tW U n bie^ ! Schüler ZK bekennen.^ 'inItz *2*5 <ÄÄJ J1900 ®iefl.ri ®ie6«n) 41,$ l®,eM. 123 ™eltr- $in ä««| >■») H,9 6el.fl lem scharfen End- -r noch führendem 'fel: 1. Stoll, Gießen 58,4 Sek. Dapper und L Schmidt MfL.-L chtungserfolge ki ’• elheim. । des DfL. Dir, • :t drei Mann du, . Erfolgen komm steter und mürbe alowitz, Stollwerf Neide! führte bis n dann aber de« ; t gewachsen. «OO-Meter-Louf in g (16:37 Minuten! Minuten). Zn der nq und vergrößerie :er. - 21. Kehr Harfen Konkurrent r. Raufen. 3:2. :\U M* [\ \)U spielten dov® weiten wurden^ [ konnten die f® >re erzielen, de^ gegeniefeen W --Sieg für w »tizen. -Rekord sch°M' Länderkampf tzizn -Kraulstaffel. ie von Ungarn p men neuen Leistungen^ Uem durchgesM» ÜL B-MeteM '»->» und « * rtfu» Melnkotz ann ;kLÄ-s Ä s--°» •*** ^-„nerka^ '7,- Er. 199 Erster Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 26.August 1936 tffcheuu rügltch, au feer L-mttag» und Feiertag» ktlagen: Die Olluftrierte (iefeener Familienblätter (etmat im Bild • Die Scholl, Monatt-Vezugrpretr: Nil 4 Beilagen T TL 1.95 tchne Illustrierte e 1.80 t^Lellgebühr .. , - 25 Imch bei Nichterscheinen »in einzelnen Nummern stsolge höherer Gewalt 5er«sprechansch!üffe nter Sammelnummer 225) Inschrift für Drahtnach. rchten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: s ankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Uulverfitüts-Vuch- und Steindruckerei 8. Lange in Siehrn. Schriftleitung und SeschSftrftclle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25^ mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige löelegenheitsanzei- yen 5 Nps. .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lamm gegen das wieShaos : s ch a f t s a u s s ch u h der B l6ri o t-Werli der Madrider Linksregierung als Geschenk darbringt. Plakate verkündebn: „Für das republikanische Spanien und für ?ie Sicherheit Frankreichs." Nach dem „Oeuvre" >1! die Kundgebung von 80 000 Personen besucht gewesen fein. Der Gewerkschaftsfüh:« Iouhaux, dessen Name auf der Teilnehmerin stand, war wegen Unpäßlichkeit nicht erfdjie« nen. Dagegen saß auf der Ehrentribüne ein Vertreterin der spanischen 9 r a neu« misiz im blauen Werkanzug als Uniform, Appel umgeschnallt. Ihr Erscheinen löste bei den Qn- wesenden große Beifallskundgebungen aus. Zu ‘Sc- gina marschierten Arbeiterabordnungen auf, die M den Zuschauern mit dem Ruf „Flugzeuge für Genien" begrüßt wurden. Nachdem ein radikalsozialistischer n e r auf die „Gefahr" eines Sieges des FaM mus in Spanien hingewiesen hatte, warnte )tt sozialistische Redner des Abends, Z y r o m s k y, « einer Dogelstvauß-Politik. „Wir müssen", so erllärlt er, „aktiv genug sein, damit unter bum Druck der Volksmassen unsere Dtegioe- rung durchsetzt, daß jede Versorgung fiter spanischen .Aufständischen' unterbleibt unb öoW Handelsfreiheit mit der gesetzmäßigen Regierung Spaniens gegeben ist und diese sich in 9randre i d) Waffen und Munition verseh och f e n kann. Der kommunistische Redner T l)on| versuchte das Schreckgespenst einer Einkreisung um) Niederwerfung Frankreichs durch Deutschland n die Wand zu malen. Auch er verlangte Handsl- freiheit zugunsten der Regierung von Madrid. Französischer Reserveoffizier als Befehlshaber eines ausländische Freiwilligen-SeschwaderS in Madrid. Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die row listische „Action Fran^aise" behauptet, daß ein französischer Fliegeroffizier der Reserve ein schwader ausländischer Frei willig! in Madrid befehlige. Das Blatt fragt, ob k französische Luftfahrtminister dem betreffenden 'fr seroeoffizier d i e Genehmigung erteilt hak in eine fremde Armee einzutreten und umi nicht, welche Maßnahmen er zu unternehmen denke, um den französischen Reserveoffizier aus $ französischen Reserve-Offiziersliste ftreidjen « lassen. Gchach-Olympiade München 1936 Die noch unbeendeten Partien der 12. unb 1J Runde wurden am Dienstagabend roeitefgefp!‘ Der Deutsche Heinicke gewann seine PaKie c8 der 13. Runde gegen den Tschechen Pelikan.^ Kampf Carls gegen Hromadke konnte n< zu Ende geführt werden. Doch steht Carls klar £ Gewinn. Er hat einen Turm und Springer |®$! zwei Mehrbauern gegen Turm und Läufer feM Gegners. Die übrigen Wettkämpfe der 13. W’ brachten Bulgarien — Jugoslawien 1:7, Norweal — Frankreich 7:1, Estland — Holland 51 Br asst i en — Oesterreich 1:7, Finnland — Dänem^ 1:7, Ungarn — Litauen 5:3, Italien — Qslanb Rumänien — Lettland 1:7, Tschechoslowakei ' Deutschland 3*/, :3*/s (eine Hängepartie), 64cli — Pole? 21/s:51/>; spielfrei Polen. Von den Kä^ fen der 12. Runde fiel auch die Entscheidung fchen Dänemark und Brasilien. Die Dänen W mit 5:3. Litauen — Finnland endete 3Vt:4Vt w Finnland, während Polen gegen die Tschechosl»'^ fei mit 5:3 gewann. Aus bet 11. Runde sind folgende Endergebnisse nachzutragen: Schweden' Frankreich O1/?:!1/», Rumänien — Polen 2:6, filien — Litauen 21/z:51/a. Meine politische Nachrichten Präsident Roosevelt gab bekannt, daß &1' amerikanische Botschafter in Pan!- Strauß, aus Gesundheitsgründen zurück -' treten ist. Zu seinem Nachfolger wurde der w herige amerikanische Botschafter in Moskau, ® 11 Ii t, ernannt * Der Kultusminister des australischen Neusüdwales mit dem Sitz in Sydney, D rrn» m o n t, befindet sich auf einer Studienreise »in Deutschland. Er mürbe im ReichserziehungsmiM^ rium von Ministerialdirektor Prof. Dr. Dahu' empfangen und wird unter Betreuung durch M' Mentzel in Berlin höhere technische Fachsch^ die Technische Hochschule und ForschungsanstcD besichtigen. Ss ist/ «tdeuiung- Cet W- alle « .i < Um <; leit W ® andere Iolio-e N W füllt m -e lens vier !aU g aerungJW zwar bei d- bigung und ig Monate. Selbstvers Allgemeine st-hi £' Dienstpflicht Einstellung die W.PI schließt. Lis MnSahrgan folge des M -je Zwanzig Dienst stnd i Dienst mit Schreiber, i Zeitdauer e servisten, b und in die zialabteilur eingestellt Ziviltätigke spiel der S meister als Außerdem gen Unfall im Kriege Verwaltung I Lestimmur i im Kriege | falle ohne . dilitö" ei! ; Hebungen setzliche D halten. All Umständen „außerhalt ‘ sten Zahn ? farbigen 3 chen weiß . zugleichen. Bei eine, in Oriec 'beträgt. 3 Wehrpflicht mM Monate. 9 Voraussetz der seit fchen Juo Opierwill große Ar aktiv bei Jen Waff Reserve \ gen statt, bienten 3ugofl eine 18m . streitkräft« zeit. Pole! Mgemein Der Mgl psücht'oon seh über pflichtet di 1 Es Es Meine politische Nachrichten Ein neues Aulo-Oel von nie erräditerReinheit! 111 ieroel=== .1 SehxniexstöfEzr *»v MW «Jl 0 RH ■■ Ofobiloel ehr als Schmieroel - reiner Schmierstoff I gU£ 1)3 das unveri die beide Paul ihrer der Erkenntnis verschließen, daß sich hierdurch gewisse Spannungen am Wohnungsmarkt ergeben haben. Wie hoch nun im Augenblick der Wohnungsfehlbedarf zahlenmäßig ist und nach welchen Methoden man ihn berechnen soll, darüber sind viele aufschlußreiche Untersuchungen angestellt worden. Für mich als den für die Wohnungsbeschaffung verantwortlichen Minister genügt auf jeden Fall die Feststellung, daß zur Zeit Hunderttausende von Wohnungen fehlen, und zwar auch dann, wenn man außer Betracht läßt, daß leider noch viele unserer Volksgenossen in Unterkünften Hausen müssen, die den Namen einer Wohnung gar nicht verdienen. Welche Folgerungen Hal die Reichsregie- rung aus dieser starken Zunahme des Wohnungsfehlbedarfs gezogen? Das Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt brachte vor allem die Gefahr von ungerechtfertigten Miets st eigerungen mit sich. Diese mußten unter allen Umständen verhindert werden. Es ist ein allgemeines Ziel der Reichsregierung, die Preise zu halten. Den Grund bilden Erwägungen der Lohn- und Wirtschaftspolitik. Ein Ansteigen der Löhne muß verhindert werden, da es die Ausfuhr erschweren und damit ungünstige Rückwirkungen für die deutsche Wirtschaft haben würde. Die Miete bildet einen wesentlichen Teil der Ausgaben der minderbemittelten Bevölkerungs- Dom 27. bis 30.August findet in Kiel die 57. Tagung des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine statt. Aus Anlaß dieser Tagung gewährte Reichsarbeitsminister S e l d t e einem Mitarbeiter ein Interview, das wir nachstehend veröffentlichen. Wan hört jetzt viel von Wohnungs- mangel und vom Ansteigen des Fehlbedarfs an Wohnungen. Dabei ist doch bekannt, daß feit der Machtübernahme ein kräftiger Aufschwung in der Wohnbau- täligkeit eingetreten ist. Wie erklärt sich die Zunahme des Wohnungsmangels, die zunächst unverständlich erscheint? DEUTSCHE VACUUM DEL AKTIENGESELLSCHAFT HAMBURG v. Teil - Ausscheidung unerwünschter ■; Anteile ., ist tatsächlich erstaunlich, daß der Wohnungsfehlbedarf angestiegen ist, obwohl der Zugang an Wohnungen von rund 141 000 im Jahre 1932 auf rund 178 000 im Jahre 1933, auf rund 284 000 im Jahre 1934 und auf rund 241 000 im vergangenen Jahre gesteigert werden konnte. Die Erklärung für diese Zunahme des Wohnungsfehlbedarfs ist also nicht etwa in schwacher Neubautätigkeit zu suchen, sondern in der Tatsache, daß die allgemeine Wirts chafts- belebung zu einer erheblichen Steigerung der Nachfrage nach Wohnungen geführt, und daß vor allen Dingen die Zahl der Eheschließungen sprunghaft zugenommen hat. Das sind gewiß sehr erfreuliche Zeichen der Gesundung und Wiedererstarkung unseres Volkes. Auf der anderen ©Hie darf man seine Augen nicht vor Rohoel enthält von Natur aus neben erstklassigen Schmierstoffen unerwünschte und schädliche Kohlenwasserstoff-Gruppen, wie Teere und Harze, die Rückstände an Kolben, Ventilen und Ablagerungen im Kurbelgehäuse bilden. Was durch die bisherigen Raffinationsmethoden unmöglich war, ist jetzt durch ein umwälzend neues Verfahren gelungen: restlos alle schmierungsfeindlichen Anteile auf physikalischem Wege durch neuartige Lösungsmittel aus dem Rohoel herauszulösen. Nach diesem Verfahren wird aus deutschem Rohoel in neuen deutschen Werksanlagen das neue Mobiloel hergestellt. Es ist reiner Schmierstoff, frei von allen Rückständen. Sofortiger Oelwechsel lohnt sich! Reihe von Gesetzen, deren Ziel es ist, Planmäßigkeit und Ordnung in den Wohnungsbau hineinzubringen und ihn damit letzten Endes zu fördern. Welche Arten von Wohnungen müssen hauptsächlich gebaut werden? 1 7, Mr P' in' NC W r- lei Geschlechts vom 17. bis 60. Lebensjahr zu solchen Diensten und Arbeiten, die unmittelbar oder mittelbar zum Schutz des Landes erforderlich sind. Das Gesetz über Kriegssachleistungen verpflichtet alle Einwohner Polens, im Kriege alle für die Kriegsführung erforderlichen Geräte, Grundstücke und industrielle sowie landwirtschaftlichen Betriebe dem Staate zur Verfügung zu stellen und bereits im Frieden auf Anforderung die für die Kriegs- erzeugung erforderlichen Geräte und Maschinen bereitzustellen. Die aktive Dienstzeit beträgt für die Infanterie 18 Monate. Kavallerie und reitende Artillerie dienen zwei Jahre einen Monat, Marine 2 Jahre 3 Monate. Eine längere als einjährige Dienstzeit kennen überdies auch Portugal. Hier beträgt die aktive Dienstzeit vier Jahre, auch wenn diese Jahre nicht voll abgeleistet werden. Ebenfalls beträgt die gesetzliche Dienstzeit in der aktiven Armee Rumäniens zwei Jahre, während sie in der Marine, im Grenzschutz und in der Gendarmerie auf drei Jahre festgesetzt ist. Und endlich die rote Armee der Sowjet- Union: die „Rote Arbeiter, und Bauernarmee" besteht aus dem stehenden Heere und den Territorialtruppen. Die Kadertruppenteile stellen all- alle unbeständigen und . ■ schädlichen Anteile ■ A Ae WchrpMI der anderen. (5 ist gerade in diesen Tagen von besonderer Beeutung, einen Blick nicht nur auf Deutschlands llcijbarn, sondern auch auf die anderen Mächte n »er Welt zu werfen, um einmal zu sehen, in Decher Weise dort die Wehrpflicht durchgeführt Di ). Vorerst einmal muß festgestellt werden, daß il.e Nachbarn Deutschlands mit einer inigen Ausnahme in ihrem Lande die All gerinne Wehrpflicht durchgefuhrt haben. hn mit Belgien zu beginnen: hier dient em u der Einberufenen acht bis zwölf Monate. Ein !n?re Teil aber dient länger als ein Jahr. In 3 j i D i e n, das ebenfalls die Allgemeine Wehr- silcht kennt, dauert der aktive Dienst bei der Fahne ,ri Jahre. Die Wehroerhältnisse des britischen \ r p e r i u m s sind anders gelagert, weil es sich sie um ein stehendes Freiwilligenheer handelt. Es nii heroorgehoben werden, daß dieses Heer durch- ichittlich mit zwölfjähriger Dienstzeit -e 'slichtet wird. Davon dient allerdings ein Teil UN Durchschnitt sieben Jahre aktiv, während der fxi in der Armeereserve dient. Bei den regulären blichen Truppen dauert die aktive Dienstzeit min- )es-ns vier Jahre. Bei der Armee von Neusee- dt ist eine Verpflichtung auf fünf Jahre not- Dtibig. Auch in E st l a n d hat man eine Verlän- 'jenng der einjährigen Dienstzeit durchgeführt, und lirr bei den technischen Truppen der Küstenvertei- ) iping und der Marine. Hier beträgt die Dienstzeit In Erwiderung des von dem Gouverneur der Bank von Frankreich vor drei Wochen in Berlin abgestatteten Besuches begibt sich Reichsbankpräsident Dr. Schacht nach Paris. Wenn auch der Besuch in erster Linie ein Akt der Höflichkeit ist und Verhandlungen über aktuelle Probleme mit ihm nicht verbunden sind, so ist er doch als ein Zeichen des Bestrebens zu werten, durch Vertiefung persönlicher Beziehungen zur friedlichen Förderung der internationalen Lage beizutragen. jährlich im Herbst ein bestimmtes Rekrutenkontin- gent ein, das nach zweijähriger aktiver Dienstzeit als beurlaubt entlassen wird. Es muß aber betont werden, daß einmal in der letzten Zeit noch sehr erhebliche Verschärfungen des Wehrgesetzes vom Jahre 1930 durchgeführt wurden und daß zum anderen in der Sowjetunion eine Ausbildung vor der Einberufung vorgenommen wird, die sich im 20. und 21. Lebensjahre vollzieht. Diese Ausbildung dauert zwei Monate, und das Ziel der Ausbildung ist, die Jugend in der Handhabe der Waffen soweit zu fördern, daß sie bei der Einziehung zum aktiven Dienst bereits in der Truppe Verwendung finden kann. Dazu kommt aber noch weiter eine Ausbil- düng außerhalb der Truppe, die fünf Jahre umfaßt. Während dieser Zeit finden an Ausbildungspunkten meist bei den Truppenteilen Ausbildungsversammlungen statt, deren Gesamtdauer sechs Monate nicht überschreiten darf. Und endlich gibt es noch eine höhere Ausbildung außerhalb der Truppe, die ebenfalls drei bis vier Monate dauert. Der bisherige einjährige Dienst, der für bestimmte Gruppen von Studierenden vorgesehen war, ist abgeschafft. Jetzt müssen alle zwei Jahre dienen. Lebenshaltung durch zweckmäßige Nutzung des Gartens nachhaltig zu verbessern. Leider zeigt sich in dem sehr erheblichen Sektor der Neubautätigkeit, der sich ohne öffentliche Hilfe vollzieht, die Neigung, verhältnismäßig groß und aufwendig zu bauen. Dadurch wird der Anteil der Kleinwohnungen am Gesamtbauprogramm zu stark herabgedruckt. Das ist in mehr als einer Hinsicht zu bedauern. Für den Wohnungsbau steht nur eine beschränkte Kapitalmenge zur Verfügung. Eine ganz einfache Ueberlegung führt zu dem Ergebnis, daß mit dieser vorhandenen Kapitalmenge um so mehr Wohnungen geschaffen werden können, je bescheidener und einfacher sie ind, und daß umgekehrt der Umfang des Wohnbauprogramms erheblich verkleinert wird, wenn kostspielige Wohnungen gebaut werden. Bei dem augenblicklichen Wohnungsmangel finden sich selbstverständlich Mieter, die notgedrungen, wenn auch unter schweren Opfern, die kostspieligen Wohnungen mieten, die in nicht unbeträchtlicher Zahl gebaut werden. Ich kann aber die Befürchtung nicht unterdrücken, daß in einigen Jahren, wenn die schlimmste Wohnungsnot überwunden ist, die Mieter dieser teuren Wohnungen sich nach billigeren Wohngelegenheiten umsehen, und daß dann Kapitalverluste eintreten. Aber auch wenn — privatwirtschaftlich gesehen — ein teures Bauvorhaben auf die Dauer rentabel ist, ist damit noch nicht getagt, daß es volkswirtschaftlich erwünscht und gesund ist; denn es ist nicht sinnvoll, solche Wohnungstypen zu bauen, die in unserem Wohnungsbestand genügend vertreten sind, weil bann lediglich die bereits vorhandenen Wohnungen dieser Art allmählich geleert werden. Ich habe es daher sehr begrüßt, daß kürzlich von einer Wirtschaftskammer und auch aus Kreisen des Haus- und Grundbesitzes heraus vor einem solchen Vorbeibauen am tatsächlich dringendsten Bedarf gewarnt worden ist. Ich kann diese Warnung nur nachdrücklich wiederholen. Der Bedarf an teuren Wohnungen ist im wesentlichen gedeckt. Jetzt kommt alles darauf an, Kleinwohnungen mit erschwinglichen Mieten zu bauen, die den tatsächlichen Einkommensverhältnissen der breiten Bevölkerungsschichten ange- paßt sind. Für solche Wohnungen wird auf viele Jahrzehnte hinaus eine ftänbige Nachfrage bestehen, so daß hier Kapitalfehlleitungen ziemlich ausgeschlossen erscheinen. Baut nicht am -ringenden Bedarf vorbei! Eine Unterredung mit Reichsarbeitsminister Seldte. schichten. Eine allgemeine Steigerung der Mieten konnte nicht zugelassen werden. Mit Wirkung vom 1. Mai dieses Jahres erfolgte daher eine Neu- regelung des Mieterschutzes. Das Reichsmietengesetz wurde völlig neu gefaßt, das Mieterschutzgesetz in einer Reihe von Punkten geändert. Das Reichsmietengesetz regelt die Höhe der gesetzlichen Miete, das Mieterschutzgesetz schützt den Mieter gegen ungerechtfertigte Kündigungen, namentlich gegen eine Kündigung, die etwa lediglich zum Zwecke einer Mietpreissteigerung erfolgt. Beide Gesetze galten ursprünglich für sämtliche Wohnungen und Geschäftsräume. Mit der fortschreitenden Milderung der Wohnungsnot wurden sie für Geschäftsräume und später auch in zunehmendem Maße für Wohnungen außer Kraft gesetzt. Auch soweit sie noch galten, verloren durch Neuvermietung immer mehr Wohnungen, namentlich auch Klein- und mittlere Wohnungen, den Mieterschutz. Dies erschien bei der geschilderten Lage des Wcch- nungsmarktes und der Gefahr der Mietpreissteigerung nicht mehr tragbar. Durch die Neuregelung wurde daher vor allem der weitere Abbau des Mieterschutzes eingestellt und auch im übrigen wurden die Gesetze wieder wirkungsvoller gestaltet. Hierdurch ist jedoch das Endziel, der allmähliche Abbau dieses nur aus einer betonteren Notlage auf dem Wohnungsmarkt zu rechtfertigenden Sonderrechts, nicht uufgegeben worden. Nur weil durch die Zunahme der Wohnungsknappheit das Schutzbedürfnis der Mieter sich stark verschärft hat, kann zunächst der Mieterschutz nicht weiter ab geb aut werden, sondern muß im wesent- lichen in seinem Bestand erhalten bleiben. Das Ziel aber steht unverrückbar fest: Beseitigung der Wohnungsnot und Wohnungsknappheit durch Neu- bautätigkeit. Durch welche Maßnahmen sucht die Regierung die Neubautätigkeit zu fördern? Trotz der gewaltigen Leistungen, die das Reich zur Wiedergewinnung unserer Wehrhoheit auf sich genommen hat, sind seit der Machtübernahme V e • träge von weit über einer Milliarde Mark vom Reich zur Erhaltung des vorhandenen Wohnraums und zur Beschaffung neuer Wohnungen ausgegeben worden. Ich erinnere beispielsweise an die Reichszuschüsse für die Woh- nungsinstandsetzungen und Wohnungsteilungen. Durch diese Zuschüsse ist nicht nur der Hausbesitz in seinem Bestände verbessert worden: es konnten auch durch Teilung oder Umbau rund 250 000 Wohnungen gewonnen werden. Auch für Kleinsiedlungen, Bolkswohnungen, Landarbeiter- eigenheime und sonstige bescheidene Wohnungen hat das Reich hohe Beträge ausgeworfen. Einen sehr wichtigen Rückhalt für die Finanzierung des Wohnungsbaues bilden im übrigen die Bürgschaften, die vom Reich für nachftellige Wohnbau- hypotheken übernommen werden. Es sind bereits für annähernd 300 Millionen Mark solche Bürgschaften übernommen worden. Weiter sind zu nennen die weitgehenden Steuerbefreiungen, I die für Neubauten gewährt werden, sowie eine I8Monate. selbstverständlich hat auch Frankreich die Hl.emeine Wehrpflicht eingeführt, und zwar bete für die weißen Franzosen die Allgemeine Omstpflicht mit einer Dauer von 28 Jahren. Das EditeUunqsalter ist auf 21 Jahre festgesetzt, so daß )ii Dienstpflicht mit dem 49. Lebensjahre ab- sthTßt. Bis 1940 wird zum Ausgleich der schwa- hs Jahrgänge 1935 bis 1939 (Geburtenausfall in» iol? des Weltkrieges) vorübergehend wieder auf )1L Zwanzigjährigen zurückgegriffen. Vom aktiven Drift find nur körperlich Untaugliche befreit. Zum Di ist mit der Waffe Nichttaugliche werden als Sreiber, Handwerker, Burschen usw. mit gleicher AkÄauer eingezogen. Außerdem gibt es noch Re- eristen, die ihrem Beruf entsprechend mobilisiert ir. in die beim Kriegsausbruch zu bildenden Spe- jkabteilungen oder in kriegswirtschaftliche Betriebe »inestellt werden: sie erhalten dort einen ihrer Wltätigkeit entsprechenden Dienstgrad. Zum Sei» der Arbeiter als einfacher Soldat, der Werk- «rter als Unteroffizier, der Direktor als Offizier. Ur.ierbem kann jeder Franzose, auch wenn er we- ;c Untauglichkeit von der Wehrpflicht befreit war, M! Kriege zur Dienstleistung in Wirtschafts- und Ouvaltungsbetrieben herangezogen werden. Diese B immungen stellen eine Art Arbeitsdienstpflicht iulKriege 'dar. Die Regierung kann im Bedarfs- fa ohne Befragung des Parlaments die „disponi- bi: S" einberufen, den aktiven Jahrgang und zu 1L. ungen einberufene Reservisten über die ge- s-estche Dienstzeit hinaus unter den Fahnen be- fyven. Alle farbigen Franzosen können unter allen Urtänben dazu bestimmt werden, ihre Wehrpflicht .Merhalb ihrer Kolonien fortzusetzen". Die nächst Jahre werden eine stärkere Ausnutzung der finigen Jahrgänge bringen, um dadurch die schwache weißen 'Rekrutenjahrgänge 1935—1939 aus» Weichen. kei einer weiteren Umschau ist festzustellen, daß in ^Griechenland die Dienstzeit 18 Monate beträgt In Italien dauert die Allgemeine L'.i'rpflicht vom 21. sogar bis zum 55. Lebens- jihe. 