M.120 Erster Blatt 18b. Jahrgang Montag, 25. Mai 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VruS und Verlag: vriihl'sche Unioerfilälr-Such- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von7Omrn Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Albert Leo Schlageter am 26.Mai 1923 von denFranzosen erschossen N S G. Ein leuchtender Bergfrühling breitet sich über die herrlichen Täler und Höhen des badischen Schwarzwalües. Droben auf dem Belchen liegt an diesem Frühlingstag Albert Leo Schlageter im Grase und träumt in die unendliche Weite des hellblauen Himmels. Weit, weit zurück in die Vergangenheit gehen feine Gedanken. Er erinnert sich der Tage, da die Abiturienten Freiburgs zur Fahne eilten; auch er war unter ihnen gewesen, denn der Krieg war über das friedliche Deutschland gekommen. Sein Traum führt ihn jetzt wieder in die Mitte seiner Kameraden von der Batterie, die er bald als 23jähriger Leutnant führen durfte. Kemmel, Verdun, Hartmannsweilerkopf und Flandern — EK. II. und EK. I., das alles fliegt vorbei, als wäre es ein Erlebnis von Stunden gewesen. Und dann tarn das Ende, das furchtbare Ende, das ihm die Tränen der Scham in die Augen getrieben hatte, als er auf dem Rückzug bei Köln über den Rhein gezogen war. In der kleinen Garnisonstadt seiner badischen Heimat hatte er'dem Arbeiter- und Soldatenrat die Zähne gezeigt, doch die Schande des Zusammenbruches blieb. Seine Versuche, das 1915 unterbrochene Studium wieder aufzunehmen, waren gescheitert. Das Schick- al seines Vaterlandes halt? ihm keine Ruhe mehr gelassen. Wieder war er hinausgezogen: Das Schick- al der Deutschbalten hatte ihn zum Freikorps Dlebem geführt. Vor Mitau und in den Rigaer Sttaßenkämpfen hatte sich seine Batterie in mehrfachen Handstreichen hervorgetan. Sie ernteten feinen Dank, sie waren verlassen. Alles war gegen sie: die Letten, die Esten, die Litauer, die ganze Welt, ja, sogar die Heimat verkaufte sie im Versailler Friedensvertrag. So wurden sie Landsknechte, die nur noch an ihre Karabiner und Kanonen glaubten. Im Dezember 1919 hatte Major v. Löwenfeld die letzte Schar der deutschen Legion über die deutsche Grenze nach Tilsit geführt. Die Batterie Schlageter wurde zur 3. Marine- Brigade geschlagen, die als Grenzschutz in Oberschlesien stand. Diese Brigade wurde jedoch zunächst im Bürgerkrieg im Ruhrgebiet eingesetzt. Es war ein schwerer Kampf, ein Kampf, der die Tragödie Rußlands von deutschem Boden abhalten sollte. Boltrup und Gladbeck sind Namen der Erinnerung für das Heldentum Schlageters und seiner Batterie. Nach der Auflösung der Brigade Löwenfels trat kurze Ruhe ein. Inzwischen hatte Korsanty in Oberschlesien den Krieg im Dunkeln organisiert. Polnischer Terror und französische Justiz versuchten, in Oberschlesien auf die Abstimmung einzuwirken. Eine Gruppe verwegener Männer unter Heinz Hauen st ein nahm den Kampf gegen die Polska Organisacija Wo- jenna (P. O. W.) auf. Es folgten Monate unerhört erbitterter Kleinkämpfe gegen den Terror der Bo- jowka, der Freibeuterorganisation Korfantys. Das Abstimmungsergebnis brachte über 60 o. H. der abgegebenen Stimmen für Deutschland, das war das Ergebnis des polnischen Terrors. Und während die polnische und die französische Regierung sannen, dieses Abstimmungsergebnis auf dem Wege heuchlerischer Diplomatie oder mit Ge- wählt nichtig zu machen, war Schlageter zum ersten Mal nach der Revolution nach Schönau, seiner Heimat gereist. Die Eltern und Geschwister hatten ihn mit Freude und Stolz empfangen, und bis heute hatte er die schönen Frühlingstage genossen, genau so wie jetzt, da er in der Sonne liegt und aufwacht wie nach einem Traum. Und jetzt? Ein Stück Papier mahnt ihn an eine freiwillige Pflicht; dieses kleine Stück Papier, ein Telegramm von Hauenstein, hatte ihn herausgerissen aus dem Rausch der Frühlingsstimmung. Er war auf den Belchen gestiegen, um Abschied zu nehmen von der Heimat, denn nur Gott konnte wissen, ob er seine Heimat noch einmal schauen durfte. Wieder griff der Pole nach deutscher Heimaterde: in Oberschlesien war der flammende Aufruhr aus- gebrochen, die Eifenbahnbrücken längs der Dernar- kationlslinie waren in die Luft geflogen, französische Offiziere der Okkupationsarmee organisierten polnische Jnsurgentenformationen; kurz, es war ang- gemessen, vollendete Tatsachen zu schaffen, so hatte Hauenstein geschrieben. So kommt Albert Leo Schlageter zum zweitenmal nach Schlesien. Aus einem Waffenlager der Reichs- treuhandgefellschaft, wo in Erfüllung des Versailler Vertrages deutsche Waffen verschrottet wurden, baut sich Schlageter in aller Eile ein altes Gebirgsgeschütz Zusammen. Wieder folgen Serien kriegerischer Episoden: Gogolin, Strebinow, Annaberg. Dann wieder Kleinkrieg, Geplänkel, Reibereien mit den Franzosen, die die polnischen Jnsurgentenhaufen unterstützen, wo immer sie nur können. Die letzte größere Kampfhandlung in Oberschlesien ist der Vorstoß auf Slaventzitz. Da greifen d i e Engländer ein. Der General Hennecker erscheint mit englischen Regimentern, um die Ruhe und Ordnung im Abstimmungsgebiet wieder herzustellen. Die Franzosen werden ausgeschaltet. Der Jnsurgentenspuk ist zu Ende, der Völkerbund fängt an. In knapp einem Monat hat die Demobilisation die Freikorps in alle Winde zerstreut. Schlageter bemüht sich, seine Leute im bürgerlichen Leben unterzubringen. Einen Teil bringt er als Landarbeiter unter, der andere geht zurück in die Zechen und Gruben des Industriegebietes. Der Wahnsinn der Inflation hat inzwischen begonnen, noch immer ist keine Ruhe im Lande. Hier und dort flackern alte Brände noch einmal kurz auf. Begriffe wie Arbeit und Ehre sind dem deutschen Volk fremd geworden. Gewinn und Vergnügen ist die Devise. — Schlageter geht als deutscher Oie Kammerwahlen in Belgien. Niederlage der alten Parteien. - Großer Wahlerfolg der Rex-Bewegung. Brüssel, 25. Mai. (DBB. Funkspruch.) In Belgien fanden am Sonntag die Dahlen für Kammer und Senat statt. Der Wahltag verlief im allgemeinen ruhig. Rach einer halbamtlichen Mitteilung wird sich die neue belgische Kammer folgendermaßen zusammensehen: Belgische sozialistische Arbeiterpartei 70 Sitze Katholische Partei 63 „ Liberale Partei 23 „ Rex-Bewegung 21 „ Rational-flämischer Block 16 „ Kommunistische Partei 9 „ 202 Sitze. Dieses Gesamtergebnis düxfte endgültig sein. Demnach haben also verloren die Sozialisten 3, die Katholiken 16, die Liberalen 1 Sih. Gewonnen haben der Rational-flämische Block 8 Sitze und die Kommunisten 6 Sitze. Die neue Partei Rex zieht mit 21 Abgeordneten in die Kammer ein. ♦ Die Wahl hat der Katholischen Partei eine schwere Niederlage gebracht. .Auch die Sozi a l i st e n haben — allerdings in weniger starkem Maße — Stimmen- und Mandatsverluste zu verzeichnen, und die Liberalen sind ebenfalls zu- rütfgegangen. Die Niederlage dieser drei Parteien, die in den vergangenen Jahrzehnten ständig die Regierungsgewalt miteinander geteilt haben, erklärt sich im allgemeinen aus der ständig zunehmenden Abneigung der Bevölkerung gegen den Parlamentarismus und das Parteiensystem und im besonderen aus gewissen Finanzskandalen, in die die Katholische und die Sozialistische Partei verwickelt waren, und die namentlich von dem Führer der Rex-Bewegung ans Licht der Öffentlichkeit gebracht worden sind. Als Sieger sind aus dem Wahlkampf d i e extremen Parteien hervorgegangen, und zwar Rexisten, flämische Nationalisten und Kommunisten. Den größten Erfolg haben die Rexisten zu verzeichnen. Der Erfolg der Kommunisten ist besonders stark in den wallonischen Jndustriebe- zirken, aber auch in Brüssel haben sie ihre Stimmenzahl erheblich erhöhen können. Die vor kaum Jahresfrist erfolgte Wiederanknüpfung der diplomatischen Beziehungen zwischen Sowjetrußland und Belgien hat nach einer am Sonntag in politischen Kreisen vielfach geäußerten Ansicht sehr schnell ihre Früchte gezeitigt. Für die Zusammensetzung der Zünftigen Regierung hat der Wahlausgang hierfür insofern neue Tatsachen geschaffen, als die Katholische Partei, die seit beinahe einem Jahrhundert die stärkste Gruppe im belgischen Parlament war, nun an bie zweite Stelle gerückt ist. An ihre Stelle sind trotz ihrer Stimmen- und Mandatsverluste die Sozialisten getreten, der Präsident der zweiten Internationale, van der Velde, hat nun den Anspruch auf die Ministerpräsidentschaft erhalten. Ob die Sozialisten auch tatsächlich die Führung der nächsten Regierung übernehmen werden oder ob sie aus taktischen Gründen wiederum sich mit einer neutralen Persönlichkeit, z. B. mit dem keiner Partei angehörenden jetzigen Ministerpräsidenten van Z e e l a n d abfinden, wird die nächste Zukunft zeigen. Man nahm aber heute morgen an, daß auch die neue Regierung wieder eine Drei-Par- teien-Regierung sein werde, die sich wiederum aus Sozialisten, Katholiken und Liberalen zusammensetzen wird. Es besteht aber kein Zweifel, daß eine solche Regierung im Parlament auf größere Schwierigkeiten st o ß e n wird als die vergangene und zwar im Hinblick auf die stärker gewordene, wenn auch in sich uneinige Opposition, die ihr jetzt gegenübersteht. Da die Katholiken in den wallonischen Provinzen stärkere Verluste erlitten haben als in Flandern, wird die katholische Fraktion in Kammer und Senat künftig in der Mehrzahl aus Flamen bestehen, was im Hinblick auf die Außenpolitik der neuen Regierung sicher zu begrüßen ist, denn die schärfsten Gegner einer großzügigen Derständi- gungs- und Friedenspolitik sind neben den Liberalen immer die wallonischen Mitglieder der Katholischen Partei gewesen. Dienstag tritt der Ministerrat zusammen, wahrscheinlich um den Rücktritt der jetzigen Regierung zu beschließen. Die Wahlen in Enpen-Mlmedy. Brüssel, 25. Mai. (DNB.) Im Gebiet von Eupen, Malmedy und St. Vith, wo die London, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die politische Stellung Baldwins und die bevorstehende Neubesetzung einiger Kabinettsposten stehen im Mittelpunkt der Pressebetrachtungen. Die „Times" spricht den Wunsch aus, daß der Ministerpräsident bis zur Königskrönung im nächsten Jahre die Führung der Staatsgeschäfte beibehalte. Man hoffe, daß Baldwin sich zwei Hauptaufgaben gestellt habe, bevor er fein Amt mit gutem Gewissen niederlegen könne. Die erste Aufgabe sei die, dem neuen König während einer schwierigen Uebergangszeit als vertrauter Berater zur Seite zu stehen. Die zweite Aufgabe bestehe darin, einen endgültigen Beitrag zur Befriedung Europas zu liefern, womit in allererster Linie eine bessere Verstän- bigung mit Frankreich und Deutschland und zwischen diesen beiden Staaten gemeint sei. Das sei eine Aufgabe, die dem innersten Wunsche Baldwins entspreche und zu deren Durchführung das Ansehen eines erfahrenen Ministerpräsidenten erforderlich fei. Je eher diese Aufgabe vorwärts gebracht werde, um so besser sei es. Es sei nicht der mindeste Anlaß vorhanden, auf die Regelung des abessinischen Problems oder auf die Schaffung der neuen französischen Regierung zu warten. Die Bemühungen um eine klare Verständigung mit Deutschland brauchten nicht durch die innerpolitische Lage eines anderen Landes verzögert zu werden, da England allein mit dieser Sondermission beauftragt sei. Der nächste Schritt müsse eine öffentliche Antwort Berlins auf eine Reihe von britischen Kommentaren fein, deren Veröffentlichung unglücklicherweise notwendig geworden sei. Mit diesem Meinungsaustausch sollte jedoch diese Langstreckendiplomatie beendigt fein und eine vernünftige Besprechung am Konferenztisch beginnen. Es wäre ein großes Unheil, wenn gerade in dem Augenblick, wo diese Besprechung Heimattreue Front zur Abgabe weißer ungültiger Stimmzettel als Protest gegen die Politik der altbelgischen Parteien und der Brüsseler Zentralgewalt aufgefordert hatte, ist die Parole der Heimattreuen Front von der Mehrheit der Bevölkerung nach den bisher vorliegenden Meldungen befolgt worden. Es find rund 9000 ungültige und weiße Stimmzettel abgegeben worden. Etwa die gleichen Stimmenzahlen haben die gesamten altbelgischen Parteien erhalten. Aeußerlich halten sich also beide Fronten die Waage. Es ist aber zu berücksichtigen, daß von den altbelgischen Stimmen 2000 bis 2500 Stimmen auf nichteingesessene Altbelgier entfallen, die im Gebiet von Eupen, Malmedy und St. Vith ihren Wohnsitz haben. Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich also gegen die altbelgischen Parteien gewandt und sich zur Heimattreuen Front bekannt. Die Sozialisten haben im ganzen Gebiet von Eupen, Malmedy und St. Vith starke Verluste zu verzeichnen. Die Katholische Union hat hier ihre Stellung ziemlich halten können. Die Rex- Bewegung hat in Malmedy 1000 Stimmen erhalten. in Sicht zu sein scheine, eine Aenderung in der britischen Führung eintreten würde. Die radikalkonservative „M o r n i n g P o st" fordert heute mit großem Nachdruck, Baldwin solle den Rücktritt des Kolonialministers Thomas benutzen, um sofort eine weitgehende Regierungsumbildung vorzunehmen. Im besonderen solle Baldwin sich nach einem geeigneten Minister umsehen, der ihn normalerweise im Unter- hause zu vertreten hätte, so daß der Ministerpräsident mehr Zeit für die Überwachung der Politik und der Verwaltung hätte. Das Blatt weist auf die Zusammenkunft führender konservativer Abgeordneter auf dem Landsitz des Lord Winterton in Surrey hin. Lord Winterton und seine Gäste, unter denen sich Sir Austen Chamberlain, Winston Churchill und Sir Robert Home befanden, feien alle der Ansicht gewesen, das Baldwin bereits jetzt eine weitgehende Kabinettsumbildung versuchen solle. Vor führenden Mitgliedern der Nationalen Arbeiterpartei werde die Bildung einer Zentrumspartei befürwortet, die zwischen den Konservativen und den Sozialisten stehen würde. Dieser Plan habe jedoch wenig Aussichten. Auch die liberale „News Chronicle" will wissen, daß die bei Lord Winterton versammelten Konservativen die Möglichkeit eines baldigen Rücktritts Baldwins besprochen hätten. Das Rother- mere-Blatt „Daily Mail" veröffentlicht einen Artikel, in dem Lloyd George als Mini st er» Präsident vorgeschlagen wird. „Preß Association" meldet, daß die Zusammenkunft der Konservativen bei Lord Winterton nicht den Charakter einer Revolte gegen das Kabinett Baldwin gehabt habe, vielmehr habe Lord Winterton einen beruhigenden Einfluß auf seine Gäste ausgeübt. Die Zukunst des Kabinetts Baldwin. Die Rechtskonservativen für baldige Umbildung. Spion nach Danzig, seine Tätigkeit im Kampf unter der Oberfläche ist nicht von langer Dauer. Er muß Danzig verlassen. Jetzt geht er nach Berlin und gründet eine Export- und Jmport-G. m. b. H. Doch sieben Jahre Krieg haben ihn dem bürgerlichen Leben entfremdet, und es gibt Zeitgenossen, die das Schlachtfeld der Geschäfte besser kennen als er; gegen ihre Geschäftsmethoden kommt er nicht auf. An der Ruhr haben die Franzosen ihre Drohung von Spaa wahrgemacht. Den ungeheuerlichsten Rechtsbruch hat Frankreich auf sein Gewissen geladen. Sie trachten nach dem schwarzen Gold der westfälischen Gruben. Unter der Bezeichnung einer Begleitung der „Interalliierten Ingenieur-Kommission" brechen französische Truppen mit Tanks, Panzerwagen und Artillerie in ein Land der Wehrlosigkeit und friedlichen Arbeit ein. Und jetzt kommt die Zett des passiven Widerstandes, die Zeit einer ununterbrochenen Folge von kleinsten und größten Schikanen gegen die fremden Söldner. Die Antwort darauf ist eine willkürliche Schreckensjustiz unter den Reitpeitschen und Bajonetten der Franzosen. Inmitten dieses erbitterten Kampfes, der Auge um Auge, Zahn um Zahn geht, stößt Albert Lea Schlageter wieder zu feinen alten Kameraden. Am 15. März 1923 fliegt bei Calcum das Eisenbahngeleis über den Harrbach in die Luft. Hier gehen keine deutschen Kohlen mehr nach Frankreich: das Werk Schlageters und seiner Getreuen. Anfang April wird Schlageter in Essen in einem Hotel aus dem Bett heraus verhaftet. Verrat aus den eigenen Reihen. Für Schlageter beginnt der letzte Akt feines Lebensdramas. Er selbst hat sich nie über die Behandlung, die ihm widerfuhr, geäußert, aber das Grauen der französischen Justri während des Ruhrkampfes ist hinreichend bekannt. Die Versuche, Schlageter zu befreien, scheitern. Seine (Betreuen werden verhaftet, und für sie beginnt eine Kette der entsetzlichsten Mißhandlungen. Am 8. Mai stehen Schlageter und sechs Kameraden in Düsseldorf vor einem französischen Militärgericht. Schlageters Urteil lautet auf Tod, die übrigen erhalten schwerste Freiheitsstrafen. Das Echo dieses Urteils ist ein einziger Schrei des Protestes der ganzen Welt. Frankreich bleibt hart. Es glaubt sich im Recht, im Ruhrkampf ein Exempel statuieren zu müssen. In Elberfeld wird Heinz von der deutschen Polizei verhaftet, als er eben die Vorarbeiten zu einem groß angelegten Befreiungsplan beendet hat. Sein Hinweis auf die Möglichkeit der Befreiung Schlageters wird mit der Entgegnung: „Was geht uns dieser Schlageter an?x abgetan. Armes Deutschland, du machtest dich mitschuldig an dem Mord eines deutschen Freiheitskämpfers. Schlageter hat sich auf den Tod vorbereitet. Seine Briefe an die Eltern zeugen von der Kraft feines Herzens. E r sieht nur Deutschland, er weiß, daß sein Opfertod ein Fanal sein wird, eine Flamme, die alle deutschen Herzen entzünden wird. — In den Morgenstunden des 26. Mai haben sie ihn hingemordet auf der Golzheimer Heide. Seine Todessalve war Frankreich ein Schlag ins Gesicht, dem deutschen Volk das Zeichen zum Aufbruch. Es ist unwürdig, diesen Heldentod in enge Zeilen zu pressen. Albert Leo Schlageters Tod soll sein herrliches Denkmal in den Herzen derer finden, für die er sein Blut gab, für uns und die kommenden Generationen. Die Erinnerung an ihn soll uns mit tiefer Trauer und hehrem Stolz zugleich erfüllen, aus jeder Erinerung wachse der Schwur: Albert Leo Schlageter, wir wollen dich nie vergessen. Dein Leben und Sterben ist uns ein Vorbild immerbar, so bist du nicht umsonst gefallen! MchtticheFeierfiunde in Schönau Schönau i. Wiesental, 24. Mai. (DNB.) Aus Anlaß der 13. Wiederkehr des Tages, an dem der letzte Soldat des großen Krieges und erste Blutzeuge des Dritten Reiches auf der Golzheimer Heide von französischen Kugeln durchbohrt, sein Leben aus» hauchte, fand eine nächtliche Feierstunde a m Grabe Albert Lea Schlageters statt. Aus der näheren und weiteren Umgebung waren tausende Volksgenossen zur Teilnahme erschienen. Ein Fackelspalier der SA. und eine große Zahl von Uniformierten aller Parteialiederungen gaben der nächtlichen Feier, zu der Gruppenführer L u d i n und der stellvertretende (Bauleiter sowie der Gaustab der NSDAP, erschienen waren, einen festlichen Rahmen. Gruppenführer Ludin hielt die Gedenkrede, in der er eine ergreifende Schilderung des heldenhaften Lebens Albert Leo Schlageters gab. Die Schlageter-Feiern, so führte er aus, haben nichts zu tun mit Haß ober Chauvinismus. Sie bebeuteten nur ein gemeinsames Bekennt» nis zu Führer unb Volk. Alle in Deutsch- lanb seien nur von bem tiefen Wunsch beseelt, baß auch bie Nachbarn jenseits bes Rheins erkennen mögen, baß bas beutsche Volk in Frieben leben will unb Kraft sammelt zum Wieberaufbau. Internationales Zrontkärnpfertreffen in England. London, 24. Mai. (DNB.) In Plymouth fanb ein internationales Frontkämpfertreffen statt, an dem außer deutschen, italienischen, französischen und belgischen Kriegsteilnehmern rund 3000 briti- sche Frontkämpfer aus der Grafschaft Devonshire teil- nahmen. Der Unterführer der British Legion Lord Fortescue erklärte, die britische Frontkämpferorganisation leiste daburch, baß sie ben ehemaligen Kriegsteilnehmern fremder Länder und früherer Feinde die Hand der Freundschaft entgegenftrerfe« einen wesentlichen Beitrag für d i e Sache des Friedens. Es sei die anerkannte Politik der British Legion, eine patriotische Haltung s Ein Engländer zur Kolonialfrage neuen einer nach e n lan America“ führte. Die mehrere wiesen. In Am Geburtshause von Carl Schurz. Amerikanische Austauschstudenten ehren einen großen Deutsch-Amerikaner. Köln, 23. Mai. (DNB.) Zur Zehnjahresfeier der Vereinigung Carl Schurz trafen die auf einer Deutschlandreise begriffenen amerikanischen Austausch-Studenten unter Führung der Vereinigung Carl Schurz mit zahlreichen deutschen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Liblar bei Köln ein, wo sie sich am G e b u r t s h a u s e von Carl Schurz zu einer Feier versammelten. Der Präsident der Vereinigung Carl Schurz, Dr. Max I l g n e r , begrüßte in Gegenwart führender Vertreter der deutschen Regierung, der Partei und der Universität Köln und Bonn die amerikanischen Gäste. An dieser Stätte, wo Carl Schurz eine Jugend verbracht habe, werde man seine tarke Liebe zu seiner deutschen Heimat erst recht verstehen. Ebenso aber sei Carl Schurz mit seinem Adoptivland Amerika verbunden gewesen. Das Leitmotiv seines Lebens sei es wohl gewesen, Amerika mit Deutschland in einem Freundschaftsbund zu vereinen, habe er doch erkannt, daß die deutschen und amerikanischen Menschen, beide Angehörige echter Pioniernationen, in sich und in ihrem Wesen die grundlegenden Merkmale einer schicksalsverbundenen Gemeinschaft und Freundschaft tragen. Die Reichsrundfunk-Spielschar der HI. svielte die Ausführungen des südafrikanischen Mnister- präsidenteu Herhog berufen, der gesagt habe, daß die Unzuverlässigkeit und Unwürdigkeil dieser Beschuldigung reif sei, um zusammen mit allen ähnlichen Schreibereien der Kriegszeit vergessen und begraben zu werden. Deutschland, so schreibt Bruce-Lockart weiter, erwidere auf die Behauptung, daß die Mandate ein heiliges Treuepfand seien, das mit dem Zweck, den Eingeborenen eine gute Regierung zu sichern, ausgeübt werde, daß die Eingeborenen nie- mals um ihre Meinung befragt worden feien, obwohl Lloyd George im Jahre 1918 eine diesbezügliche feierliche Versicherung abgegeben habe. Zum Beweis der Volkstümlichkeit ihrer Kolonialherrschaft würde von deutscher Seite die Unterstützung angeführt, die sie während des Krieges von den Eingeborenen erhielten. Zur Frage einer Volksabstimmung habe seinerzeit auch ein briti- scher Administrator aus Deutsch-Ostafrika berichtet, daß es ein Fehler sei, anzunehmen, die Eingeborenen hätten den Wunsch, die deutsche Herrschaft ab- zuwerfen. Rach der Völkerbundssatzung könnten nur diejenigen Nationen ein Mandat erhalten, die fortgeschritten genug seien. Deutschland lehne aber die Unterstellung ab, daß es kein fortgeschrittenes Land sei. Deutschland werde zur gegebenen Zeit zur Begründung seiner Ansprüche den Wunsch nach einer Verständigung mit England ausdrücken und erklären, daß es keine habsüchtigen Absichten auf irgendeinen Teil des Britischen Weltreiches habe. 3m Interesse einer friedlichen Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Europas werde es der Hoffnung Ausdruck geben, daß England und Frankreich feine moralischen und rechtlichen Ansprüche auf di- 'Rurfaabe seiner früheren Kolonien anerkennen werden. StammendieabessinWenDvm-Dum- Geschoffe aus Sowjeirußland? London, 24. Mai. (DNB.) Sunday Dispatch behauptet, die Dum-Dum-Geschosse, deren Vorhandensein in Abessinien auch auf englischer Seite nicht bestritten werde, seien in der Hauptsache von Sowjetrußland geliefert worden. Die Sendungen seien im vorigen Jahr in dem Augenblick auf den Weg gebracht worden, als Moskau die Unvermeidlichkeit des italienisch-abessinischen Krieges erkannt habe. Sie seien von Sowjetrußland aus über Turkestan und Persien nach Häfen des Roten Meeres befördert und von dort aus nach Abessinien verschifft worden. Kisten mit Gewehren, die zu den Beständen der alten zaristischen Armee gehörten und die als unverkäuflich aufgespeichert gewesen seien, hätten neben verschiedenen Ladungen von D u m - Dum- Geschossen den Hauptteil der Sendungen gebildet. Sowjetrußland habe im abessinischen Konflikt eine ausgesprochen italienfeindliche Haltung eingenommen aus Furcht, daß die P l a t i n v o r - röte in Abessinien in italienische Hände fallen könnten. Das Platinmonopol sei praktisch in russischem Besitz. Das Blatt fügt die Photographie eines sowjetrussischen Dum-Dum-Geschosses bei, das nach England gesandt worden sei und das das Signum oes Herkunftslandes trage. oder „Die schwarze Legion" Staatspolizei erklärt, der Legion seien gion 135 000 Mitglieder zähle. Die „Schwarze Legion" soll in ihren Methoden und Zielen dem Ku-Klux-Klan gleich und nur ehemalige Mitglieder des Ku-Klux-KI . aufnehmen. Sie bezeichne sich als „patriotische Gesellschaft" und sei militärisch organisiert. Ihre Mit- Ein neuer Ku-Klux-Klan tn LtGA. Detroit, 25. