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Ermäßigte Grundpreise: Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: Srühl'sche UniversilätsSuch- und Steindruckerei «.Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M°ng-nabschW-st°ff°is Gespannte Lage in Palästina Zertrüm- Wahlkampf hervor. Allein in drei Bezirken der Anspruch Provinz Lüttich hätten die Katholiken die Hälfte trotz ihres Mandatsoerlustes durch die merung der Katholischen Partei heute den aus Besetzung des Ministerpräsidentenpostens, weil sie immerhin noch die zahlenstärkste Fraktion stellen. Ihr Kandidat ist V a n d e r v e l d e , einer der Unterzeichner des Versailler Vertrages und Führer der Zweiten Amsterdamer Internationale im Weltkrieg gegen Deutschland. Aber das neue Kabinett wird, obgleich es aus den alten drei Parteien ye- bildet werden wird, vor den größten Schwierigkeiten stehen, denn der Sieg der Opposition hat den Kamps um die politische Neuorientierung in Belgien mit verschärften Mitteln aufgeworfen. gierung will. „ Auch der Londoner Korrespondent der „Tribüne spricht von einem Treiben der Sanktionisten, die dem Negus Kundgebungen bereiten wollten, me dazu führen würden, „das zwischen England und Italien bestehende Gefühl des Mißbehagens zu verschärfen". Wenn London wirklich den Wunsch nach einer Entspannung mit Rom habe, so hätte es keine unvorsichtigere Handlung begehen können, als die, in den Besuch einzuwilligen. Man könne allerdings hoffen, daß dieser ganze Fragenkomplex von der englischen Regierung noch reichtzeitlg in aller Ruhe überprüft werde. Der Führer der belgischen Rex-Bewegung, der erst ZOjohrige Löon Degrelle. (Scherl-Bilderdienst-M.) in beängstigender Weise. Wie in den Alarmtagen des September geht das schreckliche Wort K r i e g um, und die Lage wird nur noch düsterer durch den Umstand, daß niemand weiß, was die englische Re- Belgien nach den Wahlen. Die Wahlen am Sonntag haben für Belgien zwei Ueberraschungen gebracht: die Abgabe weißer Zettel im deutschsprachigen Gebiet Eupen- Malmedy und den Verlust der Katholiken durch eine im eigenen Lager ausgebrochene Revolte der sogen. Rex-Bewegung gegen die katholischen Parteihäupter, deren enge Verbindung mit dem zumeist in liberalen Händen sich befindenden Kapitalismus zu allerlei Parlamentsskandalen führte. Die Sozialisten haben ebenfalls verloren, die Kommunisten haben vor allem im französisch sprechenden Wallonien gewonnen, aber der nationalflämische Block hat insgesamt acht Sitze gewonnen und verstärkt die Bestrebungen, die in einer Ueberwindung des Parteiensystems, der französisch orientierten Po- Gautag Hessen-Nassau derASOAp. in Frankfurt«.M am 11. und 12 Juli 1936. hunderttausend werden am diesjährigen Gautag in Frankfurt a. 7N. aufmarschieren. Mehrere hunderttausend Volksgenossen werden außerdem unmittelbar Zeuge dieser machtvollen Kundgebung sein. Aus allen Teilen des Gaues werden Sonderzüge mit 75 v. h. Fahrpreisermäßigung die am Gautag teilnehmenden Volksgenossen nach Frankfurt befördern. Um diese Sonderzüge in genügender Zahl bereitstellen zu können, ist es notwendig, daß sich alle Parteignos- sen, Mitglieder der Gliederungen und angeschlossenen Verbände und Volksgenossen, die am Gautag teilnehmen wollen, umgehend, spätestens aber bis zum 2 8. 211 at bei den zuständigen Ortsgruppen der NSDAP, vorläufig anmelden. Dies gilt nicht für die Teilnehmer am Gautag, die innerhalb ihrer Formationen in Frankfurt geschloffen aufmarschieren werden. Nähe von Gaza mehrere englische Familien in Gefahr feien. Truppen brachten die Familien in Sicherheit. Auf der Straße zwischen Nablus und Janin kam es zu einem Gefecht zwischen Arabern und britischen Truppen, bei dem es mehrere Verletzte gab. Auf die Filiale der Anglo- Palästina-Bank und auf den Bahnhof in Jaffa wurden am Montag mehrere Bomben geschleudert. Die Einwohner der Stadt Ke fr K e n n a empfingen durchmarschierende englische Truppen mit einem Steinhagel. Die Truppen durchsuchten darauf die Häuser, wobei sie von den Dächern weiter mit Steinen beworfen wurden. Viele Frauen beteiligten sich an diesem Angriff. Ein Engländer erhielt eine schwere Kopfwunde. Die Truppen machten von der Schußwaffe Gebrauch. Dabei wurde ein arabisches Mädchen getötet. Nach einer weiteren Meldung wurde von der Moschee in Jaffa aus ein A n g r i f f a u f b i e Polizei durchgeführt. Es wurden Schüsse abgefeuert und Bomben geschleudert. Am Dienstagmorgen kam es am Fuße des Berges Tabor zu einem Zusammenstoß zwischen britischer Polizei und etwa 250 Arabern. Die Polizei mußte sich nach kurzem Gefecht wegen Munitionsmangel zurückziehen. Eine Unterredung mit Degrelle. Paris, 26. Mai. (DNB. Funkfpr.) Ein Berichterstatter des „Journal" hatte mit Degrelle, dem Führer der Rex-Partei, eine Unterredung. Schon beim Betreten des Rex-Gebäudes in Brussel, so meint der Berichterstatter, habe ihn eine Luft umgeben, wie sie vor der Machtergreifung der NSDAP, in Deutschland im Haufe des Berliner Gaues der nationalsozialistischen Bewegung geweht habe. Ueberall Plakate und Aufrufe, kurz und prägnant, überall das gleiche Organisationsfieber, die gleiche Geschäftigkeit und der gleiche Eifer. Mit 30 000 Franken habe Degrelle seine Bewegung gegründet. Heute habe sie bereits ein s e st e s Kapital von über 20 Millionen. Für einen Platz in den überfüllten Wahlversammlungen habe man in den letzten Wochen bis zu 20 Franken gezahlt. Aber selbst dann habe man noch keinen bekommen. Degrelle habe mit ihm lange über das deutsch-französische Verhältnis gesprochen und ihn schließlich mit blitzenden Augen gefragt: Was würden Sie sagen, wenn einmal em belgischer Staatsmann in der Rolle des Vermittlers sich vornehmen würde, die deutschfranzösische Verständigung zu verwirklichen? Wie dem auch fei, so schließt der „Journal"-Dertreter seinen Bericht, noch steht Degrelle und seiner jungen Bewegung ein gutes Stück Arbeit bevor. Falls die Katholische Partei und Sozialisten in Belgien einig bleiben sollten, werde die Rex-Bewegung noch eine Probe ihrer Geduld ablegen müssen, andernfalls jedoch habe sie alle Hoffnungen. Sorgen der Mparteien Brüssel, 25. Mai. (DNB.) Das Organ der belgischen Arbeiterpartei „Le P e u p l e" macht aus der Betrübnis der Sozialisten über ihre Stimmenverluste kein Hehl. Das Blatt tröstet sich aber damit, daß die Partei nun die st ä r k st e Gruppe im Parlament geworden sei. — Der flämischkatholische „Standaard" erklärt, die Katholische Partei gehe schwer geschädigt aus dem in den Reihen der belgischen Katholiken entstand, veranlaßte den belgischen Episkopat im November vergangenen Jahres, Priestern und Geistlichen die Verbindung mit Degrelle und seiner Bewegung zu untersagen, und auch die Katholische Partei zog damals den Trennungsstrich. Von da ab datiert eigentlich erst der Aufschwung der Rex-Bewegung, die nunmehr ihren Kampf von außen her gegen die Katholische Partei und darüber hinaus gegen das herrschende politische System in Belgien richtete und ständig steigerte. Das politische Programm der Rex-Bewegung geht auf eine Verstärkung der Regierungsgewalt gegenüber den Parteiemflussen und eine Reform des Parlaments im Sinne des ländischen Gedankens hinaus. Die katholische Grundlage seines Programms ist unverkennbar, wenn auch Nichtkatholiken nicht zuruckgewiesen werden Auf außenpolitischem Gebiet tritt Degrelle für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Belgiens namentlich gegenüber Großmachteinflussen em. In der Frage Eupen-Malmedy hat er sich einer klaren Stellungnahme im Wahlkampf entzogen. Er scheint aber einer Verständigung mit Deusichland über diese Frage nicht abgeneigt zu sein. Degrelle besitzt eine hervorragende Rednergabe. Er hat in Löwen Jura und Philosophie studiert, hat aber niemals em Examen gemacht, sondern ist nach mehrjährigem Studium in einen katholischen Verlag m Löwen eingetreten und hat später die Leitung dieses Ver- litik und der Errichtung eines auf christlicher Grund- t läge sich aufbauenden Stände-Staates bestehen. , Zunächst ist die Abgabe von über 9000 weißen Stimmzetteln durch die Deutschen in Eupen-Mal- medy eine eindrucksvolle Frontbildung gegen die Belgisierungsversuche, die von den Behörden unter Bruch des Rechtes gegen die Deutschen beliebt worden sind. Seit 1920 kämpft die deutsche Bevölkerung von Eupen Malmedy-St. Dich um ihr Recht. Der Versailler Vertrag hatte bestimmt, daß eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit dieses Gebietes zu Deutschland oder zu Belgien entscheiden sollte. Ader im Jahre 1920 ist dieses Gebiet ohne weiteres Belgien zugeschlagen worden, und alle Versuche, im angeblich demokratischen Staat Belgien das Selbstbestimmungsrecht der Bewohner dieses Gebietes durchzusetzen, wurden vereitelt. Eine Unterdrückungspolitik setzte ein, die durch Ausbürgerungen, Verbot des Vertriebes heimattreuer Zeitungen und Flugblätter usw. die Eupen- Malmedyex mundtot machen wollte. Die Antwort darauf war die Ablehnung der altbelgischen Parteien, der Katholiken, der Liberalen und der Marxisten, und die Abgabe weißer S t i m m - zettel als ein deutliches und in seiner Geschlossenheit bis jetzt noch nicht vorgekommenes Eichen, daß die deutschstämmige Bevölkerung ihr Recht will und durch diese Politik der Verneinung des Altbelgiertums deutlich bekundet, wo sie steht. Die Heimattreue Front hat mit diesen weißen Stimmzetteln vor aller Welt deutlich bezeugt, daß sie nichts will als ihr Recht, aber ihr volles und uneingeschränktes Recht, und sie hat sich nicht von den Lockungen jener Parteien, die wie die Marxisten im Wahlkampf angeblich Verständnis für die Bestrebungen der Heimatfront zeigten, bewegen lassen auch nur einen Schritt von dem Pfade ihres Rechts abzuweichen. Diese Abgabe von weißen Stimmzetteln ist vor aller Welt ein Ruf nach Recht und nach dem Selbstbestimmungsrecht. Der aufsehenerregende Erfolg der Rex- Bewegung und die katastrophale Niederlage der Kathalischen Partei bei den belgischen Wahlen sind in der Hauptsache das persönliche Werk Degrelle s des 30jährigen Führers der neuen Bewegung, der 'selbst aus der Katholischen Partei hervorge- aanaen ist. Die Entwicklung Degrelles und ferner Partei ist recht interessant Degrelle, ein gläubiger Katholik, hat jahrelang im Dienste des katholischen Laienapostolates gewirkt. Die von ihm geschaffene Junqkatholische Bewegung die Zunächst in enger Verbindung mit der Katholischen Aktion m Belgien stand bat Degrelle mit rein religiöser Zielsetzung un?e, dem Schutz des „Christkönigs" gestellt. Die entscheidende Wendung vom Religiösen zum Politischen hat sich bei Degrelle und feiner Bewegung eigentlich erst im vorigen Jahre vollzogen, als Degrelle erkannte, daß die von ihm erstrebte Reform der Katholischen Partei an der unheilvollen Verquickung zwischen Religion und Politik, die rn Belgien besonders kraß in Erscheinung tritt, scheiterte. Zum offenen Bruch kam es im September v -J., als Degrelle in Courtray die Jahresversammlung der Katholischen Partei stürmte und den Rücktritt des Präsidenten der Partei, des Staatsministers Seegers, forderte Der Kampf gegen Seegers, mit dem Degrelle einen beispiellosen Erfolg hatte, war der Anfang eines erbitterten Feldzuges gegen andere führende Persönlichkeiten der Katholischen Partei, die von f " *■ ■■*■ 0 Der Herausgeber der „Volonte", Albert D u- barry, der in dem Stavisky-Prozeß verwickelt war, fordert sofortige Aushebung der Sühnemaßnahmen. Zu Beginn des itallemsch- abessinifchen Streites sei es möglich und ohne Zweifel auch rechtmäßig gewesen, Italien als Angreifer zu betrachten, und als solchen zu behandeln. Heute sei Italien derHerr Abessiniens. Das sei eine fest stehende Tatsache. Die Suhne- maßnahmen aufrechtzuerhalten, sei daher eine nicht zu verteidigende Dummheit und ein gefährlicher Scherz. Frankreich habe bereits über eine Milliarde Franken durch die Anwendung der Suhne- maßnahmen verloren. Ferner habe es die italienische Freundschaft und Italiens Hilfe aufs Spiel gesetzt. Frankreich sei gegen England nicht voreingenommen, Es würde aber nicht verstehen, wenn man es in den London, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Unruhen in Palästina nehmen, wie die englischen Blätter melden, immer bedrohlicheren Umfang an. Teilweise haben die Kämpfe zwischen Arabern und Juden, die nun feit sechs Wochen im Gange sind, bereits den Charakter eines offenen Ausstandes, der den britischen Behörden große Schwierigkeiten bereitet. Der ganze Küstenstrich von Haifa bis Gaza und das Gebiet zwischen Jerusalem und Nazareth sind von den Unruhen berührt. Bewaffnete Trupps streifen durch die Hügel und feuern vielfach auf die Polizei und die britischen Truppen. Man vermutet, daß in nächster Zeit mit einem scharsenDorgehen der b r i t i sch e n Behörde n gerechnet werden muß. Der britische Oberkommissar erklärte am Montag, daß sich die Regierung durch keinen Streik und keine Gewalttätigkeiten von ihrer Entschlossenheit abbringen lassen werde die Mandatsverpflichtungen voll und ganz zu erfüllen. In der jüdischen Kolonie Mesha kam es zu einem Kampf zwischen Arabern und der Polizei. Die Araber rückten aus mehreren Richtungen gegen die Kolonie vor, und eröffneten das Feuer. Später trafen englische Truppen ein, die die Araber zurücktrieben. Auch in Gaza, wo Araber die Telegraphenlinien zerstört hatten, machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. | Den Behörden war mitgeteilt worden, daß in der der Stimmen an Rex abgeben müssen, in Brüssel sogar zwei Drittel. In Flandern dagegen habe die Katholische Partei Widerstand geleistet. Nur in den großen Städten wie Gent und Antwerpen hätten die Rexisten Stimmen erobern können. Der flämische Nationalismus habe hier und dort in ansehnlichem Maße Gewinne zu verbuchen, was begreiflich fei nach all dem, was Brüssel in letzter Zeit getan habe, um die Gemüter der Flamen in Wallung zu bringen. Flandern habe sich auch gegenüber dem Liberalismus und dem Marxismus als widerstandsfähig erwiesen. Das Blatt hebt dann besonders hervor, daß der bisherige Führer der flämischen Katholiken, Staatsminister van Cauvelaert, der von Rex und den flämischen Nationalisten angegriffen worden ist, in glanzvoller Weise wiedergewählt worden fei. „Sorge befällt uns", schreibt das Blatt, „bei dem Gedanken, daß jetzt die S o z i a l i st i s ch e Partei die st ä r f ft e im Parlament ist und die Führung der Staatsangelegenheiten übernehmen soll." Italien uni) das europäische Mächtekonzert. Oie Franzosen wünschen erst im Herbst eine Entscheidung Über die Sanktionen Paris, 26. Mai. (DNB. Funkspr.) „Oeuvre" glaubt, die neue französische Regierung werde wahrscheinlich die endgültige Losung des abessinisch- italienischen Streitfalles und die Aufhebung der Sühnemaßnahmen gegen Italien auf d i e September-Sitzung des Völkerbundes verschieben. Durchaus möglich sei, daß Italien bis dahin aus dem Völkerbund ausgeschieden sei. Italien habe die Neigung bekundet, seine europäische Zusammenarbeit mit Frankreich und England wieder aufzunehmen, jedoch in einer Weise, die weder in London noch in Paris Zustimmung finden konnte. Bei einer Besprechung mit dem. französischen und sowjetrussischen Botschafter in Rom habe Mussolini eingewendet, daß Italien diese Zusammenarbeit i m Rahmen eines europäischen Direktoriums der großen Mächte wünsche. Gleichzeitig weigere Italien sich jedoch, das gleiche Recht für alle Staaten anzuwenden und sich mit der Kleinen Entente und der Balkan-Entente zu einigen. Bei den Besprechungen habe es sich um die Unterzeichnung eines Abkommens 3 u s e ch st mit Polen und Sowjetrußland oder eines Abkommens z u fünft ohne Polen gehandelt. Es fei anzunehmen, daß Italien weiterhin eine Politik der Revision der Vertrage betreiben werde. Alle diese Entscheidungen durften jedoch auf den September verschoben werden. Dies bedeute aber nicht, daß jegliche diplomatische Tätigkeit bis dahin ruhen solle, im Gegenteil, eine unentschlossene Haltung gegenüber der faschistischen Politik sei nicht mehr möglich, die neue französische Regierung werde in dieser Frage eine endgültige Stellungnahme treffen müssen. laqes übernommen. Bemerkenswert ist beim Wahlausgang auch die Zunahme der Flamen. Di- Flamen haben, zulammen mit den kathalischen M.tgftebern slami- scher Herkunft, der klerikalen Parteien. nunmehr das Uebergewicht im Senat und in der belgischen Kammer. Die Wallonen sind unterlegen Damit roirö die Frage wieder spruchreif, wie die belgische Militär- undAußenvol.tik orientiert werden soll. Gerade der belgische Militaretat und der Militärakkord waren die Hauptangriffspunkte der Flamen. Sie wandten sich dagegen daß einseitig das militärische Bündnis mit Frankreich sich nur gegen Deutschland richtete. Sie behaupteten mit Recht, Belgien spiele nur die Bolle eines militärischen Vorwerks Frankreichs gegen Deutschland, was für Belgien eine Politik für den Krieg bedeute. Diese Rolle müsse radikal gebrochen werden und die Erörterungen im Senat und m der Kammer über die Kündigung des Militärvertrages mit Frankreich nahmen äußerst heftige Formen an Einradckaler Flame erklärte: „In einem Kriegsfall wird Flandern für Belgien nicht mehr marschieren! wahrend anderseits die französisch sprechenden Wallonen mit separatistischen Bewegungen drohten^ Vor der Wahl wurde die Abgeordnetenzahl an die Be- volkerungszahl angeglichen, d. h. der flämischen Bevölkerungsmehrheit angepaßt. Der Abgrund zwl- aüft-h7n°rr°g°nd° sch-n dem germanischen und w-lsch-n T-.l der Be- Enthüllungen von der Oefsentlichkeit in Anklagezu-1 P^teftn °ha!un i" M arxisten stand versetzt wurden. Die Verwirrung, die dadurch Von den alten Parieien yu Dienst der reichen Händler der City und die Puritaner der presbyterianischen Kirche einspannen würde. Mißfallen in Italien. Rom, 25. Mai. (DNB.) Die Reise des Negus nach London wird von der römischen Presse als die „neueste Erfindung der Sanktionisten für ihre italienisch-feindliche Propaganda" stark abfällig behandelt. „Giornale d'Jtalia" schreibt u. a.: Der Negus komme mit der ausgesprochenen Absicht nach England, seine Sache von dort propagandistisch zu betreiben. Man wisse, daß er in London für die Fortsetzung und Verstärkung der Sanktionen werben wolle. Die englisch-italienischen Beziehungen werden täglich gebrechlicher, und der ganze europäische Horizont verdunkelt sich dadurch in diesem Sinne d i e i t l e r s den am Die Deutsch-ungarische Freundschaft Der Besuch des ungarischen Kultusministers in Berlin. Berlin, 25. Mai. (DNB.) Auf einer Kundgebung der NS.-Frauenschaft in der Deutschlandhalle hielt der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, eine Rede, die er mit dem Bemerken einleitete, daß in Deutschland die ehrenvolle Wertung der Frau als Mutter, als Kameradin des Mannes und als gleichwertiges Glied der Volksgemeinschaft selbstverständlich sei. Er setzte sich dann kurz mit den Ansichten auseinander, die im Ausland über die deutsche Frau vertreten würden und stellte den fremden Ansichten über die Frau von heute jenen Frauentyp gegenüber, den das neue Deutschland will. „Wir wünschen uns Frauen, in deren Leben und in deren Wirten frauliche Art erhalten bleibt — Frauen, die wir zu lieben vermögen!" „Wir gönnen der übrigen Welt den Idealtyp der Frau, den sie sich wünscht, aber die übrige Welt soll uns gefälligst die Frau gönnen, die uns am genehmsten ist. Nicht jener „Gretchentyp", unter dem man sich im Auslande, ein etwas beschränktes, ja ungeistiges Wesen vorstellt, sondern eine Frau, die auch geistig befähigt ist, dem Manne in seinen Interessen, in seinem Lebenskampf verständnisvoll zur Seite zu stehen, die ihm das Leben schöner und inhaltsreicher werden läßt, ist das Frauenideal des deutschen Mannes von heute. Es ist eine Frau, die vor allem auch Mutter zu sein vermag." „Und es gehört wohl zum größten, was der Nationalsozialismus vollbrachte", so führte der Stellvertreter des Führers weiter aus, „daß er es ermöglichte, daß so viel mehr Frauen als ehedem heute in Deutschland Mütter sein können. Sie sind nicht nur Mütter, weil es etwa der Staat will, weil es die Männer wollen, sondern sie sind Mütter, weil sie s e l b st stolz darauf sind, gesunde Kinder zur Welt zu bringen, sie für die Nation au erziehen und so bewußt zu wirken für die Erhaltung des Lebens ihres Voltes. Wir wissen, daß noch immer nicht alle dieses Glückes teilhaftig werden können. Und wir denken nicht daran, diesen nun das Los zu bereiten, das früher in der sogenannten guten alten Zeit ein Mädchen traf, welches ohne Mann blieb und irgendwo ohne Beruf versauern mußte. Sie können selbstverständlich wie bisher allen nur erdenklichen Berufen nachgehen, können zu diesem Zweck eine entsprechende Ausbildung genießen. Sie können auch auf Universitäten gegen und sich dort auf Berufe vorbereiten, die ein wissenschaftliches Studium Dank des Reichsbauernführers. Frankfurt a. M., 25. Mai. Reichsminister und Reichsbauernführer R. Walther Darr 6 hat beim Verlassen Frankfurts an Gauleiter S p r e n - g c r folgendes Telegramm gesandt: „Es ist mir aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen beim Verlassen Ihres Gaues meinen herzlichsten Dank auszusprechen für die tatkräftige Förderung, die Sie dem Reichsnährstand bei der Durchführung seiner gewaltigen Schau gewährt haben. Ich danke weiter für die herzliche Gastfreundschaft, die die Mitglieder des Deutschen Reichsbauern- r a t e s in Ihrem Gau genießen durften. Ich weiß, daß nur durch die Unterstützung der Partei, die Sie marken in Höhe eines Teilbetrages des Lohnes in Urlaubskarten eingeklebt werden. Die Reichspost verkauft die Urlaubskarten und Urlaubsmarken. Sie zahlt auch bas Urlaubsgeld aus, wenn der Be- schäftigte Anspruch auf Urlaub nach den Bestimmungen der Tarifordnung erworben hat. Die Einführung des Urlaubsmarkensystems sichert jedem im Baugewerbe Beschäftigten einen Urlaub, sobald er eine bestimmte Zeit in einem oder in mehreren Betrieben zurückaelegt hat. Sie bedeutet also eine lückenlose Verwirklichung des Rechtes auf Urlaub. Eine Tarifordnung wird die Einzelheiten des Urlaubsmarkensystems regeln. Bei der Durchführung sind allerdings noch sehr erhebliche Schwierigkeiten verwaltungstechnischer Art zu überwinden. Daher muh die Einführung zunächst nur als ein Versuch gewertet werden, zu dem lediglich die Eigenart des Baugewerbes Anlaß gibt. betont und gewaltige Perspektiven für die Entwicklung der deutschen Kultur eröffnet. In der festen Ueberzeugung, daß Herr Reichsminister Rust der berufene Förderer dieser Entwicklung des nationalen Aufstiegs ist, mit den herzlichen, warmen und innerlichen Gefühlen, die der Besuch in Ungarn und der Empfang hier in meinem Innersten erweckt haben, erhebe ich mein Glas auf den Herrn Reichsminister R u st, auf die deutsche Kultur, aus die große deutsche Nation und auf ihren erlauchten Führer und Reichskanzler Adolf Hitler! Sie leben hoch! Das Veispiel Adolf Hitlers. B u d a p e st, 25. Mai. (DNB.) Auf einer von dem größten ungarischen Studentenverband, dem „Turul", einberufenen Massenversammlung in Szegedin hielten die nationalen Reichstaasabgeordneten Stefan M i l o t a y , George Olay und Dr. Franz R a j n i ß Ansprachen. Milotay, Hauptschriftleiter des nationalvölkischen „Uj Magyarsag", erklärte, wenn behauptet werde, daß das nationale Ungarn für den Ausbau der Nation das Beispiel Adols Hitlers gewählt habe, so könne nur festgestellt werden, daß jene Gedanken, Schöv- fungen und Einrichtungen oes heutigen Deutschlands übernommen werben müßten, die der Wieder- aufrichtung des nationalen und christlich eingestellten Ungarns dienen. Die Aufgabe sei nicht Nachahmung Deutschlands, sondern Anpassung der in Deutschland verwirklichten Ideen auf Ungarn. Das nationale Ungarn fordere das elementare Recht des Un- garntums zum Leben und wolle dadurch der Nation eine neue Zukunft sichern. Wenn man dies eine Politik Adolf Hitlers oder einen ungarischen Nationalsozialismus nennen wolle, so sei zweifellos Ganzen zu gelangen. Die Frau könnte sich ihr Recht nur aus Grund der aus ihrer eigenen Art gewachsenen Persönlichkeit und Leistung erobern. Die na- tionalsozialistische Frau hätte sich das Motto gestellt: Nicht Kampf gegen den Mann, sondern Auf- bau zusammen mit dem Mann. Die Frau hätte sich wieder in die Gesetze des Lebens hinein» aestellt und unter diesen Gesetzen stehe auch die Zusammenfassung der gesamten Frauenarbeit in Deutschland. Eingehend schilderte Frau Scholz-Klink das Wirken der Frauenämter der deutschen Arbeitsfront. Ucberall stehen die Frauen neben den schaffenden Männern als Beraterinnen. 