m. 276 Erstes Blatt 186. Jahrgang Mittwoch, 25. November 1936 Lrfchetm tLgltch, nutz« Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieszener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats’öejngsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Giesten postschecllonto: Frankfurt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen druck und Verlag: vrühl'sche Untversttatr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,PIatzvorschrift nach vorh Dereinbg.25">„ mehr. Ermahtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps .Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Opfer des Zustizfrevels von Rowo-Gibirsk. Schicksal eines deutschen Marxisten im fowjetrufsifchen Arbeiterparodies Wer ist Emil Stickling? Berlin, 24. Rov. (DBB.) Wie sich nach einer Bochumer Mitteilung heraussiellle, ist der in Nowosibirsk von einem Sowjelgecicht in einem Theaterprozeh 3 um Tode verurteilte deutsche Bergingenieur Emil Stickling der Sohn eines Schachtmeisiers aus Wanne- Eickel und hat feine Laufbahn selbst als Grubenarbeiter begonnen. Er hat am Weltkrieg teilgenommen und galt als Marxist. 1929 wurde er von einer deutschen Firma für einen grohen Auftrag in Sowjelruhland angeworben. Er ging G ÄA Der deutsche Ingenieur Stickling. — (Scherl-M.) als marxistischer Arbeiter nach Sowie truhl and, um die Leistungen des Bolschewismus kennenzulernen. Als der Auftrag feiner Firma beendet war, trat er, wie Verwandte Stick- lings mitteilen, notgedrungen in die Dienste einer fowjetrufsifchen Firma, da er sich inzwischen in Sowjetruhland erneut verheiratet hatte, seiner Frau aber, die nach sowjetrussischem Gesetz Sowjetbürgerin bteibt, die Ausreise aus S o w j e t r u h l a n d nicht mög- l i ch war. Stickling ist, wie soviele deutsche Arbeiter, die mit grohen Hoffnungen nach Sowjetruhtand gingen und dort vielleicht ihrer grenzenlosen Enttäuschung Ausdruck gaben, ein Opfer der sowjetrussischen Rachejustiz geworden. Er wurde in unmenschlicher Weise gequält und gefoltert, und es wurde von ihm schlieh- lich ein sogenanntes Geständnis erpreßt, wie man es bei allen bisherigen sowjetrussischen Schau- prozesfen nachgerade gewohnt ist. Es kann festgestellt werden, dah über Stickling feit seiner Auswanderung nach Sowjetrußland bei deutschen Stellen nicht das Geringste mehr be- könnt geworden ist. Der Fall Stickling ist ein erneuter Beweis dafür, dah auch deutsche Marxisten vor dem hah der Sowjetmachthaber nicht sicher sind und ihnen im Lande der Bolschewisten das gleiche Schicksal blüht wie allen Deutschen. Auch SMina steht im Schutz des Reiches. Obwohl Stickling Marxist war, hat sich die Reichs- regierung trotzdem mit aller Kraft seines Schicksals angenommen, denn es spielt für das nationalsozialistische Deutschland keine Rolle, welche Weltanschauung der deutsche Volksgenosse im Auslande früher vertreten hat. Die deutsche Volksgemeinschaft als Schicksalsgemeinschaft nimmt fich selbstverständlich jedes deutschen Volksgenossen und Reichsangehöri- gen an, dem im Auslande Unrecht widerfährt. Jeder deutsche Reichsangehörige ist auch im Auslande des Schuhes der deutschen Volksgemeinschaft sicher. Es ist eine Frage der Ehre der deutschen Ration, keinen Angehörigen dieses Volkes jemals preiszugeben. Die bolschewistischen Siele, die von den Machthabern im Kremt mit dem Prozeß gegen den Ingenieur Stickling verfolgt werden, sind jedem Denkenden klar. Daher wendet sich die deutsche Reichsregierung mit Nachdruck gegen ein offensichttiches Theaterverfahren, das, durchsichtig in seiner Absicht, nicht den Ingenieur Stickling, sondern den Deutschen in ihm treffen soll. Vier wettere Reichsdeutsche verhaftet. Moskau, 24. Nov. (DNB.) Nach einer Mitteilung der Agentur des Außenkommissariats in Charkow sind am 21. d. Mts. dreiweitereReichs- angehörige verhaftet worden, nämlich Monteur Friedrich Bösherz der Zschocke-Werke, Kaiserslautern, Reinhold Schindler aus Jena, beide in Mariupol und Hermann S t a m m e r, Elektromonteur, gebürtig und wohnhaft in Charkow. Der ehemalige Kriegsgefangene Beriebsleiter Heinrich Schäfer aus Tfchurnysch (Kasakstan) wurde am 21. Oktober auf seiner Arbeitsstelle bei Frunso ohne Angabe eines Grundes verhaftet. Er befndet sich in Semipalatinsk und war am 11. November noch nicht verhört. Wie verlautet, wird er der „Konterrevolution zugunsten Deutschlands" beschuldigt. Die deutsche Botschaft in Moskau ist bemüht, die Fälle aufzuklären. Die Verhaftungswelle. Auch Führer der Roten Armee bleiben nicht verschont. Warschau, 24. Nov. (DNB.) Der Berichterstatter des DNB. hatte Gelegenheit, sich von früheren österreichischen Schutzbündler und Kommunisten, die aus der Sowjetunion ausgewiesen wurden und jetzt in ihre Heimat zurückreisen, über den Umfang der Verhaftung der GPU. berichten zu lassen. Allein in das Moskauer Butyrki-Gefängnis, das besonders für politische Gefangene bestimmt ist, werden täglich einige Dutzend „Trotzki st en" eingeliefert. Nach kurzem Aufenthalt werden die Gefangenen in der Regel f ü r fünf Jahre in d i e Zwangsarbeitslager verschickt. Die Zahl der politischen Gefangenen, die in diesem Jahr allein durch dieses eine Moskauer Gefängnis gegangen ist, beläuft sich auf etwa 8 0 0 0 0. Unter den in letzter Zeit in das Butyrki- Gefängnis eingelieferten „Trotzkisten" befindet sich auch einer der höchsten Armeeführer, Marschall Gamernik, der unlängst mit 64 Generalstabsoffizieren verhaftet wurde. Die meisten politischen Gefangenen kommen in das „Bam-Lager", das an der „Baikal-Amursk-Magi- strale" in Ostsibirien liegt und in dem sich mindestens 800 000 bis 900 000 politische Gefangene und Verbrecher befinden. Ein zweites Zwangsarbeitslager befindet sich in der Tajga-Steppe mit der Zentrale Tschibju an der Pjetschura. In diesem Lager, in dem im vorigen Winter bis 54 Grad Kalte gemessen wurden, befinden sich etwa 50 000 Gefangene. Aus allen Berichten geht hervor, daß man sich in den europäischen Ländern völlig unzureichende Vorstellungen über den Terror und das Ausmaß der täglichen Verhaftungen in der Sowjetunion macht. Es gibt heute in der ganzen Sowjetunion wahrscheinlich niemand, der nicht wenigstens einen Angehörigen in einem Zwangsarbeitslager oder in einem Gefängnis hat. Enimsteles Scho in aller Well. Ein aggressiver Akt. Budapest, 24. Nov. (DNB.) Das Todesurteil in Nowo-Sibirsk wird übereinstimmend als eine politische Herausforderung beurteilt. Der „Pester Lloyd" schreibt, die Haltung der sowjetrussischen Regierung in dieser Angelegenheit sei vollkommen unbegreiflich oder viel zu deutlich und verrate jedenfalls die unlautere Taktik, den Widerstand der Gegner- mit allen Mitteln herauszufordern, um dann vor der irregeführten Welt in der Rolle des schutzbedürftigen Angegriffenen dastehen zu können. Daß ein politisches Todesurteil gegen einen Ausländer, ohne normales Gerichtsverfahren und ohne die Kontrolle der Oeffentlich- keit gefällt, einen aggressiven Akt * gegen den Staat des Verurteilten darstellt, liege auf der Hand, und in Moskau wisse man das ganz genau. Es sei zu hoffen, daß die unparteiischen Mächte sich auf dieses dreiste Spiel nicht einlassen und Moskau den dringendsten Rat zur Mäßigung und Selbstbesinnung erteilen würden. Es handle sich hierbei heute nicht mehr um eine innersowjetrussische Angelegenheit, sondern um einen schweren internationalen Konflikt. Ein gefährliches Sviel. Wien, 24. Nov. (DNB.) Die Nachricht von dem Schandurteil in Nowo-Sibirsk hat in Wien wie eine Bombe eingeschlagen. Die kommunistenfeindliche Bewegung, die in letzter Zeit einen starken Auftrieb erhalten hat, wird dadurch noch wesentlich gestärkt werden. Die amtliche „Wiener Zeitung" gibt der Ansicht Ausdruck, daß sich die Sowjetdiplomaten für ihre Mißerfolge der letzten Zeit an Deutschland rächen wollten, und schreibt: „Wenn sich der Stalin-Staat irgenwie in der Klemme befindet, dann veranstaltet er nach Massenverhaftungen verwegene Schauprozesse, deren letzte Beweggründe gewöhnlich nur den ganz wenigen Drahtziehern des Kreml bekannt sind. Es sind dies sozusagen plötzliche Stichproben für die Haltbarkeit des S y - ft e m 5 , Versuche, wohl auch, die Aufmerksamkeit der Welt durch Herausforderungen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Wie im Jahre 1928 sind jetzt wieder deutsche Ingenieure und sonstige reichsdeutsche Staatsbürger das Opfer einer sichtlich politischen Inquisition. Ein reichsdeutscher Ingenieur wurde zum Tode verurteilt. Begreiflich, daß eine Woge der Entrüstung durch das Reich stürmt. Offensichtlich will der Bolschewismus ein sehr gefährliches Spiel wagen, um sich für die Mißerfolae der Diplomatie zu rächen, und um den eigenen Anhängern durch gewaltiges Auftrumpfen zu imponieren. Ein ehrliches Wirken für den Frieden müßte allerdings ganz andere Vorzeichen haben. Eine Herausiorderuna der aanzen zivilisierten Wett. Rom, 24. Nov. (DNB.) Die fowjetrufsifchen Todesurteile finden in der italienischen Presse stärkste Beachtung. „Giornale d'Jtalia" spricht von einem „unerhörten Prozeß", und „Tribuna" betont, daß die sowjetrussische Herausforderung nicht nur gegen das Reich, sondern gegen d i e ganze zivilisierte Welt gerichtet sei. Der grausame und ruchlose Versuch, für das völlige Scheitern der sowjetrusischen Grundsätze einige wenige Ausländer verantwortlich zu machen, müsse aufs schärfste verurteilt und allgemein abgelehnt werden. Der „Corriere della Sera" stellt fest, daß das Urteil von Nowo-Sibirsk die Spannungen zwischen Berlin und Moskau in einer Weise verschärft habe, die noch Weiterungen erwarten lasse. Die Sowjetregierung ziele darauf ast, einen Bruch mit Berlin herbeizuführen. Kommunistisches Theater. Basel, 24. Nov. (DNB.) Zu den sowjetrussischen Todesurteilen bringt als einziges Schweizer Blatt, die „Thurgauer Zeitun g", einen ausführlichen Kommentar. Die „Thurgauer Zeitung" meint, alle Angeklagten hätten mit so erstaunlich lückenlosen „Geständnissen" aufgewartet, daß man sie alle als „Selbstmörder" bezeichnen müßte, wenn sie sie tatsächlich abgelegt hätten. Sofern der deutsche Ingenieur Stickling tatsächlich nach den Plänen gehandelt hätte, die er — allerdings unter Ausschluß der O e f f e n t l i ch k e i t — „zugebe", dann würde er wohl kaum ein so offenes Geständnis abgelegt haben. Daß etwas daran nicht stimme, scheine gewiß. Zweifellos werde man in den nächsten Tagen auch erfahren, daß die Verurteilten hingerichtet worden seien, aber, so meint das Blatt, an einer solchen Meldung werde - man mit Recht zweifeln dürfen, denn alles deute darauf hin, daß die Verurteilten Leute seien, die nicht — wie behauptet — von einer ausländischen Macht, sondern allein von der Kommuni st ischen Partei dazu gedungen worden seien, Sowjetrußland und der Welt ein Theater vorzu- spielen. Unsicherheit im Kreml. Das Antzenkommissariat für Begnadigung. L o n d o n , 24. Nov. (DNB.) Der „Daily Expreß" veröffentlicht eine Meldung seines Berichterstatters in Warschau. Darin heißt es: „Diktator Stalin berief eine Sondersitzung der Sowjet- regierung in den Kreml, um die durch das Todesurteil gegen Stickling geschaffene Lage zu besprechen. Die Sowjetführer spalteten sich in zwei Gruppen. Beamte des Außenkom- missariats und Gemäßigte, die durch Berlins heftige Ausbrüche beunruhigt find, forderten die Begnadigung. Die radikalen Kommunisten behaupteten, daß es der Wille des Sowjetvolkes sei, daß der „faschistische Hund" Stickling sterben soll, und verwiesen auf Hunderte von Telegrammen örtlicher kommunistischer Parteigruppen aus der Sowjetunion, die den Tod verlangten. Sie setzten sich mit Verblendung über die Befürchtungen der außenpolitischen Sachverständigen hinweg, daß Deutschland eine kraftvolle Aktion unternehmen könne, und drängten Stalin, ein Beispiel zu st a - t u i e r e n , um den Terrorismus in der Sowjetunion auszurotten. Eine Stunde vor der stürmischen Sitzung sprach der deutsche Botschafter Graf von der Schulenburg noch einmal im Außenamt vor und verlangte dringend, daß eine günstige Antwort auf seinen Schritt zur Begnadigung so bald wie möglich gegeben werde. Der stellvertretende Außenkommissar K r e ft i n f f i sagte dem Botschafter, daß vor der Sitzung keine Antwort gegeben werden könne. — Zu später Nachtstunde wartete Botschafter Graf Schulenburg noch immer. Abscheu in London London, 24. Nov. (DNB.) Die englischen Blätter bringen ausführliche Berichte über das skandalöse Urteil von Nowo-Sibirsk. Wenn eine eigentliche Stellungnahme in den Berichten auch noch nicht enthalten ist, so zeigt doch die Form der Berichterstattung und die Schilderung der Entrüstung in Berlin deutlich, daß die englische Presse sich voller Abscheu von einer derartigen Justizmethode abwendet. „Times" sagt, das ganze Gerichtsverfahren habe sehr dem gegen Sinowjew geglichen. Die Angeklagten sollen angeblich die phantastischsten Verschwörungen und Verbrechen gegen den Staat eingestanden haben. „Daily Telegraph" überschreibt seinen Bericht: „Angebliche Spionage und Sabotage", woraus schon das Mißtrauen gegen das Urteil spricht. Zwischen Dardanellen und Katalonien. Von unserem römischen 6-Korrespondenten. Rom, Ende November. Wechselnde Bewölkung über dem Mittelmeer. Wenn das berühmte Azorenhoch und das nicht minder bekannte, wenn auch weniger beliebte Js- landtief sich einmal so verlagern sollten, daß sie sich gegenseitig decken wie gleichgroße Scheiben, so mutz das ungefähr so aussehen wie die gegenwärtige Wetterlage zwischen England und Italien: die berühmte Entspannung und die nicht minder bekannte Spannung decken sich wie kongruente Figuren. Mit dem dafür eingebürgerten mathematischen Zeichen könnte jeder Tertianer den gegenwärtigen Zustand einfacher und genauer ausdrücken, als es den Kommissionen und Unterkommissionen in Genf unter Zuhilfenahme eines Doppelzentners Aktenpapiers möglich wäre. In einundderselben Zeitungsspalte findet man das von Mussolini angeregte, von London begrüßte Gentlemens Agreement, die wieder in Italien eintreffenden englischen Kohlen, die Reise Grandis nach Nom, die fällige französische Mißstimmung über die neue Verbrüderung — und einen Ausbruch über die tollen Anmaßungen der Engländer einerseits, wie eine fühlbare britische Verschnup- fung andrerseits. Es ist heute eben so, daß die Rotationsmaschinen nicht mehr nachkommen. Zu schnell ändern sich die Dinge, brechen die Ereignisse aus, wechseln die Meinungen. Beginnen wir mit jenen Vorfällen, die geeignet sind, die bekannten diplomatischen Beziehungen abzukühlen. Was ist geschehen? Nun, nicht mehr und nicht weniger als die Gründung einer italienisch- japanischen Interessengemeinschaft. Aber die sonst so lordhaft-vornehm zurückhaltenden Times haben vor Schreck den Zylinder verloren und poltern nun los wie ein Droschkenkutscher: Also Italien anerkennt Mandschukuo und Japan dafür Abessinien — wenn nicht viel Ehre in diesem Geschäft zu erblicken ist, so doch wenigstens die gegenseitige Bewunderung zwischen Dieben. So steht das da und wird in Rom gelesen. Zusammen mit dem Reuter- Kommentar über die verheißungsvolle Aussprache zwischen Grandi und Eden. Uebergehen wir die Rückäußeruna der römischen „Diebe", um nicht ins parlamentarische Fahrwasser zu geraten, und verzeichnen wir nur das, was die italienischen Zeitungen dazu sachlich zu sagen und zu fragen haben. Hat England vielleicht, so fragen sie, fein aus soundsoviel Kolonien zusammengesetztes Weltreich fix und fertig vorgefunden ober vom Völkerbund geschenkt erhalten? England kann nicht verlangen, so sagen sie, daß alle ohne seine Vormundschaft zustandegekommenen Vereinbarungen anderer Länder als gegen England geschlossen betrachtet werden müssen. Und wenn die Herren in London kritisch auf das italienisch-japanische Verc hältnis schauen, so könnten wir uns einmal eingehender mit dem türkischen Flottenbesuch in Malta und dem holländischen im indischen Archipel befassen. In der Tat sind ja die Hafenrechte, die sich Eng« land bei wichtigen Anstößern im Mittelmeer zu sichern wußte, keine Lappalie, und der Schutz, den die holländische Flotte unter Umständen im britischen Singapore finden kann, steht nach Meinung des Admirals Holfrich, des Kommandanten der holländischen Ostindienflotte, demjenigen gleich, den Java den Briten bieten kann. Nun braucht es, hört man noch die englischen Meinungen über den angeblich harmlosen Bolschewismus, nicht viel Kombinationsgabe, um zu erkennen, daß das heutige Großbritannien im Gegensatz zu Old England Japan weit mehr fürchtet als Rußland. Vom Land der aufgehenden Sonne zum Schwarzen Meer mit seinen auslaufenden Hilfsschiffen für die erträumte Sowjetkolonie Spanien ist jetzt aber nur ein Sprung und der Leser wird sich erinnern, welche Bedeutung man in Rom der plötzlich wiederauflebenden Dardanellenfrage beilegte. Um aleich das gewagteste Bild hinzuwerfen: Italienische Kriegsschiffe verhängen die Quarantäne über Katalonien, um das Einschleppen der Moskauer Pest zu verhüten. Die möglichen Weiterungen kann sich jeder nach seiner Phantasie ausmalen. Wir wollen nicht schwärzer sehen, als es unbedingt sein muß, dürfen aber auch nicht den Kopf in den Sand stecken, nachdem Mussolini fest entschlossen ist, ei» Festsetzen Rußlands im Mittelmeer unter keinen Umständen zu dulden, nicht einmal eine aktive Propagandazentrale, wie sie ein scheinbar katalanischer, in Wirklichkeit sowietrussischer Staat sein würde. „Wenn einige Großmächte in Montreux den sowjetrussischen Kriegsschiffen die Pforten zum Mittelmeer öffnen zu müssen glaubten, so sind Italien und andere starke und entschlossene Nationen bereit, zu verhüten, daß aus dem großen Irrtum (gemeint ist die Oeffnung der Dardanellen) der Beginn der Zerstörung der europäischen Ordnung werde." So schreibt unmißverständlich das Giornale d'Jtalia. Bezeichnend, daß die gemeinsame deutsch-italienische Anerkennung der spanischen National-Regie- rung und die Blockade Kataloniens nicht nur in Moskau einen Wutausbruch verursachte, sondern auch in Frankreich zu kopflosen Betrachtun- Kein Volk lebt länger als die Dokumente seiner Kultur! Adolf Hitler auf dem Reichsparteitag 1935 gen führt. Voll geheimer Angst hatte man dort erwartet, die Sitzung des faschistischen Großen Rates werde die Bestätigung der englisch-italienischen Wiederannäherung bringen. Es ist nichts damit geworden. Paris atmete schon auf — da platzt die Bombe der deutsch-italienischen A^rkennung, treibt die fixe Idee einer Belohnung für das Eingreifen der faschistischen Staaten, wie man auf den Boulevards vereinfachend sagt, wieder an die Oberfläche. Die Balearen und Spanisch-Marokko in Händen Italiens! Was der Führer, was der Duce und General Franco über dieses Wahngebilde sagten, ist schon wieder vergessen, und man muß zugeben, daß auch viele Engländer auf diesem Ohr wenig hellhörig sind. So greift nun alles ineinander wie Zahnräder, Mandschukuo und Katalonien, Abessinien und Kohlen, Blockade, Faschismus, Bolschewismus, Nationalismus, Del, Gibraltar und Suez, Madrid und Dardanellen. Was im vorigen Herbst der Feldzug in Ostafrika war, das ist nun die Schlacht um Madrid. Das Mittelmeer wird zum Zentrum der politischen Wetterlage. Dr. Goebbels begrüßt diesÄMndischenWelbefachleute. Berlin, 24. Pov. (DNB.) Am Dienstagnachmittag versammelten sich auf Änladung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda die Teilnehmer des Kontinentalen Reklamekongresses in den Festräumen des Propagandaministeriums. Generaldirektor R i ck m a n n (Zürich) gab dem Dank der Kongreßteilnehmer für den ihnen in Deutschland zuteil gewordenen herzlichen Empfang Ausdruck. Alles, was sie früher über Werbung in Deutschland erfahren hätten, habe ihnen noch nicht die gewaltigen Erfolge erklären können. Jetzt hätten sie erkannt, daß es auf den Sinn und G e i st der Werbung ankomme, daß es darauf ankomme, daß die Werbung sich in den Dien st der Volksgemeinschaft stelle. Was in Deutschland geschehen sei, sei etwas Erstmaliges und Einmaliges. Reichsminister Or. Goebbels dankte für die freundlichen Begrüßungsworte. Er führte u. a. aus, man habe sich seit dem Kriege in der Welt angewöhnt, mit dem Begriff der Propaganda etwas politisch Verächtliches zu verbinden. Die nationalsozialistische Regierung habe zum ersten Male den Mut gehabt, den Begriff der Propaganda durch die Errichtung eines Ministeriums für diese speziellen Zwecke beim Namen zu nennen und sich dadurch auch äußerlich zu dieser Staatsmacht zu bekennen. Dr. Goebbels erläuterte weiter, daß man durch eine noch so gute Reklame eine schlechte Sache nicht gut machen und durch eine noch so schlechte Reklame eine gute Sache nicht schlecht machen könne. Es sei leider so im Leben der Menschen und der Völker, daß das Richtige nicht deshalb siege, weil es richtig fei, sondern weil es sich im geeigneten Augenblick mit der Macht verbinde. Wenn im Leben der Völker immer das Richtige gesiegt hätte, lebten wir heute nicht auf der Erde, sondern im Paradies. Es verbleibe immer noch ein großer Raum für die Auswirkung der tragenden Ideen unter den Völkern. Darin liege die eigentliche Größe, die mitreißende Gewalt und die Kraft der Propaganda, mit geeigneten geistigen Mitteln den Völkern d i e gut en und eDlen Dinge und Ideale vor Augen zu führen und allmählich auch die Völker zu guten und edlen Idealen zu erziehen. Die Regierungen hätten hier eine ungeheure pädagogische Aufgabe zu erfüllen. Es ist nicht wahr, erklärte Dr. Goebbels, daß die Völker den Krieg wollen. Sie wollen ihn nur, wenn die öffentliche Meinung sie zum Krieg aufstachelt; sie sind friedliebend, wenn die Regierungen sie zum Frieden erziehen. (Beifall.) Läßt man den Blick schweifen über Europa und muß man jetzt 18 Jahre nach Ende des Großen Krieges wieder das verantwortungslose '(9e= schwätz vom „kommenden Krieg" vernehmen, so könnte man an der Zukunft dieses Erdteils verzweifeln. Ich hoffe, daß die Teilnehmer dieses Kongresses mithelfen, dem entgegenzuwirken und die Verständigung unter den Völkern zu fördern. Wenn Sie das als den eigentlichen Sinn und Zweck dieses Kongresses ansehen, so werden sie sich um das Glück und den Wohlstand aller Nationen verdient machen. (Lebhafter Beifall.) Reichshandwerksmeister Schmidt legt seine Aemter nieder. Berlin, 24. Noo. (DNB.) Reichshandwerksmeister Schmidt hat mit Rücksicht auf seine berufliche Belastung und seinen Gesundheitszustand den Reichs- und preußischen Wirtschaftsminister gebeten, ihn von seinen Aemtern in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu entbinden. Der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister hat diesem Antrag stattgegeben. Aus dem gleichen Grunde hat auch der Reichsorganisationsleiter und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dem Wunsche des Pg. Schmidt um Entlassung aus seinem Amte als Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront entsprochen. Gelegentlich des Ausscheidens des Reichshandwerksmeisters Schmidt aus seinen Aemtern ist ihm der Dank für seine ver- dien st volle Tätigkeit ausgesprochen worden. Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley hat den stellvertretenden Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pg. D. Walter zum Leiter des deutschen Handwerks in der DAF. ernannt. Walter, Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., hat seit der Machtergreifung an hervorragender Stelle für das deutsche Handwerk gewirkt. Unter seiner Mitarbeit ist die Inangriffnahme vieler Aufgaben erfolgt, deren Lösung von großer Bedeutung für die Zukunft des deutschen Handwerks ist. 3m Dienst verschärfter Disziplin auf der Landstraße. Berlin, 24. Nov. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei ordnet an, daß die motorisierten Gendarmeriebereitschaften, die sich in der Hauptsache aus AnAehörigen des ehemaligen Feldjägerkorps zusammensetzen, die Uniform der Gendarme- r-r'e tragen. Da die straßenpolizeilichen Aufgaben diese neue Polizeisparte ständig mit der auf dem flachen Lande diensttuenden Gendarmerie in Berührung bringen, ist eine Eingliederung in die Gendarmerie sehr naheliegend. Zu der Gendarmerie- uniform erhalten die motorisierten Gendarmeriebereitschaften ein besonderes Aermelab- zeichen, das auf ihren Einsatz zur Ueberwachung der Landstraßen hinweist. Die vorhandenen Feldjägeruniformen werden restlos aufgetragen. Die motorisierten Gendarmeriebereitschaften werden nach einer sorgfältigen praktischen und theoretischen Ausbildung am 1. Januar 1937 in Stärke von 16 Bereitschaften ihre Tätigkeit aufnehmen. Bis zum 1. April 1937 soll die Stärke der motorisierten Gendarmerie auf 46 Bereitschaften e r h ö h t werden, so daß sich durch ihren verstärkten Einsatz die Disziplin auf den Landstraßen, die im Augenblick viel zu wünschen übrig läßt, bessern dürfte. Oer Führer an Neichsleiier Amann. Be r ch te s g ad en, 21. Noo. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler richtete an Reichs- leiter Amann in München folgendes Telegramm: „Mein lieber Parteigenosse Amann! An Ihrem heutigen Geburtstag gedenke ich in treuer kameradschaftlicher Verbundenheit Ihrer unvergänglichen Verdienste um die Bewegung und um die NS.-Presse. Ich sende Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ihr Adolf Hitler." Reichsminister Dr. G o e b b e l s sandte an Reichsleiter Amann das folgende Telegramm: „Lieber Parteigenosse Amann! Zu Ihrem heutigen 4 5. Geburtstage übermittle ich Ihnen meine b e ft e n Grüße und aufrichtig st en Glückwünsche. Ich danke Ihnen dabei besonders herzlich für ihre so umfassende und erfolgreiche Pionierarbeit im Dienste der deutschen Presse, die Sie als wahrer Nationalsozialist und unermüdlicher Kämpfer für unsere Ideale geleistet haben. Möge Ihre wertvolle Kraft dem Führer und uns allen noch viele Jahre erhalten bleiben. Meiner kameradschaftlichen Unterstützung können Sie immer gewiß sein. In alter Treue und Verbundenheit Ihr Dr. Goebbels. Oer Friedensnobelpreis für einen Landesverräter. Das norwegische Gtorting zeichnet den 1931 vom Reichsgericht wegen Landesverrats verurteilten Karl von Ossietzky aus. Ane Herausforderung Deutschlands. Oslo, 24. Nov. (DNB.) Das Nobelpreis- komilee des norwegischen Storfings hat den Friedens-Nobelpreis für 1935 Karl von Ossietzky zugeteilt. Den Friedens-Nobelpreis für 1936 hat der argentinische Außenminister Lar los Saavedra Lamas erhalten. * Mit Karl von Ossietzky ist der Friedens-Nobel- preis zum erstenmal an einen von dem höchsten Gericht seiner Heimat verurteilten Landesverräter gefallen. Karl von Ossietzky wurde am 23. November 1931, also in der Zeit der Novemberrepublik, vom IV. Strafsenat des Reichsgericht wegen Landesverrats zu einer Strafe von anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat diese Strafe im Mai 1932 ange- irden. Ein Gnadengesuch an den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde von diesem abgetehnt. Ossietzky ist Weihnachten 1932 auf Grund einer allgemeinen Amnestie in Freiheit gesetzt worden. 3m Gegensatz zum Sowjetstaat, der jeden politischen Gegner an die Wand stellen läßt, hat sich das nationalsozialistische Deutschland darauf beschränkt, Ossietzky am 28. Februar 1933 in Sicherheitsverwahrung nehmen zu lassen. Ossietzky ist vor längerer Zeit aus dieser haft entlassen worden und befindet sich in Freiheit. Die Verleihung des Nobelpreises an einen notorischen Landesverräter ist eine derart unverschämte Herausforderung und Beleidigung des neuen Deutschlands, daß darauf eine entsprechend deutliche Antwort erfolgen wird. Starkes Befremden in Skandinavien. Nicht im Sinne Alfred Nobels. Stockholm, 24. Nov. (DNB.) Der sonderbare Entschluß des Osloer Nobelkomitees, hat in weiten Kreisen des schwedischen Volkes st a r k e s B e - fremden hervorgerufen. Der älteste Nachkomme des Preisstifters, Ingenieur Ludwig Nobel, hat im „Aftonbladet" eine Erklärung oeröfient- licht, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig» läßt: „Ich bin vollends derselben Meinung wie der Skorting-Präsident hambro, daß es unglücklich ist, wenn der Friedenspreis z u p a r - feipolitischen oder überhaupt zu Zwecken benutzt wird, die Streitigkeiten Hervorrufen könnten. Nichts könnte mehr dem Wunsche Alfred Nobels zuwiderlaufen. Dies geht schon aus dem bloßen Namen des Preises hervor. 3ch will mich nicht über die Personenwahl als solche äußern, aber der Preis soll nicht den Zweck haben, Streit zu entfachen. Eine solche Sache ist selbstverständlich." Das Blatt selbst nimmt eine ähnlich abweisende Stellung zu der Osloer Entgleisung ein. Die Verleihung des Friedenspreises an Ossietzky sei ein lästiges und verfängliches Manöver, das ganz und gar nicht mit dem Zweck des Friedenspreises, entspannend und versöhnend zu wirken, in Einklang steht. Es sei wahrhaftig nicht die Meinung Nobels gewesen, daß der Friedenspreis dazu benutzt wird, die herrschenden Reibungen heroorzuheben und zu verschärfen. „Nye Dagligt Allehanda" erklärt u. a.: „Der Friedenspreis Nobels für Ossietzky ist als eine reine Kundgebung £U betrachten, eine Kundgebung in dem Maße, als sie einen Protest gegen den Nationalsozialismus bezweckt". Das Blatt gibt der Auffassung Ausdruck, daß „der Träger des Friedenspreises sicherlich kein welthistorisches Format besitze". Ihn darum als ein paziftsttsches Opfer des kriegerischen Hitler-Regimes zu betrachten, bedeutet in hohem Maße eine histo- rische Fälschung. Die Kopenhagener „B e r- lingske Tidende" schreibt u. a.: Wenn das norwegische Nobelkomitee sich doch entschlossen habe, dem umstrittenen Karl von Ossietzky den Preis zu verleihen und damit den Haß des ganzen national» sozialistischen Deutschlands hervorzurufen, so sei dies ein Beweis für eine starke Radikalisierung der ganzen Einstellung des Komitees. Das Echo in Rom. Rom, 24. Nov. (DNB.) Zu der Mitteilung über die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Karl von Ossietzky und Dr. Carlos Saavedra-Lamas schreibt der Lavoro Fascista unter Anspielung auf den einstigen Stifter und gleichzeitigen Dynamitfabrikanten Nobel unter der Ueberschrift „Nobelpreis Dynamitpreis?": lieber die aus Oslo kommende Notiz könnte man sich tot lachen. Der Lebenslauf des Deutschen Ossietzky gleicht dem führender Vertreter des intellektuellen kapitalistt- schen Kommunismus, durch dessen Taten die ganze Welt mit Entsetzen dem tragischen Bürgerkrieg zusehen muß, der Spanien zerfleischt. Was den Herrn Carlos Saavedra betrifft, so ist er einer von denen, die die Nichtanerkennung der „vollendeten Tatsachen" der italienischen Besetzung von Abessinien vorschlugen, eine Doktrin, die, wie man sieht, sehr dazu angetan ist, in kurzer Zeit die Befriedung Europas und der Welt zu erreichen. Die fabelhaften Verdienste eines Antinationalsozialisten und eines brandstifterischen Feuerwehrmannes haben vor aller Welt die sinngemäßeste Auszeichnung erfahren durch die Zuerkennung eines Preises, der wie noch nie zuvor in diesen beiden skandalösen Fällen an seine eigentliche „Sprengstoffherkunft" erinnert hat. Wann wird man es wohl erleben, daß auch der Bolschewist D i m i t r o f f seinen Friedens-Nobeipreis erhält? EnglischeFlottenbewegungimMittelmeer Ablösung der in den spanischen Gewässern stationierten Kriegsschiffe. Llrlaubesperre auf Malta. L o n b o n , 24. Nov. (DNB.) Die englische Admiralität bestätigt, daß sich das Flaggschiff der I. U b o o t s - -F l o 11 i l l e, das Dienstag aus Malta ausgelaufen ist, nach Spanien begibt. Es wird dort die „Woolwidge" a b l ö s e n. Die Uboote, die das Flaggschiff bei der Abfahrt aus Malta begleiten, würden jedoch lediglich Hebungen auf hoher See abhalten. Ferner wird sich das Flaggschiff der III. Zerstörerflottille der englischen Mittelmeerflotte „G a l a t h e a" zusammen mit zehn Zerstörern am Donnerstag von Malta nach den spanischen Gewässern begeben. Auch hier handele es sich jedoch nur um eine Ablösung englischer Schiffe in Spanien. Trotzdem haben die Flottenbewegung und die Urlaubsfperre, die in Malta für alle Schiffsbesatzungen angeordnet wurde, in London Aufsehen erregt. Von der Admiralität wird allerdings erklärt, daß es sich dabei nicht um außergewöhnliche Maßnahmen handele. „Daily Telegraph" behauptet, die Urlaubssperre sei durch ein Wirbel st urmunglück auf dem Flugplatz in Malta bedingt, bei dem mehrere Flugzeugschuppen zerstört und eine Reihe von Marineflugzeugen beschädigt worden seien. Dagegen bringt Reuter die Urlaubssperre mit der Möglichkeit einer Blockade von Barcelona durch die spanische Nationalregierung in Zusammenhang. Die britischen Flottenbewegungen im Mittelmeer sollten dazu dienen, gemäß der Erklärung Edens im Unterhaus di e britische Schiffahrt „auf h o h e r S e e" gegen die Einmischung der beiden streitenden Par- teien zu schützen. Nach dem „Daily Herald" befinden sich in den spanischen Gewässern zur Zeit zwei englische Schlachtschife, zwei Kreuzer und dreizehn Zerstörer. Die Balearen. London, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie die Morgenblätter melden, hat die italienische Regierung Der englischen neue Versicherungen abgegeben, daß Italien nicht beabsichtige, einen ständigen Flottenstützpunkt auf den bale arischen Inseln zu errichten. „Daily Telegraph" meldet, daß der soeben aus Rom zurückgekehrte italienische Botschafter Grandi diese Versicherungen bekräftigen werde. Solange die Möglichkeit vorhanden sei, daß Moskau eine „Filiale" an der spanischen Mit- telmeertüfte errichtet, werde Italien die Zugänge nach Katalonien von den Balearen aus überwachen. Sobald jedoch die Streitkräfte Francos eine wirksame Kontrolle über dieses Gebiet hergestellt haben würden, werde sich Italien von den Balearen zurückziehen. Spanische Kriegsschiffe kapern rote Waffentransporte. Paris, 25. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Kriegsschiffen der spanischen National-Regierung ist es gelungen, auf der Höhe von Barcelona einen norwegischen Frachtdampfer abzufangen, der Kriegsmaterial für die Roten an Bord hatte. Ein griechischer Dampfer, der gleichfalls Munition geladen hatte, wurde gezwungen, den Hafen von Teneriffe anzulaufen. Der Sender von Teneriffe meldet, daß in der nächsten Zeit mit einem Angriff der nationalen Kriegsflotte a u | d i e Häfen von Barcelona und Valencia zu rechnen ist. Explosion auf dem „Cervantes^ von der Besatzung selbst verursacht? London, 24. Noo. (DNB.) In London ist man vorläufig nicht geneigt, die Behauptung der spanischen Bolschewisten, daß der rote Kreuzer „Cervantes" bei Kartagena von einem ausländischen U-Boot torpediert worden fei, sehr ernst zu nehmen. Bisher liegen in London noch keinerlei Beweise dafür vor, daß die Explosion auf dem Kreuzer durch ein Torpedo hervorgerufen wurde. Reuter hält es für möglich, daß die Explosion auf Dem Schiff selbst verursacht wurde und daß Die Besatzung nachträglich behauptet habe, es handele sich um einen Torpedotreffer. Allerdings seien in Con- Don Gerüchte im Umlauf, nach Denen bei Der eng- tischen ADmiralität eingelaufene Berichte Die Theorie eines U-Boots-Angriffes unterstützen. Eine amtliche Bestätigung Dieser Gerüchte liege jeDoch bisher nicht vor. Im übrigen bestehe kein GrunD zu Der Annahme, Daß Die spanische Nationalregierung selbst ein U-Boot besitze. Moskau mißbraucht englische Anleihe. Finanzierung der roten Revolution in Spanien. LonDon, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus wies Der konservative Abg. Generalmajor Sir Alfred Knox Darauf hin, Daß England von 1922 bis 1935 für 298 Millionen Pfund sowjetrussische Waren bezogen habe. Dagegen habe die Sowjetunion nur für 66 Millionen Pfund von England eingeführt und für 60 Millionen Pfund Fertigfabrikate aus England bezogen. Sowjetrußland habe also praktisch einen Handelskredit von 172 Millionen Pfund, mit dem es feine Käufe in England mehr als Dreimal hätte bezahlen können. TrotzDem fei Der Sowjetunion eine Anleihe von 10 Millionen PfunD gegeben roorDen, mit Der sie öie Aufrüstung Der Roten in Spanien unD Die Sowjetpropaganda in Spanien finanziere. „Daily Mail" stellt fest, Die Sowjetunion führe, abgesehen von anderen englandfeindlichen Maßnahmen, eine Offensive gegen Die britische Schiffahrt in der Ostsee und im Weißen Meer. Niemand könne Die Gunsterwei- sung gegenüber einem Lande verstehen. Dessen Geschichte Durch Verbrechen und finanzielle Unehrlichkeit gekennzeichnet fei, Das Himmel und Erde in Bewegung setze, um eine Feuersbrunst in Europa zu entfachen und Das sowohl in Frankreich als auch in Spanien eine Sowjetregierung errichten wolle. Mosley für Bereinigung der Kolonialfrage. Der Bolschewismus einziger Nutznießer europäischer Reibungen. London, 24. Nov. (DNB.) Der englische Fa- schistenführer Sir Oswald Mosley forderte in einer Rede in Northampton Die Rückgabe Der füheren deutschen Kolonien als einen Beitrag Englands zum Frieden und für Gerechtigkeit. Deutschland bedürfe eines Zuganges zu Den Rohstoffen, um feine nationale Wirtschaft versorgen zu können. Die früheren deutschen Kolonialgebiete und die jetzigen Mandate seien nicht englischer Besitz. Für England hätten sie nur Unkosten gebracht, während sie für Deutschland günstige Möglichkeiten eröffnen würden. Es wäre besser, wenn England sein eigenes Reich entwickeln würde, anstatt dauernd seine Nase in Die Geschäfte anderer Völker zu stecken. Wenn es Die Kolonien zurückgeben würde, würde es mit einem Schlage alle Reibungs Ursachen zwischen Deutschland und England beseitigen und die Vereinigung aller europäischen Völker in einem neuen Zeitalter und mit einem neuen Glauben ermöglichen. Die Solidarität Europas angesichts Der bolschewistischen Gefahr fei zum minDeften Das Opfer einer Sache wert, auf Die England sehr wohl verzichten könne. England müsse sich aber rasch entschließen, ob es gemeinsame Sache mit den Sowjets oder mit Deutschland machen wolle. Nur der Schakal des Kommunismus könne aus einer gegenseitigen Aufhetzung der europäischen Völker Gewinn ziehen. Jedermann, Der zusammen mit Sowjetrußland und Frankreich gegen Deutschland, Italien und Japan in Den Krieg ziehen wolle, sei ein Selbstmörder. England solle alle Verbindung mit Sowjetrußland abbrechen und in möglichst enge Beziehungen zu Deutschland treten. Auch Frankreich werde eines Tages faschistisch werden, wenn es weiterhin eine große Nation bleiben wolle. Dann werde es in der Lage sein, einem europäischen Diermächteblock beizutreten. Oerungarische Reichsverweser in Rom. Rom, 24. Nov. (DNB.) Der ungarische Reichsoerweser Admiral von Horthy ist in Rom eingetroffen, wo er mit allen militärischen Ehren empfangen worden ist. Der König von Italien und Kaiser von Aethiopien war zusammen mit Der Königin unD Kaiserin zum Empfang auf Dem Bahnhof erschienen, ferner Mussolini und sämtliche Mitglieder Der Regierung sowie zahlreiche WürDenträger aus Militär, Verwaltung unD Partei. Nach Der Begrüßung schritt Reichsverweser von Horthy mit Dem König unD Kaiser unter Den Klängen der ungarischen Nationalhymne die Ehrenkompanie Der in Galauniform angetretenen OrenaDiere ab. Die Fahrt zum Königsschloß bot ein überaus farbenprächtiges BilD. Nicht enöenrool- lenDer Beifall begrüßte besonders auf dem Quirinalplatz Den ungarischen Reichsverweser unD Den König unD Kaiser, als sie in einem offenen, von vier Rappen gezogenen Hofwagen Durch Das Schloß- portal fuhren. In einem zweiten offenen Wagen folgten Frau von Horthy unD Die Königin und Kaiserin, in weiteren Wagen der ungarische Ministerpräsident D a r a n y l und Der ungarische Außenminister Kanya sowie Das Gefolge Des Reichsverwesers. Kleine politische Nachrichten. Zum französischen Innenminister wurde der bisherige Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium D o r m o y ernannt. Ein Erlaß des ftanzösischen Marineministers verbietet „phantastische Grußformen". Die Marineangehörigen find gehalten, in Uniform den oorge- fdjriebenen militärischen Gruß zu erweisen. In Zivil- kleidung müssen sie den ©ruft durch Abnehmen der Kopfbedeckung ober durch Neigen des Kopfes erweisen. Alle anderen Grußformen, darunter also auch Der „Volksfrontgruß" Durch Heben der geballten Faust sind unzulässig. Außerdem wird Den Marineangehörigen Die Teilnahme an politischen Kundgebungen verboten. Das englische Unterhaus nahm den Antrag auf Ratifizierung des e n g li f ch - ä g y p t i - schen Vertrages ohne Abstimmung an. Die Abgeordneten aller Parteien erklärten fiel) mit d?n Grundzügen Des BünDnisvertrages einoerftanDen. Unterstaatssekretär LorD Cranedorne bezeichnete es als Den Zweck Des Vertrages, Den Suez- fanal für Die Schiffe aller Nationen offen zu halten. Frankreich imb die belgische NeukralM. Äon Karl von Schoch, Generalleutnant a.O. Seit einer Reihe von Jahren wird von den verantwortlichen Staatsmännern immer wieder be- iont: Herstellung des Vertrauens ist die erste Voraussetzung für die Gesundung der Weltwirtschaft, und ohne Rückkehr eines solchen Ver- irauens ist an einen wahren Frieden nicht zu denken. Trotzdem erleben wir dauernd dasselbe: das Mißtrauen, der Todfeind jeder wirklichen Derstän- vigung, scheint unausrottbar. Einen schier klassischen Beweis dafür haben vor kurzem wieder unsere westlichen Nachbarn geliefert. Der König der Belgier hatte am 14. Oktober im Ministerrat die Rückkehr zur Neutralitätspolitik an- aekündigt. Sie war zwar im Jahre 1830 bei der Loslösung Belgiens von Holland ausdrücklich beschlossen worden, aber jahrelang vor dem Krieg aufgegeben zu Gunsten eines einseitigen Bündnisses mit den Westmächten. In Frankreich war die Presse einig in der „Verurteilung" der neuen belgischen Haltuna, und die französische Regierung hat bereits die Befestigung der Grenze sowohl gegen Belgien als auch gegen die Schweiz beschlossen. Sucht man sich ernstlich Rechenschaft zu geben über diese merkwürdige Einstellung unserer Nachbarn, so stößt man sofort auf jenes Mißtrauen, das der französischen Nation zur zweiten Natur geworden scheint; es findet seinen Ausdruck in dem Schlagwort von Frankreichs „S i ch e r h e i t", das seit der Beendigung des Weltkrieges förmlich das A und O der französischen Außenpolitik geworden ist, und, so abgedroschen es klingen mag, seine Wirkung doch nie verfehlt. Und daß diese Sorge nicht Jlur wenigen Gottbegnadeten hat zu allen Zeiten die Vorsehung die Mission aufgegeben, wirklich unsterblich Neues zu gestalten. Damit sind diese aber die Wegweiser für eine lange Zukunft, und es gehört mit zur Erziehung einer Nation, den Menschen vor diesen Großen die nötige Ehrfurcht beizubringen, denn sie sind die Fleischwerdung der höchsten Werte eines Volkes. Adolf Hitler, aus der Kulturrede auf dem Parteitag 1933. nur ein Vorwand, sondern echt ist, beweist eben die Tatsache, daß der französische Generalstab sich zu einer reinen Abwehr-Maßregel, nämlich der Spe r- rung der neutralen Grenzen, entschlossen hat. Ueberall wittert man für Frankreich Gefahr und stellt dabei etwa folgenden Vergleich an: Bei Ausbruch des Weltkrieges war unsere Ostfront gegenüber Deutschland durch eine 230 Kilometer lange Befestigungslinie von Belfort über Nancy bis Verdun so gut wie unangreifbar; fast unmittelbar nördlich schlossen sich die belgischen Fe st ungen von der Grenze bis Antwerpen an, zusammen eine starke Verteidigungsfront von 450 Kilometer. Um die übrigen Grenzen brauchen wir uns so gut wie gar nicht zu sorgen; die Schweizer Grenze (300 Kilometer) konnte ebenso unbesetzt bleiben, wie die 400 Kilometer lange Strecke gegenüber Spanien; schließlich durften mir seit dem 1. November 1902 bereits mit der italienischen Neutralität rechnen und konnten daher noch vor der Marneschlacht unsere letzten Beobachtungstruppen von der italienischen Grenze wegziehen. Alles in allem waren also 1000 Kilometer mehr a l s zwei Drittel unserer gesamten Landesgrenzen, vor feindlicher Bedrohung sicher. Weiter argumentiert man in Frankreich: Demgegenüber sieht es heute wesentlich ungünstiger aus. Gewiß, unsere Festungsfront gegen Deutschland (Maginotlinie) ist noch stärker als 1914; aber sie ist auch von 230 auf 380 Kilometer Breite angewachsen und erfordert dementsprechend eine weit stärkere Ausstattung mit Personal und Material. Sicherlich war das bisherige Bündnis mit Belgien für uns Franzosen vorteilhafter als die jetzige Absicht der Neutralität, von der wir gar nicht wissen, ob und wie lange sie im Ernstfall durchgehalten werden kann. Auf alle Fälle wird den französischen Militärs die Sperrung der 380 Kilometer langen Grenze gegen Belgien ein unbedingtes Erfordernis, weil sonst die Maginotlinie einfach in der Luft hängt. Wie steht es um die Schweizer Grenze? Die Franzosen wagen selbst nicht zu behaupten, daß die Neutralität dieses Landes von Deutschland angetastet würde. Sie blicken aber mißtrauisch nach Italien. Die Hauptpässe an der französisch-italienischen Grenze (der Mont Cenis und der Mont Pel- voux) sind schon längst durch französische Befestigungen gesperrt. Wenn die Kriegsgeschichte den Alpenübergang eines Hannibal und Napoleon I. als besonders kühne Unternehmungen preist, jo darf nicht übersehen werden, daß in beiden Fällen jede Abwehr durch einen Verteidiger gefehlt hat. Bleibt noch die P y r e n ä e n f r o n t. Es droht von dorther keine Gefahr. Aber sind wir, so fragt sich Paris, so ganz sicher davor, daß nicht eines Tages ein nationalistisch gewordenes Spanien eine eigene Politik macht? Es gibt ein gesundes Mißtrauen, mit dem jeder Generalstabschef bei seinen Mobilmachungsvorarbeiten gerüstet sein muß, um schwere Enttäuschungen im Ernstfall zu vermeiden. Ein solches gesundes Mißtrauen hat Moltke in den Jahren 1866 bis 1870 beherrscht. Nur wenige wissen heute noch, daß in seinen Kriegsvorbereitungen damals der Zweifrontenkrieg einen sehr breiten Raum eingenommen hat; auch die Gegnerschaft Dänemarks, Belgiens und sogar Hollands wird in die Berechnungen einbezogen. Und aus derselben Vorsicht n * er die eigene Stärke lieber zu schwach als zu slark annehmen; trotz der abgeschlossenen Schutz- und Trutzbündnisse hat noch im Frühjahr 1870 der Feldmarschall persönlich eine Marschtafel ausgearbeitet, in der nur die norddeutschen Kontingente berücksichtigt waren. Nachträglich mag uns das heute etwas übertrieben vorsichtig erscheinen; tatsächlich hat im Juli 1870 vor allem das rückhaltlose Bekenntnis des Bayernkönigs zur Bundestreue und die sich daran entzündende nationale Begeisterung erst die bedenklichen Wünsche nach einer bewaffneten Neutralität des Südens ein für allemal zum Schweigen gebracht. Neben der gebotenen Vorsicht gibt es aber auch ein übersteigertes, ja krankhaftes Mißtrauen, dem Frankreich rettungslos verfallen erscheint. Dieses krankhafte Mißtrauen hat vor allem die Feder geführt bei dem Diktat von Versailles, das Deutschland zu völliger Wehrlosigkeit verdammte (war doch dem 100 000-Mannheer selbst die Führung eines Verteidigungskrieges untersagt). Dom gleichen krankhaften Mißtrauen war Frankreich beseelt in seinem Bestreben, diesen würdelosen Zustand für Deutschland förmlich zu verewigen; aus dem gleichen Mißtrauen hat es bewußt alle Verhandlungen zu einer ehrlichen Rüstungs-Beschränkung sabotiert, ja sich dem Bolschewismus in die Arme geworfen. Nun sieht man sich in diese Sackgasse völlig verstrickt; die eigene bürgerliche Presse hat kürzlich das Bündnis mit Sowjetrußland als „Wahnsinn" bezeichnet, da sie mit Recht vor allem die Zersetzung des Heeres durch den Kommunismus befürchtet. Erft vor kurzem hat Jaques D o r i o t in einer Massenversammlung den Warnungsruf erschallen lassen: „Ich glaube ernstlich daran, daß die beste Garantie für den Frieden in Westeuropa die Herstellung normaler Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschlands ist." Es wird wohl vorläufig