Donnerstag, 24. September 1936 186. Jahrgang Nr. 224 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Der F ü h r e r und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht im Manövergelände auf einem Gefechtsstand in der Nähe von Hartmannshain; neben ihm der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch. — (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) Der Entscheidungsschlacht entgegen Am dritten Tage der großen Herbstübung der Wehrmacht. heimatlichen Lieder, die du, die wir alle gesungen haben. Was hier marschiert, das ist der Jahrgang 1914 und es könnte, wenn es das seltsam webende Schicksal will, schon dein Junge sein. Und dieser Junge wird sicher, wie sein Vater war: tapfer und treu. Diese Jungens hier tragen das Vätererbe in sich. Das ist ein gutes Erbe und eine heilige Verpflichtung. Und wir wissen nun ganz icher, daß diese jungen Infanteristen gute Soldaten ind und immer sein werden. Der „Leitende" der Uebung, General der Artillerie Ritter von Leeb hat noch vor wenigen Tage gesagt: „Die Infanterie -ist der Kern des Heeres. Ist der Kern gut, ist das ganze Heer gut." Wir sehen und begreifen: Der Kern ist gut, das ganze Heer ist gut. Ja, Deutschlands gesamte junge Wehrmacht ist so gut, wie sie nur sein kann. Alles, ohne Unterschied. Der Jahrgang 1914 und die Reserveoffiziere, die wieder ihre Hebungen machen wie einst, und in dieser Großen Herbstübung ihre Entschlußkraft und ihre Derantwor- tungsfreudigkeit beweisen. Dazu alle die aktiven Offiziere und Unteroffiziere, die aufgebaut haben, was wir jetzt vor uns sehen. Sie haben dem Heere den neuen Geist gegeben, der im Grunde der gute Geist des alten Heeres ist. Die Lage am dritten Tage. LPD. An der ganzen Front, die sich Dienstag auf dem großen nord-südlichen Verkehrsweg zwischen dem Vogelsberg und den Ausläufern der Rhön abgesetzt hatte, herrschte am dritten Tage dieses „Krieges im Frieden" eine ungewöhnlich lebhafte Tätigkeit, wenngleich der Kampf noch nicht in den entscheidenden Abschnitt getreten ist. Aus den zahlreichen kleineren Gefechten aber und noch mehr aus den Vorbereitungen, die auf beiden Seiten am Mittwoch getroffen wurden, läßt sich erkennen, daß eine Entscheidung nahe bevor st eh t. Ob sie gerade in diesem Abschnitt und wann sie überhaupt fallen wird, ist bei der völlig freien Durchführung dieser großen Uebung nicht vorher- zusagen. ter ist en. Es kann eigentlich gar nicht oft genug gesungen werden. Das sind die Männer im Manöver, die Tag und Nacht auf den Beinen sind, denen der Herbstwind am Tage um die Ohren pfeift, die nächtens beim Landregen, in die Zeltbahn gehüllt, am Waldrand die Stellung halten, über Lehmücker vorkriechen oder auf stundenlangen Märschen die großen Umgruppierungen vornehmen müssen, von denen das Schlachtenschicksal abhängt. Auf dem Marsch ins Kampfgebiet stoßen wir auf hannoversche Regimenter, die stisch und froh ihre Straße daherziehen. Hübsche Hessenmädchen winken den niedersächsischen Jungens zu, die sich hier schon halb wie zu Hause fühlen. „Kameraden, wo kommt ihr her?" „Aus Hildesheim". Und da werden mit einem Schlage die Erinnerungen wieder wach, die mit der Ausbildungszeit des Landsturmmannes in der Hildesheimer Bahnhofskaserne im Herbst 1914 verknüpft sind. Und plötzlich taucht in den Reihen der marschierenden Soldatenjugend ein lang vergessenes, plötzlich wieder vertrautes Gesicht auf. Ist das nicht der Heinrich Oltrogge aus Nienberg an der Weser, der linke Nebenmann und Kamerad in der Korporalschaft von einst? Das ist der blonde Haarschopf und der gleiche treue Blick. Heinrich Oltrogge, dich haben sie schon 1915 bei Tahure begraben. Aber ich weiß noch, als du mir im September 1914 von der Geburt deines ersten Jungen erzähltest, und wie wir abends nach dem Dienst auf sein Wohl tranken. Der, der da eben vorüber- zog, hatte das gleiche gute und ehrliche Gesicht, er trug das Gewehr wie du und sang die gleichen mal ein undankbares, immer aber ein wichtiges Amt versehen. Es gab nicht wenig Offiziere bei diesem Manöver, die 15 Stunden und mehr im Sattel gesessen haben und die zwei Pferde am Tage verbrauchten. Die Schiedsrichter müssen immer und überall dabei sein, wo marschiert und wo gekämpft wird. Vor dem Kriege war vor allem bei der Mannschaft manchmal die Meinung verbreitet, daß das Schiedsrichteramt ein „Druckpunkt" fei, eine Gelegenheit, „eine ruhige Kugel zu schieben", wie es im Soldatendeutsch heißt. Das ist jetzt bestimmt und in jedem Falle falsch. Darüber hinaus stellt das Amt eines Schiedsrichters gesteigerte Ansprüche an militärischem Können Es ist deshalb selbstverständlich, daß bei der Truppe eine besondere Ausbildung für das Schiedsrichteramt erfolgt. Der Schiedsrichter soll nicht beim Eingreifen einfach befehlen und anordnen, sondern er soll dem Mann erklären, warum er außer Gefecht gesetzt wird, damit er sich beim nächsten Male kriegsmäßiger verhält. Die Schiedsrichter müssen nicht nur die Gefechtswirkung in allen Einzelheiten abschätzen, sondern sie müssen auch die Gefechtslage richtig werten können. Ihre Meldungen und Berichte gehen alsdann dem Oberschiedsrichter zu, der die letzte schiedsrichterliche Entscheidung fällt und sie dem „Leitenden" vorlegt. DerInsanImff. Und noch einmal gilt es, das Lied vom braven Mann zu fingen, das Lied vom braven I n f a n - Banner. 73 on unserem K Br.-Sonderberichterstatter. Schlüchtern, 23. Sept. 1936. In dem kleinen Schlüchtern hat während der „Großen Herbstübung 1936" der Schlachtengott seinen Sitz gehabt. Das ist in diesem Fall der „Leitend e", der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos II, General der Artillerie Ritter von Leeb. Hier bei der Uebungsleitung liefen alle Nachrichten der beiden kämpfenden Parteien ein und von hier gingen die Befehle aus, wenn ein Eingreifen notwendig erschien. Kein Wunder also, wenn in diesem idyllischen Nest Soldaten aller Formationen zusammentrafen. Hier in der geistigen Zentrale des Manövers wurde auch erkennbar, daß es trotz Maschinen und Motoren Männer sind, die die Schlachten und Kriege entscheiden. Die Motoren und Maschinen haben dem Soldatentum ein anderes Gesicht gegeben, dies aber ist geblieben und wird immer bleiben: der zielbewußte Führer- e n t s ch l u ß und die Tapferkeit des Kämpfers. Auf die Männer im Manöver kommt es vor allem und letztlich an. Wer sie jetzt gesehen hat, der weiß, was diese Männer leisten und von welchem Geist sie beseelt sind. Der Kraftradschütze knöpft seinen Gummimantel zu und braust mit feiner Meldung ab in die Nacht. Er ist von Beruf Schlosser aus Langensalza, er hat auch auf seinem Kalender nur noch 35 Tage abzustreichen gehabt, bis zum Tage der Entlassung. Dann sind plötzlich aus den 35 Tagen wieder 400 Tage geworden. Keine kleine Ueber- raschung war das im ersten Augenblick. Aber er wäre kein Soldat gewesen, wenn er nicht eingesehen hätte, was von ihm verlangt werden mußte. Bei dem Panzerschützen, der hier auf einen Befehl wartet, war das nicht anders. Gewiß war im ersten Jahr viel gelernt und geübt worden, aber auch im kommenden zweiten Jahr bleibt noch viel zum Lernen und zum lieben übrig. Hat sich schon bei der Infanterie ein Dienstjahr als zu kurz für die Ausbildung erwiesen, so ist das hier in erhöhtem Maße der Fall. Was vom Manne verlangt weren muß, daß sehen wir auch an den Fliegern, die im blauen Gelände einen Hilfsflugplatz f ü r eine Jagdstaffel eingerichtet haben und die nun hier am Werke sind, ' um ihre Flugzeuge unter den Obst- bäumen zu tarnen, die Motoren nachprüfen und sie mit neuem Brennstoff zu versehen. Ist schon das Pensum der Bodenformationen wahrlich nicht gering bemessen, so kommen Flieger und Beobachter aus dem Lernen und Heben fast nie heraus. Da ist erst einmal die Kunst des Fliegens selbst, dazu kommt die Navigation mit der Peilung und allem, was dazu gehört. Das aber muß erkannt werden, daß eine Ausbildung zum erfahrenen Flieger mit allen Schikanen Jahre beansprucht. Zum Aufbau der Luftwaffe gehört nicht nur die Konstruktion und der Bau kriegsbrauchbarer Maschinen, sondern die Luftwaffe braucht noch nötiger Manner, die ihre Maschinen in jeder Lage meistern. Moimsiettes Manöver. Die Herbstübung 1936 zeigte die neuen deutschen Waffen im Kampf, sie zeigte auch die Fort - schritte der Motorisierung, so daß man in gewissem Sinne auch von einem motorisierten Manöver sprechen kann. Tausende von Heereskrast- wagen waren unterwegs dazu kamen die vielen Meldefahrer und Kraftradschützen. Den vordnngen- den Panzerkampfwagen folgen die m o - tori fierten S ch ü tz e n k o m p a g n i e n aus dem Fuße. Die motorisierten Abteilungen der Ar - tillerie-Regimenter sorgen für schnellsten Stellungswechsel, die motorisierten F l a k a v t e t = lungen besorgen die Fliegerabwehr, die motorisierten und äußerst beweglichen Paks bewahren sich in der Sicherung der Vorhuten, der Seitensicherung und der Sicherung der rückwärtigen Linien. Die größtenteils motorisierten Aufklarungs- abteilungen der Divisionen bringen wertvolle Meldungen und die motorisierten Nachrichtenabteilungen geben sie auf schnellstem Wege weiter. 2)a gibt es Arbeit genug, übergenug, und mancher Krasl- rad-Meldefahrer hat an einem Tag gut uno gern seine 400 Kilometer zurückgelegt, ob auf glatter Straße, auf lehmigen Feldwegen oder querfeldein über Stock und Stein, das war alles gleich. Sagbar der Sanitätsdienst ist motorisiert, um möglichst schnell und möglichst nahe der kämpfenden Truppe zu fein. So entstanden auch neue ^lufgabe im Hinblick auf die BetriebsstoffversorMng und wertvolle Erfahrungen wurden im ^'/^ück auf o Größe des Verbrauchs und die Art der Organisation gemacht. Wenn also in diesem Mammenöang ein motorisiertes Manöver wörtlich abrollt sodarf aber doch nicht der graue Mann ä" Fuß, der Im fanterift, vergessen werden; seine Leistung ist die größte, ohne ihn geht es nicht und w nie gehen Er erst gibt der F^rung d e Möglichkeit, den Gegner in der Flanke flu fa^en , Jn zu umklammern, er kämpft und vollendet den Sieg. Der Schiedsrichter. Man spricht bei einem großen Manöver viel von Blau und Rot als von den kämpfenden Parteien, aber ein Manöver ist nicht durchführbar ohne die Männer, die einen weißen Str elf e n um Stahlhelm oder Mütze tragen, die manch- Außerordentliche Marschleistungen. Der Angriff, den das V. (rote) Armeekorps Dienstag in nordöstlicher Richtung vorge» tragen hatte, brachte ihm vornehmlich auf dem linken Flügel bei der 15. Division durch den überraschenden und durch Nebel begünstigten Einsatz von Panzerkampfwagen einen Geländegewinn von mehreren Kilometer ein. Es gelang diesen Einheiten, bis in die feindlichen Artilleriestellungen vorzustoßen, und die nachsetzenden meist süddeutschen Truppen wußten diese Stellung zu behaupten, während der Gesamtangriff in der allgemeinen Linie Crainfeld im Südwesten des Vogelsberges und Schlüchtern etwa in der Mitte der großen Verkehrsstraße Hanau—Fulda zum Stehen kam. Das IX. (blaue) Arme e- k o r p s hatte bei dieser Lage seine rückwärtigen Kräfte zum Teil in Gewaltmärschen herangezogen. Dabei legte ein westfälisches Infanterieregiment i n 24 Stunden 75 Kilometer zurück, eine außerordentliche Leistung, wenn man die mehrfach geschilderten Geländeschwierigkeiten und den Um= stand bedenkt, daß die roten Kampfgeschwader, die durch ihre Aufklärung von der Verstärkung wußten, alles daransetzten, durch dauernde Tieffliegerangriffe den Vormarsch zu beeinträchtigen. Lebhaste Wegettattgkett. In der Nacht zum Mittwoch stellte sich das IX. (blaue) Armeekorps, das durch die Heranführung seiner rückwärtigen Kräfte die bisherige zahlenmäßige Heberlegenheit des Gegners ausgeglichen hatte, zum Angriff bereit. Rot hatte die blauen Marschkolonnen nördlich von Fulda wiederholt durch Kampfgeschwader angegriffen, die durch die schlechte Wetterlage in Höhe von 20 bis 100 Meter flogen. In der Abwehr hatte die aeg» nerische Flakartillerie mit ihren leichteren Maschi- nenroaffen wiederholt Erfolg, während die schweren Flakgeschütze wegen der geringen Höhe der anfliegenden Kampfflugzeuge nicht zur Wirkung kamen. Die angriffenen Marschkolonnen verhielten sich bei den Fliegerangriffen außerordentlich geschickt, und in der Tat haben sie sich auch in ihrem schnellen Vordringen nicht aufhalten lassen. In Hebereinstimmung mit der Gesamtlage an der Front en^'nloß sich der Kommandierende General des V. (roten) Armeekorps zur Verteidigung. Die Dienstag erreichten Stellungen wurden mit schwachen Kräften gehalten, während im rückwärtigen Ge- lände des Gefechtsstreifens zugleich neue Stellungen vorbereitet wurden. Heftige Kämpfe. Der Morgen des dritten Kampftages sah die Fronten im dichten Nebel, der sich aber in den Vor- Mittagsstunden rasch verlor. Im Schutze dieser lln- sichtigkeit stieß das IX. Armeekorps in mehreren Gefechtsgruppen abschnittsweise in südlicher und südwestlicher Richtung vor. So kam es überall zu heftigen Kämpfen unter starkem Einsatz der schweren Infanteriewaffen und der beiderseitigen Artillerie, die mehr und mehr die Kampfhandlungen beeinflußten. Das klare Sonnenwetter kam ebenfalls den Unternehmungen beider Parteien in der Luft sehr zu statten, und mit starken Einheiten griffen die beiderseitigen Kampfgeschwader die ^imoäfen m Hinterland an. Ebenso wurden mehrfach erbitterte Kämpfe zwischen Aufklärungs- und Jagdstaffeln beobachtet. Eröffnung der Reichsauiobahnieilffreüe Ikanlsuri-Vad-Aauheim. NSG. Der Gau Hessen-Nassau wird am kommenden Sonntag einen neuen abschließenden Erfolg melden können: Die Teilstrecke der Reichsautobahn Frankfurt a.W.—Bad-Rauheim wird nachmittags 16 Uhr an der historischen Stelle des er st en Spaten st iches (Frankfurt a. 2TL, linkes Rlainufer, Schwanheimer Straße, östlich der Reichsautobahn) durch Gauleiter und Reichssiatthalter Sprenger feierlich eröffnet Ehrenaufstellungen der Formationen der Partei, ein Wusikzug und Fahnenabordnungen werden den äußeren Rahmen bilden. Den Weiheakt wird die Eröfsnungsansprache des Gaupropagandaleiters Wüller-Scheld einleiten. Darauf spricht der Leiter der Obersten Bauleitung Frankfurt a. 2H. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger wird dann, im Anschluß an seine Ausführungen, die Reichsautobahnstrecke freigeben. Die Belegschaft der Reichsautobahnarbeiter und die geladenen Gäste (Wagenkarte) werden als erste gemeinsam die Strecke abfahren. Auf der hin- und Rückfahrt hat die Bevölkerung der kreise Frankfurt a. W., Wain-Taunus, Obertaunus und Wetterau (Friedberg-Gießen) rechts und links der neuen Autobahnstrecke und auf den zahlreichen Brücken Gelegenheit, dieser ersten vorbeisahrt beizuwohnen. Aus verkehrstechnischen Gründen kann der öffentliche verkehr erst am 2 8. September 1 9 3 6, vormittags 6 Ahr, auf dieser neuen Teilstrecke der Reichsautobahn zugelassen werden. SB flix a6*a**am aaü «== «LLLSL- iniPKPIIPr Z| iKPIilrl K-Ä”»™ Mit 4 Beilagen RM. 1.95 W W ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte . 1.80 WT ■ ■ W H H HL W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr.. , -25 I ■ ■ ^F ™ Wr ■ vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. VJ V Nr «.