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Staatspolizei hat der Presse Mitteilung über die Entdeckung einer Geheimverbindung ge- macht, die den Namen „United Brotherhood o| den Aufgaben des Hillerjungen-Führers zu. „Die Verantwortung, die Sie tragen, so sagte er u. a., indem Sie die Jugend unseres Volkes heranbilden, ist unerhört schwer und groß. Gerade Sie wirken mit an der geistigen und körperlichen Neugestaltung des kommenden Volkes. Sie müssen daher Ihren jungen Kameraden st e t s ein Vorbild sein. Sie haben auch zugleich das schönste Amt, denn es ist das Schönste, bei dieser unserer Jugend und unserer Zukunft zu arbeiten und zu wirken. Ihre Aufgabe ist deshalb so schön, weil Sie nicht eine Idee im luftleeren Raum predigen, sondern eine Idee, die bereits in der Wirklichkeit sich als richtig erwiesen hat. Denn alles, was heute in Deutschland wirkt und neu entsteht, entsteht ja nur in der grundsätzlichen Durchführung der Idee, die Sie predigen, entspricht auf Grund des Führerprinzips und der Auslese der Tüchtige n." In seinen Schlußworten gedachte Reichsminister Rudolf Heß des Führers. „Wir wollen in allen Zeiten treu bei ihm stehen, in der gleichen Selbstverständlichkeit, in der bisher die Führer der Bewegung und der HI. zu ihm gestanden haben. Pflanzen Sie Ihren Jungen diese selbstverständliche Treue ein, dann kann es um unser Volk nicht fehlen. Wir grüßen den Führer, der Deutschland wieder groß gemacht hat, wir grüßen ihn, dankbaren und treuen Herzens." Achtung vor der Persönlichkeit. Oer Stellvertreter des Führers spricht im Reichsführerlager der HZ die amerikanische Nationalhymne, während sich die Versammelten erhoben und Dr. Jlgner einen Kranz mit Hakenkreuzschleife an der Gedenktafel niederlegte, die mit der Hakenkreuzfahne und dem Sternenbanner geschmückt war. Der amerikanische Geschäftsträger Botschaftsrat L. Mayer schilderte dann die vielen Lebensgebiete, auf denen sich Carl Schurz als ganzer Mann gezeigt habe, als Politiker, als Senator, als Minister, als Diplomat, als General, als Herausgeber einer Zeitung und schließlich als Vertreter der Hamburg-Amerika-Linie in Neuyork. Den Vereinigten Staaten habe fein Wirken zum Segen gereicht. Es sei zu hoffen, daß der Geist dieses Mannes auch weiterhin die beiden Länder durchdringe, die er Heimat nennen durste, zu ihrem Vorteil und . Lo^on, 24. Mai. (DNB.) Der Negus ging m Haifa an Bord des kleinen Kreuzers „Capetown", der ihn bis nach Gibraltar bringen wird. Don dort aus wird der Negus voraussichtlich die Reise nach London mit einem britischen Handelsschiff fortsetzen. Die Frage, ob der Kaiser seinem Range entsprechend in England empfangen werden wird, ist noch nicht entschieden. Reuter schreibt, die britische Regierung sei durch die Tatsache, daß es zur Zeit wei Kaiser von Abessinien gebe in feiner angenehmen Lage, obwohl der Anspruch des nsusn Kaisers bisher von England nicht aus Einbruchsversuch im Schloß Starhembergs. Linz, 23. Mai. (DNB.) In der Nacht zum Samstag wurde in dem Schloß Waxenberg (Mühlviertel), das dem ehemaligen Vizekanzler Starhemberg gehört, ein Einbruchsversuch unternommen. Die Behörden, die von dem Plan Kenntnis erhalten hatten, konnten Sicherungsmaßnahmen treffen, durch die die Durchführung des Anschlages vereitelt wurde. Als die Gendarmerie einfchreiten wollte, wurde auf sie geschossen. Die Gendarmen erwiderten das Feuer und töteten zwei Einbrecher. Acht Personen konnten verhaftet werden. Man vermutet, daß die Täter die Absicht hatten, sich in den Besitz von Waffen des Hei- matschutzes zu setzen, die sie dort verborgen glaubten. Vielfach hört man auch, daß es sich da möglicherweise um einen Racheakt von Heimwehrmännern handeln könnte, die mit der Haltung Starhembergs während der letzten Regierungsumbildung nicht einverstanden waren. Im Raume von Korneuburg, in der nächsten Umgebung von Wien, fanden am Samstag größere feldmäßiae Hebungen der Heimwehr statt, an die sich ein Scharfschießen anschloß. Braunschweig, 23. Mai. (DNB.) Den Höhepunkt des 1. Reichsführerlagers der Hitlerjugend bildete der Besuch des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der zu den aktiven Bann- und Jungbannführern der Hitlerjugend und des Deutschen Jungvolkes über ihre Aufgabe und Verantwortung sprach. Er erklärte u. a., daß der Begriff der Jugend nicht unbedingt an ein junges Alter gebunden fei. Wer einmal jung in seiner Jugend sei, der bleibe jung bis an das Alter heran. Das beste Beispiel dafür sei der Führer selbst, der eigentlich geistig einer der Jüngsten sei. Es wäre ein schwerer Fehler und ein großer Nachteil für die Nation, wollte man die Jungen, die alt an Jahren sind, ausschalten; denn sie hätten bei ihrer geistigen Äugend von vornherein die Erfahrungen des Alters für sich. „Erziehen Sie Ihre Jungen zur Achtung vor den Kö nnern, gleich welchen Alters, zur Achtung vor derPer- f ö n l i ch k e i t", so rief Reichsminister Heß den Jugendführern zu. „Die Persönlichkeit ist einer der Grundpfeiler der Bewegung. Denn Persönlichkeiten waren es, die in den Zeiten des Kampfes uns führten und die uns auch heute noch führen. Persönlichkeiten, die bereit waren, wenn nötig Tod und Teufel zu verjagen, wie unser Kamerad Julius Schreck. Pflanzen Sie Ihren Jungen die Achtung ein vor den Ahnen, die Achtung vor denen, ohne die wir nicht existieren würden. Der Stellvertreter des Führers wandte sich nun glieder seien bewaffnet. Als ihre Haupt- feinde sehe sie die Kommunisten, die Juden, die Katholiken und die Neger an. Ihre Satzungen seien puritanisch streng. Im Hause eines verhafteten „Generalmajors" sei belastendes Material beschlagnahmt worden, einzelne Vergehen der Mitglieder werden durch schwere körperliche Züchtigungen bestraft. Zur Durchführung ihres Programmes schrecke die Legion angeblich selbst vor dem Mord nicht zurück. Ein Arbeiter und Legionär namens Poole aus Detroit, der seine im Kindbett liegende Frau mißhandelt hatte, ist nach Angabe der Polizei in einer geheimen nächtlichen Gerichtsverhandlung zum Tode verurteilt und später hingerichtet worden. Ferner wurden zwei Männer,-die Frauen anderer Männer belästigt hatten, an einen Pfahl gebunden und ausgepeitscht. Die Polizei erklärt, die Legion habe so innerhalb von drei Jahren im Verfolg ihrer „Säuberungsaktion" über fünfzig Menschen hingerichtet. Bei den meisten Opfern fei Selbstmord vorgetäuscht worden. Diese Zahl dürfte allerdings übertrieben sein, da die Polizei erfahrungsgemäß, auch wenn ein gefährlicher Gangster verhaftet wird, diesem immer alle nichh aufgeklärten Morde der letzten Jahre zur Last legt Aus den polizeilichen Mitteilungen geht weiter hervor, daß die Legionäre bei ihren nächtlichen Versammlungen und bei Vollstreckung ihrer Strafurteile schwarze Kutten mit Kcxpuzen tragen, die über das Gesicht gezogen werden und nur zwei Schlitze für die Augen lassen. Die Kapuzen sind bemalt mit tfem Totenkopf und zwei gekreuzten Knochen. Verräter des Organisationsgeheimnisies trifft die Todesstrafe. Die Hauptanhängerschaft der „Schwarzen Legion" entfällt auf die Staaten Kentucky, Mississippi und andere Südstaaten. zum gegenseitigen guten Verständnis. Unter den Klängen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes legte der amerikanische Geschäftsträger dann einen Kranz mit Sternenbannerschleifen an der Gedenktafel nieder. — Mittag trafen sich die deutschen und amerikanischen Teilnehmer zu gemeinsamen Festtafel, um am Nachmittag Köln zurückzukehren. 311 allen die Verteidigung Englands belreffenben Fragen einzunehmen und gleichzeitig im Interesse einer besseren Verständigung unter den Völkern eine enge Fühlung mit den ehemaligen Frontkämp- strn fremder Länder herzustellen, um Mißtrauen, Argwohn und Haß zu beseitigen und alle Konflikte nicht mit kriegerischen Mitteln» sondern auf dem Wege der Schlichtung zu lösen. Auf einem Frontkämpfertreffen in Seaham Har- bpur sprach Lord Londonderry in ähnlichem Sinne. Er erwähnte den Besuch britischer Font- tampfer in Deutschland. Die freundschaftlichen Be- ö^hungen unter den ehemaligen Kriegsteilnehmern aller Länder seien von bleibendem Segen für die Sicherung des Weltfriedens. Eröffnung der Volksfenderaktion Trossingen, 23. Mai. (DNB.) In dem Städtchen Trossingen zwischen Alb und Schwarzwald, weltbekannt durch jeine Musikinstrumentenindustrie, wurde die Volkssenderaktion 19 3 6 für das ganze Reich mit einer Kundgebung in öen Hohnerwerken eröffnet. Deutsche Volksmusik eröffnete die Feierstunde. Der Betriebsleiter der Hohnerwerke gab seiner Freude Ausdruck, daß die große deutsche Volksfenderaktion in diesem Werke eingeleitet werde. Reichsamtsleiter und Präsident der Reichsrundfunkkammer Ministerialrat Horst Dreßler-Andreß führte dann u. a. aus, daß der deutsche Arbeiter von jeher weniger um die Durchsetzung materieller Forderungen gekämpft habe, als vielmehr um fein Menschenrecht. Früher fei der Arbeiter von den Gütern der Kultur aus* London, 23. Mai. (DNB.) „Deutschland wünscht seine Kolonien" lautet die Heber- schrift eines Aufsatzes im „Evening Standard", in dem R H. Bruce - Lockart zur Kolonialfrage Stellung nimmt. Der Verfasser geht davon aus, daß der Führer und Reichskanler in feinem Friedensplan den Wunsch Deutschlands auf Rückgabe seiner Kolonien bereits amtlich zum Ausdruck gebracht habe. Die britischen Einwände gegen diese Forderung stützten sich auf drei Punkte: Deutschland habe im Vertrag von Versailles auf feine überseeischen Besitzungen und Rechte nicht zugunsten des Völkerbundes, sondern zugunsten der hauptsächlichen alliierten und assoziierten Mächte verzichtet. Trotz der Annahme des Mandatssystemes liege die Oberhoheit über die Kolonien bei den Alliierten Mächten. Ferner sei das Mandatssystem von England als ein „heiliges Treuepfand" gegenüber den Eingeborenen angenommen worden, und schließlich sei es nicht Englands Brauch, seine Besitzungen abzutreten, denn es halte fest, was es habe. Der Derfasier des Aufsatzes bemüht sich herauf, den deutschen Standpunkt in der Kolonial- frac^e darzulegen. Nach deutscher Aussasiung sei die Eröffnung der Feindseligkeiten in Afrika im Jahre 1914 eine Verletzung des Kongovertrages von 1885 gewesen, der die Ausdehnung eines europäischen Krieges auf die afrikanischen Besitzungen ausdrücklich verbiete. Die Wegnahme der deut- schen Kolonien sei aber auch deshalb rechtswidrig, da sie im W i der spruch zum Gei st der 14 Punkte Wilsons stehe, die Deutschland beim Waffenstillstand als Grundlage für die Friedensverhandlungen angenommen habe. Zur juristischen Begründung der Forknahme der Kolonien habe man behauptet, daß Deutschland angeblich ungeeignet fei, überseeische Besitzungen zu verwalten, wenn Deutschland dieser Behauptung widerspreche, so könne es sich auf hielten einen kleinen Wickenstrauß, während den Herren von zarter Hand eine wundervolle Nelke ins Knopfloch gesteckt wurde. Die zweite Heberraschung bildete ein geschmackvoll zusammengestellter Almanach Schnell entwickelte sich dann bei den Klängen der zahlreichen Kapellen, bei Tanz und Wein ein frohes gesellschafttiches Treiben. Unter den Gästen bemerkte man u. a.: Reichsminister Darr 6, Gauleiter Sprenger, den Reichshandwerksmeister Schmidt, der eigens im Flugzeug von Berlin gekommen war, um an dem Pressefest feines Heimatgaues teilzunehmen, den Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen. Auch Heer, Marine, Luftwaffe, SS und SA waren vertreten. Selbstverständlich waren auch die Jndustrieführer des Rhein- Maingebietes in großer Zahl gekommen. Das größte Jnteresie fand Die Tombola mit ihren sehr begehrten Gewinnen. Den Loseverkaufe- rinnen wurden die Lose aus der Hand gerissen; nach nicht ganz einer halben Stunde waren die 6000 Lose reftlos verkauft. Der glückliche Gewinner des Haupttreffers fuhr nach Mitternacht stolz seinen Wagen hinunter ins Freie. Es würde zu weit führen, wollte man all die Ueberrafdjungen schildern, die der Besucher harrten. Kurz: Wirkliche Stimmung auf oer ganzen Linie, festlicher Rahmen und viel, viel Vergnügen. Jeder war zufrieden und des Lobes voll. Der einzige abessinische Heerführer, der den italienischen Truppen erfolgreich Widerstand zu leisten vermochte, war Ras N a s i d u, dem sich der ehemals türkische General Wehib Pascha zur Verfügung gestellt hatte. Nach der Flucht des Kaisers und nach dem Zusammenbruch der abessinischen Armeen mußten jedoch Ras Nasibu und General Wehib Pascha ebenfalls flüchten. — Hnser Bild zeigt den General Wehib Pascha im Gespräch mit französischen Kolonialoffizieren in ©irebaua. — (Scherl-M.) Oer Negus auf der Reise nach London. geschlossen gewesen. Fortan gebe es keine Trennung mehr zwischen volitischem, wirtschaftlichem und geistigem Leben, sondern der neue Typ des nationalsozialistischen Menschen sei in der harmonischen Gesamtheit feiner Persönlichkeit Trager des wirt- schafllichen, politischen und kulturellen Lebens zugleich. Die Offenbarung der Arbeit als menschlicher Lebenssinn, die natürliche Betätigungsform und ihre geistige und künstlerische Durchdringung sei der Zweck der heute beginnenden Volkssenderaktion. Reichssendeleiter Hadamovsky bezeichnete es als einen glücklichen Gedanken, daß gerade in den größten H a r m 0 n i k a w e r k e n der Welt der Wettbewerb für den Volkssender eröffnet werde. Wie der Nationalsozialismus die Massen für die Politik gewonnen habe, so werde es ihm auch gelingen, sie für die großen kulturellen Ziele empfänglich zu machen. Ein Volk habe nur dann Anspruch darauf, ein politisches Volk genannt zu werden, wenn das ganze Volk an feiner Politik teilnehme, wie das im Nattonalfozialismus der Fall sei. Hub ebenso habe ein Volk nur bann Anspruch, ein Kulturvolk genannt zu werden, wenn es eine Volkskultur besitze. Reichsinnenminister Or. Frick in Bad Kreuznach. Bad Kreuznach, 24. Mai. (DNB.) Reichs- innenminifter Dr. Frick wohnte in Bad Kreuznach der feierlichen Einweihung der „Wilhelm- Frick-Siedlung" an der Bofenheimer Straße bei. Ein großer Teil der Doppelhäuser mit etwa 80 Wohnungen ist bereits fertiggestellt. Dr. Frick dankte für den herzlichen Empfang in seiner alten Heimat. Heimat, Blut und Boden, Rasse und Volkstum, das seien Werte, auf denen das Reich Adolf Hitlers aufgebaut fei. Er erblicke in der Namensgebung der Siedlung einen Ausdruck der Verbundenheit der Kreuznacher Bevölkerung mit ihm. Er hoffe, daß diese Siedlung vielen erbgesun- den und kinderreichen Familien eine wahre Heimstätte sein werde „Wir wollen weiter an unserem Volke arbeiten, das unser Höchstes ist, und wir wollen dahin streben, daß wir wieder ein mächtiges und feiner eigenen Kraft bewußtes Volk werden." Reichszusammenschluß für öffentliche und freie Wohlfahrtspflege und Zugendhilfe. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege und zum weiteren Ausbau der beiden Träger der Wohlfahrtspflege gemeinsam interessierenden Fragen haben der Deutsche Ge. me i n b e ta g und das Hauptamt für Volkswohlfahrt einen Reichszusammenschluß für öffentliche und freie Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe errichtet. Zum Vorsitzenden des Reichszusam- menschlusies hat der Reichs- und preußische Minister des Inneren den Leiter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt in der Reichsleitung der NSDAP. Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t, berufen. Zu Stellvertretern sind der Vizepräsident des Deutschen Gemeindetages Dr. Z e i t l e r, und der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrtspflege und Jugendhilfe im Hauptamt für Dolkswohlfahrt, Amtsleiter A l t- h a u s, ernannt worden. Revision eines Horst-Weffel-Mörders verworfen. Berlin, 23. Tlai. M •*•■':• .<^- v . .->A L 1Ü /L :.W- /K .; ■ ;'> 1 v&^N-r»-» ’iÄeC’ ; > _ >; OVERSTOLZ 5 PF. OHNE MDST * RAVENKLAU 6 PF. MIT GOLD DerIdealismus der Erzeugungsschlacht Zum Abschluß der Dritten Michsnährstandö-Ausstellung. i italie- i leisten chenials rfügung nb nach n muß’ Pascha General SS lltoll' s rt totßfl' >n W* b M &#* st M iwK «ei' *, iö d) ta6* Lehmann erklärte, daß die Fahrt nunmehr eindeutig genug bewiesen habe, daß das Luftschiff nicht nur ein sicheres, sondern vor allem auch ein schnelles Verkehrsmittel sei. Das Luftschiff führte diesmal als Fracht ein richtiges Flugzeug an Bord, das bald nach der Landung ausgeladen wurde. Es gehört einem Amerikaner, der mit seiner Frau und seinem Sohne die Fahrt nach Deutschland mitmachte. Auch ein kleiner Scotch-Terrier befand sich an Bord, wurde m Frankfurt umgeladen und fliegt nun weiter nach Rom — ein beneidenswerter j)unbl Knabenmörder Seefeld hmgenchtet. Nach einem umfassenden Geständnis. Schwerin, 23. Mai. (DNB.) Der vom Schwur- geeicht in Schwerin wegen Mordes zum Tode verurteilte Seefeld ist am 23 Mai in Schwerin h l n g e r i ch t e t worden. Da sich bei Seefeld Zweifel aufgetan hatten über feine mögliche Identität mit einem kommunistischen Geheimagenten gleichen Namens wurde Seefeld acht Tage vor seiner Hinrichtung zu einer Vernehmung der Geheimen Staatspolizei überstellt. 3m Zuge dieser Vernehmung — die in bezug auf seine politische Tätigkeit negativ verlief — legte aber Seefeld ein umfassendes und eingehendes Geständnis ab. Er gestand außer den bereits gerichtlich feftge- stellten Morden eine große Anzahl weiterer Knabenmorde und Verbrechen. Ebenso gestand er, die Tötung der Knaben mit einem von ihm selbst zubereiteten Gift vorgenommen zu haben. Er führte unter den Augen der vernehmenden Beamten einige Male im Experiment die Herstellung seines Giftes vor. Aach Abschluß der Vernehmungen wurde Seefeld wieder den Behörden in Schwerin überstellt und dort heute hingerichtet. HAUS HE VERBÜRG -ZIGARETTEN kann man in beliebiger Menge mitnehmen,ohne befürchten zu müssen,dass sie unterwegs ihre Frische verlieren. Sie können sich damit sogar reichlich versorgen,denn die TROPEN-Packungen erhalten den Zigaretten die Qualität auch dann noch,wenn Sie eine Schachtel übrig behalten und wieder mit nach Hause bringen sollten. GÜLDENRING 4 PFG wegen umstürzlerischer Umtriebe angeklagt waren. Sieben von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Fünf wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus und die übrigen zu Zuchthaus von 15 bis 6 Jahren verurteilt. Bei drei der zum Tode Verurteilten wurde vom Staatspräsidenten die Todes- strafe in lebenslängliches Zuchthaus verwandelt. Die anderen vier zum Tode Verurteilten wurden erschossen. ♦ Die katalanische Regierung ist zurückgetreten. Den Anlaß zur Krise hat das Ausscheiden ihres Mitgliedes L l u h i gegeben, der als Arbeits- Minister in die Madrider Zentralreaierung übernommen wurde, sowie Differenzen innerhalb der Esguerra (katalanischen Linken). s Ri r i'i L Sn. Sui die 8e. Leoben Die Reichsnährstands-Ausstellung in Frankfurt am Main hat ihre Pforten geschlossen. In monatelangen Vorarbeiten ist die Ausstellung als größte europäische Leistungsschau entstanden. Im Laufe einer Woche ist sie von hunderttausenden von Bauern aus allen Teilen des Reiches, vor allem natürlich aus dem Ausstellungsgau, und dazu noch von zahllosen Städtern besucht worden. Was hier in Frankfurt gezeigt worden ist, wird ein ganzes Jahr und darüber hinaus wirken. Im regelmäßigen Turnus durch die deutschen Gaue vergeht der Zeitraum einer Generation, bis wieder die Ausstellung in dasselbe Gebiet kommt. So hat die Masse der Bauernschaft nur selten Gelegenheit, solche einzigartigen Schauen zu sehen. Doch es lohnt sich immer wieder, auch von weither den Weg zur Reichsnährstandsschau zu machen, um die eigenen Arbeitsmethoden im Betrieb zu überprüfen, die Neuerungen bei den Produktionsmitteln kennen zu lernen und die Lei stungen anderer Bauernbetriebe mit der eigenen Arbeit zu vergleichen. Noch nie ist eine Bauernschau so stark besucht worden wie die in Frankfurt. Erfordert es schon harte Arbeit, eine solche gewaltige Ausstellung wirklich eingehend zu besichtigen und das herauszufinden, was bei den verschiedenartigsten Verhältnissen der eigenen Wirtschaft zugutekommen kann, so ist für die Verarbeitung der Ausstellungserfahrungen eine lange Zeitspanne erforderlich. Wieder wird ein Strom der Anregungen in alle deutschen Bauerngebiete hinausgehen. Was Reichsdauernführer R. Walther Darre mit seinen grundsätzlichen Zielweisungen an den Anfang der Ausstellung gestellt hat, hat sich in Frankfurt erfüllt und wird sich nun draußen im Lande vraktisch bewähren. Die weltanschauliche Ausrichtung des Landvolkes ist vollendet. Auch in städtischen Kreisen verbreitet sich immer weiter die Erkenntnis, daß deutsches Bauerntum der Blutsquell der Nation ist. Der Städter hat sich davon überzeugen können, welche Qualitätsleistungen in harter Arbeit bisher schon dem deutschen Boden abgerungen worden sind, und welche noch größeren Aufgaben vor dem deutschen Bauern stehen. Die Marktordnung hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß in gleichbleibender Preisbildung der Bauer den gerechten Lohn seiner Arbeit erhält und der Städter für sein gutes Geld regelmäßig mit einwandfreier Ware oeqorgt wird. Mancher Städter wird darüber erstaunt gewesen sein, was alles zu bäuerlicher Arbeit gehört, welche Fülle von Wißen und von Kenntnissen der Landmann besitzen muß, um im natürlichen Ablauf der Erzeugung die Lebensmittel in der Qualität auf den Markt zu bringen, die der Städter beanspruchen kann. Und welche Unterschiede gibt es da wieder nach Lage, Klima und Derkehrsverhältnissen in den Der Masienmörder hat das Schaffst besteigen müßen, er hat mit seinem Blute die große Zahl der grauenhaften Taten bezahlt, die er jahrelang aneinanderreihte. Man fragt sich heute, wie es möglich war, daß diese Bestie in Menschengestalt frei Herumlaufen durfte, obwohl Seefeld frühzeitig in den Verdacht kam, strafwürdigen Neigungen zu fröhnen und Mordtaten begangen zu haben. Immer wieder kam die Kriminalpolizei bei den Versuchen, geheimnisvolle Morde aufzudecken, auf seine Spuren, aber Seefeld, der schon im Gefängnis gesessen hatte, wurde wieder freigelassen und konnte nun erst recht entsetzliches Unglück über zahllose Familien bringen. Die Zeiten in denen Seefeld und andere Verbrecher seines Formats ihr Unwesen treiben durften, waren die Zeiten des Niedergangs der Justiz und der Erschütterung des Vertrauens in die deutsche Rechtsprechung. Wenn man sich auf den Fall des Juden Schlesinger, der einen Schnellzug zum Entgleisen brachte und viele Menschen tötete, besinnt, mit wieviel Gründen die demokratisch-pazifistisch-jüdische Presse nachzuweisen suchte, baß es ein Verbrechen sei, den Mörder Schlesinger hinzurichten, dann begreift man, welche Kräfte am Werke waren, der deutschen Rechtsprechung alle Merkmale eines wirklichen und mit dem Volks- empfinden übereinstimmenden Rechtes zu rauben. Diese Kräfte, die sich politisch zu verankern wußten, sind hinweggefegt worden, aber mit dem Unheil, das sie anrichteten, muß sich das deutsche Volk noch immer beschäftigen. Eine neue Rechtsprechung hat ihren Einzug gehalten, eine Rechtsprechung, wie sie von jeher vom ehrlichen und gewissenhaften Richter verlangt und vom deutschen Volke gefordert worden ist. Diese Wünsche und Forderungen konnten aber erst nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution zum Durchbruch kommen. Nunmehr ist dem nationalsozialistischen Grundsatz „Kein Verbrechen ohne Strafe" Genüge geschehen. Das deutsche Volk in seinem gesunden Rechtsempfinden würde es nicht verstanden haben, wenn Seefeld geschont worden wäre. Kleine politische Nachrichten. In Berlin trafen der ungarische Kultusminister Dr. Vornan, Staatssekretär von Szily und Begleitung ein. Zur Begrüßung hatte sich Reichs- erzlehungsminister Rust eingefunden • Ein litauisches Feldgericht verhandelte gegen 17 Personen, die im Zusammenhang mit den Bauernausschreitungen in Südlitauen nb? I Dispaft i Vorhair Seite nüty ache von rben. Die >m Augen- s Moskau itffinifätn etrufjlanb Öfen des flus nad) leweh- alten ! als un« i, Wen a-Dum- ungen ge- chcn Kon- e Haltung tinvor- i Hände taktisch in otogrophie s bei, das das das einzelnen Gebieten! Wer einmal eine solche Sauern» schau besehen hat, der muß fick darüber klar fein, daß die Versorgung des Volkes mit Nahrungs- Mitteln und der Industrie mit Rohstoffen aus dem deutschen Boden nicht allein Sache des Bauern ist, sonder» das Ergebnis der Zusammenarbeit aller Berufs st ände. Der weiß auch, daß die Erzeugungsschlacht nicht etwa nur der Verbesserung des Einkommens der Bauern dient, nicht nur dem großen Ziel der Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes, sondern daß die Belebung und Steigerung der bäuerlichen Arbeit auch als gewaltiger Motor für die Arbeitsschlacht sich auswirkt. Der zusätzliche Arbeitseinsatz, den die Erzeugungsschlacht erfordert, beschränkt sich ja nicht auf die Kulturarbeiten bei der Gewinnung neuen Bodens und bei der Verbesserung der vorhandenen Nutzfläche. 