186. Jahrgang Eichener Anzeiger 3- ' s & ( Beim be- Der Reichskirchenansschuß zum 30. Januar enem Einsatz g e - s 3 iS 1 ■3? 3 Cf o Z R 3 3 3 O 3 CD t» e 3 D 3 o 3 ’ 2 <3 r 3 O > n 1 3 I > c ! 5 den kommenden Wahlen mit der Konkurrenz der Marxisten rechnen und wünschten daher, ihre Bewegungsfreiheit wieder zu erlangen. Laval hat den offenen Sturz in der Kammer nicht abgewartet. Er ist zurückgetreten, als Herriot und drei wertere radikalsozialistische Minister ihm die Gefolgschaft verweigerten. Ob Sarraut oder ein anderer fern Nachfolger wird, ist eine Frage von minderer Bedeutung im Hinblick auf die Wahlen, die nur noch einem Uebergangskabinett Raum lassen. H e r r i o t, der Ministeramt und Parteioorsitz von sich geschoben hat, um von allen Bindungen ledig vor seine Wähler treten zu können, hält sich für alle künftigen Möglichkeiten bereit. Aber solange die Wahlen keine Klarheit geschaffen haben, wird mit Frankreich nicht ernstlich zu rechnen sein. antwortung vor Gott und den Menschen für alles, was sie tun, und niemand kann sie ihnen abnehmen." Wenn die Partei, so wie heute, führende Persönlichkeiten nicht nur für ihre eigene riesige Organisation und alle ihre vielen Gliederungen einzusetzen, sondern auch für den Staat, die Provinzen und Gemeinden abzugeben habe, dann sei es klar, daß es Seite zu stehen. Diese Aufgabe, sei jedem einzelnen Parteigenossen gestellt. Wenn er auch in der Geschichte' einst nicht einzeln mit Namen genannt werde, als die treue und zuverlässige Garde der Bewegung würden sie insgesamt in die Geschichte eingehen. In dem Ehebund, den der Nationalsozialismus mit dem Volke geschlossen habe, seien die Erfolge: unsere Kinder. Sie aber seien das beste Band eines solchen Bundes. „Ich weiß es, und ich versichere es, in zehn Jahren werden die Nöte von heute unsere schön st en Erinnerungen sein. Denn dann werden unsere Erfolge klar vor uns stehen." Die Partei aber sei der Mittler zwischen Regierung und Volk. Sie habe jetzt die Auf- (gez.): D. Zoellner. In einem Begleitschreiben wird auf die Abhaltung gottesdienstlicher Feiern aus Anlaß dieses Tages hingewiesen. Der Reichskirchenausschuß veranstaltet gemeinsam mit dem Landeskirchenausschuß am Vorabend des Tages einen Gottesdienst im Berliner Dom, bei dem Generalsuperintendent D. Zoell - ner die Predigt halten wird. da und dort noch an geeigneten Führerköpfen etwas fehle. Aber nirgends werde der Führernachwuchs so systematisch herangebildet wie im nationalsozialistischen System. Die Partei sei aber die Gewähr dafür, daß dieses Führertum aus dem Volke heraus erwachse und nicht aus einer bevorrechtigten Schicht bestimmt werde. Daher sei der nationalsozialistische Staat nicht eine über den Wolken thronende Autokratie, sondern im Gegenteil eine.veredelte Demokratie. Dr. Goebbels erinnerte dann daran, wie töricht die Parteien in der Vorkriegszeit unsere innere Kraft gelähmt haben. Diese Erfahrungen seien nicht spurlos an den Männern der Regierung vorüber- gegangen, und sie seien daher auch zu unpo- Berlin, 24. Ian. (DNB.) Zum 30. Januar gibt der Reichskirchenausschuß folgendes „Wort an die Gemeinden" bekannt: Der 30. Januar ist für unser deutsches Volk zu einem bedeutsamen Markstein seiner Geschichte geworden. Don ihm aus bestimmt seit drei Jahren der staatsmännische Wille des Führers und der nationalsozialistischen Bewegung Leben und Ordnung in Volk und Staat. Seitdem sind d i e Kräfte der Nation in heißem Ringen mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten von innen und außen zu geschlossenem Einsatz gebracht. Im Kampf für Arbeit und Brot aller Volksgenossen, für die Freiheit und Ehre des deutschen Volkes gestaltet dieses sich neu zu einer ihrer großen Geschichte, ihrer Verantwortung und Würde bewußten deutschen Nation. Die Deutsche Evangelische Kirche steht mitten in diesem neuen Werden des Volkes. Weil sie den deutschen Menschen durch ihre Botschaft unter den Ernst der Ewigkeit, unter die Gnade und unter die Erlösung durch Christus stellt, erschließt sich ihm eben dadurch die tiefste Verantwortung und Freudigkeit, ganz Deutscher zu sein, und verpflichtet ihn zur Treue und zu hingebendem Dienst. So tragen die Glieder der Kirche als Glieder des Volkes m besonderem Maße die Verantwortung für den Erfolg des gegenwärtigen Ringens um eine gesegnete Zukunft mit. Darum betet die Kirche zu dem allmächtigen Gott daß er alle aufbauenden Kräfte im Volk zum opfernden Einsatz für die Gemein- pulären Maßnahmen entschlossen, wenn die Sicherheit des deutschen Volkes es erfordere. Wer den Mut zu unpopulären Maßnahmen habe, der werde dann später, wenn die Richtigkeit der Maßnahmen offenbar geworden sei, wahrhaft populär werden. 2Nit innerster Anteilnahme verfolgt die Versammlung die Stelle der Rede, in der Dr. Goebbels darauf hinwies, wie genau ihm all die Röte des kleinen Rlannes bekannt feien, und in der er an Beispielen zeigte, wie unwahr es ist, daß die Regierung von einer chinesischen Blauer umgeben sei. Aber, so fuhr dann Dr. Goebbels fort, die Regierung müsse es dennoch von sich weifen, durch billige populäre Maßnahmen für den Augenblick die Zukunft des deutschen Volkes zu gefährden. „Dafür haben wir das deutsche Volk viel zu lieb." Durch soziale Großtaten wie das Win- terhilfswerk oder „Kraft durch Freude" habe der nationalsozialistische Staat gezeigt, w i e ernst es ihm um die Linderung der Rötedesvolkessei. wenn daher um der Zukunft der Ration willen auch einmal unpopuläre Maßnahmen getroffen oder populäre Maßnahmen nicht getroffen würden, dann könne jeder überzeugt sein: es geht eben einfach nicht anders. Gewiß sehe das deutsche Volk ganz genau, daß noch nicht alles fertig sei, daß es hier oder da noch Mängel gebe. Aber es sehe bei den Männern der nationalsozialistischen Regierung den ehrlichen Willen und das klare zielbewußte Durchhalten. Das sei das Entscheidende. Darum sei auch die innenpolitische Lage in Deutschland hundertprozentig in Ordnung. Mit hinreißender Begeisterung bekannte sich Dr. Goebbels dann zu unserer Aufgabe, dem Führer bei feinen großen geschichtlichen Entscheidungen zur - 2 LZ Cf'* 3 3 E * &Z Berlin, 25. Jan. (DRV.) Reichsmlnister Dr. Goebbels erläßt zum bevorstehenden 30.Januar folgenden Aufruf: An das deutsche Volk! Es ist im neuen Deutschland schöne Tradition geworden, daß am Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution zwar keine glänzenden und rauschenden Feste gefeiert, dafür aber in besonderen sozialen Hilfsaktionen für die vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen zusätzliche Leistungen ausgeschüt- tet werden. So werden auch an dem bevorstehenden 30. Januar 1936, entsprechend der Zahl der Betreuten, zusätzlich zur normalen Leistung durch das WHW. selbst Spenden im Werte von 2 2 Mii - ionen Reichsmark zur Verteilung gelangen. sondere Aktion zum 30. Januar erläßt der Reichs- beauftragte für das WHW. Im Jahre 1935 hat das deutsche Volk seine Wehrhoheit und damit seine nationale Souveränität wiedergewonnen. Dieser historische Erfolg der zielsicheren Aufbauarbeit des Führers bestärkt jeden Deutschen in dem festen und unbeirrbaren Glauben, daß die restlose Erfüllung unserer alten Kampfparole Wirklichkeit werden wird: Freiheit und Lrot für jeden Deutschen! In Dankbarkeit gegen das Schicksal, das unser Werk so sichtbar segnete, und im Vertrauen darauf, daß das Glück, das aus unserer eigenen Arbeit entspringt, uns auch im kommenden Jahr des deutschen Aufbaues nicht verlassen wird, betreten wir damit das vierte Jahr der nationalsozialistischen Revolution. ES lebe der Führer! Berlin, am 25. Januar 1936. Der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda gez.: Dr. Goebbels. Diese Summe wird aufgewandt für: 13 Millionen W e r t g u t s ch e i n e im trage von je 1.— RM. und 5,5 Millionen Kohlengutscheine Werte von je 1,50 RM. Die Durchführungsbestimmungen für diese gäbe, im Volke das Gefühl einer hohen Sendung großzuziehen. „Wir müssen dem ganzen Volk gegenüber ein Beispiel an Idealismus, an Begeisterung und Charakter st ärke sein". „Wir leben in einer Zeit, die deshalb so wunderbar ist, weil jeder darin das werden kann, was seinen Leistungen entspricht." , Mit einem Appell an die Alte Garde der Partei zu kameradschaftlichem Zusammenhalt im alten Kampfgeist schloß Dr. Goebbels seine Ausführungen. ' Mit langanhaltendem stürmischem Beifall dankte ihm die Menge. Kreisleiter S ch a l l e r schloß dann die Kundgebung mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer und das deutsche Volk, das begeistert ausgenommen wurde. Gonderfpende DesWHWamLahrestage der nationalsozialistischen Revolution. 22 Millionen an zusätzlicher Leistung für die vom Winterhilfswerk Betreuten. .30» * !•! r - o r s g-o * OP D 3 Q tD * a> 5 X*11 o' LZL 3 s C CD 5? schäft des Volkes segnen und des Führers großes und schweres Werk zum Heil un- jeres Volkes und Reiches geraten lasse. Die Kirche betet zu Gott, daß er ihre Glieder durch seinen Heiligen Geist ausrüste zu einem solchen Bekenntnis des Glaubens an Christum, das die aufrichtigen Herzen für die ewige Wahrheit des Evangeliums gewinnt und sich in tätiger Liebe an allen Gliedern des Volkes beweist. Die Kirche betet zu Gott, daß er Führer und Volk durch alle Anfech- tung, Not und Gefahr gnädig geleite und unseren Willen erwecke zur Erfüllung seiner Gebote, frei von uns selbst, ihm und den Brüdern zu dienen im heiligen Schmuck, lieber uns allen steht auch in Zukunft für die Aufgabe in unserem Volk die Losung: „Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von nonzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen deinen Kräften und deinen Nächsten als dich selbst und „Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern!" Der Reichskirchenausschuß. Keine billige Populariiäishascherei soll die Zukunft unseres Volkes gefährden. Winierhilfswerk und Kraft durch Freude zeigen den ernsten Willen des Nationalsozialismus die Nöte des Volkes zu lindern. Aeichsminister Dr. Goebbels spricht in Köln. Köln, 24. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach in der Kölner Rheinlandhalle, die bis unter das Dach mit rund 15 000 Menschen angefüllt war. Dr. Goebbels, von starkem Beifall empfangen, ging davon aus, daß das deutsche Volk in den vergangenen drei Jahren seit der nationalsozialistischen Revolution eine innere und äußere Umwälzung durchgemacht hat, die seinen Charakter vollkommen verändert habe. Heute sei uns das alles bereits zur Selbstverständlichkeit geworden, und daher werde manchmal die Größe dieser Umwälzung nicht mehr richtig erkannt und gewürdigt. Es sei sehr leicht, zu kritisieren, wenn man keine Verantwortung trage. Die Männer des vergangenen Systems hätten sich stets hinter Mehrheitsbeschlüssen irgendeines Parlaments verstecken können. „Heute", so rief Dr. Goebbels unter dem Beifall der Massen aus, „heute trägt der Führer mit seinen Mitarbeitern die Ver- Engländers erobern können. Sein Sohn hat sich gut darauf vorbereitet, in den I Aufgaben, die die Staatsleitung ihm zumeist nicht j minder wie im Herzen seines Volkes das Erbe des I Vaters anzutreten. Die prunkvollen Zeremonien, : mit denen das traditionsfreudige England die i Thronbesteigung feines neuen Herrschers umgibt, dürfen nicht verschleiern, daß in einem überaus sorgfältig ausgewogenen Regierungssystem, dem Ergebnis einer langen geschichtlichen Entwicklung nicht minder wie einer klugen Rücksichtnahme auf soziale Strukturwandlungen im englischen Mutter- I lande und auf die seit dem Weltkrieg gänzlich veränderte Stellung der britischen Dominions, mit Eduard VIII. ein durch und durch moderner Mensch, ein Mann der Frontgeneration, ein genauer Kenner der weltwirtschaftlichen Verflechtungen und politischen Reibungsflächen den für ihn sehr bestimmt umriffenen Platz einnimmt. Und wenn in diesen Tagen Gebräuche wieder erweckt werden, die aus den Zeiten der Tudors stammen, und Formeln wieder aufleben, die die „glorious revoluhon“ Dor rund 250 Jahren geprägt bat, die aber inzwischen durch die lebendige Entwicklung des englischen Staatslebens jede Bedeutung verloren haben, so äußert sich in diesem unentwegten Festhalten am lieberfommenen die konservative Grundhaltung des englischen Volkes nicht nur, sondern auch der Wunsch, sich bei gegebenen Gelegenheiten der großen Stationen seiner Geschichte zu erinnern, der Marksteine in dem langen Kampf um das dem britischen Volkscharakter und den eigenartigen Bedürfnissen des Landes angemessenste Regime. Wenn in England die Anpassung des Regierungssystems an veränderte Zeitverbaltnisse sich kaum spürbar vollzieht, ist der ähnliche Vorgang in Frankreich Anlaß zu heftigen Gefuhlsaus- brüchen und erregten Auseinandersetzungen über die Grundprinzipien der Staatsoraanisation, die jedoch bei Licht besehen nur die Oberfläche peitschen und im Sande verlaufen, sobald sich ein irgendwie gangbarer Weg zur Ueberbrückung der allerdrückendsten Schwierigkeiten gefunden zu> baden scheint. Entspricht die Unstetheit im politischen Leben der ständige Wechsel der Regierungen, wie er für die Dritte Republik charakteristisch geworden ist, dem Temperament des französischen Volkscharakters, der in der Herrschaft von ein paar hundert zu Berufspolitikern gewordener Advokaten die ihm angemessene Regierungslorm gefunden bat Oder ist dieser Wirbel von einer Regierungskrise in die andere, dieses notdürftiae von der Hand in den Mund leben, das niemandem Zeit läßt, auch nur die drängendsten wirtschaftlichen und sozialen Reformpläne, von tiefgreifenden politischen Umstellungen ganz zu schweigen, durchzuführen ist dieser Zustand'ewiger Nervosität em Warmmgssmnal, daß das französische Volk in der „rdpublique des cama- rades“ nicht mehr die Verwirklichung ferner sehr ausaeprägten politischen Ideale siebt? Die Frage wird' selbst in Frankreich sehr verschieden beantwortet Der starke Individualismiis des Franzosen, der aus dem Gedanken der Gleichheit heraus fede Elite ablebnt und zur Sicherung der Herrschaft des Volkes in der parlamentarischen Republik auch nicht auf die mißtrauische Überwachung des von ibm gewählten Abgeordneten verzichtet .st neHeubt die stärkste Stütze des gegenwärtigen Regimes, Wir sehen dieses Moment, das ^ch naturgemäß bei drohenden Wahlen ungeheuer verstärkt, auch in der augenblicklichen Krisis, der d a s Kabinett Laval zum Opfer gefallen is als treibende Kraft. Die R a d i k a l f o z i a l l st e n die ^ettaus größte Grunpe im Parlament, die Partei der nroßen Malle des französischen Kleinbürgertum^ fühlen sich seit langem durch den starken Zug nach links, den die letzten Gemeinde- und R"twnalrats- wählen offenbahrt haben, bedruckt und wünschen sich daher rechtzeitig vor den Wahlen abzusetzen von der „rechten Mitte", mit der zusammen sie das Kabinett Laval gebildet haben. Lavals Innenpolitik ist von der Linken, die zwar Einsparungen bet Den Beamtengehältern so kurz vor den Wahlen als wenig populär nicht liebt, aber schärfere Maßnahmen gegen die sog. Kampfbünde der Rechten gern gesehen hätte, als kompromißhaft und lau empfum den worden. Seine Außenpolitik behagt ihnen noch weniger. Sie verargen ihm ebenso sehr das Hm- auszögern der Ratifizierung des Beistandspaktes mit Sowjetrußland wie sein vorsichtiges Lavieren zwischen England und Italien in der Sanktionsfrage. Aus gefühlsmäßiger Abneigung gegen jedes autoritäre Regime find sie Gegner des italiem- schen Faschismus, als begeisterte Verfechter einer doktrinären Völkerbundsidee wünschen sie den Genfer Apparat mit allen Konsequenzen gegen den „Angreifer" Italien spielen zu lassen. Laval war ihnen nicht hemdsärmelig genug. Sie müssen bei 2 3 p 5 feSf London -Pans-Gens. Mit König Georg V. hat England einen Herrscher verloren, dessen Klugheit und Erfahrung bei aller persönlichen Zurückhaltung, die die Verfassung ihm auferlegte und die auch seinem bescheidenen Wesen entsprach, nicht unerheblich dazu beigetragen haben, daß das Britische Weltreich die schweren politischen und sozialen Erschütterungen der letzten beiden Jahrzehnte leidlicher überstanden hat, als die anderen großen Völker. Die große Biegsamkeit des englischen Staatsgrundgesetzes, die jede Fesselung in starre Verfassungsparagraphen vermeidet und jeder Persönlichkeit das Betätigungsfeld einräumt, das ihren Anlagen entspricht, hat in den Stürmen der Nachkriegszeit ihre großen Vorzüge bewiesen. Gerade die Krone, von deren verfassungsrechtlicher 'Macht die Parlamentsherrschaft nicht viel übrig gelassen hat, hat während der Regierungszeit Georgs V. als einziges Bindeglied der „British Commonwealth of nations" eine neue, für den Zusammenhalt des Reiches ungemein wichtige Rolle übernommen. Und wie zwischen den einzelnen Reichsteilen, so ist der König auch in der inneren Politik Englands ein wesentlicher Faktor des Ausgleichs der Kräfte gewesen, der weder davor zurückgescheut ist, der Arbeiterpartei eine Chance zu geben, als die Wahlen sie neben die beiden traditionellen Parteien emporgetragen hatte, noch gezögert hat, das übliche parlamentarische Spiel zu durchbrechen, als besondere Umstände ihm die Zusammen- sassung aller Kräfte in einer Nationalregierung geboten schienen. So hat Georg V. vollauf die Aufgaben erfüllt, vor die seine Zeit ihn stellte. Und mehr noch, er ist der erste Gentleman seines Landes gewesen, wie Baldwin von ihm rühmte, und hat sich, wie der Führer der Arbeiteropposition im Unterhaus von ihm bezeugte, eine feste Stellung der Liebe und Hochachtung im Herzen eines jeden Das ist auch schon in der Völkerbunds- ratssitzung in Genf zum Ausdruck gekommen, auf der über die W e i t e r f ü h r u n g derSank- tionen gegen Italien Beschluß gefaßt wer- den sollte. Man ist aber keinen Schritt vorangekommen, nicht allein, weil Laval wieder nach Haus- mußte, nein, auch die Engländer hatten keine Eile, die viel besprochene Oelsperre gegen Italien m Kraft zu setzen, obwohl dies der logische Schritt nach der scharfen Ablehnung des Pariser Friedensplanes durch die englische Oeffentlichkeit gewesen wäre. Aber England zieht eine sorgfältige Prüfung aller Möglichkeiten und etwaigen Folgen einer Oelsperre vor. Eden hat dem Rat Bericht erstattet über das Ergebnis der Fühlungnahme mit Frankreich und den ändern Mittelmeeranliegern wegen gegenseitiger „.2 c - -•■Sy P 2 2^* »"" Z. ; 3 n d > p d3£ 3 D 2 034 5 3 E-,^3 Nr. 2l Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, 25. Januar 1956 iTIA6*A4*A**M***A*AA*t Heimat im Bild Die Scholle ■ B MM Mä MM B B MM B MB I I MM B M B MM B für Anzeigen von 22 mm Monats-Sezugspreir: ■ ■ B 8L< B B B B B B 111 wT B Breite 7 Rpf.. für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 BV W B B B B B JB B B B B B anzeigen von70mm Breite Ohne Illustrierte , 1.80 ■ W B B B W MM' 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr . ■ B B B B vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Kr V N? wu infolge höherer Gewalt w < < ** ^teUen-, Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für Oberhessen rieten Anzeiger Giehen behördliche Anzeigen 6Rpf. 8rannurt?mdma*n 11686 Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R. tauge in Stehen. Schristleitung «nd Geschäftsstelle: Schuistrahe 1 M-Ngenalffchiüff- Staffel b 3)uieiet|tung, saus ytaiten die Verschärfung der Sanktionen mit einem Angriff auf eine der Sanktionsmächte beantworten sollte. Wir Deutsche haben bei dieser Gelegenheit zur Kenntnis genommen, daß nach den bestimmten Erklärungen Edens die französisch-britischen Generalstabsbesprechungen sich nur ouf den konkreten Fall eines Zusammenstoßes im Mittelmeer bezogen haben und von der Nordostgrenze Frankreichs nicht die Rede gewesen ist. Da es den Sanktionsmächten offensichtlich daran liegt, Zeit zu gewinnen, um vor einem neuen Schritt gegen Italien das Für und Wider reiflich zu prüfen und womöglich vorher noch einmal mit Mussolini in neue Verhandlungen zu kommen, mangelte es in Genf sehr bald an Beratungsstoff. Nur daraus ist es erklärlich, daß eine von weltpolitischem Gesichtspunkt aus so zweitrangige Angelegenheit wie der Bericht des Danziger Völkerbundskommissars zu einer Haupt- und Staatsaktion aufgebauscht wurde, um dem Dölker- bundsrat Gelegenheit zu geben, in der Gloriole des Schiedsrichters und Friedensstifters aufzutreten, einer Rolle, in der er früher bei erheblich ernsthafteren Dingen wie dem japanisch-chinesischen Konflikt um Mandschukuo, dem Gran-Chaco-Streit u. a. völlig versagt hat. Wenn sich der Völkerbundsrat nun auf Betreiben des Herrn Lester mit erstaunlicher Energie in die innerpolitischen Angelegenheiten der Freien Stadt hineinkniet, so vergißt man in Genf völlig, daß seinerzeit die Verfassung Danzigs nicht unter den Schutz des Völkerbundes gestellt wurde, damit dieser die natürliche Entwicklung im politischen Leben der Freien Stadt Danzig hemme und hier einen Pflanzgarten parteipolitischer Kuriositäten hege und pflege, der wie im Reich so auch hier in Danzig aus Mangel an natürlicher Nahrung längst verdorrt wäre, wenn ihm nicht von Genf her immer wieder belebende Spritzen verabfolgt wären. Nein, das Danziger Statut hatte einen ganz anderen Zweck, es sollte die schwierigen Beziehungen zwischen der Freien-Stadt und der Republik Polen normalisieren Helsen und verhindern, daß der eine oder der andere der beiden aufeinander angewiesenen Staaten in dem gegenseitigen Verhältnis zu Schaden komme. Der Völkerbund hat wie so oft auch vor dieser Aufgabe kapituliert, und es mußten die beiden Betroffenen erst in freimütiger Aussprache zueinander finden, bevor ein erträgliches Verhältnis zwischen beiden hergestellt werden konnte. Der polnische Außenminister Beck hat erst in diesen Tagen wieder in Genf seiner Befriedigung Ausdruck gegeben über die Regelung der Beziehungen Danzigs zu Polen. Es bestände also für den Völkerbundsrat keinerlei Anlaß, sich mit Danzig zu beschäftigen, wenn er ihm nicht hochwillkommen wäre, um von den Peinlichkeiten des Sanktionskonflikts mit Italien abzulenken. Der Völkerbund sollte aus der aufgelegten Pleite seines Delegierten Knox im Saargebiet gelernt haben, daß es immer ein schlechtes Ende nehmen muß, wenn sich das Ausland zum Protektor einer innerpolitischen Opposition aufwirft, die von der Volksmeinunq abgelehnt wird, weil sie über ihrem persönlichen Geltungsbedürfnis das gemeinsame nationale Ziel vergißt. Wenn noch etwas die gänzlich schiefe Stellung des Völkerbundsrats in dieser Frage ins rechte Licht zu setzen vermöchte, so ist es die aufdringliche Rolle, die d«r sowjetrussische Außenkommissar Litwinow sich angemoßt hat Der Vertreter eines Regimes, das seine Bevölkerung nur mit den Mitteln blutigsten Terrors in Schach zu halten vermag, nachdem es seine politischen Gegner und alle, die es dafür gehalten hat, unter den furchtbarsten Qualen aus- «"^ottet hat, hat jedes Recht verwirkt, für politische Minderheiten in einem fremden Lande das Wort zu ergreifen. In dem Munde eines Mannes, von dessen Regierung die selbstverständlichsten Gebote für Beziehungen der Völker untereinander täglich mißachtet werden, wirken Reden wie Hohn, die von der Notwendigkeit der Innehaltung internationaler Verpflichtungen svrechen. Schon am folgenden Tage hat sich derselbe Litwinow von dem Vertreter Uruguays vor dem gleichen Forum in Genf sagen lassen müssen, daß die von Moskau in enger Zusammenarbeit von Sowjetregierung und Komintern in alle Welt gesandte kommunistische Propaganda die solidarische Abwehr aller auf Arbeit, Ordnung und Friede gerichteten Nationen notwendig mache. Der Delegierte des Bolschewismus wird mit seinen falschen Friedensschalmeien nicht mehr lange den Ruf der Völker nach Sicherheit vor dem zersetzenden Gift der kommunistischen Propaganda übertönen können. Das politische Soldatentum des neuen Deutschland Berlin, 24. Ian. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, eröffnete die Reihe seiner Empfangsabende der auswärtigen Diplomatie und Presse im neuen Jahr mit einem Vortrag des Chefs des Stabes der SA. der NSDAP. Victor Lutze. Der Stabschef erwähnte eingangs, daß er in erster Linie immer als Nationalsozialist, nicht als SA.-Mann spreche, da die SA. nicht selbständig neben der nationalsozialistischen Bewegung, sonder nur in ihr stehen könne. Die Aufgaben der SA., die innerpolitischer Art sind, seien die Aufgaben der Partei und umgekehrt. Nach wie vor unterscheiden wir grundsätzlich ganz scharf zwischen dem Soldaten als Jdeenträger der nationalsozialistischen Weltanschauung, der Weltanschauung des deutschen Volkes und dem Soldaten als Waffenträger der Nations Der Soldat als Militär ist eine st a a t l i ch e Notwendigkeit. Der Soldat als Kämp- jedoch stellt — wie die Geschichte unseres Volkes aufzeigt und der Führer erstmals in voller Größe erkannt hat — eine völkische Unerläßlichkeit dar. Der Stabschef wies anhand geschichtlicher Beispiele nach, daß die bewaffnete Macht schlechthin innenpolitisch, also völkisch gesehen, nur ein bedingt stabiler Faktor sei. Das beste soldatische Wollen bleibt ohne ideenmäßige Grundlage eine Technik ohne Geist. Die Staaten der Vergangenheit gingen ursächlich nicht am Mangel eines machtpolitischen Faktors, sondern am Fehlen einer weltanschaulichen Basis und des dazu gehörenden weltanschaulichen Instrumentes zugrunde. Partei und Wehrmacht sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Ihre Operationsflächen sind verschieden gelagert. Ihr Ziel allerdings ist dasselbe: Deutschland! Der politische Soldat des neuen Deutschland wird dafür sorgen, daß — sollte Deutschland einmal ange- griffen werden — die Heimat nicht mehr als leicht infizierbarer Körper zurückbleibt, sondern als das starke Rückgrat der Front, das gegen alle politischen Seuchen immun ist. Denn darüber kann es keine geteilte Meinung geben: Hätte das Deutschland der Vorkriegszeit schon über ein politisches Soldatentum verfügt, wäre der Krieg an der Front und nicht in der Heimat entschieden worden! Das Kabinett Sarraut eine Konzentration der „linken Ritte" Flandin und Paul-Boncour Bürgen für die traditionelle Außenpolitik Frankreichs. Paris, 24. Ian. (DNB.) Senator Sarraut hat sich um 14 Uhr ins Elysee begeben, um dem Präsidenten der Republik die endgültige A n - nähme des ihm erteilten Auftrages zur Bildung einer neuen Regierung zu übermitteln. Sarraut hat beim Verlassen des Elysee nachstehende endgültige Kabinettsliste bekanntgegeben: Albert Sarraut. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ministerpräsident und Innenminister: Sarraut, Senator, Rad.-Soz.; Staatsminister: Paul-Boncour, Senator; Justizminister: D e l b o s, Abg., Vorsitzender der Rad.-Soz. Fraktion; Außenminister: F l a n d i n, Abg., Links-Rep.; Finanzminister: R 6 g n i e r, Senator, Rad.-Soz.; Kriegsminister: General Maurin; Kriegsmarine: Pi stry, Abg., Rep. Zentr.; Luftfahrtrninister: D 6 a t, Abg., Soz. Vereinig.; Unterrichtsminister: Guernut, Aba., Rad.-Soz.; Handelsminister: Bonnet, Abg., Rad.-Soz.; Minister für öffentliche Arbeiten: Chautemps, Senator, Rad.-Soz.; Landwirtschaftsminister: T h e l l i e r, Abgeordneter, Linksrep.; Postminister: Mandel, Abg., parteilos; Kolonialminister: Stern, Abg., Rad. Linke; Arbeitsminister: Frossard, Abg., ehem. Soz., jetzt parteilos; Gesundheitswesen: Ni colle, Abg., Gruppe Pernot; Handelsmarine: de Chappedelaine, Abg., Rad. Linke; Pensionsminister: Besse, Abg., Unabh. Linke. Staatsminister Paul-Boncour ist mit der Wahrnehmung der Völkerbundsgeschäfte betraut worden. Die neue Regierung wird am Donnerstag sich der Kammer und dem Senat vor- stellen. Den Stamm des neuen Kabinetts bilden neun Radikalsozialisten. Die links von ihnen stehende sozialistische Vereinigung, eine von Paul-Boncour geführte Zusammenfassung der sogenannten Neusozialisten, der französischen und der republikanischen Sozialisten, hat drei Vertreter gestellt. Die rechts von den Radikalsozialisten befindlichen Unabhängigen der Linken haben einen Abgeordneten entsandt. Die von Flandin geleitete DemokratischeVer- e i n i g u n g , die die Mittelparteien der Radikalen Linken, der Linksrepublikaner und eine Anzahl der Abgeordneten des Republikanischen Zentrums umfaßt, ist mit sechs Sitzen im Kabinett bedacht worden. Am weitesten rechts steht der der Gruppe Pernot angehörende Minister für Gesundheitswesen. Die beiden parteilosen Minister Mandel und Frossard kommen von der Mitte bzw. den Sozialisten her. Der Kriegsminister General Maurin hat in dieser Eigenschaft schon dem ersten Kabinett Sarraut angehört und ist Nichtparlamentarier. Im Vergleich zu dem Kabinett Laval ist die neue Regierung nach links ausgerichtet worden. Man kann sie als linke Konzentrations- regierung bezeichnen. Zur Beurteilung der außenpolitischen Einstellung F l a n d i n s ist daran zu erinnern, daß er als Ministerpräsident an den Beschlüssen von S t r e s a und an der sogenannten Londoner Erklärung vom Februar 1935 beteiligt war. Flandin, der stets für ein Zusammengehen mit England eintrat, ist im übrigen ein Vertreter des Wirtschaftsliberalismus. Einzige Aufgabe des neuen Kabinetts ist Me Vorbereitung der Wahlen. Paris, 25. Ian. (DNB. Funkspruch.) Die Aufnahme, die das Kabinett Sarraut in der Pariser Presse findet, ist ganz anders geartet, als der Widerhall, den im vorigen Sommer das Kabinett Laval fand. Damals Erleichterung auf der ganzen Linie, weil die Gefahr für die Währung abgewendet erschien, heute nüchterne Zufriedenheit bei den Regierungsparteien, heftige Gegnerschaft bei der Rechten, Abwarten bei der Linken. Als einzige Aufgabe der neuen Regierung erblickt man die Vorbereitung der Wahlen. Es werden keine Zweifel an einer Mehrheit für Sarraut laut, weil die tätige oder neutrale Unterstützung der Sozialisten erwartet wird, lieber die außenpolitische Linie der neuen Regierung gehen die Meinungen auseinander. Die Rechte ist besorgt, weil sie in Flandin einen italienfeindlichen Minister sieht, die Linke erwartet von Flandin und Paul Boncour eine völkerbundstreue Politik. „Le Jour" erklärt, das neue Ministerium fei ein Skandal und verweist besonders auf die freimaurerischen Einflüsse im neuen Kabinett. Dem „Figaro" erscheint es bemerkenswert, daß sich eine unerwartete Gruppierung zusammengefunden habe, eine Gruppierung der linken Mitte. Sie solle ja nur bis zu den Wahlen durchhalten. Das „Journal" zweifelt nicht daran, daß die Regierung eine Mehrheit bekommen werde. Die äußerste Linke scheine entschlossen zu fein, alles zu schlucken. Der halbamtliche „Petit Parisien" verweist auf die Wertschätzung, deren sich Flandin in den Frankreich befreundeten Landern erfreut, b e - sondersinEngland. Auch die Ernennung Paul Boncours zum Staats- und Völkerbundsminister erscheint dem Blatt zweckmäßig, weil Paul Boncour ein Völkerbunds- f p e 3 i a H ff fei. Das „Petit Journal" meint, auf den ersten Blick scheine die Regierung harmonisch zusammengesetzt zu fein, aber das fei ein mehr äußerlicher Eindruck. Die Regierung laufe Gefahr, viel Unzufriedenheit zu erregen. Selbst in den ausgesprochenen Parteiblättern der Regierung findet das Kabinett zwar eine zustimmende Aufnahme, die jedoch von keiner großen Begeisterung getragen ist. Die radikalfozialiftifche „Ere Uouvelle" verweist ebenso wie der „Watin" vor allem darauf, daß in Flandin und Paul Boncour der ernste Entschluß zum Ausdruck komme, die traditionelle Außenpolitik Frankreichs weiter zu verfolgen. Diese beruhe auf der Treue gegenüber allen Verbündeten und Freunden, auf der Achtung vor dem Völkerbundspakt und auf der engen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England. Das radikalfozialistische „Oeuvre glaubt, daß die Sozialisten entschlossen seien, nun das Kabinett Sarraut zu unterstützen. Für diesen Fall würde die neue Regierung bei der ersten Abstimmung eine stattliche Mehrheit erhalten. Der Sozialistenführer Leon Blum verhält sich im „Popu- laire"abwortend, aber nicht ablehnend. Er sucht in der Regierung vor allem ein radikalsozia- listisches Kabinett. Die kommunistische „Hu- manite" verbirgt ihre Stellungnahme hinter einem Phrasenschwall. Sie erklärt nur, Mitstreiter der Volksfront bleiben zu wollen. London erwartet enge Zusammenarbeit. London, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" erwartet", daß die Regierung Sarraut außenpolitisch mit der britischen Regie- rung eng Zusammenarbeiten werde. Sarraut selbst sei ein treuer Anhänger des Völkerbundes. Sein Außenminister, Flandin, fei stets für eine herzliche Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich eingetreten. Die konservative „Morning Post" sagt, obwohl Flandin ein Freund Englands sei, so sei er doch ein zu guter Franzose, um sich von seiner Hauptsorge, der Sicherheit Frankreichs, ablenken zu lassen. Aus mehreren seiner Reden gehe hervor, daß er e b en f o wenig w i e Laval mit Italien Streit wünsche, und daß er daher gegen jede radikale Sühnepolitik sei. Das neue Kabinett werde infolgedessen auch keinen Aufsehen erregenden Frontwechsel zum Völkerbund vornehmen. Sicherlich werde es im Völkerbund von der kollektiven Sicherheit sprechen, aber es werde nicht auf die wertvollen militärischen Abmachungen mit Italien verzichten. Flandin könne ebenso wenig wie Laval die Augen von Deutschland abwenden. Dasselbe ergebe sich aus der Ernennung des Generals Maurin zum Kriegsminister und aus der Beibehaltung P i 61 r i s als Marineminister. Beide Männer böten die Gewähr, daß sie sich um die Verteidigung Frankreichs kümmern werden. Edens Bericht über Danzig. Einstimmige Annahme im Völkerbundsrat. — Auch Danzig stimmt zu. Genf, 24. Jan. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat den von dem englischen Außenminister vorgelegten Bericht über d i e Danziger Frage einstimmig angenommen. Die darin enthaltenen Entschließungen haben folgenden Wortlaut: „Der Rat fordert den Senat der Freien Stadt Danzig auf, im allgemeinen alle notroenbi» gen Maßnahmen zu treffen, um in einer dem Geiste der Verfassung angemessenen Weise zu regieren. Er stellt mit Befriedigung fest, daß der Senat jetzt die notwendigen Maßnahmen trifft, um die Verordnung vom 10. Oktober 1933 über den Ehrenschutz der nationalen Verbände aufzuheben und durch Zahlungen im Gnadenwege den Schaden wiedergutzumachen, der nach Auffassung des Rates den Beschwerdeführern Luck und Schmode sowie anderen, die sich in ähnlicher Lage befinden, entstanden ist. Der Rat nimmt das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes vom 4. Dezember 1935 Aur Kenntnis, demzufolge die beiden Verordnungen vom 29. August 1935, die das Danziger Strafgesetzbuch und die Danziger Strafprozeßordnuna äbän- bern, mit ber Verfassung ber Freien Stabt u n - vereinbar sinb. Der Rat stellt mit Befriedigung fest, baß ber Senat Maßnahmen trifft, um bem Gutachten burch bie notroenbige Abänberung ber beiben Verordnungen Folge zu leisten. Der Rat kann es in vollem Vertrauen bem Völkerbunbskommissar überlassen, bie Danziger Re- "ieruna in ber Durchführung ber oben erwähnten Maßnahmen zu beraten und zu unterstützen. Bei Erfüllung biefer Aufgabe wird ber Kommissar sicherlich auf bie Unterstützung unb ben Einfluß aller im Rat vertretenen Mächte rechnen können. In biefer Hinsicht kann ber Rat insbefonbere auf bie Hilfe Polens rechnen, bas befonbere Interessen in der Freien Stadt hat. Eden erklärte dazu: Der Danziger Senatspräsident er» greife jetzt Schritte, um die Empfehlung des Rates voll durchzuführen. Außerdem komme er bem Wunsch bes Rates hinsichtlich ber beiben Strafrechtsverorbnungen zuvor. Schließlich habe ber Senatspräsibent bie Versicherung abgegeben, daß gesetzgeberische Maßnahmen zur Verbesserung ber Lage ber Presse in ber Freien Stabt einleiten werbe. Eben erkannte ben Geist ber Zusammenarbeit an, den er beim Senatspräsidenten gesunden habe, und er sprach Die Hoffnung aus, daß der heutige Tag den An- fang einer neuen Aera in den Beziehungen zwischen Danzig unb bem Dölkerbunb bebeuten roerbe, einer Aera, in ber der Senat, indem er tue Freie Stadt im Einklang mit dem Geist der Verfassung regiere, dem Rat bei ber Ausübung seiner Garantie volle unb loyale Mitarbeit leiste. Der Danziger Senatspräsidenl Greiser erklärte: Der Herr Berichterstatter ist mit sehr viel Mühe unb Sorgfalt tätig gewesen. Ich Darf meine Genugtuung hierüber aussprechen. Die Haltung Polens hat unverkennbar zu einer Beseitigung ber zugespitzten Atmosphäre beigetragen. Ich habe am Mittwoch betont, baß bie Regierung ber freien Stadt Danzig immer dort zu finden sein wird, wo es gilt, der Aufrechterhaltung des Friedens und des Rechtszustandes in der Welt zu dienen. Ich habe die begründete Hoffnung, daß diese offene unb loyale Haltung ber Freien Stabt bei ben Mitgliedern des Rates wohlverstanden worden ist, unb es ist beshalb für mich Ehrenpflicht, zu betonen, baß es f chw e r ist, bas Ergebnis ber großen Arbeit bes Herrn Berichterstatters, welches bem Rat heute zur Beschlußfassung vor- lieat, in Einklang zu bringen mit bem von Danzig zum Ausdruck gebrachten Willen einer Verständigung, die den Danziger Gesichtspunk- t e n voll Rechnung trägt. Die in dem Bericht des Herrn Berichterstatters vorgeschlagenen Maßnahmen werden deshalb von Danzig, wenn auch schweren Herzens, so doch um dieser großen Sache willen, die ich angeführt habe, entgegengenommen werden. Englische Kritik anLesier nndEden London, 24. Jan. (DNB.) Die Genfer Einigung über die Danziger Streitfrage wird von der Abendpresse ausführlich wiedergegeben. DasRother- mere-Blatt „Evening News" benutzt die Angelegenheit, um erneut vor einer Einmischung Englands in die Angelegenheiten Danzigs zu warnen. Es gebe kein Land in der ganzen Welt, wo sich nicht eine unzufriedene politische Minderheit befinde. Warum, so fragt das Blatt, müsse aus» gerechnet England das Land sei, das die scharfe Sprache führe, das neue Verpflichtungen übernehme und neue Gelegenheiten zu Streitigkeiten schaffe? — Das Beaverbrook-Blatt Eve- nmg Standard" wirft dem Oberkommissar Lester Unbeständigkeit vor, denn im Jahre 1922 habe Lester an der Seite de Valeras in Irland für die Herrschaft der Mehrheit unb gegen die Herrschaft der Minderheit gekämpft Heute schütze der Ire Lester als Beamter des Völkerbundes eine Verfassung, die im Interesse einer Minderheit entworfen worden sei und er bestreite den Vertretern der Mehrheit die die Herrscher der Freien Stadt seien, die Maßnahmen, die sie zu treffen wünschten. In Genf fei jetzt zwar eine Einigung zwischen Danzig und dem Völkerbund erzielt worden, aber bie Uneinigkeit bliebe bestehen. Englands Vertreter in Genf habe sie durch feine Haltung nicht beseitigt. Vielmehr habe er die deutsche Erbitterung vermehrt. Moskau in Genf abgewiefen. DerBölkerbundsrat weist die sowjetrussische Beschwerde gegen Uruguay zurück. Genf, 24. Jan. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat die Beschwerde ber Sowjetunion gegen Uruguay einstimmig durch eine Entschließung erledigt, die darauf hinausläuft, daß der Völkerbundsrat dem sowjetrussischen Antrag auf Eröffnung eines Verführens gemäß Art. 11 Abf. 2 nicht ft a 11 g i b t. Der Rat spricht lediglich die Hoffnung aus, daß die Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen zwischen Uruguay und der Sowjetunion nur zeitweilig sei unb baß bie beiben Länber eine geeignete Gelegenheit ergreifen werben, um bie Beziehungen roieber aufzunehmen. Er forbert außerdem bie beiben Parteien auf, s i ch jeher H a n b- lung zu enthalten, bie ben Interessen bes Friebens unb ber künftigen Wieberauf- n?hme ihrer diplomatischen Beziehungen schaden konnte. Erdöl-Ausschuß der Sanktwns- konserenz einberufen. © e n f 24. Jan. (DNB.) Der Präsident der Sank- tionskonferenz hat den Sachverständigenausschuß für die Prüfung der Voraussetzung einer wirk- acmJLn Durchführung ber Erbölsperre auf Montag, 3. Februar, einberufen. Einige Tage vorher treten bie Sachverstänbigen bes Achtzehner- ausschusses zusammen, um bie Durchführung ber Sühnemaßnahmen auf Grunb ber Berichte ber ein» feinen Regierungen nachzuprüfen. Die italienische Regierung hat an bie Regierungen ber 51 an ben Sanktionen teilnehmenben Staaten mit Bezug auf bie englische Denkschrift über ben Meinungsaustausch in ber Frage ber gegenseitigen Hilfelei - ft u n g eine Verbalnote gerichtet, in ber eine Rechtsverwahrung gegen bie Auslegung unb Anwenbung von Abs.3 bes Art.16 erhoben wirb. Es wirb bagegen protestiert, baß bie britische Senf» fchrift biefe Bestimmung als Grunblage für Vereinbarungen militärischen Charakters mit anberen Regierungen in Anspruch nehme. Die Voraussetzungen bafür seien völlig willkürlich unb unhaltbar, zumal bie italienische Regierung ausdrücklich erklärt habe, ihr Möglichstes tun zu wollen damit ber Kolonialkonflikt nicht ben Charakter eines europäischen Konflikts annehme. Rom meldet vollen Erfolg in Tembien. • Rom, 24. Jan. (DNB.) Der italienische Heeres, bericht meldet den vollen Erfolg des italienischen VI *e neue D°rben. l°ns» tn9 der 1 daran Qn beu jannten 5 betet« Bitten« 9en ein ifit Diefe Bering der )en datz die Kabinett ärde die 3 eine Sozia» ..Popu« .sucht in lojia. )e „hu. r einem ter der (beit ) „Daily Sarraut Regie» werde. des Völ- in, fei Zwischen - konser- ibin ein ju guter ■ge, ber ‘f zu las-; vor, daß talien gegen ' (ei. Das leinen wechsel werde es Sicherheit wertvollen it 31a» oenig wie ibwenden. ies Gene» aus bet >r. Beide die Der. as (ei jetzt und dem neinig- -rtrefer in beseitigt, vermehrt. liefen. russische rück. »rbunbsrat egen Uru* g erledigt, idsrat dem eines Der. attgibt. is, daß die ingen z«'' ur zelt' r eine ge* n die Be- »reffen Ziederaus' schaden Ms- l. embien- [ der Sank' ,enausfchuß er rovtl* /sperre ni e Tage lchtzehner' jrung der ' der em- talienische 1 an den Zezug E Austausch llfetel' der eine juslegunS .den wird- lche Denk De harat' *ss K-r M ESf'fe', M-Mr UM iÜ i HW GREILING A-G DRESDEN So sagen die vielen begeisterten JUWEL- Raucher, die zuerst sehr kritisch prüften, ob eine Umstellung auf JUWEL auch tatsächlich lohne. Es muß schon etwas dran sein, was JUWEL so begehrenswert macht Miprn stück und mit Goldmundstück A " mit großen echten Fotos: \ »WUNDER DES SEGELFLUGES«) ichulfreund zu besuchen, verklagte in Widersprüche. Der 10 Lahre NSOG1B. in Hessen-Nassau Seefeld versucht hartnäckig zu leugnen Oie Vernehmung des Angeklagten im Schweriner Knabenmordprozetz. im Gei st e des Führers tun. In den Grund- stein,, der hier aufgemauert ist, werden wir in einer eisernen Kassette Erde von üangemarck versenken, die unsere Kameraden aus Westfalen in den vergangenen Wochen von den Gräbern der gefallenen Studenten geholt haben. Damit legen wir zugleich ein Bekenntnis ab zu unserer heroischen Sendung und ein Gelöbnis zu den tapferen Kameraden, die uns vorangegangen sind und in fremder Erde ruhen als Forderung und Verpflichtung für die ganze heute lebende deutsche Generation. Der Reichsjugendführer würdigte dann die Gestalt des Hitlerjungen Norkus, der heute vor vier Jahren in Berlin unter Mörderhand starb. Eine Jugend, die man oft als ehrfurchtslos geschmäht habe, begehe die Feier in ehrfürchtigem Gedenken an die großen heroischen Leistungen der Vergangenheit, in demütiger Erinnerung an den kleinen und tapferen Kameraden, der für die Idee der Gemeinschaft dieser Jugend sein Leben gegeben habe. Alle, die an dieser Reichsakademie für deutsche Jugendführung lernten und wirkten, mögen sich immer dessen erinnern, daß der Geist der Führung dieses Instituts auch der Geist von Her- bert Norkus sein müsse, denn ohne ihn und ohne sein Opfer wäre diese ganze nationalsozialistische Jugend gar nicht denkbar. Der Reichsjugendführer tat dann die drei Hammerschläge mit den Worten: „Durch Sozialismus zur Nation." Das Lied der Jugettd „Vorwärts, vorwärts, schmettern die hellen Fanfaren" beendete die erhebende Feier. fäMei vracyte, yar lyre neuen vreiiungen vs- zogen. Zur Verstärkung dieser Armee entsandte die abessinische oberste Heeresleitung den Ras Makonnen mit etwa 75000 Mann. Makonnen gilt als ausgezeichneter Soldat, der auch mit der europäischen Kriegstechnik be- stens vertraut ift. Er war früher auf der Militärakademie in St. Petersburg und später auch einige Jahre abessinischer Gesandter in Paris. In abessinischen Kreisen glaubt man nicht, daß General Graziani erneut den Versuch machen wird, von Gorrahai und Ual- Ual aus auf Dschidschiga oder Harrar vorzustohen. Man neigt vielmehr $ur Annahme, die italienische Heeresleitung habe dies nur bekanntgegeben, um die abessinischen Truppen zu täuschen. Man erwartet, daß, wenn die Italiener wiederum angreifen, dieser Angriff an der Dolo-Front erfolgen werde. Im Seefeldprozeß wandte sich am Freitag die Vernehmung des Angeklagten dem Hauptpunkt der Anklage zu, den Knabenmorden. Seefeld b e st r e i t e t diese Morde nach wie vor. Er geht um alle für ihn heiklen Punkte herum und hat auch gegen die stärksten Verdachtsmomente keine andere Erwiderung als die immer wiederkehrende ausweichende Antwort: „Das kommt für mich nicht in Frag e". Bei Beginn der Verhandlung wurden dem Angeklagten viele Taschentücher aus seinem Rucksack gezeigt, darunter eine ganze Reihe Kindertaschentücher. Seefeld sagt mit seiner altgewohnten Verteidigungstaktik, er wisse nicht, wann und wo er zu den Ta- chentüchern kam. Im Wittenberger Fall, wo am 22. März 1935 Reichsakademie für deutsche Lugendführung in Braunschweig. Feierliche Grundsteinlegung durch den Reichsjugendführer Baldur v. Schirach. der Schüler Günther Thomas ermordet worden war, gab Seefeld zu, in Wittenberge gewesen zu sein, bemühte sich aber, die Daten zu vertuschen, so daß er weder am Tage vor dem Mord noch nach dem Morde in Wittenberge gewesen sein will. Seine ganze Verteidigung läuft darauf hinaus, die Zeugen, die ihn gesehen haben, Lügen zu strafen. Aehnlich versuchte Seefeld im Fall Heinz Zimmermann, der am 23. Februar 1935 in Schwerin verschwunden und erst am 31. Mai in einer Schonung in Buchholz als Leiche gefunden worden ist, die Aussagen der Zeugen in Zweifel zu ziehen und den Zeitpunkt seiner Anwesenheit in Schwerin zu verdunkeln. Auch bei der Erörterung des Falles des lljäh- rigen Hans Joachim Neumann aus Wismar, der am 16. Februar 1935 mit einem Fischauto nach Schwerin gekommen war, um hier seine Verwandten und einen Sc' wickelte sich der Angeklagte in Widersprüche. Der Vorsitzende weist darauf hin, wie viele Zeugen den Seefeld an verschiedenen Punkten der Stadt an dem fraglichen Vormittag in Schwerin gesehen haben. Seefeld behauptet wiederum, die Zeugen müßten sich geirrt haben. Er ist offenbar bestrebt, die Zusammenhänge der beiden Schweriner Mordfälle von m Temvten-Ge jeden nationalsozialistischen Studenten zur höchsten Entfaltung seiner Kräfte. Wir kennen das Ziel, das dem Studentenbund gesetzt ist, und» an dessen Verwirklichung er unentwegt arbeitet: Die Gewinnung der Hoch- und Fachschulen für den Nationalsozialismus. Wissenschaftliche Leistungsfähigkeit, reines politisches Wollen und starker, ehrlicher Charakter sind die Eigenschaften, die den nationalsozialistischen Studenten auszeichnen müssen. Wer den Willen und die Kraft hat, neben der Vorbereitung auf seinen Beruf auch noch aktiv am Aufbau des Reiches mitzuarbeiten, der wird nicht abseits stehen und kritisieren, sondern bereit sein, in den nationalsozialistischen Kameradschaften an sich zu arbeiten und seinen Teil dazu beitragen, daß der unglückliche Typ des Akademikers alter Prägung verschwindet. Die Studentenschaft umfaßt alle an deutschen Hoch- und Fachschulen Studierenden. Der Studentenbund umfaßt die aktiven Kämpfer der Bewegung unter den Studierenden. Die Kampfjahre sind nicht Gegenstand einer selbstzufriedenen Erinnerung sondern eine Verpflichtung für die Zukunft. Jeder deutsche Student prüfe sich, ob er zu denen gehört, die diese Verpflichtung erfüllen können, und die aktiv den Kampf für Reich und Führer fortsetzen. Ministerpräsident Göring besucht Berliner Schulen. Berlin, 24. Jan. (DNB.) Eine freudige Ueber- raschung erlebten am Freitagvormittag die Kinder einiger Schulen im Berliner Norden und Osten, als unerwartet Ministerpräsident Göring bei ihnen auftauchte. In der Königstädtischen Oberrealschule hatte die Quinta gerade Deutschunterricht, als der Ministerpräsident das Klassenzimmer betrat. Die Jungen mußten ihre Hefte und Bücher zeigen und ab und zu griff der Ministerpräsident persönlich in den Unterricht ein. Es war eine Freude, wie munter und frisch die Schüler an die Arbeit gingen mit dem Bestreben, ihr bestes Können zu zeigen. Der nächste Besuch führte in die Lessing-Aufbauschule, in der gerade in der ersten Klasse vor 15- und 16jährigen Jungen und Mädel Geographieunterricht mit dem Thema: „Die geographische Lage der deutschen Landschaften" gegeben wurde. Der Ministerpräsident benützte hier Braunschweig, 24. Jan. (DNB.) Am Freitag wurde in Braunschweig durch den Reichs- jugendführer feierlich der Grundstein zur ersten Reichsakademie für deutsche Jugendführung gelegt. Der Reichsjugendführer gab einen Ueberblick über den bisherigen Ausbildungsgang der Führer der nationalsozialistischen Jugendverbände, der bedingt gewesen sei durch die Kampfzeit und die Schwierigkeiten der organisatorischen Arbeit in den vergangenen zwei Jahren, und fuhr fort: Hier entsteht ein Institut, das erste seiner Art, das den Begriff des Jugendführers als Beruf und Berufung in der Zukunft trägt. Nicht mehr wird der Jugendführer in den kommenden Jahren und Jahrzehnten eine zufällige Erscheinung sein, ein Volksgenosse, der seine verantwortliche Tätigkeit gleichsam als Nebenberuf ausübt, sondern hier schaffen wir uns die Stätte, in der ein neuer Erzieher st and ausgebildet wird. Gleichzeitig verankern wir damit im Leben des Staates den ?rohen revolutionären Gedanken der Selbst- ü h r u n g d e r I u g e n d, den wir als die uns alle verbindende Idee in unserer Jugendarbeit empfinden. So wird auch der Lehrkörper dieser Reichsakademie nach anderen Gesichtspunkten aus- gcwählt werden als der Lehrkörper anderer deutscher Hochschulen. Hier wird vor allem die große Charakterschule entstehen für die kommende Jugendführung. Diese Stätte wird zusammen mit ihrer Schwesterakademie in München die Aufgabe haben, dafür zu sorgen, daß alle, die in Zukunft deutsche Jugend führen, dies im Geiste der nationalsozialistischen Bewegung und sichere Nachrichten Vorlagen, daß beträchtliche abessinische Streitkräfte unter dem Befehl des Ras Casta in den letzten Tagen im südlichen Tembien- aebiet sich in Bewegung gesetzt hatten, um einen kräftigen Vormarsch zu versuchen, war beschlossen worden, dem Feinde durch einen Angriff zuvorzukommen. Diese dem Feind überraschende Maßnahme hat zu erbitterten Kämpfen geführt die mit dem vollen Erfolg unserer Operationen abgeschlossen worden sind. Abessinische Verftärlnngen für die eühfront. Addis Abeba, 24.Jan. (DNB.) Die Armee Ras Destas, die trotz ihrer geringen Truppenstärke die italienische Offensive zum Stillstand die Gelegenheit, um seinen gespannt lauschenden kleinen Zuhörern anschauliche Erklärungen zum Verständnis des deutschen Schicksals aus der Gegenwart heraus zu geben. Auch in anderen Klassen griff der Ministerpräsident einzelne Schüler heraus, um sie zu befragen, und konnte dabei mit Freude feststellen, wie geweckt die Jungen alle Fragen beantworten konnten. Der Ministerpräsident ließ sich eingehend von den Schulleitern Bericht über die Lehrpläne erstatten. Einer besonderen Besichtigung wurden die Baulichkeiten und Unterkunftsräume der Schule unterzogen. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit der Zufuhr feucht-warmer Meeresluft haben sich auch bei uns in der Nacht zum Samstag verbreitete Regenfälle eingestellt, von denen die Gebirge West- und Süddeutschlands bereits erfaßt wurden. Die Temperaturen stiegen gleichzeitig erheblich an, so daß bis zu Höhen über 1500 Meter hinauf wieder Tauwetter einsetzte. Mit sich sortsetzender Wirbeltätigkeit bleibt auch bei uns vorerst unbeständiges und für die Jahreszeit zu mildes Wetter erhalten. Aussichten für Sonntag: Veränderlich mit gelegentlicher Aufheiterung, aber auch wiederholten Regenfällen, bei lebhaften Winden um Süd mild. Lufttemperaturen am 24. Januar: mittags 4,8 Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 25. Januar: morgens 2 Grad. Maximum 5,2 Grad, Minimum 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Januar: abends 0,8 Grad; am 25. Januar: morgens 0,8 Grad. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D.A. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Der Nationalsozialistische Gau- dienst Hessen-Nassau schreibt: Am 10. Januar 1926 gab der Führer den Befehl zur Gründung des Nationalsozialistischen Deut- fchen Studentenbundes. Gauleiter Sprenger ging sofort an die Durchführung dieses Befehls, und so entstand 1926 in Frankfurt a. M. eine der ersten Hochschulgruppen im Reich. Als erster wurde mit der Leitung der jetzige Gauleiter Gustav Simon beauftragt. Bickendorf, Heyse, Gutterer, Rühle gehörten zu denen, die in Frankfurt a. M. von Anbeginn an den Kampf der Bewegung in die Universitäten hineintrugen. Von Hause aus war nach dem Willen des Gauleiters der Studentenbund nur ein Frontabschnitt der Partei, der unter dem Befehl der Partei die Arbeit durchführte. Der Charakter des Studentenbundes wurde von der politischen Seite und nicht von der akademischen her bestimmt. Schon die Wahlen im Wintersemester 1926/27 zum AStA. (Akademischer Studenten-Ausschuß) brachten damals dem NSD.- Studentenbund einen Sitz. In der Folgezeit wurde der Kampf der Partei mit den Mitteln der Partei geführt. Die nationalsozialistischen Studenten marschierten in der SA mit, verteilten Flugblätter und machten jede Art der Propaganda. Anfang des Jahres 1928 konnte d i e e r st e g r 0 ß e S t u d e n- tenversammlung einberufen werden, die mit einem Reichsredner der Partei durchgeführt wurde. Auch der Gauleiter sprach wiederholt auf den Sprechabenden und in Versammlungen des Studentenbundes. Seit 1929 wurde das Verhalten der von Juden geführten marxistischen Studentengruppen immer provozierender und führte zu Zusammenstößen. Im Juli 1929 hatte der pazifistische Studentenbund die Stirn, eine Versammlung anzusetzen, mit dem hochverräterischen Thema „Die Legende von der deutschen Unschuld am Weltkriege". Der Vortragende sollte ein Jude sein. Die Versammlung flog auf, da unter Führung des Nationalsozialistischen Studentenbundes die Studentenschaft sich zur Wehr setzte. In scharfen Worten wurde zu den Ereignissen in der Presse Stellung genommen. Der Terror verstärkte sich. Durch den preußischen Kultusminister Becker wurde in Preußen der Studentenbund a u f g e l ö st, in Frankfurt a. M. wurden Uniformverbot und Verbot der Studentengruppe ausgesprochen. Im Juni 1932 kam es zu neuen Krawallen, als Pg. Stöhr vom Vorbau der Hochschule öffentlich Protest gegen Ueberfälle der roten Studentengruppen auf Parteigenossen erhob. So weist die Geschichte des Studentenbundes Hessen-Nassau noch eine Fülle von Beispielen dafür auf, wie sich in ihr die Geschichte der Bewegung widerspiegelt. Mit der Machtübernahme wurde auch der Weg für eine positive Arbeit des NS.-Studentenbundes freigemacht. Der Kampf der Parteigenossen an den Hochschulen in der Vergangenheit verpflichtet aber auch heute Zimmermann und Neumann durcheinandek zu bringen, um das Vernehmungsbild zu verwischen. Der Vorsitzende bringt die Sprache auf die Lokaltermine in Buchholz, wo Seefeld im Verlauf der Voruntersuchung überraschend an das Grab des kleinen Neumann geführt worden war. Nach anfänglichen Versuchen, abzulenken, schildert Seefeld im wesentlichen richtig, wie der Oberstaatsanwalt ihn an die offene Gruft geführt und er dort einen Eid geschworen habe, daß er nicht der Täter sei. Er habe keinen Meineid geschworen und habe das reinste Herz und die ruhigste Seele. Vorsitzender: „Wie können Sie sagen, Ihr Herz sei rein, wo Sie doch die scheußlichsten Sittlichkeitsverbrechen zugegeben haben!" Seefeld erwidert achselzuckend, das mit den Sittlichkeitsverbrechen, das sei eben nun sein Schicksal, aber „abgemurkst" habe er noch keinen, das komme gar nicht in Frage. Zum Schluß wurde Seefeld noch zu dem Neuruppiner Mordfall vernommen. In Neuruppin ist am 16. Oktober 1934 der 4V2jährige Artur Dill auf dem Wege von Neuruppin nach Altruppin e r» mordet worden. Bei Eintritt in diesen Verhandlungsgegenstand erinnerte der Vorsitzende an einen ungeklärten Fall von Harburg, wo 1929 zwei kleine Knaben gleichzeitig verschwunden waren und an die ebenfalls an zwei Knaben zugleich begangenen Entführungsversuche Seefelds in Grabow. Die in Neuruppin verschwundenen Knaben sind am nächsten Tage in friedlicher Schlafstellung tot aufgefunden worden. Seefeld, der bisher seine Anwesenheit in Neuruppin stets verleugnet hatte, gab heute zu, an jenem Tage in Neuruppin gewesen zu sein. Jrn Laufe der Vernehmung verwickelte er sich in noch größere zeitliche Widersprüche, als schon bei den zuvor erörterten beiden Mordfällen. Seine Zeitangaben werden vom Gericht mit Hilfe von Fahrplan und Landkarte sofort widerlegt. Die Vernehmung wird heute fortgesetzt. SB HS V* 57t°nd »b-Mg-l-N tot>. D>- » ?„‘SS" Un M°^ Stiii S“!*?', unb 6«rl cerzeit «I» , -ns-M U-b-rW ' zun-hM"". teil, d« b- eitig gerichtete iinft* ”“6 SorgmigJ WM®?.'«, Ns der K' dasi wir mi i o/w Ausla eine böse Lekti daraus nur die Die Schichte"-1 Kaiserreichs an Herkunft. Burg Mernationalis! geworben. Uno infolge des oer bekommen ha" die den Ruin c ziehen mutzten knlonie des Sv Ernährung bii Eine der di t e n Reiches n heit unb Selb wenn der beutf. Flinke Konjunk wendigen Propi ernstandes man der Bauer ein an sich mindern) lichen Führuni gewesen. Sie h der Lebensgrur s ihm auch ernste . ber Bolksgemei nicht, einen Sl Vorzügen, sond Bolksqen^einsch verständnisvoll To sollen au llänzen, uni cnber Der ff e sich so weit ai Lebensgefahr fi (en war Das di W! Der Ttc ohne den eßam Unb der ^ßaue1 Stadt etwas a oekochter Dero sie eine Arbei meinschaftslebk geben, die nu LZosammenwn 'Nur daß dies 'werben darf! i Doleinsberecht Nolke, wird i "leiben, wenn sondern auch 'vls es in der Em Mittel d 4? 'S „T ^nndleute nach ^icht der Städter d ^u-8anbQrbeit .«?erbun ;?'e Trune W !&.«« ■L1Wn g,0 , H auf 6g Ganz große Vorteile bietet Ihnen mein diesjähriger GIESSEN Bahnhofstraße 31 Fernsprecher3565 oanz grooe voriene uieiei innen mein Inventur-Berkaur |^^eg«8her| <1 J^nher] « l.^ThöheJ || Spezialgeschäft für Teppiche, Gardinen Größerer Lagerplatz für Altmaterial und Rohprodukte möglichst mit gedeckter Halle und Büro sowie Gleis- anschlun sofort zu mieten geh Angebote unter F.F. 147 an „Wefra*\Werbeges.m.b.H. Frankfurt a.M. 528 V Ihre Vermählung zeigen an Dr. Fritz Flimm Minni Flimm, geb. Philipp Gießen, am 25. Januar 1936 481 D Vereine Verlobte: 0328 6 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt LMtavveiter Gießen, den 25. 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Aber der Kontrast springt förmlich in die Augen, wenn man diese Stiefbrüder der Landstraße dauernd nebeneinander beobachten kann. Und wie erst stechen die kleinen dreckigen fenster- und oft türlosen Lehmhütten, die am Rande der Großstadt zu Tausenden und aber Tausenden zu finden sind, von den gewaltigen Prachtbauten und den mit allem Komfort eingerichteten Hochhäusern ab! Das sind Gegensätze, Widersprüche, die das alte Europa nicht kennt; die Asien nicht kennt, und Afrika und Australien ebenso wenig. Diese Kontraste sind typisch für Südamerika. Was man in Rio de Janeiro sieht, wiederholt sich in allen südamerikanischen Großstädten, zuweilen stärker aufgetragen, zuweilen abgeschwächt, im Grunde aber ist doch stets dasselbe. Schon die Natur weist die dem Europäer fremden Kontraste auf; sie schuf die herrlichen Falter, die die winzigen Kolibris um ein vielfaches an Größe übertreffen. Sie schuf das brütende, mörderische Tropenklima und ließ in eben diesen Tropengegenden Gebirge entstehen, die von ewigem Schnee und Eis bedeckt sind. Man besteigt im argentinischen Weinstädtchen Mendoza zur Sommerzeit bei 40 Grad Wärme das Flugzeug und überfliegt in wenig mehr denn einer Stunde in 6000 Meter Höhe den Paß der Kordilleren bei 20 Grad Kälte. Aber was die Natur nicht in hinreichendem Maße schuf, das sind Menschen, die die unermeßlich weiten Räume des Kontinents bevölkern! Raum ohne Volk, — auch das ist ein Kennzeichen Südamerikas. Doch nicht nur rein äußerlich sind die Widersprüche. Die Disharmonie zieht sich genau so durch das politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben. Ueberall krasse Gegensätze, die einer Vereinigung zu widerstreben scheinen. Wie kommt es zum Beispiel, daß in den Ländern Südamerikas der Kommunismus Boden finden kann? Es gibt eine bekannte Scherzfrage: Was ist das Schwerste in Südamerika? Das Reichwerden! Und was ist das Allerschwerste dort? Das Verhungern! In der Tat: der Hunger, so wie ihn Europa, wie ihn Indien, China und andere Gebiete der Welt kennen gelernt haben, ist etwas Unbekanntes in Südamerika. Gewiß gibt es Armut, bittere Armut und Not, aber an Hunger geht in Südamerika so leicht niemand zugrunde. Die Industrie ist verhältnismäßig sehr gering entwickelt und die Jndu- striearbeiterschaft ist ziffernmäßig sehr gering. Die Löhne sind im allgemeinen außerordentlich niedrig, zugegeben; aber die Anspruchslosigkeit der breiten Massen ist bewundernswert groß, so daß sie ihre Lage im großen und ganzen nicht als drückend empfinden. Es fehlt also durchaus an Vorbedingungen für den Kommunismus, und doch hat er in allen Ländern des Kontinents so stark Eingang gefunden, daß die Regierungen einzelner Staaten — wie erst kürzlich die Staatsführung von Uruguay — sich bereits zu sehr durchgreifenden Abwehrmaßnahmen veranlaßt gesehen haben. Wie erklärt sich der Widerspruch? — Die politische Emanzipation zu Beginn des 19. Jahrhunderts förderte das Eindringen demokratischer Ideen. Die Wellen der französischen Revolution schlugen bis an die Gestade Brasiliens und Argentiniens, die Gedanken der Aufklärung durchdrangen ganz Südamerika und fanden in den Verfassungen teilweise ihren Niederschlag. Eine großzügige Freiheit wurde das Ideal der südamerikanischen Staaten, die Ideen Auguste Comtes waren vielfach richtunggebend für die Bildung des Staatsgedankens. Aber gleich neben diesen Ideen stand die katholische Kirche mit ihrem strengen Dogma und formte mit bei der Staatenbildung der jungen Länder. (Schluß folgt.) fand. Die Arbeiterbeoölkerung der großen Städte Der fiönifl im Tronenna Es gewiß; aber sie bringen eine unverkennbare Disharmonie in das gesamte Leben und wirken ihnen ausstrahlend wird der Verkehr Landesteile ergreifen, die bisher immer noch abseits lagen. Durch die Steigerung gerade des Verkehrs, dessen Träger der bewegliche Kraftwagen ist, wird erst die Möglichkeit geschaffen, die überstarke Zusammenballung der Industrie in den Städten aufzulockern und eine Entwicklung, die Stadt und Land einander entfremdet hat, zum Heil des Volksganzen rückläufig zu machen. Gesund ist ein menschlicher Körper nur, wenn der Kreislauf des Blutes in ihm nirgend stockt. Und was der Kreislauf des Blutes für den Menschenkörper ist, das ist der Strom des inneren Güteraustausches für den Volkskörper. Mit dem Austausch von Sach gut ist es dabei jedoch nicht getan, auch Gedankengut, seelisches Gut muß zwischen Land und Stadt herüber und hinüberfließen. Und das ist nur möglich, wenn Bauer und Städter sich ihrer inneren Verbundenheit als dienende Glieder der Volksgemeinschaft bewußt sind, wenn sie einander aus der Notwendigkeit ihres Daseinszweckes heraus verstehen und achten lernen. Wicklung einengen und hindern. Für den süd- amerikanischen Kontinent hat die Ansicht immer noch ihre Berechtigung. Aber was noch augenfälliger ist als die unbegrenzten Möglichkeiten, das sind die zahlreichen großen, fast rätselhaft erscheinenden Widersprüche, denen man auf Schritt und Tritt begegnet. Man kann Südamerika getrost den „Kontinent der Gegensätze" nennen. Sie sind erklärlich, diese Gegensätze, I. Buenos Aires, Januar 1936 (Durch Luftpost.) ist eine allgemein verbreitete Ansicht, daß Amerika „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" ist. Ob die Meinung heute noch zutrifft, mag dahingestellt bleiben; vielleicht ist es richtig, daß Amerika heute sogar, um ein boshaftes Wort zu wiederholen, das Land der „unbegrenzten Unmöglichkeiten" ist; vielleicht aber sind den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten durch die fortschreitende Zivilisation doch bereits Grenzen gesetzt, die die Ent- Bauer und Städter Bvn Dr Paul Harms Der Kontinent der Gegensätze Bon unserem Or. M. F.