186. Jahrgang & R C: r H 5 8 3 3 § ft Z ^5 3 * ft ft 3 ft 8f 2.® -Q S)| Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 8b5ü 3^"2 8 ba e/Lvr. ft 2, ft ' 'S $ «8 172 Erster Blatt 186. Jahrgang Somstag, 25. Zuli 1956 ^TXa€*a<*a**AI***a**a^ BS=S ® BCUK Familienblätter ■ WW 1WW MW WIM gH £1H i W Grundpreise für 1mm höhe 4e mat im Bild - Die Scholle ■ ■ ■ M M A M R fl ■ JF B B B B B Jr B B B B B für Anzeigen mm fe xDlihillvl TlllivlUvl SS ??XÄ= y V SSÄ S==s General-Anzeiger für Oberhesfen ßZM Hüten: Anzeiger Gießen v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. St.ntfur’tÄa'n liess Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lauge in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe r M°ng°n°bschlüff°Staffelb Kekord und Akkord iriir ft 5* = ° 3 Chris -237-2Z. ivie ap !Ni M Dr. I ft Olll( La 3 ® ft 3 3 § r 2 Öen'- n-l GGie- Ab. MI die Umstände, unter denen diese Verlautbarung mde gekommen ist, lassen manche Zeichen für Fortschritt der Auffassungen erkennen, denen Deutschland im Hinblick auf die gegenwärtige ■ Europas und die zu ihrer Lösung notwendi- Maßnahmen wiederholt Ausdruck gegeben hat. kann man die Erkenntnis der Rumpf-Locarno- Eberhard von Stohrer wurde am 5. Februar 1883 in Stuttgart als Sohn eines württembergischen Generals geboren. Er ist aus dem württembergischen Justizdienst hervorgegangen und trat 1910 in den diplomatischen Dienst des Reiches ein. Nachdem er bis 1913 in Sofia, London, Brüssel und im Auswärtigen Amt beschäftigt gewesen war, erfolgte 1913 58 ft „ *».. von Stohrer, der neue deutsche Botschafter in Madrid. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 3 3 s a» ® I 1 2 J L > 2 roca i 3 ft. (5 ft er politifchen Abteilung des Aus- ünligen Amtes hat errorbert, daß er noch nicht Ö .Üg® 5 5 g» o 2'2 " ft »S*0 d 5* s-.L°L 2.5 3 ß 3* * ****** -ft X ’i'-Sä o ftsss S-ft 2 6 5 5 11 ?? ie Lonboner Dreimächte-Befprechung zwischen Vertretern Englanbs, Frankreichs unb Belgiens eine Heberraschung in zweierlei Hinsicht dar. gelangte zu einem Rekord, was ihren zeitlichen uf angeht, und sie führte zu einem Akkord bemerkenswerter Ausdehnung, was den Inhalt u,v r Schlußvereinbarung betrifft Denn das in fünf Quitten niedergelegte Ergebnis der Konferenz kann, ma ein überaus seltener Fall in der Geschichte der Radkriegskonferenzen ist, nicht nur als Verhand- Mchsresultat der drei unmittelbar beteiligten ’fläjte angesehen werden, sondern auch die Zustim- iiug anderer, mit denselben Problemen befaßter ,-v; „Die Lage der Linksregierung sehr kriiisch." pariser Meldungen aus Madrid und Barcelona. Paris, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) lieber die Lage in Spanien laufen in Paris immer noch die widersprechend ft en Meldungen ein. Es ist daher schwer, sich überhaupt ein klares Bild zu machen. Bedeutsam ist immerhin, daß selbst für die Volksfront sestzustehen scheint, daß sich trotz der dauernd gemeldeten Erfolge der Madrider Regierung, deren Streitkräfte angeblich in den letzten Tagen überall die Truppen der Militärerhebung zurückaeworfen und aufgerieben haben sollen, eine Entscheidungsschlacht vor den Toren von Madrid zu entwickeln beginne. Der „Jlgaro“ glaubt melden zu können, daß die Lage der spanischen Linksregierung sehr kritisch sei und es trotz der strengsten Rationalisierung nur noch für einen Tag Lebensrnittel gebe. Die Einkreisung und Belagerung der spanischen Hauptstadt durch die „Weihen" habe begonnen. Nach den sehr seltenen Nachrichten, die aus der Stadt selbst herausgelangen, herrsche dort ein unbeschreibliches Durcheinander. Wassermangel mache sich fühlbar. Es gebe kein Benzin mehr. Die Regierung habe nach dem Beispiel Gallienis sämtliche Kraftwagen beschlagnahmt, um die Truppen an die Nordfront zu werfen. Aber jetzt seien sie praktisch ohne Brennstoff und damit ftillgelegt. Ein „Ausschuß der nationalen Verteidigung" sei in Madrid gebildet worden. Aber man wisse nicht, ob dieser Ausschuß die Regierung ablösen oder an ihrer Seite regieren werde. Der General B u r g u e t e habe bereits bie Todes st rafe gegen Plünderung androhen lassen. Auch aus Barcelona will der „Jigaro“ wissen. dah dort Unruhen unb Unordnung herrschen. Der Präsident der katalanischen Genera- lidad Companys soll mit einem breimotorigen Flugzeug geflohen fein. Die Sturmgarben schössen jetzt auf Miliz, weil diese ihre Auflösung verlangt haben sollen. Die Stadt sei außerdem von den Rationalisten bombardiert worden. Aber gemäß dem plan des Generalstabes der Militärerhebung komme Barcelona als letzte Stadt dran, wenn Madrid eingenommen fei und die Generalidad keine gesetzliche Daseinsberechtigung mehr habe. Das Blatt berichtet ferner, von Eabanellas erfahren zu haben, baß die Verbindung zwischen Valencia und Madrid abgeschnitten werden konnte, so daß die Hauptstadt nunmehr völlig ohne Lebensmittelnachschub sei. Die Kampslinien. Eine llebersicht vom ORB.-Gonderberichterstatter. H e n d a y e, 25. Juli. (DNB.-Funkspruch. Dorn Sonderberichterstatter des DNB.) Kur^ nach Mitternacht sind vier Kraftfahrer eingetroffen, die einwandfrei festgestellt haben, daß die Strecke Burgos—Madrid sich bis 50 Kilometer nördlich von Madrid in den Händen der Truppen des Generals Mola befindet. Es ergibt sich nunmehr in großen Zügen folgendes Bild: Der atlantische Küstenstrei- f e n der baskischen Provinzen, sowie von Santander und Asturien ist noch in den Händen der Volksfront-Leute. Die Linie Pamplona— Logrono—Ditoria—Burgos—Leon stellt die Operationsbasis der Militärgruppe nach Norden bar. Ebenfalls fest in bem Besitz ber Militär- gruppe befinbet sich bie weiter südliche Linie Soria—Paloncia—Vallabolid—Zamora. Bon dieser Linie aus wird die Angriffsbewegung vorgeführt in den Abschnitt Salamanca— Segovia—Guadalajara, wo sich jetzt die Ausgangsstellung für den Angriff auf Madrid befindet. Die Rundfunkstation Navarra hat offiziell mitgeteilt, daß San Sebastian von ber Militärgruppe besetzt worben sei. Die Truppen sollen von ber Bevölkerung mit stürmischem Jubel begrüßt worben sein. (Da unmittelbare Nachrichten aus San Sebastian um Mitternacht in Henbaye nicht vorlagen, geben wir bie Meldung unter allem Vorbehalt weiter.) Auch bie Stabt L 6 on befinbet sich im Besitz ber Militärgruppe. Die bort liegenbe Militärfliegertruppe, beren Haltung anfangs zweifelhaft war, ist zu ber Militärgruppe übergegangen. Schwere Kämpfe vor Madrid. Angriff auf die Hauptstadt am Sonntagfrüh? Lissabon, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der in Besitz ber Militärerhebung befindliche Sender von Valladolid meldet, daß eine große Anzahl von Mitgliedern des Rechtsverbandes „Spanische Phalanx" aus Vallabolid in bie nationalistische Armee eingetreten sei. Der Sender verbreitet weiter bie Nachricht vom Dorrücken bes Generals Mola, bessen schwere Artillerie sich bereits ber Hauptstadt nähere, um sich mit ber Vorhut zu vereinigen. Die Vorhut ber Militärerhebung habe bei Somosierra bie Streitkräfte der Linksregierung schwer geschlagen. Bei den blutigen Kämpfen fei General Munoz ums Leben gekommen. Auch aus verschiedenen anderen Funksprüchen gehl hervor, dah im Guadarrama-Gebirge unweit von Madrid seit gestern schwere Kämpfe zwischen den vorgeschobenen Abteilungen von General Mola und marxistischer Miliz und Sturmscharen im Gange sind. Born Ausgang dieser Kämpfe dürfte das Schicksal der spanischen Hauptstadt abhängen. Bisher scheinen die Truppen der Militärerhebung Fortschritte zu machen. In Madrid, wo bereits eine große Anzahl von Toten und Verwundeten einge- troffen sein soll, seien, wie gemeldet wird, sämtliche Aerzte und Krankenschwestern mobilisiert worden. General Queipo de Llano teilte Freitag abend über den Sender von Sevilla mit, daß bei Cordova ein großer Teil der von der Madrider Regierung gebildeten Miliz zur Militärerhebung übergegangen sei. In Sevilla selbst herrsche größte Ruhe, und das Leben in der Stadt nehme feinen normalen Verlauf. In seiner Rundfunkerklärung wandte sich ber General bann noch gegen bie von ihm als vollkommen unwahr bezeichneten Nachrichten ber Links-Regierung in Madrib unb erklärte zum Schluß, baß er mit der Einnahme der Hauptstadt im Laufe des Sonntags rechne. Der Kreuzer „fi i b e r t a b" soll, aufgefangenen Funksprüchen zufolge, ber Mabriber Regierung mit» geteilt haben, daß seine Lage verzweifelt sei, da seine Vorräte an Trinkwasser und Brennstoff erschöpft seien. Wie der Sonderberichterstatter des Pariser „Jour“ von der Front der nationalistischen Truppen meldet, soll der Angriff auf Madrid in den Morgenstunden des Sonntag beginnen. Zwei größere Abteilungen halten die wichtigsten höhen vor Madrid beseht. Die eine Kolonne werde vom Obersten Garcia E s c a m e z geführt unb stehe auf bem Paß von Somosierra, die andere unter Führung von Oberst de R a d a halte den Puerto be Leone. Von biefen beiben Punkten aus werbe ber Eingang zu Mabrib beherrscht. nationale Regierung gebildet? henbaye, 25. Juli. (DRB.-Funkspruch. Born Sonderberichterstatter des DRB.) Die Radiostation Castilla in Burgos teilte um Mitternacht durch Rundfunk mit. daß sich in Burgos am Freitagabend eine nationale Regierung gebildet habe unter dem Borsih des Generals Labanel- l as; außerdem fei in diesem Kabinett General Mota vertreten. Diese Regierung habe sofort alle Provinz- und Gemeindeverwaltungen abgesetzt, in dem acht Zehntel des spanischen Gebietes, in dem Militärtruppen angeblich die Macht ausüben. Reue Verwaltungen seien eingesetzt worden. Ferner sei sofort eine Berorb- nung erlassen worden, wonach der bisherige Generalgouverneur der Guardia Livil abgeseht und als fein Rachfolger General Bullosa ernannt wurde. Regierungserlaß zurAufrechlerhattung der Ordnung in Madrid. L i s s a b o n , 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die spanische Linksregierung hat eine Verordnung herausgegeben, wonach Ansammlungen von mehr als drei Personen nach 23 Uhr in den Straßen von Mabrib verboten sind. Weiter würbe angeorbnet, baß sich bie sozialistische Miliz bei ber Ausübung ihres Dienstes lebiglich nach den Anweisungen ber Regierung richten dürfe. Wer eigenmächtig vorgehe, werbe als Rebell angesehen. Jüdische Emigranten in den Reihen der spanischen Regierungstruppen. I a f f - LW 0eHel®l||e Prüfet LLt Küffii austän#1 SSL müalion unb M Iwutt unb W Mischen W1 unifdjem Wj a \4 deutsche M ! Darauf H b i-nb Lanbwirtscho Keichsbauer, >ne Erösfnungsar deutsche Seslüge .iAaßre eine bead Werben Ihnen j Webeutung bie ( Weintierhaltung snehmen. Deutsch! iliarbe Mark an ibaDon entfallen o nie GeflügelM inen in ber Klein! Wir glauben, au uung aus ber K nu sein. So muri kannten herbbm iüorbebingungen tichen Betriebe n nobenftänbigen T Durch bie UJlad iwon untonirollien nur leint (fyeugn N her ffrjeuger, vn Preis bekomm! l»er anberfeits, ba stzkbrauchn uexta !Der MchsrM' »llahnahmen, bie oung ber Kleintie 8:ßir wollen Ihn unser schönes D Haftsfahrt zeige, Heimat zuMch Kenntnis des neu Mer überzeugt [ kAnsthaft bemühen Ochern Verfall, in Bötfunben hat, zu, Das nationch Vi? E olMai L.herzlW J Mugelkongreß 1! u Per. WchiNi Mm Merlin, 24. ? i J ä*5 6. i s» sakkfl r e- 7g L S Ktge lüg 7n Leipzig I n7r Gesinnung °°n W-chella-aus der als schönste 9 « vr-A. , V ÖXL1 9L-u2LJL Rnirbf her harmom die Men ch vor uns fleht. CARL SOMMER/ GIESSEN/ Bahnhofstraße 14 Das Haus der zufriedenen Kunden 4659A r c l ramschen km- te (WM' fers toi oor ruftionsg^®' rgefchü^ an veile, /o M ieBil-un; schen Cn- ittufjUni, i Uls nädjflG Lngland uni tien. rund Landwirtschaft, NechsbauernsührerH. Walther Darrs, Oer 6. Welt-Geflügelkongreß in Leipzig zierliche Eröffnung durch den Ileichsbauemführer, Aeichsminister Darre. Als erstes der großen internationalen Gernein- schaftslager, die aus Anlaß der Olympischen Spiele in Berlin die ausländische und deutsche Sportjugend zusammenführt, wurde in Eichkamp, zwischen der Deutschlandhalle und der Avus, das große Internationale Sportstudenten' lager gemeinsam mit dem Kongreß für körperliche Erziehung feierlich eröffnet. An der Eröffnung nahmen der Reichssportführer, Vertreter der Wehrmacht, Mitglieder des diplomatischen Korps sowie Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele teil. Reichsminifter Ruft, Generalleutnant Schaumburg und der Präsident des Organisationskomitees, Staatssekretär a. D. Frucht der harmonische Mensch vor uns steht. Ich sehe das Bedeutsame dieses internationalen Lagers und Kongresses darin,'daß er Wissenschaftler vereint, die sich zum gemeinsamen Ausgangspunkt ihres Forschens den Menschen genommen haben, den Menschen als Lebensganzes, rote er sich im Sport darftellt. Wir find überzeugt davon, daß die Erkenntnis der Eigenart der Völker diese nicht voneinander trennen, sondern verbinden muß. Wir glauben an diese Gemeinschaft und an die völkerverbindende Kraft der auf solchen Grundlagen sich In Salzburg hielt der Landeshauptmann Dr, Rehrl eine Gedenkansprache, in der er auch der Häuptel m mgen erft nstimmung elbosti. des Rriec. chende | her sestM hnifterpt: vom Lustsch O. unkspruch.) & ht heute inJeij- machung rfuf !- e nach liflior? Überschrift „Ji tzerstörun: gen in Spanien Ameril: sfnen Ntzic ußlands, die k aller Länder j Feierliche Eröffnung des Hiernationalen Sportsiudenienlagers Eine Ansprache des AeichSerziehungsministerS. g rützungstele gramm genchtet: Ke aus Anlaß des 6. Weltgeflügelkongresses tn LiepKg versammelte Internationale Vereinigung f ii Zeflügelwissenschaft, vertreten durch Delegierte til Rationen, entbietet Ew. Exzellenz als dem Lyaer des Deutschen Reiches, dessen Gaflfreund- Opser auf nationalsozialistischer Seite gedachte u. a. ' sagte: „Mit Wehmut wollen wir auch im Geiste i der Versöhnung derjenigen Volksgenossen ge- I denken, welche auf der anderen Seite ihr Le- i ben verloren im Glauben, auf ihre Weise unserem : Volk zu dienen. Ich kann ihrer heute um so mehr . in herzlicher Trauer gedenken, als mittlerweile die 1 Verständigung mit dem Deutschen Reich und die jüngst begonnene und hoffentlich von vollem Erfolg begleitete Dersöhnunasaktion mit den bisher abseits stehenden Volksgenossen zur Tat geworden ist." Der Präsident des Reichsrechnungs- hofes beim Reichsstatthalter. NSG. Der Präsident des Reichsrechnungshofes Staatsminifter a. D. Dr. S a e m i f ch weilte am 22. und 23. Juli in Darmstadt, wo er von dem Herrn Reichsftatthalter in Hessen Sprenger zu Besprechungen über eine Reform des Rechnungs- revifionswefens empfangen wurde. Reichskanzler a. O. Michaelis t Fürstenwalde, 24. Juli. (DNB.) Der ehemalige Reichskanzler und Oberpräsident Dr. D. Michaelis ist Freitag vormittag im 79. Lebensjahre infolge eines Herzschlages in Bad Saarow am Scharmützelsee, wo er seit Jahren zurückgezogen lebte, verschieden. Dr. D. Michaelis war nach dem Rücktritt von Belhmann-Hollroegs von 14. Juli bis 1. November 1917 deutscher Reichskanzler. Kommunistische Zelle im japanischen Verkehrsministerium. Ein Beamter des Ministeriums verhaftet. Tokio, 25. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Die Zeitung „Kokurnin Shimbun" berichtet über die Verhaftung eines jungen Beamten des Verkehrs- minifteriums, Jsihara, der der Sohn eines Tokioer Schulleiters ist. Die Ermittlungen haben ergeben, daß der 28jährige Beamte, von kommunistischen Ideen angesteckt, innerhalb seines Ministeriums eine kommun st ische Zelle gebildet hatte. Es wurnde weiter festgestellt, daß bet Verhaftete ein Angehöriger der sog. „kommunistischen Akademikergruppe" ist schon seit längerer Zeit den Der- . trieb kommunistischer Schriften durchgeführt hat. Mit weiteren Verhaftungen ist rechnen. iQt Sk tioRH Ä tBlll blte röffnungsanfprache, in der er u. a. sagte: Die! dMche Geflügelzucht hat im Laufe der letzten eine beachtliche Entwicklung erfahren. Wir tnter’sn Ihnen zeigen, welchen Raum und welche T!ed-ltung die Geflügelwirtschaft und die gesamte KÜerttierhaltung in unserer Volkswirtschaft ein- nchl.en. Deutschlarkv erzeugt jährlich über 1 Mil- litrl Mark an Werten aus der Kleintierhaltung^ d wln entfallen allein über 600 Millionen NM. auf bile ÄeflügelwirtLchaft. Tausende von Menschen fin- b.knm der KleinÜerhaltung lohnende Beschäftigung. T8ir»glauben, auf dem Gebiete der Leistungssteige- rrwc* aus der Kleintierzucht neue Wege gegangen z jl fiin. So wurden durch die Schaffung von aner- t&Fjen Herdbuch- und Dermehrungszuchten die Vdrl^dingungen zur Belieferung der landwirtschaftliche Betriebe mit leistungsfähigen, gesunden und b l>rk.ständigen Tieren geschaffen. j2.irch die Marktordnung haben wir den Erzeuger v»r mnkontrollierbaren Schwankungen der Preise für seine Erzeugnisse befreit. So wurde erreicht, billig »er Erzeuger für seine Produkte einen gerechten Zreis bekommt. Die Marktordnung verhindert ahM.anderseits, daß die einzelnen Waren für den Der Regierungsrat des Kantons Beim hat das Begehen der Eiger-Nordwand bis auf weiteres verboten. Ausgenommen find die ausdrücklich bewilligten Bergungsarbeiten. Bei der Münchener Mannschaft, die sich um die Bergung der toten Bergsteiger bemüht, befindet sich auch der Bruder Sedlmayers. Der Tod im Steinbruch. In dem Steinbruch Groß-Steichelberg der Basalt G. m. b. H. bei Marktredwitz ereignete sich ein Un- glück. Die beiden im Steinbruch beschäftigten Feuerwerker, der 25jährige Christian Wächller aus Groschaltengrün und der 39jährige Johann L o e f f I wurden beim Legen eines Schusses von plötzlich ins Rutschen gekommenen Steinmassen ver- chüttet und getötet. IkberfaU auf japanisches Potizeiboot. Ein Ueberfall, als dessen Urheber man- dschurische Polizeitruppen angenommen werden, wurde auf ein japanisches Polizeiboot im Bereich der Insel Chisheng verübt. Sechs Mann der Besatzung, japanische und mandschurische Polizisten, wurden dabei getötet. Ihre Leichen wurden ms Meer geworfen. Die Täter bemächtigten sich der Waffen. Heber ihre Herkunft und den Grund des Ueberfalles ist man sich noch nicht im klaren. Es ist nicht von der Hand zu weifen, daß politische Gründe vorliegen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der mit feinem Kern über Schottland liegende Sturmwirbel verlagert sich nur sehr langsam, füllt sich jedoch weiter auf. Westdeutschland bleibt daher noch im Bereiche einer südwestlichen Luftströmung, die sehr feuchte Luftmassen heranschafft. Daher herrscht meist bewölktes Wetter und vielfach kommt es zu leichten Niederschlägen. Die Wetterlage zeigt im ganzen keine Beständigkeit, so daß eine Aende- rung des herrschenden Wetters nicht abzusehen ist. Aussichten für Sonntag: Bewölkt, zeitweise aufheiternd, Neigung zu leichten Nieder- schlügen, Temperaturen wenig geändert, um Süd- west schwankende Winde. Lufttemperaturen am 24. Juli: mittags 23,7 Grad Celsius, abends 18,4 Grad; am 25. Juli: morgens 15,8 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juli: abends 21,1 Grad; am 25. Juli: morgens 17,9 Grad. — Niederschläge 0,8 mm. — Sonnenscheindauer 1,5 Stunden. Der Bürgermeister, der Vorsitzende des Olmpia-Ko- mitees und der Organisator des Staffellaufes im Abschnitt von Saloniki hielten Reden, in denen fte ihrer Freude über die hohe Symbolik des Olympischen Staffellaufes Ausdruck gaben. Unter den Klängen der Nationalhymne begann die Fortsetzung des Stafettenlaufes nach Norden. Der Feier in Sa- loniki wohnte als Ehrengast der deutsche Konsul bei, der im Hotel Mediterranean einen großen Empfang gab. In der Nacht zum Samstag erfolgte in dem kleinen Grenzort Kula die feierliche Uebergabe der Olympischen Fackel an den er ft en bulgarischen Läufer. Aus aller Wett. Die Toten an der Eiger-Rordwand. Die Münchener Rettungsmannschaft an der Eiger- Nordwand hat am Freitag ihre Arbeit fortgesetzt. Sie stieg in den unteren Teil der Eiger-Nordwand ein. Die Wand besteht hier aus mehreren durch Felsabstürze getrennten Schneebändern. Auf dem zweituntersten wurde die Leiche H i n t e r ft o i \ • fers gefunden, die noch das durch Steinschlag abgetrennte Seil umgebunden hatte. Bei der weiteren Suche wurden auf einem anderen Schneeband die Leiche Sedlmeyers und Ueberrefte der Leiche Mehringers gefunden, die feit August vorigen Jahres vermißt wurden. Die Bergung dieser beiden Leichen konnte bis mittags durchgeführt werden. Sie werden nach Grundelwald gebracht. Nach cinwandfteien Feststellungen sind Kurz und der eine der beiden Oesterreicher in die zwischen dem Berg und einem Lawinenregel klaffende Randkluft gestürzt. Ihre Bergung wird wegen der in der Zwischenzeit in die Kluft abgegangenen Lawinen sehr schwierig, wenn nicht überhaupt unmöglich sein. Diese Versuche sollen aber nochmals unternommen werden, roenp auch die Aussicht auf eine Bergung sehr aerina ist. — Meh- ringer und Sedlmayer sind allem Anschein nach bereits im August vorigen Jahres von einer Lawine in die Tiefe gerissen worden. nch? >n Qn St W; AÄ ?'S ■Oelbosj. gesträubt, 6 'bemüh 'furchtung i ruck, bieV Spaniels. gegenseitig achtenden Nationen. Wir glauben, daß auf dieser Welt der Wahrhaftigkeit und gegenseitigen Achtung die köstlichste Frucht uns wird, ein echter und dauerhafter Völkerfrieden, den Deutschland und besonders sein junges Geschlecht so ehrlich und heiß ersehnen. Ich begrüße Sie voll Freude und in der Hoffnung, daß die hier in dreiwöchiger Lebens- und Arbeitsgemeinschaft hergestellten Verbindungen und Freundschaften nicht nur erhalten bleiben, sondern einen wertvollen Beitrag für das gegenseitige Sichverstehen und damit für die Befriedung der Völker darstellen tm Zeichen der olympischen Idee. Namens des Olympischen Komitees und des Orga- msationskomitees für die XI. Olympischen Spiele grüßte Staatssekretär a. D. L e w a l d die ausländischen Mannschaften und die deutschen Ehrengäste. Der Präsident des Kongresses für körperliche Erziehung, Ministerialdirektor Krümmel, bezeichnete es als die Aufgabe des Kongresses, iw allen Ländern der Welt den Geist des friedlicherWWett- kampfes in die körperliche Erziehung hineinzuAagen. Der Kommandant von Berlin, Generallokssnant Schaumburg übergab mit einer Ansprache das Lager an Reichminister Ruft, Generalleutnant Schaumburg schloß mit einem Sieg-Hei^suf den Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Md das deutsche Volk. Während die Ehrenkompanie präsentierte und der Musikzug das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied intonierte, stiegen an 54 Masten die Flaggen aller an den Olympischen Spielen teilnehmenden Nationen empor. Der Olympische Fackellauf. Zwischen Larissa und Saloniki muß die Olympia-Fackel durch das Gebirge des Olymp hindurch über den Wermion-Paß 1900 Meter hoch getragen werden. Trotz eines schweren Gewitters ging der Staffellauf programmäßig oonftatten. Der Wolkenbruch, der sich allmählich in einen Dauerregen verwandelte, begleitete die Fackelläufer bis Saloniki. Dort erwarteten trotz des schlechten Wetters viele tausend Menschen die Fackel. Unter Ehrengeleit wurde die Fackel zum Triumphbogen gebracht. Dort wurde sie vom Sieger im 5000-Me- ter-Laufen bei den letzten Balkanspielen übernommen und auf den Festplatz getragen. Trotz des strömenden Regens war der Festplatz von Menschen überfüllt. Der Bürgermeister übernahm die Fackel und entzündete mit ihrem Feuer eine Altarflamme. Q(ip i ta 24 Juli. (DNB.) Der 6. W e 11 g e -! schäft wir dankbar genießen, von der Eröffnung f -ü i e l k o n'g r e h , der vom 24. Juli bis 2. August des Kongresses ehrerbietige Gruße. Wir Irl ^ipzig und Berlin ftattfinbet und mit einer haben mit um so größerer Genugtuung tue (Sinin di'sem Umfana in Europa noch nicht gezeigten ladung der Reichsregierung, in diesem Jahre unsere t Mir nationalen Geflügel» und Ka- Tagung in Deutschland abzuhalten, angenommen, niinth en-Ausstellung verbunden ist, wurde weil wir uns eins wissen mit unseren deutschen an Hreitaavormittaq im festlichen Saal des Ge- Freunden aus Praxis und Wissenschaft in dem tnn iihaufes feierlich eröffnet. Streben, unsere gemeinsamen Forschungsergebnisse Rick, Orae Vorspiel des Thomas-Organisten Pro- der Hebung der Geflügelwirtschaft und damit der fptfr., Günter Ramin begrüßte der geschäftsfüh- besseren Ernährung aller beteiligten Völker in glei- rttih Rräsident des Kongresses, der Oenerahnfpet- cher Weise dienstbar zu machen. In diesem Sinne tellrides Reichsnährstandes Karl Vetter, die und zugleich mit den besten Wünschen für das Ge- aiinbernb 3000 Vertreter von 42 am Kongreß deihen Deutschlands beginnen wir unsere Arbeit m «n der Ausstellung beteiligten Nationen der Ihrem Lande. f „ uiDnn oer i Präsident Professor Alessandro Ghigl." Ri chsstatthalter Gauleiter M u t f ch m a n n be- Der Führer und Reichskanzler hat ihm fcnti daß derartige internationale Kongresse auch mie folgt gedankt: v t ,, ir Iichem Maße zu der so bitter notroenoigen Ver- „Für die freundlichen Gruße und guten Wunsche, füinl aunq der Völker untereinander beitrügen. die Sie, Herr Präsident, mir und dem deutschen Dh-rbürqermeifter Dr. Goerdeler erinnerte Volk namens der Internationalen Vereinigung für blra daß in Leipzig vor hundert Jahren Dr. Geflügelwiffenschast anläßlich der Eröffnung des Shriber der Begründer der heute für Deutfchland 6. Weltgeslügelkonareffes in Leipzig übermittelt troihen Schrebergarten-Bewegung gewirkt habe haben, fpreche ich Ihnen und den Delegierten des urD dq6 auch die Kleinsiedlungen in Leipzig eme Kongresies meinen aufrichtigen Dank aus. Zugleich Mse tliche Rolle spielten. m . . irn Namen der Reichsregierung heiße ich Sie und D<- Präsident der Internationales Vereinigung die vom Ausland entsandten Vertreter m Deutsch- fiir Heflügelwissenschaft, land herzlich willkommen und wünsche der gemein- , • famen Forschungsarbeit der ausländischen und Professor Aleffanoro vlylgl, deutschen Teilnehmer dieses Kongresses vollen Er- der Universität dankte im Namen ܰ-g w «isländischen Gäste der Reichsremeruna für die AUDl' 5)1116 \L—1j Elm alichung des Kongresses. Er freue sich, auf Oas deutsche Volk, seine Begabuna für Or- Wien, 24. Juli. (DNB.) Zur Erinnerung an amintion und Arbeit, feinen Willen, feine Aus- Dr. Dollfuß hielt Bundeskanzler Dr. Schufch- d !iuc und feine Selbstzucht. Irn Namen der aus- n i g g am Freitag eine Gedenkanfp rache, m Ichb chen Kongreßteilnehmer rief er unter ftür- der er die Person Dr. Dollfuß' würdigte. Der Bun- miid“m Beifall aus: Es lebe Deutschland, es lebe deskanzler schloß mit folgendem Bekenntnis zum d3:s deutsche Volk, Heil Hitler! Frieden: „Wir wollen uns am heutigen Tage tm Drauf hielt der Reichsminifter für Ernährung Frieden mit allen Landsleuten des Verstorbenen ....... 