Nr. M Erster Blatt 186. Jahrgang Zreitag, 24. Juli 1936 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranlsurl am Main 11686 Gietzmer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche UniversttSts-vuch- und Steindruckerei R. Lauge in Stehen. Schriftleilung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Bündnispolitik und Dardanellen. Von Konteradmiral a. D. Gadow. Will man das jetzt vorliegende Ergebnis der Verhandlungen von Montreux richtig einord- men, so muß man es von den drei Gesichtspunkten ider Geographie, der Geschichte und der »Gegenwartspolitik aus betrachten. Meerengen find immer umstrittene Gebiete der Erdober- ffläche, denn an ihnen findet die Seemacht entweder eine Grenze oder einen mächtig beherrschenden »Stützpunkt. Vor Singapore endet z. B. die japa- mische Macht, von dort aus vermag die englische Lagegen auszustrahlen. Kopenhagen wurde von »England zerstört, als es den nordischen Seemächten Mutzen versprach, Gibraltar weggenommen und gehalten. Um die Sperrung der Dardanellen gegen idas Auftreten einer russischen Flotte im freien Meer wurde viel Diplomatie und der Krimkrieg 1853—56 aufgeSoten, die russische Flotte bis aus 'Null entwaffnet, jedoch schüttelte sie die Fesseln 1870 wieder ab. Der türkische Torhüter war danach England stets ein Dorn im Auge, die englische Politik verfolgte lange die Zerschlagung der Türkei (Salisbury vor 1900) und die freie Einfahrt ins Schwarze Meer, d. h. die Erweiterung ihres Machtbereichs bis an die Oelquellen des Kaukasus und die russischen und rumänischen Häfen. Im Weltkriege versprach man zwar notgedrungen Rußland Konstantinopel, sicherte sich aber vor seiner Macht durch Besetzung der Inseln vor den Dardanellen. Die Zerschlagung der Türkei mißlang, als Kemal Pascha das Diktat von Seores zerriß, die griechische Invasion ins Meer warf und auf die von England besetzte alte Hauptstadt vorrückte. Die Verbündeten waren kriegsmüde, neue Blutopfer konnten sie ihren Völkern nicht zumuten. So beließen sie die Türkei im Waffenstillstand von Mudania 1923 im Besitz beider Ufer der Engen und schränkten nur ihr Hausrecht im Friedensvertrag von Lausanne durch Errichtung der entwaffneten Zonen beiderseits, Einsetzung einer internationalen Kommission und Begrenzung der Garnison von Konstantinopel ein. Zn Wirklichkeit hatte die Türkei damit viel zurückerlangt, denn auch ohne ortsfeste Werke konnten die Dardanellen durch mobile Artillerie und Minen gesperrt werden. Mit der Erstarkung des türkischen Staatswesens unter Atatürk steigerte sich jedoch sein Unabhängigkeitsdrang und fand eine starke Stütze im Bündnis mit der Sowjetunion, das für eme Revision des Meerengenstatuts leicht zu gewinnen war. Nebenbei ün Bündnis, das niemals durch die Tätigkeit der Komintern getrübt wurde; kommunistische Agitatoren endigten am türkischen Galgen. Die gemeinsame Revisi ons front, deren Andeutungen und Forderungen in Genf von England noch im Vorjahre schroff abgelehnt wurden, erhielt dann eine mächtige Stärkung durch die italienische Drohung im Mittelmeer und das f o w - jetrussisch-französische Bündnis, genannt „Beistandsversprechen". England mit seinen durch Abbau und Flottenverträge stark herabgesetzten Machtmitteln fühlte sich nicht stark genug, die italienische Ausdehnung zu bekämpfen, und es zog sich aus Völkerbund, Sanktionen und Hilfsversprechen der Mittelmeermächte, von Frankreich über Griechenland bis Jugoslawien, zurück. Aus diesen Versprechen sollte ein Mittelmeerpakt entstehen, zur Einkreisung oder doch Majorisierung Italiens. Aber Frankreich blieb dabei schwankend und die Balkanmächte im Ganzen begannen das Schwergewicht der sowjetrussisch - türklsch- französischen Verbindung zu empfinden, insbesondere Rumänien legte Wert darauf, diesem Block nicht fernzubleiben, dessen Wirksamkeit jedoch mit einer neuen Lösung des Durchfahrtsrechtes von Kriegsschiffen usw. durch die Meerengen verbunden war. So fand der Revisionsantrag eine Mehrheit in Montreux, und die Türkei konnte die Wiederbewaffnung der Dardanellen wie des Bosporus; die Aufhebung der Kommission, die Beschränkung des Durchfahrtsrechts fremder Flotten auf kleine Abteilungen, ihrer Gesamtstarke nn Schwarzen Meer auf 28 000 Tonnen, ihres Aufenthalts dort auf 15 Tage, Verbot des Ueberfliegens und des U-Bootsverkehrs mit Ruhe einbringen. England bekam Bedenken und suchte das Zulassungsrecht zahlenmäßig zu steigern und vor allem einen Zuschlag für „humanitäre und Völkerbundsaktio- nen" zu erlangen. Aber an diesem Punkte fd)Iug die Gegenpartei zurück und verlangte und erhielt, gegen kleine Konzessionen in den zugelassenen Flottenstärken, das Durchfahrtsrecht für Kriegsschiffe, T r u p p e n t r a n Sport e, Kriegsbedarf usw. im Dienste des Volk e rkunde s und des s o w j e tr u ss l fch - fr an 3o 5 fischen Bündnisses „als Teil der ^lker- bundsoerpflichtungen". Die Türkei soll „das Recht haben, solchen Verkehr durchzulassen, allen anderen Kriegführenden aber den Weg zu ^sperren. England ließ seinen Widerstand fallen. Was ist hiermit geschehen? Zunächst haben die Sowjetunion und Frankreich ihr Ziel erreicht: ihre militärische Verbindung ist gesichert, die „Schranke von Danzig bis zur Adria" ist umgangen, die Versperrung des deutschen Rheinlandes ist wenigstens in etwas ^ausgeglichen, vorausgesetzt, daß die Türkei willig ist. Ob diese Verbindung für alle französischen Verbündeten im Osten, für Rumänien und die Tschechoslowakei, von gleicher Bedeutung wird, mag bezweifelt werden, jedoch kommt ihnen mindestens der Transport von Kriegsgerät zugute. Die Türkei wird in ihrer Souveränität über die Engen voll bestätigt. Festungswerke werden entstehen, die Korn- Französische Waffenlieferung an die Linksregierung in Madrid? Lieferung auf Weisung Blums? — Geschlossene Abwehr der französischen Rechten. Anfrage in der französischen Kammer. Paris, 24. Juli (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Blätter der Rechten wenden sich am Freitag scharf gegen ein französisches Eingreifen in irgendeiner Form in die spanischen Ereignisse. Das „Echo de Paris" erklärt u. a., falls Frankreich für den spanischen Kommunismus Partei ergreifen sollte, treibe es die faschistischen Länder dazu, für die Nationalisten einzutreten. Der Londoner Bericherslaller des Blattes meldet, daß Ministerpräsident Leon Blum selbst, gleich nach der Ankunft in der englischen Hauptstadt, die Anweisung zu den Waffenlieferungen an Spanien gegeben habe. Es heiße zwar, daß Blum erklärt habe, ein offenes Entgegenkommen im Hinblick auf die Dünsche der sozialistisch-kommunistischen spanischen Regierung sei nicht zu wagen, daß aber unter der Hand einige Flugzeug- und W affenfa- briken die Lieferungsaufträge erhalten hätten. Jedenfalls werde der spanischen Regierung der nachgesuchte Brennstoff zur Verfügung gestellt werden. Man könne sich nicht wundern, wenn man in England eines Tages gegenüber Frankreich, das der kommunistischen Anarchie und der Dritten Internationale hin- gegeben sei, eisige Zurückhaltung zeige. Der „I o u r" will im Besitze näherer Einzelheiten über die Unterstützung sein, die die französische Regierung der spanischen Volksfront-Regierung gewähren wolle. lieber 20 000 Bomben feien bereits nach Marseille unterwegs. 20 Bombenflugzeuge und acht 7,5-Mitlimeter-Gefchühe sowie 12 Millionen Schuh Munition sollen ebenfalls so schnell wie möglich nach Spanien verfrachtet werden. Der Dampfer „Ville de laragona“ werde mit dem ersten Teil der Ladung demnächst auslaufen. Auf Befehl des Präsidenten der katalanischen Regierung sei der spanische Vertreter in Genf Fernando de Los Rios, der sozialistischer Parteiangehöriger sei und der als neuer spanischer Botschafter fein Beglaubigungsschreiben in Paris noch nicht überreicht habe, mit der Ausführung dieser Aufträge beauftragt. Seit 36 Stunden halte sich Los Rios in Paris auf und habe, wie das Blatt behauptet, sofort mit dem Staatssekretär i m Ministerpräsidium die Verbindung ausgenommen, außerdem stehe er mit Kriegsminister Daladier und Luftfahrtminister Pierre C o t in Fühlung. Der Militärattache der spanischen Botschaft, der in seinem Lande das Blut nicht mit französischen Waffen habe vergießen wollen, habe diese Aufträge nicht weitergeleitet und seinen Abschied eingereicht. Am 20. Juli sei von der Madrider Regierung zum erstenmal der Wunsch nach französischen Waffenlieferungen ausgesmochen worden. Diese Aufträge der fpanischen Regierung hätten nichts mit den Bestellungen der spanischen Heeresverwaltung auf Artillerie-Material zu tun. Der rechtsgerichtete Abgeordnete Dommange wird in der Kammer eine Anfrage einbringen, in der er die Regierung Blum um Auskunft ersucht, ob und unter welchen Bedingungen sie der spanischen Regierung K r i e g s m a t e r a l geliefert hat. „Ordre" beschäftigt sich mit dem Besuch der beiden spanischen Fliegeroffiziere, die wegen Waffenlieferungen nach Paris gekommen sind. Wie das Blatt wissen will, habe die französische Regierung auf den Antrag, die fran = zösischen Lufthäfen von Marokko und Algier zur Brennstoffversorgung und als Landeplätze zur Verfügung zu stellen, ablehnend geantwortet, da dies dem internationalen Recht widersprechen würde. Dagegen habe die französische Regierung der Madrider Linksregierung zugesichert, ihren Schiffen die Möglichkeit zu geben, in den algerischen Häfen und in Tanger Brennstoff a u f z u n e h m e n. Außerdem habe die französische Regierung die Erlaubnis zur beschleunigten Ausfuhr von 25 Bombenflugzeugen und 15 Geschützen erteilt. Marxistische Solidarität. Paris, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der sozialistische „P o p u l a i r e" veröffentlicht auf der ersten Seite eine Solidaritätserklärung des Vorstandes der Sozialistischen Partei Frankreichs mit den im Kampfe für die „Republik der Freiheit" stehenden spanischen M a r x i st e n. Die Sozialistische Partei Frankreichs gibt darin ihrer Bewunderung und ihrem Vertrauen auf den Sieg der spanischen Linken Ausdruck. Die Mitglieder der sog. Abordnung der Linken, o. h. die Vertreter der in der französischen Volksfront vereinigten linksgerichteten Parteien, die ein Sympathietelegramm an die spanische Regierung gesandt hatten, haben beschlossen, im Einvernehmen mit der französischen Regierung eine Delegation nach Dran in Algerien zu entsenden. Dort wollen sie Maßnahmen prüfen, die geeignet seien, die „von den antirepublikanischen und faschistischen Elementen gestörte Ordnung wiederherzustellen". Britische Zerstörer von spanischen Fliegerbomben bedroht. London, 23. Juli. (DNB.) In Gibraltar wird amtlich mitgeteilt, daß spanischeFlug- zeuge auf der Höhe von T a r i f a eine Reihe von Bomben über den britischen Z e r st ö - rer „W ildswan" abgeworfen haben. Obwohl die Bomben in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges explodierten, wurde das britische Kriegsschiff nicht getroffen. Der Zerstörer gab einige Warnungs- schüsse ab und kehrte hierauf nach Gibraltar zurück. Bier britische Zerstörer auf dem Wege nach Barcelona. London, 23. Juli. (DNB.) Die britische Admiralität hat vier Zerstörer nach Barcelona beordert, wo der Kreuzer „London" bereits eingetroffen ist. In Barcelona befinden sich zur Zeit mehrere Hundert britische Staatsangehörige. General Mola über die Erhebung Oie politischen Ziele der Marxistengegner. Paris, 24. "Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „M a t i n", der am Donnerstag bis nach Burgos ins Hauptquartier des Generals Mola vorgedrungen war, hatte dort Gelegenheit, mit General Mola, dem Führer der Militärgruppe im Norden, zu sprechen. Der Plan der Erhebung, so erklärte General Mola u. a., fei von verschiedenen Generalen bereits seit langem ausgearbeitet gewesen. Die Erregung, die ganz Spanien nach der Ermordung Calvo Sotelos erschüttert, habe den letzten Anlaß zum Losschlagen gegeben. Die Erhebung habe heule bereits im ganzen fpanischen Volk Wurzeln gefaßt, und die Militärstreitkräfte verliehen ihr lediglich einen strategischen Rückhalt. Der Aufstand könne nicht mehr niedergeschlagen werden. Spanien wolle sich befreien. Das Vertrauen, das das Volk dem Militär entgegenbringe, verbürge den Erfolg. Im Kampfe gegen die Verräter, die Geld von Moskau genommen hätten, versuche die Aufstandsbewegung unter allen Umständen unnützes Blutvergießen zu vermeiden. Madrid hätte schon längst umzingelt werden können; doch fei man vorsichtig. Die Truppen blieben stets so lange in ihren Stellungen, bis die Materialversorgung gesichert sei, es käme nur auf die Sicherung des Munitions- und Waffennachschubs an. Durch das Abwarten verstärkten die Truppen ihre Stellungen im Norden. Vornehmlich in San Sebastian, Jrun und besonders in Bilbao müsse die Autorität des Heeres noch hergestellt werden. Aber auch hier arbeite die Zeit für die antimarxiftifche Bewegung. Was Madrid betreffe, so sei es besser, die spanische Hauptstadt durch hunger, als durch Kanonen zu nehmen. Die Hauptstadt sei durch das um sie gelegte Reh bereits vollkommen isoliert. Eine Million Menschen werde demnächst weder Fleisch noch Gemüse, noch Benzin, noch irgend eine Zufuhr erhalten. Seit gestern fehle in Madrid das Wasser. Man brauche also nur noch ein wenig Geduld zu haben. Das Herz befehle, das Blut in Spanien zu schonen. Abschließend betonte General Mola, daß die Ziele der Aufständischen republikanische seien. Er und General Franco kämpften lediglich gegen die Verräter an Spanien. Der Vertreter des „I o u r" meldet, daß er im Laufe des Freitag aller Wahrscheinlichkeit nach dem Einzug der nationalen Truppen in die spanische Hauptstadt beiwohnen werde. Am Donnerstag sei er mit dem Führer der carlistischen Milizen, Luiz Arrelano, zusammengetroffen. Heber die endgültige politische Entwicklung habe ihm dieser gesagt, daß sich im Augenblick alle nationalen Kräfte Spaniens gegen die Moskauer Verräter zusammengetan hätten. Die Ordnung werde unter allen Umständen über die Unordnung und der nationale Gedanke über den internationalen siegreich bleiben. Die politischen Strömungen innerhalb der Erhebung seien verschieden. Die Carlisten erstrebten die Einsetzung der Monarchie unter Alfonso Carlos von Navarra, die Faschisten die Aufrechterhaltung der Republik unter dem Sohne Primo de Cal- oeras als Präsident und die Generäle jedenfalls für die nächste Zukunft eine Militärdiktatur unter Franco oder Mola. Aber die Zeit werde darüber noch zu entscheiden haben. von der französisch-spanischen Grenze. Deutscher Zeucht über die Lage DNB. gibt ein Stimmungsbild H e n d a y e, 24. Juli. (Vorn Sonderberichterstatter des DNB.) Der erste Eindruck, den man beim Erreichen der spanischen Grenze gewinnt und der sich nach kurzen Gesprächen mit ernst zu nehmenden Spaniern verstärkt, ist der, daß wohl kaum jemals soviel in der Berichterstattung der europäischen Presse erfunden und entstellt worden ist, wie bei der über die augenblicklichen Ereignisse in Spanien. Abgesehen von der Tatsache, daß die demokratisch-freimaurerisch und marxistisch eingestellten Blätter benachbarter Länder ihre Volksfront- Sympathien hemmungslos und auf Kosten der Wahrheit sich austoben lassen, trägt die ungleiche Verteilung der Nachrichtenmittel bei den beiden sich bekämpfenden Parteien in Spanien mit die Hauptschuld an diesem Uebelstand; außerdem tut die völlige Absperrung des Landes das Uebrige. Der Besitz der Madrider Sender und der Sender von Barcelona, der einzigen, die mit Sicherheit über die Pyrenäen reichen, gibt der Madrider Linksregierung die Möglichkeit, ihre eigene Propaganda und Lagedarstellung ins Ausland monopolartig wirken zu lassen, während sich die antimarxistische Militärgruppe im Süden auf den schwachen Sender von Sevilla beschränken muß mission verschwindet, die Sicherheit von Istanbul ist gewährleistet. Für England ergibt sich wenig Gewinn: es hat das Välkerbundsprinzip des Bündnisgrundsatz geopfert, ein ernster politischer Rückzug zugunsten des sowjetrussisch-französischen Allianzsystems. Es sieht die sowjetrussische Flotte wieder im freien Meer erscheinen, ohne die Möglichkeit zu haben, im Schwarzen Meer einen Gegendruck auszuüben. Die Seemacht der Sowjetunion hat sich einen namhaften Ausbau zum Ziel gesetzt, und sie wird in der Lage fein, ihre Streitkräfte zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Wladiwostok zu verschieben. Japan erkennt diese Möglichkeit und wird den Vertrag kaum ratifizieren. Für die Ostseeländer ergeben sich ähnliche Bedenken, besonders wenn Moskau aufrüstet bis zur „Parität mit Deutschland", die es in den Flottenverhandlungen beansprucht. Italien widerspricht dem ganzen Vertragswert, dessen Spitzen es empfindet. England mag hoffen, bei solchen Gewichtsveränderungen vorläufig das Zünglein an der Waage zu bleiben, aber es hat mit einer Macht paktiert, deren Zukunftsmöglichkeiten es selber mit großen Maßstäben mißt. Der Bolschewismus, der soeben über die Bukowina und die slowakischen Flugplätze feinen strategischen Einbruch i n O st - e u r o p a vollzieht, hat nun auch b i e See - flanke erobert. Das sind Dinge von großer und verhängnisvoller Tragweite. Oie Kriegsmarine gedenkt der „Fitis". Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der Oberbefehls- Haber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, hat folgenden Tagesbefehl an die Kriegsmarine erlassen: „Am 23.Z24. Juli gedenkt die Kriegsmarine in Stolz und Treue der tapferen Besatzung des Kanonenbootes „Iltis", die vor 40 Jahren bet seinem Untergang im schweren Orkan durch treueste Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzuge Vorbild wurde für jeden deutschen Seeman und Soldaten. Wie das Flaggenlied, das die „Jltis"-Besatzung nach Vorgang des Oberfeuerwerksmaaten Raehm im Angesicht des Seemannstodes anftimmte, zum Weihelied der Marine geworden ist, so wird der Geist der heldenhaften „Iltis"- Besatzung wie in der Vergangenheit so auch heute und für alle Zeiten in den Besatzungen der Kriegsmarine lebendig bleiben." Oer Weltkongreß für Freizeit und Erholung eröffnet. Oer (Stellvertreter des Führers spricht.-Or.Ley einstimmig zum Kongreßpräsidenten gewählt. f ; t T. r< . , s 1 l WO Bei der Eröffnung überbrachte Reichsminister Rudolf Heß (am Rednerpult), unter dessen Schirmherrschaft der Kongreß steht, die Grüße des Führers und betonte, daß gerade Deutschland ein überaus reichhaltiges Anschauungsmaterial der Freizeitgestaltung bieten könne. — (Scherl-Bilderdienst-M.) und in Mittel' und Nordfpanlen überhaupt keine Sendemöglichkeiten hat. Durch diese Verhältnisse ergibt sich zwangsläufig eine allzu optimistische Beurteilung der Lage der Madrider Linksregierung, die sich ohne Zweifel auch heute noch in einer sehr heiklen Lage und in der Verteidigungsstellung befindet. Es scheint, daß die antimarxistischen Streitkräfte nach einem gut durchdachten militärischen Gesamtoperationsplan arbeiten. Soweit es sich also um diese Truppen handelt, entwickelt sich der Angriff planmäßig. Etwas anderes ist es mit den zahlreichen örtlichen nationalen Erhebungen, die mitten im marxistischen Gebiet vorzeitig und ohne taktischen Zusammenhang auf eigene Rechnung von den Marxistengegnern unternommen werden und infolge ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit sehr häufig von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Die Streitkräfte setzen sich auf beiden Seiten sowohl aus regulären Truppen, wie aus Freiwilligen zusammen. Diese Freiwilligen- fqxmationen bestehen auf der R e g i e r u n g s s e i t e ausschließlich aus Marxisten und Kommunisten, während sie sich bei der Militär- gruppe aus F a s i st e n , den traditionalistischen Carlistenverbänden und Teilen der Katholischen Volksaktion zusammensetzen. Die Sympathien der gesamten antimarxistischen Kreise des spanischen Volkes gehören uneingeschränkt der Militärgruppe, während sich die übrigen Kräfte des Landes aller Schattierungen hinter die Madrider Linksregierung stellen. Diegrößeremoralische Kampfkraft scheint bei der Militärgruppe zu liegen, während die zahlenmäßige Ueberlegenheit auf der Regierungsseite zu suchen ist. 3n den national gesinnten spanischen Kreisen herrscht eine unbeschreibliche Erregung über die angeblich von der französischen Presse als Tatsache gemeldete Bereitschaft der französischen Regierung, der Madrider Regierung durch Lieferung von Kriegsflugzeugen und Geschützen zu Hilfe zu kommen. Man ist hier der Meinung, daß Frankreich sich mit einer solchen Parteinahme zum ausführenden Arm Moskaus mache und damit den internationalen Gepflogenheiten ins Gesicht schlage. Die Lage in der N a ch t z u m Freitag an der Front der We st Pyrenäen ist unverändert. Die in zwei Kolonnen von Pamplona und Logrono nach Norden vorstoßenden Truppen des Generals Mola stehen 10 bis 20 Kilometer von der Küste. Man rechnet damit, daß im Laufe des Freitags der Vormarsch zur Inbesitznahme des Kü- st e n st r e i f e n s zwischen Jrun und San Sebastian, einschließlich dieser Ort, wieder ausgenommen wird. Zur Zeit befinden sich die beiden genannten Städte noch in den Händen der Marxisten, die im übrigen auch die gesamte atlantische Küste über Bilbao bis nach Santander beherrschen. Fest in den Händen der M i l i t ä r p a r t e i dagegen befindet sich die Linie Pamplona—Logrono—Burgos. Von Burgos werden die Operationen nach Süden, also gegen Madrid, geleitet, und diese Operationen haben am Donnerstag durch die Einnahme von Soria einen bemerkenswerten Erfolg gebracht. Es muß noch besonders darauf ^ingewiesen werden, daß es sich bei den Vorgängen in Spanien in keiner Weise um eine Wiederholung der zahlreichen früheren Bewegungen handelt, sondern daß hier ein erbitterter Kampf zwischen zwei Weltanschauungen ausgetragen wird, dessen Ausgang ganz Europa im höchsten Masse interessieren muh. Oie deutscheKolonieinTanger wohlauf. Berlin, 23. Juli. (DNB. Wie wir erfahren, hat das Deutsche Konsulat in Tanger Mittwochabend nach Berlin berichtet, daß in Tanger Ruhe herrscht und die deutsche Kolonie sich wohlauf befindet. Bureau der OAF. und die Deutsche Schule in Barcelona geplündert. Barcelona, 23. Juli (DNB.) Die Mili- t ä r g r u p p e ist in Barcelona durch bewaffnete Bolschewisten zurückgeschlagen worden. Die Regierungstruppen sind nach Saragossa abtransportiert worden, um dort eingesetzt zu werden. Die Polizei und die Guardia Zivil, durch tagelange Beanspruchung abgekämpft, sind nicht mehr völlig in der Lage, die Ordnung aufrechtzuerhalten, so daß sich die Verhältnisse zugespitzt haben. So ist es zu Plünderungen und Bränden in Kirchen, mit Ausnahme der deutschen, sowie der Kathedrale gekommen, auch sind Banden in das Büro de r Deutschen Arbeitsfront und in die deutsche Schule eingedrungen, haben diese zum Teil ausgeräumt, zum Teil, die Einrichtungen ze r stö r t. lieber Verluste an^ Menschenleben innerhalb der reichsdeutschen Kolonie liegen jedoch keine Nachrichten vor. LnterredungmitGeneralFranco. Paris, 24. Juli. (DNB.) Dem Vertreter einer in Rabat erscheinenden Zeitung ist es gelungen, in T e t u a n den Oberbefehlshaber der spanischen Militärgruppe, General Franco, zu sprechen. General Franco erklärte, daß er nicht die Absicht habe, durch einen Marsch auf Tanger internationale Verwicklungen heraufzubeschwören, aber er müsse sich dagegen verwahren, daß die spanische Regierung Tanger als Stützpunkt betrachte. Die Beschießung von Ceuta habe nur sehr geringen Materialschaden angerichtet. Man habe ihm vorgeworfen, daß er die spanischen Marokkotruppen gegen die Regierung eingesetzt habe. Er habe dies aber nur deshalb getan, weil er es als dringend notwendig betrachtet habe, wieder Ordnung in die spanischen Verhältnisse zu bringen. Die Bewegung der Militärgruppe habe nicht den Zweck, eine Monarchie oder eine Diktatur zu errichten, die den Gefühlen des spanischen Volkes widerspreche. Wenn der Sieg erst einmal erfochten sei, werde das Heer wieder die ihm zukommende Aufgabe erfüllen. Amerikanischer Staatsangehöriger in Barcelona erschossen. Washington, 24. Juli. (DNB.) Das amerikanische Konsulat in Barcelona meldet, daß ein Auto, mit einer amerikanischen Flagge versehen, an der Stadtgrenze beschossen und in Brand gesetzt worden sei. Hierbei sei, soweit bisher bekannt, ein Insasse getötet worden. H a m b u r g, 23. Juli. (DNB.) Mit einem Weckruf durch den Rundfunk wurde am Donnerstag um 6 Uhr morgens der Weltkongreß für Freizeit und Erholung angekündigt. Nach einer Sitzung des internationalen Beratungskomitees erfolgte um 10 Uhr vormittags die feierliche Eröffnung in der festlich geschmückten Hamburger Musikhalle. Den Ehrenplatz nimmt der Präsident des internationalen Beratungskomitees Mr. K i r b y (Neuyork) ein. Neben ihm sitzen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Leiter des deutschen Organisationsausschusses, R e n t m e i st e r. Im Parkett und auf beiden Rängen sitzen die in- und ausländischen Abordnungen. Als Ehrengäste sieht man Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden und aller Parteigliederungen. Bald nach 10 Uhr erscheint, mit lebhaftem Beifall begrüßt, der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, der die Schirmherrsck-aft des Kongresses übernommen hat. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg eröffnete die festliche Stunde mit der Euryanthe- Ouverture von Weber. Der Leiter des Deutschen Organisationsausschusses, R e n t m e i st e r, begrüßte die Anwesenden herzlich. Dann richtete der Schirmherr des Kongresses, der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß von minutenlangem Beifall aller Kongreßteilnehmer begrüßt, folgende Ansprache an die Versammlung: Der deutsche Reichskanzler und Führer des deutschen Volkes hat mich beauftragt, die Teilnehmer der Tagung herzlich zu begrüßen, insbesondere die Vertreter und Abordnungen aus dem Auslande willkommen zu heißen. Zugleich übermittelt der Führer und Reichskanzler durch mich seine besten Wünsche für einen guten Erfolg dieser Tagung, für die weitere Ausgestaltung der Freizeit des arbeitenden Menschen. Die Wünsche des Führers und Reichskanzlers sind die Dünsche des deutschen Volkes. Möge es ein gutes Omen für den Erfolg der Arbeit des Kongresses sein, daß durch eine glückliche Fügung des Schicksals er in einem Lande tagt, das ihm ein reichhaltiges Anschauungsmaterial zur Ergänzung Ihrer Studien für die praktische Freizeitgestaltung zu bieten vermag. Deutschland würde sich freuen, wenn Sie über das hinaus, was Ihnen im Rahmen des Kongresses gezeigt werden kann, möglichst ausgiebig und nach eigener Wahl die entsprechenden Einrichtungen und Veranstaltungen in Deutschland besichtigen. Die Ausgabe, die dem Kongreß gestellt worden ist, muß als eine der bedeutungsvollsten Aufgaben unseres Zeitalters angesehen werden. Denn die Technisierung mit ihrer so intensiven Beanspruchung des Brenschen wird erst dann zu einem wirklichen Segen werden, wenn die durch sie freiwerdende Arbeitszeit zu einer zweckmäßig geregelten und gestalteten Erholung verwandt wird. Die ausgleichende Wirkung einer sinnvollen Freizeit und Erholung kann zweifellos wesentlich beitragen zur Beruhigung der in so weiten Teilen der Welt überreizten Menschen, kann somit beitragen zur Förderung des Friedens innerhalb der Nationen wie auch des Friedens zwischen den Nationen. Aus dieser lleberzeugung heraus wünscht Deutschland der Tagung ganz besonderen Erfolg. Im Anschluß an die Ansprache des Stellvertreters des Führers ergriff der Präsident des Znternationalen Veratungskomttees Kttbü das JJBort „Wir alle sprechen verschiedene Sprachen", so führte er aus, „auch unsere heimischen Sitten und Gebräuche sind verschieden. Aber wir treben alle dem gleichen Ziele zu: Uns nicht zu begnügen mit einem bloßen Dahinvegetieren, onbern uns zu bemühen, die uns gebührende Lebensfreude zu erwerben. Nicht nur dahinleben, fon- dern auch unsere höheren Bestrebungen befriedigt zu sehen, das ist unser Ziel. Wir dürfen nicht nur für das heute leben, sondern müssen für morgen vorsorgen. Das sind die Fragen, die diesen Kongreß beschäftigen sollen. Im einzelnen handelt es sich um Fragen wie die folgenden: Kommt die Kraft von der Freude oder die Freude von der Kraft? Wie soll die Freizeit, die außer der zur unmittelbaren Erholung notwendigen Zeit noch übrig bleibt, organisiert werden? Soll sie auf einer mehr berufsmäßigen oder außerberufsmäßigen Grundlage organisiert werden? Soll nicht die Familie die Grundlage für diese Erholung sein? Diese letzte Frage ist eine der wichtigsten und wesentlichsten Fragen. Eine weitere Frage ist die: Soll sich der Staat mit allen diesen Dingen befassen? Heber allen Fragen, mit lenen sich der Kongreß zu befassen hat, schwebt edoch das gemeinsame Ziel: Freude auf Erden unter den Menschen. Nach seinen mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen machte Präsident Kirby Mitteilung von dem Begrüßungstelegramm an den deut- chen Führer und Reichskanzler. Weiter machte Präsident Kirby Mitteilung von dem Ergebnis der Wahl des Kongreßvorsitzenden und der'Vizepräsidenten. Die Wahl des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley wurde mit jubelndem Bei- all ausgenommen. Sodann übergab Präsident Kirby mit herzlichen Worten das Präsidium des Kongresses Reichsleiter Dr. Ley, dem er als den großen Führer zur Eroberung der Freude und Freizeit für alle Schaffenden bezeichnete. Reichsletter Dr. Ley dankte für das ihm erwiesene große Vertrauen und sprach dem bisherigen Präsidenten G. T. Kirby in herzlichen Worten den Dank aus für die umfangreiche Arbeit, die er in den letzten vier Jahren seit den Freizeitbesprechungen bei den Olympischen Spielen in Los Angeles für das Freizeit- und Erholungswerk der Völker geleistet habe. Dann fuhr Dr. Ley fort: Die Art, in der wir in Hamburg mehr als 50 Nationen in dem einen Glauben zusammengeführt haben, für das Wohl ihrer Volksangehörigen zu sorgen, scheint uns die beste Methode zu sein, um unter den Völkern das g eg e n f e i t ig e Verstehen zu wecken und die Achtung eines Volkes vor dem anderen zum Wohle des Friedens der Welt zu gewährleisten. Nur wenn jedes Volk stolz ist auf seine Eigenart, auf seine Leistung und seine Rasse, nur dann hat jedes Volk auch Achtung vor den übrigen Nationen der Erde. (Brausender Beifall.) Dr. Ley hob erneut hervor, daß es Deutschland völlig fernliege, anderen Völkern seine Idee und seine Weltanschauung aufzudrängen. 3m Gegenteil, für Deutschland bedeute es das Schönste, auch im Auslande feinen Friedenswillen bestätigt zu erhalten. Ein Volk, das, wie wir mit unseren kdF.-Schissen, die Freude hinausträgt in die Welt, kann den Krieg nicht wollen. Denn der Krieg bedeutet Vernichtung. Wir aber, so erklärte Dr. Ley unter dem stürmischen Beifall der ausländischen Delegierten, wollen den Frieden! Dr. Ley hieß nochmals alle Vertreter und Teilnehmer des Auslandes im Namen der NSG. „Kraft durch Freude" auf dem Kongreß und in Hamburg willkommen. Wenn wir unseren ausländischen Gästen unsere Erfolge vor Augen führen, dann nicht aus Ueberheblichkeit. Wir zeigen 3hnen, fo rief Dr. Ley unter dem lebhaften Beifall aus, unser neues Deutschland fo, wie eine Mutter Ihren Rachbarn ihr Kind zeigt! Wir sind ein bescheidenes, fleißiges und arbeitsames Volk, aber ein Volk, das stolz ist auf feine Leistungen. Wir freuen uns, daß unsere Rachbarn zu uns kommen, um sich mit uns zu freuen! (Erneute stürmische Zustimmungskundgebungen.) Sodann schilderte Dr. Ley die Eindrücke ausländischer Deutschlandbesucher, die ihm noch vor wenigen Tagen im Gespräch mit englischen Gästen übermittelt worden seien. Was diese ausländischen Besucher am meisten in Deutschland beeindruckt habe, das seien die frohen Menschen, die lachenden Gesichter, die man überall in Deutschland sehe. Dr. Ley schloß: Wir kennen ein Land, fast ein Sechstel der Erde, in dem das Volk das Lachen verlernt hat, und wenn man uns heute sagt: „Bei Euch in Deutschland lachen die Menschen!", so ist das für uns der stärkste Erfolg und die größte Freude! Und das danken wir Adolf Hitler, unserem Führer! Als der Präsident des Weltkongresses geendet hatte, erscholl minutenlanger, begeisterter Beifall. Begrüßungsansprachen. Nach der Ansprache des Präsidenten des Weltkongresses, Reichsleiter Dr. Ley, begrüßte Reichsstatthalter Kaufmann die Teilnehmer des Kongresses. v Sodann sprach der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf de Baillet- Latour. „Wir haben immer", so sagte er, „mit Interesse die Fortschritte Ihres Werkes verfolgt, das eine so sichtliche Ergänzung des unseren bildet. Seine Bedeutung ist größer denn je, da die Lage des Arbeiters mit der Herabsetzung der Arbeitsstunden und mit dem be^a^Iten Urlaub das Problem der Anwendung dieser Freizeit schafft. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, hob als nächster Redner u. a. hervor, unter der unermüdlichen Führung von Dr. Ley fei die deutsche Freizeitbewegung „Kraft durch Freude" in einem Maße entwickelt worden, das weit über das hinausgehe, was von den größten Optimisten je angenommen worden fei. Im Anschluß an die Rede von Dr. Lewald nahmen die unzähligen Vertreter der verschiedenen am Kongreß teilnehmenden Nationen das Wort zu Begrüßungsansprachen. Die einzelnen Delegierten wurden von den Teilnehmern stürmisch begrüßt. Aus allen Ansprachen ging das einmütige Bekenntnis zum Frieden der Völker untereinander hervor. Nach Beendigung der Begrüßungsansprachen ergriff als letzter Redner noch einmal Reichsleiter Dr. Ley das Wort und dankte den Vertretern der fremden Nationen für ihre freundlichen Worte. Er ließ fein Schlußwort ausklingen in ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf die Staatsoberhäupter der am Weltkongreß teilnehmenden Mächte. Damit hatte die Eröffnungssitzung des Kongresses ihren Abschluß gesunden. Der Gruß an den Führer. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der Präsident des Weltkongresses für Freizeit und Erholung in Hamburg, Herr Gustavus Town Kirby (USA.), hat bei der Eröffnung des Kongresses an den Führer und Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: „Der Weltkongreß für Freizeit und Erholung, der heute in Hamburg beginnt, entbietet dem Führer cke s deutschen Volkes ehrfurchtsvolle Grüße. Die Völker, bemühen sich heutzutage nicht nur Arbeit zu schaffen und die Arbeitsbedingungen für alle — den Arbeiter der Stirn und der Faust — zu verbessern, sondern sie wollen auch eine organische Verbindung der Arbeit mit der Schönheit der Arbeitsstätte und der fröhlichen Gestaltung der Freizeit. Freude an der Arbeit und Freude in der Freizeit für alle Schaffenden beseitigt die sozialen Spannungen nach Innen und ebnet die Wege zu besserem Verstehen und gegenseitiger Achtung zwischen den Völkern. Dieses den Frieden nach innen und nach außen fördernde Ideal ist durch den Grundsatz Ihrer Staatsführung „G e - meinnutz vor Eigennu tz", sowie durch die von Ihnen, Herr Reichskanzler, geschaffene Organisation „Kraft durch Freude" für Deutsch- land zur vollkommenen Tatsache geworden. Weltkongreß für Freizeit und Erholung. Der Präsident: Gustavus Town Kirby, USA." Oer Führer und Reichskanzler hat telegraphisch wie folgt gedankt: „Ihnen, Herr Präsident, und den ausländischen und deutschen Teilnehmern am Weltkongreß für Freizeit und Erholung, danke ich herzlich für Ihr freundliches Gedenken bei Beginn Ihrer Tagung in Hamburg. Ich erwidere Ihre Grüße mit dem aufrichtigen Wunsch, daß Ihre auf die körperliche und seelische Förderung der Arbeitenden der ganzen Welt gerichteten Bestrebungen von bestem (F r f o Ig begleitet sein und daß sie der 93 e r ft ä nVi gung und friedlichen Zusammenarbeit der Völker nachhaltig dienen mögen. Adolf Hitle r." Dr. Ley Präsident des Kongresses. Hamburg, 23. Juli. (DNB.) Auf der am Donnerstagvormittag ftattgefunbenen ersten Sitzung des Internationalen Beratungskomitees wurde die Wahl des Präsidenten für den Weltkongreß für Freizeit und Erholung vorgenommen. Der Präsident des Internationalen Beratungskomitees Kirby (USA.) schlug nach einer herzlichen Begrüßung der Mitglieder des Inter- nationalen Beratungskomitees die Wahl von Reichsleiter Dr. Robert Ley vor. Reichsleiter Dr. L e y wurde daraufhin einstimmig zum Präsidenten des Weltkongresses für Freizeit und (Erholung 1936 gewählt. Zu Vizepräsidenten wurden Baillet-Latour (Frankreich), Puccetti (Italien), Sir Noel Bennett (Großbritannien), Professor Galvez (Chile), Claus Selzner (Deutschland) gewählt. Ausstellung „Freizeit und Erholung für alle". Im Vorhof der Zoo-Ausstellungshallen fand am Nachmittag in Anwesenheit von Dr. Ley in Verbindung mit dem Freizeit-Weltkongreß die Eröffnung der großen Ausstellung mit dem Freizeit- Weltkongreß die Eröffnung der großen Ausstellung "Freizeit und Erholung für alle" statt, an deren Zustandekommen neben der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. „Kraft durch Freude" insbesondere auch der Reichsnährstand mitgewirkt Das Zeitungsfilm-Preisausschreiben der Tobis. Das Preisausschreiben der Tobis für einen Spielfilm aus dem Zeitungsle- r einen bedeutenden Widerhall gefunden. ^613 Einsendungen sind eingegangen; hiervon ent- 'pichen den begrenzten Bedingungen des Preis- ausschrelbens die große Zahl von 1283 Arbeiten. Lie 15 besten Einsendungen wurden durch das Prelsrichterkollegium ermittelt und die Namen der Preisträger durch die Presse bekanntgegeben. Das Kollegium möchte aber die restlichen 1268 Einsendungen sowohl aus wissenschaftlichen Gründen als auch zur Auslese von Talenten und zur Ueberprü- tung auf eine etwaige feuilletonistische Verwend- varkeit in Zeitungen und Zeiffchriften weiterhin durcharbeiten lassen. Diese Durcharbeitung, die im Adresse der Einsender liegt, insbesondere des chnftstellerischen und journalistischen Nachwuchses, soweit er sich beteiligt hat, wird noch einige Monate beanspruchen. Die Einsender werden gebeten, 'ich bezüglich der Rücksendung ihrer Manuskripte zu gedulden. Die Arbeiten, welche trotzdem besonders angefordert werden, stehen den Verfassern zur Verfügung. hei, / Schirmherr, »aus reich. llst'M.) . USA.' mzler Jtjnen, fyt ) heutig 'it unb Er« düche°> Te- -mburq. Ich zen Wunich, e Förderung teten Beftre« leitet sein nd fried' r Völker Hitler" lgrefses. luf der am rften Sitzung s wurde die Weltkon« ung oorge« ionalen Be« i nach einer des Inter. I von Reichs' chsleiter Dr. , zum Prasi« eit und Er- nten wurden Italien), Sir jeifor ®aM gewählt. ? des Kon. kanz/er Erholung, mietet dem !es ehr. ,r. bemühen lfen und die Arbeiter der sondern sie l der Arbeit ld der früh, le an der eizeit für sozialen et die Wege ger Achtung eben nach >e Ideal ist rung „G e- ie durch die iene Organi- für Deutsch- :ben. । Erholung. ir**- \ iH MteUung alle” W rch N-ud- l jW'11 -schreibe" I-bi-l-s «Ä!-' d che ^iterp ten im ütuug." des Aii-ln i* Das Olympia-Banner in Deutschland. Berlin 1936 — „ein wahres Olympia des Friedens". I I MiMk „Die Rosselenker- neben dem Marathontor der Deutschen Kampfbahn. Die letzten künstlerischen Arbeiten auf dem Reichssportfeld gehen der Vollendung entgegen. Die Monumentalskulpturen wurden von Professor Josef Wackerle (München) geschaffen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) griechische Volk bei jeder Gelegenheit für Deutschland bekundet habe. Oer olympische Fackellauf. Larissa, 23. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DRV.) Die Feiern in Larissa fanden ihren Höhepunkt in den Ansprachen, die Bürgermeister Asteriades und Prof. Karapteas auf dem großen Platz der Stadt hielten Die Redner sprachen von der Bedeutung des Fackellaufes und würdigten mit Begeisterung die Leistungen des neuen Deutschland. Um 9.30 Uhr wurde die Fackel wieder aus der Stadt getragen. Frohe Zurufe und Glückwünsche der Menge begleiteten den Läufer, der den Weg nach Tyrnavos einschlug. Am Donnerstag um 21.40 Uhr griechischer Zeit traf der Läufer in Koziani (Mazedonien) ein, wo er von einer riesigen Menschenmenge empfangen wurde. Die Kapelle der 11. Division spielte die Znlerview über lOOOO Kilometer Der IKeichssportführer telephoniert mit Tokio. Aus Anlaß der XL Olympischen Spiele führte ein Vertreter der japanischen Nachrichtenagentur Domei von Tokio aus ein Telephon- Interview mit demReichssportführer von T s ch a m m e r und O st e n , der sich im Hause des Deutschen Sports in Berlin befand. Die Verständigung über die 10 000 Kilometer weite Entfernung war auf beiden ©eilten sehr gut. Der kühne technische Fortschritt, dem diese Fernunterhaltung zu verdanken war, hat sich bei dieser Gelegenheit in schönstem Sinne in den Dienst der Völkerverbundenheit gestellt. Der Reichssportführer wies darauf hin, daß die XI. Olympischen Spiele mit einer Beteiligung von 53 Nationen und mehr als 6000 Olympiakämpfern das größte Sportereignis aller Zeiten geworden sind. Der olympische Gedanke hat einen triumphalen Sieg daoongetragen. Die Spiele sollen, wie im alten Griechenland, eine Synthese von Kraft. Schönheit und Geist werden. Der Reichssportführer schilderte dann die gigantische Größe der Olympiastätten. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn wir bei den sportlichen und künstlerischen Wettbewerben mit omer H n s cki a u - Das Ergebnis der Dreimächte-Konferenz Ort und Zeit der Fünfmächtekonferenz noch unbestimmt. In Bremerhaven lief, von einer nach Tausenden zählenden Zuschaermenge empfangen der Schnelldampfer „Bremen" ein, der mehrere Tausend Olympiagäste aus den Vereinigten Staaten mitgebracht hat. An Bord befand sich auch Oberst William May Gar land, der mit der Aufgabe betraut wurde, das O l y m p i a b a n n e r zu überbringen, das während der Olympischen Spiele am Olympiamast der Hauptkampfbahn des Reichssportfeldes wehen wird. Zugleich mit Oberst G a r l a n d traf auch das japanische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, Professor Jigoro Kano ein. Professor Kano wird auf der Sitzung des IOC. am 29. Juli in Berlin den Antrag der Stadt Tokio auf Vergebung der XII. Olympischen Spiele nach Tokio vertreten und den Nationen Vorschläge Japans unterbreiten. Im Namen des Deutschen Olympischen Komitees wurden die Mitglieder des IOC. Oberst G-a r - land und Professor Kano, sowie die anderen Olympiagäste durch Senator Bernhard herzlich willkommen geheißen. Oberst Garland erklärte, er habe Deutschland ganz und gar in sein Herz geschlossen und bezeichne sich mit Stolz als sein Freund. Oberst Garland fügte hinzu, daß er schon im Jahre 1930 vom Reichspräsidenten von Hindenburg empfangen wurde, der ihn gebeten habe, für die Vergebung der Spiele nach Berlin zu stimmen, was er auch getan habe. Er wisse, daß die Olympischen Spiele 1936 in Berlin alles bisher Dagewesene i n d e n Schatten st e l - l e n würden, denn das" Organisationstalent der Deutschen sei bekannt und eine Garantie dafür, daß Berlin 1936 ein wahres Olympia des Friedens werde. Das Olympiabanner ist am Donnerstagnachmittag in der Reichshauptstadt angekommen. Der Präsident des Organisationskomitees der letzten Olympischen Spiele, Oberst William G a r - land, der zugleich auch das älteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, überbrachte das in einem von dem Sternenbanner ein- qehüllten Zinkkasten aufbewahrte Banner persönlich aus Los Angeles. Zum Empfang hatten sich auf dem Bahnhof eine Reihe von amerikanischen und deutschen Freunden des greisen Vorkämpfers der Olympischen Spiele eingefunden. Im Auftrage des Generalsekretärs des Orqanisationskomitees der XI. Olympischen Spiele hieß ihn Adjutant Näl ke willkommen. Oberst Gar land war sichtlich erfreut über die überaus herzliche Begrüßung. Er erklärte, er sei sehr glücklich, nach Berlin gekommen zu sein, er freue sich darauf, das Olympische Banner, das von der Stadtverwaltung in Los Angeles sorgsam gehütet worden sei, dem Staatskommissar von Berlin zur weiteren Aufbewahrung für die nächsten vier Jahre übergeben zu können. Er habe in Amerika schon so viel über die wunderbaren und gigantischen Vorbereitungen gehört, die in Berlin für die Olympischen Sviele getroffen worden seien, daß er mit den größten und angenehmsten Hyffnungen nach Deutschland gekommen sei. Leni Niefenstahl aus Griechenland zurück. Am Donnerstagabend traf Leni Riefenstahl, die mit der Herstellung des Olympia-Filmes beauftragt ist, nach siebentägigem Aufenthalt in Griechenland auf dem Flughafen Tempelhof mit dem Olympia-Sonderflugzeug ein. Sie lobte das außerordentliche Entgegenkommen der griechischen Behörden und schilderte anschaulich die ^^eiste- rung, mit der der Gedanke des olympischen Faaei- laufs in ganz Griechenland aufgenommen worden fei. Als die gewaltigsten Eindrücke bezeichnete sie die echte und ursprüngliche Sympathie, die das^ London, 23.Juli. (DNB.) Die Dreimächte- Konferenz begann ihre Beratungen unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Baldwin am Vormittag und setzte sich am Nachmittag um 15.45 Uhr fort Nach knapp 2^ftünbiger Beratung wurde die Konferenz um 18.10 Uhr abgeschlos - Jen. Die amtliche Verlautbarung hat folgenden Wortlaut: Die Vertreter Frankreichs, Belgiens und des Vereinigten Königreichs, die in London am 23. Juli zu- fammengetreten waren, find, indem sie sich der Ueber- einkommen vom 19. März, der Vorschläge des Deutschen Reichskanzlers vom 31. März und derjenigen der französischen Regierung vom 8. April erinnern, zu folgenden Schlußfolgerungen gelangt: „1. Das Hauptziel, auf das die Anstrengungen aller europäischen Völker gerichtet sein müssen, ist die Konsolidierung des Friedens durch eine allgemeine Regelung. 2. Eine solche Regelung kann nur durch die freie griechische Nationalhymne. Danach hielt der Bürgermeister von Koziani eine Rede. Nationaltänze, von mehr als 100 Mädchen ausgeführt, beschlossen die Feier. Auf dem Wege von Larissa nach Koziani wurde die Fackel abermals durch wilde Gebirgslandschaften getragen. Bei Elassona, wo die Griechen im Jahre 1912 den ersten Sieg im Balkan-Krieg über die Türken erfochten, wurde die makedonische Grenze überschritten. Der Empfang beim Führer am 1. August Im Programm für den Eröffnungstag der Olympischen Spiele ist eine Berichtigung vorzunehmen. Bisher hieß es, daß sich die Ehrengäste um 13 Uhr zum Palais des Reichspräsidenten begeben, wo sie vom Führer empfangen werden. Dieser Empfang findet aber nicht im Palais des Reichspräsidenten, sondern in der Reichskanzlei statt zahl von 200000 bis 300000 täglich rechnen. Der Reichssportführer berichtete weiter über die einzigartige Unterbringung der Kämpfer im Olympischen Dorf, in dem sie sich in einer prächtigen Landschaft und abgeschiedener Ruhe ungestört auf die schweren Kämpfe vorbereiten können. — Die japanische Mannschaft hat in diesem Dorf zwei große Häuser bezogen, die ganz nach den Wünschen der japanischen Teilnehmer eingerichtet wurden. Auf eine Frage erklärte von Tschammer und Osten, daß die japanische Mannschaft durch ihr vorbildliches sportliches Verhalten, durch ihre musterhafte Disziplin und den beispiellosen Eifer, mit dem sie sich auf die Wettkämpfe vorbereitet, allseitige Bewunderung erregt. Mit einem solchen Geiste und mit den Leistungen, die sie beim Training gezeigt hat, können ihr die Erfolge nicht versagt bleiben. Der Reichssportführer schloß die telephonische Unterhaltung mit einem Gruß der deutschen Sportler und des deutschen Volkes an das japanische Volk. Die deutsche Sportwelt versichert die japanischen Sportler ihrer Verehrung, Hochachtung und aufrichtigen Kameradschaft. Zusammenarbeit aller betroffenen Mächte erreicht werden, und nichts würde verhängnisvoller für die Hoffnungen auf eine solche Regelung fein als die scheinbare oder tatsächliche Teilung Europas in gegnerische Blocks. 3. Die drei Regierungen sind infolgedessen der Ansicht, daß Schritte unternommen werden sollen, um eine Zusammenkunft der fünf £ o - carnomächte zu erzielen, sobald eine solche Zusammenkunft passenderweise abgehalten werden kann. Die erste Ausgabe, die in Angriff genommen werden sollte, ist ihrer Ansicht nach die Verhandlung über ein neues Uebereintommen, das an Stelle des Rheinpaktes von Locarno treten soll, um durch die Zusammenarbeit aller Betroffenen die tage zu lösen, die durch die deutsche Initiative vom 7. März geschaffen worden ist. 4. Die drei Regierungen schlagen infolgedessen vor, daß sie mit der deutschen und der i t a - lienischen Regierung in Verbindung treten in der Absicht, deren Beteiligung an der so vorgeschlagenen Zusammenkunft zu erreichen. 