Montag, 24. August 1956 186. Jahrgang nr.197 Erstes Blatt Ser rote Imperialismus OieNoie Armee-der Stoßtrupp derWeitrevolution Band 18, Seite 310.) und Soldaten ersetzt. pell an e l t g e w i s s e n. Die letzten Nachrichten über den Bauernaufstand in der Ukraine, der Kornkammer Rußlands, den des Stachanowsystems und die Wut der ukrainischen Bauern, denen von den verhätschelten roten Soldaten das Korn auf den Feldern fortgenommen wird, während sie selbst dem Hungertod ins Auge sehen müssen, machen sich bereits in blutigen Revolten Luft, denen die rote Diktatur nur mit grausamer Gewalt Herr zu werden vermag. Ingermanland Ausmarschgebiet der Roten Armee gegen Westen 25000 Ingermanländer nach Sibirien deportiert und durch rote Arbeiter revolution. Sie hat die propagandistische Vorarbeit zu leisten, den Klassenkampf zu schüren, die Macht- mittel der Staaten zu zersetzen, die Autorität zu ver- Nichten, das Wirtschaftsleben lahmzulegen. Wenn auf diesem Wege der kommunistische Gedanke in einem Lande siegreich wurde, dann gilt dasProgramm Lenins: „Nach Enteignung der Kapitalisten und Organisation der sozialistischen Produktion im eigenen Lande würde sich das siegreiche Proletariat dieses Landes gegen die übrige kapitalistische Welt erheben, indem es im Notfall sogar mit Kriegs- gemalt gegen die explodierenden Klassen und ihre Staaten vorgehen würde." (Lenin, Sämtliche Werke, Blutige Hungerrevolten in der Sowjet-llkraine Hungernde Bauern und Arbeiter stürmen Proviantmagazine der Jtofen Armee. Stöcken bewaffneten Bevölkerung. Bei den Zusammenstößen wurden insgesamt auf feiten der Bevölkerung 23 Personen getütet und über 50 Personen verletzt. Auch die Truppen sollen Verluste gehabt haben. Auch in 3 s j um am Donez und im Bezirk Konotop ist es zu schweren Unruhen gekommen, weil die Armee sämtliche Lebensmittelvorräte beschlagnahmt hat, während die Bevölkerung hungert. Die Unruhen sind Ausfluß einer Stimmung, die schon seit Monaten immer mehr um sich gegriffen hat und zu schweren Gegensätzen zwischen Bauern und Arbeitern und der Roten Armee geführt hat, weil die Rote Armee als Machtinstrument der Sowjets, auf die sie sich stützen, glänzend uniformiert, bewaffnet und verpflegt wird, während es der Bevölkerung selbst am Notwendig st en fehlt. 3n Charkow wird demnächst ein großer Schauprozeh gegen 60 Bauern stattfinden, die sich weigerten, die gesamte neue Ernte an die INilitärkom- missare abzuliefern. 3nsgesaml sind in der letzten Woche etwa 2000 Bauern und Arbeiter verhaftet worden. Um weiteren Unruhen vorzubeugen, sind zahlreiche Truppenteile in der Sowjetukraine in Alarmzustand verseht worden. planmäßige Durchdringung des sowjetrusfischen Heeres mit kommunistischen Partei Mitgliedern. - Das Offizierkorps bereits rein kommunistisch. diesem blutigen Kapitel. In Europa hat die Taktik gewechselt. In Italien wehten zwar vor 14 Jahren schon die roten Fahnen von den Fabriken, doch da kam Mussolini und machte dem grausamen Spuk ein Ende. Deutschland schien der roten Pöbelherrschaft rettungslos verfallen, da räumte der Nationalsozialismus gründlich mit den Landesverrätern auf und das Volk, nachdem es einmal dieses Gift erkannt, gab dazu seine freudige Zustimmung. Da war es für die Komintern an der Zeit, sich andere Felder zu 23 Tote. Schwere Mißstimmung gegen die bevorzugten roten Truppen. Odessa, 22. Aug. (DNB.) 3n der Ukraine ist es in den letzten Tagen zu großen hunger- demonslrationen der Arbeiter und Bauern gekommen, die sich in den verschiedensten Ortschaften zusammenrotteten, vor die amtlichen Gebäude zogen und in drohender Haltung Brot und Lebensmittel verlangten. Der schlechte Ausfall der Ernte macht sich bereits überall bemerkbar. Die Lage wird aber für die Zivilbevölkerung verhängnisvoll, weil von militärischer Seile vielfach bereits auf dem Zelde das Korn beschlagnahmt wurde. So richtet sich die Erbitterung der hungernden gegen die bisher noch gut versorgte Armee. Nach hier vorliegenden Meldungen sowjelrufsischer Blätter hat in Poltawa eine aus Arbeitern und Bauern bestehende erregte Menschenmenge ü b e r - fallartig das M i l i t ä r m a g a z i n gestürmt und sich der dort lagernden Lebensmittel- Vorräte bemächtigt. Als der Orlskommandeur Militär einsehte, kam es zu einer förmlichen Schlacht zwischen den eingesetzten Truppen und der nur mit Stalin selbst von der Armee als von „einer Armee der Weltreoolution" sprach, die eine Besonderheit dieser sowjetrussischen Arbeiter, und Bauernarmee ei, so beleuchtet das zur Genüge die wahren Beweggründe, die die gegenwärtigen gewaltigen Rüstungen der Sowjetunion veranlaßt haben. Der rote Festungswall. Born Schwarzen Meer bis zum Eismeer. Die russische Stoharmee führt genau so wie in Frankreich den verhüllenden Beinamen einer „Deckungsarme e". In Wahrheit ist es eine durchaus offensive Truppe, die sich ganz ähnlich wie die französische „Deckungsarmee" auf einen ungeheuer weitreichenden Kranz von Befestigungen als tatsächliche Deckung stützt. Die einzelnen Forts dieses russischen Festungsgürtels sind scheinbar harmlose Hügel im Sumpf- und Waldgebiet. Diese „Hügel" ziehen sich von der Ostsee bis zum Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Stalin, der heutige Gebieter der Sowjet-Union, schrieb 1926 ein Buch über „Probleme des Leninismus" und sagte darin, daß die bolschewistische Revolution in Sowjet-Rußland den ersten Herd des Sozialismus im Ozean der kapitalistischen Länder bildet" und daß sie „die e r st e .Etappe der Weltrevolution und eine beleuchten die außerordentlichen Schwie- mächtige Basis für deren weitere Entfaltung ist." r i g k e i t e n , die den bolschewistischen Machthabern Programm ist der Kommunismus treu in Moskau aus der überstürzten Aufrüstung geblieben, wenn er auch seine Taktik manchmal erwachsen. Während alle Anstrengungen des Lan- geändert hat. Gleichgültig, ob er seine Stellung des auf die gewaltige Vermehrung der Rüstungen gegen Versailles als ein Werk von „Die- in den westlichen Grenzprooinzen gerichtet wer- den und Verbrechern" (wie er es nannte) oder den, muß aljes unterbleiben, was der wirtschaft- für die Erhaltung des Versailler lichen Not in den weiten Bauerngebieten Südruß-1 S y st e m s wählte, ob er den Völkerbund als lands abhelfen könnte. Die Aussicht a u f e i n e eine Einrichtung der Kapitalisten aller Länder schlechte Ernte und der offenbare Mißer-oerabscheute, oder ihm als Mitglied bei» folg des Stachanowsystems in der In- trat, ob er den Parlamentarismus bis dustrie haben die inneren Schwierigkeiten der Ro- aufs Messer an griff, oder ob er Selber z u r ten Machthaber noch vermehrt. Die Moskauer Stütze parlamentarischer Regierungen wurde I u st i z k o m ö d i e gegen führende Leute ber (roie jetzt in Frankreich): stets war sein Leitge- Trotzki-Opposition soll die Mißstimmung weiter danke das Weitertreiben der Weltrevo- Volkskreise Sowjetrußlands von den wahren Ur» (ution. hebern Ur schweren wirtschaftlichen Not ablenken. kommunistische Internationale mit ihren Sek- Aber die Berichte aus der Sowjetukraine Zeigen, ^nen in den Ländern ist der Vortrupp dieser Welt- daß sich das russische Volk heute nicht mehr so' ' - m t-:t leicht Sand in die Augen streuen läßt. Der Unwille bei den Arbeitern über die ausbeuterischen Metho- Ingermanland ... uralter Name, uraltes Volk. Durch die Jahrtausende hat es seine Eigenart, seine Sprache bewahrt. Es erlebte seine Befreiung, als nach Beendigung des Krieges die eine Hälfte dem Mutterlande Finnland angeschlossen wurde. Der andere Teil blieb bei Sowjetrußland. Obwohl Wilson den Sowjetrussen im „K a r e l i e n - A b k o m - m e n" die Verpflichtung auferlegte, die Sitten und Eigenkultur des Landes zu wahren, hat die „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" dieses Abkommen zerfetzt. Sie hat die Bevölkerung Ingermanlands den fürchterlichsten Repressalien ausgesetzt, um sie zu russisizieren. Nachdem sich aller Terror als vergeblich erwies, wird dieses Land ausgerottet. Die Bevölkerung wird deportiert, in die evakuierten Bezirke werden neue Menschen gesiedelt, „zuverlässige Parteigenossen", Komunisten aus der Krim, dem Wolgaland, aus Moskau. Vernichtet werden sollen die uralten Orts» und Landschaftsnamen, vernichtet werden soll alles, was Ingermanländisch war. Moskau hat erkannt, daß Niemand in Europa denkt daran, das Riesen- reich anzugreifen. Kein Staat von Bedeutung hat Eroberungspläne. Nur der Bolschewismus hat ein Weltprogramm, nämlich d i e Weltreoolution zur Errichtung des roten Imperalis- I m u s. Das muß klar ausgesprochen werden, damit i sich die Völker über die Lage und über ihre Ver- I anturortung im Klaren sind. Berlin, 22. Aua. (DNB.) Die „Kreuzzeitung" veröffentlicht einen Bericht des ingermanländischen Komitees in Helfingfors. Aus diesem Bericht geht klar hervor, daß Sowjetruhland zur Zeit I n - germanland als Glacis für seine militärischen Maßnahmen gegen den W e st e n ausbaut. Daher sind bereits bisher 25 000 einheimische Ingermanländer nach Sibirien und Turkestan usw. deportiert und durch „zuverlässige" Bolschewisten aus Moskau, der Krim usw. sowie durch Militärpersonen ersetzt worden. Der Bericht des ingermanländischen Komitees, der sich auf eine knappe Wiedergabe authentischen Materials über die Ereignisse der letzten Monate beschränkt, ist eine einzige, schreiende Anklage, ein eindringlicher Ap- glieder find. Bei sämtlichen Stäben der Roten Armee befinden sich politische Kommandostellen. deren Aufgabe die kommunistische Kontrolle über die gesamte Armee ist. Siefkllt die politische Verwaltung der Wehrmacht dar und ihr obliegt nicht nur die kornrnumsttsche Erziehung der Armee, sondern als besondere Aufgabe nach außen auch die Zersetzung der feindlichen heere und Zivilbevölkerungen im Knegssalle. Entsprechend diesem Aufbau der ^oten Armee besteht ihre Hauptaufgabe darin, der UBelt- revolution zu dienen! Schon d i e E r d e s « formet des Soldaten ist bezeichnend dafür sie lautet: „Ich, Sohn des werktätigen Volkes, nehme den Beruf eines Kriegers der ' und Bauernarmee auf mich und verpflichte mich, angesichts der werktätigen Klaffen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der ganzen Welt für die Sache d e s S o z i a 11 s m u s und der Verbrüderung der Volker roe» der meine Kräfte, noch mein Leben 3". lchonen. Niemand anders als Tuchatschewski bezeichnete die Rote Armee als einen Stoßtrupp der Welt- Revolution und der rote Marschall Budjonny hat Dom Sieg d e s Kommunismus in der Welt gesprochen, für den die Svwjetunwn rüste. 3n der „Prawda" wird die Rote Armee „die Armee der proletarischen Revolution penannt und wiederum Tuchatschewski hat die Reform der Armee mit dem Hinweis auf di- revolutionären Angriffskriege begründet, die durchgeführt werden müßten. Wenn schließlich Moskau, 23. Aug. (DNB.) Die ungeheuren Aufrüstungsmaßnahmen der Sowjetregierung, die in den letzten zwei Jahren Schritt um Schritt durchgeführt werden, und die die Rote Armee zu dem gewaltigsten Angriffsheer aller Zeiten gemacht haben, 'werden von den bolschewistischen Führern amtlich damit diGründet, daß die Sowjetunion „einen sicheren Schutz des Friedens" benötige. Daß dies jedoch nur e i n e P h rase ist, dazu bestimmt, das Ausland über die wahren Motive dieser außerordentlichen Rüstungen zu täuschen, geht aus dem ganzen Aufbau und der parteimäßigen Organisation des Ro- ten Heeres, sowie aus zahlreichen Aeuherungen roter Führer selbst hervor. Der rote Generalstab hat m den letzten Jahren keine Mühe gescheut, um den Kommunismus in der Armee fest zu verankern und vor allem das Verhältnis zwischen den nicht zuverlässigen Bauern und den ergebeneren Arbeitern m 6er Armee zu Gunsten der letzteren zu andern. Während die Armee noch tm Jahre 1933 19 p. Arbeiter und 71 v. H. Bauern zählte, hat dieses Verhältnis sich jetzt nach den Angaben des Mar- fchalls Tuchatschewski in 43:47 v. H. geändert. Ebenso ist die prozentuale Anteilnahme der Parteimitglieder in der Armee außerordentlich gewachsen. Tuchatschewski gab dafür die hohe Zahl von 49,3 v. H. an. Dazu kommt aller- dings noch eine beträchtliche Anzahl der m dieser Aufrechnung nicht enthaltenen Mitglieder der k o m - munistischen Jugendverbande, deren Prozentualsatz 1935 mit 24 v. H. angegeben wurde. Nahezu völlig k o m m u n i st i s ch ist das rote O f f i z i e r k o r p s, da 72 v. H. aller Regimentskommandeure, 90 v. H. aller Divisionskommandeure und 100 v. H. der Korpskommandeure Partettmt- Hinter der Propaganda aber steht d i e Rote Armee zur Sicherung der vom Kommunismus gewonnenen Positionen. Dabei kommt es nicht darauf an, die Verteidigung zu führen. In einem Lehrbuch der Roten Armee (erschienen im Staatsverlag zu Moskau 1930) ist es ganz offen gesagt: Schwarzen Meer und haben sogar in letzter „Gleichzeitig wird jeder Krieg, den der Rätebund 3eit eine Fortsetzung an der finnischen Grenze führen wird, im historisch-politischen Sinne em bis hinauf ins Lappland erfahren. Einem Verteidigungskrieg und gerecht sein, unabhänaig Bericht über ein Tankmanöver vor dieser davon, wer ihn zuerst beginnen wird." Nach diesen Fortskette entnehmen wir: „Unter der Schneedecke Grundsätzen, er st die bolschewistische Agi- ließ sich nichts Außergewöhnliches vermuten. Als tat io n in andere Staaten zu tragen, um dann sich aber die Tanks näherten, blitzte aus schier un- mit der Waffe der Roten A r m e e die zähligen Geschützen das Mündungsfeuer auf. Jede imperialistischen Ziele zu verwirklichen, hat Mos» Annäherung der Tanks war unmöglich. Die Forts kau stets gehandelt. So entzündete es am Ende des sind aus Stahl und Zement errichtet und Weltkrieges den Aufruhr in den Rand- mit Maschinengewehren, schweren (9 e» floaten mit der Absicht, auf den Trümmern des schützen und Schnellfeuerkanonen be- Bürgerkrieges die rote Fahne aufzupflanzen, so stückt. Ein raffiniert ausgedachtes Ventilationssystem griff es 1920 Polen an und marschierte bis zur hält die Befestigungen gasfrei. Ein Manöver mit Weichsel. Nicht anders im Fernen Osten: der Tankattrappen machte besonderen Eindruck. Man Ueberfall auf das selbständige, vom Völkerbund ließ sie dicht herankommen, bann aber wurden anerkannte Georgien, der Vorstoß der kommu- unterirdisch angelegte Petroleum- nistischen Revolution in China, geführt von den tanks zur Explosion gebracht, und das Agenten und Offizieren des Rätebundes, die 23er» Vorfeld der Forts war von plötzlich aufschießenden suche, die Mongolei und andere Gebiete des Flamen erfüllt." Fernen Ostens mit der Hilfe bolschewistischer Agi- I tatoren in die Hand zu bekommen, gehören zu ©iebener Familienblatter Grundpreise für 1mm hohe Heimat im Bild - Die Scholl« B ■ M Ä III ■ ■ H ■ M II I M ■ für Anzeigen von monat$.Be5ng$pret$: ■ ■ ■ ■ SLZ ■ ■ WZ ■ X ■ ■ ■ WZ ■ ■ ■ Wf B Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM.1.95 W V ■ ■ ■ ■ ■ K Ml ■ Jk JS Q ■ M W W B B anzeigen von70 mm Brette 8SN": 's K/IVIIVHV4 ▼vllJVIHVI iWSWWS infolge toterer (Bemalt _ „ - - .. < < Stellen., Vereins., gemein- Seneral-Anzeiger für SberWen "chten: feiger Siehe« I behördliche Anzeigen 6Rpf. grannurt am main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Uulverfitatr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lauge lv Sichen. Schristlettuug und SeschSftsftelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschiusie Staffel b suchen und anderer Mittel zu bedienen. Auf einmal । ist man sehr „demokratisch' geworden, man schließt das nicht möglich ist, solange die Ingermanländer I Bündnisse mit den Gewerkschaften in Frank- leben. Infolgedessen ersann man andere furchtbare reich und Belgien, sucht an die Macht zu kom- Mittel. Am 3. Mai 1936 erhielten 90 Familien in men und diese Macht auszunutzen. Der Streik in Korkeamaa und 75 in Kirjasalo den Befehl, ihre Frankreich hätte sicher ein Warnungszeichen für die Heimat zu verlassen und sich mit allem, was sie Staaten des Westens sein können. Die grauenvollen mitzunehmen wünschten, in der Eisenbahnstation Ereignisse in Spanien müßten die Welt vollends Vaskela einzufinden. Dort wartete ein Zug auf die aufrütteln. Das ist aber durchaus nicht der Fall, vielhundertköpfige Menge der Deportierten. Wie Die Marxisten in England und Frankreich haben zum Hohn trugen die Wagen die Aufschrift: „Frei- noch immer Sympathien für die Moskauer, obwohl willige Kolonisten". Der Zug brachte fie her Bolschewismus bei der Vernichtung feiner poli- nach Südostrußland, wo sie angesiedelt tischen Gegner noch niemals einen Anhänger der werden sollen. Zwischen dem 27. April und dem Amsterdamer Internationale geschont hat. 6. Mai wurde der Bezirk Lempaala geräumt. Ins- Die Strategie und Taktik der bolschewistischen gesamt 17 5 Familien ro u r den so r t= Revolution, wie die Kriegslehre des Kommunismus geschafft, und zwar alle ,mlcht zuverlässigen Grurckilagen einer ausgesprochenen © e • Einwohner aus Lavosenmaki, Mustila, üappalais» waltpolitik. Ihr Machtinstrument ist die Rote mäfi und Myllymäki. Armee. Für diese Armee haben die Sowjets unschön die ersten 3 ult tage bewiesen, daß ge^eure Gelder ausgegeben, unter ausgesprochener Moskau „ganze Arbeit" leisten will. Zu- Vernachlässigung aller sonstigen sozialen und kultu- nächst wurde die gesamte restliche Ur- reden Verpflichtungen eines modernen Staates, beoölferung des Lempaala-Difirikts de- Von 1928 bis 1936 haben sich d i e Rüftungs- portiert Die Räumung des gesamten ausgaben verzwanzigfacht! Durch die Aeva-Gebiets steh! bevor! Nur kurze Zeil Herabsetzung der Dienstpflicht vom 21 auf bas 19. standen die Dörfer und Städte leer. Dann Lebenswahr verstartt stch das stehend-Heer auf rund ’ _ _ , , _ , y . , - 50 v. H. und erreicht rund 2 Millionen Mann. Die kamen Zuge an, Kolonnen marsch, rten ,n das ^sgebildeten Reserven betragen schon jetzt über Land, Arbeiter, Soldaten. Und allesamt. Aus- I ig Millionen Mann und werden entsprechend gewählte, zuverlässige Bolschewi- steigen. Das gesamte öffentliche Leben, die Iugend- k e n. Schon haben sie begonnen, große erziehung, die Wirtschaft, der Verkehr und die Straßen zu bauen. Schon ist ein Heer Finanzen des Rätebundes sind in den Dienst technischer Sachverständiger gekom- |be5 roten Militarismus gestellt. men. Gleichzeitig ist die Armee der GPU.- Agenten, die hier allezeit ein besonders dichtes Netz hatte, verdoppelt worden. Man hat die 3ngermanländer nicht umsonst zum Tode verurteilt. 3ngermanland — das ist d i e Grenze gen De st en. Und hier entsteht nun der Sowjetwatl! 16 Todesurteile in der MoskauerIustizkomödie gegen Angehörige der Trotzki-Opposition. befindlichen Panzerschiffe „Deutschland" und „Ad. miral Scheer" und die Torpedoboote „Leopard" und „Luchs" werden nach erfolgter Ablösung im Laufe des 26. August den gemeinsamen Rückmarsch an- treten. Keine Rebellen. Moskau, 24. Aug. (DRV.) Der Millkär- g e r i ch t s h o f fällte am Sonntag gegen Mitternacht das Urteil gegen Sinowjew und Genossen, die wegen angeblicher Verschwörung vor Gericht standen. Alte 16 Angeklagten wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das letzte Wort der Verurteilten. Nach der Anklagerede des Staatsanwaltes hatten am Samstag die Angeklagten das letzte W o r t erhalten. Anstatt sich zu verteidigen oder die ideologischen Beweggründe der ihnen zur Last gelegten politischen Verbrechen anzugeben, übertrafen sich die Angeklagten gegenseitig in unterwürfigen Schuldbekenntnissen. Die Angeklagten bezeichneten sich selbst als g e - mein st e Verbrecher und Verräter, nannten sich gegenseitig „räudige Hunde" und „Faschisten" und brachten es schließlich so weit, s o - gar Treuebekenntnisse z u Stalin auszusprechen! Der Angeklagte Reingolz bezichtete die übrigen Angeklagten, vor allem Sinowjew und Kamenew gemeinster Verbrechergesinnung und bedachte Trotzki mit Schimpfworten wie Räuber, Bandit und Mörder. Man konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, daß Reingolz bei der Durchführung feiner Rolle des Guten etwas zu viel tat. Nur so ist es zu erklären, daß er den kürzlich entlassenen Vizepräsidenten der sowjetrussischen Staatsbank Arkus beschuldigte, auf Wunsch und unter Mitwirkung Kamenews im Ausland einen Goldfonds geschaffen zu haben zur Unter st ützungder weltrevolutionären Umtriebe Trotzkis. Bei der Errichtung dieses Fonds habe der ehemalige sowjetrussische Handelsvertreter in Paris Tumanow als Mittelsmann mitgewirkt. Durch diese sensationelle Enthüllung werden die mehrfach aufgetretenen Gerüchte bestätigt, daß Trotzki und die Vierte Internationale in Moskau finanzielle Unterstützung gefunden haben. Kamenew, der ruhiger und gefaßter sprach als die anderen, bezeichnete seinerseits auch den Strafantrag des Staatsanwaltes als „gerecht und h i l l i g", jedoch nicht ohne unter Tränen „die Großzügigkeit Stalins", dem er nach dem Leben getrachtet habe, zu rühmen. Die Art und Weife, wie Sinowjew und Kamenew zweifellos in der Absicht, damit die Abwendung des Todesurteils zu erreichen, mit theatralischem Fanatismus Trotzki und den „internationalen Faschismus" und Nationalsozialismus beschimpften, zeigte die politischen Grundtendenzen des Prozesses erneut in grellem Licht. Trotzkis Weg, so sagte Kamenew, führe über die Berge von Leichen der Führer der bolschewistischen Partei und des Sowjetstaates, aber es werde ihm nicht gelingen, ihn zu beschreiten, denn durch den gegenwärtigen Prozeß sei Trotzki nicht nur vor den Werktätigen der Sowjetunion, sondern auch vor der revolutionären Bewegung der ganzen Welt als „faschistischer Agent" entlarvt. Sinowjew blieb nicht zurück hinter Kamenew mit seinen Anklagen gegen Trotzki, den er, oft zum Publikum gewandt, mit dem höchsten Aufwand seiner dünnen Fistelstimme den „Propagandahebel der faschistischen Kampforganisation gegen die Sowjetunion, gefährlicher als der Zarengeneral Denikin und der Emigrantenführer Miljukow" nannte, natürlich gleichfalls in der Hoffnung, sich damit das Leben zu retten. Als einziger unter den Angeklagten und „Angeklagten" fiel der alte Trotzkist und frühere Volkskommissar Smirnow aus dem Rahmen dieses ekelhaften Schauspiels. Er allein deutete wenigstens die Gründe an, die ihn zur Opposition gegen den Stalin-Kurs veranlaßt hätten, nämlich die „schweren Zeichen in der Ukraine 1932" (worunter d i e Hungerkatastrophe zu verstehen ist), das überstürzte Tempo der Zwangskollektivierung, die er mit Recht die „Oktoberrevolu- tton auf dem Lande" nannte. Er bekannte sich der heimlichen Verbindung mit Trotzki und der terroristischen Absichten gegen die Parteiführung schuldig, lehnte aber jede Verantwortung für die Geschehnisse ab, die sich in den 3 V2 Jahren seiner Haft (!) abgespielt hätten. Auch ließ er keinen Zweifel darüber, daß er an Terroraktionen und Attentatsversuchen, die nach 1933, d. h. nach dem endgültigen Sieg des Stalin-Kurses, angeblich unternommen wurden, nicht glauben könne. Die „Angeklagten" O l b e r g und Baermann, ließen auch in ihrem letzten Wort keinen Zweifel darüber bestehen, was sie eigentlich sind: Bürger der Republik Honduras. Olberg gestand