'Auch hier dauert die aktive Dienstzeit 18 ginate. Wo etwa eine Verkürzung eintritt, ist Iciaussetzung dafür die erfolgreiche Teilnahme an bei feit 1929 gesetzlich eingeführten vormilitärisch e Jugendausbildung. Japan stellt an die Di’.erroiÜigteit seiner Wehrpflichtigen besonders gr^e Anforderungen. Die Ausgehobenen dienen Wo bei der Infanterie zwei Jahre, bei den übri» pe Waffen drei Jahre. Außerdem finden bei der Db’roe und der Landwehr noch längere Uebun» ge statt, und ebenfalls wird ein Teil des ungebeten Landsturms zu Uebungen einberufen. Z goflawien kennt vom 20. Lebensjahr ab eii ISmonatige Dienstzeit. Marine und Luft- ftr: tträfte haben eine zweijährige aktive Dienstboten besitzt ebenfalls ein stehendes Heer mit 31-gemeiner Wehrpflicht. Im Kriege besteht neben 3ti Allgemeinen Wehrpflicht eine Hilfsdienft- fflbht'vom 17. bis zum 60. Lebensjahre. Das Ge- ft über persönliche Kriegsdienstleistungen ver- sibhtet die gesamte Bevölkerung Polens beider- Seine Königliche Hoheit Kronprin von Griechenland hat an den und Reichskanzler beim Abflug von Berlin nachstehendes Abschiedstelegramm gerichtet: „Ehe ich das Reichsgebiet verlasse, spreche ich Eurer Exzellenz meine Bewunderung aus für geßliche Erlebnis der deutschen Olympiade, _____ Völker einander noch näher brachte, und füge meinen herzlichsten Dank bei für die mir zuteil gewordene Gastfreundschaft." br bes ftnTrNt. « ’ Un»hdi mQn sick wt !* 'M h°d,. j' ■Äi,enb’ "täte N* i m Paris. Ibrill»8oltot verlangt. $ Funh'pruchz „Suffab ‘«fUnfunbge "epudlif fti fischen uni 3n der Md >t ein in Silbers ”s der Ter r $l,Tel.2358. Im städt. 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Material und Form unübertroffen sind und sich vieltausendfach glanzend bewahrt haben. Fahrradhaus ASSMANN Gießen, Neustadt 20 ttr.M Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 26. August 1956 Deutsche Volksgenossen im spanischen Bürgerkrieg. Don unserem v.G.'Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Madrid, 20. August 1936. Spanien ist eines von den europäischen Ländern, die die stärksten deutschen Kolonien aufzuweisen haben. Ueberall stößt man auf die Spuren deutscher Initiative, deutschen Kapitals, deutscher Jngenieurkunst und deutschen Organisationsgeistes. Ob Autoschlosser oder Bankdirektor, Exportkaufmann oder Jndustrieberater, sie alle haben in jahrzehntelanger unermüdlicher Tätigkeit ihren Teil zum industriellen und kulturellen Fortschritt Spaniens beigetragen und die denkbar besten Beziehungen zur spanischen Bevölkerung gepflegt. Nicht nur das von Deutschen in Spanien festgelegte und in deutschen Unternehmungen arbeitende Geld geht in die Milliarden, — auch die moralischen Werte, die in dem regen Kulturaustausch zwischen den beiden Ländern verkörpert sind, sind unabschätzbar. Wenn infolge des Bürgerkrieges Tausende von deutschen Volksgenossen das Land mit dem Gefühl verlassen, von all den geistigen und materiellen Gütern, die sie in Spanien zurücklassen, vielleicht nie etwas wiederzusehen, so kann man sich die ganze Tragweite vorstellen, die der spanische Bürgerkrieg für die deutsch-spanischen Beziehungen hat. Der Abtransport der deutschen Volksgenossen aus Madrid erfolgte später als der aus den Küstenstädten, da der Bahnverkehr und die Flugverbindungen zum größten Teil unterbrochen waren. Außerdem übte die scheinbar selbstsichere und zielbewußte Politik der Madrider Regierung zunächst eine beruhigende Wirkung insbesondere auf die Ausländer aus, die dem guten Willen der linksbürgerlichen Politiker, das kommunistisch-anar- chistische Chaos zu verhindern, Glauben schenkten. Der Abtransport der Ausländer, der von den Engländern, Amerikanern und Franzosen eingeleitet wurde, setzte erst in vollem Umfange ein, als es keine Zweifel mehr gab, daß die Regierung immer mehr bei den umstürzlerischen Elementen an Autorität einbüßte und oorauszusehen war, daß sie über kurz oder lang auch den Ausländern nicht mehr den nötigen Schutz gewährleisten konnte. Sofort nach Ausbruch des Bürgerkrieges stellte die deutsche Botschaft unter der tatkräftigen Leitung des Gesandtschaftsrates Dr. Schwende- mann, der die Funktionen des Geschäftsträgers ausübte, sämtliche Räume und den großen, schattigen Park den Volksgenossen zur Verfügung, die sich in ihren Wohnungen bedroht fühlten. Bis über 700 Deutsche fanden im Botschaftsgebäude Schutz, Unterkunft und Verpflegung. Deutsches Organisationstalent, deutsche Disziplin und deutscher Ordnungssinn zeigten sich vom ersten Augenblick an. Die Amtsleiter der Partei, die Mitglieder der Frauenschaft, Autobesitzer, Lehrer der Deutschen Schule mit ihrem Direktor, deutsche Handwerker und die Leiter deutscher oder deutsch-spanischer Unternehmungen stellten sich in den Dienst der Volksgemeinschaft. Ein Kraftwagendienst hielt die Verbindung zwischen Botschaft und den in der Stadt wohnenden Volksgenossen aufrecht, bis der letzte Deutsche in Sicherheit gebracht und in einer „Ju 52" der Deutschen Lufthansa oder über Valencia mit einem deutschen Schiff nach der Heimat befördert worden war. Der Küchendienst lag in der Hand der Besitzer und Angestellten deutscher Wirtschaftsbetriebe in Madrid. Das Essen, das die meisten unter den Palmen und Tannen des großen Gartens einnahmen, stellte auch den verwöhntesten Gaumen zufrieden: nicht einen Augenblick fehlten die verschie- densten, bei der fast unerträglichen Hitze unentbehrlichen Getränke. Zwei- oder dreimal am Tage fand ein Appell stand, bei dem Anweisungen gegeben, Auskünfte über die Abreise erteilt, Reisegruppen aufgestellt, Post verteilt wurden. Der Sanitätsdienst betreute die Leichtkranken und sorgte für die nötige Hygiene. Schwerkranke wurden ins Deutsche Hospital geschafft. Sehr gelegen kam der Umstand, daß die Privaträume der Botschaft infolge des Botschafterwechsels nicht möbeliert waren und daher bedeutend mehr Raum für die Unterbringung der in die Botschaft geflüchteten Deutschen vorhanden war. Viele Familien stellten bereitwillig Bettzeug und Matratzen zur Verfügung: die Lager wurden in Büroräumen, im Garten, auf den Korridoren, im Keller und in der deutschen Kapelle, die zum exterritorialen Boden der Botschaft gehört, aufgeschlagen. Kein Platz blieb unausgenutzt, sogar in Autos und in Zelten fanden die müden Häupter ihre Ruhe. Wenn deutsche Familien, die in ihren Wohnungen geblieben waren, nachts von der Roten Miliz belästigt wurden, so genügte ein telephonischer Anruf und innerhalb weniger Minuten fuhr ein Auto der Botschaft mit zuverlässigen Polizeibeamten und einigen Parteigenossen, die den Nachtdienst gerade versahen, vor dem Haus des bedrängten Deutschen vor und hielten die Milizsoldaten in ebenso höflicher wie energischer Weise von ihrem Vorhaben ab. Diejenigen Volksgenossen, die unter irgendwelchen Vorwänden dennoch verhaftet wurden, konnten icher sein, auf Grund des sofort vom deutschen Ge- ckäftsträger beim Außenministerium erhobenen cyarfen Protestes innerhalb kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. An der Haustür jeder deutschen Wohnung wurde ein Zettel mit der Unterschrift des deutschen Geschäftsträgers angeheftet, auf dem darauf hingewiesen wurde, daß die Räume unter dem besonderen Schutz der deutschen Botschaft und des Madrider Polizeipräsidenten stehen. Dieser Hinweis flößte auch den roten Volkssoldaten im allgemeinen Respekt ein. Die Arbeit der deutschen Botschaft bei dem Abtransport der deutschen Staatsbürger, ihr Zusammenarbeiten mit der Madrider Regierung, ihr sehr entschiedenes und unzweideutiges Verhalten bei Uebergriffen der Roten Miliz dienten den übrigen in Madrid akkreditierten ausländischen Missionen zum Vorbild. Trotz der bestehenden weltanschaulichen Unterschiede zwischen den politischen Machthabern in Madrid und der deutschen Kolonie ist die Behandlung und das Entgegenkommen, das man gerade der deutschen diplomatischen Vertretung gegenüber gezeigt hat, besonders hervorzuheben. Die Bereitwilligkeit, mit der a u ch ausländische Staatsangehörige, soweit es möglich war, beim Abtransport besonders auf dem Wege nach Alicante auf die deutschen Schiffe berücksichtigt wurden, hat uns nicht nur Dank und Anerkennung dieser Ausländer und ihrer diplomatischen Vertretungen, sondern vor allem Achtung vor der Rückenstärkung gebracht, die der im Ausland wohnende Deutsche durch die nationalsozialistische Heimat erhält. Der Opfersinn, den das deutsche Volk bei der Fürsorge um das Schicksal der Spanienflüchtlinge zeigt, die Betreuung jedes einzelnen bei seiner Ankunft in Deutschland, die offenen Arme, die sich ihm dort überall entgegenstrecken, um ihn über das bedrückende Gefühl „Was wird jetzt aus mir?" hinwegzutrösten, haben auf jeden Ausländer den tiefsten Eindruck gemacht. Der Abtransport der Deutschen aus Madrid erfolgte entweder auf dem Luftwege über Marseille nach Stuttgart oder per Flugzeug und Eisenbahn nach Alicante, wo die Flüchtlinge von deutschen Schiffen ausgenommen wurden. Erst etwa vierzehn Tage nach Ausbruch des Bürgerkrieges gelang es der Madrider Vertretung der Deutschen Lufthansa unter Leitung des Direktors von Winterfeld in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft, den Flugverkehr mit Deutschland wieder aufzunehmen und den Pendelverkehr zwischen Madrid und Alicante zu erweitern. Da auch der Eisenbahnverkehr nach Valencia und Alicante bald wieder freigegeben wurde, stand der Abreise der Deutschen aus der spanischen Hauptstadt nichts im Wege. Madrid verließen zeitweise täglich bis zu 150 Deutsche mit dem Zug und bis zu 100 mit den großen Junkersmaschinen, die vorübergehend den Weg nach Alicante dreimal am Tage in beiden Richtungen zurücklegten. Die Gepäckkontrolle erfolgte für die Bahnfahrer schon auf dem Grundstück der Deutschen Botschaft, wo sich mehrere Zollbeamten mit roten Armbinden und Sowjetstern einfanden, und verhältnismäßig „wohlwollend" die Geheimnisse des Kofferinhaltes lüfteten. Auf dem Flugplatz waren besonders in den letzten Tagen des Abtransportes strenge Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden; jedem Deutschen, der nicht zur Reisegruppe gehörte, wurde der Zutritt zum Flughafen verweigert, was in erster Linie feinen Grund in den Bombenflugzeugen hatte, die funkelnagelneu aus Frankreich eingetroffen waren und kaum dreißig Meter van den stolzen breimotorigen deutschen Passagiermaschinen entfernt standen. Wer dem Start der deutschen Apparate beiwohnen durfte, der spürte, wenn sich der Vogel mit zwanzig Menschen an Bord in die Lüfte erhob, nicht nur ein Gefühl der Geborgenheit in fremdem, von politischen Leidenschaften aufgewühlten Lande, sondern auch den ganzen Stolz eines Menschen, der hinter sich ein starkes Vaterland und 67 Millionen Menschen weiß, die sich in dieser Stunde um ihn sorgen. In Alicante herrschte zur Zeit des Abtransportes der Deutschen aus Madrid und ihrer Einschiffung an Bord deutscher Kriegs- und Handelsschiffe Kommunismus und Anarchismus. Wie überall dort, wo die Regierung behauptete, ihren Einfluß geltend zu machen, waren auch in Alicante Geschäfte, Kasinos, Privathäuser, Wohnungen, Paläste, Fabriken, Theater und Kinos beschlagnahmt, Kirchen abgebrannt und rote Arbeiter- und Soldatenräte gebildet worden. Kinder und revolutionäre Mädchen mit geschultertem Gewehr, rote Volksfrontsoldaten im Schlosseranzug und mit Bindfadenschuhen, Munitionsgürtel, den verschiedensten Kopfbedeckungen und Pistolen, beschlagnahmte Privatautos mit roten und schwarz-roten Wimpeln, dick mit Kreide auf die Karosserie aufaetragenen Anfangsbuchstaben der revolutionären Organisationen und Kampfparolen gaben der Levantestadt, in deren Hafen „Admiral Scheer" die Hakenkreuzflagge hißte, das Gesicht. Mitten in dieser Umgebung machte es einen tiefen Eindruck, wenn deutsche Matrosen in sauberer Uniform und straffer Haltung die deutschen Volksgenossen auf dem Bahnhof abholten, sie ins Hotel ober in Privatquartiere geleiteten unb ihnen das Gefühl gaben, der roten Hölle endgültig entronnen zu fein. Besonders erhebend waren die Augenblicke des Auslaufens eines deutschen Dampfers und die Vorbeifahrt an dem deutschen Kreuzer „Admiral Scheer". Hunderte von Armen erhoben erhoben sich zum Abschiedsgruß, Hochrufe auf Führer und Vaterland erfüllten minutenlang den Hafen, die Bordkapelle von „Admiral Scheer" spielte das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied, in das die abfahrenden unb auf bem Kreuzer zurückbleibenben Deutschen begeistert einfielen. Währenb bas beutsche Hanbelsschiff in bas freie Meer hinausglitt, erwartete Alicante ben nächsten Transport aus Mabrib, unb hielt „Abmiral Scheer" bie Wacht im roten Hafen ber Levantestabt. Besinnliche Weltreise. Von unserem E. M.-Sonderberichterstatter. IV. Königreich Tabak. (Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Medan (Sumatra), Ende Juli 1936. „Der König van Deli ist heute nach Europa abgereift", hörte ich vor einigen Tagen jemand am Nebentisch sagen. Nanu, es gibt einen König von Deli? Das ist ja ganz etwas Neues. Ich kenne nur einen Sultan von Deli. Doch halt, vielleicht steht etwas in ber Passagierliste. Aber meine Bemühungen sind vergeblich, denn natürlich stehen Könige nicht mit gewöhnlichen Sterblichen auf einer Liste, auch im demokratischen Holland nicht. Sie stehen nur in der Zeitung. Doch auch hier ist nichts zu finden und kurz entschlossen frage ich daher einen Bekannten: „Ist der König von Deli wirklich fort?" Einen Augenblick sieht er mich an, als wolle er an meinem Verstände zweifeln. „Na, also", dachte ich erlöst. Aber dann lachte er und sagte: „Ach ja, vor einer Woche". Merkwürdiges Land, das nur von Mund zu Mund erfährt, wenn fein König reift. „Erzählen Sie mir doch von ihm", fordere ich ihn auf. „Ich denke. Sie kennen sich aus", war bie erstaunte Antwort. „(Eben nicht", entgegnete ich ärgerlich. Mein Bekannter griff nach der Zeitung. Schon einen Augenblick später zeigte sein Finger auf eine größere Notiz unb dort las ich, baß der Direktor des größten Tabakkonzerns mit Urlaub nach Europa gefahren wäre. Ja, König von Deli, nun verstehe ich. Alles was Medan ist, verdankt es bem Tabak, und das ist feit rund 65 Jahren so. Damals bahnten sich einige Pioniere durch bie Mangroven und Urwälder einen Weg ins Herz der Landschaft Deli. Ungeheuer sind die Entbehrungen gewesen, aber das Ausharren lohnte sich, wie bie Gegenwart beweist. Das Lanb war so gut wie menschenleer und darum auch reichlich zu haben. Die Frage war nur: Woher kommen nun die Arbeiter? Die Bataker und Malaier verdingten sich trotz aller Verlockungen nicht. Daher griff man, wie überall im Osten wieder auf die Chinesen zurück. Sie kamen zu Tausenden, und noch heute ist Medan eine chinesische Stadt, rund 50 000 von 76 000 Einwohnern stammen aus dem Reich der Mitte. Der Chinese ist für ganz Asien ber Qualitätsarbeiter unb daher relativ teuer. So tauchte schon in kurzer Zeit ganz von selbst die Frage auf, wie man die Löhne verbilligen könne. Dabei erinnerte man sich des übervölkerten Javas. Werber wurden ausgeschickt und bald waren auch einige Tausend Vertragsunterschriften da. Die Unterschriften! Die Javaner erschienen bei der Abfahrt der Schiffe längst nicht alle. Geld ist für sie schön, aber weg von der Heimat, nach einem herrlichen Feste, bas ber Vorschuß ermöglicht hatte, ging man barum noch lange nicht. Die Werber konnten die Säumigen in den Dörfern nur schwer finden, und auch auf Sumatra liefen nach wenigen Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 Der gerettete Welsenschah Von Ernst von Nebelschütz Als vor sechs Jahren der unter dem Namen „Welfenschatz" weltberühmt gewordene Reliquienschatz des Hauses Braunschweig-Lüneburg von seinem bisherigen Besitzer, bem letzten Herzog von Braunschweig, an ein Kunsthändler- Komsortium verkauft unb in einer Ab- schiedsausstellung in Berlin gezeigt würbe, hat wohl niemanb an bie Möglichkeit einer Erwerbung dieses einzigartigen Nationalguts aus Staatsmitteln geglaubt, zumal bie bamalige preußische Regierung nicht einen Finger rührte, um bas drohende Unheil abzuwenden. So geschah denn, was geschehen mußte, seitdem ber Schatz ein <5pe= kulationsobjekt geworben war: er wanderte nach Amerika, wo das Museum in Cleveland vierzehn wertvolle Gegenstände erwarb. Dennoch sollten sich die händlerischen Erwartungen zum Gluck nicht erfüllen, da die amerikanische Wirtschaftskrise dazwischen kam, der es zu danken ist, wenn damals der Schatz nicht in alle Winde zerstreut wurde, vielmehr unter großen Opfern nunmehr vom preußischen Staate erworben unb bem Berliner Schloßmuseum zur dauernden Ausstellung überwiesen werden konnte. ..... Die glückliche Rettung fordert zu einer geschichtlichen Rückschau auf, denn der Welfenschatz ist nicht eine beliebige, mehr oder p^iger zufällig zusammengetragene Sammlung kirchlicher Gerätschaften aus Edelmetall, sondern er ist aufs engste mit der Geschichte unseres Volkes und eines seiner ältesten Fürstenhäuser verknüpft. Allerdings bezeichnet der Name nicht ganz den wahren Sachverhalt, da schon hundert Jahre vor der Begründung der welfischen Dynastie der Braunschweiger Dom eine hochbedeutende Sammlung oon Reu- quienbehältem besaß, deren Stifter Mitglieder des gräflichen Hauses der Brunonen waren, gerade die ältesten Stücke sind also brunonlscher, nicht welfischer Herkunft. Oder waren es wenigstens, denn leider sind die beiden Kreuze der Gräfin Gertrud (gestorben 1077) und der auf ihren Namen getaufte kleine Trugalter w Amerika geblieben — ein sehr schmerzlicher ^^ust, da es sich dabei um ganz hervorragende Werke der niedersächsischen Goldschmiedekunst handelt. Dafür sind aber die großartigen Erwerbungen H e i n ° r i ch s des Löwen, die dem Schatz recht eigentlich seinen Namen gegeben haben, beinah vollzählig zu ammengeblieben. In dieser Gruppe von Kostbarkeiten ist zuerst das "Welfen kreuz zu nennen, eine italienische Arbeit aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, die Heinrich schon aus welfischem Familienbesitz nach Braunschweig m.t- brachte, ein wahres Wunderwerk in Gold, Perlen, Filigran und Zellenschmelz. Ungern verzichten wir auf eine Beschreibung der übrigen Stücke. Dem künstlerischen und historischen Werte nach stehen die frühmittelalterlichen Gold- schmiedearbeiten bei weitem an erster Stelle. Wohl in keinem anderen Kirchenschatz der Welt findet man eine solche Fülle unvergleichlicher Herrlichkeiten des romanischen Kunsthandwerks geschlossen beisammen. Da sind aus dem zwölften Jahrhundert die kleinen Tragaltäre (Portatilen) des Kölner Meisters F i l b e r t u s, ferner das wundersame, wohl schon von einem Schüler Gilberts stammende Kuppelreliquiar in Schmelzarbeit und Elfenbeinschnitzerei und die mit der Widmungsinschrift Heinrichs versehenen A r m- reliquiare — zumeist in mitteldeutschen oder rheinischen Werkstätten entstandene Arbeiten von Weltruf. Fast alle diese unermeßlich wertvollem Gegenstände dienten also zur