186. Jahrgang Gietzener Anzeiger ®t? derlperre der NSDAP.: „Die Aufnahme,m die Partei ist seit dem 1. Ma, 1933 gesperrt^ eine Lockerung dagegen vorgesehen. Bei der Prüfung der Frage, ob ein Volksgenosse m die NSDAP, ausgenommen werden kann, weroen Partei- bzw. st a a t s p o l i t i s ch e Grundsätze maßgebend sein, keinesfalls dagegen der Vermögensstand und dergleichen des Dorgeschlagenen. Die Mitgliedersperre nahm die Partei als Gelegenheit, eine gewisse Sichtung der Parteimitglieder oorzunehmen. Mit dem Aufnahme- bzw. Mitgliedschaftswesen ist das Parteirecht ebenfalls in Beziehung zum staatlichen Recht getreten. Es sind hier das Wehrgesetz und das Arbeitsdienst- gesetz anzuziehen. Zur systematischen Ueberpru- f u n g des Verwaltungsapparates erklärte oer Reichsschatzmeister zum Schluß u. a.: In meinem Reichsrechnungsamt und meinem Jt e v i - sionsamt ist ein Stab von auserwählten Fachleuten im Innen- und Außendienst für den ordnungsmäßigen Lauf meines Geschäftsbereiches be- orgt. Unregelmäßigkeiten innerhalb der Partei nehmen auf die Gesamtzahl der Verwaltungsstellen bezogen einen minimalen Umfang ein. Dies zeugt von der in den Parteidienststellen herrschenden Sauberkeit im ganzen Finanzwesen sowie von der außerordentlichen gesunden Basis der Finanzgebarung der NSDAP. verwalten haben. Die NSDAP, wird als d e zig- politische Gemeinschaft des deutsch-n Bolkes b- zeichnet. Di- Fanale der nationaljozialistifchen B-r waltung sind: Gesinnung, Verantwortung und Lei München, 25. Juni. «r Kaiser ver- ffrUijy 3 fiteren, unb zerstört viele angebotene rnSSr* leinen starren Sinn. Sein l9.eschlchtlicher Wille ist: entweder als Kaiser zuruckkehren ober als Märtyrer st e r- in n Vegesienheil sinken. nn?ihLe,feÄm.er,d,r.eienbe Gewißheit des Genies x ?e5cutun§ des eigenen Seins ist also bie M, '"5 -ergötzenden Menschen in ber Einöde ton ' b°ll°," ^ge in qualvollen Kleinlichkei- » ÄS' Nadelstiche, bie er selbst oft ge- schließlich in schmerz. d'ese Kraft ist es, bie bas all- ISr Glicht m em ganz anderes, ehrfurchtgsbie- Ä -erwandelb Eine durchaus rätselhafte ®e< wellen knb ^chcheii nur in der Geschichte be» '-unb beten Echtheit bie Geschichte viel- Serlfenrta"nmer “UfS 6a‘b beia^ „ anoff an der Spitze, bann wurde es wmnung der Welt an oerwährend °°n S ” -rriednisjahr bie englische Sieinkoh. nur -mW™ Z» „reicht hatten. Deutschland ist lenprobuktwn saft erre.cy s Sieinkohlenprodu. ^“is ra.rtnhmöhles durch den Versailler Ver- zent der Welt, obwohl es Steinkohlenvorräte k?P°,en'u^?verwr.^uch in der Versorgung de, zahlreichen kohlenarmen bzw. kohlenlosen Lander vielt Deutschland eine große Rolle Es kommt cheich nach England, wahrend bie USA. erst an dritter Stelle marschieren. Am 1. Juni 1936 waren nach einer Ausstellung her internationalen Handelskammer in Pans nicht meniaer als 131 Clearingabkommen m Kraft die Uebersicht, die 34 Lander umfaßt, gibt ein bezeichnendes Beispiel dafür em wie großer Teil des Welthandels heute durch den Grundfatz der G e g e n f e i t i g t e i t bestimmt ist. S u d s a - roien z B. hat jetzt eine verschärfte Einsuhrkon- trnUe für Waren aus Landern emgefuhrt, mit denen es nichlim Clearing-Verkehr ftek hauptsächlich aehären zu diesen Ländern England die USA., Holland, die nordischen Staaten und verschiedene außereuropäische Nationen. Durch die Verordnung wirb allerdings kein Clearingland bevorzugt, aber 7- ist selbstverständlich, day vor allem ber deutsche Handel zunehmen wirb, denn bie Einfuhr aus Deutschlanb ist bereits gegen 16 wH. im Jahre 1935 auf 21 v. H m den ersten m »■ naten 1936 gestiegen. Der Rückgang ber subslaw,. (dien Ausfuhr ist in erster tonte auf bie Teilnahme an ben Sanktionen zuruckzusuhren. Diese Wertverminberung ist aber bezeichnenberweise ent- „egen »en ursprünglichen Erwartungen von ben großen Sanktionsnationen nicht ausgeglichen wor> ben und auch der Vertrag Englands mit Snbflawicn über vermehrte Aufnahme von Eiern und Truthühnern blieb praktisch bedeutungslos Der Anteil Deutschlands an dem jugoslawischen Handel ist im Wachsen So ist die deutsche Automobilausfuhr von einem Drittel im Vorjahre im ersten Vierteljahr auf die Hälfte der jugoslawischen Gesamtem- fuhr gestiegen, während umgekehrt die Einfuhr aus den USA an Automobilen von 50 v. H. auf ungefähr 30 v. H. zurückging. Immer mehr stellt sich also Jugoslawien auf das Prinzip um, nur dort zu kaufen, wo man auch die jugoslawischen Erzeugnisse abnimmt. Ueber ein interessantes Tauschgeschäft berichtet in der letzten Generalversammlung der Standard Oil Co of Ney Yersey der Präsident dieser Gesellschaft W. C. Teagle. So hat. die Standard Oil gelegentlich einmal die Ein führ' eines Postens deutscher Mundharmonikas nach den Vereinigten Staaten vermittelt, der ausgereicht hätte, um alle Jungen Amerikas damit zu versorgen. Dieses Geschäft wurde ermög^ licht durch ein zufälliges Sperrmarkguthaben in Deutschland aus einer Petroleumlieferung. Zufällig kam die Verbindung mit einem deutschen Exporteur von Mundharmonikas zustande, und man fand, daraufhin auch einen amerikanischen Importeur, der einen so großen Posten Mundharmonikas übernehmen konnte. Die Standard Oil bezahlte nunmehr die Mundharmonikas aus ihrem deutschen Sperrguthaben und erhielt dafür von der amerikanischen Cinfuhrfirma den entsprechenden Dollarbetrag. Immerhin ist bei diesem eigenartigen Tauschgeschäft, das in seiner ganzen Art für die heutigen weltwirtschaftlichen Beziehungen typisch ist, zu bedenken, daß es nur dadurch möglich wurde, daß sich deutsche Mundharmonikas in letzter Zeit in Amerika steigender Beliebtheit erfreuten. Bedutendere Ausland» nufträge konnten in der letzten Zeit in der deutschen elektrischen Industrie gebucht werden. So gelang es dem Siemenskonzern, einen größeren Auftrag aus Iran hereinzuholen, und zwar soll eine große automatische Zentrale mit entsprechend großem Kabelnetz in Teheran gebaut werden, die für die erst vor zehn Jahren gebaute Anlage im Zusammenhang mit der außerordentlichen Steigerung der Femsprechbedürfnisse der iranischen Hauptstadt angelegt werden soll. Die Bezahlung der Anlage wird zu einem erheblichen Teile durch die Einführung iranischer Baumwolle nach Deutschland erfolgen. Auch aus Japan konnte der Sie« menskonzern in letzter Zeit Aufträge hereinnehmen, so u. a. die komplette Ausrüstung der japanischen Nationalbank mit Fernsprechern, Feuermeldern, Uhren usw. Die Solinger Stahlwarenindustrie berichtet über einen erfreulichen Auf- schwung ihrer Ausfuhr. Die Erfolge in der letzten Zeit sind so beachtlich, daß man hierin den besten Beweis sehen kann, daß Solinger Stahlwaren im Ausland unentbehrlich geworden sind. Besonders beachtenswert sind die Ausfuhrerfolge in Ueberfee, wo seit 1934 teilweise Verdoppelungen eintraten. Don der Ausfuhrsteigerung sind sämtliche Erzeug- nisse betroffen, wenn auch verschiedene Gattungen wie z. B. Eßbestecke, Taschenmesser und Arbeitsmesser einen besonderen Raum einnehmen. * Japan hat in der englischen Finanzpresse einen Fühler unternommen. Es will sich angeblich an der Internationalen Rohstahl-Export- Gemeinschaft, der JREG., beteiligen. Aber die Sache ist doch über das Anfangsstadium nicht hinausgekommen, denn die japanischen Stahlwerke verhalten sich ziemlich ablehnend. Nach der JREG.- Einigung der europäischen Gruppen und Englands hat die JREG. eine Anbahnung mit den USA. unternommen, die erfolgreich zu werden verspricht. Dann würde der Kampf um den Eisenmarkt im Fernen Osten, auf dem Japan bis jetzt führt, in ein neues Stadium eintreten, wenn vorher keine Verständigung zwischen der japanischen, der europäischen und der amerikanischen Gruppe zustande kommt. Die japanische Regierung hat den mit der Zollerhöhung von A u st r a l i e n hingeworfenen Fehdehandschuh ausgenommen und der Regierung in Canberra mitgeteilt, daß für Wolle und Weizen von ihr eine Kontrolle eingeführt wird und auf Fleisch, Butter, kondensierte Milch usw. aus Australien mit Wirkung vom 24. Juni eine 50prozentige Zollerhöhung erhoben wird. Damit ist der Handelskrieg ausgebrochen, die Australier sind in eine böse Lage geraten, denn der Außenhandel mit Japan war für Australien durchaus aktiv, Japan nahm fast 25 v. H. der australischen Wollerzeugung auf, es war neben England Australiens bester Kunde. Die australische Regierung behauptet nun, eigentlich hätte sich die australische Zollerhöhung nicht gegen Japan, sondern gegen die Vereinigten Staaten richten sollen, wobei selbstverständlich Englands Präferenz-Zölle noch gemäß den Nachwirkungen der Ottawaer Konferenz verstärkt wurden, also England eine Vorzugsbehandlung allergrößten Ausmaßes erhielt. Japan ist gegenüber Australien in einer besseren Lage und es ist kein Zweifel, daß der Handelskrieg von Japan bis zuletzt durchgeführt werden wird.' Tumullanfcher Parteitag. Schlägerei zwischen Anhängern von Roosevelt und Smith. Philadelphia, 26. Juni. (DNB. Funkspr.) Während des abendlichen Festzuges auf dem demokratischen Parteitag stürzte eine überfüllte Zuschauertribüne in der Nähe des Washington-Denkmals ein. 200 Zuschauer stürzten auf die Straße, wobei 50 Verletzungen erlitten. Der Unfall verursachte stundenlange Verkehrsstörungen in den von riesigen Menschenmengen gefüllten' Straßen. Dies war jedoch nicht die einzige Störung des Parteitages. Schon am Vormittag kam es beinahe zu einer kleinen P a l a st r e v o l t e , als die Vertreter der S ü d st a a t e n heftig dagegen protestierten, daß ein Negerpfarrer das Gebet sprach. Später entstand auf der Galerie eine wüste Schlägerei, als 100 Anhänger des Roosevelt feindlich gegenüberstehenden früheren Gouverneurs Alfred Smith mit Plakaten für ihre Richtung warben. Da beinahe alle anwesenden Vertreter Regierungsbeamte oder Angestellte der New Deal-Organisationen waren, wurde die Kundgebung der Smith-Leute mit Wutgeheul begrüßt. Die Anhänger Roosevelts stürzten sich auf eine Smith-Gruppe und warfen sie die 30 Meter hohe steinerne Treppe hinunter, wobei mehrere verletzt wurden. Die Polizei nahm 25 Verhaftungen vor. Schwäbischer Oeuischtumsführer in Ungarn verurteilt. Budapest, 25. Juni. (DNB.) Die Königlich- Ungarische Kurie, der höchste ungarische Gerichtshof, hat in dritter Instanz das in der Dorinstanz gegen den früheren Generalsekretär des ungarländischen deutschen Volksbildungsvereins, dem Bunde des schwäbischen Deutschtums in Ungarn, Dr. Franz Basch, gefällte Urteil bestätigt. Dr. Basch war in erster Instanz wegen „Schmähung der ungarischen Nation" zu drei Monaten Gefängnis und einem Jahr Amtsverlust verurteilt worden. Die Königliche Tafel als zweite Instanz hatte das Urteil auf fünf M o n a t e G e f ä n g - n i s und drei Jahre Amtsverlust erhöht mit der Begründung, daß seit den von Dr. Basch abgehaltenen Massenversammlungen die Stimmung der deutschstämmigen Bevölkerung in diesen Komitaten ungarnfeindlich geworden sei. Mit der heutigen Entscheidung ist das Urteil rechtskräftig geworden. Oeutschlandreise Dr. Leys. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat auf der vor 11 Tagen begonnenen Reife in die deutschen Betriebe bis heute sechs Gaue besucht. In 37 Werkbesichtigungen, die in große und mittlere Betriebe führt, nahm Dr. Ley enge Fühlung mit Arbeitern und Betriebsführern. Neun Großkundgebungen wurden in den großen Städten, die auf der Reise berührt wurden, durchgeführt. Dr Ley sprach in diesen Massenversammlungen zu 550000 schaffenden Menschen. Auch bei allen Betriebsbesichtigungen hielt er Ansprachen an die Belegschaften. Am Mittwoch und Donnerstag be- sichtiqte Dr. Ley eine Anzahl Betriebe im Gau Baden. Am Donnerstagabend sprach er in einer großen Kundgebung auf dem Mannheimer Messeplatz vor 100000 schaffenden deutschen Menschen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den deutschen Botschafter in Paris Graf Welcze k und den deutschen Gesandten in Kopenhagen von Renthe-Fink. * Die „Rundschau, sudetendeutsche Wo- chenzeitun g", herausgegeben von Conrad Henlein (Prag) wurde auf sechs Monate verbot e n auf Grund des tschechoslowaklschen Republik- fchutzgesetzes. Die „Rundschau" enthielt die parteiamtlichen Verlautbarungen der Sudetendeutschen Partei. Abschied von Staatssekretär von Bülow. Oer Führer bei der Trauerfeier in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. 5 w, -..vH X. % * V' Mm ; -* «. M M? - “L. • ■„ . . x? > - 5 Mr L «l 5 In der Mitte unseres Bildes sieht man den Führer und den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, dahinter die Angehörigen des Verstorbenen und Mitglieder der Reichsregierung, Generalfeldmarschall von Blomberg, Reichsarbeitsminister Seldte, Freiherr o. Elz-Rübenach u. a.; rechts das Diplomatische Korps. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 25. Juni. (DNB.) Wieder einmal wehen von den Gebäuden in der Wilhelmstraße die Fahnen auf Halbmast. Aus einem aufopfernden, IVs Jahrzehnte langen Wirken heraus hat der Tod den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes D r. Bernhard Wilhelm von Bülow in die Ewigkeit abberufen. Am Donnerstagmittag nahmen feine Mitarbeiter im Amt, fast das gesamte Diplomatische Korps, zahlreiche Minister, viele Staatssekretäre und die Amts- und Abteilungschefs der anderen Ministerien in einer Trauerfeier in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Abschied von dem unermüdlichen Beamten. Der Führer ehrte durch seine Teilnahme an der Feier den Mann, der bis zum letzten Atemzuge die Interessen des Deutschen Reiches im Ausland erfolgreich vertreten hat. Als die Angehörigen des Verstorbenen in der Kirche erschienen, erhob sich die Trauergemeinde zum stillen Gruß von den Plätzen und begrüßte auch stehend den Führer, der vom Reichsaußen- minister in die Kirche geleitet wurde. Leise klingt die Melodie des Orgelpräludiums von Bach auf und leitet über zur Liturgie, die der Pfarrer des Elisabeth-Krankenhauses Freiherr von Rotenhahn abhielt. Der Geistliche schilderte die aufrechte, zuverlässige, von Innen heraus vornehme Persönlichkeit des Verstorbenen. Wilhelm von Bülow hatte einen ganz großen persönlichen Auftrag für sein Vaterland, für oen er sich verantwortlich wußte, verantwortlich gerade aus dem Wege, den er geführt wurde und gehen mußte. Immer hatte er ein Ziel vor Augen, für das er sich verantwortlich wußte und dem feine rastlose Arbeit galt: Deutschland! Mit vollen Akkorden setzte die Orgel und die Kapelle des Wachregiments ein. Der Geistliche segnete die Leiche. Dann erklang das Largo von Händel auf, das den Abschluß der Feier bildete. Nach dem allgemeinen Segen sprach der Führer noch einmal den nächsten Anverwandten des Verstorbenen sein Beileid aus und verließ, begleitet von Reichsaußenminister Neurath, die Kirche. Draußen erwarteten Tausende mit erhobener Hand den Führer. Nach der Trauerfeier wurden die sterblichen Ueberreste des Staatssekretärs nach dem Zwölf- Apo st e l f r i e d h o f in Berlin-Schöneberg übergeführt. Vor der mit Grün geschmückten Friedhofskapelle fand der mit der Reichsdienstflagge geschmückte Sarg seine letzte Aufbahrung. Acht Beamte des Auswärtigen Amtes hielten die Ehrenwache. Vor der Front der Kapelle waren die Kranzspenden ausgebreitet, in der Mitte der Lorbeer-Kranz des Führers. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Dr. Meißner, der persönliche Freundeskreis des Verstorbenen und feine Mitarbeiter im Auswärtigen Amt nahmen auf dem kleinen Parkfriedhof Abschied von dem Toten. Das Musikkorps des Wachregiments Berlin spielte zu Beginn der Feier das Lied „Wenn ich einmal soll scheiden". Dann schritt die Trauergemeinde unter den Klängen des Trauer- marsches von Chopin zur Gruft der Familie v. Bülow. Als der Sarg in die Gruft herabgelaffen wurde, senkten sich die Fahnen des Kyfshäuserbundes und der Regimenter des Verstorbenen über dem Sarg, und die Trauergäste erhoben die Rechte zum deutschen Gruß. Dann sprach Pfarrer Freiherr von Rotenhahn die Grabliturgie und das Vaterunser und erteilte den letzten Segen. Während drei Gewehrsaloen über das offene Grab krachten, spielte das Musikkorps das alte deutsche Soldatenlied „Ich hakt' einen Kameraden", den letzten Gruß an den hervorragenden Diplomaten, der allezeit ein Vorbild preußisch-deutscher Pflichterfüllung im Kampf um Deutschlands Weltgeltung war. Nach der Trauerfeier legten der Führer des Reichskriegerbundes Kyffhäuser Oberst Reinhardt als der letzte Kriegskommandeur des vierten Garderegiments sowie Abgeordnete des Reichskriegerbundes Kyffhäuser und der Offiziersvereinigung des 2. Gardedragonerregiments am Grabe Kränze nieder. Ein Bild vom Streik in Marseille. * > . \ < • \ • •> W W « Mk _ . L" - < £ ■ X ■ k. E T)nrrh h»n reif ber (Seeleute ist der gesamte Hafenbetrieb von Marseille lahmgelegt. Unser Bild zeigt Streikendean Sart)bä fraiiaöfifien Dampfers „Dille d'Alger". - (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Berliner Baugrubenungluck vor Gericht. Im Berliner Bauunglücksprozeß wurde die Vernehmung des Diplomingenieurs Geitzl- reiter des Statikers der Berlmischen Bauge- sellschast, fortgesetzt. Der Zeuge bezeichnete den Angeklagten Noth als einen ausgezeichneten Fachmann. Eine der Ausrammungen die von dem Zeugen Geißlreiter und dem Angeklagten Noth fei- nerz-it als ..unsinnig" g°kennz°ichn°t worden tft, soll auf Veranlassung des nutangeklagten Reichs- bahnwartes Schmitt erfolgt sein. Von dem Auftreten oon Bremskräften durch die an der Baugrube entlang fahrende Straßenbahn will der Zeuge erst nach dem Einsturz gehört haben. Die Haltestelle fei so gelegt worden, daß in besonders verkehrsreichen Zeiten Stockungen eintraten, so daß die Straßenbahnwagen zuweilen auf der Strecke abbremfen mußten. Geißlreiter betonte, daß man mit derartigen Verkehrsstockungen nicht habe rechnen können, sonst hätte er oon vornherein die Bremswirkung der Straßenbahn in sein statischen Berechnungen mit einbezogen. Nach der Darstellung des Zeugen ist Hoffmann eines Tages zusammen mit ihm und dem Angeklagten Noth über die Baustelle gegangen und hat sich erkundigt, wie es mit der Straßenbahn stehe. Noth habe ihm darauf erklärt, daß da unten besonders gute Verschwertungen lägen. Noth soll ihm gegenüber aber geäußert haben, daß sich Weyher gegen die Sicherung der zu kurzen Rammträger durch Anbringung von Betonsockeln aus pekuniären Gründen gewandt habe. Bei der weiteren Vernehmung des Zeugen Geißlreiter kam zur Sprache, daß die BVG., die die Straßenbahn längs der Baugrube betreibt, die statische Sicherung der westlichen Mittelwand des Tunnels ausdrücklich verlangt hat. Das entsprechende Schreiben der BVG. ist an Weyher gerichtet worden. Der Zeuge betonte aber, daß ihm Sicherungen von Weyher nicht bekanntgegeben worden seien. Seiner Darstellung nach konnte er sich dieser Frage auch nicht eingehender widmen, weil er vollauf mit anderen Arbeiten beschäftigt war. — Die Verhandlung wird fortgesetzt. Kunst und Wissenschaft. Dritte Internationale Hochschulkonferenz in Heidelberg. Beim Empfang der Vertreter von 19 Nationen auf der Dritten Internationalen Hochschulkonferenz in Heidelbera hielt der Rektor der Heidelberger Universität, Professor Dr. Groh, eine Begrüßungsansprache. Er glaube, daß die Konferenz kaum eine geeignetere Hochschule in Deutschland habe finden können als Heidelberg. Der Rektor wies auch auf die Schaffung des neuen Universitätshauptgebäudes durch Stiftuna von Mitteln aus Nordamerika hin, sowie auf oen Studentenaustausch mit dem Auslande, der vor 12 Jahren von Heidelberg aus begonnen worden sei. Seit jeher habe Heidelberg die ausländischen Beziehungen gepflegt, und eine Reihe seiner Professoren habe als Gastlehrer an Hochschulen des Auslandes gewirkt. Dann wurde der Vorsitz der Konferenz, den bisher Professor B a u d o u i n, der berühmte Mediziner der Sorbonne innehatte, auf Geheimrat Professor Dr. Hoops, den Direktor des Englischen Seminars der Universität Heidelberg, übertragen. Professor Baudouin sprach die Hoffnung aus, daß sie Tagung zum gegenseitigen Verständnis der Nationen beitragen möge. Wie bei einer solchen Konferenz eine Annäherung möglich sei, so müsse sie auch im Leben der Völker erreichbar sein, wenn die Menschen guten Willens sind. Geheimrat Hoops übernahm sein Amt mit Dank an Professor Baudouin und eröffnete die erste allgemeine Sitzung mit einem Ueberblick auf die bisherigen Kongresse. In diesem Jahr wird eine der Hauptaufgaben sein, die Satzungen der Internationalen Konferenzen festzulegen. Alle politischen Fragen sind ausgeschlossen. Es werden nur Fragen besprochen, die allen Universitäten gemeinsam sind. Als solche stehen im Vordergrund dieser Heidelberger Tagung ein Bericht über die Beseitigung der UeberfüIIung der Universitäten und über die Frage der Gesundheitsfürsorge sür die Studierenden. Geheimrat Hoops betonte, daß die Länder auf diesen Konferenzen viel voneinander lernen könnten. Bei späteren Konferenzen sollten auch mehr wissenschaftliche Vorträge gehalten werden. Zum Vizepräsidenten der Tagung wurde Prof. Winkler bestellt, der Romanist der Universität Heidelberg. Anschließend hielt Prof. S ch r a d e (Heidelberg) einen Lichtbildervortrag über „Deutsche Barock-Architektur". Pros. L a u r i c (England) sprach über die Zusammenarbeit der englischen Universitätslehrer mit der Regierung und mit der englischen Subventivnskonferenz. Prof. S o n d a (Japan) berichtete über die augenblickliche Lage des Universitätswesens in Japan. Prof. Tsan Wan (China) über das Hochschulwesen in China und über die dortigen Gelehrtengesellschaften. Prof. Lehmann-Niet sch gab eine Schilderung des argentinischen Universitätswesens. Die Reichsfesispiele Heidelberg 1936. Die Reichsfestspiele in Heidelberg, deren Beginn auf den 12. Juli festgesetzt ist, führen Spielleiter, Schauspieler, Bühnenbildner und Musiker aus dem ganzen Reiche zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Die Theater in der Reichshauptstadt, in München, Hamburg, Altona, Frankfurt, Dresden, Köln, Leipzig, Düsseldorf, u. a. senden die hervorragendsten Vertreter ihres Faches nach Heidelberg, um durch sie im Hose des Schlosses Zeugnis ablegen zu lassen von der Höhe deutscher Theaterkultur. Der Spielplan beginnt mit Hebbels „A g - n e 5 58 er na u er", wird fortgesetzt mit Shakespeares „Komödie der Irrungen", Goethes „Götz von Berlichingen" und sieht als viertes Spiel Paul Ernsts „Pantalon und seine Söhne" vor. Aus aller Well. Mussolinis Tochter in Koblenz und Wiesbaden. Die Tochter Mussolinis, Gattin des neuernannten italienischen Außenministers, Gräfin C i a n o, die im Zusammenhang mit ihrem Deutschland-Besuch auch dem Rheinland einen Besuch abftattete, fuhr dieser Tage von Godesberg kommend nach Koblenz und traf gegen Mittag am Deutschen Eck ein. Am Landungssteg hatten sich u. a. der Oberpräsident der Rheinprovinz, I erbot) e n, sowie der Leiter der Landesstelle Koblenz- Trier des Reichsministeriuims für Volksaufklärung und Propaganda, Gaupropagandaleiter Michels, eingefunden. Gaupropagandaleiter Michels hieß die Gräfin, in deren Begleitung sich Graf und Gräfin M a g i ft r a t i von der italienischen Botschaft in Berlin befanden, in der Stadt an Rhein und Mosel herzlich willkommen. Die Gäste bestiegen dann den Dampfer „Preußen" und hatten Gelegenheit, bei herlichem Wetter die schöne Rheinstrecke von Koblenz bis Aßmannshausen kennenzu- lernen. Don Aßmannshausen ging die Fahrt nach Eltville weiter, und von dort aus setzte Gräfin C i a n o die Reise nach Wiesbaden fort. Die japanischen Olympiaschwimmer in Berlin eingetroffen. Mit dem fahrplanmäßigen Zuge von Warschau traf die Hauptstreitmacht der japanischen Olympiaschwimmer in der Reichshauptstadt ein. In Stärke von 22 Mann unter Führung des japanischen Olympiasiegers von Los Angeles, Koyokawa, haben die Japaner die Reise von Tokio über Sibirien, Moskau und Warschau ohne Aufenthalt zu- rückgelegt, und sind nach der wochenlangen Bahnfahrt wohl und munter am Schauplatz ihrer Kämpfe eingetroffen. Am Vormittag folgte ein Empfang im Olympischen Komitee: dann bezogen die Japaner sofort ihre Quartiere im Olympischen Dorf. Der ehemalige deutsche Marineberater des türkischen Sultans gestorben. Im Hause der Johanniter in Heiligenstadt (Prov. Sachsen) starb Kalau vom Hofe Pascha, der bis 1911 Marineberater des türkischen Sultans war. Er wurde 1850 als Sohn eines Rittergutsbesitzers bei Danzig geboren, trat mit 18 Jahren in die Marine ein und war später Kommandant des kleinen Kreuzers „Undine" sowie Kommandeur der Neues für den Büchertisch - Großherzogliches Ar ti ll e r i e ko r ps I. Großherzogl. Hess. Feldartillerie-Regiment Nr. 25. Das Regiment im Weltkrieg 1914—1918 und bis zu feiner Demobilmachung nach den amtlichen Kriegstagebüchern aus dem Reichsarchiv, Aufzeichnungen von Mitkämpfern, Einzelberichten und Erinnerungen mit 96 Abbildungen, 47 Kartenskizzen und 40 Federzeichnungen von Döbrich. Traditions- verlaq Kolk & Co., Berlin SW 68. Preis 15 Mark, für Angehörige des Regiments 12 Mark. — (55) — Den Angehörigen des stolzen Regiments haben die Verfasser Hauptmann a. D. Bickel und Oberst a. D. von Strzemieczny in diesem für eine Regimentsgeschichte ungewöhnlich umfangreichen Buch ein Denkmal von bleibendem Wert geschenkt. Es ist hier mit ungeheurer Gründlichkeit alles zusammengetragen, was auf die Geschichte des Großherzoglichen Artilleriekorps während des Krieges Bezug haben konnte. Nach einer zusammenfassenden Darstellung der Kriegsgeschichte des Regiments, die auch für den Frontkämpfer, der nicht in den Reihen des Regiments den Feldzug mitgemacht hat, durch ihre klare Darstellung und die zahlreich beigegebenen Kartenskizen großes Interesse hat, werden im Anhang eine Reihe von Einzelberichten über zahlreiche Gefechtshandlungen veröffentlicht, die das Bild von dem Einsatz des Großherzoglichen Artilleriekorps während des Weltkrieges abrunden. Eine Ehrenliste der in den Reihen des Regiments Gefallenen und zahlreiche Bilder vervollständigen das Werk, dem der letzte Inhaber des Regiments Großherzog Ernst Ludwig ein faksimiliertes Geleitwort oorangestellt hat. Das Regiment hat Grund, auf dieses Denkmal von Heldentum und Kameradschaft besonders stolz zu sein. — Birken, Sonnenschein und Zelte. Erzählung aus der Hitlerjugend von I. M. G u n- t h e r. Mit Buntbild und 13 Federzeichnungen von Rolf Winkler. Gebunden 1,90 RM. A. Anton & Co., Verlag, Leipzig. — (108) — Das Buch, das den Unbedenklichkeitsoermerk der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.- Schrifttums trägt, ist eine flott und temperamentvoll geschriebene Erzählung aus dem Leben der niedersächsischen Hitlerjugend. Sie zeigt, welch un- HJ. steckt, welch draufgängerischer und kämpferischer Geist sie beseelt. Die Jungens sind sich bewußt, daß sie die Träger der deutschen Zukunft sind, und daß eine ganze Welt aus das Heranwachsende national’ sozialistische Deutschland sieht. Darum kämpfen sie mit innerer Ueberzeugung und mit flammenden Herzen, stets bereit, ihr ganzes Leben und Wirken in den Dienst der Nation zu stellen. — Wolf Oeringk: Der Schütze von F l a n d e r n.' Eine Geschichte aus der Flandernschlacht. Mit Bildern von Hans Friedmann. 96 Seiten. Halbleinen 1,70 Mark. A. Anton & Co. Verlag, Leipzig. — (110). — Diese Kriegserlebnisse eines Artilleristen geben Streiflichter aus den großen Materialschlachten des Westens. Mehr noch, als berichtet wird, steht zwischen den Zeilen und läßt den Leser ahnen, was das Wort „Krieg" in seiner ganzen Größe und Furchtbarkeit bedeutet. Ein spannend erzähltes Erlebnisbuch! — Paul Oskar Höcker: Zietenhusa- r e n. Roman. Geh. 2,50, Ganzleinen 3,80 Mark. 300 Seiten. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1936. — (141) — Die Zeit des Siebenjährigen Krieges und die darausfolgenden Jahre haben Höcker diesmal zur Darstellung gereizt. Wir sehen die Zieten- husaren bei eifriger Vorbereitungsu, Ceu für den drohenden Krieg, lernen den auch in Frttöcnszeiten äußerst harten Dienst, die Freuden und Leiden des Garnisonslebens kennen. Dann begleiten wir das ruhmreiche Regiment ins Feld, wo es bald von sich reden macht. Und damit ist es nach Friedensschluß nicht etwa zu Ende; viele kecke, schneidige Reiterstückchen sorgen immer aufs Neue dafür, daß der alte Geist auch weiterhin in der kampferprobten Truppe lebendig bleibt. Die Fülle der reizvollen und abwechslungsreichen Einzelepisoden ist kunstvoll verbunden durch eine an Spannungen reiche Liebesgeschichte, so daß dieser Roman aus Preußens großer Zeit sich auch bei den Frauen großer Beliebtheit erfreuen wird. — D r. Johann von Seers: Blut und Rasse in der Gesetzgebung. Ein Gang durch die Völkergeschichte. I. F. Lehmanns Verlag, München. Kart. 2,40 RM., Lwd. 3,40 RM. — (145) — Dieses Buch schildert die gesetzliche Ordnung zum Schutze der Blutreinheit von der Zeit Matrosenartillerie in Cuxhaven. Mit Stolz erzählte er im hohen Alter davon, wie er die feierliche Eröffnung des Suezkanals als deutscher Ofsizier miterlebt habe. Ein Tropenleiden zwang Kalau vom Hofe Pascha, 1911 von seinem Kommando zurückzukehren. 60-3ahr-Feier des Rhönklubs. Der R h ö n k l u b begeht mit allen seinen Zweigvereinen vom 27. bis 29. Juni in Fulda fein 6 0 - jähriges Gründungsfest, an dem Vertreter aller deutschen Gebirgs- und Wanderoereine teilnehmen. TNünchener Bergsteiger im Kaukasus. Die Erschließung des Kaukasus durch Münchener Bergsteiger wird auch in diesem Sommer eine Fortsetzung finden. Die Alpenvereinszweige Oberland und München entsenden mit Unterstützung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, befürwortet vom Deutschen Bergsteigeroerband im DRL., je eine Mannschaft in die kaukasische Bergwelt. Die Expedition der Jungmannschaft der Sektion München hat ihre Abreise über Warschau, Moskau nach Naltschik auf den 31. Juli festgesetzt. Die Teilnehmer sind Ludwig Sdjmaber^r, Ludwig Vörg, Franz Jahn und Herbert P a i d a r. Die beiden Erstgenannten blicken schon auf Erfahrungen mit großem Erfolg der vorjährigen Unternehmung der Jungmannschaft der Sektion München zurück. Diesmal werden wieder der Uschba, ferner die Chwalmi-Dschai- luck, Swätgar-Tichtengen und die Fünftaufender der Besengi-Gruppen das Ziel der Fahrten sein, wobei auch noch bisher unerstiegene Diertausender locken. katholischer Pfarrer wegen Vergehens gegen das Flaggengefeh verurteilt. Frankfurt a. M., 25. Juni. (LPD.) Das Schöffengericht verhandelte gegen den 46jährigen Pfarrer der katholischen St. Bernharduskirche Alois Eckert wegen Vergehens gegen das Reichsflaggengesetz, weil er es unterlassen hat, am 9. November 1935 die Kirche zu beflaggen, obwohl ein Erlaß des Reichsministers des Innern angeordnet hatte, daß die öffentlichen Gebäude und Kirchen zu beflaggen waren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis und tausend Mark Geldstrafe und erließ Haftbefehl wegen Fluchtverdacht. Neun Monate Gefängnis für einen Hetzer auf der Kanzel. Der katholische Pfarrer Camilus von Lama aus Oberfinning bei Landsberg am Lech hatte in einer Predigt in verhetzender und die Autorität des Staates bedrohender Form gegen d i e Regierung Stellung genommen und ihr die Vertrauenswürdigkeit abgesprochen, ferner, obwohl schon wegen dieser Aeußerungen ein Verführen eingeleitet war, in einer späteren Predigt die Glaubwürdigkeit der über die Verfehlungen der Franziskaner ausgegebenen Gerichtsberichte bezweifelt. Lama wurde vom Sondergericht München zu insgesamt neun Monaten Gefängnis verurteilt. Fünffacher Lebensretter. Ein 13 Jahre alter Dvlksschüler aus Aschaffenburg, der im offenen Main badete, geriet in die Gefahr zu versinken. Der 34jährige Schuhmacher Johann F l e ck e n st e i n hörte die Hilferufe, und es gelang ihm, den Jungen zu retten. Es ist dies das fünftemal, daß Fleckenstein einen Menschen vom Tode des Ertrinkens rettete. Aufsehenerregender Spionagefall in USA. aufgehalten und dort Abschriften von geheimen Planen über Flottenmanöver im Stillen Ozean, über neukonstruierte Bombenflugzeuge, Motoren sowie über neue Panzerstahl-Legierungen genommen hat. Die Pläne hat er dann an Miyazaki verkauft. Siebenjähriger Junge vom Schlachlapparat getötet. In einer Oberlahnsteiner Metzgerei ereignete sich ein Unfall, der ein junges Menschenleben forderte. Der siebenjährige Peter Kunz schlich sich in einem unbewachten Augenblick mit einer Spielgefährtin in den Schlachtraum der Metzgerei, wo er sich an den herumstehenden Geräten zu schaffen machte. Dabei nahm er den Apparat zum Schlachten der Schweine vom Tisch, den er sich in Unkenntnis die Gefahr vor den Leib hielt. Beim Hantieren mit dem Apparat kam er dem Auslösehebel zu nahe, so daß ihm der Schlagbolzen in den Leib drang. In hoffnungslosem Zustande wurde der Junge ins Krankenhaus gebracht, wo er noch om selben Abend ft a r b. Die Ursachen des spanischen Eisenbahnunglücks. lieber die Ursachen des schweren Eisenbahnunglücks, das sich bei Bembibre ereignete, wird bekannt, daß der Führer des Schnellzuges infolge einer zweistündigen Verspätung auf der vor dem Tunnel liegenden Station San Miguel de las Duenas nicht das Abfahrtssignal des Stationsvorstehers abwartete und einfach losfuhr. Der Maschinist des entgegenkommenden Güterzuges sah die Katastrophe, brachte seine Lokomotive am Eingang d°- Tunnels zum Mten und flüchtete in benähen Ä-“ “8 UV— nicht abgeschlossen. Drei Kinder verbrüht. Von einem schweren Unglücksfall wurde eme Wiesbadener Familie he.mg-suchll Wa»"nd die Mutter sich im Zimmer um den erk-°nkten Baler bemühte, spielten drei Kinder lM Alter non e,n I»s sechs Jahren in der Küche Eines der K nder st B ein hochgestelltes Gefäß mit heißem Wasser um,jo daß sich das Wasser über alle drei Kinder ergoB und sie verbrühte, zwei davon erheblich. Zuchthaus für einen Wilderer. Das Schöffengericht Aschaffenburg verurteilte den als Wilddieb bekannten bereits ^al vorbestraften 53 Jahre alten Alois Fuchs aus Haidbach weg fortgesetzter, gewerbsmäßiger schwerer W i l d d > e b e r e i und Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zu zwei Jahren neun Monaten Zuchthaus. Heber 300 Hühner vom Fuchs geholt. In der Gemeinde Fränkisch-Crumbach sind m letzter Zeit nicht weniger als 3 0 0 Hühner von Füchsen geraubt worden. Mancher Bauernhof zählt kaum noch die Hälfte seines Huhnerbe- standes. Bisher sind die Nachstellungen nach dem Rotrock, der offenbar über eine große Nachkommenschaft verfügt, wenig erfolgreich gewesen. . w xriötton Völker an bis auf den heutigen Tag. der ältesten Boi (-rkentnis dessen, was einem X« Aus°i ander,-tzung zwischen Weiß und Harbin ob oerschiedenartige Rel.gwnsausasiungen F mLnh sür Eheverbote waren oder Emwan- ^5„nosae,-haebuna der amerikanischen Staaten g°. derungsgesetzgevung ve unerwünschtes Blut eE wur vvn^dem diese^Bewußt- Blutschranke zu allen Zeiten überall auf to W-lt Tief in das Leben der Volker eingegrissen Ernst Echiile: Rußland und Frank- r - i rh nnm Ausgang des Krimkrieges bis zum ita. ienitoen Srte9 81856-1859. < Osteuropäische For- Neue Folge, Band 19.) Herausgeber Prof. Dr.' Otto Hoetzsch. Kartoniert 6,50 Mark Im Ost-Europa-Derlag, Königsberg Pr. (^7.) Eine gerade im Augenblick zu in eressanten Der- aleicken anregende Arbeit. Sie unterzieht die ub- lich? Vorstellung, als ob Rußland und Frankreich n den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts sich ,um erstenmal „gegen die Mitte Europas zusarn- menge,chlossen hätten, wie sich das jetzt im Früh. Mr 1936 wiederholt, einer gründlichen Revision. Im Zentrum der Bestrebungen Napoleons III. nach dem Krimkriege stand die Vernichtung der Großmacht Oesterreich-Ungarn wahrend Rußland ge- willt war sich für das Verhalten Oesterreichs im Krimkrieqe zu rächen. Die dem Buche beigefugten unveröffentlichten Dokumente aus den französischen Archiven in denen sich die Gortschakowsche Außenpolitik der Jahre 1856-1859 deutlich widerspiegelt vermögen die es Bild vollends abzurunden. So ist Schüles Buch ein wertvoller Beitrag zur Erkennt- nis der geschichtlichen Grundlagen und Voraussetzungen des europäischen Bündnissystems, wie es heute noch weiter wirkt. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage ist durch ein sich von Spanien über Großbritannien nach Island erstreckendes Hochdruckgebiet und lebhaftere über Skandinavien hinwegführende Wirbeltätigkeit gekennzeichnet. Damit ist auch Deutschland in den Zufuhrbereich frischerer Meeresluft gekommen, die auch bei uns Anlaß zu einzelnen, meist schauerartigen Niederschlägen gibt. Der Witterungscharakter bleibt jedoch gerade in West- und Süddeutschland dabei noch überwiegend freundlich. v • Aussichten für Samstag: Veränderlich * mit häufiger Aufheiterung aber auch einzelnen meist schauerartigen Niederschlägen, bei Luftzufuhr aus West bis Nord mäßig warm. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der - etwas frischeren, leicht unbeständigen aber doch im ganzen freundlichen Witterung. Lufttemperaturen am 25. Juni: mittags 25,7 Grad Celsius, abends 16,5 Grad; am 26. Juni: morgens. 16,8 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum heute nacht 13,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Juni: abends 25,9 Grad; am 26. Juni: morgens 20,9 Grad. — Sonnenscheindauer 12,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmell D. 21. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Ein aufsehenerregender S p i o.n a g e f a 11, in den angeblich eine große Zahl von Personen verwickelt fein soll, beschäftigt die Oeffentlichkeit von Los Angeles (Kalifornien). Gegen den ehemaligen Mattosen der amerikanischen Marine Thompson und in Abwesenheit gegen den japanischen Marineoffizier Toschio Miyazaki wurde Anklage wegen Spionage erhoben. Thompson wird vorgeworfen, v:V"'—i daß er sich seit mehreren Jahren als höherer Offi- niedersächsischen Hitlerfugem gier verkleidet an Bord amerikanischer Kriegsschiffe I geheure Willenskraft und Leistungsfähigkeit in der €.LORiIAVlPA\ILA\ST Samstag, den 27. Juni, nachm. 4 Uhr und Sonntag, den 28. Juni, nachmittags 2.30 Uhr 2 Sonderveranstaltungen ogoA für Kinder und Eltern 7 neue lustige Märchen-Farb-Tonfilme -.30 -.50, Erwachsene .20 Zuschlag Vornehm / GeschmackvollI PersönlichI On,25. stum 33 32,75 1 —I 31,65 1 321 98,5 98,75 - ►I 226 1 226,5 225,5 173,13 111,75 127,75 132,5 31,65 22770 64,15 80,70 33,61 riedhofs stehen zwei eines der französischen ui 103 129 126 107 166,25 135,5 103.25 100,5 l 141 150 173,25 269 119 127 133,13 64,41 81,02 33,75 102,5 128,75 125,5 106,25 165,25 136 102,4 98,65 102,75 129,13 125,75 107,5 167 134,5 102 100 Schluß- kurü 172,13 268 110,75 127,5 134 172,13 111 126,75 134 Schlußk. Abend- börse 137 240,5 136,75 94,5 23 123,5 178 109,5 55,5 85 140,25 101,4 119,5 117,25 185 80 44,25 443 201,5 189 109,75 55,25 85 141,25 103 119,25 118,5 187,5 80,13 45,4 442,25 198 190 55,75 84 140,5 102,4 118,25 186,75 45 443 197 190 Schluß« lurs Ärief 2,457 42,04 55,71 12,49 16,40 168,39 62,78 4% Ccftendd)t|die fflolbrcnte... 4,20% Oesterreichische Sil betreutr 4% Ungarische Goldrente....... a% Ungarische StaalSrente v. 1910 «4% bcofll. vou 1913.......... 6”o Lbgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.................... PHUtpp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk ftarlftabt.. 55 85 140 102 117,5 185,5 44,5 441 201 189 zu fördern und damit die Rohstoffzufuhr für die deutsche Wirtschaft sichern zu helfen. Zur Gewinn- und Verlustrechnung bemerkte Dr. Schmitz, daß der Posten „alle übrigen Aufwendungen" von diesmal 224 Mill. RM. auch Ausgaben für Frachten, Zölle, Agentur- und Reklamekosten enthält, die der Größe des Weltgeschäfts entsprechen. Außerdem sind hierin die Aufwendungen mannigfacher Art für Forschung, Betrieb und Verwaltung, für Reparaturen, freiwillige soziale Leistungen u. a. verbucht. Wie schon im Bericht bemerkt, haben die freiwilligen sozialen Ausgaben allein rd. 45 Will. RW. betragen, ohne Berücksichtigung der Jahresprämie an die Arbeiter und Angestellten in Höhe von 10,5 Will. RW. Die Jahresprämie selbst ist mit ungefähr der Hälfte, nämlich 5,5 Mill. RM., von der Höhe der Diri- ; dende abhängig. Der erforderliche Nachwuchs an gelernten Arbeitern und Angestellten jeder Art muß gefördert und herangebildet werden. Dieser Aufgabe wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Berichtsjahr konnte die Gefolgschafts- Ziffer in den Betrieben und befreundeten Gesellschaften um rund 14 0 0 0 erhöht werden. Außerdem hat die JG.-Farbenindustrie durch große Investitionen bei den verschiedenen Industrien erheblich zur Arbeitsbeschaffung beigetragen. — I m laufenden Geschäftsjahr haben sich die Umsätze weiter gesteigert. Im Interesse einer guten Ernte ist die erhebliche Zunahme im Stickstoffverbrauch volkswirtschaftlich besonders erfreulich. Auch auf allen anderen Gebieten steht die JG.-Farbenindustrie in einer steten Weiterentwicklung, so daß die Verwaltung glaubt, sagen zu können, daß auch für 1936 wieder ein befriedigender Abschluß vorgelegt werden kann. Zum Schluß dankte Dr. Schmitz der großen Arbeitsan st rengung und treuen Mitarbeit der gesamten Gefolgschaft. Auf eine Aktionärfrage über den Verlauf des Farbengeschäftes im Nahen und Fernen Osten erwiderte Dr. von Schnitzler, daß keine wesentlichen Veränderungen gegen das Vorjahr zu verzeichnen sind. Der Abschluß für 1935 mit der Verteilung von wieder 7 v. H. Dividende fand die einstimmige Genehmigung der HD. gegen 1467 383 Tonnen im April 1934 (24 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im Durchschnitt 65 353 Tonnen im Mai hergestellt gegen 61141 Tonnen im April 1936. . * Die Beschäftigung der Industrie im Mai 1 93 6. Die Beschäftigung der Industrie pflegt im Mai den saisonmäßigen Höhepunkt des ersten Halbjahres zu erreichen; sie hat den Stand vom Mai vorigen Jahres weit überschritten. Nach der Jndustrieberichterstattung des Statistischen Reichsamtes hat die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 67,4 v. H. der Arbeiterplatzkapazität im April auf 69,1 v. H. im Mai zugenommen. Noch stärker ist die Zahl der geleisteten Arbeiterstunden gestiegen, nämlich von 63,8 v. H. der Arbeiterstundenkapazität auf 65,9 v.H. Entsprechend hat sich die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 7,67 Stunden im Vormonat auf 7,72 Stunden erhöht. Die Auftriebskräfte haben wiederum in den Pro- duktionsgüterinduftrieen mit ausgeprägter Saisonbewegung am stärksten gewirkt. 0 Mein-Mainische Börse. Willagsbörse: Tendenz fester. Frankfurt a. M., 25. Juni. Die Börse eröffnete in fester Haltung, was auf günstige Wirtschaftsberichte und die eingetretene Marktleere durch die in den letzten Tagen erfolgten Verkäufe der Kulisse zurückgeführt wird. Am Chemiemarkt eröffneten IG.-Farben mit 172,75 in Erwartung der Hauptversammlungs-Ausführungen um 0,65 o. H. fester. Scheideanstalt unverändert 268, dagegen Dt. Erdöl um 0,25 v. H. abgeschwächt. Der Montanmarkt hatte fast durchweg Kurserhöhungen zu verzeichnen, Hoesch um 0,50 v. H., Verein. Stahlwerke um 0,50 v. H. erhöht, Buderus, Mannesmann und Mansfelder Bergbau gut behauptet, auch Rheinstahl stiegen auf 136,25 (135). Elektrowerte bis auf Accumulatoren, die sich um 5 v. H. auf 196 ermäßigten, durchweg fester. Siemens gewannen 2,5, Schuckert und Betula je 0,25, Gesfürel 0,50, AEG. 0,13 v. H. Don sonstigen Werten Sijdd. Zucker mit 226 behauptet, Reichsbank um 1,25 v. H. höher. Von Zellstoffaktien Aschaffenburger 102,40 (102), Waldhof mit 140 behauptet. Linoleumaktien stärker erhöht. Conti Linoleum plus 2,5 v. H., Deutsche Linoleum plus 1,5 v. H. Autowerte uneinheitlich, BMW. 0,25 v. H. abgeschwächt, dagegen Daimler 0,25 o. H. befestigt. Auch der Renten markt lag eher fester. Deutsche Anleihen gut behauptet, Altbesitz 112,65 (112,50). Am Auslandrentenmarkt hatten Mexi- tqner auf höhere Auslandkurse eine Sonderbewegung zu verzeichnen, die Kurse erhöhten sich durchschnittlich um 0,25 bis 0,40 v. H. 5proz. Goldmexikaner 0,50 v. H., Iproz. dieselben um 0,15, 4,5 proz. Irrigation 0,65 v. H. fester, 4proz. Rumänen dagegen auf 5,65 (5,70) abgeschwächt. Serben unverändert, Ungarn CC-Werte eher etwas höher. Der Verlauf der Börse blieb fest. IG.-Farben auf die günstigen Ausführungen in der Hauptversammlung 173,25 bis 173,50 nach 172,75. Die später zur Notiz gekommenen Werte wiesen fast durchweg Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H. auf. Klöckner 103 (102,40) Verein. Stahlwerke weiter auf 94,50 (93,50) befestigt. Verkehrswerte behauptet, Hapag unverändert 14,50, Nordd. Lloyd 0,13 v. H. schwächer, Reichsbahn-VA. 0,25 v. H. erhöht. Von Kunstseideaktien Aku 55,25 (55). Sonst hörte man Westd. Kaufhof 45 nach anfangs 44,75 v. H., Metallgesellschaft 133,13 (134), Holzmann 120 (119,75). Renten, späte Schuldbücher 97,25 (97,65), Kom- munal-Umschuldung 88,75 (89), Zinsvergütungsscheine unverändert 92,50. Auslandrenten im 93er» . lauf weiter gut behauptet. Im Freiverkehr Kleyer l 107, Pokorny 1 d. H. schwächer, Wayß & Freytag i dagegen 0,50 v. H. höher, ebenso NSU. auf 137 2,45 9,6 9,13 9,25 13,75 2,75 9,65 9,2 9,8 14,65 2,7 9,55 9,15 9,4 14,8 2,45 9,6 9,9 9,25 13,75 102,9 । 128 124,75 | 105,75 — 135 102,25 98,4 Fwd. Frankfurt a. M., 25. Juni. In der Hauptversammlung der IG. Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M., waren 166 Stammaktionäre mit 434,51 Mill. RM. Stammaktien anwesend, ferner waren die 40 Mill. RM. Vorzugsaktien Lit. „B“ vertreten. Die Hauptversammlung verlief reibungslos. Zum Geschäftsbericht machte GcyUmrat Dr. Schmitz, der Vorsitzende des Vorstandes, noch einige ergänzende Ausführungen. Bei einem Vergleich mit dem Vorjahr ergebe sich in großen Zügen etwa folgendes Bild: Die Anlagewerte haben sich um 27,2 Mill. RM., die Vorräte um 8,9 Mill. RM., die Forderungen einschl. der Rechnungsabgrenzung um 31 und die Wertpapiere um 1 Mill. RM. erhöht, dagegen haben sich Beteiligungen um 8 und flüssige Mittel per Saldo um 48 Mill. RM. ermäßigt. Die verbleibende Differenz von 12 Mill. RM. betrifft Rückstellungen mit 2 Mill. RM., Gewinnkonto mit 3 Mill. RM. und Kreditoren 7 Mill. RM. In den Anlagewerten ist erstmals seit dem 1. Januar 1931 eine Erhöhung eingetreten, die damit zusammenhängt, daß abgesehen von verringerten Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr die Jnvesttttonen einen besonderen Umfang angenommen haben. Die Anlagewerte der IG. Farben- irrdustrie liegen Ende 1935 mit 423 Mill. RM. um rund 80 Mill. RM. unter dem Höchststand von 500 Mill. RM. Ende 1929, aber rund 100 Mill. RM. über dem Stand von Ende 1925. Die Bedeutung der Neuanlagen ist daraus ersichtlich, daß in den letzten zehn Jahren allein bei der IG. Farbenindustrie, also ohne angeschlossene Gesellschaften, die Zugänge 0,7 5 Milliarden RM. betrugen. Wenn schon die iniernn^mnalen poetischen Spannungen in anderen Ländern die autorken Tendenzen zunehmend verstärken, so ist es klar, daß Deutschland unter Berücksichtigung seiner Zahlungsbilanz erst recht auf den Weg der Selbstversorgung gezwungen wird und diesen um so konsequenter gehen muß, als sich bisher wenigstens keine Anzeichen bemerkbar machen, daß mit einer Der» nünftigeren Zusammenarbeit der Weltwirtschaft in absehbarer Zeit gerechnet werden kann. Eine besondere Genugtuung wird darüber empfunden, daß es der IG. Farbenindustrie trotzdem gelungen ist, ihr Exportvolumen regelmäßig zu steigern. Man erblickt es als vornehmste Aufgabe, den so notwendigen Güteraustausch zwischen den Nattonen Buderus . Deutsche Erdöl 4 Harvcner................. 2yt Hoesch Eisen—Löln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse 6 Rlöctnerroerte ............... g Mannes mann-Röhren 3 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Soldaten. Ihre kriegsgefangenen Kameraden haben diese Gedenksteine in den Jahren 1917/18 erstehen lassen. Es sind Kunstwerke von der Hand von Bildhauern, die in monatelanger Arbeit sinnvoll die Sehnsucht nach Heimat und erlösendem Frieden zum Ausdruck brachten. Unaufhörlich verkünden diese Monumente mit den in Stein gehauenen Bildern all das, was die Toten in der Treue zu ihrem Vaterland ehedem so heiß ersehnten. Das Deutsche Reich sieht eine Ehrenpflicht dann, den Ort ihrer letzten Ruhe würdig zu erhalten. Eine Weißdornhecke sichert die stille Abgesch^ssenheit, Zypressen, Flieder und andere Ziersträucher schmücken die Stätte des Friedens. Gepflegte Ligusterhecken umsäumen die Wege. Die heute noch jungen Eichen, Trauerweiden und Birken werden weiterwachsen und diesem Ehrenfriedhof immer mehr ihren Schutz und Schatten spenden. So ruhen die Krieger aus ehemaligem Feindesland wohlgeborgen in deutscher Erde. (135) erhöht, Ufa mit 62 um 0,75 t>. $) schwacher, Pfandbriefe unverändert. Tagesgeld wieder 2,75 v. H. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse eröffnete ohne wesentliche Veränderung. Die Umsätze waren nur gering. IG. Farben"mit 173,25 ,°uf Mittag-bch,- behaupte Vereinigte Stahlwerke 94,25 bis 94 75 Mannesmann lk»,25 (100), Hapag 14 75 15 (14,75). Holzmann um 1 d. S). auf 121,50 d. S). "Nr Rentenmartt lag für deutsche Wen UN- verändert Altbesitz 112,50 bis 112,65 gehalten, Da geaen waren von Auslandrenten Mexikaner weiter $G 3 m * 23er la u f1 n^aren °bi e Berliner Schluß kur fe eher Geld Bevorzugt waren Montanwerte, Mannesmann 100,50 Geld nach 100 25, RWE. 132 50 bis 132,75, Scheideanstalt mit 269 etwas fester. Der Rentenmarkt lag weiter ruhig. Es notierten 6proz. Verein. Stahlwerke 102,75, Farbenbonds 135,75, 4,5proz. Darmstadt von 1926 92, 4 30proz. Oesterr. Silberrente 2,85, Iproz. Ungarn 1910 E 9, dieselben Kronen 3,25, Lissabon Stadt 76, 4proz. Rumänen 5,60, 4proz. ^A^er Bundesbahn 229, 5proz. Mexikaner 6,40, dieselben äußere Gold 14,80, 4proz. dieselben Gold 9,15, 4,5proz. dieselben Irrigation 9,25 Commerzbank 92, DD-Bank 93,25, Dresdner Bank 93 75 Buderus 103, Harpener 126, Mannesmann 100,25 bis 100,50, Laurabütte 21,50, Verein. Stahlwerke 94,50, Aku 55,75, AEG. 35,65, MAN. 122,50, BMW. 137, Bekuia 152, IG. Chemie volle 241, dto SOprozen- tiqe 169, Conti Gummi 190, Daimler 118,25, Deutscher Eisenhandel 145,25, Deutsche Erdöl 129, Scheideanstalt 269, Elektr. Lieferung 132 IG. Farben 173,25, Gesfürel 138,75, Goldlchmidt 111,75, Holzmann 121,50, Junghans 99 Lahrneyer 139, Moenus 90, RWE. 132,50 bis 132,75, Schuckert 155,75, Südd. Zucker 226,50, AG. für Verkehr 122,25, Hapag 14,75, Nordd. Lloyd 16. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Juni. Auftrieb: RirHer 27 (gegenüber letzten Donnerstag, 18. Ium, 29), Darunter 3 Bullen (3), 22 Kühe (19), 2 Färsen (5); Kälber 768 (684), Schafe 63 (74), Schweine 809 (1157). Es erzielten (für 50 Kilogramm Lebendgewicht) in Mark: Kälber a) 59 bis 63 (61 bis 65), Weiter starke Reichsbankentlastung \ in der dritten Zuniwoche. Reichsbankstalus befläligl den günstigen Zeitpunkt der Anleiheauflegung. । Fwd. Berlin, 25. Juni. Die günstige Entwick- j lang des Reichsbankstatus in den ersten beiden , Juniwochen hat sich nach dem Ausweis vom 23. , Juni auch in Der Dritten Woche fortgesetzt. Wenn ; im Monat Mai Die saisonmäßige Beschäftigungs- • Zunahme, das Zusammenfallen von Ultimo, Lohn- , zahlungstag und Pfingstfest stärkere Hemmungsmomente bildeten, Die in einem Rückfluß von nur 70,5 v. H. Der Ultimobeanspruchung bis zum Ende ; Der Dritten Maiwoche zum Ausdruck kamen, so setzte im Juni Die Entlastung bereits in Der ersten Woche mit 58 o. H. Der Ultimo-Mai-Beanspruchung , sehr stark ein, steigerte sich Dann bis Mitte Juni auf 83 v. H. und ist am 23. Juni sogar auf 113,7 v. H. angelangt, eine Höhe, die außer dem Januar in diesem Jahre noch nicht zu verzeichnen war. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren 90,5 o. H. abgedeckt. Zu Der günstigen Gestaltung in der Berichtswoche hat auch Die anhaltend leichte Geld- marktlage beingetragen, und in diesem Zusammenhang kann erneut unterstrichen werden, daß Der Zeitpunkt für die Auflegung der neuen Reichsanleihe denkbar günstig gewählt ist. Die gesamte Kapitalsanlage der Reichsbank verringert sich im Berichtsabschnitt um 182,3 auf 4578,1 Mill. RM. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 167,7 auf 4002,4 Mill. RM. an Lombardforderungen um 3,7 auf 38,7 Mitt. RM. und an Reichsschatzwechseln um 11,1 auf 6,7 Mill. RM. abgenommen, Die Bestände an deckungsfähigen Wertpapieren dagegen um 0,2 auf 219,6 Mill. RM. zugenommen. Die Zunahme Der sonstigen Aktiven um 78,1 auf 593,0 Mill. RM. entfällt zum größeren Teil auf Die Inanspruchnahme des Betriebskredites bei der Reichsbank. Andererseits sind an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen 135,5 Mill. RM. aus dem Verkehr zurückgeslchsen. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich am Stichtag auf 5789 Mill. RM. gegen 5978 Mill. RM. in der Vorwoche, 5860 Mill. RM. im Vormonat und 5469 Mill. RM. im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. An der Steigerung der Giroguthaben um 61,3 auf 739,0 Mill. RM. find sowohl die öffentlichen als auch die privaten Guthaben beteiligt. Die Zunahme der letzteren dürfte bereits auf Vorbereitungen auf Den Halbjahresultimo und die Anleihezeichnungen zurückzuführen sein. Dte Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen betragen bei einer Zunahme um 0,8 Mill. RM. um rund 76,3 Mill. RM., und zwar sind aus dem Auslände Goldposten im Gesamtbeträge von 834 000 RM. hereingekommen, wodurch Die Goldvorräte auf 71,0 Mill. RM. stiegen. Dagegen zeigt Der DevisenbestanD eine Abnahme um 55 000 RM. auf 5,3 Mill. RM. * Butzbach-Licher Eisenbahn A G., Butzbach. Die Gesellschaft (AK. 1,756 Mill. Mark) erzielte im Geschäftsjahr 1935 Betriebseinnahmen von 249 000 (262 000) Mark. Aus Dem Kraftwagen- verkehr wurden 12 897 (12 024) vereinnahmt, außerordentliche Zuwendungen erbrachten 15 319 (16 000) Mark. Andererseits stellten sich persönliche Ausgaben für den Betrieb auf 113 073 (110 000) Mark, sachliche Ausgaben auf 108 000 (121000) Mark. Die Ausgaben des Kraftwagenverkehrs betrugen 20 595 (21 108) Mark, Zinsen 8000 Mark. Die Zuweisung an den Erneuerungssonds ist mit 24 682 (33 092) Mark ausgewiesen. Danach ist die Erfolgsrechnung ausgeglichen. Der Verlustvortrag aus 1934 von 98 318 Mark wirb weiter vorgetragen. * Die Rohstahlgewinnung im Mai. Die Rohstahlgewinnung im Deutschen Reich betrug im Mai 1936 (24 Arbeitstage) 1568 462 Tonnen ®cli> 2,437 41,88 55,49 12,45 16,34 167,71 62,52 24.6. ’136,4 128,4 244,5 135,25 93,13 22 125 123,25 178 b) 53 bis 58 (54 bisöO^c) ^vme^und Hammel nicht ®^,n(C55)1)c)553( (53), d) 51 (51), bl) 56 (59, b2L Kälber, Hümmel uni) . Schweine zugeteilt. ÄH Schuft. 7 Schwee unb #X 840 Viertel Rindfleisch, ««SA ÄÄ K Pstntt 60 bi- 65, Flomen 80. Di, Industrie- und Handelskammer Sieben •h, m„-kuntt- 530: Anordnung 14 der lieber- rnnLnas teile für industrielle Fettoerforgung (Er- wachungssteue ' üb Verarbeitungsge- 8a^Un^n„,n) -531 Anordnung Nr. 33 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Rege- ueoerrouu; y Derkau s und der Derarbei- ün oonl nchetischem Kautschuk). - -32. Antrag ‘™f9 SnUänberunqen für Hüt- m ®ro6bnlannien. 5W Bekanntmachung KP. 154 der lieber- mnffwnas[teile für unedle Metalle betr. Kurspreise. - 543^Postbefördcrung mit Luftschiffen nach Sud- amerita. - 535: Verbilligter Funksprechdienst mit auf Fahrt befindlichen See- und Luftschiffen. — Gespräche nach Dem Luftschiff „Hindenburg . -536: Aenderungen des amtlichen Warenverzeichnisses aum Söfifdien Zolltarif, betr. Kautschuk in Plattem - 537: Erhöhung der Einfuhrzölle für Textilwaren in Holland. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. 5. in O.-HL Der Bürgermeister ist berechtigt, als ' Vorsteher Der OrtspolizeibehörDe durch eine entsprechende Anordnung Wege und bestimmte Aecker der Gemeinde zu sperren, wenn es im öffentlichen Wohl liegt. Gegen eine derartige Anordnung steht Ihnen das Beschwerderecht bei der vorgesetzten Dienstbehörde, in diesem Falle dem zuständigen Kreisamt zu. . nie größere Abordnung englis ch e r Frontkämpfer teilnehmen werden. Ein Teil Der Veranstaltungen findet auf dem bekannten Kriegsge- fangenensriedhof bei Limburg statt. Für Sonntag ist in der Stadt eine Großkundgebung mit Vorbeimarsch vorgesehen, in der Reichsbundesführer v. Lersner sprechen wird. Bemerkenswert ist Die eine Woche lang in der Turnhalle stattfindende Ausstellung „Kunst aus dem Nichts , die interessante und kunstvolle Gegenstände zeigt, die unsere ehemaligen Kriegsgefangenen während ihrer Gefan- AmUheiS Pahenhofer .......* «tu «Allgemeine Kunstseide) .. o Lemberg....... . glstoff Waldhof « isloff Aschaffenburg o lauer Gas ............ 7 Daimler Motoren o Deutsche Linoleum .....a Lrenstein L Koppel ' q ^tdeutsche Laufhof ** 0 Accumulaloreu-Jahrik ........19 Lonti.summiu Grihner 0. Süddeutscher Zucker Schlußk. Mittag- börse 25-6 ” 137,5 128,13 240,25 136,5 94,4 23 125 123,75 178,75 genschaft anfertigten. Unweit von Limburg befindet sich der Friedhof Der im Kriegsgefangenenlager gestorbenen französischen, englischen, russischen, irischen, belgischen, erbischen und rumänischen Frontkämpfer. Das ;roße Limburger Sammel» und Durchgangslager aßte bis zu 20 000 Mann. Inmitten des Ehren- ffnSir Bcrgdau....... 6y/l 138 »kotswerke .................. gl Rheinische Braunkohlen 121 Rheinstahl .................. J Bereinigte Stahlwerke äyJ 93 ok Ltaoi Minen ............ 0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 19R Kaliwerke Salzdetfurth 7y, 179 AmeManpche illocen Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten stranzöjische Noten..............* Holländische Noten Italienische Noten...............’ Norwegische Noten ............ Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten..............9 Schwedische Noten Schweizer Noten............ Spanische Noten " Ungarische Noten...........’*’** 9. ®. Farben.Jndustrte 7 Sckeideanstall........... 9 Goldschmidt ,****** 6 RütgerSwcrke....... Metallgesellschaft 6 । 1^5 1 119,75 1 120,13 Krankturt a. DL | Berlin Sranffurt a.Ul. Berlin Schluh« kur» (Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Dliitaq- bßrfe Echluß- kurs Schlußk. Abend- börs- Schlußkurs Schluß!. Dlltlag- börfe iDatnm 24 -6 ' 25.o 24-6 25-6 Datum 24.6 25.6 24.6. 25.6 6% Deupche Reictwanteihe v. IW« 101,65 101,65 101,65 112,5 4% vevgi. Sene u ........... — _ _ 4% Dentiche Rcichranl. von 1934 98,65 98,13 98,65 98,5 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6,8 6,75 _ 6,75 6Vj% Dvung-Anleihe von 1930 . 103 102,5 102,25 102,25 4s>r'?<,8iumLn.vereinh.Rentev.l913 9,8 9,75 9,75 9,8 Tcnliwe Ant.-Ablüs.-Schulb mit 4°o Üiumäniscke vereinh. Rente . 2Anatolier ............. 5,7 5,6 5,7 5,7 Audlol.-Siechten ............ *¥1% Deutiche Reichspostschatzan — 112,5 112,5 112,5 43 43 43,75 43 Weisungen von 1934. 1....... 4ehern. 8% Heisischer Soll» 100,2 100,2 100,2 100,25 Hamburg-Amertka-Pakel .....0 14,5 14,75 14,65 14,75 float 1929 (rüttyahlb. 102%) .. *¥1% ehern.8% Hessische Lande» 98,75 98,75 98,75 Hamburg-Südam. Dampfschiss. 0 31 31,75 Norddeutscher Lloyd .........0 16 16 15,75 16,13 baut Darmstadt Gold R. 12... 97 97 —- 97 ■21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 121 122,25 120,75 122,5 5yz% ehem. 4^%Hcss. Lande« Berliner Handelsgesellschaft ... 6 115 115.5 115 116,5 Hnpotdckenbank TarmstaotLiou. *¥1*0 ehem. 8% Darmst. Komm LandeSb.Gvldichuldverlctir R.t 101,25 101,25 — — Commerz- und Privol-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- 92 92 91,75 91,75 93,5 93,5 — — Gesellschaft................4 Dresdner Bank......... 4 93,25 93,25 193,25 93,25 93,75 195,5 93,25 93,25 194,5 93,25 93,75 193.65 Obcrhessen Provinz-Snteihe mi> Auülos.-Reckten ............ 123,5 123,5 123,5 Reichsbanl ................ Deutscke Komm. Sammelabl. ?ln leihe Serie 1 mit Au-los.-Reckten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 119,65 119,65 115,9 119,75 il.C.®.................. 0 33,65 151.25 35,65 152 35,75 151,75 35,9 152,13 97 97 Bckula.............. g Elektr. Lieferungrgescllschaft... 6 6¥1% ehem. 4’/:% Franks. Hyp 132,5 132 132 132 LankLiqu-.Psandbriese...... 101,4 101,4 — — Lickt und Kraft ............. 7 153 154 153,5 155,5 5%% ehem. 4¥i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu -Goldpsc. ... stellen L Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Eleklr.Unternehmung. 6 130,5 129,75 130,75 130,5 101,5 101,65 101,25 101,25 138 138,75 138 138,75 4y«°o ehem. 8% Pr. Landespsand- oriefanstalt, Psaiidbriese R. 19 Rheinische Bektrizität ........ 6 134 134,25 133,25 97,5 97,5 97,5 97,5 «Hein. Wests. Elektr..........6 132,5 132,75 132,25 132,5 4y*% ebem. 7% Pr. Lande»Pfand «chuckcrt L Co............... g 155,4 155,75 156,25 155,75 briesanst., Gold Komm. Cbl. 20 95 95 95 95 Siemen» L Halske............ a 202 204,5 202,5 203J5 tzteuergutich.Berrcchnnng-k. 34-38 109,5 109,45 109,5 109,4 LahmeyerLCo..............7 139 139 137,5 24.Zuni 25. Juni Am.liche Notierung Amtliche J Geld Dotierung Brief Geld Brief Buenos Lire 0,684 0,688 0,685 0,689 Brüssel .... 42,00 42,08 42,00 42,08 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,69 55,81 55,74 55,86 Danzig .... 46,80 46,80 46,80 46,90 London.... 12,475 12,505 12,485 12,515 Helsingfors. 5,495 5,505 5,499 5,511 Parts ..... 16,40 16,44 16,39 16,43 Holland ... 168,21 168,55 168,13 168,47 Italien .... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ..... 0,731 0,733 0,731 0,733 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... ; 62,69 62,81 62,74 62,86 Men...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,335 11,355 11,34 11,36 Stockholm.. 64,32 64,44 64,37 64,49 Schweiz ... 80,89 81,05 80,88 81,04 Spanien... 33,93 33,99 33,95 34,01 Prag...... 10,285 10,305 10,28 10,30 Budapest .. —— — Reuyork ... 2,485 2,489 2,485 2,489 Ur. W Drittes Blatt Metzen« Anzeiger (Gemral-Anzelg« für (Sbertzetzen) Zreitag, 26. Ziini 1956 Aus Oer prouinzialhauptstaO«. Das Gommerlied. Veranstaltung des Singkreifes Gießen. Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat hatte für Mittwoch zu einer Veranstaltung des Singkreises Gießen, im Arbeitskreis für Hausmusik, eingeladen. Herr Otto Siegler, der Leiter des Singkreises, begrüßte die Anwesenden und unter ihnen vor allem Herrn Händchen, den Gaufachschaftsleiter des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat. — Die Musik sei ihnen zum Lebensbedürfnis geworden, so etwa führte Herr Siegler aus, eine reine Sing- und Musizierfreude führe sie zusammen; sie seien im eigentlichen Sinne des Wortes „Dilettanten" Gegen Ende der Darbietungen hielt dann noch der Herr Gaufachschaftsleiter Händchen eine programmatische Rede, die einmal Grundsätzliches über die Beziehungen zwischen Musik und Volk und überhaupt zwischen Musik und Mensch zum Ausdruck brachte. — Musik sei eine lebensgestaltende Macht, aber nur dann, wenn wir selbst musizieren, oder uns in eine Gemeinschaft zum gemeinsamen Musizieren hineinstellen. Um diese Freude und dieses Mitschwingen in der Musik zu erleben, sei es notwendig, ein Material zu haben, das diese Grundvoraussetzungen gewährleiste: dazu sei vor allem die alte Musik geeignet. Man werfe den Singkreisen oder überhaupt der Hausmusikbewegung zu Unrecht Altertümelei vor, denn es gehe nicht darum, alte Musik zu treiben, sondern darum, eine Musik zu finden, die im Bereich der Möglichkeiten eines Laien liegt, gleichzeitig aber auch musikalisch wertvoll ist, und die die Distanz zwischen Hörern und Musizierenden überbrückt. Diese Distanz besteht ohne Zweifel, sie ist das Erbe einer übersteigerten Technik auf Kosten der Musikalität, die dann zu jener Podiumskunst führte, bei der der Hörer nur zum ästhetischen Genießen verdammt war. So verlor der Mensch des 19. Jahrhunderts ein unmittelbares Verhältnis zur Musik. Musik durch Radio und Grammophonplatte ist die logische und notwendige Folge dieser Entwicklung. Gehen wir aber in der Geschichte der Musik zurück, betrachten wir unser klingendes Erbe, so entdecken wir ungeahnte Möglichkeiten: eine Überreiche Fülle biete sich uns aus einer Zeit, wo noch lebendige Beziehung zwischen Musik und Volk bestand, wo jeder einzelne wirklich teil hatte an dem alten Liedgut, und wo die Instrumentalmusik durch Einfachheit und Schlichtheit für jeden ernsthaften Laien ausführbar war. Das ist der Weg, der zur alten Musik führt, weil das Volk zur Musik vor allem zum Singen zurück- gewonnen werden soll. Wenn uns wieder Musik zu einer Lebensnotwendigkeit geworden ist, dann kann sie zu echter Gemeinschaft führen und unser ganzes Leben bereichern und verinnerlichen, und auch dann kann sie erst wieder Früchte zeitigen, die von längerem Bestand sein werden. Wer so die Hausmusik versteht, dem wird klar, daß hier keine Konkurrenz für den Fachmusiker entsteht oder überhaupt entstehen kann; im Gegenteil: wenn der Mensch erst wieder eine solche lebendige Beziehung zur Musik zurückgewonnen hat, wird er erst ganz die Leistung der „Großen" würdigen können. Die Singkreise und Überhaupt alle Bestrebungen, die fast durchweg im Arbeitskreis für Hausmusik, K^üel, zusammenlaufen, zeigen den Willen zu ernsthafter Arbeit auf diesem Gebiet und sind somit ein verheißungsvoller Anfang. Er freue sich, so etwa schloß Herr Händchen, daß es Herrn Siegler wieder einmal gelungen ist, seiner stetig wachsenden „Gemeinde" eine Abendmusik in diesem Sinne zu bieten. Es kann darum nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, zu beurteilen, ob eine Leistung schlechter oder besser als die andere war: das wäre ein gründliches Mißverstehen der Veranstaltung. Denn nicht die Leistung, sondern der Einsatz ist das Entscheidende. Und dieser Einsatz war ohne Zweifel bei allen Mitwirkenden, in ihrer ganzen Haltung und Musizierfreude spürbar. — Aber auch die Hörerschaft bewies, daß sie den Geist der Veranstaltung begriffen hatte, als sie gebeten wurde, gemeinsam den alten, englischen Kanon „Sommer ist ins Land gekommen" (1240) zu singen. Die Reihenfolge der Darbietungen verstand es, einen geschickten Wechsel zwischen Jnstrumentalstücken und Sommerliedern (a cappella) durchzuführen. — Nach 2 Tanzsätzen von Valentin Hausmann, kamen drei frische und mitreißende Sommerlieder von Thomas Morley, GeorL Haß und Lorenz Lemlin. An Jnstrumentalstücken kamen 2 flüssige Sonaten für 2 Querflöten von Georg Phil. Telemann (eine in D-dur und eine in A-dur) und zwei weitere Tanzsätze von Melchior Franck. Dazwischen lagen der Kanon für alle und noch drei klangvolle Sommerlieder von Melchior Franck, Michael Praetorius und Hans Leo Haßler. Den krönenden Abschluß bildete die „Serenata im Walde zu fingen" von I. A. Peter Schulz für Einzelstimme, Chor und kleines Orchester. Musik und Text (Math. Claudius) brachten in launischer Weise ein Loblied für den unverfälschten deutschen Wald zum Ausdruck. Die dargebotene Musik im einzelnen hier mit Worten wiederzugeben, bringt sie dem Leser um keinen Schritt näyer, wer ihren Schwung miterleben will, tue mit, oder komme zur nächsten Veranstaltung. Rcht. Lornoiizen. Tageskalender für Freilag: Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Puppenfee". — Oberhessischer Kunstoerein, 16 bis 19 Uhr, Ausstellung „Frauenbildnis mit Schmuck im Foyer des Stadttheaters. Volkshallenverein Gießen. Der Volkshallenverein Gießen veranstaltet am Mittwoch, 1. Juli, 12 Uhr, im Stadthaus Bergstraße, seine ordentliche Mitgliederversammlung. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen. Vorsicht bei der Verwendung von Beitragsmarken zur Invalidenversicherung. Nach der Bekanntmachung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — vom 21. März 1936 ist allen mit der Ausstellung und dem Umtausch der Quittungskarten betrauten Personen unter agt, Gelder zum Ankauf und zur Verwendung von Beitragsmarken entgegenzunehmen. Die für die ordnungsmäßige Beitragsleistung verantwortlichen Arbeitgeber sowohl als auch Oie» Die neue katholische Kirche in Gießen. W ■ £ - * M U1 1/ I I H'h H Ms' Die vollendete neue katholische Kirche an der Liebigstraße. Die katholische Gemeinde unserer Stadt kann in diesen Tagen die seltene Feier einer Kirchenweihe begehen. Ein solches Ereignis ist nicht alltäglich, wenn man bedenkt, daß die erste, in der Neuzeit in Gießen errichtete Kirche, Ecke Frankfurter und Liebigstraße, (das jetzige .Katholische Vereinshaus^) im September des Jahres 1840 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Dieses Gotteshaus war für eine Gemeinde von 400 bis 500 Seelen gedacht und erwies sich bereits zu Aus- gang des vorigen Jahrhunderts als zu klein. Man mußte sich mit dem Gedanken einer Erweiterung oder mit der Errichtung einer neuen Kirche vertraut machen. Die Vergrößerung der ersten Kirche erschien aus räumlichen Gründen nicht möglich. So wurde im Jahre 1898 ein neuer Bauplatz erworben. Für den Neubau der katholischen Kirche in Gießen wurde bereits im Jahre 1902 ein Entwurf angefertigt, der eine dreifchiffige Kirche mit zwei Türmen in einer Gesamtlänge von 58 Meter und in einer Breite von 22,60 Meter vorsah. Nach diesem Plan wurde vorerst ein Joch des Langschiffes, sowie das Querschiff mit Chor und Sakristei gebaut. Der ursprüngliche Gedanke, den vollständigen Ausbau der Kirche bald auszuführen, ließ sich nicht verwirklichen. Erft im Jahre 1934, und nachdem das weitere Anwachsen der Gemeinde die Forderung der Vergrößerung des Kirchenraumes immer dringender machte, entschloß sich der Kirchenvorstand dem Ausbau näherzutreten. Allerdings mußte man sich dabei zu einer Umarbeitung der Pläne entschließen, da das in den Jahren 1928 bis 1929 errichtete neue Pfarrhaus berücksichtigt werden mußte. Aus praktischen und geldlichen Gründen wurde auf den zweiten Turm und auf ein Joch des Langschiffes verzichtet. * In triefen Tagen wurde nunmehr die Kirche bis auf den äußeren Putz vollendet, der Bau repräsentiert sich in den Formen der Spätgotik. 70 Meter hoch erhebt sich der Turm über die Straße, ein zweiter kleinerer Turm flankiert das nordwestliche Seitenschiff. Ein zweistöckiger Bau mit Durchfahrt verbindet in ansprechender Weise Kirche und Pfarrhaus. Von der Liebigstraße aus führt eine zweiarmige Freitreppe empor und zwar zunächst auf einen großen Vorplatz, von dem aus eine weitere Treppe zum Haupteingang der Kirche führt. Das Innere der Kirche bietet einen schönen Anblick. Kräftige Sandsteinpfeiler und Säulen tragen das 16 bis 18 Meter hohe Gewölbe. Das Gesamtbild wird harmonisch durch den Chor mit seinem Sternengewölbe und feinen bunten Fenstern abgeschlossen. Angenehm wirkt das schöne Rot der Architekturglieder, die die durch grünes Fensterglas gedämpften weißen Putzflächen umrahmen. In die Seitenschiffe bietet sich mancher abwechslungsreiche Durchblick. Der Turmraum ist durch zwei Oeffnun- gen in den Erdgeschoßmauern mit dem Kirchenraum verbunden. Die Beichtstühle werden in die zwischen die Strebepfeiler der Seitenschiffe angeordneten Nischen eingesetzt. Am westlichen Seitenschiff ist eine Gruft mit kleiner Kapelle angebaut. Die Kirche enthält zwei Emporen, von denen die größere für die Orgel und den Kirchenchor bestimmt ist. Der Verbindungsbau von der Kirche zum Pfarrhaus birgt im Erdgeschoß einen Bibliotheksraum, im ersten Obergeschoß einen kleinen Saal und darüber eine Wohnung. Das obere Stockwerk des Turmes enthält die Glockenstube. Der gesamte Bau wurde in IVsiähriger ununterbrochener Tätigkeit vollendet. Er stellte einen erheblichen Beitrag zur Arbeitsbeschaffung dar. 100 Personen hatten während dieser Zeit Beschäftigung und Verdienst. Der Turmbau erforderte besonderen Aufwand an Material und Arbeitskraft. Im Kellerstock des Turmes mußten allein etwa 50 000 Stück Klinker vermauert werden. Das errechnete Gewicht dieses Bauteils an der Fundamentsohle beträgt rund 2700 Tonnen. Selbst während der Bauzeit konnte der Gottes« dienst ohne Beeinträchtigung abgehalten werden. Da der in den Jahren 1902 bis 1905 errichtete Bauteil nach der Liebigstraße zu durch eine hohe Giebelmauer abgeschlossen war, diese aber fallen mußte, so hatte man für die Bauzeit eine feste Bretterwand geschaffen, die jetzt auch entfernt wurde. Die Entwurfsbearbeitung erfolgte durch die Architektenfirma Professor Becker in Mainz, die auch die Detailbearbeitung übernommen hatte. Die Ober- und örtliche Bauleitung lag in Händen des dem hiesigen Kirchenoorstand seit 27 Jahren angehörenden Baumeister P. G r o d e unter zeitweiliger Mitarbeit von Dipl.-Jng. L. F. Schmitt, Dessau. Alle Beteiligten (Bauleitung, Meister, Gehilfett und Angestellten) setzten ihr ganzes Können ein und arbeiteten in bester Weise zusammen. Für die umfangreichen Arbeiten wurden in erster Linie heimische Handwerker herangezogen. Die Arbeit war von Segen begleitet. Es kam nicht ein einziger Unfall vor. Die katholische Gemeinde erwartet nun den hohen Festtag mit großer Freude. Zur Ein- weihungsfeier kann Bischof Dr. Stohr zum erstenmal inmitten der Gießener Gemeinde begrüßt werden, um die Weihe des Gotteshauses zu vollziehen. Für den Domkapitular I. Bayer, der feit 44 Jahren Seelsorger der Gemeinde ist, bedeutet es eine große Freude, die Weihe des vollendeten Gotteshauses mitzuerleben. Blick in das Innere der neuen Kirche. (Aufnahmen |2j: Pfaff, Gießen.) jenigen Volksgenossen, die sich selbst versichern, oder eine frühere Pflichtversicherung freiwillig fortsetzen, werden deshalb ersucht, den mit der Ausstellung und dem Umtausch der Quittungskarten betrauten Personen Gelder zum Ankauf und zur Verwendung von Beitragsmarken nicht mehr auszuhän- bigen, sondern die Beitragsmarken bei der Post- anstalt ihres Wohn- bzw. Betriebsortes selbst zu kaufen, in die Quittungskarten einzukleben und mit dem Datum des auf die Beschäftigungswoche folgenden Sonntags deutlich lesbar zu entwerten. lO=3ol)re0feier Reichsparteitag Weimar 1926/36. Dom 3. bis 5. Juli 1936. NSG. Das Gauorganisationsamt teilt mit: Sämtliche Teilnehmer an der 10-Jahresfeier haben den Sonderzug zu benutzen, für den folgender Fahrplan festgelegt ist: Abfahrtam 2.Juli 1936: Bensheim ab 23.28 Uhr Darmstadt (Hptbf.) „ 23.48 „ Frankfurt a. M. (Hptbf.) „ 0.31 „ Offenbach a. M. (Hptbf.) „ 0,47 „ Hanau a. M. (Hptbf.) „ 1.04 „ Rückfahrt am 5. Juli 1936, um 24.00 Uhr ab Weimar. Hanau a. M. (Hptbf.) an 4.31 Uhr Offenbach a.M. (Hptbf.) „ 4.47 „ Frankfurt a. M. (Hptbf.) „ 5.02 „ Darmstadt (Hptbf.) „ 5.35 „ Bensheim „ 5.57 „ Fahrkarten, Teilnehmerausweis und Derpflegungs- karten find den Teilnehmern inzwischen zugegangen. Die schriftlichen Anweisungen der Organisations- [eitunq sind genaue st ensdurchzulesen und , u befolgen. Insbesondere wird darauf hmge- wiesen, daß die Fahrkarten vom Heimatbahnhof zum Zusteiqebahnhof (Hanau, Offenbach Frankfurt a M Darmstadt oder Bensheim) auf der Hinreise nicht abgegeben werden dürfen. _ Die öcurfche Arbeitsfront ® / n.9.=0emelnf(haft „firaft Durch freute'' Omnibusfcchrl nach Schotten am 19. Juli 1936. Zu dem Rennen „Rund um Schotten" am 19. Juli fährt von Gießen aus ein Omnibus. Der Fahrpreis beträgt 2,70 Mark. Anmeldungen muffen wegen der geringen Anzahl der vorhandenen Platze umgehend auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, erfolgen. Die genaue Abfahrzelt wirb "«Än'finb folflenbe UrlaubsfaDrten ab sofort gesperrt. U. F. 31/36 vom 4. bis 12. Juli Jnntal; U. F. 33/36 vom 4. bis 12. Juli Salzachtal; U. F. 35/36 vom 6. bis 14. Juli Chiemgau; U. F. 37/36 vom 13. bis 21. Juli Borkum; U. F. 41/36 vom 22. bis 30. Juli Allgäu; S. F. 206/36 vom 22. bis 30. Juli Norwegen; U. F. 43/36 vom 24. Juli bis 31. Juli Schwarzwalb. Am Samstag, 4. Juli, findet im großen Hörsaal der Universität ein Liederabend statt. Der beliebte Bariton Gustav Bley singt „Die schöne M ü l l e r i n". Liederzyklus von Franz Schubert. Die Begleitung am Flügel hat Frau Cläre S ch l e- sier-Ältmann übernommen. NSLB., Kreis Gießen. heimalbiologischer Ausflug. Samstag, 27. Juni. Gang durch das Biebertal mit pflanzensoziologischen Aufnahmen. Führung Professor Funk. Abfahrt am Biebertalbahnhof 15.30 Uhr, Rückkehr 20.40 Uhr. Fahrtkosten 80 Pf. Berechtigte Arbeitsablehnung NSG. In der Arbeitslosenversicherung ist die Verhängung einer Unter st ützungssperre zulässig, wenn sich der Versicherte ohne berechtigten Grund weigert, eine Arbeit anzli- ir e h m e n. Hierzu ist jetzt eine grundsätzliche Entscheidung gefällt worden: Einem Arbeiter war vom Arbeitsamt Arbeit zu- gewiesen worden, die Firma wollte ihn aber untertariflich bezahlen. Der Arbeiter nahm daraufhin die Arbeit nicht an. Nunmehr verhängte das Arbeitsamt über ihn eine Sperrfrist, die vom Spruchaus- fchutz bestätigt wurde. Der Spruchausschuß brachte in seiner Begründung u. a. zum Ausdruck, daß der Arbeiter sich wenigstens anfänglich mit dem untertariflichen Lohn hatte zufrieden geben müssen, um dann auf arbeitsgerichtlichem Wege seinen Anspruch durchzusetzen. Mit dieser Entscheidung gab sich der Arbeiter nicht zufrieden, sondern rief das Oberversicherungs- amt an. Dieses hob die Sperrfrist auf mit der Begründung, daß der Arbeiter zur Ablehnung der untertariflichen Entlohnung der Arbeit berechtigt aeroefen sei und in einem solchen Falle eine Sperrfrist nicht hätte verhängt werden dürfen. Die Entscheidungsgründe des Urteils weisen darauf hin, daß durch das AOG. der Grundsatz der tariflichen Entlohnung in besonderer Weise gefestigt worden fei. Mit dieser Entscheidung ist erneut der Wille der nationalsozialistischen Staatsführung zum Ausdruck gebracht, dem deutschen Arbeiter unter allen Umständen Öen i h m zu stehen- den Tarif zu sichern, und dieser Grundsatz ist nunmehr auch für das Gebiet der Sozialversicherung als bindend anerkannt worden. ** Gefchäftsjubiläum. Der Inhaber der Photographischen Kunstanstalt Zimmer, Herr Christian Zimmer, kann am 28.Juni auf ein 40- jähriges Bestehen seiner Firma zurückblicken. Der Jubilar ist seit dieser Zeit treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** Straßensperrung. Die Polizeidirekticm Gießen teilt mit: Die Steinstraße wird zwischen Weser- und Marburger Straße in der Zeit vom 24. Juni bis 10. Juli 1936 wegen Neubefestigung für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. ** Siebenschläfertag. Alte Überlieferung nennt den 27. Juni den „Siebenschläfertag". Nach der Legende hatten sieben christliche Jünglinge sich in eine Höhle bei Ephesus geflüchtet, um ihren heidnischen Verfolgern zu entgehen. 200 Jahre später sollen sie durch einen Zufall befreit und von ihrem todähnlichen Schlaf wieder erwacht fein. Die Sage von den sieben Heiligen ist weitverbreitet. Das Landvolk sagt vom Siebenschläfertag: Regnet es am Siebenschläfertag, sieben Wochen lang es regnen mag." Eine weitere Bauernregel lautet: „Regen an Siebenschläfer ist von Unsegen". Da nach langem Regen das Getreide gerne fällt, heißt es in einem anderen Bauernsprüchlein:. „Sind die Siebenschläfer regnerische Brüder, werfen sie das Getreide nieder." Ein schöner Siebenschläfertag wird als gutes Erntevorzeichen gedeutet: „Siebenschläfer im Sonnenschein verspricht viel Korn, viel Obst und Wein." ** Das vvllelektrische Hau s". Der NS.-Bund Deutscher Technik veranstaltete am Mittwochabend im Kunstwissenschaftlichen Institut einen Dortrag, der ein sehr zeitgemäßes Thema „Das vollelektrische Haus" behandelte. Der stellvertretende Kreisamtsleiter des Amts für Technik Scholl- Friedberg hieß die Teilnehmer willkommen. Redner des Abends war Dr.-Jng. G a e b e r t von der AEG. Berlin, der in kurzer Zusammenfassung über die vielerlei Möglichkeiten der Verwendung der Elektrizität im Haushalt sprach. Er schilderte die mannigfaltigen Vorteile, die in erster Linie der Hausfrau durch die Elektrizität gegeben werden. Er umriß die Vorzüge des elektrischen Herdes, des Heißwasserspeichers, der automatischen Treppenhausbeleuchtung, der Hausnummernbeleuchtung, des Kühlschrankes usw. Im Hinblick auf die Bauwirtschaft gab er Anregungen für eine zweckmäßige und möglichst unsichtbare Unterbringung der Zuleitungen und Schaltanlagen. Anschließend sprach Baurat Wagner über das Siedlungswesen im Kreise Gießen und wies darauf hin, daß es bisher bei der Schaffung von Kleinsiedlungen aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen sei, der Elektrizität soviel Raum zu geben, wie es zweckmäßig wäre. Der Redner sprach von vorgesehenen Siedlungen für Lollar und Großen-Buseck und von dem Plan, eventuell auch in Gießen eine Kleinsiedlung entstehen zu lassen. Bei diesem Vorhaben werde man zweifellos den hinsichtlich der Elektrifizierung gegebenen Anregungen folgen. Ein anschließend ge- SJL-fpot i Die deutsche Frau in -en Kolonien Vortragsabend der Ortsgruppe-Nord der NSDAP. 11 Uhr: Gesangverein „Heiterkeit" auf dem Kreuzplatz, und anschließend vor der Gastwirtschaft „Zum Schipkapaß (Bahnhofstraße). Gesangverein „Frohsinn-Quartettoer, ein" an der Ecke Asterweg-Walltorstraße. 16 Uhr: „Groß'scher Männerchor" auf der „Pul- vermühle" (Rodheimer Straße). Um nun auch den Zweck des Liedertages erfüllt zu sehen, hofft man, daß sich die Bevölkerung zu diesem öffentlichen Singen zahlreich einfinden wird. Die Zeiten des Singens sind so gelegt, daß es je- dem Volksgenossen möglich sein wird, an einer dieser Veranstaltungen teilzunehmen. Infolge Teilnahme des „Bauer'schen Gesang- Vereins" an der Feier des 100jährigen Bestehens des Gesangvereins „Eintracht" in Hungen mußte er von Mitwirkung an dem Liedertag in Gießen Abstand nehmen. Oer Oeuische Lie-ertag 1936 Oeffentliches Singen in Gießen. Abaeiehen davon, daß es eine nationale Wurde- loßakeit bedeutet, vor einem so entscheidenden Kampf einen deutschen Sportler von vornherein jede Gewinnchance abzusprechen, ist das Verhalten Bülows angesichts seines früheren ZwifchenMes mit Schmeling als ganz besonders verwerslich zu Wie wir hören, hat der Reichsmimster für Dolks- aufklärung und Propaganda die deutsche Presse an- gewiesen, Beiträge des Arthur Bülow nicht mehr zu veröffentlichen. Stadt Frankfurt empfängt 7Nax Schmeling. Max Schmeling wird am heutigen Freitagnach. mittag mit dem Luftschiff „Hindenburg" auf dem Frankfurter Weltflughafen eintreffen. Bom Flughafen aus wird Schmeling im offenen Wagen durch die Stadt zum altehrwürdigen Römer fahren, wo Bürgermeister Linder in Vertretung von Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs im Kur»^ fürstenzimmer im Kreise geladener Gäste den Boxer feierlich empfangen wird. Max Schmeling wird sich bei dieser Gelegenheit in das „Goldene Buch" der Stadt Frankfurt eintragen. 85000 Pimpfe messen ihre Leistungen. Zu den Fähnleinsporttagen des Deutschen Jungvolks. Als Abschluß der Monate der sportlichen Ertüch. tigung un Deutschen Jungvolk steigt am Sonntag, dem 28. Juni, bzw. am Sonntag, dem 5. Juli, im Gebiet Hessen-Nassau der Fähnleinsporttag. Das ist ein Festtag für das gesamte Fähnlein. Hier zeigen sich die Erfolge der Breitenarbeit im Sport, hier zeigt es sich, ob das Fähnlein auch den schwächsten Pimpf angespornt und auf eine ge- wisse körperliche Leistungsstufe gebracht hat. Der Fähnleinsporttag ist mit anderen Worten ein großer Leistungsvergleich, denn alle Pimpfe ohne Ausnahme nehmen teil und werden bewertet. Dabei müssen die geforderten Mindestzeiten und -maße erreicht werden — regelmäßiges Neben war also Vorbedingung. Zugleich können die Prüfungen für das DJ.-Leistungsabzeichen abgelegt werden. Der Wettkampf wird in zwei Altersstufen durch- geführt: Stufe A — 10 und 11 Jahre (1925/26) Stufe B — 12 bis 14 Jahre (1922/24) In Stufe A wird gefordert: 1. 50-Meter-Lauf mit Ueberwindung eines Hindernisses in 14 Sek.; 2. zweimal Purzelbaum vorwärts; 3. Handballweitwerfen rückwärts über den Kopf 8 Meter; 4. Ball- zielwerfen drei Treffer bei fünf Würfen. 5. 20 Meter Sackhüpfen in Sek. zeigter Tonfilm unter dem Titel „Forschen und Schaffen" vermittelte einen starken Eindruck aus großen deutschen Jndustriewerken. Mit dem Vortrag war eine Ausstellung vieler neuzeitlicher elektrischer Geräte verbunden. ’♦ Schutz d e r Tiere vor Hitze und Sonnenbrand. Im Hinblick auf die heiße Jahreszeit macht der Reichs-Tierschutzbund nachdrücklich darauf aufmerksam, daß eine strafbare Vernach- kässigung der Haustiere auch dann vorliegt, wenn den Tieren nicht der nötige Schutz vor Sonnenbrand gegeben wird. Zugtiere dürfen jetzt nicht bei firoßer Hitze, besonders auf Straßen, längere Zeit n der Sonne anstatt im Schatten flehen gelassen werden. Es wird auch gegen die Vorschriften des Reichs-Tierschutzgesetzes verstoßen, wenn Zugtiere nicht genügend getränkt werden oder Hunde, insbesondere wenn sie angekettet, zum Ziehen eingespannt oder eingesperrt sind, nicht genügend Schutz vor der Hitze und nicht ständig frisches Wasser erhalten. Auch Weidetieren muß die Möglichkeit ge- 12 Stabte, 15 U"^“ein7UenVnbe®?d“b D>e ^“uXten Die Wegebezeichnung hat im demnächst crW_' eientiidie Fortschritte gemacht, vergangenen Jahr w s nu a) u ^imüboereins Die fteimaWufet ^"nnfter 3ufammenart.it mit öirenor uiriLi, e:nft;mmiq auf die Dauer Jahren mne hat. wurb I Scinc Mitarbeiter Don.