<>»« infolge höherer Gewalt < < Stellen- Vererns., gemein- General-Anzeiger sur Sberheffen ZgW Stanifudam Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsvuch- und Steindruckerei R. Lange In Stehen. Schriftleitung und GefchSstrftelle: Schulftrahe r Mengenabfchlüffe Staffel b 3n der Reservesiellung. Die Mmiöoergäste, die am Vormittag einen Vortrag von Generalmajor Guderian über die Kraftfahrkampftruppen hörten, besuchten zunächst etwa in der Mitte des Frontabschnittes eine Reserve- stellung der Roten Partei. Das hier liegende Bataillon hatte am Vortage einen schweren Angriff durchführen müssen und war dabei gut vorwärts gekommen, mußte aber in der Nacht die gewonnenen Stellungen vor der feindlichen lieber- macht wieder räumen. In vorzüglicher Deckung lagen die V o r p o st e n auf einer kleinen Anhöhe, die einen guten Einblick in das Vorgelände bot. Ein Beobachtungsposten der Batterie, die etwa 4 Kilometer zurückliegt, hält ständige Verbindung aufrecht. Leichte und schwere Maschinengewehre, Infanteriegeschütze und Panzerabwehrkanonen waren in gut gewählten Stellungen verteilt. Aus der Ferne rollt heftiger Geschützdonner herüber, in den sich das pausenlose Tack-tack der Maschinengewehre mischt. Im Vorgelände war nichts vom Feind zu entdecken, als plötzlich die Rückverlegung der Stellung befohlen wurde, die sich nicht nur mit bemerkenswerter Schnelligkeit, sondern zugleich auch in völliger Ruhe vollzog. Gerade als uns die hier liegenden Schützen erzählen, daß am Vortage der Führer von diesem Höhenzug ihr Vorgehen beobachtet habe, schallen begeisterte Heilrufe aus der von Freiensteinau kommenden Straße herüber. Der Führer kommt! Alle Strapazen sind vergessen. Begeistert jubeln die Truppen mit der Bevölkerung, die auch hier geduldig Stunden ausgeharrt hat, um den Führer zu sehen, ihrem Obersten Befehlshaber, der Tag für Tag unter seinen Soldaten weilt, zu. Flug über den Fronten. In den Spätnachmittagsstunden wurde einem Teil der Manövergäste und den „Kriegsberichterstattern" durch die Manöverleitunq das besondere Erlebnis eines Fluges über den Fronten beschert. Der Flugplatz der Manöverleitung, der in einem Talkessel unweit Gelnhausen lag, zeigte bei dem schönen Herbstwetter einen ungewöhnlich lebhaften Betrieb. Aufklärungs- und Kampfflugzeuge starten oder landen. Für die Manövergäste sind zwei große dreimotorige Junkers - Flugzeuge mit Kent Kennzeichen der Manöverleitung — einem gelben Anstrich auf dem Leitwerk — bereitgestellt. Mit 230 Stundenkilometer brausten die Maschinen das Kinzigtal aufwärts. Das Schachbrett der rotbraunen und sattgrünen Felder, die schnurgeraden Straßen, die von Bächen durchzogenen grünen Wiesen und die waldbestandenen Höhen bieten im matten Sonnenlicht ein herrliches Bild. Der Flug führt zunächst die Straße Frank- f u r t—F u l d a—B e r I i n entlang. Im Westen liegen die Spessarthöhen, im Osten der Büdinger Wald. Eine weiße Leuchtkugel, die hinter den Höhen aussteigt, zeigt die vorder st e Linie der Front an. Bald ist Fulda mit seinem herrlichen Dom erreicht. Dann dreht das Flugzeug nach Westen, um den rückwärtigen Raum der blauen Armee in der Richtung auf Lauterbach zu überfliegen und dann nach Südwesten auf den Vogelsberg einzuschwenken und die vorderste Linie zu überqueren. Mit Ausnahme der im Hinterland aufrückenden Kolonnen und einiger Das große Geheimnis des Erfolges. Lernen, arbeiten und sparen! — Reichsbankpräsident Or. Schacht ehrt Robert Bosch, den Gründer der Bosch-Werke. Stuttgart, 23. Sept. (DNB.) Anläßlich des 50jährigen Bestehens der Boschwerke und des 75. Geburtstages ihres Gründers Robert Bosch fand in der festlich geschmückten Stadthalle eine Feier statt. Tausende von Werksangehörigen, eine große Zahl von Ehrengästen aus Staat, Partei und Wehrmacht, sowie Gäste aus dem Auslande, unter ihnen eine Abordnung der französischen Frontkämpfer, nahmen an der Feier teil. Nach einem musikalischen Vorspiel sprach Betriebsführer Hans Walz dem Jubilar die Glückwünsche der Gefolgschaft aus. Er teilte mit, daß Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen haben, zum Gedächtnis des heutigen Tages neben einer Iubiläumsspende für die gesamte Gefolgschaft den Betrag von 1 Million RM. für die Pensions- und Hinterbliebenenfürsorge des Werkes zu stiften. Außerdem soll in Stuttgart ein „R o b e r t - B o s ch - Kra n k e n h a u s" errichtet werden, in dem nach den Lehrsätzen der Homöopathie und biologischen Erkenntnisse geheilt und geforscht werden soll. Reichsbankpräsident Dr. Schacht führte dann u. a. aus: Selten habe ich das Amt des Reichswirtschaftsministers so angenehm empfunden wie in diesem Augenblick, wo es mir die Pflicht und die Ehre bietet, Ihnen und Ihrem Werk die Glückwünsche der Reichsregierung und meine eigenen Glückwünsche zu überbringen. Sie haben niemals des bloßen persönlichen Gewinns wegen gearbeitet. Sie haben gearbeitet aus Freude am Werk, aus Freude am Schaffen, aus Freude am Aufbauen. Sie haben aus sich heraus die Kraft des Schöpferischen entwickelt und in das Werk umzusetzen versucht und verstanden, weil Sie als Mensch in sich die innere Pflicht und Verantwortung vor Gott empfanden, Ihre Gaben nicht brach liegen zu lassen, sondern den ewigen Funken, den Sie in sich trugen, zur leuchtenden Flamme werden zu lassen. Sie sind niemals ein Sklave des Kapitals, ein Sklave der Maschine gewesen. Sie sind Herr der Materie geblieben, Sie haben den Stoff gemeistert und haben sich nicht von ihm erdrücken lassen. Sie haben diesen Stoff mit Geist erfüllt und ihn verwandt, um Ihren Gedanken und Erfindungen Form zu geben und sie damit dienstbar zu machen für die Wohlfahrt der Menschen. Und Sie haben dieses Kapital aus Ihrer eigenen Arbeit von kleinsten Anfängen selber aufgebaut: Sie haben den Begriff des Kredits niemals mißbraucht, die Wirksamkeit des Kredits niemals überschätzt und sind deshalb den Gefahren des Kredits niemals erlegen. Sie, unser Jubilar, haben durch ein langes Leben bewiesen, daß man K a - pital durch Arbeit aufbauen muß und daß man ein Weltunternehmen, wie das Ihre, nicht durch Kredit und Subventionen erstellt, sondern nur durch Einsetzung eines langen Lebens voll Fleiß und Beharrlichkeit. Und damit hängt jene Eigenschaft zusammen, die in allererster Linie den Unternehmer und den Wirtschaftsführer ausmacht, das ist das Gefühl der eigenen Verantwortung. Es ist dies dasjenige, was den Unternehmer und den Wirtschaftsführer zu feiner übergeordneten Stellung in der Wirtschaft in erster Linie befähigt und berechtigt. Für den Erfolg und den Mißerfolg seiner Arbeit e i n st e h e n, das ist es, was den Mann ausmacht. Davon kann und darf kein Aufsichtsrat, kein Parlament, keine Behörde den Mann bewahren. Die Einsetzung Ihrer eigenen Persönlichkeit für Ihr Werk und in Ihrem Werk hat Sie von Anfang an erkennen lassen, daß ein solcher Grundsatz nicht nur für Sie selbst, sondern auch für jeden Ihrer Mitarbeiter gelten muß bis zum geringsten Laufburschen hinunter. Das ist das große Geheimnis gewesen, welches in Ihrer gesamten Gefolgschaft das Gefühl lebendig gehalten hat, daß jeder an seinem Platze für das Gelingen des Werkes mitverantwortlich ist, daß jeder an feinem Platze wertvoll und deshalb geschätzt ist. Sie haben den Geist der Kameradschaft von oben her vorgelebt und deshalb kam Ihnen aus Ihrer Umgebung heraus ein gleichgearteter Wille entgegen. Es ist nun einmal unvermeidlich, daß in jeder Kameradschaft Ueberorbnung und Nachordnung herrschen muß. Kameradschaftliche Verbundenheit aber ist der Geist, der dies lieber» und Nacheinander ertragen und schätzen läßt. Sie haben es verstanden, diesen Geist zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Es wächst nicht nur in Ihrem Hause, sondern überall in Deutschland eine Jugend heran, der einst die Zukunft dieses Volkes und Landes anvertraut sein wird. Sie werden nicht schelten, verehrter Jubilar, wenn ich dieser Jugend heute zurufe: Richtet den Blick auf diesen Mann; e r hat gelernt, was er nur an Kenntnissen erlangen konnte, er hat gearbeitet, was ihm nur an Kräften gegeben war, er hat gespart, was er nur über seinen eigenen haushalt hinaus sparen konnte, er hat damit für sein Volk geschaffen vielfach mehr, als was Millionen anderen möglich war, er hinterläßt euch, der Jugend, mehr, als was er materiell schuf, er hinterläßt und offenbart euch das große Geheimnis des Erfolges. Dieser Erfolg, so schloß Dr. Schacht, ist nicht erzielt durch Wunder, nicht etwa bloß durch äußere Glücksumstände, dieser Erfolg ist die Erfüllung eines langen und hart schaffenden Lebens, das zu allen Zeiten das Glück in sich trug und trägt, die von Gott verliehenen Gaben redlich benutzt zu haben." In der Reihe der weiteren Glückwunschansprachen kamen die Verdienste von Robert Bosch als tüchtigem Wirtschaftler, sozialgesinnten warmherzigen Unternehmer und gutem Deutschen sowie die Weltbedeutung der Robert-Bosch-Werke rühmend zum Ausdruck. Die Glückwünsche des Reichskriegsministers und der Wehrmacht überbrachte General- major Ritter von Molo. Die Wünsche des Reichsstatthalters und der württernbergischen Landesregierung übermittelte Ministerialdirektor Dr. Staiger. Der Stuttgarter Oberbürgermeister teilte mit, daß die Stadtverwaltung beschlossen habe, die von Robert Bosch, dem Ehrenbürger der Stadt, eingerichtete Robert - Bosch - Stiftung für bedürftige Studierende um einen ansehnlichen Betrag zu erhöhen und zu erweitern. Die Wünsche der Technischen Hochschule an den Ehrendoktor, Ehrensenator und Ehrenbürger brachte Rektor Professor Dr. Stortz zum Ausdruck. Weitere Ansprachen hielten u. cl Präsident Hagemaier für die deutsche Automobilindustrie, Dr. Keßler für die Reichsgruppe Industrie sowie Dr. Hugo Eckener für den Luftschiffbau Zeppelin und die Maybach-Motorenwerke. Der Betriebszellenobmann der Boschwerke brachte die Anhänglichkeit und den Dank der 20 000 Gefolgschaftsmitglieder für ihren „Vater Bosch" zum Ausdruck. Nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen sprach, stürmisch begrüßt, der Jubilar Robert Bosch. Er wies die Anerkennungen für seine Person zurück und übertrug sie auf die Gefolgschaft. Dann gedachte er der großen Zahl der verstorbenen Werksangehörigen. Mit dem Gelöbnis, in ihrem Geiste für Volk und Vaterland und die ganze Menschheit weiterzuarbeiten, schloß Robert Bosch. Die Uraufführung einer Festkantate beendete den eindrucksvollen Festakt. Abessiniens Delegierte in Gens zngelaffen. Völkerbundsformalismus siegt über politische Wirklichkeit. weit zurückliegender Artilleriestellungen ist von den Frontabschnitten selbst auch nicht das Min- deste zu bemerken. Die Tarnung gegen Fliegersicht ist überall hervorragend durchgeführt. Auch ein Flug über dem roten Frontabschnitt braute, so herrlich er an sich war, keinerlei Einblick in die Stellung, geschweige denn daß etwas vom Verlauf der Kämpfe zu beobachten war. Keine „Volksfront" in England. Aber weiter Unterstützung der spanischen Marxisten. London, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Führer der englischen oppositionellen Arbeiterpartei, A 111 e e, nahm in einer Rede gegen den Vorschlag Stellung, in England eine „Volksfront" nach französischem Vorbilde zu bilden. Politische Systeme seien nicht zur Ausfuhr geeignet und es gebe nichts gefährlicheres in der Politik, als die Beispiele anderer nach- zuahmen. „Der „demokratische S o z i a I i s • m u s" sei die einzig wirksame Antwort auf den „Faschismus". Aber trotz dieser Weigerung hält die englische Arbeiterpartei in außenpolitischen Fragen nach wie vor sehr enge Beziehungen mit der französischen Volksfront aufrecht. So hat der Generalrat des Gewerkschaftskongresses beschlossen, eine neue Abordnung nach Frankreich zu senden, um Anhaltspunkte für das außenpolitische Programm der bevorstehenden Jahreskonferenz der Arbeiterpartei zu finden. Eine Labour-Abordnung ist von einem Besuche bei der marxistischen Regierung in Madrid zurückgekehrt. Die Abordnung erklärte, daß sie alles in Bewegung setzen wolle, um das Verbot der Waffenausfuhr nach Madrid aufzuheben. (!) Ueberall hätte sie beobachtet, daß die roten Milizen schlecht ausge» rüs>! seien. Es sei daher dringend erforderlich, die Madrider Streitkräfte mit Flugzeugen, schweren Geschützen, Explosivstoffen, Maschinengewehren und Munition zu beliefern. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Gelehrte auf dem Brüsseler Krebsforschungskongreh. Auf dem 2. Internationalen Kongreß für Krebsforschung und Krebsbe- kämpfung, der zurzeit in Brüssel tagt, haben verschiedene deutsche Gelehrte Hauptreferate gehalten. Großes Interesse fanden namentlich die Referate von Prof. Borst-München, der über den Reichsausschuß für Krebsbekämpfung und Krebsforschung und seine Arbeit berichtete und außerdem ein Referat über die Bedeutung der Wuchsstoffe hielt. Prof. E. Dormann s-München berichtete über die Ergebnisse der umfangreichen Sektionsstatistik, die vom Reichsausschuß für die Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit veranstaltet mürben und die für die volksbiologische Krebsbekämpfung von großer Bedeutung sind. Dem Staat werden ourch diese Ergebnisse neue Wege gewiesen, an deren Gangbarkeit die Wissenschaft noch vor einigen Jahren nicht geglaubt hat. Auch dieser Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Große Beachtung fand ferner das Referat von Prof. H. A u l e r vom Unioerfitätsinftitut für Krebsforschung an der Charitö Berlin. Prof. Auler sprach über die Grundlage der Chemotherapie und die Möglichkeit ihres weiteren Ausbaues. Genf, 23.Sept. (DNB.) Die Völkerbundsversammlung hat mit 3 gegen 4 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen den Bericht des Vollmachtenprüfungsausschusses angenommen und damit d i e abessinischen Delegierten für d i e gegenwärtige Tagung zugelafsen. Der griechische Delegierte Po litis wies darauf hin, daß bei allen Ausschußmitgliedern Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Vollmachten entstanden seien. Deshalb habe der Ausschuß daran gedacht, die Einholung eines Gutachtens beim Haager Internationalen Ständigen Gerichtshof darüber vorzuschlagen, ob die Inhaber dieser Vollmachten als Vertreter eines Völkerbundsmitgliedes im Sinne des Paktes gelten können. Da nach der Geschäftsordnung jeder Vertreter, dessen Zulassung Widerspruch findet, vorläufig an den Sitzungen mit denselben Rechten wie die anderen Vertreter teilnehmen, und die Entschließung des Haager Gerichtshofes voraussichtlich erst in einigen Wochen oorliegen könnte, habe die Auffassung überwogen, daß die Anrufung des Haag keine praktische Bedeutung haben würde. Als beste Lösung sei deshalb der Vorschlag angesehn worden, die Vollmachten trotz des Zweifels über ihre Ordnungsmäßigkeit als hinreichend zu betrachten, um der Delegation die Teilnahme an der gegenwärtigen Tagung zu gestatten. Der Aufruf der einzelnen Abordnungen ergab die Annahme des Berichtes. Mit Nein stimmten Oesterreich, Ungarn, Albanien und Ecuador. Stimmenthaltung erklärten Bulgarien, Panama, Portugal, Siam, die Schweiz und Venezuela. Afghanistan, Bolivien und Chile haben an der Abstimmung nicht teilgenommen. Die große Sensation der Herbsttagung des Völkerbundes war das Erscheinen einer abessinischen Delegation, um deren Anerkennung ein heftiger Streit entbrannte. Entgegen den Wünschen Englands und Frankreichs, Die im Hinblick auf die bevorstehende Fünfmächtekonferenz und die Bemühungen, Italien wieder zur Zusammenarbeit in Europa zurückzuführen, keinerlei BrüskierungRoms wünschten, wurde auf Betreiben kleinerer Mächte, hinter die sich der sowjetrussische Außenkommissar Litwinow-Finkelstein versteckt hat, die Frage der Anerkennung der abessinischen Delegation zum Gegenstand der Beratungen gemacht. Die letzte Hoffnung der Engländer und Franzosen, daß vielleicht der Ausschuß für die Prüfung der Vollmachten die Anerkennung der abessinischen Delegation verschieben könnte, ist gescheitert. Auf Betreiben Litwinows hat der Ausschuß das Einholen eines Gutachtens des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag für unzweckmäßig erklärt, und die Völkerbundsversammlung hat darauf mit Stimmenmehrheit die abessinische Delegation zur gegenwärtigen Tagung zugelassen. Moskaus Politik hat ihr Ziel erreicht, Italien ist durch diesen erstaunlichen Beschluß in einer Weise brüskiert worden, daß für seine Rückkehr nach Genf keine Aussicht mehr besteht und auch, wie man in Paris und London betrübt feststellen muß, die Verhandlungen um das Zustandekommen der Fünf- mächte-Konferenz auf das äußerste belastet sind. Das ist es gerade, was Moskau mit seiner Politik, die auf die Wünsche des französischen Bundesgenossen nicht die geringste Rücksicht nahm, hatte erreichen wollen. Es ist nur erstaunlich und für die Genfer Atmosphäre kennzeichnend, daß eine Reihe kleinerer Mächte sich zu Handlangern der bolschewistischen Jntrigue hergegeben hat und einen Beschluß fassen konnte, der die ganze Wirklichkeitsferne dieses seltsamen Gremiums in Genf beleuchtet. Abessinien befindet sich seit Monaten fest in italienischer Hand und es bedeutet ein polizeiwidriges Maß von Weltfremdheit, wenn noch irgendjemand meinen könnte, daß Italien jemals darauf verzichten würde. Man sollte doch auch in Genf endlich damit aufhören, von Dingen zu träumen, die es im Bereich der rauhen Wirklichkeit nun einmal nicht gibt. Der römische „Messagero" hat Recht, wenn er über diese Komödie schreibt: „Schatten aus einer untergegangenen Welt werden zur Versammlung zugelassen." L. Eine neue Situation. Warschau, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zu dem Genfer Beschluß schreibt „Polska Zbrojna", England und Frankreich hätten angesichts des Widerspruchs vieler kleiner Staaten ihre Absicht aufgeben müssen, Italien um den Preis des Verzichts auf die Grundsätze des Völkerbundspaktes nach Genf zurückzubringen. Auf die Haltung Englands habe dabei zweifellos die Einstellung der Dominions eingewirkt. Es fei nunmehr eine völlig neue Situation entstanden, die Fünfmächte - Konferenz habe einen endgültigen Schlag erhalten. Die Zusammenarbeit mit Italien werde immer schwieriger, es fei nicht ausgeschlossen, daß Italien den Völkerbund verlassen werde. Der Genfer Beschluß, schreibt das Blatt, hätte in französischen Kreisen wahrhaft konsternierend gewirkt und die Franzosen verheimlichten nicht ihre Empörung gegen Litwinow, der vermutlich die Fünfmächte-Konferenz habe torpedieren wollen. Gleichzeitig beklagten die Franzosen, daß die Engländer nicht mehr Energie in der ganzen Angelegenheit gezeigt hätten. „Die Genfer Komödie wird zur Jarre." Italienische Stimmen zu den Vorgängen in Genf. Mailand, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Beschluß des Völkerbundes, die Vertreter des Negus zu den Verhandlungen zuzulassen, wird von der italienischen Presse in ihren Ueberschriften als ein neues Zeichen für die „Gewissenlosigkeit" der Genfer Einrichtung hin- gestellt, durch welche die Unordnung in Europa nur noch verstärkt werde. Der „Popolo d'Italia" überschreibt die Meldung mit den Worten: „Der Völkerbund bewillkommnet die Vertreter des Sklaventums in seiner Mitte". „Messagero" stellt in seiner Ueberschrist dem Beschluß der Völkerbundsversammlung die feierliche Unterwerfung des früheren abessinischen Gesandten in Paris, Wolde Mariam, gegenüber und unterstreicht die moralische Bedeutung, die dieser Geste eines der repräsentativsten Vertreter des abessinischen Staates zukomme, den man künstlich wieder ins Leben zurückrufen wolle, um ihn als Kriegsmaschine gegen den faschistischen Staat zu benutzen. — Diese Bedeutung werde auch in jenen Kreisen zum Nachdenken führen, in denen der schmachvolle, wenn auch verspätete Vorstoß gegen die ruhmreich durchgeführte Errichtung des ita- lienischen und faschistischen Imperiums ausgeheckt worden sei. Das gleiche Blatt überschreibt feinen kaum 30 Zeilen langen Genfer Bericht über die gestrige Völkerbundssitzung: „Die Genfer Komödie wird zu einerFarce. Schatten aus einer untergegangenen Welt werden zur Versammlung zugelafsen." Im übrigen wird hauptsächlich der a n t if a s ch i st i s ch e Charakter des Genfer Manövers unterstrichen, bei dem die Hand Litwinows zu spüren sei. Der Austritt Italiens aus dem Völkerbund müßte die ernstesten