Aufbewahrung von Reliquien, es waren Träger der mit der Reliquie verbundenen Geheimnisse; von dem Golde, den Schmelzbildern und den in Filigran gefaßten Edelsteinen muß man sich eine magisch-symbolische Kraft ausstrahlend denken, die dem von ihnen verschlossenen Misterium galt und die der gottesdienstliche Gebrauch am Altar noch um ein bedeutendes steigerte. Kein Wunder demnach, daß mit der Reformation und der Abkehr von der Heiligenverehrung der Welfenschatz seinen wahren und eigentlichen Sinninhalt verlieren mußte; aber ein um so größeres, daß er trotz allen Beraubungen, Abgaben und Verkäufen im großen und ganzen doch bis auf unsere Zeit erhalten werden konnte. Roch die Berliner Ausstellung von 1930 war mit 82 Nummern belegt; jetzt ist der Bestand bis auf die Hälfte zusammengeschmolzen. Gleichwohl sind die Verluste, eine so große Lücke sie auch darstellen, nicht so hoch anzuschlagen, wie die Zahlen vermuten lassen. Am stärksten dezimiert ist der Bestand an gotischen Monstranzen aus dem späten Mittelalter; sie sind großenteils in Amerika geblieben, was wir jedoch nicht als ein allzu großes Unglück empfinden, da es für uns immer feststand, daß der Ruhm der Sammlung vorzugsweise auf den frühen Stücken beruhte. So dürfen wir es denn als eine besondere Gnade des Schicksals betrachten, daß, von den eingangs genannten Kostbarkeiten brunonischer Herkunft abgesehen, der Schatz in seinem für uns wertvoll st en Teil f a st unangetastet in unsere Hände zurückgekehrt ist. Und selbst in der gotischen Abteilung hat doch wenigste^ ein Werk von unschätzbarer Eigenart die Irrfahrt durch Amerika glücklich überstanden: wir meinen das Plenar Herzog Ottos des Milden von Braunschweig, ein italienischer Pergamentkodex, dessen Rückseite eine gravierte Silberplatte mit dem thronenden Schutzpatron des Braunschweiger Domes, St. Blasius, schmückt, zu dessen Füßen der Stifter und seine Gemahlin Agnes knien (1339). So wäre denn der Welfenschatz gleich dem verloren geglaubten Sohn des Evangeliums nach manchen Abenteuern und nicht ohne empfindliche Einbußen doch noch glücklich ins Vaterhaus zurückgekehrt, das ihn, so hoffen wir, nie wieder in die ungewisse Fremde ziehen zu lassen braucht. Sein Weg durch die Geschichte ist der einer zunehmenden Entheiligung gewesen. Zwar verbieten es die Umstände, ihn je wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Heiligtumsschatz zuzuführen. Sein Schicksal ist von nun an das Museum, in dem ihm eine andere Art und Form der Verehrung zuteil werden wird, als während der fünf Jahrhunderte, wo gläubige Menschen aus aller Welt vor den Altären der Blutzeugen ihre Gebete verrichteten. Alles Leben, auch das der Kunst, unterliegt dem Wandel der Zeit. Als ein nationales Heiligtum des ganzen deutschen Volkes tritt der Welfenschatz in eine neue Epoche seiner Geschichte. Oie Genialität und ihr Alter. Es ist merkwürdig und allgemein bekannt, daß viele bedeutende Gelehrte und Künstler ihre entscheidende Leistung in jungen Jahren vollbracht haben. Aber auch für andersgeartete Genies trifft diese Beobachtung zu, und an einer Fülle von Beispielen belegt der Heidelberger Psychologe Professor Dr. W. H e 11 p a ch , wie wichtig bestimmte Jahre und Lebensgezeiten für die großen Männer gewesen sind und wie bedeutend die Siebenzahl im Auf und Ab zu bemerken ist. So ist, wie wir im Septemberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften lesen, der Durchbruch neuer Erkenntnis bei Luther in einem Alter von 27 bis 29 Jahren erfolgt, und genau in derselben Lebenszeit tritt Bismarck in jenen Kreis pom- merscher Pietisten, der sein ganzes Dasein innerlich verwandeln und ihn zu der religiösen Untermauerung seines Sendungsbewußtseins führen sollte, ohne die er wiederholt seine spätere staatsmännische Leistung als schlechterdings nicht denkbar bezeugt hat. Dem Geschichtskundigen braucht nicht gesagt zu werden, daß auch der Emporstieg Bonapartes sich von sechsundzwanzig bis dreißig abgespielt hat, während der Gipfel seines feldherrlichen und staatsmännischen Vollbringens auf die Mitte der Dreißig fällt, die auch einen Luther erst zur weltgeschichtlichen Durchbruchstat hinriß. Wer es sich, wie Professor Hellpach, nicht verdrießen läßt, die rund 25 000 Lebensbeschreibungen der fünfundfünfzig Bände „Allgemeine Deutsche Biographie" und noch einige tausend Lebensabrisse der wichtigsten Konversationslexika daraufhin zu durchmustern, der wird auf höchste überrascht sein davon, welche Bedeutung für die schöpferische Leistung, mindestens aber für den ersten großen An- lauf zu ihr oder eine sie vorbereitende Lebenswende diese Jahre zwischen fünfundzwanzig und dreißig, besonders zwischen sechsundzwanzig und neunundzwanzig haben. Deutsche Familiennamen. LPD. Familiennamen, wie wir sie heute kennen als Zunamen, gibt es in Deutschland erst seit dem 12. Jahrhundert. Vor dieser Zeit besaß jeder Deutsche nur einen Namen, z. B. Karl, Dietrich, Siegfried; man wußte aber genau, wem dieser Name gehörte. Dies änderte sich, als das Land immer dichter bevölkert wurde und die Menschen in größeren festen Siedlungen, in Städten, ansässig wurden. Nun genügte natürlich der einfache Name nicht mehr, denn bei der Vielzahl der Menschen in der Stadt fanden sich oft Träger eines gleichen Namens. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, um Verwechslungen zu vermeiden, gab man jedem noch einen Zunamen, d. h. man nannte entweder die ganze Familie nach dem Vater oder man fügte dem Namen noch einen Hinweis auf Herkunft, Abstammung, Wohnung oder Beruf bei. Hieß der Vater Hermann, so nannte man auch die ganze Familie Hermann. Diese altgermanischen Namen veränderten sich aber im Laufe der Zeit mehrfach, und man kann oft kaum noch den Ur* fnrunasnamen entdecken. So wurde aus Fn^drich ein Friedel oder Friederich, aus Dietrich Dietel, Dietz, Tieck oder ähnliches, aus Karl Karel, aus Helmut Helm, Helmer, Helmutter usw. Außer den Namen, die auf germanischen Ursprung zurückgehen, entstanden auch noch vollkommen neue, die aus dem Beruf des Betreffenden entstanden sind, also die Namen wie Bauer, Meier, Fischer, Schneider, Müller, Bader, Zeidler (alter Name für Imker), Krüger (von Krugwirt) und noch viele, die teilweise ihrer Bedeutung nach nicht mehr erklärbar sind. War es nicht der Beruf, so nahm man die Herkunft zur Namensgebung. Es entstanden die Namen wie Baier oder Bayer, Sachs, Frank, Preuß, Heß, ober man nannte die Familie auch nach dem Wohnort. Wer auf einem Berg wohnte, wurde zum Bergler, Berger oder Bergner, bei einer Kirche zum Kirchner, Kircher, an einer Wiese zum Wiesner, Wieser. Früher war es allgemein üblich, an den Häuser allerlei Sinnbilder anzubringen, so wie es heute noch bei Gasthäusern, Apotheken und Handwerkern Schilder gibt. Auch danach entstanden Familiennamen, wie Stein, Schiff, Krebs, Engel und ähnliche, die alle auf diese einstigen Hausschilder zurückzuführen sind. Außer den rein deutschen Namen gibt es auch heute viel fremdklingende Familiennamen, die auf verschiedene Weile «mtstonden sein können. Durch Zuwanderung z. B. (französisch klingende Namen "ieliach aus der Aunrnntteirüti oder durch undeutsche Latinierungs- ober Französi- sierungssucht. Jeber Familienname stellt so ein Stück Familiengeschichte bar und verbindet Vergangenheit und Gegenwart fest miteinander. 9JL-^poiit Wochen noch viele fort. Nach langem Drängen der Pflanzer mußte die Regierung schließlich nachgeben und d i e Kuli-Derträge sicher stet- l e n. Die Angeworbenen muhten von da ab mit der Unterschrift auch ihren Daumenabdruck hinterlassen, wurden im Falle der Flucht durch die Polizei zurückgeholt und erhielten für den Vertragsbruch empfindliche Freiheitsstrafen. Sklavenarbeit hieß es daraufhin in der Welt. Amerika sperrte sogar später die Zufuhr von Sumatratabak. Nun, heute ist der Dertragskuli jener Art längst verschwunden. Es gibt in Dell genug Arbeiter, denn in der Krisenzeit wurden viele Plantagen geschlossen. Darüber hinaus ist das Los der Arbeiter hier durchaus nicht beklagenswert. Gewiß, er ist zum Teil noch kaserniert, hat aber für sich und seine Famllie freie ärztliche Behandlung, billigen Reis und ausreichenden Lohn. Ausreichend? Man hat bei den Ziffern zunächst kaum den Eindruck. Die Chinesen erhalten bis zu einem Gulden am Tag, die Javaner — sie arbeiten mit Familie häufig weniger als ein einzelner Chinese — nur etwa die Hälfte, wenn man die später angeschlossenen Rubber und sonstigen Kulturen mitberücksich- tigt. Fünfzig und fünfundzwanzig Mark im Monat! Aber hier lebt eine Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern auch für sechs Mark im Monat. Das Esen ist genau das gleiche, wie es die Menschen auf freiem Grund und Boden auch gewähnt sind. Kleiden können sich die Arbeiter ebenso billig. Drei Mark für den Mann, drei Mark für die Frau und höchstens die Hälfte für das Kind, das ist mehr als ausreichend. So ausreichend, daß man sich mitunter des Eindrucks von Wohlstand nicht erwehren kann. Ich war in so einer Provinz des Königreiches Tabak, am Vorabend eines „Hari befar", eines großen Tages, den es in seiner Art nur einmal im Jahre gibt. Dreißigtausend Gulden sollten als Restzahlung an die Kulis geleistet werden, bis zu fünfzig Gulden für den einzelnen. Diese Summe war gespartes Geld. „Bis heute", sagte mir der Verwalter, „übermorgen beginnt bereits der neue Vorschuß!" Und als ich unter den großen Bäumen am Parkplatz der Ochsenwagen stand, trafen bereits die ersten Händler ein. Am nächsten Tag war ein großer Jahrmarkt fertig. Stundenweit waren die Chinesen, Bombayer und was es sonst an Händlern gibt, meist auf ihren Fahrrädern, angekommen. Der „Hari befar" ist der Sinn der Arbeit im Osten. Was macht es, wenn man die Ersparnisse des Jahres in einer Nacht verspielt. Die glücklichen Gewinner müssen ja ein anderes Mal daran glauben, und was sind schon 365 Tage Warten? Deshalb ist man am nächsten Arbeitstage auch genau fo vergnügt wie immer. Nur wenn Fremde kommen, spricht niemand im Saal, täuscht man eine Musterschule vor. Kinder? Ja, Kinder. Man soll ihnen keine Probleme vorsetzen. Sie sind glücklich so und lernen sonst nur bas Protestieren und Prozessieren, werden arm und schmutzig, schlafen in den Städten auf den Straßen, ober was noch schlimmer ist: Sie tragen europäische Kleider, werden dadurch weder das Eine, noch bleiben sie das Andere. Der Tabakpflanzer ist das konservative Element in Sumatra. Er kennt keine Gleisanlagen, Lokomotiven noch komplizierte Maschinen auf seinem Lande. Ochsenkarren, Handpressen, Trockenscheunen, eine Fermentier- und eine Sortierhalle, mehr braucht er nicht. Er ist Landwirt geblieben. Er kennt auch seinen Boden genau und weiß, daß er nicht hundert Meter über eine Grenze hinausgehen darf, weil dort kein Sumatratabak mehr wächst. Spezialisten gibt es nicht. Alle sieben Jahre wird bas gleiche Gelänbe kultiviert. Im Jahre nach ber Ernte muß er bie Bevölkerung auf diesem Gelände Reis bauen lassen, und fünf Jahre ruht ber Boben bann überhaupt. Riesenhoher Busch, fast Bäume, wachsen bann darauf, Herden von Wildschweinen und in ihrem Gefolge der Tiger erscheinen in dem Brachland. Mit der Liebe ber Mutter zum Kinbe pflegt ber Pflanzer seinen Tabak und schützt ihn gegen die Unbill ber Natur, auch barin ein echter Lanbwirt. So entsteht bas weltberühmte Sandblatt, unnachahmlich unb wie kein Tabak ber Welt geeignet für bas Zigarrenbeckblatt. Es hat Zeiten gegeben, wo für einzelne Blätter ber Preis von einer Mark gezahlt wurde. Man weiß in Deli noch nicht, ob man jubeln soll. Aber eine innere Erregung geht seit Wochen durch das Land. Die Zeitungen berichten nämlich, daß die Auktionen fast den doppelten Taxwert brachten. Auch bie Divibenden ber Gesellschaften sind gestiegen unb die Losung ist hier: Um Gottes willen Ruhe auf ber Welt. Gummi und Del können einmal aus Deli verfchwinben, durch synthetische Rohstoffe ersetzt werden. Das wäre hart für das Land. Eines aber hat es stets sicher: den Tabak. Wenn er schon hundert Meter über feinen eigenen Boden hinaus nicht mehr wächst, was bedeuten bann bie Konkurrenzdrohungen anderer Länder. Amerika z. B. hat ungezählte Millionen Dollar für die Kultur des Deli-Tabaks in Virginia ausgegeben. Vergeblich! So wird es dann auch bleiben und der wahre Herrscher Delis stets König Tabak sein. Or. Diem dankt allen Mitarbeitern. In den Stadionterrasien im Reichssportfeld versammelten sich am Montagabeick sämtliche Mitarbeiter des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele. Generalsekretär Dr. Diem dankte in einer längeren, persönlich gehaltenen Ansprache allen, bie zum Gelingen des großen Friedensfestes beigetragen haben. Gruße und Dankesworte der an den Spielen beteiligten Ministerien überbrachte Oberregierungsrat Ritter von Lex. Die Staffelmeisterschasten auf dem Parteitag. Die im letzten Jahre wegen der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele ausgefallenen deutschen Staffelmeisterschaften werden dieses Jahr im Rahmen des Parteitages der NSDAP, in Nürnberg burchgeführt. Titelverteidiger ber vier Staffeln sind: Preußen Krefeld (4X100 Meter), Hamburger SV. (4X400 Meter), Stuttgarter Kickers (4X1500 Meter) und Sportvereinigung Siemens Berlin (4X100 Meter Frauen). Nur die besten Mannschaften werden zum Kampf um die Staffel- Meisterschaften nach Nürnberg eingeladen. In den Einladungskämpfen werden mehrere deutsche Olympia-Sieger der süddeutschen Sportgemeinde ihr Bestes zeigen. Im Speerwerfen der Frauen starten: Tilly Fleischer, Luise Krüger und Lydia Eberhardt. Den gleichen Wettbewerb bestreiten bei den Männern Gerhard S t ö ck, Gustav W e i m a n n und Friedrich Gerdes. Außerdem nimmt Stock zusammen mit Hans W ö 11 k e unb Lampert am Kugelstoßen teil. Um den Sieg im Hammerwerfen werden Karl Hein, Erwin B l a s t, Bernhard Greulich und der Nürnberger Küfner kämpfen. Schließlich wird ber Olympia-Zweite Lutz Lang zum Weitsprung antreten; hier stehen noch bereit Wilhelm Lei - chum und Arthur Bäumte. Drei deutsche Ballons beim Gordon-Bennett-Rennen. Zu bem am 30. August in Warschau stattfindenden Freiballon-Fliegen, dem Gorbon-Bennett-Ren- nen, hat jetzt der Reichsluftsportführer die deutschen Nennungen abgegeben. Es werden starten Karl Goetze jr. (Düsseldorf), fein Mitfahrer Lohmann (Düsseldorf), mit bem Ballon „D e u t s ch l a n b", ferner Otto Bertram (Chemnitz), als Mitfahrer Fritz Schubert (Mittelsbach), mit dem Ballon „Sachse n" und Ernst Frank (Augsburg), der Mitfahrer A. Bauderer (Augsburg), mit dem Ballon „Augsburg". Von den übrigen Nationen haben gemeldet: Polen drei Ballons, Belgien zwei und USA., Schweiz, Frankreich und Spanien je einen Ballon. BMW und DKW. beim »Großen preis von Schweden-. Deutschlands Motorsport wird bei dem am 30. August auf der Rundstrecke von Saxtorp statt- finbenbert „Großen Preis von Schweden" mit einem äußerst starken Aufgebot zur Stelle fein. Die Bayerischen Motorenwerke setzten Otto Ley unb Karl Gall auf bem 500-Kubikzentimeter-Kornpres- sor-Mobell ein, die Auto-Union ist durch ihre DKW.-Fahrer Oskar Steinbach unb Karl B o b- m e r vertreten. Walfrieb Winkler unb Häuß - I e r starten in ber 250er-Klasse für bas gleiche Werk. — Im Vorfahre gewann ber Berliner R i ch- now auf feiner 350er-Rubge das schwere Rennen mit der Tagesbestzeit, so daß Deutschland die Rolle des Verteidigers zufällt. (Earacciola fährt Runbenrekord. Beim ersten Training zum Großen Auto-Preis ber Schweiz im Berner Bremgartenwald erzielte Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) mit 2:41,7 Minuten (161,082 Stundenkilometer) einen neuen Rundenrekord. Bernd Rosemeyer (Auto-Union) war nur um zwei Zehntelsekunden langsamer. Wiesbadener Tennistumier beendet. Zwei Siege von Henner henket und Warietuife Horn. Auf den idyllisch gelegenen Plätzen im Nerotal wurde am Dienstag vor zahlreichen Zuschauern das zweite diesjährige internationale Tennisturnier beendet. Henner Henkel, unser erfolgreicher Davispokalspieler und Marieluise Horn, unsere augenblicklich beste Spielern, konnten sich zweimal in die Liste ber Sieger einschreiben. Henkel gewann bas Einzel gegen den Oesterreicher von Metaxa mit 2:6, 6:2, 6:2, 6:2 und siegte zusammen mit feinem Partner aus den Dawispokalspielen im Doppel, Hans Denker, über die englisch-österreichische Paarung Olliff - von Metaxa 2:6, 6:2, 6:1. Marieluise Horn gewann das Fraueneinzel gegen die jugoslawische Meisterin Kowac mit 3:6, 6:2, 6:2. Ihren zweiten Sieg errang die Wiesbadenerin im Frauendoppel mit ber Engländerin Dearman als Partnerin über bie hollänbisch-beutsche Kombination Rollin-Couquergue - Schneider-Peitz mit 8:6, 6:3. Im Gemischten Doppel siegte die Ungarin Frau von Schieber mit ihrem italienischen Partner Ta- roni über bie deutsch-englische Mannschaft Frau Schneider-Peitz - Olliff 6:3, 6:3. Sportverein 1920 Lotlar. Wetzlar-Niedergirmes I Lollar I 3:0 (1:0). Die Erste des Sportvereins Lollar trat die Reife nach Niedergirmes stark ersatzgeschwächt an. Niedergirmes ging in Führung. Lollar glich aus, jedoch der Schiedsrichter erkannte das Tor nicht an. Als wenig später Lollar abermals ein Tor schoß, das abermals nicht anerkannt wurde, ließ die ganze Mannschaft den Kopf hängen. Nach der Pause erhöhte Niedergirmes auf 2:0; um wenig später das Ergebnis auf 3:0 zu stellen. Die Lollarer waren zwar auch nicht müßig, konnten aber durch Pech und das hohe Gras nichts erreichen. Sportfreunde Wetzlar I — Lollar II 1:2 (0:1). Die Zweite schlug sich überraschend gut und brachte einen verdienten Sieg mit nach Hause. Beim Stande von 2:0 (durch zwei wunderbare Kopfballtore) kam Wetzlar zum verdienten Ehrentor. Fußbatt-pokalspiele in Lich. Schon seit Jahren veranstaltet der VfR. Lich Pokalspiele, die sich immer großer Beliebtheit bei den Fußballsport treibenden Vereinen erfreuten. Auch für das diesjährige Turnier herrscht bei den Vereinen lebhaftes Interesse. Es liegen bereits Meldungen von Gießen, Butzbach, Steinbach, Watzenborn-Steinberg und Hungen vor, so daß man mit beachtlichen Begegnungen rechnen kann. Das Turnier wirb in zwei Klassen ausgetragen. Die Sieger erhalten schöne Preise. Der zweite Sieger jeber Klasse wird außerdem mit einer Erinnerungsgabe bedacht. Die Leitung und Ueberwachung der Spiele liegt in den Händen des Kreisfachamtsleiters Hugo Henkel (Gießen). Die Spiele selbst werden nach dem Punktesystem ausgetragen. Die Spiele, die schon zu früher Morgenstunde beginnen, werden den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Das Turnier sollte wohl dazu geeignet sein, bem Fußballsport neue Freunde gewinnen zu helfen. Kurze Sportnotizen. Der Führer hat an Korpsführer Hühnlein folgendes Danktelegramm gerichtet: „Für die Meldung von den deutschen Erfolgen im Großen Preis ber Schweiz danke ich Ihnen herzlichst. Ich bitte Sie, ben beutschen Fahrern meine besten Glückwünsche zu übermitteln." Nachbem am 10. Wettbewerbstag der „17. Rhön" bereits um 6 Uhr morgens der Start freigegeben war, begann schon sehr früh ein reger Segelflugbetrieb, bem wieber Tausende von Zuschauern, darunter zahlreiche Ehrengäste aus dem In- unb Ausland, beiwohnten. So sah man Ministerial- birektor Dr. Döhle von ber Präsibialkanzlei des Führers sowie Gebietsführer Schlünder unb Bannführer Voigtlänber von ber Reichsjugenbführung. Alle Versuche an biesem Tage, Streckenflüge burchzuführen, scheiterten baran, baß rings um bie Rhön keine Segelflugmöglichkeiten bestauben. Alle Piloten mußten baher in Thüringen und Unterkonten niebergehen. Lebiglich ber Berliner Segelflieger Philipp kam bis in bie Nähe von Bamberg unb legte bamit 60 Kilometer zurück. Der Münchener Stubienafsessor Kurt Schmidt, der bereits mit 36 Stunden JnhaberdesWelt- rekords im Dauer-Segelflug ist, war um 6.17 Uhr früh geftQiltt, um ber. Rhön-Dauerflug- reforb zu brechen, der feit bem Jahre 1932 im Besitze bes Stuttgarter Segelflugpiloten Hakenjos ist unb 13*/2 Stunden beträgt. In Konkurrenz mit Schmidt traten bie Segelflieger Reukauf - Hannover, Sorget - Essen, Döbler- Nürnberg und Hakenjos- Stuttgart, ber seinen Titel verteidigen wollte. Hakenjos ging jedoch nach neunstündigem Flug nieder. Dor Einbruch der Dunkelheit und damit unter Kontrolle ber Wettbewerbsleitung konnte ber 31- jährige Münchener Kurt S ch m i b t mit 13 Stun- ben und 45 Minuten einen neuen Rhön-Dauersegelflugrekord aufstel - l e n. Die Dunkelheit entzog ihn bann der Sicht. Es ist anzunehmen, daß er versuchen will, bis zum nächsten Morgen in der Luft zu bleiben. Die übrigen drei Konkurrenten befanden sich mit 9, 11 und Belm „Großen Dergprels" am Tom- menben Sonntag auf dem Freiburger Schanins» land beteiligen sich neben einer Reihe ber befann- testen ausländischen Automobil-Rennfahrer auch die Deutschen Rosemeyer unb Stuck (Auto- Union) sowie Caracciola unb Lang (Mer- cebes-Benz). * Der Leiter des Fachamtes Boxen hat für unsere erste Nationalstaffel eine Ruhepause bis zum 30. September ungeordnet. Hanne Sobek, eine ber markantesten (Erlernungen im beutschen Fußballsport, soll — wie verlautet — zum Sportwart des Gaues Brandenburg ernannt werden. , Das Zukunftsrennen, das im Mittelpunkt des zweiten Tages der internationalen Baden-Badener Rennwoche stand, endete überraschend mit dem Siege von Trollius unter Jockey E. Böhlke. Pfeiferkönig und Galeria Brera folgten auf den Plätzen. Der Toto zahlte 88 :10 auf Sieg. Einen neuen Weltrekord im 3000-Meter- Gehen schuf jetzt bei der in Mjölhy durchgeführten schwedischen Meisterschaft E. Jönning-Schweden, in- bem er mit 12:35,9 ben seit bem Jahre 1918 (!) bestehenden Rekord des Dänen Rasmussen (12:53,8) beträchtlich verbesserte. Jesse Owens, Amerikas Sprinter, ist in Neuyork eingetroffen, lieber feine Eindrücke in Deutschland befragt, äußerte er sich sehr lobend. Weiter erklärte er, daß er nicht daran denke, we. nigftens vorläufig nicht, ins Lager der Berufssportler überzugehen. Sportamt „Kraft durch Freude^. Kindergymnastlk. Der Kursus für Kindergyrnnastik wird ah kommenden Dienstag wieder regelmäßig laufen. Die Uebungszeit ist von 17.30 bis 18.30 Uhr in der Frankfurter Straße 60, Gartenhaus. Neuanmeldungen zu diesem Kursus werden noch auf ber Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Alle Kinder von 5 bis 10 Jahren können daran teilnehmen. Die Unkosten betragen 20 Pf. für die Uebungsstunde. Tennis. Zu den Tenniskursen können noch einige Volksgenossen zugelassen werden. Die Kurse laufen jeweils über sechs Stunden und kosten für Mitglieder der DAF. 4,80 Mark, für Nichtmitglieder 6 Mark. In diese Gebühr ist Schlägerbenutzung und Balljungengebühr einbegriffen. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, an. An den Kursen Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer) und Fröhliche Gymnastik (nur für Frauen), sowie Leichtathletik (Frauen und Männer) können alle Volksgenossen ohne vorherige An- Meldung teilnehmen. Die Unkosten betragen 20 bzw. 30 Pf. für Leichtathletik für den Uebungsabenb. 12Vi Flugstunden zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls noch in ber Lust. An den ersten 10 Wettbewerbstagen dieser „17. Rhön" wurden insgesamt 411 Starts durchg-Mri. Mit feiner guten Dauerflugleistung dürfte sich Kurt Sch mid t wohl an die Spitze gefetzt haben. Gefährliche Einbrecher mit Schußwaffen. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Aug. In den letzten Wochen werden im Westerwald unb im Hintertunus in Ortschaften Einbrüche in Wirtschaften, Bauernhöfe unb Lehrerwohnungen ausgeführt. Die Landeskriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der Gendarmerie hat festgestellt, baß es sich bezüglich der Täter um ein und dieselben Personen handeln muß. Die Einbrecher sind mit Schußwaffen ausgestattet. Sie haben verschiedentlich die Geschädigten, die sie bei den Einbrüchen überraschten, mit der Waffe bedroht, iflib dadurch von ihrer Verfolgung abgehalten. In einem Falle haben sie bei der Flucht einen Schuß abgefeuert. Die Tcttumstänbe lassen darauf schließen, daß bie Einbrecher bei ihren Raubzügen die Waffe entsichert unb schußbereit halten. Die Lanbeskriminalpolizeistelle Frankfurt a. M. in Zusammenarbeit mit der Gendarmerie verfolgt bestimmte Spuren. Im Verdacht, an ben räuberischen Einbrüchen beteiligt zu sein, steht ber P. Ottersbach, geboren am 28. März 1907 zu Meinerzhagen i. W. Ottersbach treibt sich mit einer zwei- t e n verdächtigen Person im Westerwald und Hintertaunus umher und verübt nach ben bisherigen Feststellungen dort Einbrüche. Die Gefährlichkeit ber Einbrecher erforbert es, daß sich das Publikum an ber Mitfahndung eifrig beteiligt. 9er Rhön-DauersegeWg-Rekord gebrochen. Kurt Schmidt-München 14 Stunden in der Lust. Sowjet-Rußland rüstet ins Gigantische — aber der Bauer leidet bittere Rot. u. und der Jahres lohn ? - 90 Rübe! ! i> 1V815 | milltHr-JRuegobcn Sony cf-Rußlands 1OM- W5 19? sss E2 ,:£" j ' Die svwjetrussischen Rü st ungen haben in ben letzten Jahren einen unheimlichen Aufschwung genommen, so baß sie heute eine Bedrohung der gesamten zivilisierten Welt barfteüen. Die Sowjetarmee dient ja nicht ber Verteidigung bes eigenen ßanbes, fonbern sie ist, wie zahllose Beispiele der jüngsten Geschichte beweisen, nur als Werkzeug ber Komintern, bie ihre Hauptaufgabe barin sieht, die Zivilisation der Menschheit zu zertrümmern unb eine Blutherrschaft anzutreten, wie man sie heute in dem von Bolschewisten heimgesuchten Spanien erlebt. Unsere statistische Darstellung rechts veranschaulicht den gewaltigen Aufschwung, ben die Sowjetrüstung in ben letzten Jahren nahm. Um bie Mittel für bie Riesenrüstungen zu beschaffen, wird bas russische Volk und insbesondere die russische Landwirtschaft bis zum äußersten aus- gepreßt. Rund 90 v. H. der ländlichen Beoölke- rung find durch bie Zwangskollektivierung z u Landproletariern geworden. Nach den Berechnungen, die man auf Grund offizieller Angaben anstellen kann, beträgt bas Jahresgeldeinkommen eines sowjetischen Kollektivknechts rund 135 Rubel. Nach Abzug der Einkommensteuer, Kultursteuer, „Selbstbesteuerung" und Zwangsanleihezeichnungen bleiben rund 90 Rubel übrig, von denen ber Kollekttvknecht ein ganzes Jahr leben unb sich kleiden und wohnen muß. Unsere Darstellung links veranschaulicht den K a u f w e r t dieser 90 Rubel an Hand einzelner Beispiele von Bedarfsgegenständen. Um die Well zu vernichten, wird bas Volk in Rußland der größten Entbehrung preisgegeben, unb so werden dtt sowjetrussischen Machthaber nicht nur zu Brandstiftern an der ganzen Welt, sondern auch ZU Verbrechern am eignen Volk. (Zeichn-Luschnat. Scherl-M) Nr. 199 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch. 26. August 1936 Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Wind weht über die Stoppeln. Ein unfreundlicher Sommer geht seinem Ende entgegen. Er brachte uns Regen, Wind, Sturm und wieder Regen. Aber in den letzten Tagen konnte sich noch einmal die Kraft der Sonne durchsetzen. In den Hausgärten stehen die Rosen in der zweiten Blüte, daneben leuchten die Herbstblumen — Astern und Dahlien — in allen Farben. Leise und fast unbemerkt fallen einzelne Blätter von den Bäumen. Sie haben ihre Arbeit vollendet, sie gehen zur Ruhe. Aber ihr Platz bleibt nicht leer. Schon sehen wir die kleinen Knospen, die sich im nächsten Jahre entfalten werden. Roch schlummert das neue Grün in der schützenden Hülle. Unter dem scharfen Schnitt der Sensen sank das Getreide. Fleißige Hände banden die Garben. Es war eine mühevolle Arbeit in diesem Jahre, aber sie wurde freudig getan. In langen, geraden Reihen standen die Fruchthaufen, und der Regen strömte herab, als ob er alles vernichten wollte. Dann kam endlich die Sonne und trocknete die Garben. Dann fuhren die großen Wagen den Segen — unser täglich Brot — in die Scheunen. Die Aecker leeren sich. Der Wind weht über die Stoppeln. Die leuchtenden Feldblumen fielen mit den Getreidehalmen. Rur auf den Wiesen blühen sie noch. Aber auch ihre Zeit ist gekommen. Der zweite Grasschnitt wird die Herrlichkeit vernichten. Die Nächte werden kühler, und am frühen Morgen lagern schon dichte Nebel über den Tälern. Der Sommer nimmt Abschied. Still und bescheiden geht er. Manche Menschen merken es kaum. Aber die leeren Aecker draußen mahnen uns, und sehr lange wird es nicht yiehr dauern, dann verlieren auch die Bäume ihr Laub und werden kahl dastehen. Noch ist die Sonne Herrscherin in der Natur. Sie siegt über die Nebel, die am Morgen und Abend die Täler füllen. Am Tage liegt die Landschaft in unendlicher Klarheit vor uns. Die Wiesen sind noch dunkelgrün und mit Blumen geschmückt. Voll Andacht steht der Wald. Im Sterben legt er sein schönstes Gewand an. In allen Farben werden die Blätter leuchten. Die Zugvögel werden sich bald versammeln, um ihre große Reise anzutreten. Dann wird es stiller in Feld und Flur, die ersten Marienfäden werden durch die Luft ziehen, und die Buben lassen die Drachen steigen. Dann ist der Herbst da. Aber auch er hat seine Schönheiten. Die goldenen Früchte an den Bäumen lachen uns an. Der Herbst bringt die Reife und die Vollendung. Bäume — die Wahrzeichen des Lebens. Wie bei allen ursprünglichen Völkern war auch bei unseren germanischen Vorfahren die gesamte Natur um sie herum belebt, die Gestirne, das Wasser, das Feuer und der Wind Träger göttlichen Willens, und auch der Pflanzenwelt, besonders den Bäumen, fiel als Sitz und Symbol hoher Mächte eine bedeutsame Rolle zu. Wie die Esche im Glauben der nordischen Völker eine wichtige Stellung einnahm, die durch ihre Verbindung mit dem Menschenschicksal bestimmt war — unter der Weltesche saßen die Nornen, den Lcbensfaden des Menschen spinnend, messend und schließlich durchschneidend —, so war die Eiche Sinnbild von Kraft und Stärke und Zeichen trotzigen Widerstandes. Das Weidenkätzchen als erster Frühlingsbote ist bei uns heute genau so zum Symbol des Osterfestes geworden, wie es den Germanen Sinnbild des siegreich beendeten Kampfes zwischen Licht und Finsternis gewesen ist; wie uns, so verschönte auch ihnen das zarte Grün der jungen Birke den ersten Mai. Groß ist auch die Zahl der Bäume, Sträucher und Kräuter, denen wundertätige Kräfte beigemessen wurden, und sehr häufig mag dabei die tatsächliche Heilkraft und ihre Kenntnis eine ausschlaggebende Rolle gespielt haben. Nicht nur zu den Elementen des Glaubens und der Gottesver- ehrurrg, sondern auch zu den Erscheinungen des menschlichen Lebens selbst hat oie Menschheit zu allen Zeiten Bäume und Sträucher in enge Beziehung gesetzt, vor allem etwa zu Geburt und Tod. Wie oft ist es doch so, daß der Vater, dem die Geburt seines Erstgeborenen mitgeteilt wird. als Zeichen dieses Tages ein kleines Bäumchen einpflanzt, das dann den Sohn sein Leben lang begleiten soll. Bäume sind es auch, die dem Friedhof wesentlich mehr als Grabsteine und Ersenkreuze den eigentlichen Stimmungsgehalt der Trauer, aber auch des stillen Friedens und der Ruhe geben. Bäume waren es aber auch im mittelalterlichen Deutschland, die Thingstätten und Gerichtsplätze bezeichneten, und der Lindenbaum ist ja auch heute noch in allen Dörfern stets Mittelpunkt des bäuerlichen Gemeinschaftslebens. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Fachschaft „Körperliche Erziehung", Pflichtarbeits- aemeinschaft für Mädchen-Turnen, 16 Uhr Univer- sitätssportplatz, 1. Kommandosprache, 2. Korbball, 3. Winterkampfspiele für Mädchen. — Gloria- Palast, Seltersweq: „Inkognito". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gräfin von Monte Cristo". — Eisenbahner-Heimstätten-Derein Gießen: 20 Uhr ordentl. Generalversammlung im Saale des Bahnhofhotels Hopfeld. — Bekenntnisgemeinde, 20.15 Uhr, Vortrag von Pfarrer Lic. Herrfurth, Rodenbach, im Johannes-Saal über „Die laufe*. — Sonderausstellung der Kölner Ford-Werke von 9.30 bis 19 Uhr Oswaldsgarten. Dortrag der Bekenntnisgemeinde. Die Bekenntnisgemeinde veranstaltet heute, 20.15 Uhr, im Johannessaal einen Vortragsabend. Lic. Herrfurth spricht über das Thema „Die Taufe". Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Bevorzugte Abfertigung von Schwerbeschädigten bei den Justizbehörden. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Der Herr Reichsjustizminister hat unter Zusammenfassung der in Frage kommenden Bestimmungen für die Justizbehörden folgendes angeordnet: 1. Schwerkriegsbeschädigte, schwerbeschädigte Kämpfer der nationalen Erhebung, sowie Schwerunfallverletzte, denen längeres Stehen oder Warten in geschlossenen Räumen unzuträglich ist, erhalten hierüber auf besonderen Antrag von der zuständigen Behörde (Fürsorgestelle, Genossenschaftsoorstand usw.) einen Ausweis. 2. Personen der oben bezeichneten Art, die sich im Besitze solcher Ausweise befinden, sind, falls sie persönlich und in eigenen Angelegenheiten oder zur Erledigung dienstlicher Aufträge ihrer Unternehmer bei Justizbehörden erscheinen, bevorzugt abzufertigen, soweit dadurch nicht begründete Rechte anderer beeinträchtigt werden. Für sie sind in den Amtsräumen nach Möglichkeit Sitzgelegenheiten bereitzustellen. AuskunstspflichtvordemEinigungsamt einer Industrie- und Handelskammer. Von der Industrie- und Handelskammer wird uns geschrieben: Wird von einer Behörde gegen einen Beschuldigten ein Verfahren eröffnet, so ist der Beschuldigte verpflichtet, wahrheitsgemäß über alles, was zu seiner Verteidigung gereichen kann, Auskunft zu erteilen. Verschweigt er irgendwelche belangreiche Umstände und ergeht ein Fehlspruch, so kann er nachher nicht mit der Behauptung, daß er durch den Fehlspruch geschädigt sei, Schadenersatz fordern. Der Beamte einer Behörde oder die Behörde kann nur wegen fahrlässiger Amtspflichtverletzung in Anspruch genommen werden, die Fahrlässigkeit entfällt aber, wenn der Beschuldigte den Beamten wissentlich im Unklaren gelassen hat, so daß dieser glaubte, weitere Erhebung nicht anstellen zu können oder zu brauchen. Die Klägerin, die wegen Amtspflichtverletzung der Behörde Schadenersatz verlangt, war der„Preis- schleuderei" beschuldigt worden. Bei der Untersuchung vor dem Einigungsamt verschwieg sie, daß sie für die fragliche Ware keine Fracht- und Anfuhrspesen hatte und die Ware deshalb billiger verkaufen konnte. Das Einigungsamt nahm „Preisschleuderei" an. Der Spruch erwies sich später als Fehlspruch, da man den Wegfall der Spesen nicht berücksichtigt hatte. Die Schadenersatzklage der Klägerin wurde abgewiesen, da sie es unterlassen hatte, das Einigungsamt aufzuklären. (V 6/36. — 26. 6. 36.) 143 Tote, 4318 Verletzte. Der Reichs- und Preußische Derkehrsminisler gibt bekannt, daß in der vergangenen Woche im Reiche 14 3 Tote und 4318 verletzte als Opfer des Straßenverkehrs zu beklagen sind. * ** Straßensperrungen. Wegen Vornahme von Straßen- und Kanalbauarbeiten wird der W a r t w e g zwischen Uhlandstraße und dem Feld- Oberhessische SA.-RM weihen ihre Fahnen Am Sonntag, dem 30. August, findet die Weihe von 12 Sturmsahnen der SA.-Reiterstandarte 147 durch den Führer der SA.-Gruppe Hessen, Gruppenführer V e ck e r l e, statt. Die Veranstaltung nimmt folgenden Verlauf: 7.00 Uhr: Wecken durch den Wusikzug der SA.-Reiterstandarte 49 zu Pferd. 10.00 Uhr: Paradeaufstellung der Sturmabordnungen auf dem Trieb. Weiheakl. Anschließend Abmarsch der Stürme durch die Stadt Gießen durch folgende Straßen: Trieb, Kaiserallee, Ludwigsplah, Gartenstraße, hmdenburgwall, Seltersweg, Kreuzplah, Sonnenstraße, Kanzleiberg zum Vrandplah, wo der Vorbeimarsch vor Obergruppenführer Lihmann stattfindet. Anschließend Rückmarsch durch folgende Straßen: Landgraf- Philipp-Plah, Landgrasenstraße, hitlerwall, Woltkestraße, Schlageter- straße, Wolfstraße, Fröbelstraße, Georg-Philipp-Gail-Straße, Kaiserallee zum Trieb. 12.00 Uhr: Aufschlagen eines Feldstalles aus dem Trieb und Verpflegung der SA-Reiter und Füttern der Pferde. Während des Feldstalles spielt der Musikzug der SA.-Reiterstandarte 147. 15.30 Uhr: Abbruch des Feldstalles und Abrücken der SA.-Reiterstürme in ihre Heimatorte. Am Vorabend findet um 20 Uhr im Cafe Leib ein Konzert der vereinigten Musikzüge der SA-Reiterstandarten 49 und 147 statt. Eintritt 20 Rpf. Der Führer der Reiterstandarte 147 Gießen. 2N.d.F.b.: Leipold, Truppsührer. Unbekannte Fracht. Roman von Zranl $.Broun. 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Man kann einen Menschen nur mit Vertrauen gewinnen." Frau Grete wiegte den Kopf. „Was glaubst du, wie es mich immer gewurmt hat, wenn du früher, als ich noch deine Angestellte war, alle paar Tage die Kasse revidieren kamst. Wenn ich dich nicht schon damals lieb gehabt hätte, wäre ich dir davongelaufen. Man darf Vorsicht nicht bis zum Mißtrauen übertreiben, Paul." „Mißtrauen ist eine Krankheit", krähte der Hofrat aus seiner Sofaecke. „Mißtrauen kommt aus der Erfahrung und dem Wissen: wir sind uns alle sehr ähnlich, was er denkt, denke auch ich, was ich fertigbringe, ist auch er imstande zu tun." Er lachte höhnisch vor sich hin. Seine Rede hatte niemand direkt gegolten. Paul Billing schwieg. Dann sagte er mißgelaunt, da er sich überstimmt sah: „Also, mach' was du willst. Was kriegt sie für einen Lohn? „ „Dreißig Mark; mit Kochen und Wäsche. „Viel Geld!" rief der Vater Leopold. Er war plötzlich, da er Zahlen hörte, durchaus be, der Sache. „Wenn ich dreißig Mark im Monat übrig hätte..." Er beendete den Satz nickt. Paul Billing sah sich um. Der Alte saß hinter ihm. „Du benötigst hier doch kein Geld, Vater , sagte er. „Wein, Tabak, alles ist im Hause. Wozu brauchst du mehr Geld als die hundert Schilling deiner Rente." ...«»• L ..Das sind heute keine fünfzig Mark „Mit denen du gar nichts anzufangen weißt. Frau Grete lachte ihren Schwiegervater an. Es war kein echtes Lachen. „Und doch ist das Geld drei Tage nach dem Eintreffen alle. Ich glaube, du bist ein heimlicher Wüstling, Dpa." Sie benutzte Hell- muths Anrede. „Wo läßt du dein Geld? ..Was geht es euch an!" rief der Greis übelnehmerisch. Paul Billing winkte seiner Frau mit den Augen zu. Laß dies Thema, hieß das. Der Alte malmte stumm mit beweglichen Kinnbacken; vielleicht schalt er allein für sich und unhörbar weiter. Die Falten in den Augenwinkeln gaben seinem Blick etwas Listiges. Er war glatt rasiert wie ein alter Schauspieler. Außer ein paar Schläfenhaaren, die weiß waren, hatte er auch auf dem Kopf keine Haare. Er trug ein schwarzgerahmtes Einglas am Band. Es hing ihm auf die Brust. Im Auge bemerkte man es selten bei ihm. Wahrscheinlich sah er ohne Glas immer noch besser. Frau Grete wandte den Blick von ihm ab. Würde ihr Paul auch einmal so aussehen? Sie wünschte es sich nicht. Des Hofrats Kopf erinnerte sie so unangenehm an einen nackten Krähen- ober Raub- oogelschädel. Diese gebogene Habichtsnase fand sie greulich. Sie selber war blauäugig und stupsnasig. Hellmuth war zum Glück nach ihr geschlagen. Mit dem Hofrat hatte Antje zur Hauptsache zu tun. Er war den ganzen Tag im Hause. Vormittags lief er durch die Zimmer, störte sie im Grunde, obgleich er freundliche Gespräche mit ihr führte über Nichtigkeiten und sich bei ihr beliebt zu machen suchte. Sie empfand das sehr wohl, versuchte aber auszubiegen. „Achten Sie auf die Tür, Herr Hofrat, wenn ich jetzt eine Viertelstunde einholen gehe?" sagte Antje. „Vielleicht kommt Post." „Erwarten Sie einen Liebesbrief, Fräulein Antje?" Er lachte kichernd. „Soll er dieser Tage schreiben?" „Wen meinen Sie, Herr Hofrat?" Antje mochte den alten Mann immer weniger. Sie wappnete sich merklich mit Kühlheit, aber das merkte er nicht, oder wollte es nicht bemerken. „Nun, der nette Herr, der Sie begleitete, der Ihnen den Korb herauftrug." Er schien ihren Einzug demnach beobachtet zu haben. Aber, Herr Hofrat, das war mein Bruder." Sie wußte nicht, weshalb sie log; vielleicht war damit das Thema beendet. Leopold Billing grinste. „Er sah Ihnen aber gar nicht ähnlich." Sie nahm das Geld aus dem Küchenschrank. In dem kleinen, abgetragenen Lederbehälter befanden sich vier 5-Mark-Stücke. Eines nahm sie mit. Das Portemonnaie mit den restlichen fünfzehn Mark legte sie wieder in die Schublade. Dann ging sie. Der Hofrat blieb in der Küche stehen, wo er wahrhaftig nichts zu suchen hatte. Er sah das Buch an, in das Antje ihre Ausgaben einschreiben sollte. Es zeigte bis jetzt noch weiße, unbeschriebene Blätter. Er verzog das Gesicht und legte es wieder weg. Seine Laune war nicht gut. Er schien zwar vergnügt und begann sofort wieder eines dieser Gespräche mit doppeltem Boden, als Antje zurückkam — „der Schlachter hat zwei hübsche Gesellen im Laden, haben Sie die beiden bemerkt, Fräulein Antje?" — Er redete offenbar gern, aber Antje spürte, daß seine Heiterkeit nicht echt, nur gemacht war. Vielleicht fehlte ihm der Ernst und er wußte nicht zu schweigen. Das Mittagessen fiel zur Zufriedenheit aller Billings aus. Hellmuth verriet krähend und altklug nachher in der Küche, was er bei Tisch aufgeschnappt hatte. „Sie find ein guter Griff, Antje!" Der Hofrat klopfte ihr großväterlich die Schulter, was sie, neben Frau Grete stehend, nicht einmal zurückwei- fen konnte. „Wenn es nichts ausmacht, könnte ich vielleicht nach dem Abendessen eine kleine Weile weggehen?" „Gewiß, Antje, wenn die Küche in Ordnung ist, können Sie weg; aber nicht zu spät kommen, ein junges Mädchen muß ausschlafen! Antje lächelte. „Danke." Frau Grete lächelte zurück. Um 9 Uhr war Fred Lorenzen an der Moltke- brücke, wie es verabredet gewesen war. „Wenn ich nicht kommen kann, darfst du nicht böse auf mich fein, Fred!" — „Gewiß nicht, ich weiß, es liegt bann nicht an dir, Antje." Aber sie kam pünktlich und hängte sich bei ihm ein. Sie gingen über die Brücke und setzten sich in den Krollgarten. „Ist das nicht zu teuer, Fred? Du bist immer so leichtsinnig, wenn wir ausgehen." Er schüttelte den Kopf. „Das ist nicht Leichtsinn." Sie erkannte alle feine Gedanken, ehe er sie aussprach. Er schien ihr durchsichtig. „Du hast Aerger gehabt?" forschte sie. „Ja. Ist habe da ein paar Schulden. Du weißt, ich lasse sie nie groß anwachsen. Aber diesem Schneidermeister mehr als die Hälfte zu zahlen, war mir nicht möglich. Jetzt schickt der Mann mir einen Zahlungsbefehl. Ich habe zunächst erhoben. Dann habe ich den Mann ausgesucht. Er war ganz vernünftig, aber er verlangt, als Zechen meines guten Willens, wie er fapt, ich soll ihm heute ober morgen eine Zahlung leisten. Unb wenn Zeitfolge zum Tag her Hitler-Jugend am 30. August in Gießen. 