5)ier ist das besondere Arbeitsfeld des Arbeitsdienstes, wenn auch darüber hinaus im Meliorationswesen die Initiative des einzelnen Landmanns unentbehrlich ist. Aber vor allem verlangt die Erzeugungssteigerung in erheblich größerem Umfange als bisher die Lieferung von Produktionsmitteln aus der Stadt und die laufende Arbeit von Handwerkern, Technikern und bergt, für die Instandhaltung der Produktionsmittel, fieute arbeiten zwei Millionen Volksgenossen allein für die besonderen Bedürfnisse der Landwirtschaft. Mit dem Tempo der Erzeugungsschlacht wird diese Zahl noch steigen. Welche hohen Anforderungen die Erzeugungsschlacht an den Bauern stellt, zeigen allein schon die beiden Beispiele des Zwischenfruchtbaues und Viehleistungssteigerung auf wirtschaftseigener Grundlage. Der Zwischenfruchtbau bedeutet tatsächlich, daß von der gleichen Ackerfläche im Jahr zwei (Ernten erzielt werden. Dementsprechend müßen alle Dispositionen des Betriebes umgestellt werden. Gab es bisher nur die großen Arbeitsspitzen bei der Getreideernte und bei der Hackfruchternte, so verlangen die Oel - und Faserpflanzen zusätzlich eine ganz besonders sorgfältige Arbeit: und auch die Feldfuttervflanzen müssen so geborgen und konserviert roeroen, daß nichts von der wertvollen Nährkraft verloren geht. Es ist bestimmt für den Landman» einfacher, sich nach den alten Methode» auf die Verfütterung von ausländischem Kraftfutter zu beschränken und damit die Futtergrundlage nicht nur außerhalb des Betriebes, sondern sogar außerhalb des Reiches zu suchen. Von Nahrungsfreiheit kann aber erst bann gesprochen werden, wen» auch die Futtergrundlage des Viehstapels vollständig in der eigenen Wirtschaft ruht. Es erfordert manche Ueberlegung und manchen Bruch mit bequemen Gewohnheiten, um mit diesem selbstgebauten Futter nicht nur die gleichen, sondern höhere Lei st ungen zu erzielen, mehr Milch und beßere Milch, mehr Fleisch und dazu noch Wolle. Auch die erkannt worden fei. Die britische Regierung fege feinen Wert darauf, daß die Spannung zwischen Großbritannien und Italien in diesem Augenblick verschärft werde. Kommunist»sche Wühlarbeit in Palästina. Jerusalem, 25. Mai. (DNB.) Nach der durch die Bewilligung der neuen jüdischen Einwanderer» quote und die Errichtung des Hafens und der Re- gierungsämter in Telaviv hervorgerufenen Verschärfung der Lage in Palästina legt die Araberfüh- rung jetzt größeres Gewicht auf die L a h m l e g u n g desHafensHaifa. Dort soll auch der E i s e n - bahner st reif propagiert werden. Die Tätigkeit der kommunistische» Partei in Palästina nimmt weiter zu. In Haifa konnte eine kommunistische Zelle ausgehoben werden. Die kommunisti- chen Parteigänger paßen sich geschickt der arabischen Nationalpropaganda an, von der ihre Machenschaften oft schwer zu unterscheiden sind, es sei denn durch den offenen Ausruf zu Gewalttaten. Die illegale kommunistische Partei zählt nur 500 Mitglieder. Sie sind jedoch außerordentlich rührig und setzen sich zu etwa 45 o. H. aus Arabern, weiteren 45 v. H. aus Juden zusammen. Ein großer Teil von ihnen ist erst in diesen Monaten geschloßen eingewandert. Acht Kilometer vor Jaffa wurde das angeblich aus Hamburg kommende jüdische Schift „Richard Burghardt" von entgegenfahrenden Araberbooten aus mit Schüssen und Bombenwürfen empfangen, die jedoch feinen Schaden anrichteten. Das Schiss konnte den neuen Hasen Telaviv erreichen und seine Ladung löschen. Zwei Todesurteile in einem Moskauer Schauprozeß. Moskau, 23. Mai. (DNB.) In Moskau wurde ein eigenartiger Schauprozeß gegen einen hohen Funktionär der sog. Hauptverwaltung des nördlichen Seeweges", Sementechuk, geführt, den früheren Statthalter Sowjetrußlands auf der im Nördlichen Eismeer gelegenen Wrangel°In° f e l. Die Anklage besagte, Sementechuk habe seine Stellung schwer mißbraucht, indem er d i e eingeborenen Eskimos „terrorisierte", einige sogar absichlich verhungern ließ und gegen die aus der Polarstation überwinternden Sowjetbeamten Gewalttätigkeiten verübte. Außerdem habe er den Arzt der Polarstation, Wulf- son, umbringen lassen. In seiner Anklagerede beschuldigte der Generalstaatsanwalt der Sowjetunion Wyscbinski, den Angeklagten des „Bandttis- mus", der bewußten und planmäßigen Untergrabung aller „sowjetistifchen Rechtsgrundsätze" und der Herabwürdigung der „Lenin - Stalinschen Nationalitätenpolitik" Sementechuk und fein an- geblicher Helfershelfer Starzew wurden zum Tode verurteilt. Beide leugneten die ihnen zur Last gelegten Verbreche» hartnäckig ab. Sementechuk wurde neben anderen schweren Verbrechen „gegen die Sowjetmacht", wie Sabotage und Vaterlandsverrat, auch der Judengegnerschaft bezichtigt. Oie Rekordfahrt des »Hindenburg-. Zum zweiten Male ist nun das neue Luftschiff „Hindenburg " nach glücklicher Ueberquerung des Nordatlantiks in Frankfurt gelandet. Es hat diesmal nicht nur bei zum Teil äußerst starken Winden auf der Hinfahrt feine unbedingte Sicherheit und Zuverlässigkeit bewiese», sondern auch auf der Rückfahrt mit rund 48 Stunden einen beispiel- । losen und eindrucksvollen Flugrekord ausge- । stellt An Bord des Luftschiffes befanden sich 57 Passim- -re. von denen 12 bereits die Fahrt nach ' Nord" m iko mitmachten. Sie äußerten sich wieder begeistert treibe über diese Fahrt. Auch Kapitän M- L M« siif. ■""pi. ■ 3u. Ver on. ■eMniies ■OrPer[ify ihre; ■ vor > Legionär Mw Kind, Mach An. Wichen ©e» Wit und M wurden ■nner be> I Munden Munerhalb i' ■berungs. I »eiben I M worden, j ■in, da die Mfährlicher Dalle nicht I ß°ft legt Mt weiter D'chen Per. Murteile über das chlihe für t mit drin ! Verräter. obesftrafe. i Legion' ffippi imb Tierzüchter haben damit neue Zuchtziele bekommen, die auch durch das neue Richtoerfahren, das die nachgewiesene Leistung gleichwertig neben die Körperform stellt, gefördert werden. Nun ist es nicht etwa so, daß der unter so besonderen Voraussetzungen erzielte Mehrertrag auch zu einer voll entsprechenden Steigerung des Reinertrages führt. Die Zusätzlichen Produktionsmittel wollen bezahlt fein. Außerdem werden aber auch mehr Menschen in der Landarbeit erforderlich sein. Die Erzeugungsschlacht ist also nicht im mindesten ein Appell an den Eigennutz der leichten Einkommensvermehrung des Landmannes. Es gehört schon der Idealismus des bewußten Einsatzes für den Gemeinnutz der Nation zur Durchführung der Erzeugungsschlacht. Dieser Idealismus stützt sich aber auf die Gewißheit, daß in der Gemeinschaftsarbeit der Nation alle Teile des Volkes Seite an Seite mit dem Bauern schaffen. Kunst und Wissenschaft. Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim: Aljechin und keres punktgleich. Im Internationalen Schachturnier in Bad-Nau- Heim gewann Aljechin gegen Weißgerber. Keres hielt Stahlberg stark unter Druck; er überraschte seinen Gegner im 27. Zuge und gewann. Bogoljubow hatte in einem Damengambit gegen Hein icke wohl starken Angriff, konnte aber nur Remis erzielen. Vidmar verlor gegen van den Bosch. Das sensationelle Ergebnis des Turniers zeigt den Gleichstand des erst 20jährigen Keres (Estland) mit dem Exweltmeister Dr. Aljechin mit 6V2 Punkten aus neun Partien; Ah ue s (Deutschland) SVz Punkte, B 0 - goljubow und R eilst ab (Deutschland) je 5 Punkte, Heinicke 4Vz Punkte, Dr. Vidmar 3Vr Punkte, van den Bosch und Weißgerber je 2 Punkte. Ranke-Feiern in Wiehe. In Wiehe a. d. Unstrut begannen dieser Tage die Gedenkfeiern anläßlich des 50. Todestages seines großen Sohnes Leopold von Ranke. Zahlreiche Mitglieder der Familie Ranke hatten sich aus allen Teilen des Reiches zusammengefunden. Eine Abendmusik am Ranke-Denkmal leitete die feierlichen Veranstaltungen ein. Bürgermeister Tauscher hat aus den Beständen des Ranke-Museums im Rathaus eine Sonderausstellung veranstaltet, die Einblicke In die Entwicklung des großen Gelehrten und seine Beziehungen zu seiner Heimatstadt vermittelt. Eine Heimatoeranstaltung vereinigte die auswärtigen Gäste mit den Einwohnern. Landrat Dr. Berger hielt die 'Festrede über Ranke und seine Heimat. Er ging von der Bodenständigkeit der Familie Ranke aus, die zwischen Saale und Unstrut wurzelt, und beleuchtete die Wesenszüge des großen Historikers, die aus seiner Stammeseigenart und seiner Liebe zur Landschaft hervorgingen. Grundlegend für Rankes Entwicklung sei namentlich die Tradition des Luther-Landes und die sorgfältige Bildung gewesen, die der Jüngling in der benachbarten Landesschule Pforta erhielt. Am Geburtshause Rankes wurde eine Gedenktafel geweiht. Vorlragswesen und Buchwerbung. Der der Arbeitsgemeinschaft der Literarischen Gesellschaften und Vortragsveranstalter in der Reichs- schrifttumskammer angehörende Deutsche Vortragsverband hielt in Worms seine Jahresversammlung, verbunden mit einer 60-Jahrfeier, ab. Als Vertreter der Reichsschrifttumskammer nahmen Dr. Krieger (Berlin), der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Literarischen Gesellschaften und Vortragsoeranstalter in der Reichsschrifttumskam- mer, und der Leiter der Vortragsabteilung der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung, Dr. Henning, an den Beratungen teil. Im Mittel- vunkt stand ein Referat von Dr. Krieger, in oem er die Aufgaben und Pläne der Vortragsabteilung der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung darlegte. In der Werbung für das deutsche Buch wird das Vortragswesen künftig an hervorragender Stelle stehen. Denn im Vortragswesen verbinden sich die Gedanken der Förderung und der Werbung für das Schrifttum auf das engste. Die notwendige Zusammenarbeit zwischen den Literarischen Gesellschaften und Vor- tragsvereinen und dem Buchhandel ist durch die Errichtung der Vortragsabteilung in der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung gewährleistet. Aus aller Wett. Der Papst weiht den neuen Palast der Kongregationen ein. Papst Pius XI. hat dieser Tage in Begleitung hoher Würdenträger die Vatikanstadt im Auto verlassen, um den am Fuß des Gianicolo gelegenen neuen Palast der Kongregationen in feierlicher Form seiner Bestimmung zu übergeben. Mit der Feier wurde zugleich die Reihe festlicher Veranstaltungen eröffnet, die in der nächsten Zeit in Rom ju lehren des Papstes, der Pfingsten in sein 80. Lebensjahr tritt, abgehalten werden sollen. Segelflieger Wolf hirth in Budapest verunglückt. Der deutsche Segelflieger Wolf Hirth stürzte in Budapest bei einem internationalen Schauflug über dem Flugfeld von Matyasföld aus etwa 10 Meter Höhe ab. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. — Hirth hat keinerlei lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Er trug einen leichten Beckenbruch und einen etwas schwereren Fußgelenkbruch davon. Der verletzte Fuß wurde sofort in Gips gelegt. Sein Allgemeinzustand kann als durchaus zufriedenstellend angesehen werden. Die Aerzte hoffen, daß Hirth in 10 bis 14 Tagen die Klinik wird wieder verlassen können. Von ausländischer Seite verbreitete Meldungen, nach denen Hirth ein Bein amputiert werden mußte, sind unzutreffend. Bekanntlich hat Wolf Hirth bereits vor mehreren Jahren ein Bein verloren. Eine Drillingsgeburt. — Dr. Frick gratuliert. Dem Korbmacher Edwin Porzelt in Mitwitz, Kreis Kronach, sind Drillinge geboren worden. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat der Familie seine Glückwünsche aussprechen lassen und ihr ein Geschenk überwiesen. Autounglück bei Augsburg fordert 3 Todesopfer. Auf der Staatsstraße von Augsburg nach Landsberg am Lech ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen des Farbenfabrikanten F i n k b e i n e r aus Augsburg geriet auf der schlüpfrigen Straße ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Von den vier Insassen wurde der 21jährige Kraftwagenführer sofort getötet, ebenso die beiden Schwägerinnen Finkbeiners, die Prokuristin Frau D a l m aus Augsburg und Frau G 0 p p e r t aus Fürth; Frau Finkbeiner trug schwere Verletzungen davon. Einsturzunglück in Marokko fordert 15 Todesopfer. In Fez in Marokko ereignete sich ein schweres Unglück. Im Eingeborenenviertel brach plötzlich die Mauer eines größeren Gebäudes zusammen und begrub ein kleineres Häuschen unter ihren Trümmern. Sechs Frauen und neun Kinder, die sich in dem Häuschen aushielten, fanden dabei den Tod. Sie konnten erst nach großen Schwierigkeiten durch die Feuerwehr der Europäer-Stadt aus dem Schutt und den Steinmassen geborgen werden. Drei weitere Frauen mußten mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus übergeführt werden. Die Ursache des Unglücks ist bisher noch nicht geklärt worden. Nach arabischer Sitte fand die Beisetzung der Opfer noch am selben Abend statt. Zwei englische Torpedoflugzeuge zusammengestoßen. Zwei sogenannte Torpedo-Bombenflugzeuge der in Singapore liegenden englischen .Luftstreitkräfte stießen etwa 12 Kilometer nördlich von Penang zusammen. Vier von den fünf Insassen ertranken, nur einer wurde gerettet. Augenzeugen berichten, daß zwei Insassen unmittelbar nach dem Zusammenprall aus den Maschinen sprangen, doch konnten sich ihre Fallschirme infolge der geringen Höhe nicht mehr rechtzeitig öffnen. Durch dieses Unglück erhöht sich die Zahl der tödlichen Abstürze, die die britischen Luftstreitkräfte in diesem Jahre in England und in Uebersee zu verzeichnen hat, auf insgesamt 37. Französische Baumwollspinnerei eingeäschert. In einer großen Baumwollspinnerei in Raubaix brach Feuer aus, das sich trotz des sofortigen Eingreifens der Feuerwehr auf sämtliche Fabrikgebäude ausdehnte, lieber 70 000 Kilogramm Kammgarn wurden ein Raub der Flammen. Die Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 6 Millionen Franken. 120 Arbeiter sind arbeitslos geworden. Durch Funkenflug wurde auch eine daneben gelegene Spinnerei in Mitleidenschaft gezogen. Der Feuerwehr gelang es aber, den Brandherd zu ersticken. Der angerichtete Schaden soll hier etwa eine Million Franken betragen. Schreckliches Ende eines Zoowärlers. In dem Zoologischen Garten von Posen ereignete sich ein furchtbarer Vorfall. Während eines heftigen Gewittersturmes versuchte ein Wärter die Tiere, die große Unruhe zeigten, in ihre Winterställe zu treiben, damit sie dort vor dem Unwetter besser geschützt seien. Dabei stürzte sich ein afrikanischer Büffel auf den Wärter und trat ihn nieder. Der Wärter ist kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlegen. Stierkampf auf der Zufchauerlribüne. Bei einem Stier kampf in Avignon (Südfrankreich) ereignete sich ein Zwischenfall, bei dem ein Zuschauer schwer verletzt wurde. Der gereizte Stier sprang über die Brüstung in die Zuschauertribüne und schleuderte einen der Zuschauer zweimal mit seinen Hörnern in die Luft. Einigen beherzten Soldaten gelang es schließlich, den Unglücklichen zu befreien. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Löwe ist los! In Mannheim wurde dieser Tage die Polizei in den Waldpark-Zoo gerufen, da dort der Löwe Rex ausgebrochen war. Zum Glück befanden sich keine Personen innerhalb des Tierparks, in dem sich der Löwe fauchend umhertrieb. Der Löwe sprang ein Shetland-Pony an und verletzte es so stark, das es erschossen werden mußte. Da der Löwe in den Waldpark auzubrechen drohte, mußte er ebenfalls vom Ueberfallkommando erschossen werden. Unerhörte Mißstände in einem litauischen Gefängnis. Das Kownoer Bezirksgericht verurteilte den Zigeuner C h w a l u s wegen tödlicher Körperverletzung an dem Deutschen R i m k u s zu einem Jahr Zuchthaus. Die Aussagen der als Zeugen verhörten Gefängnisbeamten enthüllten unglaubliche Mißstände. Sie erklärten, daß es zwischen Chwalus und dem Angeklagten Rimkus, die beide eine Zelle teilten, im Laufe einer Woche dreimal zu Schlägereien gekommen fei. Das letzte Mal wurde Rimkus durch Fußtritte derart schwer verletzt, daß er einige Tage darauf verstarb. Als Angreifer bezeichneten die Beamten den Zigeuner, da Rimkus in Handfesseln gelegen habe. Eine Trennung der Gefangenen sei indessen wegen Raummangels (!) nicht möglich gewesen. Die eigene Großmutter bestohlen. Die Koblenzer Kriminalpolizei verhaftete einen 25jährigen Mann, der seiner Großmutter insgesamt 956 Mark durch Einbruch gestohlen hat. Während die schwer erkrankte Großmutter im Krankenhaus lag, war der Enkel mit Nachschlüssel in deren Wohnung eingedrungen und hatte zwei Sparkassenbücher, auf denen 511 Mark eingezahlt waren, und Bargeld in Höhe von 455 Mark an sich gebracht. In leichtfertiger Weise hat er das entwendete Geld in kürzester Frist mit Vergnügungen vergeudet, obgleich er verheiratet und Vater von zwei Kindern ist und in bedürftigen Verhältnissen lebt. Der gemeine Dieb wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Technik gegen Kartoffelkäfer. Die jährlichen Ertragsverluste, die die deutsche Landwirtschaft durch Pflanzenschädlinge und Krankheitserreger erleidet, sind recht erheblich. Die deutsche Technik hat sich die Entwicklung von wirksamen Verfahren für die Vernichtung von Pflanzenschädlingen aller Art zur Aufgabe gemacht. Die Arbeit auf diesem technischen Fachgebiet hat dadurch besondere Bedeutung erlangt, daß sie wertvolle Hilfsmittel schafft, um einen gefährlichen Feind der deutschen Landwirtschaft, den Kartoffelkäfer (Coloradokäfer), von den deutschen Ackerbaugebieten fernzuhalten. Dieser gefährliche Schädling, der, in Frankreich eingeschleppt, auch den deutschen Kartoffelanbau bedroht, wird durch wirksame Spritzgeräte, die auf Schnellastwagen zu sofortigem Eingreifen bereitgehalten werden, beim ersten Auftauchen vernichtet. Dieses Zusammenwirken von Technik und Landwirtschaft zur Sicherung der deutschen Volksernährung wird in den Vorträgen der 74. Hauptversammlung und 80-Jahrfeier des Vereines Deutscher Ingenieure (DDJ), die Ende Mai in Darmstadt stattfindet, sowie der Hauptversammlung des Deutschen Kälteoereines im VDJ in Karlsruhe eingehend behandelt. Die Veranstaltungen, die in enger Verbindung mit der Feier des 100jäh- rigen Bestehens der Technischen Hochschule Darmstadt durchgeführt werden, bringen den deutschen Ingenieuren und der Öffentlichkeit eine große Zahl wichtiger technischer Arbeitsergebnisse zur Kenntnis. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das ausgedehnte, von Osten vorrückende Regengebiet, das am Sonntag das Rhein-Mainische Gebiet erreichte, ist bis aus einen im Ostseegebiet liegenden Rest zusammengeschoben. In West- und Süddeutschland hat sich mit absteigender Luft- bewegung heiteres Wetter durchgesetzt, das von hier aus ostwärts Raum gewinnt. Die damit verbundene- kräftige Wärmezunahme über dem europäischen Festland wird später Anlaß zu Gewitterbildung geben. Aussichten für Dienstag: Meist heiter und trocken, Temperatur recht warm, östliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Noch vielfach heiter, Mit warmer Witterung aufkommende Neigung zu örtlicher Gewitterbildung. * Lufttemperaturen am 24. Mai: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 25. Mai: morgens 7,3 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Mai: abends 15,1 Grad; am 25. Mai: morgens 11,7 Grad. — Niederschläge 0,9 mm. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Statt Karten Or. trieb: vet. Friedrich Bert Gretel Bert, geb.Faeger geben ihre Vermählung bekannt Glauberg (Oberen) 24. Mai 1936 ________________________________________________________________________3371 D RolltilmAatomat im Geschäft Seltersweg 33 Magnus Dr. Schäffer verreist bis 8. Juni Vertreter die Herren: Dr. W. Klein Dr. Malech Dr. Wolf __3372V Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten S/e bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige l 50 Jahre MÖBELHAUS LEISLER 50 Jahre gute Ware bei billigen Preisen 50 Jahre zufriedene Kunden Achten Sie auf Namen und Straße SCHUH-HANSA das Geschäft der guten SCHUH-REPARATUR nur Marktplatz 2 Unserer verehrten Kundschaft nochmals zur gefl. Kenntnis, daß wir einem tüchtigen Fachmann die Leitung unserer Schuhreparatur-Werkstatt neu übertragen haben. Er wird besonders bemüht sein, durch prompte Bedienung, gute Arbeit, Verwendung von la Kernleder und Excelsior-Gummiabsatzen bei billigen Preisen Sie zufrieden zu stellen. Schuhe, morgens gebracht, können abends ab geholt werden Schuhlnslandseizungs Fabrik „HANSA" A. v. S o o s t e n G. m. b. H. nur Marktplatz 2 ----------------------------------------------------------------- -------------3358V Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswertI Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 vom 26. Mal ZUM JUBILÄUM bis 9. Juni Schlafzimmer, Speisezimmer, Küchen — Polster* möbel, Matratzen (letztere seit 50 Jahren Handwerkarbeit aus eigener Werkstatt) und alle einschlägigen Artikel zu ganz besonders günstigen Preisen Rud. Leisler, Gießen, Neuenweg 23 __ __ 3368A Mein Steckenpferd: Vergrößern! 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Der größte Teil des Programms war bereits abegwickelt, und den Schluß sollte man mit ansehen, und zwar gerade den Teil, der am interessantesten war. Die Abwehr von Schnellboots- und Torpedobootsangriffen soll geübt werden. Keine leichte Ausgabe für den 1. Artillerieoffizier, denn die Hebungen werden so abgehalten, wie sie sich auch im Ernstfälle abspielen würden. Das heißt, daß die Scheibe, die das Schnellboot darstellt, in einer Geschwindigkeit geschleppt wird, die der des wirklichen Bootes entspricht, so daß sich ein Feuergefecht bei außerordentlicher Geschwindigkeit entwickeln muß. Die Scheibe ist bereits da. Der Angriff kann bginnen. Aber Schießübungen auf See sind eine eigene Sache. Zweimal wird zum Angriff angesetzt. Zweimal aber macht die hohe Dünung einen Strich durch die Rechnung, denn die Schlepptrosse ter Scheibe bricht. Alles war vergebens. Stunden harter Arbeit umsonst getan. Aber die Marine ist daran gewöhnt. Wetter und Wind, fung ergibt, sind beide Scheiben von je 5 Treffern durchbohrt, was praktisch darauf hinausliefe, daß beide Torpedoboote zumindest gefechtsunfähig wären. Allerdings spielt für den Schnellboots- und Torpedobootsangriff das Ueberrafchungs- Moment eine große Rolle. Bor allem die kleinen Schnellboote sind ja fast ganz darauf abgestellt, daß sie den großen Gegner überraschen, meist also nachts angreifen oder ihm auflauern, um bann aus nächster Nähe ihren Torpedoschuß anzubringen. Was für die Schnellboote gilt, trifft in gewissem Umfange auch auf die Torpedoboote zu, deren besondere Stärke im Nachtangriff liegt. Infolgedessen spielt bei den Schießübungen auch der Nachtangriff eine große Rolle. Auf der „Leipzig" durften wir ihn mit erleben. Es ist nach 23 Uhr, und tiefe Dunkelheit lastet auf der See. Nur hin und wieder zuckt in der Ferne das Licht eines Leuchtturms auf, sonst sieht man nichts, abgesehen von einigen weit entfernten Positionslaternen vorbeifahrender Dampfer. Da plötzlich schießt geisterhaft der große Strahl des Scheinwerfers der „Leipzig" über das Wasser. Ein kurzes Suchen, dann hat er sein Ziel gefunden. Die Scheiben sind im Lichtkegel, und kaum ist das der Fall, da sausen auch schon die ersten 15-cm-Granaten aus den Rohren und heulen über das Wasser, Der Einschlag liegt noch etwas rechts außen. Eine geringe Verbesserung, und die zweite Salve verläßt die Rohre. Sehr bald liegt das Feuer deckend; die Entfernung verringert sich, so daß nun auch die leichte Artillerie in das Gefecht einareifen kann, und sich vor den Augen, die alles so schnell gar nicht fassen können, das Bild eines regelrechten Nacht-Nahgefechts abspielt. Das Ganze dauert 100 Sekunden. In diesen 100 Sekunden muß der Artillerieoffizier gemäß feiner Aufgabe die beiden Torpedoboote erledigt haben. Nach genau 100 Sekunden wird der Scheinwerfer abgeblendet. Die Uebung ist zu Ende. Das Ergebnis zeigt, daß die Aufgabe erfüllt ist, denn beide Scheiben sind trotz der Kürze der Zeit mehrmals getroffen. Es ist tief in der Nacht, als endlich Ruhe im Schiff herrscht. Doch auch nur für wenige Stunden, denn morgens um 3.30 Uhr steht bereits wieder die nächste Schießübung auf dem Programm. Wenige Stunden Ruhe, und dann klingeln schon wieder die Maschinentelegraphen, surren die Telephone, spielt der gesamte Uebermittlungsapparat eines technisch so durchkonstruierten Schiffes, wie es die Kreuzer heute find, werden die Drillingstürme geschwenkt, knattert die Flakartillerie. Die Zeit der Hebungen stellt schwere Anforderungen an Offizier und Mann. Und doch. Wenn man die lachenden und fröhlichen Gesichter der Matrosen sieht, dann lieft man in ihnen die Freude an ihrem Beruf, die Begeisterung für ihre Ausgabe, die ihnen durch nichts so erleichtert wird wie die Kameradschaft, wie sie in unserer jungen Kriegsmarine zu Hause ist. Lin Tag aus dem Leben des englischen Königs. Von unserem ständigen Londoner chb.