-Äerichterstatter. bewohner, die Stadt zu erreichen, um so näher werden Stadt und Land sich in ihrer seelischen Haltung kommen. Um so rascher wird die Entfremdung, die lohrzehntelang zwischen beiden lag, dahinschwinden. Auch hier also erwächst den A u t o b a h n e en , die auf Anregung des Führers in allen Teilen Deutschlands gebaut werden, eine Aufgabe, die dem inneren Zusammenschluß und der sozialen Gesundung des Volkskörpers zugute kommt. Denn die Autobahnen werden dieHauptadern des innerdeutschen Verkehrs der Zukunft fein, und von ist überwiegend ländlichen Ursprungs Man erkennt das deutlich noch heute am Landhunger des städtischen Arbeiters, der, wenn er irgend kann, sich ein Stück Gartenland am Rande der Großstadt pachtet und dort feine freie Zeit zubringt. Man hat es fein- nerzeit als einen großen Vorteil für Deutschland angesehen, daß die Städte imstande waren, den Ueberschuß der stark wachsenden Bevölkerung aufzunehmen, und man wollte den bedenklichen Nachteil, der bei hemmungslosem Fortschreiten der einseitig gerichteten Binnenwanderung sich notwendig einfteUen mußte, nicht wahr haben. Man nahm den Vorgang hin, wie ein naturnotwendiges Geschehen, wogegen der Mensch machtlos fei. Bis der Krieg uns über die leidige Tatsache, daß wir mit unserer Ernährung mehr und mehr vom Auslande aD hängig geworden waren, eine böse Lektion erteilte Vorerst freilich wurden daraus nur die gegenteiligen Forderungen gezogen. Die Schichten, die infolge des Zusammenbruchs des Kaiserreichs an die Macht kamen, waren städtischer Herkunft. Bürgerliche Demokratie und marxistischer Internationalismus waren in den Städten großgeworden. Und der pazifistische Einschlag, den sie, infolge des verlorenen Krieges, in verstärktem Maße bekommen hatten, verführte sie zu Anschauungen, die den Ruin der deutschen Landwirtschaft nach'sich ziehen mußten. Deutschland drohte zur Arbeitskolonie des Siegerkapitalismus zu werden, dem die Ernährung dieser Arbeiterkolonie anheimfiel Eine der vordringlichsten Aufgaben des Drit- t e n Reiches war es, hier Einhalt zu tun. Freiheit und Selbstbestimung waren nicht zu retten, wenn der deutsche Bauernstand nicht gerettet wurde. Flinke Konjunktur-Politiker freilich gaben der notwendigen Propaganda für die Gesundung des Bauernstandes manchmal einen Anstrich, als sei nur der Bauer ein wertvoller Mensch und der Städter an sich minderwertig. Die Meinung der verantwortlichen Führung ist das selbstverändlich nie gewesen. Sie hat dem Bauerntum die Sicherheit der Lebensgrundlage zurückgegeben, aber sie hat ihm auch ernste und schwere Pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft auferlegt. Ihr Ziel war ja nicht, einen Stand auf Kosten der anderen zu bevorzugen, sondern die lebenswichtigen Stände der Volksgemeinschaft zusammenzuführen zu verständnisvoller Aufbauarbeit. So sollen auch Stadt und Land einander ergänzen, und um sich ergänzen zu können, einander verstehen lernen. Stadt und Land hatten sich so weit auseinander gelebt, daß daraus eine Lebensgefahr für den Bestand des Staates erwachsen war Das darf sich in alle ZiKunft nicht wiederholen? Der Städter muß wissen, daß sein Leben ohne den Bauern seinen völkischen Sinn verliert. Und der Bauer wiederum muß erfahren, daß die Stadt etwas anderes ist, als ein Rummelplatz ausgekochter Vergnügungen, daß in erster Linie auch ie eine Arbeitsstätte ist Immer wird es im Gemeinschaftsleben des Volkes unentbehrliche Arbeit geben, die nur in der geballten Form städtischen Zusammenwirkens wird geleistet werden können. Nur daß diese Arbeitsform sich nicht Selbstzweck oerben darf! Und das Bewußtsein, daß auch sie nur Daseinsberechtigung hat als Dienst am ganzen Lolke, wird dem Städter am sichersten erhalten leiben, wenn ihm das Land nicht nur räumlich, andern auch seelisch wieder näher gebracht wird, cls es in der Vergangenheit der Fall war. Ein Mittel dazu — aber eben nur eins von vielen — ist die „Grüne Woche", die alljährlich mehr Landleute nach der Reichshauptstadt führt, als Dieb sicht der ganze Rest des Jahres. Die aber auch em Städter die Augen öffnet für Wesen und Zweck er Landarbeit sowohl, wie für ihre tiefe und Dieb iiltige Verbundenheit mit dem Leben der Stadt. )ie Grüne Woche ist — wenn man einen etwas ühnen Vergleich gestatten will — ein innerdeutsches Schon rein äußerlich fallen einem diese Widersprüche auf, wenn man — zum ersten Male in Südamerika — den Fuß kaum an Land gesetzt hat. Man spaziert etwa durch die wunderbare Avenida Rio Branco in Rio de Janeiro, eine der prachtvollsten Straßen der Welt. Die Eleganz der brasilianischen Hauptstadt hat sich hier ihr Stelldichein gegeben. Große Geschäftshäuser mit erlesensten, lockendsten Schaufensterauslagen, vor denen die Damen in Seidenroben, die Herren in blütenweißen Anzügen promenieren Aber zwischen all diesem Luxus drängeln sich in ihren zerlumpten Kittelchen die kleinen Zeitungsjungen, die mit wildem Geschrei ihre Blätter ausrufen oder Lotterielose feilbieten, schieben sich Negerweiber, die gebrauchte oder auch gewaschene Wäsche in einem Bündel auf dem struppigen Kopfe balancieren, drücken sich armselige Schlucker aller Farbenschattierungen, barfüßig, in zerfetzten, verschmutzten Röcken, die in einer Kneipe in einer der Nebenstraßen einen Zuckerrohrschnaps in die ewig durstige Gurgel geschüttet haben. Diese Nebenstraßen! Nur ganz wenige Schritte abseits der herrlichen Prachtstraße Rio Branco stößt man schon auf enge und engste Gassen und Gäßchen, die von eklem Geruch von Stockfisch, Zwiebeln, Knob- )lympia, wo Stadt und Land Zusammenkommen, Harmonie in vas geja m sich auf das zu besinnen, was sie im Dienste | zuweilen geradezu grotesk. Neben König Eduard VIII. (X) schreiten seine ältesten Brüder, der Herzog von Aork (links) und der Herzog von Gloucester (rechts). Hinter ihnen der Herzog von Kent (links) und der Earl von Harewood, der Schwiegersohn des verstorbenen Königs. — (Scherl-Bilderdienst-M.) am Volk gemeinsam zu leisten Haven. Wo sie sich aber auch darüber klar werden müssen, daß es mit einer einmaligen Zusammenkunft im Jahre nicht 9e.tan ift sondern daß die Annäherung und das Die Grundtatsache für das Gemeinschaftsleben im eine bie den zweiten Reiche der Deutschen wurde geschaffen ! 6 nzen Rmg! des Jahres zu erfüllen hat. Durchs die große Binnenwanderung die nach nn^,irhr.2rJ «Ln!ld)x ber^u®bJ*.t[ "us eine andere Der Reichsgründung einsetzte. Sie wandelte das sich ™ ^btor™-k at ber jStaatsfubrung im Dritten selbst ernährende Agrarland langsam aber stetig .,„x o "JJn°bc.run9 "nd Sichkennenlernen von Stadt um in ein Industrieland, das mit seiner Gr=. m p"? lft 1 ™ %n Grund eine Frage des nährung vom Auslande abhängig wurde | f ß; r OS ^e leichter es dem Stadter gemacht Die Wandlung vollzog sich in der Form, daß der ! ?^auss Land^ hinaus zu gelangen, und dem Land- Zuwachs an Bevölkerung, der naturgemäß auf! dem Land am stärk st en war, Unterkunft und Arbeitsgelegenheit in den Städten suchte und Ueberfübninfl König Georgs -----— •1 W- - < I ■ -MX''" -;-Wv- Am Donnerstag wurden die sterblichen Ueberreite König GeorgsV von Sandringham in die West- ninfterabtei zu London übergeführt. — Unser Bild zeigt den Leichenzug vor dem „Kenotaph", dem Denkmal zu Ehren der Gefallenen des Weltkriegs in Whitehall, dem Londoner Regierungsviertel. — (Scherl-M.) KönigGeorasAusbahrunginderWeflminfferhalle i V $ a L i • \ V 4 ■x < W1 V V In der Westminsterhalle zu London wurde König GeorgV. aufgebahrt. Offiziere Der Leibgarde mit gesenktem Degen und gebeugtem Haupt und Offiziere der Bürgergarde in mittelalterlicher Uniform halten die Ehrenwache. Auf dem Sarge liegt die goldene Königskrone, die mit 500 Edelsteinen geschmückt ist; daneben sind die übrigen Abzeichen der Königswürde, das Zepter, der Reichsapfel und die Insignien des Hosenbandordens. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Greifbare Vorteile «m Inventur-Verkauf H. Lehmbecker Seltersweg früher: Haus der Handarbeit und Ausstattung 453 A Teppichen irrt Vorlagen Inventur Läufern Diwandecken bet IV1 Verkauf Dekorationsstoffen DerWinter ist lang. Es lohnt sich wirklich, unsere Angebote im mPlLseidf Inventur-Verkauf auszunützen. 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Dem Nationalsozialistischen G a u- dlenst Hessen-Nassav entnehmen wir folgenden Aufsatz: Wir Haven mehrfach Änlaß gehabt, uns mit der Frage des ft eigen den Wohnungsbedarfs und mit den Abhilfemaßnahmen zu beschäftigen, die angesichts eines Fehlbetrags von mehr als einer Million Wohnungen erforderlich find Bevor daran gegangen wird, diesen unhaltbaren Zustand durch Bauen von Wohnungen zu beseitigen, muß man sich darüber im klaren sein, von welcher Art und Größe diese Wohnungen sein müssen, um dem tatsächlichen Bedarf zu entsprechen und damit auch eine Sicherung der angelegten Kapitalien zu gewähren. Allgemein wird festgestellt, daß wir in Deutschland Kleine und Klein st Wohnungen benötigen. Bei dieser Feststellung wird davon ausgegangen, daß die meisten Eheschließungen, die mit Hilfe des Ehestandsdarlehens geschloffen worden find, von Volksgenossen mit geringer Wirtschaftskraft eingegangen wurden und gerade für diese Wohnungen beschafft werden müssen. Die Berechnungen, die bisher ausgemacht worden sind, gingen im allgemeinen davon aus, wie der Wohnvngsher- steller kalkuliert. Es ist dabei vergessen worden, daß jede natürliche Kalkulation auf folgenden Faktoren aufgebaut sein muß: 1. Welcher Wohnraum wird benötigt? 2. Wie groß ist die Wirtschaftskraft der Wohnungsuchenden? Der natürliche Raumbedarf für eine Arbeiterfamilie, die einmal Kinder haben will und soll, ist an sich ein feststehender Wert: eine Wohnküche, ein Elternschlafzimmer und zwei Kinderschlafzimmer. Weniger Raum zu geben heißt die Kinder- zahl künstlich drosseln oder aber unsoziale und unmögliche Lebensverhältnisse für die Arbeiterfamilien schaffen. In diesem Zusammenhang muß daran gedacht werden, daß die Arbeiterfamilie, wenn sie auch in jungen Jahren mit weniger Wohnraum auskommen kann, doch die Möglichkeit haben muß, später größeren Wohn raum zu besitzen. Da sich aber im allgemeinen die Einkommensverhältnisse von Millionen von Arbeitern, sobald sie einmal die Stufe des Facharbeiters erreicht haben, im Laufe ihres Lebens kaum mehr erhöht, darf der größere Wohnraum, den er für seine Kinder benötigt, nicht wesentlich teurer kommen als seine Anfangsbelastung. Zum zweiten muß geprüft werden, wie groß denn tatsächlich die Wirtschaftskraft der Woh- nungssuchenden im Augenblick und für die kommenden Jahrzehnte ist. Der Durchschnittslohn des Industriearbeiters schwankt zwischen 80 RM. und 150 Reichsmark monatlich. Diese Hunderttausende von Arbeitern können, wenn sie die Ernährung und Kleidung ihrer Kinder nicht in Frage stellen wollen, nicht mehr als20RM. bis ZO RM. mo. n a t l i ch Miete zahlen. Es ist ein unsozialer Zustand, daß der Arbeiter mit einem relativ viel höheren Anteil seines Lohnes für Wohnraum bezahlen muß als die bester gestellten Kreise unseres Volkes. Wir haben daher die Verpflichtung, der deutschen Arbeiterfamilie Wohnungen zu schaffen, die sowohl in ihrem Umfang als auch in der monatlichen Belastung den sozialen und völkischen Bedingungen des neuen Staates entsprechen Es ist bis jetzt für unmöglich erklärt worden, Wohnungen zu erstellen, die diesen beiden Faktcren — Wohnungsgröße und monatliche Miete — entsprechen. Die bisher erstellten Kleinwohnungen kosten mindestens 40 RM. bis 60 RM.; dabei enthält die Kleinwohnung meist nur zwei Zimmer und eine Küche. Um diese großen Aufgaben zu lösen, bedarf es einer grundsätzlichen Wandlung auf dem Gebiet der Bauweise. Hierin liegt allein der Schlüssel zur Lösung. Die Bauweise des Hochhauses auf teurem Grund mit schweren Fundamenten und einer anspruchsvollen städtischen Bauweise ist niemals in oer Lage, Arbeiterwohnungen zum Preise von 20 bis 30 RM. mit genügend Wohnraum für eine kinderreiche Familie zu schaffen. Nicht die gesteigerten Baupreise, die Zinsen der Leihgelder und die evtll Zwischenverdienste der Baugesellschaften sind an diesem Ergebnis schuld. Die t e ch n ' ch e Bauweise des mehrstöckigen Hauses und die gesteigerten Ansprüche, die an eine solche Neubauwohnung in der inneren Ausstattung und den 'Komfort" gestellt werden, sind der währe Grund für die teuren Mieten. Die Bauweise muß daher einfacher und billiger werden, ohne damit weniger dauerhaft oder gar unsolide zu bauen. Die mehr ländliche Bauweise des Heimstätte n b a u e s hat allein die Möglichkeit, den geforderten Wohnraum zu schaffen. Ein Siedlerhaus ei-»schließlich des Grund und Bodens, der Kosten und Gebühren kann zu einem Gesamtpreis von 4000 RM. bis 6000 RM. errichtet werden. Diese einfachere Bauweise bringt keinen Verzicht auf kulturellen Fortschritt mit sich. Im Siedlerhaus gibt es zwar kein Wasserklosett, weil der Siedler die Produkte für den Garten benötigt, aber ein sauberer und stiller Ort ist auch vorhanden. Jedes Siedlerhaus kann ein Bad haben, denn im Wirtschaftsraum soll eine Badewanne stehen; es muß ja nicht gerade ein Kachelbad sein. Zentralheizung gibt es auch nicht im Siedlerhaus, aber lieber ein Kiederfchlafzimmer mehr als die teure Zentralheizung. Ein Herdofen, der alle Zimmer wärmt, erfüllt auch feinen Zweck. Auch Keller und Speicher find im Siedlerhaus genügend groß und mit wenigen Stiegen zu erreichen. Bei Einschaltung der Selbsthilfe, der Gemeinschaftsarbeit usw. ist es bei vielen Siedlungen gelungen, Heimstätten mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmeter, d. h. Wohnküche, Elternschlafzimmer und zwei Kinderschlafzimmer zu einem Mietpreis von 15 bis 25 Mark monatlich zu erreichen. In dieser Monatsrate ist dabei nicht nur die Verzinsung der Kapitalschuld, sondern auch eine hohe Amortisation enthalten, so daß der Siedler in 20 bis 3 0 Jahren Eigentümer seiner Heimstätte ist Natürlich kann man diese Zahlen nicht schematisch auf alle Standorte anwenden. Wir stellen also fest, daß abgesehen von den sonstigen Vorteilen der gesünderen Lebensform der Heimstätte, der besseren Ernährung, der Erhöhung des Lebensstandards, der allgemeinen volkswirtschaftlichen Verbesserung usw. der Heimstättensiedlungsbau der einzige Weg ist, durch den wir den vorhandenen Wohnungsbedarf in Deutschland decken können. Hunderttausende deutscher Arbeiterfamilien warten auf Wohnraum, der zur Erhaltung ihrer Familien a u s r e i ch t, und den sie tatsächlich b e • Zahlen können Wenn wir weiterhin Hunderttausende von ungenügenden und teuren Kleinstwohnungen errichten, würden wir in wenigen Jahren erleben, daß die jetzigen Bewohner, weil sie für ihre Kinder mehr Wohnraum brauchen, die Zweizimmer-Neubauwohnung verlassen, um zu den zwar schlechteren, aber räumlich größeren und billigeren Altstadtquartieren ihre Zuflucht zu nehmen.' So zwingen wir die gesunde Arbeiterfamilie in einen unnatürlichen Kreislauf hinein, der die größten Gefahren für den Wohnungsbau an sich mit sich bringt. Wir find daher im Interesse einer gesunden Entwicklung des Arbeiters und im Interesse richtig gelenkter Kapitalien verpflichtet, klar und eindeutig die Heimstättenbewegung zu fördern und Überall, wo irgend möglich, Heimstättensiedlungen zu schaffen. Es ist dabei eine Selbstverständlichkeit, daß niemand daran denkt, der Bauwirtschaft und dem Handwerk zuzumuten, eine Bauweise zu fördern, an der sie selbst nicht verdient oder gar noch zusetzt. Mögen bisher teilweise die Grenzen nach unten ober oben überschritten worden sein; wir haben heute genug Erfahrungen im deutschen Heimstättenbau, daß wir unter Anrechnung aller Faktoren wirtschaftlich gesunde, dauerhafte und schöne Heimstätten schaffen können. Neues Eherecht. Der „Westdeutsche Beobachter" veröffentlicht unter der Überschrift „Neues Eherecht" einen Aufsatz, in dem Freiherr Max Dupre l im Hinblick auf den Entwurf der Akademie für Deutsches Recht, den grundsätzlichen Wandel in der staatlichen Auffassung vom Sinn der Ehe in der Gemeinschaft untersucht. Nachdem der Verfasser den Willen des national- sozialistischen Staates zum Schutz und zu< Förderung der Ehe, die er als Grundlage der Gemeinschaft anerkenne, festgestellt und zum Beweis dafür aus die bisherige Gesetzgebung und den vorliegenden Entwurf verwiesen hat, fährt er fort: (Ss könnte von gewisser Seite der Einwand fom« men, daß die Ehe eine an s i ch un auflös« liche Institution lei und deshalb jede Rege« lung eines Ehescheidungsrechts von vornherein den Moralgrundsätzen etwa der katholischen Konfession widerspräche. Wie wenig stichhaltig eine solche Einwendung wäre, ergibt sich zunächst schon daraus, daß die Haltung der Kirche in der Frage der Ehescheidung nicht immer einheitlich und gleich gewesen ist. Abgesehen hiervon aber muß gerade die Ehe im nationalsozialistischen Recht, in dem sie als Grundlage des Volkstums und seiner Erfordernisse angesehen wird, freibleiben von allen nur formalen Erwägungen, auch wenn solche Formalien sich durch einige Jahrhunderte hindurch in manchen Staaten bis heute erhalten haben. Bekanntlich hat es ein Ehescheidungsrecht im Deutschen Reich auch schon im Bürgerlichen Gefetz- buch gegeben. Die Schwächen dieses bürgerlichen Kompromißwerkes aber zeigen sich vielleicht gerade im Eherecht am schroffsten. Im bisherigen Ehefchei- dungsrecht find eben gewisse Tatbestände angegeben, und nur, wenn diese erfüllt sind, kann der Richter scheiden. Es ist deshalb eine der entscheidendsten Taten des Familienrechtsausschusses der Akademie für Deutsches Recht, wenn in dem vorliegenden Entwurf zur Neugestaltung des deutschen Ehescheidungsrechts die Scheidung davon abhängig gemacht wird, ob sie vom Standpunkt der nationalsozialistischen Weltanschauung aus als vertretbar, andererseits aber auch als wünschenswert, ja geboten erscheint. Deshalb wird die Zerrüttung der ehelichen Lebensgemeinschaft als die Grundlage des Scheidungsbegehrens bezeichnet und die Schuld fr aae lediglich als die Ursache oder die Folge, jedenfalls nur als einer der Gradmeff e r der Zerrüttung herangezogen. Dies bedeutet nicht, wie manche nun gleich vermuten werden, eine Erleichterung der Ehescheidung gegenüber dem bisherigen Zustand. Es wird damit nur eine lebenswahrere Form für die Beurteilung der gefährdeten Ehen gefunden, die der Ausdruck eines volksnahen Rechtsdenkens ist. Der Richter muß zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß nach menschlichem Ermessen mit der Wiederherstellung eines dem Wesen der Ehe ent» sprechenden Verhältnisses zwischen den Ehegatten nicht mehr gerechnet werden kann. Als völlig neuen Gesichtspunkt bezeichnet der Verfasser, daß eine Ehe auf Antrag des Staatsanwaltschaft geschieden werden kann, wenn nämlich trotz Einvernehmens der bei» den Ehegatten die Ehe derart des sittlichen Gehalts entbehrt, daß daraus der Volksgemeinschaft erheb» licher Schaden erwächst. Es ist dabei, wie der Akademiebericht mitteilt, vor allem an jene Ehen zu denken, in denen die Ehegatten gemeinsam ein vrbrecherisches oder unsittliches Leben führen. In dieser Auffassung äußerte sich wohl am stärksten der Wandel, den der nationalsozialistische Gemeinschaftsgedanke in die Ehe als Grundlage des Staates gebracht hat. Die höchstpersönlichen Rechte der Ehegatten finden eine Grenze da, wo sich individuelle Interessen gegen die größeren der Gemein« schäft richten. Die Ehe ist, wie der Akabemiebericht feststellt, die von ber Volksgemeinschaft anerkannte, auf gegenseitiger Treue, Liebe unb Achtung beruhens bauernde Lebensgemeinschaft zweier rassegleicher, erbgesunber Personen, unb ihr Zweck ist bie Wah. Reitturnier auf der „Grünen Woche". * < iji K x^ Während des Internationalen Reit- unb Fahrturniers auf ber „Grünen Woche" wirb in ber „Deutsch» lanbhalle" auch bie große historische Schau „Deutsche Reitermärsche in ben vergangenen Jahrhunderten" gezeigt. Hier sieht man bas Schlußbilb von einer Probe. — (Scherl-Bilberbienst-M.) Gießener Gtadtiheaier. Josef Wenter: „Der Kanzler von Tirol". Josef Wenter stammt aus Meran, wo seine Vorfahren feit langem ansässig waren, studierte ursprünglich Musik, war Schüler von Nikisch und Reger gab aber das Studium auf und ging zur Literatur über. Es entstanden neben Tierbüchern und Komödien die Schauspiele aus der mittelalterlichen deutschen Kaisergeschichte, um Heinrich IV., Heinrich VI. und Barbarossa, bann, vor zehn Jahren, „Der Kanzler von Tirol", für den Wenter nach der Uraufführung an der Wiener Burg den österreichifchen Grillparzerpreis erhielt. ♦ Dieses Schauspiel schildert in 14 Bildern Taten, Leben und Ende des Doktors Wilhelm Biener, Geheimen Rates und Staatskanzlers unter Claudia i Felicitas von Medici, Erzherzogin von Oesterreich und Regentin von Tirol während des Dreißigjährigen Krieges Tirol war damals wie zu unfern Tagen deutsches Schicksalsland an der Grenze, bedroht und gefährdet von innen und außen, und wenn nicht also der Schauplatz allein — über die dreihundert Jahre hinweg — dem Zuschauer von heute wichtig sein und am Herzen liegen müßte, so würde ihn das Schicksal des Mannes und mit ihm eines ganzen Volkes dazu verpflichten, dieses Drama als ein Stück zu empfinden, in dem beispielhafte Dinge verhandelt werden. * Die meisten werden zwar freilich den Namen des Kanzlers von Tirol gestern zum ersten Male vernommen haben, und die Welt des siebzehnten Jahrhunderts, die sich da auftut am Innsbrucker Hof, mag manchem zuerst fremd und fern erschienen fein' Man wird aber im Verlaufe der Ereignisse empfunden haben, daß nicht nur dieses Kanzlers Schicksal ein typisch deutsches Schicksal gewesen ist, sondern es ist auch — wie spontaner Beifall bei offener Szene bekundete — von den Zuhörern begriffen worden, daß es nicht allein um die Person eines einzelnen, längst Gestorbenen und historisch Gewordenen ging, sondern daß hier Probleme des Staates und des Volkes im Spiele waren, die uns heute noch oder immer wieder gegenwärtig und nichtig sind. * Dieses kleine Land unb Volk müßte Derberben unb zugrunbe gehen an seiner ständischen Zersplit- Ilerung, an seiner Geistlichkeit unb an seiner Ritter- Irfjnft, ber deutschen wie ber welschen, an vielerlei widerstreitenden Interessen, an zwei einander feindlichen Religionen, an Steuern und Abgaben, — wenn nicht neben der Regentin als Kanzler ein Mann stünde, klug, treu und unbestechlich, dem die Macht und die Einheit des Staates, das Wohlergehen des ganzen Landes und Volkes mehr bedeutete, als die Ansprüche und Vorrechte einzelner, ja selbst als die Stellung und Würde seiner eigenen Person, als das Glück und die Sicherheit seines Lebens. Das ist dieser Kanzler Biener, aus bürgerlichem Geschlecht. * Ein starker, em gerechter Mann, ein aufrechter und ehrenhafter Diener feiner Fürstin, ihres Staates und feines Volkes, — im tiefsten Grunde ein einsamer und von vielen gehaßter Mann. Die Geistlichkeit ist wider ihn, weil er ben protestantischen Glauben verteidigt, die Standesherren, weil er ein „Emporkömmling" ist in ihren Augen und weil er auf dem Landtage auch bas Recht bes anbern, bes britten Stanbes, der Bauern zu vertreten und zu wahren weiß. Und als er auf dem gleichen Landtag die welschen Herren mit Gewalt zwingt, sich auf ihre Pflichten und ihre Treue zum Lande zähneknirschend zu besinnen, hat er sich noch mehr Feinde geschaffen, als er ohnehin schon besitzt. Die Regentin weiß wohl, was sie an einem solchen Kanzler hat, sie verschafft ihm fein Recht und fetzt ihn wieder ms Amt, nachdem sie ihn einmal hat fallen lassen; noch mehr, sie liebt ihn, aber er „hat kein Herz", er kennt auch keine Zärtlichkeiten, nur die Treue, die Pflicht, bas Volk unb Den Staat: unb er bittet bei ber Herzogin um bie Hand bes verwaisten Hoffräuleins Elisabeth von Hohen- ftainer, bie ihm, zum Schmerz ber Regentin, ihr Herz zu Füßen legt, — weil er ein Gerücht zerstreuen unb lächerlich machen will, bas seine Stellung zur Herzogin verdächtigt. Sie verzichtet schweren Herzens auf ein großes Glück, bas auch der Hohenstainerin versagt bleibt; sie weiß, daß der Kanzler dem Lande so nötig ist wie bas Brot, aber sie stirbt auch einmal und kann nicht hindern, daß ihr eigener Sohn, der ihr in der Regentschaft folgt, sich zu den Gegnern bes Kanzlers roenbet. Sie kann ihn vor der zweiten, schwereren Verdächtigung nicht retten; Rechtfertigung und Begnadigung kommen zu spät, unb ber Kanzler fällt, einsam unb nur von wenigen geliebt, als ein Held unb ein Opfer für sein Volk unter bem Richtschwert. * Der Stoff ist nicht unbramcckisch, wiewohl von epischen Elementen unb zeitlichen Intervallen im Ablauf belastet. Wenter verfolgt bie Bilder- bogentechnik, er reiht Szene an Szene unb zwar mit entschiedenem Geschick, mit dem Blick für das theatralisch Mögliche unb Wirksame, auch bann noch, wenn, wie in ben beiben letzten Silbern, eigentlich im Sinne bes Dramatikers nichts mehr zu sagen ober vielmehr zu gestalten war; nur ber Epilog war noch zu sprechen über den geschichtlichen und überzeitlichen Sinn dieses Stückes; aber der ist ja wohl dem aufmerksamen Beschauer und Hörer schon früher aufgegangen. ♦ Die vom Spielleiter Lüpke inszenierte Aufführung schöpfte die angedeuteten, vielfältigen theatralischen Möglichkeiten nach Kräften aus unb verstaub es, in einer recht farbigen, belebten unb figurenreichen Wiedergabe, das Beispielhafte der geschichtlichen Fabel dem gegenwärtigen Beschauer vor Augen zu rücken; auch nutzte die Regie geschickt bie vom Autor gebotene Chance, bas Staatspolitisch-Historische burch bie persönlich, menschlich, gefühlsmäßig betonten Szenen bes Liebesspieles zu entlasten unb aufzulockern. Dabei geschah bie Ver- roanblung ber von Herrn Löffler mit sicherer Hanb zeit- unb stilgerecht entworfenen Bilder so schnell unb reibungslos, wie man es billigerweise erwarten konnte. * Herr Neuhaus gab ben Kanzler, unb es war, wenn man sich etwa seines Kurfürsten im „Homburg" entsann, vorauszusehen, baß er bie Figur füllen und ausformen würde, wie es geschah. Er umgab ben Kanzler mit ber Strenge, Klarheit und beherrschenden Sicherheit einer überlegenen Persönlichkeit; er zeigte ihn, sehr sparsam 'im Gefühl, standhaft unb treu, aber auch schroff unb zu Zu- geftänbniffen kaum geneigt, so baß auch die Vereinsamung seiner Stellung und der Weg zur Richtstätte auf Schloß Rattenberg vorgezeichnet unb innerlich begründet schienen. * Recht interessant unb lebendig wirkte neben ihm als Regentin Aenne Markgraf, die in der Darstellung die verschiedenen Wesenselemente der Rolle auseinanderlegte und herrscherliche Würde mit den weicheren Regungen ber empfindenden reifen Frau verband. Zart und verhalten, einfach und glaubhaft im schmerzlichen Ausdruck der hoffnungslos Liebenden gab Inge Birkmann das junge Fräulein von Hohenstainer. * Aus dem figurenreichen Ensemble können darüber hinaus nur die wesentlichsten Erscheinungen hervorgehoben werden: der heftige, leidenschaftliche, hochmütig aufbrausende Erbprinz bes Herrn Schorn; Herr Kühne in ber charakteristisch zugespitzten Rolle des mit scharfer Dialektik begabten Standesherrn von Madron; Herr Bley als Schildhofer, eine prächtig volkstümliche Andreas- Hofer-Gestält; bie beiden Patres: Volcks Mala» spina mild unb abgeklärt, Lüpkes Gravenegger kalt, feindlich unb unversöhnlich; bie Herren Rosen» t h a l, von S p a 11 a r t unb Nieren, Lindt, Frickhöffer und Geiger seien noch mit An» erkennung genannt. » Das Publikum folgte der Aufführung, wie schon angedeutet wurde, mit verständnisvoller Anteilnahme. hth. Der voreilige Kandidat. Wer beim Geheimrat Str., dem verdienten Germanisten der Universität H., die Staatsprüfung ab» zulegen hatte, der tat gut daran, sich mit einigen besonderen Fragen vertraut zu machen, die der Gestrenge zu stellen pflegte. Sie lauteten immer gleich, und das erleichterte die Vorbereitung roefent» lief); denn viele Generationen menschenfreundlicher Studenten hatten sauber und lückenlos zusammen» getragen, was nur immer der Geheimrat den Gehirnen seiner befrackten Opfer zu entziehen sich bemühte, bemüht hatte und bemühen würde. Als „Fragebogen" vervielfältigt, erbten sich diese wich» tigen Blatter von Prüfling zu Prüfling fort, unb wer ihr Frage- und Antwortspiel beherrschte, bem konnte nichts mehr geschehen. Einem geschah aoer boch etwas. Er kannte, wie wir im Februarheft von Velhagen & Kla» Jings Monatsheften lesen, die Fragebogen zu genau. Der Kandidat R. schoß nämlich eine Antwortkanone zur Unzeit ab. Und bas klang so. Geheimrat Str.: „Sagen Sie, Herr ÄanbibaL war Luther..." Kandidat R.: „Nein, Herr Geheimrat, Luther war nicht bas Anfangs-, sondern das Endglied einer langen Entwicklungsreihe." Sckallplaiien aeqen Mäuseplaqe. In den Getreidespeichern Amsterdams nahm die Mäuseplage immer mehr überhand, und die Besitzer sannen vergebens auf ein wirksames Mittel, um dis Rager zu vertreiben, die unter den Getreidebeständen großen Schaden anrichteten. Schließlich kam man, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitgeteilt wird, auf den Gedanken, in allen Vorratsräumen mit Hilfe selbständig betriebener Apparate Schallplatten spielen zu lassen, die bas Miauen von Katzen Wiedergaben. Auf diese Weife ist es angeblich gelungen, die Mäuse zu verjagen. runa und Förderung des Gemeinwohls durch einträchtige Zusammenarbeit ebenfo wie der Erzeugung rassegleicher, erbgesunder Kinder und ihre Erziehung zu tüchtigen Volksgenossen. So wird mit der Neugestaltung des Eherechts der dritte, letzte Akt durchgeführt, der die Gemeinschaftsform im nationalsozialistischen Staat regelt: In der großen Volksgemeinschaft ist die politische Zuverlässigkeit die oberste Richtlinie, innerhalb des Betriebes die Gefolgschaftstreue und innerhalb der Ehe als Urzelle des Dolks- gedeihens die persönliche Sauberkeit. Damit vollzieht sich die Verwirklichung der sittlichen Forderungen des Nationalsozialismus in allen Dimensionen der völkischen Gemeinschaft. Eröffnung der „Grünen Woche". Erzeuger und Verbraucher in einer Front in der Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus. B e r l i n, 25. Ian. (DNB.) Vor zahlreichen Ehrengästen eröffnete heute vormittag Reichsernährungs- minister und Reichsbauernführer R. Walther Darre in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm die „Grüne W o ch e". Auch der Reichsjägermeister und preußische Ministerpräsident Hermann G ö - ring hielt bei der Eröffnungsfeier eine Ansprache. Reichsernährungsminister Darre führte u. a. aus: Das deutsche Landvolk will durch diese Ausstellung insbesondere zum Städter sprechen, um sein Interesse und sein Verständnis zu wecken und damit seine Mitarbeit bei diesem Aufbauwerk der Sicherung unserer Ernährung zu gewinnen. Angesichts der drohenden Gefahr des Bolschewismus und gezwungen durch die Devisenverknappungen müssen wir als freies Volk so weit die Ernährung auf eigener Scholle sicherstellen, als uns hierzu die natürlichen Voraussetzungen gegeben sind. Nur wenn wir alle uns zu Gebote stehenden Quellen erschöpfen, vermögen wir uns die außenpolitische Manövrierfähigkeit zu erhalten, die ein freies Volk in Anspruch nehmen muß. Hiermit wird auch dem Städter verständlich werden, weshalb die Regierung das deutsche Landvolk 3 u 5 Erzeugungsschlacht aufgerufen hat. Bis zum Beginn unserer nationalsozialistischen Agrarpolitik war die deutsche Landschaft mit ihren Erzeugnissen infolge der weltwirtschaftlichen Verflechtung u n - frei und dem Spiele der Weltspekulation und der Börse freigegeben. Die nationalsozialistische Agrarpolitik mußte daher mit den bisherigen liberalen Spielregeln brechen und setzte an ihre Stelle das, was wir unter dem Begriff „Marktordnung" verstehen. Durch die Marktordnung ordnen mir d i e Erzeugung, ohne die Selbswerantwort- lichkeit und die Initiative des einzelnen Erzeugers irgendwie zu beeinträchtigen, und ermöglichen eine gerechte Verteilung zu gerechten Preisen für Erzeuger und Verbraucher. Die Marktordnung ermöglicht es uns, ohne Fetten für unsere Ernährung liegt eine erhebliche Belastung unserer Nahrungsbilanz. Wir haben gegenüber der Vorkriegszeit eine Zunahme des Tlahrungsfettver- brauchs um etwa 30 0. h. Der Grad dec Selbstversorgung würde erheblich höher fein, und zwar etwa 90 v. H.» wenn wir noch dieselben Lrnährungsgewohnheiten hätten wie 1914. Es wird großer Anstregungen bedürfen, diese Lücke zu schließen, die zum Teil in einer bis in den Ausgang des vorigen Jahrhunderts hineinreichenden falschen Steuerung der landwirtschaftlichen Erzeugung ihre Ursachen Hal, aber auch auf klimatischen und anderen natürlichen Hindernissen beruht. Dabei wird es notwendig sein, daß von der Verbraucherseite her eine bewußte Lenkung des Verbrauchs einseht, wofür wir in erster Linie die Mitwirkung der Hausfrauen benötigen. Wir werden auf die Verengerung der Fettlücke und die Eiweißversorgung unsere stärksten Anstrengungen in der Erzeugungsschlacht richten. Der Stellvertreter des Führers nannte auf dem Reichsbauerntag 1935 die Erzeugungsschlacht die Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus. Das ist auch der Smn der Erzeugungsschlacht. Aus diesem Grunde bitte ich das ganze deutsche Volk, uns in der Erzeugungsschlacht zu helfen. Erst wenn in jeder deutschen Hauswirtschaft auf dem Gebiet des Verbrauches an Lebensmitteln mit demselben Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Volksganzen verfahren wird, wie das Landvolk von der Erzeugerseite her an die Abwehrschlacht herantritt, wird die Erzeugungsschlacht gewonnen fein. Die Erzeugungsschlacht wird damit ein Mittel jein, um dem Führer den Sieg des Nationalsozialismus zu gewährleisten. In diesem Sinne erkläre ich die „Grüne Woche 1936" für eröffnet. Aus aller Weit. Oie Kältskatastrophe in Nordamerika In den Nordstaaten von Amerika hält die grimmige Kälte unvermindert an. Neue Wintergewitter haben sich über verschiedene Gegenden entladen. Die letzte Aufstellung ergi , daß in den letzten drei Tagen infolge der Kalte allein in 16 Staaten 129 Menschen umgekommen sind. Minnesota, Norddakota, Illinois und Iowa melden noch Temperaturen von — bis —49 Grad Celsius. .. Während der Kälte ereigneten sich auch zahlreiche große Brände. Ihre Bekämpfung gestaltete sich wegen des Frostes besonders schwierig 18 Menschen sind im ganzen bei diesen Branden ums Leben gekommen. Im Norden des Staates Neuyork brannten am Freitag nicht roemger als ^Milwaukee, das berühmt ist als Stadt der Bier- inbuftrie, hatte unter der Kälte besonders schwer zu leiden. Infolge des anhaltenden Frostes hat die Industrie den Bierversand eingestellt. > Verheerende Wolkenbrüche in Argentinien. Schwere Wolkenbrüche sind in den letzten Tagen über die argentinische Provinz Momentes niedergegangen und haben StädteundDörfer unter Wasser gesetzt. Im Bezirk Esguina ertrank e n 20 Personen, meist Kinder. Die leicht gebauten Landhäuser, die der ärmeren Bevölkerung gehören, sind von den andrängenden Fluten vollkommen niedergerissen und weggeschwemmt worden. Die Bevölkerung hat sich in den von den lieber» schwemmungen heimgesuchten Dörfern auf die Anhöhen geflüchtet. In Momentes haben die Wassermassen die in Bau begriffene Uferpromenade mit sich gerissen. Die Behörden leisten alle erdenkliche Hilfe. Brand in der Universitätsbibliothek von Kyoto. Die Universitätsbibliothek in Kyoto (Japan) wurde durch ein Feuer zerstört. Es ist aber glücklicherweise gelungen, fast sämtliche Bücher zu retten. Dies ist von besonderer Bedeutung, da sich gerade in dieser Bibliothek Werke befanden, die für die Frühzeit Asiens von unersetzlichem Wert sind. Auf einem Werkflug tödlich verunglückt. Auf einem Werkflug verunglückte bei Dessau der bekannte Flugkapitän der Junkerswerke Friedrich Wilhelm Neuenhofen und Ingenieur Heinrich Kreft tödlich. Flugkapitän Neuenhofen war als Jagdflieger in 10 Luftkämpfen Sieger geblieben und stand in der Nachkriegszeit feit 1921 in den Diensten der Junkerswerke, die er bei den verschiedensten Auslandsflügen erfolgreich vertrat. 