14.30 Uhr: Bann- unb Jungbannfporfoeranffalfung auf dem Universitätssporlplah. 18.00 Uhr: Marsch bet Hitler-Jugend unb bes Jungvolkes durch die Straßen der Stabt 18.45 Uhr: Vorbeimarsch bes Bannes unb Jungbannes 116 vor dem Gebietsführer an ber Universität in der Ludwigstrahe. 19.15 Uhr: Feierstunde auf dem Brandptah. Es sprechen: Gebietsführer Brandt, kreisteiter Dr. Hildebrandt. weg vor dem Bergwerksgelände vorn 25. August ab auf die Dauer von vier Wochen polizeilich für jeden Fährverkehr gesperrt. — Die Wilhelm st raße zwischen Ebelstraße und Aulweg ist von heute ab wegen Straßenbauarbeiten auf die Dauer von drei Wochen für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt worden. Die aufgestellten Sperr- unb Umleitungsschilber finb zu beachten. ** Morgen keine Sprech st unben bes Kreisleiters. Wie parteiamtlich bekanntgegeben wirb, fallen bie Sprechftunben bes Kreisleiters in Gießen am morgigen Donnerstag, 27. August, aus. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Sperre auf ber Lanbstraße Bübingen—Orleshausen wirb von heute ab roieber aufgehoben. ** Gin Siebzigjähriger. Der Zugführer i. R. Kaspar Göbel, Ebelstraße 12 wohnhaft, feierte am vorigen Sonntag im Kreise seiner Kin- ber unb Enkel seinen 70. Geburtstag. Don bem Reichsbahn-Fahrbeamten-Verein unb bem Pionier- Verein, benen er als Mitglieb angehört, würbe ber noch sehr rüstige alte Herr geehrt. Er ist langjähriger Bezieher bes Gießener Anzeigers. ** Für eine gute Arbeit über Luftschutz ausgezeichnet. Dem Unterprimaner ber Höheren Privatschule Gießen Joseph Kirchesch würbe eine künstlerische Ehrenurkunbe ber Hessischen Lanbesregierung überreicht, ba er bie Aufgabe „Luftschutz — eine beutsche Schicksalsfrage" gut gelöst hat. ** Autobusfahrt nach der Wasserkuppe. Auf vielseitigen Wunsch veranstaltet ber Skiklub Gießen am fommenben Sonntag, 30. Aug., eine Autobusfahrt zu bem großen Internationalen Segelflugwettbewerb auf ber Wasferkuppe in ber Rhön. Hierburch wirb allen Teilnehmern, die nicht unbebingt Mitglied sein müssen, Gelegenheit geboten, die Rhön, bie bie meisten nur im winterlichen Kleib kennen, auch im Sommer einmal zu besuchen. Hinzu kommt noch, baß bie beseitige Segelflugveranstaltung eine ausgezeichnete Besetzung aufweist unb ber fommenbe Sonntag als Schlußtag einen Höhepunkt barstellen wird. Da nur eine beschränkte Anzahl Plätze zur Verfügung stehen, ist rechtzeitige Anmelbung in ben Gießener Sporthäusern ratsam. (Siehe heutige Anzeige.) Große Strafkammer Gießen. Die 62jährige Lina M ö b u s aus Borsborf würbe wegen Unterschlagung im Amt unb Urfun« benfälschung zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr unb 50 RM. Gelbstrafe, hilfsweise 5 Tage Zuchthaus, verurteilt. Die Angeklagte hat als Beamtin unb als verpflichtete ftänbige Vertreterin ihres Ehemannes, ber Postftelleninhaber ist, in ben Jahre 1935 unb 1936 Gelber, bie mittels Zahlkarten eingezahlt worben finb, fortgesetzt unterschlagen unb verbraucht. Später eingezahlte Be- Das soll Ihre Zahnbürste schaffen? Sie soll Jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfens Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und dabei doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden^ es nur zwanzig Mark finb, äußerte er. Damit war ich mieber vor ber Tür seines Labens." „Unb diese 20 Mark hast du nicht beisammen?" Er lachte. „Nein, nur bie brei Mark, bie biefer Spaß hier kosten mag." „Ich hätte bem Schneiber biese brei Mark gegeben." „Falsch. Du kennst ben Mann nicht, Antje. Ich hätte bamit alles oerborben. Meine Zusage, ihm zwanzig Mark zu zahlen, beruhigte ihn. Drei Mark in bie Hanb hätten ihn mieber unsicher gemacht." Er lachte abermals, sie wußte nicht recht, worüber. Ihr war gar nicht so heiter zumute. „Ich kann dir bas Gelb geben", sagte sie sofort, „wenn mir Frau Billing zehn Mark Vorschuß gibt. Zehn Mark besitze ich selber noch." „Wirklich, Antje? Das ist famos. Ich bekomme bestimmt noch in biefer Woche Gelb. Man hat bet ber BVG. Interesse für einen Entwurf, bie Reklame für bie Fahrten mit ben Wochenenbauto- buffen, bie ich gemacht habe. Es wirb sicherlich klappen. Dann kriegst bu bas Gelb mit Zinsen zurück." „Mit Zinsen?" „Du hast recht. In kurzer Zeit ist sowieso mein Gelb bein Gelb unb umgekehrt." Sie spürte eine Beklemmung. Sie wußte genau, wie seine Pläne waren. Aber sie war sich nicht klar über ihre eigene Stellung zu bem allen. Er wollte bie Heirat. Das war schön von ihm unb sehr lieb. Sie war ihm bankbar. Aber zugleich war etwas wie Angst in ihr. Die Ehe, bas war für ihr Empsin- ben etwas Endgültiges. War sie soweit? Siebte sie Freb Lorenzen so sehr, baß sie für ben Rest ihres eben erst begonnenen Lebens mit ihm Zusammenleben wollte? Sie wußte, er wartete auf ihre Antwort. Auch biese Rebe eben war roieber eine Art Anfrage gewesen. Ihr Schweigen hieß ja. Ader es sollte nicht ja bebeuten. Sie horchte auf bie Musik. Ihr Herz war schwer, sie meinte es in ber Brust zu spüren wie ein Gewicht. Die Tanzenben auf ber runden Stein fläche in ber Mitte bes Gartenlokals huschten vorüber, brehten sich wie Marionetten. Warum bachte sie bas? Sie merkte, wie Qrcbs Hanb unter bem Tisch herankam, noch hätte sie ausweichen können. Aber sie kam ihm sogar entgegen. Er nahm ihre Finger unb brückte sie wortlos, aber scheinbar beglückt. (Fortsetzung folgt!) träge verwandte sie jeweils zur Abdeckung früherer Unterschlagungen, wobei sie neue Zahlkarten an- fertigte. Der $). S. von Usenborn hatte anläßlich eines Richtfestes, unter dem Einfluß des Alkohols stehend, unzüchtige Handlungen an einem Mädchen von dreizehn Jahren vorgenommen. Die Große Strafkammer erkannte gegen ihn auf eine G e - fängnis strafe von 1 Jahr, wovon dem Angeklagten zwei Monate der Untersuchungshaft angerechnet wurden. Die Kosten wurden dem Angeklagten auferlegt. Einbrecherquartett wandert ins Gefängnis. Lauterbach, 25. Aug. (LPD.) Vor einigen Wochen wurde die Stadt Lauterbach durch Einbrecher heimgesucht, die hauptsächlich Keller- einb räche verübten und dabei mitnahmen, was sie brauchen und schleppen konnten. Es zeigte sich bald, daß man es bei diesen Einbrüchen mit m e h - Schuh den Ausgrabungen auf dem Glauberg! LPD. Büdingen, 25. August. Wie das Kreisamt Büdingen bekanntgibt, ist Klage darüber geführt worden, daß die Besucher des G l a u - bergs ohne Erlaubnis das Ausgrabungsgelände betreten, auf den Ringwall steigen und die Anlagen beschädigen, sowie den Anweisungen der Wachmannschaften vielfach nicht Folge leisten. Das Kreisamt Büdingen weist daher' erneut darauf hin, daß zum Schutze der Ausgrabungsarbeiten das Betreten des Glaubergs innerhalb des Ringwalles und das Betreten des Ringwalles selbst nur mit Genehmigung der Ausgrabungslei- tun g g'estattet ist und die Besucher sich den Anweisungen der Wachmannschaften zu fügen haben. Uebertretungen werden ohne Nachsicht zur Strafanzeige gebracht. DHL.-Heldengedenkfeier auf der Serchenhainer Höhe. Wegen des hoherodskopf-Bergfefles vorverlegt. * Schotten, 26. Aug. Der Vogelsberger H ö h e n k l u b (V H C.) veranstaltet am Sonntag, 6. September, am Ehrenmal für die gefallenen Brüder auf der Herchenhainer Höhe die diesjährige Gefallenen - Gedenkfeier. Diese Feier, die ursprünglich für nachmittags (14.30 Uhr) vorgesehen war, soll bereits um 11 Uhr stattfinden, um den VHC.-Mitgliedern Gelegenheit zu geben, an dem Bergturnfest auf dem Hoherodskopf teilzunehmen. Die Gefallenen-Gedenkfeier gilt, da Herchenhain noch kein eigenes Ehrenmal hat, auch für die Bevölkerung von Herchenhain und Umgebung. Das Bergturnfest auf dem Hoherodskopf, an dem die DHC.-Brüder während des ganzen Nachmittags noch teilnehmen können, wird vor allem Sportler und Turner des Gaues 12 im Volksturnen sehen, besonders werden die Kreise Gießen (8) und Friedberg (11) vertreten sein. Die Wettkämpfe beginnen um 10 Uhr. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 25. Aug. Am letzten Sonntag fand hier und in Albach der Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmanden stunde statt. In Steinbach wurden 14 Knaben und 8 Mädchen ausgenommen, außerdem besucht ein Ferienkind aus Essen den Unterricht. In Albach wurden 3 Knaben und 3 Mädchen ausgenommen. Vergangenes Jahr waren es in Steinbach 13 Jungen und 10 Mädchen und in Albach 3 Jungen und 3 Mädchen, die den Konfirmandenunterricht besuchten. — Steinbach, 25. Aug. Am Samstagabend hielt der Ob st- und Gartenbauverein in der Wirtschaft Schleuse eine Mitgliederversammlung ab. Es wurde die Anschaffung eines Süßmostbereitungsapparates beschlossen. Ein Dereins- mitglied, Schneidermeister Horn, wird auf Vereinskosten in der Süßmostbereitung ausgebildet, und noch in diesem Herbst wird es den Vereinsmitgliedern möglich sein, ihr überschüssiges Obst zu Süßmost zu verarbeiten. — Am kommenden Sonntag hält der hiesige Kindergarten der NSV., der auch in diesem Sommer seine sommerliche Behausung im Gartensaale des Gastwirtes und Metzgermeister Paulus Gerhard bezogen hat, sein Fest ab. Die Leiterin, Kindergärtnerin Ria Rohn aus Gießen, wird zeigen, was die Kinderschar bei ihr gelernt hat. ch Mainzlar, 24. Aug. Hier fand am gestrigen Sonntag unter den drei alten Dorflinden an der Mühle das diesjährige M i f s i o n s f e lt statt. Predigten, Posaunenchöre und gemeinsam gesungene Chöre wechselten miteinander ab. Die Organisation lag in den Händen des hiesigen Müllermeisters Heinrich Schmitz. 4- Lauter, 25. Aug. Begünstigt durch das gute Wetter ist hier die Ernte allgemein zum größten Teil eingebracht. Anfangs dieser Woche ist mit der Grummetmahd begonnen worden. Durch den Regen nach der Heuernte hat sich das Grummetgras gut entwickelt, so daß der Ertrag gut ist. — Dieses Jahr gibt es in unserem Dorfe eine überreiche Zwetschenernte. Ueberall hängen die Bäume voll, selbst die ältesten und aller- kleinsten. Die Landwirte und die Gemeinde sind mit dem Stützen der Bäume beschäftigt. Aber immer ist dies nicht möglich, so daß schon überladene Aeste abgebrochen sind, wodurch mancher Schaden entstanden ist. Außer zu dem beliebten Zwetschen- hontg wäre den Besitzern die Verwendung zu D ö r r o b st zu empfehlen. Durch diese Verarbeitung könnte doch ein Teil der überschüssigen Ernte, der vielleicht sonst verderben würde, für die Ernährung unseres Volkes erhalten werden. * Hungen, 25. Aug. Der von hier gemeldete Hühnerdieb st ahl in dem Hause „Hubertus" in -er Friedberger Straße hat seine Aufklärung dahin gefunden, daß es sich nicht um einen Diebstahl handelt, sondern die Hühner einem Iltis zum Opfer gefallen sind, der die Tiere t o t g e b i s - s e n und die jüngsten von ihnen verschleppt hat. Kreis Alsfeld -a» A l s f e l d, 25. Aug. Am Sonntag veranstaltete der hiesige, unter Leitung von Pfarrer B e r n b e ck stehende Volkskindergarten wiederum, wie Im Vorjahr, ein Kinderfest zum Besten des Volkskindergartens, das von schönstem Wetter begünstigt war und einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Die geräumige Festhalle auf dem Lindenplatz war dicht besetzt. Spiele der. Kleinen des Volkskindergartens, Kasperletheater, turnerische Vorführungen reren Tätern zu tun hatte. Einer umfassenden! Razzia der Gendarmerie und SA. gelang es, das Einbrecherquartett — es handelte sich insgesamt um 4 Täter — im hohen Vogelsberg bei Meiches festzunehmen. Nunmehr standen die „Kellermarder vor dem Lauterbacher Amtsgericht, das die vier Täter zu je 1% Jahren Gefängnis verurteilte. Gefängnis weaen Giitlichkeitsverbrechen. LPD. Mainz, 24. Aug. Der 57jährige katho- lifche Pfarrer Johann Jakobi, der seit drei Jahren in Dromersheim ist, verführte in feiner Pfarrwohnung ein 15V2jähriges Mädchen. Die große Strafkammer in Mainz verurteilte den Geistlichen, der vollauf geständig war, unter ubilligung mildernder Umstände wegen eines erbrechens im Sinne des § 174/1 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Der Angeklagte nahm das Urteil an. und Spiele der Jungmädel gaben der Veranstaltung ein belebtes und fröhliches Bild. Eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen und der Verkauf von Kaffee und Kuchen brachten ein erfreuliches finanzielles Ergebnis. Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgte der Musikzug der hiesigen Gruppenkapelle des Reichsarbeitsdienstes. -er. Homberg, 24. Aug. Beim schönsten Sommerwetter machten heute Gießener Frauen, die sog. Fünfziger-Vereinigung, einen Ausflug mittels Omnibus. Gegen 10 Am 30. August steht Gießen im Zeichen der HZ. und des Jungvolkes! Uhr fuhren etwa 40 Mitglieder von Gießen ab bis Grünberg. Dort besichtigte man die Badeanstalt und nahm das Frühstück ein. Dann ging es in schöner Fahrt bis Homberg. Hier nahm man mehrere Besichtigungen vor: Kirche, Schloß usw. und aß bann anschließend im „Frankfurter Hof" zu Mittag. Um 13.15 Uhr fuhr man in guter Stimmung weiter nach Amöneburg; anschließend folgte ein Besuch der Stadt Marburg als Endziel der Fahrt. Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 25. Aug. Zum Wehr- führ er der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde August Stein ernannt und verpflichtet, fein Stellvertreter ist Bernhard H ö g y. Kreis Bübingen. ♦ Nidda, 25. Aug. Ein Landwirt aus Ranstadt, der schwerhörig war, kam in der Nähe von Ober-Mockstadt plötzlich hinter einem hochbeladenen Erntewagen hervor und lief in ein gerade Darüber« Im Laufe des August fanden in Oberhessen die diesjährigen Stutenkörungen durch den Landesverband der Pferdezüchter in Hessen-Nassau statt. Bei den diesjährigen Körungen kam das große Interesse, welches für die Belange der Pferdezucht besteht, in besonderem Maße zum Ausdruck, da insgesamt etwas über 300 Stuten von den Pferdezüchtern für die Neuankörungen vorgestellt wurden. Das Köramt wurde versehen vom Landesfachwart für Pferdezucht Staehly, Hofgut Offenthal (Nassau), Bauer Rudolf Walther, Reichelsheim i. W., und fianbftalhneifter Dr. Dender, Frankfurt a. M. Insgesamt wurden 287 Stuten angekört, während 21 nicht gekört bzw. zurückgestellt werden mußten. Die stärkste Beteiligung hatten die Körorte Reichelsheim mit 40 Stuten, Grünberg mit 34 Stuten, Hungen mit 28 Stuten, Nieder- Wöllstadt mit 24 Stuten, Butzbach mit 24 Stuten und Nidda mit 21 Stuten. Qualitativ das beste Material wurde vorgestellt in Lich, Münzenberg, Butzbach, Echzell, Reichelsheim, Düdelsheim und Lauterbach. Bei den Körungen betonte Landstallmeister Dr. Dender wiederholt, daß das Hauptaugenmerk der züchterischen Arbeit auf die Schaffung rein gezüchteter Stutenstämme zu legen sei. Der Bauer und Züchter muß noch mehr als bisher den Wert reinblütigen Pferdematerials und damit den Wert In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung hat die Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Feuerversicherungsanstalten eine Aufklärungsschrift über das bedeutsame Thema der Brandverhütung herausgegeben. Dieser Schrift entnehmen wir die nachstehenden Darlegungen, die insbesondere für die Eltern von kleinen Kindern beherzigenswert sind: Es gibt vielleicht kein sprechenderes Beispiel für das Wort: Kleine Ursachen — große Wirkungen! als das Zündholz. Diese segensreiche Erfindung hat schon unermeßliches Unheil über die Menschheit gebracht. Hier, bei diesen unscheinbaren Hölzchen mit dem Schwefelzündkopf beginnt unsere Brandoerhütungsarbeit. Aus der Tatsache, daß die meisten der den Feuertod sterbenden Kinder das Opfer einer Spielerei mit Zündhölzern werden, ergibt sich eine gründ- sätzliche Verpflichtung, die aus unverständlicher Leichtsinnigkeit viel häufiger mißachtet, als befolgt wird: Zündhölzer müssen in haushattungen, zu denen Kinder gehören, an sicherer und für die Kinder unzugänglicher Stelle unter Verschluß aufbewahrt werden! An diesem Satz ist jedes Wort wichtig! Diese an sich so einfache Forderung entgegen allen nachlässigen Gewohnyeiten streng durchzusetzen, bedeutet für uns Erwachsene gleichzeitig eine wertvolle Schulung zu der pedantischen Selbstzucht, die für erfolgreiche Brandverhütung notwendig ist. Das Kind darf einfach nirgends in der Wohnung ein Zündholz finden. Die Ausrede: „Ach, mein Kind rührt Zündhölzer fahrendes Auto hinein. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei so f ch w e r e V e r l e tz u n g e n , daß er nach mehrtägigem Schmerzenslager verstarb. Preußen. Werterhaltende Genie nschastsarbeit. D Groß-Rechtenbach, 25. Aug. In vor-, bildlicher Gemeinschaftsarbeit wurde gestern das Flachsrupfen in unserer Gemeinde durchgeführt. Da durch die nasse Witterung der Flachs später reif wurde als sonst, fiel die Flachsernte mit der Getreideernte zusammen. Dadurch entstand die Gefahr, daß der Flachs zu spät geerntet wurde, wodurch die Qualität der Faser beeinträchtigt würde. Hier galt es also zu helfen, und die ganze Gemeinde fand sich zu einmütiger Hilfe bereit. Aus jedem Hause trat eine Arbeitskraft an. Auch die Beamten und die Arbeiter schlossen sich nicht aus. In einem halben Tag war die Flachsernte von neun Bauern gerupft und zum Trodnen aufgestellt. — In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Hauungs- und Kultur plan von den Gemeinderäten beraten. Das Einschlagssoll beträgt in diesem Jahre 350 Festmeter. Die Gemeinderäte erklärten sich mit dem von der Forstbehorde vorgelegten Hauungsplan einverstanden. Das Einschlagssoll beim Eichennutzholz soll jedoch etwas verringert werden; dagegen sollen im Distrikt Tiefen Graben, wo das Holz stark unter Rotfäule leidet, etwas mehr Fichtenstamme geschlagen werden. BoneinemLastwagen tödlich überfahren Lpd. Weilburg, 25. Aug. Am Montagmorgen ereignete sich hier ein schwerer Unfall, der ein Menschenleben forderte. Der Fuhrmann Robert Geiß- l e r wollte eine Straße überqueren, um zu seinem auf der anderen Straßenseite haltenden Gespann zu gehen. Er übersah dabei einen sich nähernden Lastwagen und wurde von diesem erfaßt, auf die Straße geschleudert und überfahren. Durch den Sturz trat Gehirnbluten ein, das bald nach dem Unglüd zum Tod führte. Kreis Wetzlar. cxd Hochelheim, 25. Aug. Der vor einigen Jahren in unserer Gemeinde gegründete Krankenpflegeverein ist in Auflösung begriffen. Die von ihm unterhaltene Krankenpflegestation wird von der Gemeinde und der NSV. übernommen. Die Gemeinde hat sich dem Hauptamt für Volkswohlfahrt gegenüber verpflichtet, in Zukunft als Gemeindeschwestern (Stationsschwestern) ausschließlich solche Schwestern zu beschäftigen, die der NS.-Schwesternschajt angehören und vom Hauptamt für Volkswohlfahrt (NS.