und darüber hinaus auch der ersten Besprechung zur Vorbereitung des Frankfurter Tages der NSKK. am 20. und 21. Juni d. Is., der von der Motorgruppe Hessen (Frankfurt-Darmstadt und Kurhessen) veranstaltet wird und zu dem auch Korpsführer Hühnlein sein Erscheinen in Aussicht stellte. (104,13). Im Verlaufe blieb die Haltung am Aktien- markt unter einigen Schwankungen fest. Weiter Siffnwrbversuch an der Ehefrau und an der Geliebten. Sieben Jahre Zuchthaus für einen gemeingefährlichen Menschen. Hohenzollerndrama und Spitzwegidyll Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. worden sind. Daß das Drama in Berlin eine stille und nachdenkliche Aufnahme fand, lag wohl an manchen befremdenden Szenen und Menschen Rehbergs — ganz gewiß war es nicht die Schuld der Darstellung, die sich unvergleichlich bewährte. Wie hat der Spielleiter Jürgen Fehling die neun Bilder im einzelnen angelegt, emporgetrieben und ab- klingen lassen, unterstützt durch die hohe szenenbildende Kunst Rochus G l i e s e s ! Eugen Klöpfer hat einen seiner großen Abende als König Friedrich Wilhelm; Bernhard Minetti ist der junge Fritz, Franz Nicklisch, der überraschend reift, spielt den Katte, und Aribert Wäscher, als trunkener Hofnarr Gundling, schwankt als eine Gestalt von Shakespeares Gnaden durch das Spiel. — Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt bewährt sich wieder als das Theater des Staates, als eine in höchstem Sinne repräsentative Stätte dramatischer und theatralischer Kunst. Commerz- und Privat-Bank AG. Fwd. In der HV. am Samstag in Hamburg wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1935 (Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4v.H.) genehmigt. Der Verlauf des neuen Geschäftsjahres war bisher befriedigend. Die Ansicht, daß die sogenannte Staats-Konjunktur in immer steigendem Maße zur Förderung der privaten Jnitiattve beitrage, werde durch den Geschäftsverlauf bestätigt. Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 372: Anordnung Nr. 2 der Ueberwachungsstelle für Papierherstellung von Papiererzeugnissen in Normformaten.) — 373: Zur Java-Tabak-Dersteige- rung am 24. April in Amsterdam. — 374: Unbefriedigendes Ergebnis der verfrühten Jaoa-Tabak- Versteigerung. — 375: Bekanntmachung KP 132 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. — 376: Umrechungskurse in den Güterund Tieroerkehren mit dem Auslande. * * Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer 2l G., Frankfurt a. M. In der AR.-Sitzung der Adlerwerke wurde beschlossen, der HD. am 29. Mai für das Geschäftsjahr 1935 die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. vorzuschlagen. Rhein-Mainische Börse. Fest. siedelt haben. Es biedermeiert gar sehr um einen vertrottelten Serenissimus, eine Opernsängerin und den „Zauber der kleinen Stadt" von 1840. Edmund Nick hat zu diesem Ragout eine bündige musikalische Sauce geliefert. Zwei berühmte Spitz- weqgemälde erwachsen zu szenischem Leben: Der arme Poet und der Bibliothekar. Cesar Klein hat das originalgetreu besorgt mit großer Kunst im Weiterdichten Spitzwegscher Motive. Hans L e i - beit serviert diese vorsommerlich leichte Kost zum erstenmal im Ensemble des Staatstheaters, entzückt durch beschwingte Heiterkeit, Paul Henckels gibt eine überraschend saubere Studie des armen Poeten und vermittelt den bleibenden Eindruck des Abends. Daneben viele abgestimmte Einzelleistungen und im stellungen. Der Aktienmarkt eröffnete meist mit Er- Höhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Lebhaftes Geschäft hatten von Warenhauswerten Westdeutsche Kaufhof mit 39,13 (38), Karstadt im Freiverkehr etwa 69 (68,50). Am Montanmarkt waren Mannesmann in Nachwirkung der Abschlußziffern weiter .stark gesucht und auf 91 (89,75) erhöht, Buderus Im Kleinen Haus des Staatstheaters, das gewannen 0,90 v. H., Vereinigte Stahlwerke bei der heiteren Kunst vorbehalten ist, gab es als Erst-1 größerem Geschäft 0,40 o. H., Hoesch wieder 0,25 lebhaft waren Westdeutsche Kaufhof mit 39,40 nach 39,13. Außerdem lagen einige Elektto- und Montanaktien um Bruchteile eines Prozentes höher. Von Schiffahrtswerten Hapag 15,40 nach 15,65, Norddeutscher Lloyd 16,75 (16). Die später notierten Werte lagen nicht ganz einheitlich, fest waren Süddeutsche Zucker mit 203 (201), Harpener mit 126 (125) und Licht & Kraft mit 144,50 (143,75), dagegen verloren Scheideanstalt 1,50 v. H., Kali Westeregeln 1,25 v. H. und Elektrische Lieferungen 1 v. H. Zellstoffwerte blieben behauptet. Am Kassa- markt kamen Zement Karlstadt der gestrigen Taxe entsprechend mit 142 (1. K. 130) bei nur 10 v. H. Zuteilung zur Nottz. Am Rentenmarkt Altbesitz 113,13 nach 113. Zertifizierte Dollar - Bonds unterlagen kleinen Schwankungen. Pfandbriefe lagen nur wenig verändert, Liquidationsp-fandbriefe z. T. etwas fester. Stadtanleihen notierten unregelmäßig, Heidelberg 89,50 (89,90), 4,50 v. H. Mainz von 1926 94 (93,75). Don Industrie-Obligationen büßten Farben-Bonds 1 v. H. ein auf 131,65. Von fremden Werten lagen Rumänen und Ungarn mäßig höher, dagegen In einem Sammelbericht wie diesem müssen auch die einander entgegengesetzten Erscheinungen unvermittelt nebeneinanderstehen: so folgt auf das problemschwere Schauspiel von Rehberg das unterhaltende Lustspiel Werner von der Sch ule n b ur g s, das die Volksbühne ihrem Spielplan einreiht: „Schwarzbrot und Kipfel", wobei das Schwarzbrot als die norddeutsche Backware und der Kipfel als das typisch österreichische Gebäck gilt; also eine Kontrastierung zwischen Nord und Süd, Ber- lin und Wien, Preußen und Oesterreich, die in einem gescheiten, niemals böswilligen oder ver- letzenden Spiel durch die traditionellen Verlobungen ausgeglichen wird. Wie hier die wienerisch-läsilge und liebenswürdige Art (dargestellt durch Georg Alexander) oder der weltschmerzliche Typ des „Schwierigen" (Arnim Sühenguth) gegen bte großspurige Forschheit des pommerschen Gutsbesitzers (Jakob T i e d t k e) gestellt wird, das ist leicht, heiter und geschickt gemacht, das gefällt; wenn dazu solche Lustspiele vom üblichen Schema abweichen, indem sie, wie hier, ihre Gegensätze aus den charakterlichen Verschiedenheiten zweier Stämme und Landschaften beziehen, so sollen sie sehr willkommen sein. bo. LPD. Darmstadt. 25. April. Gift sei immer das Mordwertzeug der Feigen, erklärte der Oberstaatsanwalt in feiner Anklagerede vor dem Schwurgericht der Provinz Starkenburg, als er gegen den 45jährigen Karl Bröckner aus Darm» stadt wegen Giftmordverfuchs an seiner Ehefrau und an seiner Geliebten eine Zuchthausstrafe von acht Jahren beantragte und die Zubilligung mildernder Umstände versagte wegen der Kaltblütigkett, mit der der Angeklagte seine Taten oorbereitet hatte. Bröckner, der eine gute Stelle innehatte, feit 1919 verheiratet und Vater eines zweijährigen Buben war. verliebte |$-1 in eine verheiratete Frau, die er mit Totschlag bedrohte, wenn sie nicht zu ihm halte. Die Polizei nahm ihm jedoch damals den Revolver ab und verhütete so sein Unheil. Als er sich darauf dem Alkohol ergab und epllepttsche Anfälle bei chm eintraten, kam er ins Philippshospital nach Goddelau, wo man ihn des Alokohls entwöhnte und chn dann entließ. Cr führte sich bis 1932 gut, bis er sich mit einem 18- jährigen Mädchen einließ. Es kam deswegen zwischen den Eheleuten zu Streitigkeiten, und der Angeklagte behauptet, er habe deshalb mit bern Mädchen aus dem Leben scheiden wollen, öber er schwindelte dem Mädchen vor, mit ihr nach Buenos Aires auswandern zu wollen. Man fuhr eines Samstags nach Frankfurt, um die Pässe zu holen, aber der Konsill war angeblich nicht da, und man machte sich einen gemütlichen Abend. Am folgenden Sonntag war es ebenso. Am Abend im Hotel schüttete er dem schon schlafenden Mädchen in den Rest des Weinglases zwei bis drei Löffel Arsenik und stellte den vergifteten Wein griffbereit vor das Mädchen. Aber das Mädchen wachte erst am Morgen auf und merkte, daß der Wein trüb war. Das Mädchen verzichtete auf den Wein, worauf der Angeklagte den Giftwein ausleerte, das Glas reinigte und sich dann angeblich zum Konsul begab, von dem er nicht mehr zu dem im Hotel erwartenden Mädchen zurückkehrte. Er fuhr nach Darmstadt und versuchte, sich mit feiner Frau wieder auszu- söhnen. Die Frau war auch nochmals zur Versöhnung bereit. Acht Tage nach den Frankfurter Vor- kommnissen tranken die Eheleute eine Flasche Wem zusammen. Wieder blieb ein Glas Wein übrig, das der „sparsame" Gatte seiner Ehefrau für den an- dem Morgen aufheben wollte. Nachts aber schüt- . tete er zwei bis drei Kaffeelöffel Morphium in den Wein und servierte ihn am andern Morgen seiner Frau mit einem Kuß zum Abschied. Planlos fuhr er dann mit seinem Rad durch die Gegend und wurde am nächsten Tag verhaftet. Der Ehefrau war schon beim ersten Schluck der bittere Geschmack aufgefallen, so daß sie den Wein nicht weiter trank und so nach einigen Tagen Uebelfeins und Erbrechens wieder hergestellt war. ‘ Nach der Beweisaufnahme und dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen, der den Angeklagten als gemeingefährlich bezeichnete und Unterbringung in einer Anstalt forderte, erkannte das Schwurgericht auf sieben Jahre Zuchthaus, zehn Jähre Ehrverlust und Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt. v. H. über Pari, Klöckner und Rheinstahl tagen knapp behauptet. Von Kaliwerten büßten Aschersleben auf kleines Angebot 1,65 v. H. ein. IG. Farben lagen sehr still mit 166,25 (166). Auch der Elektromarkt setzte bei wenig veränderten Kursen sehr ruhig ein, nur Gesfürel 1 v. H. fester. Belebter waren erneut Maschinenwerte, Muag 91 (90,50), Moenus 90,75 (90), Junghans 90,25 (90). Don Autoaktien Daimler 106,65 (106,50), Auto-Union 109 (108,50) und BMW. 133 (132,50); Adlerwerke Kleyer von den Abschlußziffem und der, allerdings erwarteten, Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 4 v. H. nahezu unberührt mit unverändert 102,25. Sonst eröffneten noch u. a. Reichsbank 0,75 v. H., Deutsche Linoleum 0,25 v. H., Holzmann 0,65 v. H., AG. für Verkehr 0,25 v. H. höher, auch Schiffahrtswerte weiter befeftigt. AmRentenmarkt zeigte sich erneut lebhafte Nachfrage für Reichsaltbesitz zu 113 (112,65), auch Städte-Altbesitz 0,25 v. H. höher gesucht. Sonst wurden bewertet: späte Schuldbuchforderungen mit unverändert 98,40, Zinsvergütunasscbeine mit unver- ändert 92,25 und Kommunal-Umschuldung mit 87 (86,95). Zertifizierte Dollar-Bonds weiter etwas höher, 6 v. H. Preußen und 6 v. H. Spargiro 67 (66,75). Von Industrie-Obligationen 6 v. H. Der- einigtc Stahl 103,90 (103,75), 6 v. H. Hoesch 104 Berlin, Ende April. > Nach dem „G r o ß e n K u r f ü r st e n" von Hans ■ Rehberg bringt jetzt das Staatstheater auch sein Hohenzollerndrama „Friedrich Wilhelm I." heraus. Hans Rehberg behandelt damit einen undankbaren Stoff, der im Roman, im Film und auf der Bühne so ausgeschöpft wurde, daß Neues kaum zu entdecken ist, Altes nur nochmals zu wiederholen bleibt. Friedrich Wilhelm 1. erschien schon in dem Film „Der alte und der junge König" und in Burtes Schauspiel „Katte . Hinzukommt, daß Rehberg dichterischen Ehrgeiz besitzt und sich nicht damit zufrieden gibt, einen bescheidenen historischen Bilderbogen auszupinseln, daß er an den bekannten Ereignissen neue Zuge herausfinden, sich als einen Dichter von Kühnheit und Phantasie darstellen und — nichts ist begreiflicher — auch den Zuschauer durch neue Blickpunkte fesseln möchte; so gelangt er notwendig zu einer Uebersteigerung der realen Vorgänge, zu einer Ueberhöhung der Menschen; so reden Frieds rich Wilhelm (der der König der „Langen Kerle und des Ta^akkollegiums war) und seine Generale eine Sprache, deren bildlicher Reichtum und barocke Fülle auch dem heutigen theaterkundigen Besucher nicht immer leicht eingeht; so entstehen einige visio- när gemeinte Bilder, die, plastisch und stimmungsschwer in sich, sich merkwürdig über jene preußische Wirklichkeit erheben, auf der man sich gerade diesen preußischen König, den Drill- und Zuchtmeister des Staates, Preußens Erzieher zu künfttger Größe, vorstellt. Dazu gehören die Bilder auf der nebligen märkischen Heide, auf deren Erde sich der junge Friedrich hinwirft, den Wolken und Winden fein Weh klagend, und jene Schlußwision, daß der König der Erscheinung des Hingerichteten Kalte begegnet, in einer Mondnacht, als er mit feinen Generalen trinkt und tanzt, um die Erinnerung an den Sieg bei Malplaquet zu feiern. Aber die stärksten dramatischen Spannungen liegen in den Szenen, die sich auf der preußisch-wirklichen Ebene ab- rollen: wenn der König mit seinem Sohn und dem jungen Katte abrechnet, das gnädige Urteil des Kriegsgerichts zerreißt, wenn er an feine Generale appelliert und bei Vater und Großvater Katte um Verständnis wirbt. Gewiß, ein zwiespältiges Werk; aber kein unbedeutendes, kein gleichgiltiges. Hier ist der Wille zu dichterischer Schau, hier haben dramatische Kühnheit und Aufschwung gewaltet, wenn auch nicht immer die erstrebten Höhen erreicht Oie Akzeptbank wird durch die Dresdner Bank abgewickelt. Fwd. Nachdem die ursprünglichen Aufgaben der Akzeptbank durch die Gesundung des deutschen Kreditwesens erfüllt sind, hat das Reich, das bekanntlich der alleinige Aktionär ist, die Liquidation dieses Instituts beschlossen. Im Interesse einer beschleunigten Durchführung und um die Freisetzung von Arbeitskräften zu vermeiden, hat das Reich mit der Dresdner Bank ein Abkommen getroffen, wonach diese die Liquidation treuhänderisch für Rechnung des Reiches durchführt und gleichzeitig bas getarnte Personal der Akzeptbank übernimmt. Wahrend die übrige Tätigkeit der Akzeptbank endgültig eingestellt wird, ist dafür Sorge getragen, daß die Aufgaben ihrer bisherigen Abteilung für Privat- bankiers auch in Zukunft erfüllt werden können. Hierfür steht sowohl die Dresdner Bank, als auch die Preußische Staatsbank (Seehandlung) zur Verfügung. Beide Banken haben sich bereiterklärt, auf Wunsch in die bisherigen laufenden Verbindungen mit ber Akzeptbank einzutreten. Die Abwicklung derjenigen Bankierkredite, die weder von der Dresdner Bank, noch von der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) übernommen werden, erfolgt in pfleglicher Weise durch die Akzeptbank i. L. Mexikaner niedriger. Im Freiverkehr: Wayß & Freytag 104,75 (104), Kali Wintershall 114,50 (113,50), Ufa 57,50 (56,50), VDM. 131 (130), Pokorny 110 (110,50). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 445 Rinder (79 Ochsen, 61 Bullen, 241 Kühe, 64 Färsen), 592 Kälber, 21 Schafe, 4460 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 46 bis 76, Hämmel 47 bis 48, Schweine 45 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Rinder und Schweine wurden zugeteilt. aufführung „Das kleine Hofkonzert von Paul Voerhoeven und Toni Impekoven (vom Frankfurter Schauspielhaus). Wie so oft an dieser Stelle, ist das Stück nur unverbindlich-liebenswürdiger Vorwand für eine Schauspielkunst, die über bedeutsame Kräfte in Darstellung, Regie und Aufmachung verfügt. Auch dieses „musikalische Lustspiel" ist ein harmloser Zwitter zwischen Operette Sinaiviel und Posse, dessen Vorzug in eim- .......—, . - ... , gen 'wirksamen Rollen liegt, die di- beiden Ver- Ganzen einen auch für diese-Haus ungewohnllchen fas,er, selbst Schauspieler, mit Theaterinstinkt ge- Erfolg von entwaffnender Starke. J“C. Frankfurt a. M., 25. April. Auch Wochenschluß bewahrte die Börse eine feste , tung. Das Geschäft hatte auf Teilgebieten größeren Umfang, wahrend im übrigen die Marktenge stärkere Abschlüsse beeinträchtigte, da der vorliegenden Kaufneigung des Publikums kaum Angebot gegenüberstand. Die Kulisse trat eher als Käufer auf, nur in wenigen Werten erfolgten kleine Glatt- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL Jrantturi a. 2)L 25.4. ■Datum 24.4. 24-4. 25-4. 113,13 112,75 113,3 112,65 100,2 100,25 100,25 100,25 15,4 15,5 98,5 98,5 98,25 98,25 96,5 96,5 96,5 96,5 91,25 101,25 101 92,25 92,25 120 120 115,65 115 115 115,65 96,5 96,5 101,5 101,45 101,65 101,5 101,75 101,65 97 97 97 97 7 4 61,71 ?s\ ”1 203 I 203,5 I 30 89,9 I 91,25 9,5 der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. die Die hinter den 'Datum 100,9 97,4 88 88,5 184 88 88,5 184,75 16,5 115 88 88,5 184,75 101 97,5 102,9 100,.9 97,4 103,13 0 0 12 104 120 125 100 37 147 125 144,5 124,5 136,5 131,5 128 139,9 185,75 135,5 137 96,65 91,5 88 88,5 184 15,5 28,25 16,25 114,75 112,25 91,25 2,459 42,08 54,78 12,28 16,38 168,91 63,33 81,14 33,73 101 97,5 102,65 0 0 4 0 6 6 O 8 6 6 8 O 97 108,8 97 108,8 97 108,9 36,75 146,75 126 143,75 124,9 134,5 131,5 128,4 139,75 185,75 106 119,5 127,25 101,25 171 137,25 96,75 97 108,8 106 119,75 126,75 101 104,5 120,13 125,25 99,75 173 136,25 96,25 36,65 147,25 125,65 145 125 137,5 131,75 128 140 186 135,5 16 114,75 111,75 91 15,13 28,5 15,9 114,75 111,25 91 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prtvat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bant Reichsbank ................: g. ®. Yarben-Industrie Schetdeanstalt........ Goldschmidt ........ Rütgerswerke........ MetaUgeiellschast...... Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Hamburg-Amertka-Paket O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 36,65 147 125,5 143,75 124,65 135,25 131,25 128,25 140,25 185,75 136,25 I A.E.G 0 Bekula 10 Elektr. Lleferung-gesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Schultheis Patzenhofer....... Aku (Allgemeine Kunstseide) . Bemberg.................. Zellstoss Waldhof ........... Zellstoff Aschaffenburg ...... Dessauer Gas .............. Daimler Motoren........... Deutsche Linoleum ..... Lrenstetn & Koppel ......... Westdeutsche Kaufhof........ Cha de.................... Accumulatoren-Fabril Conti-Gummi.............. Buderus Deutsche Erdöl Harpener................. Hoesch Eisen—Köln^euessen Ilse Bergbau ............. Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke ............. ManneSmann-R Hren 28,75 1,75 8,5 8,45 8,4 14 ManSselder Bergbau .. Kokswerke........... Rheinische Braunkohlen Rheinstabl........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 28,25 1,75 8,7 8,55 8,5 13,9 28,3 1,65 8,75 8,7 8,65 13,9 28,25 1,75 8,55 8,4 8,45 14 96,4 89,75 l 4% Oesterretchilche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/r% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Rheinische Elektrizität Rhein. Westf. Elektr. Schuckert & Co...... Siemens L Halske... Lahmeyer & So..... Berlin «** AU ku" börse börse 6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 4% Deutsche RetchSanl. von 1934 6/2% Doung-Anleihe von 1930 .. s Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mst Auslos.-Rechten ............. 1 4*/«% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934. I....... 6% ehem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4y»% ehem.8%Hessische Landes- bank Darmstadt Gold 9L 12.... 67i% ehem. 47i% Hess. Lande». Hypothekenbank DarmstadtLiaui 47i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landcsb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhelsen Provinz-Anleihe mü Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 67i% ehem. 4'/.% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandoriefe....... 67i% ehem. 47i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse 47i% ehem. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 47i% ebcm. 7% Pr. LandeSpsand- btiefanft., Gold Komm. Cbl.V l Steuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 Gritzner Ol 29,75 Wainkraftwerke Höchst 0.M-... 4> 94,5 ' Süddeutscher Zucker -------- 101 201 Sranffutl a. M. Berlin Schlußkur» Schloßt. Abend- bSrse Schluß» kurs Schloßt. Mittag« bSrse, 1 24-4. 25 4. 24-4. 25.4. 5 — 138,5 138 138,5 6 — — 129,5 130 12 — — 229,75 — 4 123,25 123,25 123,5 123,5 O 87,9 88,5 87,9 88,5 0 22,25 22,25 22,4 22,4 5 130,65 129 130,75 129,9 5 129,5 128,25 129,5 129,5 17» 187 185 185,75 185 7 166 166,25 166 166,25 9 232,5 231 —— — 6 112 112 111,75 112,75 8 130 130 129,5 129,13 . 4 124 124,25 124,75 123,5 . 4 116 1116,65 116 116,65 . 7 142 143 —— . 6 142 . 4 _ 106,4 107 . 0 50,5 51,13 50,9 51,5 . 6 85,75 — 86,25 87,4 . 6 129,5 129 129 129,4 . 0 92,5 93 93 92,9 . 7 —— 133,25 133,65 . C 106,5 107 106,75 107 . e 174,25 174,75 174,9 174,75 . 0 — «— 80,9 80 . 0 38 39,4 38,4 39,25 TI 353 357,5 352 356,5 U — 189,4 189 188,5 . e 181,5 181 181 130,75 Frankfurt a.M. Derlin Schluß, kurü Schluß!. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Mittag. böre_ Datum 24-4- 25-4- 24-4. 25-4: - - — 9,4 9,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,9 7 6,9 7,1 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 9,55 9,675 9,7 9,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,5 5,65 5,65 5,6 274% Anatolier ............... 40,25 40,65 — 41,25 24-April 25-April Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld s Brief Buenos atrei 0,682 0,686 0,681 0,685 Brüssel..... 42,04 42,12 42,06 42,14 Rio de Jan. 0,137 0,139 3,053 0,137 0,139 Sofia...... 3,047 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,82 54,92 Danzig ..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,275 12,305 Helstngfor».. Paris ...... 5,415 16,375 5,425 16,415 5,415 16,37 5,425 16,41 Holland .... 168,71 19,60 169,05 168,65 169,99 Italien..... 19,64 19,60 19,64 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,68 61,80 61,68 61,80 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Liilabon.... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm... 63,27 63,39 63,29 63,41 Schweiz .... 81,02 81,18 81,00 81,16 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33,99 Prag....... 10,27 10,29 10,265 10,285 Budapest ... — — — Reu York ... 2,488 2,492 2,487 2,491 • Banknoten. Her>in,25.Aprit Geld Amerikanische Roten.............. 2,439 Belgische Roten.................. 41,92 54,56 Englische Roten ................. 12,24 Französische Roten............... 16,32 Holländische Roten............... 168,23 Italienische Roten................ — Norwegische Noten .............. 61,47 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling — Rumänische Noten............... — 63,07 Schweizer Noten................. 80^82 Spanische Noten................. 33,59 Ungarische Noten ................ ■— Nr. 98 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 27.April 1936 Der 4. Mai in Gießen. Anordnungen und Marschordnung für den Umzug. — Kundgebung auf Oswatdsgarten. Es wird in zwei Marschgruppen marschiert: Marschgruppe I. Aufstellung im Hitlerrvall, Spitze an der SS.- Standarte. Anmarsch nur durch den Hitlerrvall oder Moltkestraße, Marschleiter der Marschgruppe I ist Kreiswalter der DAF- Wagner, Stellvertreter ist der stellvertretende Kreiswalter der DAF. Jung. Zur Unterstützung werden herangezogen die Mitarbeiter der Kreiswaltung Gießen. Zur Marschgruppe I gehören: Sämtliche Betriebe, wie Reichsbahn, Tabakindustrie, Bänninger, sämtliche Betriebe und Arbeitsstellen der Stadt, Sparkasse, alle Banken, Poppe, Schaffstaedt, Heeresverwaltung, Heeres- bauamt, Heil- und Pflegeanstalt, Denninghoff. O. T., Gießener Anzeiger, Stempel-Kreuter, Grieb mit Filialen, Gailsche Werke, auch sämtliche anderen Betriebe, die nicht aufgezählt sind. Freie Berufe, wie Aerzte und ihre Mitarbeiter, soweit sie nicht in den Kliniken beschäftigt sind, Rechtsanwälte mit Büropersonal, Versicherungsbüros. Angestellte, Reichsnährstand, soweit er in Gießen vertreten ist. Marschweg der Gruppe I: Hindenburgwall, Goethestraße, Seltersweg, Ka- plansgasse, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten. 11.15 Uhr ist die Gruppe I angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden. Alle Betriebe müssen also spätestens um 11.15 Uhr im Hitlerwall sein. Abmarsch 11.30 Uhr. Marschgruppe II. Aufstellung in der Ludwigstraße, Spitze Ecke Ludwigstraße/Bleichstraße. Anmarsch nur vom Lud- wigsplatz her, Marschleiter der Margruppe 2 ist Ortsgruppenleiter Thomas, Stellvertreter Kreishandwerksmeister S t ü h l e r. Zur Unterstützung werden herangezogen die erforderliche Anzahl politischer Leiter aus der Ortsgruppe Gießen-Rord. Zur Marschgruppe II gehören: Handel, Handwerk, Gewerbe. Dazu gehören sämtliche Geschäfte Gießens, sämtliche Innungen, Kraftfahrzeuggewerbe. Sämtliche Behörden, wie Universität mit allen Kliniken. Vor der Universität marschiert die Ehrenabteilung des NSDSt. Die Reihenfolge innerhalb der Universität bestimmt der Rektor. Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Provinz, Kreisamt, Zoll, Finanzamt, Reichsbank, Forstbehörden, Vermessungsämter, Post, alle Krankenkassen, Biebertalbahn, Schulen auch Privatschulen. Sämtliche Lehrer aller Schulen, alle Angestellte an Schulen treten um 11 Uhr im Hofe des Realgymnasiiums an. Geistliche Behörden. Marschweg der Gruppe II: Bleichstraße, Hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall. Oswaldsgarten. 11.15 Uhr ist die Gruppe II angetreten. Dieser Zeitpunkt muß pünktlich eingehalten werden.- Abmarsch: 11.30 Uhr. Anordnungen für beide Marschgruppen. Bis auf die Ehrenabteilungen wird in Achter- Reihen marschiert. Eine bestimmte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Marschgruppen wird nicht festgelegt. Die Reihenfolge erfolgt in der Reihenfolge der Ankunft der einzelnen Betriebe. Aufmarsch auf Oswaldsgarten Die Aufmarschrichtung auf Oswaldsgarten hat der SS.-Sturmbannführer H a i n b a ch. Die Absperrung erfolgt durch die SS. Auf Oswaldsgarten findet die Uebertragung des Staatsaktes aus Berlin statt. Es spricht der Führer. Anfragen in Zweifelsfällen täglich zwischen 15 und 16 Uhr bei der Kreisleitung (Tel. 4032). Kapellen am 1. Mai. Folgende Kapellen stellen sich am 1. Mai zur Verfügung: 1. Musikzug und Spielmannszug der SA.-Stan- darte 116. 2. Musikzug der Marine-SA. 3. Spielmannszug der HI. 4. Spielmannszug des Jungvolks. Musikzug und Spielmannszug der SA.-Standarte 116 marschieren an der Spitze der Marschgruppe I. In der Mitte der Marschgruppe I marschiert der Spielmannszug der HI. Musikzug der Marine-SA. marschiert an der Spitze der Marschgruppe II. In der Mitte der Marschgruppe II marschiert der Spielmannszug des Jungvolks. Ehrenabteilungen am 1. Mai. Marschgruppe I: 1. SA. 120 Mann 2. NSKK. 120 Mann 3. HI. 120 Mann Die Ehrenabteilung des HI. marschiert in der Mitte der Gruppe I hinter dem Spielmannszug der Hitler-Jugend. Marschgruppe II: 1. Bereitschaft der PL., 60 Mann. 2. Arbeitsdienstabteilung Gießen. 3. NSBO.