1929 errang er auf einer Junkers w 34 den Welthöhenrekord. Rücksicht auf die Marktlage, landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Auslande einzuführen. Wir können und wollen uns nicht vom Auslande abschliehen. Das Ausmaß unserer Ein- Obecheffen. fuhr wird davon abhängen, inwieweit das Ausland bereit ist, deutsche Jndustrieerzeugnisse aufzunehmen. Hieraus erkennen wir, daß die Marktordnung zu einer Entlastung unserer Handelspolitik führt. Lrzeugungs- fchlacht und Marktordnung helfen so dem nationalsozialistischen Deutschland, die geringe Menge der zur Verfügung stehenden Devisen zur Anschaffung von Rohstoffen zu verwenden, um dadurch die Durchführung der Arbeits- schlacht zu ermöglichen. Wir decken heute unter Berücksichtigung der Futtermitteleinfuhr genau so wie vor dem Kriege ungefähr 80 bis 85 v. H. unseres Nahrungsmittelbedarfs aus dem Inland. Bei gleicher Bevölkerungszahl haben wir damit den Verlust von ein Siebtel landwirtschaftlicher Nutzungsfläche durch die mit dem Versailler Vertrag erzwungenen Gebietsabtretungen voll ausgeglichen. Wir haben also tatsächlich einen erheblich höheren Leistungsstand der deutschen Landwirtschaft als vor dem Kriege. Bei den wichtigsten Nahrungsmitteln, Brot, Kartoffeln, Fleisch decken wir weitgehend den Bedarf durch die inländische Erzeugung. An Stelle der früheren Standardnahrungsmittel Brot und Kartoffeln ist infolge veränderter Ernährungsgewohnheiten und Verschiebungen im Altersaufbau der Bevölkerung im stärkeren Umfange der Verbrauch von tierischen Erzeugnissen, insbesondere Fetten, sowie Gemüse und Obst getreten. Gerade in der stärkeren Heranziehung von Landkreis Gießen. Lollar, 24. Jan. Der hiesige Turn- und Gesangverein hielt in der Gastwirtschaft „Zum Schwanen" seine Hauptversammlung ab, die mit einem Lied des Gemischten Chores eröffnet wurde. Sodann begrüßte der Vereinsführer Rudolf K r e h b i e h l die Sänger und Sängerinnen, passive und Ehrenmitglieder. Er umriß die Ausgaben der Gesangvereine im Dritten Reich. In üblicher Weise ehrte man das Andenken der verstorbenen Vereinsmitglieder. Schriftführer Heuser verlas den Jahresbericht, aus dem u. a. zu ersehen war, daß der Verein unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Eberle sich auch im abgelaufenen Vereinsjahr weiter aufwärts entwickelt hat, und mit großer Befriedigung auf dieses Jahr zurückblicken darf. Der Verein beteiligte sich an dem Kreiswertungssingen in Wiefeck mit sehr gutem Erfolg. Bei dem Kreissängertag in Gießen und dem Gausängertag in Darmstadt war er vertreten. Sein Leiter hat als erster des Kreises am Hessenlager in Brandau teilgenommen. Das im Herbst veranstaltete Konzert muß als voller Erfolg des Vereins und seines Chorleiters in künstlerischer Beziehung bezeichnet werden. Die Weihnachtsfeier nahm einen sehr schonen Verlauf. An den nationalen Feiertagen, sowie bei anderen Gelegenheiten stellte der Verein sich wie immer gern in den Dienst der Volksgemeinschaft. Der Singstundenbesuch war verhältnismäßig gut. Der Sangesbruder Ludwig H e 11 ch e (2. Vorsitzender) hat auch in diesem Jahre keine Singstunde versäumt, ebenso die Sängerinnen Frau Grebe und Fräulein Hettche; sie wurden durch Ueberreichung einer Ehrennadel ausgezeichnet. 25 Jahre lang ununterbrochen aktiv im Verein sind in diesem Jahre die Sangesbrüder Ernst Weinrich und Wilhelm Wagner; als Anerkennung erhielten sie die Ehrennadel des HSV. und einen Sessel. Sangesbruder Wagner sprach den Dank der Geehrten aus und ermahnte die Sünder, stets treu zum Verein und zur Sängersache zu stehen. Der vom Rechner Drescher erstattete Kassenbericht gab ein befriedigendes Bild der Kassenlage. Es kamen dann eine Reihe innerer Angelegenheiten zur Besprechung. Der Verein kann in diesem Jahre auf fein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Es wurde beschlossen, dies festlich zu begehen und das Wertungssingen einer Gruppe des Kreises Gießen im Mai oder Juni zu übernehmen. Chorleiter Eberle richtete dann beherzigenswerte Worte an Sängerinnen und Sänger. Vereinsführer Krehbiehl unterstrich im Schlußwort feine Ausführungen. Dann brachte er ein Sieg-Heil auf das deutsche Lied, das deutsche Vaterland und seinen großen Führer aus. Mit einigen Liedern fand die Versammlung ihren Abschluß. wg. Großen-Buseck, 24. Jan. Die Kreisfachgruppe für Den Hebe Schäferhunde Großen-Buseck hielt dieser Tage ihre Jahreshauptversammlung bei Gastwirt Hahn ab. Der Fachgruppenobmann Wilhelm W e h r u m eröffnete die Versammlung. Der Kassenbericht wurde verlesen, die Kasse, welche einen Heberschuß aufwies, in bester Ordnung gefunden und dem Kassen- fübrer Entlastung erteilt. Sodann gab der Obmann Öen Jahresbericht bekannt. Die Fachgruppe entfal» tete im vergangenen Jahre eine rege Tätigkeit. Sie veranstaltete im Orte drei Prüfungen. Außer fünfzehn auswärtigen Hunden wurden allein von des diesigen Fachgruppe 17 Prüflinge unter drei ver- fchiedenen Prüfungsarten vorgeführt und mit hohen Leistungsbewertungen bedacht. Die Welthundeausstellung in Frankfurt a. M. wurde mit drei Hunden und ebenfalls mit gutem Erfolg beschickt. Dis Sonderschau für Schäferhunde in Wetzlar beschickte die Fachgruppe mit zwei Tieren, die mit der Schönheitsbewertung „sehr gut I" und „sehr gut III" ausgezeichnet wurden. Die Hündin des Schäfers, Mitglied Gg. Schoch (Oppenrod), „Anni vom Distelrasen", erhielt auf dem Preishüten in Frankenberg (Eder) die Auszeichnung: Herdengebrauchshund „sehr gut". Für das Jahr 1936 plant die Fachgruppe eine Schäferhunde-Sonderfchau. Im Anschluß an den Jahresbericht führte der Obmann u. a. noch folgendes aus: Wenn es heute immer noch Menschen gebe, die über den Hundesport lächelten, so würden diese immer noch nicht den volkswirtschaftlichen Wert der Rassehundezucht erkennen. Seitens der Regierung wird heute viel für den deutschen Hundesport getan. Die Hundehalter würden es den Behörden noch erleichtern, wenn jeder seinen Hund so erziehen und ausbilden würde, daß er nicht zur Plage anderer Volksgenossen wird. Die vornehmste Aufgabe der Fachgruppen bestehe darin, wirklich brauchbare Tiere zu züchten und auszubilden, die dann auch wertvolle Gehilfen im Dienste der Menschen darstellten. Für Heer, Polizei, Grenzzollbeamte und Sanilätsmannschaften seien solche Tiere unentbehrlich. Mit einem Sieg- Heil auf den deutschen Hundesport sowie Führer und Vaterland schloß der Obmann die Versammlung. <£ Mainzlar, 24. Jan. Die jüngste Pfund« f ammlun g (Lebensmittelopferring) ergab hiev insgesamt 64 Pfund Lebensrnittel. + Grünberg, 24. Jan. Im Gasthaus „Hessischer Hof" fand am gestrigen Donnerstagabend dis Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, bei der 110 Kameraden anwesend waren. Oberbrandmeister S e i f a r t eröffnete dis Versammlung und sprach dem anwesenden Bürgermeister Wagner für die Forderung und Unterstützung der Wehr Dank aus. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß im abgelaufenen Jahre neun Hebungen, darunter eine Nachtübung, ab gehalten wurden, außerdem fand eine Besichtigung der Wehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt; zu einem Brande wurde die Wehr nicht benötigt. Der Herbstverbandstag in Klein-Linden wurde von einer größeren Abordnung besucht. An" acht Kameraden wurden Auszeichnungen für zehnjährige Mitgliedschaft ausgeteilt. Eine besondere Ehrung erfuhr im vorigen Jahre der langjährige Signalist, Stadtdiener i. R. Anton K r e u ö e r, beit über 50 Jahre Mitglied der Wehr ist, durch ein Handschreiben des Führers und Reichskanzlers. Die Iahresrechnung schloß mit einem kleinen Heber- schuß ab. Oberbrandmeister Seifart sprach dann- über Schadenverhütung, Geräteführer Ide über Löschtaktik, Keller- und- Gehöftebrand und Truppführer Reinhard Haas über den Luftschutzkursus, an dem er als Feuerwehrmann teilnahm. Bürgermeister Wagner wies in einer Ansprache auf die Wichtigkeit der Feuerwehr hin, deren Bedeutung jetzt noch durch den Luftschutz in erhöhtem Maße hervortrete. Die Kapelle der Wehr verschönte den Abend durch den Vortrag mehrerer Musikstücke. Kreis Wetzlar. ♦ Bieber, 24. Jan. Der Gesangverein „Lied er Hain" hielt bei Mitglied Heinrich Schlierbach seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Heinrich Schmidt berichtete eingehend * über das verflossene Geschäftsjahr. Der Rechner Wilhelm Wagner erstattete den Kassenbericht. Der seitherige Vereinsvorsitzende Hch. Schmidt wurde wieder einstimmig in Vorschlag gebracht. Er berief zu seinem Stellvertreter Karl Schleenbecker, zum Schriftwart Karl Schneider und zum Rechner Wilhelm Wagner. Der Verein feierte im Juni des vergangenen Jahres fein 50- jähriges Bestehen und hält am 2. Februar im Saale des Gastwirts S ch e e r e r ein Konzert ab. Nach dem Vortrag einiger Lieder wurde die Versammlung mit „Sieg-Heil!" auf den Führer geschlossen. _ Bei rauher Witterung S. Creme 30 Pfg. MimiinMeii. Roman von H. von Hellermann. Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. 4. Fortsetzung. Nachdruckverboten! „Fehlt —?" Das Lachen in den blauen Augen erlosch. Grete setzte sich in den großen Ohrensessel neben dem Schreibtisch, sah die Mutter fragend an. Wie ernst das Kind einen anschauen konnte — anders war ihre eigene Jugend gewesen, voll sorgloser Lebensfreude, die man auch in die Ehe mit hinübernahm. Gut, daß Konrad, der allezeit Schenkbereite und Lebensfrohe, diese Zeit nicht mehr erlebt ... „Wir haben doch gar nichts extra gebraucht", überlegte Grete, nun ebenfalls die Brauen runzelnd, „das Theaterbittet, das Mellings mir anboten, gab ich doch zurück —" Frau Margret legte die Hand auf der Tochter Knie, die hastig unterbrechend. „Liebes, ihr beide, du und Hans, habt nicht die geringste Kleinigkeit vertan, habt euch im Gegenteil manche Freude, manchen Kunstgenuß versagt, um mir sparen zu helfen, ich weiß es wohl —" Zart strich sic über der Tochter Hand, die die ihre dann fest umspannte. „Aber allem Sparen, allem Rechnen zu Trotz haben wir zuviel verbraucht. Hnd das kleine Kapital barf nicht angerührt werden, der Notpfennig muß euch Kindern doch bleiben." Einen Augenblick saßen beide Frauen in schweigender Nachdenklichkeit. Dann hob Grete den Kopf, sah die Mutter an. „Wir werden ein Zimmer vermieten. Liebes, das hilft doch? Stephans vermieten auch, Elise erzählte neulich, daß sie fünfundsiebzig Mark für ihr Zimmer mit Frühstück kriegten. Ein Professor hat es." Ganz erfüllt war sie von ihrer Jee, hatte plötzlich wieder blanke Augen. „Wir nehmen mein Zimmer als allgemeinen Wohnraum, ich ziehe zu dir, Hans in die Mädchenkammer — die richten wir ihm schon hübsch ein. Da haben wir sogar zwei Zimmer frei! Und mit den zehn Emm, die Tante Richter sich neulich von der Seele riß, wird annonciert. Wollen wir mal das Feld unserer zukünftigen Tätigkeit besichtigen? Komm doch, Mutti, bitte!" Sie zog die Widerstandslose mit sich ins Nebenzimmer, das im Wintersonnenschein hell und freundlich vor ihnen lag. „Damen werden nicht genommen", bestimmte Grete energisch, „die wollen andauernd in der Küche etwas kochen oder plätten und nichts dafür bezahlen, sagt Elise, und das können wir uns nicht leisten. Also nur ein Herr. Der wird Vaters schönen Diplomatenschreibtisch schätzen und den wundervollen Bücherschrank. Der muß freilich leergemacht werden —" ..Wir können uns den alten Wäscheschrank dafür einrichten und in den Flur oder zu Hans stellen", schlug Frau Margret vor, unbewußt vom Eifer der Tochter angesteckt, „und das altdeutsche Bett, das ich immer zu groß fand, holen wir vom Boden herunter." „Hnd der feine neue Velourläufer, den Elfe mir Zum Geburtstag schenkte, kommt davor", jubelte Trete. „Paß auf, Mutti, Öa& werden geradezu fürstliche Räume." Sie umfaßte die Mutter und tanzte mit ihr im Zimmer herum. Lachend löste sich die zierliche Frau aus den jungen Armen. „Mädel, du tust ja gerade, als brauchten wir nur gnädig zu winken, um Mieter 311 bekommen! So einfach ist die Sache denn doch nicht bei der Unmenge leerstehender Zimmer." "Tja, was so de Zimmers bei annern Leuten ihr Muddcr sin —" Grete steckte die Nase in die Luft unö rümpfte sie geringschätzig. „Aber bei so einer sirachtfamilie wie uns findet man nicht gleich eins! Für den Vorzug, Fräulein Grete Mervius' Teppich zu bestiefeln, zahlt jeder gern noch eine Mark zu." ift schon ganz schwindlig von dem vielen VIag!.e ^rau Mervius, „du bist ja der reinste Shylock! Nächstens verlangst du noch zehn Prozent Bedienungszuschlag von dem armen nicht vorhandenen Mieter." s ?^kwürdig. War ja alles Unsinn, was das Kind daherschwatzte aber die Falte war von Frau Mar- grets Stirn, die Last von ihrem Herzen geschwun- den. Gretes Idee war nicht übel, vielleicht, vielleicht hatten sie Gluck, trotz der fast taufend leerstehenden ln- von denen die Zeitung erst Man durfte nicht verzagen. Schon Trnft U£^' e mas äu tun, lag Ermutigung und 6. Kapitel. „Was ist denn hier geschehen, daß ihr beide so vergnügt ausseht?" fragte Elfriede Stalling, als sie wenige Minuten später kam. „Hat der' Geldbriefträger einen Lotteriegewinn ausgezahlt oder Grete ihren ersten Antrag erhalten?" „Ach nein", Frau Margret strich sich eine gelockerte Haarsträhne aus der Stirn, „das Mädel hat nur allerlei Allotria getrieben mit ihrer würdigen Mama. Der spukt wohl schon der Fasching im Blut." „Falsch geraten! Meine Anfälle sind nicht an die Jahreszeit gebunden", lachte Grete, der Schwester Schirm und Pakete abnehmend, „die brechen aus, wann sie gerade Lust danach verspüren!" Es war charakteristisch für beide Frauen, daß sie vorhin nicht mit einem Atemzug daran gedacht hatten, Hilfe aus der Bedrängnis bei Theodor Stalling zu suchen, daß sie wie auf Verabredung den Inhalt ihres vorigen Gesprächs der schönen eleganten Frau verschwiegen, die in den schlichten Räumen wie eine junge Fürstin auf Besuch wirkte. Sie war die Frau eines Mannes geworden, der ihnen innerlich fremd geblieben war. Elfriede fetzte sich auf den Fensterplatz der Mutter, lehnte den Kopf zurück und schloß die Augen. „Wie jtill es bei euch ist", sie lächelte verträumt, „man kann beinahe seinen Herzschlag hören. Die alte Hhr tickt immer noch geruhsam ihr Pensum herunter. Bei uns —" ihre Lippen bogen sich leicht — „herrscht ein kräftigerer Ton, Teddy ist nun mal auf /Betrieb* eingestellt." „Wenn er nächstens wieder das Radio während des ganzen Abendbrots —" „Abendessen", korrigierte die junge Frau freundlich. „Abendbrots brüllen läßt", fuhr Grete fort, als habe sie nicht gehört, „stehe ich auf und esse in der Küche weiter. Unfere fünf Stimmen kamen gegen das Orchester nicht auf." Frau Stalling zuckte leicht die Achsel. „Hnd eine kluge Frau fügt sich dem", vollendete Frau Margret, liebevoll der Tochter über das Haar streichend, das in der Sonne wie gesponnenes Gold glänzte. „Habt ihr viel vorgehabt, letzthin?" Die junge Frau öffnete die Lider, sah die Mutter fragend an. „Warum, sehe ich so aus?" "Ein ganz klein wenig müde, dachte ich", entgegnete die vorsichtig. Unö empfand plötzlich einen leisen Schmerz im Herzen. Immer verschlossener wurde Elfriede. ; 11 Wie war sie früher hereingestürmt, lachend, blü» hend, strahlend wie das Glück selber, hatte mit heißen Wangen und leuchtenden Augen von den herrlichen Touren, den Festen und Theatergenüssen erzählt. War sie schon abgestumpft geworden oder wirklich müde? — Theooer Stalling schlug ein scharfes Tempo an. Ach, wieviel schöner, friedlicher war das gemächliche Wandern auf der Lebens» ftrafje ... . Ahr Blick wanderte zu Grete, die straff aufge» richtet dafaß und ihr nun im heimlichen Einverständnis mit dem ernsthaftesten Gesicht der Welt zuzwinkerte. "%übe ~ och Gott, wer ist das heutzutage nicht? meinte die schöne Frau, immer noch mit öem rätselhaften, halb spöttischen, halb traurigen Lächeln. „Gretelein, sitz bitte nicht so linealgrabe ba, es sieht geradezu unangenehm energisch aus." „So ist mir justament zumute, Frau Schwester", lachte die Jüngere blitzend. „Tanzt nicht soviel, schlaft mehr, geht mehr spazieren in der frischen Luft, statt durch alle Länder Rekord zu sausen, dann seid ihr auch nicht ewig müde! Uebrigens stehst du fabelhaft aus in der neuen Kluft, Elfe, öie kenne ich noch gar nicht! So ein pelzbesetztes Kostüm wirkt immer riesig elegant, nicht Mutti?" Sie hatte unversehens einen kleinen wehen Zua in der Schwester Gesicht entdeckt, der allerdings gleich wieder verschwand. Aber es hatte genügt um die leise Entfremdung gegen die schone Schwe-' weck/" loschen, ihre ganze Warmherzigkeit zu Als Elfriede sich bereitwillig anbot, ihr ein ähn- UZes zu schenken, wehrte sie jedoch lachend ab. "Nee, mein Schatz, tausend Dank, meiner Bewunderung fehlt jegliche Habgier. Wenn ich so nobel herumliefe, erhöhten sich bloß unsere Steuern'" „Es ist schrecklich schwer, euch eine Freude ä\1 machen, klagte Elfriede, sich erhebend und den kleinen zuruckgeschlagenen Schleier ihres schwarzen Hütchens wieder über das Gesicht ziehend Affta" fand Grete Mervius diese koketten Schleier an am deren Frauen, aber Elfe kleidete er vorzüglich, dachte sie, die anmutigen Bewegungen der schlau- ken, ringgeschrnückten Hände verfolgend. (Fortsetzung folgtI) y - M v- r» ...w Geschichten aus aller elt Das neue Institut. — (Aufnahme: NSG.-Bildarchiv.) Auf bereit, wendigen Mittelstürmer der einen Partei vom Platz weg zu verhaften, weil er wegen eines Diebstahls gesucht wurde. Der Mittelstürmer bat nun die Polizeibeamten, ihn wenigstens dieses Spiel noch mit austragen zu lassen, denn schließlich hänge der Ruhm von Chrudim von seiner Anwesenheit in diesem Spiel ab. Die Polizeibeamten zauderten, warteten dann aber doch aus Lokalpatriotismus,, bis der Schlußpfiff ertönte und damit der Gefangene für sie zur Verfügung stand. Zum Ruhme von Chrudim hat er übrigens nicht beigetragen. Denn seine Mannschaft verlor — trotzdem! Die bosnische Helena. (Da.) Belgrad. Der Kampf um Troja, der zehn Jahre dauerte und viele Griechen und Trojaner unglücklich machte, wurde bekanntlich um eine Frau geführt. Aber auch heute noch wandeln Frauen unter uns, die immerhin eine Schlacht entfesseln können, wie ein aufregender Vorfall im bosnischen Sandschak beweist. Der Bauernbursch Demilovic liebte die Tochter eines reichen Bauern und wurde wiedergeliebt. Aber da Demilovic arm war, wandten sich die Eltern gegen eine Verbindung, worauf sich das Mädchen von dem Liebhaber nach seinem Dorfe entführen ließ. In ihrem Heimatort wurde sie aber ebenfalls heftig verehrt, und zwar hauptsächlich von dem reichen Bauernsohn Mujovic, der nach der Entführung des Mädchens alle seine Freunde herbeirief, sie bewaffnete und zum Kampf gegen das andere Dorf anführte. Es entwickelte sich eine regelrechte Schlacht, bei der drei Bauern erschossen und sechs lebensgefährlich verwundet wurden. Die Polizei beendete den Kampf, noch ehe er entschieden war. Das Schicksal des vielbegehrten Mädchens ist noch ungewiß. Mekka — hochmodern. (ur) Mekka. Jene seltsamen Ideen, wonach Mekka durch Film- und Photoapparate, durch westeuropäische Motoren und Flugzeuge entweiht werden könne, sind längst überwunden. Ibn Saud hat sich entschlossen, die heilige Stadt zu modernisieren. Auf den langwierigen und nicht immer leichten Karawanenwegen werden nun Straßenbahnwagen und Turbinen nach Mekka geschafft. Bis zur nächsten „Mekka-Saison" sollen die Hauptstraßen bereits in elektrischem Licht erstrahlen. Ferner sollen Straßenbahnen zwischen den teilweise weit entfernt liegenden Betplätzen verkehren. Endlich aber muß jedes Haus, das zur Saison fremde Pilger aufnimmt (und das tut jedes Haus in Mekka) an die städtische Wasserleitung angeschlossen sein. Die größte Sensation aber dürfte ein Riesenhotel bilden, das unweit des größten Tempels errichtet wird und mehrere hundert Zimmer aufweisen soll. Geistes, sondern nicht minder des Menschen selber, von deren Möglichkeit und letzter Auswirkung selbst heute noch nur erst ganz wenige weitschauende Geister eine Vorstellung haben. Denn das ist der letzte Sinn aller nationalsozialistischen Volkspflege: es soll ein ganz neues Volk entstehen von kraftvoller Gesundheit und einem durch bewußte Auslese und Ausmerze höher und höher gesteigerten Erbwert und damit zugleich bedingten höheren Leistungsfähigkeit. Ein fürwahr gigantisches Ziel! Aber wir wissen, daß wir mit der Verwirklichung dieser zu ihrer Vollendung der Zeit von Generationen und Jahrhunderten bedürfenden Arbeit wandeln auf den Wegen eines aufwärts gerichteten und damit wahrhaft göttlichen Schöpferwillens! Ist so das Ziel klar erkannt, so erhalten die zu seiner Durchsetzung getroffenen Maßnahmen und Einrichtungen ein ganz besonderes Ausmaß von Bedeutung. Wenn daher jetzt (am kommenden Montagnachmittag. D. Red.) in feierlicher Weise die Einweihung des Instituts für Er.b- und Rassen pflege in der Universitätsstadt Gießen erfolgt, so ist dies nicht etwa nur ein Ereignis von örtlich begrenzter Bedeutung, sondern es sind dies für unser gesamtes Gaugebiet Hessen- Nassau Meilensteine auf dem Weg der Entwicklung, die erst und einzig durch die befreiende Tat Adolf Hitlers ermöglicht wurde und auf welche man das stolze Nietzsche-Wort anwenden darf: „Man lebt vor ihr, man lebt nach ihr, weil sie hier ein Ende gemacht hat." In schwierigster Zeit durch den Opfersinn der Hessischen Aerzteschaft gegründet und aus bescheidenen Anfängen heraus gewachsen, werden schon heute unter der Leitung von Dr. med. H. W. Kranz in dem neuen Institut Aufgaben von Verhaftung mit Aufschub. (ur) Prag, dem Fußballplatz von Chrudim war alles NSG. Schon vor zwölf Jahren wies der Führer in seinem Buch „Mein Kampf" dem völkischen Staat die Aufgabe zu, daß er die Rasse in den Mittelpunkt des allgemeinen Lebens zu stellen, daß er für die R e i n e r h a l - tu n g zu sorgen und das Kind für das kostbarste Gut zu erklären habe. In ganz planmäßigem Aufbau gehen heute nationalsozialistische Bewegung und Staat, gleichzeitig neben der Lösung schwierigster anderer Aufgaben, daran, diesen programmatischen Grundgedanken im neu entstehenden Volks- und Staatsgefüge zu verankern. Damit aber wird eingeleitet eine unerhörte Revolutionierung nicht allein des außerordentlicher Bedeutung und Vielseitigkeit bearbeitet. Die Aufgabe jeder Volkspflege wird es sein, die gesamte Erbmasse unseres Volkes erst einmal in biologisches „Erbgut und Erbsünde" zu teilen. Zu diesem Zwecke enthält das neue Institut ein großes, mit der Zeit immer umfangreicher werdendes „ErbbiologifchesArchi v", welches zur Zeit die zentrale Sammel stelle für den gesamten Gau Hessen-Nassau darstellt. Auf großen, vom Institutsleiter entworfenen, Sippschaftstafeln werden alle für die erbbiologische Erforschung der Bevölkerung erforderlichen Aufgaben, wie Namen, Wohnort, Beruf, Geburts- und Todestag und Todesursache, körperliche und geistige Eigentümlichkeiten u. a. m. zusammengestellt. Das erforderliche Material wird durch die unmittelbare Untersuchung der das Institut aufsuchenden Volksgenossen, durch Auskunftserteilung von Aerzten, Fürsorgerinnen, Lehrern, Standesämtern, Gesundheitsämtern, Polizei, Strafanstalten und dergleichen zusammengetragen. Um hierbei von vorneherein alle bürokratischen und sonstigen Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, ist es von Bedeutung, daß der Institutsleiter in Personalunion auch Leiter der Beratungsstelle für Erb- und Rassenpflege des staatlichen Gesundheitsamtes ist. Das so eingehende Material wird dann von eigenen Hilfskräften in übersichtlicher Weife in viele zehntausende von Karteikarten übertragen, welche das spätere Herausfinden einzelner Sippenmitglieder in einfacher Weise ermöglichen. Da das Ziel aber die Erfassung der gesamten Bevölkerung ist und nicht nur sich auf die Antragsteller eines Ehestandsdarlehens, eine Kinderbeihilfe, auf Einbürgerungsanträge u. dgl. beschränken soll, ist es ein unerläßliches Erfordernis, daß die Arbeiten des Instituts durch eine umfangreiche ein Fußballspiel auszutragen, auf das sich die Sportbegeisterten schon seit Wochen freuten. Doch plötzlich erschien auf dem Spielfeld die Polizei und schickte sich an, ausgerechnet den dringend not- Einem neuen Volk entgegen! Einweihung des Institutes für Erb- und Raffenpflege in Gießen. VonDr Ernst Korten, prefferefereni desRaffenpoliiischen Amtes derGauleitungKeffen-Nassau delt es sich bei der Meldung offenbar nicht, denn von der neuen Errungenschaft berichtet die sehr ehrenwerte Kopenhagener Gesellschaft der Zivilingenieure, die den Bau selbst ausgeführt hat. Bon Menschen gebissen. (z) Paris. Das Pasteur-Institut erstattet über ein interessantes Kapitel Bericht. In einer Beobachtungszeit von zwölf Monaten sind auf der ganzen Erde 1534 Menschen von tollwütigen Menschen gebissen worden. Allerdings stellt diese Zahl nur einen winzigen Prozentsatz der Gesamtzahl der tollwütigen Menschen dar. Denn man weiß aus der gleichen Berichtszeit von 118 062 Männern und Frauen, die unter Tollwutverdacht mit Serum behandelt werden mußten. Das Beißen von Menschen gegenüber Menschen im Zustand der Tollwut erfolgt nur in den seltensten, dann allerdings auch gefährlichsten Fällen. Während früher meist jeder unter Tollwutverdacht stehende Mensch von den Aerzten aufgegeben werden mußte, sind von den bekanntgewördenen 118 000 Fällen nur 408 verhängnisvoll verlaufen, weil sie zu spät behandelt wurden. Verloste Kunst. (z) Marseille. Irgend ein Marseiller Maler hatte zuerst die große Idee, die heute von Marseille aus ihren Weg durch ganz Frankreich nimmt. Ueberall finden sich die Künstler, die Maler und Bildhauer, zu „Notgemeinschaften" zusammen: Ihre Werke werden in leeren Geschäftslokalen zur Versteigerung gebracht. Doch nimmt man diese Versteigerung nach einem ganz besonderen und höchst eigenartigen System vor. Wer ins Versteigerungslokal eintritt, kauft ein Lotterielos zu 100 Franks. Jedes Los gewinnt, Es fragt sich nur, was. Aber immer ist es ein Bild. Jeder Maler bekommt also allerwenigstens für sein Gemälde 100 Franks nach Abzug der Versteigerungsspesen. Ab und zu werden von den Größen der französischen Malerei auch Lotterien mit 1000- Franks-Losen ausgeschrieben. Dabei kann man sogar das Recht gewinnen, sich von einem ersten Künstler Frankreichs in Marmor oder Sandstein meißeln zu lassen. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) ^Gesellschaft zumSchutzgegenPferdcdiebe." (A. Bl.) Neuyork. In den Vereinigten Staaten hat sich dieser Tage eine Gesellschaft aufgelöst, die sich noch aus den Zeiten des „wilden Westens" bis auf unsere Tage herübergerettet hatte. Die Gesellschaft nennt sich oder vielmehr nannte sich „Gesellschaft zum Schutz gegen Pferdediebe". Bei diesem Verein handelt es sich keineswegs um eine amerikanische Exzentrizität. Er wurde nämlich um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gegründet, als Amerika daran ging, den Westen des Landes zu erschließen. Eine transkontinentale Bahn gab es damals noch nicht. Die Siedler, Polizeisten und Soldaten mußten die lange Reise von Neuyork nach dem Westen mit Pferd und Wagen zurücklegen. Pferde standen daher sehr hoch im Wert und waren äußerst selten. Wer stehlen wollte, stahl viel seltener Geld, das ohnehin nicht allzu reichlich vorhanden war, als Pferde. Die Amerikaner griffen schließlich zum Selbstschutz und bildeten eine damals über das ganze Land verbreitete Gesellschaft zum Schutz gegen Pferdediebe, eine Art freiwilligen Hilfspolizei, die den westwärts Reifenden sicher oft wertvolle Hilfe geleistet hat. Mit der Zivilisierung des Westens nahm die Bedeutung der Gesellschaft immer mehr ab, und als sich jetzt die Vereinigung auflöste, fanden sich ganze 25 Mitglieder zusammen. Man darf annehmen, daß diese 25 Mann sich weniger mit Pferdediebstählen beschäftigt haben, als daß sie ihre Gesellschaft als eine Art historischen Klubs betrachteten. Andernfalls hätten sie ja noch ein großes Betätigungsfeld gefunden, wenn sie ihren Namen in „Gesellschaft zum Schutz vor Autodieben" umgewandelt hätten. Das Gesellschaftsoermögen betrug 25 Dollars. Einstmals war es sehr groß, denn wer sich den Schutz der Gesellschaft sichern wollte, mußte natürlich einen gehörigen Obolus entrichten. Aber das ist lange her. Heute werden ja so gut wie keine Pferde mehr gestohlen, und wer dennoch Angst davor hat, läßt sich einfach versichern. Der Goldfisch kommt wieder zu Ehren. (E. Bl.) London. Der Goldfisch ist wieder modern geworden, zunächst zwar nur in England, aber ohne Zweifel wird er sehr bald seinen zweiten Siegeszug von dort durch die Welt antreten, lieber Weihnachten und Neujahr waren die Londoner Aquarienhändler nicht in der Lage, den gewaltigen Bedarf zu decken. Das alte, runde Goldfischbecken ist allerdings nicht mit dem Goldfisch zugleich wieder auferstanden, man stellt sich vielmehr die letzten Erzeugnisse der Aqua- rientechnik in die Zimmer, große Becken, die von innen erleuchtet werden und äußerst dekorativ wirken. Die Aquarien beherbergen natürlich nicht nur unseren alten, guten Goldfisch, sondern auch die ausgefallensten Exemplare der tropischen Fauna. Wie die Londoner Spezialgeschäfte erklären, haben sie in den ganzen letzten zehn Jahren keinen solchen Umsatz erzielt wie allein in der letzten Hälfte des Jahres 1935. Eine Frau, die auf Vorrat schläft. (—) Wimbledon. 93 Jahre ist Miß Eleanor Coburn in diesen Tagen alt geworden. Ihr Leben wickelt sich in recht stillen und normalen Bahnen ab. Das einzig Anormale ist ihre Art zu schlafen. Sie kennt kein Nicker- den und keinen normalen Nachtschlaf. Sie legt sich vielmehr eines Abends zum Schlafen nieder und wacht erst nach drei Tagen wieder auf. Dieser Tiefschlaf wirkt sich physiologisch dahin aus, daß sie in den dann folgenden drei bis vier Tagen kein Auge zutun kann Keine sonstige körperliche Störung oder gesundheitliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und nicht die leiseste Trübung der geistigen Fähigkeiten ist zu beobachten. So wird Miß Coburn, die an diesem erstaunlichen Zustand seit genau fünf Jahren leidet, auf ihre alten Tage zu einem Phänomen der Wissenschaft. Geschworene als Gefangene. (ma) Dublin. Ein interessantes Licht auf die noch heute in vielen Teilen Englands und feiner Dominien geltenden Bestimmungen mittelalterlicher Gerichtsordnung wirft die Tatsache, daß der Vorsitzende eines Strafgerichtshofes in Dublin, der in einem großen Mordprozeß zu entscheiden hatte, die Verhandlung an einem Samstag mit der Maßgabe vertagte, daß sämtliche Geschworenen bis zur Wiederaufnahme her Sitzung am Montagvormittag zusammen unter polizeilicher Bewachung in einem einheimischen Hotel eingeschlossen werden müßten. Nach alter Gerichtsordnung nämlich dürfen sich die Geschworenen eines Strafgerichts nicht voneinander trennen, bevor das Urteil gefällt ist. Dem Wunsche einiger Geschworenen, wenigstens ein großes Rugby-Spiel besuchen zu dürfen, das am Samstag in Dublin stattfand, setzte der Vorsitzende des Gerichts eine strikte Weigerung entgegen, erlaubte ihnen jedoch, sich einen Lautsprecher ins Hotel schaffen zu lassen, um das Spiel durch die Rundfunksendung verfolgen zu können. Da die Mehrzahl der Geschworenen Katholiken waren, die am Sonntagvormittag die Messe besuchen wollten, sahen sich die einzigen beiden protestantischen Geschworenen gezwungen, ihre Kollegen in die Kirche zu begleiten, selbstverständlich wieder unter Polizeiaufsicht. „Fließendes Bier" in jedem Zimmer. D. Z. Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt hat man jetzt ein Hotel gebaut, daß außer dem üblichen modernen Komfort eine Anlage besitzt, die zum mindesten den Reiz der Originalität hat. Eine Reihe von Zimmern wird nämlich nicht nur mit fließendem heißen und kalten Wasser versorgt, sondern auch mit eisgekühltem Bier, das man genau wie Wasser aus einem Hahn ablassen kann. Umsonst gibt es das Bier allerdings nicht, denn überall sind Zähler eingebaut, die nach Art der Wasserzähler genau angeben, wieviel Bier in einem Zimmer gezapft worden ist. Um einen verspäteten Silvesterulk hanSchulungs- und Propagandatätig« feit auf dem Gebiete der Rassenpflege und Bevölkerungspolitik unterstützt werden. Hierzu stehea dem Institutsleiter in seiner weiteren Eigenschaft als Leiter auch des Rassenpolitischen Amtes der (Bauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, eine Reihe von weltanschaulich und fachlich besonders geprüften parteiamtlichen Rednern zur Verfügung. Ihm obliegt gleichzeitig auch die Ueberwachung der rassenpolitischen Arbeit innerhalb des NS.