ö:”2 B mieber aus ihre Pasten berufen. rtUrbCnrn6e Reihe von Witgliebern konnte für 100 h mehr6 ffianberunqen mit der Ehrennabel ausge- ÄÄSffi. Auszeichnungen für 100 ^Bonberungen war auch ein iWhr'ger Junge, bie Auszeichnung für 500 Wanderungen wurd- S mnnfieb Otubolf Nieß in Köln verliehen. Nach der Tagung verfammellen sich die Teilneh- nJr 7u einer großen Wanderkundgebung, m der Smfrtüra ?meifter D on Drehen-Rengsdorf und B^reinsführer Ulrici die große Bedeutung des Westerwalboereins als Hort zur Stärkung deutschen Vo ksiums unterstrichen. Der Gaumusikzug des Reichsarbeitsdienstes gab der Tagung einen fest- litfjen und unterhaltenden Rahmen. Im ganzen Deutschen Reiche erklingt am kommenden Sonntag auf öffentlichen Plätzen in allen Städten und Dörfern das deutsche Lied. In erster Linie ist bei diesem alljährlichen Liedertag an das Volkslied gedacht. Das deutsche Volkslied, das See- lengut des deutschen Volkes, das sich seit Jahrhunderten im Volke fortgepflanzt hat, muß auch fernerhin dem Volke erhalten bleiben. Gerade die Männergesangvereine haben es sich zur Hauptaufgabe gestellt, das deutsche Lied zu pflegen, zu fördern und dem Volke in seiner Unverfälschtheit zu erhalten, es wieder hineinzutragen in das Volt, aus dem es einst gekommen ist. Ein Volk, das singt, mit dem geht es aufwärts allezeit, während ein Volk ohne Lied einem Volke ohne Seele gleicht. Dieses Hineintragen des Liedes in das Volk ist der Zweck der deutschen Liedertage. In Gießen singen am kommenden Sonntag folgende Vereine: geben werden, sich vor den fenaenben Strahlen der Sonne zu schützen und ihren Durst zu Men. Do ael, die in Käfigen gehalten werden, "^ssen ebenfalls eine schattige Ecke als Schutz vor dem Sonnenbrand haben. Das gleiche güt für Flsche, Laub frösche und bergt., bie in Glasern gehalten werden. Leider werden diese und ähnliche Dernachlaßigun- gen in Haltung, Pflege und Unterbringung von Tieren noch nicht genügend erkannt und vermieden. Es ist deshalb die Pflicht aller einsichtigen Volksgenossen, andere zu belehren und^Unbelehrbare und Rücksichtslose bei der Polizei oder dem Tierschutz verein zur Anzeige zu bringen. Hierzu ist jedermann berechtigt. , , . ** Der Sommerfahrplan der Köln- Düsseldorfer R h e i n d a m p f s ch i f f a h r t tritt am nächsten Sonntag, 28. Juni, m Kraft. Da- durch werden die Fahrtmöglichkelten von und nach Mainz ganz wesentlich vermehrt. Für mehrtägige Reisen bestehen günstige Sonderbedingungen. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. Hirzenhain - Karlsruhe im Segelflugzeug. Fliegerlager Hirzenhain, SS. Dum. (LPD) Der seit Sonntag un Gange befindliche Hirzenhainer Seaelflugwettbewerb zeitigte bei ganz ausgezeichnetem Fliegerwetter am Mittwoch wieder hervorragende Ergebnisse. Es konnten insgesamt 25 Ueberlandflüge ausgefuhrt werden, davon zehn über 40 Kilometer. Die beste Tagesleistung vollbrachte der Flieger O p l tz von der Flieger-Ortsgruppe Fulda, der in Hockenheim bet Karlsruhe niederging und damit eine Strecke von etwa 170 Kilometer bewältigte. Ihm am nächsten kam der Flieger Gierlisch von der Landesgruppe Westfalen, der mit seiner Maschine in Geinsheim bei Groß-Gerau aufsetzte, eine Strecke, die einer Entfernung von etwa 105 Kilometer entspricht. Eine schöne Leistung vollbrachte auch der Flieger Arends von der Landesgruppe Rheinland, der nach Frankfurt am M. segelte und hier auf dem Flughafen Rhein-Main landete; die Entfernung von Hirzenhain beträgt etwa 90 Kilometer Luftlinie. Bei allen diesen Flügen wurden zum Teil sehr beträchtliche Startüberhöhungen erzielt. 1000, 1500, ja sogar 1800 Meter wurden registriert. Auch am heutigen fünften Wettbewerbs tag ist bas Wetter wieder ausgezeichnet Während der Wind gestern die Maschinen in südlicher Richtung entführte, trieb er sie heute nach Südosten, so daß die Landemeldungen aus anderen Gegenden Deutschlands zu erwarten sind. »Max hat diesmal keine Chance.^ Der frühere Trainer des deutschen Boxmeisters Max Schmeling, Arthur Bülow, hat es für nötig befunden, vor dem Boxkampf dem „12-Uhr-Blatt" eine Aeußerung zuzuleiten, in der er Schmeling jede Gewinnchance absprach und seine völlige Niederlage schon in den ersten Runden als sicher hinstellte. Gleichzeitig äußerte er sich in außerordentlich lobender Weise über den Gegner Schmelings, den Neger Joe Louis, den er als „absolute Ausnahmeerscheinung von ungeheurer Kraft" bezeichnete und dem er zusprach, daß er wahrscheinlich in der Lage sei, „Max glatt zu überrennen". Es ist allgemein bekannt, daß Bülow nicht zu den Freunden Schmelings gehört und sich von ihm unter Umständen getrennt hat, die alles andere als freundschaftlich zu nennen sind. Bülow war also in der ganzen Angelegenheit befangen. Dazu kommt noch, daß 'er, wie er selbst schreibt, Joc Louis niemals gesehen hat, und somit überhaupt kein objektives Urteil abgeben konnte. feinen WW« n°ch einer hir3en kolonialen Kolonie zu zeigen,der sie 'hre eig ^Mü^em* Treuegelöbnis zum Führer schloß Orts- gruppenleiter Thomas den Abend. Jahres-Tagung des Westerwald-Vereins. Lpd Rengsdorf, 23. Juni. In dem Luftkurort Renasdorf hielt der Westerwaldoerem am Samstag und Sonntag seine Jahreshauptversammlung ab9 Der Dereinsführer, Derwaltungsgenchts- direttor Ulrici, konnte 28 von 54 Ortsgruppen begrüßen. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen daß die Tätigkeit des Vereins gekennzeichnet war dmch die Eingliederung der Wandervereme m benJReid?5- bunb fürßeibesubungen. Eine rege Tätigkeit wurd auf dem Gebiet der Mitgliederwerbung und der W edererweckung eingegangener Ortsgruppen en - faltet. Es war jedoch nicht zu oerhmdern daß die Zahl der Ortsgruppen von 62 im Vorjahr auf.54 mit 2600 (2800) Mitgliedern sank. Wie im Vorjahr gehören auch jetzt noch dem Verein 146 Gemeinden, Kulturleben wie in der Heimat ab, es^bestehe dort die Partei, ein Werk wie das WHW. bei uns, die NS.-Frauenschaft, die HI., Gesang- und Sportvereine. Wenn sie beim Aufrufe des Führers ihren Beitrag zum WHW. geleistet haben, so wollten sie nur dafür danken, daß ihnen vom Vaterland wieder die Hand gereicht wurde. Bis jetzt sei von den Mandataren nicht erreicht worden, das Deutschtum so auszumerzen, daß sie sich leichthin die Kolonien aneignen konnten. Im Gegenteil seien wieder viele alte Afrikaner in ihre zweite Heimat zurückgekehrt; denn sie hätten es nicht überwinden können, daß man durch einen Rechtsbruch jene Lande nahm, für die sie 30 und mehr Jahre gekämpft, gearbeitet und gesorgt hatten. Die Rednerin ging bann auf die augenblicklichen Besitzverhältnisse ein und machte die Stellung unter dem Schutze des Völkerbundes klar. Die Wiedergabe unserer Kolonien sei, so betonte die Vortragende, eine Forderung unserer Ehre. Die koloniale Schuldlüge könne nicht anders getilgt werden, als durch die Rückgabe jener Landstriche, die 1916 von ben Feindmächten schon untereinander ausgeteilt worden seien, als wir noch siegreich im Kampfe gegen sie standen. Die Rednerin streifte dann Fragen der Kolonialverteilung und betonte unsere deutschen moralischen Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung der Ansprüche gerade auf jene Lande, für die so viel Schweiß aufgewendet und so viel Blut geopfert wurde. Wenn auch theoretisch die koloniale Schuldlüge längst widerlegt sei, so könne der Lüge nur dann der Boden entzogen werden, wenn die letzte Konsequenz aus der Erkenntnis aezogen werde. In ihren weiteren Ausführungen beschäftigte sich die Rednerin mit Südafrika, seiner Landschaft, Trotz des sommerlichen Wetters war der gestrige Vortragsabend der Ortsgruppe Nord der NSDAP, im „Caf6 Leib", vorwiegend durck das Erscheinen der NS.-Frauenschaft, sehr gut besucht. Der Spielmannszug auf der Bühne und die Fanfarenbläser und Landsknechtstrommler auf der Galerie eröffneten durch abwechselnde Darbietungen, die unterbrochen waren von sehr gefälligen Schargesängen einer weiteren Gruppe des Jungvolks, den Abend. Ortsgruppenleiter Thomas sprach davon, wie sehr durch den Krieg mit Abessinien die Kolonialfrage im Vordergrund stehe und erteilte der (Baureferentin der Abteilung Ausland, Ruth Schuhmacher, bas Wort. Die hier schon aus früheren Jahren bekannte Rednerin beschäftigte sich zunächst mit der Frage, warum und weshalb wir Kolonien unbedingt brauchen. Sie führte die Kritik des Führers an der früheren Kolonialpolitik an und hob dabei besonders den bemängelten Fehler hervor, daß nicht genügend weiße Frauen in den Kolonien waren. Dabei waren nicht so sehr bevölkerungspolitische Gesichtspunkte maßgebend, sondern die Tatsache, daß eben die Frau als Kulturträgerin gefehlt habe. Als treue Gefährtin des Mannes stelle sie die Verbindung mit der Heimat her, gebe dem Wirken des Mannes das heimatliche Gepräge. Wenn wir darum von unseren Kolonien sagen könnten, daß deutsche Wirtschaft und deutsche Kultur sich dort durchgesetzt habe, so sei das auch unseren deutschen Frauen zu danken. Gerade nach den Erfahrungen des Weltkrieges wisse man, wie notwendig die Frau dort drüben sei; denn ohne sie könne sich das Deutschtum dort nicht so sehr behaupten. Heute spiele sich in unseren Kolonien das gleiche Oie Azalie. (Erzählung von Karl Llde Im Frühling jenes unvergessenen Jahres, das der Welt den großen Krieg gebracht hat, schenkte der Vater unserer Mutter zu ihrem Geburtstag einen Azalienstrauch. Er brachte ihn bei seiner Heimkehr am Mittag selber auf dem Arme mit und als die weiße Hülle aus leichtern Seidenpapier von dem Topf gelöst war, erfüllte der Strauch die Stube mit dem wundersamen Glanz seiner Blüten, die sich in unberührter Schönheit aus der grünen Manschette des Topfes heraushoben. Wir Jungen hatten längst am frühen Morgen der Mutter mit unfern Glückwünschen ein kleines Geschenk bärge« bracht, das wir zuvor mit Vaters Hilfe erstanden hatten, und wir waren recht zufrieden mit uns gewesen, denn die Mutter hatte mit vielen Küssen beteuert, wie sehr sie sich darüber gefreut habe; als nun aber der Vater mit dieser Blume der Mutter neues Lebensjahr feierte und sie ihn dan- kend umarmte, da rührte uns im Innern eine feine Beschämtheit an und wir nahmen uns vor, einstmals gar tüchtige Männer zu werden, um der Mutter dann eine ähnliche Freude bereiten zu können. Im Herbst nahm uns der Krieg den Vater fort, und als es wieder Frühling wurde und sich der Geburtstag der Mutter abermals näherte, war der Vater ferner von uns als je im Leben: die Verlustliste des Heeres nannte ihn unter den Vermißten und keiner seiner Kameraden, die mit ihm an der Front zusammengelegen hatten, wußte uns etwas von ihm zu berichten. Großes Leid wollte mit feinen Schatten ben Geburtstag ber Mutter verdunkeln unb bie Azalie, bie vor einem Jahre soviel lichte Festlichkeit um sich verbreitet hatte, war trotz Mutters behutsamer Pflege ohne neue Blüten unb Blätter geblieben; sie stanb, ein kleiner herbstlicher Baum, der seine Zweige wie verzweifelte Hänbe in bas Licht ber Sanne krallt, in einer Ecke ber Fensterbank unb bettelte vergeblich um ein neues Leben ... Nicht, baß wir Brüder den drückenden Ernst hät« ten erfassen können, der über dem ungewissen Schicksal des Vaters lag: wir erkannten nur dieses eine, daß die Mutter traurig war unb baß ber Geburtstag ihr nichts als Schmerz bringen wollte unb Tränen. So beschlossen wir, etliche Tage zuvor an einem Abenb, an bem wir beide nicht einschla- fen konnten und uns im Dunkeln flüsternd von Bettchen zu Bettchen verständigten, der Mutter genau die gleiche Blume wieder zu schenken, die der Vater im letzten Jahre mitgebracht habe — bann werbe sie an ben Hellen Tag benfen müssen und es werbe ihr fein, als wenn ber Vater selber wie- ber da sei unb als ob es keinen Krieg mehr gäbe unb auch nicht mehr bie tote Blume auf ber Fen- terbanf, in deren Geschick sie ahnungsschwer ein dunkles Vorzeichen für das Leben des Vaters sehen zu müssen glaubte. Jeder von uns war bereit, ben letzten ber aus» gesucht blanken Pfennige in seiner Sparbose herzugeben; schon am nächsten Tage aber, als wir bei einem Blurnenhänbler nachfragten, mußten wir erkennen, baß selbst bie kleinste unb bescheibenste Azalie für uns unerschwinglich blieb, unb wir gedachten mit noch größerer Achtung des Vaters, der damals eine Blume mitgebracht hatte, die schöner und reicher war als die größte, bie man uns gezeigt, unb wir grollten mit ber Langsamkeit unseres eigenen Wachstums, bas uns in einem ganzen Jahre nicht um das Geringste männlicher unb eigenmächtiger hatte werben lassen! ... Aus bieser lastenden Stimmung aber wuchs uns ein Entschluß: Als wir am Nachmittag allein in unserem Spielzimmer waren und die Mutter in der Küche oder beim Einkäufen wußten, nahmen wir unfern Farbkasten hervor und malten in großer Anzahl kleine grüne Blätter auf bas Papier. Unb bann, währenb ber eine um sechs rote Pfennig rosafarbenes Seidenpapier besorgte, löste ber anbere vorsichtig in ber Küche Don ben Brennholzbündeln bie bünnen Drähte, bie das Holzrab zusammenhielten, und aus Draht und Papier erstan- den kleine Blumen, frühlingshaft Helle Blumen, die nicht dufteten und die auch nicht zu einer bestimmten Gattung von Blüten gehören mochten, und die grünen Blättchen wurden ausgeschnitten, in umständlich mühsamer Arbeit aufeinandergeklebt unb mit langen Drahtstengeln versehen, und als dieses säuberlich durchgeführt war, wurde alles, Blätter und Blumen, auf jenes leblose Geäst aufgepflanzt, das ber Mutter von Vaters stolzer Azalie geblieben war. Es war wirklich keine Azalie, was bann am Abend vor uns stand, unb einer, ber sich mehr in ben Lebensgesetzen ber Planzen ausgekannt hätte als wir bamals, hätte über diesem nirgends registrierten Gewächs nur ben Kopf geschüttelt, aber dennoch — unverkennbar war es eine großzügig blühenbe Blume, was wir in gemeinsamer Arbeit geschaffen hatten, und je weiter man von ihr entfernt war, so schien es uns, um so stärker wurde das Bedürfnis, die Nase in diesen fremdartigen ® ~ stecken und seinen verheißungs- vollen Duft zu atmen ... Zwei Tage zu früh waren wir mit unferm Werk fertig und so versenkten wir es, damit es nicht vorher schon von dem aufmerksamen Auge der Mutter entdeckt wurde, mittels einer G'-'rbel hinter ber über Eck stehenben Kommobe in unserm Zimmer, wo es im tiefsten Dunkel, vyne Schaden zu nehmen, sechsunbbreißig Stunden verblieben ist. Als bann ber Geburtstag da war unb wir, von ber Schule zurück, ber Mutter bie sehr vrbnungs- gemäß in weißes Papier eingeschlagene Blume überreichten, ba erschrak sie sehr, denn sie wußte nicht, wir wir bas Gelb bafür hatten aufbringen können. „Aber Kinber!" rief sie unb löste vorsichtig bas Papier von ben Blüten, bie sich auf ihren trockenen Aesten wenig nachgiebig nach oben rech ten. Dann wurde es offenbar, welcher Art diese Blume war, und die Mutter umarmte uns und begann zu meinen. «Siehst du", sagten wir indessen, „es ist doch nicht wahr, daß etwas Schlimmes mit dem Vater geschehen ist, und es bedeutet auch gar nichts, daß fie nicht von selber neue Blüten und Blätter bekommen hat!" „Glaubt ihr?" fragte die Mutter zurück und wischte sich mit dem Taschentuch die Augen klar. Wir nickten sehr zuversichtlich, aber wir taten es nur weil wir sie trösten wollten, und weil wir uns ."'äst Renten konnten, daß wir den Vater s-m!Dtct)er^cn. sollten. Die Mutter blickte wieder die Blume an, die beinahe strahlender als im Vorjahr vor ihr stand, und glaubte uns. viele Jahre später der Vater zurückkam, stand seine Azalie noch immer auf der Fenster- Danf, aber es waren, wenn auch verblaßt und voller Staub, unsere Blüten, die sie trug, und der gefdjaut ^^m ^anfle und nachdenklich an= Die Bremen zu Gustav Adolf kam ... Bremen, wenige Schritte vom historischen Marktplatz entfernt, findet man ein überlebens» großes Denkmal des Schwebenkönigs Gustav Adolf In einer totabt wie Bremen, die im 17. Jahr- S°n r?