-Schwe- sternschaft) der Gemeinde zugewiesen werden. Von jeder Laushaltung wird jährlich eine Gebühr von vier Mark erhoben. Die hierdurch nicht gedeckten Kosten werden durch Zuschüsse der Gemeinden und der NSV. aufgebracht. Außerdem ist mit der Zahlung eines Zuschusses durch den Kreis zu rechnen. Die Neuregelung ist mit sofortiger Wirksamkeit in Kraft getreten. Die bisherige Schwester Liesel Merten, die die Station zur Zufriedenheit der Ortseinwohner betreute, wird sie auch weiterhin versehen. der nachgewiesenen Abstammung würdigen lernen. Dem Pferdehändler gegenüber und auch dem ländlichen Verkäufer gegenüber muß immer wieder der Abstammungsnachweis aboerlangt werden. Der Kampf des Züchters hat sich vor allem zu richten gegen die vielfach vorgekommenen Kreuzungen. Mit Bastarden sind Rückschläge unvermeidlich und ist in der -Pferdezucht selbst durch zwei Menschenalter Arbeit ein reinblütiger Zuchtstamm kaum heranzuzüchten. Auch seitens der Landesbauernschaft Hessen-Nassau und seitens des Landesverbandes der Pferdezüchter in Hessen-Nassau wird großer.Wert auf die Reinzüchtung und Hebung der Quantär der Zucht gelegt, was daourch besonders zum Ausdruck kommen soll, daß schon vom nächsten Jahre ab Nichtstammbuchstuten ein um etwa 10 Mark höheres Deckgeld kosten werden gegenüber den eingetragenen Tieren. Diese Maßnahme kann nur begrüßt werden, denn nur dadurch ist es möglich, geringwertige und Bastardstuten von den Hengststationen fernzuhalten. Auch in Zukunft wird nur das qualitätvolle Lei- stungsvfevd hoch im Preise und gesucht fein. Dr. Dender nahm wiederholt Gelegenheit, die gute Qualität sowohl der bodenständig gezogenen Kaltblut-, als auch der bodenständig gezogenen Warmblutstuten lobend hervorzuheben, als Beweis für die weitere Bodenftändigwerdung der oberhessischen Pferdezucht. nicht an!" ist bar jeder Ueberlegung; denn ganz abgesehen davon, daß sie ja ein anderes, etwa zu Besuch kommendes Kind sehr wohl anrühren kann, ist es sehr fraglich, ob nicht auch in dem eigenen Kind die nun einmal angeborene Lust am Spiel mit dem Feuer eines Tages unvermutet erwacht. Also, weg mit den Zündhölzern, auch aus den Taschen herumhängender Kleidungsstücke! Damit muß sich die eigene Sorgfalt im Umgang mit den Zündhölzern verbinden. Wo Kinder im Hause sind, haben sie so in den meist beeindruckbaren Jahren ein gutes Beispiel vor Augen. Unabhängig davon aber ist es eines der einfachsten Gesetze des Feuerschutzes, Zündhölzer sorgfältig zu entzünden, so daß nicht die brennenden Köpfchen als Zünd- körper durch die Gegend fliegen, und ferner niemals ein noch brennendes Zündholz wegzuwerfen. Der unbekannte Hausvater, der feine Familie dazu erzog, kein Zündholz wegzuwerfen, ohne es vorher in der Mitte durchzubrechen, hatte jedenfalls von diesen gefährlichen Dingern nichts mehr zu befürchten. Man muß sich daran gewöhnen, Zündhölzer so wenig als möglich im Haushalt zu verwenden; bei Gasfeuerung sind sie vollkommen entbehrlich, seit im Handel die verschiedenen mechanischen Anzünder zu haben sind. Unentschuldbarer Leichtsinn und oft von verhängnisvollsten Wirkungen begleitet ist das herumleuchten mit Zündhölzern in dunklen Ecken, in Keller- und Dachbodenräumen: für solche Brände gibt es keine Versicherungsentschädigung, wohl aber empfindliche gerlcht- liche Strafen. In diesem Zusammenhang muß auf gefährliche Unsitten mancher Raucher aufmerksam gemacht werden. Jeder muh wissen, daß em nachlässiger Raucher, der seinen brennenden Zigarren- ober Zigaretten st ummel wegwirft, wo er gerade geht und steht, gesetzlos handelt und es nur dem Zufall zu verdanken hat, wenn sich seine Gleichgültigkeit nicht aufs furchtbarste rächt. Die grauenhaftesten deutschen Waldbrände, die Vernichtung des Dorfes Oeschelbronn im Jahre 1933, wo innerhalb weniger Stunden 203 Gebäude in Flammen aufgingen, und einer der schwersten ! Fabrikbrände der Welt, der 145 Menschen das j Leben kostete — das alles haben wir dem zücht- J losen Leichtsinn gewisser Raucher zu danken. Die Frau muh im haus den wann an den Aschenbecher gewöhnen! Wer die glühenden Aschenreste dem Papierkorb anverlraut, der wird früher oder später eine Lehre erhalten, die er nicht mehr vergißt. Diejenigen aber, die sich mit einer Zigarette ins Bett legen, brauchen nicht selten keine Lehre mehr; ihre verbrannten Leichen sprechen um so deutlicher für andere! Man darf durch solche notwendigen Hinweise nicht überängstlich dem Feuer gegenüber werden. Man muß sich aber klar darüber sein, daß man es hier mit einem Element zu tun hat, mit dem man nicht sorglos und ahnungslos umgehen kann. Das Feuer, einer der wertvollsten Gehilfen des Menschen, besitzt den unbändigen Drang nach Aus- dehnung, nach Verbreitung. Damit muß man rechnen. Wer es immer sorgfältig überwacht und ihm außerhalb seiner Bestimmung keine Nahrung gibt, hat auch die Gewähr der Sicherheit. Wie oft aber wird das Notwendigste vergessen! Im Festtrubel gar verschwindet die letzte Rücksicht auf die Feuersgefahr. Dann liest man in der Zeitung: „Während einer Karnevalsfeier fing beim Abbrennen von Blitzlicht ein Vorhang Feuer, das sich sofort auf die Papierschlangen und Girlanden ausbreitete. Im Augenblick stand der ganze Raum in Flammen. Eine Person wurde getötet, elf weitere teilweise lebensgefährlich verletzt." Oder: „Die Eltern, durch laute Hilfeschreie in das Bescherungszimmer zurück- gerufen, fanden ihr Töchterchen unter dem umgeworfenen Weihnachtsbaum. Das Kind erlag noch in derselben Nacht seinen schweren Brandver- letzungen." Man sehe sich daraufhin einmal die Tageszeitungen um die Jahreswende an! Wieoiele Wohnungsbrände, wieviele Verbrennungsunfälle allein durch mangelnde Achtsamkeit um den Weihnachtsbaum! Dabei sollte es doch selbstverständlich jein, daß man für eine standsichere Aufstellung und feuersicheren Abstand von brennbarer Umgebung sorgt und vor allem Kinder nie mit dem brennenden Baum allein läßt! Das Feuer ist durch Kinder, die mit Zündhölzern spielten, verursacht worden. Noch einmal wenden wir uns dem Kinderschutz zu. Das ist das ernsteste Kapitel! Wir haben schon angedeutet, daß in jedem Kind, wie im Menschen überhaupt, eine geheimnisvolle Lust am Spiel mit dem Feuer schlummert. Das seltsame Tanzen und Knistern der Flammen übt einen unwiderstehlichen Reiz aus. Ueberraschen wir uns doch selbst zuweilen dabei, wie wir auf das brennende Zünd- holzflämmchen starren, bis es uns an die Finger brennt. Sollte das Kind beherrschter fein als wir? Wird es das Zündhölzchen, das ihm plötzlich roefje tut, nicht einfach von sich werfen? Und was ist dann? Hören wir einige Berichte: „Das Kleid eines dreijährigen Knaben, der, allem zu Hause gelassen, mit Zündhölzern spielte, geriet ins Brennen; das Kind starb an den Verletzungen. Oder: „In dem Dorf N. brach ein Brand aus, dem die halbe Ortschaft zum Opfer fiel. 37 Gehöfte brannten nieder, ein sechsjähriger Knabe kam habet ums Leben." Das sind aber nicht etwa vereinzelte Fälle, nein, wir verzeichnen in Deutschland an einem Tage 13 Kinderbrände! Es sind fast immer die Drei- bis Sechsjährigen, die solche Brände entfesseln! Ob sie nun aber mit dem Makel der Brandstiftung ein von vornherein belastetes Leben weiterleben ober für ihre Unwissenheit gleich am Ort der Tat mit einem furchtbaren Tode bestraft werden — bie Schulb trifft bie Erwachsenen. Sie haben burch bie Vernachlässigung der notwendigen Aufsicht unb burch bie ungenügenbe Verwahrung ber Zünbmittel die sinnlose Vernichtung deutschen Volksvermögens und das Opfer der eigenen Kinder heraufbeschworen. Sei sich jede Mutter der ungeheuren Verantwortung bewußt! Die Aufgabe ist klar und ergibt sich aus dem gesunden Menschenverstand: / 1. Kinder dürfen in Räumen mit offenen Liast- flammen oder beheizten Feuerstätten niemals ohne gewissenhafte Aussicht gelassen werden. Werden Kinder einmal ganz vorübergehend allein gelassen, jo ist ihnen der Zugang zu jedem Feuer und Licht zu versperren, d. h. sie müssen in einem anderen Raum untergebracht und die Türen zu den beheizten und offen beleuchteten Zimmern abgeschlossen werden. e 2. Alle Zünbmittel müssen unter sicherem Verschluß gehalten werden. Auch Feuerwerkskörper und äynliche feuergefährliche Spielzeuge dürfen aus keinen Fall in Kinderhände geraten; am letzten Neujahrstag büßten zwei Kinder mit ihrem Leben und drei weitere mit ihrer Gesundheit für ein Spielchen mit bengalischen Zündhölzern, von denen eins in einen gasqefüüten Straßenschacht fiel. Verschwinden müssen auch aus den Kinderstuben alle Zelluloidjpielsachen, die sich außerordentlich leicht entzünden und mit explosionsartigen Stichflammen verbrennen. . Vergessen wir aber auch nicht, wie entscheiden^ das eigene Beispiel für bie Kinder ist, sobald ste einmal die ersten Spuren geistiger Aufnahmefähig' feit zeigen. Diese Jahre, in denen sie unverbildet für alle Eindrücke am stärksten zugänglich sind, müssen planmäßig dazu benutzt werden, den jungen Menschenkindern die Achtung vor dem Feuer zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 700: Lagerbuchführung für unedle Metalle. — 701: Bekanntmachung über eine Vereinbarung zum deutsch-französischen Abkommen über den kleinen Grenzverkehr. — 702: Bekanntmachung zur Einbeziehung des Zollausschlußgebietes um «je- ftetten in das deutsche Zollgebiet. — 703: Mitteilung der Verrechnungsstelle an deutsche Geschäftsreisende. — 704: Ergänzungen des Donauumschlagtarifs. Beuteln 7 - OSerhessen Großer Erfolg der diesjährigen Stutenkörungen in Oderheffen. Bewahrt das Feuer... Oas Zündholz in unberufenen Händen. — Helft Brände verhüten! ■”*»"** «"iS' SsZ: wenn fi* ,N to r Oer fAw i“ bcmteÜ * t ?** * t "■bie sch .5 ■ br°°chk, *• *rbran„|,n * k anbete! ’8'" »W S'äffluber Berb[f' hm'Ti616 «* ,k b«. mit btt ?’ »"geben ®'l)ilfen bt< S«"g nad) aus. ' N man ttd, “bermadrt unb jj M«-"S M rteu. ffi!, uIt lh. ?; Selttruk •?. “f die 8w» Oeining: „Nahreni J “bbrennen w: ms sich sofort ar Den ausbreitete. & ;?um ,n Flammn. h weitere teilwch -2'«e Eltern, dH "ung-zimmer zurÄ> 1 unter dem um^ is Kind erlag H Hweren Brandvii> rauchin einmal hi wende an! Wievirl! Berbrenmmgsunfälli itfeü um den Dch och selbstverständltz )ere Zustellung uifi •nnbarer Umgebung mit dem brennend , die mit Zand. acht worden. mr dem Äinber» ! Kapitel! Wir Mm Kind, wie im !h svolle Lust am spiel 'as seltsame Iffliyo f einen unwidchü- wir uns doch W1. s brennenbe 3^ ins an die hier \tvn oXs r M vW* rterf Uitui hie: n Knaben, tetfc >öl;ern spiesie, pr ;n den Verleg ein Bronb aii ••: fer fiel. 31 W ger Knabe i®*6 »reinzelte nb an einem . bis Sechsjährig evtfesieln! , Male! bet * laftetes „it »leich ,he bestraft werd»' -r®ad)fe^' lunq der notwE ®* $er5 Vernichtung W; fer der eigenen^ »de Miel^der v Sd’ Vie «K gefunden V» Sieb^ * ebf3l,5y zSAr ?3SS-*‘ . .»AÄ K« •*» KS *6L''jiad)t rö’e ftinb‘rfu« nidtt < D eiftiget «» mnfffi Itk" 1,5 1'«^: * S""' p. »«*’ Volkswirischastliche Zeiisragen. Werden und Wirken der Krankenversicherung der Angestellten. Don Hans Kottler, Hamburg, Äeaustragter des Derbandes kaufmännischer Äerufskrankenkasien Die Krankenkassen der Angestellten sind weder den sog. gesetzlichen Krankenkassen, noch den privaten Krankenversicherungsunternehmen ohne weiteres vergleichbar: sie wuchsen außerhalb der gesetzlichen Planung vor und neben der gesetzlichen Krankenversicherung. Das private Versicherungsgewerbe hat auf die Entwicklung der heute vor uns stehenden Krankenkassen der Angestellten keinen unmittelbaren Einfluß gehabt. Die Angestellten-Krankenkassen waren und sind eine Sache für sich. Sie sind die lebendigen Zeugen der schöpferischen Kraft, die aus dem Willen zur Selbsthilfe innerhalb des Berufsstandes der Angestellten geboren wurde. Wer die Geschichte der Angestellten-Krankenkassen bis zu ihrer Gründung zurückoerfolgt, stößt immer wieder auf die Tatsache, daß die Kassen ihre Lebenskraft und die Anregungen für die Ausgestaltung ihrer Arbeit unmittelbar aus der lebensnahen Verbundenheit mit ihren Versicherten gewonnen haben. Wie sehr die Schaffung von Selbsthilfeeinrichtungen iber Angestellten zum Schutze gegen Krankheit und idie damit einhergehenden wirtschaftlichen Schäden in iber zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ge- irade zu „in der Luft" lag, zeigt der Umstand, daß «die Gründungsbewegung nicht auf einen Ort oder ! Bezirk beschränkt blieb. Vielmehr entstanden die .„Hilfskassen" allenthalben in großer Zahl und un- , abhängig von einander. Erst später drängte die Ent- iwicklung allmählich zur Zusammenfassung. Die jungen Kassen begannen ihre Arbeit ohne Er- sfahrungen, ohne Vorbild und ohne besondere behörd- lliche Aufsicht. Sie hatten völlige Freiheit in Id er Gestaltung ihrer Arbeit und mußten sehen, cwie sie der großen Aufgabe Herr wurden, die sie Uich selbst stellten.-Sie haben aus eigener Kraft Idie Wege zum Erfolg gefunden. Das ließ natürlich ühr Selbstvertrauen erstarken; dieses in langjähriger )Entwicklung gewachsene, gesunde Selbstvertrauen Jift es, das noch heute in den Angestellten-Kranken- Ikassen den Wunsch wachhält, ihren Dienst an der ^Gesundheit der Versicherten in möglichst wenig be- rengter Selbstverwaltung frei gestalten zu können. Aeußerlich ist der Weg der Ersatzkassen gekenn- xzeichnet durch den Zug zur Zusammenfassung der LKräfte, die Entwicklung zur größeren Einheit. Gab 5C5 vor Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung über 5000 und im Jahre 1890 noch über 2300 chilfskassen, so war die Zahl im Jahre 1907 schon auf Weniger als 1500 gesunken. Die Gesamtmitgliederzahl entsprach aber 1907 noch immer etwa der von 1890, rt)ie einzelnen Kassen waren also größer geworden. 23m weiteren Verlauf des Werdens hat das Streben mach Zusammenfassung der Kräfte immer schnellere Dorrschritte gemacht. Weniger Kassen — mehr Mitglieder, so vollzog sich die Entwicklung im Ersatz- Ikassenwesen. Im Jahre 1935 gab es nur noch 43 Er- ijatzkassen. Mit Recht werden die Ersatzkassen als Wegbereiter Iber sozialen Krankenversicherung bezeichnet. Außer ibei ihnen gab es zur Zeit der Schaffung der gesetz- Hieben Krankenversicherung keine ausreichenden Erfahrungen über die Möglichkeiten genossenschaftlichen Schutzes gegen Krankheit und ihre Folgen. Als mit lOem Krankenversicherungsgesetz von 1883 zu der Selbsthilfe auch die Staatshilfe trat, konnte der Ge- isetzgeber daher nach dem Vorbilde der auf Freiwilligkeit aufgebauten Einrichtungen arbeiten. Hu- -gleich aber beendete er die völlige Freiheit der Hilfs- .kaffen in ihrer Gestaltung, indem er sie bestimmten Mindestforderungen unterwarf. Schon damals tauchte 3er Gedanke auf, die aus dem berufsftändifchen Selbhilfewillen entstandenen freien Eskassen radikal zu beseitigen. Wenn es auch merkwürdig klingt: In diesem Augenblick war es für die zwanaweise Beseitigung bereits zu spät! Hatten die Kassen in -:eilweise jahrzehntelangem Wirken ihre Leistungs- cihigkeit bereits unter Beweis gestellt, so fanden sie -etzt an maßgebenden Stellen die verdiente Anerkennung. Der Plan, .sie zugunsten noch nicht bewähr- ;er neuer Einrichtungen aufzugeben, konnte sich nicht durchsetzen. . Dieser Vorgang wiederholte sich noch mehrfach in Hier Geschichte. Die Ersatzkassen, die zu allen Zeiten mnerhalb der sozialen Krankenversicherung eine führende Rolle spielten, wurden immer wieder ange- ipiffen, wehrten die Angriffe ab und gewannen nn -lbwehrkampf an Stärke, Ansehen und Zugkraft, heute sind bereits 1,9 Millionen deutsche Arbeits- iienschen, zumeist Angestellte, in Ersatzkassen ver- vchert. Das ist eine beachtliche Zahl, die die Frage uahelegl, worin neben der berufsständischen Ueber- teferung die Anziehungskraft der Angeftellten-Kran- tentaffen begründet liegt. Von jeher haben die Angestellten den Wunsch gehabt, sich nicht nur dem fur- (orgenben Schutze bes Staates anzuvertrauen, fon- i*rn sich aus eigener Kraft gegen die Wechsel- >Älle des Lebens zu sichern, soweit das möglich ist. , der eröffnet sich in Den Angestellten-Krankenkassen ein weites Feld der Mitwirkung in der Selbstver- Haltung. Die Eigenart besonders der über das ganze teich ausgedehnten Kassen macht den Einsatz einer roßen Anzahl Ehrenamtlicher Mitarbeiter notwenig. Die ehrenamtlichen Verwaltungsstellenleiter, ^etriebsrechner und Vertrauensmänner der Ange- jsellten-Krankenkassen zählen bereits nach Zehn- iiusenden. Jeder von ihnen verbreitet den Gedanken ter Selbsthilfe in der Krankenversicherung wirksam rieiter, wie das auch an unzähligen Arbeitsstellen Imrch die mit ihrer Versicherung 3ufrieöenen uJiit« lieber geschieht, die täglich sehen, wie J^re. Kran- -nkasse sich fortlaufend den besonderen Bedürfnissen «s Berufsstandes anpaßt. Es entspricht dem Willen der Angestellten, daß )re Krankenkassen mit der Aerzteschast vertrauens- ioll auf freier Vertragsgrundlage Zusammenarbeiten, öie Beziehungen der Angestellten-Krankenkassen zu Aen Aerzten werden nicht „von oben her" ge- egebt; vielmehr ist in freier Vereinbarung ein Der- '■agsfpftem geschaffen worden, das den Geist gegen- intigen Vertrauens atmet, von jeher in weitestem Umfange die freie Arztwahl sicherstellt, den Arzt von ästigen Beschränkungen freihält, ihm durch Bezah- ung der Einzelleistung eine angemessene Vergütung WrfteUt und der ärztlichen Selbstverwaltung und ^elbftverantwortung weiten Spielraum gewährt. -Ion berufener ärztlicher Seite ist anerkannt wor- i?n, daß die Ersatzkassen sich „ein geschichtliches Der- r-enst um die Erhaltung eines freien ärztlichen Be- rufsftanöes in Deutschland" erworben haben. „Im Kampfe gegen die Verbeamtung des Arztes und gegen die Bürokratisierung des Heilwesens sind die Ersatzkassen die besten und bereitwilligsten Bundes- genossen der deutschen Aerzte gewesen." Wer der Gemeinschaft dient, darf jeden Erfolg nur als Ansporn zu neuer erhöhter Leistung ansehen; so bleibt auch die be st mögliche Gestaltungder Sei ft ungen das ständige Ziel der Angestellten- Krankenkasien. Schon heute sind sie in der Lage, im Rahmen der ärztlichen Behandlung arundsätzlich unbeschränkt Sachleistungen zu gewähren, schon jetzt sind die gewährte zahnärztliche Behandlung, die Krankenhauspflege, Kinderfürsorge und ähnliche Leistungen der Ersatzkassen als vorbildlich zu bezeichnen. Es kann sich aber heute nicht nur darum handeln, vorhandene Schäden zu beseitigen, sondern vor- beugende Arbeit zu leisten, um den Gesundheitszustand der wirtschaftlich abhängigen Volksgenossen wirksam zu fördern. Hierzu ist planmäßige Gesundheitsführung notwendig. Der Reichsär^teführer hat dem Gesundheitswesen das Ziel gewiesen, „die gesamte Gesundheitspolitik in Deutschland mit nationalsozialistischem Geiste zu durchdringen und eine Gesundheitsführung des deutschen Menschen im Sinne nationalsozialistischer Auffassung zu verwirklichen". Schon seit Jahren haben die Angestellten-Krankenkassen Gesundheitsführung betrieben. So haben zwei große Berufskrankenkassen im Laufe der letzten Jahre Zehntausende nicht eigentlich kranker Jugendlicher planmäßig untersuchen lassen. Fast die Hälfte aller Untersuchten erwies sich als dehandlungs- oder erholungsbedürftib und konnte eine nachdrückliche gesundheitliche Förderung erfahren. Dieselben Angestellten-Krankenkassen haben sich bereits durch Vertrag mit dem Amt für Volksgesundheit in der NSDAP, zu gemeinsamer Arbeit verbunden. Auch der Gesetzgeber hat erkannt, daß gerade auf dem Gebiete der Gesundheitsführung die Zusammenfassung der Kräfte zum wirksamsten Einsatz vonnöten ist. Darum ist im Zuge des Neuaufbaues der Sozialversicherung festgelegt worden, daß die Träger der Rentenversicherung mit den Trägern der Krankenversicherung künftig die Gesundheitsfürsorge als Ge- meinschaftsaufgabe durchzuführen haben. Dadurch werden die Dersicherungsträger, die den deutschen Angestellten am nächsten stehen, die Reichsversicke- rungsanstalt für Angestellte und die Ersatzkassen der Angestellten, zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammengeführt, die reiche Früchte zu tragen verspricht. Grundsätzliches zur Landhilfe. Don Oberregierungsrai Or Leuteri, Dorsihender des Arbeitsamtes Darmstadt. Eine der ersten Maßnahmen der nationalsozia- listiscksen Regierung im Frühjahr 1933 war die Einführung der Landhilfe. Sie hat damit den ersten grundsätzlichen Schritt getan zur Abwendung einer Not, der frühere Regierung in kurzsichtiger Einseitigkeit durch falsche Maßnahmen ober doch durch tatenloses Zusehen Vorschub geleistet haben. Deutschland hatte sich in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege vom Agrar- zum