186. Jahrgang Metzener Anzeiger Nr. 97 Erstes Blatt _____ 186. Jahrgang Samstag, 25. April 1936 Sonntags* unb'gticrtags JHF D * W' W Snnaftme oon Snjelgen aS*A**AM Hi ÄSSS Heimat rm Bild - Die Scholle B B ■ vIä WH IG H Jwlv Grundpreise für mm höhe Monatr-Vezugspreir: H ■ W8 B HA Hz B B BJr B W B B B A ffl z B B B B für Anzeigen mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MW MW BT ||K B B Br B / I BB B B B Br B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 fak W H . B B B J8L B B H Vk B B B von 70 mm Breite Zustellgebühr .. , V V I B^ B W VW W# B V B V »MWV 50Rpf.,Platzoorschrist nach Auch bei Nichterscheinen ■ ■ vorh.Bereinbg.25°/„ mehr. Ota7ol9^Ä«t“ V -rmWg,- Grundpreis.: MM General-Anzeiger für Oberhessen ftanifurt um Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfilStr-vuch- und Steinörudmi ».Lange In Stehen. Schristleilung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Crössinsee. Von unserem berliner Mitarbeiter. Oer Führer auf der Ordensburg Crössinfee. Es gab einmal eine Zeit, da dem Deutschen zum Vorwurf gemacht wurde, daß er nichts von der Politik verstände, ja, es wurde sogar erklärt, daß die Deutschen überhaupt kein politisches Volk wären. Es ist müßig, sich über diese Begriffsbestimmung, die einst geprägt wurde, zu streiten, wir wollen hier nur die Feststellung treffen, daß ein 23 o I f s o politisch ist wie seine Führung. Deutschland hat, sowohl in der Vorkriegszeit, als auch in den Jahren, da das System von Weimar am Ruder war, nie jene einheitliche und geschlossene politische Ausrichtung gehabt, die vielen anderen Staaten eigen gewesen ist. Eine politische Erziehungsarbeit in dem Sinne, das eigene Ich hintanzustellen und als Richtschnur des ganzen Handelns lediglich das Wohl der Nation im Auge zu haben, ist früher nie geleistet worden, konnte auch nicht geleistet werden, da der Marxismus ungestraft feine auf die Zersetzung der Nation hinstrebende Politik treiben konnte. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Wir kennen in dem Deutschland Adolf Hitlers nur eine Politik, die Politik, deren Leitgedanke einzig und allein das Wohl der Gesamtheit ist. Die politische Erziehungsarbeit, die der Nationalsozialismus sowohl schon vor, als auch nach der Machtübernahme geleistet hat, trägt, wovon wir uns täglich auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens überzeugen können, reichste Früchte, weift jene zielklare Entschlossenheit auf, die das ganze Volk als richtig anerkannt hat. Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch jenes große Reichstreffen betrachten, das in den hinter uns liegenden zehn Tagen sämtliche Kreisleiter der NSDAP, in der Ordensburg Crösfinsee vereinigte. Es war eine Tagung, wie wir sie in dieser 2Irt erstmalig erlebt haben. Die Zusammenkunft des politischen Führerkorps aus allen Gauen unseres Vaterlandes ist als Markstein jener politischen Schulungsarbeit zu werten, die von der NSDAP, von Anfang geleistet worden ist. So kommt diesem Treffen gerade im Hinblick auf die gesamte zukünftige Schulungs- und Auslesearbeit der Partei größte Bedeutung zu, haben doch hier die Kreisleiter, die draußen im Lande schon seit vielen Jahren auf verantwortungsvollem und ost nicht leichtem Posten stehen, aus dem Munde der führenden Männer von Partei und Staat die Richtlinien mit auf den Weg bekommen, die ihnen, wenn sie wieder an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt sind, Richtschnur für ihr Handeln sein werden. Es würde zu weit führen, hier auf alle jene grundlegende Vorträge einzugehen, die in diesen zehn Tagen dort gehalten worden sind. Die Männer von Partei und Staat, die vor diesen Kreisleitern das Wort ergriffen, wußten, daß sie eine Zuhörerschaft vor sich hatten, die auf einen erfolgreichen politischen Einsatz, der von jedem einzelnen schwere Opfer gefordert hat, zurückblicken kann, denn immer wieder müssen wir uns vor Augen halten, daß gerade die Stellung eines Kreisleiters in der NSDAP, an jeden, der zu dieser politischen Führerstellung berufen worden ist, die höchsten Anforderungen stellt, denen nur derjenige gerecht zu werden vermag, der wahrhaft berufen ist. So konnten die Vorträge auf dieser Tagung sich in einem anderen Rahmen halten, wie man es vielleicht sonst bei irgendeiner Kundgebung für erforderlich halten muß,' denn diese Zuhörer standen seit vielen Jahren mit in der vordersten Front des politischen Kampfes und ihnen war es deshalb ein besonderes Erlebnis, einmal in diesem Kreis der kameradschaftlichen Geschlossenheit mit den engsten Mitarbeitern des Führers zusammen ?u sein und aus ihrem Munde grundlegende Aus- ührungen und richtungweisende Klärungen über alle Fragen und Gebiete unseres öffentlichen Lebens zu hören. Es ist nur zu natürlich, daß auf dieser Tagung die Frage des politischen Führernachwuchses uno der Führerauslese einen besonderen Raum einnahm. Immer hat der Nationalsozialismus den Grundsatz vertreten, daß nicht jeder Führer werden kann und nicht jeder zu irgendeiner führenden Stellung berufen ist, der oft nur äußerliche Examina ablegt, bei deren Wertung mehr das Wissen, als die charakterliche Haltung gewürdigt wird, sondern stets ist mit allem Nachdruck betont worden, daß zu dem äußeren Wissen, das selbstverständlich vorhanden sein muß, jene Eigenschaften gehören, die für einen politischen Führer unerläßlich sind: Treue, Opferbereitfchast, Gehorsam und Kameradschaft. Das Vorkriegs-Zeitalter traf den Ausleseprozeß lediglich nach fachlichen Gesichtspunkten, wobei zum Schaden des Dolksganzen äußere, materielle Güter höher eingeschätzt wurden, als innere Werte. Fachleute gab es damals in genügender Zahl, sie haben zweifellos auch auf ihrem Gebiete Gutes geleistet. Aber politische Führer fehlten völlig, wie das mit furchtbarer Deutlichkeit der 9. November 1918 zeigte, wo nicht das deutsche Volk, sondern seine Führung versagt hat. Wie das Bild des zukünftigen Ausleseprozesses und der Gang der zukünftigen politischen Schulung sein werden, das hat auf dieser Tagung Reichsleiter Dr. Robert Ley nachdrücklich unterstrichen. Seine Worte: „Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß dem Arbeiter, dem Bauern und dem Handwerker für alle Jahrhunderte und Jahrtausende der Weg in die politische Führung genau so offen steht, wie dem Akademiker", zeigen jene Zielklarheit, an der es nichts zu rütteln und zu deuten gibt. So werden die Tage von Crössinfee in der Geschichte unseres Staates und der nationalsozialistischen Bewegung stets einen besonderen Platz einnehmen. Begeisterter Empfang des Führers im Pommerland. Crössinfee, 24. April. (DNB.) Kurz nach 12 Uhr traf der Führer in Begleitung des Stellvertreters Rudolf Heß und zahlreicher führender Persönlichkeiten der Bewegung von Berlin kommend auf dem Bahnhof in Falkenburg in Pommern ein. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Kunde von der Fahrt des Führers nach Pommern verbreitet. Auf allen Bahnhöfen, die der Zug von Stettin aus nach Falkenburg berührte, standen Taufende von Menschen, waren die Gliederungen der Bewegung angetreten. Ueberall wehten Flaggen. Als der Zug in Stettin langsam in die Halle rollte, spielte die Kapelle einer Ehrenformation, fast übertönt von den Jubelbrausen der wartenden Menge. Schwarz voller Menschen war auch der Bahnhof in Stargard. Nicht anders war es auf all den kleinen Stationen, die der Zug kurz vor Falkenburg durchlief. Man fühlte es aus der großen Begeisterung, daß die Bevölkerung dieser Gegend Pommerns, die sonst stark abgelegen vom Verkehr ist, dem Führer dankbar war, daß er auch einmal durch diesen Teil des Gaues fuhr. Auf dem Bahnhof in Falkenburg wurde der Führer durch den Gauleiter Schwede (Koburg) und den SA.-Gruppenführer Friedrich begrüßt. Nach dem Abschreiten der vor dem Bahnhof auf- marschierten Ehrenformationen legte der Führer im Kraftwagen die 4 Kilometer lange Anfahrt zur Ordensburg Crössinfee zurück. Hinter dem Spalier der SA., des NSKK. und der SS. säumte unter den Hunderten von Fahnenmasten unübersehbar die Bevölkerung die Straße. Man hatte den Eindruck, daß die Bevölkerung aus den Städten und Dörfern der Umgebung geschlossen herbeigeströmt war, um den Führer zu sehen. Pommerns Männer und Frauen und, wie immer, die Jugend, grüßten den Führer aus heißem Herzen. Unter dem wuchtigen Toreingang zur Burg, der getragen wird von sechs Holzfäulen aus 700jährigen Eichen, meldete Reichsinspekteur Schmeer, der Leiter der Kreisleitertagung, die über 800 angetretenen Kreisleiter. Geleitet von Reichsleiter Dr. Robert Ley und dem Burgkommandanten, Pg. Eckhardt, betrat der Führer darauf die Burg und schritt die Front seiner Kreisleiter ab. Während der Führer die weitläufigen Säle der Ordensburg besichtigte, versammelten sich die 800 Kreisleiter in der vorläufig als Schulungshalle hergerichteten Turnhalle. Nach Beendigung des Rundganges begrüßte hier Reichsletter Dr. Robert Ley den Führer mit einer Ansprache. Er wies darauf hin, daß in diesem Saal olle Kreisleiter versammelt seien, alles alte, bewährte Kämpfer, zum weitaus größten Teile tragen sie das goldene Ehrenzeichen der Partei. Zum ersten Male habe er alle Männer hier auf der neuen Ordensburg zusammenberufen, um alle Reichsleiter zu ihnen sprechen zu lassen. Als ZürArbeit,Zriei>en,nationa>eEhreundSichecheii Aufruf des Reichspropagandaminiflers zum l.Mai 1936. Berlin, 24. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels erläßt zum 1. 2Hai folgenden Aufruf: An das ganze deutsche Volk! Am 1. 2Uai 1936 begeht das deutsche Volk in feiner Einmütigkeit und Geschlossenheit zum vierten Male seinen nationalen Feiertag im nationalsozialistischen Re ich. Dieser Feiertag hat in diesem Jahr seine besonders festliche Bedeutung. 3n den hinter uns liegenden zwölf Monaten der Arbeit, des Opfersinns und des wirtschaftlichen und politischen Ausbaues nach innen und außen ist die deutsche Nation auf ihrem schweren Weg zur Neuaufrichtung und wiedererstarkung des Reiches ein gutes Stück vorwärts gekommen. Der Staat des Nationalsozialismus hat eine weitere Befestigung erfahren und steht nun gesichert und unerschütterlich wie nie. Wirtschaft und Finanzen sind geordnet. 3n schweren Schlägen hat die Nation ihre Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit fortgesetzt und dabei Erfolge über Erfolge erzielt. Das, was bei Beginn des nationalsozialistischen Regimes nur erst plan und Projekt war, beginnt nun mehr und mehr wunderbare Wirklichkeit zu werden. Sümpfe und Moore wurden urbar gemacht, ganze Provinzen dem Meere abgerungen und mit jungen Vauernfamilien besiedelt. Quer durch das Land ziehen sich bereits Hunderte von Kilometern neugebauter Reichsauto- bahnsiraßen als Zeugen des Aufbauwillens im nationalsozialistischen Staat. 3n größtem Umfange ist die soziale Volkswohlfahrt in Deutschland organisiert und durchgeführt worden. 3n einem Hilfswerk, wie es die Welt bisher noch nicht kannte, hat auch in den vergangenen Wintermonaten die Nation ihren Kampf gegen hunger und Kälte siegreich bestanden. Am 7. März hat der Führer im Rheinland die neuen Friedensgarnisonen aufgerichtet und damit die volle Souveränität über deutsches Gebiet wieder hergestellt. Zugleich legte er der Welt in klarster Offenheit seinen konstruk- tlven Friedensplan zum Wiederaufbau Europas vor. Am 29. März aber b e - kannte fich die ganze Nation geschlossen und einmütig zu ihm, seinem Aufbauwerk und seiner erfolgreichen Politik nach innen und nach außen. Wo anderswo auf diesem Erdball sieht ein Staat so fest und gesichert, wie der unsrigek Während sonstwo vielfach Länder und Völker durch Zwiespalt und Zerrissenheit, ja, durch die Gefahr plötzlich ausbrechender Anarchie bedroht sind, ist Deutschland eine 3 nsel der Ordnung und der Disziplin und der hort des Friedens geworden. Als am Geburtstag des Führers die junge deutsche Volksarmee vor ihm vorbeidefilierte, überkam jeden Deutschen das beglückende Gefühl, daß nun Staat und Volk in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können, da sie wieder gesichert und geschützt sind durch die eigene nationale Kraft. Vieles ist im vergangenen 3ahr getan und geleistet worden, mehr noch bleibt uns für die Zu-1 funff zu tun und zu leisten. Die Nation ist entschlossen, die vor ihr liegenden Aufgaben zu meistern. Sie ist bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau von einem unbändigen Arbeitswillen erfüllt. Sie wird das Schicksal bezwingen, weil sie einig ist, die Schwierigkeiten der zu lösenden Probleme kennt und entschlossen bleibt, mit ihnen fertig zu werden. Wiederum ergeht an die ganze Nation der Ruf nach Verlebendigung der Arbeit und sittlicher Verpflichtung eines jeden Deutschen zu ihr. Wiederum werden und wollen wir uns alle zu ihrem neuen Ethos bekennen. Wiederum tönt uns allen auch zum 1. Mai d. 3. der Kämpfe, Siege und Erfolge die Mahnung entgegen: Ehrt die Arbeit und achtet den Arbeiter! 3n diesem Zeichen soll auch der diesjährige 1. Mai stehen. Mit Stolz halten wir Rückschau in das vergangene und voll Vertrauen Vorschau in das kommende 3ahr. Es wird uns alle bereitfinden. Die Zeit der Tatenlosigkeit, des Mangels an Entschlußkraft, der inneren Zwietracht und des politischen und wirtschaftlichen Pessimismus liegt hinter uns. Aufs neue bekennt sich das deutsche Volk zu seinem nationalen Leben und zu seiner freudigen Bejahung. Ein Volk find wir! Einem Führer gehorchen wir! An alle Deutschen in Stadt und Land ergeht der Ruf: Der 1. Mai ist Feiertag für arm und reich und hoch und niedrig. Bekränzt eure Häuser und die Straßen der Städte und Dörfer mit frischem Grün und den Fahnen des Reiches! Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen der na- tionalsozialistischen Erhebung flattern! Züge und Straßenbahnen sind mit Blumen und Grün ge- schmückt! Auf den Fabriktürmen und Vürohäusern werden feierlichst die Fahnen des Reiches gehißt! Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel! Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter sollen in frischem Grün erstehen? Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck. 3 n der Ehre der Arbeit liegt die Ehre des Volkes! Die Ehre des Volkes aber ist die Bürgschaft für den Frieden und die Sicherung der Ration! Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe und Konfessionen, reicht Euch die Hände! Für Arbeit, Frieden, nationale Ehre und Sicherheit! Ls lebe der Führer! Es lebe Deutschland, fein Volk und fein Reich! Berlin, deu 25.April 1936. Der IZeichsminister für VolkSaufllärung und Propaganda Dr. Goebbels. Dr. Ley bann davon spricht, daß heute für diese Männer der Höhepunkt gekommen sei, daß es für sie einen Ehrentag bedeute und daß sie auf diesen Tag sehnsüchtig gewartet hätten, bricht ein unbeschreiblicher Jubel los. Die Kreisleiter erheben sich spontan von ihren Sitzen und minutenlang donnern Rufe der Begeisterung empor. Es ist ein wunderbarer Augenblick, ein erhebendes Gefühl, wie diese Kämpfer im braunen Rock, die draußen im Reich, in ollen Gauen, jeder an seinem Platz, die Idee des Nationalsozialismus und den Willen des Führers predigen, durch ihre Arbeit eins geworden sind mii dem Manne, dem sie sich ewig verbunden fühlen. Den Höhepunkt des Vormittags bildete die Ansprache des Führers. Der Führer sprach in anderthalbstündigen Ausführungen über die Aufgaben der Kreisleiter in der nationalsozialistischen Partei. Mitgerissen von diesem Erleben stimmen die Männer ein in das Sieg-Heil, das Reichsinspekteur Schmeer auf den Führer ausbringt, und wie ein Gelöbnis steigt dos Lied des unvergeßlichen Sturmführers auf. Als der Führer den Raum verläßt, begrüßen ihn an der großen Ehrenhalle zahlreiche höhere Führer der SA, des NSKK, der SS und des Arbeitsdienstes, unter ihnen Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hierl, sowie die Vertreter der Wehrmacht, an ihrer Spitze General von B r a u ch i t s ch und General Fromm vom Reichskriegsministerium. Im Remter nahm dann der Führer inmitten seiner Kreisleiter und der Ehrengäste das einfache Mittagsmahl ein. Am Nachmittag versammelten sich in der Schulungshalle, in der mittags der Führer vor feinen Kreisleitern gesprochen hatte, die Ehrengäste, unter ihnen fast alle Reichsleiter, zahlreiche Statthalter, die Gauleiter, die Führer der Gliederungen der Bewegung und die Vertreter der Wehrmacht und des Staates. Der Appellplatz, zu Füßen der großen Ehrenhalle, die die Namen der 16 vor der Feld- herrnhalle Gefallenen trägt, ist freigelassen für die Ehrenformationen der SA., der SS., des Arbeitsdienstes, des Frauenarbeitsdienstes, der Schutzpolizei und der HI. Rings um den Appellplatz überragen hohe Fahnenmasten die schilfgedeckten Häuser im Burginnern. Zu der feierlichen Weihe ist auch, wie am Vormittag bei der Ankunft des Führers, die Bevölkerung zu Taufenden erschienen. Da die Reden aus der Halle auf eine Lautsprecheranlage übertragen werden, können die auf dem Platz Versammelten auch an diesem Weiheakt teilnehmen. Vor Beginn der Feier schritt der Führer, aus dem Remter kommend, die Fronten der Ehrenformationen ab. Als er dann die Halle betritt, empfängt ihn begeisterter Zuruf. Auch die über 800 Kreisleiter, deren große Tagung heute mit der Rede des Führers ihren Abschluß gefunden hat, nehmen an der Feier teil. Reichsinspekteur Schmeer begrüßte den Führer, der wiederum begleitet wurde vom Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und den Ehrengästen aus Bewegung, Staat und Wehrmacht. Darauf ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort. Dann übernahm her Führer von Dr. Ley die drei ersten Schulungsburgen der Nationalsozialistischen Partei, wobei er in einer Ansprache seiner Ueberzeugung Ausdruck gab, daß diese Schulen die Erwartungen erfüllen, die wir alle an sie knüpfen. Als der Führer geendet hatte, erfüllte minutenlanger Jubel die Halle. Alles erhob sich von den Sitzen. Unter dem Eindruck der Ausführungen Adolf Hitlers ertönte aus der Menge heraus das Horst- Weffel-Lied. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß Reichsinspekteur Schmeer den feierlichen Akt. Zur gleichen Stunde, während der Führer auf der Ordensburg Crössinfee aus den Händen von Dr. Robert Ley die Ordensburg übernahm, stiegen in der Eifel auf der Ordensburg Vogelsang und im Allgäu auf der Burg Sonthofen die Fahnen am Mast empor. Drei Ordensburgen des Dritten Reiches erlebten damit an diesem denkwürdigen Tage ihre Weihe. Drei Stätten wirken in Zukunft, um für die Bewegung ein Führerkorps beranzubilden, das Vorbild und Beispiel zugleich für die kommenden Geschlechter sein wird. Die Rede Dr. Leys. Bei der Einweihung der Burg Crössinfee führte Dr. Ley aus: Vor nunmehr fast drei Jahren hatten Sie, mein Führer, die gerade übernommene Gewerkschaftliche Schule in Bernau besichtigt. Sie sagten damals, man müßte dieses marxistische Bauwerk des Juden May für alle Zeiten erhalten, damit die Nachwelt sehe, wie die Zeit war. Damals sagten Sie auch. Sie wünschten, daß demgegenüber ein Bauwerk unserer Art gebaut würde, um die Gegensätze der beiden Welten, der marxistischen und Ihrer Weltanschauung, mein Führer, dem Volk« für alle Ewigkeit zu zeigen. Das was für mich Befehl. Sofort begann ich zu planen. Bereits im Frühjahr 1934 wurde der Grundstein zu dieser Burg gelegt. Alsdann folgten in der Eifel Vogelfang und im Allgäu Sonthofen. Was nun entstand, das sehen Die innere Einheit der nationalsozialistischen Weltanschannng König Fuad von Aegypten gestorben Heichsleiter Bosenberg spricht vor den Kreisleitern zustand igens und die Tatsache, innere ya»mng aucy v« Ideologie alter Mächte I Tat m Erscheinung getreten ist. einer zu bestaunen, die auch in uns bei der Besichtigung ein leises Gefühl des Neides auf das große Erleben, das den Kameraden bevorsteht, aufkommen lassen. Hessen-Raffans Mrernachwnchs ans der Ordensbnrg Vogelsang. Kairo. 25. April. (DNB. Funkspruch.) König Fuad von Aegypten ist nach kurzem schwerem Krankenlager am heutigen Samstagvormittag geworben. Oie erste Krankheitsbotschast. Seine Unabhängigkeit, innere Kompromihlosig. feit und Sicherheit des Ringens und die Tatsache, daß er sich außerhalb der „ ■* Oie Fahrt. NSG. Ahrweiler, 24. April, 14 Uhr. Punkt 5 Uhr beginnt in der Kreisführerschule zu Frankfurt eine aufgeregte Stimmung zu herrschen: der große Tag ist da, der den Führernachwuchs Hessen- Nassaus auf die Ordensburg bringen soll. In einen Omnibus verfrachtet zieht die Elite unseres Gaues hinaus, stolz, aber doch etwas mit banger Ungewißheit, da jeder weiß, daß im kommenden Jahr allerhöchste Anforderungen an ihn gestellt werden. Als unterwegs die letzte Neuigkeit bekannt wird, daß bei den verlangten Mutprüfungen außer alpinen Hebungen auch Fallschirmabsprünge gefordert werden, da wächst der Respekt vor dem, was kommen soll, ins Ungemessene. Kurze Aufenthalte in Bacharach und Boppard nehmen jedoch die Kursisten wieder derart von den landschaftlichen und baulichen Reizen des Rheinlandes gefangen, daß jede Hemmung schnell überwunden ist. In Koblenz wird unseren Freunden bie Überraschung zuteil, von dem Vertreter des Gauleiters Simon, seinem persönlichen Adjutanten Claus Jakobs, und den Gauamtsleitern W o l f r u m und Bang in ihrem Gaugebiet willkommen geheißen zu werden. Vom Ehrenbreitstein herüber grüßt sie noch einmal der Gau Hessen-Nassau, der ihnen Ausgang und hoffentlich für manchen auch wieder das Ziel sein wird. In Ahrweiler im herrlichen Ahrtal wird zum letztenmal Rast gemacht. Der Landrat, Kreisleiter Dr. Peter ©immer, ein alter hessen-nassauer Studentenbundskamerad, und der Kreiswalter der DAF. begrüßen unsere Jugend noch einmal vor dem entscheidenden Schritt. Auf der Ordensburg. NSG. Burg Vogelsang, 24. April, 15.30 Uhr. Begeisterte Freude bricht aus, als man von weitem Deutschlands bewährtes Luftschiff „(B r aj Zeppelin" sichtet. Kurz darauf sind wir endlich am Ziel. Schon geraume Zeit vorher ist in den Gesichtern unserer Mannschaft ein Wandel festzustellen: alles wird leuchtenden Auges kritifch gemustert, ohne daß es trotz Kälte, Gebirge und einem düster grau überzogenen Himmel der guten Stimmung Abbruch tun kann, selbst nicht der die Eifel noch stellenweise bedeckende Schnee vermag das. Der stellvertretende Kommandant und Schulungsleiter der Ordensburg, Parteigenosse Friedrich, nimmt die Hessen-Nassauer in seine Obhut, und es dauert nicht lange, dann verlieren wir sie aus den Augen. Sie tauchen unter und werden wohl bald die phantastischen Einrichtungen der Burg zu schweren Besorgnissen Anlaß. In von sieben Aerzten unterzeichneten Verlautbarung wird mitgeteilt, daß in der Erkrankung des Königs, einer ansteckenden Mundentzündung, eine Komplikation eingetreten sei. Sein Zustand habe sich infolge größerer Blutungen verschlechtert. Eine Amnestie des Führers. Berlin, 24. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat am 23. April 1936 unter Gegenzeichnung des Reichsministers der Justiz Dr. Gürtner ein neues Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit unterzeichnet. Das neue Straffreiheitsgesetz, für dessen Erlaß kriminalpolitische Erwägungen maßgebend waren, unterscheidet drei Gruppen von Straftaten, für die eine Gnadenvergünstigung gewährt werden soll: , 1. Diejenigen Fälle, in denen sich der Tater durch Uebereifer im Kampf für den nativ - nalsozialistifchen Gedanken bat hinreißen lassen. Ausgenommen sind vorsätzliche ^anD1 lungen, durch die der Tod eines Menschen herbei- g'esührt worden ist, sowie Handlungen, bei denen die Art der Ausführung oder die Beweggründe eine gemeine Gesinnung des Täters erkennen lassen. Die hiernach unter das Straf frelhettsgesetz fallenden Straftaten werden ohne Rücksicht aus die Höhe der rechtskräftig erkannten oder der zu erwartenden Strafe amnestiert. Noch nicht vollstreckte, rechtskräftige Strafen werden erlassen. Anhängige Verfahren werden eingestellt, wenn die Tat vor dem 20. April 1936 begangen ist, neue Verfahren werden nicht eingeleitet. 2. Die Fälle der politischen Nörgler und Schwätzer. Hier handelt es sich a) um Straftaten gegen das Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutze der Parteiuniformen vom 20. Dezember 1934 (RGBl. I Seite 1269) — mit Ausnahme der Zuwiderhandlungen gegen § 3 (Tragen von Uniformen bei der Begehung strafbarer Handlungen) und § 5 Absatz 1 (unerlaubter Handel mit Uniformen und Uniformteilen) —, sowie। um. ©trap taten nach § 134a und b RStGB. (öffentliche Beschimpfung des Reiches, der Partei und ihrer Gliederungen, der Fahnen ufw.) und Vergehen gegen den fog. Kanzelparagraphen (staatsfeindliche Aeuhe- rungen von Geistlichen; . , b) um Beleidigungen des Führers und Reichskanzlers und anderer leitender Persönlichkeiten des Staates oder der NSDAP, sowie um andere im politischen Meinungsstreit begangene Beleidigungen oder Körperverletzungen und sonstige strafbare Un- mutsäuherungen. London, 25. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Kairo gibt der Gesundheits- des Königs Fuad von Aegypten Straffreiheit tritt auch für Straftaten gegen 8 330a StGB. (Begehung strafbarer Handlungen im Vollrausch) ein, wenn diese Verübung einer der vorbezeichneten Straftaten zum Gegenstand haben. Bei dieser zweiten Gruppe der politischen Nörgler und Schwätzer tritt Straffreiheit jedoch nur für die leichteren Fälle, d. h. nur für diejenigen ein bet denen lediglich Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als sechs Monaten erkannt oder zu erwarten ist. Außerdem werden diese Falle nicht ohne weiteres amnestiert, vielmehr werden rechts- kräftig erkannte Strafen nur unter der Bedingung erlassen, daß der Täter nicht binnen eines Zeitraumes von drei Jahren nach Gewährung des bedingten Erlasses ein Verbrechen oder ein vorsätzliches Vergehen verübt. Ist das Verfahren noch anhängig, so wird es nicht ohne weiteres niedergeschlagen, sondern bis zum Urteil durchgefuhrt und die Vollstreckung der Strafe in gleicher Welse auf Wohloerhalten ausgesetzt. 3. Die sogenannten Bagate l l delikt e, d. h. alle sonstigen Straftaten, für die keine höhere Strafe als Freiheitsstrafe bis zu emem Monat ober Gelbstrafe, bei der bie Ersatzfreiheitsstrafe nicht mehr als einen Monat beträgt, rechtskräftig erkannt ober zu erwarten ist. Bei diesen kleinen ©trafen kommt es auf bie Art der Straftat, die Beweggründe usw. nicht an. Nähere Bestimmungen über bie Durchfubrung des Straffreiheitsgesetzes enthält die Verordnung des Reichsministers der Justiz vom gleichen Tage, die u. a. auch bestimmt, welche Gerichte über den Antrag auf Einstellung anhängiger Verfahren zu entscheiden haben und welche Rechtsmittel den Beteiligten zur Verfügung stehen. Geburtstagsglückwünsche des Führers für Generaladmiral paeder. Berlin, 24. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Rae der, anläßlich feines 60. G e - burtstages am 24. April 1936 folgendes Telegramm gerichtet: „Mein lieber Generaladmiral Raeder! Zu Ihrem 60. Geburtstage spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich verbinde hiermit meine besten Wünsche für Ähr persönliches Wohlergehen und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß mir Ihre wertvollen Dienste zum Aufbau der Kriegsmarine noch viele Jahre erhalten bleiben. Adolf Hitler." besonderen Feier ihrer Bestimmung übergeben werden soll, wurden die Reden Dr. Leys und des Führers von der Ordensburg Crössinsee Übertragen. Etwa 1500 Bauhandwerker, die den Bau haben vollenden helfen, Vertreter der westdeutschen Gaue der NSDAP, und zahlreiche andere Vertreter der Partei und des Staates versammelten sich in dem offenen Saal der Burg. Während sie noch auf die ^Übertragung warteten, kam von Norden das Luftschiff „Graf Zeppelin" von seiner Amenka- reise und grüßte den stolzen Bau. Bald klangen durch den Lautsprecher die Worte Dr. Leys und anschließend die des Führers. Oie Feier auf der Ordensburg Gontbofen. Sonthofen (Allgäu), 24. April. (DNB.) Mit- ten in die Allgäuer Berge ist in dem langgestreckten Rücken des Kalvarienberges über (Sonthofen die nationalsozialistische Ordensburg eingebettet In ihrer bodenständigen Holzbauweise paßt sie sich vollständig in die Landschaft ein. Gegenwärtig sind die Werkleute noch mit der Innenausstattung der bereits im Rohbau fertiggestellten Burg beschäftigt. Vor wenigen Wochen gab Reichsorganisationsleiter Dr. Ley bei einer Besichtigung dem Architekten und Leiter des Baues, Pg. Heinrich Giesler- Sonthofen den Auftrag, dem bereits stehenden Teil der Burg einen weit größeren Bau noch anzufügen. Bisher war die Ordensburg Allgau nur für die Aufnahme von 400 Parteigenossen eingerichtet, nun sollen die Bauten so erweitert werden, daß jeweils 1000 Mann hier untergebracht werden können. Am Freitagnachmittag marschierte die gegenwärtig etwa 200 Mann zählende Belegschaft des Baues, Politische Leiter, die Gliederungen der Be- roegung, sowie die Abteilung Sonthofen des Reichs- arbeitsdienstes im Burghof auf. Gauschulungsleiter Matheis gab ferner Freude darüber Ausdruck, daß Reichsorganisationsleiter Dr. L e y gerade das Allgäu erwählt habe, als es galt, den Bauplatz für die dritte Ordensburg zu finden. Sodann hörten die im Hof angetretenen Gliederungen und die Baubelegschaft die Rundfunkübertragung aus Crössinsee. Aus diesem einen Kern entwickeln sich nunmehr die Strebungen nach allen Richtungen, und die nationalsozialistische Revolution wird erst dann gesiegt haben, wenn auf allen Gebieten des Lebens diese innere Haltung auch durch die nach außen sichtbare stelle, sei das Geheimnis vom Sieg des Nationalsozialismus und das Vorzeichen unseres Weiterkämpfens. In diesem Kampf achte der Nationalsozialismus die religiösen Gefühle anderer Gemeinschaften, aber er verlange auch die Achtung unserer Weltanschauung. Diese Gesamthaltung des geistigen Charakters, so fuhr Reichsleiter Rosenberg fort, der den Mut aufgebracht hat, daß der Deutsche sich wieder zu sich selbst bekennt, die Entschlossenheit, in Schick- salszeiten auch seine Sache auf Nichts zu stellen, die Erkenntnis der rassischen Kräfte und Kampfe in der Dölkergeschichte und die unerbittliche Wertrettung der Charakterwerte: das macht die Einheit der nationalsozialistischen Weltanschauung aus. Sie, mein Führer, heute vor sich, und ich hoffe und glaube, daß es Ihnen gefällt. Das wir hier wollen, das ist in ganz kurzen Dorten gesagt: Wir wollen den Nachwuchs für die Führer der Partei, die Politischen Leiter, zu ganzen Kerlen erziehen. Ich will im einzelnen nicht auf die Grundsätze ein- aehen, die wir hier verwirklichen wollen. Mut, Kraft, Wille und Gehorsam können vor allen Dingen diese Männer mit hinausnehmen, wenn sie diese drei Jahre durchlaufen haben. Äch hoffe vor allem, daß diese Männer aus dieser Burg auch ein großes Erlebnis mit nach Hause nehmen für ihr ganzes Leben. Gewiß, wir haben das Glück, mein Führer, mit Ihnen die Kampfzeit durchlebt zu haben. Dieses Erlebnis wird nie wieder sein. Niemals werden andere dieses Glück haben dürfen. Aber trotzdem hoffe und glaube ich, daß diese Burgen in der Lage sein werden, allein durch ihren Anblick, durch ihre Schönheit und durch ihre Härte den Männern auf diesen Burgen ein ewiges Erlebnis zu sein. So übergebe ich Ihnen, mein Führer, diese drei Burgen als ein Geschenk der schaffenden deutschen Menschen, der Arbeiter, der Unternehmer, Handwerker, aller, die in der Deutschen Arbeitsfront vereinigt sind. Diese Burgen sind eine Dankesschuld für Ihr großes Derk und Ihren Wut, Deutschland befreit zu haben. Ein Gelöbnis lege ich gleichzeitig ab: Ich will alles, was an mir liegt, tun, daß in diesen Burgen Dünner erzogen werden, die Ihr großes Erbe würdig und treu verwalten. Auch ein weiteres Gelöbnis gebe ich Ihnen, mein Führer: Diese Männer, die hier hinausgehen, werden gehorchen gelernt haben, werden freu und Kameraden für das ganze Leben sein! Burg Vogelsang hört den Führer. DrbensburgBoge Ifang, 25. April. (DNB.) Auch in der an einem steilen Berge des herrlichen Urftsees in der Nordeifel sich erhebenden Ordensburg Vogelsang, die Ansang Mai noch in einer den neuen Führer der Wafd-Partei seit dem Tode Zaghluls 1927, zu stürzen. Als dessen Sturz sich gegen die englische Politik und König Fuad auswirken zu wollen schien, löste Fuad, offenbar auf Anraten Englands, das ägyptische Parlament zunächst für die Dauer von drei Jahren auf. Im Sommer 1929 trat Fuad eine zweite Europa- reife an, die ihn auch nach Deutschland führte. Von London, wo er gemeinsam mit seinem damaligen Ministerpräsidenten Mahmud Pascha weilte, kehrte er dann früher als beabsichtigt gewesen, jm August 1929 in fein Land zurück, weil durch die Verhandlungen mit der inzwischen zur Macht gekommenen Labour-Party ein für Aegypten unerwartet günstiges britisch-ägyptisches Abkommen er- reicht worden war. Durch dieses wurde die Unabhängigkeit Aegyptens insofern sicher- gestellt, als es eine eigene Vertretung im Völkerbund erhielt, die englischen Besatzungstruppen zurückgezogen, die englischen Konsulargerichte abgeschafft und durch gemischte Gerichte ersetzt werden sollten. v ... . Das Jahr 1930 wurde für Aegypten und König Fuad zu einem Krisenjahr erster Ordnung. Sobald sich herausgestellt hatte, daß für England die Unabhängigkeit Aegyptens nur auf dem Papier bestand, wurde die an Macht stark gewachsene Wafd- Partei, die nach dem Sturze Adly Paschas mit Nahas Pascha wieder zur Regierung gekommen war, bedrohlich aktiv. Fuad zeigte sich aber als starker Mann, er schickte Nahas Pascha heim, vertagte das Parlament auf unbestimmte Zeit und gab Aegypten im Oktober 1930 trotz aller Widerstände eine neue Verfassung, wodurch Parlament und Regierung ihre Selbständigkeit verloren. Oer polnische Ministerbesuch in Budapest. Budapest, 24.April. (DNB.) Die politischen Verhandlungen zwischen dem polnischen Ministerpräsidenten Koscialkowski und dem ungarischen Ministerpräsidenten G ö m b ö s begannen Freitag vormittag. Es nahmen daran teil der Außenminister von Kanya, der Budapester polnische Gesandte L e p k o w s k i und der ungarische Gesandte in Warschau Hory. Zu Beginn wurde ein polnisch-ungarisches Auslieferungsabkommen und ein Protokoll über die Förderung des polnisch-ungarischen Warenverkehrs unterzeichnet. lieber den Inhalt der politischen Besprechungen werden amtlich keinerlei Mitteilungen gemacht. In diplomatischen Kreisen besteht die Auftastung, daß eine eingehende Aussprache über die gesamte i n ■ ternationale Lage als notwendig empfunden werde. Man vermutet, daß auch die Stellungnahme der beiden Staaten zu der Lage der ungarischen und der polnischen Minderheiten in der Tfchechoslowakei erörtert worden ist. Die politischen Besprechungen wurden am Freitagnachmittag beendet. Weitere politische Verhandlungen werden nicht mehr geführt. Der polnische Ministerpräsident K o s c i a l k o w. s k i gab Freitag abend vor der internationalen Presse in deutscher Sprache eine Erklärung ab. Er betonte, daß ihn der außerordentlich herzliche Empfang, der ihm von der ungarischen Regierung und der ungarischen Nation bereitet worden sei, tief ergriffen habe. Er wolle deshalb feinen aus tiefem Herzen kommenden Dank aussprechen. Ebenso wie Ministerpräsident G ö m b ö s auf dem polnischen Königsschloß Wawel unter dem Eindruck der tausendjährigen, Polen und Ungarn verknüpfenden Bande gestanden habe, so empfinde auch er in Ungarn aufs tiefste die enge Verbundenheit, die seit Jahrhunderten die beiden Nationen umschließe. Ein derartiges Band