-Verireier. Nebel und Passagier- und Frachtdampfer erschweren immer wieder die Schießübungen in unseren hiesigen so belebten Gewässern. Nachdem zwischendurch andere Schießaufgaben erledigt waren, kommt es, kurz ehe die Sonne im Meer versinkt, doch noch zu dem geplanten Schnell- bootsangriff und seiner Abwehr. Die „Leipzig" ist dran. „Köln" folgt ihr im Kielwasser. Mit außerordentlicher Geschwindigkeit nähern sich Scheibe und Kreuzer. „Leipzig" setzt den blutroten Stander Z vor und sehr bald krachen die ersten Schüsse. Hoch auf spritzt der Gischt am Bug des dahinrasenden Kreuzers. Beide Gegner nähern sich schnell. Denn das Schnellboot muß ja auf kurze Entkernung an den Kreuzer heran, um im Ernstfälle seinen Verderben bringenden Torpedoschuß abgeben zu können. Die Entfernung zwischen beiden oerrringert sich zusehends und schon setzt auch die leichte Artillerie ein, die 3,7 und 2 Zentimeter. Es kracht und knattert. Und dennoch spielt sich das Ganze in Blitzesschnelle ab. Minuten, ja, Sekunden sind es nur; die Uebung ist beendet und hat ergeben, daß bei Ausschaltung tes Überraschungsmoments ein Angriff von Schnellbooten auf Kreuzer ziemlich aussichtslos fein müßte. Die Scheibe ist von mehreren Treffern auf- geriffen, fo daß im wirklichen Gefecht das Schnellboot erledigt gewesen wäre. Die Aufgabe ist im Sinne des Kreuzers erfüllt. Keineswegs erfüllt ist damit etwa das Tagesprogramm. Don den frühen Morgenstunden bis in die späte Nacht hinein reiht sich Schießübung, Anlauf folgt auf Anlauf. Zwei Scheiben stellen Torpedoboote dar. Auch sie werden mit einer Geschwindigkeit geschleppt, die etwa der Fahrt eines Torpedoboots im Gefecht entspricht. ,Köln" und die Scheiben fahren aufeinander zu, denn das Gefechtsbild will ein Passiergefecht, das sich in einer Geschwindigkeit von etwa 40 Seemeilen ab» (Dielen muß. Fieberhafte Spannung liegt auf den Gesichtern der jungen Geschützbedienungen. Wann endlich kommt die Feuererlaubnis? Endlich ist sie da. Schuß auf Schuß verläßt die Rohre der 8,8-cm-Geschütze. Etwa vierzig werden im ganzen abgegeben, und schon ist das Gefecht zu Ende. Auch im Ernstfälle wäre es zu Ende, denn, wie die Prü- London, im Mai. Als Haupt des größten Imperiums der modernen Welt hat Englands Herrscher, Eduard VIII., einen feftgegogenen Kreis von Pflichten und Arbeiten, von denen jedoch, seitdem aus dem weitgereisten Prinzen von Wales ein fast schweigsamer Monarch wurde, nur selten etwas in die weitere Oeffentlichkeit bringt. Um so interessanter vielleicht ist es deshalb, einen beliebigen Tag aus dem Leben des Königs zu wählen und zu beobachten, wie in feiner Residenz, York House, die Fäden des Imperiums dufammenlaufen. Der Arbeitstag des Königs beginnt um 7.30 Uhr morgens. Er lieft dann die wichtigsten englischen Blätter. Dies geschieht in einer festen Ordnung, und zwar beginnt er mit den neuesten Nachrichten aus England, um dann zu den Meldungen aus aller Welt überzugehen, soweit sie von diplomatischem Interesse sind. Um sich auch über den Fortgang der öffentlichen Meinung orientieren zu können, verfolgt er die Leitartikel und jene typisch englischen „Briefe an den Redakteur", in denen kurz gefaßt oft die englische öffentliche Meinung von Rang niedergelegt ist. Von den ausländischen Meldungen sind ihm die wichtigsten allerdings meistens bereits bekannt durch besondere Dokumente, die mit Kurieren und durch Chiffretelegramme von allen britischen Botschaften und Konsulaten nach London übermittelt werden und in dem Zentrum des britischen Imperiums in jenen berühmten, verbeulten, alten roten und schwarzen Metallschatullen vom Auswärtigen Amt zu den zuständigen Behörden transportiert werden, Dokumente mit der Aufschrift: „Eigentum der Regierung Seiner britannischen Majestät". In Buckingham Palace, der eigentlichen königlichen Residenz, haben unterdessen die beiden Privatsekretäre, Lord W i g r a m und Sir Godfry Thomas, eine große Anzahl von Papieren gesichtet und geordnet. Unter ihnen befinden sich Kabinettsberichte, Vorschläge, Gesuche um Audienzen, Berichte der Land-, See- und Luftstreitkräfte usw. Punkt 10 Uhr vormittags befindet sich Hann der König in seinem Arbeitszimmer in Buckingham Palace und beginnt diese Dokumente zu lesen, Antworten zu formulieren, Auszüge zu schreiben. Eine sinnreiche telephonische Anlage verbindet ihn mit den verschiedenen politischen Behörden der englischen Regierung, und weitere drei Telephone sorgen dafür, daß er jederzeit fernmündlich den Rat von besonderen Sachverständigen in Fragen einholen kann, in denen seine Kenntnis zu einer Entscheidung nicht genügt. Nur selten, und dann nur an feine persönlichen Freunde, schreibt der König selbst einen Brief — mit einem Füllfederhalter, der ihm vor langen Jahren einmal geschenkt wurde. Die meisten feiner Briefe werden von feinen Sekretären geschrieben, nachdem der König den Inhalt Umrissen hat, und diese Schreiben beginnen mit den bekannten Worten: „Ich bin von Seiner Majestät, dem König, aufgefordert worden ..." Während König Eduards Vater, Georg V., feinen Arbeitstag in den kommenden Stunden nach einem festen und nie geänderten Programm einrichtete, ist es jetzt genau umgekehrt. Wichtige Dokumente müssen ihm zu jeder Tageszeit übermittelt werden und seine Sekretäre und Sachverständigen müssen jederzeit bereit sein, ihn auffuchen, wo er sich gerade befindet, entweder in York House ober im Palast oder aber auch in Fort Belvedere, seinem geliebten Landsitz, zu dem er über das Wochenende fährt; die Verbindung mit dem politischen London wird dann durch zwei Staffeln ausgesuchter Motorradfahrer aufrechterhalten, die seine Privatkassetten befördern. Auch die Sitte der Vormittagsaudienzen unter dem vorigen König ist aufgehoben worden. Diese Audienzen finden jetzt am Nachmittag statt, und für jeden Besucher sind zwanzig bis dreißig Minuten freigegeben, damit er seine besonderen Wünsche vortragen kann. Erst hier kann man das erstaunliche Wissen Eduards VIII. ermessen, das er bei seinen vielen Weltreisen sich aneignen konnte. Die Kabinettsminister werden nach Beendigung der Audienzen, gegen 18.30 Uhr, empfangen. Die nächsten zwei Stunden vergehen wieder mit der Beantwortung von Dokumenten persönlicher Natur, bis schließlich gegen 21 Uhr die letzten schwarz- und rotgestrichenen „boxes“ ankommen: die letzten Be» richte und Entscheidungen des Kabinetts. Seine Reden, im Gegensatz zu Georg V., schreibt der König s e l b st auf seiner Reiseschreibmaschine. Nach den notwendigen Korrekturen gibt er bann das Manuskript einem seiner beiden Stenographen, der es in drei Exemplaren tippt. Seine arbeitsfreien Tage verbringt der Monarch sehr still. Manchmal ist er mit der Königinmutter zusammen im Buckingham Palace, öfter lädt er einige persönliche Freunde in sein Haus (in dem er nur fünf Räume benutzt), um Radio zu hören, über Bücher zu diskutieren oder im kleinen Ballsaal, der gleichzeittg ein Tonfilmtheater ist, einen neuen Film zu sehen. Dem Prince of Wales bot sich die Möglichkeit, mindestens zweimal in der Woche Golf ober Squash-Rackets zu spielen. Um auch jetzt wenigstens etwas körperliche Hebung au haben, hat Eduard VIII. den „Sport" aller englischen Staatsmänner ausgenommen: einen täglichen halbstündigen schnellen Spaziergang, der ihm sein Golf und Tennis ersetzen muß. Nur am Wochenende huldigt er feiner Lieblingsbeschäftigung, die von seinem Sinn für Einfachheit Zeugnis ablegt: der Gärtnerei in den Anlagen von Fort Belvedere. Glückwunsch des Führers. LPD. Friedberg, 23. Mai. Am 25. Mai kann der Oberassistent bei dem Amtsgericht Friedberg Georg Heil auf eine 45jährige Dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichskanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Kreistag des Kreises Büdingen. > Büdingen, 23. Mai. Der Kreistag des Kreises Büdingen hielt heute unter Leitung des Kreisdirektors Dr. Becker feine ordentliche Jahrestagung ab. Zunächst wurde die Rechnung des Kreises für das Rechnungsjahr 19 3 4 erstattet. Die Rechnung schließt in Einnahme mit 459 085,53 Mark, in Ausgabe mit 317 815,34 Mark, also mit einem Rech- nungsreft von 141 270,19 Mark ab. Sodann wurde der Kreisvoranschlag für 1 9 3 6 beraten, der in der Betriebsrechnung mit 419 500 Mark gegen 431 000 Mark im Vorjahre, in der Vermögensrechnung für 1936 mit 144 379,19 Mark, gegen 145 907,23 Mark im Vorjahre abschließt. Die Kreisumlagen mit insgesamt 164 000 Mark sind nahezu unverändert wie im Vorjahre. Die Steuerausschlagssätze sind gleichfalls im wesentlichen mit den Sätzen des Vorjahres gleich. Nach dem Stand vom 31. März 1936 besitzt der Kreis ein Vermögen von 89 724,28 Mark, dem eine Schuldenlast von 37 791,25 Mark gegen« übersteht. Der Kreistag stimmte sämtlichen Vorlagen der Kreisverwaltung einmütig zu, die daraufhin in Kraft gefetzt wurden. Zwischen den Greisem eines Baggers tödlich verunglückt. LPD. Marburg, 23. Mai. Der Arbeiter Bern- Hard Weber aus dem Kreisort Moischt geriet auf feiner Arbeitsstelle zwischen bie Greifer eines Baggers. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport zur Klinik v e r ft a r b. Ausbruch eines Schwerverbrechers. LPD. Freiendiez, 23. Mai. Am Freitag früh ist aus der Strafanstalt Freiendiez bei Limburg der wegen schweren Raubüber- falls auf einen Geldbriefträger zu einer längeren Zuchthausstrafe verurteilte Strafgefangene Anton Gierenz, geboren am 24.Juni 1900 in Kruchten (Kreis Bitburg), ausgebrochen. Der Ausbrecher ist 1,73 Meter groß, schlank, hat volles Gesicht, blondes Haar und graue Augen. Mar im Attmännerhaus. Von Wilhelm Echarrelmann. Es war im Frühjahr nach dem Kriege. Man sann mit umwölkter Stirn und blickte mit Wehmut in den Frühling, der mit seinem Glanze ins Land zog, als wolle er wieder gut machen, was die Zeit vor ihm versehen hatte. Wolken wanderten wie selige Träume und Winde strichen noch um das armseligste Gemäuer der alten Gassen, als konnten sie es mit ihren weichen Händen aus seiner steintiefen Versunkenheit erwecken. Nur in die Auslagen durfte man nicht blicken. Selbst Irina Websch hatte in ihren Preisen mit der Zeit Schritt halten müssen, höchstens, daß sie dabei um eine Nasenlänge zurück war. Unb in Lise Haukens „Weih- unb Glanzplätterei" war es nicht anders, unb Schneider Weckstroh nahm auch keinen Anzug mehr in Arbeit zu einem Preise wie einst. Unb die Stiftsinsassen und Alterspensionäre? Ihr Leben war früher schon immer so etwas wie ein Rätsel — jetzt wurde es allmählich zu einem Mirakel. Der alte David Knüll hatte sich aufs Angeln ge- lcgc. Dazu langten die Kräfte immer noch. Gerade jetzt bei der ersten Wärme war eine wunderbare Zeit dafür. Am Strande des Flusses war es mittags schon sommerlich warm, und die Fische bissen, als hätten sie nur darauf gewartet, in Knülls Bratpfanne zu wandern. Klaus Speck war über Winter so mager geworden, daß er kaum wiederzuerkennen war. Knüll sagte es ihm eines Tages unb schüttelte den Kopf dabei. „Du merkst auch rein alles", antroorette Speck verdrießlich. Kunststück, so was, wenn man unser- einen v^r Jahre lang aushungert und so tut, als ob die Pickbalge ganz Europa in Brand setzen wollt." Knüll hatte auch ihn zum Angeln ermuntert, denn der Fluh lag vor der Tür. Aber Speck hatte keine Lust zu so was, unb er lud sich lieber abends bei Knüll zu Gast, wenn der die Fische in der Brat- pfanne hatte. Tagsüber saß er im Garten des Altmännerhauses unter dem großen Kirschbaum, der eben in Blüten stand und sich zwischen den alten Backsttinmauern vor dem holländischen Fenster aus- naym, als hätte man ihn geradewegs aus dem Paradiese geholt und hierher gepflanzt, damit die Alten im Stift auch gewahr wurden, daß es noch einen Frühling gab in der Welt. Man kann ja allenthalben im Leben bisweilen zugleich lächeln und meinen — in der Pickbalge jeden Tag. Mgn brauchte zum Beispiel nur einmal zu beobachten, mit welcher Miene Knüll vom Angeln nach Hause kam. Meistens machte er dann ein Gesicht, als hätte er keinen Schwanz gefangen. Es waren nämlich immer zu viele, die sich sonst bei ihm eingeladen hätten, und er konnte nicht allen abgeben, so gern er es auch getan hätte. Aber mit Speck machte er eine Ausnahme. Wegen der langjährigen Freundschaft. Dafür horte Speck auch geduldig die unmöglichen Geschichten an, bie er von seiner Angelei erzählte. „Ich sag dir Speck, ich hab' 'n Biß gehabt — ’n Biß, — na, frag mich lieber gar nicht. Aber du weißt ja, wenn's das Unglücf so will, nid)? Ganz wie beim Kartenspill ist das. Du hast ’n Aß und denkst, du mußt den Stich kriegen — dann hat der Andere ’n Trumpf! Unb hier hatte ber Fisch 'n Trumpf und ließ im letzten Augenblick doch wieder los und ich steh unb denk, mich trifft der Schlag!" Klaus Speck kaute und nickte. War es ihm nicht im Leben auch fo gegangen? Unb als er hier ins Stift zog unb meinte, er könne hier nun bis zu feinem Ende in Frieden sitzen, kam der Krieg, und als der zu Ende war, ging das mit hen Preisen los, als wäre alle Welt verrückt geworden. Im vorigen Jahre wollte er unten am Flußufer Korkholz suchen, auf das bie Händler damals angeblich ganz wild waren und mächtig viel Geld bezahlten. In früheren Jahren war da unten jeden Tag was angetrieben unb niemand hatte es auch nur der Mühe für wert gehalten, es aufzulefen. Jetzt war da auch nicht mal ’n halber Flaschenkork zu finden... Es ging doch wahrhaftig nirgends fo verdreht zu wie in ber Welt. Dann hatte er Papier sammeln wollen auf den Straßen, so steif fein Rücken auch schon dafür geworden war. Aber um nur ein einziges Pfund zusammen zu bringen, mußte man jetzt auch schon flinker sein, als er es vermochte, so daß er auch das wieder aufgegeben hatte. Nun hatte ihn ber Frühling auf eine neue Idee gebracht. „Knüll", sagte er, „ich roerb’n reicher Mann. Wetten?" „Was haste denn nu all wieder vor?" fragte Knüll mißtrauisch. „Tschehe!" triumphierte Speck und freute sich. „Weißt du, wie ich heute im Hof so unter dem Kahbeernbaum sitze, unb die Immen fliegen mir so um bie Ohren — im Herbst essen wir Honig, wir beiden." Knüll machte ein Gesicht wie ein Schaf. Wird er denn rein kindisch jetzt, der Alte? „Meinst du nicht, daß man sich so'n Stucker zwanzig davon fangen könnt? Die setze ich mir denn in einen Bienenkorb, und —" „Nimm lieber einundzwanzig", unterbricht Knüll ihn und weiß nicht, ob er schelten ober lachen soll. Aber es dauerte eine Weile, bis er Speck überzeugt hat, daß es mal wieder nichts ist mit feiner neuen Idee. Am nächsten Tage sitzt Speck wieder unter dem Kirschbaum, unb bie Sonne scheint so warm, als wollte sie feine alten Glieder wieder jung machen, wie sie den alten Kirschbaum wieder jung gemacht hat. Unb bie Bienen summen in der Krone des Baumes, als hätte er selber Stimme bekommen und summe nun im stillen Behagen in bie warme Maienluft. Nein, es ist zu schmerzlich für Speck, und es ist am besten, wenn er nicht mehr allzuviel barüber nachdenkt. Daß doch zu jedem Geschäft Geld gehört und am Ende auch ein bißchen Verstand! Aber von beiden besitzt Speck nicht allzuviel. Immerhin, ihren Segen hat bie Stunde doch für Speck. Es ist nämlich Besuch ins Haus gekommen. Ein Maler ist da und guckt sich für ein Bild bie alten Bäume an, den Treppenaufgang und die alte Barocktür, die zum Garten hinausführt, und wie er dabei zufällig Klaus Speck unter dem blühenden Kirschbaum im Hofe sitzen sieht — Speck mit seiner Troddelmütze auf dem Kopfe, feinem faltigen Gesicht und den weißen Bartstoppeln —, beginnt er ihn zu malen, unb Speck sitzt ihm Modell und bekommt für jede Stunde eine Vergütung und hat nichts weiter dabei zu tun als stillzusitzen und sich zu sonnen. Schade, daß bie Herrlichkeit nur ein paar Tage dauert, denn auch das schönste Bild wird einmal fertig. Aber zum Trost dafür ist es Mai, wenn er auch nur ein paar Wochen dauert und vergänglich ist, wie alles Schöne vergänglich ist auf dieser selig unseligen Erde. Wie entstand das Rad? Die Erfindungen des Hrmenschen dünken uns heute, die wir durch so viele Jahrtausende mit ihnen vertraut sind, selbstverständlich, unb wir vergessen leicht barüber, welche Begabungen unb welche Leistungen dazu gehörten, die ersten Grundlagen aller Kultur zu schaffen. Zu diesen gehört auch das Wagenrad, das sicher erst nach langen Versuchen zustande kam und das uns in der Bronzezeit voll entwickelt entgegentritt. Die Geburt des Rades ist nach der Auffassung des Archäologen Robert For- rer aus ber geschichtlichen Sonnenverehrung entstanden. Aber dieser religiöse Standpunkt, der vielleicht der ursprüngliche ist, dürfte doch nicht ber einzige bei der Erfindung des Rades gewesen sein. Es fragt sich, aus welchen technischen Anfängen bas Wagenrab entstanden ist. Man erklärt sich diese Entwicklung so, daß, bevor das Rad erfunden wurde, lange Zeit hölzerne Walzen in Form von Baumstämmen zum Fortschaffen schwerer Steine benutzt worden waren. Das Rad fei aus der Rolle entstanden, und zwar soll das fo vor sich gegangen fein, daß zunächst scharfkantige Steine auf zwei Baumstämmen fortgerollt wurden, die in der Mitte allmählich abgenutzt wurden. Man lernte dann, daß diese dicken Rollen nicht unbedingt notwendig waren, sondern daß auch schon eine dicke Holzscheibe genügte; diese beiden Scheiben wurden dann durch eine Stange miteinander verbunden und ein Kasten darauf gelegt, worauf der Mensch dieses Transportmittel, die Urform der Karre, leicht schieben konnte. Zu Anfang ber Eisenzeit war diese Schiebkarre bereits ausgebildet, und dann ging die Entwicklung des Wagens verhältnismäßig rasch vor sich; Zugtiere wurden davor gespannt. Feldhaus lehnt aber in seiner Geschichte der „Technik der Antike und des Mittelalters" diese Erklärung ab unb bringt die Entstehung des Wagens in Zusammenhang mit einer anderen bedeutenden Leistung des Urmenschen, nämlich mit der Erfindung der Spindel. In der Handspindel wurde zum ersten Male die „ununterbrochen in einer Richtung gehende" Drehbewegung ausgenutzt. Dafür hatte der Mensch keine Vorbilder in der Natur, da diese überall nur eine begrenzte Drehbewegung kennt. Im Gegensatz zur Walze ist das Rad fest gelagert, unb bas ist das Entscheidende. Es dürfte daher aus der Spindel entstanden fein. Als weiteres wichtiges Element kam noch das Dreigestell hinzu. Auf einer der Steinplatten, die in der älteren Bronzezeit einen Grabhügel zu Kivik an der Ostküste von Schonen in Schweden zierten, ist schon ums Jahr 1600 v. Ehr. ein mit zwei Pferden bespannter zweirädriger Wagen dargestellt. Die meisten der Kultwagen, die man in ber Bronzezeit gefunden hat, sind kleine Modelle, bie als Weihgaben bienten; es müssen aber auch bereits große Wagen in den Tempeln aufgestellt worden fein. Der Kultwagen, in dem uns die ältesten Formen dieser Erfindung erhalten sind, war eine indo-europäische Schöpfung. So eng er mit dem Sonnenkult verbunden ist, wie aus vielen Symbolen hervorgeht, hat er doch auch sicherlich bald eine gewaltige praktische Bedeutung erreicht und in ber technischen Entwicklung ber Menschheit einen gewaltigen Fortschritt bedeutet. I . ( unserer Gisela Mauermaier nicht zu nehmen Line Feierstunde der Ostdeutschen in Gießen ra- Wirtschaft Älk auf einen Sronfturt a.lR. Berlin 'ei 22-5. 22.5. Uia . hnf. 11 Banknoten. SS?*»’ 31,9 5,65 42,9 Schlußkurs 101,25 121,25 127,5 105,75 101,9 122,5 128,25 106,25 133,25 0 o 6 37,25 150 130,5 152 131,5 142 133,75 147,5 193,75 140 53,5 87,25 141,75 99,25 115,5 183,5 44,65 411,5 190 182 37,4 150 132 152 131,75 141,5 134 147,75 193 140 0 5 6 0 7 o 8 0 0 9 12 11 53,5 89,5 143,25 101,25 118 184,5 44,65 415 190 182 111,5 53,65 87,25 141,65 99,25 126,25 115,4 183,75 88,75 44,25 411,5 190 182,5 16,65 18 120,5 93 95 95,25 188,25 37 150,13 133 152,5 132,75 142,25 135,5 149 191,5 140,5 16,4 32,5 18,13 120,75 117,5 93 95 95,75 190,5 Schluß« kurs 101,5 122,5 128 106 168 133,25 103 86 16,5 18 120,75 93 95 95,75 190,5 6,9 9,75 5,75 42,6 37,13 150,65 132,5 152,5 133,25 142,75 134,5 149,25 192,25 140 31 2,7 8,9 8,55 8,6 13,5 31,75 2,45 8,9 8,7 8,8 13,5 6,7 9,65 5,65 42,75 111 54 91,75 142,5 101 123,75 117,75 184,75 87,5 44,5 415 189,75 182,75 31,4 2,275 8,8 8,65 8,65 IM MSI 16,4 32 18 120,5 116,25 92,75 94,5 95,25 188,25 6,8 9,75 5,65 43 31,25 2,65 8,9 8,6 8,65 13,5 4% vesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterretchische Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% desgl. von 1913......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 102 ! 102,75 85 1 86 Hamburg-AmerNa-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd ......... ' A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DiLconto» borttge" >° I6i feS-» p*iIlebe" E ier der SS, P ^-Krelsamiswalt 1,'rDk Iler y • nv.^yn Biers feix« Olympia-Splitter. Das Olympia-Heft 11 erzählt von den Mannern und Frauen, die Kraft und Anmut in ihrem Sport verbinden. Zuerst will ich die Speerwerfer nennen. In dieser Kampfart starten bei den Spielen Männer und Frauen. Der überragende Mann von Weltklasse ist hier der Finne I ä r o i n e n, der sich vorgenommen, den Speer noch über 80 Meter zu schleudern. Unsere Hoffnung trägt der junge- Stock, der im Länderkampf gegen Finnland im vorigen Jahr nur knapp gegen den Weltmeister beschlagen blieb. Auch bei den Frauen stehen hier unsere Aussichten nicht schlecht. Im Kugel st oßen haben wird endlich auch einen Nachfolger für Altmeister H i r s ch f e l d gefunden, es ist der Polizist Wölke, der im vorigen Jahre den deutschen Rekord heraufschraubte, und doch wird es kaum zum Siege langen, denn T o r a n c e, der riesige Amerikaner, stößt die Kugel über die fantastische Weite von über 17 Meter. Im Di^ kuswurf dominiert der prachtvolle Athlet Anderson (Schwede). Mit einer wundervollen Gleichmäßigkeit wirft er die Scheibe über 52 Meter. Da wird auch unser Weltrekordmann Schröder, der leider seine große Leistung nicht wiederholen konnte, wenig ausrichten können, — und im Hintergrund auch hier die Amerikaner. Bei den Frauen dagegen dürfte normalerweise der Sieg Vertretung des Jjnfeiters von ö» '-^begrüßte Pg.Schr i efreisleiter und i Eur in feiner Erc II Freude zu lebe ^Eiringlid) hob er L Meinheitlichm .»EÄ zur Zelt d E:Mwunfchte ö von Klaffenhch Ei sich gut uorberei rhtOrbnung und der - Eilst durch den Fu . or ihn immer mehi iE Jugenö, die den ! t: i dieser hohen t M (iran zu denker i Mindern die gai iw.ii (Bebanten ui o ti® Adolf hitle I Anschauung und sein. Im Hammerwerfen, jener Uebung, die wirklich einen ganzen Kerl erfordert, schuf zwar B l a s k im letzten Jahr neue Rekordmarken, doch gegen die Iren und Amerikaner werden wir kaum aufkommen. Besonders interessant sind hier die Aufstellungen auf den Schlußseiten obigen Olympia- Heftes. H- L. A.F.G............ o Bekula..................... g Eiektr. LteferungSgesellschaft"." 6 Licht und Kraft ............. Fellen & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische CleNrtäE 6 Rhein. Wests. Elettr.......... 6 Schuckert L Co............... 6 Siemens L Halske..........*’ h LahmeyerLLo............** 7 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Schultheis Patzenhofer ....... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhaf ............ Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer Ga4 ............