186. Jahrgang Gießener Anzeiger Ur. 146 Erstes Blatt_____ 186. Jahrgang Donnerstag, 25. Juni 1956 Sonntags' und' Feiertags A Tgtf’ »nnayme von Anzeige« Wn« LZWL 14k* A**A**A**^1 EÄff« Heimat .m Bild Die Scholle ■ ■ jllj flf lB J» VI MW gT Srundpr-i,- lürlmmljöde Monats-Bezugspreis: ^9 8» B H^r H*wk B B B&Jf B Br B W B W M B für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM ||( B MM B B B< B / ■ || ■< II I W< B Breite 7 Rpf., für Text. Ohne Illustrierte 1.80 B B| WL > H H Bl >WW W W Bk W M B %8k B anzeigen von 70 mm Breite IW-1VIH V > sgtixa« ?n°foIg^^ö^rer^U®ewaU Lrmähigte Grundpreise: MZM General-Anzeiger für Oberhessen IBS 8rannui/?m Main 11686 Druck uttb Verlag: vrühl'sche UniverfitSts vuch- und Steinbruderei «.Lange in Siehe». Schrislieiiung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Oer Völkerbund. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die nachfolgenden Ausführungen geben die Eindrücke eines Angehörigen einer nichtdeutschen nationalen Minderheit über Genf wieder. Sie zeichnen vor allem aus genauer Kenntnis die Rolle, die Sowjetrußland in Europa und im Völkerbunde spielen möchte. Genf, im Juni 1936. Ein jeder vermeidet ängstlich, die Lage, in der sich der Völkerbund befindet, beim rechten Namen zu nennen. Das Wort „Krise" entspricht nicht mehr den Gegebenheiten. Das neue Wort, das man des öfteren hört — Fiktion —, kennzeichnet deutlich, wohin die chronische Krise den Völkerbund gebracht hat. Unter seinen Mitgliedern findet sich keines, das „die Leiche im Haufe" nicht verspürte und nicht nach einem Ausweg suchte, außerhalb des Bundes aber verwandelt sich das Interesse der Sympathisierenden allmählich in eine völlige Apathie. Diese äußere Anteilnahme war die Hauptkraftquelle, die das Ansehen des Völkerbundes nährte und unterhielt. Die Presse machte völkerbundfreundliche Weltmeinung, die „Provölkerbund-Gesellschaften" trieben für ihn Propaganda, sammelten für ihn das Heer der Gleichgesinnten und deckten sowohl seine inneren Unstimmigkeiten, als auch seine organischen Schwächen und Fehler mit dem Mantel der Nächstenliebe zu. Auch hier kann man heute einen Wandel beobachten. Wie es sich bei der Jahresversammlung einer der mächtigsten, den Völkerbundsgedanken verfechtenden schweizerischen Gesellschaften in Thun Anfang Mai herausstellte, hat diese Gesellschaft e i n Drittel ihrer Mitglieder verloren; ihre Kassen sind leer und sie mußte die Propaganda in Wort und Schrift einstellen. Wenn das für die Schweiz zutrifft, so ist die Lage in anderen Ländern viel ernster: bei vielen ist die Sympathie für den Völkerbund in eine offene Unzufriedenheit umgeschlagen. Die Unzufriedenheit unter den Dölkerbundsmit- gliedern ist in Charakter und Impulsivität ganz verschieden, und der Ausweg wird auch wahrscheinlich verschiedenartig sein. Das Interesse vieler Mitglieder steht bereits in offenem Gegensatz zum Völkerbunde, und wir sollten uns nicht wundern, wenn wir in allernächster Zukunft Zeugen ihres gemeinsamen oder vereinzelten Austrittes sein werden. Ob dieser Austritt mit der Gründung eines neuen Völkerbundes enden wird, oder ob ein Mächtiger oder Mächtige die anderen, die Schwächeren um sich versammeln werden, kann heute schwer vorausgesagt werden, eines ist aber sicher: dort wird die Arbeit eine erfolgreichere sein. Auch unter denen, die den Glauben an den Völkerbund noch nicht verloren haben und durch Reformen seine Wiederbelebung erhofften, besteht über seine „Erneuerung" keine Einigkeit. Die von diesen „Gläubigen" vorgeschlagenen Reformpläne unterscheiden sich sehr voneinander, und es ist fast unmöglich, sie einander auch nur anzunähern und anzugleichen. Die hauptsächlichen und grundsätzlichen Fragen, wie die politische Macht und Zuständigkeit des Völkerbundes, der Rahmen seiner Tätigkeit, d. h. seine Universalität und ganz besonders seine Exekutivgewalt, d. i. die Durchführung seiner Beschlüsse mit Gewalt, sind ganz verschieden dargestellt und entschieden. Bis heute sind eingebracht die Entwürfe des Balkan- b u n d e s und der Kleinen Entente, der Entwurf der englischen konservativen Gruppe und — hier in Genf selbst — der wohlbegründete und auf breiter Grundlage ausgearbeitete „Erneuerungsplan" der „Neutralen Staaten" (Schweiz, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Holland und Spanien). Wenn in der nächsten Zukunft die oppositionell eingestellten Kräfte den Völkerbund tatsächlich verlassen, dann ist es leicht möglich, daß die Einheit der oben angeführten Kräfte auseinanderfällt und die heutige „Meinungsverschiedenheit" zum offenen Konflikt ausartet. Es gibt noch einen Entwurf, über den hier niemand spricht oder besser gesagt niemand zu sprechen sich getraut, für dessen Verwirklichung aber eine geheime Macht sehr tätig ist. Das ist die Sowjetisierung des Völkerbundes, die Schaffung eines „Sowjet-Völkerbundes". Seine Autoren sitzen in Moskau, der Plan dafür wurde auf der letzten Plenarsitzung der Komintern ausgearbeitet und der italienische Kommunist hat ihn teilweise der Weltöffentlichkeit verraten. Heute gehen die Bestrebungen dieser geheimen Macht auf zwei Wegen: über die Vortruppen Moskaus — die Kommunistische Partei —, die hier und da in den prokommunistisch eingestellten rührigen Kreisen Widerhall findet, und über den offiziellen Moskauer Vertreter beim Völkerbund Litwinow-Finkelstein, der ihr durch geschickte Politik den Weg bahnt. Diese Leute sind sehr zuversichtlich, und diese Zuversicht wird durch die Vergangenheit genährt und gestärkt. Den Einzug des Sowjetjuden in den Völkerbund betrachten sie als einen Triumphzug des Siegers. Auf dem weiten Wege des sechzehnjährigen Kampfes ist Moskau keinen Schritt vor dem Völkerbund zurückgewlchen, in Genf aber trat es gerade jene Grundsätze nieder, deren Wahrung und Durchführung der Völkerbund sich zum alleinigen Ziel und Zweck auserkoren hatte. Genosse Finkelstein hielt in Genf den triumphalen Einzug. In seinem Gefolge marschierten 75 Millionen Angehörige mit Ketten schwei^bettldener nichtrussischer Völker, das vergewaltigte Recht, der Teufel der Plünderung und bis an die Zahne bewaffnete, säbelrasselnde und kriegslüsterne Horden; vor ihm schritten aber die bösen Geister der Vernichtung der Kultur und der politischen Gesellschaft, Frankreich, England und die Sowjets. Was sagt man in London zum außenpolitischen Kurs des Kabinetts Blum? Par i s, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) „Oeuvre" meint, die außenpolitische Regierungserklärung des Kabinetts Blum habe in ganz England den b e - st en Eindruck hinterlassen. Trotzdem sei es jedoch wenig wahrscheinlich, daß es dem Ministerpräsidenten Blum und dem Außenminister Delbos gelingen werde, England dazu zu bringen, in allen politischen Fragen sofort eine eindeutige Stellung zu nehmen. Das englische Kabinett scheine wegen der innenpolitischen Lage in Frankreich ein wenig beunruhigt und daher bestrebt zu sein, die französischen Wünsche wohl mit Wohlwollen zu prüfen, jedoch in allen wichtigen Entscheidungen Zeit zu gewinnen. Man müsse sich freuen, daß die erste Fühlungnahme zwischen der englischen und französischen Regierung er st nach einer Aussprache zwischen Frankreich und den Sowjetrussen erfolgt sei. Die Tatsache, daß diese beiden Länder gemeinsam in Genf einen kraftvollen Vorstoß für die kollektive Sicherheit beabsichtigen, werde zur Folge haben, daß sich England nicht allen Ideen verschließen könne, wenn es vor einen feststehenden Willen gestellt würde. Das „Journal" schreibt, das Kabinett Baldwin habe in England die Partie glänzend gewonnen. Die konservative Mehrheit habe um Baldwin herum einen Block gebildet, um zur „Tradition" zurückzu- kehren. Der Völkerbund werde für die Engländer in Zukunft nur eine Rahmenorganisation sein, die je nach den Umständen eine Stellungnahme erlauben werde. Vor allem glaube man in England aber an seine eigenen Kräfte und man versuche nur für die Neubildung dieser Kräfte die notwendige Zeit zu gewinnen. Das Programm Leon Blums und Delbos' entspreche etwa denselben Zielen. Trotzdem aber fei ein entscheidender Unterschied zwischen Paris und London festzustellen. Die Engländer wünschten in keiner Weise mit den Sowjetrussen in Verbindung zu kommen. Das Programm Leon Blums aber sei auf die Gemeinsamkeit der Interessen begründet, die in erster Liüie darin bestünde, d i e Sowjets zum Angelpunkt des politischen Systems zu machen. Um diese auseinandergehenden Auffassungen werde sich die Politik in der nächsten Zeit bewegen. Hoare fordert eine starkeFlotte. England mutz sich auf seine eigene Kraft verlassen können. London, 24. Juni. (DNB.) Der Erste Lord der Admiralität Sir Samuel Hoare sprach vor der Royal Empire Society über Englands Wiederaufrüstung. Wenn in unmittelbarer Zukunft wieder ein Krieg ausbreche, werde keinerlei Zeit übrig bleiben, wie das beim letztenmal der Fall gewesen sei. Großbritannien müsse sein Haus in Ordnung bringen, bevor eine Krise hereinbreche. Angesichts der Schnelligkeit der modernen Kriegführung werde man nach Ausbruch einer Krise keine Zeit für Reformen und Wiederaufbau haben. Es sei aber keine Ursache für eine Panik vorhanden. Kein Land in Europa wünsche den Krieg, und weil das der Fall sei, würde es eine verbrecherische Verrücktheit sein, anzunehmen, daß der Krieg unvermeidbar sei. Es sei aber so viel entzündbares Material in Europa, daß ein Funke einen großen Zusammenstoß entfachen könne, wenn nicht große Mächte wie Großbritannien stark genug seien, um ihren Einfluß zugunsten des Friedens in die Waagschale zu werfen. Deshalb rüste Großbritannien auf. Wenn es gelinge, eine gut ausbalancierte Flotte zu haben, die in der Lage fei, den Feind zu schlagen und die Meere offen zu halten, und die so ausgerüstet sei, daß sie überall hingehen könne, werde es keinen Weltkrieg geben. Er sei der Ansicht, daß die Luftwaffe die Aufgaben der Flotte nicht geändert habe, und daß es keineswegs unmöglich sei, eine Flotte zu bauen, die in der Lage sei, ihren traditionellen Pflichten gerecht zu werden. Das Kriegsschiff gehöre keineswegs ins Museum. Man könne die neue Flotte zur wichtigsten und mobilsten Waffe gestalten. Volle kollekttve Sicherheit heiße in der Praxis, daß die britische Flotte im Mittelmeer sein müsse. Wenn die Flotte zweimal so stark gewesen wäre, als sie es heute sei, würde die Krise niemals entstanden sein. Der einzige Staat des Völkerbundes, der bereitgewesen sei, wirksame Vorbereitungen zu treffen, sei Großbritannien gewesen. Dürfe man angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt annehmen, daß man sich in entfernten Gegenden der Welt, in denen die führenden Mächte nicht Mitglieder des Völkerbundes seien, auf die kollektive Unterstützung im Völkerbund werde verlassen können? Diese Lehren zeigten, daß die Welt eine starke britische Flotte brauche. Das Ausbleiben einer kollektiven militärischen Aktion im Herbst zeige, daß das Britische Reich sich immer noch auf seine eigene Kraft und besonders auf eine st a r k e britische Flotte verlassen müsse. Die Tatsache bleibe bestehen, daß das Britische Reich von seinen Seever« bindungen abhänge. Meinungsverschiedenheiten aus der Dardanellen-Konferenz. Montreux, 24. Juni. (DNB.) Die Meerengenkonferenz hat mit der Prüfung des zweiten Abschnittes des türkischen Abkommensentwurfes, der sich auf die Durchfahrt von Kriegsschiffen bezieht, begonnen. Litwinow stellte den Antrag, Artikel 6, der Kriegsschiffe nur zu Höflichkeitsbesuchen zulassen will, genau dahin zu prüfen, daß es sich nur um Schiffe von Nichtuferstaaten des Schwarzen Meeres handele. Auch solle das Durchfahrverbot von Unterseebooten auf Flugzeugträger ausgedehnt werden. Für die britische Regierung behielt sich Lord Stanhope eine Stellungnahme vor. Der japanische Abgeordnete Sato erklärte sich bereit, den Beschränkungen für die Einfahrt von Kriegsschiffen ins Schwarze Meer zuzustimmen, wenn diese Beschränkung auch den das Schwarze Meer verlassenden Kriegsschiffen auferlegt werde. Hinsichtlich des Artikels 7, der sich auf die Durchfahrt im Kriegsfälle bei Neutralität der Türkei bezieht, behielt der britische Vertreter sich ebenfalls die Stellungnahme feiner Regierung vor. England und Japan gegen Moskauer Mnsche. London, 24. Juni. (DNB.) Die Londoner Abendblätter berichten über Gegensätze zwischen England und Sowjetrußland auf der Konferenz von Montreux. Sie seien so ausgeprägt, daß die britische Abordnung auf neue Anweisungen aus London warten müsse. Nach Reuter drehe sich die Meinungsverschiedenheit um die Durchfahrt für Kriegsschiffe durch die Dardanellen. Großbritannien sei nur dann bereit, sich mit Einschränkungen abzufinden, wenn sie ohne Ausnahme gelten würden. Die Sowjetunion dagegen wünsche, daß die Schwarze-Meer« Staaten so viel Schiffe, wie sie wollen, in das Mittelmeer senden dürfen, daß aber die anderen Mächte nur eine begrenzte Tonnage aus dem Mittelmeer in das Schwarze Meer schicken dürfen und auch diese nur unter besonderen Bedingungen. Nach der Agentur Domei hat d e r japanische Außenmini st er Arita an den Delegationsführer Sato auf der Konferenz von Montreux folgende Richtlinien übermittelt: Die japanische Marine unterstützt die türkischen Revisionsforderungen, verlangt aber, daß das großzügige Passagerecht für sowjetrusfische Schiffe zum Mittelmeer eingefchränkt wird. Japan werde sich an den Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des jetzigen Verfahrens wegen seines Ausscheidens aus dem Völkerbünde keinesfalls beteiligen. Verstimmung in Rom. Tribuna greift die Times an, weil sie die Tendenz zeige, aus der Meerengenkonferenz in Montreux die Grundlagen für ein Garantie- system im Mittelmeer herauszuholen. Dieses unentwegte Fe st halten am Völkerbund entspringe rein imperialistischen Interessen. Dies könne man schon daraus ersehen, daß eine Regelung der künftigen internationalen Beziehungen empfohlen werde, während man gleichzeitig Italien von einem für die Sicherheit Europas grundlegenden Pakt f e r n h a l t e n wolle und eine Einkreisung in einem Meer betreibe, in dem die englische Flotte, nicht die italienische der Fremdling sei. Es handle sich bei diesen Bestrebungen allerdings um die Ansicht sehr kleiner Kreise, deren Einfluß nicht wegen des Umstandes überschätzt werden dürfe, daß sie ein solches Organ zur Verfügung hätten. Der Streik in Frankreich. Vorstellungen der Handelskammern. Paris. 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Vorstand der Handelskammern ist vom Ministerpräsidenten Blum empfangen worden. Dem Ministerpräsidenten wurden die Befürchtungen des Handels und der Industrie wegen der Fortführung des Streiks und der Besetzung zahlreicher Fabriken unterbreitet. Der Vorstand ersuchte den Ministerpräsidenten um sofortige Maßnahmen zum Schutze des Binnenmarktes. Auch auf denSchiff - f a h r t s st r e l k in Marseille wurde hingewiesen. Blum soll versichert haben, daß er die klare lieber« zeugung einer fortschreitenden Beruhigung der Lage habe und daß von der Regierung keine Besetzung von Fabriken mehr geduldet werden würde. Dom Minister- präfibium wird indessen mitgeteilt, daß Leon Blum an der Abfassung dieser Mitteilung des Vorstandes der französischen Handelskammern nicht beteiligt gewesen sei. Oie Streikbewegung in Lyon. Paris, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Straßenbahnerstreik der Stadt Lyon, die seit Tagen ohne Straßenbahnverkehr war, konnte das Gift des Bürgerkrieges und die Seuche der Weltrevolution einher. Der Völkerbund hat hier gerade den Boden verlassen, auf dem das Prinzip der Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfeleistung der Äölker aufgebaut war, er streckte im Kampfe gegen Moskau die Waffen und sagte sich — diesem zuliebe — von den national gesunden und starken Organismen ab. im Osten von Japan, das heute mit übermenschlicher Kraft die ungeheure geschichtliche Mission der Befreiung und Entgiftung der Nation von dem rus- sisch-chinesi chen Chaos erfüllt, und in Europa von Deutschland mit feiner wunderbaren nationalen Erhebung. Ihr Austritt öffnete Moskau die Pforten des Völkerbundes, denn es ist schwer vorstellbar daß Moskau der Genfer Einzug gelungen märe, wenn diese beiden Kräfte dort noch vertreten gewesen wären. t ,, v m..fe , s Unter solchen Umständen gedenkt der Völkerbund auf seiner nächsten Herbstsitzung seine „Erneueruiig und auch die Prüfung der oben erwähnten Entwürfe durchzuführen. Bis zum Herbst aber will er jene Fragen klären, die zu prüfen er auf ferner letzten Sondersitzung sorgfältig vermieden hat. Das find die große deutsche Aktion vom 7. Mar; 1936 und der italienisch - abessinische Konflikt, wie man ihn hier noch immer nennt. Beide Punkte erwiesen sich von, außerordentlicher Bedeutung, derengleichen der Völkerbund bis heute weder bewältigt noch jemals geistig erfaßt hat. Der eine wie der andere Punkt haben das Genfer geruhsame Leben in Aufruhr gebracht und sie traten unerwartet in den Mittelpunkt des internationalen Interesses und Lebens. Beide Aktionen zeitigten Folgen, die heute aktueller sind als alle übrigen Erscheinungen, und die gebieterisch fordern, daß die Welt ihnen Rechnung trägt. Zwischen Abessinien und dem Völkerbund liegen heute die machtvollen nationalen Bewegungen Aegyptens und Arabiens. In Aegypten hat die völkisch-nationale Partei das Steuer des Geschickes der Nation ergriffen; sie schreitet mächtig vorwärts und bereitet dem Völkerbund durch ihre Forderung nach der Vereinigung Sudans mit Aegypten und durch den Wechsel der Beziehungen Aegyptens mit seinem europäischen Beschützer — England — neue Sorgen und Kopfzerbrechen. Der Vormarsch Arabiens ist nicht minder machtvoll. Die arabischen Staaten und das arabische Volk, einig in ihren nationalen Bestrebungen, kämpfen für die Einheit des großen Vaterlandes und die Freiheit der arabischen Nation. In diesen letzten zwei Monaten waren wir dort Zeugen der Wiedergutmachung der Versailler „Fehler und Gnadengeschenke" und der Vernichtung dessen, um dessen Erhaltung der Völkerbund bis jetzt bemüht war und auch heute noch bemüht ist. Das stellt heute die einzig wirkliche Sorge dar. Von einer noch größeren Bedeutung ist das deutsche Vorgehen vom 7. März. Der Widerhall in anderen Ländern ist ungeheuer, aber noch größer ist die Hoffnung, die er bei den ent- rechteten und geknechteten Nationen hervorgerufen hat. Der 7. März war der Anbruch der neuen Aera die treibende Kraft dieser Zeit aber ist die „Souveränität des Vaterlandes". Sie erweckt bei vielen neue Hoffnungen und ruft sie zum Kampfe für Einheit und Zusammenschluß des Vaterlandes; sie erhebt diesen Kampf zum organischen Glauben der nach Freiheit ringenden Nationen. Diese Tatsache beweist aber klar, daß die Kräftegruppierung noch nicht beendet ist; der Völkerbund hat die Einheit seiner Mitglieder noch nicht fest geschmiedet und wer weiß, welche Ueberraschungen wir noch bis zum September, bis zur „Erneuerung" des Völkerbundes erleben werden! Die Erneuerung unserer Epoche aber kann nur auf einem Wege erfolgen und dieser Weg ist: die Souveränität des Vaterlandes, die politische Freiheit der Nationen und ihre gleichberechtigte Zusammenarbeit in einem wahrhaften Völkerbünde. Die heutige Genfer Institution und die Entwürfe ihrer Erneuerung sind aber von diesem Prinzip sehr weit entfernt. Dort thront heute Litwinow und dort ist auch die Knechtschaft der 75 Millionen nichtrussischen Völker, deren Rechte von den Russen zertreten und deren Vaterländer von den sowjetrussischen Besatzungsheeren geplündert und ausgeraubt sind. Hier kann nichts erneuert werden. Wenn sich aber hier die roten Vertretet aus der „vereinigten Front" zahlreich versammeln werden — dann wird die Welt ein neues, unerwartetes Schauspiel erleben. Staatssekretär Dalle in Berlin Englands Kampf gegen die aufständischen Araber jährigen Bestehens. Die einer Van Zeelands Programm. Allen Arbeitsfähigen Brot und Lohn. Spanische Anerkennung für die nationalsozialistische Wirtschaftsführung. Madrid, 24. Juni. (DNB.) „Jnformaciones" bezieht sich auf die jüngste Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Wenn man berücksichtige, daß der Arbeitsmarkt sich in ganz Europa ganz erheblich verschlechtert habe und die Staaten in erhöhtem Maße mit Devisen- und Einfuhrbeschränkungen aufwarteten, so müsse das Ergebnis der deutschen Wirtschaftstätigkeit als außerordentlich befriedigend bezeichnet werden; es zeige sich deutlich, wie dank der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung nach und nach die verfügbaren Arbeitskräfte vollständig wieder in den Produktionsprozeß eingefügt wurden. Da 800 000 nicht mehr voll arbeitsfähig seien, so bleibe nur noch eine Zahl von 700 000. Es sei also der Beweis geliefert, daß der Nationalsozialis- mus das Problem der Arbeitslosigkeit hundertprozentig g e l ö ft habe. In Deutschland hätten heute alle arbeitsfähigen Arbeiter Brot und Lohn. Ihr Leben spiele sich geregelt und ordentlich ab ohne unangenehme Ueberraschun- gen und eine fortgesetzte Ungewißheit, die der Familie des werktätigen deutschen Menschen früher das Leben unmöglich machte. Aus dieser Tatsache erkläre sich auch die Liebe des Volkes zu seinem Kanzler Hitler. . ®A°" ^UUng°r, genannt Bruder Loontius, ift 1911 im Kreise Mannheim geboren. Er hat in dem Kloster zu Linz und Bad Kreuznach mit ande- ren Ordensbrüdern Unzucht getrieben. 