5. Wenn auf dieser Sitzung ein Fortschritt erzielt werden kann, werden andere Fragen, die den europäischen Frieden berühren, notwendigerweise zur Aussprache kommen. Unter solchen Umständen würde es natürlich fein, zu erwarten, daß das Gebiet der Aussprache erweitert wird in der Weise, daß unter der Mitarbeit der anderen interessierten Mächte die Regelung derjenigen Fragen erleichtert wird, deren Lösung wesentlich für den Frieden Europas ist." Wie der diplomatische Mitarbeiter der Preß-Asso- ciation berichtet, werden O r t und Zeit der Fünfmächtekonferenz aus diplomatischem Wege zwischen den fünf Mächten festgelegt werden, ebenso auch die Form des Verfahrens, das einzuschlagen sei. Den französischen und belgischen Vertretern gegenüber sei britischerseits einwandfrei klar- aestellt worden, daß Großbritannien bis zum Abschluß eines neuen Locarno zu den Garantien stehen werde, die es nach Aufhören des ursprünglichen Vertrages übernommen habe. Der Abschluß eines neuen Locarno sei jedoch nach britischer Ansicht nicht das ausschließliche Ziel. Er werde als erster Schritt für eine allgemeine Regelung angesehen. Ein Punkt des noch zu bestimmenden Verfahrens bestehe darin, ob die fünf Mächte nur untereinander einen Vertrag abschliehen ober einen umfassenderen Vertrag in Aussicht nehmen wollten, der alle europäischen Mächte umfasse. Gegenwärtig bestehe jedoch nicht die Absicht, die Erorterungsgrundlage zu erweitern. In britischen Kreisen hoffe man aber, daß sich aus den Besprechungen etwas Größeres als Locarno ergeben werde. Ein Reuter-Kommentar. London, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zum Abschluß der Dreirnächte-Besprechungen berichtet der diplomatische Reuter-Korrespondent, die gemeinsame Verlautbarung der drei Mächte sei britischer- feite mit „offener Freude" und auf französischer Seite mit voller Befriedigung ausgenommen war- den. Der interessanteste Teil der Verlautbarung sei Teil V. Hier sei ein großer Teil offen gekästen, insbesondere zu welchem Zeitpunkt die Fünf- mächte-Konserenz wohl in eine größere Konferenz einmünden werde. Der Satz: „Wenn auf dieser Sitzung ein Fortschritt erzielt werden kann, werden andere Fragen, die den Frieden Europas berühren, notwendigerweise zur Aussprache kommen", lasse es offen, ob dies auf der Fünfmächte-Konferenz geschehen werde, oder auf einer auf sie folgenden Konferenz. Es sei bekannt, daß die französische Regierung eine sehr enge Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten, Sowjetrußland und der Kleinen Entente, als von größter Bedeutung ansehe. Konflikt in Brüssel. B r ü s s e l, 23. Juli. (DNB.) Die Rede des b e l - gischen Außenmini st ers über die Grundlinien der belgischen Außenpolitik hat am Donnerstag zu einem schweren Konflikt zwischen S p a a k und seiner Partei geführt. Auf einen Antrag des Generalrates der belgischen Arbeiterpartei richtete der Abgeordnete Wouters, der selbst verschiedentlich Kandidat für den Außenministerposten gewesen ist, in einer Rede die denkbar schärfsten Angriffe gegen den Außenminister. Er erklärte, daß die außenpolitischen Erklärungen Spaaks im Gegensatz zu der Politik der belgischen Arbeiterpartei und der III. Internationale ständen und kündigte an, daß die sozialistische Kammerfraktion die sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses der Kammer beantragen werde, um zu den außenpolitischen Erklärungen Spaaks Stellung zu nehmen. In der anschließenden Aussprache erklärten die in der Sitzung anwesenden sozialistischen Minister van der Velde, Bouchery und Merlot, daß die Rede Spaaks dem Kabinett vorher nicht vorgelegt worden fei und daß die drei sozialistischen Minister auch in ihrer Eigenschaft als Parteifreunde Spaaks mit der Rede vorher nicht befaßt worden feien. Die Aussprache war sehr lebhaft. Ein Redner forderte den sofortigen Rücktritt des Außenministers. Schließlich wurde die Absendung eines Telegramms an den in London weilenden Außenminister beschlossen, worin Spaak die außenpolitischen Grundlinien der belgischen Arbeiterpartei und der Zweiten Internationale in die Erinnerung gerufen werden. Es wird in dem Telegramm betont, daß die belgische Arbeiterpartei an der Politik der Verstärkung der kollektiven Sicherheit und des gegenseitigen Beistandes festhält. Gleichlautende Telegramme wurden an den französischen Ministerpräsidenten Blum und den französischen Außenminister D e l b o s abgesandt. Die innerpolitischen Auswirkungen dieses Konflikts sind im Augenblick noch nicht zu übersetzen. Von der Stellungnahme Spaaks wird es abhängen, ob der Bestand des Kabinetts van Ze e land durch diesen schweren Konflikt gefährdet ist. Es verlautet, daß Ministerpräsident van Zee- land die außenpolitischen Ansichten Spaaks teilt. Essolub STANDARD MOTOI i t ■ V ^WWWWDWWWWWWDWW >v,^,.. Z , z/f;/z //"< K ß | W S ZMDA^W ___ 3m Hälfte 3ena t lid) int Ser @ei bie fflül W \vtC den ftl — mit tige S rasch Gener rasche in le suchui deren alarn der L seinen Schul sich ti tinher »eil i Korn. 5 Ammel Nfen öie in ei 65 Inatfi 5°ch bQ b'e&l ?t|fet | S1 J* ubtrjtb M>or) entlaufen. gegründeten nationalsozialistischen Reiterkorps. Gebr. Faltboote Spring-Konkurrenzen, Dressur - Prüfungen, Fahr - Prü- Klepper 2er. neu über- 7E ,ungen’ 8chöne Schaunummern, Kampf ballspiel u.a.m. holt, mit Zubehör . RM lu." Samstag nachmittag: Geländeritt. Rheingold-2er, gut er- OE 20.30 Uhr: Begrüßung der Turnier teilnehm er und Kameradschaftshalten, mit Zubehör. RM UU«" abend mb KONZERT des Musikzuges der SA.-Reiter- fin Zahlung genommene Boote Standarte 14f in der Festhalle zu Londorf. gegen Neukaufi Sonntag vormittag ab 9 Uhr: Vorprüfungen auf dem Turnierplatz, 13.30 Uhr: Marsch der Turnierteilnehmer durch Londorf nach dem OpOll"*iwrnUl Turnierplatz. 4633d Marktplatz 8 4037a Ruf 3272 14.00 Uhr: Aufmarsch der Turnierteilnehmer auf dem Turnierplatz, ■---------------------------- Vorbeimarsch und Austragungen der Konkurrenz h. ML!« MS, Schleiilack Aus aller Well stand — bas Ist die Verantwortung und die Aufgabe der Luftfahrt. „Nheingold" in Bayreuth. Im Rahmen der Bayreuther Fe st spiele begann die erste zyklische Aufführung vom „Ring der Nibelungen" mit „R h e i n g 0 l d". Der F ü h - r e r wohnte auch dieser Vorstellung bei. Von den führenden Persönlichkeiten des Staates und der Partei sah man unter den Festspielgästen die Reichsminister Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und Dr. Schacht, ferner den bayrischen Ministerpräsidenten Siebert und den bayrischen Staatsminister Adolf Wagner, den Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Botschafter von Ribbentrop und SA.-Gruppen- führer Prinz August Wilhelm von Preußen. Der Führer nahm, wie an den Vortagen, in der Mittelloge zwischen Frau Winifred Wagner und Frau Magda Goebbels Platz. Der Zuschauerraum barg diesmal auffallend viele Ausländer der verschiedensten Nationen. Die bis ins Letzte durchgearbeitete und in allen Teilen ausgewogene Aufführung stand unter der musikalischen Leitung Wilhelm Furtwänglers, der die Vorzüge des Konzertdirigenten mit dem dramatischen Impuls des Theatermusikers verband. Unter den Sängern ragten Rudolf Bockelmann (Wotan) und Margarete Klose (Fricka) mit ihren darstellerisch und stimmlich vollkommenen, abgerundeten Leistungen hervor. Neben ihnen bewährten sich die Charakterisierungskunst von Robert Burg (Alberich), Fritz Wolff (Loge) und Erich Zimmermann (Mime). Unter den Lichtalben fand besonders Donner in Jaro Prohaska einen stimmlich machtvollen Vertreter; aber auch der Froh Kremers und die Freie von Liselotte Ammermann hielten sich in dem durch Bayreuther Ansprüche gezogenen Rahmen. Ivar A n - d r s e n und Joseph von Manowarda waren die beiden Riesen. Das Rheintöchterterzett wurde von Käthe Heidersbach, Rud Berglund und Elfriede M a r h e r r gebildet. In der kurzen Szene der Erda fiel Inger K a r 6 n auf, die ihr erstes Auftreten in Bayreuth mit hohen Ehren bestand. Am szenischen Bild des „Rheingold" war 'm Vergleich zum letzten Festspieljahr nichts verändert worden. Die Ausstattung von Emil P r e e t 0 - rius stellt eine abgeschlossene Leistung dar, die dem Anspruch der Gegenwart an das Bühnenbild ebenso gerecht wird wie den Vorschriften Wagners. Von liebevoller Werktreue ließ sich auch Heinz T i e t j e n als Regisseur bei der Auffrischung seiner früheren Leistung und der Einordnung der neuen Sänger in das „Rheingold"-Ensemble leiten. Zweifache O'ympia-Siegerin aus der amerikanischen Mannschaft ausgestohen. Kurz vor Ankunft der „Manhattan" im Hamburger Hafen trat das amerikanische olympische Komitee zu einer Schlußsitzung zusammen, auf der die amerikanische Schwimmerin und zweifache Olympia- Siegerin Eleanor Holm-Jarret wegen mehrfacher Verletzung der Trainingsvorschriften mit sofortigem Ausschluß aus der amerikanischen Olympia-Mannschaft bestraft wurde. Eleanor Holm war öfters in der Bar des amerikanischen Olympia-Schiffes „Manhattan" angetroffen worden. Präsident Brundage hatte die Sportlerin wiederholt auf die Trainingsvorschriften hingewiesen, die Alkoholgenuß verbieten. Auf diese Vorhaltungen äußerte sie stets, Champagner gehöre auch zu ihrem Training, und man werde es wohl nicht wagen, sie zu bestrafen, da ja ihr dritter Olympia-Sieg ein siche- Oberst Lindbergh folgte nach der Veranstal- tung einer Einladung der Stadt Berlin. Im Rat- Haus wurde er von Staatskommissar Dr. Lippert empfangen. Nachdem er sich in das Goldene Buch der Reichshauptstadt eingetragen hatte, überreichte ihm der Staatskommissar die Olympia-Plakette der Stadt Berlin und die Ehrengabe für die olympischen Gäste, den Sonderdruck „Berlin einst und jetzt". Die Berliner Bevölkerung, die den Obersten sofort erkannt hatte, bekundete ihm lebhaft ihre Sympathien. In Tempelhof war Oberst Lindberg mit seiner Gattin Gast der Deutschen Lust- Hansa. Nachdem er die Anlagen des Flughafens besichtigt hatte, lud Direktor Freiherr v. G ablenz zu einem Baken-Fluge mit einer dreimotorigen Ju 52 ein. Oberst Lindbergh, der neben dem die Maschine steuernden Freiherrn von G ablenz saß, überzeugte sich davon, daß durch das Funk- Baken-System die Frage der Blindlandung ein- wandfrei gelöst ist. rer Punkt für Amerika sei. Als sie am letzten Tage der Ueberfahrt in angetrunkenem Zu- st a n d e angetroffen wurde, entschloß sich das ame- rikanische Komitee zu einer radikalen Maßnahme. Die Sportlerin mußte sofort ihre Olympia- Uniform zurückgeben. Dann wurde ihr mitgeteilt, daß sie nach der Ankunft in Hamburg sofort mit der „Bremen" wieder heimkehren müsse. LZ „Hindenburg" vor Rio de Janeiro. Äas Luftschiff „Hindenburg" war, nach einer Meldung der Deutschen Seewarte, am Freitag, morgen um 6.30 Uhr MEZ. nur noch 150 Kilo- meter vom Zielhafen Rio de Janeiro entfernt Der Tod in den Bergen. Auf dem Uebergang vom Ostgipfel zum Mittelpunkt der Dreitorspitze stürzte der in München wohnende 33 Jahre alte Jntendanturrat Elben ab. Der Verunglückte fand den Tod. Er fiel auf österreichisches Gebiet. Die Leiche wird von österreichischen Bergungsmannschaften geborgen werden. Japanisches U-Boot im Taifun gestrandet. Bei dem schweren Taifun, der, wie gemeldet, den Westen Japans schwer heimgesucht hat, wurde des Uboot 55 auf den Strand geworfen. Das Uboot ist nicht mehr manövrierfähig. Der ebenfalls aufgelaufene 15 000 Tonnen große Hilfsdampfer „Mamiya" konnte dagegen wieder flott kommen. — Der Taifun hat besonders in der Ge- aend von Kobe schweren Schaben angerichtet. Das historische Schloß in Himeji ist erheblich beschädigt worden. Der Verkehr zwischen Shimoneseki und Kobe'ist unterbrochen. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Nachdem am Donnerstag unter dem Einfluß eines flachen Hochdruckgebietes in Westdeutschland heiteres und wieder wärmeres Wetter herrichte, hat ein für die Jahreszeit ungewöhnlich kräfttger Sturmwirbel im Inland bewölktes Wetter gebracht. Mit südlichen Winden werden etwas wärmere aber auch feuchtere Luftmassen hereingeführt, die zu stärkerer Bewölkung und zeitweilig auch leichten Niederschlägen Anlaß geben. Die Auffüllung englischer Störungszentren läßt für das Wochenende wechselnd bewölktes Wetter mit kürzeren, teilweise gewittrigen Niederschlägen rechnen. Aussichten für Samstag: Vorwiegend bewölkt, zeitweilig auch aufheiternd, kurze teilweise gewittrige Niederschläge, Tagestemperaturen um 20 Grad, etwas schwül, südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 23. Juli: mittags 22,2 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 24. Juli: morgens 15,4 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum heute nacht 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juli: abends 21,1 Grad; am 24. Juli: morgens 17,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertr. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder i. V.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 36: 9400. Druck und Verlag: Brühl'sche- Unioersitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. verwandelt. Es liegt in unserer Verantwortung, daß wir durch die Weiterentwickluna der Luftfahrt nicht die Dinge zerstören, die wir schützen wollen. Auf meiner Reise in Europa bin ich mehr als je beeindruckt von dem Ernst der Situation, die uns gegenübersteht. Wenn ich sehe, daß in ein bis zwei Tagen ein Schaden angerichtet werden kann, den keine Zeit je wieder ersetzen kann, verstehe ich, daß wir für eine neue Sicherheit forgen müssen, aber in der Tatsache, daß Verstand mit der Luftfahrt verbunden sein muß, finde ich wieder Hoffnung. .... Die Erziehung, die in der Luftfahrt notig ist, muh also auch den Wert der zivilisierten Einrichtungen lehren. Unsere Verantwortung beim Schassen einer starken zerstörenden Kraft wird uns erleichtert durch das Wissen, dah wir diese Kraft mit Verstand und Erziehung verbunden und daß wir die Wacht von der Unwissenheit weiter entfernt haben. Ich finde Hoffnung in dem Glauben, daß Wacht, die mit Wissen verbunden ist, der Zivilisation nicht gefährlich werden wird. Die Verbindung von Kraft und VerAdolf-Wer-Marsch der HZ. hat begonnen. Großartiger Auftakt des Reichsparteitages 1936. In diesen Tagen rüstet die HI. zu dem großartigen Auftakt des R e i ch s p a r t e i t a g e s: dem A d o l f - H i t l e r - M a r f ch. Die 380 Bannfahnen der HI. werden gebietsweise durch Abordnungen nach Nürnberg gebracht. Das Gebiet Ostland der HI., das die längste Marschstrecke (909 Kilometer) zurückzulegen hat, ist bereits am 23. Juli von Königsberg abmarschiert. Im vergangenen Jahre wurde der Adolf Hitler- Marsch der HI. zum ersten Male planmäßig fürdasganze Reich durchgeführt. 1200 Hitler- jungen marschierten und brachten 330 Bannfahnen zum Reichsparteitag. Schon im Jahre 1929 waren Berliner Hitlerjungen nach Nürnberg marschiert, und 1934 führte die schlesische HI. einen ähnlichen Marsch durch. 1600 Mann werden mit 380 Feldzeichen zum Marsch antreten. 9450 Kilometer sind in 560 Tagesmärschen zurückzulegen, 2 0 bis 25 Kilometer von jeder Einheit an jedem Marschtage. An jedem dritten Tage ist Ruhe und Zeit für Besichtigungen, Sport und Spiele. Je zwei Feldschere und ein Arzt übernehmen die sanitäre Be- treuirtig, während ein Koch mit Feldküche und der dazugehörigen Bagage für die Verpflegung zu forgen hat. Seinen besonderen Sinn erhält der Adolf-Hitler- Marsch durch die persönliche Berührung und durch den Austausch der aus einem fremden Gebiet stammenden Abordnung mit den Gastgebern auf der Durchmarschstrecke Durch die Einschaltung von Ruhetagen wird neben der Möglichkeit der Erholung vor allem Gelegenheit zu gemeinsamen, mit der örtlichen HI. durchzuführenden Heimabenden gegeben, die das Erlebnis einer sich über das ganze Reich erstreckenden Kameradschaft vermitteln werden. Der Austausch des landschaftlich gebundenen Liedgutes wird besonders dazu beitragen. Auch an Darfgemeinschaftsabenden werden die Marschgruppen mitwirken. So werden die 25 Marscheinheiten, die sämtlich am 7. September in Fürth eintreffen, nicht nur selbst ein wertvolles Erlebnis erfahren, werden nicht nur durch all das, was sie kennenlernen, geschult, sondern tragen auch dazu bei, daß der Adolf-Hitler-Marsch den Süden und Norden des Reiches, die Ostpreußen und die Sachsen und Rheinländer miteinander enger verbindet. Diese Durchquerung Deutschlands soll aber auch ein Leistungsmarsch sein Jeder Teilnehmer soll nicht nur wahrend des Marsches die Prüfung für das HI. - Leistungsabzeichen ablegen, sondern er soll darüber hinaus auch beweisen, daß er Ausdauer und Härte besitzt, soll zeigen, ob er fähig ist, mehr Anstrengungen und Verantwortung auf sich zu nehmen wie die Menge seiner Kameraden. Er soll verzichten können auf die vielen kleinen Annehmlichkeiten eines bürgerlichen Lebens. Ein jeder hat zu beweisen, daß er Führerqualitäten besitzt und daß er seinen ihm später anvertrauten Kameraden Vorbild sein kann Strahlenförmig aus allen Himmelsrichtungen werden die Einheiten dann vor dem Parteitag in einem Sammellager vor Nürnberg eintreffen, um hier noch einmal zu einer großen gemeinsamen Feier st unde zusammengefaßt zu werden. Am anderen Morgen stehen sie vor den Augen des Reichsjugendführers zum Appell angetreten, um anschließend beim Klang aller Nürnberger Glocken als erste Abordnung aus allen deutschen Gauen ihre Symbole in die Stadt der Reichsparteitage zu tragen In der Reichsführerschule Potsdam der HI. kamen dieser Tage die Führer der 25 Marscheinheiten des Adolf-Hitler-Marsches zusammen, um die letzten Richtlinien entgegenzunehmen. Stabsführer Hartmann Lauterbacher wies darauf hin, daß diesem Marsch eine besondere Symbolik zugemessen sei. Er sei nicht nur eine körperliche Leistung, sondern ein Beweis dafür, daß die Jugend mit ihren Fahnen auch ihre Kraft und ihren Willen zu den großen Nürnbergkundgebungen tragen wolle. Die HI. sei die einzige Organisation, die diesen Marsch durchführe. Nicht nur in dieser einzigartigen Leistung, sondern auch in der Haltung werde sich hier die HI. beweisen, und der Marsch werde ein Ausdruck ihrer Disziplin fein. „Deutschland kann aus seine Lufisahrt stolz sein!" Oberst Lindbergh« Besuch in Berlin. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Im Auftrage des Reichsministers der Luftfahrt Generaloberst G ö - ring empfing Staatssekretär der Luftfahrt General der Flieger Milch im Reichsluftfahrtministerium Oberst Lindbergh. Bei diesem Empfana wurde das Programm der Besichtigungen festgelegt, die Lindbergh bei der deutschen Luftwaffe und Luftfahrt durchführen wird. Darauf fand im Haus der Flieger ein kameradschaftliches Zusammensein statt, an dem der amerikanische Geschäftsträger in Berlin, die Militär-, Marine- und Luftattaches der amerikanischen Botschaft und von deutscher Seite die Staatssekretäre Milch und Körner, Ministerialdirektor D i e ck h o f f vom Auswärttgen Amt, das Mitglied des Jnternattonalen Olympischen Komitees Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Vertreter des Propagandaministeriums, der Präsident des Aero-Clubs von Deuffchland Wolfgang von Gronau, Vertreter der Deutschen Lufthansa und der zufällig in Berlin anwesende Schweizer Flieger Mitte! Holzer teilnahmen. In herzlichen Worten hieß Staatssekretär Milch im Namen von Generaloberst Göring den amerikanischen Gast und seine Gattin willkommen. Seinen Dankesworten schloß Oberst Lindbergh ein glühendes Bekenntnis zur Luftfahrt und eine eindrucksvolle Darlegung feiner Gedanken über die zukünftige Entwicklung und über die wesentlichsten Aufgaben der Luftfahrt an. Das neue Deuffchland zu besuchen, so erklärte Oberst Lindbergh, ist besonders für den ein Vorzug, der an den Fragen der Luftfahrt intereffiert ist. Der Name Deutschland tritt immer wieder in der Geschichte der Luftfahrt hervor. Ich sehe selten eines unserer modernen Verkehrsflugzeuge, ohne an Junkers zu denken. Wan kann volles vertrauen in die Zukunft der Flugzeuge haben, ohne dah dabei die Bewunderung für die Begabung, die Deutschland in der Entwicklung der Luftschiffe gezeigt hat, vermindert wird. Es muh für jeden Deutschen ein stolzes Gefühl sein, den „h i n d e n b u r g“ und den „Graf Zep - Der bekannte amerikanische Ozeanflieger Oberst Lindbergh traf auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt Generaloberst Göring in Berlin ein. Oberst Lindbergh verläßt den Flughafen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) pelin" zu sehen und zu wissen, dah sein Land überlegen und ohne Rivalen auf dem Gebiete „Leichter-als-Luft" ist. Die Luftfahrt hat die grundlegendste Aenderung, die je für einen Krieg entstanden ist, hervorgerufen. Sie hat das zerstört, was wir defensive Kriegführung nennen. Sie hat Verteidigung in Angriff etifcmoft verkaufe i. Klein- u.Grohhandel Tranbensaft, weiß und rot Avselsaft Besonders empfehle ich meine Spezialität: Grdbeersüßmost Johannisbeersüßmost Liefere frei Haus I Moste auch für den Hausbedarf! Verlangen Sie unverbindlich ausführliche Preisliste. 