1 erinnern/' allm in s einjdnen n lächle ben N -n, bie aus k einer ftärtew ober wie er ° chiev Prestige- ;u decken, mmerzienrai! Problem,,ür' । behandelte { ge5 Problem» inyssrage. jnq l-,t- # ”, etoegung » Lolksgeme^ senden- r Wert M # ®' Sei“r Leben, i- ®e"eni sollen L S'S- Io müsse i n als * i „a»* V. -plelen^rs hri er Präsident der Internationalen Vereinigung f L Deflügelwissenschaft, Pros. Alessandro Ghigi, a» jen Führer und Reichskanzler irn Namen öttfe:* Vereinigung und der zu diesem Kongreß eninbten Vertreter des Auslandes folgendes Be- Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der 2lnzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'fche Hniverfitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., fämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. BM-aucher verteuert werden. dent des ür9aniiat^ Ir Reichsminister erwähnte dann eine Reihe der Dr. Lewa Id, schritten die Frontd er Ehren SÄ«Mahmen, die der Reichsnährstand zur Förde- kompawe ab und begrüßten die Mannschaftsfuhrer rmra der Kleintierzucht getroffen hat und fuhr fort: der ausländischen Abordnungen. wollen Ihnen im Anschluß an den Kongreß Reichserziehungsminifter R u st hielt eine Zln- uile: schönes Deutschland während einer Gesell- spräche, in der es u. a. heißt: Mit der Eröffnung sclofsfahrt zeigen. Wir hoffen, daß Sie in Ihre des internationalen Sportstudentenlagers und des L'eirwt zurückkehren werden mit einer wirklichen internationalen sportpädagogsicken^Moggresses^^e- Smtttnis des neuen Deutschland. Sie werden bann ginnt eine Veranstaltung, die d, sitze: überzeugt sein, daß. wir uns in Deutschland menhang mit den Olympischen »iaft bemühen, unser Volk aus dem wirtschaft- beutung gewinn^ Wir hoffen von lhr, daß ffe aüch litzeu Verfall, in bem es sich währenb langer Jahre bann noch fruchtbar bleibt, wenn langst auf dem b Hüben bat au retten. Reichssportfeld m Berlin die heilige olympi che D-5 nationalfozialiftische Deutschlanb empfängt Flamme erloschen ist. Das nationalsozialistifche ($iie mit aller Gastfreunbschast, aller Offenheit unb Deutschlanb sieht m bem körperlichen Em atz ein a llei Herzlichkeit. Hiermit eröffne ich ben 6. Welt- durch mchts öu ersetze^es Mittel, um die sur be iaeltonarefc 1936 einzelnen rote für bie Volker entscheidenden Tugen- lö gemeinfame Gesang des Deutschland- und den des Mutes, der^Zähigkeit und im Mannschafts- beschloß die Erossnungs, spiel ^Kameradschaft z^°nt°.-k--No ».r sind^ ge- sportlichen Sichbewegens in der freien großen Natur Der Gruß au den Führer. nifierte^ lieben überwindet und neue Lebensinhalte Berlin, 24. Juli. (DNB.) Anläßlich der Er- sich «ögn-t.Mr damit eins mit je= Der Sparer hat gute Tage im Sommer-S bis '/«- Tage ges. Näh. Hindenbw.21 II Büro 2 Räume, mit flietz. Wasser, zusammen zu vermieten. [4309D Dr. Schäffer, Johannesstr. 15 | Mietgesuche | rooöonng od.Einfamilienhaus zum 1. Oktober 1936 gesucht. Schrift!. Angebote unter 4671D an den Gietzener Anz. Ilm ’lfe b" GASKOKS DER GUTE K.B RENN STOFF. »A. Richter 5 Fräulein in den 40 er I. sucht Stellung, am liebsten als Haushälterin. Schr. Ang. unt. 03391 a.d.G.A. 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I Summe gebt I ‘ non ffwfrei ' vier Marb 1 wenn and) nid entrichtete Irib scheu mch Vx bäber ituyxv Naturschönbe gemessen, eb als jedes and Aschen nach d I1 nannten Reis das das aroß sen Ländern W F^n^'-n 5 nicht vorzieht, die Reife im eigenen Kraftwagen ;u machen. Heute kann die Fahrt nach Syrakus in I ebensoviel Stunden erledigt werden, wie zur Zeit Seumes in Monaten. Als die Postkutsche dem Dampfwagen weichen mußte, war das auch eine Umwälzung des Fremden- oder Reiseverkehrs. Deutsche Wanderlust war im 19. Jahrhundert noch ungebrochen; dieser Wanderlust verdanken wir auch die ,.Naturgeschichte des deutschen Volkes" von Wilhelm Heinrich Riehl. Diese „Naturgeschichte" ist buchstäblich erwandert und erlebt worden; sie ist darüber hinaus ein Zeugnis für das sinnvolle Wandern, das sich darauf stützt, daß der Wanderer licht nur das Straßennetz kennt, sondern auch die beschichte des Gebiets, das er durchwandern will. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fremdenverkehr in Deutschland eine Sache, die aus Ilern Bereich des persönlichen Erlebens hinaustrat, nm in die Volkswirtschaft und in die Statistik, damit aber auch in die Steuer und Finanzpolitik hin- Lberwechseln. So tief die Wanderlust dem Deut- >chen im Blute steckt, so mußte erst doch der wirt- »chaftliche und soziale Aufstieg nach den Einigungs- 'riegen kommen, um die Deutschen aus den Gassen und Häusern ihrer Wohnstätten herauszuholen. Noch m den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts galt eine Rheinreise für eine Angelegenheit, die nur den Begüterten zugänglich war, während die Masse in ten Großstädten sich in der Regel mit sonntäglichen Kremserfahrten begnügte. Erst der wachsende Wohl- tianb im Zweiten Reich gestaltete den Fremdenverehr in Deutschland um; nicht zum Vorteil der deut- «chen Wirtschaft. Die Deutschen fingen zwar wie- [, >er an zu xeisen, aber das Reiseziel lag häufig nußerhalb der deutschen Grenzen, lag in Italien so- mie in den Spielhöllen an der Riviera. Um das Yahr 1910 wurde einmal berechnet, daß die Summe, Hie die Deutschen, seitdem sie mit der Gotthardtbahn d eschleunigt nach Mailand und Genua kommen lonnten, in die Spielhöllen nach Monte Carlo eine Summe geizigen hätten, die höher sei, als die 1871 r on Frankreich gezahlte Kriegsentschädigung von Her Milliarden Mark. Verhältnismäßig hoch, Denn auch nicht so hoch wie der an Monte Carlo mtrichtete Tribut, war die Summe, die die Deutschen nach der Schweiz, nach den österreichischen \ AW e.MJ.altF len flt.r dUNM angen.rM Aussteuer- ipamiiien-' Vere es ckten >tm- Geier : rt :U. t atze t, oD 9 nz. ift en- sen. 19, guD IS. tlb. lis- *6 Heil« 3 dir. A 03372flJ, Jg.tzrr. gut. Neu nettes, ir temvera» Mädels kenneiM spaterl Heil echt. Am Munt.' UiinWl > SieesmB ) sagen, $ nebrereir eine$e^ W Lage ten. utit. SÄ ZamsR 20.3» «t neue«' «MI lllpenländern und in die holländisch-belgischen See- I aber trugen. Dabei war und ist Deutschland an Haturschönheiten sowie am Heilwert seiner Bäder !gemessen, ebenso reich, wenn nicht noch reicher, cls jedes andere Land Europas. Das von den Deutschen nach der Schweiz und nach anderen sogenannten Reiseländern ausgeführte Kapital war es, : as das großzügig gestaltete Gasthauswesen in die- >2N Ländern überhaupt erst möglich machte. Die Fr-''n^'en weisen nicht ins Ausland; die Italiener uch nicht, während die Engländer zahlenmäßig nicht so stark sind, um die internationalen Kurorte u bevölkern. Schon vor dem Kriege war auch der Fremdenver- «ehr in Deutschlav» aus einer Nebensache zu einer (Sommer der Kindheit. Don Anton Schnack. Knabensommer. Die Knabensommer schmecken noch lange nach Sonne, Fischschuppen, Teerflecken, trockenen Sand- iaufen, Muscheln und Schlickbrei. Knabensommer lind verwilderte Gesellen, dunkelbraun und voller Zeschrei. Sie bringen den Duft von Heu, Baum- iinbe, grünen Aepfeln, zerquetschten Grbbeeren und Dassertümpeln mit nach Hause. Zu einem Knabe n- pmmer gehören Schweißtropfen, viel Wasser, Boote, (in Ball, Bogen und Pfeile, Steinschleudern, em Lngelstecken, ein Luftgewehr, Flußränder, nackte srüße, Gartenmauern, Wiesengräben, Schlupfwinkel, Stommeln, Badehosen, schnelles Kaufen, Pftsse, nerschmitzte Blicke und Wichtigtuerei. Ein Knaben- tommer erfüllt eine ganze Landschaft mit Lärm, Sumult, Ueberraschungen, Unbotmäfjigfeit, Leben, Srup?5 und Rudeln. Knabensommer haben er- ilberungsgierige Augen, fröhliche Gesichter Hunger, lange Nachmittage, eine Freiheit ohnegleichen, sind halb nackt und von unverwüstlicher Gesundheit. Schön sind sie, Paradiese, selige Rodinsonlnseln. 11 nb hat ein Knabensommer Sanbkörner zwischen isn Zehen, Spreißeln im Gesäß, einen verbrannten Lücken, verklebte Haare, Vogelfedern in der Tasche, runde Kiesel in ber Hand und zerkratzte Berne, so v»ar er wie eine Ballade, glorreich und abenteuerlich. Mädchensommer. Mädchensommer haben einen Margneritenkranz in Haar, blaue Vergißmeinnichtstrauße m Den rRnblichen Fingern, helle Kleider, farbige Bänder, «iwße Strohhüte und von Heidelbeersaft befleckte tippen. Wo Mädchensommer Vorbeigehen, sind Blumen verstreut, welkender Löwenzahn, zervlar- titer Klatschmohn und zerpflückte Kornblumen; >2hannisbeerträublein sind liegengeb heben v eiße Kirschkerne. Mädchensommer streift am ländlichen Bach entlang, watet mit nackten Fußen über dinnrieselndes Mühlenwehr, erschrickt vor hupsen- dn Fröschen, vorüberglitzernden Blindschleichen und zschenden Gänseherden. Auch er macht Geschrei tm lorf, in der Gasse, am Fluß, am Waldrand, auf d-r Abendtreppe und im Gartenweg, der m Der oeißen Landstraße versinkt. Mädchensommer liebt d n gelben Schmetterling, den rollenden Reif, den Din Hand zu Hand springenden Ball, das Plantschen in Wasser, das dahintreibende Boot, das Winken 1 mit Tüchern, das Spiel mit jungen Hunden und dcs achtsame Bestaunen einer aus dem Rest ge- jadenen Grasmücke. Mädchensommer haben sonnen- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Hauptsache geworden; die Zahl der Personen, die unmittelbar und mittelbar auf den Fremdenverkehr angewiesen waren, wuchs immer mehr. Heute ist der F r em d e n v e r ke h r eine der Tragsäulen ber deutschen Volkswirtschaft geworden. Die volkswirtschaftlichen Werte, die im Fremdenverkehr angelegt sind, erschöpfen sich nicht nur in den Gasthöfen, sondern erfassen auch die Verkehrsmittel und Wege, unter denen die Reichsbahn an erster Stelle steht. Der Personenverkehr der Reichsbahn ist heute wesentlich Fremdenverkehr, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, daß sechs bis sieben Zehntel aller Fahrten, die die Reichsbahn besorgt, zu Vorzugstarifen geschehen, die die Reichsbahn für den Fremdenverkehr eingerichtet hat. Das ist mit Einschluß der Gepäck- und Güterbeförderung für den Fremdenverkehr an sich schon ein Umsatz von eine Milliarde Mark, wozu noch kommt, was sich auf den deutschen Land- und Kraftverkehrsstraßen vollzieht. Ohne die Entwicklung des Kraftverkehrs wäre die volkswirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs nicht so groß. Der Kraftwagen hat nicht nur den Fremdenverkehr beeinflußt, er hat auch das Wahnbild der deutschen Städte und Orte umgestaltet. Der Kraftwagen macht es möglich, Deutschland vom Memelufer bis zu den südlichen Ausläufern des Schwarzwaldes kennenzulernen; ebenso von den Eifelbergen bis zu den einsamen Hängen und Dörfern des Bayerischen Waldes. Der Führer hat selbst einmal gesagt, daß es der Kraftwagen fei, der ihm die Wunder und Schönheiten der deutschen Landschaft offenbart hätte, Wunder und Schönheiten, die so dicht beieinander liegen wie in keinem anderen Lande Europas. Wie hoch die Summe ist, die im Kraftwagenverkehr steckt, ist ebenso schwer zu schätzen, als die Summe, die für die Herstellung und die Entwicklung des Gasthofwesens in Deutschland unter dem Einfluß des Fremdenverkehrs angelegt ist. Diese Summen, die einen beträchtlichen Teil des Dolksvermögens ausmachen, die das Volksvermögen sogar tragen helfen, müssen aber nicht nur verzinst, sondern vielfach wieder erneuert werden. Der Fremdenverkehr ist volkswirtschaftlich so wichtig, weil die Zahl der Volksgenossen, die von ihm leben, mindestens 15 Millionen beträgt. Der Fremdenverkehr ist aber auch nicht etwa eine Angelegenheit ber Reisebüros, sondern eine Angelegenheit, die den Volks- und Staats- haushalt unmittelbar angeht. Jedoch es darf nicht immer nur die Sache der Deutschen sein und bleiben, wieder im eigenen Lande zu reisen, sondern es ist volkswirtschaftlich notwendig, Deutschland zu einem Reiseland zu machen. Die Voraussetzungen dazu sind gegeben, denn Deutschland verfügt nicht nur über Seebäder, Kurorte in den Mittel- und Hochgebirgen, es verfügt auch über Heilbäder, wie sie in dieser Bedeutung sonst nicht anzutreffen sind. Der Fremdenverkehr ist nicht mehr eine Sache der Sommermonate, sondern er ersaßt das ganze Jahr. Es ist nicht nur der Wintersport, der diese Wandlung vollzogen hat, es ist auch die Erkenntnis, baß Deutschlanb von ber Natur so glücklich und reichhaltig ausgestattet ist, baß es zu jeber Zeit möglich erscheint, nicht nur Erholung, sonbern auch ein lohnenbes Reiseziel zu suchen und zu finden. Was vor 30 Jahren vielleicht noch als Luxus gelten konnte, ist heute als Fremdenverkehr eine volkswirtschaftliche und soziale Notwendigkeit geworden. Sozial auch deshalb, weil die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" es jedem Volksgenossen möglich macht, sich ein Reiseziel zu suchen, das nicht unbedingt innerhalb der deutschen Grenze zu liegen braucht, das aber a u f deutschen Schiffen zu erreichen ist. Noch vor dreißig Jahren war Urlaub für Arbeiter und Angestellte eine Seltenheit! Je mehr der Deutsche wieder wandert und reift, je mehr sich die Kenntnis ber heimatlichen Gaue ausweitet, befto enger unb unlösbarer wird feine Verbunbenheit mit bem beutschen Boben. So ist der Fremdenverkehr zu einer Sache ber Politik geworben, gerabe so, wie die Germanenzüge und Kaiserfahrten in den Anfängen der deutschen Geschichte. Aus aller Well. Oberst Lindbergh in Döberih. Oberst Lindbergh besichtigte die Anlagen und Einrichtungen der Fliegergruppe Döberitz des Jagdgeschwaders Richthofen. Im Anschluß hieran fand ein kameradschaftliches Zusammensein im Osfiziersheim statt. Luftschiff „Hindenburgs in Rio. Das Luftschiff „Hindenburg" traf Freitag früh 5 Uhr (9 Uhr MEZ.) mit 34 Passagieren über Rio ein und machte in der Luftschiffhalle von Santa Cruz um 7.15 Uhr (11.45 Uhr MEZ.) fest. Die Abfahrt erfolgt heute (Samstag). Das Luftschiff ist wieder voll besetzt. Schwerer Verkehrsunfall in Kassel. In Kassel ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Der Führer eines Lastkraftwagens, der einem Motorradfahrer ausweichen wollte, das ihm entgegenkam unb mit einem Ehepaar besetzt war, steuerte seinen Wagen auf den Bürgersteig und fuhr dabei in eine Gruppe spielender Kinder. Ein fünf Jahre alter Knabe wurde sofort getötet, ein Mädchen so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Das Motorrad wurde auch noch erfaßt und zur Seite geschleudert. Die Frau des Motorradfahrers, eines Lehrers aus Mülheim, wurde dabei so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit st a r b. — Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Trauer um 14 deutsche Seeleute. Der Führer ber deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat Esseberger, unb ber Gauinspekteur Seeschiffahrt der Auslandsorganisation der NSDAP., W e r m k e, haben im Hinblick auf das ungewisse Schicksal des Dampfers „W a grien", der seit dem 18. Juli überfällig ist und von dem man an- nehmen muß, daß er in den Sturmtagen des 16. bis 18. Juli in der östlichen Ostsee mit seiner 14- köpfigen Besatzung untergegangen ist, einen Aufruf erlassen. Cs heißt darin: „Die gesamte deutsche Seeschiffahrt nimmt erschüttert Anteil an bem Schicksal ihrer in treuer Pflichterfüllung untergegangenen Berufskameraben. — Alle deutschen Seeschiffe setzen am Samstag, dem 25. Juli, ihre Flaggen auf Halbmast." Raubmörder festgenommen. An der t irolisch-bayerischen Grenze bei Landl wurde durch Gendarmerie- und Forstbeamte der von den reichsdeutschen Behörden wegen Raubmordes verfolgte 33 Jahre alte Otto Theiß aus Otterberg (Pfalz) festgenommen und in das Gericht nach Kufstein eingeliefert. „Wir suchen den besten Zeitungsroman." Der Einsendungstermin zu dem von ber Reichsschrifttumsstelle beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgeschriebenen Wettbewerb „W ir suchen den besten beutschen Zeitungsroman" ist in diesen Tagen abgelaufen. Zu dem Wettbewerb sind mehr als 400 Arbeiten eingegangen, die jetzt dem Preisgericht vorgelegt werben. Diese Zahl mag am besten beweisen, welches Interesse man im Reich und darüber hinaus ber neuen Aktion der Reichsschrifttumsstelle entgegengebracht hat. Nach gewissenhafter Prüfung durch die Reichsschrifttumsstelle sollen die Preisträger während der „Woche des Deutschen Buches 1936" befanntgegeben werden. Die drei ersten Preise betragen, wie bekannt ist, 5000 RM., 3000 RM. und 2000 RM. Die preisgekrönten Romane werden außerdem in der Zeitschrift „Deutsche Wochenschau" veröffentlicht. 10 Todesfälle nach Genuß von kamelfleifch. In El Matania bei Kairo erkrankten nach dem Genuß von Kamelfleisch 90 Personen an schweren Vergiftungserscheinungen. Zehn von ihnen starben vor der Einlieferung ins Krankenhaus. warme Haare, geröstete Haut, Dornrisfe an den Armen, Schrammen an den Beinen und zerfetzte Schürzen. Sie duften nach Heu, frischgemähtem Gras, nach herbem Fichtenharz, nach abgeschältem Holz, nach plötzlichen Regenspritzern, nach Staub und Blättern. Ein Mädchensommer sitzt gerne am warmen Rain mit der Puppe im Schoß und verspielt die Tage im Sand, und wenn er aufgestanden ist, bleiben Kuchen aus Erde und vergessene Blechformen zurück. Ein Mädchensommer radelt, schwimmt, wandert, blitzt mit hellen Kleibern in den Wäldern auf, hat bunte Märchenbücher in den Hänben, farbigen Bast und farbige Wolle, trinkt an Brunnenröhren, lagert sich schnatternd im großen Lindenschatten, sucht Muscheln unb glitzernden Glimmer, Bernstein, wenn er am Meere ist, und tritt mit blauem Emaillebecher an das sonnendurchglühte Himbeergesträuch. Mäbchensommer besuchen bie runzligen Großmütter auf bem Lande, besprengen aus Gießkannen bie Gartenbeete unb schielen voll Neid nach dem Knabensommer, dessen Lungenkraft, Wildheit und Ungestümheit sie mit Bewunderung erfüllt. Mädchensommer schenken einer Landschaft Heiterkeit, Helle, Wärme, Gezwitscher und Gelächter, Liederfetzen, alte Kinderreime und Reigentänze. Ein Mädchensommer, wenn er unter Blumen, Vogelnestern, zwischen Hecken und Garten- zäunen sich bewegt, ist wie ein Volkslied, schön unb innig. Am italienischen Rhein. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Juli. Auch Italien hat seinen Rhein. Er heißt genau so wie sein nördlicher Bruber, Rhenus im Lateinischen und Reno im Italienischen, und bei Licht betrachtet, beim nicht immer ganz zuverlässigen Licht ber Etymologen nämlich, wäre bas gar nicht so verwunderlich. Wunbern muß man sich vielmehr barüber, daß nicht noch mehr, viel mehr große Flüsse so heißen, denn wenn das Wort wirklich keltischen Ursprungs ist, wie die Sprachforscher behaupten, so bedeutet es einfach so viel wie Strom. Man geht über viele reizvolle Wörter hinweg, ohne es zu wissen; wie viele Reisende aus bem rechtsrheinischen Deutschlanb in Konstanz eintreffen, ohne zu ahnen, daß sie über den Rhein gefahren sind. Und zwar auf der ersten Brücke, die über den heiligen Strom der Deutschen führt. Hand aufs Herz: Wer unter den Millionen und aber Millionen von Rompilgern, wer weiß, daß er, mann er und wo er über den italienischen Rhein Sam$tag,25.3uli (936 Kunst und Wissenschaft. Festliche „Walküre" in Bayreuth. Die zyklische Aufführung bes „Nibelungen- Ringes" in Bayreuth würbe mit ber „W a l - küre" fortgesetzt. Wieber wohnte ber Führer ber Vorstellung bei. Außer den Reichsministern Generaloberst Göring, Dr. Goebbels unb Dr. Schacht sah man unter ben neuangetomme- nen Festspielgästen den Reichskriegsminister, Ge- neralfelbmarschall von Blomberg unb ben Oberbefehlshaber bes Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch. Das gesellschaftliche Bilb, bas sich allabenblich im Vorgarten bes Festspielhauses zu entwickeln pflegt, war an biefem Tage besonbers vielgestaltig. Die Verehrer Wagnerscher Musik aus aller Welt fanben sich wieder ein und tauschten begeistert ihre Einbrücke aus. In vielen Sprachen tat sich bie Bewunberung über ben herrlichen Kunstgenuß bes Tages kunb, unb in bas Lob ber Auslänber mischte sich ber Stolz der deutschen Besucher. Im Verlauf der diesjährigen Festspiele stellt die Aufführung der „Walküre" einen Höhepunkt dar. Es war ein Triumph der Festspielidee im Sinne des Außergewöhnlichen und einer stetigen Arbeit, die feit mehreren Jahren von Heinz Tietjen als Regisseur unb Emil Preetorius als Bühnenbildner geleistet wirb. In Wilhelm Furtwängler erhielt diese vorbilbliche Werkgemeinschaft einen gleichwertigen Dirigenten, ber, über- raschend schnell mit den besonderen Klangverhältnissen bes Festspielhauses vertraut geworben, ber Aufführung plastische Umrisse, mitreißenbe Bewegung unb unvergeßliche musikalische Akzente gab. Im Rahmen bieser beispiellosen Wiebergabe bes ersten Hauptwerkes der Nibelungen-Trilogie nahm ber erste Akt roieberum eine Sonberstellung ein; es gelang ber Kunst Maria Müllers unb Franz Völkers, bas wundersame Erkennen Siegmunbs unb Sieglindes zu einem darstellerischen unb gesanglichen Erlebnis von außergewöhnlicher Ein- bringlichkeit zu gestalten. Joseph von M a n o - warba war ihnen als Hunbing ein unheimlich bebrohender Gegenspieler. In den Götter- und Walkürenszenen der beiben anberen Auszüge standen in Rudolf Bockelmann und Margarethe Klose klassische Vertreter des „Wodan" und der „Fricka" auf der Bühne. Eine Brünnhilde von ungewöhnlichem stimmlichen Format verkörperte Frida Leider. Mit ausgewählten Stimmen war das Walküren-Ensemble besetzt. — Die Aufführung fand nach jedem Akt außerordentlich starken Beifall, obwohl die Künstler nach Bayreuther Brauch den Dank ber Zuschauer nicht persönlich entgegen« nahmen. hessen-nassauische Künstler auf der Olympischen Kunstausstellung. Die Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste hatte wie überall in Deutschland die besten Werke bedeutender Künstler des Gaues ausgewählt und zur olympischen Kunstausstellung eingesandt. Dabei war allerdings die Bedingung zu erfüllen, baß die Kunstwerke sich in irgendeiner Weise mit dem Sport beschäftigen. Von ben eingesandten A r - beiten aus Hessen-Nassau hat die Jury fünf Werke zum internationalen Wettbewerb zuge- faffen und auf ber olympischen Kunstausstellung ausgestellt. Die fünf Künstler, die somit Hessen- Nassau auf ber großen Schau vertreten, sind Harold Winter- Oberursel mit einer Skiläuferplakette „Absahrtslauf", der Bildhauer Richard Martin Werner- Frankfurt mit einer Plastik „Startende Säuferin", der Bildhauer Prof. Hermann G e i b e l - Darmstadt mit einer Plastik „Sitzender Boxer", der Maler Alexander Posch- Darmstadt mit einem Gemälde ,Dor dem Tore" und der Maler Heinrich H o e l - Frankfurt mit einem Bild „Eishockey". OLYMPAN Oer neue Foto-Film mit öarantiesthein | Keine lästige Kiiclienhitzel "w und in Damen-Kleider-Stoffen und Modewaren Motoreniahrilf Westdeutschlands IVemJeuiß sucht zum sofortigen Eintritt: 1 Kalkulator für mech. 