1934 war er als Küster im Kölner Dom tätig. Bei einem Erholungsaufenthalt im Kloster zu Linz wurde er Erfuhrt und es kam zur ersten sittlichen Verfehlung mit einem anderen Ordensbruder Der iweite Fall geschah im Kloster Marienwörth in Bad Kreuznach. Der Angeklagte wurde wegen unnatür» licher Unzucht in zwei Fällen z u f ü n s M o n a t e n Gefängnis verurteilt. Die Strafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Brussel, 24. Juni. (DNB.) In der Kammer verlas Ministerpräsident van Zeeland am Mittwoch die Regierungserklärung. Gleich zu Beginn forderten die Mitglieder des Nationalflämischen Blocks mit heftigen Zurufen den Ministerpräsidenten auf, seine Erklärung nichtin französischer, son- dern in flämischer Sprache vorzutragen. Der Tumult war so groß, daß van Zeeland zunächst n i ch t m e h r zu Wort kommen konnte. Mehrere flämische Abgeordnete erhoben Einspruch da- gegen, daß heute noch im Parlament der franzö- sischen Sprache offiziell der Vorzug gegeben werde, obro°bl die Mehrheit sich aus Flamen zusammensetzte. Van Zeeland erklärte, daß zum Ausgleich im Senat die Regierungserklärung Z u e r |t i n f l am ischer Sprache verlesen und °?nn erst ins Französische übersetzt werde. Ver- fcyledene Nationalflamen entgegneten, für sie sei es eine grundsätzliche Forderung, daß künftig o/v^lfchd i e offizielle Sprache sei, die mit Rücksicht auf die flämische Mehrheit Belgiens 3°f«f .N E U m a n n, genannt Bruder Achatius wollte n.e Klosterbruder werden, sondern wollte in der Anstalt nur s e i n H a n d w e r k ausüben. Deshalb habe er auch nie ein Gelübde abgelegt Sein Verwandter Bruder Hortulanis der' nach Holland gefluchtet sei, habe ihn deshalb mehrfach geschlagen, «pater habe er sich mit einer Reihe von Brudern in unsittlicher Weise eingelassen, um aus dem Kloster herauszukommen. Die Verfehlungen seien dem Novizenmeister mitgeteilt worden Die Hoffnung des Angeklagten, nunmehr entlassen 5no^eÄn' aber nicht in Erfüllung gegangen 1930 habe er dann seinen Austritt aus der Genossenschaft vollzogen. Der Angeklagte Neumann wurde wegen widernatürlicher Unzucht Monaten Gefängnis verurteilt. uull| nate Untersuchungshaft wurden auf die (Strafe an. gerechnet. 1 ber toturm- und van Zeeland setzen Erklärung in sranzöfischer Sprache fort- zu sechs Fünf Mo- Sturm im Brüsseler Parlament. Die Flamen fordern den Vorrang für ihre Sprache. am Mittwochabend in der Wohnung des Bürgermeisters H e r r i ot eine Einigung erzielt werden. Die Straßenbahner werden Donnerstag den Betrieb wieder austiehmen. Dagegen ist im Streik der Kaffeehauskellner im Hotelgewerbe und im Baugewerbe von Lyon bisher keine Einigung erzielt worden. Der Streik in den Erdölraffinerien hat eine starke Verminderung des Kraftwagenverkehrs in Lyon zur Folge gehabt. Jedoch werden Krankenhäuser und Bäckereibetriebe von der Streikleitung mit Brennstoff versorgt. Der Mirosenstreik. Auch die Kriegsmarine wird betroffen. Paris, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) In Marseille sind nach wie vor die Schiffe von ihren Mannschaften besetzt und die rote Fahne weht auf den Masten. Während Vertreter der streikenden Matrosen und der Schiffseigentümer in Paris beim Ministerpräsidenten weilten, traf ein Telegramm aus Marseille ein, daß die grundsätzliche Zustimmung der Schiffsgesellschaften zu den Forderungen der Streikenden brachte. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Aufforderung des Ministerpräsidenten, die Arbeit auf den besetzten Schiffen sofort aufzunehmen, von den streikenden Matrosen auch befolgt wird. Auch die französische Kriegsmarine ist durch die Streikbewegung in Mitleidenschaft gezogen worden. Etwa 300 Arbeiter der Werft von St. Denis bei St. Nazaire, die an Bord zweier Kreuzer und an Bord von vier Unterseebooten Ausbesserungsarbeiten durchführen, haben die Arbeit niedergelegt. Die Arbeiter wollten zuerst an Bord der Schiffe bleiben, und sie nach bekanntem Vorbild „besetzen". Später entschlossen sie sich aber, zwei in der Nähe der Werft liegende Hallen zu besetzen, dort die rote Fahne zu hissen und die Erfüllung ihrer Forderungen abzuwarten. 400 weitere Arbeiter der Loire-Werft St. Denis bei St. Nazaire der Abteilung Turbinenbau haben ebenfalls den Streik erklärt, und die betreffenden Werftanlagen besetzt. m>n6eL^inifterp^äflbentJteate svdann die einzelnen Maßnahmen auf, die die Regierung auf sozialem Gebiet unter dem Druck der Gewerkschaften und der Sozialdemokraten zur Beruhigung der Massen er- be^ ßöhnpbeh-GS >ble sich um die Angleichung b?e^irin b,e R°«°rm ber Arbcitsl°s°n°ersicherung und der Berlin, 24.Juni. (DNB.) Auf dem Fliegerhorst Staaken traf mit einem Sonderflugzeug in Erwiderung des Besuches des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, und des Staatssekretärs der Luftfahrt, General der Flieger Milch, der Staatssekretär und Chef des Generalstabes der Königlich Italienischen Luftwaffe, Valle, ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich u. a. eingefunden Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch, der Chefadjutant des Reichsministers der Luftfahrt Oberst Bodenschatz, der Präsident des Aeroklubs von Deutschland, von Gronau, zahlreiche hohe Offiziere der Luftwaffe, der italienische Botschafter A t t o l i c o sowie der Sekretär des Berliner Fascio. Der italienische Gast wurde von Staatssekretär Milch herzlich willkommen geheißen. Das Musikkorps des Fliegerhorstes Staaken spielte die italienische Königshymne und die Giovinezza, als die ausländischen Gäste die Front der Ehrenkompanie abschritten. Die italienischen Gäste werden Gelegenheit haben, die Einrichtungen der Luftwaffe, der Luftfahrt und der Industrie zu besichtigen. Der erste Besuch führte den italienischen Gast nach dem Ehrenmal Un- Oie Franziskanerbrü-er vor Gericht. Gefängnisstrafen gegen die Brüder Jmbert, Achatius und Leontius. ../obJeJ3? 24 Juni. (DNB.) In der Mittwochsitzung der Dritten Großen Strafkammer wurde gegen die Fran^iskanerbrüder Johannes Schreiber, genannt ?V1. & e r *' Avsef Neumann, genannt Bru- öer Ach atius und Egon Villinger, genannt Bru- ?CL,$V°nUU.5,' ”crl,anbelt 3m Gröffnunas. Md)luB tmrb allen drei Angeklagten widernatur- liche Unzucht zur Last gelegt. Der Angeklagte Johannes Schreiber ging mit 19 Jahren ins Kloster Drei Jahre lebte er dort in Ruhe und Frieden Im August 1935 wurde ein älterer JBrnöer beerdigt. Bruder Jmbert und Bruder Redemptus hatten die Gäste zu bedienen. Beide tranken nachher den übrig gebliebenen Wein, und 'st es zu den Verfehlungen gekommen. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde der Angeklagte Johannes Schreiber wegen fortgesetzter widernatur, licher Unzucht zu vier Monaten Gefäna- n i s verurteilt. Die Strafe ist durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. ' 300-3af)rfeier der Universitär Utrecht. In diesen Tagen beging die Universität Utrecht den Tag ihres 300jährigen Bestehens. Die Feierlichkeiten wurden eingeleitet durch die Fest- iaen9ffiäff,^hel»iiät(5|e.nats' 3U ber bie -m-wär- tigen Gaste und Vertreter von Hochschulen aus allen Teilen der Welt geladen waren. Nach einer Begrüßungsrede des Rektors, Professor Dr V oll. brachten Vertreter der Niederländischen Königlichen Akademie der Wissenschaften und der niederländischen Hochschulen der Jubilarin ihre Glückwünsche dar. Sie verwiesen in ihren An- sprachen auf die hohe Bedeutung, die der Universi- 6*™'^ Überbrfad,le Grüße un" Glückwllnsch^der M-M-E ■VWUSW«» *■ Mgnes Meg-l erhall den Herder-Preis. non-Gaeche-Stil^nk LV b» 3°h->nn-W°lfganq- lich- mcherardent- auszeichnen lall ist nnn h5 Deutschtums im Osten erstmalig für da/Jahr ^nifl5ber9 m . V e 5 ^oyr 1936 der Dichterin Aanes urkunde heißt im ’-t ber ^erleihungs- reinste, wahrste /nd^^m 'hrer Dichtung der schen Menschern ° * ^sbruck des oftdeut- ter den Linden, wo Exzellenz Valle einen Kranz niederlegte. Eine Ehrenkompanie der Luftwaffe erwies die Ehrenbezeugung, worauf fick) ein Vorbeimarsch anschloß. Zahlreiche Berliner bereiteten den ausländischen Gästen einen freundlichen Empfang. — Unser Bild zeigt Exzellenz Valle beim Abschreiten der Front der Ehrenkompanie. Links neben ihm Staatssekretär der Flieger Milch und der italienische Botschafter in Berlin Attolico. — (Scherl-Bilderdienst-M.) * Die italienischen Flieger statteten dem Reichs- luftfahrtministerium einen Besuch ab, wo sie Staatssekretär Milch empfing. Am Abend vereinigte ein Zusammensein im Haus der Flieger die italienischen Gäste mit den Angehörigen der verschiedenen Zweige der deutschen Luftfahrt. Im Auftrag der Reichsregierung hieß Staatssekretär Milch die italienischen Flieger herzlich willkommen. Staatssekretär General Dalle dankte für den liebenswürdigen Empfang, der ein neuer Beweis für die kameradschaftliche Verbundenheit der Flieger in der ganzen Welt sei. Landesverteidigung riefen einige naiionalflämislhs Abgeordnete: „Los von Fvvnkreich! Keine Befriedigung fand bei den Flamen die Erklärung der Regierung über das Kulturprogramm m der Flamenfrage. Die Ankündigung van Zeelmids, daß hip Reaieruna das parlamentarische Sy- st-m gegen alle Angriffe verteidigen werde lüste auf den Bänken der Sozialdemokraten tosenden Beifall aus. Regierungsfeindliche Kundgebungen in Graz. Wien, 24.Juni. (DNB.) Auf dem steierischen Volkstage kam es in Graz zu Zwischenfällen. Als der steierische Landeshauptmann Stepan vor dem Denkmal des Erzherzogs Johann einen Kranz niederlegte, brach eine große Menschenmenge in laute Rufe gegen die Regierung und gegen die Habsburger aus. Als die Polizei gegen die Menge vorging, kam es zu heftigen Zusammenstößen, bei denen eine Anzahl Personen verletzt wurde. 60 Kundgeber wurden festgenommen. In Gleisdorf bei Graz sammelte sich vor dem Rathaus eine Menschenmenge an, die in Rufe gegen die Habsburger ausbrach. Englische Bauern protestieren gegen Kirchensteuern. London, 24. Juni. (DNB.) Ein Protestzug von 3000 englischen Bauern, in dem alle englischen Landschaften vertreten waren, zog durch London, um gegen d i e Kirchensteuern Einspruch zu erheben. Der Demonstrationszug trug Banner mit den Aufschriften wie „Der Farmer erarbeitet, was die Kirche vergeudet" und „Die Landwirtschaft ist in Gefahr." Der Demonstrationszug, der großes Aufsehen in London erregte, bewegte sich durch dis ganze Stadt und endete schließlich im Hyde Park. Der Protest der Bauern richtete sich gegen dis Gesetzesvorlage, die die Umlegung des Kirche zehnten auf die Landwirtschaft vorsiehk Oie Eowjetbasis in Prag. Warschau, 24. Juni. (DNB.) Der Krakauer Kurjer Jllustrowanny berichtet aus Prag, daß seit dem Januar 1936 24 sowjetrussische Offi, ziere und seit dem Mai weitere 48 in der tschechischen Armee als Instrukteure tätig sink Man könne feststellen, daß die Tschechoslowakei durch Moskau in zweierlei Hinsicht als starke Basis benutzt wird, erstens als Filialftelle der russischen Rü st ungen und der russischen Expansion, die sich nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen Polen richte, und zweitens als starke Organisationsbasis für die Arbeit der Komintern in sämtlichen angrenzenden Ländern. Ehinesisch-japanische Reibungen. Tokio, 24. Juni. (Ostasiendienst des DNB.) Nach Meldungen der Agentur Domei hat die Beschießung eines japanischen Frachtschiffes durch einen chinesischen Zollkutter große Erregung ausgelöst. Domei kündigt ein scharfe Protestnote des japanischen Flottenkommandos'Port Arthur und des Generalkonsulates Tientsin an die chinesischen Zollbehörden an. Die Japaner fordern Entschädigung und Zusicherungen, daß derartige Vorkommnisse in Zukunft unterbunden werden. Man spricht weiter von der Förderung einer Revision der Zollhandhabung und der Einziehung der Seezollkutter. Kleine politische Nachrichten. Reichsärzteführer Dr. Wagner traf auf Einla- düng des Nationalvereins ungarischer Aerzte i n Budapest ein, um die Einrichtungen des ungarischen Gesundheitswesens und die medizinischen For- schungen und das Bildungswesen Ungarns kennenzulernen. * DeValera gab imirischenKabinett bekannt, daß nach der neuen Verfassung das Amt des Generalgouverneurs aufgehoben und ein d u r ch V o l k s w a h l Bevollmächtigter die Würde des Staatsoberhauptes bekleiden werde. * Dem englischen Außenminister Eden wurde von der Universität Oxford der Ehrendoktor ver- liehen. * Die Niederländische Bank hat den Dis- kontsatz um 0,5 v. H. auf 4 v. H. ermäßigt roorber/011^0 roar am $-3uni um 1 v. H. erhöht Kunst un- Wissenschaft. Atterspensionen und die Fortsetzung der öffentlichen ^^Eüen. Dan Zeeland stellte ferner in Aussicht bafe die Regierung dem S i e d lu n g s w e s e n ihre besondere Aufmerksamkeit zuwendcn werbe. Die Waffenfabrikatlon und gewisse Industriezweige, bie den Charakter von Monopolen erhalten hätten würben unter Staatskontrolle gestellt. Unter den politischen Reformen, die die Regierung m Aussicht genommen hat, befinben sich zahlreiche Forderungen, die bie R e r - B e w e- 9"V in, i.I)rcm Kamps gegen das heutige System erhoben hat, u. a. Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten die Einführung ber Volksbefragung eine berufsstandische Organisation, W i r t s ch /1 s- hnVLe,ü ?rbe/er Staatsrat sowie das Ver- ^Eldung von Aufsichtsratsposten durch wakttlchp Äderung und des Parlaments. Dtt ! "ng, daß die bisherige Politik fortaesekt mprh» autonomen6 Wünschend ^N'tändnl" tSn" ™ a“”‘ über großzügige- BeXn^u^i^" unöb5bCnUr^rirtieberI’0H wm $ ■ Aus aller Welt Ein anwaltschaftsrat die Schuldfrage sei schuldig, das überfahren beiter letzt. Sieben andere wurden leicht verletzt. Zehnjähriger Knabe erschossen. Dr. Varrentrapp erörterte des Angeklagten Dechant. Er auf Halt stehende Vorsignal zu haben. Auch habe er nach Vorsignals nicht sofort gebremst. Ueberfahren des , v . Die Sorge um die Instandhaltung der Kesselfeuerung könne Dechant nicht entlasten, lieber dieser Verpflichtung stand die Verpflichtung, auf die Signale und die Sicherheit der Fahrgäste zu achten. Ein Verschulden des Fahrdienstleiters von Groß- Heringen könne nicht in Frage kommen. Oberstaatsanwalt Gorkow beschäftigte sich mit der bei Vernon ereignete sich ein schweres E x p löst o n s u n g l ü ck. Eine Halle flog in die Luft, und zwei Arbeiter kamen ums Leben. Drei Ar- und eine Arbeiterin wurden schwer ver- Sommer 1916 noch immer auf die Behauptung der stark besetzten vordersten Kampfgräben eingeschworen. In ihnen mußte — koste was es wolle — dem Feinde der Durchbruch verwehrt werden. Kein Grabenstück dürfte freiwillig aufgegeben werden. Geländeverluste mußten in möglichst sofortigen Gegenangriffen oder Gegenstößen wieder genommen werden. Die deutschen Sommekämpfer haben den Befehl, keine Stellung freiwillig zu räumen, befolgt, wie deutsche Soldaten zu gehorchen gelernt hatten. Es bedurfte erst der blutigen, im Laufe der gewaltigen Abwehrschlacht erwachsenen Lehre, um mit der Zeit $u einem den tatsächlichen Verhältnissen und Bedürfnissen besser entsprechenden Kampfverfahren zu gelangen." Ungeheures ist von den deutschen Truppen vor zwanzig Jahren an der Somme geleistet worden. Wohl nie ist einer Truppe ein Kampf zugemutet worden gegen eine derartige Ueberlegenheit an Zahl und Kampfmitteln wie der deutschen Sommetruppe. Das unterscheidet diese Kämpfe von dem blutigen Ringen um Verdun, wo das Kräfteverhältnis einigermaßen ausgeglichen erschien. Wenn dennoch den Engländern und Franzosen trotz des gewaltigen Materialeinsatzes, trotz der Uebermacht der Artillerie und Infanterie und trotz ihrer Luftherrschaft der Erfolg versagt blieb, so war das dem deutschen Führertum, dem deutschen Soldaten zu danken, dem deutschen Mannestum, das sich vom Material nicht zu Boden drücken ließ. DasGroß-HeringerGsenbahnungliick vor Gericht Oie Strafanträge und die Plädoyers. ____ Vorfall, der noch der Aufklärung bedarf, ereignete sich bei St. Pölten in Niederösterreich. Ein zehnjähriger Knabe wurde dort aus dem Hinterhalt durch drei Gewehrschüsse getötet. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. Die Bevölkerung der Gegend ist durch das Vorkommnis in großer Aufregung. Man weiß noch nicht, ob es sich um einen planmäßigen Ueberfall auf den Knaben, vielleicht als Racheakt gegen die Eltern, handelt, oder ob Fahrlässigkeit eines Schützen vorliegt. Oie Materialschlacht an der Somme Von Walter Aßmus. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Jrn Berliner Baugrubenunglücksprozeß wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Vernommen wurde der 34jährige Diplomingenieur G e i ß l r e i t e r , der bei dem Bau des Tunnels in der Hermann - Göring - Straße als Statiker der Berlinischen Baugesellschaft mitgewirkt hat. Nach den Bekundungen des Zeugen fehlten in der Hermann-Göring-Straße die sonst üblichen Bau- und Konstruktions-Zeichnungen der Reichsbahn. Den ersten Absteckplan erhielt der Zeuge vom Angeklagten Weyher am 4. Februar 1935, nachdem inzwischen die Ramm3ert". Kart. 1,50 Mark. (Schris. ten des R-ich-inftitut- für Glicht- des neuen Deutschlands.) Hanseatische Berlagsanstalt AG. Anrtihwrn __ (126) — Der junge Historiker hat sich eine der interessantesten Fragen gestellt: das Der« bältnis von Geist und Staat, das im Laufe der deutschen Geschichte bislang nur em einziges Mal eme Lösung - und d. h. ein gegenseitiges Durch, bringen — gefunden hat. Es war das Zeitalter der stauftschen Kaiser, in dem sich die politische Ge- chlossenheit auch in der kulturellen Leistung aus- drückte. Seit jenen Tagen fielen Geist und Staat auseinander, wenngleich es immer stärkste Augenblicke in der deutschen Geschichte gegeben hat, m denen eine Lösung nahe war. Besonders das 19. Jahrhundert enthielt drei Möglichkeiten. Die deutsche Erneuerungsbewegung vor den Befreiungskriegen bot die erste Möglichkeit. Die zweite Begegnung ae chah in dem Jahre 1848. Die dritte Begegnung nnllAoa fick unter Bismarck. Als eine der großen Aufgaben die aus tausend Jahren deutscher Geschichte uns überkommen sind, steht die Frage der Einheit von Geist und Staat vor uns. Ihre Losung bedeutet die geschlossene Gemeinschaft von Volk, Staat und Kultur. Das Dritte Reich hat die Vor. aussetzung geschaffen in seiner alles durchdringen- den Weltanschauung. . ___ Maria Amslte von Godin: „Dte Oertlbäueri n". In Leinen 3,80 RM. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. — (97) — Ueberall dort, wo Landschaft und bäuerlicher Mensch zu unzerstörbarer Einheit geworden sind, wo der Mensch mit allen Fasern seines Wesens in der Erde wurzelt, die ihn nährt, wo die unbeugsame Kraft des Bodens in ihm schönste Gestalt gewonnen hat — überall dort spricht ein Künstler zu uns, der die uralte bäuerliche Lebensform mit Ehrfurcht erlebt, um ihr in einem neuen Werke neue Gestalt zu ver- leihen. In der „Dertlbäuerin" haben wir eines dieser schlichten Werke, das erfüllt ist von dem Duft nieder- bayerischer Landschaft. Wir erleben im steten Fluß der Jahre den Aufschwung des „Oertl", eines kleinen Bauernhofes, unter den tüchtigen und sicheren Händen der Bäuerin Corona. Sie ist Quelle und ständiger Antrieb alles Geschehens in der kleinen Welt dieses Hofes und feiner Menschen. Sie ist Spiegel und Verkörperung aller Tugenden und verstockten Härten des bäuerlichen Wesens. Die Konflikte ihres Lebens erwachsen aus den ewig gleichen Grundzügen bäuerlichen Daseins und rühren an die tiefsten Fragen menschlicher und christlicher Gemeinschaft. Wetterbericht ausgezeichneter Darsteller seines eigenen Jchs und ein guter Regisseur. Sobald die Aufnahme beendet war, erschienen zwei Zeugen und ein Notar, und schließlich wurde der Film mit aller Sorgfalt in eine Zinkkassette gesteckt und versiegelt. In die Kassette ließ Mr. Herinson auch 50 Dollar in bar einlegen, die einmal dazu dienen sollen, die Ausgaben für die Projektion auf die Leinwand zu decken — wenn es so weit sein wird, d. h. wenn er das Zeitliche gesegnet haben wird. Seine Voraussicht ging dabei soweit, daß er in der Sorge, es könnte eine Inflation kommen, die Summe in Gold- valuta niederlegte. Nachdem alles dies vollbracht war, glaubt Mr. Herinson ruhig weiterleben und seinerzeit sterben zu können. Westafrika nicht mehr »des weißen Mannes Grab" Westafrika war früher für die Europäer ein so gesundheitsschädlicher Aufenthalt, daß viele von ihnen dem mörderischen Klima erlagen und man das ganze Land als „des weißen Mannes Grab" bezeichnete. Eine soeben veröffentlichte offizielle eng- liche Statistik zeigt nun, daß während der letzten 30 Jahre eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Im Jahre 1905 waren im Gambia, Sierra Leone, Goldküste und Nigeria 1491 Europäer im Dienst, im Jahre 1935 hatte sich die Zahl verdoppelt, auf 2995, darunter 134 weibliche Beamte, aber die Zahl der Todesfälle im letzten Jahr betrug nur 15 gegenüber 42 im Jahre 1905. Die Todesziffer fiel in den 30 Jahren von 28,1 auf 5,1 vom Taufend, während die durchschnittliche Länge der Dienstzeit von 3V2 Jahren auf zehn Jahre acht Monate gestiegen war. Dauernd krank geworden waren im Jahre 1905 dabei 93, während 1935 von der doppelten Anzahl nur 37 Personen erkrankten. Die durchschnittliche Dienstzeit dieser Erkrankten war von zwei Jahren 7 Monaten auf zehn Jahre gestiegen. Von den Todesfällen im Jahre 1935 waren nur zwei durch tropische Krankheiten verursacht, vier traten infolge von Unfällen ein. Bücheriisch. — D r. Wilh elm Hartnacke: Die Ungeborenen. Ein Blick in die geistige Zukunft unseres Volkes. I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis kart. RM. 3.— — (95) — Hartnacke, der frühere Leiter des Dresdener und bis zur Ver- reichlichung des sächsischen Schulwesens erhebt neuerdings seine warnende Stimme. Die führenden Schichten des Volkes, die geistige Auslese in allen Berufen, haben eine durchaus ungenügende Kinderzahl. 2166 sächsische Studienräte haben zusammen nur 2581 Kinder statt 6498, die zur Erhaltung des Bestandes notwendig wären. Die Hilfsschüler aber und die Kinder der minderbegabtesten Volksschichten haben 4 und 5 Geschwister. Unter den mancherlei Gründen, die zum Geburtenschwund geführt haben, stellt Hartnacke besonders den Bildungswahn in den Vordergrund. Alle Eltern wünschen ihren Kindern ein besseres Leben als sie selbst gehabt und glauben, dies durch kostspielige höhere Bildung vielfach ohne Rücksicht auf Eignung schaffen zu können, deshalb reichen die Mittel nur für die Aufzucht eines Kindes. Hartnackes Vorschläge für eine vernünftige und lebensgesetzliche Gestaltung des Schulwesens, für die richtige Auslese der Tüchtigen, für den Abbau des übersteigerten Berechtigungswesens, kommen aus der Praxis und werden Eltern und Lehrern und all Denen, denen unser Erziehungswesen anvertraut ist, viel zu sagen haben. des Reichrwelkerdlenstes. Ausgabeort Frankfurt. Nach Dem Aufbau eines Hochdruckgebietes über Nord- und Nordwesteuropa ist Deutschland in den Bereich frischerer Meeresluft gekommen. Während sie über Nord- und Ost-Deutschland unter Schauern stärker herbeigeführt wird, ist bei uns im allgemeinen mit Der Fortdauer der überwiegend fteund- lichen Witterung zu rechnen. Die in den letzten * Tagen beobachtete Schwüle läßt jedoch erheblich nach. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur vereinzelten Schauern, bei Luftzufuhr aus West bis Nord schwüler. Aussichten fürSamstag: Fortdauer der im ganzen freundlichen aber nicht durchaus regen- sicheren Witterung, mäßig warm. Lufttemperaturen am 26. Juni: mittags 26,7 Grad Celsius, abends 19,1 Grad; am 25. Juni: morgens 16,2 Grad. Maximum 26,7 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juni, abends 26,3 Grad; am 25. Juni: morgens 20,4 Grad. — Sonnenscheindauer 10,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für Die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-unD Steindruckerei R.Lange,K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbegugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. In tiefer Trauer; Kinzenbach, Klein-Altenstädten, den 24. Juni 1936. 4070D mne vor! (Sinti, a KMIMWMA; Verkäufe Familie Ludwig Mandler Familie Georg Bepler Margarete Peusch Familie Heinrich Rink Familie Wilhelm Bepler Alma Peusch ver sofort gesucht. Angeb. unt. A. L. 499 an Ala, Lübeck, ’wiv c o Die Beerdigung findet am Freitag, dem 26. Juni, nachmittags 37, Uhr in Kinzenbach vom Trauerhause aus statt. 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Geburtstagsparade vor König Eduard VIII gehalten und den Ort in seinem „Phantasus" in folgenden Worten gepriesen: „Die große wundervolle Heidelberger Ruine stand mit den verfallenen Türmen, den großen Höfen und der herrlichen Natur umher so schön in Harmonie, daß sie wie ein vollendetes Gedicht aus dem Mittelalter wirkte, ich war so entzückt über diesen einzigen Fleck unserer deutschen Erde, - Die deutsche . , Durer in Farben dargestellt, dann von den Romantikern wie Richter oder Runge neu entdeckt, gibt sich in Heidelberg in ganz besonderer Schönheit, und die vielen Tausenden von fahrenden Scholaren des Mittelalters und von Studenten der neueren Zeit, die aus aller Welt nach Heidelberg zum Studium kamen, haben diese deutsche Landschaft „wonnetrunken" in sich aufgesogen, sie haben ihre Pracht und Schönheit in aller Welt verkündet, und sie haben sie nicht zuletzt darum gepriesen, weil sie vor trockener und laubiger Gelehrsamkeit durch eben diese Landschaft bewahrt blieben. Deutsche Menschast und deutsches Schicksal Zur 550=3at)rfeier der Universität Heidelberg vom 27. bis 30. Juni. Don Hans Hartmann Art Inbegriff deutschen Wesens, deutscher Natur, deutschen Lebensgenusses erscheint. Darum erhebt es uns, wenn jetzt Heidelberg unter der Anteilnahme der ganzen Welt sein 550. Jubiläum begehen kann. Die vielen, die durch die Hörsale, Seminare und Institute seiner auf allen Gebieten hervorragenden Universität gegangen sind, werden im In- und Auslande dankbar dieser Zeiten gedenken und sie werden sich des Triumphes deutscher Wissenschaft freuen, der in den vielen geschichtlichen Erinnerungen in diesen Festtagen zum Ausdruck kommen wird. Da wird nun ganz von selbst neben der Idee der „naturverbundenen Heidelberger Wissenschaft" ein zweiter Gedanke in uns lebendig. Wie hat sich doch in dieser 550jährigen Geschichte das Schicksal des deutschen Geistes widergespiegelt! Der unendliche Reichtum deutscher Forscher- und P i o n i e r t ä t i g k e i t auf allen Gebieten hat hier einen besonders deutlichen Ausdruck gefunden. Lebensnahe Wissenschaft, auf die wir heute den allergrößten Wert legen und im Interesse des deutschen Aufstieges legen müssen, ist in Heidelberg reichlich und immer wieder getrieben worden. Zunächst freilich stand die Universität ganz unter päpstlicher Herrschaft. Das hängt mit ihrer vor 550 Jahren erfolgten Gründung zusammen. Damals nämlich bestand die Kirchenspaltung, es gab einen Papst in Avignon, dem die Franzosen und mit ihnen ihre berühmte Pariser Universität, die 1255 von Robert von Sorbon gegründete „Sorbonne" huldigten. Sein Gegenspieler war Papst Urban VI. in Rom, der durch seine Bulle vom 23. Oktober 1384 die Universität „genehmigte". Die Bulle wurde am 24. Juni 1386 dem Kur- fürsten Ruprecht von der Pfalz, der um die Genehmigung nachgesucht hatte, auf Schloß Wersau bei Schwetzingen ausgehändigt, und von da an nahm die deutsche Wissenschaft ihren großen Aufschwung; denn Heidelberg ist die älteste auf reichsdeutschem Boden gegründete Universität (Prag war 1348 und Wien 1365 vorangegangen, aber Manchmal hat sie sogar dem Gefühl überschwänglich Nahruna gegeben. Viktor von Scheffel hat seine Lieder über Alt-Heidelberg gedichtet. Die theaterhafte, heute verstaubte und verschollene Romantik des Stückes „Alt-Heidelberg", einer der großen Bühnenerfolge, hat Unzählige 'zu Tränen gerührt. Und wenn auch das rein künstlerische Urteil feststehen dürfte, so mag doch zur Verteidigung dieses Rührstückes etwas gesagt wer- den, das ein Heidelberger Gelehrter von Weltruf gelegentlich einmal aussprach, daß „das Rührstück Alt-Heidelberg das Sujet hat, daß der Prinz in seinem feudalen Korps hier zum reinen, warmen, liebenden, natürlichen Menschen werden darf". Es ist also das Unmittelbare und Natürliche, das in dieser von der Natur so gesegneten Universität durchbricht und nicht nur Unzählige beglückt, sondern auch der Wissenschaft wahrhaft gedient hat, indem es sie vor einseitiger Büchergelehrsamkeit bewahrte. Und es ist kein Zweifel, daß auch heute noch immer 'den Ausländern Heidelberg als eine Neckarbrücke und Brückentor in Heidelberg. (Aufnahme: Dr.P. Wolff. jRDV.-M.j) An seinem 42. Geburtstag nahm König Eduard VIII. die Parade seiner Gardetruppen ab. (Scherl-Bilderdienst-M.) daß dieses Bild seit Jahren meiner Phantasie vor- schwebte." Der Zauber der Universitätsstadt Heidelberg hat nun seit 550 Jahren Tausende und Abertau- sende betört, die dem Reiche der Wissenschaft dienten. Das ging einmal so weit: Professor Creu- z e r, der Hauptbegründer der modernen Mythenforschung und Religionsgeschichte, erhielt 1809 einen Ruf nach Leiden in Holland; aber schon im Oktober kehrte er wieder nach Heidelberg zurück, weil seine Phantasie diesen Ort nicht entbehren konnte. Die Ebenen Hollands waren ihm zu eintönig und gaben seinen hochfliegenden Gedanken über die Entstehung der Mychen und Symbole besonders in der altgriechischen Religion nicht genügend Nahrung. Man kann ja diese Religion auch wirklich nur verstehen von den griechischen Verhältnissen aus, seine Berge und Wälder waren mitbeteiligt an der Bildung der Mythen, die Götter wohnten au* dem Olymp, dem gewöhnlichen Sterblichen nicht zugänglich — und das alles läßt sich in der Heidelberger Landschaft leichter vorstellen als in der holländischen. Es ist nicht von ungefähr, daß sein Nachfolger, Erwin Rohde, der Freund Nietzsches, gerade als Heidelberger Professor sein für die griechische Religion bahnbrechendes Buch „P s y ch e" geschrieben hat So ist mit Heidelberg in ganz besonderer Weise das Problem „Wissenschaft und Landschaft" gestellt — eine Frage, der man wohl noch I Professor Dr. Groh Rektor der Universität Heidelberg. — (Scherl-M.) i I z i Wien hatte sich zunächst schlecht entwickelt). Jener 24. Juni gab auch den Anlaß zur Datierung der Feier auf Ende Juni. Auf lange Zeit war die Universität in den Händen einer außerdeutschen Macht, und dieser Zustand wiederholte sich im 18. Jahrhundert noch einmal, als die Jesuiten sie beherrschten. Im 14. Jahrhundert hatte sich die Ueberfremduna des deutschen Geistes bereits in unheilvoller Wei'se auszuwirken begonnen, und so nimmt die Universität Heidelberg teil an diesem merkwürdigen Schicksalsweg des deutschen Menschen, der zum Glück ein steter Weg der Befreiung zu sich selbst geworden ist. Wenn schon im 15. Jahrhundert der berühmte Humanist Reuchlin nach Heidelberg berufen wurde, der von der Selbständigkeit und Freiheit deutscher Wissenschaft Überzeugt war, so war das entscheidend wichtig, obwohl er gar nicht an der Universität lehrte und diese sich zunächst dem Humanismus gegenüber ablehnend verhielt. Auf die Dauer freilich waren die Gedanken von der freien Wissenschaft nicht zu bannen und unter der Regierung des ausgezeichneten Fürsten Ottheinrich von der Pfalz, der auch den Hauptteil des Heidelberger Schlosses baute, nahm denn die Universität einen großen Aufschwung, und ihr Ruhm in aller Welt mehrte sich zusehends. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte aber alle Blütenträume, und erst seit 1803 darf die Universität wieder mit Ehren genannt werden. Im 19. Jahrhundert war sie bahnbrechend auf allen Gebieten der Wissenschaft. Und wenn wir sagen dürfen, daß das 19. Jahrhundert leider auf dem politischen Gebiete einem oft unheilvollen Zickzackkurs der deutschen Einheit entgegensteuerte, so hat es auf dem Gebiete der Wissenschaft einen ungeahnten Siegeslauf, ungehemmt durch Hindernisse, angetreten, und einer der stärksten Mitbeteiligten an diesem Siegeslauf war eben die Heidelberger Wissenschaft. In aller Kürze umschreiben wir die wesentlichen Wissenschaftsbereiche, die von Heidelberg aus eine so fruchtbare Förderung erfuhren. Das ist zunächst die Geschichtswissenschaft. Sie fand in Schlaffer, der die berühmte Weltgeschichte schrieb, in Gervinus, in dem für die deutsche Einheit so verdienten Ludwig H ä u ß e r und in Treitschke, der auch eine Zeitlang in Heidelberg wirkte, große Vertreter. Diese Geschichtsforscher waren fast alle von der Ueberzeugung beseelt, daß die Geschichte nicht um ihrer selbst willen betrieben werden dürfe, sondern damit wir daraus für die Gestaltung der Gegenwart lernen. Kam bann, wie Helles Fenster in der Rocht. Von Max Hungmckel. Es ist spät nach Mitternacht. Die kleine verwinkelte Hargstadt schläft tief' Kein Fenster ist hell. Am Himmel der Mond. Die Stadt ist so still, daß ich das Wehen der Blätter im Nachtwind deutlich höre und das Flackern der Gaslaternen. Mein Schatten geht groß und deutlich auf dem Kopfsteinpflaster vor mir her. Bäume, Sträucher, Brunnen und Bänke haben auf einmal etwas Gespensterndes. Da, in dem alten Haus, das wie ein trutziger Klotz an der Ecke steht, ist noch ein Fenster hell! Ein einziges, helles Fenster mitten in der schlafenden, träumenden, dunklen Stadt. Seltsam, wie mich das berührt. Es ist, als ob der Schein dieses hellen Fensters bis tief in mein Herz bringt. Und nun erhebt sich bie große Frage, spricht mich an, rüttelt mich, zwickt mich, geht nicht von mir weg: Weshalb ist bieses Fenster noch hell? — Ich will bie Frage abschütteln, aber sie bleibt vor mir stehen unb begleitet mich. Ist hinter biefem Fenster ein Kranker? Ein Sterbenber? Sitzt bort in ber Stube einer mit einem schlechten Gewissen wie mit einem Bleiklumpen in der Brust? Ist einer wiedergekommen, ganz plötzlich unb heimlich? Von einer langen Reise? Aus ber Verschollenheit? Erleben hinter bem hellen Fenster zwei Menschen einige Stunben, bie so kostbar unb selig sinb, baß sie bas ganze Leben aufwiegen? Sitzt vielleicht hinter diesem Fenster — ein junger Dichter unb schreibt ein Gebicht, bas vor ber Ewigkeit mehr wiegt als bas alte Schloß in ber Stabt, als alle Maler unb Denker, die aus biefer Stabt tarnen, mehr wiegt als alle Kriege, bie über bie Stabt hingingen unb alle Fürsten, bie bas Stäbtchen einst beherrschten? — Immer wieder, bei Schritt unb Tritt: .Weshalb ist das Fenster hell? Berechnet vielleicht em Alter, ein Weiser bie Bahn ber Sterne, ohne ben Blick vom Papier zu erheben? Ober ist ihm eben ein Gedanke eingefallen, der lange mit den Wolken zog, den niemand beachtete und der nun plötzlich wie ein Blitz in ein Menschenhaupt schlug? Em Gedanke, so einfach wie ein gefaltetes Handepaar. Wer weiß es, aber vielleicht pocht jetzt hinter diesem Fenster ein Menschenherz in Sorgen, in Verzweiflung, in Angst, in Tränen und Glück? Sitzt vielleicht bei diesem einsamen Licht ein junger Baumeister unb baut eine Straße bes Deutschen Reiches? Beschwört sie, die Großen, die Ruhm- reichen, die Heroischen. Sie stehen jetzt, übermenschlich und groß in einer Kleinstadtstube, schauen in bas strahlenbe Gesicht eines jungen Baumeisters, sehen ihn immer roieber an, bis er sie in bie große, weite, furchtbare unb sternengleiche Straße bes Deutschen Reiches bannte. — Vielleicht, vielleicht auch nicht. Nein, ein Musiker sitzt bestimmt nicht hinter dem Fenster. Ich stehe unb lausche, stehe immer noch unter bem Fenster in tiefer Nacht unb will einen Ton, einen Seufzer, ein Wort erhaschen. Da, auf einmal ein Schrei! Ein kleiner, kräftiger Schrei. Es ist jetzt, als ob mir bas Blut in ben Abern stehen bleibt. Das Rauschen in ben Kastanien- bäumen hört augenblicklich auf. Unb nun roieber ein Schreien, aber bas ist nicht mehr so brängenb, so auffahrenb. Das ist ein quarrenber Kinberschrei. Ich stehe noch immer.-- Da erlischt plötzlich bas Licht. Ich gehe Als ich mich umschaue, steht bas Licht groß unb funfelnb im Hausflur. Ein Schlüsse! breht sich, eine Frau in einem Pelerinenmantel, mit einer großen Tasche an ber Hanb, wirb von einem Mann aus bem Haus gelassen. Ich höre noch bie Frau fragen: Na wie soll er benn heißen?" — Der Mann antwortet mit polfernber Fröhlichkeit: „Wir waren ja so ganz auf ein Mäbchen eingerichtet, aber nun ist's eben ein Junge, ba soll er Hermann heißen!" Wahrhaftig, daran hatte ich nun nicht gebucht, als ich mir Gebauten über bas helle Fenster machte. Daran hatte ich nicht gebacht, büß bahinter uuf em Kinb geronf^ wurde. Tarragona Bon Or Tritt Hessel, Madrid Wer kennt nicht bie vielgerühmten Tarrugona- Weine? Sie haben Weltruf. Aber weiß man auch, baß Tarragona früher eine ber bebeutenbften Stabte Spaniens zur Römerzeit gewesen ist? Hört man je in ber Heimat von ben bebeutenben Rumen biefer Stabt, bie an seine glorreiche Vergangenheit erinnern^ Darum möge nut wenigen Worten Die Vergangenheit ber heutigen Wemstabt an unseren Augen vorüberziehen. Die Ursprünge biefer Stabt, bte am Ranbe bes Mittellänbischen Meeres auf einem felsigen Hügel 160 Meter über bem Meeresspiegel gelegen ist unb früher ben Namen Tarraco trug, sind bestimm chon in prähistorischer Zeit zu suchen. Vielleicht ist ie eine Grünbung ber Iberer. In einer alten griechischen Reisebeschreibung, bie vielleicht schon aus bem 6. Jahrhunbert v. Ehr. stammt, wirb von einer Stabt Gallipolis (bie schöne Stabt) gesprochen. Damit scheint Tarragona gemeint zu sein. Als bie Griechen biefe Kolonie grünbeten, knüpften sie halb Beziehungen zu ben Eingeborenen an, unb es ist nicht ausgeschlossen, baß ein geringer Teil ber Wälle eine Schöpfung ber Griechen ist. Die Ausgrabungen, bie man in ber letzten Zeit unternommen hat, haben bas Ergebnis gezeitigt, baß hier eine ausgebehnte iberische Sieblung bestaub. Auf ihren Resten sinb bann später bie ersten römischen Bauten errichtet worben. Genauer sinb wir über bie Stabt zu ber Zeit unterrichtet, als sie in bas Blickfelb bes großen geschichtlichen Geschehens trat. Tarragona war nämlich bas Einfallstor ber römischen Kultur auf ber spanischen Halbinsel. Zu Beginn bes 2. Panischen Krieges (218—201) brangen hier bie beiben Sci- pionen ein unb vertrieben bie Karthager fast ganz aus ber Halbinsel. Tarragona, bas man zuerst kolonisierte, würbe zu einem wichtigen Stützpunkt ber römischen Herrschaft. Im 1. Jahrhunbert v. Ehr. beschenkte Cäsar bie Stabt sogar mit einem Namen feines eigenen Hauses, bes berühmten julianischen Geschlechts. Sie hieß bamals „Colonia Julia victrix Triumphalis Tarraco“ Wegen ihrer bebeutenben Stellung wählten einige römische Kaiser sie später vorübergehend zur Resibenz. Augustus unb Habrian hielten sich in biefer Stabt längere Zeit auf. Im 2. Jahrhunbert erreichte sie ben Höhepunkt ihrer Entwicklung unb zählte bamals über 30 000 Einwohner. (Heute sinb es auch nicht mehr.) Einige, bie keinen Platz mehr innerhalb ber Mauern fan- ben, mußten sich in ber Ebene