könne aber nicht nur eine Erinnerung bleiben. Die Geschichte der letzten anderhalb Jahrzehnte habe erwiesen, wie irrtümlich die Ansicht sei, daß sich die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Nationen nur auf materielle Faktoren stützen könne. Das moralische und geistige Band zwischen der polnischen und der ungarischen Nation schasse eine natürliche und dauernde Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Achmed Fuad Pascha wurde am 26. März 1868 als Sohn des verstorbenen Khediven Ismael Pascha geboren. Der nach Kriegsausbruch 1914 von England abgesetzte Khediv Abbas Hilmi war sein Onkel. In Turin und Rom genoß er militärische Ausbildung. Dann trat er in türkische Militärdienste, wo er u. a. als Militärattache in Wien verwendet wurde. In Wien erlernte er die deutsche Sprache. Später kehrte er nach Aegypten zurück, wo er seine großen Güter bewirtschaftete, gleichzeitig aber auch vom Khediven mit amtlichen und repräsentativen Aufträgen betraut wurde. Auch bemühte er sich um das höhere Bildungswesen in Aegypten durch Schaffung einer Universität in Kairo. Nach der Entthronung von Abbas Hilmi wurde zunächst dessen Onkel Kussein zum Sultan von Aegypten ernannt. Nach dessen Tod im Jahre 1917 folgte ihm Achmed Fuad als erster Sultan von Aegypten auf den Thron. Im Jahre 1922, als die Engländer Aegypten als unabhängigen souveränen Staat — aber unter militärischer Aufsicht Englands anerkannten, nahm er als Fuad I. den Königstitel an und regelte die Thronfolge nach dem Erstgeburtsrecht in direkter männlicher Linie. Danach ist sein Sohn Prinz Faruk Thronfolger. Der frühere Khediv Abbas Hilmi wurde ausdrücklich vom Thronfolgerecht ausgeschlossen, nicht dagegen seine Nachkommenschaft. Die politische Stellung Fuads wurde durch die Proklamierung Aegyptens zum unabhängigen Staat nicht leichter, da einesteils das Erreichte der nationalistischen Opposition zu gering erschien, andern- teils Fuad beständig unter Englands Druck stand. Die Spannung zwischen den Parteien steigerte sich, und als König Fuad nach der Ermordung des Sir- dar Sir Lee Stark Ende 1924 die Kammer bis auf weiteres auflöste, schien die junge Selbständigkeit des Landes ernstlich gefährdet zu sein. Erst 1926 kam es zu neuen Kammerwahlen, nach denen England den Verzicht Zaghluls, des Führers der „Wasdpartei", auf die Kabinettsbildung erzwang. Im Sommer 1927 unternahm König Fuad einen politstchen Besuch in London, bei dem das Verhältnis Englands zu Aegypten grundlegend besprochen wurde. Bald danach gelang es England, den bisherigen Ministerpräsidenten Nahas ° Pascha, Der Abschiedsabend. NSG. Frankfurt a. M., ?3- April. Eine schlichte, aber in ihrem Verlauf würdige Abschieds- feier vereinigte am Donnerstagabend im „Kölner Hof" in Frankfurt Menschen, deren Aeuheres allem schon sie von einem Alltagstreffen abhebt. Ernste und doch wieder freudige Kameraden saßen beisammen, um für eine lange Zeit unseren Gau m höchster Berufung zu verlassen. Der Aelteste ist 34, der Jüngste 24 Jahre; alle Berufe sind bunt durcheinander gemischt: technische Angestellte, Studenten, Maschinenschlosser, Elektromonteur, Metzger Konditor, Molkereigeihilfe, Buchdrucker, Postschaffner usw. In einem aber sind sie alle gleich: es gibt keinen unter ihnen, der nicht schon mindestens vor 6 bis 7 Jahren — teilweise sogar schon vor 12 und 13 Jahren — als wftrklicher Kampfer sich erwiesen hätte. Von den 22 Berufenen aus dem Gaugebiet, denen dieser Abend gilt, sind 12 Träger des goldenen Ehrenabzeichens, und zwei dieser 22 haben eine höhere Parteinummer als 300 000! Sie sind alle charakterlich, leistungsmäßig und in rassischer Hinsicht eine wahrhafte Auslese unter den Besten unseres Gaues. Das ist Hessen-Nassaus Führernachwuchs, der zur Ordensburg Vogelsang in der Eifel einberufen ist. Ein jeder von ihnen weiß aus der Kampfzeit von Not und Leid zu erzählen: Arbeitslosigkeit, Geschäftsaufgabe, Abbruch des Studiums, dazu Saalschlachten, Straßenkämpfe, Verletzungen, Gefängnis, all das kann jeder als feinen Anteil am Sieg Des Nationalsozialismus in die Waagschale werfen. Mitten unter ihnen als alter Kamerad und Kampfgefährte sitzt Gauamtsleiter H e y s e als Vertreter des (Bauleiters. Aus feinen kurzen prägnanten Begrüßungsworten klingt freudiger Stolz auf diese Manner, die zwar jetzt aus dem Kampf- oerbanb Hessen-Nassau ausscheiden müssen, die aber ein tiefverwurzelndes Gefühl der Verbundenheit mit ihrem Heimatgau begleitet, das sie die kommenden schweren Tage überwinden läßt. Die Grüße und Wünsche des Gauleiters sind das Letzte, das ihnen auf den Weg mitgegeben wird. Noch einige Stunden frohes Beisammensein soll ihnen den Abschied erleichtern. Der Reichsfender fängt das Zusammengehörigkeitsgefühl dieser großen Familie mit dem Mikrophon ein, wobei es zu launigen Unterhaltungen kommt; Emil Seidenspinner vom Frankfurter Opernhaus trägt seinen Teil zur Kurzweil des Abends bei. Gaufchulungsleiter Ruder verabschiedet die Parteigenossen mit den besten Wünschen, bie bevorstehende Zeit so zu erleben, wie es im Sinne der Bewegung liegt. Berlin, 24. April. (DNB.) Als letzter Redner der Freitag zu Ende gehenden Tagung der K r e i s l e i t e r in Crössinsee sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg über das Fundament und die innere Einheit der national sozialistischen Weltanschauung. Nach dem Bericht des „Völkischen Beobachters" führte der Redner nach einer umfassenden Klärung der Begriffe aus, daß die Epoche der geistigen Völkerwanderung jetzt zu Ende fei, und er glaube, daß Deutschland zu sich selber heimgefunden habe. Das sei die große Tat, die mir Dem Führer verdanken, und in Der unsere Derpslichtung liege. Deutschland habe seht ;um ersten Male die geistige und weltanschauliche Situation erkannt, und es fei ihm der Führer erstanden, der die große innere Wendung des Volkes durch eine Idee erreichte. Gpekulationsskandal in London. Spekulationsgewinne aus der Zoll- und Gteuererhöhung in England. London, 25. April. (DNB.) Die geplante E r» Höhung des Teezolles und der E i n k o m - men ft euer ist kurz vor ihrer Bekanntgabe durch den Schatzkanzler an der Börse ruchbar geworden, so daß einige Spekulanten auf Grund ihrer Kenntnis beträchliche Gewinne einstreichen konnten. In politischen Kreisen hat dies erhebliches Aufsehen erregt. Der Führer der Arbeiteropposition, A t t l e e, hat bereits am Mittwoch einen Versuch unternommen, wegen dieser Angelegenheit eine amtliche Erklärung zu erhalten. Da dies vergeblich geblieben sein soll, wird die Arbeiterpartei nunmehr am Mvn- tag den Schatzkanzler noch einmal amtlich im Unter h a u s fragen, ob er nicht beabsichtige, die Sache zu untersuchen. Angesichts des unliebsamen Aufsehens, das die Sache errege, haben inzwischen sowohl das Schatzamt, wie auch die Börsen- l e i t u n g sich bemüht, klarzustellen, wie diese I n • diskretion zustande gekommen ist. Ein Ergebnis ist noch nicht zu verzeichnen. Schon jetzt scheint aber die Opposition entschlossen, die Angelegenheit zu einem Angriff gegen die Regierung zu benutzen. Der Spekulationsskandal erregt nicht nur in der Londoner City, sondern in der ganzen englischen Oeffentlichkeit beträchtliches Aufsehen. Die völlige Geheimhaltung des Haushalts bis zu seiner Bekanntgabe im Unterhaus wird in England als eine der am sorgfältigsten gepflegten Ueberliefe- rungen betrachtet. Um so größer ist daher die Erregung darüber, daß einige Spekulanten infolge des vorzeitigen Durchsickerns der erwähnten Haushaltsmaßnahmen in der Lage waren, große Gewinne zu erzielen. Der Ausschuß der Versicherungsgesellschaft Lloyd hat den bisher noch nie vorgekommenen Schritt unternommen, durch seine Agenten die Namen der Kunden feststellen zu lassen, die sich in letzter Stunde gegen eine Erhöhung der Einkommensteuer und des Teezolles versichern ließen. Die auszuzahlende Versicherungssumme beläuft sich auf mindestens 2 Millionen Mark, was mehr als das zehnfache der normalen Summe ist. Araber, Luden und Engländer. Ein Araberführer über die Lage. — Klagen über unerträglichen jüdischen Druck. Paris, 24. April. (DNB.) Der Leiter der arabischen Bewegung und Vorsitzende des muselmanischen Ausschusses, Fakhri Bey, hat dem Sonderberichterstatter der Havasagentur in Jaffa eine Erklärung zu der gespannten Lage in Palästina gegeben. Die Ursache der schlechten Beziehungen zwischen Arabern und Juden sieht Fakhri Bey vor allem in dem jüdischen Landerwerb der jüdi- schenZuwanderer. Nach einer Zusicherung der englischen Regierung aus dem Jahre 1930 sollte jede arabische Familie Anspruch auf 130 Acres Landbesitz haben. Seit 1933 hätten die Juden 1 250 000 Acres gekauft, und der durchschnittliche Grundbesitz der arabischen Familie sei aus 60 Acres zurückgegangen. Fakhri Bey erklärte dann: Die Araber haben viele Gründe zu der Annahme, daß die Mandatsregierung unter jüdischem Druck stehe. Sie befürchten, daß ihnen früher oder später nichts mehr von ihrem Lande bleibe und sie jeder Billigkeit zuwider zur Auswanderung gezwungen würden. Man macht uns unsere Taten zum Vorwurf. Wie konnten wir aber anders handeln? Die jetzigen Unruhen sind eine ganz natürliche Folge einer langen Politik der Verdrängung und des Unverständnisses. Die Araber werden jetzt den Kampf fortsehen bis zur Anerkennung und Verwirklichung ihrer Forderungen. Sie werden mit allen verfügbaren Mitteln kämpfen, mit berechtigten und unberechtigten, gesetzlich zulässigen oder unzulässigen. England muß die Sympathie des arabischen Volkes gewinnen, sonst werden die Araber nicht mehr auf der Seite Englands sein und auch politisch bei der nächsten Gelegenheit England als ihren hauptfeind ansehen." In den Außenbezirken der Städte Jaffa und Tel Aviv ist am Freitagabend der Ausnahmezustand vorläufig aufgehoben worden; für die Zentren dieser Städte ist er jedoch beibeljalten worden. Anderseits wird der arabische Generalstreik am Samstag eine Verstärkung erfahren. Die arabischen Autobesitzer und Chauffeure haben beschlossen, ab Samstag ebenfalls zu streiken. Die Sympathiestreiks in Amman und anderen transjordanischen Orten dauern an. Nach Pressemeldungen sind in Jaffa und Tel Aviv am Donnerstag abermals vierzehn Kommuni st en verhaftet worden. Viele Brand- st i f t u n g e n setzt man hier auf das Konto der Kommunisten. Nunmehr sind auch die ersten Gerichtsurteile gegen Unruhestifter ergangen. Wegen Aufruhr und Zusammenrottung sind Strafen bis zu 18 Monaten Gefängnis verhängt worden. Zusammenstöße in Indien. London, 24. April. (DNB.) In Puna in Indien kam es am Freitag zu schweren Zusammen st äßen zwischen Hindus und M o - hammedanern. 78 Personen wurden verletzt, davon 12 schwer. Die Menge brannte zwei mohammedanische Moscheen und vier Hindutempel nieder. Truppen stellten die Ordnung wieder her. Um weitere Unruhen zu verhüten, ist die Stadt in eine Art Belagerungszustand versetzt worden. Ein britisches Infanterie-Bataillon hat die Bewachung der Straßen und wichtigsten Punkte übernommen. Oer italienische Vormarsch seht weiter. Rom, 24. April. (DNB.) Marschall B a d o g - I i o 5 Heeresbericht Nr. 194 lautet: An der N o r d f r o n t besetzte eine Abteilung der Erythräa-Truppen, die ihren Ausgang von Dessie genommen hatte, den Ort 11 o r r a i I u, ohne Widerstand zu finden. An der Somali-Front dauert unser Vormarsch in allen Abschnitten an. Im Tal des Fasan besetzten wir Godadde und Ga- b r e t) o r. Unsere Flieger bombardierten feindliche Verteidigungsstellungen auf der Linie Sassabaneh— Dagamodo. Auf dem Weg nach Addis Abeba Asmara, 24. April. (Vom Kriegsberichterstatter des DNB.) Am Donnerstag besetzte eine Kolonne Askaris, ohne irgendwelchen feindlichen Widerstand zu finden, die Ortschaft W o r r a i I u , die 70 Kilometer südlich von Dessie am Wege nach Addis Abeba gelegen ist. Diese Ortschaft ist der Mittelpunkt der volkreichen Gegend von Legagora. Die Truppen fanden gefüllte Lebensmittellager und zahlreiche guterhaltene Kraftwagen vor, die von den Abessiniern zurückgelassen worden waren. Der Ne- gus hatte hier eine Zentrale zur Versorgung der Nordarmee eingerichtet. Die Bevölkerung und die Geistlichkeit bereiteten den einziehenden Askaris eine freundliche Aufnahme. Meldungen, nach denen dieser Tage in der Gegend zwischen Dessie und Addis Abeba heftige Kämpfe stattgefunden hätten, entsprechen, wie weiter gemeldet wird, nicht den Tatsachen. „Die Lage verzweifelt." Der englische Bölkerbundsverband fordert Schließung des Suezkanals. London, 25. April. (DNB. Funkspruch.) Der Vollzugsausschuß des englischen Völkerbundsverbandes hat beschlossen, die englische Regierung aufzufordern, auf der nächsten Völkerbundsratstagung in Genf die Trennung sämtlicher Verbindungen zwischen Italien und der italienischen Armee in Ostafrika zu beantragen, d. h. den Suezkanal zu schließen. Dieser Beschluß der englischen Dölkerbundsorga- nisation wurde am Freitag von Lord Lytton, dem Führer der seinerzeit nach der Mandschurei entsandten Völkerbundskommission, in einer öffentlichen Versammlung in Edinburgh bekanntgegeben. Der Verband sei, so sagte Lord Lytton, zu dem Schluß gekommen, daß die Lage verzweifelt sei, und daher verzweifelte Metho- den erfordere. Um seinen Standpunkt zu unterstreichen, habe der Völkerbundsoerband beschlossen, am 8. Mai drei Tage vor der nächsten Ratssitzung eine Massenversammlung in der Londoner Albert Hall zu veranstalten. Gondak. Von unserem Or. Ho.-Kriegsberichierstatier aus italienischer Seite. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Gondar, Mitte April 1936. Gondar, das die Italiener zu Beginn des Monats besetzt haben, ist die Hauptstadt von Wv- ghera, eines zur großen Provinz Amhara gehörenden Gebietes. Die Stadt entstand zur Zeit des abessinischen Kaisers Susenios, der in der altabessinischen Geschichte bekannter ist unter dem Namen „Sultan Segad" (1609—1632). Susenios gab den Einflüssen der portugiesischen Jesuiten, die sich im Lande breit zu machen begannen, nach und bat den Papst in Rom um die Entsendung eines katholischen Patriarchen. Susenios' Sohn und Nachfolger Fasilidas (1632—1665) jedoch verjagte die Jesuiten und mit ihnen den Patriarchen Mendez. Er stellte die alte Tradition wieder her und erhob Gondar zur Hauptstadt des Reiches. Der Name soll nach einer Überlieferung herzuleiten sein von den Sprachelementen „gon“ und „dar“, was in der Sprache der die Gegend bewohnenden judenstämmigen Felascha Allste" bzw. „Regierung" bedeutet. Diese Felascha, die in unvordenklichen Zeiten aus Palästina eingewandert sind und sich in gewissen Teilen des Semienplateaus noch heute rein erhalten, haben sich in der Gegend von Gondar stark mit der übrigen Bevölkerung vermischt, jedoch die jüdische Religion beibehalten. Sie hatten im Lauf der Jahrhunderte blutige Kämpfe mit den Kopten und Muselmanen zu bestehen. Wer von Norden kommend sich Gondar nähert, erblickt von den ösllichen Ausläufen des 2783 Meter hohen Gadfchberges auf einer bewaldeten, bis zu 2270 Meter ansteigenden, von zwei kleinen Flußläufen umgebenen Anhöhe ein wirres Durcheinander von Türmen, Minaretts, mittelalterlichen Bauten, ein Durcheinander, das einer gewissen Ordnung jedoch nicht entbehrt. Am Fuß der Anhöhe liegt der Stadtteil der Felascha, weiter oben der der Muselmanen, auf der Kuppe das Viertel der Christen mit dem Sitz des koptischen Bischofs und den alten kaiserlichen Schlössern. Diese Schlösser haben trotz vielfacher Brände und menschlicher Zerstörungswut die Harmonie ihrer Linien bewahrt. Sie sind unter Kaiser Fasilidas von abessinischen Arbeitern unter Anleitung portugiesischer Baumeister erstellt worden und tragen unverkennbar sizilisch-normannischen Charakter. In den Höfen, Säulengängen und Festräumen blicken Fresken und Skulpturen auf den Besucher hernieder, die den „Löwen von Juda" verherrlichen. Am grandiosesten wirkt zweifellos der Palast des Fasilidas, dessen Hauptteil von vier gewaltigen runden Türmen gestützt wird, die eine gewaltige Kuppel tragen. Es würde zu weit führen, eine eingehende Beschreibung der wie mittelalterliche Festungen anmutenden Bauten, ihrer Geschichte und der sie umrankenden Sagen zu geben, obwohl es. wert wäre, sich mit den unermeßlichen Schätzen dieser Stadt näher zu befassen. Von Gondar aus schaut man weit in die Lande. 35 Kilometer südwestlich kann man die spiegelnde Fläche des Tanasees deutlich wahrnehmen. In den Zeiten des Glanzes, wo sich Kaufherren und Abenteurer aus aller Herren Länder, namentlich aus Portugal, hier ein Stelldichein gaben, zählte Gondar fast 40 000 Einwohner. Heute leben in der Stadt nur noch 3000 Menschen, die sich in der Hauptsache mit der Holzbe- und -Verarbeitung beschäftigen. Gondar hat manche Stürme über sich ergehen lassen müssen. Es sei lediglich erwähnt, daß die Mahdisten es 1800 überfielen und 25 Kirchen in Schutt und Asche legten. Im vorigen Jahrhundert hat Negus Theooor gegen die einstige Reichs- Hauptstadt gewütet. Zweimal zog er gegen sie zu Felde, wobei, wie man behauptet, 6000 Bewohner kurzerhand niedergemacht, und der größte Teil der Kirchenschätze geraubt worden sind. Besprechungen in Hom. Rom, 24. April. (DNB.) Der englische Botschafter Sir Eric Drummond und der französische Botschafter Graf Chambrun sind am Freitagnachmittag nacheinander von Staatssekretär Suoich empfangen worden. — Von zuständiger italienischer Seite wird erklärt, die Unterredungen seien eine normale Entwicklung der zwischen den drei Regierungen vorhandenen Fühlungnahme; eine besondere Bedeutung oder Wichtigkeit komme ihnen nicht zu. Moskau revolutioniert Westeuropa und Gens. Ein Warnruf des päpsttichen Organs. Rom, 25. April. (DNB.) In einem Leitaufsatz weist der „Osseroatore Romano" auf den Einfluß Moskaus auf die Entwicklung der Politik in Westeuropa und auf die Krise des Völkerbundes hin. „Es gibt", so betont das vatikanamtliche Blatt, „Tatsachen, die in ihrem unmittelbaren Druck auf die politischen Ereignisse nicht genügend beachtet werden. Hierzu gehört die Tatsache der kommunistischen Durchdringung der westeuropäischen Politik. Es handelt sich heute nicht mehr um ein heimliches, illegales Vorgehen, sondern um eine klareingestandene Revolutionstaktik, die in Spanien und Frankreich die Wähterorganisa- tion der Volksfronten beeinflußt und in Genf die Krise der Völkerbundsorganisation erheblich verstärkt. Bei der Erörterung der Ursachen der Völkerbunds- frife kann man die Erwägung nicht außer Acht lassen, daß durch die Ausnahme <5*o wjet- ruß l a n d s in den Völkerbund Störungen und Gleichgewichtsoerschiebungen heroor- gerufen worden sind." Hierzu zitiert das Blatt einen Aufsatz des „Journal de Geneve", um dann hinzuzufügen: „Man muß sich vor Augen halten, was das moralische Prestige für eine Einrichtung, die keine militärische Macht hat, um ihren Willen durchzusetzen, bedeutet, wenn man die Gründe der Genfer Krise werten will. Nicht so sehr auf die Einzelbeschlüsse, als vielmehr gerade auf das nun heute erschütterte moralische Prestige hat die Zulassung des Kommunismus in Genf einen verwirrenden und störenden Einfluß ausgeübt." Das Blatt geht dann auf die fowjetrufsifche Taktik und Propaganda in Spanien ein und stellt hierbei drei Zeitabschnitte fest: 1. den Abschnitt der Mäßigung vor den Wahlen, um auch die Stimmen der Bürgerlichen zu erhalten; 2. den Abschnitt der Ueberlassung der Macht an die bürgerlichen Gruppen, um den Linksgemäßigten so die Verantwortung für die Maßnahmen zuzuschieben, die das soziale Gefühl erschüttern; 3. den Abschnitt der Verwirklichung der revolutionären Ziele. Das Blatt sieht den Augenblick der dritten Phase bereits gekommen, da der „spanische Lenin" Largo E a b a H e r o die kommende Diktatur des Proletariats, die sich auf die Gewalt begründet, schon angekündigt habe. Der „Osservatore Romano" weist dann darauf hin, daß französische Linksblätter die spanischen Ereignisse in ihrer Bedeutung zu mindern versuchten, um die französischen Wähler zu beeinflussen. Abschließend teilt der „Osseroatore Romano" die Besorgnisse des „Temps" bezüglich des Einflusses, den der binnen kurzem zu wählende Staatspräsident auf die Ereignisse in Spanien noch haben könne. Die Extremisten beherrschten die spanischen Linksparteien vollkommen und seien nicht bereit, auf revolutionäre Mittel zu verzichten, von denen sie eine neue sozialistische Ordnung in Spanien erwarteten. Dies sei das ernste Problem des dritten revolutionären Abschnitts, wie er von den Technikern der Komintern durchaus vorgesehen sei. „Inzwischen", so schließt das Vatikanblatt, „grüßt Moskau die spanischen und mongolischen Brüder: Die Gewalt steht auf der Tagesordnung für die gesamte Zivilisation und für alle Breitengrade." Moskaus Agenten sind da. Madrid, 25. April. (DNB.) 121 spanische 5D1 ar giften, die nach der Oktober-Revolution nach Sowjetrußland geflüchtet waren, find am Freitagabend in Madrid eingetroffen. Am Bahnhof, wo sich auch Vertreter der Stadt und der marxistischen Organisation eingefunden hatten, bildete sich ein Kundgebungszug, der vor dem Rathaus von Bürgermeister Petro Nico begrüßt wurde. In rechtsgerichteten Kreisen vermutet man, daß ein großer Teil der heimgekehrten Marxisten in Moskau Revolutionsunterricht erhalten habe und sich nun in Spanien als kommunistische Agenten betätigen werde. Schwedischer Millionenkredit an Sowjetrußland? Stockholm, 24. April. (DNB.) Die schwedische Presse bringt am Freitagabend eine Nachricht, wonach von schwedischer Seite an Sowjetrußland ein Millionenkredit gewährt worden sei. Diese Nachricht, die bereits am Vortage von einigen Zeitungen gebracht worden war, ist bisher von amtlicher Seite nicht dementiert worden. „Aftonbladet" weiß in diesem Zusammenhang über große englische Bestellungen bei der größten schwedischen Waffenfabrik in Dofors zu melden. Es soll sich danach um einen Lieferungsauftrag in einer Gesamthöhe von etwa 10 0 Millionen schwedisch en Kronen für Luftabwehrgeschütze und Maschinengewehre für Flugzeuge handeln. Trotz wiederholter Dementis der Dofors-Werke glaubt das Blatt an dieser Meldung festhalten zu können und weist u. a. auf die erneut steigende Tendenz der Defors-Aktien an den Börsen hin. Französische Wünsche in London. Paris, 24. April. (DNB.) Der französische Botschafter in London, (Torbin, hat, wie nunmehr bekannt wird, dieser Tage den Ständigen Unterftaatssekretär im Foreign Office, Danfit- t a r t, aufgesucht und diesem b e st i m m t e Wünsche der französischen Regierung bezüglich der an D e u t s ch l a n d zu richtenden Fragen übermittelt. In unterrichteten Kreisen wird betont, daß der französische Botschafter nicht etwa eine Note überreicht fyabe, daß aber eine ein* aehende Besprechung der gesamten Frage erfolgt fei. Eden werde die französischen Wünsche eingehend prüfen. Stoßtrupp Hitler 1923 in Stettin Stettin, 24. April. (DNB.) Am Freitagvormittag trafen die Angehörigen des „S t o ß t r u p p s Hitler 1 923" in Stettin ein, wo sie für mehrere Tage eine kameradschaftlicheZusammen- f u n f t vereinen wird. Im Braunhemd, mit der feldgrauen Kappe der ersten Kampfzeit und der SS- Kampfbünde, dem Blutvrden an der Brust, neben den anderen Auszeichnungen, so entstiegen sie dem Zuge. Zu ihrem Empfang hatten sich neben den Stettiner Stvßtruppmännern, Pg. F v b k e, Pg. Dr. Krug und Hauptmann Herrsche!, mehrere Ehrenstürme und Tausende von Volksgenossen eingefunden. Vor dem Hauptbahnhof hielt Dr. Krug eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß sich auch heute noch der Führer immer auf seine alten Stoßtruppleute verlassen könne. Um 12 Uhr fuhren die alten Stoßtruppleute nach Burg Crös- s i n f e e weiter, um an den Einweihungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Abends trafen sie wieder in Stettin ein, wo sie im Rathaus der Stadt von Vertretern der Behörden, der Wehrmacht und der Partei im Rahmen eines feierlichen Empfanges begrübt wurden. Oberbürgermeister Faber wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß wir heute den Männern zu ganz besonderem Dank verpflichtet seien, die sich als die ersten politischen Soldaten dem Führer zur Verfügung gestellt haben. Er betonte, daß der Stoßtrupp Hitler 1923 am 8. und 9. November 1923 eine entscheidende Rolle gespielt habe, daß es ohne dessen Treue und Einsatzbereitschaft dem Führer damals nicht möglich gewesen wäre, das deutsche Volk aus seiner Verzweiflung und seiner Lethargie herauszureißen. Der Stoßtrupp habe damals die Aufgabe, die der Führer ihm gestellt habe, restlos erfüllt. Darum fei es unsere Pflicht, dieser Männer auch heute noch in Dankbarkeit zu gedenken. Der Oberbürgermeister schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Stoßtrupp. Als Sprecher des Stoßtrupps dankte Hans Kallenbach, einer der Zugführer des früheren Stoßtrupps, dem Oberbürgermeister und der Stadt Stettin dafür, daß sie dem Stoßtrupp die Feier des 12. Jahrestages feiner Verurteilung in München ermöglicht habe und daß es die Stadt den Stoß- tvupp-Männern weiter ermöglicht habe, auf Burg Cröffinfee dem Führer gegenüberzustehen. Wir sind gerührt, fast hingerissen, so sagte er, von dem überaus herzlichen Empfang, der uns in Stettin zuteil wurde. Wir, die wir aus dem Süden kommen und zum ersten Male in Pommern sind, haben damit ein Erlebnis, an das wir immer denken werden. Er schloß seine Ansprache mit einem Treuegelöbnis auf den Führer. Als Vertreter des Befehlshabers im Wehrkreis II, Generalleutnant Blaskowitz, überbrachte Generalleutnant Gehrke die Grüße des Befehlshabers. Darauf marschierten die Stoßtruppmänner in geschlossenem Zuge unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Konzerthaus, wo ein kameradschaftliches Zusammensein stattfand. Kunst und Wissenschast. Reichslagung des kulluramles der HF. Das Kulturamt der Reichsjugendführung hat vom 24. bis 27. April in Heidelberg seine diesjährige Reichstagung einberufen. Die Tagung wird den Auftakt zum großen Heidelberger Arbeitslager im Juli dieses Jahres bilden. Außer dem Reichsjugendführer und dem Stabsführer werden namhafte Dichter, Schriftsteller, Musiker, Filmschaffende sowie Vertreter der Formationen der Bewegung teilnehmen. Wetterbericht des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weitere Fortschritte gemacht. Durch den Aufbau eines Hochdruckgebietes über Frankreich werden die vom Atlanttk ankommenden Wirbel auf immer nördlichere Bahnen gedrängt. Wenn sich auch zur Zeit in Nord- und Mitteldeutschland unter Schneefällen noch eingedrungene Kaltluft auswirkt, so sind doch neue Kaltlufteinbrüche vorerst ausgeschlossen. Die in der Höhe noch immer vorhandene Westströmung läßt zwar noch keine volle Beständigkeit aufkommen, doch wird sich der Witterungscharakter wesentlich freundlicher als seither gestalten. Aussichten für Sonntag: Häufig aufheiternd und weiter ansteigende Tagestemperaturen, doch besonders nach Norden hin noch nicht ganz regensicher, zunächst westliche Winde. Lufttemperaturen am 24. April: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 25. Mai: morgens 7,3 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum heute nacht 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 7,6 Grad; am 25. April: morgens 6,3 Grad. — Sonnenscheindauer 1,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellverttetender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Vertretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig. Paidi Doppelherz isf d. bewöhrteNerven- MttMjWq kräftigungsmittel. F. Wöchnerinnen, 1,95 RAA, 370 RM Flaschen zu | Mietgesuche | LRiir2663Da.d.G.A. 63 steht zu ver- 2653 D en. Gleiberg 49. 3-Zimm.-Wohn. Steinstraße 68 p Verpfleg., gut Grund", Wieseck, Seltersweg 33 bürgert. Küche. Grin 5d)i. Ana. unt. Inhc 2647Da.b.@.aJ L taber: [2648D ScheperS, Hornhaut9611' Vollständig eingerichtete 1. 6. z. verm. Zu erfr. i. d. Geschst. d. G. A. [264oD mäßigten Grund» preis von 5 Pf. für die Millimeter» reüe veröffenwcht '21. Becker, Kevlerstraße 9. £gI.38O4 iriiD Kataloge bet Brühl, GleBen zu verm. [oisse Krenzvlatz 12. Neben dem soeben begonnenen täglichen Roman im Gießener Anzeiger wird vom 3. Mai an in der wahlfreien Wochenbeilage Seltersweg 67 1 Büroräume 7-Zimin.-Wolinuiig tag beseitigt' sicher schmerzlos radikal Heizung, Glas- Verandau.Dach- für Langholz u. Langeisennimmt Aufträge entgeg. Schr. Ang. unt. 2651Da.d.G.A. Schöne 6-Zim.- Wohnung m. Balk., Bade» zimmer u. Zub., Liebigstr. 37, (b. Versetzung frei), ab 1. Juni zu vermiet. [2660D Näh. 91. Becker, Keplerstraße 9, Telephon 3804. sofort ges. [oi93o —............... Ludwigstr. 8 1.12663D a. d. G.21. (Es ist der Roman eines jungen Mannes, dem man auf abge. feimte Weise eine große ihm anvertraute Summe stiehlt. (Er verliert infolgedessen seine gute Stellung, und die unmittelbar bevorstehende Heirat wird unmöglich.-Wie Eberhard Stiessen, ein echtes Kind unserer Zeit, mit Willenskraft und nie versagendem Eifer den abenteuerlichen Kampf gegen zwei Dunkelmänner aufnimmt, wie er vor keiner Mühe und Gefahr zurückschreckt, um seine Ehre zu retten, wie ihm seine Liebe zu einem tapferen Mädchen wieder neuen Lebensmut einflößt, und wie er schließlich helfen kann, die verwickelten Fäden zu lösen, das ist das Handlungsreiche und mitreißende Geschehen in diesem neuen Roman. Der Verfasser führt uns aus dem hastenden Weltstadt, getriebe in das Spitzweg-Idyll einer deutschen Kleinstadt, und gerade hier, in der „Apotheke zur goldenen Gans" findet die verwickelte Handlung ihre Lösung. Ein Roman, der - nicht ohne Humor - mitten aus dem Leben heraus geschrieben wurde, der sich folgerichtig entwickelt und von allem Unwahrscheinlichen fernhält. Alleinvertretung: R. Schönau Bahnhofstraße 76 Kein Schautenst. Auswärtige SWellnnen finden bei einer alleinsteh. Dame in gutem Privathause, Nähe Universität, gute Unterkunft m. voll. Einfamilienhans mit Stall und Garten, in der Nähe v. Gießen, zum 1. 5. oder 15. 5. 1936 zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01898 a.d.G.A. 2 Bettstellen 1 Kleiderschrank 1 Nachtschrank 1 Puppenwagen 1 schw. Herd 1 elektr. Lamve 1 Sessel Bilder, iSvieitzel Herrenschuhe, Gr. 45 [oi9O5 alles sehr billig, zu verkaufen. Hofmannstr. 4 p Zum 1. Juli od. früher schöne 3-Zimmer- Wohnung zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt* 2644Da.d.G.A. 2 HoöerDoote Zöaööeiöoote guterh.,fabrber., zusamm.od.getr. vreisw. abzugeb. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gieß. Sins. [Pisas $rau oder Mädchen f. halbe Tage ges. Wo?sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz. oisoo Bahnhofstraße Nr. 44 2638 A MllllWN in teder Größe sucht ständ.i8O5v Büro Kirchner, Seltersweg 8. Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.BJO FranzVofilACo., Gießen Seltersweg 44 IBr A 5-6-Simmet» Woönono gesucht. Evtl. Jahresmietevor- aus.Schr.Ang.u. 01902 a.d.G.A. Großer ßeidepsetok 1 Tisch und 1 Wäschemangel zu verk. [01907 Löberstraße 2 I. Daag-Lastwagen zu verkauf. 01922 Näh. u. Besicht, bei Medebach, Marb. Str. 22. Zorn 1. Mai großer u. kleiner Saal "te* Gastwirtschaft „Zum kühlen Sammetjüget vertilgt jedes Ungeziefer. [01926 Schomber, Gießen, jetzt Kirch- slraße 20. Sachverständig. i.Ge- richtsangelegenb. 2 leere Zimmer evtl. 1 Zimmer mit Küche, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 2648Da.d.G.A. Wenig gebrauchter zweispännig. Pferd e- Wagen Frankfurt am Main Plerde-Mäikte am 28. AprU. 26. Mai, 7. Juli, 18. August und 6.0kt. 1936. Durchschn. Antrieb 400 Pferde aller Rassen, auch Schlachtpferde,größte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehl. Besicht, u. Handel tags zuvor (Mont) verbot. 2 Zimmer u. Küche Nähe Nahrungs- bergod.Llch.Str. zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt. O1929 a.d.G.A. Leichter [oi8?4 Einspänner- und 1 leichter Kuhwagen sowie 1 Pflugkarren neu, Bill, zu verk. Steinbach, Ad.-Hitl.-Str.llO Heinrich Jung, »Znm Afller« Ummer Fahrräder Vertreter: Jakob Schupp Bahnhofstraße 27. Fernsprecher 3281. Ständige fflnna/jme von fämtl. Altmaterial u. Flaschen geg. sofort. Kasse in mein. LagerNeuenw.6 Hrcb. Schneider Bestellung, werden sof.abgeholt. Deutsch.Geschäft bieten wir energ., strebs. Pers, jed. Standes d. Uebertragung ein. Reisevertretung (Besuch v. Landw.) b. sehr hoh.Proviswn. Kein Vorschuß od. Spesen. Nur Leute m. gut. Leumund (ohne Vorstrafen) woll.sich bewerben. Angeb. u.L.4282 nn ALA Anzeig.- A. 6., München M 5. 2598V. oi924 M verm. [01925 ! Weserstr. 27IIII. 1 kl. abgeschloss. 3-Zimm.-Wohn. m. gr. Balkon u. Zubeh., evtl, mit Dachz., I. Stock, Neubau,Ostviert. an einz. Dame od. ält. kinderlos. Ehep.z.l.6.36zu verm.Schr.Ag.u. 01901 a.d.G.A. Große 4-Zimm.-Wohniing m. Küche, Bad, Balkon u. Gart., i. d. Nähe von Gießen (Bahnstation) sofort od. 2deutsch.Schäser- bunde, geb. 2. 2. 36,VaterOrkalv. Holzheimer45i268, Äiutter Burka v. Kohlweg 387334, sofort billig zu verkauf. [2632D Steinberg bei Gießen, Ferd.-Werner- Straße 23. Preisliste undfrobenknstaiE Kbmäüq G IESS01-HiHDENBUR6Väif5 Jg. Kaufmann, bis zu 24 Jahren, für eine Weinhandlung en gros und en detail für Laden u. Büro sofort gesucht. Bewerbungsunter- 1 agen u. M. P. 525 an d. Geschäftsst. d.Wetzlar. Anzeig., Wetzlar. 2633D in verkaufen 3 zweit. Kleider- schränkeldoppel- svind.), 1 eintür. Kleiderschrank, 1 elektr. Lampe, 1 Garderobeständ. (Schmiedeeisen), 12 neue Holzst., 8 eis. Bettstellen, 2 kl. Wandreg., 1 Bücherregal, 4 starkeTische,lpol. Bettst.m.gepolst. Sprungr., 1 kl. Rohrt., 1 Wandschirm, Wandbr., kl. Tisch, Nutzb.- Etagere.Anzusch. Keßler L Merkel Kreuzvl. 8 [0102? Anhänger-Vertrieb J. Kahl Frankfurt a. M. 17 Savignystr. 53 — Tel. 72978 a601D ccbön Klartgduf^ hfltc | Vermietungen | Mod. Einfamilienhaus mit komvl. Bad, Balkon, Gart. u. fämtl. Zubehör, sch. Lage, 9 Räume, od. neuzeitl. 3-Zimm.-Wohn. m. Bad u. Mädchenzimmer geg. Darl.v.5OOOMk. geg.dovv.Sicher- heitsofortod.später zu vermieten. Schr. Ang. unt. 019OO a.d.G.A. Si .•MS""» reiche n»« tHW**-* Schlafzimmer mit Kapokmatratzen prompt lieferbar. 2655 a Ma Anzeigen - Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Beiticbnften (Sieten, Stbulktvake Z Zum 1. Mai meine Lokale für 200 Personen noch frei! Restaurant „Stadt Lieh“. Unfallverhütende Sicherheits-Kupplungen für Lastwagen und Tüchtig., sauberes Alleinmädclien bis 25 Jahr., das perfekt kochen u. backen kann, in besser. Haushalt nach Frankfurt a. M. sof. ges. Schr. Ang. unt. 2617Da.d.G.A. Jreundl., ehrl., nettes Mädchen f. Haus u. Geschäft sofort ges. Bäckerei, Kond. und Cafs Hch. Weimar, Franks. Str. 41, Tel. 28 33 126211) in Gießen sofort billig zu verpachten. Schr. Ang. unt. 01896 a.d.G.A. Ordentliches Mädchen zum 1. Mai gesucht. [2657 D Kaiserallee 4 p. Verkäufe ~~| Junge gelernte Friesenkuh in 3 Woch. kalb., steht zum Berkaus bei [2626D Robert Knorz, Niederkleen 61, Wetzlar-Land. Garage im Seltersweg Ans. Mai preiswert zu vermiet. Schr. Ang. unt. 01923 a.d.G.A. Fahrbettchen und anderer Art und Größen Kinderbetten — mit und ohne Ausschlag Tücht, erfahrenes Allßinmädclien ev., in 3-Pers.- Haush. baldigst gesucht. [ 26241) T. Bettmann, Offenbach a.M., Wilhelmsvlatz 3. Optiker Magnus 2661 A ?-3li*er- »AMI Laden mit$ai),SaIfon, "UUVI1 Innnen-? MmaLtzolz abzugeb. Bestell erb. wir v Post! DamplsägewerkLollar B.NuhnA.6..Lollar. Trockenbett oder Windel- pack beziehen Sie preiswert bei Sevtvetev für d. Verkauf v. Bohnerwachs an Großverbraucher f.Gießenu. Umgeb, gegen hohe Prov. ges. Offerten unter F. B. 293 an „Wefra“, Frankfurt a. M. Kaiserstr. 