eifrig ein, erst in dem Prozeß die Fluchwürdigkeit seiner Verbindung mit Trotzki und mit „der deutschen faschistischen Geheimpolizei" erkannt zu haben, während der Trotzkist Golzmann keine andere Formel für die Erstehung der Gnade mehr fand als die Aeußerung, daß der wirkliche Führer der auf der Anklagebank sitzenden Mörderbande in einem anderen Lande zu suchen sei und Trotzki heiße! Von den „Angeklagten", den Namensvettern Nathan und Moises Lurje, hielt Moises alias Emil Alexander noch einmal eine schwungvolle Rede. In ekelhafter Pose und sichtlich bemüht, die Unscheinbarkeit seiner abstoßenden äußerlichen Erscheinung durch höchsten Stimmaufwand auszugleichen, wetterte er, ganz in der Rolle des Staatsanwaltes gegen Trotzki, Sinowjew und Kamenew. Er nannte sie „feige M ö r d e r b a n d e", die „ihre Unteroffiziere", wie z. B. ihn, sogar noch in dem gegewärtigen Prozeß verraten hätten, obwohl sie diese in die Arme des Faschismus und der Ge st apo getrieben hätten. Schließlich bat er in Anbetracht seiner früheren Verdienste um die KPD. das Gericht um Gnade, ter W a - gajan und Fritz David bekannten ebenfalls unter Tränen ihr Verbrechen des „faschistischen, weißgardistischen Terorisrnus" und verfluchten in dem feststehenden Prozeßritus den „Oberfaschisten" Trotzki. Fritz David, alias Kruglanfki verherrlichte das „glückliche Leben" und die Errungenschaften der Sowjetunion unter Tränen der Regung, so daß gar nicht mehr zu begreifen war, weshalb er vor wenigen Jahren nach der Sowjetunion gekommen war, um Stalin vor dem vorjährigen Kominternkongreß zu erschießen. Am Sonntag war der Prozeß, der als abstoßendstes und ekelhaftestes Schauspiel der menschlichen Erniedrigung in die Geschichte eingehen wird, zu Ende. Selbstmord Tomskis. M 0 s k a u, 23. Aug. (DNB.) Einer amtlichen Verlautbarung zufolge hat der Leiter des sowjetrussischen S t a a t s v e r l a g e s Tomski am Samstag in seiner Villa Selbstmord begangen. Tomski war im Verlauf des Verhörs in dem Moskauer Prozeß be schuldigt worden, Verbindung mit den „gegenrevolutionären Terroristen" TrotzkiundSinowjew gestanden zu haben. Neuer Bruch des Geerechts durch MadriderRegierung Marxistischer Kreuzerkommandant wegen Durchsuchung eines britischen Handelsschiffes zur Entschuldigung gezwungen. London, 23. Aug. (DNB.) Der britische 1400 Tonnen große Dampfer „G i b e l Zerjon", der im Fracht- und Passagieroerkehr zwischen Gibraltar und Marokko verwendet wird, ist auf hoher See, zehn Meilen von Melilla entfernt, von einem Kriegsschiff der Madrider Regierung an geh alten und durchsucht worden. Das Schiff hatte am Samstagmittaa Gibraltar verlassen und ist noch nicht an seinem Bestimmungsort, dem spanischmarokkanischen Hafen Melilla eingetroffen. Die britischen Behörden in Gibraltar haben den Panzerkreuzer „R e p u l s e" angewiesen, sofort in Richtung Melilla auszulaufen, um den englischen Dampfer in sicheres Geleit zu nehmen. „Repulse" lief gefechtsbereit in Richtung Melilla aus, in kurzem Abstand gefolgt von dem Flottillenführerschiff „C 0 d r i n g t 0 n". Die „C 0 dringt 0 n" hat am späten Sonntagnachmittag den spanischen Kreuzer „Miguel de Cervantes" getroffen, der ben britischen Frachtdampfer „Gibel Zerjon" angehalten hatte. Der Kommandant der „Codrington" ist an Bord des spanischen Kreuzers gegangen und hat gegen die spanische Einmischung in die britische Schiffahrt außerhalb der spanischen Hoheits-gewässer protestiert, worauf sich der Kapitän der „Miguel de Cervantes" entschuldigt hat. Inzwischen war auch der Panzerkreuzer „Repulse" in Sicht gekommen. Nach der formellen spanischen Entschuldigung sind die britischen Kriegsschiffe in Richtung Gibraltar abgefahren. Der Kapitän der „G i b e l Z e r j 0 n" ist davon unterrichtet worden, daß er seine Fahrt nach Belieben fortsetzen könne. Er ist zur Zeit in Melilla mit dem Löschen seiner Ladung beschäftigt. Er hatte keinerlei Munition an Bord. Der Kapitän hatte vor der Abfahrt von Gibraltar Schwierigkeiten mit der Mannschaft, die hauptsächlich aus Spaniern bestand, -die nicht nach Melilla fahren wollten. Die Spanier wurden dann durch britische Seeleute ersetzt. Der spanische Regierungskreuzer „Miguel de Cervantes" hatte in Malaga von Geheimagenten aus Gibraltar Nachricht über Fahrt und Ziel der „Gibel Zerjon" erhalten und sich dann in der Nachbarschaft Melillas auf die Lauer gelegt. „Daily Telegraph" schreibt: Da weder eine formelle Kriegserklärung von irgendeiner der beiden kämpfenden Parteien in Spanien noch eine Blockadeverhängung vorliege, sei das Anhalten fremder Kauffahrteischiffe außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer ungesetzlich. Wenn in Zukunft ein spanisches Kriegsschiff bei einer Einmischung oder Belästigung eines britischen Kauffahrteischiffes auf hoher See getroffen würde, würden britische Kriegsschiffe unter Feuerandrohung den Rückzug der spanischen Schiffe erzwingen. Die britische Regierung sei sicher bereit, an allen Küsten das Recht der freien Schiffahrt auf hoher See aufrechtzuerhalten. Der „Kamerun"-Fall eine Piratentat Bemerkenswerte Pariser Stimmen. Paris, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) In einem warnenden Artikel des Mitgliedes der französischen Akademie Claude Farrere im „Journal, der entschieden für eine strenge Neutralität Frankreichs eintritt, findet sich folgende Beurteilung des Vorgehens sog. spanischer Regierungs- flottenstreitkräfte gegen den deutschen Dampfer .Kamerun": Es habe sich um eine glatte Piratentat gehandelt, ja noch schlimmer, bevor der fpanifdje Kreuzer in der skandalösen^Weise ein jedem bekanntes und von jedem zu achtendes internationales Gesetz übertrat, hatte seine Besatzung den Befehlshaber und d i e S t a b s 0 f f i z i e r e des Schiffes abgesetzt und ausgebootet oder niedergemetzelt. Die internationalen Marinevorschriften setzten nun aber fest, daß jedes Schiff, an dessen Bord eine schwerwiegene Disziplinwidrigkeit vorgekommen ist, bereits als Piratenschiff gilt. Der spanische Kreuzer, der die „Kamerun" anhielt, sei also ein P i r a t e n s ch i f f, und schon wegen dieser Tatsache hätten die in den spanischen Gewässern anwesenden deutschen Schiffe sich im Recht befunden, wenn sie ohne vorherige Warnung auf dieses Piratenschiff geschossen hätten. Französische Marxisten hetzen weiter. Jouhaux fordert Unterstützung Madrids. Paris, 23. Aug. (DNB.) Auf einer Massenkundgebung der marxisttschen Gewerkschaft i n Lille hielt der Generalsekretär des marxistischen Gewerkschaftsbundes, Jouhaux, vor etwa 100 000 Teilnehmern eine Ansprache. Er überbrachte die „brüderlichen Grüße" derjenigen, die in Spanien kämpften, um „dem blutigen Faschismus den Weg zu versperren". Ein Arbeiter könne in diesem Kampfe nicht neutral bleiben. Die französische Regierung müsse dafür sorgen, daß der Faschismus Europa und die Welt nicht in ein großes Blutbad verwandele. „Wir Bürger der Weltdemokratie dürfen angesichts des Kampfes hinter den Pyrenäen nicht gleichgültig bleiben. Indem wir den Kampf unterstützen, unterstützen wir den Frieden, der erschüttert sein würde, wenn der Rebell Franco siegte. Wir werden der spanischen Republik die Mitwirkung unseres Herzens, unseres Geistes und unseres ganzen Seins zu geben wissen." Sechs Bischöfe ermordet. Rom, 22. Aug. (DNB.) Bei den Verfolgungen der katholischen Geistlichkeit in Spanien durch die roten Mordbanden wurden bis jetzt fünf B i - schöfe ermordet. Es sind dies die Bischöfe von Jaen, Lerida, Segovia, Siguenza und Barbastro. Der Bischof von Siguenza wurde bei l e b e n d i - gemLeibeverbrannt. lieber den Verbleib des Bischofs von Barcelona fehlt jede Nachricht. Dagegen steht fest, daß der Madrider Bischof und der von Toledo in Sicherheit sind. — Wie Havas aus Burgos berichtet, soll auch der Kardinal-Erzbischof von Tarragona, Vidal y Barraquer, von Miliz- soldaten in Barcelona ermordet worden sein. Die spanische Fremdenlegion. Im spanischen Bürgerkrieg spielt als Hauptgruppe der Militärpartei die Fremdenlegion eine hervorragende Rolle, aber sie ist nicht zu verwechseln mit der französischen Fremdenlegion, die sich zum größten Teil aus Ausländern rekrutiert. Die spanische Fremdenlegion trägt nur deshalb ihren Namen, weil auch Ausländern der Dienst in ihr offen ist, jedoch besteht sie zu 90 v. H. aus altgedienten Soldaten der spanischen Heimatarmee, die nach ihrer Dienstzeit in den „Tercio" eintreten. Dieser Name war die Bezeichnung des berühmten spanischen Fußvolkes im 16. und 17. Jahrhundert und die Fremdenlegion hält die Tradition insofern aufrecht, als an ihrem Kragen heute noch die Abzeichen der alten Waffen sichtbar sind. Diese Fremdenlegion umfaßt in Spanisch-Marokko ungefähr 10 000 Mann, dazu kommt fast die gleiche Ziffer der Eingeborenen- Truppen und endlich die in Spanisch-Marokko stationierte reguläre Armee, die doppelt so groß ist wie die Fremdenlegion und die Eingeborenen-Truppen zusammengenommen. Es war den Generälen in Spanisch-Marokko gelungen, diese Truppen fern vom Parteienstreit zu halten und ihnen einen nationalen Geist einzuflößen, der _ im Bolschewismus seinen Todfeind sieht. So ist es erklärlich, wenn die Truppen in Spanisch-Marokko, und nicht nur die Fremdenlegion, die Fahne für ein nationales Spanien erhoben und sich anschickten, durch den Sprung auf die Halbinsel den Bolschewismus zu vernichten. Uebrigens sind auch die Eingeborenen- Truppen den Spaniern insofern keine landfremde, als sie sich aus den Kabylenstämmen rekrutieren, deren Vorfahren als Mauren bis zur Eroberung Granadas Ende des 15. Jahrhunderts Südspanien in Besitz hatten und eine reiche Kultur entwickelten. Zum Teil finden sich unter diesen Eingeborenen hochgewachsene blonde und manchmal sogar blauäugige Gestalten. Die Erhebung in Spanisch- Marokko war deshalb einheitlich, weil dort jeder Anlaß zu Parteistreitigkeiten fehlt. Wenn also der Kürze halber in den Berichten von Fremdenlegionären gesprochen wird, dann muß man sich nicht nur die eigentliche aus Spaniern bestehende Fremdenlegion, sondern auch die regulären Truppen in Marokko und die Eingeborenen-Regimen- ter darunter vorstellen. Spanien selbst hatte mit den Kanarischen Inseln und den Balearen außer den Truppen in Marokko ein stehendes Heer von acht Infanterie-Divisionen und einer Kavallerie-Division mit einer Gesamtstärke von etwas über 100 000 Mann. Davon scheinen zur Militärgruppe gestoßen zu sein große Teile der II. Division in Sevilla, der V. in Saragossa, der VI. in Burgos, der VII. in Valladolid und VIII. in C 0 runa. Die I., III. und IV. Division scheinen im wesentlichen an der Seite der Volksregierung geblieben zu sein, zumal sie in Madrid, Valencia und Barcelona schon von vornherein unter dem Mißtrauen der Linksregierung stand, deshalb schärfer bewacht und die gegnerischen Offiziere beobachtet wurden. Teile dieses Offfizerskorps, der Unteroffiziere und Mannschaften, die sich bei der Erhebung für die Militärpartei erklärten, wurden vernichtet. Ueber- dies rekrutieren sich die Soldaten gerade dieser Divisionen aus den anarcho-syndikalistischen, kommunistischen und marxistischen Elementen, und sie sind wesentlich durch die Volksbewaffnung verstärkt worden, die die Linksregierung bis herab zur Bewaffnung der Frauen und Mädchen im Kampf gegen die Militärgruppe durchführte. Insgesamt dürfte die Militärpartei vielleicht über 70 bis 80 000 Mann verfügen, denen zahlenmäßig stärkere Gruppen der Linksmiliz und die Reste des alten Heeres gegenüberstehen. Oie Ablösung der deutschen Seestreitfrciffe. Berlin, 23.2Iug. (DNB.) Das Oberkommando der Kriegsmarine teilt mit: Die bisherige Nord- gruppe der deutschen Seestreitkräfte in Spanien: Kreuzer „Köln" und die Torpedoboote .Seeadler" und „Albatros" sind im Laufe des 13. August von dem Kreuzer „Leipzig" und den Torpedobooten „Jaguar" und „Wolf" ab gelöst worden und haben die Heimreise angetreten. Die zur Zeit noch im Mittelmeer Protest der nationalen Bewegung. H e n d a y e, 22. Aug. (DNB.) Die Pressestelle des nationalen Dertetdigungskomitees in Burgos veröffentlicht einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: „Verschiedene ausländische Zeitungen fahren fort, die Millionen Spanier, die sich in Waffen gegen die Madrider Regierung erhoben haben, als Re» bellen oder Insurgenten zu bezeichnen. Eine derartige Benennung ist ungerecht, ungenau und beleidigend für jene Millionen Spanier, die vereint und ohne Unterschied der parteipolitischen Zugehörigkeit gegen die Tyrannei der sogenannten Madrider Re- gierung kämpfen, die unter einer gesetzlichen Maske die ungeheuerlichsten Verbrechen begeht und einen verächtlichen Despotismus durchführt. Diese fogenannte Regierung hat zu ihrer Verteidigung d i e Verbrecher bewaffnet, die zu diesem Zweck aus den Gefängnissen und Zuchthäusern ganz Spa- niens herausgelassen worden waren. Die Zahl unerhörtester Verbrechen, die von jenen Horden begangen worden sind, ist gewaltig. Bei jenen Leuten herrscht eine Mischung von Sadismus, antireligiösem Furor und einer wilden Grausamkeit, die sogar die kriegsgewohntesten Soldaten überrascht und erschüttert. Diejenigen, die diese verbrecherischen Untermenschen bekämpfen, Rebellen oder Insurgenten zu nennen, heißt den legalen Formalismus ins Extrem übertreiben oder mit Absicht den Konflikt verschleiern, damit das Ausland Nicht seinen wahren Charakter kennenlernt. Vombardierung der Madrider Flughäfen? Paris, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Havas meldet aus Valladolid, 21 Flugzeuge der Mi- litärgruppe hätten am Sonntagnachmittag Madrid überflogen und diebeiden Flugplätze Getafe und Cuatro Dientos bombardiert. Die Regierungsflugzeuge hätten sich nicht sehen lassen, lieber den Stadtteilen, in denen sich d i e Kasernen sowie Unterkünfte der Milizen befinden, seien zahlreiche Bomben abgeworfen worden. Die Bombenwürfe seien als Vergeltung für die Beschießung und Bombardierung offener Städte durch die Regierungsstreitkräfte aufzufassen. Amerikanische Kommunisten für den spanischen Bolschewismus. Bolschewistische Radauszenen bei der Abfahrt der „Bremen". N e u y 0 r k, 22. Aug. (DNB.) Wie sich die Bolschewiken in der ganzen Welt in die Hände arbeiten, zeigt in vollster Deutlichkeit die Tatsache, daß bei der Abfahrt des Dampfers „Bremen" aus dem Neuyorker Hafen in der Nacht zum Samstag die Neuyorker kommunistischen Organisationen wieder einmal Radauszenen an Bord veranstalteten. Etwa 150 Bolschewisten hatten sich unter die Verwandten und Angehörigen der Passagiere gemischt, die sich zum Abschiednehmen an Bord begeben hatten. Dies wurde u. a. auch dadurch ermöglicht, daß die polizeilichen Maßnahmen, die anläßlich des Flaggenzwischenfalls im. vorigen Jahre eingerichtet worden waren, nicht mehr in gleicher Strenge durchgeführt werden. Auf ein Zeichen hin begannen dann die Tumulte. Die Besatzung schritt sofort mit Unterstützung der Ortspolizei ein, und es gelang auch, den größten Teil der bolschewistischen Unruhestifter nach kurzem Handgemenge von Bord zu befördern. 12 Weiber jedoch hatten sich mit Stricken und Schlössern an die Reeling angeschlossen. Sie trugen weiße Wollsweater mit antideutschen Inschriften, mit ein Beweis dafür, daß das Ganze von langer Hand systematisch vorbereitet war. In kurzer Zeit waren sie jedoch durch die Besatzung von ihren Fesseln befreit und der Ortsp 0 li- zei übergeben, die sie dem Polizeigefängnis einlieferte. Die 12 Kommunisten, 8 Frauen und 4 Männer, sind dem zuständigen Neuyorker Polizeigericht vorgeführt worden. Die Anklage lautete auf „Unordentliches Betra- g e n". Alle Verhafteten erklärten bei ihrer Vernehmung, v 0 llständig unschuldig zu fein. Sie wurden ohne Bürgschaftsleistung von dem Polizeirichter aus der Haft entlassen und für den 27. August zu einem neuen Verhör vorgeladen. Wie von der Neuyorker Hapag-Lloyd-Agen- tur betont wird, hat die Polizei bei dem Zwischenfall in jeder Hinsicht ihre Pflicht getan. Strategische Bahnbauten in der Tschechoslowakei. Große Unruhe in der Bevölkerung. Brünn, 22. Aug. (DNB.) Durch die andauernden umfangreichen strategischen Straßen- und E i s e n b a h n b a u t e n in der Tschechoslowakei wird in die Bevölkerung eine ft arte Unruhe getragen, da sie ihr Land bereits a l s Aufmarschgebiet und zukünftigen Kriegsschauplatz sieht. Hierzu tragen vor allem die Begleitumstände bei, unter denen sich die Arbeiten vollziehen. Die Vermessungsarbeiten für eine geplante viergleisige durchgehende Eisenbahn st recke vonMohilew in Sow- jetrußland über Tschernowitz in Rumänien nach Sighit in der Tschechoslowakei werden von einer Kommission geleitet, bei der sich russische Offiziere in Uniform befinden. Es handelt sich hierbei um die Absicht, Rußland und die Tschechoslowakei ohne Berührung Polens über rumänisches Gebiet durch eine neue großzügige Bahnlinie zu verbinden. Durch die Vermessungsarbeiten soll die Richtung der Eisenbahnlinie festgelegt werden, wobei die bereits vorhandene Strecke Mohilew-^-Tschemowitz auch weiterhin aus- genutzt werden würde. Auch die Militärflugplätze, die im Walde versteckt in immer größerer Zahl angelegt und von der Bevölkerung oft nur durch Zufall entdeckt werben, tragen zur allgemeinen Beunruhigung bei. Eröffnung der 24. Deutschen Ostmesse. Königsberg, 23. Aug. (DNB.) Am Sonntag wurde durch den Gauleiter und Oberpräsidenten Erich Koch die 24. Deutsche Ostmesse eröffnet. Der Oberpräsident gab einen eindrucksvollen Aufriß von der machtvollen Aufwärtsentwicklung Ostpreußens seit der Machtübernahme. Vorher seien in Ostpreußen mehr als ein Fünftel aller Arbeiter ohne Lohn und Brot gewesen. Heute laute die Frage, wie die Arbeitskräfte beschafft werden könnten, die notwendig seien, um Die großen Aufgaben der Gegenwart durchzuführen. Die Schwierigkeiten der Ernteeinbringung seien nur bewältigt worden, indem alle Volksgenossen in Ostpreußen mitgeholfen hätten. Während früher und 20 000 Menschen jährlich aus Ostpreußen abgewundert seien, sei Ostpreußen jetzt e i n Land der Zuwanderung geworden, es könnten auch weiterhin in jedem Jahre Volksgenossen aus dem Reiche nach Ostpreußen kommen, um hier Arbeit zu finden. So seien u. a. seit der Machtübernahme in Ostpreußen rund 102 000 Hektar der landwirtschaftlichen Fläche meliorisiert worden, im Jahresdurchschnitt vor der Machtübernahme nur 5000 Hektar. Noch seien etwa 980 000 Hektar aufzuarbeiten. Der Butterversand sei 1935 um 45 000 Zentner, der Käseversand um über 100000 Zentner gestiegen. Auch der Königsberger Hafen weise eine starke Steigerung seiner Umschlagszahlen auf. Die jüngst abgeschlossenen Handelsabkommen mit den Staaten des Ostens könnten sich gerade auf der diesjährigen Messe voll auswirken. Ostpreußen wolle durch seine Ostmesse der ehrliche Makler sein zwischen der deutschen Wirtschaft und allen denjenigen Ländern, die mit ihm in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung gesunde Geschäftsbeziehungen anknüpfen wollen. Deutschland lehne den Wirtschaftsimperia- lismus entschieden ab und strebe wirtschaftliche Beziehungen an, die auf dem Grundsatz der Gegenseitigkeit beruhen. Unter Hinweis auf die furchtbaren Zustände in Spanien erklärte der Gauleiter unter großem Beifall, daß wir es unserem Führer Adolf Hitler verdankten, wenn das deutsche Volk von diesem Fieberschauer der Welt nicht erfaßt werde. Dessau-Afrika im Ohnehalt-Flug. Oer Marxismus konspiriert in aller Welt. Aufschlußreicher Bericht der englischen Gewerkschaften über Einmischungsversuche in Deutschland, Oesterreich und Italien. In London hatdieLeitungderenglischen Gewerkschaften soeben ihren Jahresbericht veröffentlicht, einen Bericht, der so aufschlußreich ist, daß sich die öffentliche Meinung nicht nur in Enaland ausgiebig damit beschäftigen muß. Die englischen Gewerkschaften sind zwar nicht die Labour Party schlechthin, denn der Labour Party gehören auch Schichten an, die in den Gewerkschaften nicht vertreten sind, aber die englischen Gewerkschaften sind von großem Einfluß, zumal sie die Niederlage, die ihnen 1926 die nationale Regierung beibrachte, zunächst in dem verlorenen Generalstreik, sodann in dem ebenfalls verlorenen Grubenarbeiterstreik, überwunden haben Früher war es ein gewisser Vorzug der englischen Gewerkschaften, nicht unbedingt marxistisch eingestellt zu fein, was sich auch im großen Kriege zeigte, in dem es gewisse Führer der englischen Gewerkschaften waren, wie Havelock Wilson, die maßlos gegen Deutschland hetzten. Aber die Verseuchung durch den Marxismus hat nach dem Kriege große Fortschritte gemacht, so daß der Generalstreik von 1926, mehr aber noch der Grubenarbeiterstreik im gleichen Jahre nicht nur vom marxistischen Angriffsgeist, sondern zum Teil sogar von kommunistischer Wildheit getragen waren. Moskau hatte damals sogar für die streikenden englischen Bergarbeiter öffentliche Sammlungen veranstaltet, was die öffentliche Meinung in England ergrimmt und erbittert feststellen mußte. Diese englischen Gewerkschaften beginnen nun der britischen Regierung höchst lästig zu werden. Aus dem Jahresbericht geht nämlich hervor, daß die englischen Gewerkschaften Einrichtungen getroffen haben, um in solchen Ländern, die mit Marxismus und Kommunismus fertiggeworden sind, unterirdisch wühlen zu können, Die Worte „unterirdisch wühlen" finden sich in dem Jahresbericht mit ausdrücklichem Hinweis auf Deutschland, was den Schluß zu- läßt, daß sich nun auch die englischen Gewerkschaften daran beteiligen, der halbwegs verkrach - ten Zweiten Internationalen wieder auf die Beine zu helfen. Wenn die englischen Gewerkschaften in ihren eigenen Jahresberichten zurückblättern, so werden sie darauf stoßen, daß sie mehr als einmal darauf bestanden haben, gerade die deutsche Arbeiterschaft sozial und wirtschaftlich, also auch politisch unter Druck zu halten. Das geschah z. B. 1924, als die Gewerkschaft der britischen Grubenarbeiter unter Füh - rung des später so berüchtigten Kommunisten Thomas Cook forderte, die rechtswidrige Ruhrbesetzung durch die Franzosen müsse zum Vorteil und zum Nutzen des englischen Bergbaues aufrecht erhalten bleiben. In der Zeit der Ruhrbesetzung gab es nämlich für den englischen Bergbau eine Hochkonjunktur, von der auch für die englischen Grubenarbeiter in Form hoher Löhne Einiges abfiel. Um diese verhältnismäßig hohen Löhne beibehalten zu können, forderte die Gewerkschaft der britischen Grubenarbeiter die Aufrechterhaltung der Ruhrbesetzung, also auch die Zerstörung des Ruhrbergbaues, also auch die so- ziale Vernichtung der Bergarbeiterschaft in Rheinland und Westfalen. Es ist merkwürdig, daß die britischen Gewerkschaften glauben, sich nun in Deutschland unterirdisch betätigen zu können, also in einem Lande, das, solange es marxistisch regiert wurde, gerade von den britischen Gewerkschaften Nackenstöße über Nackenstöße einstecken mußte. In welchen Ländern auch immer der Marxismus die Gewerkschaften verseucht hat, in keinem anderen Lande als in Deutschland hat es einen Beweis dafür gegeben, daß der Marxismus die Gewerkschaften zur internationalen Gemeinbürgfchaft