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Die neueste Eisenbahnlinie zieht es vor, die Berge von innen zu betrachten, wobei es natürlich nur zu einer technischen Romantik langt. Das Renotal ist schöner. Und heiter und manchmal ein bißchen schwermütig wie die Lorelei. Aber sonst darf man sich den italienischen Rhein nicht so mächtig und majestätisch vorstellen wie den deutschen. Er ist überhaupt kein Strom, sondern nur ein Fluß, im Sommer gar wird er so unscheinbar wie die meisten auf der Apenninenhalbinsel. Die werden oft sogar unsichtbar: mit Roß und Wagen ziehen die Kieshändler aus, um das trockene Flußbett auszubeuten. Keine Gegend für Angelsportler. Paddler (in Italien eine unbekannte Menschenrasse) seien gewarnt. Der Reno führt, wenigstens seit ich ihn kenne, immer so viel Wasser mit, auch im August, als er braucht, um sich eine Illusion zu bewahren. Im Winter kann er zuweilen auch aufsässig und bis zum Ueberlaufen wütend werden. Sein Alltagsgesicht ist von einer beschaulichen Gelassenheit, wie es den Menschen eignet, die ihre Stürme hinter sich haben und durch keine ungewöhnlichen Ereignisse aus ihrer geregelten Bahn gebracht werden. Wo es einmal hart auf hart gehen würde, weicht man lieber aus; so dramatische Lösungen eines Lebenskonfliktes, wie wir sie staunend bei Schaffhausen erleben, nein, die sagen dem Reno nicht zu. Er hat seine Pappeln, die ständig gerupften und daher immer schütteren Weißpappeln, die manchmal so wunderbar aufsilbern; er versorgt die bescheidenen Stauwehre, das ist seine Arbeit, und für den Sonntag bleiben ihm die alten Brücken, von denen die schwarzhaarigen Mädchen herabschauen und ihm Narzissen in den Schoß werfen oder Anemonen oder auch die ausgekauten Trauben. Auf der einen Seite ist die Straße, auf der andern die Bahn, wie sich's gehört. Man schlängelt sich halt so durch. Von der Wiege dort oben auf der Por- rettahöhe geht es ja etwas schnell und holperig hinab zu dem gleichnamigen Bad, wo die Sommerfrischler immer so sehnsüchtig dem römischen Schnellzug nachschauen, nicht lange aber, eine halbe Autostunde nur, kommt Vergato, ein schon ansehnlicher Orte, und nun treten die Berge zurück, man kann sich dazwischen einmal nach Herzenslust dehnen. Fetzt fangen die Zypressen an, schwarz und feierlich zum Licht hinaufzuschreiten, es ist, als gingen sie durch ein blaues Tor. Ach, es war kein in die Zukunft weisendes, es war ein zurückschauendes ToskanabUd — dort unten wachsen aus blaugrauem Dunst Türme heraus, es riecht nach Weite, nach hitzebrütender Ebene, schon rattert die erste Straßenbahn heran, wie Trauben hängen heimkehrende Arbeiter daran: zu Stein und Staub, zu Lärm und Zwang wird das grüne, lustige, freie Bergleben. Bologna. Fragen Sie einmal den Nächstbesten, was hinter Bologna kommt! Oder, wenn es ein weltkundiger Mann ist, der schon einmal bis Forli oder Florenz den Wanderstock trug, was eigentlich vor Bologna kommt. Er wird in Tiefsinn versinken und endlich bekunden: Was da kommt? Eigentlich nichts! Hier ist keine Gegend, um mit dem Berliner zu sprechen. Modena, Parma, Ferrara — wer kann das auseinanderhalten? Endloses, mit Maulbeerbäumen abgestecktes, gestückeltes, katalogisiertes Grün, die fruchtbare Po-Ebene, wie es im Geographiebuch heißt. Der Rhein verliert fein Gesicht, er wird auch charakterlos. Ein Fluß wie hundert andere, ohne besondere Kennzeichen. Einmal stößt er mit einem toten Po-Arm zusammen, man kennt beide nicht auseinander. Die Ebene macht alles gleich. Im Winter, im Herbst, im Frühling sind Nebel hier, und dann liest man in der Zeitung, daß ein Auto in den Fluß geraten ist. Kann auch ein Kanal sein. Vor Ferrara besinnt sich der Rhein daher eines Besseren, kehrt um, es sieht aus, als wolle er in feine Berge zurücklaufen. Da aber besticht ihn auf einmal eine andere Weite, eine maßlos eintönige, aber blaue Fläche: das Meer. In Wirklichkeit ist es freilich erst das Lagunen- gebiet von Comacchio, doch darf man die Täuschung verzeihen. Fischerbarken mit grellfarbenen und buntbemalten lateinischen Segeln fahren so dicht an den Reno heran, daß er sich seiner hohen Bestimmung schon hingegeben fühlt. Noch ein kurzer Gang, da weitet sich ihm die Brust, er sieht Angler auf sich zulaufen, ein anderer Strom fließt, stürzt, schlüpft, preßt in ihn hinein, Aale, lauter Aale, es zerreißt ihn das Neue, ein stechend blaues Licht bricht ungeheuerlich auf, es ist nicht mehr zu unterscheiden zwischen Himmel und Wasser, und mit weiter er- \ gebener Gebärde verströmt er sein Blut ins Meer, 1 geht auf im Unendlichen. Sam$tag,25.3uli (936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ttrJ72 Zweiter Blatt Aus aller Welt ten cheussne U Oer neue Foto-Film mit Garantieschein | ’S Veit es Mädchensommer. ; Mädchensommer haben einen Margueritenkranz j im Haar, blaue Vergißmeinnichtstrauße m den Lage OLYMPAN em Wetter h kein Schleif meften Reifen ad. !is- >er c rt ■ :U. r aire L oD M4 überall zu-J ’gerie E. ( Serie E. J 'Serie C.. ermann P| Am italienischen Rhein. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Rom, im Juli. Auch Italien hat seinen Rhein. Er heißt genau so wie sein nördlicher Bruder, Rhenus im Lateinischen uni) Reno im Italienischen, und bei Licht betrachtet, beim nicht immer ganz zuverlässigen Licht der Etymologen nämlich, wäre das gar nicht so verwunderlich. Wundern muß man sich vielmehr darüber, daß nicht noch mehr, viel mehr große Flüsse so heißen, denn wenn das Wort wirklich keltischen Ursprungs ist, wie die Sprachforscher behaupten, so bedeutet es einfach so viel wie Strom. Man geht über viele reizvolle Wörter hinweg, ohne es zu wissen; wie viele Reisende aus dem rechtsrheinischen Deutschland in Konstanz eintreffen, ohne zu ahnen, daß sie über den Rhein gefahren sind. Und zwar auf der ersten Brücke, die über den heiligen Strom der Deutschen führt. Hand aufs Herz: Wer unter den Millionen und aber Millionen von Rompilgern, wer weiß, daß er, mann er und wo er über den italienischen Rhein warme Haare, geröstete Haut, Dornriste an den Armen, Schrammen an den Beinen und zerfetzte Schürzen. Sie duften nach Heu, frischgemähtem Gras, nach herbem Fichtenharz, nach abgeschältem Holz, nach plötzlichen Regenspritzern, nach Staub und Blättern. Ein Mädchensommer sitzt gerne am warmen Rain mit der Puppe im Schoß und verspielt die Tage im Sand, und wenn er aufgestanden ist, bleiben Kuchen aus Erde und vergessene Blechformen zurück. Ein Mädchensommer radelt, schwimmt, wandert, blitzt mit hellen Kleidern in den Wäldern auf, hat bunte Märchenbücher in den Händen, farbigen Bast und farbige Wolle, trinkt an Brunnenröhren, lagert sich schnatternd im großen Lindenschatten, sucht Muscheln und glitzernden Glimmer, Bernstein, wenn er am Meere ist, und tritt mit blauem Emaillebecher an das sonnendurchglühte Himbeergesträuch. Mädchensommer besuchen die runzligen Großmütter auf dem Lande, besprengen aus Gießkannen die Gartenbeete und schielen voll Neid nach dem Knabensommer, dessen Lungenkraft, Wildheit und Ungestümheit sie mit Bewunderung erfüllt. Mädchensommer schenken einer Landschaft Heiterkeit, Helle, Wärme, Gezwitscher und Gelächter, Liederfetzen, alte Kinderreime und Reigentänze. Ein Mädchensommer, wenn er unter Blumen, Vogelnestern, zwischen Hecken und Gartenzäunen sich bewegt, ist wie ein Volkslied, schön und innig. nliche ssenscha m,leichtver$Mc rschiedenenPrti, erlagserzeugw tiefen Einblick ic; es NaturgesM :h erweitertesWi» e an den vielfältig er Natur. Verlis? id auch Probehefte : ,r Naturltrubtt nühlef Verlaß Ich tert ckten >rnt. Gx UL ‘t wert, es Körpers enpferd" Aussteuer l sparnissm MW1 Hck Zckr. A 0337211 Jg.HeN! gut. Aeu nettes, ir temverar Miidel, S kennenM spaterk \ Hräck e.MJ.alUk ■ gr., dunkch „.langen. M iß DL iift. en- een. IS, euD je. neuert werden. Der Fremdenverkehr ist volkswirtschaftlich so wichtig, weil die Zahl der Volksgenossen, die von ihm leben, mindestens 15 Millionen beträgt. Der Fremdenverkehr ist aber auch nicht etwa eine Angelegenheit der Reisebüros, sondern eine Angelegenheit, die den Volks- und Staats- haushalt unmittelbar angeht. Jedoch es darf nicht immer nur die Sache der Deutschen sein und bleiben, wieder im eigenen Lande zu reisen, sondern es ist volkswirtschaftlich notwendig, Deutschland zu einem Reiseland zu machen. Die Voraussetzungen dazu sind gegeben, denn Deutschland verfügt nicht nur über Seebäder, Kurorte in den Mittel- und Hochgebirgen, es verfügt auch Über Heilbäder, wie sie in dieser Bedeutung sonst nicht anzutreffen sind. Der Fremdenverkehr ist nicht mehr eine Sache der Sommermonate, sondern er ersaßt das ganze Jahr. Es ist nicht nur der Wintersport, der diese Wandlung vollzogen hat, es ist auch die Erkenntnis, daß Deutschland von der Natur so glücklich und reichhaltig ausgestattet ist, daß es zu jeder Zeit möglich erscheint, nicht nur Erholung, sondern auch ein lohnendes Reiseziel zu suchen und zu finden. Was vor 30 Jahren vielleicht noch als Luxus gelten konnte, ist heute als Fremdenverkehr eine volkswirtschaftliche und soziale Notwendigkeit geworden. Sozial auch deshalb, weil die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" es jedem Volksgenossen möglich macht, sich ein Reiseziel zu suchen, das nicht unbedingt innerhalb der deutschen Grenze zu liegen braucht, das aber auf deutschen Schiffen zu erreichen ist. Noch vor dreißig Jahren war Urlaub für Arbeiter und Angestellte eine Seltenheit! Je mehr der Deutsche wieder wandert und reift, je mehr sich die Kenntnis der heimatlichen Gaue ausweitet, desto enger und unlösbarer wird seine Verbundenheit mit dem deutschen Boden. So ist der Fremdenverkehr zu einer Sache der Politik geworden, gerade so, wie die Germanenzüge und Kaiserfahrten in den Anfängen der deutschen Geschichte. ‘Mm 71 deine lend italsj* .btt. kfurter Str.52 Oberst Lindbergh in Döberih. Oberst Lindbergh besichtigte die Anlagen und Einrichtungen der Fliegergruppe Döberitz des Jagdgeschwaders Richthofen. Im Anschluß hieran fand ein kameradschaftliches Zusammensein im Offiziersheim statt. Luftschiff „Hindenburg" in Rio. Das Luftschiff „Hindenburg" traf Freitag früh 5 Uhr (9 Uhr MEZ.) mit 34 Passagieren über Rio ein und machte in der Luftschiffhalle von Santa Cruz um 7.15 Uhr (11.45 Uhr MEZ.) fest. Die Abfahrt erfolgt heute (Samstag). Das Luftschiff ist wieder voll besetzt. Sd^roerer Aerkehrsunfall in Kassel. In Kassel ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Der Führer eines Lastkraftwagens, der einem Motorradfahrer ausweichen wollte, das ihm entgegenkam und mit einem Ehepaar besetzt war, steuerte seinen Wagen auf den Bürgersteig und fuhr dabei in eine Gruppe spielender Kinder. Ein fünf Jahre alter Knabe wurde sofort getötet, ein Mädchen so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Das Motorrad wurde auch noch erfaßt und zur Seite geschleudert. Die Frau des Motorradfahrers, eines Lehrers aus Mülheim, wurde dabei so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit st a r b. — Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Trauer um 14 deutsche Seeleute. Der Führer der deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat Esseberger, und der Gauinspekteur Seeschiffahrt der Auslandsorganisation der NSDAP., Wermke, haben im Hinblick auf das ungewisse Schicksal des Dampfers „W a g r i e n", der seit dem 18. Juli überfällig ist und von dem man annehmen muß, daß er in den Sturmtagen des 16. bis 18. Juli in der östlichen Ostsee mit feiner 14- neue»' rundlichen Fingern, Helle Kleider, farbige Bänder, k^oße Strohhüte und von Heitelbeersaft befleckte läppen. Wo Mädchensommer oorbemehen, sind turnen verstreut, welkender Löwenzahn, zerblat- t-rter Klatschmohn und zerpflückte Kornblumen; >ohannisbeerträublein sind liegengeblieben und v eihe Kirschkerne. Mädchensommer streift am ländlichen Bach entlang, watet mit nackten Fußen über diinnrieselndes Muhlenwehr, erschrickt vor hupsen- df n Fröschen, vorüberglitzernden Blindschleichen und zschenden Gänseherden. Auch er macht Geschrei im lorf, in der Gasse, am Fluß, am Waldrand, auf b-r Abendtreppe und im Gartenweg, der m oer neiden Landstraße versinkt. Mädchensommer liebt bin gelben Schmetterling, den rollenden Reif, den D»n Hand zu Hand springenden Ball, das Plantschen i in Wasser, das dahintreibende Boot, das Winken / mit Tüchern, das Spiel mit jungen Hunden und dcs achtsame Bestaunen einer aus dem Nest ge- jaLIenen Grasmücke. Mädchensommer haben sonnen- Kunst und Wissenschaft. Festliche „Walküre" in Bayreuth. Die zyklische Aufführung des „Nibelungen- Ringes" in Bayreuth wurde mit der „Walküre" fortgesetzt. Wieder wohnte der Führer der Vorstellung bei. Außer den Reichsministern Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und Dr. Schacht sah man unter den neuangekommenen Festspielgästen den Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch. Das gesellschaftliche Bild, das sich allabendlich im Vorgarten des Festspielhauses zu entwickeln pflegt, war an diesem Tage besonders vielgestaltig. Die Verehrer Wagnerscher Musik aus aller Welt fanden sich wieder ein und tauschten begeistert ihre Eindrücke aus. In vielen Sprachen tat sich die Bewunderung über den herrlichen Kunstgenuß des Tages kund, und in das Lob der Ausländer mischte sich der Stolz der deutschen Besucher. Im Verlauf der diesjährigen Festspiele stellt dis Aufführung der „Walküre" einen Höhepunkt bar. Es war ein Triumph der Festspielidee im Sinne des Außergewöhnlichen und einer stetigen Arbeit, die seit mehreren Jahren von Heinz Tietjen als Regisseur und Emil Preetorius als Bühnenbildner geleistet wird. In Wilhelm Furtwängler erhielt diese vorbildliche Werkgemeinschaft einen gleichwertigen Dirigenten, der, überraschend schnell mit den besonderen Klangverhält- nissen des Festspielhauses vertraut geworden, der Aufführung plastische Umrisse, mitreißende Bewegung und unvergeßliche musikalische Akzente gab. Im Rahmen dieser beispiellosen Wiedergabe des ersten Hauptwerkes der Nibelungen-Trilogie nahm der erste Akt wiederum eine Sonderstellung ein; es gelang der Kunst Maria Müllers und Franz Völkers, das wundersame Erkennen Siegmunds und Sieglindes zu einem darstellerischen und gesanglichen Erlebnis von außergewöhnlicher Eindringlichkeit zu gestalten. Joseph von M a n o • warda war ihnen als Hunding ein unheimlich bedrohender Gegenspieler. In den Götter- und Walkürenszenen der beiden anderen Auszüge standen in Rudolf Bockelmann und Margarethe Klose klassische Vertreter des „Wodan" und der „Fricka" auf der Bühne. Eine Brünnhilde von ungewöhnlichem stimmlichen Format verkörperte Frida Leider. Mit ausgewählten Stimmen war das Walküren-Ensemble besetzt. — Die Aufführung fand nach jedem Akt außerordentlich starken Beifall, obwohl die Künstler nach Bayreuther Brauch den Dank der Zuschauer nicht persönlich entgegennahmen. hessen-nassauische Künstler auf der Olympischen Kunstausstellung. Die Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste hatte wie überall in Deutschland die besten Werke bedeutender Künstler des Gaues ausgewählt und zur olympischen Kunstausstellung eingesandt. Dabei war allerdings die Bedingung zu erfüllen, daß dis Kunstwerke sich in irgendeiner Weise mit dem Sport beschäftigen. Von den eingesandten A r - beiten aus Hessen-Nassau hat die Jury fünf Werke zum internationalen Wettbewerb zuge- lassen und auf der olipnpischen Kunstausstellung ausgestellt. Die fünf Künstler, die somit Hessen- Nassau auf ter großen Schau vertreten, sind Harold Winter- Oberursel mit einer Skiläuferplakette „Abfahrtslauf", der Bildhauer Richard Martin Werner- Frankfurt mit einer Plastik „Startende Läuferin", der Bildhauer Prof. Hermann G e i b e l - Darmstadt mit einer Plastik „Sitzender Boxer", der Maler Alexander Posch- Darmstadt mit einem Gemälde ,Vor dem Tore" und der Maler Heinrich H o e l - Frankfurt mit einem Bild „Eishockey". Hauptsache geworden; die Zahl der Personen, die unmittelbar und mittelbar auf den Fremdenverkehr angewiesen waren, wuchs immer mehr. Heute ist der F r em d e n v e r ke h r eine der Tragsäulen der deutschen Volkswirtschaft geworden. Die volkswirtschaftlichen Werte, die im Fremdenverkehr angelegt sind, erschöpfen sich nicht nur in den Gasthöfen, sondern erfassen auch die Verkehrsmittel und Wege, unter denen die Reichsbahn an erster Stelle steht. Der Personenverkehr der Reichsbahn ist heute wesentlich Fremdenverkehr, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, daß sechs bis sieben Zehntel aller Fahrten, die die Reichsbahn besorgt, zu Vorzugstarifen geschehen, die die Reichsbahn für den Fremdenverkehr eingerichtet hat. Das ist mit Einschluß der Gepäck- und Güterbeförderung für den Fremdenverkehr an sich schon ein Umsatz von eine Milliarde Mark, wozu noch kommt, was sich auf den deutschen Land- und Kraftverkehrsstraßen vollzieht. Ohne die Entwicklung des Kraftverkehrs wäre die volkswirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs nicht so groß. Der Kraftwagen hat nicht nur den Fremdenverkehr beeinflußt, er hat auch das Wohnbild der deutschen Städte und Orte umgeftaltet. Der Kraftwagen macht es möglich, Deutschland vom Memelufer bis zu den südlichen Ausläufern des Schwarzwaldes kennenzulernen; ebenso von den Eifelbergen bis zu den einsamen Hängen und Dörfern des Bayerischen Waldes. Der Führer hat selbst einmal gesagt, daß es der Kraftwagen fei, der ihm die Wunder und Schönheiten der deutschen Landschaft offenbart hätte, Wunder und Schönheiten, die so dicht beieinander liegen wie in keinem anderen Lande Europas. Wie hoch die Summe ist, die im Kraftwagenverkehr steckt, ist ebenso schwer zu schätzen, als die Summe, die für die Herstellung und die Entwicklung des Gasthofwesens in Deutschland unter dem Einfluß des Fremdenverkehrs angelegt ist. Diese Summen, die einen beträchtlichen Teil des Dolksvermögens ausmachen, die das Volksvermögen sogar tragen helfen, müssen aber nicht nur verzinst, sondern vielfach wieder er= eo aS *** Gommer der Kindheit. Don Anton Schnack. Knabensommer. Die Knabensommer schmecken noch lange nach Sonne, Fischschuppen, Teerflecken, trockenen Sand- taufen, Muscheln und Schlickbrei. Knabensommer ind verwilderte Gesellen, dunkelbraun und voller Geschrei. Sie bringen den Duft von Heu, Baum- iinte, grünen Aepseln, zerquetschten Erdbeeren und Wassertümpeln mit nach Hause. Zu einem Jtnaben- pmmer gehören Schweißtropfen, viel Wasser, Boote, tin Ball, Bogen und Pfeile, Steinschleudern, ein ilngelstecken, ein Luftgewehr, Flußränder, nackte früjje, Gartenmauern, Wiesengräben, Schlupfwinkel, trommeln, Badehosen, schnelles Laufen, Psilfe, verschmitzte Blicke und Wichtigtuerei. Ein Knaoen- ^mmer erfüllt eine ganze Landschaft mit Lärm, Tumult, Ueberraschungen, Unbotmäßigkeit, Leden, "ru^s und Rudeln. Knabensommer haben er= dberungsgierige Augen, fröhliche Gesichter, Hunger, Innge Nachmittage, eine Freiheit ohnegleichen, sind halb nackt und von unverwüstlicher Gesundheit. Schön sind sie, Paradiese, selige Robinsomnseln. lind hat ein Knabensommer Sandkörner zwischen len Zehen, Spreißeln im Gesäß, einen verbrannten Lücken, verklebte Haare, Vogelfedern in der Tasche, runde Kiesel in der Hand und zerkratzte Berne, so r*ar er wie eine Ballade, glorreich und abenteuerlich. köpfigen Besatzung untergegangen ist, einen Aufruf erlassen. Es heißt darin: „Die gesamte deutsche Seeschiffahrt nimmt erschüttert Anteil an dem Schicksal ihrer in treuer Pflichterfüllung untergegangenen Berufskameraden. — Alle deutschen Seeschiffe setzen am Samstag, dem 25. Juli, ihre Flaggen auf Halbmast." Raubmörder festgenommen. An der t irolisch-bayerischen Grenze bei Landl wurde durch Gendarmerie- und Forstbeamte der von den reichsdeutschen Behörden wegen Raubmordes verfolgte 33 Jahre alte Otto Theißaus Otterberg (Pfalz) feftgenommen und in das Gericht nach Kufstein eingeliefert. „Wir suchen den besten Zeitungsroman." Der Einsendungstermin zu dem von der Reichs- schrifttumsstelle beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgeschriebenen Wettbewerb „W i r suchen den beften deutschen Zeitungsroman" ist in diesen Tagen abgelaufen. Zu dem Wettbewerb sind mehr als 400 Arbeiten eingegangen, die jetzt dem Preisgericht vorgelegt werden. Diese Zahl mag am besten beweisen, wesHes Interesse man im Reich und darüber hinaus der neuen Aktion der Reichsschrifttumsstelle entgegengebracht hat. Nach gewissenhafter Prüfung durch die Reichsschrifttumsstelle sollen die Preisträger während der „Woche des Deutschen Buches 1936" bekanntgegeben werden. Die drei ersten Preise betragen, wie bekannt ist, 5000 RM„ 3000 RM. und 2000 RM. Die preisgekrönten Romane werden außerdem in der Zeitschrift „Deutsche Wochenschau" veröffentlicht. 10 Todesfälle nach Genuß von Kamelfleisch. In El Matania bei Kairo erkrankten nach dem Genuß von Kamelfleisch 90 Personen an schweren Vergiftungserscheinungen. Zehn von ihnen starben vor der Einlieferung ins Krankenhaus. Sckr. Ank Muni.? MinÄkl i Geesnur*' ! sagen, W mehrere»' eineKlei-c Fremdenverkehr und Volkswirtschaft. Don Or. Ian Eißen. Die Deutschen sind immer ein wanderfrohes Volk gewesen. Die Germanenzüge nach Südeuropa mnb Nordafrika, die Völkerwanderung, sowie «schließlich die Fahrten ter Sachsen- und Staufen- Kaiser nach Italien waren in der Hauptsache hohe Politik sind indessen auch soziologisch zu werten, haben also etwas an sich, was nach echter deutscher Wanderlust aussieht. Heute sind es nicht mehr die Sippe und der Stamm, auch nicht die große Politik, die Wanderlust und Wanderziel bestimmen, sondern vor allem die Verkehrsmittel und die Derkehrstechnik, endlich auch der Reiz, den das Reiseziel ausübt. Vor 135 Jahxen konnte ein Seume noch nach Syrakus zu Fuß wandern, um darüber ein wundervolles Buch zu schreiben, das noch immer zu den Perlen der deutschen Dichtung ! gehört. Heute steht für eine Fahrt nach Syrakus der O-Zug oder das Flugzeug bereit, wenn man ' *s nicht vorzieht, die Reise im eigenen Kraftwagen 5u machen. Heute kann die Fahrt nach Syrakus in ! ebensoviel Stunden erledigt werten, wie zur Zeit Seumes in Monaten. Als die Postkutsche dem Dampfwagen weichen mußte, war das auch eine Umwälzung des Fremden- oder Reiseverkehrs. Deutsche Wanderlust war im 19. Jahrhundert noch ungebrochen; dieser Wanderlust verdanken wir auch die „Naturgeschichte des deutschen Volkes" von Wilhelm Heinrich Riehl. Diese „Naturgeschichte" ist buchstäblich erwandert und erlebt worden; sie ist darüber hinaus ein Zeugnis für das sinnvolle Wandern, das sich darauf stützt, daß der Wanderer nicht nur das Straßennetz kennt, sondern auch die Jeschichte des Gebiets, das er durchwandern will. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fremdenverkehr in Deutschland eine Sache, die aus »em Bereich des persönlichen Erlebens hinaustrat, um in die Volkswirtschaft und in die Statistik, damit aber auch in die Steuer und Finanzpolitik hinüberwechseln. So tief die Wanderlust dem Deut- >chen im Blute steckt, so mußte erst doch der wirt- chaftliche und soziale Aufstieg nach den Einigungs- 1 riegen kommen, um die Deutschen aus den Gassen ond Häusern ihrer Wohnstätten herauszuholen. Noch m den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts galt eine Jftfjeinreife für eine Angelegenheit, die nur den Begüterten zugänglich war, während die Masse in »en Großstädten sich in der Regel mit sonntäglichen Vremserfahrten begnügte. Erst der wachsende Wohl- tianb im Zweiten Reich gestaltete den Fremdenverehr in Deutschland um; nicht zum Vorteil der deut- Kfjen Wirtschaft. Die Deutschen fingen zwar wie- [ »er an zu reifen, aber das Reiseziel lag häufig außerhalb der deutschen Grenzen, lag in Italien sowie in den Spielhöllen an der Riviera. Um das Jahr 1910 wurde einmal berechnet, daß die Summe, die die Deutschen, seitdem sie mit der Gotthardtbahn ! d eschleunigt nach Mailand und Genua kommen tonnten, in die Spielhöllen nach Monte Carlo eine Summe gelegen hätten, die höher sei, als die 1871 j.on Frankreich gezahlte Kriegsentschädigung von P ier Milliarden Mark. Verhältnismäßig hoch, □enn auch nicht so hoch wie der an Monte Carlo intrid)tete Tribut, war die Summe, die die Deutschen nach der Schweiz, nach den österreichischen lllpenländern und in die holländisch-belgischen See- I über trugen. Dabei mar und ist Deutschland an Raturschönl>?iten sowie am Heilwert seiner Bäder r emessen, ebenso reich, wenn nicht noch reicher, c(s jedes andere Land Europas. Dos von den Deut- 1 ti)en nach der Schweiz und nach anderen sogenannten Reiseländern ausgeführte Kapital war es, : as das großzügig gestaltete Gasthauswesen in die- Isn Ländern überhaupt erst möglich machte. Die Sfr-’-nTven * elfen nicht ins Ausland; die Italiener euch nicht, während die Engländer zahlenmäßig nicht so stark sind, um die internationalen Kurorte u bevölkern. Schon vor dem Kriege war auch der Fremdenverkehr in Deutschland aus einer Nebensache zu einer “'Ä m Aeubauemllim in Mzedonien Bon unterem 3 M.