5 2611V CSieubau) mit. seÄbs Wppkslalt (Bahnstation) ab HülMlUll und 4,65 RM, Doppelherz-Dragees 1,50 RM. C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms- Laubaeher Drog. Karl Klein. 274V Verkaufe 1 Jahr altes Rind (Vogelsb.,gekört) Hattenrod, Erbseng. 3 [2606 v Siflöttfiefliei («ifteßen 26280 Sonnt., 26. Apr. 19-21.30 Uhr Nutz. Abonnem. Preise von 0,50 bis 3,— RM. Tiefland. Over v. Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleit.: Paul Wrede. Dienst., 28.Avr. 20-22.30 Uhr Erstausführung Schwarze Husaren. Mittw., 29.Avr. 19.30-22 Uhr Towarisch. Donn., 30. Apr. 20-22.30 Uhr Schwarze Husaren. (28. Freitag- Abonnement.) Freitag, 1. Mai Geschlossen! Sonnt., 3. Mai 19-21.30 Uhr Setreiötin Selbständ.Korrespondentin, perfekt in all. vork. Büroarb., sucht vorerst für halbe Tage od. abends Beschäftig. Evtl. Aus führ. v. Dissertation. - Ma- Die Illustrierte des (Siebener Anzeigers ein neues großes Romanwerk von Olaf Bouierweck erscheinen unter dem Titel Beginn der Prämiierung vor- Landaufenth.für mittags 9 Uhr, der Versteige - vens.bess.Beam- rung 11 Uhr. tenfam. Schöne, Es kommen 40 Jährlingsböcke des deutschen schwarzköpfigen Fleisch- -Wobn schafes zum Verkauf. Für samt- A^r^isek,Klos.^ liebe auf der Versteigerung er- Keller,Gartenan- worbenen Böcke wird ein 30%iger teil u. Holzraum, Zuschuß gewährt. -essv sofort zu verm. Landesverband der Schafzüchter grre®roe.stiSt Suche f. meinen Sohn mit höh. Schulbildung Lehrstelle in Lebensmittel- gesch. od. verwandt. Branch. Schr. Ang. unt. 01916 a.d.G.A. Baosmättffl zum 15. Mai gesucht. Schr. Ang. unt. 01869 a.d.G.A. Zum 1. Mai rimezimmer zu vermiet. 01921 mein Lokal, 120 Personen fassend, Tammskr. 36 I. noch frei. Für gute Stimmungs- Seo. Zimmer Zuverläss.,saub., ehrliches [01917 Mädchen evtl. Tagesmädchen, das etwas nähen kann, zum l.S.ob pät.ges. Löberstr. 5 HL Schöne, sonnige 5-Zimmer- Wohnung m. Zubeb. in der Kaiserallee zum l.Juni zu verm. Schr. Ang. unt. 01897 a. d.G.A. tzettsWlllU 7-5immtt- Wohnung im 1. Stock, mit Bad, Ballon u. Etagenheizg. per 1. 7. 36 zu vermieten. [2637 D An der Fo- banneskircke 4 p Ein Quell d. Freude für den Naturfreund VellmNies Eenen Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aur dem Leben der nie- deren Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mil einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt er» staunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freude am De- obachten ist ein wertvolles naturgeschicht, liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch rum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBermÜhler Verlag Berlin »Lichterfelde WWW WWW >. BRANDPLÄTZ ÄIIps fürdas 1111 I/O Kleinkind | Empfehlungen"! Dungkalk Torfmull Torf streu Gartenkies liefert masD prompt u.billigst B.GIatlhaar&$ohn Telephon 3144 Frankiert. Str. 19 Mtthlstraße 18 | Kaufgesuche | Piano oder Flügel a. gut. Hause ges. Schwartz,Zeill04 Franks./M. 01891 Me« u. sonstige land- wirtschaftl. Geräte, sow. Heu und Stroh billig abzugeben. 01911 Heuchelheim, Brauhausstr. 19. 2 belle Räume ca. 50 qm, in bester Verkehrslage gelegen, für jeden Zweck geeignet, zu verm. Schr. Ang. unt. 2630P a.d.G.A. Heizung u. zwei mit Werkstatt, Mädchenzimmer, im Verkehrszen- zurn 1. Juli zu trurn gelegen, zu vermieten. [oi8?i vermieten. Näheres: Schr. Ang. unt. Bahnhofstr. 71,126310a.d.G.A. Laden. Gut erhalt.,mod. glndetraaoen preiswert zu verkaufen. [01873 Schmitt, Friedensstr. 45 Geschichte des Christentums»!. Abb. v. Oehnin- ger bill. zu verk. Bleichstratze22I. 2-3-Zimm.-WohDg. m. Küche, v. alt. Festangest. zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 01915 a.d.G.A. Sielt, ruh. Ehen. suchtirnSüdviert. r-z-zimmer- Wobnnng Schr. Ang. unt. 01904 a.d.G.A. Wer besucht “v Landkundschaft Leistungsfähige Großfirma, welche seit Jahren ein vielseft. elektr. Universalgerät Herst, u. mit großem Erfolg verk., sucht tüchtigen Vertreter Preis des Objektes: RM 80,- Monatsraten RM 5,- u. 6.-. Wir bieten Einarbeitung, So- fortverdienst, Höchstprovision. Angeb.unt.F.M.1117anAla, Frankfurt M., Kaiserstr. 15. EcHab Schöner, geräumiger, Heller Eck- ladenmif2Erker- fenftem, in guter Geschäftslagen, od. ohne Wohng. zu verm. [01910 Näheres: MW zwischen Bahnhof und Stadtzentrum, auch als Büro Haus geeignet, günstig zu verkaufen. Zentralheizung vorh. Schr. Ang. unt. 01870 a.d.G.A. IW II Ulk. u. mehr können Sieverdienenals unsere Milarbeiterin Leichte, besriedi- gendeTätigkeit. Schr. Ang. unt. 01893 a.d.G.A. garten usw. per--------------- Beffitfltt bei Kilbinger, Franks. Straße 6 oder Lagerraum mögl.vormittags zum 1. Mai zu ----;------------- vermieten. [01903 Schön., sonniges möbl. Zimmer rnitlod.2Betten, evtl. Mittagstisch zu verm. [01339 Wilhelmstr. 11 I Wohn- und 1 Schlafzimmer evtl, als Büro od. Lager, Nähe Bahnhof zu vermieten. [01883 !Frankf.Str.31 II Eiageolw mit groß. Garten zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 01908 a.d.G.A. Repräsentables, neueres, mehrstöckiges Schöne Küche 160 cm br., neu, Elfenb.-Schleifl., vreisw. zu verk. Näheres [0192a Kaiserallee 58. Antikes Ruhebett- Gestell i 150 RM. Sessel, 50 RM., beidesLouisXV. weiß, zu verkauf. Schloß Hungen. 4/16 Opel Limousine gut erhalten, zu verk. [01906 Hitlerwall 18. 4sitzige Opel Limousine gebraucht loissi 4'16 PS, preiswert abzugeben. Gnauthstraßel? Keine Zeugnisse in Urschrift lonbem nur Zeugnts- abjchriften dem Bewerbungsschreiben beilegen ! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift des Bewerbers tragen 1 Kaffee-Handels-Haus sucht Betitelet n.Betieilet Friß Linse, Bremen 8.2623V Hartdrennholz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 383d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. ADLER ZllMlMseo: gebr. gr. Zinkbadewanne mit Abflußeinr., fast neues vern.Was- serschiff, gebr. Nährnasch.,gebr. Waschtischschrank Wernerwall 451 Gebr. Clubsofa und Sessel für 35 RM., Nußb.- Bettstelle für 15 RM. zu verk. Zu erfr. in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. [01868 Gut erhaltener Gasbadeofen zu verk. [oisss Horst-Wessel- Wall 46 I. Moderner, sehr gut erhalt, glnöerroagen zu verk. [01399 Diezstraße 7 II. Ältere FraooJräuleiD für frauenlosen Haushalt gesucht Näheres: (01920 Roonstr. 38 II. Perfektes 5-Zimmer- Wohnung mögl. m. Garten zu miet, gesucht. Schr. Ang. unt. 01895 a.d.G.A. Für sofort oder später einfache 34-Miihiig. gesucht. Schr. Ang. unt. 01887 a.d.G.A. „Ganz groß“ ist diese kleine Retina Groß nämlich in der Leistung und klein in Form und Preis! Wer auf das mod. Kleinbildformat24/36 mm übergehen will, dem kann ich die Retina zu...........RM. 75.—, od. mit Compur Rapid zu 85.—, die neue Retina, Metallteile verchromt, zu.........RM. 98.-, bestens empfehlen. Die Leica Standard zu 155.— ist auch eine herrliche Kamera. Kommen Sie zu mir, damit ich Ihnen diese Stücke genauer zeigen kann. Feldstecher für Jagd, Reise nnd Sport Mein Spezialmodell Prismenglas Germania, in Leichtmetall, von Mk. 60.- an. Sämtliche Markengläser zu Originalpreisen. Bequeme Teilzahlung DameD-u.Herren- Fahrräder gebraucht,zuverkaufen. [01913 Fahrradhaus Aßmann, Neustadt 20. Führendes Kredttinstttu (keine Finanzierung) 2634 v sucht für die Akauisition im Bezirk Hessen-Nassau bodenständigen, seriösen und geschäftsgewandten Kaufmann - mögl. Volkswirt oder Bankfachmann - der befähigt ist, auch schmier. Verhandlungen mit Firmenleitung., Verbänden u. Behörden zu führ. Off. u. W. Z. 304 an Heini*. Eisler Nach!., Frankfurt a. M. gb.Tieffenthaler Schlierbach 170 b LVächtersbach. Schöne Mansarden Wohnung per 1. Juni an ruhigen Mieter zu vermieten. Schr. Ang. unt. >01912 a.d.G.A. ISMLand zirka 800 qm, als Garten geeignet, im All. Feld zu verkauf. [2659D Näh. A. Becker, Kevlerskraße 9, Telephon 3804. Zirka 6800 qm Land am Wartweg zu verkauf. [2658V Näh. A. Becker, Keplerstraße 9, Telephon 3804. Junges, anständ. Mädchen für tagsüber in kl. Haushalt bei gut. Behandlung r. sof. ges. [2650D BismarckstrLQ p Tüchtige Wille Willi»!« her Vorwerk Kobold i Das Universalgerät — Der Schlager aller BraunenMessen telelliog IMIpW nur noch 3 Tage lllllllllllllllllllllllllllll Schwache, Nervöse, Erschöpfte end alle, die sich matt und elend I fühlen, als Kröfti- qungsmittel un- entbehrlich. 2662A und Zubehör Rollfilm-Aatomat im Geschäft Seltersweg 33 Magnus Nr. 97 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 25. April (936 „Drei Banner in einem Boot." Don Dr. Erich Schmidt. Für die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands bat Dr. Schacht einmal das Wort geprägt, daß alle (n einem Boot säßen, aus dem niemand aussteigen könne. Dieses Gleichnis von dem gemeinsamen Boot findet heute in Deutschland noch eine weitergehende Auslegung. Es wird betont, daß über den gewiß bedeutungsvollen Tagesereignissen das Grundsätzliche nicht übersehen werden darf: die durch die gesamte Weltlage gegebene Solidarität des Abendlandes, die das Schicksal der abendländischen Kulturnationen zwangsläufig voneinander abhängig macht. Auch in anderen Staaten wurde^diese Auffassung schon vor Jahrzehnten von weitblickenden Politikern betont. So sprach vor dreißig Jahren der Engländer Cecil John Rhodes von den „drei Männern in einem Boot", die auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden seien und den kommenden schweren Gefahren nur gemeinsam begegnen könnten. Mit den drei Männern in einem Boot meinte Rhodes England, Amerika und Deutschland. Man weiß: Rhodes' Auffassung konnte sich vor dem Kriege in England nicht durchsetzen. Warum? lieber diese Frage gibt vielleicht am besten eine von der „Daily Mail" 1909 unter dem Titel „Unsere deutschen Vettern" herausgegebene Schrift Auskunft. „Auf der einen Seite", hieß es in ihr, „ist das emporstrebende Deutsche Reich, jung, vertrauensvoll, ehrgeizig, eine fruchtbare Rasse, die jährlich um 900 000 Menschen wächst, so daß man ausgerechnet hat, das innerhalb des Jahrhunderts die Bevölkerung Deutschlands auf 200 Millionen anwachsen wird. Die ständige Vervielfältigung der Volkszahl allein würde genügen, sie zu zwingen zu einer Ausdehnungspolitik, um für den Volksüberschuß eine neue Heimat in anderen Klimaten zu finden, aber unter den Fittichen des kaiserlichen Adlers." Dann wurde weiter ausgeführt, bei diesem Ausdehnungsbestreben müsse Deutschland zwangsläufig auf den britischen Koloß stoßen. Deutschland sei zu spät auf der Weltbühne erschienen. Die Welt sei schon verteilt gewesen, „als das Reich an jenem Januarmorgen in Versailles ausgerufen wurde". Dem englischen Gedankengang vor dem Kriege lag also die Meinung von einem gewaltigen Anwachsen des deutschen Volkes zu Grunde, einer Vermehrung der deutschen Bevölkerungszahl, die Deutschland zu dem Versuch zwingen würde, nach britischem Besitz zu greifen. Der Ausgangspunkt einer solchen Auffassung war falsch. Seine Schlußfolgerung mußte es deshalb um fo mehr sein. Schon vor dem Kriege hatte die Zahl der Geburten in Deutschland abgenommen. Don 1900 bis 1913 allein um etwa 200 000 jährlich. Der Krieg hat dann die Entwicklung in einem geradezu gefährlichen Ausmaß übersteigert. Im Jahre 1910 gab es noch 19,6 Millionen deutsche Kinder unter 15 Jahren. 1925 waren es nur noch 16,1 Millionen. Nach Berechnungen Burgdörfers werden es 1945 noch 14,8, 1975 dann 10 und im Iahe 2000 nur noch 7,6 Millionen deutsche Kinder unter 15 Jahren sein. Auch die bisherige Hebung der Geburtenziffer hat eine entscheidende Wende in dieser Entwicklung noch nicht gebracht. Alle bevölkerungspolitischen Maßnahmen Deutschlands können zunächst überhaupt nur auf das Ziel gerichtet sein, unsere Volkszahl zu halten, und dazu bedarf es nach wie vor der größten Anstrengung. Die Folgen der falschen Vorkriegsberechnung sind also für die abendländische Kultur wahrlich verheerend gewesen. Alle drei Männer in dem gemeinsamen Boot wurden in ihrer Kraft geschwächt, der eine wurde fast erschlagen. Je schwächer aber die Besatzung des Bootes wird, desto größer wird für jeden der drei Insassen die Gefahr. Die deutsche Auffassung zu dieser wohl schwerwiegendsten und grundsätzlichsten Frage unserer Zeit hat auf dem Deutschen Tag in Neuyork im Oktober 1935 Hans Grimm in klarster Form dargelegt. „Woher und wer", fragt er, „sind die Lei- stungsmenschen, die die Welt seit 150 Jahren aufschließen und in leidlicher Ordnung halten? Haben in den großen Angelegenheiten der Menschheit in den letzten entscheidenden Jahrzehnten etwa die Massen Asiens an der Spitze gestanden und die Neger Afrikas? Haben in diesen entscheidenden Jahrzehnten die Südländer an der Spitze gestanden und die Russen und Slawen? Oder ist die ganze Ordnung und das ganze Glück und der ganze Fortschritt der Welt von den Menschen nordischen Wesens geleistet worden, die in Deutschland und Holland und Flamland und Skandinavien und die in England und in Amerika vor allem ihren Sitz haben? ... Wenn die Erde in den letzten 70 Jahren zu dem geworden ist, was man im besten Sinne a white man’s country nennen mag, dann haben das in eben diesen letzten 70 Jahren die Engländer, die Amerikaner und die Deutschen geleistet, trotz des Wahnsinns des Weltkrieges." Hans Grimm spricht dann von dem „Glauben der Nordleute", „daß die Tüchtigen mehr Recht haben als die Untüchtigen; daß die Ordentlichen mehr Recht haben als die Unordentlichen; daß die Gesunden mehr Recht haben als die Kranken; daß die Begabten mehr Recht haben als die Unbegabten; daß die Schöpfer mehr Recht haben als die Nachahmer." Diesem „Glauben der Nordleute" stellt Grimm jenen anderen Menschheitsglauben gegenüber, der seinen Ursprung vom Neid her nimmt, den Glauben der Massenmenschen an ihre Zerstörungskraft gegenüber den Leistungsmenschen. Die ganze Welt steht heute in einem Zeichen des Umbruches. Hat aber die von Hans Grimm dargelegte deutsche Auffassung nicht recht, daß es im tiefsten Grunde um das Ringen zwischen Leistungsmenschen und Massenmenschen geht, daß das Massen- menschtum Asiens und der übrigen farbigen Erdteile sich zu erheben beginnt gegen die Leistungsmenschen des nordischen Blutes? Im bolschewistischen Rußland haben die Massenmenschen sich die zahlenmäßig größte Armee der Welt aufgebaut. Die Wetterzeichen für die große Entscheidung, um die es in unserer Welt geht, zwingen zur Besinnung. Die Gefahren, die Cecil Rhodes vor 30 Jahren als eine unferne schwere Zukunft gesehen hat, sind Gegenwart geworden. Wie ist es also mit dem Bild, das der Engländer Rhodes dem englischen, dem amerikanischen und dem deutschen Volke vor 30 Jahren vor Augen gestellt hat? Stimmt dieses Bild von den drei Männern im gemeinsamen Boot? Die deutsche Auffassung bejaht es. Die Meinung der führenden Deutschen auf allen Gebieten des Lebens ist, daß der deutsche Mann sich bereithalten soll, seinen Anteil zur Rettung des gemeinsamen Bootes zu leisten. Wie denken die beiden anderen Männer in dem gemeinsamem Boot? Gefahr und Lockung der Wüste. Sonne und Wind, die ewigen Feinde im libyschen Sand.-Psychose und Wahnvorstellungen.—Fußgänger vom Flugzeug aus nicht zu entdecken. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Voll Freude begrüßt Deutschland die Nachricht, daß der deutsche Gesandte von Stohrer, der tagelang in der Libyschen Wüste verschollen war, lebend aufgefunden wurde und in Sicherheit ist. In diesem Zusammenhang taucht wieder die Frage auf, wie es möglich ist, daß bei dem Stande der heutigen Technik und des Nachrichtenwesens noch immer Menschen und Autos spurlos in der Wüste verschwinden. Noch heute sind die grausamen Geheimnisse der Wüste ungelöst. Ein Sandmeer ohne Erkennungszeichen. Wasserläufe, auch wenn sie seit Hunderten von Jahren ausgetrocknet sind, haben die Wüste östlich des Nils, die Wüsten Arabiens und Mesopotamiens gezeichnet. Täler und charakteristische Bergformen erlauben das Erkennen und Unterscheiden verschiedener Landschaften. Durch die weite Libysche Wüste aber, die Wüste westlich des Nils, ist nie ein Wasserlauf gegangen. Keine Einschnitte, keine Landzeichen. Die Sonne verbündet sich mit der Wüste, um des Menschen zu spotten: senkrecht steht sie in den Mittagsstunden über der Unbewegtheit des Sandmeeres: kein Schatten zeigt an, wo eine Düne sich erhebt, wo kurze Sandwellen hintereinander liegen. Alles gleißt und blendet gleichmäßig, feine Unterscheidung ist möglich. Erst der Abend bringt Konturen zum Vorschein, die Wüste belebt sich: nicht durch Bewegung, Geräusche, Gerüche, — nur durch das Auftauchen von Formen, die der Fahrer sich an einem Abendlager einprägt, und die er nie wieder findet —, wenngleich er denselben Weg wieder kommt. Pioniere der Wüstenforschung. Oasen zu finden, festzustellen, was hinter diesen Meilen und Meilen von Sandmeer liegt: bas war der erste Anreiz zu Fahrten durch die Wüste. Die Deutschen Rohlfs und Zittel haben unter Einsatz ihres Lebens mit Kamelen in Libyen Bahn gebrochen. Jahrzehntelang folgte niemand. Nach dem Kriege begannen von verschiedenen Seiten Versuche, die Wüste mit dem Auto zu bezwingen. Prinz Kemal el Din zog mit seinen eigens gebauten Raupenautos nach Südwesten; De Lancey Forth und Hassaneini Bey trugen neue Zeichen in die Leere der Landkarte ein; junge englische Offiziere: Bagnold, Craig, Clayton, Prendergast versuchten es mit Auto und eigener Kraft; Graf de Almassy überflog die Wüste in allen Richtungen. In den letzten Jahren hat der Landesleiter der NSDAP. Aegyptens, Herr v. Homeyer, wiederholte Vorstöße in die Wüste unternommen. Nie allein auf Fahrt! Sie alle geben zu, daß es nicht nur der Wunsch nach Entdeckungen ist, der sie immer wieder hinauszieht. Die Wüste hat Macht über sie gewonnen. „The Call of the Desert“ sagen die Engländer, „der Ruf der Wüste". Wenn früher Flieger, vereinzelte tollkühne Leute, die sich in ein neues Element stürzten, eine besondere Gattung von Menschen waren, unter sich verbunden durch die gemeinsame Liebe zum freien Flug, zur Maschine, zur Unendlichkeit, die ihnen der „gewöhnliche" Bürger nicht nachfühlen konnte, so sind heute Wüstenfahrer eine ähnliche Gattung für sich. Sie kennen sich untereinander, sie haben eine neue Technik ausgearbeitet. Benzindepots werden Monate voraus im Sand angelegt; eine dauernd kreisende Wasserzufuhr zum Kühler geschaffen; meteorologische Methoden ausgearbeitet, um die Fahrtrichtung zu bestimmen. Bestimmte Regeln werden beachtet: nie geht ein Auto allein auf die Fahrt; Gruppen von mindestens zwei bis drei Wagen gelten als kleinste Einheiten. Immer wieder Unglücksfälle. Trotzdem kann man in Kairo nicht zehn Tage leben, ohne wieder und wieder Geschichten von Unglücksfällen zu hören. Es ist so leicht, über festen Wültenboden zu fahren. Was kann schließlich viel passieren? sagt der Neuling, — ich kann ja jeden Moment wieder umdrehen und zurückfahren. Dann kommt der Augenblick des Umdrehens. Ueberall sieht es gleich aus. Was ist die rechte Richtung? Es ist wie im Märchen vom unendlichen Wald. Kreuz und quer geht es. Nirgends ein Landzeichen. Daß solches auch dem erfahrenen Wüstenfahrer naffieren kann, zeigen die Erlebnisse von Ralph Beynold. Er schreibt vom „Verlorensein": „Es ist ein unvergeßliches Gefühl. Ich selbst lernte es einmal kennen, obwohl ich einen Kompaß bei mir Dr. Goebbels zeichnete für das Oankopfer der Nation. * -- L ZsB 8 [ Ul / / Unter den Ersten, die sich in die Listen der SA. für das Dankopfer der Nation eintrugen, befand sich auch Reichsminister Dr. Goebbels, den unser Bild während der Einzeichnung zeigt. Links Obergruppenführer von Jagow. — (Scherl-Bilderdienst-M.) trug, als ich auf einem Wochenendausflug 140 Kilometer von Kairo entfernt war, in der Gegend der Hügel von Fayum." „Die Oase ist verschwunden!" Wenn man sich auf eine bestimmte Richtung nach einem bekannten Ziel auf der Landkarte eingestellt hat und muß nach Zurücklegung der bestimmten Kilometerzahl finden, daß der Ort einfach nicht da ist, so ist das höchst verwirrend. Die sofortige instinktive Reaktion ist: handeln. Der gesuchte Punkt muß noch ein Stück weiter fein, oder er muß etwas nach links hinter der nächsten Anhöhe liegen, und eine machtvolle Stimme drängt zum Weiterfahren, irgendwohin, in irgendeiner Richtung. Nur nicht stillstehen und nachdenken. WüsteN'Wahnsinn, die größte Gefahr. Diese psychologische Wirkung der wahren Wüste war die Ursache fast aller Wüstenunglücke der letzten Jahre. Immer verläßt der Verlorene seinen Wagen, ober sein zusammengebrochenes Flugzeug und beginnt den unüberlegten Marsch. Irgendwohin — gleichgültig, wohin. Das Gefährt wird durch suchende Flugzeuge oder Sucher gefunden, aber der einzelne Fußgänger ist zu klein, um er» fennbar zu sein. Wenn man nur eine halbe Stunde still halten kann, eine Mahlzeit einnehmen oder eine Pfeife rauchen, kehrt der Verstand zurück, um die Frage der Ortsbestimmung zu losen. Die Gefahr, vor der man sich hüten muß, ist sehr ernst. Sie kommt schnell und unerwartet. Jeder, auch wenn er noch so überlegen und ausgeglichen sein mag, kann von diesem vorübergehenden Wahnsinn ersaßt werden, wenn er sich allein findet, ohne zu wissen, wo auf der Karte er sich befindet, ohne die Fähigkeit, mit Hilfe meteorologischer Instrumente ober Landzeichen seinen Stanbort zu bestimmen. Wenn der Sandsturm tobt... Wie die Sonne, die dörrt und austrocknet, die falsche Bilder von Seen und Wäldern vorspiegelt. Oer Feigenbaum vor meinem Fenster. Von unserem römischen E.-Korrespondenien. Jrn Winter sieht er aus wie ein Italiener, der plötzlich, mitten im Sprechen, erstarrt ist. Schwer, sich darunter etwas vorzustellen? Dann werde ich das wohl näher erklären müssen. Haben Sie schon einmal einen Südländer, es muß ja nicht gerade ein Römer sein, sprechen sehen? Kaum eine andere Sprache ist so sichtbar. Der Duce war bekanntlich in seiner Jugend unter anderem auch Maurer und noch heute setzt er seine Worte nicht etwa gefällig nebeneinander hin, sondern mauert seine Rede, hantiert mit Blöcken und Quadern, spritzt die Satzzeichen hinein wie Mörtel, die Kelle fliegt bald wie ein Taktstab, bald wie eine Handgranate, er unterstreicht mit wuchtigen Hieben, schöpft mit beiden Armen aus dem Vollen, schleudert den Hammer wie Thor und zermahlt Widersacher in den Fäusten und könnte überhaupt ohne die Zutat des Wortes verstanden werden. Aber auch der gewöhnliche Sterbliche in diesem Land der großen Gebärde verfügt über "inen beachtenswerten Reichtum an Ausdrucksmitteln. Das andere Italienisch, die Sprache d.er Mimik, vor allem der Hände, ist das erste, was der Fremde hort, nein, sieht, wenn er am Bahnhof aussteigt. Wenn nun ein Italiener eindringlich auf einen anderen einredet, so legt er die fünf Fingerspitzen zusammen, hebt die so geschaffene Unterlage hoch und präsentiert dir auf ihr seine Ueberzeugung wie einen Ebrentrunk, den man nicht ablehnen kann. Bei der Widerrede spritzen die Finger plötzlich auseinander, bleiben aber gekrümmt, und wenn ihn in diesem Augenblick ein tödlicher Frost zum Erstarren bringen würde — sähe er mit diesen halb in die Höhe geworfenen, halb geöffneten Händen wie ein winterlicher Feigenbaum aus. Man sieht alles so scharf vor den Augen, die Fm- gerknorpel, die spitz zulaufenden Nägel ... das Merkwürdige ist nämlich, daß nach dem ßaubfall an jedem Zweigende ein gelblicher Fingernage. zurückbleibt. Und es gibt elegante Feigennägel und gibt kindliche, die meisten haben jedoch etwas Exaltiertes an sich, so wie ein Snob, man sucht unwillkürlich den Armreif am Handgelenk. Mein Feigenbaum hat die Fingerkuppen einer alten Frau, man kann schon sagen Hexennägel. Und unbeweglich flauen sie sich in den Winterhimmel. Um Weihnachten herum habe ich an den dürren Fingern jene unbeliebten Gebilde bemerft, gegen die man Höllenstein oder Essigsäure anzuwenden pflegt. Ich mag sie gar nicht beim Namen nennen. Aber von Tag zu Tag wurden sie mir vertrauter, sie verschönerten sich sozusagen, es waren zu viele, als daß man an häßliche Auswüchse denken konnte. Bei Licht besehen, bei dem wundermilden Licht von Tuskulum, gaben sie dem Baum etwas luftig Knorpeliges und Knuspriges, sie erinnerten jetzt an Fliederknospen, nur daß sie flacher waren, eher wie Gamaschenknöpfe. Und Anita dachte an ein Abendkleid, das man reihenweise von oben bis unten zuknöpfen mußte. Im März aber geschah es, daß sie vor dem starren Baum stehenblieb und sagte: Ich glaube, er wird nächstens zu sprechen anfangen! Nun halten es die Feigenbäume anders als ihre Brüder und Schwestern, wenn der Frühling über sie kommt und die Liebe. Sie fangen nicht etwa zu strahlen und zu blühen an, sie werden nicht redselig, weil ihnen das Herz übergeht. Da ist der Jasmin, der an der Gartentreppe wächst und seinen Namen Nacktblütler mit Recht trägt, denn schon im Januar sprüht er honiggelbe Blüten aus seinem gitterkahlen Gezweig. Dann kam die Forsnthia, die es ihm im Februar nachmachte, worauf Mandeln und Persische nicht zurückbleiben mochten, nur daß sie erröteten wie junae Mädchen. Immer zuerst die Blüten, dann die Blätter Ist es bei den Kirschen nicht ebenso? Ach ja, der süße Rausch, was fraat er nach dem Später. Der Feigenbaum dagegen, er blüht nicht, er beginnt vor dem Laub mit den Früchten. Die Gamaschenknöpfe fangen an arößer zu werden, sie schwellen zusehends, gestern ähnelten sie noch den Saugnäpfen der Tintenfische, der langersehnte Regen aber, den die Göttin Dftara über Tuskulum ausschüttete, hat sie birnenförmig ausgezogen, sie scheinen ietzt etwas vom Stamm abzustehen — es sind, rundheraus gesagt, Feigen. Haben auch schon eine grüne Farbe, so dunkles Flaschengrün. Man kann also barangehen, die Ernte zu zählen, bevor nur ein einziaes schämiges Feigenblatt da ist. Wie sich schließlich das Laub entwickelt, das ist eine weitere Gebärde. Wenn man in Italien jemand herwinken will, fo muß man abwinken, Handstäche nach außen, und eine Kußhand sieht auch wieder ganz anders aus als droben im Norden. Geben Sie acht, vielleicht kommt es Ihnen einmal zustatten, wenn Sie wissen, wie man's macht: also. Sie legen, wie eingangs geschildert, die sämtlichen Fingerspitzen zusammen, führen sie so gebündelt an die Lippen und schleudern sie dann freigebig aus, der Dame entgegen, als ob es Blumen wären. Das muß nur so flattern. Am Tag von Tuskuliyn. den sie nach Ostern feiern, schaute ich zum Fenster hinaus und mußte es erleben, wie sich mein Feigenbaum genau so benahm. Die Fingernägel verschwanden auf einmal, er gab sich einen Ruck und schleuderte mit Inbrunst fein Liebesbekenntnis hinaus, ich glaube, es galt einer auffallend schlanken Zypresse. Nun steht er nicht mehr da mit nackten Händen, es grünt aus allen Fingern und die Blätter nehmen schon ihre biblische Gestalt an. Die Feigen erinnern nicht mehr an einen Knotenstock, sie gehen auf, als würden sie in Hefe gebacken, und ich habe Anita dabei überrascht, als sie verstohlen prüfte ob sie schon Milch gäben. Bleib jung und schön! Es gibt fein besseres Mittel als Feigenmilch. Noch ein paar Wochen und wir werden die leckeren — Blüten zum Nachtisch haben. Die Früchte sind nämlich gar feine Früchte, sondern Scheinfrüchte. Das Furchtgebilde ist der fleischig gewordene Blütenboden, der, krugförmig ausgehöhlt, oben durch Schuppen geschlossen, auf der Innenwand die Blüten trägt, später die fenffornförmigen Nüßchen- früchte. Das weiß ich aus dem botanischen Handbuch, sonst aber schmecken sie wundervoll. Unvergleichlich anders als die gedorrten Mumien, die man auf Strängen aneinderreiht. Im Süden ist alles anders. Die Kußhand, wie ihre Folgen. Als ich, meine junge botanische Weisheit an den Mann zu bringen, mit dem Gärtner sprach, der mir mit zehn gebündelten Fingerspitzen auseinandersetzte, daß blaue Feigen weit besser und süßer seien als grüne, verschlug es ihm die Rede. Feigen feine Früchte? Er erstarrte mit halbgeöffneten Händen und sah in diesem Augenblick einem winterlichen Feigenbaum verblüffend ähnlich. Bienen und Blüten auf der Fahrt. Seit 1894 weiß man es aus schlimmen Erfahrungen in den Riesenobstanlagen Nordamerikas, daß Aepfel und Birnen keine Früchte bringen, wenn sie nur in einer Sorte angepflanzt sind. Aus den eifrigen Beobachtungen und Forschungen, die nach dem Krieg auch bei uns eingesetzt haben, sind wir viel weiter gekommen. Wir wissen nicht nur, daß manche Aepfel- und Birnensorte guten und manche wieder schlechten Blütenstaub hat, und welche Sorten dies sind, sondern wir wissen auch, daß nicht jede Sorte zu jeder beliebigen anderen paßt. Ja, noch mehr: Wir wissen jetzt genau, welche Sorte gebraucht wird, damit eine bestimmte andere damit befruchtet werden kann. Das Rätsel, warum voll blühende Obstanlagen ohne Früchte bleiben, ist gelöst. Gelöst ist damit auch die Frage, wie dem liebel abgeholfen werden kann. Auf lange Sicht wird je etwa der siebente Baum mit einem guten Pallenspender umgepfropft. Nur muß man sich dabei auf drei bis vier Jahre in Geduld fassen. Zu schneller Hilfe aber werden blühende Zweige des guten Pollenspenders in wassergefüllte Flaschen gesteckt und in die blühenden Kronen der Bäume gehängt, denen der richtige Bestäuber in der nächsten Nähe fehlt. Das ist aber erst die eine Hälfte der Arbeit. Jetzt muß noch der Blütenstaub aus den Sträußen über die ganze Blütenkrone hin verteilt werden. Das können wirklich ausreichend nur die Bienen besorgen. Deshalb mieten sich in Amerika schon feit langen Jahren die Obstzüchter zur Blütezeit Bienenvölker und stellen sie unter ihren Bäumen auf. Sie lassen es sich Geld kosten und zahlen je Volk 10 Mark Miete. Noch viel länger schon haben sich die Obstzüchter des „Alten Landes" bei Hamburg die Lüneburger Imker mit ihren großen Ständen im Frühling zu Gaste geholt, und beide haben sie ihren Vorteil dabei gehabt. Jetzt halten sich die Obstbauer dort selbst Bienen, weil die Schädlingsbekämpfung mit Spritzgiften unter Umständen für die Bienen gefährlich werden kann. Kluge Obstbauer überall im Lande sehen sich nach Imkern um, die ihnen die Bienen für die Blütezeit mitten in die Dbftanlaaen hineinstellen. Je näher an den Blüten, desto besser! Der Weg, der den Bienen für ihre Befruchtungsflüge zugemutet werden soll, darf nicht mehr als 70 Meter lang sein, wenn sie bei dem wechselnden Wetter und den oft nur ganz kurzen Sonnenblicken des Frühlings wirklich unter allen Umständen gründliche Arbeit leisten sollen. Sie werden also über die ganze Anlage hin verteilt. Sie kr>mm"n dabei auch selbst nicht am schlechtesten weg. Aus Geisenheim gehen in dieser Zeit ganze Ladungen von Blütensträußen hinaus und werden auf Fahrt geschickt hin zu den schon aufgestellten Bienen in den Obstanlagen. Ein Sieg auf diesem Gebiet der Erzeugungsschlacht wird durch Klug- beit und Sorgfalt durch die kleinsten Kämpfer des Nährstandes errungen. A. Die größten Städte der Welt. Im Anschluß an einer Berliner Nachricht, nach der die deutsche Hauptstadt durch einen Bevölkerungszuwachs um 225 000 (5,6 v. H.) am 1. März 1936 einen Stand von 4 224 876 erreicht habe, zählt eine englische Zeitung die größten Städte der Welt auf. An der Spitze steht Groß-London mit rund 8,2 Millionen, und es folgen Neuyork mit 6,93 und Groß-Paris mit ungefähr 6 Millionen Einwohnern. In dieser Aufstellung nimmt Tokio den vierten Platz ein. Wenn man für die Bevölkerungszählung von Paris jedoch nur den eigentlichen Stadtkern zugrunde legt, fo ergibt sich nur eine Einwohnerzahl von rund 2,9 Millionen, und die japanische Hauptstadt würde mit ihren 5,3 Mill, an die dritte Stelle und Berlin an die vierte Stelle rücken. Dieser Rangordnung schließen sich die folgenden Weltstädte an: Schanghai 3,55, Chikago 3,37, Moskau 2,8, Leningrad 2,78, Osaka 2,6 und Buenos Aires 2,2 Millionen. Geschichten aus aller Welt schieussner mit Garantieschein I I der eine Feind ist in der Wüste, so ist der Wind der andere. Es gibt Tage, da man schon mit schwerem Kopf aufwacht. Bedrückende Atmosphäre bei schönstem Wetter. Bei scheinbar schönstem Wetter. Denn in erschreckend kurzer Zeit ist die Sonne weg, der Himmel ist gelb. „Chamsin", der „Fünfzigtägige" — der Sandsturm, der aus dem Süden V. A. Mit der Veröffentlichung des Sommerflugplanes, der ab 19.4.1936 Gültigkeit hat, gibt die Leitung unserer Lufthansa der Oesfentlichkeit aufschlußreiche und bedeutsame Einblicke in die verantwortungsvolle Arbeit eines unserer^ größten Derkehrsunternehmen. Beachtlich ist zunächst, daß trotz aller politischen Unklarheiten und Uneinigkeiten über Beginn und Durchführung des Sommerflugdienstes schnell eine internationale Regelung erzielt wurde, bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß . Berlin mit weitem Vorsprung an der Spitze aller europäischen Flughäfen steht. Von Berlin aus verkehren täglich 49 Flugverbindungen im Reich und im Ausland. Das bedeutet täglich 98 abfliegende und ankommende planmäßige Verkehrsflugzeuge in Tempelhof, ganz abgesehen von den zahlreichen Verdichtungs- und Rundflugzeugen, die den Zentralflughafen benutzen werden. Das Flugverkehrsnetz nach den anliegenden europäischen Staaten wurde wesentlich verbessert. Z. B. bestehen jetzt zwischen Berlin und Amsterdam und London täglich 3 durchgehende Verbindungen, die morgens um 7,05, mittags um 11,25 und nachmittags um 16,50 von Berlin abgehen. Für Luftreisende aus Berlin, die am gleichen Tage wieder zurückfliegen müssen, ist es wichtig zu wissen, daß man jetzt über 6 Stunden Zeit in London zur Verfügung hat. Rach dem Norden, also nach Kopenhagen, Malmö, Stockholm, Gotenburg und Oslo bestehen von Berlin aus täglich 2 Flugverbindungen, während man von Hamburg aus sogar fünf Strecken verfügbar hat. Ausgezeichnet sind die Anschlüsse verschiedener Fernstrecken. So ist es möglich, den Weg Athen— London, rund 3038 Kilometer, an einem Tage zu befliegen. Ein anderes Beispiel ist Moskau bzw. kommt, besonders häufig jedes Jahr während einer Periode von 50 Tagen. Der Sand, den der Wind mit sich trägt, dringt durch alles durch: die wohl- verschlossensten Kisten können ihn nicht abhalten. Heiß, schwer, schlagend. Jede Sicht ist verhindert. Neue Spuren werden zugedeckt, alte aufgeweht. Naturgewalten, denen nichts entgegenzusetzen ist. Leningrad. Von beiden Städten aus hat man am selben Tage Anschluß nach London und überbrückt damit fast 3000 Kilometer. Diese Deru-Luftstrecken haben ebenfalls Anschluß nach Paris, da die Pariser Maschine um 16.10 Berlin verläßt und man aus Moskau bzw. Leningrad bereits um 15.45 in Berlin eintrifft. Die durchgehende Verbindung Berlin—Madrid, die durch die Verlängerung der Strecke 22 Berlin—Barcelona geschaffen wurde, ermöglicht auch den unmittelbaren Luftverkehr zwischen den Reichshauptstädten Deutschlands und Spaniens an einem Tage. Aber auch im Jnlande wurden die Flugstrecken verbessert und weitestgehend — wenn man so sagen darf — auf „Kundendienst" eingestellt. Neu ist z. B. die Einrichtung einer Theaterstrecke für die Bewohner Leipzigs und Halles, die Berliner Theater besuchten und abends um 23.15 von Tempelhof abfliegen und um 0.05, also 5 Minuten nach 24 Uhr in Halle bzw. Leipzig eintreffen. Die Lufthansa ist der Ansicht, daß diese vielen Wünschen entgegenkommende Flugverbindung lebhaft benutzt werden wird. Für den Verkehr der Erholungsreisenden nach den Nordseebädern stehen weit günstigere Bäderstrecken als in den vergangenen Jahren zur Verfügung. Die Ostsee wird von Berlin über Stettin erreicht, angeflogen werden Swinemünde und Sellin. Hingewiesen sei