136 nationalsozialistische Mütterschulen seien in anderthalb Jahren errichtet worden. Der Frauenarbeitsdienst habe die einzige Aufgabe, Dienstderdeutschen Jugend an der Überla st eten deutschen Mutter zu sein. Aus der NS-Frauenschast würden die Führerinnen hinausgenommen und in das deutsche Frauenwerk hineingeschickt, um das ganze deutsche Frauenwerk nationalsozialistisch zu gestalten. Das deutsche Frauenwerk werde in den nächsten Monaten und Jahren die Arbeitsgrundlage für die gesamte deutsche Frauenarbeit abgeben. Die Zeit sei hoffentlich nicht fern, wo der Name deutsches Frauenwerk umgewandelt werden könne in den Ehrbegriff „N a t i o n a l s o z i a l ist i s ch e s Frauenwerk". Jede deutsche Frau, die irgendwie tätig sein wolle, werde gern ausgenommen als Einzelmitglied im deutschen Frauenwerk. Die Reichsfrauenführerin gab dann ein ausführliches Bild von der Arbeit der verschiedenen Gebiete der NS-Frauenschaft. Wenn die deutsche Frau, so erklärte sie zum Schluß, ins Haus gehörte, so wäre sie auch Betriebsführerin im Hause. Die deutschen Frauen bildeten eine Kameradschaft untereinander, die ihresgleichen in der Welt suche. Sie seien die besten Gefährten und sie glaubten an die mächtige Kraft und den ewigen Bestand des deutschen Volkes. Das Siegheil, das Rudolf Heß am Schluß der Veranstaltung auf den Führer als den Befreier des Vaterlandes und der Muttererde ausbrachte, fand bei den 20000 Zuhörerinnen begeisterten Widerhall, Die Lieder der Nation und der Fahnenaufmarsch unter den Klängen des traditionellen Berliner Kampfliedes „Durch Groß-Berlin marschieren wir", beendeten die machtvolle Kundgebung der Berliner Frauen. Das Ideal der deutschen Krau. DerGtettvertreterdesKührersaufderKundgebungderTrS.-KrauenschastinderOeuischlandhatte verlassen Braunschweig als ein Korps Pflichterfüllung und der Härte. Von dieser historischen Stätte aus arüßen wir noch einmal aus ganzem Herzen in Liebe und Verehrung unseren Führer und mit ihm Deutschland und die Zukunft? Drei brausende Heilrufe leiteten über zum Lied Der Jugend, in das die Kundgebung ausklang. Den Ausklang des Reichsjugendführerlagers der HI. bildete eine Kundgebung auf dem Platz der SS. Die rund 900 Bann- und Jungbannführer aus dem Reich traten zusammen mit ihren Kameraden aus der braunschweigischen HI. und dem Jungvolk zu einem letzten Appell vor dem Stabsführer an. Den großen Platz umsäumten Fackelträger der Marine-HI. Dor der SS.-Führerschule hatten die jungen Fahnenträger Aufstellung genommen. Stabs- führer Hartmann-Lauterbacher erinnerte noch einmal daran, daß eine Woche harter, aber auch schöner Arbeit vorüber sei. Die Iugendsührer des Reiches hätten das Rüstzeug für die Lösung der ihrer harrenden großen Aufgaben erhalten. „Auf unseren Schultern", so rief er, „liegt die Verantwortung für die Erziehung und Schulung der deutschen Jugend, die den Namen des Führers trägt. Die Jungen von heute werden das Deutschland von morgen sein. Das verpflichtet uns zu einer eisernen Härte und Rücksichtslosigkeit gegenüber uns selb st. Es verpflichtet uns, i m - mer nur zu dienen und zu opfern. Wir ...... der zur Voraussetzung haben, vor allem für Berufe, die besser durch Frauen als durch Männer aus- geübt werden." Rudolf Heß dachte dann in Worten des Dankes aller arbeitenden Frauen für ihre tägliche Leistung für Deutschland. „Nicht zuletzt gilt der Dank den deutschen Frauen im Auslande, die über die Jahre der Schmach und Erniedrigung hinweg ungebrochen durch wirtschaftlichen Boykott und persönliche Anfeindungen ihr Deutschtum sich bewahrt und ihren Kindern in die Herzen gepflanzt haben, und die heute draußen das neue Deutschland und die Frau dieses neuen Deutschlands vor einer noch vielfach feindlichen Umwelt repräsentieren. Sie sind es in erster Linie, die der deutschen Heimat die in der Fremde geborenen Söhne und Töchter erhalten!" „Ich bin gekommen", sagte Rudolf Heß weiter, „um Daran zu erinnern, daß der Führer anerkennend festgestellt hat, daß in den Zeiten, da es der Bewegung schlecht ging, die Frauen zu den treue st en Anhängern der Bewegung gehörten. So wie die instinktioe Treue der Frauen in erster Linie rnithals, eine große geschichtliche Epoche für Deutschland einzuleiten, so bleibt ihr Treuegefühl immer ein entscheidender Faktor im Leben Deutschlands!" Oie Neichsfrauenführenn Frau Scholz-Klink auch die Politik Ungarns. Die Versammlung brach hierbei in stürmische Rufe auf den Führer Deutschlands und in Beifallsstürme aus. In scharfen Worten verwahrte sich der Reichstagsabgeordnete Milotay dann gegen die Vorherrschaft Der Juden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Die überwiegende Mehrheit des ungarifchen Volkes dürfe nicht den Interessen einer Minderheit ausgeliefert sein. Das nationale, christliche Ungarn habe das Recht, seinen Willen zur Geltung zu bringen; wenn es fein müse, werde es diesen der jüdischen Minderheit mit Gewalt aufzwingen. Gemeindewahlen im Memelgebiet. Memel, 25. Mai. (DNB.) Im Memelgebiet wurden am Montag die Wahlen für die memellän- dischen Gemeindevertretungen durchgeführt. Der Wahltag verlief überall ruhig. Die Wahlbeteilt g u ng betrug schätzungsweise 85 bis 87 Prozent. Die Auszählung der Stimmen beginnt erst am Dienstag. Im Memelgebiet sieht man dem Er- gebnis mit besonderer Spannung entgegen, weil Oer Weg des HI-Führers. Braunschweig, 25. Mai. (DNB.) Stabsführer Hartmann-Lauterbacher sprach im Reichsführerlager der HI. über die Richtlinien der Führerauslese in Der HI. und Den Weg des HI.-Führers. Die Auslese der HI.-Führerschaft, so jagte er u. a., müsse von unten in den kleinsten und jüngsten Einheiten der HI. und des Jungvolks beginnen; man Dürfe jedoch nicht in z u jungen Jahren schon zu große Aufgaben geben. Es komme nicht Darauf an, dem Zehnjährigen ungeheures Wissen einzupumpen und ihm die geistigen Grundlagen des Nationalsozialismus zu vermitteln, sondern Darauf, ihm Haltung, Zucht und die Gesetze der Ehre zu geben. Zum Führertum in der HI. gehöre nicht nur das Marschieren und die Schulung, sondern das Erlernen irgendeines Berufes. „Wenn wir als Hitlerjugend von unseren 14jährigen Jungen verlangen, daß sie einen Beruf erlernen, so hat das nicht bloß den Zweck, daß sie später im Arbeitsprozeß stehen. Nur der Hitlerjunge, Der einmal schwere Arbeit mitgemacht hat und nicht nur im politischen Kampf, sondern auch Darüber hinaus in Der täglichen Arbeit Das Leben kennengelernt hat, wirb später einmal in ganz anderer Weise auch seine Führeraufgabe verstehen. Der Junge, der bereits mit 14 Jahren als großer Herr ins Leben tritt, ist später gar nicht imstande, HJ.-Führer zu werden. Er kann nicht Die Probleme verstehen, die täglich seine Kameraden an ihn herantragen." Die Akademien für Jugendführung, die in Braunschweig und München errichtet wurden, haben nicht die Aufgabe, Nationalsozialisten zu erziehen, sondern bereits bewährte Führer durch die weitere Schulung in den Stand zu setzen, in der Partei und im Staat ihren Mann zu stehen. mir restlos zuteil werden ließ und durch Ihr persönliches Interesse dieses gewaltige Ergebnis auf der Reichsnährstandsschau erzielt werden konnte. ssrlaubskarten und Urlaubsmarken im Baugewerbe. Berlin, 25. Mai. (DNB.) Der Reichsarbeitsminister hat eine Verordnung erlassen, die eine bedeutsame Fortentwicklung des Urlaubsrechtes in Gewerbezweigen darstellt, in denen ein berufs- üblicher häufiger Wechsel des Arbeitsplatzes den Erwerb des Anspruches auf Urlaub gefährdet. Die Verordnung gibt dem Treuhänder der Arbeit die Möglichkeit, im Baugewerbe und in Bau-Nebengewerben durch Tarifordnung zu bestimmen, daß von den Unternehmern in bestimmten Zeitabschnitten Urlaubs- Berlin, 25. Mai. (DNB.) Reichsminister Rust hatte am Montag den königlich-ungarischen Kultusminister Dr. H o m a n und die übrigen Herren der Abordnung sowie die ungarische Gesandtschaft zu einem Frühstück im Hotel Adlon eingeladen. Unter den Gästen sah man u. a. die Reichsleiter Rosenberg und Himmler, sowie führende Persönlichkeiten der deutschen Wissenschaft, Kunst und Literatur. Im Verlauf des Frühstücks führte Reichsminister R u st u. a. folgendes aus: Das junge Deutschland ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß jeder kulturelle Aufbau eines Volkes auf schlechten Fundamenten steht, wenn nicht die einfachsten aber wichtigsten Tugenden ihn tragen; die Bereitschaft zu jedem Opfer für die Freiheitund die nationale Ehre. Nationen, die wahrhaft so gewillt sind, verstehen sich leicht, weil sie am anderen achten, was sie selbst als Voraussetzung ihrer eigenen fitt- lichen und geistigen Existenz empfinden und heilig halten. Kulturelle Verbindungen, Die aus solcher Wurzel wachsen, scheinen mir dauerhafter als politische Zweckgründungen und streben ihrer Natur nach zu den Segnungen eines echten Dölkerfriedens. Ich habe in Ungarn gesehen, daß das gemeinsame schwere Schicksal, das unseren Völkern nach Jahren tapferen Kampfes für Leben und Freiheit auferleat wurde, Die gleichen läuternden Wirkungen gehabt hat. Der Minister schloß seinen Trinkspruch mit einem „Hoch" auf den Gast, das Königreich Ungarn und Den Reichsverweser. Kultusminister Dr. H o m a n antwortete u. a. folgendes: Weil geistige Kräfte die Geschichte formen, ist ein beständig gutes Zusammenwirken der Völker nur dann möglich, wenn dieses Zusammenwirken durch die innere Verwandtschaft Der Seelen unD Durch Die Gemeinschaft bedeutender Kulturgüter gewährleistet wird. Der geistige Verkehr zwischen Rationen wird sich nur Dann als fruchtbar erweisen, wenn er vom Geist Der Gegenseitigkeit und Gleichberechtigung, Des Vertrauens und Des 23er- stehenwollens, der Ehre und Der Treue getragen wird. Dies bestärkt mich in meiner Anschauung, daß die Anregung des Fremden nur bann zuträglich scheint, wenn dadurch Der eigentümliche Kern, Der stammechte Wert Der nationalen Kultur nicht überfremdet. Die geistige Unabhängigkeit und Urwüchsigkeit nicht gefährdet werden. Wir Ungarn haben bei* großen deutschen Nation, bie im Laufe Der Geschichte uns so oft Freunbschaft erwiesen hat, auf geistigem Gebiet viel zu banken. Deutsche Meister haben seit Iahrhunberten unsere Schüler erzogen für Literatur unb Kunst, Wissenschaft unb Wirtschaft, Jnbustrie unb Technik; Schüler, Die immer in vorderster Reihe für bie Entwicklung unserer nationalen Kultur gekämpft haben. Geistige Strömungen fanben oft aus Deutschlanb ben Weg zu uns unb befruchteten den ungarischen Geist, ohne seine eigenartige nationale Prägung zu gefährden. Deshalb begrüßen wir Ungarn besonders freudig jede Kraft, die das stolze Vorrecht der Ehre und Treue, den nationalen Gehalt und die volkhafte Art hatte vorher in mehr als einstündiger Rede Willen der deutschen Frau zur Mitgestaltung Reiche Adolf Hitlers zum Ausdruck gebracht, nationalsozialistische Frauenschaft, das deutsche Frauenwerk, das Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront, der deutsche Frauenarbeitsdienst und der Bund deutscher Mädel hätten sich hier zum erstenmal in der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung zusammengefunden. Früher sei Das äußere Wahrzeichen für Die so viel gepriesene Wahrung der Rechte der Frauen die Entsendung ber Frau ins Parlament gewesen. Heute aber wisse bie Deutsche Frau, baß ein Aufbau des beutschen Volkes nur möglich sei, wenn bie Frau sich ber Waffe bebiene, Die (i e s ich selbst geschmiedet hätte, wenn sie ihre Arbeit aus eigener schöpferischer Art heraus gestalte. Sie müsse die Arbeit des Mannes ergänzen, um zum vollendeten Wie wird das Kabinett Blum aussehen? Auch Frauen sollen bernsen werden. Paris, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Interesse an der voraussichtlichen Zusammensetzung der Regierung der Volksfront, die Leon Blum bilden wird, wächst von Tag zu Tag. Obwohl bie neue Kammer erst am 1. Juni Zusammentritt, werben in politischen und parlamentarischen Kreisen sowie in ben Zeitungen immer wieder Namen genannt, Denen Das eine ober anDere 2Jlini= fterium sicher zufallen roerDe. „Petit Parisien" glaubt, daß Leon Blum die Zahl der Minister verringern werde. Dafür werde er den Ministerien Unterftaatsfefretäre beigeben. Außerdem soll er die Absicht haben, mehrere Frauen zur Mitarbeit in das Kabinett zu berufen. So nenne man in bestimmten Kreisen u. a. den Namen von Frau Irene Ioliot - Curie, der Chemie-Nobelpreisträgerin von 1935. Für die Besetzung des Außenministeriums setzt sich mehr und mehr der Name des derzeitigen Justizministers D e l b o s in den Vordergrund, aber nach wie vor scheint Paul-Boncour das Ministerium für sich zu beanspruchen und, wie der „Jour" schreibt, die Mitarbeit seiner Partei, Der Sozialistisch-Republikanischen Vereinigung, an diese Bedingung zu knüpfen. Das Blatt hält es noch für möglich, Daß die Radikaliozialisten das Außenministerium für einen ihrer Abgeordneten fordern werden, und zwar nenne man den ehemaligen Ministerpräsidenten Chautemps. Oer Lleberfall auf Schloß Waxeuberg. Eine Erklärung des Sicherheitsdirektors von Oberösterreich. Wien, ?5. Mai. (DNB.) Der Sicherheitsdirek- tor von Oberösterreich, Graf Revertera, gab Pressevertretern eine Darstellung des Ueberfalles auf das Starhembergsche Schloß Waxenberg. Der lleberfall sei vom zweiten Zug der Feuerweh r in Oberneukirchen, einer Ortschaft in nächster Nähe des Schlosses Waxenberg, durchgeführt worden. Der Kommandant der Feuerwehr von Oberneukirchen, der Oberlehrer Otto Mayr, wurde unter dem Verdacht der Mitwisserschaft verhaftet. Die Gerüchte, daß es sich bei dem Ueberfall um die Tat revoltierender Heimwehrleute gehandelt habe, habe offenbar auch von dieser Tatsache ihren Ausgang genommen, zumal hier im Zentrum der Heimwehrbewegung Oesterreichs die wehrfähigen Männer meist zugleich bei der Heimwehr, bei der Feuerwehr und bei den Schützenvereinen Mitglied feien. Der Sicherheitsdirektor erklärte weiter, daß es sich bei dem 2. Zug der Feuerwehr in Oberneukirchen um einen getarnten SA-Sturm gehandelt habe. Diese Angabe, daß in unmittelbarster Nähe des Hauptsitzes Starhembergs, dort, wo auch in allen Ortschaten die Koyipanien des bekannten Starhem- dergschen Heimwehrregiments liegen, SA-Stürme aufgestellt werden konnten, wirkten außerordentlich überraschend. Eine amtliche Mitteilung darüber, ob etwa die Feuerwehrmänner von Oberneukirchen, die yach amtlicher Darstellung in Wahrheit SA- Leute gewesen sein sollen, auch der Heimwehr angehört haben, liegt nicht vor. Graf Revertera schilderte dann die Einzelheiten des Ueberfalles. Danach habe die Sicherheitsbehörde schon vor drei Wochen von dem beabsichtigten Ueberfall Kenntnis erhalten und am kritischen Tage mit Maschinenpistolen ausgerüstete Gendarmerie In das Schloß Waxenberg gelegt. Kaum waren die Eindringlinge über eine Mauer geklettert und in das Schloß gelangt, als sie von den Gendarmen angerufen wurden. Um Den Rückzug Der Ueberraschten zu decken, gab nach Darstellung des Sicherheitsdirektors der Führer der Eindringlinge, H a l m d i e n st, Feuer, das von den Gendarmen erwidert wurde. Im Ganzen wurden in dieser Angelegenheit bisher 26Verhaftun- gen vorgenommen. Außer Dem genannten Otto Mayr wurde auch noch der Gemeindearzt von Oberneukirchen, Dr. Karl Klapper, verhaftet. Halmdienst ist flüchtig und konnte bisher noch nicht festgenommen werden. In einer neuen amtlichen Erklärung wird zum ersten Male zugegeben, daß ein großer Teil der Beteiligten in Veziehung zum Heimatschuß gestanden hat. Diese Leute hatten der Heimweyr bis zum Jahre 1931 angehört und waren nach dem Mißlingen des Pfriemer-Putsches zur nationalsozialistischen Bewegung übergegangen. Ob sie, wie man aus guter Quelle hört, auch nach diesem Zeitpunkt bis jetzt im Mannschaftsstand der Heimwehren geführt wurden, wird nicht gesagt. Wie weiter verlautet, sollen sich unter den Teilnehmern auch einige Personen aus ber Dienerschaft des Schlosses Waxenberg selbst befinden. Sie haben als die Ortskundigen die Männer über die Schloßmauer in das Schloß geführt. Durch andere Diener, die in die Sache eingeweiht waren, wurde die Gendarmerie vorzeitig von dem Plan benachrichtigt, was die rechtzeitige Gegenaktion ermöglichte. England plant ein „nationales Verteidigungskorps". London, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die englische Regierung wird demnächst ein „nationales Derteioigungskorps" ins Leben rufen. Der Kriegs- Minister Duff Cooper hat in einem Schreiben an eine Frontkämpfer-Organisation mitgeteilt, daß die Regierung Pläne für die Schaffung einer solchen Organisation ausarbeite. Die Frontkämpfer würden auf diese Weise Gelegenheit erhalten, an der Verteidigung Englands teilzunehmen. Die neue Organisation wird Durch eine Erweiterung unb Umbildung des seit zwei Jahren bestehenden königlichen Berteidigunaskorps geschaffen werden. Diesem Korps war die Aufgabe übertragen, In Kriegszeiten sich an der Luftverteidigung unb an wichtigen Dienstleistungen im Auslande zu beteiligen. Goldene Krone und Schwert aus Abessinien verschoben? London, 26. Mai. (DNB. Funkspr.) Wie aus Kairo gemeldet wird, haben die Zollbehörden i n Suez eine goldene Krone und ein mit Juwelen besetztes Schwert beschlagnahmt. Man glaubt, daß die Gegenstände dem Kronschatz des Negus angehoren und aus Abessinien verschleppt wurden. Ein Mann, der auf einem aus Ostafrika kommenden Schiff reifte, soll versucht haben, die Gegenstände durch den Zoll nach Aegypten zu schmuggeln. WWW In der unterirdischen Weihehalle imMarine-EhrenmalzuLaboe liegt aus einem Sockel ein Buch, in dem die Namen der 34 836 gefallenen Marinesoldaten des Weltkrieges emgezeichnet sind. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Begegnungen mit Galla-Leuten Von unserem Dr. Ko.-Äerichterstaüer heimlichen Gäste. Er rät dem Hauptmann, sosorr das Feuer zu eröffnen, ehe es zu spät sei. Der aber läßt sich nicht aus seiner Ruhe bringen. Er kennt Land und Leute und ahnt, was die dunklen Gestalten herführt. Ein Wink mit der Hand: der weißbärtige Krieger steigt vom Roß, kommt näher und eröffnet nach einigen Verbeugungen das Gespräch: „Du bist der Gott des Krieges, Herr. In deiner Hand ruht das Schicksal der Schoa (Negusdynastie). Wir wollen mir dir unsere Feinde bekämpfen, die unsere Herden rauben, unsere Frauen schänden, unsere Kinder in die Sklaverei verkaufen. Befiehl, Herr, und wir marschieren." Jeder Satz des Anführers wird von seinen Leuten mit Beifallsgemurmel ausgenommen. Der Hauptmann erwidert: „Nicht ich bin der Kriegsgott, sondern ein hoher Krieger, der weit hinten die Zelte aufgeschlagen hat. Ich will euch zu ihm führen. Er soll entscheiden, ob ihr unter seiner Führung eure Feinde, die unsere Feinde sind, zunichte machen werdet." den Metallstücken versehen werden, der Kolben möglichst Ornamente tragen. So bestürmen sie uns um metallene Knöpfe, Nägel usw. Sie bieten ihre alten Waffen, Schwerter, Messer und Lanzen, für einige der von ihnen heiß begehrten Gegenstände an, und gar mancher von uns Presseleuten hat auf diese Weise den Grundstock zu einer Waffensammlung gelegt, um die ihn manch einer drüben in Europa beneiden wird. Zwei Stunden lang wandern wir durchs Lager, die Schießerei hört schließlich auf; ein eintöniger Gesang hebt an, von allen Lagerfeuern ausgenommen. Der Lagerkommandant, jener Hauptmann, von dem oben die Rede war, kündigt an, daß wir einer „Fantasia" beiwohnen würden, die die Asbo- galla uns zu Ehren veranstalten wollen. Der wilde Kriegstanz beginnt: zunächst ein gleichmäßiges Hin und Her der sehnigen Körper, dann ein Ausstamvfen der nackten Füße beim Ansteigen der einförmigen Melodie, schließlich ein gellendes Rufen, dessen Echo von den Felsenwänden schauerlich widerhallt. Mit jeder Minute steigert sich die Erregung. Um uns schließt sich ein Kreis, der sich weit auseinanderzieht und dann wieder verengert, als ob wir von der immer größer werdenden wogenden Maste erdrückt werden sollten. Die ersten Gewehrschüsse, wild in die Gegend geführt, ertönen. Immer wilder wird der Gesang, immer wütender das Stampfen der Füße, immer ungezügelter das Gewehrfeuer. Das Weihe in den Augen der beim flackernden Feuer unheimlich anmutenden Schwarzen scheint in ein Unheil verkündendes Blutrot uberzugehen, vor dem Munde vieler Tänzer sammelt sich schon der Schaum. Unser Hauvtmann, sonst so phlegmatisch, wird unruhig. Er scheint zu erraten, was in den wilden Kriegern vorgeht. „Es sind Bestien!" — murmelt er uns zu, „besser. Sie machen sich davon, sonst gibt es womöglich ein Unglück!" — Wir folgen dem Rat, ziehen uns, während das Getümmel im Talkessel sich bis zum Höllenlärm steiaert, langsam Zurück und atmen auf, als wir wohlbehalten in 'leren Wagen sitzen, lieber der Talmulde lagert wie eine blutige Rauchwolke: die Asbogalla : toben sich mit ihren Feuerwaffen bis zur Erschöp- (Nachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.) Asmara, Mai 1936. „Galla! — das Wort wirkt auf jeden Abessinier wie ein Peitschenschlag. Die abessinische Geschickte ist mit Blut getränkt, und die Gallastämme spielen dabei eine mehr oder weniger große Rolle. Die große Familie der Galla spaltet sich in zahlreiche Einheiten, die der Natur des Bodens entsprechend Ackerbau ober Viehzucht treiben. Ihnen allen gemeinsam aber ist der Haß geaen den Abessinier, bedingt nicht nur durch die andersartige Rasse, nicht nur durch die andersartige Religion (fast sämtliche Galla huldigen dem heidnischen Kult), sondern vor allem durch die jahrhundertelange Unterdrückung und Ausbeutung eines freiheitliebenden Volkes durch die herrschende Dynastie und ihre Handlanger, die verschiedenen Ras und kleinen von Addis Abeba bestallten Häuptlinge. Man braucht nur ein Buch über das Reich des „Löwen von Juda" aufzuschlagen, um fast aus jeder Seite lange Abhandlungen über die feindselige Haltung der Galla zu finden. Ueberaü dort, wo es galt, Addis Abeba Schwierigkeiten zu bereiten, haben Gallaleute eine Rolle gespielt. Der Haß auf beiden Seiten geht so weit, daß beide Teile in der unbarmherzigen Ausrottung des Gegners ihren Lebenszweck erblicken. Unter diesen Umständen braucht es nicht zu verwundern, daß die Galla bei der Vernichtung der kaiserlichen Heere tätig mitgewirkt, daß sie tue Verfolgung des flüchtenden Negus ausgenommen und nur wie durch ein Wunder dem verhaßten Erbfeind nicht ihre Speere in den Leib zu senden vermochten. Es war vor der großen Schlacht von Ende r t a, in deren Mittelpunkt das riesige Fels- plateau des Amba Aradam südlich von Makalle stand, auf dem der abessinische Kriegsminister Ras Mulugeta gegen 80000 Mann zusammengezogen hatte. Die gegen den Amba Aradam vorgeschobenen italienischen Posten waren mit der lieber- wachung der verschiedenen Maultierkarawanen beschäftigt, die vom Hinterland Lebensmittel und Munition brachten. Neun Uhr abends!