Hindernisse für die Bemühung um eine Neuordnung und Lösung der europäischen Probleme aufrichten. „Litwinow hat den Völkerbund torpediert." Oer Genfer Beschluß im Paris, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zu dem Beschluß der Völkerbundsoersammlung schreibt das „Journal": „Litwinow hat den Völkerbund torpediert", die Sowjets seien es gewesen, die die Anerkennung der abessinischen Abordnung veranlaßt hätten. Diese Beleidigung gegenüber der Regierung Roms dränge Italien aus dem Völkerbund und schalte es von jeder europäischen Zusammenarbeit aus. Der Sendling Stalins habe also erreicht, die bevorstehende Zusammenkunft der Westmächte zum Scheitern zu bringen. „Der Sturmangriff der Sowjets gegen die Nationen des Westens hat vor der Genfer Versammlung vollen Erfolg gehabt", schreibt u. a. der nach Genf entsandte Außenpolitiker des Blattes. Litwinow hat einige Kunstgriffe, die zur Beilegung des abessinischen Falles erwogen wurden, torpediert und zwar ganz einfach aus dem Grunde, weil Sowjetrußland nicht die Schaffung eines Blocks der vier Westmächte dulden könne: welch ein Triumph in dem Spiel der Sowjetrussen, gleichzeitig Italien aus der in- Echo der pariser preffe. ternationalen Aktion auszuschließen, London in flagranti bei feinem Konflikt mit Rom zu packen, sich als Schützer des Völkerbundes, der Gesetzlichkeit und als Anführer der Kleinen hinzustellen." Auch „Excelsior" stellt fest, daß nach dem bedauerlichen Beschluß des Völkerbundes nun keine Aussichten mehr für die Fünfmächte- Konferenz und für eine Reform des Völkerbundes bestehen. Frankreich bliebe nun nichts anderes mehr übrig, als nad) dem Nichtzustandekommen der Westmächtekonferenz sich auf den in dem Briefwechsel vom 1. April 1936 zwischen England, Belgien und Frankreich vorgesehenen gegenseitigen Beistand zu berufen. Der „Matin" schreibt, es sei hauptsächlich auf die Intrigen Litwinows zurückzuführen, wenn es zu diesem Beschluß des Völkerbundes gekommen sei. Litwinow sei der Sieger des Tages. Nach der Abkehr der großen Mächte, die bereits anfingen, ihr Spiel zu durchschauen, bemühten sich die Sowjets, unter den kleinen Mächten eine folgsame Anhängerschaft zu bekommen. Seit fünf Tagen eg nach Toledo frei Oer Nationalistische Erfolge an der Talavera-Zront. und Rom ausgehe, seien stärker. „Wir wollen un-I ter dem Zeichen Hitlers und Mussolinis, so fuhr Staatssekretär Ricci fort, die Einigkeit in Europa befestigen. In diesem Sinne überreiche ich Dir, Baldur von Schirach, meinem Freund und Führer der deutschen Jugend, das Dir auf Vorschlag des Chefs der Regierung, Mussolini, vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien verliehene Komturkreuz der Kron e." Staatssekretär Ricci überreichte ferner dem Stabsführer Lauterbacher den Kronenorden Grande Ufficiale und dem Bannführer Mar um den Orden eines Ritters der italienischen Krone. Der Reichsjugendführer dankte im Namen seiner Kameraden für diese Ehrung und feierte in einer kurzen Ansprache vor allem die Freundschaft, die ihn mit Renato Ricci verbinde und die so fördernd für die Zusammenarbeit von Jugend zu Jugend sei. Nach dem Empfang beim italienischen Regierungschef erlebten die Hitlerjungen im Garten der deutschen Quirinalbotschaft bei der deutschen Kolonie | von Rom schöne Stunden deutscher Gastfreund-i schäft. Der Geschäftsträger der Botschaft von P l e s s e n sprach von dem unvergeßlichen Erlebnis, das dieser Besuch der deutschen Jungen für die Ausländsdeutschen in Italien bedeute. Reichsminister Dr. Frank kennzeichnete den Besuch der deutschen Jugend in Italien als ein wahres Werk des Friedens in einer Zeit der Krisis und Bedrohung. In herzlicher Weife dankte er auch Exzellenz Ricci für die großartige Aufnahme der deutschen Jungen. Am letzten Tage ihres Aufenthaltes in Rom fuhren die Hitlerjungen vormittags zum Strandbad Ostia. Nachmittags wurden die Hitlerjungen mit dem Reichsjugendführer vom Gouverneur von Rom, Exzellenz Bottai, auf dem Kapitol empfangen. Am späten Nachmittag zogen die Hitlerjungen dann noch einmal in kleinen Gruppen durch die Straßen der italienischen Hauptstadt, um Abschied zu nehmen nach Tagen herrlicher, unvergeßlicher Erlebnisse. Am Mittwochmittag gab Außenminister Graf Ciano in dem am Meer gelegenen Castell Fusano bei Ostia zu Ehren der deutschen Gäste ein Essen. Der Einladung waren Reichsminister Dr. Frank mit seiner Begleitung, Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit seinem Stab, der deutsche Geschäftsträger Baron von Plessen sowie die Militärattaches gefolgt. Am Nachmittag begab sich Reichsminister Dr. Frank mit seiner Begleitung in den Palazzo Venezia, wo er in Anwesenheit des Außenministers Graf Ciano eine mehr als zweistündige Besprechung mit dem italienischen Regierungschef hatte. Für ein neues lebendiges Europa Oer Abschluß des Besuches der HZ. in Nom. Verstehen lernen. Wir haben schon oft zum Ausdruck gebracht, daß die europäische Völkergemeinschaft erst Sinn und Inhalt bekommt, wenn sich die Völker gegenseitig kennen und dann auch verstehen lernen. Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, einander ins Herz zu sehen und das Nachbarvolk in seinen Siedlungen, bei seiner Arbeit und in seinen frohen Stunden zu beobachten. Die HI. hat von einer dieser Möglichkeiten Gebrauch gemacht, sie hat 450 Jungen nach Italien auf Fahrt geschickt. Das war ein Ziel, wie es in der Geschichte der Fahrten der Hitler-Jugend bisher nicht zu finden gewesen ist. Diese Wanderung an die Ufer des Tibers war jedoch mehr als ein Kundschafterzug, sie war der Ausdruck des Willens unserer Heranwachsenden Jugend, mit dem Kennenlernen fremder Völker nicht erst bis zum Mannesalter zu warten, sondern schon frühzeitig den Brückenschlag zu üben, ohne den es kein fruchtbares Zusammenleben vieler Nationen auf engem Raum gibt. Die HJ.-Fahrt, das kann man wohl sagen, hat sehr viel dazu beigetragen, die Gefühle Italiens uns gegenüber aufzulockern, gab doch der Duce durch den Empfang der deutschen Gäste diesem Besuch noch seine besondere Bedeutung. Das Auftreten unserer strammen, wohlerzogenen Jungen hat auf die Römer einen unverkennbaren Eindruck gemacht, sah man doch in diesen Jungen die deutsche Nation s e l b st, die sich hier vorstellte. Auszeichnung für den Aeichsjuaendführer. Rom, 23. Sept. (DNB) Staatssekretär Ricci, der Führer der faschistischen Jugend, veranstaltete am Dienstagabend zu Ehren des Reichsjugend- führers und seiner Mitarbeiter in der Villa Borghese auf dem Monte Pincio einen Empfang, dem auch Reichsminister Dr. Frank beiwohnte. Staatssekretär Ricci betonte die Notwendigkeit des persönlichen Kennenlernens, damit eine gegenseitige Hochachtung in die Jugend beider Völker hineingepflanzt werde. Der Besuch der Hitlerjugend in Italien sei richtungweisend für ein besseres Verständnis beider Völker, richtungweisend für ein neues, lebendiges Europa. Wenn die alte Welt glaube, daß die Machenschaften des Bolschewismus und des Völkerbundes lebensnotwendig seien, so sei das eine Ideologie, die einen schweren Irrtum bedeute. Das Licht, das von Rom und Berlin leuchte, und der Wille, der von Berlin hat und in der er die Bevölkerung von Algier, Tunis und Marokko sowie die Eingeborenen-Trup- pen zum Auf st and, zur Meuterei, Plünderung und zu Mord aufhetzte. Die französischen Eingeborenen-Truppen in Nordafrika werden aufgefordert, sich sofort zu Gruppen zusammenzuschließen und die Waffen bereit zu halten, um sie gegen ihre Vorgesetzten zu richten. Nach der Aufforderung, die Grenze der spanischen Marokkozone zu überschreiten, heißt es in dem Aufsatz dann weiter: „Kommt zu uns, nachdem Ihr dieses Schwein von Franco und seine ganze Bande ebenso wie den Kalifen von Tetuan getötet und verbrannt habt! Hier verbrennen wir alle Marokkaner aus dem Riff, die wir gefangennehmen, bei lebendigem Leibe. Eingeborene Brüder, kommt zu uns, nehmt Waffen und Munition für den heiligen Krieg und schifft Euch auf den iran- zäsischen Schiffen ein, die Euch unentgeltlich zu uns bringen werden. Plündert und verbrennt, richtet Eure Waffen gegen die französischen faschistischen Behörden, tötet sie und verbrennt sie", ist die immer wiederkehrende Parole dieser Rundfunkrede. Französische Waffenschiebungen. Neue Enthüllungen der „AetionFran^aise" Paris, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran^aise" weiß über neue bedeutende Bestellungen auf Maschinengewehre, Munition und Flugzeuge für Rechnung der Madrider in Frankreich zu berichten. Die französische Volksfront fahre fort, sich einzumischen, und die Regierung schließe weiter die Augen. Die letzte Bestellung betreffe drei Lastwagen mit „Trockenge- müse" (?), die von den Arbeitern der Renauld- Werke den spanischen Marxisten gestiftet rootben seien. Es gäbe auch einen Agenten, der einen Vertrauensposten in der Gesellschaft Bloch, Levy und Lefevre bekleide. Dieser arbeite ebenfalls für Spanien. Es fei ihm mehrmals gelungen, das arbeiteten die Vertreter Moskaus ht Genf hinter den Kulissen gegen Frankreich und England, denn Sowjetruhland, dessen Stern im Westen Europas im Niedergehen sei, versuche nun, seine zersetzende Tätigkeit anderswo auszuuben. Der rechtsstehende „3our" erkennt klar die wahren Absichten der bolschewistischen Machthaber, wenn er schreibt, was man in Moskau wolle, sei der Krieg des französischen Soldaten gegen den deutschen Soldaten! Es hoffe damit zwei Dinge mit einem Schlage zu erreichen: die gefürchtete deutsche Macht zu schwächen und Frankreich in einen Krieg zu verwickeln, um so die bolschewistische Weltrevolution heraufzufuhren. Der „Jour" stellt fest, daß sich der französisch-sowjetrussische Beistandspakt bisher für Frankreich einzig und allein in folgender Weise ausgewirkt habe: „Im Innern durch die Arbeiteraufstände, die Frankreich dem Ruin entgegenführen und draußen durch wiederholten Verrat, eine Lage, die für Frankreich und Europa jeden Tag schwieriger und bedrohlicher wird!" peinlichelleberraschunginLondon London, 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Beschluß der Völkerbundsversammlung hat in London größtes Aufsehen hervorgerufen. Die konservativen Blätter sind über diesen „Sieg des Buchstabens der Völkerbundssatzung" keineswegs erfreut; sie befürchten im Hinblick auf Italien eine weitere Verschlechterung der Aussichten der geplanten Fünfmächtekonserenz. Die Oppositionsblätter sind dagegen natürlich über den Beschluß der Berfammkmrg, tter als „ein Gleg des DMerdunds» l gedankens bezeichnet wird, begeistert. „Daily Telegraph" schreibt u. a.. Dem Völker-1 bunb sei durch die Zulassung der abessinischen Ab-I ordnung, wenn sie die Zurückziehung der Italiener vom Bund zur Folge haben werde, kein ernster Schlag erteilt worden. Ein Ausschluß der Abessinier wäre so gut wie eine Anerkennung der italienischen Annektierung gewesen. Durch ihre Zulassung sei der Völkerbund Gefahr gelaufen, daß Italien eine weitere Mitarbeit in Europa verweigere. Das würde ein ernstliches Hindernis für die Bemühungen zur politischen Befriedung Europas bedeuten. „Morning Poft" berichtet aus Genf, die Zulassung Abessiniens, die entgegen den Wünschen der französischen und der britischen Regierung erfolge, sei in erster Linie auf Sowjetrußland zurückzuführen. Der Beschluß gefährde sede Zusammenarbeit mit Rom in der nahen Zukunft. Das sei genau das Ergebnis, für das Litwinow gearbeitet habe. „Daily Mail" schreibt, der Völkerbund habe gestern eine seiner größten Dummheiten im Verlaufe seiner rühmlosen Existenz begangen. Die liberale „News Chronicle" meint, der Beschluß des Völkerbundes stelle den letzten erfolgreichen Abschnitt eines Aufstandes der kleinen Mächte gegen den Versuch dar, Abessinien aus dem Völkerbund hinauszubefördern, um die Rückkehr Italiens nach Genf zu ermöglichen. Wenn Italien jetzt den Völkerbund verlasse, könne von einem Erfolg der Fünfmächtebesprechung keine Rede sein, und die britische Regierung müsse einen neuen Plan für die europäische Befriedung finden. Sevilla, 24. Sept. (DNB.) Die Operationen an der Front von Madrid machen von Tag zu Tag weitere Fortschritte. Dem Fall M a q uc o es ift nun die Eroberung von Torryos gefolgt. Lneser Ort macht den Weg nach Toledo frei. Die Vorhut der Nationalisten ist bereits bis zum Fluß Guadarrama vorgedrungen und hat Den urt Rieloes kampflos genommen. Dieser Ort liegt 21 km von Toledo entfernt £a Maquede die letzte starke Festung auf dem Wege nach Madrid und Torryos das letzte Bollwerk nach Toledo ist, ist die Lage dieser beiden Städte hoffnungslos. An der Front' von Talaoera herrschte am Mittwoch Ruhe. Die letzten Vorbereitungen zur Einnahme von Toledo werden getroffen Bei Ronda wird die Reinigungsaktion fortgesetzt. 500 Milizsoldaten sollen über die portugiesische %XrflÄöei?e Llano erflitoim Rundfunk Sevilla, der Vormarsch auf Bilba o .gehe programmäßig von statten. Die Truppen befanden sich fünf Kilometer vor Eibar, einer von den Roten als uneinnehmbar bezeichneten Stellung. General Mola habe über Bilbao Aufrufe abwerfen lassen in denen die bedingungslose U e b e r gab e der Stadt innerhalb drei Tagen gefordert ?n M a d r i d unb Barcelona nehmen die Dlszipllnlosiakelt die Gestalt einer P a n i k an. Kein Mensch> glombemehr an die dauernden Versicherungen der roten Regierung über angebliche militärische Fortschritte der Reg e- rungstruppen. Der Bevölkerung werde ^A""ohme von San Sebastian durch die Nationalisten ver- heimlicht. Barcelona ruft IMafrifa zur Whitton auf. 'Barts, 23. Sept. (DNB.) Die „IournSe In. dustrielle" veröffentlicht eine Rede, die ein norb« afrikanischer eingeborener über die Sender Barcelona in arabischer Sprache gehalten 9^ CD lerabl H.F.4PH.F.REEMTSMA* CIGARETTENFABRIKEN* ALTONA-BAHRENFELD Die Cigaretten si^ methoden. die zugi Oer ungewohnte dieser Mischung liehe Tabake na Ole Hguptprovel isacdagen unseres technischen Muster- völlig neuen Methoden hergestellt, fer dieser Mischung beruht darauf, daß Diese Cigaretten werden in' den Faqrikai betriebes in Altona-Bahrenfeld nac^i Der ungewöhnlich zarte und reine Cha? Mit 28 einander ergänzenden Provenienzen von drei Jahrgängen wurde der Charakter der Mischung »R 6«bis in die feinsten aromatischen Abstufungen sichergestellt. Nach menschlichem Ermessen kann dadurch jeder besondere Ernteausfall so ausgeglichen werden, daß auch nicht die geringste Abänderung des Geschmackscharakters eintritt ERNTEN 31 BIS 33 * MUSTERCIGARETTEN * MISCHUNGSNUMMER R 6 O/M r c Ä ÜO «'s ERNTEN 31 BIS 33 MISCHUNG sämtliche Tabake zweimajTÄrfgiQti^i fVf rÄe wir^ ausschließlich ohne Mundstück hergestellt. folgenden Distrikten: OfCSla'0avW!&, >CSbi. AkIWÄr, SMflirgiJtWemfth. SWWWjn. Oie Goaret FeMÄLitio Vr\«ee die die Nebenk denkbar geringste Maß herabset^ M.F.4 PH. F. REEMTSMA * ALTON A-B ition i^d apuer Fabrikations- H&^deii^g auf kze^% O / /M Lahtäl ite Md 8 rstei Visum des französischen Auswärtige n A m t e s für Flugzeuglieferungen nach Madrid 3U erhalten. Die französische Luftfahrt-Gesellschaft Air France befördere beinahe täglich von Toulouse nach Alicante sorgfältig verpackte Maschinengewehre. Toulouse sei mehr und mehr ein Aktivitätszentrum der spanischen Volksfront geworden. Jeden Tag landeten spanische Flieger in Uniform auf dem Flugplatz von Fran- cozal, wo ihre Flugzeuge entladen und mit Brennstoff versehen wurden, um bald darauf mit recht verdächtigen Gepäckstücken wieder abzufliegen. Eine vorbildliche Tat deutscher Volksgemeinschaft. München, 23. Sept. (DNB.) Die gesamte Belegschaft der MAN. - Werke in Nürnberg mit über 5000 Arbeitern und Angestellten hat zugunsten der Spanien-Deutschen eine Ueberstunde geleistet und diesen Arbeitslohn an den Hilfs- ausschuß für Spanien-Deutsche überwiesen. Deutsche Volksgenossen! Mehr als 8000 Deutsche mußten aus Spanien flüchten und leben nun völlig mittellos in Deutschland. Folgt dem Beispiel der deutschen Werktätigen, gebt Spenden an den Hilfsausschuß für die Spanien- Deutschen, Berlin W 35, Tiergartenstraße 4 A, Postscheckkonto Berlin 160 000 (Konto Hilfsausschuß). Einzahlungen werden auch von allen Spar- und Girokassen entgegengenommen. Neuer Zwischenfall m Schanghai. Ernste Beurteilung in Tokio. Schanghai, 23. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) Im Bezirk Hongkew wurde eine Gruppe japanischer Matrosen aus der Nähe beschossen. Ein Obermatrose war sofort tot, zwei Matrosen wurden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Die Japaner behaupten, daß die Täter eine Gruppe chinesischer Gangster seien, von denen einer von einer japanischen Militärpatrouille festgenommen worden sei. Die anderen seien in der Dunkelheit entkommen. Der Bezirk Hongkew wurde sofort von japanischen Truppen umstellt, die niemand durchließen. Die Meldung über die Beschießung wurde in Tokio, obwohl es Mitternacht war, durch Extrablätter auf den Straßen bekanntgegeben. Der japanische Marineminister hat seine Teilnahme an den Manövern abgesagt. Man beurteilt die Lage sehr e r n st. Das japanische Geschwader in den chinesischen Gewässern ist in Alarmbereitschaft versetzt worden, um bei weiteren Zwischenfällen sofort einsatzbereit zu sein. Die japanische Konzession in Schanghai wird durch japanische Abteilungen, die durch Freiwillige verstärkt worden sind, geschützt. Ein grundsätzlicher Arbeitsprozeß in Mainz. Mainz, 23. Sept. (LPD.) Bor dem Arbeitsgericht in Mainz kamen heute zwölf zu einem gemeinsamen Verfahren verbundene Klagen von Gefolgschaftsmitgliedern der O p e l w e r k e in Rüsselsheim zur Verhandlung und Entscheidung. Die Kläger wurden im Juni 1936 fristlos e n t l a s - s e n und beantragten die gerichtliche Unwirksamerklärung dieser Maßnahme der Betriebsführung in vorsorglicher Verbindung mit einer Kündigungswiderruf- und Entschädigungsklage. Eine gütliche Einigung der Streitteile war mit Rücksicht auf die besondere Natur des Prozeßgegenstandes ausgeschlossen. Auf Grund der eingehenden Beweiserhebungen und Parteivorschläge kam das Gericht zu dem Ergebnis, daß die fristlose Entlassung berechtigt war. Die Klage der ehemaligen Gefolgschaftsmitglieder wurde dementsprechend a b g e w i e s en. Die Verhandlung hat in arbeitsrechtlicher Beziehung im Sinne der nationalsozialistischen Betriebsauffassung grundsätzliche Bedeutung. Es ist im Zeichen der jetzigen Arbeitsregelung und nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit nicht mehr angängig, daß Gefolgschaftsmitglieder unter Hintansetzung ihrer Verantwortung der Volksgesamtheit und dem Betriebe gegenüber d i e Arbeitsplätze verlassen und unbefugt vom laufenden Band der Arbeit weglaufen. Die bei dem hier maßgeblichen Vorgang zutage getretene Auffassung der Kläger ist weder mit dem Sinn der Betriebsgemeinschaft noch mit dem Gedanken der Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat zu vereinbaren, stellt vielmehr ein Perhalten dar, das in den Jahren vor der Machtübernahme e i n typisches Kennzeichen marxistischen Klassenkampfes und kommunistischer Volks- verhetzung gewesen ist. Solche Zustände einer vergangenen Zeit, die die völkischen und wirtschaftlichen Kräfte einer Nation zersetzen und schließlich vernichten müssen, sind im neuen Deutschland endgültig überwunden worden. Jedem Arbeiter stehen im Staate Adolf Hitlers durch die Vertrauensmänner, die Arbeitsfront und den Treuhänder der Arbeit genügend Möglichkeiten offen, um Mängel der Betriebsführung anzuzeigen und alle Fragen des Arbeitsverhältnisses befriedigend zu regeln. Aus aller Welt. Reichsgerichtspräsident i. R. Walter Simons 75 Jahre. Der frühere Reichsgerichtspräsident Professor D. Dr. Walter Simons begeht am Donnerstag seinen 75. Geburtstag. Dr. Simons, einer der bedeutendsten deutschen Juristen, hat Deutschland a u f vielen großen internationalen Konferenzen vertreten. Sv gehörte er auch der deutschen Abordnung in Versailles an. Er nahm seinen Abschied, als die schmachvolle Unterzeichnung des Diktats erfolgte. In den Jahren 1920/21 war Simons R e i chs a u ß e n m i n i ste r. Im Juli 1922 wurde er zum Präsidenten des Reichsgerichtes ernannt. Auf diesem Posten hat Dr. Simons der deutschen Rechtspflege unschätzbare Dienste geleistet. Im Dezember 1928 legte er dieses höchste Richteramt als Folge einer Brüskierung durch die damalige marxistische Regierung nieder. Auch auf dem Gebiet des kirchlichen und religiösen Lebens leistete Dr. Simons stets hervorragende Mitarbeit. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. Bei Offutt, vier Kilometer von Lourdes entfernt, ereignete sich am Mittwoch um 14 Uhr ein schweres Eifenbahnunglück. Der Schnellzug Bordeaux—Lourdes wurde von einem Personen- zug gerammt. Bisher wurden 14 Tote und 2 0 verletzte geborgen. Der Zugverkehr ist unterbrochen. Die Fahrt der „Belle 3s(e“. Der französische Dampfer „Belle Jsle", auf dem, wie berichtet, die Besatzung gemeutert haben soll, liegt unter französischer Flagge im Hafen von Montevideo. An Bord ist alles ruhig, lieber den Zwischenfall erklärte der Kapitän: Die „Belle Jsle" habe in Bordeaux Waffen für die argentinische Regierung geladen. In der irrigen Annahme, daß die Waffen für die spanischen Nationalisten bestimmt seien und in Lissabon gelöscht werden sollten, habe die Besatzung der „Belle Jsle" sich geweigert auszulaufen. Nach Aufklärung der Besatzung sei die „Belle Jsle^ jedoch in See gegangen und habe ohne Zwischenfall Rio de Janeiro erreicht. Hier habe die Hafenbehörde aber der Mannschaft untersagt, an Land zu gehen, da sie Kommunisten seien. Zehn Matrosen seien über diese Begründung empört gewesen und hatten in Trunkenheit bei der Abfahrt d i e rote Flaage gehißt und Schmährufe gegen den Faschismus ausgebracht. Das Schiff sei auch unter wehender roter Flagge aus dem Hafen von Rio de Janeiro ausgefahren, auf See feien dann aber wieder geregelte Zustände eingekehrt Reichssender Frankfurt eröffnet neue Sendestelle in Koblenz. Koblenz wird ab 1. Oktober eine eigene S e n beste l l e des Reichssenders Frankfurt erhalten, so daß in Zukunft die Möglichkeit besteht, Konzerte und sonstige Veranstaltungen aus Koblenz über den Reichssender Frankfurt zu senden. Die Eröffnung der neuen Sendestelle wird am 3. Oktober erfolgen. Tierwärter von einem Löwen angefallen. Dieser Tage waren die Besucher des Münchener Tierparks Hellabrunn Zeugen eines aufregenden Vorfalles. Als die Löwen zur Fütterung in das Haus gelassen werden sollten, waren der große Mähnenlöwe „Sultan" und seine beiden Löwinnen nicht zu bewegen, die große Freianlage zu verlassen. Nach längeren vergeblichen Bemühungen riß dem Wärter die Geduld, und er begab sich, nur mit einer leichten Peitsche in der Hand, auf die Freiterrasse, um die Löwen ins Haus zu jagen. Ohne daß der Wärter es bemerkt hatte, war aber eine Löwin brünstig geworden, und so hielt der Löwe es für feine Pflicht, feine Löwin gegen den Wärter zu verteidigen. Sultan sprang den Wärter an, schlug ihn mit ein paar Prankenhieben nieder und biß ihn in den Oberarm und den Rücken. Der Wärter konnte sich von dem Tier befreien und wollte zu seiner Rettung in das Wasserbassin vor der Löwenterrasse springen, brach aber vorher zusammen. Glücklicherweise rannte in diesem Augenblick die Löwin, erschreckt über den Tumult, den der Vorfall bei den Tierparkbesuchern hervorrief, in das Innere des Hauses, wohin ihr der grimmige Gebieter sofort folgte. Diesem Umstand hat der Wärter es zu verdanken, daß er mit verhältnismäßig leichten Hieb- und Bißwunden ba* oonfam. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Militärattache in Prag, Oberst im deutschen Generalstab Erich T s ch u n k e, ist im Sanatorium Weißer Hirsch bei Dresden, das er zu kurzer Erholung aufgesucht hatte, infolge, einer schweren Lungenentzündung im Alter von 47 Jahren verschieden. Der Verstorbene, der auch als Militärattache bei der rumänischen Regierung beglaubigt war, war ein hervorragender Offizier. Am 7. Dezember 1935 wurde der Danziger Allgemeine Arbeiterverband, eine getarnte Kampforganisation der Sozialdemokratischen Partei, von dem Danziger Polizeipräsidenten verboten. Gegen die Verfügung klagte der Verband vor dem Landgericht, wurde.aber mit der Klage abgewiesen. Auch der Senat für Verwaltungsangelegenheiten wies die Berufungsklage ab. Damit ist das Urteil rechtskräftig geworden. * Der König von Schweden hat den Führer der Sozialdemokratischen Partei, H a n s s o n , mit der Kabinettsbildung beauftragt. Hansson hat den Auftrag angenommen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Hochdruckwetterlage, die uns den gestrigen schönen Tag bescherte und auch am Donnerstagmorgen noch weiter wirksam war, ist in raschem Abbau begriffen. Begünstigt durch lebhafte Wirbel» tätigfeit über Skandinavien ist ein neuer Atlantikwirbel rasch ostwärts vorgekommen und hat bereits die Verfrachtung feuchter Mittelmeerluft über Südfrankreich hinweg nach Deutschland ausgenommen. Mit dieser Entwicklung wird der Witterungscharakter bei uns wieder rasch unbeständiger, wenn auch voraussichtlich nicht über längeren Zeitraum hinweg ausgesprochen unfreundlich. Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig, sonst überwiegend bewölkt mit Regenfällen teilweise gewittriger Natur, ziemlich warm und etwas schwül, südliche bis südwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Veränderliche Bewölkung und noch immer zu Regenfällen geneigt. Lufttemperaturen am 23. September: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 11,2 Grad: am 24. September: morgens 8,6 Grad. Maximum 19,7 Grad, Minimum heute nacht 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 15,4 Grad; am 24. September: morgens 12 Grad. — Sonnenschein- bauer 5,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Perlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb (Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Am 22, d. M. entschlief sanft im Ev. Schwesternhaus dahier unsere liebe Tante und Großtante Fräulein Natalie Hoos nach langem Leiden im 81. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Lauterbach, Berlin, den 24. September 1936. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Von Blumenspenden bitten wir absehen zu wollen. ______________________________________________________5948 D •Hanen alle lämg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- spross. uim. entf. u. Gar. k. immer Frau 'B. Gulden lnh.s.1935Fr.W.Henkel Svrechü.^reitag Gießen, Alicen- straße 40 p. 9—7 Uhr durchgehend. ZwecksBekümpwugoer Schwarzarbeit können Arbeite »Angebote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbevachweijee ausgenommen werden. Verlag »e«GtebeuerAn,etgere verschwinden durch Medizinal fterbaSeife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung lüerba°Creme und 2 bis 3 Zimmer in Urschrift icnbern nur Zeugnts- abichristen Dem Be- werbungsjchreiven bei* Vermietungen] Stellenangebote) Eine 5954D Keine Zeugnisse 7-u.9-Zim.-Wohg. mit Zentrhzg. u. bei. Zugang, bet. als Büro geeig., alsb. zu verm. Archit.Nicolaus A.d.Aoh.Kirche5 (Hindenburgw.) | Mietgesuche Neuzeitliche 3-4-Zimmer U'ohnm mit Zubehör per 1. November 36 oder später zu mieten gesucht. AusführlicheAn- gebotem. Preisangabe U.5932D an den Verlag d. Gieß. 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Dabei ist dieser Herd sparsam, daß man sich immer wieder aufs Neue freut Geringer Gasverbrauch bei wohlgelungenen Speisen mit gleichzeitig richtiger Wärmeverteilung im Backraum durch den neuartigen Wärmeregler, das ist eben das Wunder des Röder-Aufbaugasherdes. Und dieses Wunder sollten Sie einmal besonders unter die Lupe nehmen. Lassen Sie sich diesen Gasherd einmal vorführen bei J.B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Fernruf Nr. 2145/46 6944A Ur. 224 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 24. September 1936 Westen, und damit unsere Existenz,! Paktangebote immer aus einem kränkenden Miß- >5 französisch - sowjetrussischen Bund- trauen heraus geboren werden sie als Siche- itergeordnet wissen will. Die rung der „Friedlichen vor dem „Un- k ist Weltpolitik, für die Europa nur friedlichen" gewerte . Man bedenkt gar nicht, Regelung im Reisebilder aus der bayerischen Ösimark können. Bei Kauzenbach, abseits von jeglichem Verkehr, wohnt in einem einsamen' Häuschen im Walde ein H o l z d r e ch s l e r u n d -s ch n i tz e r , der gerade dabei war, hölzerne Abzeichen für eine RSB.-Samm- lung zu schnitzen. Die ganze Familie war damit beschäftigt, zu bemalen, zu lackieren, für gute Trocknung und schnelle Herbeischaffung des Materials zu sorgen. Auf Tischen und Arbeitsbänken stand eine Unmenge fertiger und halbfertiger holzgedrechselter Teller, Leuchter und Wirtschaftsgegenstände. Das Wohnhaus le-icht geneigten Hauptes, wie der pantherbegleitete Bacchus an seinen Thyrsusstab, die Rebe scheint das süßeste Sinnbild der Leichtheit, der Erdenschwere enthobener Freude, Sinnbild des unablässig Winkenden. Sinnbild der Lyrik vielleicht auch, deren Vorrecht es ist, das Unsagbare zu jagen. schaftsarbeit geleistet wird, die dem nationalen Aufbau dient. Wie dieses Beispiel zeigt, geht das auch ohne größere Mittel, wenn nur der rechte Wille da ist. Verschiedene größere Güter des Bayerischen Waldes waren durch den verheerenden Windbruch im Jahre 1929, der einen großen Teil wertvoller Forstbestände vernichtete, in schwierigste Verhältnisse und zum Teil unter den Hammer gekommen. Hier wurde vor Jahresfrist eine Anzahl Reubauernstellen eing^richtet, denen man es schon heute ansieht, eine wie vorbildliche Arbeit geleistet worden ist. Die uns von dem zuständigen Wirtschaftsberater gezeigten Höfe in Buchenau, hart an der Grenze, und m Oberzwieselau waren uns hierfür Beweis genug. Mit großer Freude erzählen auch hier die Siedler und Siedlerfrauen von zielbewußter Gemeinschaftsarbeit und voller Stolz von bereits erzielten Wirtschaftserfolgen. Denn für diese Neubauern, die sich schließlich in gänzlich neue Wirtschaftsverhältnisse einleben mußten, bedeutet es sehr viel, wenn die Aufzucht- und Haltungserfolge z B im Milchviehstall, der hier ja eine besonders große Rolle spielt, so groß sind, daß sie schon im ersten Wirtschaftsjahr erste Preisträger auf Ausstellungen unter ihrem Vieh hatten. Der bäuerliche Nachwuchs dieser Gegend findet die notwendige zusätzliche Fachbildung in den Landwirtschaftsschulen, in erster Linie in Z w i e s e l; und die kulturelle und weltanschauliche Schulung erfolgt m vorbildlicher Weise in der Bauernschule Waldkirchen. Mit einer Freude und Begeisterung sind die jungen Männer hier bei ihrem Tagesdienst, wie man es in früheren Jahren gerade für den Jungbauern nicht für möglich gehalten hätte. Mit Frühsport fängt der Tag an. Vorträge und Aussprachen, an denen sich die jungen Männer ausnahmslos sehr aktiv beteiligen, wechseln ab mit Turnen, Freiübungen, Volkstanz und Volksliedsingen. Und wenn die jungen Leute nach wenigen Wochen wieder nach Hause kommen, bringen sie eine kulturelle Grundlage mit, auf der sie ihre ganze Lebenshaltung aufbauen den Weg der Zusammenarbeit mit Deutschland wieder freizumachen. Es ist nicht unsere Schuld, daß heute für ein gegenseitiges Garantie-Abkommen im Westen durch die französisch-sowjetrussische Bindung ganz andere — und gewiß nicht vorteilhafte — Verhältnisse geschaffen worden sind, denen wir Rechnung tragen müssen. England ist sich seit der Märzkrise insofern treu geblieben, als es sich auch heute mit unverkennbarem Eifer um eine Ueb erb rückung dieses deutsch-französischen Gegensatzes bemüht. Aber diese Rolle des „ehrlichen Maklers" hat n o cf) keine Klarheit im Entscheidenden gebracht: ob nämlich England mit einem Westpakt einen neuen Anfang zugunsten vernünftiger europäischer Si- cherheits-Verhältnisse gemacht sehen oder ob es die über die Konferenz selbst. Herr Blum hat in der vergangenen Woche wieder sein Bekenntnis zur „kollektiven Sicherheit", zum „unteilbaren Frieden" erneuert. Kem Zweifel, daß er dem Ausgleich mit Deutschland in diesem System einen ehrlich gemeinten Platz einräumt und jeden Gedanken an Einkreisung entschieden zurückweisen wird. Maßgebend ist aber nicht die wohlklingende Formel, maßgebend ist vielmehr, daß diese „kollektive Sicherheit" durch die französische Bündnispolitik und das ganze Geflecht der Pakte den Charakter eines Netzes erhalten hat, das wir aus verständlichen Gründen mit Mißtrauen und Zurückhaltung betrachten: Im Grunde wurzelt ja auch der Eifer, den England für eine europäische Gesamtregelung entwickelt, in der Vorstellung, daß die gestärkte Energie und Macht des neuen Deutschland „gebändigt" werden müsse. Weil immer noch in den Köpfen mancher Leute die Vorstellung von dem sagenhaften „Expansionsdrang" Deutschlands spukt, deshalb werden alle Vorfragen. Von Or. Hans von Malotiki. Eben erst von seiner Erkrankung genesen, hat der englische Außenminister die knappe Zeitspanne, die ihm bis zur Abreise nach Gens zur Verfügung stand, noch benutzt, um die Vorverhandlun - gen über d i e Westmächtekonferenz in Gang zu bringen. In diesem eiligen Schritt spiegelt sich das starke Interesse Englands wider. Zugleich bestätigt er, daß auch England eine gründliche diplomatische Vorbereitung für notwendig hält. Daran war freilich, gerade bei den Erwartungen, die die englische Politik an das Zustandekommen der Konferenz knüpft, nie zu zweifeln. Denn auch England weiß, daß bisher noch nichts geschehen ist, um die materiellen Konferenz-Voraussetzungen zu schaffen; andererseits ist man sich auch dort des Schicksals der internationalen Konferenzen der letzten Jahre, bei denen die Partner mit völlig verschiedenen Marschrouten erschienen, wohl bewußt. Wenn von deutscher (Seite auf die Notwendigkeit vorheriger Verständigung über Zweck und Umfang der Konferenz hingewiesen wurde, so geschah es ebenfalls, um der Serie der Konferenzmißerfolge nicht einen weiteren Mißerfolg anzufügen, der angesichts der ohnehin gespannten zwischenstaatlichen Verhältnisse erst recht folgenschwer wäre. Dies alles sind Selbstverständlichkeiten, und ein besonderer Hinweis darauf würde sich erübrigen, hätte nicht der deutsche Wunsch nach Klärung des Vorfeldes den Vorwand für allerlei unfreundliche Kommentare abgegeben. Es ist also gegenwärtig noch nicht zu sagen, ob die Festsetzung eines Konferenzdatums gelingen wird. Das hängt von dem Ergebnis der Vorverhandlungen ab, die England nun mit Beschleunigung eingeleitet wissen will. Sie deutschen Ziele sind klar. Die Reichsregierung hat bereits im März, bei der Aufkündigung des alten Locarno-Vertrages, ausdrücklich ihre Bereitschaft erklärt, einen neuen Pakt im Westen, der die Grenzen der beteiligten Mächte garantiert, abzuschließen. Welche Absichten aber verfolgten d i e anderen? Es ist hier und da von Schwierigkeiten gesprochen worden, die sich aus dem Verlangen Frankreichs und Englands nach Hinzuziehung der Sowjetunion ergeben könnten. Das ist ein Irrtum, der auch in der am Ende der vorigen Woche den Mächten übermittelten Note des englischen Außenministers keine Stütze findet. Nicht die Hinzuziehung der Sowjetunion zu einem Kreis, in dem sie schon auf Grund ihrer geographischen Lage nichts zu suchen hat, steht zur Verhandlung. Wohl aber muß Klarheit über das Verhältnis geschaffen werden, in dem das Osten und Westen verklammernde französisch-sowjetrussische Baktsystem zu einer Regelung im Westen tehen würde. Dies und nicht etwa der Wunsch Frankreichs und Englands, nach Abschluß einer Westvereinbarung zu einer „allgemeinen