vor ben Toren an= fiebeln. Der römische Geschichtsschreiber Pomponius Mela nannte sie urbs opulentissima (eine sehr reiche Stabt). Augustus schmückte sie mit mancher- r»i Prachtbauten. Sie selber weihte bem „göttlichen" Augustus einen Tempel. Auch ein Zirkus, ein Theater, Thermen unb anbere Tempel würben bamals gebaut unb machten Tarraco zu einer ber bebeu- tenbften römischen Stäbte auf spanischem Boben. Auch bie Weine würben bamals schon von Plinius gepriesen. Nach bem Verfall bes Römerreiches teilte Tarraaona bas vielgestaltige Schicksal ber übrigen spanischen Stäbte unb wechselte oft feinen Besitzer, bis es heute zu einer ziemlich bebeutungs- losen Stabt herabgesunken ist, bie nur noch von ihrer Vergangenheit zehrt. Obgleich bie Ruinen noch in reicher Zahl vorhanden sinb, können sie boch kein vollstänbiges Bilb ber einstigen Größe geben. Das wichtigste Zeitbokument sinb bie Stadtmauern, die sich 3 Kilometer lang um bie Stabt herumziehen unb teilweise noch bis zu einer Höhe von 10 Meter erhalten sinb. Ueberall erkennt man noch beutlich bie gewaltigen unbehauenen Felsblöcke ber iberischen Zeit, auf bie bie Rö- mer ihre Quabern fetzten. An einigen Stellen fin- ben sich noch Inschriften, bie von iberischen Steinmetzen herrühren bürsten. Zur Zeit bes Augustus mürbe bann noch eine Festung gebaut. Von bem Forum, auf bem sich nach bem Dorbilbe Roms bas ganze politische unb wirtschaftliche Leben abspielte, ist nur ganz wenig überliefert. Von bem Theater, von bem man wie in Sagunt unb an anberen Orten eine herrliche Aussicht auf bas Meer hatte, sinb leiber nur noch einige Stufen vorhanben. Der Zirkus bagegen hat uns noch einige unterirbifche Gewölbe hinterlassen. Außerhalb ber Stabt gibt es noch weit besser erhaltene Denkmäler, so ben Aequäbukt von Ferreras, der 217 Meter lang unb 24 Meter hoch ist. An ber tiefsten Stelle finben sich sogar zwei Bogenreihen übereinanber. Der Aquäbukt hatte bie Aufgabe, ben Thermen ber Stabt bas Wasser bes Gaya zuzuführen. — Auf ber großen Fahrstraße nach Bar- celona befinbet sich in 6 km Entfernung von Tarragona ein Grabbenkmal. bas man heute immer noch Torre de los Escipiones nennt, obgleich man längst erkannt hat, baß es aus einer viel älteren Epoche stammt. In seine Außenwanb, bie brei Stockwerke enthält, sinb zwei Figuren eingemeißelt —15 Kilometer weiter auf ber gleichen Straße erhebt sich ber prächtige Arco be Bara, ber entweder als Friebenszeichen ober als Grenzstein zwischen zwei benachbarten Volksstämmen biente. Er ist bestimmt einer ber schönsten römischen Bogen in ganz Spanien. Der Inschrift zufolge ist er von einem svanischen Freunbe Kaiser Traians errichtet unb muß baher aus bem 2. Jahrhunbert n. Ehr. stammen. Jeber Autofahrer, ber biefe Straße benutzt, fährt noch heute unter biefem herrlichen Boben dicht am Mittelmeei hindurch. Eine kostbare frty«. Bei einer der letzten Versteigerungen, die bei ber berühmten Kunsthanbelsfirma Christie in Lon- bon abgehalten würbe, entstanb ein lebhaftes Wett- bieten um eine Uhr aus ber Zeit Ludwigs XVI. Die Angebote wurden schnell von 3500 Mark auf 18 500 Mark hinaufgetrieben. Das Gehäuse der Uhr ist mit einer Terrakotta-Gruppe von drei tanzenden Nymphen von Clodion geschmückt, gezeichnet unb batiert von 1788; barüber erhebt sich eine Glasglocke mit bem Uhrwerk besonders bei Hauß er, ein leidenschaftliches Gefühl für die Verwirklichung der deutschen Berufung und des deutschen Schicksals in der Einheit aller Stämme hinzu, so haben wir den vollendeten Typus «es „lebendigen" Geschichtsforschers vor uns. Nicht anders ging es mit den Juristen der Universität Heidelberg, die eine besondere Wirksamkeit entfalteten. Allzuoiele Namen ermüden, und so sei nur bemerkt, daß drei für die römische Rechtsgeschichte sehr bedeutende Forscher in Heidelberg wirkten. Genannt muß aber Richard Schröder (geboren 1838) werden, der durch seine deutsche Rechtsgeschichte und seine vielen Studien zu den aermanischen Rechtsvorgängen unserer Zeit wesentlich vorgearbeitet hat. Wenn wir, die wir wieder an die Rechtsschöpfungen und Rechtsideen unserer germanischen Vorfahren anknüpfen und sie aus dem Schicksal der Gegenwart neu gestalten wollen, nicht ganz im Dunklen tappen, ist das ein Verdienst Schröders und seiner Schule, die das germanische Erbgut des Rechtes unter dem Schutt der Jahrhunderte heroorgezogen haben. Aehnliches ist auch von den Sprachforschern (den „Philologen") zu berichten. Wilhelm Braune (geboren 1850) hat das Altgermanische erforscht, Fritz Neumann das Altfranzösische, und er hat dabei, was besonders bemerkenswert ist, mit dem Gießener Germanisten Behaghel zusammen das Literaturblatt für germanische und romanische Philologie herausgegeben. Damit hat er die Grenzgebiete zwischen dem Germanischen und Romanischen untersucht, denen man oft zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Und solche wissenschaftliche Arbeit ist gerade für die Gegenwart wichtig, weil sie eine klare Abgrenzung zwischen den Romanen und uns, aber auch die Möglichkeiten einer fruchtbaren Zu- fammenarBeit sucht. Daß hier Heidelberg, v°s wir ruhig als westliche „Grenzlandunwersitat bleich, neu dürfen, eine große Ausgabe hat, ist schon häufig sichtbar geworden und es durfte sich m Zukunft noch mehr Herausstellen. Von P h i l o s o p h e n ist der „populärste Philosoph des 19. Jahrhunderts", Kuno Fisch er, zu nennen, aber auch Männer wie Rickert, mein feinsinnigen Untersuchungen die Grenze zwischen Natur- und Geisteswissenschaften festsetzten. Strahlende Namen weist auch die Medizin auf. Chelius war bahnbrechend für die Chirurgie und Augenheilkunde zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Vinzent C z e r n y für die Chirurgie nach der Mitte desselben, und Erb zu gleicher Zeit für Nervenkrankheiten und Elektrotherapie. Am hellsten aber dürfte für alle Zeiten das Drei- geftirn der Physik und Chemie Kirchhoff, Bunsen und Helmholtz leuchten. Haben die beiden ersten durch die Entdeckung der Spektralanalyse die ganze moderne Naturwissenschaft erst möglich gemacht, so hat der überaus geniale Helmholtz fast alle Gebiete der Physik entscheidend beeinflußt, wenn er sie nicht ganz neu schuf. Eines aber ist uns bei der Heidelber^r Universität doch der nachdrücklichste und wichtigste Gedanke: Heidelberg ist mit dem Auf und Ab der deutschen Geschichte, mit ihrem Schicksal so eng und unlöslich verbunden, wie keine andere deutsche Universität. Als Deutschland im Dreißigjährigen Krieg fast zugrunde ging, ging auch die Universität für Jahrzehnte zugrunde. In einem neuen und starken Deutschland wird sie leben und ihre hohe Sendung erfüllen. Die Zugendwettkämpfe der Landschulen. Ullendorf, Heuchelheim, Klein-Linden. CO Klein-Linden, 24. Juni. Arn Samstagvormittag wurden auf dem Sportplatz die Mannschaftswettkämpfe des Jungvolks und der Jungmädel der Orte Allendorf q. d. Lahn, Heuchelheim und Klein-Linden ausgetragen. Die Urkunde des Führers errang die Jungenschaft 3/1 des Fähnleins IX mit ihrem Führer Hanfried Jung. Sie erreichte im Durchschnitt 243 Punkte. Die beste Ein- zelleistung innerhalb der Mannschaftskämpfe errang Junggenosse Richard Krieger von der Jungenschaft 3 in Heuchelheim mit 313 Punkten. Als Höchstleistungen des Tages wurden erreicht im 60- Meter-Lauf 8,4 Sekunden durch Gertrud Hörder, im Weitsprung 4,90 Meter durch Richard Krieger und im Schlagballweitwurf 75 Meter, ebenfalls durch Richard Krieger. — Die Wettkämpfe der Gruppe Klein-Linden des BDM. wurden am Sonntagvormittag durchgeführt. Als Kampfrichter waren Mitglieder des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, Ortsgruppe Klein-Linden, tätig. Den Sieg in den Mannschaftskämpfen errang die Schar Allendorf mit durchschnittlich 172 Punkten. Von sämtlichen Teilnehmern konnten 30 v. H. die Siegernadel erringen. Die fünf er ft en Sieger, denen die Nadeln noch am Abend beim Sonnenwendfeuer ausgehändigt wurden, waren: Martha Rinn (Klein-Linden) 225 Punkte: Hedwig Lenz (Klein-Linden), Willi Luh (Allendorf a. d. Lahn), Tilli Hahn (Klein-Linden) und Elisabeth Weigel (Klein-Linden). Zur Sonnenwendfeier, die am Abend am Allendorfer Wäldchen abgehalten wurde, hatten sich viele Volksgenossen eingefunden. Fähnleinsführer Hans Graefe (Gießen) nahm die Siegerehrung vor und sprach über die Bedeutung der Wettkämpfe für die deutsche Jugend. Standortführer Wilhelm Volk von der Hitlerjugend sprach über die Verpflichtung der Jugend, sich kämpfend für die hohen Ziele einzusetzen. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Lied der Jugend „Vorwärts, vorwärtsl" fand die Feierstunde ihr Ende. Schotten. X Schotten, 24. Juni. Nachdem im Laufe der vergangenen Woche die Einzelwettkämpfe der Schulen durchgeführt worden waren, nachdem der Samstag und am Sonntagvormittag die Wettkämpfe der HI., des Jungvolks und des BDM. ausgetragen waren, fand am Sonntagabend eine Sonnwendfeier auf dem Bockzahl statt. Der Marsch hinauf wurde gemeinsam in großem Zuge angetreten. Gesangsvorträge des Arbeitsdienstlagers, des BDM., Ansprachen der politischen Leiter, des Führers des Arbeitsdienstlagers und der HI. umrahmten di» Feier. Ortsgruppenleiter Zeschky beschloß die Feier mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Unter dem Gesang des Liedes „Flamme empor" loderte das Feuer hoch zum Himmel. Lanq-Mns. = Lang- G o n s , 21. Juni. Die turnerischen Wettkämpfe in der hiesigen Oberklasse, die den sportlichen Kämpfen des Jungvolks vorangingen, hatten ein recht gutes Ergebnis. Im Ball- weitwurf, im Lauf (60 Meter) und Weitsprung wurde nach Einzelleistung gewertet. Von den 26 Knaben wurden 15 Sieger (über 180 Punkte). 1. Helm. Kuhl, 264 P., 2. Hans Puhl 243, 3. Kurt Weil 230, 4. Helm. Velten 218, 5. W. Rudolph 218, 6. R. Rühl 217, Erich Jung 211, Richard Müller 209, 9. E. Zahrt 209, 10. W. Boller 207, 11. E. Hixt 204, 12. W. Schwan 201, 13. Erich Wiffig 198, 14. E. Müller 196, 15. Rudi Dem 183. Von 31 Mädchen wurden 20 Siegerinnen, Altersklasse 4 (13- und 14jähr.): 1. Ottilie Stoll 297 P., 2. E. Schachner 229, 3. E. Lechens 225, 4. Erna Müller 223, 5. Emilie Rühl 204, 6. Else Plitsch 200, 7. Elfr. Blecher 196, 8. Ilse Bink 186, 9. Hildeg. Geuter 181, 10. Elli Debus 180. Altersklasse 3 (12- bis 13jähr.): 1. Margret Kaiser 209, 2. Ottilie Heidt 204, 3. Erna Lang 204, 4. A. Rudolph 192, 5. O. Jung 188, 6. Erna Boller 182, 7. Ilse Görlach 181, 8. Elfr. Kramer 180. Altersklasse 2 (11 bis 12jähr.): 1. Gisela Rompf 223, 2. Ilse Weil 202. Bei einer Beteiligung von 57 Schülern ergibt das über 60 v. H. Sieger. Weitere Erfolge im Kampf gegen das Zigeunerunwesen. LPD. Frankfurt a. M., 27. Juni. Der Frankfurter Kriminalpolizei, der die zentrale Bearbeitung der Straftaten von ausländischen Zigeunersippen in Deutschland übertragen worden ist, ist es in den letzten Wochen gelungen, weiteres Material über das Treiben dieser Zigeunerbanden zu sammeln und eine ganze Reihe von neuen Festnahmen zu erreichen. Es handelt sich dabei um Zigeuner, die in Norddeutschland, namentlich in Schleswig-Holstein, in Oldenburg, Hamburg und Mecklenburg, Straftaten begangen haben. Auch hierbei spielt wieder räuberische Erpressung die Hauptrolle, indem von zugereisten Zigeunersippen Tribute erpreßt wurden. Wurden diese verweigert, dann kam es vielfach zu den bekannten Zigeunerschlachten. Die Aufklärung dieser neuen Fälle ist in der Hauptsache den Pressenotizen zu verdanken, durch die viele Volksgenossen veranlaßt wurden, Betrügereien der Zigeuner zur Kenntnis der Polizei zu bringen. Unter den neu festgenommenen Zigeunern befinden sich die Brüder Johann und Stefan Rosenberg aus Hamburg. Sie hatten sich das Recht angemaßt, über alle Zigeuner in Deutschland z u herrschen. Sie verlangten Tribute und trieben sie eventuell mit der Pistole in der Hand ein. Dabei ist es mehrfach zu Schießereien gekommen, wobei drei Brüder dieser Rosenbergs getötet worden sind. Diese Fälle werden wie alle andern in Frankfurt a. M. zur Aburteilung kommen. Weiter sind in Mecklenburg fünf Zigeuner festgenommen und nach Frankfurt transportiert worden, die dort ebenfalls Betrügereien begangen haben. In vorbildlichem Zusammenwirken der Frankfurter Kriminalpolizei mit der Kriminalpolizei in von Wirtschaft Lübeck, Schwerin und Oldenburg st>«>° G-ndarineriekommandan en in Tlctoor sumar (eben ist es gelungen, aufschlußreiches Maier al über das Treiben zahlreicher Zigeunerbanden zu erhch ien das auch den Beweis liefert, daß die neuner Deutschland in Saue, auf« ‘ feilt, Steuern erhaben un eine ®e rirhfqbarteit aus geübt haben. Gegen die bereits früher feftgenommene Sippe Korvatsch schweben nicht weniger als 40 bis 50 Verfahren, von denen bereits zehn zur Aburtel- ^Wie^die"^igeunersippen versuchen, sich der Strafe zu entziehen, geht darauf hervor, daß diew ib- licken Angehörigen der S i p P e Kor patsch, soweit sie sich auf freiem Fuß befinden. «ck in den letzten Tagen mit dem Auto und im Besitz großer Gelds um men nach Sckleswig-Holstein_ begaben, um den Betrogenen das Geld zurückzuerstatten, um sie so zur Zurücknahme der Anzeige zu bewegen. 3 Sl? wird allmählich Licht in das Treiben der aus* ländischen Zigeuner in Deutschland kommen. Es muß erreicht 'werden, daß diejenigen Z'Zeuner, die nicht redlich arbeiten wollen, aus Deutschland ver- ' Alle diejenigen Volksgenossen aber, die von 3i= qeunern betrögen worden sind und bisher noch keine Anzeige erstattet haben tun «u , dies jetzt zu tun, um so mitzuhelfen, daß Deutschland von dieser Plage befreit wird. ©er Geschäftsbericht 1935 der Deutschen Lufthansa. Die wesentlichsten Merkmale des nunmehr vorliegenden Geschäftsberichts find die Erfolge sowohl in betriebsmäßiger Hinsicht als auch auf wirtschaftlichem Gebiet, die einmal in der Erhöhung der Einnahmen aus der Beförderungsleistung zum Ausdruck kommen, obwohl der zwischenstaatliche X.uft= erpreßgutoerkehr immer noch schwer unter den wirtschaftlichen Verhältnissen und den Absperrungsmaßnahmen einzelner Länder zu leiden hatte. Das abgelaufene Jahr, das nicht mehr wie die Vorjahre im Zeichen des Uebergangs stand, zeigte die ziel- bewußte Anpassung des Flugplans an die wirtschaftlichen Aufgaben des Luftverkehrs, die Verbesserung des Flugzeugparkes, die Berücksichtigung aller technischen Möglichkeiten, um die planmäßige Durchführung des Verkehrs zu sichern, nicht zuletzt die sorgfältige Schulung des fliegenden und des Bodenpersonals. Die enge Zusammenarbeit zwischen Flugzeug und Luftschiff, die bis in das Jahr 1928 zurückreicht, fand sichtbaren Ausdruck durch die Gründung der Deutschen Zeppelin-Reederei am 21. März 1935 unter Beteiligung der Deutschen Lufthansa. Bei Betrachtung der Betriebsergebnisse ist durchweg eine Steigerung beträchtlichen Umfanges bis auf eine einzige Ausnahme (Fracht) festzustellen. Die Flugleistung im Planverkehr hat sich mit 13,37 Millionen Kilometer gegenüber 1934 um 10,8 v. H. erhöht. Sonstige Erwerbsflüge einfchl. Zeitungsbeförderung stiegen um 90 o. H. auf 3,01 Millionen Kilometer. Insgesamt sind 163 987 (nur zahlende) Fluggäste befördert worden, das sind 25,4 v. H. mehr. Die Zahl der Fluggastkilometer lag mit 62,09 Millionen um 39,4 v. H. über dem Vorjahr. An Gepäck wurden 0,28 Millionen Kilogramm (+ 32,4 v. H.) befördert, in Tonnenruometer aus- gedrückt 0,15 Millionen (+ 49,3 v. H.). uer Rückgang der beförderten Fracht um 3,3 v. H. auf 1,23 Millionen Kilogramm erklärt sich aus Exportschwierigkeiten. Im 4. Vierteljahr war jedoch eine Belebung des Frachtgeschäfts deutlich bemerkbar. Nach Tonnenkilometer gerechnet wurde mit 0,68 Millionen eine Steigerung um 14,8 v. H. erreicht. Die prozentual höchste Steigerung um 86,2 v. H. auf 1,31 Millionen Kilogramm bzw. um 86,9 v. H. auf 0,63 Millionen Tonnenkilometer ist im Postverkehr zu verzeichnen. — Nach Abschreibungen und Rückstellungen verbleibt ein Reingewinn von wieder 250 000 Mark, der der gesetzlichen Reserve zugeführt werden soll. Im ersten Viertel des neuen Jahres hielt die günstige Entwicklung der Beförderungsleistung an. Nbein-Mainische Börse. Mttagsbörse etwas freundlicher. Frankfurt a M., 24. Juni. Die Börse lag zwar immer noch sehr ruhig, setzte aber an den Aktienmärkten allgemein etwas freundlicher ein. Da auf Grund der rückläufigen Kurse nur wenig Publikumsverkäufe erfolgt waren, ergab sich nunmehr schon markttechnisch eine Erholung, veranlaßt durch die wenigen Kaufaufträge. Vielleicht regten Erwartungen über Ausführungen Ui her morgigen HB. der IG. Farben an. IG. Farven setzten 0,50 p. H. fester mit 172 ein, die übrigen Chemiewerte in etwa gleichem Ausmaße freundlicher. Elektroaktien noch uneinheitlich, aber nicht mehr als 0,50 v. H. nach oben oder unten verändert. Die Umsätze waren hier sehr bescheiden. Montanwerte zumeist leicht erholt, vor allem wieder Rheinstahl auf die höheren Dividendenerwartungen um 1,25 v. H. gebessert, Verein. Stahlwerke im'Verlaufe um 0,50 d. H., Mannesmann um 0,90 v. H. höher. Von Motorenwerten Daimler um 0,13, BMW. um 2 v H daneben Moenus 1 v. H. fester. Außerordentlich ruhig lagen Bau- und Zementaktien, ebenso Zellstoff- und Textilwerte, aber auch hier ist Neigung zu leichten Kursbesserungen zu verzeichnen gewesen Linoleumwerte zogen an, Conti Linoleum um 1,50 d H Deutsche Linoleum um 0,25 v. H. Daneben noch'Reichsbank 0,75 v. H. fester. Außerordentlich still blieben im Gegensatz zu den später teilweise etwas lebhafteren Aktienmärkten Deutsche Anleihen. Altbesitz unverändert 112,90, Kommunal-Umschuldung wieder 89 v. H. Auslandsrenten vielfach vernachläsfigt und eher weiter abgeschwächt. Abendbörse still. Bei allerkleinsten Umsätzen waren an der Abendbörse etwa Mittagsschlußkurse zu hören. Holzmann um 0,40 v. H., Daimler 0,25 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 v. H., Südd. Zucker um 0,50 v. H. fester genannt. Unverändert gegen Mittaasschluß lagen IG. Farben mit 172,13. Deutsche Anleihen vollkommen still und ohne Veränderung. Von Auslandsrenten Mexikaner durch örttiche Nachfrage etwas höher, so 4,5proz. Gold-Mexikaner 0,25 v. H., dto. 5proz. etwa 0,13 v. H. fester. Der Verlauf und Schluß der Abendbörse waren geschäftslos. Es notierten: Farbenbonds 135,90, 4,2proz. Defterr. Silber-Rente 2,45, 4proz. Ungarn- Kronen 2,95, Lissabon Stadt 76, 4proz. Rumänen 5,70, 4proz. Schweizer Bundesbahn 231, 3,5proz. dto. 220,50, 5proz. Mexikaner 643, 4proz. dto. 8,75, Adca 76, Commerzbank 92, DD.-Bank 93,25, Dresdner Bank 93,25, Buderus 102,50, Harpener 125,50, Ilse Bergbau E 165,25, Mannesmann 98,65, Rheinstahl 135, Verein. Stahlwerke 93,25, Aku 55, AEG. 35,65, BMW. 135,75, Bekula 151,25, IG. Chemie volle 241,50, dto. SOprog. 169,25, Contr, Gummi 189, Daimler 117,50, Deutscher Eisenhandel 142,50, Scheideanstalt E 268, Deutsche Linoleum 185,50, Licht & Kraft 153, IG. Farben 172,13, Gesfürel 138, Goldschmidt 110,75, Hafenmühle 115, Holzmann 119,75, Junghans 98,13, Mainkraft 98,50; Muag 108,50, Metallgesellschaft 134, RWE. 132,50, Schuckert E 155,40, Siemens E 202, Westd. Kaufhof 44,50, Süddeutsche Zucker 226, Deutsche Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,13, AG. für Verkehrswesen* 121, Hapag 14,50. Frankfurter Getreidebörse. * Frankfurt, 24. Juni. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt lag völlig geschäftslos. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 217, W16 220, tV19 224, W 20 226, Roggen R 12 180, R 15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W13 28,65, W16 28,90, W19 28,90, W 20 29,25, Roggenmehl R 12 22,45 R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 und 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl W13 13,15, W 16 13,30, W19 13,50, W 20 13,60. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,30, Erdnußkuchen 17,85 m. M. ab süddeutsche Fabrikstation. Treber 15,40 bis 15,50. Trockenschnitzel 9,52 ab süddeutsche Fabrikstation. Heu 5,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,25 bis 2,40, dto. gebündelt 2,10 bis 2,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 27 Rinder (3 Bullen, 22 Kühe, 2 Färsen), 768 Kälber, 63 Schafe, 809 Schweine. Es kosteten: Kälber 38 bis 65 Mark, Hämmel 46 bis 48, Schafe 40, Schweine 51 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe langsam; Schweine zugeteiU. Schweinemast in Gießen. k.1? gestrigen Schweinemar^ waren 88 Stuck Ferkel aufgetrieben. Es kosteten (Durchschnitts- gualitat und Durchschnittspreise): Ferkel: 5 bis 6 Wochen alt 23 bis 26 Mark, 6 bis 8 Wochen alt ?.15 ?? Mark, 8 bis 10 Wochen alt 30 bis 35, 10 bis 12 Wochen alt 37 bis 43 Mark. Abfallende -üsare entsprechend niedriger. Ausgesuchte Spitzenware entsprechend höher. Marktverlauf schleppend Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 24.3uni Latum Brie' 1 0 7 2,485 2,489 Banknoten. Berlin,24. Zum ®elt> 62,47 62,73 100 Schilling Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der Dividende 5 v.H. 64,36 81,03 33,73 2,437 41,88 55,44 12,44 16,35 167,79 64,10 80,71 33,59 0,684 42,00 0,139 3,047 55,69 46,80 12,475 5,495 16,40 168,21 19,53 0,731 5,654 62,69 48,95 11,335 64,32 80,89 33,93 10,285 0,688 42,08 0,141 3,053 55,81 46,80 12,505 5,505 16,44 168,55 19,57 0,733 5,666 62,81 49,05 11,355 64,44 81,05 33,99 10,305 Licht unö Kraft .“... -Velten & Guilleaume Gesellschaft.. Dresdner Bank Reichsbank ... Elektt. Lteserungsgeiellfchast 6 4% veogt. Serie h ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4s4"s>Rumän.vcrcinh.Rentev.19l3 4°„ Rumänische vereinh. Rente . 2y*% Anatolier....... ... Italienische Noten.... Norwegische Noten .. Deutsch Oesterreich, ä Rumänische Noten ... Schwedische Noten... Schweizer Noten..... Spanische Noten..... Ungarische Noten ... Äricf 2,457 42,04 55,66 12,48 16,41 168,47 Buderus ................ , Deutsche Erdöl .......4 Harpener................ ’gi/ Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 3 Ilse Bergbau Genüsse........ e Klocknerwerke ..............’ g Mannes mann-Röhren.......* g A.E.G. Bekula ÄcseUsch.f.Eiektr.Untemchmuna. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 Schlickert L Co............. 6 Siemens L*Halske...... ' 8 LahmeyerLCo........ 7 Amtliche Notierung Hamburg-Amenka-Pakei .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. u Norddeutscher Lloyd .........u R.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto» Amerikanische Noten. Belgische Noten..... Dänische Noten .... Englische Noten .... Französlsche Noten .. Holländische Noten .. Franliun a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- dörse Schluß« kurS Schloßt. -Nu tag« Oalnm 23.6 24.i 23.6 24-6 6% Teutirtje Reictisaiilelhe v. 1927 101,5 101,65 101,5 101,65 4*’„ Deutsche Reichsanl. von 1934 98,75 98,65 98.75 98,65 b!-"<> Bvung Anlethe von 1930 . Deullck'e Vtnl.-Ablvi.-Schuld mit 103 103 102,4 102,25 Rualos.«Rechten ............ Denttche Reichspostschahan 112,9 — 113 112,5 Weisungen von 1934, l...... * ’/i".. ehem. 8% Hessischer Volks 100,2 100,2 100,2 100,2 ttuüt 1929 trückzahld. 102%) .. ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold R. 12... 98,75 98,75 98,75 — 97 97 97 6^"u ehem 4yl”'o Landes Hnpotbekenbank DarmstadtLiau crenstetn L Koppel ..... n Westdeutsche Kaufhos.......“ n Chade............ ..... Accumulatoren-Fabrik.. “19 Lontt-Gammi....... Gritzner..... S[*etlc Höchst 4 Euddeulfcher Zucker........ 10 23.Zum Amtliche Notierung Geld Brief Buenos Alle 0,685 0,689 Brüssel.... 42,05 42,13 Rio de Jan. 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,65 55,77 Danzig.... 46,80 46,90 London.... 12,465 12,495 Helsingfors. 5,495 5,505 Paris ..... 16,395 16,435 Holland ... 168,48 168,82 Italien.... 19,53 19,57 csapan...... 0,730 0,732 Jugoslawien 5,654 5,666 Oslo..... : 62,64 62,76 Wien...... Lissabon.... 48,95 11,325 49,05 11,345 Stockholm... 64,27 64,39 -Schweiz .... 80,84 81,01 Spanien.... 33,95 34^01 Prag....... Budapest .. 10,28 10,30 Neu yotk ... 2,486 2,490 ilde versri Eine vonA r-A Wir SÄ’“ 8ltiiiei. c®eil,e i «<5="=n a ! Ver ® 'W?6' «6 a J'net ih no ö( ! i ßj dey iiSA n hr au^Wur „s.8 w. neftorbener «g alten W* et Jiatut °° Mi d» «((allen »««"■ flat! 9*® ö* 4,1 feiten 6* ®l los. 1 hrdB -m-r « ' Erarbeiten. W Wensweise des am Gelingen en Manes, der dazu ■unb Mühe oerbi :icm notwendigen jtu können. Zwei :ton selbst schon Wir haben be Itie lausenden A :tet, so datz wir •pen, nur das al । rückzurufen und ; richt ceröffentlid ! zuwenden fönner erinnern wir fingen, im Dol lichen" Ilachtra schütz bestand liebigen $d)ii W Tatsächlich weis uns nachgeprüst : uhus des vorig 1 Oierraub, Jung herein dem Ki statten es leicht «kinderfystem, tuen unertlädid So war es Ifchlaggebende A Vorarbeiten zun ®lient(i(f)e Meim Sliter Anir die; «eber bis znrn t llviensibeamten c >bis in den hin! ßie Pläne Del Damit von von 3n der hessis tressortzuständige 'beginn an ein . ' Nützung. Besc Mule noch amtii cer) Hrstutzung des ( • y it als noch n batte, daß '"*«9 lei, de« I • enftanbige ur '*t Dertrieber WWW * - ■ z> -' - W ‘ BF ltr.U6 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 25. Zuni 1956 Gießener Mrine-HZ. im Zeltlager Grünberg über und m 1,50 aneben wie (oll ein Madel hertc ousfehen? Schlank, sportlich und — natürlich brc un- gebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen von gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es schützt und bräunt zugleich C61 Unweit der Stadt Grünberg, im Brunnental ganz in der Nähe des Schwimmbads, liegt, im Walde versteckt, ein wunderschönes Zeltlager, in dem gegenwärtig die Marine-HI., zum großen Teil aus Gießen, zum anderen Teil aus verschiedenen Orten Oberhessens für einige Tage Einzug gehalten hat. Das prächtige Wetter macht der Jugend diesen Aufenthalt im Zeltlager zu einer großen Freude. Etwa 240 Jungens führen dort in lustiger Kameradschaft ein Leben, wie man es sich für Ferienzeit nicht schöner wünschen kann. In großen Zelten sind sie untergebracht. Die Verpflegung ist ebenso reichlich wie gut, überall herrscht peinliche Ordnung und Sauberkeit, alle sind teilhaftig der Schönheit der Landschaft, der guten Luft, der frischfröhlichen Bewegung im Dienst, im Sport, in der Freizeit. Der Tag läuft nach einem genau festgelegten Plan ab, die Zeiten werden pünktlich eingehalten. Don jedem wird Unterordnung und Einfügung in die Gemeinschaft verlangt. Aber jede Junge ist dazu gern bereit. Es ist eine große Freude bei einem Besuch in diesem Lager zu sehen, wie stark die erzieherische Wirkung der Gemeinschaft ist; es ist lustig zu sehen wie überall an den Zelten die sauber geputzten Schuhe aufgestellt sind, die Teller und Eßbestecke in Reih und Glied stehen, wie jedes Ding seinen Platz hat und immer wieder an seinen Platz kommt. Zum Tagesablauf gehört viel Sport; darüber hinaus findet man aber die HI. als täglichen Gast im herrlichen Schwimmbad der Stadt Grünberg. Viele Jungens sind tiefbrau gebrannt. Allenthalben ist die Meinung zu hören, daß man gern länger im Lager sein möchte, als es möglich ist. hallsort und die Anwesenheit von Uhus im Vogelsberg aber ward im Herbst 1934 erbracht. Während der Herbstmauser nämlich wurden von verschiedenen Seiten Federn an das Forstzoologische Institut der Universität Gießen geschickt, die ich einwandfrei als Uhufedern bestimmen konnte und deren Erhaltungszustand ergab, daß sie der Vogel frisch verloren hatte. Da ich aus naheliegenden Gründen nicht allein die Verantwortung für die letzte zweifelsfreie Bestimmung der Federn übernehmen wollte, versicherte ich mich noch der prominenten Zeugenschaft von Heinroth (Zoo Berlin) und Stresemann (Zoologisches Museum Berlin). Auch diese Wissenschaftler bestimmten die Federn als Uhufedern. Damit stand fest, daß die Uhus zwei Jahre nach der Freilassung noch im Revier waren. Nachdem der Versuch geglückt war, konnten wir in unseren Bestrebungen fortfahren, d. h. neue Freilassungen vornehmen, denn Kosten und Mühe um die ersten Tiere hatten sich belohnt gemacht. Außerdem war ja unser Hauptplan, die Solmser Reviere nur als Urzelle zu benutzen in der Voraussetzung, daß die Paare, wenn sie eines Tages durch neue Freilassungen zu dicht aufeinanderrückten, sich von selbst ausdehnen würden und auch in die Rhön und den Spessart gingen. Denn der Uhu hält streng auf abgegrenzte Jagdgebiete und jaren 88 MnittS' 5 bis 6 ochen alt ) bis 35, b fallende Spitzen« )(eppeno. Abend- lzmann che Li- 0 v.h. Chinesen gefragt. „Faule Eier", sagte ich, „in die Erde gegraben!" Der Fragesteller senste seine Petersilie im Blumenkasten auf dem Balkon ab und pflanzte eine reichliche halbe Mandel Hühnereier. Wir hatten bald herausbekommen, daß Jim und Bob für ihr Leben gern pokern, so wie unsereins Dauerskat spielt. Ich lernte heimlich pokern, meine Frau gab sich redlich Mühe, kam aber nicht hinter die Geheimnisse eines Royal flush, und als wir uns am Abend hinsetzten zum Poker, waren Jim und Bob derart von den Bluffs meiner Frau verblüfft, daß sie Sack und Seele verloren hätten, wenn ich nicht gespielt haben würde wie ein Greenhorn. Beim Poker kommt es nämlich nicht auf die guten Karten an, sondern auf das dumme Gesicht, das man macht, wenn man ein sieghaftes Blatt in den Fingern hat. Andererseits muß man hochmütig aussehen, wenn man wertlose Karten hat. Meine Frau, die keine Ahnung hatte, was gespielt wurde, machte überhaupt kein Gesicht, und unsere Amerikaner fielen darauf hinein und waren begeistert von ihr. Sie nannten sie ein smartes, altes girl. Allmählich wird auch die Verständigung besser. Jim und Bob lernen nämlich Berliner Deutsch und wir amerikanisches Englisch. Früh grüßen wir am Kaffeetisch: „Good morning, old fellows! How did you sieep?“ Während Jim und Bob sagen: „Morsen, Leute! Na, ordentlich ausjepennt?" Wenn Jim zu mir sagt, ich sei ein verdammt ulkiges Huhn, dann ist das schon Friedenspolitik und trägt zur Verständigung der Völker bei. Neulich haben die beiden einen Verkehrsschutzmann bewundert und wollten durchaus mit ihm zusammen eine „Molle" trinken. Und richtig, wir haben ihn nach Dienstschluß von seinem Posten abgeholt und eirten gehoben. Dabei machte unser Schutzmann für die ganze deutsche Polizei den besten Eindruck, denn Jim meinte, er sei ein verteufelt guter Junge. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und zwei Amerikaner noch keinen Olympia-Hochbetrieb, aber wir wissen jetzt, worauf es ankommt für alle, die da Gastfreundschaft üben wollen: auf den Familienanschluß! Jim meint, das wäre die einzig richtige Friedenspropaganda, und er versteht was von Reklame, die hieb- und stichfest ist! Und Bob schwört, daß er jedem, der drüben was gegen uns sagen wird, seine Faust unters Kinn setzen will, und Bob hat Fäuste wie kleine Handkoffer! 1 Und nQ(h Uen ft I» :r QUs. • Cs F- "i- 0 Der, TIL 3UTÜ____ lolinung —(L688 42,08 0,141 3,053 55,81 46,80 12,505 5,505 16," 168,g 19,5? 0,733 5,666 62.81 49,05 1'Ä 64," 81,05 13,99 10,305 2,489 cht.) Um rieb: 27 ; Kälber, er 38 bis meine 51 ib Schafe rter ®e« i notier» 00 Kilo- 46 220, (15 185, Mühlen rö Mr 6 28,90, 2 22,45 0 Mark 5, W16 ie W13 Roggen; \9 10,50 rot mit 16,30, Fabrik- |el 9,52 >n- und >to. ge- 3U ben närtten | 112,90, slands. ter ab- ' Flugraum weitergehalten und Beobachtungen Verträglichkeit und Geschlechterumgang in außerhalb menschlicher Gefangenschaft gemacht. Es Trauriges Schicksal deutscher Zugvögel in Afrika. In einem Brief aus Eke-Enegu in Nigeria erzählt ein Mitarbeiter der „Times" von seinen Beobachtungen über Zugvögel, die zur Beobachtung des Vogelzugs auf unseren deutschen Vogelwarten von Rossitten und Helgoland beringt worden sind. „Tausende von Meilen entfernt von der Helgoländer Station erhalten wir hier die Beweise von der Arbeit der Männer auf den Vogelwarten, die Versuche zur Feststellung der Entfernungen des Vogelzuges durch Beringen der Vögel machen. Kürzlich haben uns einige von diesen Wanderern einen Besuch abgestattet. Die Beobachtung hat gezeigt, daß die Zugvögel Süd-Nigeria gegen Ende September erreichen und früh im Marz wieder fortzuziehen beginnen. Die afrikanischen Eingeborenen mancher Gebiete, denen jedes Interesse für Vogelkunde fernliegt, haben aber auch diese Gewohnheit der Vögel beobachtet. Von September bis März gehört das Vogelfängen an vielen Stellen, wo es keine reichliche Nahrung gibt, durchaus zum Jagdprogramm. Die Vorliebe der Eingeborenen für wildes Geflügel ist ganz allgemein; sie haben kein Vorurteil gegen irgendeine Art, sondern sie essen mit Vergnügen alles, was Federn hat, ausgenommen die Geier. Im September 1934 machten sich so einige Knaben aus dem Udi-Gebiet zu einer Vogelfang- Expedition auf. Sie verstehen ihr Geschäft und haben dabei keine Fehlschläge. Sie reiben Gummi auf die etwa drahtstarken Mittelrippen einer Palme und legen diese auf Stöcke von ungleicher Länge, die in den Boden gesteckt sind. Dann werden Termiten als Köder an den Rippen angeklebt. Die Jungen verstecken sich darauf in dem nahen Busch, und von Zeit zu Zeit lassen sie Termiten aus Flaschenkürbissen frei. Sobald die Vögel, die auf den hohen Palmen rasten, diese freigelassenen Termiten bemerken, kommen sie herabgeflogen, und dabei werden viele von ihnen an den klebrigen Palmenrippen gefangen und festgehalten. Sie kleben selten an den Beinen test, sie werden vielmehr durch die Flügel festgehalten. Da der Köder auf einer niedrigen Palmenrippe befestigt ist, kommen sie, während sie auf diesem sitzen, mit ihren Flügeln an die höheren Rippen und kleben dort fest. Einer der so gefangenen Vögel, eine Schwalbe, hatte einen Ring um das Bein mit der Inschrift: „Vogelwarte. Helgolanv. 8 084 224". Kürzlich wurde ein anderer Vogel aus Helgoland gefangen mit dem Vermerk auf dem Ring: „Vogelwarte, Helgoland 751642". natürlich alles wegen der Olympiagäste. Jim und Bob fanden das lustig und pinselten mit, wobei sie bemerkten, daß ich ein netter, alter Bursche sei. Meine Frau schämte sich wieder. Zum Frühstück hatten wir drei einen Hunger, der sich gar nicht in gewöhnlichen Worten ausdrücken läßt. Meine Frau fragte: „What will you eat?“ „Ham and eggs!“ sagten die beiden wie aus einem Munde, und meine Frau verstand das nicht einmal mit beiden Obren. Jim und Bob erklärten sich halb tot, schließlich begann Jim zu gackern wie eine Henne, und Bob klopfte sich unmißverständlich auf seine hintere Front, es war heraus: sie wollten Schinken mit Eiern. - Natürlich sind wir jetzt das reinste Auskun.ts- büro für alle Hausfrauen unseres Bekanntenkreises, die Olympiagäste erwarten. „Wie verständigt Ihr euch?" Diese Frage taucht immer wieder auf, und ich will versuchen, sie zu beantworten. Wo dem Mund die Vokabeln ausgehen, müssen eindeutige Gesten und Geräusche angewendet werden. Ich schöpfe da aus Erfahrung. Am ersten Tage abends faß Mister Jim sehr bedrückt am Tisch und fragte: „Where is your Worauf ihn Bob sehr mißbilllgend anschaute. Ich wußte auch nicht, was das sein könnte, und begann herumzuraten. Schließlich machte ich mit der rechten Hand eine ziehende Bewegung und mit dem Munde „Sch" wie ein mittlerer Rauschebach, und Jims Miene hellte sich auf. Zweite Tur hnts. Das W. C. Lacht nicht darüber. In häuslicher Gemeinschaft mit landfremden Gästen radebrecht man nicht über philosophische Probleme, sondern ist froh, wenn man das Allernötigste zusammenknegt. Eine bekannte Familie bekommt einen französischen Olympiagast. Dort werden Vokabeln gebüffelt, die Köpfe rauchen, nachdem sie gesehen haben, was wir für Sprachschwierigkeiten haben obwohl wir ein Englisch reden, wie wir es aus der Schule gelernt haben. Ich zog einen zünftigen Dolmetscher zu Rate, und der steckte mir em Licht auf. Jede Sprache hat nämlich ihre Mundarten und manchmal haben sogar die richtigen Engländer ihre liebe Not, die richtigen Amerikaner zu verstehen. Die Franzosen aus dem Süden und die aus dem Norden unterscheiden sich sprachlich voneinander, wie etwa die Bayern von den Ostpreußen. Auf solche Kleinigkeiten muß man als Gastgeber achten. Und auf die Kleinigkeiten kommt es an, damit die richtige Gemütlichkeit um sich Neulich wurde ich nach dem Lieblingsgencht Der waren 135,90, Ungarn- umänen 3/öproA. to. 8,75, 93,25, larpener n 98,65, Atu 55, 25, M i, dontr mfjanbei ünoleum 172,13,. hle 115, ft 98,50/ . 132,50; b. Sauf- i Reichs- ijrsmefen* Ws Zähre llhu-Linbiirgemng in unserem Vogelsberg Cin Rechenschaftsbericht von Nr. Karl Rudolf Fischer. ergab sich sehr bald, daß alle Tiere noch zu jung zur Fortpflanzung waren. Der Uhu ist genau wie der Adler erst nach Jahren geschlechtsreif. Dazu kommt, daß er nicht jedes Jahr horstlustig ist. Von diesen freigelassenen Paaren wurde lange Zeit nichts gehört und gesehen. Von den im Februar freigelassenen Tieren fand der Leibjäger im Juni unweit der Voliere Gewölle, die darauf schließen ließen, daß sich die Tiere im Reviere hielten. Auch von den im Juli entlassenen Uhus ward nichts mehr gehört. Von ihrer Freilassung brachte der Südwest- sunk eine Übertragung. Erst im März 1934 kam eine Nachricht von Forstmeister Bauer aus dem Gebiet des Forftamtes Nidda, aus der hervorging, daß die Uhus balzten. So hatte sich zum mindesten ein Teil gehalten und von der Möglichkeit, abzu- wandern, keinen Gebrauch gemacht. Der erste exakte Nachweis über den Aufenk- Bob und Lim, die verfrühten Olympiagäste. Eine heitere Angelegenheit von Arthur Heinz Lehmann. Wir haben schon Olympiagäste. Zwei Amerikaner ans Ohio, die auf einem kuriosen Umweg zu unse- rir Adresse gekommen sind. Ein außerordentlich lvsit entfernter Vetter, der mir, wie ich bei Durch- sicht meiner Bücher feftfteüte, vor seiner Reise über mir großen Teich noch zwei Mark fünfzig abpumpte, bat den beiden Gentlemen meine Adresse gegeben. Ece sind schon seit März angemeldet, und Anfang Dai kamen sie einfach an. Kamen an, so wie unsereiner zum Onkel nach Leipzig fährt, ohne viel Um- stinde. Natürlich kamen sie ungelegen, mir nicht, mein Arbeitszimmer ist nie aufgeräumt, aber meint r Frau. Die steckte gerade frische Gardinen an, nachdem sie ein allgemeines Rauchverbot erlassen hatte. Ich war gegen den Reinemacherummel von oirnherein, aber meine Frau sagte, wenn die Stadt L-rlin ihr Rathaus abputze, damit es in schönster 3 egelröte strahle, dann werde sie wohl auch unsere L-Hausung in Schuß bringen können. Was sollten d-nn die Amerikaner von uns denken? Sie dachten gar nichts. Sie sagten: „How do you do, old boy?