-Äenchterstotier (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Belgrad, Mitte Juli 1936. Bor einem kleinen Bauernhaus, das sauber inmitten eines Wiesenfleckens steht, ist ein eingezäunter Blumengarten. Hühner und Ferkel laufen herum, die Hauskatze dehnt sich träge in der Sonne und der Hund tut sich an der Schüssel gütlich. Brennholz ist an der Mauer aufgeschichtet und es lehnen ein paar Fahrräder mit Rückstrahler daran. Der Bauer kommt heran, eine hochgewachsene sehnige Gestalt mit scharfen, braungebrannten Gesichtszügen. Das kann irgendwo im bayerischen Alpenvorland sein, wo man solche Gestalten vielfach antrifft. Es ist aber ganz wo anders. Es ist in einem Gebiet, das vor einem Menschenalter noch die Türken unter schlechter Verwaltung hatten und das damals in politischen Leidenschaften von Kämpfen aufgewühlt war, die den Namen des Landes überallhin bekannt machten. Es ist nämlich — in Mazedonien, das feit 1913 Südserbien heißt. Wir haben eben einen der Neusiedler besucht, die zu Zehntausenden angesetzt worden sind, um das Land wieder in die Höhe zu bringen, als hartes und zuverlässiges Bauerngeschlecht vor äußeren und inneren Unruhestiftern zu schützen und den Besitz völkisch zu sichern. Der Mann, der uns eben aus einem Hof ent- gegenkam, ist aus dem kärgsten Landstrich der Herzegowina gekommen; er ist in seinem, rassischen Typus der reine Dinarier. Er gibt überlegt und bestimmt Auskunft, sein Nachbar und Nachfolger im Amt des Ortsvorstehers, ein untersetzter Mann Anfang der Vierzig, stammt aus Syrmien, dem Oft- zipfel Slawoniens zwischen Donau und Save; er ist im Typ weicher, im Sprechen beweglicher. Ausgesuchte Menschen hat der Staat hier angesiedelt, Serben und Kroaten. Wie leben sie nun hier? Das Land hat ihnen der Staat umsonst gegeben. Er hat dazu das frühere türkische Staatseigentum verwendet oder auch den Besitz ausgewanderter und geflohener türkischer Familien, und er hat ferner den Großgrundbesitz aufgeteilt, der dem Wesen des Südslawen nicht zusagt. Der Südslawe will am liebsten freier Bauer auf eigener Scholle sein, die ihn und die Seinen ernährt. Fünf Jahrhunderte Türkenherrschaft hat vieles Land, das einst reichtragender Acker war, verwahrlosen lassen; wenn es nicht zur Weide wurde, ist es versumpft. Heute ist es wieder fruchtbar, bringt besten Weizen und Mais, Tabak und Wein. Dieses Siedlerdasein war anfangs schwer, aber doch verlockend; es zog auch manchen Bauern hierher, der freier Kolonist ohne staatliche Hilfe sein wollte. Es gab dreieinhalb Jahrhunderte lang eine merkwürdige Einrichtung in Europa. Das war die sogenannte Militärgrenze Oesterreichs und Ungarns gegenüber dem ewig unruhigen und zu Ausbrüchen neigenden Türkischen Reich, das so oft die Christenheit bedrängte und zweimal Wien belagerte. Die deutschen Alpenländer Kärnten, Krain, Steiermark waren es, deren Stände zur Zeit Karls V. bewaffnete Siedler an der Grenze ansetzten und besoldeten. Das deutsche Oesterreich gab die Führung und das Geld, die bäuerlichen Soldaten aber waren meist Kroaten und Serben, Lehensträger für ihren Grundbesitz bei persönlicher Freiheit. Diese Einrichtung hatte sich bewährt Seltsam mutet es an, heute tief im Süden ähnliche Formen wiederzufinden. Auch heute bekommt der Siedler eine Landstelle, etwa 5 Hektar, und für jedes Familienmitglied etwas dazu; Vieh, Gerät, Haus, Saatgut wird ihm gestellt. Nun soll er fest im Boden verwurzeln, der in blutigen Kriegen gewonnen worden ist. Der Versuch ist geglückt; nur war es angesichts der allgemeinen Krise der Landwirtschaft treibenden Länder nötig, den Siedlern Barzahlungen fast ganz zu erlaßen. Es geht ihnen aber vielfach besser als in ihren ärmlichen Heimatgemeinden, denn der Boden ist fett und das Land reich an Naturgaben, die nur ausgenützt werden müssen. Es wird sehr dafür gesorgt, daß aus diesen Neubauern ein Schutzwall werde. Mit dem Neudorf wird die Schule gebaut, die Straßen werden verbessert. Das Trinkwasser wird gewissenhaft geprüft, der Gesundheitszustand ist deshalb gut. Das ist das Verdienst eines großen Instituts, des Hygiene- Instituts in Skoplje, das weithin berühmt ist. Es hat einen tüchtigen Stab von Aerzten und Aerztin- nen, Bakteriologen, Hygienikern, Brunnenbauern, ist in seiner Inneneinrichtung ein Musterbetrieb — viele der Aerzte haben auf deutschen Hochschulen studiert — und hat sich segensreich betätigt. Ein Land, so groß wie eine preußische Provinz, ist in einem halben Menschenalter fast ganz von Malaria und anderen Krankheiten gesäubert worden; die Landbevölkerung ist daran gewöhnt worden, den Arzt aufzusuchen und Ratschläge einzuholen. Viele Gesundheitshäuser, mit Aerzten und Schwestern be- etzt, und Gesundheitsstationen, in denen an be- timmten Tagen der Dienst wahrgenommen wird, ind über das ganze Land verstreut, musterhaft auber auch sie und oft von einem wunderbar gepflegten Rosengarten umgeben. In Skoplje ist nicht nur dieses Institut. Es gibt dort auch eine Hochschule, eine aufstrebende philosophische Fakultät, mit einem Professor der Germanistik und einem deutschen Lektor; neben ihr ist ein Studentenheim für 40 Studierende, als Gemeinschaftshaus gedacht, mit Vortragssaal und Küche, das in Südosteuropa kaum ein Gegenstück haben wird. Eine Volksschule in der Stadt ist auch nach strengsten Begriffen vorbildlich; in ihr wie in allen öffentlichen Gebäuden, etwa der ebenso hervorragenden Stadtbücherei, sind die Korridore bedeckt mit Großphotos der schönsten Landschaften und Städtebilder Jugoslawiens. Alles dort ist so ganz anders, als wir uns gewöhnlich „Mazedonien" vorzustellen pflegen. Wir vergessen nur, daß es seit einem Vierteljahrhundert den Anschluß an Europa gesunden hat. Die ersten amnestierten politischen Gefangenen vertaffen die Gefängnisse in Oesterreich. WGWWM r ' ■ Auf Grund des deutsch-österreichischen Abkommens wurde in Oesterreich eine große Amnestie für die politischen Häftlinge durchgeführt. Hier sieht man politische Gefangene nach ihrer Freilassung vor dem Landesgericht Wien I. Ueberall wurden sie von ihren Angehörigen fteudig begrüßt. — (Scherl-M.) Stalins Bevölkerungspolitik. Don unserem (Tl.)-Äerichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, Mitte Juli 1936. Vor kurzem ging der Ausspruch eines Sowjet- aewaltigen auch durch die ausländische Presse, der besagt, daß die Bevölkerung des Mutterstaates des Kommunismus bei einer jährlichen Zunahme um 3 Millionen und einem gegenwärttgen Bestand von 170 Millionen in 30 bis 35 Jahren rund 300 Millionen stark sein werde. Der Mann, der diesen Ausspruch tat, hat offenbar dazu beigetragen, die verantwortliche Staatsleitung auf die gewaltigen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die in einer zielbewußten Bevölkerungspolitik in Sowjetrußland liegen, und ihr die Wege aufzuzeigen, die sich auch vor der Zwillingsschwester der Sowjettegierung, der Komintern, für ihre weltrevoluttonären Absichten auftun. Denn es ist etwas Neues, was aus diesen Worten von den 300 Millionen Sowjetbürgern spricht. Fast zwei Jahrzehnte lang hat sich die bolschewistische Staatsführung nicht um die Be- völkerungspolittk gekümmert. Es war ein Gebiet, das völlig brach lag; ja, ein Gebiet, das man am liebsten nicht berührte und das zu betreten man auffällig mied, da eine ziel- und zweckbewußte Be- völkerungspolitik eine Aenderung der kommuniftt- fchen Einstellung zur Frau, zur Familie und zur Ehe von vornherein voraussetzte, dieses aber einen Punkt des marxistischen Programms berührte, der absolut unerschütterlich feststand. Dann aber setzte sich auch die natürlich Fruchtbarkeit des Volkes trotz Bürgerkriegs- und Jnflationsjahren, trotz Hungers- nöten und Vernichtung Hunderttausender so sehr durch, daß der Prozeß der Bevölkerungsvermehrung um 2 bis 3 Millionen im Jahre bis 1927/28 ohne Zutun der Regierung vor sich ging, so daß die Vertreter des kommunistischen Regimes und seine Nutznießer sich ruhig den Ausschweifungen der zer- setzenden Lehre der neuen Herren über Frau und Ehe hingeben konnten. Nun ist aber in diesen Jahren, die recht auf. fallend mit der Zeit der Einführung der neuen Landwirtschaftspolitik, das heißt der Kollektivierung des bäuerlichen Besitzes, zusammenfallen, eine Aen. derung eingetreten. Seit 1928 begann die Ziffer der Bevölkerungszunahme zu sinken — und seitdem gab es keine Veröffentlichung der Bevölke- rungsstatittk mehr. War dies schon verdächtig, so mußte noch mehr auffallen, daß die kommunisti- sche Presse aller Formate seit einiger Zeit ihr Herz für die Familie entdeckt hat. Zusammen mit der „Sowjetmutter" wird das bolschewistische Kind plötzlich verherrlicht. Schon seit geraumer Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der lie. benden Sorgen der Regierung des bolschewistischen Staates um die „Kleinsten unseres herrlichen Noch, wuchses" gedacht wird und die bösen kommunisti. schen Väter aufgefordert werden, doch ja recht pünktlich die Alimente für die verlassenen — oder, wie es jn der wörtlichen Uebersetzung aus dem Russischen so wenig schön heißt: „weg geworfenen" — Kinderchen zu bezahlen. Der Staat roirt) in diesen Ergüssen nach wie vor als der tteusorgende Vater aller Jungen bezeichnet, was aber — etwas unerwartet für die Erzeuger dieses „staatlichen Eigentums" — keineswegs die Pflicht »der Eltern ausschloß, bis zum 16. Lebensjahre für ihre Nachfahren zu sorgen. Das Geheimnis dieser lange vorbereiteten Aenderung der Ehe- und Beoölkerungspolitik Stalins liegt darin, daß man sich im stillen Kämmerlein im Kreml schon lange ernste Sorgen um die be- völkerungspoliti schen Auswirkungen der kommuni st ischen Auffassung von Ehe und Familie macht. Solange das Leben nach den kommunistischen Parteidogmen sich Haupt- sächlich auf die großen Siedlungszentren beschränkte, das Bauerntum aber von den zersetzenden Lehren von der Freiheit von jeder sittlichen Bindung bewahrt blieb, lag noch kein Anlaß vor, Alarm zu schlagen. Die Vorrechte, sich trieblich hemmungslos auszuleben und etwaige Folgen sofort auf dem bequemsten Wege zu beseitigen, blieben aus die Stadt und dort wiederum auf die reinen Kommuni- ten beschränkt. Mit der K o m m u n i s i e r u n g des Dorfes seit 1927/28 wurde aber auch die ogenannte bolschewistische Kultur auf das bis dahin moralisch gesunde, sittlich gefestigte und religiös- orthodoxe flache Land verpflanzt und hat dort ihre Wirkung nicht verfehlt. Heute wissen auch die Bäuerinnen im weiten russischen Dorf, auf welchem Wege unbequeme Folgen leicht beseitigt werden können, und so weit haben die Aufhebung aller sittlichen und religiösen Bindungen im Che- und Familienleben, das schrankenlose Austoben des von höchster Seite proklamierten Trieblebens und die mit der marxistischen Weltanschauung verbundene Doktrin von der Ueberlebt- heit des Familienideals geführt, so sehr haben schliehlich^Erbkrankheiten aller Art bei Eltern und Kindern ihre Spuren hinterlassen, daß heute die Nachwuchsfragen zu den brennendsten Tagesproblemen der Sowjetpolitik gehören. Jetzt, da der Sowjetregierung die praktischen Folgen der kommunistischen Doktrin von Liebe und Ehe schon längst über den Kopf gewachsen sind, da sie die bevölkerungspolitischen Auswirkungen der gesetzlich eingeführten Schwangerschaftsunterbrechung und ihre schweren gesundheitlichen Schädigungen sieht, da ihr aber auch die finanziellen Anforderungen für die Erziehung der Hun- derttausende und Millionen von Niemandskindern allzu belastend sind, die von ihren Erzeugern arob- mütig dem Staat überlassen wurden — jetzt versucht die Sowjetregierung die Fehler gutzumachen, die fast 20 Jahre hindurch tagtäglich wiederholt wurden. In einem Gesetzesvorschlag, der vor seiner endgültigen Annahme „den Werktättgen zur Beurteilung" übergeben wurde, wird die Abtreibung bis auf einige Ausnahmefällen v e r b o t e n und die Bernard Ghaw persönlich. Zum 80 Geburtstage des englischen Dramatikers am 26. Juli. George Bernard Shaw stammt aus einer alten irischen Familie, die ihre sehr bestimmten und betonten Traditionen hat. „Sie sprachen von den Shaws wie von den Hohenzollern oder Romanows, aber ihre Verhältnisse waren in pekuniärer Beziehung immer beschränkt." Shaws Vater war nur ein Beamter von unbedeutendem Rang, später Kaufmann und Mühlenbesitzer ohne geschäftlichen Erfolg und zuletzt, was ihm zweifellos am meisten lag, Privatier ohne Vermögen. Bei aller Untüchtigkeit besaß der liebenswürdige Mann aber eine gute Dosis echt irischen Humors, und es wird erzählt, daß er beim ersten Schwimmunterricht den Sohn auf die Segnungen dieser Kunst mit den aneifernden Worten hingewiesen habe: „Ich selber habe schon mit 14 Jahren durch Schwimmen deinem Onkel Robert das Leben gerettet", worauf er hinzu- fügte: „Nie hat mir übrigens wieder etwas so leid getan." Eine tiefere Kraft besaß die weit jüngere Mutter, die der Familie nach innen wie außen Haltung gab; ihre geistige Freiheit und Leidenschaft, ihr künstlerisches Talent, das sich in ernster und energischer Musikpflege dokumentierte, ist in den wichtigsten Kräften des Sohnes wieder lebendig geworden. Aber auch sie hat den Sohn kaum „erzogen". Sie nahm allerlei Anläufe, sprang aber bald wieder ab, so daß der Knabe einigermaßen wild aufwuchs. Man brachte ihn auf die Lateinschule, hatte aber nichts dagegen, daß er jede Beschäftigung mit Caesar und Horaz ablehnte und sich ausschließlich mit Bach und Wagner befaßte. Als die Schulzeit keine Früchte zeigte, ließ man ihn ohne Latein laufen, tat ihn in das Büro einer Landagentur und ließ ihn dort fünf Jahre lang. Ohne jedes Interesse am Geschäft errang der junge Shaw hier im Büro des Herrn Townshend dank seiner Intelligenz eine gute Stellung. * Der junge Shaw hatte in seiner Lehrzeit alle möglichen Studien getrieben, die Größen der Weltliteratur zum Teil auf dem etwas fragwürdigen Umwege über Operntexte kennengelernt, ständig die reiche irische Nationalgalerie besucht, aber eigentlich literarisches Interesse noch nicht gezeigt. Nur ganz vereinzelt scheint er Versuche auf diesem Gebiete gemacht zu haben, denn in einer Zeitschrift von 1871 findet sich eine Briefkastennotiz an ihn: „Sie hätten Ihren Brief einschreiben lassen sollen. Solch »in* yUrVimluAiajr man nicht auf dem gewöhnlichen Postwege schicken dürfen. Ihre Argumente waren so schwerwiegend, daß wir 20 Pfennig Strafporto begabt haben." Das war Shaws sehr passendes Debüt in der Weltliteratur. Ein neuer Michelangelo oder ein zweiter Mozart zu werden, wäre sein Ideal gewesen; der Umgang mit dem Wort war ihm viel zu natürlich, als daß er sich hier zu einer bewußten Anstrengung getrieben fühlen konnte. • Zunächst mußte er noch einmal versuchen, durch kaufmännische Tätigkeit Geld zu verdienen, und so stand er im Laden der ersten Edison-Telepbon-Gesellschaft in London, um die Apparate zu erklären, und vergnügte sich über das ungläubige Staunen, mit denen die Engländer das neue Wunder umschlichen. Bei aller Aermlichkeit der Kleidung trug er aber ein so selbstbewußtes Wesen zur Schau, daß die Besucher regelmäßig in Verlegenheit gerieten, ob sie ihm ein Trinkgeld geben sollten. „Diese Frage wurde entweder negativ oder gar nicht entschieden; jedenfalls habe ich nie etwas bekommen", erzählte Shaw. Als diese Tätigkeit ihr Ende gefunden hatte, gab Shaw es endgültig auf, dem reinen Broterwerb Zeit und Kraft zu widmen; er wußte jetzt, daß er „fein Gehirn bewirtschaften müsse". Für ihn bedeutete es zunächst Armut und Entbehrung, für seine Familie eine Enttäuschung. Seine fast achtzigjährige Mutter erhielt die Familie als Gesangslehrerin. „Meine Mutter arbeitete für meinen Lebensunterhalt, statt mir zu predigen, für ihren zu arbeiten. Deshalb nehmt den Hut vor ihr ab," schrieb Shaw später. Mit grimmigem Humor zählt er die drei Erfolge auf, die ihm die ersten fünf Jahre seiner Schriftstellerei brachten: er bekam einmal einen Reklameartikel für ein Medizinpräparat, einmal eine „Plauderei" über Vornamen in einem Setzerblatt und einmal ein paar Reime als Unterschrift für das Bild eines ihm befreundeten Kupferstechers bezahlt — das waren feine ganzen Einnahmen. Die fünf sehr dicken Romane aber, die er in den fünf Jahren niederschrieb, machten ihm nur Kosten, nämlich Portokosten, wenn sie allmonatlich als schwere braune Pakete unfrankiert von dem einen Verleger zurückkamen, um neufrankiert zum nächsten zu wandern. „Gelegentlich machten die Mäuse die Bekanntschaft mit meinen fünfzigmal abgelehnten Manuskripten," schreibt er, „aber sogar sie waren nicht imstande, mit ihnen fertig zu werden." Aus der Geldnot dieser Zeit flüchtete er sich zunächst in die Zeitungswelt, und er war „den Vierzig näher als den Dreißig, als er entdeckte, daß er ickreiben könne." Shaw hat sich selbst einmal über fein Schaffen als Dramatiker ausgesprochen: „Wenn Sie ein Stück schreiben wollen, beginnen Sie, wo Sie wollen. Sie dürfen einen Plan haben, so gefährlich das auch ist, andererseits brauchen Sie sogar keinen Satz vom Aufgehen des Vorhangs bis zu feinem Niederfallen vorher zu ahnen. Man beginnt meistens mit einer „Situation" und schreibt das Stück, indem man die Konsequenzen aus ihr zieht. Die Situation kann ein bloßer Zufall fein oder sie kann durch einen Charakter oder einen Konflikt zwischen Charakteren bedingt sein. Beispiele unter meinen eigenen Stücken sind „Haus Herzensto d", das mit einer bestimmten Atmosphäre begann und kein Wort enthält, das vorauszusehen war, ehe es geschrieben wurde. „Helden", „Der Teufels- s ch ü l e r" und „John Bulls andere Insel" wuchsen um die Situation herum." Von „großen Szenen" hält Shaw nicht viel. Nach seiner Meinung kommt es nicht darauf an, daß man besondere Höhepunkte der Handlung ausarbeitet, sondern daß diese sich organisch entwickelt. Er betont, „daß ein wirkliches Stück ein natürliches Gewächs ist und nicht die Ausfüllung einer Form. Die Charaktere müssen fortschreitend wachsen und sich bestimmen und begrenzen; erfundene Charaktere oft durch eine Art Kindheit hindurch, während deren es unmöglich zu erraten ist, wie sie sich entwickeln werden; und manchmal tauchen sie plötzlich aus dieser Kindheit empor, bemächtigen sich des Mittelpunktes der Bühne und beherrschen das ganze Werk." Shaw sieht diese Charaktere, mit denen er während des Dichtens lebt, nicht vor sich: „Mein Sinn für meine Charaktere gehört zu den unspezifischen Sinnen. Er hat nichts mit Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch ober Tastsinn zu tun." Die Arbeit des Dramatikers besteht nach Shaw darin, „aus der sinnlosen Menge der Geheimnisse, die Sie beim Filmen einer belebten Straße der Stadt festhalten, eine Reihe erdachter, aber möglicher Personen herauszustellen, und eine Folge von erdachten, aber möglichen Handlungen, die das Leben verständlich machen und eine Deutung des Lebens geben." Ein Schachspiel aus Porzellan. Vielleicht das kostbarste Stück der ungemein reichen Sammlung von Frankenthaler Porzellan, die man im Mannheimer Schloßmuseum bewundern kann, stellt ein Schachspiel dar, dessen Figuren aus Porzellan bestehen, desgleichen die Bretteinlagen selbst. Dank dem Entgegenkommen der Stadt Mannheim wird dieser herrliche Schatz in der Gruppe Baden auf der Berliner Ausstellung „Deutschland" gezeigt. Gewiß werden sich Kenner und Freunde erlesenen alten Porzellans freuen, dieses glanzvolle Stück auf der Berliner Schau zu sehen und sich angeregt fühlen, auch die wertvolle Sammlung in Mannheim selbst kennenzulernen. Zeitschriften. — In der neuesten Nummer der Jllustrir- ten Zeitung Leipzig (I. I. Weber, Leipzig) hat Dr.-Ing. Gustav Lampmann die Entstehung des von Professor Dr.-Ing. Ernst Sagebiel errichteten Reichsluftfahrministeriums in seinen verschiedenen Phasen geschildert; zahlreiche Bilder lassen das Bauwerk in allen seinen Fronten, in seiner Innen- und Außenarchitektur vor dem Leser erstehen. — Ein weiterer großer Bau, auf den wir Deutschen stolz fein können, der Flughafen in Frankfurt, der am 8. Juli eröffnet wurde, ist in einem doppelseitigen Bildertableau gewürdiat. — Ein reich illustrierter Beitrag von Heinrich Zerkauten behandelt die Große Kunstausstellung in Dresden, die den Besuchern der Reichsgartenschau ein Bild von deutschem Kunstschaffen vermittelt. Sochschulnachrichten. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Heinrich Hildebrand in Marburg, der 1934 nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat, wurde dieser Tage 70 Jahre alt. Lange Jahre hat Prof. Hildebrand als Direktor des Gerichtsärztlichen Instituts der Universität Marburg und als Kreisarzt gewirkt. Der Gelehrte ist einer der Pioniere der Nöntgenarbeit. Aus seiner Praxis veröffentlichte er den Stereoskopischen Röntgenatlas. Bahnbrechend wirkte feine Arbeit über die „Anleitung zur Abfassung von Gutachten in Unfallrentensachen". Professor Dr. Heinrich Müller. Ordinarius für Baukonstruktionslehre an der Technischen Hochschule Breslau, rouräe auf eigenen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Professor Dr. Alfons Schulz, o. Professor für Altes Testament in der katholisch-theologischen Fakultät der Universität und der Technischen Hochschule in Breslau, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Der Dozent für Tiermedizin Dr. Hellmut D o e • necke wurde zum o. Professor an der Universität Breslau ernannt. Doenecke wurde im Winter» semester 1935/36 beauftragt, die Tiermedizin in der philosophischen Fakultät der Universität Breslau zu vertreten. NEUES vom Edelweißrade Seit 1902 habe idi Ihr Edelweißrad — Dauerrad im Gebrauch. Es hat in den 33 Jahren viel aushalten müssen, es wurde nicht geschont. Heinrich Pinkali, 21. 11. 1934, Dauer, Spieren, Ostpr. Die Edelweiß-Nähmaschine Salon-Schrankmöbel ist in tadellosem, verpackten Zustande angekommen. Es ist kaum glaubbar, für diesen niedrigen Preis, eine solche gute und schöne Nähmaschine zu erhalten. Polizei - Hauptwachtmeister Dreier, 5.10.1935, Hindenburg (Oberschles.) Auch Sie werden wir zufrieden stellen. Ober Vt Million Edelweißräder seit 1697 schon geliefert. Lieferung an Private. Verlangen Sie unseren neuesten Katalog Nr. 136 Edel weiß-Deck er, Fahrradbau, Deutsch-Warten berg, MB ! Gute Traminssieistnngen auf dem Mburgring «4 85 Quiddelbach ** Dott&yrr- Meuspath Wek.ierath s sittlichen Wertung und Ab- Solange es lohnens schien, den niederen Instinkten Wenn er sich jetzt durch1 freie Bahn zu gewähren, gab es keine Hemmung Bitte, besuchen Sie mich 4656A Statt Karten Ihre Vermahlung geben bekannt 03379 Statt Karten! 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H. tuberkulös, zu über 40 v. H. geschlechtlich krank. In wilder Gemeinschaft leben diese Unsere Karte gibt einen Ueberblick über die über 22 km lange Rennstrecke des Nürburgringes, auf der am morgigen Sonntag die besten Wagen deutscher und ausländischer Firmen zum „Großen Preis von Deutschland" starten werden. Zum Sommer-Schluß-Verkauf vom 27. Juli bis 8. August 1936 ein Posten . Marken-Korsetts.. ä Stück 3.- Marken-Korseletts Ä Stück 5.- nnd preiswerte Einzelstücke! Ein Besuch lohnt sich! Korsettmoden „Rekord" Martha Bierans, Gießen, Seltersweg 69 4686V KtLvmes ÄtteuVufeÄ am 26. und 27. Juli wozu freundlichst einladen Gastwirt Ludwig Oöpp und die Burschen. 4668 v Im Sommer-Schluß-Verkauf finden Sie ab Montag, den 27. Juli 1936 meine bekannt guten Qualitäten zu außergewöhnlich niedrigen Preisen losef Unverzagt Gießen J tz O C J W /r V C/f A» LC^ l' Kreuzplatz 13 / Fernsprecher 2301 Damen- und Backfisch-Kleidung, Kleiderstoffe, Modewaren ;'SA Km 15. 