auch auf die neue, schöne, zweimal täglich beflogene Riesengebirgsstrecke von Breslau nach Hirschberg und auf die ins Schwabenland und an den Bodensee Mrende Verbindung ob mit Flugzeug oder Luftschiff: im Wettbewerb der Völker der Erde nimmt sie eine führende Stellung in der Verkehrsluftfahrt ein. Das haben die Erfolge der letzten Jahre gezeigt, und so wirbt unsere Lufthansa im wahrsten Sinne des Wortes für deutsche Wertarbeit, für deutsche Maschinen und deutschen Unternehmergeist. sich aus folgenden kurzen Angaben: Es gibt kein einfaches Verbum, um ganz allgemein den Begriff „geben" auszudrücken. Man muß vielmehr genau unterscheiden, was man gibt, wem man es gibt und wer man selbst ist, der als Gebender auftritt. Jedes dieser drei verschiedenen Verben mit dem Begriff „geben" hat sieben Flek- tionen, um wiederum die Bestimmung des Gegebe- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zwischen Schwarz und Weitz. B/Li. Nanking. Die chinesische Zentralregierung hat kürzlich eine Verordnung erlassen, derzufolge in Zukunft die Trauerfarbe in China schwarz sein soll. Das hort sich sehr unbedeutend an, kann aber unter Umstanden von nicht geringerer Tragweite werden als der mißglückte Versuch des ehemaligen afghanischen Königs, in seinem Land den Frauenschleier abzuschas- fen. Schwarz ist bislang in China die Farbe des Festes und der Freude, während die Trauerfarbe weiß ist. Unter den traditionsliebenden Chinesen hat der von Amts wegen angeordnete Farbenwechsel nicht geringe Erregung hervorgerufen, denn man hält ihn für den ersten Schritt auf dem Wege zur Europäisierung Chinas. _ Die Zahl der konservativen, an den alten Brauchen hängenden Chinesen ist weit größer als die der modernen. Nur in Großstädten wie Schanghai, Nanking usw. ist überhaupt etwas von dem westlichen Einfluß zu merken. In den kleinen Städten und vor allem auf dem Lande sieht China heute noch genau so aus wie vor Jahrhunderten, und es ist anzunehmen, daß man sich hier gegen die schwarze Trauerfarbe erheblich wehren wird. Da freuen sich die Freunde der Grammatik. (o) Bombay. Vor kurzem ist der britische Leutnant I. L.Lorimer aus Kaschmir zurückgekehrt. Er hielt sich hier in dem nördlichsten Bereich jenes Gebietes auf, das am Zusammenschluß der mächtigen Bergketten des Hindukusch und Karakorum liegt. Hier findet man ein kleines Land, das 20 000 Menschen beherbergt und an den Ufern des Flusses Guilguit, eines Nebenflusses des Indus gelegen ist. Die Einwohner jenes Landes nennt man Boruschos, ihr Land die Hunza. Aber nicht der Namen, nicht die merkwürdige Natur, nicht die Lebensweise und gewisse Erinnerungen an sehr ferne europäische Einflüsse machen das Land so interessant und bemerkenswert, sondern die Sprache ist das größte Problem, was sich für den Wissenschaftler in diesem Lande Hunza aufwirft. Die Einwohner würden zweifelsohne die besten Freunde aller Liebhaber grammatikalischer Absonderlichkeiten werden. Ihre Sprache, das Buroschaki, ist vollkommen einzigartig. Es handelt sich den Wortstämmen nach um das Ueberbleibsel eines Sanskrit-Idioms. Die Sprache hat sich vom Sanskrit selbstverständlich ziemlich weit wegentwickelt. Welches Vergnügen es aber bereiten muß, dieses Idiom zu lernen, ergibt Bankbilanzen den Quartalsdispositionen angepaßt. Die zu den Quartalsterminen vielfach notwendige Verfügung der Wirtschaft über größere Mittel spiegelt sich in den jetzt erscheinenden Märzbllan- zen deutlich wider. Die im Februar beobachtete Saisonbelebung, die in einer Vermehrung der Kreditansprüche und des Remboursgeschäftes ihren Ausdruck fand, hat sich zunächst nicht fortgesetzt. Infolgedessen zeigt die Aktivseite der Banken in den Posten „Schuldner" und „Rembourskredlte Feierlicher Auftakt zum Schlußkamps der Reichsberusswettkämpse stand, den man gibt, genau zu kennzeichnen. Auch wenn man z. B. das Wort „Vater'gebraucht, muß man sorgfältig unterscheiden, wessen Baler genannt werden soll, ob dieser Vater alt oder jung ist, ob dieser Vater in irgendeiner Verwandtschaft zu dem Sprechenden steht usw. Auch bist gibt es wieder eine Unzahl verschiedener Formen. Es gibt in dieser Sprache ferner genau 28 Möglichkeiten, die Mehrzahl auszudrücken. Man mutz wirklich schon ein Liebhaber der Grammatik ’-nb ein Sprachgenie sein, wenn man sich durch bi/e geheimnisvollen Formen und Fälle hindurchfinden will. Frische Fische. Da. Washington. Kennen Sie die hübsche Geschichte von dem Mann, der einem anderen stundenlang beim Angeln zu- schaute? Nachdem er vier Stunden geduldig aus- geharrt hatte, ohne zu erleben, daß der andere auch nur eine tote Katze fing, fragte er ihn: „Gibt es eigentlich etwas Stumpfsinnigeres als zu an» geln?" — „O ja," erwiderte der, „zuzuschauen, wie ein anderer angelt." Diese Anekdote hat zwar unmittelbar nichts mit dem zu tun, was hier erzählt werden soll, aber sie beweist immerhin, daß Angler schlagfertige Leute sind, die sich in allen Lebenslagen zu helfen wissen. Sie wissen sich sogar zu helfen, wenn sie trotz größter Geduld und Ausdauer keine Fische fangen. Mr. John Churchill, Inhaber einer großen Fische» rei in der Nähe von Memphis, kann es bezeugen. Mr. Churchill hat nämlich eine kleine Indiskretion begangen, was den unzähligen amerikanischen Anglern nicht gerade angenehm sein wird. Er behauptet, allein im vergangenen Jahre mehr als 500 000 Pfund frische Fische an Angler verkauft zu haben, denen Petri Heil versagt blieb, und er erklärt, daß schlechte Angler seine besten Kunden Wer jemals Gelegenheit hatte, die Scharen angellustiger Amerikaner zu beobachten, die sämtliche Seen der Vereinigten Staaten bevölkern, der w"d überzeugt davon sein, daß Fischereiaktien eine aus- gezeichnete Kapitalsanlage sind. Die „schwarze Maria" im Fahrstuhl. (th) Neuyork. Die berühmte oder berüchtigte „Grüne Minna", jenes im Interests seiner wohlbehüteten Jnsasi'n vor jedem schädlichen Luftzug hermetisch geschlossene Staatsgefährt, in dem die Schützlinge unserer Gesetze ihre Ortsveränderungen in uniformierter Begleitung vorzunehmen pflegen, heißt in Neuyork „Black Mary“, die „Schwarze Maria". Sie hat kürzlich ein Erlebnis gehabt, dessen sich bisher wohl noch keine ihrer „Kolleginnen" rühmen kann. Der Polizei war zu Ohren gekommen, daß sich in einem Geschäftsraum im zehnten Stockwerk eines keine Zunahme; wohl aber weist der Wechsel- bestand einen starken Zuwachs auf, der sich bei den Großbanken auf 35 Millionen, und bei ben „Spezial-, Haus- unb Branchebanken unb "Sonstl- gen Krebitbanken" auf runb 125 Millionen belauft. Ebenso erforberte ber Posten „Fällige Zins- und Divibenbenscheine" für bie Einlösung ber Coupons ein Mehr von 60 Millionen. Dieser flüssigen Anlage stehen aus der Passivseite bie Debitoren gegenüber, ^le sich nicht un- erheblich vermehrt haben. Bei ben Großbanken beträgt bie Zunahme 65 Millionen unb bei den derben anberen vorstehenb genannten Gruppen 135 Millionen, wobei beachtenswert ift, batz feste und Künbigungsgelber als jeberzeit fähige Gelber um» gelegt worben finb. Wir haben also bas Bild einer sehr liquiden Quartalsbilanz, bas uns erneut zeigt, wie sich bie Banken ben jeweiligen Erfordernissen ber Wirtschaft sripassen unb wie stark geruste. sie sind, um erneuten Krebitcmsprüchen jederzeit entsprechen zu können. Oberqebietsführer Ar mann eröffnete am Donnerstagabend im Hofe des historischen Ordensschlosses von Königsberg den Endkampf des Reichsberufswettkampfes der deutschen Äugend. 700 Jungen und Mädel nahmen neben zahlreichen Ehrengästen an dieser eindrucksvollen Feier teil. Man sieht hier einen Ausschnitt von der Feierstunde im Schloßhof. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Weltgeltung unserer Lufthansa. Stuttgart—Friedrichshafen. Die Deutsche Lufthansa schlägt Brücken von Volk zu Volk unb erfüllt bamit eine friedvolle Aufgabe, uuutu, um witvuum .......YC 'm”"’ deren Bedeutung kaum abzusehen ist. Gleichgültig nen, den Empfänger, den Gebenden und den Gegen- Das Schicksal benutzt Bona. Eine Anekdote von Karl ^erbs. Wer sich berechtigt glaubt, gegen das irdisch sichtbare Verfahren der höheren Gerechtigkeit auf Grund eigener Erlebnisse und Beobachtungen Einwände zu erheben, wird mit beträchtlichem Gewinn bie hier folgenbe Geschichte lesen, weil sie bie löblichen Absichten ber angegriffenen Instanz mit einem klaren Falle erweist. Wollte man aber anmerken, baß bie Lenkung ber Ereignisse ein wenig zu sehr nach absichtlicher Beispielgebung aussieht, so wäre bem entgegenzuhalten, baß man der erwähnten Stelle billigerweise nicht bas Recht absprechen kann, sich mit einem Schulfall gegen bie so häufige Kritik an ihrem Verhalten zu becken. Die hier ohne erfunbene Zutaten geschilberten Ereignisse begaben sich mit einem gewissen Doktor Bona, ber, aus bem Schwarzburgischen gebürtig, während der Felbzugsjahre 1813 unb 1814 bas russische Heer auf bem Marsche nach Frankreich als Wunbarzt begleitete. In seinem Namen ist bereits, wenngleich leider mit einem Verstoß gegen die lateinischen Sprachregeln, angebeutet, baß er ein Mann von großer Lauterkeit unb Trefflichkeit bes Wesens war; unb zahllose Wohltaten, bie er in stiller Hilfsbereitschaft wirkte, schrieben sein Anbenken unaustilgbar in viele Herzen. Hier fei nur berichtet, baß er eines Tages auf feinem Jnspektionsgange durch ein Stuttgarter Lazarett ein lautes Jammergeschrei vernahm unb, mitleibig herzutretenb, einen jungen Kosaken gewahrte, dem ein emsiger Felbscher eben bas von einer Kugel zerschmetterte rechte Bein abnehmen wollte. Bona untersuchte bie Wunbe unb fanb sie zwar bebenklich, aber nicht aussichtslos. Er schob den kaltherzigen Knochensäger entrüstet beiseite, nahm sich selbst der Sache an und besorgte sie trotz seiner fast über Menschenkraft schweren Arbeitslast in ber Folge so umsichtig, baß er seinem Schützling das Bein erhalten unb ihn völlig ausgeheilt entlassen konnte. Es war ein chirurgisches Meisterstück, über bas Bona später eine Abhanblung geschrieben hat. Balb barauf hatte Bona einen Solbaten zu unter« sucken, ber wegen eines Dienstvergehens zu einer großen Anzahl von Knutenhieben verurteilt worben war; bie russischen Heeresgesetze schrieben vor, baß solche Sünber zuvor von einem Arzt untersucht werden mußten, ob sie bie Strafe ohne Gefährbung ihres für bie Kriegsführung oermenbbaren Lebens ertragen konnten. Bona fetzte sich unerschrocken für den armen Teufel ein, obwohl ein gefährlicher Exe- kutionsoffizier dem ungebetenen Menschenfreund den Sieg grimmig schwer machte; unb wenn ber Doktor bas Opfer auch nicht gänzlich befreien konnte, so vermochte er boch bie größere Hälfte ber Hiebe her- unterzuhanbeln. Währenb bes Felbzuges sparte bie erwähnte hohe Stelle ben guten Doktor Bona ohne ersichtliche Kunb- machung ihrer Absichten für ihre Zwecke auf; als er inbeffen nach bem Kriege in Lobz als Arzt wirkte, begann sie über ihn zu verfügen. Sie setzte ihm zunächst mit einer uns nicht überlieferten Begrünbung ben Gebauten in ben Kopf, baß er seine Praxis aufgeben und ausgerechnet in Odessa am Schwarzen Meer das Heil seines Lebens suchen müsse. Er verwandelte seine beträchtlichen Besitztümer in bares Geld, nahm von seinen betrübten Freunden und Patienten Abschied und trat auf einem Dnjeprschiff seine abenteuerliche Reise an. Da nun erging es ihm schlimm genug: In einer schwarzen Sturmnacht geriet das Schiff in Brand, und Bona durfte sich glücklich schätzen, daß er nicht gleich vielen anderen Fahrgästen verbrannte oder ertrank, sondern schwimmend das Ufer erreichte; während seine Habe von den Flammen verzehrt wurde, verlor er auch noch seinen Brustbeutel mit dem Rest seines Geldes. Er durchtastete, an Augen und Füßen vom Feuer verletzt, blindlings die Finsternis, fand eine Tür und sank auf dem Steinboden eines dunklen Raumes ohnmächtig nieder. Genug der Prüfung, meint man, unb nun müsse bie Erhebung beginnen? Mitnichten. Zwar würbe Bona, der sein Augenlicht verloren wähnte unb in bemütigem Gebet am Boben kniete, im Morgengrauen von frommen Nonnen entbeeft unb in ihrem Kloster barmherzig gepflegt; als er inbeffen, kaum genesen, von seiner brängenben Unrast auf eine mühselige Wanberfahrt getrieben würbe, fanb er wohl einen Schiffer, ber ihn ein Stück flußabwärts fuhr, — aber ber habgierige Schurke setzte, als ber von ben armen Nonnen gefpenbete Zehrpfennig nach seiner Berechnung burch bas Fahrgeld verbraucht war, ben Doktor mit vielen guten Wünschen an bas Ufer. Da schleppte sich nun Bona, besser» Augen immer noch nicht roieber ganz gefunb waren, mühselig burch ein ödes, rauhes Lanb; unb es kam eine Stunbe in ber Nacht, ba er, vom eisigen Regen zer- peitscht, von stvßenben Böen gerüttelt, nur noch durch ein Wunder bem Tobe entrissen werben konnte. Als er, zusammenbrechenb, mit ber letzten Kraft feines Atems um Hilfe schrie, sah er, was er längst nicht mehr zu erhoffen wagte: ein Licht. Bald darauf gewahrte er über sich im roten Flackerschein einer qbalmenden Fackel ein Gesicht, aus dem zwei kleine mißtrauische Augen zu ihm niederspähten. Was aber war es, bas mitten im schwarzen Bartgestrüpp bes Fremben ein plötzliches Aufleuchten entzünbete unb seinem 'borstig umwucherten Munbe ein gewaltiges Freubengebrüll entlockte? Wieber- schensjubel war es; und Dr. Bona lag in der Umschlingung des Mannes, dem er im Lazarett zu Stuttgart das Bein gereitet hatte. M issen wir sagen, daß der Brave, der übrigens Zöllner geworden war, und ber biblischen Ueberlieferung feines Berufes getreulich nachlebte, ben Doktor wie einen Bruber pflegte und sogar heimlich feine einzige Kuh verkaufte, um ihm Reisegeld vvrstrecken zu können? Bona verließ die Hütte des Zöllners erst nach Wochen als ein völlig gesunder Mann unb gelangte wohlbehalten nach Kiew, wo er Freunbe fanb unb seinen Retter reichlich belohnen konnte. Kaum war bas Unwetter vorüber unb ruhigeren Tagen gewichen, als Bona seine neue Praxis im Stiche ließ unb sich roieber auf bie Reise nach Obessa machte; unb zwar, ba er gegen ben Wasserweg eine begreifliche Abneigung gefaßt hatte, in einem gemieteten Fuhrwerk. Alles ging vortrefflich, bis eines Abenbs der Kutscher in einem ber roilben deßarabi- schen Wälber bie Richtung verlor unb, bie Pferbe am Zügel sührenb, mit einem lieblichen Wechsel zwischen kräftigen Flüchen unb gläubigen Gebeten einen Zickzackweg in immer schwärzeres Dickicht steuerte. Aber auch biefe Fahrt bauerte nur so lange, bis ihr zwei wüste Kerle, bie burch malerische Lumpen, brohenb geschwungene Fackeln unb vorgehaltene Pistolen zweifelsfrei als Räuber ausgewiesen wurden, ein Ende machten. Der Kutscher sank in bie Knie unb forberte alle Heiligen zur Hilfeleistung auf; Bona inbeffen, burch Unglück gehärtet, blickte ben Wegelagerern furchtlos aufgerichtet entgegen. Da nun geschah es, baß einer von ben beiben plötzlich bie Pistolen in ben Gürtel stieß, ben Doktor vom Wagen riß, ihm schallenbe Küsse auf beibe Wangen schmatzte unb sobann mit bonnernbem Gebrüll um ben Wagen eine Aufführung machte, bie nicht anbers benn als ein urwüchsiger Freubentanz gebeutet werben konnte. Bei einer erneuten Umarmung mit bem Doktor zeigte sich bann, baß er ber Solbat war, ben Bona bereinft vor ber Verstümmelung, wenn nicht bem Tobe unter ber Knute gerettet hatte. Der Doktor würbe zum Lager ber Räuberbanbe geleitet, die ihn wie einen alten Freund begrüßte und wie einen König ehrte; man veranstaltete sogleich ein Festgelage, unb er sprach bem Wein so eifrig zu, baß ihm ber fernere Verlauf ber Ereignisse balb nur noch wie ein unbeutlicher farbiger Wirbel umkreiselte. Beim Morgengrauen hob man ihn, bem gleichermaßen von Rührung unb von Kopfweh bie Augen übergingen, auf seinen Wagen, und eine Stunde darauf nahm er an ber Lanbstraße von feinem Schützling unb Retter Abschieb. Später fanb er unter den Kissen bes Wagens einen versteckten Beutel mit Golbstücken, bie er, ba er sie nicht zurückgeben konnte, in Obessa zur ärztlichen Fürsorge für bie Armen oerroanbte. Wenn auch feit biefer Zeit fein Leben für uns in bie Verborgenheit gerückt wird, so meinen wir boch zu wissen, baß die Fügung ihm nach dieser anschaulichen Durchführung ihrer Adsich- ten die Sicherheit im Hafen gegönnt hat. Deutsche Kraftwagen in aller Welt. Die deutsche Kraftwagenindustrie hat ihre Aus» fuhr im Jahre 1935 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 50,2 Millionen Mark erhöhen können. Das bedeutet einen Zuwachs von 69,6 v. H. und zwar gilt diese Steigerung für sämtliche Fahrzeuggruppen. Am stärksten hat nach ben Ermittlungen bes Statistischen Reichsamts bie Ausfuhr von Kraft» räbern zugenommen, nämlich um 121,4 v. H. Wertmäßig fiel ber Zuwachs vor allem, wie in ber Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitgeteilt wird, bei Personen- unb Lastkraftwagen ins Gewicht. Von ben ersten wurden 1935 fast für 12 Millionen Mark, von den zweiten für 6,5 Millionen Mark mehr verkauft als im Jahre vorher. An ber Stückzahl gemessen überschritt bie Ausfuhr von Personenkraftwagen (unb Untergestellen) im Jahre 1935 ben Stand des Vorjahres um mehr als drei Viertel. Die Hauptsteigerung war bei ber Ausfuhr nach Europa mit 6977 Stück zu verzeichnen. Unter ben für ben Absatz wichtigeren europäischen Ländern stand Spanien im Jahre 1935 mit bem Kauf von 4012 Stück an erster Stelle, an zweiter Belgien mit 2948. Neben Spanien unb Belgien konnte bie Ausfuhr gegenüber 1934 auch in ber Schweiz, in den Niederlanden unb in Dänemark erhöht werben. Noch wichtiger aber ist es, baß bie beutsche Kraftfahrzeuginbustrie sich den Zutritt zu Märkten erkämpft hat, die für sie bisher kaum zugänglich waren. Das gilt vor allem für die Agrarländer im europäischen Osten unb Süboften, wie Ungarn, Rumänien, Griechenlanb unb Bulgarien, sowie für Großbritannien, den Irischen Freistaat, Schweden und Norwegen. Ein Vergleich zeigt, daß besonders die kleineren Länder, bei denen sich wegen der Binnenmarktverhältnisse bie Eigenherstellung von Kraftfahrzeugen nicht lohnt, zu Abnehmern ber beutschen Autoinbustrie geworden sind. Nach Ueberfee hat sich die Ausfuhr von Personenwagen um fast bas Doppelte, nämlich um 1660 Stück erhöht. Wolkenkratzers eine anarchistische Versammlung zusammengesunden hatte. Sofort eilten ein schwerbewaffnetes Ueberfallkommando und die „Schwarze Maria" an Ort und Stelle, und den Polizisten gelang es auch, die 23 Teilnehmer der Zusammenkunft zu überrumpeln. Die Ertappten setzten jedoch ihrer Festnahme derartig heftigen Widerstand entgegen, daß es fraglich schien, ob man sie vom zehnten Stock bis zur unten harrenden „Schwarzen Maria" werden bringen können. Kurz entschlossen lud man darauf den Polizeiwqgen eingedenk des alten Wahlspruches: „Kommt der Berg nicht zum Propheten ... usw." in einen großen Lastenaufzug und brachte ihn so an den „Tatort", wo es dann ein leichtes war, die 23 Weltverbesserer „einzuladen". Keine Nachfolgerin ftir die Garbo. A. Z. Los Angeles. Seit geraumer Zeit sucht die amerikanische Filmgesellschaft, bei der Greta Garbo arbeitete, nach einer Nachfolgerin der großen Schauspielerin. Agenten der Gesellschaft haben im vorigen Jahre ganz Europa abgegrast und alle möglichen Theater, von den größten bis zu den allerkleinsten, besucht, um eine Frau zu finden, aus der eine zweite Greta Garbo zu machen wäre. Sie sind jetzt unverrichteter Dinge nach Amerika zurückgekehrt und haben ihren Auftraggebern berichtet, daß es in ganz Europa keine Frau gibt, die auch nur die geringste Aussicht hätte, einmal die Stellung zu erringen, die heute die Garbo einnimmt. Die Garbo sei eine einmalige Erscheinung, für die es niemals einen Ersatz geben werde. Das gleiche gelte übrigens auch für Marlene Dietrich. Die Tatsache, daß sich die Amerikaner so eifrig nach einer Nachfolgerin für die Garbo umsehen, steht im Zusammenhang mit dem schon früher bekannt gewordenen Entschluß der Garbo, sich nach dreizehn- jähriaer Filmtätigkeit ganz ins Privatleben zurück- Zuziehen. König Eduards Tagebücher. B. Bll. London. König Eduard VIII. hat dieser Tage dem neuorganisierten Britischen Kriegsmuseum seine geheimen Tagebücher aus dem Weltkrieg zum Geschenk S. Der König ging als Prinz von Wales im >er 1914 als Adjutant des Feldmarschalls French ins Feld. 1916 wurde er als Stabsoffizier an die ägyptische Front versetzt. Der damalige König hatte übrigens einen strengen Befehl erlassen, daß dem Prinzen während des Krieges unter keinen Umständen die Ehrenbezeugungen erwiesen werden sollten, auf die er als Prinz von Wales und Thronfolger Anspruch hatte. Der Prinz sollte genau so behandelt werden wie irgendein anderer Offizier. Dieser königliche Befehl befindet sich auch unter den Geschenken des Königs an das Museum. Seinen Tagebüchern hat der König weiter ein Stück von der Hülle des deutschen Luftschiffes „L15" beigefügt, das bei einem Angriff auf London angeschossen wurde und in die Themse stürzte. Der Fall Maillet. Fr. Z. Paris. Bor einer Reihe von Jahren verschwand aus dem Städtchen Beuvron in der Nähe von Nantes Monsieur Maillet, nicht ohne seiner Frau und seinem Kind einen rührenden Abschiedsbrief zu hinterlassen und sie um Verzeihung zu bitten. Nachbarn sahen ihn zum nahen Fluß wandern, und niemand zweifelte, daß Maillet Selbstmord verübt hatte, nachdem sein letzter Brief bekannt geworden war. Tatsächlich wurde auch einige Tage später aus dem Fluß eine Leiche gefischt, die von den Behörden und sogar von der Frau des Verschwundenen als Maillet erkannt wurde, obwohl, wie man jetzt weiß, Maillet nur eine sehr geringe Aehnlich- keit mit dem gefundenen Leichnam hatte. Jahrelang blieb Maillet verschwunden. Ein Denkstein auf dem Friedhof des Städtchens legte Zeugnis ab von der Liebe und Freundschaft, die Maillet sei seiner Familie und seinen Freunden genossen hatte. Plötzlich war aber Maillet wieder da. Die Behörden erfuhren von ihm, als er vor ihnen erschien und seine Kriegspension forderte, die fünf Jahre hindurch dem „verstorbenen" Maillet natürlich nicht gezahlt worden war. Maillet fand wenig Glauben. Sein Fall wurde von der Presse ausführlich besprochen, und bald hatte er genug Zeugen zusammen, um wieder als Maillet anerkannt zu werden. Die Frage, die der Polizei nun sehr viel Kopfschmerzen bereitet, ist die: Wer war aber der Mann,' der damals als Maillet begraben wurde? Die Wäscherinnen als Alkoholschmuggler. (in) Lille. In einer nordfranzösischen Stadt brachten die hübschen Wäscherinnen täglich Körbe voll nasser Wäsche durch den Stadtzoll, der hier noch überall besteht. Sie nickten dem Beamten freundlich zu und gingen schwer beladen durch den Zoll, während der Zöllner ihnen lächelnd nachsah. Eines Tages nun wurde dieser Beamte durch einen Kollegen ersetzt, der eine bessere Nase hatte. Ihm fiel ein intensiver Alkoholgeruch auf, und als er sich die Körbe mit nasser Wäsche etwas näher besah, entdeckte er, daß die Wäsche anstatt mit Wasser, im wahrsten Sinne des Wortes mit Alkohol getränkt war! War man erst durch den Zoll, war es leicht, die Wäsche auszuwringen und den Alkohol aufzufangen. Der geräucherte Uak". (u) M a d r i d. Es ist jedem freigestellt, das zu glauben, was auf irgendeiner Speisekarte steht. Da kündet z. B. ein Gastwirt in Madrid mit einem riesigen Plakat folgende Gaumensensation an: „Geräuchertes Pak- Fleisch — stammt von einem heiligen Ochsen eines Klosters in Tibet — Spezialsendung des dortigen Ober-Lamas — kleine Portion: 1 Peseta." Vielleicht hätte der Restaurateur den Preis ein wenig höher fetzen sollen. Denn man stößt sich in Spanien nur an der Billigkeit dieses seltenen Fleisches, mit dem angeblich ein Ober-Lama in Tibet ein Privatgeschäft ausgemacht hat. Im übrigen soll sich das geräucherte Pak-Fleisch in keiner Form von sonstigem Räucher- sleisck unterscheiden — es soll sogar so zähe fein wie das eines alten Stiers, der in einer spanischen Dorfarena ein jämmerliches Ende fand. Goldzähne aus dem Mund gestohlen. (ka) Budapest. Das Budapester Strafgericht verurteilte den stellungslosen Zahntechniker Ludwig Denes, der von zwei Frauen angezeigt worden war, weil er ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Goldzähne aus dem Munde gestohlen hatte, zu einem Monat Gefängnis. Denes hatte sich angeboten, die Zähne „in Ordnung zu bringen", und dabei der einen Frau nicht weniger als sieben Goldzähne, der anderen „nur" zwei aus dem Munde herauspraktiziert. Er versprach, in einigen Tagen die Zahne, beziehunas- weise die Brücke, wiederzubringen. Als Honorar bedang er sich insgesamt 135 Pengö aus, von denen er sich 40 Pengö im voraus bezahlen ließ. Und dann verschwand er. Die beiden Frauen konnten kaum essen und mußten sich mit Suppen und Brei ernähren. Endlich entdeckten sie ihn beim Pferderennen, wo Denes um hohe Summen wettete. Doch konnte er ihnen noch einmal entkommen. Als sie ihn aber in einem Kaffeehaus beim Kartenspiel antrafen, ließen sie ihn durch die Polizei festnehmen. Bei der Verhandlung suchte sich Denes damit zu entschuldigen, daß er wegen einer Geringfügigkeit festgenommen worden sei und deswegen die Arbeit an den Zähnen nicht habe ausführen können. Als er wieder entlassen worden sei, habe er die Zähne nicht mehr vorgefunden. Sechzehn Jahre nach Amerika unterwegs. nicht der kürzeste. Der Rumäne Dimitri Statu schlägt aber alle Rekorde, denn er ist jetzt genau sechzehn Jahre unterwegs und hat das Land feiner Sehnsucht immer noch nicht erreicht. Allerdings geht Herr Statu nicht gerade sehr ziel- bewußt vor. Jedes ausländische Schiff ist ihm recht, und gewöhnlich merkt er erst, wenn die fremden Hafenbehörden ihn festgenommen haben, daß das von ihm jeweils erwischte Schiff einen ganz anderen Bestimmungsort als Neuyork hatte. Auf diese Weise ist Statu zwar fast in alle Länder der Welt gekommen, nur nicht nach Amerika. Augenblicklich sind die Behörden von Liverpool dabei, ihn nach Marseille abzutransportieren, wo er das vorletzte Mal gelandet ist. Die Marseiller Behörden werden dann nichts Eiligeres zu tun haben, als ihn nach Venedig, feinem vorvorletzten Landeplatz, abzuschieben. Die Behörden von Venedig .. usw. Die Geschichte dieses Mannes hat übrigens etwas Rührendes an sich, denn Statu hat lediglich die Absicht, seine Eltern wiederzufinden, die vor zwanzig Jahren nach Amerika ausgewandert sind und ihn als dreizehn Jahre alten Jungen in Rumänien haben sitzen lassen. Wenn bei den warmen Strahlen der Frühlingssonne die Ausflügler und Paddler wieder das Land überfluten, kann man überall em Plündern und Verschandeln der Natur beobachten. Ganze Bündel von Blumen und knospenden Zweigen werden abgerissen. Gegen dieses Zerstören, das auf Gedankenlosigkeit und Gefühlsarmut zurückzuführen ist, richtet sich die „Verordnung zum Schutz der wildwachsenden Pflanzen und der nichtfagdbaren wildlebenden Tier e". Diese Vorschriften verbieten, mißbräuchlich, wildwachsende Pflanzen zu benutzen oder ihre Bestände zu verwüsten, wozu auch die übermäßige Entnahme von Blumen und Kräutern, das böswillige Niederschlagen von Stauden und Ufer-Pflanzen, sowie das Abbrennen der Bodendecke gehören. Ueberall bemüht sich die Verordnung, den Boden der Volkstümlichkeit nicht zu verlassen. So ist es für eine ganze Reihe von Pflanzen bei einem Handelsverbot geblieben, um dem Volksgenossen die Möglichkeit offen zu lassen, sich von den betreffenden Arten einen bescheidenen Blumenstrauß draußen zu pflücken. Nur die in ihrem Bestand bedrohten wildwachsenden Pflanzenarten sind vollkommen geschützt. Ganz besonders strenge Beachtung muß das Verbot des unbefugten Entnehmens von Schmuckreisig in Wäldern, Gebüschen und Hecken finden. Oie geschützten wildwachsenden pflanzen. Die neue „Verordnung zum Schutz der wildwachsenden Pflanzen und der nichtjagdbaren wildlebenden Tiere" gibt eine Reihe von Sonder- R Z. Bukarest. Rumänische Zeitungen erzählen von einem Mann, der es sich in den Kopf gesetzt hat, als blinder Passagier in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der Weg eines blinden Passagiers ist meist Görings Besuch in Crössinsee Das Bild zeigt den Preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring im Burghof von Crössinsee. (Scherl-Bilderd erdienst-M.) WB Zusammenschluß der deuischen Mlchumischast. Fwd. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung über den Z u - sammenschluß der deutschen Milchwirtschaft veröffentlicht. Danach werden zu Milchwirtschafts-Verbänden (Wirtschaftsoerbänden) zusammengeschlofsen: 1. die Betriebe, die Milch erzeugen (Erzeugergruppe); 2. die Betriebe, die Milch bearbeiten oder Milcherzeugnisse Herstellen oder bearbeiten (Verarbeitergruppe); 3. die Betriebe, die Milch oder Milcherzeugnisse verteilen (Verteilergruppe). Als Verteiler gelten auch die Derkaufs- vermittler (Agenten, Kommissare, Makler). Die Wirtschaftsverbände werden zur Hauptoereinigung der deutschen Milchwirtschaft (Hauptvereinigung) zusammengeschlosfen. Die Wirtschaftsverbände und die Hauptvereinigung sind rechtsfähig. Den Zusam- menfchlüssen obliegt die Aufgabe, die Marktordnung auf dem Gebiete der Milchwirtschaft durchzuführen und die Versorgung der Verbraucher sicherzustellen. Bei Durchführung der Marktordnung ist nach Gesetz und Satzung unter Berücksichtigung der Belange des Gemeinwohls und der Gesamtwirtschaft zu verfahren. Zur Erfüllung ihrer Aufgabe können die Zu- fammenschlüfse unter Beachtung des Milchgesetzes und der dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen insbesondere 1. die Erzeugung, die Erfassung, den Absatz, die Ablieferung, die Be- und Verarbeitung, sowie die Verteilung von Milch und Milcherzeugnissen regeln; 2. Vorschriften über Kennzeichnung und Güteanforderungen von Milch und Milcherzeugnissen erlassen; 3. Ablieferungs-, Abnahmeland Einlieferungspflichten auferlegen; 4. den Arbeitsumfang und Ausnutzungsgrad der Betriebe der Verarbeitergruppe bestimmen, sowie volkswirtschaftlich unnötige Betriebe dieser Gruppen dauernd oder vorübergehend stillegen; 5. volkswirtschaftlich gerechtfertigte Preise und Preisfpannen festsetzen; 6. zur Deckung der Verwaltungskosten und sonsti-I aesekt Die neue NamnlyutzverorSnung. gen Aufwendungen Umlagen, zur Bildung eines Ausgleichsstocks Ausgleichsabgaben und für die Benutzung von Einrichtungen angemessene Gebühren erheben; 7. gegen Mitglieder, die gegen Anordnungen der Zusammenschlüsse verstoßen, Ordnungsstrafen bis zu 10 000 Mark im Einzelfall festsetzen. Für alle Fälle, in denen eine auf Grund dieser Verordnung getroffene Maßnahme eine schwere wirtschaftliche Schädigung eines Mitgliedsbetriebes zur Folge hat, ist in den Satzungen die Gewährung einer angemessenen Entschädigung vorzusehen. Eine Entschädigung kann auch Verpachtern eines Mitgliedsbetriebes gewährt werden. Die Wirtschaftsverbände find an die Weisungen der Hauptvereinigung gebunden. Diese kann Maßnahmen der Wirtschaftsverbände aufheben, oder ihre Ausführung untersagen. Die Hauptvereinigung kann im Bedarfsfall Anordnungen erlassen, die für die Mitglieder der Wirtschaftsverbände unmittelbar verbindlich sind. Ein weiterer Abschnitt der Verordnung enthält die Bestimmungen über den Zwangsvollzug und die Beitreibung von Umlagen, Ausgleichsabgaben usw. Die Neuerrichtung eines Betriebes der Verarbeitergruppe oder eines Großverteilerbetriebes, die Wiederaufnahme eines nicht nur vorübergehend eingestellten Betriebes dieser Arten, sowie die Errichtung neuer Anlagen zur Erhitzung oder Verarbeitung von Milch bedürfen der Genehmigung nach näherer Bestimmung der Hauptoereinigung. Im Falle eines wirtschaftlichen Bedürfnisses muß die Genehmigung erteilt werden. Sie soll erteilt werden, wenn eine Gefährdung bestehender Betriebe und eine Übersetzung des Gewerbezweiges nicht zu befürchten ist. Der letzte Abschnitt der Verordnung enthält die Straf- und Schlußvorschristen. Diese Verordnung ist bereits mit Wirkung vom 1.4.1936 in Kraft Vorschriften, durch die bestimmte Pflanzen und Tierarten unter Schutz aestellt werden. Vom oolks- erzieherischen Standpunkt aus ist es eine wichtige Neuerung, wenn die Naturfchutzverordnung den besonderen Schutzvorsckriften jeweils allgemeine Bestimmungen vorangehen läßt, die die Volksgenossen zu einem schonenden und achtungsvollen Umgang mit der Natur anhalten soll. Es ist verboten, folgende vollkommen geschützte wildwachsende Pflanzenarten zu beschädigen oder von ihren Standort zu entfernen: 1. Straußfarn; 2. Hirfchzunge; 3. Königsfarn; 4. Federgras; 5. Türkenbund; 6. Schachblume; 7. Gelbe Narzisse; 8. Orchideen; Knabenkräuter, die folgenden Gattungen und Arten: Frauenschuh, Waldvögelein, Kohlröschen, Brändlein, Kuckucksblume, Fliegen-, Bienen-, Hummel- und Spinnenblume, Dingel, Purpur-Knabenkraut, Riemenzunge; 9. Pfinastnelke, Felsennelke; 10. Berghähnlein; 11. Alpen-Anemone, Teufelsbart; 12. Großes Windröschen; 13. Akelei, alle einheimischen Arten; 14. Küchenschelle, alle einheimischen Arten; 15. Frühlingsadonisröschen; 16. Weiße Seerose; 17. Diptam; 18. Seidelbast, Steinrösl, alle einheimischen Arten; 19. Stranddistel; 20. Alpenveilchen; 21. Aurikel; 22. Gelber Fingerhut; 23. Enzian, die folgenden Arten: Stengelloser Enzian mit seinen beiden Unterarten Clusii und Kochiana, Gefranzter Enzian, Lungen-Enzian, Gelber Enzian; 24. Edelweiß. Verboten ist ferner, die Wurzelstöcke, Zwiebeln und Rosetten von folgenden teilweise geschützten wildwachsenden Pflanzen zu beschädigen oder von ihren Standort zu entfernen: 1. Maiglöckchen; 2. Meerzwiebel, alle einheimischen Arten; 3. Wilde Hyazinthe, alle einheimischen Arten; 4. Gemeine Schneeglöckchen; 5. Großes Schneeglöckchen, Märzbecher; 6. Schwertel, Siegwurz, alle einheimischen Arten; 7. Christrose, Schwarze Nieswurz; 8. alle Rosetten tragende Steinbrecharten; 9. Himmelsschlüssel Primel alle einheimischen Arten. Dem „wilden" Handel mit geschützten Pflanzen, Pflanzenteilen und Schmuckreisern ist durch die neue Naturschutzverordnung ein um so stärkerer Riegel vorgelegt worden, als vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen ihre Bestimmungen mit Haft oder mit Geldstrafe bis z u 150 Mark ober mit einer dieser Strafen belegt werden. Kirchliche Jlacbrichteit Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. April. Miserikordias Domini. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Martus- gemeinöe; 9.30; Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Propst Knodt. — Fohannes- kirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarraffiftent Zfchau; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; zugleich Christenlehre für Die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Dieseck. 9.30: Uhr: Pfarraffiftent Feix; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 9.30: Beichte, Gottesdienst, hl. Abendmahl. — Trohe. 13: Gottesdienst, hl. Abendmahl. — Annerod. 9: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls. — Rödgen. 13: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl; II. Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Jungverheirateten; 13: Kin- dergottesdienst (1. und 2. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; Pfr. Metzler, anschl. hl. Abendmahl für die Jugend von Staufenberg. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst; Pfr. Metzler. — Treis a. d. Lba. 10: Hauptgottesdienst- Missionar Walther; Kollekte; 13: Gottesdienst; Missionar Walther. — Klein-Linden. 13.30: Gottesdienst; 14.30: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte, anschließend Gottesdienst; hl. Abendmahl für die jungen Leute. — Garbenteich. 