--Die Nacht ift bereits hereingebrochen. Auf fall verlorenem Posten ein Hauptmann, der fünfzehn Jahre in der Kolonie zugebracht hat, mit wenigen Askari. Plötzlich Rufe des Entsetzens: „Herr, die Galla!" —• Phlegmatisch schaut der Hauptmann auf: tatsächlich, man weiß nicht wie und woher, einige Meter entfernt hält hoch zu Roß eine weißbärtige Gestalt, umgeben von lanzentragenden Kriegern, deren Klei- . düng in nichts anderem besteht, als einem Schurzfell oder Lendentuch. Herrliche, hochgewachsene Ge- , fiatten, über deren nacktem Oberkörper das Krumm- ■ schwert hängt. . ..... „ ., । Der eingeborene Unteroffizier überzahlt schnell die Zahl der eigenen Gewehre und die Schar der un- Plötzlich tauchen aus dem Dunkel immer mehr Gestalten auf: einhundert, zweihundert, dreihundert — schließlich sind es fast dreitausend, die auf ein Wort des Häuptlings einen wilden Freudentanz beginnen. Die Askari scharen sich um ihren Hauptmann; ihnen wird immer unheimlicher zu Mute. Sie sind entschlossen, das Leben ihres Vorgesetzten und ihr eigenes bis zum Aeußersten zu verteidigen. Der Hauptmann lächelt gerührt über die Anhänglichkeit seiner Leute. Er weiß, daß er mit diesen dreitausend unheimlichen Gestalten die besten Spürhunde in der Hand hat. Er weiß, daß die Asbogalla die schlimm st en Feinde des Negus sind und als Kundschafter und Verfolger vorzügliche Dienste leisten werden So kommen dreitausend Galla in das Hauptquartier des Kommandierenden Generals Santini und werden in einem Talkessel in der Nähe von Makalle untergebracht. Wieder ist es Abend. Einige Presseleute haben sich aufgemacht, dem Lager dieser Asbogalla einen Besuch abzustatten. Schon von fern hört man wütendes Gewehrfeuer. Wir kommen näher. Ueberaü flackern in der Talmulde Reisigfeuer, um die schwarze halbnackte Gestalten geschart sind, beschästiat mit der Herstellung von Brotsladen, während andere in langer Reihe am Boden hocken und unter der Anleitung einiger Unteroffiziere wie wild auf die gegenüberliegende Felswand losfeuern. Man hat den Leuten Gewehre und Patronen in die Hand gegeben. Sie werden eingeschossen. Die meisten dieser Nomadenkrieger halten zum erstenmal eine Feuerwaffe in der Hand. Sie sind wie Kinder, eilen herbei, suchen uns mit Gesten und uns unverständlichen Worten klarzumachen, daß sie jetzt über den Gott des Feuers verfügen. Aber ach, nicht ganz sind diese Kinder der Natur zufrieden: der Drana, ihre Waffen zu schmücken, kommt zum Durchbruch. Der Lederriemen, an dem das Gewehr hängt, soll mit blitzen- Südlich vom Amba Aradam: Wir besichtigen das Schlachtfeld. Die Gegend ist von Galla bewohnt, nicht den Asbogalla, sondern den R a j a g a l l a, die friedlicher eingestellt sind und in der Hauptsache Ackerbau treiben. Aber auch in ihnen steckt der Haß gegen Addis Abeba. Sie erzählen von dem Anmarsch der Armee Ras Malugetas und ihrer überstürzten Flucht. Fast biblisch mutet die Erklärung eines Dorfältesten an: „Sie waren wie ein wogendes Kornfeld, als sie tarnen, und wie vier zusammengepreßte Strohbündel, als sie gingen." — — Die Genugtuung über die Vernichtung Ras Mulu» getas sprach aus den Erzählungen aller. Defsie: ein anderer Gallastamm, die Wollo« g a l l a. Bezeichnend folgende Szene, der wir Presseleute beiwohnen konnten: ein zerlumpter Krieger der kaiserlichen Garde, der nach der Niederlage wie viele seinesgleichen sich durchzubetteln versuchte, taucht vor der Hütte einer Gallafamilie auf, um eine milde Gabe bittend. Die ©aüafrau wird wütend, ihre Worte überstürzen sich: „Fort von hier, du Hund, jetzt ist es aus mit euch; lange genug haben wir euch durchfüttern müssen. Fort, sage ich, fort, sonst hole ich die Karabineri!" — — Galla und Abessinier: Todfeinde! Wetterbericht des Reichswelterdienstes. Kusqabeorf Frankfurt Während östlich der Elbe im Bereich einer feuchten Mischluft sich noch reckt unfreundliches Wetter gehalten hat, setzt sich in West- und Süddeutschland bei absteigender Luftbewegung die heitere Witterung fort. Da sich über dem europäischen Festland bereits eine recht gleichförmige Luftdruckverteilung eingestellt hat und mit einer weiteren Wärmezunahme Luftdruckfall einsetzt, muß mit der Ausbildung flacher Wärmetiefe gerechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Noch vielfach heiter und tagsüber recht warm, aufkvmmende Neigung zu örtlicher Gewitterbildung, veränderliche Üßinbe.• Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten^5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. das rein örtliche Interesse an diesen Wahlen und z eine überaus scharfe, durch Rundfunk und Presse- zensur begünstigte Agitation der litau» < ,schen Parteien gegen die Geschlossenheit des Memeldeutschtums außerordentlich vermehrt wurde. Dies gilt vor allem für die Stadt Memel, wo sich der Zuwachs der Bevölkerung in den letzten Jahren durch die Errichtung verschiedener litauischer Betriebe und durch eine ständige Förderung der Zuwanderung von Großlitauern zugunsten der litauischen Wählerschaft erheblich erhöht hat. Die Zahl der Wahlberechtigten z. B. ist seit der letzten Wahl von 1935 von rund 20 000 auf rund 27 000 gestiegen. Katholische Kirche gegen 7lSB. in Holland. Amsterdam, 25. Mai. (DNB.) Am Sonntag wurde in allen römisch-katholischen Kirchen Hollands ein,Schreiben des Erzbischofs verlesen, das Katholiken, die die N SB. (M us s er t-B e w e g u n g) Hollands wesentlich unterstützen, zu den Heiligen Sakramenten in Zukunft nicht mehr zuläßt. Diese Maßnahme gegen eine Bewegung, in deren Programm die Grundsätze positiven Christentums vertreten werden, läßt sich nur durch die ständige Ausbreitung der NSB. erklären, in der die Römisch- kathsckische Staatspartei eine Gefährdung ihres Weiterbestehens erblickt. Es muß abgewartet werden, ob der Gewissensdruck, der durch diesen Hirtenbrief auf die katholischen Anhänger der NSB. ausgeübt wird, ein wirksames Mittel gegen die NSB. darstellen wird. In dem Kampf der NSB. handelt es sich nicht um religiöse Dinge, sondern um weltanschaulich-politische Fragen. Die NSB. sieht in dem Parteistaat mit allen seinen Begleiterscheinungen eine schwere Gefahr für den Bestand des Staates und strebt daher eine staatliche Erneuerung an. Politik und Offizierkorps in oponien. Madrid, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einem Kriegsgerichtsprozeß gegen die aufständischen , Reiteroffiziere der Kavallerie-Regimenter , Nr. 1 und 2, die sich kürzlich in Alcala de Henares ; weigerten, einem Befehl des Kriegsmini- । fters Folge zu leisten, lautet der Strafantrag für ' einen Reiteroberft auf Todesstrafe, für einen Oberstleutnant, für drei Majore und einen Hauptmann auf lebenslängliches Zuchthaus. Die Offiziere hatten die betreffende Anordnung des Kriegs- Ministers als Strafaktion aufgefaht, die durch marxistische Herausforderungen aus- gelöst worden war. Kunst und Wissenschaft. „Kunstschaffen in Hessen-Nassau" Die Große Leistungsschau der bildenden Künstler und Kunsthandwerker unseres Gaues, „K u n ft- schaffen in Hessen-Nassa u", veranstaltet von der NS.-Kulturgemeinde, Abteilung Bildende Kunst, wird in Gegenwart von Reichsamtsleiter Dr. Stang am Mittwoch, 27. Mai, 16 Uhr, in der Karmeliter-Kirche in Frankfurt a. M. eröffnet. Zur Teilnahme an dieser Schau von Malerei, Graphik, Bildhauerei und Kunstgewerbe, die als Ausdruck nationalsozialistischer Kulturpolitik eines 3jährigen Zeitraums zu bewerten ift, find alle Volksgenossen herzlich eingeladen. Schlechte Aussichten für die TNount Lverest-Lxpedition In Kalkutta befürchtet man, daß der außerordentlich frühe Beginn des Monsums die Aussichten der Expedition auf Erreichung ihres Zieles beeinträchtigen wird, die unter Leitung Dr. Ru11leges zur Zeit den Versuch unternimmt, den Mount Everest zu besteigen. Die letzten Wetterberichte wußten über heftige Schneefälle am Mount Everest zu berichten, die es unwahrscheinlich erscheinen lassen, daß die Expedition ihr Ziel erreicht. Neue Postwertzeichen. Wie der Reichsbund der Philatelisten E. D., Ber- lin-Friedenau, mitteilt, erscheint Anfang 3uni eine neue G e d e n k m a r k e n s e r i e Der Wen Reichspost mit den Werten au 3, 5, 12 und 25 Pfennigen anläßlich des deutschen Gemeindekongresses. Ferner ist zum 42. deutschen Philatelistentag em Satz von vier verschiedenen Festserien erschienen, bei denen je eine Karte eine einaebrudte Luftpostmarke zeigt. Die Auslieferung dieser Serien hat der Reichsbund der Philatelisten Berlin-Friedenau und dessen Landesgeschästsstellen.________________ Iahresfest der Kirchen- und Frauenchöre des Evang. Dekanats Gießen. * Heuchelheim, 25. Mai. Seit einigen Jahren zum ersten Male feierten wieder die s ä m t- lichen Kirchen- und Frauenchöre des Dekanats Gießen ihr Jahresfest gemeinsam, und sie hatten dazu unser Dorf als Festort auserwählt, da mit unserer Turnhalle ein Lokal zur Verfügung steht, das groß genug ist, um alle Vereine aufnehmen zu können. Der Ortspsarrer und feine treuen Helfer hatten keine Arbeit gescheut, das Fest so vorzubereiten, daß es würdig und mustergültig verlief. Am Sonntagmittag trafen die Festteilnehmer ein. Nach kurzen Proben der Kirchenchöre in der Turnhalle und der Frauenchöre im Gasthaus „Zum Schwanen" begann um 13.30 Uhr in der Turnhalle der F e st g o t t e s d i e n st. Mit der Motette „Preis und Anbetung sei unserm Gott" eröffnete der Posaunenchor von Leihgestern (Dirigent Leun) die Feierstunde. Der Kirchenchor unserer Gemeinde (Dirigent Rektor K n a b) bot in ausgezeichnetem Vortrag mit Orchesterbegleitung den Chor „Du biffs, dem Ruhm und Ehre gebührt". Die Festpredigt über 1. Johannes 5, Vers 4 „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat", hielt Pfarrer Steiner (Hausen). Ausgehend von der „Eroberung" Magdeburgs in der Reformationszeit durch die Wirkung des evangelischen Liedes, pries der Redner die bezwingende Macht, die dem Lied zu eigen ist. „Mit dem Lied wollen wir", so führte er u. a. aus, „Menschenherzen erheben und Kräfte gewinnen für den Glauben, den wir brauchen, um im Leben bestehen zu können. Unsere großen deutschen Kirchenmusiker nahmen ihre Kraft aus dem Glauben. Mit unserem Singen wollen wir Gott erleben und den großen Gott andern verkünden. Indem wir für unsere Kirche und für unser Volk singen, dienen wir unserm geliebten Vaterland. Mit unseren Liedern wollen wir unsere Mitmenschen zu den ewigen Quellen hinführen, aus denen wir die Kraft schöpfen, uns als tüchtige Menschen zu bewähren." Die vereinigten Frauenchöre mit nahezu 300 Sängerinnen sangen im Festgottesdienst unter Leitung von Finanzsekretär Karl Sommer (Watzenborn-Steinberg) den Choral „Lobe den Herrn, o meine Seele", während die vereinigten gemischten Chöre, von Oberreallehrer Heinr. Blaß (Gießen) geleitet, die Chöre „Lobt Gott getrost mit Singen" und „Die Welt singt Gottes Preis" vortrugen. Der letztere Chor mit seinem „Heilig, heilig, heilig" war ein wuchtiges Glaubensbekenntnis der etwa 600 Sänger und Sängerinnen. Die große Festgemeinde hatte sich mit Gemeindegesang, begleitet von dem Posaunenchor, beteiligt. Der Posaunenchor ließ den Gottesdienst mit dem Spiel „Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ" ausklingen. In der Kvffeepaufe erwiesen die Einwohner Heuchelheims den auswärtigen Gästen herzliche Gastfreundschaft. Kurz vor 16 Uhr begann die Nachversammlung. Sie wurde mit einer vaterländischen Kundgebung am Kreuz, einem sauber hergerichteten Platz in der Mitte unseres Dorfes, eingeleitet. Nachdem die vereinigten Frauenchöre den Chor von Beethoven „Gott ist mein Lied" gesungen hatten, hielt der Ortsgeistliche, zugleich der Obmann der Dekanatskirchenchöre, Pfarrer Weisel, eine kurze Ansprache. Er sprach über die Be- deutung der Kirchenchöre, die, mitten im Volk stehend, an den Ereignissen in unserem Vaterlande stärksten inneren Anteil nehmen. Das gewaltige Geschehen innerhalb unseres Volkes in den letzten Jahren sei nicht spurlos an den Kirchenchören vorübergegangen. Unsere Liebe gehöre dem Manne, der mit seiner Kämpferschar uns neue Wege gezeigt, dem Manne, den das Schicksal zum Führer der deutschen Nation bestimmt habe. Die neuen Wege zu gehen, dem Ziel nachzustreben, das uns der Führer gesteckt habe, sei unser aller Aufgabe. In das Sieg-Heil auf den Führer stimmte die Menge begeistert ein und sang anschließend die beiden nationalen Lieder. Mit dem Massenchor der gemischten Chöre „Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren" fand die Kundgebung ihren Abschluß. Unter den Klängen des Posaunenchores marschierten die Festteilnehmer zur Turnhalle zum Einzelsingen der C höre. Pfarrer Weisel begrüßte die Festgäste, erinnerte an das vor zehn Jahren in unserer Gemeinde veranstaltete Dekanats- Kirchengesangoereinsfest. Besonders herzliche Grüße rief er dem neugegründeten Chor von Garbenteich zu, dessen Vertreter erstmalig dem Fest beiwohnten. Dekan Sattler (Wieseck) wies in seiner Ansprache auf die edle Aufgabe der Kirchenchöre hin, die den heiligen Gesang pflegen, die Lieder ins Volk hinaustragen, um unser Volk zum Glauben an Gott zu führen. Er dankte allen, die an den Festvorbereitungen und am Fest felber beteiligt waren, dem Ortsgruppenleiter der NSDAP., der Gemeinde Heuchelheim für den reichen Fahnengruß der Gemeindeglieder, dem Gastgebern und dem Turnverein für die Ueberlassung der Halle. Seine Dankesworte galten auch Gott, der nach einem erquickenden Regen den Sonnenschein uns geschickt habe, damit das Fest schön verlaufen konnte. Zum Einzelsingen traten folgende Chöre an: Kirchenchor Allendorf a. d. Lahn (Dirigent Lehrer Kimmel), Frauenchor Steinbach (Chormeister Schläufe), Frauenchor der Petrusge- meinde Gießen (Lehrer i. R. K r ö l l), Frauenchor Hausen (Finanzsekretär Sommer), Frauenchor Großen-Buseck (Pfarrer Müller), Kirchenchor Choraloereinigung der Stadtkirche Gießen (Lehrer Simon), Kirchenchor Allendorf a. d. Lumda (Lehrer Hei l), Kirchenchor der Gesamtgemeinde Gießen Musiklehrer N e b e l i n g), Kirchenchor Leihgestern (Oberreallehrer Blaß), Frauenchor Alten-Buseck (Chormeister Schreiner), Kirchenchor Oppenrod (Chormeister Ernst Nicolai), Kirchenchor Burkhardsfelden (Bürgermeister i. R. Alba ch), Kirchenchor Großen-Linden (Lehrer i. R. R ö m e r), Frauen- und Mädchenchor Klein-Linden (Lehrer R a u), Kirchenchor Beuern (Chormeister S ch o m - b e r), Frauenchor Reiskirchen (Chormeister M ö - b u s), Kirchenchor Klein-Linden (Chormeister Germer) und Kirchenchor Watzenborn-Steinberg (Finanzsekretär Sommer). Einen schönen Abschluß fand das Fest mit dem Gesamtchor der gemischten Chöre „Mein schönste Zier und Kleinod bist du, Herr Jesu Christ". Die Kollekte des Festes kommt der Arbeit der Kirchenchöre im Dekanat Gießen zugute. Seidene Siicftei Gürtel, Modewaren, Stoffe für Ihr Pfingstkleid stets preiswert, stets große Auswahl jf. SHditer Seltersweg 71 / gegenüber dem GLORIA 3398A NS.-Kulturgemeinde ♦ Studentenring Giefeen Mittwoch, den 27. Mai 1936, abends 8 Uhr, liest in der neuen Aula der Universität der sudetendeutsche Dichter Heinrich Zillich aus eigenen Werken Eintritt auch für Nichtmitglieder 3386 D Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Studienassessor Emil Wolf Armgard Wolf, geb. Kolb Steinhude a. Meer Gießen Gr. Heidorner Str. 226 Moltkestr. 28 27. Mai 1936 02391 Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. 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Ministerpräsident Hermann Göring Verlangen Sie ausführliches Werbeblatt von Ihrer Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde So nennt man die harmonischen, zueinander abgestimmten Maße. Bei allen Dingen, die es auf der Welt gibt und die Anspruch auf Schönheit haben, ist der goldene Schnitt zu finden. Beachten Sie im Hinblick darauf die Anzüge und Mäntel, die Sie bei Köhler kaufen. Die Harmonie der Maße ergibt einen prächtigen Sitz und darüber hinaus - eine vornehme Note. Teuer? Noch nie war Köhler teuer - im Gegenteil: Beachten Sie nur die Beispiele meiner Pfingst-Angebote: Fresko- und Kammgarn- Anzüge Einfarbig, silbergrau bis blaugrau, grünliche und bräunliche, zarte Farbtöne. Krump- frei, porös, leicht und sehr strapazierfähig 38.00 48.00 66.00 68.00 Die moderne Kombination Sport-Sakko m.andersfarbig. Hose - gehört zur Garderobe des mod. Herrn. — Sakkos: 28.00 36.00 44.00 48.00 flotte Form., ganz mod. Fa^ons. Hosen: Einfarb. 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Zum letztenmal? „Pygmalion Komödie von Bernard Sbam» Spielleitung: WolfgangKübnS Nr.12' Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 26. Mai 1936 A äeenüÄiei ■3- AM ' 'Ä ''M N 4 MMWWM Ktz vA.X WMMM M foäWt •2 b PH . k> MM 4. KH “i A WWWL UKMÄS-M--E WRW^ r^EMU !«*■ ■ ^ Es war im vorigen Jahr etliche Tage vor Ostern gewesen, als wir in drei Bauzügen zum erstenmal zur Arbeit ausrückten. Die Voraussetzungen waren , gut: ein frischer Wind wehte, die Sonne strahlte, manchmal nur gehindert durch ein paar rasch aufziehende Wölkchen, die aber ebenso schnell wieder verflogen, und das wichtigste: mir hatten sehr guten Arbeitswut und unsere Gesichter mögen ebenso wie die Sonne von Unternehmungslust gestrahlt haben Schon am Tage vorher war von em paar Fachmännern die Baustelle unter der Leitung eines Obertruppführers eingerichtet worden, die Schienen der Feldbahn lagen über etwa zweihundert Meter, waren richtig verlascht und unterbaut, die sechs Loren standen noch umgetippt, Die erste und die letzte ausgehoben. Und so brauchten nur wir zweiundzwanzig Männer vom Bauzug 2 zu kommen und mit der Arbeit zu beginnen Wir konnten damals erst einige neue Lieder richtig, das „Werksoldatenlied", das einst in unserer Abteilung von einem Freiwilligen gefunden worden war und dann seinen Zug durch alle Lager Deutschlands antrat, und das andere von dem „morschen Knochen" Weil wir uns aber gar so kräftig fühlten das erste auch besser klang und wir doch zum erstenmal durch das Dorf marschierten, entschlossen wir uns für das ..Werksoldatenlied" Denn man muhte xeiaen, daß die „Neuen" da waren und schließlich auch einen Ehrgeiz hatten Dom Dorf aus waren es noch etwa fünfzehn Minuten Marsch zur Baustelle. Als ..Marschordnung' befohlen war, gab es allerlei Vermutungen über die Arbeit, die Leistung und ähnliches mehr. Und da wir es genau wissen wollten, fragten wir den Bauzugfuhrer, der gerne Auskunft gab, daß wir ,zum Einarbeiten je Rotte am Nachmittag fünfzehn Loren zu fd)affen hatten; das sei zwar wenig, fünfundzwanzig Prozent weniger, als die vor uns geschafft hatten im Durchschnitt Fünfzehn Loren, 'm Bauzug also fünfzehn Züge sei eine Kleinigkeit, fügte er hinzu, ipäter würden es bann ja auch zwanzig, wen" wir erst mal „eingeführt" seien Und uns? — schien es auch eine Kleinigkeit, solange wir die Loren erft in der Ferne am Ufer des „neuen Grabens stehen sahen, sie standen friedlich und arglos, und man konnte ihnen nicht ansehen, wieviel Schippen Sand oder Lehm — das war in diesem Bauabschnitt sehr verschieden — in so ein Ding hineingehen würden. Emer nur, der früher schon Akkord geschippt hatte bei einem Bauunternehmer, zwinkerte mit den Augen. Natürlich sei es leicht zu schaffen, meinte er, aber mit den Leuten? Kopfwendung nach uns. ihm? Wer in den Tagen vor dem ersten Wahlgang die Aeußerungen der Moskauer Presse verfolgte und sich ein Bild von den Erwartungen zu machen versuchte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, als leide man in Moskau — und zwar in beiden Abtei- Ser Spiegel als Lebensretter. Ein Spiegel rettete einem englischen Segler und seiner Familie das Leben und bewahrte sie davor, zu ertrinken oder von Haifischen verschlungen zu werden. Die Familie war mit einer Segeljacht auf hoher See in der Torres-Straße zwischen Queensland und Neuguinea, als ein Sturm sie überraschte. Das Steuerruder brach, und Über das treibende kleine Schiff ergossen sich Sturzseen. Sie quälten sich drei Tage und Nächte, ihr Fahrzeug über Wasser zu halten. In der vierten Nacht erblickten sie, schon vollkommen erschöpft, einen Leuchtturm. Das Schiff trieb wohl in den Lichtschein, doch war es zu weit entfernt, um vom Leuchtturm aus bemerkt zu werden. Da kam dem Manne ein rettender Einfall. Er eilte in die Kabine und riß den größten Spiegel, den er finden konnte, von der Wand. Wieder auf Deck angekommen, fing er die Lichtstrahlen des Leuchtfeuers auf und warf den Widerschein mit Hilfe des Spiegels zurück. Dies schwache Aufblitzen wurde in der Tat gesichtet. Zwei Leuchtturmwärter machten sogleich das Rettungsboot flott und bahnten sich durch den hohen Seegang ihren Weg, nur geleitet von dem aufblitzendon Schein des Spiegels, und es gelang ihnen auch, das bereits