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Man fuhr im allgemeinen Rundenzeiten von 10:10 Minuten, was immerhin dem beträchtlichen Stundenmittel von 130 Kilometer entspricht. Schnellster war diesmal der Mercedes- Nachwuchsmann Lang, der eine Runde in 10:07,7 zurücklegte und 135 Stundenkilometer herausfuhr. Lang hat damit erneut bewiesen, daß er erhebliche Fortschritte gemacht hat und noch von sich reden machen wird. Ihm am nächsten kam von Brau- schärfere Gesetzesbestimmungen gegen die furchtbaren Auswirkungen zu schützen sucht, so beweist das nur, daß der Kommunismus mit den Zuständen, die er selbst geschaffen und planmäßig herbeigeführt hat, nun n i ch t mehr fertig wird. Zeder Staat hat die ihm artgemäßen Einrichtungen, und nichts wird grundsätzlich an dem bisherigen Ehebegriff in Sow- setruhland geändert. Nichts deutet darauf hin, daß wirklich eine gesunde Bevölkerunaspolitik geplant ist. Nach wie vor bleibt das wilde Zusammenleben mit der registrierten Ehe gleichgestellt, und die Unterstützung an „kinderreiche Mütter" zeigt, daß die Familie als Urzelle des Staates nach wie vor abgeschafft bleibt. Auch in diesem Gesetz ist sich der Kommunismus treugeblieben. Was aber war die Folge dieser Abschaffung aller sittlichen und religiösen Bindungen, der Gleichste!- lung des wilden Zusammenlebens mit einer Ehe, der Proklamierung des Kindes als Staatseigentum und des Kampfes gegen die Fmilie als ein „lieber- bleibsel der bürgerlichen Ordnung"? — 1): Millionen herrenloser Kinder bevölkern das Land. Sie ziehen von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, bettelnd und stehlend, ja plündernd und mordend. So furchtbar ist diese Plage, daß die Regierung die Todesstrafe gegen Minderjährige einfüh- ren mußte. Die Erziehung in der Sowjetschule aber, der Zuchtanstalt des Kollektivmenschen, vermag nur zu zerstören, nicht aufzubauen, nicht den moralischen Kodex für das Leben mitzugeben. Die Regierung kann aber niemanden für diese Zersetzung der Sowjetjugend verantwortlich machen, die ihr ureigenstes Werk ist. 2): lieber 200000 Alimentenklagen werden im Jahre anhängig gemacht, wie dies der Oberstaatsanwalt Krylenko bekannt hat, und von mindestens der dreifachen Anzahl von Kindern werden bie Väter vergeblich g e - oft nur Zehn- und Zwölfjährigen zusammen. Nichts ist ihnen unbekannt, nichts heilig. 3): Und die Männer? Lassen wir die „Prawda" sprechen: „Bei uns herrschen — um nicht mehr zu sagen — außerordentlich leichte Sitten. Männer aller Berufe und Altersstufen verführen Frauen und Mädchen. Wenn das Kind kommt und sie sich nicht von der Leibesfrucht befreien will, lassen sie sie sitzen. Verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Fast immer wird das Verhältnis mit dem Versprechen eingeleitet, sich registrieren zu lassen (das heißt, die Ehe einzugehen). Das Leben dieser Frauen ist ein Martnrium..." Es ist im Leben der Sowjetmacht so, daß der niedere Egoismus nach wie vor bie Triebfeder ihrer Tätigkeit bleibt. Als sittlich bezeichnen kommunistische Parteitheoretiker das, was der Entfaltung der bolschewistischen Macht und der Sickerung des Endsieges des Weltproletariats dient. Solange es lohnens schien, den niederen Instinkten „ Gardinen tet werden. . „ ..... Die Art, einen Gesetzentwurf „den Werktätigen zur Begutachtung vorzulegen" ist nicht neu. Auch das Gesetz über die kommunistische Ehe von 1926 wurde so behandelt, durch das der Begriff Ehe im europäischen Sinne für das Gebiet des sowjetrussischen Staates endgültig zerstört und unter anderem das wilde Zusammenleben mit der „registrierten Ehe" gleichgestellt wurde. Diese „Begutachtung" bedeutet, daß nunmehr im ganzen Lande in zahllosen Versammlungen und Konferenzen durch Wochen über dieses Problem gesprochen und die weise Vorsehung des großen Stalin" gerühmt wird „der nicht will, daß das Land weiter von dem Krebsschaden der Zerstörung der Familie, des Ruins der Gesundheit Der Frau und der Beseiti- gung der Leibesfrucht heimgesucht werden soll". Daß dieses dieschärfsteKrititanderbis- herigen Politik darstellt, daß damit über sie ein verdammendes Urteil gesprochen wird, das auch hundertfach auf die Regierung zurückfällt, — das vermag die einfache Arbeiterin offenbar nicht einzusehen, die nach der Prawda diese Worte auf einer Versammlung gesprochen hat. Der Regierung geht es offenbar auch nicht so sehr darum, vergangene Fehler zu bemänteln, als vielmehr darum, die vorgeschlagene neue Regelung zur Annahme zu bringen. Daß dies der Fall sein wird, hat die .Prawda" bereits ebenfalls verraten, so daß die ganze „Begutachtung" eher eine Farce ist. Es ist nun freilich nickt so, als ob die Sowiets mit der Einführung dieses neuen Gesetzes grundsätzlich mit allem Bisherigen brechen wollten. Nichts wäre gefährlicher und falscher, als wollte man in diesem unzulänglichen Abhilfeprogramm wieder einmal den Beweis einer angeblichen „Verbürge» licherung" des Bolschewismus sehen, wie dies gewisse ausländische Kreise der Welt schon feit Iah- ren entgegen aller guten Ueberzeiwungen und trotz aller Rückschläge weismachen wollen. Ebenso, wie die Methode dieser eigenartigen „Volksbefragung" nur eine Art Versicherung gegen etwaige neue Mängel ist, so stellt auch das Ganze zwar das Ein- geständnis der bisherigen Fehler und ihre Korrektur dar, es ist aber auf Der anderen Seite nur erfolgt, um den weltproletarischen und den weit- revolutionären Bürger in Zukunft um so fester in der Hand zu haben, um sich gegen die Auswirkungen seines wilden Freibeuterturns im Ehe- und Liebesleben zu schützen und auch um die finanziellen Folgen auf ihn abzuwälzen. Das sind die Folgen der Stalinsch en Ehepolitik: Zerrüttung der Ehen, Verfall der Familie, Aufhebung aller — —1 schafsung jeder Moral. \ . , chitsch mit 10:10 Minuten (134,5 Stundenkilometer). Caracciola fuhr 10:17 und 133 Stundenkilometer. Zum erstenmal tauchte auch Nuvolari auf, um zu beweisen, daß der Alfa Romeo ebenfalls schneller geworden ist. Er schaffte die Runde zunächst in 10:18 (133 Stundenkilometer), kam aber schließlich auf 10:14,3. Seine Markengefährten Brivio und Dreysuß erreichten zunächst 10:38,5 bzw. 10:42, dann aber — als sie sich in der Schlußrunde etwas weniger Zurückhaltung auferlegten — waren sie beide wesentlich schneller. Brivio benötigte 10:27,3, Dreysuß 10:28,1. Gastwirt Neuser. Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei ÄÄ. Klein-Linden Sonntag, den 26. Juli TANZ Anfang 4 Uhr »eeaD Es ladet ein Franz Rathenow Marburg/^ahn, Glsäßer ©fr. 11 25. Iull 1936 LONDORF! Am 25. und 26. Juli 1986 SA.-Reil-, Spring- u. Fahrfurnier unter Teilnahme der Wehrmacht und des neu- gegründeten nationalsozialistischen Reiterkorps. Spring-Konkurrenzen, Dressur-Prüfungen, Fahr-Prüfungen, schöne Schaunummern, Kampfballspiel u.a.m. Samstag nachmittag: Geländeritt. 20.30 Uhr: Begrüßung der Turnierteilnehmer und Kameradschaftsabend mit KONZERT des Musikzuges der SA.-Reiter- Standarte 147 in der Festhalle zu Londorf. Sonntag vormittag ab 9 Uhr: Vorprüfungen auf dem Turnierplatz, 13.30 Uhr: Marsch der Turnierteilnehmer durch Londorf nach dem Turnierplatz. 46330 14.00 Uhr: Aufmarsch der Tumierteünehmer auf dem Turnierplatz, Vorbeimarsch und Austragungen der Konkurrenz 20.30 Uhr: In de Festha le Preis Verteilung und Tanz (R iterbalb. WIESECK Sonntag, den 26. Juli 1986 •TANZ« »Zum kühlen Grund« Adolf Schepers *64nt1 Gießen 4625 A Frankfurter Straße 52/56 - Fernruf 2847/48 Wir können hier nur wenige Beispiele nennen: Der Sommersdilußs Verkauf Kinder-Binde- und Spangenschuhe.. von Chasalla-Restposten im Preis erheblich herabgesetzt! Beachten Sie (♦Röhl* & Co* Bahnhofstraße 44 unsere Fenster 4627Ä 4658A K/o*ei<8e*’to*«^e e*uer Prüfung entsprach. Die Pilotin äußerte sich hocherfreut über das glückliche Gelingen ihres Fluaes. Das Flugzeug, das den Namen „Iduna Germania" trug und eine Spannweite von über 15 Meter und ein Gewicht von etwa 3 Zentnern hatte, wurde am Spätnachmittag durch einen eigens für diese Zwecke gebauten Kraftwagen von Darmstadt aus abaehnft. — Ein nicht alltägliches Naturschauspiel bietet sich seit einigen Tagen, wie vor einigen Jahren schon einmal, vielen Naturfreunden in den Wiesen an der Nieder-Bessinger Strafte Dort kann man täglich 12 Störche bei der Nahrungssuche in nicht allzugroßer Entfernung beobachten. Einen außerordentlich imposanten Anblick bieten die Vögel bei ihrem allabendlichen gemeinsamen Rundflug über der Stadt. Canbftete Gießen Q] Heuchelheim, 25. Juli. In diesem Jahre ist die Bautätigkeit in unserem Orte recht rege. 15 Wohnhäuser sind im Entstehen begriffen und sehen im Herbst ihrer Vollendung entgegen. Während der größte Teil mit Feldbrandsteinen ober Ringofensteinen gebaut wird, verwendet man auch viel die sogenannten Schwemmsteine. — Dlt Landwirte sind jetzt mit dem Schnitt des Roggens eifrig beschäftigt. Während man die Jahre her die Frucht fast alle mit der Mähmaschine mähen M etlnl am Vater. Ja) manche ennbahnen ! ablehnen, ben inter. letmat, wir adindustrie chaffen mit nser Leben Volk uni innerstem ? engeren ) er schon 1 schweren verloren, der drei, hliche Vor. 1 Ende im. lschine zum kurz hinter marund Io unbum alle i, warteten. Trauerbob t lahmende ihm nahe« fte? f. Blumen, Schlummer eine Gattin eine Käme- men in den langenen zu inen bessern Kameraden UE*ö de« «Ä K 6tätl •QUs den DIlntmun9 ^.ppe bes .le Taste *WÄ Spreche E"SpL ,Archen. bt.nid)f ,rbrin9en ltIer etwa 11 herzlich. ler wieder 5 nipr flf. Mrff. i Se/chäU raume itomarttes. i eche vor» i den auße> diesjährigen soll wieder bestens ein« i der Turn- g wurde an- itaaabenb in ät Sprechern mktsahne in orbereitenben Vorschlag be- , am Markt- laemein gut- -lbe bei der am ersten die Ausge- )e noch kein i 5abre soll Markte ver- i* «bk-- b°i ^ 55V*» |fm, dtt unterzoa ?ien$eW »elf griestjei«1 «««* * StÄ« e«»5 1 >. ’* «fÄ p'<„n sch^ Iabtts-n f» .’fj «i»1 suche tn tiw- Wen .«1 ein O ^sft!> tehen ninfl >stein<" JlSi« konnte, ist dies dieses Jahr fast aar nicht möglich. Durch den starken Regen zu Anfang des Monats liegt das Korn überall auf dem Baden und zum Teil auch noch in verschiedenen Richtungen durcheinander. Der Körnerertrag allerdings scheint gut zu werden. * Saasen, 25.Juli. Dieser Tage ereignete sich bei der Arbeit auf dem Felde ein Unglücks- f all. Die Ehefrau des hiesigen Landwirts Otto Koller geriet beim Schneiden der Frucht so unglücklich gegen eine Sense, daß sie sich eine erhebliche Unterschenkel-Fleischwunde zuzog. Da der Acker unweit der Straße Gießen—Grünherg lag, hielten herbeiaeeilte hilfsbereite Bauern ein Auto an, dessen Führer die Verunglückte in die Chirurgische Klinik nach Gießen brachte * Inheiden, 25. Juli. Mit dem Ehrenscbild Kriegskamerad" wurde in diesen Tagen das Pferd des Landwirtes Heinrich Wolf ausgezeichnet. Das Pferd diente während des Weltkriegs im Reserve- Jnfanterie-Regiment 254, und zwar beim Batail- lonsstab Nr. 2 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. Juli. 7. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Psr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkrrche für die Matthäusgemeinde; Propst Knodt. — Johannes- kirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für bte Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kindertirche für die Lutasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; Pfarrassistent Dauth. — Petrnskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Kandidat Dietrich. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst- 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Allen-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.45: Gottesdienst; Christenlehre. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptaottes- dienst; Pfarrassistent Zschau (Gießen). ~ Mamzlar. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a.d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 10.15: Gottesdienst. — wahenborn- Sleinberg. 11.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Garbenleich. 11: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Kirchenchor; Christenlehre für die männliche Jugend; 13: Kindergottesdienst. — Nieder-Vessingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst: Pfr. Gerich (Bellersheim). — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst-, Pfr. Gerich (Bellersheim). — Münzenberg. 10.30: Gottes- dienst mit Beichte und hl. Abendmahl für die Alten; Kollekte für die Jungtheologen der Bekennenden Kirche; 13: Christenlehre; 14: Hausabendmahle. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Kirberg. 10: Lesegottesdienst. — Veilsberg. 10: Lesegottesdienst. Mittwoch, den 29. Juli. Gießen. Sladtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 30. Juli. Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunde. Evangelische Sladtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 26. Juli. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 15: Gemeinschafts-Jahresfest Klein-Linden; 20.30: Evan- gelistionsvortrag. — Mittwoch, den 29. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunden. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstratze 9. Sonntag, den 26. Juli. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 29. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, den 30. Juli. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 26. Juli. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde: 20.30 Uhr: Evangelisation. — Dienstag, den 28. Juli. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 26. Juli. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Dekla- matorium. — Donnerstag, den 30. Juli. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 25. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 26. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- diat; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 27. Juli. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 29. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. vesfentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Frl. Dr. Gürtler, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Bräuning. Apotheke: Engel-Apotheke. SOMM - II 1 tur atte mod.su- eWeTfBiusen* ,-,meComp'ets'W a'i Uhr Kostümen rMontag 8 SMSS Fr3nkfu-'an,Ma,n' - - A — M—- Gießen, Frankfurt den 25. Juli 1936. 4654D Nach kurzem Leiden ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel z Die trauernden Hinterbliebenen : Katharine Schmid, geb. Wiegel und Kinder Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Kalbhenn, für die liebevolle Pflege des Herrn Schäffer und die Kranzniederlegung des Vereins Heiterkeit und der 50-er Vereinigung, danken wir auf diesem Wege herzlichst. Herr Valentin Frey Rentner Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Toni Frey, geb. Dröll. Gießen (Kaiserallee 31). den 23. Juli 1936 4676 D Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Trauerfeier am Samstag, dem 25. Juli, um 12 Uhr im Portal des Neuen Friedhofes zu Gießen in aller Stille statt Daabringer Str. 21 Ehestands-Darlehen! im Alter von 67 Jahren, nach einem arbeitsreichen Leben, am 22. Juli 1936 sanft entschlafen Glas- • Kasten Ladeneinrichtungen für jede Branche gebraucht u. neu. Schreibtisch, Rollschrank, Sessel u. Stühle sehr preiswert zu verk, 4354d :ritz Heimann Frankfurt am Main, I MÖBEL in größter Auswahl und guter Qualität durch Fortfall hoh.Ladenmietq sehr billig! Heute entschlief nach kurzem schweren Leiden unser innigstgeliebtes Kind Helga im zarten Alter von 1% Jahren In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Enz. Gießen (Schottstraße 31), den 23. Juli 1936. Die Beerdigung findet Montag, den 27 Juli,.nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ___________462M AlterHvereinigung 1869 — 1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitgl eder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Valentin Frey geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden dem lieben, von uns hoch- ge chätzten Alterskollegen jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren. Gießen, 25. Juli 1936. Der Vorstand. ___________4690V In tiefer Trauer: Martin Nagel nebst Kindern. Gießen, den 25. Juli 1936. Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Beerdigung in aller Stille statt. Für die vielen Beweise der aufrichtigen Teilnahme sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. _____________03382 ANlllMöll abzugeb. Bestell. erb.wirp.Postk. Dampfsägewerk Lollar B. Nuhn A. 6.,Lollar Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Sonntagn i chmittag 141/2Uhr verschied sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Wilhelmine NaOeLOeli. Mehl im Alter von 63 Jahren. Plötzlich und unerwartet entschlief heute mein treusorgender lieber Gatte und guter Vater im Alter von 48 Jahren Herr Karl Niepoth, Friseurmeister In tiefer Trauer: Frieda Niepoth, geb. Pabst und Tochter Elfriede nebst Angehörigen. Gießen (Marburger Straße 7 I), den 25. Juli 1936. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 27. Juli, nachmittags 2/2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt __________03405 4649A einzelne Sakkos, Flanell- u. 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Der. langhaarige Terrier des Försters ist schon nach kurzer Zeit der Freund aller gewor- den und läßt sich mancherlei gefallen. Für den Ab- lauf des langen Vormittags hat sich bereits nach kurzer Zeit ein gängiger Modus eingespielt. Um Vil Uhr kommt die Mannschaft am Arbeitsplatz an. Um %9 Uhr wird gefrühstückt. Dazu gibt es dann einen großen Topf voll Kaffee, der im letzten Haus des Dorfes gekocht und mit hinaufgetragen wird. Beim Abmarsch um die Mittagsstunde wandert der leere Topf den gleichen Weg zurück. Bis 11 Uhr wird fleißig geschafft, und dann beginnt über Stock und Stein wieder der Abmarsch, zunächst in auf« herrlich bricht das Sonnenlicht in den Hochwald. — Hier transportieren vier Mann einen Stamm zur Schneise. — (Aufnahmen [7]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Solche Hände gibt es bei der Arbeit! Das Harz klebt, beim Waschen gilt es, schwer zu schrubben. Sturm an sich und die Last der Schneemenge riß viele, auch gesunde Bäume nieder. An zahlreichen Bäumen brachen große Zweige ab, andere wurden geknickt, wieder andere durch den Sturm entwurzelt. Der Arbeitsdienst Gießen hat also auch gleichzeitig Holz aufzuarbeiten, das sonst — gerade in den von dem Hier wird Reisig verbrannt und damit gleichzeitig der Borkenkäfer bekämpft. Stoßmessern einen kräftigen Stamm zu schälen, dort bemühten sich vier Mann, einen Stamm zu rollen, da Pferde nicht zur Arbeitsmänner im Katastrophendienst Gegen den Borkenkäfer. — Gießener Arbeitsdienst im Taunus. Arbeit in 500 Meter Höhe. tenberg lagen dichte, schier herbstliche Nebel über ber Landschaft. Der Kraftwagen brachte uns rasch bis Hochweisel und wir unternahmen den Aufstieg hinauf durch eine fast wildromantisch zu nennende Schlucht, die steil nach oben führte. Um die Bäume jagten Wolkenfetzen, die Hänge hinauf drängten Nebelschwaden, die die Sicht hinderten, jeder Ruf erstarb in dem milchigen Weiß oder verfing sich in den Bäumen. Der Wald am Hausberg ist weitläufig, leicht geht man in die Irre, hauptsächlich dann, wenn man die Arbeitsstelle selbst nicht genau kennt, und die Mann- chaft außerdem an verschiedenen Plätzen arbeitet — jeweils dort, wo Sturm und Schneebruch Schaden anrichteten. Je höher wir kamen, Wolken, ja, bald lagen sie uns zu Füßen im Raum und verbargen die Tiefe. Es vergingen nur wenige Minuten noch, da strahlte hellste Sonne, leuchtete klarblauer Himmel über uns! Hin und wieder sahen wir die Markierungen des Taunusklubs an den Bäumen; sie konnten uns aber für unseren Ausflug nur wenig nützen. Bald hörten wir dann auch die Rufe der Arbeitsdienstkameraden, der Schlag der Aexte klang uns entgegen, und schließlich leuchtete heller bläulicher Rauch mehrerer Feuer durch die Stämme; würzig roch es nach verbrannten Nadeln. Verschiedentlich waren wir auf dieser Wanderung zur Höhe an sauber aufgeschichteten Holzstößen vorbeigekommen. An der Arbeitsstelle selbst waren die Holzstöße auch zu sehen. Hier lag sauber abgeschältes Stammholz, und über die blendend weißen Stämme spielte das Sonnenlicht. An anderer Stelle war Brennholz zusammengetragen, außerdem waren aber auch etliche Stapel ebenfalls geschälter Stangen von bestimmter Länge aufgeschichtet, Holz, das, wie wir erfuhren, als Rohstoff für eine Papierfabrik in Okriftel bestimmt sein soll. Das Nutzholz, das hier geschlagen wird, wandert in ein nahes Sägewerk, das anfallende Brennholz als Feuerungsmaterial in eine Zieglei am Fuße des Berges nahe bei Hochweisel. Zum Teil wird das Holz auch als Grubenholz aufgearbeitet und gelangt zu diesem Zwecke in die Gruben des Lahn- und des Dillgebietes und in das Siegerland. * Der Arbeitsplatz bot das Bild fleißigen Schaffens. Hier waren zwei Mann damit beschäftigt, mit gelöster Gruppe, später auf gangbarem Fahrweg in geschlossener Kolonne. Im gleichen Schritt und Tritt zieht die Mannschaft ins Dorf ein, und immer klingt auch eines der schneidigen Marschlieder in den Gassen. Die Bevölkerung von Hochweisel scheint trotz der kurzen Zeit, die der Gießener Arbeitsdienst dort ein- und auszieht, den Helfern im Wald schon recht herzlich verbunden zu sein. Wenn die Mann- schäft um die Mittagsstunde durch das Dorf zieht stehen Bauern und Bäuerinnen freundlichen Ge- sichts unter den Türen. Die Kinder begleiten den Zug und bleiben auf dem Dorfplatz stehen, bis der Lastkraftwagen mit den singenden Arbeitsmännern in der Richtung nach Butzbach den Augen entschwunden ist. Unter Gesang fährt der Wagen auch in Butzbach ein, und sicherlich bleibt manchem, der gerade über die Straße geht, die lustige Umdichtung des im Kehrreim gesungenen Westerwaldliedes im Ohr. Selbstverständlich sind die Kameraden darauf bedacht, den Butzbachern allmählich ihren ganzen Liederschatz vorzuführen, das heißt, jeden Tag wird bei der Einfahrt in Butzbach ein anderes Lied gesungen. Um 12.01 Uhr besteigt man dann wieder den Personenzug, kommt bald nach Gießen, marschiert zum Hotel Kobel (denn dort sind die Fahrräder zweite Aufgabe: wohl jedermann entsinnt sich des heftigen Schneesturmes, der im Frühjahr dieses Jahres sehr unerwartet über die heimischen Wälder hereinbrach und großen Schaden anrichtete. Der Borkenkäfer befallenen Waldgebieten — dem Verderb anheimfallen würde. Die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung des Notstandseinsatzes des Arbeitsdienstes für diese Arbeiten liegt auf der Hand. Das um so mehr, als es gegenwärtig schwer hält, Arbeitskräfte für diese Arbeiten frei zu machen. Der Bauer selbst hat alle Hände voll (und mehr als in anderenJah- ren) mit der Ernte zu tun. * So fahren also jeden Tag 30 Mann nach Hochweisel. Vom Lager im Philosophenwald aus benützen sie zunächst einmal die Fahrräder und fahren um 5 Uhr durch die schlafende Stadt zum Bahnhof, besteigen den Zug, der 5.33 Uhr unsere Stadt verläßt und fahren bis Butzbach. Am Bahnhof Butzbach steht ein Lastkraftwagen bereit, der sie bis nach Hochweisel bringt. Und nun beginnt sofort ein steiler Anmarsch, den 486 Meter hohen Hausberg hinauf. Das Arbeitsfeld — mitten im Wald — liegt dicht unterhalb des Gipfels. * Wir ließen es uns unter der freundlichen Füh- rung von Oberfeldmeister Lösch dessen nicht verdrießen, die Kameraden des Arbeitsdienstes am vergangenen Donnerstag einmal an ihrer Arbeitsstelle aufzusuchen. Der Tag hatte grau in grau begonnen und im Hüt- nng stehen, um das Holz wie sonst aus alb zu schleifen. Hier schürten ein Paar Kameraden die vier oder fünf Feuer mit dem anallenden Reisig und dort, tiefer im Wald, hieb ein besonders muskulöser Kamerad mit einer schweren Axt und mit sichtlicher Sachkenntnis die „Fall- kerb" in einen Baum, der in halber Höhe vom Sturm geknickt worden war. Zwei andere standen mit der Säge dabei, um bald darauf auch auf ihre Weise Hand an den Stamm zu legen. Die Arbeit, die hier die Gießener Arbeitsdienstkameraden leisten, ist nicht als leicht zu erachten. Es ist ein erheblicher Einsatz an Körperkraft nötig, andererseits muß man auch berücksichtigen, daß die Arbeitsmänner des Gießener Lagers zum großen Teil aus Städten des Saargebiets stammen und diese Holzarbeit im Walde wenig oder nicht gewohnt sind. Für den Zugführer Weigel ist daher die Verantwortung groß, denn es sollen alle möglichst unverletzt mit nach Hause kommen. Aber die Kameraden sind mit Freude bei dieser Arbeit, die — bei allem notwendigen körperlichen Einsatz — des romantischen Charakters nicht entbehrt. Die Arbeit im Walde ist schön, die Landschaft der tief unten liegenden Wetterau bietet sich immer anders dar, Arbeitsmänner sind es gewöhnt, früh aufzu- stiven! Der Tag beginnt und endet früher als bet m nchem zivilen Nachtschwärmer. Im allgemeinen rvtd im Lager der Arbeitsdienstabteilung 5/222 „^lustus von Liebig" Gießen um 5 Uhr geweckt. Es gilt aber auch Ausnahmen. So hat gerade gegen- v rtig ein Zug der Abteilung schon eine Stunde fr her aus dem Bett zu steigen, also um 4 Uhr — eher Zeit, zu der sich der größte Teil unserer Gie- ßmer Bevölkerung nicht nur einmal, sondern noch trtyrere Male im Bett auf die andere Seite zu lesen pflegt. * Daß sich im Arbeitsdienstlager „Justus von Lie- ti " am Philosophenwald ein Zug von 30 Mann so fr.li) erhebt, hat seinen besonderen Grund: der Zug ist im Katastrophendienst einge- sijtzt, und zwar für bestimmte Zeit im Taunus, Lzio. an dessen östlichem Ausläufer — am Haus- k-g —, der sich aus Gießener Perspektive gesehen — über Hochweisel (bei Butzbach) erhebt. Die Ar- kttsmänner sind hier, auf die Bitte der Gemeinde uö auf die Befürwortung des zuständigen Forster tes hin, zum Kampf gegen den Borkenkäfer ein- (Mtzt, gleichzeitig gilt Der Einsatz aber auch der Aufarbeitung von Holz für die verschiedensten Zwecke. Ras den Borkenkäfer anbetrifft, so weiß wohl jihrmann, daß er ein gefährlicher Schädling unsere, Wälder ist. Er bohrt zahllose Gänge in die iRnbe der Bäume und in das Kambium, die Levensstränge des Baumes. Andere Arten gehen er das Stammholz und machen es wertlos. Der ^ijfer bringt bei starkem Auftreten den Baum zum Eingehen. Seine Gefährlichkeit liegt in seiner Frucht- jc-feit. Aus kranken Bäumen geht er in gesunde ikr und führt so sein Zerstörungswerk im Walde cis. Die befallenen Bäume zu beseitigen, nieder- Lk'.rochenes, von Käfern befallenes Aftwerk durch ftiuer zu vernichten, das ist die einzige Möglich- le~ der Bekämpfung des Schädlings. Und für diese arbeit wurden nun auch 30 Mann des Gießener Meitsdienstlagers eingesetzt! Die Arbeitsmannen haben dabei aber auch eine Wandern und Reisen Wasser, Wie komme ich .5um Strandbad Jlillorsbach 2 Alsfeld Homberg Schlih Mendorf Lauterbach Bad Salz fchfirf Grunbe Ulrich Pein ■ferbfteJn Laubach Schotten nunoen Nidda Butzbach 8erftadf Ranftadl Schlüchtern Bad Soden Bad Orb Gelnhaufen Vilbel 4670 D Hanau Frankfurt Offenbach Eine Einladung Flensungerhof Mücke!