noch ein Prediger in der Wüste bleiben, und Frankreich wird wieder ungezählte Milliarden opfern, um das Schreckgespenst seiner durch Belgiens Neutralität „bedrohten" Grenze zu bannen. Wenn je, so paßt auf solches Mißtrauen das Wort: „Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie sortzeugend immer Bches. muß gebären." Der Bau von Arbeiterwohnungen steht allem voran. Bevorzugter Einsatz von Kapital, Baustoffen und Arbeitskräften. Berlin, 24. Nov. (DNB.) Die Siedlungs- und Wohnungspolitik des Dritten Reiches sieht ihre Aufgabe darin, Wohnstätten zu schaffen, die für die minderbemittelten werktätigen Volksgenossen, geeignet und erschwinglich sind. Im Rahmen des Vierjahresplanes muß alles daran gesetzt werden, um die Bautätigkeit zu den Arbeiter- wohnstätten zu verlagern. Der Bedarf an Kleinsiedlungen, Kleineigenheimen ist bei weitem am größten. Der Reichsarbeitsminister hat daher alle Behörden angewiesen, alles in ihren Kräften liegende zu tun, damit der Bau von Arbeiterwohnstätten in Zukunft noch in weit größerem Umfange gefördert wird als bisher. Mit öffentlichen Mitteln dürfen überhaupt nur noch Wohnungen gefördert werden, die für die Arbeiterschaft bestimmt und geeignet sind. Auch alle Vergünstigungen, wie sie von Gemeinden und sonstigen öffentlichen Körperschaften für den Wohnungsbau noch gewährt werden (Hergabe billigen Landes, Vergünstigungen bei den Anliegerleistungen und Anschlußgebühren usw.) sollen möglichst ausschließlich den Ärbeiterwohnstätten zugute kommen. Ebenso ist bei der Handhabung der Baupolizei auf die besondere Förderung der Arbeiterwohnstätten Bedacht zu nehmen. Für den Wohnungsneubau steht nur eine b e - schränkte Kapitalmenge zur Verfügung. Ferner nötigt der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung, der in Deutschland eingetreten ist, zum Haushalten mit den Baustoffen und Arbeitskräften. Es geht nicht an, daß das verfügbare knappe Hypothekenkapital oder die Baustoffe und Baufacharbeiter für weniger dringliche Wohnungsbauten in Anspruch genommen werden, wenn dadurch der Bau von Kleinsiedlungen, Volks- wohnungen, Landarbeiterwohnungen usw. in Frage gestellt wird. Ist dies der Fall, so muß notfalls gegen die betreffenden Bauvorhaben vorläufiger Einspruch eingelegt werden. Mit den Arbeitsämtern sollen die Wohnungsbehörden künftig engste Fühlung halten, um den Ueberblick über die Durchführbarkeit der Bauprogramme zu gewährleisten. Es ist im Augenblick nicht möglich, das Lohnniveau allgemein zu erhöhen. Um so größeres Gewicht muß darauf gelegt werden, daß für den Arbeiter menschenwürdige, aber auch seinen Einkommensverhältnissen angepaßte Wohnstätten geschaffen werden. Der deutsche Arbeiter kann überzeugt sein, daß auf diesem Gebiet alles geschieht, was nur irgendwie möglich ist. Leistungsreserven -er Landwirischafi. Die Gondertagungen des Reichsbauerntages. Goslar, 24. Nov. (DNB.) Im Rahmen der Fachsitzungen des Reichsbauerntages kam neben Fragen des Luftschutzes und der Sippenforschung die Neubildung des deutschen Bauerntums zur Sprache. Dr. von Modrow von der Landesbauernschaft Pommern wies darauf hin, daß es genugSiedlungswillige gebe. Seit der Errichtung der Reichsstelle für die auslandsdeutschen Bauernsiedler haben rund 20 000 Siedlungsbewerber den neuen Bauernschein erhalten, von denen bisher über 9000 Familien eingesetzt waren. Der Hauptteil der Beratungen galt den L e i - stungsreservenderLandwirtschaftfür die Erzeugungsschlacht. Wie Dr. F e n s ch nachwies, sind die Ertragsreserven vor allem i n Bauernbetrieben zu suchen, zumal der weitaus größte Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf kleine landwirtschaftliche und bäuerliche Betriebe entfällt. Bei einem Vergleich der Erträge verschiedener größerer Klassen und bei der Untersuchung der Leistungen von Betrieben, die unter gleichen Ertragsbedingungen arbeiten, ergaben sich außerordentlich große Ertragsunterschiede, die stärker werden, je kleiner die Betriebsgröße ist. Zur Erreichung der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes kommt es darauf an, den allgemeinen Durchschnitt den Leistungen des besten Drittels der Betriebe nahezubringen. Diesem Ziel dient auch die ständige statistische Kontrolle der. einzelnen Betriebe in sog. Kreiswirtschaftsmappen, die neuerdings zur Einführung kommt. Ein Sondergebiet der Ertragssteigerung wurde mit den Milchleistunasprüfungen behandelt. Gegenwärtig sind 200 Leistungsinspektoren tätig, die bei den Landesbauernschaften zusammengefaßt sind. Die Ende des vorigen Jahrhunderts aufgenommene Milchleistungsprüfung hatte im Jahre 1914 3,4 v. H. aller Küye erfaßt. Anfang 1934 waren es 11 v. H., 1935 schon 14 o. H., und nach der Einführung der Pflichtprüfun'g nunmehr 36 v. H. Jetzt sind die Schlüsse für die praktische Arbeit zu ziehen, vor allem in der Ausmerzung der leistungs- fchwachen Tiere und der sachgemäßen Ausbildung des Personals. Auf der gleichen Linie liegt die Durchführung der neuen KörOrdnung, nach der künftig nur angeförte Vatertiere zur Zucht verwendet werden dürfen. Gleichzeitig find auch die Beratungen der Reichshauptabteilung III fortgesetzt worden, wobei die Getreidewirtschaft, die Kartoffelwirtschaft und die Zuckerwirtschaft behandelt worden sind. Dabei wurde die Bedeutung einer schnellen und vollständigen Ablieferung der Brotgetreidekontinge n t e , der Ausbau der Trocknungsanlagen zur Gewinnung von Zuckerfuttermitteln und die Besserstellung der Kleinbetriebe im Rüben- anbaurecht nach Maßgabe der Viehhaltung unterstrichen. Die Sondertagungen brachten weiter Beratungen über den Arbeitseinsatz auf dem Lande. Der ostpreußische Landesbauernführer Spick- f cf) e n sah es ebenso wie der thüringische Landeshauptamtsleiter Reinhardt als selbstverständlich an, daß der Landarbeiter in die Gemeinschaft des Volkes eingegliedert werde. Die Lebenshaltung der Landarbeiter müsse besonders durch Deputat, Wohnung und Landnutzung erhöht werden, Zwang zur freien Arbeit dürfe es in Zukunft auf dem Lande nicht mehr geben. Auch die Frax des Landarbeiters gehöre ins Haus. R e i n k r von der Bauernhochschule Goslar betonte die Notwendigkeit der Verwurzelung des Landarbeiters im Dorf und der Gewährung eines Lohnes, der feiner Arbeit entspreche. Reichsabteilungsleiter Dr. W i n • t e r schilderte die Versuche, die Zahl der Landarbeiterkräfte zu erhöhen und die Arbeitsanforderungen durch Rationalisierung herabzudrücken. Oberforstmeister Freysoldt betonte die Notwendigkeit der Aufforstung und intensivsten Pflege des Bauernwaldes. Das Brennholz könne weiterhin durch Kohle ersetzt werden, während hochwertiges Nutzholz dringend gebraucht würde. Oberforstmeister Dr. Jäger führte aus, daß auch der Holzoerkauf aus dem Bauernwald durchaus zur planmäßigen Bedarfsdeckungswirtschaft beitragen könne. Auch die Brauwirtschaft wurde behandelt. Die Zahl der gewerblichen Brauereien habe gegenüber der Vorkriegszeit um fast 70 v. H. abgenommen, und auch die bestehenden Brauereien seien meist nur mit 50 v. H. ausgenutzt. Die Brauwirtschaft müsse verstärkt in die Erzeugungsschlacht eingeschaltet werden. Oie neue Neichsanleihe. Im Zuge der weiteren Durchführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich aufs neue 500 Millionen Mark 4'/2prozentige auslosbare Reichsschatzanweisungen zum Kurse van 983/«. Mit diesen Bedingungen entspricht die neue Neichsanleihe fast vollständig jener vom Juli 1936. Wie alle vorhergegangenen Anleihen des Reiches — in den letzten Jahren wurden insgesamt 3,5 Milliarden Mark im Anleiheweg dem Reiche zur Verfügung gestellt — wendet sich auch diese an alle deutschen Volksgenossen. Alle sollen, so weit es in ihren finanziellen Kräften steht, dazu beitragen, dem Reich die für die Verwirklichung seiner großen Ausgaben erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Wie verwendet das Reich nun die Anleihemittel? Mit Hilfe der aufkommenden Gelder löst es die übernommene kurzfristige Verschuldung, die es durch Ausgabe von Schatzanweisungen oder Wechseln gemacht hat, ab, d. h. es wandelt kurzfristige Schulden in langfristige um. Die Unbeirrbarfeit unserer Währungspolitik, die zu wiederholten Malen gerate in der letzten Zeit anläßlich der Währungsabwertungen anderer Länder betont worden ist, müßte schon allein genügen, um sich dieses neuen Anlagemittels gern und willig zu bedienen. Besondere Anziehungskraft gewinnt es noch durch den Zinssatz von 4 Vt v.H. Daß zudem im nationalsozialistischen Deutschland niemand am Rentenmarkt und insbesondere am Markt der Reichsanleihe bisher auch nur einen halben Pfennig verloren hat, dürfte der beste Beweis für das Angeratensein dieser Anlage sein. Die Reichsanleihe kann auch zu besonders günstigen Bedingungen bei den Kreditinstituten und auch bei der Reichsbank be 1 iehen werden. Außerdem können die Anleiheanteile jederzeit auf dem breiten und gepflegten Rentenmarkt risikolos verkauft werden. Unter diesen Umständen ist es eine Selbstverständlichkeit für jeden national denkenden Deutschen, bei der Anlage seines flüssigen Geldes auch die Reichsanleihe einzubeziehen und ihre Zeichnung nicht nur denen überlassen zu wollen, die direkt durch Reichsaufträge Sondergewinne erzielt haben, sei es, daß sie Lieferungen für die Reichsautobahnen, für große öffentliche Bauten ober für die Anlage wichtiger Jndustriewerke erhalten hatten. Wenn der Dezem- ber/Januar für die Anleihezeichnung festgesetzt wurde, so weil diese Monate zu den günstigsten Terminen des Geldmarktes gehören. Der Januar ist einer der großen Zinstermine des Jahres, außerdem werden vielfach zu diesem Termin Son- dergewinne ausgeschüttet. Wetterbericht des Neichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt. Mit der weiteren Abkühlung des auf dem Festlande liegenden Hochdruckgebiets macht sich bei uns in zunehmendem Maße eine Umgestaltung der Gesamtwetterlage geltend. Von Westen her ist bereits etwas feuchtere Luft nach Deutschland vorgedrungen, sie gab zu verbreiteter Nebelbildung und Eintrübung Anlaß, die auch die höheren Berge schon zum Teil erfaßt hat. Bei nur schwacher Luftbewegung ist aber eine durchgreifende Milderung noch nicht zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Dunstig- trübes Wetter, strichweise mit leichten Niederschlägen, schwache Winde, Temperaturen um Null. Lufttemperaturen am 24. November: mittags 4,9 Grad Celsius, abends —3,3 Grad; am 25. November: morgens —2,2 Grad. Maximum 4,9 Grad, Minimum heute nacht — 4,1 Grad. e 4 Zylinder 4 Takt Motor: leistungsstark, elastisch, vibrationsfrei. e Schnellstart - Fallstrom -Vergaser. • Geräumige Ganzstahl-Karosserie: formschön, sicher und wetterfest. • Alle Sitze zwischen den Achsen. • OPEL Zugfrei-Entlüftung. • Großer Kofferraum. • OPEL-S ynchron-Federung: gleich ideal für gute und schlechte Straßen. Zwei Wagen in einem: ein Sondervorteil der Cabriolet-Limousine, dem Wagen für das ganze Jahr. Bei Kälte und Regen genau so wetterfest und zugfrei wie die Limousine. Bei Sonnenschein der ideale Aussichtsund Reisewagen. Denken Sie bei einem Kauf nicht nur an heute! Sik <6*4*° --— tz Unverbindliche Probefahrten: Motorwagen - V erkattf Sgesellschaf t QL b. H. Frankfurter Strebe 52 - Telephon Nr. 2847 Aus aller Welt ge- er- Vermietungen"] L Meine herzensgute Frau, meine liebe, treubesorgte Mutter sucht. 05443 Gießen (Seltersweg 65), den 25. November 1936. Die Beisetzung hat in der Stille stattgefunden. 7449 D und Küche, evtl. mitBad,z.l5.12. oder 1. 1. 37 zu 37 zu tisch, ffucht. tätig, ib.mit gefuc .jung.Dame Oroßen-Buseck, Gießen, den 24. November 1936. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. November, nachmittags 2'/2 Uhr, vom Sterbehause Bismarckstraße 13 aus statt 7461 D 19.30-21.30 Tüchtige 7469Ö 7456 V Stadttheater mieten ge1 Schr. Angel Altersheim, Johannesstr. 7. Zweifache« Todesurteil im ßonfwigcr Mordprozeß. Wilhelm Reusch Otto Reusch Die trauernden Hinterbliebenen: Christoph Schmidt V. Familie Heinrich Scheid V. Familie Heinrich Seipp Familie Julius Aulmann Familie Wilhelm Größer. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 8 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlich* der ge- Plätterinnen für dauernd und zur Aushilfe ges. 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Ein in voller Fahrt befindlicher Lxpreßzug fuhr auf einen auf dem Bahnhof haltenden Lokalzug auf. Die Wirkung war furchtbar. Die letzten Wagen des Lokalzuges, die in einer veralteten Holzkonstruktion gebaut waren, wurden vollkommen zertrümmert. Durch den Zusammenprall wurden die Insassen viele Weier weit auf die Gleise und die sechs Meter tiefer liegende Straße geschleudert. Bisher konnten zehn Tote und 75, teilweise schwer. Verletzte, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, geborgen werden. Die Polizei fürchtet, daß unter den Trümmern noch eine größere Zahl weiterer Todesopfer begraben liegt. Aufsehenerregender Abtreibungsprozeß gegen einen jüdischen Arzt. Der Herr über Leben und Tod nahm heute meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Lina Schmidt, geb. Wagner in ihrem 71. Lebensjahre zu sich. Ein sanfter Tod erlöste sie von ihrem schweren Leiden. Eine gro^e Zahl von weiteren Glückwunschtelegrammen, die zum 75. Geburtstage des großen Gelehrten eingelaufen waren, legten Zeugnis ab von der Wertschätzung und Verehrung, deren sich der Gefeierte in weitesten Kreisen erfreut. Es lagen ferner u. a. telegraphische Glückwünsche vor vom Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, vom Reichskriegsminister von Blomberg, Generaladmiral R a e d e r, Reichsarbeitsführer Hier!, Reichssportführer von Tschammer- O st s n , ferner von der Reichsärztekammer, der Reichsjugendführung und von vielen Persönlichkeiten der medizinischen Welt. Auch fand sich eine große Zahl von Gratulanten ein, die ihre Glückwünsche persönlich überbrachten. Ministerialdirektor Vahlen überbrachte die Urkunde über die Verleihung des Adlerschildes des Deutschen Reiches. In der begleitenden Ansprache betonte er, es fet ihm eine besondere Ehre und Freude, im Namen und im Auftrage des Führers und Reichskanzlers diese Urkunde zu überreichen. Er bringe damit den besonderen Dank des Führers und des Reichserziehungsministers zum Ausdruck für die hingehende und aufopfernde Arbeit, die Professor Bier als Arzt, als Forscher und insbesondere als Lehrer des ärztlichen Nachwuchses zum Nutzen von Volk und Staat geleistet habe. Nach Dankesworten von Professor Bier für die ihm zuteilgewordene hohe Auszeichnung sprach Reichsärzteführer Dr. Wagner dem greisen Gelehrten für die Aerzte- schast Deutschlands sowie im Namen von Staat und Partei die herzlichsten Glückwünsche aus. Frau Marie Reusch geb. Steinbach wurde uns am 21. November durch den Tod entrissen. Auswärtige renommierte Brauerei sucht zur. Vertretung ihrer vorzüglichen Bier für Gießen u. Umg. gut eingeführten Bierverlag bei äußerst günstigen Verdienstmöglichkeiten. Schriftliche Angebote unter 7466 D an den Gießener Anzeiger. VA Alte angesehene Versicherungsgesellschaft hat die Haupiagentur für Gießen neu zu besetzen. Bewerbern, die einwandfreien Lebenslauf nachweisen können, wird hierdurch Gelegenheit geboten, sich eine gut bezahlte Position zu erarbeiten. Bei Bewährung wird der vorhandene Jnkassobestand zum weiteren Ausbau übertragen. Offerten unter C.D.456 an Heinrich Eisler Nachf. Frankfurt am Main. meo m. einem Schaufenster, Kontor und Werkstatt v. 1. Januar zu vermieten. 05446 ©rnneiuolö, Bahnhofstr. 27. Das Zweibrücker Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den Christian Riech- m a n n und die Ehefrau Anna Bißbort, beide aus Contwig in der Westpfalz, wegen Mordes zum Tode. — Damit hat ein Kapitalverbrechen eine Aburteilung gefunden, das im Herbst 1935 in der ganzen Rheinpfalz größtes Aufsehen erregte. Völlig rätselhaft war damals das spurlose Ver- chwinden des Metzgers Adam Bißbort, des Ehemannes der Angeklagten Bißbort und Schwagers von Riechmann. Voruntersuchung und Gerichtsverhandlung haben einwandfrei ergeben, daß die beiden Angeklagten und die inzwischen durch Selbstmord geendete Ehefrau Riechmanns den Bißbort am Abend des 17. Oktober 1935 gemeinschaft- l i ch ermordet und die Leiche im Backofen des ländlichen Anwesens verbrannt haben. Der Prozeß ergab weiter, daß der Hauptbeweggrund des schleußlichen Verbrechens in jahrelangen ehebrecherischen Beziehungen der jetzt Derureilten 3- n. 2-Zim.-Wohn. mit eingerichtet. Bad und Balkon in d. Beethoven- u.Schubertstraße zu verm. Näber. Adolf Schmidt, Licher Straße 5 (Laden). 7451b Wirbelsturm zerstört einen Flugplatz auf Malta. Der Halfar-Flugplatz in Malta wurde durch einen schweren Wirbelsturm teilweise zerstört. Mehrere große Flugzeugschuppen wurden aus ihrem Betonunterbau herausgerissen und viele Meter weit getragen. 20 Flugzeuge von dem englischen Flugzeugträger „Glorious" wurden stark beschädigt. 26 deutsche Berge über 1000 Meter hoch. Der höchste deutsche Berg ist bekanntlich die Zug. spitze mit 2963 Meter. Es folgen der Watzmann (2714), der Große Krottenkopf im Allgäu (2657), die Mädelegabel (Allgäu, 2645), /er Hohe Göll (Berchtesgadener Alpen, 2522), die Wettersteinspitze (2296), der Untersberg (Berchtesgadener Alpen, 1975), der Wendelstein (1837), die Benediktenwand (Jsarwinkelgebirge, 1802), der Herzogstand (Jsar- winkelgebirge, 1731), die Schneekoppe (1603) und das Hohe Rad (1509) im Riesengebirge, der Feld- berg (1493) im Schwarzwald, der Große Arber (1457) im Bayerischen Wald, der Rachel (1452) im Böhmerwald, die Sturmhaube (1436) im Riesengebirge, der Glatzer Schneeberg (1424), der Belchen (1414) im Schwarzwald, der Fichtelberg (1214) im Erzgebirge, die Hornisgrinde (1164) im Schwarzwald, der Brocken (1142) im Harz, der Hinterberg (1127) im Jsergebirge, der Einödriegel (1126) im Bayerischen Wald, der Schneeberg (1051) im Fichtelgebirge, der Lemberg (1015) im Schwäbischen Jura, die Hohe Eule mit 1014 Meter im Eulengebirge. Internationales Bridge-Turnier in Wiesbaden. Im Kuvhaus zu Wiesbaden findet in diesen Tagen ein internationales Bridge-Turnier unter Leitung des Korvettenkapitäns a. D. Clare statt. Außer dem Ausland werden die deutschen Gaue Baden, Hessen, Württemberg und insbesondere das Rheinland stark vertreten sein. Der Spiegel aus Papier. ööiislotiter zur Erlernung von Küche und Haus. - Winter obneVergütung, Sommer 15 Mk. Taschengeld?^ Bad-Nauheim . Villa Friede. [Verschiedenes^ Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinam zeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiget Luthergemeinde Biblische Woche Heute abend 20 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs: Matth. 6, 1-18 . 74280 „Suchet zu allererst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ Pfarrer Marx, Friedberg. Kunst und Wissenschaft. Oer Führer verleiht Geheimrat Bier den Adlerschild des Deutschen Reiches. Der Führer und Reichskanzler hat mit Urkunde vom 24. November 1936 dem Geheimen Medizinalrat Professor Dr. August B i e r in Sauen (Mark) aus Anlaß seines 7 5. Geburtstages in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die deutsche medizinische Wissenschaft und seines großen ärztlichen Könnens, insbesondere auf dem Gebiet der Chirurgie, den Aülerschild des Deutschen Reiches verliehen. Außerdem hat der Führer und Reichskanzler Geheimrat Bier telegraphisch seine persönlichen Glückwünsche ausgesprochen. die sich bei ihm einer Operation unterzogen hatten, später unter Drohungen mißbraucht hatte. Jüdische Provokateure in Polen verurteilt. Dor einigen Monaten war es in Przytyk (Polen) zu schweren Zusammenstöße nzwischen polnischen und jüdischen Markthändlern gekommen, die auf beiden Seiten Todesopfer gefordert hatten. Bereits in erster Instanz hatte das polnische Gericht festgestellt, daß die Zwischenfälle in den stark verjudeten Marktplätzen von jüdischer Seite provoziert worden waren. Nunmehr hat auch das Appellationsgericht in Lublin in allen wesentlichen Punkten den Urteilsspruch der ersten Instanz bestätigt, obwohl von jüdischer Seite eine Reihe von Protestkundgebungen veranstaltet worden war. Die Strafen zahlreicher angeklagter Juden wurden erhöht. Insgesamt erhielten 45 Angeklagte Zuchthausstrafen zwischen acht Jahren und neun Monaten. Große Betrügereien eines Juden. Zollfahndungsstelle und Kriminalpolizei in Köln sind mit der Aufklärung umfangreicher Betrügereien und sonstiger Straftaten des ins Ausland geflüchteten 55jährigen Juden Alfred Oppenheimer beschäftigt. Oppenheimer hatte es zum Teil unter Benutzung gefälschter Unterlagen, Büan- zen und falscher Steuererklärungen sowie durch Vorschieben einer Scheinfirma in gerissener Weise verstanden, sich den Anschein eines sehr kapitalkräftigen Großkaufmanns und vermögenden Hausbesitzers zu geben und feine Umwelt über seine Kreditwürdigkeit zu täuschen. So sind zahlreiche Personen, darunter viele Gewerbetreibende, um große Summen geschädigt worden. Großfeuer in Düren. Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervor- ragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrurktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade imFrühling- Ein Elchkalb torkelt ins Leben-ImAommer- glühen — Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolch- endige-Auf der Hochdllne-Elche im Schnee. Der Verfasser. Hauptschriftleiter de» „Tie« meler Dampfbootes", ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Ku- rischen Nehrung beobachtet und bietet nun aus feiner umfangreichen Lichtbildsammluug die schönsten Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Martin Kakies hat wirklich das Intimste aus dem Leben der Elche zu allen Jahreszeiten mit seinem gau- berkasten belauscht und kann uns nun so ziemlich alle Geschehnisse aus dem Elchgebiet zwischen Meer und Memel in ganz ausgezeichneten Lichtbildreihen vor Augen führen. Datz er aber nicht nur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlebnisse spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alls Iüger und Freunde der Nalut» müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Ein jüdifcher Arzt, der geradezu bewußt an Ausrottung mehrerer burgenländischer Bezirke ~ arbeitet hat, hat sich in mehrtägiger Verhandlung wegen verbotenen Eingriffes in unzähligen Fällen und überdies wegen Schändung vor einem Wiener Gericht zu verantworten. Der burgenländischen Landesregierung war es aufgefallen, daß die Geburtenziffer in einigen Bezirken des nördlichen Burgenlandes, die sich sonst durch eine große Bevölkerunasvermehrung auszeichneten, plötzlich auffällig abzusinken begann. Längere Zeit konnte man sich diese Tatsache nicht erklären, bis sich schließlich der Verdacht ergab, daß der aus Galizien zugewanderte jüdische Arzt Dr. Edmund Segall in großem Stile Schwangerschaftsunterbrechungen vornahm. Der Arzt wurde verhaftet. Nunmehr wurde tatsächlich festgestellt, daß der Jude in einer Ortschaft eine förmliche Abtreibungsklinik eingerichtet hatte. Die Zahl seiner Verbrechen läßt sich auch nicht annähernd feststellen. Bei der Untersuchung kam auch zutage, daß er zahlreiche Frauen, hd den ' reizens 6f‘n ®trhen,flr&en darf üb es zersl p °h„e ?. Auslaufen- N Ätofar A-« T“6haIi Sonfel SS-, ÄS s bereit liegen, ehe Diefierkuchentelge. d ton enthalten, mu 'Sein, W°n°t i 1 Teiqe, aus denen u Men eine Weile ober über Nacht- [eine Kruste trocknet girb Pfefferkuchen e, Ze besser er geknetet fingen. Ebenso mi «arbeitet werden, äen oder Mande fiäig alle Mandel- Flotte des Teiges u jipan formt sich an | in ein Tuch gehüllt djer, ist die Gesahi Figuren wie Blum« grofe. Lübecker Art und bleibt roh, Kö | Hitze auf mit weiß, V angebräunt. Makn [ |oiort gebogen wer Ofen kommt. Die | fort, wenn sie aus W. benutzt dazu I Lihvtvtader Mehl, M Tra Gramm AuSn werden unterem' steifen Schnee i 1 Päckchen Van ein fester Teig ' drücken unb bün Blech bei mäßig Kleine Leb ; Kunsthonig, 125 machen. In 250 (1 1/1 Teelöffel Zinr geriebene Mandel ! den Zuckerhonig , Ipche Ammonium Dlimeterdick aus, leicht mit Eigelb' werden. Jimtfterne. HO Gramm ' Mmmengerührt. Gramm We Mornsalz kon M man aus, stj SS- in den rächen er fc"lra frj;Wi kne 5w Ä'ä*” «m» .