03369 Kill», mitfei, Srumtfafireiietel Gießen, Marburger Straße 79 Verkäufe Vermietungen Nr.M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag, 24. Zuli (9Z6 Der Führer und Reichskanzler traf am Mittwochnachmittag mit seiner Begleitung in Nürnberg ein, um das Reichsparteitaggelände zu besichtigen und sich von dem Fortgang der Bauten zu überzeugen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Geheimnisse um das Wachstum. Neue Korschungsergebniffe über eine wichtige Frage. laß geben muß. Soweit allerdings die Wachstumszunahme der Kinder schon bei Schulbeginn besteht, ist das nur als erfreulich zu bezeichnen, denn es beweist, daß durch die Besserung der sozialen Hygiene die Entwicklung des Kleinkindes in allen, auch den ärmeren Beoölkerungsschichten, begünstigt worden ist; daher rührt der einheitlich festzustellende Wachstumsvorgang der heutigen Schulanfänger. Bedenklich wird die Sache erst um die Mitte der Schulzeit, vor allem in der Pubertätszeit. Soweit in diesem kritischen Stadium eine anormale Wachstumsentwicklung festzustellen ist, besteht eine gewisse Gefahr für die harmonische Entwicklung des Heranwachsenden Menschen; Dr. Koch betont, daß seine Ergebnisse in dieser Beziehung einen Warnruf bedeuten — einen Warnruf gegen jede Ueberanstrengung unserer Jugend in diesem besonders kritischen Alter. Kürzlich veröffentlichte Dr. Koch im „Reichsgesundheitsblatt" die Ergebnisse neuer Feststellungen zu dieser Frage, die sich in erster Linie auf eine unlängst erschienene Statistik stützen, bei der es sich um die größte bisher überhaupt veröffentlichte Versicherungsstatistik handelt. Sie gibt unter anderem die Durchschnittsgrößen und -gewichte aller derjenigen Personen an, die in den Jahren 1930 bis 1932 bei irgendeiner deutschen Lebensversicherungsgesellschaft eine Versicherung abgeschlossen haben. Diese Statistik erfaßt allein über eine Viertelmillion männliche Personen, sie ermöglicht also sehr zuverlässige Nachprüfungen auch des Längenwachstums, wenn man sie mit den entsprechenden Ziffern früherer Statistiken vergleicht. Dr. Koch hat diese Statistik sehr eingehend ausgewertet, von seinen Angaben ist zunächst die Tatsache besonders bemerkenswert, daß im Vergleich zu früheren Jahrzehnten das Körpergewicht bis zu einem Alter von 40 Jahren ziemlich gleichmäßig um zwei bis drei Kilo niedriger als in früheren Jahren zu fein pflegt — eine außerordentlich erfreuliche Folge der gesteigerten sportlichen Tätigkeit aller Schichten unseres Volkes. Neu ist ferner die Tatsache, daß heute die Körper- höch st großen der trauen in den meisten Fällen schon mit 17, der Männer mit 19—20 Jahren erreicht werden, während das Wachstum früher bis in die Mitte des dritten Lebensjahrzehntes anzuhalten pflegte. Die erwähnte Statistik erbringt damit den bisher noch fehlenden Beweis dafür, daß die Beschleunigung des Wachstums lediglich eine Verkürzung der Wachstumsperiode, nicht aber eine Erhöhung der Körperlänge des Erwachsenen bedeutet. Dr. Koch hatte schon vor längerer Zeit im Gegensatz zu manchen Stimmen, die bereits von einem „Größcrwerden der Menschen" sprachen, darauf hingewiesen, daß nur eine Beschleunigung, nicht aber eine Verstärkung des Gesamtwachstums festzustellen ist. Diese Ansicht ist nun durch das überaus reiche Zahlenmaterial der Versicherungsstatistik als richtig erwiesen und damit ist diese sehr bedeutsame Frage abschließend geklärt worden, lieber die Ursachen des beschleu- nichten Wachstums sagt uns die Statistik dagegen nichts, die Lösung dieses vorläufig noch recht ungeklärten Problems muß weiteren Untersuchungen überlassen bleiben. * Eine andere hierher gehörige, sehr wichtige Untersuchung hat ebenfalls gezeigt, daß die Wachstumsperiöde sich seit der Vorkriegszeit deutlich verkürzt hat. Darüber hinaus liefern diese Feststellungen einen erfreulichen Beweis für den Erfolg der heute von allen Volksschichten betriebenen Leibesübungen. Wie Dr. Fürst in der „Münchener medizinischen Wochenschrift" mitteilt, zeigt nämlich der im Jahre 1935 gemusterte Rckrutenjahrgang gegenüber den Musterungsergebnissen des Jahres 1914 eine deutliche Zunahme der Körpergröße, aber auch des Körpergewichts. So betrug beispielsweise in einigen oberbayrischen Musterungsbezirken im Jahre 1914 die mittlere Körpergröße 166,6 Zentimeter, diesmal aber 168,05 Zentimeter, während das mittlere Körpergewicht sogar von 61,25 Kilogramm im Jahre 1914 auf 66,1 Kilogramm im Jahre 1935 gestiegen war. Dies bedingte wiederum einen ganz merklichen Rückgang der wegen „allgemeiner Körperschwäche" zurückgestellten Gemusterten. Man kann also mit Genugtuung feststellen, daß trotz der Kriegs-, Jn- flations- und Krisenjahre dank einer durch Sport, Turnen, Wandern usw. besseren Körperschulung, sowie dank einer vernünftigeren Ernährungsweise ein erfreulich ^kräftiges junges Männergeschlecht in Deutschland herangewachsen ist. Don Dr. H. Carstensen. Großer Fang der Frankfurter Kriminalpolizei. Drei Oentlemen-Einbrecher, sechs Fahrrad- und zwei Automatendiebe gefaßt. In letzter Zeit war verschiedentlich von neuen Forschungsergebnissen die Rede, die eine in ihrer Ursache noch geheimnisvolle Wachstumsbeschleunigung unserer Schulkinder nachgewiesen haben. Diese Untersuchungen sind allerdings vielfach mißverstanden worden — so trifft es keineswegs zu, daß die Menschen etwa in letzter Zeit größer geworden sind, sondern nur die Wachstumsperiode als solche hat sich verkürzt. Jetzt liegen nun einige neue Arbeiten auf diesem Gebiet vor, die bei der Wichtigkeit des Themas besonderes Interesse verdienen. Im Nachlaß eines Arztes, der in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts an der Universität Jena tätig war, sind vor einiger Zeit außerordentlich interessante Aufzeichnungen gefunden worden. Der Gelehrte hat sich in den Jahren 1878 bis 1880 die Mühe gemacht, rund 2000 Jenaer Schulkinder sehr genau zu untersuchen und vor allem zu rnes s e n. Man hat jetzt die Jenaer Schulkinder nach den gleichen Gesichtspunkten wiederum untersucht — mit dem überraschenden Ergebnis, daß die heutige Schuljugend sich ganz zweifellos in einem rascheren Tempo entwickelt als die damalige Generation; unsere Schulkinder wachsen tatsächlich rascher als früher. Zu dem gleichen Ergebnis sind in letzter Zeit auch verschiedene andere Untersuchungen gekommen, die in Deutschland und anderen Ländern vorqenommen wurden. Geradezu alarmierend sind aber die Feststellungen, zu denen der Leipziger Stadtmedizinalrat Dr. E. W. K 0 ch bei seinen vergleichenden Messungen der Leipziger Schulkinder'gekommen ist. Er hat nachgewiesen, daß sich die Wachstumsgeschwindigkeit bei den Schulkindern in den letzten 10 bis 15 Jahren außerordentlich erhöht hat — die einzelnen Altersklassen eilen in dieser Beziehung der damals gleichaltrigen Vorkriegsgeneration um etwa eineinhalb Jahre voraus. Die Ursachen dieser Erscheinung sind vorläufig noch keineswegs geklärt. Es ist möglich, daß die in den letzten beiden Jahrzehnten stark geförderte Bevorzugung einer vitaminreichen Nahrung dabei eine Rolle spielt; Dr. Koch selbst gibt emen anderen Erklärungsversuch, der aber wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. Er ist der Meinung, daß vielleicht das Licht als Ursache der „Wachstumskrise" in Betracht kommen könnte und zieht Vergleiche mit dem rascheren Wachstum der Bewohner heißer Gegenden, etwa der Tropen. Nun ist in der Tat unsere heutige Jugend durch die Zunahme des Sports, der Sonnenbäder usw. dem Licht weit stärker ausgesetzt als die frühere Generation — aber andere Untersuchungen haben bewiesen, daß die in den Tropen auftretende raschere Entwicklung des Heranwachsenden Menschen weit weniger auf das Licht als auf die Wärme des dortigen Klimas zurückzuführen ist. Wärmer aber ist es bei uns in den letzten Jahrzehnten bestimmt nicht geworden. Eine gewisse Zunahme der Durchschnittslängen und Durchschnittsgewichte der Schulkinder war schon vor diesen Untersuchungen verschiedentlich beobachtet worden, aber man hielt diese Abweichungen für harmlos oder gar für den Ausdruck eines besonders guten Allgemeinzustandes. Die Untersuchungen Dr. Kochs und anderer Aerzte haben aber gezeigt, daß die in den letzten Jahren noch erheblich verstärkte anormale Wachstumsgeschwindigkeit der Schulkinder zu gewissen Bedenken An- LPD. Frankfurt a. M., 23. Juli. Seit etwa zwei Jahren wurden in Frankfurt a. M. immer wieder Büro- und Geschäftseinbrüche in großer Anzahl verübt, ohne daß es gelang, die Verbrecher zu fassen. Sie mußten mit unglaublicher Raffinesse und Dreistigkeit arbeiten, denn nie waren Spuren zu finden, die wesentliche Anhaltspunkte hätten geben können Die Einbrecher hatten es in der Hauptsache auf Bargeld, Schmucksachen und andere wertvolle und leicht transportierbare Gegenstände abgesehen. Sie wurden auch mehrfach gesehen, aber die Personenbeschreibungen waren so schlecht, daß sie keine Rückschlüsse zuließen. Oft wurden 30 bis 40 Personen monatlich überwacht, aber ohne Erfolg. Im Laufe der Zeit schälten sich bestimmte Verdachtsmomente heraus, und nun gelang es endlich nach monate langen, mühevollen Fest- st e l l u n g e n der Beamten des Frankfurter Ein- bruchskommissariats, die Einbrecherbande hinter Schloß und Riegel zu bringen. Als den geistigen Urheber dieser Bande, die im Verlaufe von etwa zwei Jahren insgesamt 197 Einbrüche in Geschäfte, Büros und auch Wohnungen verübte, kann man wohl den bereits einschlägig vorbestraften Otto Pätzold bezeichnen, der den Beamten schon seit langer Zeit hinreichend verdächtig erschien. Seine rechte Hand war der ebenfalls einschlägig vorbestrafte Einbrecher Richard Kothenschulte, der gleich Pätzold die modernsten Sicherheitsschlösser zu öffnen verstand. Oftmals standen die Spezialbeamten des Einbruchskommissariats morgens am Tatort vor einem Rätsel, wenn Pätzold und Kothenschulte am Abend vorher in den frühen Morgenstunden einen „B 0 ck" in der raffiniertesten Weise „aufs Kreuz gelegt" hatten. Von den Beamten hinzugezogene Fachleute waren sich .n manchen Fällen darüber einig, daß die fraglichen Schlösser niemals mit einem Nachschlüssel geöffnet worden seien, und doch hatten der „Schrecken der Nacht" und sein Mittäter es verstanden, „d a s Schloß zu schlachte n", denn sie hatten in dem Feinmechaniker Max Keil einen Techniker an der Hand, der selbst den „verwöhntesten Geschmäckern" — wie einer der Einbrecher sich bei der Vernehmung ausdrückte — gerecht werden konnte. In schwierigen Fällen hat Keil zwar mehrere Woche^n zur Herstellung der Nachschlüssel, die er in seiner Wohnung anfertigte, benötigt. Wenn die Arbeit aber beendet war, dann garantierte er für deren Richtigkeit, und Kothenschulte bescheinigte sie am Tatort mit dem Ausdruck „M u s i k", das sollte heißen, daß die Sache in Ordnung geht. Uebrigens war Keil nicht nur der Spezialist im Anfertigen von Nachschlüsseln für Schlösser bis zu acht Zuhaltungen, er hatte sogar ein nach eigenen Ideen gebautes Instrument zum gewaltsamen Deffncn von Sicherheitsschlössern älterer Systeme konstruiert, womit Pätzold und Kothenschulte in den Am Rande der Ernte. Don Loses Husch. Wenn die Saaten noch stehn, sind die Felder groß und die Dörfer klein; erst bei der Ernte stehst du, wie weit die geschäftigen Arme der Dörfer reichen. Durch die Stille kreisen dann die Mähmaschinen mit blitzschnell tanzenden Messern. Immer kleiner wird die Runde, die ein Traktor zieht. Schmaler wird der lange Streifen, den die Schnitter entlang schreiten. Unter den Sensen, die heiß und weiß wie Flammen zischen, fällt gelb und gut das Korn. Da räumt sich die Flur vom Halm. Zwischen Himmel und Erde stehen reihenlang die Korn- hausten im Sonnenbrand. Du siehst nun eine Hand, die in ein Aehrenbündel greift und zwischen Daumen und Zeigefinger ein einziges Korn Zerbricht. Wenn es knackt, schirrt man Kühe, Ochsen und Pferde em. Gehst du mittags in ein Dorf hinein, siehst du wohl einen Mann auf dem Prellstein an Der Scheune hocken, gleichmäßig die schartige Sense dengeln. Das Läuten klingt in einem fort, auch noch Dann, wenn der Härnrnerer aufgestanden und, die Sense geschultert, in die Felder gegangen ist. Oester triffst du wohl auch auf einen Schnitter, Der im schattigen Hof, mit Dem Buckel an Die kühle NorDwind kauert, Den sonnverbrannten Kops vornübergebeugt, Das Gesicht verschaltet; vom Schweig gebüschelt, fällt das Haar wirr in die Stirn, er hält die Arme verschränkt, auf den Knien liegen Die bunten Erntestricke. Seine Sense steht neben ihm, am Nagel Über ihm hängt Geschirr. Maßlos flutet Das Licht Des Mittags an das Aus heran. Er hört, wie Die Frauen mit Den Milchkannen klappern, KinDerstimmen flirren die satten Tiere tauen; er sieht, wie Das Geflügel sich nn Sand des Hofes kuschelt und im Schlaf die Flügel rührt. Seine Augen blinzeln noch einmal zur Katze hm, und Dann fallen sie ihm zu. Für eine halbe Stunde mag es sehr still um ihn fein. Der Drescher am Dorfrand brummt unentwegt. Grau und einsam hockt der große Vater am Fenster und starrt hinaus. Da draußen rumpeln die Fuder mit quietschenden Achsen, Erntebaume knirschen. Hufe stampfen, erschüttern das paus, daß Die Fensterscheiben leise klirren. Und die Uhr m Der Stube tickt, tickt, tickt... Da legt der Ahn die Hände auf Die Knie: Vielleicht schläft er em, während die da draußen ... Unter der offenen Halle des Dreschplatzes summt und brummt der große Drescher, der die Hausten von Den Feldern frißt. Hier heißt es flmk Die Hände regen. Mächtig spannt die Maschine den Menschen an. Fuhren kommen und fahren von bannen. Vom Fuder reicht man die Garben zum Dxescher, da rutschen sie ins lärmende Getriebe, müssen die Frucht lassen und kommen leer und taub in die Presse, die aus dem langen Stroh Ballen macht. Indessen häuft sich die Spreu, und das Korn läuft in die Säcke. Hier wird Schweiß gelassen, und viel Staub stöbert auf, das macht den Hals dursttg, und dem Maschinendrescher geht es nicht anders als dem bekannten Scheunendrescher, den man zittert, wenn jemand ordentlich ins Essen einhauen kann. Heiß ist das Ringen der Arbeit um Frucht und Brot. Hier ist nicht die Rede davon, den Weizen tonnenweise ins Meer zu schütten oder die Frucht, wie Briketts gepreßt, in die Kesseln der Lokomotiven hineinzufeuern. Hier lesen die Kinder die im Staub verlorenen Aehren auf, damit nicht die Pfunde verkommen. So wirkt das Land an dem, was ihm von Zeit und Schicksal zugewiesen wurde: das Volk zu ernähren. — Noch brummen die Drescher, bald mahlen lauter die Mühlen im Lande, und schon orgeln die Karussells der dörflichen Kirmes; in unverwüstlicher Lebenslust steigt das ländliche Fest. „RaufP auf dem "Römerbera. Nach verschiedenen, an der Ungunst der Witterung gescheiterten Versuchen konnte jetzt die Erstaufführung von Goethes „Faust" auf dem Frankfurter Römerberg ftattfinben. Der immerhin gewagte Versuch, den „Faust" auf dem Römerberg zur Aufführung zu bringen, gelang ausgezeichnet und gab denjenigen recht, die sich von vornherein eine großartige Szenerie versprachen, in erster Linie also Dem Generalintendant der Städtischen Bühnen, Hans Meißner. Für eine ganze ReM von Auftritten, namentlich bei den Szenen rmt Mephisto, in Auerbachs Keller und der Hexenküche gab Der Römerberg einen Hintergrund ab, wie er nicht idealer und stimmungsvoller erscheinen kann. Gewiß gab es auch Situationen wie z. B. den Osterspaziergang, bei denen Die Szenerie gewisse Mängel aufwies, aber Diese ging so schnell vorüber und man war von Dem vorher Geschauten noch so benommen unD wurde durch Die folgenden Auftritte wieder so sehr in den Bann der Ereignisse gezogen, daß dadurch der große und nachhal- haltige Gesamteindruck nicht wesentlich gestört werden konnte. Hervorragend war Robert Taube als Mephisto. Hier stand der Künstler einer Ausgabe gegenüber, Die ihn ganz erfüllte. Der Faust von Hans Jungbauer, in Sprache und Spiel gleich überzeugend, erreichte in dramatischen Szenen seinen Höhepunkt Maria W i m m e r als Gretchen konnte namentlich in Den Schlußauftritten gut gefallen, besonders in der Kerkerjzene. Lotte Brackebusch gab die Marte Schwerdtlein, Walter K i e s l e r den Wagner. Alles in allem: eine Aufführung, Die dazu beitragen wird, den Ruf Der Römerbergspiele zu festigen und zu verbreiten. L. Unbekannte Wagner-Briefe. Unbekannte Briefe Richard Wagners aus Dem Besitz der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin veröffentlicht Dr. Marta Becker im Augustheft von Velhagen & Klasings Monatsheften. Sie stammen aus verschiedenen Zeiten. Der schönste von ihnen ist aus dem Jahre 1849, aus Zürich, wohin sich Wagner nach den Ereignissen der Revolution hatte flüchten müssen. Er hatte das Glück, in Dresden gute Freunde zu hinterlassen, Die auch an dem Verbannten hingen, und er fühlte dieses hohe Glück als Trost und Stärkung in der Fremde. An einen seiner Freunde schreibt er: „Wenn ich mit Feinden zu thun habe und begreife, daß es gilt, mein innerstes Wesen, meine Anschauungen, meine Erkenntnis und meinen überzeugtesten Kunstdrang gegen jede Zumuthung unerschütterlich fest geltend zu erhalten, so lebt in mir ein Stolz auf, der sich zum unbeugsamsten Trotz steigert, so daß ich jedes Opfer, selbst das meines Lebens, für gering halte, um niemand mich zu fügen, da ich nicht leben mag um den Preis Der Erniedrigung vor mir selber, möge sie andern auch nur als ein kluges Zugeständnis erscheinen. In äußeren Lagen, wo sich alle Umstände vereinigen, mich zu solchem Zugeständnisse zu drängen, wächst nur mein Trotz, und oft wünschte ich dann bloß ganz allein in der Welt zu stehen, um ganz allein auch, wenn es mir nothwendig erschiene — untergehen zu können. So muß ich Dann leider manchem als hochmüthig, eingebildet und eigensüchtig erscheinen, und die Pein, die mir dieser Vorwurf verursacht, wird mir um so schmerzlicher, als ich in mir allein nicht das Vermögen fühle, das Unrecht desselben überzeugend darzutun. Dieses Vermögen erwächst mir aber plötzlich durch ein Zeichen der Liebe und Theilnahme von außen: ein Freund, der mir schweigend die Hand reicht, bricht all meinen Trotz, und dem Mitgefühl gegenüber beherrscht mich nur eine Empfindung, die der freudigsten Demuth." Dieser Brief läßt uns einen tiefen Blick in den Stolz des Künstlers und in die Gefühlswärme Des Menschen Wagner tun. Familien von Olympiasiegern. Die Geschichte Der Olympischen Spiele kennt eine Olympia-Familie, Die einzig Dasteht. Es ist Dies, wie in Der Leipziger „I l l u st r i r t e n Zeitung" ausgeführt roirD, Die berühmte finnische Leicht- athleten-Familie Järvinen, Die sich eines seltenen olympischen RekorDs rühmen kann. Vater Järvinen eröffnete Den Reigen Der Erfolge 1906 in Athen mit Dem Sieg ifri Diskuswerfen, Durch Den Suomis weißblaue Flagge zum erstenmal am Siegesmast emporstieg. 22 Jahre später setzte Dann sein ältester Sohn Achilles Diese ruhmreiche Tra- bition fort, inDem er sich in Amsterdam Die Silbermedaille im Zehnkampf eroberte. UnD 1932 in Los Angeles kamen abermals zwei MeDaillen in Den Besitz der Familie, Durch Matti, Den zweiten Sohn, Der im Speerwerfen Die Goldmedaille errang, und wieder Achilles, der abermals im Zehnkampf „feine" Silbermedaille erhielt. Vier Olympiamedaillen, wirklich ein seltener und stolzer Familienschatz. Und in Berlin ist Matti wiederum erster Anwärter auf Die Medaille im Speerwerfen. Auf drei Medaillen brachte es immerhin schon die norwegische Springer-Familie Ruud, von der Birger jetzt die zweite Goldmedaille zu Der silbernen von 1932 feines Bruders Siegmund fügte. Schließlich Darf auch das französische Ehepaar Brun et ermähnt werden, daß sich 1924 und 1928 zwei Goldmedaillen im Eiskunst-Paarlaufen holte, nachdem es bereits 1920 die Bronzemedaille, damals noch als Mlle. Joly und Mr. Brunet laufend, erobert hatte. Zeitschriften. — Im Augustheft von „W eftermanns M 0 - nats heften" beschreibt u. a. der Schöpfer des Reichssportfeldes Architekt Walter March „Das Olympische Dorf"; Text und Bilder geben einen ausgezeichneten Einblick in Die Stätte, in der beinahe 5000 internationale Sportler leben und sich vorbereiten auf die großen Kämpfe. Max Oftrop beschäftigt sich mit einer sportlichen Vorschau auf die XL Olympischen Spiele „Wer wird olympischer Sieger?" Oftrop untersucht Die Aussichten Der teil- nehmenDen 53 Nationen und gibt gleichzeitig einen Einblick in die harte Arbeit des Trainings. Der Aufsatz „Deutschland klingt durch Die Welt" sch'l- Dert Aufbau unD Arbeit Des deutschen Kurzwellensenders. lieber „Das unbekannte Deutschland" spricht Professor Dr. Walther Scboenicben und führt nn* m feinem herrlich bebilderten Reitraa durch deutsche Lande, deren Schönheit nur wenigen bekannt ist, dis aber Allgemeingut werden sollte. Jahren 1934 und 1935 in mehreren Fällen erfolg» reich arbeiteten". Am Tatort selbst machte Keil, schon älter ist, meist nur den Aufpasser. -wahrend das erbeutete Bargeld jeweils sofort ^Erteilt wurde, kamen die anderen Sachen zunächst r-?? ^Qufc und von dort, soweit es sich um Schmucksachen, Parfümerien usw. handelte, in die 5)ande eines gewissen Johann Frick, der ebenfalls verhaftet wurde. Er gilt als Haupthehler des Ein- brecherkleeblatts. Frick hat das Diebesgut, dessen Herkunft er aenau kannte, an andere Personen weiterverkauft. In dieser Hinsicht sind die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Weitere Festnahmen stehen bevor. Durch die energisch betriebenen Ermittlungen ist das Einbruchskommissariat auch noch auf die Spur einer anderen Einbrecherbande g e k o m men, die in den letzten Monaten mehrere Geschäftseinbrüche in Frankfurt ausführte. Der Einbrecher mit dem Regenschirm. Die Festnahme des Einbrechertrios war deshalb besonders schwierig, weil die drei nicht nur mit allergrößter Raffinesse arbeiteten, sondern auch elegant gekleidet waren, sicher auftraten und sehr intelligent sind. Einer von ihnen hatte immer einen Regenschirm dabei, um so den Eindruck eines biederen Bürgers zu erwecken. Als er ihn eines Tages am Tatort stehen ließ und nun die Gefahr bestand, daß die Polizei durch Fingerabdrücke die Täter fassen könne, setzte es seitens seiner Kumpanen allerhand ab. Wie sicher das Auftreten besonders von Kothenschulte war, beweist folgender Vorfall: Als ein Geschäftsmann am zweiten Osterfeiertag dieses Jahres in sein Büro ging, um die Post nach- zusehen, fand er die Tür bereits offen. Im Büro selbst empfing ihn ein elegant gekleideter Herr und erklärte ihm freundlich, das Fräulein, mit dem er bekannt sei, habe hinten schon die Post durchgesehen. Als der Geschäftsmann nun den Einbrecher zur Rede stellte, da diese Angaben nicht zutreffen konnten, schlug ihn Kothenschulte, der ein ausgezeichneter Boxer ist, zu Boden und entkam. Bezüglich des Diebesgutes ergaben sich bei den Vernehmungen der Geschädigten einerseits und der Diebe anderseits zum Teil große Differenzen, die für die Bestohlenen evtl, unangenehme Folgen haben können. So gab beispielsweise ein Ladengeschäft an, daß neben Bargeld noch ein bedeutender Waren- Verlust zu verzeichnen gewesen sei. Wie sich jedoch bei der polizeilichen Festellung ergab, war tatsächlich nur Geld entwendet worden. Daß hier wohl Versicherungsbetrug in Frage kommen kann, ist klar. Die sechsköpfige Fahrraddiebesbande. Weiterhin gelang es Beamten des Frankfurter Diebstahlkommissariats eine sechsköpfige Fahrraddiebesbande unschädlich zu machen. Einer der Haupttäter, der 35 Jahre alte Adolf M o o g, hat zugegeben, in der Zeit seit Juni 1935 bis zu seiner Festnahme etwa 2 0 0 Fahrräder gestohlen zu haben. Die Mitglieder der Bande, die zum Teil erheblich vorbestraft sind, arbeiteten mit verteilten Rollen. Die einen verlegten sich darauf, die Fahrräder zu stehlen, die andern übernahmen den Verkauf. Um ganz sicherzugehen, wurden die gestohlenen Fahrräder nach dem Diebstahl sofort auseinandergenommen. Die einzelnen Teile setzte man dann bei einem Fahrradhändler ab, der über ihre Herkunft genau unterrichtet war. Rahmen und sonstige Fahrradteile, die irgendwie gekennzeichnet waren, nahm er nicht an. Diese Teile wurden von der Diebesbande einfach in den Main geworfen. Ein weiterer Haupttäter, und zwar der am 6. Februar 1901 geborene Friedrich H e u ß n e r, ist flüchtig. Er ist das eigentliche Haupt der Bande und hat die Diebstähle und den Absatz organisiert. Personen, die über seinen Aufenthalt oder auch sonst Angaben machen können, werden gebeten, sich umgehend mit der Frankfurter Kriminalpolizei, Polizeipräsidium, Zimmer 416, in Verbindung zu setzen. 5rod Judenjungen als Aulomalendiebe. Von den seit einigen Monaten im Stadtgebiet Frankfurt a. M. an zahlreichen Stellen an Häusern angebrachten Briefmarkenautomaten, die mit Genehmigung der Reichspost von einer Privatfirma unterhalten werden, wurden in den letzten Wochen etwa 50 Stück erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Als Täter wurden nunmehr zwei junge Burschen jüdischer Abstammung festgenommen. Rach der Dreistigkeit, mit der sie am hellen Tage immer wieder an die „Arbeit" gingen und nach dem Verhalten, das sie bei ihren polizeilichen Vernehmungen an den Tag legten, müssen sie als gemeingefährlicher Verbrechernachwuchs bezeichnet werden, um so mehr als sie schon mehrfach kleine Diebstähle begingen. Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld. } Alsfeld, 21. Juli. Jrn großen Saal des „Deutschen Hauses" hielt die Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages wieder eine Arbeitstagung ab, die von dem Kreisobmann, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g (Alsfeld), geleitet wurde. Bei der Tagung waren nahezu alle Gemeinden des Kreises Alsfeld durch ihre Bürgermeister vertreten. Oberförster Bähringer (Alsfeld) sprach zunächst über das neue Reichsjagdrecht. Der Vortragende wies einleitend darauf hin, daß vor Erlaß des neuen Reichsjagdgesetzes nicht weniger als 20 «»rschiedene landesrechtliche Jagdgesetze vorhanden gewesen seien. Es sei das Verdienst des Reichsjägermeisters Göring, daß nunmehr diese Zersplitterung beseitigt und ein einheitliches Reichsjagdrecht geschaffen worden sei. Oberförster B ä h - ringer gab dann im Rahmen seines Vortrags eine Darstellung über den Hauptinhalt des neuen Reichsjagdrechtes und dessen wesentlichste Begriffsmerkmale. Er erläuterte insbesondere die für Hessen neue Organisation der Jagdgenossenschaften mit einem Jagdvorsteher. In Hessen ist der zweite Beigeordnete Jagdoorsteher. Der Vortragende machte insbesondere auf die für Hessen neue Einführung einer Jagderlaubnis auf Grund eines Jagderlaubnisscheines aufmerksam, für dessen Erteilung der Kreisjägermeister zuständig ist. Oberförster Bähringer behandelte dann ausführlich die besonders wichtige Frage der Regelung des Wild- und Jagdschadens. Er betonte, daß die Auffassung falsch sei, daß die neue Reichsjagdgesetzgebung landwirtschaftsfeindlich sei. Zum Schluß gab der Redner eine Darstellung über den Verwaltungsaufbau der neuen Jagdorganifation: Reichsjägermeister, Gaujägermeister, Kreisjägermeister. . In der anschließenden Aussprache machte Kreisjägermeister R i ch t b e r g Ausführungen über die nach den Vorschriften des Reichsjagdgesetzes in Kraft tretende und für Hessen neue Verteilung des Jagdpachterlöses an die einzelnen Genossen des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes, die am 1. April 1940 in Kraft tritt. Alsdann folgte ein Vortrag von Steuerpraktikant Schrauber vom Finanzamt Alsfeld über »Das Verfahren bei den Kinderbeihilfen und den Ehestandsdarlehen". Der Redner gab eine eingehende Darstellung über die gesetzlichen Voraussetzungen für die Gewährung von einmaligen und laufenden Kinderbeihilfen und für die Gewährung von Ehestandsdarlehen, wobei wertvolle praktische Hinweise und Belehrungen über die Durchführung des Verfahrens, soweit die Tätigkeit der Bürgermeister dabei in Betracht kommt, gegeben wurden. Das Finanzamt stehe jederzeit zur Beratung der Bürgermeister zur Verminderung unnötiger Derwaltungsarbeit zur Verfügung. Der Vorstand des Finanzamts Alsfeld, Regierungsrat B e h r e n d , gab zu dem Vortrag noch einige nähere Erläuterungen und Anweisungen für die Bürgermeister. Von Interesse war dabei die Mitteilung des Kreisobmanns, daß geplant sei, künftig zu den Tagungen der Kreisabteilung regelmäßig das Finanzamt einzuladen, da eine enge Zusammenarbeit zwischen dieser Behörde und den Bürgermeistern sich immer mehr als notwendig erweise. Im weiteren Verlaufe der Tagung machte Kreis- bauernführer Geiß (Vadenrod) bedeutsame Mitteilungen über die zur Sicherstellung der Ernte geplanten Maßnahmen, wobei er auf die Schwierigkeiten der Beschaffung von landwirtschaftlichen Arbeitern hinwies. Zur Einbringung der Getreideernte ist der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes geplant. Das Verfahren hierfür fei gegenüber dem Vorjahre wesentlich einfacher gestaltet. Der Einsatz des Arbeitsdienstes erfolgt truppweise mit minde- teng 8 Mann in einer Ortschaft. Anträge sind bei )er Kreisbauernschaft zu stellen. Der Kreisbauern- ührer entscheidet, ob ein Erntenotstandsgebiet oor- liegt. Bei der Prüfung der Gesuche um Erntehilfe ist die Mitwirkung der Bürgermeister und der Orts- bauernführer notwendig. Als Entgelt ist der Lohn der Landarbeiter zu zahlen. Kreisbauernführer Geiß bat um Unterstützung durch die Bürgermeister in dieser Angelegenheit. 2tm Schlüsse der Tagung dankte Kreisobmann, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, den Bürgermeistern, ferner den Referenten der Tagung für ihre lehrreichen Vorträge. Infolge der durch die Wichtigkeit der Vorträge stark in Anspruch genommenen Zeit mußte ein für die Tagung weiter vorgesehenes Referat auf steuerlichem Gebiete für die nächste Tagung zurückgestellt werden. Der Kreisobmann schloß dann die Tagung in der üblichen Weise. „Gutes Licht — Gute Arbeit." Oie OurchführungSeiuzelheiten im Gau Hessen-Nassau fessgelegt. NSG. In einer Vorbesprechung, an der Vertreter des Gewerbeaufsichtsamtes, der Elektroindustrie, der Elektroversorgung und der Elektrogemeinschaften teilnahmen, machten gestern nachmittag Vertreter des Amtes „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und Vertreter der Reichsbetriebsgemeinschaft „Handwerk" in der Deutschen Arbeitsfront Ausführungen über die demnächst einsetzende Aktion des Amtes „Schönheit der Arbeit", „Gutes Licht — Gute Arbeit". Es soll hierbei erreicht werden, daß die Arbeitspläne überall mit einer ausreichenden Beleuchtung versehen werden, die ein gutes und einwandfreies Arbeiten zuläßt. Eine Beleuchtung soll geschaffen werden, die all die schädlichen Einflüsse, denen die Augen unserer Arbeiter in den Betrieben und Werkstätten Msgesetzt sind, ausmerzt. In einer groß angelegten Propagandawelle werden alle interessierten Kreise, sowohl Betriebsführer als auch Gefolgschaftsleute auf die Auswirkungen, die sowohl schlechtes als auch gutes Licht auf den Einzelnen und auf die von ihm geleistete Arbeit hat, aufmerksam gemacht. Lichtmessungen, die in den einzelnen Betrieben durchgeführt werden, sollen die Lichtstärke feststellen, die jeder einzelne Arbeitsplatz benötigt. Wenn auf der einen Seite die Leistungen des Arbeiters und auch die Qualität feiner Arbeit gehoben werden soll, so werden durch diese groß angelegte Aktion die Voraussetzungen dazu geschaffen. Im Rahmen der Reichstagung der Lichttechnischen Gesellschaft findet im September 1936 in Frankfurt a. M. dann die Uraufführung des Filmes „Gutes Licht — Gute Arbeit" statt, der durch das Amt „Schönheit der Arbeit" hergestellt wurde. Weiterhin ist geplant in einer Ausstellung die einzelnen Gegensätze von gut und schlecht beleuchtetem Arbeitsplatz gegenüber zu stellen und auch an Hand von vergebenen Darstellungen die Wirkung sowohl auf den Arbeiter als auch auf die Qualität der Arbeit herauszustellen. In den einzelnen Kreisen werden Arbeitsgemeinschaften der interessierten Kreise unter Führung der Kreisreferenten des Amtes „Schönheit der Arbeit" gebildet, die bald mit ihrer Arbeit innerhalb der Betriebe beginnen werden. Man konnte allerseits ein Uebereinftimmen hinsichtlich der Notwendigkeit dieser Aktion feststellen. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. ZHittagsbörfc uneinheitlich. Frankfurt a. M., 23. Juli. Bei erheblich verringerter Umsatztätigkeit verkehrte der Aktienmarkt in uneinheitlicher Haltung, wobei zu den ersten Notierungen Abschwächungen überwogen haben. Im Verlaufe stellten sich verschiedentlich Erholungen um Bruchteile eines Prozentes ein, doch blieb die Gesamttendenz ungleichmäßig. Die Kulisse zeigte nach der anhaltenden Steigerung etwas Ermüdung und nahm Entlastungsverkäufe vor, während der Auftragseingang der Kundschaft, wenigstens für Großwerte, merklich geringer geworden ist. Durch feste Haltung zeichneten sich erneut Kunstseide Aku mit 56,90 bis 57 (54,25) aus, da aus Amsterdam eine weitere Befestigung gemeldet wurde. Sodann hatten Maschinenaktien auf die künftige Konjunktur feste Haltung, Eßlinger 99 (97,25), Moenus 96 (95,25), Junghans 105 (103,75). Autowerte dagegen weiter leicht nachgebend, Daimler und BMW. je 0,50 v. H. Für Westdeutsche Kaufhof erhielt sich anfangs Nachfrage bei 54,13 (53,65), später aber leichter mit 53,90. Der Montanmarkt lag durchweg gedrückt. Buderus, Hoesch und Mannesmann gingen bis 1,25 v. H. zurück, Harpe- ner minus 2 v. H., Rheinstahl minus 1 v. H., Verein. Stahl anfangs 111 (110,75), später etwa 110,50. Ilse Genuß noch 0,40 v. H. fester. Von Elektrowerten büßten Schuckert 1,50 v. H., RWE. 1,25 v. H., Gesfürel, Betula und Siemens je 1 v. H. ein, AEG. unv. 39. Chemische Aktien ebenfalls niedriger, IG.-Farben 171,50 bis 171 (171,50), Scheideanstalt 272 (273). Im einzelnen verloren AG. für Verkehr 1,75 v. H., Feldmühle Papier 1,75 v. H., Deutsche Linoleum 1,50 v.H. Reichsbankanteile und Aschaffenburger Zellstoff lagen behauptet, Schiffahrtspapiere 0,25 v. H. freundlicher. Der variable Rentenmarkt lag wiederum fast geschäftslos und unverändert. Altbesitz 112,50, späte Schuldbuchforderungen 98, Kommunal-Umschul- dung etwa 88,25. Von fremden Werten gaben Anatolier 0,25 v. H. nach auf 44,50, 4prozentige Goldmexikaner 10,30 (10,40). Der Aktienmarkt war im Verlaufe merklich schwächer. Durchschnittlich gingen die Kurse um 1 bis 1,50 v. H. zurück, so JG.-Farben auf 170 bis 169,75 nach 171, Scheideanstalt 271 nach 272, Daimler 132 nach 133,25, Moenus 95 nach 96, besonders gedrückt waren Deutsche Erdöl mit 134 bis 133,50 (136,50). Montanaktien ließen 0,50 bis 1 v. H. nach. Die Kulisse gab weiter Material ab, wobei ver- schiedentliche Warnungen vor einer Kursübersteigerung mitspielten. Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien 1 bis 1,50 v. H. schwächer, auch Hypotheken- bankaktien nachgebend, Pfälz. Hyp. jedoch 91,50 (91). Maschinenwerte, wie Faber & Schleicher, Gritzner und Dresdner Schnellpresse, waren höher gesucht. Renten blieben auch später geschäftslos, etwas gefragt wurden Zinsvergütungsscheine mit 92,90 (92,80). Der Pfandbriefmarkt blieb unverändert. Stadtanleihen notierten überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. fester, 7proz. Frankfurter aber 94,50 (94,75). Bon Auslandsrenten gaben Mexikaner durchwea 0,13 v. H. nach. Im Freiverkehr stiegen Wintershall auf 130 (126) und Frankf. Maschinenbau-Anstalt (norm. Pokorny) auf 108 (107). Niedriger vor allem Waiß & Freytag mit 122,50 (125), ferner Klener 118,50 (119,50), Auto-Union 132 (134), BDM. 141 (142), Ufa 67,50 (68). Höher gesucht wurden Torpedowerke AG. mit 113,50 (112,50). — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse gut behauptet. Die Abendbörse lag am Aktienmarkt nach der Abschwächung von heute mittag gut behauptet. Auf Basis der Berliner Schlußkurse bestand über» wiegend etwas Nachfrage, so daß einzelne Montanaktien 0,13 bis 0,25 v. H. höher lagen. Auch auf den meisten übrigen Marktgebieten notierten die Kurse mäßig über den Mittagskursen. Zellstoff Aschaffenburg 118,75 (118), Lahmeyer 146 (145,50), AKU. 57,50 (57). Westdeutsche Kaufhof bei etwas größerem Geschäft schwankend mit 54,90 bis 55 bis 54,75 (55). IG. Farben bröckelten auf 169,75 (170,13) ab, Conti Gummi verloren 1,25 v. H. auf 186. Holzmann ermäßigten sich auf den Berliner Stand von 130,50 (131,50). Am Einheitsmarkt gaben Commerzbank 0,50 v. H. nach auf 103,25, die übrigen Bankwerte blieben gut behauptet. Der Rentenmarkt lag wieder sehr ruhig; zertis. Dollar-Bonds etwas niedriger mit etwa 68,25 bis 68,50 (68,50 bis 69), auch Ungarn Gold mit 9,13 und Irrigations-Mexikaner mit 10,13 je 0,13 v. H. niedriger. U. a. notierten: ReichsbahiEA. E 122,13, 4 v. H. Ungarn Gvld 9,13, 4 v. H. Ungarn Kronen 2,25, 4 v. H. Rumänen 5,50, 4,50 v. H. Irrigation 10,13, 2ldca 90,40, Bayr. Hyp.-Bank 96, Commerzbank 103,25, DD.-Bank 105,50, Dresdner Bank 105,50, Frankf. Hyp.-Bank 100, Pfläz. Hyp.-Bank 91,50, Buderus 113, Harpener 129, Mannesmann 110,75, Rheinstahl 147,75, Verein. Stahlwerke 110,65, AKU. 57,50, AEG. 39, Befula 155,75, Chade Lit. D E 398, Conti Gummi 186, Scheideanstalt 271, Deutsche Linoleum 174,75, Licht & Kraft 158,50, (£C®. 134,50, IG. Farben 169,75, Enzinger-Union 117,50, Gesfürel 145, Gritzner 38, Holzmann 130,50 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Juli. Auftrieb: Rinder 48 (gegen 46 am letzten Donnerstag), darunter 6 (2) Ochsen, 5 (2) Bullen, 34 (39) Kühe, 3 (3) Färsen. Kalber 760 (728), Hämmel und Schafe 107 (143), Schweine 1224 (975). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kühe a) 40—43, b) 35—39, c) 26—29, d) 23—25. Kälber andere a) 64 bis 68 (am 16. 7. 66—70), b) 57—63 (59—65), c) 48—56 (50—58), d) 38—47 (40—49). Hämmel b2) Weidemasthämmel 48—49 (47—49), c) mittlere 44 bis 47 (42—46). Schafe e) beste 42—46 (42—46). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 55—56 (54—56). Marktverlauf: Kälber langsam, ausver- kaust. Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausver» kauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Großmarkt für Fleisch und Fett» waren. Beschickung: 774 Viertel Rindfleisch, 407 halbe Schweine, 195 ganze Kälber, 26 Hämmel, 8 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 76. Kuh- fleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80 (alle Rindfleischpreise sind Höchstpreise). Kalbfleisch b) 95—105, c) 85—95. Hammelfleisch b) 90—95. Schweinefleisch b) höchster Preis 74. Fettwaren. Speck hiesiger Schlachtung, roh unter 7 cm 60—65, Flomen höchster Preis 80. Marktverlauf: mit Aus» nähme von Rindfleisch ruhig. Die hinter den Papieren Franktun a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend» börse Schluß» kurs Schluß!. Mittag» börse Dalnm 22.7 23 7 22-1 23.7 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101 101 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,4 97,4 97,4 97,4 51//2% Dvung-Anlethe von 1930 .. — 102,5 102,13 Deutsche Anl.-Ablös..Schuld mil Auslos.-Rechten ............ 112,5 112,5 112,4 112,4 *Vz% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... — 100,1 100,1 4 Wo ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 srückzahlb. 102%) ... 98,5 98,75 98,75 *Vi% ehem. 8% Hessische Landes banl Darmstadt Gold 91.12... 97 97 - 97 6/2% ehem. 4 >4% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau. 101 101 _ 4%% ehem. 8% Darmst. Komm Landesb.Goldichuldverlchr 91.6 93,75 93,75 - _ Oberhejjen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............ 123 123 — Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 119,3 119,25 119,5 119,5 4’/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Go'hpse. 15 unkündbar bis 1935 97 97 _ 6V/ ehem. 4j/2% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Pfandbriese...... 101,4 101,3 6*4% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ... 101,75 101,75 101,5 101,25 414% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriefanstalt, Pfandbriefe 91. 19 97,5 97,5 97,5 97,5 4*4% ebcm. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl.20 95 95 95 95 Lteuergutich.Berrechnungsl. 34-38 109,5 109,5 109,5 109,5 4% O österreichische Goldreme... _ _ 29 29,65 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 2,7 2,75 2,65 2,65 4% Ungarische Goldrente....... 9,2 9,13 9,25 9,25 4% Ungarisck-e Staatsrente v. 1910 8,7 8,65 8,7 8,65 4'2% besgl. von 1913.......... 8,8 8,9 — 8,9 6% abgeft. Goldmerikaner von 99 14,75 14,65 14,65 14,5 4% Türkische Bagdadbahn»Anlethe Serie 1..................... — Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — ‘VrnnPhiH n Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schluß» kurs Schluß!. Mittag» börse Schluß» kurs Schluß!. Abendbörse Echluß- kurs Schluß!. Mittag» 22.Füll 23 3u i Datum 22.1 23.7- 22.1. 23.7. Datum 22.1. 23.7 22 .7. I 23.7. Amlliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld I Arie, 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4*/2%Ruinän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . L%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Diskonto» Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank........ 4 Reichsbank ................ i2 '21.6.®. ..................... 0 Bekula...................... Elektr. Lieferungsgeiellschast ... 6 Licht und Kraft ............. 7 Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ ß Rhein. Wests. Elektr..........ß Schuckert L Co............... ß Siemens L Halske............g Lahmeyer L Lo.............. 7 Buderus ................... < Deutsche Erdöl ..............4 Harpener................. 2 y2 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen. .. 3 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöckn erwecke ...............8 Mannesmann-Röhren........ ö 6,75 10,25 5,4 44,75 15,13 16,75 120 125 104,5 107 107 197 39 156,5 135 160 141,25 146,5 135,5 142,4 165,5 207,5 149,25 114,9 136,5 131,25 119,9 140 117 111,75 6,75 10,13 5,5 44,5 15,13 16,75 118,25 103,25 105,5 105,5 196 39 155,75 134,5 158,5 140 145 134,75 141,13 163,75 206,5 146 113 133,5 129 118,25 140,4 116 110,75 8,85 10 5,5 44,65 15,65 46,5 16,9 119,75 126,75 105 107 107 197,4 39 156 135,25 160,5 141,25 147 135 140,5 165,5 208 149 114 134,75 131 120 174,4 139,25 116,75 112,25 6,55 10,13 5,5 44 15,65 46,25 16,9 118,5 127 103,75 105,5 105,5 196,9 38,9 155,75 135 158 139 145 134,25 140,25 164,25 206,5 145,5 112,9 134 128,5 118,75 174,75 139 116,5 110,5 Marisfelder Bergbau....... ßy2 Kokswerke.................. ß Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke...... 8 y2 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7*4 F. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ................ ß Rütgerswerke ............... ß Melallgesellschaft............. 6 HWipp Hol» mann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt.........ß Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg.......... 5 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............. Deutsche Linoleum............ Orenstein L Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... y Accumulatoren-Fabrik....... 12 Eontt-Gummt.............. 11 Gritzner....................01 Matnkraftwerke Höchst a,M^... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 143,75 149,25 110,75 29,5 129,75 128,75 184,5 171,5 273 116 135 140,5 132,5 150 54,25 86 153,5 118 133,5 175 53,65 412 186,25 37,75 96,5 222 147,75 110,65 28,9 127,65 127 183 169,75 271 115,5 134,75 140,5 130,5 149,5 57,5 86,25 154 118,75 132 174,75 54,75 411 215 186 38 I 2231 145 134,25 232,5 149,75 111,4 29,25 129,25 128,75 184,5 171,75 116 134,5 140 = 111,75 53,75 86,5 155 118,25 119 132,4 175,5 89,9 53,9 412 218 187,5 37,5 222 I 144,5 134 232,25 148 110,5 29,13 127,75 127,25 183 170,13 116 134,65 140,5 130,4 111 57,5 87,4 153 118 118,75 131,9 174,65 89,5 55 410 215,5 187,25 37,75 223 Buenos Awe Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... HelstngforS.. Parts ..... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Prag....... Budapest .. Reuyock ... __B Amerikanische Belgische Note Dänische Note Englische Note Französische N Holländische N Italienische Nr Norwegische N Deutsch Oester Rumänische N Schwedische N Schweizer Not Spanische Not Ungarische Not 0,678 41,93 0,143 3,047 55,65 46,80 12,465 5,495 16,425 168,71 19,53 0,727 5,654 62,65 48,95 11,325 64,27 81,14 33,92 10,285 2,481 erlin, 23. Zul Noten....... n........... n .......... n .......... oten........ uten........ len......... oten ....... reich, ä 100 C sten ........ oten........ en.......... n.......... •••»••••• 0,682 42,01 0,145 3,055 55,77 46,96 12,495 5,505 16,465 169,05 19,57 0,729 5,666 62,77 49,05 11,345 64,39 81,30 33,98 10,305 2,484 BanFno Schilling len. 0,678 41,94 0,143 3,047 55,70 46,80 12,475 5,495 16,425 168,81 19,53 0,727 5,654 62,70 48,95 11,335 64,32 81,18 33,92 10,285 2,481 Geld 2,436 41,80 55,50 12,44 16,375 168,39 62,48 64,10 81,00 33,58 — 0,682 42,02 0,145 3,053 55,82 46,90 12,505 5,505 16,465 169,15 19,57 0,729 5,666 62,82 49,05 11,355 64,44 81,34 33,98 10,305 2,488 Brief 2,456 41,96 55,72 12,48 16,435 169,07 62,74 64,36 81,32 33,72 5rettag,24.M 1936 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) Ur. 171 Dritter Blatt Die 6.15 „ im Kampf gegen den Borkenkäfer. ÄÄÄJWäSÄ-.XL„»»»• Nachdruck verboten! 33 Fortsetzung. jüngste von 0.02 „ 7.43 „ das Letzte meine Mut- 20.26 Uhr 20.41 „ 20.59 „ 21.20 „ 22.00 „ 22.38 „ 23.34 „ 6.50 „ 18.43 „ 5.46 „ . 20.46 Uhr . 21.01 „ . 21.19 „ . 21.40 „ . 22.20 „ . 22.58 „ Offenbach Hanau Gelnhausen Schlüchtern Fulda Bebra Berlin (Friedrichstraße) an . Rückfahrt erfolgt am 26. Juli Berlin (Friedrichstraße) ab . Ankunft am 27. Juli in Frankfurt a. M. . - Ankunft am 27. Juli in Frankfurt a. M. . . Bebra Berlin (Friedrichstraße) an. Die Rückfahrt erfolgt am 26. Juli Berlin (Friedrichstraße) ab. 19.49 „ Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr: 6 Aus der provinzialhauptftadt „Hundstage." Fahrplan für die Gonderzüge zur Ausstellung „Deutschland" am 24. Luli 1936 dich solange beanspruchen. Morgen sehen wir dann weiter. — Ja, Mutter?" drängte er, als sie nichts erwiderte. „Ja, mein Hylmar.--Du mußt nicht mehr nachgrübeln über das, was nun einmal nicht mehr zu ändern ist", sagte sie zu Wolfgang, der jetzt am Fenster stand und hinausblickte. „Irgendwie schenkt das Leben immer wieder einen Ausgleich. Ich habe eine freudlose Jugend gehabt, eine zerschlagene Mädchenliebe, eine — etwas aus dem Rahmen gefallene Che.--Aber ich habe euch! Welche Mutter hat zwei solche Söhne, wie ich sie besitze?" Der Lois hätte Augen gemacht, wenn er jetzt aus seinen Zimmer getreten wäre, denn Wolfgang trug seine Mutter die Treppe hinauf und stellte sie erst vor ihrer Schlafzimmertür fürsorglich zu Boden. Hylmar kniete gleich darauf auf den Brettern und streifte ihr die Schuhe ab. Wolfgang zog die Vorhänge übereinander, schlug die Steppdecke zurück und schaltete die Nachtlampe ein. Dann überzeugte er sich, ob noch Glut im Ofen war und legte zwei große Buchenklötze nach. „Du fürchtest dich doch nicht, Mama?" „Wovor?" fragte sie lächelnd. „Ab und zu gehen Lawinen zu Tal. Das donnert dann, als käme die ganze Zugspitze herunter." „Ich höre es sicher nicht", beruhigte sie ihn. „Und wenn, mein Bub, weiß ich ja jetzt Bescheid. — Nun wollen wir aber schlafen gehen." Es war, als vernähme man des toten Amselmann erlöstes Aufatmen. Verfluchtes Gold! Boman von J. Schneider-Ioerstl. Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. wieder herunter und sagte schmunzelnd: „Grad wachln tut's! Wann's erlaubt is, möcht i „Gute Nacht" sagen." „Gute Nacht!" dankte Hertha und nickte ihm freundlich zu. Auch Hylmar und Wolfgang wünschten ihm angenehme Ruhe. Nun saßen Mutter und Söhne allein. „Steht es schlimm um Terry?" fragte Frau Hertha ihren Aeltesten, der die Hände auf dem Tisch gefaltet hielt. , „Ich habe immer so sehr gewünscht, er mochte den Mut aufbringen, sich freiwillig zu stellen." „ „Ich habe ihm auch dazu geraten, Wolfgang. „Wirklich, Mutter?" „Ja!" . t f Diesem Geständnis folgte em minutenlanges Schweigen. In Hylmars Augen stand Angst. Da war noch etwas, wovon sie nichts wußten, auch Wolfgang nicht. Er würde nicht fragen. Er nicht! Seit der Bruder damals Aufklärung über die Vergangenheit erzwungen hatte, überkam ihn zuweilen ein Grauen, nach Dingen zu forschen, von denen man besser nicht unterrichtet war. Er fand es unerklärlich, daß es Menschen gab, die zu Zigeunern und Wahrsagern liefen und die Sterne zu Hilfe nahmen, um zu erfahren, was ihnen das Geschick gnädig verborgen hielt. „Woran denkst du, mein Junge?" fragte Hertha und strich versonnen über seine Hand. „Daß ich nichts wissen will, als daß du wieder „Aber bittschön", sagte der Zollbeamte zu der jungen Dame, die eben in sein Büro getreten war, und auf die Frage nach ihrem Grenzschein nur ein hilfloses Achselzucken hatte. „Etwas werdn S doch habn. Einen Paß oder einen Uebertrittschein oder sonst was, wo ihre Personalien draufftehn. Mit nix kann man doch net über die Grenz gehn. Das witzn S' doch. Ein jedes kleine Kind weiß das! Das Achselzucken wiederholte sich. „Ich habe gar nichts Verzollbares in meinem Koffer, auch keinen qrößeren Geldbetrag, nur ein paar Kleider und ein bißchen Wäsche. Sie können alles durchsuchen. „Is ja recht, Freilein. Das glaub ich Ihnen eh. Deswegn kann ich Ihnen aber doch net nuber- lassn. Das müssn S' doch einsehn, daß das net geht. Was wolln S' denn überhaupt bei uns herubn? Arbeit!" "Da habn Sie's aber schlecht erratn!" lachte eme Stimme aus dem Hintergrund, wo ein zweiter Beamter saß. „Wir habn selber kerne. — Da gehn S' nur gleich wieder zurück. Bloß eine gute Lust habn wir — und eingschneit sind wir bis an die Grat 'nauf. Das alles habn's im Bayerischn auch. „Ich habe kein Geld mehr? Ich bin von Mittenwald hierhergegangen." . , „Ein schöner Weg! meinte der junge Beamte der ihr den Paß abverlangt hatte. „Wlssn S, für die eine Nacht wüßt ich einen Ausweg.