voll Wasser gelaufene Schiff zu erreichen. Als die Familie sicher im Leuchtturm geborgen saß, war von ihrem Schiff nichts mehr zu erblicken. richtige ansieht, — darüber schweigt sich der schlaue Agitator aus. Aber bann folgt ein zweites Stimmungsbild feiner Aufsatzfolge aus der französischen Provinz, und hier wird „dem schwer um seine Existenz ringenden Franzosen" schon klar und deutlich bie Sowjetunion „als ein bewunderungswürdiges Vorbild" gezeigt. „Die Arbeiterklasse Frankreichs muß kämpfen, um Frankreich ebenso groß, frei, ft a rt und glücklich wie die Sowjetunion zu machen", „im Bunde mit der Union der proletarischen Völker wird Frankreich alle Klippen umsegeln und zu neuer Blüte aufsteigen". „Sowjetrußland mit seiner starken Militärmacht wird Frankreich ein getreuer Helfer gegen die Bestrebungen des unersättlichen deutschen Faschismus sein" — solche und ähnliche demagogische Schlagwörter beherrschen nach der Prawda „die Massen der französischen Werktätigen" und treiben sie zur Abgabe ihrer Stimme für die Volksfront und „insbesondere für die Schöpfer und Beherrscher der Volksfront — die Kommunisten". Hier wird auch die Frage, wie es werden soll, klar und deutlich beantwortet. „Unser Endziel ist ein kommuni st isches Sowjetfrankreich" hat der Sekretär der französischen Kompartei (wie die französische Tochteroraanisation der Komintern in Moskau genannt wird) ungeschminkt erklärt Und das Ergebnis? Wie wird An Moskau das Ergebnis der französischen Wahlen gewertet? Wie legt man es aus und was verspricht man sich von Mlhelm-FM-Siedlung für kinderreiche Familien Ist nicht selbst der ärmste französische Arbeiter, verglichen mit dem Sowjetproletarier, ein wahrer Krösus? Fehlt nicht im französischen Bauern- t u m jede Grundlage für ein Verständnis der Moskauer „Arme-Leute-Theorie"? Seine besten Leute hatte Moskau zur „Vorbereitung der Wahlen" nach Frankreich entsandt und von Zeit zu Zeit ließ sich Genosse Dimitrofs von den Komintern höchstpersönlich über den Fortgang „des Anpassungsfeldzuges" Bericht erstatten. Man weiß, daß Dimitroff, der Generalsekretär der Komintern, auf ihrer letzten Tagung im Sommer diese Parole der Anpassung an die jeweiligen im Lande herrschenden Verhältnisse ausgegeben hat, die Parole des „Trojanischen Pferdes", der inneren Aushöhlung der Stellung des Gegners durch das zeitweise Fallenlassen der krassen kommunistischen Dogmen und die Aneignung fremder Parolen, durch Zusagen und Versprechungen, durch elastisches Eingehen auf die jeweiligen Bedürfnisse. Und man weiß auch, daß Moskau sehr reichlich die Mittel für die Bestreitung der kostspieligen Propaganda fließen ließ, daß die annähernd 30 Unterorganifationen der französischen kommunistischen Partei gewöhnlich als die Empfänger figurierten, um unliebsame Überraschungen auszuschalten. Freilich sind diese nicht durch die Pariser Sowjetbotschaft gegangen — so unvorsichtig ist Moskau heute nach der Erfahrung in Brasilien und Uruguay nicht mehr. Dafür hat Genosse Potemkin aber durch persönliche Fühlungnahme mit Herriot, Blum und Den anderen Führern der Volksfront versucht, sich — „nicht in die französische Innenpolitik einzumischen", eine Handlung bekanntlich, der Stalin gegenüber Laval in Moskau energisch abschwor und die er auch noch kürzlich in einem Interview mit einem Amerikaner als „ein Mißverständnis" bezeichnete. So entscheidend vorbereitet, wurden dann auch die Wahlen in Frankreich zu einem vollen Erfolg Moskaus. Wenn man im Kreml die Erwartungen besonders hinsichtlich einer noch größeren Stärkung des kommunistischen Einflusses und einer Zunahme der bolschewistischen Stimmen auch weiter gesteckt haben sollte, so ist die Vervielfachung ihrer Sitze in der Kammer doch ein Ersatz dafür, daß sie ihre Stimmenzahl noch nicht einmal ver- Die Leute waren wir, durchschnittlich einen Meter siebzig groß, er fast einen Kopf größer, und ohne Mühe konnte er in feine eine Hand meine beiden verpacken. Er solle sich nichts zugute tun und sich nicht so haben, gab ihm einer zur Antwort, wir könnten schon auch, und im übrigen werde er sehen! Aus der Baustelle dann waren wir bald sechs Rotten, je drei Mann, vier wurden abEommanbiert jum Planieren bes von uns heranzuschaffenben Sanbes an ben alten Flußlauf. Unb los ging es! Die Loren würben eingekippt unb eingehoben unb an ihren Platz geschoben. Dann haben wir berechnet: vier Stunben Arbeitszeit auch nur zu Anfang! —, also durchschnittlich vier Züge in ber Stunbe, bas machte genau fünfzehn Minuten für einen Kasten, Kurzstunben gab es im Ardeitsbienft nie. Die erste bie „Tempolore", befehligte eben jener „Akkorbarbeiter". Unb wir schippten, so rote wir es gezeigt bekommen hatten, bie Schippe schon voll unb bann mit richtigem Schwung — „schon auslaufen la fen" — „rin in ben Kasten Das ging roiber Erwarten gut. Zwölf Minuten waren vergangen, ba haute bie „Erste' ab. Zum Auck fehlten in ben anberen nur noch em „paar Pfundchen unb bie kamen rein. Dann schoben wir auch ab, tippten aus und juhren zurück^ Und wir waren stolz, daß wir das Tempo gehalten hatten. Die nächste auch zwäls Minuten, bei der dritten gab es eine Unterbrechung Daß gerade die erste aus den Schienen ging, ärgerte uns. denn damit verloren wir die kostbar gehüteten emgesparten Minuten. Es waren acht gewesen. Wir stellten die Musge- tippte roieber hoch unb konnten bann zurück Bei ber vierten zog es schon recht nett m ben Firmen unb ber Schwung ber Schippen war nicht mehr so wuchtig. Lächelnd stand die Besatzung eins den beiben Neulingen kam es sehr zugute, baß ihr Dritter Mann eingearbeitet roar Unb er gab uns bann auch immer eine Gnadenfrist. Wir waren roütenb auf ihn, einmütig von Lore zwei bis sechs, riefen ihm auch zu, baß er nach Belieben abfahren könnte, er müßte uns nicht erwarten, wir würben fertig unb überhaupt „könne er uns er ruhiger Natur war, tat er es zwar nie In ber ■ halbstündigen Pause verging bann ein roentg das Brennen in den Händen; eine Wafferb ase die sich eben entwickeln wollte wartete auf spater. Acht : Züge hatten wir, als bie Pause ä" Ende war. So . hatte man Aussicht, baß man für bie letzten sieben ■ etwas länger brauchen bürste, weil sie sich ja auf . zwei Stunben verteilten , • Sehr schwer nur konnten wir bie fünfzehn Mi- i nuten einhalten, zumal unter ber oberen Sand- : schicht festgebackener Lehm lag, ®cr eJ*en‘ (eiter half einmal hier anschieben, richtete dann Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, Mai 1936. Am 27. April, also zwischen den beiben Wahlgängen in Frankreich, erschien in ber amtlichen Prawda ein Artikel ihres Pariser Berichterstatters, der sich in die entlegensten französischen Provinzstädte begeben hatte unb bestrebt war, bort b i e Stimmung der Bevölkerung und die Begleiterscheinungen des Wahlkampfes zu studieren. Es ist von Moskau aus nicht zu übersehen, ob der Durchschnittsbürger in Frankreich heute nicht mehr seinem Ruf entspricht, Vertreter eines Volkes der Sparer zu sein, ob er also in ber Tat unter ben größten wirtschaftlichen Notstänben leibet unb ob er sich schließlich wirklich schon mit Haut unb Haaren dem Kommunismus verschrieben hat. Wohl aber steht fest, daß der Verfasser des Aufsatzes ein guter Agitator ist, der sein Geschäft versteht, der sich auf die Psyche des Kleinbürgers einstellt und seine Meinung anderen Leuten geschickt aufzusuggerieren versteht. Denn immer wieder kommt aus den Zeilen des Mannes zum Ausdruck, wie sowohl er wie jeder Durchschnittsfranzose, mit dem er sich unterhielt. Darüber einer Meinung waren, daß „es so nicht weiter geht, daß alles völlig verändert und alles ganz, günz anders werden muß" Wie es werden soll, nach welcher Seite hm eine Aen- berunq einzutreten hat, und welches Heilmittel Der Verfasser für das notleidende Frankreich als das lungen des Kreml, in der Komintern sowohl als auch in den benachbarten Büros der Sowjetregierung —, unter dem beklemmenden Gefühl, die Genossen Zhorez, Duclos usw. könnten die auf sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen und die Dolks- frontparolen nicht zugkräftig genug fein, um eine Mehrheit der Linken zu gewährleisten. Großes stand für Moskau bei ben französischen Wahlen auf bem Spiel! Machte bie „Einheitsfront" weitere Fortschritte, so sollte nicht nur durch bie Bildung einer Volksfront-Regierung bas Bündnis mit Moskau weiter ausgebaut unb ber Einfluß ber beiben Abteilungen bes Kreml auf bie französische Jnnen- unb Außenpolitik verstärkt, sonbern vor allem sollten nun bie K o m mu n i st e n klar unb beutlich zu ben eigentlichen Nutznießern bes Bünbnisses, zu dem entscheibenben Faktor in ber französischen Politik unb bamit natürlich auch zu bem Sturmtrupp ber Weltrevolution gemacht werben. Denn klarer als je zuvor hat man es in biefen Tagen vor ben französischen Wahlen in Moskau empfunden unb ausgesprochen: Wirb biefe erste Probe ber Kampfkraft ber Volksfront unb insbesondre bes revolutionären Geistes ber französischen Kommunisten ein Erfolg — bann wirb Frankreich außenpolitisch noch enger, als es burch ben Militärvertrag geschehen ist, an bas Schicksal ber Sowjetunion ge- bunben unb zum Kettenhunb Moskaus in Europa gemacht und innenpolitisch nach den Moskauer Rezepten von dessen Willensvollstreckerin, der Volksfront, zu einem erstklassigen Sprungbrett für die Ideen der Weltreoolution umgestaltet wer- ben. Schon arbeitet diese sogenannte Volksfront mit Cachin, Herriot und Blum an ber Spitze fieberhaft an ber Durchführung biefer Aufgabe, schon ist es auch bereits gelungen, Paris mit einem sicheren Zum zehnjährigen Bestehen ber Carl-Schurz-Dereinigung fanb am Geburtshaus bes großen Ausländsdeutschen in Liblar bei Köln ein Festakt statt, an bem auch amerikanische Austauschstubenten teil- nmnf>hpn' unb n°hm°n. Recht- und link- pom Festredner sieht man die V°pr°t-r der amerikanstchen und deutschen ®“rt^phbohy?ef”^ÄH^7n°r^Cro^ faDOn 6icr Jugend, ine Lorbeerkranze am Geburtshause Carl Schurz meberlegten. (Presse-Jllustration-Hossrnann-M.) doppeln konnten, und vollends die sichere Linksmehrheit bietet eine brauchbare weitere Operationsbasis für den französischen Kommunismus Moskauer Prägung. Die Freude, die über den Ausgang dieses Waylkampfes herrscht, ist so allgemein, daß man selbst die sonst geübte Vorsicht vergißt und dem französischen Freund genauestens oorrechnet, wann und auf welchem Wege Frankreich kommunistisch gemacht werden soll. „Die Revolutionsreife hat Frankreich nochnicht vollständig erreicht", erklärte an dem Tage nach der Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses ein Sowjet- gewaltiger im vertrauten Gespräch. „Aber warten wir ruhig ab: Es ist auf dem besten Wege dazu." In diesem Satz liegt die Moskauer Bewertung des französischen Wahlergebnisses. Der Mann auf der Straße in dem Sowjetreich hatte nach den überschwenglichen Schilderungen aus Frankreich im Stil etwa jenes Prawda-Berichterstatters in den Wahlen schon nahezu den Beginn der Weltrevolution erblickt. „Wir sind noch nicht so weit — aber warten wir ab!" Und: „Abwarten!" lautet auch die Parole der amtlichen Jswestija an die stanzösischen Kommunisten. „Eine Volksfrontregierung unter kommunistischer Beteiligung ist zur Zeit unwahrscheinlich... Dazu muß eine bestimmte allgemein-politische Lage geschaffen werden." So die Jswestija. Und die Prawda vergleicht die jetzige Lage in Frankreich mit der von — 1789! Beides ist deutlich genug und bedürfte eigentlich keines Kommentars mehr. „Begebt euch nicht in die Gefahr, regieren zu müssen!", befiehlt Moskau seinen französischen Untertanen. „Steht beiseite, seht zu, l a ß t a n d e r e ab wirtschaften und zieht den Nutzen daraus! Noch nie ist in einem Lande, in dem es einen Kommunismus gibt, eine Koalitionsregierung mit Beteiligung der Jünger Moskaus gebildet worden. Hier verfolgt die Komintern das Ziel: Zusammenarbeit selbst mit bürgerlichen Parteien, um sie unter Druck zu halten, zu überwachen und zu schwächen, Aufrechterhaltung unsicherer labiler Verhältnisse und Agitation für die Weltrevolution, für „ein Sowjetfrankreich". Lenin kleidete das in die Worte: „Der Kommunismus kann und darf ein Stück Weges mit bürgerlichen Parteien und Drganifationen Zusammengehen — aber nur, um sie dann um so empfindlicher zu schlagen, wenn sie dem Kommunismus zur Macht verhalfen haben". In Frankreich ist es „vorläufig" noch nicht so weit. Man kann die Genossen Herriot und Blum noch nicht als Sturmböcke entbehren. Aber —\ es ist auf dem Marsch zur „Reoolutionsreife", wie jener Sowjetgewaltige sagte. Es befindet sich — nach der Prawda — vor der großen Revolution, „wie 1789". Aus aller Wett. Die Bluttat In TNindelheim. Im Mindelheim (Schwaben) wurde, wie bereits gemeldet, dieser Tage ein furchtbares Verbrechen entdeckt. Der 38jährige Otto Kehrer hatte, wie man ursprünglich glaubte, in geistiger Umnachtung seine Ehefrau und drei seiner Kinder e r - morde t. Wie nunmehr bekannt wird, hat der Täter als Beweggrund seiner Bluttat angegeben, vor einigen Wochen einen anonymen Brief erhalten zu haben, in dem seine Frau ehelicher Untreue beschuldigt wurde. Dies habe ihn zu dem Mord an seiner Frau veranlaßt. Seine Kinder habe er deshalb getötet, damit sie nicht in Not und Elend allein Zurückbleiben müßten. Er selbst habe versucht, mit einem Hosenträger Selbstmord zu begehen. In der Tat wurde an Ort und Stelle ein abgerissener Hosenträger gefunden. Die Polizei ist mit eingehenden Erhebungen beschäftigt, um festzustellen, ob die Angaben Kehrers stimmen, ober ob die Tat in vorübergehender geistiger Umnachtung verübt worden ist. Eine Hühnerfarm eingeäscherl. In Rasdorf im Kreise Hünfeld brannte eine große und reichbesetzte Hühnerfarm vollständig nie- der. Da in dem hochgelegenen Ortsteil kein Wasser vorhanden war, mußte die Motorspritze das Wasser 400 Meter weit bergan saugen. Ehe die dazu nötigen Vorarbeiten erledigt werden konnten, war die Farm bereits ein Raub der Flammen geworden. Mitoerbrannt sind rund 200 wertvolle Legehühner, etwa 800 Küken, die Futtervor- räte sowie die Eier in den Nestern. Der Besitzer erleidet, da er nicht ausreichend versichert war, einen beträchtlichen Schaden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Drei Knaben von einer Granate zerrissen. Am Krumpensee in der Nähe von Graz ereignete sich ein furchtbarer Unglücks fall. Drei Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren fanden beim Pflücken von Blumen in der Nähe des Sees eine Granate, die offenbar noch aus dem Kriege herrührte. Die drei Knaben hantierten mit dem Geschoß so unglücklich, daß es explodierte. Ein vorbeikommender Werkmeister fand in einer Mulde die zerrissenen Körper der Knaben. Flugzeugunglück in Kanada fordert 5 Todesopfer. In einer der letzten Nächte stürzte ein kanadisches Flugzeug bei Amos im Staate Quebec ab. Unter Öen fünf Toten befindet sich der Generaldirektor der kanadischen Luftfahrtgesellschaft „General Airways“, Clark. Buntes Allerlei. Oreiunddreißig Millionenstädte. Gegenwärtig gibt es nach Hübners geographisch- statistischen Tabellen im ganzen 33 Städte mit wenigstens einer Million Einwohnern. Don diesen entfallen auf Europa 13, auf Asien 8, auf Afrika eine, auf Nordamerika 7, auf Südamerika 3 und auf Ausstralien eine. In Jahre 1907 gab es nur 16 solche Städte, von denen auf Europa 7, auf Asien 5, auf Nordamerika 3 und auf Südamerika eine entfiel. Während die größte Stadt, London, damals nur rund 4,7 Millionen Einwohner hatte, steht sie jetzt mit 8,2 Millionen an der Spitze. Neu- york ist in derselben Zeit von 4,1 Millionen auf 6,9 Millionen gestiegen. An dritter Stelle stehi nicht mehr wie damals Paris mit 2,7 Millionen, sondern Tokio mit 5,5 Millionen. An vierter Stelle folgte damals Chikago mit 2 Millionen, heute dagegen Berlin mit 4,2 Millionen, das damals nur 2 Millionen zählte. Heute ist Moskau die fünfte Stadt mit 3,6 Millionen und Chikago steht mit 3,3 Millionen an sechster Stelle. Unter den Millio- nenftäbten, die sich erst in der neuen Liste von 1936 finden, sind hervorzuheben: Budapest 1,4 Millionen, Los Angeles 1,2 Millionen, Warschau 1,1 Million, Hamburg 1,1 Million, Rom 1,1 Million, Kairo, Mailands Mexiko, Sao Paulo, Barce- lona, Birmingham und Montreal mit je rund einer Million. Schneidermeister Goethe in Frankfurt. In einer vor einiger Zeit im städtischen Museum von Bielefeld gezeigten familienkundlichen Ausstellung fand sich auch eine Chronik des Geschlechts von Oeynhausen; ein Mitglied des Geschlechtes ist zur Zeit Regierungspräsident von Minden; ein Vorfahre, der Berghauptmann Karl August Ludwig Freiherr von Oeynhausen (1795 bis 1865) entdeckte zwischen Herford und Minden eine wertvolle Heilquelle und dab dem heute bekannten Bad Oeynhausen den Namen. Interessant ist auch ein kurzer Abschnitt aus dem Lebensbild eines anderen von Oeynhausen, des Freiherrn Christian Ludwig Ferdinand, der von 1665 bis 1713 lebte. Er war verheiratet mit dem Hoffräulein Anna Eleonore von Rau und zu Holzhausen. Ähren Brautstaat verfertigte der Schneidermeister Friedrich Georg Goethe in Frankfurt, später Gastwirt „Zum Weidenhof", der Großvater des Dichters. Schneidermeister Goethe erhielt u. a. „für Facon vom Manteau und Unterrock sowie Nachtrock und für Seide dazu acht Gulden". Zur Brautkleidung gehörte z. B. „eine goldene Tour auf dem Unterrock nebst goldenen Borten auf dem Manteau und Ga- laun zur Einfassung, weißer feiner französischer Damast zum Manteau und rother Atlas zum Unterrock, nebst Catiß und Futtertaffet". Ferner arbeitete Scheindermeister Goethe „einen Cotillon und Corselett von Pigne de Marseille" und brauchte „zehn Stab grünen Damast und fünf Stab grünen Doppeltaffet zum Nachtrock". Oie heilige Schlange auf der Speisekarte. Die Mitglieder einer Expedition des Lord Moyne nach der ©übfee fanben unlängst in einem Restaurant in Hongkong eine seltsame Schlange von schwarz- und gelbgrüner Farbe, deren Eigenart erst jetzt im Londoner Zoo festgestellt werden konnte, so daß sie einen Ehrenplatz im Reptilienhaus einnimmt. Die Expeditionsteilnehmer bemerkten in dem Restaurant ein Schlangengericht, baten die Schlangen sehen zu dürfen und fanden auch noch einige ungekocht vor, deren unzweifelhaft großen Wert sie sogleich feststellen konnten. Sie retteten eine also vor dem Kochtopf und brachten sie lebend nach London. Die seltene Schlange ist nach sorgfältigster Prüfung als eine verwandte Art der heiligen Höhlenschlange von den Malayischen Inseln festgestellt worden, die erst kürzlich zum ersten Male im Londoner Zoo zu sehen war. Die Schwanzstreifen dieser aus den Händen der Köche erlösten Schlange sind leuchtend gelb, während die der Höhlenschlangen weiß sind. Bei der genauen Untersuchung versuchte die Schlange zu beißen, und es gelang ihr schließlich, einen Biß, der aber nicht giftig ist, anzubringen. Der gebissene Wärter erwachte am andern Morgen mit steifem, geschwollenem Arm, doch am nächsten Tag war jede Spur des Bisses vergangen. Wirischast. ♦ Von der Frankfurter Börse. Am Samstag vor Pfingsten, 30. Mai, bleiben die Börsenräume für jeden Verkehr geschlossen. Die Abendbörse fällt am 29. Mai und 2. Juni aus. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 25. Mai. Zum Wachende- ginn lagen seitens der Kundschaft nur wenig Aufträge vor, während die Kulisse überwiegend, insbesondere nach den ersten Notierungen, Glattstellungen vornahm. Bei sehr kleinen Umsätzen eröffnete der Aktienmarkt mit uneinheitlicher Kursentwicklung, später ergaben sich zumeist leichte Abbröckelungen. Die Kursveränderungen hielten sich nach beiden Seiten meist innerhalb eines Prozentes. IG. Farben waren etwas stärker angeboten und ermäßigten sich auf 173 bis 172,50 (174), Rütgerswerke —0,25 o. H., dagegen Scheibeanstalt plus 0,50 v. H. Elektrowerte lagen still, AEG., Felten und Gesfürel lagen gut behauptet, Schuckert und Siemens zogen bis 0,75 d. H. an, während Bekula 0,65 v. H. nachließen. Montanaktien setzten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. leichter ein, nur Verein. Stahlwerke gewannen 0,40 v. H. Maschinenaktien tendierten fester, Daimler in Erwartung des Ergebnisses der Bilanzsitzung weiter erhöht auf 119 (118), fest besonders Jung- Hans mit 94 (92,25), MAN plus 0,50, Muag gut behauptet. PH. Holzmann auf den Jahresbericht 125,90 (125). Zellstoffaktien blieben voll behauptet, Aschaffenburg 101,50 (101,25), Wakdhof 143,50 (143,25). Stärker befestigt waren Bemberg mit 92,50 (89,50), Allg. Lokal und Kraft mit 141,13 (139,50), ferner gewannen Bank für Brauindustrie 1 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 o. H., AG. für Verkehr 0,75 v. H., dagegen ermäßigten sich Reichsbank um 0,75 v. H., Metallgesellschaft um 1 v. H. und Cement Heidelberg um 0,50 v. H. Von Auslandswerten lagen AKU. bei zeitweise lebhaften Um- sätzen 1,50 v. H. höher, Chade A bis C 423 (415). Der Rentenmarkt hatte eine freundliche Grundtendenz, obwohl die Kurse für Altbesitz, Kom- munal-Umschuldung und Späte Schuldbuchforderungen etwas nachließen. Zertif. Dollar-Preußen unverändert 68,25. Von fremden Werten I. Anatolier 42,25 (42,90). Im Verlaufe war die Haltung am Aktienmarkt überwiegend schwächer. Besonders gedrückt waren IG. Farben mit 171 nach 172,50, ferner verloren Daimler 1 v. H. auf 118, Scheideanstalt 1 v. H auf 244, im übrigen ermäßigten sich die Kurse gegen den Anfang um 0,25 bis 0,50 o. H. Fester zur Notiz kamen BMW. mit 135,25 (134,25), Feinmech. Setter nach Pause 87 (83,50). Am Kassa- markt kamen die ab heute neu eingeführten Aktien der Verein. Gothania mit 131 bis 30proz. Zuteilung und größerem Umsatz zur Notiz. Renten blieben sehr still, Kommunal-Umschul- dung noch etwas nachgebend auf 88,55 nach 88,65. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben unverändert, ebenso die meisten Liquidationswerte. Stadtanleihen lagen bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Von Auslandsrenten Warschau- Wiener etwa 0,25 v. H. fester, sehr fest erneut 4 v. H. Ungarn Kronenrente mit 2,50 (2), auch Kronen- Bosnier, Oesterr. Einheitsrente usw. wurden höher taxiert. Höher lagen ferner einige Schweiz. Bahnanleihen. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse herrschte auf allen Marktgebieten nahezu völlige Geschäftsstille. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse überwiegend noch etwas ab. Etwas Beachtung fanden Daimler-Motoren, die auf 119,75 (118,40) anftiegen, zum Schluß der Börse jedoch wieder auf 118,25 nachließen. Die Börse er» wartet mit starkem Interesse das Ergebnis der Auf- sichtsratssitzung, aus der man mit der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung von 6 v. H. rechnet. Etwas höher lagen BMW mit 135 (134,25). Im übrigen wichen die Kurse nur um Bruchteile v. H. ab. Die heute eingeführten Vereinigten Gothania, die im Mittagsverkehr mit 131 rep. notiert wurden, wurden im freien Markt mit 133 gehandelt, während amtlich keine Notiz erfolgte. Der Renten- markt lag ebenfalls geschäftslos. Von Stadtanleihen 4,5proz. Mainz von 1928 94,50 (94,90). Von Auslandsrenten waren Kronen-Bosnier mit 5,40 (5,35) wieder etwas befestigt, ferner kamen 4proz. Oesterr. Staatsrente mit 1,80 (zuletzt am 19. Mai 1,20) zur Notiz. U. a. notierten: 4,5proz. Stadt Mainz von 1928 94,50, 4proz. Oesterr. Staatsrente 1,80, 4proz. Ungarn Gold 9, 4proz. Rumänen 5,60, 4 proz. Schweizer Bundesbahn 229, Commerzbank 93,25, DD-Bank 95,25, Dresdner Bank 95,50 Pfalz. Hyp. Bank 86,25, Buderus 101,25, Harpener 127,50, Hoefch 105,75, Rheinstahl 129, ßaurabütte 23, Verein. Stahlwerke 94,13, Aku 54,50, BMW 135, MAN 116, Conti Gummi 183, Daimler 119,75 bis 118,25, Deutsche Erdöl 121,40, Scheideanstalt 244, Deutche Linoleum 185, Licht & »ast 152, Eßlingen Maschinen 87,90, JG.-Farben 170,75, Gesfürel 142,50, Holzmann 124,75, Junghans 93, Mainkraft 98, Muag 99,25, Moenus 91,75, Schuckert 148,75, Westdeutsche Kauf- Hof 44, Reichsbahn-VA. 124,65, AG. für Verkehrs- wesen 121,50, Hapag 16. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Mai. Im letzten Monatsdrittel wird Weizen wieder weniger angeboten, da die Abgeber auch den letzten Monatsaufschlag mitnehmen wollen. In Roggen sind die Landmühlen durch Zuweisungen der RfG. vereinzelt besser versorgt worden; das Landangebot hat ganz nachgelassen. Gerste und Hafer haben unverändert kleine Geschäftstätigkeit. Mehl hat bei beschränktem Angebot allgemein sehr guten Abzug, auch im Hinblick auf die kommenden Festtage und den einsetzenden Fremdenverkehr. Kleie, Oel- kuchen finden weiterhin reges Interesse, während Biertreber, Malzkeime und Futtermehl ziemlich still liegen. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 215, w 16 218, W 19 222, W 20 224, Roggen R 12 178, R 15 181, R18 185, R19 187 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste —; Hafer —; Weizenmehl W 13 28,55, W 16 28,80, W 19 28,80, W 20 29,15; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizenfuttermehl W13 13,15, W16 13,30, W19 13,50, W 20 13,60; Weizenkleie W13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,00, W20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreife ab Mühlenstation; Sojaschrot m. M. 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30; Erdnußkuchen m. M. 17,85 ab südd. Fabrikstationen; Treber 15,75 bis 16,00; Trockenschnitzel 9,40 ab südd. Fabriken; Heu 6,50 bis 6,80; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,00 bis 3,30, gebündelt 2,80 bis 3,00. Karto ffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend 3,55, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 3,25 Mark pro 50 Kilogramm bei Waggonbezug Frachtparität Frankfurt a. M. Frankfurter Schlachtviehmarkt. ; Frankfurt a. M., 25. Mai. Auftrieb: Rinder 231 (gegen 416 am letzten Montagsmarkt), darunter 61 (95) Ochsen, 44 (56) Bullen, 93 (175) Kühe, 33 (90) Färsen. Kälber 651 (725), Schafe 1 (87), Schweine 2987 (4867). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (am 18. Mai 42 bis 45), Bullen a) 43 (40 bis 43), b) 39 (35 bis 39). Kühe a) 40 bis 42 (39 bis 42), b) 35 bis 38 (34 bis 38), c) 28 bis 33 (26 bis 33), d) 25 (20 bis 25). Färsen a) 44 (41 bis 44). Kälber a) 73 bis 78 (71 bis 76), b) 66 bis 72, (62 bis 70), c) 55 bis 65 (51 bis 61), d) 38 bis 54 (35 bis 50). Stimmer, Htimmel und Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen nicht notiert. Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber lebhaft, ausverkauft. Grvßmarkt für Fleisch und für Fettware n. Beschickung: 1403 Viertel Rindfleisch, 113 ganze Kälber, 4 ganze Htimmel, 456 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69. Bullenfleisch a) 76. Kuhfleisch a) 75. b) 65, c) 54. Ftirsenfleisch a) 80, b) 69 (alles jeweils Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95 bis 105, c) 85 bis 95. Hammclfleijch b) L'O bis 95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 60 bis 65 (65 bis 70), Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf lebhaft. Marktverlegung: Der auf Pfingstmontag fallende Markt wird auf Dienstag, 2. Juni verlegt. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 454: Flotter Verlauf <)er Rotterdamer Javatabak-Versteigerung. — 455: Bekanntmachung KP 139 der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. — 456: Zu der Versendung von Zinsscheinen ins Ausland. — 457: Zahlungsaufträge und Schecks auf die UdSSR, nur noch in Reichsmark. — 458: Bekanntmachung KP 140 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Preußen. Kreis Dehlar. * Waldgirmes, 25. Mai. Die 73 Jahre alte Witwe Katharina Räuber zog sich bei einem unglücklichen Fall einen schweren Oberschenke l b r u ch zu, der ihre Ueberfüfjrung in die Gießener Klinik erforderlich machte. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H Berlin Srümrun a. M. 25-Mai lurtf 25.5. 98,5 103,25 103,13 115,13 115,13 115,13 100,3 100,3 100,4 100,3 98,5 98,6 98,5 96,9 96,9 96,9 173,75 170,75 101,2 101,3 92,65 92,75 11 125 1 1 140 । A 154 I 117,4 117,75 117,65 117,65 97 97 2,486 2,490 152 101,65 Vanknolen. DiMntfd)' 101,75 101,75 102 97 97 97 97 । Ol 31,65 Mannesmann-Röhren 9,75 io] 206 101,65 101,75 I 94,75 109,4 I 94,75 109,4 94,75 109,4 53,5 89,5 143,25 101,25 130,5 94,5 22,5 118 184,5 112 128,5 134 Schildert SEo. ... Siemens S HalSke -.'ahmeqer & Auslol.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Ausloi. Rechte» 4%% ehern.8% Kraul'. Hyp. Ban Goldpse. 16 unkündbar bi» 193 6!2% ehem. 414% Franks. Hyp Bank-Liyu «Pfandbriefe...... Frantiuri a.M. Berlin Gchluß« turS cvchiuir.. Abend« l'ör>1 Schluß« tun» edilußt. Miltag« bör e Datum 23-5 25 5 23 5- 25 5 4% veogt. Serie h........... — 9,75 — — 6% Mumün. vereint). Rente v. 19Ob —— — 6,9 6,95 114 °»Ruman.vereinst.Rentcv.1913 d— 9,65 9,75 9,7 4% Rumänische vereinh. Rente . 5,65 5,6 5,75 5,7 -%% Anatolier ............. 42,9 42,25 42,6 42 ^amburg-Amerikg.Paket .....V rmmdurg-Südam. Dampfschiff . 0 16,5 16 16,4 16,13 32,5 32 norddeutscher Llona .........O 18 17,75 18.13 —— .i.Ä. für Verkehrswesen Akt. .. 0 120,75 121,5 120,75 — Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 117,5 117,75 Commerz- und Privat Bank ... 4 Deutsche Bank und $isconto» 93 93,25 93 93,25 Gesellschaft................ 4 95 95,25 95 95,25 Dresdner Bank.............. 4 95,75 95,5 95,75 95,5 Aeichsbank ................ jv 190,5 191,5 190,5 188,5 , laniiuri a. M. äerun rur6 bflr(e ,ur*'X börse 23 Mai Am liche Geld Notierung Ärlkf 0,685 0,689 42,03 42,11 0,138 0,140 3,047 3,053 55,27 55,39 46,80 46,90 12,38 12,41 5,455 5,465 16,36 16,40 167,95 168,29 19,48 19,52 0,725 0,727 5,654 5,666 62,21 62,33 48,95 49,05 11,27 11,25 63,83 63,95 80,30 80,46 33,89 33,95 10,275 10,295 2,486 2,490 25erlin,25.2)101 l Geld Br ef ' Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. französische Noten............... Holländische Noten............... 2,438 41,88 55,05 12,35 16,315 167,54 62,03 63,64 80,13 33,56 2,458 42,04 55,27 12,39 16,375 168,22 62,27 63,90 80,45 33,70 Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ DM ' t; f ' e M — \ 'Z’-V 3> < Jr z ». Of F 4 .->/, / / * , ’ !,x / ' "H, G M ?-3;" e Gegend Gegend l°nbezug igstmontag Juni vcr- -ES Gieren t Rotter- Bekannt- le für un« i der Ser« - 457: ' UdSSR, ntmachung neble Me- trieb,: ismartt), 93 (175,j vchafe 1 den pro chsen a) !N a) 43 ) bis 4? 8 bis 33 ) 44 (41 )) 66 bis 1) 38 bis ;afe nicht ), bl) 56 ). Sauen Schweine auft. r Fett- eifrf), H3 tyvcine, amm in ’civt) a) leisch a) ilbflei^ i) b) V,0 14. W 10 bis 65 rktverlauf n K. ange. »tsauf. nd die verein. '°t hat n UN. >at bei Abzug, ge und ; Del. ährend ich still Jahre alte einem un» er scheu' n d«e Gie' - w io 8, R15 'se der ergerste 3 28,80, ! 22,45, ) Mark 13,15, Mkleie 11,10, 0, R19 Soja- ); Erd. itionen; ),40 ab m- und ebündelt Dienstag, 26. Mai 1956 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 121 Drittes Blatt Der Tag der Gießener Ostdeutschen DtS DU, UOenuyuuui kt. ui» caj, iv, uu ..... ; Sellerie 10 bis 30, Rettich, das Bündel 15 bis 30, werte Mann mußte nach Gießen in tue Chirurgische 1 Radieschen, das Bündel 5 bis 12 Pf. Klinik verbracht werden. Hofgut Heibertshausen bei Daubringen von einem Eber angefallen und durch Bißwunden in den rechten Oberschenkel erheblich verletzt. Der bedauerns» Pfingsiwanderung in den Vogelsberg. Für die beiden Pfingstfeiertage haben wir eine Wanderung durch den hohen Vogelsberg vorgesehen. Die Wanderung geht über den Hoherodskopf, Her- chenhainer Höhe, Herbstein, Ulrichstein. Wir fahren mit Sonntagskarte bis Schotten, Rückfahrt ebenfalls von Schotten. Anmeldungen müssen bis spätestens Mittwoch, 27. Mai, bei dar Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, vorliegen. Rucksackoerpflegung. Genaue Abfahrt wird hier noch bekanntgegeben. Ifiit dem Omnibus nach Miltenberg am Main. An Pfingsten fährt ein Omnibus nach Miltenberg am Main. Die Fahrt geht ab am 31 Mai gegen 9 Uhr in Friedberg (8 Uhr m Gießen) vormittags bis 1. Juni abends (Rückkehr in Gießen etwa um 22 Uhr). Der Teilnehmerpreis betragt ab Friedberg 10,20 RM (Sonntagskarte Gießen — Friedberg 1,80 RM.) einschließlich einem Mittagessen einem Abendessen, einer Uebernachtung mit Frühstück. An- meldeschluß ist Mittwoch, 27. Mai. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, und in Friedberg entgegengenommen. Neue Bestimmungen für den Verkehr. von Lohnbezügen sind die aus dieser falschen Auffassung gefolgerten Konsequenzen. Es soll in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen sein, daß Beamten, Angestellten und Arbeitern bei Behörden, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und öffentlichen Betrieben während eines Urlaubs für Schulungslehrgänge keine Nachteile in ihrer Dienststellung und in wirtschaftlicher Hinsicht erwachsen dürfen. Die Fortzahlung der Dienstbezüge ist damit sichergestellt. sich anerkennerck) über seine Dienste für die Heimat aus. Polizeiwachtmeister Thum überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Saardeutschen, die sich durch das Erlebnis gleicher Leidens- und Kampfzeiten mit den Ostdeutschen verbunden fühlen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zusammenarbeit zum Dienst an der Volksgemeinschaft sich segensreich auswirken möge, und wünschte, daß die West- und Ostmärker hier inmitten des Reiches den Gedanken der lebendigen Grenze wachrufen mögen, damit die Bande der Heimatliebe die starke Triebfeder für die Pflege des Volkstums drinnen und draußen des Reiches werden. Bundesgruppenleiter Kostorz gab dann einen Rückblick auf die Zeiten vergangener Kämpfe und Arbeit für die Heimat. Er wandte sich besonders an die Hausfrauen mit der Bitte um Unterstützung der wirtschaftliche bedrängten Ostmark durch besondere Berücksichtigung ostdeutscher Waren und Erzeugnisse. Er lenkte weiter die Aufmerksamkeit au die ostdeutschen landschaftlichen Schönheiten, denen man bei den Ferien den Vorzug geben könne und sprach dann von den ostdeutschen Dichtern, die uns die schönsten Volkslieder geschenkt hätten. Gedichtvorträge von den Nöten und Kämpfen der Grenzdeutschen drinnen und draußen und Mundartvorträge des Landsmann Kramer verschönerten die Nachmittagsstunden. Ein Tanzabend beschloß die harmonisch verlaufene Veranstaltung. Kameraden stehen für ihn ein. Und es sind Kameraden, gleich welcher Herkunft, gleich welchen Berufes, und gemeinsam marschieren sie durch das deutsche Land, gemeinsam schauen sie die deutschen Städte, gemeinsam erfreuen sie sich der Schönheiten des Weges. Und stärker wird die Kameradschaft, die alle umschließt, fester das Band, das alle bindet, wird Sozialismus nicht nur geredet, sondern geübt. Davon weiß jeder zu erzählen. Eltern! Ostern war das Fest der Familie; Pfingsten geht eure Jugend auf Fahrt. Gießener wochenmarktpreife gegenbringen. Nur allzuoft trifft man noch die Meinung an, daß die weltanschauliche Weiterbildung und körperliche Ertüchtigung auf den Führerschulen einem Erholungsurlaub gleichzusetzen sei. Kürzung des Betriebsurlaubs und die Einstellung der Zahlung I der Volksgemeinschaft sein. * G i e ß e n, 26. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, 14 kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Klasse S 11, Klasse A 10/2, Klasse B 10, Klas e C 914, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, V» kg 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, alt 10, neu, das Bündel 15 bis 20, Spinat, 14 kg 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 12, Spargel 35 bis 55, Erbsen 30, Tomaten 60 bis 80, Zwiebeln 12 bis 18, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, 14 kg 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, Aepfel, 14 kg 30 bis 70 Pf., Kirschen 60 bis 70, Blumenkohl, das Stück 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 12 bis 20, Lauch 5 bis 10, Im Anschluß an die Feierstunde der Ostdeutschen in Gießen am Sonntagvormittag im Unioersitäts- gebäude, über deren Verlauf wir gestern bereits berichteten, versammelten sich die ostdeutschen Volksgenossen zum gemeinsamen Mittagessen im „Pfälzer Hof" Am Nachmittag vereinigte man sich zu einem landsmannschaftlichen Treffen, bei dem der Gießener Bundesgruppenleiter u.a. auch den Kreisleiter z.b.V. und Kreisreferenten der Alten Garde Adam Lotz in Gießen, Ratsherr Oberingenieur Grahlmann, den Bundesgebietsleiter S ch ö l z e l (Darmstadt), den Marburger Bundesgruppenleiter Heimann und den Gießener Führer der Saardeutschen Polizeiwachtmeister Thum begrüßen konnte. Er erinnerte weiter daran daß bei der Veranstaltung tn Osman-Bey, der als einziger früherer Gießener Student am Annaberg verwundet wurde, und in Heeres-Derwaltungs-Assistent Bohm e-Gie- ßen zwei Kämpfer vom Annaberg begrüßt werden könnten. Er dankte ferner dem Bürgermeister Dr. Hamm dessen feinsinnige Worte am Vormittag einen tiefen Eindruck hinterlassen hätten, und ganz besonders dem Gesangverein „Heiterkeit , dessen ausgezeichnete Darbietungen der Feierstunde die rechte Weihe gaben. Landsmann Ernst Motz, der früher jahrelang die Oberschlesier geführt hatte, dankte dem Bundesgruppenleiter Kostorz für die Muhe die er für die Ausgezeichneten aufgebracht hat, und sprach Nur eine solche Haltung kann dem Sinn der SA.-Kurse gerecht werden und wird darüber hinaus ein sichtbarer Beweis der Opferfreudigkeit innerhalb I der Volksgemeinschaft sein. Sofern die Tragfähigkeit einer Brücke nicht für schwerste Fabraeuge ausre'cht, denen der Gemein- brauch öffentlicher Straßen gestattet ist muß die Sperrung durch Verkehrs,childer angezeigt werden. 3ut Benutzung van Radfahrwegen sind Fahr- rüder mit Anhängern und Dreiräder nicht ver- xilichtet. Die Benutzung ist unzulässig, wenn der Verkehr dadurch behindert würde. . Bremslichter, die rotes statt gelbrotes Licht zeigen, werden vom 1. Oktober 1936 an beanstandet. Ein allgemeiner Zwang zur Führung von Bremslichtern besteht nicht. Ihre Anbringung muß aber gefordert werden, wenn eine eindeutige Zeichengebung auf andere Weise nicht möglich Dies gilt sinngemäß auch von den Fahrtrichtungsanzeigern. Pfingsten sind Fahrtentage der HZ. GA.-Dienst ist keine Erholung Ein Woit an die Betriebsführer. Vornotizen. Tageskatender für Dienstag. NSLB., Fachschaft Volksschule, Gießen-Stadt: 17 Uhr Physiksaal, Schillerschule, Arbeitsgemeinschaft Deutsch und Geschichte. — Stadttheater: „Ende gut, alles gut". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Raub der Sabinerinnen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Nach Büroschluß". 11.20 Uhr: „Mordalarm . Stadtheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute von 20 bis 22.30 Uhr geht erstmalig Shakespeares Komödie „Ende gut, alles gut m der Uebersetzung von Baudissin in Szene. Es ifi: mepr als lediglich eine schöne Geste die zum Abschluß der Spielzeit einen hübschen T^el wählt, sondern der dichterische und dramatische Wert veranlaßte die Intendanz, diese wenig gespielte Shakespeare- Komödie herauszubringen. Der heutigen Vorstellung ist deshalb eine besondere dramaturgische und regre- mätzige Bearbeitung zu Grunde gelegt. Die Spielleitung liegt in Händen von Intendant Herrn. Schultze- Griesheim. Es wirken mit die Damen: Birkmann, Henckell, Schubert-Jüngling, Stirl; die Herren: Frickhoeffer Geiger, Kühne, Mosbacher, Neuhaus, Nieren, Rosenthal, Schorn, von Spallart, -Bold. 32. (letzte) Vorstellung im Dienstag-Abonnement. NS.-kullurgemeinde, Studentenring Gießen. Der Dichter Heinrich Zill ich liest Mittwoch, 27. Mai, aus eigenen Werken. (Näheres im heutigen Anzeigenteil). Tag des ASM. am 20. und 21. Juni in Frankfurt. NSG. Zum ersten Mal veranstaltet die Motor« qruppe Hessen in großem Rahmen am 2 0. und 2 1. I u n i den TagdesNSKKK. Nahezu 12 000 NSKK.-Männer werden in Frankfurt a. M. erwartet, die in einem großen Biwak im Ostpark untergebracht sind. An Ehrengästen nehmen bestimmt teil: Korpsführer Hühnlein, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Obergruppenführer S e y d e l, sowie eine große Anzahl von Vertretern der Partei, Wehrmacht und des Motorsportes. Aus dem vorgesehenen Programm ist besonders hervorzuheben: die Eröffnung einer großen Autoschau am Donnerstag, 18. Juni, ein Großkonzert am Samstag, 20. Juni, in der Festhalle mit kurzen Begrüßungsansprachen von Obergruppenführer S e y d e l und Korpsführer Hühnlein und anschließend eine machtvolle Sonnenwendfeier auf dem Ausstellungsgelände an der Bismarckallee, auf dem auch am Sonntagvormittag eine große Parade, die Weihe von 18 neuen Standern und die Vereidigung von 2000 NSKK.-Männern durch den Führer der Motorgruppe Hessen, Brigadeführer Richard, Prinz von Hessen, stattfindet. Um die Mittagsstunde finden Propagandamärsche und -führten der NSKK.-Einheiten statt, während der Nachmik« tag im Zeichen kraftfahrsportlicher Veranstaltungen steht. Am Abend vereinigen sich alle Teilnehmer ZN einem großen Volksfest auf dem Festhallengelände, dessen Unterhaltungsteil von dem Standort Frankfurt bestritten wird. Diese erste Großveranstaltung der Motorgruppe Hessen wird die geschlossene Einheit des NSKK. im Bereich der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen offenbar werden lassen. 3m Bett tödlich verbrannt. Ein tragischer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich im Laufe der letzten Nacht in dem Hause Teufelslustgärtchen Nr. 14 in Gießen. Dort wohnte der 73 Jahre alte ehemalige Schauspieler Hermann Stichel, der früher dem Verband des Gießener Stadttheaters angehörte. Der Mann hat anscheinend in seinem Bette geraucht und ist dabei eingeschlafen, so daß das Bett unbemerkt teilweise Feuer fing und der bedauernswerte Mann, der wohl auch durch den Qualm betäubt wurde, schwere Brandwunden erlitt. Er wurde von der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht, ist aber dort heute früh den schweren Brandwunden erlegen. NSG. Alle Einheiten der Hitler-Jugend und des Jungvolkes gehen auf Anordnung der Geknetsfuh- rung Pfingsten auf Fahrt. Sie erleben die nähere und weitere Heimat, stehen melleicht auch an der Grenze und schauen hinüber, dorthin, wo auch deutsche Brüder sind. Sie erleben außer der Kameradschaft in ihren eigenen Reihen — und wie recht entsteht sie erst auf der Fahrt — auch die Gemeinschaft gleichen Blutes und gleicher Art mit denen, die sie aufsuchen oder mit denen sie auf dem Wege in Berührung kommen. maSninDomIeerIebUni/)ai)“r' Fch/fU)°lt-n, feine1 Radieschen, das Bündel 5 bi- 12 Pf. ** Auszahlung der Beamtendien st- bezüge vor Pfingsten. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit, daß nach Verfügung des Reichsfinanzministers die Dienst- bezüge ufm. für die erste Hälfte des Monats Juni nach den allgemeinen Bestimmungen am Samstag, 30. Mai, auszuzahlen find. Da an diesem Tage (Psingstsamstag) die Banken geschlossen sind, erklärt sich der Reichsfinanzminister damit einverstanden, daß die Dienstbezüge der Konteninhaber für die erste Hälfte des Monats Juni fo rechtzeitig — frühestens jedoch am Mittwoch, 27. Mai — überwiesen werden, daß über die Bezüge bereits am Freitag, 29. Mai, verfügt werden kann. ** Wohnungsbauten am W artweg. Die Wohnungsbauten der „Mibau" östlich des Wartwegs find jetzt im Rohbau vollendet, während die Bauten südlich des Wartwegs im Innern nahezu fertiggeftellt und alsbald bezogen werden können. Am Wartweg selbst wurde im Laufe dieses Frühjahrs ein Einfamilienhaus im Rohbau errichtet, feit einigen Tagen hat auch der Eisenbahnerheimstättenverein auf seinem Baugelände am Schlangenzahl — Abzweigung vom Wartweg — mit der Errichtung eines Doppelwohnhauses beginnen lassen. ** Eine Sommer-Moden- und Schmuck - Schau wurde gestern im Cafä Amend eröffnet. Diese Werbung für deutsche Erzeugnisse zeichnet sich vorteilhaft aus. Namentlich der Hinweis auf die im Zuge der Erzeugungsschlacht geschaffene Celler Seidenindustrie, die Devisen sparen und Arbeit schassen soll, wird für die Hausfrau bemerkenswert fein. Die Schau bringt eine Fülle schöner Anregungen für Stoff und Farben, Machart und Paßform und die den Frauen gut anstehende richtige Verwendung von Edelmetall- und Modeschmuck. ** Derkehrsunsall. Nach Schulschluß fuhr gestern eine Schülerin um die Mittagsstunde nach dem Hindenburgwall heim. Vor den Anlagen in der Goethestraße erfaßte sie ein Auto und verletzte das Mädchen am Kopfe und am Bein. ** Von einem Eber angesallen und erheblich verletzt. Am gestrigen Montag wurde der Gutsverwalter Rudolf Bauer auf dem ** 90 Jahre alt. Frau Witwe E. Farren» köpf, Gnauthstrahe 16 in Gießen wohnhaft, vollendet heute, 26. Mai, in völliger geistiger und körperlicher Frische ihr 90. Lebensjahr. ** Goldene Hochzeit. Am 27. Mai feiern die Eheleute Hermann Z ü l ch und Frau Lina, geb. Haubach, Ludwigstraße 33 I., das Fest der goldenen Hochzeit. ** Beerdigung eines verdienten Parteigenossen. Am gestrigen Montagnachmittag wurde der Zellenleiter Heinrich Bommers« h e i m von der Ortsgruppe Gießen-Nord zur letzten Ruhe gebettet. Amtswalter mit ihren Fahnen, die Gefolgschaft vom Finanzamt und eine zahlreiche Trauergemeinde gaben ihm das Ehrengeleit. Kapellmeister Grengel leitete mit getragener Musik die Feier in der Friedhofskapelle ein. Propst Knodt sprach Worte des Glaubens und des Trostes. Die Hakenkreuzbanner und die zahlreich erschienenen Amtswalter eröffneten den Trauerzug. Nach dem Gebet des Pfarrers brachte Ortsgruppenleiter Thomas dem durch Blutfturz jäh aus dem Leben abberufenen verdienten Parteigenossen und Zellenleiter der Ortsgruppe Gießen-Nord einen letzten Gruß und Dank am Grabe dar. Für die Kreisleitung der DAF. legte Pg. Wenzel, für die Ortsgruppe Bettenhausen Pg. Hahn, für das Finanzamt, bei dem der Entschlafene tätig war, dessen stellvertretender Leiter und ein Vertreter der NS.