Keitag, 25. September 1936 Nr. 225 Erstes Statt 186. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SÄS fllX 444 AM AUaa! EZ7 Ihtra^W JlntMnPr Mit 4 Beilagen RM.1.S5 HR M M W ®K Q0 SR BK W W WU H M ■ ■ RR H |R ■ R ■ anzeigen von 70 mm Brette Ohne Illustrierte . 1.80 V M M W U M A/R ■ |R W aL JLB1 R/ 50 Npf.,Platzvorschrift nach ZVSL v'tvUvllvt XXX infolge höherer Gewalt _ Stellen-, Vereins-, gemein- W-M General-Anzeiger für Sberhessen g®= tl*‘" V * behördliche Anzeigen 6Rpf. grenifurt am main'llGss Druck unö Verlag: vriihl'sche Univerfitätr vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Mengenabjchlujse Staffel ö Tokio sucht Verhandlungen mit Tschiangkaischek 3n London noch nicht alle Hoffnung ausgegeben Mailanb, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Der Feind" zeigt der „Cor- riere della Sera" die ungeheure Gefahr auf, die der Bolschewismus in sich schließt, und erhebt die eindringliche Mahnung, den vernichtenden Geist des Bolschewismus niederzukämpfen. Das Beispiel Sowjetruhlands, das man in Spanien nachzuahmen versuchte, zeige, daß die sog. scharfes Ultimatum stellte. Japan will kommende Verhandlungen nur mit dem tatsächlichen chinesischen Staatsoberhaupt T f ch i a n k a i s ch e k nach seiner Rückkehr aus Kanton führen, das eben erst m eine stärkere Gehorsamstpflicht gegenüber der Nankinger Zentralregierung gebracht worden ist. Inzwischen hat Japan in den fünf nordchinesischen Provinzen zwischen Schantung und der inneren Mongolei, also hauptsächlich in dem Gebiet von Peking, seine G a r n i s o n e n v e r st ä r k t und zur Durchführung von Manövern bereits in Gang gesetzt. Die poli- s ch e ck und die Führer der Partei volle Verantwortung für die gegenwärtigen Schwierigkeiten. Der Sprecher des Außenamts erklärte ausländischen Pressevertretern, die japanische Regierung nehme an, daß die Nanking-Regierung nun den Ern st der Lage erkennen und endlich geeignete Maßnahmen treffen werde. Die Zentralregierung habe bisher nur Worte gemacht aber noch nie gehandelt. Man sieht die größte Schwierigkeit in der Frage, ob Nanking selbst bei weitgehender Bereitwilligkeit überhaupt in der Loge wäre, die japanfeindliche Stimmung im chinesischen Volk in kurzer Zeit niederzukämpfen. Der Sprecher des Außenamtes erklärte, die japanische Regierung sei der Auffassung, daß die Morde an Japanern planmäßig unternommen wür - den. Der Marineminister Nagano erklärte, daß ischon viel zu viel geredet worden sei und daß man jetzt nur noch schweigend handeln müsse. Niemand wisse heute, zu welchen Maßnah- | men Japan noch gezwungen werden könne. Schanghai, 24. Sept. (DNB.) Am Donnerstagfrüh traf hier aus Japan eine mehrere hundert Mann starke Abteilung Marinetruppen ein. Nach der Landung marschierten die Japaner in die Kasernen, wo sie vorläufig bleiben sollen. Außer dem Hongkew - Viertel sperrten die Japaner auch das westlich gelegene Zentrum der Stadt und mehrere im Osten und Norden gelegene chinesische Viertel militärisch ab. Die Absperrung wurde durchaus kriegsmäßig durchgeführt. Än jeder Straßenecke stehen Tanks mit besetzten Geschützen, durch die Straßen sausen patroullierende Moto'r- räber mit Maschinengewehren im Beiwagen, stehen Mannschaften mit aufgepflanztem Seitengewehr sowie zahlreiche Posten, während Fernsprecherabtei- lungen Feldtelepone aufstellen und Verbindungen bauen. Nur Japaner, die im Besitze eines Ausweises sind, dürfen die Absperrungen passieren. Die im Sperrgebiet wohnenden Chinesen müssen bei Freunden oder in Hotels Unterkunft suchen. Die schwer verängstigte chinesische Bevölkerung ist übrigens von den Straßen verschwunden. Alle Geschäfte, Lokale und Tanzhallen sind geschlossen. Der Verkehr ist vollständig eingestellt. Die Japaner besetzten auch die Eisenbahnstation T i e n d o n - g a n, die auf der Linie Schanghai—Wusung liegt, sowie einen tausend Meter breiten Gürtel auf der Westseite der Station. Ein Vertreter des japanischen Konsulats teilte mit, daß die Marine den Befehl habe, den Schutz der Japaner bis zum äußersten zu gewährleisten. Der japanische Botschafter in Nanking, Kawa- g o e, hatte am Mittwochnachmittag eine vierstündige Unterredung mit dem chinesischen Außen- mi nist er zur Bereinigung der chinesisch-japanischen Beziehungen. Ein Vertreter der internationalen Niederlassung hat dem japanischen Generalkonsul sein Bedauern ausgesprochen. Der Generalkonsul forderte die Verwaltung der internationalen Niederlassung auf, Maßnahmen zur Festnahme der an dem blutigen Zwischenfall Schuldigen zu treffen. Am Donnerstagfrüh sanden Besprechungen zwischen dem japanischen Generalkonsul und der Stadtverwaltung statt, denen sich am Nachmittag eine Sitzung der japanischen Konsularvertreter und der Militärs auf dem Flaggschiff des dritten Geschwaders anschließen soll. Der Protest der chinesischen Behörden von Groß-Schanghai gegen die militärische Besetzung chinesischen Gebietes ist von den Japanern zu suchen, das bereit sei für die Förderung der gemeinsamen Interessen auf gegenseitiger Grundlage mitzuwirken. Die „Daily Mail" schreibt, die Entscheidung des Völkerbundes sei auf die Intrigen Litwinows zurückzuführen. Seine Absicht sei es, über das ganze Fe st land den schrecklichen Klassen kampf zu verbreiten, den Moskau bereits in Spanien angezettelt habe. Es fei erstaunlich, daß andere Staaten der Führung Litwinows widerspruchslos gefolgt seien. Die praktische Auswirkung des Beschlusses sei die, daß nur noch zwei Großmächte, nämlich Frankreich und England, im Völkerbund seien, während Deutschland, Japan, die Vereinigten Staaten und Italien außerhalb stünden. Die Hauptaufgabe des noch bestehenden „Drittel-Völkerbundes" sei es, jede politische Krise zu vermehren und jede internationale Reibung zu verstärken. Es sei höchste Zett, daß die britische Delegation in Genf nach London zurück - kehre. Tokio, 24. Sept. (DNB) Nach den letzten Meldungen hat die japanische Regierung den Botschafter Kawagoe angewiesen, in Nanking zu bleiben, aber die Verhandlungen mit dem chinesischen Außenminister Chang abzubrechen. Stattdessen solle er nichts unversucht lassen, um möglichst bald mit Marschall Tschiangkaischek in Verbindung zu kommen. — Wie die Agentur Domei berichtet, will die japanische Marine ihre Selbstschutzmaßnahmen auf alle bedrohten Pangtse-Städte ausdehnen und bei einer weiteren Zuspitzung der Lage alle japanischen Staatsbürger, die außerhalb dieser Schutzzone leben, in die schützenden Städte bringen. Die Marineleitung ist der Ansicht, daß alle japanischen Proteste in Nanking zwecklos sind und daß daher die Verhandlungen Kawagoes mit dem chinesischen Außenministerium abgebrochen werden müßten. Da die Nangking-Regierung und die Kuomintang identisch feien, trügen Marschall Tschiangkai - Freiheit das erste Opfer einer solchen Herrschaft werde. Es würde wenig Schaden anrichten, wenn der Bolschewismus mit den formalen politischen Freiheiten, zu deren Beschützerin sich die Demokratie erklärt habe, nicht auch die moralische Freiheit und das moralische Leben zerstören würde. In dem bolschewistischen Element sei wahrhaftig ein Element des Wahnsinns enthalten, nicht eines unschädlichen und unbewußten, sondern eines offen darliegenden und perversen Wahnsinns. Der Bolschewismus versuche alles Schlechte, Teuflische, das im Grunde 'der menschlichen Seele bestehe und welches die klassische und christliche Zivilisation bis zur Unschädlichmachung gefesselt habe, zu vervielfältigen und zu organisieren. Der Kamp gegen den Bolschewismus habe den Charakter eines Verteidigungskrieges der Zivilisation. Italien sei am Kampf gegen den Bolschewismus aus dem Gefühl der einfachsten menschlichen Solidarität interessiert. Zum Siege der besseren Kräfte liefere es den besten Beitrag, nämlich zurückgewiesen worden. Der Chef des japanischen Marinelandungskorps hat einen Aufruf erlassen, in dem er die Einwohner von Schanghai ermahnt, Ruhe zu bewahren. Er kündigt an, daß die scharfen Sicherheitsmaßnahmen aufrechter- halten werden sollen. ♦ Skandinavische Wahlen. Von unserem dt.-Äerichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kopenhagen, 22. September 1936. In den letzten Wochen sind in Finnland, Däne- . mark und Schweden die Wählermassen mobilisiert worden, um in der einen oder anderen Form die Parlamente zu erneuern. Man kann nicht daran vorübergehen, daß die Sozialdemokratie den Rechtsparteien Mandate abgenommen hat. Indessen sind es nicht so sehr die Verschiebungen der Stimmenzahlen an sich ober ber Wechsel in den parlamentarischen Parteiverhältnissen, bie uns interessieren, fonbern bie Merkmalen dieser Wahlen, die viele gemeinsame Züge aufweifen, und bie Möglichkeiten ber zukünftigen Regierungsführung, bas heißt bie Gefahr marxistischer Mehr- heitsbiktaturen. In einem Augenblick, wo bie Welt sich, aufgerüttelt wie kaum je zuvor, mit ber revolutionären Gefahr unb der vernichtenden Tätigkeit des Kommunismus aller Spielarten beschäftigt, muß es alarmierend wirken, wenn in einem Lande wie Schweden eine marxistische Japan landet Marinetruppen in Schanghai. Militärische Besetzung ganzer Stadtviertel zum Schutz japanischer Staatsbürger im Völkerbund zustandebringen werde. Der Feind. „(Sortiere della Sera" ruft zum Kampf gegen den Bolschewismus. Mehrheit für die Zweite Kammer des Landes zu- tanbegefommen ist. König Gustaf hat das Rücktrittsgefuch des Kabinettschefs Axel P e h r s s o n , des Führers der Bauernpartei, entgegengenommen und Per Albin H a n f s o n , dem Führer der sozialdemokratischen Partei, die Führung der Regierungsgeschäfte aufs neue übertragen, denn Per Albin, wie er genannt wird, hatte sie im Juni nur vorübergehend aus ter Hand gegeben. Von den 230 Sitzen der Zweiten Kammer des schwedischen Reichstages wird die Sozialdemokratie in den nächsten vier Jahren 112 statt bisher 102 innehaben, da zugleich die beiden kommunistischen Gruppen die Zahl ihrer Sitze zusammen von zehn auf elf erhöht haben, besteht — zum erstenmal in der Geschichte des Land- des — eine marxistische Mehrheit. Viel größer ist indessen mit 148 Abgeordneten die Mehrheit von Sozialdemokraten und Bauern, unb auf ihr wird auch die neue Regierung aufgebaut werden. Die Verhandlungen gehen nur noch darum, ob die Bauernpartei im sozialdemokratischen Kabinett das Landwirtschaftsministerium und das Wehrministerium übernehmen ober es vorziehen wird, sich mit inbirefter Unterstützung, statt mit öffentlicher Verantwortung zu beteiligen. Die schwebische Volkspartei hat ihre Abgeorbnetenzahl von 25 auf 27 erhöht. Sie setzt sich aus den Liberalen zusammen, bie namentlich in Stockholm Zulauf gehabt haben, unb den Freisinnigen, beren Schwergewicht auf dem länb- lichen Puritanismus ruht. Beibe Gruppen hatten sich 1923 getrennt unb erst nach ihrer schweren Nie- berlage 1932, bie auf die wirtschaftlichen und politischen Skandale der Zeit zurückzuführen war, wieder zusammengefunden. Trotzdem bestehen auch heute noch starke Verschiedenheiten, unb sie sind es, bie einer Regierungsbeteiligung nach links ober nach rechts im Wege stehen. Die schwebische Rechte ist von 52 ober, wenn man bie nationale Jugenbbewe- gung unb bie nationalsozialistischen Gruppen zu ihr zählt, von 56 auf 42 zurückgegangen. Ein Gegengewicht gegen die Zweite Kammer bildet die E r st e Kammer, die sich jedes Jahr um ein Achtel erneuert und in der die Mehrheitsverhältnisse noch wesentlich anders liegen. Dies wirkt sich um so mehr aus, als alle Bewilligungen des Reichstages ber Zustimmung beider Kammern in gemeinsamer Abstimmung bedürfen. In Dänemark hat es sich nur um bie Erneuerung eines Teils bes Lanbstings, vergleichsweise ber Ersten Kammer des Reichstages gehan- belt. Diese Wahl war jeboch barum von Bedeutung, weil die Regierung aus Sozialdemokraten und bürgerlichen Radikalen, bie im Folketing, ber Zweiten Kammer, über eine Mehrheit verfügte, an ber um sieben Stimmen überlegenen Opposition aus bäuerlicher Linker unb Konservativen im Lanbsting bei allen grunblegenben Abstimmungen gescheitert war. Das komische Ergebnis des ersten Wahlganges war, baß die Entscheibung dem Zufall einer Losziehung überantwortet würbe. Regierung unb Opposition hatten es auf je 37 Abgeorbnete von den insgesamt 76 des Tings gebracht. Ein Abgeordneter kommt noch von den Färöern dazu: er wird jedoch erst vom dortigen Landsting im Oktober gewählt und pflegt sich in innerpolitischen Fragen ber Stellungnahme zu enthalten. Den letzten Mann sollte ber Bornholmer Wahlkreis stellen. Dort aber ftanben sich stur je 23 Wahlmänner der Bauern und der Sozialdemokraten gegenüber. Es war ein dramatischer Augenblick, als an diesem Dienstag der Amtsmann von Rönne im Saal des alten Rathauses aus einer wohl 3000 Jahre alten Urne der Bronzezeit, die man auf der Insel aus« gegraben hat, das Los zog. Es trug den Namen bes sozialdemokratischen Bürgermeisters. An diesem Los hatte die Zukunft des parlamentarischen Lebens gehangen. Denn jetzt ist den Plänen der Regierung auf allen Gebieten die Bahn freigemacht. Man zweifelt in politischen Kreisen nicht daran, daß die Tage des Landstings in feiner bisherigen Form gezählt sind. Trotz des Wahlsieges : ber Regierung haben auch die K o n s e r v a t i v e n i in Dänemark Erfolge errungen. Den Verlust bat > allein die bäuerliche Li n k e zu tragen, sie wirb - die Lehren daraus ziehen unb sich wieder starker , berufsständisch einstellen, die Kommunisten , haben ihre Stimmen den Sozialdemokraten gegeben, obwohl sich diese eine solche Brüderschaft 1 verbeten hatten. ' Wie ein gemeinsamer Zug durchzieht die Mahlen ' in den skanoinavi schon Ländern — und auch Norwegen wird davon im Oktober nicht abweichen französischer Sonderbotschafter nach Rom. Bemühungen um eine Versöhnung Muffolinis.-Oie folgen der Sowjetmtriguen in Genf London, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund der Berichte aus Rom glauben bie Zeitungen nicht, baß Mussolini alle Verbindung mit Genf abbrechen werde. Die „Times" glaubt, es fei von nicht allzu großer Bedeutung, wenn Italien bis auf weiteres an den Beratungen des Völkerbundes nicht teilnehmen werde, da es stets klar gewesen sei, daß der nächste Hauptschritt für die Organisation bes Friebens an anberer Stelle als in Genf selbst gemacht werben müsse. Die wichtigste Reform, auf bie der Völkerbund warte, sei der Wiederaufbau Europas durch ein inneres S y st e m von Fri ebe nsocrem- barunqen. Das Blatt bemüht sich bann um ben Nachweis, daß trotz ber letzten Ereignisse bie Hoffnung auf eine Zusammenarbeit zur Sicherung bes Friebens nicht aufgegeben werben müsse, unb schreibt, auf jeben Fall könnten bie Ziele der britischen Politik durch die Entwicklung in Gens kaum beeinflußt werden. Eines dieser Ziele sei es, dg.s englische A u f r ü st u n g s p r o g r a m m zu voll- enden. Das zweite 3^1 gehe dahin eine engere Zusammenarbeit mit jebem ßanbe ohne Unterschieb der Weltanschauung heit befriebigenb zu regeln. Chambrun sei jeboch krank gewesen unb habe nach Genf telegraphiert, sein Arzt habe ihm verboten, bas Bett zu verlassen. Hierauf habe bie französische Regierung beschlossen, einen führenben Politiker nach Rom zu entsenden. Dieser werde voraus- ichtlich die Fühlung mit dem italienischen Außenministerium aufrechterhalten, bis ein neuer französischer Botschafter in Rom ein« getroffen sein werde. Man hoffe, daß ber Sonber- oertreter Blums das Verbleiben Italiens Die demonstrative Aktion Japans gegen die chinesische Regierung als Folge der Ermordung von japanischen Matrosen in Schanghai fällt in eine Zeit nervöser Hochspannung in Europa und in der Welt überhaupt unb macht bamit bie Frage vorbringlich, in welchen politischen Zusammenhang „bie letzte Warnung Japans an China" gebracht werben muß. Die innere Lage in China hat sich in letzter Zeit merklich gefestigt. Trotz dieser allgemeinen Beruhigung sind eine Reihe von Anschlägen auf japanische Staatsangehörige erfolgt, bei deren diplomatischer Erledigung die Tokioter Regierung von einer gewissen Mäßigung zu immer nuu, nuyi Ou - schärferen Forderungen überging, bis sie jetzt, an- Schatten auf die Unwirklichkeit Der läßlich der Schanghaier Vorfälle ein ungewöhnlich 1 Taten von Gens. tische und finanzwirtschaftliche Stellung der Nankinger Zentralregierung ist in Nordchina wesentlich zugunsten Japans in Form einer erweiterten Autonomie dieser Provinzen abgebaut. Japan fordert, baß aus Norbchina bie 29. chinesische Armee, bie mehr als 100 000 Mann stark ist, völlig zurückgezogen wirb. Die Plötzlichkeit ber japanischen Aktion, beren innere Grünbe unb Zusammenhänge noch nicht zu übersehen finb, wirft einen bizarren - '....... Worte unb rahmen ver- bie unwiberstehliche unb mahnenbe Kraft des Bei kratischesspiels. Paris 24 Sept. (DNB.) Mit banger Sorge I heit befriebigenb richten sich' die Blicke Frankreichs gegenwärtig auf i->i ">hnch krank aen Italien mit der Frage, ob Mussolini aus der Genfer Entscheidung die Schlußfolgern n g en ziehen werde, die der französischen Paktpoltt.k für lange, wenn nicht für immer, einen Schlag versetzen mutzte. Der , Temps" bezeichnet es als dringende Notwendigkeit, dafür zu sorgen, daß Italien nicht endgültig dem Völkerbund den Rucken kehre und der Weg für allgemeine Verhandlungen offenbleibe. 2luf jeden Fall trugen die Genfer Zwischenfälle zur gefährlichen Verschärfung der internationalen Krife bei. Man h°b° wirklich etwas anderes von der Tätigkeit eines Völkerbundes erwarten dürfen. - Das „Journal des Debats hebt hervor, alle Welt fei sich emtg darüber, daß S o w jetrußland in Genf der Drahtz f) fei. Ein Völkerbund, in dem weder tue Vereinig en Staaten noch Japan noch Deutschland sahen und zu dem Italien nicht mehr komme, sei nicht einmal mehr zur Rolle eines französisch-englischen Klubs verurteilt, fon'bern das Intrigen s e Sowjets, die England und Frankreich eine Schlappe beigebracht Hütten. ~ .,M q-,. Der französische Korrespondent des »Daily Telegraph" beeid; et, daß gestern 5 w > s ch - n Mu s s o - i i n i u n d d e n d i p l 0 m ° t,, ch e n V e r trete rn F r a n k re i ch s und Englands m Rom Unterredungen stattgefunden hatten. Bet Duce habe hierbei ein „unnachgiebiges und zurück- haltendes Wesen" an den Tag g legt. In Rom werbe betont, bah Mussolini ber$ 1 - Italien, fonbern bie französische und bre britische Regierung hätten einen Schlag m Genf sUmmte Snfe* 7ng'/?°abgegeben die sie e&Tll'Ä ä WL »m. ULLNGMML dem Völkerbundssekretariat zurückgezogen wurdi n. g^S^aMbÄ^^ie- ^lkerbünbsentscheidung in Rom eingelrofferi fei, fei der französische Botschafter m Rom, Gras de Chambrun, von der französischen Abordnung n Genf angewiesen worben, bem Duce sofort bie Versicherung zu übermitteln, Frankreich Ebe alles in feinen Kräften stehenbe tun, um bie Angelegen die Niederlage der sogenannten bürgerlichen oder anlisozialistischen Front. Der Grund liegt ebenso sehr in dem Mangel an Verständnis für die Aufgaben der neuen Zeit wie an der unheilvollen Zersplitterung der jungen nationalen Kräfte. Es ist eine gemeinsame Erscheinung, daß die kleinen Gruppen in Finnland, Schweden und Dänemark nicht nur keine Erfolge errungen, sondern zum Teil sogar den bisherigen Besitzstand in den Parlamenten eingebüßt haben. Abgesehen davon, daß die Zukunft für den alten Gegensatz zwischen Bürgern und Arbeitern oder auch Bauern kein Verständnis mehr haben wird, hat auf der Seite der Bürgerlichen in Schweden und Dänemark jeder tragende, aufbauende und im Ziel das gesamte Volk umfassende Gedanke gefehlt. Die Träger einer solchen Idee haben sich entweder als unfähig oder als noch zu schwach erwiesen. In Norwegen allein sind Ansätze zu einer überparteilichen Entwicklung zu spüren, die einmal die Geschicke des Landes, in dem noch um Probleme gerungen wird, neu bestimmen kann. Viel von dem Erfolg der sozialdemokratischen Parteien in Schweden und Dänemark ist der überragenden Stellung ihrer Staatsminister Staunt n g und Per Albin Hansson zuzuschreiben. Ihnen fehlten gleichwertige Gegner; darum folgten die Wähler ihnen. Es kam hinzu, daß die breiten Massen wirtschaftlich weder Grund noch Veranlassung sahen, einen Wechsel im Parteienspiel zu erzwingen. Dazu tritt ein weiteres. Das Ratio- 'n a l e ist im skandinavischen Norden, ausgenommen allein den Kommunismus, etwas Selbstverständliches. Die Fahne seines Landes ist für jeden Einzelnen ein heiliges Symbol. Schließlich bilden in allen Ländern des Nordens auch die Bauern, ob innerhalb oder außerhalb der Regierung ein natürliches Gegengewicht gegen den Marxismus. Sie stützen' in Norwegen und Schweden die sozialistischen Regierungen, die ihnen Preise und Absatz sichern. Für eine bewußte Abkehr vom Geiste des zersetzenden Marxismus sind im Norden Ansätze vorhanden, wenn nicht zugleich die Rolle der Gewerkschaften eine immer verhängnisvollere Bedeutung zu gewinnen drohte. Sie versuchen in Schweden eine eigene Außenpolitik zu treiben, pfuschen in Norwegen der Regierung in den schwierigsten Fragen mit dem Ausland ins Handwerk und werden in Dänemark dem Staatsminister nach der Eroberung des Landstings noch mehr als einen Knüppel zwischen die Beine werfen. Die Gewerkschaften sind es auch, auf die die Kommunisten ihren Hauptansturm richten. Von hier aus versuchen sie die Politik der Regierung nach den Anweisungen Moskaus zu unterhöhlen. Diese Regierungen aber — und das ist ein Hoffnungsschimmer beim Ueberblicken der Wahlergebnisse dieser Wochen — haben einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und dem Kommunismus gezogen. Die Zeichen der Zeit find so deutlich, daß sie das Gespenst roter Diktaturen, das sich in Zahlen als Schemen aufrichtet, in der Wirklichkeit zertrümmern. Französische Flußschiffahrt durch Streik lahmgelegt. Paris, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der auf Veranlassung des marxistischen Gewerkschaftsver- bandes proklamierte Streik der Flußschiffer, durch den die gesamte Schiffahrt im Hafen v o n P a r i s , des großen Binnenhafens Frankreichs, mit jährlichem Umschlag von zwölf Millionen Tonnen, stillgelegt ist, droht die Lebensmittelversorgung von Paris zu gefährden. Da nämlich die meisten Pariser Bäckereien auf Oelfeuerung eingerichtet sind, würde bei längerem Anhalten des Streiks und den damit verbundenen Aussetzen der Heizölzufuhr das Backen erschwert werden. Die Flußschiffer erklären, die schon seit 14 Tagen wegen einer Heraufsetzung der Löhne geführten Verhandlungen seien plötzlich von den Arbeitgebern abgebrochen worden. Die Schiffahrts-Gesellschaften erklären, daß sie schon im Juni bei der ersten Streikwelle d i e Löhne heraufgesetzt hätten. Vom Ministerium für Oeffentliche Arbeiten sei damals als Gegenleistung die wirtschaftliche Besserstellung der Reedereien zugesagt worden. Da die zugesagten Steuerermäßigungen und die Erlaubnis zur Erhöhung der Frachten nicht erfolgt seien, können weitere Opfer nicht mehr gebracht werden. Umfangreiche Unierschleife in Moskau. Orgien auf Staatskosten. Moskau, 24. Sept. (DNB.) Der bei der Sowjetregierung bestehende Kontrollausschuß hat bei Revisionen der Moskauer Lebensmittel-, Konditorwaren- und Tabakge- schäfte umfangreiche Unterschleife und Beispiele ungeheurer Mißwirtschaft festgestellt. Bei der Aufbewahrung der Lebensmittel- und der Konditorwaren wurden Mängel aufgedeckt, die den Verlust großer Warenmengen zur Folge hatten. Die staatlichen Lager sind nicht zur Aufbewahrung der leicht verderblichen Waren eingerichtet. Dazu kommt, daß die Waren wahllos und ohne jede Sorgfalt aufeinandergetürmt, oft auch gewissenlos Wind und Wetter ausgesetzt werden. Meistenteils wurde eine Bestandskontrolle über die vorhandenen Waren und eine Buchführung über die Ein- und Ausgänge überhaupt nicht oder nur ganz willkürlich geführt. Es sei deshalb „ein beträchtliches Abweichen der Angaben der Lieferungstrusts und der Handelsorganisationen" festgestellt worden. Trotz dieser harmlosen Bezeichnung der Unterschleife, die hier aufgedeckt wurden, sind eine Reihe führender Angestellter gemaßregelt worden. Ein ähnlicher Vorgang, der ein bezeichnendes Licht auf die Moral der Sowjetbeamtenschaft wirft, spielt sich gegenwärtig vor einem Moskauer Gericht ab. Dort wird ein Fall verhandelt, der die Unterschlagung von über 1 Million Rubel des Volksvermögens zum Gegenstand hat. Es handelt sich beinahe um die ganze Beamtenschaft eines der Moskauer Kühlhäu- f e r, die auf der Anklagebank sitzt. Sie ist ange- klagt, hemmungslos mit den Staatsgeldern gewirtschaftet, Bestechungen angenommen, a u f Staatskosten Orgien veranstaltet und sich gewissenlos bereichert zu haben. Gegenüber 30 Angeklagten hat das Gericht zu befinden. Strafvollzug im Dienst der Volksgemeinschaft. Die Jahresversammlung des Deutschen Reichsverbandes für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlaffenenfürforge. Dresden, 24. Sept. (DNB.) Die Aufgabe des Deutschen Reichsoerbandes für G e r i ch t s h i l f e, Gefangenen- und Entla f f enen-Fürsorge besteht darin, die einmal Gestrauchelten nach ihrer Entlassung aus der Strafanstalt w i e - der in die Volksgemeinschaft zurück zuführen, damit sie ihren guten Willen unter Beweis stellen können. Der Nationalsozialismus vertritt den Standpunkt, daß die Strafe hart sein muß, daß aber nach Verbüßung der Strafe diese tatsächlich zu Ende sein soll. Dabei sind selbstverständlich rückfällige und asoziale Elemente von jeder Fürsorge ausgeschlossen. Heute sind alle Vereinigungen für Gefangenen- und Entlassenenfürsorge im Reichsverband für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlasfenen-Fürsorge zusammengefaßt, der wiederum als Fachgruppe in die NSV. eingegliedert ist. Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes erklärte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt: Die politische Not und Zersplitterung in den Jahren vor der Machtübernahme habe es mit sich gebracht, daß deutsche Männer und Frauen das Opfer falscher Theorien wurden und zum gegenseitigen Haß und politischen Verbrechen verführt wurden. Die Opfer dieser gewissenlosen Klassenverhetzung hätten ihre verdiente Strafe erhalten, nun müsse ihnen aber der Weg in die Volksgemeinschaft offen stehen. Die bisher geübte Praxis, politische Gefangene und Strafentlassene nicht einzustellen, widerspreche den nationalsozialistischen Anschauungen. Staatssekretär Dr. Freißler wies darauf hin, daß der Systemstaat infolge des Fehlens aller sittlichen Begriffe den Begriff der sittlichen Schuld gar nicht habe kennen können, sodaß er eigentlich gar nicht das Recht auf Strafen gehabt habe. Man habe damals das deutsche Strafrecht tatsächlich in größtem Umfange außer Kraft gesetzt und den Strafvollzug zu einer Farce gemacht. Heute bekenne sich das deutsche Volk wieder zu einer allgemein gültigen sittlichen Grundhaltung. Es habe damit die Berechtigung, diejenigen, die gegen diese Grundhaltung verstoßen, zu strafen. Die Strafrechtspflege habe dem tiefinnerlich empfundenen Bedürfnis nach Sühne für jede Schuld Rechnung zu tragen. Sie habe die Sicherung des Volkes und feiner Lebenskraft zu gewährleisten. Darüber hinaus aber habe der Strafvollzug den Gutgesinnten zum Bewußtsein zu bringen, daß er im Kampf für das Gute nicht allein stehe, der Staat vielmehr ihn in feinem Streben unterstütze. Der oberste Grundsatz des Strafvollzugs müsse der der gerechten Strenge sein, denn nur dann sei die Strafe geeignet, Sühne für eine Schuld zu fein. Außerordentlich wichtig sei, daß der Gefangene arbeite. Die Möglichkeiten dazu seien bei aller Wahrung der Interessen der freien Wirtschaft heute, wo die Erwerbslosigkeit fast überwunden sei, durchaus gegeben. Der Besserungszweck könne aber ohne Arbeit nicht erreicht werden. Wenn man einen Gefangenen Monate und Jahre hindurch ohne Arbeit lasse, so schwäche man ihn für seinen künftigen Kampf mit dem Leben. Um jeden einzelnen Jugendlichen müsse mit ganzer Kraft und heißem Herzen gerungen werden. Schon während des Strafvollzugs müßten die Beziehungen angeknüpft werden, um ihm die spätere Rückkehr in die Gemeinschaft aller Schaffenden zu ermöglichen. Auch unter den älteren Gefangenen befindet sich nur ein gewisser Bruchteil, der als asozial angesprochen werden müsse. Der andere Teil dürfe auch nicht als solcher behandelt werden. Auch ihm müsse die Rückkehr in die Volksgemeinschaft ermöglicht werden. Der Typ des politischen Gefangenen könne für sich keine Sonderbehandlung erwarten, denn er wisse, daß er schwerstes Unrecht tue, wenn er gegen die Gemeinschaft des deutschen Volkes handele. Der Hoch- und Landesverräter sei sogar wegen der in seiner Handlung liegenden Treulosigkeit durch Verrat gewissermaßen als Urtyp des Verbrechers anzusprechen. Der Strafvollzug habe dafür Sorge zu tragen, daß der politische Verbrecher auf die anderen Gefangenen nicht zersetzend einwirken könne. Aber auch nicht jeder politische Verbrecher sei unabwendbar für die Volksgemeinschaft verloren. Man müsse ihm daher den Blick öffnen für das, was in Deutschland um ihn geschehe. Für die Unverbesserlichen, d. h. die Entarteten sei Sicherungsverwahrung am Platze. Oer Präsident des Volksgerichtshofes, Or. Thierack, sprach über „Der Strafvollzug im Dienste der Volksgemeinschaft". Um im Dritten Reich den Sinn und Zweck der Strafe und damit auch des Strafvollzugs zu verstehen, müssen wir uns über die heutige Staatsauffassung und die Stellung des Täters und des von der Tat Betroffenen zu diesem Staate klar werden. Der Staat ist die lebendige Ausdrucksform der Volksgemeinschaft, getragen und geleitet von der Partei. Wenn demnach der Apparat des Staates in irgend einer Richtung tätig wird, so kann diese Tätigkeit nur nach der Idee von der Gemeinschaft des Volkes, wie sie die Partei lehrt und versteht und auch vorlebt, ausgerichtet sein. Sinn und Zweck der Strafe kann demnach nur aus dem Begriff der Volksgemeinschaft heraus verstanden werden. Jeder auf Störung der Volksgemeinschaft gerichtete und betätigte Wille verdient Strafe. Auch wir setzen eine Schuld voraus. Sinn und Zweck der Strafe ist heute, den Angriff auf die Volksgemeinscha ft, den eine jede Strafe bedeutet, zu sühnen. Das für eine Straftat in der Volksgemeinschaft vorhandene Sühnebedürfnis ist der Sinn und Zweck der Strafe. Nicht der Schaden, den der Täter angerichtet hat, die Verletzung eines Rechtsgutes, die Person des Täters, sein verbrecherischer Wille, die Größe seines Leichtsinns oder seiner Gleichgültigkeit erklären den Sinn und Zweck der Strafe, sie allein sind Maßstäbe für die Strafbemessung. Aus dem Gemeinschaftsgefühl hat der Richter die Strafe nach dem Sühnebedürfnis des Volkes und nach dem Schutzbedürfnis des Volkes nach Sühne zu fordern und nach ihm richtet sich der Vollzug aus. Für den Strafvollzug ergibt sich daraus: 1. Er muß dem Bestraften klarmachen, daß er sich durch die Tat an der Volksgemeinschaft vergangen hat und daß er ihr gegenüber zu sühnen hat. 2. Während des gefänglichen Strafvollzugs muß der Täter zur Einsicht gebracht werden, daß es für ihn erstrebenswerter ist, anständig innerhalb der Gemeinschaft frei zu leben, als von ihr durch Gefangenhaltung getrennt zu fein. 3. Während des gefänglichen Strafvollzugs ist nach Möglichkeit die Rückkehr des Gefangenen in die Gemeinschaft vorzubereiten. Denn die Gemeinschaft will ihn wieder aufnehmen, wenn dem Sühnebedürfnis und dem Schutzbedürfnis des Volkes Genüge geschehen ist. Menschen, die in die Volksgemeinschaft zurück- sollen und auch wollen und die vielleicht den besten Willen haben, anständige Volksgenossen zu werden, muß zur Seite gestanden werden. Wir wollen diesen Volksgenossen helfen, aber nur dann, wenn sie ernsten Willens sind, sich s e l b st zu helfen. d. h. wenn sie sich in die Volksgemeinschaft einzugliedern Mühe geben und ihr nach Kräften dienen wollen. Arbeitswillen und Gemeinschaftswillen müssen sie zunächst aufbringen. Dann aber haben wir anderen draußen aus unserem Gemeinschaftsgefühl heraus die Pflicht, sich ihrer anzunehmen, sie zu beraten, in Arbeit z u bringen, sie mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen und sie fest hinzustellen für das Leben. Nichts lag näher, als daß die nationalsozialistische Volkswohlfahrt, die so viel wahrhaft sozialistische Ausgaben durchgeführt hat, auch diese Aufgabe möglichst zusammen mit den Vollzugsbehörden Dorbereiten und durchführen würde. Der Nationalsozialismus wird auch hier beispielgebend den anderen Völkern vorangehen. Oer vierte Kampftag der Großen Herbstübung. Hot weicht aus. LPD. Die lebhafte Kampftätigkeit, die das sonst so friedliche Land um den Vogelsberg mit Schlachtenlärm erfüllt, und die das Kennzeichen des Mittwoch war, fetzte auch in der Nacht nicht aus. Bis Mittwochabend kam das IX. (blaue) Armeekorps durch massierte Vorstöße unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Waffengattungen in der Mitte seiner Front und auch auf dem linken Flügel so gut vorwärts, daß der Gegner trotz tapferen Widerstandes zurückgedrängt wurde. Sc, mußte er nach der Gesamtlage den durch den Panzerwagenangriff auf dem rechten Flügel der blauen Partei erreichten Geländegewinn wieder aufgeben. Die von ihm zäh verteidigten Höhen wurden unter schwerstes Artilleriefeuer genommen, und einige Gegenvorstöße durch das hervorragende Zusammenarbeiten der blauen Regimenter und der Artillerie abgewiesen. Dem Druck der durch die herangebrachten rückwärtigen Kräfte nun auch zahlenmäßig überlegenen blauen Partei wich das V. (rote) A r - meekorps im Laufe der Nacht zunächst in der Mitte feiner Front aus. Von den hier kämpfenden Regimentern der 15. Division blieben nur ein bis zwei Kompanien am Feinde, um das Loslösen der Hauptkräfte zu sichern. Auf dem rechten Flügel waren bereits am Abend Teile der 10. Division herausge- zogen worden, während die Hauptkräfte sich gegen 3 Uhr früh in eine vorbereitete Stellung zurückzogen, die in einer Linie südlich des Vogelsberges nach Südosten auf Schlüchtern an der Straße Hanau—Fulda zu verlief. Fliegerangriffe. Auch hie ßuftftreitträfte beider Parteien entfalteten in der Nacht lebhafte Tätigkeit. Während es Blau gelang, einen Flughafen des Gegners zu zerstören, griffen die Kampfflieger der roten Partei die Aufmarsch st raßen, die vermuteten Sammelpunkte der rückwärtigen blauen Kräfte in kleineren Verbänden an. Dabei trat in den Ortschaften und Städten, die sämtlich verdunkelt waren, erstmalig auch der zivile Luftschutz in Tätigkeit. Bis zum Abend hatten die in vorderster Linie kämpfenden Teile der 10. und 15. Division des V. Armeekorps erbitterte Gegenwehr geleistet. Das erleichterte ihnen zusammen mit dem unübersichtlichen Waldgelände ihre Ausweichbewegungen ungemein, zumal die Nachtruppen durch heftiges Feuer den Gegner über die wirkliche Besetzung ihrer Linie zu täuschen verstanden. Immer wieder machten die zurückgehenden Truppenteile Front, um den nachfolgenden Feind zum Nachziehen seiner schweren Infanteriewaffen und feiner Artillerie und dadurch zur Verzögerung seines Vorgehens zu zwingen. Geschickt angelegte Sperren und die Zerstörung der Straßen und Brücken taten ein übriges, um die Absetzung vom Feinde zu erleichtern. Die Aufklärungsflieger der blauen Armee hatten schon am Mittwoch Schanzarbeien in einer weiter zurückliegenden Stellung etwa an der Linie Ober- Seemen—Bür st ein—Soden festgestellt, die zu der Annahme führten, daß Rot hier seine Hauptkampflinie auszubauen beabsichtige. Das schöne und klare Wetter des vierten Kampftages brachte schon in aller Frühe eine außerordentlich rege Tätigkeit der Aufklärungs-, Jagd- und Kampfflieger. Blau griff mit den Regimentern der 19. und 6. Division in der Frühe des Donnerstag energisch an, aber die Pioniere der roten 15. Divi- l Eine Feldhaubitze in Feuerstellung, die mit Hilfe eines netzartigen Ueberwurfs, der mit Schirmstützen gespannt wird, gegen Fliegersicht getarnt wurde. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) fion hatten gründliche Arbeit geleistet, die Brücken gesprengt und die Waldwege mit Sperren geradezu besät, die alle unter starkem Feuer leichter und schwerer Infanteriewaffen lagen. Das zwang den Angreifer auch seinerseis, die schweren Waffen und die Artillerie vorzuziehen. In der Nähe von Ulmbach trafen wir das vorgehende westfälische Regiment (J.-R. 60), das am Vortage von seinem Kommandeur Oberst von Basse in Gewaltmärschen herangeführt worden war. Wir erfuhren, daß die Marschverluste dabei nur etwa 5 bis 6 Mann bei der Kompanie betrugen, ein für die hervorragende Leistung äußerst geringer Hunde r t s a tz , zumal der größte Teil der „Fußkranken" bereits wieder bei der Truppe ist. Moniere beim VrückenWaa. Eine gesprengte Brücke hat den Vormarsch nicht aufhalten können. Die Schützen haben das Flüßchen durchwatet, während 100 Meter abwärts ein Zug Pioniere bereits mit dem Bau einer Holz- brücke beschäftigt ist. Motorsägen haben in kürzester Zeit das erforderliche Bauholz geliefert, das, von den Aesten befreit, nun zu Tragebalken verarbeitet wird. Nur mit Badehose und Gasmaske ausgerüstet, treiben die Pioniere die Grundpfähle in das Flußbett, während andere damit beschäftigt sind, die Bohlen aufzulegen. Die kurze Pause für die bespannten und motorisierten Fahrzeuge nutzen die Soldaten zu einer kurzen Ruhepause in dem umliegenden Walde aus, während die Nachrichtentrupps im Begriff sind, die Leitungen vorzuverlegen und Beobachtungsabteilungen der schweren Infanteriewaffen und der Artillerie mit dem Aussuchen neuer Beobachtungsstellen beschäftigt sind. Je mehr wir uns der Widerstandslinie der Roten Partei nähern, um so heftiger wird das Feuer, das die blauen Angreifer empfängt, und oft genug bedarf es des Einsatzes der Artillerie, um die gut versteckten Widerstandsnester auszuheben. Auf dem Wege in die rückwärtigen roten Stellungen passieren wir ein kriegsmäßig eingerichtetes Feldlazarett, das allerdings nur schwach belegt ist. Die von den Schiedsrichtern außer Gefecht gesetzten Krieger, durch die gelben Helmstreifen kenntlich gemacht, werden gesammelt und nach einer gewissen Zeit wieder ihren Truppenteilen zugesührt. Sperren und Fallen. Die rote Hauptkampflinie ist außerordentlich günfttig gewählt. Unmittelbar vor dieser Stellung sind die Straßen aufgerissen und mit raffiniert angelegten Sperren durchsetzt. Eine Brücke ist mit spanischen Reitern und mächtigen Baumstämmen, die sich meterhoch auftürmen, verbarrikadiert und außerdem unterminiert. In der Vorstellung sind Stacheldrahtfelder gezogen, Kampfwagenfallen gebaut und M G. - Nester angelegt. Hinter der Vorstellung zieht sich ein dicht bestandenes Waldgelände hin, das eine vorzügliche Deckung für die schweren Infanterie- massen und die Artilleriestellungen bietet, die so ausgewählt sind, daß sie das gesamte Vorgelände beherrschen. Die gesamte befestigte Linie ist innerhalb weniger Stunden buchstäblich aus der Erde gewachsen und es unterliegt keinem Zweifel, daß der Angreifer, hier vor einer außerordentlich schweren Aufgabe steht. Die Anteilnahme der Bevölkerung ist unvermindert geblieben. Auch öie Zurückverlegung der Kampflinien hat die Schlachtenbummler nicht abhalten können, dem fesselnden Schauspiel beizuwohnen. Mit Fahrzeugen aller Art, Krafträdern und Fahrrädern, oder auch zu Fuß haben sie ansehnliche Strecken zurückgelegt, um der bevorstehenden Entscheidung beiwohnen zu können. Kein Zugang der Bevölkerung zur Schlußbesprechung. LPD. Die Uebungsteitung hat bereits in der Presse bekanntgegeben, daß eine Schlußkritik £et Beendigung der Großen Herbstübungen nicht ft a t t f i n b e t, sondern nur eine Besprechung öer höheren T r u p p e n f ü h re r in kleinem TtaDmen. Die gebotene Verkehrsregekung am Platz dieser Besprechung macht weitgehende Ab. sperr Maßnahmen erforderlich. Die Uebungs- leituna warnt daher ausdrücklich vor Zustrom der Bevölkerung zum Ort der Manöverbesprechung und macht auf die V e r k e h r s g e f a h r e n besonders aufmerksam. Die örtlichen Verhältnisse am Bc- sprechungsort lassen es leider nicht zu, daß größere Menschenansammlunaen (geschlossene Schulen usw.) Aufstellungsplätze erhalten. so jähriges Müitärj ubiläum des Generals Ernst Haste. Der im Ruhestand weilende General der Infanterie Ernst Haffe kann am 26. d. M. fein 50- jähriges Militärjubiläum begehen. General Haffe steht in besonderer Beziehung zu dem Gießener Infanterie-Regiment 116, dessen Kommandeur er während des Krieges im Jahre 1916 war, bis er vor Verdun schwer verwundet wurde. General Hasse wurde am 7. Juli 1867 in Rummelsburg in Pommern als Sohn eines Landgerichts- rates geboren. Er ist am 26. September 1886 in das frühere pommerfche Infanterie-Regiment Nr. 54 eingetreten und wurde dort 1888 Offizier. Don 1899 an gehörte er vorwiegend dem Generalstab an. Als Oberstleutnant im Generalstab der 3. Armee zog er in den Weltkrieg und übernahm im Februar 1915 die Geschäfte des Oberquartiermeisters der Armee-Abteilung Falkenhausen. Nach Wiederherstellung von seiner Verwundung wurde er im Februar 1917 Oberquartiermeister der Heeresgruppe Mackensen, im Februar 1918 Chef des Generalstabes der Militär-Verwaltung in Rumänien und im Juni 1918 Kommandeur der 49. Landwehr-Brigade. Nach Beendigung des Krieges war Haffe Führer des nach ihm genannten Freikorps, als Kommandeur eines Infanterie-Regiments nahm er im Jahre 1919 an der Besetzung Berlins und später am Grenzschutz in Oberschlesten teil. Im Februar 1920 wurde er Infanterie-Führer VI, im September 1920 als Generalmajor Kommandeur der Befehlsstelle Lieg- nitz und im April 1921 Infanterie-Führer III. Am 1. April 1922 wurde er unter Beförderung zum Generalleutnant Kommandeur der 2. Kavallerie- Division. Am 1. April 1925 übernahm er das Kommando der damaligen 5. Division in Stuttgart. Am 1. Februar 1927 trat er in den Ruhestand. 400 Kilometer Reichsautobahnen werden Sonntag dem Verkehr übergehen Feiern auf allen neuen Strecken. Berlin, 24. Sept (DRV.) Am kommenden Sonntag werden in verschiedenen Gebieten des Reiches neue Aulobahnstrecken dem Verkehr übergeben, und zwar in einer Gesamtlänge von 4 0 0 Kilometer. Das stolze Reh der Straßen Adolf Hitlers vergrößert sich mehr und mehr: es ist längst aus dem Stadium der Prophezeiungen und Ankündigungen herausgekommen und findet als kulturelle Großtat in steigendem Maße die Beachtung der Weltöffentlichkeit. Mit Inbetriebnahme dieser Teilstrecken hat das Autobahnneh eine Länge von 1 0 0 0 Kilometer erreicht. Es werden am Sonntag mit besonderen Feierlichkeiten eröffnet: Die 92 Kilometer lange Teilstrecke Breslau — Liegnih — Kreibau der Strecke Breslau— Berlin; als nördlicher Abschnitt der Autobahn Berlin— Stettin die Strecke Joachimsthal — LoI - bihow (75 Kilometer); ein Teilstück zwischen Beuthen (Oberfchles.) und G l e i w i h von 15 Kilometer Länge; die 15 Kilometer lange Strecke Dresden — Wilsdruff und die 30 Kilometer lange Strecke bei Lhemnih von Ober-Lichtenau bis Hohenstein—Ernstthal der Autobahn Dresden—Weimar; der Abschnitt Frankfurt a.M. — Bad- Rau heim in einer Länge von 40 Kilometer; die 35 - Kilometer - Strecke Heidelberg — Bruchsal; in Thüringen das 70 Kilometer lange Stück Schleiz —Lanzendorf der Linie Berlin- München; von der Autobahn Stuttgart—Ulm ein 25 Kilometer langes Teilstück Stuttgart — Unterboihingen ; ein kleiner Abschnitt von 10 Kilometer Länge in Fortführung der Strecke Köln — Düsseldorf bis vor Duisburg und einige weitere Verbindungsund Zuführungsstrecken. Wie sieht es in der Wirtschaft aus ? In fast allen Ländern wird in dieser Zeit mit großer Aufmerksamkeit der Bericht über die zu erwartende Getreideernte verfolgt. Fast überall liegen die diesjährigen Schätzungen unter denen der sehr günstigen Ergebnisse der Erträge vor einigen Jahren. Diese Entwicklung hat auf den internationalen Getreidemärkten zu Beunruhigungen, die in der Preisgestaltung zum Ausdruck kamen, geführt. In Deutschland sind unerfreuliche Zustände, die fast alljährlich bei Beginn der Ernte auf dem Preisgebiet eintraten, durch das Festpreissystem beseitigt worden. Durch die Einführung eines auf das ganze Jahr sich verteilenden Ablieferungsfystems der Erzeuger sind die Verkaussmengen aufgegliedert. Die Einbringung der Ernte hat sich durch die vielen Regentage der letzten Wochen hinausgezögert. Dadurch fiel sie schließlich in eine Zeit, die durch andere wichtige Feldarbeiten die Arbeitskraft der Landleute stark in Anspruch nahm. Man hatte nun erwartet, daß nach der vollständigen Einbringung der Ernte das Angebot schnell zunehmen würde. Wenn das Angebot heute gegenüber dem in dieser Zeit üblichen zurückbleibt, so liegt das daran, daß dem Landwirt nicht viel Zeit zum Ausdrusch zur Verfügung steht. Jetzt macht sich nach der Einbringung des zweiten Heuschnitts die H a ck f r u ch t e r n t e bemerkbar, die vielfach etwa den gleichen Arbeitsaufwand wie die Getreideernte bedingt. Durch die Hinauszögerung der Brotgetreideernte haben sich die Lagerbestände stärker vermindert, und deshalb sind die Mühlen, die nun auch an die Ergänzung ihrer Vorräte auf die Höhe des Pflichtlagerkontingents im Umfange der doppelten Menge des monatlichen Mahlkontingents denken muffen, bestrebt, möglichst viel des von der Landwirtschaft verkauften'Brotgetreides zu erwerben. Das gelingt bei dem nicht sehr umfangreichen Angebot am Mahlgut nicht immer. Nun darf aber damit gerechnet werden, daß die Landwirtschaft bald zu größeren Ablieferungen übergeht. Sie hat gegenüber dem Reichsnährstand die Verpflichtung übernommen, bis zum 15. Oktober 30 v. H. des Ablieferungssolls an Brotgetreide zu verladen. Eine solche Angebotsgestaltung wird nun auch die westdeutschen und Berliner Mühlen in Stand setzen, die vorgeschriebene Lagerbestandsauffüllung durchzufuhren. Wenn auch die Getreideernte gegenüber den Vo^ schätzungen zurückbleiben wird, so liegt sie doch über den Ergebnissen des Vorjahres. Die gesamte Getreideernte wird im Reichsgebiet auf 2^,58 Millionen Tonnen geschätzt, das sind immer noch 0 5 Millionen Tonnen mehr als im Doriahr. Deutschland wird also keinen Mangel haben und das deutsche Volk kann mit Dankbarkeit den Tag des Erntedankes begehen. Wer die Leistungen der deutschen Landwirtschaft richtig würdigen will mutz in Rechnung stellen, daß der Gesamtver- brauch im Jnlande unverhältnismäßig schnell gestiegen ist. Der F l e l sch a n fall ,eKopf der Bevölkerung betrug im Jahre 1932 2,84 Kilogramm, wobei der Vergleichsmonat der Juli ist. Im Juli 1933 war der Fleischanfall auf 3,26 K o- gramm gestiegen, um im Juli 1936 nut. 3,39 Kilogramm einen Fortschritt erzielt Zu Haben, der auch wieder einen Rückschluß auf die allgemeine Verbesserung der Le b e in s b al- tun« zuläßt. Dabei sind -- Schw-M-l-^ch und Rindfleisch, die mit säst 90 v.H. den K-samtbedars decken, wozu noch ein Ansall an K^bflesich> tn SjI I) von 7,75 v. H. kommt. Andere Fleischarten sind kaum noch gefragt. Auch aus anderen Gebieten läßt sich eine Besserung der Lebenshaltung feststellen. Wie aus den Abschlußziffern für das Zucker - Wirtschaftsjahr 1935/36 zu ersehen ist, ist d e r Z u ck e r verbrauch um 7 v. H. gestiegen. Dabei ist zu beachten, daß sich zwar seit 1933, also seit Beginn des wirtschaftlichen Aufstiegs, der Zuckerverbrauch Jahr für Jahr um 2 bis 3 v. H. erhöhte, daß aber ein Sprung um 7 v. H. außergewöhnlich ist. Diese Steigerung des Verbrauchs hat dazu geführt, daß für das Wirtschaftsjahr 1935/36 Erzeugung und Verbrauch mit 16,51 Millionen Doppelzentner fast übereinstimmen Die Zuckerpreise liegen heute um 80 v. H. über dem Vorkriegsstand, so daß der wachsende Zuckerverbrauch um so mehr ins Gewicht fällt, als er nicht nur in den Herbst- und Wintermonaten vor sich gegangen ist Es ist auch noch ein anderer Fortschritt zu verzeichnen: Es ist im Wirtschaftsjahr 1935/36 gelungen, für d i e Ausfuhr nicht unbeträchtliche Mengen bereit zu stellen, wenn auch wohl nicht mehr damit zu rechnen ist, daß die Zuckerausfuhr jemals wieder die Vorkriegshöhe erreicht. Hier handelt es sich um Wandlungen in der internationalen Wirtschaft, die mt* auf anderen Gebieten eingetreten sind Vielleicht gilt dies auch für öie Erdölausfuhr und Erdölzeugung Räterußlands. Nach dem stürmischen Auftrieb seit Mitte der zwanziger Jahre, einem Auftrieb, der sich in der Hauptsache daraus erklärt, daß Räterußland unbedingt die Devisen aus der Erdölausfuhr gebraucht, hat es neuerdings einen Rückschlag gegeben. Wenn die Hauptzollverwaltung Räterußlands selbst verzeichnen muß, daß die Erdölausfuhr in den ersten sieben Monaten dieses Jahres insgesamt nur 1 523 700 Tonnen im Werte von 19,91 Millionen Goldrubel betrug, gegenüber 1 896 865 Tonnen im Werte von 23,41 Millionen Goldrubel in der gleichen Zeit des Vorjahres, so läßt das nur den Schluß zu, daß der Ausfuhrrückgang beträchtlich gewesen sein muß. Bemerkenswert ist, daß Frankreich heute den weitaus größten Teil der räterussischen Erdölausfuhr aufnimmt, wie denn auch Frankreich das einzige Land ist, das im Jahre 1936 mehr Erdöl aus Räterußland ausgenommen hat als im Vorjahr. Nicht weniger bemerkenswert ist, daß die Erdölausfuhr nach Italien zwar 1936 zurückgegangen ist, daß dafür aber 1935 ungewöhnlich große Mengen ausgeführt wurden. Daraus geht hervor, daß Räterußland kein Bedenken getragen hat, Italien mit Erdöl zu beliefern, obschon zu gleicher Zeit Moskau in Genf alle Hebel in Bewegung setzte, um die Erdölausfuhr nach Italien zu sperren Es ist nicht ohne Reiz, nunmehr feftzustellen, wie sich die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Italiens tm Kriegsjahr 1935 vollzogen hat. Darüber liegen amtliche Ziffern vor, nachdem die amtliche Wirtschaftsstatistik seit Kriegsausbruch keine Angaben mehr an die Öffentlichkeit gelangen ließ. Wie zu erwarten, ist die industrielle Tätigkeit Italiens während des Feldzuges in Abessinien in allen Gruppen besonders rege gewesen, vornehmlich in der Bauindustrie, dann aber auch in der Metall- und Maschinenindustrie. Während die Meßzahl für die industrielle Tätigkeit im Jahre 1933 bei 80,5 lag, wobei eine Grundzahl von 100 für 1928 angenommen wird, stieg die Meßzahl für das Jahr 1935 auf 100,2. Damit hat Italien, wirtschaftlich gesehen, den Stand von 1929 nicht ganz erreicht, in welchem Jahre die Gesamterzeugung bei 109,1 lqg. Das ist wohl darauf zu- Oie Hiiler-Iugend vor Mussolini. Einen Höhepunkt der Jtalienfahrt der deutschen Jugend bildete der Vorbeimarsch der 450 Hitleriungen vor Mussolini auf der Piazza Venezia. Links sieht man Reichsjugendführer Baldur o. Schirach. (Scherl-Bilderdienst-M.) Jlcue italienische Auszeichnung für den Reichsjugendsührer. Rom, 24. Sept. (DNB.) In Anerkennung der Verdienste um die Annäherung zwischen faschistischer und nationalsozialistischer Jugend hat der König von Italien auf Antrag des Duce dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach das G r o ß - kreuz des St. Mauritius-Ordens verliehen. Der italienische Außenminister, Graf C i a n o , hat am Mittwochabend den Reichsjugendführer in seinem Hotel aufgesucht, um ihm die außerordentlich hohe Auszeichnung zu überreichen. Am Donnerstag um 10 Uhr haben die 452 Hitler- jungen die italienische Hauptstadt wieder verlassen. Mit klingendem Spiel zogen die Hitler- jungen mit Blumen geschmückt zum letzten Male durch die Straßen von Rom. Auf dem Bahnsteig waren Ehrenabordnungen der Avanguardia und der Balilla angetreten. Vor der Abfahrt verabschiedete sich der Reichsjugendführer von seinen Kameraden. Außerdem waren anwesend der Führer der faschistischen Jugend, Staatssekretär Ricci, mit zahlreichen Offizieren der Balilla und der deutsche Geschäftsträger Baron von P l e s s e n. Unter den Heil-Rufen der deutschen Jugend auf Mussolini und den „Eja Eja Alalla"-Rufen der italienischen Jugend auf den Führer Adolf Hitler fuhr der Zug aus der Halle. Ungarische Ordensauszerchnung für ^ieichsoußenminister von Nemaih. B u d a p e st, 22. Sept. (DNB.) Seine Durchlaucht Reichsverweser Admiral von Horthy hat dem Reichsaußenminister vonNeurath vor seiner Abreise das ungarischeVerdien st kreuz erster Klasse verliehen. Reichsaußenminister von Neurath hat Donnerstag früh mit seiner Gemahlin und dem Legationsrat von Kotze nach einem fünftägigen Aufenthalt Budapest im Sonderflugzeug verlassen. Auf dem Flugplatz hatten sich zur Verabschiedung im Auftrage des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Staatssekretär von Barczy und in Vertretung des nach Genf abgereisten Außenministers von Kanya der Gesandte von Apor, ferner der deutsche Gesandte von Mackensen mit Gemahlin, der deutsche Militärattache General Fritz e r i c i und die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft eingefunden. AationaltUche Vorhut vor den Toren Toledos. Verzweiflungstat der Roten. St. Jean de Luz, 24. Sept. (DNB.) Nach den neuesten Nachrichten aus Burgos soll eine Vorhut der nationalen Truppen mit den roten Milizen vor den Toren Toledos m einer Entfernung von 500 Meter vom Alcazar in ein heftiges Gefecht geraten sein. Die nationalen Flugzeuge, denen es immer wieder gelingt, über dem Alcazar Lebensrnittel abzuwerfen, haben am Mittwoch Flugblätter abgeworfen, in denen sie den heldenhaften Verteidigern des Alcazars ankündigten, daß ihre Befreiung unmittelbar bevor st ehe. Am Mittwochabend haben die roten Streitkräfte bie Schleusen der Stauwerke des Flusses Alber che, der in den Tajo mündet, geöffnet. Unter fürchterlichem Getöse stürzten die 10 Millionen Raummeter Wasser in das drei Kilometer oberhalb von Talavera liegende Tal, wo die Nationalisten umfangreiches Kriegsmaterial, vor allem Geschütze, zusammengezogen hatten. Nach einer Madrider Meldung hat man bisher über die Wirkung dieser sadistischen Maßnahme noch keine Nachricht. Doch hoffen die Roten, ihre Gegner ersäuft zu haben. Die Kopenhagener „B e r l i n g s k e T i d e n d e" veröffentlicht den Bericht eines Mitarbeiters, der die Truppen des Generals Franco auf dem Vormarsch nach Toledo begleitet. Der Berichterstatter teilt mit, daß er mehrfach unter dem den Roten abgenommenen Kriegsmaterial G e - wehre sowjetrussischer Herkunft und in Mexiko hergestellte Munition gesehen habe. In Torrijos habe er einem Luftkampf zwischen den nationalistischen Flugzeugen und sowjetrussischen Flugzeugen der Roten beigewohnt. In Torrijos hätten die Roten vor ihrer Flucht die meisten Häuser in Brand ge st eckt und Läden und Privatwohnungen geplündert. Zahlreiche S e k t f l a s ch e n auf den Straßen erinnerten an die wilden Orgien der Roten. Hofe Miliz plünderiMdriderHeim derDAF. Alicante, 24. Sept (DRV.) In bas heim der Deutschen Arbeitsfront und in bie Deutsche Schule in THabrib drangen rote Milizen gewaltsam ein, burchsuchten sämtliche Räume und entwendeten auch die Akten. hiergegen hat der deutsche Geschäftsträger in Madrid persönlich schärf sie Verwahrung eingelegt, die Rückgabe der gestohlenen Sachen sowie Garantie für wirksamen Schuh deutsch en Eigentums gefordert. Der Staatssekretär des Außenministeriums hat daraufhin wiederholt fein Bedauern ausgesprochen, wobei er bestritt, daß die Haussuchungen seitens der Behörden veranlaßt worden waren. Außerdem sicherte er erneut den Schuh des deutschen Eigentums sowie die Verhaftung der Schuldigen zu. Azana legt fein Amt nieder. Lissabon, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) General Queipo be Llano erklärte im Senber Sevilla, bie Lage in Mabrib werbe täglich schwieriger. Der Militärgouverneur von Madrid habe die Anweisung gegeben, biß Wassßrvorräte z u ergänzen, damit ein Abschneiben ber Wasserzufuhr durch bie Nationalisten wirkungslos würbe. Largo Caballero wolle ben Oberbefehl über bie roten Truppen übernehmen. Der Senber Sevilla berichtet weiter, daß der Präsident der Republik, Azana, fein A m t niebergelegt habe. Er werde interimistisch von Martinez B a r r i o vertreten rückzuführen, daß bie Drosselung ber Einfuhr im Zuge ber foaenannten Strafmaßnahmen hier unb ba zu einer Einschränkung ber Erzeugung geführt hat. Davon finb aUerbings nur solche Wirtschaftsgruppen betroffen worben, bie nicht unmittelbar kriegs- unb lebenswichtige Erzeugnisse herstellten. Immerhin hat sich bie Rohstoffsperre bei ber Textilinbustrie weitaus am stärksten ausgewirkt; Italien hat es trotzbem fertig gebracht, bie Kunstseibenerzeugung 1935 auf 70 000 Tonnen zu steigern gegen nur 32 000 Tonnen im Jahre 1929. Endlich sei noch angemerkt, baß Italien währenb bes Krieges versucht hat, bie Kohlenförderung in ben Gruben von Istrien unb Sarbinien zu heben, wenn auch nicht baran zu benfen ist, baß Italien aus biefen Kohlengruben feinen Bedarf an Brennstoffen decken kann. Dazu reicht er nicht entfernt aus Auf ben internationalen Devisenmärkten war in ber vergangenen Woche bas hervorstechenbste Merkmal bas anhaltenbe Steigen ber englischen Währung. Diese Entwicklung ist um so ein- brucksvoller, als gewöhnlich um biese Jahreszeit bte englische Währung nach unten zu neigen pflegt. Es finben jetzt bie großen Rohftoffeindeckun- g e n ber englischen Wirtschaft statt, die zu einem starken Angebot von Pfunden zu führen pflegen. Vielleicht sind diese Käufe gegenwärtig eine Veranlassung für die englische Währungspolitik, den Kurs des Pfundes hochzuhalten. Das englische Pfund, das bisher gegenüber dem Dollar immer noch etwa auf ber alten Parität von 4,86,6 Dollar je Pfunb gehalten würbe, wirb gegenwärtig mit 5,07 Dollar notiert. Der Schlüssel für die Erklärung dieser Vorgänge dürste in erster Linie in der wirtschaftlichen Entwicklung Frankreichs zu suchen sein. Die Nachfrage nach englischer Währung aus französischen Kreisen hält offenbar unvermindert an. Nun hat in der letzten Zeit der englische Währungsausgleichsfonds erheblich weniger'interveniert als bisher. Die amtlichen Stellen haben nur ganz vorübergehend bie Parität zwischen Paris unb Son- bon gehalten. Im allgemeinen beschränkten sie sich barauf, burch plötzliche Käufe ben Franc-Kurs zu stutzen. Als Begrünbung für biese Haltung wird gewöhnlich darauf hingewiesen, baß bie Mittel des Fonbs stark zusammengeschrumpft seien und daß das Schatzamt gegenwärtig eine Erhöhung der dem Fonds gewährten Kredite vermeiden müsse. Offenbar wünscht man in London eine weitere Klärung ber Verhältnisse in Frankreich abzuwarten, ehe man fuf) für eine weitere Stützung ber französischen Wahrung einsetzt. Die Bank von Frankreich erhöhte ihren Diskontsatz auf 5 v. H. Dieser Beschluß ist zweifellos auf bie in Börsenkreisen große Nervosi- tät auslösende, unklare finanzielle Lage zurückzu- f (~7wn düasc/ien und Baden PALM OLIVE, die SEIFE, 1 l die, I/vtem ieint (Jugend und Sc/iön/ieit erkält' 3stück , (d ________Vf _____ ____ y u u führen, die sich bereits in einem nicht unbeträchtlichen Goldabfluß bemerkbar gemacht hat. Nach dem Wochenausweis der Bank von Frankreich ergibt sich ein Gold- und Silberabfluß von insgesamt 840 Millionen Francs. Die Nervosität der Börse, die die Regierung in kürzester Zeit zu durchgreifenden Maßnahmen nicht nur auf finanztechnischem, sondern vielleicht auch auf währungspolitischem Gebiet veranlassen wird, wird damit hinreichend begründet. Aus aller Wett. Erster Deutscher Reifebürotag in Frankfurt. Der Erste Deutsche Reisebürotag nahm mit einer Arbeitstagung der Bezirks- und Ortsfachgruppen in Frankfurt seinen Anfang. Direktor Kipfmüller wies darauf hin, daß die Reisebüros ein wichtiges Glied im deutschen Fremdenverkehr und damit auch in der deutschen Wirtschaft seien. Man könne heute den Fremdenverkehr nicht mehr als das Privileg der begüterten Volksgenossen, bezeichnen. Reisen sei zu einer nationalen Pflicht geworden. Der stellvertretende Geschäftsführer I ent sch wies auf die Notwendigkeit hin, die Leistungsfähigkeit des Reisebürogewerbes auf eine möglichst hohe Stufe zu bringen. Der Gedanke des Reisens müsse in jedes Dors, in jedes Haus getragen werden. Darüber hinaus messe man aber auch der sachlichen Aus- und Fortbildung große Bedeutung bei. So wird im Winter eine Deutsche Reisebürofachschule mit Unterstützung der DAF. und des Reichsausschusses für Fremdenverkehr eingerichtet, die einzige Schule ihrer Art auf der ganzen Welt. Die Amateurphotographen-Schau in Frankfurt a. RI. Die Deutsche und 2. Internationale Schau der Amateurphotographen in Frankfurt a. M. bringt eine umfassende Uebersicht über die Leistungen der Amateurphotographen aus über 300 Vereinen. Diese Uebersicht wird vervollkommnet durch die Arbeiten der ausländischen Amateurlichtbildner. Der Besucher gewinnt ein eindringliches Bild von dem hohen Stand des Schaffens und Könnens der Amateurphotographen der ganzen Welt. Die Ausstellung besteht aus zwei Hauptabteilungen, der „Internationalen Schau und der alljährlich stattfindenden Verbandsausstellung des Verbandes Deutscher Amateurphotographen. Die besten Aufnahmen werden mit der goldenen Plakette ausgezeichnet. Außerdem hat Reichsminister Dr. Goebbels einen Ehrenpreis für das beste deutsche Photo zur Verfügung gestellt. „Licht" — ein Kulturfilm. Schon vor Jahresfrist hat das Amt „Schönheit der Arbeit" die Parole ausgegeben: Gutes Licht — gute Arbeit. In Frankfurt wird jetzt auf der Reichstagung der Deutschen Lichttechniker der Film „Licht" uraufgeführt, der mit den Prädikaten „Staatspolitisch wertvoll und volksbildend* ausgezeichnet worden ist. Obwohl keine Handlung durch den Film geht, hält er doch dauernd das Interesse wach. Er erklärt zuerst, was Licht ist, und wie es gemessen wird, schildert die Lichtquellen und ihre Entwicklung bis zum heutigen Stande und zeigt vergleichsweise Betriebe mit gutem und schlechtem Licht. Mit diesem Film wird nachgewiesen, daß die Aktion des Amtes „Schönheit der Arbeit", auf dessen Veranlassung das Filmwerk unter Beratung der Lichttechnischen Gesellschaft gedreht wurde, richtig ist. Der Film verdient, in allen Betrieben gezeigt zu werden. Auch für den Haushalt wird sich vieles aus ihm lernen lassen. Wildererdrama in den Bergen. Im Gamsreoier der Perschitzalp im Maltagebirge in Kärnten ereignete sich ein blutiges Wildererdrama. Zwei Jager sahen sich bei einer Streife plötzlich drei Wilderern gegenüber. Sofort setzte ein schweres Feuergefecht ein, das damit endete, daß einer der Wilderer tot zusammenbrach. Die beiden anderen wurden von den Jägern nach schwerem Kampf überwältigt. Wetterbericht des Reichswetlerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Der über dem Ostatlantik liegende Wirbel hat stärkere Störungsgebiete bis nach Skandinavien hin entwickelt. Dabei kamen wir gestern in den Zufuhrbereich feuchtwarmer Mittelmeerluft, die Bewöl« kungszunahme und zeitweise auch Regen brachte. Da bei südlich bis südwestlichen Winden die Zufuhr feuchter Meeresluft sich fortsetzt, bleibt der Witte, rungscharakter auch weiterhin unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich. Aussichten für Samstag: Morgens dunstig, sonst veränderliche Bewölkung und zeitweise auch Regenfälle, tagsüber feuchtwarm, südliche bis westliche Winde. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Süden bis Westen noch immer unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 24. September: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 15,5 Grad; am 25. September: morgens 14,1 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Sdiuhhaus Bradcelsberg früher SÜSS Gießen * Marktstraße Nr* 9-11 ist eröffnet! 5959A Am Montag, 28. Sevt., und Dienstag, 6. Okt. d.J., vormitt. 10 Uhr, finden in ff unserem Hof Frankfurt am 11 ZL Main, Hans - Handwerk - Straße 23, wegen Saisonschluß unsere diesjährigen Verkäufe von to.50 jung, la inüeltsiiietöen leichten, mittleren und schweren Schlages statt. 1 Stunde vorher Besichtigung. - Gewährung von Zahlungs - Erleichterung für die 2. Hälfte des Kaufpreises kann gegen bürgermeisteramtl. Ausweis über Person und Verhältnisse des Käufers und gegen einwandfreie Bürgschaft erfolgen. 596?d WmML.SWllM. Televhon Frankfurt a. M. 20416. Der Sturmwind bläst und das Laub fällt von den Bäumen und wieder denkt man an den alten Ofen, der voriges Jahr schon soviel Aerger machte, die Stube verqualmte und doch nicht warm gab. Das muß aufhören! Jetzt muß ein Häuser-Ofen her! Zum Beispiel solch ein Amerikaner-Dauerbrandofen. Ein wirklich raffinierter Dauerbrenner für Anthrazitkohle. 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Ring 189 Teilnehmer beim Feldbergrennen eines Weltmeisters, auch wenn er nur eine gebrauchen kann und völlig untrainiert im erscheint. Dietz, 2. Luise Weigandt, 3. Elfriede Mehl. Schülerinnen Mittel st ufe: 1. Elli Luh, 2. Hilde Vielmetter, 3. Luise Faber. Schülerinnen Unter st ufe: 1. Meta Klotz, 2. Gretel Lenz, 3. Hilde Peter. Volkstümlicher Dreikampf. beiden einträchtig nach Hause. Aber wenn das Mädchen fröhlich die Erntekrone. — (Scherl-M.) Mit dem Feldbergrennen auf der 12 Kilometer langen Kanonenstraße im Taunus schließt am näch- en Sonntag der DDAC. die diesjährige Motor- sport-Rennzeit ab. Roch einmal versammeln sich hier die Fahrer der deutschen Spitzenklasse zu einem ernsthaften Kampf, wird doch bei dieser Gelegenheit gleichzeitig auch der letzte Lauf um die Deutsche Straßenmeisterschaft für Motorräder mit und ohne Seitenwagen und außerdem die Deutsche V e r g m e i st e r s ch a f t für Kraftwagen ausgetragen. Im vorigen Jahre drückte Stuck auf dem Auto-Union-Renn- wagen den absoluten Streckenrekord auf 6:22,3 Min. und erzielte dabei einen Durchschnitt von 112,9 km/st! In diesem Jahre steht der junge Rose meyer, der erfolgreichste Fahrer der gerade zu Ende gehenden Saison, im Vordergrund des Interesses. Ob es ihm oder vielleicht gar seinem ebenfalls gemeldeten Stallgefährten v. Delius gelingen wird, den Streckenrekord zu unterbieten? Möglich ist das bei gutem Wetter schon, denn die Beschaffenheit der Straße ist gerade auf dem oberen Teilstück, das im vorigen Jahre den Fahrern sehr zu schaffen machte, viel besser geworden. Die Meldeliste verzeichnet insgesamt 189 Nennungen. Selbstverständlich hat die Bedeutung dieser Veranstaltung, mit der ja die letzten Meisterschaftsläufe verbunden sind, fast ausnahmslos die gesamte deutsche Extraklasse angezogen. Bei den Motorradfahrern wird es u. a. in der 500-ccm-Klasse und in den beiden Seitenwagenklassen wieder einen erbitterten Kampf zwischen den Rennställen von NSU. und DKW. geben. Besonderes Interesse verdient auch der Zweikampf BMW. gegen Adler bei den Sportwagen, um so mehr, als der Münchener Rennfahrer Schweder hier in der 1,5, und 2,0-Liter-Klajse starten wird. Gespannt Nach schwerer Arbeit auf dem Felde reiten die Erntedankfest kommt, dann tragen die jungen Merkwürdiger Weltmeister Braddock. Zwei Monate Trainings-Pause — aber Schaukämpfe. Seit einigen Wochen verschanzt sich der amerikanische Schwergewichts-Weltmeister James I. Braddock hinter einer Handverletzung, die es ihm unmöglich macht, seinen Titel gegen den einzig anerkannten Herausforderer Max Schmeling zu verteidigen. Glaubte man schon damals nicht recht an die durchsichtigen Gründe, so wird es jetzt immer offensichtlicher, daß der Amerikaner vor Schmeling kneift. Die Newyorker Box-Kommission beschäftigte sich in diesen Tagen wieder mit Braddock, der von seinem behandelnden Arzt ein Attest einreichte, m dem es heißt, daß der Weltmeister noch m i n - denstens zwei Monate in Behandlung bleiben müßte, bevor er mit dem Training beginnen könne. Die Tatsache wurde zur Kenntnis genommen, gleichzeitig besaß Braddock aber die durchgeführten Einzel- und Mehrkämpfen wurden im Durchschnitt sehr gute und beachtliche Leistungen erzielt. Drei Wanderpreise — zwei Sportlerstatuetten und eine Metallplakette mit dem Kopf und dem Wort des Führers „Die Voraussetzung zur Tat ist der Wille und der Mut zur Wahrhaftigkeit", von der Gemeinde Lollar und zwei hiesigen Geschäftsleuten gestiftet — erhielten die besten im Neunkampf, Fünfkampf und Geräteturnen. Leichtathletik im Tv. Heuchelheim. Bei dem am Sonntag in Hanau ausgetragenen Gaukampf Hessen — Südwest konnte Hans Neide! beweisen, daß er auch gegen Gegner, die der ersten Klasse angehören, gewinnen kann. Auf schwerer, regendurchweichter Bahn traten die Gebrüder Neidel gegen Haag, den deutschen Rekordinhaber über 10 000 Meter, und Waffen- schmidt (beide 98 Darmstadt) zum 5000-Meter-Lauf an. Die ersten vier Runden führte Franz Neidel, dann schob sich Hans Neidel nach vorn, und beide legten, abwechselnd führend, zwei Runden zurück. In der siebten Runde übernimmt Hans Neidel die Führung und erreicht in persönlicher Bestzeit von 15:53,8 Minuten vor Waffenschmidt 15:59 Minuten, Haag 16:08 Minuten und Franz Neidel 16:13 Minuten das Ziel. Fuhball der Gauliaa Hessen. Im Gau XII (Hessen) spielen zunächst zwei Unterlegene des Vorsonntags, Kurhessen Marburg und Altmeister Borussia Fulda, zusammen. Die Borussen befinden sich noch nicht in gewohnter Form, doch erscheint ein Erfolg über die Marburger ziemlich sicher. Spvgg. Niederzwehren und Gerania Fulda, die das Ende der Tabelle „zieren", versuchen in ihrer Partie, vom Tabellenschwanz wegzukommen und möglichst weit nach oben zu rutschen. Ein offener Kampf steht hier bevor. Hessen Bad Hersfeld schließlich, das sich in diesem Jahre besonders viel vor- Schüler Unter st ufe: 1. Artur 2. Erwin Peter, 3. Albert Weiß. Jugend Turnerinnen: 1. Hildeg. 