Industriestaat entwickelt. Mit dieser Entwicklung war eine sich ständig steigernde Landflucht verbunden, die schon vor dem Kriege zu einem Mangel an Knechten und Mägden, sowie an Taglöhnern in der Landwirtschaft führte. Dem fehlenden Angebot an geeigneten landwirtschaftlichen Kräften wurde in weitestem Umfange durch Beschäftigung ausländischer Landarbeiter abgeholfen. Gegenüber dieser Entwicklung haben sich frühere Regierungen kurzsichtig mit der Tatsache begnügt, daß unmittelbar keine Not bestand, da die Städte für die vom Lande abgewanderten Kräfte aufnahmefähig waren und der Landwirtschaft aus dem Ausland hinreichend Ersatz geboten wurde. Die Nachkriegszeit hat die in der geschilderten Entwicklung liegende Gefahr klar in Erscheinung treten lassen. Denn der wirtschaftliche Niedergang hatte eine aewaltige Arbeitslosigkeit zur Folge, während die Landwirtschaft gleichzeitig aus Mangel an geeigneten Kräften nach wie vor ausländische Arbeitskräfte beschäftigte. Diese Sachlage zwang zunächst, den Zuzug ausländischer Arbeiter in die Landwirtschaft für die Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern, einmal, um für arbeitslose deutsche Volksgenossen Arbeitsplätze freizumachen, und zum anderen, um die Belastung unserer Devisenbilanz, die sich aus der Bezahlung ausländischer Arbeitskräfte ergab, zu verringern. Trotzdem auf diese Weise bei stärkster Arbeitslosennot ein zusätzlicher Kräftebedarst geschaffen worden war, setzte nicht die erwünschte Rückwanderung von der Stadt auf das Land ein. Diese Erscheinung hatte ihre Ursache mit darin, daß Krieg und Arbeitslosigkeit die Arbeitsmoral der städtischen Bevölkerung untergraben hatten und daß die Arbeitslosen der Stadt nicht über die körperlichen Voraussetzungen und die landwirtschaftlichen Berufskennt- nsise verfüaten, die ihnen ohne weiteres eine gesicherte Existenz auf dem Lande ermöglicht hätten. Hier fetzt nun die Landhilfe ein. Die Landhilfe hat deshalb eine doppelte Aufgabe. Sie soll einmal der Landwirtschaft zusätzlich neue Kräfte zuführen, und sie soll zum andern die Arbeitslosigkeit und die Not in den Jndustriebezir- ken, insbesondere in den Städten, vermindern Helsen und gleichzeitig die großstädtische Jugend stärker mit der deutschen Scholle verbinden und ihr das Herz öffnen für deutsches Land und deutsche Heimat. Es ist nach dem Vorausgesagten selbstverständlich, daß die Landhilfe nicht geeignet ist, der Landwirtschaft vollwertige Arbeitskräfte von vornherein zuzuführen. Das muß deutlich ausgesprochen werden, damit keine Mißverständnisse aufkommen können. Und gerade deshalb, weil der Bauer eine Kraft einstellt, die nicht vom Lande kommt und keine berufliche Dorkenntnisse hat, die er also anlernen muß und der er als Mitglied seiner bäuerlichen Familiengemeinschaft eine neue Heimat bietet, erhält er vom Staat einen geldlichen Zuschuß, um ihm die Last zu erleichtern, die er auf sich nimmt. Trotzdem ist auch der nichteingearbeitete städtische Jugendliche dem Bauern, insbesondere aber der Bäuerin, in den meisten Fällen eine wertvolle Hilfe. Einen Knecht oder eine Magd kann und soll der Landhelfer nicht ersetzen. Nicht selten gelingt es aber, einen jugendlichen, frischen Menschen aus der Stadt dauernd dem Lande wieder zuzuführen. Jeder einzelne Fall, in dem dies gelingt, wiegt viele Fehlschläge auf. Er bedeutet einen Baustein zur körperlichen und seelischen Erneuerung des deutschen Volkes und zu seiner festen Verbindung mit seiner deutschen Heimat, gleichzeitig aber ist er ein endgültiger Gewinn für die ßantnsirt- schaft. Das Arbeitsamt hat die schwierige Aufgabe, hier Mittler zwischen Stadt und Land zu fein. Einmal muß es die bäuerlichen Betriebe aussuchen, die geeignet sind, junge Landhelfer und Landhelferinnen aufzunehmen, d. h. Betriebe, die in der Landhilfe nicht nur die Möglichkeit sehen, für billiges Geld und mit staatlicher Unterstützung Ersatz für einen Knecht oder eine Magd zu bekommen, sondern die sich gleichzeitig der Verantwortung gegenüber dem Landhelfer und gegenüber dem Staat, der die Förderung gewährt, bewußt sind. Auf der anderen Seite müssen die Jugendlichen in oft mühsamer Kleinarbeit für eine Verwendung in der Landwirtschaft geworben werden, eine Arbeit, die um so schwerer ist, weil es gerade solche Kräfte zu gewinnen gilt, die dem Lande entfremdet sind. Selbst» verständlich sollen dabei nur solche der Landwirtschaft zugeführt werden, die nach ihrer körperlichen und charakterlichen Veranlagung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erziehungsarbeit des Bauern mitbringen. Wer sich bewußt ist, wie schwierig der Charakter eines Menschen zu beurteilen ist, wird nicht erwarten, daß alle ausgewählten Landhelfer diesen Anforderungen entsprechen. Erst die tägliche Arbeit im zähen Ringen um den Bodenertrag wird die Spreu vom Weizen sondern. Hier müssen alle Beteiligten das nötige Verständnis aufbringen, damit in gemeinsamer Arbeit die gestellte Aufgabe erfüllt wird. Selbsihilse im Einzelhandel. Don Diplom-Kaufmann Franz Wosnik. Die im Zuge der Neuordnung der Wirtschaft entwickelten Marktordnungsmaßnahmen haben vielfach zur Festlegung von Preisen und Aenderungen der Handelsspannen geführt, die jeden Einzelhandelskaufmann zu der gewissenhaften Prüfung zwingen, inwieweit die neugeschaffenen Derhältnifse die Grundlagen seines Betriebes geändert haben und ob dieser unter den neuen wirtschaftlichen Voraussetzungen den erhöhten Anforderungen gewachsen ist. Nur ein verantwortungsbewußt geführter, gut durchorganisierter Einzelhandelsbetrieb wird im Leistungskampf bestehen. Es ist ein Fortschritt, daß die ständische Vertretung, die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, sich nicht mit guten Ratschlägen für ihre Mitglieder begnügt, sondern direkt den einzelnen Betrieben, namentlich den mittleren und kleineren, die Wege zu wirtschaftlicher Betriebsführung ebnet. Die Praxis zeigt immer wieder, daß die allgemein-betriebliche Organisation vieler Geschäfte krankt. Die besonderen Schmerzenskinder des Einzelhandelskaufmanns dabei find von jeher das Rechnungswesen und die Steuer. Und doch ist allgemein bekannt, daß viele Betriebe ihr Dorwärts- kommen gerade sorgfältiger Rechnungslegung verdanken, weil sie dadurch ihre Kostenentwicklung stets genau überprüfen und Fehlschlägen vorbeugen können. Heute ist sorgsame Kostenkontrolle, deren Unterlassung häufig zum Ruin geführt hat, für den gesamten Einzelhandel zur wichtigen Aufgabe geworden. Allein schärfste Kostenbeschneidung und Vermeidung aller Verluste gewährleisten die Wiedererstarkung und Gesunderhaltung eines Betriebes. Wenige Pfennige entscheiden häufig schon, ob irgendeine Maßnahme wirtschaftlich ober unmirt« »ist. Nur eine den besonderen Erfordertes Betriebes angepaßte Buchführung ermöglicht dem Kaufmann, das Preis- und Kosten- gefüge seines Geschäftes gründlich zu durchleuchten und die Wirtschaftlichkeit seiner kaufmännischen Maßnahmen und die Entwicklung seines Geschäftes in allen Einzelheiten richtig zu beurteilen. Die Notwendigkeit sparsamster Betriebsführung führt auch auf ein Gebiet, das bisher viel zu wenig beachtet wurde: Der Einzelhandel arbeitet sehr stark mit Lieferantenkredit, dessen Kosten nicht so offensichtlich zutage treten, wie die Zinsen für Bankkredite. Trotzdem' pflegt der vom Einzelhandel in Anspruch genommene und mit jährlich 12 bis 15 Milliarden eher zu niedrig als zu hoch geschätzte Lieferantenkredit wesentlich teurer als Bankkredit zu sein. Wenn beispielsweise 2 v. H. Skonto bei Barzahlung innerhalb fünf Tagen oder 60 Tage Ziel gewährt werden, so bedeutet die Nichtausnutzung des Skontos eine Verzinsung des Liefe- rantenkredites mit rund 13 v. H. jährlich. Der Einzelhandelskaufmann, der von einer Bank echten Personalkredit, der mit etwa 6,5 v. H. zu verzinsen ist, erhalten kann, wird mit dessen Hilfe die Skonti ausnutzen und seinen Einkauf mit dem um die Hälfte billigeren Bankkredit finanzieren. Das bedeutet eine fühlbare Entlastung der Handelsspanne. Die Erlangung von Personalkredit hängt aber auch davon ab, daß der Kreditgeber sich von der Kreditfähigkeit des Kaufmanns überzeugen kann, und diese setzt wieder ordnungsmäßige Buchführung voraus. Auch die Zusammenarbeit mit den Finanzbehör- den wird sich vertrauensvoller gestalten, wenn ordnungsmäßig Buch geführt wird, denn die Finanzämter erkennen unter dieser Voraussetzung Steuererklärungen an und schreiten nicht mehr zur Einschätzung des Steuerpflichtigen. Wieviel unangenehme und langwierige Verhandlungen werden da- öurch erspart! Aver wenn auch die genaue Rechenschaftslegung geradezu eine Existenzfrage aller Einzelhandels- geschäfte geworden ist und wenn auch die Vorteile der Buchführung so offensichtlich sind, findet man vor allem in den mittleren und kleineren Einzel- Handelsgeschäften nicht genügend Verständnis für diese Arbeit. Zwar haben schon die früheren Organisationen versucht, hier Abhilfe zu schaffen. In der Fachpresse erschienen darüber ständig Artikel und Hinweise. Einheitsbuchführungen wurden ausgearbeitet, denen der Kontenplan des Einzelhandels zugrunde gelegt wurde. Fachberatungen wurden aufgezogen, Verkaufsanleitungen gegeben. Werbe-. feldzüge durchgeführt ufw. Aber alle diese Arbeiten haben gerade bei solchen Kaufleuten, die der Förderung am dringendsten bedürfen, wenig Beachtung gefunden. Alles kompliziert Erscheinende wird in den meisten Fällen einfach abgelehnt. Auch Regiebuchstellen, die vereinzelt von Handels- und Handwerkerverbänden ins Leben gerufen wurden, bedeuteten nur eine Teillösung. Unter dielen Gesichtspunkten kommt der Tatsache besondere Bedeutung^ zu, daß es den fortgesetzten Bemühungen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel gelungen ist, gemeinsam mit dem NS.-Rechtswahrer- bund mit der Schaffung von Einzelhandelstreuhandstellen eine praktische Lösung der so bedeutsamen buchhalterischen, steuerlichen und allgemein-betrieblichen Probleme für das gesamte Fachgebiet zu finden. Nunmehr können die Schwierigkeiten direkt in den einzelnen Geschäften des Einzelhandels ange« packt und überwunden werden; denn die Einzelhandelsstellen vermögen sich infolge ihrer ständigen persönlichen Fühlung mit den Kaufleuten von allem Schematismus freizuhalten und sich ganz den besonderen Verhältnissen der betreuten Betriebe anzupassen. Verbeffette KredilbasiS im Vankgewerbe. Es gehört bekanntlich zum Wesen einer Bank, daß sie von ihren Kunden Gelder hereinnimmt, um sie anderweitig anzulegen. Sie muß sozusagen von berufsroegen Schulden machen, um mit den aufgenommenen Geldern ihrerseits Ausleihungen vornehmen zu können. Das Anwachsen bestimmter Schulden der Banken an ihre Einleger, namentlich das Anwachsen der Depositengelder und Spareinlagen, ist in aller Regel als ein Zeichen geschäftlichen Wachstums anzusehen. Wenn aber eine Bank befugt und berechtigt ist, mit den Geldern ihrer Kunden zu arbeiten, weshalb braucht sie dann eigenes Kapital? Aus den ersten Blick will es doch scheinen, als wenn sie der Notwendigkeit, eigene Mittel bereitzustellen, weitgehend enthoben ist, da sie sich ja.um Kundengelder nicht nur bemühen darf, sondern auch geradezu bemühen muß. Bei näherem Zusehen allerdings ergibt sich ein etwas anderes Bild. Zunächst ist nämlich nicht jedermann, jedes Unternehmen berufen, gewerbsmäßig als Bank Kundengelder hereinzunehmen, sondern wir wünschen diese verantwortsvolle Aufgabe auf jene Firmen beschränkt zu sehen, die dieses Vertrauens würdig sind. Aus diesen Gründen ist bekanntlich auch die Firmenbezeichnung „Bank" unter Schutz gestellt, der Betrieb eines Kreditinstitutes erlaubnispflichtig gemacht worden. Von diesen juristischen Sicherheitsmaßnahmen abgesehen, ergibt sich die Frage, welche Unternehmungen als wirtschaftlich berechtigt erscheinen können, Depositen usw. anzunehmen. Die Antwort muß lauten: „Solche Firmen, die von sich aus über eine gewisse finanzielle Stärke verfügen, deren eigene Mittel die Innehaltung jenes geschäftlichen Rahmens sicherstellt, deffen eine gut arbeitende Bank bedarf." Das Eigenkapital dient also zunächst der Dertrauenswerbung des Kreditinstitutes. Sodann aber wird auch die bestgeleitete Bank es nicht vermeiden können, daß sie bei ihren Ausleihungsgeschäften Verluste erleidet. Man braucht gar nicht an einen Konkurs des Schuldners zu denken; in sehr vielen Fällen wird ein Schulden- nachlaß, ja sogar nur ein Zahlungsaufschub ausreichen, um den vorübergehend notleidenden Debitor wieder flott zu machen. Immerhin kann kein Kreditgeschäft, vor allem kein Kreditgeschäft, das über eine weitverzweigte Schuldnerkundschaft verfügt, betrieben werden, wenn es nicht über die notwendigen Mittel verfügt, um kleine Schuldenabbuchungen, Kreditnachlässe usw. zu gewähren und bann und wann auch größere Verluste tragen zu können. Auf der anderen Seite muß aber die Bank dem Umstand Rechnung tragen, daß ihr der größte Teil ihrer Mittel nur kurzfristig anvertraut ist. Es bedarf daher eines Puffers, der zwischen den Kundeneinlagen und den Ausleihungen an Kunden steht — und dieser Puffer besteht eben im Eigenkapital der Banken, daß die Manövrier- maffe für Derlustabbuchungen, vorübergehende Festlegung von Aktiven usw. darstellt. Diese grundlegenden Erwägungen sind in der Treibhausluft der Scheinkonjunktur von 1924 bis 1930 nicht immer ausreichend erwogen worden. Es ist damals von einigen, keineswegs von allen Seiten die Kleinhaltung des Eigenkapitals als besonders kluge Geschäftspolitik empfohlen worden, weil ein kleines Eigenkapital eine bessere Steuerung des Geschäfts ermögliche. Die späteren Ereignisse haben die Unrichtigkeit dieser Theorie bestätigt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Sicherheit eines Kreditinstituts und seiner Gläubiger eine angemessene Hohe des Eigenkapitals — im Vergleich zu den fremden Mitteln — verlangt. Das Reichsgesetz über das Kreditwesen hat dieser Erkenntnis Rechnung getragen. Es hat sich grundsätzlich für eine Verbesserung des Verhältnisses von Eigenkapital und fremden Mitteln entschieden, aber es hat von Eisenbartkuren abgesehen. Eine solche Gewaltkur wäre es gewesen, wenn den Banken ganz allgemein schlagartig Normsätze vorgeschrieben worden wären, denn das hätte unter Umständen die Institute zu unerwünschten Kreditbegrenzungen gezwungen. Da man aber ganz im Gegenteil die Kreditbasis der Institute durch Stärkung der Eigenmittel verbessern, ihre Bewegungsfreiheit erhöhen wollte, mußte man einen elastischen Weg gehen. Das Krebitwefen-Gesetz sieht baher vor, daß bas Aufsichtsamt für bas Krebitwesen ermächtigt wird, ein Normverhältnis zwischen Eigenmitteln und Gesamtoerpflichtungen vorzuschreiben, mit der Maßgabe, daß die fremden Mittel auf alle Fälle das Fünffache des Eigenkapitals werden erreichen dürfen. Zur Zeit sind die zuständigen Instanzen damit beschäftigt, die notwendigen Vorarbeiten zu leisten, die tatsächlichen Verhältnisse nachzuprüfen. Im allgemeinen haben diese Nachprüfungen ein recht befriedigendes Bild ergeben, so daß einschneidende Maßnahmen nicht zu erwarten sind. Wie wird nun bei der Prüfung der Derhältnisi« gerechnet? Auf der einen Seite werden alle Verpflichtungen der Bank summiert, die sich aus den Depositengeldern, Spareinlagen, Kontokorrentguthaben der Kunden, Schulden gegen Banken (Nostroverpflichtungen) und aus der Annahme gezogener Wechsel, sowie seitens der Kundschaft bei Dritten benutzten Krediten ergeben. Nehmen wir an, diese Summe ergäbe 1 Million RM. Dann wird in Abrechnung gebracht, was die Bank an liquiden Forderungen hat, also a) an Kassenbestand, Guthaben bei der Reichsbank und Postscheckamt und b) an binnen 90 Tagen fälligen Handelswechseln und an Wertpapieren, die die Reichsbank jederzeit beleiht. Nehmen wir an, diese beiden Liquiditätsreserven betrügen 350 000.— RM., die von den erwähnten 1 Mill. RM. Gesamtverpflichtungen abzuziehen sind. Es bleibt dann eine Summe von 650 000.— RM. und diese Summe soll in ein festes Verhältnis zum Eigenkapital gebracht werden. Noch ist, wie gesagt, die Entwicklung im Fluß. Das Ziel dieser Reform wird in einer Steigerung der Krisenfestigkeit der Banken bestehen, in einer Stärkung ihrer Kreditbasis, die die Kreditversorgung der Wirtschaft von nicht zu vermeidenden kleinen Rückschlägen im Geschäftsalltag der Banken und der Gesamtwirtschaft unabhängig macht. Wirtschaft. Langsame Belebung an den deutschen Getreidemärkten. Mit der fortschreitenden Einbringung der Ernte verstärkten sich im Laufe der letzten Woche die Brotgetreideanlieferungen zu den Großmärkten, so daß die Bestände der Reichsstelle für Getreide nicht mehr im bisherigen Umfange zur Sicherstellung des Vermahlungsbedarfes in Anspruch genommen werden mußten. Auch die Beschaffenheit des angelieferten Getreides hatte sich dank der zuletzt trockenen Witterung vielfach gebessert. In erster Linie wurde allerdings Roggen innerhalb der Provinz umgesetzt. Am Weizenmarkt kamen nach dem Inkrafttrten der Anfangspreise des neuen Wirtschaftsjahres am 15. August zur sofortigen Lieferung vorerst keine größeren Abschlüsse zustande, während sich für spätere Zeitpunkte eine lebhaftere Umsatztätigkeit entwickelte, wobei sich das Augenmerk der Mühlen vor allem auf hochwertige Weizensorten richtet. Kontingentsreier Roggen und Weizen waren im allgemeinen noch nicht zu erhalten. , Die Belieferung der Futtergerstenmärkte blieb bei anhaltendem Bedarf klein. Futterhafer alter Ernte ist nahezu vergriffen, während Anlieferungen aus der neuen Ernte vorerst in beschränkten Mengen erfolgten. Am Jndustriegerstenmarkt fanden einwandfreie Sorten ziemlich lebhafte Beachtung. Braugerste begegnete im allgemeinen nur in bester Beschaffenheit einigem Interesse. Auch Industriehafer wurde von den Verarbeitern nur ausgenommen, soweit die Beschaffenheit ihren Wünschen entsprach. Die Mehlmärkte nahmen, besonders in Weizenmehl alter Ernte, einen recht lebhaften Verlauf. Die Vermahlungsquote für den laufenden Monat wurde um 1 v. H. auf 8 v. H. des Roggen- und ebenfalls um 1 v. H. auf 9 v. H. des Weizengrundkontingents erhöht. Konversion der 6°/°igen Krupp-Anleihe von 1927. Fwd. Die Fried. Krupp AG., Essen, kündigt die noch umlaufenden Teilschuldverschreibungen der 6proz. hypothekarisch gesicherten Anleihe von 1927 im Betrage von noch nom. 53,8 Mill. RM. (ursprünglich nom. 60 Mill. RM.) zur Rückzahlung zu 102 v. H. zum 1. 2. 1937. Den Inhabern der Teilschuldverschreibungen wird der Umtausch ihrer Stücke in eine neue 4,5proz. Anleihe von 1936 angeboten mit Zinskupon vom 1. 2. und 1. 