Ur. 275 Erstes Blatt Dienstag, 24. November 1936 186. Jahrgang Gießener Anzeiger Ev. ßen Teil abhängt. Wahrheit und Vertrauen, die Grundpfeiler deutscher Wirtschastsiverbung Staatssekretär Funk spricht in der Eröffnungssitzung & 5 5- S »A '■"’L • Ä Tisch gemacht wird — oder daß die unumgänglichen Folgerungen gezogen werden. Denn so geht es nicht weiter! reichenden Lebensraum verfügen, können in dieser Frage vielleicht anders denken. Bei uns besteht immer die Gefahr, daß die Maßnahmen zu Gunsten des einen dem anderen schaden. Wir müssen daher versuchen, diese Reibungen und einen Kampf der sozialen Schichten und Strömungen gegeneinander nach Möglichkeit auszugleichen. So wie jemand, der allein in einem Hause wohnt, sich freier benehmen kann, als wenn er in einem Hause lebt, das von 10 oder 20 Parteien bewohnt wird, so müssen wir auch in unserem völkischen Leben durch Ordnung und Organisation die Rachteile des fehlenden Lebensraumes auszugleichen versuchen. Die besondere Bedeutung der Errichtung des Werberates der deutschen Wirtschaft beruht darin, daß hier die zentrale Institution geschaffen wurde, um die Werbung und damit den Wettbewerb neu zu gestalten. Dem Werberat wurde die Aufgabe gestellt, das tragfähige Fundament für den Wettbewerb zu bilden, auf dem der Leistungswettbewerb sich aufbauen konnte. Es ist nicht zu leugnen, daß die Trennung der fachlichen Aufgaben von der Werbungsseite gewisse Reibungen mit sich bringt. Aber so wie die Kapitallenkung, die Preisbildung und die Rohstoffverteilung heute keine wirtschaftlichen, keine ständischen Aufgaben, sondern politische Angelegenheiten sind, so ist auch die Werbung wegen der propagandistischen Bedeutung, die ihr innewohnt, eine politische Aufgabe. Jede Propaganda ist Meinungsbildung. Umge- kehrt ist aber auch die Werbung ein wichtiges Mittel der politischen Propaganda. Die Wirtschaflswerbung basiert wie alle Werbung auf dem Vertrauen, das ihr entgegengebracht wird. Aus diesem Grunde wurde die deutsche Werbung von Parasiten gereinigt, von unzulänglichen Methoden befreit und neu gestaltet, Jeder, der sie benutzt, hat als ehrbarer Kaufmann zu handeln. Wir bejahen die Wirtschaftswerbung grundsätzlich, weil sie die Künderin der Leistung ist, weil ihre Pionierarbeit den kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt dem Volke zugänglich macht, und weil die durch die Werbung erzielten ? Di S Auffassung die obersten Prinzipien eines gesunden Wettbewerbs. Gerade gegen dieses Grundgesetz der Reklame aber verstieß man im alten Wirtschasts- system, und auch heute noch scheuen sich vielfach große Unternehmungen des Auslandes nicht, falsche Herkunftsbezeichnungen anzuwenden, um so ihr oft minderwertiges Zeug auf dem Weltmarkt besser los zu werden. Es leuchtet ein, daß man solchen üblen Geschäftsmethoden im internationalen handel nur begegnen kann, wenn die Werbevertreter und Fachleute aus den verschiedenen Ländern zusammenkommen und gemeinsame Richtlinien festlegen, zu deren Einhaltung der Exportkaufmann verpflichtet ist. Dieser gegenseitigen Verständigung, der Klärung mancher Zweifelsfragen, der Unterrichtung über die Fortschritte der Werbetechnik, der Kenntnisnahme neuer Gesetzesbestimmungen über die Rechte und LS 6> ? L r & o 5 LS o Pflichten des Werbefachmanns in den verschiedenen Staaten dient auch der Kontinentale Reklame-Kongreß Berlin 1936, der vom 24. bis 28. November unter der Schirmherrschaft von Reichsmimster Dr. G 0 e b b e l s in der Reichshauptstadt veranstaltet wird. Die Beteiligung hervorragender Vertreter des In- und Auslandes und das umfangreiche Tagungsprogramm läßt erwarten, daß hier wirklich fruchtbare Arbeit für die Neugestaltung des Werbewesens geleistet wird. Die internationale Zusammenarbeit der Reklamemänner ist um so mehr zu begrüßen, als von ihrer Tätigkeit ja nicht nur das Gedeihen der völkischen Wohlfahrt, sondern auch der Fortschritt des zwischenstaatlichen Güteraustausches und damit der friedliche Leistungswettbewerb der Nationen zum gro- Todesurteile gegen sowjetrussische Eisenbahner. Warschau, 23. Noo. (DNB.) In Orla wurde ein Prozeß beendet, der die für einen Eisenbahnzusammenstoß verantwortlichen Beamten zur Verantwortung zog. 14 Wagen waren völlig zertrümmert worden. Der Maschinist wurde Professor Gerlach-Aasel wieder in sein Amt eingesetzt. Basel, 23. Nav. 3 ? 3 2’5'9' 0 ? 3 S d'?0 ^L)3ZI jpo'is’S 2 : 3 . 2. 1 3 2.**1 *• ** Erscheint täglich, nutzer JHMBF A A ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags flflf für die Mitlagsnummer SS jäÄS 14*. * A 6* A 4b* A *b V B Ate AA-te AAM ns Giestener Anzeiger Zs infolge höherer ewall —e * •• ze*. < < ** Stellen-, Vereins-, gemein- WZM General-Anzeiger für Oberhessen WWZ Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. zrankfurt am Mais 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. §christlei1ung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö ^8^33 er5-*3.« o ^82-üo'15' - ".er® d y J 2. =: e q =.3 'S« • D 2.2 •2-^ •£0» S 3 IC"1 ~ C - ~ ° B 2 3 5 ö > 3 -1 B - - - d - r t g/,2. E Jd £ « Cy-’-C-d tOhp ^3^26^ 2-Gf 1 0 2» 3 LooSasn ff c x> _ _C 2-E.D 3 c* @5 - 5 - Moskau befördert geschloffene Regimenter nach Barcelona. Fieberhafte Tätigkeit in den Kriegshäfen am Schwarzen Meer. Leistungs- und Amfahsteigernngen billigere herstellungs- und Vertriebsmethoden ermöglichen und damit den Lebensstandard des Einzelnen wie der Gesamtheit zu heben vermögen. Aber wir sind nicht der Auffassung, daß man mit der Werbung allein jedes Erzeugnis groß machen kann ohne Beachtung seiner Güte. Wir glauben auch nicht, daß es möglich ist, durch die Werbung Waren abzusetzen, für die kein Bedarf vorliegt. Je größer die Einflußmöglichkeiten der Wirtschaftswerbung sind, um so höher müssen auch die Anforderungen sein, die an sie in Gestalt und Inhalt gestellt werden. In Deutschland soll die Werbung nur für die wirkliche Leistung eingesetzt werden. Der Verbraucher hat berechtigten Anspruch darauf, vor unlauteren und unwahren Werbemethaden und Werbebehauptungen geschützt zu werden. Dieser Grundsatz der Wahrheit in der Werbung muß auch im zwischenstaatlichen Güteraustausch, in der Zusammenarbeit der Völker wieder aufs neue erstehen. Gerade der Welthandel hat zur Erhaltung dauernder geschäftlicher Beziehungen zur Voraussetzung, daß alle Beteiligten gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Dieser Zustand wird um so eher erreicht werden können, wenn nicht nur Leistung und Gegenleistung einander gleichwertig sind, sondern wenn auch die Ankündigung der Leistung dem Wesen eines ehrbaren Kaufmannes entspricht. Wir wären glücklich, wenn auch Sie, die Fachleute der Werbung der anderen Länder unseres Kontinents, uns dabei mithelfen würden, in der Wirtschaftswerbung eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, die sich dann auch in der gesamten öffentlichen Meinung der einzelnen Länder und in der politischen Führung der Völker auswirken wird. Die Neuordnung der deutschen Werbung. Ministerialrat Professor Dr. Hunke, der Stellvertreter des Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft, sprach dann über die Erneuerung der deutschen Werbung. Das deutsche Volk gibt jahraus, jahrein etwa eine Milliarde Reichsmark für Wirtschaftswerbung aus. Dem nationalsozialistischen Staate konnte daher die Gestaltung der Wirtschaftswerbung nicht gleichgültig sein. Er hat für alle Zeit eine klare Entscheidung getroffen: Werbung ist keine Angelegenheit, die lediglich dem Egoismus einzelner wirtschaftender Menschen ihre Existenz verdankt. Die Werbung besitzt eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung in einer Wirtschaft, die auf der Einzelper- sönlichkeit und der Leistung beruht. Eine Konkurrenz aber, die nur die eine Aufgabe sieht, mit unlauteren Mitteln den Mitbewerber aus dem Felde zu räumen, ist nicht nur sittlich sondern auch volkswirtschaftlich falsch und obendrein volkswirtschaftlich unproduktiv. Das war die große Gabe des nationalsozialistischen Staates für die deutsche Wirtschaftswerbung, daß er ihr eine überragende Bedeutung in der nationalsozialistischen Wirtschaft zuerkannte und ihr im Werberat der deutschen Wirtschaft einen amtlichen Betreuer gab. Im Verlaufe von drei Jahren hat nun die deutsche Wirtschaftswerbung tatsächlich einen völlig neuen Charakter gewonnen. Immer mehr setzt sich ein neuer Stil, eine neue Wirtschaftsgesinnung und ein neues Können in der deutschen Wirtschaftswerbung durch. Die Marktordnung Hot viele Vorteile mit sich gebracht. So gelten heute nur noch Zwei Spaltenbreiten und ein einheitlicher Höhenmaßstab. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sind überall dieselben geworden und doch ist jeder Wirtschafter in der Wahl und Bestimmung seiner Werbemittel völlig frei. Aber er muß seine Werbung selbst bezahlen, ohne Vergünstigungen verlangen zu können. Der Wirtschaftswerbung wurden neue Freunde gewonnen. Vor allem i n d e n Kreisen der kleineren Betriebe dadurch, daß der Einfluß der Kapitalmacht mit der Durchsetzung des Grundsatzes der P r e i s t r e u e beseitigt wurde. Den wirtschaftlich schwachen Kreisen wurde außerdem noch durch die zielbewußte Pflege der Gemeinschaftswerbung geholfen. Im Anschluß an die Gemeinschaftswerbungen haben dann auch Geschäftsleute zusätzliche Werbung betrieben, die ihr bisher fremd gegenüberstanden. Die Säuberung des Inhaltes der Werbung und damit zugleich die Läuterung des Wettbewerbs ist ebenfalls schon größtenteils durchgeführt. Um den durch die Neuregelung notwendigen Typ des Werbeberaters zu erhalten, ist die höhere Reichswerbeschule ins Leben gerufen worden. Auftakt zum Neichsbauerniag. Die Möglichkeit der Butterversorgung aus eigener Scholle. G o ß l a r, 23. Nov. (DNB.) In der Reichsbauernstadt am Harz hat der vierte Reichsbauerntag seinen Anfang genommen. Die schöne, alte Stadt ist festlich geschmückt. Ein Meer von Hakenkreuzfahnen verdeckt die Häusergiebel. Girlanden und Tannengrün vervollständigen das feierliche Bild. Durch die bisherigen Reichsbauerntage hat sich auch eine persönliche Gemeinschaft zwischen dem Führerkorps des Reichsnährstandes und den Bürgern der Stadt gebildet. In der Regel kommt jeder Tagungsteilnehmer immer wieder in das gleiche Quartier, so daß die Gäste mit den Einwohnern eine einzige große Familie bilden. Die ersten drei Tage des Goslarer Bauerntreffens sind mit Fachberatungen in zahlreichen Sondertagungen ausgefüllt. Der Montag war mit Besprechungen der Reichshauptabteilung III, die für eine gleichmäßige Versorgung der Verbrauch er schäft und für eine angemessene Preisbildung verantwortlich sind, ausgefüllt. Es handele sich dabei um die Frage des Marktes, also der Erfassung, Verarbeitung und Weiterleitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse vom Erzeuger zum Verbraucher. Interesse beanspruchten die Ausführungen des Bauern Nietfeld - Bockmann von der Hauptoereinigung der deutschen Milchwirtschaft, der die Fortschritte gegenüber dem Vorjahr nachweisen konnte. Auf Grund der Erfahrungen stellte Nietfeld fest, daß die B u t- teroersorgung aus eigener Scholle keineswegs als Unmöglichkeit anzusehen sei. Sie würde möglich sein, wenn es gelänge, die jährliche Milchleistung noch um etwa ein Achtel oder ein Fünftel zu st ei gern. Die allgemeine Milchleistungskontrolle, die in weiten Gebieten bereits durchgeführt sei, diene diesem Ziele. Eine weitere Entlastung der Versorgung könne erreicht werden, wenn die Haushaltungen in größerem Umfange als bisher entrahmte Milch verwenden würden. Paris, 24. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" bringt Enthüllungen über die Umtriebe der Sowjets in Spanien. Nach den letzten Beschlüssen Moskau würden Waffen, Munition, Tanks und sogar ganze Truppenteile in gesteigertem Tempo nach Spanien geschickt. Die Transportschiffe würden von sowjetrussischen Kriegsfahrzeugen begleitet. Der Kommandant der Schwarzen-Meer-Flotte, K o j a n o w, habe Befehl erhalten, hierfür mehrere Einheiten seines Geschwaders bereit zu stellen, darunter zwei U - Bootsabteilungen. Nach einem mit den spanischen Bolschewisten' getroffenen Abkommen wurden sämtliche noch in deren Besitz befindlichen Flottenstützpunkte der sowjetrufsischen Marine zur Verfügung gestellt. Zur Begleichung der Unkosten, die der Sowjetregierung entstehen, werde ein Teil des Goldes der Bank von Spanien verwandt, das bereits in Moskau eingelagert sei. Der Leiter der Abteilung „Verwaltung 2Ho- bilmachung" General 13 alpe, sei bereits nach Odessa, Nikolajew und S e b a - stopol unterwegs, um persönlich die Operationen zu leiten. Drei Offiziere des roten Generalstabes seien ununterbrochen in diesen drei Häfen tätig. Der erste Schiffstransport werde nicht nur Truppen, sondern auch 2 0 0 Techniker, Ingenieure und Monteure für Kriegswerften und Reparaturwerkstätten für Tanks, Flugzeuge und Artillerie nach Spanien befördern. Die Leitung dieser technischen Hilfe sei den Ingenieuren Nicodinow und I u k o w übertragen. Im „Echo de Paris" erklärt General De Ca- st e l n a u, nur diejenigen seien absichtlich blind ober taub, deren Regierung nichts von der umfangreichen Unterstützung der spanischen Bolschewisten mit sowjetrussischem Personal und Kriegsmaterial wüßten. Das Vlatt versichert, es besitze aus einwandfreier Quelle eine Vestätigung dafür, daß vor etwa zwölf Tagen auf dem Seewege ein fowjelruffifches Regiment nach Spanien gekommen fei, das sofort nach Madrid befördert wurde. Dieses Regiment bestehe aus 3000 Mann und werde von einem Oberst und einem vollständigen Offizierskorps geführt. Mährend der letzten Kämpfe habe sich herausgestellt, daß am Kampf gegen die Rational-Truppen in Madrid sehr viel mehr Sowjetrussen als spanische Bolschewisten beteiligt seien. Reichsleiter Max Amann 45 Jahre. Berlin, 23. Nao. (DNB.) Reichsleiter Max Amann, der Präsident der Reichspresse- k a m m e r, wird am 24. November 45 Jahre alt. Max Amann gehört zu den ältesten und engsten Mitarbeitern des Führers. Er stand im Felde mit Adolf Hitler in der gleichen Frontkompanie des Regiments List und schloß sich nach seiner Rückkehr aus dem Kriege schon frühzeitig der deutschen Freiheitsbewegung an. 1921 wurde Max Amann der erste Geschäftsführer der NSDAP., 1922 übernahm er den Verlag des Völkischen Beobachters und 1925 die Leitung des Zentralparteioerlag e s. An dem Aufbau der nationalsozialistischen Presse und dem Aufstieg des Zentral-Parteioer- lages und nach der Machtübernahme an der Neugestaltung des gesamten deutschen Zeitungswesens hat Reichsleiter Max Amann hervorragenden Anteil. Im November 1935 wurde Reichsleiter Max Amann Präsident der Reichspressekammer. Protest gegen die Derjudung der Diener Theater. Wien, 23.Nov. (DNB.) Die Ueberfremdung des Wiener Kunstlebens mit ausländischen Juden und Emigranten veranlaßt die chrisllich-sozialen Organe, sich mit diesen Verhältnissen zu beschäftigen. Das „Wiener Montagblatt" spricht von Durchstechereien jüdischer Theaterdirektoren und Unternehmer, die selbst in den Vorstadtvariet^s Emigranten und sonstige Ausländer, aber möglichst keine Arier beschäftigen. In der Wiener Volksoper z. B., deren Leitung Jean Ernestrecte G l i ck m a n n aus Bukarest und Alexander K o - w a lewski aus Lodz innehaben, mußten bewährte bodenständige Kräfte Volksfremden weichen. Die jüdische Leitung des Stadttheaters versuchte ebenfalls, 14 volksfremde Ausländer zu beschäftigen. Es gelang ihr tatsächlich, für sieben eine Arbeitsbewilligung zu erreichen. In den Tanzstät- ten des Parkyotels und Kursalons konzertieren zehn Nege r. Eine zweite Negerkapelle, bestehend aus sieben Köpfen, hat in einem Nachtlokal der inneren Stadt eine einträgliche Anstellung erhalten. Sogar Theater, die staatlicherseits mit dem Rang einer Kulturbühne ausgezeichnet sind, leisten sich Verletzungen des Jnlandarbeiter-Schutz- gesetzes und zeigen auch sonst in den Derpflichtun- aen eine Vorliebe für eine „bestimmte Art von Ausländern". Das Blatt verlangt energisch eine R e- f o r m des Jnlandarbeiter-Schutzgesetzes, damit die- fern „skandalösen Treiben" ein Ende gesetzt werden könne. Kleine politische Nachrichten. Nachdem zwei Prote st Versammlungen der deutschen Volksgruppe in Polen wegen der Entlassung von sechs deutschen Lehrern behördlicherseits verboten worden waren, berief der Landesleiter der Jungdeutschen Partei Senator Wiesner, eine Versammlung im Kreise Neutomischl ein, wo er über das Thema „Recht der deutschen Volksgruppe in Polen" zu sprechen beab- ichtigte. Die Versammlung wurde erneut mit dem Hinweis, daß durch sie die öffentliche Ruhe bedroht werden könne, verboten. Ein Vortrag des stellvertretenden Landesleiters der Jungdeutschen Par« Barcelona — die neue GpU.-Zentrale für Westeuropa. Paris, 23.3100. d einen sichere» lesen Zweck wer- it als ein sicherer ch die Sicherheit mnnng bei den chöltnisseo durch h die Anwesen- welch» i° chmw, M 6« »raff* dtt 361«®"® , 6« draffch® n °« f erflärt d® .boofsfrieg »» ottW» mich. !"/ itra, d°b “ heutig«' 5* bentroP-“ 'E anni- *>w* xerngas?-eme Aniwori. NSG. Der kürzlich erschienene Artikel „Ferngas im Rhein-Main ° Gebiet', dem in der gesamten Presse die größte Beachtung entgegengebrocht wurde, sand in der Berliner Börsenzeitung vom 2. November 1936 eine Erwiderung, die eine entsprechende Würdigung verlangt: Ost findet man es heute, daß der Gegner bei einem Angriff, um seine einwandfreie Haltung gegenüber Partei und Staat zu beweisen, sich auf Mitglieder der Partei, ihr Schrifttum oder ihre Presse und deren Urteil beruft. Dies ist immer ein Zeichen, daß der so Angegriffene sich unsicher fühlt, meist deshalb, weil doch das neue Denken noch etwas ungewohnt ist. Hier soll dem „Westdeutschen Korrespondenten" der Berliner Börsenzeitung ein Artikel der „Deutschen Volkswirtschaft (nationalsozialistischer Wirtschaftsdienst)" die erfor- derliche Hilfsstellung leisten, — ein Artikel, der ja zwar inzwischen durch das Verhalten der Ferngas- erzeuger im Rhein-Main - Gebiet überholt und hinfällig wurde, der aber immerhin in einer nationalsozialistischen Zeitschrift erschien, also geeignet ist, zur Tarnung der eigenen Unsicherheit und der eigennützigen Wünsche und Ziele zu dienen. Erstaunlich ist die Feststellung, daß nach Einführung von Ferngas die „Gemeinde-Gas- werke zur wirklichen Rentabilität" kommen können; denn sie haben ja jetzt nicht mehr Saisonspitzen für die Industrie zu liefern, sondern können sich nach der Meinung des Verfassers dann ihrer eigentlichen Aufgabe, der Belieferung der Haushalte widmen und diese zu billigen Preisen beliefern. Andererseits aber sollen sie ja auch als Reserve — einige Sätze vorher wurde dies mit der Miene des Biedermannes versichert — erhalten werden. Man weiß dabei nicht, was bei dieser Argumentation mehr zu bewundern ist: das sachverständige Unvermögen, die beispiellose UnlogU ober der Versuch einer Irreführung der Wenn man das so, wie es gewünscht wird, liest, so muß man schon sagen, Partei und Staat haben in den letzten Jahren auf diesem Gebiet völlig versagt. Schon längst mußte Ferngas bei, um die Gemeinde-Gaswerke rentabel zu gestalten und insbesondere die Preise für Haushalt-Gas zu senken. Unverständlich wäre nach den Ausführungen des „Westdeutschen Korrespondenten" insbesondere das Verhalten vieler Gemeinden des Ruhrgebietes und dessen Umgebung, die zwar in nächster Nähe der Quelle all dieses Glücks — Ferngas — liegend, sich standhaft allen Lockungen gegenüber taub zeigten — deshalb, weil diese Argumentation falsch und wohl bewußt falsch ist. „Gemeinnützige^ Methoden. Es ist schon so, daß die Gemeinde-Gaswerke nicht nicht nur a u f den Absatz an d i e Großabnehmer angewiesen sind, sondern daß dieser Absatz den Werken überhaupt die Möglichkeit gibt, Haushalts-Gas zu annehmbaren Preisen liefern zu können. Ein Wegfall dieser Belieferung der Großabnehmer gewährleistet eben nicht die Rentabilität, sondern stellt sie restlos in Frage. Nicht eine Verbilligung ist die Folge, sondern es wird so sein, daß die Werke alle Mühe haben werden, die Preise im Interesse der breiten Masse der Verbraucherschaft auf der gegenwärtigen Höhe zu halten. Dies wird um so schwerer sein, als ja die großen Werke als Kraftreserven für den Fall der Störung oder des Ausfalls der Ferngasversorgung erhalten werden sollen. Die Erhaltung der Werkskapazität geht selbstverständlich dann auf Ko st en der Gemeinden, die Vorteile genommen und Aufwendungen und Nachteile zugeschvben erhalten, die im Ergebnis d i e breite Masse der Kleinverbraucher belasten, während die Ferngaslieferanten unter zielbewußter Abwälzung dieses Risikos sich die Großabnehmer, die am wenigsten belasten und den meisten Umsatz aufweisen, wie die Rosinen aus dem Kuchen herauspicken: ein Verfahren, das die Fernaaserzeuger als „gemeinnützig" hinzustellen belieben. Dieser, ohne den Versuch einer Beweisführung vorgetragenen Behauptung, daß die Werke in ihrem Bestand nicht gefährdet seien, müssen die Vorgänge in der benachbarten Pfalz entgegengehalten werden. Dort hat man es verstanden, unter der Parole, dem Saarbergbau damit zu helfen, trotz aller entgegenstehenden Gutachten, Ferngas einzuführen und verschiedentlich örtliche Werke damit st i l l z u l e g e n. In diesem Zusammenhang sei auf ein Gutachten der „Vereinigung der Fabrikanten im Gas- und Wasserfach" vom Juli 1936 verwiesen, das als bisheriges Ergebnis der Ferngasausdehnung die Stillegung von „nur" 65 örtlichen Werken feststellt. Dabei stehen wir aber erst am Beginn dieser von den Ferngaslieferanten getriebenen Entwicklung. Typisch für die Argumentationen der Gegenseite ist der Hinweis auf den „großen Vierjahres- v l a n mit seiner gewaltigen Kraftanstrengung", Die es eigentlich veroiente, die Fragen der