2. Hilde Artz, 3. Else Dietz. Schülerinnen Oberstufe: 1. Turner-Aliersireffen des Kreises 8 in Dillenburg. Am Samstag und Sonntag, 26. und 27. September, findet als turnerische Abschluß-Veranstaltung des Sommer-Halbjahres 1936 in Dillenburg das Alterstreffen der Turner des Kreises 8 statt. Die Altersturner aus wohl allen Kreisorten freuen sich auf dieses Treffen. Jahraus, jahrein vermitteln ste innerhalb des Vereins ihr Wissen und Können der Jugend, lange Jahrzehnte sind sie mit der Turnsache verwachsen und auf den Turnfesten in Kreis und Gau wirken sie als Kampfrichter und Riegenführer, und deshalb ist es verständlich, wenn sie nun einmal für sich, zu ihrem Fest, zusammenkommen wollen. Sie wollen in echter turnerischer Kameradschaft zusammen fröhlich sein, und sie wollen selbstverständlich bei dieser Gelegenheit auch turnen. Sogar einen Wettkampf hat man ausgeschrieben, und man hat allerorten sich tüchtig darauf vorbereitet. Der Wettkampf wird in drei Klassen ausgetragen, seine Hebungen sind entsprechend den Altersklassen verschiedenartig zusammengesetzt. Die verschiedenen Klassen sind vorgesehen für das Alter von 32—38 Jahre, von 39—45 und über 45 Jahre. Die Festfolge des Treffens sieht am Samstag einen Kameradschaftsabend vor, am Samstagvormittag werden die Wettkämpfe in der Turnhalle ausgetragen, und nachmittags ist man nach einem Spaziergang mit Familien gemütlich zusammen. Die Alterstreffen der vorhergehenden Jahre in Braunfels und Lich waren sehr schöne Veranstaltungen und man hofft, daß auch daß diesjährige Treffen von unseren Altersturnern schön durchge- führt werden wird. Abturnen des Tv. Großen-Linden Am vergangenen Sonntag fand das Abturnen des Turnvereins Großen-Linden statt. Vom frühen Vormittag bis um die Mittagszeit wurden Wettkämpfe ausgetragen, an denen etwa 100 Jugendliche und Schüler beteiligt waren. Die 1. Fußballmannschaft hatte sich die 2. Fußballmannschaft von Leihgestern und die 1. Jugendmannschaft hatte sich die 1. Jugend des VfB. Gießen zu einem Spiel verpflichtet. Nach einem Umzug durch die Stadt fanden am Nachmittag in der Turnhalle Schauturnen und andere Vorführungen statt. Der Besuch der Veranstaltung war sehr gut. Es wurde viel Neues gezeigt, ganz besonders gefielen die von der Turnerin Ida Fett eingeübten Singspiele der Schülerinnen. Das Gezeigte an den Geräten usw. war ebenfalls sehr gut, besondere Erwähnung verdienen die Leistungen des Turners Richard Seth, der seine schwierigen Hebungen in bestechender Schönheit und Exaktheit ausführte. In seiner Schlußansprache dankte der Vereinsführer Dr. Römer allen denen, die zum Gelingen des heutigen Tages beigetragen hatten. Die Ansprache, in der er auch an die großen Erfolge bei den Olympischen Spielen erinnerte, klang in einem „Sieg-Heil" auf den Führer aus. Anschließend hieran nahm der Oberturnwart die Preisverteilung vor. Die Ergebnisse: Jugendturner Oberstufe: 1. Otto Weiß, 2 Hermann Schorge, 3. Erich Velten. Jugendturner Hnterstufe: 1. Rudi Junker, 2. Heinz Fischer, 3. Hans Braun. Schüler Ober st ufe: 1. Heinz Junker, 2. Hans Weiß, 3. Erwin Gümbel. Jugendturner: 1. Wenzel, Helmut Velten. * Turnverein Der Turnverein Lollar trug am Sonntag als Abschluß des Sommertrainings die diesjährigen Vereinsmeisterschaften aus. Bei den verschiedenen Volk und Boden. Bon Or. Erich Schmidt. Volkstum und heimatlicher Boden sind Begriffe, die untrennbar zusammengehören. Ohne die Erhaltung und Verteidigung des heimatlichen Bodens vermag kein Volkstum seine nationale Selbständigkeit und Freiheit behaupten. Immer also wird ein Volk um so kräftiger und gesünder sein, je mehr es mit seinem Boden verwurzelt ist. Die Boden- besitzverhältmsse sind deshalb für jedes Volk von entscheidender Bedeutung. Der Boden läßt sich nicht beliebig vermehren. Moore und Oedländer in landwirtschaftliche Kultur zu bringen, erfordert Arbeit und lange Sicht. Ist der Boden im Besitz von einer verhältnismäßig geringen Zahl von Großgrundbesitzern, hat ein Land kein starkes und' gesundes freies Bauerntum, so ist der soziale Volksaufbau in seiner Wurzel krank. Folgen, die dann eintreten können, sehen wir deutlich an den heutigen Vorgängen in Spanien, das weit mehr als 100 Jahre infolge seiner unglücklichen Bodenbesitzverhältnisse von inneren Fieberkrämpfen geschüttelt wird. Wir haben in Deutschland Bauerntum und Großgrundbesitz. Alle Betriebsgrößenklassen vom Zwergbetrieb bis zum Riesenbetrieb mit 30 000 und mehr Hektar sind bei uns vertreten. Heber die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Gliederung nach der Betriebsgröße geben die Betriebszählungen genaue Auskunft. Auch die Besitzverhältnisse sind bei der Betriebszählung von 1933 in summarischer Form fertiggestellt worden, indem geklärt wurde, wie groß bei den land- und forstwirtschaftlich benutzten Flächen das eigene Land, das Pachtland und das Deputatland bei den verschiedenen Betriebsgrößen ist. Aber auch diese Zählung gßbt über die Besitzverhältnisse im einzelnen keinen Aufschluß. Man kann nur annähernde Ergebnisse ermitteln, indem man die Zahl der Betriebe mit der Zählung der Betriebsinhaber in der Land- und Forstwirtschaft vergleicht. Das aber ergibt folgendes Bild: Bei der Betriebszählung von 1933 wurden 3 046 875 landwirtschaftliche und 939 282 forstwirtschaftliche Betriebe insgesamt gezählt. Als Betriebsinhaber land- und forstwirtschaftlicher Betrieb im Hauptberuf wurden 2 070 792 Personen ermittelt, im Nebenberuf 953 761. Das zusammen 3 024 553 Betriebsinhaber, also fast eine Million weniger als Betriebe in der Land» und Forstwirtschaft. Wenn auch sehr viele Betriebe gleichzeitig Land- und Forstwirtschaft betreiben, so geht doch schon hieraus hervor, daß recht viele Besitzer mehrere Betriebe haben müssen. Diese Tatsache wird dadurch unterstrichen, daß in Deutschland 1 453 644 Betriebe land- und fortstwirtschaftlicher Art ganz oder teilweise auf Pachtland ange- w i e s e n sind. Das von ihnen gepachtete Land macht die Gesamtfläche von 4 445 1 90 Hektar aus, beträgt also mehr als 10 v. H. der 36 748 494 Hektar, die Eigenbesitz der land- und forstwirtschaft- lichen Betriebe sind. Hierbei ist auch noch zu beachten, daß mit steigender Betriebsgröße die Be- deutung des Pachtlandes abnimmt, also besonders bäuerliche Betriebe auf Pachtland ange» spruchslos und begnügt sich mit den Schaustellungen Hand Hnverfrorenheit, um die Erlaubnis z u kleineren Kämpfen nachzusuchen. Der Vertreter der Boxkommission fand scheinbar nichts dabei, daß der Weltmeister auf der einen Seite zwei Monate lang mit dem Training aussetzen muß, dabei aber Kämpfe austragen will, denn er erklärte, daß die Kommission an sich nichts gegen solche 23ier» und Sechs-Rundenkämpfe habe, Braddock aber in diesem Falle 5 0 0 0 Dollar Garantie für den Schmeling-Kampf hinterlegen müsse. Allem Anschein nach ist sich die NBC. jetzt auch darüber klar, daß Braddocks Handverletzung nur ein Manöver ist, und will den Amerikaner mit der Garantiesumme zum Titelkampf zwingen. Richtiger wäre es allerdings gewesen, Braddock während der Zeit seiner angeblichen Trainingsunfähigkeit auch Kampfverbot zu erteilen. Vielleicht ist das amerikanische Publikum so an» ff W K fallen von der landwirtschaftlich benutzten Gesamtfläche 24,7 v. H. auf die Betriebe mit 100 ha und mehr. Von diesem Durchschnitt weichen die Verhältnisse in den einzelnen preußischen Provinzen recht stark ab. Den größten Anteil haben bie Betriebe mit 100 ha und mehr an der landwirtschaftlich benutzten Gesamtfläche der Provinz in Pommern mit 45,4 v. H. Dann folgen Ostpreußen mit 35,4, Brandenburg mit 33,5, Grenzmark Posen-Westpreußen mit 31,3, Niederschlesien mit 30,9, Sachsen mit 26,2, Oberschlesien mit 22,7, Schleswig-Holstein mit 15,6, während die Zahlen lauten für Westfalen nur 5,9, Hessen-Nassau 6,6 und Hannover 11,9 sowie für die Rheinprovinz 4,9 und die Hohenzollernschen Lande 5,7. . Sehr stark vertreten ist der Großgrundbesitz auch i n Mecklenburg und in Anhalt. Das erkennt man aus der Tatsache, daß in Mecklenburg die Betriebe mit 100 ha und mehr sogar 54 v.H. der gesamten landwirtschaftlich benutzten Flachen ausmachen, in Anhalt 35,9. In ganz Bayern dagegen beträgt ihr Anteil nur 4,2 v.H., in Württemberg sogar nur 3,2 v. H. und, um noch em Beispiel zu nennen, in Schaumburg-Lippe 3,7 v. H. Jedenfalls zeigen auch diese Zahlen, wie wertvoll es ist, daß durch die vom Reichsernährungsminister gewünschte Erhebung endlich Klarheit geschaffen wird über die Besitzverhältnisse an unserem deutschen Boden. Die angegebenen Prozentzahlen beziehen sich auf 1 die Gesamtziffer der landwirtschaftlich benutzten l Flächen. Vergleicht man nicht nur die landwirtschaft- i lich benutzten Flächen, sondern die Betriebsflächen i überhaupt, rechnet man also die forstwirtschaftlich, : gärtnerisch benutzten Flächen und die Haus- und Hof- i flächen hinzu, so ergibt sich, daß die Betriebe mit 100 I und mehr Hektar von der gesamten Betriebsfläche ■ von 41 425 000 ha 37,9 v. H. ausmachen. Das ist in i der Hauptsache in dem Heberwiegen des Groß- und Größtbetriebes in der Forstwirtschaft begründet. : Haben doch 2036 forstwirtschaftliche Betriebe mit je 1000 und mehr Hektar von der forstwirtschaftlichen Gesamtfläche, die 12 427 883 ha ausmachte, allein 6 015156 ha, also fast die Hälfte. Die landwirtschaftlichen Betriebe über 100 ha verfügen, wie aus obigen Zahlen hervorgeht, über 5 311 000 ha der landwirtschaftlich benutzten Flächen in Deutschland. Hier handelt es sich zum Teil um Großbetriebe mit weit über 1000 ha. Einzelangaben können hierüber aber nur schätzungsweise gemacht werden, da eine genaue Ausgliederung der landwirtschaftlichen Betriebe mit 200 ha und mehr noch nicht vorliegt. Erst die vom Reichsernährungsminister angeregte Erhebung wird hierüber genaue Klarheit schaffen. Großgrundbesitz ist in allen deutschen Landesteilen neben bäuerlichen Betrieben anzutreffen. Aber sein Anteil an der gesamten landwirtschaftlich benutzten Fläche ist doch recht verschieden. In Preußen! wiesen sind. Einsichtsvolle Männer haben schon vor Jahrzehnten die Notwendigkeit betont, über die landwirtschaftlichen Besitzverhältnisse resllose Klarheit zu schaffen. So schrieb z. B. bereits im Jahr 1888 der bedeutende Statistiker Conrad: „Während man sehr sorgfältig in jedem Jahr registriert, wieviel Bohnen,' Runkel-, Weiß-, Mohr- und Kohlrüben gebaut und geerntet werden, fehlt es noch an jeder genaueren Feststellung der Zahl der Grundbesitzer und der Gröhe ihres Besitzes." Es hat auch nicht an Versuchen gefehlt, etwa durch Vergleiche der landwirtschaftlichen Betriebsstatistik mit der Vermögenssteuerstatistik die Geheimnisse der Besitzverhältnisse endgültig zu enthüllen. Bei solchen Berechnungen gelangte 1931 Rautenberg zu dem Ergebnis, daß die 22 715 damals ermittelten Großgrundbesitzer bei der Zahl der Grundbesitzer nur 6 auf 1000 ausmachen, also nur 0,6 v. H , daß sie dagegen 23,8 v. H. der land- und forstwirtschaftlichen Flächen besitzen. Ferner gelangte Rautenberg bei seinen Berechnungen zu einem landwirtschaftlichen Grundbesitz der Kirchen von ^JeOtzO endlich wird restlos Klarheit über die landwirtschaftlichen Besitzoerhältnisse geschaffen werden. Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat beim Statistischen Reich-,- amt die Durchführung einer genauen Erye- b u n g über die Grundbesitzverteilung im Deutschen Reich' beantragt. Sie wird mit Zustimmung des Justizministers zur Ausführung kommen. In Zu fammenarbeit mit dem Reichsnährstand wird das Statistische Reichsamt einen Fragebogen fur d e Erhebung ausarbeiten, her einen genauen statistischen Aufschluß über die Besitzverhaltnisse an dem Deut schen Grund und Boden geben wird. (F5 ist selbstverständlich, daß die Erhebung nicht zur Durchführung gelangt UM nachher >n °ers analen Aktenschränken zu verschimmeln. Sie wird vielmey genaue und einwandfreie Unterlagen^ge► en 1für a Maßnahmen die im Sinne einer verftarrten eiebUnq/poIitif und einer zahlenmäßigen Steigers notwendig werden. In diesen Tagen h 3- • a n a i a e r Senat eine Anordnung erlayen, o ?n?Ä7a7df/so wirklichkeit-wahr-n °°rbUdl.ch°n Siedlungsmaßnahmen des großen d 6 Wer in Danzig einen Landbesitz ntajt Dränung» gemäß verwaltet und nicht für einefinng ß Lirtschaftung sorgt, wird in Zukunft Gefahr laufen, Minister angeregte Erhebung soll saröc.e3n »scsäSS lantairtttaftfM) benu^fc9t0'fa®Ä “ s5, SS',*; (djaftlidjen B-tri-be zu lettem Wie sich Betrle^_ kinan^der"-rhatt-m laßt sich aus folgenden Zahlen darf man auch auf das Zusammentreffen von Kohlrausch (Magic-Midget) mit Bäumer (Austin), Stösser und Brudes (beide MG.) sein. Fast alle Namen dieser umfangreichen Liste haben einen guten Klang im deutschen Motorsport. Die Vogelsberg-Geländefahrt der Motorgruppe Hessen. NSG. Zum drittenmal wird vom Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, Motorgruppe Hessen, eine Vogelsberg-Geländefahrt durchgeführt. Sie ist eine Gelandeprüfungsfahrt für Krafträder mit und ohne Seitenwagen, für Personenkraftwagen und Lastkraftwagen. Die Vogelsberg-Geländefahrt dient zur Prüfung und Schulung der Fahrer im Gelände. Die Strecke ist etwa 150 Kilometer lang und führt über Straßen jeder Ordnung. Nennberechtigt sind alle Fahrer, die im Besitz der Internationalen Fahrerlizenz 1936 oder des nationalen Fahrerausweises 1936 der ONS. sind und ihren Wohnsitz im Bereich der Motorgruppe Hessen oder den entsprechenden Gauen des DDAC. haben. Die Fahrer müssen Angehörige des NSKK., DDAC., des Reichsheeres, der SS., SA., HI., Polizei, des Reichsarbeits- bienftes, der Reichsbahn oder Reichspost sein. Wie bei allen kraftfahrsportlichen Veranstaltun- aen, die von der Motorgruppe Hessen nun schon seit Jahren in bewährter Weise durchgeführt werden, liegt mit das Hauptgewicht auf den Mannschaftskämpfen. Denn gerade in diesem Teil des Wettbewerbs wird die Disziplin, Kameradschaft und Fahrkunst den höchsten Ausdruck finden. Der Start erfolgt am 4. Oktober 1936, 7 Hhr, in Tübingen. Zur Verteilung kommen Plaketten in Gold, Silber und Eisen; weiterhin werden für besondere Leistungen wertvolle Ehrenpreise vergeben. Betriebsgröße in ha Zahl der Betriebe ihre lcmdw. benutzte Fläche insgesamt in ha in v. H. 0,51— 2 2 __ 5 834 014 787 707 864 000 2 376 000 3,3 8,9 5 __ 10 619 209 3 889 000 34,7 10 __ 20 450 517 5 337 000 34,7 20 __50 267 094 6 275 000 33,2 50 __100 54 491 2 572 000 33,2 100 —200 16 542 1 371 000 19,9 JVv 200 u. mehr 17 301 3 940 000 19,9 Erdal »Ä / Schuhcreme Wirtschaft. genommen zu haben scheint, und zur Zeit in Hessen neben Hanau 93 wohl der beste Verein ist, wird den SC. 03 Kassel nicht aufkommen lassen und, da der SV. Kassel und Wachenbuchen ebenso wie Hanau „feiern", am Sonntag wahrscheinlich die Hessen-Tabelle anführen. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Die erste Iuaend von Allendorf und die zweite Jugend von VfB.-R. Gießen trafen sich am Sonntag in Allendorf zum Verbandsspiel. Für die Platzbesitzer galt es eine Scharte vom Vorsonntag aus- zuwetzen. Beide Mannschaften legten mächtig los und schon in der ersten Viertelstunde hatten die Gastgeber drei Tore vorgeleot. Ein Schnitzer des Allendorfer Tormanns verursachte den ersten Gegentreffer. Die Gastgeber blieben weiter in Front und konnten bis Halbzeit mit Hilfe des Gäste-Der- teidigers, der ein Selbsttor schoß, mit 5:1 in die Halbzeit gehen. Nach der Pause ließ Allendorf merklich nach, so daß die Gäste drei Tore aufholen konnten, denen die Platzbesitzer noch ein Tor entgegensetzten. Mit einem gerechten 6:4-Resultat mußten sich die Grünweißen geschlagen bekennen. Saasen Jugend — Ellingshausen Jugend 8:2 (4:1). Ettingshausen weilte am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel in Saasen und mutzte eine hohe Niederlage mit nach Hause nehmen. Hallen-Handball soll gefördert werden. 16 Gau-Turniere veranskallel. Zur Förderung des Hallen-Handballs hat der Reichsfachamtsleiter Richard Herrmann eine Reihe von Anordnungen erlassen, die dem „kleinen Bruder" einen stetigen Aufstieg gewährleisten, aber den Pflicht-Spielbetrieb des Feldhandballs nicht stören sollen. Hallen-Handballveranstaltungen sind nach Möglichkeit auf die Monate Dezember, Januar und Februar beschränkt, von denen jeder Verein nicht mehr als ein Treffen durchführen soll. Dagegen wird vom Reichsfachamt selbst in jedem Gau ein nationales Turnier veranstaltet; auch 5er Gau kann örtliche Turniere ausschreiben. Ausdrücklich aufmerksam gemacht wird auf die Einhaltung der Hallen-Handballregeln, um Verletzungen auszuschließen. Ein verstärkter Spielbetrieb in der Halle wird die Vergrößerung der Zahl der aktiven Handballspieler und eine weitere Ausdehnung des Handballsports mit sich bringen, der in dieser Beziehung in Schweden schon sehr weit gediehen ist. Türkischer Segelflieger erreicht Höhenrekord. Aus der Türkei werden immer wieder Meldungen verbreitet, die eine auffteigende Linie im türkischen Sportsleben erkennen lassen; in besonderem Maße betrifft dies den türkischen Segelflieger-Sport. Jetzt berichtet die Istanbuler Zeitung „Cumhuriyet" von einer Großtat eines jungen Segelfliegers namens Ferid, der im Höhenflug 4000 Meter erreicht haben soll. Diese Leistung, die türkischen Höhenrekord bedeutet, stellt Ferid mit einem Schlage in die vorderste Reihe der besten Segelflieger. Kurze Sportnotizen. Die „l e tz t e n D i e r" bei den deutschen Meisterschaften der Tennislehrer in Berlin heißen: Nüß- fern, Rott, Goritschnig (Deutschland), Ramillon (Frankreich). Um den 5. bis 8. Platz kämpfen: I. und Th. Facondi (Chile), Messerschmidt, Richter (Deutschland). Rittmeister Momm wird als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Freiherrn von Waldenfels mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 die Leitung des Springstalles der Kavallerieschule Hannover übernehmen. Ein Reichswettkampf der SA. -Reite r wird zum ersten Male in Deutschland im Rahmen des Essener Reit- und Fahrturniers vom 1. bis 4. Oktober durchgeführt. Beim Wiener Reitturnier teilten sich am Donnerstag fünf Pferde, nämlich Fridolin (Rittm. Kurt Hasse), Schneemann (Hptm. o. Barne- kow), Landrat (Rittm. Momm), Alchimist (Rittm. Brandt) und die Engländerin Ernica (Oblt. Draper), in den Sieg des „Prin^-Eugen-Preises", einem Jagdspringen der Klasse So. Nach einer Pause von 27 Jahren wird Australien erstmals wieder Schauplatz eines Boxweltmeisterschaftskampfes fein. Am 8. Dezember kämpfen in Sydney Barney Roß, der von unserem Meister Gustav Eder vergeblich geforderte Weltmeister, und der Australier Jack Caroll um den Titel im Weltergewicht. Der letzte Weltmeisterschaftskampf in Australien wurde 1908 von Jack Johnson und Tommy Burns im Schwergewicht bestritten. Die neue Auto-Rennbahn auf dem Roosevelt-Field, auf der am 12. Oktober der Große Preis von Amerika durchgeführt wird, ist bereits eröffnet worden. Die Eröffnungsrunde fuhr der bekannte amerikanische Rennfahrer Bill Cummings. Lausschlachtungen sind genehmigungspflichtig. Fwd. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft hat mit Anordnung Nr. 67 über Hausschlacktungen folgende Bestimmungen erlassen: Hausschlachtungen von Schweinen bedürfen der Genehmigung, die von dem für den Verkäufer zuständigen Viehwirtschaftsverband erteilt wird. Dieser kann das Genehml- gungsrecht auf die Kreisbauernschaften übertragen. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, wenn einmal derjenige, der die Hausschlachtung vornehmen will, das zur Hausschlachtung vorgesehene Schwein mindestens drei Monate selb st gehalten und gefüttert hat, wenn zum anderen die Hausschlachtung auf Grund eines Deputats oder eines Altenteilvertrags erfolgt. Die Genehmigung soll erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, daß er im Winter 1935/36 im gleichen Umfange Hausschlacktungen vorgenommen hat. Die Genehmigung wird nicht vor dem 15. November 1 936 erteilt. Der Verkauf von Schlachtschweinen zum Zwecke der Hausschlachtun- gen ist nur gestattet, wenn der Käufer die Genehmigung zur Hausschlachtung vor- legt. Unberührt bleiben die von den Diehwirt- schaftsverbänden erlassenen Verbote des Absatzes von Fleisch aus landwirtschaftlichen Hausschlachtungen (Verbot des Auspfundens). Verstöße gegen die Anordnung können mit Ordnungsstrafen bis zu 10 000 Mark im Einzelfall bestraft werden. Zur Ausübung der Strafbefugnis sind die Vorsitzenden der Diehwirtschaftsverbände zu Beauftragten der Hauptoereinigung der deutschen Viehwirtschaft bestellt. Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft, während gleichzeitig die Anordnung Nr. 26 vom 5. November 1935 außer Kraft gesetzt ist. Bestimmungen über die Zulassung von Mühlen. Fwd. Auf Grund der Anordnung Nr. 29 der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen gelten folgende Bestimmungen über die Zulassung von Mühlen: Genehmigungspflichtig ist: 1. Die Neuerrichtung von Mühlen (Neuerrichtung) vgl. § 11 der VO. vom 10. Juli 1936). 2. Die Wiederaufnahme von nicht nur vorübergehend eingestellten Muhlenbetrieben Wiederaufnahme) vgl. § 11 der VO. vom 10. Juk 1936). 3. Die Verlegung von Mühlen (Verlegung). 4. Die Erweiterung der Leistungsfähigkeit von Mühlen (Betriebserweiterung). 