-Lehrerbundes, der NS.-Frauenschaft, der HI. und des BDM., sowie die Arbeit im Reichsbund der Kinderreichen. Zur Heranziehung geeigneter Fachkräfte werden besondere Schulungskurse abgehalten für Aerzte, Lehrer, politische Leiter, Gemeinde- und Fürsorgeschwestern, Fachkräfte in der Mütterschulung, weiterhin werden zahlreiche öffentliche Vorträge, Filmvorführungen usw. innerhalb des gesamten Gaugebietes laufend durchgeführt. Neben diesen umfangreichen organisatorisches Aufbauarbeiten werden in einer besonderen Abtei* lung rein wissenschaftliche erbbiologische Arbeiten, so auf dem Gebiet der Zwillingsforschung, des Tierversuchs, sowie auch an Hand eines umfangreichen Krankenbestandes in den anderen Universitätskliniken geleistet. 9ür den Bereich des Kreises Gießen ist das Institut auch die zuständige st a a t l i ch e U n - tersuchupgsstelle auf das Vorhandensein der biologischen Voraussetzungen für die Gewährung von Ehestandsdarlehen, Ausstellung von Heiratszeugnissen u. dgl. sowie des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". „Dienst am lebendigen Volkskörper!" steht in ungeschriebenen Lettern über der Arbeit dieses Hauses, welches eine Schöpfung ist aus nationalsozialistischer Tatkraft und nationalsozialistischem Glauben an die unvergängliche Daseinsberechtigung der deutschen Nation. Es wird und bleibe getragen vom gläubigen Vertrauen des Volksganzen, und es wird sich erweisen als ein sicherer Wegbereiter in eine gesündere, kraftvolle und glückliche Zukunft unseres Volkes. NaubmordversuchlnKrankfurt Der Täler ein mehrfach vorbestrafter Dieb. LPD. Frankfurt a. M., 24. Jan. Eine Frau aus dem Stadtteil Bornheim lernte vor einiger Zeit den 26jährigen Hermann Schwaderlatt kennen. Schwaderlatt besuchte die Frau öfters in ihrer Wohnung, um mit ihr Romme zu spielen. Am 22. dieses Monats besuchte er sie gegen 20 Uhr wieder zu diesem Zweck. Als ihn die Wohnungsinhaberin nach 23 Uhr zum Verlassen der Wohnung aufforderte, weigerte er sich, die Wohnung zu verlassen. Der Wohnungsinhaberin blieb zuletzt nichts anderes übrig, als dem Schwaderlatt einen Stuhl in. den Vorplatz ihrer Wohnung zu stellen, damit er dort die Nacht verbringen könnte. Die Wohnungsinhaberin selbst schloß sich in ihr Zimmer ein. Als sie am andern Morgen aus ihrem Zimmer kam, gab sie dem Schwaderlatt noch Frühstück und verlangte nunmehr, daß er die Wohnung verlasse. Auch jetzt kam Schwaderlatt dieser Aufforderung nicht nach. Er schlug die Frau nieder und versuchte sie unter einer Bettdecke zu ersticken, was ihm aber nicht gelang. Dann steckte er seine Hand in ihren Mund, um sie auf diese Weise zu e r = sticken. Kräftige Bisse in seine beiden Daumen brachten ihn aber von diesem Vorhaben ab. Der Frau gelang es nun, sich loszumachen, um aus der Wohnung zu flüchten. Der Täter ergriff sie aber noch innerhalb der Wohnung erneut und warf sie auf die Erde. In feiner Hand hatte er die Schnur von einem Bademantel, mit der er nun sein Vorhaben aus führen wollte. Auch das gelang ihm nicht, weil die Frau die Schnur festhielt. Jetzt ergriff er aus einem Schirmständer einen Schirm und schlug mit der Krücke auf die Frau ein. Im letzten Augenblick gelang es der Frau, in das Treppenhaus zu flüchten. Dort brach sie aber erneut zusammen. Der Täter versuchte nun, die Frau an den Beinen wieder in die Wohnung zu ziehen. Das gelang ihm nur deswegen nicht, weil inzwischen ein Hausbewohner hinzukam. Der Täter gibt die Einzelheiten der Tat zu, behauptet aber, daß er die Frau nur habe knebeln wollen, um dann von ihr Geld zu verlangen, da er mittellos gewesen sei. Der Täter ist schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft und hat nach einem im letzten August in Höchst begangenen Fahrraddiebstahl in einem Frankfurter Cass einen Selbstmordversuch unternommen, indem er Salzsäure trank. Zur Zeit besteht noch gegen den Täter wegen eines andern Diebstahls zwecks Strafverbüßung ein Haftbefehl. Itundfunkprogramm. Sonntag, 26. Januar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Volk, Geschichte und Kultur", von Universitätsprofessor Dr. Ernst Krieck. 10: „Aus unserem Opfer leuchtet die Unsterblichkeit." SA.-Gruppe Südwest. Es spricht: Gruppenführer. 10.45: Chorgesang. 11.15: Südwestdeutsche Erzähler stellen sich vor: Hermann Eris Busse liest. 11.30: „Von deutscher Art und Kunst", eine Funkfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: öie sind nicht kalt, sie sind nicht warm! Ein Wort an die ewig Unzufriedenen. 15: Deutsche Scholle. 16: „Nette Sachen aus Köln." 18: HJ.-Funk. 18.30: „Menschenwege", eine Textfolge um Emil Strauß anläßlich seines 70. Geburtstages. 19.05: Lied im Volksmund, ein Unterhaltungskonzert. 19.50: Sportbericht. 20: Achtung! Das Rätsel-Mikrophon. Neues musikalisches Rätsel. 22: Nachrichten. Montag, 27. Januar. 6.00 Uhr: Choral: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7.00: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12,00: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. Schneebericht. 13.15: Schloßkonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15.00: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Konzert. 17.30: HJ.-Funk. 18.00: Von Stuttgart: Fröhlicher Alltag. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Schöne Volksmusik. 21.00: „Im Kreise der Familie", drei heitert Szenen. 21.15: Orchester- werke von Bruno Stürmer. 22.00: Nachrichten. Ufer mmnUl.ki^sS- Montag früh 8.15 Uhr beginnt mein INVENTUR-VERKAUF KLEIDER-undSEIDENSTOFFE DAM EN-KON FE KTION Reichhaltige Auswahl Vorteilhafte Preise Zuvorkommendste Bedienung können Sie jetzt billig kaufen. 519 A FERTIG UND ö ÖNACH MASS 510 D bietet Ihnen unser Große Vorteile Inventur-Verkauf Wagengasse. 534 A 512 A Unser Inventur-Verkauf beginnt Montag, den 27. 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Oberbürgermeister Ritter hat vor einigen Tagen bei einem Appell der Gießener SA.-Reseroe einen Rückblick und Ausblick auf die Gießener Kommunalwirtschaft gegeben. Der „Gießener Anzeiger" hat in seiner Ausgabe vom vorigen Samstag über diese Rede eingehend berichtet. Bei der Bevölkerung haben die Darlegungen des Oberbürgermeisters stärkstes Interesse gefunden, da sie über einen Zeitabschnitt berichten, der auch für unsere Stadt eine grundlegende Wendung gebracht hat, und da sie einen Arbeitsplan entwickeln, der für die nächsten Jahre eine Großzügigkeit des kommunalen Schaffens verheißt, wie wir es uns besser nicht wünschen können. Bei der überragenden Bedeutung der Bautätigkeit, einem der wichtigsten 'Schlüsselpunkte der öffentlichen Wirtschaft überhaupt, war es nur natürlich, daß dieser Abschnitt vom Oberbürgermeister an die Spitze seiner Uebersicht gestellt wurde. Was er hier an Ergebnissen zu berichten hatte, legte Zeugnis dafür ab, wie außerordentlich lebendig und fruchtbar sowohl für das Wohnungswesen, wie auch für die Wiederankurbelung der Wirtschaft in diesem Teilgebiet der städtischen Tätigkeit gearbeitet worden ist. Besonders erfreulich ist es, dabei feststellen zu können, daß durch die großzügige Inangriffnahme des Wohnungsbaues die feit Jahren außerordentlich gespannte Lage auf dem Wohnuugsmarkt eine fühlbare Erleichterung erfahren hat, wenn man sich auch auf allen Seiten darüber im klaren sein muß, daß auf diesem Gebiete noch vieles zu tun übrig bleibt, bis das Angebot in Wohnungen einen Umfang erreicht hat, der einen gesunden Ausgleich mit der Nachfrage ermöglicht. Aber die außerordentliche Energie und die weitsichtige Planung, die auf dem Gebiete der Wohnungsbeschaffung in den beiden verflossenen Jahren in gedeihlicher Weise wirksam gewesen sind, bieten im Zusammenhang mit den Erklärungen des Oberbürgermeisters die Gewähr dafür, daß auch für die nächsten Jahre in dieser Arbeit kein Lockerlassen eintreten wird, die Verwaltung es vielmehr als eine ihrer vornehmsten Aufgaben ansieht, hier weiter in der produktivsten Weise als Förderin der Baulvstigen tätig zu sein. In dankenswerter Weise bleibt unsere Stadtverwaltung aber nicht beim Wohnungsbau stehen. Weit darüber hinausareifend mobilisiert und organisiert sie Kräfte und Aufgaben auch auf zahlreichen anderen Gebieten, von denen die heimische Wirtschaft eine weitere fühlbare Besserung erwarten darf. Wenn auch die vordringlichen staatlichen Bauaufgaben mittlerweile in der Hauptsache zum Abschluß gekommen sind, so hat der Oberbürgermeister doch schon beizeiten durch umfassende Planungen Vorsorge dafür getroffen, daß die schaffensfrohen Hande der Arbeiter der Stirn und der Faust nicht zu ruhen brauchen. Man mache sich nur einmal klar, was es für die heimische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit und für Tausende von Volksgenossen als Einzelpersonen bedeutet, wenn die Stadtverwaltung die vom Oberbürgermeister für dieses Jahr angekündigten städtischen Bauprojekte in Angriff nehmen läßt. Da stehen wiederum Arbeitsmöglichkeiten in vielfältigster Weise bereit, um dem Willen des Führers und Reichskanzlers, jedem deutschen Volksgenossen seinen Arbeitsplatz zu verschaffen, im Rahmen der kommunalwirtschaftlichen Möglichkeiten unserer Stadt gerecht zu werden. Durch diese Bereitstellung von Arbeitsstätten wird vielen Familien auch für dieses Jahr wieder ein wirtschaftliches Fundament geboten, auf dem sie ihr Leben aufbauen und als schaffende, zufriedene Menschen eine Keimzelle bilden können, die für das glückliche Gedeihen des Dolksganzen von höchstem Wert ist. Was der Oberbürgermeister an Einzelheiten über diese Arbeitsmöglichkeiten ankündigte, ist für die Gesamtheit der Gießener Einwohnerschaft von größtem Interesse und verdient allgemeine Anerkennung und Zustimmung. Von dem weitsichtigen Arbeitsprogramm möchten wir hier nur einige Punkte von besonderer Bedeutung hervorheben, die eindrucksvoll beweisen, daß hier Kühnheit des Schaffens und weitooraus- schauende Vorbereitung der Verhältnisse und Dinge, aber auch sorgsamste Berücksichtigung der finanziellen Leistungsmöglichkeiten die Triebfedern alles Handelns find. Es wird eine der größten Taten der Stadtverwaltung sein, wenn sie in der seit Jahren schon außerordentlich dringlichen Frage des neuen Gaswerks nun die Lösung herbeiführt, die seit einem Jahrzehnt immer erstrebt, aber nie gefunden wurde. Mit besonderer Genugtuung vermerken wir hier, daß der starke Wille einer selbstverantwortlichen Führung die Dinge mit aller Energie vorantreibt, damit endlich einem Zustand innerhalb unseres Stadtgebietes ein Ende bereitet wird, der schon seit Jahren als völlig unhaltbar angesehen wurde. Mit der gleichen erfreulichen Energie will man in diesem Jahre auch einen Ausbau unseres S t r a ß e n b a h n n e tz e s vornehmen. Die Bevölkerung und vor allem auch die Soldaten begrüßen es, daß der Oberbürgermeister die Schaffung eines Straßenbahn-Pendelverkehrs von der Licher Straße bis zur Waldkaserne und den Anschluß des Südviertels an das Straßenbahnnetz als vordringliche Aufgaben auf dem Gebiete des Verkehrs angekündigt hat, ferner die Verlängerung der Straßenbahnlinie vom Schützenhaus bis zum sogenannten Professoreneck jetzt unmittelbar bevorsteht. Der Oberbürgermeister kann die Gewißheit haben, daß er die Gesamtheit der Bevölkerung hinter sich weiß, wenn er wegen der Ueberwindung des Bahn-Hindernisses mit den maßgebenden Stellen der Reichsbahn Verhandlungen führt. In diesem Zusammenhangs sei nur daran erinnert, daß die Straßenbahnverbindung von Gießen nach Klein-Linden einem schon seit langen Jahren gehegten Wunsche der Bevölkerung beider Orte entspricht; ein Wunsch, der, wenn eine endgültige Lösung der Aufgabe zur Zeit nicht erreichbar ist, ebenfalls durch die Einrichtung einer Pendel- Strecke verwirklicht werden könnte. Wenn wir uns wieder mit Straßenbahnfragen beschäftigen und dabei der Hoffnung Ausdruck geben daß es dem Oberbürgermeister gelingen möchte, recht bald die jetzigen Projekte verwirklichen zu können, so denken wir erneut mit Bedauern daran, daß im Oktober 1927 durch eine Verfügung der damaligen hessischen Regierung der S t raße n - bahnausbau nach Westen hin als Ersatz für die Biebertalbahn unmöglich gemacht, ja geradezu sabotiert worden ist. Wir erinnern uns, daß damals die hessische Regierung durch eine Bekanntmachung im Hessischen Regierungsblatt Nr. 11 vom 30. Juni 1927, Seite 130, gegen den Willen des Kreisamtes Gießen und der Stadt Gießen, ja sogar ohne deren Vorwissen, die Biebertalbahnkonzession auf die Vereinigte Kleinbahnen-Aktiengesellschaften Gießen ehrt seinen Kapitän Gchmehl. Der Mann, dem am gestrigen Freitagabend in der Neuen Aula der Universität eine überaus herzliche Ehrung bereitet wurde, ist für viele Gießener Volksgenossen kein Fremder. Den Kapitän und Oberregierungsrat a. D. Karl Schmehl, einen geborenen Gießener, kennen viele ältere Einwohner unserer Stadt aus der gemeinsamen Jugendzeit, viele weitere Volksgenossen haben ihn bei seinen wiederholten Besuchen im Gießener Marine- Verein, der jetzigen Marinekameradfchaft, als prächtigen deutschen Mann und treuen Sohn seiner Vaterstadt kennen und schätzen gelernt. Obwohl ihn sein Lebensweg schon seit vielen Jahren weit hin- ausaeführt hat in alle Teile der Welt und an die Wasserkante des deutschen Meeres, später nach Berlin, ist er in seiner Gesinnung und in seinem Her- * < -5 67 000 Seemeilen zurückgelegt hat, ohne einen einzigen bewohnten Hafen anlaufen zu können, da ja die ganze Welt mit uns im Kriege stand. Die Maschinen des Schiffes mußten in dieser Zeit mehr als 22,5 Millionen Umdrehungen machen, ohne im Dock gewesen zu sein. Dazu kamen die schwierigsten klimatischen Verhältnise für die Besatzung, furchtbare Kämpfe mit der Gewalt des Meeres, zum Teil Mangel an Proviant und Trinkwaffer, Lecks, Feuer im Schiff, Verwundete und Tote, die Mitführung einer großen Zahl von Gefangenen und Kriegsbeute aus versenkten feindlichen Schiffen usw., kurzum: bei diesem „Himmelfahrts-Kommando" (bei dieser Fahrt waren 99 Prozent der Chance für „Absaufen" und nur 1 Prozent für glückliche Heimkehr) vollbrachte die Besatzung des „Wolf" eine Seemannstat, die einzigartig in der Kriegsgeschichte dasteht. Wir können an dieser Stelle natürlich nicht auf Einzelheiten des überaus interessanten Vortrages eingehen, sondern müssen uns mit einer Gesamt- schau in ganz großen Zügen begnügen. Der „Wolf" fuhr im November 1916 los bis hinauf zum Eismeer, wo er in Schnee und Eis die sechsfache englische Blockade durchbrach. Dann ging es im offenen Atlantischen Ozean vom Eismeer mit 28 Grad Kälte immer weiter hinunter gen Süden, wo der heimische Winter von prächtigem Sommer und großer Hitze abgelöst wurde. Der Auftrag des Hilfskreuzers bestand darin, wichtige feindliche Häfen im schwarzen Erdteil und in den indischen und asiatischen Gewässern durch Versenken von Minen für die feindliche Schiffahrt zu blockieren, außerdem noch dem Feinde nach Möglichkeit Schaden zuzufügen. Diese Aufgabe wurde denn auch von dem Schiff in vollkommener Weise gelöst. Der Vortragende erzählte hierüber von der Minen-Ar- beit vor Kapstadt und anderen südafrikanischen Hafenplätzen, weiter vor den Häfen der Insel Ceylon, dann in den Gewässern der Südsee, Australiens, Japans, Chinas wiederum Indiens usw. Dabei erfuhr man auch, daß der Hilfskreuzer „Wolf" das Flugzeug „Wölfchen" mit sich führte, das bei vielen Unternehmungen dem Hilfskreuzer in prächtiger Weise behilflich war. Man erlebte die vielerlei Geschehnisse an Bord und bei dem Zusammentreffen mit feindlichen Schiffen in anschaulicher Weise mit und war im Geiste, zum Teil auch durch die Lichtbilder, Zeuge, wie der „Wolf" im Handelskrieg feindliche Schiffe versenkte und dadurch insgesamt rund 300 000 Tonnen feindlichen Schiffsraum auf den Meeresboden Köln a. Rh. übertrug und damit diese Konzession bis zum Jahre 1996 feststellte. Durch jenen Regierungsakt wurden außerordentlich wichtige Interessen der Stadt Gießen und ihres Hinterlandes im Biebertal schwer verletzt. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 239 vom 12. Oktober 1927 und Nr. 242 vom 15. Oktober 1927 haben wir gegen jene unerhörte Entscheidung mit allem Nachdruck Stellung genommen, aber dieser öffentliche Einspruch hat damals ebensowenig Erfolg gehabt, wie die Abwehr der Gießener amtlichen Stellen. Heute möchten wir die Frage aufwerfen, ob denn jene unverständliche und für unsere engere Heimat schädliche Entscheidung nicht revidiert werden könnte. Mit besonderem Interesse hat man in der Bevölkerung auch die Darlegungen des Oberbürgermeisters über unser Marktwesen vernommen. Sein Standpunkt in der Viehmarkt-Frage gibt den Volksgenossen in Stadt und Land eine klare Antwort auf manche Fragen, die der einzelne bisher unbeantwortet mit sich herumgetragen hat. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die von dem Oberbürgermeister für den Viehmarkt ausgesprochenen Voraussetzungen zu einer Reform an Haupt und Gliedern möglichst bald erfüllt fein werden, damit dann in unserem Diehmarkt-Wesen eine Grundlinie anzutreffen ist, die im Einklang steht mit dem Empfinden und Denken aller deutschen Volksgenossen. Daß trotz der jetzigen Verhältnisse auf dem Viehmarkt der Plan eines weiteren Ausbaues unserer Viehmarkt-Einrichtungen nicht zurückgestellt wurde, sondern eine zeitgemäße Erweiterung und Verbesserung noch in diesem Jahre durch die Errichtung einer Vieh-Auktionshalle stattfinden soll, ist nicht nur im Interesse der Menschen, die bei Wind und Wetter auf dem Diehmarkt tätig sind, sondern auch im Hinblick auf die Tiere nur zu begrüßen. Der berechtigten Forderung eines verantwortungsbewußten Tierschutzes wird durch diese Maßnahme Genüge geleistet werden. Erfreulich ist ferner, daß auch die übrigen Einrichtungen unserer Gießener Märkte der weiteren Förderung durch die Stadtverwaltung teilhaftig werden und damit mancherlei Mängeln der bisherigen Verhältnisse abgeholfen werden wird. Das Urteil des Oberbürgermeisters über die Beziehungen zwischen der Stadt und der Universität und der Garnison entspricht in jeder Hinsicht dem Empfinden der Bürgergesamtheit und auch den wirtschaftlichen Notwendigkeiten unseres Gemeinwesens. Seit unzählbaren Jahren haben zum Gießener Bürger der Student und der Soldat so untrennbar gehört, wie das leibliche Kind zu seinen Eltern. Und alle Teile sind bei dieser Innigkeit des Verhältnisses stets gut gefahren. Daher ist es auch verständlich, daß unsere Gießener Bevölkerung allen Angelegenheiten der Universität und der Garnison immer das lebhafteste Interesse entgegenbringt und die Meinung vertritt, daß der Student und der Soldat auch für alle Zukunft ihren Platz in der Stadt Gießen als jahrhundertalte Uni- versitäts- und Garnisonstadt behalten müssen. Dazu kommt noch, daß unser Gemeinwesen in vollem Ausmaß der Anforderung gerecht wird, die Oberbürgermeister Ritter in seiner großen Rede dergestalt zum Ausdruck brachte: „Daß es eine alte nationalsozialistische Forderung sei, die Jugend aus dem Bereich der Großstadt herauszubringen und möglichst eng mit den kleineren Städten und dem Lande zu verbinden. Diese Forderung gelte auch für die Universität." Als wirkungsvolle Krönung feines Berichts gab der Oberbürgermeister einen Einblick in die Lage des städtischen Haushalts. Was er hierüber mitteilte, verdient die besondere Beachtung der Einwohnerschaft und zeigt eindrucksvoll, wie außerordentlich sorgsam und produktiv die Finanzen unserer Stadt in den beiden verflossenen Jahren behandelt wurden. Der Oberbürgermeister als Leiter der Stadtverwaltung hat allen Grund, stolz darauf zu sein, daß ihm nicht nur der Ausgleich des Voranschlags möglich war, sondern daß er auch noch Fehlbeträge der letzten Jahre decken und mit der Schuldentilgung beginnen konnte. Wie außerordentlich erfreulich das Bild der städtischen Finanzen sich gegenüber früheren Jahren gewandelt hat, konnte er auch noch mit dem Hinweis daraus erläutern, daß noch vor zwei Jahren bei sämtlichen Banken erheblich überzogene Konten der Stadt mit Zinsbelastungen bestanden, dagegen der Ausweis der Stadtkasse von Ende 1935 ein erfreuliches Guthaben bei allen Banken mit Zinsgutschriften zeigt. An Hand von einigen Hinweisen auf Haushalts-Einzel- posten, wie z. B. erhebliche Senkung der Wohlfahrts- lasten und beachtliche Steigerung von Steuererträgen, konnte der Oberbürgermeister das in einer großen Gesamtlinie skizzierte Bild der erfreulichen Entwicklung der städtischen Finanzwirtschaft noch wirkungsvoll in Teilstrichen erweitern. Mit Recht wies er zur Begründung dieses Wandels darauf hin, daß diese erfreulichen Gesundheitsmerkmale in unserem städtischen Haushalt ebenfalls nur auf die Maßnahmen der Reichsregierung zurückzuführen find. Wenn wir heute den gesamten Aufgabenbereich unserer Gießener Kommunalwirtschaft im Verlaufe der verflossenen zwei Jahre an Hand des rück» schauenden und für die weitere Entwicklung wegweisenden Berichts des Oberbürgermeisters überblicken, so müssen wir mit Befriedigung feststellen, daß auch unsere Stadt Gießen unter der nationalsozialistischen Führung eine sehr erfreuliche Aufwärtsentwicklung erlebt hat. Und wir müssen ferner bekennen, daß es auch um die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens unter seiner jetzigen tat- frohen, weitblickenden und wagemutigen Führung gut bestellt sein wird, wenn die Einwohnerschaft dem Leiter der Stadtverwaltung in der gleichen Weise wie bisher voll Vertrauen, Geschlossenheit und Disziplin Gefolgschaft leistet. Daß dieses Vertrauen durch ein glückliches, produktives Schaffen bisher verdient wurde und auch für die Folgezeit in vollem Maße am Platze ist, ergibt sich von selbst aus der sehr befriedigenden Kommunal-Bilanz, die Oberbürgermeister Ritter unter dem starken Beifall seiner Zuhörer entwickelt hat. 325 V NESTLE KINDERNAHRUNG Deutscher Erzeugnis QWlidtefe Weg: -UeMeKoeHüte schickte; man erlebte weiterhin die Kohlenübernahme aus erbeuteten feindlichen Schiffen auf offener See, die Uebernahme von Schiffsladungen aus Feindschiffen in den eigenen Schiffsraum, soweit es sich um Dinge handelte, die für die Heimat von großem Wert waren; u. a. brachte der „Wolf" rund 420 000 Pfund Tee als Beute mit nach Deutschland zurück, wo er sehr willkommen war. Dazu brachte der „Wolf" auch noch 735 Menschen (Männer, Frauen und Kinder) aller Nationen als Gefangene von fremden Schiffen mit nach Kiel zurück, nachdem er mit dieser „Einquartierung" monatelange Fahrt durch alle Meere hatte machen müssen, ohne einen Hafen anlaufen zu können. Mit Humor sagte S ch m e h l, Vater Noah hätte neidisch werden können, wenn er diese neuzeitliche Arche Noah des „Wolf" gesehen habe. An Hand vieler Einzelschilderungen konnten die Zuhörer weiterhin die Feststellung machen, daß die Der Reichsberufswettkampf ist der große disziplinäre Akt der Jugend. von der feindlichen Propaganda im Kriege in aller Welt behauptete deutsche Barbarei eine der ungeheuerlichsten Lügen war, die jemals die Welt erlebt hat; das bezieht sich auch auf den „Wolf", dem man ebenfalls Barbarei nachgesagt hatte, dessen Besatzung aber in klarer Weise bewiesen hat, daß bei all ihrem Handeln die Gesetze der Menschlichkeit nicht im geringsten verletzt worden sind, sondern Ritterlichkeit und edles Menschentum bei ihm immer Geltung hatten. Wie der „Wolf" seine Ausreise durch den größten Teil der Weltmeere bis in den Stillen Ozean ausgedehnt hatte, so mußte er auch seine Heimfahrt von dort wiederum durch alle Meere machen, ohne die Hilfe eines Hafens genießen 3U können. Daß diese Fahrt glücklich verlief, gereicht der Führung, den Offizieren und der Mannschaft des „Wolf" zur unvergänglichen höchsten Ehre, zumal dabei noch die Sorge um die Gefangenen und um die Versorgung des Schiffes mit allen Notwendigkeiten täglicher Gast der Besatzung war. Und als dann die kühnen Seefahrer wiederum nach der Fahrt durch den ganzen Atlantik und das Eismeer erneut die sechsfache englische Blockade durchbrochen hatten und unmittelbar vor dem Heimathafen Kiel standen, mußten sie aus einem Anruf eines deutschen Wachschiffes vernehmen, daß man daheim den Hilfskreuzer „Wolf" nach seiner 15monatigen Abwesenheit, in der keinerlei Nachricht nach der Heimat gegeben werden konnte, für verloren und die Besatzung für tot erklärt hatte. Das gab nun natürlich ein gewaltiges Hallo, als das „verlorene" Schiff mit der „toten" Besatzung leibhaftig wieder da war und sogar noch viele Gefangene und eine große Beute mit sich brachte. Im Heimathafen Kiel endete dann im Februar 1918 die unvergeßliche Fahrt. Am Schlüsse seines Vortrages ermahnte Kapitän Schm e hl das deutsche Volk, stets in Einigkeit und Geschlossenheit zusammenzustehen, so wie der Führer Adolf Hitler es jetzt erreicht habe, denn nur dann werde es wieder zur Weltgeltung gelangen. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) O^erreqierunasrat Dr. Gchoenba^s als Vertreter des Goethe-Bundes sprach dem Vortragenden herzlichsten Dank aus und betonte dabei, wie sehr man in Gießen diesen Vortragsabend mit Freude begrüßt und erlebt habe. Ebenso wie der Vortragende wies auch dieser Redner auf das hehre Beispiel des Führers hin, dem die große Versammlung mit freudigen Sieg-Heil-Rufen Gruß und Treugelöbnis darbrachte. Der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes bildete den Abschluß des schönen Abends. Aus der provinzialhaupistadt Der dörfliche Jungbrunnen. Zeit zu Zeit Manche ver- Wort erklärt ig: Professor Stefan Lore Fischer, Stutt- Temesvary. Solistin: Es ist gut, wenn wir Städter von einen Blick in das dörfliche Leben tun. , gesfen vielleicht im Zeitalter der Technik, daß dort in den abgelegenen Ortschaften auch noch eine „Welt" ist. Keineswegs ist das eine Welt für sich, sondern sie ist eng verbunden mit uns. Aber wie selten kommt manchem das zum Bewußtsein! Aus den Dörfern zogen einst unsere Vorfahren in die Stadt. Wer die Welt recht verstehen will, der muß seine engere Heimat, seine Urheimat, erkennen und beobachten, sonst hat er keinen Grund unter den Füßen. Im Alter sieht man das manchmal erst ein, wenn es schon bald zu spät ist. Die fugend stürmt vorwärts und vergißt zu leicht die eigentliche Frost und Hitze. Das Festhalten des Landvolkes am Altherge- brachten wird von manchen Städtern gelegentlich lächerlich gemacht. Jene sollten mit viel mehr Ernst und Ehrfurcht gerade diese dörfliche Seite beachten. Das ist keine Starrköpfigkeit, sondern Liebe zu unseren Vorfahren. Was ihnen einst heilig war, das wollen die Landbewohner auch ferner in Ehren halten. Freilich dürfen wir uns nicht verhehlen, daß es auch Feindschaften in jedem Dorfe gibt, und so wie die Nachbarschaft gepflegt wird, so geht es auch oft mit dem Haß und dem Neid. Durch Geschlechter hindurch können wir das verfolgen. Erfreulicherweise sind ja jetzt die politischen Parteien verschwunden, und von dieser Seite droht keine Störung der Gemeinschaft mehr. Das spürt man auch auf dem Lande. Frieden und Eintracht kehrten ein, wo noch vor Jahren Zank und Streit herrschten. gart, (Alt). Preise von 1 bis 3 Mark, Freier Kartenverkauf nur Musikalienhandlung Challier. — Mittwoch, 29. Januar, von 19.30 bis 22.30 Uhr, die Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Daul Wrede. Tänze: Thery Schultheis, 15. Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 31. Januar, von 20 bis 23 Uhr, „Maskenball", Oper von Verdi. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. 16. Freitags-Abonnement. — Samstag, 1. Februar, von 18.30 bis 21.30 Uhr, als geschlossene Werkvorstellung „Die Fledermaus", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul Wrede. Tänze: Thery Schultheis. Kein Kartenverkauf. — Sonntag, 2. Februar, von 19 bis 21.30 Uhr, außer Abonnement, das elegante Gesellschaftsstück Wenn wir so bei den Bekannten und Nachbarn stehen, den Tagesgesprächen lauschen und die Ruhe und Behaglichkeit miterleben, die sich über dem ganzen Dorfe ausgebreitet haben dann kehrt auch in unserem Herzen die Sehnsucht nach Zufriedenheit und Stille ein. Wir kehren mit ganz anderen Gefühlen zu unserm Arbeitsort in der Stadt Aurücf Wir haben wieder einmal am Jungbrunnen des Lebens getrunken und gespürt, daß es keine Uebertreibung ist, wenn betont wird, daß alles Gesunde und Starke aus unseren Dörfern kommt. ____________ eigentlich alles. Daß jemand eirte besondere Rolle spielen will, kommt selten vor. Jeder fügt sich gern und willig in die Gemeinschaft ein. Haben doch die Bauern alle dasselbe zu tragen: Regen und Sonnenschein, Heimat. . . Ich freue mich immer wieder, wenn ich einige Tage oder gar Wochen in einem Dorfe verbringen kann, denn nicht nur der Anblick eines Dorfes erwärmt mir das Herz, sondern auch das dörfliche Leben. Es ist da doch manches anders als m Der Stadt. Wir fordern Kameradschaftlichkeit imBeruf, im Leben. Wir wollen die Volksgemeinschaft fordern. Da geht einem das Herz auf, wenn man erlebt, wie schlicht und natürlich sich diese Kameradschaft auf dem Dorfe auswirkt. Durch die Gleichartigkeit der Arbeit ergeben sich ganz von selbst Zusammenhänge, die vielen in der Stadt fremd sind. Die sozialen Unterschiede fallen fast ganz weg. ^yenn ein Bauer neben einem Arbeiter wohnt, so mern man das kaum. Sie sind eben Nachbarn, und Die Nachbarschaft auf Dem Lande ist eine Ehrensache. Sie wird nicht nur in Ehren gehalten, sondern bewußt gepflegt. Die Nachbarn nehmen teil an Freud und Leid, die die andern treffen. Diese ehrliche Nachbarschaft wird gewissermaßen von den Eltern auf die Kinder vererbt. Die alten Nachbarn, die vielleicht weitab wohnen, bleiben doch die Nachbarn. In den meisten Fällen geht die Nach-, barschaft über die Verwandtschaft. Freilich eins können wir auch beobachten: eine eigentliche Freundschaft ist die Nachbarschaft nicht überall. Sie beruht auf größter Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, eine gewisse Gemessenheit, ja Zurückhaltung können wir Da feststellen. Aber was das Leben so bringt, das wird freudig mit den Nachbarn geteilt. Innerhalb dieses Kreises gibt es keine Geheimnisse. Das kann man auch leicht verstehen bei der Bauweise der Dörfer. Wer ein Geheimniskrämer fein will, der ist nach Ansicht unserer Landbewohner kein rechter Nachbar. Es gibt auf dem Lande ein Wort, das wir oft von Den Eltern gehört haben. Es heißt: „Was sollen die Nachbarn dazu sagen!" Dieses Der Spielplan des Gießener Sladtlhealers vom 26. Januar bis 2. Februar. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 26. Januar, von 19 bis 22 Uhr, außer Abonnement, die klassische Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß. Das Werk kommt in neuer Inszenierung und Ausstattung unter Der musikalischen Leitung von Kapellmeister Paul Walter und unter der Spielleitung von Paul Wrede in der Premierenbesetzung zur Aufführung. Tänze: Thery Schultheis. — Montag, 27. Januar, von 20 bis 22.30 Uhr, als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne der große Uraufführungserfolg, zum letzten Male, „Der Stern von Sevilla" von Lope de Vega. Aus dem Spanischen übersetzt und frei bearbeitet von Hans Schlegel. Spielleitung: Der Intendant. — Dienstag, 29. Januar, von 20 bis 22 Uhr, 3. Symphoniekonzert des Gießener Konzertvereins. Das Konzert gilt zugleich als 5. Abonnementsko.i- zert des Gießener Konzertvereins und als 16. Dienstag-Abonnement. Werke von Brahms, Reger, Beethoven, Haydn, ßeituni "" ' Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Erg.-Bataillon 53 Gießen: Wiedersehensfeier in der Volkshalle zu Gießen. — NSG. „Kraft durch Freude: ab 15.30 Uhr allgemeine Körperschule und Waldlauf auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Stadttheater: (Deutsche Bühne): 20 bis 22.30 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Henker, Frauen und Soldaten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Stutzen der Gesellschaft". — Gesangverein Heiterkeit: 20.30 Uhr Hauptversammlung im Schipkapaß. — Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund): 20.30 Uhr Jahreshauptversammlung im „Pfälzer Hof . Marinekameradschaft: Jahreshauptversammlung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: Ausstellung Münchener Maler. Tageskalender für Sonntage Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr: „Die Tanzaräfin" — Gloria-Palast (Seltersweg) „Henker, Frauen und Soldaten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Stützen der Gesellschaft". — Reichsfachgruppe Imker 14 Uhr Jahreshauptversammlung im Hotel Hopfeld. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: Ausstellung Münchener Maler. „Eine Frau ohne Bedeutung" von Oscar Wilde. Übersetzung und Neubearbeitung von K. Lervs. Spielleitung: Der Intendant. Rudolf G. Rinding liest in Gießen. Der bekannte und vielgelesene Dichter Rudolf G. B i n d i n g wird, wie man uns schreibt, aus ym- ladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins am kommenden Montagabend aus eigenen Werken lesen. Dindings Gedichte, Novellen und Legenden sind weiten Kreisen bekannt. Mehr noch, fein Name ist zum Inbegriff einer Dichtungsgattung geworden. Binding gehört nicht zuden Vielschreibern, die jahraus, jahrein ihrer Leserschaft einen Band liefern. Er hat nur geschrieben, wenn er etwas Einzigartiges erlebt und zu gestalten patte. So schreibt der Dichter wohl eines der schönsten und tiefsten Kriegsbücher. Das beglückende Erlebnis eines Vortragsabends dieses Dichters ist Der wunderbare Einklang der Persönlichkeit mit Dem Werk. (Siehe heutige Anzeige.) Goldenes Doktorjubilcium. Am morgigen 26. Januar kann der frühere Leiter des Landgraf-Ludwig-Gyrnnasiurns in Gießen, Oberstudiendirektor Dr. Baur, der Mitte Februar 1927 in den Ruhestand trat, sein goldenes Doktorjubiläum begehen. Oberstudiendirektor Dr .Baur, der am 8. Oktober 1861 in Friedberg geboren wurde, besuchte von 1867 bis 1870 die Volksschule, bann bis 1877 die Realschule und Progymnasium in Friedberg. Vom Herbst 1877 bis zum Herbst 1879 wurde er im Gymnasium zu Darmstadt unterrichtet, wo er auch die Reifeprüfung bestand. Er studierte dann klassische Philologie, Deutsch und Geschichte in Gießen und in Berlin, anschließend wiederum in Gießen. Seine Doktorprüfung bestand er mit magna cum laude. Dann trat er in den hessischen Schuldienst ein, in dem er an den höheren Schulen in Büdingen, Gießen, Darmstadt, Laubach und schließlich wiederum in 271 ' Em preußischer Leonidas. Don Hans Franck. Als während des Zweiten Schlesischen Krieges, nach der Schlacht bei Hohenfriedberg, Friedrich der Große in Böhmen eingebrochen war, geriet sein Heer unvermutet in eine Bedrängnis, daß es nur durch die Heldentat eines preußischen Offiziers und feiner ihm bis zum Letzten ergebenen Mannschaft gerettet werden konnte. Der König war von dem Jubelsturm des Sieges so mühelos vorwärts getrieben worden, baß er nicht einmal Bedenken trug, auf einer schmalen, durch den Chef seiner Pioniere in kürzester Frist erbauten Notbrücke über die Elbe zu rasen. Sobald er aber — drüben angelangt — die Lage prüfte, erkannte Friedrich, daß er in eine Falle geraten war. Die Oesterreicher, welche ihn auf drei Seiten umschlossen, standen plötzlich; und das Gebot des Handelns konnte nun nicht mehr von ihm ausgegeben werden; es war auf den Befehlshaber der Feinde, den Prinzen Karl von Lothringen, übergegangen. Griffen die Preußen an, so bestand Gefahr, daß die Zange des österreichischen Heeres sich hinter ihnen schloß und eine noch bis vor kurzem siegreiche Armee — jetzt auf allen vier Seiten umzingelt — in schimpfliche, den Krieg entscheidende Gefangenschaft geriet. Machten die Preußen aber den versuch, das rückwärtige Ufer der Elbe wiederzugewinnen, so würden ohne allen Zweifel die Oesterreicher angreifen und mit solchem Ungestüm nachdrängen, daß auf der alsdann unter feindlichem Feuer liegenden Brücke eine Katastrophe ohnegleichen unvermeidlich war. Für die Lage des preußischen Heeres gab es nur noch ein Wort: verzweifelt. Karl von Lothringen wußte es und wartete. Denn er stellte fest — und Friedrich mußte dieser Feststellung zähneknirschend zustimmen —: jeder Tag, an dem nichts geschah, bedeutete Gewinn für die Oesterreicher. Die Verpflegung der Preußen wurde von Mahlzeit zu Mahlzeit schwieriger. In ihrem zu weit vorgeschobenen Lager wütete die Ruhr. Der Siegestaumel war in katzenjämmerliche Ernüchterung um« geschlagen. Mut und Zuversicht sanken mit der herbstbedrängten Temperatur um die Wette. In der Tat: es stand verzweifelt um das preußische Heer. Nur noch einer konnte helfen: der „große Alliierte". Am Morgen des 20. September 1745 lag dichter Nebel über der Elbe. Der stieg und stieg, wogte nach hüben, wogte nach Drüben. Es war, als wolle er ganz Böhmenland auslöschen. Friedrich, welcher lange schon wußte, daß „der da oben" die Menschen nicht durch Wunder errettet, sondern sich dar- auf beschränkt, uns den Ausweg aus der Gefahr freizulegen und abzuwarten, ob wir ihn sehen und uns dieser Hilfe durch das Wunder einer übermenschlichen persönlichen Tat würdig erweisen, Friedrich erkannte: Die Rettung! Er beschloß, den Einsatz zu wagen. Damit war für manchen seiner Soldaten jenes schwarze Los gefallen, das „Tod" heißt, unerbittlich, unausweichlich „Tod!"? Freilich. Aber die Rettung des Ganzen machte die Opferung einzelner notwendig; die Erhaltung des Lebens vieler Tausende — und damit der Zukunst des preußischen Staates — war mit dem Tode von Hunderten nicht zu teuer bezahlt. In einer Minute war der Plan Friedrichs festgelegt. Seine Wahl für den Befehlshaber der zu Opfernden fiel auf den Obersten von Treskow, einem ungewöhnlich schnell beförderten, ebenso tüchtigen wie verläßlichen Reitersmann. Der wurde gerufen. Bald darauf stand — hochgereckt, jede Muskel des Körpers gespannt, jede Fiber der Seele dienstbereit — ein preußischer Offizier vor seinem König. Friedrich riß mit wenig Worten sein Be» fehlsgebäude auf: Rückzug des Heeres über die Elbe, bevor der Nebel weicht — währenddessen Anariff der Oesterreicher durch sein Regiment — wohlgemerkt: Scheinangriff! — aber mit solcher Wucht zu führen, daß der Feind die gesamte preußische Armee im Vordringen glaubt — dem Ansturm Des Lothringers unter allen Umständen standhalten? — bis das preußische Heer drüben auf dem andern Ufer angelangt ist, standhalten! — Verstanden? „Zu Befehl!" antwortet ein preußischer Offizier, will salutieren und kehrtmachen, um die Ausführung dessen oorzubereiten, was ihm sein König aufgetragen hat. Friedrich hält den Obersten von Treskow zurück und fragt: „Ist Er verheiratet?" „Jawohl, Majestät." „Kinder?" „Zwei. Wie mein Vater. Einen Jungen von vierzehn und einen von dreizehn Jahren." „Also hat Er einen Bruder. Nur einen. Keine Schwestern?" „Nein." „Wo befindet sich Sein Bruder?" „Im Heer des Königs. Als Leutnant bei meiner Schwadron." „Als — Leutnant?" „Wir, mein Bruder und ich, sind uns nicht, wie meine beiden Jungen, im Abstand eines Jahres gefolgt. Sondern im Abstand eines Jahrzehntes." „Ist Er wohlhabend?" ..Das Gnt Jäckel wirst für Die Meinen ausreichend zum Leben ab." „Versteht Er was von Der Landwirtschaft?" „Die lernt man bei uns zu Hause wie Essen und Trinken, wie Reiten und Schießen. Man fann’s und weiß nicht, wie man dazu gekommen ist." „Auch sein — Bruder hat auf solche Weise Die Landwirtschaft erlernt? So daß er einem Gut erfolgreich oorstehen kann?" „Besser als ich, dessen Lebenskompaß seit Kindertagen auf Krieg zeigt." Der König nickt. Der Oberst von Treskow reißt sich zusammen, will wiederum salutieren und kehrtmachen. Doch bevor es geschehen kann, sagt Friedrich beiläufig, zu beiläufig: „Schick Er mir sogleich Seinen Bruder! Den Leutnant. Ich möchte einen Brief nach Berlin expedieren. Einen Brief, den ich nur in Die HänDe eines Offiziers legen kann." Da ermißt Oberst von Treskow Die ganze Be- Deutung Des Befehls, Der ihm rourDe. Durch feinen hochgereckten, überlangen Körper läuft ein Schauder — ein Baum erschauert so, dessen Herzwurzel der erste Axthieb traf, und ehe er es zu verhindern vermag, ruft er aus: „Majestät?!" „Sjat Er in Seinem Leben schon einmal von Leonidas gehört?" fährt Der König feinen Offizier an. Der strafft sich und antwortet: „Es gibt keinen Helden der Geschichte, von dem ich — auf Befehl des Vaters — nicht durch unfern Hauslehrer gehört hätte." „Repetier Er, was Er von Leonidas noch weiß!" befiehlt der König. Und der Oberst von Treskow, Vater von zwei Kindern, sagt — als ob er ein Schüler wäre, der vor feinem Lehrer steht, befehlsgemäß auf: „Leonidas, König von Sparta, verteidigte 480 v. Ehr. den Engpaß von Thermopylä, um das persische Heer des Terxes so lange aufzuhalten, bis die griechische Flotte bei Arthemision gesiegt hatte. Als der Ansturm der Perser zwei Taae lang von Leonidas abgewiesen worden war, lieh Lerxes durch einen Verräter Truppen in seinen Rücken führer. Leonidas schickte sein Heer nach Hause und kämpfte mit 300 auserwählten ©partialen gegen viele Tausend Perser, bis nicht einer der heldenmütigen Verteidiger mehr am Leben war. Auf solche Weise rettete er sein Vaterland. Dieses ließ ihm zum Dank ein Grabmonument errichten, auf dem zu lesen stand: „Die hospes, Spartae nos te hic vidisse iacentes, Dum sanctis patriae legibus obsequimur.“ Das ist: „Wand'rer melde von uns Den Bürgern Spartas Die Botschaft: Fstgsam heil'gem Gesetz ruhen im Grabe wir hier." „Soll ein Spartaner einen preußischen Offizier beschämen?" fragt Friedrich der Große mit schneidender Schärfe. „Nein, Majestät", antwortet Oberst von Treskow. „Ich werde — zum Zeichen, daß Er mit Seinem Angriff zu beginnen hat — Die Musik spielen lassen. Sobald Der Uebergang Des preußischen Heeres zum jenseitigen Ufer Der Elbe ausgeführt ist, gebe ich Befehl, daß man drüben Die Kirchenglocken läutet. Dann Darf Er sich zurückziehen. Dann er ft! Nicht eine Minute früher. Hat Er oerftanDen?" „Jawohl." „Alles?" „Alles, mein König." Die Hände zweier Männer liegen ineinander; länger, fester, warmherziger als üblich. Denn beide', Feldherr und Offizier, wissen, daß sie sich nicht wie» dersehen. — Friedrich der Große gab Befehl zum Rückzug des preußischen Heeres über Die Elbe. Oberst von Tres- 1 kow schickte seinen BruDer zu Dem König, sprach ein- Dringlich mit einem beifeite genommenen Leutnant, ohne Daß irgenDwer eine Silbe Dieses Gesprächs hören konnte, und gab Befehl, Daß Patrouillen auf- klärend zum FeinD vorfühlten. Um neun Uhr erscholl plötzlich preußische Militärmusik. „Also wie festgelegt hanDeln!", rief Oberst von Treskow Dem Leutnant zu; so laut, Daß die Mannschaften aufmerksam wurden und jedes Der nachfolgenden Worte befriedigt in sich einließen. „Den Brückenkopf unter allen Umständen so lange für uns frei halten, bis der König von drüben her Den Befehl zum geordneten Rückzug gibt!" Der Leutnant grüßte Gelöbnis und sprengte mit einigen Leuten Der Elbe zu. Oberst von Treskow griff Die Oesterreicher an. Das geschah mit solchem Ungestüm, mit so verbissener Wut, mit einem Geschick, daß Karl von Lothringen — an freier Sicht durch den Nebel gehindert— glaubte, Friedrich habe aus Verzweiflung nun doch den Angriff mit seiner ganzen Armee befohlen. Um den Gegner noch tiefer, als schon geschehen, in die Falle zu locken, beschränkte er sich einstweilen auf die Verteidigung, um erst dann, wenn die Vernichtung des preußischen Heeres unausbleiblich war, mit ganzer Kraft zu dem sorg- sam vorbereiteten, einklammernden Gegenstoß auszuholen. Heldenmütig, keine Verluste scheuend, bedrängte Oberst von Treskow die Feinde. Es wurde zehn — es wurde elf — es wurde Mittag — da wankte Der Nebel, lichtete sich, fchwanD hin vor der siegreichen Sonne, und Die Oesterreicher mußten — vor Wut schäumend — feststellen: „Das preußische Lager ist leer! Friedrich steht mit seiner Armee jenseits der Elbe!" In diesem Augenblick begannen Drüben Kirchenglocken zu läuten. Aber auch wenn es nicht erst jetzt geschehen wäre, Da nach einem kreischenden „Drauf!" Karls von Lothringen die Zange des vorstürmenden österreichischen Heeres sich erbarmungslos um das Häuflein der hüben zurückge- lafsenen Preußen schloß, auch wenn der erlösende Rückwartsruf früher erklungen wäre — Oberst von Treskow hätte sich nicht zu seinem König hinüber retten können. Denn er hatte Dem beiseite genommenen Leutnant in Wahrheit Den Befehl gegeben, hinter Dem letzten preußischen Soldaten des ans jenseitige Ufer gehenden Heeres sogleich mit Dem Abbruch Der Brücke zu beginnen. So fielen, einer nach Dem anDem, Die abgeschnit- tenen preußischen Reiter unD ihr Befehlshaber, Die eine Armee retteten; bis fein einziger von ihnen mehr am Leben war. Als König Friedrich Die Nachricht von Dem Ende Des Obersten von Treskow überbracht wurde, sagte er: „Ein preußischer Leonidas". Dann schwieg er lange. Endlich kam es stoßweise aus seinem Munde: „Möge sein Volk — durch ewigen Nachruhm — sich an ihm bewähren — wie er sich — an seinem Volke bewährte." Wieder eine lange Panse. Plötzlich reckte Friedrich Der Große sich auf, sah feinen Offizieren in Die Augen und rief königlich: „Der Kampf geht weiter, meine Herren. Bis zum Sieg!" Gießen wirke, wo er Zuletzt bis zum UeberkrM In den Ruhestand als Oberstudiendirektor Leiter des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums war. Neben seinem' Schuldienst widmete er sich in ehrenamtlicher Tätigkeit der Arbeit für den Flottenverein und für den Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien in der Ortsgruppe Darmstadt, ferner der Tätigkeit für das Rote Kreuz der Ortsgruppe Gießen. Während seines Ruhestandes arbeitete er weiter für das hiesige Rote Kreuz, ferner hielt er im Rahmen der Volkshochschule Vorträge über „Goethe, sein Leben und sein Werk". Sowohl bei seinen früheren Schülern und den Lehrern, wie auch in weiten Kreisen der Bevölkerung genießt Oberstudiendirektor Dr. Baur infolge seiner ausgezeichneten Eigenschaften als Pädagoge und als Mensch höchste Wertschätzung. Mitarbeiter in der Kreisjugendwaltung. Kreis Gießen. D i e n st st e l l e : Gießen, Schanzenstraße 18 (Zimmer 14), Telephon: 3785 und 3688. Kreisjugendwalter: Dr. Rich. Schmidt. Sachbearbeiter für die RBG. Nahrung u. Genuß: Erich Römer, Gießen, Bahnhofstr. 64, Tel.: 3280. Sachbearbeiter für die RBG. Druck und Papier: Karl Brücket, Gießen, Gießener Anzeiger. Sachbearbeiter für die RBG. Textil, Bekleidung und Leder: Ferd. Dörfner, Gießen, Marburger Straße 36. Sachbearbeiter für die RBG. Bau und Holz: Heinrich Ommert, Gießen, Walltorstraße 32. Sachbearbeiter für die RBG. Eisen und Metall: Erich Zeidler, Gießen, Ludwigstraße 7. Sachbearbesker für b!e RBG. Stein und Erde, Chemie, Bergbau: Arthur Schreier, Gießen, In Löbershof 9. Sachbearbeiter für die RBG. Verkehr und öffentliche Betriebe, Handwerk: Willi Zodel, Gießen, Asterweg 65. Sachbearbeiter für die Deutsche Uebungswirt- schaft, RBG. freie Berufe, Banken und Versicherungen, Handel: Dr. Richard S ch m i d t, Gießen, Schanzenstraße 18. Sachbearbeiter für die RBG. Landwirtschaft: Heinr. Mengel, Hattenrod, Kreis Gießen. Mitarbeiterinnen in der Kreisjugendwallung. Kreisjugendreferentin: Elis. Wall, Gießen, Marburger Straße 58. Referentin für die RBG. Eisen und Metall, Druck und Papier, Chemie, Stein und Erde, Leder und Holz: Ortrun M i ck e l, Gießen, Marburger Straße 79. Referentin für die RBG. Textil und Bekleidung: Erika Heinrichs, Gießen, Rodheimer Str. 5. Referentin für die Hausgehilfinnen: Gerda R e i d t, Heuchelheim. Referentin für die Deutsche Uebungswirtschaft, Banken und Versicherungen, Handel, freie Berufe: Annemarie Bergmann, Gießen, Mühlstraße 6. Referentin für den Reichsnährstand: A. Müller, Vezirksjugendwartin Grünberg, Gasthaus Müller. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 25. Ian. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete unter 50 Gramm 10, über 50 Gramm 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 6 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 80 bis 85 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 25 bis 45, Salat 35, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf. Reichsnährstandsbeiträge fällig! Der zweite Teilbetrag des Reichsnährstands- beitrages der Bauern, Landwirte und Fischer wird in der gleichen Höhe erhoben wie der erste Teilbetrag. Er ist am 2 5. Januar fällig. Die Finanzämter werden durch öffentliche Aufforderung an die Entrichtung der Beträge erinnern. Besondere Beitragsbes che ioe ergehen nicht. Die pünktliche Zahlung liegt schon deshalb im eigenen Interesse der Beitragspflichtigen, da hierdurch die zwangsweise Beitreibung mit ihren Unkosten vermieden wird. * ** Hochschulnachrichten. Die Pressestelle des Reichs- und preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung teilt mit: Der nlchttreamteke außerordentliche Professor Dr, Adolf Seife von der Universität München ist zum ordentlichen Professor an der Universität in Gießen ernannt worden. — Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Hermann Reinhold in Halle ist zum ordentlichen Professor der physikalischen Chemie der Universität Gießen ernannt worden. ** Brennholzv er st eigerungen werden in großer Anzahl im heutigen Anzeigenteil von der Stadt Gießen, wie auch von verschiedenen Orten der Umgebung angekündigt. Die Bevölkerung sei auf diese Möglichkeit der Holzversorgung besonders aufmerksam gemacht. ** D i e Ausgabe der Brennstoffbezugsscheine betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes in unserem heutigen Blatte, auf die wir die Interessenten besonders Hinweisen. ** Vergebung von Straßenunterhaltungsmaterial. Die Tiefbauverwaltung der Provinzialdirektion schreibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Vergebung von Straßenunterhaltungsmaterial aus. Interessenten mögen die Bekanntmachung beachten. ** Gesellenprüfung im Damenschneiderhandwerk. Die Innung des Damenschneider- Handwerks in Stadt und Kreis Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Anmeldung zur Gesellenprüfung. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. <0 mal wieder billig einzukaufen! rf •?A*. W L'tz'ÄH WM WM "ao**. ätoS6 T-OV Edmund ©arre Gießen Bekanntmachung. Die Ausgabe der Brennstoff-Bezugsscheine (dritte Rate) für die Bezieher von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung sowie für verschämte Arme erfolgt am Montag, dem 27. Januar 1936, für die Buchstaben A bis K, Dienstag, dem 28. Januar 1936, für die Buchstaben L bis Z in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in dem Hause Lony- strahe 2 (Erdgeschoß, Schalterraum). Gießen, den 22. Januar 1936. 495D ____________Städtisches Wohlfahrtsamt. Holzversteigerungen I. Donnerstag, den 30. Januar, 9 Uhr, in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forstorten Brauhof 3, Hasenkopf 5, Schiffenberg 30, 31 und 32, Beunde 33, Brauhof 42 und 43 und Buchenberg 58c der Försterei Baumgarten: Derbstangen, Stück: Esche: 6 I. Kl., 10 II. Kl., 3 III. Kl.; Fichte: 13 I. Kl., 8 II. Kl., 81 III. Kl.; Lärche: 6 I. Kl., 13 III. Kl.; Douglas: 4 II. Kl., 23 III. Äl. Reisstangen, Stück: Fichte: 72 IV. Kl., 141 V Kl., 317 VI. Kl., 160 VII. Kl., 270 VIII. Kl.; Douglas: 16 IV. Kl., 36 V. Kl.; Lärche: 1 IV. Kl. Scheiter rm: 184 Buche I. Kl., 34 II. Kl.; 4 Hainbuche I. Kl., 2 II. Kl.; 6,4 Esche I. Kl.; 5 Eiche I. Kl., 4 II. Kl.; 4 Fichte II. Kl. Knüppel rm: 2 Buche, 2 Esche, 2 Eiche, 4 Kiefer, 7 Weymouthskiefer. Reisig I. kl. (Knüppelreis.) rm: 51 Esche, 2 Douglas, 6 Eiche, 2 Aspe, 2 Weymouthskiefer. Reisig II. kl. (Stammreis.), 100 Wellen: 45 Buche, 31 Eiche. Reisig III. kl. (Astreis.), 100 Wellen: 48 Buche, 3 Eiche, 0,4 Fichte. Sföcre rm: 21 Buche, 1 Eiche. II. Dienstag, den 4. Februar, 9 Uhr, in der Wirtschaft „Zur deutschen Eiche" in Klein-Linden aus den Forstorten Rehloch 5, Hexenbusch 13, Tiefental 10, Tannacker 6 und 7 der Försterei Großen-Linden »enwald): Derbftangen, Stück: 5 Eiche II. Kl., etter rm: 2,5 Kiefer I. Kl.; Ruhknüppel rm: 17 Eiche; Scheiter rm: 11 Eiche 1. Kl., 2 Ahorn I. Kl., 125 Kiefer I. Kl., 27 Weymouthskiefer 1. Kl., 22 Fichte; Knüppel rm: 3 Buche, 14 Eiche, 4 Kiefer, 3 Weymouthskiefer, 19 Fichte; Reisig I. kl. (Knüp- Seireif.) rm: 35 Kiefer, 3 Weymouthskiefer, 8 Fichte; Seifig II. kl. (Stammreis.) 100 Wellen: 30 Buche, 18 Kiefer, desgl. 49 rm; Reisig III. kl. (Astreis.), 100 Wellen: 0,7 Buche, 6 Eiche. 509D Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Bieter, die mit Domanialgefällen im Rückstand sind, können den Zuschlag nicht erhalten. Gießen, den 24. Januar 1936. __________Hessisches Forstamt Schiffenberg. Holzversteigerung der Fürstlichen Obersörsterel Hohensolms. Donnerstag, 30. Januar, 10 Uhr, wird in dem Führerschen Saal zu Hohensolms versteigert aus den Distrikten Eichelsberg, Scheuernwald, Lappenberg, Grundwald, Annewald und Buchenberg: rm Scheitholz: Buche 100, Nadel 18; Knüppel: Buche 200, Eiche 45, Nadel 22; Wellen Reisholz: Buche 11200, Eiche 760 (gute Durchforstungswellen): ferner fm Schnittholz: Buche (3. und 4.) 3, Fichte (2b—3b) 16, Lärche und Kiefer (2a—4a) 4; Wagnerholz: Eiche 3, Esche, Ahorn 2; ausgesuchte Derb- und Reisslängen: Fichte I.—IV. 26 (= 650 Stck.); rm Gartenpfosten: Eiche 12 (= 120 Stck.). ä .488° Reihenfolge des Ausgebots: 10 Uhr Scheitholz; 11: Knüppel; 1: Reiser; 3: Nutzholz. Nächste Versteigerungen: 6. Februar: Bieber (Helf- Holz, Isselscheid, Eberstein); 7.Februar: Pfaffenmark. Vergebung von Stratzenunlerhaltungsmalerial. Auf Grund der Reichsoerdingungsordnung soll nachstehendes Straßenunlerhaltungsmalerial für Rj. 1936 nach Losen getrennt frei Verwendungsstelle vergeben werden: 492D 266 400 cbm Unterhaltungskleinschlag aus Hartbasalt (Taunusquarzit) 9 300 cbm Bindematerial (Splitt, Kies). Bei dem Kleinschlag ist im Angebot anzugeben, ob Hand- oder Maschinenschlag geliefert werden soll. Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, nur bei unseren Vezirksbaubeamten: Enders in Gießen, Rodheimer Straße 41 K a l e t s ch in Gießen, Marburger Straße 14 Schmier in Laubach (Oberhessen) Kahlenberg in Homberg (Oberhessen) Walter in Alsfeld Damme! in Lauterbach Kühl in Nösberts Rückert in Schotten Brenner in Nidda Schott in Büdingen Fiedler und Schilp in Friedberg Römer in Butzbach ab 27. d. M. erhältlich, woselbst auch die Bedingungen offenliegen. Die Angebote sind bei den Bezirksbaubeamten bis zum Eröffnungstermin Freitag, den 14. Februar 1936, vormittags 10 llhr, verschlossen und postfrei in einem Umschlag mit der Aufschrift „Submission" einzureichen. Zuschlagssrist 6 Wochen. Gießen, den 22. Januar 1936. Provinzialdirektion Oberhessen. ______________Tiefbau.______________ Holzversteigerung der Fürstlichen Obersörsterei L i ch. Mittwoch, 5. Februar, werden im Münchwald und der Meilbach versteigert: rm Scheitholz: Buche 120, Nadel 26; Knüppel: Buche 50, Eiche 20, Nadel 42; Stockholz: Buche 8; Wellen Reisholz: Buche 1900, Eiche 1000 (Forstwellen); ferner Gartenpfosten: Eiche 10 rm; ausgesuchte Fichten-Derb- und Reisslängen: 190; Bohnenstangen: 1200 Stück. 629D Zusammenkunft: 10 Uhr am Meilbachpflanzgarten. Achtung! Gut fitzendes Brennholz in guter Absuhrlagel Holzversteigerungen der Fürstlichen Oberförsterei L i ch. Montag, 27. Januar, werden im Schwarzwald und herrenhöhler (bei Steinbach) versteigert: rm Scheitholz: Buche 250, Eiche 20, Nadel 4; Knüppel: Buche 100, Eiche 20, Nadel 2; Stockholz: Buche 120, Eiche 23; Knüppelreiser: Eiche 20; Wellen Reisholz: Buche 5800, Kiefer 60 (dabei gute Forstwellen); ferner fm Schnittholz: Eiche 1, Lärche 2; Wagner- Holz: Eiche 3,5; Bohnenstangen: 3300 Stück. Zusammenkunft 10 Uhr: Alte Gießener Straße bei Steinbach. (Bei ungünstigem Wetter wird das Holz vorgezeigt und nachmittags in Steinbach versteigert.) 487D Dienstag, 28. Januar, werden im Fuchsstrauch, Kolnhauserkopf, Schmeerhütte versteigert: rm Scheitholz: Buche 207, Eiche 76, Nadel 8; Knüppel: Buche 137, Eiche 83, Nadel 6; Stockholz: Buche 34; Knüppelreiser: Eiche 12; Wellen Reisholz: Buche 3400, Eiche 3200, letztere sehr gute Forstwellen; außerdem Eiche und Esche: Wagnerholz und Deichseln 7 fm, ausgesuchte Fichtenderbstangen I.—III. 62 Stück mit 6 fm; Gartenpfosten: Eiche 7 rm mit 71 Stück. Zusammenkunft: 10 Uhr: Wiesenrand unterhalb vom Mengelshäuserteich. (Bei ungünstigem Wetter wird das Holz vorgezeigt und nachmittags in Lich versteigert.)______________________________________________ Brenn^olz-Verkäufe des Forstamts Krofdorf. I. Am Dienstag, dem 28. Januar, von 10 Uhr ab bei dem Gastwirt Moos, Krofdorf. 501D Revierförsterei Waldhaus, Distr. 41, 42a, 42b, 28b. Revierförsterei Salzböden, Distr. 64 (Schabenstrauch). Eichen: 148 rm Scheit, 114 rm Knüppel. Buchen: 1302 rm Scheit, 378 rm Knüppel, 240 rm Reis III, unaufgearbeitet. II. Am Dienstag, dem 4. Februar, von 10 Uhr ab, benfalls bei Gastwirt Moos, Krofdorf. Revierförsterei Waldhaus, Distr. 43 und 30. Eichen.- 58 rm Scheit, 27 rm Knüppel. Buchen: 1092 rm Scheit, 268 rm Knüppel, 388 rm Reis III und 800 rm Reis III, unaufgearbeitet. Aenderungen vorbehalten. Inventur-Verkauf besonders billige Angebote in Damen-Strickkleidern, -Spenzern, -Westen, -Pullovern, Blusenschonern, Schlüpfern, Röcken, Handschuhen, Damen- und Kinder-Strümpfen, Herren-Hemden mit festen Kragen, Oberhemden (weiß und farbig), Socken, Krawatten. - Einzelne der Mode unterworfene Artikel sind außerordentlich im Preise ermäßigt. Julius Schulze Kreuzplatz 515 A NMnrwertio Gielen II8S Samstag, den 1. Februar in sämtl. Räumen des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße 19 Mer 2 Musikkapellen 2^1?*uhr 2 Mus'hkapellen Eintrittspreise: Mitglieder bzw. Angehörige RM. 1.00, Nichtmitglieder RM. 1.50 - Kartenvorverkauf bei: A. Reinig, Seltersweg 30, L. Thöt, Friedrichstraße 7 und Papierhandlung Max Müller, Bahnhofstraße 24 643d Brennholzversteigerungen der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 514C A. Montag, den 27. Januar 1936, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 55c des Stadtwaldes, Försterei Gießen: 22,0 rm Buchenscheiter 1. Kl. 214,2 „ Eichenscheiter 1. Kl. 11,0 „ Eichenscheiter 2. Kl. 3,9 „ Fichtenscheiter 2. Kl. 4,3 „ Buchenknüppel 107,0 „ Eichenknüppel 80,0 „ Eichenreisig 1. Kl. 380 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. 2,9 rm Buchenstöcke 87,4 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg — achte Schneise. B. Mittwoch, den 29. Januar 1936, 9Vi Uhr beginnend, aus der Abteilung 55a des Stadtwaldes, Försterei Gießen: 91,0 rm Buchenscheiter 1. Kl. 8,0 „ Hainbuchenscheiter 1. Kl. 117,2 „ Eichenscheiter 1. Kl. 20,0 „ Eichenscheiter 2. Kl. 2,2 „ Lindenscheiter 1. Kl. 21,0 „ Buchenknüppel 1,0 „ Hainbuchenknüppel 61,0 „ Eichenknüppel 1,0 „ Lindenknüppel 62,0 „ Eichenreisig 1. Kl. 1800 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 250 „ Hainbuchenreisig 3. Kl. 18,4 rm Buchenstöcke 66,0 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Wannschneise — 7. Schneise. C. Freitag, den 31. Januar 1936, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 55a des Stadtwaldes, Försterei Gießen: 61,0 rm Buchenscheiter 1. Kl. 4,7 „ Buchenscheiter 2. Kl. 18,0 „ Hainbuchenscheiter 1. und 2. Kl. 96,0 „ Eichenscheiter 1. und 2. Kl. 17,0 „ Buchenknüppel 10,0 „ Hainbuchenknüppel 63,0 „ Eichenknüvpel 66,0 „ Eichenreisig 1. Kl. 1350 Wellen Buchenreisig 3. Kl. 1860 „ Hainbuchenreisig 2. und 3. Kl. 17,7 rm Buchenstöcke 68,0 „ Eichenstöcke. Zusammenkunft: Wannschneise — 8. Schneise. Gießen, den 24. Januar 1936. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. CARL’Nnw&rx bietet Ihnen mein diesjähriger •tonlüiAi’fiawf die langersehnte Gelegenheit, moderne Damenkleidung zu stark ermäßigten Preisen anzu- I schaffen! Der Verkauf beginnt 1 Montag, den 27. Januar / Große Posten Mäntel, Kleider, l Blusen, Röcke, Strickwaren usw. I Kleiderstoffe in Wolle u.Seide II I stehen zu Ihrer Wahl bereit — I I nun liegt’s an Ihnen! M. Öifentllche Handelslehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen. Gießen. Liebigstraßel6 (Liebigbau), Fernr. 2480. 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Man wird ihn wohl davon überzeugen können, daß der Film keine Ware ist wie jede andere, sondern Kulturgut, für das rein wirtschaftliche Gesichtspunkte keine Gültigkeit haben, aber man wird ihn nicht dazu überreden können, Wege zu beschreiten, von denen er — ob zu Recht oder nicht, ist nicht leicht zu beurteilen — geschäftliche Rückschläge erwarten zu müssen glaubt. Vom Künstler jedoch muß man eine grundsätzlich andere Einstellung verlangen. Er muß begreifen, daß, wenn ein Gegengewicht gegen die Ueberbetonung des Geschäftlichen notwendig ist, dieses Gegengewicht nur beim Künstler liegen kann. Der Staat kann negative Möglichkeiten auf dem Verordnungswege abdroffeln und einer wirtschaftlich gefunden Entwicklung den Weg weifen und erleichtern. Die schöpferische Leistung muß vom Künstler erwartet werden. * Das gleichgültige und nur die Höhe des Honorars berücksichtigende Hineinschliddern von einem Film in den andern, ist eines Künstlers unwürdig. Der Wille, nicht seine Honoraransprüche, sondern seine künstlerischen Forderungen durchzusetzen, das ist es, was wir vom Künstler um so mehr erwarten müssen, je berühmter und unabhängiger er ist. Die Spannweite ist ja ungeheuer groß. Vom lustigen „Pygmalion" zur ernsten „Mazurka", vom unbeschwerten „Königswalzer" zur gewaltigen Schicksalsdeutung des „Alten und jungen Königs", vom harmlosen „Krack um Jolanthe" zur erschütternden „Friesennot", und schließlich von der Wochenschau zur künstlerisch geformten Kolosfalreportage „Triumph des Willens", — ein Reichtum an Gehalt und Form, der unerschöpflich ist. Aber solche Filme sind einsame Höhepunkte in einem Meer von Banalität. Run muß man zuaeben, daß die Menschheit auf jedem Gebiet mehr durchschnittliche Dinge hervorbringt als Spitzenleistungen und daß man dieses Gewohnheitsrecht auch der Filmindustrie zugestehen muß. Aber es geht hier doch wohl um etwas anderes: die Banalität macht sich im Film deshalb so breit und behauptet sich so hartnäckig, weil der Film aus einer gewissen Verlegenheit und Unsicherheit sich vor den Gefühlswerten der Gegenwart zu den Gefühlswerten der Vergangenheit flüchtet und die alte Vorstellungswelt noch immer nicht endgültig abftreifen kann. Dabei ist es unzweifelhaft, daß der Wandel des Publikumsgeschmackes immer stärker zutage tritt. ♦ Der eigentliche Impuls zur allmählichen Neugestaltung des Films kann jedoch nicht vom Publikum her wirksam werden, sondern nur vom Künstler. Die Erneuerung beginnt beim Inhalt, wobei man jedoch nicht Inhalt und Handlung verwechseln sollte. Man kann in eine Handlung ganz verschiedene Inhalte hineinlegen, anderes Sehen deutet eine Handlung anders und führt sie anders, und nur aus dieser Richtung kann auch eine formale Erneuerung der Filmkunst kommen. Man sollte aufhören, im Filme Dinge ernst zu nehmen, die wir heute nicht mehr ernst nehmen können. Erft durch sinnvolle Verbindung mit dem Gemeinschaftsschicksal erhält ein Einzelschicksal seine Allgemeingültigkeit, und dieses Geheimnis muß der Film nicht nur in seinen Spitzenleistungen lösen, wenn er den vorgezeichneten Weg zu einer Kunst gehen will, welche die Werte, Kräfte und Spannungen ihrer Zeit zu deuten und zu gestalten unternimmt. Kleine Vorschau aus neue Filme. „Fährmann Maria." Eine filmische Legende will dieses, als „künstlerisch wertvoll" anerkannte Werk sein. Der junge, eigenwillig-schöpferische Dichter-Regisseur Frank Wysbar hat mit Unterstützung von Bild (Weih- mayer) und Musik (Windt) eine filmkünstlerisch bedeutsame Leistung vollbracht, die wieder einmal zeigt, daß sich bei sparsamster Verwendung des Dialogs und Konzentration auf das rein Bildmäßige des Films die stärkste Wirkung erzielen läßt, die der eigentlichen Filmkunst die Wege weist. Hier ist ein bedeutungsvoller Auftakt, der Beachtung verdient. Die Hauptrollen der Filmlegende von der Liebe, die den Tod besiegt, verkörpern Sybille Schmitz, Peter Voß, Aribert M o g und Karl de Vogt. Gestalten voller Kraft und Ausdruck. Dem Film ist größte Anerkennung zu zollen. „Friesennot." Eine ideale Gemeinschaftsarbeit hat den überaus eindrucksvollen Film „Friesennot" geschaffen, der von dem gemeinschaftlich getragenen Leben und Schicksal eines deutschen Dorfes im südlichen Rußland berichtet. Abgeschlossen von aller Welt liegt seit Jahrhunderten die Siedlung der aus ihrer deutschen Heimat ausgewanderten Friesen zwischen den dichten Wäldern, getreu die alten Sitten und die Form des Gemeinschaftslebens bewahrend. Der Dorfvorfteher Jürgen Wagner trifft die wichtigen Entscheidungen, wer sich seiner verantwortlichen Leitung nicht fügt, wer sich außerhalb des blutgebundenen Gesetzes stellt, gibt sich selbst auf. Auf eine harte Probe wird dieser Gemeinschaftswille gestellt, als Rotgardisten in das Dorf kommen und, nachdem sie die Abgaben für die hungernden russischen Bauern eingetrieben haben, das Friesendorf mit unmöglichen Forderungen hart bedrängen. Die deutschen Bauern können den Eigentumsbegriff nicht aufgeben, sie können die durch das Werk ihrer Hände gewonnene Unabhängigkeit und Freiheit, die mit dem Besitz ihrer Ehre eng zufammenhängt, nicht preisgeben. Vier Männer zeichnen für diesen von der Filmprüfstelle mit den höchsten Auszeichnungen bedachten Film verantwortlich: Werner K o r t w i ch , Peter Hagen, Sepp A l l g e i e r und Walter Gronostay. Sie und die Darsteller Friedrich K a y ß l e r, Hermann Schömberg, Jnkiji- n o f f, Jessie V i h r o g und die anderen dienen ihrer Arbeit ebenso selbstlos wie die friesischen Bauern ihrem inneren Gesetz und schaffen, unterstützt von einer eindringlichen Photographie, eine erschütternde Ballade deutschen Volkstums. „Der höhere Befehl." Ein Film aus Preußens schwerster Zeit, stark in Handlung und Gestaltung. Spielleiter Lamprecht verzichtet auf billige Effekte, er formt ein Werk, in dem Vaterlandsliebe, Heldentum und Mannesmut die Grundpfeiler des Geschehens sind. Die Spannung hält bis zum Schluß unvermindert an. Das Kleinstadtmilieu mit den ängfllichen Spießbürgern, die Hinterhältigkeit des napoleonischen Spitzelwesens und dagegen der Kameradschaftsgeist in der preußischen Armee