±«SS dieser Stelle Christi. Erholungsheim. Herrliche Höhenluit, lcindl. besuch Ihres Stille, viel Wald, gute Verpflegung, 4 Mahlz., Bao an z. Besuch Gießen u.Oberh. Bad Homburg „Wälder, Wild, Wiesen, Weiden, Wege, Wein." Ich wünsche glückliche Reise! Bad Nauheim Friedberg streichelt und alle die roten Köpfchen des Heidekrauts purpurn in der untergehenden Sonne ausleuchten. Schön ists, von ragender Burg ins weite Land zu blicken oder im Schatten einer stillen Klosterruine den Sommertag, zu verträumen. Jetzt verrät uns wohl auch jemand die „sieben W", die des Westerwaldes Reichtum ausmachen: untergestellt) und wenig später sitzen die Arbeitsmänner mit rechtschaffenem Hunger vor dem Mittagessen im Saale ihrer Unterkunft. Hauses führt zu Gästen aus Gießen ©—- Wetzlar Strandbad Hillersbachy-'üedem Sevrentage auf Sylt von Margarete Boi- Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Barges. 62 Seiten. Kartoniert RM. -.90. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo Vevmühlev-Veviag, Verlin-Lichtevfelde tauscht wird: „Hui Wäller? — Allemol!" Lauscht man dann ihren Gesprächen und Erzählungen, die mit liebevollem Stolz immer wieder um ihre Heimat kreisen, entsteht langsam ein neues, farbenreiches Bild. Es taucht auf der schöne Westerwald. Da spricht der eine wohl vom Siebengebirge. Zu den Schlummerliedchen,^ie ihm die Mutter an der Wiege sang, rauschten und raunten zwar des Rheines Wogen- aber wenn er auf den Drachenfels stieg oder nach der Klosterruine von Heisterbach wanderte, dann fühlte er doch, wie vom Osten her, von den Höhen des Westerwaldes, so etwas wie Heimatlust ihn anwehte. Der andere stopft sich seine kurze Tonpfeife mit dem abgebrochenen Rohr; fast zärllich betrachtet er den schwarzgeräucherten Kopf. '„Bon meinem Vater selig", sagt er nur. „Wie er noch seine 2^-3000 Pfeifen am Tage machte, ginge ja ganz gut; aber nach dem Kriege ließ das Geschäft der Mutzenbäcker auch immer mehr nach. Da hatten es andere Orte im Kannenbäckerland, vor allem Höhr und Grenzhausen, doch wesentlich besser. Mit ihren künstlerischen Erzeugnissen der Steinzeugindustrie konnten sie auf dem Weltmarkt wohl antreten. Ra, und zu den Bierkrügen konnten sie auch gleich den Hopfen liefern, der in ihrem Gebiet angebaut wird. Prost!" „Prost!" antwortet einer, indem er neidvoll nach dem heimatlichen Steinkrug schielt und sein Wasserglas hebt: „Aber auch so bleibe ich der Heimat treu. Karlssprudel aus Biskirchen an der Lahn, ein richtiger Gesundbrunnen! Und zur Abwechslung einmal ein Gläschen von den anderen Mineralquellen des Westerwaldes: dem Augusta-Viktoria- Sprudel in Selters, dem Arienheller oder dem Hubertussprudel mit seiner Wasserhergabe von 52 000 Liter in der Stunde." Von den Schönheiten der Landschaften erzählen sie sich, rote sie überall gefunden werden. Sie sprechen von der Nassauischen Seenplatte im Herzen des Westerwaldes oder von der Krop- pacher Schweiz; sie sprechen von den anmutigen Tälern, in denen die Nister, die Wied, die Sayn, die Dill fließt. Dunkle Tannen grüßen von den Berghängen, und weite Buchenwaldungen laden zum stillen Ergehen ein. Von den Wiesen hört man das Geläute der Rinderherden oder man sieht einen schweigsamen Schäfer nachdenklich zwischen seinen Tieren stehen. Aufblühende Städte und freundliche Dörfchen, von einer alten Kirche überragt, schmiegen sich ins Gelände. An manchen Stellen sind die Dächer ihrer Häuser fast bis zur Erde hinabgezogen; denn im Winter brausen die Stürme über die Höhen, und ungeheure Schneemassen stauen sich an den Schutzhecken, die in mehrfachen Reihen auf der Wetterseite gepflanzt sind. Besonders schön ists, wenn die Sonne über den wogenden Feldern strahlt, wenn sie flimmernde Lichtkringel auf den weichen Waldboden malt und Ginster und Arnika in gleißendes Gold taucht. Schön ists auch, wenn der Abendwind die Heiden StrUe, vrel Wald, gute Bervilegung, 4 Mahlz., i.Hse. Biele Ausflugsmöglichkeilen.Tägl. Andachten- Werbeschrift auf Verlangen. Tagespreis Mk. 3-3.5U und 10% gesetzlicher Bedienungszuschlag. mmD Kleine Station. Von Christian Bock. Wenn der Zug lange Stunden gefahren ist — die Reiselektüre taugt schon nicht mehr recht, dann wird mit einem Mal das tönende Klickklack der Schienen langsamer, die Leute senken die Bücher und Zeitungen und sehen hinaus, was nun kommen mag. Dann hält der Zug. Einer läßt das Fenster herunter und lehnt stch heraus, die Lokomotive vorn atmet in langen Zügen, unten am Bahnsteig geht der Schaffner vorbei und ruft den Namen der Station aus — er klingt ganz klein. Es hält dich nicht länger, du stehst auf und stellst dich neben den Mann am Fenster und hälft den Kopf schief heraus, in mäßiger Neugier. Da ist nun der Bahnhof — etwas traurige Farben haben sie hier, das rauchige Rot der Mauern, und das Grün der Bäume ist, als sei es noch vom letzten Jahr. An der Wand hängt ein Fahrplan in großem Quadrat, lange Regentränen sind darüber gezeichnet, laufen im sanften Zickzack von oben noch unten hin. Aber hinter dem Bahnhof läßt es sich freundlicher an. lieber das Grasgrün der weiten Flächen legen sich die breiten Streifen der Kornfelder, ein, zwei Häuser heben sich klein über den Horizont. Kreis Wetzlar. ± Atzbach, 24. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 65 550 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 325 o. H. (des staatlich veranlagten Grundbeträges), Grundvermögensteuer II 325 v. H., Gewerbeertragsteuer 375 v. H., Gewerbekapitalsteuer 375 v. H. und Bürgersteuer 500 v. H. des Reichssatzes. Für die Instandsetzung der Kirche und die (Erneuerung der Heizungsanlage in der Kirche find 1500 Mark im Haushaltsplan vorgesehen. Die Fürsorgekosten sind von 8600 Mark auf 5000 Mark zurückgegangen. Für die Errichtung einer Leichenhalle sind 1200 Mark bereitgestellt. 2) Erda, 24. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 71980 Mark, im außerordentlichen Haushalt in Ausgabe und Einnahme mit 2000 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögensteuer I 260 v. H., Grundvermögensteuer II 260 v. H., Gewerbeertragsteuer 300 v. H., Gewerbe- kapitalsteuer 300 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Bürgersteuer 300 v. H. des Reichssatzes. Zur Verbesserung des Feuerlöschwesens soll ein Schlauchtrockenturm errichtet werden, für den die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan eingestellt sind. Aus der Veräußerung von Gemeindegrundstücken ist eine Einnahme von 2000 Mark zu erwarten, die zur verstärkten Schuldentilgung verwendet werden soll. Aus laufenden Mitteln soll ein weiterer Betrag von 6200 Mark für den gleichen Zweck Verwendung finden. Die Gemeinde besitzt 484 Hektar Wald und 20 Hektar Acker- und Wiesenland. Die Einwohnerzahl betrug bei der letzten Personenstandsaufnahme 1082. > Dornholzhausen, 24. Juli. Ein Zeugnis roahrerVolksgemeinschaft legte die hiesige Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft ab. Der Landwirt Konrad K l ö s leidet seit zwei Jahren an einer schweren Krankheit, in deren Verlauf er nicht nur vollständig arbeitsunfähig geworden ist, sonderen noch gepflegt werden muß. Da es seinen Familienangehörigen nicht möglich war, die (Erntearbeiten allein vorzunehmen, taten sich aus eigenem Entschluß gestern die Mitglieder der NS.- Frauenschaft zusammen und ernten ein Grundstück mit Roggen ab. Innerhalb weniger Stunden hatten Frauenschaft zusammen und ernteten ein Grundstück abgeerntet, eine Tat, die nicht nur in unserem kleinen Hüttenbergdorfe, sondern auch darüber hinaus großen Eindruck hinterlassen hat. Rundfunkprogramm. Samstag, 25. 3u(i. 6 bis 8 Uhr: Musik in der Frühe. Früh-Gym- nastik. Alle Reichssender getrennt: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.05: Von Dorf zu Dorf — gefiedelt, gejodelt, gezupft und geblasen. 9: Eine kleine Morgenmusik. 10 bis 12: Unterhaltungsmusik. 12 bis 13.45: Unterhaltungsmusik zeitgenössischer deutscher Komponisten. Hörberichte von den olympischen Trainingsbahnen. Dazwischen 12.55 Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.45: Alle Reichssender getrennt: Neueste Nachrichten. 14: SHfc.Iei — von Zwei bis Drei! 15: Serenaden. 16: Humor im Sport — hat hier das Wort! Zwei Pause (17 bis 17.10): Ein bißchen Lachen. 18: Blasmusik. Hörbericht vom Rennen in München-Riem um das „Braune Band". 19: Hausmusik. Dazwischen Hörberichte. 20: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 4. Tag: Freut euch des Lebens! Ein deutsches Volksfest im Spiegel der Musik. Dazwischen (20.50): Bericht vom Kongreß. 22: Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Deutschlandecho. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 1: Konzert nach Mitternacht: Johannes Brahms. 1.55 bis 2.15: Fackelstaffellauf Olympia—Berlin. Das Olympische Feuer erreicht Belgrad. Weihestunde an den Königsgräbern auf dem Berg Oplenac in Jugoslawien. Montag, 27. Juli. 6 Uhr: Musik in der Frühe. Frühgymnastik. Nachrichten. 8.05: Volkslieder — Volkstänze. 9: Zur Unterhaltung. 10: Solistisches Musizieren. 11: Unterhaltungskonzert. 12: Musik am Mittag. Dazwischen Vorolympische Hörberichte. 13.45: Nachrichten. 14: Allerlei — von zwei bis drei. 15: Kammermusik. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Jetzt trag' die Trommel vor uns her, Kamerad! 19: Südliches Feuer. Dazwischen Hörberichte. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. 5. Tag: Laß doch der Jugend ihren Lauf ... Dazwischen (20.50): Echo des Tages. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Vorolympische Streiflichter. 22.30: Ballettmusiken. 24: Wir hören die Völker der Erde. Lieder aus aller Welt. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Weit hinten kreuzt das gerade Band der Ehausiee den schlängelnden Trott der Landstraßen, nimmt mit leichtem Schwung die sanften Hügel, taucht durch Tannenwälder und fährt auch über Seen auf einem schmalen Damm, immer begleitet von Tele- graphenpfählen und einer Schnur von Bäumen. Da hinten irgendwo liegt die kleine Stadt. Vorn am Bahndamm stehen an den Holzplanken die hochbeinigen Fohlen mit schiefen Köpfen, äugen und stürzen plötzlich, wenn ein Geräusch sie schreckt, mit trampelnden Hufen in die Felder. Aber das gute Volk der Kühe liegt gemächlich und käut zufrieden mit den Mäulern. Ja, hier müßte man nun eigentlich kurzerhand aussteigen, dableiben, nie mehr weiterfahren, unter alles, was war, einen ganz dicken Strich malen, einfach nicht mehr mitmachen, fahrt doch weiter, reift, wohin ihr wollt,- macht Geschäfte, wenn ihr könnt, verdient, fragt eure Aktentaschen durch die Straßen der großen Städte, lauft, rechnet, strengt euch an — ich mache nicht mehr mit, ich bleibe hier! Aber dann plötzlich läuft ein Läutewerk ab, die Ketten rasseln wie in einer alten Standuhr, holen mühsam aus zu drei vollen Schlägen, gleich fahren wir wieder. Der Zug ruckt an, langsam fährt der Bahnhof vorüber, ein Weg mit geschlossenen Schranken kreuzt die Schienen, Weichen krachen unter den Rädern, die nun schneller werden. Hinten verschwindet die kleine Station und sieht so aus, als ob sie winken möchte. Der schöne Westerwald. Von Carl Peter Bauhof. „Nanu", höre ich manchen sagen, wenn er diese Ueberschrift lieft, „der schöne Westerwald?" Und bann legt er die Stirne in bedenkliche^ Falten und erinnert sich dessen, was er in der Schule so gelernt hat: „Der Westerwald ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges und nimmt den Raum zwischen Rhein, Lahn, Dill und Sieg ein. Seine Basaltbrüche, Eisenerz- und Braunkohlenlager sind bekannt, — und im übrigen ist er ein rauhes und unwirtliches Hochland, das in dem Berg mit dem bezeichnenden Namen „Fuchskauten" feine höchste Erhebung hat. Wo sich Fuchs und Hase also schon Gute Nacht sagen werden, und woran man im ganzen etwas Schönes bestimmt nicht finden kann." Ja, so dachte ich auch. Zumal mir aus der bekannten Beschreibung des Westerwaldse von W. H. Riehl noch das im Gedächtnis herumspukte: „Wenn man den Südabhang der Bergkette hinaufsteigt und bei den Bewohnern Umfrage hält, wo denn nun der eigentliche Westerwald beginne, so wird man immer weiter nordwärts gewiesen; hat man aber endlich den höchsten Kamm des Gebirges erreicht und steigt die nördlichen Talgesenke hinab, so weisen einen die Leute wieder nach dem Südabhang zurück. Kein Mensch will auf dem eigentlichen Westerwald wohnen. Und doch sind das Heimatgefühl und der Heimatstolz des echten Westerwäl- ders mächtig genug. Auch der heimweh-selige Jung- Stilling war ein Westerwälder. Nur den Namen möchte man meiden ..." Ja, das dachte und wußte auch ich! Bis ich zweierlei entdeckte: einmal, daß die Abhandlung des guten Herrn Riehl über „das Land der armen Leute" schon von unseren Großeltern gelesen wurde, — und zum anderen, daß mir gerade die beiden Schlußsätze des daraus mitgeteilten Absatzes entfallen waren. Die lauten nämlich: „Daraus läßt sich schließen, daß der Westerwald besser sei als sein Ruf. Und so ist es in der Tat." Solche Rückständigkeiten sind natürlich äußerst unangenehm. Und um sie zu vermeiden, kann ich jedem nur den guten Rat geben, durch sein Schulwissen vom Westerwald einen dicken Strich zu ziehen und wohl achtzugeben, wo beim Händedruck deutscher Menschen laut und freudig der Gruß ge= bunte Stunden zwischen Start und Ziel.. 18: Ewald Straesser: Trio, Werk 33, D-dur. 18.30: Blasmusik. 19: Volkslieder, Volkstänze. 20: Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Weltkongreß für Freizeit und Erholung. Wir schlagen die Brücke —. Deutschland grüßt die Welt — die Welt grüßt Deutschland. Großes Treffen der Gäste des Jn- und Auslandes in der Hanseatenhalle. 22: Alle Reichssender getrennt: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Großer Preis von Deutschland. Die Starterliste vom Nürburg-Rennen am 26. Juli. 22.30 bis 23.30: Tanzmusik aus aller Welt. Die besten Kapellen spielen für Sie! 23.30 bis E55: Unterhaltungskonzert. 1 bis 2: Konzert nach Mitternacht. Heitere Opernkunst. Sonntag, 26. Juli. 6 Uhr: Musik in der Frühe. 8: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 9: Sonntägliche Musik. 10: Frohe Weisen. 10.45: Großer Preis von Deutschland. Vorbericht und Hörberichte vom Start und den ersten Runden des Nürburg-Rennens. — 11.30: Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1936. Bilder und Eindrücke vom großen Festzug. 12.30: Musik am Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht vom. Verlauf des Nürburg-Rennens. 13.30: Fortsetzung der Musik am Mittag. 14:. Bunte Schallplatten. 14.30: Großer Preis von Deutschland. Hörbericht von den letzten Runden des Nürburg-Rennens. 15: Unterhaltungsmusik. 16: Unterhaltungskonzert. In der Wanderfahrten. Reiskirche« — Winnerod — Wirberg — Grünberg. Mit der Sonntagskarte Grünberg fahren wir nach Reiskirchen und gehen zunächst ohne Zeichen nach Winnerod. Hier haben wir vielleicht Gelegenheit, das Innere des efeuumrankten Kirchleins zu besichtigen, das einige sehenswerte Epithaphien aufzuweisen hat. In Winnerod treffen wir auch das von Gießen kommende blaue Dreieck, das nunmehr unser Wegzeichen bildet, und dem wir nach rechts folgen. Teils durch freie Gegend, t?ils durch schöne stille Waldung kommend gelangen wir über den kleinen Ort Bollnbach hinauf zur hochgelegenen Pfarrei Wirberg, wo sich uns eine schöne Fernsicht bietet. Das alte schlichte Kirchlein sowie einige Umfassungsmauern erinnern noch an das vor 400 Jahren eingegangene Nonnenkloster. Auf hübschem gewundenem Pfad steigen wir hinab und erreichen über Göbelnrod nach im ganzen dreistündiger Wanderung unser Endziel Grünberg. Wetzlar — Siebenmühlenlal — Napoleonsstock — Kleeberg — Butzbach. Von unserem Ausgangspunkt Wetzlar folgen wir, nachdem wir die Stadt durchschritten haben, roten Strichen, die uns über Nauborn in das reizvolle Wetzbach- oder Siebenmühlental bringen. Wir kommen an der idyllisch gelegenen Honigmühle, später noch an einigen Mühlen vorüber durch Niederwetz nach Oberwetz, wo wir das Zeichen verlassen und nunmehr gelben Punkten über den Napoleonsstock (365 m) bis zum Schnittpunkt „schwarzer Punkt" nachgehen. Letzteres Zeichen führt uns alsbald nach dem hochgelegenen Kleeberg, das von einer Burg überragt ist und gute Gasthäuser aufzuweisen Hot. Die schwarzen Punkte begleiten uns weiter durch das Kleebachtal (hübscher Rückblick auf Kleeberg), später durch schöne Waldung an dem anmutig liegenden Forsthaus Butzbach vorbei nach unserem Endziel Butzbach, das wir nach insgesamt sechsstündiger Wanderung erreichen. Das alles ist das Erlebnis der Stunden des Vormittags von 4 bis 12 Uhr. Und das alles ist eine Welt für sich! Ist kraftvolle, sinnvolle Existenz, ist für unsere männliche Jugend eine Schule, eine Ertüchtigung, eine Erziehung zum Geiste der Volksgemeinschaft — und ist werteschaffende, werterhaltende Arbeit! Da stören weder das Wetter noch die Laune eines Einzelnen die sinnvolle Tat. In der Leistung der Gemeinschaft und in der Selbstverständlichkeit, mit der diese Arbeit getan wird, liegt die Größe, die durch den Geist im Dritten Reich ausgelöst wurde aus den Quellen der Kraft des deutschen Menschen. 30 Mann Gießener Arbeitsdienst schaffen am Hausberg! Ein Stein im Mosaik des deutschen Aufbaues! Amtsgericht Gießen. Wegen versuchten Betrugs im Rückfall wurde der R. I. aus Offenbach zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte bot einer Anzahl Personen Uhren an unter der Vorspiegelung, sie seien aus Gold und von schweizerischem Fabrikat. In Wirklichkeit handelte es sich um ganz geringwertige Sachen. Der L. G. aus Gießen entwendete seiner Dienstherrin ein Fahrrad und verkaufte es in Frankfurt. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Wegen schweren Diebstahls wurde die I. B. aus Butzbach zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte erbrach bei einer Frau, bei der sie Aufnahme gefunden hatte, einen Koffer und entwendete daraus ein Kleid. Preußen. Warnung vor einem Betrüger. LPD. Frankfurt a. M., 24. Juli. In letzter Zeit trat in Frankfurt a. M., Offenbach und Umgebung ein Betrüger auf, der sich M. bzw. Martin Schiefer nannte und sich mit dem Vertrieb von Waschmaschinen befaßte. Er bezeichnete sich als Generalvertreter einer auswärtigen Firma und engagierte in mehreren Fällen Untervertreter, denen er die Provision vorenthielt. In einigen Fällen ließ er sich auch für ein angebliches Auslieferungslager Kautionen zahlen, die er veruntreute. Einem Interessenten gegenüber gab er an, daß auf dem'Bahnhof mehrere Waschmaschinen lagerten und erschwindelte dann von diesem einen größeren Betrag. Leichenfund durch Pilzsucher. LPD. Bad Homburg v. d. H., 24. Juli. In dem Wald zwischen Friedrichsdorf und Dillingen fanden Pilzsucher eine männliche Leiche. Durch die benachrichtigten Behörden wurde der Tote als der aus Frankfurt stammende uni) im Altersheim Hüttenmühle in Köppern untergebrachte Anton Wetzelsberger identifiziert. Wetzelsbergerhatte trotz des Verbots die Gewohnheit, allein durch die Wälder der Umgebung zu streifen. Auch diesmal hatte er sich am 16. dieses Monats aus dem Heim entfernt und wurde feit dieser Zeit vermißt. Nach dem ärztlichen Gutachten ist anzunehmen, daß der Tod durch einen Schlaganfall eingetreten ist, zumal Wetzelsberger bereits zweimal Schlaganfälle gehabt hat.. Zur Erholung wohin? In den „Änker" nach Kleinheubach am Main (Strandbad) preiswert und gut Telefon 429 Amt Miltenberg i erlangen Sie Prospekt. 2iP Luftkurort Hohenstein Gnslsions ».Pension Burg Hohenstein Sommerfrische,Wochenende. Prospekt durch H. Keßler. 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Erick Schnarre (Recklingh Die vom Deutschen Olympischen Ausschuß be- kanntgegebene Liste unserer Olympia-Boxmannschast hat folgendes Aussehen: Fliegengewicht: Alfred Graaf (Hamburg), Willi Kaiser (Dortmund). Bantamgewicht: Josef Schmitz (Dortmund), Wilhelm Stasch (Kassel). Federgewicht: Josef Miner (Breslau), Arthur Büttner (Breslau). Leichtgewicht: Karl Schmedes (Dortmund), Willi Dixkes (Hamm). Weltergewicht: Erich Campe (Berlin), (Bremen); Alfred Schwarzmann (Wünsdorf); Willi Stadel (Konstanz); Innozenz Stangl Michael Murach (Gelsenkirchen). Mittelgewicht: Adolf Baumgarten (Hamburg), Bruno Loibl (Ulm). - Halbschwergewicht: Joh. Jaspers (Stet- Für die Olympische Ruder-Regatte in Berlin- Grünau hat Deutschland für alle Bootsklassen gemeldet. Ohne Ausnahme werden die Sieger der Grünauer Meisterschafts-Regatte die deutschen garten vertreten, im einzelnen also: ® o'pVVl rS: ^illi Kaidel (Sdjroeinfurt); kNb(nerI6t = uermann: Willi Eich. t°rtiUe9Dr mU St^-rmNnn: Gerhard Gust- mann; 5=rbert Adamski; St.: Dieter Arend (Ber- Iinm; erer ohne Steuermann: Rudolf Eck» stein- Anton Rom; Martin Karl; Willi Menne (Würzburger RV. 1875). Vierer mit Steuermann: Hans Maier; Walter Bolle; Ernst Gaber; Paul Söllner (Nr. 1 und 3: Amicitia Mannheim; Nr. 2 und 4: Ludwigshafener RD.). Achter: Alfred Rieck; Helmut Radach; Hans Kuschte; Heinz Kaufmann; Gerd Vals; Werner Lackle; Hans Joachim Hannemann; Herbert Schmidt; St.: Wilhelm Mahlow falle Berliner RG. Wiking). Unsere Turner und Turnerinnen. Der Deutsche Olympische Ausschuß gibt letzt die amtlichen Meldungen der Turnerinnen, der Turnei und der Boxer bekannt. Folgende Turner | "6 chHg ^cht? Herbert Runge (Wupper- Frey (Bad Kreuznach); Walter Steffens! tal), Erich Schnarre (Recklinghausen). (München); Matthias Volz (Schwabach); Ernst Winter (Frankfurt a. M). Die deutschen Turnerinnen, die unsere Olympia-Riege bilden, sind die Folgenden: Käthe Sohnemann Hamburg, früher in Gießen); Julie Schmitt (München); Erna Bürger (Eberswalde); Isolde Frölian (Dresden); Paula Pöhlsen (Hamburg); Anita Bär- wirth (Kiel); Trude Meyer (Hannover); Friedel I b y (Nürnberg). Das Aufgebot der Boxer. Deutschlands beste Kanufahrer. Die deutsche Mannschaft für die olympischen Kanu-Wettbewerbe wurden wie folgt aufgestellt: Langstrecken-Regatta, 10 Kilometer: Faltboot-Einer: Hörmann, Eßlingen (Ersatz: Triebe, München). Faltboot-Zweier: Horn - Hanisch, Berlin (Resch-Muggenthaler, München). Kajak-Einer: Krebs, München (Kleckers, Düsseldorf). Kajak-Zweier: Landen-Devers, Köln (Well- mann-Calaminus, Düsseldorf). Kanadier-Zweier: Schuur - Holzenberg, Hamburg (Bröcker-Hubert, Hamburg). Kurzstrecken-Regatta, 1000 Meter: Kajak-Einer: Cammers, Hamburg (Burmeister, Hamburg). Kajak-Zweier: Tilker - Bondroit, Herford (Kloth-Hillmann, Hamburg). Kanadier-Einer: Koschick, Hamburg (Pa- tega, Hamburg). Kanadier-Zweier: Sack-Wedemann, Hamburg (Sievering-Ruthenbeck, Hannover). Sportamt „Stoff durch Freude^. heute: Beginn eines neuen Vorbereitungskurfus für das Reichsfportabzeichen! Heute beginnt um 17.30 Uhr (pünktlich) ein neuer Borbereitungskursus auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. Der Kursus läuft über sech. Doppelstunden und kostet für Mitglieder der O^'F. 1,80 Mark, für Nichtmitglieder 3 Mark. Anmeldungen nimmt der Sportlehrer vor Beginn der Uebungsstunde entgegen. Deutsche Kegler-Eukopamelster auf Bohle. Einen schönen Erfolg errangen die deutschen Kegler am Freitag in der Deutschlandhalle, wo dir Europameisterschaft für Fünfermannschaften auf Bohle zur Entscheidung anstand. Die vier deutschen Mannschaften belegten nach prächtigen Leistungen die ersten Plätze vor den beiden dänischen Vertretungen. Europameister wurden Wambach (Berlin), 'Gebhardt (Hamburg), Cornelius (Kiel), Tams (Flensburg) und Walsch (Jüterbog) mit 3774 Holz. Die Polen verzichteten auf den Start. Der Belgier Wellens wurde Europameister auf der Scherenbahn mit 1160 Holz. Der Deutsche Gerhardt sowie Luecking und Schilling folgten — knapp geschlagen — als Nächste. Einen Städtekampf auf der gleichen Bahn bemannen die Brüsseler mit 3141 gegen 3080 Holz der Berliner. Auf Asphalt bezwang die Teschecho- sloioakei die deutsche Ländermannschaft knapp mit 5379:5374 Holz. Am Freitag gab es aber einen weiteren großen deutschen Erfolg im Kompf um die E i n z e l w e l t- mei st erschüft auf der ^-Bahn. Als einziger der zahlreichen Teilnehmer kam der Frankfurter Karl Goldhammer über 900 Holz. Mit 921 Holz holte er sich den Weltmeistertitel vor den beiden Amerikanern Red Day (897 Holz) und Baumann (887 Holz). Außer den beiden Amerikanern kämen nur noch sieben Teilnehmer auf über 800 Holz. Dreier-Mannschaften kämpften auf der )-Bahn um den „M a x - S ch m e li n g - Pokal", wobei Amerikaner, Finnen und Schweden sich in die ersten Plätze teilten. HAUS DER GUTEN Mein am Montag früh, um 8.15 Uhr, beginnender Sommer - Schluß-Verkauf bietet aufeerge wohnliche Preisvorteile! Beachten Sie bitte meine Schaufenster-Auslagen! 