erzieht. Die deutschen Gewerkschaften waren früher einfältig und töricht genug, für die Genossen in anderen Ländern zu sammeln; aber während des Ruhreinbruchs, als die Arbeiterschaft im Ruhrgebiet nicht nur sozial und wirtschaftlich schwer litt, siel es keiner Gewerkschaft im Auslande ein, auch nur einen Finger für die Arbeiterschaft im Ruhrgebiet zu rühren. Deutschland, Italien und Oe st erreich, die im Jahresbericht der britischen Gewerkschaften als die bevorzugten Angriffsziele für die unterirdische Wühlarbeit bezeichnet werden, sind Länder, in denen nicht nur eine gesetzmäßige Regierung besteht, sondern auch eine Regierung, die sich auf die überwältigende Mehrheit des Volkes stützen kann. Auch der englischen Presse, die nicht marxistisch ist, wird diese unterirdische Tätig- keit der Gewerkschaften zu dumm, zumal die Gewerkschaften ebenso wie gewisse Teile der Labour Party von der englischen Regierung fordern, die „gesetzmäßige" Regierung in Spanien gegen die Rebellen zu unterstützen." Mit der Rechtmäßigkeit von Regierungen ist es in Ländern mit parlamentarisch-demokratischer Verfassung ein eigen Ding, denn es kann vorkommen, daß eine Regierung noch am Ruder ist, während sie tatsächlich weder im Parlament noch im Volk über einen Rückhalt verfügt. So ist es in Spanien der Fall, wo es wohl eine Regierung in Madrid gibt, aber eine Regierung, die unter dem Druck des roten Straßenpöbels steht, der wieder seine Befehle aus Moskau empfängt. Die Bedeutung des Jahresberichts der britischen Gewerkschaften mit dem Eingeständnis einer unzulässigen Einmischung in die innerpoliti- schen Verhältnisse anderer Länder liegt darin, daß er Überzeugend nachweist, daß es der Marxismus, daß es die marxistische Verseuchung ist, die die Völker, die gemeinsam den Frieden und den sozialen Aufbau wollen, in zwei feindliche Heerlager teilt. Wenn die Taktik der britischen Gewerkschaften, sich in die innere Politik anderer Länder einzumischen, weitergeübt wird, so wird das nicht nur Gegenmaßnahmen notwendig machen, es trägt leider auch dazu bei, daß die Völker, statt sich friedlich und sreunschastlich zu nähern, wie das bei den Olympischen Spielen in Berlin geschehen ist, sich in Haß und Feindschaft voneinander entfernen. Und hier offenbart sich die riesengroße Dummheit des Marxismus und feiner internationalen Klassen- kampflehre überhaupt: denn die Arbeiterschaft aller Länder hat nicht von Unfrieden und von Unruhe der Völker unter und gegeneinander Vorteile, sondern nur Frieden und Freundschaft sind es, die allen Völkern den sozialen und geistigen Aufstieg sichern. Ein Weltrekord mit Junkers-Schweröl- Flugmotoren. Dessau, 23. Aug. (DNB.) Am Samstag gegen 22 Uhr startete in Dessau das Junkers- Schnellflugzeug J u 8 6 „Südeber g", ausgerüstet mit zwei Schwerölflugmotoren Junkers Juno 205, nach Bathurst an der westafrikanischen Küste. Das Flugzeug wurde geführt von Diplomingenieur Achterberg und dem Luftbansa-Flug- fapitän Untucht. Zur Besatzung geyört weiter der Funkermaschinist Brauner. Die Ju 86 traf bereits am Sonntag um 16.20 Uhr in Bathurst ein. Die 6000 Kilometer lange Strecke wurde trotz des wechselnden Wetters in nur 18 Stunden zurückgelegt. Dieser außerordentlich bemerkenswerte Ohnehaltslug wurde auf der von der Lufthansa regelmäßig in jeder Woche beflogenen Post- ft r e cf e nach Südamerika unternommen, jedoch mit dem bedeutsamen Unterschied, daß die Lufthansa-Flugzeuge auf ihrem Weg von Frankfurt a.M. nach Bathurst in mehreren Abschnitten verkehren. Von Bathurst aus starten die Seeflugzeuge der Lufthansa zum Sprung über den Atlantik über eine Entfernung von 3000 Kilometer nach Südamerika. Der Flug der Ju 86 beweist, daß die Maschine in der Lage ist, fast die doppelte Ozean st recke zurückzulegen. Diese Flugleistung konnte nur erzielt werden durch die Verwendung von Junkers-Schweröl m o t o r e n , deren geringer Brennstoffverbrauch von etwa 170 Gramm je PS in der Stunde es erlaubt, mit den an Bord befindlichen Kraftstoffmengen eine so außerordentlich große Reichweite zu erzielen. Dieser Flug zeigt erneut, daß der schon seit einigen Jahren im regelmäßigen Verkehr ver- wendete Junkers-Juno-Schweröl-Flugmotor auch den schwierig st en Aufgaben gewachsen ist. Ein Hindenburg-Denkmal in Korst. Forst (Lausitz), 23. Aug. (DNB.) In Forst sand die Einweihung des Hindenburg-Denkmals statt. Der Entwurf des Bronze-Standbildes stammt von dem Münchener Bildhauer Professor Mattes. Zu der Feier hatten sich Tausende von Volksgenossen aus der ganzen Lausitz eingefunden. Die Ehrenkompanie der Wachttruppe Berlin, die mit drei Fahnen des alten 3. Gardereoiments zu Fuß im Sonderzug eintraf, wurde auf ihrem Marsch durch die Stadt überall jubelnd begrüßt. Erschienen waren ferner der Sohn des Reichspräsidenten General von Hindenburg, als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres Generalleutnant Schaumburg, der Bundesführer des Reichs- kriegerbundes Kyffhäuser SS.-Oberführer Oberst a. D. Reinhard. Ministerialrat Dr. D o e h l e, sowie Vertreter der Bewegung und Abordnungen der Regimenter, die dem Generalfeldmarschall besonders nahestanden, ferner Vertreter des früheren Panzerkreuzers „Hindenburg" und die Volksgenossen Putz und N e l s, die den Generalfeldmarschall Jahre hindurch als Diener und Fahrer betreut hatten. In der Weiherede, die Oberst a. D. R e i n h a r d hielt, erstand aus der lebendigen Erinnerung des Bundesführers ein Bild des großen Deutschen. Hindenburgs Name sei der I n b e g r t ff r e i nen Soldatentums geworden, höchstes Sinnbild von Ehre, Treue und pslicktgebundener Soldaten- arbeit. Als der getreue Eckehard des deutschen Volkes und als Prophet der deutschen Zukunft habe er die Ehrfurcht der ganzen Welt genossen. Der Redner erinnerte zum Schluß an das Wort des Führers: „Wer feinem Volke so die Treue hielt, soll selbst in Treue nie vergessen fein. Im Ge- denken an diese Treue und an den Taa von Tannenberg gab der Bundesführer das Zeichen zur Enthüllung des Denkmals. Der Führer und Reichskanzler hat an den Erfinder des Fernsehens Paul R i p k o w folgendes Geburtstagsgluckwunschtele- «ramm gesandt: ,Lu Ihrem heutigen 76. Ge- burtstage sende ich Ihnen, dem Erfinder des Fern- sehens, herzlichste Glückwünsche. Adolf Hitler." Rote Ll-Boote in der Ostsee. ■ 4 E MGM Nach den neuesten Meldungen sind die sowjetrussischen Werften in fieberhafter Tätigkeit, um die Seerüstung weiter voranzutreiben. In der Ostsee sind gegenwärtig mehr als 40 rote U-Boote, und zwar modernste Boote von stärkster Angriffskraft. Auf unferm Bilde sieht man ein sowjetrussisches U-Boot zusammen mit einem Seeflugzeug. — (Aus: „Rote Armee — Rote Weltrevolution — Roter Imperialismus". — Nibelungen-Verlag. — Scherl-Bilderdienst-M.) Ein befremdendes Urteil. Gefängnisstrafe für den früheren Sekretär Professor Blehers. Budapest, 21. Aug. (DNB.) Am 8. August wurde der frühere Sekretär Prof. Bleyers, Franz Rothen, Dom Bezirksgericht in Raab wegen Schmähung der ungarischen Nation zu sechs Monaten Gefängnis und zwei Jahren Verlust der politischen Rechte verurteilt. Der Verurteilung liegt folgender Tatbestand zugrunde: Im März 1934 hatte Rothen als Sekretär des UDD. im Bakonywald Versammlungen abgehalten und dabei die N a m e n s magyarisierung sowie das ungarische Minderheitenschulwesen kritisiert. Erst nach einiger Zeit wurde wegen dieser Aeußerungen Anzeige erstattet, und zwar von einem jungen Mädchen aus persönlichen Gründen; das Verfahren wurde eingeleitet. Die Verteidigung lag in der Hand des Rechtsanwalts Stumpf, der in überzeugender Weise die Anklage als unberechtigt zu- rüdgeroie-fen hat. Trotzdem ist Dr. Rothen zu der erwähnten harten Strafe verurteilt worden. (Sowjefgenerale dürfen die geheimsten Befestigungsanlagen der Maginot- Linie sehen! Paris, 22. Aug. (DNB., „Jour" will in Er. fahrung gebracht haben, daß das französische Kriegsministerium anläßlich des Besuches sowjetrussischer Generale in Frankreich, die den diesjährigen Herbstmanövern beiwohnen, ein vertrauliches Rundschreiben an die Leitung der für die Ma- ginot-Linie verantwortlichen Stelle geschidt habe, in dem sie aufgefordert werden, den sowjetrussischen Generalen auch die wichtigsten und geheim st en Befestigungsanlagen zu zei- ßen, insbesondere auch die von Fermont, zu denen sonst niemand Zutritt hat. In Kreisen der französischen Offiziere, die mit der Ueberwachung der Befestigungsanlagen betraut seien, habe dieses Rundschreiben, dem ,Zour" zufolge, starke (Entrüstung ausgelöst. Mtorisierle schwere Artillerie des Sowjecheeres. Sowjetrußland starrt in Waffen, die Machchader in Moskau sprechen bereits von dem „Roten Volk in Waffen"« das sie zum Angriffskrieg auf die Zivilisation einsetzen wollen. — (Associated-Preß-M.) Inbetriebnahme des ersten llnterwaffer-Krastwerks. In R o st i n an der Persante wurde durch Gauleiter und Oberpräsident Schwede- Coburg das erste Unterwasser-Kraftwerk der Welt in Betrieb genommen. Nach dem Rügen« dämm ist diese gewaltige Anlage, mit der die Regulierung der Persante, Die in zwei Baustufen und Unterwasser-Kraftwerken durchgeführt wird, mit 230000 Tagewerken d ie größte Baumaßnahme des Landes Pommern, die vom Landesarbeitsamt gefördert wurde. Der Gauleiter dankte allen am Bau Beteiligten und wies dabei auf den gewaltigen Unterschied hin, der zwischen dem heutigen Deutschland und der übrigen Welt bestehe. I n Deutschland st ehe alles zusammen, um am Aufbau des Reiches mitzuarbei- ten, während in anderen Ländern die zerstörenden Kräfte des Kommunismus am Werke feien. Nach der Inbetriebnahme marschierten die am Bau Beteiligten in geschlossenem Zuge nach Rostin, wo der Gauleiter mit seinen Arbeitskameraden eine festliche Stunde verlebte. Die Grundbesitz-Statistik wird durchgeführt. ZdR. Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat beim Statistischen Reichsamt die Durchführung einer Statistik über die Grundbesitzverteilung im Deutschen Reich angeregt. Die Neubildung deutschen Bauerntums und eine ziel- bewußte Raumordnung erfordern einen genauen Ueberblid über die Verteilung des landwirtschaftlichen und for st wirtschaftlichen Besitzes, getrennt nach Besitz des Staates, der Gemeinden, der Kirchen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und sonstigen privaten Groß- und bäuerlicher» Besitz. Das Statistische Reichsamt hat die erforderlichen Vorarbeiten für die Durchführung dieser Statistik in Angriff genommen. .,, Aus aller Welt. Erster Reichs-Gartenbautag. Der erste Reichsgartenbautag wurde mit einer großen Kundgebung auf der Eichwiese im Großen Garten zu Dresden eröffnet. Reichsabteilungsleiter II Dr. Brummenbaum sprach über die Aufgaben des Erwerbsaartenbaus innerhalb des Reichsnährstandes. Die Hauptabteilung habe sich zunächst an die Arbeit gemacht, durch Gütebe- st immun gen die Grundlagen für eine Gütesteigerung auch auf dem Gebiet des Saat- und Pflanzengutes zu schaffen. Am weitesten fortgeschritten seien die auf Qualitätsleistung abgestellten Arbeiten bei den Baumschulen, so daß es hier auch möglich gewesen sei, das Markenetikett einzuführen. Es werde eine Frage ganz kurzer Zeit fein, daß z. B. nur noch markenfähige Obstbäume angepflanzt würden. Reichshauptabteilungsleiter III Dr. Korte stellte die Marktordnung als Voraussetzung sinnvoller Erzeugungs- und Bedarfsdeckung heraus. An Stelle des Rentabilitätsgrundsatzes der früheren Wirtschaft trete nunmehr das Leistungsprinzip und an Stelle des zufälligen Ausgleichs von Angebot und Nachfrage die geordnete Bedarfsdeckung. Die Organisation finde ihren Ausdruck in der Zusammenfassung sämtlicher Erzeuger, Verteiler, Bearbeiter und Verarbeiter in den Hauptoereinigungen und deren Zusammenfassung in der Hauptabteilung III. Der Reichsnährstand habe aber nicht nur den Erzeuger zu betreuen, sondern auch den Kaufmann, die Industrie und das Handwerk und müsse versuchen, alle Gruppen zu einer Leistungsgemeinschaft zusammenzubringen. Diese schwierige Aufgabe werde gelingen, wenn die an der Ernährung beteiligten Gruppen immer mehr erkennen, daß die Marktordnung eine Lebensfrage des deutschen Volkes sei. Zum Schluß sprach Landeshauptabteilungsleiter I Reinhardt über das Thema „Bauer und Gärtner, Brüder eines Standes." Schach-Olympiade München 1936. In der zehnten Runde der Schach-Olympiade, die am Sonntagvormittag gespielt wurde, stand der deutschen Mannschaft eine harte Prüfung bevor. Sie hatte gegen Ungarn, das in stärkster Besetzung spielte, anzutreten. Nach erbitterten Kämpfen endete die Begegnung 4^:3% für Ungarn. Nach den Ergebnissen bis zum Sonntagabend hält Polen auch weiterhin mit 56)4 Punkten knapp die Führung vor Deutschland mit 54% Punkten. Jugoslawien und Ungarn, die beide allerdings schon einmal spielfrei waren, folgen mit 51% bzw. 50% Punkten. Der Stand der ersten elf Länder war am Sonntagabend: 1. Polen 56% Punkte (10 Hängepartien), 2. Deutschland 54% P. (9), 3. Jugoslawien 51% (6) (war bereits spielfrei), 4. Ungarn 50% P. (6) (war bereits spielfrei), 5. Lettland 50% P. (6), 6. Tschechoslowakei 49% P. (7) (war bereits spielfrei), 7. Oesterreich 46 P. (10) (war bereits spielfrei), 8. Schweden 44% P. (9), 9. Dänemark 42 P. (10) (war bereits spielfrei), 10. Estland 38 P. (14), 11. Rumänien 32 P. (7) (war bereits spielfrei). Am Sonntagnachmittag fiel vor dem Abbruch nur eine Entscheidung, der Sieg Finnlands über Island mit 5%:2%. Deutschland stand beim Abbruch gegen Italien mit 4:1 und mindestens einer unentschiedenen Hängepartie bereits auf Gewinn. Ergebnis der elften Runde bis zum Abbruch: Schweden — Frankreich 4%:%, Bulgarien — Holland 2:5, Norwegen — Oesterreich 1%:4%, Estland — Dänemark 3:3, Brasilien gegen Litauen 1:4, Finnland — Estland 5%:2%, Italien gegen Deutschland 1:4, Rumänien — Polen 1%:4%, Tschechoslowakei — Schweiz 5:1; spielfrei: Jugoslawien. Furchtbare Folgen einer kirmesfahrt. In Steinweiler (Pfalz) unternahm in der Nacht zum Sonntag der 23jährige Adolf Frech mit vier jungen Burschen, nachdem anläßlich der Vorkerwe reichlich Alkohol genossen worden war, eine Autotour durch mehrere südpfälzische Ortschaften. Unterwegs wurde noch zweimal gezecht. Hinter Impflingen lenkte Frech den Kraftwagen bei rasendem Tempo in den Straßengraben. Das Fahrzeug zersplitterte nach 40 Meter an einem Birnbaum. Der 22 Jahre alte Westermann wurde auf der Stelle getötet, zwei weitere Insassen trugen V.erletzungen davon. Der leichtsinnige Autolenker Frech floh entsetzt von der Unfallstelle, rannte nach Hause und erhängte sich in der elterlichen Scheune. Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks. Der von Stendal kommende in Rathenow um 4.29 Uhr eintreffende beschleunigte Personenzug überfuhr an dem Bahnübergang Milower Straße einen Rathenower Mietskraftwagen, dessen drei Insassen getötet wurden. Die Schranke war nicht geschlossen. Wegen des heftigen Regens und der Unübersichtlichkeit der Schrankenanlage hatte der Wärter das Herannahen des Zuges nicht bemerkt. Der Lenker des Kraftwagens wollte einen durch Betriebsunfall verletzten Arbeiter ins Rathenower Krankenhaus fahren Gülerzugzufammenfkoß bei Altdamm. Die Reichsbahndirektion Stettin teilt mit: Am Sonntag fuhr ein K o h l e n z u g im Bahnhof Altdamm auf eine Güterwagengruppe aus. Die Vorspannlokomotive des Zuges entgleiste, die andere, der Packwagen und zwei Güterwagen stürzten um. Der Lokomotivführer, der Heizer und der Zugführer, alle drei aus Küstrin, wurden getötet. Von einem Kuhfuhrwerk zu Tode geschleift. In dem Westerwaldort Neitzert führte Christian Ramseger ein Kuhfuhrwerk, als plötzlich das Tier d u r ch g i n g ; der Fuhrmann wurde eine Strecke mitgeschleift und dann zu Boden geschleudert. Er wurde sofort in das Krankenhaus gebracht, wo er aber den schweren Verletzungen erlag. Zwei Fifchdampfer zusammengestoßen. In der Nähe von L e i x o e s (Portugal) stießen die beiden Fischdampfer „Lordelo" und „Aveiro" zusammen. Der Dampfer „Lordelo", der von dem „Aveiro" gerammt wurde, sank binnen wenigen Minuten. 11 Mann der Besatzung ertranken. Die übrigen wurden von zu Hilfe eilenden Dampfern ausgenommen. keine Grashalme in den Mund nehmen. Der üblen Gewohnheit, einen Grashalm in den Mund zu nehmen, war auch ein 15 Jahre alter Junge in Erfenbach verfallen. Er nahm einen Grashalm in den Mund, auf dem er herumkaute. Nach einer Zeit stellten sich Halsschmerzen ein, wobei der Arzt den Strahlenpilz feststellte. Trotz sofortiger Behandlung ist der Junge nach qualvollen Schmerzen gestorben. Jugendlicher Raubmörder verurteilt. Das Große Jugendschöffengericht Weimar verurteilte den 15jährigen Raubmörder Harry Schütze aus Jena zu sechsJahren Gefäng- n i s. Schütze, ein erheblich belasteter Mensch, dessen Vater neunmal Strafen zu verbüßen hatte, hatte seine Großmutter in ihrer Wohnung überfallen und am Fensterkreuz erhängt und 42 Mark Spargelder der alten Frau geraubt, um, wie er aussagte, zur See gehen zu können. Am Tage nach der furchtbaren Tat hatte er sich eine Fahrkarte nach Hamburg gekauft, war aber schon in Hannover verhaftet worden. Vom Führer begnadigt. Der Führer und Reichskanzler hat die gegen die 27jährige Frieda G l e y vom Schwurgericht in Köslin erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthaus st rafe von 15 Jahren umgewandelt. Die bisher unbestrafte gut beleumundete Gley hatte ihr nicht ganz zwei Monate altes uneheliches Kind ermordet. Landesverräter hingerichtet. Die Justizpressestelle teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 30. Februar 1936 wegen eines Unternehmens des Landesverrates zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 42jährige Wilhelm B l e s s i g aus Schönlanke (Netzekreis) ist Montagmorgen in Berlin h i n g e r i ch t e t worden. Absturz in den Allgäuer Bergen. An dem etwa 1700 Meter hohen Aelplefat- tel, der die Kaeseralpe vom Oytal mit der Dieters- bacher Alpe im Gerstrubener Tal verbindet, stürzte beim Abstieg vom Sattel ein betagter allein- gehender Touri st über die steilen Hänge und blieb mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen vor den Füßen von aufsteigenden Touristen liegen. Die Sanitätskolonne Oberstdorf fand den Abgestürzten nur noch als Leiche. Aus Ausweispapieren ergab sich, daß es sich um den 70 Jahre alten Berliner Paul Seiffert handelt. Meine politische Nachrichten. Der Herr Reichsmini st er der Finanzen genehmigte das Hessische Haushaltsgesetz, das nunmehr im Hessischen Regierungsblatt Veröffentlichung fand. Der Haushaltsplan selbst, der mit RM. 101 090 625.— in Einnahmen und Ausgaben abschließt, ist ausgeglichen. * Seine Durchlaucht der Reichsoerweser des Königsreichs Ungarn, Admiral Nicolaus Horthy von Nagydanya, der auf einer Jagdreise in Oesterreich begriffen ist, hat dem Führer und Reichskanzler einen privaten Besuch abgestattet. * Ihre Majestäten der König und die Königin von Bulgarien, die während der Olympischen Spiele in Berlin weilten, haben Berlin verlassen. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers überreichte der Chef des Protokolls Gesandter v. Bülow- Schwante Ihrer Majestät der Königin einen Blumenstrauß. * Am 22. August fand die Beisetzung des am 19. August verstorbenen Hauptmanns (E) F ü r st n e r auf dem Jnvalidenfriedhof in Berlin statt. Die Trauerparade wurde von der Wachtruppe Berlin gestellt. Der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha kam in Begleitung von 12 hervorragenden ägyptischen Politikern, Vertretern fast aller politischen Richtungen in Aegypten, in London an und wurde von Außenminister Eden und vom britischen Oberkommissar für Aegypten, Sir Miles Lampson, begrüßt. Der Ministerpräsident ist der Führer der ägyptischen Abordnung, die am Mittwoch im Foreign Office den englisch- ägyptischen Vertrag unterzeichnen wird. In Oesterreich hat das Unterrichts« Ministerium eine Amnestieaktion fütz diejenigen Schüler eingeleitet, die wegen politische« Vergehen gemaßregelt worden sind. Alle aus politischen Gründen vom Unterricht entfernten Schüler können Anträge um Erlaß der Strafverfügungen einreichen. Alte Meister werden hoch bezahlt. Bei Christie in London erbrachte die Versteigerung einer Sammlung von Zeichnungen alter Meister sehr hohe Preise. Während man für dis sämtlichen Zeichnungen der Sammlung einen erlös von 600 000 Mark erwartet hatte, brachten bereits die 148 Nummern des ersten Tages 375 000 Mark, wobei besonders Käufer aus dem Auslande sich lebhaft beteiligten. Das wichtigste Blatt war eine Silberstiftzeichnung eines sich bäumenden Pferdes von L i o n a r d o da Vinci, die für dis Linienführung des Meisters sehr charakteristisch ist. Das Blatt hatte bei der Versteigerung der Sammlung des Lord Pembroke im Jahre 1917 300 Pfund gebracht; diesmal erzielte es 4305 Pfund (54 500 Mark). Eine Londoner Firma, die dieses Blatt er- worben hatte, kaufte auch eine 15:12,5 große Zeichnung von Michelangelo, in brauner Tusche, mit roter und schwarzer Kreide, die hervorragende Studie zu der berühmten Marmorfigur Christi in der Kirche St. Maria sopra Minerva in Rom. Andere wichtige Zeichnungen waren: eine Silberstiftzeichnung des Apollo von Perugino oder Raphael, 17 500 Mark; zwei Studien männlicher Figuren von Filippino Lippi, 16 700 Mark; Porträt eines schönen Mädchens von Luini, 13 200 Mark; die Studie eines am Galgen Hängenden von Pisanello, 22 300 Mark. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem am Samstag erfolgten Verlassen aus subpolaren Gebieten stammender Luftmassen hat sich über dem europäischen Kontinent ein kräftiger Hochdruckgebiet entwickelt, das die vom Atlantik ankommenden Wirbel in nördlichere Bahnen verweist. Immerhin ist es einer rasch oorstoßenden Störung gelungen, in der Nacht zum Montag ein Schlechtwettergebiet bis nach Mitteldeutschland vorzutragen. Eine stärkere Einflußnahme von Tiefausläufern auf die Witterung unseres Gebiets ist jedoch nicht zu erwarten, wenn sich auch vor allem nach Norden und Osten hin zeitweilig Bewölkung ein- stellt. Aussichten für Dienstag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, im Süden meist nördliche und östliche, im Norden westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdaue« des Schönwettercharakters. Lufttemperaturen am 23. August: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 12,9 Grad; am 24. August: morgens 10,3 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum heute nacht 7,6 (9/ab. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und (Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Todes-Anzeige. Samstag, den 22. August, entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater Herr Lok-Führer Wilhelm Franz im Alter von 60 Jahren. Die trauernden Angehörigen: Ottilie Franz und Sohn KarL Gießen, den 24. August 1936. Die Beisetzung findet am Dienstag, dem 25. August nachmittags 2 Uhr, statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. ________________5240 D SwansSvevsteigevung Dienstag, 25.8.36, nachm.2Uhr, sollen tm Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe ob. Lokal) zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 8 Oefen, 4 Herde, 4 Schreibmaschinen, 2 Spiegel, 3 Drehstühle,2 Ferngläser,! Goniometer, 1 Schneidernähmaschine, 1 Schaufensterausstellungsein- richtung, 1 Vervielfältigungsapparat, 1 Poliermaschine, Kleider- und Anzugstoffe,- s-ssv bestimmt werden versteigert: 3 große Ladenregale, 1 Theke mit Aufsatz, 1 Flurgarderobe, Schusterhämmer, Hosenträger, Gummifleck und anderes mehr. Scharmann Gerichtsvollzieher in Gießen Wernerwall 33. Fernsprecher 3108 Miele Jdeal Der neue geräuschgedampfte Staubsauger für RM.58. Günstige Ratenzahlungen von RM.5.