-Bereitschaft, 60 Mann. 4. Werkscharen der DAF., 60 Mann. 5. NSDStB. 6. Jungvolk, 60 Mann (ältere Führer). Der NSDStB. marschiert vor der Universität. Die Ehrenabteilung des Jungvolks marschiert in der Mitte des Zuges hinter dem Spielmannszug des Jungvolks. Fahnengruppen am 1. Mai. Marschgruppe I 1. Sturmfahnen der Gießener SA. 2. Sturmfahnen des NSKK. Gießen. 3. Fahnen der Hitler-Jugend. Marschgruppe II: 1. Fahnen der Gießener Ortsgruppen. 2. Fahnen der Arbeitsfront. 3. Fahnen des Jungvolks. Zugendkundgebungen am 1. Mai. Um 8.30 Uhr finden überall Jugendkundgebungen statt. An diesen Kundgebungen nimmt die ganze deutsche Jugend teil. Nichtorganisierte Schüler und Schülerinnen über 10 Jahre werden von den Schulen erfaßt. Mit der Führung der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im ehemaligen Kreis Gießen festgelegt worden: In Gießen auf dem Oswaldsgarten für Gießen. Leitung: Bannführer Schreiber. In Klein-Linden mit Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim. Leitung: Ortsgruppe Klein-Linden und Gefolgschaftsführer Kreiling. In W i e s e ck für Wieseck. Leitung: OG. Wieseck und Fähnleinführer T a e s l e r. In Großen-Linden mit Leihgestern und Lang-Göns. Leitung: OG. Großen-Linden und Gefolgschaftsführer Faber. In Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Hausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer S ch m a n d t. In Grüningen mit Holzheim, Dorf-Gill, Eberstadt, Ober-Hörgern. Leitung: OG. und Unterbannführer Buß. In L i ch mit Steinbach, Albach und Langsdorf. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Lerch. In M u s ch e n h e im mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: OG. Bettenhausen und Gefolgschaftsführer Jost, Hungen. In Hungen mit Dillingen und Langd. Leitung: OG. und Gefolgschaftsführer Schlesinger. In Trais-Horloff mit Inheiden, Utphe, Rodheim, Steinheim, Rabertshausen. Leitung: OG. und Fähnleinführer B ö ch e r. In Ettingshausen mit Röthges, Nieder- Bessingen, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Münster, Anregung dazu, sich einzuzeichnen. Das Ergebnis war entsprechend gut. Eine Sammelbüchse nahm die gespendeten Beträge sofort auf. Die glückliche Blütenwunder. Frühlingstage voll Duft und Sonnenschein? Die Zauberkraft der Sonne hat das Grün aus der Erde gesogen. Die Pflugschar blitzte, und die goldnen Körner wurden der willigen Erde anoertraut, lieber« all zeigt sich das emporstrebende Leben. Die Winterfrucht schießt in die Höhe, und bald folgt das zarte Grün des Hafers und der Gerste. Die Erde ist wie verwandelt. Von einem Tag zum andern ändern die Wiesen ihr Gesicht. Kahl und braun lagen sie da, bann erschienen die ersten grünen Spitzchen, scheu und ängstlich, denn die Nächte waren noch kalt. Aber bald drängte das Leben mit Macht hervor. Gänseblümchen und Löwenzahn entfalteten ihre Blüten, Schlüsselblumen und Ehrenpreis folgten. Ein bunter Blumenteppich ist im Entstehen. Einmal leuchtet er goldgelb, dann wieder in purpurnen Tönen, eine Wonne für das Auge. Harbach, Hattenrod. Leitung: OG. Ettingshausen und Fähnleinführer M e n g e l. In (Brünberg mit Quecfborn, Lauter, Weik- kartshain, Saasen, Göbelnrod. Beltershain. Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: OG. Grünberg und Gefolgschaftsführer Weisel. In Großen-Buseck mit Oppenrod, Burkhardsfelden, Alten-Buseck, Rödgen, Trohe, Bersrod, Reiskirchen, Beuern, Lindenstruth, Annerod. Leitung: OG. Großen-Buseck und Unterbannführer Schneider. In Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar, Stau» feberg, Daubringen. Leitung: OG. Lollar und Fähnleinführer U h r b e r g. In Londorf mit Kesselbach, Allertshausen, Allendorf, Treis, Klimbach. Leitung: OG. Londorf und Gefolgschaftsführer Nachtigall. In Geilshausen mit Lumda, Odenhausen, Weitershain, Rüddingshausen. Leitung: OG. Geilshausen und Fähnleinführer Schlapp. Die Kundgebungen im ehemaligen Kreis Friedberg werden wie im Vorjahre durchgeführt Kreisleitung Detlerau der NSDAP. Verbindung des Angenehmen mit der wertvollen Tat wurde von allen Volksgenossen, die Gelegenheit hatten, dem Konzert beizuwohnen, freunblicb ausgenommen. Immer neue Schönheiten schüttet der Frühling aus seinem goldenen Füllhorn. Der Winter ist vergessen, strahlende Sonne und jubilierender Vogelgesang beherrschen das Feld. Auch im Walde brechen die Knospen auf, schon stehen die Lärchen und Birken im grünen Kleide da. Aus dem welken Laub, das den Waldboden bedeckt, schauen die weißen Blütensterne der Anemonen. Ihre Blütenblätter sind zartrosa angehaucht, als ob sie sich der Auferstehung freuten. Und an der Hecke schweben schon die Zitronenfalter. Weit hat der Frühling seine Pforten geöffnet, und mit frohen Augen schauen wir in das erwachende Leben. Am tiefblauen Himmel ziehen einige weiße Wolkenschäfchen gar geruhsam ihren Weg. Wir blicken ihnen sehnsuchtsvoll nach. Wie gern würden auch wir hinausziehen in die weite Welt, hinein in das schimmernde Blütenmeer. Das Bächlen mit feinen silbernen Wellen rauscht Konzert für das Dankopfer der Nation. Der Marine sturm 12/34 in Gießen ließ es sich zum gestrigen Sonntag angelegen fein, das Santo pfer der Nation in einer besonderen Weise zu unterstützen. Auf dem Platz vor dem Landgericht hielt der Marine-Standarten- Musikzug 34 ein Platzkonzert ab, das ein sehr unterhaltsames Programm brachte. Da das Wetter nicht ungünstig, ja fast sommerlich warm war, fanden sich viele Volksgenossen zu diesem Konzert ein. Der Marine- sturm 12/34 hatte vor dem Garten des Landgerichts auf dem Gehsteig Tisch und Stühle aufgestellt und Ehrenlisten ' * : T K ;-XV zum Einschreiben für das Dankopfer der Nation Beim Einzeichnen in die Ehrenlisten. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) aufgelegt. Wer sich in ebenso glückliche wie günstige Gelegenheit. Die schöne Form der Spende gab denn auch reichlich Aus der Proviuzialhaupisiadi. Abenteuer im Schacht. Von Wolfgang Kummer. Es mochte sich mancher gewundert haben, der am letzten Sonntag Henners Gruppe hatte ausfahren sehen. Ernst hatte auf dem Gepäckträger ein gewaltiges dickes Tau angeschnallt, Pimpf trug auf dem Rücken einen merkwürdigen Kasten, der sich beim näheren Zusehen als ein starker Scheinwerfer entpuppte, und alle führten ein zusammengeschnürtes Bündel mit sich. Die Fahrt verlief schnell auf der Straße, die sich in engen Kehren in das Gebirge hinaufwand. An einem kleinen Seitental, das hier von der Straße abzweigte, hielt die Kolonne. Henner zog die Karte heraus und „ortete". Dann ging es mit mühseligem Schieben das steile und schmale Tal hinan, bis Henner vorn hielt und sein Rad in das Seitendickicht schob. Die anderen taten das gleiche und lösten die mitgebrachten Gegenstände von den Rädern. Jetzt sah man auch, was es mit den zusammengeschnürten Bündeln für eine Bewandtnis hatte. Es waren die ältesten und abgetragensten Arbeitsanzüge der Jungen. Karl schlüpfte in seinen Schlosser-, Hans in seinen bunten Maleranzug. In den verschiedensten Kleidungen zwängten sie sich durch das Dickicht und standen vor einem großen Erdbruch, der tief in die Erde hineinführte. Es war einer der Zugänge zu dem längst verlassenen Bergwerk. der unvermittelt, fast senkrecht abbrach. Ernst befestigte ein Seil an dem Stamm einer Fichte, Henner verschnürte es mit dem anderen Ende an seinem Koppel und stieg dann vorsichtig rücklings in die Grube hinein. Die Kameraden lagen auf dem Bauch um die Deffnunq herum und sahen über den Rand hinunter. Mit äußerster Vorsicht tastete sich Henners Fuß am Rand entlang, suchten feine Hände jede Felsspalte möglichst auszunutzen. Schweres Gestein polterte in die Tiefe hinab und schlug irgendwo tief drunten im Grundwasser auf. Henner stieg tiefer und tiefer. Ernst gab langsam Seil, Zug für Zug, bis einmal Henner fröhlich heraufschrie, daß. es wie in einem Keller dröhnte: „Ich stehe auf der Plattform. Fertigmachen, der Nächste!" Einer nach dem andern, bis auf die Wache, kletterte in die Tiefe. Jetzt standen sie alle auf der „Plattform", lieber ihnen war nur ein schwacher Lichtschein, vor ihnen stürzte der Abbruch noch tiefer hinab. Hinter ihnen aber führten drei Stollen dunkel in die Tiefe des Berges. Nachdem der Scheinwerfer und das schwerste Tau hinabgeseilt worden waren, ging das Vordringen weiter. Doch zwei Stollen endeten nach kurzem Gang blind.. Nur der dritte, der mittlere, brachte einen neuen Aufschluß. Die Jungen schritten vorsichtig in ihm vorwärts. Der Boden klang dumpf, von den Wänden und der Decke tropfte das Wasser und sammelte sich auf dem Grund zu Lachen und Pfützen; der Stollen war eng und hoch. Ueberrascht blieben die Jungen stehen, denn der Stollen erweiterte sich unerwartet zu einer geräumigen Halle, in deren Mitte ein viereckiger Schacht viele Meter weit senkrecht tiefer in die Erde führte. Rechts und links gingen wieder zwei Stollen ab, von denen einer vor Ort führte. Schritt vor Schritt tappten sie weiter. Jetzt war durch Stempel und Deckenbalken der Stollen vor Abbruchgefahr geschützt, aber aus der Holzverschalung tropfte unaufhörlich das Grundwasser und bildete eine breite Wasserfläche auf dem Boden. Henner ließ die Kameraden zurück und schob sich allein weiter vor, doch als er einmal zufällig mit dem Spaten das Deckenholz berührte, klatschte das ganze Brett, eine faulige und verfilzte Masse, herab ins Wasser. Als sich noch mehr von dieser ehemaligen Verschalung in Bewegung setzte, jagte Henner so schnell wie möglich zurück. Jetzt bildete der Schacht in der Halle das nächste Ziel. Doch vor ihm erhob sich die peinliche Frage: Wie kommen wir hier hinunter? Die Wände des Schachtes fielen ohne einen Absatz steil nach unten. Da kam Rolf auf einen verwegenen Plan: einer sollte sich an dem Seil in die Tiefe hangeln und die anderen das Seil halten. Der Plan' wurde schnell ausgeführt. Henner stieg als erster über den Rand des Schachtes und hängte sich mit größter Vorsicht an das Tau. Wenn jetzt die Kameraden los ließen! Er zwang sich, nicht an die Gefahr zu denken und ließ sich langsam, Griff für Griff, hinab. Unten herrschte eine keller- artige Kühle, und das Grundwasser, das an den Wänden und dem Tau herunterfloß, war eisigkalt. Henner spürte seine Hände erlahmen; seine Finger zitterten. Da hatten seine Füße wieder Grund. Er hatte die Sohle erreicht und dehnte seine Finger, daß sie in den Gelenken knackten. „Der Nächste!" Mit derselben Schwierigkeit arbeitete sich Karl an dem Tau herunter. Hier unten führten wieder zwei Stollen in das Dunkel weiter. Die beiden Jungen verfolgten sie bis vor Ort, aber das Gestein war nachgestüzt und die Stempel wie Streichhölzer zerknickt. Vorsichtig gingen sie zurück und standen wieder an einem Schacht, der, holzverschalt, noch tiefer hinabführte. Der Schein ihrer Laterne irrte an den kahlen Wänden hinunter. „Wollen wir auch hier noch hinunter, Henner?" fragte Karl und schaute ihn zweifelnd an. „Ausgeschlossen!" meinte Henner. Dann machten sie sich wieder an der Aufstieg, der noch schwerer schien als der Abstieg, und verließen dann mit der ganzen Gruppe den Berg, in dessen Eingeweiden sie für ein paar Stunden herumgeklettert waren. * l llebrigens erkundigte sich Henner in den nächsten Tagen bei einem alten Bergmann, der noch in diesem Schacht gvarbeitet hatte, nach der Tiefe der Anlage. Da meinte der Alte entsetzt: „Sie wollen doch nicht etwa einsteigen? Der Schacht ist ja von Kohlensäure verseucht!" Oie Schallplatte im Zremdsprachenunterricht. Wenn die Sprechmaschine auch nicht den Lehrer verdrängen will und soll, so kann sie doch als ein Freund und Mithelfer sowohl des Unterichtenden wie des Schülers gelten; denn bei der Erlernung einer Fremdsprache genügt ja keineswegs die bloße Kenntnis der grammatischen Regeln und die Fähigkeit, einige Stücke aus dem Lesebuch richtig zu übersetzen, der Schüler soll vor allem das betreffende Volk in allen seinen Lebensoffenbarungen kennen- ternen und bedarf dazu einer Einführung in die Geographie, die Geschichte, die Literatur, die Sitten und die Kunst des betreffenden Volkes. Während er an Modellen, Bildern und Photographien sich eine ungefähre Vorstellung davon verschaffen kann, welcher Art die bildenden Künste des Volkes sind, in dessen Sprache er sich hineinleben möchte, so kann er sich die durch Ton und Sprache redenden Künste weit schwieriger aneignen. Hier zeigt sich nun, wie Universitätsprofessor Panconcelli- Calzia in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ausführt, der Wert der Sprechmaschine als hochzuschätzendes Vorbereitungsmittel. Zumal wenn der Lehrer nicht imstande ist, auch die Volkslieder ufw. in der fremden Sprache dem Schüler zu vermitteln, so bewährt sich die Sprechmaschine als Helfer. „Denken wir weiterhin daran, daß man eine fremde Sprache mit dem richtigen Akzent sprechen muß und daß der Unterschied in der Bedeutung zweier Worte oft nur in der größeren Stärke eines Vokals besteht — im Chinesischen und in anderen exotischen Sprachen ist die Tonhöhe für den Unterschied ähnlicher Worte entscheidend — so können wir ermessen, daß die Ablehnung der Sprechmaschine einem Verzicht auf ein wesentliches Hilfsmittel zur Erlernung fremder Sprachen gleichkäme. Sogar wenn der Lehrer die fremde Sprache f o beherrscht, daß