8. jeden Jahres. Die Umtauschenden erhalten gegen Einreichung ihrer Teilschuldverschreibungen den gleichen Nennbetrag in Stücken der neuen Anleihe, sowie eine Umtauschvergütung von 6,5 v. H. in bar, die angeforderten neuen Teilschuldverschreibungen werden voll zugeteilt. Die neue 4,5proz. Anleihe wird, soweit sie für den Umtausch nicht benötigt wird, zur Barzeichnung aufgelegt. Im Zeichnungsprospekt werden neue Produktions- ziftern der Friedr. Krupp AG. veröffentlicht. Die Produktion sämtlicher Hüttenwerke ist in den ab= gelaufenen 10 Monaten des Geschäftsjahres 1935/36 bei Roheisen mit 1,33 Mill. Tonnen, bei Rohstahl mit 1,48 Mill. Tonnen und bei den Walzwerkserzeugnissen mit 1,10 Mill. Tonnen weiter gestiegen. Die Produktion der Kohlenzechen stellte sich für Kohle in den verflossenen 10 Monaten 1935/36 auf 5,89 Mill. Tonnen gegenüber 6,85 Mill. Tonnen im Geschäftsjahr 1934/35 und für Koks auf 1,81 bzw. 2,02 Mill. Tonnen. Die Fried. Krupp AG. beschäftigt zur Zeit einschl. der ihr lOOproz. gehörenden Unternehmungen rund 13 900 Angestellte und rund 72 500 Arbeiter. * * Aktien-Zuckerfabrik „W etterau", Friedberg. Diese einzige Bauernzuckerfabrik Süddeutschlands erzielte 1935/36 (30.6.) einen Betriebsertrag von 0,798 (0,692) Millionen Reichsmark. Nach 106 601 (109 014) RM. Anlageabschreibungen verbleiben 44 805 (44 412) RM. Reingewinn, woraus wieder 8 v. H. Dividende verteilt werden. Die Hauptversammlung genehmigte den Abschluß und wählte neu in den Aufsichtsrat Kreisbauernführer Wilhelm Ott (Riedelbach, Kreis Usingen). Nhein-Mainische Börse. Willagsbörse fest. Frankfurt a. M., 25. Aug. Bei etwas lebhafteren Umsätzen als an den Vortagen verkehrte die Börse am Aktienmarkt in ausgesprochen fester Haltung. Von der Bankkundschaft lagen zahlreiche Kaufaufträge vor, auch die Kulisse schloß sich mit Käufen an. Don wirtschaftlichen Momenten boten der Quartalsbericht der IG. Farbenindustrie und der Lagebericht der Maschinenindustrie Anregung. Die durchschnittlichen Erhöhungen betrugen 1—2 v. H. Stark in den Vordergrund rückten Montan- werte, die zumeist 2—3 v. H. anzogen. Buderus 114,50 (112,50), Hoesch 111 (108,50), Mannesmann 109,50 (107), Verein. Stahlwerke 108,75 (106,25), Klöckner 114,50 (111,50), ferner Harpener 132 (129,25), Kali Westeregeln 119,50 (117) und Otavi Minen 33,25 (32). IG. Farben erhöhten sich auf 162,50 (159,75), Deutsche Erdöl gewannen 3 v. H. und Metallgesellschaft 2,25 v. H. Don Elektroaktien lagen besonders Gesfürel fest mit 137 (134,25), auch RWE. 2,50 v. H., Schuckert und Siemens je 1,50 o. H. höher. Maschinenaktien stiegen um 0,50—1,50 v. H. Zellstoffwerte weiter fest und 2 v. H. höher, außerdem zogen AG. für Verkehr 2 v. H. Daimler Motoren 1,75 v. H., Feinmech. Ietter 0,50 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. an. Schifffahrtsaktien lagen unverändert. Deutsch-Atlanten- Telegraf nach Pause 118,25 (119). Nach den Anfangskursen erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß die Kurse etwa 0,25—0,50 v. H. abbröckelten. Der Rentenmarkt lag freundlich, war aber anfangs noch ohne nennenswertes Geschäft. Altbesitzanleihe unv. 112,75. Von Auslandswerten I. Anatolier 43,80 (44,25), 1910er Ungarn 8,20 (8,30), 5proz. äußere Gold-Mexikaner 13,65 (13,50). Im Verlaufe blieb die Börse fest, das Geschäft wurde aber am Aktienmarkt kleiner und die Kurse unterlagen einigen Schwankungen, und zwar meist leicht nach unten. IG. Farben 161,75 nach 162,50, Metallgesellschaft 133,25 nach 133,75, Gesfürel 136,75 nach 137, Daimler 125,75 nach 126,50, Verein. Stahl 108,25 nach 108,75, Hoesch 110,75 nach 111. Etwas höher Rheinstahl mit 138—138,50 (136,50), Westdeutsche Kaufhof 54,40 nach 54 und Aku 60,75—61,25 (60,40). Die erst später notierten Papiere lagen überwiegend 1—2 v. H. über gestern. Am Kassamarkt notierten Gebr. Adi 50 (47), Schramm Lack 98 (95,75), Konserven Braun 89,65 (88), Hartmann & Braun T 92 (89). Renten blieben still. Späte Schuldbuchforderungen 98 (97,75), Zinsvergütungsscheine 93,10 (93), Kommunal-Umschuldung unv. 88, zertif. Dollar-Bonds 0,40 v. H. höher, Preußen und Spargiro je 68,25. Pfandbriefe lagen unverändert, Stadtanleihen etwas uneinheitlich. Heidelberger 91,90 (91,50), Wiesbaden 93 (92,50), 4,5proz. Darmstadt v. 26 93,25 (93,50). Don Auslandsrenten stiegen 4proz. Steg-Prior v. 1883 auf 11,20 (9,60), Ungarn lagen 0,13—0,25 v. H. höher, dagegen bröckelten Silber-Mexikaner etwa 0,25 v. H. ab. Tagesgeld mit unv. 2,50 v. H. weiter leicht. Abendbörse fest. Die- Abendbörse war bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen wieder fest, so daß die im Mittags- schlußoerkehr eingetretenen leichten Abschwächungen zumeist wieder ausgeglichen wurden. Gegen die Berliner Schlußkurse betrugen die Besserungen etwa 0,50 bis 1 v. H., Siemens erhöhten sich um 1,50 v. H. auf 185 75. Lebhafteres Geschäft hatten hauptsächlich Montanwerte. Am Kassamarkt zogen D.-Banken je 0,25 v. H. auf 100,25 an. Der Rentenmarkt lag still, 6 v. H. zertif. Preußen wurden mit 68,13 gehandelt. Don Industrie-Obligationen erhöhten sich 4,50 v. H. Harpener auf 118 (gestern 116), Farben-Bonds mit 127 (127,40) etwas leichter. Don Auslandsrenten stiegen 4 v. H. Steg von 1883 bei lebhaften Umsätzen auf 11,60 (11,20), im Freiverkehr 1895er Steg 4,15 (3,95). U. a. notierten: 6 o. H. IG. Farben 127, 4,50 v. H. Harpener 118, 4 v. H. Ungarn Gold E 8,90, 5 v. H. äußere Gold-Mexikaner 13,75, Commerzbank 101, DD.-Bank 100,25, Dresdner Bank 100,25, Reichsbank 186, Buderus 114,50 bis 114,75, Harpener 130,75, Hoesch 110, Klöckner 113,75, Mannesmann 109,50, Rheinftahl 139 bis 139,25, Verein. Stahl 107,75 bis 108,50, AKU. 60,50, Zement Heidelberg 144, Daimler 125,75, Dt. Erdöl 129,50, Scheideanstalt 272,50, IG. Farben 161,25 bis 161,50, Felten 133, Gritzner 34, Holzmann 127,50, Iunghans 101 bis 100,50, Muag 119,75, Metallgesellschaft E 133,50, Moenus 94,50, Schuckert 153, Siemens 185,75, Kaufhof 54,13 bis 54, Südd. Zucker 211, AG. für Verkehr 116, Nordd. Lloyd 14,50. Srantfurter Obst- und Gemüsemactt. Frankfurt a.M., 25. Aug. Der Gemüsemarkt hatte weiterhin sehr starkes Angebot. Geschäft sehr schleppend. Für Blumenkohl, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Rotkraut und Zwiebeln nachgebend, sonst unverändert. Es verblieben allgemein erhebliche Ueberftänbe. U. a. notierten: Blumenkohl I 28 bis 35, II 18 bis 25, III 10 bis 15, Bohnen: Busch 5 bis 6, Stangen 10 bis 12, Wachs 10 bis 12, Erbsen 22 bis 25, Eskarol 3 bis 6, Salat-Gurken 8 bis 10, Einmach-Gurken: Essig 0,50 bis 0,80, Salz 0,90 bis 1,10 je 100 Stück, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, rund 3,25 bis 3,40, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 10, Pfifferlinge 22 bis 25, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 3 bis 10, Ro- mifchkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 6, Rotkraut 3 bis 4, Sellerie 5 bis 25, Spinat 10 bis 12, Tomaten 10 bis 12, ital. 10 bis 12, Weißkraut 2l/s bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln 5 bis 5V2. Am Dbftmarft blieb das Angebot von Birnen und Aepfeln gut, in Zwetschen war es etwas knapper; Nachfrage ungenügend. Preise fast unverändert. U. a. notierten: Aepfel 12 bis 20, Aepfel: Alexander 13 bis 16, Charlemowfki 15 bis 20, Falläpfel 4 bis 5, Kochäpfel 8 bis 9, Bananen, 12V-- Kcr-Kiste netto, Kam., 6 50, Weftind. 6,50 bis 7, Braf. 5, Birnen: I 20 bis 24, II 12 bis 18, III 8 bis 10, Klaps I 20 bis 23, II 15 bis 18, Dr. Gouyoth I 20 bis 24, II 15 bis 18, Brombeeren 23 bis 25, Mirabellen 20 bis 25, Pfirsiche 20 bis 40, ital. 35 bis 42, Pflaumen 12 bis 15, Preißelbeeren 25 bis 30, Reineclauden 12 bis 15, Trauben brutto 26 bis 32, Zwetschen 15 bis 18. Ziegenbockversteigerung in Wetzlar. Q Wetzlar, 25. Aug. Die Landesfachgruppe der Ziegenzüchter der Landesbauernschaft Hessen- Nassau hielt gestern hier eine Ziegenbockver. ft e i g e r u n g ab, die mit einer Prämiierung ver- bunben war. Es waren 65 Ziegenböcke und 10 Ziegen- und Mutterlämmer ausgestellt. Als Preisrichter waren tätig: die Herren Tierzuchtdirektor Dr. Herr (Westerburg) und Balthasar Philipp (Watzenborn-Steinberg). Bei den Ziegenbocken handelte es sich um vorwiegend gutes Tiermaterial. Folgende Besitzer erhielten Preise: Hch. Mäßer und Hch. Müller (beide Hörnsheim, je einen 1. Preis; Karl Jung (Hochelheim), Ferd. Engel, Hch. Schuhmann (beide Hörnsheim), Johs. Martin (Hochelheim), Wilh. Kuhl, Wilh. Ludwig (beide Hörnsheim), Jak. Müller (Endbach), Friedr. Henz (Burgsolms), Alb. Bepler (Hörnsheim), je einen 2. Preis; Wilh. Ludwig, Rich. Schmidt (beide Hörnsheim), Frdr. Hofman (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burg- solms), Anton Weber, Alb. Ohly, derselbe (sämtliche Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Karl Franz (Hochelheim), Wilhelm Gad (Burgsolms), je einen 3. Preis. 1. und 2. Leistungspreise erhielten die Züchter Johs. Martin (Hochelheim), Wilh. Ludwig, Alb. Bepler (beide Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burgsolms), Richard Schmidt (Hörnsheim), Karl Franz (Hochelheim). Bei einer anschließenden Versteigerung wurde der größte Teil der Böcke verkauft. Die Preise bewegten sich zwischen 50 bis 165 RM. Den höchsten Verkaufserlös (165 RM.) erzielte der Züchter Hch. Müller (Hörnsheim). Für Mutterlämmer wurden 27 bis 42 RM. gelöst. Die VeschWglmg der Industrie im 3oli. Fwd. Der Auftrieb der industriellen Tätigkeit hat sich auch im Juli fortgesetzt. Nach der Jndustne- berichterstattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter ebenso stark wie im Juli vorigen Jahres g e - ft i e g e n , von 70,4 v. H. der Arbeiterplatzkapazität im Juni auf 71,1 v. H. Das A r b e i t s v o l u m e n oder die Summe der geleisteten Arbeiterstunden hat, obwohl auch im Juli große Teile der Industriegefolgschaften in Urlaub waren, nicht weiter abgenommen. Sie beträgt im Juli 65,8 v. H. der Arbeiterstundenkapazität gegenüber 65,7 v. H. im Juni. Die tägliche Arbeitszeit ist noch etwas zurückgegangen, von 7,54 Stunden im Juni auf 7,48 Stunden. Der Auftrieb wird, wie bisher, von den Produktionsgüte rindu st rien getragen. In der Bauindustrie hat sich die Zahl der Arbeiter weiter erhöht, wenn auch der Jahreszeit entsprechend schwächer, als in den Vormonaten. In den Baustoffindustrien hat das Arbeitsvolumen im Juli stärker als im Juni zugenommen. Dies gilt z. B. für die Pflasterstein- und Schotterindustrie, die Mauerziegelindustrie und die Herstellung von Betonwaren. Von den übrigen mit der Bauwirtschaft verflochtenen Industriezweigen haben sich die Holzbau- und Bauzubehörindustrie weiter belebt. In der Sägeindustrie hat dagegen der Rückgang wie alljährlich um diese Zeit eingesetzt. In der Fahrzeugindustrie hat das Arbeitsvolumen erneut zugenommen, so in der Kraftwagen- und Kraftrab- industrie, im Bau von Feldbahnen und in der Herstellung von Autozubehörteilen. Im Karosserie- und Wagenbau hat sich die Belebung verstärkt. In der Fahrradindustrie und besonders in der Kinderwagenindustrie hat der saisonmäßige Rückgang angehalten. » Neben diesen vorwiegend saisonabhängigen Produktionsgüterindustrien vermochten sich auch die Investitionsgüterindustrien im ganzen weiter zu entfalten. So hat die Zahl der Arbeiterstunden in der Großeisenindustrie, im Maschinenbau und besonders im Dampfkesselbau weiter zugenommen. Darüber hinaus erhöhte sich das Ar- beitsDoIumen wieder im Waggonbau, im Schiftbau, in der Kabelinduftrie und in der Herstellung elektrischer Maschinen. Im Bau von Starkstrom- apparaten ist die Tätigkeit etwas eingeschränkt worden. Ebenso ist die Beschäftigung in großen Teilen der Eisen- und Stahlwarenindustrie zurückgegangen, wie in der Herstellung von Zahnrädern, landwirtschaftlichen Geräten und Nägeln. Das gleiche gilt von der papiererzeugenden und der ledererzeugenden Industrie sowie vom Vervielfältigungsgewerbe. In den Verbrauchsgüterindustrien macht sich die ©ommerflaute stets deutlicher bemerkbar, als in den Produktionsnüterindustrien. Wie alljährlich ist auch im Juli das Arbeitsvolumen noch zurückgegangen, allerdings erheblich schwächer als im Vormonat. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat indessen auch in den Verbrauchsgüterindustrien weiter zugenommen. In vielen Zweigen der Textilindustrie hat sich der sommerliche Rückgang verlangsamt, so in den Baumwollspinnereien und -Webereien, in der Trikotagenherstellung, in der Gardinenindustrie und in den Leinenwebereien. In den Vigogne-, Kammgarn- und Leinenspinnereien, in den Woll- und Möbelstoffwebereien und in der Herstellung von Wirkwaren ist die Beschäftigung nach kurzem Rückgang bereits wieder gestiegen. In der Bekleidungsindustrie ist die Beschäftigung, wie bereits' im Juni, auch im Juki weniger zurückge- gangen, als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Ein. zelne Zweige, wie die Hutindustrie und die Herstellung künstlicher Blumen, haben sich sogar wieder belebt. In einer Reihe von Nahrungs- und Genuß, mitteünbuftrien ist das Arbeitsvolumen noch saison- mäßig zurückgegangen. Die Fleischwarenindustrie, die Oelmühlen und die Brennereien konnten allerdings die Beschäftigung im Gegensatz zum gleichen Monat des Vorjahres erhöhen. In der Fischindustrie und in der Obst- und Gemüseoerwertungsindustrie ist die Beschäftigung der Jahreszeit entsprechend gestiegen. In den Hausratindustrien hat sich die Tätigkeit größtenteils weiter gehoben. Die Rund- funkindustrie ist durch die Vorbereitungen zur Funk- ausftellung angeregt. Kunst und Wissenschaft. Frankfurter Reichssachkagung der Dentisten. NSG. Aus Anlaß der vom Reichsverband Deutscher Dentisten in Frankfurt veranstalteten MusfteHung „Unsere Zähne" bat der Reichsdentistenführer Schaeffer ungeordnet, daß in der Gauhauptstadt sich die deutschen Dentisten zu einer großen Reichsfachtagung treffen. Am Freitag findet im Gesellschaftsbaus des Tiergarten ein von dem Reichsdentistenführer geleiteter Appell aller Verbandsamtswalter statt. Am gleichen Tage, 18 Uhr, wird eine Begrüßung durch die Stadt Frankfurt im Römer erfolgen. Am Sams- tag und Sonntag folgt dann der fachwissenschaftliche Teil der Reichsfachtagung. Den Abschluß der Fachtagung bildet der Vortrag „Rasse und Valk- werdung", um die weltanschauliche Einstellung der deutschen Dentisten nach nationalsozialistischen Grundsätzen zu vertiefen. Ein Kameradschaftsabend wird am Samstag im Hippodrom abgehalten. Am Montag versammeln sich die Teilnehmer zu einer Fahrt zum Rhein. Professor von Weizsäcker erhielt die „Erb"-INedaille. Am dritten Kongreßtag der Gesellschaft deutscher Neurologen und Psychiater in Frankfurt wurde Prof. Frhr. v. Weizsäcker (Heidelberg) die höchste Auszeichnung der Gesellschaft, die „E r b" - M e d a i l l e, überreicht. Bei diesem feierlichen Akt würdigte der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Plette, die großen Verdienste, die sich Prof. v. Weizsäcker durch seine wissenschaftlichen Forschungen erworben hat. Die nächste Jahresversammlung der Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater findet vom 20. bis 22. September in München statt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Lerlm Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mitlagbörse Datum 24.8. 25.8. 24.8 25-8. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,3 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,9 97,9 97,9 97,9 5y2% Poung-Anleihe von 1930 .. 102,4 102,13 102 102 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 112,75 112,75 112,75 112,8 4y2% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... 100,1 100,05 100 100,13 *y2% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 98,75 4y2% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold N. 12.... 97 97 — 97 5y2% ehem. 4y2% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 101 101 __ — 4y2% ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Goldschuldverichr. R.6 93,5 93,5 _ _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ 125,25 125,25 — — Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 120 120 120,25 120,25 *y2% ehern.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — &y2% ehern. 4yt% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 101 101 — 6%% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 101 101 101,1 101,1 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4’/2% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 109,6 109,6 109,65 109,65 4% Oesterreichiscbe Goldrente.... 4,20% Österreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ...................... — — 29 29 2,75 2,8 2,7 2,9 8,75 8,9 9 9 8,3 8,2 8,3 8,35 8,4 —— 8,5 8,7 13,5 13,75 13,5 13,75 — — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miitag« börse Datum 24-8. 25-8- 24.8. 25-8- 4% vesgl. Sene n ........... — — 8,9 8,8 5% Rumän. veretnh. Rente v. 190E 6,5 _ — 6,65 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,75 — 9,75 4% Rumänische vereint). Rente 5,25 5,4 5,4 5,4 2’4% Anatolier ............. 44 5 44 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,13 14,13 14,13 14 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 40 41 Norddeutscher Lloyd ....... 0 14,65 14,5 14,4 14,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 112,5 116 112,5 115,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 123 123,5 124 Commerz, und Prioat-Bank ... 4 100 101 100 101 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 99 100,25 98,5 100 Dresdner Bank.............. 4 99 100,25 98,5 100 Retchsbank ................ 12 183 186 184 185,9 A.E.G...................... 37,4 37 25 Bekula..................... 159 Elcktr. Lieferungsgesellschaft... 6 123,5 127 151124 152128 Licht und Kraft ............. 7 146 148,5 145,5 147,25 Felten & Guilleaume......... 4 128 133 131,75 132,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 134,25 136,5 134,4 136,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 127 129,25 127 129 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 132 133,5 132,75 132,25 Schuckert LCo............... 6 152,4 153 151,5 152,5 Siemens L Halske............ 8 185,5 185,75 185,5 184,25 Lahmeyer LCo............. 7 — 140,5 138,5 141,5 112,5 114,75 112 114 Deutsche Erdöl ............. 4 127,5 129,5 128 129,13 Harpener................. 2% 129,25 130,75 129,5 131 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 3 108,5 110 108,25 110 Ilse Bergbau .............. 6 — —— 161,5 162 Ilse Bergbau Genüsse....... 6 134 135 135 135,5 Klöcknerwerke .............. 3 112 113,75 111,5 113,5 Mannesmann-Röhren........ 3 107 109,5 106,5 1 108,9 Frankfurt a. M. Äerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 24.8. 25.8. 24.8. 25.8. Mansselder Bergbau....... ey2 149 150 149 150 Kokswerke ................ . 6 —— — 128,25 131,25 Rheinische Braunkohlen .... 12 219,5 227,5 220 227,5 Rheinstahl................ . 4 136,5 139,25 135,75 138,75 Bereinigte Stahlwerke...... »'/- 106,25 108,5 105,75 108,13 Otavi Minen ............. . ü 32 33,25 31,9 33 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 117,5 119 118,5 119 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 117 119,5 118,25 119 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 171 — 170,5 172 I. G. Farben-Industrie..... . 7 159,75 161,5 159,25 161 Scheideanstalt............. . 9 271 272,5 —— —— Goldschmidt .............. . 5 112,25 114 112 114,5 Rütgerswerke ............. . 6 125 130 127,5 129,65 Metallgesellschaft........... .. 5 131,5 133,5 131,75 133,75 Philipp Holzmann......... .. 4 125,25 127,5 125,5 127,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 144,5 144 - Cementwerk Karlstadt....... .. 6 155 156 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ _ 104,5 106,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 60,4 60,5 60,25 60,9 Bemberg................. .. 6 82 84 82,5 83,75 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 146,5 148,5 147 147 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 119,25 121 119,25 120,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — —— 107,13 108 Daimler Motoren.......... .. 0 124,5 125,75 123,75 125 Deutsche Linoleum......... .. 8 166 169,5 168 170,5 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 — — 82,5 85 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 53,65 54 53,5 54,13 Chade.................... .. r 381 389 378 390 Accumulatoren-Fabrll...... . 12 —— 200 197 199 Conti-Gummi............. . 11 174 176,5 173,5 176,25 Gritzner.................. .. 0 34 32,5 34 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 94 94,5 - Süddeutscher Zucker....... . 10 I 210 I 211 1 210 212 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 24-August 25.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet _ Buenos Atre 0,694 0,698 0,695 0,699 Brüssel .... 42,01 42,09 42,02 42,10 Rio de Jan. 0,146 0,148 0,146 0,148 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,88 56,00 55,88 56,00 Danzig .... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,515 12,545 12,515 12,545 HelsingforS.. 5,519 5,531 5,519 5,531 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland ... 168,91 169,25 168,90 169,24 Italien..... 19,57 19,61 19,57 19,61 Japan...... 0,732 0,734 0,732 0,734 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,90 63,02 62,90 63,02 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,37 11,39 11,37 11,39 Stockholm... 64,53 64,65 64,53 64,65 Schweiz ... 81,07 81,23 81,07 81,23 Spanien... 31,17 31,23 31,17 31,23 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... — —- Neuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Banknoten. Äerlin, 25-Auaust (Selb ML— Amertkanyche Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,88 42,04 Dänische Noten ................. 55,68 55,90 Englische Noten ................. 12,48 12,52 Französische Noten............... 16,33 16,39 Holländische Noten............... 168,48 169,16 Italienische Noten................ — Norwegische Noten .............. 62,68 62,94 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 64,31 64,57 Schweizer Noten................. 80,89 81,21 30,84 30,96 Ungarische Note»................