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Lrenstetn & Koppel .......... Westdeutsche Kaufhof......... Cha de ....................... Accumulatoren-Fabrik....... Conti-Gummi.............. Der Verein der Schlesier (Deutscher Ostbund) in Gießen veranstaltete am gestrigen Sonntagoormit- tag im großen Hörsaal der Universität eine Feierstunde, deren Zweck darin bestand, die bei den Abstimmungen in Oberschlesien, Ost» und Westpreußen im Jahre 1920 um ihr schlesisches bzw. ostpreußisches Heimatland und damit um das gesamtdeutsche Vaterland als Abstimmler verdienten deutschen Männer und Frauen durch die Ueberreichuna des vom Reichsinnenminister Dr. Frick verliehenen Ehrenzeichens für Heimattreue zu ehren. Der Gesanaverein „Heiterkeit" unter Leitung seines Chormeisters, Musiklehrer Wilhelm Schätt» I e r, leitete die Feierstunde mit einem vortrefflichen Liedgesang von Silcher ein. Darauf sprach der Gießener Bundesgruppenleiter H. Kostorz zu der stattlichen Versammlung herzliche Begrü- tzungsworte, bei denen er zunächst auf den vorgenannten Zweck der Stunde hinwies, dann die Verbundenheit der Gießener Universität und der Stadt Gießen mit den Brüdern im Osten betonte und in diesem Zusammenhang besonders auch der mutigen Mitkämpfer aus den Reihen der Gießener Studentenschaft bei dem einstigen Ringen um Oberschlesien gedachte. Er brachte weiterhin zum Ausdruck, daß die in Gießen wohnenden Ostdeutschen der Gemeinschaft unserer Stadt und der Universität in herzlicher Dankbarkeit verbunden seien, weil sie sich stets daran erinnern, wie herzlich sie einst in Gießen ausgenommen worden sind, wie unsere Stadt ihre zweite Heimat geworden ist und mit welcher Opfer« bereitschcrft Gießen allezeit für die Belange des deutschen Ostens eingetreten ist, außerdem auch durch die Benennung eines neuen schönen Stadtviertels als Ostmarkenviertel die Erinnerung an den deutschen Osten in Gießen für immer wächge- halten hat. Er wies sodann auf die einstigen Kämpfe an der ostdeutschen Grenze hin und gedachte dabei, während die Versammlung sich erhob, der dort für ihr deutsches Vaterland gefallenen deutschen Brüder. Mit herzlichen Worten der Dankbarkeit erinnerte er weiterhin an den verstorbenen Oberregierungsrat W e l ck e r, der damals mit großer Tatkraft und Umsicht die mit der Abstimmung zusammenhängenden Vorarbeiten im Kreise Gießen leitete und außerordentlich wertvolle Mitarbeit für den Sieg der deutschen Sache leistete, er grüßte ferner den wegen Krankheit am Erscheinen verhinderten Ostpreußen Apotheker W r 0 n k a, der sich gleichfalls um die ostdeutsche Sache sehr verdient gemacht hat, nicht minder dankbar nannte er auch den Namen des Landsmannes Rudolf Posch- mann als verdienstvollen Vorkämpfer für die ostdeutsche Heimat, ebenso den Landsmann Ernst Motz. Am Schlüsse seiner Ansprache bat er, weiterhin mit aller Liebe und Opferfreude zum deutschen Osten zu stehen und den dort lebenden deutschen Brüdern und Schwestern in ihrem Volkstumskampfe durch tatfrohe Opferhilfe Unterstützung zu gewähren. Nach einem weiteren Liedvortrag des Gesangvereins „Heiterkeit" sprach in Vertretung des durch anderweitige Verpflichtung in Anspruch genomme- menen Kreisleiters Dr. Hildebrandt der Kreispropagandaleiter Schmelz. Er erklärte einleitend, daß die NSDAP, in jeder Hinsicht die Volkstumarbeit der deutschen Ostbünde unterstütze, weil sie von der Wichtigkeit dieser Arbeit überzeugt sei und wisse, daß sie mit der Stärkung der Liebe zur engeren Heimat gleichzeitig zur Vertiefung der Liebe und Treue zum gesamtdeutschen Vaterland beitrage. Er machte seinen Hörern weiterhin die große volkliche und nationale Bedeutung des deutschen Ostens für das gesamte Reich klar und hob dabei hervor, wie außerordentlich wichtig und wertvoll für das gesamte Deutschtum es ist, daß alle deutschen Volksgenosien mit aller Liebe und mit unversiegbarer Opferbereitschaft zum deutschen Osten stehen. Sodann wies er darauf hin, daß der Führer in seinem Buche „Mein Kampf" schon vor Jahren aus die große Bedeutung des deutschen Ostens aufmerksam gemacht hat und zu jener Zeit bereits die Forderung aufstellte, daß alle Deutschen mit voller Hingabe für das deutsche Oft- land zur Hilfe beim Wiederaufbau und bei der Stärkung des deutschen Volkstums bereitstehen müssen. Zum Schlüße sagte der Redner u. a., wenn die Deutschen im Westen des Reiches den Blick nach dem Osten lenken, so müßten sie sich bewußt sein, daß sie auch dort auf eigenes Land fthauen, das auf die Stärkung und Förderung durch die Brüder und Schwestern im Reiche bestimmt rechne. Die deutschen Volksgenossen im Osten müßten allezeit die Gewißheit haben, daß auch die Brüder und Schwestern im Westen bei der Wahrung des Deutschtums geschlossen hinter ihnen stehen, damit sich dort dank der starken Aufbauarbeit der natio- l^chlußk. Abend« börse 23-5 lagen Mansselder Bergbau fest mit 143,75 (141,25), Chade 415 (411,50). ' Der Rentenmarkt lag später weiterhin still und unverändert. Am Vfandbriefmarkt ergaben sich nur bei Liquidationspfandbriefen kleine Veränderungen. Stadtanleihen notierten überwiegend etwas fester. Von Auslandsrenten erhöhten sich Oester- reichische Silberrente auf 2,55 (2,277?), auch Kro- nen-Bosnier waren weiter gesucht und 5,40 (5,02*/?)^ Frankfurter Schlacßtviehniarkt Frankfurt a. M., 25. Mat. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 231 Rinder (61 Ochsen, 44 Bullen, 93 Kühe, 33 Färsen), 638 Kälber, ein Schaf, 2987 Schweine. Es kosteten Rinder: Ochsen 41 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 44, Kälber 40 bis 70, Schweine 51 bis 57 Mark. M^n ti- oerlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber mittelmäßig. nalsozialistischen Regierung mit ihren großzügigen Maßnahmen ein starkes deutsches Volkstum fest und unverrückbar für alle Zeiten im deutschen Boden verwurzeln könne. Bürgermeister Dr. Hamm als Vertreter des durch anderweitige Verpflichtungen am Erscheinen verhinderten Oberbürgermeisters überbrachte dessen Grüße und stellte sodann in einer kuzen Ansprache die Worte Heimweh und Heimattreue in enge Beziehungen zu der Haltung der in Gießen wohnenden ostdeutschen Volksgenossen und Volkgenossinnen bei ihrem bekenntnis- freudigen Eintreten bei den Abstimmungen in Ober« schlesien und in Ostpreußen und auch in den späteren Jahren. Sodann überreichte er die vom Reichsinnenminister Dr. Frick verliehenen Ehrenzeichen. Landsmann Schölzel-Darmstadt als Bundesgebietsleiter des Bundes heimattreuer Schlesier Südwestdeutschlands würdigte gleichfalls mit Worten wärmster Anerkennung die Verdienste der mit dem Ehrenzeichen geschmückten Männer und Frauen, betonte die große Wichtigkeit einer geschlossenen deutschen Front zur Wahrung des deutschen Volkstums im Osten und hob insbesondere auch die Verpflichtung der im Westen des Reiches wohnenden Männer und Frauen zu dieser Mitarbeit hervor. Weiterhin ermahnte er zu stetem starken Bekenntnis des deutschen Volkstums auch im Hinblick auf die von Rußland für die ganze Welt drohende bolschewistische Gefahr. Zum Schluß dankte er der Stadt Gießen für alles das, was sie bisher für die Ostdeutschen und für die ostdeutsche Sache getan hat. Als Erinnerungszeichen überreichte er sodann eine von der Gleiwitzer Hütte her- gestellte Plakette, den Annaberg darstellend, an folgende ostdeutsche Volksgenosien: P 0 s ch m a n n, Reisewitz. Motz, Kostorz und W r 0 n k a. Bundesgruppenleiter Kostorz wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß sich in der Versammlungauch der einzige damalige Gießener Student und Mitkämpfer in Schlesien Osman- Bey befinde, dem er für seinen Einsatz am Annaberg, wo er verwundet wurde, dankte. Ferner dankte er einer Reihe von Eisenbahnern, die seinerzeit die Abstimmungszüge begleiteten. Sodann überreichte er der Stadt Gießen als Erinnerungszeichen eine von der Gleiwitzer Hütte hergestellte Plakette mit der Bitte, dieses Ehrenzeichen an einer würdiaen Stelle des Stadthauses anzubringen. Er dankte hierauf den Sängern und ihren Leitern für die Verschönerung der Feier, den Marburger Freunden, der Arbeitsgemeinschaft der Gießener Regimentsvereine und den zu der Feierstunde erschienenen Studenten. Gleichzeitig teilte er mit, daß zur Ehrung der Gefallenen am Ehrenmal in der Universität ein Kranz niedergelegt worden sei. Zum Schluß brachte er im Sinne der ganzen Versammlung den Treuegruß und das starke Bekenntnis zum Führer und der nationalsozialistischen Idee zum Ausdruck. In den Sieg-Heil-Gruß an den Führer stimmte die Versammlung freudig ein. Mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes schloß die Feierstunde. Der Gesangverein „Heiterkeit" hatte die Feier in ihrem Verlauf noch durch einige schöne Gesänge bereichert. Die Saardeutschen waren durch ihren Gießener Obmann Thum vertreten. Absttmmungsehrenzeichen erhielten: Für Ost- und Westpreußen: Kaufmann Rud. P 0 s ch m a n n. Für Oberschlesien: Frau Hedwig Bick- Hardt, Frau Emmy Grahlmann, Frau Martha K a h l h ö f e r, Schriftleiter H. Kostorz, Kellner Max Kramarczyk, Dekorateur Ernst Motz, Theaterarbeiter Max Pohl, Frl. Julie P y k a, Uhrmacher E. Reisewitz , Frau Käthe Schön (Lich), Frau Else S ch 011, Schmied Theodor Stein, Schlachthausmetzger Peter Stiller, Kellner Wilh. Whstub, Lokomotiv-Oberheizer i. R. Joh. Wilschder erhielt die Spende des Bundesleiters. Eisenbahner, die die Abstimmungszüge nach Oberschlesien begleitet und durchgehalten haben: die Reichsbahn - Zugführer Gg. Dort (Daubringen), Heinrich Hofmann (Gießen), Karl L u h (Allen- dorf a. d. Lahn), Wilhelm Müller II. (Gießen), Ludwig Schmidt (Gießen), Heinrich Schneide r IL (Gießen), Heinrich Schönhals (Gießen), Georg Möller (Gießen), die Reichbahn-Zugschaffner Heinr. F r e i h ö f e r (Gießen), Wilhelm Müller II. (Gießen), Reichsbahn-Zugführer i. R. Paul Frick (Gießen), die Reichsbahn-Oberzugschaffner i. R. Ldw. Biedenkapp (Gießen), Joh. Damm (Hörnsheim), Reichsbahn - Oberladeschaffner i. R. Hch. Kraft (Leihgestern), die Steuersekretäre Fritz Schlußk. Mittag« bön'e 23.5 Meiti'Mainische Börse. Jeff. Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Börse verkehrte auch zum Wochenschluß am Aktienmarkt in fester Haltung und hatte fast auf allen Marktgebieten ziemlich lebhafte Umsätze. Es lagen wieder arößere Kaufaufträge, aber auch einige Abgaben seitens der Kulisse vor. Später war die Nachfrage fast allgemein. Bei einigen Papieren machte sich bereits wieder Materialmangel bemerkbar, so daß stärkere Steigerungen zu verzeichnen waren. Die Durchschnittsgewinne betrugen anfangs 0,50 bis 1 v. H. Darüber hinaus gewannen Reichbank 2,25 0. H., Deutscher Eisenhandel 2,75 v. H., Th. Goldschmidt 3 0. H., Elektr. Lieferungen 2 0. H. I. G. Farben zogen bei lebhaften Umsätzen 0,65 v. H. an, Scheideanstalt plus 1,50 v. H., Deutsche Erdöl plus 0,75 v. H. Von Elektrowerten wurden Schuckert starker gefragt mit 149,13 (147,50), die übrigen Werte erhöhten sich bis zu 1 0. H. Montanaktien eröffneten 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Mannesmann gewannen 1,25 v. H. Sehr fest lagen wieder Zell- stoff- und Textilwerte; Aschaffenburg 100,90 (99,25), Waldhof 142,50 bis 143 (141,75), Bemberg 88,90 bis 89,50 (87,25). Ph. Holzmann stiegen auf die 2prozentige Dividendenerhöhung auf 125,25 (124,25). Im einzelnen gewannen Metallaesellschaft 1 v. H., Daimler 0,75 0. H., Moenus Maschinen 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 0. H., MAN. 0,50 v. H., Rheinmetall-Borsig 0,50 v. H. Knapp behauptet lagen Deutsche Linoleum, auch Schiffahrtswerte wesentlich stiller. Der variable Rentenmarkt lag wieder still, die Grundstimmung blieb jedoch freundlich, die Kurse waren allerdings nicht immer voll behauptet. Kommunal-Umschuldung 88,75 (88,85), Zinsvergütungsscheine 92,60 (92,70), späte Schuldbuchforderungen unv. 98,75, Altbesitzanleihe ca. 115,25 (115,25), später amtlich 115,40. Im Verlaufe wurde das Geschäft wesentlich stiller, und die höchsten Kurse konnten sich am Aktienmarkt nicht immer behaupten, da die Kulisse einige Wochenschluß-Realisationen vornahm. Die Grundtendenz blieb aber fest. Weiter etwas erhöht waren Schuckert, Zellstoff Waldhof und Metallge- sellschaft, ferner konnten sich Deutsche Linoleum um 0,75 v. H. erholen. Don später notierten Werten W 0 llaast (Gießen), Hugo Hartmann (Gießen). Die Reichsbahn-Wagenmeister H. Weber (Großen-Linden), M a k 0 w i a k (Gießen). Mit dem Auto in den Rhein gefahren. Frankfurter Autofahrer ertrunken. LPD. M a i n z, 24. Mai. In der Nacht auf Sonn- tag fuhr ein Auto aus Frankfurt a. M. bei der Einfahrt des Mainzer Zollhafens in den Rhein. Die Bergung des verunglückten Wagens gestaltete sich schwierig, da zuerst von der Strompolizei die Lage festgestellt werden mußte, um die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Nach mehrstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr mit Unterstützung der Polizei, den vollständig zertrümmerten Wagen an Land zu schaffen. Don den ^Insassen, einem Herrn und einer Dame, fehlte zunächst jede Spur. Später konnte die Leiche der Frau bei Bingen gekündet werden. Die Leiche des Mannes ist noch nicht gefunden worden. Datum 4% oesgi. Serie 11............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1909 4^%Rumän.oeretnb.Rentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 K°X» Anatolier .............. Rundfunkprogramm Dienstag, 26. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gym- nastik. 8.30 Bäüerkonzert. 9.30: Frühlingsweisen. 10: Schulfunk: Albert Leo Schlageter — der erste Soldat des Dritten Reiches. Gedenkfeier aus seinem Heimatort Schönau im Schwarzwald. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13.15: Mittagskonzert. 14.10: Wunschkonzert. 15: Volk und Wirtschaft. Schifferklavier und Maulhobel. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: 1. DRL. Ein Dreigespräch um das Reichssportabzeichen. 2. Im Schatten des Mondes. Erfahrungen und Gedanken zur bevorstehenden Sonnenfinsternis. 18: Misiik am Feierabend. 18.30: Reichssendung: Olympia-Hoffnungen — Olympia- Dorbereitungen in aller Welt: II. England. 19: Zum Liszt-Jahr: Klavierwerke von Franz Liszt. 20.10: Heitere Melodien aus aller Welt. 22.30: „Der Spargroschen." 23: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Zum Liszt-Jahr: Konzert. Mittwoch, 27. Mai: 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 11.15: Internationaler Kongreß der Chemiker-Coloristen in Stuttgart. 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: „Neuausrichtung eines Frauenberufs". 15.30: Spannung! 15.45: Das aktuelle Buch. „Die deutsche Kulturgeschichte", von Pros. Gg. Steinhausen. 16: 1. Kleine bunte Frühlingswiese. 2. Orchesterkonzert. 17.30: In der Heimatstadt Konradin Kreutzers. 18: Zwei genußreiche Stunden. (Unser singendes, klingendes Frankfurt). 19.45: Erzeugungsfchlacht. Die bäuerliche Geflügelhaltung als beachtenswerter Wirtschaftszweig. 20.15: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. „Scharnhorst". 20.45: „Er und die sechzehn. 22.20: Weltpolitischer Monatsbericht von Karl Haushofer. 22.40: Nachtmusik und Tanz. *24 bis 2: Nachtkonzert. s? d°b- «ÄS? SK >0 dii | .Mini Gesellschaft.. Dresdner Bank RetchSbanl ... Ötr a 'Mvz y Q Hts Bubend ................ Deutsche Srdöl .............* 4 Harpener................. 2% Hoesch Sisen—Köln-Reuessen .. 3 alte Bergbau ............... e Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknenverke ................ Mannes wann-Mtzrena -kL?? di- Ä 5rül Ä’« W GriNner....................O| 31,5 , 31,5 I 31,25 I Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 98,5 1 99,5 — Süddeutsch« Suda........10j 2W I 2861 207 I Ui.dl. 3ng Wiechei- > Methode de, ^lbstladegeg; Ach auf me » Bestie 'M'imann & S-°« !^°hr auf ej] W«n unb 100,75 121 127.25 105,5 165,13 133 101,75 85,13 I ** Sprechstunden des Vorsitzenden der He fischen Handwerkskammer. Wie die Hessi che Handwerkskammer uns mitteilt, hält der stellvertretende Vorsitzende der Handwerkskammer, Landeshandwerksmeister Garner, jeden Dienstag und Freitag, von 9 bis 13 Uhr, Sprechstunden in den Geschäftsräumen der Hessischen Handswerkskammer Darmstadt, Hügelstraße 16, ab. ** Sonntagsrückfahrkarten nach Darmstadt. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule in Darmstadt und der 80. Hauptversammlung deutscher Ingenieure werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 km um Darmstadt Sonntagsrückfahrkarten nach Darmstadt mit einer Geltungsdauer vom 25. Mai, 12 Uhr, bis zum 4. Juni, 24 Uhr (Beendigung der Rückreise), ausgegeben. Am 25., 26. und 27. Mai gelten sie jedoch nur gegen Vorlage der Teilnehmerkarten. Kreis Wetzlar. * Dutenhofen, 25. Mai. Am gestrigen Sonntagvormittag stürzte der Anstreicher Wilhelm Agel in der Scheune seines Grundstücks aus etwa drei Meter Höhe so unglücklich ab, daß er einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung davontrug. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedauernswerten Mann nach der Chirurgischen Klinik in Gießen. Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß- kurs Schlußk. Abenb- börfe Schlußkurs Mittag- börfe 22 Mai 23 .Mai Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Seid | »rief Datum 22.5. 23.5 22.5 23.5. .ttanSseider Bergbau....... 6/» tokroerfe............. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 ihetnstahl.................. 4 Lieretnigte Stahlwerte...... BK Olavi Minen ...............0 taltwerke Aschersleben....... 5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Sal-detfurth..... ?K 3. G. flarben.Inbustrte.......7 Scheibeanstalt....... 9 flolbschmibt ................ 6 Rfltgertroertc ............... 6 Metallaesellschaft.............6 Philipp Hohmann...........4 Zementwerk Heibelberg ...... 7 iementwert Karlstabt.........6 233 130,5 94,25 22 130,25 174 243 109 129,25 132,5 124,25 ’S 143,75 130,5 94,5 22,5 129,5 181 174 244,5 112 129 133,75 125 140 154 143 136,13 235 129,9 93,9 22,5 130,25 173,9 110 129,4 131,75 124,5 144 136,75 233 130,13 94,75 22,5 131,65 129,5 181 173,75 112 128,5 134 125 dueito» Win Brüssel .... Wo de Ian. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelstngforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... Wien...... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag...... Budapest .. Heu hort ... 0,684 42,04 0,137 3,047 55,16 46,80 12,355 5,445 16,36 168,01 19,48 0,724 5,654 62,09 48,95 11,225 63,70 80,35 33,89 10,30 2,487 0,688 42,12 0,139 3,053 55,28 46,90 12,385 5,455 16,40 168,35 19,52 0,726 5,666 62,21 49,05 11,245 63,82 80,51 33,95 10,32 2,491 0,685 42,03 0,138 3,047 55,27 46,80 12,38 5,455 16,36 167,95 19,48 0,725 5,654 62,21 48,95 11,25 63,83 80,30 33,89 10,275 2,486 0,689 42,11 0,140 3,053 55,39 46,90 12,41 5,465 16,40 168,29 19,52 0,727 5,666 62,33 49,05 11,27 63,95 80,46 33,95 10,295 2,490 ZrankfuN a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börfe Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Oainm 22.5 23 5- 22 5. 235 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101 101,19 101,13 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 98,1 98,1 98,1 98,25 t>Vi% Voung-Anlcihe von 1930 .. 103,25 103,25 103 103 Deutsche Anl.-Ablös.-Schulb mit Auslos.«Rechten ............ 115,25 115,2 115,13 4%% Deutsche Reickispostschahan Weisungen von 1934, 1....... *¥1% ehern. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ... 100,25 100,4 100,4 100,3 98,5 98,5 98,5 ehern. 8% Hessische Lanbe« bank Darmstadt Gold R. 12... 96,9 96,9 96,9 —— ehern. 4 y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiyu. 101,3 101,3 — _ 4y«% ehem. 8% Darms». Komm LandeSb.Golbschulbversckw. R.«> 92,75 92,75 — _ lObcrhcsien Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 117,4 117,4 117,65 117,65 ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 97 97 — 6y.% ehem. **/2% Franks. Hyp. Bank.Ltqu.-Psandvriese...... 101,2 101,65 _ ehem. 4 yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu..Goldpfe. ... 102 101,75 102 102 4y,% ehem. 8% Pr. LandeSpfcmd öriesanstaU, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4y.% ehem. 7% Pr. Landcspfand briefanst., Gold Komm. Ool. 20 97 94,75 97 94,75 Steuerguttch.BerrechnungSk. 84-38 109,4 109,4 109,6 109,4 Berlin, 23-4)iai i 'Selb' ' ' 5F7J Amentannche dtoien.............. 2-438 2,458 Belgische Roten.................. 41,88 42,04 Dänische Roten ................. 55,02 55,24 12,345 12 385 Französische Rote» ............... 16,31 16,37 Holländische Roten............... 167,53 168,21 Italienische Roten................ — Norwegische Noten .............. 62,00 62,24 Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 63,61 63,87 Schweizer Noten................. 80,12 80,44 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 33,55 33,69 Hl 120 Drittes Blatt Montag, 25. Mai 1936 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 23er- ent- (1' r meinschaft sei das große Erlebnis des Frontgeistes, das auch sie hier im Lager umschlinge unter der Fahne Adolf Hitlers. Sie alle müßten beseelt sein von diesem Erlebnis, von dem Glauben an Adolf Hitler, an Deutschland und an die nationalsozialistische Bewegung. Diesen Glauben müßten sie dann mitnehmen in ihr Alltags- und Berufsleben. Dann stellte der Redner seinen jungen Kameraden die hohe Verpflichtung des Leistungsprinzips eindringlich und klar vor Augen und ermahnte sie, danach in ihrem Beruf zu handeln und stets bemüht zu sein, Meister in ihrem Werk zu werden. Er forderte sie mit packenden Worten zum festen Glauben an den Führer und an Deutschland auf und eröffnete sodann das Lager mit dem von allen Teilnehmern dieser Stunde begeistert aufgenommenen Gruß und Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler. Der Gesang des Liedes der Hitler-Jugend bildete den Abschluß der denkwürdigen Feierstunde. Anschließend besichtigten Kreisleiter Dr. Hildebrandt und die vielen anderen Besucher mit großem Interesse das mustergültige Lager. Kreisleiter Dr. Hildebrandt (Zweiter von rechts) beim Besichtigungsrundgang durch das Lager. — (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff, Gießen.) m e r. Wie Milt, hä« iwerkslani' den Diens- rechstunden indswerks' Blick auf einen Teil des Zeltlagers und die zur Feier angetretenen Gefolgschaften. 'M J6I-W 62^ Meesmann- Gießen ihre Jahrestagung ab. Im Anschluß an die geschlossene Sitzung des waltungsrats fand in der Kleinen Aula die Hauptversammlung statt. Der Vorsitzende Dr. h. c. Meesmann bot nach seinen Begrüßungsworten an die Versammlung einen besonderen Gruß Sr. Magnisizenz dem Rektor Prof. Dr. Pfähler, ferner übermittelte er den Gruß des Ehrenmitgliedes und früheren Vorsitzenden Prooinzialdirektor i. R. G r a e f in München, sowie den Gruß des zu einer Kur auswärts weilenden Schatzmeisters, Bankdirektor Grießbauer. Anschließend erstattete er den >' Bericht von 1935. In den Verhältnissen unserer Hochschulgesellschaft hat sich im letzten Jahr wenig verändert. Die Mitgliederzahl ist etwas zurückgegangen. Wir verloren 32 Mitglieder, hauptsächlich durck Wegzug und Tod, fünf sind neu eingetreten, so daß sich am Ende des Jahres ein Bestand von 465 Mitgliedern ergibt. 1.2IL Ulat____ »"S 42,11 0,140 3,053 55-39 46,90 12,4 5,465 6,40 !'Z 5,060 62.33 49- 11. 63- 80- 33- ioF 2,480 Eröffnung des Gommerzeltlagers des Bannes 116. aen 6°nn‘ Wilhelm aus ein)» । er einen schütte' im Roten snölverlen !eßen. Darm« der Tech' 80. Haupt' i von allen Darmstadt mit einer bis zum eise), aus- i sie jedoch Mabenteuer mit Aashörnern. Don Martin Johnson. Die modernste Art zu „jagen" ist unzweifelhaft die Jagd mit der Kamera. Sie ist viel schwieriger und gefahrvoller als die alte Methode der Feuerwaffe. Ein modernes Selbstladegewehr mit Stahlmantelgeschoß legt noch auf mehrere hundert Meter auch die stärkste Bestie um. Der schriftstellernde Kurbelkastenmann Martin Johnson und seine tapfre Frau Osa dagegen gehen trotz der Gefahr auf einige Meter an wildlebende Elefanten und anderes Großwild heran, um gute Freiaufnahmen zu bekommen. Eines Morgens sah ich, als ich gerade aus dem 3'lt trat, drei Nashörner, die sich miteinander hcrumpufsten, auf das Lager zukommen. Auch ein junges war dabei, das laut klagte und mühselig versuchte, mit den großen Tieren Schritt zu halten. schien ermüdet und war ohne Zweifel durch den Herrn, den die anderen vollführten, geängstigt, schließlich verschwanden alle in den Büschen. Nach dem Frühstück machten sich Osa, Furber, saunderson und ich nach dem Platz auf, wo wir bi? Gesellschaft zuletzt gesehen hatten. Saunderson unb Furber gingen in das Gebüsch, um nach Fahr- len zu suchen. Plötzlich hörte ich einen Schrei, dann Mei Schüsse und wieder Schreie, wieder einen Tchuß und abermals lautes Geschrei. Osa und ich liefen so rasch wir konnten hinzu. &ir fanden Saunderson mit zerrissenen Kleidern bnitüberströmt am Boden, so daß ich glaubte, er v»«re tot. Wir hoben ihn auf und sahen, wie das ^ashorn ihn an den Beinen böse zugerichtet hatte; 0 r rechte Oberschenkel war bis auf den Knochen aufgerissen. Schleunigst schafften wir ihn ins Lager, ao zum Glück der Koch heißes Wasser zur Hand hotte, so konnte ich ihm die klaffenden Wunden naschen und verbinden. Als der schwer verletzte Mann wieder zu sich gekommen war, erzählte er, daß er fast auf die alte 2ashornkuh getreten sei. Sie war sofort auf ihn llsgegangen. Er jagte ihr zwei schnelle Schüsse eitgegen, die aber am Horn und dem dicken Schädel wirkungslos blieben. Sie stieß ihm das Gewehr aus d?r Hand und spießte ihn auf. Wenige Wochen später starb Saunderson an Lungenentzündung. Nach und nach erweiterten wir unsere Kenntnisse DDn den Nashörnern. Sie kommen in Ostafrika l5tDe'ien. erste E 'einem I0,' ®QU< l5Wrt pt 15; Pröbel, pfonjert f. ^eichz, Ps. (Fr. pn Son. L 18.30: P^mpiQ, Md. 19; p ■»lat [ 22.30: f5' und onzert. Oie Gefolgschaft 11/116 Hungen und der Spielmannszug6/116 Großen- B u s e ck gaben nunmehr durch eindrucksvolle Darbietungen von Sprechern, Gemeinschaftsgesänge und Rühren des Spiels einen aufschlußreichen Einblick in das ernste und starke Wollen und das klare Streben der HI nach ihren hohen Zielen. Dann sprach Llnterbannführer Schneider das Schlußwort. Er gab zuächst der Freude darüber Ausdruck, daß es drei Jahre nach der Macht- üvernahme wiederum möglich sei, dieses Zeltlager der HI. dank der starken und tatfrohen Hilfe durch die NS.