Ferngasbelieferung überhaupt kritisch anzutasten. Es gibt wohl kaum eine Zeitfrage oder'ein Argument aus dem politischen Leben unserer Tage, das nicht schon als Waffe in kühnem Angriff der Ferngaslieferanten gedient hätte: je nach der Zweckmäßigkeit im Augenblick beruft man sich auf Arbeitsbeschaffung oder wehrpolitische Notwendigkeiten, Notlage des Bergbaues oder Rückgliederung der Saar, Energiewirtschaftsgesetz oder Führerprinzip, Ausfuhrförderung oder Devisenbeschaffung und ähnliche schöne Argumente, die zwar fehl am Platze, aber z u T a r n u n g s z w e ck e n durchaus geeignet sind, ja, man ist — vielleicht aus ernster Ueberzeugung von der Größe der eigenen, nicht unrentablen Aufgabe — so kühn, man kann es auch anders nennen, sich auch einmal gelegentlich als Beauftragten des Führers zu bezeichnen. Keine Senkung des Gaspreises. Man behauptet die Durchsetzung der Ferngasversorgung liege im Interesse der Gesamtheit. Wir lassen uns gerne belehren und erkennen gerade bei der Wirtschaft gerne an, wenn reines Profitstreben dem Gesetz der Bewegung: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" weicht. ' Wir hären das wohl oft, doch die Erfahrungen in der Ferngasfrage sehen anders aus, so daß wir all diesen Beteuerungen gegenüber sagen müssen: Uns fehlt der Glaube —. Man muß leider feststellen, daß niemals grundsätzlich eine a l l- gemeine Verbilligung des Gaspreises auch nur andeutungsweise versprochen worden wäre. Die Ferngaserzeuger haben in echt liberalistischer Weise die Bedingungen und Preise im Einzelfall herausgeholt, die eben herauszuholen waren. Außerdem ist zu bemerken, daß man gerade in unserem rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet unter an sich sonst gleichen Bedingungen von feiten der Ferngaslieferanten verschiedene Preise gefordert hat. Aehnliches gilt für andere Gebiete des Reiches. Weiterhin ist folgendes festzustellen: Fast überall ist der Hüttenkoks wesentlich teurer als Gaswerkskoks, der durch die Stillegung der Gemeindewerke immer mehr verdrängt wird. Noch nie war aber von einer entsprechenden Verbilligung der Kokspreise die Rede. Außerdem hat man noch nie dazu Stellung genommen, wer den Gemeinden die in den stillgelegten Werken verlorenen Anlagewerte ersetzen soll, wer für die arbeitslosen Fachkräfte dieser Werke sorgen und wer den Städten die erheblichen Ein - nahmeverluste ausgleichen soll. Und schließlich wurde noch nie von den Ferngaslieferanten die Bereitwilligkeit erklärt, d i e Kosten der betriebsfähigen Erhaltung der großen Werke restlos zu übernehmen. All diese noch jederzeit zu ergänzenden Feststellungen zeigen, daß man zwar von Allgemeininteresse redet, aber noch so handelt, daß eine andere Vermutung berechtigter erscheint. Gerade das Verhalten der Ferngaserzeuger in der Praxis und insbesondere in unserem Rhein-Main-Gebiet, das sogar von Berliner amtlichen Stellen in scharfer Form gerügt werden mußte, zeigt, daß man leider noch weit davon entfernt ist, so zu denken und so zu handeln, wie wir es heute und insbesondere auch im Rahmen des Vierjahresplanes von allen Stellen der Wirtschaft verlangen müssen. Man muß verlangen, daß das „Für und Wider" nicht nur vom eigennützigen Standpunkt der Gegenseite, sondern vom Standpunkt der Allgemeinheit geprüft und entschieden wird. Und man muß fernerhin verlangen, daß man sich auf der Gegenseite an Verhandlungsmethoden gewöhnt, die nicht an Machtkämpfe der Vergangenheit erinnern, sondern den Gewohnheiten unserer Zeit entsprechen. Folgt man dieser Anregung, so wird es leicht möglich fein, die bisher widerstrebenden Interessen der Ferngaserzeuger und der Gesamtwirtschaft unseres Gebietes miteinander in Einklang zu bringen. Mussolini beim Fechten. I 8 ■ ' ■ , ,XK C- *. ■ .. < „ e Die in Rom weilenden deutschen Schriftleiter wurden vom Duce selbst durch die Akademie für Leibesübungen im Forum Mussolini geführt. Mussolini trat persönlich zum Kampf gegen seinen Fechtmeister an. Im Hintergrund, hinter dem Bildberichterstatter, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich (in SS.-Uniform). — (Associated-Preß-M.) Aus aller Welt. Siebenjähriger Junge als Lebensretter. In St. Goarshausen spielte ein vierjähriger Junge am Rhein und stürzte dabei ins Wasser. Diesen Vorfall beobachtete ein sieben Jahre alter Knabe, der sofort dem Ertrinkenden zu Hilfe eilte und ihn aus den Fluten rettete. Aufregende Verbrecherjagd in Kassel. Die Bewohner der Kasseler Altstadt erlebten dieser Tage ein aufregendes Schauspiel. Ein der Kriminalpolizei seit fahren bekannter Einbrecher versuchte sich seiner Festnahme durch die Flucht zu entziehen. Es gelang ihm auch, die Straße zu erreichen. Nun folgte eine atemraubende Verbrecherjagd durch die Straßen der Altstadt und über die Dächer. Obwohl sich zahlreiche Volksgenossen an der Verbrecherjagd beteiligten, gelang es dem Flüchtenden, sich längere Zeit dem Zugriff der Kriminalbeamten zu entziehen. Bei dem Versuch, vom Dach eines Altstadthauses aus in ein darunterliegendes Fenster zu gelangen, stürzte er in die Tiefe eines Hofes. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Schwerer Zugzusammensioß unweit von Brünn. Der aus Brünn kommende Schnellzug stieß in der 45 Kilometer von Brünn entfernten Station Leto- vice mit einem rangierenden Güterzug zusammen, wobei vier Personen den Tod fanden. Unter den Toten befindet sich auch ein Deutscher namens Kramer aus Dresden. Weiter wurden der Schlafwagenschaffner aus Prag und ein Reisender aus Groß-Diosek getötet. Der Lokomotivführer des Güterzuges starb während der Ueberführung ins Krankenhaus. Sieben Personen, darunter der Lokomotivführer des Schnellzuges, wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. ©er Contwiger Mord vor den Geschworenen. Seit einem Jahre beschäftigt man sich in der Pfalz mit der furchtbaren Mordtat, die in der Nacht zum 18. Oktober 1935 an dem Metzger B i ß- bort aus Contwig verübt worden ist. 2)as Verbrechen wurde auf eine Art ausgeführt, die an Scheußlichkeit nicht zu überbieten ist. Obwohl die Mörder, die 30 Jahre alte Ehefrau des Ermordeten, Anna B i ß b o r t, ihr 46 Jahre alter Schwader Christian Riechmann und dessen Ehefrau Lina Riechmann, nach dem Verschwinden des Biß- bort die Nachricht verbreiteten, daß dieser auf der Arbeitssuche sei, wollte das Gerücht nicht verstummen, daß ein Mord verübt worden sei. Man wußte von dem zerrütteten Familienleben der Eheleute Bißbort und auch davon, daß die Ehefrau Bißbort mit ihrem Schwager Riechmann ein enges Verhältnis unterhielt, von dem die Ehefrau des Riechmann nichts wußte. Riechmann soll schon früher Frau Bißbort veranlaßt haben, ihren Mann zu beseitigen. Man einigte sich dann auf den in der Nacht zum 18 Oktober 1935 ausgeführten Plan, an dem Riech- mann, dessen Ehefrau und Frau Bißbort beteiligt waren. Ahnungslos legte sich Bißbort mit seiner Frau und seinem Kinde schlafen. Auf ein Zeichen der Ehefrau Bißbort kamen Riechmann, der sich mit einem Messer bewaffnet hatte, und seine Ehefrau in das Zimmer. Riechmann schnitt dem wehrlosen Bißbort die Halsschlagadern und die Kehle durch, während die Ehefrau des Riechmann die Beine des Ermordeten festhielt. Bißbort war sofort tot. Den Körper verbrannten die Mörder dann im Backofen. — Der Prozeß gegen die Mörder begann jetzt vor dem Schwurgericht in Zweibrücken. Riechmann erzählte mit grauenerregender Kaltblütigkeit, daß der Plan von allen dreien durchgesprochen worden ist, sogar mehrfach. Dann wurde die Angeklagte Anna Bißbort vernommen. Ihr Vater, ein Trinker, endete durch Selbstmord. Die bis in ihr Kindesalter zurückreichenden intimen Beziehungen zu Riechmann bestätigte sie, desgleichen die Abtreibungen. Ihre Angaben machte sie gleichfalls fließend und ohne jede Erregung. Die Angeklagte gab eine eingehende Schilderung der Mordnacht. Den Mord selbst habe sie nicht mit ansehen können, und sie sei deshalb auf den Gang gelaufen, „bis alles erledigt mar". — Der ermordete Bißbort wird allseitig als braver, anständiger Mensch geschildert, der seine Frau über alles liebte. — Die Verhandlung geht weiter. Ist England bekehrt? Wenn der bekannte Deutschenhasser und Lügen« fabrikant Wickham S t e e d augenblicklich versucht, auch in England so etwas wie eine Volksfront zustande zu bringen, so konnte er sich für dieses aussichtslose Unternehmen kaum einen ungeeigneteren Zeitpunkt auswählen. Alles, was in der Politik irgendwie einen rötlichen Schein hat, stößt auf Öen britischen Inseln gegenwärtig auf heftiges Mißtrauen. Die sich ständig verschlechternde Stimmung gegenüber allen marxistischen und kommunistischen Experimenten wird jeden Tag aufs neue genährt durch die Greuelnachrichten aus dem roten Spanien. Die britische Presse, die anfangs nahezu ausnahmslos hinter dem Madrider Regime stand, ist, mit Ausnahme der Labour-Blätter und der Judengazetten allmählich dazu übergegangen, ihren Lesern die spanischen Berichte unfrisiert und schmucklos vorzusetzen. Die antikommunistlsche Stimmung ist außerdem in den letzten Tagen noch erheblich verstärkt worden durch den roten Justizskandal von Nowosibirsk, wo man unter lächerlichen und völlig haltlosen Anklagen den deutschen Ingenieur Stickling zum Tode verurteilte. Die allgemein zu beobachtende Abneigung der englischen Oeffentlichkeit gegen die Methoden der Sowjetregierung paßt an sich nicht zu dem außenpolitischen Konzept des Foreign Office, in dem bislang die Sowjetunion einen überaus wichtigen und positiv zu bewertenden Faktor bar« stellte. Die Leiter des britischen Außenamtes standen also vor der kniffligen Frage, wie sie ihre weltpolitischen Pläne mit der Volksstimmung in lieber» einftimmung bringen könnten, und es ist nun überaus interessant, zu beobachten, wie die englische Regierung sich langsam und vorsichtig zu einer neuen Anschauung der Dinge durchzuringen scheint. Wir haben in den letzten Tagen eine Reihe von englischen Aeußerungen aus verantwortlichem und unverantwortlichem Munde vernommen, die mit der gebotenen Bedachtsamkeit die Möglichkeit eines Stellungswechsels vorbereiten. In Madrider, Pariser und Moskauer Ohren freilich mußte es schon wie ein Donnerschlag wirken, als Außenminister Eden im Unterhaus erklärte, daß nach feiner Meinung in der Einmischung andere Regie- rungen eine größere Schuld trügen als diejenigen Deutschlands und Italiens. Nun entspricht zwar diese Schuldverteilung weder den Tatsachen noch unserer Ansicht über diese Tatsachen, aber, von London aus gesehen, bedeutete das Eden- Wort immerhin einen erheblichen Fortschritt der Erkenntnis. Denn hier wurde zum ersten Male eine amtliche Auffassung von der sowjetrussischen Politik erkennbar, die man bisher in den offiziellen britischen Auslassungen vergeblich suchte. Aber nicht nur in der spanischen Angelegenheit, sondern auch in der Westpakt - Frage und damit zusammenhängend in der Frage der europäischen Friedensorganisation überhaupt hat sich der verantwortliche Leiter der britischen Außenpolitik zu einer Revision, zumindest aber zu einer Präzisierung der englischen Verpflichtungen bekannt. Nach typisch britischer Methode hat er dabei nach beiden Seiten hin Beruhigungspillen verteilt. In Paris wurde es mit großem Jubel ausgenommen, daß nach Edens Erklärung die britischen RÜstungen zur Verteidigung Frankreichs und Belgiens gegen einen nicht herausgeforderten Angriff dienen sollen und daß dieselbe Beistandsoer- pslichtung für Deutschland nur wirksam werde, falls der neue westeuropäische Vertrag zustande komme. Im übrigen erkannte Eden außer für den Irak und für Aegypten eine bindende Beistandsoerpflichtung Englands nicht an. Die britische Wehrmacht wird künftig der Automatik der Genfer Satzungen nur dann gehorchen, wenn es den Engländern angebracht erscheint. Eine automatische Verpflichtung Englands für militärische Aktionen in Gebieten, in denen seine Lebensinteressen nicht berührt werden, stritt Eden rundweg ab. Diese klare Einschränkung der kollektiven Sicherheitsthese ist zweifellos unter dem Eindruck der herausfordernden Jnterventionspolitik Moskaus erfolgt. Man hat wohl inzwischen auch in den Diensträumen von Downingstreet einaesehen, daß die bolschewistische Anschauung von Frieden und Sicherheit nicht mit der Genfer Theorie und noch weniger mit den britischen Absichten auf einen Nenner zu bringen ist. Was aber die hohen Beamten im Außenamt erst zart und zögernd anzudeuten wagen, das wird in den Spalten der ernstzunehmenden Presse bereits unverblümt ausgesprochen. Der „Daily Telegraph" beispielsweise schreibt: „Eine ähnliche Garantie wie in Westeuropa kann für die Grenzen in Osteuropa nicht gegeben werden ... Niemand, der sich die Mühe nimmt, einen Atlas zu öffnen und die Grenzlinien zu betrachten, die jetzt zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer gezogen sind, kann behaupten, daß ihre unveränderte Aufrechterhaltung ein lebenswichtiges britisches Interesse sei. Nachdem man dies zugegeben hat, folgt weiter, daß die britische Politik es ab» lehnen muß, England zu einer automatischen militärischen Aktion in einem osteuropäischen Krieg zu verpflichten." Noch deutlicher wird Garoin inz „O b s e r v e r", der die Mißachtung des völkischen Selbstbeskim- mungsrechtes durch die Grenzziehung der Friedensdiktate tadelt und der England davor warnt, irgendwie die Sowjet bündnisse mit Paris ober Prag zu begünstigen. Marvin schreibt: „Dieser tschechisch-sowjetrussische Pakt ist der wahre Bazillenträger in der europäischen Politik. So jämmerlich fehlgegriffen und schlecht berechnet das neue französisch-sowjetrussische Militärbündnis auch sein mag, es hätte als solches sich nicht voll auswirken können. Die Grenzen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion wären durch die dazwischen liegenden Länder auf einem weiten Raum getrennt worden. Die selbstmörderische Staatskunst von Dr. B e n e s ch hat alles umgedreht. Prag ist der Schlüssel für Moskau geworden. Die Tschechoslowakei, deren wurstartige Ausdehnung wir beschrieben haben, wurde ein Korridor von 900 Kilometer, durch den Rußlands Luftflotte im Kriegsfälle nach IAA/ AJUMz ( _SSK_.OSRAM-0-l.AM PEN 100 w allgemeiner Erwartung geradezu in das Reich einfallen kann." So schreibt (Barnin unter den warnenden Stichworten „Nicht noch einmal wie 1914!" und „E i n Serajewo war genug!" England hat lange gebraucht, um diese politischen Realitäten beim richtigen Namen zu nennen. Wenn es sich bestätigen sollte, daß die von Deutschland verkündete Einsicht, Moskau habe in Westeuropa nichts zu suchen, nun auch von England geteilt wird, dann besteht tatsächlich zum ersten Mal begründete Hoffnung auf eine gemeinsame Verständigung der europäischen Großmächte. Sind die Engländer bekehrungsreif geworden, dann hätte der sowjetrussische Vorstoß nach Westen, der so viel Blut und Tränen kostet, wenigstens ein Gutes gehabt. Ev. Der Zwischenfall auf Formosa. England wartet auf die japanische Entschuldigung. London, 23. Nov. (DNB.) Im Unterhaus gab Eden eine Darstellung des englisch-japanischen Zwischenfalles auf Formosa. Dort wurden drei britische Seeleute verhaftet, weil sie angeblich ihren Mietkraftwagen nicht bezahlt hatten. Eden erklärte, daß im Gegensatz zu den Angaben der japanischen Polizei die Kraftfahrer ihr Geld erhalten hätten. Bei der Vernehmung auf der japanischen Polizeistation seien die britischen Seeleute Lügner genannt worden und von dem die Untersuchung führenden Offizier mehrfach in das Gesicht geschlagen worden. Der Unterkiefer eines der Matrosen sei dabei gebrochen. Ein britischer Marineoffizier, der einzugreifen versucht habe, sei von demselben japanischen Polizeioffizier beschimpft worden, obwohl der britische Offizier Uniform getragen habe. Infolgedessen habe der britische Botschafter in Tokio der japanischen Regierung mitgeteilt, daß der Höflichkeitsbesuch des englischen Oberkommandierenden der Chinastation in Hongkong nicht stattfinden könne, falls sich die japanischen Behörden nicht gehörig entschuldigten, der verantwortliche japanische Polizeioffizier b e st r a f t werde, die verletzten Leute eine Geldentschädigung erhielten und Maßnahmen ergriffen würden, um die Wiederholung eines solchen Zwischenfalles zu verhindern. (Lebhafter Beifall im ganzen Unterhaus.) Die japanische Regierung habe sich nicht in der Lagegefühlt.dieseGenugtuungsofort z u g e w ä h r e n , da sie die Angelegenheit erst selbst habe untersuchen wollen. Infolgedessen sei der Besuch des Oberkommandierenden vertagt worden. Die japanische Regierung habe nun, nachdem der Bericht des Untersuchungsgerichtshofes in Hongkong ihr zugeleitet worden sei, eine Zwischenantwort übersandt, in der sie ihrem Bedauern darüber Ausdruck gebe, daß sich ein solcher unerfreulicher Zwischenfall ereignet habe. Sie veranstalte weitere Nachfragen. Solange die japanische Regierung nicht eine endgültige befriedigende Antwort gegeben habe, sehe sich die britische Regierung nicht in der Lage, den Zwischenfall als abgeschlossen anzusehen. Kunst und Wissenschaft. Wechsel im Präsidium der Reichskammer der bildenden Künste. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Eugen H ö n i g, hat den Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, gebeten, ihn mit Rücksicht auf sein vorgeschrittenes Alter und zur Erfüllung persönlicher künstlerischer Aufgaben von seinem Amte zu entbinden. Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Wunsche entsprochen mit dem Ausdruck des Bedauerns und des Dankes für die großen Verdienste, die sich Professor Hönig beim Aufbau der Reichskammer der bildenden Künste erworben hat. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels Professor Honig sein Bild mit einer besonders herzlichen Widmung überreichen lassen. Professor H ö n i g bleibt auch weiterhin Mitglied des Präsidialrates der Reichskammer der bildenden Künste und des Reichskultursenates. Als Nachfolger von Professor H ö n i g hat Reichsminister Dr. Goebbels das Mitglied des Präsidialrates der Reichskammer der bildenden Künste und des Reichskultursenates Professor Adolf Ziegler in München zum Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste ernannt. „Musik großer Weister in Betrieben." Die Höhepunkte des Winterprogramms des Deutschen Rundfunks liegen bei den Betriebskonzerten, die unter dem Motto „M ufik großer Meist e r i n B e t r i e b e n" in den verschiedenen (Bauen durchgeführt werden. Die dritte Reichssendung aus Betrieben in Zusammenarbeit mit der Funkwalter- organifation der Deutschen Arbeitsfront bringt der Deutsche Rundfunk am 25. November von 12 bis 13 Uhr aus dem Freizeitraum der Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. in Leipzig. Es wirken mit das Leipziger Sinfonieorchester unter Generalmusikdirektor Weisbach, Margarete Teschemacher und Torsten Ralf von der Staatsoper Dresden. Geheimrat Biers 75. Geburtstag. Am 24. November feiert Geheimrat August Bier feinen 7 5. Geburtstag. Zu diesem erhielt er aus allen Teilen des Reiches die herzlichsten Glückwünsche. Die Reichsärztekammer und das Hauptamt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, sandten ein Telegramm, in dem es heißt: „Herrn Geheimrat Prof. August Bier, dem Vorkämpfer einer neuen deutschen Heilkunde, dem bewährten Belehrer deutscher Jugend, dem großen deutschen Arzt, herzlichste Glückwünsche und weitere Erfolge auch in der Zukunft." Auch der stellvertretende Reichsärzteführer Dr. Bartels sandte ein herzliches Glückwunschtelegramm. Neues Bühnenwerk von Dr. Georg Büchner. Der Darmstädter Fabrikant Dr. Georg Büchner, der schon als Verfasser einiger Dialekt-Lustspiele bekannt wurde, hat eine neue Komödie „D e r Erbprinz" vollendet, die vom Deutschen Grenzland-Theater in Görlitz zur Uraufführung in dieser Spielzeit angenommen wurde. Nachruf. Am Samstagvormittag verschied nach kurzem, schwerem Leiden unsere Mitarbeiterin Marie Lina Etzelmüller Betriebsführer und Gefolgschaft des Heeresbau- amts werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. 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Keine Zeugnisse in Urschrift lonbem nur Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben bei- legen l — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift des Bewerbers trogen I WUHÖt Dr. Ullrich (Gotha) in das Internationale Institut zur Vereinhelllichung des Privatrechls in Rom berufen. Die Preffestelle der Akademie für Deutsches Recht teilt mit: Exzellenz Mariano d'A rn e li 0 , Chef des Obersten Gerichtshofes des Königreichs Italien und Präsident des Instituts internazionale di Roma per l’unificazione del diritto privato (Internationales Institut zur Vereinheitlichung des Privatrechts in Rom) hat unter Zustimmung des Präsidenten der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, den Generaldirektor Dr. jur. Hans Ullrich (Gotha), den Vorsitzenden des Ausschusses für Versicherungsrecht der Akademie für Deutsches Recht, in das von dem italienischen Regierungschef Benito Mussolini gegründete vorgenannte Institut in Rom berufen. Büchertisch. — Werner Beumelburg: Der Frontsoldat. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Ernst von Pfeffer. (Nr. 7326.) Kartoniert 35 Pfennig, im Meisterband (Ganzleinen) 1 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (366) — Dieses Bändchen ist unmittelbar aus dem Kriegserlebnis geboren. Wir begleiten einen jungen Deutschen auf seinem Weg von der Schulbank über die Ausbildungszeit zur Front, wir erleben mit ihm die ersten Schlachten und die ersten Bewährungen im Angesicht des Todes, wir sehen den Knaben zu einem jener harten Frontkämpfer reifen, die illusionslos, wortkarg und todbereit bis zum Letzten ausharren. Die Kameradschaft her Front lebt in diesem Werk, die Kameradschaft über den Tod hinaus, die alle die gefallenen Kämpfer brüderlich in sich schließt. — Karl Richard Ganzer: „9. November 1 9 2 3". Aus der Sammlung „Die junge Reihe des Verlages Albert Langen / Georg Müller in München. Preis geh. 0,50 Mark. (418) — Ein Historiker der jungen Generation umreißt in knappen, lebendigen Zügen die Vorgänge des 9. November. Seine Darstellung gewährt tiefe Einblicke in die Vorbereitungen zu jener revolutionären Erhebung, die das dunkle Spiel des Separatismus durchkreuzen und die bolschewistische Gefahr mit einem Schlage vernichten wollte, und die im Blute der Ermordeten vor der Münchener Feldherrnhalle erstickt wurde. Ihr Opfer gewann zehn Jahre später vor dem ewigen Gericht der Geschichte seine Recht- ferfigung mit dem Sieg der nationalsozialistischen Idee: Aus ihrem Glauben erstand das neue Reich. — Gottfried R0 thacker : Sud eten- deutschtum. Aus der Sammlung „Die Junge Reihe" des Verlages Albert Langen-Georg Müller in München. Preis 0,50 Mk. — (417) — Das Schicksal des sudetendeutschen Volkes ist selten auf engstem Raum so packend geschildert worden. Das Büchlein erzählt von der Geschichte der Sudeten- deutschen, von ihrer Heimat und Herkunft, ihrer künstlerischen Arbeit und handwerklichen Tüchtig, feit, und stellt diesem früheren nationalen, wirtschaftlichen und kulturellen Wohlstand die heutige völkische Not gegenüber, zu der sie vom tschechischen Staat trotz allen humanen Versprechungen vor den Augen der Welt verurteilt worden sind. Aber hemmungslose Entrechtung wird sie nicht zerbrechen, vielmehr ihre Liebe zum Mutterlande stärken und ihren Glauben festigen, daß eines Tages die Wahrheit über Unrecht und Verrat triumphieren wird. — D r. Wolf Strache: Kleine Liebs zu Columbus. Ein Autotagebuch in Bildern. Preis gebunden 1,80 Mk. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 35. — (398) — Columbus ist ein kleiner Wagen, zwei junge fröhliche Menschen sitzen am Steuer, alles was an der Straße liegt gehört ihnen. Sie fingen in den hellen Tag hinein, ob auf sonniger Fahrt oder bei nächtlicher Panne, immer herrscht in diesem Büchlein ein von Herzen heiterer Ton, der auch aus den frischen Naturaufnahmen und humorvollen Bildern auf den Leser und Beschauer überströmt. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das über dem Festland liegende Hochdruckgebiet hat sich unter rascher Abschwächung etwas nach Osten verlagert. Es ist auch weiterhin für unser Wetter bestimmend, doch nimmt die Neigung zu Nebelbildung im Südwesten und im Norden des Reiches wieder zu. Mit dem Einfließen etwas feuchterer Luft aus Westen wird sie sich in der nächsten Zeit voraussichtlich auch in unserem Gebiet verstärken. Aussichten für Mittwoch: In den Niederungen vielfach Nebel, sonst heiter und trocken, bei schwachen Winden nachts Frost. Aussichten für Donnerstag: Vielfach dunstig, aber im ganzen trockenes Wetter, Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 23. November: mittags 2,6 Grad Celsius, abends —1,9 Grad; am 24. November: morgens —4,3 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum heute nacht —5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. November: abends 1,1 Grad; am 24. November: morgens 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 36: 10 00(L Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Mittwoch, den 25. Novemb. 1936, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Verfterge- rungslokal) bzw.an Ortu.Stelle, zwangsweise gegenBarzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. Nähmaschinen, Schuhmachernähmaschinen, Kassen- schränke, Negistrierkasfen,, 2 Kraftverstärker, verschied. Radiogeräte, Warenregale, 1 gold. Uhr. Kleider-, Mantel-, Kostüm- u. Vorhangstoffe, Möbelstoff, Damenmäntel, Körbe, Kordel, Hanfstricke, Hüte, Mützen, Haushaltungs- gegenstände aller Art, 2 Schnellwaagen, ferner bestimmt: Bücher verschied. Inhalts. 7447A Bittorf Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 42, Telefon 3660. < Bll Pofen BorrmannK.G. 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Die meist wohltuende und notwendige Schweißbildung, die die Krankheitserreger bekämpft und unwirksam macht, wird dadurch begünstigt. Eine sehr gute Methode der Vorbeugung ist auch bei häufigem Witterungsumschlag, überhaupt bei sogenanntem Grippe-Wetter, regelmäßig täglich zwei-bis dreimal ein Medizinglas, enthaltend ein Teil Klosterfrau-Melissengeist und zwei Teile Wasser, zu trinken, und zwar morgens nüchtern, mittags und abends nach dem Essen. Ist Erkältung bereits da, versuche man folgende Schnellkur: Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzufügen und möglichst heiß zwei Tassen dieses Gesundheits-Grogs vor dem Schlafengehen trinken. Halfen Sie deshalb in Ihrer Hausapotheke stets Klosterfrau« Melissengeist vorrätig. Erhältlich bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in Flaschen zu RM. 2.95, 1.75 und 0.95. 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Los 5: Abt. 88b = 2500 fm in Betten zu rücken, Försterei Hochwart (Ausgleichshieb, Ausführung zweifelhaft). Los 6: Abt. 90a = 50—80 fm, muß von der Fläche geschleift werden, Försterei Hochwart. Los 7: Abt. 128 = 100 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart. Los 8: Abt. 121a = 45 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart. Los 9: Bersch. Abt. = 80—100 fm auf die Wege zu rücken, Försterei Hochwart. Schriftliche Angebote, getrennt für jedes Los, und mit der Aufschrift „Angebote für Waldarbeiten" versehen, sind bis 74380 TUonfag, den 30. November 1936, 12 Uhr im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 23. November 1936. Der Oberbürgermeister: Ritter. Schöne Diwandecken Bettvorlagen sehr billig und gut bei Ludwig Haas Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 (Ein Buch für den Naturfreund! 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November (936 Oer rechte Mann an die rechte Stelle. Musterung und Waffengattungen. Von Oberfeldarzt Or. Apel Nach Neueinführung der allgemeinen Wehrpflicht wird alljährlich wieder die deutsche Jugend zur M u st e r u n g aufgerufen. Wohl in jeder deutschen Familie ist durch Vater, Onkel oder Großvater der Sinn für die Bedeutung dieses Rufes erhalten geblieben. Aber es hat sich doch manches geändert und für die meisten jungen Deutschen ist es eine etwas unsichere Frage, die in ihr Leben tritt: Was wird nun im nächsten Jahr mit mir werden, wo und wie werde ich meinem Vaterlande im Soldatenrock dienen können? Mit dieser Frage vertraut zu machen, soll der Zweck der folgenden Ausführungen sein. Schon früher wußte man, wie wichtig die richtige Einteilung der tauglichen Wehrpflichtigen nach den besonderen Anforderungen her verschiedenen Truppengattungen war. Die Erfahrungen des großen Krieges haben diese Erkenntnis noch deutlicher gemacht. Durch Musterung und Aushebung soll nun die richtige Auswahl und Verteilung erfolgen. Durch den 'Musterungsstab wird festgeftellt, wer von den Wehrpflichtigen körperlich und geistig geeignet zum Soldaten ist und welche nGrad der Eignung er besitzt; denn es ist ohne weiteres klar, daß mancher, der vielleicht den Anforderungen der vollen Dienstpflicht nicht gewachsen ist, doch wenigstens zu kürzeren Hebungen herangezogen werden kann. Daneben wird auch die Wehrwürdigkeit und Ras- fenzugehörigkeit polizeilich nachgeprüft. Nach der Entscheidung erhalten die tauglich'Befundenen ihren Wehrpaß und unterstehen damit den Wehrgesetzen. Je nach der körperlichen Beschaffenheit und dem Beruf des Dienstpflichtigen wird auch bei der Musterung geprüft, für welche Wehrmachtteile und Waffengattungen er besonders geeignet erscheint. Die eigentliche Zuteilung erfolgt dann später bei der Aushebung, zu der die Dienstpflichtigen noch einmal beordert werden. Welche ärztliche Anforderungen sind nun für die Zuteilung zu den einzelnen Truppenteilen maßgebend? Grundsatz ist dabei, daß jeder, der als tauglich 1 oder tauglich 2 befunden ist, mit wenigen Ausnahmen auch fürjeden Truppenteil geeignet ist. Wenn es die Ersatzlage gestattet, d. h. wenn genügend Auswahl ist, werden natürlich besondere körperliche und geistige Eigenschaften bei der Zuteilung berücksichtigt. Es wird auch jeder Wehrpflichtige gefragt, ob er b e - sondere Wünsche hat, die wenn möglich, bei der Zuteilung zur Truppe besonders bei Freiwilligen Berücksichtigung finden. An erster Stelle steht in der Ueberficht der Sonderbestimmungen immer noch die Infanterie als Hauptwaffe, denn neben den Schützenkompanien sind bei ihr alle Waffenarten vertreten. Der Infanterist muß tzräftig unb ausdauernd fein, um den Anstrengungen der Märsche und des Gefechtes gewachsen zu bleiben. Wenn auch vieles durch Hebung zu erlernen ist, so muß sich doch jeder dar- über klar sein, daß z. Leute mit bleibenden Fußschaden nur eine Behinderung für die Fuß- trupne bedeuten. Aus der Menge der Rekruten wird die Infanterie immer in der Lage fein, sich die Geeignetsten für ihre Untergliederungen wie Ma- schi-nengewehrkompanien, Nachrichtenzug, Minenwerferkompanien. Panzer-Abwehr-Kompanien, Jn- fanterie-Reiterzug, auszusuchen. Ich erwähne diese Möglichkeiten hier, um zu zeigen, daß die Infanterie die oielfeitigfte aller Waffengattungen ist. Für die Kavallerie wird nicht mehr wie vor dem Kriege unterschieden zwischen schweren und leichten Reitern. Es ist für die gleichmäßige Durchbildung von Pferd und Reiter wichtig, daß nicht zuviel Gewicht „in den Sattel" gebracht wird. Schwere und besonders große Männer sind deshalb wenig geeignet. Dasselbe gilt für z u kleine Leute; denn sie werden Schwierigkeiten beim Satteln, Aufsitzen und Freimachen der Waffe haben. Deshalb sind hier schlanke, mittelgroße Menschen, möglichst mit kurzem Oberkörper und langen Beinen, bevorzugt geeignet. Die Anforderungen bei der Artillerie sind naturgemäß sehr verschieden je nachdem es sich um leichte, schwere, berittene oder motorisierte Regimenter handelt. Der reitende Artillerist muß die Eigenschaften des Kavalleristen haben. Der schwere Artillerist braucht die Eigenschaften des Schwerathleten beim Sport, er muß kräftig und schwer, nicht unter 1,70 Meter groß sein. Besondere geistige Eignung für Artillerie besitzen neben manchen technischen Berufen Mathematiker. Für ihre Sonderzweige wie Beobachtungsabteilung wird sich die Artillerie Leute mit besonders gutem Seh- und Hörvermögen Vorbehalten. Für den Soldaten der Kraftfahrtruppe und Kraftfahrkampftruppe ist ebenfalls gutes Seh- und Hörvermögen erwünscht. Daß trotzdem in gewissem Umfange auch Brillenträger gute Kraftfahrer fein können, sehen wir ja täglich' im Straßenverkehr. Wichtig ist für diese Truppen, daß keine Behinderung in der Nasenatmung besteht. Auch Neigung zu Augenbindehautkatarrhen und Hautkrankheiten machen ungeeignet für Kraftfahrtruppen. Für Panzereinheiten und Panzerspäheinheiten muß neben den Anforderungen der Kraftfahrtruppen verlangt werden, daß die Rekruten auch ohne Brille volles Sehvermögen haben, und daß sie nicht größer sind als 1.75 Meter. Einzelne Truppengattungen wie G e b i r g s - truppen und Sanitätstruppen erfordern besondere Anlagen und Eignung. Wer zu einer Gebirgstruppe will, muß natürlich gebirgsgewohnt sein; für den Sanitätsdienst muß immer eine besondere Neigung vorhanden sein. Die Pioniere brauchen für ihren schweren Dienst einen kräftigen Körperbau. Zu manchen Dienstoerrichtungen wie Pontonrudern und Balkentragen ist es auch notwendig, daß keine zu starken Größenunterschiede bestehen; als Mindestgröße wird daher 1,65 Meter verlangt. Bei der Nachrichtentruppe ist gutes Seh- und Hörvermögen besonders wichtig. Das schloßt aber nicht aus daß d"s gute Sehvermögen durch eine Brille erreicht werden kann. Auch Farbensicherheit ist für den Angehörigen der Nachrichtentruppe unbedingt erforderlich. Aus diesen Ausführungen kann sich jeder junge Deutsche sein Bild machen, in welche Truppe er am besten „hineinpaßt". Es soll damit aber nicht gesagt werden, daß er sich nun ängstlich prüfen soll, ob bei ihm auch alles stimmt, und keiner soll sich für minderwertig halten, weil er etwa diese oder jene körperlichen Vorzüge nicht aufweifen kann. Geistige Frische und Regsamkeit sind für Kameradschaft und Charakterfestigkeit sowie erhöhte und gestählte Leistungsfähigkeit durch körperliche Ertüchtigung in den Jugendjahren sind Vorzüge, die in gewissen Grenzen einen Ausgleich für etwa vorhandene körperliche Fehler schaffen. Es soll auch nicht der Eindruck entstehen, daß allein die körperliche Untersuchung maßgebend ist; auch andere Gesichtspunkte, vorwiegend beruflicher Art, sind von entscheidender Bedeutung. Die Dienstpflichtigen der seemännischen und fliegerischen Bevölkerung — Begriffe, die in*ber Musterungsverordnung genau festgelegt sind — werden zur Ableistung der aktiven Dienstpflicht in der Kriegsmarine und in der Luftwaffe herangezogen. Auch beim Heer spielen Berufseignung und besondere erlernte Fähigkeiten, wie Führerschein, Reiterschein usw., eine wichtige Rolle. Wer sich bei der SA. oder im Sport besonders bei Gepäckmärschen ausgezeichnet hat, wird sich sicher für Infanterie besonders eignen. Eine Fachausbildung im Funk- aeroerbe oder eine besondere Ausbildung im Morseschreiben sind immer Eigenschaften, die der Kompaniechef bei der Nachrichtentruppe besonders begrüßen wird. Gute kräftige Handwerker werden fast immer gute Pioniere ebenso wie Ingenieure bestimmter Fachrichtungen. Der wunderbare Aufbau der Jugendorganisationen im Reiche Adolf Hitlers mit Jungvolk, Hitler-Jugend, Arbeitsdienst ist eine Vorbereitung für den Dienst in der Wehrmacht, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Und doch ist das alles nur das Stützgerüst, der Rahmen, in dem jeder einzelne mitarbeiten muß. Nicht nur zur Erzielung besonderer Sportleistungen, auch für die Vorbereitung zum Wehrdienst am deutschen Volke gilt es, an sich selbst zu wirken und zu arbeiten, damit für große Aufgaben ein gesun - d er Geist in gesundem Körper zur Verfügung steht. Dazu gehört, daß schon in frühester Jugend angefangen wird, alles zu vermeiden, was Körper und Geist Schaden bringt. Uebermäßige Trainingsanstrengungen sind für den jungen Körper in der Entwicklung immer schädlich. Anstrengende Arbeit in der Schule, im Beruf, im Jugenddienst verlangt auch ausreichende Ruhe und Freizeit, sonst können ernste Schäden am eigenen Körper und damit an der Masse der Volkskraft auftreten. Bleibende Schäden können auch entstehen durch zu frühzeitigen Genuß von Giften, wie Kaffee, Nikotin, Alkohol oder durch unnatürliche Erregungen. Um diese gerade für den wachsenden Körper so gefährlichen Schäden zu vermeiden, muß jeder sich bemühen, ein gutes Beispiel zu geben. Hier kann schon jeder seine Führereigenschaften zeigen. Wer sich nicht zu beherrschen versteht, ist unfähig zum Führer und wird niemals ein guter Soldat werden; denn er zeigt, daß er keinen Sinn für Gemeinschaftsziele hat. So kann jeder junge Deutsche an dem gewaltigen Gemeinschaftswerk der allgemeinen Wehrpflicht mitarbeiten und an seinem Teile mitwirken, daß der rechte Mann an die rechte Stelle kommt. Bei der Musterung darf jeder frei seine Wünsche äußern, und er wird beraten werden von fronterfahrenen Offizieren und truppendiensterfahrenen Sanitätsoffizieren. Das Ziel aber ist klar: Jeder soll Kämpfer für deutsche Art und Schützer deutschen Bodens werden. Drei Stunden im Kühlraum. Unheimliches Erlebnis auf dem Schnelldampfer „Pacific Shipper". Die kanadischen Zeitungen berichten von diesem eigenartigen Vorfall, der dem Schiffskoch John Campbell beinahe das Leben gekostet hätte. Was ist da schließlich weiter bei: Jeder Schiffskoch betritt mehrere Male am Tage den Kühlraum. Etwas ganz anderes ist es, wenn man dann plötzlich entdeckt, daß die Tür so unglücklich zuschlägt, daß man sie von innen nicht mehr öffnen kann und nun in der eisigen Luft gefangen fitzt! Wenigstens machte diese furchtbare Entdeckung John Campbell, Chefkoch auf dem kanadischen Passagierdampfer „Pacific Shipper“, als dieser ,im Oktober dieses Jahres sich auf der Fahrt von London nach Vancouver befand. Alles ging im Anfang gut, wie es ja immer bei solchen Dingen zu gehen pflegt. Aber mitten im Atlantik tobte auf einmal ein solch schwerer Herbst- sturm, daß die beiden Schrauben Mühe hatten, den 12 000 Tonnen schweren Schiffskörper vorwärtszubringen. Man mußte damit rechnen, daß die Reife diesmal bestimmt zwei Tage länger dauern würde. Campbell wollte daher nach dem Abendessen sehen, ob die Fleischvorräte auch langen würden. Mit dem Schlüssel in der Hand ging er nach achtern; am Kühlraum schloß er erst die Außentür auf, legte eine Konservenbüchse gegen ihre untere Kante, um sie offen zu halten, und trat dann durch die Jnnen- tür ein, die er mit einem Stück Holz abstützte. Zehn Grad unter Null betrug hier die Temperatur. Grund genug, ein bißchen zu zittern, vor allem weil der Mann nur mit einem Sporttrikot und einer weißen Leinenhose bekleidet war. Aber es würde ja nicht lange dauern... Während nun der Koch seine Vorräte zählte, rollte und schlingerte das Schiff, so daß Campbell sich oftmals festhalten mußte, um nicht fein Gleichgewicht zu verlieren. Dann war die Arbeit endlich geschafft. Er steckte Notizbuch und Bleistift wieder ein, wandte sich mit einem zufriedenen Lächeln dem Aufgang zu — in diesem Augenblick wurde das Schiff von einer gewaltigen Welle hochgehoben. Campbell flog dabei mit ausgestreckten Armen in die äußerste Ecke des Kühlraumes, sein Kopf schlug gegen eine eiserne Kante, so daß er für kurze Zeit die Besinnung verlor. Als er wieder zu sich kam, machte er die entsetzliche Entdeckung: Eine umgestürzte Kiste hatte das Holz der Jnnentür weggeschoben und zugeschlagen! Eine Sekunde stand Campbell wie versteinert. Er wußte, daß der Mechanismus die Tür nur von außen öffnen ließ, und wenn man auch den Schlüssel in der Tasche trug. Hier nützten sie einem nichts. Bei dieser Erkenntnis drückte der Koch verzweifelt die Schulter gegen die Tür. Sinnlos, niemals würde er sie öffnen können. Und doch rannte er immer wieder dagegen, schrie, klopfte mit den Fäusten. Die Wut des Meeres draußen war größer, lauter, viel lauter. Sie ließ keinen Menschen die Rufe des Koches hören. Jetzt sah er es selber ein, daß es keinen Zweck hatte. Er überlegte — keiner wußte von diesem außergewöhnlichen Besuch des Kühlraumes, niemand hatte ihn geschickt, weil er der Chefkoch war und nur sich selbst zur Rechenschaft verpflichtet. Seine leere Pritsche konnte in der Aufregung um das furchtbare Wetter unbemerkt bleiben, das heißt, bis es Zeit wäre, das Frühstück zu bereiten — und bis dahin waren noch acht Stunden Zeit! Mein Gott, nun fühlte er schon die Kälte von den Füßen emporsteigen. Er schüttelte sich, schlug die Arme ineinander, machte ein paar schnelle Schritte. Und immer wieder ging es ihm durch den Kopf: Acht Stunden bis zum Frühstück! Acht Stunden! Würde er nur in einer einzigen ermatten, wäre es aus mit ihm. Erfroren! Dieser schreckliche Gedanke bemächtigte sich seiner, der nun nichts unversucht lassen wollte, diesem Schicksal zu entgehen. Es gab nur einen engen Durchgang zwischen den am Spieß hängenden, gefrorenen Tierkörpern und den hochaufgestapelten Lebensmittelkisten. Die Kisten waren fest eingekeilt und verschnürt gegen jede Erschütterung des Schiffskörpers, abgesehen von der einen, die ihm das Schicksal in den Weg gelegt hatte. Er schleppte sie an ihren alten Platz zurück. Dabei wurde ihm wärmer. Er nahm jetzt alle Fleischhälften von den Stangen herunter und hängte sie wieder auf. Da schwitzte er fast. Aber als sie wieder alle oben hingen, schienen sie ihm zuzurufen: „Oe- Wird Cfnkel Cfskar Staunen: Warum ihn nicht zum Geburtstag mit einer Flasche Schaumwein überraschen? Die wünscht er sich im stillm längst? SCHAUMWEIN fciriQt froKsinn! Gießener Konzertverein. Trqelkouzert von Günther Ramin. Wenn Günther Ramin an die Spitze feines diesjährigen Orgelkonzertes in der Stadtkirche Jan Pieter S w e e l i n g f s (1561 bis 1621) Variationen über das altniederländische Lied „Mein junges Leben hat ein End" setzt, so betont er damit zu Recht die Stellung dieses Haupt- und Ausgangspunktes der rein instrumentalen Orgelkunst. Seine grundlegenden Studien bei Zarlino in Venedig führen ihn zu der Jmitationskunst Gabrielis. Von dort nach Amsterdam zurückgekehrt, nimmt er als Amtsnachfolger seines Vaters die Anregungen in sich auf, die ihm die englische Virginalmusik mit ihrer Variationstechnik bieten. Ihm gelingt es, kontrapunktisches Können und die Variationskunst miteinander zu binden und damit nicht nur eine technische, sondern auch eine bedeutsame seelische Vertiefung zu gewinnen. So wurde er wegen seiner hervorragenden Lehrfahigkeit als der deutsche „Organistenmacher" gepriesen. Er galt als „ein Mirakel der Musicorum und Organisten, zu welchem täglich, wenn er gespielt, ein großer Zulauf geschehen, um ihn zu hören und ken,en- zulernen" Für sein Können wird die obengenannte Variationsfolge als typisches Beispiel angesehen Die weitere Entwicklung des Orgelspiels steht tm engen Zusammenhang mit der Gntroirflung des Orgelbaues, der die Orgel in engster Beziehung zum kultischen Raum weiterentwickelt, der Räumlichkeit entsprechend das Eigenleben der Einzelstimmen betont, und' so nimmt in dem Musikgeschehen des Barock die Orgel die herrschende Stelle ein. Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707), der große Lübecker Orgelmeister, läßt noch die geistigen Ginroirfu.ngen Sweelingks nicht verkennen. Seine Fantasie über „Wie schön leuchtet der Morgenstern" gibt zunächst die strenge Einführung des Chorals in der Unter- stimme; bann aber werden die Gebilde immer freier variiert, umkleidet von glänzendem Passagenwerk; im letzten Teil löst sich das Thema in lebhaft fugierte Gebilde auf, mit einem machtvollen Schluß, Den Die letzte Choralzeile in der Oberstimme führt, laßt er sie ausklingen. , . , . f . .. Welch hohes Ansehen Buxtehude bei seinen musikalischen Zeitgenossen hatte, dafür spricht am deutlichsten die Tatsache, daß der junge Johann Sebastian Bach zu Fuß von Arnstadt in Thüringen nach Lübeck wandert, um sich in die Kunst Buxtehudes einzuleben, und dies mit solchem Eifer, daß er den ihm zugebilligten Urlaub um das Dreifache überschreitet. Die beiden Orgelchoräle „Alle Menschen müssen sterben" und „In dulci jubilo“ entstammen Joh. Geb. Bachs Orgelbüchlein „Worinne einem anfallenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen". Bach wendet sich hier an einen kleinen, aber äußerst strebsamen Kreis und führt mit der textgemüßen Durchgestaltung des Choralspiels in besondere Tiefen. So fängt er die Grundstimmung des Textes in dem ersten Choral ebenso wie „In dulci jubilo4, wo er die Melodie in die Oberstimme verlegt und das Pedal als Oktavkanon diese imitieren läßt. Die Toccata und Fuge in C-dur folgt in der Anlage dem italienischen Konzert durch die Einschaltung eines langsamen Mittelsatzes, der von einer quasi konzertierenden Solistimme beherrscht wird. Der Schluß dieses Teiles erscheint durch die Ballung chromatisch gemischter Harmonien von besonderem Reiz. Das thematische Material für die Durchführung des Kopfsatzes führt Bach mit einem ausgedehnten Pedalfolo ein. Je mehr die musikalische Entwicklung in der Zeit nach Bach, zumal aber im 19. Jahrhundert, von der allgemein geistigen Kündung durch die Musik sich zur Aeußerung über das persönliche Ich des Komponisten verschiebt, desto mehr mußte sich auch der Charakter der Orgelmusik ändern, noch dazu wo der Orgelbau, um den subjektiven Regungen vollen Ausdruck geben zu können, die Darstellungsmöglichkeiten der Orgel zu orchestralem farbigem Klangmeer erweiterte. Das war eine große Gefahr für die moderne Drganiftengeneration, die an Stelle der Polyphonie die Klangfarbe fetzte, ein Verfahren, das die Impressionen der französischen Orgelmusiker aufs deutlichste erweisen. Da setzt Max Reger ein; er nützt alle Errungenschaften des modernen Orgelbaues aus — aber „nur eine aus Bach hervorgewachsene Kompositionstechnik kann uns den wahren Fortschritt bringen". Immer wieder beweist er seine Verbundenheit mit den kontrapunkttschen Formen des Barockzeitalters. Auch die „Introduktion und Passacaglia in d-moll" aus der Weidener Zeit folgt diesem Ziele. Sie ist ein Beitrag für eine Sammlung zeitgenössischer Orgelkompositionen, darum meidet Reger die hohen Schwierigkeiten seiner anderen Werke: „So wie die Passacaglia ist, muß sie jeder nur einigermaßen geübte Organist vom Blatt spielen können". Das „Gloria und Benediktus" aus op. 59 zeigen Reger als kultischen Musiker, der hier die polyphonen und harmonischen Mittel zum Künder religiöser Stimmungen werden läßt. Günther Ramins Orgelspiel ist für das Gießener Musikleben zu einem besonderen Ereignis geworden. Auch diesmal betätigte sich die ihm entgegengebrachte Wertschätzung vollauf. Seine, großzügige Auffassung als Musiker, eine bis zum letzten organischen Fundament vordringende Zer-1 glieberungsgabe, ein mit dem Plastischen der Thematik sich bindender Klangsinn werden bei ihm von lebensvollem Impuls getraaen. Als versierter Musiker und hervorragender Kenner Der Orgelliteratur steht ihm ein nie versagendes stilistisches Einfühlungsvermögen zur Seite, so daß er jedem Zeitalter die ihm zukommende Klanggestalt und Artikulationsform zu geben vermag. Das erkannte man nicht zum mindesten bei Sweelingks Variationen. Mit kristallener Klarheit hob sich die melodische Linie des Themas heraus, mit feinem Empfinden wurden die Einzelzüge herausmodelliert. Die weck)felreiche Abfolge der einzelnen Klangbilder wurde durch mannigfache Modifizierung der Einzel- regifter belebt. Buxtehudes Phantasie über „Wie schön leuchtet der Morgenstern" ließ er in der thematischen und dynamischen Gegensätzlichkeit sich voll auswirken. Der zweite, vornehmlich imitierende Teil erschien äußerst subtil in der Durcharbeitung des Tonfiligrans, durch Echowirkungen wußte er den thematischen Verlauf reizvoll zu beleben; nur die Schlußphrase hätte bei weitem mehr Klangfülle aufweisen können. Bachs beide Orgelchoräle wurden dem Text entsprechend interpretiert, in gedämpfter Stimmung „Alle Menschen müssen sterben"; der „In dulci jubilo"-Kanon in froher Bewegtheit. Den stärksten Eindruck gab aber Bachs Toccata und Fuge in C-dur mit seinem sehr sorgfältig gegliederten Passagenwerk der Einleitung und äußerst durchgearbeiteten Pedalsolo; der straffe Zua in der Durchführung des ersten Satzes gab diesem markante Züge. Im Adagio stellte er dem unerbittlich schreitenden Rhythmus im Pedal die Solostimme in freier Entfaltung gegenüber mit sorgsältigst angeglichener Phrasierung, Damit für viele Den Höhepunkt des Konzertabends gebend; ungemein wirkungsvoll und klanggesättigt waren die Schlußtakte des Adagios. Die Fuge mit ihrem ausgedehnten Thema strahlte im Lichte des Eigenwertes Der Nebenstimmen auf, immer mieDer neue klangliche und thematische Schönheiten aufdeckend. Max Regers „Jntrvduktton" steigerte Ramin durch die Ausnützung der Klangmittel zu überwäl- ttgender Tonflut. Wie er in Der „Passacaglia" Das zunächst mit Dunklen Stimmen im Pedal vorgetragene Theman allmählich sich im Lichte Der figurierten Nebenstimmen aufhellen ließ, wie Das bewegtere Tempo sich mit einer wohlüberDachten Registrierung zu höchstem Klanggewoge auftürmte, Das ist nur einem so genialen Künstler wie Ramin gegeben. Die beiden Stücke aus op. 59 „Gloria und Be nediktus" waren in der Abschattierung Der klanglichen Mittel und der Abwandlung Des Tempos Momente kultischer Weihe. Den Ausklang Des Orgelkonzertes gab eine freie Improvisation Des Konzertgebers über das Advents- lied „Macht hoch die Tür". Er ließ allmählich das Thema sich herauskristallisieren, es Dabei leuchtend umspielend. Nach mannigfachen thematisch Durchgegliederten Aufwallungen, dem Herauswachsen neuer melodischer Gebilde, ließ er sein Spiel gipfeln in einem machtvollen Baß-Cantusfirmus. Angesichts dieser gewählten Ausdrucksweise konnte Die Wendung Des Schlusses nicht Dem Eindruck Des Dorangegangenen entsprechen. Jedenfalls aber ließen diese Einblicke in Ramins Schaffenserleben auch die letzten Grundlagen für fein eminentes Darstellungs- Vermögen als ausübender Musiker erkennen. Die Introduktion und Passacaglia wie auch das „Gloria" hat Prof. Ramin schon einmal im Laufe der letzten Jahre hier gespielt. Bei Dem Reichtum an Regerschen Orgelwerken wäre es doch im Interesse aller zu begrüßen, Wiederholungen soweit zu vermeiden, bis wir hier das gesamte Werk gehört haben. Dr. Hg Oer Star, das Fahrrad und das Schweinchen. Daß der Film die reine Wunderwelt ist, dürfte den Darstellern im allgemeinen bekannt fein. Die englische Schauspielerin Merle Oberon aber erfuhr diese Tatsache kürzlich noch von einer ihr bisher neuen Seite. In ihrem nächsten Film „Der geliebte Feind" wird man sie zu Rad die Gegend durcheilen sehen in einem Tempo, um das jeder Rennfahrer sie beneiden könnte. Dabei mußte sie, als der Regisseur sie aufforderte, das Rad zu besteigen, gestehen, daß sie nicht radeln könnte. Darauf trat Der „Deus ex machina“ in Erscheinung. Das Rad wurde durch eine besondere Vorrichtung festgestellt, die Schauspielerin brauchte nur zu treten, während die Landschaft in rasendem Tempo an ihr vorbeisauste. Nun aber bekam die Künstlerin Lust auf diesen Sport und beschloß, ihn auszuprobieren. Im Anfang ging es ganz gut, trotz eines gewissen Zickzackkurses gelang es ihr, eine ganze Weile vorwärts zu rollen. Dann aber tauchte plötzlich ein kleines, rosiges Schweinchen auf. Es schien mit einer feit* (amen, magnetischen Anziehungskraft geladen. Die Radlerin steuerte direkt darauf zu, und auf einmal bildeten Star, Rad und Schweinchen ein unentwirrbares Knäuel. Glücklicherweise hatte Merle Oberon außer ein paar Schrammen keine Vev» letzungen öaoongetragen, aber sie schwört, nie wieder werde sie ein Fahrrad besteigen, es fei denn, es würden vorher alle Schweinchen ausgerottet. frierfleisch! Gefrierfleisch! Auch du wirst bald sein wie wir — Gefrierfleisch." In einem Wutanfall stürzte er sich gegen die Tür, stieß mit den Füßen dagegen, schrie bis er heiser wurde und ließ sich halb erschöpft auf den Boden fallen. Aber schon in der nächsten Minute stand er wieder auf den Beinen, hakte das Fleisch Stück für Stück ab, hängte es erneut auf. Stunde um Stunde. Wieviel Uhr roar es eigentlich? Er hatte keine Uhr bei sich. Sicher waren schon tausend Stunden oeraangen. Langsam begannen seine Kräfte zu erlahmen. Wie eine Folge von Traumbildern huschte ihm die Vergangenheit durch den Sinn. Dieses eine Bild, wie er es totsächlich mal in einem Kühlraum gesehen hatte — die vollkommen starr gefrorene Leiche eines blinden Passagiers! Und dann sah er wieder die Menschen um sich, wie sie sicher und bequem am Tisch saßen und ihre Zigarren rauchten, sah er die Mannschaft in den Hängematten liegen. Der Sturm war vorüber. Niemand dachte an ihn? Das Atmen wurde ihm schwer. Die Gedanken beruhigten sich. Einmal versuchte er, auf die Beine zu kommen. Aber — doch, es gelang ihm, nicht lange, dann setzte er sich wieder nieder. Mochte kommen, was da wollte. Es war ja jetzt alles schon so weit weg, nur ausruhen — müde, dachte er, sehr müde bin ich, hab viel gearbeitet heute, und acht Stunden sind es noch bis zum Frühstück. Er war beinahe starr vor Kälte und in jenem Zustand der Gleichgültigkeit, der dem Tode durch Erfrieren vorangeht, als sich langsam die Tür öffnete. Entsetzt blickte Campbell den Steward an. War der Eintretende Wirklichkeit oder... Er versuchte noch einmal zu sprechen, aber er konnte nur noch heiser krächzen.-- Der Steward sah sofort, um was es ging. Er beugte sich nieder, schwang sich den halberfrorenen Koch über die Schulter und brachte ihn zur Kran- kenftation. Tagelang lag Campbell zwischen Leben und Tod. Als er die Umgebung wiedererkannte, erzählte man ihm, daß er drei volle Stunden im Kühlraum verbracht hatte. Als W. R. Hall, der Kapitän des „Pacific Shipper“, vom Verschwinden des Chefkoches hörte, ließ er jede Ecke des Schiffes absuchen. Ein Steward nahm den Ersatzschlüssel, ging in den Kühlraum und konnte so den Der- Wirtschaft. Starke Auflockerung der Bankbilanzen. Was der Geldmarkt in den letzten Wochen bereits erkennen ließ, nämlich eine neue Verflüssigung der Wirtschaft, das wird durch das Bild der soeben erschienenen Oktoberbilanzen der Banken bestätigt. Stärkerer Auftrieb der Einlagenentwicklung, weitere Schuldentilgung auf der Anlagenseite: das ist in kurzen Worten die Grundtendenz der Entwicklung, wie sie vor allem bei den Berliner Großbanken in die Erscheinung tritt und dort die Gesamtgläubiger um über 100 Mill. RM. erhöhte, die Gesamtdebitoren um etwa 59 Mill. RM. verminderte. Das Ergebnis ist, da den Großbanken überdies aus der Einlösung fälliger Hins- und Dividendenscheine weitere Bettäge zufloffen (+ 31 Mill. RM.), eine beträchtliche Steigerung der rediskontfähigen Wechselbestände (+218 Mill. RM.) und damit der bankmäßigen Liquidität, die sich im Gesamtdurchschnitt der Berliner Großbanken gegenüber dem Vormonat von rund 37 v. H. auf 40 v. H. erhöhte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese günstige Entwicklung des Status der Banken für den Entschluß, im gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue Konsolidierungsanleihe aufzulegen, von bestimmendem Einfluß war. Der erfreuliche Eindruck, den die Oktoberbilanzen der Banken machen, wird verstärkt durch die Tatsache, daß erstmalig seit vielen Monaten im Rahmen einer Zunahme der Warenvorschüsse um 7 Mill. RM. auch die der Finanzierung des Außenhandels dienenden Rembourskredite eine Erhöhung verzeichnen, die von den Bemühungen der Banken um eine Förderung unseres Außenhandels zeugt. Fwd. Fruchteimer nach Norm vom Reichsnährstand vorgeschrieben. Der deutsche Normenausschuß hat soeben das in Gemeinschaft mit der Fachgruppe Blechwaren und der Hauptoereinigung der Deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft entwickelte Normblatt DIN. 2041 über zylindrische Fruchteimer der Oeffentlichkeit übergeben. Die Abmessungen der genormten Fruchteimer wurden so festgelegt, daß sie eine wirtschaftliche Blechausnutzung ergeben, was namentlich im Hinblick auf die Rohstoffbewirtschaftung wichtig ist. Der Reichsnährstand wird künftig die genormten Fruchteimer nach DIN. 2041 in feinen Verordnungen vorschreiben, so daß an Stelle der unzähligen Ausführungen in den verschiedensten Gewichts- abftufungen nur nach fünf Größen für die Verpackung van Marmelade benutzt werden. * Rund 300 Millionen Mark Auszahlung der privaten Lebensversicherungen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die 58 privaten Lebensoersicherungsunternehmungen, die dem Verbände Deutscher Lebensversicherungsgesellschaften angehören, Auszahlungen an Versicherte ober deren Hinterbliebenen in Höhe von 299,5 Millionen Mark vorgenommen. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres, in der 306,0 Millionen Mark ausgezahlt wurden, ist ein gewisser Rückgang festzustellen, der vermutlich auf einen besseren Sterblichkeitsverlauf zurück- zufübren ist. Die Vergleichsziffern des Jahres 1934 (291,8 Millionen Mark) wurden übertroffen. * Die gesamte hessische Tabakernte ab gesetzt. Einen schönen Erfolg haben in diesem Jahre die hessischen Tabakpflanzer zu verzeichnen. Sie haben für ihre große Mühe und ihre aufmerksame Behandlung des gepflanzten und geernteten Tabakgutes in diesem Jahr zufriedenstellende Preise erzielt und zudem die ganze Ernte an den Mann gebracht. Nach der letzten lebhaften Einschreibesitzung in Speyer wurde das gesamte Hauptgut des Landesverbandes der Hessischen Tabakpflanzer- Fachschaften verkauft — ein Erfolg, der unsere Tabakpflanzer zu weiteren Anstrengungen aneifern wird. Rhein-Mainische Börse. M.llagsbörfe still und schwächer. Frankfurt a. M., 23. Nov. Die Börse hatte wieder nur sehr geringe Umsätze und am Aktienmarkt eine vorwiegend etwas nachgebende Tendenz. Es lagen kleine Verkäufe vor, die auf eine schwache Aufnahmeneigung stießen, so daß Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Auch nach den ersten Kursen setzten sich die Abbröckelungen infolge der Geschäftsstille fort. IG. Farben gingen auf 166,65 bis 166,25 (167,25), Scheide- anftalt auf 265 (266) zurück. Von Elektroaktien verloren Lahmeyer 1,25 v. H., RWE. 1 v. H., AEG. und Siemens lagen knapp behauptet. Am Montanmarkt notierten Verein. Stahl 122 bis 121,50 (122), Mannesmann 117 bis 116,25 (117,50), Hoefch 117,40 (118), Rhein. Braunkohlen 223 (225,25) und Klöckner unverändert 124,25. Don Maschinenaktien verloren Muag 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H., Daimler 1,25 v. H. Im einzelnen setzten Reichsbank 1,75 v. H., AG. für Verkehr 0,65 v. H., Holzmann 1,40 v. H., Zellstoff Aschaffenburg und Zement Heidelberg je 0,25 v. H. niedriger ein. Nordd. Lloyd (14,50) und Westdeutsche Kaufhof (57,50) lagen unverändert. Der Rentenmarkt lag ebenfalls ruhig, aber besser behauptet. Altbesitz etwa 118,50, Kommunal- Umschuldunq 89,80, Zinsoergütungsscheine 94. Zertifizierte Dollar-Bonds neigten zur Schwäche, 6 v. H. Preußen 71,25 (72), 6,50 o. H. do. 71,75 (7+50). Im Verlaufe war das Geschäft am Aktienmarkt womöglich noch ruhiger und die Kurse bröckelten überwiegend weiter etwas ab. Verein. Stahl 121 nach 121,50, Mannesmann 116 nach 117, IG. Farben 166 nach 166,25, Daimler 119,25 nach 120, Westdeutsche Kaufhof 57 nach 57,50. Von den erst später notierten Werten verloren Rheinstahl 2,75 o.H. auf 148,25, Zellstoff Waldhof 2,50 o. H. auf 158, Schuckert 1,75 o. H. auf 155, Deutsche Erdöl 1,25 o. H. auf 140,25 und Mansfelder nach Pause 4 o. H. auf 151. Etwas höher lagen Moenus Maschinen mit 96,50 (95,50). Am variablen Rentenmarkt bröckelten Kom- munal-Umschuldung auf 89,75 und zertifizierte Dollar-Bonds weitere 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, Frankfurter Hyp.- und Frankfurter Pfandbrief-Bank Gold und K O zogen je 0,25 v. H. an auf 97,25 bzw. 95. Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen blieben gut behauptet, fester lagen 4,50 v. H. Hanau mit 92,75 (92,25). Auslandswerte waren angeboten und kamen überwiegend schwächer zur Notiz. I. und II. Anatolier 28,25 (29,75). Im Freiverkehr gingen Ufa auf 61,25 (63) zurück, sonst nannte man Ädlerwerke 103 bis 105, Wayß & Freytag 125 bis 127, Growag 92 bis 94. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still. Bei ruhigem Geschäft wiesen die Kurse an der Abendbörse nur wenig Veränderung auf. Die Stimmung war nicht unfreundlich, verschiedentlich bestand etwas Kaufinteresse. Einer Anzahl von leichten Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Berliner Schluß standen von Abschwächungen Zellstoff Aschaffenburg mit 137,50 bis 136,50 (137,50), RWE. mit 137,25 (138), Scheideanstalt mit 264 (265), Hoesch mit 116,75 (117,50) und Deutsche Erdöl mit 140,50 (141,40) gegenüber. Don Ausland- werten notierten Aku mit 54,50 (55), 4proz. Schweizer Bundesbahn mit unverändert 114, 4proz. Ungarn Gold mit uno. 7,70, 5proz. äußere Mexikaner mit uno. 8,40. Der deutsche Rentenmarkt lag still und unverändert. U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 135, 4proz. Schutzgebietsanleihe, Zertifikate von 1909, 10,80, 4,5proz. Ungarn von 1914 7, 4proz. Ungarn von 1914 Goldrente 7,70, 5proz. Rumänen 6,90, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 109, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 114, 5proz. äußere Mexikaner 8,40, Commerzbank 108,25, Harpener 149,50, Mannesmann 116,50, Hoefch 116,75, Rheinstahl 148,75, Verein. Stahl 122,25, Aku 54,50, Aschaffenburger Zellstoff 137 bis 136,50, BMW. 138,50, Bemberg 111,25, Gement Heidelberg 167,75, JG.-Chemie Basel volle 145,50, dieselben leere 132, Daimler 120,50, Deutsche Erdöl 140,50, Scheideanstalt 264, Licht & Kraft 155, JG.- Farben 166 bis 166,25, Gesfürel 143,50, Goldschmidt 127, Junghans 110 B, Lahmeyer 133,25, RWE. 137,25, Schuckert 155, Westdeutsche Kaufhof 57,25, Zellstoff Waldhof 156,50, Südd. Zucker 203, AG. für Verkehr 119,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Nov. Auftrieb: Rinder 807 (gegen 789 am letzten Montagsmarkt), darunter 128 (108) Ochsen, 94 (94) Bullen, 502 (483) Kühe, 83 (114) Färsen. Kälber 469 (460), Hämmel und Schafe 187 (127), Schweine 3620 (3493). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 16. November 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 37 bis 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (40), c) 35 (—), d) 28 (—). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55) c) 40 (40), d) 30 bis 39 (40). Hämmel b2) 41 bis 44 (45 bis 48), c) 35 bis 40 (40 bis 44). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine wurden Zugeteilt. Hämmel und Scherfe sehr fang* sam. Ueberftanb: 67 Kühe, 28 Schafe. Großmarkt für Fleisch und Fett« waren. Beschickung: 382 Viertel Rindfleisch, 576 halbe Schweine, 101 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Hammelfleisch b) 90 bis 100, Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktoerlauf: Lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Nov. Die Weizenlie« ferungen lassen, wie stets gegen Monatsende, nach. In Roggen ist die Versorgungslage besser. Durch die Andienungspflicht ist es möglich, auch den schlechter versorgten Mühlen Mahlgut zuzuweisen. Das Mehl- geschäft ist unverändert. In Braugerste haben sich die Anlieferungen nicht wesentlich gebessert; Indu- striegerste ist wenig am Markt, well auch die geringeren Qualitäten noch als Braugerste gekauft werden. Futtergerste bleibt knapp. Futterhafer wurde etwas besser an geliefert, aber hauptsächlich von den Heeresverpflegungsämtern in Anspruch genommen. Die zweite Oelkuchenzuteilung wird allmählich abgewickelt. Im übrigen ist der Futtermll- telmarkt im wesentlichen unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 203, w 16 206, W 19 210, W 20 212, Roggen R 12 166, R 15 169, R18 173, R19 175 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Braugerste 232, Weizenmehl Type 790 W 13 28,10, W 16 28,20, W19 28,20, W 20 28,55, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 16,75, Heu 5,60, do. draht- gepreßt 6,60, Weizen- und Roggenstroh drahtge- preßt 2,60 bis 2,80, do. gebündelt 2,40 bis 2,50. Kartoffeln: gelb fleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißfleischige hiesiger Gegend 2,40 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig. Aus dm preußischen Nachbargebieten. Patenkinder des Führers im Kreise Limburg. Lpd. Limburg, 23. Nov. Bis Ende 1936 hat der Führer im Kreise Limburg fünf Ehrenpatenschaften übernommen. Da die Ehrenpatenschaft nur übernommen wird, wenn nicht mindestens neun lebende Kinder, ober sieben lebende eheliche Söhne vorhanden sind und die Familie erbgefunb ist, beweist das eine erfreuliche Häufigkeit kinderreicher Familien im Kreise Limburg. Diese Tatsache wird noch dadurch unterstrichen, daß auch der verstorbene Reichspräsident von Hindenburg bis zu seinem Tode fünf Ehrenpatenschaften im Kreise übernommen hatte. Schloß Dehrn im Diente der NSÄ. LPD. Simburg, 23. Nov. Schloß Dehm bei Limburg, das zum Teil schon vom BDM. benutzt wurde, ist jetzt auch in den Dienst der NSV. unseres Gaues gestellt worden. Die NSV. wird hier erholungsbedürftige Kinder unterbringen. Der erste, aus 60 Buben bestehende Transport ist bereits eingetroffen. Die Kinder kommen aus Montabaur, dem Kreis St. Goarshausen, aus Bensheim, dem Odenwald und der Gießener Gegend. Ihr Aufenthalt ist auf rund vier Wochen bemessen. Der letzte Biedenkopfer Veteran von 1870/71 gestorben. LPD. Biedenkopf, 23. Nov. Der Kriegs- Deteran Johannes Derfch ist hier im Alter von 91 Jahren geworben. Mit ihm ist der letzte Teilnehmer am Kriege 1870/71 aus der Stadt Biedenkopf dahingeschieden. Johannes Dersch diente von 1868 bis 1871 aktiv beim Hessischen Trainbataillon Nr. 11 in Kassel und machte den Krieg bei einer Arttllerie-Munitionskolonne mit. Auch an der Belagerung von Paris nahm er teil. 200 000 Mark ins Ausland verschoben. LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Gegen den 45jährigen, zuletzt in Frankfurt wohnhaften, jetzt vermutlich in Budapest befindlichen Juden Max Werblowsky wurde vom Amtsgericht die Einziehung eines Ersatzwertes in Höhe von 200 000 Mark gemäß §45 des Devisengesetzes ungeordnet. Werblowsky hat mindestens 200 000 Mark ohne Genehmigung nach dem Ausland gebracht, was schon in einem gegen ihn erlassenen Schöffengerichtsurteil festgestellt wurde. In diesem Urteil wurde das gesamte inländische Vermögen als Ersatzwert für die ins Ausland verbrachten Werte eingezogen. Die von dem Urteil erfaßten Werte erreichten jedoch nicht den Betrag von 200 000 Mark. 3n der Berufungsinstanz erhöhte Strafe. LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Der 41jäh- rige jüdische Juwelenhändler Marcus Marcus kaufte einem Italiener einen Diamantring für 1750 Mark ab und verkaufte ihn einen Tag später für 2000 Mark. Wie seinerzeit berichtet, wurde M. deshalb wegen Deoisenvergehens vom Schöffengericht zu einer Gefängnis st rafe von 1 Jahr und 2000 Mark GeIdstrafe verurteilt, da nach den Feststellungen des Gerichts es dem Angeklagten nicht unbekannt war, daß er den Ring von einem Ausländer erwarb. Auf die Berufung des Angeklagten erhöhte die Zweite Strafkammer die Strafe auf 15 Monate Gefängnis und 40 000 Mark Geldstrafe. Unverschämte Schweinediebe. LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Aus einem Hofgut bei Sprendlingen wurden durch Einbruch zwei Schweine im Gewicht von 2 7 0 und 275 Pfund g e st o h l e n. Die Tiere wurden an Ort und Stelle geschlachtet und wahrscheinlich mit einem Drückkarren fortgeschafft. Oie eigene Werkstatt in Brand gesteckt. Der Brandstifter verhaftet. LPD. Rüsselsheim a. M., 23. Nov. In der Nacht zum 11. November wurde von Straßenpassanten in einer Schreinerei in Rüsselsheim Feuer bemerkt. Als die sofort benachrichtigte Feuerwenhr an der Brandstelle eintraf, standen die Schreinerwerk st att und ein neben dieser befindlicher Lagerraum, in dem größere Holzvorräte lagerten, in Hellen Flammen. Die Gefahr, daß das Feuer noch auf ein benachbartes Landwirtschaftliches Gebäude Übergriff, war sehr groß. In angestrengter Arbeit konnte die Feuerwehr diese Gefahr bannen und das Feuer schließlich löschen. Als die Polizei die Brandursache feststellen wollte, ergab sich ein starker Verdacht gegen den Besitzer der Werkstätte, der sofort f e ft ■ genommen wurde. Nach längeren Vernehmungen hat er jetzt eingestanden, den Brand vorsätzlich angelegt zu haben, wahrscheinlich in der Absicht, die Versicherungssumme zu erschwindeln. Gegen den Festgenommenen wurde Haftbefehl eriaffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. M. Berttn Schluß« kurS Schluß!. Abend- börse Schluß« kurS Schluß?. Mittag, börse Datum 21 11- 23-11 21 -11- 23 11 - 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,4 101,4 101,25 101,4 4% Deutsche Netchsanl. von 1934 97,9 97,9 97,9 97,9 6%% Doung-Anleihe von 1930 . 102,9 103 102,75 102,75 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auölos.-Rechten ............ 118,5 118,75 118,5 118,9 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 V/i% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl. 20 95 95 95 95 Eteuergutlch.Berrechnungsk. 84-35 109,8 109,8 109,9 109,9 4% Oesterreichische Goldrente... _ 21,4 23,5 21,65 4,20% Oesterreichische Silberrente — — 1,90 1,75 4% Ungarische Goldrente....... 7,5 7,7 7,95 7,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 7 6,4 7 4ya% desgl. von 1913.......... — 5% abgest. Goldmexikaner von 99 9 8,4 9,1 8,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Schluß«. Abend, bürfn Schluß« kurS Schlußk. Mittag« börie Datum 21-11- 23-11 21-11 23-11. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 _ 6,9 7/T 6,8 4'/r°/nRumän.vereinh.Rentev.l919 10 9,75 10,13 9,7 4% Rumänische vereinh. Rente 5,65 5,475 5,55 5,5 iy4% Anatolier ............. 29,75 28,25 29,5 28,25 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,25 14,13 14,25 14,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 41 40,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 14,5 14,5 14,25 14,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 120,9 119,5 120,13 119,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 125,5 126 125,65 Commerz, und Privat-Bank ... 4 108,75 108,25 108,75 108,25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 109 108,25 109 108,25 Dresdner Bank.............. 4 106,25 105,5 106,25 105,5 Reichsbank ................ 12 187,75 186 187,75 186,5 A.E.G............. Bekula..................... 8 168 167,75 168,5 168,5 Elektr. Lieferungsgelellschast ... 6 134 134 134,75 134 Licht und Kraft ............. 7 156,75 155 156,75 154,5 Felten & Guilleaume......... 4 136,5 136 136,25 136,13 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung 6 143 143,5 143,65 143 Rheinische Elektrizität ........ 6 129,75 129,25 129,5 129,75 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 138,75 137,25 139 138 Schuckert LCo............... 6 156,75 155 155,5 Liemenö & Halske............ 8 198,25 198 199 198,75 Lahmeyer LCo.............. 7 134,5 133,25 134 133 Buderus ................... 4 122 120 122 120,5 Deutsche Erdöl .............. 4 141,5 140,5 142,4 141,13 Harvener................. iya 151 149,5 150 150 Hoeick, Ersen—Köln-Neuessen .. 8 118 116,75 117,9 117,5 Ilse Bergbau ............... 6 — — 190,25 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 144,25 145 144,75 143,5 Klocknerwrrke ............... 3 124,25 124 124,5 124,75 Mannes mann-Röhrea........ 8 117,5 116,5 117 116,5 Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Schluß« kurS Schlußk. Abend« börse Schluß« lurö etpiupr. Mittag. börse 21 .November 23-November Amtliche Notierung Geld | Brie'' Datum 21-11 23-11 21 -11 23.11. Geld "Hf ManSselver Bergbau....... 6 yt KokSwerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8% Otavi Minen ............... O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% I. G. Farben-Jndustrte.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ 6 Rütgerswerke ............. 6 Melallgekellschaft............. 6 Philipp Holz mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................6 Zellstoff Waldhof ............6 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren............O Deutsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........O Ehade...................... 9 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi.............. 11 Gritzner....................O Mainkrafttverke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........10 225,25 151 122 23,75 134,5 167,25 266 127 136,5 150,75 132,5 167,75 55 114 160,5 139,13 121,25 164,5 57,5 231 167,5 95,5 203 151 223 148,75 122 25 23,13 134,75 166,25 264 127 134 151,75 131,13 167,75 54,5 111,25 156,5 136,5 120,5 163 57,25 227 166,5 34 95,5 203 153,5 137,25 225 150 122,4 135 187 167,9 127 136,25 151,4 132,25 100,4 55 114 160 139,5 108,75 120,75 164 91,5 57,9 233 168,5 34^ 203 150,5 136,13 224 149,25 122 134 130,5 166 127,4 135,5 151,75 131,65 100,13 55 111,25 157,25 137,5 108,65 120 162,5 90,65 57,25 227 165 34 Buenos VUn Brüssel .... 'Kto de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelsingforS. Paris ..... Holland ... Italien.... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... : Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... 'Lrag....... Budapest .. Reuyork ... 0,691 42,07 0,146 3,047 54,33 47,04 12,17 5,37 11,575 134,63 13,09 0,710 5,654 61,15 48,95 11,05 62,73 57,18 21,98 8,771 2,488 0,695 42,15 0,148 3,053 54,43 47,14 12,20 5,38 11,595 134,89 13,11 0,712 5,666 61,27 49,05 11,07 62,85 57,30 22,02 8,789 2,492 Bantnoten 0,691 42,07 0,147 3,047 54,33 47,04 12,17 5,37 11,575 134,66 13,09 0,710 5,654 61,15 48,95 11,05 62,73 57,17 21,98 8,771 2,488 0,695 42,15 0,149 3,053 54,43 47,14 12,20 5,38 11,595 134,92 13,11 0,712 5,666 61,27 49,05 11,07 62,85 57,29 22,02 8,789 2,492 Berlin,23 November j Geld Amerikanische ‘Jtoten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 2,45 41,92 54,17 12,145 11,525 134,32 60,99 62,56 57,02 2,47 42,08 54,39 12,185 11,565 134^86 61,21 62,82 57,24 s M. 275 Drittes Blatt IN and gcflcrfl. Aus der Provinzialhauptstadt. Neue und alte Adventsbräuche. Dolksbräuche müssen nicht unbedingt tausend Jahre alt fein, um schön zu sein. Im Gegenteil, ein Volk, das nicht mehr die Kraft hätte, aus seiner -eigenen Tiefe heraus unmittelbar neues Brauchtum zu schaffen, wäre greisenhaft. In unserem Volke ist diese ewig junge, schöpferische Gestaltungskraft noch nie erloschen. Nirgends hat sie sich tiefer bewährt als an den Bräuchen, die unser vertrautestes und leuchtendstes Fest umgeben: Weihnachten Es ist uns heute kaum vorstellbar — aber vor 150 Jahren hat noch kein Weihnachtsbaum in deutschen Landen gebrannt. Und unsere heutige Adventsbrauche haben unsere Eltern als Kinder vielfach noch nicht gekannt. Wie war es aber in unserer eigenen Kindheit? Ein Tannenzweig und ein Licht für jedes Kind an feinem Platz zum Vesperbrot — das war viele Jahre hindurch der feierliche Auftakt der Vorweihnachtszeit, der heiß ersehnte und jubelnd begrüßte „1. Advent". Mit diesem Tage begann an- erkannterweise die Weihnachtsfreude, wenn sie auch vielleicht in den Herzen schon wochenlang vorher gebrannt hatte, aber es begann die selige Zeit der Weihnachtslieder, der liebevoll gehüteten Geheimnisse und sorgfältig vorbereiteten Ueberraschungen, Einkäufe der Erwachsenen und Weihnachtsarbeiten der Kinder. Heute tut es ein Zweig nicht mehr, wir stecken unseren Kindern ein Adoentsbäumchen an oder einen Adventskranz. Am ersten Adventssonntag brennt ein Licht daran und an jedem folgenden Sonntag kommt ein neues hinzu. Es gibt auch die Adoentskrippen und -Häuschen, an denen jeden Tag ein neues Transparentfenster aufgemacht wird, ein wenig spielerisch vielleicht, aber es ist ja ein Brauch für Kinder, und es drückt dasselbe aus wie die wachsende Lichterzahl am Adventsbäumchen: das immer Heller und Heller werdende Leuchten, das von der Krippe aus zu uns herstrahlt. Der Glanz des Lichtfestes ist so hell, daß es unmöglich auf einmal da fein kann. Es muß schon wochenlang voraus feinen Schein in den dunklen Wintertag werfen. Und dennoch gibt es auch alte Adventsbräuche. Die Feier des Advents geht ja in der Christenheit bis ins 6. Jahrhundert zurück. In manchen Zeiten und Ländern fing sie gleich nach dem Martinsfest an und umfaßte 6 Wochen, entsprechend der 40tägi= gen Fastenzeit, die das Osterfest einleitet. Auch die Adventszeit war, wenigstens teilweise Fastenzeit, doch schon früh durchbrachen freudige Bräuche den Ernst dieser Tage, Spiele und Umzüge, von denen manche sich bis auf uns erhalten haben. In fast allen frühmittelalterlichen Adoentsfpielen kehren einige typische Gestalten wieder, die heute ganz verschollen sind. Es sind die Gestalten, die sich auf die Verehrung des „heiligen Briefes" beziehen. Nach einer alten Legende hat ein mesopotamischer König Abgar, der an Christus glaubte, obwohl er ihn nie gesehen hatte, ihn durch eine Botschaft gebeten, zu ihm zu kommen und ihn zu heilen, und Christus ließ ihm durch den Apostel Thomas einen Brief schreiben, in dem er ihm die Sendung eines Jüngers und die Heilung verhieß. Und 11 Jähre nach Christi Tod soll der Jünger Thaddäus zu Abgar gekommen fein und die Verheißung erfüllt haben. Bis etwa zum Jahre 1000 treten in den Adventsspielen und Umzügen die Abgesandten des Königs Abgar mit der Schriftrolle auf, sowie die Jünger Thomas und Thaddäus, und vermischen sich in oft sehr seltsamer Weise mit den Ereignissen der Verkündung und Geburt. Die Krippenspiele, die ausschließlich das Geschehen von Bethlehem zum Thema haben, stammen dagegen meist erst aus dem späteren Mittelalter, oder aus dem Barock. UM UM Mse. K* ■ bcn Iti" I W ■Mert- dld> ■x”9>®ir6 1 MM übrige» K.13 203, ty» K?169 R fcshs I12 9-95 R Er'?0; dlch. EM Niflti WO bis 2,50 Wsiger fcenb 2,40 per Wendenz ruhig, den. dem Urteil eh ht den Betrag W Der 41jäh. dis Marcu; i a n t r i n g für inen Tag später chtet, wurde M. gehen5 Dom nqnisstrase k Geldstrafe en des Gerichts nt mar, daß er noarb. Auf die te bie Zweite Monate Ge« Hb [träfe. «Wit. dd. Auf einem wurden durch iewrchi von l e n. Die Tiere chtet und roab ^fchafft. [ffef. 13. Roo. 3n der on Straßenpaf- in Rüsselsheim t benachrichtigte ras, standen die leben dieser begrüßen Holz« imen. Die Sein benachbartes iriff, war sehr inte die Feuer- Feuer MW rsache seststellen acht SV" dm er M-rtf-If' 'N Bernehmun- granb vor« chrscheinlich.'N - irdeHastbe» -w. 54,39 S'F 0,695 42,15 0,149 3,053 54,43 47,1« 12-20 5,38 11.595 134, 13.11 0,712 5,666 61.Z 49-05 11- 62.85 57,29 22.02 8,789 2,492 irl o«®* Iovember -2,82 P In manchen Gegenden läßt sich auch die Sitte des Adtvent-Ansingens weit zurückverfolgen. Junge Burschen, als Hirten oder Engel verkleidet, zogen von Haus zu Haus, Adventslieder singend, Geld und Speisen sammelnd. Zuweilen sind es auch Maria und Josef, die so durch die Straßen ziehen. In einem schlesischen Adventsspiel „Christkindls Ein- Gießener Stadttheater. Bariet^-GastsPiel „Drei Zacchinis". Die Theaterleitung hatte das italienische Clown- Trio Z a c ch i n i zu einem Gastspiel verpflichtet. Sie kamen mit einem ausgewachsenen Variete- Programm, das sich über drei Stunden erstreckte, den Abend also reichlich ausfüllte und ein volles Haus machte. Das. Trio selbst erscheint im Programm als Schlußnummer und Hauptattraktion; vorher sah und hörte man, die Hauskapelle nicht gerechnet, ein^ bunte Folge von acht Varietenummern, die sich — auch vor verwöhntem Großstadt- publikum — überall anschauen lassen können und mit Ehren bestehen werden. Den Anfang machte Aldemira Z a c ch i n i, Kunstradfahrakt, eine hübsche und lustige Sache; man muß sich wundern, auf wieviel verschiedene Arten sich zwei Menschen aus Rädern fortzubewegen vermögen. Die Kinder Z a c- chini, Diana und Quintino, 8 und 11 Jahre alt, beide musikalisch erstaunlich vielseitig begabt, brachten eine sehr auber und technisch korrekt ausgeführte Kombination von Tanz und Musik auf verschiedenen Instrumenten. Willy Rogaly zeigte einen wahrhaft halsbrecherischen Kopfbalance-Akt am Trapez. Erika Achtmeyer erntete mit virtuos bargebotenen Gesanasvorträgen reichen Beifall. Eine ausgezeichnete Leistung boten die vier Meltons, fliegende Akrobaten, die ihre exakte Arbeit am Trapez durch eine Reihe komischer Einlagen mit Witz und Geschick belebten. Ille L a e i s brachte drei Tänze, Zigeunertanz, Tempeltanz und Bauernkirchweih, alle drei mit stark pantomimischem Einschlag, technischer Akuratesse und natürlichem Temperament. Die Metropolis beschlossen den ersten Teil mit einer „amerikanischen Wirbelwmd- sensation": drei Herren machten sich ein Vergnügen daraus, eine junge Dame auf die gewagteste Art durch die Luft fliegen zu lassen. Harry G o l d a n y wirkte als Ansager und unterhielt das Publikum als „Umbaukomiker" und mit allerlei Zauberkunststücken. Den zweiten Teil bestritten die drei Z a c ch i n i s als Musik- und Charakter-Clowns allein. Das ist eine große, richtig ausgebaute Nummer, die sich aus den verschiedensten Tricks zusammensetzt. Man findet in ihrem Repertoire so ehrwürdige und unverwüstliche Späße wir die Sache mit dem davonlaufenden und mit vieler Mühe wieder eingefange- nen Hütchen, oder wie die berühmte Serenade, die nicht übei die ersten Tafte hinauskommt. Man sieht auch die Jagd nach dem Floh, die noch immer ihre Wirkung tut. Das gestörte Konzert und das zer- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Handel und Handwerk im Dienste des MW. Schaufenster werben im Gau Hessen-Nassau für das WHW. NSG. In einer dieser Tage durch die Presse veröffentlichten Mitteilung hat der Gaubeauftragte für das Winterhilfswerk 1936/37, Gauamtsleiter Haug, auf die vom Hauptamt für Handwerk und Handel der NSDAP, und feiner Dienststellen im Einvernehmen mit der Reichsführung des WHW. in Vorbereitung befindliche Weihnachtswerbung für das WHW. 1936/37 hingewiesen. In dem in allen Fachzeitschriften des Handwerks und Handels seitens des Hauptamtes für Handwerk und Handel der NSDAP, bereits ergangenen Aufruf wird in erster Linie an den persönlichen Einsatz jedes Einzelhändlers und einschlägigen Handwerkers appelliert, sich in Erkenntnis der ideellen Zweckverfolgung unter Auswertung aller innerhalb seines Geschäftsbereiches gebotenen Handlungsmöglichkeiten in den Dienst dieser Werbe-Aktion des Sozialwerkes zu stellen. Durch die Einschaltung der Reichsfachschaft deutscher Werbefachleute hat die Gaudienststelle des Hauptamtes für Handwerk und Handel der NSDAP, die geeignete Beratung und Unterstützung der Geschäfts- und Ladeninhaber hinsichtlich der Schaufenstergestaltung durch deren Ortswarte in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Gießen, Wetzlar, Wiesbaden, Worms und Hanau sichergestellt, wie im übrigen alle Kreis- und Ortsamtsleiter des Hauptamtes für Handwerk und Handel mit entsprechenden Weisungen versehen sind. Büromaschinen im Werte von S000RM. für 210 RM verkauft. Oie Schaufenstereinbrecher in der Bahnhofstraße in Gießen vor Gericht. In der Nacht zum Donnerstag, 23. Januar 1936, verübten raffinierte Verbrecher einen verwegenen Einbruch in die Verkaufsvertretung der Rhein- metall-Werke in der Bahnhofstraße in Gießen. Die Täter fuhren gegen 3 Uhr nachts mit einem Kraftwagen vor, ließen den Motor auf hoher Tourenzahl laufen und schlugen während dieses starken Geräusches mit großer Gewalt mittels schwerer Steine die Schaufensterscheibe ein, so daß ein Loch entstand, durch welches bequem ein Mann in den Ladenraum gelangen konnte. Die Einbrecher stahlen drei wertvolle Rechenmaschinen, u. a. eine hochwertige automatische Rechenmaschine, ferner eine Anzahl Schreibmaschinen, die im Schaufenster standen. Der verwegene Einbruch wurde kurze Zeit nach dem Passieren einer Polizeistreife begangen. Mit ihrer Beute suchten die Täter schnell das' Weite. Lange Zeit konnten sie nicht gefaßt werden, bis es schließlich doch gelang, die Diebesgesellschaft und ihre Hehler dingfest zu machen. Nunmehr standen sie in Köln vor Gericht, lieber die Gerichtsverhandlung wird uns aus Köln folgendes berichtet: LPD. Vor der 7. Großen Strafkammer in Köln hatte sich eine zwölfköpfige Diebes- und Hehler- bande zu verantworten, die Ende 1935 und Anfang 1936 das ganze Rheinland unsicher gemacht, zahlreiche Autos geraubt und Schaufenstereinbrüche verübt hatte. Zuerst tauchten die Haupttäter in Wissen auf, wohin sie mit einem geliehenen Auto gefahren waren. Aus einem Radiogeschäft erbeuteten sie hier einige Apparate. Die nächsten Diebesfahrten wurden ausnahmslos in gestohlenen Kraftwagen unternommen. Nicht weniger als 10 Kraftwagen wurden auf diese Weise von den Burschen gestohlen und zu den nächtlichen Diebesfahrten benutzt. In der Hauptsache hatte die Bande es auf Radiogeschäfte abgesehen. Aber auch Texttl- und andere Geschäfte wurden nicht unbeachtet gelassen. In den meisten Fällen gingen die Fahrten von Köln aus und führten u a. nach Troisdorf, Altenkirchen, Gießen, Bonn, Beuel, Unkel, Linz, Opladen, Aachen und Mainz. Die Beute hatte insgesamt einen Wert von zirka 40 000 Mark, nicht eingerechnet die gestohlenen Kraftwagen. Trotzdem die Polizeistationen von dem Treiben dieser gefährlichen Bande unterrichtet waren, vermochten die Burschen immer wieder durchzukommen. Einmal durchbrachen sie in tollkühner Fahrt eine Polizeipostenkette bei Beuel, trotzdem zahlreiche Pistolenschüsse auf sie abgegeben wurden. Erst gegen Ende Februar 1936 gelang es einem Kriminalbeamten, das Netz um die Diebe, sowie die Hehler zusam- menzuziehen. In der Verhandlung waren die Angeklagten in der Hauptsache geständig. Es ergab sich u. a., in weich' unglaublicher Weise die Diebesbeute verschleudert wurde, und welchen Nutzen die Hehler aus solch dunklen Geschäften zu ziehen pflegen. So wurden u. a. die in Gießen erbeuteten Rechen-, Schreib- und sonstigen Büromaschinen im Werte von 5 0 0 0 Mark für ganze 210 Mark verkauft. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu schweren Strafen. Der Anführer der Bande, der Angeklagte G a r d i n g, erhielt sieben Jahre Zuchthaus, die Angeklagten Abel und K e r r e s je sechs Jahre Zuchthaus. Gegen den Haupthehler, den Angeklagten H e i d k a m p , verhängte das Gericht fünf Jahre Zuchthaus und gegen zwei weitere Hehler drei bzw. ein Jahr Zuchthaus. Die übrigen Angeklagten kamen mit Gefängnisstrafen von acht bis zwölf Monaten davon. Bei einem Angeklagten wurde das Amnesttegefetz angewandt. kehr" geht das Christkind selber mit einem Engel von Haus zu Haus, aber nicht Gaben heischend, sondern die Kinder beschenkend, während der Engel die bösen Kinder mit der Rute strafen will. Das Christkind aber fällt ihm in den Arm: „Nein, nein, mein lieber Engel mein, Man muß nicht gleich so zornig sein, Die Kinder sind wie Zweiglein grün, Man kann sie biegen her und hin..." Die neue Volkskunde hat einen großen Schatz alter Advents- und Krippenspiele neu belebt. Eine typische Adventsgestalt aber bedarf keiner gelehrten Auferstehung, weil sie im Bewußtsein des Volkes und der Kinder heute so unmittelbar lebendig ist wie je: der heilige Nikolaus, im Norden zum Knecht Ruprecht geworden, der am Abend des 5. Dezember die Straßen der Großstadt ebenso durchwandert, wie die des kleinsten Dorfes, und ohne den es kein rechter Advent wäre. C. K. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, Kameradschaft Gießen, 20 Uhr Mitgliederversammlung, Lichtbildervortrag „Reise durch Afrika" von Professor Dr. Hummel im Cafe Leib. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Ein idealer Gatte." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Du bist mein Glück." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Donner, Blitz und Sonnenschein." — Kneipp-Bewegung, Orts- brochene Instrument, die Ansprachen ans Orchester und an das Publikum, die stets stürmischer Heiterkeit sicher sind. Das Hübscheste und Originellste leisten sie da, wo sie mit unbeschwerter Laune sich selber und die Künste des Varietes parodieren, z. B. in dem Jllusions- oder Zauber-Akt „mit und ohne Schwindel". Zwischendrin musikalische und parterreakrobatische Einlagen, alles ganz leicht und gewissermaßen nebenbei; aber das Lustigste kommt zuletzt, das ist der Mann, der mit sich selber ringt, und es ist ein Ringkampf, bei dem man den zweiten Mann nicht vermißt, weil man ihn zu sehen glaubt, ein Sport nach den Regeln der klassischen Kunst, daß den Leuten das Wasser in den Augen steht. — Es war ein vergnügter und vielseitig unterhaltsamer Abend; wer ihn versäumt hat, kann sich die Wiederholung ansehen. Es gab verdientermaßen großen Beifall. Und das Haus war, wir sagten es schon, so gut besucht, wie man es an jedem Theaterabend sehen möchte. hth. An meinen Sohn zum ersten Geburtstag. Bon Otto Doderer. Lieber kleiner Junge, du tappst noch in der Helle des Ursprungs und mühst dich, die Gewohnheiten der Menschen anzunehmen. Du lastest noch nach den Mitteln des Ausdrucks und des Verständnisses, aber hinter deinen aufgerissenen Augen und in deinem unzerstampften Hirnchen wühlt und funkelt schon das Bewußtsein, deine Beinchen gehen noch unsicher und bedürfen des Halles, dein'Mund stammelt noch die ersten abgelauschten, ohne Sinn verbundenen Vokale, aber du äußerst schon Lachen, Verwunderung, Zorn, Begierde, Eifer, Stolz. Du bist schon eine Persönlichkeit, vor der der Hochmut der Erwachsenen in die Knie sinken müßte, du tapferes Menschenkind, das alles mit sich allein abzumachen, sich jede Frage selber zu beantworten hat, und das doch schon in dem einen Jahr seines Erdenlebens ein Maß von Begriffen sich zu eigen gemacht hat, das, an dem Wachstum der Bildung späterer Jahre gemessen, überwälttgend ist. Heute an deinem ersten Geburtstagsfest will ich etwas aufschreiben für dich, das bleiben soll in deinem Leben immerdar. Noch gehen die Worte an dir vorüber, aber wenn du selbst ein Mann geworden bist, sollst du sie aufrufen dürfen wider mich. Auch sind Worte nur Formeln, hinter deren Falten die Gedanken einherkommen. Im Geist aber sind wir eins mit allem Lebendigen und von allem Anbeginn. Er ist das, was uns rührend verwandt mit dir anmutet im Blick jedwedes Kreatürlichen. Und dieser Geist soll dich anreden aus meinen Worten, damit meine Gedanken sich einkerben in dein Dasein. Ich habe dich aus den ewigen Himmeln in die Wirren der Jrdischkeit gelockt. Du, köstliches Mysterium der Zweieinigkeit, rissest dich los vom Herzen deiner Mutter mit einem Schrei, einem Schrei der Empörung, als die Grelle des Erdenlichtes dich anfiel. Ich habe den Sinn dieses Schreies wohl verstanden. Der Schrei war gegen mich. Wahrlich, du wirst es nicht leicht haben, das Gefühl für Größe, Reinheit und Edelmut in dir aufzuziehen, unabhängig zu fein, stolz, treu, milde, das Schwülstige zu scheuen, um das Einfache zu lieben, das allein wahr und erhaben ist. Vater und Mutter, sich vielfach Widerstrebendes, find in dir vermischt. Diele Vorfahren münden in dir, und du bis mit Herkunft beloben. Aber du sollst größer werden als wir. In unserer Generation war die Feindschaft auf- gestanden gegen die Väter. Wir aber, mein Sohn, wollen miteinander, nicht gegeneinander sein, wir wollen miteinander Befreundete fein. Deine Erfahrung wird dich einmal von deinen Ettern entfernen, denn die Erfahrung deiner Zeit wird eine andere sein als jener Zeit, die ihnen widerfuhr; dann wollen wir Ettern aber, wir Melieren, wir Veralteten, uns bemühen, dereinst jung zu sein mit dir. Ob mich mein Vater auch so unbändig liebte, wie ich dich liebe? Ich hätte dann vieles abzubitten. Ich habe Ehrfurcht vor dir, liebes Bübchen, wahrhaftig Ehrfurcht, denn die Tapferkeit, mit der du deine Natur behauptest, ist ehrenwerter als die Erbärmlichkeit, mit der wir uns tagtäglich verleugnen. Und die Ehrfurcht soll dir erhalten bleiben, damit dir die Tapferkeit erhalten bleibt. Ein Schicksal wächst mit dir auf — wir haben darüber keine Macht. Eine Zukunft reift in dir heran — es ist ein Stück der Zukunft Deutschlands und der kommenden Menschheit. Sie ist in die einzelnen verteilt wie die Sterne am Himmel. Wir wollen den Stern deiner Zukunft rein und leuchtend erhalten. Er soll in unsere Sorge gebettet sein. Du sollst dich nicht an Kleinem zerspellen, damit du für das Große gestählt bist. Wir dienen um dich. Dies habe ich an deinem ersten Geburtstag dir zu sagen gehabt, mein Kind. Ich gebe noch einen Kuß dazu über alle Längen- und Breitengrade der Erde und der Zeit, der dich seien soll gegen alle Teufel menschlicher Gemeinheit Dienstag, 24. November 1936 Johann Strauß dirigiert in Gießen. Zur 3. Jahresfeier der NSG. „Kraft durch Freude" konzertiert am Mittwoch, 25. November, 20.30 Uhr, im Rahmen eines heiteren Wiener Abends, in der Volkshalle der ehemalige k. u. k. Hofballmusikdirektor Johann Strauß mit seinem Orchester. Unser Bild zeigt den Dirigenten. — (Aufnahme: KdF.) gruppe Gießen, 20 Uhr Vortrag über „Körperkultur und Leistungssteigerung durch Kneipp" im Saale des „Bayerischen Hofes . — Biblische Woche der Luthergemeinde, 20 Uhr Vortrag von Pfarrer Lenz über „Der Ruf zur vollkommenen Liebe" in der Kapelle des Alten Friedhofs. Sfabttfjeafer Gießen. Heute abend zum letztenmal der große Erfolg „Ein idealer Gatte", Schauspiel von Oskar Wilde. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Die Vorstellung findet als 10. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr. Ende 22.45 Uhr. Infolge plötzlicher Erkrankung von Ilse L a s f u s findet die Vorstellung von „Der Zarewitsch" am Mittwoch, 25. November, nicht statt. Dafür geht die mit großem Erfolg aufgeführte Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck in Szene. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Wiederholung des Groh-Variete-Gastspiels „3 Zacchinis". Aus dem Stadtheaterbüro wird uns geschrieben: Viele Theaterbesucher mußten unverrichteter Dinge wieder umkehren, weil keine einzige Eintrittskarte mehr zu haben war. Um nach Möglichkeit allen Anfragen gerecht zu werden und denen, die am Montag wieder fortgehen mußten, die Möglichkeit des Besuches zu bieten, hat die Theaterleitung im Einvernehmen mit der Gastspieldirektion die „drei Zacchinis" und das große artistische Beiprogramm zu einem Wiederholungsgastspiel für Donnerstag, putzen Sie ein Klavier mit Sand? Das würde seinem Glanz wohl schlecht bekommen. Genau so ist es mit Ihren Zähnen. Das Feinste ist gerade gut genug, Versuchen Sie mal den feinen Putzkörper der Nivea-Zahnpasta. Der erhält die Zähne blitzblank und schont den Zahnschmerz. Lichtspielhaus: „Donner, Blitz und Sonnenschein.-' Dieses Stück heißt eigentlich sehr viel deutlicher und auf den Kem der Sache eingehend „Der Hunderter im Westentaschl" und ist ein oberbayerischer Dreiakter, halb Volksstück, halb Schwank, von Neal und Ferner; wir sahen es diesen Sommer sozusagen an Ort und Stelle, am Tegernsee, von Terofal und seinen Leuten gespielt. Das hatte unter anderem den Vorzug, daß die Figuren, die in krachledernen Hosen und mit Gamshüatln über die Bühne gehen, auch so sprachen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, und wie es hier dazugehört. Im Film, bearbeitet von Max Neal und Erich Engels (der auch Regie führt) wirken zwar ebenfalls tüchtige Schauspieler mit, die indessen großenteils aus Berlin stammen; das ist nicht zu überhören, und das stört ein bißchen. Zum Gluck ist aber Valentin die Hauptperson, Karl Valentin aus München als Schneidermeister Huckebein, dem diese unwahrscheinlich schöne und eigentlich raffiniert eingefädelte Geschichte mit dem Hundertmarkschein passiert. Leider ist er falsch, der Schein, aber er wandert auf eine so bezaubernde Art von einer Hand und einer Tasche in die andere, daß dem Huckebein, er weiß nicht wie, am Ende Heil widerfährt in seinen Nöten — ganz abgesehen von dem wundertätigen Wasser in seinem Brunnen, wovon hier nicht weiter die Rede sein soll, denn wir können nicht das ganze Stück erzählen. Valentin aber, um auf ihn zurückzukommen, ist ein Viech, ein bayerisches Urviech, und zwar ein sehens- und hörenswertes. Er sagt nicht einmal viel, aber was er sagt, ist einigermaßen unmißverständlich und unwiderstehlich — auch ohne den von den Bearbeitern erfundenen Abstecher in die Stadt und an die Bar, wo er gar nicht hinpaßt. (Das Stück in feiner ursprünglichen Bühnenform ist eben doch konzentrierter und darum wirksamer.) Sehr hübsch macht natürlich auch Lisi Karlstadt, Valentins getreue Partnerin, das Huckebeinfche Eheweib. Dann muß man Aribert Wäscher erwähnen in einer verblüffend komischen Charge, die man von ihm nicht erwartet hätte. Ferner Reinhold Vernt, Hans L e i b e 11, Volker von Co11ande, Ilse Petri, Hans Florath, Käthe Haack und Gerhard Bienert: alle sehr ordentlich bei der <5ad)e, aber alle von Natur aus mundartlich gehemmt, und das ift gerade hier schade. — (NFK.-Film der Terra.) * Im Beiprogramm gibt es einen Lehrfilm vom Braunkohlenbergbau und luftige Bilder vom Kölner Karneval. hth. Zusätzlicher Fischtag. Wie plätzcken" i Kaufyauses Zahlen als Mahner. uninter- finb ab* aber gilt, lassenheit Frommen geradezu lässigkeit! preise sollen. Vie deutsche Arbeitsfront : N.S.-öemeinschztt „Kraft durch Freude" Streifzug durch Alt-Gießen. Aus den Erinnerungen eines «.hochgeborenen"" 80jährigen. mischen Hauswirtschaft einbürgert. Verkehrsunfall. Auf der Landstraße Großen-Buseck—Wten-Buseck ereignete sich am gestrigen Montagvormittag gegen 11 Uhr ein Verkehrsunfall, der zum Glück noch verhältnismäßig glimpflich verlief. Ein Personenkraftwagen, der aus der Richtung Großen-Buseck kam, befand sich vorschriftswirdrig auf der linken Straßenseite, als ihm aus der Richtung Alten-Buseck ein Lieferkraftwagen aus Gießen begegnete. Infolge des vorschriftswidrigen Fahrens des Personenautos wurde der Lieferkraftwagen bei der Begegnung in einer Kurve zur Seite gedrängt und stürzte in den Straßengraben. Dabei wurde der ganze Inhalt des mit Spirituosenflaschen beladenen Lieferwagens hcrausgefchleudert und ging beim Aufschlagen auf die Straße und den Acker verloren. Das Lieferauto wurde stark beschädigt, der Fahrer und sein Begleiter wurden leicht verletzt. Der Führer des Personenautos entzog sich der Feststellung seiner Personalien durch schleunige Flucht. Die Ermittlungen der Gendarmerie sind im Gange. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n , 24. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk.» f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 6 bis 10 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, % kg 5 bis 6 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, % kg 8 bis 10 Pf., gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4, 5 kg 40 Pf., Aepfel, N kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, kg 10 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 35 bis 55 Pf., Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. Woche um Woche werden die Listen der Toten und der Verletzten veröffentlicht. Die Zahlen sind ergreifend, aber schauriger noch ist die Tatsache, das unendlich viele Menschen über die Zahlen h i n- w e g l e s e n , ohne innerlich von ihnen Notiz zu nehmen. Man braucht nur einmal in einer größeren Stadt mit polizeilicher Verkehrsregelung zehn Minuten Beobachtungen zu machen, und man wird eine Fülle von Verletzungen der Verkehrsregeln bemerken, wenn das Auge des Gesetzes gerade in eine andere Richtung schaut. Und dabei muß fest- gestellt werden, daß in den Städten die Unfälle sehr viel weniger gestiegen sind, als in den Land- 19. Dezember beendet fein. In Frankfurt a. M. wird er bereits am 7. Dezember seinen Anfang nehmen. Für den Kleinhandel werden die Leiter der Wirtschaftsgruppe „Ambulantes Gewerbe" herangezogen. Die Christbäume sind in vier Gruppen nach Größen bis zu vier Meter geteilt, für die Mittel- ' von 0,60 bis 3,60 RM. festgesetzt werden im täglichen Verkehr mit ein wenig Ge- und Vorbedacht zu eigenem Nutz und Sekunden zu zögern, dort herrscht eine erstaunliche Gleichgültigkeit und Nach- Zu dem Dichterabend Edwin Erich Dwin - g e r am 25. November in der Neuen Aula der Universität hat uns der Goethe-Bund einige Karten zum Preis von 50 Pfennig zur Verfügung ge- stellt. Die Karten sind auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, zu haben. Einsatz um Kleinigkeiten. Ueberall führt die HI. jetzt die Altmaterial-Sammlung durch, die der Reichsjugendführer kürzlich angeordnet hat. Der materielle Gewinn, der der deutschen Volkswirtschaft so mit dem Einsatz der fortlaufenden Kleinarbeit einer Millionenorganisation ersteht, wird allein daran deutlich, daß beispielsweise laut statistischer Untersuchung jährlich sechs- bis siebentausend Tonnen Aluminiumfolien in Form von sogenanntem „Silberpapier" achtlos fortgewor- sen werden, wodurch eine Wiederverwendung des Ausgangsmaterials ausgeschlossen ist. Ein noch klareres Bild von der Größe des Materialverlustes (und der verlorenen Arbeitskraft!) erhält man durch die Tatsache, daß diese Aluminiummenge mehr als 6 Prozent der gesamten deutschen Produktion ausmacht. „Hilf dir selbst — dann hilft dir Gott!" sagt das Sprichwort. Das deutsche Volk weiß sich zu helfen, nachdem ihm der Führer durch die Proklamation des Vierjahresplanes und durch Sie Betrauung eines seiner ältesten Mitkämpfer mit der praktischen Verwirklichung den Weg gewiesen hat. Die deutsche Jugend, die stets, wenn es von ihr gefordert wurde, ihre Einsatzbereitschaft bekundete, sei es durch freiwillige Hilfe bei der Ernte, bei der Steigerung des Flachsanbaues, beim Beerensammeln zur Herstellung von Brotaufstrich, der an das Winterhilfswerk gegeben wurde — sie war immer mit all ihren Kräften ganz bei der Sache. Sie wird sich auch bei der neuen Aktion, die sich mit dem Sammeln von an sich unscheinbaren kleinen Dingen befaßt, voll einsetzen. Scheinbar Nebensächlichem gilt dieser Einsatz. Aber zu gewissen Zeiten kann an Kleinigkeiten alles hängen. Man sage auch nicht, jeder einzelne könne hier doch nur wenig zusammenbringen. Es heißt ja so richtig: „Diele Wenig geben ein Viel." Unö dieses „Diel" aber, das nur ein bescheidener Beitrag der HI. am Aufbauwerk des Führers ist, wird übertroffen werden durch das Viel, das auch in diesem Falle wieder an charakterlicher Haltung gewonnen wird, das zwar nicht meßbar und an Statistiken abzulesen ist, das aber seine Spuren in der Erziehungsarbeit der HI. hinterlassen wird, in einer Haltung zur steten Einsatzbereitschaft und einer Erziehung zum realpolitischen Denken. H. S. Bon der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Forstrat Dr. Zentgraf in Lauterbach hat vom Reichserziehungsminister den Auftrag erhalten, die Professur für forstliche Produktionslehre an der Universität Gießen zu übernehmen und seinen ständigen Wohnsitz von Lauterbach nach Gießen zu verlegen. Polizeibericht. Die Kriminalpolizeistelle bei der Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Wegen schwerer Kuppelei wurde am Samstag eine 47jährige Frau aus Gießen festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. Die Festgenommene hat ihre noch minderjährige leibliche Tochter an einen verheirateten Mann verkuppelt. Die Frau wurde in Untersuchungshaft genommen. Wegen Jagdvergehens wurde am Samstag der in Heuchelheim wohnhafte 32 Jahre alte Bernhard Michalik festgenommen. Am Freitag fand ein Einwohner von Heuchelheim in der Nähe der Heuchelheimer Mühle an einer Hecke einen in einem Tellereisen gefangenen Fasanenhahn. Der Finder teilte seine Wahrnehmung sofort dem Jagdberechtigten mit. Dieser setzte die Kriminalpolizei in Kenntnis, der es nach langem Warten gelang, den Täter Michaelek, als er seine Beute am Samstagfrüh abgebieten, wo die Verkehrskontrolle naturgemäß viel weniger dicht ist. Nun sollte man zwar annehmen, daß der Mensch auf dem flachen Lande nicht von der spezifischen Hast der Großstadt erfaßt ist, aber die Zahlen reden doch ihre bestimmte und eindeutige Sprache und zeigen den Umfang der Gleichgültigkeit, um nicht zu sagen eines gewissen Mangels an geistigem und seelischen Auffassungsvermögen. In der Schlacht von Königgrätz hat es insgesamt bei Preußen, Oesterreichern und Sachsen 40 686 Tote, Vermißte und Verwundete gegeben. In der Schlacht von Sedan wurden auf deut- cher Seite rund 9000 Offiziere und Mannschaften getötet und verwundet. Was sind Königgrätz und Sedan gegen die Opferzahl des Straßenverkehrs? Oder, um in einem anderen Bilde zu sprechen: Die Zahl der Toten, die der Straßenverkehr fordert, ist fast so aroß wie die Einwohnerschaft von Nauheim, und die Zahl der Verletzten erreicht den Einwohnerstand einer Großstadt wie Augsburg! Wenn zur See, oder im Berabau, oder im Eisenbahnverkehr gelegentlich die bekannte Pechsträhne großer Unglücksfälle beginnt, dann fühlt das ganze Volk den eisigen Hauch eines großen Unglück; wo es holen wollte, festzunehmen. Ein weiterer, bereits gerupfter und ausgenommener Fasan wurde beim Erscheinen des Kriminalbeamten und eines hinzu- gezogenen Gendarmeriebeamten in der Wohnung des Beschuldigten freiwillig von dessen Cheftau herausgegeben. Michaelek gab dann auf Vorhalt zu, noch einen weiteren Hahn gefangen und mit seiner Familie verzehrt zu haben. Der Mann wurde dem Amtsgericht zugeführt und kam in Untersuchungshaft. Lehrlingsbücher für Kaufmannslehrlinge. LPD. Nach dem im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet verwendeten einheitlichen Lehrvertags- mufter für Kaufmannslehrlinge sind diese verpflichtet, ein Lehrlingsbuch zu führen. In diesem Lehrlingsbuch hat der Lehrling in bestimmten Zeitabständen niederzulegen, welche Ausbildung ihm in der Lehre zuteil geworden ist. Auf diese Weise soll erreicht werden, dem Lehrling den Sinn der von ihm verrichteten Tätigkeit nahezubringen. Für den Lehrherrn stellt das Lehrlingsbuch im übrigen ein ideales Mittel dar, den Erfolg feiner Ausbildung feftzuftellen. Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, und die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirk Hessen, sind übereingekommen, daß das von der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Berlin, inzwischen für kaufmännische Lehrlinge im Einzelhandel herausgebrachte „Lehrheft" im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet zunächst nicht zur Anwendung kommen soll, um Lehrling und Lehrherrn, die bereits zur Führung eines Lehrlingsbuchs verpflichtet find, vor unnötigen Ausgaben zu bewahren. Im Rhein-Mai- nifchen Wirtschaftsgebiet ist daher auch im Einzelhandel das in dem ein- heitlichen Lehrvertrag für Kaufmanns« lehrlinge vorgesehene Lehrlingsbuch vom Lehrling zu führen. Dieses Lehrlings- buch ist nicht schematisch eingeteilt, sondern als solches kann ein dickeres Schreibheft mit starkem Einband verwendet werden. Es wird erwogen, für die Ostern 1937 neu einzustellenden Lehrlinge im Einzelhandel das „Lehrheft" einzuführen. Marktregelung für Weihnachtsbäume. Lpd. Auf Grund der Verordnung des Reichsforstmeisters über die Regelung des Marktes für Ehrist- bäume ist Landesforstmeister Dreyer in Kassel Regierungsgebäude (Schloßplatz 6), zum Bezirk^ beauftragten für die Provinz Hessen-Nassau, Land Hessen (Provinz Oberhessen), Land Thüringen und Regierungsbezirk Erfurt ernannt wor- den. Als Großmärkte wurden Kassel, Wiesbaden Frankfurt a. M. und Erfurt bestimmt. Die Großmärkte sollen am 10. Dezember beginnen und am bandlung von Justin Eberhard. Ein kurzer chmaler Eingang zur Straße führte zu einem kleinen, freien Platze, das „Elefantenplätzchen" genannt, zur Erinnerung an einen etwa 1864 dort zur Schau gestellten Rüsselträger. Dem „Elefanten- gegenüber, an der Stelle des heutigen > Kerber, befand sich eine städtische (Schluß.) Wenn man zum Rahnschen Schuleingang zurück- : kehrte, stand man am Eingang in die Hintergasse — der Teil der jetzigen Wetzsteinstraße, der in der Walltorstraße bei Metzger L. S a ck mündet. Nach der Nordanlage war noch kein Zugang geschaffen. Hier befand sich die Franzsche Schule. Die Rahnsche und die Franzsche Schule galten als Vorschulen zu den höheren Schulen, die damals Abcschützen nicht aufnahmen. Beide Institute rivalisierten miteinander, insbesondere die Schüler. Die Häuser beider Schulen sind verschwunden, sie leben nur noch in den Bildern der Erinnerung. Die Rahnsche Schule besaß ein großes Schulzimmer, geräumigen Hof und schönen Garten. Die Franzsche Schule, mir als Rahne-Schüler nur wenig bekannt, konnte sich dieser Räume, durch die enge Gasse bedingt, nicht rühmen. „Der Burg meiner Ahnen", dem Stadtkirchenturm gegenüber, in südlicher Richtung, lag der damals wohl am wenigsten erfreuliche Teil Gießens, der sogenannte Burggraben. Düngerhaufen mit ihren Abflüssen bildeten den Hauptinhalt. Stallungen und ähnliche Gebäude, die zu den mit der Front nach dem Marktplatz zeiaenden Geschäftshäusern gehörten, bildeten keine Zierde. Vor allem waren es zwei Metzgereien, die ihre Schlachtungen in den Hintergebäuden vornahmen („Träubel Vogt" und „Matsche Vogt" genannt), welche zu dem Unrat und zu dem die ganze Gegend durchziehenden Wohlgeruch viel beitrugen. Ein Schlachthaus gab es damals noch nicht. Das Eckhaus von Kirchstraße und Marktplatz (jetzt Kaufmann Loos) und das danebenstehende waren die Geschäftshäuser der beiden Metzgereien. Beiden schloß sich Bäcker Lenz mit einer kleinen Wirtschaft an. Hier ließen wir Jungen unsere „Aeppelleibchen" backen, eine beliebte Frühstücksspeise der Schuljugend. Der Inhaber der Bäckerei verstand uns und kam uns stets freundlich und hilfsbereit entgegen. Das folgende Geschäftshaus gehörte dem Kolonialwarenhändler Oefer. Dann kam das Anwesen des Metzgers Plank, des dritten Metzgers in dieser Gegend. Große Veränderungen waren an und in der Schulstraße zu verzeichnen. Der Eingang zur Sttaße war nur etwas mehr als ein Wagen breit. Die Engelapotheke nimmt heute den Platz ein, wo ehemals das Geschäftshaus von Alexander Meier tand. An den Verkaufsladen schloß sich ein Gebäude an, daß als Lumpen- und Knochenmagazin diente, das einen gefährlichen Vazillenherd dar- 1 teilte. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts brannte dieser Seuchenherd ab und verursachte noch wochenlang einen entsetzlichen Gestank und weitere Feuersgefahr durch die bei den Aufräumungsarbeiten aufgewühlten und Herumliegenden brennenden Lumpen. Nach diesem Brand wurde die Aufbewahrung von Knochen und Lumpen innerhalb der Stadt verboten. Jetzt stehen an der Stätte dieses Lumpenmaga^ins schmucke Geschäftshäuser. Das südliche Eckhaus enthielt eine Musikalien- 26. November, verpflichtet. Die Theaterleittrng macht darauf aufmerksam, daß eine nochmalige Wiederholung ^unmöglich ist. Dies zweite Gastspiel dauert ebenfalls von 20.15 bis 23 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) Dichler-Abend: Edwin Erich Dwinger. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein haben, wie uns geschrieben wird, zu ihrem zweiten dieswinterlichen Dichter-Abend den bekannten Dichter Edwin Erich Dwinger gewonnen. Seine beiden großen Werke „Die Armee hinter Stacheldraht" und „Zwischen Weiß und Rot" sind neben seinen neueren Büchern weithin bekannt geworden. Der Dichter ist ein ausgezeichneter Mittler seiner Werke, und seine Lesungen hinterlassen überall tiefen Eindruck. (Siehe heutige Anzeige.) Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Am Sonntay, 29. November, findet im HJ.-Heim in Klein-Linden eine Führertayung der Gefolgschaftsführer und Stellenleiter statt. Beginn 8.30 Uhr, Ende gegen 16.30 Uhr. Die angesetzten Wochenendschulungen fallen für diesen Tag aus. Wünsche für die Pfundsammlung. Die Kreisführung des WHW. für den Kreis Wetterau stellt mit Dankbarkeit fest, daß die Opferfreudigkeit der Bevölkerung unseres Kreisgebietes bei den Pfundsammlungen für das WHW., die bekanntlich monatlich einmal in jedem Ort durchgeführt werden, im Vergleich zu Den Vorjahren noch weiter gestiegen ist. Die Kreisführung ist dadurch in die Lage versetzt, den zahlreichen hilfsbedürftigen Volksgenossen zusätzliche Lebensmittel aller Art aushändigen zu können. Bei diesen Pfundsammlungen ist nun zu beobachten, daß bei dem Spendenaufkommen, vor allen Dingen in Gebieten der Städte, von den Volksgenossen vorwiegend Reis gegeben wird, und zwar Reis in derartigen Mengen, daß die Verteilung auf Schwierigkeiten stößt und Gefahr läuft einfeitig zu werden. Die Kreisführung gibt daher dem Wunsche Aus- , druck, vor allen Dingen auch im Hinblick auf unsere Devisenlage in Zukunft von Reis-Spenden bei der Pfundfammlung Abstand nehmen zu wollen und dafür etwas anderes zu geben. Erwünscht sind besonders Nudeln und Zucker, die beide bei der Vielseitigkeit ihrer Verwendungsmöglichkeit in jedem Haushalt außerordentlich begehrt sind. Weiterhin kommen für diese Pfundsammlungen in Frage Mehl, Hülsenfrüchte, i Graupen usw., und soweit die Volksgenossen dazu in der Sage sind auch hochwertige Lebens- ; und Genußmittel wie Kaffee, Fischkonfer- j oen, Wurst, Fleischwaren usw. Kreisführung des WHW. Witwe Harnisch, später Beifuß, schloß sich in östlicher Richtung, also nach dem Kirchenplatz zu, Barbier und Heilgehilfe Gerlipp, Buchbinder Sonntag, Lampenfabrikant Habenicht, Putzgeschäft Fangmann und dann der erste Gasthof Gießens, das weit und breit berühmte „Einhorn" an, wo stets der Landesfürst, wenn er in Gießen weilte, Wohnung nahm. (Jetzt steht ein Neubau an dessen Stelle.) Auch alle hohen Offtziere, die zur Regi- ments-Jnspektton hier weilten, nahmen dort Wohnung. Dem „Einhorn" gegenüber, jetzt ein Musikgeschäft, befand sich in meinen jungen Jahren ein Caft Rollos (etwa 1865), das seinen Wirtschaftsbetrieb sogar auf dem vorliegenden Bürgersteig, nach dem Lindenplatz zu, mit einigen Lorbeerbäumen als Garten vorgetäuscht, ausüben durfte. Die späteren Besitzer dieses Hauses waren: Zigarrenhändler Frech, Friseur Gerhard, Musikalienhändler Busch und dann Schneider. Dunkel erinnere ich mich auch, daß in dem zweiten Hause nach dem Kirchenplatz zu die Post ihr Heim hatte. Ich sehe es noch heute im Geiste deutlich vor mir, wie der Postwagen nachmittags um 4 oder 5 Uhr nach Lich von einigen Reisenden erwartet wurde, der Postschaffner (damals sagte man Condukteur) sich mit dem Postillon, dessen Horn mich sehr interessierte, bemühte, die Fahrgäste gut unterzubringen und eventuell einen sogenannten Beiwagen zu be- sorgen. Wir Jungens umstanden den Postwagen und sahen ihm mit sehnsüchtigen Reisegefühlen nach. Die Welt laa verschlossen und schier unerreichbar vor unseren Augen. Nach der Verlegung der Post verwandelte sich dieses Haus in ein Gasthaus „Zum lahmen Esel". D. h. diesen Namen trug es nicht offiziell, sondern nur in Bürgerkreisen. Eine Begründung für die Beilegung dieses poettschen Namens habe ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob es eine Bezeichnung für den Hausbesitzer oder Gastwirt war. In gutem Gerüche stehendes und von der Jugend gern besuchtes Haus war das linke Eckhaus am Eingang zur Schloßgasse vom Kirchenplatz aus gesehen. Hier wohnte Konditor Lind, der mit den Erzeugnissen seiner Tätigkeit die herrlichsten Düfte verbreitete. Verschiedene im Erker ausgestellte Marzipangruppen waren in ihrer humorvollen Zusammenstellung eine Freude für groß und klein. Diese Häuserreihe, Eckhaus Lindenplatz und Kirchenplatz bis zum Lindschen Hause (Ecke Schloßgasse), ist dem Untergang geweiht. Durch den Abbruch dieser Häuser soll der für den Verkehr gefährlich enge Eingang zum Lindenplatz und wm Walltor verbreitert werden. Eine sehr notwendige Maßregel! Das Eckhaus der südlichen Seite der Schloßgasse enthielt die Ferbersche Universitäts- Buchhandlung, daran schloß sich die Engelapotheke, jetzt Wollwarengeschäft. Der kleine Platz vor der alten Engelapotheke war zeitweise Zeuge besonderer kommunaler Ereignisse. Es war — für unsere Gegend — der Standort des Sendeboten der Stadtverwaltung, der die Bürger mit neuen Begebenheiten bekannt machte. Eine'mit Kraft geschwungene große Schelle lenkte mit ihrem Klingen die Aufmerksamkeit auf den städtischen Ausrufer. Rühe und Stille trat ein. Der Schusterjunge hörte auf zu pfeifen, Konditor, Metzger, Apotheker erschienenen, Neues erwartend, vor der Ladentüre. Alle Fußgänyer und alle Wagen machten halt. (Ein Bild, das einen Vergleich mit der heutigen Zeit geradezu herausfordert.) Dann wurde die Glocke mit energischem Schwung unter den linken Arm verstaut, der rechte Arm mit dem behördlichen Schriftstück in der Hand erhob sich würdevoll, und laut und deutlich schallte es über den Platz: „Es wird hiermit bekanntgemacht ... b—r. NSG. Kennzeichen der arischen Ge - chäfte. Die Kenntlichmachung der arischen Ge- chäfte wird fortgesetzt. Die DAF.-Einzelmitglieder ind berechttgt, ein Schild der DAF. zu führen, das ie als solche kenntlich macht und das nur die ari- chen Geschäftsleute erhalten. Dadurch wird die auf diesem Gebiet dringend nötige Klärung weiter gefördert. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am heutigen Dienstag, 24. November, kann Fräulein Berta Landmann, Hindenburgwall 7 wohnhaft, in bester Frische ihren 75. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist durch ihre Handarbeits- und Haushaltungsschule, die sie etwa 40 Jahre lang leitete, in breiten Bevölkerungskreisen bekannt geworden. ** Das Stammholzrücken In den tädtischen Waldungen wird in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil zur Vergebung ausgeschrieben. Näheres in der Bekanntmachung. ** O -Züae während der Weihnachtszeit für Fahrten mit Preisermäßigung gesperrt. Während des diesjährigen Weihnachtsverkehrs wird die Benutzung der V-Züge in der Zeit vom 22. Dezember 0 Uhr bis 24 Dezember, 24 Uhr, sowie vom 27. Dezember, 0 Uhr, bis 28. Dezember, 12 Uhr, und vom 3. Januar 1937, 0 Uhr, bis 4. Januar 1937, 12 Uhr, für Reise mit Fahrpreisermäßigung für Gesellschafts- ährten gesperrt. Bei Schul- und Jugendpflegefahrten treten Beschränkungen nicht ein. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 25. November. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: „In den Domen der Arbeit." Musik großer Meister in Betrieben. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme (XXVI). Aureliano Pertile. 15: Volk und Wirtschaft. Edelsteine — in Deutschland geschliffen. 15.15: Die römische Villa von Nennig an der oberen Mosel (Kreis Saarburg). Es spricht: Direktor des Landes- museums, Trier, Professor von Massow. 15.30: Rheinische Histörchen. Von Jörg Ritzel. 16: I. Kammermusik. II. Unterhaltungsmusik. 17.30: Wir blättern um: Bücher, die wir uns zu Weihnachten wünschen! 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Varenholz — eine Führerinnen-Schule des BDM. 20.45: „Sehr verehrtes, unbekanntes Fräulein!" Ein Liebesbrief mit sehr viel Musik. 22: Nachrichten. Donnerstag, 26. November. 6 Uhr: Choral; Moraenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Lustiges Kunterbunt zur Morgenstund. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozial- bienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bunter Melodienreigen. 15: Volk mb Wirtschaft. Die Soja-Bohne. 15.15: Kinder- unf. Wir Kinder wollen auch nicht beiseite stehen! 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Diener des Volkes. Querschnitt durch neue deutsche Geschichtsromane. 17.45: „Entartete Kunst". Ein Zwiegespräch. 18: Konzert. 20: Nachrichten. 20.10: Paul Graener di- rigiert eigene Werke. 21.10: Kreuz und quer durch deutsches Land. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nachrichten der DAF. Schule. Große Veränderungen fanden auch auf der Südseite der Schulstraße statt. Das Eckhaus Schul- 'traße-Sonnenstraße, das früher Kattreinsche Haus, machte einem schmucken Kaufhaus (Zigarrenladen Sonntag) Platz. Fast alle bis zum Marktplatz sich anschmiegenden Gebäulichkeiten verschwanden bzw. wurden erneuert. Nun mag mir der Leser wieder in die Nähe meiner „Ahnenburg" folgen: An das Haus der ___schon wiederholt berichtet wurde, gilt in um ferer engeren Heimat der Mittwoch als zusätzlicher Fischtag jeder Woche. Durch diesen zweiten wöchentlichen Fischtag soll eine Steigerung des Fischverbrauchs und damit eine weitere Belebung der deutschen Seefischerei erreicht werden, die im gesamtdeutschen Interesse dringend wünschenswert ist. Wenn man sich dazu noch die außerordentliche Nahrhaftigkeit des Fisches und die Schmackhaftigkeit eines gut zubereiteten derartigen Gerichts vor Augen hält, so wird jedermann sicherlich gern nach bester Möglichkeit dazu beitragen, daß dieser zweite Fisch, tag, der bisher schon erfreulicherweise viel Anklang gefunden hat, sich noch immer mehr in unserer hei- Es ist nicht war, daß die Zeitungen essant geworden sind. Sondern Die Leser gestumpft. Eben ist die Jahresbilanz der Unfälle im Straßenverkehr erschienen. Wohl gemerkt, nicht im Verkehr überhaupt, sondern nur im Verkehr auf der Straße. 8500 Tote und 171000 Verletzte sind dem Straßenverkehr in einem einzigen Jahre vom 1. Oktober 1935 bis zum 30. September 1936, bei insgesamt 263 000 Straßenverkehrsunfällen zum Opfer gefallen! Oberheffen. Zungvolkführertagung in Wieseck. £ Wieseck, 23. Nov. Am Samstag und Sonntag fand in Wieseck im Saale der Wirtschaft Braun der erste diesjährige Stammtag des Stamme s V „Burgun d" statt, an der etwa 80 Führer des Jungvolks teilnahmen. Die Schulung, die unter der Leitung des Stammführers S ch m u l - b a ch (Lollar) stand, begann mit einer Liederstunde. Dann erzählte Junabannführer T a e s l e r Erlebnisse von einer kürzlichen Balkanfahrt und ging zu einer politischen Auswertung dieser Fahrt über. Anschließend begrüßte der Ortsgruppenleiter, Bürgermeister Euler, die Führerschaft des Stammes und sprach den Wunsch aus, daß die Schulung einen vollen Erfolg bringen möge. Der Sonntagmorgen sah die Jungen im Freien bei Ordnungsdienst und Geländeübungen. Am Nachmittag sprach Jungbannführer Taesler über die Winterarbeit des Jungvolks und über Sinn und Zweck der Führerlager. Stammführer Sch inulbach schloß den Stammtag mit dem Bundeslied der Hitlerjugend und dem Gelöbnis der Treue zum Führer. Erfolgreiche oberhessische Geflügelzüchter. Bei der vom 13. bis 15. November in Marburg durchgeführten Landesgruppenschau konnten auch zahlreiche oberhessische Geflügelzüchter mit Preisen bedacht werden. Wir lassen nachstehend einen Auszug aus der Liste der Preisträger folgen: von der Au (Lollar): Tauben: Steinheimer Bagdetten, weiß: sg 1, bester Täuber der Klasse, sg 1, E, beste Täubin der Klasse, sg, sg 1, sg 2, viermal g. — Wilhelm Becker (Lollar): Tauben, Hessische Kröpfer, blau: zweimal g; derselbe auf Brünner Kröpfer, weiß: zweimal b. — Wilhelm Biedenkopf (Münster über Lich): Tauben, Koburger Lerchen: sg, E, bester Täuber der Klasse, sg 1, sg 2, g; derselbe auf Hessische Kröpfer, weiß: sg 1, S. 3., fünfmal sg 1, zweimal g. — Heinrich Geiß II. (Lollar): Tauben, Nürnberger Lerchen: sg 1, zweimal sg 2, sg 3, zweimal g; dersrlbe auf Schönheitsbrieftauben, blau gehämmert: 'b; derselbe aus Schönheitsbrieftauben, rot: zweimal g; derselbe auf Schönheitsbrieftauben, weiß: g. — Heinrich Größer (Großen-Linden): Italiener, schwarz: zweimal sg 2. — Wilhelm Hofmann (Lollar): Rhode- länder: sg 1, Z, sg, sg 3. — Alfred Jung (Großen-Linden): Wyandotten, silber: sg 1, bester Hahn der Klasse, sg 1, E, beste Henne der Klasse, zweimal sg 2, sg 3, g. — Ludwig Klinket XIII. (Lollar): Wyandotten, schwarz: sg, fünfmal sg 2, g; derselbe auf Wyandotten, schwarz, Zwerge: sg 1, E, bester Hahn der Klasse, sg 1, dreimal g, zweimal b. — Otto Muhl (Reichelsheim i. d. Wetterau): Rhode- länder: sg 2, zweimal g. — Peter Pfeffer III. (Bad-Nauheim): Rhodeländer: sg, sg 1, sg 3. — Karl Pitz (Laubach): Tauben, Hessische Kröpfer, fahl: sg, E, zweimal sg, dreimal g. — Wilhelm Rau (Wieseck): Zwerg-Langschan, schwarz: sg 1, sg 3, g. — Heinrich Reitz (Burg-Gemünden): Deutsche Zwerge, goldfarbig: sg 1, g. — Heinrich Riehm V. (Lollar): Italiener, schwarz: sg 1, Z, bestes Tier der Klasse, sa, sg 1, g. — Wilhelm Römer (Lollar): Ostfriesische Silbermöven: dreimal sg 1, g. — Rudolf Scherb (Lollar): Lockentauben, blau: sg 1, g. — Otto Soedler (Nieder- Gemünden): Wyandotten, weiß: sg, sg 1; derselbe auf Federfüßige Zwerge, porzellanfarbig: sg, E, bestes Tier der Klasse, sg 1, sg 2, g; derselbe auf einen Stamm 1, 2 Federfüßige Zwerge, porzellanfarbig: sg 1, Z; derselbe auf Lockentauben, blau: sg, E, zweimal sg 1, g. — Ludwig Spuck (Lollar): Bantam, silber: sg, E, bestes Tier der Klasse, g; derselbe auf Bantam, gold: sg, g. — Richard Stoffel (Echzell): Laufenten, weiß: sg, E, sg 2, sg 3. — Karl Stoll (Lang-Göns): Rhodeländer: sg 1, sg. — Friedrich Wolf (Laubach): Enten, Kajuka, schwarz: lg, zweimal sg 1, g. — Ludwig Zecher (Wißmar): Rhodeländer: sg, E, sg 1, dreimal, sg 2. — Karl Zimmermann (Lollar): Thüringer Flügeltauben, schwarz: zweimal sg 1, sg 2, zweimal g. Landkreis Gießen. * Staufenberg, 23. Nov. Am Samstag wurde im Jagdrevier des benachbarten Hofgut Fri^elhausen eine Treibjagd abgehalten. Geschossen wurden 36 Hasen und zwei Füchse. 00 Staufenberg, 23. Nov. Die in diesem Jahre erzielten hohen Obstpreise gaben die Anregung, in unserer Gegend in größeremMaße Tafelobst anzubauen. Bevorzugt wurden die Sorten Schöner von Boskop, Goldrenette von Blenheim, Jakob Lebel und Kaiser Wilhelm. * Daubringen, 23. Nov. Frau Katharine Weimer Wwe., geb. Kraushaar, konnte in geistiger und körperlicher Frische ihren 7 5. G e - b u r t s t a g feiern. -- Mainzlar, 23. Nov. Heute wurde hier die Kartoffelsvende fürdas WHW. der Ortsgruppe Mainzlar (die Orte Daubringen, Staufenberg und Mainzlar) nach Frankfurt geschickt. Das Jungvolk schmückte die Wagen mit frischem Grün. — Bei den bisherigen Hausschlachtungen in unserer Gemeinde wurden für das Winterhilfswerk 28 Büchsen mit Fleisch - und Wurstkon- fernen gesammelt. — Im hiesigen Wald wurde dieser Tage mit den Holzhauerarbeiten begonnen. 750 Festmeter sollen gefällt werden. Mit der Arbeit sind neun Mann beschäftigt. Odenhausen a. d. Lda., 23. Nov. In den gesamten Freiherr v. Rabenauschen Waldungen wurde jetzt die Holzhauerei ausgenommen. Aus unserer Gemeinde sind zwei Rotten, meist Kleinbauern, dabei beschäftigt. Durch die Inangriffnahme der Arbeiten an der R e i ch s a u t o - bahn ist unser Dors frei von Arbeitslosen. — Die Kanalisierung in unserem Orte macht gute Fortschritte. ch Allertshausen, 23. Nov. In unserem Gemeindewald wurde dieser Tage die Holzhauerarbeit durch eine Rotte von sechs Mann ausgenommen. Unter den Holzhauern befinden sich auch einige Kleinlandwirte. Zu den Holzhauerarbeiten in den Nordeck-Rabenauischen Waldungen wurden aus unserem Orte zwei Rotten von je sechs Mann hinzugezogen. 5 Steinbach, 23. Nov. Im vergangenen Kirchenjahr wurden in Steinbach 10 Gemeindeglieder beerdigt, 1 Kind, 4 Frauen und 5 Männer. Im vorhergehenden Jahre fanden 14 Beerdigungen in Steinbach statt. In Albach wurden im Kirchenjahr 1935/36 4 Gemeindeglieder bestattet, 3 Frauen und 1 Mann, alle 4 starben innerhalb eines Monats. Die Zahl der Beerdigungen in Albach betrug im Jahre 1934/35 ebenfalls 4, während im vorhergehenden Jahre 11 Beerdigungen in Albach stattfanden. — Sternbach, 23. Nov. Die große Brücke überdie Straße Steinbach — Li ch, unterhalb des Dorfes zwischen den beiden letzten Häusern von Steinbach, soll nun gebaut werden. Seit Wochen rollt das Baumaterial mit Lastautos an. Die Spezialarbeiter für den Brückenbau sind eingetroffen und haben eine Wohnbaracke bezogen. Am letzten Sonntag war der Schwarm der Besucher der Baustelle den ganzen Tag über groß. Die Erdarbeiten für die Fundamentierungsarbeiten haben bereits begonnen, und ein automatischer Kran, der neben der Straße aufgestellt ist, hebt die Loren mit dem Aushub auf den Damm der Reichsautobahn. Die Auffüllungsarbeiten an der Reichs- autobahn und an den beiden Zufahrtsfttaßen zum Reichsautobahnhof schreiten von Woche zu Woche fort. + Garbenteich, 23. Nov. Am vergangenen Samstag konnte der Küfermeister F. Fr. Düringer, langjähriges Kirchenvorstandsmitglied, seinen 7 0. Geburtstag begehen. Der Kirchenchor der Evangelischen Frauenhilfe, dessen Mitbegründer er ist, brachte unter Leitung von Dirigent Schäfer (Garbenteich) dem Jubilar ein Ständchen. Pfarrer Steiner von Hausen sprach im Namen der Frauenhilfe und des Kirchenvorstandes herzliche Worte des Glückwunsches und überreichte einen großen Blumenkorb und ein Buch. Der Verein ehe- maliger Leibdragoner, dem Düringer angehört, ließ ebenfalls Glückwünsche übermitteln. Der Jubilar dankte für die Ehrungen und überreichte dem Kirchenchor zur Förderung seiner Arbeit eine Spende. Der hochbetagte Mann, in Ober-Hörgern geboren, hatte als Küfer und Bierbrauer ein schönes Stück unseres deutschen Vaterlandes durchwandert und weiß noch heute manche lustige Begebenheit aus seiner Handwerksburscyenzeit zu erzählen. * Lang-Göns, 23. November. Die Haus- schlachtungen haben nun begonnen. Immer mehr geht man dazu über, Fleisch und Wurst in Blechbüchsen, nicht in Gläser, einzukochen, um stets frische Ware im Haus zu haben. Viele Privathaushaltungen haben einen bescmderen Apparat, um die Blechbüchsen zu schließen. Es versteht sich von selbst, daß bei den Hausschlachtungen das WHW. nicht vergessen wird. Einige gefüllte Büchsen werden stets gestiftet. s. Lang-Göns, 22. Nov. Nachdem am vorigen Sonntag die NS.