- monatl. an J. B. HÄUSER Gießen, am Oswaldsgarten Wichtig für Naturfreunde! Btt Miuf) oonDHaiuen unö litten nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, ßeiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser der vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Hier» und Pflanzenfteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsan- wälte müssen Über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und fier» barien-fiandlungen und Lehrmittelseschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derkäufer, firanzbindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. Ougo BetmüOlec Verlag. BMffltetfelöe Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Wenige Kolonialländer können sich einer ebenso einheitlichen Bevölkerung rühmen wie Australien. Die ersten Ansiedler in Australien waren Briten und auch in der Folgezeit setzte sich die überwiegende Mehrzayl der Einwanderer aus Engländern, Schot- ten und Iren zusammen. Obwohl in der Anfangszeit den Auswanderern geldliche Unterstützung und freie Ueberfahrten gewährt wurden, muhten sie nach ihrer Ankunft in Australien meistens selbst für ihr Fortkommen sorgen. Bis 1850 vermehrte sich die Beoölkerungszahl äußerst langsam und erreichte nach 62 Jahren seit der ersten Ansiedlung (1788) kaum 400 000 Personen. Es bedurfte der großen Goldentdeckungen der fünfziger Jahre, des Goldfiebers in Victoria, um den Zustrom der Einwanderer ansteigen zu lassen, durch den gegen 1860 die Bevölkerungszahl verdreifacht wurde. In den folgenden 50 Jahren machten sich große Schwankungen in den Einwanderungszisfern bemerkbar. In dem letzten Jahrzehnt vor dem (Eintreten der großen Wirtschaftskrise (1921 bis 1930) kamen durchschnittlich 36000 Einwanderer jährlich nach Australien. In diesen Nachkriegs- jähren wurde die Einwanderung durch finanzielle Unterstützung der britischen und australischen Regierung gefördert. 1929 wurde diese eingestellt und trotz oerschiedentlicher Anregungen Englands verhält sich die australische Oeffentlichkeit, ungeachtet Iber Parteizugehörigkeit, im großen und ganzen ablehnend gegen die Zulassung neuer Zuwanderer in größeren Mengen, solange die Arbeitslosigkeit in 'Australien selbst noch nicht behoben ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist es zu «bemerken, daß der Einwanderung selbst bei weitem «nicht die Hauptrolle in der Beoölkerungszunahme Australiens während der letzten 50 Jahre zuzu- schreiben ist. Während die Beoölkerungszunahme iin diesem Zeitraum sich auf 4 269 000 stellte, war Iber Beitrag der Einwanderer zu dieser Ziffer nicht mehr als etwa ein Viertel, oder durchschnittlich ; 19 373 im Jahr. Dagegen betrug der natürliche Zuwachs durch Geburtenüberschuß an 66 000 ! jährlich. Diese an und für sich normale Entwicklung ist iin den letzten Jahren in eine rückwärtige verwan- idelt worden. Nicht nur haben in den letzten fünf «Jahren 20 000 Personen mehr Australien verlassen, als Neuankömmlinge hinzugekom- imen sind, sondern nach den statistischen Angaben «macht sich ein geradezu katastrophaler Geburtenrückgang bemerkbar. Die Geburtenrate «nimmt unaufhörlich ab und erreichte im vergange- inen Jahre im Staate Victoria den Tiefitand von 15,16 je Tausend. Noch auffallender ist der Rück- «gang beim Vergleich der Zahlen der Eheschließun- jgen und Geburten im gleichen Staat. 1931 waren .10 182 Eheschließungen und 30 332 Geburten. Fünf Vcchre später waren 15 409 Eheschließungen, dabei mur 27 854 Geburten, d. h. bei 5000 mehr Ehe- fschließungen 3000 weniger Kinder. Für die anderen «Staaten sind die letzten Ziffern noch nicht veröf- sfentlicht, das Ergebnis dürfte jedoch dasselbe sein. Dor 50 Jahren war die Geburtenzahl 35,69; 1920 nvar sie gleich 25,45; 1929 gleich 20; 1935 gleich 15. ?Die augenblickliche weiße Bevölkerung Australiens (stellt sich auf etwa 6 700 000. Hierzu kommen noch 960 000 schwarze Ureinwohner, die zum Teil noch iim Urzustand leben. Es ist berechnet worden, daß, iwenn keine neue Zuwanderung stattfindet und die nehmen Geburten- und Todeszahlen unverändert bleiben, die Bevölkerung Australiens im Jahre 1973 die Zahl von 7'/- Millionen und gegen Ende ldes Jahrhundert vielleicht 8 Millionen erreichen, Idanach aber langsam abnehmen wird. Es bestehen verschiedene, sich sehr widersprechende ?Ansichten über die Bevölkerungsaufnahmefähigkeit «Australiens. Während einige Forscher meinen, ein Der neue deutsche Farbfilm st- plattenfabrik dem additiven Verfahren zu. Sie bau- ihren zu. Sie bau- meter auf ein Tausendstel Millimeter gemessen wer- tho n weiter ent-Iden! Es ergab sich also ein sehr verschlungener Arten hierbei auf dem durch B e r Seit 40 Jahren erst besteht der Film überhaupt. Aber mit seinen ersten Anfängen beginnen auch schon die Bestrebungen, das lebendige Bild f a r - b i g zu gestalten. Denn gerade beim Film, der ja lebendiges Leben gibt — oder wentastens geben soll — mußte die Beschränkung auf schwarzweiß ein empfindlicherer Mangel sein als in der Photographie. Wenn auch die Bemühungen, dieses Ziel zu erreichen, in den verschiedensten Ländern sehr ernst genau gearbeitet werden mußte, beweist die Tatsache, daß die Zylinderlinsen auf der Blankseite des Films nicht einmal den Durchmesser eines Frauenhaars haben, daß sie einen Krümmungsradius von 32 Tausendstel Millimeter und eine Eindruckstiefe von vier Tausendstel Millimeter besitzen. Um derartig exakt arbeiten zu können, mußte für bi> Prägewalzen ein besonderes Rohmaterial entwickelt werden und die Walzenoberfläche selbst in einer bisher ungeahnten Glätte poliert werden. Die Linsen werden in die Walze mit Diamanten eingedrückt, die auf die gewünschte genaueste Form in mikroskopischer Klein- heil geschliffen werden mußten. Hierzu wiederum mußten neue Schleifmethoden ausaearbeitet werden, die ihrerseits neue Meßgeräte erforderten: mußten doch Krümmungsradien von 30 Tausendstel Milli- wickelten Grundgedanken Liesegangs auf, der bereits im Jahre 1895 sich mit diesem Problem beschäftigt hatte. Berthon hatte das von Liesegang verwendete Spaltraster durch ein Linsenraster ersetzt und gleichzeitig in die Blankseite des Films kleine Zylinderlinsen eingeprägt. Auf diese Weise gelangte er zum sogenannten R i f f e l f i l m. Im Laboratorium der erwähnten Firmen setzte also eine intensive Arbeit ein, von der die Oeffent- beitsweg, der nur Schritt für Schritt gegangen werden konnte. Selbstverständlich mußte auch das Filmrohmaterial selbst von einer bisher nicht gekannten Genauigkeit und Empfindlichkeit sein. Die lichtempfindliche Schicht darf nur ein Hundertstel Millimeter stark sein und darf in der Stärke nur um den Bruchteil eines Tausendstel Millimeters schwanken. Der Aufnahmevorgang ist nun also so, daß der stark farbenempfindliche Fitzn in der Kamera durch das dreifarbige Linsenraster belichtet wird. Durch die kleinen Zylinderlinsen wird nun jeder einzelne Blickpunkt i n d i e drei Farben zerlegt, wobei die Punkte in mikroskopischer Kleinheit übereinander liegen und entsprechend den Helligkeitswerten der betreffenden Farben verschieden gefärbt werden. Unter dem Mikroskop lassen sich auf dem Filmstreifen ganz genau die drei scharf voneinander getrennten Gebiete der grünen, roten und blauen Farbe erkennen. Die Aufnahmekamera ist dabei noch mit einer Steuerungsvorrichtung ausgestattet, die ermöglicht, allzustarke Farbenkontraste abzudämpfen, so daß sie dem menschlichen Auge natürlicher erscheinen. Bei der Wiedergabe ist es einfach umgekehrt: in das Objektiv des Projektionsapparates wird wiederum das dreifarbige Filter, nun ober in der umgekehrten Reihenfolge, eingeschaltet, der Film wird von hinten beleuchtet und auf der Leinwand zeigt sich dann das Bild in den natürlichen Farben. Bei diesem neuen Verfahren ist es von Vorteil, daß die vorhandenen Kameras ohne weiteres verwendet werden können. Sie erfordern nur g e • eignete Objektive mit Farbfiltern und eine geringe Abänderung des Blickfensters. Gegenüber Schwarzweiß-Filmen wird gegenwärtig das zwei- bis dreifache Aufnahmelicht benötigt, doch kann die Wärmestrahlung der Atelierscheinwerfer zum großen Teil von ihnen abgeführt und von den Schauspielern ferngehalten werden. Ebenso sind auch für die Wiedergabe im allgemeinen die bisherigen Projektoren mit einigen Abänderungen (Einbau eines neuen Objektivs, das die sofortige Umstellung von farbig auf schwarzweiß ermöglicht!) verwendbar. Die gegenüber dem Schwarzweißfilm erhöhte Lichtstärke — die bis an das Zwölffache geht — kann heute bereits nach der Entwicklung neuartiger Effektkohlen ohne Erhöhung der Sttorn- koften erreicht werden. Zugleich wurde ein neuartiger Projektionsschirm mit geriffelter Oberfläche (ähnlich dem geriffelten Filmband) konstruiert. Bei diesem Schirm kommen auf einen Quadratmeter Oberfläche ungefähr eine Million kleiner, als Hohlspiegel wirkender Riffel. Der Vorteil bei diesem neu entwickelten Farbfilm- verfahren liegt auch darin, daß, solange die Theater nicht auf den Farbfilm umaeftellt sind, ohne weiteres gewöhnliche schwarzweiße Kopien hergestellt werden können. Es liegt auf der Hand, daß Die Kosten für einen Farbfilm höher find als für einen Schwarzweißfilm. Sie sollen aber nur einen Bruchteil der Kosten betragen, die seinerzeit aufgeroenbet werden mußten, als der Tonfilm feinen Siegeslauf um die Erde begann. Bei dem am 4. August zur Uraufführung gelangten : ersten Probefilm „Der Schönheitsfleck", der , unter der künstlerischen Oberleitung von Carl F r o e» [ l i ch hergestellt wurde, ist bereits der außerordent- . liche Fortschritt gegenüber den bisherigen Verfahren . deutlich erkennbar, obgleich es sich um den ersten l Film dieser Art handelt. Als Gesamteindruck bleibt, ; daß der deutsche Farbfilm heute in nichts mehr hinter i den besten ausländischen Erzeugnissen zurücksteht. Die ! Farbwerte, sowohl in den zarten Pastelltönen als - in den kräftigen, buntfatten Farben werden richtig « wiedergegeben, bei den einzelnen Farben und be- i sonders bei Weiß lassen sich, was bisher nicht er- , reicht worden ist, die feinsten Abschattierungen er- i kennen. Alles in allem ein Erfolg, auf den die tech- . nifche Arbeitsgemeinschaft und mit ihr der deutsche - Film stolz sein kann. L. Ph. Z. haft und kostspielig waren, so blieb der Erfolg bis in die letzte Zeit hinein doch zumeist ein recht zweifelhafter. Der Verwirklichung des Problems stellten sich immer wieder neue Schwierigkeiten in den Weg. Die Techniker, die sich mit dem Farbfilm beschäftigten, gingen zwei Wege: Die einen suchten durch farbige Filme selbst den farbigen Eindruck zu erzeugen (subtraktives Verfahren), die anderen verwendeten farbige Gläser, Farbfilter (additives Der- fhren) in den Farben grün, rot und blau — den drei Grundfarben, aus denen jede andere Farbe „gemischt" werden kann. Auf ersterem Gebiete betätigten sich insbesondere die Amerikaner, die in einigen Erzeugnissen bereits beachtliche Leistungen vorführen konnten. Dieser Prozeß ist aber außerordentlich kostspielig, und es entstehen bei der Herstellung außerordentliche Schwierigkeiten. In Deutschland wandten sich vor sechs Jahren die Siemens & Halske-AG. und die Perutz-Trocken- lichkeit nichts hörte und von deren Schwierigkeiten sie nichts ahnte. Auf optischem, feinmechanischem und elektrotechnischem Gebiet mußten mundlegende Untersuchungen angeftellt werden. Wie genau gemein Diktat in einer beliebigen europäischen Sprache nicht besteht, ist die Einwanderung von Nicht-Briten nur in den seltensten Fällen möglich. Die Einwanderung aus Großbritannien wird auch nicht gefördert. Die politisch maßgebenden Staaten von Neu-Süd-Wales und Victoria legen kaum Interesse für größere Landsiedlung an den Tag. So hat eben eine Prioatorganisation, die arbeitslosen Jugendlichen nach einiger praktischer Ausbildung zu Stellen bei Farmern auf dem Lande verhalf, nach mehrjähriger erfolgreicher Tä- tigkeit ihre Arbeit einstellen müssen, weil sie bei der Regierung von Neu-Süd-Wales weder genügende Unterstützung, noch Verständnis für ihre Ziele fand. In Westaustralien besteht die Kingsley-Fairbridge- Farm School, benannt nach dem Namen ihres Stifters, der erhebliche Mittel zur Verfügung stellte, um englischen Knaben und Mädchen die Auswanderung nach Australien und in Australien selbst die Ausbildung zu praktischen Berufen auf dem Lande zu ermöglichen. Heute befinden sich dort 300 Zöglinge und es ist geplant, ähnliche Schulen auch in Neu-Süd-Wales, Victoria und Neuseeland zu gründen, falls die nötigen Mittel gesammelt werden können. Während die Agrarpartei sich um Zulassung von Einwanderern und Schaffung von Siedlungsmöglichkeiten bemüht, interessieren sich die I n düst r i e l l e n , die bedeutend größeren politischen Einfluß besitzen, nur für die Zuwanderung von Industriearbeitern aus England. In dieser Hinsicht unterstützen sie die Pläne Englands, eine Reihe britischer Jndustrieunternehmungen nach Australien zu verlegen, bei gleichzeitiger Auswanderung der entsprechenden Arbeiter und Techniker. Allerdings gehen die Australier noch weiter, indem sie von England außer der Stellung von Kapital und Menschen, auch noch die Gewährleistung von Absatzmärkten für die neuen Industrien in England ober innerhalb des Weltreichs fordern. Es ist wenig Aussicht vorhanden, daß die Einwanderungsfrage vor der nächsten Weltreichskonferenz, die während der Krönungsfeiern im Mai 1937 stattfinden soll, gelöst wird. Mtt Rücksicht auf die Landesverteidigung Australiens läßt sie sich nicht länger aufschieben. Sättigungsgrad würde bereits bei 15 Millionen Menschen erreicht sein, schätzen andere das mögliche Maxium auf 20 Millionen, ehe der jetzige Zu- tand der Vereinigten Staaten, und 80 Millionen, ehe derjenige Europas eintritt. Bei der Berechnung des Maximums der Bevölkerungszahl Australiens, für die eine genügende Menge Weizen im Lande selbst erzeugt werden könnte, kommen andere Sachverständige bis zu 100 Millionen. Es muß allerdings hierbei in Bettacht gezogen werden, daß die Technik der Erzeugung von Nahrungs- Mitteln bei weitem noch nicht am Ende ihrer Tage angelangt ist und Gebiete, die heute nicht bebaut ind, sich später anbaufähig erweisen. So wurden l. B. Ende des vorigen Jahrhunderts die als voll- tänbig für ben Ackerbau untauglich verschrienen Gebiete ber Mallee unb Wimmera im Staat Victoria in ber Hauptsache von beutschen Ansieblern erschlossen unb find heute blühenbes Weizenlanb. Die vielfach verbreitete Meinung, ber Norben Australiens, der im tropischen Gürtel liegt, fei für weiße Ansiedler ungeeignet, entspricht nicht ganz den Tatsachen. Gerade im tropischen Norden von Queensland ist erwiesenermaßen der natürliche Zu- wachs der weißen Bevölkerung größer als im verstädterten Süden, gerade hier wird die Leistungs- fähigkeit des weißen Arbeiters nicht beeinttächtigt. Besonders im Queensland, das sich als nördlichster Staat am meisten vom Druck der Ueberbeoölterung Asiens bedroht fühlt, sind in den letzten Jahren Stimmen laut geworden, die die Erleichterung der Einwan berungs- bebingungen für deutsche Einwanderer verlangten. Allerdings wurde meistens auch gleichzeitig die Rückgabe von Neuguinea und dem Bismarckarchipel an Deutschland empfohlen, womit eine Pufferzone zwischen australischem und japanischem Hoheitsgebiet, die sich unmittelbar am Aequator berühren geschaffen würde. Unter den heute geltenden Bestimmungen: Vorweisung von 500 Pfund bei der Einreise und Bürgschaft in Australien ansässiger Angehöriger, für den Lebensunterhalt des Zuwanderers zu sorgen, falls er sich keine eigene Existenz gründen könnte, sowie in jedem einzelnen Falle vorherige Erlaubnis ber Bundesregierung, bie außerdem jedem Neuankömmling das Landen versagen kann, wenn er Die ewigen Weiden. Äon Sofie von llhde. Den ganzen Tag war etwas Ungreifbares um- Ihergewandert, etwas Vergessenes und doch Gegen- iwärtiges. .____ Was war es denn nur, das mit diesem etwas , gewitterschweren Sommertag zusammenhing? Es .ging mich nahe an, ich wußte es genau, unb ben- mach war es in bem unaufhaltsamen Weiterrollen lbes Lebens als Schatten zu ben Schatten getreten. -War es verknüpft mit dem sonnenhell leuchtenden ^Isartal, das sich mit weiten Wäldern vor mir ibreitete und mit der nahen Kette der föhnblauen -Berge? Welches Erlebnis denn hatte mich einmal iim Blühen des Jahres so tief getroffen, daß es mach immer stark genug war, als ein Namenloses mich zu streifen? . Da schneidet ein Weg den kleinen Waldpsad — (feuchte, schwarze Erde, lehmige Abdrucke von Pferdehufen — ach — nun weiß ich: heute vor achtzehn Jahren trat ein kriegsverwundeter Freuno in mein Haus und sagte mit der ehrlichen Erschütterung, die nur der rechte Reiter verstehen und »empfinden kann: Nun ist Ihr braves Pferd gefallen! Der Scheich?! . Ja, der Scheich. Auf einem Melbentt bekamen nvir Feuer, er und ich. Mich ttaf's nur da durch Len Arm, nicht schlimm, aber er bekam einen schweren Schuß. Ach, was tat der Gaul mir leid! Aber mir mußten weiter, t»on der Meldung hing bas Leben vieler Kameraden ab. Er machte auch nicht (schlapp, ber feine Kerl, blutend und zitternd hetzte »r weiter, bis wir an Ort und Stelle waren. Ich Sprang ab unb rannte mit ber Melbung ms Haus unb kam gleich wieder zurück zu ihm, aber da war aer schon zusammengebrochen unb starb. Wie em Heiner Junge hab' ich geheult unb hab s auch heute noch nicht verwunden. Ja, das war em nobles Pferd, der Scheich! ., ., _ Also du bist es, schwarzer Scheich, edler Hengst laus der arabischen Wüste, der heitte neben mir ttrabt und mich anruft mit seinem Geisterwiehern Ibas ich so lange nicht verstehen konnte. Ja, du bist 'wahrhaftig ein nobles Pferd gewesen: Du blutetest «und littest und ranntest mit den letzten Kräften, irecht als ein guter Kamerad. Und von deinem herrlichen, krastbebenden Leibe ist nichts geblieben, als sein wenig Erde auf den flandrischen Ebenen Nein, ich will dich so nicht sehen, ich will dich 'stark und fröhlich glauben auf den ewigen Weiden. Dehnen sie sich denn nicht irgendwo in Raumen, «die wir nicht kennen, die endlosen Wiesen des «Glückes für euch, deren Leben oft so glücklich ist runter bem Joche der Menschen? Ich meine, irgendwo jgraft unb trabt ihr froh, ihr, unsere guten Kcrrne- raben, benen allzuwenig Dank wirb. Oh, ich sehe sie vor mir, biefe ewigen Weiben mit ihrem fröhlichen Durcheinanber sehr verschiebener Pferbe, berühmter unb namenloser, edler und geringer! Da galoppieren die Diereraespanne, bie einst die Kampfwagen der römischen Krieger in bie Schlacht rissen, hell unb schlank, noch umschwebt von bem goldenen Staube, Den ihre Hufe im Tanz des son- nenglühenden Streites aufgewirbelt haben. Die wuchtigen Mähnen schüttelnd, schauen die schweren Arbeitspferde ihnen nach; ein wenig nachdenklich und geruhsam stehen sie da, und ein Duft wie von frischaufgebrochener Erde und goldenem Erntewagen, ein Schlittern, wie von schwerer Last und schleifenden Stämmen ist noch um sie. Da brausen die mächtigen Turnierpferbe der edlen Ritter spielend gegeneinander an, und es klirrt wie Eisen und splitternde Lanzen um ihr ungefüges Scherzen; aber tänzelnd wiegen sich dazwischen die Pferdchen aus dem Zirkus in den Schritten der Hohen Schule, sie amüsieren sich herrlich beim spanischen Tritt, und die braven Droschkengäulchen, die, noch immer ein wenig krumm in den Knien, die Köpfe zufammenstecken, schauen ihnen verblüfft und erweitert zu. Die Mutterstuten mit ihren Fohlen halten sich ein wenig abseits. Ruhig stehen sie im Hellen Lichte und schauen den tollpatschig-graziösen Spielen der Kleinen zu; durch ihre Mähnen weht der warme Sommerwind, das Hohelied von Mütterlichkeit, Fruchtbarkeit und Blühen singt um_ ihre glänzenden Leiber, die schwer sind von Erfüllung. Zuweilen fliegt ein Wiehern der Hengste zu ihnen herüber, dann heben sie den Kopf und schwellen die Nüstern. Die Rennpferde, edles Mut aus allen Zonen der Welt, scharen sich dichter zusammen und fliegen Seite an Seite über die ewigen Weiden, weithin, weithin! An ihren schlanken Leibern, an ihren hohen, raumgreifenben Beinen beben unb spielen die Muskeln; und wieder und wieder drängen sie sich zusammen, verhalten, brechen zitternd los und träumen vom Start und heißem Rennen. Die kleinen, dicken Ponys wollen es ihnen gleichtun, sie rollen hinter ihnen drein auf ihren kurzen Beinchen und schnauben ärgerlich den Rennpferden nach, die wie fliegende Pfeile vor ihnen her entschwinden, und verschnaufen keuchend und wälzen sich spielend und beißen einander im Grase. Das lassen sich die Fohlen nicht zweimal sagen: sie werfen die Köpfchen auf, flugs sind sie von den Müttern weg und kommen antariolt auf viel zu hoher Hinterhand und toben mit unb schlagen aus und springen auf allen Vieren hoch wie kleine Böcke. Das macht die guten, ruhigen Arbeitspferde fröhlich wiehern; zärtlich fchnubbern sie mit den schweren Lippen an den kleinen ungezogenen Dingern, deren stets zerraufte Mähnen wie Pinsel in die Luft stehen, und die gar nicht hören wollen, wie die Mütter rufen. In großen Scharen, eng gedrängt, stehen die Militärpferde im hohen Grase. Man kennt sie gleich am Spiel der Ohren und am Tanzen ihres Schrittes, als zöge noch immer eine anfeuernde Blechmusik ihnen voran. Zuweilen reißt es sie zusammen, als käme fernher ein Trompetensignal und riefe zu Galopp unb Attacke; bann ersteht in ben schönen, bunklen, von Leid nun freien Augen ein traumhaftes Erinnern an Kriegsnot, an Wunden, an Kameradschaft unb an Tob. Sie alle, biefe Ehrgeizigen unb Treuen, tragen bis in bie Freiheit ber ewigen Weiben hinein die Erinnerung an ben Menschen unb die Dienste, die sie ihm taten wie ein Spiel mit sich; sie haben bie mancherlei Härten vergessen, die sie zu tragen hatten, nur Freundliches lebt noch hinter diesen klugen und anständigen ©timen. Und nur die, ach, viel zu vielen, deren Leben nichts als Martyrium und Not gewesen war, haben noch Umflortes im Blick, als wäre es allzu schwer, die Grausamkeit und Undankbarkeit der Menschen zu verwinden. Aber um sie blüht das Gras am herrlichsten, um sie weht die Luft mit doppelter Süße — vielleicht wird ihr Glück auf den ewigen Weiden größer fein als das der andern. Schwarzer Scheich, mein alter Kamerad, hier also fliegst du jetzt über den federnden Boden, du edler Hengst — ja, ich weiß es, hier bist du, nicht in der flandrischen Erde, und von hier kam dein Geisterwiehern zu mir. Deine Nüstern beben, deine Mähne flattert im hellen Wind, und laut aufwie- bernb in Lust jagst du über die leuchtenden Wiesen