^den geb JeQN ten « ntiiOben leie *Äb,eifie" "" !«nn MNenbe Ü« lo N'n 'h Oblau r°io fle iegünstige Mineralisation (Carbonote der alkalischen Erden, Natron* und Eisenoxydulcorbonote, Kochsalz, Lithion, Brom und Jod, sowie reine Quellkohlensäure) eignet Hossia-Sprudel zur BeKompfung und Linderung von Magenkrankheiten und abnormer Säurebildung, von chronischen Katarrhen aller Art, von Blasen-, Nieren-, Leber- u. Gallenkrankkeiten. Hassia-Sprude! sdiofft gesundes Blut und bringt neue Lebensfreude. Sie erholten dieses köstliche Mineralwasser in Drogerien, Kolonialwarenhandlungen, Hotels und Gastwirtschaften. Niederlagen: Gießen, K. üllrüsllllg. Gnauthstr. 5, Tel. 3169 Grünberg, Walter Horst, Londorfer Strafte 58. Teleph. 95 Frankfurter Volksblatts die Gäste und kündigte an, daß noch weitere Zeitungsfilme von der Qualität des Films „Der Spiegel aus Papier" zu erwarten seien. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Reichserziehunasminister R u st hat an Geheimrat Prof. Dr. Bier das folgende Glückwunschtelegramm gesandt: Sehr geehrter Herr Geheimrat! Nehmen Sie zu Ihrem 75. Geburtstage meine herzlichsten Glückwünsche entgegen. Sie gelten nicht nur dem hervorragenden Vertreter medizinischer Wissenschaft an der Universität Berlin und dem bedeutenden Direktor der Universitätsklinik, sondern auch dem großen deutschen Arzte. Ich verbinde mit diesen Glückwünschen den Dank für alles, was Sie dem Staate geleistet haben und womit Sie einem Heranwachsenden Geschlecht deutscher Aerzte und Mediziner ein Vorbild sind. Heil Hitler! Rust, Reichserziehungsminister. Element mit 16 Schlauchleitungen bekämpfte, war an eine Rettung des Möbelhauses nicht zu denken. Die Feuerwehrleute mußten sich auf den Schutz der Nachbargebäude beschränken. Em angrenzendes dreistöckiges Eckhaus konnte nur mit großer Mühe vor der völligen Vernichtung bewahrt werden. Die beiden obersten Stockwerke fielen den Flammen zum Opfer. Das Möbelhaus mit einem großen Möbellager sowie die Schreinerei im Hinterhaus brannten vollständig aus. Der Schaden wird auf über 100 000 RM. geschätzt. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht geklärt werden. Vier Feuerwehrleute trugen Rauchvergiftungen davon. Einige andere erlitten Brandwunden. Riesenbrand in Budapest. In einer der vergangenen Nächte wütete in den Anlagen der Hanf-Jute- und Textilwarenindustrie AG. in Budapest ein Riesen feuer, das erst nach mehrstündiger Arbeit lokalisiert weriden konnte. Bei den Löscharbeiten geriet eine Abteilung Feuerwehrmänner in eine bedrängte Lage. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsarbeiten kam ein Feuerwehrmann ums Leben, während 12 Feuerwehrleute, darunter ein Feuerwehrkommandant und ein Rettungsarzt, erhebliche Brandwunden erlitten. Wir suchen für unseren Bezirk Gießen-Fulda, umfassend das Gebiet in einem Umkreis von etwa 80 km um Alsfeld, einen bei Groß- und Kleinhändlern bestens eingeführten VERTRETER Nur fachkundige und erfahrene Bewerber, die genannten Bezirk mit eigenem Wagen bereisen, können berücksichtigt werden. - Ausführliche Bewerbungen an: 7359 V Konserven- und Schokoladenfabriken Tangermünde 6-9-3immer- WWllg m. Zentralhetz., zu verm. s«278D Archit. Nicolaus And.Fobannes- kircke 5 Schöne/geräum. Hin-Wohl, an ruhige Mieter alsbald zu vermieten. Schriftl. Angebote unter 05444 a.d.G.A. gesucht. Schriftl. , Ang. m. Preis u. * 7470Da.d.G.A. . In Frankfurt läuft zur Zeit der aufschlußreiche Zeitungs-Kulturfilm „Der Spiegel aus | ^apier". In einer Sondervorführung, veranstaltet n Landesverband Rhein-Main im Reichsoerband v.r deutschen Zeitungsoerleger, wurde dieser Film geladenen Gästen aus Partei, Behörden und Wirtschaft gezeigt. Das Hasten und Jagen der Nachrichten aus aller Welt, gerade in der Zeit zwischen Redaktionsschluß und dem Erscheinen der ersten Exemplare aus der Rotationsmäschine — also jener Minuten, in denen die Zeitung durch die neuesten Ereignisse ihr „Gesicht" erhält — ist in dem Bildstreifen eingefangen worden. Vor Beginn der Aufführung begrüßte der Vorsitzende des Landesverbandes Direktor Goebbels vom Verlage des I i 27,-33iWt 'gj'mmer MAN ----------— I für sofort ge- mieten. Schriftl.«sucht. 7462D Ang. unt.7378D Zum Andres a. 0. Gieß. Anz.!Sonnenstraße29 Keine Zeugnisse in Urschrift «andern nur Zeugnis» abschriften dem Be- werbungSichreiben beilegen 1 — Lichtbilder unvBewerbungsunter- lagen müssen zur Ber» meidung aon Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Herren- Friseur gesucht. 05441 F.Rotb,Friseur, E.-Bat. 116 (Gailsche Fabrik) Für sofort oder 1. Dez. fleißiges, ehrliches [7465D Zimmermädchen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. Tüchtig, ehrlich. Nr. 27b Zweiter Blatt hauptsächlich aus Niemals darf Konfekt auf hell geschoben werden. Weihnachtskonfett. Don Frida Aisch, Bad-Nauheim. Was uns bei den kleinen Konfektchen so bestrickt, zas ist ihr reizendes Aussehen. Damit sie gut geraten, weihen wir ihnen bei der Herstellung die meiste Sorgfalt. Dabei ist mancherlei zu beachten, lllle Zutaten müssen immer, außer bei Honig- und Sirupgebäcken, kalt verarbeitet werden. Das Mehl ist immer zu sieben. Der Teig darf eher zu lest als zu dünn sein. Die meiste Not macht das lluseinanderlaufen der Figuren. Wir denken gleich an Butter- und Mürbteig. Sie neigen mehr dazu als andere. Darum wählen wir die Vorschriften danach aus. Fetter Teig zerfließt leichter als magerer. Wir stechen deshalb aus Butter- und Mürbteig Figuren aus, die ruhig ein bißchen wohlgenährt aussehen können. Es tut der Schönheit keinen Abbruch: Sterne, Herzen, Ringe, Halbmonde. Die Treibmittel nehmen wir eher knapp als reich- iierstasj lilÄ» lich. Mürbteig muß so schnell zusammengeknetet werden, daß sich das Fett nicht erst besinnen kann, ob es zerfließen darf oder nicht. Backbleche bleiben für Butterteig ohne Fett, werden aber hauchdünn mit Mehl oder Kleie bestäubt. Dies verhindert auch das Auslaufen. Die Bleche müssen kalt mit den kalten Plätzchen in den heißen Ofen kommen. Der Ofen muß von Anfang an die richtige Hitze haben. ' ' ' ~ ' lodernde Flamme ndMinel iahie» s« uS'afel"' i M. 3,K>. £ vom M--r - LÄÄ .Elch« im Stiii* Heiner^ "der Elch« )i‘l« umK »L1Z rA in ga"3 SS orAu.LV S5S jteuZie -w LZr nig«en' er w Miller, das jeder Biegung nachgibt. Schokoladenplätzchen. 50 Gramm feines Mehl, 150 Gramm geriebene Schokolade, 100 Gramm Zucker und 50 Gramm geriebene Nüsse werden untereinander gemischt. Alles wird in den steifen Schnee von 2 Eiweiß geknetet und mit 1 Päckchen Danillenzucker gewürzt. Jetzt muß es ein fester Teig sein. Kleine Kugeln formen, platt drücken und dünn auf mit gutem Oel bestrichenem Blech bei mäßiger Hitze backen. Kleine Lebkuchen. 110 Gramm Honig oder Kunsthonig, 125 Gramm Zucker miteinander heiß machen. In 250 Gramm Mehl V2 Teelöffel Ingwer, '/- Teelöffel Zimt, 1 Gramm Nelken, 2 Eßlöffel geriebene Mandeln, 1 Eßlöffel Orangeat mischen, den Zuckerhonig hineinkneten, ein kleine Messer- spitze Ammonium damit verarbeiten. Der Teig wird zentimeterdick ausgerollt, Figuren ausgestochen, die leicht mit Eigelb bestrichen und braun gebacken werden. Zimtsterne. 75 Gramm Margarine, 1 ganzes Ei, 140 Gramm Zucker, 20 Gramm Zimt werden zusammengerührt. 100 Gramm geriebene Nüsse, 250 Gramm Weizenmehl und eine Messerspitze Hirschhornsalz kommen dazu. Diesen glatten Teig rollt man aus, sticht Sterne aus und backt sie bei mäßiger Hitze hellgelb. Aus Puderzucker und Zitronensaft rührt man einen glatten, salbenartigen Guß, und bestreicht damit die noch warmen Sterne. Trocknet er nicht sofort, muß man sie noch einen Augenblick in den Ofen schieben. Aachener Printen. 250 Gramm braunen Sirup, 70 Gramm gelben Farinzucker, 60 Gramm Butter, 375 Gramm Weizenmehl, 1 Messerspitze Zimt, Nelken, 2 Gramm Kardamom und 10 Gramm, in 2 Eßlöffel Wasser aufgelöste Pottasche. In den heißen, aber nicht kochenden Sirup gibt man den Zucker und läßt die Butter darinnen zerlaufen. Alle anderen Zutaten mischt man zuerst gleichmäßig unter das Mehl, wirkt alles zu einem glatten Teig, der nicht mehr kleben darf. Er wird xentv- meterdick ausgerollt, beliebig lange und breite Streifen davon geradelt, die in grobem Kristallzucker gewälzt und m heißem Ofen auf gewachstem Blech gebacken werden. v OAA _ Schäumchen. 3 Eiweiß und 300 Gramm Zucker werden geduldig V- Stunde gerührt. Auf einem gewachsten Blech oder auf kleinen Oblaten setzt man davon Häufchen, die in mäßig heißem Ofen von oben leicht gelblich trocknen, von innen noch feucht bleiben müssen. Einen kleinen Teil des Schaumzuckers kann man rosa färben, indem man ein Stückchen rote Gelatine auf einem Tellerchen mit wenig kochendem Wasser brüht und ein paar dunkelrote Tropfen davon untermischt. Zieht man dies lose durch den weißen Teig, werden die Schäumchen rosa gestreift. Größere Häufchen davon ohne Oblaten gebacken, kann man von unten noch warm mit einem Ei eindrücken und hat nun süße Schälchen, die sehr hübsch aussehen, mit grünem, rotem oder gelbem Obst, das ohne Zucker eingekocht ist. Wein Plätzchen. 500 Gramm Mehl wird mit Zimt, etwas Kardamom, 1 Prise Salz vermischt, 1 Eßlöffel Butter, 1 Eßlöffel Zucker und 1 Ei werden glatt gerührt. Dann gibt man vorsichtig ein paar Eßlöffel Weißwein, 1 Päckchen und 1 Messerspitze Oetkers Backpulver dazu und rührt allmählich das gewürzte Mehl hinein. Wenn man merkt, daß der Teig sehr fest wird, gibt man noch etwas Wein dazu. Der Teig muß sich gut ou-roll-n lassen. Schaumartiges Konfekt, das..... Ei-Schnee besteht, muß sofort in den Ofen. Oblaten müssen schon auf dem Blech im richtigen Abstand bereit liegen, ehe wir mit dem Teig anfangen. Pfefferkuchenteige, die Honig, Sirup oder Kunsthonig enthalten, müssen fest und lederartig sein. Mandeln, Zitronat und Orangeat müssen winzig fein geschnitten sein. Sind sie das nicht, wird die Oberfläche ungleich, und die Verzierung leidet. Alle Teige, aus denen Figuren geformt werden sollen, müssen eine Weile kalt ruhen, mehrere Stunden oder über Nacht. Dabei werden sie zugedeckt, damit keine Kruste trocknet. Im Gegensatz zu Mürbteig wird Pfefferkuchenteig durch Kneten immer schöner. Je besser er geknetet ist, um so sicherer ist das Gelingen. Ebenso muß Marzipan sehr gut durchgearbeitet werden. Es ist gleich, ob wir es aus Nüssen oder Mandeln herstellen. Dabei sind sorgfältig alle Mandel- oder Nuß-Stückchen, die die Glätte des Teiges unterbrechen, auszumerzen. Marzipan formt sich am schönsten, wenn es in Ballen in ein Tuch gehüllt eine Nacht liegt. Formt man es eher, ist die Gefahr des Zerbrechens der feineren Figuren wie Blumenblätter und Tortenränder sehr groß. Lübecker Art wird nur in Formen gepreßt und bleibt roh, Königsberger wird nur mit Oberhitze auf mit weißem Papier bedecktem Blech zart angebräunt. Makronenteig muß zu Mandelbögen sofort gebogen werden, wenn es warm aus dem Ofen kommt. Die fertigen Konfektchen müssen sofort, wenn sie aus dem Ofen kommen, vom Blech. Man benutzt dazu am bequemsten ein dünnes M.tz ■H ■'hl. Utz ltll> Iä ■ntr Ä Mhe Arb„ 1(1452) E Mielchen I im ■J^wan, Mmterbe. 1.(1125) ? E1 Men fort, Mengebiry. liefen. I diesen 1«, ■•«Mur. Mans a.J, Mn die beu|> Uuberg uni Mn sein. Ur. Mchlußreichr Mplegel qu- I veranstaliei Wchsverbani [Mer W | unb M der Nach, W Zwischen der ersten ~ also jener die neuesten ' dem Bild nn der Aus, Landesoer, Berlage de; kündigte an, der Qualität zu erwartet Im Lange. die Bilder: ans Thyriot: n. Anzeigen- n Inhalt der .36: lOOOa rsitäts-Buch' sämtlich in einschließlich rten 15 As. Samstags mehr. 1935 gültig. \W itlexnung KMe uni 6. - Wm .eVergütn mmer 15J schengeld") _ ld-Nauhei» lila lvriebf. rschiedenj ise tixiigu len siÄ an di! oölkerung m ^eren Heimat, mniSMeiniuy ;enindieHe>' tzeitung, m BenerAnielg« _______ GießenerAnzeiger(General-Anzeigerfür Oberhessen) Mittwoch, 25.November (936 Aus dem Reiche der Frau. Davon bäckt man kleine Plätzchen bei mäßiger Hitze und bestreicht sie nachher mit dünnem Zuckerguß. Zitronenplätzchen. 3 Eiweiß werden zu Schnee geschlagen, 125 Gramm Rosinen, 190 Gramm Mehl und 250 Gramm Zucker darunter gerührt. Abgeriebene Zitronenschale und etwas Zitronensaft kommen als Würze dazu. Teelöffelgroße Häufchen werden auf leicht geöltem Blech bei Mittelhitze gebacken. Spekulatius. 500 Gramm Mehl, 1 Prise Hirschhornsalz, 250 Gramm Zucker, 1 Teelöffel Zimt und 1 Gramm Nelken gut mischen. In die Mitte ein Loch machen und 4 Eier hineinschlagen, lieber alles in Flocken 250 Gramm Margarine oder Butter geben, schnell zu einem gleichmäßigen Teig zusammenwirken, der ziemlich fest sein muß. Bleibt 24 Stunden kühl stehen. Danach wird er in kleine Holzformen gedrückt und die Figuren bei Mittelhitze auf leicht mit Wachs bestrichenem Blech gebacken. Wer keine Formen hat, rollt den Teig aus und sticht davon Figuren aus. Je fester der' Teig ist, desto besser hält er Form, leidet aber an Güte. Makronen. 200 Gramm Mandeln werden abgezogen, abgetrocknet, fein geschnippelt und mit drei Eßlöffeln Zucker auf gelindem Feuer leicht gelb geröstet. Dann müssen sie abkühlen und werden ordentlich wieder auseinandergehackt. Drei Ei- Schnee werden mit 180 Gramm Puderzucker durchzogen, die Mandeln dazugemengt, auf geöltem Pergamentpapier in teelöffelgroßen Häufchen hellgelb gebacken. Schokoladenmakronen erhält man, wenn man 75 Gramm Kakao und zum Süßen noch 50 Gramm Puderzucker mehr dazugibt. Anstelle von Kakao kann man auch 125 Gramm feine geriebene bittere Schokolade geben. Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS MODISCHE T'i V ■ V ' W *■ Vorratsumlschüfi mit Vorsicht. In den Vierjahresplan des Ministerpräsidenten Göring, der die Nahrungs- und Rohstofffreiheit des deutschen Volkes sichern soll, ist auch der Hausfrau eine verantwortliche Mitarbeit zugewiesen worden. Anpassung an die jeweilige Marktlage, restlose Verwertung der Nahrungsmittel, Schaden-Verhütung und Sammlung von Altmaterial aller Art. Die Anpassung an die Marktlage bringt, wie wir es ja gerade bei der überreichen Kohlernte dieses Jahres erleben, den Gedanken der Dorratswirtschaft auch den kleinen städtischen Haushaltungen wieder nahe, der bei der leichten Bezugsmöglichkeit und bei der Begrenztheit der Dorratsräume doch sehr abhanden gekommen war. Eine angemessene Dorratswirtschaft, die nichts mit der üblen Hamsterei zu tun hat, ist gewiß gut und richtig; doch ist hier besondere Vorsicht geboten, damit nicht der Schaden eintritt, der doch verhütet werden soll: Verderb der Nahrungsmittel Da sind z. B. die Kartoffeln, von denen jede Hausfrau gern einen Vorrat einlagert, um einmal billig zu kaufen und zum andern gegen winterliche Zufuhrschwierigkeiten, rote sie bei starkem Frost auftreten können, gesichert zu sein. Aber die Einlagerung von Kartoffeln hat nur bann eine Berechtigung, wenn wir den scheinbar so robusten Knollenfrüchten auch den richtigen Aufenthaltsort bereitstellen können. Es ist verkehrt, sie in irgend eine alte Kiste zu schütten, die in einem Kellerroinkel steht Besser als die meist nicht luftdurchlässigen Kisten sind Lagergestelle ähnlich den Obsthürden, auf denen die Kartoffeln von allen Seiten, auch von unten her von der Luft bestrichen werden. Noch wichtiger fast ist der Lagerraum; Keller mit Heizanlagen eignen sich nicht zur Aufbewahrung von Kartoffelvorräten. Die Wärme ist ihnen ebenso unzuträglich wie eine modrige und feuchte Kellerluft. Sie verlangen einen dunklen, kühlen und trockenen Standort. Ein häufiges Auslesen ist ebenfalls nötig, soll nicht ein Teil der Früchte verderben. Auch die O b st h ü r d e n, auf denen Aepfel und Birnen aufbewahrt werden, müssen mindestens einmal im Monat nachgeprüft und jedes schlechte Stück muß entfernt werden. Der schmackhaften R e ft o e r ro e r t u n g ist besonderes Augenmerk zu schenken, damit nichts fort- geworfen zu werden braucht. Gerade mit kleinen Resten von Fleisch, Gemüse, Fisch ufro. kann man allerhand wohlschmeckende kleine Gerichte für den Abendtisch Herstellen, die das öde Einerlei der belegten Brote angenehm unterbrechen und — die Butterdose etwas schonen. In der Verwertung der Küchenabfälle — für den städtischen Haushalt eine schwierigere Ange- legenheit als für den ländlichen, der sie an Tiere zum Verfüttern bringen kann — wird ja nun auch die städtische Hausfrau tatkräftig durch eine Organisation der NSV. unterstützt werden, die ihr besondere Sammeleimer zur Verfügung stellen und die Abfälle abholen lassen wird, um sie Schweine- mäftereien zuzuführen. Hier hat die Hausfrau sich verständnisvoll in diese Aktion einzufügen und hat darauf zu achten, daß alle Nahrungsabfälle statt in den gewohnten Mülleimer in den Sammel» eimer der NSV. gelangen. Auch diese Achtsamkeit ist ein aktives Mithelfen, ist ein winziges Rädchen an dem großen Rad, das unter dem Leitgedanken: Kamps dem Verderb! in Gang gebracht ist. Ein paar modische Kleinigkeiten aus Leder zur vielseitigen Verwendung schlägt unsere Modeskizze heute vor. So wird z. B. ein schlichtes rehbraunes Wollkleid durch einen Gürtel mit passender Mütze, Handschuhen und Krawatte aus grünem Wildledergut ergänzt. Die kleinen, viereckig ausgestanzten Löcher im Leder sind mit braunem Stoff unterlegt. Der Kragen links ist aus beigefarbenem Wildleder, er kann zu verschiedenen Kleidern getragen werden und wird dann in der Farbe des Kleides geschnürt. Wärme und Behaglichkeit. V. A. Wir sind gebunden durch die Verpflichtungen, die uns Fortschritt und Zivilisation, Gewohnheit und Gesetz auferlegen. Selbst wenn wir es gern möchten, können wir nicht wie die Nomaden durch das Land streifen, von dem leben, was die Natur uns bietet und unter dem freien Himmel nächtigen. Das Streben der Menschheit geht seit Jahrtausenden danach, ein festes Dach über dem Kopf zu haben, geschützt zu sein gegen die Unbilden der Natur und die Behaglichkeit zu genießen, die jeweils möglich ist. Zur Behaglichkeit gehört Wärme. Es mag den Urvölkern genügt haben, wenn sie sich um ein Holz- feuer scharen konnten, das ihnen eine geringe Wärme gab und etwas Licht spendete. Sie wußten nicht, daß es anders sein konnte und kamen erst allmählich dazu, daß das Feuer bewahrt und gehalten wurde und mehr Wärme spendete, wenn man es iraendwie „einfing". Aus rohem Stein baute man die ersten Feuerstellen und über sie ein Dach, das den Regen von der kostbaren Glut fernhielt. So kam man zum festen Wohnsitz, primitiv und nur den notwendigsten Schutz gewährend, aber doch schon ein Fortschritt gegenüber dem bisheriaen Zustand; und man kann sich denken, daß schon damals der Hausvater sich an das Feuer setzte, sich die Hände rieb und zufrieden war. Vielleicht wurde damals im Zusammenhang mit Wärme und Licht das Wort „Behaglichkeit" gefunden. In Jahrhunderte alter Entwicklung ging es von der Feuerstelle zum Herd, von diesem zum Kamin und dann zum geschlossenen Ofen. Der Kamin ist uns Deutschen zum Sinnbild freundlicher Häuslichkeit geworden. Um ihn sammelte sich die Familie nach getanem Tagewerk, hier wurden Pläne geschmiedet, Geschichten erzählt und mancher große Gedanke mag vor dem offenen Kaminfeuer, das zur Versunkenheit und zum Sinnieren verführte. Die Knöpfe in verschiedenen Formen aus farbigem Nappaleder dienen zum Schließen von sportlichen Kleidern, Jackenkleidern, Mänteln und Pelzen. Die A n st e ck b l u m e ist aus lila Wildleder, ihre Blattränder sind mit kleinen Stahlsteinen benäht. Zum Ausputz für sportliche, am Halse hochgeschlossene Wollkleider dient die Halskette aus gedrehtem, schwarzem und weißem Lackleder. Die Handtasche, der Gürtel und die Ansteckschleife mit der Steppverzierung sind aus dunkelblauem Kalbleder. Der Gürtel wird von zwei Lederklammern geschlossen. H. entstanden sein. Auch der Kamin mag für seine Zeit ein Gipfelpunkt Der Behaglichkeit gewesen sein, und man mag es als unabänderlich hingenommen haben, daß er den Großteil seiner Hitze zum Dach hinaus trug und die Wärme, die er spendete, nur im engsten Umkreis um ihn vorhanden war, so daß der an ihm Sitzende auf der einen Seite fast schmorte, aber auf der anderen fror. So führte die logische Entwicklung zum Ofen, der abschließbar und regulierbar ist. Der die Wärme hält und gleichmäßig von sich gibt. Es entwickelte sich eine schöne und gediegene Ofenbaukunst und unter all dem vielen Zierat, der vom Reichtum und Geschmack eines Hausvaters zeugte, war nicht zuletzt der geschmackvolle Ofen zu sehen, der dem Raum, in dem er stand, angepaßt war und vielfach ein Schmuckstück der Wohnung darstellte. Neuerdings kommt man, nachdem man ihn einige Jahrzehnte lang recht stiefmütterlich behandelt hatte, dazu, auch den Ofen wieder als einen notwendigen Bestandteil einer behaglichen Häuslichkeit anzusehen, ihn dem Rahmen der Wohnung anzupassen und auch seine Gestaltung den Gesetzen geschmackvoller Raumkunst zu unterwerfen. Die Herd- und Ofenfabriken stellen heute Oefen und Herde für Brikettfeuerung her, die in ihrer technischen Durchbildung die sauberste und sparsamste Ausnutzung gewährleisten. Sie sind einfach in der Bedienung und schon beim Verbrauch nur weniger Braunkohlenbriketts beste Wärmespender. In ihrem Aeußern haben sie sich ebenfalls gewandelt. Es sind nicht mehr schwarte Ungetüme, die unansehnlich-klein oder großspurig-protzig in der Ecke stehen, sondern sie sind gefällig, entsprechen einem gediegenen Geschmack und dienen dem Raum, in dem sie stehen, zur Zierde. Sie geben wiederum der Wohnung einen Teil der Behaglichkeit, die gerade der Mensch von heute nicht missen mag und darf, der den Frieden des Hauses nötiger hat denn ie Die gute, alte Kochkiste. V. A. Wer sie kennt, die gute, alte Kochkiste, wird ihr unbedingt einen Platz einräumen, denn sie ist wie eine gute, alte Kinderfrau, der wir getrost ihren Schützling überlassen dürfen. Vor allen Dingen ist sie auch sehr bescheiden, sie verlangt nichts für sich als Sauberkeit. Dafür aber ist sie immer bereit zu dienen, d. h. weiter zu kochen, was wir bereits auf dem Herde begonnen haoen Welche angenehme Einrichtung ist die Kochkiste für jede Frau, die nicht nur im Haushalt tätig ist. Nehmen wir die Landfrau oder Siedlerfrau an, die mit auf das Feld hinaus muß, oder die berufstätige Frau, die eine lange Zeit außerhalb ihrer Wohnung verbringt. Für diese Frauen ist es besonders angenehm, wenn das kleine Kochwunder die Speisen fertig kocht, ohne daß dabei etwas anbrennt oder verdirbt. Auch für das Aufbewahren der Speisen für beruflich sehr in Anspruch genommene Ehemänner tut sie ihre guten Dienste, weil die Hausfrau dann nicht immer erst aufroärmen muß, wenn der Hausherr später kommt als vor» gesehen war In der Kriegszeit, als es kaum Kohlen gab, wurde die Kochkiste viel mehr in Tätigkeit gesetzt, und wir sind gut und billig dabei gefahren. Weshalb sie also jetzt weniger 'gebraucht wird, ist unverständlich. Gerade jetzt könnte die Kochkiste wieder sehr berechtigt zu Ehren kommen. Es gibt nun verschiedenerlei Kochkisten, d. h. in größerem oder kleinerem Format, für einen Kochtopf oder für mehrere Kochtöpfe. Wir können eine Kochkiste fertig kaufen und können sie auch selbst Herstellen. Es ist ganz einfach. Hier ein Vorschlag dazu: Wir nehmen eine aus starken Brettern be» stehende Kiste, die keine ’Jii^en oder Löcher qat. Der Deckel muß selbstverständlich gut schließen Wir befestigen ihn mit Scharnieren. Die Kochtöpfe müssen aus Emaille sein. Wir stellen nun die Töpfe in die leere Kiste hinein und stopfen das Füllmaterial (Heu, Stroh oder Holzwolle) rund um die Töpfe herum. Je fester wir stopfen, um so besser ist der Erfolg, d. h. um so länger halten sich die Speisen warm. Wenn wir geschickt stopfen, bleibt die Füllung auch beim Herausnehmen der Töpfe in ihrer alten Lage, ohne verschoben zu werden. Als oberste Schicht, also zum Zudecken verwenden mir ein mit Holzwolle gefülltes Kissen. Diese» Kissen muß den Raum zwischen Töpfen und Kisten» deckel vollständig ausfüllen. Um unserer Kochkiste ein nettes Aussehen zu geben, kaufen wir Lackfarbe und streichen sie ait Wir können dazu Fußbodenlack verwenden. Schöner wirkt ein blauer Lack, den w>r im hübschen Bauern» stil mit Blumen, Herzen und dergleichen bemalen. V. R. Wirtschaft Sie Die „totsicheren" Tips verhandeln haben. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a.M. 2)erim Frankfurt a. M. V A!L 'U" börse kurs 23-11. 23 11 |24 11 97 Reichsbank • Rechten 122,4 122,25 97,25 97,25 ©ülDPii Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht uns Kraft 7 100,75 100,75 I "Sl "l 8,4 10] Süddeutscher Zucker 122," 97,25 108 97,5 95 109,9 101,4 97,9 102,75 118,9 99,9 118,75 99,9 122,4 97,25 100,8 97,5 95 109,9 21 1,85 7,7 6,85 7,13 8,55 o 8 6 6 6 8 7 Schluß- kurs 101,25 98 54,5 112,5 158,5 136 120,5 162,5 58 228,25 164 0,692 42,07 0,147 3,047 54,45 47,04 12,195 5,385 11,60 134,96 13,09 0,711 5,654 61,28 48,95 11,075 62,86 57,16 21,98 8,771 2,488 0,696 42,15 0,149 3,053 54,55 47,14 12,225 5,395 11,62 135,24 13,11 0,713 5,666 61,40 49,05 11,095 62,98 57,28 22,02 8,789 2,492 Schluß! Abend« börsc 100,13 55 111,25 157,25 137,5 108,65 120 162,5 90,65 57,25 227 165 A.E.G. Bekula Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co...... SiemensL Halske... Lahmeyer L Co..... juenod Ulm Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HeljingforS. Barts ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schwei- ... Spanien... Prag...... Budapest .. Neuyork . - 100,4 64 112,5 158,5 136,65 108,65 120,65 162 90,5 58 228,25 163,65 34,5 201 21,65 1,75 7,75 6,4 7 8,4 100,75 97,5 95 109,8 214 7,7 91 De k *yt% 5/,% eheni. 4/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese...... 6/,% ehem. 4/,% Rheinisä., Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse. ... 4/2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4/,% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm.'Lbl. 20 Steuergutich.Berrcchnungsk. 34-38 116,25, Hoefch 116,75, Rheinstahl 149, Otam E 22,50, Aku E 54,50, Bemberg 112,50, Zement Heidelberg 167,25, Conti Gummi 164, Daimler 120,50, Deutsche Erdöl 142, Scheideanstalt E 263,50, Licht und Kraft 156,50, JG.-Farben 166,25, Gesfurel 143, Holzmann 132,50, Muag 129, Schuckert 154,50, AG. für Verkehr 120, Reichsbahn-VA. 125,50, Südd. Zucker 203. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. F r a n k f u r t a. M., 24. Rov. Bei allgemein gebesserter Nachfrage und bei teilweise etwas erhöhten Preisen blieb das Angebot von Gemüse vorwiegend sehr gut. Nur in Spinat, Rosenkohl und Schwarzwurzeln war es geringer. U. a. notierten: Blumenkohl 25 bis 50, Eskarol 5 bis 15, Feldsalat 35 bis 60, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,00 bis 3,15, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 4 bis 10, Meerrettich 40 bis 45, Rosenkohl 15 bis 20, rote Rüben 3 bis 6, Rotkraut 2% bis 5, Sellerie, je nach Größe, 12 bis 35, Spinat 14 bis 18,Schwarzwurzel 18 bis 25, Tomaten 35 bis 60, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 2XA bis 5, Winterkohl 10 bis 12, Zwiebeln 5Ä bis 6. 100,65 97,5 95 109,8 20,75 1,7 7,7 6,95 8,55 4% Oesterretchtfche Goldrente... 4,20% Oesterreichifche SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4/,% besfll. von 1913......... 6% abgesl. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie 1..................... 54,5 111,25 156,5 136,5 120,5 163 57,25 227 166,5 34 95,5 203 Oie Fütterung von Schlachtvieh auf Schlachtviehmärtten. DNB. Im Reichsgesetzblatt erscheint soeben eine Verordnung des Reichsmimsters für Ernährung und Landwirtschaft über die „Fütterung von Schlachtvieh auf Schlachtoiehmärkten und Schlachtviehhosen und die Feststellung einer Ueberfütterung von Schlachtvieh". Durch diese Verordnung wird die Fütterung des auf den Schlachtviehmärkten und Schlachwiehhöfen zum Verkauf gestellten Schlag- viehs nach einheitlichen Grundsätzen geregelt. Nachdem für Schlachtvieh Preise nach einheitlichen Grundsätzen festgesetzt worden sind mußte auch dafür gesorgt werden, daß das Schlachtvieh aus den Schlachtviehmärkten unter gleichen BedinMNgen verkauft wird. In dieser Beziehung zeigte sich eine verschiedene Behandlung des Schlachtviehs aus Den Schlachtviehmärkten bei der Fütterung. Diese unterschiedliche Behandlung soll durch die Verordnung abgestellt werden. Außerdem soll mit Rücksicht aus die allgemeine Futterlage eine möglichst sparsame Verwendung von Futter auf den Schlachtviehmarkten erreicht werden. Ein weiteres Ziel der Verordnung ist die Bekämpfung der Ueberfutterung von Schlachtvieh, bevor es zu den Schlachtvieh- Märkten gesandt wird. Oie Lage des deutschen Bergbaues im Oktober. 'm in. Sammelabl. An i mti AuSlof.-Rechten „ Franks. Hyp.-Aanl i , unkündbar bis 1935 arbeitshygienischen Gründen vorhandenen Absaug- oorrichtungen verbunden werden. Hindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 488 Stück Großvieh, 172 Fresser und 121 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 450 bis 580 Reichsmark, 2. Qualität 300 bis 400 RM., 3. Qualität 180 bis 270 RM.; c) Rinder, */-- bis N jährig, 100 bis 150, ’/4= bis 2jährig 130 bis 210 RM.; tragend 280 bis 450 RM.; d) Kälber, bis zwei Wochen, 18 bis 25, bis vier Wochen 30 bis 45, bis sechs Wochen, 50 bis 60 RM. Marktoerlauf: Tendenz, schwach. Nächster Markt: 1. Dezember. * Fwd. Die deutsche Erdölgewinnung im September und Oktober. Die deutsche Erdölgewinnung betrug nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Stattstik im September 36 508 Tonnen und im Oktober 39 594 Tonnen. Nhem-Maimsche Börse. Mittagsbörse widerstandsfähig. Frankfurt a.M., 24. Nov. (LPD.) Das Frankfurter Landgericht hatte sich zu Anfang dieses Jahres in wochenlanger Verhandlung mit einem Aufsehen erregenden Prozeß zu befassen. N e u n- zehn Angeklagte hatten sich wegen Betruges, wegen Vergehens gegen das Rennwettgesetz und wegen Bestechung zu verantworten. Alle Angeklagten hatten ein Geschäft daraus gemacht, dritten Personen Tips für in - und ausländische Pferderennen zu geben, ohne konzessionierte Buchmacher zu sein. Die Tips, die manjid) gut bezahlen ließ, wurden als „todsicher gestellt und in den Leuten, die auf ein solches Pferd setzten, der Glaube erweckt, daß es sich um eine gewinnbringende Kapitalanlage handele. Das Ta- ttgkeitsgebiet der Bande erstreckte sich nicht nur aus Frankfurt a. M.; ihre Mitglieder scheuten keine Kosten und bereisten auch andere große Städte, in denen sie ihre .Zweigniederlassungen" hatten. Ein Beamter des Frankfurter Telegraphenamts, der im Sold der Tipfer stand, fälschte Telegramme, die dann den wettfreudigen Opfern oorgelegt wurden, um sie zu Wetten zu veranlassen. Das Honorar für einen Tips schwankte zwischen wenigen Mark und Beträgen bis zu 3000 Mk. Ein Ehepaar hatte einmal nicht weniger als 30 000 Mark eingebüßt; andere Wettlustige wurden an den Rand des Ruins gebracht, wieder andere hatten (127,50). Auslandswerte wiesen nur genüge Veränderungen, meist aber nach oben auf. Am variablen R e n t e n m a r k t traten keine Veränderungen ein. Auch der Pfandbriefmarkt blieb gut behauptet, ebenso Stadt- und Staatsanleihen. Industrie-Obligationen lagen ruhig. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 104 bis 106, Pokorny 126 bis 128, Wayß & Frey- tag 124 bis 126, Ufa 60,25. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse war wieder sehr sttll. Die Grundtendenz blieb widerstandsfähig und steundlich. An den Aktienmärkten blieben die Kurse gegen den Berliner Schluß nahezu unverändert. Soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Richtungen. Auch die Renten- märkte nahmen durchweg einen sehr ruhigen und unveränderten Verlauf. Im Freiverkehr nannte man zerttf. Dollar-Bonds etwas fester, 6proz. Preußen 71, 6,5proz. do. 71,50, 6proz. Spargiro 69,75, 7proz. do. 72,50. Von Auslandswerten notierten Aku mit 54,50 (54,40), Otavi Minen mit 22,50 (23). U. a. notierten: 6proz. JG.-Farben 134,25, 4proz. Ungarn Gold 7,70, 4proz. Rumänen 5,70, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 114, Commerzbank 108, DD- Bank 108, Dresdner Bank 106,25, Buderus 119, Harpener 150,50, Ilse Genuß 144, Mannesmann Fellen & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Eleklr.Unternehmung. 6 Oiebesfahrt durch Deutschland 22 Diebstähle in drei Monaten. iiiben einzelnen Bar i Bit von Tag zu $a9 L um log. Teilho. »Wetter nur kurzen reiner „Zentrale gelc ta Erdatmosphäre r iftilen aus. Eine dies li.nl unb im allgemein jhillantit und Europa Ivizentrale im n M. Dieses Hochdruck' x'-m lustgesüllten schrumpft zeitwei (i Milen aber auf, I hin, insbesondere m Msleuropa, „Auslc Wig Atemzügen b; die gesamte „Nach I:ale.Zslandtief kj je nach dem Berhl |j Bewegung der Teili |i|näd)tigen Tiefs, die kwpa wandern und i fc bringen, sind im @ fieiligen Energiegrad tarn NMMgssieÄ Wenn nun der Ä Seemann in der Lage he nächsten 48 5 lüt zu erkennen, mi l.iitoruckoerhältnifse, Mess bzw. über M des Azorenhoch Ä-Zentraltief unter «itzen, welche Win 1 >m>arten find und »kommenden Zeit, ^°be der mit alle Men Obseroatorie r darin, auf Grund ? Dampfern aus de Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben D.e höhe Der zuletzt besoffenen Dividende an. - Reichsbankd.skant 4 n.ft., Lombardzlnsfuß 5 D. Sj. Sicherungsverwahrung rechnen müsse. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. ®tr geheim 5on Ej Ader ersten Hälfte Kret Flügen seitens i „..^Englands fiel Ä".X L' °°t?der die B nähern suche. siirn Spioi aiis d n iE beor. di > in Ort'®01 stell "Un9'.3" ^®J*nft R «=i- ;S[5 u Q|UDe[enxe)- M P°n aus ? 9< s?W 1 ^in?nb die'Ser« c W S?"i> d Tlilt ü i j^tifi^elen H ,. her 3Ä M T-ehört, | f 'fl’0“’ ©Tenft »d-"Ldi-i 1°. ns 3"!'9, w «in« ,e 'iä M 'I fein“11 und unlf Buderus ................... * Deutsche Erdöl .............. 4 Horbener................. 2% Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren ....... 8 23 11- 101,4 ” 97,9 103 118,75 99,9 98,75 97 100,5 93 130,5 ’ Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 Ä.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz» und Prival-Bank ... 4 Deullche Bank und DiSconto. Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank..............4 Fwd. Die Steigerung der deutschen Stein koh- , lenförderung hielt auch im Oktober an. Sie stellte sich im arbeitstäglichen Durchschnitt um 5,4 o H höher als im Vormonat. Die Gefolgschaft wurde verstärkt. Feierschichten wegen Absatzmangel konnten fast ganz vermieden werden. Die Haldenbestände verringerten sich. In den Monaten Januar bis Oktober betrug die Zunahme gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres bei der Stem- kohlengewinnung 9,5 v. H., bei der Kokserzeugung 19,5 v. H. und bei der Briketterzeugung 8,5 v. H. Auch die Braunkohlengewinnung nahm gegenüber dem Vormonat arbeitstäglich um 6,9 v. H. zu; die Briketterzeugung gewann 2,1 v. H. Lediglich im ostelbischen Revier war die Erzeugung rückgängig. In den Monaten Januar bis Oktober war die Rohbraunkohlengewinnung um 10,2 v. H., die Briketterzeugung um 9,0 v. H. höher als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Einen besonders kräftigen Anstieg verzeichnet die Erzeugung von Koks 'aus Braunkohlen in dieser Zeit, nämlich von 0,74 Millionen Tonnen auf 1,4 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Steigerung von rund 89 v. H. wichtiges Neinigen und Entfetten spart Werkstoffe. Fwd. Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit (RKW.) teilt mit: In der gesamten Metallverarbeitung spielt dos Reinigen und Entfetten von Metallteilen eine wichtige Rolle, schon Spuren von Fett, die auf den Metallen haften, können lackierte, emaillierte und mit galvanischen Ueberzügen versehene Werkstücke vorzeitig unbrauchbar machen, weil diese Ueberzüge dann schlecht, oder gar nicht haften. Richtiges Reinigen und Entfetten sichert hier in großem Umfang gegen Werkstoffverschwendung und Fehlarbeit. Für diese Arbeiten sollen leicht brennbare Lösemittel wie Benzin, Benzol möglichst vermieden und an ihrer Stelle Trichloraethylen, Perchloraethylen, Tetrachlorkohlenstoff usw. verwendet werden. Aus gesundheitlichen Gründen ist es zweckmäßig, das Reinigen und Entfetten in geschlossenen Räumen durchzuführen, um so mehr, als man hierbei auch die zumeist großen Verluste durch Verdunsten der Lösemittel verhindert. Weitere Verluste treten ein, wenn die verschmutzten Lösemittel deswegen vernichtet werden, weil keine Aufbereitungsmöglichkeiten vorhanden sind. Für kleine Betriebe mit geringen anfallenden Mengen würde sich eine solche Aufbereitungsanlage allerdings nicht lohnen. Im volkswirtschaftlichen Interesse wäre es also zu begrüßen, wenn dann solche Aufbereitungsanlagen von mehreren Betrieben gemeinsam unterhalten würden, sofern nicht — wie dies in Berlin der Fall ist — Betriebe bestehen, welche die Wiedergewinnung in Lohn durchführen. Der Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung (AWF.) beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit (RKW.) hat über das Gebiet des Reinigens und Entfettens von Metallteilen Hinweise und Richtlinien (AWF. 262) herausgegeben, die dem Praktiker Wege zur Wirtschaftlichkeit und zum volkswirtschaftlich richtigen Verhalten zeigen. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß auch bei den anderen Arbeiten erhebliche Verluste an Lösemitteln durch Verdunsten entstehen. Auch in dieser Richtung gibt es bereits Verfahren zur Wiedergewinnung der Lösemittel. Hier kann die Wiedergewinnung in geeigneter Form mit den aus ehrte" er Bekannte mit seinem Besuch, wiederum unter Mitnahme von Bargeld, einer Armbanduhr, Bekleidungsstücken und eines Fahrrades verschwindend. In Salzderhelden war ein Schlauch seines Fahrrades unbrauchbar. Kurz entschlossen ließ er es stehen und „besorgte" sich auf „geschickte" Art ein neues. Alsbald erschien er auch bei einem Bekannten in Fritzlar und entwendete dort ein weiteres Fahrrad, nachdem er das alte kaputtgefahren hatte. Bei einem Bekanntenbesuch in B a d Salzschlirf entwendete er eine Geldbörse, in ( der sich auch zwei wertvolle Ringe befanden. Einen ' will Sch. verloren, den anderen bei Berlin verkauft haben. Weiter entwendete er einer Dame in Hünfeld die Geldbörse und in Fulda stahl er ein weiteres Rad. Ein Bekannter in Bacharach am Rhein, den er besuchte, übergab ihm 3 Mark mit der Bitte, das Geld bei der Post einzuzahlen. Da war er bei Sch. gerade an den „rechten" Mann gekommen. Der ließ natürlich niemals wieder von sich hören. Aehnlich erging es einer Frau in Kasse l. bei der sich Sch. kurze Zeit aufhielt. Sie übergab ihm zur Besorgung eines Geschäfts 5 Mark und ein Rabattmarkenbuch zur Einlösung. Mit der unverhofften Beute verschwand der junge Mann. Am 15. August d. I. konnte die Polizei endlich des langgesuchten Bürschchens habhaft werden und seiner Diebesfahrt, die ihn auf Kosten seiner Mitmenschen kreuz und quer durch Deutschland geführt hatte, ein Ziel setzen. Das Gericht verurteilte Schröder mit Rücksicht auf das Geständnis des Angeklagten, dessen Jugendlichkeit und sonstige Umstände zu VA Jahren Gefängnis und drei Wochen Haft für die Landstreicherei, machte aber zugleich darauf aufmerksam, daß der Angeklagte bei einem ferneren Verbrechen mit Zuchthaus und Geld 0,691 42,07 0,147 3,047 54,33 47,04 12,17 5,37 11,575 134,66 13,09 0,710 5,654 61,15 48,95 11,05 62,73 57,17 21,98 8,771 2,488 24 11 101,25 98 103 118,75 99,9 98,75 97 100,5 93 LPD. Marburg, 24. Nov. Das Marburger Schöffengericht hatte sich am Montag mit den Diebesfahrten eines jungen Mannes namens Werner Schröder aus Kassel zu befassen, dem 22 Diebstähle, Betrug und Unterschlagung zur Last gelegt wurden, welche er in der Zeit von Pfingsten bis zu seiner Verhaftung Mitte August d. I. begangen hat. Nach seiner unvollendeten Lehrzeit betätigte sich Schröder als Landarbeiter und trat im Oktober 1935 bei einer Arbeitsdienstabteilung ein. Nach dem Bericht seiner Vorgesetzten trug er schon dort immer ein sehr verschlagenes Wesen zur Schau und kam vielen Dienstob- liegenhetten nur unordentlich nach. Zudem stellte es sich heraus, daß er in Ziegenhain ein Fahrrad gestohlen und eine Strafe zu erwarten hatte. Als man ihn am zweiten Pfingsttag wegen einer Unordentlichkeit zu Stubenarrest verurteilte, verschwand er aus dem Lager. Verschiedene am nächsten Tage vom Heimaturlaub zurückkehrenden Kameraden muhten die Feststellung machen, daß ihre Spinde erbrochen und allerlei Bekleiduygs- stücke, darunter ein Zivilanzug, gestohlen waren. Außerdem hatte Sch. auch noch seine dem Arbeitslager gehörigen Bekleidungsstücke mitgenommen. Wie sich nunmehr herausgestellt hat, stattete Sch. bei seiner Flucht zunächst einem Bekannten in Lingelbachbei Alsfeld einen Besuch ab und versäuvand drei Tage später unter Mitnahme eines Fahrrades, sowie 185 Mark Bargeld, die er im Schrank eines Nachbarn entdeckt hatte. Seine nächste Station war K a s s e l, wo er Bekannte aufsuchte, aus einer Aktentasche 22 Mark entnahm und dann verschwand. Bei Bekannten in Darmstadt hielt er sich acht Tage auf, entwendete ihnen verschiedene Kleidungsstücke, bestieg am Bahnhofsplatz ein fremdes Fahrrad und fuhr in Richtung Fulda davon. In Edelzell besuchte er Bekannte und setzte seine Fahrt unter Mitnahme einiger Sachen fort. Sein weiterer Weg führte über Erfurt — wo er ebenfalls einen Diebstahl beging — nach Frankfurt a. O. Auch dort ,che- Obst- und Südfrüchte: Angebot von Aepfeln, Birnen und Walnüssen unverändert gut, von Haselnüssen etwas geringer. Geschäft lebhaft. Preise unverändert. U. a. notierten: Aevfel I 30 bis 35 II 20 bis 28, Goldparmänen I 35, Renetten 24 bis 28, Anhalter 22 bis 25, Schafsnase 18 bis 20, Birnen I 20 bis 30, II 14 bis 18, III 8 bis 12, Mollebusch I 18 bis 20, II 14 bis 16, Pastoren 10 bis 15, Bananen 12% Kilogramm netto 5,00 bis 6 00 Kam., 6,00 bis 6,50 Westind., Kranz-Feigen 25 Kilogramm 11,50 bis 12,00, Haselnüsse 35 bis 40 itaL, Trauben 62 bis 70 holl., Walnüsse 42 Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 962: Erhöhung von Ausfuhrzöllen in Niederländifch-Jndien. — 963: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe. (Neue Fassung vom 20. November 1936.) — 964: Nachtrag 1 zur Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle vom 16. Januar 1935. — 965: Wie versendet man Weih- nachts- oder Neujahrsgeschenke durch die Post in das Ausland? — 966: Depotzwang für ausländische Wertpapiere. — 967: Postpakete nach Spanien. Schluß- furd 23-11 I Srics 0,695 42,15 0,149 3,053 54,43 47,14 12,20 5,38 11,595 134,92 13,11 0,712 5,666 61,27 49,05 11,07 62,85 57,29 22,02 8,789 2,492 Banknoten. Frankfurt a. M., 24. Nov. Zwar war das Geschäft wieder sehr still und die Haltung nicht aanz einheitlich, gegenüher der anhaltenden Geschäftsstille erwies sich die Kurslage jedoch als recht widerstandsfähig. Zu den ersten Notierungen lag eher kleines Angebot vor, das bei leicht ermäßigten Kursen ausgenommen wurde. Später bestand überwiegend kleine Nachfrage, -so daß die Tendenz als freundlicher anzusprechen war. Am Aktienmarkt hielten sich die Abweichungen zu den ersten Kursen meist innerhalb eines Prozentes. Don Montanwerten setzten Harpener und Rheinstahl bis 0,75 v. H. höher, Hoesch und Klöckner unverändert ein, Mannesmann notierten 115,75 bis 116,25 (116,50), Verein. Stahlwerke 121,13 bis 121,75 (122,25). IG. Farben faaen mit 166 (166,25) etwa behauptet, Metallgesellschaft 1 v. H. freundlicher. Am Elekttomarkt bröckelten RWE. 0,65 o. H., Schuckert 0,25 v. H. ab, Siemens lagen 0,40 v. H., AEG. 0,13 o. H. höher. Maschinen- und Motorenwerte tendierten unregelmäßig; Moenus 95,50 (96,50), Junghans 109 (110), Rhein- metall-Borsig 149,50 (148,50), BMW. 139,50 (138,50), Daimler 119,65 (120,50). Zellstoffwerte lagen etwas höher, Waldhof 157 (156,50), Feldmühle 142,50 (141,50). Im einzelnen notierten Reichsbank mit 187,25 bis 186,75 (186), Westdeutsche Kaufhof mit 57 bis 57,50 (57,25), Kali Aschersleben mit 134 (134,75) und Zement Heidelberg mit 167,50 (167,75). Am deutschen Rentenmarkt lagen Altbesitz mit 118,75, Kommunal-Umschuldung mit 89,75 bis 90 und Zinsvergütungsscheine mit 94 unverändert. Zertif. Dollar-Bonds bei kleinem Angebot etwas schwächer, 6 v. H. Preußen 70,25 (71), 6,50 v. H. do. 70,75 (71,50), 6 v. H. Spargiro 69,50 (70). Im Verlause bewegte sich die Umsatztätigkeit am Aktienmarkt weiter in engen Grenzen und nennenswerte Kursveränderungen ergaben sich nicht. Etwas Geschäft erhielt sich in Montanwerten, IG. Farben und für Westdeutsche Kaufhof bei leicht erhöhten Notierungen. Verein. Stahl 122 nach 121,75, Mannesmann 116,50 nach 115,75, IG. Farben 165,90 bis 166,40 nach 166, Westdeutsche Kaufhof 58 nach 57. Die später notierten Werte waren kaum verändert, Deutsche Erdöl 1,50 o. H. höher mit 142, Licht & Kraft 156 (155), Muag 128 24.Rovember Amtliche Notierung Geld | jjriei 23.Novem -er Am liche Notierung bönc 24-11 Datum 4% oesgt. Serie U ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r%Rumän.veretnh.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . 2%% Anatolier........... (Schlußk. Mittag« börte 24-11- so hohe Verluste, daß sie sich an fremden Geldern vergriffen. Sämtliche 19 Angeklagten, von denen nur wenige geringe Strafen erhielten, wurden am 19. Marz d. I. vom Landgericht Frankfurt a. M. zu G e» fängnis st rasen von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren, Ehrenrechtsoerlust und erhebliche Geldstrafen verurteilt. Bis auf den 38jährigen Gustav K o l l m e r hatten es alle Angeklagten bei dem Urteil belassen, so daß die gegen sie erkannten Strafen rechtskräftig ge» worden sind. Kollmer allein hatte das Urteil durch Revision beim Reichsgericht angefochten. Dem Reichsgericht schienen die gegen diesen Angeklagten getroffenen Feststellungen nicht ganz zweifelsfrei. Nach Ansicht des Reichsgerichts waren die Beftim- mungen des Rennwettgesetzes bei diesem Angeklagten zum Teil unzutreffend, zum Teil nicht erschöpfend angewendet. Das Urteil gegen Kollmer mußte daher aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer Verhandlung und Entscheidung an die Dorinstanz zurückverwiesen werden. Diese Aufhebung wirkte sich gleichzeitig auf drei weitere Angeklagte, die keine Revision eingelegt hatten, aus, so daß auch das gegen sie ergangene Urteil aufgehoben wurde. Das Landgericht' Frankfurt a. M. wird also in Kürze gegen diese vier Angeklagten noch einmal zu Datum 6% Deullche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutjcbe Reichsani. von 1934 b/,% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutiche Anl.-Ablöi.-Schuld mti AuSIoi.-Rechten ............ 4/i% Deutsche Reichspostschatzan Weitungen von 1934, I....... 4/i% ehem. 8% Hessischer Bolls- staat 1929 trückzahlb. 102%) ... 4/i% ehem. 8% Hessische Lande- bant Darmslavt Gold R. 12... b/r% ehem. 4/i°,o Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadlLiou. 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm Lanvesb.Goldschuldverschr R.6 Cberbcfjen Provinz-Anleihe mli SckulthetS Patzenhoser .......4 Aku cAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 Accumulatoren-Fabrü.......12 Conti-Gummi.............. 11 Grttzner....................01 Mainkrastwerke Höchst S.M.... 4 Frankfun a. M. 35erlm Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß« turs Schluß!. Mittag- böri'e Datum 23-11 24-11 23-11 24-11- Mansfeiver Bergbau .. .... 6/i 151 — 150,5 150,25 Koksmerke ........... ......6 — —— 136,13 135,5 Rheinische Braunkohlen .....12 223 223,5 224 227,5 Rheinstahl ........... ....... 