sind klar und eindringlich herausgearbeitet. Karl Ludwig Diehl, Lil Dagover, Bannemann, Wäscher, Heli Fin kenzeller, Leibelt, Kaytzler und Schürenberg sind die Träger der Hauptrollen, jeder charakterlich scharf umriffen und von schauspielerischem Format. Baberske schuf die Bilder, darunter besonders wirksame Außenaufnahmen. Die Auszeichnung „staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" kommt einem Film zugute, der den geschichtlichen Begebenheiten um 1809 und dem Verantwortungsgefühl preußischer Soldaten eine heldische Deutung gibt. „Die klugen Frauen." Wie ein lebendes, heiteres Bild von Rubens oder Brueghel wirkt der neue, mitreißende Film des Regisseurs F e y d e r, der in behäbiger Weise eine lustige Handlung aus der Zeit um 1616 wiedergibt. Wieviel Einfälle, wieviel köstliche gemäldeartige Bilder, die die satte Farben- und Lebensfreude der Flamen ausstrahlen, und wieviel künstlerische Phantasie steckt in diesem Werk! Franxoise R o s a y gestaltet mit Anmut und Geist die Hauptrolle; um sie herum sind Paul Hartmann, Will Dohm, Trude Marlen, Carsta Loeck und Charlott/ Säubert — alles vollsaftige Figuren, in denen man wirkliche Menschen wiedererkennt. Eine der reifsten, filmischen Leistungen der letzten Zeit! Künstler, Film und Volk. -Uon A K von Hübvenet. Es ist schwer zu entscheiden, ob der Film mehr den Publikumsgeichmack beeinflußt, oder umgekehrt, der Publikumsgeschmack den Film. Daß der Künstler eigentlich der bildende und führende Teil fein sollte, ist ebenso unbestreitbar wie der Umstand, daß er es — zumal im Film — vorläufig noch nicht ist. Die Unsicherheit ist auch heute noch sehr groß. Man wärmt uralte Operetten, Lustspiele und Schwänke auf, man verfilmt platteste Kolportagen, und ist — soweit diese Stoffe nicht schon ohnehin von einer rührenden Naivität und Unzeitgemäßheit sind — nur um eines bemüht: aus ihnen alles auszumerzen, was irgendwo irgendwie anecken könnte. Daß diese Angstprodukte und Verlegenheitsresultate dadurch nicht kurzweiliger werden, ist verständlich. Hier und da brach sich schon eine gesunde Volkstümlichkeit Bahn, und zwar bezeichnenderweise am türksten und klarsten in Lustspielen, die derb und aftig ins Bauernmilieu hineinsteigen. Da entstehen o kräftige und erdgebundene Sachen, wie der „Krach um Jolanthe" und der vorzügliche „Ehestreit". Allzu oft jedoch bleibt es noch beim mehr oder weniger guten Willen, und die beabsichtigte Volkstümlichkeit wird verfälscht durch gewisse Traditionen der Filmindustrie, die zwar viel mit süßlicher Verlogenheit und mondäner Sucht, aber nichts mit gesunder Volkstümlichkeit zu tun haben. * Es genügt ja nicht, an den Rhein oder in den Schwarzwald zu fahren, eine aus Berlin mit- gebrachte junge Dame mit onduliertem Lockenkopf als Bauernmädchen in die Landschaft zu stellen und zu kurbeln, um die Geschichte dann für „volksverbunden" zu erklären. Ein Geschehen kann nur dann wirkliches Leben erhalten, wenn der Einklang zwischen Mensch und Umgebung hergestellt ist. Entweder muß man spüren, daß der Mensch in seiner Umgebung verwurzelt ist, oder aber, daß er in ihr fremd ist, dann muß er auf sie entsprechend fremd reagieren. Menschen vom Lande sehen anders aus, benehmen sich anders, sprechen anders als Städter, und ein typischer Stadtmensch ist auf dem Lande ebenso hilflos und fremd, wie ein Dorfbewohner in der Großstadt. * Die Beachtung der natürlichen Beziehung zwischen Mensch und Umwelt ist im Film bis in die letzte Kleinigkeit wichtig. Der Film wird gefühlsmäßig nicht als Theater und Spiel aufgefaßt, sondern als photographiertes Leben. Ein Straßenbahnschaffner, dessen Anzüge offenbar vom teuersten Schneider stammen, oder ein Bauernmädchen mit lackierten Fingernägeln, rasierten Augenbrauen und einem gefärbten Mund wirken falsch und unnatürlich. Der Zuschauer ist für diese Geringfügigkeiten außerordentlich empfindlich, und diese Verfälschung ist der eigentliche Grund, weshalb sich so viele im Kino unterhalten — aber so wenige den Film als Kunstgattung ernst nehmen. Die Tendenz nach operettenhafter Verniedlichung ist ein Kennzeichen leichter Unterhaltungsfilme, sie wirkt sich aber noch stärker im ernsten Film aus, weil hier die Kunstfeindlichkeit und Banalität dieses Verfahrens besonders klar zum Ausdruck kommt. Auch das ist natürlich ein Zeichen für mangelnde innere Sicherheit, die durch ängstliches Schielen nach dem sogenannten „Publikumsgeschmack" ersetzt wird, einem ungreifbaren Gebilde, das in feinem zahlenmäßigen Kaffenergebnis vielleicht dem Kaufmann einige Anhaltspunkte für fein Geschäftsgebaren geben kann, aber kein Ersatz für die innere Sicherheit und den Gestaltungswillen des formenden Künstlers ist. * Es klingt sehr effektvoll, wenn man nur dem Kaufmann des Films die ganze Schuld an der Oberflächlichkeit und Schablonenhaftigkeit der durchschnittlichen Filmproduktion in die Schuhe schiebt. Das ist jedoch ein sehr einseitiges Verfahren. Man darf nicht vergessen, daß der Kaufmann eben Kaufmann ist, auch wenn er im Film arbeitet, und daß es nun einmal feine Aufgabe und Pflicht ist, wirt- Die Jagd nach dem Vilde. Sepp Allgeier und seine Arbeit für den Film. Man hat viel von den „Unsichtbaren" des Films gesprochen Weiß Gott, der Kameramann, von dem hier die Rede sein soll, ist sehr unsichtbar: Sepp A l l g e i e r. Kaum sah man ein Bild von ihm, dessen Beruf es ist, Bilder die Fülle zu machen! Wer die Freude hatte, diesen Filmmenschen persönlich kennenzulernen und seinen Weg ein gutes Stück verfolgen konnte, der wird seine „Unsichtbarkeit" bald richtig verstehen. Allgeier ist, wie alle Schwarzwaldmenschen, sehr still und führt ein sehr zurückgezogenes Leben. Sagen wir es mit dem einzig richtigen Satz: Allgeiers Unsichtbarkeit kommt von feiner persönlichen Bescheidenheit. Er haßt jede laute und grelle, jede reklamehafte Zurschaustellung seiner Person. Seine Freunde — er hat sehr viele und sehr treue — wunderten sich nicht wenig, als vor zwei Jahren ein Buch von ihm erschien, das den Titel unseres Aufsatzes trägt. Nein, es wollte den Freunden nickt so recht in den Kopf, daß der „Sepp" ein regelrechtes Buch gemacht hatte. Es soll nun beileibe nicht heißen, als ob Allgeier nicht in der Lage wäre, bewahre nein, aber doch blieb ihnen diese Tatsache vorerst etwas rätselhaft. Erzählen, ja prachtvoll erzählen konnte Allgeier, das wußten wir alle. Und siehe da: der Sepp hatte ein sehr hübsches, ein sehr lebendiges Buch gezimmert, geschmückt mit einhundertfünfzig herrlichen Allgeier- Bildern! Der ganze Allgeier steckt darin. Man braucht nur diese Sätze zu lesen, um sofort zu wissen, wie Allgeier auch hier vollkommen hinter seiner Aufgabe zurücktritt: „So soll dieses Buch einfach und echt aus meinen Erinnerungen erzählen, von harten, frohen und heiteren Tagen als Filmreporter, vom Balkan, von Frontaufnahmen im Weltkrieg, besonders aber von der Kameraarbeit im ewigen Schnee und Eis der Alpen und der Arktis. Kurbeln liegt mir zwar besser als schreiben, und so möge der Leser meine einfache Ausdrucksweise, die mir als Bergmensch nicht besser gegeben ist, nicht so sehr auf die Goldwaage legen." Wll man also von A l l g e i e r s bewegtem Leben mehr erfahren, dann greife man zu diesem Buch, das von zwanzig Jahren Kameraarbeit in Arktis und Hochgebirge erzählt. Es war ein langer und harter Weg, den Allgeier zurücklegen mußte; er beginnt mit dem 18. Lebensjahr im Polareis. Ursache und tieferer Sinn lagen in der großen Liebe zum Sport, vor allem zum Skisport. Diese Liebe war der Motor aller seiner späteren Erfolge, die ihn nicht verblenden konnten, lieber den Skisport kommt er 1911 zum Naturfilm. Hierbei kam ihm, dem Schwarzwaldkind, eine Liebhaberei des Kletterns natürlich sehr zustatten. Bekannt sind die vielen Preise, die der Sepp sich im Skilaufen holen konnte. Dieser Sport, den er — auch heute noch — erstklassig beherrscht, halb viele Mühen und Strapazen leichter überstehen. Und da Allgeier ein Draufgänger war, der keine Aufgabe scheute, wurde er bald „entdeckt". Das war 1913, als der berühmte Skiläufer Dr. Tauern ihn aufforderte, eine große Hochgebirgstour mitzumachen. Hier bereits lernte er Dr. Fanck kennen, mit dem zusammen er später die herrlichen Bergfilme schuf. Bei dieser ersten großen Tour setzt aber auch schon seine Kameratätigkeit ein. Und da Allgeier alle jene Eigenschaften, die bei dem Film nötig sind, und die dann den guten Operateur ausmachen, von Natur mitbrachte, gelang es ihm bald, sich das Vertrauen der „hohen Herren", wie Allgeier erzählte, „die mir in jeder Beziehung haushoch überlegen schienen", zu gewinnen. — Nach diesen Anfängen reiht sich bald eine Filmreise nach dem Balkan an, zum Zwecke, Kulturfilme von Land und Leuten der Balkaninfel zu drehen. Es waren lehrreiche Fahrten, die den Grundstock zu seiner späteren so glänzenden Laufbahn legten. Nach relativ sorglosen, aber arbeitsfrohen Jahren überrascht ihn der Krieg, den er durch vier Jahre an der Westfont mitmacht. Auch hier hat er feine geliebte Kamera bei sich; sie gehört zu feinem Leben, wie das tägliche Brot. Er ist bereits der „Filmerei" mit Haut und Haaren verfallen. Sie soll ihn nie mehr loslassen. „Das Photographieren vor Perdun" erzählt Allgeier, „war auch nicht von Pappe und schlechtes Wetter mit ,stark eisenhaltiger ßuft‘ setzte mir schwer zu, wobei gerade die eigene Artillerie wenig Rücksicht auf den einzelnen Mann nahm, der seine Nase so nah an die feindlichen Linien steckte." Nach Kriegsschluß bei ihm, wie bei allen, die Frage: Was nun? Aber schneller — und auch schicksalhafter — sollte die Entscheidung kommen. Auf dem Feldberg im Schwarzwald trifft er unverhofft wieder mit Dr. Fanck zusammen, Der ihn von der Stelle weg für einen großen Schneeschuhsilm „engagiert". Dieser erste große Film „Wunder des Schneeschuhs" brachte den „alten Laden" wieder mächtig in Gang. Nun erst beginnt für Allgeier der wesentliche Abschnitt seines Daseins als Filmoperateur. Unerhörte Arbeit war zu leisten, um das zu vollbringen, was die Ideen Fancks unerbittlich forderten. Nur dieser rastlosen und selbstlosen Arbeit ist es zu verdanken gewesen, daß Allgeier, Fanck und seine Mitarbeiter alle Widerstände überwanden, die sich ihrem Wollen tausendfältig entgegenstellten. Aber Allgeier, an fieberhaftes Arbeiten gewöhnt, sobald es seine „alte Liebe" betraf, ließ keinen Tag, keine Stunde in feinem Leben vergehen, um das Beste herauszuholen, was nur zu erreichen war. So gelang es ihm, sich in zielklarer Erkenntnis der Anforderungen zu einem der gesuchtesten Operateure im Film durchzuarbeiten. Seine gleichfalls bekannt gewordenen Kameraden Angst, Schneeberger und Benitz find Schüler von Allgeier; alle haben sie von ihm gelernt, wie Allgeier von Fanck und T r e n f e r gelernt hat. Ueberhaupt ist es eine der besonderen Liebenswürdigkeiten Sepp Allgeiers, feine Mitarbeiter nie zu vergessen, nie ihnen irgendeine Arbeit zu verkleinern — wie es leider oft gerade in dieser „Branche" zu beobachten ist. Nein, nichts von alledem bei Allgeier. Seine Mitarbeiter halten darum auch immer zu ihm von Jahr zu Jahr und werden wohl noch lange Zeit mit ihm Zusammenarbeiten. Nach dem „Wunder des Schneeschuhs" folgen schnell hintereinander die bekannten Fanck-Filme, zu denen etwas später dann die Trenkerschen kommen, um dieser Filmgattung für immer den schönen Platz in der Filmproduktion einzuräumen. Allgeier ist bei allen Filmen gewachsen; nie war ihm eine Arbeit gut genug. Die ewige Unruhe, schöpferisch, sitzt auch ihm im Blut. Die bekanntesten Filme dieser Zeit: Im Kampf mit dem Berge; Fuchsjagd auf Schneeschuhen; Der heilige Berg; Die weiße Kunst; Der Kampf um das Matterhorn; Die weiße Wunder der Kamera. -23on Max Zngols. Das unerschöpfliche Wunder des Films ist die Linse der Kamera. Dieses Zauberauge gibt dem Menschen souveräne Gewalt über die Wesen und Dinge dieser Erde. Ob erfundenes Spiel, ob belauschte Geschichte, ob geheimnisvolles Wirken der Natur, ob heimisches oder fremdes Volkstum: immer wird die Gesamtform des filmischen Kunstwerks sinnvoll sich entfalten aus dem besonderen Blick, den Spielleiter und Kameramann für den besonderen Charakter der Menschen und ihrer Umgebung, für die Gebilde der Landschaft, für die Sitten und Lebensformen eines Volkes haben. Mit anderen Worten: der Film ist und bleibt Kunst des Auges. Sein Gesetz ist fließende Bewe- roegung, Beobachtung der lebendigen Welt und tausendfältige Verwendung der Kamera, die uns in ihren unbegrenzten Möglichkeiten der Perspektive, in weichen oder schroffen Uebergängen, in ihrer jeder besonderen Anforderung gerecht werdenden Auslese der szenischen Einzelvorgänge immer neue Wunder enthüllt, jeder eigentümlichen Färbung, jeder Stimmung gerecht zu werden vermag. Ist also die Idee eines Filmes, wenigstens in ihren hauptsächlichen Zügen, erst einmal bildhaft gestaltet, zur wirklichen Bild-Dichtung geworden, so ergeben sich aus den Anforderungen der optischen Vorgänge die besonderen Notwendigkeiten der Sprache und der Musik. Beide sind von großer, ja für manches Spiel von entscheidender Bedeutung, doch dürfen sie nie von vornherein die Handlung festlegen. Auch der geschliffenste Theaterdialog kann im Film sterbenslangweilig wirken, wenn er die Handlung vergewaltigt und den Gang der Dinge für ein paar hundert Meter ins Stocken bringt. Es ist kein Zweifel, daß der deutsche und der amerikanische Film stets am stärksten diesem Gesetz gefolgt sind. Ja, im amerikanischen, mitunter freilich auch im deutschen Filmwerk, übertraf oft die bildhafte Fülle der Erscheinungen, der häufig zu geradezu sensationellen Wirkungen gelangende Einsatz der Kamera, die suggestive Kraft mancher ins Symbolhafte gesteigerten Szene die Klarheit der Gesamtidee. Doch sind solche Fälle der entfesselten Kamera immerhin Ausschweifungen, die der Natur des Films nicht zuwiderlaufen, und es ist häufig genug vorgekommen- daß Filme, deren ideelle Formung unvollkommen blieb, die aber in packenden, „gut gesehenen" Bildern vorüberrollten, einen erfolgreichen Zug durch die Lichtspielhäuser antraten. Solcher Ueberfteigerung bilhafter Phantastik — in der amerikanischen Groteske zu Gebilden reiner Geistlosigkeit kristalisiert — steht gegenüber eine andere Verführung, der der Film allzuleicht erliegt: die literarische. Sie entspringt einem Mißverständnis, das das Grundgesetz des Films völlig mißachtet und einen Bildstreifen schon allein deshalb für fesselnd hält, weil er einen interessanten und bereits erfolgreichen literarischen Stoff — einen Roman, eine Novelle, ein Theaterstück — zum Gegenstand hat, ohne daß man sich dabei um b i e optischen Forderungen und Möglich- ke i t e n der Kamera sehr gekümmert hätte. Es sind dies jene hinlänglich bekannten Filme, die eine in der Tat durchaus interessante Handlung in ungeheuer langweiligen Bildern erzählen, statt sie im Filmischen schöpferisch neu zu gestalten. Auch bei Erörterungen all dieser Fragen zeigt sich wieder, welch entscheidende Bedeutung dem Filmregisseur zufällt. Von ihm hängt es schließlich ab, ob alle Möglichkeiten der Photographie, jeder offenbarende, verhüllende, Licht, Schatten oder Halbdunkel gebende, natürlich beobachtende oder stilisierende Standort der Kamera für die zu gestaltende Filmidee voll ausgenutzt werden, ob aber, auch die ganz nach den konkreten Erfordernissen jeder Filmhandlung gesetzten Grenzen eingehalten und Bildwirkungen vermieden werden, die dem Grundgedanken des Geschehens nicht sinnvoll ein« zuordnen sind. So kann eine Landschaft, deren Seele in das Filmbild gebannt wurde, die Handlung stimmungsmäßig forttragen, doch so, daß vom Hölle vom Piz Palü; Stürme über dem Mont Blanc; Der Rebell; Wilhelm Tell; Springer von Pontresina. Leni R i e f e n st a h l, in deren Händen bekanntlich die Leitung des Films vom Reichsparteitag lag, wußte wohl, warum sie sich für diese Arbeit Allgeier holte. Haben diese beiden Filrn- und Sportsleute doch schon manchen Film gemeinsam gedreht (Fanck-Trenker). Sie wußten um ihre Kameradschaft und vor allem darum, daß einer sich auf den anderen verlassen konnte. „Wir Bergoperateure wollen in erster Linie durch die Schaffung stimmungsvoller, bewegter Bilder die gewaltige und großartige Hochgebirgswelt den Menschen näher bringen, denen es nicht vergönnt ist, die wundervolle Bergnatur zu schauen." Diese in ihrer Einfachheit so prägnanten Worte sagen alles aus von dem Künstler und Menschen Allgeier, dessen künstlerisches Empfinden stark und rein ist. Oder muß es immer noch betont werden, daß ein guter Operateur gar nicht denkbar ist, wenn er nicht zugleich ein Künstler ist? Künstler und zugleich Naturfreund, fähig, alles was die Natur bietet, zu belauschen und sich dienstbar zu machen. Mit großer Ausdauer und Liebe muß sich der Operateur seiner oft gefährlichen Aufgabe spielend entledigen können, er muß bereit sein, sich gänzlich in den Dienst der Sache zu stellen, auch wenn dies mit viel körperlicher Anstrengung und Gefahr verknüpft ist. Der Kameramann, der Unsichtbare des Films, ist genau so wichtig für einen qualifizierten Film wie der Regisseur und Hauptdarsteller; er ist um keinen Strich weniger Künstler wie alle Haupt- beteiligten an jedem Kunstwerk! Man werte die künstlerische Arbeit des Operateurs, man sehe nicht immer nur die eine Seite feiner Arbeit, die technische, die schwer ist und verantwortungsvoll: „Die Jagd nach dem Bilde"; wer ahnt etwas davon, wenn wir nachher gemütlich bequem in unseren Kinos sitzen. Wer würdigt die künstlerische Arbeit des einzelnen Bildes? Wer weiß zu unterscheiden von einer Aufnahme und einem künstlerischen Bild? Möge Allge-ier uns noch oft feine große Kunst zeigen, möge es ihn noch lange reizen, Jagd zu machen nach Bild und Bildern! Hanns Arens. Beschauer feine Verzögerung der Spielhandlung empfunden roirb. Manche Erstarrung des französischen Films beruht auf einer Verkennung dieser schlechthin unumgänglichen Gesetze der filmischen Photographie. Daß jedoch aus diesem bildnerisch so begabten Volke auch in der schweren Krisenzeit der dortigen Filmindustrie Werke von überragender Gestaltungskraft kommen können, zeigt Jaques F e y d e r s neuer Film „Die klugen Frauen", dieses herrliche Gemälde kraftstrotzenden Lebens aus der Zeit und dem Lande der großen holländischen Meister. Dieses Werk französisch-deutscher Gemeinschaftsproduktion ist zugleich ein gänzendes Zeugnis idealer Zusammenarbeit, schöpferischer Syntheje der Kunstauffassung zweier Völker. Auf deutscher Seite ist — neben manch anderem Werk, das aus der jüngsten Produktion genannt werden könnte — Frank Wysbars „Fährmann Maria" eines jener Wunderwerke der Kamera, erstanden aus dem leidenschaftlichen Geist großen Künstlertums, das dieses Zauberinstrument sich wahrhaft untertan machte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 26. Januar. 2. Sonntag nach Epiphanias. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Propst Knodt; Beichte und Feier des hl. Abendmahls. — Iohanneskirche. 8.15: Pfr. Ausfeld; Militärgottesdienst; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Anthes. — Kapelle des Älten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. —■ Die- seck. 9.45: Pfarrassistent Zschau; 11: Kinderkirche: 15: Bibelstunde; Pfarrassistent Zschau. — Alten- Buseck. 10: Gottesdienst; 13: Kindergottesdienst. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Ehristenlehre. — Rüden. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst, 1. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lumda. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst: 13.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst der Kirchenvisitation unter Mitwirkung des Kirchenchores, mit Christenlehre: 13.30: Schulgottesdienst anläßlich der Kir- chenvisitation. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 10: Sti tsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst: 14: Sti tspfarrer Naumann. — Nieder-Befsingen. 10: Sti tspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst: 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst, anschließend Kindergottesdienst. — Manzenberg. 11: Gottesdienst, Kollekte. — Trais-Munzen- berg. 9: Gottesdienst, Kollekte. — Wlrberg. 9.30: Gottesdienst. — Vettershain. 12.30: Gottesdienst. — Harbach. 14: Gottesdienst. Montag, 27. Januar. Gießen. Lulhergemeinde. 20.15 Uhr: Bibelstunde Am Kugelberg 80; Pfarrassistent Weckerling. — Lollar. 20: Bibelstunde. — Münzenberg. 20: Mad- chenabend. Dienstag, den 28. Januar. Wieseck. 20 Uhr: Gemeindeabend „Deutschglaube oder Christusglaube?"; Pfr. Trapp, Gießen. ewXAX' Mittwoch, 29.Januar. Gießen. Sladtkirche. 20: Abendandacht. — Kapelle des Allen Friedhofs. 20.15: Katechismusgottesdienst: Das 5. Gebot. — Münzenberg. 20: Frauenabend. Donnerstag, 30. Januar Gießen. Johanneskirche. 20: Bibelstunde. - Collar. 20: Gottesdienst; Vortrag Ev. Bund: Deutschglaube oder Christglaube. Freitag, 31. Januar. Mainzlar. 20: Bibelstunde. Evangelische Sladlmission Gießen, Loberstraße 14. Sonntag, 26. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht: 13 30: Sonntagsschule: 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 29. Januar. 20.30: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden Gießen, händelslr.l und Ederslraße 13. Sonntag, 26. Januar. 9.30 Uhr: Gottesdienst: 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 29. Januar. 20.30: Gottesdienst. Lhrislliche Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 26. Januar. 10 Uhr: Erbauungsstunde: 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 28. Januar. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergslrahe 9. Sonntag, 26. Januar. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 29. Januar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, 30. Januar. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Baptistengemeinde »Gartenslraße 13. Sonntag, 26. Januar. 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20.30: Predigt. — Donnerstag, 30. Januar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, 25. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 26. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Achtung, Achtung! hast du schon eine karte zu dem Elternabend der Gießener Zungmädel? Es ist höchste Zeit! Montag abend trifft sich alles bei den Fung- mädeln im Lafe Leib. Wir laden euch zu unserem Elternabend recht herzlich ein. hier sollt ihr die Zungmädel einmal kennenlernen. Es darf niemand fehlen! ' Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christen- lehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Pre^ digt. — Nidda. 8.45: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 27. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 29. Januar. Hungen. 7.15: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751. nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Neumann-Spengel; Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Gonter. 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Erst dieser wahrhaft säkularen Tat des Führers des Volkes und Kanzlers des Reiches verdanken wir als Ausbildungstruppe unser Entstehen. Groß war der Zudrang der schon im Leben stehenden oder doch vom Leben geschüttelten Männer, um von dem von unseren Vorderen überlieferten Wehrrecht Gebrauch zu machen. Mit Begeisterung taten sie in jeweils acht Wochen den nicht leichten Dienst. Kameradschaft und Truppenstolz zeigten diese Männer, denen lediglich vorzuwerfen ist, daß das Schicksal sie zehn Jahre zu spät hat geboren werden lassen. Ohne organische Bindung mit Althergebrachtem glückt ein neues Experiment selten. So knüpft das Ergänzungs-Bataillon 53 in Gießen an die beste Tradition auf jahrhundertelange Erfahrung aufgebauter Erziehung zum Kampfsoldaten an. Dies Ziel kann nur erreicht werden, wenn Lehrer und Schüler den hohen Ethos wahren Soldatentums erfassen. Aus den nachfolgenden Schilderungen, die Stimmungen und Eindrücke mit Betrachtungen wiedergeben, spricht der Soldat, dem man anmerkt, wie er bewußt oder unbewußt aufatmet, weil ihm sein Recht, wehrhafter Deutscher werden zu können, zurückgegeben ist. Sie lassen aber auch erkennen, daß der Dienst in der Truppe Volksgemeinschaft ist und daß die Bindung so stark ist, daß es dem einzelnen nicht möglich ist, in der Gemeinschaft sich außerhalb zu stellen, ohne Gefadr zu laufen, aus der einheitlichen Bahn geschleudert zu werden. Junker, Major (E) und Kommandeur des Ergänzungs-Bataillons 53. Als SA -Bann beim E.-Vatl. Jahrelang haben wir alten politischen Soldaten in Treue und blindem Gehorsam zum Führer unseren Dienst als SA.-Männer getan, haben Tag und Nacht gerungen und geworben um die Seele unseres deutschen Volkes, gekämpft für das große Ziel des Führers: ein einiges und damit starkes und freies Reich! Klein noch war unsere Zahl, aber fanatisch im Glauben an den Führer und seine Sendung! Langsam nur wuchs die Schar der Kämpfer, bis wir dann den Tag erlebten, der die Krönung unserer Arbeit, unserer Opfer war: der Führer ist Kanzler des Reiches und Hitlerfahnen wehen über allen Straßen! Geeint war das Volk in seinen Stämmen und Schichten, unbeirrbar ging der Führer seinen Weg weiter! Wenn wir SA.-Männer bann abends in unseren Sturmabenden zusammensaßen, Erlebnisse aus der Kampfzeit austauschten und der Opfer gedachten, die dieser Freiheitskampf von uns gefordert, so wurden wir doch stille, wenn die alten Frontsoldat ten unter uns erzählten, von den Schlachten des Weltkrieges und dem Sterben der Kameraden im Schützengraben. Und mit einem Mal wußten wir Jungen, was uns noch fehlte, was wie eine Last noch auf uns lag: wir politischen Soldaten, die wir durch unseren Einsatz dem Führer das Dritte Reich bauen halfen, wir wollten S 0 l d a t e n .sein, wie es unsre Väter waren, um — wenn es sein muß — unser Vaterland, unser im Nationalsozialismus geeintes Volk und feinen Lebensraum auch mit der Waffe verteidige^ zu können! So nahmen dann grade wir alten SA.-Männer die Tat des Führers vom 16. März 1935, in der er dem deutschen Volke seine Ehre vor aller Welt wieder gab und die allgemeine Wehrpflicht einführte, mit besonderem Jubel und Heller Freude auf! Es zogen dann, als die Ergänzungseinheiten aufgestellt wurden, die alten Kämpfer der Partei, der SA. und SS. in die Kasernen ein! Sie brachten jenen unerschütterlichen Glauben an den Führer mit und den festen Willen, Soldaten zu werden, Waffenträger der Nation! Bald verband dann das Band wahren und echten Soldatentums die politischen Kämpfer und die militärischen Ausbilder, die Kompanie wurde zur Heimat. Der Dienst selbst aber brachte Freude, Befriedigung und Stolz. Und wenn auf den Märschen SA.-Kampflieder und alte Soldatenlieder aufklangen, so war dies Ausdruck gleichen Geistes und Wollens. - Als bann der Führer bet der Vereidigung des ersten Jahrgangs der Rekruten der deutschen Wehrmacht die neue Reichskriegsflagge mit dem Hakenkreuz verlieh, war bas ein Tag befonberer Freude für uns alte SA.-Männer unb junge Solbaten. Schütze Ludwig Schäfer, Unterf.-Anw., 1. Kompanie, Erg.-Bataillon 53. Stanbartenführer ber SA. - Standarte 222 Friedberg. „Wer will unter die Soldaten?" Am 11. Mai 1935 packten wir unsere sieben Sachen, um uns auf acht Wochen freiwillig dem Dienste in der Wehrmacht zu widmen. Einem inneren Drange gehorchend, kamen wir freiwillig, um hier eine kurze militärische Ausbildung zu genießen, die uns die so lange Jahre verschlossene Möglichkeit geben sollte, Kenntnis in der Handhabung der notwendigsten Verteidigungswaffen zu erhalten, und die uns wiederum zu wehrhaften und wehrfreudigen Männern machen sollte. Wie war die Freude groß, als uns das Glück zur MG.-K. führte. Und wenn der eine oder der andere mit gemischten Gefühlen in die Kaserne eingezogen war, so sollte er doch bald erkennen, daß seine neuen Vorgesetzten prachtvolle Menschen waren. Auch der letzte Mann war angenehm enttäuscht, Vorgesetzte und Truppe waren, soweit ich das vom Lehrgang III behaupten kann, eine einzige Kameradschaft. Fast je zur Hälfte bestand unser Lehrgang aus SA.- und SS.-Männern, die alle ein gut Teil Vorbildung mitbrachten. Führer und Geführte, hier alle im grauen Rock, einer so viel und so wenig als der andere. Und nun begann die Ausbildung. Aus allen Berufen waren unsere Freiwilligen gekommen, und manchem erschien der Dienst in den ersten Tagen etwas hart. Wir waren uns aber darüber im Klaren, daß wir in diesen acht Wochen Augen und Ohren offenhalten mußten, um das Maß der an uns gestellten Anforderungen zu erfüllen. Deshalb griffen wir auch hinein ins Eisen, und der lästige Muskelkater ist heute ja längst vergessen. Mit Lust und Liebe waren wir bei der Sache, und nach wenigen Tagen war bas zivile Leben von uns abgestreift unb an dessen Stelle ein exaktes militärisches Benehmen getreten. Jeder Tag brachte uns ein Stück weiter, und schon standen wir zum erstenmal auf dem Schieß- stand zum Scharfschießen. Hier sollten die langen Kerls beweisen, daß sie neben großen Humpenheben auch im Schießen ihren Mann stellen. Da lachte das echte deutsche Herz unsrer Freiwilligen, denn Schießen war auch unsere allergrößte Freud. Und wenn unsre Ausbilder auch manchen Kummer mit uns hatten, so konnten sie auf der anderen Seite aber auch viel Freude mit uns teilen. Hier wollen wir unfern lieben Spieß, Oberfeldwebel Jung, nicht vergessen. Ihm, der jetzt in Baden beim Zoll tätig ist, gebührt heute ein herzliches Gedenken, denn er war die Mutter ber Kompanie unb hatte für jeben Gehör unb Verstänbnis. Sein schelmisches Schmunzeln sehen wir noch heute, wenn ihm unsere Lieber ober unsere sonstigen Scherze gefielen. Nach einer 00m Bataillon über uns verhängten Urlaubssperre, bereu wir burch entsprechenben Bubenzauber zu begegnen wußten, sah uns das Pfingstfest 1935 erstmals wieder als Urlauber daheim bei unseren Lieben. Die Hälfte unserer Sol- datenzeit hatten wir damit schon hinter uns, und auf zwei Tage wollten wir einmal das Land der roten Erde, das Bergwerksgelände, vergessen. Für den Naturfreund war es immer ein erhebendes Gefühl, wenn das Bataillon am frühen Morgen mit dem Lied „Wer recht in Freuden wandern will" zu einem Marsche oder einer Hebung durch die bebauten Wiesen und wogenden Kornfelder zog, unb wenn Lerchen unb Kuckuck im Chor mit einstimmten. Es war ja auch bie schönste ber 1 Zeit des Jahres, als wir, der Lehrgang III, unsere ucht Wochen cwinachten. Den Höhepunkt unserer kurzfristigen Ausbildung bildete ein Gefechtsschießen in Erda, zu welchem uns der Wettergott einen schönen gleichmäßigen Landregen bescherte. Eine besonders hohe Ehre wurde uns zuteil durch den Besuch unseres Reichsstatthalters und (Bauleiters Jakob Sprenger, der sich hierbei gleichzeitig von dem hohen Stand der Ausbildung bei unserm E.-Batl. überzeugen konnte. Trotz des schon erwähnten Regenwetters wurden gute Schußleistungen erzielt, und nun beendete ein zackiger Nachtmarsch die Tage von Erda. Damit war der Krieg für uns so gut wie gewonnen. Die letzte Woche rüsteten wir feste zum Abschied, und es stiegen die inoffiziellen Abschiedsabende Nr. 1, 2 unb 3. Noch mancher Stiefel machte bie Runde unb viele hunbertmal erklang bas Lieb: „Reserve hat Ruh!" Nach einer gemütlichen Ab- schiebsfeier, bei ber bas kamerabschaftliche Verhältnis zwischen höchsten Vorgesetzten bis herunter zum einfachen Mann nochmals augenscheinlich uns vor Augen trat, nahmen wir unter kräftigem Hände- schütteln ooneinanber Abschieb. Der nächste Tag schon sah uns wieder an der Werkbank, hinter Maschinen oder am Schreibtisch inmitten staubiger Akten, um auch hier weiter unsere Pflicht zu tun. Doch eines ist uns von unserer kurzen, aber schönen Soldatenzeit geblieben: das ist die Erin- Blick aus einen Teil der Unterkunft in der Gailschen Fabrik. — (Aufnahme: Kraft.) nerung und das stolze Bewußtsein, auch einmal bas graue Ehrenkleib getragen zu haben, und getreu unserem Eide wollen wir zu jeder Stunde bereit bleiben, das Vaterland, wenn es je in Gefahr geraten sollte, mit Gut und Blut zu schützen. Den heutigen Tag unseres Wiedersehens aber wollen wir dazu benutzen, die alte Kameradschaft zu erneuern unb zu festigen, auf baß sie sich allzeit bewähre! Schütze Walther Fasold, Unterf.-Anw. im 1. Lehrgang 1936. Erster Eindruck des Rekruten. Da ich eine weite Anreise hatte, traf ich schon am Vorabend des Gestellungstages in Gießen ein. Wie nun in der Nacht zur Kaserne kommen? Da erblickte ich einen aktiven Landser. Wo geht der Weg zur Kaserne des Erg.