-Volkswohlfahrt eröffnen zu können. Er ermahnte dann die Jungen, sich immer die Kameradschaft und Gemeinschaft zum Vorbild zu nehmen, die im Weltkrieg bei den deutschen Kriegern und später unter den Kämpfern für die Idee unseres großen Führers Adolf Hitler lebendig und wirksam war, denn diese Kameradschaft und Ge- Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulaesell- schaft) hielt am Samstag im Unioersitätsgebäude unter der Leitung ihres Vorsitzenden Dr. h. c. i (141,25), erhin still gaben sich Verände> end etwas ch Oester- auch Kro- 0 (5,02'/r). t. richt.) Um trieb: 231 3 tforfenl, s kosteten 9 bis 43, bis 44, l. Marli- Mek'üt, b r JtöQr K < a 80-ä j3f An Mitgliederbeiträgen gingen ein 5927 Mark, gegen 6500 Mark im Vorjahr. An einmaligen Spenden hatten wir 1470 Mark zu verzeichnen, während das Vorjahr keine Sonderbeiträge gebracht hatte. An Zuwendungen haben wir 5930 Mark bewilligt, gegen 4817,80 Mark im Jahr 1934, und zwar ,1000 Mark an das Physikalische Institut (Professor Gerthsen) zur Durchführung von Untersuchungen über die Eigenschaft künstlich erzeugter radioaktiver Stoffe; 800 Mark an das Institut für Wirtschaftswissenschaft für den Abschluß von Arbeiten der wissenschaftlichen Akademikerhilfe, betr. Lahnkanalisierung und zur Beschaffung von Literatur; 750 Mark an die Universitätsbibliothek zur Beschaffung ausländischer Zeitschriften; 30 Mark an dieselbe zum Erwerb eines Stammbuchs Gießener Studenten der Theologie; 600 Mark an Professor Dr. W. Fischer Druckkostenbeitrag für Ellwoods Davideis; 600 Mark an Professor Kalbfleisch zur Herausgabe eines Papyrus; 500 Mark an das Juristische Seminar zur Beschaffung steuerrechtlicher Literatur; 350 Mark an das Deutsche Seminar zur Anschaffung von Literatur; 335 Mark an das Physikalisch-Chemische Institut (Professor Feulgen) zur Anschaffung eines Kompensatiopskalorimeters; 300 Mark an das Botanische Institut Reisezuschuß zur Beschaffung wertvoller Pflanzen; 300 Mark an das Zoologische Institut (Professor Dr Schmidt) zur Beschaffung von Unterrichtsfilmen; 200 Mark Reisekostenzuschuß an Professor Stoltenberg; 75 Mark desgleichen an Dr. Schliebe; 90 Mark Zuschuß zur Herausgabe des Universitätskalenders. Außerdem wurden noch 1000 Mark Herrn Prof. Dr. Köttgen zur Beschaffung einer spektographi- schen Einrichtung für das Forstwissenschaftliche Institut bewilligt, die im Eigentum der Hochschulae- sellschaft verbleibt. Der Betrag ist im Jahre 1935 nicht mehr zur Auszahlung gelangt. Ein Antrag des Herrn Professor Dr. Zwick um Bewilligung von 2000 Mark zur Anschafsuna eines Universalapparates für mikrophotographische Zwecke für das Tierseucheninstitut fand dadurch feine Erledigung, daß die Firma Leitz in Wetzlar auf Anregung der Hochschulgefellschaft dankenswerterweise diesen wertvollen Apparat kostenlos zur Verfügung stellte. Für Vorträge und Versammlungen rourben 563,10 Mark aufgewendet. Vorträge hielten Herr Professor Dr. Reinwein über „Neue Fortschritte in der Behandluna innerer Krankheiten" in der Festsitzung am 18. Mai 1935 und H^rr Kawtän Kirche iß aus Hamburg über „Die Polargebiete und ihre Bedeutung für die deutsche Oelversoranng" am 4. Dezember 1935. Ich möchte hierbei mitteilen, daß es der unermüdlichen Aufklärungsarbeit des Herrn Kirch e i ß inzwischen gelungen ist. die Er- $n der Nähe von Grünberg, etwa 100 Meter M dem dortigen landschaftlich reizvoll gelegenen Zitmimmbad entfernt, auf einer schönen Waldwiese )al her Bann 116 der Hitler-Jugend sein sie-jähriges Sommerzeltlager errichtet, in der. die Angehörigen des Bannes je eine achttägige Lwergemeinschaft inmitten der herrlichen Lano- schst, erfüllt von echter Kameradschaft und wahrer Aeneinschaft erleben sollen £m gestrigen Sonntagnachmittag fand die feierlich Eröffnung des Lagers statt. Dazu waren stmsleiter Dr. Hildebrandt, als Vertreter der ßz -Standarte 116 deren Adjutant Oberfturmbann- [ujrer Münker, SS.-Hauptscharführer Hornals ßertreter der SS., Politische Leiter von Grünberg, ülLV.-Kreisamtswalter Frank (Gießen), Bürger- meiiter Dr. Hamm als Vertreter des Oberbürgermeisters von Gießen, der Führer der Gießener Studentenschaft Frank und zahlreiche Volks- msssen und Volksgenossinnen von Grünberg erschienen. Die erste Lagergemeinschaft der Hitler- juvzen war inmitten des Lagers in offenem Viereck dir narschiert. ln Vertretung des in Urlaub weilenden Orts- gvppenleiters von Grünberg, Bürgermeister W a g- pir, begrüßte pg. Echröder-Grünberg der Kreisleiter und die übrigen Gäste. Dann betörte er in feiner Eröffnungsansprache u. a., es fei ein Freude zu leben im Reiche Adolf Hitlers. Eiidringlich hob er die Geschlossenheit, Willens- un) Zieleinheitlichkeit der heutigen Jugend im Gyensatz zur Zeit des früheren Systems hervor, er beglückwünschte diese Jugend, daß sie nichts wise von Klassenhaß, Neid und Brudermord, oiel- mtjr sich gut vorbereiten könne, einstmals ein Reich bei Ordnung und der Disziplin zu übernehmen, das ihr erst durch den Führer erkämpft worden sei und jvlt ihm immer mehr bereitet werde. Er ermahnte bii Jugend, die den Namen des Führers trägt, sich allzeit dieser hohen Ehre würdig zu erweisen, im- mr daran zu denken, daß auf sie nicht nur unser Dlk, sondern die ganze Welt schaut, stets nur den einen Gedanken und das eine Ziel zu haben: ali*s für Adolf Hitler, für die nationalsozialistische Dltanschauung und für Deutschland! Interessanter Urheberrechtsstreit In der amerikanischen Filmwelt macht ein Urteil des Neuyorker Berufungsgerichtes großes Aufsehen, das von dem Verleger Page aus Boston gegen die 20. Century-Fox wegen der Urheberrechte an einem Film geführt wurde. Es handelt sich um einen Roman von Laura E. Richards, der vor einigen Jahren von Page veröffentlicht wurde und der jetzt zu einem neuen Film für Shirley lern p le gebraucht werden soll. Die Fox-Gesellschaft hatte die Rechte am stummen Film im Jahre 1923 gekauft, und um nicht weiter mit Page verhandeln zu müssen, sich an die Dichterin selbst gewandt und das Recht für den Tonfilm für 13 000 Dollar gekauft. Die Arbeiten wurden auch sofort aufgenommen, aber Page verklagte die Fox-Gesellschaft. In der ersten Instanz erhielt diese auch Recht; bei der Berufung wurde das Urteil aber aufgehoben, und Page erhielt Recht. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Begründung. Der Richter Swan erklärte, entgegen allen früheren Entscheidungen, „daß der Tonfilm nur eine einfache Ausdehnung des stummen Films fei und daß daher die Rechte der beiden untrennbar zusammengehörten". Diese Entscheidung hat die amerikanischen Filmhersteller nachdenklich gemacht, und zu allgemeiner Ueberraschung war das Ergebnis dieses Nachdenkens, daß die Fox-Gesell- schaft nicht weiterging und sich nicht an den obersten Gerichtshof wandte, sondern den Urteilsspruch annahm. Und der Grund? In diesem einen Fall war sie zwar geschädigt, aber im ganzen konnte dieses Urteil für die Industrie von äußerstem Werte für die Zukunft fein. Zunächst wurde damit erkannt, daß die Filmhersteller keine Ergänzungshonorare mehr zu zahlen hat, wenn sie aus einem früheren stummen Film einen Tonfilm machen will. Und dann sehen die amerikanischen Hersteller weit voraus in die Zukunft. Sie rechnen heute schon damit, daß das Fernsehen auch für den Film einmal eine große Rolle spielen wird. In zwei, vielleicht auch in zehn Jahren werden die Firmen sich vielleicht genötigt sehen, ihre Filme für das Fernsehen einzurichten, und dann wird das Urteil des Richters Swan vielleicht ein sehr wichtiges Beweismittel sein, daß das Fernsehen auch nur eine Ausdehnung des Films darftellt und daß daher keine Ergänzungshonorare an die Autoren oder Besitzer der ursprünglichen Werke zu zahlen sein werden. Deshalb hat die Fox-Gesellschaft im allgemeinen Interesse die Pille geschluckt und ihren Prozeß nicht wei» ter verfolgt. Es bleibt nun die Frage, wie sich die Autoren dazu stellen, die sich in diesen Wochen zur Wahrung ihrer Rechte zusammenschließen wollen. tig erschrocken, tjatte den Schwarzen angenommen, ihn niedergeworfen und auf ihm herumgetrampelt. Am nächsten Morgen sahen wir in einiger Entfernung ein Nashorn sein Junges säugen. Eine Nashornmutter mit ihrem Jungen ist nicht ungefährlich, und wir waren in offener Ebene. Nicht lange danach machte sich das mächtige grauschwarze Tier auf den Weg und kam gerade auf uns zu. Als das Nashorn auf uns losrasen wollte, begannen wir zu schreien und zu winken und erreichten dadurch wirklich, daß es abschwenkte und wir nicht zu schießen brauchten. Wenn es möglich war, auf diese Art einen Angreifer zu verscheuchen, hatte er es sicher nicht ernsthaft gemeint. Denn wollten ein Löwe, ein Nashorn ober ein Elefant wirklich ihre Wut an uns auslassen, blieb uns nie etwas anderes übrig, als auf einen Baum zu klettern oder zu feuern. Aergerlich, aber voller Würde zog die Nashornmama ab, langsam genug, daß ihr Kleines bequem Schritt halten konnte. Ab und zu wandte sie sich schnaubend um, wenn der Sprößling anfing, zu sehr zu bummeln. Wir stießen einen" Seufzer der Erleichterung aus, als sie endlich verschwunden war. Ein anderes Mal beobachteten wir ein Nashorn, welches mit einer für ein so schwerfälliges Geschöpf fast unglaublichen Sicherheit auf den Klippen bei unserer See sich erging; ein wenig später kam eine dicke Nashornmutter mit dem „toto" unten zur Suhle. Das Junge war kaum eine Woche alt und noch recht unsicher auf den Beinen, aber dabei quietschvergnügt. Es rannte feiner trinkenden Mutter unter dem Bauch durch, sprang sie neckend an, lief ein paar Schritte fort und wiederholte dann das Spiel. Aber immer, wenn die Alte es zum Trinken bringen wollte, wich es aus. Wir waren ganz gefesselt von dem Anblick und tauschten flüsternd Bemerkungen über das Treiben des munteren Kleinen aus. Ich war aufgestanden und drehte den Film, als Osa mich anstieß. Rasch wandte ich mich um und sah mich einem mächtigen Nashornbullen gegenüber, dessen drohende Hörner in einer Linie mit der Kamera und mir standen. Osa hatte schon das Gewehr — die Waffen lagen uns stets griffbereit — in der Hand. Ich rief ihr zu, sie sollte versuchen, das Tier zum Abschwenken zu bringen und nicht töten, denn ich machte gerade einen guten Film und glaubte auch nicht, daß der Angriff ernsthaft gemeint fei. Osa war aber anderer Ansicht, denn auf zehn Meter schoß sie den Anstürmenden vor den Schädel, daß er stürzte; die Kugel war, wie wir nachher feststellten, rechts neben dem Horn eingedrungen. ziemlich allgemein vor. Wir fanden sie sowohl in der Ebene wie im Walde; die hier vorkommenden Tiere haben länger und spitzer zulaufepde Hörner. Das mag daher kommen, daß die Nashörner der Ebene mehr und mehr der vordringenden Zivilisation weichen und in die Wälder ziehen, wo sie durch Stoßen und Schlagen gegen die Baumstämme die stärkere Entwicklung ihrer Waffen fördern. Der Unterschied zwischen den Hörnern der beiden Arten soll daher jetzt auch viel weniger als früher in Erscheinung treten. Junge Nashörner mit den Alten trafen wir zu jeder Jahreszeit. Die Familie hält zusammen, bis das Junge beinahe so groß ist wie seine Eltern. Percival erzählte, das Nashorn mache am Tage gern ein Schläfchen, störe man es dabei, wache es halb erschreckt, halb ärgerlich auf und poltere los; so sei es denn zu seinem Ruf als äußerst angriffslustiges Geschöpf gekommen. Warnung vor drohender Gefahr empfängt der unliebenswürdige Dickhäuter von den Vögeln, die man immer auf feinem Rücken beobachten kann. Bei der geringsten Störung fliegen die auf, und der dicke Gesell kann früh genug herausfinden, ob es nötig ist, die Ruhe aufzugeben. Sind die Vögel wirklich erschreckt, gerät auch das Nashorn in Erregung und beruhigt sich nicht eher, als bis es weiß, daß alles in "Ordnung ist. Diese gefieberten Aufpasser sind recht kluge Geschöpfe. Sind sie beim Weidevieh, kümmern sie sich um den Menschen gar nicht, dagegen kündigen sie dem Wild, in dessen Gesellschaft sie sich befinden, die Annäherung des Jägers immer frühzeitig an. Am Tage nach Saundersons Unfall hatten wir wieder einen Zusammenstoß mit einem Nashorn. Bei Tagesanbruch lauerte ich auf der Spitze eines Hügels mit der Kamera auf eine Büffelherde, die unter mir auf der Steppe grafte. Da Bukhari krank war, vertrat ihn der zweite Obmann. Ich sagte ihm, er solle weiterbeobachten, während ich nach dem Lager zurückging. Auf dem Wege dahin kam mir einer der Schwarzen entgegengestürzt: „Humadi ist von einem Nashorn getötet!" brachte er keuchend hervor. Mit klopfendem Herzen rannte ich hinter dem Mann her, ungewiß, was Schreckliches ich zu sehen bekommen würde. Humadi, einer der Träger, lag unweit unseres Standortes auf der Erde; er war schwer, wenn auch nicht tödlich verletzt. Ich schaffte ihn nach dem Lager, wo seine Kameraden ihn noch mit Spott überschütteten. Er war wohl gerade auf das junge Nashorn, dessen Mutter Saunderson angegriffen hatte, losgerannt. Das Kleine war mäch- Kreisleiter Dr. Hildebrandt wies in feiner Ansprache zunächst darauf hin, daß wir heute erst am Anfang des langen Weges stehen, den das deutsche Volk beschreiten soll, um wirklich zur Einheit, zur Gemeinschaft und dadurch zu einer besseren Zukunft zu kommen. Er hob weiter hervor, wenn heute noch nicht alles so sei, wie es unseren Wünschen entspreche, so liege das nicht daran, daß die nationalsozialistische Weltanschauung unvollkommen wäre, sondern die Ursache sei darin zu erblicken, daß die ältere Generation, die jahrzehntelang im Geiste des Liberalismus und der Ichsucht groß geworden sei, diese Vergangenheit noch nicht so von sich abgestreift habe, wie es im Interesse des Volkes notwendig fei. Deswegen fetze auch das deutsche Volk alle seine Hoffnung auf die Jugend, die keinen Standesdünkel, Klassenhaß, Hader der Parteien und Kämpfe der Konfessionen kenne, die vielmehr nur eins kenne: Gemeinschaft, Kameradschaft, Disziplin, Glaube an den Führer, Glaube an Volk und Vaterland. Mit ernsten Worten ermahnte er die Jugend, die einst das Hakenkreuzbanner und den deutschen Staat zu übernehmen habe, sich schon jetzt der großen Verpflichtung klar bewußt zu sein, die in dieser Aufgabe begründet liegt, und sich auf die vollkommene Erfüllung dieser Pflicht ernstlich vorzubereiten. Dazu gehöre auch, daß die Jugend aus dem Erlebnis dieser Lagerzeit die Erkenntnis mitnehme in das Berufs- und Alltagsleben, daß eine Gemeinschaft nur bestehen könne, wenn sie begründet sei auf Gehorsam, Disziplin und Unterordnung. Das gelte für eine kleine Gemeinschaft wie dieses Lager genau so auch für ein ganzes Volk, das nur bestehen könne, wenn es auf dieser Grundlage aufbaue. Die Freiheit des Einzelnen fei niemals Zügellosigkeit, Freiheit des Einzelnen könne es nur soweit geben, als dadurch nicht die Belange der Gesamtheit beeinträchtigt werden. Der Redner gab zum Schluß dem Wunsche Ausdruck, daß die Lagerzeit dazu beitragen möge, in diesem Sinne die Jungen für ihre künftige große Aufgabe vorzubereiten und zu stärken, damit sie einst als Kämpfer Adolf Hitlers und der nationalsozialistischen Idee unser deutsches Volk weiter einer besseren Zukunft entgegenführen. IO: Gym- M. 11.15: Moloristen ■ Sozial, M. 14.10: M. 15.15: W: Span, Wche Süllen. 16: Derkonzert. Mers. 18: |des, Hin. Macht. Die enswerter tunbe ber r unb die 'richt von Tanz. % richtung zweier deutscher Gesellschaften für den Wal- kng herbeizuführen, die noch in diesem Jahr ihre Tätigkeit aufnehmen sollen. Es wurden ferner mit unserer Unterstützung in Alsfeld drei Dorträge durch die dortige Dürer- gesellschaft veranstaltet. Diese Gesellschaft ist inzwischen aufgelöst worden und in der NS.-Kultur- gemeinde aufgegangen, wodurch auch ihre Mitgliedschaft bei unserer Gesellschaft erloschen ist. Unser Nachrichtenblatt erforderte 1631,70 Mark. Für die wertvollen Beiträge danke ich den Verfassern und für die Herausgabe Herrn Professor Dr. Götze auch an dieser Stelle. Aus dem aufgelösten Verlag A. Töpelmann erwarben wir 170 Stück der anläßlich des 300- jährigen Bestehens unserer Universität im Jahr 1907 herausgegebenen Jubiläumsschrift und verausgabten dafür einschließlich der Kosten für Einbinden 696 Mark. Wir geben das wertvolle, schön ausgestattete zweibändige Werk zum Preis von 6 Mark an Mitglieder und Freunde der Universität ab und empfehlen unseren Mitgliedern angelegentlich den Bezug, soweit sie das Werk noch nicht besitzen. An Verwaltungskosten wurden 628,68 Mark aus- gegeben, gegen 962,48 Mark im Vorjahr. Sie sind also auf ein niedrigstes Maß herabgesetzt worden. Die gesamten laufenden Ausgaben beliefen sich hiernach auf 9449,48 Mark, gegen 6969,05 Mark im Vorjahr, die laufenden Einnahmen auf 9119,89 Mark gegen 7834 Mark im Jahr 1934. Sie sehen aus diesen Beträgen, daß wir keine Thesaurierungspolitik betrieben, sondern die Mittel, die wir zur Verfügung haben, auch zum Wohl der Universität ausgeben. Trotzdem die laufenden Ausgaben die laufenden Einnahmen um etwa 300 Mark übersteigen, hat sich unser Vermögen noch etwas vermehrt, und zwar durch Kursgewinne und Auslosung von deutscher Ablösungsanleihe. Das Vermögen stellt sich dadurch Ende des Jahres 1935 auf 50 715,25 Mark, gegen 48 528,25 Mark Ende vorigen Jahres. Die Versammlung nahm den Jahresbericht zustimmend zur Kenntnis und erteilte dem Vorstand und dem Verwaltungsrat einstimmig Entlastung. Die satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheidenden Herren Bankdirektor Grießbauer, Gießen, Fabrikant Dr. Leitz, Wetzlar, und Land- gerichtspräsident i. R. N e u e n h a g e n , Gießen, wurden einstimmig wiedergewählt. Mit der gleichen Einstimmigkeit erfolgte auch die Wiederwahl der satzungsgemäß aus dem Derwaltungsrat ausscheidenden Herren Fabrikant Pfeifer, Wetzlar, Generaldirektor B i e r w e s , Düsseldorf, Dipl.-Jng. G a st e l l, Mainz, Landgerichtspräsident i. R. Dr. Jungk, Mainz, Dr. von Mosch, Völklingen, und Dekan Vogel, Bruchenbrücken bei Friedberg. Dank der Universität. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Pfähler brachte sodann der Hochschulgesellschaft in einer kurzen Ansprache den herzlichen Dank der Universität für die bisherige Hilfeleistung zum Ausdruck und bat zugleich um die weitere Förderung der Wissenschaft unserer Universität. Diesen Dank wollte er aber auch als persönlichen Dank aufgefaßt wissen, denn die Hilfe der Hochschulgesellschaft für unsere Universität habe ihm während seines bisherigen anderthalbjährigen Rektorats manche Sorge abgenommen bzw. erleichtert. Mit besonderer Genugtuung hob er als Beispiel die starke positive Auswirkung dieser Hilfeleistung bei einem unserer jüngsten Universitätsinstitute, dem Institut für Wirtschaftswissenschaft, hervor, das dank dieser Förderung die wissenschaftlichen Arbeiten für das Projekt der Lahnkanalisierung sehr produktiv gestalten und abschließen konnte. Der Vorsitzende Dr. h. c. Meesmann antwortete dem Rektor, daß seine Worte bei der Hochschulgesellschaft vollstes Verständnis fänden, und sie immer bemüht bleiben werde, durch ihre zusätzlichen Leistungen zu den Aufwendungen des Staates Hilfe zu leisten. Oie Festsitzung. Anschließend fand im großen Hörsaal die gut besuchte übliche Festsitzung statt. Nach den Gruß- warten von Dr. h. c. Meesmann leitete das Collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Prof. Dr. T e m e s- d ar i) die Feierstunde mit dem Orchestervortrag von Händel „Cargo" ein. Dann folgte der MmiWAWSkiml Vornan von Marlise Kölling. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. 23 Fortsetzung Nachdruck verboten! Benedikte stand in ihrem kleinen Schlafzimmer und kleidete sich an. Fräulc-in Giesecke trippelte eilfertig um sie herum. Sie mochte es Benedikte nicht eingestehen, aber es war ihr wie eine kleine verschämte Erinnerung an die eigene Jugendzeit, wie sie jetzt dem Mädchen half. Lange hatten sie beide in Benediktes Kleiderschrank gekramt. Allzu groß war die Auswahl ja nicht: zwei, drei Sommerkleider — mehr hatte Benedikte aus ihrer Berliner Zeit nicht hierher mitgenommen. Wer hätte auch denken können, daß man hier zu einer „Abendgesellschaft" würde geladen werden? Gina man einmal des Sonntags zum Tanz in den Dorskrug, dann genügte eins der Sonntags-Waschkleider. Aber das geblümte Seidenkleidchen, auf dessen weißen Untergrund kleine bunte Blütensträußchen wie hingeweht gesetzt waren, hatte die Mutter ihr noch zuletzt in den Koffer geschmuggelt. Benedikte hatte es sich zu der Polterabendfeier einer ihrer Basen machen lassen. 9iun freute sie sich, es hier zu haben. Dies Kleid war wohl das richtige. Das bestätigte auch Fräulein Giesecke. Zum ersten Male trug Benedikte heute die Haare nicht in zwei festen Zöpfen um den Kopf gewunden, wie sie es sonst aus praktischen Gründen für die Arbeit liebte. Heute frisierte sie sich wieder einmal „auf städtisch", wie sie etwas spöttisch gemeint hatte. Zu Josuas Entsetzen war sie tagsüber mit einem weißen Turban um den gewaschenen Kopf hcrumgelaufen. Nun lag das Haar in weichen Wellen locker um den Kopf und war im Nacken zu einem tiefen Knoten geschlungen. Fräulein Giesecke stand bewundernd dabei. „Was Sie für schönes Haar haben, Kindchen! So hatte ich es auch einmal. Aber das ist schon gar nicht mehr wahr. Wie schnell geht doch die Zeit dahin. Wenn man jung ist, hat man leider nicht Festvorkrag von Professor Dr. Glöckner über das Thema „D i e Stellung der Philosophie in der Gegenwart". Redner begann mit der Frage, ob der Philosophie am geistigen Aufbau unserer Zeit noch eine erhebliche Rolle zukommt, ob sie noch „die Köniain der Wissenschaften" sei, ob iyr nicht die Einzelwissenschaften den Rang abgelaufen hätten und das praktische Leben heute nicht überhaupt viel wichtiger sei als alle Theorie. Richtig ist, daß wir heute keine Blütezeit der Philosophie haben. Aber eine solche gab es überhaupt bisher nur zweimal: in Griechenland im 5. und 4. Jahrhundert vor Christi und bei uns in Deutschland in der Zeit von Kant bis Hegel. Mit den Höchstleistungen dieser Epochen ist die heutige Philosophie nickt zu vergleichen. Aber das Philosophieren ist aus der anderen Seite eine Dauerhaltung gerade des Deutschen. Nirgendwo auf der Welt ist die Jugend sozusagen von Natur dermaßen philosophisch bewegt und interessiert wie bei uns. Es besteht also keine Gefahr, daß die Philosophie etwa in Deutschland aussterben oder aus ihrer bedeutenden Stellung verdrängt werden könnte. Aber eine gewisse Verwirrung in der Problemlage besteht heute allerdings. Es handelt sich wohl um eine vorübergehende Unstimmigkeit, die auf einer nicht ganz klar erkannten Schwierigkeit beruht. Die Philosophiegeschichte kennt große Traditions- zusammenhänge und revolutionäre Einbrüche. So unterscheiden sich auch die Philosophen in systematische Vollender und kühne Bahnbrecher neuer und oft völlig einsamer Gedanken. Die deutsche Philosophie von Kant bis Hegel z. B. stellt einen Traditionszusammenhang bar; Sokrates, Rousseau und Nietzsche waren Revolutionäre. Es ist verständlich, daß man sich in den ersten Jahren nach der nationalsozialistischen Revolution vor allem zu den einsam-heroischen Kämpfern hingezogen fühlte, etwa zu Nietzsche. Die Vertreter der großen Traditionszusammenhänge dagegen erschienen mehr als stille Arbeiter, die in Ruhe und Sicherheit, fast philiströs an ihren Systemen bauten. Nun hat aber unsere Gegenwart ein großes philosophisches Hauptthema; das muh fte lösen, sonst vevsagt sie gegenüber den brennendsten Fragen der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dieses Thema lautet: Individuum und Gemeinschaft. Eine Sozialphilosophie muß geschaffen werden, die zutiefst begründet, wie sich die Individuen in die Gemeinschaft aus- und eingliedern. Die Schwierigkeit besteht darin, daß gerade die einsam-revolutionären Kämpferphilosophen — vor allem Nietzsche — für eine solche Philosophie der Gemeinschaft nicht viel zu bieten haben. Sie waren Einspänner, Alleingänger, Außenseiter. Dagegen enthalten die großen philosophischen Traditionszusammenhänge viel gemeinschaftsbildende Kräfte und Ideen. Nach einer kurzen Zwisckenbetrachtung über die Notwendigkeit und Gefahr der philosophischen Schlagworte („Idealismus", „Autonomie") zeigte der Redner noch an zwei Beispielen, daß die Tradition in der Philosophie nicht vernachlässigt werden darf, weil sie in hervorragendem Maße gemeinschaftsbildende Kräfte enthält. Zunächst an der Stellung der jüngsten Generation zur Geschichte. Nietzsches „unzeitgemäße Betrachtung" vom „Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" war der notwendige Protest gegen eine Zeit, die das Leben in Geschichte auflöste und insbesondere auch die Philosophie durch philosophie- geschichtliche Untersuchungen ersetzte. Aber nicht jeder Philosoph kann und darf von vorn anfangen. Dies würde zu einem extremen Individualismus führen, also gerade zu der Haltung, die wir heute bekämpfen. Nietzsche hat auch gesagt: „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Gewiß mag die Geschichte für den Schwachen ein Ballast fein — den Starken befreit und kräftigt sie. Dor allem aber: Wer sich auf das Herkommen (auch auf das geistige Herkommen) besinnt, der baut Ebenen auf, die vielen gemeinsam sind, die besondere Wege zu gehen scheinen. Die geschichtliche Betrachtung wirkt also gemeinschaftsbildend; sie macht Einzelgänger unmöglich. Als zweites Beispiel wählte der Redner die Methodenlehre des Neukantinismus, um zu zeigen, wie die heute viel gescholtenen, angeblich „formalistischen" methodologischen Untersuchungen geeignet waren: für die Vertreter der Einzelwissenschaften eine Ebene der Verständigung zu schaffen. Es war für die akademische Gemeinschaft sehr fruchtbar, wenn z. B. der Historiker über die Denk- und Forschungsweisen des Physikers und der Chemiker über die Fragestellungen des Philologen von der Philosophie allgemeine Aufschlüsse erhielt. So verständlich und so notwendig es auch ist, wenn sich die Philo- das Bewußtsein seiner Jugend. Erst wenn man alt und häßlich und eine Vogelscheuche ist, weiß man, was daran einmal gewesen ist." Benedikte sah Fräulein Giesecke strafend an: „Ich werde gleich schelten müssen, Tante Giesecke! Wer spricht hier von Vogelscheuche! Schauen Sie einmal in den Spiegel. Kann Alter nicht auch schön sein? Ich finde Sie schön, Tante Giesecke, mit Ihrem lieben Lächeln und Ihren Augen, in denen so viel Stille und Weisheit ist." Fräulein Giesecke wurde feuerrot. „Sie werden mich noch ganz beschämt machen, Kind, mich alte Frau so herauszustreichen! Aber nun geschwind, geschwind, damit Sie fertig werden." Sie streifte Benedikte vorsichtig das Seidenkleid über. Benedikte schloß den mattblauen breiten Samtgürtel um die schmalen Hüften. Sie war mit sich zufrieden. ,/Jch bin wirklich schon verbrannt, Tante Giesecke. Aber es steht mir besser, als die Stubenbleichheit in Berlin. Ich finde überhaupt, Oevens- höe und Sommer steht einem so gut." Und Jugend, dachte Fräulein Giesecke, aber sie sprach es nicht aus. Sie wußte, Benedikte liebte keine Schmeichelei. Benedikte nahm ihren kleinen Sommermantel um. Wie schnell und einfach das alles mit den Fest- oorbereitungen gegangen war! Wirklich, es brauchte weiter nichts, wie Steffens gesagt hatte. 