Regelung" zu gelangen, ist die entscheidende Frage. Denn auch Deutschland will ja die Verhältnisse im Westen und im Osten bereinigt sehen. Wer das bestreitet, wird gut tun, den Friedensplan Adolf Hitlers nachzulesen. Allerdings: wie diese Regelung aussehen kann, das hängt nicht nur von unserer bereits ausgesprochenen Bereitschaft, sondern vor allem von dem Willen Frankreichs ab, Ganz kleine Geschichten. Der berühmte russische Sänger Schaljapin hatte einmal den größten Kummer mit dem amerikanischen Zollwesen. Er war von einer Gastspielrundreise nach Neuyork zurückgekehrt und wollte das Land wieder verlassen, der Dampfer wartete, aber die Zollbeamten hielten es für nötig, das Gepäck des fremden Herrn so gründlich zu durchsuchen, daß es haarsträubende Verzögerungen in der allgemeinen Abfertigung gab. Endlich nahm eine ungeduldige Dame, deren Koffer ebenfalls zur N"vision Vorlagen, einen der Beamten beiseite und flüsterte ihm zu: „Wissen Sie denn nicht..., der Herr ist doch der berühmte Schaljapin, der Mann mit den Millionen in der Kehle!" „In der Kehle?" wiederholte der Zollbeamte erstaunt. Und dann wandte er sich um, sah streng den Sänger an und sagte: „Folgen Sie mir, bitte. Wir werden eine Röntgenaufnahme von Ihnen machen!" und Moskau" die Rede ist, so läßt auch das erkennen, wie sehr England um seiner außereuropäischen Interessen willen bereit ist, in Europa krumm gerade sein zu lassen. Da in Belgien der Wunsch nach einer ersprießlichen Regelung im Westen aus naheliegenden Gründen sehr ausgeprägt ist, andererseits die italienischen Vorbehalte wegen der noch ausstehenden Anerkennung der in Abessinien geschaffenen Tatsachen bekannt find, bleibt als weitere wesentliche Frage, von welcher Auffassung die französische Politik hinsichtlich des Westpaktes geleitet wird. Rein äußerlich gesehen, ist jenseits des Rheins seit den aufgeregten Marztagen eine sichtliche Beruhigung und eine maßvollere Beurteilung der Lage eingetreten. Aus den letzten Reden von Blum und Delbos war immerhin zu entnehmen, daß Frankreich gegenwärtig an einer Ersatz-Vereinbarung im Westen, die Deutschland mit umfaßt, mehr liegt, als an der Herbeiführung jenes Bündnisses auf Gegenseitigkeit, das mit England im März „für den Fall des Scheiterns" vorgesehen war. Daß der „Temps" sich trotzdem nicht enthalten konnte, diesen Trumpf vorsorglich auszu- spielen, wird man demgegenüber wohl auf sich beruhen lassen können. Die Anknüpfung eines deutsch-französischen Gespräches vom Wirtschaftlichen her, die unter dem Einfluß des Generalstabs vorgenommene Gewichtsverlagerung der französischen Politik auf die Linie Warschau — Bukare st — Belgrad — dies alles schließlich sind ebenfalls Anzeichen einer Entwicklung, die dazu beitragen könnte, die unheilvolle Intimität mit Moskau abzumildern. Allerdings: Noch scheint Herr Blum der Ansicht zu sein, daß man das eine tun könne, ohne das andere lassen zu müssen. Und der Hinweis in seiner Rundfunkrede, Frankreich werde allen Verpflichtungen treu bleiben, soll doch wohl bedeuten, daß der französische Regierungschef die intime Freundschaft mit Polen mit dem französischsowjetrussischen Bündnis für vereinbar hält. Dies ist nicht unsere Sache. Um so mehr sind wir aber daran interessiert, ob Herr Blum mit dieser Einstellung etwa auch an die deutsch-französische Frage Herangehen und die Möglichkeit ehrlicher Verständigung und Zusammenarbeit, trotz dieses Bündnisses mit Moskau, immer noch behaupten will. Auch dies ist ein entscheidendes Problem der Vorverhandlungen, ja mit seiner Klärung in dem einen oder dem anderen Sinne fällt schon die Entscheidung Ieitschn'^n. — lieber den Bergtod auf der Eigei-Noi'dwand bringt das September-Heft der Alpcnvcrcmszcit- schrift „Der B e r g st e i g e r" (Verlag Bruckmann, München) einen erschütternden Bericht. In knappen und zu Herzen gehenden Worten schildert Gunther Langes das furchtbare Geschehen und bei der Frage, ob diese Tat zu verwerfen war, spricht er das einzig richtige Urteil: „Sein Leben geben zu müssen, ist die letzte Grenze der Vollkommenheit aller Sühne". Aus dem weiteren Inhalt seien hervorgehob-m: Der Aufsatz „Am sechsundzwanzigsten Juli", der die Bedeutung der ersten Alpennereinssonderfahrt nach Tirol bei' der Hauptversammlung würdigt und dem aiich eine Reihe von Bildern von diesem frohesten aller Feste beigegeben sind — „Frühe Alpen- darstellungen" von Heinz Landgrebe und ein Auszug aus „Goethes Brennerfahrt" mit alten Stichen illustriert — „Monte Rosa Ostwand" von Hermann Franke mit einem Farbbild nach einem Gemälde des Verfassers. Während eines Manövers kam ein französischer Oberst in eine Stadt, wo er früher einmal in Garnison gelegen hatte. Gleich nach seiner Ankunft beschloß er daher, den alten Bekannten einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Er ließ einen Wagen kommen und stieg ein, entdeckte jedoch im letzten Augenblick, daß er die Besuchskarten hatte Hegern lassen. „Berlin", sagte er zu der ihn begleitenden Ordonnanz, „laufen Sie hinein und holen Sie meine Karten, sie liegen auf dem Schreibtisch." Vor vielen Häusern ließ der Oberst den Wagen halten, und die Ordonnanz mußte eine Karte abgeben. Nachdem sie eine gute Stunde gefahren waren, sagte der Oberst: „Nun fehlen noch der Tierarzt X., Frau de 5)., der Postdirektor und der Bankdirektor Z., dann sind wir fertig." „Aber das geht nicht, Herr Oberst , erwiderte die Ordonnanz, „ich habe nur noch Herzdame und Pikbuben." w-K- „Wirt und Gäste im Goldnen Mster zu Butzbachs Frau Marie W a s l e , Gießen, schreibt uns: Bezugnehmend auf die interessanten Ausführungen „Wirt und Gäste im ,Goldenen Ritter' zu Butzbach in den Jahren 1798 bis 1800" von Dr. jur. Moritz Hanfult („Heimat im Bild", Nr. 37 und 38, vom 10 und 17. September d. I.) möchte ich zu den angeführten Personen, die in Butzbach und Umgegend ein Amt verwaltet haben, ergänzend berichten, daß der mit dem Vermerk „Woher?" bezeichnete Marsch- commissär H i s s e r i ch aus Grünberg stammte, Jurist und erster Verwaltungsbeamter in Butzbach war. Es war mein Ururgroßvater; von den Franzosen soll er zum Fenster hinausg^stürzt worden sein, weil er deren unverschämte Forderungen nicht erfüllen wollte und wohl auch nicht konnte. Seine Töchter wurden während der Franzosenzeit versteckt gehalten. Seine r^ran, geb. S e i 1’ •> ( au* Butzbach, zählte unter ihren Vorfahren den Generallandschaftssyndikus Dr. jur. Hildebrandt in Pommern, der erster Beamter dieses Landes während des Dreißigjährigen Krieges war. Es ist schon viel über diesen charakterfesten Mann geschrieben roorb'n. In Albumblättern meiner Urgroßmutter Hisserich, vermählt mit Capitaine Mändl, finden sich zahlreiche Namen aus dem Hansiiltschen Bericht, ebenso Namen alt- hessischer Familien. nun nach Südosten wenden würde. Am 11. Juli d. I. hat Deutschland den Ausgleich mit Oester- reich geschaffen. In England hörte man anerfen- nenbe Worte, aber zugleich auch die Frage, wohin sich Deutschland nun wenden würde, da seine bis dahin im „deutsch-italienischen Gegensatz gebundenen Kräfte frei" geworden seien! So seltsam es klingen mag: England sah in dem deutsch-österreichischen Ausgleich erhöhte Gefahr für den Osten, genau fo wie in der Rheinlandbesetzung. Daher das große!Interesse an der „Gesamtregelung", für die der Westpakt den Anfang bilden solle. Wird aber jede deutsche Friedenstat nur Anlatz zu verstärktem Mißtrauen, wird jede Beruhigung, die Deutschland in seinem Lebensraum schafft, nur als ein Manöver gewertet, das unfriedlichen Absichten an anderer' Stelle desto sicherer den Weg bahnen soll, dann fehlen alle Voraussetzungen für eine wahre Verständigung. In diesem Zustand befindet sich aber noch immer die Politik Frankreichs und Englands, und das ist die eigentliche Schwierigkeit für die Schaffung vertrauensvoller Verhältnisse in Europa. Streifen, und jeder Streifen hat seine eigene, streng persönliche grüne Farbe. Es läßt sich nicht nachzählen. Es mag hier fünfhundert Spielarten in Grün geben. Denn grün, grün ist alles. Strom, Wiese, Wald, Rebenhang. Ich habe alle die Tage an der Mosel nach einem hellen Wort gesucht, das all diese liebliche Mannigfalt zusammenfaßt. Nicht ich, Hilde hat das Wort gefunden. Hilde, fünfundzwanzigjähvig, schöne Hilde, Reisegenossin von Alf bis Zeitigen. Wir hörten die Mutter fragen: „Wie gefällt dir das eigentlich. Hilde?" Und Hilde tat ihren hübschen Mund auf und antwortete ohne Besinnen: „'zückend, Mutti. Einfach 'zückend." Am vierten Tag in der Dämmerung, dunkel gegen schwarzgrünen Grund, wurden die Türme von Trier sichtbar. Und dann kam das gewaltige Erlebnis dieser Stadt, herrlichen Kleinods des Vaterlandes. , ,, Ernsthafte Gespräche. Es stand zur Debatte, ob Goethe den gleichen Weltruhm gefunden hätte, wenn er mit Vornamen Alfred getauft wäre. Die Frage wurde bejaht. Es wurde gestritten, wieviel Schwalben es in Deutschland gäbe. Otto und ich meinten, auf jeden Deutschen käme eine, aber Linde verschwor sich, auch nicht eine halbe. Die Frage kam auf, was von Propheten zu halten sei. Die Entscheidung wurde getroffen, daß es zu ihrem Berufsgeheimnis gehöre, sich möglichst undeutlich auszu- drücken. , Weshalb waren wir lustig? Wenn man auf Reisen geht, soll man sich selbst zu Hause lassen. Das hatten wir getan. ... Wer hat nicht schon einmal Moselwein getrunken? Mir war auf dieser Fahrt tagtäglich zumute, als tränke ich diesen Wein zum erstenmal. Es ist zu fingen und zu sagen von diesem Wem, der hier wächst, und der Rebe, die ihn reifen lasst. Dieser Wein der schon deshalb liebenswert ist, da er von allen Weinen der Welt der. blondeste ist, hat alle Eigenheiten sonst gewohnter Blondhest auch. Jene sanft berauschende Pastorentochterb'ondhe.t. - ach, so sah ich sie einmal als Kind tm Kirchdorf Goldbach unweit Tapiau. Honiggelbe Blondheit, leisen Duftes voll, in die Gottvater Vernunft und Unvernunft alles in eins gemischt hat; so freilich, daß Vernunft gegen sie nicht aufkommen kann und Unvernunft verständig gemacht, sagen mir: leicht lächelnd getröstet wird. Bernsteinblasse BlondheU, die man 'trinkt, wie man Mozartmusik trinkt. Moselwein ist wie erste Liebe. Und die Rebe, u,nter deren gerollter Ranke und scharfgezeichnetem Blatt die Traube reift Rebe die sich an den dunklen festen Rebstock schmiegt, Moselsahrt im Herbst. Von Carl Bulcke. Als wir zu dritt in Koblenz gegen Abend in die Bahn stiegen, um nach Kochern zu fahren, ließ uns das Mojeltal mif[en, daß mir willkommen fe,en. Das Moselland hatte uns nebenan junge Leute hm- gesetzt, und sie klangen und fangen juchhei. Das taten wir denn auch: Es gab Wern tm Zuge zu kaufen; wir standen am Fenster und sahen auf herbstbeglänzte, rebenhügelbekranzte..Landschaft sahen über den jagenden Strom und über ihm tue geheimnisvolle Verschleierung des Nebels, die den Schöpfungsvorgang der Traubenreife mütterlich bewacht. In drei Wochen sollte die Lese beginnen. Damit fing die Reise an. , Um diese liebliche und edle Landschaft zuube.- sehen. muß man die Mosel °uf dem Damp er be- fabren, das ist die Hauptsache. Man Ichale kunstgerecht einen Apfel, die Schale darf nicht fe rnen ziehe die Schale lang und taffe ste zurückschnellen; man betrachte das kEse Gering . So und nicht viel anders windet sich Dort steht auf dem Berg eine Burg. Nach emer Weile Dampferfahrt ist die Burg em zwe es Mal zu sehen. Geht das mit rechten. Dingen zu? Aber ja. Wir sind unmerklich eine Schseife gefahren und sehen jetzt die Burg von der Rucksette Nun ragen Berge steilhochi Wer die Reben an ihren Hangen betreut, muß klettern können "'E »n Gams,ageö Gleich daraus öffnet sich die Landschaft. Feld und Wiesen sind zu sehen und Wald >n d".S^ne. C ne Strecke tiefster Einsamkeit Seibern Menschenseele; ein Zug von zehn, zwölf ureiyern steigt hoch: dort eine verfallene Sapelle unb nun wieder dicht beieinander schmucke Stadt- chen mit ihren erlauchten Namen, jeder Reben Hang trag, seine Visitenkarte °uf weiß g«n°^ Nun gehen wir zu W DOn Raubzeug in der Luft, -üas ' Annnr,n Reil. Moselschisfer in bc3r£ •na!?Lrnfaftel wo abwechselnd protestan- bibbernder Koreaner. ' ... ^nllf allein ■ t;- CFr, acht nicht an. Denn wenn man^ricktt g zi,sieht, hat die schöngekammte Flache "nes ochen- .Hangs dreißig, fünfzig verschiedene dem Spiel des , v . . , . , .... nissystems untergeordnet wissen will, britische Politik ist Weltpolitik, für die Europa nur eines ihrer Betätigungsfelder darstellt. Ihre fernöstlichen Interessen lassen sie den Kontakt mit Moskau suchen, und diese positive Einschätzung der sow- jetrussischen Macht wiederum legt ihr auch eine positive Bewertung der franzöfifch-sowjetrusfischen Intimität nahe. Gewiß zu Unrecht, aber nichts defto- weniger liegt hier eine Realität, die sich immer wieder hemmen bei allen „europäischen Gesprächen" bemerkbar macht. Wenn jetzt in englischen Blättern von einer „Vermittlung zwischen Berlin friedlichen" gewertet. Man bedenkt gar mäst, ' daß gerade diese moralische Einstellung zwangs- s läufig Verstimmungen auf deutscher Seite i Hervorrufen und selbst gutgemeinte Vorschläge von : vornherein entwerten muß. Es ergibt sich daraus ' aber auch, wie wenig der Bildung eines europai- : scheu Gemeinschaftslebens durch bloße Packtanhau- fungen und äußerliche diplomatische Technik geholfen wird, wenn die Gegenseite nicht endlich auch der Gesinnung nach die psychologischen und moralischen Voraussetzungen dafür schafft. Solange das nicht geschieht, wird alle diplomatische Kunst im tiefsten Grunde unfruchtbar bleiben. Unter schwierigsten Verhältnissen hat Deutschland tm Januar 1934 durch die V e r st ä n d i g u n g m 11 Polen eine wahrhaft europäische Friedenstat vollbracht. Ihr Segen für Europa wäre aber noch großer gewesen, hätten die Westmächte sie nicht zum Anlaß erneuter Verdächtigungen genommen. Sie sahen leider weniger die Befriedung komplizierter Verhältnisse als die „Gefahr", daß der deutsche Drang sich I Wir fahren von Passau aus ostwärts in herrlicher Fahrt an der Donau entlang. Auf beiden Seiten grüßen uns die herrlichen Wälder in ihrer Sommerpracht. Bis Obernzell geht die Fahrt. Unmittelbar an dem herrlichen Strom steht ein festes altes Schloß, ehemaliger Bischofssitz, in dem heute eine Abteilung Reichsarbeitsdienst untergebracht ist. Diese südlichste Ecke der Bayerischen Ostmark war bisher so vernachlässigt, daß die Bauern hier nicht einmal die Möglichkeit hatten, ihre Erzeugnisse auf brauchbaren Wegen zum Markt zu fahren. Es waren auch keine Mittel da, um die Lage zu bessern. Hier schafft jetzt der Arbeitsdienst Abhilfe. In kameradschaftlicher Arbeit wirken die jungen Männer am Aufbau dieses Grenzlandes. Gerade in der Bayerischen Ostmark herrschte in früheren Jahren derartige Not, daß es dort noch unheimlich viele Aufgaben zu losen gibt. Heute ist man aber mit aller Macht habet, Besserung zu Raffen. Ein großer Teil der Bevölkerung nährt sich von Heimarbeit als Leinweber, Holzschnitzer, Perlenmacher usw. Meist (?in hartes Brot, daß nur tue allerbescheidenste Lebenshaltung zuläßt. In einem einsamen Haus in Breitenberg besuchten wir einen Leinweber, der seit 50 Jahren am Webstuhl sitzt und dessen Vorfahren alle Leinweber waren. Lange Zeit fehlte es an dem nötigen Rohstoff wie an Absatzmöglichkeiten. Inzwischen ist aber auch der Flachsbau zu neuem Leben erwacht. Die Förderungsmaßnahmen des Reichsnährstandes haben dazu geführt, daß auch die Verwertung genossenschaftlich durchgeführt wurde. Viele Hände, die bisher stilliegen mußten, bekamen neue Arbeit. Auch die Leinweber brauchten jetzt keine Sorge mehr um Rohstoff zst haben. Sie schlossen sich 'zusammen, und eine gemeinsame Verwertung sorgte dafür, daß ihre Arbeit gesichert war Man kann es wohl als Glanzstück nationalsozialistischer Siedlungs- und Aufbauarbeit bezeichnen, was wir in Hauzenberg sahen: die Hans- Schemm-Siedlung. In einem kleinen Städtchen, in dem z. B. in einem Haus mit 13 Zimmern fast 50 Personen hausen mußten, ist eine große Arbeitersiedlung im Entstehen, wo Hunderte von Menschen ein eigenes Heim in Licht, Luit und Sonne mit einem eigenen Gärtchen haben sollen. Eine große Anzahl der im bodenständiaen Waldler- ftil gebauten Einzelhäuser — unten Granit, oben Holz' mit flachem Satteldach — ist schon bezogen. Drei Zimmer und Wohnküche bieten selbst für größere Familien reichlich Platz. Die Häuser können bewährten Arbeiterfamilien bei einer monatlichen Leistung von 18 Mark ohne Anzahlung über- neuerer uno ^irE|(i)ufibgege.iliu.iue lassen werden Alle Vorarbeiten werden gemeinsam I wie auch den Arbeitsschuppen hatte sich dieser Mann hi rdiaeführt In den freien Stunden bauen die! mit sieben Kindern eigenhändig aufgebaut. Trotzdem Siedler zusammen ihre Wege und Zäune. Wir alle er bis in die späte Nacht schafft, brachte es dieser könnten ^daraus lernen, wie wahrhafte Gemein-! Mann fertig, sich abendsnoch hmzusetzen und Eng- lisch zu lernen, um seinen kleinen Export nach England, wie er sagte, besser organisieren zu können. Nicht weit davon wohnt der 74 Jahre alte Holz- schuhmacher Augustin. Zwei Paar Holzschuhe macht er jeden Tag und verdient je Paar 80 Pfennig. Auch wenn seine Familie nur dreiköpfig ist, sind das wahrhaftig keine Reichtümer, auch wenn ihn wirklich sein« Ziege mit der allernotwendigsten Milch versorgt. Mit welchem Humor aber und mit welcher Zuversicht und Lebensfreude dieser Mann in die Zukunft sieht, das hätte ich gern einmal manchem Volksgenossen gezeigt, der das Mehrfache dieses Mannes verdient und sich einbildet, unzufrieden sein zu dürfen. Dadurch, daß man im Laufe der letzten Jahre in weitesten Kreisen ganz zielbewußt den Sinn für gute volksverbundene Kunst geweckt hat, geht es ja den Holzschnitzern