5. Die Herstellung bisher nicht hergestellter Erzeugnisse in Mühlenbetrieben (Geschäftserweiterung). Anträge zu Ziffer 1—5 dieser Anordnung sind vor Ausführung des Vorhabens rechtzeitia an die örtlich zuständige Bezirksgruppe der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen zu richten. Aenderungen an der Antriebskraft und Mühleneinrichtung, die keine Erweiterung der Leistungsfähigkeit im Sinne der Ziffer 4 dieser Anordnung darstellen, sind der örtlichen zuständigen Bezirksgruppe der WV. zu melden. Für alle Falle der Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen dieser Anordnung wird auf die Straffolgen aus § 49 der Verordnung vom 10. Juli 1935 in der Fassung der Verordnung vom 10. Juli 1936 und § 8 Abs. 2, Ziffer 5 der Satzung vom 10. August 1936 hingewiesen. Gleichzeitig werden die Beschlüsse des Verwaltungsrates der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen über den Umbau und die Erweiterung eines Mühlenbetriebes und über die Umrechnungsschlüssel der Mahlmaschinen besonderer Konstruktion außer Kraft gesetzt. Rhein-mainische Schlachtviehmärkte. Mit dem Ablauf der Woche hat sich die Versorgung an den Schlachtviehmärkten im Rhein-Main- Gebiet wesentlich verbessert. Insbesondere waren größere Zufuhren von Großvieh und Schweinen zu verzeichnen. Diese Tatsache blieb auf die Geschäftstätigkeit und die Preisentwicklung an den Kälbermärkten nicht ohne Einfluß. Auch an den Schafmärkten war die Kaufmeinung schwächer, so daß einiger Ueberstand verblieb. An den Rindermärkten machte sich der einsetzende Abtrieb von den Weiden leicht bemerkbar. Besonders die Qualitäten wurden günstig beeinflußt. Der Gesamtauftrieb stellte sich aus 636 (563) Tiere. Während die Qualitäten in Frankfurt und Wiesbaden gut waren, mußte man sie in Mainz als gering bezeichnen. Die erhöhten Anlieferungen wurden weiterhin anteilmäßig verteilt. An sämtliche Märkte wurden zusätzliche Mengen ausländischen Frischfleisches seitens der Reichsstelle geliefert. Auf dem Schweinemarkt erhöhten sich die Zufuhren auf 4064 (2887) Stück. Die angelieferten Mengen aus den Schweinemastvertragen wirken sich weiter günstig, vor allem in bezug auf die Qualität aus. Für die kommenden Wochen darf mit einem weiteren Ansteigen der Schweinezufuhren gerechnet werden. Der Kalbfleisch konsum ging angesichts der besseren Beschickung mit Großvieh und Schweinen weiter zurück. Die Preise haben sich gegen die Vorwoche um 7—10 RM. per 50 Kilogramm ermäßigt, sie dürften in den nächsten Wochen weiter weichende Tendenz zeigen. Die angelieferten Tiere blieben von guter Qualität und wurden nach mittelmäßigem, später langsamen Geschäftsgang ausverkauft. Der Auftrieb betrug 2317 (2220) Stück. Der Absatz von Hümmel und Schafen war zunächst bei ziemlich unveränderten Preisen noch lebhaft, später sehr langsam, so daß am Frankfurter Markt einiger Ueberstand verblieb. Die Zufuhren hielten sich mit 764 (759) Tieren auf der Höhe der Vorwoche. Die Preise ließen Ende der Woche um etwa 2—4 RM. per 50 Kilogramm nach. Die Qualitäten waren gut. Bhein-Mainische Börse. Auslandsrenlen fest. Frankfurt a. M., 24. Sept. Da der Ordereingang sehr gering blieb, wurden die Aktienmärkte von fast völliger Geschäftsstille beherrscht. Die Kursoeränderungen hielten sich durchweg in sehr engen Grenzen, später überwogen meist leichte Abschwächungen. Lebhaft und fest waren nur Kunstseide Aku mit 81,50 (79,13), da sich die in letzter Zeit beobachteten Aufkäufe von bestimmter Seite offenbar fortsetzten, Bemberg dagegen 86,50 (87). IG. Farben eröffneten mit 159 (159,75), später etwa 158, Deutsche Erdöl mit 127,75 (128,50). Elektrizitätswerke waren nach beiden Seiten nur um Bruchteile eines Prozentes verändert, auch der Montanmarkt wies kaum Abweichungen zum Vortag auf. Maschinen- und Motorenaktien lagen behauptet, ebenso Reichsbank-Anteile, AG. für Verkehrswesen und Conti Gummi. Am Rentenmarkt traten verschiedene Auslandsrenten wieder stark hervor. Unter lebhaften Schwankungen erhöhten sich Ungarn Gold auf 11,80 bis 11,70 bis 11,90 (11,60), 1914er auf 10,60 (10,50), 1910er auf 10,40 (10,20). Größere Umsätze hatten sodann Defterr. Silber-Rente mit 4,13 bis 4 (4), ferner zogen Rumänen 0,13 bis 0,40 v. H., Mexikaner etwa 0,13 bis 0,25 v. H. an. 5proz. Eisenbahn-Bosnier stiegen auf 17,25 (17). Deutsche Anleihen lagen ruhig, Altbesitz etwas höher mit 115,13 (115). Auch in der zweiten Börsenstunde blieben ungarische Werte im Vordergrund, die bei sehr großen Umsätzen unter Schwankungen ihre Befestigung fortsetzten. Ungarn Gold bis 12,35 nach 11,90, 1913er und 1914er bis 11,13 nach 10,60, 1910er bis 11 nach 10,40, ferner fliegen 4proz. Rumänen auf 7,13 nach 6,90, 5proz. Eisenbahn-Bosnier auf 17,50 nach 17,25; Mexikaner lagen dagegen verhältnismäßig ruhig. Am Aktienmarkt schwächten sich die meisten Kurse weiter ab, IG. Farben auf 157,75 nach 159, Verein. Stahl auf 105,75 nach 106,50, Klöckner auf 114 nach 115,13, Gesfürel auf 131,50 nach 132. Aku zunächst 81,13 nach 81,50, bann 81,75. Fester lagen Otavi Minen mit 34,25 (33,50). Deutsche Renten lagen auch später still und unverändert. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse behauptet. Stadtanleihen waren kaum verändert, 4,5proz. Mainz v. 28 94,75 (94,65). Fwd. Im zweiten Vierteljahr 1936 ist die industrielle Produktion erstmalig wieder auf dem Hochstand angelangt, den sie Mitte 1929 innehatte. Die Indexziffer der gewerblichen Gütererzeugung (1928 = 1OÖ, Saisonschwankungen ausgeschaltet), die im zweiten Vierteljahr 1929 mit 104 den höchsten Wert der Nachkriegsjahre Überhaupt erreicht hatte, stellte sich im zweiten Vierteljahr 1936 gleichfalls auf 104. Damit sind die schweren Schäden der letzten Krise, die Deutschland vorübergehend um Jahrzehnte znrückgeworfen hatte, am Produktionsvolumen gemessen, überwunden; die Erzeugung stößt nunmehr in Neuland vor. Nach vorliegenden Teilergebnissen dürfte sich die Jndustriewirtschaft bis in den September hinein günstig entwickelt haben. Die monatliche Indexziffer der Industrieproduktion (ohne Nahrungs- und Genußmittel; Saisonschwankungen nicht ausgeschaltet; Im Fretverkehr nannte man Adlenoerke 100,25, Auto-Union 118, Wayß & Freytag 119. Tagesgell) uno. 2,50 v. H. Abendbörse etwas schwächer. An der Abendbörse war die Haltung allgemein etwas schwächer. Es erfolgten Mattstellungen der Kulisse, so daß die A k t i e n k u r s e gegen den Berliner Schluß durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. nachgaben. Harpener verloren 1 v. H. auf 132, Bemberg 0,90 v. H. auf 87. Stärker ermäßigt waren Kunstseide AKU. mit 79,75 bis 79,13 (81,25). Etwas höher lagen Gebr. Junghans mit 100,65 (99,75). Von deutschen Rentenwerten wurden Wiederaufbauzuschläge mit 70,75 gesucht. Am Auslandsrentenmarkt war das Geschäft sehr lebhaft. Das stark erhöhte Mittagsniveau wurde allgemein, insbesondere von der Mitläuferschaft, zu Gewinnmitnahmen benutzt; später erfolgten von Bankseite größere Käufe. Besonders lebhaft waren Ungarn Gold mit 11,85 bis 11,40 (11,80), 4 v. H. Ungarn Kronen-Rente mit 2,50 (2,90). 1914er Ungarn gaben auf 10,25 (10,70), 1910er auf 10,13 (10,70) nach. Ferner ermäßigten sich 5 v. H. Rumänen auf 8 (8,40), 4 v. H. Rumänen auf 6,80 (7,05), 5 v. H. Silber-Merikaner auf 6.30 <6,65), 5 v. H. Eisenbahn-Bosnier auf 17 (17,50), Invest. Bosnier auf 16,50 (17) und 4proz. Steg von 1883 auf 23,25 (24,15). Frankfurter Schlacktvtehmarkt. Frankfurt a. M. 24. Sept. Auftrieb: Rinder 59 (gegen 51 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 7 (4) Ochsen, 13 (2) Bullen, 20 (36) Kühe, 19 (9) Färsen. Kälber 921 (754), Hämmel und Schafe 476 (301), Schweine 387 (190). Notiert mürben pro 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 77 bis 85 (am 17.9. 86 bis 93), b) 70 bis 76 (77 bis 85), c) 60 bis 69 (67 bis 76), d) 55 bis 59 (60 bis 66). Hämmel b2) 60 bis 63 (62 bis 65), c) 56 bis 59 (60 bis 61), d) 50 bis 55 (—). Schafe e) 56 bis 60 (60 bis 62), f) 48 bis 55 (—), g) 42 bis 47 (—). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), W) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe langsam, ausverkauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 353 Viertel Rindfleisch, 114 ganze Kälber, 64 ganze Hämmel, 880 halbe Schweine, 112 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 kg in Mark: Kuhfleisch a) 77, b) 65. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch b) 110 bis 120, c) 105 bis 110. Hammelfleisch b) 105 bis 120. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren: Flomen höchster Preis 88. Marktverlauf: flott. Schwememarkt in Allendorf a. d. Lda. △ Allendorf a. d. Lda., 23. Sept. Der heute hier ab gehaltene Schweinemarkt war äußerst schwach beschickt. Es waren nur 41 Ferkel abgetrieben. Die Preise hielten sich auf der seitherigen Höhe. Es kosteten je nach Qualität 5—6 Wochen alte Ferkel 23 bis 25 RM., 6—8 Wochen alte 26 bis 29 RM. pro Stück. Die Zahl der Käufer war verhältnismäßig gering. Der Handel ging langsam. Es verblieb etwas Ueberstand. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 24. Sept. Auf dem Schweinemarkt, zu dem 554 Jungtiere auf- getrieben waren, wurden folgende Preise gezahlt: Bis 6 Wochen alte Tiere 10 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen 15 bis 18 Mark, 8 bis 12 Wochen 18 bis 26 Mark. Das Geschäft war sehr lebhaft. 1928 - 100) ist von HO im Juni auf 111 im Juli 1936 gestiegen und hat im August diesen Stand etwa gehalten. Die Industrie tritt so mit verhältnismäßig hoch ausgenutzten Kapazitäten in die Herbst- unb Wintersaison ein. Mit der raschen Zunahme der Industrieproduktion konnte Deutschlands Anteil an der industrie- ellen Warenerzeugung der Welt wieder steigen: Witte 1932 waren rund 9,5 v. h. der in der Welt hergestellten Jndustriewaren deutschen Ursprungs; bis zur Gegenwart hak sich, wie das JFK. in seinem Wochenbericht ausführt, dieser Anteil auf über 11 v. h. erhöht. Deutschland steht damit wieder an erster Stelle unter den großen Industrieländern Europas; in der Welt nimmt es, nach den unter ungleich günstigeren Bedingungen arbeitenden Vereinigten Staaten von Amerika, Den zweiten Platz ein. Weitere Steigerung der deutschen Industrieproduktion. Deutschlands Anteil an derindustriellenWarenerzeugung berlBetfoufll% erhöht Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 vH.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Äerlln Schluß- hird Schluß». Abendbörse Schluß- kurö Schluß». Mittag- börse Datum 23.9. 24.9- 23 9. 24.9. 6% Deutlche Reichsanleihe o. 1927 101,5 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 97,75 97,75 97,75 97,75 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 . 102,13 102,1 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 115 115 115 115,25 4K% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 100 100 100 100 4%% ehem. 8% Hessischer BolkS. staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... *V>% ehem. 8% Hessische Landes 98,75 98,75 98,75 98,75 bant Darmstadt Gold R. 12.... 97 97 97 97 6*/,% ehem. 4/,% Hess. Lande- Hypothekenbank DarmstadtLiau. 100,75 100,75 — — *yt% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverichr. R.L 93,5 93,5 _ Oberhessen Provinz-Anleihe ndi Auslos.-Rechten ............. 127,5 127,5 ■ — 128 Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 120,9 121 121 121 4 y2°/o ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — _ 6%% ehem. 4'/r% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfa»dbriefe....... 6y2% ehem. 4*4% Rheinische 100,65 100,55 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 101,13 101,13 101 101,1 *y,% ehem. 8% Pr. Lande-pfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *y,% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. C61.2C 95 95 95 95 Eteuergutsch.BerrechnungSk. 34-38 109,7 109,7 109,7 109,7 4% Oesterretchische Goldrente... 34,5 — 34 35,25 4,20% Oesterretchische Silberrentt 4 4 3,95 4,1 4% Ungarische Goldrente....... 11,6 11,4 11,2 11,8 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 10,2 10,13 10,3 10,7 4y2% desgl. von 1913.......... 10,5 11 10,6 10,9 5% abgest. Goldmexikaner von 99 14,75 14,75 14,75 14,7 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... ■■ *■ Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurü Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag« börle Datum 23.9. 24-9. 23.9 24.9. 4% desgl. Serie u ........... — — — 10 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 8,13 8 8,13 8,4 4H%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 12,1 12,6 12,25 12,5 4% Rumänische vereinh. Rente 6,45 6,8 6,8 7,05 2%% Anatolier ............ 46,25 46,75 46,25 46 Hamburg-Amerika-Pake» .. 0 14,9 14,75 14,9 14,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 40,5 40 Norddeutscher Lloyd ..... 0 14,75 14,75 15,13 14,25 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 114 114 114,4 112,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 120 120 120 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- 4 99,25 99,25 99,25 99,25 Gesellschaft................ 4 17,75 97,5 97, »5 97,5 Dresdner Bank.............. Reichsbank ................ 4 12 97,75 183 97,75 183 97,75 183 97,75 183 A.T.G...................... 0 35 35 35,4 34,9 Bekula................... 8 154,5 154 154,75 154,65 Elektr. LteferungSgesellschaft... 6 127 126 125 Licht und Kraft ............. 7 150,5 150 150,5 150,5 Felten & Guilleaume......... 4 128 128 128,5 127,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 132 131,5 132 132,5 Utverntsttie Elektrizität ........ Rhein. Wests. Elektr.......... Schlickert & Co............... 6 6 6 128,75 151,5 128,9 151 124 130,25 151,5 124,5 128,9 151 Siemens & Halske............ 8 183,5 183 184 182 ilahmeyer & Co.............. 7 142,5 142,75 144 143,5 111 111 110,5 Deutsche Erdöl .............. 4 128,5 127 129 127,75 Harpener................. V1 132,5 132 133 133 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 106,75 105,75 107 106,25 Ilse Bergbau ............... 6 167 169 167 169,5 Alse Bergbau Genüsse........ 6 135 133,5 135 134,75 Klöcknerwrrke ............... r 115,25 114 114,75 114,5 Mannesmann-Röhren........ 8 105,9 105,4 105,75 105,75 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 23.9. 24.9- 23.9. 24.9. ManSselder Bergbau....... 6% — — 150,25 150,5 Kokswerke ................ .. t> —- —— 126,5 126 Rheinische Braunkohlen .... . 12 224,5 — 224 223 Rheinstahl ................ .. 4 138 137 138,5 137,65 Bereinigte Stahlwerke...... 8Vi 106,25 105,25 106,4 105,75 Otavi Minen ............. .. 0 33,25 34,25 33,5 34 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 122,25 121,25 121,25 119,25 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 — 151 119,5 118,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 178 177 178 177,5 g. G- Farben-Industrte..... .. 7 159,75 157,75 160,13 158,13 Scheideanstalt............. .. y 272,5 272 -— — Goldschmidt .............. .. 6 113 113 — 112,25 Rütgerswerke ............. .. 6 — 127 126 127 Metallgeiellschast........... .. 6 130 115,13 130 130 .. 4 126,75 126,5 127 126.5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 144 144 Cementwerk Karlstadt....... .. 6 156,5 156,5 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ .— 102,18 102 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 79,13 79,13 79,4 81,25 Bemberg................. .. 6 87 87 87 87,9 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 151,5 151 152 150,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 125,5 124,5 125,5 125 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 104 103,75 Daimler Motoren.......... .. 0 115 114,75 115 114,5 Deutsche Linoleum......... .. 8 163 163 163 162,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 83,75 83,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 52,4 52,13 52,5 52,4 Cbade .................... 430 428 427 Accumulatoren-ffabrik...... . 12 196 196 195,75 Eonti-Gummi............. . 11 169,25 169 169,25 168,5 Grttzner.................. .. 0 33,9 33,75 33,65 33,5 Mainkraflwerke Höchst a.M.. .. 4 94 93,5 - - Süddeutscher Zucker....... . 10 205 205 - 205 Devl enmartt Berlin — Frankfurt O.21L 23-September 24. September Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | . Briet tiueno» tim 0,708 0,712 0,708 0,712 Brüssel .... 42,03 42,11 42,03 42,11 Rio de 3an. 0,147 0,149 0,147 0,149 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 56,30 56,42 56,30 56.42 Danzig .... 47,04 47,14 47,04 47,14 London.... 12,61 12,64 12,61 12,64 HelsingforS.. Paris ...... 5,564 5,576 5,564 5,576 16,375 16,415 16,38 16,42 Holland ... 168,28 168,62 168,28 168,62 Italien..... 19,55 19,55 19,55 19,59 3avan...... 0,736 0,73k 0,736 0,738 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 OSlo..... : 63,37 63,49 63,37 63,49 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,455 11,475 11,455 11,475 Stockholm... 65,00 65, U 65,00 65,14 Schweiz ... 80,96 81,12 80,96 81,12 Lpaniea... 28,97 29,03 28,72 28,78 Prag....... 10,275 10,295 10,28 10,30 Budapest .. —- — Reuyork ... 2,488 2.492 2,490 2,494 Banknoten. Äerlm, 24- September (Selb 23rief - timerckanlsche Stolen...... 2,442 2,462 Belgische Noten.......... 41,88 42,04 Dänische Noten ......... 56,10 56,32 Englische Noten ......... Französische Noten....... 12,565 16,33 12,621 16,39 Holländische Noten....... 167,86 168,54 Italienische Noten........ 19,21 19,29 Norwegische Noten ...... 63,15 63,4t Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten....... 64,79 65,05 Schweizer Noten......... 80,78 81,10 Spanische Noten......... 27,69 27,81 Ungarische Noten /br Aus Storms Dichterwerkstatt neue Zeigt Der» donna im Schutzraum" beschäftigt sich das Heft der „Sirene" mit dieser Frage und Möglichkeiten, wertvolle Kulturgüter vor der nichtung im Kriege zu bewahren. vom Monde oder dem schönen funkelnden Stern, dem Jupiter glaub' ich, dort anscheinen lasse, mir den Frühlingseinzug oder stille Nachmittags- und Abendstunden vergegenwärtigend, die ich dort zu verleben hoffe. Oftmals freilich sind meine Gedanken auch nicht so hoffnungsreich; ich kann mir nicht verhehlen, daß meine Kräfte ... im letzten Jahre auffallend gesunken sind, und ich erschrecke dann innerlich vor dem großen steinernen Lebensapparate, den ich noch gewagt habe, mir da hinzubauen; besonders wenn ich im Mondschein daran vorübergehe, sieht mich die große dunkle Stein- m-asse ... oft recht drohend und finster an, und mir kommt mitunter der Gedanke, daß ich die Menschen einmal sehen möchte, für die denn eigentlich dieses Haus gebaut ist. Doch sitze ich erst glücklich darin, so werden diese Gespenster des leeren Nau» mes hoffentlich verschwinden ..." Den Dichter bewegten auch andere Zweifel, von denen er in einem Briefe ein halbes Jahr später spricht: „Ob es für den Poeten richtig war, die Stadt mit dem Landaufenthalt zu vertauschen? Freilich sind auch hier Menschen zum Umgang; aber das allgemeine Drumherum, was uns in der Stadt anregt, fehlt doch; freilich habe ich in dem nahen Hamburg einen aus- erlesenen und mannigfaltigen Freundeskreis und war noch in letzter Zeit zehn Tage dort; aber eine wirklich zur Produktion führende Anregung habe ich noch nie auf einem Reiseaufenthalt empfangen, sondern nur dort, wo zugleich mein Arbeitstisch steht .. In einem der folgenden Briefe empfiehlt Storm, Kellers „Sinngedicht" zu lesen. „Nichts ist richtiger, als was Heyse sagt: „Ich lese Kellers Sachen gar nicht, als wenn das jemand geschrieben hätte, ich denke gar nicht an Komposition und dergleichen; es ist mir so wie eine Offenbarung." Schroffe, ja verletzende Sonderbarkeiten kommen darin vor; so in diesem Buche die Geschichte mit den drei Kuhschwänzen (in der Novelle „Die arme Baronin"), wo Heyse und ich uns beide vergebens bemüht haben, ihn zu bewegen, er möge das in der Gesamtausgabe ändern. Aber bei der köstlichen Ursprünglichkeit, die sonst überall waltet, muß man es schon hinnehmen ..." Im nächsten Briefe kommt Storm noch einmal darauf zurück. „In Puncto Kellers .Schrullen^, eigentlich ist es eine Liebhaberei für Lalenburger Possen, so gesteht er ja selbst wie ein verschämtes Mädchen, daß es doch eigentlich das sei, was ihm selbst den meisten Spaß mache. Nun — nehmen wir es bei so vielem Schönen in den Kauf; es ist gleichsam das Wahrzeichen seiner Poesie.. Tochter. Unter dem Bilde des zehnjährigen, in ganzer Gestalt gemalten Knaben standen die Worte: Incuria servi aquis submersus. Unweit davon hing das Bild desselben Knaben auf dem Totenbett. Hinter dem Hause des Predigers befand sich eine Koppel mit einer Wassergrube, wo der Knabe ertrunken sein soll. Diese seltsam harte, die Nachlässigkeit des armen Kerls verewigende Inschrift prägte sich mir ein und ging mir nach, bis sie mich endlich zu dieser Dichtung anregte, die freilich mit dem ursprünglichen Vorgang keine Aehnlichkeit hat. Außer diesem Motiv ist die ganze Fabel des Stückes von mir erfunden ..." Als Nieß seine eigenen Gedichte, die in einer Hannoverschen Wochenschrift erschienen und die sich kaum über Durchschnittsleistungen erhoben, an Storm geschickt hatte, antwortete dieser: ,,... ich habe einzelnes davon mit insbesondere persönlichem Interesse gelesen. Aber in keiner Kunst scheidet sich so sehr wie in der Lyrik das Etwas vom Nichts. Ein Kunstwerk, das so klein ist wie ein lyrisches Gedicht, muß entweder vorzüglich sein, oder es ist als solches nichts. Das wird von vielen verständigen und geistvollen Leuten, wenn sie Gedichte in Druck geben, zu wenig beachtet ..." Im Dezember 1880 schreibt Storm, als er sich in Hademarschen ein neues Haus hat bauen lassen: .....Sie haben ja mein Haus mit bauen helfen, und jetzt steht es da ... Veranda und Terrasse machen sich vortrefflich; ich habe das Plätzchen auf der letzteren, den Winkel zwischen Haus und Veranda schon so lieb, daß ich oftmals in der Dämmerung des Winterabends dort allein verweile und mich Von der Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront wird uns ge- DieAufgaben der Deutschen Arbeitsfront in der Berufserziehung. an ihm schätzen; und er vermag der Gestalt auch jenen Schimmer von Ueberwirklichkeit zu geben, der für die Begegnung in Ypern charakteristisch ist. Neben ihm, in einer verhältnismäßig kleinen Rolle, sehr ausdrucksvoll und glaubwürdig, Hilde Meißner als Lady Margret. Vom übrigen En- emble: Paul Otto, Otto Wernicke, Georg Alexander, Willi Schaeffers, Kurt S e i - fert. — (Tobis Rota.) * Im Beiprogramm sieht man die Fox-Wochenschau und den Bildbericht einer Gran-Chaco-Expedition. hth. Zeitschriften. — Der Bürgerkrieg in Spanien zeigt, daß unersetzlichen Kulturschätzen im Kriegsfälle durch die moderne Fliegerbombe Gefahr droht. Es gilt also, bereits in Friedenszeiten an einen ausreichenden Schutz dieser zum Teil unermeßlichen Werte zu denken. In einem interessanten Bildbericht „Ma- Letzt ist die Zeit des „Süßen". Frankfurt am Main im Zeichen des „Aeppelwoi". Von Emerich OReerf. Zunge und Herz. Lieder von Liebe und vom Rhein werden gesungen. Die Wogen gehen hoch. Arm schlingt sich in Arm. Es wird geschunkelt Sitzend und auf Bänken stehend. So ist allabendlich die Hochstimmung in den „Aeppelwoiwertschafte" von Sachsenhausen. , „ Mer müsse hi geh, damit er bald all werd , meinen die Frankfurter, wenn sie zum Schoppen gehen Das sollte auch das Stichwort für den Fremden sein. Er wird sich sicher wohlfühlen beim „Hohenastheimer". Um so wohler, als die Sachsenhäuser Heckenwirtschaften seit jeher die volkstümlichsten Gaststätten der Welt gewesen sind. Unter- „WassagenSie zu Spanien?" fragte man Hase'n am Stammtisch. „Spanien? Spanien? Sie meinen wohl wegen der Stierkämpfe?" antwortet unser Held verdattert. Na, da gab'S ein Hallo, als sich herauSftellte, daß Hase wieder mal von nichts wußte! Man zog ihn so auf, daß er rot wurde wie ein Briefkasten und sich' schleunigst empfahl... Tja - hätte er Zeitung gelesen! Da weiß man, was passiert, und fühlt sich nicht