-Frauenschaft Gaben und Geldspenden für Weihnachtspakete beim WHW. gesammelt hatten, zogen am Samstag die Jungmädel von Haus zu Haus, um gespendete Kinderwäsche und -kleidung in Cmpsäng zu nehmen. Beide Sammlungen hatten ein äußerst günstiges Ergebnis. # Hungen, 23. Nov. Zur Vervollkommnung ihres Betriebs hat die Molkereigenossenschaft Hungen, nachdem im Jahre 1934 die Betriebsräume und im vorigen Jahre die Büroräume eine Erweiterung erfahren hatten, in diesem Jahre die technische Betriebsanlage durch den Einbau von neuen maschinellen Anlagen den neuzeitlichen Erfordernissen weiter angepaßt. Die seiher in der Milchannahme zur Messung der Milchanlieferung aufgestellten Meßgeräte wurden durch Leuchtbildwagen ersetzt, die im Gegensatz zu der seitherigen Messung der täglichen Milchanlieferung nach Maß (Liter) eine genaue Feststellung nach Gewicht (Kilo) treffen. Die Entrahmungsanlage wurde durch den Einbau von zwei modernen Zentrifugen mit einer Stundenleistung von je 5000 Liter wesentlich verbessert. Die bisherige Erhitzungsanlage wurde durch eine kombinierte Plattenerhitzungsanlage für Vollmilch, Magermilch und Rahm ersetzt. Die Umstellung der Betriebsanlage erfolgt ohne Störung des Betriebes während weniger Stunden in der Nachtzeit. A Hungen, 23. Nov. Nach fachgerechter Wiederherstellung der kürzlich abgenommenen schadhaften Bekrönung unserer Kirchturmspitze wird dieser Schmuck unseres Kirchturms dieser Tage von dem hiesigen Dachdeckermeister Heßler wieder angebracht werden. Schlossermeister Herrn. Ebersohn hat den von Rost nahezu vollständig zerstörten Teil des Kreuzschmuckes wie- derheraestellt. Spenglermeister Ritter führte die Jnstandsetzunasarbeiten an der in Bronze gegossenen Plastik Des Gockels und an dem unter dem Kreuz befindlichen Bleiknauf aus, während Weißbinder Karl Heßler den Neuanstrich der gesamten Kirchturmsbekrönung vornahm. In dem Bleiknauf befanden sich bisher Urkunden aus den Jahren 1888, 1921 und 1928, denen nunmehr neue Zeitdokumente aus dem Jahre 1936 hinzugefügt wurden. Preußen. Kreis Wetzlar. CD Wißmar, 23. Nov. Die Spielschar der hie- gen NS. -Frauenschaft brachte am Samstag- und Sonntagabend im Saale des Gastwirts Wolf das Spiel „Der Totentanz" zur Aufführung. An beiden Abenden war der Besuch gut. — Bei der Treibjagd am Samstag wurden 27 Hafen zur Strecke gebracht. — Im Gemeindewalü wurde jetzt mit dem Holzfällen begonnen. Da die Zahl ber erwerbslosen Volksgenossen in unserem Orte stark zurückgegangen ist, sind in diesem Jahre die Landwirte ohne Einschränkung zu den Holzfällungsarbeiten zugelassen worden. Es merben außer großen Mengen Brennholz noch Stamm- und Grubenholz, sowie Holz zu Eisenbahnschwellen geschlagen. + Kinzenbach, 23. Nov. In diesen Tagen fand die Verpachtung der im Lahntal gelegenen Gemeindewiesen statt. Diese Wiesen, die sehr gute Futtergräser brachten, waren bisher immer sehr begehrt und wurden bei den auf sechs Jahre laufenden Verpachtungen immer gut bezahlt. In diesem Jahre allerdings ging die Verpachtung schleppend vor sich und die Gebote bleiben hinter denen der Vorjahre zurück. Der Ar wurde mit durchschnittlich 2 Mark bezahlt. Freiwerdende Stücke fanden kaum einen neuen Pächter. — Der Flachsanbau hat sich auch in unserer Gemarkung bedeutend gesteigert. Es wurden über 40 Zentner geerntet und im Bahnhof Abendstern zur Verladung gebracht. Ein Teil der Ernte ging an die Adolf- Hitler-Flachsspende. SJL^fport Die WHW.-Opfertage des deutschen Sports. NSG. Der Reichssportführer v. Tschammer und O st e n hat auch in diesem Jahr den deutschen Sport zu Opfertagen für das Winterhilfswerk auf- gerufen. Die einzelnen Fachämter haben für ihre Sportarten den Sportopfertag mit großem Erfolg durchgeführt. Die verschiedenen Sportarten haben ihre Veranstaltungen an folgenden Terminen festgelegt: Radsport: Sonntag, den 29. November 1936; Tennis: Sonntag, den 6. Dezember 1936; Schießen: Montag, den 14. Dezember 1936; Fechten: Sonntag, den 10. Januar 1937; Bob: Sonntag, den 10. Januar 1937; Kegeln: Sonntag, den 17. Januar 1937. Die Bekanntgabe der Sportopfertage der übrigen Fachämter und Sportverbänüe erfolgt nach deren Festsetzung. SchulungsarbeitimKachamtHandball. Nachdem am letzten Sonntag die Uebungsleiter und Vereinsspielwarte in einem Wochenendlehrgang beisammen waren, hatte Kreisschiedsrichterobmann D r o l s b a ch die Schiedsrichter und -Anwärter des Kreises 8 am Sonntag eingeladen, um an Hand der Erfahrungen einmal die Mißstände zu beheben, die sich durch die neue „Deutsche Handballordnung" zwangsläufig ergeben mußten. Wie wichtig gerade derartige Aussprachen sind, das hat der Verlauf der Zusammenkunft gezeigt. Nicht nur, daß sie einen sehr guten Besuch aufwies, auch die Aussprache zeigte in eindeutiger Weise, welchen Gefahren jede Neuordnung zu Beginn in der Praxis ausgefetzt ist. Aber nicht nur die Neuerungen, auch schon jahrelang bestehende Regeln werden oft in einer Weife ausgelegt, die sich auf die Dauer nur schädlich auswirken kann. In klaren und leichtverständlichen Worten verstand es Obmann Drolsbach, alle auftauchenden Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen und die allein geltenden Bestimmungen so zu behandeln, daß eigentlich irgendwelche Zweifel nicht mehr bestehen sollten. Als ein erfreuliches Zeichen konnte bemerkt werden, daß eine ganze Reihe von Schiedsrichter-Anwärtern aufgenommen werden konnte, so daß der Bestand für die Zukunft also gesichert erscheint. Es gab eine Zeit — die leider auch heute noch nicht endlich überwunden ist — in der manches Spiel abgesetzt werden mußte, weil es tatsächlich an den erforderlichen Leitern fehlte. Nicht zuletzt lag dieser Zustand an den Vereinen selbst, weil sie ihren dahingehenden Verpflichtungen oft nur teilweise nach- kamen. Die Anwärter werden nun zu Uebungsgemein- schäften zusammengezogen, um in Lehrgängen für ihr verantwortungsvolles Amt vorbereitet zu werden. Erst mit dem Abschluß einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung kann sich der Anwärter als vollwertiges Mitglied der Schiedsrichtergemeinschaft fühlen. Sieben Klaffenrekorde in MonthlSry. Die Fahrer Wimille, Veyren und Williams stellten mit einem 3,3-Liter - Bugatti in Linas Month- terg sieben neue internationale Klassenrekorde (3000 bis 5000 ccm) auf. Die neuen Rekorde sind: 1000 Meilen in 8:04:38 Stunden = 199,244 km/st (alter Rekord 187,2 km/st von Kaye-Don); 2000 Kilometer in 10:10:06,89 Stunden = 196,684 km/st (alter Rekord 186,8 von Kaye-Don); 12 Stunden: 2380 Kilometer = 198,388 km/st (alter Rekord 183,6 von Perrot); 3000 Kilometer in 15:03:51,31 Std. = 199,147 km/st (alter Rekord 179,6 von Perrot); 2000 Meilen in 16:08:51,40 = 199,329 km/st (alter Rekord 179,2 von Perrot); 4000 Kilometer in 19:57.-06,01 = 200,484 km/st (alter Rekord 179,2 von Perrot); 24 Stunden: 4786 Kilometer = 199,445 km/st (alter Rekord 179,2 von Perrot). Niederlage: Jean Weisel, Gießen, Sonnenstraße 6, Tel. 3888 Wege im Nebel. Roman von Käthe Mehner. (Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.) 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Mit liebenswürdigem Lächeln dankte Olga, als der Ober schon nach wenigen Minuten die noch dampfende Pastete servierte. Wie beiläufig brachte sie jetzt ihre Frage an: „Sehen Sie dort drüben die blonde Dame in dem lachsfarbenen Kleid? Ein Fräulein Heller, die bei Ihnen wohnt. Könnten Sie mir vielleicht die Zimmernummer dieser Dame nennen?" Diskret wies Olga auf das Spiegelbild ihr gegenüber. Der Ober nickte. „Ganz recht! Fräulein Heller! Die Dame kenne ich! Wohnt schon seit einigen Tagen hier! $at Zimmer Nummer sechzehn, soviel ich weiß, im ersten Stock, nach vornheraus, glaube ich. Soll ich der Dame vielleicht etwas ausrichten?" Olga verneinte hastig. „Nein, bitte erwähnen Sie doch meiner Frage! Ich wollte nur... ii lich die Dame überraschen!" „Wie Sie wünschen!" Sich verbeugend nahm der Ober das auch jetzt wieder viel zu hoch berechnete Trinkgeld in Empfang und entfernte sich, in den Mundwinkeln ein kaum merkliches, aber mokantes Lächeln. Olga sah es und verfärbte sich vor Aerger. Ohne Zweifel hatte sie sich verraten, wenn nicht durch ihr nervöses Benehmen, so doch durch die unvernünftigen Trinkgelder! Wer weiß, ob der Ober nicht doch eine Bemerkung Sanna gegenüber machte, die alles verraten konnte, ihr den Erfolg noch in letzter Minute in Frage stellte! Ein Chaos von wilden Gefühlen kochte in ihr. Wie sie die beiden dort drüben haßte, um derentwillen sie sich all' diese Qualen auferlegt hatte! Freilich, auch Beweise hatte sie nun in der Hand und nicht minder die Möglichkeit, noch klarere, untrüglichere zu sammeln, da sie Jannas Zimmernummer in Erfahrung gebracht hatte. Und wenn Jannas Zimmer in der Tat nach der Straße zu gelegen war... Ein Gedanke kam ihr. Noch einen Augenblick zögerte fiev bis von neuem ein Tanz begann, Gerhard und Janna durch das Gewühl der ausstehenden Paare verdeckt wurden. Dann eichob sie sich schnell. Die breite Flügeltüre klappte hinter ihr zu. Nach wenigen Minuten war sie drüben im andern Hotel, stieg die Stufen zu ihrem Zimmer empor. Dort angekommen, zog sie zunächst die Gardinen sorgfältig zu, löschte bann das Licht aus und nahm wie am Nachmittag wieder auf dem niedrigen Stuhl am Fenster Platz, von dem aus sie die Front des „Thüringer Hofes" beobachten konnte. Diesmal sollten ihr die beiden nicht wieder entgehen, sollte ihr der letzte Beweis nicht wieder streitig gemacht werden! Trotzdem mußte sie lange auf ihrem selbstgewählten Posten ausharren, ehe ihre Ausdauer belohnt wurde. Endlich, nachdem sich das Hinsehen und Entdecken immer wieder als Irrtum herausgestellt hatte, flammte wieder ein Licht in einem der Zimmer auf, in dem jetzt zwei Gestalten erschienen. Ob sie es waren? Alles vibrierte in Olga. Vorsichtig streckte sie eine Hand hinter der Gardine hervor, rieb die Fensterscheibe, an der sich ein leichter Hauch von Eis gebildet hatte, der die klare Sicht trübte. Auch drüben fiel deshalb das Licht wohl so fahl wie durch Milchglas und zeigte, trotz der noch unverhange- nen Fenster nur schwache Umrisse, so daß die Gestalten unkenntlich waren. Doch da-- Der Schein wurde plötzlich deutlicher. Eine zweite Lampe schien eingeschaltet worden zu sein. Uun nun ein Schatten, ein deutliches, dunkles Profil, ein lachsfarbenes Abendkleid! Das war Sanna! Kein Zweifel war möglich, es war Janna und keine andere! Und jetzt---alles krampfte sich in Olga förmlich zusammen vor Haß und tödlicher Eifersucht, --jetzt sah sie auch Gerhard Brand! Gerhard Brand in Jannas Zimmer! Und da, noch mehr,--beide sanken sich in die Arme, küßten sich... Brauchte sie noch mehr Beweise? Noch mehr Nahrung für ihren grenzenlosen Haß?-- Noch lange hastete der Anblick in ihrer Vorstellung, als drüben die Vorhänge längst zugezogen und die Lichter gelöscht waren. Daß Gerhard Brand schon wenige Augenblicke später den Thüringer Hof" verließ, Hane sie freilich nicht mehr beachtet! Lange noch lag sie wach, schlaflos im Vibrieren der Nerven, im Aufruhr ihrer Gefühle und rachsüchtigen Gedanken. Gegen Morgen endlich fiel sie in einen unruhigen, von schweren Träumen gequälten Schlaf. Erst auf der vom eintönigen Rhythmus der Näder begleiteten Bahnfahrt, die sie noch im Laufe des Morgens in die Stadt zurückbringen sollte, beruhigte sich Olga Willnoff allmählich. Was es auch gekostet hatte,--sie war im Besitz von Geheimnissen, für deren gewinnbringendes Preisgeben sich selbst die Qual der Eifersucht lohnen mochte! Hatte sie auch das eine Spiel ihrens Lebens verloren, um so sicherer wollte sie nun das andere gewinnen, das ihrer Rache und ihres eigenen Erfolges! Dr. Ralf Rammelt und Walter Brand sollten dabei die Mitwirkenden sein! Janna, ihre verhaßte Nebenbuhlerin, und Gerhard, der sie verschmäht hatte, aber sollten verlieren, sollten jeden Atemzug ihres Glückes bitter bezahlen! Eintönig klopften indessen die Räder des Zuges ihre eigentümliche Melodie über die Schienenstöße und ließen Olga Willnoff nach den Erregungen des Vorabends langsam einschlummern. IX. Im Zimmer des Generaldirektors ratterte die Schreibmaschine. Fräulein Schlicht hatte flinke, fleißige Hände, und man merkte es ihr an, daß sie ihren Beruf mit Befriedigung ausübte. Allerdings schien sie yeute eigenartig zerstreut, denn schon mehrfach hatte sie sich umgeschaut, als ob sie jemanden erwartete. Endlich nach einer langen Zeit, während deren sonst niemand sie störte, öffnete sich die Tür und der Generaldirektor trat ein. Es war Inge Schlicht schon mehr als einmal in den letzten Tagen ausgefallen, daß das Benehmen Walter Brands hastig und nervös war, heute aber schien er doppelt erregt und ungeduldig. Nach einem kurzen Gruß nahm er Platz, um dann jedoch sogleich wieder aufzustehen und in unruhigem Gang das Büro zu durchmessen. Finster zogen sich von Zeit zu Zeit seine buschigen Augenbrauen zusammen, als beschäftigte ihn eine besonders unangenehme Angelegenheit. „Ja, was ist denn?" fuhr er schließlich seine Sekretärin an, die ihm unwillkürlich auf seinem Gang nachgesehen hatte. „Warum starren Sie mich denn so an? Haben Sie sonst nichts zu tun?" „Ich dachte nur..." stammelte Inge Schlicht, „ich dachte nur, der Herr Generaldirektor haben vielleicht Sorgen oder Aerger... und da..." „Wenn ich Sorgen habe, so ist das meine Sache!" fiel er ihr barsch in die Rede. Dann aber hielt er plötzlich inne. Während sein Blick auf sie fiel, hatte er bemerkt, daß ihr zwei Tränen über die Wangen rollten. Sofort war er an ihrer Seite. Noch niemals hatte er etwas derartiges an Inge Schlicht be- merkt, und um so mehr überraschten ihn ihre Tränen. „Nun, nun, kleines Fräulein, so habe ich es doch nicht gemeint! Ich bin eben etwas mit meinen Nerven herunter und habe wirklich allerhand Aer- aer und Unangenehmes. Aber das ist doch kein Grund, daß Sie auch gleich weinen!" Sein Ton war so rücksichtsvoll, fast gütig geworden, daß sie schnell ihre Tränen trocknete und jetzt beinahe lächelnd zu ihm aufblickte. „Sehen Sie, so gefallen Sie mir viel besser, Fräulein Schlicht! Freilich, recht haben Sie ja doch, daß ich Sorgen und Aerger habe! Und schließlich wissen Sie ja auch einigermaßen Bescheid, — warum sollte ich nicht offen zu Ihnen sprechen, besonder» da Sie wirklich Interesse zu haben scheinen!" „Deshalb habe ich mir die Frage von vorhin doch auch nur erlaubt", entgegnete Inge Schlicht leise, während ihre Wangen sich zart röteten und ein frohes Leuchten in ihre Augen kam. Es gab gewiß nicht viele im Werk, mit denen der Generaldirektor Brand offen sprach. (Fortsetzung folgt!) ,ar nichts von । möchte näm- 00* die führende Maß-Schneiderei Plockstraße 7 6567 D M Große Auswahl • Aeußerste Preise Spezialhaus Frdr.Teipel Markt 16 7432 A und GIESSEN'MÄUSBUR GIG 7433 A Hast Du schon Deine Karte?? 7437 D Cafe Amend Gestern ganz großer Erfolg! 7439 D Donnerstag, den 26. November, 20.15 Uhr L Aktiv meine Damen, das ist jetzt sehr wichtigI Doch unbesorgt, wir haben den nötigen Vorrat an preiswerten Handschuhen und Strümpfen geschafft Neben vielen anderen bringen wir: die beiden der Be- kann schon Niederlage Beim Kauf Ihres OPEL- Wagens bis 31. Dezember können Sie durch Steuernachlaß unter gewissen Bedingungen bis über die Hälfte des Kaufpreises einsparen. Denken Sie an die verbilligten OPEL-Preise. beraten Sie gerne! Unterjacken Unterhosen Hemdhosen Schlüpfer Röcke 3. Jahrestag der NSG. »Kraft durch Freude« Die schönsten Wiener Walzer! 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Hochelheim 10:3 (4:1): Hochelheim, das noch am letzten Sonntag recht ansprechende Leistungen zeigte, mußte diesmal eine empfindliche Niederlage hinnehmen. aus nicht zu schämen. Was der VfB.-Mannfchaft noch fehlt, ist lediglich Spielerfahrung und etwas besseres Schußvermögen, die Ballbehandlung ist durchweg ausgezeichnet. ^Mit ihrem Verteidiger Bandholz (ein Bruder des in der Nationalmannschaft spielenden Bandholz) besitzt die Mannschaft eine hervorragende Stütze. ________________________________________ Niitaw-Ierkaili!Bfcta!l i.b.H. Gießen, Frankfurter Straße 52/56, Rui 2847/48 KOHLER Selters weg 17 Lodenfrey-Fabrikate und Aquastrella-Kleidung zu Original-Preisen 7430 A Der deutsche Jng als marxisti BW tOXMT 3 W bet-M lings Meile' einer |oro: inzwischen it Hütte, seine schein Gesetz reise aus lich war. 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Die Mannschaften stellten sich dem Schiedsrichter in folgender Aufstellung: VfB.-R.: Hoer; Loos, Bandholz: Heuck, Wode, Klink; Tschunke, Wampers, Möbius, Offmann, Reese. Mtv.: Scheuermann; Zehner, Lahde; Volz, Winter II., Lübke; Klein, Fehrenbach, Brenner, Winter I., Weigand. Nach wenigen Minuten verteilten Feldspiels ging ViB. durch unhaltbaren Strafwurf 1:0 in Führung. Dann kamen die Männerturner zu Wort und zogen durch 2 Tore des Rechtsaußen und ein werteres des Mittelstürmers auf 3:1 davon. Bis zur Pause gelang beiden Mannschaften dann nichts mehr. VfB. erhielt kurz vor der Pause einen Dreizehn- meterwurf wegen unfairen Spiels eines der rotweißen Verteidiger zugesprochen. Wie bereits erwähnt, konnte Scheuermann den sehr scharf und placiert geschossenen Ball durch eine meisterhafte Robinsonade zur Ecke ablenken. Tosender Beifall der Zuschauer dankte ihm für diese Leistung. Nach der Pause lief der Mtv.-Sturm auf volle Touren und erhöhte das Torresultat auf 8:1, um dann, nachdem die VfBer zwei Tore aufholen konnten, am Schluß mit 11:3 das Rennen siegreich zu beenden. Es war ein stets fesselnder, schneller Kampf. Vorher standen sich die zweiten Mannschaften gegenüber. Hier machte sich die Unerfahrenheit der VfBer stark bemerkbar, denn die Männerturner gewannen, obwohl zwei Leute ganz empfindlich verletzt wurden, sicher mit 7:2. Hier hätte das Ergebnis bei etwas mehr Schußsicherheit im Sturm leicht höher ausfallen können. Kurze Sportnotizen. Die Düsseldorfer „KdF." - Eissport- Veranstaltung war mit 5000 Zuschauern gut besucht. Vivi-Anne Hulten und Megan Taylor hinterließen im Kunstlaufprogramm einen ausgezeichneten Eindruck. Im Eishockeyspiel siegte die Mannschaft von Etoile dr Nord Brüssel gegen die Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft mit 3:0. Vetter Qualitäts- Möbel und Preise sind Leistgs.-Beweise Verkauf und großesLagernur GIESSEN Wiesenstr. 6. Ehestands.-Darl. Zahl.- Erlelchter. Strickhandschuhe^ r* in den Modefarben.. vU 3ltli Jemals Öen ? d linn9 ?n leinet Zum erstenmal traten am Sonntag neuaufgestellten Handballmannschaften wegungsspieler auf den Plan, und man saaen, mit vollem Erfolg. Trotz der brauchen sich die Leute vom Waldsportplatz durch- TORPEDO nur RM. 186.— schon für 8.30 monatlich Alleinverkauf: Niederhausen Gießen l0a5 Bahnhofstraße Der beliebte » nr UKAS-Handschuh 2.DU steht ir Obwohl Stid . «-Ich- Aus C i,d) 'eI «en 5aeno 2 deulsch, S Si>* Strickhandschuhe * -vr mit Stulpe..........!■ IU Vorher klug sein - - - und nicht hinterher sagen: warum ging ich nicht gleich zu Köhler. — Anzüge und Mäntel, auch Kleidung für die Buben, gut kaufen, keinen Pfennig mehr ausgeben als nötig, sich fest darauf verlassen, daß der Rat ohne Hintergedanken ist — sehen Sie, das können Sie bei Köhler. Das ganze Haus mit seinen 3 Stockwerken und die erstkl. Maßschneiderei steht in Bereitschaft Das Ergebnis gibt aber den Spielverlauf nicht richtig wieder. Denn die Gäste waren keinesfalls sieben Tore schlechter. Ihre Mannschaft ließ nur die Geschlossenheit ihres Gegners vermissen, so daß es leicht fiel, seine Torschüsse anzubringen. 1. Kreisklasse. Tv. Grüningen — Tv. Atzbach 2:6 (0:4): Mit Härte allein kann man kein Spiel gewinnen. Dazu gehört vor allem der Einsatz zur rechten Zeit und das erforderliche Verständnis untereinander. Wo das fehlt, da ist jedes Bemühen oergebens. To. Holzheim — To. Garbenheim 12:8. (6:0): Holzheim war in der ersten Halbzeit klar überlegen und konnte auch eine sichere Führung herausarbeiten. Nach der Pause wendete sich das Bild grundlegend. Garbenheim kam auf und wenn die Platzbesitzer nicht rechtzeitig „eingeschritten" wären, hätte es sehr leicht zu einer Ueberraschung kommen können. Beide Mannschaften spielten zwar hart, lieferten sich aber einen spannenden und mitreißenden Kampf. Tv. Herborn — Tv. Hörnshe im 2:8 (0:6): Der Gang der Hörnsheimer war vielleicht schwerer, wie allgemein angenommen worden war. Denn ist es bekannt, daß Herborn eine typische Heimmannschaft ist, die auf eigenem Platz so leicht keinen Punkt verschenkt. Gegen das durchdachte Spiel der Hörnsheimer war Herborn machtlos und die gewiß nicht schlechte Hintermannschaft mußte ein Tor nach dem anderen passieren lassen. Nach der Pause spielte man verhalten, so daß das Ergebnis keine wesentliche Aenderung mehr erfuhr. Tv. Niedergirmes II — Tv. Heuchelheim II 2:8 (1:3): Hier zeigte sich Heuchelheim sehr stark überlegen. Die Mannschaft errang ihren Sieg allerdings gegen einen ersatzgeschwächten Gegner. MTV. schlägt VfB.-R. im Handball- Lokalkampf 11:3. Mist getliti. 24::n 3erginS««U' Soin«'« (fidel an» '« gearbeitet feilgenommen um er von einer der ziusirag >n 5oroli BL > si e ?Dl $<* «o» von höherer Dr-- W^wtilier Handball im Sportkreis Gießen. Es war im Handball schon zur Tradition geworden, daß jeder (Sonntag mit einigen Ueber- raschungen enden mußte. Diesmal war es anders. Denn ohne Ausnahme: alle Treffen haben die erwarteten Ergebnisse gezeitigt. Das gilt nicht für die Gauklasse, auch Bezirks- und 1. Kreisklasse sorgten dafür, daß alles „im Rahmen" blieb. Nicht unwesentlich an diesem „normalen" Zustand mag auch die ideale Witterung beteiligt gewesen sein. Selbst die Niederlage des Tv. Wetzlar geaen den Tabellenführer im Gau Hessen ist nach Lage der Sache keine Ueberraschung. Bezirksklasse. Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes gegen Tv. Heuchelheim 8:7 (5:3): Der Formanstieg der ^Karnevals-Tanzscßau Eintritt frei! heute nachmittag und abend Goethe-Bund u. Kaufm. Verein Mittwoch, den 25. November 1936 abends 8 Uhr in der Neuen Aula 2. Dichter-Abend Edwin Erich Dwinger liest aus eigenen Werken Die Mitglieder des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins erhalten gegen Rückgabe des Gutscheines Nr. 4 bis zn 3 Plätzen freien Eintritt. Mitglieder der NSDAP., der NS.-Frauenschaf des Landschaft sbunnes Volkstum und Heimat erhalten ermäßigte Eintrittskalten zum Preise von 75 Pf. gegi n Vorzeigen ihres Mitgliedausweises, Nichtmitglieder zu 1.50 RM. bei Challier und an der Abendkasse Studenten und Militär 50 Pf. 7360D D-Strümpfe 0 AE Wolle mit Seide.....LAv Die Schwimmer Berlins veranstalteten im Stadtbad Mitte, wie alliahrlich, ein Totengedenkfest. Nach der Feierstunde traten die Schwimmer an den Start. Hier sieht man sie wahrend der Heldenehrung. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Handball im Sporlkreis Gießen. .STIR AUSS'J D-Strümpfe * «■> Flor mit Seide.......l.uU M. I ----T ■-------- e£ Jlodi mal! D Es war ein vergnügter und vielseitig unter- Gießener Anzeiger. haltsamer Abend.“ mit Groß-Variete des ausverkauften Hauses wegen Drei Zachini