4 148,75 149 149,25 149 Bereinigte Stahlwerke. .....8/, 122 25 122 122 121,9 Ltavi Minen ........ .......0 23,13 22,5 —— 23 üaltwerke Aschersleben. .......6 134,75 134 134 134 Kaliwerke Westeregeln. .......6 —— 130,5 130,5 130,5 Kaliwerke Salzdetfunh ..... 7/. — — — 186 I. G. Farben-Jndustrte .......7 166,25 166,25 166 166,5 Schetdeanstalt........ .......9 264 263,5 —— — Goldschmidt ......... .......6 127 127,4 127,4 127,65 Rütgerswerle ........ ....... 6 134 136,5 135,5 136,75 Metallgeiellschaft...... ....... 5 151,75 1 152,75 151,75 153 Philipp Holzmann .... ....... 4 1 131,13 I 132,5 131,65 133 Zementwerk Heidelberg ...... 7 167,75 । 167,25 —— Cementwerk Karlstadt.. .......6 1 - I 160 6.9 9,75 5,475 28,25 5,7 6,8 9,7 5,5 28,25 6,8 9,7 5,7 28,25 14,13 14,13 14,4 14,4 — —— 40,75 — 14,5 14,5 14,4 14,5 119,5 120 119,75 120 — — 125,65 125 108,25 108 108,25 108 108,25 108 108,25 108 105,5 106,25 105,5 106.25 186 — 186,5 186,25 167,75 167,5 168,5 168,5 134 134 134 134 155 156 154,5 155,75 136 136,5 136,13 137 143,5 143 143 143,25 129,25 — 129,75 129,75 137,25 136,65 138 137,25 155 154,5 155,5 154,75 198 198,4 198,75 199,75 133,25 137,4 133 136,25 120 119 120,5 118,75 140,5 142 141,13 142,25 149,5 150,5 150 150,5 116,75 116,75 117,5 116,75 — — — 191 145 144 143,5 143,5 124 124,5 124,75 124,75 116^ 116,25 11L-5 116.25 ÄeNm,24 November Geld Äries _ Amerikanische Roren.............. 2,45 2,47 Belgische Roten.................. 41,92 42,08 Dänische Roten ........... ..... 54,29 54,51 Englische Roten ................. 12,17 12,21 Französische Roten............... 11,55 11,59 Holländische Roten............... 134,63 135,17 Italienische Roten................ — — Norwegische Noten .............. 61,12 61,36 Deutsch Lesterreich, ä 100 Schilling —• — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 62,69 62,95 Schweizer Noten................. 57,01 57,23 Spanische Noten................. Ungarische Note» ................ — Mittwoch. 25. November 1956 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) M.2I6 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt als sich mit Jungfrau von Orleans zu verdanken, daß sie Hexe verbrannt wurde. Danton wurde erst guillotiniert, nachdem er selbst den Hals abgeschnitten. 4 M Saflisfago^ den sie auch weiteren Kreisen durch Ausgaben zugänglich, die Hübscher mit philosophischer Sorgfalt verzeichnet. Er hat im Ganzen 452 „Gallettiana" zusammengebracht, von denen wir einige der ergötzlichsten hier wiedergeben. Durch das stärkste Fernrohr erscheint der Planet Mars so groß wie mein Kopf auf zehn Meter Entfernung. Aber selbst wenn es auf dem Mars von Menschen wimmelt, könnte man sie nicht wahrnehmen, da Sie ja auf zehn Meter auch nicht sehen können, was auf meinem Kopf vorgeht. Die Perser bekamen bei Marathon einen solchen Schreck, daß sie ausriefen: Herr Jesus, da kommen die Athener! und stürzten ins Meer. Wenn die alten Spartaner zum männermordenden Kampf auszogen, so kräuselten und salbten sie sich vorher die Locken, nicht so wie der Schlingel dort, der Reimann, der unfrisiert zur Klassenstunde kommt. Ueberaus entzückend ist in der antiken Skulptur die Stellung der drei nackten Grazien. Ich werde Ihnen das einmal vormachen. Brutus und Cassius ermordeten den Caesar auf eine seiner Gesundheit höchst nachteilige Weise. Varus war der einzige römische Feldherr, dem es gelang, von den Deutschen besiegt zu werden. Tacitus sagt schon, die alten Deutschen seien so groß gewesen wie unsere Gardes du Corps. Ich komme heute der jüngeren Schüler wegen nochmals auf Richard Löwenherz zurück, da nur die Aelteren unter Ihnen die Kreuzzüge mitgemacht haben. Richard III. ließ alle feine Nachfolger hinrichten. Nach Hinrichtung der Maria Stuart erschien Elisabeth im Parlament, in der einen Hand das Schnupftuch, in der andern die Träne. Den erwähnten Umständen hatte es die historische Oeffentlichkeit überlassen zu müssen, hatte er das alte, brüchige und morsche Papier in den Lauf der alten Reiterpistole gesteckt und mittels einer mäßigen Pulverladung in abertausend Atome in die Luft zerstäubt. „Diese alten Flibustier lassen sich nicht gern in die Karten schauen", seufzte Paine bedrückt, als er Inspektor Borden Bericht über seinen letzten Besuch bei Coke erstattete. Borden ließ sich seinen mächtigen Seehundsbart sachte durch die Hände gleiten und grinste vergnügt: „Trösten Sie sich, Paine! Es muß auch Narren geben, die nach Schätzen suchen. Uebrigens sind Sie nicht auch schon draufgekommen: wenn wir uns mit Narren zu schaffen machen, ziehen wir allemal den Kürzeren." „Offenbar weil gegen die menschliche Dummheit selbst Götter vergebens kämpfen." Borden sah Paine mißtrauisch aus den Augenwinkeln an und griff nach seiner Pfeife. Das Telephon klingelte und brachte den Fall Jasperson ins Rollen, von dem ein andermal berichtet wird. Der Ausbau der Observatorien auf den Azoren verfolgt allerdings weniger den Zweck, die lokal begrenzten 24-Stunden-Vorherfagen zu verbessern, W?nn nun der Meteorologe, Luftfahrer oder ^ee-iann in der Lage sein will, das Wetter für v!ie n ä ch st e n 4 8 Stunden mit einiger Sicherheit ^zu erkennen, muß er über die allgemeinen Oust)ruckverhältnisse, wie Verteilung von Teilhochs, fliess bzw. über die Großwetterlage, d. h. die Üaae des Azorenhochs zum Gegenspieler, dem Js- IM-Zentraltief unterrichtet sein. Daraus kann er lhli-ßen, welche Windrichtungen und Windstärken u rwarten sind und welches Luftdruckgebilde für i en kommenden Zeitabschnitt maßgeblich ist. Die 'lchabe der mit allerfeinsten Instrumenten aus- lMsteten Observatorien auf den Azoreninseln be- 'tehi darin, auf Grund zahlreicher Einzelmeldungen ■lon Dampfern aus dem Aktionsradius des Hochs, der den ganzen Mittelatlantik umfaßt, über das Hoch selbst unterrichtet zu sein. Ferner kommt es darauf an, die Luftdruckverhältnisse der angrenzenden großen Luftzonen z. B. über dem Südatlantik, dem Golf von Mexiko und über Grönland zu wissen, denn alle diese stehen in einer Art Zusammenarbeit mit dem Azorenhoch. Die Observatorien auf den Azoren sind eine Zentralwetter st elle, die die gesammelten Beobachtungen und Folgerungen ihres wichtigen Arbeitsgebietes an die interessierten europäischen Wetterzentralen, zum Beispiel für Deutschland an die Deutsche S erwarte in Hamburg weitergibt, die diese Meldungen im Verein mit den Erkenntnissen ihres Beobachtungsraums für die Wettervorhersage verwendet. Paine holte verschiedene geologische und maritime Gutachten ein. Es wurde ihm bestätigt, daß an eine Bergung der Schätze des treulosen Königs nur unter Aufwendung sehr großer Kapitalien gedacht werden konnte, die voraussichtlich den Werl der versunkenen Herrlichkeiten bei weitem übersteigen würden. Da die Angelegenheit infolge ver- schiedentlicher Nachforschungen in die Zeitungen kam, meldete der Earl of Norwich den Verlust einer sehr wertvollen Chronik aus dem 13. Jahrhundert an, in der, wie er versicherte, die ganze Geschichte von dem mißglückten Uebergang Johanns über The Wash enthalten war. Hier war nun endlich dem Gesetz eine Handhabe geboten, gegen Mr. Coke einzuschreiten. Es gelang dem Yard, nachzuweisen, daß ein Beauftragter Cokes die Chronik aus der Schloßbibliothek des Grafen von Norwich widerrechtlich „entliehen" hatte. Leider erschienen Nachrichten hierüber um einige Stunden zu früh in den Londoner Blättern und Coke war gewarnt. Als Paine am Morgen des 20. Juli mit einem großen Stabe von Beamten in die Wohnung Cokes am Kennington Oval eindrang, stand der lange, hagere Mann, der mit seiner kühn gebogenen, langen Nase und dem schwarzen Knebelbart wie ein alter Flibustier aussah, am Fenster und feuerte aus einer alten Reiterpistole einen Schuß in den samtblauen Morgenhimmel Londons ab. Coke wurde wegen Verübung groben Unfugs in Haft genomen. Er behauptete, die Pistole zu seinem Vergnügen abgefeuert zu haben. Am gleichen Tage wurde dem Earl of Norwich die vermißte Chronik per Post zurückgestellt. Es fehlten daraus bloß drei Blätter, und zwar jene, die von König Johanns Glück und Ende am The Wash berichteten. Coke, der auf seine lauteren Absichten schwor, mußte mangels einwandfreier Beweise freigelassen werden. Von den Leuten, die ihr Kapital in Cokes Unternehmen gesteckt hatten, erachtete sich niemand als geschädigt. Coke kündigte an, daß er sich mit den eingezahlten Geldern nach Peru begeben werde, um den sagenhaften Schatz der Inkas zu heben. Als Harry Lytton Paine vor Cokes Abreise den Mann noch einmal um Aufklärung ersuchte, was jener geheimnisvolle Schuß am Morgen des 20. Juli zu bedeuten gehabt hatte, fragte Edward Coke boshaft lächelnd: „Haben Sie noch niemals Exerzierpatronen verschossen?" Paine nickte und beide schwiegen. Offenbar hatte Coke doch einige wertvolle Angaben über die Positionen des versunkenen Königsschatzes in der Chronik des Earl of Norwich gefunden. Um sie keinem andern und schon gar nicht dem Staat und der als über längere Zeit hinaus eine Wettervorhersage zu ermöglichen. Indem man die großen Faktoren, die die Weiterbildung beherrschen, ständig beobachtet, gewinnt man eine gewisse Uebersicht über periodische und Parallelentwicklungen, die es gestatten, den Vorhersagetermin erheblich zu erweitern. Diese weitschauenden Vorhersagen sind im Interesse des einzelnen wie auch für allgemeine Einrichtungen wie etwa den Luftverkehr, den Schiffsverkehr und bergt ungemein bedeutungsvoll. Namentlich die Landwirtschaft aller Länder ist an einer Weiterentwicklung der Wettervorhersage dieser Art sehr interessiert, weil sie eine ganz andere Planung der bäuerlichen Arbeiten ermöglicht. Beispielsweise hat in Deutschland das bekannte Institut für langfristige Wettervorhersage unter Professor Baur mit erfolgreichen Zehntage-Vorher- sagen im letzten Sommer die Landwirtschaft ausgezeichnet beraten. Auf diese Weise ist es heute möglich, eine sogenannte Wetterkarte von Europa und dem anschließenden Nordatlantik zu zeichnen, die nicht größer ist als ein Blatt Schreibmaschinenpapier. Auf diesem Blatt Papier findet man den Himmelszustand in allen Einzelheiten, wie er in dem genannten riesigen Gebiet herrscht, etwa um 8 Uhr morgens. Der Meteorologe am Observatorium ist somit in der Lage, zu jeder Stunde Auskunft über das Wetter, sagen wir mal, in der Biskaya, vor Lissabon, im Kanal, auf der Irischen See oder von irgendeinem Ort in Deutschland zu geben. Er kann dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wetterbildung sagen, wie das Wetter in den nächsten 24 Stunden an diesen Plätzen sein wird. Aus diesen zwei Beispielen kann man schon erkennen, welche ungeheure Bedeutung sich mit dieser Erkenntnis der Verhältnisse im unübersehbar erscheinenden Luftmeer verbindet. so umlagert sein? Und um was — in aller Welt! — handelt es sich eigentlich? Rücken wir mit der Sprache heraus: um die neuen Spendenkarten der Deutschen Reichsbahn handelt es sich. Jedermann weiß, daß die Reichsbahn zur Winterszeit an ihren Schaltern Spendenkarten für das Deutsche Winterhilfswerk zum Preise von 10 Pf. verkauft. Vielen Volksgenossen konnte in den vergangenen Jahren im Rahmen des Winterhilfswerks durch diese Spendenkarten geholfen werden. Für diesen Winter hat sich die Reichsbahn neue Spendenkarten ausgedacht; und man muß schon sagen: sie haben es in sich! Die Spendenkarten haben wiederum die Form der „richtigen" Fahrkarten. Auf der einen Seite steht: „Spendenkarte der Reichsbahn"; außerdem trägt diese Seite noch die Kennzeichnung (z. B.) „Bild II/4". Dreht man die Karte um, so erblickt man einen Teil des Bildes, das sich aus insgesamt zwölf Spendenkarten zufammensetzt. Zwölf Spendenkarten ergeben auf diese Weife ein Bild-Legespiel, um dessentwillen man wieder ein Kind sein möchte. Denn was macht den Kindern mehr Spaß als ein Bildlegespiel? Hat man zwölf Bilderkarten zusammen, also ein Gesamtbild zusammengesammelt und richtig zusammengestellt, nun — dann geht man zum Zusammenstellen des nächsten Bildes über! Denn die Reichsbahn hat im ganzen acht Bilder in je zwölf Spendenkarten zerlegt; alles in allem wären also achtmal zwölf Spendenkarten zu sammeln. Die Bilder sind bunt und so hübsch, so geschmackvoll anderen in die Neuzeit zeigte. Als die Pest in Florenz wütete, erlagen ihr auch sämtliche Aerzte der Stadt. Als der letzte Arzt dahingerafft war, entschwand die Seuche. Man hat viel darüber gestritten, ob die altägnp- tische Sphinx ein Weib oder ein Mann gewesen sei; die Wahrheit liegt hier, wie so oft, in der Mitte. Was in Deutschland her Regen ist, das sind irt Rußland die Heuschrecken. Die klassische Kathederblüte. Aussprüche von 3- G A. Galletü lieber den Mann, auf den angeblich die meisten und schönsten der sogenannten Kathederblüten zurückgehen, erfährt man einiges in dem amüsanten Büchlein „Der Klassiker der Kathederblüte". Gesammelte Aussprüche I. G. A. Gallettis", das Arthur Hübscher bei Piper & Co. in München erscheinen ließ. Galletti war 1750 zu Altenburg geboren, wurde nach einem brav erledigten Studium der Rechtsund Geschichtswissenschaft Professor am Gymnasium in Gotha und entfaltete eine schriftstellerische Tätigkeit von unheimlicher Fruchtbarkeit, gab neben vielen anderen Werken eine „Kleine Weltgeschichte in 27 Bänden" heraus, die sogar Erfolg hatte, und starb hochbetagt, auch im späten Ruhestand noch unvermindert literarisch tätig. Aber alles, was er geschrieben hat, ist heute vergessen. Was von ihm geblieben ist, haben seine Schüler zu feinem Ruhme zusammengetragen. Auf dem Gymnasium zu Gotha hatte es sich bald herumgesprochen, daß man in seinen Unterrichtsstunden nicht nur edle Wissenschaft, sondern auch das Lachen lernen konnte. Seine Redeblüten wurden zunächst mündlich weitergetragen, dann aber, als sie sich mehrten, von aufmerksamen Schülern sorgfältig ausgezeichnet. Schon früh gab es kleinere Veröffentlichungen, dann aber war- Maximilian, der letzte Ritter, stand noch einem Fuß im Mittelalter, während er mit dem Sammelfieber am Fahrkartenschalter. Wenn nicht alles trügt, wird in Kürze ganz Deutschland von einer Sammelwut ergriffen werden, deren Ausmaße noch nicht zu übersehen sind. Groß und klein, alt und jung werden diesem Sammelfieber erliegen; wo immer einer den andern trifft, wird er ihn sofort fragen: „Haben Sie vielleicht Bild III/6?" Der andere wird dann antworten: „Können Sie haben, aber nur gegen Bild VII/3!" Es wird ein Tauschen und Jagen einsetzen, gegen das die Jagd nach der „blauen Mauritius" ein Hinkespiel ist. Wo wird man tauschen? Wo wird man nach Bildern jagen? Antwort: „Allüberall! In den Amtsstuben, in den Büros, in den Gaststätten und Kaffeehäusern, in der Schule, an der Straßenecke, im Autobus und — natürlich! — auch im Eisenbahnabteil. Gerade im Eisenbahnabteil wird des Tauschens kein Ende sein! Ob in der dritten Klasse des Personenzuges oder im Mitropa-Speisewagen, ob im Triebwagen zwischen Bummelhausen und Bimmelburg oder im Rheingoldexpreß, einerlei: man wird tauschen, tauschen, tauschen! Die Kinder werden ihre Eltern bestürmen; Großväter und Tanten werden keine ruhige Minute mehr haben; jeder Onkel wird nur noch danach eingeschätzt werden, wieviel Bildkarten er in der Tasche hat. Und die Fahrkartenschalter werden so umlagert fein, daß man den Bahnschutz wird rufen müssen. Ja — warum wird gerade der Fahrkartenschalter Analle schaffenden Volksgenvffen! Einem Wunsche des Führers folgend, schuf vor drei Jahren der Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley innerhalb der Deutschen Arbeitsfront die Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die die Aufgabe erhielt, die Freizeit des schaffenden Deutschen zu gestalten. Anfangs belächelt und bewitzelt, hat sich die NSG. „Kraft durch Freude" in diesen kurzen drei Jahren zur größten Frcizeitorganisation der Wett entwickelt. Der Leistungsbericht über das abgeschlossene Jahr, der in diesen Tagen der Oeffentlichkeit vorgelegt wird, wird euch zeigen, welchen ungeheuren Aufschwung eure Freizeitbewegung auch in den letzten 12 Monaten genommen hat. Eure Anteilnahme hat diese Erfolge ermöglicht. Deshalb begehen wir den 3. Jahrestag der NSG. „Kraft durch Freude" gemeinsam am Mittwoch, 2 5. November 1 9 3 6, bei der Festveran- staltung in der Dolkshalle. In einem „Großen, heiteren Wiener Abend", bei dem Johann Strauß mit seinem Orchester und andere Künstler Mitwirken, werden wir durch heitere Kunst neue Kraft für unsere Arbeit finden. Alle Volksgenossen sind freundlichst eingeladen, heil Hiller! Wagner, Kreisobmann der DAF. ch, wiederum Armbanduhr, es verschwill- ein Schlauch entschlossen if „geschickte* ch bei einem \?te hort ein te faputtge’ tf) in Bab Mörse, m ftbtn. ten ■ Üm verlaust ve in ßün' W er:- djarad' . 3 MärR izuzahlen. 1t achten" Mn s wieder c stau in Rfl? elt. Sie üb«1 Hösts 5 Mi! jung. Mit bc junge Mann \ Zolizei enblii t werden urt n seiner M j eutschland § | cht verurteil» • ibnis des Am ' sonstige Ui» J lis und olö i machte ab§ { >r Angeklas 5 Zuchthaus ml |;rt »öt IftÄ IN rN I N r i) R R» p Men IWbn». R Fi e ,N Pmiien/ Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 d,5l >1-8 Ufr? en (Selben nur wem« I 19. Man F Zu Te, alb bis verlust uii bung wich geklagte, fo l'o daß aus oben wuch 'ird also ii ch einmal $ 9er geheimnisvolle Gchuß. Von Edmund Zinke. 31 der ersten Hälfte Juli des Jahres 1935 ging bim Secret Intelligence Service (dem englischen Echeimdienst) seitens der Hafenbehörde von Skeg- ruß am The Wash, das ist die Bai, die sich an der Ollüste Englands tief zwischen die Grafschaften Lncolnshire und Norfolk ins Land schiebt, die Meldung zu, daß einige große Motorboote und eine Lmpfjacht dort anscheinend Vermessungen vornäh- mer, ohne die Erlaubnis zu haben. Die Fahrzeuge »-schwänden in die offene See hinaus, fo oft das Nzeiboot oder die Barkaffe der Hafenbehörde sich stn n zu nähern suche. 2 a es sich um Spionage im Dienste einer frern- dm Macht handeln konnte, wurden zwei Torpedo- boo-e nach Wells beordert, die in der Nacht vorn 11 auf den 15. Juli die verdächtigen Fahrzeuge in dir The-Wash-Bai stellten. Doch die Schiffspapiere ai:en in Ordnung, Jacht und Motorboote waren Egrntum eines gewissen Edward Coke, der lächelnd ooqcrb, nach dem sagenhaften Schatze Johanns odr- Land zu suchen. 2a der Geheimdienst Coke für eine suspekte Per- scaichkeit hielt, die, wie anzunehmen war, braven Wägern mit frech erlogenen Schatzgräbermärchen g^ere Summen aus der Tasche zog, wurde der M New Scotland Yard übergeben, wo ihn Harry Mon Paine, der technische Dezernent des Yard, Kr Bearbeitung überwiesen erhielt. «aine stellte nun vor allem fest, daß im Jahre 1216, als König Johann ohne Land mit Hilfe des Bannfluches Jnnocenz III. über Stephan Langton wi die aufsässigen Barone die Magna Charta rück- K zu machen suchte und auf diese Weise einen krieg entfesselte (in dessen Verlauf ihn übri- Krs der Tod ereilte), der König tatsächlich am Wash anwesend gewesen war. Er befand sich «nals schon auf der Flucht vor den Baronen und b-fchl, da das Westufer der Bai bereits besetzt war, jrsm Heer mit Troß und Wagen über die bei wie trockenliegende Bai zu marschieren. Johann l're Land führte alle seine Schätze mit sich. Da 7- Nordufer auf Lincolnshirer Boden ziemlich m aus dem Meere aufragt, staute sich die Ko- yiie und die Flut überraschte die Krieger des Eigs und den Troß, Taufende ertranken, und *e Kronjuwelen samt ungeheueren Geld- und ^verschätzen versanken im Sand und Schlamm der und warten bis heute daraus, von unterneh- krngslustigen Tauchern gehoben zu werden. Es ist nicht möglich, im Rahmen eines Aufsatzes die zahlreichen Wetterformen au behandeln, die die verschiedene Lage des Azorenhochs für unsere Gegend auslosen kann. Wir erwähnen nur einen im Winterhalbjahr verhältnismäßig häufigen Fall: Das Azorenhoch dehnt sich stark nordostwärts bis nach Südwesteuropa aus und läßt gleichzeitig die südlich Islands wandernden Tiefs (Schlechtwetterzonen) ostwärts nach Skandinavien — Rußland gleiten. In dem Augenblick besteht die Voraussetzung für den Zustrom sehr warmer, feuchter Luft aus fubtropifchen Breiten nach Westeuropa einerseits und den Zufluß kalter, grönländischer Luft gleichfalls nach Westeuropa andererseits. Die auf diese Weise zum Zusammenstoß kommenden, scharf entgegengesetzten Luftwaffen führen die Bildung der häufig im Wetterbild auftretenden Sturmwirbelkatastrophen herbei. So besitzt das Azoren- inselgebiet mit seinem Hoch eine indirekt beherrschende Stellung im europäischen Luftraum der nördlichen Erdhalbkugel. Es ist nicht übertrieben, von diesen Inseln zu sagen, daß sie den Wettergott Europas spielen, und es ist Aufgabe der Wissenschaft, hinter die Wesensart und Wirkungsweise dieser unsichtbaren Gewalten zu kommen, die uns so manche unangenehme, aber auch angenehme Ueberraschung bringen. Die Azoren als „Wetterinseln". Die meteorologische Wissenschaft von „Hoch" und „Tief". Von Walter Lammert. und, da von Künstlerhand entworfen und ausgeführt, so wertvoll, daß sie die Sammelwut zur Weißglut steigern werden. In zeitlicher Reihenfolge erleben wir den Werdegang des Verkehrs. Von den Germanenzügen angefangen über die Postkutsche bis zum „Fliegenden Hamburger" zeigen sie die Entwicklung des Reifens. Mehr fei nicht verraten, denn sonst wird das Legespiel zu leicht! Die hübschen „Fahrkarten" werden auch den Kindern (großen wie kleinen!) helle Freude machen, die gern mit der Eisenbahn spielen. Was nützt mir die schönste Eisenbahn, wenn meine Reisenden keine Fahrkarten haben? Muß nun noch über den Zweck der Spendenkarten etwas gesagt werden? Wohl kaum! So kann dann gleich zum Sammeln der Bildkarten übergegangen werden. Am 1. Dezember geht's los! Decke sich jeder ein! Ob wir wollen oder nicht, m diesem Winter heißt es überall: Wir fahren mit der Eisenbahn ... Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Musik: 15.30 Uhr Orchesterprobe im Singsaal des Lyzeums. — NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude: 20.30 Uhr 3. Jahresfeier, heiterer Wiener Abend mit Johann Strauß in der Volkshalle. — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Hänsel und Gretel", Märchenoper von Humperdinck. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das Mädchen Irene". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Donner, Blitz und Sonnenschein". — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr Dichter-Abend: Edwin Erich Dwin- ger lieft aus eigenen Werken in der Neuen Aula der Universität. — Biblische Woche der Luthergemeinde: 20 Uhr Vortrag von Pfarrer Marx, Friedberg, in der Kapelle des Alten Friedhofs über „Suchet zu allererst das Reich Gottes und feine Gerechtigkeit". Stadttheater Gießen: Heute abend findet die erste Wiederholung der Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. Hampel. Die Spielleitung führt Paul W r e d e. Anfang 19.30 Auf der Inselgruppe der Azoren, die zu Portugal gehört, ist ein weiteres großes Observatorium errichtet worden, das lediglich für den Dienst der Wetterkunde bestimmt ist. Das Jnselgebiet der Azoren ist der Mittelpunkt einer „Hochdruckzentrale", die maßgeblich für die Weiterbildung über dem Nordatlantik und in Europa ist. Das Wort „Azorenhoch" ist in den Wetterberichten aller europäischen Länder von ausschlaggebender Bedeutung. Die in den Wetterberichten jeden Tag erwähnte Ausdrücke „Hoch" und „Tief" hängen mit der Wttervorhersage unmittelbar zusammen, „Hoch" b^euiet die „Verdickung" einer großen Menge von LMtilchen, die Folge ist, daß unser Barometer qü „Schweremesser" in einem solchen Hoch entsprechend reagiert und eine höhere Luftdruckzahl avzibt. Man sagt dann, es gibt gutes Wetter, ut0 tatsächlich verbindet sich mit dem „Hoch" die ^enschaft, daß in feinem Bereich die Niederschläge n'-chlassen und der Himmel aufheitert. Im Gegensatz dazu ist ein „Ties" eine Gegend mit „dünner", atfingerer Luft und unser Barometer beginnt in feinem Bereich zu „fallen", das heißt, eine kleinere Mdruckzahl anzuzeigen. Im Tief herrscht trübes, rednerisches Wetter. Da die Windrichtung von der Inseitigen Lage von Hoch und Tief abhängig tarb und die Windrichtung selbst als Heranbringer ftbdener oder feuchter Lust für den Himmelszu- ftfnb wichtig ist, so ist leicht zu verstehen, daß die Knntnis der Lage von Hoch und Tief für bi Wettervorhersage Hauptvoraussetzung ist. * Bei den einzelnen Barometerstandsschwankungen, dS- wir von Tag zu Tag verfolgen, handelt es sich Mistens um sog. Teilhochs und Teiltiess, die auf urjer Wetter nur kurzen Einfluß haben und selbst am einer „Zentrale" gelenkt und beherrscht werden. Ühfeie Erdatmosphäre weist nur wenige solcher Antritten auf. Eine dieser, die ungemein umfänglich ist und im allgemeinen ständig das Wetter vom nioriatlantif und Europa bestimmt, ist die H 0 ch - lirucf 3 e n tr a I e im weiten Raume der Azoren- $'it|tn. Dieses Hochdruckgebiet, das man mit einem nättigen luftgefüllten Gummiball vergleichen 15mte, schrumpft zeitweise stark zusammen, plustert sh zuweilen aber auf, stoßt dann nach allen Rich- t.ingcn, insbesondere nach dem Nordatlantik und Ekiiblvesteuropa, „Ausläufer" aus und vollführt gleichzeitig Atemzügen ähnliche Bewegungen, auf die Die gesamte „Nachbarschaft" bis zur Z e n - tu: a. e „Islandtief" reagiert. So kommt es, d0-ß je nach dem Verhalten des Azorenhochs auch düe Bewegung der Teilhochs vor sich gehen. Selbst bie mächtigen Tiefs, die über dem Nordatlantik nach Gfurtpa wandern und uns so oft Sturm und Ream Dringen, sind im Grunde genommen von dem jeweiligen Energiegrad des Azorenhochs in ihrer eieren Bewegungsfreiheit und Zugrichtung ab- Wncig. —Öf I 42,1 I 0,U9 1 3,053 Ä 11-62 135- f 13,11 I 0,213 I 5,66< 61 j i 42.05 I i&5 il'Z I 22-Z I 8,2» I j,i* i Wer Wn Wen, fo H Wkröstig oh Mrteil burj Wchten. D-g Mngeklogt«, | zweijelchei. Wie Beftinv W Angellaz. >icht erfchöp. Urner MM eit zu neun Uhr. Ende 2130 Uhr. Mittwoch-Miete. 10. Vorstellung. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Vorstellung am Samstag, 28. November, von „Figaros Hochzeit", Oper von W. A. Mozart, um 19.30 Uhr beginnt, um den auswärtigen Besuchern die Möglichkeit einer früheren Rückreise zu bieten. Die Aufführung endet um 22.45 Uhr. Die Vor- stellung findet für den Theaterring der NS.-Kul- turgemeinde statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen nur an der Abendkasse. Hitler-Lugend Bann 116 Gießen. Betr.: Spielfchar I. 3te Spielschar I (MHI., Nachrichten-, Flieger-, und Motorschar) tritt Donnerstag, 26. November, 20 Uhr an der Banndienststelle, Wartweg 19, an. Dorträge überNahrung undErncihrung Nahrung und Ernährung ist durch den Vierjahresplan des Führers zu einer wichtigen Angelegenheit des deutschen Volkes geworden. m!8ern M &r mi 'Wen, J .°ul her St Berber w L n der N WbsV 'N W ÄS hQ’®ert w «a. Der Vater hatte i die letzten Rückstän i — w e; tomafe iieix dxWx u\ tii W diesen MndnW bi'im und Mrstzrm. tiiirn Bahnbau der 5 in unseren einstigen Kolonien dar, und er brach; einwandfrei den Nachweis dafür, daß jene marn stische Kritik auf keinerlei Sachkenntnis begrün^ war. Im Geiste machte man dann die Reise des tragenden durch Südafrika bis nach Kapstadt nr wobei man ebenfalls über Land und Leute, kehr und Wirtschaftskultur, Bevölkerungsfra- • usw. viel Interessantes zu hören bekam. Unter b;- aleichen Gesichtspunkten wickelte sich die Reise vs° Kapstadt durch die englische Kronkolonie Rhode ab, wobei der Vortragende bei einem kurzen Ri blick auf die Entstehungsgeschichte jener Kolonie das erstmalige koloniale Auftreten des deuts Volkes an der afrikanischen Ostküste klar ma welche Chancen Deutschland etwa um die des vorigen Jahrhunderts in jenem Erdteil an Hand hatte, aber durch die damalige Uninteressi heit an den kolonialen Dingen nicht zu nützen v stand. Weiter ging die Reise durch das bei Kongo-Gebiet und schließlich nach der Ueberfa über den Tanganjika-See durch unser frü Deutsch-Ostafrika. Von diesem Lande berichtete Vortragende wiederum so eingehend, wie aus serem einstigen Kolonialbesitz in Südwest. M» lernte dabei die Landschaft in ihren wichtigst Erscheinungen und Lebensgrundlagen kennen, ® fuhr von ihren Schönheiten und von ihren Na» teilen, nahm an einer Reise in das Kilimandscharo. Gebiet teil, konnte sich auf einer Kaffeeplantca umschauen und auch den Urwald in feinen de» schiebeneu Arten kennenlernen. Am Schlüsse gini; die Fahrt zurück zur Küste, wobei der 23orfragenh bei der Schilderung seines Besuches in Darcs Salam Erinnerungen an die Kriegszeit, insbefom dere an die siegreiche Abwehrschlacht bei Tanz gab. Den Aus klang des Vortrages bildete ein grofr? Gesamtüberblick über die Bedeutung des kolonial besitzes für ein Volk, insbesondere auch für unfe- deutsches Volk. Dabei wurde klargemacht, welch: Entwicklungsmöglichkeiten unser Volk mit dem Verlust seiner Kolonien eingebüßt hat, zugleich auft die Wichtigkeit und Berechtigung des Kolonialgeda^ kens bargelegt. Die Versammlung dankte dem Mi ner, der seine Schilderungen durch die VorführuiH schöner Lichtbilder bereicherte, mit lebhaften BeifM Hierauf wurde der Abend vom komm. Kamera!» Müde und langsam kehrte er in das Verwaltungsgebäude zu feiner Arbeit zurück. X. Mit großen, harten Schritten, im Blick und Gesichtsausdruck die Zielsicherheit ihrer bereits fest gefaßten Pläne, betrat Olga Willnoff wenige Minuten nach ihrer Rückkunft den von großstädtischem Leben wimmelnden Wartesaal des Hauptbahnhofs. An einem kleinen Tisch nahm sie Platz, bestellte sich starken Kaffee. Ehe sie an die Ausführung ihrer Pläne ging, mußte sie noch einmal alle Möglichkeiten und Wege in Ruhe überlegen! Das Wichtigste war dabei zunächst einmal ihr Besuch bei Rammelt! Alles hing nun davon ab, ob sie den Einblick in das Gutachten, das ihr wiederum Walter Brands Ergebenheit versichern sollte, geschickt genug mit der Ent- deckung von Jannas und Gerhard Brands Be- Ziehungen zueinander zu verbinden ober gegenein- anber auszuspielen verstanb! Sie fragte sich, ob es geraten wäre, jetzt gleich hinauszufahren ober ben Adenb abzuwarten wenn bie Wahrscheinlichkeit, Rammelt zu Hause anzutreffen, bebeutenb großer war. Nach kurzem Ueberlegen entschieb sie sich hierfür. Nur jetzt nicht voreilig fein, bachte sie. So las sie Zeitungen, vertrieb sich bie Zeit so gut es gehen wollte, unb beschloß schließlich,' bie restlichen Stunben ins Kino zu gehen, wo ihr bie Zeit am schnellsten vergehen würbe. Als sie zwei Stunben barauf im Autobus saß der sie in schneller Fahrt in bie Nähe ber Sieb» hingen am Ranbe ber Vorstabt trug, in ber Ram- melts Villa gelegen war, hatte bie Dunkelheit be- reüs eingesetzt. Eine schwere, feuchte Luft, Nebel unb Tauwetter verratend, quoll Olga entgegen, als sie dem In- neren des Wagens entflieg. Dis zu Kommens Haus zu gehen, nahm etwa noch eine Viertelstunde in Anspruch, keine erfreu» lüfte Aussicht bei diesem Wetter unb einer solch einsamen Gegenb! 1 Trotzbem empfanb Olga weit eher Aerger als Grauen über ben einsamen, schneenassen Weg Sie hätte boch lieber ein Taxi nehmen sollen dacht sie unzuftieden, während sich ihr Unmut mit jedem Schritt, ben sie in bem feuchten, sich unter ihren Absätzen ballenden Schnee tat, noch ver» größerte. Walter Brand brach plötzlich abrupt ab. Wie blitzartig entstand vor ihm das Bild Olgas, ihre verlockende, verführerische Gestalt? Gerade in diesem Augenblick verhandelte sie vielleicht mtt bem Bevoll- mächtigten... Warum, warum nur hatte sie ihn ohne Nachricht gelassen! War es nicht bas am meisten, was ihn quälte, mehr fast als alle Sorgen zusammen?-- „Wir wollen ben Brief von gestern beenben!" sagte er plötzlich mit heiserer Stimme, immer noch starr vor sich hinsehenb. Betrübt senkte Inge Schlicht bie Augen, griff bann in bie Tasten ber Schreibmaschine, um bas Diktat aufzunehmen. Doch auch jetzt blieb Walter Branb nicht lange bei seiner Arbeit. Fast mitten im Satz anhaltend, griff er nach feinem Hut unb verließ mit bem zwischen ben Zähnen hervorgestoßenen, halb erstickten Ausruf: „Ich halte bas nicht länger aus!" bas Büro. Kopffchüttelnb unb mit bem Ausbruck tiefsten Mitgefühls sah Inge Schlicht ihm nach.-- „Kur wenige Schritte von bem Verwaltungsge- bäube ber Branb A.-G. befanb sich eine öffentliche Fernsprechzelle. Zu biefer lenkte Walter Brand seine Schritte. Er wollte allein sein, ungestört mit Olga Will» noff sprechen können! Vielleicht war sie boch schon wieder zu Hause oder hatte sich wenigstens angemeldet! Mit hastigen Fingern wählte er bie Nummer. Fast augenblicklich melbete sich bie bünne Stimme ber Justizrätin. „2lch, Herr Generalbirektor persönlich! Womit kann ich Ihnen bienen, Herr Generaldirektor?" „Haben Sie schon Nachricht von Ihrem Fräulein Tochter?" stieß Walter Branb eilig bie Worte her- vor. „Nachricht von Olga? Leider nein, Herr Generaldirektor. Noch gar keine Nachricht! Wir nehmen an, daß sie Herrn Doktor Rammelt gestern noch nicht hat sprechen können!" Unmutig hängte Walter Brand nach kurzem Dank wieder an. So half es eben nichts. Er mußte in Geduld warten, bis Olga selbst zurückkam. Unb boch, schoß es ihm wie eine Enttäuschung burch ben Kopf, — — wenigstens eine kurze Nachricht oon ihr hatte er boch erhofft gehabt, wenigstens einen persönlichen Gruß, wenn sie geschäftlich auch noch nichts hatte erreichen können. bie bringende Notwendigkeit ber pünktlichen Beitragszahlung, ba bie Rechte jebes Mitgliebs nur bann voll gewahrt werben können, wenn bie Beiträge orbnungsmäßia unb pünktlich geleistet werben; bas ist besonders wichtig im Hinblick auf Todesfälle. Weiter wurde bekanntgegeben, daß ber Kame- rabfchaftsführer in Zukunft öfter (etwa alle sechs bis acht Wochen) Versammlungen ber Kamerlä- schaft anberaumen will, in benen bie Rebner Vorträge ber verschiedensten Art halten unb baburch ben Besuchern guten geistigen Gewinn bieten sollen. Lichtbildervortrag von Kam. Prof. Hummel. Jrn Anschluß an die bienstlichen Mitteilungen hielt Karn. Prof. Dr. Hummel, Gießen, einen fesselnben Lichtbildervortrag über feine Reise burch Afrika. Der Vortragenbe verstanb es, ben aufmerksamen Zuhörern in übersichtlicher Weise Erlebnisse unb Einbrücke von feiner Afrika-Reise im Jahre 1929 zu vermitteln. Die Reise führte Professor H u m m e I burch unser früheres Deutsch-Sübwest- afrika, bann burch Sübafrifd, weiter burch bie englische Kronkolonie Rhobesien, fobann burch bas Kongogebiet unb schließlich burch unsere frühere Kolonie Deutsch - Ostaftika. Anschaulich wußte ber Vortragenbe zunächst Land unb Leute Deutsch- Südwestafrikas zu schilbern, angefangen in Swa- fopmunb, bann ben etwa 50 Kilometer breiten Sanbwüstengürtel, weiter hinein in bas allmählich immer fruchtbarer merbenbe Innere bes Laubes mit seinem Diehreichtum unb mit ben verschie- benften Negervölkern, die dort ihr Leben führen, sodann Leben und Wirken ber Europäer, unter denen auch heute noch bie Deutschen einen großen Anteil haben. Man erhielt weiterhin interessante Aufichlüfse über bas Verkehrswesen, z. B. Eisenbahn, Auto, Ochsengespanne usw., erfuhr mancherlei von ber industriellen Arbeit im Laube, insbesondere z. B. vom Kupferbergbau unb von ben bamit zusammeuhäugeuben Arbeitersieblungen ber Neger, sowie deren Existenzbebiuguugeu, bie mit ber heimatlichen Scholle eng verbunden finb und nur in ausgesprochenen Größstäbteu, wie z. B. in Kapstabt, ein schwarzes Proletariat entstehen, im übrigen aber biese üble Erscheinung bes Volkslebens nirgenbnju auffommc.t ließen. In biefem Zusammenhänge legte ber Vortragenbe bie völlige Unrichtigkeit ber in früheren Jahren geübten mar» xistischeu Kritik an ber Verwaltung unb dem Leben Doch endlich tauchten auch bie Lichter ber Siedlung auf. Dann schon, etwas abseits unb schon nw ber näher ber Vorstabt zu, erkannte sie bie Umrifa ber Rammeltscheu unb Bergmaunscheu Dillen. Aufatmeub zog sie wenige Minuten später di« Klingel, neben der in großen schwarzen Setterr der Name Rammelt angebracht war. Ralf Rammelt blieb, bie Türklinke zu seinem Arbeitszimmer in ber Hanb, mit 30rngeröteter: Stirne stehen. „Wie oft soll ich es Ihnen noch sagen, Paulina baß Sie in meiner Abwesenheit niemanden mein Arbeitszimmer zu führen haben!" „Aber Fräulein Willnoff ist boch gerabe erst w* gekommen, unb ich bachte boch, Fräulein Willnow konnte..." „Sie haben gar nichts zu benfen, sondern sch nach meinen Angaben zu richten! Ein für allemal 2ch hoffe. Sie haben mich jetzt verstauben, Pauline!" jawohl, Herr Doktor!" Voller Verlegenheit wagte Pauline kaum aufzu» blicken. „Also gehen Sie jetzt zu Fräulein Willnoff hinein, unb faaen Sie ihr, baß ich mich nur noch un^ Ziehe, unb bann sofort zu ihrer Verfügung stehe! Bereits während Rammelt bie Treppe zu seinem Schlafzimmer hinaufstieg, legte sich ber augenblM- liche Unmut, ben er über Paulines Nachlässiqleitl empfunden hatte. Er vergegenwärtigte sich DlflQI Willnoffs seltsames Gesicht, ihre rätselhaften 2Iug^ fragte sich unwillkürlich, was sie wohl hergefuh"ii haben mochte. Ob sie vielleicht Ianua bei ihm vei- mutete. Doch Ianua würbe ihr gewiß längst r,0lT1 Oberhof aus geschrieben haben! Nun, er wurde e- ja erfahren! „Iebenfalls keine unangenehme Abwechslung!" sagte er laut vor sich hin, während ea sich eine elegante Krawatte band. . Seltsam eigentlich, baß Ianua unb Olga Freundinnen waren? bachte Ralf seine Gebauten weitet. Wie anbers war Olga Willnoff als Ianua, Verein Schönheit fast zu ruhig war, nicht reizte unb lock!« wie bie Olgas, beren ganze Person immer von ei“ was Geheimnisvollem, Erregendem umroittern schien! Unb wie anbers war auch Olga in ihre» Art, wie anbers als Ianua mit ihren erobern Empfinblichkeiteu, ihrer engen Vorstellung voin Liebe unb Ehe, ihrer Nüchternheit-, bie feinen Ehrgeiz, fein Temperament, feine Pläne niemals verstehen würbe ... ^Fortsetzung folgt.) ch sehnte. Rauh w s igeitbjahre. Trotz H Mite sich 2ost S, in -En, der seinem kei äs Hit machte. So stv; gmzen seitherige hu! gmesen. Roch he: st. Hohrs Alter berück igig rüstigen Eindri. Wich herangereift n Sie fe? K'KS f.f man die Är* n)olüe m>en th< MWh auf machen- f£ h’--Ä «k leine B-r- ZL’to Kni ’n',? Illi 25 Jahre im Dienste der Volksgesundheit Oberheffen 95 Jahre alt. bildete ein- ßlejifen Einwohnern hohes Ansehen genießt, hat mg des K e n arbeitsreiches, wechselvolles Leben hinter sich. qte am gefir rnößia rüstigen Eindruck. >G non V "iUWln'g herangereift war ne kaB ..................................................................................................................... llllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll laaregsa] und zum Bauen » die neu ik N. Töt/. . i m e r c: nus, C,;<- Schotten, esorbnung X ömt", mV t, wie dit k SeinitnM m und Mi.' Cir stammt aus dem „Fritzelschen" Hause in der ^iegngasse. Am 25. November 1841 wurde er ge- hrei. Schon in früher Jugend verlor er die Mutier. 2a es in dem landwirtschaftlichen Betrieb des Lechwerden der Fischereipächter über das Fisch- Verben in der Nidda durch Abwässer hr Hefrag in Wölfersheim hatten den Crclg, daß das Werk jetzt eine Anlage errichtete, h der den Abwässern vor dem Ablassen in den s'lchlauf das für die Fische so gefährliche Phenol 'n3ogen wird. Nunmehr dürfte ein Fischsterben in re' Nidda wohl nicht mehr vorkommen. ihren' P ^liniani'. V Kaffees r 'n sei^ 1 der SÖortr uches va J 'egszeit, ifc chlacht bei - s atirs immer sehr viel zu tun gab, mußten er und s 'm Bruder während der Schuljahre tüchtig mit- rljn. An eine sorgsame Pflege und häusliche Be- reung war infolgedessen nicht zu denken. Oft ver- iifen die beiden Buben die lindernde Hand der 'Mer und ein gutes Wort, nach dem sich ihr Kin- i.rchrz sehnte. Rauh wuchsen sie auf, hart waren ine Jugendjahre. Trotz dieser freudlosen Jugendzeit eiwickelte sich Jost Scheid zu einem stämmigen Lurchen, der seinem kerngesunden Bauerngeschlecht c'le Ehre machte. So ist er denn auch während fite ganzen seitherigen Lebens niemals ernstlich 3. Erste Hilfe bei den Erkrankungen in der Familie. 4. Hautpflege, Atmung und Schönheit. 5. Licht, Luft und Sonnenbad. 6. Die Ernährung des gesunden und kranken Menschen. Es waren einige 30 auswärtige Redner, Aerzte, Lehrer, Heilpraktiker und Wanderredner tätig. Um die Bedeutung der Frau, als Hüterin der Volksgesundheit, besonders zu würdigen, bildete sich eine Frauengruppe aus erfahrenen Müttern. Einige der älteren Mitglieder nahmen sich in dankenswerterweise der Jugend an und wanderten mit ihr. Zu fröhlicher Geselligkeit fanden sich die Mitglieder und Freunde hin und wieder zusammen, und so wurde in Unterhaltung und ernster Arbeit für die Gedanken geworben, die den einzelnen selbst für seine Gesundheit verantwortlich machen. Der Mensch muh lernen, mit der ihm zur Verfügung stehenden Lebenskraft Haus halten. Einnahme und Ausgabe müssen sich die Wage halten. Heilmittel, im Sinne von Zaubermitteln, gibt es nicht. Die Kräfte, wie Licht, Luft, Wasser, Erde, Ernährung, Ruhe und Bewegung, die unser Leben erhalten, sind auch ausreichend, um den erkrankten Menschen wieder zurecht zu helfen. Am Ende der ersten 25 Jahre bekennt der Verein in dankbarer Freude, daß die Gedanken, die einst ängstlich und zaghaft von seinen Mitgliedern verbreitet und die von den vergangenen Regierungen bewußt und unbewußt bekämpft wurden, durch unsere jetzige Regierung Anerkennung finden. Unser Führer, der Stellvertreter des Führers, Gauleiter Streicher setzten sich dafür ein, daß die Dolksheil- weisen in der Medizin nutzbar gemacht werden. dade-EmiMngen Gasherde, Wasch- u. Svültische K. Kolb 3. Thörner Aachs. Lndwiastraßk» 40 Nuk 3355 Lichter der c : s unb schoi' - e sie die Ut scheu Biller tuten fpi^ parzen » oar. rchengesanff hielt bann t aus bem V te bie eint erläutert!" n ber drS eichsinuM Butzbach, 24.Noo. (LPD.) Bei einer Feuer- vchrübung geriet hier am Montagabend eine Leiter mit der Hochspannungsleitung in Berührung. Der an der Leiter stehende Wehr- mtnn Wilhelm Berner, der mit dem Aufwinden Vir Leiter beschäftigt war, kam durch die Eisenteile kl Feuerwehrleiter mit dem Strom in Verbindung inj wurde auf der Stelle getötet. Zwei Käme- ulen, die ihm zu Hilfe eilten, erlitten leichtere Verletzungen. !)jt hat Herr Scheid manches interessante Erleb- Ü5 aus seiner Müllerburschenzeit erzählt. So kam is sucht selten vor, daß der Müllerwagen auf den men Ueberlandfahrten steckenblieb, da es ja da- nas noch keine Straßen im heutigen Sinne gab inl die Wege oft grundlos und voller Schlaglöcher Dien. Dann mußten die schweren Säcke abge- Än und die schlechten Wegstrecken mehrmals pas- iet werden. Mit 36 Jahren heiratete Herr Scheld. öi|5 der Ehe gingen drei Kinder hervor, ein Mäd- hy und zwei Knaben, wovon der eine schon im Mir von zwei Jahren verstarb. Die beiden übri- gin Kinder leben heute noch, und zwar in recht pnihn Verhältnissen. Jost Scheld war lange Jahre im mihenoorstand tätig. In den Gemeinderat wurde er Dreimal gewählt. Durch Fleiß, Sparsamkeit, 2i:Eraft und Hilfsbereitschaft hat sich der Jubilar die Achtung der gesamten Einwohnerschaft erwor- t-r. D dlicher Llnfall eines Feuerwehrmanns linke zu ) ( üt zo>E j sagen-I nienw I ben!\ I gerabe ft | raulein > * PN.! I n % »Harbach, 25. Nov. Heute feiert unser älte- ' M Einwohner, Landwirt I o st Scheld, seinen £15. Geburtstag. Der Jubilar, der unter den EH lolon'e reni wi Eft bes di- I Um dir > p Erdteil' Sintern p; öu nüi? M bas b(. P d°r II,t, Inh x t vci 4J|ichc utt ujniHueuec uienien. yer» Inh beri(J,tl; glt'se» seien auch nicht die überaus wichtigen mehr- [n^_*Die 66 atenilichen Lehrkurse. Im ganzen waren es zwölf, mdweft, W gehalten wurden, über Themen, wie z. B.: 1. ' "" l';t praktischen Anwendungsformen des Naturheil- vfkfchrens. 2. Gesundheitspflege in der Familie. -ule. llichen als Gießa 'e auch für; argemacht,, mit bei >ah zuglei- Kolonie 1 bankte der h die Dom lebhaften 8r komm. Äni üblichen W a»fnt£rffam zu machen, feien nur einige der The- MkN hier genannt: 1. Behandlung und Heilung der xMkulose mit natürlichen Mitteln. 2. Der Kampf giifln Unzucht und Geschlechtskrankheiten. 3. Wege tzekämpsung des Krebses. 4. Die Arterienver- Mfo und wie man ihr begegnen muß. 5. Natür- liige Verjüngung. 6. Wie gewinne und erhalte ich Au'uiöe und starke Nerven? usw. Außerdem fan- böi etwa 200 kleine Veranstaltungen statt, die im frflpflberen der Pflege der Mitglieder dienten. Ver- bei Naturheiloerein Gießen kann in diesen Tagen man uns schreibt — auf sein 25jähriges Be- ftHjor zurückblicken. Nur wenige beherzte Männer uw grauen waren es, die sich im November 1911 n! riem Naturheilverein zusammenschlossen. Sie Mllin die Gedanken einer vernünftigen Lebens- ut(b natürlichen Hellweise kennen lernen und dafür ^rbin. Es galt, durch Wort und Schrift, Gedan- kMistausch und Erfahrung für bessere eigene Ge- liKdiiit zu sorgen und die eigene Familie möglichst Vr ttankheit zu bewahren. Wie es ja ganz na- ist, wollte man die eigenen guten Erfahrun- qjn iuä) anderen Menschen mitteilen, und so trat ferein in eine große und erfolgreiche Werbe- ein. Es wurden im Laufe der Jahre etwa 6ii gn&e öffentliche Vorträge in unserer Stadt ge- HM, die sich eines guten Besuches erfreuten. Um auf Die Bedeutung der Arbeit des Vereins kN) erC nntnii'*!' '^en mi|k fenna n Kein Fischsterben mehr in der Nidda. Bin für LPD. Friedberg, 24. Nov. Die jahrelangen erjtaiM e 6' ---- ' •* " n h nur trfügunfl reppe C Löwen--rog. Kilbinger, Se tenw.69, Drog.WinterhoH. KrenzplatzlO. Festnahme eines ^steklameschwindlers. Friedberg, 24. Nov. (LPD.) Die hiesige Kriminalpolizei nahm den steckbrieflich gesuchten Betrüger Herbert Koziol aus Beuthen fest, der seit etwa fünf Monaten in zahlreichen Gegenden Deutschlands Schwindeleien in großem Ausmaße beging. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt, das Haftbefehl gegen ihn erließ. Koziol hatte sich als Reklamevermieter ausgegeben und war jeweils, nachdem er entsprechende Beträge für die im voraus zu entrichtende Miete einkassiert hatte, verschwunden. Nur noch gegen Barzahlung. )) Lauterbach, 24. Nov. Die Schuhmacher-Innung des Kreises Lauterbach gibt bekannt, daß ab 1. Dezember dieses Jahres kein Jnnungsmitglied mehr Waren und Arbeiten abliefern darf, wenn nicht sofort bar bezahlt wird. Da jedes Jnnungsmitglied zur Einhaltung dieses Beschlusses gezwungen ist, ist ein Abwandern der Kundschaft nicht möglich. Auf diese Art Hilst sich ein Handwerk, das durch das eingerissene Borgunwesen so zu leiden hatte, daß mancher Schuhmacher nicyt mehr in der Lage war, Ware oder Rohmaterial zu kaufen. (Einen gleichen Beschluß hat die Schuhmacher-Innung für den Kreis Gießen bereits ab 1. November in Kraft gefetzt. Die Schriftltg.) Weihnachtsmeste des Handwerks in Lauterbach. }) Lauterbach, 24. Nov. In der Zeit vom 8. bis 22. Dezember wird das Handwerk des Kreises Lauterbach in der Kreisstadt eine Weihnachtsausstellung veranstalten. Diesmal ist nicht nur das Kunstgewerbe zugelassen, sondern jede gute Handwerksarbeit, die allerdings vor der Aufnahme erst durch einen Ausschuß geprüft werden wird. Die Schau, die als Verkaufsmesse gedacht ist, soll u. a. ein fertiges, in Gemeinschaftsarbeit hergestelltes Bauernzimmer in neuer, ansprechender Form bringen. Landkreis (Sieben 8 Alten-Buseck. 