er imstande ist, das betreffende Stück wie ein gebildeter Eingeborener vorzulesen, kann er aus Rücksicht auf sein Stimmorgan dasselbe Stück nicht unzählige Male in derselben Stunde wiederholen, damit die Schüler mit Aussprache, Tonfall usw. vertraut werden. Diese Wiederholung besorgt die Maschine besser und nützlicher, als es der Lehrer tun kann, weil sie das Stück beliebig oft, langsam, schnell, leise und laut — und stets in derselben Weise — spielt. Aber nicht nur für den Lehrer, sondern auch für den Schüler bildet die Sprechmaschine ein vorzügliches Hilfsmittel, wenn sie zur Wiederholung des während der Stunde behandelten Stoffes dient. Hat der Lehrer in der Stunde ein Stück durchgenommen, phonetisch erklärt, vorgetragen oder voraelesen, so hilft die Sprechmaschine dem Schüler bei der Wiederholung der Vortragsweise." Altchinesischer Schreib-Wettkampf Die Kunst des Schönschreibens ist in China feit uralten Zeiten hoch geachtet worden. Noch bis in unsere Gegenwart hinein werden die Buchstaben im Reich der Mitte in vollendeter Weise mit dem Pinsel gemalt. Dieses Verfahren erfordert natürlich eine besondere Hebung und Geschicklichkeit, die nur in langer, treu behüteter Ueberlieferung erworben werden kann. Schon vor vielen Jahrhunderten waren Wettkämpfe beliebt, in denen die Schnelligkeit und Kunstfertigkeit der Schreiber erprobt wurde. In einem Schriftstück, das zu den Schätzen des Britischen Museums in London gehört, wird ein solcher Wettbewerb geschildert, der im Jahre 253 nach Christi stattgefunden hat. Das große Ereignis vollzog sich auf einer Gesellschaft, die einer der berühmtesten Schönschreiber der chinesischen Geschichte, Wang Hsi Chih, veranstaltete. Nach dem Festessen wurden die Gäste aufgeforbert, sich niederzufetzen, um zwei Gedichte aufzuschreiben. Bis einige Weinbecher, die auf Brettern in den Fluß gesetzt worden waren, eine bestimmte Stelle des Ufers erreicht hatten, an dem die Schreibenden faßen, sollte die Aufgabe gelöst werden. Es wird berichtet, daß elf der Teilnehmer beide Gedichte in der vorgeschriebenen Zeitspanne niederschrieben, während es 15 nur auf ein Gedicht brachten. Die restlichen 16, die nicht einmal diese Leistung erreichten, wurden dazu verurteilt, je drei Weinbecher auszutrinken, woraus man nebenbei folgern darf, daß der Genuß von Wein im alten China auch eine Strafe sein konnte. vorüber an den alten knorrigen Weidenbäumen, deren goldgelbe Blutenkätzchen hell in der Sonne leuchten und mit ihrem süßen Duft die Bienen anlocken. Steh nur still unter einem solchen Wer- denbaum und lausche dem Summen der fleißigen Honigsammler. Schön sind die Straßen und Wege, die von blühenden Obstbäumen eingerahmt werden. Don der Bergeshöhe gesehen, gleichen sie weißen Perlenbändern, die durch die grüne Flur gelegt wurden. Und wenn wir mit der Eisenbahn durch die deutschen Lande fahren, dann grüßen uns links und rechts blühende Sträucher und Bäume. In den Gärten leuchten Narzissen und Tulpen, Stiefmütterchen und Primeln. Aprikosen und Pfirsiche, Pflaumen, Zwischen und Kirschen stehen in bunter Abwechslung an den Hängen. Apfel- und Birnblüten brechen auch schon vereinzelt auf. Ihre weißen und roten Blütenblätter glitzern wie Tausende von Sternen. Man kann sich kaum ein schöneres Bild denken: Das saftige junge Grün der Wiesen, durchwirkt mit unzähligen bunten Blümchen, daneben die schneeige Blütenpracht der Obstbäume und darüber das tiefe Blau des Frühlingshimmels. Jedes Jahr erleben wir die Baumblüte, und doch wirkt sie immer wieder so stark auf unser Gemüt. Wir staunen bei jedem Frühling über die Fülle und den Reichtum, mit denen die Natur ihre Bäume schmückt. Immer wieder kommen die Bienen angesummt, um mit ihrem Rüssel den süßen Honig zu holen, um aber auch dem Menschen zu helfen, daß er nicht nur den Blütenrausch bewundert, sondern auch Früchte erntet. In blendender Frische steht so ein blütengeschmückter Baum vor uns, ein Bild des Frühlings, und wir lauschen entzückt, wenn vom Gipfel herab eine Amsel ihre Melodie schmettert. Das sind Tage, in denen auch der sorgenvollste Mensch aufhorcht und leichten Herzens um sich schaut. Wacht auf! Die Welt ist neu geboren, hier ist ein Wunder, nehmt es an! Dornotizen. Tageskalender für TNonlag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Artisten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mazurka". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Werken von Fritz Hei- dingsfeld-Danzig und P. A. Böckstiegel-Dresden. Kreistagssitzung >n ließen. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt, daß am morgigen Dienstag, 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes die diesjährige ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen stattfindet. Der Kreistag wird sich zunächst mit der Rechnung der Kreiskasse und mit dem Verwaltungsbericht des Kreisausschusses für das Jahr 1934 beschäftigen. Sodann wird der Voranschlag für 1936 mit der Beschlußfassung über die Ausschlagsätze für die Kreisumlagen und die Kreissondergebäudesteuer folgen Ferner steht die Schaffung einer etatsmäßigen Jn- spektorenstelle bei dem Kreisfürsorgeamt (Jnhaber- stelle) auf der Tagesordnung. Erneute Werbung für Kinderpflegestellen. NSG. Die Gauamtsleitung der NSV. hat im Anschluß an die Werbewoche für das Erholungswerk des deutschen Volkes eine Nachwerbung für Kinderpflegestellen angesetzt, und zwar bis 30. April 1936. Die Kreisamtsleitungen haben bereits für diese Nachwerbung ihre Anweisungen erhalten und werden nichts unversucht lassen, den bisherigen Erfolg noch zu steigern. Die Gauamtsleitung der NSV. bittet alle Formationen und Gliederungen, die sich in der Werbewoche zur Verfügung gestellt haben, sich mit allen Kräften für die Nachwerbung mit einzusetzen, und sie werden gebeten, mit den zuständigen Kreisamtsleitungen wegen des Einsatzes ihrer Organisation in Verbindung zu treten. Weiterhin werden alle Volksgenossen, die sich noch nicht zur Aufnahme eines Kindes bereiterklärt haben, aufgefordert, Freistellen für erholungsbedürftige Kinder zur Verfügung zu stellen. Steuerfreiheit für Sonderzuwendungen am 1. Mai. DNB. Viele Betriebsführer werden ihren Gefolgschaftsmitgliedern zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai 1936, ebenso wie in den Vorjahren, wieder Zuwendungen machen. Soweit diese Sonderzuwendungen in Sachleistungen, z. B. Beköstigung, bestehen, ergibt sich die Einkommens- und Lohnsteuerfreiheit schon aus früheren Anordnungen des Reichsministers der Finanzen. Wegen der besonderen Bedeutung des 1. Mai tjat der Reichsfinanzminister außerdem entschieden, daß auch Geldzuwendungen zu diesem Tag einkommensteuer- (lohnsteuer-) frei bleiben dürfen, wenn sie 3 Mark nicht übersteigen. Ueberschreiten die Geldzuwendungen diesen Betrag, so sind sie in voller Höhe einkommensteuer- (lohnsteuer-) pflichtig. AGLB., Kreis Gießen. Mdchenerziehung, technische Fächer. Samstag, 2. Mai, 15 Uhr, in der Mädchenberufsschule in Gießen: 1. „Das Fettprogramm der Reichsregierung und die Fettversorgung im Haushalt" (Großer, Gießen). 2. „Das Zeichnen in der Berufsschule", Fortsetzung (Schad, Gießen). Alle technischen Lehrerinnen des Kreises Gießen werden gebeten, die für das Hilfswerk „Mutter und Kind" gearbeiteten Gegenstände (s. „NS.-Er- zieher" vom 19. März und 16. April) bis zum 3. M a i an G. Zöller, Gießen, Mädchenberufsschule, abzugeben. yj. . Die deutsche Arbeitsfront v 7 n.3.=6emeinf(haft „straft durch freute" Zu der Omnibusfahrt am Sonntag, 3. Mai, können noch einige Anmeldungen auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden. Die Omnibusfahrt geht ab Großen-Linden an den Edersee, Schloß Waldeck. Die Fahrt kostet mit Mittagessen 4,70 RM. Die Abfahrtszeit wird noch bekanntgegeben. Anmeldungen müssen bis Mittwoch, 29. April, abgegeben fein. * Am Sonntag, 10. Mai, fährt die NSG. „Kraft durch Freude" einen Sonderzug nach Heidelberg. Der Fahrpreis beträgt je Teilnehmer einschließlich einer Schloßbesichtigung 4,20 RM. Anmeldungen auf dem vorgeschriebenen Formular werden bis einschl. 4. Mai entgegengenommen. Sportamt »Krast durch Freude". heule folgender Kursus: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 19.45 bis 21 Uhr, Großen-Buseck, Neue Schule. Neuanmeldungen für die Kurse Reiten, Fechten, Tennis, Schach, Kinder-Gymnastik, Rollschuhlaufen werden noch auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Werkstattwandern. Nachdem das Gesellenwandern mit großem Erfolg durch die Reichsbetriebsgemeinschaft „Handwerk" der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wovden ist, wird nunmehr auch das Werkstattwandern wieder aufleben. In erster Linie ist daran gedacht, dem Kraftfahrzeughandwerk möglichst viel ausgebildete Gesellen zur Verfügung zu stellen, die auf Grund ihrer Erfahrungen in den verschiedenen Werkstätten alle Erfordernisse in der modernen Kraftfahrzeug-Reparatur besitzen. Sie sollen durch alle Instandsetzungswerkstätten, durch die Montage-Stellen kleiner und großer Werke laufen, um dann wieder als ausgebildete und ausgezeichnete Fachleute ins Handwerk zurückkehren. Eine Anzahl großer Betriebe der Autofabrikation, die Auto-Union, Opel, Hanomag und Ford haben zugesichert, daß sie die Gesellen sorgfältig weiterbilden werden. Fahrplanberichtigung. In den Fahrzeiten einiger Sonderzüge zur 3. Reichsnährstandsausstellung sind verschiedene Aenderungen eingetreten. Es ist notwendig geworden, den Reichsbahnsonderzug Nr. 196 ab Nidda mit seiner Abgangsstation nach Ranstadt zurückzuverlegen. Der Fahrplan ab Nidda bleibt der gleiche. Dieser Zug hält auch auf der Rückfahrt in Reichelsheim. Die Fahrzeiten für Ranstadt werden noch bekanntgegeben. ** Arbeitsjubiläum. Der Reisende Georg Sommer stand am 24. April 25 Jahre treu im Dienste der Firma Ed. K l i n k e l 8- Söhne, Kunstmühle in Gießen. Der Betriebsführer benutzte die Gelegenheit, um die Gefolgschaft zu einem Betriebsappell zusammenzurufen, und gab auf diese Weise dem Jubiläum eine schlichte, aber feierliche Form. Betriebsführer und zwei Gefolgschaftsmitglieder schilderten in eindringlichen Worten, wie Georg Sommer sich für die Firma eingesetzt hat, besonders in den schweren Jahren nach dem Kriege und während der Inflation. Als Anerkennung überreichten der Betriebsführer, sowie die Gefolgschaft Ehrengeschenke, und Georg Sommer wurde zum Prokuristen der Firma ernannt. ** Keine Postzustellung a m Nationalen Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, 1. Mai, findet, abgesehen von der Eilzustellung auf Verlangen des Absenders, keine Postzustellung statt. Eine außergewöhnliche Abholung von Postsendungen und Zeitungen ist an diesem Tage nicht mehr zugölassen. ** Die Militärversorgungsgebühr, n i ff e für M a i werden beim Postamt 1 (Bahn» Hofstraße) am 28. April, die Sozialrenten am 30. April gezahlt. ** Deutz-Diesel-Schlepper-Karawane in Gießen. Am Samstag konnte man auf dem Parkplatz Plockstraße eine Schlepper-(Traktoren). Karawane sehen. Die Humboldt-Deutz-Motoren-AG. zeigte einige ihrer Zugmaschinen. Von fachmännischer Seite wurden den Interessenten alle gewünschten Aufschlüsse zuteil. Die Zugmaschinen fanden das Interesse vieler Volksgenossen. Lichtbildervortcag im Gießener Soldatenbund. Universitätsprofeffor Dr. Geffous über Samoa. Der Soldatenbund Gießen begann am Samstagabend im Cafä Leib die für die angeschlossenen Kameradschaften vorgesehene Vortragsreihe mit einem Erlebnisbericht aus Samoa. Kameradschastsführer Müller gab eingangs feiner Freude darüber Ausdruck, in Kamerad Professor Dr. S e s s o u s nicht nur den richtigen Mann, sondern auch einen vorzüglichen Redner für diese erste Vortragsveranstaktuna gewonnen zu haben. Er erinnerte daran, daß Die Frage der Wiedergewinnung der Kolonien lebenswichtig für unser Volk sei. Kameradschaftsführer Müller betonte u. a. weiter, die Mitglieder des Soldatenbundes hätten sich zusammengefunden, weil sie sich nicht trennen lassen wollten in Klassen und Schichten, sondern weil sie bleiben wollten, was sie waren: Kameraden der Front und Kameraden im besten Sinne des Wortes. Sie wollten nicht im Stiche lassen, wofür sie gekämpft, gesiegt und was sie verteidigt hätten. Der Soldatenbund könne mit Stolz sagen, daß er sich nach dem Kriege gebildet habe, weil er den Glauben an Deutschland nicht aufgeben wollte. Darum brauche er sich auch seiner Vergangenheit nicht zu schämen. Wenn er in gläubigem Vertrauen dem Führer folge und zu seinen Handlungen ein Ehrliches Ja sage, so solle keiner das Recht haben, daran zu zweifeln. In Dankbarkeit und ehrlicher Gefolgschaftstreue brachte der Redner ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und das neue Deutschland aus, in das die Versammelten freudig ein- ftimmten. Universitäts-Professor Dr. Geffous sprach dann aus der Fülle seiner reichen Erfahrungen über „Glück und Ende der deutschen Kolonie Samoa". Seine interessanten Plaudereien, welche die große Bedeutung dieser polynesischen Inseln vor Augen stellten, wurden durch zahlreiche Lichtbilder ergänzt, die die Schönheit und den Reichtum dieses Südsee-Paradieses ahnen ließen. Die Ausführungen waren dazu angetan, die Gedan» ken an die geraubten Kolonien zu fördern. Das kleinste