hin, den schlanken, lodenben, fliehenden Stuten nach! Oie Menschen können 140 Jahre alt werden. Bemerkenswerte Feststellungen mochte ber bekannte Spezialist für Verjüngung Dr. Doronoff währenb eines Aufenchalts in London, das er dieser Tage wegen der Uebersetzung seines Buches besucht hatte. Es gibt bei weitem mehr Engländerinnen als Frauen irgendeines anderen Volkes, bie sich durch Übertragung von Affenbrüsen verjüngen lassen wollen, und auf eine Frau kommen immer zehn Männer, die sich dieser Behandlung unterziehen. „Die Frauen anderer Länder sind schon zufrieden, wenn sie jung aussehen, doch die englischen Frauen wollen durchaus wieder richttg jung sein , sagte Dr. Doronoff, „sie wollen Golf spielen, auf bie Jagd gehen, und tanzen nach Herzenslust, ebenso frisch und unermüdlich wie ihre Töchter ja rvie ihre Enkelinnen. Eie wollen Schönhett und Kraft zurückgewinnen. Manche Engländer, im Staatsdienst ergraut, sind nur von bem Wunsche beseelt gekommen, Ausdauer und Lebenskraft xurüdge- schenkt zu erhalten, um ihren jung und frisch gebliebenen Geisteskräften wieder Höchstleistungen zumuten zu können. Es liegt gar kein Grund vor, warum Männer und Frauen nicht 140 Jahre alt werden sollten. Frauen haben übrigens mehr Aussicht dazu, denn ihr Leben hat meist einen leichteren und natürlicheren Verlauf. Man hat beobachtet, daß Tiere siebenmal so lange leben, wie es Zeit braucht, bis sie zur vollen Reife gelangen. Menschliche Wesen schließen ihre Entwicklung etwa mit 20 Jahren ab — wenn sie in friscker Luft, unter natürlichen gesunden Bedingungen leben, wenn sie frei unb ohne Zwang lieben, lachen unb meinen bürfen, so sollten sie eben auch siebenmal 20 Jahre alten werden." Eine kühne Bergbesteigung in Britisch-Kolumbien. Eine hervorragende Bergsteigerleistung wurde am 21. Juli in Britisch-Kolumbien vollbracht, indem der 4000 Meter hohe Mount Waddington, der „Gecheimnisberg", wie er gewöhnlich genannt wird, die Hauptspitze ber Küstenkette, von bem Deutsch-Amerikaner Fritz Wießner aus Neuyork unb von William House aus Pittsburg erstiegen wurde. In den letzten Jahren waren 16 sorgfältig vorbereitete Versuche unternommen worden, den einer steilen Spitze aufragenden Felsen zu erklettern, aber sie waren alle gescheitert und hatten auch ein Menschenleben gefordert. Erst zwei Tage vorher hatte eine Gesellschaft von acht Bergsteigern aus Britisch-Kolumbien und Kalifornien das Wagnis von neuem unternommen, war aber wenige hundert Meter unter dem Gipfel zur Umkehr gezwungen worden. Die beiden erfolgreichen Bergsteiger brauchten für den Aufstieg und Abstieg 23 Stunden, in denen sie unaufhörlich kletterten, wobei jeder Schritt gefährlich war, und ihre Leistung wird als die bemerkenswerteste in der Geschichte der Bergbesteigungen in Kolumbien angesehen. Die letzten 300 Meter führen fast senkrecht in bie Höhe, bie Spitze ist eine mit Eis debeckte Felsenmasse, und sie bietet nur Platz für einen Mann. Wießner ist 42 Jahre alt und hat viele alpine Erfahrungen, House ist ein 32jähriger Student des Forstwesens. Der erster- hatte den Weg mit dem Fernglas von einem tiefer gelegenen Gletscher aus genau erkundet und brauchte fast drei Wochen für die Vorbereitung der Ersteigung der letzten 400 Meter. Die Expedition, die eben erfolglos zurückgekehrt war, konnte verfolgen, wle die beiden die Bergspitze eroberten. Neues von der Herrenmode Oberheffen Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt a.M. Berlin Berl.n Frankfurt a. M. Xt' ! börse börse 21 8. 22 8- 112,9 4 182 120,25 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 0 0 6 0 8 6 7 108 123,25 124,25 104 133,5 105,5 101,75 109,25 124 126,5 105,5 132,5 107 103 36,9 151,5 122,65 143,5 124,5 131,5 125 127,5 149,5 182,5 137 108 122,75 124,5 103,75 162 133 105,25 101,25 36,4 150,5 122 143,5 126,5 132 130,13 148,5 183,5 137 109,25 124,25 126,75 105,4 160 132,5 107,75 103,25 64,31 80,89 30,84 2,46 42,04 55,90 12,52 16,3- 169J9 62,94 6 6 6 8 7 6 3 9 36,65 151,5 123 143,5 125 131 127 149,75 183,5 136,75 14,13 14,65 110,5 122,25 99 98,5 99 180 14,13 14,5 110,65 99,5 97 97,75 181 37 150,5 122 143 126,5 132,5 131 149,5 182,5 137,75 64,57 81,21 30,96 14,25 40,5 14,5 110,25 123 99 98 98,25 t80 14,25 40 14,25 110,13 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Eleltr. Schuckert L Co...... SiemensL HalSke.,. Lahmeyer & (io..... Norddeutscher Lioyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ................ : A.E.G...................... Bekula Elektr. Lieferungögefellschast ... Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume 2,44 41,88 55,68 12,48 16,33 168,51 62,68 2,8 8,9 8,35 8,5 13,75 Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-Röhren Buderus ...................* Deutsche Erdöl 4 Harpener................. 2y2 Hoesch Eisen—Köln-Neuesten .. 3 4% Oesterretchische Golbrente... 4,20% Oesterretchische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staaisrente v. 1910 4*/j% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagda'dbahn-Anleihe Serie l......... .......... 9,5 5,4 43,9 Geheimrat von Opel im Kreise von 800 Werks-Iubilaren. Sprechstunden bet Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen. 2,75 8,75 8,3 8,4 13,4 9,75 5,4 44,25 29,13 2,75 8,9 8,3 8,4 13,4 * ßid), 21.Aug. Unter starker Beteiligung von auswärtigen und einheimischen Leidtragenden wurde heute die sterbliche Hülle des Lehrers Jakob zu Grabe geleitet. Besonders zahlreich war die Lehrerschaft vertreten, ebenso auch Bewohner seines letzten Wirkungsortes Ober-Bessingen. Nach der zu Herzen gehenden, tief empfundenen, von größter Hochachtung zeugenden Grabrede des Pfarrers Naumann, die sowohl der Tätigkeit des Verstorbenen als Lehrer und Erzieher, wie auch seiner ersprießlichen Arbeit in der Gemeinde und an den von ihm betreuten Knaben und Mädchen der Fürsorge gedachte, gab ein Vertreter der Stadt Darmstadt deren Dank unter Niederlegung einer Kranzspende beredten Ausdruck. Partei und Kriegsopferfürsorge, die Kreisamtsleitung der NSV. Gießen, der NSLB. Lich, die Lehrerpensionäre und der Gesangverein Ober- Bessingen gedachten durch ihre Sprecher des Verstorbenen in ehrenden Worten. Mit Lehrer I a k o b ist ein Mann dahingegangen, der eine fühlbare Lücke hinterläßt und nicht leicht zu ersetzen sein wird. M H u n g e n, 24^Aug. Die Geburtenziffer in unserer Stadt erreichte in diesen Tagen einen Höchststand für die Zeit vom Jahresanfang bis August einschl., der in früheren Jahren noch nie erreicht wurde. Es wurden nämlich in dieser Zeit 14 Buben und 11 Mädchen geboren, eine bisher noch nicht dagewesene Zahl. — Während in der vergangenen Woche einem hiesigen Landwirt die Jung- Hühner gestohlen wurden, ist nun in der Nacht zum Sonntag dem Besitzer des Hauses „Hubertus" in der Friedberger Straße der ganze Hühnerbestand gestohlen worden. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange. § Aus der mittleren Wetterau, 21. Aug. Die Fruchternte ist ziemlich beendet. Die meisten Bauersleute sind auch mit dem Einfahren fertig. Lediglich ein Teil der Haferernte ist noch einzubringen. Wegen des langen Halmes und der bauschigen Handernte vermögen die Scheunen die Garben nicht alle zu fassen, so daß viele Betriebe gezwungen sind, einen V o r d r u s ch vorzunehmen, wobei Gerste und Roggen maschint werden und das anfallende Stroh ins Freie gesetzt wird. Gewöhnlich wird dabei auch ein Wagen Weizen mitgedroschen, um das notwendige Saatgut für den Herbst zu gewinnen. Bereits hot auch die Grummeternte eingesetzt. Während die männlichen Familienglieder den Erntewagen bedienen, sind die Frauen und Kinder auf den Grasgärten und Baumstücken am Grummetwenden. Es ist dies heuer eine verhältnismäßig anstrengende Arbeit, da der Grasbestand vielerorts an Menge dem Heuschnitt gleichkommt, ihn aber an Güte infolge ungemein starken Kleewuchses nach übertrifft. Wenn nun reichlich Sonnenschein kommt, so wird der Landmann eine Dörrfutterernte einbringen können, wie seit Jahren nicht. Dazu kommt noch die K l e e- h e u ernte von ewigem und rotem Klee, die teilweise noch auf Böcken und Heinzen steht. Vorzüglichen 6,6 9,5 5,25 44,25 6,6 10,05 5,25 44,25 101,13 97,5 95 109,6 30 I 2,9 8,85 8,3 8,45 13,5 9 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Von Freiburg: „Flügel, billig zu verkaufen. Heitere Hörfolge. 10: Schulfunk. 11.30: Bauernfunk. 11.45 Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, Seid bei Frau Musica zu Gast! Russische Musik. 15: Volk und Wirtschaft, Nutzpflanzen wanderten über den Erdball. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Nachmittagskonzert. 17: Musik für Zwei Klaviere. 17 30: Diese Mark ist keine Mark! Achtung! — Falschgeld — Eine Hörfolge. 18: Unterhaltungskonzert. 19: HI.- Funk. Der Läufer von Marathon. Hörspiel von F. Maingast. 19.30: „Siegfrieds Rheinfahrt", aus Götterdämmerung" von Richard Wagner. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Ferien auf dem Balkon. Ein heiterer Abend. 20.45: Franz Liszt zum Gedenken. Eine Faust-Sinfonie (nach Goethe) in drei Charakterbildern für Großes Orchester, Tenorsolo und I Männerchor. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende- triebsführers nahmen jedoch auch sie an der freier zu Ehren des Sohnes von Adam Opel, des Gründers der Firma, teil. Bei mehr als 300 dieser Wertskameraden waren schon die Väter und Großvater im Hause Opel tätig. Auch ihre Kinder gehören bereits wieder zur großen Opel-Gefolgschaft. Es durfte in der deutschen Wirtschaft nicht viele Unternehmungen geben, die mit Stolz von sich sagen können, daß ein seit Generationen mit dem Werk eng verwachsener Arbeiterstamm ihm so treu zur Seite steht, wie dies seit über 70 Jahren in Rüsselsheim der Fall ist. Rundfunkproqramm. Dienstag, 25. August. X6- M 21-8. 101,4 97,9 102,5 112,75 100,13 98,75 97 101 93,75 125,75 120 97 101 101,13 97,5 95 109,6 (afp) — Kennen Sie jenen Typ junger Leute, die stets beide Hände tief in den Hosentaschen vergraben haben, ob sie nun auf der Straße, im Büro oder in Gesellschaft sind? Gewiß, man kennt sie und reiht sie in die Kategorie derer ein, die nach dem Motto: „Benehmen ist Glückssache, wir sind Pechvögel" zu leben scheinen. Aber dies Hosentaschenunwesen ist doch noch etwas anderes als ausschließlich schlechte Erziehung. Fiw viele Männer bedeutet es tatsächlich eine schwer zu lösende Frage, wo sie in den verschiedenen Lebenslagen ihre Hände lassen sollen. Da muß dann oft als letzter, freilich nicht bester Ausweg die Hosentasche herhalten. Hier hat die Mode Abhilfe geschaffen: die schräge Tasche. Ueberall taucht sie jetzt auf, am Sportsakko, am Straßenanzug, am Mantel. Selbst aufgesetzte Taschen sind schräg gehalten. Ganz von allein wird die Hand in diese schräg angesetzte Rocktasche finden und nie mehr in Versuchung kommen, in der Hosentasche vergraben, ihren Besitzer in Mißkredit zu bringen. Sogar den Smoking hat sich die schräge Tasche erobert. Zwar wirkt sie hier noch etwas ungewöhnlich, aber der Smoking muß sich ja überhaupt allerlei Veränderungen gefallen lassen. Nachdem sich die rückenlosen weiße Weste eingebürgert hat, trägt man den Smoking neuerdings sogar zweireihig und dazu das weiche Hemd mit weichem Kragen, eine Neuerung, die besonders für den Sommer begrüßt werden wird. Was man vor kurzem noch für „shoking" gehalten hätte, scheint sich aus Vernunftgründen langsam durchzusetzen. Eine andere Unmöglichkeit ist auf dem besten Wege, „salonfähig" zu werden; das Oberhemd. Es sind nur wenige Jahre her, da war es beispielsweise in der Berliner Börse unmöglich, ohne Rock zu erscheinen. An der schäbigsten Lüsterjacke hatte niemand etwas auszusetzen, aber ein Mann in einem noch so hübschen Oberhemd durfte sich einfach nicht in die Börse trauen. Tat er es aus Aberwitz oder Unkenntnis der Herrscheiden Gebräuche doch, so mußte er bemerken, wie ihn in dem dichten Gedränge plötzlich jemand hinten am Hemd zupfte. Drehte er sich dann empört um, um den Frechling zur Rede zu stellen, dann fand er nur viele emsig beschäftigte Börsenleute, die sich anscheinend gar nicht um ihn kümmerten. Statt dessen zupfte ihn aber nun von der anderen Seite jemand am Hemd, und so weiter, bis das Hemd schließlich bedenklich über der Hose hing, falls er es nicht vorzog, die Börse fluchtartig zu verlassen. Heute ist das Oberhemd im Sommer gang und gäbe. Die Mode trägt dem Rechnung, indem sie die Hemden mit Taschen, Sattel und Golffalten ausstattet, so daß sie urplötzlich zu einem selbständigen und hübschen Kleidungsstück geworden sind. Schlipse und Schals bevölkern sich . . • und zwar mit allerlei Getier. Allerdings nur in bildlicher Darstellung. Auf dunklen Schlipsen finden sich in heller Zeichnung als wiederkehrendes Muster Terriers und Airedales, Hasen und Pferde, ganze Jagdszenen. Daneben tauchen Tiroler Motive auf: Hirsche. Blumenkränze, ein Trachtenpaar oder Häuschen im Tiroler Stil. Das sieht sehr lustig aus und wenn es nicht übertrieben wird, auch durchweg geschmackvoll. Vor Uebertreibungen sollte man sich freilich in dieser Beziehung besonders hüten. Zumal die Olympischen Ringe müssen als Motiv mit Zurückhaltung verwendet werden. Mit dem Mantel in der Hand kommt man durch den ganzen Sommer. Es ist allmählich Sitte geworden, den Sommer- ober Regenmantel über den Arm zu tragen, womit ihm die Rolle zufällt, die früher der Regenschirm zu erfüUen hatte: für alle Fälle bereit zu sein, seinen Besitzer vor einem frischen Guß zu schützen. Im Sommer sieht ein hübscher Anzug ja auch besser aus als der meist einfarbige Mantel, und über den Arm oder (für ganz Forsche) über der Schulter getragen, wirkt der Mantel sehr dekorativ und jedenfalls besser als ein Regenschirm. Nur einen Nachteil hat diese Sitte, man darf nichts in die Brusttaschen stecken, wenn man es nicht verlieren will. Doch auch hier hat die Mode in zweifacher Hinsicht Abhilfe geschaffen. Einmal werden die Mantelinnentaschen neuerdings in Gürtelhöhe angebracht, wodurch sie geräumiger werden und auch nichts von ihrem Inhalt beim Zusammenfalten und Tragen des Mantels verlorengehen kann. Und dann gibt es doch den Reißverschluß. Hier sind uns die Frauen zuvorgekommen. Sie haben schon lange bemerkt, daß sich der Reißverschluß auf fast allen Gebieten ihrer Mode als praktisch erweist. Der Reißverschluß an der Mantelinnentasche stellt nahezu eine Ideallösung dar. Er trägt nicht auf, ist durch einfaches Ziehen zu schließen und sichert die Tasche vor allem gegen jeden Verlust ihres Inhalts. Auch ein Taschendieb wird kaum unbemerkt den Reißverschluß öffnen können, um sich der wohlgefüllten Brieftasche zu bemächtigen. Wenden wir uns von dem äußeren Menschen ab und einem Kapitel zu, das früher nur Gegenstand für Witzblätter war: der Unterwäsche des Herrn. Eigentlich war „der Männin Unterhosen immer leicht komisch. Guido Thielscher pflegte als Pointe in Unterhosen auf der Bühne zu erscheinen, und der stürmische Heiterkeitserfolg bewies, welche komische Figur jeder Mann in nicht angezogenem Zustand war. Heute würde er damit nur jenen Ten der Männerwelt treffen, der noch immer an den althergebrachten langen Wollenen festhält. Und wieder erweist sich an den „Shorts" die jetzt wohl allgemein getragen werden, daß das Gesunde und Vernünftige auch gleichzeitig ästhetisch ist. Mit den langen „Unaussprechlichen" verschwanden auch die Socken- Halter. Sie wurden unnütz durch die Kniestrumpse mit eingewebtem Gummiband. Der Mann in Unterhosen ist heute in keiner Weise komischer oder unästhetischer als der auf dem Sportplatz ober am Stranb, und bie Witzblätter müßen sich schon allmählich nach einem anderen Thema umsehen. 22.8- 101,4 97,75 102,4 112,9 100,13 98,75 97 101 93,5 125,25 120 97 101 101,13 97,5 95 109,6 Stand zeigen nach wie vor Dickwurz, Zuckerrüben, Mais, Kohl und Kartoffeln. Kreis Friedberg. 0 Gambach, 23. Aug. Heute feiern dahier bte Eheleute Georg Weisel und Frau Kath., geb. Jung, im Kreise von 6 Kindern, 10 Enkeln und 3 Urenkeln das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten erfreuen sich noch bester körper- kicher und geistiger Frische; sie stehen im Alter von 82 bzw. 72 Jahren. Herr Weisel ist durch seine Gastwirtschaft und Kolonialwarengeschäft weithin bekannt. Der Gesangverein, dessen Ehrenmitglied der Jubilar ist, brachte dem Jubelpaar am Abend ein Ständchen. Kreis Lauterbach. £ Lauterbach, 22. Aug. Eine hier zu Be- such weilende verheiratete Frau von auswärts sprang heute nachmittag aus b em Fe n ft er einer Wobnung in einem mehrstöckigen Hause in ber Bahnhofstraße. Durch ben Sturz aus gro« ßerHöhe erlitt bie Frau so schwere Verletzungen, baß sie balb barauf verstarb. Wirtschaft. Nhein-Mainische Börse, lleberwiegend erholt. F r a n k s u r t a. M., 22. Aug. Im Anschluß an ben gestrigen Abenbbörsenverkehr zeigte bie Börse zum Wochenschluß überwiegenb weiter leichte Erholungen, ba seitens ber Kundschaft kleine Rückkäufe vor- genommen würben. Die Börse zeigte noch etwas Zurückhaltung, so baß bie Umsätze kein größeres Ausmaß hatten. Vereinzelt lag noch kleines Angebot vor, weshalb bie Kursentwicklung am Aktienmarkt nicht ganz einheitlich war. Gut erholt waren vor allem Metallgesellschaft mit 127.40 (124). Montanaktien würben von dem Bericht über den guten Beschäftigungsgrad bei Mannesmann etwas angeregt, Hoesch plus 1,5 v. H., Mannesmann plus 0,50 v. H., Harpener plus 2,25 v. H., die übrigen Werte lagen gut behauptet, Rheinstahl 0,50 v.H. leichter. IG. Farben konnten sich mit 158,50 (158,75) nur knapp behaupten. Am Elek- tromarkt zogen Felten und Gesfürel je 1,50 v. H., RWE. etwa 3,50 v. H. an, auch AEG. 0,65 v.H. fester. Maschinen- und Motorenaktien bröckelten noch etwas ab, ferner ließen Rheinmetall, Westdeutsche Kaufhof und Conti Gummi bis 0,75 v. H. nach. Reichsbank lagen 1 v. H. und Südd. Zucker 2,75 v.H. höher, Holzmann gut behauptet. Am Rentenmarkt war die Haltung nicht ganz einheitlich, Altbesitz 0,13 v. H. höher, Korm munal-Umschuldung unv. 88, dagegen konnten sich späte Schuldbuchforderungen (97,75), Zinsvergü- tungsscheine (93) und zertif. Dollar-Preußen (67,65) nur knapp behaupten. Von fremden Werten 5proz. äußere Gold-Mexikaner etwas schwächer mit 13,40 (13,75). Im Verlauf blieb die Börse ruhig und größere Veränderungen ergaben sich nicht. Am Aktienmarkt bewegten sich die Kurse unter kleinen Schwankungen etwa auf Anfangsbasis. Etwas höher waren noch Mannesmann mit 103 nach 102,25, ferner Daimler 119 nach 118,50, Junghans 93,90 bis 94 nach 94,13, JG.-Farben 158,25 nach 158,50. Von später notierten Werten kamen Mans- felber mit 147 (144), RWE. mit 131 (127), Klöck- ner mit 107 (105,50), Buderus mit 109 (108), Goldschmidt mit 110 (109), dagegen BMW. mit 132 (133,50) zur Notiz. Am Rentenmarkt blieben bte Kurse unoer- änbert. Golbpfanbbriefe notierten wie gestern, öigut* bationspfanbbriefe etwas uneinheitlich, von Kom- munal-Obligationen Meininger 95 (94,75). Stadtanleihen lagen still und zumeist unverändert, etwas niedriger 7proz. Frankfurter 94,25 (94,50) und VA* proz. Wiesbaden 92,50 (92,75). Von Auslandsrenten bröckelten Ungarn noch etwas ab. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 110,50, Growag 82,75, VDM. 135, Kali Wintershall 116,50, Ufa 61, Pokorny 110, Wayß & Fren- tag 118 und Dyckerhoff Zement 132. Tagesgeld mit 2,50 (2,75) v. H. etwas leichter. Frankfurter Schlachtutebmarkt. Frankfurt a. M., 24. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 368 Rinder (22 Ochsen, 97 Bullen, 208 Kühe, 41 Färsen), 573 Kälber, 187 Schafe, 1038 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 45 Mark, Bullen 39 bis 43, Kühe 25 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 50, Kälber 60 bis 90, Hämmel 53 bis 56, Schafe 40 bis 55, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe flott. DemEinbrecher dieArbeit leicht gemacht LPD. A l s f e l d , 23. Aug. Der Einbrecher, der in den letzten Tagen bereits in mehreren Orten des Kreises Alsfeld raffinierte Einbrüche be- ging, gab nunmehr auch in Udenhausen em Gastspiel, wo er das Gehöft des Landwirts Adam Wagner heimsuchte. Die Haustür war Zwar verschlossen, aber ber H a u s t ü r s ch l u s s e l hing beutlich sichtbar an einem Nagel neben ber Tür, so daß es für den Einbrecher wirklich leicht war, in das Innere des Hauses zu gelangen. Hier fand er in einem Schrank etwa 700MarkBargeld,rnit dem er schleunigst verschwand. Der Täter konnte noch nicht gefaßt werden. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 23. Aug. Samstagabend fand die Schlußübung mit Inspektion der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr statt. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier hielt eine Ansprache, in der er kurz auf die Aufbauarbeit im allgemeinen und die der Feuerwehren im besonderen einging. Mit dem Dank an den Führer, dem wir dies alles verdanken, schloß er feine Ausführungen. Die dann von den beiden Wehren vorgeführten Exerzier- und Geräteübungen klappten gut. Ein gut durchdachter Brandangriff, der zugleich als Nachtübung galt, bildete den Abschluß der Hebung. In feinem Schlußwort ging Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier auf die Hebung und den Brandangriff ein und würdigte hierbei die Leistungen der Wehr. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß er s^ne Ausführungen. Kommandant Schäfer dankte dem Kreisfeuerwehrinfpektor für feine Ausführungen. Er ging nochmals auf den Brandangriff ein und gab hierbei feine Eindrücke bekannt. 4 2) aubringen, 23. Aug. Hier stürzte ein aus der Richtung Gießen kommender Junge am Hangelstein unglücklich vom Fahrrad. Die hiesige Krankenschwester leistete die erste Hilfe. Der Arzt stellte eine Splitterung des Unterarmes fest. A Harbach, 22. Aug. In diesem Jahre gibt es in unserer Gemarkung eine überreiche Zwetschenernte. Ueberall hängen die Bäume, selbst die kleinsten, zum Brechen voll. Nicht immer ist es möglich, die Bäume so zu stützen, daß das Abbrechen überladener Aeste verhindert wird. Auf diese Weise sind schon hier und da, namentlich an Jungbäumen, Schäden entstanden. Da es in diesem Jahr überall viele Zwetschen gibt, dürfte in unserer entlegenen Gegend der Absatz mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Deshalb ist unseren Landwirten die Verwertung als D ö r r o b st zu empfehlen. An den nötigen Obstdarren fehlt es in Harbach nicht. Sie müßten nur wieder etwas in stand- gesetzt werden, da sie vielfach seit Jahren nicht be^ nutzt wurden. Auf diese Weise konnte ein Teil der überschüssigen Ernte nutzbringend verwertet und der Volksernährung gesichert werden. Schlußkurs 21.8- Schlußk. Mittag« bör'e 22-8. Schluß« kurs 21.8. 101,4 97,9 102,5 112,9 100,13 98,5 Schlußk. Mittag« börse 22-8. Saturn 4% oeegi. Lene u 5% Numän. vereinh. Rente v. 1903 4yr%Riimai,.vereinh.Renteo.19lS 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 y4% Anatolier ... * Rüsselsheim, 22. Aug. Heute nachmittag fand auf dem Werksgelände der A d a m O p e lA G. vor dem Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges dieEhrungderWerkskameraden, die auf eine 25- und 40jährige aktive Mitarbeit zurückblicken können, statt. 