24 Nov Gestern wurde im hiesigen Gemeindewald mit den Holzfäl - lungsarbeiten begonnen. Es sollen im Lause des Winters ungefähr 1400 Meter Nutz- und Brennholz gefällt werden Daß sich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nur wenige zu Den Fällungsarbeiten aemeldet haben, beweist, daß in unserem Orte die Arbeitslosigkeit fast völlig behoben ist. — Dieser Tage sand die Luftschutz-Grundschulung mit dem 8. Schulungsabend ihren Abschluß. Der Ortsgruppenführer des Luftschutzes. Dr. Haas, erklärte in einem längeren Vortrag den Zweck und die Durchführung von Hausübungen und sprach über das Verhalten der Hausgemeinschaft, über die Tätigkeit der Selbstschutzkräfte und über das Verhalten tm Schutzraum während Luftgefahr und Fliegerangriffen. An seine Ausführungen schloß sich eine kurze Hausübung der anwesenden Luftschutzhauswarte an. In üblicher Weise schloß dann Dr. Haas den Lehrgang mit einem Hinweis auf die Wichtigkeit derartiger Schulungen für das gesamte Volk. )) Lollar, 24. Noo. Zur Zeit werden die Kurven an der Landstraße zwischen unserem Dorfe und Kirchberg erweitert. Die scharfe und unübersichtliche Doppelkurve bei Kirchberg, die die Ursache schon vieler Unfälle gewesen ist, wird durch Verbreiterung der Straße bis zu acht Meter fast vollständig beseitigt. — Zu einem schweren Unfall hätte eine der morschen, vom Wind geknickten Pappeln, die auf der Straße zwischen Trais und Mainzlar bis in der Fahrbahn lag, führen können. Der Geselle eines hiesigen Schlossermeisters wollte mit dessen Auto einem ent- i oohl & | I« bl,r£■ I -M 6 de» $ i Ä 7KI öd 'S f äJd 1 ■eppe o / j w* - H‘ | ft- f-chl gewesen. Noch heute macht er — wenn man f|iin hohes Alter berücksichtigt — einen verhältnis- mäßig rüstigen Eindruck. Als Jost Scheld zum iisiin'g herangereift war, mußte er auf Verdienst rjü* j)je Llstia. Der Vater hatte gebaut und brauchte Geld, Gießen, bie t «F die letzten Rückstände zu begleichen. So ging ml StT- ro‘e 65 damals Sitte war — den Winter whc. 2?" E" als Drescher in die Wetterauer Bauerndörfer. -luf diesen Wanderfahrten kam er bis nach Hatters- Biein und Flörsheim. Vorübergehend war er auch tiein Bahnbau der Strecke Gießen—Fulda beschäftigt. Dann ging er als Taglöhner in die Kolben- iMe bei Ettinashaufen, aus der er nach einigen Staren die Müllerstochter als Gattin heimführte. Die führende naturkundliche Monatsschrift! „Der Naturforscher" :SI 2 w. Bebllberte Monattschrlst für das gesamte Gebiet der Naturwlssenschasten und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgegeben von Oberstudienrat Or.3R.Hein und Prof. Or. W. Schoemchen. .Der Naturforscher ' unterrichtet fortlaufend in Sild und Wort über bie Ergebnisse der neuesten Seobachtungen und Forschungm aus asten Gebieten der Naturwlffenschasten und Technik. Gr ist die verständliche, ober hochwertige naturwissenschastliche Wonatsschrist für Listig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Auf- outz, falbem auf Gehalt eingestellt ist. DierteljährlicherSezugsprels: IM.230. — Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. — Oer Sezug kann durch jede Suchhandlung erfolgen. Hugo Bermühler Derlag/Berlin-Lichterfelde gegenkommenden Kraftwagen ausweichen, wurde aber von dem Lichtschein geblendet, so daß er den Stamm nicht sah, dagegen rannte und dann noch an einen Baum stieß. Der Wagen wurde erheb- lich beschädigt, der Fahrer blieb zum Glück unverletzt. * Lollar, 25. Nov. Der Geflügel- und Brieftaubenzuchtverein Lollar veranstaltet im Januar 1937 eine große lokale Ausstellung, zu der bis jetzt bereits 200 Tiere gemeldet sind. § Queckborn, 24. Nov. Gestern abend fand auch in unserem Dorfe eine Verdunkelungsübung statt. Dank dem Verständnis der Einwohner für die Wichtigkeit einer solchen Ucbung lag das ganze Dorf vollkommen abgedunkelt. Die Patrouillen gingen in einzelne Häuser, um sich zu überzeugen, daß die Anordnungen gut eingehalten waren. Man war aber gern allen Verfügungen nachgekommen, innen brannten wohl die Lampen, aber von außen sah man keinen Lichtschein. Autofahrer.. die von Grünberg kamen, berichteten, daß man keine Lichter in unserem Ort hätte wahrnehmen können. Die Uebung wäre noch eindrucksvoller verlaufen, wenn keine so klare, mondhelle Nacht gewesen märe, Im Anschluß an die Uebung fand eine Schulung f ü r Luftschutz statt, die von Vertretern des Luftschutzbezirks Grünberg abgehalten wurde. — Die Jungmädel sammelten am vorigen Samstag für das W H W. drei Körbe voll Kinderwäsche. Sie waren mit gleichem Eifer bei der Arbeit, wie damals die Pimpfe des Jungvolks bei der Brotsammlung. = Allendorf (Lahn), 25. Nov. Am morgigen Donnerstag begeht der Veteran Heinrich Häuser von hier seinen 9 0. Geburtstag. Er hat die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht. Aktiv diente er beim Hessischen Jägerbataillon in Marburg. Er ist der letzte Veteran in unserer Gemeinde, gleichzeitig auch der älteste Einwohner. * Watzenborn-Steinberg, 24. Noo. Ein nicht alltägliches Erlebnis war aus Anlaß des vergangenen Totensonntags der evangelischen Gemeinde unseres Ortes beschieden. Schon lange vor Beginn war das Gotteshaus bei weitem überfüllt. Niemand konnte mehr Einlaß finden. Kaum konnte der Geistliche bis zur Kanzel Vordringen. Vor dem Gotteshaus standen noch viele Kirchenbesucher. In Rücksicht auf diese entschloß man sich, im Geiste der Nächstenliebe und der Volksgemeinschaft, den G o t - tesdienst völlig ins Freie zu verlegen. Trotz der empfindlichen Kälte harrte jedermann aus. Anschließend on den Gottesdienst sand noch eine kurze Feier am Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges statt, so daß die andächtige Gemeinde insgesamt anderthalb Stunden im Freien aushielt. s. Lang-Göns, 24. Noo. Seit einigen Tagen herrscht in unserer Gemeinde unter den jüngeren Kindern eine st arke Grippe-Epidemie. In den beiden unteren Schulklassen fehlt beinahe die Hälfte aller Schüler. Doch ist der Verlauf der Krankheit bis jetzt ziemlich harmlos. * Lang-Göns, 24. Noo. Auch in unserem Dorfe war seither noch ein Pferd, das den ganzen Krieg mitgemacht hatte und da» Gnadenbrot erhielt. Der Besitzer, Gastwirt Alfred Rompf, mußte es nun vor einigen Tagen wegen Altersschwäche erschießen lassen. I Ober-Bessingen, 25.Noo. Im Saale von Keil fand eine Filmvorführung statt, die sehr gut besucht war. Der erste Film zeigte die herrlichen deutschen Wintersportgebiete und gefiel sehr gut. Auch der zweite Film unter dem Titel „Soldaten — Kameraden" wurde mit großem Beifall aufgenommen. — Die Holzhauerarbei» t e n haben in den hiesigen Waldungen ihren Anfang genommen. (D Bellersheim, 24.Nov. Bei der Treibjagd im hiesigen Walde wurden neun Hasen und zwei Füchse zur Strecke gebracht. Mehr Glück hatten die Jagdpächter bei einem vor einigen Tagen Dorgenommenen Trieb in dem Wiesengrund (Ried), bei dem 18 Hasen erlegt w"rden konnten. * Hungen, 23. Nov. Bei Holzfällungsarbeiten im hiesigen Gemeindewald wurde gestern der 17 Jahre alte Heinrich Schuld von hier von einem Ast eines stürzenden Baumes so unglücklich getroffen, daß der bedauernswerte junge Mann mit einem Schädelbruch nach der Chirurgischen Klinik in Gießen gebracht werden mußte. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut. Preußen. 1938 Deutsches Sängerfest in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 24. Nov. Auf der Jahreshauptversammlung des Sängerkreises 14 Frankfurt wurde erstmalig der Plan bekanntgegeben, im Jahre 1938 ein großes Deutsches Sänger- fest zu veranstalten zur Erinnerung an das vor 100 Jahren in Frankfurt a. M. vom 28. bis 30. Juli 1838 veranstaltete „Allgemeine deutsche Sängerfest", das erste Sängerfest in Deutschland. Aus dem Ueberschuß dieses ersten Sängersestes wurde die Mozartstiftung gegründet, die bis zum heutigen Tage ihre Aufgabe, junge deutsche Musiker zu fördern und ihnen das Studium zu ermöglichen, erfüllt. Das große deutsche Sängerfest 1938 wird gemeinsam mit der Mozartstiftung durchgeführt werden. Kreis Marburg. * Sichertshausen, 25. Noo. Am morgigen Donnerstag können die Eheleute Fr. H e 11 ch e das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. SJl.-tfpOTt Arbeitstagung des Kachamts Turnen im Kreis 11, Wetterau-Dogelsberg. Der Führerrina des Kreisfachamtes Turnen des Kreises 11 Friedberg (Dogelsberg-Wetterau) führte in der Turnhalle der Bad-Nauheimer Turngemeinde eine Arbeitstaguna durch, an der außer dem Mitarbeiterstabe des Kreisfachamtsleiters auch eine Anzahl verdienter Turner aus dem Kreise teilnahm. Eine kurze Feier gab der Tagung die Einstimmung. Sodann entbot Kreisfachamtsleiter Dr. med. Siegert (Stockheim) herzlichen Gruß. Nach der Verpflichtung des neuen Kreisfachamts- spielwarts Erich Trapp (Friedberg) nahm Dr. S i e g e r t, anknüpfend an das Wort Hindenburgs „Die Treue ist das Mark der Ehre" die Ehrung verdienter Turner vor. Der Gau Hessen hat den bekannten Turnern Hch. Billasch und Hch. Dietz aus Friedberg-Fauerbach und Fritz Hartmann (Bad-Nauheim) ehrenhalber die neu gestiftete Gauehrennadel des Gaues XII Hessen verliehen, um damit das Lebenswerk dieser um die Turnsache so verdienten Turnoeteranen zu ehren. Mit Worten besonderer Anerkennung und unter dem lebhaften Beifall der Turnkameraden über- reichte der Kreisfachamtsleiter das schlichte Ehrenzeichen. Dem aus dem Kreisführerring scheidenden Kreis- männerturnmart Jakob Eschenfelder (Büdingen), der aus beruflichen Gründen nach Lauterbach übersiedelt, widmete Dr. Siegert Worte des Dankes. Ein kurzer Bericht Dr. Siegerts über die Ende September in Kassel stattgefundene Arbeitstagung des Gaufachamtes war dann Ausgangspunkt für die fachliche Arbeit. In eingehender Besprechung wurden zunächst die Termine für das Tum- jahr 1936/37 festgelegt. Noch in diesem Monat setzt auf allen Arbeitsgebieten die Lehrgangstätigkeit ein. Im Dezember beginnen die Vereinswettkämpfe. In den Unterkreisen kommen in den nächsten Wochen die Vereinsführerbesprechungen zur Durchführung. Der Schulungsarbeit im Winter werden dann die Wettkampfoeranstaltungen im Sommer 1 9 3 7 folgen. Diese nehmen am 6. Juni ihren Anfang mit dem W e i d i g - B e r g f e st auf dem Schrenzer bei Butzbach, das — wahrscheinlich gauoffen — erstmals zur Durchführung kommt. Das Kreisturnfest findet am 4. Juli in Büdesheim in Verbindung mit der 50-Jahrfeier des dortigen Turnvereins statt. Das reichsbundgauoffenc Bergfest auf dem Hvherodskvpf, mit dem nächstes Jahr auch der D H C. fein Hoherods- fopffeft zusammenlegen wird, kommt am 2 9. 21 u g u ft zur Durchführung. Freudig wurde einem Antrag von Turner Dietz (Friedberg-Fauerbach) zugestimmt, das für den 19. September vorgesehene Kreis-Alterstresfen in dem Ossenheimer Wäldchen zu veranstalten und damit das Andenken an die 400 im Weltkriege gefallenen Turner des früheren Gaues Wetterau zu ehren, denen man dort ein Ehrenmal errichtet hat. Mit einem Treugelöbnis zum Führer konnte die anregend verlaufene Arbeitstagung beschlossen werden. — Am Nachmittag unternahmen die noch anwesenden Teilnehmer einen Gang auf den Johannisberg. 3m Auftrage des ZOK. nach Tokio. Der Leiter der Sportabteilung im Organisationskomitee der XI. Olympischen Spiele in Berlin, Werner Klingeberg, ist vom Internationalen Olympischen Komitee als ständiger Derutreter nach Tokio, dem Schauplatz der XII. Weltspiele, berufen worden. Diese ehrenvolle Berufung stellt zugleich eine Würdigung der deutschen Arbeiten für die Olympischen Spiele bar; soll doch Klingeberg, der seit langem für die Olympische Idee tätig ist, auf Grund seiner Erfahrungen von Tokio aus die Verbindung zu den nationalen Komitees und den internationalen Sportverbänden aufrecht erhalten. Weiterhin wird Klingeberg dem Japanischen Olympischen Ausschuß beratend zur Seite stehen. Erst kürzlich hat ja eine japanische Studienkvmmissivn in Deutschland alle die Weltspiele betreffenden Fragen eingehend an Ort und Stelle mit den zuständigen Sachbearbeitern besprochen. Die guten Eindrücke werden nun vertieft durch Material, das den Japanern von deutscher Seite zur Verfügung gestellt wird. Vor allem sind in Tokio bisher einige Sportarten wie Reiten, Segeln, Schießen u. a. international gesehen noch nicht so berücksichtigt wie in Europa und Amerika. Dazu kommt das große Gebiet der Uebungsftättenfrage, dem von japanischer Seite große Beachtung geschenkt wird. Weiterhin müssen die Ausschreibungen und Programme den internationalen Regeln entsprechen; das alles ist Aufgabe des ernannten deutschen Vertreters, der im Juni 1937 in Warschau und auf den weiteren internationalen Komitee- Sitzungen über diese Fragen Bericht erstatten muß. Wir dürfen auf diese Ernennung besonders stolz sein, hat doch damit das Internationale Olympische Komitee erneut seine große Hochachtung vor Deutschland zum Ausdruck gebracht. Reife nach Nippon. Neben seinen vielen anderen Aufgaben ist Japan auch besorgt um die möglichst günstige Reise für die aktiven Teilnehmer. Von Bedeutung ist dabei natürlich auch die Frage der Reisekosten. Um hier Erleichterungen zu schaffen, beabsichtigt das Japanische OK., die europäischen Teilnehmer an den Spielen mit all ihren Geräten, Booten, Pferden Klavierunterricht Natalie Moos, staatl. geprüft Danziger Straße 5. Telefon 3839 den Optiker am Bahnhof VornehmI Geschmackvoll! Persönlich! Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 uhd WENER& SCHLOTE! Das große Fachgeschäf t für Damen- und Pelzkleidung Frankfurt am Main. Zeil 109 3 am hl: Die Regierung Drei Ähre KdZ.-Sport der Organisation; ;en, so waren emvf. ick Handarbeiten aller 2lrt 7473D Omi Zurück Prof. E Arzt für innere Krankheiten GLORIÄ 7464 Di Köper-Velvet 7457 A Heute Mittwoch Premiere Öfm ^VlOlHflll GIESSEN SELTERSWEG A mit: 7450 A [-JNHA8ER= CARL HEINZ SCHLÜTER| Der KdF.-Sport NS.-Gemeinschaft und zwar am 27. November in Berlin und 29. November in Paris. die Sache mit der Kochkachel hat eben doch etwas für sich! Das werden auch Sie feststellen, wenn Sie den irischen Dauerbrandofen eben mit dieser Kochkachel beim Häuser einmal ansehen, und was noch wichtiger ist, ihn in Ihrer Stube ausprobieren. Er hat die Vorzüge vom Ofen und Herd zugleich, und diese Vorzüge haben ihn beliebt gemacht Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten in einem Arbeitsgang zugleich die Stube mollig heizen und gleichzeitig kochen. Wäre das nicht ideal ? Und wenn Sie dann noch an den geringen Kohl en verbrauch denken, dann muh der Hausherr schmunzeln, wenn er nach Hause kommt und sagen: Das ist von seiner Formschönheit ganz abgesehen ein wirklicher Helfer durch den Winter. Sehen Sie sich diesen Helfer an bei Wetzlar . . Heuchelheim. Burgsolms . Aßlar . . . Rodheim . . Geschättsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Lich . . . Großen-Buseck Leihgestern . Londorf .. . Launsbach . Daubringen . Wieseck . . Laubach . . Dillenbura . Eibelshausen Herborn . . Haiger . . Eisemroth Ober-Rosbach Niederscheld . Burg . . . 134,30 RM. 114,85 „ 40,— „ 31,30 „ 26,17 „ 23,40 „ "»ft in diesem Jahr — und darauf sind wir eingestellt I Gross unsere Farben- und Arten-Auswahl in diesem schönen Material, und sehr vorteilhaft unsere Preise: Die Winterhilfsspiele waren im Sportkreis Gießen ein großer Erfolg. 707,02 RM. konnten an die örtlichen Stellen des Winterhilfswerks von den einzelnen Vereinen insgesamt abgeführt werden. Dieses Ergebnis bedeutet eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Auch hier hat sich gezeigt, daß die Fußballer dem Rufe des Führers gefolgt sind, und unter restlosem Einsatz alles getan haben, um das Winterhilfswerk zu unterstützen. Die 27. November 1933, zum unentwegten Rufer für die Sache der Leibesübungen geworden. Wer heute vom KdF.-Sport spricht, verbindet damit bereits einen festen Begriff. Als kürzlich englische Leibeserzieher zu Besuch in Deutschland weilten, um die verschiedenen Einrichtungen auf sportlichem Gebiet kennenzulernen, da war es selbstverständlich, daß sie auch die Arbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", des großen Feierabendwerks der Deutschen Arbeitsfront, in Augenschein nahmen. Sie waren in mehr als einer Hinsicht von den großen Leistungen des Sportamts beeindruckt. Ständig wachsende Besucherzahl. Wer denkt noch an die erste Zeit der KdF.-Sportlehrgänge? Waren es 1934 über 600 000 Besucher, so stieg diese Zahl 1935 schon auf rund 3,5 Millionen. Für 1936 kann.man die Jahresteilnehmerzahl von 1934 nahezu auf jeden Monat ansetzen. Das ist ein Aufstieg, wie er nicht gleich zu erwarten war. Hand in Hand mit der Entwicklung ging Naturist seit dem Gründungstag der „Kraft durch Freude", dem 16,— „ 15,05 „ 15,15 „ 13,50 „ 13,35 „ 9,67 „ 6— „ 5,38 „ 55,31 „ 33,70 „ 27,— „ 21,89 „ 18,90 „ 15,— „ 12,45 „ 58,65 „ Wesen und Aufgaben der ländlichen Reil- und Iahrvereine. Wiederaufstieg der Pferdezucht und des Reifergeistes im Dorf. Kurze Sportnotizen. Eine neue Autorennbahn wird an der kalifornischen Küste in der Nähe von Los Angeles gebaut, die am 2$. März 1937 mit einem 500- Meilen-Rennen eingeweiht werden soll. Die Rundstrecke ist 4800 Meter lang und weist vier nicht allzu scharfe Kurven auf. Ungarn hat in dem erst 17jährigen Student Z 0 l y 0 m i ein neues Schwimmtalent. Zolyomi schwamm kürzlich die 100-Meter-Kraul in 59,6 Sekunden und nimmt damit in der ungarischen Rangliste hinter dem Olympiasieger C s i k den zweiten Platz ein. Europäische Boote werden zum erstenmal in der langen Geschichte des wichtigsten amerikanischen Motorbootrennens um den Gold-Pokal 1937 an diesem Wettbewerb teilnehmen. Deutschland und Frankreich bestreiten innerhalb von zwei Tagen zwei Radländerkämpfe, Wieder ein Ereignis f. Gießen! Der schönste Film des Jahres! - Ein Meisterwerk des Spielleiters Reinhold Schünzel - Hotel Schütz Heute abend Spezialität: Spanferkel! gemäß auch die Erweiterung der £ zählte man 1934 106 Orte mit Lehrgänge Wer 700 Mrl für das Winlerhilssiverk! Das Ergebnis der WHW.-Iußballspieie im Sportkreis Gießen. „Die Förderung der deutschen Warmblutzucht und der Reiterei kann nur im begrenzten Umfange eine Angelegenheit staatlicher Maßnahmen sein; in erster Linie beruht sie auf der jedem Deutschen innewohnenden Liebe zum Pferde. Sie zu erwecken und zu pflegen ist die vornehmste Aufgabe der ländlichen Reitervereine, die vor allem dazu berufen sind, den reiterlichen Gedanken im Landvolk so zu vertiefen, daß daraus der züchterische erwächst. Damit bringen wir nicht nur den deutschen Bauern auf das selbst- gezogene Pferd, sondern wir dienen auch der Wehrhaftmachung unseres Volkes, die niemals auf das Pferd verzichten kann." R. Walther D arr6. NSG. Wenn der Reichsbauernführer die ländlichen Reitervereine wieder ins Leben gerufen hat, so will er damit die dem Landvolk altererbte Liebe zum Pferd pflegen und die für das Vaterland unentbehrliche Pferdezucht weiter ausbauen und vervollkommnen. Liebe zu Pferd und Reiterei sollen nicht nur Selbstzweck sein, sondern in ihrer Art den deutschen Bauern noch fester mit der Scholle verbinden. Der Berufsstand des Bauern als der Träger der Pferdezucht, des Pferdesports und der Pferdehaltung hat größtes Interesse daran, im Reiterleben zu sein. Wie weit wäre die deutsche Warmblutzucht gekommen, wenn nicht in den langen Nachkriegs» jähren in der ländlichen Reiterei die Freude am Reiten und das große Verständnis für das Pferd dazu beigetragen hätten, den Gedanken der deutschen Warmblutzucht hochzuhalten — auch in den Zeiten, als der Verkauf der Nachzucht unwirtschaftlich für die Betriebe war. Erfahrene Züchter erkannten die große Gefahr, die damals der Warmblutzucht drohten. In diese Zeit fallen die Gründungen der ersten ländlichen Reitervereine, in denen sich die Züchter zusammenschlossen, um das als richtig erkannte Ziel durchzusetzen und in ihren Söhnen gleichzeitig die Liebe für das Pferd wachzuhalten. Für die ganze öeff. möge über üljoilologie Nahrung und Ernährung 1. Vortrag am Sonntag, dem 29. Nov. 1936, um IIV2 Uhr pünktlich im Physiologischen ftnftitut Friedrichstraße 24 7463D Professor Dr. Bürker. 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Ausgezeichneten Eindruck hinterließen Sigmund Ruud, Arne Björn, Christiansen und Olaf Ulland, die durchweg Sprünge von 20 bis 32 Meter zeigten. Warmblutzucht war dieser Schritt von entscheiden, der Bedeutung, einmal, weil dadurch die Wirtschah. lichkeit teilweise gesichert wurde und weil auhei, dem schon in der jungen Generation der Grunj. stein für das weitere Arbeiten gelegt wurde. Mancher Reitersmann wird vielleicht fragen, warum will der Berufsstand wieder ländliche Reiter» vereine ins Leben rufen? Die SA.- und SS-Reiter, stürme haben doch in den letzten Jahren sehr niiQ geleistet! Jawohl, die Pflege des sportlichen Reitergeistes und der damit verbundenen Leistung sich vornehmste Aufgabe unserer Reiterstürme; die Na>. men wie Axel H o l st und T e m m e, die Leistungen der SA.- und SS.-Reiter auf den großen deutscheu Turnieren, bei der Grünen Woche, auf den Reiche nährstands-Ausstellungen, bei dem großen 66." Reitertreffen in München, find für immer ein Denk«, mal in der Geschichte der deutschen Reiterei. Wäh» rend nun der Grundgedanke der SA.- und Reiterei darauf abgestellt ist, gängige Pferde ju. halten, die bei Aufmärschen, militärischen Hebungen und im Turniersport zu verwenden sind, erstrebe» die ländlichen Reitervereine die F ö r b e r u n g ber deutschen Warmblutzucht und der Reiterei; sie bringen den deutschen Bauern wieder auf das selbstgezogene Pferd und führen die großen züchterischen und damit die wehrpolitischen Aufgaben der Verwirklichung entgegen. Der deutsche Bauer unb Züchter soll wieder so weit kommen, daß er für bii Wehrmacht das beste Soldatenpferd in jeder geforderten Anzahl zur Verfügung stellen Fann. Nicht allein Die Jugend, sondern auch der reift: Mensch soll wieder in den Sattel steigen. Er soll sich, an den Leistungsprüfungen für Pferd und Reiter, an den Reit-, Spring- und Fahrturnieren beteilige»! und soll zeigen, daß einer nicht rostet, solange er im Sattel sitzt. Die ländlichen Reitervereine, die beute auf Veranlassung des Reichsbauernführers die Wiedergeburt erleben, sollen die Liebe zum Pferde, bis Grundsätze einer richtigen Zucht und die Gedanken einer sachgemäßen Ausbildung im Reiten und Fahren fördern und weiterverbreiten. Dr. H. H. auf den verschiedenen Strecken der Bahn mit de« Wagen arbeiten sollen. Vorerst stehen 2 Merced^ Rennwagen älteren Typs zur Verfügung, die 4,« Liter-Achtzylinder, die rund 400 PS entwickel» Jüngster Anwärter auf einen Platz im Rennst^ ist Hans Hugo Hartmann aus Wittbrenke £ Dortmund; er zählt erst 20 Lenze und machte in vergangenen Jahr bei mancher Zuverlässigkeit fahrt von sich reden. Nur ein Jahr älter ist forsche Frankfurter Fiat-Balilla-Sportwagenfahrf. Heinz Brendel, dessen eigentliche Laufbahn den Wiesbadener Motorsporttagen begann. j)f. Schweizer Christian Kautz verdiente sich fejni| ersten Sporen auf einem Maserati, mit dem er tmi verschiedentlich zum Schauinsland-Rennen kam. (?■• zählt zu den aussichtsreichsten Anwärtern neben Richard Geamann. Senior der Prüflinge iss, Walter Bäumer- Bünde mit seinen 27 Jahren w5 fit 6»n,m“n «hi eilt)*11- Donnerstag, 26. November 1936, nackm. 2Uhr, versteigere ich dahier an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal Neuenweg 28) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Registrier- und 1 Ladenkasse, 2 elektr. Kühl- u. 2 Kassenschrän- ke, 2 Näh- u.5 Schreibmaschinen, 5 Schreib- und 3 Ausziehtische, 3 Personenwagen,10 Autoreifen, verschied. Kannen Autoöl usw., 2 Cbaiselong., 1 Diwan, 1 Speisezimmer, 2 Grammophone,? 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Reichsorganisationsleiter Dr. Ley betont in einem Geleitwort des Sportamt-Handbuches, daß der nationalsozialistische Staat in den Leibesübungen einen unversiegbaren Quell der Lebensfrische und Leistungsfähigkeit unseres Volkes erblicke. Diesen Verkäufe Herren-Pelzmantel sowie Herren- Velzweste weit unter Preis zu verkaufen. 05439 Franks. Straße Nr. 43 vt. links. folksempläDger (Gleichstrom) billig zu verkauf. Zu erfrag.in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. 05445 RHslW erläutert Berlin, 25. N Goebbels manbl f« alle beugen I M unb barüber pen Beitrag 1 hu ber eit' Wfyn ficitfjes' 2,ru"9 -bgesch fciiftifdie 3nt /'Wgeben. 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