auch hier im Bayerischen Wald etwas besser. Das bestätigte uns auch ein Schnitzer in Zwiesel, der schon die höhere Kunst beherrschte und nach selbst gezeichneten Modellen seine Schnitzereien fertigte. Ein großer Teil der Bevölkerung ist ferner mit Glasbläserei, -Malerei, -schleiferei und sonstiger feiner Glasveredlungsarbeit beschäftigt, lieber die kulturelle Höhe dieser Arbeit wie auch die der hier gepflegten Holzschnitzkunst bekommen wir ein eindrucksvolles Bild in der Zwieseler Fachschule für Holzschnitzerei und Glasindustrie. Hier wird der Nachwuchs ausgebildet. Eine Anzahl hochqualifizierter Fachlehrer sorgen zusammen mit dem Schulleiter dafür, daß eine wirklich ernste künstlerische Arbeit geleistet wird. Die meist aus ärmlichen Verhältnissen hierher kommenden Jungen — die natürlich eine entsprechende Begabung mitbringen müssen — zahlen ein monatliches Schulgeld von 1 RM. Und auch diese eine deutsche Reichsmark wird ihnen bei guten Leistungen noch erlassen. Die Schule finanziert sich selbst aus den Verkäufen der Schülerarbeiten und kann obendrein noch manchen abgehenden Schüler in seinem Fortkommen fördern. Also auch eine bedeutende soziale Arbeit, die hier geleistet wird. Bei unserem kleinen Reisebericht durch den Bayerischen Wald soll nicht vergessen werden, zu sagen, daß es hier neben dem vielen bereits Geleisteten noch unendlich viel Aufbauarbeit zu bewältigen gibt. Jeder Besucher trägt mit dazu bei, diese Arbeit zu unterstützen. Das sollte uns doppelt am Herzen liegen, weil es sich hier um Grenzland und um ein Grenzvolk handelt, das nach jeder Hinsicht unserer Hilfe wert ist. Die Vrolgetteideversorgung ist sichergestelli! Dritte Vorschätzung der deutschen Getreideernte Anfang September "1936. Als die amtlichen Berichterstatter bei der zweiten Getreidevorschätzung ihr Urteil über den Ausfall der Getreideernte abgaben, stand das Getreide in diesem Jahr zum größten Teil noch auf dem Felde. Die Höhe der Getreideernte wurde daher noch stark beeinflußt von dem recht ungünstigen Erntewetter im August, das die Bergung des Getreides erheblich verzögerte. Der dritten Getreidevorschätzung kommt daher eine besondere Bedeutung zu, zumal das Getreide auch in diesem Jahr Ende August größtenteils eingefahren, zu einem Teil auch aus- gedrofchen war und somit der Schätzung umfassende Druschergebnisse zugrunde gelegt werden konnten. Nach den von den Berichterstattern eingegangenen Schätzungen ergeben sich bei den Getreidearten folgende Durchschnittserträge: Vorschätzung Sept. 36 Aug. 36 dz je ha Winterroggen 17,1 17,8 Sommerroggen 13,2 14,1 Winterweizen 22,3 23,3 Sommerweizen 21,1 21,5 Spelz 15,3 15,8 Wintergerste 26,1 26,5 Sommergerste 19,4 20,3 Hafer 20,6 20,8 Wintermenggetreide 18,2 18,8 Sommermenggetreide 18,9 19,6 Endgültige Ernteermittlung 1935 1930/35 dz je ha Winterroggen 16,5 17,3 Sommerroggen 12,9 12,9 Winterweizen 22,3 21,7 Sommerweizen 20,4 20,8 Spelz 16,9 13,6 Wintergerste 25,9 24,4 Sommergerste 19,6 19,2 Hafer 19,3 18,9 Wintermenggetreide 18,1 17,5 Sommermenggetreide 18,1 17,5 Wenn auch die Erträge Anfang September allgemein hinter denen des Vormonats Zurückbleiben, so liegen sie bei sämtlichen Fruchtarten noch über den Ergebnissen des Vorjahres und, abgesehen von Winterroggen, auch über dem sechsjährigen Mittel. In den einzelnen Gebieten des Reiches ergeben sich allerdings erhebliche Unterschiede. Unter Zugrundelegung der für Ende Mai 1936 ermittelten endgültigen Anbauflächen wären nach den Anfang September 1936 abgegebenen Schätzungen im Deutschen Reich (ohne Saarland) die folgenden Erntemengen zu erwarten: Vorschätzung Sept.'36 Aug. 36 Mill, t Winterroggen 7,59 7,88 Sommerroggen 0,07 0,08 Winterweizen 4,27 4,46 Sommerweizen 0,34 0,35 Spelz 0,10 0,11 Wintergerste 1,14 1,14 Sommergerste 2,33 2,43 Hafer 5,70 5,75 Wintermenggetreide 0,17 0,18 Sommermenggetreide 0,80 0,82 Endgültige Ernteermittlung 1935 T 1930/35 still, t Winterroggen 7,39 7,67 Sommerroggen 0,09 0,09 Winterweizen 4,28 4,10 Sommerweizen 0,39 0,54 Spelz 0,12 0,14 Wintergerste 1,00 0,67 Sommergerste 2,39 2,52 Hafer 5,38 6,05 Wintermenggetreide 0,95 0,69 Sommermenggetreide 0,95 0,69 Insgesamt errechnet sich somit nach der Sep- tember-Vorschätzung eine um 682 000 Tonnen = 2,9 v. H. kleinere Getreideernte, als nach der zweiten (August-) Vorschätzung zu erwarten war. Von diesem Rückgang entfallen auf Roggen etwa 300 000 To. -- 45 v. H., auf Weizen 200 000 Tonnen = 29 v. H. und auf Sommergerste 96 000 Tonnen = 14 v. H. Der Ertragsausfall bei den übrigen Getreidearten ist nur unerheblich. Im Vergleich zur Erntemenge des Jahres 1935 liegen die Ergebnisse der diesjährigen September-Vorschätzung bei Winterroggen um etwa 200000 Tonnen, bei der Wintergerste um 113 000 Tonnen, beim Hafer um 317 000 Tonnen und beim Menggetreide um 26 000 Tonnen höher, dagegen die Erträge beim Weizen insgesamt um 59 000 Tonnen und bei der Sommergerste um 57 000 Tonnen niedriger. Im Reich (einschl. Saarland) wären unter den oben erwähnten Voraussetzungen 1936 etwa 12,42 Millionen Tonnen Brotgetreide (1935: 12,27), 9,19 Mill. To. Gerste und Hafer (8,77) und etwa 1 Mill. Tonnen Menggetreide (0,95) zu erwarten. Die gesamte Getreideernte wird im Reichsgebiet auf etwa 22,58 Mill. Tonnen geschätzt, das sind zwar etwa 700 000 Tonnen weniger, als nach der zweiten Vorschätzung (Anfang August 1936) erwartet werden konnte, aber etwa 500 000 To. mehr, als bei der endgültigen Ernteermittlung im Vorjahr festgestellt worden sind. Die Brofgefreibeoerforgung aus inländischem Gelreibe ist im Wirtschaftsjahr 1936/37, trotz ber Erlragsminberüng bei ben Brotgelreibearten gegenüber ber zweiten (Aug.-) Vorschützung f i ch e r g e st e l l t. Welche Aufgaben stellt die diesjährige Ernte? Vorn Zeitungsdienst des Reichsnährstandes wird geschrieben: ZdR. In diesem Jahr ist bei der eigentümlichen Gestaltung des Wetters die Frage, wie die G e - treideernte ausfällt, lange Zeit recht unklar geblieben. Nachdem der Stand der Felder Anfang Juli eine ausgesprochen gute Ernte erhoffen ließ, hat die Ungunst des Wetters während der Ernte die ursprünglichen Erwartungen nicht unbeträchtlich herabgesetzt. Die August-Vorschätzung brachte besonders beim Roggen eine Verminderung der Ertragsschätzung. Wie die jetzt vorliegende Schätzung für Anfang September erkennen läßt, hat man das damals noch nicht in der ganzen Höhe beurteilen können. Besonders beim Weizen, aber auch bei den anderen Getreidearten, ist der Ertrag noch etwas herabgesetzt worden. Die jetzt veröffentlichten Erntemengen dürften dem wirklichen Ertrag schon recht nahe kommen, wenn man auch nicht übersehen darf, daß die Schätzung bei der Ungleichmäßigkeit der örtlichen Wetterschäden in diesem Jahr mit ganz besonderen Schwierigkeiten verbunden war. Trotz der Verminderung der Ernteschätzung im Vergleich zum Vormonat beim Roggen um etwa 300 000 Tonnen, beim Weizen um 200 000 Tonnen und beim Futtergetreide um 100 000 Tonnen ist die gesamte Getreideernte noch um etwa eine halbe Million Tonnen größer als im Vorjahr und auch noch um eine Kleinigkeit höher als der Durchschnitt der Jahre 1930/35. Der Brolgetreibebebarf ist gebeckt, unb auch in ber Futterversorgung können wir bei einem guten Anfall anberer Futtermittel ber Entwicklung mit Ruhe entgegensetzen. Wir müssen uns allerdings darüber klar sein, daß höchste Sparsamkeit bei der Verwendung der Getreideernte in diesem Jahr ganz besonders am Platze ist. Für die Landwirtschaft ergibt sich als erste notwendigste Pflicht die Ablieferung der Brotgetreidekontingente; bis zum 15. Oktober müssen bekanntlich 30 v. H. des Kontingents abgeliefert werden. Sodann muß das Streben der Landwirtschaft darauf gerichtet sein, bei der Versütterung von Getreide äußerst vorsichtig zu sein. Die Möglichkeiten, die sich für eine sparsame Verwendung von Futtergetreide ergeben, sind keineswegs ungünstig. Wir haben eine ausgesprochen gute Ernte an Rauh futt ermitteln eingebracht. Ueppiges Wachstum hat m diesem Jahr dafür gesorgt, daß die Garsutterbehal- ter, deren Fassungsraum sich 1935 allein um 70 v. H. erhöhte, wesentlich mehr Saftfutter enthalten als in früheren Jahren. Da noch Mittel für die Ge- Währung von Beihilfen zum Bau von Futterbehältern zur Verfügung stehen, lassen sich auch letzt noch in manchem Betrieb weitere vorsorgliche Maßnahmen treffen. Ein anderer günstiger Umstand, der die Einsparung von Futtergetreide erleichtert, ist der gute Stand der Kartoffeln und Rüben. Bei allen Hackfrüchten und auch beim Grünland war der Wachstumsstand Anfang September besser als in den letzten Jahren. Die Kartoffel wird in diesem Jahr als Futtermittel eine größere Rolle zu spielen haben als in manchen anderen Jahren. Fraglos werden die Auswirkungen der ungünstigen Witterung die Dispositionen in vielen Betrieben erschweren; man darf aber auch andererseits nicht übersehen, daß die gute Ernte auf anderen Gebieten auch Möglichkeiten für einen Ausgleich innerhalb des Betriebes schafft, die unter allen Umständen ausgenutzt werden müssen. Die Landwirtschaft hat jedenfalls bei allen ihren Erwägungen daran zu denken, daß die Ablieferungskontingente von Brotgetreide zunächst zu erfüllen sind und daß alle innerbetrieblichen Maßnahmen diesem Umstand angepaßt werden müssen. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Wittagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die Börse lag am Aktienmarkt trotz nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung etwas freundlicher, auch das Geschäft zog etwas an, wenngleich das absolute Ausmaß der Umsätze noch sehr zurückblieb. Kleine Nachfrage fanden Montanwerte, Hoesch 106,25 (106), Klöckner 114,75 (114), Verein. Stahl 106,40 (106), dagegen Rheinstahl 137,50 (138). IG. Farben zogen nach unverändertem Beginn auf 159,50 (158,75) an, Deutsche Erdöl lagen unverändert, Metallgesellschaft 0,50 v. H. leichter. Elektroaktien waren fast völlig geschäftslos, zunächst kamen nur Siemens etwas schwächer mit 180,90 (183,40) zur Notiz. Kunstseide Aku zogen zwar weiter an auf 78,90 (78,40), der Umsatz war aber nur klein. Von Linoleumwerten konnten sich Deutsche Linoleum um 2,40 v. H. auf 161 erholen, ferner gewannen Westdeutsche Kaufhof 0,65 v. H. und Reichsbank-Anteile 1 v. H. Etwas schwächer notierten BMW. mit 131,50 (133,25), Daimler mit 115 (115,25), Moenus Maschinen mit 92,40 (92,75) und Zellstoff Aschaffenburg mit 125,50 (126). Der Rentenmarckt war bei nicht sehr lebhaften Umsätzen freundlich, Kommunal-Umschuldung 88,65 (88,60), Zinsoergütungsscheine 93,45 (93,30), Altbesitzanleihe ca. 115 (114,90). Lebhaftes Geschäft war wieder am Auslandsrentenmarkt in ungarischen Werten, Goldrente 10,90—11 (10,70), 1914er 10,25 (10), ferner 4proz. Rumänen 6,60 (6,45), 5proz. Goldmexikaner 14,20 (14,13) und Oesterr. Silber-Rente 3,75—3,90 (3,60). Im Freiverkehr zogen 3proz. Steg von 10 auf 10,50 an, gingen bann auf 9,75 zurück. Die Aktienmärkte lagen im Verlaufe wieder sehr ruhig und Kursveränderungen gegen den Anfang ergaben sich kaum. Kunstseide Aku bei lebhafteren Umsätzen 77,65—80 nach 78,75. Maschinen-, Elektro- und Schiffahrtsaktien tarnen durchweg etwas schwächer zur Notiz, Siemens aber auf 183,50 erholt. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke mit 100, Wayß & Freytag mit 120, Pokorny mit 110 und Kali Wintershall mit 122,50. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörje: Auslandsrenlen fest. An der Abendbörse beschränkte sich das Geschäft ausschließlich auf ben Auslandsrentenmarkt, wo insbesondere bie amtlich notierten kleinen Balkan- werte sehr lebhafte Umsätze hatten. Die Kurse zogen für bie verschiedensten Gattungen um etwa 0,15 bis 0,45 v. H. an. Außerbem fanben ungarische Werte wieber lebhafte Nachfrage, Golbrente 11,35 bis 11,60 (11,20), 1914er 10,50 (10,30), Kronen-Rente 2,85 (2,65). Oesterr. Silberrente erhöhten sich auf 3,95 bis 4,00 (3,95), 4proz. Staatsrente auf 2,35 (2,00). Mexikaner blieben auf bem erhöhten Stanb von Berlin voll behauptet, 4prozentige Golb auf 10,75 (10,50) befestigt. Deutsche Renten lagen geschäftslos. Auch bie Aktienmärkte nahmen einen sehr ruhigen Verlauf, die Kurse blieben zumeist nur knapp behauptet. Aku 78,75 bis 79,13 (80), IG.-Farben 159,75 (160,13), etwas höher Klöckner mit 115,25 (114,75). U. a. notieren: 4^proz. Mannheim von 1927 94,40, Oesterr. Silber-Rente 3,95 bis 4,00, 4proz. Oesterr. Mai-Juli-Rente 2,10, 4proz. Staatsrente 2,35, 4proz. Steg-Prior, von 1883 24,90, 1914er Ungarn 10,50, 4proz. do. Golbrente 11,35 bis 11,60, 4proz. bo. Kronen-Rente 2,85, 5proz. Eisenbahn- Bosnier 17, 4^proz. Kronen-Bosnier 8,30, 5proz. Rumänen 8 bis 8,13, 5proz. innere Mexikaner 6,70, 5proz. bo. Golbrente 14,75, 4proz. bo. Golb 10,75, 4%pro3. bo. Irrigation E 10, 4proz. Schweiz. Bun- besbahn 263, 3^proz. bo. 253,50, Commerzbank 99,25, DD-Bank 97,75, Dresbener Bank 97,75, Bu- berus 111, Klöckner 115,25, Hoesch 106,75, Rheinstahl 138, Verein. Stahl 106,25, Otavi Minen 33,50, Aku 78,75 bis 79,13, Bekula 154,50, Bemberg 87, Daimler 115, Deutsche Erdöl 128,50, Scheibeanstalt 272,50, Deutsche Linoleum 163, Licht unb Kraft 150,50, JG.-Farben 159,75, Gesfürel 132, Gold- schmibt 113, Gritzner 33,90, Junghans 101, Muag 114,90, Metallgesellschaft 130, Reichsbahn - VA. 123,50. Frankfurter Obff- und Gemüfemackf. Frankfurt a. M., 22. Sept. Angebot von allen Gemüse arten, besonders von Blumen- und Kopfkohl, weiterhin sehr stark. Preise für Blumenkohl und Kopfsalat etwas gefallen, für schöne Stangenbohnen unb Tomaten etwas höher. Geschäft schleppend. 11. a. notierten: Blumenkohl Stück 10 bis 30, Buschbohnen 8 bis 10, Stangenbohnen 12 bis 15, Eskarol 4 bis 8, Salatgurken 10 bis 15, Karotten 3,5 bis 4, gelbe Kartoffeln, 50 Kilo 2,80 bis 3,10, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 4 bis 8, Lauch 2 bis 5, Meerrrettich 45 bis 50, Pfifferlinge 35, Rettich 3 bis 10, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 2,5 bis 4, Sellerie, je nach Größe, 8 bis 30, Spinat (Blätter) 10 bis 12, Spinat (Wurzel) 8 bis 10, Tomaten I 8 bis 12, II 4 bis 6, Weißkraut 2 bis 3, Wirsing 2,5 bis 4, Weiße Rüben 6 bis 8, Zwiebeln 5,00, Einmachzwiebeln 8,00 bis 15,00. Obst- und Südfrüchte: Reichliches Angebot von Aepfeln, Birnen, Nüssen und Zwetschen, von Pfirsichen mittelmäßig, von Trauben schwach. Verkauf schleppend. Preise für Birnen, Nüsse und Zwetschen rückläufig. Auslandtrauben reichlich angeboten. U. a. notierten: Aepfel I 18 bis 22, II 14 bis 16, Wirtschaftsäpfel 10 bis 12, Falläpfel 4 bis 5, Goldparmänen 24 bis 30 ital., Bananen, 12,5- Kilo-Kifte, netto 4,50 bis 5,50 Kam., 6,00 bis 6,50 Westind., Birnen I 18 bis 22, II 12 bis 15, Kochbirnen 8 bis 10, Gellert I 20 bis 22, II 14 bis 18, Brombeeren 20 bis 30, Kranz-Feigen, 25-Kilo-Sack, 10,50 bis 11,50, Pfirsiche I 25 bis 30, II 18 bis 23, Weinberg-Pfirsiche 15 dis 18, Preiselbeeren 25 bis 30, Quitten 15 bis 20, Trauben grün 14, Trauben blau 20, ital. 25 bis 28, ungar. 22 bis 25, Walnüsse groß 65 bis 75, gewöhnliche 23 bis 28, Zwetschen 6,5 bis 9. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. * Frankfurt a. M., 24. Sept. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: 59 Rinden (7 Ochsen, 13 Bullen, 20 Kühe, 19 Färsen), 921 Kälber, 476 Schafe, 387 Schweine. Es kosteten: Kälber 60 bis 92 Mark, Häm- mel 60 bis 65, Schafe 50 bis 62, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber langsam, Hämmel und Schafe lebhaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. M. Berlin Schluß« hird Schlußk. Abend- börie Schluß- kurü Schlußk. Mittag« börse 'Datum 22 9 23.9 22 9 23.9 6% Deutsche tHeidjsanlettje v. 1927 101,5 1 101,5 101,5 101,4 4% Seuliehe Reichsanl. von 1934 97,75 1 97,75 97,75 97,75 b/i% Doung-Anleihe von 1930 . 102,25 102,75 102,13 Deutiche Anl.-Ablos.-Schuld mti Ausloj.-Rechten .......... 114,9 115 114,9 115 414% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I ., 100 100 100 100 4H% ehern. 8% Hessischer Volks- float 1929 (rückzahlb. 102%) .. 98,75 98,75 98,75 98,75 traßenbahner- kameradschaft mitarbeitete. Sein Bestreben ging immer dahin, den Geist der Kameradschaft unter den Straßenbahnern im Dienst und auch außerhalb ber Dienstzeit nach besten Kräften zu pflegen unb zu vertiefen, um dadurch die Berufsgemeinschaft ber Straßenbahner so innig wie möglich zu gestalten. Diese vorbilbliche Arbeit im Dienste ber Gemeinschaft war es auch, bie ihm bas weitere Ehrenamt bes Blockwarts der Gruppe Straßenbahn innerhalb der Gesamtbelegschaft des Gießener Elektrizitätswerks brachte; auch dieses Amt wurde von ihm allezeit in mustergültiger Weise versehen. Herr G n a u sowohl, wie auch der andere Jubilar, Herr Damm, waren im Verlaufe ihrer bisherigen Dienstzeit allezeit bestrebt, über ben Kreis ihrer Berufskameradschaft hinaus auch mit ber gesamten Gießener Bevölkerung, bie ja ben Hauptteil ber Straßenbahnbenutzer barstellt, stets in gutem Einvernehmen zu stehen. Daher erfreuen sich beibe Jubilare auch sowohl bei ihren Vorgesetzten, wie bei ihren Arbeitskameraden unb in weiten Kreisen ber Gießener Bevölkerung großer Wertschätzung unb vielfacher persönlicher Freundschaft. Vorsicht beim Drachensteigenlassen? Wieder steigen die Drachen hoch in die Luft. Aber nicht nur Vergnügen, sondern auch Gefahren können daraus entstehen. Deshalb soll folgende Warnung über bas Drachensteigenlassen in ber Nähe elektrischer Leitungen beachtet werben: Es wirb gewarnt, Papierbrachen im Gefahrenbereich elektrischer Starkstromleitungen steigen zu lassen. Dadurch, daß sich Drachen in den Starkstromleitungen der Ueberlandwerke verfingen, entstanden schon häufig erhebliche Schäden an den Leitungen. Ganze Bezirke wurden von der Stromzufuhr abgeschnitten und Fabriken stillgelegt. Auch Lebensgefahr besteht für den Halter bes Drachens. Jugenberzieher unb Eltern werden deshalb geboten, auf ihre Kinder und Schutzbefohlenen im S'nne dieser Warnung einzuwirken, da sie für deren Tun und für den angerichteten Schaden zu haften haben. Verwickelt sich nun ein Drachen in der Leitung, so ist bas Ziehen an ber Schnur wegen ber bamit oerbunbenen Gefahr unb mit Rücksicht auf Leitungsstörungen zu unterlassen. In solchen Fällen muß bas Elektrizitätswerk schnellstens benachrichtigt werben (Telephonauslagen werben gewöhnlich vom Elektrizitätswerk ersetzt), bamit ber Drachen bei ausgeschalteter Leitung entfernt werben kann. * ** Einstellung bes Postanweisungs« Verkehrs mit Spanien. Auf Veranlassung ber spanischen Postverwaltung in Mabrib wirb ber Postanweisungsverkehr nach unb aus Spanien eingestellt. ** Herb st fahrt ber Reichsbahn. In unserem gestrigen Anzeigenteil hat bie Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. zu einer Herbstfahrt zum Oktoberfest in München ober nach Berchtesgaden eingeladen. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich, auf die besonders hingewiesen sei. „Der machts länger wie die anderen," sagt draußen ber Eisenhänbler Lorenz zur Habermann, bie ihre Schweinerippchen wohl versorgt im Sauerkohltopf weiß. „Gloobste! Wenn eener schon mit vier Brötchen und nen halben Liter Milch anfängt! Sparen wird er erst mal lernen müssen, der Herr Ladeninhaber! Mehr wie tausend Mark hat er doch ooch nich ab- jezahlt, und zwölfhundert muß er noch abstottern, halb jeschenkt hat er ihn bekommen, den Laden —" Der alte Lorenz tippt nur an seinen Mützenrand und geht bann weiter. Der Habermann ihren Schandschnabel kennt er nun schon an bie zwanzig Jahre. Da hat ihr ber Blonbe wohl unversehens auf bie Hühneraugen getreten ... na, ihm gefällt ber Junge . . . 4. Kapitel. „Wer ist bie Blondine auf bem zweiten Platz, bie eben mit ©übt spielt?" John Herbing trinkt seine Drangeabe unb läßt babei keinen Blick von ben Spielern. Sein Klubkamerab Bartel wirb aufmerksam, er lacht kurz. „Hanna Brandes. Sie spielt heute miserabel." „Hat dem Güdt den ganzen Satz vermasselt. Aber das interessiert mich nicht. Mich interessiert bie Frau. Habe ich hier noch nie gesehen." „Du machst dich ja auch selten. Bei Hanna Branbes wirst bu kein Glück haben, Herbing, sie ist unsentimental unb burchschaut unlautere Absichten. Willst bu spielen?" „Unlautere Absichten?" Herbing nimmt erstaunt die Zigarette aus dem Mund. Seine lebhaften dunklen Augen weiten sich. Er verzieht das Gesicht zu einem kleinen Lächeln. „Wer sagt dir benn, daß ich welche habe? Außerdem schwärme ich nicht für Sentimentale. Im übrigen weiß ich immer noch nicht, wer diese Hanna Brandes eigentlich ist. Aber wenn du selbst — Absichten hast, — bitte, ich will dir keine unangenehme Stunde bereiten." Herbing will aufstehen, er ist ärgerlich. „Moment. Ich hatte, habe unb werbe keine Absichten haben, sie ist gar nicht mein Typ. Mir gefällt Lena viel besser. Die Tochter vom Rechtsanwalt aus ber Singer Straße. Bist bu nun im Bilde?" „Schwer." (Fortsetzung folgt.} kaust. Schwurgericht in Gießen geklagtes Knau- und Baumann diesen auserlegt, zu bestrasen. Oberheffen V o l h a r d (Frankfurt) gewählt. Der erste Dor- Äas letzte Mal, Nr. 296045 - das nächste Mal vielleicht Sie ! bezüglich des Angeklagten Kraft hat sie die Staatskasse zu tragen. m Die Anklage vertrat Assessor Keyser. Die Verteidigung der Knaus lag in Händen des Assessor Dr D a n n e r. Der Angeklagte Kraft wurde von Rechtsanwalt Becker (Gießen), der Angeklagte Baumann von Rechtsanwalt Wittekind (Bu- Sprechftunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnoch. mittag geschloffen. Früchte gehen, in Zehnpfundkörbchen verpackt, ms ( westfälische Industriegebiet. Der Eisenbahnversand Kl hat die einheimischen Fuhrleute abgelöst, die in unt«mhm-r E. früheren Jahren den Ueberschuß der Zwetschen- übertragen. , . ____ roomnrPiinn im nherPTI VvaelS- ihkLM Endk staltet im 5^urhaus von Bad Hersfeld. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Preußen. Ein Los weitergegeben, das 50 000 Mark brachte. Streif um einen Gewinnanteil. Der Kongreß der Naturforscher und A e r z t e in Dresden vereinigte die beiden Hauptgruppen „Aerzte" und „Naturforscher" in der ersten gemeinsamen Sitzung. Professor Dr. Oehlkers (Freiburg) sprach über den „Stand der Forschungen über die Chromosomen als Träger der Erbanlage". Professor L. Bergmann (Breslau) behandelte „Hochfrequente Schwingungen und Ultraschall". Professor Dr. F. T r e n d e l e n b u r g (Berlin) berichtete „Aus dem Grenzgebiet der physikalischen und physiologischen Akustik". Professor Dr. Gütlich (Köln) sprach über „Schallrichtungsbestimmung und Bestibularapparat". Unter den Sonderveranstaltungen waren die Vorführungen medizinischer und naturwissenschaftlicher Filme bemerkenswert, von denen der sogenannte „Blutfilm" und dem Film „Wunder, die das Mikroskop erschließt", zum ersten Male einer breiteren Oeffentlichkeit gezeigt wurden. Der Blutfilm enthält ausgewählte Kapitel aus der Physiologie und Pathologie des Blutes. Die roten und weißen Blutkörperchen, der Gerinnungsoorgang und die biologischen Fähigkeiten des Blutserums wurden an zahlreichen Präparaten, Kurven und Tabellen erläutert. Der Film „Schleichendes Gift" gibt eine Uebersicht über die Geschichte, den Verlauf und die Behandlung der Syphilis. In dem Film „Der Mann ohne Gedächtnis" wird das Verhalten eines Menschen gezeigt, der durch eine Gasvergiftung die Fähigkeit verloren hat, Sinneseindrücke länger als eine Sekunde im Gedächtnis zu behalten. Die Geschichte der Entwicklung des Mikroskops zeigt der Film „Wunder, die das Mikroskop erschließt". Besonders schön sind die Aufnahmen von Lebensvorgängen im Tier- und Pflanzenreich. Der „Serum- Film" stellt die Gewinnung der Heilsera von immunisierten Pferden sowie die Herstellung des Diphtherie-Serums dar. Rundfunkprogramm Freitag, 25. September. ernte aus unserer Gemarkung im oberen Vogelsberg absetzten und mit ihren tuchuberspannten Wa° gen bis in die Gegend von Lauterbach fuhren. — Galläpfel werden hier zum Preise von 2,50 Mark je Zentner von Franksurter Händlern ausge- Lvd Marburg, 23. Sept. Ein lunger Mann aus dem Kreisort B u r g h ° l z hatte in einem hiesigen Lotteriegeschäst ein Los der vor,ahrigen Ar- b - i t - b e s ch a s s u n g s l o t t e r i e erworben, das er nach seiner Rückkehr ins Heimatdorf einem alten Nachbar verkaufte. Der Zufall wollte es, daß dieses Los mit einem Haupttreffer in Hohe von 50 00 0 R M. herauskam. Der junge Mann erhob nunmehr Ansprüche auf di- Hälfte des Gewmnes und begründete diese damit, daß ihm der alte Mann bei Ueberlassung des Loses im Falle eines Gewinnes die Hälfte versprochen habe. Wegen diests angeblichen Versprechens kam es zu großen Memungs- Verschiedenheiten und schließlich zu einem Prozeß. Nach mehreren ergebnislosen Gerichtsterminen schlossen die beiden streitenden Parteien einen Vergleich. Der junge Mann erhielt von dein großen Gewinn 3000 RM. Kreis Dehlar Unterhaltungskonzert. Gietzener Wochenmarkipreife. * Gießen , 27. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter 1,57 Mark, f Rtolkereibutter Vi kg 1,52 Mark, Landbutter M^ maXbiitter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf. Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Kuhl- hauseier, Klasse D 12, Wirsing, grün, % kg 7 bis 8, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15 Römischkohl 8, Bohnen, grün 15 bis 20, gelb 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Feldsalat 80, Tomaten 15, Zwiebeln 8 bis 10 Meerrettich 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Pilze 15 bis 20, Kartoffeln, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 50 bis 3,70 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 20 Pst Falläpfel 3 bis 6, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 7 bis 8, Nüsse 40, Brombeeren 35, Preiselbeeren 35 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pst Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 5 bis 10, • Oberkohlrabi 4 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 20 bis o Wißmar, 21. Sept. Der Neubau der leinkinderschule wurde dem hiesigen Bau- ~ Pfeiffer zur Ausführung uuttnu^.u - Die Zwetfchen ernte geht ihrem Ende entgegen, so daß fast täglich Waggons voll Zwetfchen verladen werden konnten. Das ernte« ergebnis war außerordentlich reichlich. (7^Frankenbach,20. Sept. Am Donnerstag wurden durch das Arbeitsamt in Wetzlar die restlichen Arbeitslosen aus unserer Gememos für die Arbeit an der R e i ch s a u t o b a h n (an der Strecke Steinbach bei Gießen) antzefordert. — Bei der jüngsten Schweine-Zwrschen- z ä h l u n g wurde in unserem Orte insgesamt em Bestand von 304 Schweinen festgestellt. Inden Monaten Juni, Juli und August wurden 46 Kalber wendig sind. Den Abschluß der 94. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte bildete die zweite allgemeine Sitzung mit dem Thema „Fördernde und lenkende Stoffe in der unbelebten und belebten Natu r". Damit wurde den Tagungsteilnehmern aus dem Gebiet der Naturwissenschaften eine wichtige Frage unterbreitet Der naturwissenschaftliche Geschäftsführer, Prof. Zaun ick (Dresden), dankte allen, die zum Gelingen der Versammlung beigetragen haben. Der Vorstand beschloß, die 95. Versammlung der Gesellschaft 1938 in Stuttgart abzuhalten. Als erster Geschäftsführer dieser Tagung wurde Prof. Grube (Stuttgart) bestimmt. Prof. Bosch scheidet satzungsgemaß aus. Zum dritten Vorsitzenden wurde Prof. G. von Bergmann (Berlin) gewählt. Für die aus dem Vorstand ausscheidenden Professoren Fitting (Bonn und B u m k e (München) wurde Prof. Hamel (Berlin) und Prof. Sin HZ.-Schreßabzeichen. Wie der Reichsjugendpressedienst vom Amt für körperliche Schulung in der Reichsjugendführung er- fährt, wurde für besondere Leistungen im Klem- kaliberschießen ein HI. - Schießabzeichen geschaffen, das nach Vollendung des 15. Lebensjahres von jedem Hitlerjungen und von jedem Führer des Deutschen Jungvolks erworben werden kann. Die HJ.-Schießauszeichnung zeigt auf einem kleinen Emailleschild zwei gekreuzte Gewehre hinter einer Zielscheibe, die in der Mitte das Abzeichen der HI. trägt. Bedingung für die Verleihung der Schießauszeich- nung ist die E r f üllun g der „So nder klass e innerhalb der drei für die HI. bestehenden Schieß- klassen. Die „Sonderklasse" erfordert u. a. bei der Anschlagsart „liegend aufgelegt" mindestens 45 Ringe, „liegend freihändig" mindestens 40 und kniend oder sitzend" mindestens 30 Ringe. Der Bewerber für die Schießauszeichnung muß im Be- sitze des Schießbuches der HI. fein und auch die Bedingungen der „Anfänger"- und „Ausbildungsklasse mit ihren Vorübungen erfüllt haben. Die Bedingungen der Sonderklasse sind auf besonderen Schei- den zu schießen, und zwar für jede Anschlagsart je eine Scheibe Ferner wurde im Rahmen der Versammlung der Naturforscher und Aerzte die 73. Tagung der Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde eröffnet. Professor Hübner (Breslau) begrüßte die Vertreter von Partei und Staat und die in- und ausländischen Wissenschaftler. Der Reichszahnärzteführer Dr. Stuck sprach über die Bekämpfung der Zahn, faule. Vor wenigen Monaten habe er die Ar- , „ beitsgemeinschaft für Cariesforschung und -bekamp- sitzende Prof. Dr. Sauerbruch schloß die Ver- fung ins Leben gerufen, deren Leitung er Profes- sammlung mit dem Wunsch auf ein erfolgreiches for Hermann Schröder (Berlin) übertragen habe. Wiedersehen in Stuttgart 1938. G K r o f d o r f, 21. Sept. Im Gasthaus Moos fand hier eine Tagung.der Ortsbauernführer des hiesigen Bezirks statt. Es handelte sich um Besprechungen über die Einführung der M i l ch l e i st u n g s p f l i ch t k o n t r o l l e, die am 1. Oktober beginnt. Bezirksbauernführer Langsdorf wies darauf hin, daß die Pslicht- kontrolle, die jetzt eingeführt werde, einerseits tm Interesse der Volkswirtschaft und Volksernahrung liege, zum andern auch dem Bauer und Landwirt große Vorteile bringe. Nur auf dem Wege über die Leistungskontrolle sei es möglich, die schlechten Tiere auszumerzen. Aufgabe der Ortsbauernfuhrer sei es, in diesem Sinne überall aufklärend zu wirken. Lel- stungsinspektor W o l f - Albshausen sprach> dann eingehend über die praktische Seite der Pflichtkontrolle. Im Gebiet des Tierzuchtamtes Biedenkopf werden vorerst 6000 Kühe im Kreise Biedenkopf und 4000 Kühe tm Kreise Wetzlar kontrolliert. Die Milchproben werden von örtlichen Probenehmern monatlich einmal entnommen, und es wird von jeder Kuh Menge und Fettgehalt sestgestellt. Wie segensreich sich bisher die Leistungsprufungen errate- fen haben, geht daraus hervor, daß feit Beginn der Kontrolle im Kreise Wetzlar im Jahre 1926 bis heute eine Leistungssteigerung von 600 Liter je Kuh im Jahr erreicht wurde. HaftiWer, Aerzte und Zahnärzte in Dresden Vorführung medizinischer Filme. — Bekämpfung der Zahnfäule und der Viruskrankheiten.- Abschluß der Tagung. geboren. ± Dornholzhausen, 20. Sept. Wohl selten haben unsere Landleute eine solche Rekorder n t e an Haselnüssen erlebt, wie in diesem Herbst. Alle Hecken sind mit Früchten stark behangen. Aus den umliegenden Orten kommen Erwachsene und Kinder, um den Segen mitzuernten. An einem Nachmittag haben fleißige Hände bis zu 10 Kilogramm und mehr gepflückt. Leider muß man aber die Beob- achtung machen, daß die Früchte noch nicht alle reif sind und trotzdem schon abgebrochen werden. An diesen Früchten, ebenso wie an den nicht richtig nachbehandelten reifen Früchten erleben die Sammler feine Freude. Die Kerne verdorren oder faulen, und alle Mühe des Pflückens ist umsonst gewesen. In feinen programmatischen Ausführung betonte Dr. Stuck u. a., daß die Jnterefsen der Volksgesundheit einen möglichst hohen Leistungsstandard vom deutschen Zahnarzt verlangen. Nur die Leistung, d. h. Charakter, Wissen und Können, seien die ausschlaggebenden Gesichtspunkte, nach denen der kommende Einheitsstand auszurichten sei, der den Dualismus Zahnarzt—Dentist aus der Welt schaffen werde. Bei der Zunahme der Zahnerkran- fungen in Deutschland komme der Zahnheilkunde eine erhöhte Bedeutung im Dolksgesundheitsdienit zu. Die wissenschaftlichen Vorträge zeigten über- einstimmend, daß das Problem der Bekämpfung und Verhütung der Zahnfäule nur gelost werden könnte, wenn eine zweckmäßige Umstellung ö er Ernährung durchgeführt wird. Die kombinierte Sitzung der medizinischen Hauptgruppe der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte brachte Vorträge über Virus-Krank- heiten, wie z. B. Pocken, Gelbfieber, Papageien- krankheit beim Menschen, Maul- und Klauenseuche oder Hühnerpest bei den Tieren. Die Erforschung der Virus-Arten hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Man kennt heute wett über hundert verschiedene Erreger dieser Art. Praktische Bekämpfung und wissenschaftliche Forschung liefern sich gegenseitig Kenntnisse, die zur Ausrottung der gefährlichen Krankheitserreger not- 6 Uhr: Gute Nacht — im Walde (Schumann) — Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten und Spvrtovrschau. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagsmusik zur Spätsommerzeit. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagsmusik zur Spätsommerzeit. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichs- raetterdienststellen Frankfurt a. M. und Köln. 14.10: Dem Opernfreund (XVII). Szenen aus „Figaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart. 15: Volk und Wirtschaft. Wie ist unsere gewerbliche Wirtschaft heute organisiert? 15.15: Kochern an der Mosel. 16: Konzert. 16.45: Fidele Hühner. Begegnungen mit Ludwig Manfred Lommel, Karl Napp, Weiß-Ferdl, Peter Jgelhoff u. a. 17.30: 1. Der Winzer — die Landschaft — der Wein! Ein Funk- spiel. 2. Berge und Bauern. Eine Betrachtung. 18: Musik zum FeierabLnd. 19: Kammermusik. 