Schutzgebiet, das man uns unter der abscheulichen Lüge, daß wir Deutschen nicht zu kolonisieren verstünden, geraubt hat, ist Samoa, dessen größte Inseln Sawaii und Upolu fruchtbare Gebiete waren, die sich nach kurzer Pflege nicht nur selbst erhalten konnten, sondern einen Ertrag abwarfen. Professor S e s s o u s , der vor dem Kriege als Gouoemementsbeamter nach Samoa ging, vermochte in trefflichen Schilderungen ein Bild von der Farbenpracht dieser bezaubernden Landschaft zu geben. Der Einblick in die tropische Landwirtschaft ließ den ungeheuren Reichtum dieses mit Kokospalmen, Kautschukbäumen, Kakaopflanzen und Ananaskulturen gesegneten Landstriches ahnen. Die Bilder von dem Leben der Europäer vollendeten den Eindruck dieser Märcheninsel. Eine Reise mit dem neuernannten Gouverneur Dr. Schultze- Everth vermittelte dem Zuschauer eine geschlossene und systematische Anschauung von dem Leben und Sitten und Gebräuchen der Samoaner. Den Abschluß des Vortrages bildeten die Berichte über das Ende der deutschen Kolonie Samoa, die unter Verletzung des Völkerrechtes und unter Herabsetzung des Ansehens der Weißen von neuseeländischen Soldaten besetzt wurde. Was die Deutschen geschaffen hatten, das wurde damit vernichtet, und heute ist Samoa wieder Zuschußkolonie. Der gegen Deutschland erhobene Vorwurf, wir hätten nicht zu kolonisieren verstanden, hat in Samoa den Gegenbeweis erhalten. Den mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß Kameradschaftsführer Müller Morte des Dankes und der Aufforderung an, die Gedanken an die deutschen Kolonien Allgemeingut des ganzen Volkes werden zu lassen. Nationalsozialistische Deutsche Kriegsopferversorgung Was ist sie? — Was gibt sie? — Was fordert sie? Die Nationalsozialistische Deutsche Kriegsopferversorgung ist ein Bund, in dem sich die Frontsoldaten und Kriegsteilnehmer, gleichviel ob sie kriegs- beschädigt waren und Renten haben oder nicht, sowie die Hinterbliebenen (Witwen, Waisen und Eltern) derselben Fusammengeschlossen haben zur Wahrung und Förderung ihrer Ehre und ihrer Rechte, sowie zur Pflege der Kameradschaft und der ruhmreichen Ueberlieferung. Frontsoldaten sind die Inhaber des Frontkämpfer- Kriegsehrenkreuzes, Kriegsteilnehmer die Inhaber des Kriegsteilnehmerehrenkreuzes (d. h. Kriegerwitwen und Kriegereltern, sowie diejenigen Kameraden, die während des Krieges im Etappendienst, oder in der Kriegswirtschaft der Heimat verwendet wurden). Die NSKOV. wurde in der Kampfzeit der NSDAP, auf Befehl des Führers gegründet und ist in einem besonderen Amt, dem Hauptamt für Kriegsopfer bei der Reichsleitung der NSDAP., verankert, mit dessen Führung Pg. und Kamerad Hanns Oberlindober beauftragt ist. Die Nationalsozialistische Deutsche Kriegsopferversorgung will: 1. Alle Frontsoldaten und Kriegsteilnehmer sowie deren Hinterbliebene als aktive Mitglieder unter der Fahne des Dritten Reiches zu einem großen Soldatenbund zusammenschließen. Die Mitgliedschaft in der NSKOV. schließt in keiner Weise die Angehörigkeit aus zu anderen Kameradschaftsbünden, wie ReichstreUbund, Kyffhäufer, sowie Regiments- und Truppengattungskameradschaften usw., d. h. die Mitglieder der NSKOV. können unbeschadet ihrer Rechte und Pflichten der NSKOV. gegenüber auch Mitglieder der obengenannten Kameradschaftsbünde sein. 2. Alle ihre Mitglieder in Versorgungs- und Hinterbliebenensachen betreuen, wozu sie neben dem Reichstreubund gesetzlich bevollmächtigt ist. 3. Allen ihren Angehörigen aus Bundesmitteln zu einem Eigenheim verhelfen und damit Den Kindern die Heimat erhalten, für welche Die Väter kämpften und starben. 4. Allen arbeitsunfähigen oder arbeitsbeschränkten KameraDen und KameraDenfrauen einen auskömmlichen Lebensunterhalt garantieren, IMiUMWWM Vornan von Marlise Köllinq. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Wie kam es nur, daß sie heute so stark an früher denken mußte, an Die schöne alte Stadt da oben im freien Lande — umgeben von Wiesen und Weiden, von Bäumen und Seen? Wie kam es, daß ihr plötzlich so eng und unfrei zumute wurde auf diesem menschenerfüllten, lärmenden Platz mit seinen künstlichen Lichtern, seiner schwatzenden Menge, den klingelnden Elektrischen, den fauchenden Autobussen, dem sinnlosen Durcheinander der hinauf- und herabflirrenden Reklamelichter an den Häuserfronten? — Wie kam es nur? Vielleicht, weil es heute nach langen Regentagen wie ein Frühlingsahnen in Der Luft lag. Weil ein weicher Wind wehte und durrch die eilig ziehenden hellen Märzwolken immer wieder die ersten Abendsterne ihr trostvolles und seit Kindertagen das Herz rührende Blinken herniederschickten ... Sie sah zu den Bäumen auf dem großen Platze hinaus — wie fröhlich steckten die ihre ersten grünen Spitzchen heraus, fröhlich und noch ein wenig unsicher. So, als wollten sie fragen: Darf man sich schon sehen lassen? Ostern fällt ja diesmal einigermaßen zeitig! Wir möchten uns von Herzen gern mit unferm grünen Frühlingskleidchen schmücken, aber frieren möchten wir auch nicht. „Wagt es nur", sagte Benediktine in den Abendwind und sog gierig seinen frischen Atem ein, „es ist bald Frühling. Ich spüre es an der Luft." Man hätte ja kein Kleinstadtkind fein müssen, um das nicht im Gefühl zu haben. Wieviel Tage noch war es bis Ostern? Sie rechnete nach — noch vierzehn Tage. Dann ging es für ein paar Tage hinaus in die freie Welt, fort von den Häusern, Straßen, Menschen — hinaus in Den Frühling. Sie konnte es kaum mehr erwarten. Die letzten Sonntage waren alle verregnet gewesen, auch hatte Mutter immor gleich ein Gesicht gezogen, wenn sie wenigstens für ein paar Stunden hinaus wollte. Ach ja, Mutter war doch eben ihr Lebtag ein Groß- stadtmensch geblieben. Ein Regentropfen, ein Windstoß — und keine Macht der Welt bekam sie aus dem Zimmer. t Benedikte reckte sich. Ihr war, als müßte sie einmal wieder diese lähmende Atmosphäre von sich abschütteln, um zu fühlen, daß man wirklich und wahrhaftig lebte. Sie war in ihren Gedanken langsam der Haltestelle der Bahn zugeschlendert. Da ließ eine Stimme sie aufsehen: „Verzeihung, mein Fräulein —" Ein lächelndes Männergesicht, ein funkelndes Augenpaar, ein abgezogener Hut — Benediktes Gesicht wurde eisig. Unerhört, das war doch wieder dieser Mensch, der feit einer Woche immer wieder vor ihrem Kassenschalter auftauchte, immer wieder versuchte, einen Blick von ihr aufzufangen, und der sich nicht scheute, ihr immer wieder hier aufzulauern. Benedikte schaute an dem Herrn vorüber in die Richtung, von der aus ihre Bahn kommen mußte. Aber natürlich, die war wieder gerade vorüber. Nun konnte sie eine geschlagene Viertelstunde warten. „Mein Fräulein," hörte sie wieder neben sich „seien Sie doch nicht so hartherzig." Benedikte trat schnell ein paar Schritte zurück. Würde dieser unverschämte Mensch denn nicht endlich gehen? Aber er wußte wohl sehr genau, sie scheute sich, hier irgendein Aufsehen zu machen. Das benutzte er geschickt. Er drängte sich in der Schar der Wartenden dicht an sie heran, flüsterte ihr ein paar Worte zu. Das Blut schoß Benedikte in Die Stirn. Schon hatte sie trotz ihrer Scheu vor jeder Auseinandersetzung ein heftiges Wort auf den Lippen, ganz gleich, ob sie Damit das Aufsehen Der Menschen hier erregen würde. Da kam aus Der Reihe Der Wartenden hinter 'der Anschlagsäule ein junger Mann auf sie zu. Mit seinen hellen Augen übersah er die Sachlage in einem Augenblick. Einige wenige große Schritte brachten ihn neben den Unverschämten und Benedikte. „Guten Tag, mein gnädiges Fräulein", sagte er ruhig mit einer tiefen, warmen Stimme, „welche Ueberraschung, Sie zu sehen, darf ich Ihnen viel-^ leicht bis Ihre Bahn kommt, Gesellschaft leisten?" Ein guter, wohlmeinender Blick traf dabei Benedikte, ein zweiter, sehr drohender Den Mann neben ihr. Der hatte im Augenblick begriffen. Mit einem undeutlichen Murmeln verschwanD er blitzschnell und überquerte Die Straße, noch ehe Benedikte irgend etwas zu sagen vermochte. Auch sie hatte Die Absicht Des fremDen jungen Mannes sofort begriffen. Dankbar sah sie ihn an. „Flucht auf Der ganzen Linie," lächelte er, „ich glaube, mein Fräulein, ich bin nun überflüssig, ich brauche Sie nicht mehr zu behelligen." '„Aber Danken Darf ich Ihnen Doch", warf Benedikte schnell ein und streckte dem blonden, jungen Mann die Hand entgegen. Da stutzte sie. Das war doch — aber natürlich, das war ja der junge Mann von vorhin, derselbe, der ihr den zuviel herausgegebenen Zwanzigmarkschein zurückgereicht hatte! Ja, das war das feste Gesicht mit der luftgebräunten Haut, den hellen Augen, dem herben Mund. Ein ungestümes Freudegefühl rann durch Benediktes Herz: „Ich muß Ihnen doppelt danken. Sie haben mir heute schon zweimal geholfen, Herr —" „Jens Petersen", sagte der junge Mann mit einer kleinen Verbeugung und wurde grundlos rot, „ich habe nur meine Pflicht getan, mein Fräulein, und nun —" Er stand unschlüssig vor Benedikte. Bleiben Sie doch noch, lag es dieser auf Den Lippen. Sie hatte plötzlich Das unabweisbare Empfinden, sie Dürfte diesen Menschen nicht daoongehen, nicht untertauchen lassen in der großen Millionenstadt. Ihr war, als hätten sie und dieser junge Mensch mit Den Hellen Augen und dem herben Munde sich noch etwas zu sagen. Aber sie vermochte die Bitte nicht hervorzubringen. Was würde er von ihr denken müssen? Und ehe sie noch mit diesem inneren Zwiespalt fertig geworden war, kam klingelnd ihre Bahn heran. Nun durfte sie sich nicht noch länger versäumen, Denn für heute abend war ja großer Besuch angesagt. Ihr Onkel Friedrich sollte kommen, und Mutter legte großen Wert Darauf, Daß Benedikte bei allen Verwandtenbesuchen im Hause war, so langweilig, ja ermüdend Diese auch mitunter sein mochten. „Meine Bahn, vielen, vielen Dank!" konnte Benedikte nur noch hastig sagen. Sie fühlte die warme Männerhand noch einmal fest in der ihren, hörte eine ernste, etwas traurige Stimme: „Leben Sie wohl--" Nun mußte sie aufpassen, um ungefährdet über den Fahrdamm zu kommen. Wie sie in ihrer Bahn saß, konnte sie gerade noch einmal die hohe Gestalt des unbekannten Helfers und die Umrisse seines festen Gesichtes sehen. Dann schob sich ein Autobus dazwischen. Alles war vorüber. — Jens Petersen stand noch immer an Der Haltestelle, er sah die Bahn um Die Ecke biegen und nun in Den Abend verschwinden. Du bist Doch ein unglaublicher Dummkopf, Jens, sagte er zu sich selbst, da kommt dir der Zufall so gütig zu Hilfe, du hast Gelegenheit, Dies Mädchen anzusprechen, ihr Deine Hilfe anbieten zu Dürfen. UnD nun läßt du sie losfahren, weißt nicht, wer sie ist, wie sie heißt, wo sie wohnt — und wirst doch die Empsindung nicht los, deiner Seele Seligkeit hängt davon ab, dieses Mädchen wiederzusehen. Warum hast du sie nicht gebeten. Dir ihren Namen zu sagen? Weil du ein Esel bist, Jens, und ein schüchterner Trottel, weil Du Furcht gehabt hast, sie könnte das ebenso als Zudringlichkeit auffassen wie die Frechheit dieses andern vorhin. Aber du hast doch ganz deutlich gefühlt, daß sie sich gerne von dir helfen ließ, sie yat dich richtig eingeschätzt. Und doch hast du nicht Den Mut gehabt? Du wirst dir eben im Leben immer das Glück an der Nase vorbeigehen lassen... Jens Petersen leufzte auf. Da hatte er sich wieder einmal eine richtige und derbe Standpauke gehalten, wie er das oft, abep leider meist zu spät, zu tun pflegte. Auch heute war es zu spät. Doch vielleicht war es aar nicht so ein Unglück. Wer sagte ihm denn, ob dies Mädchen nicht schon längst einen Verlobten hatte, ob sie nicht längst gebunden war? Wer so aussah, Der lies sicherlich nicht mehr einsam Durchs Leben. Er war ein Narr, ein Träumer. Höchste Zeit, Daß er roieDer in sein Dorf zu feiner Arbeit, zu seinen Schulkindern kam. Dorthin gehörte man und nicht in die große Stadt, wo alles Lockung und Verwirrung war. — (Fortsetzung folgt!) indem sie sich für einen ordnungsgemäßen Bezug der Gebührnisse einsetzt. 5. Allen noch leistungsfähigen und leistungswilli- gen Frontsoldaten und Kriegsteilnehmern, Kriegerwitwen, Kriegerwaisen und Kriegereltern Arbeit und Brot geben und sich mit allen Mitteln für die Sicherung des Arbeitsverhältnisses einsetzen, insbesondere sich die Berufsausbildung und Berufsumschulung der Kriegerwaisen bzw. der Frontsoldaten und Kriegsteilnehmer mit Rat und Tat angelegen sein lassen. 6. Allen Mitgliedern im Rahmen der verfügbaren Räume ihrer Erholungsheime im Gebirge und an der See einen verbilligten Sommer- oder Winter-Urlaub ermöglichen, auch im Benehmen mit den örtlichen Stellen Ermäßigungen für Theater, Kino usw. verschaffen, sowie sie an den KdF-Veranstaltungen und Urlaub sahrten teilnehmen lassen. 