12.30: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl. — hausen. 10: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottes- dienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Jlieöer-Bef- fingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Münzen- berg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Jungtheologen der Bekennenden Kirche; 13: Christenlehre der drei letzten Jahrgänge. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte für die Jungtheologen der Bekennenden Kirche. Mit dem Preoigtgottes- bienft oerbunben Christenlehre ber brei letzten Jahrgänge. — Hungen. 10: Gottesbienft; 11: Christenlehre; 20.15: Gemeinbeabenb. — IBirberg. 10: Got- tesbienft. — Beltershain. 12.30: Gottesbienft, anschl. Feier bes hl. Abendmahls für bie Verheirateten; Kollekte. — Harbach. 14.15: Gottesbienft, anschließend Feier bes hl. Abenbmahls für bie Jugenb; Kollekte. Mittwoch, ben 29. April. Gießen. Stabtkirche. 20 Uhr: Abenbanbacht. Donnerstag, ben 30. April. Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelstunbe. Evangelische Slabtmisfion, Löberstraße 14. Sonntag, ben 26. April. 11 Uhr: Jugendversammlung; 14: größere gottesbienstliche Jugendfeier; 20.15: Evan- geUfationsDortrag. — Mittwoch, 29. April. 20.30: Bibelstunbe. Gemeinschaft innerhalb ber Kirche (Lanbeskirch. liche Gemeinschaft), Gutenbergsttaße 9. Sonntag, ben 26. April. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, ben 29. April. 20.30: Bibelstunbe. — Donnerstag, ben 30. April. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinbe Gießen, Zu ben Mühlen 2. Sonntag, ben 26. April. 9.30 Uhr: Erbauungsstunbe; 20.30: Evangelisation (Prebiger Heck). — Dienstag, ben 28. April. 20.30: Bibel- unb (Sebetftunbe (Prebiger G. Klein). Reuaposlolische Gemeinben, Eberstraße 13 unb Hänbelstraße 1. Sonntag, 26. April. 9.30 Uhr: Got- tesbienft; 16: Gottesbienft. — Mittwoch, 29. April. 20.30 Uhr: Gottesbienft. Baptislengemeinbe, Gartenstraße 13. Sonntag, ben 26. April. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prebiger Lotz. — Donnerstag, 30. April. 20.30: Bibelstunbe. katholische Gemeinben. Samstag, ben 25. April. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte. Sonntag, ben 26. April. 2. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion ber Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- bigt; 11: Messe mit Prebigt; 14.30: Christenlehre unb Anbacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Prebigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prebigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Prebigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Prebigt; Erstkommunion unb Entlassungsfeier; 15: Taufgelübbe, Weihe unb Anbacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Prebigt. — Lollar. Der Gottesdienst fällt aus. — Jlibba. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 27. April. Laubach. 7 Uhr: Dankgottesdienst. Mittwoch, den 29. April. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Donnerstag, den 30. April. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 1. Mai. Gießen. 8 Uhr: Festgottesdienst; Hochamt; 20: Maiandacht. — Lich. 7: Hochamt. VeffentNchsr Sonnlagsblenft Polizei: Telefon 2751, nur in bringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer t bis 13 Uhr. Sanitatskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Frau Dr. Marx, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Hirsch-Apotheke. Nach dem Essen nicht vergessen Bullnch-Salz Ta^opfg. Aus aller Welt. Aufrichtung des Stammes und feine Uebergabe erfolgen am 29. April. Dabei wird Gauleiter Bürckel sprechen. 100 000-rNark-Gewinn gezogen. Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht. Im Prozeß um das Baugrubenunglück in der Hermann-Göring-Straße in Berlin gab Bauleiter N o t h einen ausführlichen Bericht über feine Wahrnehmungen während des Einsturzes. Er hatte sich von dem Stand der Ausschachtungsarbeiten überführen wollen und mit dem verunglückten Schachtmeister besprochen, wie man den Bagger wegstellen könnte. Wenige Minuten vor der Katastrophe war er wieder aus der Baugrube herausgeklettert und über den Bohlenbelag längs der Straßenbahngleise entlang gegangen. „Ich war kurz vor dem Ende des Bohlenbelags", so fuhr N o t h fort, „da hörte ich plötzlich ein Zischen, als wenn ein Gegenstand durch die Luft fliegt, und ich spürte eine Erschütterung im Bohlenbelag. Ich lief noch ein paar Schritte weiter und drehte mich dann um, wobei ich bemerkte, wie sich der erste Tiergartenbaum senkte und in die Baugrube stürzte. Im gleichen Augenblick bildete sich in der Mitte der Baugrube ein großer Trichter. Eine große Staubwolke stieg auf. Als sie sich verzogen hatte, konnte man cuif der Ostseite noch keine Bewegung der Erdmassen sehen. Dann aber ging es Schlag auf Schlag und die ganze Baugrube stürzte zusammen." Noth erfuhr Dann voh einem Arbeiter, daß der Schachtmeister und mindestens 20 Mann unten gewesen seien. Er habe nicht gewußt daß der Schachtmeister die Mittagspause durcharbeitete, und er habe ihm dazu keine Anweisung gegeben. Der Grund dafür, daß der Schachtmeister seine Leute ' noch habe arbeiten lassen, sei aber nicht der gewesen, daß man noch Arbeiten hätte ausführen wollen, die als besonders wichtig angesehen wurden; es hätte nur aufgeräumt und das Baggerloch noch ausgefüllt werden müssen. Einige Widersprüche, die sich in seinen Angaben kurz nach der Katastrophe und seiner jetzigen Darstellung finden, erklärt Noth damit, daß er bei seiner damaligen Vernehmung von der Katastrophe noch derart mitgenommen war, daß er keinen klaren Gedanken hätte fassen können. 64 verdiente Kämpfer Adolf Hitlers Gäste der Hauptstadt der Bewegung. Der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung, Reichsleiter Karl F i e h l e r , hat im Rahmen der Hitler-Freiplatz-Spende 64 SA.-Männer für die Zeit vom 27. April bis 9. Mai zu Gast geladen. Dadurch ist je zwei verdienten alten Kämpfern aus den 32 deutschen Gauen Gelegenheit gegeben, während eines 14tägigen Aufenthaltes München kennenzulernen und die vielen Schönheiten des südbayerischen Hochlandes zu genießen. „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen gelandet. „Graf Zeppelin" kehrte am Freitag um 19 Uhr von seiner ersten Südamerikafahrt in diesem Jahre nach Friedrichshafen zurück. Um 19.15 Uhr landete das Luftschiff auf dem Werftgelände bei regnerischem Wetter glatt. Die Führung hatte Kapitän von Schiller. An Bord befanden sich 19 Fahrgäste. ___________________________________ Kreuzer „Nürnberg“ in Teneriffa. In Teneriffa ist der deutsche Kreuzer „Nürnberg" vor Anker gegangen, um bis zum 27. April dort zu bleiben. Die spanische Regierung hat die Erlaubnis erteilt, daß die deutschen Katapultflugzeuge der „Nürnberg" Rundflüge über der Insel aussühren. Zu Ehren der deutschen Seeleute sind offizielle Empfänge durch die spanischen Behörden und eine Reihe festlicher Veranstaltungen geplant. Der IHaibaum in Berlin eingeholt. Die Einholung des Berliner Maibaumes vom Anhalter Bahnhof zum Lustgarten gestaltete sich zu einem Triumphzug. Auf dem Wege über den Potsdamer Platz, durch die Siegesallee, Unter den Linden bis zum Lustgarten gaben dem Zug Tausende das Geleit. Unzählige standen in dichten Reihen zu beiden Seiten am Straßendamm. Der lange Festzug mit der 40 Meter hohen, von Tannengrün umkränzten Rotfichte aus dem Warndt wurde von der Trachtenkapelle Grabow und Spielmannszug der SA. geführt. Dem Musikzug folgte ein langer Trachtenzug mit Frauen und Männern aus der Saarpfalz, aus Baden, Württemberg, Bayern und aus zahlreichen anderen Gauen Deutschlands, die hiermit ihre Verbundenheit mit den Brüdern und Schwestern aus dem Grenzgau Saarpfalz, der Heimat der Rotfichte, bekundeten. Im Lustgarten dankte Gaupropagandaleiter W ä ch- t e r allen, die die Einholung des Maisymbols durch ihr Geleit zu einem Festtag gestaltet hätten. Die In der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein 100 000-Mark-Gewinn auf die Losnummer 281539. Das Los wird in Vierteltellen im Saargebiet und in Achtelteilung in Baden gespielt. Ferner fiel ein 50000-Mark-Gewinn auf die Losnummer 27 07 44. Das Los wird m Vierteln in Württemberg gespielt und in Achteln in Lippe. Ein weiterer Gewinn in der Höhe von 25 000 Mark fiel auf die Losnummer 30 6688. Dieses Los wird in Achteln in Hannover und in Vierteln in Baden gespielt. 300 000 Schilling unterschlagen. Wie bereits gemeldet, hat sich der Direktor des Städtischen Elektrizitätswerkes in Hall, Wopfner , dieser Tage e r s ch o s s e n. Die Untersuchung hat er- geben, daß Wopfner Unterschlagungen in Höhe von mehr als 300 000 Schilling verübt hat. Bier Zuchthäusler in Mazedonien entflohen. In der mazedonischen Stadt Gorna-Djumaja entwichen vier Zuchthäusler, von denen drei zum Tode verurteilt worden sind, durch einen selbstgegrabenen unterirdischen Kanal aus der Strafanstalt. Obgleich die Polizei sofort die Stadt in weitem Umkreis absperrte und durchsuchte, ist es bisher nicht gelungen, die gefährlichen Ausbrecher wieder dingfest zu machen. Man nimmt an, daß es ihnen gelungen ist, über die Grenze nach Griechenland oder nach Jugoslawien zu entkommen. Kunst und Wiffenschast. Das Programm der 5S0-Iahrfeier der Universität Heidelberg. Der Reichswissenschaftsrnimster hat für die 5 5 0- Iahrfeier der Universität Heidelberg folgendes Festprogramm festgelegt: 27. Juni: 20 Uhr: Feierliche Hissung der Flaggen aller an der Feier beteiligten Nationen auf dem Universitätsplatz, 20.30 Uhr: Empfang der Gäste durch den Rektor der Universität Prof. Dr. Groh in der Aula. 22.30 Uhr: Schloßbeleuchtung. 28. Juni: 8 bis 10 Uhr: Gottesdienst. 11.30 Uhr: Heldengedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof. Ansprache: Staatsminister Professor Dr. S ch m i t t h e n n e r. 16.15 Uhr: Eröffnung der Städtischen Ausstellung „Heidelbergs Vermächtnis und Aufgabe" im Kurpfälzischen Museum durch den Oberbürgermeister Dr. N e i n h a u s. Ansprache des Staatsministers Dr. Wacker: „Geschichte, Bedeutung und Aufgabe der Stadt Heidelberg". 19.15 Uhr: Empfang durch die Reichsregierung im Königssaal des Heidelberger Schlosses (hierzu ergehen besondere Einladungen). Ansprachen: Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. R u ft, künstlerische Darbietungen. 29. Juni: 9.30 Uhr: Festakt in der Stadthalle. Feierlicher Einzug der Abordnungen in- und ausländischer Universitäten, Hochschulen und Akade- mieen. Fahneneinmarsch. Begrüßung durch den Rektor der Universität. Ansprachen der Reichsregiegierung, Reichsleitung der NSDAP., der Stadt Heidelberg und der Heidelberger Studentenschaft, musikalische Darbietungen. Ansprachen der in- und ausländischen Delegationen. Ehrenpromotionen. Nachmittags Besichtigung der Universität, ihrer Institute und Kliniken. 20.30 Uhr: Welttreffen der ehemaligen Heidelberger Studenten in der Stadthalle. Begrüßung durch den Führer der Heidelberger Studentenschaft, cand. jur. Kreuzer. 30. Juni: 9.30 Uhr: Festakt in der Stadthalle. Musikalische Aufführung. Ansprachen Professor der Philosophie Dr. h. c. Krieck - Heidelberg „Die Objektivität der Wissenschaft als Problem". Professor der Medizin Dr. Stein- Heidelberg „Arzttum und Volk". Musikalische Aufführung. 18.30 Uhr: Festabend in der Stadthalle. 21.30 Heidelberger Schloßfest. Am l.Juli ist Gelegenheit zu Ausflügen in das Neckartal, den Odenwald, nach Schwetzingen und in die Pfalz geboten. Der Rostocker Chirurg Professor von Gaza tödlich verunglückt. In Rostock ereignete sich in unmittelbarer Nähe der Klinik ein Verkehrsunfall, dem der 53 Jahre alte Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik, Professor Dr. von Gaza, zum Opfer fiel. Professor von Gaza versuchte auf einen Omnibus aufzuspringen, lief aber dabei in den Wagen hinein. Schwerverletzt wurde er in die Klinik zurückgetragen, wo er nach einigen Stunden ft a r b. — Wilhelm v. Gaza entstammt einer alten preußischen Offiziersfamilie und wurde am 3. Februar 1883 in Koserow auf der Insel Usedom in Vorpommern geboren. Während des Krieges wirkte er als Chirurg im Felde, 1919 bis 1928 als Oberarzt an der Chirurgischen Klinik m ®ottingen, seit 1928 als Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Klinik in Rostock. Professor v Gaza der auch als Sportarzt und Flugzeugführer tätig war, gab u. a. 1921 einen Grundriß der Wundver- fargung heraus. 10. Max-Reger-Fest in Freiburg. Am 11. Mai ist der 20. Todestag Max Regers, des großen Meisters, dessen Andenken in diesem Jahre besonders gefeiert werden Durfte. Da Max Reger recht oft in Gießen weilte und in Den Konzerten des Gießener Konzertvereins m Kammermusik und Solistenkonzerten und mit dem Meimn- ger Orchester in Orchesterkonzerten mitroirtte seien die hiesigen Musikfreunde schon letzt darauf aufmerksam gemacht, daß vom 17. bis 25. Mai Die Max-Reger-Gesellschaft ihr 10. Max - Reger - Fest zum Gedächtnis des Verstorbenen in Freiburg im Breisgau veranstaltet. Da, wie bisher, die Konzerte voraussichtlich durch den Rundfunk übertragen werden, so ist es vielleicht zweckmäßig, jetzt schon die Tage (17. bis 25. Mai) vorzumerken. Frühjahrs-Reuerscheinungen im Berlag Sfalling. Der Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg, Berlin, kündigt folgende Frühjahrs-Neuerscheinungen an: Werner Beumelburg: Mont Royal. Em Buch vom himmlischen und vom irdischen Reich. Marianne Bruns: Die Dioskuren von Olympia. Ein Roman aus Hellas. Otto Flechsig: Em General rettet seine Armee. Mackensens Durchbruch zur Heimat. Fritz Helke: Prinz von Frankreich. Ein Schicksal um Napoleon. Stabsführer der HI. Hartmann L a u t e r b a ch e r : Die unsterbliche Gefolgschaft. Mit 23 ganzseitigen Bildern. Major a. D. Otto Lehmann: Der Flieger, vom Jungvolk zum Waffenträger im Dritten Reich. Erwin Ulrich M o z e r : Außenpolitik. Geographische Grundlagen, weltanschauliche Triebfedern. Karl Pintschovius: Die seelische Widerstandskraft im modernen Kriege. Major im Generalstabe 21. v. Schell: Kampf gegen Panzerwagen. — Als Jubiläumsausgaben sind erschienen: Werner Beumelburg: Die Gruppe Bosemüller. Der Roman des deutschen Frontsoldaten. Werner Beumelburg: Sperrfeuer um Deutschland. — Junge deutsche Prosa: Bruno Nelissen Haken: Der freche Dackel Haidjer aus der Stierstraße. Mit 125 Pinselzeichnungen. Zdenko von Kraft: Grabbe kehrt heim. Mit 19 Zeichnungen. Edgar Maaß: Der Auftrag. Mit 13 Federzeichnungen Otto Rombach: Der Ikarus von Ulm. Mit 14 Federzeichnungen. Reichstagung des Reichsverbandes der Gemischten Chöre Deutschlands in Augsburg. Der Reichsverband Der gemischten Chöre, der alle gemischten Chöre, Die Oratorien- vereine, Madrigalchöre, Kirchenchöre, Sing- und Spielkreise und Frauenchöre umfaßt, veranstaltet in. Augsburg vom 3. bis 6. Juli fein großes Reichs-'' treffen. Augsburg, Die Stadt Der Singschule, wird zahllose Chöre aus allen Gauen Deutschlands bei sich zu Gaste haben. Die Tagung wird ein machtvolles Bekenntnis zum deutschen Lied und zur deutschen Kunst werden. Was sich an neuen Formen volkhafter Musikpflege heute gebildet hat, wird im Zuge eines großen Festprogramms beiespielhaft gezeigt werden. Aus den Plätzen der Stadt finden musikalische Kundgebungen statt, Chorgruppen der verschiedenen Landschaften fingen auf Straßen und Plätzen Volkslieder ihrer Gaue. f)ou« bei Rclchenährftanbeo / Eqeugungefchlachr JTlarhtorbnung/mehrere toufonb Judittiere / 30hl- reithe Lehrschauen (u. 0. Weinbau Lehrschau) 7000 Lanbmaschlnen / Roll- unb fahrturnier. Eintritt 2.— mh., ob 15 Uhr 1- mh, Sonntags - Rückfahrkarten in 300 km Umkreis oon fronhfurt am Üloin in bet Zelt vorn 15.— 25. ITloi Frankfurt 17.-2* V.1956 OBERHESSISCHER KUNSTVEREIN TURMHAUS AM BRAND Fritz Heidingsfeld-Danzig Oelgemälde / Aquarelle / Zeichnungen P. A. Böckstiegel-Dresden Plastiken und Steinzeichnungen Dauer der Ausstellung: 26. April bis 17. Mai 1936 Besuchszeiten: Sonntags von 11—1 Uhr werktags von 17-18 Uhr Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, den 26. April 1936, vormittags 11 Uhr Eintritt für Mitglieder frei 2609 o ckür Nichtmitglieder 30 Pfennig Birkenwaller IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII muß immer kräftig in den Haarboden eingerieben werden. Für den alltäglichen Gebrauch genügen ein paar Tropfen. Nach der Haarwäsche ist die Kopfhaut besonders aufnahmefähig. Dann führt eine ausgiebige Massage mit Birkenwasser zu einer wundervollen Wirkung. Aber man achte auf die Originalmarke „Dralle“. NH eins old! Heute abend 26410 verlängerte Polizeistunde! Versäumen Sie nicht durch den grünenden FrüHlings- wald nach dem Herrlich gelegenen schiffenberg zu wandern. 266»o vorzügl. Verpflegung Del matz. Preisen Donnerstag auf Freitag: Mainachtsfeiev Am 1. Mai stehengrötzere Räume für eventuelle Veranstaltungen zur Verfügung. - Telefon 2283. Der Omnibus verkehrt täglich ab Bahnhof Gießen 15.25 Uhr, ab Selterstor (Gastb. Lamm) 15.27 Uhr, ab Ludwigsvlatz 15.30 Uhr. WIESECK Sonntag, den 26. April: TANZ 2608 D bei GastwirtWilh. Dorfeld Gasthaus 26420 ZuttMeMe Klein-Linden Sonntag T Anfang rullj Er- Es ladet ein Franz Rathenow. Spay am Rhein bei Boppard Pension Wirth 2596D Vorsaison: Volle Pension 3.25 bis 3.50 Mk. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Herrliche Lage. Rheinterrasse. Bad und WC. im Hause. Schweden- Dänemark- Fahrt veranstaltet von den REICHS BAHN DI REKTION EN FRANKFURT A.M./MAINZ und der HAMBURG-AMERIKA LINIE @______ vom 4. bis 13. August 1936 mit dem größten deutschen Motorschiff >St Louise Besucht werden: Hamburg, Stockholm, Wisby, Kopenhagen, das Skagerrak - Schlachtfeld und Helgoland. Gesamtpreis von und bis Frankfurt am Main ab RM 132.— Auskunft und Anmeldung: Fahrkartenausgaben der Reichsbahndirektionen Frankfurta.M./Mainz und Reisebüro der HAMBURG-AMERIKA LINIE @ Frankfurt a. M., im Hapag-Haus am Kaiserplatz, Fernruf 20421, sowie bei allen Hapag- und MER-Vertretungen. 3n Gießen: Sapag-Aeisebüro Kreger, Seltersweg 89, Fernruf 2396. Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden lwv Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus) Mäßige Preise. Dr. M. Schulie-Kahleyss, Nervenarzt [CHrovirv» Fabrik G.m.bJi.Frqnkfur».M.| ESSIG Samstag und Sonntag in Gieben Rudolf Polster Eignungsprüfer Psychologe Graphologe Hotel Bayrischer Hof Sprechzeit 10 Uhr vorm bis 8 Uhr abends 7652 O Heil-Massage erlhop-TnroeD Frau A. Lorenz, staatl. geprüft, Schiffenb. Weg 1k, Ruf 3797. i58iil> KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von lauten beit beachtet und geletea. Wir haben uns verlobt £fna Schwalb Artur Zerbe, Gerichtsreferendar Großen-Äuseck, Oberpforte 6 Gießen, Krofdorfer Straße 4 26. April 1936 01753 Theodor Köhler Minna Köhler, geb. Beck zeigen ihre Vermählung an Gießen, Sellersweg 17 2613D «3* Schuh mit Fußstütze gesunden Fuß. 2622 A Ur. 97 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 25. April 1936 Aus der Provinzialhauptstadt. Vergessen? Du kehrst von deinem Einkaufstag zurück und packst aus. Erstens, zweitens, drittens, viertens ... Ja, wo habe ich denn den Tee? Du wühlst die Tasche durch, fängst noch einmal an zu zählen. Nichts! Du schaust dich verzweifelt um. Deine Frau blickt dich mit vorwurfsvollen Auaen an. „Gerade den Tee hätte ich eben so nötig", sagt sie, „hast du ihn denn vergessen?" „Nein! Bestimmt nicht! Ich habe ihn gekauft. Aber dann muß ich ihn im Geschäft stehen gelassen haben " Was nun? Du gehst zurück und fragst. Natürlich umsonst. Der Tee ist nirgends zu finden. Du kaufst eine neue Packung. Das ist das Gescheiteste, was du tun kannst. Aber in deinem Innern bohrt und sticht es. Du kommst nicht zur Ruhe und fängst wieder an, in der Tasche zu suchen, bis deine Frau dann zu dir sagt: „Laß doch! Reg dich nicht auf wegen einer Kleinigkeit!" Aber du bist nur schwer zu beruhigen. Es bleibt ein kleiner Stachel zurück. Immer wieder stellst du dir den Gang der Einkaufshandlung vor. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen, daß du das Paket nicht finden kannst. Die Stimmung ist dir verleidet, du bist verärgert, und alles wegen einer kleinen Vergeßlichkeit. — Nicht immer geht die Sache so einfach ab. Wie leicht gibt es scharfe Vorwürfe von feiten anderer. Du antwortest auch nicht gerade fein, und schon ist eine häusliche Szene im Gang. Gewiß gibt es kein großes Unglück, aber Mißstimmung und Aerger lagern über dem ganzen Haus, worunter schließlich auch ganz Unbeteiligte zu leiden haben. Am andern Morgen gehst du nach deinem Arbeitsplatz und ziehst deinen Ueberzieher an. Dabei knistert etwas in der Brusttasche. Du greifst hinein und ziehst das Paketchen mit dem Tee hervor. Also hier steckt es! Erleichtert gehst du noch einmal in die Küche und gibst das Gesuchte ab. Nun fällt dir auch ein, daß du mit dem Geschäftsinhaber ein längeres Gespräch geführt hast und daß du wahrscheinlich während des Sprechens das Paketchen in die Tasche des Ueberziehers gesteckt hast. Nun ist ja alles gut, denkst du. — Ja, aber die ärgerlichen Stunden, die lebhafte Auseinandersetzung mit deiner Ehehälfte, waren die eigentlich nötig? So fragt man unwillkürlich. Nein! Sie hätten vermieden werden können. Man muß sich nur ein für allemal vornehmen, bei solchen Sachen niemals das Gleichgewicht zu verlieren. Das ist für den Anfang nicht so einfach. Mit der Zeit kommt man aber zu einer gewissen Uebung. Ein altes Wort heißt: Wir wollen einmal darüber schlafen. Und sicherlich hat dieses Wort schon viel Beruhigung in der Welt geschaffen. Am nächsten Tage sieht sich gar vieles ganz anders an. Wie oft haben wir schon etwas verlegt, suchen dann stundenlang und finden es doch nicht. Daß dabei ganz kleine Sachen eine Hauptrolle spielen, wissen wir.— Ich will hier gar nicht die Folgen ausmalen, wenn z. B. ein Kragenknöpfchen gesucht wird. Ich will auch nicht von dem Zerrbild der lustigen Blätter, dem vergeßlichen Professor, reden. Das alles ist übertrieben, muß ja übertrieben fein, sonst würde es nicht wirken. Was haben wir noch nicht alles vergessen? Man sehe nur einmal die Liste auf dem Fundbüro der Polizei oder der Reichsbahn nach! Da kommt man aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Aber, Hand aufs Herz? Haft du bis jetzt nur deinen Regenschirm stehen gelassen? Wir wollen nicht mit Steinen auf die armen vergeßlichen Menschen werfen, wenn wir selber im Glashaus sitzen. Wir wollen die „Vergeßlichkeit" hinnehmen als etwas Menschliches, als etwas, das halt einmal zum Sammelbegriff „Durchschnittsmensch" gehört, und wollen uns demütig fügen, aber niemals vergessen, daß man nicht mit Kanonen nach Spatzen schießen soll. Bornostzen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater (Ring Deutsche Bühne): 20 bis 22.30 Uhr, „Lapp im Schnakenloch"; „Der zerbrochene Krug". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Savoy-Hotel 217". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schloß Dogelöd". — Soldatenbund Gießen: 20.30 Uhr: Vornan von Marlise Köllinq. Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau. I. „Vier Mark fünfundzwanzig, vielen Dank — fünfundsiebzig zurück. Bitte, hier, Ihr Kassenzettel." Benedikte Zedlitz schob einer vergeßlichen Kundin das Stück Papier zu und nahm von der nächsten bereits Zettel und Geld in Empfang. Leise klirrte das Silber auf dem geriffelten Holz des Zahlbrettes, wurde fortgenommen. Schon lag wieder ein neuer Zettel vor Benedikte; sie gab heraus, blätterte schnell die Listen um, trug die gekauften Waren nebst dem vereinnahmten Geld mit winzigen Zeichen in die entsprechenden Rubriken ein. „Bitte sehr, vielen Dank. — Bitte von rechts herantreten, dann geht es schneller. — Verzeihung, ich kann nicht wissen, wer zuerst da war" —, sie sprach immer mit dem gleichen verbindlichen Ton. Niemand hätte ihrem blassen beherrschten Gesicht angemerkt, wie entsetzlich abgespannt sie war. Nahm denn die Geschäftszeit heute überhaupt fein Ende? Schnell sah sie zwischen zwei Eintragungen auf ihre Armbanduhr. Gott sei Dank, es war drei- viertelsieben. Noch eine Viertelstunde, dann wurde keiner mehr eingelassen. Aber jetzt kurz vor dem Osterfeste drängten sich die Menschen bis zur letzten Minute in den Gangen des großen Geschäftshauses. Auf die Angestellten, die Verkäuferinnen und die Kassiererinnen, die Packer und Boten nahm niemand Rücksicht. So viele dieser eleganten Frauen hätten sicherlich ihre Besorgungen etwas früher legen können. Aber nein, eine Stunde vor Geschäftsschluß kamen sie vorgefahren in ihren gepflegten Wagen, schlenderten erst einmal als „Seh-Leute", wie man in der Geschäftssprache sagte, durch alle Abteilungen, um dann kurz vor Toresschluß zu kaufen. Natürlich kamen die Angestellten um soviel später aus dem Geschäft. Es hätte nur einmal eine von diesen verwöhnten, nichtstuerischen Frauen einen einzigen Tag an der Kasse sitzen, hinter dem Ladentisch stehen, in der Wo werden „Oankopfer der Nation" entgegengenommen? Oie Ehrenlisten liegen in den SA -Sturmlokalen auf. Das „Dankopfer der Ration“, zu dem vom Stabschef der SA. aufgerufen wurde, soll alle SA.-Kameraden und alle Volksgenoffen im Opfer für den Führer und damit für das deutsche Volk einig sehen. Es ist eine Ehrenpflicht jedes SA.-Kameraden und darüber hinaus für jeden Volksgenoffen, der sich dem Dritten Reich verbunden fühlt, feinen Kamen in eine der Ehrenliflen einzuzeichnen. Diese Ehrenlisten für das Dankopfer liegen bei den Stürmen der SA.-Standarte unserer Stadt in den Sturmlokalen auf. Zum Teil können die Spenden wahrend des ganzen Tages über gegeben werden. 3n allen Lokalen, die das Standquartier eines Sturmes darstellen, ist die Dankopferstelle durch ein Plakat gekennzeichnet. Nachstehend geben wir die Lokale bzw. Geschäftszimmer bekannt, in denen die Dankopferlisten aufliegen: Sturmbann I: R12/116 Cafe Ebel, Burggraben; R 11/116 „Aquarium", walllorstrahe; I/L 116 „Frankfurter Hof", ITlarfHauben. Sturmbann II: Sturm 5/116: Bahnhofstraße 27, Hinterhaus, 1. Stock (Geschäftszimmer). Sturm 8/116 „Hof von Holland", Dammstrahe. Sturm 45/116 „Stadt Wehlar", Ecke Ludwigslraße und Riegelpfad. Sturm 46/116: Gastwirtschaft Teichler, Ludwigslraße. Sturm 47/116: „Zum Andres", Son- nenstrahe. Rachrichtensturm 116: „Zum Löwen", Neuenweg. Die Besetzung freier Arbeitsplätze. Oie Einstellung von Personen unter 25 Jahren erfordert die vorherige Zustimmung des Arbeitsamts. Vorn Arbeitsamt Hießen wird uns mitgeteilt: Nach der Anordnung über die Verteilung von Ar- beitskräften vom 28. August 1934 hat der Betriebsführer verantwortlich zu prüfen, ob freiwerdende Arbeitsplätze aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen durch Arbeitskräfte unter 25 Jahren besetzt werden müssen. Bejaht er die Notwendigkeit, so muß er vor der Einstellung schriftlich die Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes einholen. Unterläßt er diese Einholung, sieht die Anordnung eine strafrechtliche Ahndung auf Antrag des zuständigen Arbeitsamtes vor. Nunmehr liegt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts in Essen vor, nach dem auch eine Schadensersatzpflicht des Unternehmers gegeben sein kann, der Arbeitskräfte unter 25 Jahren ohne die erforderliche Zustimmung des Arbeitsamtes einstellt. Das Urteil spricht den Grundsatz aus, daß der Unternehmer, der Arbeitskräfte ohne die nach der Anordnung erforderliche Zustimmung des Arbeitsamt einstellt, sich gegenüber dem Eingestellten schadensersatzpflichtig macht, wenn dieser das Fehlen der Zustimmung des Arbeitsamts bei der Einstellung nicht kannte. Das Urteil stellt ausdrücklich fest, daß ein Führer eines Betriebes die für seinen Betrieb geltenden Bestimmungen über die Einstellung von Arbeitern und ^gestellten unbedingt kennen muß. Lichtbilder-Vortrag des Herrn Prof. Sessous über seine Erlebnisse in Samoa. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr, „Tiefland". — Gloria-Palast, Seltersweg: Savoy-Hotel 217". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schloß Vogelöd". — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr, Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden). Stadttheater Gießen. Heute von 20 bis 22.30 Uhr als Vorstellung der Deutschen Bühne zum letzten Mal „Lapp im Schnakenloch", ein Spiel von Ed. Reinacher. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Hierauf: „Der zerbrochene Krug", Lustspiel von H. v. Kleist. Spielleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Der Spielplan des Gießener Stadttheaters vom 26. April bis 3. 2Hai. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 26. April, von 19 bis 21.30 Uhr Oper „Tiefland" von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter; Spielleitung: Paul Wrede. Die Vorstellung ist außer Abonnement. — Dienstag, 28. April, von 20 bis 22.30 Uhr Erstaufführung der Operette „Schwarze Husaren" von W. W. Goetze. (Nach einem Lustspiel von Leo Lenz.) Musikalische Leitung: Ernst Bräuer; Spielleitung: der Intendant; 28. Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 29. April, von 19.30 bis 22 Uhr als 28. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement die Komödie „Towärisch" von Jacques Deval; bearbeitet von Curt Goetz. Spielleitung: Wolfgang Kühne. — Donnerstao, 20. Avril, von 20 bis 22.30 Uhr „Schwarze Husaren", Operette von W. W. Goetze. Die Vorstellung gilt als 28. Vorstellung im Freitag- Abonnement, da die Freitagvorstellung wegen des Nationalfeiertages auf Donnerstag oorverlegt wird. — Freitag, 1. Mai, ist das Theater geschlossen! — Sonntag, 3. Mai, von 19 bis 21.30 Uhr zum letzten Mal „Tiefland", Oper von Eugen d' Albert. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung von Werken von Fritz Heidingsfeld (Danzig) und P. A. Böckstiegel (Dresden) ist im Turmhaus am Brandplatz vom 26. April bis 17. Mai zu sehen. (Siehe heutige Anzeige.) Die deutsche flrbeitsttont ■ , n.s.-0ememsch Frauenschaft hielt einen 12tägigen Säug- 1 lingspflegekursus ab, der von Schwester i Klara Schuler geleitet wurde. 36 Frauen und t Mädchen nahmen daran teil. Der Kursus erschien - besonders wichtig deshalb, weil viele junge Mäd- i chen seit ihrer Schulentlassung im Berufsleben s stehen unb bisher wenig Gelegenheit hatten, sich ) Kenntnisse für ihren eigentlichen Beruf als Haus- . frau unb Mutter auf dem Gebiete der Säuglings« b) von Oberforsthaus, Mörfelder Landstraße, Forst- haus Mitteldick, Bahnhof Mitteldick, Parkplatz: östlich Bahnhof Mitteldick bzw. Mörfelder Landstraße und Seitenwege. 2. Fußgänger und Radfahrer. Zuwege siehe Plan. Für Radfahrer sind an den Toren Parkplätze eingerichtet. Voraussichtlich wird am Montag, 27. April, das Luftschiff „Graf Zeppelin" in Frankfurt a. M. landen, und nach einiger Zeit zur Sudamerikafahrt wieder auffteiaen. Das Schiff ist ab 17 Uhr zu erwarten, die Ausreise wird gegen 19 Uhr stattfinden. Ob das Luftschiff tatsächlich an- kommt und zu welchen genauen Zeiten, wird am Montag, 27. April, 13 Uhr stündlich durch Rundfunk bekanntgegeben. 1. kraflwagenverkehr. Die direkten Zufahrtsstraßen zum Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main sind für ben Kraftverkehr gesperrt. (Hainpfab-, Rehbock- unb Kirch-Schneise ab Bahnhof Mittelbick). Ausnahmen: bie mit Wa« gentarten vorgesehenen Fahrzeuge. a) von Oberforsthaus- Alte Mainzer Straße, Forst- haus Unterfchweinstiege. Parkplatz: Spielwiese südwestlich Unterschweinstiege. mehr erreichte Vereinheitlichung aus, diesem urich» Hgen forst- unb holzwirtschastlichen Gebiet ist eine restlose Durchführung ber Marktordnung auf bem Holzmarkt nicht möglich. . . Aus ben einzelnen Bestimmungen sei besonders hervorgehoben, daß nunmehr Bezeichnungen w Langholz, Abschnitte usw. allgemein gulhg fest« gelegt sind und dadurch in Zukunft sowohl für ben Käufer als auch ben Verkäufer unliebsame Verwechslungen und Mißverständnisse ausgeschlossen werden. Sämtliches Rundholz wird in Zukunft in ganz Deutschland ohne Rinde vermessen, was eine wesentliche Erleichterung für Preisüberwachung unb Preisvergleich mit sich bringt. Die Verordnung bringt weiterhin für die Holzgüteklassen fefte’ ren Rahmen, soweit dies bei bem Rohstoff Holz möglich ist. Grubenholz, Papierholz und Schwellenholz sind als wichtigste Gebrauchsklassen besonders ausgeschieben und nach Ausmaßen und Beschaffenheit besonders festgelegt. Darüber hinaus werden noch eine ganze Reihe von Olnzei- Vorschriften festgelegt, die für ben Holzhandel praktisch von allergrößter Bedeutung sind. Somit stellt bie neue Verordnung, bie am 1. ün. 1936 in Kraft tritt, einen weiteren Schritt vorwärts bar in ber Vereinheitlichung ber deutschen Forstwirtschaft, in ber Erleichterung bes Verkehrs der Holzerzeuger mit bem Holzhandel und Hoiz- verbrauch unb bamit eine weitgehende Verbesserung bes Rundholzgeschäftes durch Fortfall der seither noch bestehenden länder- und gebietswelsen Hemmungen. Oberhessen. Landkreis Gießen. literarisches Preisrätsel. 17: Unterhaltungsmusik. 17.30: HJ.-Funk. 18: Unterhaltungskonzert. 19: Lieder und Klaviermusik. 19.45 Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt: Mit der Mordkommission unterwegs. 20: Rückblick auf die 4. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik. Dienstag. 28. April. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 9.15: Alemannische Rundschau. 10: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk^). 13.15: Mittagskonzert IL 14: Nachrichten. 14.10: Das Phänomen der Stimme (II) Heinrich Schlusnus. 15: Wirtschaftsbericht. Dividende oder Reserve. 15.15: Das deutsche Lied. 16: „Ein Liederkranz". Unterhaltungsmusik, 17.30: SOS — Schiff in Seenot! Aus der Arbeit der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. 18: Blasmusik. 19: Lustige Geschichten. Don Luwig Thoma. 19.15: Zwischen 7 und 8: Was Freude uns macht! 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Der Bettelstudent. Operette in 3 Akten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Wie zu erwarten, werden die Zufuhren in Brotgetreide in diesen Frühjahrswochen rasch geringer, da die Hauptvorräte der Landwirtschaft abgestoßen sind. In Weizen sind aber die Mühlen, auch unseres Bezirks, noch ausreichend versorgt, so daß sie ihren Einkauf auch heute noch auf beste Qualität und passende Lieferfrist einstellen. Die Frankfurter Mühlen sind dagegen darauf bedacht, zur Erhaltung ihrer Mehlsorten Wetterauer Weizen zu erhalten. Das Angebot aus Nord- und Mitteldeutschland auf dem Wasserwege hat beachtlich abgenommen, so daß man hierfür jetzt allgemein wieder die erhöhte Handelsspanne von 6 Mark fordert. Von Kleberweizen werden nur wirklich ausgesuchte Qualitäten von den Mühlen ausgenommen. Am R o g g e n m a r k t ist die Lage unverändert; aus unserer Provinz kommen nur kleinste Mengen an den Markt, die rasch an die Mühlen abgesetzt werden. Aber auch das norddeutsche Angebot ist kleiner geworden, so daß es nur mehr mit der erhöhten Handelsspanne von 8 Mark je Tonne er- hältlich ist. Allmählich beginnt sich die Verringerung des Angebotes von Mahlware auch am M e h l m a r k t auszuwirken, in dem das im Winter beobachtete Ueberangebot von Mehl verschwunden ist. Bei aus- geglichenem Angebot und stetiger Nachfrage vollziehen sich die Umsätze in Roggenmehl in normalem Rahmen. In Brau- und Jndustriegerste spielt das Geschäft keine Rolle mehr. Auch Futtergerste ist belanglos. In Hafer werden die kleinen Andienungen unserer Landwirtschaft schnellstens untergebracht, dagegen ist das Geschäft in dem angebotenen norddeutschen Hafer schwierig. Das Interesse für Futtermittel läßt mit fortschreitender Jahreszeit nach, um so mehr, als der Landwirtschaft wirtschaftseigene Futtermittel in Heu, Stroh und Hackfrüchten zur Verfügung stehen. Nur Kleie, Schnitzel und Oelkuchen, also hochwertige Futtermittel, bleiben nach wie vor begehrt. R a u h f u t t e r selbst, wie Heu und Stroh, finden bei der Landwirtschaft wenig Beachtung und werden von der Industrie bzw. den gewerblichen Verbrauchern, langsam gekauft. s.jixfpoit Gießener Wehrmacht bei der Odenwaldfahrt. Am morgigen Sonntag findet eine große Odenwaldfahrt statt, an der auch diesmal wieder Angehörige der Gießener Wehrmacht, der Panzerabwehr, teilnehmen. Leutnant Kahl fährt auf Adler- Kübelsitz mit, Oberschirrmeister Frey sowie die Gefreiten Ische und Weiß nehmen auf Zündapp mit Beiwagen teil, und die Gefreiten Seeger und Reinke starten auf NSU.