-- Bleibn S' bei mir." Seüi^Lachen trieb ihr eine tiefe Röte ins Gesicht. „Evst ausredn lassn, Freilein! Alleweil ausredn Am heutigen 24. Juli, mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen des Löwen, beginnen die Hundstage, die bis zum 23. August dauern, die Zeit des Hochsommers und der großen Ferien, der Hitze und ! der Ernte — für uns dieses Jahr vor allem aber auch der Olympischen Spiele. Sehnsüchtig und zugleich bangend blicken wir zum Himmel empor und hoffen, daß die Hundstage sich uns in strahlender Laune' zeigen mögen, um das Ihrige dazu beizu- traqen, das Olympische Fest mit Glanz zu verschönern und nicht es durch trübe Regenwolken zu verdüstern. L Warum aber „Hunds"tage? Nun, die Hundstage heißen nach einem wirklichen Hunde, nach keinem zwar, der auf Erden herumläuft und bellt, sondern nach einem, der als glänzendes Licht am Himmel wandelt. Den Sirius, den hellsten aller Fixsterne, nannten schon die Römer Canis, „Hund" ober auch Canicula, „Hündchen", ebenso das ganze um ihn gruppierte Sternbild, das in den jetzigen Sternkarten den Namen Canis major „Großer Hund" trägt, zum Unterschiede von dem benachbarten Sternbilde Canis minor, dem „Kleinen Hund". Im Mittelhochdeutschen erscheint der Sirius einfach als der hunt, der Tag, an dem dieses Sternbild sich erhebt, als der huntstac, ursprünglich nur in der Einzahl gebraucht. Die Römer widmeten diesem Tag, dem dies canicularis, ein großes Fest. Den Hauptnamen des Hundssternes, Sirius, hatten die Römer von den Griechen übernommen, bei denen er Seirios lautete. Doch auch die Griechen gebrauchten daneben schon die Bezeichnung Kyon, „Hund", für dieses Gestirn. Das ungriechische Sei- rios war von ihnen aus dem Arabischen entlehnt worden. Bei den Arabern nämlich hieß der Hundsstern el-Schira, das so viel bedeutet wie „der Strahlende"; el-Schirajan, „die (beiden) Strahlenden" nannten sie die beiden Hauptsterne des Großen und Kleinen Hundes, Sirius und Prokyon. Die Griechen besaßen außer Seirios und Kyon noch einen dritten Namen für das Gestirn, Sothis. Dieser stammte aus Aegypten, dem Ursprungsland der Hundstagseinrichtung und des Hundstagskultes. Den Äegyptern galt neben der Sonne und dem Mond der Sirius oder Sothis als das wichtigste Gestirn, das sogar gleich jenen zwei großen R^ nalen als eine Hauptgottheit verehrt und alljährlich mit außerordentlichen Festen gefeiert wurde. Die Tempelpriester und Astronomen hatten schon m uralter Zeit herausgefunden, daß der in ihren dunklen Nächten besonders hell strahlende Stern alljährlich im Sommer nach seiner Unsichtbarkeit hinter der Sonne gerade zu der Zeit frühmorgens wieder im Osten vor der Sonne auftaucht, wenn der das Land befruchtende Nilstrom zu schwellen beginnt Von der ^Überflutung hing aber das ganze Wohl und Wehe, die Fruchtbarkeit Aegyptens ab. Für die Hauptstadt Memphis fand dieser Frühaufgang, der sog. heliakische Aufgang (von griechisch Helios, „Sonne"), am 19. Juli statt. Seiner hohen Bedeutung entsprechend machte man diesen Tag zum Jahresanfang. Da aber nur die Priester und Astronomen nach dem festen astronomischen Jahr mm 3651/4 Tagen rechneten, das Volk jedoch hartnackig die Jahre mit 365 Tygen ohne Schaltung zahlte, wanderte der erste Tag wie alle übrigen Tage wollen. Ob es nun im Vogelsberg und an seinen Abhängen Soden-Salmünster, Schloß Gettenbach, Büdingen, Lauterbach oder Ortenberg war, oder ob wir die Urlauber in Herborn, Biedenkopf oder Westerburg auf dem schönen Westerwald antrafen, überall herrschte frohes Leben, überall waren die Urlauber über die schöne Lage „ihres Urlaubortes" entzückt. Auch an der Bergstraße zu Auerbach sind unsere Urlauber untergebracht. Wir besuchten dieser Tage Biedenkopf, das nun seine ersten 20 Urlauber bekommen hat. Sind es zum ersten Male noch verhältnismäßig wenig, die dort hinauf in das „Hinterland" fahren, so werden die, die von dort zurückkommen, erzählen von den schönen Tagen und Stunden, die sie verlebt haben inmitten der Wälder und Bergkuppen dieser Gegend. Man sah es ihnen an, daß sie so recht auflebten in dieser ruhigen Umgebung, die abseits liegt von dem tosenden Verkehr großer Landstraßen, und die doch so schnell erreichbar ist. Und so fahren jeden Samstagnachmittag in Frankfurt wieder die Omnibusse weg, nehmen neue Erholungsbedürftige mit und bringen wieder frohe und frische Menschen, die einige Tage voller Sonne und Ruhe hinter sich haben, zu neuer Arbeit zurück. „Urlaub im eigenen Gau", das ist ein neues Wort, das bald immer mehr Freunde für die Sache setzt und sind mit der Aufarbeitung von Holz beschäftigt, das einerseits durch den Käfer befallen, anderseits durch Sturm und Schneebruch im Frühjahr dieses Jahres gefallen ist und unter Umständen auch dem Borkenkäfer anheimfällt, wenn es ihm nicht entzogen wird. Jeden Morgen zu früher Stunde fahren die Gießener Arbeitsmänner nach Butzbach, werden im Lastkraftwagen nach Hochweisel gebracht und steigen bann eine halbe Stunde den Berg hinauf. Um die Mittagsstunden kehren sie wieder in das Lager zurück. Die Arbeit, die hier der Arbeitsdienst leistet, ist werterhaltende Arbeit, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Urlaubsreifen im eigenen Gau. der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ge* roinnen wird. Prof. Dr. Sessous 60 Jahre alt. Morgen begeht der ordentliche Professor und Di- rektor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung an unserer Universität Dr. phil. George Sessous feinen 60. Geburtstag. Geboren in Berlin („Irgendwo muß der Mensch doch her sein!" pflegt Professor Sessous gelegentlich selbst zu sagen!) genoß er seine wissenschaftliche Ausbildung an den Universitäten Jena und Bonn, arbeitete bann als Assistent in Jena, woselbst er auch bei Geheimrat Edler promovierte. Nach mehrjähriger Tätigkeit bei der Generalkommission in Ostpreußen wechselte er in der Folgezeit in die ihn auch heute noch beschäftigenden speziellen Arbeitsgebiete des Pflanzenbaues und der Pflanzenzüchtung hinüber. Zunächst war er als Saatzuchtleiter in Quedlinburg tätig. 1912 wurde er als landwirtschaftlicher Sachverständiger an das Kaiserliche Gouvernement unserer Kolonie Samoa berufen, wo er bei Ausbruch des Krieges zeitweilig den damaligen Gouverneur Dr. Schultze-Ewerth in schwieriger Zeit zu vertreten hatte. Ueber die schicksalsschweren Tage bis zur Gefangennahme der Deutschen, die nach Neuseeland verbracht wurden, hat Professor Sessous in vielen Lichtbildervorträgen in unserer Stadt und in der Umgebung berichtet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er die Leitung der Saatzucht der Firma Strube (Schlanstedt) und folgte fpäter einem ehrenvollen Rus als landwirtschaftlicher Sachverständiger nach dem türkischen Thrazien. Noch in den Anfängen feiner dortigen Tätigkeit, im Jahre 1926, erreichte ihn der Ruf als ordentlicher Professor für Acker- und Pflanzenbau an unserer hessischen Landesuniversität, der er bis heute die Treue hielt. NSG. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, führt feit einiger Zeit Urlaubsreifen im eigenen Gau durch. Die fchövsten Orte des Westerwaloes, Vogelsberges und der Bergstraße, die abseits von dem großen Verkehr liegen, werden von uns mit Urlaubern belegt, mit Menschen, die acht Tage der Erholung bedürfen und in Ruhe ihren Urlaub verbringen große Siriusjahr, die Sothis- ober Hundsstern- I periode, deren Beginn besonders glänzend gefeiert wurde. Solche langen Perioden begannen im Jahre 140 n. Ehr., 1321 und 2781 v. Ehr.; noch früher wird man ihren Anfang kaum gekannt haben. Sirius war bei den Äegyptern der Univerfal- göttin Isis geheiligt und mit ihr eins. Unter den zahlreichen Beinamen, deren sich Isis erfreute, war Sati, Satit ober Satis, das heißt die „Schwellen- machende" (nämlich den Nil) von besonderer tigfeit. Ihm entlehnten die Griechen daher auch ihre Bezeichnung des Sternes mit Sothis. In den Hieroglyphen-Jnfchriften trägt Sirus unzählige Male den Namen Sopbet- oder Sopet, das heitzt „Dreieck"; mit einem roten Dreieck wurde das Gestirn vorwiegend dargestellt. Jsis-Sopet bildete also einen Begriff. Der berühmteste Tempel der Göttin befand sich in Sais, wo ihre kolossale Figur ganz verschleiert, inmitten einer großen Rotunde stand. Der Schleier war gleich der Figur von Stern und weit ausgebreitet um sie gelegt. Als Inschrift trug das Bild die Worte: „Ich, bin, was da war, was ist, und was fein wird. Meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gehoben." Von einem „Hundsstern" aber wußten die Aegyp- ter nichts. Die Symbolisierung des Sirius mit einem Hunde müssen wir daher anderswo suchen. Und da gibt uns der Himmel selbst Aufschluß. Aus der in ihren Anfängen bis in die früheste Zeit der Geschichte zurückreichenden Sternbilder-Einteilung sehen wir, daß dem Großen Hund mit Sirius und bem Kleinen Hunde mit Prokyon das imposante Sternbild des Orion westlich unmittelbar voran- fchreitet. Orion aber war identisch mit dem biblischen Nimrod, der „ein großer Jäger vor dem Herrn" war, und ihm folgten die beiden Hunde auf seinen Jagdstreiszügen. Lornotizen. lagesfalenber für Freitag. Ortsgruppe Gießen-Süd: Schulungsabend 20.30 Uhr im Tannhäuser für die politischen Leiter. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Boxkampf Schmelmg — Louis". Gießener Arbeitsdienst da bist, Mutter!" , m Sie zog das Kissen etwas höher nach dem Nacken hinauf und blickte zu Wolfgang hinüber. Ihre Augen ruhten voll in den feinen, als fte sprach: „Terry und ich haben uns einmal fehr geliebt. Dann hat uns das Leben auseinandergebracht. Er war damals ein kleiner Buchhalter mit .eini)unbens fünfzig Mark im Monat und ich die jungte upn vier Professorentöchtern. Für mich hat es natürlich •' ■ J größeren Aussteuer. Hylmar. laffn! Alsdann: meine Mizzl — was meine Frau ist — fürcht sich immer z' Haus allein, wann ich Nachtdienst hat/. Da können S' bis morgen früh um achte mein Bett habn." „Bitte!" . r Beide Männer horchten auf, so von tiefster Qual erlöst hatte es geklungen. Der Beamte, der das Anerbieten gestellt hatte, drehte die Kurbel des Telephons und sagte, als seine Frau sich meldete: „Servus Mizzerl! Ich schick dir einen Bsuch! Ein Freilein, was net über die Grenze kann, weil's keinen Paß hat und kein Geld mehr zur Zurückreisn. Magst ihr mein Bett gehn, ja?" Was auf der anderen Seite des Drahtes gesprochen wurde, konnte man zwar nicht hören, aber das Lachen des jungen Ehemannes verriet gleich, daß die Antwort nicht ungünstig ausgefallen war. „Also, Freilein, ich bring Ihnen jetzt bis an die Haustür. Die Mizzl macht Ihnen einen Tee,^ bann schlafen S', und morgen schauen wir weiter." „Wiedersehen, Stephan", wandte er sich an den Kollegen. „In fünf Minuten bin ich wieder da." Die Mizzl war eine entzückende Oesterreichenn, jung, hübsch, mit Augen wie ein Reh. Sie leuchtete von der Treppe herab mit einem Kerzenstümpchen, weil das Stiegenhaus keinen elektrischen Anschluß hatte. „Servus, Mizzerl!" rief es von unten herauf. „Heut brauchst dich gewiß net fürchtn." Die Haustür klappte zu, als sich die beiden Frauen gegenüberstanden. Eine Sekunde gegenseitigen Bestaunens, dann ein Aufschrei aus beider Mund zugleich. .. . „Mizzi!"--„Unser Fraulem' Ein beiderseitiges erschrecktes Horchen nach der Treppe hinunter. Nichts war mehr zu vernehmen, als ein Schritt, der sich rasch entfernte „Bittschon! flüsterte die junge Frau und schritt den schmalen Gang voran, öffnete ein Zimmer, aus dem heller Lichtsckein kam und stand dann leicht verlegen vor Maria Terry. „Ich hatf keine Ahnung/ . „Daß ich kommen würde", ergänzte Mana und schauerte nun in der Wärme des kleinen Raumes nachträglich zusammen. „Haben Sie Pech gehabt mit dem Wagen? Maria schüttelte den Kopf. „Wir haben keinen Wagen mehr, Mizzi. Wir haben auch die große Villa nicht mehr.--Es ist alles — sie machte eine bezeichnende Bewegung. „Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen." „Ich denk schon. Wollen Sie net ablegen? Wie lange war das her, daß die hübsche, sesche Mizzi in der Villa Terry den Gasten die Be- suchskarte abgenommen und sie ihrer jungen Herrin überbracht hatte? Dann gab es eines Tages einen fürchterlichen Krach mit Geschimpf und Tranen und einen bitterwehen Abschied Die bama igc Hausdame war unerträglich gewesen „Ich bleib net!", hatte die Mizzi geschrien. — „Dann। machen Sie, daß Sie weiterkommen! war die Entgegnung gewesen, und obwohl Maria auf beiden Setten zu vermitteln suchte, der Bruch ließ sich nicht mehr reparieren. , , (Fortsetzung folgt!) 2. Sonderzug. Abfahrt in: Frankfurt a. M Offenbach Hanau Gelnhausen Schlüchtern Fulda „Ich glaube, dir ist noch zum Lachen", sagte Hylmar ärgerlich, als er das stille Schmunzeln merkte, das dem Lois das ganze Gesicht auseinan- ^,Jch' hab' mir grab was denkt", verteidigte sich Hornester. „Wann f keiner mehr will, d Frettn Maria, mußt leicht i selber heiratn. . Dieser Einfall brachte auch Hylmar wieder in Laune, und als sie nun zu Zweien das dampfende Mahl nach dem Bauernzimmer hmubertrugen, hatte auch Wolfgang fröhliche Augen. Daß der Lois den Steffen gesehen hatte, war immerhin etwas Er- freulidjes0 Wenn es sich wirklich um ehrliche Aebe handelte, konnte er Maria nicht mit einem Achsel, zucken abschütteln, es wäre denn, daß es ihm Haupt- sächlich um ihr Geld zu tun gewesen sei. — Dann allerdings! In diesem Fall war es dann auch nicht schade um ihn. ‘ f . „Wie sieht denn dieser Steffen aus? fragte Hertha Amselmann, die herzhaft zum zweiten Mal von dem etwas versalzenen Kraut nahm. „Ein ganz sauberes Mannsbild" meinte der Lois, der eingeladen war, nut am Tische zu sitzen. „Eine Positur, wie der Herr Hylmar. Bloh, a biijferl mehr Schwartn hat er schon um die Schultern. „Schwarten?" sagte Hertha. „gett", erklärte der Lois. „Und Augen. — So, wissn S' — i kann net sagn rote — aber gute Augen sind's schon." Hertha Mm elmann lächelte. Gestern war sie nach in Brüssel im Hotel St. Dem- gewesen und hatte Austern aon bestockten Kellnern ser° ert b° kommen. Und heute saß sie im Wochenendhaus ihrer Söhne und wurde von Lois Hornester nut Rauchfleisch und Sauerkraut bedient. Sie. lehntesich an die braune Wandtäfelung und f gegen das Kissen, das Wolfgang ihr fürsorglich untergeschoben hatte. Die Schwarzwälderuhr tickte leife, utü) aus bem Ofen kam bas trauliche Knistern und Krachen der Buchenscheite, von denen der Lois immer wieder nachlezte. Merkwürdig, daß man ** ”l.el *aflen konnte, ohne überhaupt ein Wort zu sprechew Rier in Grainau stand die Zelt still, scywiegen die Gedanken, die Wünsche, die Angst, kam alles zur Rübe was noch gestern Unrast bedeutet hatte. Durch die Scheiben glitzerte da- Weih draußen zu dem sich seit einer Stunde Flocke um Skocke K°I°llt°. Ab und zu hörte man ein Kratzen unbh.^°rr en, das von den beiden Dackeln stammte, die es s^ auf einer Strohmatte im Flur bequem gemacht b<1Um' Aebn Uhr ging der Lois. Man hörte ihn ob^rLen' Er" wußte sich überzeugen ° es 1. Sonderzug. Abfahrt in: Frankfurt a. M Die hohe Wertschätzung, bie er in wissenschaftlichen Kreisen genießt, beweist u. a. feine Ernennung zum Obmann ber Reichsarbeitsgemeinschaft „Pflanzenbau", der deutschen Landbauwissenschaf- ten und feine Berufung in den Deutschen Forschungsrat, bem wissenschaftlichen Generalstab unseres Reichsbauernführers, lieber feine wissenschaftliche Tätigkeit hinaus erfreut sich Prof. Sessous nicht nur bei seinen engeren Mitarbeitern, Kollegen unb seinen Schülern größter Beliebtheit, sonbern er ist auch in weiten Kreisen unserer Bevölkerung eine geschätzte Persönlichkeit. Seine frische, witzige Art, sein liebenswürbiges Wesen verschafften ihm viele Freunbe. Den Lesern unserer Zeitung ist Prof. Sessous kein Unbekannter. Mancher wertvolle Artikel wurde aus seiner Feder in ber Beilage ber „Scholle" veröffentlicht unb damit so mancher Ratschlag für die praktische Arbeit in Garten unb Feld gegeben. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre im Dienste unserer beutschen Lanbbau- wissenschaft unb unseres Bauernstandes tätig zu sein. 2700 porzeilanglocken der Telephonleitungen zerstört. Eine Warnung an die Jugend. Die mutwillige Zerstörung von Porzellandoppel- glocken der Reichs-Telegraphen- und Fernsprech- anlagen hat in letzter Zeit sehr überhand genommen. Auf dem Lande besonders sind diese Anlagen nicht mehr gereicht zu einer „Schweig, Mutter!" flehte „Warum sollt ihr nicht auch noch wissen?" sagte sie ohne Erregung. „Als ter starb, war ich völlig mittellos. Von den Schwe- < ftern und Schwägern wollte mich niemand haben, Terry stieß außerdem bei seinen Verwandten auf großen Widerstand. Sie hatten ihn sAbieren lassen unb wünschten, baß er eine bessere Partie mache, bie auch ihnen Vorteile brachte. Ich war dama s ganz zermürbt vor Leib. Terrys elnhunbertfunfzig Mark reichten kaum zum Leben Er sah sich vor bie Wahl gestellt, entroeber für unbestimmte Zett ein schlecht bezahlter Schreiber zu bleiben, ober bie Tochter seines Chefs zu heiraten. „Er hat natürlich die Tochter des Chefs gehe- ratet", fiel Wolfgang bitter etn.„ „$at dich für Geld und Karriere preisgegeben. „Es war nicht ganz so", entgegnete sie nachdenklich. „Ich habe ihm selber den Weg rei gemacht, indem ich mich mit deinem Vater verlobte. Arme Mutter!" Es war Hylmar, der gesprochen hatte, denn Wolfgang lehnte stumm gegen die Wandtäfelung und hielt bie Augen gesenkt „Wal- len wir nicht zu Bett gehen? — Du wirst müde fein Woma Wir stnb sehr rücksichtslos, baß mir „Max Schmelings Sieg - ein deutscher Sieg." Gloria-Palast: Boxkampf Schmeling-Louis im Mm. Unzählige haben in der Nacht zum 20. Juni am Rundfunk gesessen und aus Neuyork den Hörbericht über den sensationellen Kampf zwischen dem deut- chen Exweltmeister Max Schmeling und dem gefürchteten jungen amerikanischen Neger Joe L o u i s miterlebt. Die klare und einwandfreie Entscheidung, die Schmeling zum zweiten Male den Weg zum Weltmeisterschaftskampf (mit Braddock) frei machte, hat die Welt in Erstaunen versetzt und in Deutschland einen Sturm der Begeisterung entfesselt: mit vollem Recht ist der Sieg, der das im Svort so eltene und immer bezweifelte coming back eines großen Sportsmannes verwirklichte, als ein deut- cher Sieg begrüßt und gefeiert worden. Der technisch ausgezeichnete Film, der während des Kampes ausgenommen wurde und den Kampf durch die zwölf Runden hindurch mit wünschenswerter Deutlichkeit in allen Einzelheiten festhält, läuft nun durch ganz Deutschland und gibt abermals ungezählten (nicht nur sportlich interessierten) Volksgenossen Gelegenheit, diese höchst denkwürdige Begegnung noch einmal oder überhaupt zum ersten Male und sozu- agen aus allernächster Nähe mitzuerleben. Der Film (Syndicat), der gestern in Gießen an- lief und auch bei uns ein außergewöhnlich zahlreiches Publikum angelockt hatte, beginnt mit Aufnahmen aus den Trainingslagern der beiden Gegner und gibt Gelegenheit, beide schon während ihrer Vorbereitungen zu der entscheidenden Auseinander- etzung zu beobachten und sie in ihrem sehr unter» chiedlichen Tmperament, ihrem Kampfstil und ihrer portlichen Gesamterscheinung zu beobachten und miteinander zu vergleichen.' Der Rundfunksprecher Arno Hellrnis, der seinerzeit den Kampfverlauf übertrug, gibt dazu eine knappe und klare Würdigung des großen Treffens. Er kennzeichnet Schmelings Sieg mit gutem Grunde als einen deutschen Sieg, als einen Sieg der weißen Rasse, als einen Sieg der Willenskraft und des unerschütterlichen Selbstvertrauens. Für Schmeling stand ja bei der Begegnung ungleich mehr auf dem Spiel als für Louis. Er hatte eigentlich alles gegen sich: die Sportpresse, die Stimmung und Meinung fast der gesamten Öffentlichkeit. Außer ihm selber glaubten nur wenige an seinen Sieg. Der Neger, eine boxerische Naturbegabung, war ein wahrhaft unheimlicher Gegner, der, um viele Jahre jünger als der Deutsche, in seinem „Rekord" eine ununterbrochene Reihe von k. o.-Siegen (meist in den ersten Runden) über die bekanntesten Gegner aufzuweisen hat. Dies alles ist zu berücksichtigen, wenn man den Bildbericht auf sich wirken läßt, der den eigentlichen Höhepunkt des Films ausmacht; erst von hier aus wird man den Kampfverlauf im einzelnen und Schmelings Sieg in feiner vollen Bedeutung würdigen. Man sieht die üblichen Vorbereitungen im Ring, — dann beginnt der „Kampf des 20. Jahrhunderts" mit der ersten Runde. Noch geschieht nicht viel, beide Gegner sind ungemein vorsichtig und tasten sich ab; in der zweiten und dritten aoer sieht es genau so aus, als ob die öffentliche Meinung recht behalten sollte: es steht nicht gut für Schmeling, Louis greift dauernd an, Max muh erheblich einstecken, und man glaubt dem Ansager aufs Wort, daß zu Beginn kaum hundert Leute in der Riesenarena ernstlich auf ein für den Deutschen glückliches Ende gehofft haben. Aber dann kommt die denkwürdige vierte Runde und die sensationelle Wendung: Schmeling geht plötzlich aus sich heraus und bringt den „braunen Bomber" unter dem Toben von hunderttausend Menschen zum ersten Male auf die Bretter. Die Zeitlupenaufnahmen dieser und der folgenden Runde halten die entscheidenden Momente noch einmal in allen Einzelheiten fest. ~ . Nun wird das Bild von Runde zu Runde dramatischer, spannender und aufregender; der Film läßt sehr klar erkennen, was für ein (vor allem durch seine Reichweite, seine Härte im Nehmen und durch mehrere üble Tiefschläge) gefährlicher Gegner Louis ist und eigentlich bis zur entscheidenden 12. Runde bleibt. Man erlebt die außerordentliche Schwere des Kampfes, aber was das Wichtigste ist: man erlebt von Runde zu Runde deutlicher, wie verdient, wie überzeugend und unbezweifelbar Schmelings Sieg ist. Hier hat wirklich der bessere Mann gewonnen. Schmeling bleibt bis zuletzt der überlegene Boxer; seine Kälte, seine Erfahrung, seine Technik und sein taktischer Ueberblick haben den Kampf entschieden. Seine Hutung (obwohl er gleich zu Anfang durch die Schließung eines Auges schwer beeinträchtigt wird) bleibt völlig einwandfrei; er schlägt stets korrekt und reklamiert nicht einen einzigen Tiefschlag, während Louis mehrfach sehr unrein boxt und häufig klammert. Schmelings Ueberlegenheit wird nach her gefährlichen siebten Runde immer deutlicher; man sieht, wie er das Tempo angibt und dem Neger seinen Kampfstil aufzwingt; man sieht auch, wie Louis, der sich mit dem Mut und der Kraft der Verzweiflung wehrt, in den letzten Runden immer unsicherer wird und taumelnd in seine Ecke geht — während Schmeling bis zuletzt einen erstaunlich frischen Eindruck macht. In der zwölften Runde kommt das sensationelle Ende, Louis muß, von Schmelings Treffern völlig zerschlagen, zum zweiten Male zu Boden und 'wird ausgezählt. — In den tobenden Jubel um den Ring mischte sich das Beifallklatschen der begeisterten Filmbesucher.* Im Beiprogramm sieht man einen wirklich hübschen (auch aktuellen) Kulturfilm „Kleine Weltreise durch Berlin" mit bemerkenswert guten Aufnahmen und die interessante, hier übrigens schon einmal gezeigte Serie alter Wochenberichte unter dem Titel „Die Jahre vergehen." häufig das Ziel für Steinwürfe der Schuljugend auf dem Wege zur Schule, zu den Spiel- und Sportplätzen. Nach den Feststellungen der leie» araphenbau-Dienststellen sind allein im Bereich des Telegraphenbauamtes Darmstadt im laufenden Rechnungsjahr rund 2700 Doppelglocken durch Steinwürfe zertrümmert worden. Durch diese Beschädigungen wird nicht nur die Reichspostkasse empfindlich geschädigt, sondern auch der öffentliche Verkehr gefährdet oder g e ft ö r t. Besonders hervorzuheben ist, daß durch diesen Unfug der eingerichtete Unfallmeldedienst (Herbeiholung von Hilfe bei Feuersbrünsten, Unglücksfällen und dergleichen) und dadurch die öffentliche Sicherheit erheblich beeinträchtigt werden. Die Schulleiter in Stadt und Land werden daher in einem Rundschreiben beauftragt, die Jugend auf die ernsten Folgen der mutwilligen Beschädigungen hinzuweisen. Außerdem sind für derartige Vergehen gegen die öffentliche Sicherheit auch empfindliche Strafen zu erwarten. Die öeutfdiß Arbeitsfront ■ w ? U.S.=Gemeinf(haft „Graft durch frcuöc Sommerfest in Kloster Arnsburg. Am Sonntag, 26. Juli, finbet wieder, wie alljährlich, im Kloster Arnsburg das große Sommer- fest mit viel Kinderbelustigungen, Kasperletheater usw. statt. Nachmittags und Abends ist für Musik, Unterhaltung und Tanz gesorgt. Omnibusfahrt nach dem Mrburgring. Die gemeldeten Teilnehmer, die bis Freitag 12 Uhr die Fahrt nicht bezahlt haben, verlieren den Anspruch auf die Fahrkarten. Wir sind gezwungen, die Fahrkarten dann an weitere Interessenten abzugeben. Die Abfahrt erfolgt am Sonntag früh 4 Uhr vor der Hauptpost, Bahnhofstraße. Rheinfahrt. Am Sonntag, 16. August, soll nunmehr die Rheinfahrt vom Kreis Wetterau durchgeführt werden. Die Fahrt geht, wie bereits einmal bekannt- gegeben, mit der Bahn nach Braubach, von dort mit dem Dampfer nach Rübesheim, wo ein mehrstündiger Aufenthalt vorgesehen ist. Gegen Abend erfolgt die Rückfahrt nach Braubach wieder mit dem Dampfer, von wo die Heimfahrt mit dem Sonderzug die Teilnehmer nach Gießen und Friedberg zurückbringt. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 4,30 Mark. Von Friedberg nach Gießen und zurück kostet die Zufahrt etwa 0,70 Mark. Urlaubsfahrt 46/36 Harz vom 1. bis 8. August. Diesen Zug muhten wir diesmal wegen zu geringer Beteiligung leider ausfallen lassen. Die gemeldeten Teilnehmer können sich sofort für die zur selben Zeit angesetzte Urlaubsfahrt nach dem Bayerischen Wald — Zwiesel — ummelden. Ein hanebüchener Streich. Eine zweimalige Fahrrad- und eine einmalige Lastauto-Entführung innerhalb von fünf Stunden leistete sich in der Nacht zum Donnerstag ein 26 Jahre alter Mann aus Watzenborn-Steinberg, der aushilfsweise in einem hiesigen Geschäft mit Lastautobetrieb tätig war. Don seiner Arbeitsstelle begab er sich am Mittwoch gegen 17 Uhr, nach Schluß seiner Arbeitszeit, in eine hiesige Gastwirtschaft. Gegen 20 Uhr kam ihm der Gedanke, daß er nun doch nach Watzenborn heimkehren müsse. Zum Laufen hatte er keine Neigung, und den Abendzug hatte er versäumt. Daher begab er sich zu seiner Arbeitsstätte, stieg dort über das Spalier und holte sich ein Fahrrad heraus, mit dem er losfuhr. Die Frage der Heimkehr hatte er sich mittlerweile aber anders überlegt, denn er lenkte das Stahlroß nicht in Richtung Watzenborn-Steinberg, sondern trudelte auf ihm noch einmal nach der Gastwirtschaft zurück. Nachdem hier noch etliche Schoppen „geblasen" worden waren, sollte es nun auf die Heimfahrt gehen. Jedoch hatte das Fahrrad mittlerweile die Luft aus dem Schlauch verloren, so daß an Fahren natürlich nicht zu denken war. Der gute Mann nahm also das blessierte Fahrrad beim Wickel und zog noch einmal zu seiner Arbeitsstelle zurück, wo er mitsamt dem Fahrrad wieder über den Zaun stieg. Was wollte er nun aber wieder dort? Er hatte mittlerweile einen ganz kühnen Entschluß gefaßt: er wollte mit dem Auto heimsahren! Zu diesem Zwecke holte er von dem ihm bekannten Verwahrplatze die Torschlüssel, schloß zwei Tore auf, setzte sich dann — obwohl er überhaupt kein Chauffeur ist, auch keinen Führerschein besitzt — ans Steuer des Lastwagens und kam auch mit wunderbarem Geschick aus dem Lagerplatz durch die beiden Tore heraus auf die Straße. Er fuhr durch eine Anzahl Straßen, u. a. auch durch den Aulweg, wo es ihm glücklicherweise gelang, die sehr scharfe Kurve nach dem Schifsenberger Weg zu glatt zu nehmen und ebenso in den Schifsenberger Weg einzubiegen. Nunmehr lag die „freie Strecke" vor ihm, und mit Vollgas brauste er j^tzt seinem Ziele zu. Aber seine Fahrkunst war diesem Tempo schließlich doch nicht gewachsen, denn schon bald, gegenüber dem Lagerplatz der Baufirma Abermann, rasselte er in forschem Tempo gegen einen Baum — und damit war die Fahrt aus. Das große Lastauto ging vollständig zu Bruch, der Motor zersplitterte, der Aufbau wurde zertrümmert, und der Ladekasten flog über die ganze Straßenbreite hinweg auf die andere Seite der Straße. Während das arme Auto solchermaßen vollständig „die Kränke kriegte", blieb der „kühne Fahrer" wunderbarerweise mopsfidel und — abgesehen von einigen winzigen Schrammen, die er noch nicht einmal verband — auch völlig unversehrt. Er arbeitete sich aus dem Trümmerhaufen heraus und pirschte kurzerhand wieder nach dem — Arbeitsplatz seiner Firma zurück. Hier gings erneut über das Spalier hinweg, hinein auf den Lagerplatz. Nunmehr mußte das Fahrrad des Firmeninhabers selbst den Weg in die Weite über das Spalier mit antreten. Draußen auf der Straße wurde aufgefeffen, und jetzt ginge wieder durch den Schifsenberger Weg, an dem Autotrümmerhaufen vorbei, gen Watzenborn-Steinberg. Hier kam der unverwüstliche Heimkehrer gegen 2 Uhr morgens glücklich an. Er stellte das Fahrrad ab und legte sich seelenruhig zu Bett, um von den Strapazen seiner aufregenden Nachtfahrten gehörig auszu- ruhen. Aber die Herrlichkeit der Ruhe dauerte nicht lang. Mittlerweile war nämlich der Autotrümmerhaufen im Schifsenberger Weg bemerkt und der Polizei Meldung erstattet worden. Die sofort ein» geleiteten Nachforschungen führten unmittelbar zur Klarstellung über die Herkunft des Lastautos, und dann war der Weg bis zu dem „Nachtchauffeur" auch nicht mehr weit. GegenA Uhr am Donnerstag früh wurde der Mann von der Gießener Kriminalpolizei aus dem Bette geholt, und als man ihm den Streich auf den Kopf zufagte, bemerkte er gleichmütig, wenn die Polizei es schon wisse, bann könne er es ja auch zugeben. Nach diesem Eingeständnis blieb ihm nur noch der Weg nach Gießen gemeinsam mit der Kriminalpolizei übrig, die ihn hier in Haft fetzte, damit er sich doch einmal in aller Ruhe seine Abenteuer überlegen kann. Der Schaden ist, da das Lastauto noch in sehr gutem Zustande war, natürlich groß. EchnelleBeförderungvon Speisepilzen ZdR. Im vergangenen Jahre sind der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft mehrfach darüber Klagen zugegangen, daß selbst als Expreßgut aufgelieferte frische Speisepilze verspätet die Empfangsstation erreicht haben. Da frische Speisepilze sehr schnell verderben, sind durch die verspätete Ankunft den Empfängern beziehungsweise Versendern beträchtliche Schäden entstanden. Um in diesem Jahre derartige Unzuträglichkeiten von vornherein auszuschließen, hat die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ihre Dienststellen darauf hingewiesen, daß frische Pilze wegen ihrer leichten Verderblichkeit schnell zu befördern sind und daß daher bei den Versandstationen alle Maßnahmen für eine pünktliche und reibungslose Beförderung frischer Speisepilze zu treffen sind. Die Bestimmungsbahnhöfe sind angewiesen, für rasche Auslieferung der eingehenden frischen Speisepilze Sorge zu tragen. In diesem Zusammenhang muß noch darauf hingewiesen werden, daß frische Speisepilze ebenso wie frische Beeren, frisches Obst, frisches Gemüse aller Art (auch Zwiebeln, Radieschen, Tomaten, Petersilienwurzeln und Rettiche) zur halben Expreßgutfracht befördert werden, sofern es sich um einheimische Erzeugnisse handelt. Das einzelne Frachtstück darf jedoch nicht mehr als 50 Kilogramm wiegen, die Mindestfracht beträgt 40 Reichspfennig. Eine Tradibon lebt wieder auf. Von der Reichsarbeitsdienstabteilung 5/222 „Justus von Liebig" in Gießen wird uns geschrieben: Früher war es Brauch, daß der Gießenex seine Feste im Sammer immer in den herrlichen Waldungen abhielt, die Gießen wie einen Kranz umgeben. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Vhi- losophenwald bei allen Gießenern, denn im Schatten seiner mächtigen Bäume fand man Erholung und Erguickung. Viele lenkten ihre Schritte an solchen Sommertagen immer wieder zu der Stelle, wo die Wirtschaft' „Zum Philosophenwald" die durstigen Gäste einlud, im Waldesschatten einige Zeit zu verweilen. Besonders den Kindern wird diese Stätte noch gut in Erinnerung sein, denn hier durften sie so manches schöne Kinderfest verleben. Seit aber dieses Gasthaus nicht mehr besteht, ist diese frühere Stätte der Freude eine Stätte der Arbeit aewor- den, denn feit Frühjahr 1934 ist hier die Reichs- arbeitsdienstabt"ilung 5/222 „Justus von Liebig" untergebracht. Von morgens bis abends erfüllen hier die braunen Arbeitsfoldaten ihre Pflicht. Aber nach der Arbeit muß es auch wieder Stunden der Erholung geben, und so hat die Abteilung beschlossen, ihr diesjähriges Sommerfest gerade an der Stelle abzuhalten, die früher der beliebteste Ausflugsort der Gießener Bevölkerung war. Am kommenden Sonntag wird dort ein fröhliches unb- luftiges Treiben fein. Die Vorbereitungen sind schon im vollen Gange, und man kann jetzt schon sehen, daß es „ganz groß" werden muß. Hier wird ein Tanzboden aufgeschlagen, dort der Platz für die Musik hergerichtet, wieder wo anders entstehen die Zelte für den Schießstand und die Ballwurfbude. Da jeder gerne mitarbeitet, ist für den Sonntag ein schönes und abwechselungsreiches Programm aufgestellt worden. Morgens von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr findet schon ein Frühkonzert durch den Musikzug der Reichsarbeitsbienstgruppe 222 statt. Nachmittags beginnt das Fest mit einer Kinber- belustigung. Bei Wurst- und Brezelschnappen, Sackhüpfen usw. werden sich die Kleinen vergnügen. Außerdem werden eine Anzahl großer Luftballons verteilt. Für die Erwachsenen stehen zwei Tanzflächen zur Verfügung, wo man sich nach Herzenslust austoben kann. Wer gerne schießt, kenn seine Kunst am Schießstand versuchen. Wieder andere können bei der Ballwurfbude wunderbare Preise herauswerfen. Außerdem wird die Glücksgöttin Fortuna mit einer großen Tombola erscheinen. Eine Original-Grinzinger-Weinstube lädt zum Besuche ein. Aber der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung ist das Groß-Variets, denn wenn Gregor Oiofsky mit seinen Donkosaken tanzt und singt, Leo Ludwig seinen wunderbaren Balance-Akt vorführt und Bill Teddy Beweise seiner unfehlbaren Schießkunst zeigt, werden alle restlos begeistert sein. Dann werden weiterhin „Professor Historikus" und die kleinsten Arbeitsmänner der Welt mit ihren Spatengriffen und Achtungsmärschen die Zuschauer zu wahren Lachstürmen hinreißen. Außerdem wird der frühere Weltmeister Camera gegen den Meister der Liliputaner boxen. Der musikalische Teil wird von dem Rennfahrer auf dem Klavier, dem Pianisten Ziehme und dem bekannten Akordeonvirtuosen Fritz von Omlett ausgeführt. Als Ansager ist der Humorist Klaus Jrwing vom Staatstheater Leihgestern gewonnen worden. Alles in allem kann man nur sagen, daß an alles gedacht wurde und daß wohl jeder Besucher auf seine Kosten kommen wird, besonders deshalb muß für Gießen und Umgebung am kommenden Sonntag hie Varole lauten: „Aus zum Sommerfest des Reichsarbeitsdienstes im Philosophenwald!, da fein Eintritts- bzw. Tanzgeld erhoben wird. Sie Verbraucherböckstpreise für Eier. Der Eierwirtschaftsverband Hessen-Nassau gibt bekannt: Auf Grund der von dem Vorsitzenden der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft erlassenen und am 23. Juli 1936 in Kraft tretenden Anordnungen Nr. 8/36 und 9/36, betr. Preiserhöhung, gelten nunmehr folgende Ver - braucherhöch st preise in Reichspfennigen je Stück: Ungekennzeichnete Eier: 10 Rpf., gleich welcher Größe. Deutsche Handelsklasseneier 01, voll- irisch: Größe S 14, A 13. B 12, C 11V2, D IOV2, Aussortierte (abfallende Ware) 11 Rpf. Ausländische Frischeier: Größe S 13%, A 12%, B 11%, C 10%, D 9%; für Bulgaren, Ungarn, Jugoslawen, Argentinier, Türken % Rpf. niedriger, Bulgaren Original 10% Rpf. Wenn sich beim Kleinverkauf Bruchteile von Pfennigbeträgen ergeben, so ist Aufrundung des gesamten Rechnungsbetrages (nicht des Preises für das einzelne Ei) auf volle Pfennigbeträge dann zulässig, wenn der überschießende Bruchteil mindestens % Rpf. beträgt. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Zuwiderhandlungen gegen diese gültigen Preisfestsetzungen unnachsichtlich bestraft werden. Die Landespreisüberwachungsstellen sind überdies bezüglich der Verbraucherhöchstpreise durch Verordnung vom 4. September 1935 ermächtigt worden, Ordnungsstrafen bei Zuwiderhandlungen zu verhängen. Oie preise für deutsche Frühkartoffeln. Für die Anlieferungszeit vom 24. Juli bis 30. Juli 1936 hat der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft unterm 20. Juli die Erzeugerpreise für deutsche Speisefrühkartoffeln festgesetzt. Für weiße, rote und blaue Sorten gilt für den 24. Juli 1936 ein Mindestpreis von 3,45 RM. und ein Höchstpreis von 3,95 RM. Für runde gelbe Sorten ist ein Mindestpreis von 3,85 RM. und ein Höchstpreis von 4,35 RM. festgesetzt, für lange gelbe Sorten ein Mindestpreis von 4,25 und ein Höchstpreis von 4,75 RM. Sämtliche Preise allen täglich um 0,05 RM. * ** EinSiebzigjähriger. Der Werkmeister i.R. Andreas Schröder, Bruchstraße 22, tarnt am morgigen Samstag seinen 70. Geburtstag feiern. Der betagte Mann ist seit dem Jahre 1900 treuer Leser des Gießener Anzeigers. Kleine Strafkammer Gießen. Von dem Amtsgericht in Grünberg wurden die Angeklagten PH., D. und R. aus Lehnheim wegen schwerer Körperverletzung zu 3 Monaten bzw. 2 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten schlugen einen Zeugen, mit dem sie vorher in einer Wirtschaft zusammensaßen, wiederholt zu Boden, wodurch dieser schwere Verletzungen davontrug. In der gestrigen Berufungsverhandlung erhöhte das Gericht die Strafen auf 6 bzw. 5 und 4 Monate Gefängnis. Oberheffen. Ein Mädel des BdM. berichtet über Lager-Erlebnisse. * Kloster Arnsburg, 19. Juli. Am verfloß fenen Samstag ging wieder eine Lagerwoche in Arnsburg zu Ende. Viele Mädel und Jungmädel konnten am 12. Juli von der Lagerleitung aufgenommen werden. Als die letzten Mädel angekommen und in die Listen eingetragen waren, traten wir in Hufeisenform um die Fahne an. Unsere Lagerleiterin machte uns mit dem Tageslauf der beginnenden Lagerwoche bekannt, und dann bekamen wir unsere Betten angewiesen. Nach dem Abendessen, das allen vortrefflich mundete, ging es in die Betten. Sehr ruhig waren wir in dieser Nacht gerade nicht. Morgens um sieben Uhr wurden wir geweckt. Dann wurde der Körper und Geist erfrischende Frühsport getrieben, der allen sehr gut bekam und großen Appetit anregte. Die Fahne wurde gehißt und dann der Kaffee eingenommen. Anschließend wurden wir mit unserer Arbeit bekannt gemacht. Der Tageslauf brachte das Reinigen des Lagers und des Hofes, Mithelfen in der Küche, kleine Arbeiten im Garten, Stählung des Körpers im Turnen und Wandern und Heimabende. Um 12 Uhr wurde das sehr gute und reichliche Mittagessen eingenommen und dann zwei Stunden geruht. Im Lager wurde der Kameradschaftsgeist gestärkt, der Körper durch tägliche Gymnastik gestählt. Wir wurden mit frischem Mut erfüllt und nebenbei auch zur Ordnungsliebe und Selbständigkeit erzogen; manche Arbeit, die wir zu Hause nur ungern verrichten, ging hier unter Lachen und Scherzen sehr rasch vonstatten. Uns allen hat das Lager sehr gut gefallen. Wir waren oft luftig und froh, aber wir konnten auch ernst sein wie am letzten Abend, als wir im Kapitelsaal des altehrwürdigen Klosters unter ernsten Worten der Lagerleitung unseren Lagerausweis überreicht bekamen. Wir alle sind gestärkt heimgekommen. Es fällt uns nicht schwer, für das Lager zu werben, um mitzuhelfen, alle jene mit neuem Geist zu erfüllen, die lau geworden sind. Wenn wir mit echter Begeisterung für die Sache unseres Führers werben, können wir einen kleinen Teil der Dankesschuld gegen ihn abtragen. Darum erlaubt es, Eltern und Arbeitgeber, daß die Mädel in bas BDM- und JM.-Sommerlager dürfen. Ein BDM.-Mädel R. R. Keller-Einbrüche in Lauterbach. § Lauterbach, 23 Juli. Seit einigen Tagen wird Lauterbach von einem ober einigen Einbrechern heimgesucht. Nachdem vor einigen Tagen in der Bahnhofstraße in den Keller einer Beamtenfamilie eingebrochen und allerlei Eingemachtes ent- wendet wurde, ereignete sich in der Nacht zum 22. Juli ein gleichartiger Einbruch in der Goethe- straße, wo der oder die Täter gleichfalls durchs Fenster in den Keller eines Beamten eindrangen. Hier wurde neben Speisevorräten auch Wein gestohlen. Man hat dabei sogar die Frechheit besessen, die besten Sachen auszusuchen. Die Gendarmerie hat einige Spuren sichergestellt; es steht jedoch noch nicht fest, ob ein ober mehrere Täter in Frage kommen. Die Nachforschungen sind noch im Gange. Es handelt sich offenbar um einheimische Spitzbuben. Kreis Büdingen. tt. Mittleres Niddatal, 23. Juli. Bedauerlicherweise haben die schweren Regenfälle in der letzten Zeit durch Erdabschwemmungen namentlich an abschüssigen Fluren erheblichen Schaden angerichtet. Sämtliche Feldarbeiten wurden verzögert. Alle Getreidearten haben sich vorzüglich entwickelt, doch hat sich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, durch die öfteren Schlagregen allenthalben Lagerfrucht gebildet. Nun beginnt man allgemein mit dem Schnitt von Roggen und Gerste. Fast alle Arbeiten müssen mit der Sense ober ber Sichel ausgeführt werben. Des leichteren Austrocknens halber binbet man dünne Garben. Eine natürliche Folge des seitherigen verhältnismäßig zu feuchten Wetters ist das sehr starke Wachstum von Futtergewächsen, namentlich des Klees, ber zur späteren Verwendung vielfach auf Hvlzgerüsten getrocknet wird. Die Hackfrüchte haben sich vorzüglich entwickelt. Die Süßkirfchenernte war sehr mäßig, einen vollen Ertrag lieferten die Sauerkirschen. Die Aussichten hinsichtlich ber Aepfelernte finb, im ganzen genommen, kaum als mittelmäßig zu bezeichnen. Die Birnenernte verspricht besser auszufallen. Demgegenüber bringen Pflaumen, Zwetschen unb Mirabellen eine reichliche Ernte. Von ben Gartensträuchern brachten Stachelbeeren einen vollen Ertrag, etwas vermindert die Johannisbeeren. Aber eine Riesenernte lieferte die Erdbeere, annähernd auch die Himbeere. Die Brombeere wird mengenmäßig nicht nachstehen. <3ro6feuer auf einem Gutshof bei Darmstadt. LPD. Darmstadt, 23. Juli. Auf dem ber Stadt Darmstadt gehörigen Gehaborner Hof entstand, offenbar durch Selbstentzündung von Heu, ein Brand, der den Einsatz von zwei Löschzügen ber Berufsfeuerwehr notwendig machte. Bei Eintreffen der Wehr stand eine etwa hundert Meter lange Scheune bereits in hellen Flammen. Die Arbeit der Feuerwehr, die mit sieben Schlauchleitungen den Brand bekämpfte, war dadurch erschwert, daß nur ein Hydrant zur Verfügung stand unb ein Teil des Löschwassers aus dem Darmbach herbeigeschafft werden mußte. Trotz der Bemühungen der Wehren sind etwa 600 Zentner ungedroschene Gerste unb 1000 Zentner Heu den Flammen zum Opfer gefallen. Es ist also ein hoher Verlust am Volksvermögen zu beklagen. Nur noch drei Deutsche, Heide, Weckerling und Händel, nehmen an der Tour de France teil, nachdem am Mittwoch auch der Berliner Hans Weiß zum Ausscheiden gezwungen wurde. Die 13. Etappe von Marseille nach Montpellier (168 Kilometer) Automobilrennereignissen ein besonders spannungsvoller Reiz inne. Schon das Eifelrennen brachte einen Bord-an-Bord-Kampf von höchster Dramatik und man glaubt, daß der Kampf am Sonntag noch schärfer werden wird. Im Zeichen der siinfAinge wei- edes-Benz: Rudolf Caracciola, Man- Brauchitsch, Luigi Fagioli, Louis Chiron und nur die in Am letzten Sonntag vor den Olympischen Spielen erreicht die europäische Automobil-Rennsaison mit der Austragung des „9. Großen Automobil- Preises von Deutschland" auf der Nordschleife des Nürburgringes ihren Höhepunkt. Die großen „Affe" der europäischen Rennställe treffen wieder im Kampf der Motoren zusammen. 20 der besten Fahrer haben gemeldet. Die drei in den letzten Jahren erfolgreichsten Autofirmen — Alfa-Romeo, Auto- Union und Mercedes-Benz — werden mit ihrem stärksten Aufgebot anrücken. Sechs große Rennen hat die Saison 1936 bisher gebracht, und dabei konnten Mercedes-Benz, Auto- Das Aufgebot der Rennställe und Privatfahrer umfaßt, wie eingangs schon erwähnt, 20 Namen. Gewiß — Alfa Romeo, Mercedes-Benz und Auto- Union sind die großen Favoriten auf den Sieg, aber es wäre verfehlt, etwa Maserati oder Bugatti alle Aussichten auf den Sieg abzusprechen. Besonders Maserati mit dem Motorradmeister Tenni und Graf Trofft hat mehr als nur eine Außenseiter- chance. Die Startliste lautet: Mercedes-Benz: Rudolf Caracciola, Manfred von z . _ und Hans Lang. Auto-Union: Bernd Rofemeyer, Hans Stuck, gen Leistungen heran. Italiens Segler in kiel. Italiens aus 23 aktiven Teilnehmern und 3 Begleitern bestehende Segelmannschaft ist am Donnerstag in der Olympiastadt Kiel eingetroffen. Nach einem kurzen Empfang am Bahnhof, bei dem die Italiener Heilrufe auf Deutschland und seinen Führer ausbrachten, wurden die Gäste zum Olympia- Heim der Segler geleitet. Großes SA -Reit- und Fahrturnier m Londorf. Achille Varzi und Ernst von Delius. Alfa Romeo: Tazio Nuvolari, Marchese Antonio Brivio, Ferarra und Mario Tadini. Maserati: Graf Trofft und Omobono Tenni, Cholmondeley-Tapper (Privatfahrer), Hans Rüesch (Privatfahrer) und Juan Zanelli (Privatfahrer). Bugatti: Jean-Pierre Wimille, I. W. Rens (Privatfahrer). Deutschlands Motorsportgemeinde hofft mit ganzem Herzen auf einen Sieg ihrer Rennwagen und * Fahrer und sie glaubt auch, daß der Sieg in Deutsch- Jn Malmö trafen am Mittwoch noch einmal schwedischen Leichtathleten zusammen, um sich letzten Qualifikationskämpsen die Fahrkarte nach Berlin zu sichern. Besonders gut in Form waren dabei Ljungberg, der 4 Meter Stabhoch sprang und die 4X1OO-Meter-Staffel mit Lindgren, Termström, Landström und Strandberg, die 41,6 Sekunden lief. Im Hammerwerfen kam Warngar d auf 51,89 Meter. Dagegen fiel über 800 Meter Wennberg mit 1:54,6 hinter seine bisherigen Leistungen zurück. Auch Attervall kam mit 66,24 Meter im Speerwerfen nicht an seine sonsti- besserungen gemacht hatte, erfolgversprechend zu verwerten. Trainingsfahrten, die in der vergangenen Woche auf dem Nürburgring durchgeführt wurden, brachten gute Ergebnisse und so kann Mercedes-Benz am Sonntag wieder mit „gutem Gewissen" und großen Siegesausfichten ins Rennen gehen. Die Auto-Union war in diesem Jahre bisher erheblich zuverlässiger als ihr großer Rivale, die Wagen standen fast ohne Ausfälle alle bestrittenen Rennen durch. Zwei große Siege — durch Achille Borzi in Tripolis und.Bernd Rofemeyer beim Eifelrennen — lohnten die Anstrengungen dieser großen deutschen Auto-Firma. Auch die Äuto-Union war vor Mercedes-Benz zu Versuchsfahrten auf dem Nürburgring und auch hier befriedigten die Ergebnisse in jeder Weise. Bernd Rofemeyer, Hans Stuck und Achille D a r z i, die auf Auto-Union neben Ernst von Delius am Sonntag im Rennen liegen, müssen also unbedingt als erste Favoriten angesprochen werden. Alfa-Romeo hat endlich nach zwei Jahren den Anschluß an die überragenden deutschen Konstruktionen gefunden. Mit Tazio Nuvolari gelang es der „Scuderia Ferrari" das ersehnte Ziel, vor den deutschen Wagen zu siegen, zweimal zu erreichen. Allerdings waren es in beiden Fällen sogenannte „kurze" Rennen, in denen Nuvolari siegreich bleiben konnte. Der neue Zwölf-Zylinder Alfa-Romeo wird nun am Sonntag auf dem Nürburgring beweisen müssen, daß er auch die „Grand- Prix"-Strecke von 500 Kilometer durchstehen kann. Der „Große Preis von Deutschland" kommt am Sonntag bereits zum neunten Male zum Austrag. Im Jahre 1926 wurde er zum ersten Male durchgeführt und zwar auf der Berliner Avus. Schon 19127 wurde er aber auf den eben fertig gewordenen Nürburgring verlegt, wo er nun bis heute verblieben ist. Zweimal in zehn Jahren mußte die Durchführung des ,Großen Preises" unterbleiben: 1930 und 1933. In den acht bisherigen Rennen war Deutschlands Meisterfahrer Rudi Caracciola mit vier Siegen am erfolgreichsten. Dreimal gewann „Caratsch" mit dem Mercedes-Dreizack und einmal — 1932 — auf Alfa Romeo. Mercedes war noch ein viertes Mal erfolgreich, 1927 durch Otto Merz, der dann 1933 bei Probefahrten mit dem neuen Mercedes-Benz auf der Avus so unglücklich zu Tode stürzte. Bemerkenswert ist, daß alle bisherigen Sieger im „Großen Preis von Deutschland" — bis eben auf Otto Merz — auch am Sonntag wieder mit von der Partie sind. 20 Wagen am ©fort Union und Alfa-Romeo je zwei Siege erringen. Mercedes siegte in Monte-Carlo und Tunis, Auto- Union gewann in Tripolis und beim Eifelrennen, Alfa-Romeo holte sich die Rennen in Barcelona und Budapest. Am kommenden Sonntag wird nun auf dem Nürburgring entschieden werden, wer für den weiteren Verlauf der Saison die größten Aussichten bekommt, als erfolgreichste Firma das Rennjahr zu beschließen. Wem wird nun der große Wurf gelingen? Gerade nachdem Alfa-Romeo in diesem Jahre den deutschen Rennwagen gleichwertige Konstruktionen entgegenstellen kann, wohnt den großen Großer Auiomobil-preis von Deutschland. Am Sonntag auf dem Nürburgring. — Die besten europäischen Fahrer und Rennwagen am Start. — Wer siegt? Belgien mit 150 Aktiven. Belgien wird zu den Olympischen Spielen insgesamt 150 Sportler entsenden. Bis jetzt sind 138 zu Olympiakandidaten ernannt