7. Allen Mitgliedern kostenlose^ Rechtsberatung gewähren und sie an die örtlichen Rechtsanwälte des NS-Iuristenbundes zur Prozeßführung verweisen. Ueber alles Nähere, sowie die sonstigen Vorteile einer Mitgliedschaft bei der NSKOV. geben die Ortsgruppen- und Stützpunkt-Obmänner jederzeit bereitwilligst Auskunft. Und die Pflichten für all das: Besuch der Monatsversammlungen und der sonstigen Veranstaltungen des Bundes; Monatsbeitrag von 0,90 NM., der den kostenlosen Bezug der monatlich erscheinenden Bundeszeitjchrift und im Todesfall für alle Neueintretenden unter 64 Jahren — die Gewährung von 100 RM. Sterbegeld in sich schließt. Der Eintritt, dessen Gebühr sonst 1 RM. beträgt, ist während der Werbemonate vom 15. Februar bis 30. April gebührenfrei. Kameraden und Kameradenfrauen! Der Führer ruft uns durch seinen Beauftragten, den Pg. und Kameraden Hanns Oberlindober! Wir scharen uns um das Hakenkreuzbanner in der NSKOV! Oberheffen. Generalversammlung der Molkereigenoffenschast Hungen. []] Hungen, 26. April. Die Molkerei- Genossenschaft e.G.m.b.H., Hungen, hatte ihre Mitglieder zu ihrer 42. Generalversammlung im Saale des Gasthofes „Zur Traube" eingeladen. Das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder legte beredtes Zeugnis dafür ab, welch großes Interesse der Entwicklung des Genossenschaftswesens entgegengebracht wird. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fritz Hesse (Hungen) eröffnete die Versammlung. In ehrenden Worten wurde zunächst der im Weltkriege und der im Kampfe um die nationale Erhebung gefallenen Kameraden gedacht. Insbesondere fand der Vorsitzende ehrende Worte für den im vergangenen Jahre verstorbenen langjährigen Direktor Oßwald Klingelhöffer und für die verstorbenen Gründer und Aufsichtsratmitglieder: Otto Wolf (Wohnbach), Karl Schneider (Berstadt), Otto R o n t h a l e r (Langd), Gustav Kohlheyer (Hungen) sowie für den Milchfuhrmann Heinrich Hofmann (Rabertshausen). Sodann erstattete Geschäftsführer Heinrich F r u- tig den Jahres- und Geschäftsbericht, sowie den Abschluß im Gewinn- und Verlust-Konto. Daraus war zu entnehmen, daß der Geschäftsgang der Molkerei-Genossenschaft die erfreuliche Feststellung kennzeichnet, daß die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung eine stetige ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1935 wurden von den der Genossenschaft an- geschlossenen 1377 Mitgliedern insgesamt 7 809 328 Liter Milch eingeliefert. Der Durchschnittspreis für die Milch betrug pro Liter 13,05 Pfennig einschließlich der Werkmilchstützung. Von der Einlieferung wurden 2 132 743 Liter als Frischmilch abgesetzt, 20 420 Liter verkäst, 9033 Liter für Schlagsahneherstellung verwendet, 5 647132 Liter verbuttert und hiervon 440 965 Pfund Butter gewonnen. Die im Jahre 1935 von dem Milchwirtschaftsverband aus dem Fonds der Ausgleichsabgabe monatlich laufend zugewiesenen Werkmilchstützungsbeträge betragen insgesamt 75832,43 Mark, die monatlich an die Mitglieder mitausgeschüttet worden find. Der Bruttogewinn auf Molkerei- Konto einschließlich der sonstigen Einnahmen beträgt insgesamt 122,499 Mark, die Gesamtunkosten einschl. der vorgenommenen Abschreibungen auf die Anlagen und sonstigen Aktiven 119 414,78 Mark, so daß die Jahresrechnung mit einem Gewinn von 3084,22 Mark abschließt. Im Anschluß hieran gab Direktor Schneider einen ausführlichen Erläuterungsbericht zu den einzelnen Posten der Jahresrechnung und der Bilanz. Der Versammlung konnte die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß auf das Bruttomilchgeld 1935 eine zweiprozentige Nachzahlung zur Ausschüttung kommen soll. Der Revisionsbericht für das Jahr 1934 wurde der Versammlung vorgelegt. Bean- standunaen haben sich nicht ergeben. Weiterhin konnte dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt werden. In den Vorstand der Genossenschaft wurde der Landwirt Walter Seibert (Hungen) neu gewählt. Die ausscheidenden Aufsichtsr^tsmitglieder Balser (Bettenhausen), Schäfer (Inheiden), Lindemeier (Obbornhofen), Eifer (Wohnbach) und Koch (Dillingen) wurden wiedergewählt. Direktor Schneider sprach anschließend in ausführlicher Weise über Verwertung, Bezahlung der Milch nach Fettgehalt, Reinheitsbewertung der Milch und über die neue Auszahlungsweise des Milchgeldes. Sodann sprach der Leiter des Milchprüfringes Dr. Hartmann (Frankfurt a. M.) über Fragen und die getroffenen Maßnahmen auf dem Gebiete der Milchwirtschaft. Die Ergebnisse, die der Bauer durch die neu ergriffenen Maßnahmen auf dem Gebiete der Milchwirtschaft gesammelt habe, zeigten im besten Sinne des Wortes, daß die neu beschrittenen Wege die richtigen sind, um zu dem Ziele zu kommen, nämlich im Laufe der Zeit mehr und mehr die Selbstversorgung des deutschen Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen. An dem Bauern liege es, mit all seinen Kräften dazu bei- 511 tragen, was zur Erreichung dieses Zieles notwendig sei. Nachdem Ortsgruppenleiter Kirchhöfer zu der Versammlung gesprochen hatte, schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer des deutschen Reiches und Volkes die in allen Teilen gut verlaufene Versammlung. Reichslustschutzbund Busecker und Lumdatal. Am Freitag wurde in Lollar der Film „Volk in Gefahr" gezeigt. Am Nachmittag fand die Vorführung für Jugendliche, abends für Erwachsene statt. Nach Worten der Begrüßung durch Gemeindegruppenführer Lehrer Eberle sprach der Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten- Buseck). Er wies auf die Notwendigkeit des Luftschutzes hin, streifte den Werdegang des Reichsluftschutzbundes und erläuterte dessen Aufgaben und Ziele. Der Film „Volk in Gefahr", vom Reichsluftschutzbund kürzlich herausgebracht, hat überall dort, wo er bereits aufgeführt wurde, starke Aufmerksamkeit und lebhafte Zustimmung gefunden. Der Film wurde für staatspolitisch wertvoll erklärt. Das ganze Volk muß die Gefahren aus der Luft kennen und die Möglichkeiten der Abwehr. Dazu ist der Film geschaffen. In packenden Bildern zieht das vielseitige Gebiet des Luftschutzes und vor allem des Selbstschutzes der Zivilbevölkerung an dem Zuschauer vorüber. Nicht weniger fesselnd sind auch die Bilder von der Reichsluftschutzschule und von der vorjährigen Berliner Lustschutzübung, an der auch der Sicherheits- und Hilfsdienst stark beteiligt war. Haushaltsplan der Stadt Lauterbach. Lauterbach, 25. April. Die jüngste Ratssitzung galt der Beratung der Voranschläge für das Haushaltsjahr 1936. An größeren Arbeiten sind vorgesehen die Erweiterung des Friedhofsweges, bedingt durch den Postneubau, die Verlegung der Wasserleitung in die Bergstraße und die Friedhofserweiterung. Für sonstige Arbeiten im Tagelohn rund 11700 Mark, für unvorhergesehene Fälle stehen außerdem noch weitere 13 820 Mart zur Verfügung. Bürgermeister Thiele trug dann den Voranschlag der Stadt vor und gab hierzu die notwendigen Erläuterungen. Der Voranschlag schließt in der Abteilung für den Betrieb in Einnahme und Ausgabe mit 301050 Mark ab und in der Abteilung für das Vermögen in Einnahme und Ausgabe mit 19 540 Mark. Die Gesamteinnahmen und Ausgaben betragen somit 320 590 Mark, das sind rund 33 000 Mark weniger als im Rechnungsjahr vorher. Das Aufkommen an Sondersteuern ist mit 34 600 Mark ausgewiesen, die Reichssteueranteile erbringen rund 34 000 Mark, der Umlagebedarf ist auf 63 000 Mark festgesetzt. Der Umlagebedarf soll durch Erhebung von Grund- und Gebäudesteuer, Gewerbesteuer und Sondergebäudesteuer aufgebracht werden, deren Steuersätze, gemessen an den sonst in Hessen erhobenen Durchschnittssätzen, rund 50 v. H. niedriger liegen. Zur Erläuterung gab Bürgermeister Thiele die errechneten Durchschnittssteuersätze in Hessen bekannt. Die Bürgersteuer mit 300 v. H. ist ebenfalls niedriger, als in den meisten Gemeinden. Nach eingehender Beratung stimmte der Rat dem Haushaltsplan und der Haushaltssatzung zu. Im Anschluß daran trug Bürgermeister Thiele den Voranschlag für das städt. Elektrizitätswerk vor. Er gleicht sich in Einnahme und Ausgabe mit 111730 Mark aus. Der entsprechenden Haushaltssatzung, sowie dem Voranschlag stimmte die Ratsversammlung in der vorliegenden Form zu. Der Bürgermeister gab sodann einen Ueber- blick über das Vermögen und die Schulden der Stadt Lauterbach. Das voranschlagsma- ßig ermittelte Vermögen der Stadt Lauterbach beträgt rund 2 580 000 Mark. Die Erträgnisse aus diesem Vermögen betragen rund 130 000 Mark. Die Schulden der Stadt betragen unter Berücksichtigung der noch aufzunehmenden 100 000 Mark zur restlosen Finanzierung der Arbeitsbeschaftungsmaß- nahmen im Jahre 1935 rund 550 000 Mark. Für Zinsen und Tilgung sind hierzu aufzubringen rund 33 500 Mark. Landkreis Gießen. wa. Großen-Buseck, 26. April. Die Bautätigkeit hatte in unserem Dorfe in diesem Frühjahr einen regen Aufschwung zu verzeichnen. Außer verschiedenen Um- und Anbauten an Wohnhäusern wurde schon eine geräumige Scheune in der Grünberger Straße fertiggestellt. Auch ist schon in den letzten Tagen in derselben Straße mit den Ausschachtungsarbeiten eines Wohn- Hauses begonnen worden. Außerdem sollen noch im Laufe des Jahres verschiedene Wohnhäuser in der Weidengasse und in der Wilhelmstraße fertiggestellt werden. Die Weidengasse selbst wurde vom Ausgang des Dorfes bis zur Weißmühle neu chauffiert. In der Wilhelmstraße werden gegenwärtig Wasser- leitungs- und Kanalisationsanlagen gebaut. Weiterhin soll noch eine Scheune in der Adolf-Hitler- Straße bis zur Ernte fertiggestellt werden. Die Errichtung einer Turnhalle auf dem Gemeindegarten bei der Schule „auf dem Tal" ist vorgesehen. Mit den Erdarbeiten des Schwimmbades ist begonnen worden. * Allendorf a. d. Lda., 27. April. In der Nacht zum Sonntag brach auf dem Grundstück von Heinrich Z i n f e r in einem Holzschuppen Feuer aus, dem der Holzschuppen mit dem dar- inliegenden Brennholz trotz fofortigen Eingreifens der Feuerwehr zum Opfer fiel. Außer dem nieder- gebrannten Schuppen mit Inhalt ist zum Glück weiterer Schaden nicht entstanden. Die Brand- ursache ist noch unbekannt. + Grünberg, 26. April. Das bei der Turnhalle an der Gießener Straße gelegene A n w e s e n des kürzlich verstorbenen Hermann I ö ck e l wurde am Samstag öffentlich versteige r t. Als Kaufliebhaber traten nur die beiden Anlieger auf, die Gebote abgaben. Gastwirt und Metzgermeister Otto Schmitz erwarb das Haus für 4000 Mark, während Landwirt Karl Schäfer die Scheune für 3000 Mark erstand. * Beltershain, 26. April. Das 7jährige Söhncken des Arbeiters Zahrt erlitt durch einen Beilhieb eine schwere Handverletzung. Der Junge mußte zur Behandlung in die Gießener Klinik gebracht werden. □ 21 u s der Wetterau, 25. April. Nach der Besserung des Wetters find unsere Landwirte wie- der mit verstärkter Kraft an die Frühjahrs- bestellung gegangen, die bislang geruht hatte. Die Dickwurzsamen sind gelegt, die Vorbereitung der Aecker zum Legen der Kartoffeln werden gegenwärtig getroffen. Die Frühkartoffeln sind größtenteils gelegt. Trotz der kalten und nassen Witterung sind die Aussaaten gut oorangegangen. Die Winterfrucht hat sich gut bestockt, die Sommerfrucht ist restlos aufgelaufen. Wiesen und Kleeschläge sind allerdings etwas zurückgeblieben, denn sie verlangen zur Entwicklung genügend Wärme. In allen Gemarkungen sehen wir in diesem Jahre vermehrten Rapsanbau, der sich zur Zeit in den gelbblühenden Aeckern, die wie Flecken eingestreut sind, bemerkbar macht. In den Gärten sind die Aussaaten noch nicht beendet; auch hier wird das Versäumte schleunigst nachgeholt. Ein großer Teil des Frühobstes steht in Blüte, lieber den Fruchtansatz läßt sich noch nichts abschließendes berichten. Allerdings hat das bereits abgeblühte Edelobst durch die letzten starken Fröste nicht unwesentlichen Schaden genommen. Kreis Friedberg. = Butzbach, 25. April. Im Kinosaale des „Hessischen Hof" veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Reichsluftschukbundes einen Filmabend, der von dem Leiter der Gruppe, Obmann Dr. Gans, mit kurzen Worten über die Bedeutung des RLB. eingeleitet wurde. In dem anschließenden Film „Volk in Not" wurden alle Möglichkeiten eines Luftangriffes, deren Auswirkungen, aber auch zugleich das Verhalten der Bevölkerung gezeigt. Die Vorführung fand allseitiges Interesse. Der Obmann schloß mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Hauswarte im Ernstfälle den Abend in der üblichen Weife. — Gestern abend hatte die NS.-Kulturgemeinde zu ihrer 7. Veranstaltung im großen Saale des „Hess. Hof" eingeladen. Diesmal war es nicht ein Bühnenstück ober Bunter Abend, sondern ein intereffanes Thema wurde von dem bekannten Physiker Stadthagen aus Berlin in einem Experimentalvortrag über „Scheinwunder des Okkultismus" behandelt. Der Redner zeigte in Versuchen, wie diese Lehre vom „Verborgenen" (Hellseherei usw.) weiter nichts ist als Schwindel. An einer ganzen Anzahl von Beispielen deckte er diese „Kunst" auf. Preußen. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 26. April. Der 5jährige Ernst Will, Sohn des Landwirts Will, erlitt beim Spiel eine schwere Kopfverletzung, die seine Aufnahme in die Chirurgische Klinik in Gießen nötig machte. * Waldgirmes, 26. April. Die Landwirtsehefrau Christine Hofmann zog sich durch einen unglücklichen Fall einen Unterschenkelbruch des linken Beines zu. Frau Hofmann mußte der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Kreis ßieöenfopi ♦ Wilsbach, 26. April. Der 70jährige Land- wirt Jakob Jakob III. von hier zog sich durch einen Unglücksfall einen Bruch des rech- t e n Oberarmes zu. Der bedauernswerte Mann wurde zur Behandlung der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt. Kreistag in Schotten. ♦ Schotten, 25. April. Unter dem Vorsitz von Regierungsrat Schwan fand heute im Sitzungssaale des hiesigen Rathauses die ordentliche Jahrestagung des Kreistages des Kreises Schotten statt. Regierungsrat Schwan leitete die Sitzung mit herzlichen Worten der Dankbarkeit für die großen Taten des Führers und Reichskanzlers zum Besten des deutschen Volkes ein, wobei er insbesondere auf das weltgeschichtliche Werk des Führers im verflossenen Jahre und in der jüngsten Zeit verwies und mit eindrucksvollen Worten die treue Gefolgschaft aller deutschen Männer und Frauen bei der Vollendung der großen Mission Adolf Hitlers hervorhob. Hierauf beschäftigte sich der Kreistag mit der Rechnung der Krerskaffe fürdas Rechnungsjahr 1 9 3 4. Die Rechnung schließt in der Abteilung Betrieb in Einnahme und Ausgabe mit 200 433,95 Mark, in der Abteilung Vermögen in Einnahme mit 85 724,64 Mark, in Ausgabe mit 31024,73 Mark, mithin mit einem Einnahmerest von 54 699,91 Mark ab. Die Rechnung wurde einftimmig, vorbehaltlich der Nachprüfung durch die Oberrechnungskammer, genehmigt. Im Anschluß an den Verwaltungsbericht wurde der Kreiskassenvoranschlag für das Rechnungsjahr 19 3 6 beraten. Der neue Voranschlag schließt in der Abteilung Betrieb in Einnahme und Ausgabe mit 175 190 Mark, in der Abteilung Vermögen in Einnahme und Ausgabe mit 55 155 Mark ab. An Kreisumlagen sollen unter Beibehaltung der vorjährigen Ausschlagssätze 70000 Mark erhoben werden. Das Vermögen des Kreises beziffert sich auf 96682 Mark, die Schulden sind mit 89 941 Mark ausgewiesen. Der Kreistag stimmte dem Voranschlag in der Fassung des Kreisausschusses zu. Damit war der Beratungsstoff erschöpft. Der Vorsitzende schloß die Sitzung mit dem Treuegelöb- nis des Dogeisbergkreises Schotten für den Führer und mit dreimaligem, freudig aufgenommenem Sieg-Heil-Ruf auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Oie neue Anschrift des Reichssportführers. Die Dienststelle des Reichssportführers, sowie die Büros des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen ziehen am 28. und 29. April, wie bereits gemeldet, in das Haus des Deutschen Sports. Die Anschrift lautet: Haus des Deutschen Sports, Berlin-Charlottenburg 9, Reichssportfeld; Fernsprechanschluß: J 9, 6211. Die Dienststelle des Reichssportführers und die Büros des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen sind daher an den Tagen vom 27. April bis 2. Mai geschloffen. Helmut Fischer in großer Form. Heuer Europa-Rekord im 100-Meler-kraul. Eine ganz glänzende Schwimmleistung vollbrachte unser Freistilmeister Helmut Fischer bei den Olympia-Prüfungskämpfen in Berlin. Der Bremer unternahm einen offiziellen Rekordversuch über die 100-Meter-Strecke, der von bestem Erfolge gekrönt war. Fischer schwamm die Sttecke in 56,8 Sekunden und erreichte damit einen neuen Europarekord. Deutsche Meisterschaften der Gewichtheber. In Möhringen (Württemberg) wurden am Wochenende die Deutschen Meisterschaften der Gewichtheber in der Bantam-, Feder- und Schwergewichtsklasse entschieden. In allen drei Klassen wurde recht erbittert um den Sieg gekämpft und es gab durchweg gute Leistungen. Die Kämpfe in den Drei Klassen ergaben die Endsiege von S ch u st e r (München) im Bantamgewicht mit 530 Pfund, von Walter (Saarbrücken) im Federgewicht mit 580 Pfund und von Manger (München) im Schwergewicht mit 790 Pfund. OerKampf um den Davis-Pokal beginnt Zwei deutsche Siege in Barcelona. Wundervoll klares, sonniges Wetter herrschte in Barcelona, als mit den beiden ersten Einzelspielen des Länderkampfes Deutschland — Spanien der diesjährige Davis - Pokal - Wettbewerb begonnen wurde. Die Platzantage des TC. del Turo war mit rund 3000 Zuschauern restlos ausverkauft. Unter den Ehrengästen befand sich der deutsche Generalkonsul Dr. Köcher. Die große Ueberraschung des ersten Tages war der junge Berliner Henner Henkel, der Spaniens Meister Enrico Maier in drei hart umstrittenen Sätzen nach prächtigem Kampfe 6:4, 7:5, 8:6 schlug. Vorher hatte Gottfried v. (Tramm bereits den 41jährigen spanischen Altmeister Manuel Alonzo 6:3, 6:4, 6:3 geschlagen. Deutschland führt also nach dem ersten Tage mit 2:0 Punkten und benötigt aus den restlichen drei Wettbewerben nur noch einen Punkt zum Gesamt- fiege. Deutscher Sieg auch im Doppel. Am 'Sonntag fiel mit dem Kampf im Doppel die Entscheidung zugunsten unserer Vertreter. Das deutsche Doppel von Cramm-Lund siegte gegen Maier-Blanc 6:3, 6:3, 9:7 und holte damit für Deutschland den dritten entscheidenden Punkt heraus. — Wiederum war der Platz mit 2500 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt. Sie alle zollten den hervorragenden Leistungen der Deutschen den verdienten starken Beifall, wobei besonders die kleine deutsche Kolonie „von sich reden Frankfurter Eröffnungsrennen. Glänzender Start auf der Riederräder Bahn. Ein wunderbares Bild bot sich an dem herrlichen Frühlingstag auf der schmucken Niederräder Bahn den 7000 Zuschauern, die sich zu den Eröffnungsrennen des neugegründeten Frankfurter Rennvereins eingefunden hatten. Eingeleitet wurde der Sonntag mit dem Preis von Hessen-Nassau über 1400 Meter, den der von vornherein überlegene Stahleck, vom Start weg führend, sicher gewann. Der erste Niederräder Sieger in der neuen Rennzeit wurde im Begrüßungs-Flachrennen gesattelt. Trainer Mätzigs Fuchshengst Sa.ro siegte nach einem sehr schönen Ritt von Odlt. W. Hasse im Ziel sehr sicher gegen den Erlenhofer Goliath unter L. Schmeer. Im Preis vom Sportfeld ging Stahl- e ck noch einmal ins Rennen und konnte auch unter dem bayrischen Artilleristen Oblt. K a u p e r t ganz knapp gegen Ilmenau und Stober seinen zweiten Sieg an diesem Tage Heimbringen. Im Preis vom Flughafen Rhein- Main gewann in überlegener Weise ein zweites Niederräder Pferd, O. Silbernagels Edina, die im Ausgleich sehr gut weggekommen war. Nach kurzer Führung von Bema übernahm Edina die Spitze, um sie bis ins Ziel nicht mehr abzugeben. Das Offiziers-Jagdrennen wurde ausgezeichnet geritten. Mika ging zunächst in Führung und kam noch als Erste in den Einlauf, wo Skapa- slow energisch nach vorne gebracht wurde und den letzten Sprung bereits in Führung nahm, als Mika stürzte. Skapaflow siegte so unangefochten vor Dalfin. Das Frankenstein-Jagdrennen wurde unter Führung von Assagai vor Gnade und Jnge- maus bis in die Diagonale gebracht; dort nahm Gnade die Spitze, konnte sich aber gegen die schar- fen Angriffe von Jngemaus nur bis zum Einlaufbogen halten. Jngemaus kam mit klarem Vorsprung in die Gerade und ging als Siegerin durchs Ziel. Im Preis vom Main ging das Feld unter Führung von Perugia auf die Reise, doch nahm gegenüber Luftklappe die Spitze und gab sie erst kurz vor dem Ziel an Aicha ab. Osterluzei, die gegenüber am Schluß des Feldes gelegen hatte, kam mit mächtigem Vorstoß noch auf den zweiten Platz knapp vor Stohno und Luftklappe. 7lS!l. am Start zur Englischen TT. Rennleiter Moore von den Neckarsulmer Werken hat sich nunmehr entschlossen, sich an der Mitte Juni stattfindenden Englischen TT (Tourist Tsophi) mit einer drei Mann starken Stteitmacht zu bebeteiligen. Namentlich sind jedoch die Teilnehmer noch nicht genannt. Europarekord in der 4 mal 200 Meter-Kraul-Staffel Anläßlich des Wasserball-Länderkampfes Ungarn gegen Oesterreich gingen im Budapester Hallenbad auch die ungarischen Olympia-Schwimmer an den Start. Sie erzielten eine ganze Reihe schöner Erfolge, vor allem in der 4 mal 200-Meter-Staffel, wo sie den von Ungarn selbst gehaltenen Europarekord von 9:24,8 auf die kaum glaubliche Zeit von 9:07,2 drückten. Wenn es den Ungarn bei den Olympischen Spielen in Berlin gelingt, eine ähnlich gute Zeit in dieser Disziplin zu schwimmen, so dürste ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehen, in diesem Rennen hinter den Japanern den zweiten Platz zu besetzen. Meisterschasts-Fußballkümpfe. Vorrunden-Schluß der Gaugruppen-Spiele. Gruppe 1, in Dortmund: FC. Schalke 04 ge- gegen Pol. Chemnitz 2:3 (1:0); in Berlin: Berliner SV. 92 — Hindenb. Allenstein 3:1 (1:0). Gruppe 2, in Altona: lob. Eimsbüttel gegen Werder Bremen 1:6 (1:2); in Hindenburg: VR. Gleiwitz — Dikt. Stolp 5:0 (3:0). Gruppe 3, in Frankfurt: Wormatia Worms gegen 1. FC. Nürnberg 2:2 (1:1); in Eßlingen: Stuttgarter Kickers — 1. SV. Jena 1:0 (1:0). Gruppe 4, in Mannheim: SV. Waldhof gegen Fort. Düsseldorf 0:4 (0:2); in Hanau: 1. FC. Hanau 93 gegen Kölner CfR. 3:0 (1:0). -aN^/ j M' / Dor dem Start zur Odenwaldfahrt. — (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anz.) Gießener Paddler startbereit! — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus aller Welt. kontinental-Reifen sanglich wenig erscheinenden reges Leben. Frühe wurden des anfreundlich Wetters In aller auch bei Em Motorrad,zu zweit bestiegen, Macht sicher doppeltes Vergnügen! auch in diesem Wettbewerb wieder ausgezeichnet ab. Oberschirrmeister Frey legte die 180 Kilometer lange und schwierige Strecke, für die eine Zeit von vier Stunden als Fahrzeit gebracht werden konnte, in etwa drei Stunden zurück und sicherte sich damit vor seinen Konkurrenten einen beachtlichen Vorsprung. Die Straßen waren teils gut und teils schlecht. Das Wetter war der Ver- Paddlergilde — 18 Einer bzw. Zweier und ein Zehnerkanadier — zur traditionellen Auffahrt nach der Badenburg. Nachdem man dort eine unterhaltsame Stunde verbracht hatte und nachdem etliche Kameraden vor vielen Zuschauern tollkühne Wehrfahrten unternommen hatten, machte man sich wieder auf dem Heimweg. Für das „Hilfswerk Mutter und Kind" wurde eine Sammlung durchgeführt, die ein gutes Ergebnis zeitigte. Am Abend traf man sich zu einem kameradschaftlichen Beisammensein in der Puloermühle. Der Engelberger Riesen-Slalom in der Schweiz, zu dem auch die Deutschen Christel und Rudi Cranz und der Norweger Birger Ruud gemeldet waren, ist wegen der unsicheren Wetterlage um eine Woche verschoben worden. Aeue Erfolge der Kraftfahrer der Gießener Wehrmacht um von der Luft aus ihre bereits in allen Lichtspielhäusern angekündigten Aufnahmen für ihre Wochenschau herzustellen. Der von der Leitung des Stadions angerufene Luftfahrtminister Lord Swinton hatte es abgelehnt, sich in diesen „Filmkrieg" einzumengen und beschränkte sich auf den Erlaß bestimmter Sicherheitsoorschriften für das Ueberfliegen des Spielfeldes. Auch die Leitung des Wembley-Stadions war nicht untätig geblieben. Um die Aufnahmen aus der Luft so schwierig wie möglich zu machen, wurden 20 Scheinwerfer aufgestellt, die jedem anstaltung sehr günstig. Die Fahrt führte durch die schönsten Landschaften des Odenwaldes, brachte aber verschiedene schwere Prüfungen. Für die Fahrer unserer Wehrmacht war die Fahrt um so schwieriger, als sie die ganze Landschaft kaum kannten und erst kurz vor Antritt der Fahrt den Kurs zur Kenntnis bekamen. konnte Fehling eine Flanke von Szponik unhaltbar einköpfen. Jetzt stellten die Frankfurter um, ihr linker Verteidiger ging in den Sturm und durch diese Umstellung wurden sie bedeutend gefährlicher. Angriff aus Angriff rollte gegen das Gießener Tor, aber immer im letzten Moment konnte ein Gießener durch energisches Eingreifen schon greifbare Erfolge der Frankfurter verhindern. Beim Schlußpfiff hatten die Hiesigen einen glücklichen Sieg errungen, denn auf Grund ihrer Spielweise hatte man den Gästen ein Unentschieden gegönnt. VfB.-R. III — Schiedsrichter-Kameradschaft 4:2. In der ersten Halbzeit lieferten die Schiedsrichter den VfB.-Rern ein gleichwertiges Spiel. Sie mußten jedoch in der zweiten Halbzeit die spielerische Ueberlegenheit der VfB.-Rer anerkennen und wurden verdient in dieser Höhe geschlagen. VfB.-R. Alte Herren — Schiedsrichter-Kameradschaft II 1:1. Beide Mannschaften traten nicht vollzählig an. Sie lieferten sich einen Kampf, der die Alten Herren gestern Luh (VfB.-Reichsbahn), aber auch 1900er Kilo, Bepperling und Jung konnten fallen. Hans Neidel lief sein Rennen, ohne aus Herausgehen zu müssen. Ergebnisse: des VfB.-R. im Vorteil sah. Aus einen Eckball, den der Rechtsaußen einschoß, führten sie bis zur Halbzeit 1:0. In der zweiten Halbzeit machte sich bei ihnen aber gegenüber den jüngeren Schiedsrichtern Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Die Schiedsrichter erzielten den Ausgleich. Kurze (Dportnoiizen. Englischer Pokalsieger wurde am Samstag vor 93 000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion Arsenal London mir 1:0 (0:0) gegen Sheffield United. Der entscheidende Treffer fiel in der 29. Minute der zweiten Halbzeit durch den Arsenal-Mittelstürmer Drake. Arsenal ist zum zweiten Male in den Besitz des wertvollen Pokals gekommen. der GießenerPadd- l e r g i l d e die Boote auf- gebaut, soweit sie nicht schon startfertig in den Bootshäusernlagen. Morgens wurde ein letztes Mal die Flagge des Deutschen Kanuverbandes gehißt. Um 14 Uhr fanden sich dann die Paddler wieder auf ihrem idyllischen Bootsplatz an der Lahn ein, legten die Boote sauber ausgerichtet startbereit auf die Wiese, traten mit ihren Paddeln an und der Vereinsführer Wellhausen hielt die Am gestrigen Sonntag nahmen Angehörige der Gießener Wehrmacht (Panzerabwehr) an einer Zuverlässigkeitsfahrt im Odenwald teil. Gegen stärkste Konkurrenz auch aus anderen Truppenteilen der Wehrmacht, aus den Kreisen des NSKK. und des DDAC. konnten sie sich wiederum glänzend behaupten. Oberschirrmeister Frey und Gefreiter Weiß (beide auf Zündapp mit Seitenwagen) konnten je eine Goldene Medaille erringen, Leutnant Kahl (auf Adler-Kübelsitz) und Gefreiter Weiß (Zündapp mit Beiwagen) sicherten sich je eine silberne Medaille. Gefreiter Seeger, der auf NSU-Solo- maschine teilnahm, errang eine eiserne Medaille. Die Fahrer unserer Wehrmacht schnitten also eine kurze Ansprache. Er erinnerte daran, daß auch der Kanuverband nunmehr in der Front des Reichsbundes für Leibesübungen stehe. Unter der Flagge des Kanuverbandes sei wertvolle Arbeit im Dienste der Volksertüchtigung geleistet worden, unter der neuen Flage des Reichsbundes für Leibesübungen würden die Paddler ebenso einsatzbereit sein, wie sie es bisher gewesen sind. Mit dem Gelöbnis der Treue zur neuen Fahne, bekräftigt mit einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler, schloß der Vereinsführer seine kurze Ansprache. Anschließend starteten die Boote der Gießener Auf allen Bootsplätzen herrschte, trotz 1 100 Meter: 1. Jung (1900) 12 Sek., 2. Kilo (1900) 12 Sek., 3. Kley (VfB.