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Was unserem Reiseführer jedoch fehlt, ist ein Hinweis auf beachtenswerte technische Anlagen, an denen auch der technisch Interessierte nur zu oft vorbeigeht, weil ihn niemand aufmerksam macht. Dennoch verdienen die technischen Werke als Ausdruck deutscher Schaffenskraft Eingang in das Wissen um unser Volksleben zu erhalten. Wandert man durch den hohen Schwarzwald, dann trifft man eines Tages auf einen der höchsten Bergseen Deutschlands, den saft 900 Meter hoch gelegenen Schluchsee. Diesem gewaltigen Gebirgssee kommt insofern eine hervorragende technische Bedeutung zu, als einen riesigen Stausee für eine Wasserkraftanlage bildet, während der See bis vor wenigen Jahren nicht viel über den Ort Schluchsee hinausreichte und im Schwarzatal nach Süden einen romantischen Abfluß hatte, erstreckt er sich heute viele Kilometer weiter nach Nordwesten und hat einen Wasserinhalt von über 100 Millionen Kubikmeter. Sein südliches Ende ist durch eine 36 Meter hohe Staumauer abgeriegelt, an deren Fuß man vergeblich das erwartete Kraftwerk sucht. Dieses liegt vielmehr sechs Kilometer weit südlich entfernt und überrascht den Wanderer in einem tiefen Talkessel bei dem Orte. Die Zuleitung des Schluchseewassers erfolgt durch einen sechs Kilometer langen Stollen, der 48 Meter unter dem Wasserspiegel gegenüber dem Ort Schluchsee in der Bergwand beginnt und kurz vor dem Kraftwerk Häusern in zwei großen Druckrohren endigt. Die Krafterzeugung im Schluchseewerk ist einzig in ihrer Art. Die Maschinen erzeugen nicht nur Strom und verbrauchen dabei das Wasser des Schluchsees, sondern sie verbrauchen auch Strom und pumpen dabei das zu Tal gelassene Wasser wieder in den Schluchsee zurück. Die Kraftleitungen des Werkes erstrecken sich von den Alpen bis zum Rheinischen Industriegebiet. Sie sind mit den Leitungen der Wasserkraftwerke im Hochgebirge und denen der Kohlenkraftwerke im unteren Rh ein- gebiet verbunden. Auf diese Weise ist es möglich, im Winter, wenn die aus Gletschern gespeisten Hochgebirgskraftwerke wenig Wasser haben, Strom in die Schweiz zu schicken und umgekehrt im Sommer, wenn die Gletscher viel, die deutschen Mittelgebirge infolge der Trockenheit aber wenig Wasser liefern, Strom von der Schwiz über Süddeutschland ins Rheinische Industriegebiet zu leiten. Aufgabe des Schluchseewerkes ist es, plötzlich auftretenden Stromansprüchen nachzukommen. Liegt dagegen fein Strombedarf vor, laufen die Maschinen im Kraftwerk als jumpen und fördern gewaltige Wassermengen in den Schluchsee zurück, um sie bei wieder auftretendem Bedarf den Stromerzeugern zuzuleiten. Nicht weit vom Schluchsee liegt der Titisee. Er hat neuerdings ebenfalls eine technische Bedeutung dadurch erlangt, daß unweit seiner Ufer neben dem Bahnhof Titisee ein elektrisches Umspannwerk entstanden ist, von dem die Höllentalbahn im Schwarzwald, die Freiburg mit Neustadt und Seebrugg verbindet, mit Strom versorgt wird. Der Reisende wird bei einer Fahrt mit dieser Gebirgsbahn oft durch die Rauch- und Dampfschwaden der Lokomotiven im Genuß der Aussicht gestört worden sein. Wenn der bereits teilweise aufgenommene elektrische Betrieb in vollem Gange ist, fällt diese Beeinträchtigung fort. Die elektrische Bahn unterscheidet sich von den anderen elektrisch betriebenen Strecken der Reichbahn dadurch, daß sie den aus öffentlichen Netzen entnommenen Strom verwendet, während bei der Reichsbahn sonst die Energie in besonderen Bahnwerken erzeugt wurde. Aeußerlich ist dieser eigenartige Bahnbetrieb von anderen Anlagen nicht zu unterscheiden, um so mehr verdient der Besucher des Schwarzwaldes auf diese neueste Schöpfung deutscher Ingenieurkunst aufmerksam gemacht zu werden. Reisen wir weiter nach Süden, kommen wir an den Bodensee, wo der Name Friedrichshafen ein Symbol für die Leistung deutscher Luftschiffahrt ist. Wer nicht das Glück hat, den gewaltigen Riesenleib des Luftschiffes „Hinbenburg" in einer der Hallen zu bewundern, wird vielleicht einen Blick in die große Werfthalle tun dürfen, in der das neue deutsche Riesenschiff U 130 gebaut wird. Mehrere der großen Hauptringe sind bereits fertiggestellt, und dem Besucher offenbart sich hier eine Filigranarbeit aus Duraluminium, aus der sich das Gerippe zusammensetzt. Nicht weit von dieser Stätte deutscher Arbeit ertönt das Gebrumm von Motoren. Es rührt von den Prüfständen der Maybach-Motorenwerke her, wo nicht nur die schönsten deutschen Kraftwagen entstehen, sondern auch die Motoren für die Luftschiffe und die Schnelltriebwagen der deutschen Reichsbahn gebaut werden. Wer also über den Schönheiten der Natur die Leistungen der deutschen Technik nicht übersieht, der wird seine Kenntnisse um deutsche Art und Arbeit mehr erweitern können, als wenn er sich nur nach den mit Sternen bezeichneten „Hauptsehenswürdigkeiten" seines Reiseführers richtet. Das Problem des Farbfilms praktisch gelöst. Celluloid FörUiltet Unsennasfer Z -p. $#■;/ In den nächsten Tagen wird, wie bereits gemeldet, ein Farbfilm uraufgeführt, den der bekannte deutsche Regisseur Carl Froelich gedreht hat, „Das Schönheitsfleckchen". Zum erstenmal ist hier das Problem des Farbfilms praktisch und in vollkommener Weise gelöst. Unsere schematische Darstellung veranschaulicht das technische Problem, das hierbei zu lösen war. Die Farbfilme werden mit einer gewöhnlichen Kamera mit Farbfiltern ausgenommen, jedoch mit einem besonderen Farbfilm, der auf einer Seite Zylinderlinsen besitzt, die von mikroskopischer Kleinheit sind. Mittels der Linsen werden verschieden starke Schwärzungen auf der lichtempfindlichen Schicht herbeigeführt, durch die dann die einzelnen Farbnuancen in verschiedener Lichtstärke auf die Leinwand geworfen werden. Da jede Farbe aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau besteht, kann die farbige Wirkung durch die Mischung dieser Farben erreicht werden. Auf der schematischen Darstellung sieht man eine gelbe Blume. Das Licht enthält hier nur rote und grüne Strahlen, die das blaue Filter nicht durchläßt. Es entstehen also nur zwei Bildpunkte, durch die das grüne Licht erzeugt wird. (Werkzeichnung — Scherl-BilÜerdienst-M) Die Schastverteileranlagen für die Olympia-Kampsställen. Musterleistung deutscher Technik. Mit der Errichtung der riesigen Anlagen am Reichssportfeld und dem in der Geschichte der Baukunst nahezu beispiellosen Ausmaß der Bauwerke ergaben sich neue technische Schwierigkeiten für die Uebermittlung der Ergebnisse an die Zuschauer. Die Anlagen mußten in allen Teilen mit ausreichenden Schallanlagen versehen werden, um Ansprachen, musikalische Vorträge, Kampfergebnisse usw. überall hin gut hörbar zu übertragen. Bei den Schallverteiler-Anlagen in bem Olympia-Stadion muhte zum Beispiel darauf Bedacht genommen werden, daß die Kampfberichte der einzelnen Wettkämpfe, die in dem großen Oval an verschiedenen Stellen gleichzeitig stattfinden, den Zuschauern auf den steil ansteigenden Sitzplätzen fortlaufend mitgeteilt werden. Ein Ueberlagern der verschiedenen Berichte mußte natürlich vermieden werden. Zur Lösung der Aufgabe wurden 28 Mikrophon st eilen über das ganze Rund verteilt, die an Großkampftagen sämtlich in Betrieb fein werden. Für die Verständigung wurden am Ober- und am Unterarm des Stadions insgesamt 39 Dipollautsprecher aufgestllt, die für diese Kampfbahn eigens entwickelt wurden, weil die bisherigen Lautsprecherarten sich gegenseitig überschneiden würden. Dazu kommen noch einige Richtlautsprecher auf dem Kampffeld selbst. Insgesamt werden hier 5 9 Lautsprecher eingesetzt. Weiterhin sind Nachrichtenanlagen, wie Leuchtsignale und Fernsprecher in reichlichem Maße vorhanden. Das Aufmarschgelände wird im Innern mit 4 6 Rundstrahlern, die den Schall nach allen Seiten abstrahlen, besetzt, während auf den ansteigenden Tribünen zu beiden Seiten des Führerturms je 10 der erwähnten Dipol-Lautsprecher und weitere 20 Rundstrahler auf den Seiten des Feldes stehen. Das große Schwimmstadion hat ebenfalls eine Lautsprecher-Anlage mit 18 Rundstrahlern erhalten, so daß für eine gute Schallverfor- gung auf allen Zuschauerplätzen gesorgt ist. Eine besonders für die Bühnentechnik interessante Lautsprecher - Anlage ist für die Dietrich- Eckart-Bühne entwickelt und eingebaut worden. Die Ausgabe bestand darin, das Wort der Schauspieler so zu übertragen, daß die Zuschauer auch auf den obersten Sitzplätzen bei genauem Verstehen jedes Wortes doch einen ganz natürlichen Eindruck der Vorführung erhalten. Durch Verteilung der über 30 Mif.rophone und fast unsichtbare Anordnung von 7 großen Lautsprechern in den Wänden der Bühne ist eine hochwertige Anlage geschaffen worden. Weitere Schallanlagen wurden auf dem Reit- gelände, dem Hockey-Stadion und im Terrassen- Restaurant, sowie im Sportforum und im Friesenhaus eingebaut. Weiterhin wird auch die Marathonstrecke auf der Avus über 12 Kilometer Länge mit 60 Lautsprechern versehen. Sommerliche Photo-Ausnahmen. Bon Walther Appelt. Oft wird dem Anfänger geraten, Menschen im vollen Sonnenlicht lieber gar nicht zu photographieren. Aber das bezieht sich nur auf Porträts oder andere Nahaufnahmen. Sie haben bei grellem Sonnenschein zu scharfe Kontraste infolge der tiefen Schlagschatten, und ohne Kunstgriffe geben sie nur selten gute Bilder, denn die Belichtung muß verhältnismäßig lang sein, so daß vieles im Bilde stark überbelichtet ausfäüt. Für die meisten Aufnahmen von Menschen im Sonnenlicht, außer den erwähnten, gilt die Vorschrift: nicht zu lange belichten! Wenn wir an diese nicht immer leichten Aufgaben Herangehen, dann wollen wir doch Bilder, die unsere Mühe lohnen. Wir werden also auch einmal Schwierigkeiten suchen, um sie zu überwinden. Eine solche, gern selbstgewählte Erschwerung ist es, die bequemen Hintergründe zu vermeiden. Sträucher und Blütenstauden beispielsweise sollen dem fortgeschrittenen, ehrgeizigen Photo-Sportler nicht nur Hintergrund seiner sommerlichen Perso, nenbilder sein. Reizvoller ist es, die Menschen mitten in das besonnte Blühen hineinzustellen. Sie brauchen gar nicht immer ein Pflücken der Blumen zu markieren, sondern können ganz einfach darin stehen und sich — ohne geziertes Lächeln — über den Sommer freuen. Schatten der Blumen und Blätter, die die Sonne ihnen auf Stirn und Wange zeichnet, dürfen möglichst wenig verzerrt sein. Allgemein eignen sich feingliedrige Muster der Künstlerin Natur besser für diese Schatten als große, die in der Wirkung mehr flächig sind. Auch Gräser und Aehren sind hierfür zu gebrauchen. Eine nette Spielerei, aber kaum mehr ist es, das Spiel von Licht und Schatten von einem durchbrochenen Sommerhut Hervorrufen zu lassen. Doch ist dieser Effekt ein Bildinhalt für sich allein, er verträgt also nicht viel Beiwerk. Damit sind wir bei den Aufnahmen, deren Rahmen für das Eigentliche im allgemeinen der freie Himmel ist, der natürlich auch bewölkt sein kann. Oft ist es sogar erwünscht, in begrenztem Umfange einen etwas ausdrucksvolleren Himmel als Rahmen einer Personenaufnahme zu haben. Er darf nur nicht vom Wesentlichen ablenken. Wir erreichen das auch hier, indem wir ihn leicht unscharf lassen, — was wegen seiner größeren Entfernung noch bei Blende 8 meist der Fall ist. In der freien Natur werden wir fast immer einen Standort für unser „Modell" finoen, der es gegen die Weite des Himmels stellt, doch müssen wir es vermeiden, uns mit dem Apparat erheblich tiefer zu stellen („Froschperspektive"), die Aufnahmen sollen mindestens vom Stativ, aber noch lieber in Augenhöhe gemacht werden. Oft werden sie nur dann einen sofort erkennbaren Sinn haben, wenn sie den Menschen ganz zeigen. „Sinn" ist jedoch nicht so zu verstehen, daß durch Gebärden oder Mienenspiel irgendein Vorgang angedeutet werden muß. Oft gelingen Bilder wie „Blick in die Ferne", „Die Sonne blendet", „Kommt herauf!" auch als Brust- ober Kniestücke recht nett. Aber das Episodische, Literarische, das darin liegt, soll niemals übertrieben werden. Sonst wirkt es erzwungen, auch manchmal kitschig. Da wir trotz Gelbscheibe und Abblenden auf 6,3 bis 8 nur Vso ober Vioo Sekunbe zu belichten brauchen, kann auch ber Winb als Bilbfaktor eingesetzt werben. Zu „sehen" ist er selbstverstänb- lich nur inbirekt, am Wehen ober Aufblähen ber Kleiber, am Fliegen ber Haare usw. Schwieriger, unb nicht immer überzeugend ist die Sichtbarmachung der Notwendigkeit, den Hut festzuhalten. Hier gilt auch teilweise, was von „episodischen Mo- tiven gesagt wurde. Trägt die Person, die wir in voller Sonne photographieren wollen, einen Hut, so müssen ebenfalls t) a r t e Schatten vermieden werden. Hier „sieht" die photographische Linse ganz anders als unser Auge, das heißt, sie zeichnet in den Schatten oft viel weniger Einzelheiten, als wir mühelos wahrnehmen, doch helfen meist schon geringe Drehungen, bessere Wirkungen zu erzielen. In Betracht kommt auch GegenFortschritte der elekttischen Eisenbahn. Von Joachim Boehmer. Unser Mitarbeiter besichtigte gelegentlich einer Studienfahrt der Technisch-Literarischen Gesellschaft Forschungsstätten der Reichsbahn und nahm an mehreren Fahrten mit neuen Verkehrsmitteln teil. Die Elektrotechnische Versuchsanstalt. Vor den Toren Münchens in Freimann ist ein Neubau aus der Erde gewachsen, dem das elektrische Herz der Reichsbahn Leben verleiht. Hier hat die Elektrotechnische Versuchsanstalt, die früher in Dessau chren Sitz hatte, ein neues Heim gefunden. Aufgabe dieses Institutes ist es, die wissenschaftlichen Forschüngen unb praktischen Versuche vor^u- nehmen, bie für die Einführung neuer elektrischer Betriebsmittel auf dem 50 000 Kilometer langen Schienennetz der Reichsbahn erforderlich sind. Daß es zur Zeit an wichtigen Aufgaben auf dem Gebiet der elektrischen Zugforderung in Deutschland nicht fehlt, lehrt ein Gang durch die Versuchsanlagen, eine Besichtigung der fahrbaren Laboratorien, in denen die Heimstoffe auf ihre Eignung für den harten Bahnbetrieb untersucht werden. Auch der Einfluß des elektrischen Fährbetriebes auf den Rundfunkempfang, auf die Fernsprechleitungen der Reichspost und auf die Landeselektrizitätsversorgung wird eingehend erforscht. Halle — Nürnberg elektrisch. Zu den großen Bauvorhaben der Reichsbahn gehört u. a. die Elektrifizierung der Strecke Halle- Nürnberg. Hiermit steht auch die Einführung des elektrischen Betriebes zwischen Berlin und Halle in Zusammenhang, da nach seiner Durchführung die ganze Strecke Berlin—München mit elektrischen Zügen in etwa sechs Stunden durchfahren werden soll. Die Münchener Versuchsanstalt ist zur Zeit damit beschäftigt, die geeigneten Lokomotiven für diesen Betrieb zu ermitteln. Die bereits vorhandenen elektrischen Bahnstrecken in Mittel- und Süddeutsch- land verwenden einen besonderen Bahnstrom, ber in bahneignen Kraftwerken erzeugt wirb. Natürlich fragt man sich, ob es keine Möglichkeit gibt, bie öffentlichen Kraftwerke für ben Bahnbetrieb heranzuziehen. Nun braucht bie Reichsbahn für ihren Betrieb Einphasen-Wechselstrom mit 162/s Perioben, währenb bie Großkraftwerke Drehstrom von 50 Perioben liefern. Wo müssen bie Umformerwerke, bie aus bem Drehstrom Bahnstrom machen, ausgestellt werben, wieviele sinb zweckmäßig, welche Lokomotiv- art soll in Dienst gestellt werben, wie erfolgt ber Anschluß an bie bereits vorhandenen elektrischen Abschnitte? Dies unb manches anbere wirb in ber Elektrotechnischen Versuchsanstalt überlegt. Hanbelt es sich bei ber Strecke Nürnberg—Halle boch um ein Projekt von 114 Millionen Mark, von benen etwa 46 Millionen Mark für neue Lokomotiven ausgegeben werben müssen. Bis 1938 soll ber Umbau burchgeführt werben, bamit bann bie starken Steigungen im Thüringer Walb ohne Vorspann mit großer Schnelligkeit überrounben werben können unb zwischen Halle unb Berlin mit einer Stun- benaeschwinbigkeit von 180 Kilometer gefahren roeroen kann. D i e Hollentalbahn als Versuchs st recke. Die meisten Fragen, bie an bie Betriebspraktiker ber Reichsbahn herantreten, lassen sich nur burch Versuche klären. Will man also wissen, ob sich ber Strom ber Lanbeswerke für bie Bahn eignet, bann muß einmal eine berartige Lokomotive für 50 Perioben gebaut und in Betrieb genommen werden. Um diese Lokomotiven „auf Herz unb Nieren" prüfen zu können, hat sich bie Reichsbahn eine ber schwierigsten Gebirgsbahnen, bie Höllentalbahn im Schwarzwald von Freiburg nach Seebrugg als Versuchsstrecke auserkoren. Sie begnügt sich auch nicht mit einer einzigen Maschine, sondern die führenden Lokomotivfabriken wurden beauftragt, verschiedene Systeme zu entwickeln, damit man auf Grund der Ergebnisse dann die Bestellungen vergeben kann. Vorerst hat die Reichsbahn je eine Probelokomotive bei der AEG., bei BBC., bei Krupp und Siemens bestellt. Die beiden letzten sind schon in Betrieb und fördern die Züge mit einer erstaunlichen Schnelligkeit über die steilen Rampen ber Gebirgsbahn. Der elektrische Speisepunkt ber Strecke ist bas neue Umspannwerk am Bahnhof Titisee. Hier wirb aus bem vom Babenwerk gelieferten Drehstrom in Transformatoren ber einphasige Bahnstrom von 50 Perioben für bie beiben Abschnitte Freiburg—Neustabt unb Seebrugg bereitgefteUt. Mit 100 000 Volt kommt er an unb wirb mit 20 000 Volt in ben Fahrbraht geschickt. Bemerkenswert ist nun bie verschiebenartige Bauweise ber Versuchslokomotiven. Die beiden Maschi- n-'n ber AEG. unb BBC. machen mit Hilfe großer Gleichrichter auf ber Lokomotive aus bem Bahnstrom Gleichstrom, ber für ben Motorantrieb beson- bere Vorteile bietet. Krupp verwendet Doppelmotoren für Dreh- und Bahnstrom, während Siemens neuartige Bahnstrommotoren verwendet, die sich mit dem 50pertobigen Strom ebenso zufrieden geben wie mit bem von 162/s Perioben, ber auf ben bisherigen elektrischen Reichsbahnstrecken zur Verfügung steht. Natürlich sinb bie Probelokomotiven Anziehungspunkt für bie gesamte Fachwelt, zumal bie von ber Reichsbahn burchgeführten Versuche von entscheibender Bebeutung auch für bie Bahnbetriebe anberer ßänber sinb. Elektrische Einheitslokomotiven. Seit etwa fünfzehn Jahren gibt es bei ber Reichsbahn vollelektrische Strecken. Innerhalb bieser verhältnismäßig kurzen Zeit haben sich bie Lokomotiven bereits zu einheitlichen Typen entwickelt, so baß beute eigentlich nur noch vier Grunbtypen vor- yanben sinb. Aeußerlich kommt bie Vereinheitlichung barm zum Ausbruck, baß btc von ber Dampflokomotive her bekannte Kupplung ber Treibachsen burch Gestänge nicht mehr verwenbet wirb. Die Achsen erhalten burch je ein ober zwei Motoren Einzelantrieb. Die schwere Schnellzugslokomotioe ist für Geschwinbigkeiten von 150 Stunbenkilo- meter gebaut unb leistet 4 bis 6000 PS. Diese Type ist bie leistungsfähigste Ausführung auf ber Welt, benn bie stärkeren Bauarten in ber Schweiz ober in USA. bestehen aus mehreren zusammengebauten Einheiten. Um ben fiuftmiberftanb gering zu hatten, sinb bie Maschinen in Stromlinienform ausgeführt. Die zweite Type ähnelt ber ersten sehr, nur hat sie drei anstatt vier Treibachsen und befördert Schnellzüge in der Ebene. Die dritte Ausführung ist für Personenzüge und leichte Güterzüge im Flachland und im Gebirge bestimmt, während die mit sechs Treibachsen ausgestattete schwere Güterzugmaschine bis 1600 Tonnen über bergige Strecken schleppt. Zur Vereinfachung unb Verbilligung bes Betriebes werben hei allen Typen möglichst bie gleichen Bauteile verwenbet. Wenn auch bie An- fchafsungskosten für elektrische Maschinen höher als für Dampflokomotiven sinb, so bleiben bie Unterhaltungskosten mit 129 Mark für je 1000 Kilometer gegen 299 RM. im Dampfbetrieb boch erheblich niebriger. Für bie 700 Kilometer lange Strecke Berlin—München kommt eine neue Type für 180 bis 200 Stunbenkilometer zur Ausführung. Neuartige Triebwagen. Zur Auflockerung bes Personenverkehrs verwenbet bie Reichsbahn ebenso wie auf den Dampfstrecken auch im elektrischen Betriebe Fahrzeuge, die die Kraftanlage im Unterbau mit sich führen, sogenannte Triebwagen. Die Energie entnehmen bie Fahrzeuge bem Fahrbraht burch Bügelstromabnehmer. Die neuesten Ausführungen elektrischer Triebwagen verkehren zwischen Stuttgart unb Berchtes- gaben unb erreichen Geschwinbigkeiten von über 120 Stunbenkilometer. Die Ausstattung ber Fahrgasträume ist burch Wahl ebler Hölzer unb schlichter Farben besonders ansprechend ausgefallen. Neuartig ist ferner der Aussichtstriebwagen. Bei ihm sind nicht nur die Fenster besonders breit gehalten, sondern auch noch ein Teil der Deckenwölbung besteht aus Glas, damit die Fahrgäste in den Bergen bie Lanbschaft voll genießen können. Der Schnelltriebwagen ist sehr geräumig und legt die Strecke München—Berchtesgaden mit wenigen Aufenthalten in drei Stunden zurück. Eine Gewähr dafür, daß es in Berchtesgaden nicht regnet, vermag allerdings der Zugführer auch nicht zu übernehmen. Wie diese Mitteilungen erkennen lassen, herrscht bei ber Reichsbahn eine außerorbentlich rege Tätigkeit. Sie ist mit allen Mitteln ber mobernen Technik um bie Beschleunigung unb Verbesserung bes Schienenverkehrs bemüht unb hat in ber Dampftechnik ebensolche Erfolge aufzuweisen wie im Bau elektrischer Fahrzeuge. Sie leistet Pionierarbeit im besten Sinne. licht, ohne daß die Belichtungszeiten immer um das Doppelte verlängert werden müssen, wie es Gegenlichtaufnahmen von Landschaften erfordern. Die Gesichter erhalten dann einen gleichmäßigen, weichen Ton, der bei genügender Durchzeichnung doch nicht flau zu wirken braucht. Blondes Haar eignet sich noch mehr als dunkleres dazu, im Gegen- licht einen Lichtkranz zu schaffen. Doch muß für solche Aufnahmen die Sonne entweder schon so tief stehen, daß sie sich unmittelbar hinter dem Kopfe befindet (wobei auch noch auf einen nicht zu hellen Himmel als Hintergrund zu achten ist) — oder wir verlegen solche Aufnahmen an einen Waldrand. Dann können wir mit dem Apparat im Schatten bleiben — Blick aus dem Walde heraus, oder auch aus einem Brückenbogen, sogar aus dem Fenster — und die Person, ist selbst bei hohem Sonnenstände so beleuchtet, wie wir es wünschen. Konnten obige Belichtungszeiten in ganz freiem Gelände, ohne nahe Bäume, noch etwas verringert werden, so müssen wir bei den soeben geschilderten Aufnahmen doch länger belichten, da sie oft auch einige Zweige oder schmale Birkenstämme als Rahmen vertragen, empfiehlt sich außerdem meist ein Abblenden bis 12. (Entfernung kaum unter drei Meter.) Für eine Belichtung von V25 mittag und V10 abends muß also nahezu Windstille herrschen. So ist für jede Gruppe von sommerlichen Per- sonen-Aufnahmen zu bedenken, was jeweils bildwichtig ist, um die innere Harmonie des Bildes zu schaffen. Das ist auch anzuwenden auf Spiel und Sport, Gymnastik und Tanz, Strand- und Bade- leben, und alles