12. Weiter braucht es nichts — dachte ein paar Stunden später Benedikte nochmals, als sie sich oben mitten in dem fröhlichen Trubel der „Burg" befand. Mit unsicherem Herzen war sie heraufgefahren, aber dann hatte sie die leichte und fröhliche Stimmung dieses Hauses hier doch — ob sie wollte ober nicht — in ihren Bann gezogen. Sie hätte ja auch nicht dreiundzwanzig Jahre fein müssen, jung, lebenssehnsüchtig, unverwöhnt, wenn ihr dies alles nicht eingegangen wäre wie süßer Wein. „Wunderschön siehst du aus, Benedikte", hatte Hans-Hermann begeistert ausgerufen, als sie herunterkam in ihrem buntgeblümten Seidenkleidchen mit dem maigrünen Band um die Taille. 3a, sie sah gut aus. Der Spiegel in der Garderobe der „Burg" sagte es ihr, wenn nicht die bewundernden Mienen der Herren und die lächelnden Blicke der Frauen. von Aus der provinzialhaupistadi Jl'll Wort nicht versteht". der Staatspolizei ; fumebren. ixar 1936 zum Kri- : ja Spielverlauf f< Gießen mit Wirkung vom 1. Februar ei jedoch nicht beg ,♦( Minute, als E Bericht der Kriminalpolizeistelle Gießen, p von 0t). von vorher geäußert hatte, sie werde sich ein Leid antun. Als sie am Abend noch nicht zurück und kein An. Haltspunkt für ihren Aufenthalt bekannt war, wurde der nahe Wald unter Zuziehung der Feuerwehr ab« gesucht. Die Frau wurde wohlbehalten aufgesunden und nach Hause gebracht. Infolge der Vorgänge sammelte sich eine größere Menschenmenge, etwa 200 sophie in der letzten Zeit vor allem mit den tiefsten Gründen der menschlichen „Existenz" befaßt; gemeinschaftsbildend wirken derartige metaphysische Spekulationen nicht: Im Gegenteil: sie werfen das Individuum nur immer wieder in die Einsamkeit feines Selbst zurück. Redner schloß mit dem Mahnwort: Mißtraut den Philosophen, glaubt an die Philosophie! Heute sei es bisweilen umgekehrt. Man glaube einzelnen Propheten; im ganzen aber sei man gegen die Philosophie mißtrauisch. Die Vertreter der „Köni- dah der aus Launsbach gebürtige Heinrich Win« ter über 43 Jahre bei dieser Firma beschäftigt ift minalfefretär; der Meß- und Kanzleigehilfe Kack B e ck e r in Gießen unter Berufung in das Beamten« Verhältnis mit Wirkung vom 1. März 1936 zum Kanzlisten im hessischen Landesdienst; am 20. April 1936 der Dozent Dr. habil. Kurt Holler ap dec Technischen Hochschule Darmstadt zum nichtbeamtetei außerordentlichen Professor. ** D i e M i li t är v e r s o r gu n g s g e bü hr« nisse für Juni werden beim Postamt 1 (Bahnhof« auf das Haus niederprasselte. Fast alle Fensterscheiben des Hauses wurden dabei zertrümmert, der oortrag von Händel „Allegro" zu Gehör. Mit Dankesworten von Dr. Meesmann an den Vortragenden, Prof. Dr. Glöckner, Prof. Dr. Temesvary und das Collegium musicum wurde die Festsitzung beendet. i/mr -- « Wie teuren toeit St $tefe oertot iss •5? LS I ,.k gin der Wisserrschaften" müßten sich aber auch ihrer I Kitet. hohen Verantwortung bewußt sein. Was Schiller ।JLen den Künstlern sagte, gelte auch für sie: der ! jeibi1 Mses ■ in den dem andern gezerrt und gezupft wurde. Daß am Ende „Hänschen" dem schlanken wendigen Fremdling gegenüber die Puste ausging, war nicht za verwundern. Er gab klein bei und begann sogar mit dem Grünen zu scharwenzeln. Sie rückten unter vielen Zeremonien und Bücklinaen Seite an Seite und schnäbelten sich sogar aber so heftig, daß man im Zweifel war, ob es Küsse ober Bisse sein sollten... Jetzt hängt jeder der beiden Vöael für sich in einem Käfig, da der fröhliche Fremdling nicht ab- ' Wichch der L reuten 2lngri Wfpiel [top, - „ . , Men Tor 6 bis 300 Personen, vor dem fraglichen Hause an, die WraBnfinü übei durch ihr gereiztes Verhalten ihre Mißstimmung im) gegen die Jüngere Frau zeigte. Als die Menge s ?N|Maaenheit merkte, daß die Frau sich mit ihrem Manne in bem j- "U-Weihm jekt n gegenüberliegenben Hause ihrer Eltern aufhielt, nah- t ini menn h nuhf men bie Drohungen zu, bis schließlich ein Steinhagel [Mannw geholt würbe. Und „Hänschen" lernt etwas habet Oft schmettern fii man, wie die F> .. «»im war oie= Wertei aJ »WM S nebe ffiNefaf C0| "*'£nen'V'ifl -- 1 let Won W ob II kabelt Enders, Sc I itfjt kein Glück n Illabie Hintermann || fc Angriffe der Blc I fcts lahm. Einem |r-«25. Minute ko Was war das für eine beschwingte und heitere Gesellschaft hier oben! Graf Lonne, elegant, weltmännisch, sehr gastfrei, seine Frau sehr schön, sehr blond, sehr groß, von etwas kühler Freundlichkeit. Dann diese kleine rotblonde Peggy, deren Nachnamen Benedikte nicht verstanden hatte, ferner Steffens, sehr ehrerbietig und gut aussehend in seinem hellen Sommeranzug, und weiterhin noch drei, vier andere Leute, alle vergnügt und bereit, diesen Sommerabend aufs fröhlichste zu verbringen. Tors- son, der Kunsthändler, war ganz anders wie Bene- dikte sich eigentlich einen solchen vorgestellt hatte: Weltmann vom Scheitel bis zur Sohle. Und scheinbar hatte Steffens schon mit ihm gesprochen. Man fand sich später auf der Terrasse an blumengeschmückter Tafel zusammen, aß leichte Speisen und trank einen sckönen Wein dazu. Die Windlichter flackerten leise, der Himmel war besät mit Tausenden von Sternen. Der Mond stand wunderbar über bem Bodden und warf seine breite Lichtbahn aufs Wasser... Benedikte saß zwischen Steffens und Graf Lonne. Sie lachte, scherzte mit sie selbst verwundernder Leichtigkeit und ging vergnügt auf jedes übermütige Wort ein. Alles Schwere war von ihr abgeglitten. Es war ein so schöner Sommerabend, alles war gut, und dort drüben in bem Schullehrerhause lebte der liebste, liebste Mensch. Benebitte hatte Jens Petersen heute nicht sprechen können. Er weilte in Stralsunb, wo er bei ber Schulbehörbe Besprechungen hatte wegen irgenb« welcher Ferienkurse, bie auf ber Insel abgehalten werden sollten. Aber morgen würbe sie ihm alles erzählen, unb er würde sich sicher freuen, daß sie einen so schönen Abenb verbracht hatte. Hans-Hermann war als Tischdame die kleine rotblonde Peggy Trilow zugeteilt worden. Sie belegte ihn ganz mit Beschlag. In ihrer reizenden Unbekümmertheit unb mit ihrem etwas gebrochenem Deutsch war sie bie unterhaltsamste Tischbame, bie man sich benfen konnte. Unb schön war sie mit ihren grünlichen Augen unb biefem roten Munb, biefer milchweißen Haut ber Rotblonden! Schön war sie unb von einer unbefangen kinblichen Koketterie. Wenn sie einen an- lachte mit ihren großen Augen, bann schien eine ftänbige Frage baraus zu sprechen: Finbest bu mich nicht hübsch? Gefalle ich dir nicht gut? Sag' es doch, daß ich dir gefalle! Es ging etwas Berauschendes von ihr aus. Hans-Hermann, so lange unglücklich und ge- demütigt durch seine unerwiderte Liebe zu Benedikte, war nur zu bereit, dieser Lockung zu folgen. Nach dem Essen saß man auf Korbstühlen in einer Ecke ber Terrasse. Eine Walbmeisterbowle buftete süß unb würzig, bie Sommerpracht war lau und wunderschön in alle dem Glanz ihrer.beseligenden Stille. Flieder blühte irgendwo und mischte feinen Duft mit dem des ersten aufgebrochenen Jasmins. Die ganze Welt war voll Sehnsucht und Süße. Einer der Gäste, ein junger schwarzäugiger Mann aus dem Tessin, hatte seine Laute geholt. Nun zogen weiche, verführerische Weisen italienischer Liebeslieder durch die prächtige Nacht, Sehnsucht und Verlangen weckend. Hans-Hermann hatte neben der kleinen Rotblonden Platz gewonnen. Sie lag im Liegestuhl, lässig ausgestreckt. Ihre Hand auf der Lehne glitt wie zufällig zu Hans-Hermanns Sessel herüber. Der ergriff diese kleine Hand und spürte einen zärtlichen Gegendruck. Das Blut rann ihm schneller durch die Adern. Was hatte er sich bie ganzen Wochen gegrämt? Er wollte nicht mehr an Benebikte benfen. Er wollte leben, genießen unb nehmen, was ihm entgegengebracht würbe.-- Benebikte saß neben bem Kunsthänbler Torsion. Steffens hatte sich seinen Sessel neben sie gerückt. „Gestatten Sie, Fräulein Zeblitz?" fragte er leise. Sie nickte mit glänzenben Augen: „Ein schönes, festtiches Haus, Herr Steffens." „Ist freue mich über biefe Worte. Meine Freunde kennen nichts Schöneres, als Menschen hier zu haben, bie mit ihnen übereinstimmen. — Aber wie steht es mit unseren geschäftlichen Angelegenheiten? Sie wollten boch Herrn Torsion —" „Eigentlich ist biefer schöne Abenb zu schabe für etwas Geschäftliches , äußerte Benedikte freimütig. „Oh, man kann das eine tun und braucht das andere nicht zu lassen", meinte Torsion lächelnd. ,Zch glaube, unsere kleine Unterhaltung wird sehr schnell zu einem Resultat führen. Darf ich Sie bitten? Vielleicht gehen wir einmal in das Arbeitszimmer Lonnes." Die drei erhoben sich und schritten über bie Terrasse durch bie erhellte Diele. (Fortsetzung folgtI) Kanarienvogel zugeflogen. Die Frau hatte ben kleinen Käfig mit ihrem Kanarienvogel auf bas Innenbord bes offenen Fensters gestellt. Der Gelbe liebte ein sanftes Morgenlüftchen in warmer Sonne. Hier pflegte er sich mit Eifer unb Grünblichkeit zu putzen unb zu haben, als erwarte er jeben Tag Besuch. Danach trieb er einige Minuten lang Morgengymnastik: Er setzte in kleinen munteren Sprüngen von ber ersten Sprosse zum Boden hinab ober zur zweiten Sprosse hinauf, trippelte hierhin unb borthin, wetzte ben Schnabel an Stange unb Gitter, wippte mit bem Schwanz, fächerte bie Flügel, brehte ben Kopf schräg hoch, als wollte er komisch wirken, unb begann schließlich in kurzen Hellen Trillern seinen Uebermut in bie Umgebung zu schmettern. Heute wollte er gar nicht ben Scknabel auftun, unb zeigte auch wenig Lust zum Hüpfen unb zu ber üblichen Mimik. Die Frau versuchte wieberholt vergeblich, mit zärtlichen Koseworten ihn aufzuheitern. Er blieb unberührt, so baß sie sich um sein Be° finben zu sorgen an fing. Plötzlich — währenb sie eine Feige zu köstlichen Leckerbisten für ihn zerkleinerte — schallte ihr ein voller, langatmiger Triller entgegen, wie sie ihn an „Hänschen" nicht gewohnt war. Er rollte mit wun- bervoller Gleichmäßigkeit unb stieg, tief beginnenb, bis in bie höchsten Lagen ber Tonleiter hinauf. „Hänschen" war in ber Tat nicht ber Sänger, wie sie sich schnell- überzeugte, vielmehr saß ein zartgrüner, schwarz gezeichneter Fremblina auf ber Kante bes Geranienkastens braußen unb schmetterte. Sie blieb stehen, wo sie ftanb, um ben überschwenglichen Vortrag bes frisch unb freigebig „rollenben" Vogels nicht zu stören. „Hänschen" war ebenso verblüfft wie sie. Schließlich schien er bie Koloraturen bes Fremblings als eine Herausforberung zum Gesangswettstreit aufzufassen, benn nun setzte auch er mit einem Triller ein. Aber es klang sehr asthmatisch neben ben feurigen Tönen bes Grünen, ber in einer kurzen Pause überraschenb aufflatterte unb sich auf „Hänschens" Käfig fetzte. Die Frau stieß herz- klopfenb unb mit verhaltenem Atem bie Fensterflügel zu unb klatschte lachenb in bie Hänbe, als ihr ber Fang gelungen war. keimen. Jebenfalls verfolgten sie ernanber Sprosse zu Sprosse, hinauf unb hinab, wobei wechselnd jeder einmal ber Ausreißer war unb Xagesfalenber für Montag. . WU1X ,.. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Raub ber Sa« |Htn das technch binerinnen". — Lichtspielhaus, Bahnhofftraße: ■ — ’• „Nach Büroschluß"; 11.20 Uhr „Mord-Alarm". — Nächtliche Ausschreitungen. Zwischen zwei in einem Hause in Leihgestern in Miete zusammenwohnenben Familien bestehen seit längerer Zeit gegenseitige Feinbseligkeiten, bie sich nach vorheriger dicker Freundschaft einstellten. Ganz besonders besteht diese Feindschaft zwischen den beiden Frauen. Die jüngste davon, bie erst 22jährige Frau, bie sich wegen ihres allgemein gehässigen unb zanksüchtigen Charakters fast bei ber ganzen Bevölkerung mißliebig machte, hat in ber letzten Zeit bie anbere, in ben 50er Jahren stehenbe Frau berartig schikaniert unb beleibigt, baß biefe am 19. Mai in großer Aufregung frühmorgens mit unbekanntem Ziele ihre Wohnung verließ, nachbem sie , p durch raumgre 1 r! gefährlichere D jMr W "^itschaft01 tthtwN' Sie ließ auch „Hänschen" aus dem Käfig, und nun flatterten bie beiden Vögel einander nach durch die Stube, bis ber zu dick gefütterte Liebling bas Flattern aufgab unb ermübet am Boben trippelte. Ohne sich im geringsten zu beunruhigen ließ er sich von ber Frau Haschen unb in sein Gitterhaus tragen. Und — 0 Wunder! — auch der Fremdling hielt nach einigem ängstlichen Ausweichen still unb vertraute sich ben Händen der Frau an. Aber „Hänschen" schien über die (Einquartierung verärgert. Bald war ein heftiaer Streit zwischen beiden Vögeln im Gantze. Vielleicht fühlte „Hänschen" Eifersucht in seinem kleinen Herzen auf- 1 fiS? f$eri Menschheit Würde ist in ihre Hand gegeben. I n. jer F jjr Das Collegium musicum unter Leitung von Pros. , ’jn. FraU 0 Dr. Temesvary brachte sodann ben Orchester, ii M Se Kaufmännischer Verein: 21 Uhr Hauptversammlung im Vereinshaus. ■ hr, . * I «temblMtlon, I ** Personalien. (Ernannt würben ber Krimi» j ^Weißen nid) nalasststent Hans Belbe von b“ I kl jw0ly niO)i ueyi ..itibiger Ranft in strotze» am 28. Mai, die Sozialrenten am WO1! 30. Mai gezahlt. ■ |nW aufjimeljm ** Goldenes G - s ch ä s t s j u k> i l ö u m. Mm 26. Mai 1886 errichtete ber Tapezier- unb Polster« .Jn meister Conrab Leisler in ber Neustabt 33 zu nun in Gießen ein Polster» unb Tapeziergeschäft mit Möbel- ■:7 e“Da5 me^r hanbel. Das Geschäft nahm bald einen guten Ali5 schwung, so baß es bem Grünber möglich war, ein eigenes Anwesen am Neuenweg zu erwerben, wohin im April 1889 übergefiebett würbe. Nach bem Tode tt )e DJn ^°)Mlz bes ©rünbers führte besten Witwe bas Geschäft konnte 3mQI weiter, bis es nach bem Weltkriege von bem Sohne [ teilen, bediente unb jetzigen Inhaber übernommen würbe. Dieser i| ;lin «rt und We errichtete in 1926/27 einen Anbau; hierburch und mur burch einen Umbau bes alten Anwesens würben bie R "er Pause | Geschäftsräume erweitert. Das Haus Leisler hat es M 00,r vem Tor I verstauben, sich eine gute Stammkunbschaft zu er« Anstrenss halten, wie auch bas Verhältnis zur Gefolgschaft M Mer wc stets ein gutes war. Dies beweist schon bie Tatsache, M der große S ' ' '" “ - ■ ■ - i H entmutigenb die hl ein einziges 5 Nh MW üat seinen Hi ’bieren. Dies Hal das Gefüge v ° : halt, und so | w Erscheine Mrs schien das I II.>11/111 UHH VUVll, ' VF . sie miteinander um die Wette, baß jrau zu sagen pflegt, „sein eigener Mu-Weiße" k PB- l’L Denn Rauheit IP.." teckni c WM v v 1;,. $?;•< BERLIN ./v*, 1936 " ■ .z Der Siegespreis für die Olympiakämpfer ^usic^ 9Ji.Sport um ’ften. e die Mengi war- 0ntinenial ist Geld - beim Transportieren man nichts davon verlieren! Leid antun. d fein Sn« mar, wurde Spielvereinigung 1900 Gietzen. Vad-Rauheim Liga — 1900 Liga 0:2. P! Seite ui p der So jMtafci -llarm". m . nne in der Hielt, n-^ Steinha-n lle Fensp immert, de Die 2. Jugend schlug verdient die 1. von Wieseck. Beiderseits ansprechende Leistungen. Die 3. Jugend und die 1. Schülermannschaft teten vergebens auf ihre Gegner. Tben, wo1' h dem Ar >as GeW: dem Cch- irde. Sitftr eröurch un)i wurden dl«! Äer hat «• last zu er- f“r sich tl nicht ab, nn p?i Eporlfeft der SA-Vrigade 46 Fulda. Standarte 418 (Fulda) Gesamtsieger. — Der Marschsturm des Sturmbannes III/254 der Brigade 147 (Oberhessen) ist Sieger in den Ausscheidungskämpfen der GA -Gruppe Kesten zum Reichsgepäckmarsch in Berlin. Der gestriae Fußballsonntag. Deutschland—Sverton 1:1. / Sachsen—Südwest 9:0. Universität Heidelberg im Hochschul-Endspiel Einen überraschenden Ausgang nahm am Samstagnachmittag auf dem BSD -Platz an der Avus in Berlin das Dorschlußrundenspiel zur Deutschen Hochschul-Fußballmeisterschaft Der dreifache Hoch- chulmeister Universität Berlin verlor einwandfrei 2:2 (2:1) gegen die Mannschaft der Universität Heidelberg, die sich damit für das Endspiel gegen die Elf der Universität Frankfurt qualifiziert hat. Dor der Pause waren die Berliner Studenten die besiere Mannschaft, so daß ihre 2:1-Pausen- ührung berechtigt war. Die zweite Spielhälfte ge- hörte dagegen den Heidelbergern. mb PHer. stabt 33 f mit Möbi Die Blau-Weißen kamen gestern in Bad-Nauheim einem achtbaren Erfolg. Der Sieg war verdient, -nn wenn Nauheim in den einzelnen Spielab- tznitten das technisch gereiftere Spiel vorführte, :nn war es 1900, das das erfolgreichere Spiel igte. Ihre von der Läuferrreihe in Szene gesetzten "griffe waren weit gefährlicher, als die der Bade- ühter. Diese verloren sich nämlich allzu viel in cherkombination, so daß es der Verteidigung der iau-Weißen nicht allzuviel Mühe bereitete, dies izuwehren. Der Spielverlauf sah zu Beginn die Blau-Weißen der schon fast obligatorisch gewordenen lieber« Im deutschen Fußballsport gab es am gestrigen Sonntag zwei große Ereignisse. In Nürnberg wohnten 20 000 Zuschauer dem ünften und letzten Spiel der englischen Berufspielermannschaft von Everton Liverpool iei. Man hatte hier einen sicheren Sieg der bisher tärksten gegen Die Engländer aufgebotenen beut« chen Elf erwartet, wurde aber enttäuscht, da der deutsche Sturm recht schwach war. So gab es nur ein 1:1 (0:0). Ein von Gauchel in der 28 Minute der zweiten Halbzeit verwandelter Elfmeter brachte Deutschland in Führung, die Engländer glichen drei Minuten später nach einem Eckball durch Leyfield aus. Die Bilanz der fünf Engländerspiele mit beut« chen Auswahlmannschaften weist je zwei Siege unb Niederlagen unb ein Unentschieben unb ein Gesamttorverhältnis von 10:9 für Everton auf. In Leipzig sahen 20 000 Zuschauer bas End- piel um ben „Reichsbund-Pokal" zwi« chen ben Gauen Sachsen unb S ü b w e st Das Treffen war bie Wieberholung bes am 1. März nach Verlängerung mit 2:2 beenbeten Treffens. Hatte bamals Sübwest nur burch bie schon nach 30 Minuten erfolgte Verletzung von Mobs bas Spiel nach klarer Überlegenheit nicht gewonnen, so hieß biesmal ber Sieger Sachsen. Allerbings kam ber Gau Sübwest nach vielerlei Mißgeschick bei ber Mannschaftsaufstellung mit einer sehr schwachen H entmutigend die Flügel hängen, als es ihm licht ein einziges Mal gelang, Lippert zu über- nren. Auch Mühlhäuser m ber Mitte ber Säufer« "che trat feinen Posten ab, um sich im Sturm zu "tobieren. Dies half jedoch alles nichts, im Gegen- il, das Gefüge verlor hierdurch mehr und mehr Qi Halt, und so traten die Blau-Weißen wieder irrhr in Erscheinung. Bei einem Durchbruch von Eiders schien das 2:0 greifbar, doch vorn Pfosten kräng der Ball dem Tormann in die Hände. Der Gegenbesuch der Badestädter verlief ergebnislos. Jsn erneuten Angriff von 1900 konnte Steuler nur irerft kein Glück mit ihren Schüssen. Anderseits Ute die Hintermannschaft der Nauheimer die star- n Angriffe der Blau-Weißen durch Abseitsstellen frers lahm. Einem Durchspiel des Jnnensturmes ik ber 25. Minute konnten sie mit biesern Schnippen jedoch nicht begegnen. Wohl stoppte ber rechte Gemeinsam mit ihren Führern nahmen bie Wettkampfteilnehmer bas Mittagessen an ben Feld- küchen ein. SA.-Musikziige konzertierten bazu, und im ganzen Biwak herrschte eine bombige Stimmung. Auf ben Schießstänben waren inzwischen auch bas Mannfchafts - unb Führerschießen Sum Austrag gelangt. Dabei blieb im Mannschafts- schießen bie Stan barte 418 mit 1127 Ringen bei einem Durchschnitt von 226 vor ber Stanbarte 98 Sieger, während irn Führerschießen bie 98er (Hanau) mit 351 Ringen vor ber 2 Hanauer Stanbarte R 61 Erste würben. 3n der hervorragenden Zelt von 3:16 Stunden marschierte sodann als erste Mannschaft in geschlossener Formation von 120 SA. Männera und einem Führer die Mannschaft der Standarte 418 von dem 25-kilometer- Gepäckmarfch ein, gefolgt von dem Marsch- sturm des Sturmbannes II1/254 der Brigade 147 (Oberhefsen) in einer Zeit von 3:22 Stunden, dem infolge irrtümlicher Auffassung der Ausschreibung von feiten der Standarte 418 der Sieg und damit auch die Teilnahmeberechtigung amReichsgepäckmarschinver- lin zufiel. 2800 SA -Männer traten zum großen Appell vor Gruppenführer Beckerle an, der in feiner Ansprache die Zielsetzung des SA-Mannes, feine Auf- gäbe und feine sportliche Einstellung umriß, den SA- Sport als Gemeinschaftssport und nicht als Selbst- zweck herausstellte. „Wo ein SA-Mann steht, steht ein Kämpfer, wo SA.-Banner wehen, dort wird gekämpft!" Mit diesem Satz und einem Sieg-Heil au den Führer schloß Gruppenführer Beckerle den Appells dem ein Werbemarsch durch Fuldas festlich geschmückte Straßen und ein Vorbeimarsch vor dem Gruppenführer unb ben Ehrengästen folgte. 3m Endergebnis der Gesamtwertung konnte Gruppenführer Beckerle den ersten Preis und den Ehrenpreis der SAGruppe Hessen, eine Broncebüfte des Führers, der Mannschaft der Standarte 4 18 (Fulda) überreichen, die insgesamt 961,7 Punkte erreicht hatte. Zweiter Endsieger wurde die Standarte 98 (Hanau) mit 751,5 Punkten vor der Standarte 234 (Bebra), die 691,5 Punkte erreichte, und der Standarte R 61 (Hanau), die es auf 556,3 Punkte brachte. Für die Sieger in den Einzelkämpfen verteilte Gruppenführer Beckerle, der die Preisverteilung mit einem Mahnwort an bie SA-Männer unb einem Sieg-Heil auf ben Führer schloß, eine große Anzahl von Ehrenpreisen. sicht den früher gastierenden Mannschaften keineswegs überlegen waren. Ihr Spiel war farbiger unb wirkte in allen Spielphasen nicht schablonenhaft. Je wie bas Spielgeschehen es erforderte, wurde | flach ober hoch gespielt. Fast jeher einzelne von ihnen war an Schnelligkeit und Körperbeherrschung den Hiesigen überlegen. Demgegenüber zeigten die Gießener ein selten gesehenes Äerständnis der einzelnen Mannschaststeile. Besonders hervorzuheben ist das fehlerfreie Freilaufen der Hiesigen. Bei den Gästen machte der Tormann einen sicheren Eindruck. Die Verteidigung spielte stabil, war aber leider im Abschlag öfter unrein. Die Läuferreihe war gleich gut im Aufbau, wie in der Abwehr. 