-Batl. 53 Gießen. Statt einer Antwort musterte er mich prüfend eine Zeit lang. „So, bei de Gail'sche Feuerwehr willscht. Ja, ba gehst be nächste Straß rechts vor, solange bis be denkst, du kämst nimmer hin, dann finbs noch 10 Minute." Mit dieser höflichen Auskunft und meinem schweren Koffer trollte ich mich weiter, bis ich endlich an der Kaserne ankam. Nach ewigem Suchen wurde ich schließlich durch den U. v. D. in meine Stube gelotst. Ich war allein und ging bald schlafen. In der Nacht träumte ich, ich wäre Stationsvorsteher vom Hauptbahnhof Leipzig. Kaum war ich einen Moment eingeschlafen, da brauste schon wieder ein Zug vorbei. Äm nächsten Morgen kamen die anderen Stubenkameraden. Mit Ehrfurcht hörte der Rekrut die Erwägung des alten Mannes, des gereiften Lands, daß ein obengelegenes Bett den Vorzug der besseren Luft habe, andererseits ein unten gelegenes, wenn schlecht gebaut, noch Aussicht habe, dem wachsamen Auge des Oberspießes zu entgehen. Dann kam das Einkleiden auf der Kammer. Wie unter die Räuber unb Märber gefallen, kam sich ber junge Rekrut vor. Halsbinbe unb Schnürschuhe, Stahlhelm und Unterhosen, Handschuhe und Tornister regneten von allen Seiten auf ihn herab, jedes Stück begleitet von einem halb einschmeichelnden, halb drohenden „Das paßt". Keuchend schleppte ich in der Zeltplane meine Sachen vor den Spind und blickte dann verzweifelt auf den Riesenberg: Das soll alles hinein? Unmöglich! Hier erfuhr ich zum ersten Male, daß bei Gott und den Preußen nichts unmöglich ist. Alles ging hinein, wenn auch die Spindtür ächzte. Halb wehmütig, halb freudig war der Abschied vom Schlips und Kragen, sie wurden zu den Akten, d. h. in den Koffer gelegt, ber bann auch auf ber Kammer verschwand. Jetzt erst kam uns voll zum Bewußtsein, baß ber Zivilist vor dem Kasernentor liegen geblieben, wir selbst aus Schlips unb Kragen zu Solbaten geworden waren. Wie im Fluge vergingen die ersten Tage, in denen uns das Gehen und Stehen, das wir schon seit etwa 2 Jahrzehnten zu können glaubten, beigebracht wurde. Bald war die erste Woche herum, der Tag der Vereidigung war da. Zum ersten Male sah der Rekrut das Bataillon geschlossen in den drei Blocks der Kompanien marschieren, ein imponierender Anblick. Im Hof des ehemaligen Klosters Schiffenberg, umgeben von den Zeugen Das E.-Bataillon auf dem Marsch durch die Stadt; an der Spitze zu Pferde der Bataillonskommandeur Major I u n k e r mit seinem Adjutanten. Der schönste Dienst des Tages: SB^Zempfang. Besichtigung des Lederzeugs auf der Stube. (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff, Gießen.) Soldaten öss C.-Bataillovs HeM heim Holzaujladen. (Aufnahme: Kraft.) einer großen Vergangenheit, in Angesicht der neuen Kriegsflagge, dem «Sinnbild unserer Zukunft, erhoben wir die Hand mit den drei Schwurfingern und gelobten dem Führer des Reiches, dem Obersten Befehlshaber des Heeres unverbrüchliche Treue. Im frohen Beieinandersein blieb bald die feierliche, gehobene Stimmung, aber in jedem Rekruten der am Nachmittag den Schiffenberg wieder her- untermaschierte, lebte das Gefühl, daß die vergangene Feier einen Wendepunkt in seinem Leben bedeutete. Nicht äußerer Zwang hält den vereidigten Soldaten, sondern für die Dauer des Lebens ist er durch die unsichtbaren Bande der Ehre und des Gewissens an die Fahne gebunden. Schütze Zick graf, 1. Komp./Erg.-Bat. 53 (1. Lehrgang 1936). KriegsverwendungsW'ger Soldat in acht Wochen. Die Aufgabe der Ergänzungseinheiten ist es, in knapp acht Wochen aus einem Zivilisten einen Soldaten heranzubilden, der in der Lage ist, im Ernstfälle mit der Waffe umgehen zu können. Daß uns diese Aufgabe als Ausbildungspersonal gelungen ist, beweisen die Besichtigungen, die am Ende einer achtwöchigen Ausbildung stattfinden, und die hier in Gießen im Ergänzungs-Bataillon 53 zur Zufriedenheit unserer Vorgesetzten verlaufen sind. Die Anerkennung des Herrn Generals Dollmann und des Herrn Regiments-Kommandeurs bestätigen dem Ausbilder, daß sein Ausbildungsverfahren zu dem gewünschten Ziele führt. Es ist aber nicht so einfach, in acht Wochen das Ziel zu erreichen, das von dem Ausbilder verlangt wird. In Erkenntnis dieser schwierigen Aufgabe und zur Vertiefung der Einzelausbildung legte der Bataillons- Kommandeur einen Schulungskursus für das gesamte Ausbildungspersonal in der Zwischenpause ein, der den Zweck hatte, den Soldaten auch seelisch zu erfassen und die beste Form der Lehrmethodik zu finden. Die dort erworbenen Kenntnisse bewähren sich gerade jetzt bei den gezogenen Jahrgängen glänzend. Seither rekrutierten sich die Mannschaften des Erg.-Bataillons 53 aus Freiwilligen, die in einem Alter bis zu 35 Jahren eine schnellere Auffassungsgabe besaßen, als der gezogene Jahrgang 1914. Dies liegt zum Teil an der beruflichen Vorbildung, an der Lebenserfahrung, die der Freiwillige in seinem Alter mitbringt. Einen Rekruten zum Soldaten zu erziehen, erfordert viel Geduld. Man muß ihn behandeln wie ein Kind, und darf ihn durch die Kürze der Zeit nicht mit militärischem Stoff überfüttern, sondern im Anfang der Ausbildung die Aufbaustoffe teelöffelweise verabreichen. Erst mit dem Großwerden im militärischen Wissen wächst der Appetit, und der Rekrut verlangt von selbst nach mehr. Er erfaßt allmählich schneller, paßt sich allem leichter an und ist mit Passion bei der Sache. Eine Ausbildung derartig tempo- und stufenweise eingeübt, macht sich für immer bezahlt. Es kostet im Anfang den Ausbilder sehr viel Geduld und einen kolossalen Stimmenaufwand, jeden Rekruten einzeln einen Griff oder Tempo durchführen zu lassen, oder nochmals zu erklären und mit ihm durchzuüben. Man hat aber dann dafür die bestimmte Gewißheit, daß der Rekrut das Durchzuübende richtig gesehen und richtig erfaßt hat. Aus diese Art müssen Ausbilder und Rekrut täglich von morgens früh bis abends spät zusammenarbeiten. Hunderte von Fragen werden oft in einem Tage von dem Rekruten an seinen Lehrer gestellt und gern und bereitwilligst beantwortet. Ich persönlich freue mich immer, wenn der Rekrut zu fragen anfängt. Von diesem Augenblick an, wo er sich für alle militärischen Sachen und Dinge interessiert, interessiert ihn auch sein Dienst. Und dann ist der Ausbilder mit seinem Rekruten über den Berg hinüber. Wie dankbar uns diese Schüler sind, beweist, daß sie am Besichtigungstage das Beste aus sich hergeben, weil sie wissen, daß sie durch eine gründliche Einzelausbildung ihrer Sache sicher sind. Daß sie nach dem Ausscheiden sich kameradschaftlich mit uns verbunden fühlen, davon zeugen Briefe und Postkarten, die heute noch von den Leuten an uns gelangen, die sogar schon vor Monaten acht Wochen bei uns waren. Damit haben wir Unteroffiziere zwei Aufgaben erfüllt: den Mann zum kriegsverwendungsfähigen- Soldaten ausgebildet und trotz aller Härte, die ja nun einmal das Soldatenhandwerk mit sich bringt, sein Herz erobert. Unteroffizier Weber, 3. (MG.) Komp. Erg.-Batl. 53. Wirtschaft. Genehmigungspflicht für die Lieferung von Hafer. Der Vorsitzende des Getreidewirtschastsverbandes Hessen und Nassau ordnete mit sofortiger Wirkung an, daß alle Verteiler- und Verarbeitungsbetriebe ihre zur Zeit vorhandenen Bestände an Hafer dem Getreidewirtschaftsverband bis zum 28. Januar 1936 zu melden haben. Alle Verteilerbetriebe (Händler und Genossenschaften) sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindlichen Haferbestände, auch soweit es sich um bereits verkaufte Mengen handelt, unverzüglich dem Getreidewirtschaftsverband zur Lieferung anzu- dienen. Jeder Verkauf und Tausch von Hafer jeglicher Art (Futter-, Saat- und Jndustriehafer) durch die Verteiler (Händler und Genossenschaften) bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Getreidewirtschaftsverbandes. Die Genehmigung ist vor Abschluß des Vertrages vom Verteiler zu beantragen. Die Erteilung der Genehmigung kann von Bedingungen abhängig gemacht werden. Diese Bestimmungen gelten auch für die bereits abgeschlossenen Verträge, soweit sie hinsichtlich der Lieferung noch nicht erfüllt sind. Zuwiderhandlungen werd-n bestraft. Neue Anordnungen über Preisspannen für Mühlenfabrikate. In Abänderung der Bekanntmachung vom 7. Juni 1935 des Getreidewirtschaftsverbandes Hessen und Nassau kommt mit Wirkung vom 24. dieses Monats bei den ortsüblichen Aufschlägen in Orten unter 3000 Einwohner der Zuschlag bei Roggenfabrikaten von 0,20 Mk. je 100 Kilogramm, bei Weizenfabrikaten von 0,30 Mk. je 100 Kilogramm in Fortfall. Die ortsüblichen Aufschläge betragen daher vom obigen Zeitpunkt an im Gebiet des Getteidewirtschaftsverbandes Hessen und Nassau gleichmäßig bei Roggenfabrikaten 1,40 Mk. je 100 Kilogramm, bei Weizenfabrikaten 1,80 Mk. je 100 Kilogramm. Die übrigen Bestimmungen der Bekanntmachung vom 7. Juni 1935 bleiben unverändert in Kraft. Nhein-Mainische Börse. Millagsbörfe: erholt. Frankfurt a. M., 24. Jan. Die im gestrig Abendbörsenverkehr sich bereits anbahnende Erholung erfuhr heute Mittag bei allerdings ziemlich kleinen Umsätzen eine Fortsetzung. Von der Kundschaft lagen nur kleine Aufträge vor, in größerem Umfange schritt jedoch die Kulisse zu Rückkäufen und Deckungen. Der Aktienmarkt brachte durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Die Sonderbewegung der Siemens-Aktie auf 176,25 (172,50) und die Befestigung bei Schuckert auf 129,50 (127,50) im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bilanzsitzung, aus der man ein günstiges Ergebnis erwartet, bot den übrigen Märkten ebenfalls Anregung; außerdem fanden die weiter erhöhte Rohstahlgewinnung und die Auftragsbesserung in der Eisenindustrie Beachtung. Andererseits blieb der Abschluß der Hamburger Hyp. Bank mit 4 (i. V. 5) v. H. Dividende fast ohne Einfluß. Etwas lebhafteres Geschäft hatten einige Montanaktien, wie Hoesch mit 87,50 (86), Mannesmann mit 82,25 (81,25) und Stahlverein mit 78 (77,13). Auch IG. Farben wurden mit 150,75 bis 151 (150,40) stärker beachtet, ferner verzeichneten Westdeutsche Kaufhof mit 32,13 bis 31,75 (31,40) größeres Geschäft. Maschinenaktien notierten meist 0,25 bis 0,75 v. H. höher, ferner gewannen Metallgesellschaft 0,50, AKU. 1, Hanfwerke Füssen 0,50, Holzmann 1, Zellstoff Waldhof 0,65 und AG. für Verkehr 0,50 v.H. Etwas niedriger lagen Deutsche Erdöl und Aschaffenburger Zellstoff. Renten lagen still, aber freundlich. Nur Kom- munal-Umschuldung lagen mit etwa 87,25 (87,35) etwas niedriger. Andererseits blieben Zinsvergütungsscheine mit 92.90 (92,90) gesucht, Altbesitz und 6 v. H. Stahlverein gewannen je 0,13 v. H. Von fremden Werten eröffneten 4 v. H. Ungarn Gold mit 8,90 (8,85) und 5 v. H. innere Mexikaner mit 5,60 (5,50). Im Verlaufe unterlagen die Kurse kleinen Schwankungen, wobei nach beiden Seiten Abweichungen von etwa 0,25 v. H. eintraten. Das Geschäft war außerordentlich klein. Etwas fester lagen u. a. IG. Farben, AEG., Stahlverein, Daimler, Aschaffenburger Zellstoff und Reichsbank, Gesfürel stiegen auf 128 nach 127, Scheideanstalt auf 215 (214), andererseits gaben Junghans n. P. auf 118 (119) nach. Am Kassamarkt wurden Hypothekenbankaktien von dem Abschluß der Hamburger Hyp. Bank beeindruckt und gaben um 1 bis 1,50 v. H. nach, so Pfälz. Hyp., und Franks. Hyp. Bank. Am Rentenmarkt blieben die variablen Werte im Verlaufe still und unverändert. Der Pfandbriefmarkt brachte nur bei Liquidationspfandbriefen geringfügige Veränderungen. Stadtanleihen lagen Oer Krupp-Abschluß für 1934/35 bis 12, Weißkraut 4 bis 6, Wirsing 4 bis 8, Winter" kohl 7 bis 8, Zwiebeln 7 bis 9. Obst- und Südfrüchte: Deutsche Aepfel blieben bei unbestiedlgender Nachfrage stark an- geboten, und es verblieben Ueberstande. Preise weiter abbröckelnd. Apfelsinen und Mandarmen bei guten Zufuhren schleppend, greife notierten: Aepfel I 24 bis 30 II 18 bis 22, Gold- parmänen 22 bis 30, Schafsnasen 13 bls 18, Roter Eifer 18 bis 20. Amerikanische Aepfel: 40 Pfd. rot 16 bis 18, do. gelbe 16,50 bis 18 Apfelsinen blond 13 bis 18 span , kernlos 25 bis 26 span Pattrno Blut 20 bis 27 ital., Birnen 25 bis 30 Kvchblr- nen 14 bis 18, Bananen Kiste 25 Pfd I 6,50 Ka- merun, II 5 Kamerun, Kranz-Feigen 25 kg 8 bis 9.50, Smyrna-Feigen Kiste 50 Pfd 9,50, Trauben, Steige 20 Pfd. 6.50 Almena, Walnüsse 45 franz., Zitronen Kiste 300 und 360 Stück 6,25 bis 6,50. Frankfurter ButtermartL Frankfurt a. M. 24.Jan. Das Butterangebot zeigte eine weitere Zunahme. Die 910(^096 des Konsums ist normal, aber angesichts des bevorstehenden Monatsendes ziemlich ruhig, wobei m den Kleinhandelsgeschäften nur kleinste Quantitäten verlangt werden. Außerdem machte sich die reichlichere Versorgung mit Schweineschmalz und Margarine bemerkbar. Die Preise blieben unverändert. Es "notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreife an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145 bis 148, feine deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkereibutter 142, Landbutter 125. Holl. Butter 145 bis 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 24. Jan. Die Zufuhren an frischen Eiern blieben auch in dieser Woche sehr knapp, während die Nachfrage dringend war und keineswegs bestiedigt werden konnte. Die im Großhandel gehegten Hoffnungen auf stärkere Zuteilungen fettens der Reichsstelle haben sich leider nicht bestätigt, da die Einfuhr außerordentlich niedrig gehalten wird. Man hat indes berechtigte Hoffnung, daß im nächsten Monat die Produktion etwas stärker einsetzen wird, so daß zunächst hauptsächlich der Bedarf der Großstädte sichergestellt wird. Die vorhandenen Mengen dieser Woche konnten nur beschränkt zugeteilt werden. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche und ausländische Handels- klasseneier: S 12% bis 12%, A 11% bis 11%, B 10% bis 11, C 9-/4 bis 10, D 9% bis 9*/<. Oie jndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 63: Einzahlung von Wechseldiskonterlöstn im Verrechnungsverkehr. 64: Bekanntmachung der Schweizerischen Verrechnungsstelle über Zinsüberweisungen nach Deutschland. 65: Bekanntmachung KP 92 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. ruhig und- behauptet, etwas niedriger 4,5 Darm- stadt von 1928 mit 92,50 (93). Staatsanleihen lagen still. Auslandsrenten blieben allgemein gut gehalten, Schweiz. Bundesbahn-Obligationen waren weiter etwas erholt. Niedriger lagen ?na*°, llr J mit 37,50 (37,65). — Tagesgeld unverändert 2,50 vom Hundert. h „nn cn Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 100,50 (100), Pokorny 104 (103), Wayß & Freytag 92,50 Geld (92,50), Growag 79 (79,50). Abendbörfe freundlich. Die Abendbörse hatte bei zuversichtlicher Grundtendenz und gegen den Berliner Schluß gut behaupteten Kursen nur sehr kleines Geschäft. Soweit Abweichungen eintraten, betrugen sie nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozentes. Etwas beachtet waren Westdeutsche Kaufhof mit 32,90 (32,50), Stahlverein mit 78,90 (79), Eßlingen Maschinen mit 90,25-90,50 (90) und IG. Farben mit 151 (150,90). Daimler Motoren, Metallgesellschaft, Schuckert und Kunstseide Aku bröckelten leicht ab. Am Kassamarkt gingen Sachtleben Bergbau auf 171,50 (173) zurück, von Banken erhöhten sich Commerzbank auf 86,75 (86,50). , Der Rentenmarkt lag geschaftslos, Kommuna - Umschuldung nannte man auf der ermäßigten Mtt- tagsschlußbafis von 87,10. IG. Farben-Bonds zogen etwas an auf 125 (124,90), ferner 4,50 (6) v.H Stadt Frankfurt auf 91,75 (91,50), wahrend 4,5proz Mainz v. 28 auf 92 (92,25) nachgaben. Fremde Werte lagen still, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 170 (169). _ , U. a. notierten: Altbesitz 109,75, IG- Farben- Bonds 125, 6proz. NSU, 102,50, 4,50 (6) Frankfurt v. 26 91,75, 4,5proz. Mainz v. 28 92, 4,5proz. Franks. Hypotheken Gold R 13—15 96,50, 4,50 dto. KO II—III 93,40, 4proz. Rumänen 5,20, 4proz. Ungarn Gold 8,95, Commerzbank 86,75, DD-Bank 86, Harpener 108,50, Mannesmann 82,50 Hoesch 88, Rheinstahl 109,75, Stahloerein 78,90, Aku 55, Be- kula 138,50, Gement Heidelberg 124, Daimler 96,25, Scheideanstalt 215, Dt. Linoleum 145,50, Eßlingen Maschinen 90,25-90,50, ELG. "5,50 IG. Farben 151, Holzmann 94,75, Muag 78,40, Metallgesellschaft 117, Moenus Maschinen 82, Schuckert 129,25, Siemens 176, Westdeutscher Kaufhof 32,90, Südd. Zucker 199, Schöfferhof 172,50, Sachtleben 171,50, AG. für Verkehrswesen 103. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 24. Jan. Die starken Zufuhren in Gemüse hielten an, dagegen blieb die Nachfrage nach wie vor schleppend. In Rosenkohl, Feldsalat, Wirsing, Weiße Rüben, Gelbe Rüben und Zwiebeln verblieben Ueberstände. Infolge der in den letzten Tagen übermäßig starken Zufuhren von ausländischem Blumenkohl und Eskarol sind deutsche Gemüse schwer verkäuflich; die Preise gingen teilweise weiter zurück. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 9 bis 18 St. 2,50 bis 3 ital., Eskarol 6 bis 12, do. Steige 18 bis 32 St. 2,50 bis 3 ital., Feldsalat groß 25 bis 30, klein (Mistbeet) 60 bis 80, Gelbe Rüben 2% bis 3%, Kewürzel gr. Bdl. 30 bis 40, Karotten 4 bis 5, Kohlraben 2% bis 4, Kopfsalat Steige 24 St. 5,50 bis 6 span., Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 15 bis 18, Rotkraut 7 bis 10, Sellerie 50 kg 8 bis 12, Spinat 6 Fwd. Essen, 24. Jan. Bei der Friedrich Krupp AG-, Essen, hat in dem am 30. September 1935 abgelaufenen Geschäftsjahre die M e n- genkonjunktur in der Eisenindustrie zu einer recht befriedigenden Beschäftigung in fast allen Betrieben geführt, die zusammen mit den günstigen Auswirkungen der Rationalisierungs- und Jnvesti- ttonsmaßnahmen der vergangenen Jahre die Vorlage eines recht befriedigenden Abfchluf- f e s ermöglicht hat. Dabei ist besonders bemerkenswert, daß die Gesellschaft auch auf ihren Zechen- gebieten befriedigende Geschäftsergebnisfe erzielt hat. Nach erhöhten Abschreibungen auf Anlagen von 27,32 (24,04) und ermäßigten anderen Abschreibungen von 4,63 (6,24) Mill. Mark ergibt sich einschl. 0,65 Mill. Mark Vortrag ein Gewinn von 1 0,34 (6,65) Mill. Mark, wovon 5 (4) Mill. Mark der Rücklage für Werkserhaltuny und Erneuerung, wieder 2 Mill. Mark b/.% ehem. 8% Pr. Landespsand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 4%% ehcm. 7% Pr. Landespfand. briefanst., Gold Komm. CbLVI Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Österreichische Goldrente... 4,20% Österreichische Stlberrentr 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhre« ........0 5% obgest. Goldmettkaner von 99 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe Frankfurt a. M. Äerlm Dem enmarkt Berlin — Frankfurt O.21L Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse 23.Januar 24.Januar Amtliche Notierung Geld I Aries Amtliche Notierung Geld | Brief Datum | 23 1. 24-1 23.1. 24 1 ManSselder Bergbau.........5 kokSwerke.................6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rhelnstahl ..................4 125,5 217 109 77,13 17,5 119,5 188,5 150,4 214 108,75 117 117 93,25 122,5 128 53,25 91,5 117,5 82,75 95,75 144,75 31,4 279,75 172 163 26 89 1 199 125,5 217,5 109,75 78,9 17,5 119,5 189,5 151 215 110,5 120,75 117 94,75 124 128 55 90,25 118,5 82,5 96,25 145,5 32,9 282 173 163,25 27,25 89,4 199 125 116,9 218 108,9 77,13 17,4 126,5 119,9 189 150,4 108,5 117,25 117,5 93,65 97,75 53,4 91 116,9 82,65 120,13 96 145 77,25 31,75 280 172 163,25 26 199 125,75 119,25 217,5 110 79 17,5 126 119 189,75 150,9 110,75 120,25 117,5 95 98,75 55,25 90,75 118,13 82,5 120,9 96,75 145,5 77,75 32,5 283,5 172 163,5 I 27 1 199 Buenos Sire Brüssel .... Rio de Jan. Sosta..... Kopenhagen. Danzig----- London ..... HeliingforS.. Paris ..... Holland ... Italien .... Japan ..... Jugoslawien Cßlo..... ' Wien...... Lissabon Stockholm.. Schweiz ... Spanien... 0,678 41,96 0,138 3,047 54,87 46,80 12,285 5,415 16,375 168,53 19,85 0,718 5,654 61,69 48,95 11,15 63,35 80,72 33,93 10,28 2,476 0,682 42,04 0,140 3,053 54,97 46,90 12,315 5,425 16,415 168,87 19,89 0,720 5,666 61,81 49,05 11,17 63,47 80,88 33,99 10,30 2,480 Banknoten 0,676 41,95 0,136 3,047 54,87 46,80 12,285 5,415 16,375 168,58 19,85 0,718 5,654 61,69 48,95 11,15 63,34 80,74 33,93 10,275 2,466 0,680 42,03 0,138 3,053 54,97 46,90 12,315 5,425 16,415 168,92 19,89 0,720 5,666 61,81 49,05 11,17 63,46 80,90 33,99 10,295 2,470 Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, I G. Farben-Industrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ...... 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgelellschast.............4 PHUtpp Holzmann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 6 Zellstoff Waldhos ............5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum...........8 Orenstein L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade....................7»/. Accumulatoren-Fabrik....... 12 Eonti-Gummi...............8 Grttzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........10 Budapest .. Neuyork ... Berlin, 24 Januar ' | Geld 25nei Amerikanische Koten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ............. ... Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,418 41,80 54,66 12,25 16,325 168,16 61,53 63,17 80,56 33,57 2,438 41,96 54,88 12,29 16,385 168,84 61, n 63,43 80,88 33,71 1900 empfängt Tv. Eschwege zum Handball-Sauliga-Verbandsspiel. Im dritten Spiel der Rückspielrunde haben die 1900er morgen vormittag aus eigenem Platz den Turnverein 1861 Eschwege zum Gegner. Man würde einen Fehler begehen, würde man darin ein Treffen von untergeordneter Bedeutung erblicken. Die Efchweger Turner sind weit besser, als aus ihrem derzeitigen Tabellenstand zu schließen ist. Das beweisen ihre knappen, teilweise sogar unverdienten Niederlagen gegen die führenden Mannschaften. Die Gefährlichkeit der Mannschaft liegt in ihrer äußerst schnellen Spielweise. Die wurfkräftigen Stürmer, insbesondere der auch als Leichtathlet bekannte Luttge, sorgen dafür, daß Torerfolge nicht ausbleiben. Bon den übrigen Mannschaftsteilen ist noch der hervorragende Hüter Wiegand zu erwähnen. Die 1900er müssen infolge Beorderung Göings nach Wunsdorf und wegen Verhinderung des Läufers Mann mit veränderter Elf antreten. Obwohl Steines in der Fünferreihe wieder zur Verfügung steht, wird sich der Gießener Sturm erst wieder finden müssen. Dieser Umstand wird auch wesentlich für den Spielausgang sein. Außer der Gauligamannschaft tritt die Jugend der Blauweißen noch in Aktion. Sie liefert den tüchtigen Jungens des Wetzlarer Sportvereins 1905 ein Gesellschafts-Rückspiel, das in Wetzlar zum Austrag kommt. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. VfB.-Reichsbahn Gießen — Bissenberg Frohnhausen — Sinn Riedergirmes — 1900 Gießen Dillenburg — Watzenborn-Steinberg. Spielvereinigung 1900 Gießen. Niedergirmes — 1900 Liga. Die Pflichtspiele im Bezirk Gießen-Dill nähern sich ihrem Ende. Die Abstiegsfrage ist so ziemlich geklärt und an dem Meisterschaftssieg der Naun- yeimer dürfte, wenn keine allzu großen Umwandlungen eintreten, nicht mehr zu rütteln sein. Die Spiele der anderen Mannschaften sind daher mehr oder weniger Positionskämpfe, zu denen auch dack Spiel der Spielvereinigung in Niedergirmes zählt. Für die Blauweißen gilt es endlich einmal zu beweisen, daß sie auf Grund ihrer letzten und ganz besonders der vorsonntäglichen Leistung auch in der Lage ist, Siege auf fremden Plätzen zu erringen. Zu beachten ist hierbei allerdings, daß, wenn auch der Abstieg der Platzbesitzer feststeht, die Mannschaft mit einem selten gesehenen Eifer und Tatendrang ans Werk geht. Dies mußten am Sonntag auch die Wetzlarer erfahren, denn die Mannschaft ist bestrebt, sich einen würdigen Abgang aus der Bezirksklasse zu verschaffen. Die Aufstellung der Blauweißen, die gegen den Vorsonntag abermals eine andere ist, lautet wie folgt: Fischer; Zeiler, Lippert; Hammer, Kleinbell, Schäfer; Schmelz, Clement, Wilhelmi, Heilmann, Henkelmann. Diese Mannschaft müßte eigentlich für einen glatten Sieg sicher sein. Aber nur dann, wenn sie es versteht, die Fäden des Spieles von allem Anfang in Händen zu halten. Der Gegner ist nur schwer zur Kapitulation zu bringen. Iugendspiele. Die Jugendabteilung der Spielvereinigung 1900 hat für den kommenden Sonntag ein reichhaltiges Programm ausgestellt. Die erste Jugend hat die gleiche Mannschaft aus dem oberen Lahntal zu Gast. Die Sarnauer sind wenig bekannt in unserer Stadt. Das Spiel ist vollkommen offen. — Die zweite Jugend tritt in Heuchelheim an. Eine knappe Niederlage oder ein Unentschieden wäre ein schöner Erfolg. — Die erste Schülermannschaft erwartet die Jungens aus Lollar, und man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man hier mit einem schönen Kampf rechnet. — Für ein Freundschaftsspiel haben die kleinsten 1900er sich die 2. Schüler des VfB.-R. verpflichtet. VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Bissenberger auf dem Waldsportplatz. Sie stehen zur Zeit punktgleich mit den Naunheimern, besitzen nur das schlechtere Torverhältnis. Diese Tatsache bedeutet für die Bissenberger in ihrem hiesigen Kampfe sehr viel, denn im Falle einer Niederlage würden sie aus dem engeren Wettbewerb um die Meisterschaft ausgeschaltet. Demgegenüber müssen die Gießener alles daran setzen, um nicht noch den Anschluß an die Mittelgruppe zu verlieren. Die Bissenberger haben im Laufe dieser Serie ihr Können durch eindeutige Siege mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt. Was der Mannschaft an taktischem Können zu Beginn der Spiele fehlte, hat sie ausgeglichen, so daß die Gießener einem Gegner gegenüber stehen, der ihnen an Taktik und Technik nichts nachgeben sollte. Die Gäste verfügen über eine solide Hintermannschaft, die auch die körperlichen Voraussetzungen besitzt, um sich erfolgreich durchsetzen zu können. Der Ausgang des Spieles wird zum größten Teil von der Bewährung ihres Ersatzmittelläufers abhängig. In Anbetracht der Wichtigkeit dieses Spieles haben die Gießener Leutheuser I aus Kassel kommen lassen. Seine Mitwirkung bedeutet bestimmt für die Hintermannschaft eine wesentliche Verstärkung. Die Gießener stellen: Helcher; Leutheuser I, Leutheuser II; Hauptfeld, Mundt, Lehrmund; Fehling, L. Schmidt, Schorge, Heß, Szponick. Diese Mannschaft sollte die stärkste Vertretung sein, die die Gießener zur Zeit stellen können. Das Spiel wird von dem Schiedsrichter Krug, Friedberg, geleitet. VfB.-R. II — 1900 II. Leider ist die Spielstärke der beiden Gegner im Laufe des letzten Jahres zurückgegangen. Trotzdem erwartet man ein kämpferisch und technisch schönes Spiel. VfB.-R. III — 1900 III. Vor dem Spiele der Reservemannschaften spielen die dritten beider Vereine. Die Platzbesitzer sollten hier ein kleines Plus zu verzeichnen haben. Allerdings ist auch hier zu berücksichtigen, daß bei Lokalspielen eine bestimmte Voraussage nicht zu geben ist. VfB.-R. 1. Igd. — Steinberg 1.3gb. In diesem Spiele geht es um die Gruppenmeisterschaft. Die Leute vom Waldsportplatz sollten in der Lage sein, einen knappen Sieg, zumal sie den Vorteil des eigenen Platzes haben, zu erringen. Die zweite Jugend spielt in Großen-Linden und dürfte um eine Niederlage nicht herumkommen. , FC.Teutonia-Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Dillenburg I. Am Sonntag trit die 1. Elf der Teutonen in Dillenburg zum fälligen Verbandsspiel an. Leider müssen die Teutonen wieder mit reichlichem Ersatz antreten. Dem Tabellenstand nach und im Vergleich zu den hohen Niederlagen, die die Gießener Vereine einstecken mußten (6:0 und 4:1) ist wohl kaum etwas zu hoffen. Aber es gibt manchmal Enttäuschungen nach der angenehmeren Seite. Das Vorspiel in Steinberg endete 3:3. Die 2. Mannschaft von Watzenborn-Steinberg empfängt die 1. Mannschaft vom Sportverein Grü- ningen. Hier endete das Vorspiel 3:2 für Steinberg. Da nun Steinberg den Vorteil des eigenen Platzes hat, evtl. Leute an die 1. Mannschaft abgeben muß, so ist es nicht vorauszusagen, ob die Platzmannschaft gegen die körperlich stärkeren Grüninger einen Sieg davontragen wird. Vor allem erwartet man einen interessanten Kampf. Fußball der Kreisklaffen. Heuchelheim — Rodheim (Koob, Garbenheim); VfB.-R. II — 1900 II (Kaletsch, Wetzlar); Leihgestern — Großen-Buseck (Holzapfel, Lich); Albs- hausen — Stockhausen (Niersbach, Wetzlar); Bissenberg II — Spfr. Wetzlar (Wolf, Allendorf); Burgsolms — Steindorf (Küster, Berghausen), Nauborn — Werdorf (Keller, Naunheim); Holzhausen — Hermannstein (Kleemann, Bissenberg); Ehringshausen-Wetzlar II (Knapp, Werdorf); Aßlar gegen Ulm (Petri, Wetzlar); VfB.-R. III — 1900 III (Schiedsr. von Wetzlar); Steinbach — Lich (Post, Wieseck); Steinberg II — Grüningen (Bocher, Gießen); Krofdorf — Rodheim II (Bender Fellingshausen); Rüddingshausen — Saubringen (Offenbacher, Gießen); Treis — Flensungen (Pieh, Londorf); Großen-Buseck II — Geilshausen (Körber, Alten-Buseck); Lollar III — Londorf (Schnaut, Lollar); Grünberg II — Staufenberg (Bender, Treis); Aßlar II — Waldgirmes (Weber, Ehringshausen); Wetzlar III — Niedergirmes II (Weber, Altenkirchen). Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am morgigen Sonntag hat die 1. Mannschaft des FC. Großen-Buseck in Leihgestern das noch ausstehende Verbandsspiel gegen die 1. Elf der Spvg. Leihgestern auszutragen. Obwohl Leihgestern in den beiden letzten Spielen eindeutige Niederlagen hinnehmen mußte, so darf trotzdem die Widerstandskraft der Gastgeber auf eigenem Platze nicht unterschätzt werden. Die 2. Elf hat Geilshausens 1. Elf zum Gegner und dürfte wohl um eine Niederlage kaum herumkommen. Spielabteilung Tv.1889Klein-Linden. Klein-Linden I — TV. 1846 Gießen I. Morgen erwartet die 1. Fußball-Mannschaft des Turnvereins Klein-Linden die Erste von TD. 1846 Gießers zu einem Freundschaftstreffen. Berds Mannschaften haben in ihren letzten Spielen sehr ansprechende Leistungen gezeigt, so daß ein spannendes Spiel zu erwarten ist. Vorher wird die 2. Jugend ihr erstes Spiel be- streiten. Sie trifft in der 3. Jugend von VfB.- Reichsbahn Gießen auf einen Gegner, der dank seiner größeren Spielerfahrung den Sieg mit nach Hause nehmen dürfte. HandballimKreisLahn-Oill(GauXII) Während in der Bezirksklasse den Paarungen keine allzugroße Bedeutung beigemessen zu werden braucht, da in allen Paarungen mit Favoritensiegen zu rechnen ist, wird in der 1. Kreisklasse die Entscheidung fallen. Gelingt es nämlich Groß-Rechtenbach — was allerdings kaum anzunehmen ist — Niedergirmes auf eigenem Platz zu schlagen, bann ist Niedergirmes endgültig ausgeschlossen, während Groß-Rechtenbach und Hörnsheim um die Tabellenspitze kämpfen müssen. Vezirksklasse. Tv. Münchholzhausen — Tv. Lützellinden. Man kann sagen, daß diese Begegnung wohl die wichtigste in dem Programm der Bezirksklasse sein wird, weil hiervon vielleicht der weitere Verbleib der Gäste an der Spitze abhängt. Denn Münchholzhausen hat durch Spielerzuwachs seine Mannschaft so verstärkt, daß wohl noch manche Mannschaft Punkte abgeben kann. Tv. Hochelheim — Tv. Roth. Man wird nicht fehlschlagen, wenn man hier den Hochelheirnern einen glatten und sicheren Sieg voraussagt. Tv. Hachenburg — Tv. Heuchelheim. Wir glauben kaum, daß sich Heuchelheim gegen die zur Zeit wieder aufkommenden Gastgeber durchsetzen kann, möchten vielmehr annehmen, daß es zu einem knappen aber sicheren Sieg von Hachenburg langt VfB.-R. Gießen — Mtv. Gießen. Einen interessanten Verlauf sollte das Lokaltreffen in Gießen nehmen. Nicht nur, daß der VfB.-R. zur Zeit wieder eine sehr gute Mannschaft ins Feld stellt, auch Mtv. Gießen hat sich auf Grund seines Könnens einen recht guten Platz in der Tabelle erkämpft. Es kann sogar damit gerechnet werden, daß die Mannschaft noch irgendwie entscheidend eingreift. Wer nun die meisten Chancen hat, darüber braucht man sich nicht auszulassen. Es bleibt zu hoffen, daß es einen schönen Kampf gibt, den die bessere Mannschaft gewinnt. I. Kreisklasse. Tv. Niedergirmes — To. Groß-Rechtenbach. Dieses Treffen wird die langersehnte Entscheidung in der Frage der Meisterschaft der 1. Kreisklasse bringen. Gewinnt Niedergirmes, dann braucht es aus dem auf eigenem Platz noch stattfindenden Spiel gegen Tv. Dorlar nur noch einen Punkt, um Tabellenführer und damit aufstieg- berechtigt zu fein. Stellt Groß-Rechtenbach den Sieger, dann stehen sie mit Hörnsheim punktgleich an der Spitze und in einem Entscheidungsspiel muß bann ber Meister ermittelt werben. Die Aussichten, bas Spiel zu gewinnen, sinb für beibe Mannschaften gleich groß. Es ist beshalb schwer, eine Vorhersage zu treffen. Tv. Garbenheim — Tv. Holzheim. Obwohl wir die Gäste als Sieger bezeichnen möchten^ ist ber Sieg noch keinesfalls sicher. ▼on E‘FRANKFUßT'LlEBEMWtNSTR.1-3 Dekorations-Stoffe jacquardgemustert, viele Pastell färben . u 120 em brt,p. m RM Atelier-Garnitur dreiteilig mit zwei H ftj" Halter,verschiedene MH Farben RM U Einsal Stores, Garnituren, EITlZel" Dekorationen usw. teilweise etwas angetrübt, zu bedeutend herabgesetzten Preisen Bas ganze Haus aotfmm: PtlsfeniM WM. 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Vereins erhalten bis zu 3 Plätzen freien Eintritt gegen Rückgabe des Gutscheins Nr. 2 für Goethe- Bund (rosa Gutscheinkarte) und Nr. 5 für Kaufmännischen Verein (grüne Gutschein karte). Mitglieder der NSDAP., der NS.-Franenschaft, der NS.- Kultnrgemeinde und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. gegen Vorzeigen des Mitgliedsausweises; Nichtmitglieder zu Mk. 1.50 bei Challier u. an d. Saalkasse. Militär u. Studenten zu 50 Pf. läuft am Sonntag, dem 26. Januar 1936, morgens um 11.15 Uhr in Gießen Gloria-Palast Nur für Kraftfahrer! «oD Eintritt frei! Raab-Karcher Thyssen G.m.b.H., Kassel VerkaufsstelleGießen,AnderMargaretenhütte6 Ala Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften (Sieben / Srhulftvatze 2 314 A Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht AB 1. FEBRUAR: DIE GRÖSSTE SENSATION!!! DAS ELEFANTEN WETTRENNEN . 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