andere. Wirtschaft. Starke Flüssigkeit der Banken im Zeitpunkt der Anleihebegebung. Soeben sind die Zwischenbilanzen der Banken für Ende Juni erschienen. Die Auswirkungen der Anleihezeichnung kann in ihnen naturgemäß noch nicht erkennbar sein. Immerhin wird aus den Ziffern deutlich daß sich die günstige Einlageentwicklung der Vormonate fortgesetzt hat, die die Vorbedingung für den vollen Zeichnungserfolg war. Der Zeitpunkt der Anleihebegebung war somit richtig gewählt. Er war richtig gewählt auch im Hinblik darauf, daß die Banken einen sehr hohen Grad der Flüssigkeit aufweisen und somit in der Lage sind, die reibungslose Abwicklung der Einzahlungen wirksam zu unterstützen. Ziffernmäßig kommt diese Flüssigkeit in dem Satz für die bankmäßige Liquidität zum Ausdruck, der zum Beispiel für den Durchschnitt der Berliner Großbanken Ende Juni über 38 v. H. beträgt und damit weit über der Höchstnorm von 30 v. H. liegt, die das Reichsgesetz für das Kreditwesen den Banken vorschreibt. Verstärkt wurden im Juni insbesondere wieder die Wechselbestände, bei den Großbanken um insgesamt 70 Millionen Mark, von denen Zweidrittel auf längerfristige Abschnitte entfällt, die aus der Finanzierung der öffentlichen Arbeitsbeschaffung anfallen. Banken im Außenhandelsgeschäft. Bei dem großen Anteil, welchen unsere Banken an der Finanzierung des deutschen Ein- und Ausfuhrhandels haben, ist es naturgemäß, daß der Umfang dieses Handelsvolumens entsprechende Rückwirkungen auf die finanzielle Betätigung der Kreditinstitute hat. Im Gegensatz zu der Weltproduktion, die in zahlreichen Ländern den Stand der Vorkriegszeit bereits wieder erreicht oder sogar überschritten hat, bleiben die Welthandelsumsätze noch stark hinter den Zahlen der Hochkonjunkturjahre von 1928/29 zurück. Diese Entwicklung gilt besonders für Deutschland. Allerdings darf aus dem wertmäßigen Rückgang um etwa zwei Drittel — der Wert des Welthandels betrug 1929 284 Milliarden Reichsmark, 1935 nur noch 96,6 Milliarden Reichsmark — nicht etwa der Schluß gezogen werden, daß die Bedeutung des internationalen Güterverkehrs für die Versorgung der Völker in dem gleichen Maß zurückgegangen ist. Zum weitaus größten Teil ist die wertmäßige Verminderung des Welthandels auf den Preissturz fast aller Welthandelsgüter zurückzuführen. So betrug der für 1928 gleich 100 errechnete Preisindex 1935 nur noch 47. Das Volumen des Welthandels hat sich — im Gegensatz zu der wertmäßigen Entwicklung, die ihren tiefsten Stand im Jahr 1934 erreicht hatte — von seinem im Jahre 1932 erreichten Tiefpunkt in den letzten Jahren ständig, wenn auch langsam wieder erhöht. Rach den Untersuchungen der wirtschaftlichen Abteilungen des Völkerbundes ist das Welthandelsvolumen feit 1932, wo 74 v. H. der im Jahre 1929 umgesetzten Mengen auf den Weltmarkt gelangten, bereits 1933 auf 75,5 0. H. und 1934 auf 77,5 v. H. gestiegen. Für 1935 ist mit einer weiteren Zunahme um 2 bis 3 v. H. zu rechnen, so daß der Welthandel mengenmäßig nur noch um ein Fünftel hinter dem Umfang von 1929 zurückbleibt. Wenn auch für die deutschen Verhältnisse die Entwicklung nicht in allen Teilen so günstig ver- laufen ist, so haben doch auch bei uns die Außenhandelsziffern sich in den letzten Monaten nicht mehr wesentlich verschlechtert, im Gegenteil, in manchen Abteilungen gebessert. Die Banken dürften an dieser Entwicklung einen nicht unwesentlichen Anteil haben, und zwar sowohl durck ihre direkte, wie indirekte Hilfe. Wo immer sich die Möglichkeit ergab und wo es wirtschaftlich vertretbar war, haben die deutschen Kreditinstitute besonders der Exportindustrie finanziell tatkräftig zur Seite gestanden. Infolge ihrer weitreichenden Beziehungen und Verbindungen mit dem Auslande haben unsere Finanzinstitute alle Kräfte und Mittel eingesetzt, um dem deutschen Außenhandelskaufmann bei seiner schweren Arbeit tatkräftig zur Hand zu gehen. Vor allen Dingen find es unsere Großbanken, die durch die Pflege des Kompenfationsgeschäftes, den ständigen Ausbau ihrer Devisen- und Außenhandels- abteilunaen usw. eine maßgebende Stütze unserer Exportwirtschast geworden sind. Unter schwierigsten Umständen ziehen unsere Kreditinstitute einen Stamm beweglicher und sachlich gut durchgebildeter Leute heran, die für die Pflege des deutschen Außenhandelsgeschäfts und für die Erneuerung der internationalen Kreditbeziehungen ein starkes Akti- oum darstellen. Für die Wiederherstellung der alten kommerziellen Kreditbeziehungen zwischen den Jndustrie- und Rohstoffländern sind allerdings verschiedene Voraussetzungen nötig, auf die die verantwortlichen Führer unseres Bankwesens keinen direkten Einfluß haben. Auf der vor einiger Zeit abgehaltenen großen öffentlichen Kundgebung der Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Düsseldorf hat der Engländer Lord Rioerdale of Sheffield diese Voraussetzungen zur Wiedergesundung der Weltwirtschaft näher Umrissen: Besserung der politischen Verhältnisse zwischen den verschiedenen Staaten und Bereinigung der politischen Streitigkeiten, Regelung aller internationalen Schulden, Herbeiführung einer allgemeinen Währungsftabilisierung, ohne die der Welthandel nicht frei und sicher funktionieren kann, und schließlich Senkung der Zollsätze und Beseitigung von Handelshemmnissen aller Art, die heute den Austausch von Gütern und Dienstleistungen und den Personenverkehr auf der ganzen Welt hindern. Ebenso wie die verantwortlichen Führer des deutschen Bankwesens es schon so oft getan haben, richtete auch Lord Riverdale einen Appell an die Gläubigerstaaten, jetzt die Führung in die Hand zu, nehmen und einen wertvollen Beitrag zur wirtschaftlichen Gesundung der Welt zu liefern. Sollte dieser Appell endlich beherzigt werden, so kann man sicher sein, daß gerade das deutsche Bankwesen seinen Verpflichtungen gegenüber der Exportwirtschaft und dem gesamten Außenhandel vollauf gerecht werden wird, denn sowohl in materieller, wie in personeller Hinsicht ist es bestens gerüstet für kommende Aufgaben, die der Hebung des Wohlstandes jedes einzelnen Volksgenossen dienen. Rhein-mainischer Getreidemarkt. In unserem Bezirk ist der R 0 g q e n s ch n i 11 hauptsächlich im hessischen Ried im Gange, so daß man dort in der nächsten Woche die ersten Anlieferungen erwarten darf. Wintergerste wird vereinzelt angeboten, da die Landwirtschaft bestrebt ist, dieses billige Futter für den eigenen Betrieb zu verwenden. Es zeigt sich sowohl Kaufinteresse für Futterzwecke, als auch hauptsächlich für die Verarbeitung in den Malzkaffeefabriken. Der Hafermarkt verläuft ruhig. Das Angebot von nord- und süddeutschem Hafer genügt dem Bedarf, wobei den billigeren bayerischen Offerten der Vorzug erteilt wird. Das Geschäft in Weizenmehl ist sehr lebhaft; man ist bestrebt, sich noch einige Vorräte zuzulegen. Das Angebot ist besonders für den Juli nicht groß. Dagegen geht Roggenmehl etwas ruhiger um, da die Bäcker jetzt bald mit dem neuen Mehl rechnen. Der Futtermittelmarkt ist zur Zeit ohne besondere Bewegung, der Hauptbedarf an Futter wird im eigenen Betrieb gedeckt. Die zusätzlichen Käufe erstrecken sich meist nur auf Kleie, Schnitzel und ölhaltige Futtermittel, während für die Schweinemast auch Fischmehl und Futtermehl gefragt wird. Das Geschäft in Rauhfutter liegt ruhig. Für neues Heu zog der Preis leicht an auf 4,50 bis 5,00 Reichsmark (gegen 4.00) per 100 Kilo. Für Weizen- und Roggenstroh blieben die bisherigen Preise von 2,00 RM. je Doppelzentner in Geltung. Die Nachfrage ist allgemein klein. Rhein-mainische Viehmärkte. > Auf den Großvieh markten haben sich die An- lieferungen in dieser Woche etwas erhöht, doch ent- l prachen die Auftriebe auf allen Märkten nicht ( der Nachfrage. Es erfolgte daher weiterhin Zutei- 1 luna an die' Metzger, während der zusätzliche Be- ( darf durch Lieferungen von ausländischem Frisch- c und Gefrierfleisch sichergestellt werden konnte. Das ( knappere Angebot von Rindfleisch genügt immer- i hin, um den dringenden Bedarf zu decken, der übrige Verbrauch hat sich schnell auf Schweine-, s Kalb- und Hammelfleisch umgestellt. < Die sonst in den Sommermonaten sehr stark zu- ■ rückgehenden Auftriebsziffern für Schwei n e nehmen zwar auch in diesem Jahre etwas ab, sie liegen aber immer noch höher als im vorigen Jahre. Die angelieferten Qualitäten sind durchschnittlich . mittel bis gut. Die Nachfrage der Metzger wurde durch Zuteilung voll befriedigt; jedenfalls ist der ' Anfall von Schweinefleisch ausreichend, um auch ; den Ausfall von Rindfleisch zu überbrücken. In Frankfurt zogen die Preise für Kälber anfangs der Woche etwas an, ließen aber am Don- 1 nerstagsmarft noch 1—2 RM. unter die Preise der Vorwoche nach, im übrigen blieben die Notierungen gleich. Die Qualitäten waren mittelmäßig. Die Schafmärkte wurden auch in dieser Woche vom Rindermarkt beeinflußt und hatten fast durchweg eine noch lebhafte Umsatztätigkeit. Die Qualitäten waren mittelmäßig. In Frankfurt konnten sich die Hammelpreise leicht erhöhen, für Schafe blieben sie unverändert. Die Märkte wurden ausoerkauft. Mein-Mainische Börse. TUittagsbörfe befestigt. Frankfurt a.M., 24. Juli. Die Börse war nach den leichten Abschwächungen von gestern am Aktienmarkt gut erholt. Neben einigen Käufen der Kundschaft nahm die Kulisse Deckungen und Rückkäufe vor, so daß zu den ersten Kursen fast überwiegend Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. durchschnittlich eintraten. Das Geschäft war im ganzen nicht sehr groß, lediglich Spezialwerte hatten lebhafteren Umsatz. Montanwerte standen im Vordergrund und blieben auch im Verlaufe beachtet, unterlagen allerdings mehrfachen Schwankungen. Buderus gewannen 2,25 v. H., Harpener 1,65, Hoefch, Mannesmann und Verein. Stahlwerke je 1,50 v. H. und Klöckner 1,75 v. H. sowie Rheinstahl 0,65 v. H., während Ilse Genuß 1,40 v. H. verloren. Lebhafter waren ferner AEG. mit 39,13 bis 39 bis 39,25 (39) auf die gemeldete Absicht der Verwaltung, sich nunmehr mit der Sanierung zu befassen, wobei man mit 3:1 rechnet. Die übrigen Elektrowerte lagen still und meist 0,50 0. H. niedriger, Siemens — 1 v. H., aber Schuckert 0,75 v. H. höher. Erhöhte Nachfrage fanden wieder Maschinenwerte, insbesondere Moenus mit 96,13 bis 96,75 (95), auch Junghans plus 1,40 v. H. und Muag plus 1,25 v. H., ferner Daimler Motoren 0,50 0. H. erholt. Gut erholt waren fobann Holzmann mit 132,25 (130,50), ferner stiegen AKU. weiter auf 58 (57,50). IG. Farben blieben still und lagen mit 170 (169,75) nur wenig höher. Westdeutsche Kaufhof etwas an- geboten und auf 54,25 bis 54 (54,75) abgeschwächt. Sonst eröffneten im einzelnen Cement Heidelberg, Bank für Brauindustrie, Reichsbank und Hapag etwas freundlicher, während Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. nachgaben. Der Rentenmarkt blieb weiter sehr still. Alt- besitz etwas schwächer mit 112,25 (112,50), dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,f3 v. H. höher Kom- munal-Umfchuldung, Zinsvergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen unverändert. Fremde Werte lagen still. In der zweiten Börsenstunde lag der Aktienmarkt sehr still und nahezu unverändert. Die nach den ersten Notierungen eingetretenen leichten Steigerungen bei einigen Montanwerten blieben gut behauptet. Etwas fester waren Daimler mit 133 nach 132,50, Rheinmetall mit 148,50 nach 148,25, dagegen RWE. 140 nach 140,25 (140,13). Rhein. Braunkohlen n. P. 230 (232,50), andererseits Accumulatoren 217 (215), Elektr. Lieferungen 135,25 (134,50), AG. für Verkehr 119 (118,25) und Mansfeld n. P. 145 (143,75). Am Rentenmarkt gingen zertif. Dollar- Bonds im Verlaufe etwa 0,25 bis 0,40 v. H. zurück auf 68. Goldpfandbriefe, Kommunal-Qbligationen und Stadtanleihen lagen unverändert. Liquida- tionspfandbriefe bröckelten teilweise 0,13 v. H. ab, Rhein. Liquidation —0,40 auf 101,40. Von Auslandsrenten notierten Mexikaner durchweg 0,13 v. H. höher. Im Freiverkehr gingen Adlerwerke au 117,50 (118,50), während Auto-Union auf der erhöhten Abendbörsenbasis von 137 behauptet lagen; im übrigen wiesen die Kurse keine Aenderung au . Tagesgeld war knapp und gesucht und stellte sich auf 3 (2,50) v. H. Abendbörfe gut behauptet. Die Abendbörse nahm bei kleinem Geschäft am Aktienmarkt einen gut behaupteten Verlauf. Für Montanwerte erhielt sich etwas Nachfrage, so daß hierfür noch mäßige Befestigungen eintraten, Buderus 116,50 (115,75). Auch IG. Farben auf kleine Deckungen etwas höher mit 170,50 bis 171 (170,25). Etwas leichter lagen AKU. mit 57,65 (58) und Westdeutsche Kaufhof mit 55,40 bis 55,13. Am Einheitsmarkt erhöhten sich Großbankfilialaktien leicht, DD.-Bank und Dresdner Bank 105,75 (105,50), Commerzbank 103,50 (103,40). Der Ren- tenmarft blieb fehr ruhig. Zertif. 11. a. notierten: Altbesitz 112,40, 6 v. H. IG. Farben 130,65, 4 v. H. Rumänen 5,50, Adca 90, Commerzbank 103,50, Badische Bank 119,75, DD.« Bank 105,75, Dresdner Bank 105,75. Frankfurter Vuttergroftmarkt. Frankfurt q. M., 24. Juli. Der städtische Bedarf kann gedeckt werden, wenngleich die Zufuhren des Inlandes infolge des erhöhten Eigenbedarfes auf dem Lande und wegen des gestiegenen Frischmilchverbrauchs klein bleiben. Indes zeigt sich aus den süddeutschen Gebieten eine mäßige Verstärkung der Anlieferungen. Die Einfuhr aus Holland ist zurückgegangen. Es notierten in RM. per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 148, feine Deutsche Molkereibutter 145, Deutsche Molkereibutter 140—142, Landbutter 125, Holl. Butter 148. Am Fettmarkt blieb die Marktlage unverändert, auch die Preise hielten sich auf der gleichen Hohe wie in der Vorwoche. Deutsches Schmalz 100. Margarine: A 97, B 86, C 56 RM. je 50 Kilogramm. Frankfurter Eiergroßmarkt. Frankfurt a. M., 24. Juli. Die Versorgungs- läge bleibt im allgemeinen unverändert. Vom Ausland lagen Holländer, Dänen und Flandern vor, die aber den Bedarf noch nicht voll zu decken vermögen. Die Aufkaufspreife beim Erzeuger würgen gegen die Frühjahrs- und Sommerpreise wie olgt festgesetzt: Für den Osten auf 1,45 RM. (gegen bisher 1,15—1,20), für das übrige Reich auf 1,50 (1,20 bis 1,25) je Kilogramm. In Auswirkung davon lauten die Großhandelsverkaufspreife je Stück frei Frankfurt a. M. nunmehr wie folgt: Deutsche Markeneier S 123/4—13, A II3/-,—12, B 103/4—11, C 10—10V4, D 9V4—9V2. Holländer und Flandern S 12—12V4, A 11—IIV4, B 10—101/4. Dänen S 12 bis 12%, A 11—11%, B 10—10%, C 9%—9%. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 24. Juli. Die starken Zufuhren von Bohnen, Gurken, Karotten, Kartoffeln, Weißkraut und Wirsing halten an; die übrigen Gemüse arten waren ausreichend angeboten. Geschäft im allgemeinen sehr schleppend, nur Erbsen blieben bei weiter gestiegenen Preisen lebhaft gefragt; sonst traten keine Veränderungen ein. Ausländische Tomaten bei zufriedenstellendem Geschäft und unveränderten Preisen gut angeboten. U. a. notierten: Blumenkohl I 40 bis 60, II 25 bis 35, III 15 bis 22, Bohnen: Pfälzer 6 bis 8, Gärtner 10 bis 14, Stangen 20 bis 22, Wachs 13 bis 15, Erbsen 18 bis 22, Eskarol 8 bis 12, Gurken: (Salat) Treibhaus 15 bis 30, 13 bis 18 holl., Einmachgurken: Essig 100 Stück 0,70 bis 1,30, Salz 1,20 bis 1,80, Karotten Bündel 3 bis 4, V2 kg 4 bis 5, Kartoffeln: Böhms 4,90 bis 5, Erstlinge 5,30 bis 5,40, Kohlrabi 2V2 bis 4, Kopfsalat 4 bis 8, Pilze: Pfifferlinge 25 bis 30, Stein 30, Rettich Bündel 7 bis 8, Stück 4 bis 10, Rote Rüben 8 bis 12, Rotkraut 5 bis 8, Spinat: Blätter 14 bis 15, Wurzel 13 bis 15, Tomaten (Treibhaus) 20 bis 26, 15 bis 20 bulgar., 17 bis 20 ital., Weißkraut (Spitzkohl) 2V2 bis 4, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln: Gärtner 6V2 bis 7, Pfälzer 6V2 bis 7, Perl 12 bis 16 holl. k Obst: Starkes Angebot von Zuckerbirnen, in ’ Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren ( zurückgehend. Sommeräpfel, Himbeeren und Pfir- t fiche genügend am Markt. Pflaumen und Früh- zwetfchen nur gering angeboten. Geschäft lebhaft. Preise für Heidelbeeren höher, für Zuckerbirnen ’ und Himbeeren gefallen, im übrigen unverändert. ’ Ausländische Aprikosen gering angeboten, Preise j höher. U. a. notierten: Sommer-Aepfel 15 bis 35, Aprikosen 35 bis 40 ungar., Zuckerbirnen 8 bis , 12, Brombeeren 40 bis 42, Heidelbeeren 23 bis 27, t Himbeeren (Garten) 30 bis 38, Preß-Himbeeren 25, Johannisbeeren 11 bis 15, Sauer-Kirschen 24 bis , 28, türkische Kirschen 21 bis 24, Mirabellen 32 bis 38, Pfirsiche 28 bis 40, 29 bis 38 ital., Pflau- ' men 28 bis 30, Sufinen 36 bis 42 ital., Spillinge > 30 bis 35, Stachelbeeren 10 bis 25, Zitronen 150 Stück 9 bis 9,50, Zwetfchen 40 bis 42. Die Industrie- und Handelskammer Gießen ' gibt Auskunft: 627: Bekanntmachung KP 169 der ' Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. ■ Kurspreise. — 629: Die Einfuhr von Postpaketen ’ mit Nachnahme bis zu 50 Lire in Italien. — 630: Broschüre „Begleitpapiere für Auslandssendungen", 14. Auflage, Stand Mitte Juli 1936, liegt bei der 1 Kammer vor und ist zum Preise von 0,50 RM. . erhältlich. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt desch loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ) ranktun a. 2J1. Berlin Schluß- hird Schloßt. Abeno- börle Schlußkurs Schluß!. Dlittag« bürfe_ Dalnm 23-7 | 24 7 23-7 24.7 6% Deutsche Rerchsanlethe v. 1927 101 101 101 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97.4 97,4 97,4 b'/r^o Doung-Anlkthe von 1930 .. 102,5 102,25 102,13 102 Deutjche Anl.-Ablös.-Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 112,5 112,4 112,4 112,5 4Vi% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... _ — 100,1 100,1 lViZ> ehem. 8% Hessischer Bolls Haat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 98,75 98,75 98,75 — 4Vi% ehem. 8% Hessische Landes . baut Darmstadt Gold R. 12... 97 97 97 97 5y2% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 101 101,13 _ — 4’/j% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverichr R.« 93,75 93,75 _ Oberhesjen Provinz-Anleihe mb Auslos.-Rechten ............ 123 123 124 Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,25 119,5 119,5 119,65 <%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bani Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 _ 97 6y2% ehem. 4>/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriefe...... 101,3 101,25 _ _ b-/r% ehem. 4-/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ... 101,75 101,4 101,25 101,4 *y.% ehem. 8% Pr. Landespfan» vriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 *y.% ehem. 7% Pr. Landespfank briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 Steuergutlch.Berrechnungsk. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% Oesterretchische Goldrente... 4,20% Oesterretchische Stlberrente — 30,25 29,65 30,5 2,75 2,6 9,2 2,65 2,6 4% Ungarische Goldrente....... 9,13 9,25 9,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,65 8,65 8,65 8,55 4y?/0 desgl. von 1913.......... 8,9 8,8 8,9 8,25 6% abgeft. Goldmexikaner von 99 14,65 14,8 14,5 14,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... - — — — Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Gchlußi. Abendbörse Schluß- kurü Schluß!. Mittag- börle Datum 23.7 24.7- 23.7. 24.7. 4% oesgi. Lene n.......... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,75 6,7 6,55 6,7 4y2%Ruman.vereinh.Reniev.l913 10,13 10,25 10,13 10,25 4% Rumänische vereinh. Rente 5,5 5,5 5,5 5,55 2y*% Anatolier............ 44,5 44 44 — Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 15,13 15,25 15,65 15,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 46,25 48 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,75 16,75 16.9 16,9 A.G. für Berkehrswesen Akt. .. 0 118,25 119,5 118,5 119 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 127 127 Commerz- und Privat-Bank ... 4 103,25 103,5 103,75 103,4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 105,5 105,75 105,5 105,5 Dresdner Bank.............. 4 105,5 105,75 105,5 105,5 Reichsbank ................ IV 196 196,13 196,9 195,75 A.E.G...................... 0 39 39,13 38,9 39,13 Bekula..................... 8 155,75 155,5 155,75 155,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 134,5 135,75 135 136 Licht und Kraft ............. 7 158,5 159 158 159,4 Felten & Guilleaume......... 4 140 139 139 139,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 145 145 145 145 Rheinische Elektrizität ........ 6 134,75 134,5 134,25 134,13 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 141,13 140,25 140,25 140,13 Schuckert LCo............... 6 163,75 164,75 164,25 164,75 Siemens L Halske............ 8 206,5 205,5 206,5 206,5 Lahmeyer & Co.............. 7 146 145,5 145,5 145 113 116,5 112,9 115,75 Deutsche Erdöl .............. 4 133,5 135 134 135 Harpener................. '/- 129 131 128,5 130,5 Hoejck Eisen—Köln-Neuessen . 3 118,25 120,5 118,75 121 Ilse Bergbau ............... 6 — — 174,75 174,75 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 140,4 139 139 139,5 Klöcknerwerke ............... 3 116 118,75 116,5 119 Mannesmann-Röhre»........ 3 110,75 112,75 110,5 113 Jrantfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 23.7. 24.7 23.7. 24.7. Mansselver Bergvau....... ey. — 145 144,5 146 Kokswerke ................ .. 6 —— — 134 134,4 Rheiniiche Braunkohlen .... . 12 — 230 232,25 230 Nheinstahl ................ .. 4 147,75 149,5 148 149,5 Bereinigte Stahlwerke...... »'/- 110,65 112,9 110,5 1 12,75 Olavi Minen ............. .. U 28,9 29,13 29,13 29,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 127,65 127,75 127 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 127 126,5 127,25 127 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, 183 183 183 183 I. G. Farben-Industrte..... .. 7 169,75 171 170,13 170,25 Scheideanstalt............. .. 9 271 271 Goldschmidt .............. .. 5 115,5 114,75 116 114,25 Rütgerswerle ............. .. 6 134,75 134 134,65 134,25 Metallgeiellschaft........... .. 6 140,5 140 140,5 140 Philipp Holzmann......... .. 4 130,5 132,25 130,4 132,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 7 149,5 150,5 1 - - Cemenlwerk Karlstadt....... .. 6 - - - - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 _ _ 111 110,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 57,5 57,65 57,5 57,75 Bemberg................. .. 6 86,25 87,5 87,4 87,65 Zellstoff Waldhof .......... .. 6 154 152,75 153 154 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 118,75 118,25 118 118,5 118,9 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 118,75 Daimler Motoren.......... .. 0 132 133,5 131,9 133,13 Deutsche Linoleum......... .. 8 174,75 175 174,65 174,9 Orenstetn & Koppel ........ .. 0 —— — 89,5 89,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 54,75 55,13 55 55,25 Chade .................... .. 9 411 407 410 407 Accumulatoren-Fabrik..... . 12 215 217 215,5 217 Conti-Gummi............. . 11 186 188,5 187,25 188,5 Grihner................. .. 0 38 I 38 37,75 37,4 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 98 - - Süddeutscher Zucker...... . 10 223 I 223 223 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 23.3uü 24 Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire 0,678 0,682 0,680 0,684 Brüssel .... 41,94 42,02 41,92 42,00 Rio de Jan. 0,143 0,145 0,143 0,145 Sosta ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,70 55,82 55,65 55,77 Danzig.... 46,80 46,90 46,80 46,90 London.... 12,475 12,505 12,465 12,495 Helsingfors. 5,495 5,505 5,485 5,495 Paris ..... 16,425 16,465 16,42 16,46 Holland ... 168,81 169,15 168,76 169,10 Italien..... 19,53 19,57 19,53 19,57 Japan ...... 0,727 0,729 0,727 0,729 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 62,70 62,82 62,64 62,76 Wien....... 48,95 49.05 48,95 49 05 Lissabon.... 11,335 11,355 11,325 11,345 Stockholm... 64,32 64,44 64,27 64,39 Schweiz .... 81,18 81,34 81,13 81,34 Spanten... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag....... 10,285 in 9ns Budapest .. — _ _ Reuyork ... 2,481 2,488 2,485 2,489 Banknoten Berlin, 24. Juli Geld Brief Amertkanische Noten....... 2,437 2,457 Belgische Noten........... 41,80 41,96 Dänische Noten .......... 55,45 55,67 Englische Noten .......... 12,43 12,47 Französische Noten........ 16,37 16,43 Holländische Noten........ 168,34 169,02 Italienische Noten......... —— — Norwegische Noten ....... 62,42 62,68 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling —• Rumänische Noten........ — —— Schwedische Noten........ 64,05 64,31 Schweizer Noten.......... 81,00 81,32 Stianilchi» Noti-n.......... Ungarische Noten................