805 Werkskameraden versammelten sich um Geheimrat von Opel, dem als Dienstältesten des Werkes in Anerkennung feiner 50jährigen aktiven Tätigkeit die diamantene Ehrennadel überreicht wurde. 71 Werksangehörige erhielten IoiäSMeHf‘3bie 9o!bJnee^rennabel5 Sie | 22.20: Der Volks- übrigen Jubilar/haben ihre Auszeichnung bereits m fenber ruft! 22.30: Hnterhaltungs- und Volksmuf . früheren Jahren erhalten. Auf Einladung des Be-124—2: Nachtmusik. Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg.Lüdam. Dampfschiff. 0 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Saturn 5% Deutsche Relchsanlethe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 bYi% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.«Ablos.«Schuld mti Auslos.-Rechten ............ 4%% Deutsche Relchspostschahan Weisungen von 1934, I....... 4’/»% ehem. 8% Hessischer Bolls- staat 1929 (rückzahlb. 102%) .. iy2% ehem. 8% Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12... 6,/2% ehem. 4y,% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 4yz°/o ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldschuldverschr R.b Oberhessen Provinz-Anleihe mi1 AuÄos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4'/r% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 t>yt% ehem. 4/,% Franks. Hyv Bsnk-Liqu.-Psandbriese...... 6yz% ehem. 4-/r% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfc. ... 4*/i% ehem. 8% Pr. Landespfanp briefanstalt, Pfandbriefe 91 19 62-6° ♦» Von der Universität. Prof. Dr. W. Niemals. agr «Sisss. •ss« ä s“ miss *"sn SS s,s gtf'a’.,«»* A,->“ ■“* - kgmeUwaa» -r.-— Milchkunde und Milchwirtschaft, Tierzucht, der all- den Dozenten fehl ( »1« tp bie mm« B«n «« ^«6ie * o6er Weizen aus- gemeinen Landwirtfchastslehre, Futterungslehre, ge- an allen Belangen h lchlieklich zu Futterzwecken verarbeiten oder die zu richtlichen Tiermedizin u. a. Nach bestandener trer- Anteil nehmen. | IgyjLSLn Betrieb gehören und Gießen" halten. Auf der reichhaltigen Tagesordnung steht die Behandlung der verschiedensten Fachthemen der Pharmakologie, wie Auswertungsmethoden, Arzneimittel, Hormonfragen, Beeinflussung des Blutkreislaufes durch Arzneimittel, Wirkung von Strahlen auf die Haut usw. Eine große Anzahl von Fachgelehrten aus Deutschland und u. a. aus England, Holland, Italien, der Tschechoslowakei, Amerika und Japan wird an der Tagung teilnehmen. Herrn Neugebauer aus Runxendorf, bei einem interessanten Schachspiel mit seinem „Erbonkel aus Amerika". Auch hier lag natürlicherweise das Hauptgewicht bei Lommel, der es meisterhaft verstand, ohne Kenntnis der Schachspielregel seinen Partner schachmatt zu setzen. Auch das anschließende Bild „Frau Neugebauer auf dem Wohlfahrtsamt" war ein voller Erfolg für den Humoristen, denn in der Rolle der Frau Neugebauer konnte sich sehr gut Lommels Talent als Imitator der Frauenwelt entfalten. Mitunter brachte Lommel feine „wichtigen Angelegenheiten" so gut bei dem Amtsoorsteher vor, daß man keinen Augenblick im Zweifel war, daß tatsächlich Frau Neugebauer auf dem Wohlfahrtsamt saß. Nach einer kleinen Pause erfreute Maria Beling mit einigen Liedern die Zuhörer, dann kündigte Sandersen das letzte Auftreten Lommels als Stimmenimitator beim Rundfunksender Runxendorf an. Dieses Auftreten kann man wohl als den Höhepunkt des Abends bezeichnen, denn hier kam auf allen Gebieten die vielseitige Kunst Lommels durch. Auch die Mimik, mit der Lommel seine Stimmen vor dem Mikrophon zu Gehör brachte, war einfach gut. Besonders erwähnt sei die Nachahmung einer Caruso-Schallplatte, die wirklich naturgetreu aus „Runxendorf" stammte. Reicher Beifall belohnte den Humoristen für seine Darbietungen; auch das ganze Ensemble fand gute Aufnahme bei den Zuhörern. Wie angekündigt, waren rasch die zwei Stunden Lachen vergangen. Das veterinär-medizinische Studium an der Universität Gießen. Niemand ist ganz unglücklich, niemand ganz glücklich. Wer wenig Glück hat, tröste sich mit dem Spruch, den Goethe allen Stiefkindern des Glückes zuruft: „Das Glück deiner Tage Wäge nicht mit der Goldwaage; Wirst du die Krämerwaage nehmen, So wirst du dich schämen und dich bequemen. Der Absatz von Backwaren an Wiederverkäufer. Fwd. Durch eine Anordnung Nr. 39 ordnet der Vorsitzende des GWV. Hessen und Nassau an, daß alle Betriebe, die Brot oder andere Backwaren her- tellen, sofern sie die von ihnen hergestellten Erzeugnisse an Wiederverkäufer absetzen, bis zum 31. 8. 1936 dem Getreidewirtschaftsverband eine Meldung hierüber unter genauer Angabe des Namens (Firma) und der Anschrift ihres Betriebes sowie der von ihnen belieferten Betriebe abzugeben haben. Die Nichterfüllung dieser Meldepflicht hat die Festsetzung einer Ordnungsstrafe zur Folge. pharmakologen-Tagung in Gießen. bei den Arbeitsämtern können in diesen Fällen Doppelausstellungen von Arbeitsbüchern vorgekommen sein. Arbeiter und Angestellte, die zwei Arbeits- bücher erhalten haben, müssen das zweite Buch mit einem entsprechenden Hinweis dem Arbeitsamt zurückgeben. Da die Fälle der Doppelausstellung über kurz oder lang ermittelt werden, empfiehlt es sich, dieser Aufforderung unverzüglich Folge zu leisten. Wer unbefugt mehrere Arbeitsbücher sich ausstellen läßt oder führt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. (§ 16 der I. Durchführungsverordnung vom 16. Mai 1935.) Weitere Hinweise enthält das Merkblatt, das jedem Arbeitsbuch bei- gefüat ist. Ihre Beachtung liegt im allseitigen Interesse. Das Glück reicht nur dem Kühnen, dem Wagenden und Strebenden die Hand. Es gibt nur eine einzige Bürgschaft des Glückes, die Graf Moltke genau bezeichnete, indem er sagte: „Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige!". So lassen sich auch die sog. Pechtage mit etwas Nachdenken über sich selbst, mit Heiterkeit und guter Laune überwinden. Nur nicht unterkriegen lassen! W. H. Betriebssichrer! Die große deutsche Rundfunkausstellung 1936 in Berlin nimmt am 28. August ihren Anfang. Das bedeutet Werbung für den Rundfunk, der heute bereits eine unentbehrliche Einrichtung im öffentlichen Leben darstellt. Der Rundfunk hllft dre Volksgemeinschaft gestalten und vertiefen, er ift Kulturträger und Freudenspender zugleich. Jeder schaffende deutsche Mensch soll Rundfunkhorer sein, aber nicht nur in seinem Heim, sondern auch an seinem Arbeitsplatz, während seiner Pausen und aus besonderen Anlässen. Die DAF. des Gaues Hessen-Nassau veranstaltet in der Zeit vom 24. bis 30. August eine Werbewoche für den DAF.-Empfänger Rundfunk in jedem Betrieb. Das ist die Parole, die jeder Betriebsführer wahrmachen sollte. Der Rundfunk ist ein Instrument des Staates, ist das Sprachrohr des Volkes. Die großen Kund- Dorrwiizen. Tageskalender für IHonfag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Inkognito". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Gräfin von Monte Cristo". Kameradschastsabend der politischen Leiter der Ortsgruppe Greßen-Süd. Am Samstagabend trafen sich in der Bergschenke die Amtsleiter, Zellen-'und Blockwarte der Ortsgruppe Gießen-Süd zu einem Kameradschaftsabend. Nach einem Marsch und nach einem Dorspruch begrüßte Ortsgruppenleiter Holländer die zahlreich Erschienenen. Ganz bewußt habe er sämtliche Mitarbeiter an diesem Abend versammelt, denn für eine ersprießliche Arbeit sei es unbedingt notwendig, daß man sich gegenseitig kennen und verstehen gelernt habe. Kameradschaft sei ein Wort, auf das großer Wert gelegt werden müsse, denn überall da, wo Kampf und Not gewesen sei, habe sich Kameradschaft erwiesen. Auch habe sich itf einer solchen Zett gezeigt, wer ein richtiger deutscher Kerl sei. Kerle brauche man heute an jedem Platze, auch ein kleiner Ab-schnitt der großen Partei, wie hier eine Ortsgruppe, müsse getragen werden durch die Mitarbeit von Kerlen. Pg. Holländer sprach dann noch den alten Mitarbeitern den Dank der Ortsgruppe aus, hieß die neuen Mitarbeiter willkommen und erinnerte sie an die Pflichten, die sie zu erfüllen hätten. Bei allem Tun müsse der Führer das Vorbild fein. Am Schluffe feiner Ansprache brachte der Ortsgruppenleiter ein dreifaches Sieg-Heil auf unseren Führer aus. Dann wechselten Lieder und Ge- oichtvorträge mit Lesungen aus Adolf Hitlers „Mein Kampf" und aus anderen Büchern einander ab. Herr Tank erfreute die Erschienenen noch durch einige Lieder. Nach einer kleinen Pause" begann der zweite Teil des Abends, der der heiteren Muse gewidmet war. Oberhessische Mundartgedichte wurden vorgetragen und manch' heitere Episode erzählt. Gemeinsam gesungene Lieder und gute Unterhaltung verkürzten den Abend. Gegen Mitternacht trennte man sich von diesem harmonisch verlaufenen Zu- I U U) 9 U U V l u ll y C n 0 “ 1 ‘ - ° v;, serer Wasserversorgung unternommen, Die zu einem befriedigenden Ergebnis führten. Die Wassergewinnungsanlage liegt im Wald und m gegen Verunreinigungen geschützt. Ein Projekt U bereits durch das Kreistiefbauamt in Wetzlar ausgestellt. Die mit der Erweiterung der Wasserleitung zusammenhängenden Anlagen bestehen aus einem Brunnenbau, einem Pumpenhäuschen, einer urua rohrleitung und einer elektrischen Pumpanlage. auf mehrere tausend Mark Kosten veranschlagten Arbeiten sollen in Angriff genommen werden, sobald die Finanzierung gesichert ist. Zur Aufbringung der Kosten ist der Gemeinde ein Darlehen aus oer Ständischen Hilfskasse des Bezirksverbandes Wies- baden gewährt worden. Die Deutsche Pharmakologische Gesellschaft wird vom 1. bis 5. September ihre 13. Tagung in Gießen abhalten. Am 1. September wird nach einer Vorstandssitzung die Begrüßung der Tagungsteilnehmer stattfinden. Für den 2. September ist eine gemeinsame Tagung mit der Deutschen Physiologischen Gesellschaft im Kerckhoff-Jnstitut zu Bad-Nauheim vorgeseyen. Vom 3. bis einschließlich 5. September wird die Tagung im Hörsaal des Physiologischen Instituts zu Gießen stattfinden; am 3. September wird nach der Eröffnung der Tagung durch den Vorsitzenden und nach den Begrüßungsansprachen der Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität Gießen, Professor Dr. Hildebrandt, einen Vortrag über das Thema „Buchheim und schen Wirtschaft zu gewährleisten. Um über jeden Arbeitsbuchinhaber unterrichtet zu sein, führen die Arbeitsämter Arbeitsbuchkarteien, die ständig auf dem Laufenden gehalten werden müssen. Unternehmern, Betriebsführern, Handwerksmeistern, Landwirten, Haushaltungsvorständen, kurz allen, die Arbeiter oder Angestellte beschäftigen, ist deshalb die Pflicht auferlegt, auf vorgeschriebenen Vordrucken (die von den Arbeitsämtern kostenlos und vom Papierhandel käuflich cck- aeaeben werden) Anzeigen über Einstellung, Entlassung, Aenderung der Wohnung und wesentliche Aenderung der Beschäftigungsart ihrer Arbeiter und Angestellten den Arbeitsämtern zu erstatten. Die Einstellungsanzeige entfällt, wenn eine Arbeitskraft durch das Arbeitsamt zugewiesen und die Zuweisungskarte des Arbeitsamts diesem ausgefüllt zurückgesandt wird. Auf die Anzeigepflicht sei hiermit besonders eindringlich hingewiesen. Ihre Nichtbeachtung ist unter Strafe gestellt. Während der Einführungszeit des Arbeitsbuches haben vereinzelt Arbeiter und Angestellte einen zweiten Arbeitsbuchantrag gestellt, und zwar in der Regel deshalb, weil ihnen die Erledigung des ersten Antrages nicht schnell genug ging. Ange- - ■ ( sichts der Riesenzahlen von Arbeitsbuchantragen > Jahre an der Universität Gießen scunmensein. \ Deutsche Arbeitsfront. An alle Angehörigen des Gaststättengewerbes. Die Deutsche Arbeitsfront, Reichsbetriebsgemein- ‘ schäft Handel, Fachgruppe ©aftftättengeroerbe, gibt ] folgendes bekannt: Alle Berufskameraden des Gaststattengewerbes, die ihr 25. Lebensjahr vollendet haben und eine ordnungsgemäße Lehr- und Gehilfenzeit nachweisen können, sind berechtigt, sich zu einem Fachabschlußlehrgang anzumelden. Mit bestandener Abschlußprüfung dieses Lehrganges wird der Meistertitel erworben. Es ist also allen Berufskameraden des Gast- stätt^ngewerbes, Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder, Gelegenheit geboten, das Meifterdiplom und damit die Meisternadel des Deutschen Gaststättengewerbes zu erlangen. .. Anmeldungen können schriftlich oder mündlich getätigt werden bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront in Gießen (Lahn), Schanzenstraße 18, Zimmer 12, vormittags von 10 bis 12 Uhr. Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Bewerber näheren Bescheid und Auskunft. Die Deutsche Arbeitsfront, Fachgruppe Gaststättengewerbe, veranstaltet in Verbindung mit der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe eine wirtschaftskundliche Fahrt nach Berlin zum Besuch der Ausstellung „Die Küche der Welt". Beginn dieser Fahrt vom 12. bis 15. Oktober ab Frankfurt a. M., Anmeldeschluß am 25. September 1936. Der Teilnehmerpreis beträgt 25.— Mark. In diesem Preis ist eingeschlossen die Fahrt ab Frankfurt a. M. und zurück, die Hotelübernachtung inkl. Frühstück. Das Mittag- und Abendessen ist selber zu stellen. Nach Besuch der Ausstellung ist jedem Teilnehmer Gelegenheit geboten, über die übrige Zeit zu verfügen. Außer dem Besuch der Ausstellung sind Besichtigungen aller Art vorgesehen. Anmedungen können schriftlich ober mündlich getätigt werden bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront in Gießen (Lahn), Schanzenstraße 18, Zimmer 12, vormittags von 10 bis 12 Uhr. Das Arbeitsbuch. Durch die Einrichtung des Arbeitsbuches soll den verantwortlichen Stellen der Arbeitsverwaltung eine ständige und zuverlässige Unterrichtung über die Berufsausbildung, die berufliche Entwicklung und die Betriebszugehörigkeit aller Arbeiter und Angestellten ermöglicht werden, um die zweckentsprechende Verteilung der Arbeitskräfte in der deut- Oiamantsteine unterschlagen. LPD. Hanau, 22. Aug. Im Frühjahr stellte man in einem Hanauer Diamantbetrieb das F ey len von über 300 2) in m a n tft e t n e n Als Täter konnte der 26 Jahre alte Betriebs angehörige Philipp Köhler ermittelt werden, die Steine im Betrieb entwendete und fie an eine» Hehler abgab. Dorn Schöffengericht in Hanau Köhler wegen fortgesetzter Unterschlagung m einheit mit Untreue zu acht M o n a t e ni fängnis und 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden, er hatte jedoch gegen dieses Urten rufung eingelegt. Die Große Strafkammer H als Berufungsinstanz erkannte, daß es Angeklagten um einen Willensschwächen Mensch handele, der leicht fremden Einflüssen ZUganglck sei, und ermäßigte die Strafe auf fünf Monat Gefängnis. Aufruf des Landesobmanns und Gauwalters der DAF. Hessen-Aassau. In Gießen ist das Studium der Tiermedizin bereits feit Einführung solchen Unterrichts vor mehr als einem Jahrhundert an der Universität gepflegt worden, woraus sich die engen Verbindungen zwischen Veterinärmedizin und Naturwissenschaften, wie Medizin in unterrichtlichen und studentischen Beziehungen ergeben. Werden doch die naturwissenschaftlichen Fächer mit Naturwissenschaftlern und Medizinern, Tierzucht-, Tierernährungs-, Beur- teilungs- und Landwirtschaftslehre mit Studierenden der Landwirtschaft, Physiologie, Pharmakologie und Toxikologie zusammen mit solchen der Medizin gehört. Dadurch wird der Gesichtskreis der Studierenden über das rein Fachliche hinaus erweitert, und es werden für Studium und Beruf nahe persönliche Bekanntschaften geknüpft, die sehr wesentlich für späteres wechselseitiges Verständnis im Berufsleben und für nutzbringende Zusammenarbeit sind. Das veterinär-medizinische Studium dauert neun Semester; davon sind vier vorklinische und fünf klinische.. In das Studium der Tiermedizin einführende Vorlesungen finden am Anfang jeden Winter-Semesters statt. Um den Studierenden den Aufbau des veterinär-medizinischen Studiums zu erleichtern, gibt ihnen die veterinär-medizinische Fakultät am Beginn jeden Semesters einen Studienplan empfehlend zur Hand. Bei richtig durchgeführtem Studiengang kann nach dem dritten Semester der naturwissenschaftliche Abschnitt (Botanik, Zoologie, Physik, Chemie), nach dem vierten Semester der anatomisch-physiologische Abschnitt (Anatomie, Gewebelehre, Entwicklungslehre, Physiologie) der tierärztlichen Vorprüfung abgelegt werden. Das danach folgende fünfsemestrige klinische Studium umfaßt die in der tierärztlichen Prüfung nachzuweisenden Gebiete der angewandten Anatomie, angewandten Physiologie, allgemeinen Pathologie, pathologischen Anatomie und pathologischen Gewebelehre, inneren Medizin, Chirurgie, Huf-, Klauen- und Beschlagskunde, Pharmakologie einschließlich Toxikologie und Pharmazie, der Geburtskunde, allgemeinen Seuchenlehre und Mikro- Den besonderen Anlaß zu der Tagung in Gießen hat die Tatsache gegeben, daß seit dem vorigen I Jahre an der Universität Gießen ein ganz neues, H. Schuchardt in Gießen wurde auf den Lehr- ftuhl für klassische Archäologie an die Universität Freiburg i. Br. berufen. o r, r ** Eine gute Arbeit über Luftschutz. .Don der Leitung des Lyzeums und Frauenschule gedungen zu den Wahlen, am 1. Mai usw. sprechen wird uns mitgeteilt: Für die gute Losung der Auf. von dem Wert des Gemeinschaftsempfanges m den gäbe „Luftschutz, eine deutsche Schicksalsfrage erhielt Betrieben Den Schaffenden soll Gelegenheit ge- die ehemalige Schülerin des Lyzeums Grete S a r. neben sein den Führer zu jeder Zeit, auch am Ar- g e s eine künstlerisch ausgefuhrte Ehrenurkunde der beitsplatz 'bei Großkundgebungen zu hören. Rund- Hessischen Landesregierung ausgehandlgt. funk in den Werkspausen gibt Freude den Arbeits- *♦ Der Bund Heimat treuer Sch le sie r kameraden und ist eine Kraftquelle ihrem Tage- (Deutscher Ostbund) hielt im Vereinslokal „Pfalzer werf Die Deutsche Arbeitsfront hat ein emwand- Hof" feine Auguft-Monatsversammlung ab. Der freies Rundfunkgerät geschaffen, den DAF.-Emp- Bundesgruppenleiter berichtet zunächst über etn •JW- “ " ÄX4Ä "2^ ÄÄ mn ’ SffiS Becker, MdR., land zurückgekehrten Bauern konnte der Bundes. Landesobmann der NSBO. und Gauwalter der gruppenleiter erneut die große Gefahr darlegen, die x,anoe5ODmannu ^ffen-Nassan. der Bolschewismus nicht nur ftir Europa sondern £A$., Gau neyen jiau | für „ Welt bedeutet. Die Vernichtung der Kirchen und die Ausrottung der christlichen Religio- nen, die große wirtschaftliche und seelische Not und die nicht zu beschreibende Terror-Herrschaft der Bolschewisten sollten auch den letzten Volksgenos. sen aufhorchen lassen. Die Vorgänge m Spanien sind ein Fanal für die Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen. Der Redner erinnerte baran, .daß der Ostbund stets auf die große Weltgefahr ärztlicher Prüfung hat der Kandidat sich drei Mo- des Bolschewismus hingewiesen habe und bestrebt natt lang an einem besonders hierfür bestimmten sei, mitzühelfen an der Aufklärung des Volkes. In Schlachthof (auch Gießen) des Deutschen Reiches diesem Sinne seien seine Arbeiten für ben deutschen ber Ausübung der Schlachtvieh- und Fleischbeschau Osten aufzufassen. Indem er die Dolksgenossen an 3U feiner Vervollkommnung und praktischen Fort- den Grenzen helfe, starke er bas deutsche Volks- bilbuna zu widmen. Die Prüfungsordnung für tum Die Bundesgruppe Gießen konnte auch m Tieränte ist eine reichsrechtliche; mithin gelten die diesem Sommer wieder erfolgreich für bie Begleichen Vorbedingungen und Prüfungsbestimmun- Nutzung des Ostpreußen-Ferienzuges werben. Im a/n im ganzen Deutschen Reiche. Die Bestallung nächsten Jahre wird neben dem Ostpr°ußen-S°n!>°r. als Tierarzt wird für das Deutsche Reick erteilt Lug auch ein solcher zum Deutschen Sanger fest nach Für die verschiedenartigen Studiengebiete stehen Breslau geführt werden. Für den Winter smd wie* die entsprechenden gut ausgestatteten Institute der ber einige öffentliche Vortrage geplant, verschiedenen Fakultäten zur Verfügung, ebenso das .* D e r B e z i r k O b e r h e s sen d er De uh nahegelegene Versuchsgut der Universität. Den j $ c n L e b e n s r e 11 u n g s g e se l ls ch a s t halt speziellen Unterrichtsgebieten der Tiermedizin die- wie man uns schreckt — im September einen nen die gut eingerichteten, einer größeren Zahl von Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwim- Studierenden Arbeitsplätze gebenden Institute und mern ab. Die llebungsftunben werben^jeweds JDhtt. Kliniken der veterinär-medizinischen Fakultät, die wochs von 20 bis 22 Uhr im städtischen Dolksbad wegen der günstigen landwirtschaftlichen Lage Gie- in Gießen abgehalten. Der Lehrgang erstreckt sich ßens reichlich Untersuchungsmaterial und Patienten auf 5 Uedungscckende, beginnend am 9 September, besitzen Der Unkostenbeitrag betragt pro Teilnehmer 1 Mk., Unterricht in der praktischen Fleischbeschau finbet &er bei Abgabe ber Meldung zu entrichten ist. Die im städtischen Schlachthof statt. Der Unterricht in Meldungen sind an den Bademeister und Lehr- der praktischen Deterinärpolizei obliegt dem hiesigen scheimnhaber Mertens in Gießen, stootilches Kreisveterinärarzt, der auch die Leitung über den Dolksbad abzugeben. -Zur Teilnahme ist jeoer alle 14 Tage stattfindenden Gießener Diehmarkt Deutsche berechtigt. Am Schlüsse des Lehrganges hat, der einer der größten im Reiche ist. . werden Prüfungen für Grund- und Lelftungs. Die Lage der Universitätsstadt Gießen mitten in scheine abgenommen, ^^stungsscheininhaber die gutem landwirtschaftlichen Gebiet ist für die tier- Mitglied der Gefellfchaft smd "nd das 20 Lebens', ärztliche Ausbildung als besonders günstig anzu- fahr vollendet haben, können sich zur Prüfung für sehen. Denn der Studierende hat in dieser einzigen den Lehrschein zu Beginn des Lehrganges melden, kleineren Universitätsstadt mit veterinärmedizinischer SerdtliaUna Fakultät während seines ganzen Studiums ohne witimyMiiy Zeitverlust Gelegenheit, sich mit ben Aufgaben des AoggeN- UN0 WerZeNlNUy'eN. Bauern in kleineren und größeren landwirtschaft- , , , lichen Betrieben vertraut zu machen und die bäuer- Fwd. Der Reichsbnuernfuhrer hat ^e Satzung lichen Verhältnisse der tierärztlichen Landpraxis der Wirtschaftlichen Vereinigung der Noggen- und kennenzulernen. Weizenmuhlen erlassen, m der als Aufgabenfms Wie bei anderen Studien, so gilt auch für bas der Wirtschaftlichen Vereinigung bestimmt wird, der veterinär-medizinische Studium, daß die kleinere 5)auptveremlgung bei Durchführung ber Markt- Universität eine persönliche Bekanntschaft ber Stu- orbnung auf dem Gebiete der Getreidewirtlchaft dierenden untereinander wie dieser mit ihren Do- die Unterstützung durch die xenten aufs beste gewährleistet, was stets ein wert- auf dem Gebiete der Kontingentierung, zu stch-'rn. für hon । hi pt Orth pH mährpnb ber I Die Wirtschaftliche Vereinigung Uttlfaßt Das g ■—■■■■ --- Roggen oder Weizen ausschließlich für ben eigenen mit allen Mitteln ber mobernen Forschung und des Bedarf verarbeiten Organe: ber Mirtf^a tl^en neuzeitlichen Unterrichts vortrefflich ausgestattetes Vereinigung smd. 1. der Vorsitzende, 2. oer Pharmakologisches Institut besteht, besten Gnb maltungsrat. 