19.40: Der Zeitpunkt bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Lachender Herbst. Ein Bunter Abend, L)verroyiraoi 4 oiv o, u v« «, -- —- in Gemeinschaft mit „Kraft durch Freude". Veran-1 25, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Ps. Am gestrigen dritten Verhandlungstag standen die Angeklagten Kätchen Knaus zu Düdelsheim, 26 Jahre alt, Heinrich Peter Kraft zu Düdelsheim und Richard Baumann aus Eichen vor den Schranken des Schwurgerichts. Die Anklage lautete gegen die Angeklagte Knaus auf Meineid und versuchte Abtreibung, gegen den Angeklagten Kraft ebenfalls auf Meineid. Dem Angeklagten Baumann legte die Anklage zur Last, im Oktober 1935 oder um diese Zeit der Angeklagten Knaus zur Begehung des Abtreibungsversuchs wissentlich durch Rat Hilfe geleistet zu haben. Die Angeklagte Knalls war nach ihrer Schulentlassung längere Zeit in verschiedenen Orten in Stellung und eröffnete, als sie eine kurze kaufmännische Lehre genossen hatte, ein Kolonialwaren- geschäft. Sie empfing in ihrer Wohnung fortgesetzt Verehrer und Liebhaber, denen sie sich säst ausnahmslos gegen Entgelt hingab. Am 23. Februar 1935 gebar sie ein Kind und beschwor in dem gegen einen gewissen D. anhängig gemachten Prozeß, daß dieser der Vater des Kindes sei. Die Knaus stellte unter Eid in Abrede, innerhalb der gesetzlichen Empfängniszeit noch mit anderen Männer, als dem von ihr in Anspruch genommenen D. Verkehr gehabt zu haben. In diesem Unterhaltsprozeß wurde der Angeklagte Kraft als Zeuge vernommen, der ebenfalls unter Eid bekundete, nichts mit der Kindesmutter, der Angeklagten Knaus, gehabt zu haben. Der Angeklagte Baumann hat der Angeklagten Knaus den Rat gegeben, ein Abtreibungsmittel einzunehmen, und er hat sich daher der Beihilfe schuldig gemacht. Nach umfangreicher Beweisaufnahme — es wurden 18 Zeugen vernommen — fällte das Schwurgericht gegen 22 Uhr nach eineinhalbstündiger Beratung folgendes Urteil: Die Angeklagte Knaus wird meaen eines Verbrechens des Meineids und eines Vergehens der versuchten Abtreibung zu einer Gesamtzuchthaus st r a f e von zwei Jahre nun d einer Woche, abzüglich zwei Monaten und einer Woche Untersuchungshaft, verurteilt. Der Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt, zugleich wurde die dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständige vernommen zu werden, ausgesprochen. Der Angeklagte Baumann erhielt eine G e - fängnisstrafe von fünf Wochen, der An- qetlagte Kraft wurde f r e i g e f p rod) en. Sie Kosten des Verfahrens wurden bezüglich der An- J. . . _ -___k Aiiwinnn hinfort n\ATOY\P Hl Bei der Burgbesickiigung verunqlückt. * Staufenberg (Kreis Gießen), 23. Sept. Bei der Besichtigung der hiesigerBurganlage kam ein U n i v e r s i t a t s p r o s e s s o r aus Marburg heute schwer zu Schad en. Man fanb den Besucher, der sich in dem alten Burgbau allein zur Besichtigung ausg-halt-n hatte^ einige Zeit später am Fuhe einer Burgmauer mit Beinbrüchen und a n b e r en 33 e^ letzungen am Boden liegend auf. Allem An schein nach ist er bei der Besichtigung es werks von einer Mauer ab dann etwa 12 Meter 11ef gestur3Ar bedauernswerte Mann wurde nach erster ärztlicher Hilfeleistung nach Marburg in die Klinik gebracht. Landkreis Gießen 00 Klein-Linden, 22. D"s Men ber deutschen Schule am „Tag d I Volkstums"' mürbe «m ..»erflogenen Sonntag .n unserer Gemeinde in schöner Weise ges ■ bem sich alle Kinder mit ihren ^brern nm neuen Schulhaus versammelt hatten, wurde . . und Musik durch das Dors zum Sportplatz mar. schiert, wo sich viele Volkgenossen als Zuscha. eingefunben hatten. Eine Gruppe Mun h spieler eröffnete mit bem Vortrag eine- alten .beub schen Volksliedes die Feier. Die Schuler Klaffen trugen ber Bebeutung des Tages ad patzte Gedichte vor und fangen mehrstimmige L der, deren Inhalt sich auf d e deutsch« BaN-tum^ arbeit bezog. Rektor Dr. « r ° ß m a n n p ach vom Schicksal der deutschen Volksgenossen lenseüs^ Grenzen, ermahnte, in Treue zu uns T nenden deutschen Grübern zu stehe» und sie schweren Kampf um ihr Volkstum zu stützen. Er wies ferner darauf hin, daß das Dritte Reich eine feiner vornehmsten Aufgaben darin sehe, unfern deutschen Brüdern im Ausland beizustehen, denn Volkstum kenne keinen Verzicht auf Volkstum. Das „Sieg-Heil" auf den Führer und der gemeinsame Gesang der beiden Nationallieder ließ die schöne Feier ausklingen. Anschließend vergnügten sich die Schüler bei Spiel und Sport. Eine Büchsensamm- lung zum Besten der DDA.-Arbeit ergab den Betrag von rund 10 Mark. 00 Klein-Linden, 23. Sept. In der lung- sten Gemeinderatssitzung, bie am Montag stattfand, wurde der neuernannte e r st e Beigeordnete unserer Gemeinde, Elektroinstallationsmeister Heinrich Bechtold, durch Bürgermeister Fischer in sein. Amt eingeführt und verpflichtet. Das Amt des ersten Beigeordneten war infolge des Todes des früheren Beigeordneten Wilhelm Jung 11. seither verwaist. T Klein-Linden, 23. Sept. Bei der Versteigerung des Gemeindeobstes am Mittwochvormittag waren zahlreiche Käufer erschienen. Es kostete der Zentner Zwetfchen am Baum 4 bis 5 RM. An Birnen waren meist Honigbirnen vorhanden, die mit 1,20 bis 1,50 RM. für den Zentner bezahlt wurden. Die Apfelernte war nur gering, zum Ausgebot tarnen die Lokalsorte Allendorfer Rosenäpfel, einige Luxemburger Renetten und etliche Bäume mit Goldparmänen. Der Zentner kam auf 8 bis 11 RM. Kreis Schotten. * Eichelsdorf, 22. Sept. Bis jetzt wurden an unserer Bahnstation drei Waggon Zwetfchen zum Zentnerpreise von fünf Mark verladen. Die dingen) vertreten. m ... x In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Dr. Speckhardt aus,^daß das Schwurgericht als erwiesen ansehe, das sich die Angeklagte Knaus des ihr zur Last gelegten Verbrechens des Meineids schuldig gemacht habe. Das Schwurgericht sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Angeklagte in der Empfängniszeit nicht nur mit dem Zeugen D., sondern auch mit anderen Männern Verkehr gehabt hat. Zur Unterstützung diente einmal das ärztliche Gutachten über die Blutgruppenuntersuchung, durch das im Wege der qaE= torenbeitimmung einwandfrei erwiesen ist, daß der Zeuge D. nicht der Erzeuger des Kindes der Angeklagten sein kann, zum anderen die Aussage eines Zeugen B., der, wenn auch zögernd, doch zu- geben muhte, mit der Kindesmutter in der gesetzlichen Empfängniszeit Verkehr gehabt zu haben. Bei dem Angeklagten Kraft bestanden erhebliche Verdachtsmomente. Er hat sich auch während der Empfängniszeit öfter im Haufe der Angeklagten Knaus aufgehalten, und wußte, daß die Knaus leicht zugänglich war. Zugunsten des Angeklagten Kraft sprach jedoch, daß er mit der Schwester der Knaus ein Verhältnis unterhalten hatte und erst bann mit der Angeklagten Knaus in Beziehungen trat, als deren Schwester aus dem Elternhause weggezogen war Das Gericht konnte nicht einwandfrei feftfteb len, daß der Angeklagte Kraft innerhalb der Empfängniszeit mit der Angeklagten Knaus verkehrt hat, und es mußte daher zu einem Freispruch form ^Was den der Knauß zur Last gelegten Abtreibungsversuch anlangt, sv sah das Schwurgericht die Angeklagte als überführt an. Die Angeklagte hatte dem Angeklagten Baumann von ihrer Schwangerschaft Mitteilung gemacht, der ihr dann riet, em Abtreibungsmittel zu nehmen, das jedoch fernen Erfolg zeitigte. Die Angeflagte mußte daher auch in diesem Falle bestraft werden. Der Angeklagte Baumann hat sich dadurch, daß er der Knaus ein Abtreibungsmittel bezeichnete und ihr den hierzu erforderlichen Geldbetrag gab der Beihilfe schuldig gemacht und war demgemäß wenigen Tagen hat die Lostrommel im Ziehnngs- saal der Staatslotterie wieder einmal das große Los Lttokben — eine Nummer, eine Hoffnung wurde -nm Millionenbetragl Mag das Los auch von mehreren Glücklichen in Teilabschnitten gespielt worden sein — jeder Beteiligte erhält immer noch eine stattliche Summe, die seine Wünsche erfüllen kann. Schon ein Achtellos kann 100 000.— Reichsmark gewinnen. Schon sind die Vorbereitungen für die kommende Lotterie im Gange. Am 20. Oktober 1936 beginnt die Ziehung zur 1. Klaffe. Da ein Achtellos nur Z.- Reichsmark je Klasse kostet, kann sich jeder, auch Der Präsident der Preußisch der, der nur einen geringen Betrag einsetzen will, beteiligen. Und wieder werden auf 800 000 Lose 343 000 Gewinne mit insgesamt 67 591680.— Reichsmark ausgespielt. Fast jedes zweite Los gewinnt also, und alle Gewinne sind einkommen- steuerftei. Süddeutschen Staatslotter'ie uwe 9Jl.-Sport Reichsbund für Leibesübungen. Kreisführung Gießen. Betr.: Der Tag des Vertrauensmannes am 27.9.36. Wenn die Gauführung am Sonntag, den 27. September 1936 eine besondere Werbeaktion für die Deutsche Sporthilfe durchführen läßt, so geschieht dies aus der Sorgfalt heraus noch einmal alles zu tun, um die verantwortlichen Führer mit den Pflichten für dieses gewaltige Gemeinschaftswerk und seinen Leistungen vertraut zu machen, damit jedes Mitglied im gegebenen Falle auch seine Segnungen genießen kann und nicht durch nachlässiges Verhalten der Vereinsführung um die Vorteile und den Genuß der Leistungen der Sporthilfe gebracht wird. Ich mache es daher von dieser Stelle aus noch einmal sämtlichen Vereinsführern mit ihren Vertrauensmännern zur Pflicht, an dem im Gauverordnungsblatt Nr. 20 v. 15. 9. 36 aufgeführten Besprechungen teilzunehmen und werde die Vereinsführer, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, zur Rechenschaft ziehen lassen. Nur wer seine Pflichten voll und ganz erfüllt, kann Rechte in Anspruch nehmen. Dr. Schaefer. ORL Zachamt 2 Fußball. Jugendgruppe Gießen. Sp i e l ansetzung für Sonntag, den 2 7. September: Spielvg. 1900 Gießen 1. Jgd. — Watzenborn-Steinberg 1. Jgd.; Daubringen — Lollar: Spielverg. 1900 3. Jgd. — Lollar 2. Jgd.; Wißmar — Krofdorf: Garbenteich — Lich; Spielvg. 1900 2. Jgd. — Großen-Linden 2. Jgd.; VfB.-R. 3. Jgd. — Staufenberg 1. Jgd.: Wieseck — VfB.-R. 4. Jgd.; Leihgestern — Großen-Linden. Da am Sonntag, dem 4. Oktober, keine Spiele stattfinden, müssen dieselben am kommenden Sann- tag ausgetragen werden. Die erstgenannten Vereine müssen einen Schiedsrichter anfordern. Oberjungführer Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute finden folgende Kurse statt: 18.30 bis 20 Uhr Leichtathletik für Männer und Frauen auf dem Universitätssportplatz. 20 bis 21 sowie 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik für Frauen, Lyzeum, Dammstraße. Mitteilung an alle Teilnehmer der Reit- und Tenniskurfe. Alle bisher versäumten Stunden müssen bis zum 1. Oktober 1936 nachgeholt werden, da sonst die ausgegebenen Sportmarken verfallen. Nach dem 1. Oktober kann ein Nachholen versäumter Stunden nicht mehr gewährt werden. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Garbenteich I. Am Sonntag starteten die beiden aktiven Mannschaften zum Punktekampf, während die Jugendmannschaft zum zweiten Male auftreten mußte und 3:1 siegte. Die 1. Mannschaft sorgte für eine unangenehme Ueberraschung. Das ganze Spiel wurde überlegen geführt und ein mageres Unentschieden war das Ergebnis! Außerdem wurde noch ein Elfmeterball verschossen. Viele Torgelegenheiten wurden ausgelassen. Die beiden Gegentreffer fielen durch Verschulden der Hintermannschaft. Die Einheimischen spielten also recht mäßig. Vor allem war der Sturm nicht imstande, sich einmal aufzuraffen und Tore zu schießen. Die zweite Mannschaft trat schon morgens in Großen - Linden an, um einen Lokalkampf und Punktespiel auszutragen. Hier blieben die Großen- Lindener Sieger. Die Jugendmannschaft hatte wieder sämtliche Trümpfe in der Hand. 1900 wurde mit 3:1 geschlagen heimgeschickt. Wenn man sich überlegt, daß die Leihgesterner Jugendmannschaft vollkommen neu aufgestellt ist (6 Mann der früheren Jugend mußten ausscheiden), so ist dieser Sieg um so höher einzuschätzen. Syring lief deutschen Rekord 5000 Meter in 14:46,6 Minuten. Mit einem späten Rekord überrascht Max Syring. Der Wittenberger lief im Rahmen eines „Alleinganges" in der Deutschen Vereinsmeisterschaft, wobei der Kursächsische To. 11 655,28 Punkte erreichte, preisverteilung bei der Gechstagefahrt Im prächtig geschmückten Kurgarten von Garmisch-Partenkirchen fand am Mittwoch die Preisverteilung zur Sechstagefahrt statt, an der u. a. der Präsident der FJCM. Loughborough, Stabsführer von Bayer-Ehrenberg, Baron von Eglofs st ein und der Ehrenführer des NSKK. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha teilnahmen. Als Vertreter von Korpsführer Hühnlein begrüßte Stabsführer von Bayer-Ehrenberg die Gäste und würdigte die Leistungen der Sechstagefahrt. Fahrtleiter Dr. Stüber verlas die Namen der Goldmedaillen- Träger, von denen jeder einzelne, gleich ob Ausländer oder Deutscher, einen starken Beifall zu ver- die 5000 Meter in der Rekordzeit von 14:46,6. Die alte Bestleistung betrug 14:49,6 und stammt vom 1. Oktober 1931. Damals startete Paavo Nurmi bei einem Abend-Sportfest des SC. Charlotten- burg, und im Fahrwasser des großen Finnen gelang Syring im Licht der Tiefstrahler sein neuer Rekord, der erst nach fünf Jahren verbessert werden konnte. Die neue Bestleistung ist insofern bemerkenswert, als sie auf einer nur 333 Meter langen Bahn — Syring legte die letzte Runde in 56 Sekunden zurück — erreicht wurde. Syring startete übrigens auch in den 1500 Meter, wurde aber in 3:59,4 von Becker, der 2,2 Sekunden schneller war, geschlagen. Jenkins fährt 24-Stunden-Weltrekord Der amerikanische Automobil-Rennfahrer A. D. Jenkins unternahm bei den Salzseen in der Nähe von Bronnville im nordamerikanischen Staat Utah einen neuen Angriff aus den 24-Stunden- Weltrekord. Der Versuch glückte, und mit 247,453 Stundenkilometer verbesserte er den erst «vor 14 Tagen von dem Engländer John Cobb mit 241,658 Stundenkilometer aufgestellten Rekord ganz beträchtlich. zeichnen hatte. Anschließend überreichte der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha der siegreichen englischen Mannschaft die Jnternattonale Trophäe. Nachdem der Präsident des Organisations - Ausschusses Ewald Kroth allen denen seinen Dank ausgesprochen hatte, deren Mitarbeit zum Gelingen der großen Veranstaltung beigetragen hatte, hielt ein Vertreter der englischen Industrie eine kurze Ansprache. Er dankte für die hervorragende Aufnahme und die Gastfreundschaft Deutschlands und schloß mit einem „Hoch!" auf den Führer und den deutschen Kraftfahrsport. Unter den Klängen einer oberbayerischen Ländler-Kapelle zogen Die Teilnehmer mit den Fahnen ihrer Nationen zur Abnahmestelle, wo ein Kameradschaftsabend stattfand. Die Sieger der internationalen Mlmad-Sechsiagesahrl ZWIM ' IS v • ■ < < : Die Internationale Motorrad-Sechstagesahrt endete mit einem Sieg der Engländer, die damit die internationale Trophäe zurückholten, nachdem sie von Deutschland dreimal hintereinander gewonnen worden war. Durch das Pech Hennes kamen die Deutschen auf den zweiten Platz. England verbuchte außerdem noch einen zweiten Mannschaftssieg der Silbervasen-Mannschaft. Unser Bild zeigt die siegreichen englischen Trophyfahrer. Von links nach rechts: Waycott, Belstun und Rowley. (Presse-Bild-Zentrale-M.) Die Jugend in der Leibesübung. Am Dienstag sprach der Reichssportführer Staatsrat oonTschammerundOsten in der Reichsakademie zu den 460 Teilnehmerinnen des ersten Reichsführerinnen-Lagers . des Bundes deutscher Mädel im Friesenhaus auf dem Reichs- fportfeld. Die Rede ist um so bedeutsamer, als sie die erste nach der Verkündung des Abkommens zwischen Reichssportführer und Reichsjugendführer ist; sie eröffnet so die Wege, die zur Beseitigung der noch immer bestehenden Schwierigkeiten, das ganze Volk in der Leibeserziehung zu erfassen, führen. Der Reichssportführer erwähnte zunächst die menschlichen und seelischen Gründe, die einer restlosen Durchsetzung dieses Gedankens entgegenstehen und die vor allem in der Schwäche und Schwung- losigkeit der noch nicht für die Leibeserziehung gewonnenen Masse liegen. Nach einem eingehenden Ueberblick über den Stand der Körpererziehung in Deutschland bis 1933 und den seither geleisteten Aufbau erklärte dann von Tscharnrner und Osten: „Run ergibt sich einer zentralen Führung die Aufgabe, die Leibesübungen eines Volkes einfach zu organisieren und dabei grundsätzlich auf dem Standpunkt der Freiwilligkeit und nicht etwa einer autoritären Ordnung zu verharren. And was die Menschen von heute nicht mehr alle tun können, die sportliche Betätigung zu suchen, das tun heute schon jeder Junge und jedes Mädel von selbst — auch das ist Ausdruck der neuen Lebensauffassung der deutschen Jugend. Das war eine miserable Pädagogik, den Schwachen in die Ecke zu stellen, die gerade auf die Generation der Nachkriegszeit nicht angewendet werden darf. Und daher darf nicht allein die Bestleistung etwas gelten — unsere Arbeit muß Breitenarbeit sein und versuchen. Krankes gesund. Schwaches stark und Starkes noch stärker zu machen. Nach der vollbrachten Durchführung der Olympischen Spiele ergibt sich die neue Aufgabe, weitere Teile zu gewinnen und im Reichsbund für Leibesübungen zu erfassen, denn dieser ist nicht einÄ Organisatton um ihrer selbst willen, sondern eine solche für das ganze deutsche Volk. So gewinnt auch die kürzlich erfolgte Eröffnung der Sportstätten des Reichssportfeldes für die Öffentlichkeit ein weit bedeutsameres Gewicht. „Denn, wenn es sich um unser 65 Millionen- Dolk handelt, ist jede Organisation, die ihre Existenzberechtigung erbracht hat, und jede Einrichtung unseres Staates gut genug, um bei der Leibeserziehung dieses Volkes mitzu- wirken." In dem Schlußteil seiner Rede kam der Reichssportführer zu der Feststellung, daß die Organifa- tion der großen Jugendbewegung Deutschlands mit der Organisatton der deutschen Leibesübungen völlig konform gehen, und daß damit die einzig mögliche Basis zur Erreichung des Ziels geschaffen' sei: „Wir sind jetzt so weit, daß alle Organisationen der Bewegung die Zielrichtung ihrer körperlichen Ertüchtigungsarbeit herausgestellt und mit einer gewissen endgültigen Form ihres Programms die Einheit der gesamten körperlich- charakterlichen Erziehung einerseits und der politisch-charakterlichen andererseits hergestellt haben." Die Tatsache, daß die in solchen Lehrgängen, wie dem jetzigen, geschulten Untergauführerinnen des BdM. und die entsprechenden Führer der Hitlerjugend und im Jungvolk auch draußen in den zuständigen Stellen des Reichsbundes für Leibesübungen praktisch mitarbeiten sollen, ist schon der Anfang zur künftigen Gestaltung der Aufgabe. Geschmackvoll Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 GLORifi Buchacker Flimm Neuen Baue 11 Walltorstraße 63 5769V Lichtspielhaus Gießen Heute Donnerstag PREMIERE IDAS SCHLOSS IN IFILAVNIDIEIRN Zweischen Flandern1918 Der Schülerkreis von Eintritt frei! Ü434D Vornehm Persönlich Brühl’sche Marta Eggerths herrliche Stimme im Mittelpunkt eines dramatischen Films, der ein ergreifendes Menschenschicksal behandelt Kompl.72t Bestecke! schwer versilb ,100g Silberaufi., rostfreie Klingen,ausSolingen von derFirmaSobema M. Müller, Essen, für RM. 69- gegen bar, evtl, in Raten. Zu besieht. hier d. Vertret. Anfr. um. E. S. 13320 (5941V) a.d.Gien.Anz. Atemraubende Kraftsensation! Beiprogramm u. Ufa-Ton-Woche Zj PQLQST j Giessen- Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache oietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten schnell und zu mäßigen Preisen Heute Donnerstag: Süddeutsche Uraufführung Lose der 48. Staatslotterie bei den Gießener Staatl. 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