-Kriegsopferversorgung Kränze nieder. Der Nationalsozialistische Gaudienst schreibt: NSG. Es ist nachgerade bekannt geworden, daß der SA.-Mann seinen Dienst für Führer und Nation freiwillig versieht. Er hat während der Kampfzeit keinen Sold erhalten, so sehr auch die gegnerische Hetzpresse diese Verleumdung hinausschrie und wird auch für alle Zukunft keinen anderen Beweggrund für sein Handeln haben, als den Glauben an den Führer und die Verpflichtung in der Weltanschauung des Nationalsozialismus. Aus dieser Haltung heraus fühlt er sich berufen, immer einsatzbereit zu sein und mehr Opfer zu bringen als die meisten Volksgenossen neben ihm. Er verzichtet auf Bequemlichkeiten, die anderen selbstverständlicher Besitz sind, und er stellt die ihm neben seinem Beruf verbleibende Freizeit restlos dem Dienst der SA. zur Verfügung. Es ist wichtig, sich dies zu vergegenwärtigen, wenn Betriebsführer, wie die Oberste SA.-Führung mitteilt, noch immer nicht das notwendige Verständnis für den Schulungsurlaub der SA. ent- Dies sollte auch für den Betriebsführer eines privaten Betriebes Geltung besitzen, da es eine in unserer Weltanschauung verankerte selbstverständliche sozialistische Pflicht ist. Aus diesem Grunde wird ein nationalsozialistischer Betriebsführer die Angehörigen eines Lehrgangsteilnehmers während der Zeit der Schulung nicht hungern lasten, sondern Lohn und Gehalt weiterzahlen. Er wird auch von einem Ledigen nicht verlangen, daß dieser während der Zeit des Lehrganges fein gemietetes Zimmer aufgeben muß, sondern zumindestens die Miete dieses Zimmers zur Auszahlung bringen. Im Reichsverkehrsblatt wurden neue amtliche Verkehrsbestimmungen mitgeteilt, in denen es u. a. heißt: Zur Sicherung von Wegübergängen in Schienen- hohe werden Warnlichter, in der Regel am Warnkreuz, zugelassen. Gesperrte Uebergänge roerDen durch rotes, nichtgesperrte durch weißes Blinklicht angezeigt. Leuchtet kein Blinklicht auf, so ist Die Anlage vorübergehend nicht gesichert. Aus der provinzialhauptstadl. Vorfreude im Alltag. Eines Tages flattert dir ein farbiger Prospekt ins Haus. Du findest ihn neben deinem Teller auf dem Mittagstisch. Er ist von einer Reisegesellschaft, wie du sofort erkennen kannst. Beim Auseincmder- falten siehst du stimmungsvolle Landschaftsaus- i nahmen. Bilder von blumigen Wiesen, blitzenden t Wasserfällen und idyllischen Tälern. Dazwischen i rühmt ein kurzgefahter Text die herrlichen Stätten i der Erholung. 1 Es ist eine Lust, in dem Prospekt zu blättern. Du < tust es mit großem Behaaen und bist im stillen J dem Absender für die Aufmerksamkeit sehr dank- । bar. Und während deine Frau dir die Speise reicht, kommst du in aufgeräumte Stimmung. Im vorigen Jahre war es aus verschiedenen Gründen mit der Serienreife nichts. Aber in diesem Jahre...? Deine Frau lächelt verschmitzt, du blätterst jedoch vergnügt immer wieder in dem Prospekt. Ist er nicht gekommen wie ein freundlicher Götterbote, der strahlendes Licht in deinen Alltag trägt? Und nun hat dich bereits das Reisefieber. Deine Ferien liegen ja längst fest. Warum soll man nicht gleich daran gehen, das Ziel zu bestimmen? Natürlich, Reisepläne hast du bereits im Winter gemacht. Ader sie waren noch ganz unbestimmt und sozusagen unverbindlich. Man sprach davon wie von etwas, das unendlich schon, aber auch unendlich weit ist. t Doch jetzt tritt die Sache in das Stadium glückverheißender Nähe. Du holst deinen Terminkalender und schaust nach. Wahrhaftig, es sind nur noch wenige Wochen. Also heran an die Vorbereitungen. Und nun beginnen herrliche Tage in deiner Behausung. Abends bringst du eine Anzahl Prospekte mit. Man konnte meinen, du hättest die Absicht, ein halbes Jahr lang die interessantesten Gegenden zu bereisen, so häufen sich die bunten Reisebilder auf dem Tisch. Atlanten werden gewälzt und Fahrpläne studiert. Deine Frau horcht auf deine begeisterten Schilderungen, versäumt aber nicht, zwischendurch an die notwendige Ergänzung der Garderobe zu erinnern. Richtig, und was wird mit Hänschen, dem Kanarienvogel? Wer soll während der Abwesenheit die Blumen begießen? Alles Fragen, Die plötzlich eine wichtige Bedeutung erlangen. Natürlich werden alle Fragen gelöst. Und die wichtigste, die die Finanzen betrifft, findet auch eine Regelung. Denn zu deiner großen Ueberraschung steuert deine Frau von ihrem heimlich Ersparten einen Betrag zu den Kosten bei. Du bist einfach starr. Ja, ja, Die Frauen... M . Schließlich ist nach genußreichen Beratungen und Rückfragen bei gut unterrichteten Freunden die Entscheidung gefallen, wohin es gehen soll. Es ist em feierlicher Augenblick, wenn du den Federhatter zückst und das Anmeldeformular ausfüüft. Em wirklich großer Augenblick! Und nun lebst du in seliger Erwartung. Jeder neue Tag bringt dich dem Start zur glücklichen Reise näher. Aber oft genug schweift noch dem Blick zum Kalender. Und insgeheim rechnest du wie em Kind vor dem Weihnachtsfest die Zahl der Stunden aus. Wird er endlich kommen, der ersehnte Augenblick! H.W.Sch. Die Ostdeutschen mit kreisleiler z.b.V. Adam Loh. Erste Reihe, von links nach rechts: Reifewitz, Frau Bichhardt, Frau Schott, Frau Grahlmann, Kostorz. Zweite Reihe: Poschmann (der einzige Ostpreuße, der das Abstimmungsehrenzeichen erhielt), Wystub, Kramarczyk, Kreisl^ter z. b. B. A. Lotz, Bundesgebietsführer Schölzel (Darmstadt), E. Motz, Osman-Bey (der einzige verwundete ehemalige Gießener Student am Annaberg). Dritte Reihe: Heeres-Verwaltungsastistent Böhme (ein Annaberg-Kämpfer), Stiller, Stein, Wilfch, Pohl. (Aufnahme: Bode, Gießen.) _ Die öeutfche Arbeitsfront n.9.:bemclnfchaft . Kratt durch fre Gründungsversammlung des Soldatenbundes Gießen. Am Samstag wurde in Gießen in einer Versammlung im Gasthaus Hindenburg der Soldatenbund Gießen gegründet. Bezirksgruppenführer Oberst a. D. Klein ha ns, Gießen, gab in eingehender Darlegung Ziel und Zweck des auf Wunsch des Führers geschaffenen Soldatenbundes an, wie wir sie in unserer Samstagsausgabe bereits geschildert haben. Hinsichtlich der organisatorischen Fragen fügte er noch hinzu, daß jedes Mitglied eine Halbmonatszeitschrist für den Mitgliedsbeitrag von 50 Pfennig erhält. Er hob hervor, daß die Zugehörigkeit der Mitglieder des Soldatenbundes zu Glieds- derungen der nationalsozialistischen Partei (SA., SS., NSKK.) zulässig ist. Sie ist erforderlich für Mitglieder, die sich weltanschaulich oder politisch betätigen wollen, da der Soldatenbund sich grunosätz- llch solcher Betätigung enthält. Hierauf sprach der Standortleiter des Reichstreu- bundes, Steuerinspektor Schwenker, der als der Träger des organisatorisch erfahrenen Bundes alter Soldaten, wie ihn der Reichstreubund darstellt, die Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung geleistet hat. Er hob hervor, daß die Halbmonatsschrift des Soldatenbundes zugleich das Nachricytenblatt des Reichstreubundes ist. Der Reichstreubund ist dem Soldatenbund korporativ angeschlossen. Die Aufnahme in den Soldatenbund erfolgt auf schriftlichen Antrag. Ferner wies er darauf hin, daß der Führer des Reichstreubundes, der Oberpräsident von Pommern, Schwede- Coburg, zugleich stellvertretender Bundesführer des Soldatenoundes ist. Hinsichtlich der Zugehörigkeit zu anderen soldatischen Vereinigungen verwies der Redner auf die Bestimmung, daß Mitglieder des Soldatenbundes, die bereits in früheren Jahren und ab 1. Januar 1936 einem aus ehemaligen Angehörigen des alten Heeres gebildeten Bunde angehörten, gleichzeitig Mitglieder eines der Bünde des alten Heeres bleiben können. Hierauf erklärte Standortleiter Schwender den Soldatenbund G i e ß e n für gegründet und bestimmte den 1. April 1936 als Grundungstag. Er erklärte weiter, daß durch kameradschaftliches Ueberein- kommen mit dem Führer der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Regiments-und Soldatenkameradschaf- ten, Kamerad Müller, diese Arbeitsgemeinschaft die bisher geführte Bezeichnung „Soldatenbund" abgeschafft hat, so daß es nur noch einen, also den jetzt neugegründeten Soldatenbund in Gießen gibt. Auf Vorlchlag von Schwender wurde Leutnant der Reserve, Kaufmann Carl Röhr zum Kameradschaftsführer des Gießener Soldatenbundes, Steuerbeamter Hirt zum Schriftführer und Friedrich Kreß zum Geldverwalter bestimmt und durch den Bezirksgruppenführer Oberst a. D. K l e i n h a n s bestätigt. Kameraschaftsführer Röhr dankte für das ihm bewiesene Vertrauen und versprach seine Pflicht zu erfüllen. Er setzte als ersten Kameradschaftsabend den 9. Juni fest, auf dem die organisatorischen Fragen geregelt und das Arbeitsprogramm besprochen werden sollen. Hierauf unterstellte er den neuen Soldatenbund Gießen mit dreifachem Sieg-Heil dem Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers. Ein Prozeß gegen frühere Handwerkskammerangesteltte. Verhandlung vor der Großen Strafkammer in Gießen. Am gestrigen Montag begann vor der Großen Strafkammer in Gießen die Verhandlung über die im Frühjahr 1935 bei der Handwerkskammer- Nebenstelle in Gießen festgestellten Verfehlungen. Auf der Anklagebank sitzen der ehemalige Syndikus der Handwerkskammer-Nebenstelle, der am 15. März 1885 geborene Karl Rudolf Röhr, und der am 13. Februar 1891 geborene ehemalige Geschäftsführer Otto M a f f e n g e i l, beide aus Gießen. M a f f e n g e i l flüchtete bekanntlich nach Aufdeckung der Verfehlungen in das damals noch vom Reiche getrennte Saargebiet. Ein seinerzeit gegen ihn erlassener Steckbrief blieb erfolglos. Erst nachdem Massengeil die Mittel ausgegangen waren, bequemte er sich zur Rückkehr nach Gießen und stellte sich der hiesigen Staatsanwaltschaft. Aus dem Verlauf der gestrigen Vernehmung der Angeklagten ist folgendes zu berichten: M a s s e n g e i l, der in einem Konfektionsgeschäft seine Lehrzeit verbrachte, war, nachdem er bis dahin verschiedentlich die Branche gewechselt hatte, vom Jahre 1924 bis 1927 als Buchhalter bei einer Drescherei-Berufsgenosfenschaft tätig. Bei einer plötzlich stattfindenden Revision wurde im Jahre 1927 ein Kassenfehlbetrag von 1327 Mark festgestellt, mit dem der Angeklagte damals belastet wurde und dessentwegen auch seine Entlassung erfolgte. Trotzdem er ein monatliches Einkommen von teilweise über 700 Mark hatte, leistete er in den Jahren 1928 und 1932 den Offenbarungseid. Es wurde festaestellt, daß in beiden Fällen die Leistung des Offenbarungseides durch zwangsweise Vorführung Massengeils durch den Gerichtsvollzieher erfolgen mußte. Im Jahre 1929 kam Masfengeil zur Handwerkskammer-Nebenstelle mit einem Anfangs-Gehalt von 230.— RM., das später auf 295.— RM. anwuchs. Schon bald nach seinem Eintritt trat der Angeklagte an den Mitangeklagten Röhr zwecks Gewährung eines Gehaltsvorschusses heran, der ihm auch bewilligt wurde. Diese Vorauszahlung wurde im Lause der Zeit zu einer ständigen Einrichtung. Statt aber die zu diesem Zwecke aus der Kasse entnommenen Beträge ordnungsgemäß in Ausgabe zu bucken, beschränkte man sich darauf, durch Ausstellung von Quittungen die Entnahmen zu belegen. Die Folge dieser „Buchführung" war, daß durch die angeblichen Rückzahlungen und die dann wieder einsetzenoen Vorschußzahlungen im Laufe der Zeit ein nickt unerhebliches Defizit in der Kasse entstand. Bei den halbjährlich stattfindenden Revisionen entdeckte man die Fehlbeträge durch vorübergehende Entnahmen aus einem dem Mitangeklagten Röhr zur Verwaltung anvertrauten Fonds einer privaten Vereinigung. Die Gesamthöhe der entnommenen Gehaltsvorschüsse kann nicht festgestellt werden, da durch die unterlas enen Buchungen eine Uebersicht unmöglich ist. Fest steht jedoch, daß Massengeil der Kasse aus den Vor chüssen noch 250 RM. schuldet. Ein weiterer Vorwurf der Anklage bezieht sich auf die Unterschlagung sogenannter Verwahrgelder. Die Handwerkskammern zogen im Auftrag ihrer Mitglieder rückständige Beträge für geleistete Arbeiten ein. Statt die eingegangenen Gelder an die Berechtigten abzuführen, verwandte man sie teilweise für die Zahlung von Rechnungen der Kammer und teilweise zur Deckung oes durch die Vorschüsse entstandenen Kassendefizits. Die von M ässe n g e i l in dieser Hinsicht vorgenommenen Buchungen sind vollkommen unübersichtlich, so daß eine Nachprüfung kaum möglich ist. Die Handwerker sind verpflichtet, bei dem Abschluß eines Lehrvertrages sogenannte Einschreibungsgebühren zu erstatten. Zur Propagierung des Deutschen Handwerkertags bestellte die Kammer bei einer Berliner Firma Propagandamaterial im Werte von etwa 350 bis 400 Mark, das an die einzelnen Innungen weiterverkauft wurde. Das 3U diesem Zwecke in Gießen eingegangene Geld wurde jedoch von den Angeklagten zur Deckung der „Verwaltungskosten" verwandt. Als die Lieferfirma mit Zwangsmaßnahmen drohte und diese auch bereits eingeleitet waren, verpflichtete man sich, in Raten von 50 Mark, die man von den erwähnten Einschreibegeldern bestritt, die Forderung zu begleichen. Während der Angeklagte Röhr in der Klinik lag, benötigte M a s s e n g e i l einen Vorschuß in Hohe von 30 Mark. Er setzte kurzerhand mit einem sogenannten Fakfimilestempel, den er vorher zu präparieren verstand, den Namen Röhrs unter einen Postscheckabschnitt, wodurch er sich die Auszahlung ermöglichte. Auf diese Weise verstand er es, in einer ganzen Anzahl von Fällen sich Mittel zu beschaffen. Massengeil lieh ferner von einem Zeugen 200 Mark, angeblich um seine Vorschüsse abzudecken, in Wirklichkeit verwandte er den Betrag für seine Flucht. In ähnlicher Weise ging der Angeklagte vor, als er bei einem Zeugen angeblich im Auftrage Röhrs 150 Mark lieh. Im Frühjahr 1933, nachdem er 1932 den Offenbarungseid geleistet hatte, kaufte Massengeil angeblich für seinen Sohn einen gebrauchten Personenwagen für 300 Mark. Angezahlt wurden 100 Mark. Mit diesem Wagen floh er, wie anfangs erwähnt, in das Saargebiet, wo er den Wagen für 500 Franken verpfändete. Ebenfalls belastet wird der Angeklagte Röhr. Er kam im Jahre 1925 zur Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen mit einem anfänglichen Gehalt von 300 Mark und einem späteren Einkommen von 700 Mark monatlich. Schon im Jahre 1929 nahm die Handwerkskammer in Darmstadt Gelegenheit, dem Angeklagten einen scharfen Verweis mit Androhung der Entlassung zu erteilen. Bei einer damals vorgenommenen Revision wurde ein erheblicher Fehlbetrag entdeckt. Außerdem waren damals schon die Bücher nicht in ordnungsmäßigem Zustand, was auch die Entlassung des damaligen Buchhalters zur Folge hatte. Röhr wird jetzt zum Vorwurf gemacht, bei den strafbaren Handlungen Maffengeils teilweise mitgewirkt, sie zum mindesten jedoch un- terstützt zu haben, indem er jede Buchkontrolle unterließ. Es ist außerdem festgestellt, daß der Angeklagte ebenfalls in drei Fällen Vorschüsse entnahm, wenn er auch die Beträge sofort wieder zurückzahlte. Im übrigen soll der Angeklagte Lehrvertragsformulare zu einem höheren Preis als vorgeschrieben verkauft haben. Bei der gestrigen Vernehmung der Angeklagten versuchten sich beide gegenseitig zu belasten. M ässe n g e i l verteidigte sich mit oer Angabe, im Auftrage Röhrs gehandelt und alle Maßnahmen mit dessen Wissen vorgenommen zu haben. Im übrigen verlegte er sich aufs Leugnen. Der Angeklagte Röhr gab an, durch den berufsständifchen Ausbau des oberhessischen Handwerks so in Anspruch genommen gewesen zu sein, daß er eine kontrollierende Tätigkeit nicht hätte ausüben können. Dem Angeklagten Massengeil habe er großes Vertrauen geschenkt. Das Gericht trat nach der Vernehmung der Angeklagten in die Beweisaufnahme ein. Obecheffen. Graf Wilhelm zu Solms-Laubach f. § Arnsburg bei Lich, 25. Mai. Gestern verschied in der Medizinischen Klinik zu Gießen nach längerem Leiden Seine Erlaucht Graf Wilhelm zu Solms-Laubach im Alter von 74 Jahren. Der Verstorbene, der bis 1906 Landrat in Schlüchtern war, führte von da an bis zu der in 1920 eingetretenen Großjährigkeit feines Neffen, des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach, die Vormundschaft. Der Entschlafene war am 15. August 1861 als Sohn des Grafen Friedrich zu Solms-Laubach und feiner Gemahlin Marianne, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, in Jannowitz (Schlesien) geboren. Er schlug nach Abschluß seiner Schulausbildung die militärische Laufbahn ein und wurde Offizier beim Garde-Husaren-Regiment in Potsdam. Später studierte er Rechtswissenschaft, war nach bestandenen Prüfungen bei der Reaierung in Hannover tätig und wurde dann zum Landrat in Schlüchtern ernannt. Infolge des Ablebens seines Bruders, des regierenden Grafen Otto zu Solms- Laubach, schied er aus dem preußischen Staatsdienst aus und führte von 1906 bis 1920 von Arnsburg aus, wo er seinen Wohnsitz nahm, für Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach die Leitung des gräflichen Hauses. Um die in Arnsburg bestehende Erziehungsanstalt für Mädchen hat er sich als Vorfitzender große Verdienste erworben. Bei allen, die ihn kannten, war er wegen feiner hervorragenden Charaktereigenschaften, insbesondere wegen seines einfachen und bescheidenen, offenen und geraden Wesens, und seiner großen Lebenserfahrung fehr beliebt. Als weidgerechter Jäger und Züchter war er in weiten Kreisen bekannt und mit Heimat und Natur sehr eng verbunden. Seit dem 23. Mai 1902 war er mit Marie Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode vermählt. Ein tragischer Todesfall. Eine Warnung für andere. s . Lang-Göns, 25. Mai. Am Samstag starb ein hiesiger Landwirt in der Gießener Klinik an Blutvergiftung. Vor etwa 14 Tagen hatte er künstlichen Dünger gestreut und dabei eine kleine Wunde nicht beachtet. Gefängnis wegen Milchpantscherei. L pd. Friedberg, 25. Mai. Der Hch.WolfXV. in B e r st a d t (Kreis Büdingen) wurde vom Amtsgericht Friedberg wegen verbotenen Inverkehrbringens von verdorbener und verfälschter Milch zu vier Monaten Gefängnis und Urteilsveröffentlichung verurteilt. Landkreis Gießen. * Großen-Bufeck, 25. Mai. Der 24 Jahre alte Schmied Decker von hier erlitt am Samstagnachmittag bei der Arbeit an der Hobelmaschine schwere Handoerletzungen, die seine ärztliche Behandlung in der Klinik erforderlich machten. * Bersrod, 25. Mai. Der jugendliche Willi Findt von hier erlitt beim Spiel schwere Knieverletzungen am rechten Bein und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik zu Gießen verbracht werden. * Londorf, 26. Mai. Am 31. Mai begeht Polizeidiener i. R. August Pfeiff von hier in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag. * Rüddingshausen, 26. Mai. Der Schreiner Heinrich Krug II. von hier geriet gestern beim Arbeiten an der Kreissäge mit der rechten Hand an das Sägeblatt, wobei ihm der kleine Finger abgeschnitten und der Mittelfinger stark verletzt wurde. Der bedauernswerte Mann kam nach Gießen in ärztliche Behandlung. A Lang-Göns, 25. Mai. Beim Verkauf der blauen Kornblumen für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland wurden hier 27,40 Mk. erzielt, vor einigen Wochen hatten die Kinder für denselben Zweck 40 Mk. gesammelt. oo Bettenhausen, 25. Mai. Heute brachten wir unseren letzten Alt-Veteranen von 1870/71 zur ewigen Ruhe, den im 90. Lebensjahre verstorbenen Johann Heinrich Roth I. Er entstammte dem nachweislich ältesten Bauerngeschlecht unseres Dorfes, das seit mehr als 500 Jahren hier lebt und der Gemeinde viele führende Persönlichkeiten gegeben hat. Von 1868 bis 1869 diente der Verstorbene bei dem Großherzoglichen Hessischen Train- Bataillon in Darmstadt. Bei demselben Truppenteil machte er den Feldzug mit, an dem auch sein älterer Bruder teilnahm. Er wurde mit militärischen Ehren bestattet: die Kriegerkameradschaft Bettenhausen gab ihm das letzte Geleit, trug dem Sarge seine Kriegsehrenzeichen voraus, sandte über das Grab drei Ehrensalven und legte einen Kranz nieder. Damit ist der letzte Zeuge einer ruhmvollen Vergangenheit aus unserer Mitte geschieden. Kreis Schotten. y . Sch otten, 25. Mai. Heute feierte Augusts Möser von hier ihr goldnes Arbeitsjubiläum. Seit 50 Jahren ist sie in der hiesigen Strickerei Chr. Eißfeller tätig. Aus diesem Anlaß Kiff in die Kalahari. Oer Zug des Hauptmanns von Erckert. Die unendliche Weite der rötlichen Kalahari umsängt die Reiter; flach sich dahinziehende Bodenwellen und trostlos einsame Dornbüsche geben den müden, verglasten Augen kümmerliche Blickpunkte. Die Hufe der Kamele bringen die Kilometer langsam genug hinter sich, und der schaukenlde Rhyty- mus ihrer Gangart ist nicht dazu angetan, die Gedanken lebendig schweifen zu lassen. Wie lange dauert dieser Ritt in den Horizont, über einen Dünenhügel nach dem anderen in regelmäßigen Intervallen? Wer weiß es? Kaum einer der Reiter kann sagen, wie lange sie schon hinter Simon Köpper, dem letzten aufständischen Hottentotten-Häuptling in Süd-West, her sind. Als sie vor einer Woche, oder war es vor vierzehn Tagen, unter Führung des Hauptmanns den Nos- fob abwärts aufbrachen, waren sie noch alle felsenfest davon übeuzeugt, daß dieses letzte, entscheidende Unternehmen der Schutztruppe erfolgreich sein werde. Denn — e r hat ja die Vorbereitungen getroffen, feinen eisenharten Willen an die Lösung der ihm gestellten Aufgabe gesetzt, Simon Köpper, den Mörder vieler deutscher Farmer, mitsamt seiner Werft unschädlich zu machen. Er, Hauptmann von E r ck e r t. Keiner hätte sagen können, was ihn eigentlich über das Pflichtmäßige hinaus an diesen Mann band. Immer wieder hatte gerade er sie zu übergroßen Anstrengungen, zu unmenschlichen Leistungen gezwungen. Und dock — tief innerlich füh- len sie alle ihre Verbundenheit mit dem hageren, schweigsamen Mann. Um ihn ist es wohl wie ein Ning, den niemand durchbrechen kann, und deshalb gilt er als einsam und verschlossen. Aber hier, auf der Verfolgung der Hottentotten, ist es jedem Offizier ebenso wie dem einfachsten Mann zum Bewußtsein gekommen, daß des Hauptmanns Haltung gegenüber der Truppe einzigartig ist. Sie spüren aus feiner Verfügung an die Offiziere, in h»r e« heißt, „Der Gradmesser für die Leistung einer Truppe ist der Wille des Führers" wie aus feiner Sorge um die Mannschaft, daß „er nicht Hauptmann fein will, legitimiert durch Achselstücke, sondern die Persönlichkeit Friedrich von Erckert", der Führer und Kamerad. Mit großem Staunen erleben sie, wie hier in Afrika, wo der äußere Rang nie viel Bedeutung hatte, eine neue Art der Kameradschaft entsteht, die den „Vorgesetzten" mit einschließt. Seine lieber« legenheit