-Reichsbahn) 12 Sek. Mil kaum merklichen Unterschieden passierten die drei Ersten das Ziel. Noch etwas weiche Bahn und Gegenwind ließen bessere Zeiten nicht zu. 800Meter: 1. Bepperling (1900) 2:04,2 Min.; 2. Peters (1900) 2:07.5 Min.; 3. Pfaff (VfB.- Reichsbahn) 2:13 Min. 15 0 0 Meter: 1. Erw. Neidel (To. Heuchelheim) 4:24.8 Min.; 2. Dürrkopp (1900) 4:30.4 Min.; 3. Jmmel (1900) 4:43 Min. 5000 Meter: 1. Hans Neidel (Tv. Heuchelheim) 16:36.4 Min., 2. Pfaff (VfB.-Reichsbahn) 17:47 Min. Weitsprung: 1. Jung (1900) 6,15 Meter; 2. Kley (VfB.-Reichsbahn) 5,91 Meter; 3. Viehl (Tv. 1883 Lollar) 5,91 Meter. Hochsprung: 1. Jung (1900) 1,58 Meter; 2. Kley (VfB.-Reichsbahn) 1,55 Meter; 3. Lepper (To. Alten-Buseck) 1,55 Meter. Kugel st oßen: 1. Luh (VfB.-Reichsbahn) 14,88 Meter; 2. Kilo (1900) 13,23 Meter. Diskuswerfen: 1. Kilo (1900) 40,45 Meter; 2. Luh (VfB.-Reichsbahn) 39,40 Meter; 3. Bepperling (1900) 30,44 Meter. Speerwerfen: 1. Dr. Hopfenmüller 42,02 Meter; 2. Jung (1900) 40,32 Meter; 3. Erw. Neidel (Tv. Heuchelheim) 37,34 Meter. VfB.-Reichsbahn Gießen. Auch Germania Frankfurt mit 2:1 geschlagen. Von allen Frankfurter Mannschaften, die wir bis jetzt hier gesehen haben, hinterließen die Germanen den besten Eindruck. Sie führten zeitweise ein fehlerfreies Kombinationsspiel vor und es war erstaunlich, wie die ganze Mannschaft eingespielt war. Fast jeder Spieler von ihnen hatte an Schnelligkeit und Körperbeherrschung den Hiesigen etwas voraus. Ihr Tormann spielte fehlerlos, an den zwei Erfolgen der Gießener war für ihn nichts zu halten. In der Verteidigung überragte der linke seinen Partner, die Läuferreihe zeigte ausgeglichenes Können. Im Sturm waren die Flügel die treibenden Kräfte. Der Jnnensturm ließ wohl im Zusammenspiel nichts zu wünschen übrig, man vermißte aber auch hier die nötige Schußkraft. Demgegenüber waren die Gießener zeitweise nicht in der Form, in der wir sie in den letzten Spielen gesehen haben. Balsers mangelnde Fangtechnik zeigte sich öfters besonders kraß. In der Verteidigung war Leutheuser II, wie gewohnt, sicher. Leutheüser I hatte einen schwachen Anfang, konnte aber im Laufe des Spieles feine gewohnte Form erreichen. In der Läuferreihe war es neben Knaus besonders Hauptfeld, der immer wieder durch weite Schläge den Sturm nach vorn warf. Leider bildete der Sturm bis zur Halbzeit keine Einheit. Die Frankfurter hatten Anstoß, der jedoch sofort von Lehrmund abgefangen wurde. Einen Freistoß für die Gießener schoß Lehrmund in aussichtsreicher Stellung daneben. Als Anthes verkehrt sprang und sich selbst verletzte, gelang es den Frankfurtern, eine Feldüberlegenheit zu erringen. Ein Flankenlauf ihres Rechtsaußen: seine Flanke kam zu dem freistehenden Linksaußen, der, für Balser unhaltbar, in die rechte untere Ecke schoß. Die Gäste hatten damit eine verdiente Führung errungen. Weiter waren sie im Angriff, ihr Linksaußen vergab kurz hintereinander zwei sichere Torgelegenheiten. Verschiedene Ecken brachten jedoch nichts ein. Bei Halbzeit waren die Aussichten der Hiesigen für die zweite Spielhälfte nicht aussichtsreich. Es kam jedoch anders. Die VfBer hatten Seuling in die Mannschaft genommen, eine Maßnahme, die sich bewährte. Sie konnten das Spiel jetzt wieder offen gestalten, es wollte ihnen aber zuerst nichts gelingen. Hierdurch entmutigt, schien es so, als wollte die Mannschaft auseinanderfallen. Aber gerade in dieser Krise war es der linke Flügel der Hiesigen, der sich gut durchsetzte. Ein Linienspiel von ihm und Lehrmund flankte auf die Torecke, Fehling erreichte den Ball mit dem Kopf, aber der Frankfurter Verteidiger, auf der Torlinie stehend, konnte den Ball zur Ecke köpfen. Diese wurde abgewehrt. Sofort waren die Gießener wieder im Angriff und Lehrmund nahm im Lauf eine Flanke Fehlings mit dem Kopf und den von der Latte abfpringenben Ball konnte Seu- lig zum Ausgleich verwandeln. Kurze Zeit später waren noch vertreten England, Frankreich, Holland, Norwegen, Oesterreich, die Schweiz und die Tschechoslowakei. Veranstaltet wurde das Turnier vom Internationalen Amateur-Tanz-Verband von Europa in Gemeinschaft mit dem Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes und der Kurverwaltung Wiesbaden. Das englische Meisterpaar Herr Wells und Fräulein S i s s o n s (London) hatte, wie schon so oft in den letzten Jahren, auch bei diesem stark besetzten Turnier keine Gegner zu fürchten. Das Paar wurde mit beträchtlichem Punktvorsprung Europameister vor Herrn L o t t e r s b e r g e r - Frl. B ö s s e l (München), sowie den Paaren Novotny-Romlerova (Prag) und Blumberg-Kewel (Köln). Großfeuer im Schwarzwald. In der unweit von Schönau (Schwarzwald) gelegenen Ortschaft Tunau brach aus noch nicht ge-. Härter Ursache Feuer aus, dem innerhalb kurzer Zeit trotz angestrengter Bemühungen der Feuerwehr vier Doppel- und vier Einfamilien-Wohnhäu- ser zum Opfer fielen, darunter das Wirtshaus „Zur Tanne" sowie das Schulhaus. Bei den in Schutt und Asche gelegten Bauernhöfen handelt es sich durchweg um schöne Bauernwirtschaften. Zwölf Familien und der Lehrer der Gemeinde — über 80 Personen — wurden obdachlos. Don den Hauseinrichtungen konnte so gut wie nichts gerettet werden; dagegen gelang es, sämtliches Großvieh in Sicherheit zu bringen. Ein guter Fang der Zollfahndungsstelle Köln. Der Zollfahndungsstelle Köln gelang es, in Zusammenarbeit mit dem Bezirkskommissariat eine Schmugglerzentrale an der Westgrenze auszuheben. Bei dem Anführer der berüchtigten Schmugglerbande handelt es sich um einen 32jahri- gen arbeitsscheuen Burschen aus Hallenschlag in der Eifel, den seine häufig geglückten Schmuggelunternehmen so kühn gemacht hatten, daß er in letzter Zeit den Schmuggel mit Kraftwagen auf Nebenwegen über die Grenze betrieb, wobei Ladungen bis zu 14 Zentner eingeschwärzt wurden. Dieser Großschmuggler und Devisenschieber hielt sich selbst im Hintergrund und ließ die mit Lebensgefahr verbundenen Fahrten durch junge Leute ausführen. Nunmehr gelang es, ihn in mehreren Fällen als den Urheber der Schmuggelunternehmen und Eigentümer der Ware, die meist aus Tabak, Kaffee und Schmalz bestand, zu Überführen. Nebenher betrieb er auch den Schmuggel mit Silbergeld. Nicht selten wurden die Beträge in Handtaschen Don ’ jungen Mädchen versteckt, die er zu Spazierfahrten an die Grenze einlud. Ein größerer Kreis von Helfern und Abnehmern des Schmuggel- gutes ist bereits ermittelt. Fünf Personen, darum ter der Haupttäter, befinden sich in Haft. Großer Erfolg der Internationalen Hundeausstellung in Köln. Der 3. Reichssieger-Ausstellung des Reichsver- bandes für das deutsche Hundewesen in Köln war ein großer Erfolg beschieden. Im Zuchtgruppenwettstreit waren fast alle bekannten Zwin- ger mit ausgesuchtem Material in allen Rassen vertreten. Bei der Beurteilung der Spitzengruppen sicherten sich die Dachshunde v. d. Sauhatz den Ehrenpreis des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern. In der Gruppe der Gebrauchshunde wurde in der Abteilung „Diensthunde" die Schäferhundgruppe von Walburgitor Sieger und erhielt den Ehrenpreis des Reichskriegsministers. Im letzten Ausscheidungskampf um den Titel des besten Hundes der Ausstellung wurde der Bernhardiner Banjo v. d. Bärenau zum besten Hund der Ausstellung erklärt. Er gewann den großen Preis des Führers und Reichskanzlers. 350 000 Feslmeter Nutzholz vernichtet. Die Verwüstungen in den Waldbeständen innerhalb des Regierungsbezirks Koblenz durch den starken Schnee sturm der vergangenen Tage erweisen sich als umfangreicher als zuerst angenommen wurde. Nach einer ungefähren Schätzung belauft sich der gesamte Windbruchschaden im Regierungsbezirk Koblenz auf rund 350 000 Festmeter Nutzholz. Hauptsächlich wurde Wipfelbruch festgestellt. Durch die starken Schneelasten wurden den Bäumen häufig die Kronen abgebrochen. Betroffen wurden meistens die Altersklassen von 20 bis 60 Jahren. Es wurden etwa 40 000 Bäume Grotesker „SufKricg" Über einem englischen Iußba»feld. Beim Endspiel um den Pokal des englischen Fußballbundes im Stadion zu Wembley spielten sich ungewöhnliche Szenen ab. Die Verwaltung des Stadions hatte von den großen englischen und amerikanischen Filmgesellschaften 2000 Pfund für die Berechtigung, das Spiel zu filmen, gefordert. Die Gesellschaften wollten aber nur 500 Pfund bezahlen und entschlossen sich zu außerordentlichen Maßnahmen. Sie mieteten vier 21utoairoflua3euae und aehn weitere Muickiinen Handball um die Deutsche Meisterschast. Gruppe 1: in Oppeln: Post Oppeln — Hinden- bura Bischofsburg 10:5 (3:2); in Leipzig: Mil. TSA. Leipzig — Berliner SV. 92 8:7 (4:4). Gruppe 2: in Hannover: Post Hannover — MSV. Magdeburg 7:14 (3:7); in Stettin: KTV. Stettin — Oberalster Hamburg 6:15 (1:7). Gruppe 3: in Fürth: Spogg. Fürth — To. Altenstadt 6:5 (2:3); in Minden: Hindenburg Minden — Tvg. Obermendig 10:4 (7:2). Gruppe 4: in Darmstadt: Mil. SV. Darmstadt — SV. Waldhof 9:6 (5:3; in Kassel: Kurh. Kassel — Rasp. Mülheim 9:14 (5:10). Handball imKreis Lahn-DittlGanXII) Wlv. I — Butzbach I 10:8. Am gestrigen Sonntag standen sich in Butzbach die 1. Mannschaft vom Mtv. Gießen und Tusp. Butzbach gegenüber. Die Gießener konnten sich einen 10:8-Sieg sichern. Die Jugendmannschaften beider Vereine hatten ebenfalls eine Begegnung ausgemacht. Das Spiel endete 10:12 für die Gastgeber. (Wir berichten noch darüber.) Leistungsproben der Gießener Trainingsgemeinschast. Die gestern auf dem 1900-Sportplatz abgehaltenen Prüfungswettkämpfe der Gießener Trainingsgemeinschaft zeitigten Leistungen unterschiedlicher Natur. Wenn neben ansprechenden Ergebnissen schwächere Leistungen zu registrieren waren, so lag das einmal an der noch recht frühen Saison, zum anderen aber auch an dem Umstand, daß eine Anzahl guter Könner durch Versetzungen usw. der Gießener Leichtathletikgemeinde verloren gegangen sind. Als am weitesten fortgeschritten erwies sich Lichtkegel entgegenwerfen sollten. Außerdem erhielten 200 Mann den Auftrag, sich unter die geroalti- gen Zuschauermengen zu verteilen, um zu verhindern, daß sich Kameraleute der Filmgesellschaften trotz des Verbotes in das Stadion schmuggelten. Weitere 100 Personen bemühten sich mit Feldstechern, Uebertreter des Filmoerbotes ausfindig zu machen. Daß die Abwehrmaßnahmen der Stadion- behörden an Gründlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen, geht aus dem Appell an die Zuschauermassen hervor, jeden Kameramann gegen Auszahlung von einem Pfund Sterling zur Strecke zu bringen. Wahrscheinlich werden trotz alledem die Filmgesellschaften das Rennen machen, wenn ihre Spekulation auf die Neugier der breiten Massen, die sicher sehr mangelhaften Luftaufnahmen in der Wochenschau zu sehen, richtig ist. Die Beisetzung des verunglückten Wolfgang Nowack. Auf dem Luisenfriedhof im Berliner Westend erfolgte die Beisetzung des 7jährigen Wolfgang N o - w a cf, der nach der Truppenparade am 20. April in Charlottenburg in feiner Begeisterung für unsere Wehrmacht das Opfer eines unseligen Unglücksfalles geworden war. Die Friedhofskapelle konnte kaum alle aufnehmen, die Anteil nahmen an dem Tode des Jungen. Neben den fchmerzge- beugten Eltern, die ihr einziges Kind zu Grabe trugen, fah man Vertreter der Parteigliederungen, des Staates und der Wehrmacht. Eine Abordnung der Reichsjugendführung trug den aus Heckenrosen und Lorbeer zusammengesetzten herrlichen Kranz des Führers. Nach der Trauerrede wurde der Sarg durch ein langes Spalier von Abordnungen des Jungvolks und der HI., der Jungmädelschaft und des BDM. zur Gruft getragen. Internationales Tanzturnier in Wiesbaden. Zu dem Wiesbadener Tanzturnier um die Euro pamei ft erschaff im Gesellschaftstanz hatten acht Nationen ihre besten Tanzpaare entsandt. Außer Deutschland, für das ein nord-, ein west- und ein süddeutsches Paar starteten. Tag des Kanusports - Anpaddeln in Gießen Gestern eröffneten alle Kanuvereine im Reichsbund für Leibesübungen die Paddelfaifon 1936. \s Q E ■O E 3=0 E S 3 *0 M° - « c 0 •£ # « 3 - C CES u j.'j £ 4» «» «S = = o £e=£o«/ L ?E^ 6, o _.S =3^8^15 'Eö-E o o nhi«? c Ä 0 o a E C B 4, ,E u 5 e 3 (£ E 4»-—2 ? E = o t B- E y — j Gmckchcx MMWi