blamiert! Sochschulnachnchten. Der Anglist Professor Dr. Friedrich Schöne- mann, seit 1930 Extraordinarius für Kultur- künde Amerikas an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius ernannt worden. Seine Arbeitsgebiete sind nordamerikanische Kultur lind Literaturgeschichte, das germanistisch anglistische Grenzgebiet, sowie Deutschtmn und deutsche Kultur in den Vereinigten Staaten. „roppe". Zum „Süßen" und zum „Aeppelwoi" überhaupt muß man etwas knabbern. Da sind die Spezial- qebäcke Sachsenhausens, die in Spezialbäckereien bergestelll werden, gerade willkommen. Die „Brezel- buwe", die von Wirtschaft zu Wirtschaft wandern, bieten an: Kümmelweck, Salzstangen, Hartekuchen, Salz- und L a u g e b r e z e l, Kümmelstangen, Makröncher und andere knusprige Sachen. Beim Aeppelwoi treten nicht nur me „Brezelbuwe" auf, es bringen sich zur Geltung und zu Gehör umherziehende Musikanten. Geige und Ziehharmonika beherrschen die Stimmung. Bei dem süffigen Göttertrank geht s immer lustig her. Jung und alt löst das „Reweblut vorn Aeppelbaam schiede von Rang und Stand hat es beim Apfelwein noch nie gegeben. Ein hochwohlloblicher Magistrat sitzt neben dem Arbeiter, dem Handwerker, dem Gartner, dem Kleinbürger, emtrachtiglich. Belm Apfelwein wird auch nichts ubelgenommen Selbst der derbste Spaß nicht. Denn er verwandelt den ärgsten Griesgram in einen fröhlichen Gemeßer. Das war in den beiden Frankfurt, dem novdich des Mains und dem südlich davon, stets so. Und so soll es bleiben. Denn Frankfurts Herz schlagt mehr als je beim abendlichen Schoppen m Sachsenhausen. Er ist „edelartig und gesund , feiert ihn schon 1790 Heinrich H a r r l e s m seinem „Lied beim Apfelwein". Er ruft alle zum Apfelwein nach Frankfurt: „So trinkt, ihr Nachbarn! Trinkt des Weins Dom lieben Apfelbaume! Er tut sich sanft im Herzen kund, Ist edelartig und gesund Und lieblich auf dem Gaume! die vollberufliche Ausbildung angestrebt werden. Wenn die Deutsche Arbeitsfront in ihren Arbeitsschulen durch Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften Den schaffenden deutschen Menschen die Möglichkeit weiterer beruflicher Entwicklung bietet, so will sie keinesfalls den Berufsschulen dadurch Konkurrenz machen. Auf den Ergebnissen der Berufsschule will die Arbeitsschule der DAF. aufbauen. In enger Zusammenarbeit mit den Betriebsgemeinschaften werden die Arbeitsplätze der Arbeitsschule erstellt, um die festgestellten Mängel in der beruflichen Ausbildung beheben zu können, mögen diese theoretischer oder praktischer Natur sein. Bei den Arbeitsschulen der DAF. müssen wir also von einer berufsfördernden Schulung mit dem Ziele der Berufsertüchtigung sprechen. ~ . Wenn sich gerade in letzter Zett der Mangel an Facharbeitern, z. B. in der Eisen- und Metallindustrie sowie im Baugewerbe, empfindlich bemerkbar macht, dann wird durch diese Tatsache die Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront sowie die Notwendigkeit der Arbeitsschulen der DAF. erneut erkennbar. Es genügt nicht, wenn wir dem deutschen Arbeiter eine gute allgemeine berufliche Ausbildung geben wollen, ohne die weitere Entwicklung im Berufe zu beachten. Die Lehre im Betrieb und hierzu die Ergänzung im Unterricht der Berufsschule sind in der Lage, z. B. einem Metallwerker eine Grundausbildung zu geben. Auf dieser Grundlage hat die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront einzusetzen. Wir müssen über wendige, be- schrieben: Wenn der Führer in seiner Verordnung vom 24. ■ Oktober 1934 der Deutschen Arbeitsfront die Sorge ; für die Berufserziehung übertrug, so erteilte er der - Deutschen Arbeitsfront hiermit den Auftrag, die Berufserziehung der schaffenden deutschen Menschen neu zu gestalten, entsprechend den Notwendigkeiten des Wirtschaftslebens. Dor Inangriffnahme dieser Aufgabe mußte sich die DAF erst einmal Rechenschaft darüber ablegen, inwieweit die Berufserziehung in Deutschland überhaupt verwirklicht worden ist, wo in der Berufserziehung Mängel festzustellen sind und welche Wege beschritten werden müssen, um jedem Deutschen die Möglichkeit einer ordnungsgemäßen beruflichen Ausbildung zu geben. Bei der Aufnahme einer Bestandsinventur aus dem Gebiete der Berufserziehung konnten die vielfältigsten und verschiedenartigsten Auffassungen fest- gestellt werden. Verbände, Gewerkschaften und sonstige Körperschaften versuchten ihren Mitgliedern durch berufserzieherische Maßnahmen eine fordernde Berufserziehung zu geben, um dadurch einen Weg zu größeren Einnahmen gehen zu können. Die verschiedensten Systeme und Anschauungen wurden auf dem Gebiete der Berufserziehung entwickelt und herausgestellt, und jeder glaubte, für sich in Anspruch nehmen zu können, daß gerade sein System als richtig anerkannt werden müsse Aber keine Stelle war bereit, einmal das Grundsätzliche der Berufserziehung herauszustellen, um die an der Berufserziehung beteiligten Kreise zu veranlassen, durch Mitarbeit an einer gemeinschaftlichen Gesamtlösung der Allgemeinheit zu dienen. Die Angst, ein Stück der sich selbst gestellten Aufgabe zu verlieren oder einem Dritten einen als gut befundenen Weg zu weisen, den dieser dann selbst beschreiten würde, beherrschte die Beteiligten. Durch die Uebertragung der Sorge für die Berufserziehung an die Organisation aller schaffenden deutschen Menschen wurde die Berufserziehung aus dem Streit der Interessenten herausgenommen, und die Lösung dieser Aufgabe mitten in das politische Leben unseres Volkes gestellt. Berufserziehung kann nicht mehr lediglich als Mittel zum größeren Geldoerdienen angesehen werden, sondern der der Gemeinschaft verpflichtete schaffende Mensch ist der Gemeinschaft gegenüber auch zu höchster . Leistungsentfaltung in seinem Berufe verpflichtet. Die zunehmende Industrialisierung unserer Wirtschaft im 19. Jahrhundert schuf eine immer stärkere । Ausbreitung der Arbeitsteilung und somit in wach- । sendem Tempo den Typ des ungelernten und an- . gelernten Arbeiters. Bei dieser Erscheinung, die bei . jeder Modernisierung und Maschinisierung zu beob- ' achten ist, wurde das Handwerk, das seit dem Mit- Die Zeit des „Süßen" — das ist eine köstliche ‘ Zeit. Sie beginnt etwa mit dem Ausklingen der i Römerbergfestspiele und dauert über die Frank- s urter Herbstmesse hinaus. Da liegt über der Frank- i urter Altstadt und über dem eigentlichen Hort des : Apfelweins, Sachsenhausen, der Ruch von frischem 1 Apfelsast, den man seines herrlichen und herzhaften Geschmackes wegen im Rhein - Main - Gebiet den : „Süße n" nennt. Er kommt in der Art seiner Zu- । bereitung dem Most gleich. Mit dem Traubenmost gemeinsam ist ihm ebenfalls die Verwendung zur Kur. Nur hat die Kur mit dem „Süßen" den Vorteil, daß sie weit billiger ist als die Traubenkur. Drum ist es in der Reichshandwerkerstadt Brauch geworden, während der Zeit des „Süßen" täglich in eine der Apfelweinwirtschaften zu pilgern, um sich der Kur hinzugeben. Es ist aber auch die Zeit der frischen Nüsse. Wer es sich leisten kann, der bringt sich eine „Dutt" voll frischer Wallnüsse mit und läßt sie — die 'bittere Haut wird abgezogen — langsam ins Glas gleiten. Die Nüsse verleihen dem Apfelsaft das Letzte an Wohlgeschmack. Während der Zeit des „Süßen" sind alle Aepfel- weinwirtschaften noch voller als sonst. Denn in dieser Zeit fehlen selbst die Kinder nicht. Sie schlürfen den „Süßen" mit innigem Behagen. Er ist Familiengetränk und für alle Frankfurter die früh- herbstliche „Berjerfreud". In diesem Jahr ist er gut geraten. Und extra süß. Dick und rotbraun oder goldgelb fließt er aus der Kelter. Er steht daher hoch in Gunst. Die Fremden, die nach Frankfurt kommen, kosten ihn und schwören, er sei ein Hochgenuß. Doch der „Sieße", wie er auf gut Frankjurterisch heißt, ist nur der Auftakt zum Rauscher. Der muß „pizzeln", strohgelb und völlig undurchsichtig sein. Die letzten Kohlensäurebläschen dürfen erst platzen, wenn der Rauscher mit dem Gaumen die Berührung eingeht. Die Wirkung muß „durchschlagend" sein wie bei seinem Detter, dem Federweißen. Dann wird der „Neue" der junge Apfelwein, gut geraten und trefflich munden. Wo ein grüner Kranz an langer Stange winkt, da ist eine Heckenwirtschaft. Da „werd gezappt". Oft liegen sie dicht nebeneinander. Und überall schenken muntere Wirte aus dickbäuchigen „Bembeln", ehr- surchtqebietenden Westerwälder Steinzeugkrügen, den „Süßen" in die „gerippten" Gläser. Die Wirtschaften haben alle schöne Namen, „Unnamen" sagen etliche, meist sind es die Spitznamen ehemaliger Besitzer. Sie sind so bodenständig, so eingewurzelt, daß sie aus die Erben übertragen werden. Manche reichen Generationen zurück. Was gibt es da nicht alles? Etwa die „Schee Fraa' oder das , M o r d ch e", das „Riewelo ch", den „L a h- men E s e l", die „Kalte Laus" (das ist em Wort^ux aus „Alter Klaus", um wenigstens e inen Ursprung aufzuzeigen), den „Clips'', den „Schnorrbar t", die „Wann e", den „K a n o - n e ft e p p V*, den „H amathe s", den „D o r tz usw. Doch kann man seinen Schoppen auch im „Paradiesäppelche", im „Lorsbachertalche im „Fahrbaum", im „Weihen" oder „Schwarzen Bock Malter in stetem Aufschwung begriffen war, zu- rückqedrängt. Don dieser Entwicklung wurden nicht unerheblich die Jugendlichen betroffen, welche im Begriff waren, in das Berufsleben einzutreten. Bei ( geringer Entlohnung erreichten sie teilweise die Leistungen der erwachsenen Arbeiter und waren \ als billige Arbeitskraft willkommen. Die Zahl Der ( ungelernten und angelernten Arbeiter die keine ordnungsgemäße Berufsausbildung erhielten, nahm 1 während der Rationalisierung schlimme Formen an. ■ Aber auch die Lehrverhältnisse, welche noch durch einen Lehrvertrag ihre Form erhielten, beschrankten sich mehr und mehr auf die Erlernung der Berufskenntnisse zumal dort, und dies war m den meisten Fällen zutreffend, wo eine Aufsichtsbehörde vollkommen fehlte. Auch den Lehrling betrachtete man als billige Arbeitskraft, ohne sich über Die mit Abschluß des Vertrages übernommene Ausbil- dungspflicht im Klaren zu fein. So wußte es kommen, daß das Lehrverhältnis zu einem Arbei^ver- hältnis mit erzieherischem Einschlag absank. Wenn nun auch in der Nachkriegszeit die Forderung nach einer ordentlichen Berufserziehung für jeden Jugendlichen des öfteren laut wurde, so mußten alle Pläne an der politischen Entwicklung scheitern. Bei der Machtübernahme konnte von einer sinnvoll geordneten Berufserziehung nicht geredet werden. Dem nationalsozialistischen Staat blieb Die Lösung der Aufgabe vorbehalten, eine Berufs- und Arbeitserziehung zu erstellen, die den Anforderungen des deutschen Wirtschaftslebens gerecht wird. Nichts lag näher, als der Organisation aller schaffenden deutschen Menschen, der Deutschen Arbeitsfront, die Lösung dieser Aufgabe zu übertragen. Die Neubildung der deutschen Betriebe setzt nun einmal voraus, daß die Deutsche Arbeitsfront bei der Betreuung der schaffenden deutschen Menschen in und außerhalb der Betriebe die Grundlage einer geordneten Berufserziehung erstellt, um durch be- russwendige Menschen den Weg zu einer allgemeinen Leistungssteigerung zu gehen. Don den verantwortlichen Leuten muß erkannt werden, daß das Wertvollste im Betrieb die Gefolgschaft ist und die Leistungsfähigkeit des Betriebes maßgeblich bestimmt wird durch die Leistungsfähigkeit und den richtigen Einsatz dieser Gefolgschaft. ..... Das Erkennen des Zusammenhanges der täglichen , Arbeit mit den Problemen der Wirtschaft ist Dor- • aussetzung für die innere Befriedigung, die nun einmal jeder deutsche Arbeiter in seiner Tagesarbeit : finden soll. Eine vollberufliche Ausbildung jedes f schaffenden deutschen Menschen bietet die Gewähr - für die Heranbildung einer vollwertigen Arbeiter- : schäft. Es gilt deshalb, den Blick von einzelnen Pro- ........... i blemen auf die großen Zusammenhänge zu richten, rufstuchtige Facharbeiter verfugen, Die bereit sind, - In enger Zusammenarbeit der Deutschen Arbeits- ihre tägliche Arbeit und deren Steigerung weiter zu - front mit den Berufsschulen und Betrieben muß entwickeln, als zum Broterwerb notwendig ist. Ein eigenartiger und kraftvoller Mann von erstaunlicher Vielseitigkeit war der Braunschweiger Zimmermeister und Brunnenmacher Albert Nieß, dessen Tätigkeit weit ab zu liegen schien von allem dichterischen und künstlerischen Schaffen und der doch einer Reihe führender geistiger Persönlichkeiten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nahegetreten ist. In feinem Beruf sehr tüchtig, auch in öffentlicher Tätigkeit bewährt, strebte er weit darüber hinaus, machte in regem Wissensdrang weite Reisey, war ein Münzensammler von Ruf, kaufte Kunstwerke, um sie den Braunschweiger Museen zu schenken, und entfaltete selbst eine rege schriftstellerische Tätiakeit. Als Lyriker und Märchen- dichter suchte er Beziehungen zu Dichtern und Wissenschaftlern, mit denen er einen lebhaften Briefwechsel pflegte. Unter diesen Briefen, die er der Stadtbibliothek zu Braunschweig schenkte, sind die bedeutendsten die an Theodor Storm aus den Jahren 1876 bis 1885; sie werden jetzt im Auszüge in der Septembernummer von „Wester- manns Monatsheften" von Heinrich Mack mitgeteilt. Der Dichter gibt sich darin ganz offen und unbefangen und läßt tiefe Blicke in sein Inneres und seine literarische Werkstatt tun. Wir geben einige bemerkenswerte Abschnitte daraus wieder. Nieß hatte den Briefwechsel mit einer Anfrage eröffnet, die sich mit der Entstehung von „Aquis submersus“ befaßte. Storm antwortet aus Husum unter dem 5. Oktober 1876 zunächst, daß er nicht etwa durch Verlust eines Kindes zu der Novelle angeregt sei, da er nie ein Kind verloren habe, und fährt dann fort: „Die Anregung ist mir in diesem Fall von außen gekommen. In einer benachbarten Dorfkirche fah ich vor einigen Jahren ein großes Oelbild, in vier Fächern die Familie eines dortigen Predigers aus dem 17. Jahrhundert darstellend, die beiden Eheleute nebst Sohn und „Das Schloß in Michern." i Lichtspielhaus. Das Bild der Martha Eggerth durchzieht ■ diesen Film wie ein Leitmotiv: ln immer wechselnden Kostümen, vor den vorubergleitenden^ Hintergründen der großen Städte, 'n. denen als Konzertsängerin Gloria Delamare ihre Gastspiele gibt, ihr Repertoire wechselt von einem ^anzstuck Zum andern, selbst die Bravournummer des ..FruhlmgS' stimmenwalzers" fehlt nicht, und das Ganze wir wie eine Paraderolle für einen Gesangsstar. Sie singt mit ihrem sehr hohen Sopran sauber u technisch einwandfrei die schwierigsten Kalor , aber die umfängliche Vortragsfolge wirkt doch auf die Dauer etwas eintönig, zumal sie darstellerisch nichts Überdurchschnittliches zu geben hat, ! steht der Eindruck, als ob die E g g e r h lm Grunde an ihrer eigentlichen Rolle oorbeifpteile, D- den Film — als Film — interessant und anziehend macht, sind eine Reihe von Motiven (Drehbuch. Gurt 3. 23 raun), welche eine (old)e sikalischer Darbietungen gar nicht erfordern. jm Gegenteil: eine gewiße Sparsamkeit m d-r An Wendung der musikalischen Elemente wurde scheidende Matin vermutlich nach °!nd"ckoo°ller herausgearbeitet haben. Sechs englischeOss z liegen 1918 in einem alten Schloß Flandern 'M Quartier; sie haben ein Grammophon und eine einzige Gesangsplatte, die sie immer a ’ ^eu spielen: ein Lied der Sängerin Gloria Delam Einer der sechs verliebt sich in die Sllmm in die ihm unbekannte Besitzerin der Stimm- und es ist ein silmisch reizvoller Gedanke ausz sp . wie diese sehr flüchtige und sehr z-rite z m>ig zwischen zwei fremden Menschen mit . bei des großen Krieges weiterwirkt und sich na* Wen auf eine und ei sfl®fd)jd)te sinnliche Weise verdichtet. Dte • ch^tive überschneidet sich mit einer zweiten, »pbenskreise- spielen hinein: Vertauschung Zwe^ er Schuld und Opfer; auch jene merkwurDige Aiebungsfraft des Bezüglichen, von über den Wilhelm von Scholz in seinen Buck> rn über den Zufall als Vorform des Schicksals sprich ■ Der lsisieur Geza von B o l v a r b j)a* au(f) ^ie Eggerth „groß herausgestellt , l°n»ern aull) oie minder siandgreislichen Wirkungen zuschöpfen verstanden; jedenfalls ert1P', mpnpn S erie der unheimlichen unb :trauml) en 23efle0 nun« im Schloß als den $)=DePun feiner 3n|3e nlerung. Paul Hartmann spE ^n ^apin Winsbury mit der ruhigen Männlichkeit und der noblen Haltung des Gentleman, die mir von jeher Schwurgericht in Gießen und M. mit ins sich um fGroß- i’i Groß-i Samstag uni lürncerein L sichrem 0 räien Semeir krch Wettkäi Am Sonntag, 27. September, findet eine Omnibusfahrt nach dem Edersee statt. Die Fahrt geht über Gießen — Marburg — Frankenberg — Edersee (Waldeck). Die Rückfahrt erfolgt über Bad Wildungen. In Waldeck wird Mittagessen eingenommen und ist längerer Aufenthalt vorgesehen für Dampferfahrten auf dem Edersee. Ebenso ist in Bad Wildungen Aufenthalt vorgesehen. Die Abfahrt erfolgt in Gießen um 8 Uhr, Rückkehr gegen 21 Uhr. Der Fahrpreis beträgt 4,70 RM. Mittagessen kann durch die Kreisdienststelle vorbestellt werden. Anmeldungen können umgehend noch auf Ver Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, ent- gengenommen werden. Am Sonntag, 27. September, findet eine Fuß- untersuchen hatte, nach und führte an zahlreichen Beispielen und besonders daran, daß der elektrische Tod keine Merkmale und keine Veränderungen des inneren Menschen herbeiführt, die Ursache des elektrischen Todes nach. Eindringlich zeigte er an Tierversuchen, daß es nicht auf die Spannung, sondern auf die Stromstärke ankommt, die durch den Körper geht. Zwischen 0,05 und 0,1 Ampere Stromstärke liegt die tödliche Wirkung. Die Tatsache, daß beim elektrischen Schlage der Mensch noch gehen und noch sprechen kann, bevor er zusammenfällt, bietet oft die Ursache dafür, den Tod in einem organischen Fehlen des Menschen zu suchen. 18 bis 20 der Unfälle im Bauwesen kommen daher, daß die Bauarbeiter selbst, anstatt die Fachleute, die elektrischen Leitungen und Gegenstände handhaben. Auch für den Fachmann selbst ist viel Ueberlegung am Platze. Eine geringe Ursache kann große Folgen haben. An Tierbeispielen und an Erfahrungen bei den Hinrichtungen in Amerika zeigte der Redner, daß große Stromstärke nicht immer zum sofortigen Tod, sicher aber zu Verbrennungen führt und daß erst eine geringere Stromstärke die sofortige tödliche Wirkung ausübt. Der Vortragende zeigte erschütternde Fälle menschlicher Unzulänglichkeiten, die bei den tüchtigsten und zuverlässigsten Facharbeitern hinauf bis zum Ingenieur und Direktor zum Tode führten. Verwechslungen, augenblickliche Verirrungen im Gehäuse, augenblickliche Einfälle, über die sich die Menschen selbst keine Rechenschaft ablegen können, sind die Ursachen. Hiergegen hilft nur ruhige Ueberlegung und mehrmaliges Lesen der Aufschriften und der Arbeitsanweisungen. Sehr eindringlich warnte der Vortragende davor, Niederspannung für weniger gefährlich anzusehen, wie die Hochspannung. Zum Schluß zeigte der Redner den Vorgang bei elektrischem Tod und wies nach, daß es ein Herztod ist. Die einzige und sicherste Rettung dabei kann nur sein, den Verunglückten aus dem Stromkreis zu bringen und sofort durch Armbewegungen Wiederbelebungsversuche zu machen. Nur durch die Wiederherstellung der Atmung allein kann einem Verunglückten noch geholfen werden. Jede Minute, die Herztätigkeit nicht völlig aussetzen zu lassen, kann allem die Rettung bringen. In der Aussprache warnte der Aufsichtsbeamte Dr. Mayer vor den unsichtbaren elektrischen Spannungen in der Nähe der Leitungen und be- sprach einige Unfälle der näheren Umgebung. Kreis- dienststellenleiter Dr. Schaffner wies in seinem Schlußwort auf einen weiteren Vortrag anläßlich der „Braunen Messe" hin. bei der Abendkleidung vielfach geschlossen. Bei ausgeschnittenen Kragen trägt man bunte Schals. Dezente Rüschchen und insonderheit der Schmuck sind zur Belebung der ganzen Form stark in den Vordergrund gerückt. Kasak-Blusen sind wiederum Mode. Bei den Mänteln für schlanke Frauen fällt Auch der bereits vor mehreren Wochen erfolgte Rücktritt in der Führung der Gesangvereine „Frohsinn-Liedertafel" Bad-Nauheim, sowie „Liederkranz Friedberg" läßt erkennen, daß die Gau° führung ihre Amtswalter für größere Aufgaben von der kleineren Vereinsarbeit befreit. ,L Aus t "M ganze hd aus dc immer noch Sielen Dam Nachfrage n Men. Me Haushalt üb: Kreisberufswatter Mertes hieß die Kameraden der Arbeit willkommen Unter der Anklage des Meineids stand der 41 Jahre alte Land- und Gastwirt Karl Möser II. aus Eichelsdorf gestern vor dem Schwurgericht. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, am 8. November 1935 vor dem Amtsgericht in Nidda in einer dort anhängig gewesenen Strafsache gegen die Eheleute Heinrich O. aus Eichelsdorf der Wahrheit zuwider beschworen zu haben, daß er nicht versucht habe, sich mit der damaligen Angeklagten Frau Lina O. intim einzulassen Die Zeugin Ehefrau O. hat dem Angeklagten bei landwirtschaftlichen Arbeiten öfters geholfen. Wenn man die Zeugin zu derartigen Arbeiten benötigte, wurde sie von den Angehörigen des Angeklagten, in einigen Fällen auch von dem Angeklagten selbst geholt. Die Zeugin O. sagte unter Eid aus, daß der Angeklagte sie eines Morgens bestellen wollte und zu diesem Zwecke in ihr Schlafzimmer kam, in dem sie noch schlief. Der Angeklagte habe sich bei dieser Gelegenheit an ihr vergangen. Einige Tage später erkannte sie, noch im Bett liegend, den herannahenden Angeklagten an dessen Schritt, worauf sie sofort in leicht bekleidetem Zustand aus dem Schlafzimmer 3U der im gleichen Stockwerk wohnenden Zeugin M., der sie den früheren Vorfall erzählt hatte, lief. Dies bestätigte die Zeugin gegangen werden kann. Diese dient vor allem der Neueinstudierung derjenigen Chöre, die beim nach- jährigen 12. Deutschen Sänger-Bundesfest in Breslau von Hunderttausenden deutscher Sänger des In- und Auslandes in gewaltigen Massenchören erklingen sollen. Aus Gießen wird uns gemeldet, daß durch überaus starke berufliche Inanspruchnahme Unioer- sitäts-Musikdirektor Prof. Dr. Temesvary gc- zwungen war, die künstlerische Leitung des „Bauerschen Gesangvereins" abzugeben. Nur ungern sieht der Verein seinen seitherigen bestbewährten Chorleiter scheiden, dessen künstle- rische Mitarbeit sowohl im Sängerkreis Gießen wie auch im ganzen Hessengau nach wie vor als ehrenamtlicher Gauchormeister erhalten bleibt. U. a. wurden ihm bereits schon die Vorarbeiten für die künstlerische Ausgestaltung des nächsten Gau- Sänger-Festes übertragen,'das 1938 in Gießen oom Sängergau XII (Hessen-Darmstadt) oeran- staltet wird. Für die vorläufige künstlerische Lei- tung des Bauerschen Gesangvereins wurde Musiklehrer Blaß- Gießen gewonnen, der im Laufe des Winters mit einem eigenen Konzert an die Oeffentlichkeit tritt. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Tragischer Verkehrsunfall in der Licher Straße. Am gestrigen Donnerstagabend ereignete sich bei der Bahnüberführung der Strecke Gießen—Fulda in Der Licher Straße ein tragischer Verkehrsunfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. An dem Bahnübergang war die Schranke geschloffen da der um 19.30 Uhr im Gießener Bahnhof eintreffende Güterzug aus der Richtung Grünberg jeden Augenblick die Straßenüberführung passieren mußte. Zur gleichen Zeit kam auf einem Motorrad der etwa 30 Jahre alte Diplomingenieur Mayländer, in Wetzlar wohnhaft, begleitet von einem Beifahrer auf bem Soziussitz, die Licher Straße nach dem Bahnübergang zu gefahren. Offensichtlich hatte der Motorradler die geschlossene Schranke nicht rechtzeitig bemerkt, denn er rannte mit seiner Maschine mit so großer Wucht gegen die Schranke, daß er diese durchbrach und mit feiner Maschine auf das Bahngleis siürzte, während im gleichen Augenblick der Güter- zug heranbrauste. Der Verunglückte wurde von dem Zuge, den der Lokomotivführer bei der außerordentlich kurzen Entfernung nicht mehr stellen konnte erfaßt und mitsamt dem Motorrad eine Strecke weit mitgeschleift. Dabei wurde der bedauernswerte Mann so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle ein» trat. Der Beifahrer, namens Eugen Heim aus Wetzlar, kam zu feinem großen Glück bei dem Sturz seitwärts von dem Bahngleis zu liegen fo daß er dem furchtbaren Tod unter den Rädern des Zuges entging: er kam mit einigen leichten Verletzungen glimpflich davon. Die polizeiliche Untersuchung wurde sofort ausgenommen und war heute vormittag noch im Gange. Aus dem Gängeraau XII im DSB., Vrovinz Oberheffen. Der Provinzführer für Oberhessen Gau XII im Deutschen Sängerbund.teilt mit: Wenn infolge dringlicher Erntearbeiten während der letzten Wochen vielfach der Singbetrieb in den Gesangvereinen vorübergehend ruhte, fo hat nun» meljr die Wiederaufnahme der regelmäßigen Chor- p^oben und die Einschuluna neuer Sänger begon- nen. Nach erfolgreicher Teilnahme an den Kreis- Wertungssingen, die einen bedeutenden Fortschritt c yrelnsleistungen zeigten, haben viele Vereine auf frohen Sängerfahrten ihren Mitgliedern nebst Familien unvergeßliche Stunden herzlicher Volksgemeinschaft im deutschen Lied bereitet, so daß jetzt mit neuer Kraft an die große Winterarbeit heraneidlich. Einige Zeit später fuhr die Zeugin O. dem Angeklagten, dessen Knecht und Kinder Feld. Unterwegs veranlaßte er die Zeugin O., mit ihm oom Fuhrwerk zu trennen, angeblich, einen kürzeren Weg einzuschlagen. Unterwegs habe er sich wiederum an der Zeugin O. vergangen. Bei dieser Gelegenheit habe ihr Der Angeklagte auch drei Mark versprochen. Im Frühjahr 1935 holte die Zeugin M. mit der Zeugin O. im Keller des Angeklagten Kartoffeln. Beide Zeuginnen bestätigten unter Eid, daß Der Angeklagte sie bei dieser Gelegenheit in der schamlosesten Weise unsittlich berührt habe. Die den Angeklagten belastenden Angaben hatte die gestern als Zeugin vernommene Frau O. bereits in einem Strafverfahren wegen Einbruchsdiebstahls und Hehlerei, das gegen sie und ihren Ehemann anhängig war, vor dem Amtsgericht Nidda am 8. November 1935 gemacht. Der damals als Zeuge vernommene Angeklagte stritt jedoch diese Behauptungen unter Eid ab. Die Beweisaufnahme — es wurden ca. 20 Zeugen vernommen — erstreckte sich bis in die Abendstunden des gestrigen Tages. Das Schwurgericht vertagte die Sache dann auf Freitagmorgen. der große Knopf an der linken Hüfte auf. Skunks- befatz oder auch eine Boa dienen zur Belebung. Die Hutmode bevorzugt das Schiffchen oder Jägerhüt- chen, teilweise runde Kopfformen im Gretchen- muster. Aparte Modelle in Lindener Samt, Abendkleider mit hohen Kragen und Nackenausschnitt, dazu leichtere oder längere Schleppformen, fanden besondere Anerkennung. Oberhessen. Canbfrris (Metzen. )( Buh! Wein-Werb . Saale des je st statt 6 aus, ber in1 «arten SW jfir Oin-en Miete die ü linigunfl mit iri'ten Abend, rinnen des 2 chltunq al - Münz hi das G e i zM gering, * ziem bilden Wirt feiere Sorte1 M.l Zwe Allertshausen. 25. Sept. Der Ijtefiqe sm e g e r d e r e i n veranstaltete an den vergange» nen Sonntagen ein P r e i s s ch i e ß e n, das am fommenöen Sonntag abgeschlossen werden soll. Für Veranstaltung wurden auch die Kriegerkame» radschaften der Nachbarschaft eingeladen. Dr" & w Mk f"; , LllNS L * ’L Grab fAerl. , M bei Zeichen S Ä ' \ bediente 41 lj lag. ®ie Ul«"« hil und v ide er $ an bei Millern 'N Ä M M- M Sarg h W Vorsitz Mer M nagten Teji lopfcrteit ihrend gem Ursachen und Vekämpsung elektrischer Unfälle Aus der Berufsausbildungsarbeit der DA!?. Die DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung eröffnete am Donnerstag mit einem interessanten Vortrag die Winterarbeit. Schwr, ®en Schwi LPD. § Heinen Set hm es ztv Maier ir Maier, ber frnte eines fachen, y Maier dem A- schlug M'egersohi Mer, mit d ?Me in i ÜJ M. in Maus gebr. Ehenomm ter mal ins Kino geht? Da gibt es wirklich Männer, die sagen, sie würden viel lieber zu Hause bleiben und gingen nur mit wegen Mutter, und die Aermste soll dann noch bezahlen! (Manche sind ja auch Kavalier und zahlen als Ehemänner so brav wie in der Brautzeit, zu ihrem Lobe sei es gesagt!) Am schwierigsten aber ist der Entscheid bei der Zeitung! Vater kann es nicht leugnen, er kann nicht leben ohne feine Zeitung. Er will wissen, was in der Welt vorgeht, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Gemeindeverwaltung. Aber Mutter wartet auch schon, wartet auf den Roman, auf die Beilagen, studiert die Anzeigen und vor allem die Familiennachrichten, und oft genug muß sich Vater fein Leib- und Magenblatt stückweise zusammen- suchen, zumal ja der Herr Sohn sich schon das Blatt mit den Sportnachrichten gesichert hat. Und Vater hat da eine günstige Stellung. Meistens ist er nicht da, wenn die Zeitung bezahlt wird. Und was dann Mutter erst mal bezahlt hat, ist schwer wieder zu bekommen. Ein Mann, der Zeit und Möglichkeit dazu hatte, hat einmal bei einer großen Zeitung festgestellt, wer das Bezugsgeld bezahlt. Und siehe da, in 78 von hundert Fällen war es die Frau! „Na also!" wird Vater sagen, „dann wird es bei uns ebenso gemacht!" Als dann aber der Mann, der Tieffr Erhebung veranstaltet hatte — es war natürlich ein Zeitungsverleger — ankündigte, daß er auf Grund der Ergebnisse seine Zeitung jetzt mehr auf den Geschmack der Hausfrauen abstellen wollte, da gab es einen Protest- sturm. Männer und Frauen meldeten sich und sagten, sie wollten ihre Zeitung gerade so haben, wie sie sei und gar nicht anders, und es sei ganz gleichgültig, von wem der Verlag sein Geld bekäme, denn die Zeitung sei so gerade richtig, für die Männer und für die Frauen! Und bei der anschließenden Erörterung stellte es sich ganz klar heraus, warum die meisten Frauen in der Frage des Zeitungsgeldes mit dem Wirtschaftsgeld.großzügig find, damit nämlich die Zeitung ins Haus kommt, die sie haben wollten. Denn Frauen find — und das ergab die gleich Umfrage — sehr treue und gewissenhafte Zeitungsleser. Mancher Mann könnte sich an ihnen ein Beispiel nehmen und mancher wurde schon beschämt, wenn ihm, bem die Zeitung nicht so wichtig war, seine Frau zeigte, welche wichtige Sache er in der Zeitung übersehen hatte. Die Zeitungen wissen das und sind stolz darauf, daß das Wirtschaftsgeld zwar niemals reicht, aber zur Zeitung immer noch reicht. Und kluge Männer wissen, daß man ber Frau vieles versagen kann, aber nicht bie Zeitung! Sie würben es halb am Kaffee merken ... Dornotiren. Tageskalender für Freilag. Eröffnung ber Braunen Messe 16 Uhr. — «Stabt» tbeater: 20 bis 22.45 Uhr: „Gustav Kilian". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mäbchen-Pensionat". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Das Schloß in Flanbern". Sladllheaker Gießen. Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben- H^ute abend findet die Erstaufführung ber Komödie „Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros und en detail, gegr. 1821, Obere Gasse Nr. 19" statt Win altmodisches Stück von Harald Bratt. Spiel- leitung: der Intendant. Mitwirkende: Damen- Birkmann Gerhardt, Krause, Matzinger-Karden, Schubnt-Jungling, ©tirl; Herren: Frickhoeffer, ^el9er^ub;1(5l^orn' Seitz, Volck. Anfang 20 Uhr. Ende 22.45 Uhr. Freitag-Miete 2. Vorstellung. Im vorigen Jahre wurde erstmalig die Einrichtung getroffen, im Foyer des Stadttheaters Aus» fteüungen der Werke junger Maler und Künstler durchzufuhren. Da dieser Gedanke sehr viel Anklang gefunden hat, werden die Ausstellungen in diesem Jahre fortgesetzt. Die erste diesjährige Sonderausstellung wird am Freitag, 25. September, eröffnet. Sie zeigt Aquarelle und Zeichnungen von Elsa Feld (Berlin) und Johannes Thiel (Ebner bei Freiburg). 5 Steinbach, 25. Sept. Am (Samstag, 26. Sept., feiert der Landwirt Heinrich Walbl. seinen 7 0. Geburtstag. Leider ist der Gesundheitszustand des Geburtstagkindes nicht sehr gut, hoffentlich wird ihm das neue Lebensjahr Genesung bringen. Die Familie Walb stammt von dem Stammvater Nicolaus Wald, auch Cloß W. genannt, der als Sohn des Joh. Ebert Walb von Hattenrod am 22. 2. 1683 „die Catharina Horn, Herrn Kirchensenior und Gerichtsschöffen Hans Velten Horns Tochter zu Steinbach" geheiratet hat. Alle Glieder des Namens Walb stammen von diesem Ehepaar ab. Schon im ersten Kirchenbuch, beginnend 1620, kommt wohl ein Emrich Walt, auch Walp genannt, vor, dessen Geschlecht im Mannes- stamm mit seinem Tod erloschen ist. Seine Tochter sind Stammütter der heute noch bestehenden Familien Herbert und Horn, während die Familie Arnold, die heute in Steinbach ansässig ist, anscheinend mit der Susanna Walp, verehelicht mit Johann Arnold 1666, nicht in gerader Linie verwandt ist. Von dem ersten Cloß Walb stammen im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Kirchen- fenioren und Gerichtsschöffen in Steinbach ab, ein Abkömmling des Mannesstammes Walb ist der Univerfitätsprofeffor Dr. Walb in Köln, dessen Vorfahren allerdings schon im 18. Jahrhundert von hier verzogen. — Am gleichen Tage feiert der Kirchenvorsteher Weißbinder Christian Pitz seinen 69. Geburtstag. Herr Pitz ist seit einem Men- schenalter der Vertreter des Gießener Anzeigers in Steinbach. Auch die Familie Pitz ist eine alteingesessene Steinbacher Familie. Sie kommt schon 1621 in einem Taufeintrage vor. 1660 heiratet Reichart Pitz die Anna Judith, Johann Haasen Tochter, aus dieser Ehe stammen als Nachkommen alle Glieder der Familie Pitz in Steinbach. Ein Bruder dieses Reichart Pitz, Heinrich Pitz, Sep- fuagefima 1631 getauft, ist der nachmalige Pfarrer von Rödgen, geft. 1680. Dessen Sohn Philipp Hein- nch Pitz war von 1698—1706 Pfarrer in Albach, er starb als Pfarrer von Watzenborn 1712. Mehrfach kommen aus diesem Pfarrerzweig der Familie Pitz Paten in unferm Kirchenbuch vor. Großen - Buseck, 23. Sept. Gestern fand hier die Versteigerung des Gemeinde- o b st e 5 statt. Der Behang der Bäume war mäßig. Bei reger Beteiligung wurden dementsprechende Preise erzielt. Für Tafelobst der verschiedensten Sorten wurden im Durchschnitt für den Zentner am Baum 3 bis 4 Mark, für Wirtschaftsäpfel 2 bis 2,50 Mark geboten. Birnen waren nicht gesucht und mußten sehr billig abgesetzt werden. = Mainzlar, 25. Sept. Heute stieß der hie- sige Landwirt Heinrich Becker bei seiner Arbeit im Felde auf einen Rehbock, der nicht mehr laufen konnte. Das Tier hatte eine alte Wunde am Rücken. Beim Näherkommen des Landwirts fttzte sich das Tier zur Wehr und brachte dem Manne durch einen Stoß eine Wunde unterhalb Des Auges bei. Das Tier verendete bald danach * ©au bringen, 25. Sept. Der Krieger- Und Schutzenverein veranstaltete ein Preis- schießen. Mit Wehrmannbüchfe wurde auf 100 Meter Entfernung geschossen. Es wurden folgende Ergebnisse erzielt: Erster mit 36 Ringen wurde Hrch. Bier au: 2. Karl Klös; 3. Ludwig Müller: 4. Otto Spaar-Ruttershausen; 5. Ludwig. Mohr, 6. Wilh. Dort. Nicht weniger als 12 Schützen erzielten 35 Ringe. Die Reihenfolge der vorgenannten schienen bUrd) 6ted)en (Einzelschuß) ent» Aus der Provinziakyaupisiadi. Alles vom Wirtschaftsgeld. Alle Frauen werden sich einig fein, daß fein Mann Den rechten Begriff hat, wie fchwer es fei, mit Dem Wirtschaftsgeld auszukommen. Und die Manner sollten auch lieber an das leidige Thema nicht rühren. Denn wer von ihnen es jemals unternahm, seiner Frau vorzurechnen, wie leicht oder wenigstens durchführbar es fei, mit dem schwer verdienten Gelde auszukommen und womöglich sogar noch etwas zurückzulegen, der versucht es wohl nicht noch einmal. Viel zu viele Poften fanden sich da, an die er nicht gedacht hatte, und am Ende örofjte dann plötzlich die Feststellung, es könne gar nicht reichen. Es reicht doch, o Wunder. Es reicht sogar immer wieder für allerlei kleine Sonderfreu- Den für Mann und Kind, für ein paar Geschenke, eine kleine Ueberraschung, irgend etwas, woran nur eine Frau denkt und das dann soviel Freude macht! Das Schwierigste aber für die Wirtschaftsführung ber Hausfrau find die Grenzgebiete, die vielen kleinen und manchmal plötzlichen Ausgaben, bei denen die Frage auftaucht, ob das nun wieder wirklich auch noch zum Wirtschaftsgeld gehört oder nicht von ihm bezahlt werden müßte, von dem, der da wilde Wolken aus feiner Zigarre stoßt und wieder mal behauptet, daß ihn, ausgerechnet ihn, diese Angelegenheit doch wirklich nichts anginge. Müssen wir Beispiele anführen? Die Ehemänner und ihre Frauen werden sagen: „Das fehlte gerade noch! Nur nicht noch neue Zweifel anrühren!" Und in der Tat gibt es da viele Grenzfragen, die auch der weiseste Richter nur schwer zu entscheiden vermöchte. Wer soll beispielsweise den Rundfunk bezahlen? „Ich doch nicht", sagt der Mann, „wo ich doch nur wenige Stunden Horen kann. Ihr habt den ganzen Tag euer Vergnügen!" (Und dabei muß dann alles still sein, wenn er Fernempfang probiert!) Wie ist das abends, wenn Vater und Mut- ** D i e Herb ft Modenschau im Cafe Amend erfreute sich gestern eines lebhaften Zuspruchs. Es gab einige sehr ansprechende neue Modescböpsungen zu sehen. Für jeden ^Jeschmack und für jede Frau konnte etwas geboten werden. Die Vorführungen haben gezeigt, daß man an neueren deutschen Stossen lackierte Seide bevorzugt. Auch Taft wird viel verwendet und besonders Lindener Samt. Die Herbstfarben sind dunkel gehalten, violett, blau, grün, schwarz, rotbraun, Daneben wird viel gestreifter und auch getüpfelter Stoff empfohlen. Bei den Straßenkleidern sind bauschige Aermel mit Bündchen am Gelenk sehr beliebt, die Kragen sind Die deutsche Arbeitsfront V ? n.9.=bemeinf(haft „Kraft durch freute" i z Nto, Sielt81"41 km p 3h$le sin hiq 5N ( b «d [Ne £ Ai yo te K I II | Mm fyrbf : M.'nte ist v ' N erläuterte Aufgabe und Ziel der Berufserziehung und Betriebsführung. Das Verhältnis des Berufs- rnenfchen zur Wirtschaft im Geiste des National- ozialisrnus grundlegend zu gestalten, fei der Sinn der Werufserziehungsarbeit. Wenn der Führer in feiner Verordnung vorn 24. Oktober 1934 der DAF. die Sorge für die berufliche Ertüchtigung aller schaffenden deutschen Meuchen übertrug, so erwachse ihr die Aufgabe, alle Mittel einzusetzen, um in jedem Berufskameraden das Bewußtsein von der Notwendigeit eines sinnvollen Zusammenwirkens aller im Betriebe Schaffenden zu verankern. Es fei ihre Aufgabe, nicht nur den Nachwuchs zu erfassen, sondern jeden arbeitenden Menschen mit den Neuerungen und Vervollkommnungen seiner Arbeit vertraut zu machen und eine Höherentwicklung des Berufslebens ziz, fördern. In dem Bestreben nach dem Leistungsprinzip müsse versucht werden, die höchsten Leitungen zu fördern und das geschehe, indem die besten Leistungen auch mit den besten Posten belohnt werden. Die Reichsleitung der DAF. beschäftigte sich über olche Aufgaben hinaus mit der organischen Be- tnebsgestaltung, d. h. mit dem richtigen Ansatz des Menschen zur Arbeit. Es solle jeder d e n Platz ein» nehmen, den er völlig ausfüllen könne. Nur so würden alle Kräfte zweckmäßig und für den Einzelnen vorteilhaft nutzbar. sprach bet reicher und vielseitiger Erfahrungen Oberingenieur AlvenSleben-Berlin von der Berufsgenossenschaft „Feinmechanik und Elektrotechnik" an Hand von zahlreichen graphischen Darstellungen und Lichtbildern über „Ursachen der elektrischen Unfälle und deren Be- 'ämpfung". Nach einer Uebersicht über die Dieb achen wissenschaftlichen Versuche über die Ursachen )es elektrischen Todes betonte er den Grund für alle Unfälle: Die Unkenntnis des Stromes! Die Unkenntnis darüber, welcher Strom tödlich wirken könne, veranlaßt vielfach, Verunglückte, denen noch zu helfen wäre, aufzugeben. In anschaulicher Weise mies1 der Redner die Folgen des elektrischen Todes, die er als Sachverständiger vor den verschiedensten Gerichten zu Wanderung statt. Der Weg führt von Gießen— Annerod — Schiffenberg — Klein-Linden — Gießen. Treffpunkt ist Ludwigsplatz 8 Uhr. Rucksackverpfle- Auch für die Hausgehilfinnen Gemeinfchaffsempfang1 NSG. Am Montag, 28. September, wird in der Ze.lt von 16.30 bis 17.30 Uhr die Rede, die der £ “ r e r auf Der 4. Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront m Nürnberg hielt, auf alle Sender übertragen. Für diese Rede ist überall in den Betrieben Gemeinschaftsempfang angeordnet worden, um überall die DAF.-Mitglieder an dieser so bedeutsamen Rede teilnehmen zu lassen. Auch die Hausgehilfinnen gehören zu dieser größten Organisation «ller Schaffenden. Deshalb muß ihnen Ge- legenheit geboten werden, die Worte des Führers an die Deutsche Arbeitsfront zu hören. Die Haus- S?J?-*rben 9Ä.n' ihren Hausgehilfinnen die Möglichkeit zum Anhoren dieser Rede zu geben. AG.-Hrauenschast hilft bei der Flachsernte Der Flachs der Adolf-Hitler-Spende, der ™ 'Osi allen Ortschaften unseres Gaues angebaut TrJ?telen ^°lhen gerauft. In vielen ber Lrtsbauernführer an die ^d)aft5^!tc.nn gewandt mit der Bitte, mit iyren Frauen beim Raufen des Flachses behilflich Ä; Selbstverständlich tun bas bie Frauen gerfi h aU^iÄnie W angebaut ro,,fln nM Bescheid. Als Kinder haben sie d° Flachsfelder in der fel2bis sucht und ber h-e' >r A-b-> cht nied , Ounde lanböi^ chte W unter^lb danach- j Preis- enbe & rbe -4 lütter: * lllohr..^ It ti* Kx " näh. $res.! des nchören i <Ä * Ss J9eben. er>9m Mstle. 'i ®i«6m °°r als 'all«, für die . Tau. 'eßen veran. Hei. Musil, Lause an die John Herbing läßt seine Orangeade stehen, klemmt sich den Tennisschläger unter den Arm und bummelt langsam den Kiesweg zu den Plätzen hinunter. Er kommt gerade in dem Augenblick als Hanna Brandes mit ihrem Partner den Platz wechselt. „Tag, Güdt. Pech heute, was?" Der lange Jurist sieht auf, deutet dann auf Hanna. „Sie hat schlecht geschlafen oder Wut. Jedenfalls schläft sie hier weiter und verpaßt die bequemsten Bälle." t „Sie übertreiben/' wehrt sich Hanna und bekommt rote Ohren. „Güdts Bälle sind nicht zu kriegen, wenn man in der prallen Sonne steht. „Quatsch," sagt Güdt bloß verärgert. „Geben Sie mir den Satz ab, Güdt? Darf ich Mich übrigens vorstellen — Herbing." „So, Sie sind Herbing. Ich habe schon manchmal von Ihnen gehört." ei r , .. Während Hanna ihre Hand ausstreckt, sehen ihre grauen Augen in die dunklen des Mannes. Ihre Blicke halten einander für Sekunden fest; unauffällig richtet sich John Herbing aus seiner saloppen Haltung auf, das Mädchen hat etwas an sich, das "'ne leise Korrektur aus der Lässigkeit in ange - veutete Ehrerbietung verlangt. Und warum sollte nian das nicht tun, wenn man die Absicht hat, von Hanna Brandes mehr zu erfahren? „Wie ist das mit dem Satz, Güdt? , fragt Herbing noch einmal, er hält es nickt einmal für notwendig, den Juristen dabei anzusehen. „Wenn es dir Spaß macht, und Fraulein Brandes will, — bitte. Ich habe mich so abrennen müssen, daß mir eine Selter jetzt sehr gut tut. Habt ihr etwas dagegen, Brunner?", ruft der Jurist gereizt über den Platz und wischt sich seinen Kahlkopf mit dem Handtuch ab. MMellkSveMe» Vornan von Ilse Schuster. Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68 Braune Messe in Gießen. Eröffnung am heutigen Ireitagnachmittag. — Heimische Wirlschastskreise werben in zahlreichen Ausstellungsständen. Ja wochenlanger organisatorischer Vorarbeit und in regem Schaffen der handarbeitenden Kräfte ist in der Gießener Dolkshalle, veranstaltet von dem Institut für Deutsche Wirtschaftspropa- ganda in Berlin, eine „Braune Messe — Deutsche Woche" unter der Ausstellungsleitung von Gustav Hinte geschaffen worden, die am heutigen Freitagnachmittag mit einer Eröffnungsfeier der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Kreisleiters Dr. Hildebrandt. Sie soll als Ausstellung für Handwerk, Industrie, Handel und Landwirtschaft allen Bevölkerungskreisen die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft vor Augen führen und damit zu einem Faktor des weiteren wirtschaftlichen Aufstiegs in unserer engeren Heimat werden. Für die Ausstellung steht eine Fläche von rund 6000 Quadratmeter zur Verfügung, die sich über den Raum der Dolkshalle und ein hinzugenommenes Freigelände an der Ostseite der Volkshalle nach dem Trieb zu erstreckt. 110 ausstellende Firmen haben auf diesem Gelände ihre Stände aufgebaut. Die Ausstellung ist in a ch t Abte i l u n g e n gegliedert, die sich im einzelnen wie folgt darbieten: 1. Abteilung „Handwerk und Gewerbe", 2. Abteilung „Technik in Küche und Haus", 3. Abteilung „Schönheit der Wohnung", 4. Abteilung „Volks- und Hauswirtschaft", 5. Abteilung „Bekleidung und Wäsche", 6. Abteilung „Schaffende des Reichsnährstandes, die Werbearbeit des städtischen Verkehrsamtes und interessante Ausschnitte aus den geistigen Werkstätten der Universität zur Geltung. Bon besonderem Interesse wird es aber auch sein, in dieser Abteilung an Hand von aufschlußreichem Material die Arbeit der NS.-Volks- wohlfahrt in Augenschein nehmen zu können. Erfreulich ist die Tatsache, daß man beim Aufbau der Warenschau in der Halle auch auf die Verschöne- runa des Gesamtbildes durch die Anlage von hübschen Blumen- und Rasenflächen Bedacht genommen hat. Das Freigelände neben der Dolkshalle dient vor allem zwei Einrichtungen: dem Tagungszelt und der Sonderschau „Der Garten". Das Tagungs- zelt ist rund 1000 Quadratmeter groß. Hier wird am heutigen Freitagnachmittag die Eröffnungsfeier stattfinden, in deren Mittelpunkt die Ansprachen des Kreisleiters Dr. Hildebrandt, des Oberbürgermeisters Ritter und des Verwaltungsratsmitgliedes des Instituts für Deutsche Wirt- schastspropaganda Diplomlandwirt Elsner von G r o n o w stehen werden. Der Musikzug der SA.- Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann wird den musikalischen Teil dieser Feier bestreiten. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier soll ein Rundgang durch die Ausstellung statt- finden. In diesem Tagungszelt werden in der nächsten Woche verschiedene größere Tagungen stattfinden, u. a. eine Bauernkund- Zahnen heraus zur Vraunen Neffe in Gießen Vom Eröffnungstag Freitag, 2 5. September bis zum Erntedanktag, 4. Oktober. Wir bitten alle Einwohner der Stadt Gießen und des Kreises Detterau, durch regen Besuch der Braunen Blesse in Gießen dazu beizutragen, daß diese für unsere heimische Wirtschaft ein Erfolg wird. Kreisleitung Gießen der NSDAP. 