“ zu mir und halfen Gardinen auf» sticken. Meine Frau schämte sich zwar, aber die beiden Herren aus Cincinnati machten sich nichts heraus. Sie hießen Bob und Jim und rauchten argesichts der Gardinen aus dampfenden Pfeifen. Nun habe ich Englisch gelernt, und komme, wenn eher Geduld mit mir hat, ganz gut mit dem Spre- d)>n und dem Verstehen weiter. Das Englisch der 1 beiden Amerikaner aber bestand bloß aus ver- Idludten Silben. Meine Frau war vollends auf- geschmissen, sie schwor, daß die beiden einen indianischen Dialekt redeten, denn sie hat auch mal Cng- lijch gelernt und das Einjährige in besagter Sprache m t einer knappen Drei gemacht. Wir boten den beiden Gästen natürlich unser eheliches Schlafzimmer an. Sie grinsten und fragtet, wohin wir denn unsere müden Häupter legen vvllten. Ich nahm an, daß sie das fragten, und tagte in meinem schönsten Englisch, daß wir uns in Wohnzimmer auf die Couch betten würden. Es fiefc Protest: Bob und Jim schliefen auf der Couch, urb wir in unseren Betten. ., . Am folgenden Morgen machte ich mich daran, htm Fußboden im Eßzimmer frisch zu streichen. Der Gedanke, den Uhu, jene bei uns in Hessen seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgestorbene Großeule des alten deutschen Waldes wieder einzubürgern, geht schon zurück auf das Jcchr 1926, als ich bei Gelegenheit des Laubacher Jlltpennälertages mit dem Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach zusammentraf und wir uns über Einbürgerungsversuche von Tieren in Deutschland unterhielten. Wir waren uns einig in )em Gedanken, daß solche Einbürgerungsrechte nur iien ursprünglich in Deutschland beheimateten liefen zustehe und daß Exotenimport zu verwerfen [ei und der Naturverschandelung gleichkomme. Be- onbers aber redeten wir der Wiedereinsetzung aus» gestorbener Großraubvögel das Wort, jenen impo- anten königlichen Großvogelgestalten, die nicht Mutier Natur von sich aus aufgegeben hatte, sondern die der Trophäensucht des Menschen zum Opfer gefallen waren, sehr zum Nachteil der menschlichen Nutzwirtschaft, die nun unter jenen vermehrungs- iiark gewordenen Schädlingen zu leiden hatte, welche nach Wegfall ihrer natürlichen Feinde, der Istroßraubvögel, unbegrenzte Entfaltungsmöglich- ieiten hatten. Wir hatten beide Spaß an einer solchen Idee, und seitdem ließ sie uns nicht wieder los. Doch war die Zeit noch nicht reif dazu. Es bedurfte einer erheblichen Reihe kleiner und großer Vorarbeiten. Dazu eingehender Studien über die Lebensweise des Uhus, um den eigenen Zweifel cm Gelingen eines solch neuen und einmaligen Glanes, der dazu noch mit viel Aufwand an Geld mb Mühe oerbunben war, auszuschalten und mit cm notwendigen Optimismus an die Arbeit gehen u können. Zweifler und Skeptiker würde es dann ton selbst schon in Hülle und Fülle geben. Wir haben bereits öfters an dieser Stelle über ie lausenden Arbeiten von Anbeginn an berief)» 't, so daß wir uns heute darauf beschränken tön- ! en, nur das allerwesentlichste ins Gedächtnis zu- -uckzurufen und uns den weiteren, bislang noch icht veröffentlichten Fortschritten und Ergebnissen iumenben können. erinnern wir uns, daß damals, als wir anfingen, im Volksstaat Hessen für diesen „schädlichen" Nachtraubvogel noch f ein S (aals- fchuh bestand, er konnte also von jedem xbe- tiebigen Schießer abgeknallt oder mit dem Pfahleisen abgetan werden. tatsächlich weist es die Untersuchung all der von uns nachgeprüften Einzelschicksale der letzten Hessen- chus des vorigen Jahrhunderts aus: Abschuß und Gerraub, Jungenfang und Pfahleisen, sie gaben im Herein dem König der Nacht den Todesstoß und hatten es leicht, ihn totzumachen mit seinem Zwei- kndersystem, seiner späten Hochzeitsreise und seinen unerklärlich langen Brutpausen. So war es naturgemäß unsere erste und aus- sHlaggebende Aufgabe, vor Beginn der technischen Verarbeiten zunächst die Regierung und dann die ö fentliche Meinung moralisch zu gewinnen, in elfter Linie die Jägerei. Das mußte vom Gesetz- S?ber bis zum kleinen Ueberwachungs- und Außen- enftbeamten gewährleistet fein und sicherstehen bis in den hintersten Bergwaldwinkel, sonst waren de Pläne Versuche am untauglichen Objekt und iimit von vornherein zum Scheitern verurteilt. In ber hessischen Staatsforstverwaltung als ber r ssortzustänbigen Stelle fanben wir jeboch von An- b ginn an ein offenes Ohr unb bereitwilligste Un- tirstützung. Besonbers zu Dank sinb wir ba ihrem h, ute noch amtierenben Chef, bem Lanbforstmeister fr. Hesse verpflichtet. Denn wir fanben bie Unterstützung bes Staates burch diese Stelle zu einer §eit, als noch nicht sich der Gedanke Bahn gebro- 6en hatte, daß es eine Pflicht der Wiedergutmachung sei, bem beutschen Walbe auch bas in ihm hbenftänbige unb von einer lanbfremben Schein- lllltur vertriebene Urwilb wieberzugeben und zu n Aus- idjfraoe 5 v.tz., erhalten als Vermächtnis einer Generation, die wieder zurück zu ihrer Heimat fand. Das damals gerade herauskommende hessische Naturschutzgesetz, eines der fortschrittlichsten und vorbildlichsten feiner Zeit, sprach den Staatsschuh in Hessen auch über den Uhu aus und gab ihm die Stellung eines unantastbaren Naturdenkmales. Damit war die erste und wesentlichste moralische Voraussetzung zum Gelingen unseres Planes erfüllt. Dann galt es, die in der nächsten Etappe gelegenen Nahziele zu erstreben. Da war die öffentliche Meinung unb bie von ber Skepsis mancher Jäger getrübte unb nicht ganz klare Haltung ber gerabe in Hessen ziemlich zahlreich vorhanbenen Jagdverbänbe unb Vereine. Gerabe ihre Stellungnahme konnte uns nicht einerlei bleiben. Sollte bie Sache restlos gelingen, bann mußte bie hessische Jägerei geschlossen bafür sein. Gleichgültiges Gegenüberstehen, abroartenbe Teilnahme ober gar ewiges Zweifeln am Gelingen wären auf bie Dauer untragbar gewesen bei einem Plan, besten Gelingen ohnehin ein Wagnis war unb reich gesegnet von Schwierigkeiten, bie in ber Natur ber Sache selbst lagen. Eine solche Skepsis würbe unmittelbar auf die öffentliche Meinung übergesprungen sein. Nun, baß es sehr bald gelang, bie hessische Jägerei restlos zu gewinnen unb auch bie Bebenken zu zerstreuen, bie sich vor allem um die Frage der Jagdschädlichkeit gruppierten, habe ich zu gegebener Zeit bereits mitgeteilt. Und die Erfahrung hat unserer damaligen Mutmaßung Recht gegeben, daß sich der verbleibende Jagdschaden bei der naturgesetzlichen Aufteilung bes Lebensraumes in Nahrungs-, Balz- unb Brutbiotope sich auf Walb- unb Felbbezirke von solchem Raummaß verteilt und durch bie allnächtliche Streifenweite bes Uhus auch einen solchen Revierwechsel zur Voraussetzung hat, baß ber wirklich angerichtete Schaben einzelorts gar nicht spürbar wird. Im übrigen aber war anzunehmen, baß in ben ausgebehnten Hochwalbrevieren bes Zentralmastios bie Nieberjagb eine ohnehin untergeorbnete Rolle spielt, unb Hase unb Huhn so verbreitungsschwach sind, baß ernsthafte Störungen burch Neueinführung einer seither im Naturhaushalt fehlenben Art nicht für bas natürliche Gleichgewicht zu befürchten waren. Kritisch würbe bie Sache allerbings, wenn sich bie Uhus nicht im Vogelsberg hielten unb in Gebiete mit reicher Nieberjagb einmanberten. Alle diese Probleme mußten folgerichtig burchbacht unb mit ben Tatbeständen ber Wirklichkeit in ein wohl- abgewogenes Beziehungs- unb Abhängigkeitsverhältnis gebracht werben, wenn man keine ernsthaften Konsequenzen für die Dauer provozieren wollte. Nach all biefen theoretischen Vorbereitungen konnten wir alsbann dazu übergehen, praktisch zu han- beln unb bas schwerere Kapitel in Angriff nehmen: bie Ausführung. 3m 3ahre 1932 wurde in den Solmser Revie- d'" arn77(? Einaewöhnungsvoliere mitten im Hochwaldbestand errichtet, 15 Meter lang, 10 Meter breit und 8 Meter hoch. Hierin sollten die Tiere eine Zeitlang mit dem Waldbild vertraut und mit den ihnen in ihrer neuen Heimat zugedachten Veuletieren bekannt gemacht werden. Dann kam ber erste Transport aus Ostpreußen, ben uns Oberförster Orlowski aus ber Landschaft Nernonien besorgte. Bei ben Plänen hatte uns zuvor Dr. Pfeiffer- Göppingen, ber Uhus auf ber Schwäbischen Alb aussetzte, bereitwilligst beraten. Die Tiere würben bis zum Februar 1933 im Groß- käfig gefüttert unb zur Balzzeit ins Freie gegeben. Ein anberes Paar mürbe bis zum Sommer im Aus -er Provinzialhauptstadt 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten! €ti cprfiihgmUöi Ui6«4nWülf Otechrt ettrw, ftntartwb Am 23. Juni waren es genau 17 Jahre, daß Sol« baten und Studenten die nach den Bestimmungen des Versailler Diktats an Frankreich abzuliefernden eroberten Fahnen aus den Kriegen 1813 und 1870/71 aus dem Zeughaus holten und unter Absingung des Deutschlandliedes vor dem Denkmal Friedrichs des Großen verbrannten. Aus Anlaß des Jahrestages dieser Tat empfing Reichsminister Dr. Goebbels die Beteiligten. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) ist nun eia flotter Kaufmannslehrling. Sein Lehrherr lobt ihn. Mit riecht, denn Zritz ist gescheiter weiß, daß man gute Dinge an der Marke erkennt, z. 8. die bewährten Or. Oetker- Erzeugnisse an dem bekann» ten „Hellen Kopf". Oie oer» kauft er besonders gern. Achtung - ausfchneiden! preisaufgabel Ausfall der Berufsberatungs - Sprechstunden. In den Kreisstädten Oberhessens fallen die Be- rufsberatungs-Sprechstunden während der Monate Juli und August aus. Hilfe, denn all die geldlichen Opfer, die der Versuch die ganzen Jahre über forderte, hat in uneigennütziger Weise und aus reinstem Idealismus an der Sache Graf Solms selbst aus eigener Tasche gebracht. Nachdem aber der Herr Gaujägermeister uns seines Interesses an der guten Sache hat versichern lassen und auch der Doaelschutzverein für Hessen auf seiner vorjährigen Jahreshauptversammlung im Anschluß an meinen Uhuvortrag uns seine Beihilfe zwei interessante Filmstreifen: „Das deutsche Dorf in der deutschen Landschaft", „Eisenach und die Wartburg. Eine im Frühjahr von mir veranlaßte Umfrage bei den oberhessischen Forstämtern brachte positive Ergebnisse. In zwei den Graf-Solms- Laubachschen Waldungen benachbarten Forst- amtsbezirken wurde nicht nur der Valzruf des Uhus vernommen, sondern auch der Vogel selbst gesehen. Es besteht die berechtigte Hoffnung, daß die Bestrebungen, den Uhu in den oberhessischen Wäldern wieder heimisch zu machen, gelungen sind. Auch in diesem Frühjahr sollen eingehende Beobachtungen angestellt werden. Ich darf mir vorbehalten, zu gegebener Zeit hierüber entsprechende Mitteilung zu machen ..." Soweit der Regierungsbericht. Aber auch im Frühjahr 1936 war das Männchen in der Voliere offenbar noch nicht balzlustig. Dagegen hatten wir die Freude, diesmal aus allen möglichen Gegenden des Vogelsberges von Uhu-, beobachtungen zu hören. Als die diesjährige Balz im Vorfrühling begann bot sich tagelang an der Voliere ein interessantes Schauspiel: Eines der früher freigelassenen Männchen kam Tag für Tag und Nacht für Nacht zum Großkäfig geflogen, rief unaufhörlich und ließ sich selbst durch die Beobachter, die sich immer über den Weitergang der Dinge auf dem Laufenden halten wollten, nicht vertreiben. Es war offensichtlich, dieses Männchen machte dem Weibchen den Hof. Es flog auf die Voliere, setzte sich dort in Balzpositur, drehte den Kopf wie ein verliebter Gickel, schlug mit den Flügeln, plusterte sich auf und machte Bücklinge, schrie sanft und samtig bis es heißer ward und brachte sich bald um vor Sehnsucht. Da haben wir sie dann zusammengetan, die Voliere einfach aufgemacht und die Tiere hinausgelassen. Wie und wo sie sich gefunden haben, wissen wir noch nicht, denn jetzt ist es bei Uhus die heimliche Zeit. Und es ist uns von Dr. Pfeiffers Erfahrungen her bekannt, daß das Horsten des Uhus so unauffällig vor sich gehen kann, daß man es erst im nächsten oder übernächsten Jahre merkt. Wenigstens ist es Dr. Pfeiffer so mit seinen Tieren auf der Schwäbischen Alb gegangen. Ein wesentliches Hilfsmittel aber, die Tiere für die erste Zeit wenigstens im Revier zu halten, allwo sie die Zeit gehegt und gepflegt wurden, und um gegebenenfalls auch den Horst an Ort und Stelle und damit unter Kontrolle zu bekommen, ist die Weiterfütterung der plötzlich vor der Freiheit und ihren neuen Aufgaben stehenden Tiere in beschränktem Maße. Dadurch kommen die Tiere in der Übergangszeit in ein wünschens- wertes Stadium der Halbwildheit, das es ihnen erlaubt, sich ganz zu benehmen, wie sie es gewohnt sind, sich langsam für den freien Nahrungskampf vorzubereiten und sie weiterhin fürs erste revier- ständig zu machen. Darüber hinaus aber ist seitens dieser außerordentlich klugen Tiere die Gewähr geboten, daß sie in nahrungsarmen Zeiten sich ihrer Wohltäter erinnern, oder in die Gegend des Futtergeheges zurückkehren, um sich weiter füttern zu lassen und nicht den ersten besten ihnen auf der Landstraße begegnenden Milchkutscher anbetteln, der sie womöglich verkennt und sie kurzerhand totschlagt. Wollen wir also hoffen, daß es bald Jungwuchs im Vogelsberg gibt oder, was wünschenswerter wäre, dies Jahr irgendwo schon ge- geben hat. Auch in diesem Jahre werden wir gegen herbst hin wieder Tiere ,um Einbürgern beziehen, diesmal unter staatlicher und korporativer Mit- Die öcutfdie Arbeitsfront n.$.=Oemeinfthaft „Kraft durch frcuöc" in Aussicht gestellt hat, können wir nun, nachdem all bie einzelnen Versuche durch die °°ll°nsun' Jahre hindurch den Beweis erbrachten daß es geht, nun auch etwas großzügiger verfahren unb mit größerem Aufwand wie seither an die-Er- schönen Hessenheimat, dann wollen wir "ersuchen, auch unseren alten germanischen Wodansvogel, den Kolkraben wieder in seine alten, verlassenen heimischen Jagdgründe zurückzuholen. •-»9 OOil iS* * Sich -Gießen, Bö 81 ho9 iz kg tapinai, SG t)S. 30 und 4p, 'bis 45, Will 5 bis 8, SalatS 12, Rettich 5 bi. ♦* Arbeit- Opperz?! taq auf eine» Nanninger g Verfluchtes Gold! Roman von 3. Schneider-Hoerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. so mitten aus tiefster Ruhe und Geborgenheit plötz- lich wieder m das Getriebe der großen Welt zu- ruckgeriffen zu werden, aus der man vor zwanzig Jahren geflohen war ... * so auf heute abend gefreut!" sagte -c? s?^ss^n bedauernd, als Maria ihm von ihrem überstürzten Aufbruch unterrichtete. Sie standen auf der Baustelle. „3d) fomme wieder!" versprach sie. Sein ungläubiges Lächeln verletzte sie. „Sie glauben es nicht?- $err9- Rach Ellbach kommt man Nicht mehr, wenn man nicht gerade muß." M "Und wenn ich müßte?" Mit einem raschen Blick nach dem Wagen, in dem Anton über eine Karte fie seine Rechte und legte sie gegen ihre Wange. „Maria--" ^ühte. Rolf schickte einen verzweifel- ? " sm nad? ollen Seiten. Zehn Meter vor ihnen der Wagen, m kaum fünf Meter Entfernung die Kameraden, deren Pickel und Schaufeln in die Erde men. Aergerlich stampfte er mit dem Fuße auf. -i schelte. „Es kann doch keiner von ihnen etwas dafür, daß er uns im Wege ist." f.~r ■ e uni) Urschte in ihren Augen. „Wann sehen wir uns wieder, Maria?" „In vier Wochen ist Semesterbeginn." „So lange kann ich nicht warten", stieß er h-r- Dao kannst du nicht verlangen! "st du doch selber nicht wollen! Sag, wann & unb Ich fahr- mit meinem Xbe’eÄ" 9C5- _ $U mit bem W--S-N blr ?ier Fünftel entgegen", sagte Stohfb nnneinc streichelnd. „Ist die kleine weit?" QU5 bu gestern telephoniert hast, „Du darfst nur sagen wann!" "Um"^UHr!^ Sonnabend frei?" ?in um fünf Uhr außerhalb der niAt n?inPH^a te bld)! Recht? — Du brauchst 3ru s^o, Rolf. Das Rad läßt du in ins Blaue/' fahren dann zusammen (Fortsetzung folgt'» Volkslanzkrels. Heute abend 20 Uhr Uebungsabend auf dem Trieb. Treffen an der Volkshalle. Pünktliches Er« scheinen ist erforderlich. Wandern. Ortsgruppe Heuchelheim: Am Sonntag, 28. Juni wird folgende Wanderung durckgeführt: 7 Uhr Abmarsch ab Kirche Heuchelheim über die Himberge nach Hofgut Haina, weiter über Königsberg, durch das Strupbachtal, über Bieber, Rodheim nach Heuchelheim zurück. Rucksackverpflegung. Führung: Wanderwart Benner. Ortsgruppe Gießen: Am Sonntag, 28. Juni, wird eine Radwanderung durchgeführt: Abfahrt 7 Uhr ab Marburger Straße — Ecke Wiefecker Weg nach Lollar—Salzbödetal—Reimertshausen—• Altenvers—Seelbach—Frankenbach—Fellingshausen —Krofdorf—Gießen. Rucksackverpflegung. Führung: Wanderwartin Marg. Lösch. „Es ist der Wille des Herrn Kommerzienrats." „Schön! Also Vaters Wille. — Bis zur Frau Steffens Haus werden Sie mir wohl trauen? Inzwischen machen Sie hier die Sache perfekt Dann fahren wir noch zur Baustrecke. Ich muß mich dort von jemanb verabschieden. — Dann können wir los ziehen! Wird ein nettes Vergnügen werden mit vierzig Kilometern." Anion sagt- nichts mehr. Er war h-llsroh, daß l'V E'S y'Ste- Er kannte fie auch anders Wahrscheinlich war- auch gestern nichts passiert wenn sie mcht wieder so unsinnig darauflosaesahren w°r°. Wenn sie sich selber Hals und Beine brach bara» ü“ anbern- Nur er durfte keine S v&b roenn ..fie sich heute auf den Kopf gestellt hatte, er wurde nicht nachaeaeben .Msadlg-S Fräulein fahren bestimmt^nicht oyne mich i ' „SeftiTnrnt nicht" beruhigte sie ihn, so eigen hatte fie fein Ton berührt. „Ich hole nur meinen Kof- aL bmu?raU ^Eeffen. Sogar zur Baustrecke dürfen Sie mitEommen. Von dort aus fahren wir bann getrennt: ich hinter Ihnen, bamit Sie mich im Spiegel immer vor Augen haben." m ^te r.er',Ie9te die Han!) an bie Mütze tanb noch dis sie im Wagen saß und ging dann Ma^ben Hofraum, wo ber Mechaniker auf ihn _"9.aI T dob ihm gesagt, baß Sie bei Frau Stessen sinb. Da wirb er wohl borthin gefahren sein/ Marias Staunen war groß. „Aber eine schone Maschine hat er gehabt. Sapperlot noch einmal!" „Gelb mit rot?" „3a, ja! Unb soo lang und soo breit und nur so gefunkelt hat alles. Der mag was gekostet haben!" Maria vernahm ein Hupensianal, trat vor das Tor und sah in ber nächsten Minute ben Wagen ihres Vaters auf ber Straße stoppen. Mit zivei Schritten stanb sie am Schlag. „Ich habe boch aus- brucklich telephonieren lassen, baß ich nicht geholt zu werben wünsche." „Gewiß, gnädiges Fräulein", sagte ber Chauffeur über bte scharfe ihres Tones etwas verwunbert'. „Ader der Herr Kommerzienrat hat es so angeorb- net, id) glaube, es ist wegen ber Beerbigung von Herrn Amselmann." „Amselmann?" — staunte Maria. Ist benn Am- selmann gestorben, Anton?" „Gestern abenb. An einem Lungenschlag." „Um Gottes willen! Unb Wolfgang unb Hvlmar? Sagen Sie boch, Anton?" „Ich habe bie Herren seit Sonntag nicht mehr gesehen, gnädiges Fraulein." Das Mäbchengesicht war jetzt ganz blaß. Es war weniger ber Tob Amselmanns, ber Maria erschütterte, als der Umftanb, daß ihre beiben jungen Freunbe den Vater verloren hatten. Ach, unb sie waren so nette Jungens! Man hatte zusammen getankt, musiziert, Tennis unb Bribge gespielt Bergpartien gemacht unb Wettfahrten ausgetragen Ab unb zu hatte man sich wohl auch tüchttg bie Wahrheit gesagt, für ein paar Tage gemieben, bann Versöhnung gefeiert und mar schließlich lieber gut Freund gewesen. AbW-d ** roiebetlommm?" kragte Maria beim m5r88 Stessen lächelte: „In acht Tagen ist Klem- Ellbach vergessen. Fräulein Terry." 1 n er9.cffe nid>‘ k° fchnelll Und wenn Sie nach München kommen sollten —" n öle „O bitte, ja!" Damit trennte man sich. Maria T-rry sah an der W-gbieguna nnrf, mal äurU(f eincn hellen Schr"? Unbhntü nichtiges Verhalten an heißen Tagen. Wie es im Winter die Sorge vor Erkältungen ist, gegen die sich ber Mensch schützen muß, so wäre es verfehlt, bei brücfenber Hitze eine gewisse gleiche Vorsorge außer acht zu lassen. Denn neben ben her- oorragenben gesunbheitlichen Vorteilen, bie bie Sommersonnenwärme im allgemeinen mit sich bringt, so können boch gewisse bie Hitze auf ben menschlichen Organismus auslösenbe Wirkungen auch schäbliche Folgen auf bie Gesunbheit ausüben. Helle unb leichte Kleibung empfiehlt sich vor allem zur Sommerzeit, ba bas Sonnenlicht besser an bie Haut herankommen kann: auch wirb bie Ausbünstung erleichtert, währenb bunkle, bitte Be- fleibung bieje behinbert. Sonnenbäder dürfen nicht übertrieben lang ausgedehnt werden. Jedenfalls sollte man sich erst langsam daran gewöhnen, zunächst mit zehn Minuten Dauer unb bann bei allmählichem Steigen stets einen Tag überschlagen, währenb Luftbäber täglich genommen werben können bei etwa 15 bis 20 Minuten Dauer und ständiger Bewegung. Die Sehnsucht nach Abkühlung treibt jetzt zahlreiche Menschen zum Badestrand ober zum Schwimmen in bie Flüsse unb Bäche. Alle Ufer- lanbschaften, wohin man auch kommen mag, bieten gegenwärtig bas gleiche Bilb einer nach Hunberten zählenben Menschenschar, Männer, Frauen unb Kin- ber, welche in ben kühlenben Fluten eine Erfrischung von ber Sommerhitze suchen. Nicht einbringlich genug mag jeboch der Rus zur Vorsicht hier angebracht sein, sich nicht Jn überhitztem Zustande dem kühlenden Naß anzuvertrauen, da selbst kräftige, gesunde junge Leute nicht selten ihre Unbedachtsamkeit mit dem Tode bezahlen mußten Die Ursache solcher plötzlicher Todesfälle liegt in dem Kältereiz unb seinen reflektorischen Wirkungen, ber ben Atemstillstanb unb ben Stillstanb bes Herzens burch Ueberbehnung feiner Höhlen herbeiführt unb burch Ueberfüüung bes Zentralnervensystems mit Blut zum Tobe führen kann. Auch beim Durstgefühl sollte man sich einige Vorsicht auferlegen. Das Wasser-, Bier- oder Weintrinken in großen Mengen ist wenig rötlich, denn bie Flüssigkeit muß boch roieber zum Teil ausgeschwitzt werben. Hier empfehlen sich vor allem solche Getränke, bie, ohne allzugroße Mengen ba- von einnehmen zu brauchen, auch wirklich das Durst- gefühl befriedigen unb ba muß als das vortrefflichste und erfrifchenbste Getränk kalter Kaffee ober Tee genannt werben. Aber auch Eis, Zitronen, Limonaben sowie Obst aller Art bienen trefflich bem gleichen Zweck: aller- bings barf man bei Obst roieberum nicht übersehen, daß man nach dessen Genuß nicht gleich wieder Wasser hinterher trinken darf. Gerade in ber jetzigen Zeit mag biefe Warnung für Kinber sehr angebracht sein, bie bebenfen sollten, baß bas Trinken von Wasser nach dem Obstgenuß unter Umständen sogar den Tod herbeiführen kann. Äomoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Puppenfee". — 20.15 Uhr Lichtbildervortrag „Eigene Erlebnisse in deutschen Kolonien" von Ruth Schuhmacher im Cafä Leib, Walltorstraße 36. — Volkstanzkreis: 20 Uhr Treffpunkt an ber Volkshalle. — Oberhessischer Kunstverrein: 16 bis 19 Uhr Ausstellung „Frauen- bübms mit Schmuck" im Foyer bes Stabttheaters. Aus parteiamtlichenBekanntmachungeri Die Ortsgruppe Gießen-Nord veranstaltet am heutigen Donnerstag, 20.15 Uhr, einen Dor- tragsabenb. Fräulein Ruth Schuhmacher wird über n^c ‘n den Kolonien sprechen. Zahlreiche ^Ächtdilber werben den Vortrag ergänzen. Unb nun mar also ber alte Amselmann tot. Um unLi r.n*e .aria keine rechte Trauer empftnben. Er patte sich mit ihrem Vater schlecht vertragen, war sehr oft zynisch unb ausfallenb gewesen, unb sein Organ war ihr immer auf die Nerven gegangen. Jedesmal, wenn er sich unter ben Tischgästen befand, hatte sie so etwas wie ein Bangen empfunden. Immer, wenn seine fleischige Hand ihr unters Kinn gefahren war, hatte fie noch lange nachher einen Ekel verspürt. Wie dieser Mann zu diesen Söhnen kam, war ein Rastel. Seme „Sonny Boys" hatte er sie immer ge- beifcen. Ach, und das waren sie auch! Sonnige Jungens, gesund an Leib und Seele, Freunde hilfs- berelt, opferwillig, Menschen, auf die man sich in jeber Lage verlassen konnte. . „Ist Frau Amselmann gekommen?" fragte Ma- rm ben Chauffeur, ber feinen Sitz verlassen hatte und letzt neben ihr auf ber Straße stanb . „Noch nicht, gnäbiges Fräulein!" fahren?" Qlf° W mit ^ncn nach Hause „Ja!" , "Gut!" — Ihre Hände streichelten über ben gel- 5?;?'hbcr Sanne spiegelte. „Verhandeln Sie mit bem Mechaniker wegen meines Wagens. Der Mann behauptet, ich bürste ihn nicht mehr vierzig Kilometer zumuten. — Das ist natür- geladjt. Wir sollten es so machen: ich fahre mit Fa e35 .?