3m Sturm der Frankfurter standen fünf Leute, die nicht nur gut zusammenspielten, sondern auch schießen konnten, überragend ihr Linksaußen. Diesem Gegner gegenüber stellten die VsBer eine Mannschaft, die, da Szponik und Leutheu- s e r I fehlten, befriedigen konnte. Allerdings war die Ausstellung in ber ersten Halbzeit selbst unter Berücksichtigung, baß Knaus noch verletzt war, verfehlt. Erst in ber zweiten Halbzeit konnten bie Gießener burch bie Vornahme von Heß in ben Sturm bie zu Erfolgen nötige Durchschlagskraft erreichen. Zur Kritik sei nur gesagt, baß jeher Spieler sich restlos einsetzte. Der Schiedsrichter Holzapfel (Lich) konnte gefallen. Spielverlauf: Das Spiel beginnt sehr schnell, beibe Mannschaften finden sich sofort. Aber vorerst gelingt es keiner Mannschaft, klare Torchancen yerauszuarbeiten, ba beide Verteidigungen immer wieder die Angriffe unterbinden können. Der Frankfurter Rechtsaußen zeigt öfter fehlerlose Flankenläufe, die aber vom Jnnensturm nicht ausgewertet welken können. Aber auch die Gießener leiten öfter gefährliche Angriffe ein, es fehlt jedoch auch hier am richtigen Einsatz vor dem Tor. Eine Ecke für die Gäste wird abgewehrt. Auch eine im Gegenangriff erzielte Ecke für die Hiesigen kann nicht erfolgreich ausgenützt werden. Bis zur Halbzeit find sich beide Mannschaften im Feldspiel durchaus ebenbürtig. Zwei gute Torgelegenheiten für jeden der Partner werden verschossen. Das Halbzeitergebnis entspricht dem Spielverlauf. Nach Halbzeit geht Knaus als Mittelläufer, und von jetzt an können die Hiesigen eine leichte Ueberlegenheit erzielen. W l o d a r e ck spielt sich gut durch und gibt uneigennützig zu Heß, der durch Schräg- schuß unhaltbar einschießt. Jetzt drängen die Gäste, ihre Läuferreihe riegelt den Gießener Sturm gut ab und baut von hinten aus gute Angriffe auf. Ihr Linksaußen erhält den Ball, umspielt die Verteidigung und schießt ein. Bei diesem Ball gibt es für Balser nichts zu halten. Weiter drängen die Gäste, ihr Mittelstürmer setzt sich wuchtig durch, umtrippelt zwei Gießener, und es heißt 2:1 für die Gäste. Dieses Tor hätte bei schnellerem Eingreifen der Verteidigung vermieden werden können. Aber schon kurze Zeit später konnte Fehling auf Linksaußen seinen Läufer abschütteln und eine weiche Flanke zu dem Halbrechten Schmidt geben. Dieser nimmt den Ball sofort auf und schießt unhaltbar ein. Der Gleichstand ist damit erzielt. Jetzt gehen die Gäste noch einmal zur Offensive und erzwingen zwei Minuten vor Schluß eine Ecke. Diese zu dem Halbrechten, der ungedeckt steht, getreten, verwandelt dieser durch Kopfstoß zum Siegestor. Noch ein Angriff der Gießener, bei dem Wlodareck abgestoppt wird, und dann ist Schluß. UfB.-R. II in Launsbach geschlagen. Die 2. Mannschaft vergab dadurch, daß sie nur mit 9 Mann antrat, von vornherein den Sieg. Wenn auch der Gastgeber mit 2:0 in Führung lag, o hatten demgegenüber die Gießener ebenfalls gute Torgelegenheiten. Sie waren aber von ungeheurem Pech verfolgt. Erfreulich war das faire Spiel beider Mannschaften. IugendfuhdaU Das Spiel der 1. Jugend kam nicht zustande. j und ss zu Ben-- zu folge' en in ein; öle * r lau ut. efeligenk- chle feine Jasmin! Süße- ger ilun er Lie^ t und 8" inen 2 LiegE * t 1^* durch 0,1 $0»”/ j, »en!» was i*1 Elf, die mit dem im Fußball seltenen Ergebnis von 9:0 (4:0) geschlagen wurde. In die neun Tore teilten sich Heimchen (4), Hähne! (3), Rose und Seltmann. Außer diesen beiden Treffen gab es noch interessante Auswahlfpiele. In Erfurt trennten sich die Gaue Mitte und Württemberg, nachdem hie Schwaben 5:0 geführt hatten, mit 5:5 (0:4). Die Danziger Stadtelf gewann auch ihr drittes Süddeutschland-Gastspiel, diesmal mit 1:0 (1:0) gegen eine Stadtelf von Kassel. Ein „Schützenfest" gab es in Bremen, wo Norddeutschland gegen Nordholland mit 10:1 (2:1) gewann. — Im Kampf um den Ausstieg zur Gauliga sind weitere Entscheidungen noch nicht gefallen. In Hessen stehen Kewa Wachenbuchen und Niederzwehren als neue „Erstklassige" fest. Im Gau Südwest wird Wiesbadens Aufstieg nicht zu verhindern sein, um den zweiten Platz bewerben sich Ludwigshafen, Saarbrücken und Frankfurt. In Baden haben erst zwei Spiele stattgefunden, in Württemberg braucht Union Böckingen noch zwei Punkte, in Bayern steht die Entscheidung nach dem Ausfall des Spieles Regensburg — 1860 Fürth noch aus und am Mittelrhein dürfte als erster I der ßriml ptaatspoiijej P zum A ff iiyvi» |u|t uvuyuiuiqiy gewvrvenen ueoer« lüQß Iknheit. Enders, Schmelz und Hain hatten jedoch m MprJ Der gestrige Sporttag der SA.-Brigade 46 in Fulda zeitigte in seinem Ablauf, der mustergültig organisiert war, ein umfangreiches sportliches Programm, in dessen Rahmen hervorragende Leistungen erzielt wurden, ein großer Appell und ein Vorbeimarsch vor dem Führer der SA.-Gruppe Hessen, Grupperführer Beckerle, stattfand. In Anwesenheit der Brigadeführer der Gruppe Hessen konnte Oberführer Schmidt, der Führer der Brigade 46, in seiner Begrüßungsansprache im Fahnensaal der Brigade zahlreiche Ehrengäste, darunter Gauleiter Staatsrat Weinrich (Kassel), Sturmbannführer Kausemann als Vertreter des Reichsstatthalters Sprenger, SA.-Gruppen- führer Polizeipräsident von Pfeffer - Kassel, stellvertretenden Gauleiter, Landrat Dr. Burck- Hardt- Fulda und die Vertreter der Provinz, und Regierungs-Behörden, sowie der Gliederungen der Partei willkommen heißen. Die Sieger-Mannschaften der einzelnen Brigaden der Gruppe Hessen für den Reichs-Gepäck- marsch hatten sich bereits am Samstag in Hün» feld versammelt, wo am Sonntag früh um 8 Uhr der Start zur Gruppenmeisterschaft im Gepäckmarsch erfolgte, während die Wett- kampf-Mannschaften um 7.45 Uhr in der neu ge- chaffenen SA.-Kampfbahn in Fulda zur Flaggen- hissung antraten. Gleichzeitig mit dem Beginn der sportlichen Kämpfe nahm auch der O r i e n t i e • rungs» und Sternmarsch auf Fulda feinen Anfang. Die besten Mannschaften der einzelnen Standarten der Brigade 46 traten sich in heiß umstrittenen Kämpfen im Kampfball, Dreikampf, 3000-Meter-Hindernislauf, im Hindernis- Kampfbahnlauf und Kleinkaliberschießen gegenüber, in denen durchweg vorzügliche Ergebnisse erzielt wurden. Im K a m p f d a l l stritten die Mannschaften der Standarten 418 (Fulda), R 61 (Hanau), 234 (Bebra) und 98 (Hanau) um den Sieg. Als Sieger aus dem nach dem Pokal-System durchgeführten Turnier ging im Endspiel am Nachmittag die Standarte 2 3 4 (Bebra), die die Standarte 418 (Fulda) mit 2:0 bezwang, hervor. Die Kampfmannschaft der gleichen Standarte 234 gewann auch in 5,35 Min. den Hindernis» Kampfbahnlauf vor den Mannschaften der Standarten 418 (Fulda) und 98 (Hanau). Durch einwandfreie Erfüllung der vorgeschriebenen schweren Bedingungen des Orientierungs- und Sternmarsches wurde die Mannschaft der Standarte R 61 (Hanau) Sieger, während im Dreikampf die Standarte 418 (Fulda) mit 268 Punkten Erster wurde vor der Standarte 234 (Bebra) mit 264 Punkten Auch den 3000-Meter- Hindernislaus entschied die Mannschaft der Fuldaer Standarte für sich, so daß sie sich in der Ge- amtroertung immer stärker vorschob fRinbe derart beschädigt, daß sie eingehen. Auch wurden einige Fensterscheiben an der Wohnung des Verwalters zertrümmert. Täter ift der 34jährige 2Irtur Opel aus Hof i. Bayern, Der feit längerer Zeit in der Kolonie tätig war, dem aber die Arbeit nicht mehr behagte, infolgedessen er entlassen werden mußte. Die frevelhafte Tat hat Opel aus Rache ausgeführt. Der Schäden beläuft sich auf einige 100 Mark. Opel wurde in Untersuchungshaft genommen. Fahrraddieb festgenommen. Am 21. Mai gegen 22 Uhr wurde aus einem Anwesen in Großen-Linden ein Fahrrad gestohlen. Der Diebstahl wurde sofort bemerkt und der Dieb mit Kraftwagen verfolgt. In Kirchgöns konnte er eingeholt und ihm das Fahrrad abgenommen werden. Der Dieb wurde der Kriminalpolizeistelle Gießen zur weiteren Veranlassung übergeben. Die Nachprüfung der Personalien ergab, daß es sich bei dem Täter um den 27jährigen rückfälligen Dieb Friedrich Dehrn aus Frankfurt a. Main handelt. Dehrn wurde dem Amtsgericht zugeführt und in Untersuchungshaft genommen. Dad-Rauheim II — 1900 II 1:1. Die Reserve konnte ebenfalls zu einem Siege kommen, wenn es ihr Sturm verstanden hätte, die Telegenheiten auszunutzen. Die beiden Treffer fielen durch Elfmeter. Bad-Rauheim Ah. — 1900 Ah. 2:3. Die Alten Herren lieferten sich teilweise einen Urten Kampf. Jeder wollte den anderen übertref» in, und da kam es oft zu ungewollten Zusammen- tößen. Die Badestädter lagen lange in Front, bis eine Umstellung bei den Blauweißen doch noch eine Bendung herbeiführte. DfA.-Heichsbahn Gießen. Dfv.-R. Liga — Arankfurt-Ried Liga 2:3 (0:0). An diesem Spiel mußte die Ligamannschaft eine durchaus vermeidbare Niederlage hinnehmen. Dar« • der hinaus entspricht dieses Resultat auch nicht lern Spielgeschehen, denn nach den Leistungen r»äre ein Unentschieden am Platze gewesen. Von "len Frankfurter Mannschaften haben die Gäste cm besten gefallen, trotzdem sie in technischer Hin« ler tybeamtdfi vrputz des Hauses und die Bedachung stark beschä- |ir ij.?p bist und die in den Wohnräumen sich aufhaltenden [ben ' Prsonen gefährdet. Erst als das auf Ersuchen der g Donih btsvolizeibehörde herbeigerufene Ueberfallkom- Orrfir minoo der Polizeidirektion Gießen erschien und die ör finge Frau zu ihrer persönlichen Sicherheit in kQn Schutzhaft genommen war, legte sich die Erregung |er Jpi ixr versammelten Menschenmenge, die dann auf Auf- i ' H frberung des zuständigen Gendarmerie-Kommissars US1C^ hin ruhig auseinanderging. Die Kriminalpolizeistelle Gehen nahm am folgenden Tage im Auftrage der Saatsanwaltschaft die Ermittlungen nach den Tä- <ülN auf, die sich wegen Landfriedensbruchs zu ver- a-iworten haben werden. Eine größere Anzahl 4 junger Leute beiderlei Geschlechtes, die Steine ge» tpffen bzw. herbeigetragen haben, konnte ermittelt gebiihk. L o_o...... —v. sAahch. Verteidiger Ranft in aussichtsreicher Schußstellung, nten oi Id) der Tormann, der aus dem Tor lief, um bm Ball aufzunehmen, verfehlte die Rückgabe fei« äum. Übi li:s Vordermannes, und so war es ein leichtes für •~k ~ " >. Laders, den Ball ins leere Tor zu schieben. Nau- bim hatte nun in der Folge durch sein genaues Zuspiel etwas mehr vom Feldspiel. 1900 dagegen guten 21 M durch raumgreifende Vorlagen auf die Flügel ich war, r. W» gefährlichere Momente hervor. So auch in der W- Minute, als Enders mit einer langen Durchlebe von Schmelz auf und davon ging. Der Tor- Bann konnte zwar durch wagehalsiges Herauslau- |n retten, bediente sich jedoch einer nicht einwand- pien Art und Weife, fo daß Enders verletzt vom patz getragen wurde. Noch der Paufe sah es verschiedentlich bedenklich 615 vor dem Tor der Gießener. Nauheim machte b-denkliche Anstrengungen um den Ausgleich. Lip- p rt und Zeiler waren aber nicht zu schlagen. L. nerben. I Sei ? Baumfrevler °r unb dJ in Untersuchungshaft genommen. °-r 3n der Nacht zum 21. Mai wurden auf den zur ir L'beiterkolonie Neu-Ulrich st ein bei tzomberq iQnn f >iX IW gehörigen Grundstücken etwa 70 junge Obst- ;ie n Ni b:umchen der edelsten Sorten durch Abschälen der Die Olympische Medaille ist der heißbegehrte Siegespreis der Sportler aus aller Welt, die sich in diesem Sommer bei den Olympischen Spielen in Berlin messen werden. Der Entwurf stammt von dem Italiener C a s s i o l o, Florenz. Die Vorderseite stellt die Siegesgöttin dar, während auf der Rückseite der Triumphzug eines Marathonsiegers abgebildet ist. Für die diesjährigen Olympischen Spiele werden 300 Medaillen in Gold, Silber und Bronze benötigt werden. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) defolgfchaft: ^t und Zeiler waren aber nicht zu schlagen. \e Zatfaty,, r^d), der große Stratege im Nauheimer Sturm, ich Win" chafiitzi i(L lenvch ad- aufgcfunben —— —a--u — -— — * rqänge fam- Handspiel stoppen. Der Strafstoß^ führte dann etwa Zweiten Tor. Schmelz gab von der seitlichen !use an, bi: Strafraumlinie über die Abwehrmauer zu Hain ififtimmur: |J?b der schoß dicht unter die Latte. Die starke v.a flDonffi ?^^Ä^^ogenheit der Nauheimer überläßt den Llau-Weißen jetzt vollkommen das Spielgeschehen, Md wenn es nicht zur Verbesserung des Resultats kcm, bann war dies ein Verdienst des Torwächters Ikr Gastgeber, der sich in verschiedenen Momenten konderbeisall holte. Kritik: Bei Bad-Nauheim waren Steuler, Ey- rich und Mühlhäuser die besten Leute. Der Dor« niann fjatte neben recht guten Momenten auch solche, die stark vom Glück begünstigt waren. Die btiben Außen, besonders der Rechtsaußen, waren starke Ausfälle. Bei 1900 war die Hintermannschaft wieder das Pvradestück. Ihr ist in erster Linie das Zu-Null zu verdanken. Die Leistung von Schmidt ist besonders Mzuerkennen, denn er spielte dreiviertel der Spiel- rüt mit ausgekugeltem Finger. Die Läuferreihe war Oiesmal etwas mehr im Bilde und im Sturm war b(ts Verständnis einigermaßen befriedigend. . Torsto' neA >e er »# „ ,chS«» , Jre«^ Aufstergenver bte Tlbem-Mannl'chaft Des SD. Beuel ermittelt werden. Um den „Tschammer-Pokal"'. fleroa Ivachenbuchen — FV. Dehlar 1:0 (1:0). Das am letzten Sonntag trotz Verlängerung in Wetzlar nicht entschiedene Treffen wurde in Wachenbuchen wiederholt. Auch diesmal gab es einen spannenden und scharfen Kampf, den der neue Gauligaoerein nur nach Hergabe des letzten Könnens knapp für sich entscheiden konnte. In der ersten, ausgeglichenen Hälfte fiel der entscheidende Treffer in der 20. Minute nach einem von links getretenen Eckball. Der Rechtsaußen Suros lenkte mit dem Kopfe ein. Nach der Pause hatte Kewa mehr oom Spiel, die ausgezeichnete Abwehr der Lahnstädter, die weit besser gefielen als der Bezirksmeister Naunheim, verhinderte aber wettere Erfolge. Wetzlar war durch schnelle Vorstöße des Stürmers Wohlgemuth selbst mehrfach gefährlich, und nur Kewas Tormann Puth danken die Gastgeber das Halten des Ergebnisses. Mothes-Offen- bach leitete vor 600 Zuschauern gut. Vorschlußrunde zur deutschen Meisterschaft Der Deutsche Fußball-Bund hat gelegentlich des Pokalendspieles in Leipzig die Paarungen zur Vorschlußrunde um die Deutsche Fußball-Meisterschaft, die am 7. Juni ausgetragen wird, wie folgt aus- Ser Staffellauf „Rund um die Anlagen" ein großer Erfolg. Unter starker Spannung wird das Ziel passiert. ter Scharfer Wettkampf auf der Strecke. — (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff.) K E DA ■ r W gelost: In Stuttgart: 1. FC. Nürnberg — FC. Schalke 04. In Dresden: Fort. Düsseldorf — Vorw. Rasensport Gleiwitz. Die nächste ZRunbe in Hessen. Die nächste Pokalrunde im Gau Hessen wird am ersten Pfingstfeiertag (31. Mai) ausgetragen und bringt folgende beiden Spiele: VfB. Friedberg — Kewa Wachenbuchen, Spielo. Kassel — SC. 03 Kassel. Die siegreichen Vereine greifen dann in die nächste, vorn DFB. selbst durchgeführte Hauptrunde ein. Oie Jugend des Tv. Lang-Göns Kreismeister im Handball. Gestern trug die Jugend des To. Lang-Göns ihr letztes Spiel um die Kreismeisterschaft aus. Sie spielte in Münchholzhausen und verlor 8:5, da sie mit Ersatz antreten mußte. Das Spiel hatte keine Bedeutung mehr. Schon am letzten Sonntag hatten sich die Lang-Gönser den Kreismeistertitel gesichert. Es war ein schwerer Weg zur Meisterschaft. In den Gruppenspielen traf Lang-Göns auf die drei Gießener Jugenden. Es gelang, die Städter aus dem Rennen zu werfen. Ungeschlagen beendete die Jugend die Gruppenspiele. Tv. 1846 Gießen wurde 9:2 und 12:3 besiegt, Mtv. mußte sich 3:0 und 13:1 geschlagen bekennen, während 1900 7:2 verlor. (Das zweite Spiel gegen 1900 wurde nicht ausgetragen, da die Gießener mit nicht spielberechtigten Leuten antraten. Die Punkte wurden Lang- Göns zugesprochen.) In den Entscheidungsspielen hatte die Mannschaft gegen die Fügenden aus Rut- tershausLn. Lützellinden und Münchholzhausen anzutreten. Ruttershausen war kein schwerer Gegner. Es wurde mit 14:6 und 17:6 geschlagen. Lützellinden war schon viel besser, aber auch es hatte mit 10:3 und 10:4 das Nachsehen. Als größter Widersacher entpuppten sich die Münchholzhäuser. Sie wurden jedoch von Lützellinden im ersten Spiel besiegt und verloren in Lang-Göns 9:4. Dadurch eroberte sich Lang-Göns den Titel eines Kreismeisters und konnte es sich leisten, zum Schluß nocheinmal in Münchholzhausen zu verlieren. Es beendete die Entscheidungsspiele mit 10:2 Punkten und einem Torverhältnis von 65:31. Zu erwähnen ist, daß in dieser Spielzeit keine auswärtige Mannschaft den Lang-Gönser Platz als Sieger verlassen konnte. Die Lang-Gönser Jugend bestritt die meisten Spiele in folgender Aufstellung: Tor: A. Wenzel; Verteidigung: K. Wenzel, A. Schwan; Läuferreihe: E. Eckhardt, O. Faber, W. Buß; Sturm: H. Hofmann, R. Römer, K. Puhl, K. Wagner, E. Müller. Nach sorgfältigster Vorbereitung konnte die Ortsgruppe Gießen des RfL. den Staffellauf „Rund um die Anlagen" am gestrigen Sonntag mit bestem Erfolg zur Durchführung bringen. Bei günstigstem Sportwetter hatten sich am Start und Ziel und entlang der Strecke zahlreiche sportbegeisterte Zuschauer eingefunden, die mit großer Begeisterung den Ausgang der verschiedenen Staffeln erlebten. Während in den Anlagen vor dem Theater die SA.- Kapelle der Standarte 116 konzertierte und hierdurch der ganzen Veranstaltung ein festliches Gepräge gab, wurden die Mannschaften zum Kampf auf die Strecke geschickt. Etwa gegen 11 Uhr erfolgte der Start der Frauenmannschaften. Da diese Strecke nur etwa 1000 Meter lang war, wurden die Läuferinnen bei der Eisenbahnunterführung in der Nähe des Hotel Schütz gestartet. Zu diesem Lauf traten die Frauen des VfB.-R., der Spielvgg. 1900 und des Mtv. an. Nach gutem Start führten bis zur 600- Meter-Marke die Frauen des Mtv., bis dann die Läuferin von 1900 aufholte, vorbeiging und einen Vorsprung schaffte, der bis zum Ziel auf etwa 10 Meter ausgedehnt wurde. Im Anschluß hieran wurden die Jugendlichen auf die 3000 Meter lange Rundstrecke geschickt. Es starteten 4 Mannschaften der Spvgg. 1900, eine Mannschaft des Tv. 1846 und eine Mannschaft des VfB.-R. Nach sehr schönem Lauf siegten hier die Jungens des VfB.-R. vor 1900. Mit dem Schluß dieser Staffel wurde die Spannung unter der Zuschauermenge immer größer. Es starteten nunmehr in der Sonderklasse je zwei Mannschaften der 83. SS.-Standarte, des Nachrichtenzugs der 2. SS.-Motorstandarte und der Arbeitsdienstabteilung 5/222. Bald nach dem Start schob sich eine Mannschaft des Arbeitsdienstes vor die erste Mannschaft der SS. Auch nach dem Wechsel für die 1000 Meter führte der Arbeitsdienst noch. Der für diese entscheidende Strecke eingesetzte SS.-Mann war jedoch außerordentlich stark und ging nach 400 Meter in Führung. Beim Wechsel führte er etwa mit 10 Meter Vorsprung. Durch Behinderung eines Autofahrers, die bei einem Straßenlauf immer vorkommen kann, klappte der Wechsel hier nicht recht und die Läufer gingen zu gleicher Zeit auf die 400-Meter-Strecke. Der Arbeitsdienst hatte aber am Schluß sehr starke Leute stehen, so daß dessen erste Manschest mit klarem Vorsprung Sieger wurde. Schade, daß die erwähnte Behinderung eingetreten war, es hätte ein noch spannenderes Rennen gegeben. In diesem Zusammenhang muß gesagt werden, daß die Absperrmaßnahmen auf besonders wichtigen Teilen der Strecke nicht ausreichend waren und sich, wie dies auch in der Hauptklasse beinahe erfolgt wäre, schwere Stürze hätten ereignen können. Wir wollen bemüht sein, I es beim nächsten Lauf besser zu machen. In der 8-Klasse siegte die zweite Mannschaft der Spiegvgg. 1900 vor dem Ski-Club. Etwa gegen 12 Uhr erfolgte dann der Start der Haupt klasse. Am Start erschienen: Spielvgg. 1900, Universität, Heuchelheim und der Tv. 1846. Der Startmann von 1900, der Olympiakandidat Kilo, trat sehr schnell an und setzte sich sofort an die Spitze. Mit einigen Metern Vorsprung wechselte er, und da die 800 Meter und die beiden 400- Meter-Strecken mit so guten Leuten wie Jung, Peters und dem stark verbesserten B e p p e r - fing besetzt waren, gewann 1900 die Hauptklasse mit 80 Meter Vorsprung vor der Universität, Heuchelheim und dem Tv. 1846. Den Siegern der Haupt-, der 8- und der Sonderklasse wurden Wanderpreise, die von dem Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen, dem Ski-Club und der Ortsgruppe des RfL. gestiftet wurden, als Ansporn zu noch größeren Leistungen überreicht. Den Abschluß der Veranstaltung bildete die Siegerehrung vor dem Haupteingang des Stadttheaters. zu der die Mannschaften der Vereine und der Formationen Ausstellung genommen hatten. Nachdem der Führer der Ortsgruppe Gießen des RfL., Herr Turn- und Sportlehrer Dr. Lotz die Sieger geehrt hatte, bat er noch alle Beteiligten um weitere gute Mitarbeit und Förderung der Leibesübung. Im Hinblick auf die in zwei Monaten in unserem schönen Deutschland stattfindenden Olympischen Spiele, so führte er aus, müsse jeder Deutsche bereit sein, sein Bestes zur Verschönerung dieser Wettspiele beizutragen. Nur wenigen unserer deutschen Sportkameraden sei es vergönnt, unser Vaterland im Wettstreit der 53 Nationen zu vertreten, die aber, die nicht daran teilnehmen könnten, müßten mit ganzem Herzen ihren Kameraden zujubeln und sie zur Höchstleistung anspornen, zum olympischen Sieg für unser Vaterland. Mit einem Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland und mit dem Gesang der beiden Nationallieder wurde die schlichte Feier beendet. Ergebnisse: Frauen Sieger Spielvereinigung 1900, Zeit 4:00 Min.; 2. MTV., 10 Meter Zurück 4:03,8 Min.; 3. VfB.-R., 4:07 Min. Jugend: Sieger DfB.-R., 7:09 Min. (3000 Meter); 2. Spielvereinigung 1900, 7:19 Min.; 3. Tv. 1846, 7:26 Min.; 4. Spielvereinigung 1900/ Sonderklasse: Sieger 1. Mannschaft Reichsarbeitsdienst 5/222, 7:07 Min.; 2. Sieger 1 Mann- schäft der 83. SS.-Standarte, 7:11,6 Min.; 3. 2. Mannschaft Reichsarbeitsdienst 5/222, 7:28 Min.; 4. 2. Manschaft der 83. SS.-Standarte. 8 - Klasse: Sieger Spielvereinigung 1900, 7:11,3 Min.; 2. Ski-Club 7:51 Min. Hauptklasse: Sieger Spielvereinigung 1900, 6:47 Min.; 2. Universität, 6:59 Min.; 3. Tv. Heu- chelheim, 7:07 Min.; 4. Tv. 1846 Gießen, 7:23 Min. Olympia-Ausscheidungsiurnen in Heidelberg. Schwarzmann der Beste. Das erste der drei Ausscheidungsturnen der Olympia-Kernmannschaft wurde am gestrigen Sonntag auf der Thingstätte Heiligen Berg in Heidelberg durchgeführt. In den olympischen Pflichtübungen erwies sich wieder einmal der frühere deutsche Meister Alfred Schwarzmann (Wünsdorf) als der Beste, der es auf 58,401 Punkte brachte. Ihm am nächsten kamen der deutsche Titelhalter Steffens (Bremen) mit 58,133 und der Frankfurter Weltmeister Winter mit 57,900 Punkten. Die nächsten Plätze belegten: 4. Volz (Schwabach) 57,500; 5. Sta - bei (Konstanz) 57,367; 6. Stangl (München) 57,134; 7. Becker t (Neustadt) 56,233; 8. Sandrock (Langenfeld) 55,990; 9 Friedrich (München) 55,834; 10. Sch welch er (München) 55,799; 11. Mock (Berlin) 55,400; 12. Müller (Leuna) 55,067 Punkte. Diese zwölf Turner bestritten am Nachmittag die Kürübungen, denen rund 6000 Zuschauer auf dem Heiligen Berg beiwohnten. Eine ganze Reihe der deutschen Spitzenturner konnte diesmal volle Punktzahlen erreichen, so Schwarzmann beim Pferd- sprung, Steffens am Querpferd, Volz an den Ringen und Winter am Reck. Schwarzmann war auch der Beste in der Kür und verteidigte unangefochten seine Spitzenstellung. Winter (Frankfurt), der junge Konstanzer Stadel und der Münchener Stangl verbesserten sich, . Schwarzmann, der Sieger, erreichte an den einzelnen Geräten folgende Punktzahlen: Pflichtübungen: Pferdsprung: 9,900; Ringe: 9,600, Freiübung: 9,667; Reck und Barren: je 9,867; Pferd: 9,500; — Kür: Pferdsprung 10; Ringe 9,700; Freiübung: 9,733; Reck 9,800; Baren '9,867; Pferd 9,567. — Gesamt: 117,068 Punkte. Das genaue Ergebnis: Schwarzmann (Wünsdorf) 117,068 Punkte, Winter (Frankfurt a. M.) 115,833, Stadel (Konstanz) 115,401), Stangl (München) 114,367, Steffens (Bremen) 114,132, Volz (Schwabach) 114,034, Beckert (Neustadt) 113,700, Sandrock (Langenfeld) 112,256, Friedrich (München) 111,900, Schmelcher (München) 111,532, Mock (Berlin) 111,201, Müller (Leuna) 110,100 Punkte. Grebenau, Ruttershausen, den 25. Mai 1936, un< ■ ■■■ unt. 02381a. den ■■■I ‘©iefe. Anzeiger. Schr. Ang. unt. und zum Bauen „Wie Neu“ Bügelanstalt Gießen,Wolkeng.23, Inh.: L.Pitz,Schneider Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Schön, geb. Weber. Statt jeder besonderen Anzeige. Plötzlich und unerwartet ist mein lieber Mann, mein guter Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager. Onkel und Neffe Lehrer Adolf Schön im Alter von 33 Jahren von uns gegangen. und Damen • Kleidungs-Stücke bügeln, dämpfen u. auffrischen s per Anzug Reichsmark 1.80 g, Reparaturen billigst. Abholen g id Zusenden kostenl. TeL2503 * Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 | Mietgesuche"| Gesucht mod. Wohnung 4 bis 6 Zimmer (Zentral- oder Etagenheizung) Südltadt,beziehbar Ende Juli - Anfang August. Schrift!. Angeb. 2-3-Zioim.-Wohng. nwgl. Parterre sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 33771) an den an« um Greß. Anzeiger. 13353D a. d. G. Ztt Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 26. Mal, nachmittags 2 Uhr in Ruttershausen statt __________________________________________________________________02382 Zwangsversteigerung. Dienstag, 26. Mai nachmittags 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. 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