-Solomaschinen. Feldwebel Wiegand fährt auf einem Hanomag- Personenkraftwagen im Wettbewerb. Leistungsproben der Gießener Leichtathletik-Trainingsgemeinschafi. Vom Leichathletik-Gaufachamt Hessen sind für den morgigen Sonntag in den einzelnen Leichtathletikzentren des Gaues Leistungsproben für die Mitglieder der Trainingsgemeinschaften angesetzt. In Gießen finden diese für die Saison 1936 erstmalige gnePügurfncdneLchxastxxKm2fuPrü chck chckj Prüfungen morgen nachmittag auf dem 1900= Sportplatz statt. Wenn auch in Anbetracht der frühen Saison und der seitherigen ungünstigen Freilufttrainingsverhältnisse die Leichtathleten , noch ein Stück von ihrer Bestform entfernt sind, so werden die morgiaen Wettkämpfe doch schon wichtige Anhaltspunkte bieten, zumal die Leute ein intensives Wintertraining durchgemacht haben. Es kommen folgende Wettbewerbe zum Austrag: 100-Meter- Lauf, 800 Meter-Lauf, 1500-Meter-Lauf, 5000-Me- ter-Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Dreisprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen und Speerwerfen. Reichsfporllehrer Waitzer bei der Gießener Trainingsgemeinschaft. Nach seinem Hallentrainingsabend Anfang Januar d. I. wird nun Reichssportlehrer Waitzer auch ein Bahntraining für die Gießener Trainingsgemeinschaft abhalten, und zwar findet dies am kommenden Montagnachmittag (ab 5 Uhr) auf dem Uni» versitäts-Sckortplatz statt. Her Waitzer wird aus dem reichen Schatz feiner Erfahrungen und seines Wissens den Gießener Leichtathleten sicherlich viel zu vermitteln haben. in dem Kreis Gießen noch nicht so sehr bekannt ist, verspricht man sich einen schönen Kampf. Die 1. Iugenomannschaft vom Sportverein Garbenteich tritt ebenfalls zum Gesellfchaftsspiel in Watzenborn-Steinberg an. Hier wird voraussichtlich der Gastgeber die bessere Mannschaft stellen. Man hofft hier auf einen klaren Sieg der Teutonen. Schiedörichterappell der Kameradschaft Gießen. Im Gegensatz zu den sonstigen Schiedsrichterappellen, die in erster Linie der Vertiefung der Regelkenntnis dienen, soll dieser alljährliche Appell zeigen, inwieweit die einzelnen Schiedsrichter die körperliche Voraussetzung der Leitung eines Spieles noch besitzen. Gleichzeitig hiermit soll eine Durchprüfung der Anwärter in bezug auf Spielleitung stattfinden. Da in solchen Spielen — es finden zwei Spiele der Schiedsrichter-Kameradschaft Gießen mit Mannschaften des VfB.-R. statt — Fälle mit Absicht herbeigeführt werden, die sonst in den meisten Spielen überhaupt nicht vorkommen, so haben auch alle Schiedsrichter Gelegenheit, ihr eigenes Können nachzuprüfen Eine Aussprache nach den einzelnen Spielen durch die zuständigen Referenten mit kurzer Kritik soll die sinngemäße Anwendung der Regel fördern. Handball im Kreis VIII llahn-Dill). Die Aufstiegspiele in den einzelnen Klassen haben zweifellos noch mehr als die eigentlichen Dflichtspiele d-as weitestgehende Interesse der Handballer gefunden. Nicht nur die Bezirksklasse, sondern vor allem die unteren Klassen haben auf Grund ihrer ausgeglichenen Spielstärke am ersten Tage schon ausbezeichnete Kämpfe gebracht, die zu den besten Hoffnungen Anlaß geben. Schon die Paarungen für den kommenden Sonntag haben es in sich und sollten, wenn nicht wiederum unerwartete Ergebnisse eintreten, uns schon einen Schritt weiterbringen. In der Bezirksklasse steht, weil nur drei Mannschaften beteiligt sind, ein Spiel auf dem Programm und zwar Tv. Wetzlar — To. Vilbel. Die Wetzlarer sollen, wie verlautet, durch Soldaten ihre Mannschaft aufgefrischt haben und zur Zeit eine in jeder Beziehung ausgezeichnete Elf ins Feld stellen. Es muß abgewartet werden, wie sich die neuen Leute bewähren. Die 2. Kreisklasse sieht folgende Begegnungen vor: To. Gröningen — Tv. Dutenhofen. Die Gäste haben durch die unerwartete Niederlage vom vergangenen Sonntag nicht nur ihre Anhänger schwer enttäuscht, sondern haben auch dazu beigetragen, daß der Sieger wieder vollkommen offen geworden ist. Das Treffen in Grüningen sieht zwei gleichwertige Mannschaften im Kampf, von denen jede gewinnen kann. Entscheidend wird sein, welche Mannschaft sich am ersten zurechtfindet und welche über die größeren Kraftreseroen verfügt. To. Alsfeld — Tv. Allendorf a. d. L d a. Die Platzbesitzer gehen nach ihrem schönen Sieg über Dutenhofen mit den besten Aussichten in den Kampf. Es ist kaum anzunehmen, daß es Allendorf gelingen wird, Alsfeld auf eigenem Platz auch nur einen Punkt abzunehmen. In der Jugendklasse stehen sich gegenüber: Tv. Münchholzhausen — Tv. Ruttershausen; Tv. Lang-Göns — Tv. Lützellinden. Münchholzhausen hat bei seinem ersten Spiel so wenig gezeigt, daß der Ausgang des Spiels gegen Ruttershausen afs vollkommen offen bezeichnet werden muß. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß die Gäste bei einigermaßen Glück zu einem Sieg, zum mindesten aber zu einem Unentschieden kommen. — Ueberaus spannend dürfte das Zusammentreffen von Lützellinden und Lang-Göns werden. Beide Mannschaften haben ihre ersten Spiele gewonnen, Lützellinden sogar ganz eindeutig. Aus dem Grunde ist der Ausgang des Kampfes vollkommen offen. Der Freundschaftsspielbetrieb ist mit Rücksicht auf die schlechte Witterung nicht sehr groß. Nur einige unentwegte Mannschaften haben Treffen abgeschlossen. Tv. Holzheim — To. Hochelheim. Nach dem Ausgang des Vorspiels zu urteilen, sollten die Platzbesitzer sicherer Sieger werden. Bei der Eigenart der Mannschaft der Gäste wäre aber eine Voraussage verfehlt, zumal man bald wieder einmal bessere Leistungen erwarten könnte, nachdem sich in der letzten Zeit eine Niederlage der anderen anschloß. To. Katzenfurt — Tv. Niedergirmes. Die Katzenfurter benutzen einen freien Sonntag, um ein altes Rückspiel ausautragen. Es wird sich bei diesem Spiel zeigen müssen, inwieweit sich die Spielstärke gehoben hat, nachdem das Vorspiel hoch verloren ging. Vorher spielen die beiderseitigen Jugendmannschaften. Tv. Nauborn — Tv. Atzbach. Die Naubor- ner haben, obwohl Atzbach ziemlich lange pausiert hat, keine Chance, zu einem Erfolg zu kommen. Wir erwarten einen sicheren Sieg der Gäste. Tv. Pohl-Göns — Tv. Münchholzhausen. Münchholzhausen ist in seiner Spielstärke außerordentlich zurückgegangen. Aber auch Pohl- Göns verfügt nicht mehr über die Mannschaft von ehedem. Trotzdem wird es einen sicheren Sieg der Platzmannschaft geben. Christel Cranz in der Schweiz. Am Sonntag veranstaltet der Skiklub Engelberg einen Riesentorlauf vom Titlisgipfel (3239 Meter ü. M.) nach Trübsee (1800 Meter) über insgesamt 5 Kilometer, wobei 20 Tore zu passieren sind. Die deutsche Olympiasieaerin Christi Cranz, ihr Bruder Rudi und Der Norweger Birger Ruud haben neben anderen bekannten Skiläufern ihre Meldung zu diesem Wettbewerb abgegeben. Bankgeschäfte einst und jetzt. Vom Tempelpriester zum modernen Kapitalverwaiter. Fußball der heimischen Mannschaften. VfB.-BeichSbahn Gießen. VfL.Germania 94 Frankfurt auf dem Daldsportplah. Mit diesem Spiele hat das Gießener Publikum erneut Gelegenheit, einen Vertreter der Frankfurter Bezirksklasse spielen zu sehen. Die Frankfurter Germanen zählen zu den Mannschaften, die auf Grund ihrer Tradition auch heute noch den süddeutschen Fußball spielen, wie wir ihn schon öfters gesehen haben. Leider war es ihnen, die Pioniere des Frankfurter Fußballs waren, nicht vergönnt, sich in der Gauliga zu behaupten. In der vergangenen Spiel- faifon konnte die Mannschaft trotz der Abwanderung ihres überragenden Mittelläufers, den zweiten Platz der Gruppe Nordmain erringen. Die Germanen spielen mit: Meisel; Worba, Bauer; Gärtner, Köhler, Fischer; Kurr, Schäfer, Kirchner, Korf, Kirchgäßner. Dieses Spieleraufgebot ist das stärkste, das die Germanen zur Zeit zu stellen imstande sind. Die überragenden Leute dieser Elf sind Köhler, Kirchner und Korf, die ihr Können in der Nachwuchself des Mainbezirks schon erfolgreich unter Beweis gestellt haben. Unter diesen Umständen ist es selbstverständlich, daß die Gießener ebenfalls mit ihrer stärksten Mannschaft zur Stelle sind. Mit Rücksicht auf die letzten Gießener Ergebnisse der Grünweißen können sie diesem Spiele ruhig entgegensetzen, denn sie haben immer wieder gezeigt, daß ihr Können mit dem des Gegners wächst. Auf Grund der gegebenen Vorbedingungen erwartet man einen technisch auf hoher Stufe stehenden Kampf. Leiter des Spieles ist R ü f p e I e r (Gleiberg). Die 3. Mannschaft spielt gegen die der Schiedsrichter-Kameradschaft Gießen und sollte sich erfolgreich durchsetzen können. Nach einjähriger Pause treten auch die Alten Herren wieder einmal auf den Plan. Gegner ist eine Mannschaft der Schiedsrichter-Kameradschaft Gießen, die sich aus den öfteren Schiedsrichtern zusammensetzt. Jugendfuhball. VfB.-R. 1. Jgd. — Butzbach l.Jgd.: Die Gießener sollten in diesem Spiele den sicheren Sieger stellen, da die Gäste nicht das reife Können der hiesigen Jugend erreichen dürften. VfB.-R. 2. Jgd. — Großen-Linden 2. Jgd.: Hier sollten ebenfalls die Hiesigen einen Sieg erringen können. Die 3. Jgd. spielt in Klein-Linden und dürfte sich kaum behaupten können. VfB.-R. 1. Schüler — DsR. Butzbach 1. Schüler: Die Schülermannschaft der Gäste war in den vergangenen Jahren immer ein beachtlicher Gegner. Da die augenblickliche Spielstärke unbekannt ist, so muß der Ausgang des Spieles als offen bezeichnet werden. Die Kleinsten des Vereins spielen gegen Watzenborn-Steinberg. Spielvereiriigung 1900 Gießen. VfV. Kirchhain I. — 1900 I. Der Gegner für Sonntag ist abermals ein Vertreter der Bezirksklasse des Kreises Marburg. VfB. Kirchhain, der in der Tabelle an vorletzter Stelle steht, ist ein nicht zu verachtender Partner. Besonders auf eigenem Platz ist er sehr spielstark. Die Blauweißen, die in der Aufstellung Wißmar; Zeller, Lippert; Sinning, Heilmann, Hain; Ranft, Güvther, Enders, Rinderknecht, Henkelmann antreten, müssen schon stark aus sich herausgehen, wenn sie ein achtbares Resultat zustande bringen wollen. Großen-Linden I — 1900 II. Die Reserve fährt nach Großen-Linden. Auch hier bedarf es restlosen Einsatzes der Spieler, wenn ein Sieg herausspringen soll, denn die Elf der Turner ist zur Zeit in einer erstaunlich guten Form. Die in den letzten Spielen erzielten Resultate sind keine Zufallserfolge, sondern beruhen auf einer sehr soliden Mannschaftsfeistung. Jugend-Fußball. Ab Sonntag werden nochmals Gruppenspiele durchgeführt, an Denen die erste und zweite Jugend von 1900 teilnimmt. Die erste Jugend empfängt die gleiche Mannschaft Klein-Lindens. Die Gäste verfügen über eine stabile Mannschaft, gegen die die Blauweißen einen schweren Stand haben werden. In Lich muß die zweite Jugend der dortigen ersten gegenübertreten. Die Gastgeber sind auf eignem Boden schwer zu schlagen, jedoch sollte dies für die Blauweißen kein Grund sein, auf den Sieg von vornherein zu verzichten. Zum fälligen Schülerpflichtspiel empfangen die ersten Schüler Alten-Buseck. Alten-Buseck stellt eine kräftige Mannschaft, jedoch sollten die kleinen 1900er diesen Nachteil durch technisch besseres Spiel auszugleichen versuchen. Zu einem Freundschaftsspiel fährt die zweite Schülerelf nach Lich, um ihre Kräfte mit der dortigen ersten Schülermannschaft zu messen. Sport-Club 1921 Naubringeu. Aufstiegspiel zur Kreisklasse 1: Daubringen I — Garbenteich I. Am Sonntag treffen sich zum Aufstiegspiel die Meister der 2. Kreisklasse Daubringen I — Garbenteich I. Daubringen wird hier zu beweisen haben, daß die Mannschaft auch gegen stärkere Gegner bestehen kann, denn der Elf von Garbenteich geht ein guter Ruf voraus. Daubringen muß besser auf der Scheibe sein wie in den letztgezeigten Spielen. Heber den Ausgang des Kampfes ist keine Voraussage möglich. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Für den nächsten Sonntag hat sich die Spvgg. Leihgestern die 1. Mannschaft des So Hungen zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Es dürften sich zwei gleichstarke Mannschaften gegenüberstehen, die sich ja nicht unbekannt sein werden. Im vergangenen Jahre trugen die Mannschaften zwei Spiele aus, die jeweils mit 2:0 für Den Platzherren enbeten. Man Darf gespannt sein, wer sich am nächsten Sonntag siegreich behauptet. Vielleicht Dürfte Der Vorteil Des eigenen Platzes ausschlaggebenD sein. Vor Dem Spiel Der ersten Mannschaften treffen sich Die IugenDmannfchaften Der Spvgg. Leihgestern unD To Großen-LinDen zum fälligen Serienspiel. Wer hier Sieger bleibt, Dürfte erst beim Schlußpfiff feststehen. „ FC.Teutonia-Watzenborn-Steinberg Am morgigen Sonntag wirD Der Kreisklassenmeister Oberschmitten zu einem Gesellschaftsspiel bei Den Teutonen weilen. Dieser Titel beweist schon einen großen Teil seines Könnens. Obwohl Dieser Verein Es ist recht interessant, einmal einen kurzen Blick auf Die geschichtliche Entwicklung des Bankwesens zu werfen. Welch ein Unterschied zwischen den Banken Des Altertums unD Des Mittelalters auf Der einen Seite unD Den gewaltigen Bankinstituten Der Jetztzeit auf Der anderen Seite! Die Banken bzw. die bankartigen Einrichtungen des Altertums und Mittelalters sahen ihre Hauptaufgabe darin, Die ihnen anoertrauten Gelder aufzubewahren und Münzen umzuwechseln. Im alten Griechenland waren es vorwiegend die Priester, die sozusagen nebenberuflich in der Rolle von Bankiers auftraten. Ein bedeutendes Ansehen genossen die Tempel von Delphi und Ephesos, Die als besonders sicher galten, so daß ihnen unbedenklich Geld und Wertgegenstände zur Aufbewahrung anvertraut wurden. Außer den Priestern finden wir aber noch eine andere Gruppe von Bankiers vor, die das Geschäft im „Hauptberuf" betrieben. Sie hießen Trapeziten und befaßten sich in erster Linie mit her Annahme von Depositengeldern sowie mit der Zahlungsvermittlung. Man unterschied bei dieser Gruppe zwischen solchen Bankiers, Die Geld ausliehen, und solchen, die das Wechseln in fremde Münzen besorgten. Die Geldausleiher nahmen hohe Zinsen, zum Teil 12 bis 14 v. H. Den Trapeziten im alten Griechenland entsprachen im alten Rom die Argentarii, die in der Hauptsache fremde Geldsorten ankauften oder verkauften, auch Gelder zur Aufbewahrung annahmen und Darlehen gegen Unterpfand gewährten. Nach der Völkerwanderung nahm die Bedeutung der römischen Bankiers ab. Sie waren bis zur Zeit Der Kreuzzüge lediglich Geldwechsler. In der Folgezeit gesellte sich mit der zunehmenden Zersplitterung des Münzwesens ein neues Gewerbe hinzu, und zwar das Münzwechselgeschäft, welches in der ersten Zeit die Goldschmiede besorgten. Aus dem Münzwechsel ging alsdann das Depositengeschäft hervor. Von der Errichtung regelrechter Banken kann man von dem Augenblick an sprechen, wo die bisher von Einzelpersonen betriebenen Bankgeschäfte an Gesellschaften, an den Staat oder an Die Gemeinben übergingen. Damit war her Grunhstein zum heutigen Depositengeschäft gelegt. Mit Fug unD Recht kann man also seit Diesem Zeitpunkt von Den Vorläufern unserer moDernen Banken reDen. Erwähnenswert ist noch. Daß im Jahre 1587 in Rom eine Staats-Girobank errichtet wurde. Nicht minder interessant ist eine Betrachtung der Anfänge des Bankwesens in England und Frankreich. In England waren die ersten Bankiers Juden, die unter der Regierung Wilhelm des Eroberers nach England gekommen waren. Sie waren vor allem Geldausleiher; bemerkenswert ist, daß sie sich dabei häufig bereits Des Wechsels bedienten unter Berechnung hoher Zinsen. Seitens Der Bevölkerung wurde ihnen ein starker Haß entgegengebracht, Der sich oft in Tätlichkeiten Lust machte. König EDuarD I. verbannte 15 000 JuDen und nahm ihnen kurzerhanD ihr Vermögen weg. Hiernach ging Das Bankgeschäft auf Die Lom- b a r D e n über. Diese nahmen einmal Depositen, Die sie verzinsten, zum anbern gaben sie Darlehen gegen UnterpfanD. Hierauf ist Die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Lvmbarhgeschäft zurückzuführen. Im 17. Iahrhunhert stoßen wir auf Die Golhschmiehe, hie Geld- unb Wechselgeschäfte betrieben unb beren Anweisungen zu- nehmenhe Bebeutung erlangten. Diese Anweisungen (Noten) waren bie Vorläufer her Schecks. Das Bankgeschäft blieb auch bis zur Gründung her Bank von Englanh in den Händen her Goldschmiede Das französische Bankwesen Hat gleichfalls interessante Etappen aufzuweisen. Mancher wird sich entsinnen, daß bas Frankreich Lub- rotgs XIV. finanziell vollkommen Heruntergewirtschaftet war. Der „Sonnenkönig" nahm in seiner höchsten Not ein Angebot bes Schotten John Law an, her bie finanzielle Reorganisation burch- zuführen sich für befähigt hielt. Der Plan schlug jeboch restlos fehl. Spekulationsmanöver, in bie sich der Staat eingelassen hatte, sowie ein ungeheuer großer Notenumlauf, ohne entsprechende Deckungsmittel führten zum Ruin der von Law ins Leben gerufenen Bank. Das Resultat der Lawschen Experimente war die Erschütterung des gesamten Geld- und Kreditwesens Frankreichs. Nach einem wech- selvollen Aus und Ab trat schließlich mit der im Jahre 1800 oorgenommenen Gründung her Bank von Frankreich eine gewisse Beruhigung ein. Die Banque de France würbe von Napoleon Bonaparte als Privat-Aktienbank mit einem Kapital von 30 Millionen Franken gegrünhet. Napoleons Wunsch war, baß bie Bank vor allem billigen Kredit mit möglichst seltener Veränderung des Zinsfußes gewährte. Und nun zu Deutschland. Lassen wir unsere Gedanken in die Zeit des dreißigjährigen Krieges zurückschweifen. 1619 kam es zur Gründung der Hamburger Bank. Ihr Ziel war dahin gerichtet, ebenso wie bie übrigen Girobanken, bie Münzoer- schlechterung unb Münzbeschneibung zu unterbinben. Krebite würben nicht gewährt. Umschriften und Abhebungen erfolgten burch Anweisungen über ein bestimmtes Quantum Silber. Die Depositen- unb Girogelber wurden zu einem Teil gegen Unterpfand ausgeliehen. Mit der Errichtung der Reichsbank am 1. Januar 1876 wurde das deutsche Bankwesen in neue Bahnen geleitet. Man halte sich vor Augen, daß es im Jahre 1873 im Gebiet des Deutschen Reiches infolge der vielen Länder, bie jebes ihr staatliches Svnberbasein führten, 144 Arten papierener Wertzeichen unb 33 zur Notenausgabe berechtigte Institute gab. Erwähnenswert ist noch, baß es bis Mitte bes 19. Jahrhunberts so gut wie gar keinen Giro- unb Kontokorrentverkehr gab. Im mobernen beutschen Bankwesen schälte sich als hie wesentlichste Aufgabe her Banken bie Krebit- vermittlung heraus, mit anberen Worten: Leihkapitalien würben angesammelt unb wieher ausge» liehen. Es würbe im Rahmen biefer Ausführungen zu weit führen, auf bie Entwicklung im einzelnen einzugehen. Es genügt an biefer Stelle her Hinweis, baß auch bas beutfche Bankwesen nicht immer bie Entwicklung genommen hat, bie erstrebenswert war. Man heute nur an bas Jahr 1923 unb bie barauffolgenben Jahre Banken schossen wie Pilze aus her Erbe. Auch in her Krehitgebarung ist nicht immer alles so gewesen, wie es Hätte sein sollen. Die UebernaHrne her Macht burch ben Führer hat nun aber bie fernere Entwicklung bes beutschen Bankwesens in gefunbe Bahnen geleitet. In erhöhtem Maße hat heute her Bankleiter unb Bankier volkswirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen. Wie her Staat stets besorgt sein muß, baß im Rahmen Der volkswirtschaftlichen Notwenbigkeiten her pri- vattvirtschaftlichen Initiative roeitgebenbe Freiheit eingeräumt wirb, so erhält unter biefem Gesichts- punkt bie beutsche Bankwirtschaft ihr festgeformtes Gesicht. Erst kürzlich wies Bernharb Köhler auf bie große Aufgabe bes fachkunbigen, instinktsicheren unb verantwortungsbewußten Bank- leiters unb Bankiers hin. Es wirb in Zukunft nicht bei her gegenwärtig überroiegenben Rolle her DIE VORKAMP ''' r -- wie ■■■I Betrifft: Einebnung von Erbbegräbnisplätzen auf dem Alten Friedhof. Frau Marie Müller, geb. Bopf 2656 A Gießen Gießen, den 23. April 1936. Lang-Göns (Breitegasse 1), den 24. April 1936. 2614 D Nr. Alter Teil Südliche Neuer Steinstraße 27 Johanna MünzingerWwe. Gießen (Wartweg 66), 20. April 1936. Generalvertretung: H.Wagener, Gießen Frankfurter Str. 45, Ruf 4120 018^0 Geschäfts karten bei Brühl,Gießen Oestliche Nördliche Das Schwimmbad Krofdorf-Gleiberg. Meine liebe, herzensgute, treusorgende Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Für erwiesene Teilnahme bei dem Heimgang meiner unvergeßlichen Tochter sage ich allen besten Dank. ist nach Gottes Ratschluß heute Nacht um 12 7, Uhr plötzlich und unerwartet im 43. Lebensjahr in die Ewigkeit eingegangen. 1 6 8 14 37 54 45 5 16 21 6 4 12 17 35 1 11 12 Westliche Oestliche DanbringerStr.21 Ehestands-Darlehen! Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Hamm. Bürgermeister. wandert sichs auf Erdene- herrlich ohne Augsberger, Jos. Kranz, Christ. Malkomesius, Gg. Otto Weiß von Rau und Reinhard Prof. Lemke Jughard, Heinrich Mannsberger, Christ. Dr. Caprano Kollmann Douglas Grämlich, Franz Rinn, Andreas Mannkopf, Alfred Dr. Textor Freyholz von Haxthausen Kleyer, Karl Lang und Schmidt Hohmeyer Noll, Jakob Rüsing, Anton Gottschick, Amanda Rochel, Wilhelm Lenz, Louis Greiner Löber, Louis Uhlmann, Lina Becker, Peter von St. George Dr. Mensch Prof. Lutterbeck Euler, Julius Römer, Johs. Reinhard von Hellmold von Rau, Zimann, Bansa Knorr, Ludwig Dick Gagwin Bierau Burk, Ferd. Schütz Nisbel Becker, Ottilie Ockel, Willi Heyl Balser, Otto Schneider, Karl Geschwister Güngerich Chatowskid, Marga Ruckstuhl, Luise Schudt, Susanne MÖBEL in größter Auswahl und guter Qualität durch Fortfall hoh. Ladenmiete sehr billig! Telephon 3992. __________________________261 - L) AMVBJmiLDES FORTSCHRITTS IHPLOAUT 3I/Ht TKIIA1PF 1,7 LTP TKUAIPP JUNIOR 1LTR wie aller Gliederungen der Partei. Zu beiden Seiten des Rednerpodiums hatten Abordnungen der an dem Aufbau der Ausstellung beteiligten Arbeiter Aufstellung genommen Fanfaren der Hitlerjugend leiteten die Feier ein. Dann ergriff Oberbürgermeister Dr. Zorn er das Wort. Er überbrachte zunächst die Grüße des Gauleiters und Reichsstatthalters Mutsch mann und dankte dann Reichsminister R. Walther Darre für das besondere Interesse, das er der Ausstellung von vornherein zugewandt habe. In mehr als einjähriger Aufbauarbeit fei das großartige Ausstellungswerk Schritt für Schritt seiner Vollendung entgegengereift, indem es zugleich Tausenden von Volksgenossen Arbeitsmöglichkeiten gegeben habe. Diese umfangreiche Leistungsschau des deutschen Gartenbaues wolle die Liebe zur Natur, zur Heimaterde wecken und auch im Großstädter die Bo- August Knobel von Zemen von Heimbrachts Adrian Kehr I. Ph. Hoffmann Johs. Möhl Wolfgang, Heinrich Muspratt Orth, Wilhelm Keutzel Schaffstaedt, Karl Küchler, Aug. Friedrich Prof. Hoffmann, Joh. Schüler und Watzke Muhl Prof. Dr. Schilling Schneider, Johs. Müller und Sundheim Dr. Wehn Brohn, Johs. Prof. Dr. Weiß Dr. Madai Fleck, Florenz Zimmermann, Christ. Pietsch, Friedrich Köhler, Friedrich Familie Laugard August Seibert Zaminer Familien Katz Loos Dr. de la Viegne Hügel, Martin Mitzenius Noll, August Prof. Pföbus Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Keusch am Grabe sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Familie Wilhelm Volk Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. April, nachmittags um 1 % Uhr statt. In tiefer Trauer: Wilhelm Müller IV, Kaufmann Willi und Albert Müller Anton Kd. Müller und Frau Wilhelm Bopf und Frau Karl Bopf und Frau nebst allen Angehörigen 30er Lochs leine Schwemmsteine Bimsdielen Dechensleine liefert 23330 promptu.billigst II. Glattes Sohn Telephon 3144 Frankfurt. Str. 16 IRtthlstraHe 18, Oie 1. Reichsgortenschau 1936 eröffnet. Dresden, 24. April. (DNB.) Die 1. Reichsgartenschau 1936 wurde am Freitagmittag bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Kurz vor 11.30 Uhr traf der Reichsbauernführer, Reichsminister R. Walther Darre, in Begleitung seines engeren Mitarbeiterkreises vor dem Ausstellungsgebäude ein, wo er nach Begrüßung durch Oberbürgermeister Z ö r n e r die Front eines Ehren- slurmes der SS. und SA. abschritt. Unter den Ehrengästen bemerkte man die Mitglieder der sächsischen Regierung, die Führer der Wehrmacht und der Bewegung, die Spitzen der Behörden, so- Gräberfeld A B :: e o Schuheinlagen zur rechten Weitste igern die Leistungsfähigkeit! L.Thöt Gießen 46D Friedri chstr. 7 Kassenlieferant Achtung! Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, daß ich nach wie vor mein Geschäft weiterführe. mit dem Kanal-Reinigungs-Geschäft Plockstraße 5 bin ich nicht identisch Willy Westbrock jr. Erstes Gießener Kanal - Reinigungs - Institut Unser Bild zeigt das im Entstehen begriffene Schwimmbad, das für Krofdorf und Gleiberg gegenwärtig unweit des Dorfes Krofdorf in landschaftlich hervorragend schöner Lage geschaffen wird. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anzeiger.) denverbundenheit, die jedem Deutschen im Blute liege, wieder wach rufen. Darüber hinaus komme der Reichsgartenschau aber auch eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Sie wolle dem Gärtner neue Waffen in die Hand geben, die so hoffnungsvoll begonnene Erzeugungsschlacht siegreich zu bestehen. Rach dem Gesang des vierstimmigen Chors „Bauernspruch" von Hans Lang durch den Dresdener Kreuzchor sprach Reichsernährungsminister R. Walther Darre. An die Eröffnungsfeier schloß sich ein Rundgang durch das Ausstellungsgelände an. Minister Darre hat zur Förderung des Lei- stungswettkampfes einen Preis gestiftet, der als höchste verleihbare Auszeichnung nur auf der alljährlich stattfindenden „Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues" verliehen werden darf. la Leiter- Wagen billigst 264oD CarlSchunck Am 23. April verschied infolge eines Schlaganfalls mein geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, mein lieber Sohn. Bruder, Schwager und Onkel Herrn Wilhelm Degen Bergmann im 49. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Degen, geb. Schwarz Großen-Linden, den 25. April 1936. Die Beerdigung findet Sonntag. 26. April, nachmittags 3 15 Uhr vom Trauerhause. Adolf-Hitler-Platz, aus statt _____________________01914 Dünge mit h—..ün,.,. Biohum Biohum wird angewandt und wirkt wie verrotteter Stalldünger oder Mistbeeterde Biohum ist verrottet, säurefrei, geruchlos, feinkrümelig, leicht streubar u. hygienisch im Gebrauch Verkaufslager Städt. Biohumwerk bei Kläranlage Städt. Gaswerk, Gartenstraße Nr. 3 OeffenWe Aufforderung! Die Inhaber oder Verfügungsberechtigten der nachstehend bezeichneten Erbbegräbnisse auf dem Alten Friedhof am Nahrungsberg werden auf Grund des § 29 Abs. 3 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung der Stadt Gießen vom 20. 10. 1928 aufgefordert, diese Erbbegräbnisse binnen einer Frist von 3 Monaten instandzusetzen und zu unterhalten. Alle Erbbegräbnisse, die bis zum 1. August 1936 noch nicht instandgesetzt sind, werden eingeebnet werden. 2618L Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem so schweren Verlust unserer lieben unvergeßlichen Tochter. Schwester, Enkelin, Nichte und Kusine Gerda sowie für die vielen Kranzspenden und Trostworte am irabe durch Herrn Pfarrer Gußmann, die NS.- Formationen. Kameradinnen. Kameraden usw. sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Will und Frau Helmut Will Lollar, im April 1936 und alle Angehörigen. __________________________________________________________>597 D deutschen Bankwirtschaft als die eines Dieners an der öffentlichen Finanzierung bleiben; vielmehr wird fick) das Schwergewicht der bankwirtschaftlichen Tätigkeit wieder mehr auf die individuelle Kapitallenkung verlagern. Köhler hob auch mit Nachdruck hervor, daß von Bankleitern und Bankiers nicht verlangt werden könne, daß sie aus volkswirtschaftlichen Gründen schlechte Geschäfte besseren vorziehen sollen, sondern daß ihre Aufgabe darin zu bestehen hat, diejenigen Stellen in der deutschen Wirtschaft herauszufühlen, wo mit Hilfe des von ihnen verwalteten Kapitals eine Leistungssteigerung zum Nutzen der Gesamtheit erreicht werden kann. Der Wille, eine wirtschaftliche Rationalisierung großen Ausmaßes durch zweckentsprechende Kreditgewährung zu fördern, muß überall begleitet sein von der klaren Erkenntnis der allgemeinen Auswirkung einzelner Rationalisierungsmaßnahmen, deren Grenzen in der Vergangenheit nicht ohne Schuld mancher Bankleiter überschritten worden sind. Wir sind davon überzeugt, daß das deutsche Bankwesen die ihm gebührende Stellung zu behaupten wissen wird. Sparer und Kapitalanleger dürfen heute volles Vertrauen zu den deutschen Kreditinstituten haben, die ihrerseits wieder das Vertrauen zu ihnen durch eine gesunde Kreditgewährung zu erhalten und zu verstärken vermögen. Dr. K. Aus aller Wett. Deutschlands Oant für die Rettung Stohrers. Berlin, 24. April. (DNB.) Der Chef des Pro- tokolls, Gesandter o. B ü l o w - S ch w a n t e, hat heute im Auftrage des Führers und Reichs- f analer 5 und des Reichsmmtfters des Auswar- tigern dem Kgl. Britischen Bot chafter und dem Kgl. Aegyptischen Gesandten persönlich den herzlichsten D a n k des Herrn Deutschen Reichskanzlers, des Reichsmtntfters Fretherrn von Neurath und der Reichsregierung sur die umfangreichen Anordnungen der Kgl. Britischen und Kgl. Aegyptischen Regierung übermittelt, deren her- oorragender Durchführung unter schwierigsten Ver- hältnissen in der libyschen Wüste die Errettung des deutschen Gesandten v. S t o h r e r m Kairo und seines Begleiters zu danken ist. 3n sechseinhalb Stunden von Berlin nach München. Am 15. Mai wird der F e r n s ch n e l l t r i e b . wagen-Derkehr zwischen B e r l t n unid München eröffnet. Die Züge werden 17.06 Uhr vom Anhalter Bahnhof in Berlin abfahren und bereits 23.42 Uhr, also nach nur sechsemhalbstun- diger Fahrzeit, im Münchener Hauptbahnhof an- kommen. In der Gegenrichtung erfolgt die Abfahrt von München-Hauptbahnhof 6.40, die Ankunft in Berlin-Anhalter Bahnhof 13.18 Uhr. Zwischen Ber- lin und Nürnberg wird der Münchener Wagen mit dem Stuttgarter vereinigt, der nach folgendem Fahrplan verkehrt: ab Berlin 17.06, an Stuttgart Hauptbahnhof 0.13, ab Stuttgart 6.08, an Berlin 13.18 Uhr. Die verunglückten englischen Schüler in London beigeseht. In London wurden am Freitag die L e i ch e n der am Schauinsland bei einem Schneesturm verunglückten Knaben beigesetzt. Die Londoner Presse verzeichnet allgemein beifällig, daß der Führer und Reichskanzler an den Gräbern Kränze hat niederlegen lassen. Mehr °ls iede Bauer um den « ist aber auch W iiie 6« Sauetl der Natur besinn beit wiederum is daß alles waW, folg und den Se( und nimmt nach Mist fast eine ouchsMverstan! die Grundlage M für dessen für seine inne' und für seine st Neuerung der Mensch ist. Wir alle hier Hessen brauchen ■; ju gehen, um bit vollen bäuerlich« shenkennenzulen Me Bauer i chen Auerniui |o blulnahe, daß 1 befürchten ist, da Einer Lerstädterui Opfer fallen wird I weniger dem se Schöner als zu anderen Zeit d« ist es setzt, übe der unserer k gehen, denn ü den Feldern tr setzt mit Höcht beitet. Der W jahrsbestellung, Mistige ffiai Ser Bauer. und gegrubbert feuchtigkeit zu« ZU machen oöei wärmenden St verständlich ouä wird gewalzt, fordert. Auf vielen f flangenen letzte Mist vom Wag Mn sorgfältig °°v jedes Stuc fivffe, wie sie st teilhaftig wird. Ä Land an N gebreitet n ■7r diese Arbe ^vernünftige i I* Ceute IW Batyfo ( * *lten «< and, $ut M.r einem K !! Überhaupt ® d-n Saue W »er auf $ Idineibet be SÄ beute g “ft ' ff brauchen 8 W den Ak, bh bäuerliä hinai ft 51 >*„ N ui K mir Urftl a Mti* Dtz SeiNtftft f^ere S Unb>! Lädier i* 8l b«* Bauer lirBogelfreoiüe Die heimischen Singvögel §erausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkrnalpfleg«. 116 Seiten mit 14 farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf Kunstdruck, tafeln, 5 Karten und 11 Abbildungen im Text. Preis in Leinen gebunden RM. 4,80 „Wer sich nicht wissenschaftlich eingehend, sondern aus reiner Liebe zu unseren gefieberten Freunden und aus der Freude tiefsten Naturerlebens mit unserer Dogelwelt beschäftigen möchte, dem werden diese Bücher willkommen sein." Deutsche Alpenzettung Die heimischen Raubvögel Don Dr. Martin ßöpelntann. §erausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege. 88 Seiten mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flugtafeln und 26 Abbildungen im Text. Preis in Leinen gebunden RM. 4,— „3n dieser sorgfältigen Zusammenstellung findet der Naturfreund und Jager alles Wissenswerte über die in deutschen Wäldern heimischen Raubvögel. Hervorragende Abbildungen vervollständigen das Buch." Blätter für Bücherfreunde Unsere Raubvögel aus der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprechen der heinttschen Raubvögel mit 35 Abbildungen von Dr. T. Demandt. Herausgegeben von ber Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege. Preis hart RM. 0,60 Das Heftchen bringt mit vielen Umrihzeichnungen die Sukere Erscheinung unserer wichttgsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Neben den wichttgsten Form- und Größenangaven ist auch die Flugart und der Ruf kurz gekennzeichnet Naturdenkmäler aus der Vogelwelt Don Oberstleutnant Friedrich von fiucanu». 144 Seiten mit 32 Bildern auf Äunftbrudüafeln. Preis geb. RM. 2,10 „Der unschätzbare Wert dieses Buches liegt nicht allein in der Füll« neuer Tatsachen, die es vor uns ausbreitet. Nicht weniger bedeutsam ist die Anregung, welche von ihm ausgeht" Rheinisch-Westfälische Volkszeitung Gefiederte MetstersSnger Das erste tönende Lehr- und Hilfsbuch zur Beobachtung und Be» ftimmung der heimischen Singvögel von Dr. Oskar Heinroth. 3 Schallplatten mit 25 verschiedenen Dogelgesängen nach Natur» aufnahmen, Taschenbuch mit über 100 bunten und schwarzen Bildern. Verlangen Sie kostenlos unser bebildertes Werbeblatt! Die Bücher sind durch jede Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berttn-Lichterselde Westliche Mauer Leihgestern, den 25. April 1936. _________________________________________________________01931 Bonbon geruch- t streu- :b) auch ranlage ße Nr. 3 2656 A klchen plturm Der* p Ronboner P daß der [en Trabern h hi*'* te rr^\eub Ifirfrfn i ?e UM' h?Cn und li t 11*«• fr ^er. fr8 PQlro und itl noch I- , "Bl l i'U u n j) LV'06 Uhr U ?n und Mbstün. fjMof Qn, ^Abfahrt Lunft in Vetl Ser. Wn mit folgendem ln Stuttgart ’ an Berlin um irkt wie r oder Mit urötnftmolpflegt i auf fiunftbru*. iunben AM. 4.80 , ausTÜner twbt ibtUeWm^aturi Ö6)te, drm wndki Aprn;»tunz von der 5taalUchei! 