^agen — Sie mit bem meinen. Nicht?" fra9k Jie erstaunt, als ber Chauffeur eine abwehrende Bewegung machte. „Der Herr Kommerzienrat hat mir aufgetragen d" gut nach Hause zu bringen." H 9 ' „3$ habe ja auch gar nicht im Sinn, mir das Genick zu brechen, Anton!" „Wenn schon", blieb er hartnäckig. „Ich trage nun einmal die Verantwortung, Fräulein Terrv W^nn Sie einverstanden sind, machen wi?' so: ick men6 $b.rern ^e.feften Wagen voran. Sie kommen nut meiner Limousine nach." "ä!b den Staub, den Sie aufpuddeln." w°rt. gnädig« Fräulein. duldet fernen Nebenbuhler im Nahrungsfampf an feiner Seite. So ward im Winter 1934/35 wieder ein Paar ui bie Voliere gebracht unb den Winter über die Anpaarung versucht. Als diese nickt gelang, ganz offensichtlich, weil bas dazu gegebene Männchen noch zu jung war, behielten wir die Uhus das ganze Jahr im Käfia. Dabei konnten wir die Wahrnehmung machen, baß dieses Paar oft von ben freilebenben Uhus besucht würbe, und in der Hirschbrunst hörte Graf Solms-Laubach selbst, wie ein freilebender Uhu tagelang in der Nähe der Voliere rief. Im Jahre 1935 hat nun auch der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — (Staatsforstverwaltung) in ihren oberhessischen Amtsbezirken Erhebungen über den Stand der Uhueinbürgerun- aen unternommen, die recht befriedigend ausgefallen sind. Denn unter bem 27. Januar 1936 konnte Die hessische ßanbesregierung bem Herrn Reichsjägermeister Göring bie Mitteilung zugehen lassen, daß sich die „Zahl der Feder- unb Gewöllfunbe sowie der einwandfreien Beobachtungen im Vogelsberg auf einige zwanzig beläuft. Die Zehntage-Wettervorhersage. Dettervorhersage für die 3elf vom 25. Juni bis 4. Juli. Herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Ditterungsvorhersage des Reichsamts für Detterdienst. Die in der Voraussage für diese Woche angekündigte Verschlechterung des Wetters unb Abkühlung hat im Westen unb in ber Mitte bes Reiches bereits begonnen. Sie wirb in ben nächsten Tagen, an ber Küste teilweise unter Nebelbilbung, auf ben Osten Deutschlanbs übergreifen. Bei oorroiegenb westlichen unb nörblichen Winben wirb bie Abkühlung weiterhin, jeboch im Westen unb Süben nur langsam, fortschreiten. Dabei ist im Westen unb Süben mit oorroiegenb freunblichem Wetter unb — abgesehen vom Alpenvorlanb — nur geringen Nieberschlägen, in Schlesien unb Ostpreußen bagegen mit bewölkterem Wetter unb Nieberschlags- schauern, bie anfänglich gewittriger Art sein werden, zu rechnen. Allmählich wird sich das Wetter noch in stärkerem Maße unbeständig und kühl gestalten, dabei jedoch im großen und ganzen wiederum im Westen unter dem Einfluß zeitweilig absteigender Luftbewegung meist wärmer und freundlicher sein als im Osten. In der zweiten Hälfte der nächsten Woche ist eine Besserung des Wetters wahrscheinlich. Im Mittel über ganz Deutschland wird die Zahl der Tage mit Niederschlag von mindestens 0,1 mm mehr als vier betragen. Sparerbund: Aktuelle Sparer- und Rentnerfragen. Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes hielt am Mittwochabend im „Hessischen Hof" ihre Juni- Mitgliederversammlung ab, die eine reichhaltige Tagesordnung aufwies. Der rührige Ortsgruppenführer Lorenz konnte u. a. auch das langjährige Mitalied Partenheimer begrüßen. Nach grundsätzlichen Ausführungen sprach dann Dr. Danner, Gießen, über: „Aktuelle Sparer- und Rentnerfragen." Nach einem Rückblick über die Entwicklung ber früheren Verhältnisse, wies der Redner darauf hin, daß heute wieder das Vertrauen zum Grundsatz des Sparens eingekehrt fei. Der Neufparer könne mit Ruhe unb Vertrauen in bie Zukunft blicken unb bie Entwicklung ber beseitigen Verhältnisse beweisen, baß ber beutsche Volksgenosse wieder zum Sparergedanken zurückgekehrt sei. Die Bestrebungen ber Regierung gingen bahin, den Hausbesitz, Der ein Dolksvermögen von 60 Milliarden Mark darstellt und mit 30 Milliarden Mark durch Hypotheken usw. belastet sei zu sanieren, um eine ge- sunde Rentabilität zu erreichen und die Gläubigerrechte zu sichern. Zu diesem Zwecke habe die Reichsregierung durchgreifende Maßnahmen getroffen, wie die Zinssenkung, die Herabsetzung der Haus- zinssteuer und eine umfangreiche Moratoriums-Gesetzgebung geschaffen. In ähnlicher Weise und in derselben Richtung, nämlich, auf allen Gebieten des Kreditwesens normale und gesunde Verhältnisse wieder einzuführen, sei für die Landwirtschaft das Entschuldungsverfahren eingeführt worden. Welche Bedeutung die Reichsregierung dem alten Sparer zumesse, beweise bas Bestreben, bas an ihm durch bie Inflation begangene Unrecht möglichst wieder gut zu machen. Zwar konnte bas von ben Sparern erstrebte Rentnerfürsorgegesetz bisher noch nicht verwirklicht werben, aber bie Reichsregierung habe Entgegenkommen gezeigt ^i-rch das Gesetz über die Kleinrentnerhilfe. Wie s^br sich das ins Einzelne auswirkt, das erläuterte ber Vortragenbe in eingehenber Besprechung. In einer regen Aussprache würben viele Einzel- heiten geklärt. Nach ber Erlebigung geschäftlicher Angelegen- heiten zeigte ber Ortsgruppenführer Lorenz Englische Stc nacht, daß die. ieren Unsallget triebsunfalle uf es darüber bis des Hausunfalls l«ng einer Stat Nick in bie Zei der häuslchen Ui M ist. Dabei i\ «n atiyrnemen ■ Ts gibt in Di Haushalte. $n i zum großen Technik find hie des Menschen . nie im unmodei Schanden sein, für ßiity, Pachtung usw. km Haushalt si S'n vorhanden. ? FQfe ber versch Beile, Messe fwte und taufe faltig umgehe ^iet werden so Täglich ereigne llnfalle. Es qi verletzte. Da ?Qn kann eine, fi“ ?eben brim & ^°t. kommt 5} weist auck nicht herum »i?aaVrtoxfi,,el ; alle anderen 2? weitaus nr, Wert aller ? iigfeifTr Wi «-Ich d-r 8 ^rben h1-1bnun lien nPr^Cn-1 M'äbifc1«"» le4e^‘' l«,!r,roilt9iR Ochmann r..? Mutigen Pn^ufen b 5‘lkn Ä und S r e^i( St aug?chen C «und Q Eine r 85 mus , 'S! h«in, r in 12. I i 111 • i z-- Hk K W- ' H . fc J 1 z ■;> ■ ■ L ■ Ge- Verhütet Hausunfälle! tjche 2)o? und li daß S«t tpmungt' liefert ii> 1870/1 l9ung bi )tid)5 bi chrestag! lebbel mann-M Omnlbusfahrk nach dem Mrburgring. Am Sonntag, 26. Juli, findet eine Omnibusfahrt nach dem Nürburgring zum „Rennen um den großen Pveis von Deutschland" statt. Schriftliche Anmeldungen für diese Fahrt müssen umgehend an die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, gerichtet werden, da nur ein Omnibus zur Verfügung steht. Gießener lvochenmarktpreife * Gießen, 25. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, ZH kg 1,55 Mark Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark' Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Eier, deutsche, Klasse B 10, Enteneier 9 bis 11 Wir- siing, grün, % kg 10, Weißkraut 15, gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 12, rote Rüben, das Bündel 15 Spinat, % kg 15 bis 20, Römischkohl 10 bis 12' Bohnen, grün, 25 bis 35, Spargel 25 bis 40, Erbsen 18 bis 20, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 40 bis 55, Zwiebeln 14 bis 15, Pilze 50, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, kg 15 bis 18 Pf., Pfirsiche 60, Aepfel 30 bis 60, Kirschen 25, 30 und 45, Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 30 bis 45, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 20 bis 40, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf. AbgefchloffeneStraßenbauarbeit. Die Straßenarbeiten in Richtung Lollar der Reichsstraße Frankfurt«. M.—Kassel sind in diesen Tagen beendet worden. Von der Abzweigung der Provinzialstraße nach Daubringen bis zum Grenzwege zwischen der Gießener und Wiesecker Gemarkung dicht bei der „Karlsruhe" wurde hie Fahrbahn um 1,10 Meter verbreitert, nachdem vorher ein Streisen von über einem Meter aufgerissen und dem neuen Straßenprofil angeglichen worden war. Fast 30 Arbeiter waren einige Wochen mit Erdbewe- gungs- und Pflasterarbeiten beschäftigt. Mit den Umarbeiten ist auch eine Verbesserung der Kurven durchgeführt worden, indem diese je nach der Stärke der Biegung um 10 bis 40 Zentimeter überhöht wurden. Dabei wurde auch eine Befestigung des Fußsteiges vorgenommen. Die wesentlich breitere Fahrbahn wird auch einem noch weiter sich steigernden Kraftwagen- und Fuhrwerksverkehr nüge leisten können. »« B-tri-bsgemeinsch-ftsausflug £ e r 1 * m a ® .r ie Am Sonntag unternahm die Betnebsgemeinschaft der Eierteigwarenfabrik Friedrich Grieb, Gießen, unter tatkräftiger Mit- orbeit der NSG. „Kraft durch Freude" einen wohl- gelungenen Ausflug mit dem Endziel Heidelberg. Die Fahrt führte im Auto von Gießen nach Frankfurt, dort wurde eine Rundfahrt gemacht, dann weiter auf die Reichsautobahn und vorbei an der Zeppelin-Halle nach Darmstadt. Auch in Darmstadt wurde eine Rundfahrt unternommen. Nach der Ankunft in Heidelberg wurde zunächst die Stadt besichtigt. Nach der Mittagspause fand unter der Führung der NSG. „Kraft durch Freude" eine Schloß- besichtigung statt. Gegen Abend wurde die Rückreise über die alte Bergstraße angetreten. Der Ausflug wird allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. ** Ardeitsiubiläum. Werkmeister Karl V p p e r aus Daubringen kann am morgigen Freitag auf eine 25jahrige Tätigkeit bei der Firma Nanninger zuruckblicken. Opper, der als Kriegsteilnehmer am linken Unterarm schwer verwundet war hat trotz dieser Verwundung immer seine Pflicht erfüllt. Er genießt allgemein großes Vertrauen und Ansehen. Der Jubilar ist ein langjähriger Le er seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers. liches 6' kundei 1 die r Moni Sornitz rchgM , über iii >r Königs« bei, M rpileftuni 28. Jur Abft WieM shachn- Hgshlch« WrM tmmth MM t ihn. ITO st gW zute Dinji enntjJ . Dellen m belank Die off 3 gern- fjtonOJ ifiODlflflWI *1 non W inben l 1 unB> >5 Mt mmt nt Ich-»* eine ) legte I- i a er? SW? iheitH Well ir zvE von 220 Volt genügt, einen Menschen glatt zu töten. Wenn ein elektrischer Schlag im allgemeinen nicht so tragisch verläuft, so nur deswegen, weil der Betroffene durch Schuhe, Teppiche usw. weitgehend von der Erde isoliert ist. Das ist aber beispielsweise nicht mehr der Fall, wenn jemand, in der Badewanne liegend, sich mit dem elektrischen Föhn die Haare trocknet... Irgendwo an der Zimmerwand, oben an der Leiste, hat sich die Tapete gelöst. Eine Sache, die der Fachmann für ein paar Pfennige in Ordnung bringt. Aber die Hausfrau will das „ganz alleine machen". Sie klettert, ohne daß jemand Hilfsstellung gibt, auf ihre Trittleiter und arbeitet munter drauf los. Sie begibt sich in Gefahr, ganz abgesehen davon, daß sie auch dem Handwerker den kleinen Verdienst noch wegnimmt. Oft streiten sich auch Mieter und Hauswirt darum, wer von beiden einen Schaden zu beseitigen hat. Dadurch wird die Sache nur verschleppt. Erst muß der Schaden behoben werden. Um die Rechnung kann man dann immer noch streiten, wenn es schon nicht anders geht. Wie off sind schwerste körperliche Schaden entstanden, weil man Mit der eigenen „Axt im Hanse" den Zimmermann ersparen wollte. Es ist merkwürdig, wie viele Berufe manche Menschen zu verstehen glauben, ohne sich jemals näher mit ihnen befaßt zu haben. Wenn unsere Handwerker viele Jahre lang in eine strenge Lehre gehen, so tun sie es bestimmt nicht aus Vergnügen, sondern weil diese Zeit eben erforderlich ist, um das Handwerk zu erlernen. Zahlreiche Hausunfälle entstehen auch durch Unachtsamkeit. Kürzlich ereignete sich in Berlin-Charlottenburg ein schweres Gasunglück, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Was war geschehen? Die Tochter des Hauses hatte Essen in der Küche zubereitet und vergessen, den Gashahn ordnungsmäßig zu verschließen. In der Nacht war bann das Gas unbemerkt ins Schlafzimmer eingedrungen. Drei Tote durch Unachtsamkeit. Manch Wohnungsbrand ist nur durch die Leichtfertigkeit der Bewohner entstanden. Ein weggeworfenes, noch brennendes Streichholz — das Kind wurde nicht beaufsichtigt — ein unausgeschaltetes Bügeleisen, ein falsch behandelter Ofen sind schon Ursachen schwerster Katastrophen geworden. Viele kleine Kinder mußten einen furchtbaren Verbrennungs- ober V e r- brühungstob sterben, weil die Mutter nicht aufpaßte. Kinder lieben es auch, möglichst hoch auf Schränke, Zäune und dgl. zu klettern. Es ist daher Pflicht der Mutter, ihre kleinen Kinder nicht aus den Augen zu lassen und die größeren richtig zu erziehen. Auch die Nichtbeachtung kleiner Verletzungen führt immer wieder zu Blutvergiftungen, das Heben schwerer Lasten zu ernsten inneren Verletzungen. Wie gesagt, 70 v. H. aller häuslichen Unfälle sind selbst verschuldet. Sollte da nicht jeder achtsamer sein? Der Nationalsozialismus legt größten Derk darauf, daß jeder mit dem ihm anverkrauten Gut, das ja immer der ganzen Ration gehört, sorgfältig umgeht. Reichsminister Dr. G 0 e b b e l s hat erst vor kurzem als Zeuge im Berliner Einsturz-Ungluck-Prozeß sehr eindringlich darauf hingewiesen, daß die leichtfertige Gefährdung des Lebens und der Gesundheit unverantwortlich ist. Das ist eigentlich für jeden vernünftigen Menschen auch eine Selbstverständlichkeit. Leider zeigt die ungeheuer große Zahl der häuslichen Unfälle, daß es noch viele aufzurutteln gibt. In der zweiten Juni-Höfte wird daher tn ganz Deutschland ein große r A ufkläru n g s selb - z u g gegen die Hausunfälle geführt. An dieser Aktion beteiligen sich neben der Reichsarbeit s- eti orrfidttifl mit öu, fixere 6le <5aeon(d)lu(|t mit cffrnem lidil dtnjadjmann epfrllue c6tr Dttrolrwn u__ ___jcurt an. Englische Statistiker haben die Feststellung gewacht, daß die Zahl der häuslichen Unfälle alle anderen Unfallgebiete, Brände, Verkehrs- und Betriebsunfälle usw. übertrifft. In Deutschland gibt es darüber bisher keine Statistik, und die Natur des Hausunfalls bringt es mit sich, daß die Aufstellung einer Statistik schwierig ist. Aber schon ein Blick in die Zeitungen beweist uns, daß die Zahl der häuslchen Unfälle in der Zat ganz erschreckend hoch ist. Dabei ist zu bedenken, daß in der Presse im allgemeinen nur die ernsteren Fälle erscheinen. Es gibt in Deutschland heute rund 16 Millionen haushalte. In ihnen spielt sich das Leben des Volkes zum großen Teil ab. Die Errungenschaften der Technik sind hier mehr ober weniger in ben Dienst des Menschen gestellt. Im fortgeschrittenen ebenso wie im unmodernen Haushalt müssen Einrichtungen vorhanden sein, die das Wohnen ermöglichen. Es wuß für Licht, Heizung, Kochgelegenheit, Wasch- einrichtung usw. gesorgt werden. Das heißt, in jedem Haushalt find zahlreiche technische Einrichtungen vorhanden. In jedem Haushalt werden Arbeitsgeräte der verschiedensten Art benutzt, zum Beispiel Axt, Beile, Messer, Scheren, Leitern, elektrische Apparate und tausend andere Dinge, mit denen man sorgfältig umgehen muß, wenn kein Schaden angerichtet werden soll. Täglich ereignen sich nun ungezählte häusliche Unfälle. Ls gibt Tote, Schwerverletzte, Leichtverletzte. Das Lebensglück ganzer Familien wird zerstört. Man kann einen Toten nun einmal nicht wieder zum Leben bringen, und wer sich ein Bein gebrochen hat, kommt um eine langwierige, kostspielige imb meist auch schmerzhafte ärztliche Behanblung richt herum. Das Erschütternde dabei ist nun aber, daß — Die alle anderen Unfälle — auch die Hausunfälle zum weitaus größten Teil selbstverschuldet sind. Man darf damit rechnen, baß 60 bis 70 vom jjunbert aller häuslichen Unfälle auf Leichtfertigkeit ber Betroffenen ober ber für die häusliche Ordnung Verantwortlichen zurückgeführt werden müssen. Unermeßliches Leid in den Familien, erschreckend hohe Krankenausgaben, schwere Schädigung der Volksgemeinschaft werden verursacht, nur aus Fahrlässigkeit. Im Haushalt ist es in erster Linie die Frau, ber hie Sorge um das Wohlergehen der Familie an- vertraut ist. Sie ist es, die in der Küche auf die Gasleitungen zu achten hat, sie muß sofort den Fachmann rufen, wenn Gas aus schadhaften Leitungen entweicht. Es ist vor allem ihre Aufgabe, auf die elektrischen Leitungen und Auslasse zu achten. Sie muß aufpassen, daß die Kinder nicht mit Streichhölzern, Scheren, Messern und dergleichen spielen. , Sie muß immer daran denken, daß sie es ber Volksgemeinschaft schuldig ist, sich selbst und ihre Familienangehörigen vor Gefahren zu behüten. Dem deutschen Volk muß jeder Mensch so lange wie möglich und so unversehrt und so gesund erhalten werden, wie irgend möglich. Niemand braucht deswegen ängstlich oder gar duckmäuserig zu werden. Wirklichen Schicksalsschlägen kann der Mensch nicht ousweichen. Aber er kann und muß Die klugen osfenhalten und Gefahrenguellen, die er steht, beseitigen. Das muß man von ihm verlangen. eine haupturfache ber häuslichen Unfälle liegt in falscher Sparsamkeit. Da ist eine elektrische Steckdose nicht in Ordnung. Um den Elektriker zu sparen, wird sie nicht in Ordnung gebracht. Oder man macht sich selbst an die „Reparatur". Obwohl man keine Ahnung von der Elektrizität hat. Obwohl es sogar verboten ist, als Nichtfachmann Reparaturen an elektrischen Leitungen und Geräten vorzunehmen. Die Leichtfertigkeit aus diesem Gebiet ist einfach erstaunlich. Es ist Tatsache, daß der in Haushaltungen übliche Strom »or * enirt' von li,r- gemeinschaft Schabenverhütung ber Zentralverband der Hausbesitzervereine, der Deutsche Siedlerbund und das Deutsche Frauenwerk. Mit dieser Aufklarungs- aktion beginnt Deutschland seinen großen Karnvf gegen den Hausunfall, der nicht eher beendet sein kann, als bis die Unfälle, die auf eigenem Verschulden beruhen, restlos aufgehört haben. I. S. Schöffengericht Gießen. Wegen Urkundenfälschung wurde die A. G. und deren Sohn W. aus Ranstadt zu je 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte hatte in einem Zivilprozeß, in dem sie aus einem Kaufvertrag verklagt wurde, eine von ihrem Sohn gefälschte Quittung vorgelegt, nach der die Forderung erloschen war. Das Gericht billigte den Angeklagten mildernde Umstände zu. Der O. Schn, und ber W. Fr. aus Büdingen hat« ten sich wegen Verbrechens nach § 175 StGB, zu verantworten. Während Schn, zu fünf Mona- ten Gefängnis verurteilt wurde, erkannte da« Gericht gegen Fr. auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. Der Fr. H. aus Gießen stellte falsche Ausweis« her, die er seinen Vertretern aushändigte, und die diese „berechtigten", für eine Blindenanstalt zu arbeiten. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis. Der W. P. aus Hainchen wurde wegen Beleidigung und übler Nachrede zu insgesamt 5 Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte die HI., die Partei und den Bürgermeister beleidigt. 3 Wochen der erkannten Strafe wurden dem Angeklagten bedingt erlassen. OJL-tfpoit Hollands Weltrekordschwimmerin. Willie den Ouden, Hollands große Schwimmerin und Olympiazweite im 100-m-Kraulschwimmen von Los Angeles nach dem Training. — (Aufn.: Hubmann-Weber. Scherl-M.) ßromm siegt-Lund verliert. Dritter Tag der All-England-Weisterschaft in Wimbledon. Nach Henner Henkel, der schon in ber ersten Runde von dem Amerikaner Bryan Grant gesckla- gen wurde, wurde nun am dritten Tage der All- England-Tennis-Meisterschaften in Wimbledon auch der zweite Deutsche, der Kieler Kaj Lund, ausge- schaltet. Der lange Kieler traf auf den Engländer D. N. Jones, der nach hartem Kampf mit 6:3, 4:6, 6:4, 6:2 gewann. Lund konnte bis zum vierten Satz mit wuchtigen Aufschlägen und schönen Flugbällen sehr gefährlich sein. Als aber Jones die Rückhand-Schwächen seines Gegners aufdeckte und ausnutzte, war es um Lund bald geschehen. Die deutschen Hoffnungen ruhen also im Männer- einzel nur auf den Schultern eines Mannes, auf Gottfried v. Gramm. Der deutsche Spitzenspieler hatte am Mittwoch den Tschechoslowaken Hecht zum Gegner, der sich nicht schlecht schlug, aber doch bald mit 6:4, 6:3, 6:4 erledigt war. Hecht lieferte besonders im ersten Satz dem Deutschen schöne Grund- linien-Duelle. In den entscheidenden Augenblicken wurde er aber von dem vielseitigeren v. (Tramm sicher ausplariert. Der deutsche Spitzenspieler trifft nun in der nächsten Runde auf ben Gewinner der Begegnung Mako-Budgas. Außer v. (Tramm haben sich auch Perry, Jtoh, Budge, Cooper, Lee, van Ryn, Jamain, del Castillo, Lesueur, Casca, Martin- Legeay, Jones, Allison, Stedman, Crawsord, Maier, Quist, McGrath und Feret in die dritte Runde durchgespielt. Bei den Frauen gab es am Mittwoch nur F a - voritensiege. Am besten hielten sich die englischen Spielerinnen, die allerdings auch am zahlreichsten vertreten sind. Sie stehen fast alle in dex dritten Runde. Nur Frl. Dearman mußte sich von Frau Mathieu mit 6:3, 6:2 schlagen lassen. Sichere Siege erfochten Nelly Adamson, die Amerikanerin Babcock, Frau Hilde Sperling-Krahwinkel, die kleine Chilenin Anita Lizana, Miß Heeley, Kathleen Stammers, Frau King, Susan Noel und Miß Hardwick. Nach ihrem großen Start in ber ersten Runbe glückte ber deutschen Ranglistenersten Frl. Marie- luise Horn (Wiesbaden) auch in ber zweiten Runde ein beachtlicher Sieg. Frl. Horn schlug die Engländerin Scott in zwei Sätzen klar mit 8:6, 6:2. Unsere Davispokal-Mannschaft ist für das Endspiel der Europazone gegen Jugoslawien mit G. v. (Tramm, H. Henkel, K. Lund und W. Menzel benannt worden. Die Jugoslawen trainieren bereits eifrig und haben sogar mit Rücksicht auf den Pokalkampf in Agram auf die Teilnahme an den Wimbledon-Meisterschaften verzichtet. v. Cramm-Henkel siegen in Wimbledon Bei den All-England-Meisterschaften in Wimbledon konnten sich im Herren-Doppel die Deutschen von Cramm-Henkel gegen die Engländer Anderson- Collins überlegen durchsetzen. Sie gewannen 6:0, 6:4, 6:2. — Von Cramm-Henkel beim Spiel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MchtlicheFeuerstundebeimFeldbergfest Anläßlich des Feldbergfestes findet am Samstag, 27 Juni, nach Eintritt der Dunkelheit auf dem Feldberg eine Feierstunde statt. Die Feuerrede des Gaudietwarts, Studienrat Dr. Kahle, ist umrahmt von Fackeltänzen der Turnerinyen, Feuersprüchen und Feuersprüngen, gemeinsamen Liedern der Jugendgruppen mit Begleitung von Geigen, Klampfen und Flöten. Außerdem werden die Tur- ner-Spielmannszüge mitwirken. Die Feier, die einen sehr eindrucksvollen Verlauf zu nehmen verspricht, wird dem volkstümlichen Feldbergfest einen würdigen Auftakt geben. Handball im Männer-Turnverein. Wtv. Schüler — Spvg. 1900 Schüler 7:3 (2:2). Am Dienstag empfingen die Jüngsten des Mön- nerturnoereins auf eigenem Platze die Schüler der Spielvereinigung 1900 zum Freundschaftsspiel. Mit Beginn gingen die Jungens beider Vereine gut aus sich heraus und zeigten ein schönes, ausgeglichenes und in jeder Beziehung anständiges Spiel. Mit dem Stande 2:2 werden die Seiten gewechselt. Nach Wiederbeginn kamen die Männerturner im Anschluß an eine schöne Kombination zum Führungstor, das jedoch kurz darauf wieder ausge- glichen wurde. Gute Leistungen der Hintermannschaft, flüssiges Zusammenspiel schufen den kleinen Männerturnern, verbunden mit dem schußfreudigen Sturm, vier weitere Erfolge. Fußballklub 1926 Großen-Duseck Großen-Buseck I — Großen-Linden I 7:3 (5:0). Die 1. Mannschaft von Großen-Buseck stand im Gesellschaftsrückspiel der gleichen des Tv. Großen- Linden gegenüber. Während die Gäste im Vorspiel einen glücklichen 4:3-Sieg herausholen konnten, mußten sie im Rückspiel durch eine Niederlage die Überlegenheit der Einheimischen inbezug auf Spielerfahrung und Technik anerkennen. Die einheimische Mannschaft erkämpfte einen sicheren 7:3-Sieg. Bis zur Halbzeit lag sie bereits 5:0 in Führung, die auf Grund guter Leistungen sämtlicher Mannschaftsteile, insbesondere des Sturmes, erzielt wurde. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Großen-Buseck unverständlicherweise eine Umstellung oorgenommen, wodurch die Gäste aus Großen-Linden sich mehr und mehr durchzusetzen verstanden und auch zu Erfolgen kamen. Nachdem Großen-Linden den ersten Gegentreffer erzielt hatte, stellte der Linksaußen der Einheimischen die alte Tordifferenz durch einen schönen Schuß wieder her. Die Gäste konnten jedoch noch zweimal erfolgreich sein, während ber Busecker Sturm von ben vielen Torchancen nur noch eine zum 7:3 auszuwerten verstanb. Universität Heidelberg ist Hochschul-Fußballmeister. Frankfurt im Endspiel 1:3 (1:1) besiegt. Das Enbspiel um bie Deutsche Hochschulmeisterschaft im Fußball, bas im Rahmen ber 550-Jahr- feier ber Universität Heibelberg am Mittwochnachmittag in ber Stadt am Neckar bie Mannschaft der Universitäten Frankfurt und Heidelberg im Kampfe sah, brachte den Heidelberger Studenten mit einem verdienten 3:1(1:1)-Sieg ben Meistertitel. Rund 2000 Zuschauer, unter ihnen zahlreiche Ehrengäste unb 400 stimmgewaltige Sonberzügler aus Frankfurt, sahen auf dem neuen Heidelberger Hochschul- Sportplatz einen guten Kampf. Zugendsußball der Gruppe Gießen. SpielansetzungfürSonntag, 28. Juni. Wißmar 1. Jugenb — Heuchelheim 1. Jugend; Spvg. Gießen 1. Jugenb — Leihgestern 1. Jugenb; Klein- Linben 2. Jugenb — Allenborf a. b. L. 1. Jugend; Heuchelheim 2. Jugend — VfB -Reichsbahn Gießen 3. Jugend. Die erstgenannten Mannschaften haben für den Schiedsrichter selbst zu sorgen. Vadsportveranstaltung des Vadsahrer-Vereins 1885 Gießen. Am Samstag veranstaltet ber Gießener Radfahrer-Verein v. 1885, E. D., Gießen, in sämtlichen Räumen bes Restaurant „Karlsruhe" sein biesjäh» riges Sommernachtfest. Auch in diesem Jahre stehen auf dem Programm saalsportliche Wettbewerbe. Von den Diamant-Fahrradwerken wurde dem Verein ein kostbarer Preis gestiftet, der in Form eines Wanderpreises ausgetragen wird. Um diesen Wanderpreis wird in jedem Jahre einmal gespielt werden Diejenige Mannschaft bzw der Verein, die zweimal hintereinander oder dreimal im ganzen Sieger werden, erhält den Preis zu endgültigem Besitz. Am Start sind vertreten: Radfahr-Verein „Teutonia" Krofdorf, der Radfahr-Verein Aßlar mit je zwei Mannschaften, der Radfahr-Verein Wieseck mit einer Mannschaft sowie der festgebende Verein mit drei Mannschaften. Es ist mit spannenden Kämpfen zu rechnen, da schließlich jede Mannschaft ihr Bestes hergeben wird, um diese Trophäe für sich zu erringen. In erster Linie sollten aber die hiesigen Spieler, die Gaumeister Stommel-Baum, die Anwärter auf diesen Sieg sein. Überraschungen sind gerade im Radballspiel nicht ausgeschlossen. Weiter findet am 28. Juni auf der Karlsruhe wieder ein P r ü f u n g s - und Jugendrennen statt. An diesem Rennen können teilnehmen: 1. Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren für die Erwerbung des Deutschen Radsport- jugendabzeichens (Fahrstrecke über 15km). 2. Anwärter für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen (Abnahme im Radfahren). 3. Jugendliche für dasJugendrennen, die in einem Vereine noch keine Rennen bestritten haben (Fahrstrecke 20 km). Meldungen sind zu erstatten an August Deibel, Gießen, Neuenweg 50. Kurze Sporfnoftzen. Der Große Motorradpreis von Europa, der am 5. Juli auf der Strecke bei Hohenstein-Ernstthal ausgefahren wird, hat 117 Meldungen von Fahrern aus 14 Nationen erhalten. In den vier Klassen ist alles am Start, was im europäischen Motorrad-Rennsport einen Namen von Klang hat. Deutschland ist mit 48 Nennungen am stärksten vertreten, England folgt mit 14 Meldungen an zweiter Stelle. Gportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Leichtathletik (Frauen und Männer): Don 19.15 bis 20.30 Uhr, Unioersitätssportplatz am Kugelberg. Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen): Von 20 bis 21 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26; von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum Dammstraße 26. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. Heuer Schwimmkursus für Anfänger! Am Montag, 29. Juni, beginnt in der Müller- schen Badeanstalt um 18.15 Uhr ein yeuer Schwimmkursus für Frauen und Männer. Anmeldungen an die Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten oder vor Beginn der Uebungsstunden beim Schwimmlehrer in der Müllerschen Badeanstalt. Die Kosten betragen 30 Pf. für den Uebungsabend. Oberheffen. Schwere Unwetter über Oberheffen. Büdingen, 24. Juni., (LPD.) In den heutigen Nachmittagsstunden entlud sich über der Gemarkung Büdingen ein heftiges Unwetter, das von einem wolkenbruchartigen Regen und H a g e l f ch l a g begleitet war. Der Wolkenbruch dauerte etwa eine halbe Stunde und war so heftig, daß ein Teil der Straße überschwemmt wurde. Teilweise stand das Wasser über einen Viertelmeter hoch. Große Mengen Schutt und Geröll liegen in den Straßen. Eine Böschung rutschte zusammen, eine Mauer stürzte ein. In vielen Kellern stand das Wasser so hoch, daß die Feuerwehr eingreifen mußte. Der Schaden in den Obst- und Gemüsegärten ist beträchtlich. Wie aus Büdingen, so kommen auch aus verschiedenen anderen Teilen Oberhessens Berichte über schwere Unwetter, die großen Schaden an den Fluren angerichtet haben. So entlud sich im Kreis Gießen über Trohe ein schweres Wetter mit wolkenbruchartigem Regen, der die Frucht zu Boden schlug. Der Blitz schlug in ein Transformatorenhäuschen und zündete. Der Brand wurde mit Sand erstickt. Auch über dem Kreis Schotten ging ein schweres Gewitter mit Hagelschlag nieder. Betroffen wurden die Gemarkung Eichelfachsen und der Hof Zwiefalten. Obst, Kartoffel und Dickwurz wurden teilweise völlig vernichtet. In den Gärten wurde durch Abschwemmen der Boden verwüstet. Die Bad-Nauheimer Woche. LPD. Bad-Nauheim, 24. Juni. Die in der Zeit vom 21 bis 28. Juni stattfindende Bad-Nauheimer Woche sah als zweite Veranstaltung ein Konzert zur Erinnerung an den im Weltkrieg gefallenen Komponisten Rudi Stephan. Im Kurhaus gelangten Lieder und Kammermusik des früh Vollendeten zum Vortrag. Worte der Erinnerung sprach Schriftleiter Dr. Holl, Frankfurt a. M., ein Freund des Toten und Herausgeber feines künstlerischen Nachlasses. Für die Wiedergabe der Lieder setzten sich Ernst Fleischhauer - Frankfurt (Bariton) und Henny Trundt, Opernhaus Frankfurt (Sopran) ein. Die Kammermusik (Musik für sieben Saiteninstrumente) spielten das Len- zewski-Quartett, Frankfurt a. M., Heinz Schröter, Frankfurt a. M. (Klavier), Otto Törmer und Hellmuth Schneider, Bad-Nauheim. Der Dienstag stand im Zeichen der Blumen. Junge Mädchen überreichten allen Gästen und Einwohnern auf den Straßen eine Blume. Es wurde ferner der schönste Blumenschmuck in Vorgärten, an Balkonen und Hausfronten prämiiert. Oie Wisselsheimer Galzwiesen unter Naturschutz. Lpd. Bad-Nauheim, 24. Juni. In der Nieder-Mörler Gemarkung liegen Salzstellen, die man als Wisselsheimer Salzwiesen bezeichnet. Dort hat sich eine üppige Flora entwickelt, die sich durch Arten auszeichnet, wie man sie sonst nur an der Küste findet. Die dortige Fauna weist viele Merkwürdigkeiten auf, so daß man sich entschlossen hat, das ganze Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Auf der am Sonntag stattfindenden Tagung des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat wird die Erklärung dieses Gebietes zum Naturschutzgebiet erfolgen. Landkreis Gietzen ch Lollar, 24. Juni. Auch hier besteht seit dem vorigen Jahr eine Ortsgruppe des „V o l k s b u n - des für das Deutschtum im Auslan d", die bis jetzt allerdings nur 26 Mitglieder zählt. Es wäre mit Rücksicht auf die Bedeutung des VDA. zu wünschen, daß noch recht viele Volksgenossen beitreten würden. Leiter der Ortsgruppe ist Lehrer Eberle. Auch eine Schulgruppe des VDA. besteht hier, der 46 Schüler angehören, ferner eine Opfergemeinschast. Alle übrigen Schüler der hiesigen Volksschule bezahlen allmonatlich den Spendenpfennig. r. Lollar, 23. Juni. In unserer Gemeinde herrscht eine rege Neubautätigkeit. Eine Anzahl Häuser sind im Entstehen begriffen. Allein in der Hauptstraße werden vier Neubauten errichtet, drei Wohnhäuser und ein Lagerhaus des Händlers L. Frey. Am Lollarer Kopf wurden ebenfalls außer zwei Privathäusern die geplanten Siedlungshäuser in Angriff genommen. In der Adolf-Hitler-Straße smd weitere zwei Wohnhäuser nahezu fertiggestellt. Erfreulicherweise legt man auch auf die Verschönerung des Ortsbildes Wert. So ist nun der dreieckige Platz oderhalb des Bahnüberganges in der Hauptstraße, der früher recht unschön wirkte und ost Zaunernund ande rem fahrenden Volk als Lagerplatz diente emge - SaÄw"' M- - W“ Fähnlein 16 „Heinrich der Vogl er Standort Mainzlar, fand das I u g e n d f e st m Allendorf an der Lumda statt. Hieran fld? in Mainzlar die Sonnenwendfeier. Nahe dem 2uayer- häuschen der Didier-Werke trat das Jungvolk im Viereck um den Holzstoß an. Eine Ansprache des Fähnleinführers und gemeinsam gesungene umrahmten die Feier. Die marschierenden Fackelträger boten den Zuschauern einen schonen Anvucr. - Aus dem unteren Lumdatal, 23. >juni. Allenthalben sieht man jetzt die Bauern mit der Heumahd beschäftigt. Diese schreitet, begünstigt durch das trockene Sommerwetter, schnell voran, so oatz sie in wenigen Tagen beendigt sein durste. Die Ernte kann, sowohl was Menge als auch ®ute anbetrifft, als gut bezeichnet werden. Auch Die Aussichten für die übrige Ernte sind in unserem Tale bis jetzt gut. ...... . , A 5) a r b a d), 23. Juni. Gegenwärtig sind unsere Landwirte eifrig mit der Heuernte beschäftigt. Sie verspricht sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht einen sehr guten Ertrag. Selbst auf den trockensten Wiesen war infolge des durchweichenden Regens der Graswuchs vorzüglich. Da nirgends Futtermangel herrscht und der Graswuchs überall sehr gut ist, konnten bei der Versteigerung der Gemeindewiesen nur geringe Beträge erzielt werden. Der Morgen kostete durchschnittlich 20—25 Mark. Dadurch sank die diesjährige Einnahme auf die Hälfte des Vorjahres. Winter- und Sommerfrucht versprechen eine gute Ernte. Zwar hat es durch den letzten Regen etwas Lagerfrucht gegeben, aber der Schaden ist lange nicht so schlimm, wie man anfangs mit Besorgnis vermutete. Es handelt sich lediglich um einzelne Aecker, die besonders gut gedüngt waren. Der Stand der Hackfrüchte ist ebenfalls ausgezeichnet. Wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, kann mit einer Rekordernte gerechnet werden. D L i ch, 24. Juni. Nun wird die schon länger geplante Stadtrandsiedlung im Kreuzweg doch noch Wirklichkeit, Die Vorverhandlungen sind zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Siedler, die in der Lage sind, das erforderliche Siedlungskapital von 1500 Mark aufzubringen, werden durch öffentliche Bekanntmachung der Stadtverwaltung aufgefordert, die Fragebogen, die auf der Bürgermeisterei erhältlich find, auszufüllen. Auf Grund der gemachten Angaben wird das Gau-Heimftätten- amt die in Frage kommenden Siedler auswählen. — Der Turnverein L i ch 1860 hat infolge der günstigen Witterung der letzten Tage feine Schwimm - Abende wieder aufgenommen.- Schwimmwart Christian Zimmer -.uei die Abende, die sich eines sehr guten Besuches oon üü und jung erfreuen. * Lich, 24. Juni. In unserem Orte ereignete sich gestern ein Unfall; der 13jährige Sohn des Land- und Gastwirts I h r i n g stürzte von einem flachen Dach ab und erlitt starke Kopfverletzungen. Der bedauernswerte Junge mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. § Obbornhofen, 24. Juni. Die Heuernte wurde bei der günstigen Witterung in kurzer Zeit beendet. Der Ertrag ist sowohl hinsichtlich der Güte als auch der Menge als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Einige aus dem Ruhrgebiet zur Erholung hier weilende SA.-Männer haben sich freiwillig bei der Heuwartung betätigt und fo am eigenen Ich erfahren, wie schwer, aber auch wie gesund der 14- bis ISftünbige Arbeitstag des Landmannes im Sommer ist. — Um die Seidenraupenzucht zu fördern will die hiesige Gemeindeverwaltung den vor zwei Jahren hergerichteten Sportplatz bei der Steinkaute mit Maulbeersträuchern bepflanzen. * Bettenhausen, 25. Juni. Unser Mitbürger Heinrich R u p p e l II., Flurschütz i. R., wird am kommenden Sonntag 78 Jahre alt Herr Ruppel, der lange Jahre seinen Dienst in unserer Gemeinde versehen hat, ist immer noch sehr rüstig. pfadsindennnenf reffen in Stockholm. | | u 'vÄ M Ws In Stockholm fand ein internationales Pfadfinderin- nentreffen statt, bei dem die Pfadfinderinnen aus Schweden vor Prinz G u st a v A d o l f und Prin. zessin S i b y l l e vor Schloß Haga in der Nahe von Stockholm vorbeimarschierten. Die kleine Prinzessin Margareta ist auch dabei. — (Scherl-M.) Kreis Dehlar. A Niederkleen, 25. Juni. Die vor zwei Jahren im Rohbau erstellte Turnhalle des zur damaligen Zeit bestehenden Turnvereins Niederkleen wurde nunmehr, nach der Auflösung des Vereins, von der Gemeinde fertiggefteüt. Die Ar- beiten wurden von hiesigen Geschäftsleuten durchgeführt. Der Bau soll am kommenden Sonntag eingeweiht werden und den Namen „Volks« h a'l l e z u Niederkleen" erhalten. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde Gießen. Donnerstag, 25. Juni. 16 und 19 Uhr: Beichte für die Erwachsenen. Freitag, 26. Juni. 14 Uhr: Beichte für die Firmlinge (Mädchen in der Kirche, Knaben im Vereinshaus); 17.45: Empfang des Hochwürdigsten Herrn Bischofs am Portale des Vereinshauses; darnach im Vereinshaus Chorgebet; 18.30: Zug vom Vereinshaus zum Pfarrhaus. Samstag, 27.Juni. Weihe der Kirche. 6 Uhr: Messe im Vereinshaus; 7: Bischöfliche Messe im Vereinshaus; 8: Zug vom Vereins- Haus zur Kirche; Beginn der Weihe; 10: lieber« tragung der Reliquien vom Vereinshaus zur Kirche in Prozession; 11.30: Erstes Hochamt in der neu- geweihten Kirche; 12.30: Zug von der Kirche zum Pfarrhaus; 17: Versammlung der Kinder im Der- einshaus zur Begrüßung des Hochwürdigsten Herrn Bischofs; 17.30: Empfang des Kirchenvorstandes, der Lehrpersonen und der Vereinsleitungen nn Pfarrhaus. Sonntag, 28. Juni. F i r m u-n g. 6 Uhr: Messe; 7: Bischöfliche Messe mit Kommunion der Firmlinge; 8 Uhr: Messe; 9.45: Zug zur Kirche; 10: Hochamt mit Predigt, anschließend Firmung; 12: Rückzug zum Pfarrhaus; 16: Kirchliche Feier, Predigt des H. H. Bischofs und Andacht, Päpstlicher Segen; 20: Feierstunde im Vereinshaus. Montag, 29. Juni. 7 Uhr: Bischöfliche Messe. Im Laufe des Vormittags Visitation des Religionsunterrichts in den verschiedenen Schulen. Zum Einmachenl 86 Normal-Fl. 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