2)er 230^1^6 ift bered)tl^ stehunq dem großzügigen Aufbauprogramm des füllung ber Aufgaben Anordnungen 3U er I Nr°rs zu verdanken ist: ferner die Erinnerung Die Wirtlchastliche Verewigung kann zur Durch. an den Begründer der modernen Pharmakologie suhrung ihrer Ausgaben B°z>rksgruppen -mnchtm. und Arzneimittellehre Professor Buch he im, der deren Gebiete mit denen ber ®e.trelb^"?^'Ät5 non 1867 bis xu seinem Tode im Jahre 1879 in oerbänbe übereinftimmen. Durch ben Vorsitzenden Gießen als Direktor des Pharmakologischen Jnsti- der Wirtschaftlichen Vereinigung werden die 0 • suts gewirkt hat und als Wegbereiter der Pharma- tingente durch Zute.lung: «ne, D-U>wk°n''n-^ kologie, als Gelehrter von großem Format m bie- und eines Verarbeitung^ 4'm- '°m°F°ch°E anzufehen ist. Ein lustiger Abend mit Paul L-mmel. der Am gestrigen Sonntagabend hatte sich eine kleine, hören. Der Vorsitzende kann A seiner Derawng aber heitere Gemeinde im Cafe Leib eingefunden, Fachausschüsse und gemischte ^U5^(hJ um mit Paul Lommel für wenige Stunden die Die Satzung regelt weiterhin das Veschwer - Alltagssorgen zu vergessen. Lommel ist ja auch bei Schiedsgenchtswesen, die Pflic^en der M g dem Gießener Publikum kein Fremder mehr, denn und der Organe und schließlich die Haftu g s irgendwo hat ihn jeder schon einmal gehört oder Verbindlichkeiten. gesehen, sei es im Rundfunk oder auf der Schall-1 DrßtlftCtl« platte, Lichtspielhaus oder auf der Bühne. So hatte ** es auch Günther Sand'erfen nicht allzu schwer, als Kreis Wetzlar. geschickter Ansager, die Gießener in eine „Runxen- g Fellingshausen, 23. Aug. Im vorige!, borfer Bürgerschaft" zu verwandeln. Nach 3roei aerbft würben in unserer Gemarkung Der» Stimmungsliedern trat dann Manfred ßubmig hU(h5bohrunflen 3ur Erweiterung un/ Lommel zum ersten Male in einer netten Renn- - *-------—hi platzszene auf und zeigte gleich hier feinen unerschütterlichen Humor. In der hierauf folgendem Runxendorfer Groteske, einem lustigen Sketch, sah man wieder Lommel, diesmal in der Rolle des Fußball der heimischen Mannschaften. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Sportfreunde Siegen 0:2. Gemessen an dem Resultat, kann man von einem günstigen Abschneiden reden, denn die Blauweißen waren gezwungen, zahlreichen Ersatz einzustellen, und dies machte sich für die Gesamtleistung stark bemerkbar. Besonders in der Läuferreihe trat dies stark in Erscheinung, wo man Heilmann und Erhard vermißte. Der Sturm kam selten zu einer ge- schlossenen Leistung, und da er den besten Mannschaftsteil des Gegners vor sich hatte, ist das zu Null weiter nicht verwunderlich. Die rühmliche Ausnahme waren wieder Zeiler und Lippert. Wenn das Resultat nicht höher ausfiel, dann ist dies chr Verdienst, denn es waren mehr als einmal sichere Erfolge des Gegners, die sie noch im letzten Moment verhinderten. Fischer im Tor überraschte nach der angenehmen Seite. Er zeigte verschiedene geschickte Paraden. Die Gäste zeigten zwar nicht den erwarteten Eindruck, doch war ihr Spiel weit besser, als das der Gastgeber. Mit zunehmendem Spielverlauf kam dies besonders zum Ausdruck, denn da waren die Blauweißen ziemlich am Ende ihrer Kräfte. Die Hintermannschaft war der beste Mannschaftsteil. Dor allem der Torwächter machte einen äußerst sicheren Eindruck. Die beiden Verteidiger waren jederzeit Herr der gegnerischen Angriffe. Die Läuferreihe zeigte ausgeglichenes Können, im Sturm war das Jnnentrio reifer als die Außenstürmer. Der Spielverlauf: Abgesehen von verschiedenen Momenten, hatten die Gäste die Mehrheit des Spielgeschehens. Mitte der ersten Halbzeit war es der Mittelstürmer, der im Anschluß an eine gute Kombination des rechten Flügels aus nächster Nähe die Führung erreichen konnte. Gegen Schluß der zweiten Hälfte gelang es dem Halbrechten, aus dem Gedränge den zweiten Treffer zu erzielen. Bei diesem Resultat blieb es, denn die Blauweißen wußten nun unter Aufbietung ihrer letzten Kraft weitere Erfolge zu verhindern. Schiri Post (Wieseck) war ein großzügiger Leiter. VfB. Oberschmltten — 1900 5:1. Die Begegnung mit dem VfB. Oberschmitten bereitete den Blauweißen eine herbe Enttäuschung. Die Gastgeber entpuppten sich als eine Mannschaft, die nicht nur riesigen Eifer an den Tag legte, sondern auch über ein spielerisches Können verfugt, das unseren hiesigen Mannschaften in nichts nachsteht. Dor der allen Ansprüchen aerecht werdenden Hintermannschaft arbeitete eine Läuferreihe, die nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Aufbau sehr wir- kungsvoll ist, und der Sturm ist eine Einheit, die ihrem Namen Ehre macht. Don den Blauweißen in der Aufstellung: Fischer, Zeiler, Lippert, Schmitz, Jäger, Hain, Schellhaas, Günther, Enders, Garth, Henkelmann, sah man eine recht matte Partte. Mag sein, daß sich das Spiel des Dortages bemerkbar machte. Verschiedenen Spielern wäre trotz allem etwas mehr Einsatzwille zu empfehlen. Dafür haben sie an Lippert und Zeiler ein gutes Beispiel, denn ohne diese beiden wäre es sicher zu einer noch höheren Niederlage gekommen. Der Spielverlauf: Die Gäste begannen sofort in flottem Tempo, und die Hintermannschaft der Blauweißen hatte alle Hände voll zu tun, um sich dieser Angriffe zu erwehren. Verschiedentlich kamen die Blauweißen zu Gegenangriffen, die jedoch nicht die Gefährlichkeit besaßen, um zu Erfolgen zu kommen. Fast schien es so, als ob die erste Hälfte torlos verlaufen sollte, doch da kamen die Gastgeber zu ihrem ersten Treffer. Bei einem Abschlag Zellers sprang der Ball vom Halblinken zur rechten Ecke, von wo ihn der Halbrechte einköpfte. Der Anstoß wurde abgefangen und schon hieß es 2:0. Nach der Pause, wo die Blauweißen bergab spielten, erhoffte man eine Besserung, und als Jäger auf 2:1 verkürzte, schien sich die Wendung zu vollziehen. Weit gefehlt. In der nächsten Minute hatten die VfB.er ihren Vorsprung wieder vergrößert, und als sie merkten, daß die Blauweißen auch mit dem Platzvorteil nichts anzufangen wußten, bränqre die Läuferreihe wieder stark zur Offensive. Im Anschluß an eine Ecke erhöhte der Mittelstürmer auf 4:1, und kurz vor Schluß war es der Linksaußen, der das Endergebnis herstellte, welches die Gastgeber auf Grund chrer guten Leistung voll und ganz verdient hatten. VfB.-Reichsbahn Gießen. 2:l-5ieg über Germania Ularburg. Als die Gießener die Reise nach Marburg ohne Fehling und Hauptfeld antreten mußten, hatte nie» mand der Mannschaft eine Gewinnchance eingeräumt. Aber es kam anders, als erwartet. Die Gießener kämpften mit großer Zähigkeit und einem ungeheuren Eifer. Allerdings waren die Germanen nicht mehr der Gegner früherer Jahre. Bei den Gießenern, die mit Balser; Knauß, Lotz; Leutheu- ser 3, Mund, Fenster; Schäffer, Schmidt, Jakob, Heß, Szponick spielten, konnte die Hintermannschaft restlos überzeugen. Besonders Knauß war der überragende Mann. Die Gießener Läuferreihe lieferte ein gutes Defensivspiel. Im Sturm fiel der Rechtsaußen aus, die übrigen Stürmer waren gut. Der Schiedsrichter war in feinen Entscheidungen unsicher. Die ersten 10 Minuten gehörten den Gießenern, die immer wieder durch Einsetzen des linken Flü- Arn gestrigen Sonntag traten Turner und Turnerinnen der Kreise Gießen und Wetzlar zu den volkstümlichen Wettkämpfen ihres Kreisgebietes an. Die Teilnehmerzahl von rund 800 spricht für die Beliebtheit dieses Wettkampfes, für den guten Kampfgeist, der in unseren Turnern steckt und sie immer wieder ihre Kräfte im turnerischen Wettstreit messen läßt. Die Veranstaltung war vom Tv. Kinzenbach in jeder Beziehung gut vorbereitet und so fanden die Turner einen tadellos hergerichteten Turnplatz, der es, in Verbindung mit gutem Wetter, zu sehr schönen Leistungen kommen ließ. Gefallenen-Gedenkfeier. Der Samstag stand im Zeichen der Feier der 25jährigen Bestehens des Tv. Kinzenbach, die mit einem Gedenken an die im Weltkrieg fürs Vaterland gefallenen Brüder eingeleitet wurde. Der Spielmannszug der Hitler-Jugend brachte Turner und Turnerinnen, die große Turner-Fahne voran, von Fackelträgern begleitet, zu dem schönen an der Kirche gelegenen Ehrenmal. Der Gesangverein „Fortuna" Kinzenbach gab der Feier mit dem Lied „Das Kreuzlein im Winde" die rechte Einstimmung. Der Vereinsführer des Turnvereins, Ludwig Bepler, gedachte in ehrenden Worten der toten Brüder, die ihr Leden für das deutsche Vaterland gaben. In die stille Nacht hinein erklang das Lied vom guten Kameraden. Auf dem Festplatz waren es wieder die Sänger, die dem Festoerlauf die Einleitung gaben. Vereinsführer Bepler sprach herzliche Worte zum Willkomm und brachte in seiner Festansprache einen kurzen Rückblick auf die 25-jährige Geschichte des Tv. Kinzenbach. Er ließ seine Ansprache mit dem Wunsche zum guten Gelingen der Veranstaltung ausklingen. Gute turnerische Leistungshöhe des Vereins bewiesen die anschließend gezeigten Vorführungen. Die Turnerinnen verrieten gute Schulung und Auffassung bei einem Gruppentanz, die aktiven Turner zeigten teils recht schwierige Hebungen in guter Ausführung am Barren und auch die Freiübungen der Turnerinnen gefielen sehr gut. ßbrunfl der Jubilar« Eine schöne Ehrung für die Vereinsgründer nahm der Dereinsführer dann mit Worten des Dankes für ihre Treue und Arbeit vor; er überreichte den nachstehenden Turnern ein geschmackvolles Ehrendiplom, das neben dem Dank auch ein Ansporn sein solle für aels im Strafraum des Gegners austauchen. Dann konnten die Marburger das Spiel offen gestalten, aber ihr Halblinker verschoß zweimal kurz hintereinander in aussichtsreicher Stellung. Auf der Gegenseite überlief Szponick den Läufer und den Verteidiger, gab daraufhin an Heß zurück, der scharf flach aufs Tor schoß. Der Torwart konnte den Ball nur abklatschen und Jakob schoß unhaltbar ein. Jetzt drehten die Marburger auf. Ihr Mittelläufer setzte die Flügel geschickt ein. Jedoch immer wieder konnte die Gießener Hintermannschaft erfolgreich klären. Bei einem erneuten Angriff der Gießener schoß Jakob mit voller Wucht in das Tor. Der Schiedsrichter erkannte aber den Erfolg nicht an. Nach Wiederbeginn waren die Germanen zuerst stark feldüberlegen. Ihr Sturm verstand es jedoch nicht, sich durchzusetzen. Zwei gute Torgelegenheiten für die Gießener konnte ihr Rechtsaußen auch nicht verwandeln. Bei einem Angriff des Marburger rechten Flügels wurde Knauß an der Hand angeschossen und der gegebene Elfmeter verwandelt. Der Gießener Sturm konnte sich jetzt wieder durchsetzen und bei einem Gedränge vor dem Marburger Tor schoß Heß kurz entschlossen ein. Weiter griffen die Gießener an. Noch eine Minute war zu spielen, als die Marburger nochmals angriffen. Ihr Halblinker schoß Mund an den angelegten Arm und wieder gab der Schiedsrichter Elfmeter. Der Verteidiger der Germanen schoß diesen Ball jedoch neben das Tor. Bei Schlußpfiff hatten die Gießener auf Grund ihrer Gesamtmannschaftsleistung einen verdienten Sieg errungen. Bei dem Pokalturnier der Jugend in Leihgestern konnte die 2. Jugend den Pokalsieger stellen. weitere Arbeit. Das Diplom erhielten folgende 23er» einsgrünber: Karl Bepler, Wilhelm Pfaff L, Otto Mandler, Heinrich Bepler, Wilhelm Pfaff II., Heinr. Mandler, Ernst Pfaff, Aug. Mandler, Ldw. Mandler I., Wilhelm Bepler, Ludw. Mandler II., Heinrich Peusch, Ernst Mandler, Heinr. Bepler II., Ernst Peusch und Paul Müller. Kreisfachamtsleiter D a u p e r t (Wiefeck) überbrachte dem Jubelverein die herzlichsten Glückwünsche des Kreisfachamtes und betonte, daß der Turnverein Kinzenbach immer ganze Arbeit geleistet habe im echt turnerischen Gemeinschaftsgedanken. Trurnerische Arbeit ist' Dienst am Volk, der stete Bereitschaft und Treue verlangt und dem man mit ganzem Herzen ergeben sein muß. Das „Gut Heil" auf den Turnverein Kinzenbach fand im Festzelt lebhaften Widerhall. Aufmarsch derTurner.-OieWettkämpfe Arn Sonntagoormittag wurden die Teilnehmer des Kreisvolksturnens von dem Musikzug der HI. an der Bahn abgeholt und zum Turnplatz geleitet. Dor Beginn des Wettkampfes fand auf Kommando des Wettkampfleiters, Kreisvolksturnwarts Dr. Loh (Wetzlar), die Flaggenhiffung statt und bann marschierten bie 33 Riegen mit bem Lieb „Turner auf zum Streite" an bie Uebungsftätten. Balb war ber Wettkampfplatz burch bie vielen Turner und Turnerinnen vollkommen belegt. Das immer roieber so er» freuenbe Bild frischer, froher Jugenb im Wettkampf mürbe von Dielen gejchaut, bie ihre Genugtuung an bem Tun unb Können ber Männer, Knaben unb Mäbchen hatten. Sie hatten um so mehr Grunb ba- zu, als in allen Klassen gute Leistungen geboten mürben. Dank ber guten Platzanlage unb ber orbent» liehen Arbeit ber Riegenführer unb Kampfrichter mar bas Turnen um 12 Uhr beendet, während die Turner gemeinsam ihr Eintopfessen einnahmen, begann im Berechnungsausschuß^ie Arbeit. Oer Fest»»«. Der große Festzug, bem bie Reichsbunbflagge oorangetragen mürbe, mit Fahnenschminger unb bem neuen, noch verhüllt getragenem Banner bes Turnvereins Kinzenbach, Turner unb Turnerinnen im schmucken Turnanzug, würbe, zumal sich auch bie Ortsoereine beteiligten, zu einem roerbenben Auftakt für bie Nachmittags-Veranstaltungen. Auf bem Festplatz würbe von Turnerinnen ein Korbballspiel gezeigt, welches viel Anklang fanb unb auch zeigte, wie gut bieses Spiel sich für Frauen eignet. Das Kreisvolkslurnen in Kinzenbach. Eine große turnerische Veranstaltung. - 800 Wettkämpfer am Start. Jubelfeier des Turnvereins Kinzenbach. Die allgemeinen Freiübungen ergaben wie immer ein schönes Bilb, sie waren unvorbereitet unb würben vielleicht gerabe beshalb um so lebhafter unb ungezwungener geturnt; sie machten ben Aus- übenben Freube unb erweckten Freube bei ben Zuschauern. Kreisvolksturnwart Dr. Loh sprach bem Turnverein Kinzenbach ben Dank aus für bie gute Vorbereitung ber Veranstaltung unb nahm bann bie Siegerehrung vor. Sie erfolgte in roürbiger Form unb leitete über zu bem Höhepunkt bes Nachmittags, ber Fahnenweihe des Turnvereins Kinzenbach. Don vier Turnerinnen würbe bie noch verhüllte Fahne vor bie Front ber angetretenen Turner gebracht unb bann sprach Kreisfachamtsleiter Dau« pert bie Worte ber Weihe. Er bezeichnete bie Fahne als bas Symbol ber Treue unb ber festen Gemeinschaft, betonte bie alte Trabition ber Turnerfahnen unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß auch bie neue Fahn? bes Turnvereins Kinzenbach, bie bas Reichsbunbwappen mit bem Hakenkreuz, bie vier F unb bas Bilbnis Jahns trägt, sich biefer alten Trabition anschließe. Er übergab bie Fahne dem Vereinsführer des Turnvereins Kinzenbach, der sie mit dem Geloben, das Banner immer in Ehren und heilig zu halten, für den Verein übernahm. In das von Kreisfachamtsleiter Daupert ausgebrachte „Sieg-Heil!" auf den Führer stimmten die Massen begeistert ein. Daraus fang man die Lieder der Nation. Der Vereinsführer des Gesangvereins Fortuna Kinzenbach überreichte für bie neue Fahne eine Fahnenschleife, für bie ihm herzlicher Dank burch bie Turner gesagt würbe. Das Kreisvolksturnen ber Kreise Gießen unb Wetzlar ist vorüber. Mit bem Verlauf ber Veranstaltung unb mit ben gezeigten Leistungen können bie Kreisfachamtsleitung, bie Turner unb ber Turnverein Kinzenbach zufrieben sein. Oie Ergebnisse: lumer-Sfufe. 90 Teilnehmer, 69 Sieger. 1. Karl Michels, 46 Gießen, 82 Punkte. 2. Kurt Strack, Mtv. Gießen, 81. 3. Arnold Fehrenbach, Mtv. Gießen, 79. 4. Wilhelm Moos, Lollar; Karl Schuster, 47 Wetzlar, je 76. 5. Helmut Großhaus, Lollar; Wilhelm Volk, Hörnsheim, je 75. 6. Erich Wagner, 47 Wetzlar; Willi Munzert, Lollar; Franz Müller, Heuchelheim, je 74. 7. Karl Würtz, Krofdorf; Ernst Stengel, Großen-Linben, je 73. 8. Wilhelm Vogel I., Mainzlar; Wilhelm Zecher, Tuspo Obenhausen; Karl Seipp, Großen-Linben, je 72. 9. Karl Heinz Krausch, Mtv. Gießen, 71. 10. Karl Wagner, Krofdorf; Heini Weitzel, Braunfels, je 69. 11. Wilhelm Bepler, Kinzenbach; Ernst Frank, Lollar; Richarb Lenz, Allenborf (Lahn); Wilhelm Lepper, Alten-Buseck; Heinz Schmibt, Kinzenbach; Willi Rühl, Naunheim, je 67. 12. Rich. Bepler, Kinzenbach; Heinrich Nickel, Treis, je 66. 13. Albert Stamm, Walbgirmes; Ernst Goldberg, 47 Wetzlar; Hermann Pfeiffer, Tufpo Niedergirmes, je 65. 14. Otto Kurz, Braunfels; Reinhold Dieh- mann, Kinzenbach; Georg Schwan, Mtv. Gießen; Otto Henkelmann, Heuchelheim; Hans Happel, 46 Gießen; Max Rubin, 46 Gießen, je 63. 15. Willi Schmiedel, Tufpo Odenhausen, 62 Punkte. Allerslumer. 20 Teilnehmer, 19 Sieger. 1. Otto Dietz, Lollar, 101 Punkte. 2. Fritz Weiters- haus, Großen-Linben, 100. 3. August Best, 1847 Wetzlar; Wilhelm Zipse, Watzenborn, je 88. 4. Otto Sauer, Ruttershausen, 85.5. Fritz Adam, Braunfels, 82. 6. Wilhelm Hofmann, Alten-Buseck, 80 P. Allerslumer 1896 unb aller. 6 Teilnehmer, 6 Sieger. 1. Karl Heß, Braunfels, 80 Punkte; 2. Heinrich Keller, Burgsolms, 76; 3. Karl Agel, Lollar, 75 P. Jugend-Oberstufe. 67 Teilnehmer, 42 Sieger. 1. Willi Berghäuser, Wetzlar-Niedergirmes, 84; 2. Helmut Schleenbecker, Ruttershausen, 83; 3. Karl Allgeyer, Lollar, Willi Ricke, Braunfels, je 74; 4. Otto Eger, Gießen (Mtv.), 72; 5. Philipp Schaaf, Trais, 69; 6. Friedrich Ott, Ruttershausen, 68; 7. Friß Gräser, Wetzlar, 67; 8. Karl Lisy, Lützellinden, 66; 9. Hugo Müller, Hörnsheim, 65; 10. Erich Weigel, Klein-Linden, 64; 11. Otto Sorg, Brandoberdorf, Christian Schmidt, Krofdorf, Wilh. Platt, Rodheim, Gustav Stamm, Waldgirmes, je 62 P. Unbekannte Fracht. Roman von Frank Z.vraurr. Nachdruck verboten! 22. Fortsetzung. Sie begriffen alle sofort und verkrochen sich hinter Felsvorsprüngen. Als die Breitseite mit ohrbetäubendem Widerhall krachte, lagen sie und hielten ben Atem an. Die Granaten sausten heulenb über sie hinweg, schlugen gegen bie Felswanb unb krepierten Ein Hagel von Eisen- unb Steinstücken zischte burch bie Lust. Gleichzeitig setzte das takt- mäßige Geräusch eines feuernden Maschinengewehrs ein. Die noch auf dem Wasser befindlichen Boote wurden beschossen. Schreie erfüllten die Luft. Verwundete heulten. Die Deutschen lagen nebeneinander, eng an den Boden gedrückt. Mit langen Sprüngen wechselte der Chinesenführer, mit dem sie eben noch verhandelt hatten, seinen Unterschlupf. Der Schuppen bot gegen Granaten keinen Schutz. Er sah die drei Weißen liegen und warf sich bei ihnen hin. Es geschah kerne Sekunde zu früh. Die zweite Breitseite kam tosend durch die Luit. Die Geschosse sangen formnch, dann zerbarsten sie jauchzend. Die Hölle war los. „Ein Regierungsdampfer?" schrie Hans Lorenzen fragend. ... nn r * Der chinesische Offizier schne zurück: „W.r sind verraten. Man verfolgt Ihr Schiss nicht, uns will man treffen. Die gelandeten Masten wollen sie haben, nachher, wenn hier alles tot oder geflohen ist'" „Schöne Aussichten!" knirschte John Schnaken- deck. „Wann sehen wir die „Mary D. wieder. Hans Lorenzen zog eine Grimasse. „Die fommt nicht zurück", sagte er überzeugt, unö ber Oebanfe durchfuhr ihn, wie stoh wahrscheinlich Durham war, gerade ihn hier an Land zu wissen. „Ist Che Wong an Bord geblieben?" _ ... - , „Natürlich." Rudolf Terbruage nickte. Er konnte den Kopf ein bißchen heben. Von der „Mary D. war nur noch eine Rauchfahne zu bemerken. Die kommt allerdings nie zurück, dachte er und fragte laut: „Was machen wir nun. q°ns Lorenzen ,nh den chinesischen Offner an. Die Geschütze schwiegen gerade. „Wenn wir le- bendig wegkammen", sagte er, „müssen Sie uns erst einmal mitnehmen. Die Regierungstruppen würden uns an die nächste Mauer stellen. Der Chinese lächelte. „Sie werden nicht mehr lange schießen, sondern Boote an Land schicken. Den Augenblick müssen wir abpassen. Es gibt sichere Wege nach rückwärts, die jene dort sich hüten werden zu gehen. Sehen Sie zu, daß jeder eine Waise und Munition mitbekommt. Dann folgen Sie mir " Der Chinese behielt recht. Nach der dritten Salve schwiegen die Schiffsgeschütze. Das Maschinengewehr war schon vorher verstummt. Kleine, schnelle Boote mit sechs Ruderern, Soldaten in der Mitte, kamen zu Wasser. „Jetzt!" rief der Chinese. Er sprang auf, lief zum Schuppen, packte vier Gewehre und die Patronengurte und kam zurück. Persönlicher Mut war ihm nicht abzusprechen. „Galopp!" befahl er und lachte strahlend; wie seine Gedanken waren, erriet man nicht. Sie setzten wie die Hasen bei einer Treibjagd über den Streifen freies Land. Diele liefen mit ihnen. Ein paar Flintenschüsse fielen. Zwei Chinesen links und vor ihnen fielen lautlos um. Die meisten erreichten mit ihnen die Felsoorsprünge. Geduckt ging es vorwärts. Aber nicht sehr weit, nicht lange. Nach hundert Meter, die sie gestiegen, geklettert waren, siel das Land vor ihnen wieder ab und wurde weithin eben. Wasserrinnen unb Sumpfgelänbe leuchteten matt. Aus ber Höhe bes Felsenzuges standen andere Soldaten. Sie begrüßten den chinesischen Offizier und die drei Deutschen mit lauten Zurufen unb zogen sie in bie ausgehobene Deckuna. Ein richtiger Schützengraben nahm sie auf. „Hier sinb wir gerettet", sagte ber Chinese. „Diese Stellung werben die paar Leute der Landungstruppe nicht anzugreifen wagen." Er warf sich auf die Brustwehr, das Gewehr im Anschlag. Als die ersten Boote unten landeten, empfing sie ein Hagel von gezielten Einzelschüssen. Sie hatten Verluste, drangen aber bis zu dem Schuppen vor, wo die Wassenkisten lagen. Ein paar Leuchtkugeln gingen hoch. Die Schiffsbatterien verstanden die Zeichen. Das Artilleriefeuer setzte wieder ein. Aber es lag jetzt besser und reichte weiter ins Innere. Die Geschütze bestrichen die Gräben am Hang. Wütend mußten die Chinesen in Deckung gehen. Während sie grimmig die Zähne fletschten in ohnmächtigem Zorn, wurden unten die Waffenkisten abtransportiert. Nach einer guten halben Stunde setzte das Geschützfeuer aus. Die Posten wagten sich heraus. Ihre Rufe holten die andern ins Freie. Da sahen sie es alle. Der Kampf war aus. Der chinesische Regierungsdampfer gab die Beschießung auf. Er schickte auch keine Landungstruppen mehr, sondern nahm im Gegenteil seine Leute sämtlich zurück. Offenbar genügte es ihm, Beute gemacht zu haben. Er setzte Dampf auf und steuerte seewärts. „Will er vielleicht doch noch unserer braven „Mary D" an ben Kragen?" meinte John Schna- kenbeck. Hans Lorenzen schüttelte ben Kopf. „Das glaube ich nicht", sagte er, „bie „Mary D." würbe ihm in einen neutralen Hafen entwischen." Sie stanben unb sahen bem Schiff nach, bas von ber Dunkelheit ebenso rasch wie vorher bie „Mary D." verschluckt würbe. Ihre Gebauten waren zwiespältig. Sie bürsten sich gerettet nennen, gewiß, aber Neben ihnen ftanb ber chinesische Offizier. Er schien hier ber Führer zu sein. Lächelns brehte er ihnen ben Kopf zu. „Ich banke Ihnen für bie Unterstützung", sagte er unb zeigte bie Zähne. „Was gebenden Sie zu tun?" „Was können wir tun?" „Sei uns bleiben, wenn Sie wollen. Wir haben einige Europäer in ber Armee." „Sie sinb — verzeihen Sie bas Wort — Aufrührer, nicht wahr? Sie kämpfen gegen bie Zen- tralregierung?" fragte Hans Lorenzen offenherzig. Der Chinese nahm ihm bas nicht übel. „Wir sinb Patrioten", sagte er feierlich. „Wenn wir bie Regierung übernommen haben — unb der Taa wird kommen —, werden wir nicht mehr Aufrührer heißen." „Lassen Sie uns Zeit", bat Hans Lorenzen. „Wir sind hier nicht Partei. Das beste wäre, wir versuchten, allein wegzukommen. Macao kann nicht allzu weit sein, Hongkong oder Kanton ließe sich vielleicht erreichen." „Ich zwinge Sie zu nichts", sagte der Ckstmse- „Aber bedenken Sie, in Hongkong ober Kanton — wenn Sie es erreichen würben — ist die Regierung, gegen die Sie eben gefochten haben. Layen Sie, ich weiß. Sie haben nicht geschossen, aber Sie sind von jenem Schiff, das den Aufrührern —- sagten Sie nicht so — Waffen lieferte. Das genügt 1 dort den Herren, um Sie kurzerhand aufzuknupsen. „Wir sind keine Chinesen, es gibt Verträge unb Gesetze. Man muß uns ausliefern." „Es würbe bestimmt kein Konsul unb keine britische Vertretung erfahren, baß man sich ihrer ent- lebigt hat." Der Chinese verbeugte sich europäisch und wandte sich ab. Die drei Deutschen sahen sich an. Sie zuckten genau gleichzeitig die Achseln. Jeder hatte die Frage in des andern Blick erkannt. Was soll werden? Achselzucken. Nach einer drückenden Pause sagte Rudolf Terbrügge: „Ich glaube, der Mann hat recht. Wir sind in einer Mausefalle. So ganz einfach wird es nicht sein, wieder herauszukommen." 