als Mensch und Soldat stempelt ihn zum Führer, dessen Denken und Handeln der Truppe ein ganz bestimmtes Gesicht gibt. Mancher Reiter holt sich abends am Feuer, wenn kalte afrikanische Dunkelheit über das Land der Gegensätze gefallen ist, einen zerknitterten Zettel aus der Rocktasche. Vor Beginn der Expedition erhielt jeder Mann die vom Hauptmann zusammengestellten „Soldatenregeln", von denen er vielleicht immer wieder diese lieft: „Ein Reiter, der noch eine halbe Flasche voll Wasser besitzt, kommt durch. Ein Reiter mit leerer Feldflasche hat mehr Durst als einer, der noch Wasser besitzt. Hunger ist Angewohnheit. Zum Leben braucht der Mensch in Wirklichkeit nur wenig Nahrung. Was der Mensch will, hat er schon zur Hälfte vollbracht. Wer in der ersten Zeit leicht ermattet, der bedenke, daß der Mensch sich erst an Afrika gewöhnen muß. Wer ein ganzer Kerl ist, der greife überall da ein, wo er nützen kann." Und der Inhalt dieser Worte begleitet die Gedanken der Truppe auch am Tage, wenn brutale, afrikanische Sonne ihre Leiber ausdörrt. Ein Fluß! Wasser! — Die Kamele werfen auf, wittern! Leben kommt in die bleierne Masse, MÜ- diakeit wird vergessen, und die Tiere werden zur Eile angespornt. Freudige Erwartung liegt über dem Zug, der gleich darauf grausame Enttäuschung folgt! Hat ein Trug sie genarrt? Ein ausgetrocknetes Flußbett liegt vor ihnen, in dem weit entlang nicht einmal ein Jauchetümpel zu sehen ist. Sehr viel langsamer geht es nun im Flußbett weiter — stundenlang reiten sie so! Sand, nichts als Sand! Immer den Fluß entlang, den spärlichen Hottentottenspuren nach, die ja doch wieder in die Irre führen werden. Stinkendes Aas hin und wieder am Rande der Pad — ironischer Gruß der verfolgten Hottentoten. Bis eines Tages die Patrouille Nachricht von der Werft Simon Köppers bringt, die dichtgedrängt einige Kilometer nördlich im Busch sitzt. Mit einem W die Lethargie und die tötende Gleichgültigkeit vorbei. Die qäulende Unruhe des „Umsonst" ist der gespannten Bereitschaft gewichen. Vorbei das stumpfe Starren auf den Hals des Kamels, das gleichmäßige Wiegen. Vorbei die erdrückende Oede und Ziellosigkeit Nun wird mit flackernder Unrast auf den Tag gewartet, der den Angriff bringt. Auch das Ge- wehr, als lafhges Gepäck bisher mitqefchleppt, wird betrachtet, betastet. Die letzten Tfchammasftüchte werden ausgedrückt und der Saft mit Zitronensäure schmackhaft gemacht. Nach drei Tagen die erste Erquickung! Ein Reiter hatte gestern Kamelurin getrunken und erbrach sich. Das gequirlte Blut der verendeten Tiere war da schon genießbarer gewesen. In der Nacht gibt der Hauptmann die letzten Befehle. Seine Stimme klingt ruhig und bestimmt wie sonst. Kurz, knapp und sachlich werden den Offizieren die Anweisungen zur Umzingelung des feindlichen Lagers gegeben. Als er allein ist, schreibt er einige Worte auf einen Zettel! — In der Frühe des anderen Tages wird der Befehl zum Angriff gegeben. Und im Sturm auf den im Busch versteckten Gegner entlädt sich die in den Mühsalen der letzten Wochen gewachsene Erregung. Einer der ersten, der fällt, ist der Hauptmann. So sieht er nicht den Erfolg seiner monatelangen Arbeit, erlebt nicht, wie die letzten aufständischen Hottentotten in alle Winde zerstreut werden und damit dem deutschen Farmer in Süd-West der gefährliche Gegner genommen wird. Er fällt in dem Augenblick, als seine Werke und Werte die höchste Vollendung find. Der Gemeinschaft feiner Reiter, unter denen er stirbt, hat er einen neuen Sinn gegeben, der freilich weit über den bürgerlichen Horizont des Vorkriegsdeutschland hinausgeht. Von feinem Steingrab in der Kalahari unter der glasklaren Himmelswand klingt das Ethos zu uns herüber, dem er selbst in seiner Bleistiftnotiz auf einem kleinen Zettel Gestalt gab: „In erster Linie die größte Selbstachtung. Jede Art Schmerz still ertragen. Sich sagen, daß eine gerade, aufrechte Haltung auch die Aeußerung einer geraden, aufrechten Seele ist." lüdde. «Sloria-Palast: ,0er 2Raub der Gabinerinnen - Der Schönthansche „Raub der Sabinerinnen" gehört zu den wahrhaft unverwüstlichen Repertoirestücken. An ihm läßt sich, wie an wenigen seiner Gattung, die Psychologie und die Dramaturgie des Schwankes vorzüglich studieren; es ist nämlick gar nicht so einfach. Kein Wunder jedenfalls bet den unzähligen Erfolgen, die dieses Stück hinter sich gebracht hat, daß sich der Film, wie zuvor der „Familie Schimek", nun auch feiner bemächtigt hat. R. A. S t e m m I e , erfahrener Film-Autor, schrieb das Buch für die Europa und führte Regie. Er war klug genug, das erprobte Szenengerippe des bemoosten Originals unangetastet zu lasten. Und fast alle Partien, die von jeher auf dem Theater unwiderstehlich wirkten, bewähren sich mit gleicher Durchschlagskraft auch im Film, — abgesehen von der schönen Geschichte mit dem ausgestopften und zur Abreise eingepackten Vogel; diese Szene verpufft. Dagegen ergaben sich dankbar ausgenutzte Möglich- ketten, die Striefesche Wanderschmiere auf der Probe und bei der Premiere in vollem Glanz und großer Aktion zu zeigen, also Dinge zu bringen, bie auf dem Theater nur erzählt werden können. In der nachgerade berühmt gewordenen Rolle des ©triefe (den sogar Bassermann einst gespielt hat) sieht man Bernhard Wildenhain, der in untadeligem Sächsisch den ganzen komödiantischen Reiz der Figur ausfoftet, ohne sich ins Bodenlose zu verlieren. Sehr hübsch macht G ü l st o r f f den Gollwitz als Pantoffelhelden und Autor in tausend Aengsten. Aus dem reichbesetzten Ensemble seien neben diesen beiden nur die wichtigsten herausgegriffen: Hilde S e s s a k (wir sahen sie neulich in „Schloß Vogelöd") und Brausewetter; die Koppenhöfer und so- aar die H ö f l i ch (in der Rolle des Mädchens Rosa); Westermeier, Hussels, Trude Hefter- berg und Grete Weiser. Das Ganze wurde, wie es sich geziemt, in ein verschollenes Kostüm gekleidet, das die Vorgänge etwa an die Jahrhundertwende verlegt. Harald B ö h m e l t schrieb eine schmissige Begleitmusik. — Im Beiprogramm: die Wochenschau und ein etwas verunglücktes Lustspiel nach dem bekannten Schlager von der Annemarie. —r— Zeitschristen. — In verhältnismäßig kurzer Zeit hat sich Japan in die Spitzengruppe der ©portnationen gefteüt. Seine sportlichen Kämpfer kommen für eine große Zahl von Wettbewerben der Olymifchen Spiele in Berlin als Anwärter für den Sieg ernsthaft in Frage, lieber die Ursachen dieses Leistungsanstieges berichtet auf Grund eingehender, während eines Studienaufenthaltes in Japan gesammelter Erfahrungen Stud.-Ass. M. Pampel auf drei Bildseiten im neuesten Heft der „311 u ft r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig). — Einen Ueberblick über die bisherigen Leistungen des Winterhilfswerks und der NSV. vermittelt der Beitrag „Volksgemeinschaft der Tat". Diele Bilder und eine Kunstbeilage, auf der die Abzeichen und Monatstürplaketten des WHW. mehrfarbig wiedergegeben sind, legen Zeugnis ab von der erfolgreichen Arbeit dieser größten Hilfsaktion, die jemals von Menschen ein- geleitet und durchgeführt worden ist. MMMMMül Vornan von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 24 Fortsetzung Nachdruck verboten! Benedikte wandte sich noch einmal um. Hans- Hermann saß in eifrigem Gespräch mit der hübschen kleinen Rotblonden zusammen. Er schien sich wohl- zusühlen. Das freute sie fehr für ihn. Ähre schöne Gestalt, hell beschienen, kam im Davonschreiten herrlich zur Geltung. Lonne sah ihr nach. Ein Gedanke blitzte in ihm auf. Vielleicht hatte Steffens doch recht, seine Zeit an dieses schöne deutsche Mädchen zu verschwenden. Peggy war in der letzten Zeit ein Versager gewesen, auch Dorothy Warkings hatte Zuletzt nicht gut gearbeitet. Wie, wenn man diese Benedikte Zedlitz gewinnen könnte? Lonne steckte sich eine Zigarre an und blickte gedankenvoll in den vom Brand kräuselnd aufsteigenden feinen Rauch. Wenn er feinen Blick zur Seite schickte, konnte er den Vetter dieses Mädchens lebhaft auf die genußvoll zurückgelehnte Peagy einsprechen sehen. — Und wie stand es mit diesem jungen Mann? Steffens hatte genaue Erkundigungen eingezogen. Der wunde Punkt war überall das Geld. Die Lebensunzufriedenheit hatte diesem jungen Menschen ja geradezu aus dem Gesicht gesprochen. Freilich, jetzt war er aufgetaut. Und rote! Peggy verstand ihre Sache. Wenn der Abend so weiterging, wie er angefangen, konnte man recht zufrieden sein. Es war freilich auch dringend nötig, Ersatz zu schaffen. Der Chef in London zeigte schon ziemlich deutlich seine Unzufriedenheit. "Auf Ihre Gesundheit, Herr Zedlitz." Lonne hatte sich das Glas frisch mit Bowle gefüllt und trank Hans-Hermann zu. f „Dielen Dank! Ich erlaube nur em gleiches! Hans-Hermann erhob fein Glas gegen Sp^ne- Auch Peggy griff nach dem geschliffenen Knstall- kelch: „Ich trinke gleich auf meine Gesundheit mit", sagte sie lachend, „auf die Gesundheit! Auf die Freude! Auf die Jugend! Auf uns!" Sie schaute Hans-Hermann dabei an. Den überfloß wieder die heiße Welle der Sehnsucht, des Verlangens. wurde sie durch ein persönliches Glückwunschschreiben des Führers geehrt. Auch andere amtliche Stellen, Kreisamt, Bürgermeisterei, ließen ihre Glückwünsche aussprechen und überreichten ein Geschenk. Ein vergessener pfingstbrauch in Odenhausen (Kreis Wetzlar). Wie anderen Ortes der „Maimann", so hielt vor langen, langen Jahren am letzten Pfingsttag in Odenhauf en der,,Stengfister(?)" seinen Umzug. In tiefer Heimlichkeit wurde auf dem Heuboden irgendeiner Scheune ein Bursche, der unerkannt bleiben mußte, in einen seltsamen Anzug gekleidet. Ganze Bündel Farnkraut waren zuvor herbei- geschafft worden. Wedel um Wedel dieses grünen Krautes verwoben und verflochten im Korbflechten geübte Personen kunstgerecht vermittels Weidenbast zu dem Kleid des Popanzes. Ein aus demselben Material gefertigter Hut von ungeheurer Höhe zierte den Kopf. So zog die „Schreckgestalt", von der gesamten Burschenschar begleitet, welche hunderte frisch geschnittene, geringelte Stöckchen trugen, durch den Ort. Die Stöckchen standen dem Farnkraut- Popanz zur Verfügung, der damit auf die ihm in den Weg kommenden großen und kleinen Dorfbewohner aufs beste einschlug und warf. Ein gewisser Gemeinde-Walddistrikt, in dem jährlich die Stöcke geschnitten zu werden pflegten, blieb infolge dieser Sitte abgeholzt. Bereitwilligst spendeten Frauen und Kinder den begleitenden Burschen Speck und Eier und sonstige Eßwaren. Nach geschehenem Umzug geleitete man mit Juchhe und Gesang den Popanz nach dem Walde. Während die Jugend hier das Feld räumen mußte, feierten die älteren Burschen ein Gelage, wobei der „Stengfister" angeblich begraben wurde, um im nächsten Jahre zu Pfingsten wieder mit Feierlichkeit ausgegraben zu werden. Ausbrecher Gieren; noch nicht eingefangen. Sein Fluchtweg von Einbrüchen gekennzeichnet. Lpd. Limburg, 25. Mai. Trotz aller Bemühungen ist es noch nicht gelungen, den auf raffinierte Weife aus der Strafanstalt Freiendiez entsprungenen Schwerverbrecher G i e r e n z wieder einzufangen. Sein Fluchtweg wird aber jetzt schon von Einbrüchen gekennzeichnet. Sofort nach der Flucht verübte er — nicht weit von der Anstalt entfernt — einen Einbruch. Dabei wurde er von den verfolgenden Beamten aufgespürt, konnte aber in den Gärten im Dunkel der Nacht entkommen. Er war von der Frau des Hauses bemerkt worden, die ihn aber für den Großvater hielt und ihn sogar am Arm packte und unter gütlichem Zureden in Großvaters Zimmer führte. In diesem Augenblick alarmierten die Beamten an der Haustür, der Flüchtling rannte durch Großvaters Zimmer und gelangte nach waghalsigem Sprung in den Garten und von dort trotz verschiedener Sck)üsse wiederum in die Freiheit. Dann wurde er in Niederzeuzheim (Westerwald) festgestellt, wo er ebenfalls einen Einbruch verübte und Lebensrnittel, Kleider und Wäsche stahl. Da er sich immer noch in Gefangenenkleidung befindet, auch weitere Lebensrnittel nötig haben wird, dürfte er immer wieder Einbrüche versuchen und dabei doch vom Schicksal ereilt werden. Die „letzten Mer" im Handball. Oer deutsche Meister MSV. Magdeburg ausgeschaltet. Im Kampf um die Deutsche Handball-Meisterschaft fielen am Sonntag die letzten Entscheidungen. Die beiden noch fehlenden Gruppensieger wurden im Tv. Dberalfter (Gruppe 2) und Rasensport Mülh eim (Gruppe 4) ermittelt. Der Tv. Oberalster schlug den deutschen Meister MSV. Magdeburg mit 11:8 (6:4), steht mit den Magdeburgern punktgleich an der Spitze und ist auf Grund des besseren Torverhältnisses Gruppensieger. Diese Angelegenheit ist bekanntlich eine recht merkwürdige, da die Entscheidung eigentlich bereits am letzten Sonntag zu Gunsten der Magdeburger gefallen war, als man sich an maßgebender Stelle darauf besann, daß der Torhüter von Post Hannover nicht spielberechtigt war. Diese Feststellung wurde nach fünf Spielen (!) getroffen, Hannover verlor sämtliche Punkte, die den Gegnern zufielen. Dadurch gewann Oberalster zwei wertvolle Punkte und da Hannover auch die erzielten Tore gestrichen wurden, ergab sich nach dem sonntäglichen Sieg Oberalsters bei Punktgleichheit beider Vereine ein Torverhältnis von 58:29 für Oberalster gegenüber 42:29 Toren der Magdeburger, so daß Dberalfter Gruppensieger wurde. Die Angelegenheit dürfte damit kaum erledigt sein, denn unseres Erachtens wird sich der deutsche Meister damit ebensowenig zufriedengeben wie Post Hannover, und die Sache kann also noch ein Nachspiel haben. Bedauerlich, daß die an sich schön verlaufenen Gruppenspiele mit einem Mißklang endeten. In Gruppei erlitt der Gruppensieger MDSA. Leipzig seine erste Niederlage, er wurde vom Berliner SV. 92 mit 14:8 (7:8) geschlagen. Das zweite Spiel zwischen Hindenburg Bischofsburg und Post Oppeln wurde bekanntlich abgesagt. In Gruppe 2 trafen sich neben dem oben erwähnten Hauptspiel noch KTV. Stettin und Post Hannover, die Hannoveraner siegten hier mit 8:2 (4:1). In Gruppe 3 hatten beide Spiele keine Bedeutung mehr. Gruppensieger Hindenburg Minden empfahl sich für die Vorschlußrunde mit einem hohen Sieg von 19:2 (10:0) über den TV. Altenstadt, und bie Spielvgg. Fürth gewann knapper als erwartet mit 9:8 (5:7) gegen Obermendig. In Gruppe 4 fiel die erwartete Entscheidung zu Gunsten von Rasensport Mülheim. Die Mülheimer gewannen 19:4 (11:4) über Kurhessen Kassel, bedurften dieses Sieges allerdings gar nicht, da der SV. Waldhof über den einzigen Rivalen Mülheims, MSV. Darmstadt, mit 8:4 (2:0) gewann. Handball im Sporlkreis Gießen. S.Ji.-i’port Gpielvereinigung 1900 Gießen. Jugend-Fußball 1900 1. Jugend — Gladenbach 1. Jugend 4:1 1900 2. Jgd. — Grohen-Llnden 2. Jgd. 4:1 1900 3. Jugend — Heuchelheim 2. Jugend 1:5 1900 1. Schüler — Wetzlar 05 1. Schüler 1:0 1900 2. Schüler — Wetzlar 05 2. Schüler 1:0 1900 3. Schüler — Wetzlar 05 3. Schüler 1:0. Am Sonntag empfing die 1. Jugend die Jugendmannschaft aus Gladenbach zum Feundsckaftsrück- spiel. Seiner Zeit mußten die 1900er in Gladenbach eine Niederlage einstecken, und es galt nun, in diesem Spiel Revanche zu nehmen. Dies glückte auch auf Grund der besseren Mannschaftsleistung. In der ersten Halbzeit sah es allerdings noch nicht nach einem Siege aus, denn die Gäste gingen in Führung und behaupteten diese bis kurz nach Halbzeit. Erst dann gelang der Ausgleich, und es konnten noch drei weitere Tore erzielt werden. Die 2. Jugend konnte auch das Spiel m Großen- Linden gewinnen, sie hatte das Spiel jederzeit in der Hand und hat verdient gewonnen. Die Mannschaft verdient ein Gesamtlvv. Zu Freundschaftsspielen waren die drei Schülermannschaften des Sportvereins 05 Wetzlar auf dem Trieb bei den Blauweißen. Die Spiele eröffnete die 2. Schülermannschaft; wie bei allen drei Kämpfen, so standen sich auch hier zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, die mutig um den Sieg kämpften. Der Charakter des Spieles wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß im ganzen Spiel nur ein Strafstoß verhängt wurde. Der Siegestreffer fiel Ende der ersten Halbzeit. Anschließend spielten die Kleinsten beider Vereine. Es war erstaunlich, was die kleinen Kerle für eine Bellbehandlung zeigten. Auch hier fiel der Treffer erst gegen Ende. Als letztes Spiel fand das Treffen der 1. Schülermannschaften statt. Wie im Treffen in Wetzlar, blieb auch diesmal die Mannschaft der Blauweißen mit 1:0 im Vorteil. Auf beiden Seiten wurden präck- tige Leistungen gezeigt, und es wäre wohl zu mehreren Treffern gekommen, wenn nicht die Hintermannschaften gut auf dem Posten gewesen wären. Die 3. Jugend mußte auch in Heuchelheim gegen die dortige 2. Jugend eine Niederlage einstecken. Allerdings konnte die Mannschaft durch in letzter Minute erfolgte Absagen nicht vollständig antreten. „FETeutonia^Watzenbom-Steinberg VfR. Lich 1. Mannschaft — kombinierte Mannschaft von Watzenborn-Steinberg 1:3 (0:2). Arn Sonntag mußte der FC. Teutonia einer rückständigen Gesellschaftsspieloerpflichtung bei dem VfR. Lich nachkommen. Durch Verhinderung von mehreren Spielern stellte man eine kombinierte Mannschaft auf, ohne den Torwart Happel und ohne die gesamte Läuferreihe. Im Sturm fehlte Lang. Die Licher Mannschaft war vollzählig. Daß die Teutonen mit dieser Mannschaft keinen hohen Sieg erringen konnten, war vorauszusehen. In der ersten Halbzeit sah man die Teutonen meist im Angriff, aber Fett und Haas konnten durch ihre unsicheren Schüsse nichts anbringen, besser gesagt, sie tarnen nie in eine sichere Schußstellung. Die Licher Mannschaft war immer zum größten Teil in der Verteidigung und im gegebenen Moment auch wieder im Sturm. Der erste Treffer für die Gäste war ein Elfmeter, der zweite ein placierter Schuß von Haas. Mit dem Stand von 2:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Halbzeit ein anderes Bild. Die Licher Mannschaft, die jetzt auf ihr Trainingstor spielte, wollte mit aller Gewalt Tore aufholen. Sie hatte auch oft Gelegenheit dazu, denn die beiden Verteidiger der Teutonen waren wohl sicher, aber sie nahmen den Sturm nie ernst und gefährlich. Lich wurde nun immer härter, und mancher Spieler der ersten Mannschaft der Teutonen ließ vielfach den Ball dem Gegner, vielleicht war es auch das beste. Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim — Vollenhorn 1:2 (1:2). Bottenhorn stellte eine äußerst spielstarke Mannschaft und Heuchelheim mußte seine alten Spieler mit heranziehen, um eine höhere Niederlage zu verhüten. Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel, doch machte sich bei den Ersatzleuten die längere Pause bemerkbar. Bottenhorn gewann verdient auf Grund seines besseren Zuspiels. Vorher spielte die zweite Jugend gegen die zweite Jugend 1900. Das Spiel endete 4:1. Am Sonntag herrschte im Kreis ein über das übliche Maß hinausgehender Spielbetrieb. Ueberall hatten sich Mannschaften ^ufammengefunben, die sich in Pflicht- und Freundschaftsspielen harte und spannende Kämpfe lieferten. Daneben hatte der Tv. Wißmar zu einem Handballwerbeturnier eingeladen, das einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Nicht unerwähnt sollen auch die Pokalspiele bleiben, von denen allerdings die Paarung Lützellinden gegen Spvgg. 1900 nicht zustandekam, weil Gießen auf die Austragung verzichtet hatte. Damit ist Lützellinden kampflos in die weitere Runde gekommen. Aufstiegspiele. Tv. Dutenhofen —- Tv. Grüningen 12:4 (3:2). Bis zur ersten Halbzeit* sah es keinesfalls nach einem so hohen Sieg der Platzbesitzer aus, zumal in dieser Zeit Grüningen auch noch einigermaßen Widerstand leistete. Nach der Pause nahm das Spiel härtere Formen an, so daß zwei Spieler der Gäste den Platz verlassen mußten. Unter diesen Umständen war es flar, daß Grüningen den ungestümen Angriffen des ausgezeichneten Gästesturmes nicht mehr standhalten konnte. In regelmäßigen Abständen fielen die Tore. Es ist schade, daß Grüningen auf diese Weise kapitulierte, vielleicht hätte das Treffen doch noch einen anderen Ausgang genommen. Dutenhofen hat sich jedenfalls jetzt an die Spitze gefetzt, die es auch wohl kaum noch abgeben wird. Tv. Allendorf (Lda.) — Tv. Katzenfurt 13:5 (4:3). Die erste Halbzeit zeigte verteiltes Feldspiel und beiderseitig gute Leistungen. Nach dem Wechsel versuchte Katzenfurt mit allen Mitteln die Oberhand zu behalten, so -aß das Treffen zeitweilig unschöne Formen annahm. Lobenswert ist die Haltung der Platzmannschaft, die trotzdem die Ruhe behielt und auf diese Weise zu einem bemerkenswerten Sieg kam. Tv. Münchholzhausen — Tv. Lang- Göns Jgd. 8:5 (3:3). Der neue Kreismeister mußte in Münchholzhausen eine nicht ganz unverdiente Niederlage hinnehmen. Lang-Göns spielte nicht mit dem Elan, den die Mannschaft während der Runde zeigte. Sie macht einen etwas überspielten Eindruck und trat zudem noch mit Ersatz an. Nicht vergessen soll auch werden, daß die einzelnen Spieler anscheinend auf Grund der Tatsache, daß der Meister bereits feststeht, zum Teil recht lustlos spielten. Pokalspiel. Tv. Alsfeld — T gd e. Fulda 5:8 (2:3). In einem überaus spannenden Treffen mußte sich Alsfeld dem besseren Können der Gäste beugen. Damit ist im heimischen Kreis nur noch Lützellinden in der Polakrunde, die demnächst ihren Fortgang nimmt. Freundschaftsspiele. To. Niedergirmes — Tv. Heuchelheim 15:11 (6:6). Mit einem hohen Ergebnis trennten sich beide Mannschaften. Auf beiden Seiten gab es sehr schöne Leistungen, vor allem die Stürmerreihen waren voll und gan$ bei der Sache. Die Platzbesitzer haben gezeigt, daß sie in der kommenden Verbandsrunde sicher ein Wort mitreden werden. Aber auch Heuchelheim merkt man an, daß es die lange Pause gut überstanden hat. — Die beiderseitigen Reservemannschaften trennten sich mit einem sicheren Sieg der Gäste. Niedergirmes besitzt hier nicht die Spielerfahrung, die Heuchelheim sein eigen nennt. Tv. Lützellind en — Tv. Garbenheim 9:3 (3:2). Lützellinden l)at erneut bewiesen, daß es die Krise gut überstanden hat und daß seine heutige Mannschaft auf dem besten Wege ist, das Erbe von einst würdig zu vertreten. Denn die Gäste, die recht gut gefallen konnten, so eindeutig zu schlagen, will schon etwas heißen. Tv. Garben heim Jgd. — To. Lützellinden 1. Jad. 11:5 (4:3). Wir wissen, daß die Jugend des Tv. Lützellinden äußerst spielstark ist. Es überrascht deshalb um so mehr, daß sie sich in Garbenheim so einwandfrei hat schlagen lassen. To. Hausen — To. Holzheim komb. 9:8 (2:4). Das Spiel zeigte auf beiden Seiten keine besonderen Leistungen. Holzheim hatte in der ersten Halbzeit weit mehr vom Spiel, während die Gastgeber nach der Pause stark aufkamen und mit etwas Glück einen knappen Sieg landen konnten. To. Münchholzhausen — Tv. Hörns- heim 10:9 (6:4). Zu einem äußerst spannenden Kampf