3. A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Industrie", 7. Abteilung ,Steiss, Verkehr, Transport", 8. Abteilung „Landwirtschaft und Gartenbau". Eine Sonderschau „Der Garten" ist außerdem auf dem Freigelände vor der Volkshalle zu sehen. Bei einer Vorbesichtigung der Presse am gestrigen Donnerstagnachmittag konnte man beobachten, daß in allen Ständen die letzten Aufbauarbeiten flott im Gange waren. Da wurden in emsiger Arbeit sehr interessante Gruppierungen der verschiedensten Waren aufgebaut, bei deren Anblick der Besucher seine Freude haben* kann über die Vielseitigkeit dessen, was ihm hier gezeigt wird. Aus allen Gebieten des täglichen Lebens, der Erzeugung sowohl wie der Bedarfsdeckung, aber auch aus dem Schaffen der Wissenschaft und aus dem Wirken öffentlicher Verwaltungsstellen und sozialer Hilfsorganisationen werden den Besuchern außerordentlich vielseitige Schaumöglichkeiten geboten, daß der Rundgang durch die Ausstellung zweifellos jedermann viele wertvolle Erkenntnisse und Anregungen geben wird. Der Vorraum der Volkshalle ist in schöner Weise zu einem E h r e n h o f gestaltet worden, in dem eine Büste des Führers, geschaffen von Hedwig Maria Ley, den Mittelpunkt bildet. Blumen- und Blattpflanzendekorationen, die von der Stadtgärtnerei zur Verfügung aestellt wurden, dazu gediegene handwerkliche Ausstattung des Raumes lassen ein gefälliges, wohlabgerundetes Bild entstehen. In der Ausstellungshalle selbst ist nicht nur der weite Raum zu ebener Erde mit Ständen zahlreicher Firmen besetzt worden, sondern auch die dreiteilige Galerie weist eine große Anzahl von Ständen auf. Während zu ebener Erde der Halle die Geschäftswelt aller Branchen, insbesondere die Ladengeschäfte, das Schwergewicht der Ausstellung biloen, kommen auf der Galerie das Schaffen unserer Handwerker, nach Innungen geordnet, die Tätigkeit der wichtigsten örtlichen Dienststellen „Nee!", ruft Brunner zurück. „Herbing habe ich lange nicht vor dem Netz gehabt, also ran mit ihm!" Ehe der zweite Satz beginnt, fragt Herbing Hanna im Vorbeigehen: „Setzen Sie ihm Schmetterbälle vor die Nase, und geben Sie mehr Kraft." Hanna schweigt. Aber bei diesem Spiel haben die Zuschauer doch etwas zu staunen. Sie kommt in Form, setzt dem korpulenten Brunner die Bälle in die Ecken, jagt ihn ans Netz zurück, daß dem Hören und Sehen vergeht, seine Partnerin verliert allmählich den Kopf, weil Herbing auch keine Kraft spart und die Bälle knapp hinters Netzt setzt, die sie regelmäßig verpaßt. „Da hat er sich ja nun gut eingeführt," sagt Bartel zu der kleinen Frau Dr. Bland, die mit Interesse das Spiel verfolgt. Sie läßt Herbing nicht aus dem Auge, als sie wie nebenher fragt: „Bei wem? Im Klub oder--" „Ja, oder," kann es sich Bartel nicht verkneifen zu antworten. Er weiß, daß Herbing im Winter sehr viel mit Thea Bland ausgegangen ist, und daß er sie jetzt kaum mehr beachtet. Frauen, die nur hübsch sind, verschmerzen das nicht, vor allem dann, wenn der Nachfolger ausbleibt. Und Bar- tel hat keine Lust, das Erbe Herbings anzutreten. Hübsch und dumm ist eine Mischung, die ihm nicht bekommt. Außerdem macht_ es ihm Spaß, Thea Bland, die ihrem Mann Hörner aufsetzt, in Harnisch zu bringen. „Warum auch nicht. Herbing ist im besten Alter, und Hanna Brandes eine bezaubernde Frau. Wenn ich nicht so in Lena verschossen wäre —" „Was hat denn das zu sagen? Gar nichts," unterbricht ihn die Frau nüchtern. „Lena wird daran nicht sterben. " „Wohl kaum. Mich aber für einen Jämmerling halten. Wir beide sind nämlich für Sauberkeit, Thea. Es wäre gut, wenn das andere auch täten, es gäbe dann weniger Spektakel in Häusern und — Ehen." „Sie haben mich lange nicht mehr so gelangweilt, wie eben jetzt. Gehen Sie doch unter die Moralprediger, Heinz Bartel, müßte Ihnen ganz gut stehen." „Möglich. Dort kommt Wendt, sehen Sie zu, daß Sie mit ihm zusammen spielen. Wenn Sie feine g e b u n g und eine Landarbeiter tagung am kommenden Montag, ferner eine Einzelhandelstagung, außerdem am nächsten Mittwoch eine Werbeveranstaltung der Abteilung Volks- und Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk. Ferner soll hier am Sonntag, 4. Oktober, am Erntedanktag, der Gemeinschaftsempfang erfolgen. Die Sonderschau „Der Garten" will den Besuchern die neuzeitliche, nach den Gesichtspunkten der Gartenarchitektur geschaffene Gartengestaltung anschaulich machen. An dieser Stelle wird man auch ein Blockhaus sehen, das nach der Ausstellung als Landjugendheim irgendwo in unserer engeren Heimat an einer schönen Stelle des Waldes Verwendung finden soll. Damit die Bevölkerung aus der engeren und weiteren Umgebung von Gießen die Möglichkeit des Besuches zu annehmbaren Bedingungen eryält, hat die Reichsbahn Fahrpreisvergünstigungen im Umkreis von 75 Kilometer um Gießen in Gestalt von Sonntag srückfahr- karten geschaffen. Diese verbilligten Fahrkarten gelten vom 25. September 0 Uhr bis 28. September 24 Uhr, am 30. September von 0 Uhr bis 24 Uhr und vom 3. Oktober 0 Uhr bis 5. Oktober 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). An einem Fliegenstich gestorben. LPD. Fulda, 23. Sept. In Eichenzell war vor einigen Tagen ein 36jähriger Einwohner von einer Fliege gestochen worden. Nachdem jetzt Wundstarrkrampf hinzugetreten war, mußte der Munn in ein Krankenhaus eingeliesert werden. Leider waren alle ärztlichen Bemühungen erfolglos; der Bedauernswerte starb an einer schweren Blutvergiftung. Aufschläge halten sollen, verderben Sie Ihrem Partner die Sätze. Ob Herbing Sie dann heraus- paukt wie eben Hanna — fragt sich." Damit läßt er Thea Bland allein. Die bleibt sitzen, schlägt die schlanken Beine Übereinander und wartet mit steigendem Unbehagen auf das Ende des Spieles. Es wird von Herbing und Hanna gewonnen. „Durst?" will Herbing wissen. „Und Hunger" ist Hannus eben so kurze Antwort. „Ich lasse uns ein nettes Abendbrot zusammenstellen. Kleine, kalte Ente ist auch gut. Bleiben Sie hier sitzen,, ich hole Sie in zehn Minuten." Hanna Brandes wendet dem Mann ihr Gesicht zu, ihr Blick ist prüfend, aber Herbings Mienen verraten nichts, in seinen Augen liegt keine plumpe Vertraulichkeit, fast scheint es, als habe er für Selbstverständlichkeiten keinen besonderen Aufwand an Zeit und Worten übrig. Er wendet sich schon zum Gehen. Hanna setzt sich und findet es auch nicht weiter sonderbar, daß Thea Bland brüsk aufsteht. Sie ist doch vom scharfen Spiel mitgenommen und fragt sich auf einmal, warum sie denn vorher so versagt hatte. Es ist ihr dauernd etwas durch den Kopf gegangen: ihr Vater und Melanie Mor- holt. Die Gedanken waren vom Tennis immer wieder zu der Sängerin zurückgelaufen, dann hatte sie sich über das offensichtliche Mißfallen Güdts geärgert. Und als Herbing auftauchte und ihr die Partie anbot, war es mehr der Trotz gewesen, die Gedanken an die Kandare zu nehmen. So und nicht anders war das Spiel gewonnen worden. Vielleicht auch diesem John Herbing, von dem sagenhafte Dinge im Klub erzählt würden, beweisen, daß man etwas konnte. „Es ist angerichtet, Fräulein Brandes," sagt da eine Stimme hinter ihr. „Wir wollen nicht lange warten, ich habe einen Bärenhunger." Hanna nickt und steht auf. Langsam gehen die Beiden, von den Augen der Kameraden gefolgt, zum Klubhaus. Sie sprechen nicht viel, sie setzen sich, und Herbing legt, ohne dazu aufgefordert zu werden, Hanna die Klubjacke leicht über die Schultern. Auch dies erscheint ihm eine Selbstverständlichkeit. Das Mädchen will etwas Abwehrendes sagen, unterläßt es aber. Auch während des Verdunkelung im Hause. * 7 * Immer stärker tritt der Selbstschutz der Bevölkerung in Erscheinung. Immer häufiger finden in Stadt und Land Haus- und Verdunkelungs- Übungen statt. Es zeigt sich, daß bei zweckmäßiaer Vorbereitung und Durchführung ein erheblicher Schutz der in der Heimat bleibenden Volksgenosien gegen Angriffe aus der Luft geschaffen werden kann. Allerdings läßt sich oft beobachten, daß der Zweck der Verdunkelung noch nicht verstanden wird. Ls handelt sich nicht darum, während einer bestimmten Stunde das Licht überall im hause auszuschalten und sich in drangvoll fürchterlicher Enge in der Küche zu versammeln,^ „bis die Sache zu Ende ist", sondern es kommt darauf an, alle Verdunkelungsmaßnahmen so zu treffen, daß angreifenden Fliegern gezielte Bombenabwürfe unmöglich gemacht werden. Vor- anssehung dafür ist eine vollkommene Abblendung aller Fenster. Da im Ernstfall mit tage-, ja wochenlangen Verdunkelungen zu rechnen sein wird, muß das normale Leben in der Wohnung und auf der Treppe weitergehen können. Es muß also peinlich jeder Lichtschein nach außen vermieden werden. Die Abblendung aller Fenster, Glasdächer, Oberlichter usw. kann nicht erst in der letzten Minute gemacht, sondern muß im Frieden sorgfältjg vorbereitet werden. Der Luftschutzhauswart ist für diese Arbeit verantwortlich, er kann und soll allen Hausbewohnern mit Rat und Tat beistehen. Was ist nun besonders wesentlich? Alle Abblendungsvorrichtungen müssen lichtdicht abschließen. 3n den Wohnhäusern sind die Fenster aller nicht ständig benutzten Räume dauernd abzublenden. 3n den übrigen Räumen sind Fenster, die zur Beleuchtung des Raumes bei Tage und zum Lüften nicht notwendig sind, ebenfalls dauernd abzublenden oder mit Einrichtungen zu versehen, die jederzeitiges schnelles Abblenden ermöglichen. Alle Vorrichtungen müssen ständig bereit sein und schnell angebracht werden können. Geeignet sind z. V. dichte, tichtundurchlässige Decken, die zum Aufhängen eingerichtet sind, oder einfache Holzrahmen mit lichtundurchlässiger Pappe. Am zu verhindern, daß beim Oeffnen der Türen Lichtschein aus dem 3nnem des Hanfes fallen kann, sind „Lichtschleusen" anzulegen. Diese Licht- schleufe ist ein abgeblendeter Vorraum zwischen der Haustür und dem innenbeleuchteten Raum. Die Außentür darf im Ernstfälle nicht gleichzeitig mit der Tür zwischen Lichtschleuse und 3nnenraum geöffnet werden. Solche Licht- schleusen sind besonders erforderlich in Räumen mit starkem Publikumsverkehr. Zum Schluß noch eins: Bei guter und einwandfreier Vorbereitung der im Ernstfall erforderlichen Abblendung, die allem Behelfsmäßigen vorzuziehen ist, bedarf es — und dies ist wichtig! — keiner besonderen Abschirmung der Lichtquellen im Innern eines Hauses. Geeignete Notbeleuchtung muß bereitliegen, falls die Hauptbeleuchtung versagt. Briefkasten der Redaktion. Fr. Str. Die sog. Revolutions-Etüde ist die leidenschaftlich bewegte, stark akzentuierte Etüde op. 10, Nr. 12, in c - m o 11, die Chopin, auf der Reise nach Paris begriffen, in Stuttgart unter dem Eindruck der für ihn als Polen niederschmetternden Nachricht von der Einnahme Warschaus durch die Rufsen (8. September 1831) geschrieben hat. Beide (ceu&t sich über ihr zartes, glänzendes Haar, das Mutti Immer mit Schwarzkopf „Extra-Zart*4 wäscht „Extra-Zart*4 mit dem Spezial -Kräuterbad (DRP. A-» angem.) ist mehr als eine Kopf- Wäsche: es führt zartem Haar und jugendlicher Kopfhaut die röfe nötigen ßufbaustoffe zu. Bei Schuppen und Schinnen, sprödem oder schnellfettendem jfr Haar auch für Sie vorzüglich geeignet! SCHWARZKOPF EXTRA-ZART mit Spezial-Kräuterbad Essens — Herbing hat aus allerlei netten Dingen eine erlesene Platte zusammenstellen lassen — duldet sie es, daß er ihr vorlegt und auch immer wieder einschenkt. Dabei erzählt er. Auf eine seltsam interessierende Art. Es ist fast so, daß man ihm die Worte von den Lippen lieft, manchmal stockt er und scheint auf einen Einwurf zu warten . . . Hanna tut ihm langsam den Gefallen, sie braucht eine halbe Stunde Zeit, um sich an diese Art Unterhaltung zu gewöhnen. Aber dann hat sie Spaß daran. Der Mann vor ihr ist für sie außergewöhnlich. Vielleicht fehlt seiner Haltung ein Zoll von dem, was den idealen Sportsmann oder auch den Soldaten ausmacht. Er würde dann größer sein und breiter in den Schultern. Aber über der ganzen gepflegten Erscheinung liegt etwas Faszinierendes, der Ausdruck der Augen allein ist undeutbar, es flackert darin auf und erlischt fast im selben Augenblick; wenn er lächelt, und er tut das ganz gern, auch im Spott, zeigt er starke, weiße Zähne, und wenn er spricht, wechselt die Stimme. Es liegt Sinnlichkeit in dem tiefen Klang, oder auch Zärtlichkeit. Hanna Brandes kann das nicht ausdeuten, weil ihr das alles sehr fern liegt, aber sie ist immer, wo es ihr begegnet, betroffen. Jung ist John Herbing nicht mehr, das sagen schon die grauen Schläfen, wenn auch das Haar sonst tiefschwarz ist und starken Glanz hat. Man sieht es auch an den Kerben zwischen Nase, Mund und Kinn. Was aber Hanna am meisten fesselt, sind seine Hände. Breit und kraftvoll in der Wurzel, langgliederig die Finger, die Nägel stumpf, aber gut gepflegt. „Segen Sie einmal Ihre Hand daneben, Fräu- lein Hanna," sagt Herbing, als er ihren Blicken folgt. Sie zögert, tut es aber bann doch. „Sehen Sie, ganz ähnliche Struktur. Interessieren Sie sich für Hände? Man sollte eine Wissenschaft daraus machen. Ihr Studium würde sich lohnen. Ich beurteile die Menschen sehr oft nach ihren Händen und täusche mich wenig." „Man müßte die Gesetze kennen, nach denen man sich richten kann," meint Hanna nachdenklich und zieht langsam ihre Hand wieder zurück. Ich bringe Ihnen das nächste Mal ein fleinc» Heft mit, vielleicht hilft es Ihnen weiter." (Fortsetzung folgt.) gute Arbeit Zum Lichtfeldzug des Amtes „Schönheit der Arbeit Marktstraße 4-8 Fräulein Emma Volkmann 5969 D Karl Hermann Peter Hause dagegen findet jede Dame in reichhaltigster Auswahl und zu vorteilhaften Preisen alle von der Mode bevorzugten Bedarfsgegenstände. Reiskirchen, den 24. September 1936. Gießen, Marktstraße 4-8 Am Sonntag, 27. September, geöffnet von 12 bis 18 Uhr im Alter von 33 Jahren. 5966A In tiefer Trauer: 59680! Nützen Sie den Messe-Sonntag zum Kauf guter Schuhe 59840 Am 24. September entschlief sanft nach langem schweren Leiden in der Mediz. Klinik unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Dann das Handstück Betrag der Schätzung . . . Einheitswert (1.1. 35) . . . Gießen, den 3. September 1936. Benner, Marktstraße 34 Bernhardt, Schulstraße 10 Darr6, Seltersweg 87 Derzbach, Bahnhofstraße 60 Dipp, Bahnhofstraße 30 •Haas, Marktplatz 7 Neumeier, Sonnenstraße 20 Waldschmidt, Blockstraße 2 Weidemann, Seltersweg 59 Zurwonne, Mäusburg 12 fOibsdie leider in Wolle und Seide. Auch darin ist die Auswahl sehenswert. Für jeden Geschmack, für jeden Preis ist etwas Schönes dabei. Sie finden viele kleidsame Formen, die Ihnen gefallen werden. . werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! Am 24. ds. Mts. entschlief plötzlich und unerwartet meine Hebe Frau, die treusorgende Mutter ihrer Kinder, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Enkelin Frau Marie Hofmann, geb. Balser 1 Klavier älteres Modell RM. 85 — UofelllaDlet RM.45.- zuverk. Urbas, Klavier- rnacher, Gießen Bahnhofstr.65H. 4/20Gpel- Limoufine intadellosemZu- stand, sparsam i. Gebrauch, wegzugshalber sür nur 450 RM. zu verkaufen.Anzu- sehen Sonntag zw. 10 u. 1 Uhr. Marburg 5s?iO Frtedrichstr.l4p. Heuchelheim, Krofdorf, Portland U. S. A., Frohnhausen an der Lahn, den 25. September 1936 Ludwig Phil. Hofmann und Kinder Familie Ludwig Hofmann Familie Johannes Balser VI. Alb ach, 24. September 1936. Die Beerdigung findet Samstag, 26. Sept, nachmittags %3 Uhr statt. Im Namen aller Trauernden: Marie Stumpf Wwe., geb. Peter Minchen Peter Wwe , geb. Stumpf. Familiendrucksachen Verlobungsanzeloen Vermahlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Die Beerdigung findet am Samstag, dem 26. September, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Bachstraße 40, aus statt Todesanzeige. Heute entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater im 83. Lebensjahre Im Alter kommt dieReue! Rheuma, Gicht, Arterienverkalkung stellen sich ein, man wird wackelig. Wer rechtzeitig Sonnen-Tee trinkt, bleibt jung und gesund. Beutel 50 Pf. 4383v Weitere Auskunft u. Verkauf: Drog. Bornemann, Bahnhofstr. 17 Die Beerdigung findet Sonntag, den 27. September, um 21/, Uhr statt ________________________________________________________________________________5972D Jleue 'Wöll- und feidenftoffe für den 3fferbft. Sie sind besonders interessant und schön. Man sieht herrliche Farben, reizende Muster und neuartige Gewebe — eine Auslese hübscher Herbstneuheiten und dazu JKoden>aren. Was diesmal der Herbst gebracht hat, ist ganz besonders schön. Zarte duftige Kleinigkeiten, die das Herbstkleid schmücken und dabei gar nicht teuer sind. Für das Amtsgericht Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. den Obstbeständen der Gemarkung zeigen. Weitere Sonderabteilungen werden die Schau vervollständi- gen. Am Sonntag werden laufende Vorträge und Filmvorführungen den Besucher unterhalten und belehren. JRunOfunfproflromm. Samstag, 26. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30:' Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. Orchester» gemeinschaft Gleiwitz-Beuthen OS. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag: BDM. - Sport! 10: Schulfunk. „Richthofen, der rote Kampfflieger." Hörszenen um ein Fliegerschicksal, gestaltet von Thor (Boote. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten; anschl.: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetterbericht. 13.15: Buntes Wochen- ende. 14: Nachrichten. 14.10: Kreuzfidel und puppen- lustig. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für alt und jung. „Damals und heut". 18: Militärkonzert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Musikalisches Kunterbunt. Großer Unterhaltungsabend des Reichssenders Köln. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau. Bekanntmachung. Verschiedene städtische Lagerhäuser und Plätze mit Gleisanschluß an der Margaretenhütte sind zu verpachten. Auskunft wird erteilt im Zimmer 28 des Stadthauses, Bergstraße 20. 59610 Gießen, den 23. Septenzber 1936. Der Oberbürgermeister. _______I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister._______ zeigt auf der braunen fliesse Stand 39 lenken das Licht dorthin, wo seine Strahlen dienstbar gemacht werden sollen. Noch gibt es viel zu ändern und abzustellen. Auch Hanüwerkerstuben und Büros und noch eine ganze Reihe von Betrieben müssen sich zu der Erkenntnis, daß „Gutes Licht — gute Arbeit" gibt, durchringen. Falsche Sparsamkeit und rücksichtsloses Wirtschaften mit den gesunden Augen des Arbeiters müssen verschwinden. In Zusammenarbeit mit der deutschen lichttechnischen Gesellschaft ruft das Amt „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in diesen Tagen zum zweiten Male auf, die Forderungen nach gutem Licht in den Arbeitsstätten durchzuführen. In allen Gauen wird diese Aktion auf bedeutend verbreiterter Grundlage aufgezogen. Auch die Gewerbeaufsichtsämter werden zur Unterstützung herangezogen. Der Aufklärungsfeldzug des vorigen Jahres soll in diesem Jahre dahingehend erweitert werden, daß den lichttechnischen Fachkreisen die Voraussetzungen zur Erstellung einwandfreier Anlagen vermittelt werden. Dem jeweiligen Arbeitsvorgang soll auch Was Sie auf der Messe sehen, ist 'nur eine kleine Auslese einzelner Abteilungen, iri unserem 60 468,— R7N. 40 700,— RM. in den nebenstehenden f__■_____ _ ■ Gießener FäChgOSChclftßll fdiöne JHäntel — fesche, kleidsame Formen mit reichem Pelzbesatz — aber auch schlichte sportliche Mäntel, die ganz vorzüglich sitzen und nett gearbeitet sind. Alles in allem: beste Qualität zu niedrigsten Preisen. die Beleuchtung angepaßt werden. Diese Aufgabe ist nur mit fachwissenschaftlicher Anleitung zu bewältigen. Eine Broschüre gibt Aufschluß über die notwendige und richtige Beleuchtung der Arbeitsplätze in allen Industrie- und Handelsgruppen, soweit sie sich auf die Büros bezieht. Neben all diesen Versuchen hat das Amt „Schönheit der Arbeit" zum ersten Male in einem Kulturtonfilm „Licht" die Beleuchtung filmisch dargestellt. Auf der Reichstagung der deutschen Lichttechniker wird dieser Kulturtonfilm im Rahmen einer Festveranstaltung des Amtes „Schönheit der Arbeit" am Freitag, 25. September, im Frankfurter Schu- manntheater uraufgeführt. Gleichzeitig ist diese Uraufführung, die unter dem Geleitwort „Die Wissenschaft im Dienst des schaffenden Menschen" steht, die Eröffnung des zweiten Aufklärungsfeldzuges „Gutes Licht — gute Arbeit". Preußen. Kreis Wetzlar. * Launsbach, 25. Sept. Am morgigen Samstag und am Sonntag veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein Launsbach aus Anlaß seines 10jährigen Bestehens bei Gastwirt Rinn eine Ob st - und Gartenbau-Schau. Die Abteilung Obst, auf Hochstamm und auf Zwergstamm gewachsen, wird ein anregendes Bild aus Zwangsversteigerung. 52K32 Am Alonlag, dem 28. September 1936, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer Nr. 204, das dem Ingenieur Heinrich Brinkmann zugeschriebene Grundstück versteigert: 5605V Grundbuch für Gießen, Band 80, Blatt 4614: Flur I, ftr. 871, hofreite in der Scheppeneck — Bahnhofstraße Jlr. 58 — 928 qm, NSG. Das Amt „Schönheit der Arbeit" beginnt ton 25. September in Zusammenarbeit mit der deutschen lichttechnischen Gesellschaft und anderen Zweckoereinigungen, die sich mit Licht- und Beleuchtungstechnik befassen, unter dem Motto: „Gutes Licht — gute Arbeit!" einen großen Lichtfeldzug. Die Aktton im vergangenen Jahr hat in vielen Fabriken und Büros als erfreulichen Erfolg die Erkenntnis bei Gefolgschaft und Betriebsführern feststellen lassen, daß gutes Licht zur Hebung der Leistung, wie auch der Arbeitsfreude eine unerläßliche Vorbedingung ist. Man sieht heute mehr denn je in den Fabriken schöne hohe Fensterfronten, die von allen Seiten dem Tageslicht Einlaß in die Werkstätten der Arbeit gewähren. Verschmutzte und blinde Scheiben, häßliche Gitterfenster verschwinden nach und nach in den größeren Betrieben. Auch die künstliche Beleuchtung hielt zum Teil mit dieser Neuerkenntnis Schritt. Allzu grelles Licht wurde abgeblendet und durch Zweckmäßige Platzbeleuchtung ersetzt. Matte und spärliche Beleuchtung wurde durch verstärkte Leuchtkörper ersetzt. Tiefttrahler im blühenden 20. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Christian Volkmann Verkäufe \ Oldenburger Wallach sehr gutes Ar- beits- u. Sattelpferd, ist preiswert abzugeben bei H. Gerß II. Windhausen. | Einspaltige ~| Kleinanzeigen Fiat 4/30,4—5-Sitzer (steuerfrei) für RM. 350 — zu verkauf. B97oD Zu erfragen im Gießen. Anzeig. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 £elfet,9onöfatt. GesWlMv sieiwult GlsWont wegzugsbalber zu verkauf. 04364 Petri Alicenstraße 4. 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