9. Kapitel. Eigentlich hatte es ganz andere Gründe, weshalb Frau Berta Nickels ihrem Mädchen Antje die Stellung aufkündigte. Die Freundschaft Antjes zu „diesem Herrn, der seine Milch nicht bezahlte, aber in Kaffeehäusern Zechen machen konnte", und auch das angeblich wiederholt späte Nachhause- kommen hätten Frau Berta in guten Geschäftszeiten nicht einmal zu einer Bemerkung veranlaßt. Antje tat ja trotzdem ihre Arbeit. Ader das war es eben: die Zeiten waren für die Nickelfche Milch- Handlung nicht gut. Es hatte sich an der Ecke gegenüber ein Laden aufgemacht, größer und Heller, der direkt Milch vom Gut Gläschen bezog unb außer- bem brei Töchter im Betrieb hatte. Drei hübsche Mäbchen. „Wahre Männerfallen!" sagte Frau Berta zu ihrem Mann, bie bie männliche Kunb» schaft von Nickels weg in ben anberen Laben lockten. „Die Antje ist zu doof". Damit bewies Frau Berta zwar, wie unwahr ihr Entlassungsgrund war; aber Antje konnte nichts dagegen machen. Sie war zum Fünfzehnten gekündigt und mußte gehen. Peter Nickels würde feine Milch mit einem Mor- gemnädchen austragen. Er hatte wieder mehr Arbeit. Ader auch er fügte sich. Frau Berta war ihm mit Zahlen und Berechnungen gekommen. So ging es nicht bergan. Frau Berthas Zahlen aber stimmten immer. Er wußte das und schwieg. Heimlich, am letzten Tag, drückte er Antje drei Mark in die Hand und wünschte ihr alles Gute. Sie lächelte; ihm war sie nicht böse. Von Frau Berta verabschiedete sie sich kühl. Die dicke Frau kämpfte mit sich. Tatsächlich hatte sie das Mädchen ganz gern gehabt. Aber dann siegte doch die Regung, hier feftbleiben zu müssen. Sie neigte nur förmlich den Kopf und ließ Antje ziehen. Fortsetzung folgt. ,"W3 Ein rüstiger Achtundachtzigjähriger. // Tag der LleberlandWge bei der „17. Rhön P10. Hildegard Keßler, Tv. Großen-Linben, 43 P.i 11. Ella Schwalb, Tv. Wieseck, 42 P. Schülerinnen-Oberstufe. * Großen-Buseck, 24.Aug. Der zweit- älteste Einwohner der Gememde Großen. Buseck der Glasermeister und Landwirt Christoph Bonarius, kann am heutigen Montag in außer, ordentlicher geistiger und körperlicher Frische seinen 8 8. Geburtstag feiern. Der Jubilar war 50 Jahre lang als selbständiger Glasermeister tn Großen-Buseck tätig. Er hatte sem Handwerk von seinem Vater erlernt, hatte auch das Geschäft des Vaters übernommen und es vor einiger Zeit seinem Sohne übergeben, der ebenfalls zu seinem Vater m die Lehre gegangen war. Der hochbetagte Mann, der heute nur hin und wieder einmal in der Glase- rei aushilft, versieht in der Hauptsache, zusammen mit seiner Schwiegertochter die Landwirtschaft und fährt fast täglich mit den Kühen in das Feld. Unser Bild zeigt den rüstigen alten Mann, wie er zur Ausfahrt auf das Feld anspannt. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Im Berner Bremgartenwald wurde auf der schnell berühmt gewordenen 7,280 Kilometer langen Rundstrecke der 3. Große Automobil-Preis der Schweiz ausgefahren, zu dem sich am Sonntagnachmittg über 80 000 Zuschauer eingefunden hatten. Das Rennen endete mit einem wundervollen Triumph der deutschen Auto-Industrie. Von 17 gestarteten Wagen er- reichten fünf das Ziel und alle fünf waren deutsche Erzeugnisse: vier Auto-Union und ein Mercedes- Benz. Bernd Rosemeyer gewann das Rennen und feierte damit seinen vierten Sieg dieses Jahres in einem großen Wettbewerb. Nach fabelhafter Fahrt hatte er die 509,600 Kilometer lange Grand- Prix-Strecke in der neuen Rekordzeit von 3:09*01.6 Stunden zurückgelegt. Der junge Auto-Union-Fah- rer verbesserte damit den von Rudolf C a r a c c i - o [ a auf Mercedes-Benz im Vorjahre aufgestellten absoluten Streckenrekord von 144,744 st/km auf 161,755 st/km. Auch die schnellste Runde wurde von Bernd Rosemeyer gefahren und auch hier gab es eine neue Höchstleistung: die 159,416 st/km Rudolf Caracciolas wurden auf 169,333 st/km geschraubt. _ v Auf dem zweiten Platz kam — etwa 50 Sekunden nach Bernd Rosemeyer — der italienische Auto- Union - Fahrer Achille Varzi ein. Dritter wurde mit zwei Runden Rückstand Hans Stuck auf Auto- Union vor Luigi Fagioli auf Mercedes-Benz. Um den Tschammer-Osten-pokal. Drei Fußball-Schlußrundenkämpfe. Im Kampf um den „Tschammer-Pokal" wurden am Sonntag bret rückständige Spiele der zweiten Schlußrunde ausgetragen. Das sensationellste Er- gebnis gab es im Düsseldorfer Rheinstadion, wo der VfL. Benrath den deutschen Meister und Der- tcidiger des Pokals, den 1. FC. Nürnberg, mit 3:2 (1:1) aus dem Rennen warf. Der SV. Waldhof schaltete den „Fortuna-Bezwinger" SV. Klafeld mit 6:0 (1:0) aus, und der VfB. Leipzig warf mit 3:0 (1:0) den schlesischen Meister, Vorwärts-Rasensport Gleiwitz, aus dem Rennen. Oie Eurovameisterschasten der Kanufahrer. Bei den Kanu-Europameisterschaften in Duisburg gab es im Vierer-Kajak einen deutschen Doppelsieg. Das deutsche Boot I siegte in 3:52,4 mit der Besatzung Burmester, Mödder, Gladbach, Landen vor Boot II, Oesterreich und Holland. Die Tschechin Barlisowa siegte im Einer-Kajak der Frauen, der Oesterreicher Kainz holte sich den Einer-Kajak der Männer, und im Zweier-Kajak der Männer gingen die Oesterreicher Hradetzki-Dorfner als Sieger durchs Ziel. Oie deutschen ^admeisterfchasten der Bahnamaieure. Die Deutschen Radmeisterschaften der Bahnamateure wurden am Sonntag auf der Frankfurter Sportfeldbahn entschieden. Den durch Toni Merkens Uebertritt ins Lager der Berufsfahrer freigewordenen Meistertitel im 1-km-Malfahren holte sich der Chemnitzer Lorenz vor seinem Olympia-Kampfgenossen Jhbe. Zusammen gewannen dann beide wie iy Berlin das Zweisitzerfahren, und die Mannschafts- Meisterschaft im Vierer-Vereinsfahren holte sich zum siebtenmal Excelsior Dresden. — Im umrahmenden „Großen Olympia-Preis" der Steher siegte Lohmann, während Weltmeister Lasquehay und der deutsche Meister Metze mit Plätzen vorliebnehmen mußten. Ottilie Schlereth, Wißmar, je 54 P.; W. flucte fieeo Allendorf/Lahn, Emmi Gerlach, Krofdorf, Anni' Kreiling, Heuchelheim, je 53 ^14- Mutgard Flörke, 1846 Gießen, Else Horn, Wißmar, ,e 52 P.; 15. Elfriede Rinn, Heuchelheim, 51 P. Schülerinnen-llnterstufe. 41 Teilnehmers 37 Sieger. 58 Teilnehmerinnen, 55 Siegerinnen. 1. Erika van Bentheim, Mtv. Gießen, 75 45.; 2. Elfriede Funk, Tuspo. Niedergirmes, Gertr. Weyt, Mtv. Gießen, je 73 P.: 3. Hildegard Weckmuller, 47 Wetzlar, 69 P.; 4. Emmi Krock, Heuchelheim, Luise Walther, Atzbach, je 66 P.; 5. Heuchelheim, 65 P.: 6. Marie Heep, Allendorf/Lahn, Anni Müller, Tuspo. Niedergirmes, ,e 64 P.; 7. Gerta Volkmann, Heuchelheim, Liselotte Zluimer- mann, 47 Wetzlar, je 62 P.; 8. Emmi Weber, Atzbach, 59 P.; 9. Lotti Röhm, 1846 Gießen, Elli Hofmann, Heuchelheim, je 57 P^; 10. Hübe Artz, Großen-Linden, Hilde Pflüger, Mtv Gießen, Liselotte Rohrbach, Postsport Gießen, Melita Rupp, Wißmar, je 56 P.; 11. Luise Henkelmann, Heuchel- heim, je 55 P.; 1*- ’------ ------ - - Turnerinnen-Stufe. 13 Teilnehmerinnen, 9 Siegerinnen. 1. Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 79 Punkte: 2. Klara Amend, Krofdorf, 49; 3. Friedel Dauber, Wetzlar, 46: 4. Anna Weinandt, Großen-Linden, Hilde Valentin, Krofdorf, 44; 5. Käthe Köhler, Wetzlar, 42 Punkte. Jugendlurnerinnen-Oberskufe. 15 Teilnehmerinnen, 10 Sieger. 1. Erika Schneider, 47 Wetzlar, 56 Punkte; 2. Erna Volk, Mendorf a.d.Lahn, 51; 3. Martha Ninn, Klein-Linden, 49; 4. Milli Luh, Mendorf an der Lahn, Emmi Steinbach, Tuspo, Wetzlar- Niedergirmes,^; 5. Anna Sack, Heuchelheim, 42 P. Jugendkurnerinnen-Unterstufe Jahrgang 20/21. 48 Teilnehmerinnen, 35 Siegerinnen. 1. Emmi Reinstädtler, Tv. Heuchelheim, 78 P.; 2. Margot Köhlinger, To. 1846 Gießen, 64 P.; 3. Erna Sack, Tv. Heuchelheim, Ilse Baum, Postsport Gießen, je 58 P.; 4. Milli Lungershausen, Tv. Wieseck, Christel Flörke, Tv. 1846 Gießen, Lotti Breuth, Tuspo. Niedergirmes, Emmi Fink, Tv. Kinzenbach, je 56 P.; 5. Minna Bender, Tv. Krofdorf 55 P.; 6. Irma Braun, Tv. Wieseck, Else Dietz, Tv. Großen-Linden, je 53 P.; 7. Anneliese Hubinq, Mtv. Gießen, 49 P.; 8. Gretchen Sack, Tv. Heuchelheim, 47 P.; 9. Anne-Marie Ziegler 1846 Gießen, Emmi Pfaff, Tv. Kinzenbach, je 45 Jugend-Unlerslufe. 136 Teilnehmer, 101 Sieger. 1. Erich Heß, Braunfels, 91 Punkte: 2. Otto Wenzel, Hörnsheim, 90; 3. Rud. Walther, Atzbach, 88; 4. Erich Rinn, Heuchelheim, 87; 5. K. Harnisch, W.-Steinberg, 86; 6. Willi Bepperling, Ruttershau- ; fen, 85; 7. Alb. Priegel, Garbenteich, Wilh. Keil, 1 Mendorf (Lda.)„ je 82; 8. Hartmund Reichel, Wetzlar Werner Dietz, Burgsolms, Hermann Braun, Hochelheim, je 81; 9. Alfr. Kraft, Krofdorf, Walter Rinn, Heuchelheim, je 80; 10. Rud. Hartmann, Atzbach, Fritz Karl Jughardt, Gießen (Mtv.) je 77; 11. Albert Loh, Dutenhofen, Wilh. Vogel, Alten- Buseck, Willi Loh, Dutenhofen, je 76; 12. O. Schmidt, Aßlar, Helmut Will, Lützellinden, Walter Siegel, Heuchelheim, Willi Speier, je 75 Punkte. Schüler-Oberstufe. 114 Teilnehmer, 84 Sieger. 1. Hermann Hinterlang, Klein-Linden, 66 Punkte; 2. Erwin Lang, Hochelheim, 63; 3. Erwin Junker, Lollar, 61; 4. Franz Mandler, Launsbach, 60; 5. Erich Launspach, Mtv. Gießen, Erwin Redlmg, Bonbaden, Walter Würtz, Krofdorf, 56; 6. Walter Schmidt, Waldgirmes, 54; 7. Willi Kraft, Wißmar, 53; 8. Herbert Bill, Niedergirmes, Ernst Bechtold, Krofdorf, Adolf Rinn, Heuchelheim, Helmut Mandler, Launsbach, 52; 9. Helmut Latsch, Daubrmgen, 51; 10. Helmut Becker, Bieber, Richard Krieger, Heuchelheim, Arthur Sack, Heuchelheim, Walter Ott, Ruttershausen, 50; 11. Albert Pfeiffer, Niedergirmes, Otto Balser, Albach, Erich Stieler, Postsport Gießen, 49; 12. Herbert Stroh, 47 Wetzlar, Werner Döring, Lollar, Willi Bittendorf, Launsbach, 45; 13. Ernst Häuser, Watzenborn-Steinberg, Walter Loh, Dutenhofen, 44; 14. Friedrich Becker, Alten- Buseck, Fritz Mohr, Garbenteich, 43; 15. Richard Walther, Daubringen, 42 Punkte. Schüler-Unterstufe, Jahrgang 1924/25. 123 Teilnehmer, 83 Sieger. 1. Hans Schmitt, Hörnsheim, 56 Punkte; 2. Adolf Menges, Heuchelheim, 55; 3, Werner Schmidt, Heuchelheim, 52; 4. Gert Herzberger, Heuchelheim, 51; 5. Helmut Sommerkorn, Hochelheim, Kurt Lirn- berqer, Lollar, Alfred Wiedermann, Launsbach, 50; 6. Hans Hornoff, Dutenhofen, 49: 7. Ernst Vogt, Hochelheim, Karl Taubert, Lollar, 48; 8. Kurt Bit- tenborf, Wißmar, 47; 9. Walter Engel, Lützellinden, Helmut Horn, Staufenbera, 46; 10. Ludwig Mank, Mendorf a. d. Lda., Reinhold Velten, Großen-Lin- den, Alfred Schwalb, Staufenberg, Werner Kreiling, Heuchelheim, Erwin Knapp, Aßlar, 45; 11. Walter Claudy, Niedergirmes, Albert Rinn, Bieber, 44- 12. Heinrich Kehr, Treis, Walter Rumpf, Aßlar, Ludwig Pfeiffer, Allendorf a.d.Lda., Walter Mutz, Wetzlar, 43; 13. Erwin Agel, Lollar, Rud. Müller, Dutenhofen, Hans van Bentheim, Mtv. Gießen, Willi Laucht, Krofdorf, 42; 14. Karl Brück, Albach, Rich. Hofmann, Aßlar, Otto Weimer, Alten- Buseck, 41; 15. Friedel Müller, 46 Gießen, Alfred Kümmel, Krofdorf, Erwin Jung, Waldgirmes, 40 Punkte? 51 von Fürth i (Mannheim) , | (150 Kilometer). Fünf deutsche Wagen allem am Ziel. Ueberragender Triumph der deutschen Auto-Industrie im „Großen preis der Schweif -Bernd Bosemeyer siegt in Rekordzeit. Der achte Wettbewerbstag des 17. Rhönsegelflugwettbewerbs brachte endlich wieder das ersehnte Seqelflugwetter und damit gute segelsliegerische Leistungen. Ueber 25000 Zuschauer erlebten einen regen Startbetrieb und eine Fülle ichoE Flugbilder, denn ständig segelten zahlreiche Wettbewerbsteilnehmer über dem Wasserkuppengelande. Die An- und Abfahrt der L großen Zuschauermassen vollzog sich völlig reibungslos. Selbst als ein Düsseldorfer Reiseomnibus auf der Hauptzusahrtstraße in Flammen geriet und völlig ausbrannte, konnte der Verkehr durch Umleitung unter Einsatz des Arbeitsdienstes ohne Störung aufrechterhalten werden. Bei diesem Unglück gerieten Menschenleben glücklicherweise nicht in Gefahr. Bald, nachdem der Start freiaegeben war, befanden sich jeweils bis zu 20 Maschinen gleichzeitig in der Luft, die jedoch bei einem gleichmäßigen Wind und infolge des Fehlens jeglicher Thermik keine allzu günstigen Voraussetzungen für ihre Flüge antrafen. Doch immer wieder gelang es Wettbewerbsteilnehmern, Wolkenanschluß zu finden oder in größeren Höhen über die benachbarten Berge in südlicher Richtung auf Strecke zu gehen. Die ersten eintreffenden Meldungen zeigten, daß man an diesem Tage schöne Leistungen erwarten konnte. Zahlreiche Wettbewerbsteilnehmer hatten Zielflüge für Einzelwertung und im Kettenflug angemeldet. Die erste Layidemeldung kam von Hanna R e i t s ch , die nach einem Flug von 135 Kilometer glatt in Nürnberg auf dem dortigen Flugplatz niederging. Der Württemberger Kraft, Da die Auto-Union auch ihren vierten, von Hasse gesteuerten Wagen ins Ziel brachte, standen alle vier gestarteten Rennwagen des Zwickauer Werkes das unheimlich schnelle Rennen durch. Gleichzeitig feierte die Auto-Union ihren zweiten dreifachen Sieg, nach der Coppa Acerbo nun im Großen Preis der Schweiz. Noch nie in diesem Jahre konnte die Ueberlegen- heit der deutschen Rennwagen einem internationalen Motorsport-Publikum so deutlich und klar vor Augen geführt werden wie bei diesem Schweizer Grand-Prix-Rennen. Die 80 000 Zuschauer bereiteten dann auch den fünf siegreichen Wagen und Fahrern am Ziel einen begeisterten Empfang. Bernd Rosemeyer wurde natürlich am meisten gefeiert, aber auch Varzi, Stuck, Fagioli und Hasse konnten über vielen und ehrlichen Beifall quittieren. Den , P r e i s v o n B e r n", das Rennen der 1^/r-Lite'rwagen, der den Auftakt des Motorsport- Großkampftages auf der Berner Rundstrecke im Bremgartenwald einleitete, gewann zum dritten Male der Engländer Richard Seaman auf Delage in 1:26:30,4 (141,381 st/km) vor dem Griechen Embiricos auf ERA. und dem Engländer Tonque auf ERA. Walter Bäumer (Deutschland) belegte auf Austin hinter dem Engländer Howe und dem Schweizer Rüsch den 6. Platz. der Chemnitzer Spaethe und der Stuttgarter Segelflieger Hakenjos waren im Kettenslug nach dem Hornberg gestartet. Aber nur Hakenjos und Spaethe erreichten dieses Ziel, wahrend Kraft, der aus der Richtung gekommen war, in Creglingen in Franken landete. An weiteren bedeutenden Leistungen sind zu melden Fluge der beiden Lus - hansapiloten H e l m und R i e d e l, die eineni Ziel- flug nach dem Hesselberg in Bayern durchfuhrten. Allerdings hatte die Gruppe Lufthansa eine Kette nach diesem Ziel gemeldet, aus her jebod) der Segelflieger Nein ausschied. Der Münchener Kurt Schmidt ging in der Nähe von Tauberbischofs- heim nieder und Wilhelm (Frankfurt) landete in Burg-Bernheim bei Seesenheim. Die weiter einlaufenden Meldungen am achten Wettbewerbstag der „17. Rhön" steigerten die Wettbewerbsausbeute dieses Tages noch beträchtlich. So hat Philipp (Berlin) mit seinem „Klettermaxe" einen vorzüglichen Flug von über 200 Kilometer bis nach Mündling bei Donauwörth ausgeführt. Steinig (Breslau) konnte sem Ziel, München, nicht ganz erreichen und ging nach einem Fluge von 205 Kilometer nieder. Die drei Piloten Opitz (Darmstadt), Br. Janke (Si-H°n) und Ruhnke (Königsberg) landeten in Wurzvurg (85 Kilometer). Seele (Hirzenhain) ging in Bamberg (110 Kilometer), Blech (Breslau) bei Königshofen, 20 Kilometer vor dem Hesselberg (140 Kilometer), nieder Siebert (Hannover) kam bis m die Nahe ’ von Fürth (115 Kilometer), Ludwig Hofmann ' • ) bis in die Gegend von Feuchtwangen 1. Susi Müller, 1846 Gießen, 69 P.; 2. Emmi ßofmann, Srofborf, 64 P.; 3. Emmi Freitag Heuchelheim, 59 4. Erika Wagner, Krofdorf, 5-, P., 5 flelma Gtss-l, Rodheim (Bieber), Jrmg. Schwarz, Postiport Gießen, Hilde Kröck, Heuchelhe.m, je 54 P - 6. Gisela Sonett, Wetzlar, Gertrud Klein, Klein-Linden, Ottilie Schreier, Postsport Gießen, ,e 51 $ ■ 7. Henni Nesseldreher, Heuchelheim, Margot Lenz, Klein-Linden, je 49 P.l 8. Irmgard Krock, Heuchelheim, Hedwig Rinn, l. Luise Henkelmann, Heuchel- 9. Aenne Buttig, ÄZetzlar, Gretel Luh, Allend f- Marie Dem, Großen-Linden, I Lahn, Elli Lang, Heuchelheim, je 47 P. Eewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch-Süddeutsche (273. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr______________ Nachdruck verboten I Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _________Abteilungen I und H 13. Ziehungstag 22. August 1936 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 NM gezogen 8 Gewinne zu 3000 RM. 76509 188555 196625 168108 81295 156459 190543 228374 315317 167462 198121 230576 327952 11946 27875 41847 64892 66334 78144 89592 220116 261679 21060 40746 49990 64086 72653 87302 96403 11318 26770 41647 64293 66262 77280 88802 103316 113522 125079 131584 146067 153909 165620 177721 41074 62036 65609 76437 88616 99464 108406 124782 128900 144221 162682 165214 172132 187117 198065 205751 224868 232543 251009 263208 277373 286901 301479 316837 327465 341900 354144 364756 379034 396246 29192 41940 66691 69148 78660 91668 169319 199622 261446 334741 106334 117960 126570 134281 148130 167366 169601 182155 190368 205175 216880 227673 243518 255036 273479 282394 289910 310182 322476 333060 351042 360518 375294 392104 106792 119619 127171 139929 151615 161665 170214 184992 191188 205231 219661 230244 248732 266743 273557 282543 290223 316503 323477 336837 363339 360987 376812 393712 107777 119872 128378 140991 162301 162213 170977 186675 195086 205474 221615 231413 250884 257645 277108 285656 299919 316538 326827 337463 353846 361071 378988 396705 68939 148887 185751 227335 300048 367705 83664 363903 37303 147379 184651 227089 284830 354682 105171 116423 125236 132330 147171 155245 166206 179461 189406 203036 208655 226996 243456 263906 270745 281616 288819 309388 321250 332709 346818 359254 371057 382745 167346 241483 274966 358033 20037 40245 45716 62906 72223 86797 94967 ,188843 199467 207869 225317 234534 252284 264972 278682 286136 302786 320468 331064 344349 357442 367080 379232 196447 242776 323112 384754 300 RM. 17871 31539 42686 68484 71936 80143 94267 182339 241668 315918 376618 394 Gewinne zu___ ---- ----- 12293 390181 5311 6471 6690 7662 "• ----- ----- 26662 66 Gewinne zu 1000 RM. 186'21 " 126273 126862 132144 ------ ------ 184410 339971 wm ___ 3839 8334 '26673'30035 398296 16 Gewinne zu 2000 RM. 4674 210255 226338 234537 347204 --- —— — 18626 206727 223734 225629 243031 255548 270491 341544 342958 347427 80 Gewinne zu 600 RM. 3839 8334 26673 30035 31735 35385 67671 69613 72776 81860 82398 89468 90767 93810 99237 110961 120217 127061 Vornehm i GeschmackvollI PersönlichI Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien« Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 22511 Persil Henke Sil iMi ATA Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 4 Gewinne zu 6000 RM. 133406 287758 6 Gewinne zu 3000 RM. 108851 269354 381944 12 Gewinne zu 2000 RM. 46982 123776 163351 189706 266063 311932 38 Gewinne zu 1000 RM. 14335 1 5548 29654 46070 45445 90602 107733 217750 242324 244274 260082 306649 315625 343245 361714 374338 378691 385113 386960 80 Gewinne zu 600 RM. 6242 13767 15282 20066 20749 24714 30679 33437 35679 41613 44216 64676 66384 72805 74466 90673 99932 107448 121865 142564 146135 153226 155021 156786 163979 165491 182680 194065 227116 233729 240695 286176 330911 333198 354249 354763 369390 387837 392710 394216 268 Gewinne zu 300 RM. 11330 12864 15797 20646 20739 22349 32603 34018 35439 36659 38198 39437 41459 42843 45648 48333 66551 58270 65800 69399 80414 80931 87512 90693 91206 92966 92967 101282 103141 103755 109337 110023 118616 120587 125671 127434 129361 129651 131854 134393 136842 138540 143524 144441 145907 149374 149726 149824 162121 166992 156762 169281 161185 166012 167583 168698 169092 170716 170772 171971 172236 174012 178965 182564 185213 187435 193201 198526 203840 211877 212549 214745 220268 226040 228825 231021 238507 244378 248528 249356 251390 252070 253275 254048 257285 263855 264622 264968 270952 271252 273380 278051 279417 281400 282797 287177 287304 287962 293559 295093 298067 302277 305980 316093 323464 327118 327404 327624 333161 335772 337574 337753 340235 342784 343283 349757 351307 361018 363093 366715 372548 372839 373841 374208 378858 379083 383137 384029 386529 387289 387292 391297 396280 396730 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 30000, 8 zu je 20000, 66 zu je 10000, 102 zu je 6000, 200 zu je 8000, 532 zu je 2000, 1614 zu je 1000, 2802 zu je 500, 10910 zu je 300 RM. (Ein herrliches Sommerbuch voll spannender Erlebnisse Elche zwischen Meer und Memel von Marfin Aabies 3n$gefamt 120 Seiten mit 82 hervor, ragenden Naturaufnahmen des Der» fasiers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Aus dem Inhalt: Parade imFrühling- Ein Elchkalb torkelt in» Leben-Im Sommer» glühen - Elk, der Schaufler vom Meer - Die hohe Zett - Der Kapttalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolch» endige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser, Hauptschrtftleiter des „Tie» meler Dampfbootes", ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elchkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Ku- rischen Nehrung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichtbildsammluug die schönsten Ergebntsie seiner jahrzehnte» langen Kamerajagd tn einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Martin Kakie» hat wirklich da» Intimste aus dem Leben der Elche zu allen Jahreszeiten mit seinem gau» berkasten belauscht und kann uns nun so ziemlich alle Geschehnisse aus dem Elchgebiet zwischen Meer und Memel in ganz ausge» zeichneten Lichtbildreihen vor Augen führen. Daß er aber nicht nur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außer» gewöhnlich begabter Schriftsteller ist, der seine Erlebnisi« spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird bi« Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Illger und Freunde der Natur mllsien dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Walter Stahl Gisela Stahl, geb. Lehr Serlln-Wilmersdorf, den 24. August 1936 Gieselerstraße 16 0375$. 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