€n. Schweden stark bebrängt wurde, mutet dieses Denkmal seltsam an. Die Bremer aber iUr$4 er3Q1)!cn folgende wahre Geschichte: Im ÄmJf ^de ^5 für Gotenburg bestimmte = Lunchen modelliert und in Bronze gegoffen. Auf dem Wege nach Gotenburg scheiterte ?5 $ransportf$iff und wurde von Helgoländern Morgen. Doch die Schweden ver- Auslösung des Denkmals — die - unÄ ^rechneten recht hohe Bergungskosten rtitE»« Jie6€n von dem Modell einen zweiten Ab- rhr Die Helgoländer aber verkauften d^s -br°ndgut an Bremer Kaufleute, die bas Standbild vor nunmehr 80 Jahren auf der Bremer Domsheide aufftellen ließen. Der evangelische Glaubensheld ist in Bremen als der ersten unter den norddeutschen Städten, die sich der Refvr- mation anschlossen, wohl am rechten Platze. Alte Tiergeschichten, die nicht wahr sind. Niemals werden wohl jene uralten Geschichten ganz auszurotten sein, daß ein verfolgter Strauß seinen Kopf in den Sand steckt und sich dann einbildet, daß ihn niemand sehen könne, ober daß eine Giraffe einen Tobesschrei von sich gibt, wenn sie stirbt, ober daß Schlangen Vögel hypnotisieren. All diese Vorstellungen entbehren, wie ein englischer Zoologe feststellt, jeder Grundlage im wirklichen Beben. Der Strauß denkt gar nicht daran, seinen Kopf im Sande zu verstecken. In Augenblicken ber Gefahr wirb sich ber Strauß möglichst platt auf ben Boben legen, auch ben Hals flach ausgestreckt halten. Aber ben Kopf wirb er ein paar Zoll hoch erheben, um ben Feinb im Auge zu behalten. Unb ebenso gewiß ist ferner, baß eine Giraffe roeber schreit, wenn sie stirbt, noch sonst etwa, weil man festgestellt hat, baß sie überhaupt keine Stimmbänber besitzt. Ein Elefantenwärter im Neuyorker Zoo lachte verächtlich über bie Meinung, daß Elefanten vor Angst in Ohnmacht fallen, wenn eine Maus an ihrem Rüssel hochklettern würbe. „Wenn eine Maus an Alicens Rüssel hochklettern wollte", sagte er unb zeigte auf eines seiner Lieblingstiere, „würde sie nur sagen: Weg damit! und den Rüssel so schwenken, daß die Maus zerschmettert irgendwohin flöge." Dieser Wärter wollte auch die Geschichte von dem gekränkten Elefanten nicht glauben, der die Rachepläne still im Busen bewahrte, bis der Moment kam, um die Kränkung heimzuzahlen. Niemals hatte er einen glaubwürdigen Bericht darüber gehört, wenn er auch zugab, daß Elefanten ein gutes Gedächtnis unb gute Ortskenntnis hätten. „Wenn ein Elefänt einmal einen Weg gegangen ist, braucht er noch nach langer Zeit dort keinen Führer." Wenn man einmal einen Vogel dicht vor einer Schlange ziellos herumflattern sieht, so ist das eher ein geschicktes Täuschungsmanöver des Vogels, der die Schlange von seinem Nest fortlocken will, als die Hypnotisierungskunst der Schlange. Schlangen verschlingen auch keineswegs ihre Jungen, um sie m iljrem JDtagen zu verbergen unb wenn bie ®e- faf)r vorüber ist, fie unversehrt wieder auszubre- chen — nein, kannibalische Schlangen frnb bekannt bafur, baß sie wohl gelegentlich ihre Jungen her- unterroürgen, aber bie kleinen Schlangen würben burchaus nicht mehr schlangenähnlich aussehen, wenn sie wieder hervorkömeo In Stufe B wird gefordert: 1. 60-Meter-Lauf in 10 Sek.; 2. Weitsprung 3,25 Meter; 3. Ballweitwurf 35 Meter; 4. Klimmzüge; 5. Bodenrolle zweimal vor und zurück; 6. 10OO-Meter-Lauf zwischen 4,5 und 5,5 Minuten. Jeder Pimpf erhält zum Fähnleinsporttag eine kunstvoll ausgeführte Wettkampfkarte zur Kontrolle und als Urkunde, die seine ' Leistungen festhält und ihm Vergleichsmöglichkeiten gibt, wenn er sie verbessert. Ist der Vormittag den eigentlichen Wettkämpfen vorbehalten, steigen nachmittags große Spiele und Schaukämpfe, die Hunderte von Pimpfen zu gleicher Zeit in Bewegung setzen. Entscheidungskämpfe im deutschen Handball. In Dortmund werden am Sonntag die neuen deutschen Handballmeister ermittelt. Bei den Frauen, die zuerst spielen, haben der SC. Charlottenburg und der DfR. Mannheim wohl gleiche Aussichten. Die Tagesform und das Glück sollten hier entscheiden. Das anschließende Spiel der Männer sieht MSV. HindLnburg Minden gegenüber MTSA. Leipzig in der Favoritenrolle, doch haben die Sachsen zweifellos mehr als nur eine kleine Außen- seiter-Chance. Fußball vor der Sommerpause. Trotz der sommerlichen Hitze hat der Fußball noch nicht die wohlverdiente Ruhe. Sogar ein Länderspiel, das der Studentenmannschaften von Deutschland und Ungarn in Heidelberg, steht auf der Karte. In Süddeutschland erwartet man die letzten Entscheidungen im Aufstiegskampf, der Tschammer-Pokal tritt mit der zweiten Hauptrunde in ein entscheidendes Stadium. Dabei gibt es einige sehr pikante Begegnungen, wie 1. FC. Nürnberg gegen SC. Planitz, Polizei Chemnitz — Viktoria Berlin, 1860 München — 1. FC. Pforzheim, Werder Bremen — Spogg. Oberhausen und andere mehr. In Homburg (Saar) messen Auswahlmannschaften von der Saar und von Rheinhessen die Kräfte, in der Pfalz kämpfen FV. Saarbrücken — Phönix Ludwigshafen und VfL. Neustadt — Borussia Neunkirchen um den Pokal des Gauleiters. Ueberraschend groß ist die Zahl der Freundschaftsspiele im Süden, die zum Teil namhafte Mannschaften gegeneinander führen. In erster Linie geht dabei wohl das Bestreben dahin, den Nachwuchs an Stelle der Spielerverluste noch vor der Sommerpause richtig „einzuschießen". Die Spvgg. Fürth kann das Reisen nicht lassen; am Samstag ist eine Magdeburger Kombination, am Sonntag Eintracht Braunschweig der Gegner. Die besten mitteleuropäischen Vereinsmannschaften tragen die Rückspiele der ersten Mitropa-Pokal- runde aus. Hollands Nationalelf-Nachwuchs, die „Schwalben", weilt in Polen. Zuqendfußball der Spielvgg. 1900. 1900 I Jugend — Leihgestern I Jugend. Am letzten Sonntag vor der Sommersperre setzt der Spielbetrieb noch einmal im vollen Ganae ein. Die erste Jugend empfängt zum letzten Verbandsspiel Leihgestern. In diesem Kam^f geht es um Den Meister 5et Zwischenspiele. Beide Mannschaften werden alles daransetzen, um sich die wertvollen Punkte zu sichern. 1900 III Jugend — GroheN'Vuseck II Jugend. Die dritte Jugend weilt zu einem Freundschaftsspiel bei der Zweiten Großen-Busecks. Wer wird m diesem Kampf Sieger bleiben? Die zweite Jugend nimmt an einem Kursus teil. 1900 I Schüler — Kirchhain I Schüler. Die erste Schülermannschaft trägt ein Spiel gegen Kirchhain aus. Man sollte den Blau-Weihen einen Sieg zutrauen können, obwohl verschiedene Spieler ersetzt werden müssen. 1900 Ib Schüler — Mendorf I Schüler. 1900 II Schüler — Garbenkeich I Schüler. Der schwerste Kampf steht der zweiten Schülerelf bevor, die gegen die erste Garbenteichs antreten muß. Garbenteich stellt eine sehr gute Mannschaft, gegen die selbst die erste Schülermannschaft immer nur unentschieden spielen konnte und nur einen Sieg errang. Die Mannschaft wird also kaum um eine Niederlage herumkommen. 1900 III Schüler — Garbenteich II Schüler. Ebenfalls in Garbenteich trifft die dritte Schülerelf auf die zweite des Gastgebers. Im Vorspiel konnten die kleinen 1900er Sieger bleiben, ob sie Sonntag allerdings wiederholen kön- ’S* "genem Platze empfängt die Ib Schuler die Jungens aus Mendorf. Auch hier hofft man auf einen Sieg der 1900er 1900 II Jugend — VfB. R. II Jugend 2:2. ^Jn.®er0anQenen Mittwoch trug die zweite Jugend das fällige Verbandsspiel gegen den Lokalgegner auf dessen Platze aus und befriedigte sehr. Man sah em flottes spannendes Spiel. Die Grün- Weißen gingen immer in Führung. Der Vorsprung wurde von den Blau-Weißen jeweils aufgeholt. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. 1900 II Schüler — VfD.-R. II Schüler 2:0. Dor dem Spiel der Handballmannschaft erprob» sEN Die zweiten Schülermannschaften beider Vereine ljFe Kräfte. Der Kampf ging zugunsten 1900s aus. Du Kleinen zeigten sehr schöne Leistungen und hatten das Spiel jederzeit in der Hand. Handball: 1900 Jugend — Io. 1846 Jugend. Die jugendlichen 1900er Handballspieler empfan- Fen am Samstagabend die erste Handballjugend des To. 1846 Gießen. Die 1900er konnten bis jetzt gegen diese Mannschaft nur ein Unentschieden erzielen, alle anderen Spiele waren die Beute Des Gegners. Wenn Die Stürmerreihe Der 1900er gegen 1846 etwas schneller ist als am letzten Samstag, ist ein Erfolg nicht ausgeschlossen. Sportverein 1920 Heuchelheim Die erste Jugendmannschaft fährt am kommenden Sonntag zum fälligen Sonderspiel nach Wißmar und wird hier mindestens ein Unentschieden herausholen können. Die 2. Jugend-Elf empfängt Die 3. JugenD vom VfB.-R. Gießen zum letzten Pflichtspiel unD wirD sich sehr anstrenaen Müssen, wenn Die Punkte nicht verloren gehen sollen. Die neu aufgestellte Schüler-Mannschaft spielt bereits morgens auf eigenem Platze gegen VfB.-R. 2. Schüler. Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer). Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene). Von 20.30 bis 21.30 und von 21.30 bis 22.15 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reit- institut, Brandplatz. fteuer Schwimmkursus für Anfänger! Am Montag, 29. Juni, beginnt um 18 Uhr in der Müllerfchen Badeanstalt ein neuer Schwimmkursus für Anfänger (Frauen und Männer). Die Kosten betragen 30 Pf. für Den Uebungsabend. Anmeldungen nimmt Die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, oder der Schwimmlehrer vor Beginn der Uebungsstunde entgegen. Jleue Kurse für Allgemeine Körperschule. Montag, von 19.15 bis 20.30 Uhr, Frauen und Männer, Universitätssportplatz. Mittwoch, von 20 bis 21.15 Uhr, Frauen und Männer, Müllersche Badeanstalt. Vorherige Anmeldung zu diesen Kursen ist nicht erforderlich. Die Kosten betragen 20 Pf. für Den ÜebungsabenD. Zum 83. Feld bergfest. DaS älteste Volksfest der Laude um Main und Rhein. Die deutschen Bergturnfeste sind immer Feste wahrer Volksgemeinschaft gewesen. Es ist das Erbe Fr. L. Jahns, das uns seit über 100 Jahren unverfälscht erhalten gbüeben ist. Die ersten Kampfplätze solcher Art waren auf der Hasenheide bei Berlin, wo der deutsche Turnvater und der Schöpfer der völkischen deutschen Leibeserziehung seine Saat ausgestreut hatte. In fast unveränderter Weise ist dem deutschen Volke dieses Gemeingut natürlicher Leibesübungen durch die Bergfeste erhalten worden. In der frohen Natur, weitab vom Getriebe der Menschen, auf naturgegebenen Laufund Sprungbahnen wurden die Wettkämpfe abgehalten, und dies ist bis auf den heutigen Tag durch die Bergfeste weitergeführt worden. Das älteste der deutschen Bergfeste ist das Feld- bergfeft, dessen Geschichte bis auf Ernst Moritz Arndt zurückgeht, der bei der ersten Zusammenkunft vaterlandsbegeisterter Männer auf dem Gipfel des Feldberges am 18. Oktober 1814 am Berg- feuer die Feuerrede hielt. Noch Jahrzehnte vergingen, bis 1844 Das erste Fest Der Turner und Sänger auf dem Berge durchgeführt werden konnte, und seitdem hat das alte Fest der Lande um Main und Rhein eine fesselnde Geschichte gehabt. Oft hemmte und störte die Reaktion Die Entwicklung des Festes, dem man vor allem in den 40er und 50er Jahren Fesseln anlegte. Aber Der Geist Der Väter Des herrlichen Bergfestes hat sich immer wieder Durchgesetzt und bas Fest mit seiner stolzen Ueberlieferung dem Volke um Main und Rhein erhalten. Das Feldbergfest blieb, wenn es auch als Turnfest technisch neue Formen brachte, immer Das Volksfest, Das in keinem Jahre etwas von seiner Anziehungskraft verloren hat. Ein Markstein in Der Entwicklung unseres Berg- unD Heimatfestes ist Die diesjährige Veranstaltung, Die am 27. und 28. Juni auf Der Bergeshöhe dur ch - geführt wirD. Die volkstümlichen Wettkämpfe, Einzel- und Mannschaftskämpfe, Die im Mittelpunkt Des Festes stehen, erfolgen auf breitester volksgemeinschaftlicher Grundlage. Turner und Sportler treten als Kameraden im Reichsbund für Leibesübungen gemeinsam an, und zu ihnen kommen die Kameraden von den Wehroerbänden, die mit ihren Mannschafts-Wehrkämpfen den Volkssport des neuen Deutschland als ein Ideal alter deutscher Leibesübung im Sinne Jahns darftellen werden. Mit über 2000 Teilnehmern an den Kämpfen des diesjährigen Festes erlebt das alte Bergfest eine Beteiligung wie noch nie zuvor. Der Ruf des Feldberg-Festausschusses und Des Gaubeauftragten, SA.- Gruppenführer B e ck e r l e , an Turner, Sportler und die Kameraden in den Wehrverbänden ist überall freudig ausgenommen roorben. Und nun ergeht nochmals ein Ruf an die vielen Freunde des altbeliebten Bergfestes, die zu Tausenden als Besucher anwesend sein müssen, soll bas Fest wieder werden bas herrliche Volks- unb Heimatfest an geschichtlich benkwürbigem Ort, wo jeder Stein- und jede Scholle Geschichte erlebt unb in sich ausgenommen hat. Zu festlichem Erleben über ben Alltag hinaus werden alle Freunde naturnaher Leibesübung, werden alle Volks- und Heimatfreunde aufgerufen. Erdverbunden mit der heimatlichen Scholle, in Jahnfcher Auffassung von der Leibesübung unser Volksturnen hineingestellt in die weite Gottesnatur, soll und wird unser Feldbergfest wieder dazu beitragen, allen Teilnehmern neue Kraft unb neuen Schwung für ihre zukünftige Arbeit zu geben: Der Ruf ist erklungen! lieber Berg und Tal ist er ins weite Main-Rheinland gedrungen, hat er aufgerüttelt und angespornt. Unb außer ben Wettkämpfern werben sie kommen, all die alten und neuen Freunde des Festes, auf ben herrlichen deutschen Freiheitsberg. Sie werden kommen, denn sie gehören zu dem Feldbergfest, wie die ausübenden Turner, Sänger, Wehrkameraden dazu gehören. So wird das 83. Feldbergfest lebendiger Zeuge deutscher Kraft, vaterländischer Begeisterung, treuer Heimatliebe und verantwortlicher Arbeit werden und alle im Reichsbund für Leibesübungen vereinten Turner und Sportler mit ben Kameraden in ben Wehrverbänden zu einem festgefügten Bunde deutscher Me-nschen zusammenfassen. Eine weibliche Diebesbande vor Gericht. LPD. Mainz, 23. Juni. Eine Gruppe von drei weiblichen Angeklagten stand heute vor der Großen Sttafkammer Mainz. Die Hauptangeklagte Anna Jäger wird als gefährliche Gewohnheitsdiebin bezeichnet und ist bereits zwölfmal vorbestraft, darunter mit Zuchthaus. Auch die beiden andern Angeklagten, die Lina Koos unb die Margarete Neder, find wiederholt vorbestraft. Sie standen jetzt wegen fortgesetzten Taschen- und Ladendiebstahls vor Gericht. Wegen Bandendiebstahls erhielt die Jäger zweieinhalb Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung, die Neder erhielt zwei Jahre und die Koos ein Jahr neun Monate G e - fängnis. Der Geliebte der Jäger, Willi Rücker, erhielt wegen Hehlerei eineinhalb Jahre Gefängnis. 300 Jahre Universität Utrecht. W\ ?. * In Utrecht sanden aus Anlaß des 300jährigen Bestehens Der Universität große Feiern in der Domkirche statt, an denen auch bie Königin ber Nieberlanbe teilnahm. Bei ihrem Eintreffen würbe bie Königin von bem Rektor ber Universität begrüßt. — (Presse-Vilb-Zentrale-M.) Oberhessen. ZurlSO-ZahrfeierderStadtGrünberg Sonderverkehr der Reichsbahn, der Reichspost und der Butzbach-Licher Eisenbahn. + Grünberg, 25. Juni. Nach den letzten Verhandlungen des Hauptfestausschusses mit ber Reichsbahn, ber Reichspost unb ber Butzbach-Licher Eisenbahn sind nunmehr folgenbe Regelungen für bie Bewältigung bes Frembenverkehrs bei ber 750-Jahrfeier getroffen worden: Die Reichsbahn gibt an ben brei Festtagen (27. bis 29. Juni) auf 50 Kilometer Entfernung Sonntagskarten aus. Am Sonntag (28. Juni) werben sämtliche Hauptzüge aus den drei Richtungen: Gießen, Alsfeld unb Lonborf mit sechs bis acht Wagen Verstärkung gefahren. Außerbern geht an biefern Abenb um 24 Uhr ein Sonberzug zur Rückfahrt nach Gießen. Er ist im Hinblick auf bas Feuerwerk am Diebsturm, bas erst gegen 23 Uhr — nach Schluß ber Wieberholungsaufführung ber lebenden Bilber in ber Turnhalle — ftattfinbet, so spät gelegt worben, so baß allen Festbesuchern Gelegenheit geboten ist, bas Feuerwerk zu sehen. Die Reichspost läßt ihre Kraftomnibusse burch bie- jenigen Orte laufen, bie nicht an ber Bahn liegen. Eine Linie kommt aus ber Richtung Deckenbach— Rübbingshausen, eine zweite von Ulrichstein und eine dritte von Laubach. Die Fahrten sind so gelegt, daß sie vor ber politischen Kunbgebung in Grünberg eintreffen. Die Omnibusse stehen ab 19 Uhr zu Rückfahrten bereit. Die Butzbach-Licher Eisenbahn hat ebenfalls mehrere Sonderzüge eingelegt. Der erste verkehrt am Sonntag in folgender Weise.: Butzbach ab 10.55, Lich ab 11.40, Grünberg an 12.32. Vorgesehen ist noch ein weiterer Zug, ber um 14.55 ab Lich gefahren werben soll. Für bie Rückfahrt finb zwei Sonderzüge vorgesehen: Grünberg ab 18.30 (mit planmäßigem Anschluß in Lich bis Butzbach); ferner: Grünberg ab 23.40 Uhr. Werkkunst-Ausftellung in Butzbach. + Butzbach, 25. Juni. In ben großen „Butzbacher Werken für Eisenbearbeitung" ist seit gestern eine Werkkunstausstellung eröffnet roorben, bie zwei Wochen hinburch ben schaffenben Volksgenossen zugänglich gemacht ist. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 Verfluchtes Gold! Vornan von 3- Gchneider-Foerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 9. Fortsetzung. Nachdruck verbotenk „Wie soll ich bas aushalten bis zum Samstag!" seufzte er unb preßte ihre Hanb an seine Lippen. „Wie soll ich beim noch schaffen können? Sieh doch her!" — Sie erschrak, als er ihr plötzlich die zersprungenen Handflächen entgegenhielt. Sie waren voll tiefer Rinnen und Furchen. „Lieber!" Tränen traten ihr in bie Augen. „Muß Das sein?" „Verachtest bu mich beshalb?" Statt einer Antwort neigte sie sich herab und legte ihr Gesicht in seine Hände. „Maria! — Der Chauffeur!" Aber Anton hatte sich schon wieder über seine Karte geneigt. — Na, aber so etwas! Wenn der Herr Kommerzienrat das wüßte: Du gütiger Himmel! Es war höchste Zeit, daß man nach Hause kam. , . v Und doch tat ihm das Mädchen auch wiederum ein bißchen leid. Tja — das hatte sich weiß Gott wahrscheinlich von gestern auf heute angesponnen. Er war ein hübscher Bengel unb sie hatte vielleicht die glatten Gesichter satt, die ihr in der Stadt so beflissen ben Hof machten. Was lag schon baran, wenn man eine halbe Stunbe später eintraf? — Die vierzig Kilometer, die der Mechaniker für angebracht hielt, ließen sich nötigenfalls auch auf sechzig hinaufsetzen. Außerdem verstand er sich besser auf eine Maschine. Er warf einen raschen Blick von der Karte weg nach ben beiben, bie jetzt ein Stück näher gefom« men waren. Ab unb zu konnte er sogar em Wort auffangen, obwohl er burchaus nicht barauf erpicht war, zu hören, was sie sprachen. Wenn sie sich jetzt die Hände gedrückt hatten, war s ja so ein für allemal vorbei. Sollten sie die kurze Freude haben. „ . „So habe ich es mir nicht gedacht", sagte Mana, Den Blick nach Der Wiele gerichtet. „Ohne Umar- mung, ohne Kuß--' „Maria!" Sie hob Das Gesicht unD suchte in seinen Augen. „Sieh mich nicht so an!" flehte er. „Ich vergesse sonst, daß wir nicht allein sind. Am Samstag sollst du für alles entschädigt werden." „Muß ich Angst haben?" fragte sie mit leichter Beklemmung. „Wie meinst du bas?" Unb als sie errötete, sagte er ernst: „Ich bin boch sicher nicht ber erste, mit Dem bu bich zusammenbestellt hast?" „Aber ber erste, ber weiß, baß ich ihn liebe." „Du brauchst nur zu sagen, baß ich nicht kommen soll." Ihre Augen blickten jetzt klar wie ber Muhlbach. „Am Samstag um fünf Uhr, einen Kilometer außerhalb ber Stabt." „Du wirst nicht roieber so ein unsinniges Tempo vorlegen, ja?" , , „Ich bars ja nicht", lächelte sie. „Sonst noch etwas, mein Lieber?" „Ja", bettelte er, „jetzt nur noch eine Minute Alleinsein!" „Am Samstag bann", tröstete sie. „Lebe wohl! —Unb sollte es bir unmöglich sein zu kommen, so weißt bu ja meine Telephonnummer." „Ich komme", versprach er. „Auf Wiedersehen, Maria!" „Den Steffen hafs gepackt", lachte ein Arbeiter, als Rolf sich eben über Marias Hand neigte. „Dem gönn' ich's übrigens. Sie ist ein schönes Frauenzimmer! Teufel noch einmal! Er macht sicher fein Glück mit ihr. Warum soll's nicht auch ein armer Kerl mal zu etwas bringen?" „Der hätt's auch ohne ein Mädel zu etwas gebracht", brummte fein Nachbar, einen raschen Blick nach bem Wagen roerfenb, besten Motor eben an- sprang. „Wenn sie ihn nur nicht foppt! So Stabt- qesichter habe ich bitte! Die machen bir schone Äugen unb wässern bir ben Munb, unb wenn sie weg finb, hast bu sie gesehen unb nicht roieber. „Müssen nicht alle gleich sein, Peter!" „Müssen nicht! Nein! - - Äst em schwerer Abschied gewesen, was?" wandte er sich an Rolf Steffen, als dieser die Schaufel roieber aufnahm. „Gut, baß jebe Woche einen Sonntag hat. Bist noch ein junger Kerl, Steffen! Trau ben Weibern nicht zuviel!" , ... ... Steffen hob das Gesicht und strich sich mit bem Hanbrücken über bie Stirn. „Hast bu trübe Erfahrungen gemacht, Peter?" Der grunzte erst unb spie in großem Bogen zur Seite: „Früher mal, ja, wie ich noch so ein junger Hahn war roie bu. — Äber es hat auch sein Gutes gehabt. Sonst wäre ich vielleicht schon lange unter ber Erbe." Alle lachten. Die nackten Rücken gebückt, fuhren sie mit Hacke unb Schaufel roieber in bas kantige Gestein. ♦ An Georg Amselmanns Begräbnistag schritten nur feine beiden Sohne als nächste Angehörige hinter bem schweren Eichensarg, in bem man ihn zur letzten Ruyestätte trug. Seine Frau war nicht gekommen. Auch keine Depesche von ihr. Man mußte annehmen, baß sie bie Nachricht vom Tobe bes Gatten noch nicht erhalten hatte. Vielleicht befanb sie sich gar nicht in Paris, sonbern möglicherweise in Aegypten ober auf Capri. Die ganze Nacht war bie Dienerschaft im Hause Amselmann wachgeblieben, um zur Stelle zu fein, wenn bie Herrin eintraf. Äber es war umsonst gewesene Äm Morgen hatte Wolfgang ben Bruber wie ein Verzweifelter geschüttelt unb feinem Schmerz Luft gemacht: „Das kann sie uns antun! Das! Nicht einmal biefes letzte Opfer bringt sie ihm! Nicht einmal diesen kleinen Beweis ber Zusammengehörigkeit will sie ihm vor ber Welt geben. Unb er hat boch immer so großzügig für sie gesorgt, baß sie ein Leben führen konnte, roie sie es nun einmal geführt hat. Ich lasse bas Parktor versperren. Keinen Schritt barf sie mehr herein! Keinen Schritt mehr! Sie soll sich unterstehen, irgenbroelche Rechte geltenb zu machen!" „Wolfgang! — Unsere Mutter!" „Wir haben immer nur einen Vater gehabt! — Wenn bu zu ihr hältst, Hylmar, sag ich mich los von dir, roie ich mich von ihr losgesagt habe." Das erschütternbe Schluchzen, mit bem Hylmar „Lebe wohl, Vater!" sagte, ergriff mehr, als bie Leichenrebe bes Geistlichen unb bie vielen Ansprachen. „Nun, seine Jungen wenigstens haben ihn ehrlich geliebt", meinte Kommerzienrat Ansolt, ber mit Dr. Singer ben Friebhof verließ. „Daß sie nicht gekommen ist, finbe ich herzlos." „Sie wirb wahrscheinlich roieber irgenbroo am Ende ber Welt sein, an einem ausgefallenen Platz, roo bie Post alle zehn Jahre einmal hinkommt." Ansolt stieß verärgert einen Kiesel mit ber Spitze feines Lackschuhes zur Seite. „Ich habe gar nicht gewußt, daß sie so sehr für Einsamkeit ist." Singer brummte etwas. „Ober?" fragte Ansolt hartnäckig. „Ich weiß es nicht." Dr. Singer konnte schweigen bis zur Unhöflichkeit, wenn er nicht in ber Laune war zu sprechen, unb das war er selten. — Hylmar hatte ben Kopf auf bie Brust herab» gesenkt. Bis zum letzten Augenblick, selbst bann noch, als schon Die Schollen auf ben schwarzen Eichensarg polterten, hatte er gehofft, sie würbe kommen. Wenn auch verspätet, verhinbert aus irgenbeinem Grunbe, um dann im allerletzten Augenblick noch ein Wort der Liebe, ober wenigstens bes Verzeihens in bas offene Grab hinein zu sprechen. — Abenbs aber, als bereits ber große Lüster in bem Speisezimmer ber Villa Amselmann brannte, und Oskar lautlos abzuservieren begann, fuhr ein Wagen am Parktor vor. Der Portier stürzte auf bie Flügeltür zu unb brückte an bem Hebel, ber bas Tor öffnete. Langsam rollte bie große, schwere Reiselimoufine bie breite Auffahrt herunter und stoppte. „Die gnädige Frau!" Der Portier riß den Schlag auf unb verneigte sich vor ber schlanken, stattlichen Gestalt, bie eben den Fuß über bas Trittbrett setzte. Äus ber Halle kam Oskar. Jeder Schritt Zurückhaltung. Oben faßen bie beiben Sohne unb hatten keine Ahnung. Noch vor einer halben Stunbe hatte Wolfgang befohlen: „Das Tor bleibt versperrt! Wir empfangen niemanb mehr!" „Auch bie Frau Mama nicht?" hatte er gefragt. „Nein! Auch bie gnädige Frau nicht!" war ihm erwidert worden. Und nun stand er hier und wußte sich nicht zu helfen, und sie legte eben die Hand auf ben Aermel seiner Livree. „Ich bin zu spät gekommenl" „Der gnädige Herr ist heute morgen beerdigt roorben." „Wie schrecklich! — Wo finb meine Söhne?" „Die Herren finb oben. Wünschen gnädige Frau gemeldet zu werden?" Fortsetzung folgt EM ; RH 4 M ■ schmerzlos, radikal und sicher Packung RM.-.5O u. 1,00 IM APOTHEKEN,DROGERIEN «.SAHIT.GESCH. Die Ausstellung wurde am gestrigen Tage von dem Betriebsführer Direktor Fischler eröffnet, der anschließend über die Bedeutung und den Wert einer solchen Kunstschau sprach. Nach der Hissung der Arbeitsfrontiahne entwickelte der Vertreter Rotter von der Landesstelle für Volksaufklärung und Propaganda ebenfalls den Zweck dieser Ausstellung. Der Betriebsobmann Müller schloß die einfache aber schöne Feier in der üblichen Weise. Zur Ausstellung, bei deren Eröffnung auch der Kreiswalter der DAF. Wagner anwesend war, selbst ist zu sagen, daß auf ihr in der Hauptsache Bilder von bedeutsamem Werte wenig bekannter Künstler gezeigt werden, die vornehmlich im Gau Hessen-sstassau beheimatet sind. Radierungen und Gemälde, die deutsche Landschaft, aber auch den schaffenden Volksgenossen bei der Arbeit als Inhalt darstellen, sind in dem eigens für diesen Zweck hergerichteten Raum zu finden. Der Sinn der Ausstellung soll sein, auch dem schaffenden Menschen Gelegenheit zu geben, in die malende Kunst Einblick zu bekommen und die künstlerische Gestaltung der Gemälde zu verstehen. 75 Jahre Gesangverein „Frohsinn" Londorf. O Londorf, 25. Juni. Der hiesige Gesangverein „Frohsinn" feiert am 4., 5. und 6. Juli sein 75jähriges Bestehen. Es ist der ä l t e st e V e r- ein unseres Ortes und der älteste Gesangverein in der näheren Umgebung. Mit dieser Jubelfeier ist auch ein W e r t u n g s s i n g e n des S ä n g e r k r e i s e s Ohm-Lumdatal verbunden. Das Fest wird am Samstag mit einem Kommers eröffnet. Es wirkten hierbei mit der Gesangverein Heiterkeit Gießen, Liederkranz Kesselbach, Teutonia Nordeck und die Turnvereine Londorf und Kesselbach. Am Sonntagfrüh beginnt in der ge- geräumigen Dolkshalle das Wertungssingen der Vereine des nördlichen Teiles vom Ohm-Lumda- talkreis. Daran nehmen ungefähr 20 Vereine teil. Als Wertungsrichter wird Musikdirektor Dr. Werner von Frankfurt a. M. tätig sein. Nachmittags, anschließend an den Umzug, findet an der Dorflinde bei der Schule eine große Sängerkundgebung statt, bei der der Kreisführer Fr. Gengnagel fGrünberg) sprechen und durch einen Beauftragten der NSDAP, der Haken- kreuzwimpel für die Vereinsfahnen geweiht werden wird. Von allen Sängern werden drei Massenchöre vorgetragen. Anschließend findet das Fest auf dem Sportplatz statt, wo den einzelnen Vereinen Gelegenheit gegeben ist, Chöre vorzutragen. Montag nachmittag ist Volks- und Kinderfest. Außer den Kreisvereinen haben auch befreundete Gesangvereine aus der Nachbarschaft und dem ehemaligen Lahntalsängerbund ihre Teilnahme an diesem Stiftungsfest zugesagt. Die Vorbereitungen für die feierliche und würdige Ausgestaltung des Festes zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das deutsche Lied sind soweit dem Abschlüsse nahegebracht. Es steht zu erwarten, daß dieses Fest einen schönen und würdigen Verlauf nimmt. Landkreis Gießen * Londorf, 26. Juni. Dieser Tage ereignete sich in unserem Orte ein Unfall. Der etwa 35jährige Landwirt Friedrich W i ch n e r erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte durch die Sanitätskolonne Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. ♦ Hof Gull, 25. Juni. Auf dem Hofgut Hof Güll verunglückte eine Arbeiterin beim Abspringen vom Heuwagen schwer. Sie stürzte aus eine am Boden liegende Heugabel, deren Zin - kenihr inden Rücken drangen. = Aus d e m Lumdatal, 22. Juni. Mit Beginn dieser Woche erreicht die Heuern t e ihren Höhepunkt und bei gutem Wetter geht sie rasch ihrem Eide zu. Das Ergebnis ist überall befnedl- gend. Besonders hab»rn die Talwiesen hervorragendes Qualitätsfutter. Die Getreidefelder weisen einen vorzüglichen Stand auf. Die Winterfrucht hat sich teilweise stark gelagert. Die Wintergerste geht ihrer Reife entgegen. In unserem Tale werden die Dickwurzeln fast restlos auf die Aecker gepflanzt. Diese Arbeiten sind nach den letzten Niederschlägen erledigt worden. Die Kartoffeln schießen bei der warmen Witterung geradezu in die Höhe. Frühkartoffeln stehen schön in Blüte. Mehr denn je ist in diesem Jahre Raps als auch Flachs angebaut worden. Man verspricht sich eine befriedigende Ernte. Der Flachs blüht. In den Gärten ist der Stand sämtlicher Gewächse gut. Die Obsternte fällt in unserer Gegend nicht so schlecht aus, wie es anfangs schien. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 24. Juni. Immer wieder kommt es vor, daß Spiritus in brennende Spirituskocher nachgefüllt wirb. Einer Frau in der Altstadt explodierte dabei die Flasche. Eine zweite Flasche, die in der Nähe stand, sing ebenfalls Feuer. Ein junger Mann, der im gleichen Raum weilte, wollte Schlimmeres verhüten und warf die Flasche mit der brennenden Flüssigkeit zum Fen st e r h i n - aus. Ein auf der Straße spielendes zwölfjähriges Mädchen wurde dabei getroffen. Die Kleider fingen sofort Feuer, und das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Kreis Schotten. + Ruppertsburg, 24. Juni. Gestern wurde hier die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Elise H ö g y, zu Grabe getragen. Die hoch betagte Frau war 90 Jahre alt. Noch vor einigen Monaten konnte sie ihren Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische feiern. Kreis Büdingen. 0 Nidda, 24. Juni. Bis auf einen geringen Prozentsatz sind hier alle Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß eingeschaltet. Zur Ausgestaltung von Feld- und Wiesenwegen mit festem Untergrund finden hierbei sowohl, als auch in den Basaltstein- brüchen zahlreiche Arbeitskräfte auf lange Zeit Verwendung. Auch die Fuhrleute haben durch Anfahren der Steine viel Nebenbeschäfttgung. Einem schon lange bestehenden Bedürfnis für bessere Zu- lahrt zum sehr langen Güterverladeplatz trägt man eben Rechnung. Ein sechs Meter breites Basalt- p f l a st e r wird hergestellt, der restliche Teil der breiten Zufahrtsstraße durch Auffüllen erhöht. Ein ausgedehnter Hohlweg hinter dem Bahnhof wurde geschleift und dadurch etliche Morgen Nutzland gewonnen. Der hiesige Arbeitsdienst setzt im Anschluß an den alten Niddalauf die Verbreiterung des Flutkanals nach der Krötenburgsmühle fort, wodurch die mit Recht gefürchteten Heber» jckwernmungen in den niederen Stadtteilen der Vergangenheit angehören dürften. Mit den ausgehobenen Erdmassen werden die Ufer erhöht oder die angrenzenden Wiesen planiert. Aus den preußischen Äachbargebieten . , qnhren Zuchthaus und 200 hilf-w-i,? wetteren 40 Tagen 3000 englische Bauern aus allen Landesteilen protestierten in einem großen Demonstrationszug gegen die Kirchensteuern. Eine Gesetzesvorlage sieht die Umlegung des Kirchenzehnten auf die Landwirtschaft vor. — Unser Bild zeigt einen Teilnehmer an der Demonstration, der seine Kopfbedeckung mit Aehren geschmückt und einem Protestplakat versehen hat. — (Presfe-Bild-Zentrale-M.) Heimatfest im Hinterland. LPD. Biebentopf, 25 Juni. Am 26. Juli dieses Jahres wird der im Jahre 1910 errichtete und nun wieder erneuerte ©^6^111 oor t)e Philippsbuche auf dem StaffelboN bei Simmersbach f e 1 e rl ich e l nge weih - Die Weihe, die Kreisleiter Thiele (Biebenfopf) vornehmen wird, ist verbunden mit einem großen Heimat- und Trachtenfest wie es das Hinterland feit vielen Jahren nicht gesehen hat. Ein historisches Festspiel „Philipp der Großmut-ge. Landgraf °°n Hessen" in den Kostümen des 16. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der 5«er. an die sich ein großes Volkssest auf dem landsch-s ich herrlich gelegenen etwa 550 Meter hohen Staffel- böll anschließt. Dort steht ein uralter weitschatt^- ber Baurn, die Philippsbuche genannt. Sie wurde zur Erinnerung an den Tag gepflanzt, an öem Landgraf Philipp nach seiner Befreiung aus spanischer Gefangenschaft in den Niederlanden im Jahre 1552 die hessische Grenze überschritt. Jugendlicher Schwindler erhält drei Jahre Zuchthaus. LPD. Marburg, 23. Juni. Vor dem Schöffengericht hatte sich der 24jährige Johann Gall aus Schwarzenholz (Saar) zu verantworten dem es durch fein sicheres und redegewandtes Auftreten gelungen ist, viele Leute in Marburg und Umgegend um zum Teil erhebliche Beträge zu schädigen. Gall besuchte im Februar vorigen Jahres in Schwabendorf bei Rauschenberg einen dort verheirateten Landsmann. Unter der Angabe, daß er als Versicherungsvertreter große Einnahmen für von ihm abgeschlossene Versicherungsverträge zu erwarten habe, gewährte ihm ein Gastwirt bereitwilligst mehrere Wochen lang Pension. Auf gleiche Art erschwindelte er sich bei einem Fahrradhandler in Schönstadt ein neues Fahrrad, das er alsbald weiter veräußerte. Auf dem Bahnhof Rauschenberg stellte er sich als Kriminalbeamter vor, der angeblich einen Fahrrad- marber verfolge, und veranlaßte das Bahnpersonal zu Amtshandlungen. Als ihm schließlich der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, verschwand Gall aus Schwabendorf, nahm noch einige von seinem Landsmann geborgte Kleidungsstücke mit und „verga ß" die Bezahlung der ihm von dem Gastwirt wochenlang gewährten Pension. In Frankfurt a. M. versetzte er die Armbanduhr seiner „Brau t", die er in Schwabendorf kennengelernt hatte, pumpte auf raffinierte Art eine Versicherungsgesellschaft an, für die er in Marburg ohne Erfolg zu arbeiten versucht hatte, und flüchtete. Erft vor einigen Wochen konnte er in Bayern festgenommen werden. Es stellte sich heraus, daß er trotz seiner Jugend bereits 16m al wegen Betrugs, Unterschlagung, D i 5 ft al) I, Hehlerei usw., teils mit erheblichen Freiheitsstrafen, vorbestraft war. Gall versuchte vergebens, seine Schwindeleien durch Redensarten zu beschönigen. Das Gericht schenkte den Angaben des schweroorbestraften Gewohnheitsverbrechers, der nahe vor Anordnung der Sicherungsverwahrung steht, keinen Glauben. Es verurteilte ihn wegen Rückfallbetruges in fünf Fällen, Unterschlagung in drei Fällen und Amtsanmaßung zu WU5-„ Stei, HWa, . Wehlar. 24. Juni. Vam ßanbratsamt Wehlar wird salzendes mitgetettt: „Die letzt ge< musterten Angehörigen der Jahrgänge 1915 und 1ll16 des Kreises Wetzlar, die eme Vardienstzett ,m Freiwilligen Arbeitsdienst oder Rechsarbettsd.enst bereits abgeleistet haben, haben die hierüber aus- q stellten, in ihrem Besitz b-smdl.chen Belege >eg- lieber Art (Arbeitspaß, Dienstzettausweis oder Be- K nigung-n> umgehend an die Meldestelle für den Reichsarbeitsdienst. Wetzlar. Schwarzadlergasse 1. ''TßüTe 11i nb e n , 24. Juni. Die Landstraße van hier nach KleiwLinden befindet sich nahe der nreuhsich-hessischen Grenze an der Holzburg IN ettiem schlechten Zustand, der gesamt- Oberbau ist abgewaschen. Gegenwärtig wird die Straße, die immerb n einen starken Autoverkehr auszuweisen ha. neu in llindgesetzt. Die Straße wird teilweise um einen Meter verbreitert und an den Kurven gehoben. Die Straßendecke wird mit einer Walze bearbeitet. Der Verkehr wird Nicht u m g e l e i t e t. Farmer demonstrierten in London. SA\1LZ