9 farbigen und 16 gen im Text, gebunden NM. 4,- et der Wattirfreunh gen Wäldern heim- n vervollständige! für Lucherfteunde hen Raubvögel mit isqegeben von der reis hart RM.V.A , die SuKere Eriche" idimSihen. Reb« t auch die Flugari wett 144 Selten Nlit 32 reis geb. RM-2,10 allein in der Fülle weniger bedeutsam lifche Volkszeitung obachtung und Ve. zkar Heinroth. iqcn nad) W schwarzen Silbern. Werbeblatt! zu beziehen! Verlag >Ide enntni=.d»6 weiter^6’ .Geschäft identisch kjr. Ur.97 viertes Vlatt GietzenerAnzeiger(General-AnzeigerfürGberheffen) Samstag, 25.April (936 Vz & x.....- V - - - -- l z*r . V:; : WMK / „ tz 5 '%<.'( , ; , << K - - W3e/ ’5W' «.7V?z -Xp v, >■ <, i'i - ' A - JC w( Ä ■ X--r Ä ...«L P 'sdfe V' M A4LWWM ■ M5 5**- r/x , z"^8£r: 7- 5s p><^- Tn' '•'• P/«* ' PT' - V -' "-v*. t L Sauern bei der Frühjahrsbestellung Mensch, Tier und Landschaft — Dreiiklang der Frühjahrs-Feldbestellung. Beim Streuen künstlichen Düngers. Beim Mistbceiten. Wenn viele helfen, ist es rasch geschafft. Mit der Egge über das Feld. Mit dem Pflug im Ackerfeld. — (Aufnahmen [8]: Neuner, Gieß. Anzeiger.) Jauchefahren = auch eine wichtige Beschäftigung im Frühjahr« Im Gutshof. Biele Gespanne bereit zur Fahrt in das Einzigartiges Bild, wenn die Sonne am tiefblauen Himmel steht, und allen Glanz über Wälder und Felder breitet, daß man fast vor der Ueberfülle des Lichts die Augen schließen muß. Weiße Wolken schweben im Blau dahin. Burgen unserer engeren Heimat, Münzenberg, Schisfenberg, Gleiberg und Vetzberg, grüßen weit in das Land hinein. Und überall, den alten Mauern zu Füßen, arbeiten die Bauern an der Frühjahrsbestellung ihrer Felder, so wie es Jahr um Jahr geschieht, vor Jahrhunderten so, wie heute. Kaum jemals muß dem Menschen das Ewigwährende des bäuerlichen Berufs so zum Bewerben brauchen, sondern das Erbe Kindern, Enkeln und Urenkeln erhalten bleiben wird. Futterrüben sind jetzt ein willkommenes Grünfutter, wußtsein kommen wie dort, wo er im Schatten alter Mauern pflügt, die schon seinen Vorvätern der Blick und Richtungspunkt im weiten Lande waren. Wenn nun in den kommenden Wochen und Monaten die Saaten aufgehen, wenn das Getreide wächst, blüht und reift, wenn im Herbst die Rüben breit und saftig werden, die Kartoffeln gute Ernte versprechen, und die Zeit der Ernte kommt, dann gibt es zwar für den Bauern noch einmal viel Arbeit, aber er leistet sie willig und gerne. Wie oft hat er besorgten Blickes nach dem Himmel gesehen, wie oft ging er prüfend über die Felder und legte sich die Frage vor, ob er alles getan hatte, was in seiner Kraft stand. Wenn er dies bejahen konnte, dann hatte er wohl ein Recht darauf, alles andere Gott zu überlaffen. jetzt mit Hochdruck gear- .. beitet. Der Bauer ist gegenwärtig bei der Frühjahrsbestellung, die so sehr entscheidend ist für das zukünftige Wachstum. Der Bauer hat jetzt zu pflügen, es muß geeggt und gegrubbert werden, um dem Boden die Winterfeuchtigkeit zu erhalten, die Ackerkrume feinkrümelig zu machen oder aber, um Unkraut, das unter den wärmenden Strahlen der Frühlingssonne selbstverständlich auch aufgelaufen ist, zu vernichten. Es wird gewalzt, wo es der Zustand des Ackers fordert. Auf vielen Feldern wurde gerade in den vergangenen letzten Wochen viel Mist gefahren, der Mist vom Wagen auf viele Haufen geworfen und dann sorgfältig gebreitet, so gleichmäßig verteilt, daß jedes Stückchen Erde der wertvollen Aufbaustoffe, wie sie im Mist nun einmal vorhanden sind, teilhaftig wird. Die Städter, die auf ihren Wegen über Land an Feldern vorbeikommen, auf denen Mist gebreitet wird, haben längst aufgehört, gerade über diese Arbeit die Rase zu rümpfen. Wenn es Unvernünftige immer noch tun, so hat der Bauer für solche Leute bestenfalls ein berechtigtes spöttisches Lächeln Er weiß zu genau, daß der Acker auf die Dauer nur durch Stallmist in gutem Zustande gehalten werden kann Das hindert ihn aber nicht, auch Kunstdünger zu streuen, der heute kaum mehr einem Felde oorenthalten wird. Die Düngung ist überhaupt ein besonderes Kapitel, sie ist auch für den Bauern fast eine Wissenschaft geworden, und wer auf diesem Gebiete am besten zu Hause ist, schneidet bei der Ernte am besten ab. Sorgfältig überlegt heute der Bauer, was seine Felder an Stallmist, an Kalk, Kali, Phosphor und an Stickstoff brauchen. Wo ihm seine Erfahrung nicht sicher genug den Weg weist, da hilft ihm die Wissenschaft. Die bäuerliche Arbeit ist über die reine Feldbestellung hinaus unendlich vielseitig und oft genug, besonders um die Frühjahrszeit, drangen sich viele Arbeiten auf kurzem Zeitraum zusammen Im Haus und im Hofe muß sich die Bauenn neben ihren vielen Pflichten um die Aufzucht der Gänse- und der Hübnerküken bekümmern. Dann sind schließlich auch die Ferkel da, die meist ihrer Obhut anvertraut sind, denn die Manner haben Tag für Tag auf den Feldern zu tun und kommen nur zum Essen heim, und zwar meist mit einem tüchtigen Hunger. Nicht wenige Frauen sind es auch, die selber auf den Feldern mitarbeiten, tja, so manche Frau weiß auch den Pflug zu fuhren. Das ist ein erhebendes Erleben, wenn man Überall dem pflügenden Bauern begegnet, der, ein Sinnbild des Fleißes, im Dienste am Boden unserer Heimat und so im Dienst für das ganze Volk über die Felder geht. Sicherlich ist das Pflügen eine schwere Arbeit. Stundenlang im weichen Erdreich auf und ab zu gehen — dem allein wäre mancher Städter schon nicht gewachsen. Aber die Gewohnheit ist es, die auch hier die Arbeit leichter werden laßt. Das Tier ist dabei dem Menschen ein treuer Helfer. So manches Pferd und so manche Kuh 26 Jahre alt ist und noch heute vor dem Pfluge geht, neben einem jungen Pferde — so selbstverständlich, als könne es gar nicht anders sein. Es gibt sicherlich keinen Bauer, der einem solchen Tiere feine Liebe und Achtung versagte. In den Tagen der vergangenen Woche herrschte auf den Feldern unserer Heimat ein besonders reges Leben. Es war mancherlei Arbeit noch nachzuholen, die das feuchtkalte Wetter der vorhergegangenen Wir alle hier in Oberhessen brauchen nicht weit zu gehen, um diesen kraft- * vollen bäuerlichen Men- sschen kennenzulernen. Der hessische Bauer ist allem echten Bauerntum noch so blutnahe, daß kaum zu befürchten ist, daß er je einer Verstädterung zum Opfer fallen wird. Heute weniger denn je zuvor! Schöner als zu mancher anderen Zeit des Jahres ist es jetzt, über die Felder unserer Heimat zu gehen, denn überall auf den Feldern wird gerade gehen schon jahrelang vor dem Pflug und kennen ihre Pflichten. Wer das Auge und den Sinn dafür hat, der kann erkennen, daß auch diese Arbeitstiere Charakterköpfe haben und im Laufe der Zeit dem Menschen, der sie leitet, mehr Kamerad geworden sind, denn nur Helfer bei der Arbeit. Auf einer Anhöhe vor Lich trafen wir einen jungen Bauern mit zwei Pferden vor feinem. Pflug, von denen eines den Weltkrieg mitgemacht hatte, nun schon Wochen verhindert hatte. Da begegnete man auf manchem Felde nicht nur einem Bauern, der da pflügte oder eggte, nein, häufig genug waren und sind jetzt oft mehrere Gespanne unterwegs. Auf den größeren Aeckern ist das an sich schon üblich, und die Güter nehmen häufig genug einen Acker unter mehrere Pflüge und Eggen — jetzt aber mußte auch der Bauer mit weniger großen Ackerstücken zu dieser rascheren Arbeitstechnik übergehen, wenn ihm genug Zugtiere und Hilfskräfte zur Verfügung standen. Jede Stunde mußte für die Frühjahrsfeldbestellung ausgenützt werden, zudem die Wettervorhersagen immer noch wenig zuversichtlich lauteten. Der Bauer in der Landschaft — in der schönen Gegend des Busecker Tales, im Hüttenberg, in der Wetterau, in den Tälern der Lahn, der Lumda, des Biebertals usw. — ist überall das Bild des Friedens und der Naturverbundenheit, wie man sie auch dem Städter wünschen möchte. Aber so vielen aus der Stadt ist es kaum vergönnt, den Bauern einmal bei feiner Arbeit zu sehen, denn werktags hat der Städter auch feine Pflichten, und er kann nicht spazieren gehen. Und wenn der Schaffende aus der Stadt feinen Sonntagnachmittags-Spaziergang hinaus ins Freie macht, dann gönnt sich der Bauer einmal einige Stunden der wohlverdienten Ruhe. Am Sonntagvormittag, zwischen Kirche und Mittagessen macht aber auch der Bauer häufig einen kurzen Spaziergang über seine Felder, denn er will sich vom Stand der Saaten überzeugen, um seine Arbeit der kommenden Wochen entsprechend einrichten zu können. In den letzten drei Jahren sind sich Bauern und Städter zum Glück erheblich nähergekommen. Unter dem Einfluß nationalsozialistischen Geistes erkennt der Bauer ebenso wie der Mensch aus der Stadt die gegenseitigen Abhängigkeiten. Der Städter weiß heute mehr denn je zuvor, daß er dem Bauern für seine Arbeit dankbar zu sein hat. Der Bauer seinerseits weiß, daß er seine Kartoffeln nicht alle selbst essen kann. Die großen Missionen aber hat der Bauer zu erfüllen. Er hat die Erzeugungsschlacht zu schlagen! Er hat dafür zu sorgen, daß Deutschland seine Nahrungsfreiheit gewinnt und unabhängiger wird, als es je in Vergangenheit und in der Gegenwart war. Aber der Städter hilft ihm dabei! Genau gesagt, der Wissenschaftler hilft ihm! In den Instituten und Laboratorien wird mit äußerster Leistung gearbeitet. Ja, die Wissenschaft rüstet Forschungsexpe- bitionen aus, um mit den Ergebnissen den deutschen Bauern in seiner Arbeit zu unterstützen. Es sei in diesem Zusammenhang nur daran erinnert, daß deutsche Wissenschaftler unter der Leitung eines Gießener Gelehrten eine Forschungsreise bis in das Himalaja-Gebiet unternahmen, um dort Pflanzen aufzusuchen und Samen zu sammeln, mit deren Hilfe in vielen Züchtungsversuchen Pflanzen entwickelt werden können, die auf den Böden unseres Vaterlandes bessere Erträge bringen, als es mit den bisherigen Sorten unserer Kulturpflanzen der Fall war. Eine wahrhaft große und schöne gemeinsame Aufgabe, an der hier Volksgenossen — Bauern und' Wissenschaftler — zu arbeiten haben! * Wie um so friedlicher kann auch heute der Bauer seiner Arbeit nachgehen, da er weiß, daß sie mehr geschätzt wird, als es in der schlimmen Zeit nach dem Kriege und vor der nationalen Erhebung der Fall war. Außerdem beweist es sich ihm täglich, daß der neue Staat stets dazu beizutragen bemüht ist, ihn auf Haus und Hof zu halten, ihm den Absatz seines Getreides, feiner Kartoffeln, der Eier, der Milch und des Obstes zu einem gerechten Preis zu sichern, der im rechten Verhältnis zu Arbeit und Mühe steht. Die Marktregelungen schützen ihn vor manchem Nackenschlag und außerdem bleibt er vor Ueberoorteilungen bewahrt. Was das Erbhofgesetz anbetrifft, so gibt es dem Bauern das sichere Bewußtsein, daß Blut von seinem Blute weiter auf dieser Scholle werken wird, auf dem schon er manchen Schweißtropfen vergoß. Selbst wenn einmal schlechte Zeiten kommen, bann weiß er, baß Hof unb Ackernahrung noch lange nicht preiszugeben Mehr als jedermann in der Stadt weiß der Bauer um den Kreislauf in der Natur. Niemand ist aber auch diesem Kreislauf so innig verbunden wie der Bauer. Das Wirken und die Erscheinungen der Natur bestimmen sein Handeln. Und seine Arbeit wiederum ist es, sein Teil dazu beizutragen, daß alles wächst, was der Mensch braucht. Den Erfolg und den Segen hat Gott in der Hand. Er gibt und nimmt nach unerforschlichem Ratschluß. Bauer fein ist fast eine göttliche Berufung! So ist es denn «auch selbstverständlich, daß ' ine Grundlage für ein Volk, für dessen Bestand, für feine innere Kraft und für seine stetige Erneuerung der bäuerliche Mensch ist. itin ! Für den Büchertisch ,ei-h- Kulturgeschichte und Volkskunde Leonardo da Vinci und Dürer vollkommensten Einheit verbindet. — y — ,mit des Verfas- k Korrekturen und Ergänzungen „mit des Verfassers Vorstellung von Leonardos Wesen in Einklang Wieckeln, mit dem Eva, die vermummte Kutscherin, den Zaren Nikolaus I. durch das nächtliche verschneite Kurland fährt. Deutlich fühlt man aus der überaus einprägsamen Naturschilderung den Künstler heraus — der Verfasser ist denn auch tatsächlich Maler —; aber ebenso erweist sich Hoerner als der geborene Erzähler, von dem wir hoffentlich noch größere Werke zu erwarten haben. — Bernhard Blume: Das Wirtshaus zum roten Husaren. Roman. 272 Seiten. Schützen-Verlag, Berlin. — (93) — Blume, der als Dramatiker bekannt wurde, zeichnet hier ein düster-farbiges Bild aus der Zeit um das Jahr 1700. Die Türkenkriege und das Heerlager des Prinzen Eugen, böhmische Schlösser und deutsche Städte, dunkle Kneipen, Gefängnisse und Folterkammern sind die Schauplätze der bunten Handlung. Heerführer, entlassene Soldaten, Lagerdirnen und Marodeure die Spieler .. - Dazwischen die Hauptfigur des Buches: Stefan Kreith, ein Soldat, der ehrlich versucht, sich im Wirrwarr einer aus den Fugen gegangenen Zeit eine Existenz zu schaffen und verzweifelt um sein Recht kämpft. — In einer knappen und männlichen Sprache, von Ereignis zu Ereignis, von Spannung zu Spannung vorwärts- eilend, erzählt Bernhard Blume diese Geschichte, die sich liest wie eine Landsknechtballade. .W Dir M Mauer ln «n Hei, bi fcamt Fiod. 3n e’mei tag bir h° würben die out plieber notwer Aufsichtsrat vor lind eingetreten cent im Reichs jel, in Fa. A Keppler, Be Msfragen, 2- Nhurg, M. A Uch- unb prei lin, Fenier wurt gen -er Lahungs Sen Wohnsitz bei Sonach besteht be gegenüber bisher bisher 16 Mmb Hälfte im hami Umgebung ihre' geschäftlichen 5 werben also r ber hnrnburg- beutfchen Lior gelehrt. Eine darin, baß bei v jenigen seiner * im harnbui ; gebung haben, Vertreter wähl änberungen bei gemäß einer Ä iichen hauptvei nommen werbe Geschäftsjahre nahmen ber @ beschließen. De Bilanzen sowie Beschluß fassen We-ig, i : Horaz, deutsch. — Die Gedichte des Horaz. Deutsch von Rudolf Alexander Schröder. Gesamtaus- gäbe: Oden; Carmen saeculare; Epoden. 263 Seiten. Leinen 5.— Mark. Im Phaidon-Verlag, Wien, 1935. — (43) — Zwei Jahrzehnte sind vielleicht verstrichen, seit wir die Gedichte des Horaz auf der Schulbank gelesen und übersetzt haben: mit wie anderen Augen sehen wir sie heute an, da sie wiederum vor uns liegen, nun übertragen und nachge- dichtet von einem Meister der deutschen Ode in strenger, eindringender und liebender Arbeit. Nicht diese zwanzig Jahre Abstand aber geben uns heute die richtige Einstellung zu dem lateinischen Dichter und seinem Werk, sondern der Gedanke, daß eben jetzt zwei runde Jahrtausende vergangen sind seit seiner Geburt — und noch immer gehört das, was er hinterließ, in die Weltliteratur und rührt uns, die wir ihn lesen, mit einer zeitlos gegenwärtigen Kraft an. Gewiß erschließt sich, zumal dem Laien, nicht auf den ersten Blick jedes Gedicht in fugenloser Klarheit des Inhalts und der Form: der Herausgeber selbst hat darauf hingewiesen, daß sogar „heute noch über die rein sprachliche Deutung mancher Wendung die Kenner streiten", daß Horaz Schulautor war und geblieben ist nicht ohne Grund, und daß die Uebersetzung seiner Gedichte „zu den schwierigsten Aufgaben" gehört, „die der moderne Dichter sich stellen kann." Kein Zweifel also, daß der durchschnittliche Leser der leitenden Hand bedarf, die ihn wissend und weisend einführt in die antike Welt vor zweitausend Jahren; kein Zweifel auch, daß kaum ein anderer zu solchem Amte berufener sein konnte als eben Rudolf Alexander Schröder: seine Ausgabe verbindet die Kraft dichterischer Anschauung, Einfühlung und Nachschöpfung mit einer breit fundierten, umfassenden Kenntnis der alten Geisteswelt und mit einer ge- rade hier ganz unerläßlichen philologischen Akribie und Treue im Kleinen. Wohl bietet der eigentliche Text sich glatt und übersichtlich dem Leser dar ohne das meist schon äußerlich verwirrende Beiwerk eines gelehrten Apparates; aber die Anmerkungen zum Schluß geben Rechenschaft über jedes Gedicht, ja, wo es nötig ist, über die einzelne Zeile oder Wendung, und vermitteln jedenfalls Stück für Stück alles, was zum reinen Verständnis notwendig erscheint. Diese kommentierende Kleinarbeit aber wird im Nachwort großzügig zusammengefaßt und überbaut: hier gibt Schröder ein Gesamtbild nicht nur vom Leben und Werk des Horaz, sondern darüber hinaus auch ein Bild seiner Zeitgenossen (sehr bemerkenswert und verdienstlich scheint uns die Bemübung um eine gerechte Würdigung des Maecenas), ohne die man Horaz und seine Gedichte nie völlig wird begreifen und würdi- gen können. Was für jede mit künstlerischem Ehrgeiz auftretende Uebertragung und Nachdichtung gilt — daß sie im günstigsten Falle einen aus genialer und kongenialer Empfindung gewonnenen Annäherungswert darstellt — gilt in doppeltem Maße für eine Horaz-Uebertragung, schon um der vielfach unendlich schwierigen Versmaße willen, die fid) z. T. unserer eigenen Sprachform und unferm Rhythmus einfach entziehen. Mit solchem naturgegebenen Vorbehalt glauben wir allerdings, daß es heute niemanden in Deutschland gibt, der uns* das Werk des Horaz würdiger und vollkommener darbieten könnte als Rudolf Alexander Schröder, in dessen Uebertragung sich die eigenschöpferische Leistung mit dem Geiste des Originals zur denkbar SW n 61 5 d > ein‘ fiante» .Mik Relchz MS'Anleih öSlen • ©Ä W N K zu bringen". So ist diese letzte Ausgabe des Leonardo-Buches ein Werk, das sich wohl am treffendsten mit einer Bemerkung des Verlages charakterisieren läßt: „ ... wir sahen keinen Grund, das Manuskript noch einmal überarbeiten zu lassen, „um es auf den heutigen Stand zu bringen". Ein Standardbuch wie das von Seidlitz ist kein Lehrbuch, das immer wieder zeitgerecht gemacht werden müßte, sondern zieht seine Kraft aus der Gesamtanschauung eines Forschers und aus der Vollendung der Darstellungskraft." Das ist eine Auffassung, die man angesichts der sieben Bücher, in welche Seidlitz seinen Stoff aufteilte und gliederte, wohl billigen muß. Die großzügige und weiträumige Betrachtungsweise, mit der das geschah, ist am nachdrücklichsten durch den Untertitel gekennzeichnet: „Der Wendepunkt der Renaissance." Seidlitz sah den einzigartigen Menschen und Künstler Leonardo im Gesamtbilde seiner Zeit und als Exponenten seines Jahrhunderts in Italien. Das gibt der Darstellung Format und Bedeutung. Indem die Gestalt in ihre zeitliche und geistesgeschichtliche .Umwelt gerückt und aus ihr heraus begriffen und dargestellt wird, gewinnt sie noch an Monumentalität: erst in solchem Zusammenhang erhält Leonardos Werk den epochalen Charakter, der es über seine Zeit hinaushebt. „Es gibt nur wenige vollendete Gemälde von seiner Hand; seine Plastiken aber sind verlorengegangen, seine Baupläne blieben unausgeführt, seine technischen Ideen liefen der Zeit so weit voraus, daß erst unser Jahrhundert mit der Verwirklichung beginnen konnte." Was es damit auf sich hat, lehrt mit voller Anschaulichkeit und Ueberzeugungskraft der auf 173 Seiten zusammengefaßte Abbildungsteil, der vorzügliche Wiedergaben der Originale vermittelt: hier empfängt man nicht allein ein imposantes Gesamtbild von Leonardos Werk, soweit es auf uns gekommen ist, sondern es spiegelt sich in diesen Tafeln auch die ganze Vielseitigkeit und revolutionierende Phantasiekraft eines seiner Epoche genial vorauseilenden Geistes. Die konstruktiv-spekulative Begabung Leonardos, die außerordentlich war und oft über ihren eigentlichen, künstlerischen Bezirk hinausreichte, wird dem Beschauer deutlich, wenn er etwa die Federzeichnung der Geschütze, die „Kuppelkonstruktion", die „Technische Skizze", die Proportionsfiguren, die Mörser und Sprenggeschosse, die „Studien zur Flugtechnik" oder die anatomischen Studienblätter betrachtet und bestaunt: indem man derartige Blätter nebeneinander hält, gewinnt man erst die rechte Vorstellung von der großartigen Weite des Weltbildes, über das Leonardo (1452 bis 1519!) schon verfügte. Auch rein künstlerisch bilden übrigens die zahlreichen Skizzen- und Studienblätter, die Entwürfe und Experimente die reizvollsten und aufschlußreichsten Dokumente für Leonardos Persönlichkeit und Werk. Die eigentliche Darstellung wie das Bildmaterial werden ergänzt und vertieft durch den allein über 130 Seiten umfassenden Anmerkungsteil; das Buch bleibt durch die Absonderung — Woldemar von Seidlitz: Leonardo da Vinci. Der Wendepunkt der Renaissance. 728 Seiten. Mit 22 Bildern. Ausgabe letzter Hand, besorgt von Kurt Zoege von Manteuffel. 4,80 Mark. Erschienen im Phaidon-Verlag, Wien. — (582) — Die vorliegende zweite Ausgabe von Seidlitzens Standardwerk war schon vor dem Tode des Verfassers von diesem selbst in Aussicht und in Angriff genommen; das fertige Manuskript lag bereits 1928 abgeschlossen vor; aus äußeren Gründen hat sich die Veröffentlichung bis jetzt verzögert. Zoege von Manteuffel hat das Erbe Seidlitzens pietätvoll verwaltet: er gibt im Vorwort Rechenschaft über seine Arbeit, für die er Grundlagen und Richtschnur in Seidlitzens eigenen Vorbereitungen fand; so war er bemüht, die Ausgabe im Geiste des Verstorbenen zu gestalten, den Text möglichst unverändert zu lassen und, wo sich, auf Grund neuerschlossenen Materials und neugewonnener Ergebnisse, die Notwendigkeit dazu ergab, kommt und durch Faksimilia wichtiger Dokumente ergänzt wird. — Handbuch der Deutschen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Wilhelm Peßler, Direktor des Vaterländischen Museums, Hannover. Auch die neu erschienenen Lieferungen 11 bis 14 halten die hohe Linie der bisherigen Beiträge. In Adolf Spamers Abhandlung über Sitte und Brauch zeigt sich das unverfälschte Gesicht und Herz der deutschen Landschaften, wenn wir das urwüchsige, selbst in den Städten noch nicht ganz verschwundene Brauchtum im Ablauf des Jahres verfolgen. Wesentliches zur Erkenntnis von „Stammesentwicklung und Ostbesiedlung" teilt Paul Zaunert mit, der die deutschen Stämme und Gruppen als Glieder einer Großfamilie schildert, die erst im Zusammenspiel zu rechter Entfaltung kommen. Georg Fischer behandelt die „Soziale Gliederung und ständische Schichtung des deutschen Volkes und ihre Bedeutung für die Volkskunde", Joseph Klapper schreibt einen hochinteressanten Beitrag über „Fahrende Leute und Einzelgänger" und Hermann Eckardt beleuchtet die Zusammenhänge von „Rasse und Volkstum". Die Arbeiten von Walter Geisler über „Siedlungsformen", Martin Frey tag über den „Deutschen Volkscharakter", Max Hildebert Boehm über „Volkstum des Grenz- und Auslandsdeutschtums", Martin Wähler über „Volkskunde an den deutschen Hochschulen", Wilhelm Peßler über „Volkskundliche Museen und Vereine" und Leo Weismantel über „Volkskunde und Erziehung" sind weitere Beispiele dieser hochwertigen Darstellungsart. Drei Rußland-Vücher. — Hermann Pörzgen: Ein Land ohne Gott. Eindrücke einer Rußlandreise. Preis gebunden 3,90 Mark. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (87) — Ein Buch über Rußland, das nicht die weltanschaulichen Grundlagen, sondern die praktischen Auswirkungen des sowjetistifchen Staatsprin- Zips zum Gegenstand hat; und das in diesem Rah- men wieder bewußt fid) auf die unmittelbare Anschauung und das alltägliche Gesicht des heutigen russischen Lebens beschränkt. Ein Buch der kleinen und großen Erlebnisse in fremdem Land, der persönlichen Eindrücke eines aufmerksamen und geschulten Beobachters, der anregend und fesselnd zu schildern weiß. Ein reiches Bildmaterial nach eigenen Aufnahmen des Verfassers (ein Material, wie es bisher noch nicht veröffentlicht wurde) unterstützt die lebendige Anschaulichkeit des Berichtes. So ist die Vernichtung des religiösen Lebens, die sich im Anblick zerstörter und ruinenhafter Kirchen grau- ig bestätigt, jener Versuch, eine staatliche Gemein- schäft und eine soziale Ordnung aus jeder metaphysischen Bindung zu lösen und selbstherrlich aus sich selbst heraus zu begründen, als unmittelbare und greifbare Wirklichkeit klar dargestellt worden. Die Schilderung des Besuches bei den Wolgadeutschen, von deren Leben seit vielen Jahren niemand aus eigener Anschauung uns Deutschen berichten konnte, verdient besonderes Interesse. — Georg Löbsack: Einsam kämpft das W o l g a l a n d. Ein Bericht aus sieben Jahren Krieg und Revolution. Mit 6 Bildern und 3 Karten. 405 Seiten. Seinen 4,50 Mark. R. Voigt- landers Verlag, Leipzig C 1. — (101) — Die deutschsprachigen Kolonien im ehemaligen Zaren- reich — an Der Wolga, am Schwarzen Meer, in der Krim, im Kaukasus und wo sonst noch im großen weiten Rußland — waren oolkswirtschaft- liche Musterbetriebe. Die Bolschewisten haben dann gerade diese Zellen der Ordnung und des friedlichen Aufschwungs sinnlos zerstört. Georg Löbsack, selbst ein Wolgadeutscher, hat die Jahre 1914 bis 1921 an der Wolga in allen Phasen miterlebt und schildert uns mit dramatischer Wucht unglaubliche Begebenheiten, die sich eben nur in Sowjet-Rußland zutragen können. Das Buch gibt keine bloße wolgaer Heimatchronik, sondern das Schicksal des Wolgalandes, gesehen im großen Raymen der Schicksale Rußlands und Deutschlands in ihren furchtbarsten Zeiten. Prof. Dr. Karl Stählin: Russisch. Turke st an gestern und heute. („Quellen und Aufsätze zur russischen Geschichte", Band 12.) Kartoniert 4,50 Mark. Im Ost-Europa-Verlag, Königsberg Pr. — (585) — Eine Reise durch Russisch-Turkestan, das in dem riesigen Wirtschafts- gebiet der Sowjets zu immer größerer Bedeutung gelangt, bietet eine Fülle unvergeßlicher Eindrücke. Sie sind in diesem Buche vom Verfasser, dem bebe utenben Rußlandforscher der Berliner Universi- tät, auf Grund seines Reisetagebuches in sehr lebendiger Schilderung zufammengestellt. Russisch- Turkestan, mehr als dreifach so groß wie das Deutsche Reich, war seit unvordenklichen Zeiten das Deutsche Erzähler. — PaulErnst: „DasKaiserbu ch". Volksausgabe in 3 Bänden. Band II: „Die Frante n k a i s e r". Preis in Leinen geb. 8,50 Mark. Subskriptionspreis je Band 6 Mark bis zum Erscheinen des dritten Bandes. Verlag. Albert Langen/ Georg Müller, München. — (68) — Wie ein Drama von gewaltigstem Ausmaß ersteht uns in Paul Ernsts Kaiserbuch die deutsche Geschichte des Mittelalters. Kraftvoll zwar fetzt die Dichtung ein, wenn sie zunächst von Konrad II. und Heinrich III. erzählt, die das Reich vor den Angriffen von außen und den Gefahren im Inneren schützen, ja sogar an Macht stärken. Aber drohend wie ein langsam heraufziehendes Gewitter bereitet sich die große Entscheidung vor, die Auseinandersellung zwischen weltlicher und geistlicher Macht, zwischen Kaiser und Papst. Diesen Kampf mit seinem unerbittlichen Gegenspieler Gregor VII. auszutragen, ist das Schicksal Heinrichs IV. In Szenen von unheimlicher Wucht prallen die Gegensätze aufeinander. Doll fanatischer Härte und Einseitigkeit, aber mit dichterischer Gerechtigkeit gesehen, steht die Gestalt des Papstes vor uns. Mit menschlicher Wärme und feinster seelischer Einfühlung gestaltet der Dichter den oft mißverstandenen Kaiser Heinrich: als den früh enttäuschten und vereinsamten, doch im Grunde edlen Menschen, als den unentwegten, leidenschaftlichen Verfechter des Reichsgedankens gegen alle Widerstände. Wie immer in Zeiten ber Wirrnis, so zeigt sich der innerste Kern unseres Volkstums am reinsten gerade auch in dem hier geschilderten schweren Jahrhundert des deutschen Mittelalters. Hier blüht unser eigenstes Wesen in seiner ganzen Fülle auf: in stolzen Rittern, in bis zum Tod getreuen Freunden und Mannen, In dem tätigen Wirken von Bauern, Bürgern und Handwerkern, aber auch in der Anmut der Frauen, in der Weisheit einsamer Denker, in der Tiefe wundersamer Märchen und Sagen. Der Band schließt mit Heinrich V., der manchen seiner Zeit als eine Verkörperung des Antichrist galt, obgleich er in tragischer Verzweiflung als letzter Sproß feines Geschlechts auf feine Weife die ihm gefetzte Auf- fiabe zu meistern versuchte: Verwirrung und Zwie- palt sind sein Erbe. Erst ein neues Geschlecht, die Staufer, werden, wie der dritte Band zeigen wird, noch einmal das Reich zu Macht und Herrlichkeit führen. — Enrica von Handel-Mazzetti: ,^J e s s e und Maria". Ein Roman aus dem Donaulande. Jubiläumsausgabe. 139. bis 147. Tausend. Preis in Seinen 4,80 Mark. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. — (76) — „Jesse und Maria" führt uns mitten hinein in eine der geistig und politisch erregtesten Epochen deutscher Vergangenheit: in die Zeit der Gegenreformation. Der scheinbar unversöhnlich klaffende Zwiespalt der beiden christlichen Konfessionen wird in der schweren Seid- und Schuldverstrickung aufrechter und in ihrer Eigenart liebenswerter Menschen aus beiden Sagern überbrückt. In Jesse von Velderndorff, dem leidenschaftlichen jungen Protestanten, und in Maria, der tatkräftigen, unerschütterlich katholisch-gläubigen Förderin, verkörpern sich die ungestümen Kräfte und Forderungen der beiden streitenden Konfessionen. Beide ringen um die Seele des Försters und Richters Alexander Schinnagel. Sein ruhiger und besonnener Blick ahnt jedoch hinter überspitzten Kampfmethoden das ewige Gebot der Menschenliebe und die Gewißheit, daß alle Kreatur ohne Unterschied aus der Hand Gottes ist. — Gottfried Rothacker: Das Dorf an der Grenze. Roman. Seinen 4,80 RM. Verlag Alb. Sangen/Gg. Müller, München, 1936. — (100) — In diesem Buche erzählt der Schullehrer Ortwin Hartmichel von den Geschehnissen, die er im Verlaufe weniger Jahre in Schatzdorf, dem heute Sko- polnica genannten Ort an ber Grenze, erlebt hat. Aus ber Beschreibung seiner Erlebnisse unb feines Wirkens unter ben 106 deutschen Einwohnern Schatzdorfs erfahren wir von dem großen Kampf, der von dreieinhalb Millionen Deutschen um die Erhaltung ihrer Art unb ihres Volkstums geführt wirb. Es ist ein ganz unb gar ungleicher Kampf, in dem ber Machtlose gegen Brutalität, ber Wehrlose gegen Gewalt steht, ein Kampf gegen seelische unb leibliche Aushungerung, in bem manch einer lau unb zum Verräter geworden ist, ber aber bie Treuen nur um so fester zusammenschweißt. Sie scheuen roeber Not noch Hunger, weder Kerker noch Opfer an Blut unb Seben, wenn es gilt beutsch zu handeln, deutsch zu fühlen und beutsch zu sprechen, so wie sie es von ben Vätern her gewohnt finb unb wie es ihren Nachfahren für alle Zeiten ein Vermächtnis fein soll. Trotz ber vernichtenden Niederlage, von ber am Ende berichtet wirb, ist biefes Buch ein aufrüt- telnbes, zuversichtliches unb notwendiges Buch. Denn es weckt im Reich bas Derstänbnis für bie ungeheuerliche Not jener gefchänbeten Deutschen, deren Glauben zu stützen unb Deren Standhaftigkeit zu stärken jebem von uns eine heilige Pflicht sein muß. So finb bie 106 Schatzborfer ein Sinnbilb ber breieinhalb Millionen Subetenbeutschen unb barüber hinaus ber Kampffront aller Deutschen im Osten, gegen ben vernichtenben feinblichen Ansturm. — Manfred Hausmann: Die Begegnung. Mit einem Nachwort von Wilhelm Scharrelmann. (Nr. 7311.) Kartoniert 35 Pf. im Meisterband (Ganzleinen) 1 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (83) — Hausmann hat hier zwei neue Novellen vereinigt, die sich in ihrer Gegensätzlichkeit zu einem Wesensbild des Dichters ergänzen. „Die Begegnung" — so heißt die erste größere Novelle — verkörpert die zärtliche, romantische und überschwengliche Seite Hausmanns. Der arme kleine Buchhalter Jsemann und seine bittersüße Herzensgeschichte ist vom Dichter bei aller Ironie und Ueberlegenheit doch mit der Siebe heimlicher Wahlverwandtschaft geschildert. In ber Skizze „Vor ber Weser" geht es bafür herzhaft, bcrb unb seemannsmäßig zu, ber alte Seebär Lürs- fen ist ungefähr ber andere Pol in der Welt ber Hausmannschen Gestalten. Beide Novellen sind mit jenem Scharm, mit der Treffsicherheit und Wirklichkeitsschärfe erzählt, bie Hausmanns Bücher fo lebensnahe unb liebenswürbig machen. — Herbert von Hoerner: Die Kutscherin b e s Zaren. Erzählung. Pappband 1,80 Mark, Seinen 2,40 Mark. I. Engelhorns Nachf., Verlag, Stuttgart. — (99) — Der Verlag Engelhorn stellt mit Herbert von Hoerner einen neuen, außerordentlich begabten Schriftsteller vor. Gerade die Kunst der anmutigen, dabei spannenden und heiteren Erzählung ist bem Deutschen selten eigen, umso erfreulicher, einer so liebenswürdigen Geschichte zu begegnen wie biefer, bie ebenso leicht bahinzuschweben scheint wie bas berühmte Viergespann ber Apfelschimmel von Baron Wok auf Gut bes gelehrten Apparates vom Haupttext auch für ben minder anspruchsvollen Saien leicht, mit Ge- nuß und hohem Nutzen lesbar; Register, Abbil- dungs-, Quellen- und Standort-Verzeichnisse werden auch dem nicht wissenschaftlich Interessierten willkommene Hilfsmittel sein. In Anbetracht schon des äußeren Umfanges, der reichen Bildbeigaben und der so geschmackvollen wie soliden Gesamtausstattung muß ber Preis bes Buches unwahrscheinlich wohlfeil genannt werben. —y— — Wilhelm Waetzolb: Dürer unb seine Zeit. 592 Seiten. Mit 350 Silbern. (Acht Farbtafeln.) Ganzleinenbanb 4,80 Mark. (Große illustrierte Phaibon-Ausgabe.) Im Phaibon-Verlag, Wien 1935. — (583) — Waetzold sagt im Vorwort: „Die Wissenschaft hat über ben schlichten Grabstem Dürers auf bem Nürnberger Johannis-Friebhof eine Pyramide von Büchern unb Aufsätzen gehäuft"; einen Begriff von ber kaum übersehbaren Fülle ber beutschen Dürer-Siteratur gibt im Anhang ber Hinweis auf bas Schrifttum, welcher mehr als sechs große Seiten beansprucht unb auch Kataloge unb Zeitschriften-Aufsätze einbezieht. Trotz so eindringlich beglaubigter, unablässiger Beschäftigung mit der Gestalt und dem Werk dieses großen deutschen Künstlers ist Dürer, wie Waetzold bemerkt, nie wahrhaft volkstümlich geworden. „Wir müssen wieder nach dem lebendigen Dürer fragen", sagt er und gewinnt von hier aus den Ansatzpunkt für die Konzeption seines Werkes —: „es sollte nicht in erster Sinie ein „gelehrtes", sondern ein „menschliches" Dürerbuch geschrieben werden". Das ist, wie wir glauben, auf eine schöne und überzeugende Weise gelungen, und es wäre sehr zu wünschen, daß sich von hier aus ein neuer Zugang zu dem Werk des Nürnberger Meisters öffnete; Waetzolds Dürer-Buch ist in der Tat geeignet, zu jener mit Recht vermißten Volkstümlichkeit beizutragen: es kann etwa als ein Gegenstück zu der ausgezeichneten, großen Darstellung Wölfflins gelten („Die Kunst Albrecht Dürers", 5. Aufl., München 1926). Aber während Wölfflins Dürer-Buch in jeder Zeile ein wissenschaftliches, ein kunstgeschichtliches Werk ift, von dem eine Wirkung in die Breite gar nicht Zu erwarten war, spannt Waetzold, zwar nicht minder wissenschaftlich und zuverlässig in seiner Darstellung wie in Einzelangaben, den Rahmen viel weiter: er gibt ein Gesamtbild, das Dürer und seine Kunst in die Zeit und Umwelt hineinstellt, der beide entwachsen sind; und er entwickelt dieses Bild in einer wechselseittgen Erhellung von der menschlichen wie von der künstlerischen Seite her. In 15 großen Abschnitten baut sich die weiträumige, dennoch sehr eingehende und oft bei Einzelheiten verweilende Schilderung zu einem Ganzen von imposanter Geschlossenheit auf. Zwischen dem ersten Abschnitt, der Dürers Herkunft und Stand behandelt, und dem letzten, welcher über Dürers Erbe handelt, entrollt sich, immer vor dem großen Hintergründe bes Renaissance-Jahrhunderts, die Ge- schichte von Dürers Leben und Werk in einer Dar- stellung, welche Intuition und wissenschaftlichen Blick auf ungewöhnliche Weife verbindet, übrigens auch in einem gepflegten, klaren, flüssig lesbaren Stil. Einige Kapitelüberschriften — „Apokalypse", „Europäische Kunst um 1500", „Bildnis", „Bürger, Bauern und Soldaten", „Grenzen der Liebe", „Mit Zirkel und Richtscheit" — mögen andeuten, wie Waetzold den riesigen Stoff gliedert und beziehungsvoll überschaut. Der Bilderteil ist — ebenso wie bei den früher hier besprochenen Kunstbüchern des Phaidon-Verlages — hohen Lobes wert, sowohl in ber Auswahl unb Reichhaltigkeit als auch in ber technischen Wiebergade bes Materials. Wer biefes Werk besitzt, nennt — vorn «Text einmal ganz abgesehen — einen köstlichen Hausschatz an Dürer« bildern sein eigen. Die Verzeichnisse der Abbildungen und der Standorte, sowie das Register runden bas schöne unb stattliche Werk in willkommener Weise ab. Noch eines Hinweises bedarf ber (bei vorzüglicher Gesamtausstattung) verblüffend geringe Preis. —y— — Vom „Handbuch ber K u l t u r g e s ch i ch - te", bas bei der Akademischen Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H. in Potsdam erscheint, liegt jetzt der dritte Band abgeschlossen vor. Der Züricher Universitätslehrer Prof. Dr. Emil Ermatinger behandelt in seiner „Deutschen Kultur im Zeitalter der Aufklärung" eine der bedeutendsten Perioden der neueren Geistesgeschichte. Das 18. Jahrhundert: welch eine ungeheure, von stärksten Geistes- und Lebensmächten bewegte Welt liegt doch in ihm beschlossen! Ermatinger schildert die ungeheure Wirkung des Bekenntnisses zur Vernunfttdee auf die Umgestaltung des deutschen Lebens. Er zeigt, wie ein neues optimistisches Lebensgefühl durchbricht und in einem breiten Strom der Volksaufklärung eine Wandlung der bisherigen Lebensansichten und schließlich auch eine völlige Umwandlung des Lebens selbst herbeiführt. Die Unsumme der Kulturerscheinungen eines auf vielen Gebieten unerreicht fruchtbaren Jahrhunderts ist zu einem großartigen Bild des deutschen Lebens in allen feinen Verästelungen bis zur eingehenden Schilderung des damaligen bürgerlichen Alltags zufammengefaßt worden. Ermatinger beweist, daß das damalige Deutschland bei aller Zerfahrenheit und Ohnmacht der äußeren Gestalt doch eine tiefe Einheit und Stärke des nationalen Fühlens und Denkens im Kerne des Volkstums befaß. Andererseits schildert er die dunklen Seiten seines Themas — und es gibt deren sehr viele — ohne Beschönigung. Hand in Hand mit der textlichen Darstellung geht die Illustrierung des Werkes, die einem Bilderspiegel des deutschen Levens hn 18. Jahrhundert gleich- IP'T »inen oben (fi fahrt ll Ife*» |^elT1hen 2>en,l hw ° wml Die u me ttSr * 0t“ te sV. £ 4,80 «Her, KintW pst*1'.33® ßinntati unb 6 I Mo|en Mein i a. Wirtschaft tobet, M denkbar worden. Kurszettel -er Berliner und Krankfurier Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß S v. H. Sronffurf a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L -Oatum Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg ttemennoed Saristadt.. Banknoten. 