worden, und zwar: Leichtathletik: 11 Männer, 2 Frauen; Fechten: 18 Männer, 3 Frauen; Basketball: 7 und 7 Ersatzleute; Boxen: 8; Ringen, Freistil: 7, griechisch- römisch: 4; Radrennen: 18; Kanu: 11; Hockey: 18; Moderner Fünfkampf: 4; Reiten: 6; Wasserball: 9; Segeln: 5. Die Olympiajollen an Ort und Stelle. Die für die Olympische Segelregatta bestimmten 30 auf einer deutschen Werft gebauten Segel-Jollen sind jetzt, nachdem sie zwei Monate in Verwahrung gelegen hatten, wieder im Olympiahafen in Kiel angekommen. Sämtliche Jollen haben die Namen deutscher Städte erhalten, sie sind am Donnerstag unter den in der Jollenklasse startenden Olympia- feglern ausgelost worden. Von einem Kriegsmarinefahrzeug wurden am Mittwoch am Hindenburg- ufer entlang die Bojen ausgelegt, fo daß nunmehr auch weitgehend Platz für die bereits angemeldeten 400 auswärtigen Jachten geschaffen worden ist. Schwedens Leichtathleten übten. Endsieg kam und nur Vierte wurde. Den Meistertitel sicherten sich die Amerikaner Baumann und ©regier vor den Finnen Grönstrand K r iftofferffon, die mit 1634 Punkten 14 Punkte weniger als die Sieger erreichten. tere ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich. Um die Gaumeisterschast im Siuer-Streckeusahreu. Arn Sonntag veranstaltet der Gau Nordhessen sein Straßenrennen über 100 Kilometer um die Meisterschaft des Gaues. Die Strecke führt von Gießen über Steinbach—Lich—Nieder-Beffingen—Münster—Grünberg—Reiskirchen—Gießen, die zweimal durchfahren werden muß. Start und Zielplatz find an der Volkshalle. Um 9 Uhr erfolgt der Start, fo daß die Spitzengruppe gegen 10.30 Uhr zum ersten Male wieder in Gießen eintreffen, während das Ziel gegen 12 Uhr erfolgen wird. Neben den Fahrern des Bezirks Gießen, die bereits vor drei Wochen auf dieser Strecke um die Bezirksmeister- fchaft gekämpft haben, werden noch zwölf Fahrer aus Kassel und Fulda an den Start gehen. Wer wird Gaumeister für 1936? Das ist die Frage, die am kommenden Sonntag beantwortet werden soll. Wenn nicht alles trügt, wird der neue Meister wohl in den beiden starken Gießener Fahrern Neumann und Preiß zu finden sein. Doch mit den Fahrern des Bezirks Kassel gehen Fahrer an den Start, die den Gießenern schwer zu schaffen machen werden. Das Weltturnier der Kegler in Berlin. Beim internationalen Keglertreffen in Berlin stand am Donnerstag der „Kampf der Nativ- n e n" um den Joe-Thum-Pokal auf dem Programm. Als Sieger ging aus dem Dreier-Mann- schastskampf die Neuyorker Mannschaft mit 2460 Punkten hervor. Auch auf den beiden nächsten Plätzen landeten mit Detroit (2430) und Columbus (2395) amerikanische Mannschaften. Im Kampf um die Deutschen Meisterschaften holte sich Kiel mit 6030 Holz die Ver- einsmeisterschaft auf Dreier-Bahn vor Berlin (5979), Halle (5958) und Hannover (5955). Der Berliner Lehner holte sich auf Bohle (200 Kugeln) mit 1541 Holz die Meisterschaft vor Hasenbeck-Hamburg und Buckow-Berlin, die auf 1540 bzw. 1539 Holz famen. Auf der I-Bahn wurde zum zweiten Male Karl Hartmann-Frankfurt a. M. mit 1572 Holz Erster vor Schwab-Karlsruhe (1491) und Maier-Stuttgart (1845). Die Frauenmeisterschaft gewann Frau Harms- Hamburg mit 742 Holz vor Frau Zimmer-Danzig. Einen harten Kampf gab es bei der Weltmeisterschaft für Zweier - Mannschaften auf der I-Bahn. Mit knappem Punktunterschied belegten die Amerikaner und die Finnen die ersten Platze. Pech hatte die deutsche Mannschaft Mittag und von Düngen, die durch einen schlechten Schlußgang um den Die Londorfer Turniere brachten jahrelang die schönsten Beweise dafür, wie sehr sie den Turnierbesuchern und den Turnierteilnehmern ans Herz gewachsen sind. Aus ehrlicher Ueberzeugung kam immer wieder das Urteil, daß es stets große Tage auf dem herrlichen Turnierplatz auf der Rabenau bei Londorf inmitten von herrlichen Waldungen gewesen sind und daß sich viele schöne Erinnerungen gerade mit den Reitern von Londorf und Umgebung verbinden. In der jungen Geschichte der ländlichen Reiterei nimmt Londorf einen verdienten Ehrenplatz ein, denn hier ist mit Fachleuten jahrelang gearbeitet worden und die SA.-Reiterei am kommenden Samstag und Sonntag wird dieses erneut beweisen. Dieses Mal hat der SA.-Reiter- fturm 4/147 die SA.-Reiter, die Wehrmacht, das nationalsozialistische Reiterkorps und alle sonstigen Reiter der Umgebung zu seinem Turnier gerufen. Dieser Ruf hat in den Reiterkreisen ein starkes Echo gefunden. Man wird auf dem Turnierplatz in Londorf wieder einmal Reiterkämpfe erleben, die allen früheren, hier ftattgefunbenen gleichstehen werden. Die Kampfbahn, ein Schmuckstück, ist umrahmt von rauschenden alten Bäumen und bietet ein reiterliches Sportfeld, wie man es selten sieht. Das Geheimnis dieser großartigen Entwicklung des Londorfer Turniers liegt zweifelsohne in der vorbildlichen Anlage des Platzes selbst, ebenso wie in der zielbewußten technischen Leitung. Eine weitere Eigenart der Londorfer Turniere ist die starke Teilnahme der gesamten Bevölkerung. Die Reiterkämpfe in Londorf sind ein Sportereignis in des Wortes wahrster Bedeutung. Alles Alles bereit... Mercedes-Benz, 1935 der weitaus erfolgreichste „Rennstall", hatte in diesem Jahre noch dem guten Start in Monte Carlo und Tunis mit viel Pech zu kämpfen. Verschiedene unglückliche Zufälle, Maschinenschäden usw. raubten dem Untertürkhei- mcr Werk eine Anzahl möglicher Siege oder guter Plätze. Die „große Pause" zwischen Budapest und Nürburgring wurde aber von Rennleiter Neubauer und seinen Ingenieuren in unermüdlicher Arbeit dazu benutzt, die Wagen wieder in Schuß zu bringen und die Erfahrungen, die man mit den an der bewährten Konstruktion angebrachten Ver- Ungarns Vertreter bei den olympischen Segelwettbewerben, Tibor von Heinrich, ist ebenfalls am Donnerstag in Kiel eingetroffen, wo am gleichen Tage die Startoerlosung der gemeldeten Olympiaboote ftattfanb. Olympia-Start der Sport- und Kunsiflieger. Anläßlich der Olympischen Spiele gelangt eine ganze Reihe von flugsportlichen Veranstaltungen zur Durchführung. Die endgültige Teilnehmerliste umfaßt 18 Nationen. Von diesen haben Italien und die Schweiz zu allen drei Veranstaltungen gemeldet. 16 Kationen beim Sternflug. Nachdem nun für diesen Wettbewerb auch die Meldung Griechenlands eingegangen ist, beteiligen sich die folgenden Nationen: Oesterreich, Belgien, Chile, England, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei und Ungarn. Die Gesamtzahl der gemeldeten Maschinen beträgt 54. 15 Kunsiflieger im Kampf. Weiterhin liegt nunmehr auch die Teilnehmerliste vom Internationalen Kunstflugwettbewerb um den „Preis der Nationen" vor, nach der in diesem Wettbewerb 15 Flieger aus sechs Nationen teilnehmen: Italien: Viola, Carnestratto, Cappelli; Frankreich: Fleurquin, Blanc, Ca- valli; Rumänien: Cantacuzino, Papana; Schweiz: Hörning; Tschechoslowakei: Am- brus, Novak, Siroky; Deutschland: Stör auf Fieseler-Tigerschwalbe, Gerd Achgelis auf Focke- Wulf-Stößer, Graf von Hagenburg auf Focke-Wulf- Stieglitz. Im Wettbewerb der Fliegerinnen starten die bekannte Französin Maryse Hilsz und für Deutschland Liesl Bach, Vera von Bissing und Ilse Fastenrath. 154 deutsche Sternflieger. Zum „Deutschen Sternflug" meldeten insgesamt 154 Bewerber. In diesem Riesenfeld der deutschen Sportflieger sind sowohl die bekanntesten Piloten ebenso wie junge Unteroffiziere der Luftwaffe vertreten. Am meisten werden hierbei die Klemm- Maschinen geflogen und zwar 69, dann folgen Focke- Wuls mit 27 und BFW mit 13 Maschinen. wurde in zwei Abteilungen ausgefahren. Das Teilstück Marseille—Nimes (112 Kilometer) gewann Le Greves im Spurt, beim anschließenden Zeitfahren erwiesen sich die Belgier als die Schnellsten. In der Gesamtwertung konnten die Spitzenreiter S. Maes und Verwaecke vor A. Magne etwas ausdehnen. 14. Etappe der „Tour“. Der Franzose Le Greves gewann am Donnerstag das erste Teilstück der 14. Etappe innerhalb der „Tour de France“ von Montpellier nach Narbonne über 103 Kilometer vor dem Belgier Meulenberg; er benötigte 3:25:40 Stunden. Von Narbonne startete man anschließend über 63 Kilometer nach Perpignan in einem Zeitfahren. Die Belgier gewannen mit 1:35:18 vor den Franzosen (23 Sek. zurück). Deutschland kurbelte 1:40:42 Stunden. Weitere Etappen der „Tour". Die „Tour" wurde am Dienstag mit der 12. Etappe Cannes-Marseille fortgesetzt. Die 195 Kilometer lange Strecke wurde in ziemlichem Bummeltempo zurückgelegt, so daß eine größere Gruppe am Ziel eintraf.' Spurtsieger wurde der Franzose Le Greves in 6:06:10. Von den Deutschen befanden sich diesmal Heide und Weckerling in der Hauptaruppe, während Weiß und Händel in einen Massensturz verwickelt wurden und auf den 38. und 40. Platz kamen. In der ©efamtmertung führt noch S. Maes- Belgien. 1 1 1 bauten Federn. 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Als die Zeugen vernommen wurden, die mit in Baden-Baden waren, wies der Vorsitzende darauf hin, daß sie jetzt um eine Erfahrung reicher seien, und daß ein Betrüger nie so leicht landen könne, wenn es nicht so viele Leute Stadions in Berlin zu erkennen sind. In knappen Zusammenfassungen sind dann alle teilnehmenden Völker gewürdigt und deren olympische Traditionen aufgezeigt. Schließlich bringen die letzten zwanzig Blätter des hervorragenden Werkes unterrichtende Uebersichten über sämtliche Olympischen Wettbewerbe, gleichzeitig auch viele Bilder der besten Sportler aus aller Welt. Dem ^ud) ist außerdem ein bunter übersichtlicher Plan von den Olympischen Stätten in Berlin beigegeben. Das Werk in seiner Gesamtheit macht der Sorgfalt und dem Verantwortungsbewußtsein der Herausgeber alle Ehre. Das Werk ist hinsichtlich seiner technischen Ausgestaltung über alles Lob erhaben. ertragen und zu überwinden, um in der neuen Umgebung zu versiegen sollte — den großen sportlichen Erfolg Gegners neidlos anerkennen. Garacdola fährt Rekordruudeu auf dem Mrburgring. Der Einsatz erstreckt sich über ganz Nord- und Mitteldeutschland; die Landdienstgruppen in der Stärke von 10—30 Mann arbeiten entweder in landwirtschaftlichen Großbetrieben oder in den Dörfern auf den einzelnen Bauernhöfen. Dieser Gruppeneinsatz des Landdienstes ist die einzig möglich Form, durch die es praktisch gelingt, städtische Jugend auf das Land zu verpflanzen. Das kameradschaftliche Beisammensein in der Gruppe unter einem bewährten Führer, der für strenge Disziplin sorgt, das Bewußtsein, einer großen Gemeinschaft anzugehören, gibt dem einzelnen die Kraft, manche Härte und manche Entbehrungen, die die Arbeit und das Leben auf dem Lande mit Zum ersten offiziellen Training für den „Großen Pt eis von Deutschland", das am Donnerstag bei schönem Wetter auf dem Nürburgring stattfand, hatten sich schon Tausende von Zuschauern eingefunden, die glänzende Rekordfahrten der Mercedes-Benz- Fahrer miterleben konnten. Rudolf Caracciola übertrumpft die am Mittwoch von Bernd R o fern e y e r aufgestellte Rekordzeit von 10:08 Minuten (135 km st) für eine Runde mit 10:03.1 Minuten (132,2 km/st) und auch Manfred v. B r a u ch i t s ch blieb mit 10:05 Min. unter dem Rekord. Bernd Rosemeyer selbst drehte eine Runde in 10:07, ersoll aber am Vormittag, als die Zeiten noch nicht offiziell gestoppt wurden, nach privaten Zeitnahmen 9:58 Minuten (140 km/st) erzielt haben. Ausgezeichnet hielt sich auch der Mercedes-Nachwuchsfahrer Lang, der 10:09 Min. für eine Runde benötigte. Von den Alfa-Romeo - Leuten waren am Donnerstag Marchese Brivio und Rene Dreyfus auf der Bahn. Dreyfus holte mit feinem alten Acht- Zylinder 10:18 Minuten (132,87 km/st) heraus. Man darf gespannt fein, welche Zeiten Tazio N u v o l a r i mit dem neuen Zwölf-Zylinder-Alfa am Freitag fahren wird. Von der Auto-Union kam Hans Stuck auf 10:24.4 Min. (131 km/st), von Delius erreichte 10:25 Min. (129,3 km/st). Der Mercedes- Fahrer Luigi F a g i o l i brachte es auf 10:25.4 Minuten (129 km/st). Die letzten Vorbereitungen organisatorischer Art werden noch getroffen. In Adenau selbst sind Pioniere dabei, besondere Brücken zu bauen, um den Fußgängern einen glatten Weg zu bahnen. In.der Nacht zum Sonntag werden gegen 1 Uhr die ersten Sonderzüge erwartet, deren Gesamtzahl 30 beträgt. (Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Von 21.30 bis 22.30 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Reiten: Von 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz. IHorgen: Beginn eines neuen Borbereiknugskursus für das Reichsfporkabzeichen! Morgen beginnt um 17.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg ein neuer Dor- bereitungskursus für das Reichssportabzeichen. Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau kann daran teil- nehmen. Der Kursus erstreckt sich über sechs Doppelstunden und kostet für Mitglieder der DAF. 1,80 Mark, für Nichtmitglieder 3 Mark. Anmeldungen nimmt der Sportlehrer vor Beginn der Uebungsstunden entgegen. Für die Kurse Reiten, Tennis und Kindergym- nastik werden noch Neuanmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Vom Büchertisch des Sportlers. — „D i e Olympischen Spiele 19 3 6 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen Herausgegeben vom Zigaretten-Bilderdienst Altona- Bahrenfeld. Mit vielen Bildern. — (203) — Wer in den Besitz des Buches aus dem gleichen Verlag über die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles gelangen konnte, wird besondere Aufmerksamkeit dem Werke zuwenden, das dieser Verlag für die Olympischen Spiele in Berlin (mit vorschauenden Betrachtungen) und in Garmisch-Partenkirchen (Berichte und Bilder) herausgebracht hat. Das Werk erschien übrigens bereits in erstaunlich kurzer Zeit nach den Spielen in Garmisch-Partenkirchen, die den glänzenden Auftakt für die Sommerspiele darstellten. — Es lohnt, gerade jetzt im Hinblick auf die nahe bevorstehenden Spiele in Berlin dem Buche alle Aufmerksamkeit zu schenken, denn es enthält viel Material, das die Bedeutung der Olympischen Spiele 1936 für die ganze Welt erkennen läßt. Den ersten Teil des Buches füllen Stimmungsbilder, Berichte und Ergebnisse der Winter- olympischen Spiele, in denen die Kämpfe in einer sehr vornehmen Form kritischen Würdigungen unterzogen sind, gleichzeitig aber ist allem heroischen mit weltanschaulicher und politischer Erziehung, verbürgt eine tiefgründige Eharakterfchulung der Jugend im Landdienft und eine harte Auslese, die den Aufgaben der Zukunft gewachsen sein wird. Die verachtete Landarbeit wurde zum Ehrendienst für die Jugend. Erfüllt vom Leistungswillen und Idealismus geht der Landdienst der Ausreifung feiner Arbeit in den Bauerndörfern entgegen. Hier erst vollzieht sich die restlose Umstellung, die vollkommene Bindung zum neuen Lebenskreis, zum Bauerntum, hier wird sich jene Auslese der Besten ergeben, die aufgehen wird im Bauerntum, um so wieder den Kreislauf der Geschlechter zu schließen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Jahren Ehrverlust. Schweres Jagdvergehen in der Schonzeit. Neueröffnung als rein arisches Unternehmen der Firma NSG. Der Landdienst der HI. hat das Erbe der Artamanenbewegung übernommen; dort hatten sich schon lange Jahre vor der Machtübernahme junge Nationalsozialisten zusammengefunden, die sich die Rückgewinnung gesunder städtischer Jugend auf das Land und damit das Ein- bämmcn der Landflucht und das Verdrängen ausländischer Wanderarbeiter zur Ausgabe gestellt hatten. Die Ariamanen wurden 1934 in die HI. eingegliedert und stellten dem Landdienst aus jahrelanger, zäher erprobten Arbeit einen Stamm von Führern. Damit war die Grundlage zur weitere Entfaltung des Landdienstes geschaffen. Aus eine Anregung des Leiters des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung Obergebietsführer A x m a n n hat die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung diesen neuen Dienst der Jugend aus dem Lande neben der damals bestehenden Landhilfe anerkannt und in die Landhilfeförderung miteinbezogen. Nach der Beendigung der Landhilfe im Jahre 1935 wird nunmehr als einzigste Umschulungsmaßnahme für männliche Jugendliche für das Lcmd der Gruppeneinsatz des Landdienstes wie bisher gefördert. Waren im Jahre 1934 im Reiche 20 Gruppen mit etwa 500 Mann tätig, fo schaffen heute bereits 6000 Mann in etwa 500 Gruppen am deutschen Boden, konnten im Winter 1934/35 auf ganzjährigen Arbeitsstellen nur 100 Mann der Landdienstarbeit erhalten bleiben, so war eine Ueberwinterung 1935/36 bereits für 1500 Mann möglich; fo verfügt heute, nach knapp zweijährigem Bestehen, der Landdienst über ein leistungs- und arbeitserprobtes Stammpersonal. Einsatz Rechnung getragen. Fast ist es überflüssig, da das Buch eine Fülle des schönsten lebendigsten und anschaulichsten Bildmaterials enthält. — Mit besonderer Aufmerksamst wird man den Teil des Buches betrachten, der sich den kommenden Berliner Ereignissen zuwendet. Zunächst findet man in gedrängtester Form Uebersichten über alle bisher auf der Welt durchgeführten Olympischen Spiele. Hier begegnet man auch hochinteressantem historischem Bildmaterial. Unter dem Titel „Wir wollen bauen 1" folgt eine Darstellung der Entschlüsse des Führers für den Bau der großartigen Anlagen für die Zwecke der Olympischen Spiele 1936, sieht Pläne und Zeichnungen, schließlich aber auch Bilder, aus denen die gigantischen Ausmaße des Olympischen LPD. Hanau, 22. Juli. Das Schöffengericht Hanau verurteilte den 63 Jahre alten Konrad Frickel in Gelnhausen wegen Jagdvergehens, verübt während der Schonzeit, zu neun Mona- ten Gefängnis. Er wurde, obwohl er hartnäckig leugnete, als überführt erachtet, im April d. I. ein tragendes Reh durch Schlingenlegen, sowie einen Rehbock in gleicher Weise erlegt zu haben. Er stand seit längerer Zeit in dem dringenden Verdacht der Wilddieberei. Sein hohes Alter schützte ihn vor einer höheren Strafe. Da er hartnäckig leugnete, wurde ihm die Untersuchungshaft nicht angerechnet. 3m Distelrasen-Tunnel tödlich überfahren. LPD. Schlüchtern, 23. Juli. Beim Begehen der Gleise wurde der Bahnwärter Johannes Schmidt von der Bahnmeisterei Flieden in dem großen Distelrasen-Tunnel zwischen Flieden und Schlüchtern vom „Fliegenden Frankfurter" erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Bahnwärter war auf der Stelle tot. Aus den preußischen Mchbargebieten. Theorie und Praxis im Roulettespiel. Drei Jahre Zuchthaus für einen Betrüger. Lpd. Frankfurt a. M., 22. Juli. Der 40jährige Hans Schäfer hatte auf feinen Geschäftsreisen in Italien und in Zoppot dem Roulettespiel zugesehen. Daraufhin hatte er mathematische Berechnungen angestellt und ein System aus- aearbeitet, das nach feinen Worten tot- sicher zum Gewinn führen werde, wenn man es bei einer Spielbank ausprobiere. In der Theorie schien alles zu stimmen und es kam nur auf die Praxis an. Da Schäfer arm wie eine Kirchenmaus war, vermochte er nicht selbst von der Theorie zur Praxis überzugehen, und so war er auf die Erschließung von Geldquellen bedacht. Auf dem Jnserate'nwege suchte er in Frankfurt Teilhaber mit 1200 bis 1500 RM. zur Auswertung des Roulettesystems. Er bekam eine Menge Zuschriften, denn die Zahl derer, die Glück im Spiel herbeisehnen, ist nicht gering. Es gelang Schäfer, mehrere Personen zu einer Reise nach Baden-Baden zu bewegen. Für sein Reisegeld wollte er schon aufkommen. Als die Fahrt aber losgehen sollte, bat er, ihm das Reisegeld auszulegen; das geschah denn auch. Im Spielsaal in Baden-Baden gab es für die Mitreisenden bann eine Enttäuschung, denn die Praxis erwies sich von der Theorie himmelweit entfernt. Von Tag zu Tag steigerten sich ihre Verluste. Schäfer selbst blieb die Zeche im Hotel schuldig und er mußte sich das Geld für die Heimreise leihen. Nebenher war Sch. Provisionsreisender. Er sandte seiner Firma fingierte Aufträge und kaufte ferner Fahrräder auf Abzahlung, ohne daß die Räder voll bezahlt wurden. Wegen Betruges und Urkundenfälschung hatte sich Schäfer nun vor dem Schöffen- Der Verkehrsunfall auf der Autobahn bei Pfungstadt. Der Laftwageuführer verhaftet. LPD. Darmstadt, 22. Juli. Zu dem in der Nacht zum Dienstag bei Pfungstadt auf der Reichsautobahn erfolgten schweren Unfall, der zwei Todesopfer forderte, hören wir ergänzend, daß es sich bei den Toten um den 23jährigen Rudolf Grau und die 21jährige Flori Löwenthal, beide aus Frankfurt a. M., handelt. Der junge Mann hatte am Montag Geburtstag und sich, da er im Besitze eines Führerscheins war, zur Feier des Tages einen Wagen entliehen, mit dem er und feine Begleiterin eine Fahrt unternahmen. Auf der Rückfahrt nach Frankfurt ereignete sich der Unfall, bei dem der Personenwagen unter den ziemlich hohen Lastkraftwagen geriet, eingekeilt und zertrümmert wurde. Der Tachometer des Personenwagens stand auf 75 Kilometer Geschwindigkeit. Nach den erlittenen Verletzungen müssen die beiden Insassen sofort tot gewesen sein. Der Lastwagenführer war wegen eines Reifenschadens scharf rechts herangefahren. Während der Fahrer mit einem anderen, gerade vorüberkommenden Lastwagen nach Frankfurt fuhr, um einen Ersatzreifen zu besorgen, ließ er seinen 15jährigen Beifahrer, den Sohn des Chefs, bei dem haltenden Lastzug zurück. Der Fahrer faß gerade in Frankfurt in einer Wirtschaft, in der die „Kapitäne der Landstraße" gewöhnlich einkehren, als er durch einen von der Autobahn kommenden Fahrer erfuhr, daß sich bei Pfungstadt ein schreckliches Unglück ereignet habe, bei dem es sich nur um seinen Lastwagen handeln konnte. Sofort fuhr er mit einer Autodroschke nach der Unglücksstätte, wo bereits die Polizei eingetroffen war. Fahrer und Beifahrer gaben bei der Vernehmung an, i h r Fahrzeug sei hinten beleuchtet gewesen, aber die Aussage eines kurz vor dem Unglück vorübergefahrenen Zeugen lautete gegenteilig. Dieser Motorradfahrer versicherte, der haltende Lastzug sei unbeleuchtet gewesen, auch er sei beinahe auf ihn aufgefahren. Gegen den aus Bremen stammenden Lastwagenführer erging am Dienstag richterlicher Haftbefehl. Kreis Wehlar. I Fellingshausen, 23. Juli. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1936 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 49 481,20 Mark ab. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundvermögenssteuer I 250 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetrages, Grundoermögenssteuer II 250 v. H., Gewerbeertragssteuer 300 v. H., Gewerbekapitalsteuer 300 v. H. und Bürgersteuer 100 v. H. des Reichssatzes. Zur Ansammlung einer Erneuerungsrücklage für die elektrische Lichtanlage und die Gemeindewasserleitung sind je 1000 Mark im Haushaltsplan vorgesehen. Die Fürsorgekosten sind von 5000 auf 3500 Mark zurückgegangen. Die Gemeinde besitzt 150 Hektar Wald und 21 Hektar Acker- und Wiesenland. Die Einwohnerzahl betrug bei der letzten Personenstandsaufnahme 918. ch Waldgirmes, 23. Juli. Der ordentliche Haushalt im H a u s h a 11 p l a n der Gemeinde schließt für das Rechnungsjahr 1936 in Einnahme und Ausgabe mit 85 493,46 Mark ab. Die Gemeindesteuern werden — jeweils nach dem staatlich veranlagten Grundbetrag — in folgenden Sätzen erhoben: Grundvermögenssteuer I 150 v. H., Grundvermögenssteuer II 150 v.H., Gewerbeertragssteuer 250 v. H., Gewerbekapitalsteuer 500 v. H. und Bürgersteuer 400 v. H. des Reichssatzes. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im laufenden Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Gemeindekasse in Anspruch genommen werden dürfen, ist auf 5000 RM. festgesetzt. Für die Ausführung von Jnstandsetzungsarbeiten in der Kirche ist ein Betrag von 2500 RM. im Haushaltplan vorgesehen. Die Fürsorgekosten sind mit 8000 RM. eingestellt. Für die Unterhaltung der Gemeindewaage sind 4500 RM. bereitgestellt. Die Ortsstraßen sollen neu beschottert und eingewalzt werden. + Frankenbach, 22. Juli. Unsere Gemeinde zählt zur Zeit ungefähr 735 Einwohner. Darunter befinden sich zehn Personen, die das 7 5. Lebensjahr überschritten haben. Es sind dies sieben Männer und drei Frauen. gebe, die sich herzlich gern betrügen las- s e n würden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Jahren Zuchthaus und fünf