gestaltete sich das Zusammentreffen dieser Mannschaften. Die Gäste waren durch längeres Pausieren stark im Nachteil, während die Platzbesitzer zur Zeit wieder über eine sehr gut eingespielte Mannschaft verfügen. Unter normalen Verhältnissen hätte Hörnsheim zu einem beachtenswerten Sieg kommen können. Tv. A l l e n b o r f (L d a.) Jgd. — Tv. Katzenfurt Jgd. 5:5 (2:2). Beide Mannschaften lieferten einen jederzeit anständigen und spannenden Kampf, der einen gerechten Ausgang nahm. hanballwerbeturnier in Wißmar. Die vom Turnverein Wißmar durchgeführte Veranstaltung nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die Kämpfe, vor allem in der Kreis klasse, brachten spannende Spiele, die oft nur ganz knapp ausgingen. Sieger wurde mit einer ausgezeichneten Wie lange schon war er nicht so fröhlich gewesen? — Seit sich dieser Jens Petersen zwischen ihn und Benedikte gedrängt hatte war ihm das Lachen abhanden gekommen. Jetzt aber konnte er endlich wieder vergnügt fein. Benedikte hörte die Aeußerungen seiner guten Laune durch die geöffneten Fenster bis herein in das Herrenzimmer Lonnes. „Mein Vetter scheint sich sehr wohlzufühlen", sagte sie lächelnd zu Steffens. „Ich bin Ihnen wirklich dankbar. Der Junge hat in der letzten Zett sehr den Kopf hängen lassen." „ „Vielleicht paßt er nicht für das Landleben hier , forschte Steffens. Benedikte zuckte die Achseln: „Möglicherweise. Aber man kann sich die Dinge feute nicht aussuchen, Herr Steffens. Sie hatten inzwischen Platz genommen. Torsion eröffnete die Unterhaltung: „Also, Fräulein Zedlitz, ich habe Zwar die Bilder Ihres Herrn Onkels noch nicht gesehen. Aber unser Freund Steffens hat schon viel Gutachten für mich abgegeben. Außerdem weiß ich, was Afrttabttder von Hubert Zedlitz auf dem internationalen Markt wert sind. Unter tausend Mark kann das kleinste Bild nicht abgegeben werden, Studien natürlich etwas weniger. Ich würde also, sagen wir, von siebenhundert Mark an bieten und behalte mir vor, bei größeren Bildern höher zu gehen. Darf ich vielleicht morgen mit meinem Freunde zusammen zu Ihnen kommen und mir alles besehen? „Aber gern, Herr Torsion!" ... Benedikte schwindelte der Kopf. Soviel Geld für Bilder? Sie hatte davon keine blasse Ahnung. Blitzschnell überschlug sie im Geiste die' Summe, die da herauskommen würde. Mein Gott, wenn das alles Wirklichkeit wurde, dann konnte man ja den Roggenschlag nebenan ankaufen. Man konnte die Scheune vergrößern, einen Stall anbauen. Dann konnte man — ach, was konnte man niefjt alles! Und mitten in diesem sekundenlangen Rausch der Hoffnung mußte sie denken: Was wirb nur Jens Petersen sagen? „Noch eins, Fräulein Zedlitz", klang ihr erneut Herrn Torsions Stimme entgegen. „Ihr Vetter hat Herrn Steffens von verschiedenen Studienmappen und ungerahmten Entwürfen erzählt. Könnten wir diese Sachen einmal hier in Ruhe durchsehen? Ja? Dann werde ich morgen Lonne bitten, den Wagen hinüberzuschicken. Die Sachen können aufgeladen werden, und wir können sie hier prüfen. Nach der Durchsicht werde ich Ihnen mein Angebot machen. Und nun" — er erhob sich — „möchte ich Sie der Gesellschaft draußen nicht länger entziehen. Der Abend ist zu schön, um ihn im Zimmer zu verbringen." Tief in der Nacht gingen Benedikte und Hans- Hermann über die stillen Wiesen heimwärts. Graf Lonne hatte den Wagen anspannen lassen wollen, aber Benedikte hatte abgelehnt. Die Nacht war so wunderschön. Warum sollte man nicht den Weg nach. Hause zu Fuß machen? Mit dem Versprechen, sich sehr bald wieder auf der „Burg" sehen zu lassen, waren sie geschieden. Steffens, Lonne sowie Peggy hatten ihnen noch das Geleit bis an den Hügel gegeben, von dem aus der Wiesenweg in das Dorf und zum Haus „Endlich allein" abzweigte. Die anderst Gäste standen auf der Terrasse. Ihr fröhliches: „Auf Wiedersehen. Gute Nacht. Lassen Sie es sich gut bekommen!" klang in die Stille. Schweigend gingen die beiden jungen Menschen ihrem Heim zu. Der Himmel war von einer samtigen Blaue, der Mond erhellte das Land weithin bis zum Meer. Man sah das Wasser nicht, man hörte nur sein gleichmäßiges, tiefes Rauschen jenseits der Dünen. „Ist es nicht wunderschön?", fragte Benedikte nach langer Pause. „Sag', Hans-Hermann, hat dir der Abend auch so gut gefallen? Ich muß bekennen, ich bin mit großer Unsicherheit hingegangen. Aber wirklich _ so etwas von Gastfreundschaft und Fröhlichkeit habe ich schon lange nicht mehr erlebt." „Mir geht es genau so", stimmte Hans-Hermann langsam zu. Benedikte schaute den Vetter an. Er schien sich mit etwas zu quälen. Plötzlich blieb der junge Mann mit einem Ruck stehen, faßte Benediktes Hände und stieß hervor: „Benedikte, ich muß es dir noch einmal sagen: sprich ein einziges Wort, und ich lasse alles, alles — Du wirst keinen Anlaß mehr finden, dich über mich zu beklagen wie jetzt — ich weiß, ich weiß — — Nein, ich werde nur daran denken, für dich alles richtig und gutzumachen. Aber wenn du mich von dir schickst, wenn du einen andern lieb hast, Benedikte, gut dann soll mir alles gleich sein. Verstehst du, das ist mein voller Ernst. Dann bist du verantwortlich für das, was geschieht." Benedikte sah entsetzt zu Hans-Hermann hin. Was sagte er da? Sie verantwortlich für alles, was geschehen könnte? Wie meinte er das? „Ich verstehe dich nicht, Hans-Hermann. Was soll denn geschehen?" Er machte eine unbestimmte Handbewegung: „Ach laß! Sag mir nur das eine, Benedikte: hab' ich keine Hoffnung? Kannst du mich nicht lieb haben?" „Aber Hans-Hermann, ich habe dich doch lieb, das weißt du doch." Er schüttelte störrisch den Kopf: „Ja, so wie man seinen Vetter lieb hat ober irgendeinen andern Verwandten! Aber du weißt, daß ich mehr haben will, mehr, Benedikte!" Und plötzlich riß er sie an sich. Sein weinerhitztes Gesicht, seine Lippen waren ihr ganz nahe. x6ie versuchte, sich zu wehren, sich freizumachen, aber er hielt sie mit stählernen Armen. Seiner selbst nicht mächtia, zwang er ihr Gesicht in seine Hände und küßte sie gierig. Einen Augenblick verharrte Benedikte so, ganz betäubt von Hans-Hermanns Leidenschaft. Ader dann überkam sie die keusche Abwehr eines Menschen, der einem andern gehört mit Leib und Seele und sich für ihn aufsparen möchte auch mit der kleinsten Liebkosung. Sie stieß ihre Fäuste gegen Hans-Hermanns Brust, daß er von ihr abließ und einen Schritt zurücktaumelte. „Pfui", rief sie, „pfui, das war häßlich!" Sie schluchzte auf. Und dann wandte sie sich um und lief, lief — so schnell sie konnte. Hans-Hermann blieb stehen. Er sah des Mädchens helles Kleid im Mondlicht schimmern, sah ihre Gestalt sich immer weiter entfernen. Schließlich stand er allein in der atmenden Sommernacht. Da brach ein unbändiger Trotz in ihm auf. Gut, sie wollte ihn nicht! Aber es gab andere, die ihn wollten. Diese kleine Peggy — was hatte sie ihm gesagt in den paar Minuten, da sie beide allein zwischen den Fliedergängen des Gartens einhergingen? Er wäre zu schade für solch ein Leben wie das hier auf Oevenshöe! Was alles hatte sie 'hm nicht zugeflüstert mit ihrer reizenden kecken Kinderstimme. Ja, sie hatte es sich sogar gefallen lassen, daß er sie im Dunkel einmal umarmte... Strich darunter! Es gab andere Frauen, die waren nicht so spröde wie Benedikte. Und er würde kein Narr sein, sich sein ganzes Leben Benediktes wegen zu zerstören. Aber bei allem Zorn verließ ihn doch nicht das jämmerliche Gefühl und die peinliche Ahnung: daß, was er auch tat, er es nur aus Trotz gegen Benedikte tun würde — weil sie ihn nicht liebte. (Fortsetzung folgt I) Leistung der Tv. Atzbach vor Tv. Wißmar, Tv. Londorf, Tv. Krofdorf und To. Allendorf (Lahn). Allendorf enttäuschte etwas. Der Mannschaft fehlt das nötige Zusammenspiel und vor allem das Verstehen untereinander. Auch die Jugendspiele konnten gefallen. (Sieger wurde To. Ruttershausen.) Die Veranstaltung, die an Stelle des verhinderten Kreisspielwarts L u h unter Leitung von Bezirks- spielwart Seibert stand, hat dem Handball sicher neue Freunde zugeführt Mx. Jleuer Rekord im Hammerwerfen. Bei der ersten Klubkampfrunde der Berliner Großvereine schleuderte Hein (Hamburg) den Hammer 52,84 Meter weit und verbesserte damit den jungen Rekord des Mannheimer Greulich, der 52,02 Meter erreicht hatte. — (Schirner-M.) Ein verwegener Sprung. Das Endspiel um den Reichsbundpokal in Leipzig brachte ein sensationelles Ergebnis, nämlich die 9:0- Niederlage von Südwest. Die Sachsen zeigten sich ihren Gegnern weit überlegen. Noch mit den besten Eindruck machte der Torwart von Südwest, Kersten, der hier einen verwegenen Sprung über den erfolgreichen Torschützen Heimchen macht, um diesen nicht zu verletzen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Schluß des Reichsnährstands-Reitturmers. Biermaliges Stechen im Kanonen-Zagdspringen Herrliches Wetter war am Sonntag dem Schluß des Reichsnährstands-Reitturniers auf dem Äus- stellungsgelände in Frankfurt befchieden. Den Höhepunkt des Nachmittags bildete, neben den verschiedenen Schaunummern, das Kanonen-Jagd- springen der Klasse Sb, das 23 Pferde am Start vereinte, von denen 13 ohne Fehler über den mit sechs schwierigen Hindernissen, ein Gatter ohne Absprungerleichterung, eine hohe Mauer mit Zinnendeckung, ein Oxer, ein Hochsprunggestell von 1,50 m Höhe, ein Toreingang mit dahinterliegenden Stangen und ein Gartenzaun mit zwischengesetzter Mauer, bespickten Kurs kamen, ein Zeichen dafür, wie gut gesprungen wurde, und wie sehr sich die Reiter und Pferde an den Turnierplatz gewöhnt haben. Unter den 13 Fehlerlosen befanden sich Pferde der besten deutschen Klasse. Rittmeister Sahla war allein dreimal vertreten mit Posidonius, Bismarck und Erle. Weitere fehlerlose Ritte hatten zurückgelegt: Wachtmeister Weidemann mit dem Riesen Großfürst, Hauptmann Großkreutz mit Harras, SS.-Untersturmführer von Zastrow mit Christel, Herbert Frick mit Coralle, SS.-Unter- scharführer Stephan mit Flieger, Hermann I m - m e n d o r f f mit Nektar, Gustav Lange (München) mit Korsika, Oberleutnant von Trotha mit Fatalist, SS.-Obersturmführer T e m m e mit Nordland und Rittmeister von S a l v i a t i mit seinem Schimmel Großfürst. Verschiedene Bewerber waren sich so gleichwertig, daß das Springen erst nach viermaligem Stechen entschieden wurde. Erst dann hatte es H e r b e r t F r i ck mit der Stute Coralle gegen Bismarck unter Rittmeister Sahla geschafft. Im ersten Stechen waren der Oxer auf 1,40 m Höhe und 2 m Weite und der Hochsprung auf 1,60 m erschwert. Posidonius, Coralle, Bismarck und Nordland kamen in dieser Reihenfolge fehlerlos über die Hindernisse. Fünf weitere Pferde wurden mit zwei Fehlern auf den fünften Platz gesetzt, während die restlichen vier je vier Fehler hatten. Zum zweiten Stechen wurde der Hochsprung auf 1,75 m und der Oxer auf 1,60/2,15 m erhöht. Hierbei machte Posidonius durch Abstreifen am Hochsprung mit der Hinterhand Mvei Fehler, während Nordland durch zu spätes Abspringen am Oxer ebenfalls zwei Fehler erhielt. Coralle unter Herbert Frick und Bismarck unter Rittmeister Sahla qualifizierten sich für das dritte Stechen, wobei , der Hochsprung auf 1,85 m gerichtet wurde, der Oxer dagegen unverändert blieb. Beide Pferde zogen sich diesmal vier Fehler zu, Coralle am Oxer und Bismarck am Hochsprung, so daß noch ein viertes Stechen notwendig wurde, das nun über die unveränderten Hindernisse führte. Bismarck versah sich am Oxer und streifte mit der Hinterhand, während es Herbert Frick mit einem meisterhaften Ritt gelang, den Rotschimmel Coralle ohne Fehler über die beiden Hindernisse und damit zum Sieg zu steuern Coralles Sieg ist um so bemerkenswerter, als die Stute in Holstein von einem Kaltbluthengst aus einer Traberstute gezogen ist. Die heute Zwölfjährige gehört zu unseren besten Hochspring-Pserden. Herbert Frick, der noch mit bundagierten Knien reiten mußte, kam damit nach seinem schweren Sturz im Frühjahr zu seinem ersten Sieg. Die Dressurprüfung der Klasse M brachte dem Stall Westen noch einen achten Erfolg während des Frankfurter Turniers. Meisterreiter August Staeck gewann auf Draufgänger, dem Olympiasieger von 1928, die mittlere Dressurprüfung gegen Mona Lisa mit Fritz Stecken und Tantris unter Sattelmeister Eckhardt. Die beiden nächsten Plätze hatte wieder Fritz Stecken, einer unserer besten Dressurreiter, mit Donner II und Waldkater inne. Zur letzten Turnierprüfung erschienen dann die Mehrspänner in der Bahn, zwei Sechser- und zwei Fünferzüge in ungarischer Landanspannung. Hierbei blieb das berühmte Holsteiner-Gespann der Kavallerieschule Hannover von Wachtmeister Winkens siegreich. Mit sämtlichen Schaunummern, die nochmals vorgeführt wurden, und dem Zapfenstreich, gespielt von vier Musikkorps, wurde das Reichsnährstands-Reitturnier und die -Ausstellung 1936 geschlossen. SZ.-Zungfliegerireffen aus der Wasserkuppe. Am Pfingstsonntag findet auf dem bereits historischen Segelfliegerberg der Rhön, auf der Wasserkuppe, als diesjährige große Jahresveranstaltung der Flieger-HI. ein Jungfliegertreffen statt. An diesem Treffen, das erstmalig in Form eines Zeltlagers aufgezogen sein wird, nehmen über 1000 Jungflieger der HI. aus allen Gebieten teil. Außerdem ist der Bann Fulda allein noch mit 500 Mann vertreten. Da in Verbindung mit diesem HJ.-Jung- fliegertreffen gleichzeitig auch der Reichswettbewerb für Segelflugzeugmodelle des Deutschen Luftsportverbandes durchgeführt wird, an dem etwa 400 Modellbauer teilnehmen, werden also fast 2000 Angehörige der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks um die Monatswende auf der Wasserkuppe versammelt sein. Diese Zahl übertrifft die des Vorjahres um das Doppelte und würde vielleicht noch größer sein, wenn es die finanziellen Mittel und die Unterbringungsmöglichkeiten erlaubt hätten. Aber so schon zeigt sich der ungeheure Aufschwung, den die Jungfliegerei in Deutschland im letzten Jahr genommen hat. Dieser Aufschwung ist nicht zuletzt auch der intensiven Zu- sammenarbeit mit dem DLV. zu verdanken, dessen Unterstützung die Durchführung des Reichstreffens der HJ.-Jungflieger ermöglicht hat. Das Reichstreffen soll die Gemeinschaft der Jungflieger ganz Deutschlands zusammenführen zum gemeinsamen Bekenntnis zur Luftfahrt, das in einer Ehrung und Gedenkfeier für die gefallenen Flieger des Weltkrieges am Abend des 31. Mai am Denkmal auf der Wasserkuppe zum Ausdruck kommen soll. „Zeigen Sie mir mal deutsche Gemütlichkeit!" Besuch beim Ausländerdienst in Berlin. - Dorbereitungen für die Olympiade. In Sidney in Australien holt sich ein Mann Auskunft über Deutschland in einem Reisebüro. Er macht eine Geschäftsreise nach Europa. „Gern würde ich auch Berlin besuchen", sagt er vielleicht, „aber ich kann kein Wort Deutsch, höchstens Englisch und ein wenig Französisch". — „Das macht nichts", beruhigt ihn der Mann am Schalter, „bitte sehr!". Und ehe er sich's versieht, hat er ein buntes Heft in der Hand, auf dem steht in großen Lettern „Die Reichshauptstadt", er blättert um, und siehe, da sind drei Spalten Text, rechts englisch, in der Mitte deutsch, links französisch. Bei der Ueberfahrt, ob es die Woermann-Linie ist, ob die White-Star-Linie, ob Hapag oder Llond, überall begegnete dem Mann aus Sidney dieses Heftchen mit seiner Aufforderung: Come and consult us! Venez nous rendre visite! Besuchen S i e uns! In Hamburg sieht er das Heftchen wieder, im Speisewagen nach Berlin schlägt er die Mitropa- Zeitung auf und liest diese dreisprachige freundliche Aufforderung, und schließlich in seinem Hotel oder seiner Privatpension sagt man ihm: „Wenn Sie Ausländer sind, melden Sie sich doch beim Aus - länderdienst, dort wartet man auf Sie!" Neugierig geworden, entschließt sich der Mann aus Sidney, einen Besuch in der Berliner Geschäftsstelle Unter den Linden zu machen. Und er hat es nicht zu bereuen. Im Gegenteil, er ist begeistert, schreibt sich ins Gästebuch ein und — erzählt seine Eindrücke weiter „Es ist erstaunlich, wie schnell wir im Ausland populär geworden sind", berichtet einer der ständigen Dolmetscher und Betreuer fremder Gäste, „in allen Reisebüros liegen unsere Aufrufe, alle Schiffahrtslinien führen sie, die großen Hotels im Ausland legen sie größtenteils auf, aber sehr, sehr viel verdanken wir auch der Empfehlung von Mund zu Mund. Die fremden Gäste sind im allgemeinen hoch begeistert von unserer Einrichtung, die noch dazu kostenlos für sie ist, so daß jeder sie in Anspruch nehmen kann. Jetzt, vor Beginn der Olympiade wird der Zustrom täglich größer. Und das Schöne ist, daß wir mit fast allen ausländischen Besuchern in Briefwechsel bleiben, daß sie uns wiederum ihre Bekannten schicken und noch Lobeshymnen dazu über die Aufnahme." „Wie bewältigen Sie denn nun diesen starken Besuch außer ihren laufenden Geschäften?" „Uns steht ein ganzer Stamm ehrenamtlich e r D o l m e t s ch e r für die Betreuung zur Verfügung, außerdem haben wir für die Zeit der Olympiade noch eine große Anzahl weiterer Meldungen bekommen, und diese freiwilligen Helfer, die alle selbst schon einmal ähnliche Gastfreundschaft in fremden Ländern genossen haben, stehen unseren Gästen zur Verfügung, führen sie einzeln oder in Gruppen zu besonderen Sehenswürdigkeiten, gehen auf besondere Wünsche ein und zeigen ihnen soviel als möglich vom neuen Deutschland." „Was haben die Ausländer im allgemeinen denn für Wünsche?" „Fast alle möchten sie den Führer sehen, viele stehen stundenlang vor der Reichskanzlei, der .Kaiserhofi ist ihnen besonders interessant, viele bitten um den Besuch bei einem Arbeitslager. Dann die Reichsautobahnen, die Olympiabauten, das historische Berlin, Potsdam natürlich, die meisten möchten einen ,trip‘ in die Umgegend machen, und wir versuchen, alle Wünsche nach Möglichkeit zu erfüllen." „Und was wollen fiie alles wissen?" „Ja, da haben sich tatsächlich einige Standardfragen herauskristallisiert, wenn man so sagen soll, die in irgendeiner Form bei fast jedem wißbegierigen Ausländer zu finden sind. Zunächst wundern sie sich über die vielen verschiedenen Uniformen und wollen sie genau erklärt haben, dann mußte ich sehr oft den Sinn des Deutschlandliedes erklären; daß unser .Deutschland, Deutschland über aües‘ keine Eroberungsgelüste in sich berge, ging den meisten nur langsam ein, die Judenfrage erörtern sie lang und breit, überhaupt führen sie gern außen- und innenpolitische Diskussionen. Wir freuen uns immer über das rege Interesse und geben gern Auskunft bis in jede Einzelheit." „Und Deutschland selbst, welchen Eindruck geben die Fremden wieder?" „Immer aufs neue freuen sie sich über die Sauberkeit, und schon mancher hat mich nach dem ,special secret* gefragt, nach dem Geheimnis dieser deutschen Sauberkeit. .Zeigen Sie mir einmal deutsche Gemütlichkeit!« oder ,Was ist eigentlich deutsche Gemütliche feit?4 ist eine fast ebenso häufige Frage. „Das ist nun nicht so leicht jemandem klarzumachen, aber wir versuchen doch immer, irgendwie den Begriff am lebenden Beispiel zu erläutern, vielleicht gehen wir dazu gerade einmal in einen Schrebergarten, in eine Stehbierhalle ober gar für einen Sprung auf einen Rummelplatz." „Sie erwähnten vorhin das Gästebuch?" > „O ja, das muß ich Ihnen noch zeigen, das ift eine Sehenswürdigkeit für sich. Beim Abschied bitten wir jeden unserer betreuten Gäste, uns ein paar Worte zu schreiben. Sehen Sie, hier!" Ein großes in Leder gebundenes Buch wird gebracht. Fast schon die Hälfte seiner Seiten sind bedeckt mit den verschiedensten Handschriften. Da stehen japanische, chinesische Lettern zwischen englischen, amerikanischen, dänischen Schriftzügen. Ein Südfranzose hat in feiner Kritzelschrift gar ein ganzes deutsches Gedicht verfaßt. Untereinander stehen da die Namenszüge einer holländischen Schulklasse. Ueberall Dankes- worte dabei an den Ausländerdienst und für die liebevolle Betreuung. Köstlich ist der Erguß eines englischen Faschistenführers, der sogar sein Bild dagelassen hat. Er schrieb wörtlich: „Dienst is Dienst, und Schnapps is Schnapps, We received both! Many Thanks! (Wir erhielten beides, vielen Dank!) „Er war besonders begeistert von dem Besuch eines Arbeitsdienstlager s", erzählt sein Begleiter dazu, „statt acht Tage ist er nachher sechs Wochen hiergeblieben. Das überhaupt ist unser schönster Lohn, wenn die Gäste freiwillig ihren Aufenthalt verlängern, weil es ihnen so gut gefällt." Noch einen letzten Blick ins Gästebuch, da hat ein jugoslawischer Arzt, der unter anderem die Berliner Charite besichtigte, mit energischen Buchstaben hingeschrieben: „Können, Wissen, Siegen, das ist das neue Deutschland!" Dr. Ellen Riggert. Beim Heimgange unserer JJiutter 3m Mai 1936 3387» Zahlreiche erbeten. o Blaufelchen/ leb. Aale, Heilbutt, Maiiische, empfiehlt billigst. A. -Koch Nachfolger Mäusburg 15 mooä Teleph. 3612 Wichtige Neuerscheinung für Pflanzenfreunde! Pflanzengeographie Deutschlands Dargestellt nach eigenen Beobachtungen und unter Berücksichtigung der Karten und der Literatur von Dr.KurtHueck, Privawozent an der Universität Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staat!. Stelle für NoturdenKmalpfleg« in 'Preußen. 160 Seilen Text mit etwa 100 Karren und Abbildungen im Text, enva 150 Abbildungen auf 180 einfarbigen Tafeln in erstklassigem Kunstbuchdruck und 10 mehrfarbig. Vegetationskarten Auf zahlreichen und ergiebigen Forschungsreisen durch alle Teile der deutschen Landschaft und bei der Durchführung umfangreicher Kartierungsarbeiten konnte der Derfasier sich mit eingehenden Studien, Untersuchungen und Fest- Stellungen über die Degetationsverhältnrsse aller deutschen Landschaitsgebiete jeweils an Ort und Stelle beschäftigen und lo einen umfangreichen Wissensstoff auf Grund eigener Beobachtungen ansammeln, wie er noch in keinem Werke dargestellt worden ist. Dieses Werk bietet nicht aus Büchern zusommengetragene, althergebrachte Weisheit, sondern ist das Ergebnis lebendiger und neuzeitlicher Forschungsarbeit. 3n 20 monatlichen Lieferungen je RM. 2.20, in Halbleder gebunden (Lieferung nach Fertigstellung Ende 1936) RM. 50.— Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt? Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Liegestühle Gartenschirme Rohr- und Korbmöbel, Bade- und Reisetaschen aus dem Spezial - U Q II 0 I Sonnen - geschäft II UII liUi Straße 18 Gegr. im Jahre 1876 a897u MlnM.27,5,1936,nodmi.2Uhr,oer- fteigere idi öohier, lieuenroeq (Ber- neiflerunaeiofai) bzw an Ort u. stelle Mangsmelle gegen Barzahlung: Büro-, Haus- u. Ladenmöbel neu und gebraucht, Schreib- und Nähmaschinen, 3 Kassenschränke, 3 Klaviere, Damen- und Kinderschnürschäfte, 3,5 m Möbelstoff, 7,95 m Vorhangstoff, 35 Pfd. 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