6 d. H. Krupp 104,40, 5Vr v. H. Rhein. Hyp. Liquid. 101,65, 5 v. $). äußere Goldmexikaner 14, 5 v. 5). Rumänen 6,90, 4 v. $). SBB. 207, 3Vz v. S). SBB. 191, 3Vz v. H. Gotthardbahn 180, 4 v. H. Ungarn I 115, 94,25, 112, Ce- roaren Bahn- SBB. 5 6 aebend. Apfelsinen noch reichlich angeboten, Geschäft bei unveränderten Preisen ziemlich lebhaft. U. Zu- und Gold 8,50, AKU. 50,50, AEG. 36,75, MAN. BMW. 132,50, Bekula 146,75, Buderus 104, ment Heidelberg 142, Daimler 106,50 Frankfurter Obst, und Gemüsemarkl. Frankfurt a. M., 24. April. Gemüse, fuhren von deutschen Erzeugnissen gut. Radies o .. 6 .. 5 1V1 schäft gering, Ältbesitz und Städte-Altbesitz auf Mittagsbasis eher gefragt. Schweiz, anleihen lagen meist unverändert, 3Vrproz. etwas höher mit 191 (190,50). U. a. notierten: Altbesitz 112,65, Dekofama 6 v. H. Verein. Stahl 103,75, 1951er do. Rettich lebhaft, sonst schleppendes Geschäft. Größere Ueberstände in Kopfsalat und Spinat, Preise hierfür rückläufig, sonst unverändert. Ausländischer Kopfsalat, insbesondere Holländer, stark angeboten, Geschäft bei fallenden Preisen lebhaft. Rot- und Weißkraut bei anziehenden Preisen knapp anqe- boten. U. a. notierten: Feldsalat 18 bis 25, Ge° würzel gr. Bdl. 30 bis 40, Salatgurken (Treibhaus) St. 30 bis 50, 35 bis 45 holl., Karotten 5 bis 9, Kohlrabi (Treibhaus) St. 15 bis 25, Kopfsalat (Treibhaus) St. 12 bis 20, Steige 30 St. 3,75 bis 4,50 holl., Steige 18 bis 40 St. 2,50 bis 3,00 ital., Schlüpfer 35 bis 40, Lattich 30 bis 40, Petersilie 50 bis 70, Radies Bdl. 6 bis 10, Rettich Bdl. 15 bis 25, dto. Eiszapfen St. 10 bis 20, Römifch- Griyner....................0 Matnkraftwerke Höchst a-M>... 4 Süddeutscher Zucker-------- w ben dann ie$ fried' . Löbsaa, 1914 bis riebt und and ohne Sreis gebun- iffurt a. M. as nicht die die prakti- Staatsprin« diesem Rah« telbare Lines heutigen der kleinen id, der per« m und ge- fesselnd zu l nach eige- aterial, wie ) unterstützt tes. So ist die sich im chen grau- ie Gemein- -der meta- ’rriid) aus 5 t ManSselder Bergbau .. Kokswerke ........... Rbeiniscbe Braunkohlen Rbetnstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth t. G. Farben-Jndustrle rfiefbeanftalt........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgeiellschaft...... Nhein-Mainische Börse. TNittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 24. April. Don der Kundschaft lagen keine nennenswerten Aufträge vor, und da auch die Kulisse nur in geringem Umfange Eigengeschäfte tätigte, hatte das Geschäft nur kleines Ausmaß. Die Grundtendenz war jedoch auf Grund vorliegender Wirtschaftsmeldungen weiter fest. Am Aktienmarkt ergaben sich bei Feststellungen der ersten Notierungen zumeist Erhöhungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H. und das Geschäft war bis dahin z. T. lebhafter, während es später bei eher leicht abbröckelnden Kursen stark abfiel. Bon Montanaktien fanden Mannesmann auf die günstigen Bilanzziffern und den sehr guten Beschäftigungsstand erhöhte Nachfrage bei 89,50 (87,50). Etwas lebhafter waren auch Verein. Stahlwerke mit 87,75 bis 87,65 (87,13), Hoesch 0,25 v. H. über Pari (100), ferner Klöckner plus 0,25 v. H. Chemische Werte wurden vernachlässigt Farben- Jndustrie 166,75 bis 166,25 (166,75), Rütgerswerke , niemand berichten tämpM eben Iah' >rn und o R. Loigt' ) - Sie in Zaren- Neer, m ine 6* iif«l ' men i,r in (M) Aerlag- durch ittschafts' ledeutu^ kindru-e- dem 7 kohl Freiland 10 Ms 12, Rotkraut 18 bis 19 holl., Sellerie 50 Kilogramm 8 bis 10, Spargel I 0,90 bis 1,10, II 0,60 bis 0,70, III 0,35 bis 0,50, Spinat 3 bis 6, Schnittlauch 25 bis 30, Weißkraut 14 bis 17 holl., Zwiebeln 7 bis 11. Obst und Südfrüchte: Deutsches Aepfelan» aebot ausreichend, Güte jedoch gering. Verkauf sehr langsam, Preise unverändert. Zunehmendes Treibhaus-Erdbeerangebot, Absatz langsam, Preise nach- Gegenüber derselben Berichtsperiode des Vorjahres konnten auf einigen Gebieten, z. B. Stickstoff, Pho- tographika und Vistrasaser, Absatzsteigerungen er» stielt werden. Die Bemühungen um das Exportgeschäft ermöglichten es, unter Ueberwindung der bekannten weiter bestehenden Schwierigkeiten, das bisherige Volumen zu steigern. Die besondere Aufmerksamkeit galt nach wie vor der Bearbeitung von Rohstoffproblemen, von denen u. a. die auf der Berliner Automobilausstellung im Februar gezeigte Buna-Sonderschau Kenntnis gegeben hat. Oie Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 369: Verarbeitungs- und Einkaufsbeschränkungen für Ruß. — 370: Anordnung Nr. 32 her lieber» wachungsstelle für Kautschuk und Asbest. Die Anordnung Nr. 26 (Verwendung von Kautschuk- Mischungen bei der Herstellung von gummiisolier- ten Leitungen und Kabeln) tritt am 25. April 1936 außer Kraft. — 371: Bekanntmachung KP 131 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 130 (129,75). Auto-Aktien waren bei Börsenbeginn stärker beuchtet, Daimler 106,25 (105,50), BMW. 131,75 (131,50), Auto-Union 108,50 (108) und Ad- lerwerke in Erwartung der heuttgen Aufsichtsratssitzung 102,50 bis 103 (102,50). Don Zellstoffwerten Feldmühle fest mit 130 (128,75), auch Aschaffenburger 0,65 v. H. und Waldhof 0,25 o. H. höher. Der Elektromarkt lag fast geschäftslos und brachte nur Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes, Thür. Lieferung jedoch 1 v. H. höher. Von Bank- aktien Bank für Brau plus 1 o. H., dagegen Reichsbank minus 1 v. H. Kunftfeideaktien und Maschi- nenroerte zogen bis 0,75 v. H. an, Junghans auf kleinen Bedarf plus 1,25 v. H. Im einzelnen gewannen Conti Linoleum Zürich 1,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H., AG. für Verkehr 0,50 v. H., Holzmann 0,65 v. H. und Zement Heidelberg 1 v. H. Der Rentenmarkt lag still. Weiter befesttgt Ältbesitz mit 112,40 (112,13), dagegen Kommunal- Umschuldung 86,95 (87,05), auch späte Schuldbuchforderungen und Zinsveraütungsscheine nicht ganz behauptet. Von fremden Werten waren Rumänen und Mexikaner eher etwas fester. Jrn Verlauf hielt die Geschäftsstille auf allen Märkten an. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse überwiegend um Bruchteile eines Prozentes ab. IG. Farben blieben von dem günstigen Vierteljahresbericht unberührt und ermäßigten sich auf 166 nach 166,25, ferner gaben Reichsbank auf 184 (184,50), Hoesch auf 100 (100,25) nach. Verein. Stahlwerke auf den außerordentlichen Hauptoersammlungsbericht höher mit 87,90 nach 87,65. Von später notierten Werten gewannen Deutscher Eisenhandel 1,25 v. H. auf 128,75, im übrigen stellten sich nur geringe Abweichungen zum Vortag ein. Am Kassamarkt waren gesucht: Rhein. Hyp. Bank ca. 135,75 (134), Memeler Zellstoff, ca. 44 (41), für Cement Karlstadt erhöhte sich die Taxe auf 142 nach 140 und einem letzten Kurs von 130. Der Rentenmarkt erfuhr keine besonderen Veränderungen. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse gut behauptet. Stadtanleihen wieder unein» heitlich, aber meist unverändert, höher 4,50 o. H. Mainz von 1926 93,75 (93), dagegen Darmstädter etwas leichter. Don fremden Werten 4,50 v. H. Goldrumänen 9,55 (9,25), 4 v. H. Einheitsrumänen 5,50 (5,45). — Im Freiverkehr erhöhten sich Pokorny auf 110,50 (109) und Kali Wintershall auf 113,50 (112). — Tagesgeld unverändert 2,50 vH. Abendbörfe behauptet. Abgesehen von Schiffahrtswerten, die bei etwas größeren Umsätzen weiter befestigt waren, so Hapag auf 15,50 (Berliner Schluß 15,13, Ffm. 14,65) und Nordd. Lloyd auf 16 (15,90 bzw. 15,65), lag die Abendbörse recht still. Auf Basis der höheren Berliner Schlußnotierungen bestand bei der Kulisse im Hinblick auf den Wochenschluß eher Abgabeneigung, jedoch vermochten sich die Kurse verhältnismäßig gut zu behaupten, da kleine Aufnahme vorhanden war. Im allgemeinen wichen die Kurse nur um Bruchteile eines Prozentes ab. MAN. gewannen jedoch 1 v. H. auf 112, andererseits gingen Cement Heidelberg auf 142 (142,50) und Kunstseide AKU. auf 50,50 (50,90) zurück. IG. Farben mürben vernachlässigt, lagen aber mit 166 unverändert. Auch Montanwerte konnten sich behaupten, Verein. Stahl 88 bis 87,90. Westdeutsche Kaufhof waren zu 38,75 gesucht, blieben aber ohne Notiz. Im Freiverkehr Auto-Union uno. 108,50. Adlerwerke Kleyer auf die erwartete 4- (0)proz. Dividende ruhig und unverändert 102,50, die Börse bleibt in Erwartung der Abschlußziffern. Am Rentenmarkt war das Ge- SchultheiS Payenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Sternberg................... 5 Zellstoff Waldhos ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Oren stein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................... 71/, Accumukatoren-Fabrik.......12 Conti-Gummi...............8 ,eblet für die Erobererzüge aus dem Wichen Asien. Seit Jahrhunderten ist das an Menschätzen reiche Land Ziel unentwegter han- tzelzpolitischer Pläne der Russen, die in Kriegs- »iixen wie in Missionen verschiedener Art das ge- nx’ltige Gebiet schließlich eroberten, das heute njqen seiner Baumwollproduktion außerordentliche Meutung hat. Stählins Reiseschilderungen geben gerade auch von der wirtschaftlichen Lage Mittel- asi.'ns einen anschaulichen Begriff. Mehr als 30 Mildungen, darunter viele eigene Aufnahmen des Dtrfassers, und eine Karte verdeutlichen den interessanten Bericht. mer die Geschichte der Liebe zweier junger Menschen — Valsried und Tuva — die als Kinder zweier verfeindeter Sippen in wilde Leidenschaften verstrickt werden, bis schließlich der Zauber einer großen Liebe Haß und Rache Überwältigt und beide für immer vereint. Von ihrer frühen Kindheit an lastet auf ihnen das schwere Schicksal einer Schuld, die Vergeltung und Rache heischt; denn Dalfrid fordert Sühne dafür, daß einst in stürmischer Winternacht Tuvas Vater, der Leuchtturmwächter von An- karö, die Notzeichen seines schiffbrüchigen Vaters unbeachtet ließ und ihn auf der benachbarten Schäre „Morgengabe" der Kälte und dem grausamen Hungertode preisgab. So muß Valfrid, fein Sohn, obwohl er Tuva von Jugend auf liebt, zum Rächer feines Geschlechtes werden und den Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Aber er wird nach unentwegtem Kampf endlich doch bezwungen von der Liebe, die, weil sie stärker ist als der Haß, die heilende Kraft hat zur Versöhnung. In dieser spannenden Handlung voll wechselvoller menschlicher Schicksale findet sich eine Reihe sehr anschaulich und in den lebendigsten Farben geschilderter Geschehnisse. Echt sind die Menschen gezeichnet inmitten der gewaltigen Landschaft des Meeres, mit dem sie in beständigem Kampfe liegen. — Cherry Kearton: Mein Freund Toto. Die Abenteuer eines Schimpansen. Neuausgabe mit 13 Lichtbildern. 10. bis 14. Tausend. Kart. 2 Mark, Leinen 2,80 Mark. I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. — (36) — Die Geschichte von Toto, dem klugen Schimpansen, die in schöner Neuausgabe mit prächtigen Bildern in der Reihe „Engelhorns Tierbücher" erschien, hat Cherry Kearton Ruhm begründet. Das Buch ist eines der klassischen Bücher der Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Wie leicht kann die Liebe zum Tier etwas Weichliches, Wehleidiges annehmen, das dem gesunden Empfinden widerstrebt — bei Kearton ist dies nie der Fall; sicher gibt es niemand, der den englischen Naturforscher und Pionier der Tierphoto- araphie an Zartheit der Einfühlung in die Tierseele überträfe — sagt er doch selbst mit Stolz, daß jedes Tier rasch mit ihm Freundschaft schließt — aber stets bleiben wir in der männlichen Luft abenteuerlicher Fahrten in die innerafrikanische Wildnis. Keartons goldener, echt englischer Humor tritt kaum je in einem seiner Werke so be^aubernb hervor wie in der köstlichen Lebensgeschlchte dieses Schimpansen, der — man muß es ihm glauben — ein wahres Affengenie gewesen ist, und sein tierpsychologischer Spürsinn feiert hier wahre Triumphe. Aus fremden Literaturen. — Richard Boleslawski: Lanzen nieder! Roman. Brosch. 3,80 Mark; Ganzleinen 4,80 Jark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (130) — Dole lawski läßt seinem früher hier angezeigten Buch „tzolnische Ulanen" einen zweiten Band folgen, in dun er einen erschütternden Augenzeugenbericht itter die furchtbaren und tragischen Tage der russi- scten Revolution in Moskau im Oktober 1917 gibt. Dleslawski kehrt nach dem Zusammenbruch der russi- |pen Armee, in deren Reihen er den Weltrieg ^gemacht hatte, nach Moskau zurück, um sich wie- b-r in den Dienst des berühmten Moskauer Künst- loTheaters zu stellen, dem er bereits vor dem flriege als Schauspieler angehört hat. Aber die Ar- biit am Theater ruht, denn in Moskau toben die Ettaßenkämpfe der Oktober-Revolution. Voles- lcwski sieht die Grausamkeit der roten Kampf- Methoden und ist erschreckt Über die unentschlossene Aampfweise der Weißen; er sieht, wie junge Kadi tten heldenhaft auf verlorenem Posten sterben, veil die Führung der Weißen kläglich versagte, les Buch, in einer lebendigen Sprache geschrie- f?n, ist reich an Episoden, die Licht auf die ursächlichen Zusammenhänge werfen, und es zeigt uns vchl nur das Grauen jener Zeit, sondern enthält and) Szenen von menschlicher Zartheit und Erinne- ttngsbilder von stiller Trauer. — Jarl Hemmer: Die Morgengabe. Vornan. Berechtigte Übersetzung aus dem Schwe- jischen von Pauline Klaiver-Gottschau. leinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Rüller, München, 1936. — (55) — In diesem er- f gnisreichen Buche, dessen Schauplatz das zwischen ssinnland und Schweden liegende Meer mit seinen phllosen Inseln und Schären ist, erzählt Jarl Hem- MH bÄ l°ntl;?eh'n' I* * ien |ifhJr II ?lso, M i5. be, bi, ; I £}n Zweifel Kf beru. P, Lander F dl- und Nach. "^fassenden M einer ne. Wtv Akribie v Oer eigentliche ' Leser dar irrende Bei. er b*e SInmer« aft über jede; ,öie. einzelne ein ledenfallz j n Verständnis erende Klein. : Wq. aufam- Schröder ein nd Werk des ln Bild seiner ) verdienstlich ' gerechte ®ür. \ m Horaz uni n und miirbii i lenschem Ehr. ! Nachdichtung f| einen aus ge; gewonnene!! in doppeltem schon um der ie millen, bie i unb unfern/ i i)em natur- rdings, daß ’l, der uns* Hamburg-Amerika-Linie. Fwd. In einer außerordentlichen Hauptversarnm- ung der Hamburg — Amerika-Linie wurden die durch das Ausscheiden mehrerer Mitglieder notwendig gewordenen Zuwahlen zum llufsichtsrat vorgenommen. Neu in den Aufsichtsrat cnd eingetreten: Dr. F. Berger, Ministerialdirigent im Reichsfinanzministerium, Berlin, F. E n - $ e I, in Fa. Millers, Engel & Co., Hamburg, W. iKeppler, Beauftragter des Führers für Wirt- chaftsfragen, Dr. H. R i e n s b e r g, in Fa. Ruß, Hamburg, M. Waldeck, Ministerialdirektor im Reichs- und preußischen Verkehrsministerium, 23er» Lin. Ferner wurden die vorgeschlagenen Aenderun- gen der Satzungsbestimmungen über die Zahl und Den Wohnsitz der Mitglieder des AR. beschlossen. Danach besteht der AR. nunmehr aus höchstens 14, gegenüber bisher 28, und mindestens 6, gegenüber bisher 16 Mintgliedern, von denen mindestens die Hälfte im hamburgischen Staatsgebiet, oder dessen Umgebung ihren Wohnsitz, oder den Hauptsitz ihrer geschäftlichen Betätigung haben muß. In Zukunft werden also nicht mehr sämtliche AR.-Mitglieder Der Hamburg—Amerika-Linie im AR. des Norddeutschen Lloyd, Bremen, vertreten sein oder umgekehrt. Eine weitere Satzungsänderung besteht darin, daß der AR. alljährlich aus der Mitte der- fjenigen seiner Mitglieder, welche ihren Hauptwohn- ffitz im hamburgischen Staatsgebiet oder dessen Umgebung haben, einen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter wählt. Die Beschlüsse über die Satzungsänderungen bedürfen zu ihrer Bestätigung satzungs- gemäß einer Wiederholung, die in der außerordentlichen Hauptversammlung am 17. 6. 1936 vorgenommen werden wird, lieber die Bilanzen für die Geschäftsjahre 1934/35, sowie die Sanierungsmaßnahmen der Gesellschaft wird die HV. am 17. 6. beschließen. Der AR. wird Anfang Mai über die Bilanzen sowie über die Geschäftsberichte 1934/35 Beschluß fassen. Befriedigende Geschästsentwicklung bei ZG.-Farben. Fwd. Die JG.-Farbenindustrie AG. berichtet von einer Fortdäuer des befriedigenden Geschäftsganges in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. notierten: Aepfel I 28 bis 38, II 20 bis 26, III 15 bis 20, Bohnapfel 18 bis 26, Roter Eifer 24 bis 30, Apfelsinen blond 15 bis 20 span., Blut 14 bis 20 span., 21 bis 25 ital., Bananen, 12)^-Kilo-Kiste netto 6,50 bis 7,00 Kam., 6,50 bis 7,00 Bras., 7,50 bis 8,00 Westind., Treibhaus-Erdbeeren 4,00 bis 6,00, Smyrna-Feigen 25-Kilogramm-Kiste netto 10,00, Zitronen, 150 St., 4,00 bis 5,00, 300 und 360 6,00 bis 8,00. Frankfurter Vuttermarkk. Frankfurt a. M., 24. April. Die Lage am Buttermarkt hat ein völlig normales Aussehen angenommen. Die Erzeugung konnte weiterhin gesteigert werben, so daß jeder Bedarf vollkommen befriedigt werden kann. Für die Flüssigkeit des Marktes spricht, daß die während der etwas knappen Zeit auferlegten Einschränkungen betr. der Herstellung von Sahne und Käse weitgehend gemildert wurden. Der Einzelhandel deckte sich in dieser Woche im Hinblick auf die zum Monatswechsel eintretende Belebung der Konsumnachfrage reichlicher ein. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Mark per 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Santo butter 125. Holländische Butter 145 bis 148. Frankfurter Eiergrotzniarkk. Frankfurt a. M., 24. April. Da bereits schon jetzt größere Vorbereitungen für die Versorgung in den Wintermonaten oorgenommen werden, d. h. ein sehr aroßer Teil der anfallenden Eiermengen den Kühlhäusern zugeführt wird, blieben die Anlieferungen an die Hauptverbrauchsplätze verhältnismäßig knapp. Erft in der nächsten Woche erwartet der Großhandel stärkere Zuteilungen von deutschen Eiern. Von Auslandseiern gelangten in der Berichtswoche nur geringe Mengen Flandern und z. T. auch Holländer an Den Markt. Die Nachfrage des Konsums blieb sehr lebhaft. Indes konnte sich der Einzelverbraucher bisher zumeist aus Direktlieferungen der Erzeuger versorgen. Der Eierver- zehr dürfte in den kommenden Wochen angesichts der weiteren Verbilligung von Salat weiter stark zunehmen. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier S 9V< bis 10, A 83/< bis 9Vs, B 8V4 bis 9, C 73/4 bis 8V2, D 7V< bis 8. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarki. Nach dem der Markt durch die Feiertage etwas in Unordnung gekommen war, nimmt das Geschäft zur Zeit wieder den normalen Gang. Die Auftriebe entsprechen den Anforderungen, während qualitätsmäßig nicht immer die Wünsche der Metzger erfüllt werden können. Mit der fortschreitenden Jahreszeit kommt nunmehr auch die saisonmäßige Verlagerung des Konsums von fetterem auf mageres Fleisch; dies bezieht sich hauptsächlich auf den Schweine- markt. An diesem standen bisher — entsprechend dem wesentlich höheren Zutrieb gegenüber den letzten Monaten — noch recht viel fette Tiere zum Verkauf; diese Tatsache dürfte sich aber in wenigen Wochen in das Gegenteil verkehren. In dieser Woche war die Qualität mittelmäßig, sie entsprach insgesamt jedoch dem Begehr der Verarbeiter. Der Auftrieb betrug 5471 (3980) Stück; die Zuteilung konnte wieder reichlich erfolgen, es verblieb noch ein Ueberstand von insgesamt 443 Stück. Die Preise bewegten sich auf der seitherigen Basis, nur für ganz geringe Tiere gingen sie etwas zurück. Der Rindermarkt war mit 379 (285) Tieren beschickt; bemerkenswert war, daß sich die Qualität auch nach den Feiertagen kaum verschlechtert hat. Die Zufuhren an Ochsen, Bullen und Färsen bleiben aber, gemessen an dem starken Anteil der Kühe, knapp. Ausstichtiere waren nur wenig am Markt. Die Notierungen blieben unverändert. Der Markt wurde restlos geräumt. Lebhafte Nachfrage erhielt sich für Kälber, deren Zutrieb sich auch nur mäßig erhöht hat auf 1063 (966) Stück. Obwohl die Qualität nicht immer befriedigte, haben sich die Preise angesichts der starken Nachfrage weiter merklich erhöht. Der Hammel- und Schafmarkt nahm bei erhöhter Zufuhr (131 gegen 68 Stück) und wenig veränderten Preisen einen ruhigen Verlauf. Zranktun a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag« börse Oatum 23-4. 24.4. 23.4. 24-4- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101 100,9 100,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,5 97,5 97,4 97,4 t>Vt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant.-Wlös.-Schuld mit 102,65 102,65 103 Auslos.-Rechten ............. <*/«% Deutsche Reichspostschatzaw 112,13 112,65 112,13 112,75 Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 100,25 100,25 100,4 100,2 (rüchahlb. 102%)............ <%% ehem. 8% Hessische Landes- 98,25 98,25 98,25 98,5 bank Darmstadt Gold R. 12.... 6Vi% ehem. 4^% Hess. Landes- 96,5 96,5 — 96,5 Hypothekenbank DarmstadtLiaui *%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Lberhessen Provinz-Anlethe mit 101 101 — — — 92,25 — — Äuslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Am — 120 — — leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten s/,%ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 114,75 115 114,75 115 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,5 — — °Vi°/0 ehem. 4Vi% Franks. Hyp.- Bank-Liqu..Psandoriese....... 6%% ehem. 4>/t% Rheinische 101,45 101,45 — — Hhp.-Bank-Ligu.^Noldpfe..... •Vt% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 *Vi% ehem. 7% Pr. Landespfand- - briesanst., Gold Komm. SDbl.VI 101,5 101,65 101,75 101,5 97 97 97 97 97 97 97 97 Cteuergutlch.Verrechnungsk. 34-38 108,75 108,8 108,8 108,9 <% Oesterreichfsche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 28,5 28,75 29 28,25 1,6 1,75 1,7 1,75 4% Ungarische Goldrente....... 8,5 8,5 8,45 8,55 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,35 8,45 — 8,4 e — Frankfurt a. M. Berlin Schluß, kurs Schluß!. Abend, börse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börse 23-4- 24-4. 23 4- 24 4- I 138,5 — 138,5 138 — 129,5 129,5 230,5 — 230,25 229.75 123,75 123,25 123,5 123,5 87,13 87,9 87 87,9 22,4 22,25 22,25 22,4 129,5 130,65 130 130,75 129 129,5 130 129,5 — 187 187 185,75 1 166,75 166 166,5 166 232 232,5 — — 112 112 112 111,75 . 129,75 130 129,75 129,5 124,5 124 125 124,75 1 115,5 116 115,75 116 142 142 — — — _ 105,9 106,4 50,5 50,5 50,4 50,9 85 85,75 85 86,25 129,25 129,5 129,25 129 92,25 92,5 92,5 93 — — 131,9 133,25 105,5 106,5 105,9 106,75 174,25 174,25 173,9 174,9 — — 81,25 80,9 37,5 38 37,65 38,4 352 353 353 352 184,75 —— 185,5 189 181,5 181,5 181,5 181 I 29,25 I 29,75 1 28,75 30 94,25 94,5 —* I 199 I 201 200 203,5 Schluß- kurS Schloßt. Abend- börie Schlußkurs Schluß!. Mlttag- börie Latum 23-4 24 4 23 4. 24 4. 4% Deögl. Serie 11 ........... — — — 9,4 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1909 6,65 6,9 6,5 6,9 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 9,25 9,55 9,3 9,7 4% Rumänische vereinh. Rente 5,45 5,5 5,45 5,65 2y<% Anatolier ............ 40 40,25 40,13 — Hamburg-Amerika-Pakel ..... 0 14,13 15,5 14,13 15,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — — 28,5 28,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 15 16 15,13 15,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 114,5 114,75 114,4 114,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — 111,75 111,25 111,25 Commerz, und Privat-Bank ... O 91 91 91 91 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ O 88,25 88 88,25 88 Dresdner Bank.............. 0 89 88,5 89 88,5 Retchsbank ................ 12 185,4 184 185 184 A.E.G...................... O 37 36,75 36,9 36,65 Bekula.................... IO 146 146,75 145,9 147 Elektr. Liefenmgsaesellschast... 6 125 126 126,65 125,5 Licht und Kraft ........... 6% 142,5 143,75 142,5 143,75 Felten & Guilleaume......... 4 124,75 124,9 124,5 124,65 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 134,5 134,5 134,65 135,25 Rheinische Elektrizität ........ 6 131,5 131,5 131,5 131,25 128,5 198,4 128,5 128,25 Schuckert L Co............... 4 139,75 139,75 140 140,25 Siemens & HalSke............ 7 185,75 185,75 185,4 185,75 Lahmeyer & (Jo.............. 7 135,5 — 136 136,25 Buderus ................... 4 103,75 104 104,25 104,5 Deutsche Erdül .............. 4 119,5 120 119,75 120,13 Harpener................... O 125,5 125 125,5 125,25 Hoesch Eisen—Köln-Skeuessen .. 8 100 100 99,9 99,75 Ilse Bergbau ............... 6 —— — — 173 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 135 — 135 136,25 Klöcknerwerke ............... 8 96,13 96,4 95,75 96,25 Mannesmaiin.R Ihren........ O 87,5 89,75 87,5 89,9 23. April 24 April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Bries Buenos Atre. 0,682 0,686 0,682 0,686 Brüssel..... 42,04 42,12 42,04 42,12 Rio de Jan. 0,138 0,140 0,137 0,139 Sosta ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,82 54,92 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,275 12,305 12,275 12,305 HelitngsorS.. Paris ...... 5,415 16,38 5,425 16,42 5,415 16,375 5,425 16,415 Holland .... 168,75 169,09 168,71 169,05 Italien..... 19,60 19,64 19,60 19,64 Japan ...... 0,717 0,719 0,717 0,719 Jugoslawien 5,654 5,666 5,654 5,666 Oslo..... : 61,68 61,80 61,68 61,80 Wien....... 48,95 11,15 49,05 11,17 48,95 11,15 49,05 11,17 Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... 63,27 81,03 33,95 10,27 63,39 81,19 34,01 10,29 63,27 81,02 33,93 10,27 63,39 81,18 33,99 10,29 Budapest ... — — Reuyork ... 2,488 2,492 2,488 2,492 Berlin, 24.Apni Geld Brie, Amerikanische Noten.............. 2,44 2,46 Belgische Noten.................. 41,92 42,08 Dänllktu» Noten ............. 54,56 54,78 Engltschi» Noten ................. 12,24 12,28 Französische Noten............... 16,325 16,385 168,29 168 97 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling 61,47 61 Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 63,05 63,31 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 Ungarische Noten................ _ Gras-und Kleesaaten ur Anlage von Wiesen und Weiden (plombiert und attestiert nach den Vorschriften des Reichsnährstandes) sowie zweckentsprechende Mischungen für feinsten Zier - Rasen, Bleich- und Sportplätze, Böschungen und Dämme Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse —Tel. 3403 2454 A 2327 V Bergisches KraftfuttervverkG.m.b.H.Düsseldorf-Hafen Die paar Pfennige, die Ihr als Küken an Futter braucht, könnt ihr später als Legehenne In Mark zurückzahlen. Darum werdet ihr auch nur mit dem guten Muskator-Erstlings- mehl und Küken-Körner- mischfutter aufgezogen. STCusfeatol Original-Packungen schon von 1 kg an. M Schuh-Hansa das Geschäft der guten Schuhreparatur la Kernleder / Excelsior-Gummiabsätze billige Preise / saubere Ausführung und prompte Bedienung zeugen von unserer Leistungsfähig keit Deshalb Ihre Schuhe zur Schuhinstandsetzungs-Fabrik„Hansa“ A. von Soosten 6. m. b. H., Marktplatz 2 _________________________________________________7604 A Meldet Freistellen für die Kinderlondverschickung bei allen zuständigen M. S.-Dienstsfellen, sowie bei den tausenden von Helfern, die sich in der Zeil vom 19. bis 25. April für die Werbung von Gaststellen einsetzen. 'M MU <■ wer*1 ■dß/i i _____— M EWk OB M M t S-* , . Das für 2401 A osv,aldsgar^ beWäbrteArbdt»- den Klein- Glashaus Preiswerte tiaomwotoren Bunte Baumwollwaren Weifewaren p. m für Gardinen p. m p. m p. m p. m gedruckte Frauenmuster p. m p. m Bezüge usw. p. m Streifen-Satin, 130 cm breit, strapazierfähige Qualität p. m Bettdamaste, 130 cm breit, bewährte Qualitäten p. m Wir führen nur Stotispezialhaus Bemard & Sohn (neben * Plockstrabe 14-16 2666 A 39 48 1.15 1.28 1.60 58 64 65 86 58 60 68 JO 76 78 82 88 Oberhemden-Popellne.SOcmbr., sehr schöne echtfarb. Streifen, p. m Bettkattun, 80 cm breit, echt Indanthren gefärbt.. Kretonne, 78 cm breit feste Gebrauchsware... Indanthren-Schürzendruck, 80 cm br., schöne bunte Muster, p. m Schürzen Satin, 80 cm breit. Sport-Oxford, 80 cm breit, für Herren-Sporthemden brauchsware.......... Finette, 80 cm breit gute süddeutsche Ware. Haustuch, 80 cm breit .28 .34 .45 Kretonne. 78 cm breit prima westfälische Qualität... p. m Kretonne, 80 cm breit erstes süddeutsches Fabrikat, .p. m Halbl.Gerstenkorn-Handtuch- gebild, 46 cm breit, gute, weiße Ge- Sporthemdenstoffe, 98 cm breit, in flotten Streifen...........p. m kräftige, grobfädige Ware .... p. m Rulo-Köper, 80 cm breit, kräftige, haltbare Ware...............p. m Linon, 160 cm breit, sehr schöne haltbare Ware, f.Ueberschlagtücher, Rohnessel. 78 cm breit, für Win- • OS dein, Tapezierzwecke usw.... p. m e£U Mullwindeln, 70x70 cm weiche, weiße Qualität.... p.Stück Gerstenkorn- Handtuchstoff 40 cm breit, mit farbiger Kante, p. m Buntgestreifte Handtuchstoffe, 40 cm breit.........p. m Blaukarierter Handtuchstoff, 40 cm breit, erprobte Qualität, p. m Halbl. Handtuchgeblld, 40 cm breit, mit roten Streifen, p. m Worpsweder Streifen, 70 cm breit, für Schürzen ... .p. m Millefleure-W&schebatiste, 80 cm breit, in schön. Mustern, p. m Schwedenstreifen, 80 cm breit. Bettinlett, 80 cm breit, naphtol- rot, gar. federdicht (andere Breiten 1 KQ entsprechend)...............p. m leUU Schlauchtrikot, 140 cm breit, in schönen Wäschefarben,maschen- Q OK feste Ware............. p. m fcefcU deutsche Qualitätswaren! D. .GENEBAL VOR STEUBEN. 14690 Br.-kg..7°. Nach Maß Ihr Wunsch- ein Eigenheim verbindlichst an. 284«A Stenografensdialt Ortsgruppe Gießen. J.B. Häuser Gießen ^49v PFINGST MITTELMEERFAHRT Wertpapier-Drucke Aktien, schuid- bei Brühl, Schulstr.7 Wertpapiere Neuer KurzscbriniehrOang Infolge äußerst starker Beteiligung an unseren neuen Kurzschriftkursen u. teüweise Überfüllung derselben eröffnen wir am Dienstag, 28. April 1936, 19V3 Uhr. in der Alten Pesta- lozzischule, Wem er wall 18, vorerst noch einen Anfängerlehrgang in der deutschen Kurzschrift (neue Schriftform), unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Kurzschrift. Unterrichtstage: Dienstags u. Donnerstags, 19.30-20.30 (evtl, a. Freitags n. Wunsch d.Teiln.). Unterrichtsgebühr: RM. Mitgl.u.Wehrmachtsangeh. 5.— Stellenlose.............3.— Nichtmitglieder ........6.50 Wiederholende bes. Vergünst. Anmeldung u. Auskunft bei Leder- Haas, Selters weg. oder zu Beginn des Unterrichts. 262?d Miele k Staubsauger RM. | Schokoladen für Wiederverkäufer ERNST MUTH Ludwigstraße Nr. 42 KÖHLER Gießen, Seltersweg Nr.17 Das Haus der guten Qualitäten für Herren- u. Knabenbekleidung geht in Erfüllung durch die Dauwirtring Aktiengesellschaft Bremen Dieses schöne Einfom.-Haus im Erstehungswert vom RM. 8 000.- 4 Zimm.,Küche, Bad u. Zubehör können Sie sdion bei einer Sparleistung von monatl RM. 13.80 erwerben. Tilg, einschl. aller Nebenkost, nach Fertig. Stellung monatl. RM. 36.80. »erlanien Tie sofort Proipekl«. Ausk. u. Beratung erteilt unverbindlich HauPtderrnittlungSstelle der Dauwirtring QI.©.: Hans Schütz, Gießen, DiSmarckstraße 31. 2629v Aß GENUA - Barcelona - Palma de Mallorca- Ibiza - Motrll - Malaga - Gibraltar - Calablanca- Lao Palmao -Santa Cruz de Tenerlfe-Maöeira- ÜUobon-Vigo-CocDea(io(J wiihO - AN BREMEN 22. MAI — 10. JUNI FAHRPREIS AB RM 385.- für bitte Reite ermäßigte Zubrlngertahrlen ab Ftanhfurt am Main unb Münttien MlnbeQfahtptelte nach Maßgabe oothanbenet Pl8(|t Auehuntt onb Protpehte bunt) blt ßeikhaoertcettr unb NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Gießen: Kretzschmar, Seltersweg 24 Anzüge und Uniformen aus bester handwerklicher >chneiderarbeit in meinem .'eit Jahren bestehend.Maß- Ateher hergestellt, bietet dem Anspruchsvollen jene diskret leine Kleidung. Bei meiner croßen Auswahl in Stoffen finden Sie bestimmt das Richtige nach Ihrem Geschmack.Besuchen Siemich bitte einmal und sehen Sie sich die neuen Stoffe un- gehorertMdi । .:eqestuhl Arbeitsvergebung Zuschlagsfrist 2 Wochen. 2o10D Eisenbahner-Heimstätten-Derein e. G. m. b H., Gießen Pauly. Müller. |2645A Gewinnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr 24. April 1-936 1. Ziehungstag geben werden: Erd-, Maurer' und Betonarberten Zimmerarbeiten Dach deckerarbeiten Svenglerarbeiten. . ,, . Angebote gegen Selbstkostenerstattung rm Architek« turbüro Drrksmöller, Giehen, Hindenburgwall 13 p. Nähere Bedingungen, Pläne uff. daselbst. Einreichungstermin: 2. Mai 1936. Annahme Von Bedarfdeckungsscheinen ------------KM Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer In den beiden 2 Gewinne zu 25000 M. 8 Gewinne zu "" "" Stil-Möbel wie Barock, Renaissance, Chippendale usw. Wohnungs-Einrichtungen mit seiner vorbildlichen Schau wohnfertiger Räume und seinen preiswerten Angeboten bittet um Ihren Besuch I 2 Gewinne zu 100000 M. 281639 2 Gewinne zu 10000 M. 19222 6 Gewinne zu 2000 M. 22 Gewinne zu 1000 M. 86686 100066 132622 Wohnstatt-Möbel Deutsch in Stil, Holz und Arbeit Nußbaum, Birke, Mahagoni, Birnbaum und vielen anderen Holzarten! Borrmann 5: Gießen / Neustadt 5 / Ruf 4165 ____________________2607 A